Einzelpreis 70 Heller. Redaktion und Verwaltung: Prag, I., Nelazanta 18, Telephone: Tagesredattion: 26795, 31469. Aachtredattion: 26797. Postschecamt: 57544. Inferate werden lant Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß 6. Jahrgang. Sozialdemokrat Der Schußbund. Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der tschechoslowakischen Republit. Donnerstag, 15. Juli 1926. Bezugs Bedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post: monatlich.... Kč 16.oierteljährlich 48.96.192.halbjährig ganzjährig Rüdstellung von Mannstripten erfolgt nur bei Einfendung der Retourmarfen. Erscheint mit Ausnahme bes Montag täglich frish Nr. 163. haften Verbände, die Schußbundorganisationen| mus zeigt am besten, daß die Idee der Wehr-| flamme entzünden. Es gilt auch hierzulande, find ihrer Meinung nach ganz überflüssig. haftmachung der Arbeiterklasse bereits inter- für alle Wechselfälle des Machtkampfes der Wobei zu bedenken ist, daß über den Grab- nationale Bedeutung gewonnen hat. Es ist Klassen vorzubeugen. Darum darf fein fostWas in Desterreich Republikani- hügeln der von monarchistischen und national- nun unsere Aufgabe, den Gedanken auf dem barer Augenblick der Vorbereitung zur wehrscher Schutzbund heißt, von den Arbei- sozialistischen Mordbuben umgebrachten Sozial- Boden dieses Staates zum vollen Durchbruch haften Ueberwindung der reaktionären Gefahdemokraten kaum Gras gewachsen ist, und noch zu verhelfen. Mag auch in diesem Augenblicke ren verloren gehen. Unermüdliche Arbeit zum tern kurz„ Schußbund" genannt wird, und vor Jahresfrist kein österreichisches Arbeiterfest noch unsere Bourgeoisie dank der organisatori- Auf- und Ausbau unserer„ Roten Wehr", raftunter anderem Namen von anderen Ländern vor Hakenkreuzlerischen Ueberfällen sicher war. schen Zerrissenheit und der politischen lose Arbeit für die Wehrhaftmachung des Proübernommen wurde, ist eigentlich ein ge- Wenn heute das österreichische Proletariat mit Schwächung der Arbeiterklasse ihre Vorherr- letariats, das ist unsere geschichtlche Aufgabe in schichtliches Phänomen. Es ist her- dem Gefühl vollster Sicherung gegen Gewalt schaft auf demokratisch- parlamentarische Me- der nächsten Zeit. Die deutsche Arbeiterklaffe vorgegangen aus einer blißschnellen taktischen und Terror seinen Klassenkampf führen kann, thoden begründen, morgen schon kann sich die der Tschechoslowakei muß sich in der internatioWendung des kämpfenden Proletariats. Als es von tiefstem Abscheu gegen Krieg und Mili- so ist das keineswegs der Friedfertigkeit des Situation ändern und die unterirdisch schwe- nalen proletarischen Abwehrfront gegen den tarismus erfüllt, den Weg des friedlichen sozid- Bürgertums, sondern einzig und allein seiner fende fascistische Gefahr zur verheerenden Stich- Fascismus einen Ehrenplatz erobern! listischen Aufbaues beschritt und auf dem Bo- wohlorganisierten Wehrhaftigkeit zu danken. Saltet Gericht! beoffneten Söldnern der Bourgeoifie, von gehenere Rapularität genicht. Die Wiener- Das Sündenregifter der Deutschbürgerlichen! ArEin Auszug aus ihrem Schuldtonto vom Juni 1926. ,, Dann darf nicht gezögert werden, dann darf auch nicht eine Partei der anderen den Vortritt lassen, dann muß gemeinsam gehandelt werden, damit nicht die nationa len und kulturellen Güter, so wie die sozialen Forderungen um Linsengericht preisgegeben werden." Aus der Rede des christlich sozialen Parlamentariers Dr. Mayr- Hav ting am 15. März 1925 in Brüg. den der Demokratie die Grundmauern einer Das alles will gewürdigt sein, um zu ver- An den Branger! neuen Weltordnung aufzurichten sich anschickte, stehen, warum der Gedanke der proletarischen es plötzlich von den bis an die Zähne Deutschösterreich so unmonarchistischen und fascistischen Wegelageren beiter, die am Sonntag den vorbeimarschierenbedroht. Die Arbeiterklasse stand vor der Wahl, den Wehrformationen leidenschaftlich zujubeldieser neuen Gefahr mit den alten Methoden ten und unermüdlich och der Schuhdes Klassenkampfes, mit geistiger Aufklärung, 6 un d!" riefen, brachten damit zum Ausdruck: politischer Propaganda, Einsatz der parlamen- Das sind die Männer, die für die Partei tarischen und gewerkschaftlichen Kampfmittel Surchs Feuer gehen! Das sind die Kämpfer, entgegenzutreten oder der physischen Gewalt die die putschlüsternen Monarchisten in die tiefdes Gegners mit physischer Gewalt zu besten Löcher gejagt, die die Abteilungen provozierender Hakenkreuzjünglinge von der BildDie nationalen und kulturellen Güter, die, brauch zu machen sicher nicht verfehlen werden. gegnen. Die Landbündler, deutschen Christ. Die Arbeiterklasse Deutsch- Dester- fläche hinweggefagt haben! Das ist der Schutz sozialen Forderungen! Wenn die Christlichsoziareich& hat sich, gewarnt durch die traurigen und Hort des gesamten arbeitenden Volkes! Da len, Landbündler und das gewerbeparteiliche fich sozialen und Gewerbeparteiler Erfahrungen der Nachbarländer, zuerst ent- begreift man erst, warum die Wiener Arbeiter Hündchen, das ihnen nachläuft, ihre Aeußerungen haben in der heurigen Frühjahrsession, des Varvor und während der letzten Wahl mit den Taten laments für und gegen folgende Belange", imschlossen, den Abwehrkampf gegen die Reaktion so stolz auf ihren Schutzbund sind. Aber noch aus einem anderen Grunde ist vergleichen, die sie jetzt gesetzt haben, so müßten mer gegen das soziale und nationale in wehrhafter Form zu führen. An die Grenzen der kleinen Republik brandeten die die proletarische Wehrbewegung so wertvoll für sie sich, wäre noch ein Funken Scham, Moral Interesse der überwiegenden Mehrheit der su und politisches Reinlichkeitsgefühl in ihnen, in detendeutschen Bevölkerung gestimmt: Wogen der Gegenrevolution, im Lande selbst die gesamte Klasse: weil sie nicht nur unent- en letzten Winkel verkriechen. Sie aber, im Der Raub am Arbeiter: standen monarchistische Putschgesellen auf dem behrlich ist als Wachtposten gegen die Reaktion, Gegenteil, brüsten sich noch mit ihren SchandSprungbrett bereit, gegen die kaum errungene fondern in kürzester Zeit un entbehrlich taten, die sie als nationalpolitischen Erfolg aus- Durch Lebensmittelzölle. im täglichen politischen zugeben wagen und es wird daher wieder eines durch Kongrua, republikanische Freiheit den tötlichen Hieb zu wird führen. Als in Bayern der weiße Terror Sam pfe. Alle Aufgaben der Partei, die Dis- eisernen Besens bedürfen, um diese Gesell durch Zudersteuer, die Gräber und Kerfer mit seinen proletari- ziplin, außerordentlichen Opfermut und unbe- schaft in die Mauselöcher zu jagen, in denen sie, durch Spiritussteuer. Gegen das Landvolt: schen Opfern füllte, als im Burgenland bingte Verläßlichkeit erfordern, werden heute schon einmal, nach dem Kriegsende, zitternd und die Horthy- Banden sozialistische Volkswehr- von den Schutzbundmännern besorgt. Auch bei schlotternd Unterstand gesucht haben. Und weil männer bestialisch zu Tode quälten, als in gewerkschaftlichen Kämpfen haben sie ihren eben diese bürgerlichen Politiker vor keiner Lüge, Gegen alle Anträge zugungsten der Kleinbauern vor feiner Entstellung zurückschrecken, weil sie es und zwar unter anderem Italien die Horden Mussolinis mordend Riassengenossen bereits wertvolle Rückendeckung sicherlich auch bei der Abrechnung, die ihnen unund sengend eine blühende Arbeiterbewegung gegen die Disziplinlosigkeit der Indifferenten weigerlich droht, auszufneifen, abzuleugnen, zu hinmähten, da stieg in den Köpfen der öster- und das Treiben der Klassenschädlinge geleistet. beschönigen und schwarz in weiß umzulügen verreichischen Arbeiter der Gedanke auf: Wie, wir Die flagloje Unterbringung von zehntausenden suchen werden, sollen uns von einer Handvoll Bestien, von zu- Gästen anläßlich des letzten Arbeiterfestes wäre sammengelaufenen Landsknechten und Maro- ohne die Kurier-, Bereitschafts- und Führungsdeuren überfallen, überwältigen lassen? Wir, dienste der Schutzbündler unmöglich gewesen. die wir auf den Schlachtfeldern Serbiens, in Tag und Nacht stand dank der militärischen Galizien und am Isonzo gelernt haben, die Organisation der Wehrabteilungen der FestStußen, die Wurfgranaten, die Maschinen- leitung eine stramme Garde von dienstbereiten gewehre mit kräftiger Fauft zu meistern? Wir, Helfern zur Verfügung. Stets waren die roten die wir Hunderttausende waffengeübter, kampf- Wehrmänner zur Stelle, wo sie gebraucht wur- Sündenberg den Blicken jener Tausenden zu gehärteter Männer zählen, wir sollen uns wie den. Das hat nicht zuletzt zum herrlichen Ge- entziehen, die den Nebelschleier einer scheinnatio- gegen die Interpellation über fascistische die Hasen zusammenschießen, wie die Hunde lingen der Riesenmanifestation beigetragen. niederprügeln lassen? Diese Möglichkeit erstunde dez müssen die Fäuste, die sich ihnen dann entgegenstreden sollen, auch mit jenen Dokumenten bewaffnet werden, die die unleugbaren Tatsachen ihrer Schuld verzeichnen. Die Schuld, die die deutschbürgerlichen Barteien in Jahrzehnten auf sich gehäuft haben, liegt bergehoch. In den paar Jahren tschechischer Republit aber ist es ihnen gelungen, ihren eigenen so lange mit dem fudetendeutschen gegen Steuerermäßigungen für Kleinbauern, gegen die Zollfreiheit von Futtermitteln, gegen die Verlängerung des Pächterschuhes, gegen das Verbot des Terminhandels. Hilfe für die Regierung: Gegen das Erscheinen der Regierung zur Abgebe einer Erklärung über die Zölle, gegen die Eröffnung einer Debatte über die Ers flärung Černys zu den Polizeiübergriffen, Umtriebe, gegen die Interpellation über die Sprachen verordnung, Matteotti- Feiern. Zur Berschlechterung des Barlamentarismus: Kongrua, nalen, aus Besitzgründen scheinoppositionellen Nimmt man dazu die glänzenden Erfah- Haltung nicht zu durchdringen vermochten. Bei schien so absurd, daß die Idee der proletari- rungen, die in Oesterreich und Deutschland bei den Wahlen im November vorigen Jahres erschen Wehrhaftigkeit auf fruchtbarsten Boden Wahlen mit diesen Wehrformationen gemacht reichte dieser Schwindel seinen Höhepunkt. Dann Karpathorußlands, fiel und im Sturme die österreichische Arbeiter- wurden, so ergibt sich daraus die Lehre, daß aber ging die elende Komödie, die sie gegen die Interpellation über die Autonomie schaft eroberte. Das war die Geburts die organisierte proletarische Wehrhaftigkeit Bolte spielten, mit Riesenschritten ihrem gegen die Interpellation über die Polize übergriffe in Prag, Republikanischen nicht nur ein momentanes Auskunftsmittel für Ende zu. Die Klassengegensätze in der allnatioSchutzbundes, der in wenigen Jahren zu gefahrvolle Zeitläufte, sondern eine Erschei- nalen Stoalition gaben den Deutschbürgerlichen gegen die Interpellation über das Verbot der einer machtgebietenden Behrorganisation emnung ist, die der Arbeiterklassenbewegung dau- die Möglichkeit, das lang herbeigefehnte, stets verporwuchs. Vom Haß des Bürgertums umtoft, ernd nügliche Dienste leistet. Eine im nach leugnete, von uns aber stets als Ziel der deutschvon der Liebe und Begeisterung des Proleta- historischen Perspektiven gesehen- entscheiden- bürgerlichen Bolitik erkannte Bündnis mit riats getragen, hat der Schußbund seinen Auf- den Machtkampfe stehende Klasse braucht eine der Bourgeoisie der anderen Nastieg vollendet, und so steht er heute da als starke Vollzugsgewalt, eine straffe tionen dieses Staates zu schließen und im Für ein granitgebauter Wellenbrecher nicht nur der Zusammenfassung ihrer Stoßkraft, dies um so selben Augenblick warfen sie, die feit Jahren für einen noch nicht dagewesenen Schwindel und Beösterreichischen, sondern auch der gesamten mehr, als mit dem Aufkommen zahlreicher trug mit der deutschen„ Volksgemein- für Sonderorganisationen die Tendenz des Aus- chaft" und„ Einheitfront" aufgeführt mitteleuropäischen Reaktion. Das Erstehen proletarisch- republikanischer einandergleitens der Klassenkräfte verbunden hatten, zum alten Eisen, pfiffen auf nationale und kulturelle Güter, Wehrverbände hat in Oesterreich und in sist. In stürmischen wie in ruhigen Zeiten wird traten die sozialen Forderungen mit Füßen Deutschland das Bild des politischen Macht die Arbeiterbewegung eine disziplinierte Kernfampfes vollständig gewandelt. In dem Maße, und Sturmtruppe brauchen, die zu jedem Opfer und stürzten sich blindlings in die Arme des als das Proletariat in wohlgerüsteter Wehr- fähig, zu jedem Dienste bereit ist. Deren mili- Erbfeinds", um sich mit ihm in die Güter zu haftigkeit auf den Plan tritt, wird dem Bür- tärische Organisation ermöglicht nicht nur teilen, die man gemeinsam den Arbeitern aller Innergertum die Lust zu bewaffneter Gewaltpolitik elastisches Manöverieren, sondern auch höchste Nationen aus dem Fleische schnitt. verleitet. Rähnefnirschend muß es erkennen, daß Präzesion und Dekonomie des Krafteinjages. halb eines Monates ergab das ein Sün- Niederstimmung. ihm damit der lebte Trumpf feiner Daß die proletarische Wehrbewegung keine mili- denregister, das mit den zumeist allein anMachtpolitik entrissen wurde. Ja, taristischen Auswüchse zeitigen wird, dafür ist geführten 3öllen und der Kongrua feineses muß, wo die Dinge soweit gereift sind, wie das Prinzip ihrer vollen Freiwilligkeit beste pegs erschöpft iſt. in Deutschösterreich, zu dem bitterbösen Spiel Gewähr. Der rpte Wehrmann bleibt daneben noch eine freundliche Miene auffeßen. Ein immer Arbeiter oder Angestellter und hat demSchauspiel für Götter, wenn zum Beispiel die nach seiner Klassenlage entsprechend durchaus christlichsoziale„ Reichspost" nach dem sonn- friedliche Interessen. tägigen Wiener Massenaufmarsch mit scheinDie von der Konferenz der proletarischen Da wir aber nicht wollen, daß die gottergebenen Christlichsozialen, die nicht minder frommen Landbündler und die chrbaren Handwerksmeister das nächstemal mit einem unvollständigen Beichtzeel unt Absolution bitten kommen, heiligem Augenaufschlag versicherte, daß doch Wehrorganisationen in Wien beschlossene Ein- legen wir ihnen hier einen Auszug aus dem in ganz Oesterreich kein Mensch daran denke, fegung einer internationalen Rom- Sündenregister vom Juni 1926 bor, bon den Arbeitern ein Leids zu tun. Die wehr- mission zur Abwehr des Fascis- dem die beichtigenden Wähler ausgiebigen Gedie Einschränkung der Redezel eine 48 stündige Frist zur Beratung der die Abstimmung en bloc( Uebergehung aller Verbesserungsanträge bei der Zollvors lage, für die Auslieferung von fünf oppo. sitionellen Abgeordneten nach deme Schutzgesetz( schon vorher für eine 24 stündige Frist zur Beratung des Begehrens). Gegen die Staatsbeamten: aller Verbesse. rungsanträge, auch gegen die von den deutschen Nationalsozialisten, die dem deuts schen Verbande angehören, eingebrachten, gegen die Erhöhung der Anfangsgehälter, gegen die automatische Zeit vorrüdung, gegen die Gleichstellung der der Altpenjiso niften. gegen die Einbeziehung der Abg e ba ut en in die Regulierung, gegen die Autonomie der Selbstberg waltungskörper, gegen die Gleichstellung der Aerzte mit des Pfaffen Geife 2. Sozialpolitische Reaktion: unterstützung derung, 15. Juli 1926. Was diesen 31 Punkten noch nachfolgen hat gleichzeitig neue Mittel in Aussicht gestellt, um In eftie aufhebt.- Jn das Schandbuch der Für die Zersplitterung der Krankenkassen, wird, wird die allernächste Zeit lehren. Heute aber die Gesellschaft immer besser zu bewaffnen. Und italienischen Rechtspflege gehört auch der Prozez gegen die Verbesserung der Arbeitslosen= fann man schon mit Wallenstein sagen: Es trotz dieses ausgesprochenen Prätorianercharafters gegen Zaniboni. Es fehlte nämlich jedes Beweishängt Gewicht sich an Gewicht und kann von Gesetzeswegen keiner in Italien das material gegen den General Cappello, der als gegen die sofortige Verlängerung der Bauför- ihre Masse drückt sie fast zu Boden." Recht auf verkürzten Militärdienst erwerben, der Freimaurer der Regierung verhaßt ist. Der Migegen die sofortige Verlängerung der Bauför und fein Linsengericht", auf das sie nicht die Vorbildungskurse der Miliz durchgemacht nifter Federzoni konnte aber mit einem Brief au? lauernd warten, fann ausgiebig genug sein, um hat. Die Miliz ist gleichzeitig die materielle Frankreich aufwarten, in dem Cappello aufgeforgegen die allgemeine Sonntagsruhe. ihnen Widerstand zu ermöglichen bei der Grundlage des fascistischen Herrschaft, die ohne dert wird, das Kommando der antifascistischen Lediesen potentiellen Terror feinen Tag bestehen gionen anzutreten. In der Tat ist es äußerst würde und die unvermeidliche Quelle der Ver- wahrscheinlich, daß Leute, wie Cappello, die genau mengung von Parteigewalt und Staatsgewalt. wissen, daß ihnen jeder Brief von der fascistischen Zensur geöffnet wird, sich derartige Aufforderungen durch die Post zugehen lassen! Für den tschechischen Militarismus. Jm Wehrausschuß des Senates: Herbeiführung der Beschlußunfähigkeit der Sigung, welche den Antrag auf Erhöhung der Mannschaftsgebühren beraten sollte. Abrechnung, die mit Keulenhieben gegen sie vorgenommen werden muß, wenn die ar= beitende Bevölkerung diesen Gauflern und Geldjackanbetern das Handwerk legen will! Wie es in Italien zugeht. Rom, Anfang Juli 1926. Das Jneinandergreifen widergesetzlicher Parteiaftion und legaler Amtshandlungen tritt viel fach in grotester Weise zutage. Was bei einer Jetzt gefellt sich nun zu dem vielgestaltigen polizeilichen Haussuchung unseres Parteivorstan moralischen Notstand, der durch das allverdes beschlagnahmt wurde, sah man tags darauf breitete Spipelsystem noch vermehrt in einer fascistischen Zeitung veröffentlicht. Natür wird, die Wirtschaftskrise hinzu, die allerdings ein lich übernimmt die fascistische Partei auf diese Rückschlag der allgemeinen europäischen Kriſe iſt, Weise die Verantwortung für Dinge, die einer aber in Italien durch die völlige Wehrlosigkeit des Regierung nicht gerade zur Ehre gereichen. Bei Proletariats eine besondere Gestaltung annimmt. den letzten Banttrachs, besonders bei dem An ihr wird durch die Regierung, die unter dem Das offizielle Italien legt großen Wert auf schenden Partei angehören. Er liegt von Parma, sind hohe Würdenträger Einfluß der Unternehmer steht, herumgedoktert, Den Eindruck, den der reisende Ausländer von darin, daß man den Staat und seine Behörden der herrschenden Partei wegen ge- wobei man von der törichten Ansicht ausgeht, daß Italien empfängt. Wer keinen Aerger mit der nur rund ausschließlich als Sachwalter der meinsten Betrugs verhaftet worden. das Proletariat, wenn es sich nur genügend Hotelrechnung hatte, gutes Wetter vorfand und Sonderinteressen des Fascismus an- In Raddusa in Sizilien hat man gar den Lasten auspaden läßt, der Nation über die Krise billige Einkäufe machen konnte, dessen angenehme sieht. Die Vermengung von staatlichen Organen eben genannten„ Podesta"( den von der Regie- weghelfen tann. Diese Auffassung ist im AllgeEindrücke von der italienischen Reise werden als und Funktionen mit fascistischen Organen und rung ernannten Gemeindeverwalter, der an Stelle meinen falsch, aber doppelt falsch für Italien, wichtiges Entlastungsmaterial vorgeführt gegen Funktionen zieht sich durch das ganze öffentliche der wählbaren Stadtverwaltung in allen Orten deffen Krise zum nicht geringen Teil durch die die Anklage von der Not des italienischen Volkes Leben Italiens. Kammer und Senat find in von unter 5000 Einwohnern getreten ist) verhaf- intende Kauftraft feines inneren Marktes verunter der fascistischen Knute. Ferien, aber der fascistische hohe Rat", der nur ten müssen, weil er großartige Raubzüge schuldet ist. Was nüßt es einem Lande, das keinen Nun ist ja im Grunde der durchschnittliche aus von Mussolini ernannten fascistischen Wür- gegen die freiweidenden Viehherden bjas für seine Produkte hat, wenn es seinen Ardenträgern besteht, berät die Abänderungen des der ihm unterstellten Gemeinden und der Um- beitern schlecht bezahlte Ueberstunden abpreßt? Vergnügungsreisende, ohne ihm zu nahe treten zu eben erlassenen Reglements für die Durchführung gebung organisiert hatte. Ehe der Mann, ein Dadurch, durch die berühmte neunte Stunde", wollen, nicht immer die geeignetste Persönlichkeit des Gesetzes über die Arbeitersyndikate. Was die Rechtsanwalt Sollima, Bodesta wurde, war glaubt man, zur sozialen Forschung und Kritit, ein Touristen- ser Rat beschlossen hat, wird durch kgl. Defret zum er schon der leitende Fascist seines Ortes. Hoffent- verbilligen zu können, daß sie die Produktion der die italienische Produktion derart trip durch Italien nicht immer die beste Gelegen Gesetz erhoben, unter Umgebung aller von der lich fostet die Verhaftung dem Polizeipräsidenten andern Länder auf dem Weltmarkt verdrängt. heit zu gründlicher Erforschung. Aber das tut Verfassung vorgeschriebenen Instanzen. Andrer nicht seine Stellung. Man kann sich denken, wie Denselben Zweck, der Verbilligung der Produk nichts. Der Fascismus legt hohen Wert darauf, feits aber ist die Polizei zum Handlanger und der Fascio in dem Ansehen der Sizilianer steigt, tion, soll weiter die Einrichtung von Verkaufseine gute Zensur von den Ausländern zu bekom- Laufburschen des Fascismus geworden. Wird wenn sich seine Leute der lukrativen Organisation stellen für Lebensmutel dienen, die die Regierung men, und ist ihnen besonders dankbar, wenn sie ein Fascist aus seiner Partei ausgeschlossen, so des Vieh die bit a h Is ergeben! auch noch ein paar absprechende Bemerkungen wird er auf die lokale Polizei beschieden und den Unternehmern empfiehlt. um die Arbeter über die frühere Wirtschaft", über Zugverspä muß dieser, also einer staatlichen Behörde, seine Fascio in der Rechtspflege geltend. Der das nicht nur aus Herzenscüte tun, sondern sie Besonders stark macht sich der Einfluß des billig zu versorgen. Und die Unternehmer sollen tungen, Bettler und solche liberalen Mißstände Mitgliedskarte abliefern. Und dafür maßt sich kommunist Buffoni wurde unlängst beim Ver- werden einen sehr fopfreten und sofortigen Ber hinzufügen. dann die fascistische Partei Polizeifunktionen an. laffen des Gerichtssaales in Mantua von teli davon haben. Die Preise, zu denen sie den Uebrigens liegen die italienischen Mißstände In einer Jutefabrik im Kreise von Novi Li- Schwarzhemden überfallen und mizhan- Arbeitern die Lebensniei anbieten, sollen nändurchaus nicht auf jener glatten Oberfläche, auf gure sind am 2. Juli 300 Arbeiter und Arbei- belt, weil er die Freisprechung seines Klienten, lich für die Berechnung der Teuerungszulage zuder sich die Touristen bewegen. Das Hotelpersonal ferinnen in Streit getreten, und darauf hat der eines Kommunisten, erzielt hatte. Die Geschvor- grunde gelegt werden. So will man, durch ein wird dem Fremden, der meist kein Wort italienisch Fascio des Ortes die Fabrik von der Miliz be- nen sind beständia den schwersten Bedrohungen Einvernehmen zwischen Staat u. Unternehmer kann, wohl kaum vorflagen, daß es gelegentlich sehen lassen, im Einverständnis mit den fascisti ausgesetzt, so daß es in einer kleinen Stadt ganz denn die Arbeiter haben keine Interessenvertreeinen sechzehnstündigen Arbeitstag hat, daß mit schen Syndikaten. In Molinella hat die fasci- unmöglich ist, einen Fascisten zu verurteilen oder fasci- gesetzt, der Abschaffung der freien Organisation jeder tische Wiliz 120 Arbeiterinnen der freien Gewerf einen Nichtfascisten freizusprechen. Lehrreich ist billig produziert und dadurch die international unmöglich ist, einen Fascisten zu verurteilen oder tung- eine rationelle Wirtschaft schaffen, die wirksame Schuß seiner Interessen weggefallen ist schaft verhaftet, weil sie Aehren lasen, einem seit ein Prozeß wegen Ermordung eines diffidenten Konkurrenz aussticht. Man will das tun, ohne und es keine Garantie dafür befißt, daß man ihm Jahrhunderten bestehenden Gewohnheitsrecht ge- Fascisten, der sich in diesen Tagen in Piacenza die Arbeiter zu befragen, durch eine despotische die 10 Prozent der Trinkgeldablösung wirklich mäß. Man hat die Verhafteten auf zwei Last- abspielte. Ein dissidenter Fascist, der Kriegsinva- Organisation der Produktion, um sich als interauszahlt. Geiviz merkt auch der Fremde, daß autos nach Bologna gebracht, freilich mit dem un- lide 2ertua, war von offiziellen Fascisten im nationale Handelsmacht durchzusetzen. Aber die alles sehr teuer ist, besonders, wenn er aus Frank- erwarteten Ergebnis einer Sympathie Schlaf überfallen und durch Knüppelhiebe getötet technischen Voraussetzungen eines solchen Verfuchs reich oder Belgien kommt, aber er konstatiert demonstration der Bevölkerung für worden, nicht nur die Schädeldecke, sondern auch lassen sich nicht improvisieren. Die italienische Regleichzeitig, daß die meisten Italiener gut ange- die Opfer. die Kiefer waren zertrümmert, so daß man die gierung wirft mit der Wurst nach der Speckseite, zogen sind, besser, als die ,, armen Leute" in andern Die beständige Vermengung von Partei- Zähne desEr mordeten auf dem Boden des Zim- mit der Wurst des inneren Marktes nach der Ländern. In dieser Beziehung gehört es gewissermaßen zur„ nationalen Standesgemäßheit", wenn organen und Staatsorganen folgt ganz un mers fand. Diese entsetzliche Tat war erfolgt, nach Speckseite des auswärtigen Absages. Der innere bermeidlich aus der 3 wieschlächtigen dem Lertua den fascistischen Abgeordneten Bar- Markt wird sicher leiden, ob man aber den Weltder Gouverneur von Rom verordnet hat, daß Stellung der fascistischen Wi- biellini beschuldigt hatte, eine Spedition von antarkt erobert, steht sehr dahin. die Maurer und Maurergehilfen Parteiorgan ist scisten nach Mailand gesandt zu haben, um den nicht mehr in Hemdsärmeln arbei- i3z, die ein ten sollen, um die Fremden nicht zu chofieren. und vom Staate bezahlt wird. Wohl fommunistischen Abgeordneten Buffoni zu ermor- Aus all dieser Unsicherheit und Zerfahrenheit, Ein Oppositionsblatt hat vorgeschlagen, für diese sagt man, daß die Miliz dem König Treue ge- den und ihm Dokumente zu stehlen, an deren Be- die die beständigen Dekrete nur verschlimmern, Arbeiter den Pijama obligatorisch zu machen. schworen habe, also ein Staatsorgan sei, wie jedes fizz Barbiellini gelegen war. Die Ermordung un- entsteht heute die Krisenstimmung, die noch schwe Uebrigens gibt der Italiener bekanntlich mehr auf andre, aber das ist eine Entstellung. In Wirklich- terblieb, aber der Diebstahl wurde ausgeführt, rer und lahmer ist als Markt und Börse. Das Kleidung als die andern Völker und spart lieber feit genügt der Ausschluß aus der fascistischen unter Mitwirkung des Lertua. Auf Grund dieser Volk hat kein Vertrauen zum heutigen Regime, am Essen und an der Wohnung. Wenn die Aus- Partei dazu, die Ausstoßung aus der Miliz her Tatsachen beantragte der Staatsanwalt von der und die internationale hat es auch nicht, trotz der beizuführen. Die Miliz dient noch heute fascisti- Rammer die Autorisation zum Prozeß gegen Bar- leidenschaftlichen Sympathie für die Knüppelländer sich die Wohnverhältnisse in den großen schen Sonderinteressen. Die Rotte von Schwarz- biellini, als Mandanten der Mörder Lertugs. Die methoden. Daneben Unfrieden der Fascisten im Städten ansehen wollten, die Proletarierviertel, in denen meistens eine ganze Familie auf jeden hemden, die am 7. April dieses Jahres in die fascistische Kammer verweigerte aber die Autori- eigenen Sause. Farinacci will einen proleRaum kommt, würden sie vielleicht den Firniß Wohnung des Genossen Modigliani ein- iation, so daß heute der Prozeß verhandelt wurde, tarisch- antiklerikalen Fascismus zu Ehren bringen, Raum kommt, würden sie vielleicht den Firniß brang, die Tür sprengte, Möbel zer- ohne daß von dem als Mandanten Bezeichneten der Innenminister Federzoni und der Juſtizdes Wohlstandes weniger hoch schätzen. störte, Wertsachen wegschleppte und gesprochen werden durfte. Alle Angeklagten, bis minister Rocco einen aristokratischen, falon schließlich Feuer anlegte, war von einem auf einen, wurden freigesprochen, obwohl sie die fähigen, weihwässerigen. Zwischen beiden soll der Offizier der fascistischen Miliz in Teilnahme an der Prügelei" zugegeben hatten; Duce entscheiden, und der wartet ab, wer besseres uniform befehligt. Am 5. Juli hat dem Einen wurde die schwere Provokation zuge- Fahrwasser hat. Und inzwischen steigt der Wechsel, Mussolini noch ausdrücklich erklärt, daß die billigt der Schlafende hatte provoziert!- das die Lira fällt und dem Touristen, der Italien beMiliz der Verteidigung des Fascismus dient und her ein Jahr Zuchthaus, das die Am- l reist, gefällt das Land immer besser.... Aber der Kern der italienischen Notlage liegt gar nicht in der Wirtschaft oder liegt wenigstens noch nicht hier. Er liegt in dem tief einge fressenen Bewußtsein der Recht losigkeit aller, die nicht der herr59 Aus dem Tschechischen von Richard Brandets. Moral en gros. Ein Roman wider alles Herkommen Von Jiři Haußmann. feste Glaube an die kommende nationale, politische| Sehen Sie mal, Mary z. B. hat es nicht einmal und namentlich soziale Befreiung niemals ganz erlosch. Allerdings durften solche und ähnliche Gedanken nicht laut ausgesprochen werden, denn sie bildeten den Tatbestand des§ 65, Abs. c) des Hofdekretes vom 28. Juli 1784, S. d. G. u. V., Nr. 369. Epilog. Artikel 2: Jede der Mächte, der im zwei ten Teile des Artikels 2, Kapitel III dieses VerDer große Tonangebende: ,, Geehrtrages eine bestimmte Interessensphäre zugewiefür die Lauer von fünfundzwanzig Jahren ein Schule des Lebens gegangen ist, rate ich Ihnen sen wurde, ist berechtigt, in diesem Schuhgebiet ter Herr, als erfahrener Mann, der durch die truppen zu halten, für deren Bewaffnung, Ver- Verzweifeln Sie nicht, Sie find noch jung, haben angemessenes Kontingent eigener Offupations- aufrichtig: Geben Sie die Schriftstellerei auf". pflegung und Unterbringung die Regierungen von Landwirtschaft, in der Industrie, im Handel zu vielleicht andere Talente; Sie können es in der Utopien zu forgen hatten. etwas bringen.... Sie wissen gar nicht, wie solch einte ruhige Kleinarbeit für die eigene Nation Sie auf hundert Meilen aus dem Wege! oder überhaupt etwas aus der unübertrefflichen Velimet' schen Sammlung! Und Satire? Die Satire ist überhaupt kein Kunstwerk! Ich fabriziere Ihnen hundert Satiren im Tag! V.: Ich weiß, Meister, wenn Sie wollten, könnten Sie nicht nur einen unvergeßlichen Roman schreiben, sondern irgend ein beliebiges iterarisches Kunstverk vom Heldenepos bis zum tollektivistischen Drama! zum Doktor gebracht, während Professor Dr. Grübelmeyer, der einige Sätze seiner Theorie vom Mehrwert kritisch untersuchte, heute der Stolz der Heidelberger Universität und der deutschen Wissenschaft überhaupt ist. Wenn Sie aber schon etwas wider alles Herkommen schreiben und Ihrem Werk um jeden Preis einen sozialen An strich geben wollten und das wollten Sie doch? V.: Jn gewissem Sinne vielleicht, d. h.... D. g. T.: Freilich könnte ich das, wenn ich D. g. T. Na, sehen Sie! Sie hätten ihm wollte! Und wie! Was hätte ich z. B. aus Ihren also sozialen Anstrich geben können, jei es durch Machwerk da geschaffen! Wie tief wäre ich in den die Liebe der Miß Mary zu einem einfachen Ar- Charakter des Argyropras eingedrungen! Mit beiter, oder dadurch, daß Sir Argyropras fein welcher erotischen Leidenschaft hätte ich die Wüst die Erfindung fünstlichen Brotes durch Ingenieur wie viele Möglichkeiten hätte mir die rätjelhafte Vermögen unter die Armen verteilte, oder durch lingsneigungen seines Sohnes ausgeschmückt! Ünd Excelsior oder so ähnlich Artikel 3: Es wird nachdrücklich die MögCircas Originelles gewesen und der traditionelle mettre des Fabricius geboten wie oft hätte for lichkeit von gerufen, die im Artikel eins des dritten Kapitels beglücken dann aber der Literatur gehen Aufbau eines Romans unangetastet geblieben. Naturschönheiten von Utopien ausschweifen las gerufen, die im Artikel eins des dritten Kapitels Auch die Handlung hätte sich natürlicher abge jen! Umsonst reden! Sie, geehrter Herr, sind ein und im zweiten Teile des vierten Kapitels angeipielt, stieße man nicht auf derartige logische trockener Cynifer, der feinen Sinn hat für... führt sind. Sprünge und psychologische Unwahrscheinlich feiten.... V. Jch beuge mich schweigend Ihrem Urteil, V.: Dessen bin ich mir bewußt, verehrter verehrter Meister, und gebe reuig die Wertlosig, Meister, aber mir war es nicht so sehr um die feit meiner Leistung zu. Aber... wenn mar Sie Sandlung zu tun, auch nicht um logische oder das Ding von allen Seiten betrachtet die Handlung kennen doch die Eitelkeit der Menschen... ließe psychologische Geschlossenheit biente mir sozusagen als Gerippe einerseits jener, es sich nicht trotzdem nachträglich noch irgendwie überarbeiten?... wie Sie sich selbst auszudrücken beliebten, ärgerniserregender Tendenzen, anderseits alles deffen, D. g. T.: Haha! Jetzt wenn ich es in die was man als Humor oder Satire bezeichnen Hand nähme! Aber Sie werden wohl zugeben, tönnie, daß ich mich nicht ausschließlich mit der Verbes ferung von Arbeiten unreifer Arch- Literaten abgeben kann! Der Verfasser: Der Roman gefällt Ihnen also nicht, verehrter Meister .. Die Demütigung der Staaten von Utopien D. g. T. Gefällt mir nicht? Ich finde ihn gewar eine vollkommene: sie arbeiteten schwer, sie arbeiteten bis zur Erschöpfung, sie führten sie radezu abscheulich, werter Herr, abscheulich! Abunbekannt wohin: gesehen von der ärgerniserregenden Tendenz Früchte ihrer Mühe ab vielleicht nach England, vielleicht nach Berlin, feien Sie ohne Sorge, ich frage nicht darnach, wie vielleicht nach den Hawaischen Inseln. Aber eben viel diamantene Ohrgehänge Sie dafür aus Mosdiese intensive Ausdauer gestaltete ihre Lage weni- faut bekommen haben abgesehen also von der ger verzweifelt, ja, sie erweckte beim hohen Rate Tendenz, muß man schon die Form allein, oder der Signatarmächte gewiffe Befürchtungen. So besser gefagt, die Formlosigkeit Ihres Romans sprach angeblich ein führender, amerikanischer verwerfen. Sie selbst haben ihn ja ziemlich tref Diplomat in einer vertraulichen Unterredung die fend einen Roman wider jedes Herkommen geUeberzeugung aus, daß sich das Land in fünfzig nannt( übrigens der einzige gelungene Ausdruck oder höchstens hundert Jahren nicht nur von die- in Ihrem ganzen Buche), aber Sie haben verfen Schlägen ganz erholen, sondern mit seiner gessen, daß auch jede Regelwidrigkeit ihre Grenzen wirtschaftlichen Entwicklung der ganzen übrigen hat, ihre verwünscht engen Grenzen. Es war im bermilitarisierten" Welt den Vorrang ablaufen mer schon verdienstvoll und wird es bleiben, an dem Bestehenden nur ein klein wenig zu ändern, irgend eine unwesentliche Verbesserung anzubringen, als der Originalität à tout prig nachzujagen. perde, Auch in der geknechteten Bevölkerung leimten mit der Zeit neue Hoffnungen, da in ihr der D. g. T.: Humor? Hahaha! Geehrter Herr, wenn Sie Humoresten schreiben wollen, dann lesen Sie zuvor unsere Klassiker, z. B. Tama Aus böhmischen Mühlen", den Věnoušek Dolej*) *) Briefe eines Schuffungen in der Art der Bausbubengeschichten" von Thoma".( A. d. Ue.) ( Schluß folgt. -> 15. Juli 1926 Inland. Gajda und fein Ende. Was geht mit Gajda vor?- Die mysteriöse Erklärung des Verteidigungsministeriums. . Seite 3. Die Hitlerbande und die ,, Münchener Bost". Sowjetrussische Wirtschaft und Wirtschaftspolitit. Die Hakenkreuz- Bandalen zum Erfaz des Schadens verurteilt. Berlin, 14. Juli.( Eigenbericht.) Am| Auf die Zivilklage des Verlages wurden Die gestrige Erklärung des Verteidigungs- ozial emokratischen 8. November 1923 wurde das Gebäude der jedoch jest 29 Angeklagte, darunter ein ministeriums, Gajda sei auf Urlaub geschickt wor- Bost" von einem Hitler- Stoßtrupp des Schadens verurteilt. Vier Angeklagte ,, Münchener Fabrikant und ein Stadtrat, zum Erjah den, damit in Ruhe und ohne Nachteil auf den ge stürmt und die innere Einrichtung in van- wurden freigesprochen, darunter ein Kriminalamtlichen Gang in vertraulicher Weise die An- balischer Weise zerstört. Dieses Vergehen hat beamter, der erst nach der Zerstörung in das Geschuldigungen ermittelt werden könnten, die in reine strafrechtliche Sühne gefunden, bäude gelommen war, um im Auftrag des zum Presse: lezter Zeit gegen ihn erhoben worden sind", haben weil das Gericht den Angeklagten den guten Glau- Polizeipräsidenten ernannten Pöhner polizur Beruhigung der Oeffentlichkeit nicht nur ben(!) zubilligte, daß sie damit nur den Befehtische Alten im Büro des Landtagsabgeordneten schen Soz.- Fed. Sowjetrepublik( Großrußland) hat nichts beigetragen, sondern das Rätselraten einer rechtmäßigen(!) Behörde ausführten, als die Auer zu beschlagnahmen. um Gajda vergrößert. Der Verteidigungs- fie die neuen Gewalthaber ansehen mußten(!). minister hat sich nicht gerade als geschickter Diplomat erwiesen. Gen. M. Abramowitich( Prag) schreibt in einem ausführlichen Artikel ber Konsumgenossenschaftlichen Rundschau u a.: Der Leidensweg der russischen Genossenschaften. Eine Meldung ging neulich durch die russische Der Rat der Volkskommissare der Russiallen untergeordneten Behörden vorgeschrieben, dafür zu sorgen, daß fünftighin jegliche admis nistrative Einmengung in die Tätigkeit der Genossenschaftsorgani hart gekämpft haben und daß ich den christ- bie behördliche Bestätigung der in lichajüdischen internationalen Bör leitende Stellungen gewählten Gefento alierten zeigte, daß es nicht angeht, nossenschaftsfunktionäre abgeauf so eine plumpe Weise die Deffchafft; die Namenlisten der Verwaltungsmit fentlichkeit zu hintergehen. glieder sollen von mun an bloß der Steuerinspetfion und den Kreisräten zur Kenntnis gebracht werden." 000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000 Ich bitte diese Mitteilung als Ergänzung Ihrer Nachricht freundlichst zur Kenntnis zu nehmen und zeichne Emil Bustig, Direktionsvorsitzender der Großeinkaufsgesellschaft ber Konsumgenossenschaften in Prag Karlin. Prag, den 14. Juli 1926. Man überlege nur, was eigentlich geschehen wenigstens durch sofortige folierung| wo unsere politischen Exponenten im Parlamente fationen unterbleibe; ferner wird ist. Der Generalstabschef eines Staates des Generals, daß es den Behörden mit der Aufwird plötzlich auf Urlaub geschickt, ohne daß man deckung des Falles ernst ist. Auf keinen Fall aber erfährt, warum. Innerpolitisch hat ja Gajda spiele man weiter Verstecken wie bisher, denn burch sein offenkundiges Favorisieren des Fascis- dadurch ist niemandem gedient. Nicht nur der mus mehr als genug auf dem Kerbholz, um diesen Deffentlichkeit gegenüber, sondern in erster Linie Schritt zu rechtfertigen, und die Beseitigung des auch sich selbst zuliebe hat das Verteidigungspolitisierenden Generals von dem verantwortungs- ministerium nunmehr die selbstverständliche bollen Posten des Führers der Armee ist ja mit Pflicht, ohne jedwede Rücksicht auf die Person den Wer den Leidensweg der russischen GenossenRecht von den sozialistischen Parteien wiederholt mysteriösen Fall Gajda unverzüglich völlig schaften kennt, der wird sich über den Wortlaut der energisch verlangt worden. Aber umt innen- aufzuklären! angeführten Meldung nicht wundern, einen Wortpolitische Vorkommnisse handelt es sich hier wohl laut, der auf den europäischen Genossenschafter Baum. Wenigstens tauchten sofort alle möglichen geradezu befremdend wirken muß. Gerüchte auf, Gajda habe sich während seines Wir sind diesem Ersuchen um Abdruck dieses Demokratie und der freiorganisierten gesellschaftEin allen Schikanen trotzendes Bollwerk der Aufenthaltes in der Kriegsschule in Baris vor wenigen Jahren mit den Noch eine Bestätigung des infamen Schwindel- Schreibens um so lieber nachgekommen, als es lichen Selbsttätigkeit unter dem absolutistischen Bolschewiten eingelassen, ihnen das Wesen dieser Christlich- jüdischen internatio- Barenregiment, zu einem wahrhaft mächtigen ge= französische Pläne geliefert usw. nalen Börsentoalierten ,, in aller Deutlichkeit entfellschaftswirtschaftlichen Faktor während der hüllt und ein authentisches Dokument Kriegsjahre 1914 bis 1917 emporgewachsen, wurPolitik der Spina, Mayr- Harting und Konsorten schewistischen Novemberumsturz zuerst als„ kleinzu dem frechen Betrugsmanöver darstellt, das die den die russischen Genossenschaften nach dem bolvon ihrer schönsten Seite zeigt. bürgerliches Vorurteil" zertrümmert, ihrer freigewählten Führung, ihres SelbstbestimmungsDer mißlungene Börsenbetrug der Zollparteien. versuches. Pik in seiner Eigenschaft als Bürgermeister der Stadt Pilsen beleidigt wird. raubt Wir haben uns schon wiederholt mit dem Gegen einen Generalsstabschef wird in der Def aus der Angst und dem Schuldbewußtsein der fentlichkeit die Beschuldigung erhoben, daß er Deutschbürgerlichen geborenen Versuch dieser Spionage betreibe! Kreise befaßt, durch das Geschwätz von der ge Und was sagt das Verteidigungsministerium wollten" Spekulation die Verantwortung für dazu? Es hüllt sich die längste Zeit in Schweigen die Preissteigerung von sich abzuwälzen, die ja und gibt dann eine nichtssagende Mitteilung her- mit den Zöllen zwangsläufig verbunden ist. Dar Das Außenministerium soll einschreiten. rechts, ihres Organisationsapparats und schließaus, worin zugegeben wird, daß gegen Gajda auf zielte auch das christlich soziale Flug Bürgermeister Pit- Pilsen fordert Schuß gegen die lich auch ihres gesamten Kollektiveigentums beeine Untersuchung eingeleitet und er blatt ab, mit dem wir uns vor einigen Tagen furz: bis auf den Grund zerbeshalb vom Dienste suspendiert wurde, aber beschäftigten, und das die zynisch- freche Behaup- ständigen Angriffen in der italienischen Presse. stört. Da nun aber das unsägliche Wirtschaftsnicht die leiseste Andeutung gemacht wird, was tung enthielt, der Direktor der tschechischen Groß- Wie die heutige ,, Nova Doba" berichtet, elend des Striegskommunismus" und ihre eigene gegen Gajda eigentlich vorliegt. einkaufsgesellschaft Lustig hätte im Börsenrat hat der tschechisch- sozialdemokratische Abgeordnete totale Unbeholfenheit den bolschewistischen Macht Gajda fist indessen ruhig zu Hause in Bubenč, gegen eine Ermäßigung der Weizen- und Bürgermeister von Pilsen, Luděk Pit, au habern es vatsamt erscheinen ließen, sich dennoch läßt sich interviewen und freut sich über dieses und Kornpreise Stellung genommen, um das Außenministerium ein Schreiben gerichtet, in des genossenschaftlichen Apparats als eines Notfichtlich wachsende Interesse an der Wehrmacht". den Großspekulanten zu Hilfe zu kommen. Da dem er verlangt, daß das Ministerium bei der behelfs" zu bedienen, so wurde dieser den diftatoMan steht da vor einem kompletten Rätsel; christlichsoziale und landbündlerische Schreiber mit italienischen Gesandtschaft gegen die Art prote- risch von oben eingesetzten, lediglich den Parteis man stelle sich vor, im alten Desterreich wäre dieser gemeinen Verleumdung immer wieder stiere, wie in der offiziellen italienischen Presse und Regierungsinstanzen, nicht aber den GenosSözendorf unter geheimnisvollen Umständen wenigstens einen Teil ihrer verlorenen Verteidisenschaftsmitgliedern gegenüber verantwortlichen Beamten unterstellt, die Mitgliederbeiträge abgeauf Urlaub gegangen worden" und die Presse gung zu bestreiten trachten, muß auch immer wiehätte mehr oder minder offen von Spionage ge- der die Wahrheit festgestellt werden, daß die Die Vorgeschichte der italienischen Hetze ge- schafft, dafür aber die Zwangsmitgliedschaft eingesprochen. Oder in Frankreich wäre dieselbe Ge- tschechischen und deutschen Zollparteien am Tage gen Pit, die von der hiesigen national de- führt, und die Genossenschaft selbst wurde somit schichte jetzt mit Foch passiert! Es ist ja sicher der Zollverhandlungen die Preisnotierungen im mokratischen Presse mit besonderer Freude in das Gegenteil dessen umgewandelt, was sie begrüßensivert, daß das Verteidigungsministerium Protokoll entgegen den Tatsachen fünstlich und aufgenommen und ausgebeutet wurde, ist be- ihrem Wesen nach normalerweise ist: in eine Art auch gegen den fascistischen Nationalhelden fälschlich niedriger festhalten wollten, um so einen fannt. Bit hat in seiner antifascistischen Protest von behördlicher Instanz zur OrganisieGajda einzuschreiten sich getraut, wenn be-" Beweis" zu konstruieren, daß die Zölle auf die versammlung, die in Pilfen am 3. Juni statt- rung des Konsums. Und nun kam die Kehrseite der unausbleibligründete Anschuldigungen gegen ihn vorliegen. Preisbildung nicht ungünstig, das heißt steigernd fand, eine ziemlich scharfe Rede gegen den einAber dann hätte es die Pflicht gehabt, ener- einwirften. Gegen diesen unverschäm- heimischen und auch gegen den italienischen chen Auswirkungen einer derartigen Taktik zum gisch durchzugreifen und die Oeffentlichkeit ten Betrug nun, der das Sündenregister der Fascismus gehalten und dabei auch die Wendung Vorschein: Die Millionen zwangsweise eingenicht mit solchen nichtssagenden Ausflüchten hin- Deutschbürgerlichen noch um einen weiteren, sehr gebraucht, daß nur Analphabeten und kranke schriebenen Mitglieder waren nun einmal da, und zuhalten. So ganz auf bloßen Tratsch hin wird schwarzen Punkt vermehrt, und sie als strupel- cute solche Mittel bei uns anwenden könnten." allein schon kraft dieses ihres Da- Seins wuchsen man Gajda nicht auf Urlaub geschickt haben; es lose Schwindler entlarvte, hat damals der Wegen dieser Rede Piks und ähnlicher Aeuße heran und erstarkten die eigenen und eigentlichen müssen doch ganz konkrete, dem Ministerium Direktor& ustig von der tschechischen Großein- rungen Soukups sandte die italienische Gesandt- Lebensbedürfnisse der russischen Genossenschaften. genau bekannte und nicht schon auf den ersten faufsgesellschaft, ein tschechischer Sozialdemokrat, schaft dent Außenministerium eine Protest- Mit der neuen Wirtschaftspolitik" der Sowjets Blid als unsinnig erkannte Beschuldigungen bor- Stellung genommen und ihn ver- note. Ziemlich gleichzeitig tauchten auch in( 1921) beginnt nun der überaus zähe Kampf ziviliegen. Wenn sich also das Ministerium zu einem hindert. Es ist eine geradezu beispiellose Un- der nationaldemokratischen Presse scharfe An- schen dem immer attiver werdenden GenossenEinschreiten entschlossen hat, dann hätte es verschämtheit, wenn die Christlichsozialen jest, angriffe gegen Bit auf, dem man vorwarf, daß er schaftsleben mit seinen Erfordernissen und der ganz energisch durchgreifen und Herrn statt zu schweigen, noch Kapital aus der eigenen durch seine Rede das Verhältnis zu Italien sehr würgenden Doktrin der Sowjetdiktatoren. Die Gajda wie jeden andern spionageverdächtigen Schuld zu schlagen versuchen, indem sie durch die verschlechtert habe. Auf eine Intervention des Auswirkungen, welche diese Dottrin in dem unter Offizier hinter Schloß und Riegel setzen müssen; Berleumdung des Verhinderers dieses Schwindels bevollmächtigten Ministers Dr. Girfa erklärte 3wangsleitung der absolutistisch regierenden Bardesgleichen, wenn es sich um unerlaubte den sozialistischen Barteien eine Schuld andichten Bit, er habe mit größter Entschiedenheit die tei stehenden, bont Sowjetstaate ausgehaltenen Verbindungen mit inländischen Fa- wollen. Das wird ihnen aber keineswegs gelingen, fascistischen Methoden kritisiert, aber eines Genossenschaft"-Apparat zeitigte, waren( und sind leisten handeln sollte, die stark nach einem ber- und zur Festhaltung des allerdings mißlungenen falls das italienische Volt belei heute noch): faffungswidrigen Butsch aussehen. Aber ihn halb Schwindelmanövers dürfte wohl auch folgender digt; in diesem Sinne wurde auch vom Außenabzusägen, dadurch eine politische Affäre von un- Brief beitragen, den die Redaktion des Sozial- ministerium die Antwort an die italienische Gegewöhnlichem Ernst hervorzurufen und die ange- demofrat" gestern von Direktor Lustig erhalten sandtschaft abgefaßt. fündigte Untersuchung gegen ihn so lax zu führen, hat. Der Brief lautet: daß er sich in Interviewen über die ganze Ge- hat. Der Brief lautet: schichte noch lustig machen fann, das war ein schwerer Mißgriff des Verteidi gungsministeriums. Andererseits hat die nationaldemokratische Presse jetzt die schönste Gelegenheit, aus dem armen, unschuldigen Gajda den großen Märtyrer zu machen und für den Fascismus weiter fräftig zu agitieren. Daß sich gleichzeitig die fommunistische Presse diese schöne Gelegenheit entgehen läßt und sich in der ganzen Affäre eine geradezu auffallende Zurückhaltung auferlegt, vergrößert noch den Spielraum für die vielen Kombinationen, die im Umlauf sind. So kann und darf es nicht weiter gehen. Gajdas bisherige fascistische Spielereien genügen vollkommen, um fein weiteres Verbleiben auf dem Posten des Generalsstabschefs unmöglich zu machen; dazu find feine weiteren vertraulichen Untersuchungen nötig. Hat er darüber hinaus eine Strafbare Handlung begangen, so gehe man gegen ihn vor wie gegen jeden andern und eröffne gegen ihn eine regelrechte Untersuchung ohne Rücksicht auf seine Generalsfterne. Auf feinen Fall aber darf man der Oeffentlichkeit zumuten, daß sie sich mit derartigen Veröffentlichunge en wie die geftrige Erklärung des Verteidigungsministeriums zufrieden gebe. Bu verderben ist nichts mehr: daß der General Stabschef der Tschechoslowakei in eine nicht ganz einwandfreie Geschichte verwickelt ist, pfeifen heute die Spaßen auch schon in Baris und London; der einzige Ausweg, umt aus dieser für das Preftige des Staates" nicht sehr zuträglichen Gefchichte herauszukommen, ist der, daß man der Oeffentlichkeit ehestens bekanntgibt: Gegen den Generalstabschef Gajda sind biese und diese Beschuldigungen er hoben worden, die erst geprüft werden müffen; besteht eine Verdunkelungsgefahr, so zeige man 11 Werte Redaktion! In der Ausgabe des Sozialdemokrat" vom 13. Juli lese ich Ihren Aufsatz„ Christliches Flugblatt" Chriftliches Lugblatt". Sie haben die ganze Sache vom richtigen Standpunite largelegt und charakteri fiert. Die Hetze der Nationaldemokraten ging aber lustig weiter und erreichte ihren Höhepunkt, als Italien, angeblich wegen der ungenügenden Satisfaktion, die Beteiligung am Sofolfongrej ablehnte. Auch die italienische offizielle Presse hetzte gegen Pit in allen Tonarten weiter. * 1. Lähmender Ueberformalismus, Bureaukratismus und Korruption in allen ihren Formen. 2. Die absolute finanzielle Abhängigkeit der Ge nossenschaften vom Staate. 3. Lähmung der eigentlichen sozialwirtschaftlichen Funktion( wirtschaftliche Impotenz) der Genossenschaften. 4. Staatswirtschaftliche Funktion an Stelle der genossenschaftlichen. int Pit weist nun in seinem Schreiben darauf Die Folgen dieser zwangsweisen Umstellung hin, daß er nicht als Privatperson, sondern in seiner Eigenschaft als Bürgermeister von der russischen Konsumgenossenschaften waren sehr Die ganze Angelegenheit ist mir Pilsen von der italienischen Presse beständig an- perhängnisvoll. Das Januarheft des kon(„ Ssojus wohl bekannt aus dem ganzen Lügen- gerempelt werde, und fordert vom Außenmini- sumgenossenschaftlichen Hauptorgans walde der internationalen 3olltonasterium ein Einschreiten bei den italieni- Protrebitjelej" Nr. 1, Januar 1926, S. 42) er zählt einiges aus den Ergebnissen einer speziellen gruapresse, die sich in der lügenhaften Be- fchen Behörden. amtlichen Untersuchung der Zustände in den Gefämpfung der Arbeiterinstitutionen so brüderlich nossenschaften: Die„ Narodni Listy" setzen auch heute, ohne gefellt, denn die tschechische Presse der Nationalde Die Untersuchung hat erwiesen, daß eine inmokraten, der Agrarier und der tschechischen Kle- von diesent Schritt Pits Kenntnis zu nehmen, rifalen hat bereits seit Wochen diese Lügen aufge- ihre Kampagne gegen ihn mit allen Mitteln fori nere genossenschaftliche Preis- und Aufschlagstischt und es wurde wiederholt widerlegt, daß ich und fordern ihn auf, die Verwaltungsrats- fontrolle in vielen Bezirken zwar funttioin der betreffenden Sigung der Börsenpreisfem- stelle der Skodawerke zurückzulegen; seine Rede niert und bisweilen recht intensiv mission für höhere Preise gewirkt hätte. Im Ge- habe angeblich bewirkt, daß italienische Be den meisten Fällen jedoch dort ungenügenteil wurde auch von Ihnen ganz klar und deut- stellungen für die Skobawerke sistiert worden gend organisiert ist. Auf diesem Gebiete steht uns lich sichergestellt, daß der Zweck meines Vorgane feien. Dabei scheuen sich die„ Narodni Listy" noch viel Arbeit bevor... Die örtlichen Konsumges war, den ganzen bürgerlichen Schwindel, der nicht, Geschichten von den märchenhaften Ein- genossenschaften haben sehr oft unter der allzu ebenfalls auf der Börse aus„ bekannten Gründen" fünften Pits als Verwaltungsrat der Skoda- kleinlichen und nicht genügend elastischen adminiaufgerollt wurde, aufzudecken. Dies ist vollkommen werke zu erzählen, obwohl längst festgestellt strativ- amtlichen Preis- und Aufschlagsregelung gelungen, denn eine Woche später, da die Zölle be- wurde, daß Pit als Vertreter der Stadt Bilfen zu leiden- einer Regelung, die bisweilen ohne reits in der Tasche" waren, sprangen die Weizen im Einverständnis mit der Arbeiterschaft in den genügend tätige Mitwirkung der und Roggenpreise hinauf, um die formell und Verwaltungsrat entfendet wurde und seine Ein- Genossenschaften selbst, und ohne die gesamtgenossenfünstlich am Papier aufgehaltene Steigerung weit fünfte aus diesem Titel zur Gänze wohltätigen Interessen des schaftlichen Umsages zu berücksich zumachen. Der Zwed war, der ganzen Deffent- Zwecken widmet. ... Die lichkeit während der parlamentarischen ZollberWenn Dr. Kramar den Sowjetvertreter tigen, durchgeführt wird. handlungen Sand in die Augen zu streuen offen brüstiert und mit ihm nicht einmal an Untersuchung hat ferner ergeben, daß die Rechund zu beweisen, daß die Zölle teinen Einfluß einem Tisch siten will, wenn die ganze national- nungs-, Staltulations- und Preisbestimmungsauf die Preisgestaltung üben, im Gegenteil, daß demokratische Meute dann spaltenlang sich über technik in den meisten Fällen sich in die ganzen Zollverhandlungen eher auf die Serab die unerhörte Provokation" entrüstet, daß der einem unbefriedigenden Zustande befindet, und sezung der Preise einwirken. Sowjetvertreter von der offiziellen Tribüne den ihre nachträgliche Ausbesserung seitens der geZentralstellen erforderlich Dieser ganze Unfug wurde von der Presse ge- Sokolumzug zusah, dann ist dies in vollster Ord- nossenschaftlichen brandmarkt und das, was während des folgenden mung. Gegen die Sowjets zu heben, das ist ein macht." Man könnte der Wunden noch unendlich viele Monates geschehen ist, bürgt genügend dafür, daß unantastbares Brivileg der„ Narodn Listy", die unsere Auffassung über die ganze Bollangelegenheit Methoden des Fascismus nur im geringften zu aufzählen, die der bolfchemistische Absolutismus richtig war. Ich habe das gemacht, was Pflicht war, fritisieren aber ein Staatsverbrechen. den russischen Genossenschaften geschlagen hat. daß ich nicht ruhiger Zuschauer war in der Zeit, So logisch sind die Herren aus der Mariengasse. Allein, die bisherigen Anführungen dürften schon eette s. 15. Juli 1926. ausreichend genügen, um erkennen zu lassen, wie lehr das Genoffenschaftsleben in Rußland unter den Schlägen des Diktaturregimcnts leidet, und wie zäh der Lebenskampf der Genossenschaftsbewegung dort doch sein muß, wenn diese, allem Unbill zum Trotz, nicht nur sich behaupten kann, sondern der Sowjetregierung auch noch immer weitere Konzessionen abringt. Nunmehr soll durch den oberwähnten Regierungsbeschluß die vor zwei Jahren nur nominell zugestanoene Selbständig- ikit der Genossenschaften auch Wirklichkeit werden. Allerdings: noch ist es nur ein Beschluß der Groß- russischen Sowjetregierung, noch ist es fraglich, ob die Jentralregierung der Union den gleichen Beschluß sich zu eigen machen wird; auch kann er noch von„höherer Gewalt" umgeworfen werden und gar nicht erst zur Anwendung kommen, oder seine Anwendung auf einige Zeit hinausgeschoben werden. Daß aber ein solcher Beschluß von der Regierung der. größten Republik der Sowjetunion überhaupt gefaßt werden konnte und mußte— diese Tatsache besagt allein schon mit aller Eindeutigkeit, daß die mssische Genosienschafisbewe- gung auf dem kampfesschweren Wege zu" ihrer Freiheit ein beträchtliches Stück vorwärts gekommen ist. Telegramme. Der englische Streik. London, 14. Juli.(Reuter.) Ein wichtiges Ereignis in der Entwicklung des KohlenstreKes ist der Beschluß des Generalrates sdes Kongresses der Tradeunions, den Vollzugsausschuß der Bergarbeiter zu einer Konferenz einzuladen, die morgen früh stottfinden soll. Die Wichtigkeit dieses Beschlusses beruht darin, daß im Falle der Annahme dieser EiiÄadung dies seit der Beendigung des Generalstreikes, die erste Konferenz der Bergarbeiter mit dem Generalrate sein wird. Die Zahl der Arbeitslosen erreichte am 8. Juli die Höhe von 1,645.100 Personen oder u m 5324 m e h r als in der Vorwoche und um 344.750 Personen mehr als in der gleichen Woche des.Vorjahres? Die«Freundschaft" zwischen Tschechoslowakei und SHS.l Belgrad, 14. Juli. Die Zollsektion des Finanzausschusses der Skupschtina richtete in einer Resolution an die Regierung die Aufforderung, gegen die Einfuhr von Agrarprodukt t e n aus dem Auslande, die gegenwärtig zollfrei ist, a n g e m e s s e n e n Z o l l s ch u tz für di« heimischen Produkte zu schafften. Belgrad, 14. Juli. Der Delegierte des Eisenbahnministeriums Mladenovic erhob gelegentlich seiner Vernehmung durch die Enquetekommission der Skupschtina über die W a g g o n l i e f e r u n- ge n seitens der tschechoslowakischen Aktiengesellschaft in Adamstal gegen die letztere, sowie gegen den Delegierten des Ministeriums Sora schwere Anklagen. Mladenovic gab zu Protokoll, daß die tschechosiowa- kischc(Gesellschaft falsche Fakturen ausgestellt hatte, indem sie altes Material ver- wenjdete und dasselbe als neues berechnet«. Als dies entdeckt worden sei, habe sich die Gesellschaft bereit erklärt, di« Rechnungen um 30 Prozent zu vermindern. Trotzdem seien der Gesellschaft die Rechnungen voll auSbe- zahlt worden. Der Rakofi-Vtozetz. Budapest, 14. Juli.(MTJ.) Als erster wurde OZoltan Weinberger verhört, der angibt, den falschen Paß, mit dem er nach Ungarn gekommen sei, in Wien gekauft zu haben. In Ungarn habe er unter dem Namen Hegedüs an der Organisierung der kommunistischen Partei gearbeitet. Auf die Frage, mit wem er in Ungarn in Verbindung stand, verweigert der Angeklagte die Antwort. Im weiteren Verlauf des Verhöres erklärte Weinberger, daß das letzte Ziel der Kommunisten die Errichtung der Räürepublik sei. Angekl. Paul I u h a s z hat unter dem Decknamen Jung an der Wiener Zusammenkunft im Jahre 1924 teilgenommen. Ob Bela Kun dort anwesend war, wisse er nicht. Er stellte den größten Teil des Inhaltes der Protokolle in Abrede, die über seine Aussage bei der Polizei ausgenommen wurden. Angeklagter Jvses Mitterer bekennt sich als überzeugter Kommunist. Er erklärt, daß ihm ' seine Aussagen bei der Polizei durch M i ß- , Handlungen erpreßt wurden. Es wurde sodann• noch eine weitere Reihe Angeklagter einvernommen, die alle an der Wiener Zusammenkunft teilgenommen haben und zum Teile gleichfalls Beschwerde darüber führen, daß ihnen ihre Aussagen bei der Polizei durch M i ß- 'handlungen erpreßt worden seien. Die Verhandlung wird morgen fortgesetzt. Kin politischer Proretz in Moskau. Zusammenhänge mit dem Budapester Rakosi- Prozetz. Moskau, 14. Juli.(Taff.) Bor dem Obersten Gerichtshof begann gestern der Prozeß gegen den ungarischen Staatsangehörigen Karl Visny, einen Agenten der politischen Abteilung der Budapester Poll i z e i, welcher laut Aussage als angeblicher politischer Emigrant im Auftrage der ungarischen Polizei nach der Sowjetunion kam, um hier die Verbindungen Moskaus mit der ungarischen Arbeiterbewegung festzustellen. In Moskau schlug Visny dem Bruder des verhafteten und soeben vor Gericht stehenden Kommunisten R a k o s i vor, zwecks dessen Rettung den ungarischen Gesandten in Wien auf einem russischen Militärflugzeug als Geisel nach Moskau zu entführen. In Ungarn vernichte Visny im Auftrage der Polizei die Der- bindung der ungarischen sozialistischen Arbeiterpartei mit kommunistischen Kreisen herzustellen. Die Anklage lautet auf provokatorische Tätigkeit. Russische Rote an Bulgarien. Moskau, 14. Juli.(Taß.) Volkskommisiär Tschitscherin richtete an den bulgarischen Außenminister einen telegraphischen Protest gegen die fortdauernde illegale Beförderung russischer Reemigranten ohiw Einreisebewilligung an die Sowjetküste, welche des öfteren bei stürmischem Meere auf hoher See ums Leben kommen. Di« Sowjetregierung erklärt die bulgarische Regierung für die unvermeidlichen Repressalien gegenüber den Reemigranten und für die Kommandanten der diesen Schmuggel betreibenden Fahrzeuge verantwortlich. Die Sowjetregierung erhoffe kaum praktische Ergebnisse von solchen Protesten bei der gegenwärtigen reaktionären bulgarischen Regierung, richte jedoch durch diesen Protest die Aufmerksamkeit aller zivilisierten Länder auf die dem Völkerrecht und den elementaren Grundsätzen der Menschlichkeit widersprechende Handlungsweise der bulgarischen Regierung. Ebenso stellt Tschitscherin die Tatsache der wissentlichen Beförderung in den Gruppen der Repatrianten sich befindender aktiver Gegner der Sowjetregierung durch die bulgarische Regierung fest, 4... Blutige Konflikte an der bulgarisch- rumänischen Grenze. Bukarest, 14. Juli.'(Rador.) Die Einfälle bulgarischer Komitätschis über die rumänische Grenze in die Dobrudscha dauern an. Den letzten Berichten zufolge fiel«ine bulgarische Bande in das Dorf Satuchvechio ein und tötete den Kommandanten der rumänischen Wache. Die die gefangenen Komitatschi abführende Milstär- beglestmarmschaft wurde von einer anderen Bande überfallen, welche ans Bulgarien in Rumänien eiwgedrungen ist. Auf rumänischem Gebiete kam es zu einem Kampfe, bei welchem«S beiderseits viele Tote und Verletzte gab. Di« Behauptung von einem angeblichen Angriff« der rumänischen Zollwache auf die bulgarisch« Grenzwache wird geprüft. Bis jetzt hat diese Untersuchung ein vollkommen negatives Resultat ergeben. 15 Todesurteile Smyrna. Angora, 13. Juli.(Havas.) Im Attentatsprozeß in Smyrna wurden 15 Angeklagte zum Tode verurteilt. Die übrigen Angeklagten wurden freigesprochen. Smyrna, 13. Juli. Die zum Tode verurteilten 15 Verschwörer, darunter einige Abgeordnete, wurden heute früh durch den Strang hingerichtet.• z’/ Schwere Kämpfe bei Fez. Paris, 14. Juli. In einer Havasmeldung aus Rabat wird von schweren Kämpfen an der Front von Fez und besonders der von Taza berichtet. Die- Rifleutc setzen dem Vorgehen der französischen Truppen heftiger! Widerstand entgegen. Nach einer Meldung deS„Petet Parisien" ist Hamed Budra, der frühere Kriegsminister Abd el Krims, von Spaniern gefangen genommen worden. Amerikanische Unternehmer-Frechheit New Nork, 14. Juli. Die Un t e r g r und- bahngesellschaft beabsichtigt, ihre gewerk- schastlich organisierten und jetzt streikenden Angestellten gerichtlich,«verfolgen. Die Gesellschaft fordert einen Betrag von 239.000 Dollars, den die nach ihrer Behauptung durch den Streik verursachten Verluste repräsentiere«. Die Gesellschast ersucht ferner das Gericht, Maßnahmen zu Neffen, daß«s der Gewerkschaftsorganisation«»möglich gemacht würde, de« Streik fortznsetzen und so die Jutereffen der Gesellschast zu schädigen. In dieser Angelegenheit wurde« 62 streikende Angestellte, unter ihnen auch der Vorsitzende der Gewerk- schaftsorganisation vor Gericht geladen. Gin Linksblock in Ungarn. Vertrauliche Besprechungen. Budapest, 14. Juli. Seit einigen Tage« schweben zwischen den Führern der bürgerlichen Linksparteien vertrauliche Besprechungen, die darauf abzielen, einen Zusammenschluß aller dieser kleinen Gruppen zu einem einheitlichen.Parteigebild« herbeizusühren.—, >ihii-y n H*<►” Die Geldquellen der Chriftlichsozialen. Die christlichen Bekämpfer des jüdischen Bankkapitals lasse» fich von eben diesem anshalten.— Die österreichischen Christlichsozialen haben von dem Herren Braun-Stammfest Wenn den klerikalen Volkshctrutzern das Waffer bis an den Hals reicht, das heißt in der gegenwärtigen Situation, wenn^ die Ge- treidepreise steigen, wenn die Agrarier sich mästen und die Massen hungern, dann sendet ihnen seit Menschengedenken der heilige Geist, mit dem sie auf so vertrautem Fuße stehen, einen einzigen Gedanken, eine Ausrede, die vielleicht nur deshalb immer noch bei manchen Leuten verfängt, weil sie so urblöd ist, daß man sich nicht auszudenken vermag, sie werde immer und immer wieder aus laügem Nachdenken geboren. Das Getreide wird nicht durch die Zölle, sondern durch den jüdffchen Zwischenhandel verteuert, den aber bekämpfen die Chvist- lichsoziccken und darum sind sie die wahren Vvlksbeglücker. Es ist in Wahrheit damit so, daß Zölle und Zwischenhandel das Brot verteuern, daß aber Agrarier und Händler einander immer wieder in die Hände arbeiten, solange sie von agrarischen und vor allem von christlich- sozialen Politikern vertreten werden. Denn wie diese den jüdischen Handel, das jüdische Bankkapital bekämpfen, das zeigt mit aller wünschenswerten Deutlichkeit ein Polizeiprotokoll, das in der letzten Mtzuüg des österreichischen Nationalrates vom Genossen Dr. Eisler verlesen wurde. Das Protokoll wurde im Verlaufe eines Verfahrens ausgenommen, das gegen den jüdischen G r o ß- schieber Dr. Braun-Stammfest im Gange war und das anscheinend dann einge- schläfen ist(oder eingeschläsert wurde)/ was bei den Beziehungen des Braun-Stammfest nicht Wester zu verwundern wäre. Das Dokument lautet: Vertraulich! Wirtschaftspolizei. Protokoll,( ausgenommen am 12. August 1924 mit Dr. Braun- Stammfest, Nationale im Akte, welcher angibt: Zum Punkte Kreditgewährungsspesen füge ich meinem Protokoll vom 12. August 1924 mit dem Ersuchen, meine Angaben als vertraulich zu behandeln, weiter an: In diesen Beträgen ,wurden verschiedene Beträge verrechnet, deren Buchungen durch Beamte mit Rücksicht aus die Art der Ausgabe nicht angezeigt erscheine«. Es sind dies Beträge, di« 140.000 Ke Wahlgelder erhalten! größtenteils zu Parteizwecken gegeben wurden und die unter dem Namen Braun-Stammfest- Konzern ausgegeben wurden. So erhielt die christlichsoziale Partei in in der Wahlzeit nachstehende Beträge von mir überwiesen: 100 Millionen Kronen zu Händen des Herrn Bundeskanzlers Dr. Seipel; zirka 100 Millionen Kronen zu Händen des Herrn Sektionschefs Karl P i t t n e r; zirka 50 Millionen Kronen zu Händen des.Herrn Nationalrates Eduard Heinl;. zirka 30 Millionen Kronen zu Händen des Herrn Dr. Schumpeter; westers 100 Millionen Kronen zu H«m- den des Herrn Abgeordneten Z e r d i k für seinen eigenen Wahlbezirk. Weiter mußte ich Geldbeträge oder Aktien an verschiedene Personen, die die Haftung für die Kredite übernahmen, für diese Haftung abgeben, die teils bar zugezählt, teils in Aktien verrechnet wurden. Ferner wurden auch gewisse Präsente in Mtien an Persönlichkeiten, di« im JMereffe der Industrie tätig waren und an Beratungen teilgenommen haben, abgegeben. Dr. Rudolf Braun-Stammfest e. h. coram me Dr. Seidl e. h. Pol.-Oberkommissär der W. P. Der Herr Abgeordnete Heinl hat bereits erklärt, er kenne den Schieber nur flüchtig und habe von ihm kein Geld erhalten. Seipel ist in Amerika und konnte sich noch nicht äußern.* Es ist mit Sicherheit zu erwarten, daß sein^be-» rüchfigter„Radiergummi" den dunklen Fleck auf seinem Ehrestschild beseitigen wird. Das Proto-' koll aber bleibt und man muß kein erfahrener Kriminalist sein, um zwischen den Tatsachen die. Verbindung von Ursache und Wirkung herzustellen, nach dem alten ewig-wahren Wort: l Wes' Brot einer itzt, des' Lied singt«r. Der Pfarrer von Maitrabeth- BMehem. Keine biblische Legende von Gustav Gibim. Am 28. Januar ereignete sich aus der Straße Müncheij-Mühldorf jenes Autounglück, bei dem der Besitzer des Wagens, Rohvbacher, ums Leden kam, seine Nichte schwer, seine Fron leicht verletzt wurden, ein weiterer Fahrgast(Reichert) kam mit dem Schrecken davon. Reichert gelang es sofort sich aus dem uniHestürzten Wagen zu befreien, es war ihm aber nicht möglich, die Verunglückten unter dem Auto heraus- . zudringen. Er lief deshalb um Hilfe in die Ortschaft Maitenbeth. Dabei begegnete ihm der etwa 40 Jahre alt« Pfarrer von Maiten beth, den er sofort bat, Hm bei der Bergung der Verunglückten behilflich zu sein. Da erklärt« der Pfarrer, daß er zuerst wissen müsse, welcher Religion die Verunglückten««gehörten. Reichert behauptete, er fei katholisch, und auf die Frage des Pfarrers nach der Religion der drei unter dem umgestürzten Wagen Liegenden«vwiderte Reichort wahrheitsgemäß, daß diese Israeliten seien. Darauf erklärte der Pfarrer: „Dann habe ich dabei nichts zu tun"— und ging mit seinem Hund weiter. Reichert bat Hn noch einmal, doch so freundlich zu fein und in der Ortschaft nach einem Arzt zu telephonieren/ aber auch diese Bitte schlug der Pfarrer ab. Diesen Sachverhalt gab im Haushaltausschuß des Landtages der demokratische Abgeordnete Eisende iS bekannt,.mit der Bemerkung, daß Reichert diese Angaben zu beschwören bereit sei. („Münchner Post" vom 23. Februar 1926.) Ich wäre versucht eine biblische fLegende zu schreiben, nm meiner Wut Ausdruck zu verleihen. Aber hier hilft kein literarisches föippenspitzen, hier muß gepfiffen werden. Dies« biblisch« Legende wäre natürlich geschichtlich falsch, wie alle Geschichten und Legenden, weil es zu und vor Christis Zeit keinen Pfarrer von Maitenbeth gab, der doch in meiner Legende als Hauptdarsteller spielen soll. Die Geschichte aber soll, lvenn sie einen legendären Charakter haben soll, zu Ghristi Zeit sieben. Ich stelle mir daher vor, daß Josef der Zimmermann, Maria seine Frau nebst ihren zahlreichen Kindern, darunter auch der junge Jesus, zwar nicht im 70 PS-Daimler, aber vielleicht im schweren Eselskarren auf der Flucht vor König Herodes Kindermördern auf einer palä- Istinischen Landstraße von Betlehem nach Jeru« isalem mit ihrem schweren Eselskarren umgekippt Waren. Di« KaMstaßen. waren. damals, sicher nicht die besten, trotzdem es noch keine Auto- Stvaßen-Rennen gab, die den Unterbau einer Landstraße durchlöcherten. Nun nehmen wir einmal an, daß bei der Fahrt zur Nachtzeit der Karrers faust Josef, Maria und dem jungen Jesuskind und seinen zahlreichen Geschwistern in ein großes Loch in der Landstraße von Bethlehem nach Jerusalem gestürzt wäre, und die Insassen unter seine schwere Last begraben und verletzt hätte. Und nehmen wir einmal weiter an, es hätte schon eine römisch-katholische Kirche und Pfarrer gegeben und gerade/der Pfarrer von Maitenbeth in Bayern wäre damals in Betlehemge Wesen, und nehmen wir noch Wester an, daß dieser Pfarrer von Mai- tenbeth-Bethlehem gerade mit seinem Hunde seines Weges daher gekommen wäre und Josef, der Zimmermann diesen katholischen Geistlichen um Hilfeleistung gebeten hätte. Der Herr Pfarrer von Maitenbeth z. Z. Bethlehem hätte sich als wahrer Prediger der schönen Lehre der Nächstenliebe eingedenk der Bibel vorher nach, der Religion der Schwerverletzten eckmdigt. Er hätte dann sicherlich genau so geantwortet wie der Pfarrer von Maitenbeth im Jahre 1926- ,Mas, Israeliten sind sie, dann habe ich dabei nichts zu tun". s Und er wäre mit seinem Hund weiter spazieren gegangen. Denn Josef, Maria, der junge Jesus und seine Geschwister waren doch Israeliten. Ob dieser Tat würde bestimmt der Herr Pfarrer von Maitenbeth-Bethlehem im Jahve 1926 heilig gesprochen! Heklig gesprochen wie der heilig« Tor- quomada, Großinquisitor seines Zeichens in Spanien, der Tausende von Israeliten im Namen Jesus und Gottes(1388— 1468) auf dem Scheiterhaufen verbrennen ließ, weil sie nicht zum römisch-katholischen Glauben übertreten wollten. Oettoffeu! öeofflnnen! In «B«t Betriebsversammlung, tOtr Gewerkschaftsversammlung, ' ettr Genoffenschaftsversammlung, ; efter Wählerversammlung, eOer Frauenversammlung, ?«Ött volitischen Versammlung, «Mr Versammlung oder Sitzung einer proletarischen Organisation sollt Ihr für die sMMkMk Alchlelsk intensivste Werbearbeit leisten 15. Juli 192 Die Lages- Neuigkeiten. Seite 5. die teil, drang in Häuser und Ställe und brachte Men-[ einen Apparat zu konstruieren, mit dessen| Halbjahreskarten, gültig vom 1. Juli, find 18 Proschen und Tiere in Gefahr. In der Nacht trat Hilfe es möglich ist, innerhalb kürzester zent Nachzahlung zu leisten. Diese Nachzahlungen dann auch noch die Schnella aus den Ufern und 3eit Falsifikate von Banknoten, Briefmarken, sind bis 15. September 1926 bei jener FahrkartenBäckermeister gegen die Zölle. überschwemmte die am Ufer gelegenen Felder und Aktien und anderen Wertpapieren leicht zu erken ausgabeftelle, bei welcher die Zeitkarte getauft Die Auswirkungen des Zollgesetzes begin- Wiesen. Der durch das Wasser angerichtete Schaden nen. Diese Lampe ist einem größeren Kreis von wurde, zu leisten. Nach dem 15. September werden nen sich nunmehr mit aller Schärfe fühlbar zu ist sehr groß. Auf vielen Feldern ist das Getreide Sachverständigen und Pressevertretern vorgeführt Nachzahlungen nicht mehr angenommen und machen; das Kilogramm Mehl ist im Großhandel, vollständig vernichtet, das Heu fortgeschwemmit, worden und es zeigte sich, daß die neue Erfindung Beitfarte wird als ungültig erklärt. Wer die Nachje nach Qualität und Herkunft, um 40 bis 70 alle Straßen und Fahrwege vollständig ausge- geeignet ist, schonungslos den Fälscherit zahlung nicht leisten will, fann seine Zeitkarte in Heller teurer geworden. Die Behörden und die schwemmt und ruiniert, große Löcher wurden in das Handwerk zu legen. 3 bis 4 Sorten der Zeit vom 1. bis 15. August 1926 abführen und Bollparteien wollen, um einen allzu heftigen den Erdboden gerissen und Massen von Schlamm Papier, die alle bei Tageslicht gleiche Farbe ha- ihm wird der aliquote Teil für die nichtbenützte Zeit Sturm der Bevölkerung zu verhindern, daß der und Schutt in die Gärten geführt. Die off- ben, leuchteten unter der Analysen- Quarzlampe der Gültigkeit der Karte rückerstattet. Siebei wird Handel die Zeche bezahle. Der Bäckermeister soll, mung auf eine gute Ernte ist bei einem sämtlich verschieden auf. Auch solche Fälschungen, das Jahr mit 360 Tagen berechnet. Auf ermäßigte obwohl er 70 Kč für den Meterzentner Wiehl groen Teile der hiesigen Landwirte vernichtet die durch Ausradierung oder Zusätze vorgenom- Halbjahrskarten der Geschäftsreisenden, welche durch men wurden, konnten augenblicklich als Falsifi- das Sekretariat der Union in Prag beschafft wurden, mehr bezahlen muß, die bisherigen Preise halten, worden. ohne das Gewicht der Backware zu ändern. So fate entlardt werden. Ebenfalls Tinten, die mit folgt die Nachzahlungsmarken das Reisebüro ,, Ocean" In den Krallen der Wohnungsnot." Infolge bloßem Auge nicht voneinander zu unterscheiden in Prag II., Hatličkova ul., aus. will es die 3olltoalition, die sich selber den Geldsad gefüllt hat und eines technischen Versehens in der Druckerei sind bei sind, floureszieren unter der Wirkung des Apparaso will es auch die hohe Amtlichkeit, die sich na- dem gestrigen Schlußartikel die beiden Bilder tes so verschieden, daß jede Aenderung von türlich gerne in den Dienst der Kapitalisten und berwechselt worden, so daß der Text dazu Schriftstücken wahrgenommen werden kann. Agrarier dieses Staates stellt. Was Wunder, nicht paßte. Den Lesern, insbesondere den ortsSchriftsteller Lania zu zwanzigtägiger Hast wenn die Bäder überall gegen die bekannten des Teplißer Bezirkes, wird es zweifellos Politik der Zöllner und ganz be- aufgefallen sein, daß ein technischer Mißgriff vorsonders gegen das Verhalten der liegt, der aus einem Riegelwandhaus im WenzelsAbgeordneten der Gewerbepartei schachte eine Wohnhöhle auf dem Sandberg machte. Stellung nehmen! So war es auch an- Wir bitten aber trotzdem diese Richtigstellung nach läßlich einer Tagung des Reichsverbandes der träglich zur Kenntnis zu nehmen. Bäckermeister in Sternberg in Mähren am Sonntag, den 11. Juli d. J. An dieser Tagung nahm auch der nordmährische Parlamentarier der Gewerbepartei, der Senator Prause aus Deutsch- Liebaut, teil. Es wurde ihm dabei höchst Deutsch- Liebau, teil. Es wurde ihm dabei höchst ungemütlich, als er erfuhr, daß der Obmann der " Die neuen erhöhten Zelephongebühren Prag, 14. Juli. Das Post- und Telegraphenverurteilt. Der Schriftsteller Leo Zania wurde vor ministerium veröffentlicht in einer Kundmachung einiger Zeit von der Berliner Staatsanwaltschaft die neuen Telephongebühren. Die Jahress aufgefordert, anzugeben, auf welche Gewährsmänner sich seine Angaben in seinem Buche abonnementsgebühren sind in den Gewehre auf Reisen", in dem er Waffenschie- Hauptpunkten folgende: Für Ortsnetze mit mehr bungen aufdeckt, stüßen. Bania hatte diese Auf- als 5000 Abonnenten in der Gebührenklasse A forderung unter Hinweis auf das Pressegeheini- für Hauptstationen mit selbständigem Anschluß nis abgelehnt. Nunmehr ist Lania, wie die Blät 2400 K, in der Gebührenklasse B 2000 K und in ter berichten, vom Gerichte aufgefordert worden, sich am 16. Juli zum Antritt einer 20 tägigen der Gebührenklasse C 1450 K; bei halben GesellSaft, zu der er wegen Zeugnisverweigerung schaftsanschlüssen 1000 K und bei Viertelanschlüs= verurteilt worden war, zu melden. Die Haft foll fen 600 K. Für Ortsnetze von 2000 bis 5000 ner, in öffentlicher Sihung der Stadtvertre- Politika" gleich schreit: Deutsche Loyalität! Wenn eventuell bis zur Beendigung des Verfahrens ver- Abonnenten für Haupstationen 2000 K, 1700 K längert werden. Lob des Soldatenlebens. Die„ Narodni Politika" ärgert sich sehr darüber, daß in Nordmähren von 236 Assentierten, angeblich nur Deutschen, bisher nur 34 eingerückt jeien. Die übrigen halten sich natürlich„ aus Haß gegen die Republik" verborgen. Dun, so aufregend ist die Sache nicht, daß die die Herren Redakteure aus der„ Politika" jetzt als fie sich statt zu versteden, aus Loyalität wegen ihrer Unentbehrlichkeit wahrscheinlich entheben lassen. Und wie groß die Freude am Soldatenspiel auch bei den schechen ist, sagen ja alle ihre Bolts- und Soldatenlieber, 3. B.:„ Ein herrlich Leben führt der Soldat, kennt keine Arbeit, trinkt sich satt, Tag für Tag bier Groschen Lohn, gibt der Liebsten noch davon!" Ein Riesen- Bankdiebstahl. In Oslo wurde und 1300 K. Für Gesellschaftstelephone 800 und in der Bauernbank entdeckt, daß in der Zeit von 500 K; für ein Neh von 500 bis 2000 K für Samstag nachmittags bis Montag ntorgens ein Hauptstationen 950 K, für Gesellschaftsanschlüsse größerer Diebstahl in den Panzergewölben be- 600 und 380 K. Bei einer Abonnentenzahl von gangen worden ist. Es wurden ausländisches 50 bis 200 für eine Hauptstation 800 K, für GeGeld, Schecks und Anweisungen gestohlen. Dem Vernehmen nach soll ein Betrag von mehreren sellschaftsanschlüsse 600 und 340 K. Bei 20 bis 50 100.000 Stronen gestohlen worden sein. Der Chef Teilnehmern beträgt die Gebühr für eine Hauptder Bank erklärte auf eine Anfrage, daß es sich station 600 K und bei höchstens 20 Abonnenten um einen sehr großen Betrag handle, doch wollte 500 K. er die Größe der Summe nicht angeben. Die Bank war gegen Diebstahl versichert und es sind Maßnahmen ergriffen worden, um die Schecks anzuhalten. schwüler wurde es dem Vertreter der Gewerbepartei, als einige Bädermeister auf standen und einen Mißtrauensan trag gegen jene Parlamentarier einbrachten, die für die Zölle gestimmt haben. Bei der Begründung dieses Antrages zeigte sich an der lebhaften Zustimmung, die er fand, daß die Mehrheit der an der Bäckertagung teilnehmenden Meister gegen die Zölle war. Der Vorsitzende Schram ef Die täglichen Autounfälle. Am Dienstag nach Die Jahresabonnementgebühr für eine inaus Troppau geriet in arge Schwulitäten und er mittag wurde beim Ueberschreiten der Fügnerstraße meinte, daß er persönlich auch gegen die in Lieben der breijährige Sarl Raba, der mit seinere Nebenstation beträgt 280 K. Das Zölle sei, aber das wäre eine Blamage für die ner Mutter spazieren ging, von einem Auto, das der Jahresabonnement für eine äußere Nebenstation Gewerbepartei und er könne die Abstimmung Chauffeur Ludwig Bleiber aus Lobosit lenkte, Miß Gibson vor den Psychiatern.„ Messag- beträgt gleichfalls 280 K. Für eine direkte, unmitdieses Antrages nicht zulassen. Ein neben dem erfaßt und niedergerissen. Das Kind erlitt blutige Herrn Prause sisender junger Bäckermeister aus Verlegungen am Kopf, an den Armen und den Bei- gero" meldet, daß die zwei Sachverständigen er telbar angeschlossene Verbindung sind jährlich Olmütz, setzte sich für die Zollpolitik ein und nen und einen Bluterguß in die Bunge. Es wurde nannt worden seien, die den Geisteszustand der 280 K und ein Zuschlag von 24 K für je 100 Miß schimpfte auf die Sozialversicherung, nur um ins Kinderspital übergeführt. Gegen den Chauffeur solini verübt hatte, untersuchen sollen. Die ins Kinderspital übergeführt. Gegen den Chauffeur iz Violette Gibson, die das Attentat auf Mus Meter Luftlinie, mindestens aber 60 K zu bebie Aufmerksamkeit von den Böllen wurde die Strafanzeige erstattet. Am Sachverständigen seien beauftragt worden, auf zahlen. Diese Bestimmungen treten am 1. Jänabzulenten. Der Herr Brause erbrachte Abend des gleichen Tages wurde der Arbeiter Franz folgende zwei Fragen zu antworten: 1. Ob die ner 1927 in Kraft. hierauf den Beweis, daß er es mit Ratosnit, aus Kleinletschit auf der Branifer Gibson in dem Augenblicke, in dem sie das AttenBereits am 1. August d. J. der Wahrheit dessen, was er fagt, Straße von einem Lastauto umgestoßen und blieb tat gegen den Premierminister verübte, sich im nicht genau nimmt, wohl in der Meinung, bewußtlos liegen. Er wurde dann von dem Lastauto Zustande völliger oder teilweiser Geistesstörung treten folgende Gebühren in Kraft: Für Nebendaß auf sein Gerede so wie so niemand etwas ins allgemeine Krankenhaus auf die Klinik des befand; 2. ob das, was die Attentäterin vor dem stationen, u. zw. für innere 250 K, für äußere gibt. Er meinte nämlich, daß die Regierung mit Prof. Schloffer gebracht. Er hat schwere Verwun- Untersuchungsrichter geäußert habe, glaubhaft außer dieser Gebühr noch 1. für jede weitere Sen Sozialisten nicht weiter kam, denn diese wolldungen am Haupt und eine Gehirnerschütterung da- fei. ten die Konsumvereine von den Zöllen frei vongetragen. Da gleiche Nato hat auch den ArbeiDer neue deutsche Gesandte in Wien. Wie Nebenstation in der ersten Zone 200 K für je haben". Mit solchen Lügen und Dummter Josef Soběslavsky aus Neuknin umgerissen die Wiener Politische Korrespondenz erfährt, hat 100 Meter Luftlinie von der Anschlußstation, heiten will sich der Herr Prause und an der rechten Hand verletzt. Der Chauffeur die Bundesregierung das Agrement für die Er- 2. für jede durch die Zentrale durch zwei Zenreinwaschen, wobei es ja trotzdemt noch ein wurde verhaftet. nennung des Mitgliedes des deutschen Reichs- tralanschlußleitungen angeschlossene Nebenstation kostbares Geständnis ist, daß die tschechische Drei Personen in der Moldau ertrunken. tages Grafen Sugo von Lerchenfeld zum in der ersten Zone 200 K und für je 100 Meter Regierung nicht weiterkam, und, um dies zu können, der Hilfe der deut- Aus Friedberg( Südböhmen) wird der Deutschen outschen Gere b'en in Wien erteilt. nach der Summe der Luftlinie der Haupt- und schen Gewerberetter bedurfte. Dem Preffe" unter dem 14. d. gemeldet: Ein schredEin Schuß gegen das Auto eines Saazer Hopfen. Nebenstation von der Zentrale. Vorsitzenden der Tagung schien es am flügsten, liches Unglüc ereignete sich heute in Friedberg. händlers. Der„ Prager Abendzeitung" wird aus Bei Hauptteilnehmerstationen, die an die nach dieser„ Rechtfertigung" des Herrn Prause Beim Baden in der Moldau ertrank der 10jährige Saaz berichtet:" Sonntag nachts fuhr der Hopdie Tagung zu schließen, worauf die erregten Bruno Weizsäcker aus Prag. Der Oberberg- Saaz berichtet: Sonntag nachts fuhr der HopBäckermeister, noch lange über die Zölle dispu- rat Theodor Dtatschi(?) aus Prag und der fenhändler Otto Schaller jun. aus Saaz in Prager Telephonzentrale angeschlossen sind, wird der Oberverwalter Franz Leigner aus Brünn, seinem Auto vom Rennen in Karlsbad zurück nach ein einheitlicher Baubeitrag von 2000 K fierend auseinandergingen. die den Knaben retten wollten, verloren dabei Saaz. Im Auto saß unter anderen der Gutsbesiver eingehoben. Ludwig aus Kriegern. Vor Buchau wurde plötz selbst das Leben. 12 datgales lich ein Schuß gegen das Auto abgefeuert. Im Die Gebühr für Lokalgespräche wird 27.000 Rubikmeter Holz verbrannt. Eine der nächsten Augenblicke sprang Gutsbesitzer Ludwig auf 1 K für die Normaleinheit und 3 K für die Eingrößten Sägemühlen Polens in mound rief, daß er getroffen sei. Tatsächlich hatte ihm heit eines dringenden Gespräches betragen. lary bei Posen ist in der vorberfloffenen Nacht das Projektil das Kinn zerrissen. Es wurde die Die Gebühren für interturbane GeDas Gericht über die Christlichsozialen be- gänzlich abgebrannt. In der Säge befanden sich Anzeige bei der Gendarmerie erstattet. spräche betragen bei Entfernung bis zu 25 insgesamt 27.000 Rubikmeter Holz, das größtenZiegelsteine fallen auf Passanten. Gestern vor- Kilometer( 1. 3one) 3 K, in der zweiten Zone mittags ereignete sich auf dem Graben in Prag teils verarbeitet war. Auf jeden Fall hat die Reichstagung der Bäder gezeigt, daß auch die Bäckermeister mit der Zollpolitik der Gewerbepartei und Christlichfozialen nicht einverstanden sind. ginnt. Dieser Tage fand in der Seidenfabrik S. Trebitsch u. Sohn in Mähr.- Schönberg die Wahl in den Betriebsausschuß statt, die mit einem Siege der„ Union" endete. Die Liste der „ Union" erhielt sechs Mandate( bisher fünf), die Christlich sozialen betamen gwei Mandate( bisher vier). Früher bestand der Betriebsausschuß aus neun Mitgliedern. Die Wahlen bei der Firma Bujatti ergaben vier Mandate für die„ Union", während die NationalEine Deutsche photographische Ausstellung" ein schwerer Unglücksfall durch herabstürzende Zie- bis 50 Kilometer 5 K, bis 100 Rilometer 7 K, wird vom 14. August bis 1. September in Frankfurt gel. Als der Skontist der Böhm. Unionbant, er bis 200 Kilometer 9 K, bis 350 Kilometer 12 K, a. M. stattfinden. Sie soll neben der Entwicklung zinger, den Graben im Sramota- Neubau paf- bis 500 Stilometer 16 K, über 500 Stilometer ber photographischen Technik und der Vervielfälti sierte, wo eben das alte Hans niedergerissen wird, 20 K für die Einheit eines gewöhnlichen Gegungsverfahren vor allem die raunkünstlerische wir fielen zwei Ziegelsteine herab. Sie trafen Herzin- spräches. Für ein dringendes oder Staatsgespräch fung der Photographie als Wandbild veranschauti ger auf den Kopf und verlegten ihn schwer. chen. Zu diesem Zwecke werden in einer Reihe wurde von der Rettungsgesellschaft ins Allgemeine ist die dreifache und für ein Blizgespräch die neunfache Gebühr zu bezahlen. Rojen nicht nur Photographien gezeigt, fondern auch Krankenhaus überführt. deren stimmungsvolle Einpassung in gegebene fozialisten, die bisher drei Mandate innehatten. Räume und Möbel, ohne die heute in der bürger eine große Zah! von Ausländern zu jeder Jahresnur mehr zwei Mandate erhielten. lichen Wohnstube noch vielfach übliche Ueberladenheit mit einer Art photographischer Ahnengalerie. Die Ausländer in Berlin. Berlin beherbergt zeit. Ende vorigen Jahres waren allein 136,314 Ausländer gemeldet. Von diesen waren ein Viertel, nämlich rund 34.500 Oesterreicher und 21.000 Bolen, 16.000 Ruffen und 15.000 TschechosloRumänen, Amerikaner, Holländer, Engländer, Ita liener, Schweden, Türken, Dänen, Littauer, Letten waren in geringerer Zahl( bis zwei Prozent) in Berlin ansässig und andere in noch geringerem Prozentjaz. Rundfunt für Alle! Programm für morgen, Freitag. Prag, 368. 11.30: Landwirtschaftlicher Rundfunk und Pressenachsichten. 12: Beitsignal. 14: Börsennachrichten. Die Verbilligungsaktion sett ein. Die tschechoEin neues transatlantisches Kabel. Die Arslowakischen Schokoladefabrikanten beschlossen eine Preiseröhung von einer Strone für ein Rikbeiten zur egung des größten Abschnittes gramm Schokolade. Na, wenn das die christlich des neuen transatlantischen Kabels zwischen der wafen, 6500 Ungarn, 3500 Schweizer und 2875 16.30: Nachmittagskonzert. 1. Bizet: Vorspiel aum 3. Aft sozialen Blätter erfahren, da können die Herren etivas erleben. Die verderben ja das ganze Konzept für einen schönen Leitartikel, daß jetzt alles billig werden wird. " 4. Tschaikowskij: Ballett. 5. Strauß: Geschichten aus dem Carmen". 2 Gounod: Sauft. 3. Enciana: Die Gebnjug. wienerwalb. 17: Kinberſtündchen, Ed. Gfengi: Unsere Sinder vom Bande. 17.45: Börsennachrichten und Sopfenmartie nachrichten. 18.45: Ministerialrat Opočensky: Die Außenpreise. 18.15: Landwirtschaftlicher Rundfunk und Pressepolitit der tschechoslowakischen Republir. 19: Deutsche Sendung. Tierarat Gustav Ifner, Oberrat des Landesfulturrates D. S., Brag: Die Organisation der deutschen Bferbezüchter. 20: 19.15: Landwirtschaftlicher Vortrag. Wettervorausfage. 20.02: Sabarett- Abend. 1. Ouvertüre 5. Shimmy, Tango, Blues. 6. Elowakisches Lieder- Potpourri. 22: Stadt Bensance in Südwestengland und der Robertsonbucht in Neufoundland sind beendet worden. Dieser Abschnitt des Kabels in einer Länge von über 3000 Kilometer wurde vom Dampfer ,, Colenia" gelegt, ber jetzt in Greenwich einen Den Liebhaber der eigenen Tochter erschossen. Im Kommunisten Fascisten. In der Tisch- weiteren Teil des Rabels in der Länge von 1500 lerei Hussat in Budweis sind die bisher bei Kilometer an Bord nimmt, der die Verbindung Stadtpark in Hamburg erschoß der Revieroberwacht den Kommunist en organisierten Arbeiter zu zwischen der Robertsonbucht und New York herstellen meister Heinze aus Barmbeck im Streit den Lieb Prinz Kiti". 2. Gollwell: Gespräch über das tschechische Lied, den Fascisten übergetreten, weil es soll. Dieses neue transatlantische Kabel, das zwan haber seiner 17jährigen Tochter. Als Polizeibeamte 3. Sokolffy: Symnus. 4. Wie sich das tschechische Lied ändert. der Firmenchef so haben wollte. Einige bei den zigste, das über den atlantischen Ozean gelegt wurde, ihn später in seiner Wohnung verhaften wollten, 7 Interme330 und Duett aus der flowakischen Operette tschechischen Sozialdemokraten or wird eine Leistungsfähigkeit von 2500 Buchstaben fanden sie Heinze mit geladenem Revolver, von seinen Jano, bobry zboinit". 8. Neueste Lieder und Chansons. anamufit. ganisierte Arbeiter machten den Ueber- ober 500 Wortez in bez Minute( gleichzeitig für Angehörigen festgehalten, stehend im Zimmer. Offen- Bignal. Sport, Theater- und neueste Nachrichten. tritt nicht mit. beide Richtungen) befizen, was gegenüber ben bis- bar wollte er sich erschießen. Den Kriminalbeamten Hochwasserkatastrophe in Chiefch. Aus Chiesch herigen transatlantischen Kabeln eine zehnfache Ge- leistete er heftigen Widerstand. Es gelang nur mit im Bezirke Ludiz wird der„ Landpost" berichtet: schwindigkeit bedeutet. Das neue Kabel dürfte, wie größter Mühe, ihm den Revolver zu entreißen. Der Freitag abends ging über unsere Gegend ein hef- man erivartet, vom September d. J. an funktio- Täter wurde vorläufig festgenommen. Nachzahlungen auf Zeitkarten der Geschäftsreitiger Wolfenbruch nieder. Sofort standen die nieren. Bei diesent Stabel wurde zum ersten Male unterhalb der Neuhütte am Fuße des Mofrauer bei der Telegraphie unter dem Meere das Prinzip senden. Anläßlich der Erhöhung der Eisenbahntarife Berges gelegenen Felder und Wiesen unter Waffer. der Induktionsladung verwendet, eine Methode, die um 22 Prozent, die mit 1. August in Kraft triti, Das Heu wurde fortgeschwemmt, das Getreide das Telephonieren auf weite Entfernungen ermög- berichtet uns die Union der Geschäftsrei senden und Vertreter folgendes: Die Nach umgelegt und versandet. Dann strömte das Wasser lichte. in die Stadt Chiefch. Beim Schloßteich riß das Das Ende aller Banknotenjälschungen? Wie zahlung auf eine Jahresfarte, gültig vom 1. Jänner Waffer des Grabens eine Brüde weg, durchbrach die B. 3. am Mittag" meldet, ist es der beträgt 9 Prozent. Auf eine Jahreskarte, gültig den Damm und überschwemmte den ganzen Stadt- Hanauer Quarz- Lampen- Gesellschaft gelungen, vom 1. Juli, werden 20 Prozent nachgezahlt. Auf) Brünn, 521. 14.30: Prager Effektenbörse, Wetter, 17.40: Märchen von Onfel Thomas. 18: Beitsignal, Sport, Theater und Nachrichten des Prezbüros. funt. Retsbau. 18.20: Bortrag Biol. 21., Canboriſchafts seit dem Tode Karl Havličeks. 19: Konzert der Mitglieder des Mähr. Duartetts. 1. Ecceles: Sonate g- moll. 2. Haydn: Menuett. 3. Nimffil- Korfarow: Serenade. 19.30: Schauspiel. des Tamburizza- Orchesters" Harmonie". 1. Brož: Marsch. tunde. 3hr Liebling", Luftspiel von Chbostil. 20: Konzert 2 Brož: Walzer. 3. Barlas- Jawabat: Brinffi, 4. Ratti: forbas. 5. Machač: Aus der Seimat. 6. Brož: Mazuria. 7. Sašeľ: Marsch. Preßbüronachrichten. Berlin: 20.30: Amerika. Leipzig: 19.45: Dresden Breslau: 20.25: Kammermusilabend. Abend. Musir in der Sonne des Humors. 21: Dresden. Türkisches 20: Brahms- Abend. Wien: Beite& wurde auf die Gin verwegenter ambienüberfall we be Sozialhygienisches aus Japan. entfernen. Das ist off mich in be Kantine des Gastwirtes Kussi Bobred Beuthen verübt. Nachts um 1 Uhr drangen zwei mastierte Männer mit Bistolen in den Schantraum und raubten die Kasse. Zwei andere hielten die im Speiseraum noch anwesenden Gäſt: mit Revolvern in Schach. Vor dem Abzug schossen die Banditen auf die Gäste, von denen zwei verwundet wurden. Einer von diesen eröffnete das Feuer auf die fliehenden Räuber. Als um 2 Uhr nachts das Ueberfalltommando aus Beuthen eintraf, fand man einen der Räuber tot und am nächsten Morgen stieß man in einem Feld auf einen zweiten erschossenen Räuber, der in der Hand noch eine scharf geladene entsicherte Pistole hielt. Strand und auch sonst die gekommen. vollkommen th= Prof. Dr. Theodor Sternberg, der nach pisch. Höhenkurorte für Tuberkulose gibt es nicht, Japan als Universitätslehrer für soziale Medizin Japan ist zu feucht dazu. berufen wurde, schreibt aus Tokio dem„ Ber- Sodann fordert der Typhus viele Opfer, liner Tageblatt" einen sozialhygienischen Bericht, da die Gemüse- und Reisfelder mit Menschenkot der zwar verchaus bürgerlichem Gesichtsfels ent- gedüngt werden und viele Feldfrüchte, bloß kalt springt, aber durch die mitgeteilten Tatsachen abgewaschen, roh gegessen werden. von allgemeinent Interesse ist. In diesem Aufsatz heißt es unter anderem: Beri Beri, die charakteristische ostasiatische Stoffwechsel- und Nervenkrankheit, ist verut allgemeinen trifft man sozialhygienische breitet, weil die Japaner sich von dem enthülsten Maßregeln hier immer erst beim Ausbruch von Reis, dem die notwendigen Vitamine fehlen, nicht Se u chen, und dabei zeigt sich dann oft Mangel trennen können. Wenn man nämlich einige Zeit an genügender Vorbereitung. Seit kurzem ver- den blendend weißen, polierten Reis gegessen hat, anlaßt allerdings die Regierung alljährlich Feld- schmeckt einem der halbpolierte oder unpolierte Rüge zur Vertilgung der Ratten und Fliegen. nicht mehr. Es ging mir auch so, obgleich ich sehr Systematisches, so ialhygienisches Vorgehen emp- dagegen war. Man fragt sich unwillkürlich, ob fiehlt sich auch aus dem Grunde, weil trotz einzel- nicht der jahrtausendlange Gebrauch des enthülDie soziale Not in Sowjetrußland. ner hervorragender Mediziner, trotz des Auf- ſten Reises schlechthin einen Rasseschaden herbeiProf. M. Gernet hat in einem Artikel, der blühens der Heilkunde in Japan, der Durchgeführt haben muß. Die Hebung der japanischen Volksgesundheit schnittsarzt bei der Bevölkerung im allgein dem Moskauer Journal ,, Woprosy Narkogii" meinen wenig Vertrauen genießt; die von den wird vor allem die Einführung des praktischen ( Fragen der Narkologie) veröffentlicht wurde, auf Staats- und anderen Volluniversitäten approbier- Jahres für die jungen Aerzte erfordern und dann Grund der in Moskau von der Sektion der sozia- ten Aerzte gelten im allgemeinen noch eher als die eine größere Volksfürsorge. Kinder- Kotainiften. len Krankheiten unternommenen Untersuchungen grauenvolle Angaben über die Lage der Kinder aus den sonstigen Medizinschulen hervorge Kunst und Willen. gebracht: gangenen. Das nicht approbierte Kurpfuschertum ,, Auf 102 untersuchte obdachlose Kinder kommen ist strengstens verboten, jeder ist strafbar, der ohne aur zwei, die nicht rauchen, nicht trinken und nicht ärztliche Approbation entgeltlich Heiltätigkeit verRotain schnupfen. Es ist mit Genauigkeit festge- richtet, Ein sehr schädlicher und unausrottbarer Un stellt worden, daß mehr als 80 v. H. der obdachlosen Kinder gewohnheitsmäßige Kokainisten sind. fug ist das Vertrauen auf gewiffe Seilbäder Die Hälfte aller Untersuchten vergiften ihren Or gegen venerische Krankheiten. Daganismus mit drei Narkotika, d. h. sie schnupfen durch wird der Verschlimmerung Vorschub geRotain, trinken und rauchen. Und nur die Minder leistet. Auch Patienten, bei denen anfangs eine zahl hat sich auf den Gebrauch eines dieser Narko- fachgemäße Behandlung eingeleitet war, verlassen diese häufig, um nach den uralten Segens quellen" zu eilen. tiba beschränkt. Es gibt Kinder, die schon im Alter von unter 10 Jahren zu Kokainisten wurden. 11 15. Juli 1926. VERLANGET UEBERALL VOLKS ZUNDER SOLO A.S.I Aus der Bartei. Deutsche sozialdemokratische Bezirksorganisation Prag. 11 Pfleget Eure Haare! ,, Götterdämmerung." Mit einer im musikalischen Am 28. und 29. Juli sind aus Kärnten 43 Teile überwältigenden Aufführung der„ Götterdämmerung" wurde am Dienstag Wagners Kinder des Vereines Kinderfreunde" in Prag. gigantischer Syklus des Nibelungen- Ringes" Wir bitten alle Parteimitglieder, diesen Kindern zum Abschluß gebracht. So ausgezeichnet und über für zwei Uebernachtungen unentgeltliche Unterzeugend 3emlinskys musikalische Interpretation funft zu gewähren. die im legten Atte leider ganz versagte, so daß der sell mich, Brag II., Nefazanta 18-3,( Ver war, so wenig überzeugt hat Herrn Labers Regie, Anmeldungen nimmt schon jetzt Gerrosse grandiose Schluß in szenischer Hinsicht verloren ging. waltung des Sozialdemokrat") entgegen. Unter den mitwirkenden Gästen bot wieder Herrwaltung Enderlein aus Hamburg eine prachtvolle Die Bezirksleitung. Die Geschlechtsfrankheiten sind sehr Leistung; auch sein gereifter Held Siegfried ist Auf die Frage: Warum hast du angefangen, verbreitet, weil man, von dem Vertrauen in die illusionsvollkommen in der sieghaften, fraftstrohenden stimmlichen Ausrüstung und darstellerischen PassioStokain zu schnupfen," antwortet die Hälfte der Bäder ganz abgesehen, auch sonst die Leiden sehr nieriheit. Enderleins Vortrag der Erzählung SiegBefragten:„ Aus Neugier" oder„ weil der Freund leicht nimmt; populäre Warnungsliteratur hat bises machte". Die überwiegende Mehrzahl dieser her fast ganz gefehlt. Die Zahl der infolge Gonor- frieds vor seiner Ermordung war eine MusterKinder waren entweder Bollwaisen oder ihr Farhöe Erblindeten ist erschreckend; der Stand der feistung wirksam gegliederten und gesteigerten Ge-. fanges. Die Brünhilde sang Frau Johanna milienleben war aus irgendeinem andern Grunde blinden Masseure rekrutiert sich teilweise aus die- Berthold, die einst ständiges Mitglied unseres zerstört worden. Die meisten von ihnen haben im fen unglücklichen Opfern. Theaters war. Stimmlich und in dramatisch- schauAlter von unter 10 Jahren zu rauchen begonnen, Die Volksmehrung in Japan war noch spielerischer Hinsicht bleibt diese Künstlerin der und selbst unter fünfjährigen Kindern gab es Ge- bis zur ersten Hälfte des neunzehnien Jahrhun- Brünhilde faum etwas schuldig; die Wortundeutlichwohnheitsraucher. derts insofern günstig, als Frauen mit acht bis feit der Sängerin aber hat gegen früher noch zufünfzehn Geburten nicht zu felten waren. Dabei genommen. Es ist überhaupt an der Zeit, daß an war bei den Ostasiaten ein langes Stillen der unserem Theater wieder einmal eine gründliche Kinder üblich, uns eine Entfremdung der Mutter Erneuerung des gejangs- deklamatorischen Stiles vom Säugegeschäft, wie sie in Europa durch das Wagners stattfindet. Als dritter Gast der„ GötterIndustriesystem heraufbeschworen wurde, hat es dämmerung" sang Frl. Schniping aus Dresden hier in diesem Ausmaßze nie gegeben. Jedoch sind die erste Rheintochter. Daß auch die„ Götterneuerdings Geburten- und Sterblichdämme cung" vor ausgezeichnet besuchtem Hause gefeitsziffern erheblich schlechter als in irgend geben werden konnte( trotz eines herrlichen Sommereinem europäischen Großstaat. abends), beweist, wie sehr die Prager noch immer -et. Wagner lieben. Zur Zeit der Untersuchung wohnte feins der Kinder bei seiner Familie. Die Hälfte von ihnen hatte das Elternhaus in sehr frühem Alter verlassen und gerade diese waren die unverbesserlich sten Rokainisten. Da sie ihr Elternhaus verlassen haben, ohne irgendeine berufliche Ausbildung genossen zu haben, sind sie gezwungen, ihr Leben ausschließlich durch Diebstahl zu fristen. Die überwiegende Mehrzahl der Mädchen waren Prostituierte. Die dem Kokain ergebenen Mädchen gaben an, daß sie das Kokain, zum Geschent" er halten, d. h. offenbar als Bezahlung."( Krasnaja Gajeta" vom 30. Juni.) Nach amtlichen Angaben beträgt die Zahl der obdachlosen Kinder in der Sowjetunion mehr als 300.000! Devisenturie. prager Kurse am 14. Juli. 100 Schweizer Franks Neueinstudierung„ Der Obersteiger". Das Ope rettenrepertoire des Neuen Theaters wird for Saisonschluß noch um eine der melodiösesten klassischen Operetten, Bellers Obersteiger" bereichert werden, der in völlig neuer Einstudierung und größ fenteils neuer Besetzung im Spielplane erscheinen wird. Spielplan des Neuen deutschen Theaters. Heute Donnerstag halb 8 Uhr abends„ Sonja", Freitag halb 8 Uhr abends I m weißen Rößt", Sams Ginzig bewährtes, ges. gesch. aus Kräutern erzeugtes Haarpflegemittel ist Potion Lorelei- Adalberta( gegen Haarausfall und Schuppen sowie für den Haarwuchs u. Erfrischung der Nerven). Flasche K 25. Lorelei- Adalberta Nr. 2 gegen grauwerdendes und graues Haar. Keine Farbe: Die grauen Haare be fommen wieder ihre ursvrgl. Farbe! Flasche K 40- 2orelei- Adalberta Nr. 3. Kräuterfalbe auf trockene, brüchige und harte Saare, Tiegel K 15. Viele Velobungsu. Danksagungsbriefe. Bu schriftlichen Anfragen u. Bestellungen wolle man eventuell ein Haarmuster zur Untersuchung beilegen. Beratun gen in haarangelegenheiten gratis! Gegen Retourmarke). Prospekte und Broschüre gegen K 3In Spezialhandlungen am Lager und wo nicht liefert direkt u. diskret Adalbertine Bohl, literar. Lehrerin a. D., Brag- Smichov, Dvořákova č. 1244. Die Haare der Erzeugerin sind wirklich 2 Meter lang, was die politische Bezirkshauptmonnschaft in Chrudim amtlich beglaubigt hat. 4238 Hauptursache ist die Tuberkulose. Vor ein paar Jahren hat die Regierung in jedem Haufe des Reiches einen hygienischen Spucknapf aufgestellt. Er wurde aber nie gereinigt, dann in den Speicher verschlossen und dem revidierenden Schuhmann dort gezeigt. Der nicht befriedigt, denn über Reinigung und Benutzung der Spucknäpfe ist noch keine Vorschrift ergangen, und so hat noch heute jeder Japaner das verfassungsmäßige Recht, zu spucken, wie und wo er will. Daß Licht und Luft gegen Tuberkulose, gut sind, davon haben die Leute keine Ahnung; beim geringsten Sonnenstrahl tag Der Freischüt". Sonntag„ Die Tere DRUCK- U. VERLAGSANSTALT werden die Fenster verdunkelt, in die überfüllten sina". Schlafzimmer, auch der Besitzenden, darf kein Lufthauch dringen. Vielfach alfoholisiert, fürchtet sich der Durchschnitsjapaner ängstlich vor Erfäl- tag Nickel und die 36 Gerechten", Freitag tung und vermag sich keine Abhärtung aufzu- Glaze u. Bubikopf", Samstag Theodoru. erlegen. Im Zimmer und in den Betten glühen Cie.", Sonntag Der Floh im Chr", Montag 165.27.50 Sohlenbecken( die in den Betten vergittet). Ein Nickel und die 36 Gerechten". junger Schriftsteller richtete wegen Tuberkulose 88.57 50 feiner Frau unter großen Opfern in Kamakura, 60.12.50 Japans Haupttuberkulosefurort, ein Häuschen ein. 4.79.37 Die Frau, die den Haushalt allein führt, ist in 373. 480.87.- zwei Jahren dreimal an den nur fünf Minuten Ware 1358-1364.-.653.75.164.07.50 Geld 100 holländische Gulden .. 100 Reichsmart. 803.75.100 belgische Frants 81.55.1 Pfund Sterling • 100 Lire 1 Dollar 100 französische Franks. 100 Dinar 10.000 magharische Kronen. 100 polnische Bloth 114.17.50 33.70.-87.17.50 59.62.50 4.69.37 367-100 Schilling 477.87.Kleine Chronit. Dunkle Gewalten. 807.75.82.95.115.57.50 34.-Unier den Trägern stöhnten die Arbeiter. Kollegen, Sanitäter eilten herbei. Ein Ingenieur unterfuchte die zerbrochene Kette. Der Bruch zeigte nichts besonderes. Das Eisen schien ganz gesund zu sein. Man fennt sich doch niemals aus", sagte er topfschüttelnd. Willy Möbus. Spielplan der Kleinen Bühne. Heute DonnersHerausgeber Dr. Ludwig Czech. Berantwortlicher Redakteur Wilhelm Rießner. Drud: Deutsche Zeitungs- A.- G., Prag. Für den Drud verantwortlich: O. Hoiit. Gesellschaft mm. beschr. Haft. empfiehlt sich den p. t. Behörden. Vereinen, Organisationen, Gemeinden und Kaufleuten zur Tabellen, Herstellung von Drucksorten wie: Büchern, Broschüren, Zeitschriften. Zirkularen, Mitgliedsbüchern. Einladungen, Plakaten, Flugschriften, Fakturen, Briefpapieren usw. in solider und rascher Ausführung. Setzmaschinenbetrieb und Rotationsbetrieb. IN TEPLITZ- SCHÖNAU Tischlergasse Nr. 6. dustrie zu schwächen, um den im ehemals feindlichen matstadt als ein großer Sonderling. 1873 starb er, Auslande während des Krieges entstandenen chemi- chne noch irgendwie auf wissenschaftlichem Gebiete schen Fabriken Absatzmöglichkeiten zu sichern. hervorgetreten zu sein. machen. W. M. machtlos, gebunden in der Nachtluft schaukelte. Er zog mit seiner ganzen Kraft an der Kette und versuchte, sie zu sprengen. Aber froßig widerstand sie ihm. Arbeiter waren auf den Träger gestiegen, um Der merkwürdige Farbstoff, der von so großer Die Bedeutung des Anilins wurde erft erkannt, das Gleichgewicht herzustellen und ihn in der Höhe weltwirtschaftlicher Bedeutung geworden ist, wurde als die zunehmende Gasversorgung der Städte die in letzte Fesseln schlagen zu können. Spannung lag vor nun 100 Jahren von einem jungen, erst zwan Chemifer veranlaßte, sich näher mit dem Steinkoh Auf der Baustelle warteten schwere Eisenträger. über dem Ganzen. Blößlich ſtöhnte das frante Stetzig Jahre alten Chemiker Otto Underdorben ent- fenteer zu beschäftigen, der bei der Gaserzeugung zu Sie waren feucht und falt. Ueber ihnen redte sich tenglied schwer auf. Den anderen stodte der Atem. deckt. Otto Unverdorben, der als Chemiker zwei nächst nichts weiter als | ein recht unerwünschtes ein hoher Kran in den Nachihimmel. Ketten liefen Gast unmerklich gab die Kette nach, und ehe noch die fellos sehr begabt war, hat ein recht eigenartiges LeNebenprodukt war. Die Arbeiten Justus Liebigs von seiner Höhe zur Erde und legten sich kreuz und Arbeiter begreifen konnten, was vor sich ging, hatte ben geführt. 1806 wurde er in dem kleinen märki- und seines Schülers A. W. Hofsenann bereiteten hier quer neben die eisernen Träger. Wieviel Lasten hatten sich der schwere Träger befreit. Jauchzend stürzte er schen Städtchen Dahme als Sohn eines Material- den Boden vor, auf dem es dann dem Engländer sie schon erduldet, wie hatten ihre Glieder sich ge- hinab, riz die Arbeiter mit sich und zerschmetterte warenhändlers geboren. Von 1823 bis 1824 finden W. H. Perkin gelang, die färbenden Eigenschaften des spannt und Widerstand geleistet, starr und unnach- sie in der Tiefe. Die kleine Dampfmaschine jagte wie wir ihn in dem seinerzeit gut bekannten chemischen Anilin zu entdecken und für die Praxis nusbar zu giebig! O, fie fühlten sich so start und höhnten die wahnsinnig und drohte vor innerer Kraft zu zer- Unterrichtsinstitut von Trommsdorf in Erfurt. Dort eifernen Träger, an die sie sich schmiegten. Wir", springen, erhielt er die erste gründliche Unterweisung als angeso wisperten sie ,,, sind immer frei, wir leben in Licht hender Chemiker. In den nächsten zwei Jahren arEine Riesenbrüde. Die zurzeit größte Span und Sonne, wir sehen den Mond und die Sterne; beitete er dann an der Universität Berlin. In ihr aber, ihr häßlichen, ungelenfen Träger werdet Dahme richtete er sich ein chemisches Laboratorium weite aller Brüden weist die neue Delawarebrüde irgendwo zwischen Steinen verschwinden; auf eure ein und stellte auf Grund eigener Ueberlegungen in Philadelphia auf, die dort am 4. Juli anfäßlich Rücken wird man schwere Lasten legen, und mit Versuche an. So unterzog er eine große Anzahl der 150- Jahrfeier der Unabhängigkeitserklärung dem Füßen wird man euch treten." Die Träger wollten von tierischen und pflanzlichen Stoffen der soge- Verkehr übergeben wurde. Ihre Wittelöffnung widersprechen, aber die Kettenglieder lachten boshaft: nannten trockenen Destillation. Hierbei werden die hat eine Weite von 533.7 Meter, die beiden Seiten,, Wir werden euch fesseln und dann in euer Gefängzu untersuchenden Stoffe durch Hitze oder Fäuluis öffnungen find je 229 Meter weit. Die Brücke, die nis bringen. Wir sind stärker as ihr, wir werden.." 100 Jahre Anilin. zersetzt. Bei der Destillation des Indigos fand dem Straßenverkehr zwischen dem Franklin- Square vor nunmehr 100 Jahren einen seltsamen alfalischen and der Pearlstreet in Camden dient, ist eine StabelAnilinfarben haben heute Weltruf erlangt. Stoff, der eine erstaunliche Kristallisationsfähigkeit Gängebrüde diese Bauart wird noch immer in Selbst der unglückselige Pakt von Versailles er- aufwies, eine farblose Flüssigkeit, die an der Luft Amerika bevorzugt und sowohl wirtschaftlich wie fannte, allerdings in einer für unser Land sehr role, im Wasser mit gelber Farbe lösliche Kristalle schönheitlich als überlegen angesehen. Barallele ach schmerzhaften Weise, die ungeheure Bedeutung dieser bildete. Der großen Kristallisationsfähigkeit wegen werfträger bewirken die Anssteifung. Uober jeden Industrie an. Die Anlage 4 zum Teil 8 dieses Do- nannte er den neuen Stoff Cristallin". Cristallin dieser beiden Träger ist ein Stabel aus parallelen fumentes beschäftigte sich recht eingehend mit diesem war aber nichts anderes als das heutige Anilin, def- Drähten von 762 Millimeter Gesamtdurchmesser ge= Teil der chemischen Industrie. Sie verlangt im wesen Bedeutung man damals noch nicht erkannte.| Spannt. Das Kabel übertrifft alle bisherigen Kabelfentlichen, daß 50 Prozent der bei Friedensschluß in Leider gab der Hoffnungsvolle Chemiker 1830 die diden die Stabel der Brooklynbrüde sind z. B. Deutschland befindlichen Vorräte an Farbstoffen und Chemie als Hauptberuf auf und übernahm den La- nur 460 Millimeter stark. Der Fahrdamm mit zwei chemisch pharmazeutischen Erzeugnissen an die En den feines inzwischen verstorbenen Vaters. Zehn Fußwegen wird von zwei Straßenbahngleisen betente ausgeliefert werden. Es hat auch später nicht an Jahre später führte er in Dahme die Tabakindustrie grenzt. Der Bau der Brüde bat fünf Sobre ceAnstrengungen gefehlt, die deutsche Anilinfarbenin- ein. Er blieb unverheiratet und galt in seiner Hei- dauert, In diesem Augenblick wurden sie von Männern im Arbeitskittel auseinandergezerrt und um die Träger geschlungen. Dann begann eine kleine Dampfmaschine zu arbeiten. Schnell rollten einige Rettenglieder empor; andere glitten abwärts. Plötzlich gab es einen harten Stoß. Der Träger, der mun eingebaut werden sollte, wehrte sich. Aber brutal zog die leine Dampfmaschine durch. Da ging ein leises Stöhnen durch die Kette, und ein Ring flagte: Jch zerreiße, ich fann nicht mehr."" Wirst du aushalten, Du bist genau so start wie wir, schäme dich!" Der Ring nahm seine Kraft zusammen und hielt tapfer us. Immer höher wuchtete der schwere Träger, der " 1