Einzelpreis 70 Heffer. Redaktion und Verwaltung: Vrag, II., Nefazanta 18. Telephone: Tagesredattion: 26795, 31469. achtredattion: 26792. Boftscheckamt: 57544. Inferate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß 6. Jahrgang. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der tschechoslowatischen Republit. Ein kommunistischer Kritiker. Von Wilhelm Nießner. 11 Freitag, 16. Juli 1926. " 1 = Bezugs Bedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post: monatlich.... Kč 16.oierteljährlich halbjährig ganzjährig.... 48.96.192, Rüdstellang von Manuffripten erfolgt nur bei Einfendung der Retourmarten. Erscheint mit Ausnahme Des Montag täglich fri Nr. 164. Die englischen Bergarbeiter unnachgiebig. Ablehnung eines neuen Vermittlungsversuches. Ein optimistischer Reuterbericht. die nationale Frage lösen wird", sauf den deutschen arbeitenden Menschen lastet, heit der Wegbereiter für die interein Stückchen weiter aber versichert er mit der ebensowenig dienlich wäre, wie jede Erleichte- nationale fapitalistische Reatselben Emphase, auch die Kommunisten sei en rung der Lebensbedingungen der proletarischen tion gewesen, er hat die Arbeiterklasse in selbstverständlich" für eine na- Massen überhaupt. Die kommunistische Partei ihrer Abwehrkraft troß alles Siegesgeschreies tionale Verständigung, für brüder- ist ein Produkt der zerrütteten Verhältnisse der und aller aufgedonnerten theatralischen„ Akliche Zusammenarbeit der Nationen, und die Nachkriegszeit; je verworrener, zerrütteter und tionen" der Kommunisten verhängnisvoll geMan wird uns nicht nachsagen können, Forderung nach Beseitigung des nationalen schlechter diese Verhältnisse sind, desto üppiger schwächt. Die Kommunisten sind im Parladaß wir den kommunistischen Stänkereien und Unrechts werde von ihnen nicht erst„ bis gedeiht die bolschemistische Pflanze. Der poli- mente troß ihrer großen Zahl keine wirkende Anrempelungen die das tägliche Brot ihrer zum Lage unseres Sieges ber- tische Zusammenschluß der bürgerlichen Par- Kraft, die Arbeiterschaft wird Presse sind, große Beachtung schenken. Das ist ich oben" und angeblich kämpfen sie schon teien droht eine Einigung des sozialistischen ihnen keinen, auch nicht den kleinim allgemeinen überflüssig, denn welchem Ar- jezt Tag für Tag" gegen jedes nationale Un- Proletariats zu bringen, der Gedanke läßt it en Erfolg zu danken haben. Ihr beiter, der vom kommunistischen Phrasengetöse recht im Kleinen wie im Großen. Wenn die Herrn Stern nicht einmal in Moskau seine Ruf nach der proletarischen Einheitsfront ist nicht betäubt ist, drehen diese vom heuchleri- nationale Frage erst nach der Weltrevolution, Ruhe finden. Und so schreibt er sozialisten- mur das Eingeständnis ihrer eigeschen Ruf nach der proletarischen Einheitsfront die von den Kommunisten aber leider wegen töterisch darauf los, wobei ihm allerdings das nen Wirkungsunfähigkeit, das begleiteten öden Schimpfereien nicht den schlechten Wetters abgesagt und auf unbe- kleine Malheur passiert, die politische Einigung Eingeständnis ihres schlechten Magen um! Auch haben wir Nützlicheres zu stimmte Zeit vertagt wurde, zu lösen ist, des Bürgertums dem Ausgleichsantrag der Gewissens. Dieser Ruf wird so lange nur tun, als die Kommunisten, die oft zwei Drittel warum wollen denn sie nicht erst so lange deutschen Sozialdemokraten zuzuschreiben, wäh- als Schwindel angesehen werden können, als des Raumes ihrer Zeitungen den Entladungen warten, warum haben sie sich selber schon für rend jedes politische Kind sehen muß, daß die sie nicht die Bekämpfung der Bourgeoiste an des ihnen anbefohlenen Hasses gegen die So- den Kampf auf dem Boden der kapitalistischen Machtergreifung der internationalen Bour- Stelle der Sozialdemokratie zu ihrer obersten zialdemokratie widmen, ein Beginnen, dessen Gesellschaftsordnung sogar ein eigenes geoisie nichts anderes ist, als der Ausfluß Aufgabe machen werden. An der Tatsache, daß Langweiligkeit nur noch von seiner Fruchtlofig- nationales Programm zugelegt, der tatsächlichen We acht verhält es die fommunistische Zerstörungsarbeit ist, feit übertroffen wird. Nur Extraleistungen der und warum strengen sie sich so an, den Ein- nisse im Staate, an denen die kommu- welche wie in einem Dubend anderer Länder Kommunisten können ein sozialdemokratisches druck zu erwecken, der Kampf um die Tages- nistische Partei ihr vollgerüttelt Maß von auch in der Tschechoslowakischen Republik die Blatt, das den Kampf gegen Kapitalismus und forderung der Arbeiter" sei ihnen Herzenssache, Schuld hat und als die Folge der sozial Reaktion in den Sattel gesetzt hat, wird Reaktion zu führen hat, zu einer Polemik ver- da am Tage nach der bolschewistischen Revolu- demokratischen Wahlschlappe im weder durch Verdrehungen etwas geändert weranlassen. Eine solche Extraleistung hat der kom- tion doch ohnehin alle Probleme im Handum- November des Vorjahres. Der No- den, noch durch die Ausbrüche der alttestamenmunistische Abgeordnete Viktor Stern, drehen werden gelöst werden? Wer wird auf vemberwahlsieg der Kommunisten ist in Wahr- tarischen Haßgefühle des Herrn Viktor Stern derzeit nach Moskau abfommandiert, im Antwort warten? Man kennt ja das kommuReichenberger Vorwärts" geliefert. Vom Ton, nistische Schema zur Genüge: was die Sozialder ihm beliebt, von den Schimpfereien, die er demokraten tun, ist klassenverräterisch; tun die als kommunistisches Kleingeld stets zur Hand Kommunisten dasselbe, dann ist es im höchsten hat, sei geschwiegen. Wollte man ihm, der Mi- Grade revolutionär und zweckdienlich. mojennerven hat, mit gleicher Münze zahlen, Das ganze Unglück der Sozialdemokratie man riskierte, daß er wie schon oft, zum bür- rührt daher, daß sie auf die weißen Ratschläge London, 15. Juli.( Eigenbericht.) Der wurde vertagt, damit beide Parteien darüber begerlichen Klassengericht liefe, um sich von ihm, der Kommunisten nicht hören wollen. Die Vorstand der Bergarbeitergewerkschaft hielt hente raten wanen, welche weitere Maßnahmen- ge mit Hilfe des sauberen Preßgesetzes, seine Ehre Kommunisten hätten von allem Anfang an eine längere Sigung ab, die sich mit dem Vermitt- troffen werden sollen. teparieren zu laffen, eine Praris, die unserem prophezeit, was bei dem von den sozialdemo- lungsversuch der Kirchenfürsten befaßte. Diese hatBlatte schon viel Geld für Advokatenspejen ge- fratischen Führern verlangten nationalen Aus- ten vorgeschlagen, daß die Bergarbeiter wa hrend der nächsten vier Monate bei unfoftet hat, wobei uns nur der Gedante aufrecht gleich herauskommen werde: eine Einheitsfront veränderter Arbeitszeit und unveränderten Löhhielt, daß dies eben ein Teil des kommunisti- der Kapitalisten aller Nationen gegen die Ar- nen die Arbeit wieder aufnehmen sollen. In der Schritte zahlreicher Streise, inklusive der heutigen London, 15. Juli.( Reuter.) Infolge ernster schen Klassentampfes und des Kampfes gegen beiter. Herr Stern hat vor dem nationalen zwischenzeit soll der Versuch gemacht werden, über Beratungen zwischen Regierungskreisen und den die Sozialdemokratie ist. Nein, die Schimpf- Ausgleich der nach ihm nicht zu bewerk- eine rationelle Entlohnung und eine rationelle Ar- Bergarbeitern, erwartet man, daß die Kohlenrosinen seien nicht beachtet, der Kuchen, in den stelligen ist gewarnt, aber es hat nichts ge- beitszeit im Bergbau eine Einigung herbeizufüh- frije Ende dieses Monates ihren Abschluß finden ste eingebacken sind, ist auch interessant genug. nüßt. Die Bourgeoisie aller Nationen hat den ren. Sollten sich beide Parteien innerhalb dieser wird. Einige Vorschläge der englischen Bischöfe Herr Viktor Stern unternimmt nichts Typ, den ihr Dr. Czech mit jeinem Ausgleichs- vier Monate nicht einigen, dann sollte ein zur Beseitigung der Kohlenfrise wurden in der weniger, als den Versuch, zu beweisen, daß an antrag gab, schlau, wie sie schon ist, aufgegriffen Schiedsgericht in letzter Instanz entscheiden. Wäh- heutigen Sitzung des Vollzugsausschusses der dem Zusammenschluß der tschechischen und deut- und hat den Ausgleich zur Tatsache gemacht. rend der Uebergangszeit sollte wie bisher eine Re- Bergarbeiter geprüft. Auch der Premierminister fonferierte heute mit den Ministern, die an dem schen bürgerlichen Parteien innerhalb der Re- Allerdings in einer ihren Bedürfnissen ent- gierungssubvention gezahlt werden. Der Vorstand des Bergarbeiterverbandes Bergarbeiterkonflikt das größte Interesse haben. gierungsmehrheit die deutschen Sozialdemokra- prechenden Form, aber das kommt davon, hat dieses Angebot nicht angenommen; der Berg- Der Führer der Bergarbeiter Cook erklärte, daß ten und ihr nationaler Ausgleichsantrag schuld wenn man entgegen den Warnungen der Kom- arbeiterführer Cook erklärte, daß vorläufig keine die Vorschläge der Bischöfe den Grubeneigentümern sind. Wie diese Beweise ausschauen, das ist aus munisten Ausgleichsanträge stellt! Herr Stern Delegiertenkonferenz in Aussicht genommen sei, und der Regierung mitgeteilt wurden. Inzwischen den frausen Gedankengängen nicht leicht her- wirft wie ein Jongleur mit Tatsachen und da die Lage unverändert sei. Die Bergarbeiter hät- stimmte der Vollzugsausschuß der Bergarbeiter auszuschälen. Einerseits erklärt er es als eine Begriffen herum. Den nationalen Ausgleich ten den vermittelnden Bischöfen erklären müssen, einer Konferenz mit dem Kongreß der Trade lächerliche Utopie, von der tschechischen Bour- zwischen den Völfern verwechselt er und daß sie weder zu Konzessionen in dere. Lohnfrage Unions zu. geoisie zu erwarten, daß sie auf einen Aus- nicht einmal geschickt mit der, wenn auch noch in der Frage der Arbeitszeit bereit seien. London, 15. Juli. In seiner gestrigen Rede gleich eingehen werde, andererseits, der natio- nicht formell und politisch, so doch ideell und nale Ausgleich,„ a Iso das, was die jo- flaffenmäßig längst bestehenden internationalen Die Trade Unions lagen jede mögliche erklärte Churchill u. a., er sei überzeugt, daß es für die öffentliche Meinung und das Parlament zialdemokratischen Führer ver- Einheitsfront der Kapitalisten. Der politische ein Leichtes wäre, die Arbeiter baldmöglichst zu langen", sei in dem parlamentarischen Bu- Zusammenschluß der bürgerlichen Parteien zur London, 15. Juli.( Reuter.) Die Sigung einer Kooperation zu zwingen, wenn sie nicht die sammenschluß der Bourgeoisie schon ver- Förderung ihrer materiellen Zwecke ist ihm des Bollzugsausschusses der Bergarbeiter und des regionale Theorie aufgeben würden. Falls die wirflicht. So also sieht die Verwirklichung dasselbe wie die Forderung nach Herbeiführung Generalrates der Trade Unions dauerte zweiein- Grubenindustrie nicht auf eine gesunde Grundlage eueres Jdeals aus, ihr sozialdemokratischen eines nationalen Rechtszustandes. Da kann halb Stunden. Offiziell wird mitgeteilt, daß der gestellt wird, habe England eine lange Periode Führer: Warum freut ihr euch nicht, da doch man wirklich nichts machen. Aber er durch Generalrat der Trade Unions beschloß, den der Not zu gewärtigen. Die allgemeine Lage sei das geschehen ist, was ihr verlangt habt?" Das schaut: die Sozialdemokraten wollen nur des- Bergarbeitern jede mögliche Hilfe heute immerhin besser als im Jahre 1921, wo im sell bösartig sein, ist aber doch nur konfus. halb den nationalen Ausgleich, damit sich die zu gewähren und zu ihrer Unterstützung im Rohlenarbeiterstreif die Zahl der Arbeitslosen die Herr Viktor Stern will die Sozialdemokratie Bourgeoisie international zum gemeinsamen ichigen Konflikte Geld zu beschaffen. Die Sigung gegenwärtige um mehr als eine Million überstieg. wieder mal entlarven, aber er entlarvt nur Kampfe gegen die Arbeiterschaft zusammenetwas, was wir mit Rücksicht auf seine stark schließe. Es. hätte gar nicht des tiefschürfenden Die außerordentlichen Bollmachten Valutastabilisierung, der Besserung der Wirtentwickelte Neigung, das Preßgejez der all- Geistes des Herrn Viktor Stern bedurft, um schaftslage des Staates usw. beziehen. nationalen Koalition gegen unser Blatt zu stra- diesen sozialdemokratischen Plan aufzudecken, der polnischen Regierung. pazieren, nicht nennen fönnen. Die Verfündi- denn offen sei ihm zugestanden, daß die deutsche Warschau, 15. Juli. Der Verfassungs 10 Prozent Steuererhöhung in Polen. gung, die Stern der Sozialdemokratie zur Last Sozialdemokratie neben der Befreiung der ausschuß des Sejm hat heute in dritter Lesung legt, ist, daß sie im Parlamente den bekannten deutschen Arbeiter und Angestellten von der das Gesezesprojekt betreffend die außeror- Warschau, 15. Juli. Jm Gefeßesblatt ernationalen Ausgleichsantrag eingebracht hat. nationalen Unterdrückung wirklich auch den Zu- dentlichen Vollmachten für die Re- schien eine Verordnung des Finanzministers, mit Er spottet über die herrliche revolutionäre sammenschluß der Bourgeoisie durch den natio- gierung angenommen und in dem von der Re- welcher ab 16. d. M. eine 10prozentige Erhöhung Idee" der sozialdemokratischen Führer, daß nalen Ausgleich erstrebt, allerdings auch und gierung vorgelegten Texte weitgehende Aen- aller direkten und indirekten Steuern mit Auszuerst die nationale Frage gelöst sein müsse, dies vor allem: den Zusammenschluß des derungen vorgenommen. Die vom Ausschuß ge- nahme der Einkommensteuer in Kraft tritt. Gleichbevor man richtige Klassenfampfpolitik machen sozialistischen Proletariats, die Herstellung nehnrigten Vollmachten entziehen der Re- zeitig tritt am 16. ds. eine 10prozentige Erhöhung könne, gleich darauf erklärt er es selber für reiner Klassenfronten. Wenn das Stern für gierung das Recht zur Dekretierung von Verord- der Postgebühren in Kraft. eine unbestrittene Tatsache", daß eine epochale Entdeckung hält, daß wir die mungen, welche sich u. a. auf die Annahme des Staatshaushaltes, auf die Festsetzung des Redie Bourgeoisie die nationalen Gegenfäße zur nationalistischen Nebel, welche die Entwicklung frutenkontingentes, den Abschluß von internatioOslo, 14. Juli. Das Odelsting hat heute mit Schwächung des proletarischen Klassenkampfes des Klaffenbewußtseins bei vielen Arbeitern nalen Verträgen, Kriegserklärungen, Einsetzung auszunüßen sucht. Man sollte glauben, daß hemmen, zerstreuen wollen, so kann man ihm von neuen Steuern und Erhöhung von Zöllen, 62 gegen 50 Stimmen beschlossen, gegen den eheAenderung der Wahlordnung usw. beziehen. Da- maligen Ministerpräsidenten Berge beim Reichsnur das eine oder das andere richtig sein könne, diefe primitive Freude gönnen. aber ein richtiger kommunistischer Leser, so Wenn aber Herr Viktor Stern den Kampf gegen ermächtigen die Vollmachten die Regierung gericht Anklage zu erheben. Der Vorschlag, auch hofft Stern, liest über solche schreiende Wider- der Sozialdemokraten für das wirkliche natio- und den Präsidenten der Republik u. a. zur De- die anderen Mitglieder des Kabinetts Berge mit sprüche hinweg und läßt sich noch ganz andere nale Recht aussichtslos hält, warum ist er denn fretierung von Verordnungen mit Gefeßeskraft, Ausnahme von Sanne und Rolfsen vor das welche sich auf die Reorganisierung und Verein Reichsgericht zu stellen, wurde ebenfalls mit 58 Zumutungen an seine Leichtgläubigkeit gedul- gar so aufgeregt und verärgert? Es sei ihm fachung der staatlichen Verwaltung, die Unifi- gegen 54 Stimmen angenommen; der Antrag auf Sig gefallen. So behauptet Herr Stern, die verraten: weil er und die Kommunisten den zierung der Gesetzgebung, die Regelung der Ar- Annahme einer Mißbilligungserklärung gegen den Sozialdemokraten vergäßen„ die Kleinigkeit, nationalen Ausgleich wie die Pest fürchten, beitergesetzgebung und der sozialen Lasten, die Ministerpräsidenten Lykke wurde dagegen mit 65 daß nur der Sieg des Proletariats weil ihnen die Lockerung des Drucks, der heute Sicherstellung des Budgetgleichgewichtes, der gegen 47 Stimmen abgelehnt. * Hilfe zu. * Ministerantlage in Norwegen. Seite 2 Im Zeichen der Rationalisierung. Das franzöfifche Kabinett verlangt ein Ermächtigungsgefeß. 16. Juli 1926. Agrarische Solidarität“. 3weds fistalischer Maßnahmen zur Berteidigung des Frant. Paris, 15. Juli. Der Kabinettsrat hat übermäßige Ankäufe im Auslande bedingt, wesent- demokraten aufzuhetzen. Es wird darin ausgeBerlin, 14. Juli 1926. Gestern ist es, wie man aus fürzeren Mel- nach dreistündiger Beratung die Vorlage über den lich einzuschränken. Dungen schon weiß, auf dem Berliner 3en- finanziellen Wiederaufbau genehmigt. Sralarbeit nachweis zu einer Störung Wie die Kabgentur erfährt, verlangt die Regieder„ Ordnut gekommen. Die Räumlichkeiten rung durch Bollmachtsübertragung das Recht, im Der Frant fällt inzwischen weiter sind überfüllt, die Zahl der Beamten ist viel zu Verordnungswege ausschließlich fistaflein für das ständig wachsende Heer der Erwerbs- lische Maßnahmen, wie z. B. die Fest- beträchtlich gesunken, amtlich auf 197 Paris, 15. Juli. Der Frank ist wiederum Tosen. Stundenlang müssen die vielen Tausende, segung der Steuersätze und Zolltarife sowie Auf- und nachbörslich auf 200 gegen das englische die arbeiten wollen und nicht arbeiten können, nahme von ausländischen Krediten, zur Verteidi- Pfund. In Börsenkreisen wird dies als ein auf ihre Abfertigung warten; unterernährte gung des Frank treffen zu können. Hingegen sollen Zeichen der bestehenden Unsicherheit geMänner, ausgemergelte Frauen, halbe Kinder keine administrativen Maßnahmen dentet und zwar: fragen Woche um Woche, Monat um Monat um auf dem Verordnungswege getroffen werden. Erwerb nach, aber nichts will sich für sie finden. Da hat man auf den Bedarf der Landwirtschaft, auf die Belebung der Baugewerbe gewartet, die sonst stets im Frühjahr einzutreten pflegten. Aber wir sind schon im Hochsommer, die Zahl der Erwerbslosen aber hat so gut wie gar nicht ab genommen. Ja in Berlin steigt sie noch immer an, eine Woche nach der anderen. Die färgliche Unterstüßung reicht kaum zur Befriedigung der nackten Existenz aus, und da will man sich wundern, daß sich unter den Opfern der Krise Hoffnungslosigkeit breit macht, die zur Verzweiflung anwächst und die kapitalistische Ordnung" zu bedrohen beginnt? In den jüngstvergangenen Wochen ist viel von der Beschaffung von Arbeit geredet worden. Der Reichstag hat, den Forderungen der Gewerkschaften folgend, ein umfangreiches Programm aufgestellt. Der Reichswirtschaftsminister hat auf der Tagung des Bundesausschusses des Allgemeinen Gewerkschaftsbundes vor einigen Tagen mitgeteilt, daß die Regierung sich bereits mit der Aufstellung der Pläne beschäftige, nach denen diese Arbeiten ausgeführt werden sollen. Man hat zunächst, wie das in solchen Fällen zu gehen pflegt, eine neue Behörde gebildet, eine Ministerialfommission aufgestellt, die die Arbeitsbeschaffung nach einheitlichen Regeln durchführen soll. Das heißt, es müssen erst die verschiedenartigen Kompetenzen" niedergekämpft werden. Das Reich hat zwar, in der grauen Theorie, die oberste Gewalt; aber noch viel größer ist die Gewalt der Länder und der Gemeinden, sobald es sich darum handelt, unbequeme Beschlüsse des Reichs nicht durchzuführen. Der Streit um die Kompetenz" tobt sich gerade am heftigsten bei den Arbeiten aus, die von der öffentlichen Hand jetzt zuerst in Angriff zu nehmen wären: dem Umbau des Straßenneges zur Anpassung an die neuzeitlichen Verkehrsbedürfnisse, beim Ausbau der Wasserstraßen und Kraftwerke, bei der Urbar machung von Dedland und dessen Besiedlung, und fchließlich noch bei der Erneuerung und Erweite rung des Eisenbahnwesens, auf das das Reich feit dem Dawesabkommen nur noch geringen direkten Einfluß hat. erstens der innerpolitischen Unsicherheit, weil Kammer noch nicht bestimmt ist, und das Schicksal der Regierungsvorlage in der Die Regierung wird auf der raschen Verab schiedung der Vorlage im Parlamente beharren, wobei ihr die soeben durch die Kammer vorgenom menen Henderungen der Geschäftsordnung zugute awweitens als eine außenpolitische kommen sollen. Der Kabinettsrat hat ferner be- Unsicherheit, weil gewisse amerikanische Kreise schlossen, vorläufig keine neuen Beamten in dem Briefwechsel zwischen Caillaug und mehr einzustellen, alle Neubauten, selbst diejeni- Churchill einen verhüllten Appell für eine gen, welche im Budget vorgesehen sind, vorläufig Revision des Mellon- Beranger- Abkommens mit zu unterlassen und ferner das Personal der Mi- Amerika und vielleicht sogar des gesamten internifterien auf den Stand von 1914 herabzusehen. nationalen Schuldenproblems erblicken wollen, was eine Verstimmung in Amerika zur Folge haben müßte. Nach der Abstimmung über das Vollmachtsgesek gedenkt die Regierung jenen Verbrauch, der Die agrarische Presse veröffentlicht Artikel, die den offenkundigen Zweck verfolgen, die Dienstboten gegen die Sozialversicherung und die Sozialführt, daß eine mittelbäuerliche Wirtschaft die Belastung nicht aushält, daß die gesamten Beiträge für die Sozialversicherung gezahlt werden. Dann tommt der Hauptschlager: ,, Unseren landwirtschaftlichen Dienstboten muß daher der Sozialisierungs- und Krankenversicherungsbeitrag bezw. die Hälfte dieses Beitrages unter allen Umständen bom Lohn abgezogen werden. Sollte die dadurch entstehende Lohnverfürzung unerträglich werden, dann müßte eher der Lohn entsprechend erhöht, keinesfalls aber der Versicherungsbeitrag nachgesehen werden. Unsere landwirtschaftlichen Dienstboten sollen dadurch auch erfahren, welche segensreiche Einrichtungen ihnen seitens ihrer sozialistischen Arbeiterberfreter gegeben wur den. Sie werden sich dabei auch am allerbesten einen Begriff machen von der roten Gesetzgebung, der dieses Sozialversicherungsgeseh entsprossen ist. Die Abzüge müssen allerdings vierteljährlich gemacht werden, da ein Abzug am Ende des Jahres nicht zulässig ist." In unsere landwirtschaftliche Kanzlei kamen vor einigen Tagen einige Dienstboten und verlangten, man möge gegen die Einführung der Sozialversicherung für die Landwirtschaft schärfstens Stellung nehmen, da sie unter feinen Umständen auf sie entfallenden 50prozentigen Anteil tragen werden." Es handelt sich um ein förmliches Diktat an die Bauern, unter allen Umständen(!) die auf osten des inneren Konsums, auf Methoden des Schutzolles die Preise in die Hälfte des Betrages abzuziehen. Das läßt darauf aften der arbeitenden Bevölkerung; Höhe treiben und durch Druck auf den Arschließen, daß einsichtige Landwirte dies freiwillig die muß die Rationalisierung bezahlen mit sinken beitslohnt die Produktionskosten senken. In nicht tun würden. Wie sehr es sich um eine syste dem Lohnanteil und steigender Eriverbslosigkeit. dieser Beziehung geht der vornehmlich Roggen matische Hetze gegen unsere Partei und gegen das Wie außerordentlich der Anteil ist, den die Lohn- und Kartoffeln erzeugende Großgrundbesitz des Gesetz handelt, beweist auch ein Artikel der„ Landsumme an den Kosten des Umstellungsprozesses Ostens voran, und zum Teil folgt ihm noch die poft", wo es heißt: der deutschen Wirtschaft trägt, geht aus folgendem mittlere Bauernschaft. Nichts kennzeichnet vielhervor: Nach dem Voranschlag der Reichsfinanz leicht die Rückständigkeit der deutschen Agrarwirtverwaltung sollte das Aufkommen aus der Lohnschaft besser, als die von Otto Hörsing, dem Bun steuer monatlich 100 Millionen Mark betragen; desvorsitzenden des Reichsbanners, kürzlich festeingegangen sind aber in den letzten Monaten im gestellte Tatsache, daß von den zumeist gut deutschDurchschnitt nur etwa 80 Millionen Mark. Sett nationalen oder völkischen Großgrundbesitzern man den durchschnittlichen Steuersatz mit drei noch immer mindestens eine Million ausProzent an, so bedeutet das einen monatlichen ländischer Arbeiter beschäftigt werden. Es mag schon sein, daß sich Dienstboten, die Lohnausfall von mindestens 600 bis 700 Mil- Nicht etiva aus Liebe zum Ausland, sondern aus man im Bund der Landwirte" im Sinne der lionen Mark, bei einer monatlichen Lohnfummte dem Grunde, weil die polnischen, die ruthenischen, Großagrarier erzog, sich zu solchen Schritten vervon etwa drei Milliarden Mark im Durchschnitt die Arbeiter vom Balian billiger und wil- leiten ließen. Aber das Ganze zeigt in Wirklichtiger sind als die einheimischen Arbeitskräfte. feit eines: daß die Behauptung der Agrarier, des vorigen Jahres berechnet. Welchen Anteil hat dagegen die Unter- Den deutschen Arbeitern hat man noch niemals ohne 3ollerhöhungen sei es ihnen nehmerrente an den Kosten der Rationali- den Vorwurf machen können, daß sie ihrem aus- nicht möglich die Lasten der Sozialfierung? Das läßt sich nicht so eindeutig ermitteln, ländischen Klassengenossen mit Abneigung gegen versicherung zu tragen, sich hinterher wie bei der arbeitenden Bevölkerung durch den übergetreten wären, auch wenn sie noch auf einer als ganz gemeines Manöver entpuppt. Jetzt, wo Abzug vom Lohn oder Gehalt. Den Unternehmern niedrigeren Stulturstufe stehen als sie selbst. Aber sie die Zollbeute in der Tasche haben, geht ihre stehen tros Buchprüfung durch die Steuerbehörden wer will es ihnen verdenken, daß sie sich dagegen Habsucht so weit, die Lasten der Sozialversicherung und trotz eidesstattlicher Erklärung noch viele wehren, daß eine Million fremder Arbeiter von möglichst von sich abzuschütteln. Beim Zollkampfe Wege offen, um ihr Einkommen zu verschleiern den Agrariern ins Land gezogen werden, wäh war die landbündlerische Parole die: aus Soli und den Kapitalbildungsprozeß zu verdecken. In rend zu der gleichen Zeit in Deutschland zwei darität muß einer für den anderen eintreten. dem Organ des Hamburgischen Welt- Wirtschafts- Millionen Erwerbslose Arbeit und zwei Millionen Aus Solidarität muß also der Kleinlandwirt die Archiv wird das bisherige Ergebnis der Krise so Sturarbeiter vollen Erwerb suchen? Kosten der Zollpolitik zugunsten der Großbauern Der bekannte englische Nationalökonom und Großgrundbesitzer auf sich nehmen beschrieben: Sie hat den stärksten Wettbewerbern eine Erweiterung ihres Machtbezirks verschafft. Seynes hat fürzlich auseinandergesetzt, daß er jetzt, wo der durch die Zölle gerettete" Bauer und Die Banten haben die Kräfteverteilung zivi einen Umschivung der Dinge nur von einem po- Großagrarier zugunsten der Aermsten, Bisher ist also von der Arbeitsbeschaffung schen Industrie und Finan; int Sinne der Bor- litischen Sturm erwarte, der im Lager der Dienst boten etwas tun foll, bera genug geredet worden, aber wenig ist darin friegsverhältnisse wieder hergestellt. Ein großer der Arbeiter ausbrechen werde, wenn es sich sagt plöblich die bisher den andegeschehen. Inzivischen aber sorgt die Ratio- Teil der Nachkriegsgründungen ist ausgeschaltet. herausstelle, daß die Dawes- Zahlungen, mit denen ren gepredigte Solidarität. Sie vernalisierung der Industrie mit immer gleichblei Die Konzentration hat mächtige Fort- Krise und Rationalisierung eng zusammenhängen, fagt nicht nur beim Mittelbauer, sondern erst recht bender Grausamkeit dafür, daß die industrielle schritte gemacht, und der Aufbau von Mono- nur mit Hilfe eines fräftigen Lohndrucks bewirkt auch beim Großbauern und Großgrundbesizer, die Reservearmee, daß die Zahl der Arbeitslosen nicht polpositionen vollzieht sich unter anspor- werden könnten. Die gegenwärtige Arbeitslosigkeit ja durch den Bruch der Solidaritätsparole am abnimmt. Er wird versichert, daß dieser Ratio- nenden Zurufen einer öffentlichen Meinung, die sicht er als die erste Phase dieses Prozesses an, meisten profitieren. Wie immer ist auch in die nalisierungsprozeß gute Fortschritte mache, und sich in jeder anderen Lage vor Trustbildungen In der Tat hat auch schon das Ergebnis des in der Tat hört man schon aus einer ganzen befreuzigi hätte wie bei dent Erscheinen des leib Volfsentscheids gezeigt, wie tief die Empörung Reihe von Industrien, daß sie nicht nur mit haftigen Satans. Er bietet sich als Diener der der Massen über die jetzigen Zustände geht. Es einer wesentlich geringeren Arbeiterzahl ihre Er- Rationalisierung an und wird ohne gemeinwirt wird Aufgabe der Sozialdemokratischen Partei und der Gewerkschaften sein, diese Empörung zeugung erhöht hätten, sie haben auf dem Welf- fchaftliche Rautelen eingekleidet." martt bereits wieder die amerikanische Ronkurrenz Sucht die Industrie die Rationalisierung nicht in Afte der Verzweiflung ausarten zu lassen, eingeholt. Das gilt vor allem für die Elektroindu- immerhin durch Verbesserung des technischen und wie auf dem Berliner Arbeitsnachweis, sondern strie, für die chemische Industrie, für die Eisen organisatorischen Apparats, sowie durch die Kon- sie zu politischer Macht werden zu lassen, erzeugung, auch für gewisse Zweige der Textil- zentration der Betriebe zu erreichen, so will die damit endlich bessere Zustände geschaffen werden industrie. Dieser Erfolg ist aber erzielt worden Landwirtschaft noch immer mit den alten können. 60 Aus dem Tschechischen von Richard Brandeis. Moral en gros. Ein Roman wider alles Herkommen Von Jiři Haußmann. V.: Oh, bitte sehr, Sie brauchen sich gar nicht zu bemühen, ich habe selbst eine Idee. Ich stieß nämlich irgendwo zufällig auf das Sprich wort: Ende gut, alles gut" und da fiel mir ein, daß vielleicht ein recht normaler, ganz gewöhnlicher Abschluß die Absonderlichkeiten des vorausgehenden Tertes vielleicht teilweise wieder gutmachen könnte • aber dem Falle das agrarische Kapital die Nutznießerin der landbündlerischen antisozialen Politik. Bei dem Mangel einer wirklichen Organisation auf Seite der Dienstboten mag den Landbündlern das schmutzige Geldgeschäft mit der Ersparung der Hälfte der Beiträge gelingen, ob ihnen darüber hinaus das alberne politische Geschäft gelingt, daß die Dienstboten restlos gegen die Sozialdemokraten aufgeftachelt werden, ist eine andere Frage. Denn soviel begreift auch der einfachste Mensch, Eingreifen der Großmächte, stets pünktlich und Mit einem Male bedeckte sich der Horizont- Nur weiß ich jetzt nicht weiter: Soll ich sie zur rechten Zeit ein. Mit Recht konnte Chryfo- unerwartet schnell mit dichten Wolfen, und kaum auf dem Infelchen einander näher kommen laſſen, pras witzig darauf hinweisen, daß seine einzige waren die Ausflügler auf das Verdeck der Ve- wie weiland Aeneas und Dido in der Grotte, Beschäftigung, nämlich das Kuponschneiden, jetzt gleithacht geflüchtet, strömte ein dichter Platzregen oder soll ich Miß Marys ohnmächtig werden überflüssig getvorden sei. nieder, verbunden mit einem wilden Orkan und lassen, und ihren Lebensretter in allen Ghren... Das Freundschaftsverhältnis zwischen den unheilverkündendem Dröhnen des Donners. Die D. g. T.: Entschieden in allen Ehren, ganz beiden Finanzmagnaten festigte sich durch wie- undurchdringliche Finsternis wurde von Zeit zu entschieden! Wenn Sie in ihrem Roman derholte gegenseitige Besuche; ihre Beziehungen Zeit von blendenden Blitzen erhellt, deren Wieder- folche Verbesserungen anbringen, müssen Sie auch nahmen ständig an Vertraulichkeit zu, die letzten schein die von den wilden Wogen zerfurchtete mit Ihren Leserinnen vom Lande rechnen und Spuren der einstigen Rivalität waren in Ver- Wasserfläche noch unheimlicher und dämonischer hier geffenheit geraten kein Wunder daher, daß erscheinen ließ. V.: Auch mir sagt eher die zweite Variante Die Yacht allerdings bot den Reisenden, die zu: Brutus fann nämlich infolge seines unfreidieser Zustand auch auf die jungen, edlen Herzen des Expräsidenten Bruins und der humanen Miß sich in dem furiös eingerichteten Spielzimmer ver- willigen Bades erkranken, er kann drei Monate Marh nicht ohne Einfluß blieb fammelten, um über die entfesselte Wut der Ele- oder sagen wir wenigstens sechs WochenD. g. T.: Gut, Freundchen, sehr gut! Schaut, mente hinter dem Roulettetisch laut zu lachen, in Todesgefahr schweben und kann nur durch die schau, ich wußte nicht, daß Sie sowas auch fön- ein gefahrloses Obdach. Aber zwei verzweifelte aufopfernde Fürsorge und geschickte Pflege seiner D. g. T.: Hm; ein Abschluß? Und wie nen... Nun, lassen Sie sich nicht stören, fahren Aufschreie, die fich fast gleichzeitig den Kehlen der Verlobten aus ihren Fängen( nämlich der Todesdenken Sie sich den? Sie nur so weiter fort! beiden alten Großfinanziers entrangen, bereiteten gefahr) gerettet werden. V.: Mir schwebt ein gutes, glückliches Ende, V.: Zwar feimte schon lange gegenseitige der allgemeinen Fröhlichkeit ein jähes Ende. D. g. T.: Fabelhaft, lieber Freund, fabelfrei von Pessimismus und gekrönt von der Ehe Liebe in ihrem distingierten Innern, aber keiner Wo ist mein Sohn?!"- rief Argyropras. haft! Würden Sie mir nicht von Zeit zu Zeit zweier sich liebender Wesen, vor Augen... Ein der Liebenden wagte es, die auf dem Grunde der Wo ist meine Tochter?!" jammerte einen Beitrag für das„ Echo Böhmischer Auen" fogenannter versöhnender Afford der liebe Seele verheimlichten Gefühle offert auszusprechen, Chrysopras, oder für das Glückliche Heim" einsenden? In der Tat Leser hätte den Eindruck, daß er eben Frenens bis einmal das Schicksal selbst eine passende Gefie waren nicht da. Das aber fahren Sie fort, bitte, ich bin ungemein neu fleinen Roman) verbaut habe... auch die legenheit herbeiführte: Kritik würde vielleicht nachsichtiger.. Es dämmerte bereits, als die fröhliche Gesell- ganze Schiff wurde sofort nach allen Richtungen D. g. T.: Die Idee ist nicht schlecht; es fa fchaft auf Sespai in fleinen Kanoes von einem durchsucht, das Meer mellenweit mit Riesenre- gierig, wie es endet! fich nur, ob Sie sie durchführen könnten. entzückenden, ganztägigen Ausfluge heimkehrte, flettover feuchtet, Rettungsboote hinabgefassen alles vergebens, von den Verschwundenen war V.: Ich verstehe schon, Meister: Sie fuhr langfam, um all die zauberische SchönWährend dieser Ereignisse verbrachten heit der hereinbrechenden Nacht voll zu genießen! teine Spur zu fehen. D. g. T.: Ausgezeichnet, lieber Freund, ausdie erlauchten Bewohner der Sommersiße auf mit stummer Bewunderung blickte sie auf die D. g. T.:... ihre Flitterivochen auf vierHawai glückselige Tage sorgloser Ruhe mit Ver- grünen dem Himmel förmlich drohenden Zweige gezeichnet! Ich zapple vor Neugierde, wie das auszig, die kommenden Vater- und Muttersorgen auf anstaltung von Gastmählern, Bällen, Sportaus- der breitäftigen Palmen, auf die hochgewachsenen fallen wird! V.: Bitte sehr! Ich will es ihnen im vor- fünfzig, schließlich die vollkommene Glückseligkeit flügen, Seefahrten und Vergnügungen aller Art Stämme der Kokosbäume und auf die melanchodas goldene Zeitalter, von dem Ovid schreibt, lisch gefärbten Früchte der Bananen. hinein verraten, damit Sie nicht unnötiger Weise aller alten und jungen Bewohner von Hawai auf war nur ein matter Glanz ihres vollkommenen D. g. T.: Sich da! Auch in Naturschilderun- in Spannung sind: Also Brutus und Miß Mary sechzig Seiten und der Roman wird so anGlückes. Die hohen, wenn auch durch die höchst gen kennen Sie sich aus! Aber wiffen Sie auch werden schließlich auf einem fleinen, öden In wachsen, daß wir die ersten fünfundzwanzig Ka pitel ruhig weglassen können, während wir das mühselige Arbeit der Bevölkerung Utopiens ge- bestimmt, daß auf Hawai Bananen und Kokos- felchen aufgefunden, wohin sie der Sturmt gegen übrige sofort im„ Glücklichen Heim" abdrucken ihren Willen getrieben hatte. Das Kanoe bes wonnenen Renten langten, dant dein energischen bäume wachsen? V.: Das weiß ich zwar nicht aber vielleicht jungen Mädchens war nämlich umgeflippt und *) Ein vielgelesener, fleinbürgerlich- pifant- an- wird es niemand beachten. Uebrigens folgt der junge Expräsident hatte sie mit Einsatz des sofort eine aufregende Stelle: eigenen Lebens den totbringenden Wellen entrissen ftändiger Backfischroman.( A. d. le.) B.: Wie es endet! Gelbstverständlich mit einer Heirat! Deren Pracht werde ich auf etwa zehn Seiten schildern, die Hochzeitsreise der Neubermählten auf zwanzig werben abgemacht? ( Schluß.) 16. Juli 1926. Die Handelsvertragsverhandlungen mit Deutschland haben in Berlin begonnen. erlin, 15. Juli. Die Handelsvertragsberhandlungen zwischen Deutschland und der tschechoslowakischen Republik haben heute in Berlin begonnen. Die tschechoslowakische Delegation wurde vom Gesandten Dr. Ritter vom Aus wärtigen Amt im Namen der Reichsregierung herzlichst willkommen geheißen, worauf der tschechoslowakische Gesandte in Berlin Dr. Krofta in ebenso herzlichen Ausführungen erwiderte. Seite 3. ten wir uns nicht, dort zu schneiden, wo es unbe- wehr entschloß, offenbar mit Unterstüßung seiner Nunmehr ist der oberste Spruch gefällt, das dingt notwendig ist. Die Armee muß rein sein und politischen Freunde, namentlich aus dem fascisti- Urteil vom Etti bestätigt worden. darf keiner politischen Partei und keinen Einflüssen schen Lager. Als Beweis hiefür führt das Blatt Unter den letzten Verbrechen, die dem Faß den erliegen, sie darf teine Verschwörungen an, daß der Fascistenführer Hlavaček am Boden ausschlugen und den Ausschluß underunternehmen, noch sich Taten zuschulden kommen 2. Juli, an dem Gajda beurlaubt wurde, plötzlich meidlich machten, nennt die Impreforr": lassen, für die noch immer der Strid gilt." die Preßburger Feier des 39. Legionärregimentes Das„ Narodni Osvobozeni" will weiters er- vor ihrer Beendigung verlassen habe; es hieß schon fahren haben, daß Gajda ursprünglich den Urlaub damals, daß er von Gajda telephonisch nicht tragisch nahm und sich erst später zur Ab- nach Prag berufen worden sei. Meinungsfreiheit bei den Moskowitern. der deutschen Arbeiter. Gegen diese Be it beule helfen keine barmherzigen Schwestern. Zweitens beschwerten sie sich mit naiver Kühnheit beim Effi über ihren Ausschluß aus der KPD., wobei sie zugleich in Deutschland das Gerücht vrbreitetch daß sie nach den englischen und polnischest Ereignissen bei einent Teile der Mitglieder des Effi Unterstützung finden würden." Die Korsch und Schwarz hatten also zu den vielen Verbrechen, die schon vor einent Vierteljahr als gegenrevolutionäre Schweinereien" qualifiziert wurden, noch das schlimmste gehäuft, sich bei einer Parteiinstanz zu beschweren! Und nun mache man sich aus dem Zitierten ein Bild von der Meinungs-, Rede- und schen Bartei, nun urteile man über die BeruPest Gewissensfreiheit in der Kommunistifung der Kommunisten, sich in Auseinan Hier muß man ausschneiden. bersetzungen der Sozialdemokratie mit ihren Gegen solche Tendenzen muß man, wie die Vertre- disziplinbrüchigen Mitgliedern zu mengen, sich zu ter der deutschen Zentrale auf der Sigung der Er- Schützern der Rußlanddelegierten nichtungsfeldzug mit allen nötigen aufzuwerfen und womöglich noch den Ton unseideologischen und organisatorischen rer Polemiken gegen die Rußlanddelegierten, die Mitteln führen, ohne zu vergessen, daß die ihre Mitgliedschaft zur Propaganda für eine gegTendenzen des Antibolschewismus auch bei den nerische Partei ausnüßten, zu rügen. Der ganze rechten Gruppierungen in mehr oder weniger ver- Schwindel wird offenbar, wenn man die steckter Form lauern. Wer aber mit solchen Lin- Kommunisten an der Arbeit sieht, wenn man erten" wie Korsch u. Co. nicht offen und kategorisch fennt mit welchem 3artgefühl sie zu Werke bricht und gegen die Verbreitung des ideologis gehen, und was bei ihnen Anlaß des Parteischen Giftes dieser Gesellschaft nicht den entsausschlusses wird. Nur Narren fönnen schiedensten Kampf führt, ist für die Sache sich von diesen Hütern freien Denkens ausführen der Arbeiterklasse verloren." laffen. Die Beratungen der Delegation werden auf deutscher Seite von dem Vortragenden Legations Die Reinigung der KẞD. von den ultralinken Elementen. rat im Auswärtigen Amt Windel und auf tschechoslowakischer Seite von dem Legationsrat im Der Ausschluß der Korfch- Gchwarz- Gruppe. Die BeMinisterium des Aeußern Dr. Jbl geführt, der fchwerde bei einer höheren Parteiinstanz ist eine ,, naive bis vor kurzer Zeit mehrere Jahre bei der tschechoSlowakischen Gesandtschaft in Berlin tätig war. Die Kühnheit und ein Ausschlußgrund. Verhandlungen sollen zunächst nur kurze Zeit In der Kommunistischen Partei Deutschlands dauern und dann im Herbst fortgeführt werden. ist wieder einmal großes Reinemachen. Es ist DEQ0000200GALOOOOOOOOO0000000000 nicht bei der Verfemung der Ruth Fischer und daß es eine Schäbigkeit sonderglei- des großen Maslow geblieben. Die lezien Reſte chen ist, wenn gerade jetzt, wo nach agrarischen Denn es werden in dieser Partei buchstäblich Geder ultralinken Gesinnung werden ausgerottet. Angaben die Lage der Landwirtschaft durch die Bölle eine gute ist, beim Dienstboten zu Tatsache, daß einer mit dem oder jenem Punkt finnungen und nicht Handlungen bestraft. Die Inausern begonnen wird. Und das Ganze zusammen nennen die heuchlerischen Gesel- der jeweils geltenden Thesen nicht einverstanden len vom Bund der Landwirte" dann wohl noch ist, genügt, um ihn am Reden zu hindern, ihn Maßnahmen gegen die Landfla ch t"? festzuhalten und wenn er trotzdem den Mund auftut, unter maßlosen Beschimpfungen aus der Partei zu stoßen. Ob die Opposition von der Rechten oder Linken kommt eine richtiggehende P. hat immer eine Ultralinte, eine Linte, ein linfes Zentrum, ein tatsächliches Zentrum, ein rechtes Zentrum, eine Rechte und eine Ultrarechte- es wird nicht gefadelt. Es braucht einer nicht vielleicht für eine gegnerische Partei agifiert haben, wie gewisse Söldlinge der Kommunisten in der Sozialdemokratie, es versuchten, er braucht nicht offen die gegnerische Politik vertreten und die der eigenen Partei, die er trotzdem nicht verläßt, als verräterisch und verkehrt hingestellt zu haben, wie Gajda. Die Spionagegeschichten von den Fascisten erfunden? Die Frage, warum General Gajda auf Urlaub geschickt und eine Untersuchung gegen ihn eingeleitet wurde, beschäftigt weiter die Presse. Während das ,, Tagblatt" erfahren haben will, daß es sich um Vorfälle handle, die mehrere Jahre zurückliegen und in die nur drei Personen eingeweiht seien, erklärt das Abendblatt des" Pravo Lidu" ut. a.: Ratosi vor Gericht. Das Hauptziel der Kommunisten in Horthyungarn war- die Ausrottung der Sozialdemokratie, mit feinem sprechen könne. Diese Aeußerung bringt ihm eine Die Verhandlung handlung nicht erlebt hätte. Auf eine Frage gibt er eine spöttische Antwort, und als ihn der Vorsitzende rügt, meint er, er fann nichts dafür, daß er nicht nach dem Mundgeschmack der Bourgeoisie Ordnungsstrafe ein: einen Tag verschärften es die Rußlanddelegierten zum Teil taten, er Arrests. Dann folgt die Einvernahme der ,, Gajda wurde wegen seiner fascisti braucht nur eine leise Andeutung gemacht haben, schen Neigungen auf Urlaub geschickt, von daß er immer auf dem Boden der Partei- Die kommunistische Presse ist voll von dem Käthe Haman, die die Aufgabe hatte, unter den dem er nicht mehr zurückkehren wird. Ganz mit für eine andere Politik wirken wolle, und schon Prozeß der Rakofi- Gruppe, der gegenwärtig in Frauen für den Kommunismus zu werben. Sie Recht hat man erwogen, daß an der Spitze des Ge- fliegt er. Budapest stattfindet. Nun wünschen alle Arbeiter sagt, daß ihr Ziel die Erringung der Leganeralstabes fein Mann stehen kann, der unsere Da sind in Deutschland die beiden Ultra- die Befreiung der Rakofi- Leute aus den Fängenität, für die kommunistische Bewegung war. ungarische Sozial- Uebrigens wiederholt sie ebenfalls die bekannten demokratische Verfassung verwirft, der sich von Leu- linken Korsch und Schwarz. Sie mögen der Horthyjustiz und die ten feiern läßt, die einen persönlichen Kampf gegen schon tatsächlich so etwas wie„ Sozialfasci- demokratie hat von allem Anfang gegen das Verleumdungen und Schmähungen gegen die das Staatsoberhaupt führen, und der zum Idol ste n" sein, wie ihnen die Rechtgläubigen vorwer- Vorgehen der Regierung gegen Rakofi gekämpft. sozialdemokratische Partei. aller Phantasten geworden ist, die in unserem fen. Aber das darf niemanden Wunder nehmen. Die Art der Verteidigung Rafosis wurde nach ihrer Einvernahme auf Mittwoch aus- bertagt. Staate unter der Flagge des Fascismus einen Bür- Es ist schließlich erst drei Jahre her, daß einer aber muß Staunen und Empörung Die„ Nepszava" beschäftigt sich mit einem gerkrieg herbeiführen wollen. Nach irgendwelchen der Moskauer Götter den Ton anschlug, der bei lösen. Es scheint beinahe, daß Rakosi mit seinen anderen Gründen braucht man nicht zu suchen. den Korsch und Schwarz noch heute die Musit maßlosen Beschimpfungen der Sozialdemokratie Verschwörung gegen die Sozialdemokratie" überschriebenen Artikel mit dent Wäre Gajda aus den von der fascistischen Presse macht, daß Karl Radek die Verbrüderung mit einen bestimmten Zweck verfolgt. Wäre es selbst angeführten Gründen auf Urlaub geschickt worden, den Fascisten als bestes Kampfmittel hinstellte. der verständliche und verzeihliche, ein erträgliches Prozeß. Der Artikel tritt mit großer Entschiedendann könnte er selbstverändlich seinen Urlaub nur Seither ist die KPD groß und wieder klein und Urteil zu erzielen, so wäre das Mittel neu heit dafür ein, daß den Kommunisten die legale in der Untersuchungshaft des Militärgerichtes ver- bor allem sehr zahm geworden. Als die Linken und nach allen bisher geltenden Ansichten in der Tätigkeit gestattet werde, und nimmt scharf gegen bringen. Deshalb glauben wir diesen Dingen auf dem letzten Berliner Bezirksparteitag einen Arbeiterbewegung auch verwerflich. Wir die Regierung Stellung, die die Verbreiter von nicht. Bir meinen eher, daß die Fascist en eintägigen Generalstreit forderten, antwortete bringen einen Prozeßbericht der Arbeiter- Flugschriften und Vertreter von Ideen, die in der Gerüchte über Spionage usw. in die ihnen das Zentralfomitee mit wieherndem Ge- 3eitung", der über die seltsame Art der Ver- ganzen Welt frei für ihre Anschauungen werben teidigung Ratosis- der sich als ungarischer tönnen, als Hochverräter antlagt. Aber gleichWelt jezen, damit man dann, wenn sich diese lächter und die Delegierten waren peinlich berührt Batriot aufspielt und die Sozialdemokratie aus- zeitig betont der Artikel, daß der Regierung es Beschuldigungen als unbegründet erweisen, aus von dieser revolutionären" Stimmung. Daß der gut unterrichtet: Gajda einen Märtyrer machen könne, eine Art Radikalismus auf diesem Boden gedeiht und daß roiten wollte tschechoslowakischen Dreyfus! Jedem urteils- er bei kommunisten, die das bißchen Mar- Der zweite Tag der Verhandlung brachte die stärkster Gegner, eben die Sozialdemokratie, in dem Gerichtssaal verleumdet und in den fähigen Menschen genügt als Grund für die Vor- rismus, das sie einmal besaßen, bei den vielen Fortsetzung der Propaganda- und Schmährede kot gezogen wird. Die„ Nepszava" fordert tehrungen gegen Gajda, daß er sich als Haupt der Wandlungen über Leninismus, Tropkis- Natosis. Es fiel allgemein auf, daß er, der sich schließlich die Einstellung des unsinni Fascisten und als der fünftige tschechische Diktator mus, Maslowismus und was der Mosin eine Heldenpose geworfen hat, gen Prozesses und erklärt, daß sich die feiern ließ. Einen solchen Sport kann sich bald to wis men noch mehr sind, zugesetzt haben, Worte über die heutigen politischen Verhältnisse sozialdemokratische Partei genug start fühlt, um jemand erlauben, aber er fann dabei nicht im in Sozialfafcismus ausartet, ist nur Ungarns sprach, sondern die bekannten Schma aus eigener Kraft und vor den Arbeitern selbst Staatsdienst, geschweige denn an der Spitze des felbstverständlich. Aber Korsch und hungen gegen die sozialdemokratische Partei Generalstabes verbleiben." Schwarz hatten auch den Mut, den Moskauern, ungarns und gegen die Sozialdemokratie über den Kampf gegen die kommunistische Brunnenvergiftung zu führen. die an ihnen kritisierten, ihrerseits einmal die haupt breittrat. Dabei geht er mit einem unleugIn politischen Kreisen wird behauptet, daß Wahrheit zu sagen. Und so äußerten sie in einem baren Geschick vor: Er erzählt, daß die ungarische der Verband der ungarischen Fabriksindu Rundschreiben: Räteherrschaft die Integrität Ungarns herstellen striellen, die mit der Sowjetregierung durch " In Wirklichkeit war die Arbeiter- und Bau- von der Sozialdemokratie verraten wurde. Auch lungen für große Lieferungen führt, ihren ganzen In Wirklichkeit war die Arbeiter- und Bau- wollte, aber von der Bourgeoisie gehindert und die Wiener russische Handelsvertretung Verhandernregierung niemals und nirgends ein Syno- nach seiner Flucht aus Ungarn trat er, nach Einfluß aufbietet, um schon jetzt die Grundlagen nhm, d. h. gleichbedeutendes Wort der proleta- seiner eigenen Darstellung, dafür ein, daß die für einen Austausch der verhafteten rischen Diktatur. Nicht in Sachsen und in Thü- von Ungarn abgetretenen Gebiete Rommunist en vorzubereiten. Die ungarische ringen 1923 und immer weniger in Rußland Ungarn vereinigt werden sollten. So ist ernstlichen Bedenken bekunden. durch einen revolutionären Krieg wieder mit Regierung soll diesem Plane gegenüber keine 1921 bis 1926. Wir begreifen, daß auch die seine Verteidigung in diesen Teilen auf die ernstlichen Bedenken bekunden. beste Arbeiter und Bauernregie- nationalbolschewitische Note abgerung, die es bisher gegeben hat, die russi- stimmt, aus der übrigens die Rätediktatur sche, am Ende nicht auf die Diktatur Ungarn geboren wurde. Er ergeht sich dann in des Proletariats, ausläuft, sondern auf der Räteherrschaft in Ungarn und greift die weitschweifigen Betrachtungen über die Politik Prag, 368. 11.30: Landwirtschaftlicher Rundfunk und das Gegenteil, die Dittatur gegen das Sozialdemokraten an, die für die Soziali Proletariat, die Diktatur der Kuierung des Grund und Bodens und Pressenachrichten. 12: Beitſignal. 16.30: Nachmittagston zert: 1. Verdi: Nabucodonofor, Ouverture. 2. Mascagni: laken"( reichen Bauern). für die genossenschaftliche Bewirtschaftung des Freund Frik. Novat: Melancholische Liebeslieder. 3. StargaDas„ Narodni Osvobozent zifiert Damals begann das Ausschlußverfahren Bodens eintraten, während die richtige Politit now: Wiegenlted. 4. Rebbal: Strafowiat aus Polenblut". Damals begann das Ausschlußverfahren Deuife Bücher, 18.15: zunächst einen Artikel des Olmüher Bozor", gegen Korsch und Schwarz und die„ Impreforr" die Zerschlagung des Bodens gewesen wäre. Er sart: Xürrischer Warfch. 18: De utfde Gembung. Bücherei un 18.45; der den ehemaligen Verteidigungsminister Abge- hinter der sich die Stimme der unfehlbaren Götüberhäuft die sozialdemokratischen Parteien mit autora en ouda, Brag: Neue Bücher. 18.15: ordneten Stribrny nahe steht. Darin heißt es: ter von Moskau birgt, gab ihnen folgende MahSchmähungen aller Art, und erklärt schließlich, JUDr. Kalibera: Wasser- Turistik. Wettervoraussage. 20.02: ,, Von General Gajda war es schon vorher be- nung auf den Weg mit( als sie, wohlgemerkt, im- daß er sich nicht verteidigen will, da das, was fang. 3. Raff: Bolia be la reine. 4. Gefang. 5. Grieg: Bannt, daß er nicht zu gehorchen ber- merhin noch Parteigenossen und kommuni- er getan hat, in allen Staaten der Welt erlaubt aus Beer Gynt. 1. a) Morgenstimmung; b) Ases Tob; c) ist und er sich aus diesem Grunde nicht schuldig Anitras Tanz. 6. Mufforgstij: a) Gopak" Der Jahrmarkt von Sorotfchinst"; b) Persischer Tanz aus„ Chobanfchina". steht und daß er am liebsten nur das machen stische Reichstagsabgeordnete waren!): fühlt. Schauspiel: Tschechow:" Der Heiratsantrag". Tamburizza möchte, was er selbst will; genau so wie er es in ,, Mag Korsch zu Souvarine gehen! Mit ihm Nach ihm wird der Kassier der Bewegung, orchester. 22: Beitsignal, Sport, Theater- und neueste NachSibirien gemacht hat. Bei uns in unserer Republik spielen schon die Agenten von Tramal u. Co. Mag Ignaz Gögös, einvernommen. Er sagt, daß sie ist tein Platz für solche abenteuerliche er in den politischen Chambres separees in Paris die Aufgabe hatten, die sozialdemokrati- etters, Theater und Breßbureaunachrichten. 17.40: Rin Gelüste. Bei uns etwa Pilsudski nachzuahmen feine internationale Fraktion gegen den Bolsche- sche Partei zu spalten und, wenn möglich, signal. Eigener Berwaltungsrundfunk. 18.20: Vortrag ng nach polnischem Muster, wie sich das vielleicht wismus ausprobieren und die ehrlichen proletari- sie auszurotten. Er erklärt, daß er sich nur Drahobzal: Ist die Antenne dem Haus gefährlich? 19: Nonzert. 1. Sahon: Klaviertrio. 2. Beethoven: Gesang. 3. Beet manche Leute aus verschiedenen politischen Parteien schen Mitgläser der KPD., in Ruhe lassen. Mit darum der sozialdemokratifchen und der Vagi- boven: viertrio. 20: Schauspielstunde. Detefrib, Lustwünschen, gehr einfach ni art, schon aus dem den gegen revolutionären Schweine- Partei angeschlossen hat, damit er diese Parteien fpiel in einem Art von Novat. 20.30: Tanzmusik, NachrichGrund, weil niemand auf eigene Fauft die Verantreien" solcher Leute muß es ein Ende haben. Im als Deckmantel feiner wirklichen Ziele benützen Berlin: 20.30: Am Strande. Ein Hörbild. Leipzig: wortung für das, was dann folgt übernehmen Moment, da selbst die ärgsten Gegner in den Rei- tönne. Auf eine Frage des Vorsitzenden, von wg 19.45: 1. Opernschlager, 3. Tanzschlager. hen der internationalen Sozialdemokratie gezwun- er die nötigen Gelder zur Agitation beschaffte wien: 20: Operettenaufführung„ Der Orlow" von Bruno gen find, an die russischen Sympathien der ausge- und wie er mit ihnen wirtschaftete, sagt er, daß Granichstaedten. beuteten Massen Westeuropas Konzeffionen zu ma- er nur dann diese Fragen beantworten wird, Das Rude Bravo" sieht merkwürdigerweise in dem ganzen Fall ein Manöver der Burg man glaubt förmlich ein nationaldemokratisches Blatt zu lesen und erklärt: ,, Gajda wird angeblich beschuldigt, Beziehungen zu Sowjetrußland unterhalten zu haben, dem er im Jahre 1920, während des Vormarsches gegen Warschau, seine Dienste ergebnislos anbot. Es liegt ein geschicktes Manöver der Burg bor, das Gajda nicht nur als General, sondern auch als Fascisten unmöglich machen will. Denn was wäre das für ein Fascistenführer, der seinen Säbel ben ,, Sowjetmördern" anbietet? Aber es liegt noch eine zweite Tendenz darin: Der Bolschewismus foll in einem gewissen Zusammenhang mit dem Fascismus gezeigt werden, damit sich die Burg als demokratische Schüherin gegen eine Rechts- und Sinksdiktafur zeigen kann. würde. Und weiter heißt es dort: ,, General Gajda hat schon nach dem, was man über seine wenig schönen Stüdchen zwischen den Beilen ließt, so viel angestellt, daß es höchst e Beit war, daß er von seinem verantwortungsbollen Posten verschwand. Wir billigen daher völlig das Vorgehen, das im Falle Gajdas die verantwortlichen Streise einschlugen, weil wir uns nur so Respekt und Anerkennung nicht nur zu Hause, sondern auch im Ausland verschaffen werden. Fürchint Rundfunk für Alle! Programm für morgen, Samstag. 5. Schubert- Berté: Walzer aus" Dreimäderlhaus". 6. Mos Landwirtschaftlicher Rundfunk Pressenachrichten. richten. Brünn, 521. 14.30: Olmüber Produktenbörse, Sports, derstunde. Wie befchafft sich der Mensch Nahrung. 18: Beitten des Preßbureaus. 20.30: 2. Opernschlager, Breslau: 20.25: Seiterer Abend. chen, versuchen bürgerliche Elemente in wenn auch die Raſſenſchüler verhalten Genossen! Der Vorsitzende unterbricht ihn da 22: Ihr müsset une ausgesetzt für ett lär unseren eigenen Reihen, die Sympathien für werden.. Sowjetrußland durch allerlei Berleumdun- und droht, ihm das Wort zu entziehen. Als der die Verbreitung unserer Zeitung agitierengen zu untergraben, ohne daß sie irgendwie im Vorsitzende ihm vorhält, daß er bei der Polizei Setzt euch überall für unsere Parteipresse stande wären, ihrer Stellungnahme eine theoreti- doch darüber Angaben machte, erwidert er, daß sche oder praktische Begründung zu geben. Die er durch Mißhandlungen gezwungen wurde, die Tätigkeit von Korſch u. Go. bedeutet einen Versuch von ihm geforderten Aussagen zu machen. Er ein. In das Heim des Arbeiters gehört die Geneifen. Genommen agitiert Arbeiterpresse. Darum, der systematischen geistigen Vergiftung entschloß sich dazu, weil er sonst diese Hauptver- Genossen u.Genossinnen Seite 4. 16. Juli 1926. rages-Neuigletten. Wachsende lener«»»! Der Index um 23 Punkte gestiegen. Nach einer Uebersicht des Statistischen Staatsamtes ist der Jnstex für Mehl, KartoM« und Gemüse in B ö h m e n im Juni auf 867 gegen 844 im Mai gestiegen; in Mähren und Schlesien auf 837 gegen 809, in der Slo- (Datei auf 945 gegen 930 und in Karpath» rußland auf 860 gegen 837. Die Gesamtstsi- geruna der Republik beträgt 23 Punkte, nämlich 837 auf 860. * Der höh mische Weizen, der am 1. Juni an der Prager Produktenbörse mit 205 bis 230 K gehandelt wurde, ist auf 230 bis 245 K gestiegen, böh misches Korn von 140 bis 144 auf 155 bis 160 K, Weizenmehl D oppel- nullet von 208 bis 212 auf 224 bis 236 K.5 Amerkanisches Fett hat sich von 1450 bis" 1500 auf 1500 bis 1550 K erhöht. Ebenso sind auch bei anderen Agrarprodukten Steigerungen zu verzeichnen. Die durchschnittliche Steigerung der! Präs« beträgt in den letzten 6 Wochen 5 bis 7 Prozent. In Karpathorußland sind die Preise sogar schon um 32 Prozent in die Höhe gegangen." Sowjetrutzland. wie es wirklich ist. Ein Leitfaden für Rutzlanddelegiert« von Theodor Dan.*) In den letzten Monaten sind fast aus allen Ländern Europas mit einer starken Arbeiterbewegung sogenannte Arbeiterdelegationen nach SowretruUand gereist. In dicken Broschüren und in vielen Versammlungen haben diese Delegationen nach ihre Rückkehr Gericht" erstattet. Diese Berichte strotzen von Einseitigkeit und Ueber- treibungen und haben lediglich den Zweck, der westeuropäischen Arbeiterschaft die Dinge in Sow- jetruhülnd in den rosigsten Farben zu schildern und dem bolschewistischen Regime ein brillantes »Zeugnis auszustellen. Ein objektives Bild über di« Verhältnisse in Sowjetruhland geben diese Berichte nicht, Genosse Theodor Dan, einer der Führer der russischen Sozialdemokratie, hat nun die Aufgabe übernommen, jene Vorgänge und Erscheinungen in Sowjetrnhland einer Botrach- tung zu unterziehen, die von den Rußlands del«, gtionen nicht gesehen wurden und die erst ein einigermaßen richtiges Bild von der wirklichen Situation des Sowjetstaates ergeben. Genosse Dan untersucht, nachdem er festgestellt hat, daß die Kommunisten deshalb auf die Teilnahme' von angeblichen Sozialdemokraten an den Rußland- delegationen so großen Wert legen, weil die bolschewistische Herrschaft dringend ein von Sozialdemokraten'ausgestelltes Alibi braucht, in eingehender Weise die Loge der Wirtschaft und der Arbeiterklasse in Sowjetrußland. Er schildert die Situation vor der Proklamierung der neuen Wirtschaftspolitik, zu welcher Zeit die russische Arbeiterschaft unter den Auswirkungen des ,^kriegs- kommuniSmus" auf das furchtbarste zu leiden hatten. Als Lenin die von den russischen Sozialdemokraten längst geforderte Mehr von dieser Wirtschaftspolitik erkannte, wurde die„neue Wirtschaftspolitik"(Nep-Politik) proklamiert. Das Ergebnis dieser mit unzulänglichen Mitteln in Angriff genommenen neuen Wirtschaftspolitik ist ■.*) Unter diesem Titel ist soeben im Berlage des Parteivorstandes der deutschen Sozialdemokratie in der S.S. R. eine 130 Seiten starke Broschüre erschienen, die durch alle Buchhandlungen zum Preise von 15 K zu beziehen ist. Organisierte Arbeiter erhalten die OrgcmisationsauSgabe zum Preise von 7 Kronen durch die Bertrauensmänner. 8m Prager Versatzamt. Bon I. Reismann. Zur selben Zeit, da der Staat Millionen Kronen zur Veranstaltung der Sokolfeier in Prag gewidmet hat und die Straßen mit Festteilnehmern, Paraden und Musikkapellen vollgedrängt waren, verlohnt es sich wohl auch, einen Besuch jenen Stätten der Hauptstadt zu widmen, in denen das „nichtoffizielle" Prag sich repräsentiert, nämlich an den Orten, wo das Elend und die Not der Großstadt hausen. Man braucht da nicht weit zu gehen, so ein schöner Abbild, wie gut es dem Proletariate in Prag geht, welch ein Wohlstand hier in Wirklichkeit herrscht, bekommt man schon bei den Bahnhöfen selber. Dort, wo die Personenankunft ist, drängen sich bei jedem ankommenden Zuge eine Anzahl Arbeitsloser an die Passanten heran, ganze Gruppen, die sich erbötig machen, das Handgepäck zu tragen. Dabei ist so ein Arbeitsloser mit einer Entlohnung von 2—3 K glücklich. Soeben hat mich ein junger Mensch etwas- weiter vom Bahnhof angebettelt, der total„heruntergekommen" ist. Er bat um ganze Schuhe, um sich um eine Stelle in ordentlicher Kleidung bewerben zu können.— ,Jch bin Brünner Handelsakademiker, suche hier schon seit Tagen eine Stelle, übernachte im Freien, habe keinen Heller Geld mehr, seit den letzten Tagen ernährte ich mich mit Gepäcktragen vom Bahnhöfe, dann bin ich arretiert worden, weil die Dienstleute es scharf auf diese unberufene Konkurrenz haben und mich anzeigten. Ich bekam dafür eine Polizeistrafe, die ich nicht bezahlen konnte und bin daher wegen des Gepäck- trageus 24 Stunden bereits im Prager Polizei- Arreste gesessen."— Das wäre so eine Miniatur von Prager Ereignissen, die außer dem Programm des Festkongresses stattfanden, wo einer dafür, daß«r Nicht bettelt und nicht stiehlt und nicht einbricht, (veil er Pot hat, sondern arbeitet, noch 24 Stunden eingesperrt wird!— Der Weg führt mich weiter, ich besuche die Prager Versatzämter. Hier lernt man erst das Großstadtleben kennen! Man glaube nicht, daß sich das Publikum der Versatzämter aus Menschen zusammensetzt, die „meistens selbst an ihrem Elend schuld find," wie eine beliebte Phrase der satten, gedankenlosen Spießer lautet. In Prag gibt eS tausende, vielleicht zehntausende Menschen, die nicht einmal über ein Kapital von 50 Kronen verfügen, die buchstäblich von der Hand in den Mund leben, wochenlang, monate- lang, jahrelang sich nur so„über dem Wassel halten. Trifft diese Menschen irgendeine Ausgabe, mit der sie nicht gerechnet haben, neue Schuhsohlen, ein Regenschirm, eine Zahnreparatur, irgendeine Ausgabe für die Kinder, oft sogar bloß die Kosten eines Schulausfluges des Kindes, so müssen sie sofort „die Bank der Armen", daS Versatzamt, in An- spruch nehmen, um so einen kleinen, notwendigen Betrog aufzutreiben, wenn die Nachbarin, der Ar- beitS- oder Bürokollege, die Freundin oder der Greisler nichts leihen können oder wollen. Biele schämen sich, etwas auSzulerhen.»Lieber versetzen, lieber sich im Amte zwei Stunden in Reih und Glied anstellen, als jemanden in Anspruch nehmen, einem Bekannten eingestehen, daß man in Not ist!" In Geldverlegenheit, in Not sein, es seinem Mitmenschen eingestehen, daS kostet den meisten edleren Naturen ein Erröten, eine Ueberwindung, weil eS gleichzeitig ein Eingeständnis ist, daß man im Kampf mit dem Leben zu schwach ist! Und daS Selbstbewußtsein jeder feinempfindlichen Natur bäumt sich gegen so ein Schwäche-Eingeständnis auf, daher kommt es, daß die meisten Menschen, die sich in„momentaner Geldverlegenheit" befinden, der Philosophie huldigen: „Lieber versetzen, als jemanden um ein Darlehen angehen und sich vielleicht sogar noch einem Nein aussetzen!" Ausnahmsweise trifft man im Versatzamt aber auch die Pumpgenies, die bereit- ihren ganzen Bekanntenkreis abgegrast haben und die jetzt, nachdem aus diesem Wege nicht- mehr zu erlangen •——99—9————9—9—9^99e9———————————9 jedoch, daß trotz größter Jnvnfpr'tchnahme der Arbeitskraft der russischen Industriearbeiter durch das Akkordsystem die Produktion kiock-weit hinter dem Vorkriegsstände zurückbleibt, während die Preise für alle Jndustrieprodukte unverhältnismäßig hoch sind. Die Sowjetregierung versuchte, die Unrentabilität der Produktion der nationalisierten Industrie durch Erteilung hoher Staatssubventionen zu verschleiern. Dadurch wurde jedoch die Stabilität der Valuta gefährdet und di« Regierung mußte ktr der letzen Zeit diese Subventionen einsteklen. Auf die Absatzkrife folgt eine Produktionskrife, die neue Wirtschaftspolitik hat in einer Sackgasse geendet. Dan weist' in weiterer Folge an der Hand von Ziffern nach, daß die Lage der Arbeiterklasse noch lange nicht den Vorkriegszustand erreicht hat; dort wo die Arbeiter eine Berbesseruna empfinden, ziehen sie als Vergleich die fürchterlichen Zustände in der Zeit des Kriegskommunismus heran. Unter dem Drucke der Nep-Politik verlieren die Arbeiterschutzgesetze und der Achfftundentag immer mehr an Bedeutung. Die Gewerkschaften sind trotz ihrer infolge der Zwangsmitgliedschaft erzielten relativen Stärke keine Waffe der Arbeiter, sie sind sogar vielfach Organe des Staates und der Roten Direktoren. Di« kommunistische Partei ist aber kein« Partei des Proletariates, sondern ein« Hierarchie von Sowjetfunktionären. Aus der Diktatur des Proletariates wurde eine Diktatur einer Partei über das Proletariat, die bald in eine Diktatur der Führer, infolge der Streitigkeiten unter diesen, gar in eine Diktatur der Cliquen ausartete. Bon einer„Arbeiterdemokratie", die die Rußlanddele- Sierten gesehen haben wollen, ist keim Spur vor- anden. Dan weist in seiner Schrift in dem letzten Kapitel auch den Weg aus dem russischen Chaos. Di« russischen Sozialdemokraten erheben die Forderung nach der Wiederherstellung der Einheit des Proletariates auf Grund eines Kompromisses zwischen den verschiedenen proletarischen Parteien. Nur«ine auf demokratischen Boden stehende Arbeiterbewegung, die nicht von einer Richtung terrorisiert wird, wird jene Kräfte entfalten, die notwendig sind, um das russische Riesenreich zu einem wirklichen proletarischen Staate zu gestalten. Unter der Herrschaft der Bolschewiki aber wird das russische Experiment— trotz gewisser, sich auf kleine Teimebiete erstreckender Erfolge— zu keinem guten Ende gelangen. Dan belegt seine Ausführungen mit einer Füll« von Material aus der jüngsten Zeit, das offiziellen Quellen, russischen kommunistischen Zeitschriften, Kongreßberichten und Reden entnommen ist. Jedem Arbeter, der sich über die russischen Verhältnisse informieren will, kann di« Lektüre dieser Schrift, di« ein besseres Bild über Sowjetrußland gewährt, als hunderte Berichte der Rußlanddelegierten, dringendst empfohlen werden. Bekessys Stunde ist gekommen. Schlag auf Schlag bricht das lang ersehnte Unheil endlich über das Wiener Erpresserorgan„Die Stunde" herein. Wie wir bererts meldeten, sind zwei Direktoren des KronoS-VerlogeS, Unterläufel des Erpressers Bekeffh, verhaftet worden und der Chefredakteur des Blattes, der aus Prag stammende Journalist Karl Tschup- Pik hat— sehr spät allerdings und wohl zu spät, um ihn von allen Schandtaten der„Stunde" zu absolvieren— die Redaktion niedergÄegt. Wie aus Wien gemeldet wird, haben die übrigen Redakteure der Bekessyblätter eine Deputation zu ihrem Chef geschickt, der sich augenblicklich in Paris aushält, um von ihm Weisungen entgegenzunehmen oder ihn allenfalls zur Rückkehr nach Wien zu bewegen. Karl Kraus bespricht die endlich eitffetzeme Abrechnung in einem Sonderheft der„Fackel" unter dem Titel„Die Stunde des Gerichts". Die„Arbeiter- Zeitung deckt die VeMndungen Bekessys mit den christlichsozialen Parteiführern und Ministern R inte len, Kollmann, Gürtler und Ahrer auf. Dadurch dürfte diesen Herren wohl der Mut genommen werden, zugunsten des Erpressers der Justiz in den Arm zu fallen. Die„Arbeiter-Zeitung" verspricht auch eine ausführliche Darstellung der größten Erpressung Bekessys, um dem Staatsanwalt jebe Möglichkeit eines Rückzuges zu nehmen, endlich Bekessy selbst zu überfuhren und dem Erpresser, der ganz Wien verseuchte, das Handwerk zu legen. Mit den gerichtlichen Schritten gegen Bekelly beginnt das letzte Kapitel eines tüchtigen Stückes bürgerlicher Preßgeschichte, Preßkorruption und Preß-Erpressung. Typhnsfäll« in Eger. In der letzten Sitzung des Egerer Stadtrates wurde mitgeteilt, daß nach einem Berichte des Stadtphysikates in den letzten Wochen in zwei Häusern vier Fälle von BauchtyphuS ausgetreten sind, wovon zwei Fälle mit Tod endigten. Die Erhebungen Huben ergeben, daß sämtliche Fäll« untereinander zusammeichingen und als Ursprungsherd Liebanthal,in welchem Orte Leut« aus Eger in Arbeit stehen, in Betracht kommt. Liebauthal ist seit Jahren ein Typhusherd, fast 50 Prozent der in dar Egerer Krankenhaus«ingelieferten Thphuskranken stammen aus Liebauthal. Ein gleicher TyhuSherd ist Stadt Schönbach in den letzten Jahren geworden. Der Stadtrat be- schloß, diesen Sachverhalt der Politischen Bezirks« Verwaltung Eger mit dem Ersuchen bekanntzugeben, aus allgemeinen öffentlichen Interessen sofort Li« nötigen Anordnungen zu treffen. ist, die zweite Reserve, nämlich den Anzug im Kasten, die Lackstiefeletten oder den Sweater„studieren" schicken. Der Student, der seinen Onkel„anpumpt" und seinen„Anzug studieren" läßt und dessen Ueberstedlung von einer Wohnung in die andere, von einer ,Öluartierschachtel" zu neuen(womöglich in die„sturmfreie Bude") leicht bewerkstelligt wird, indem der betreffende Studiosus die drei schmutzigen Kragen, seinen ganzen Besitz in die Tasche steckt, war lange Zeit hindurch eine beliebte Figur unserer Humorfftischen Blätter! Leider besteht die Mehrzahl der Versetzer nicht aus solchen Bohemiens, sondern auS armen, unglücklichen,„verschämten" Notleidenden. Aengstlich wird das Stück, das„studieren" soll, unter dem Rocke, in der Akten- oder Einkaufstasche, in einer Papierhülle verborgen, damit di« Nachbarn, die Frau Greislerin, der Hausherr, die Kinder vom Hause gegenüber nur ja nicht sehen, daß man eine kummervolle Nacht zugebracht hat, und daß das Problem: Wo leihe ich mir 10 Kronen, die ich den nächsten Tag zum Leben brauche? den Schlaf geraubt hat, bis endlich der Blick auf die Schuhe aus der»güten Zeit, den Winterrock, die zweiten Bettüberzüge im Schranke, das Endchen Stoff, das man „aufgehoben" hat, oder auf ein anderes„Effekt" fällt, wie der Ausdruck des Versatzamtes für solche Pfandstück« lautet. Am meisten belagert sind die Versatzämter vor dem Monatsende, weil man sich die paar Groschen Verdienst nicht richtig eingeteilt hat, obgleich die arme Frau, die hier seit fast zwei Stunden im„nichtoffiziellen Festzuge" der Versetzer zwischen der schmalen Eisenbarriere angestellt ist, sicherlich ein größeres Finanzgenie sein dürfte, als der soeben entlassene" Direktor der Bank von Frankreich! Welch ein Elend, welch düsteres Schauspiel, das sich hier täglich offenbart! Frauen, darunter viele Schwangere, Kinder(mindesten- ein Drittel der Versetzer in den Prager Pfandleihanstalten sind Kinder von kaum zehn Jahren), Frauen mit Säuglingen, junge Mädchen, alte Männer, kleine Beamte, Arbeitslose, kurzum da- Proletariat und der„verschämte" Mittelstand der Großstadt, seit dem frühen Morgen stehen sie hier und harren, bi- an sie die Reihe kommt. Wie ein Tode-urteil klingt e-, wenn der Taxator, der ein bi- zwei Stunden Harrenden sagt:„Da- kann ich Ihnen leider nicht annehmen, Fensterschützer sind für un- wertlos, darauf kann ich Ihnen nicht- leihen!"—.^Vielleicht doch eine Kleinigkeit, damit ich e- nicht wieder zurücktragen muß, wenigsten- 10 Kronen!"—„Richt einmal fünf! Fort, fort, wir haben keine Zeit!"— Bleicher al- früher verläßt die Arme da- Amt, die letzte Hoffnung, daß die Fensterschützer, die sie sogar in guten Zeiten qn Winterabenden eigenhändig mit Blumen bestickt hat, ihr über den heutigen Tag hinweghelfen werden, diese letzte Hoffnung der Darbenden ist zunichte geworden. Nicht einmal 5 Kronen erhielt sie darauf. Von der Türe des Versatzamtes zum Diebstahle ist jetzt nur ein kleiner Schritt, besonders, wenn noch hungrige Mägen daheim sind! — Oder ein. anderes Bild: Eine alte Frau kommt auf zwei Stöcken zur Türe herein, sieht hoffnung-- los die Reihe der seit Stunden Angestellten.„Ich bin schwach auf den Füßen," sagt sie zu einer Frau in der Reihe,, die mit ihr Erbarmen hat und ihr Versatzstück mitnimmt. Ein, paar junge BurfHdn sind damit nicht zufrieden!-- ,Hetzt kommen wir dadurch wieder später dran, alle- soll-nach der Reihe gehen!"— Jetzt versetzt eine Schwangere, die zwei Kinder an der Hand hält, ein Paar Schuhe, Schnürstiefel, die schon abgetragen sind. Der Taxator sagt: „Zehn Kronen!" Die Frau atmet auf. Aber noch bekommt sie da- Geld nicht. Sie muß zum nächsten Schalter, wo der Kassier von ihr 10 Heller verlangt. —„Schätzungsgebühr 1 Prozent entrichten!" Dir Frau sagt:.Bitte, rechnen, Sie'S ab, der Kassier flucht, daß er kein Kleingeld hat, schließlich nimmt sie neun Kronen 90 Heller und den Pfandschein in Empfang! Eine Glückliche! Zwei Stunden angestellt, 9 Kronen 90 Heller und da- heutige Mittags und Abendbrot ist gedeckt! Bi- morgen ist eine lange 10. 192 Geite! Ein Arbeiter von einem Flugzeug getötet. Faszistische Wißbegier. Kürzlich hat ein Mann Erben des Kaisers Franz Josef und| staltete eine Artistengruppe eine Vorstellung, deren! im Sekretariat der Sozialistischen Arbeiter- Inter- dessen früheren Kammerdienern auf Glanznummer das Begraben" eines ihrer Mitglie nationale in sehr auffälliger Weise Nachforschungen Valorisierung ihrer ihnen testamentarisch vom der bildete. Der Mann legte sich in eine 70 Zentiangestellt, wie man in den Besitz der von der S. Kaiser vermachten lebenslänglichen Bensions meter tief ausgeschaufelte Grube, auf die Erde ge- Prag, 15. Juli,( TNO.) Heute um 14.20 A. J. herausgegebenen Internationalen Informa- zulagen. Die Erbinnen des Kaisers, die Fürst in worsen wurde. In dieser Lage sollte er eine Vier- Uhr wurde in Proknit bei einem fehlerhaften tion" gelangen fönne. Nachdem ihm mitgeteilt wurde, Windischgrät, die ehem. Prinzessin telstunde lang verbleiben. Während ihm an den vor- Start eines Pilotschülers der Arbeiter Franz er brauche nur seinen Namen zu nennen und könne Gisela und die ehem. Erzherzogin hergegangenen Tagen das Kunststück geglüdt war, mikal durch das Flugzeug getötet. auf die Abonnentenliste gesetzt werden, weigerte er Marie Valerie erklärten, außerst an de nahm es diesmal einen schlimmen Ausgang. Als sich, dies zu tun. Nun langte schriftlich die Bestel- zu sein, die Ansprüche der Angestellten zu vor den Augen der zahlreichen Zuschauer der Mann Yung eines Herrn Spinazola in Zürich ein, von dem befriedigen. Zur Sicherung der Renten sich ergab, daß er ein Angestellter des italienischen und Stiftungen wurde beim Tode des Kaisers onsulates send unter seiner Privatadresse des ein Fonds vs 39 Millionen Kronen in Krieg Information für fassistische Zwecke zu beziehen anleihe errichtet, der jedoch vollkommen wertlos wünschte. Die Adm. der Intern. Information" hat wurde. Man fordere jetzt von ihnen 122.600 ihm folgende Antwort erteilt:„ Wir erhielten von Schilling, die sie nicht in der Lage seien, zu Ihnen den Abonnementsbetrag von Frts. 7.50 für zahlen, da ihr Vermögen beschlagnahmt wurde. die französische Ausgabe der Internationalen Infor- Der Prozeß wurde vertagt. mation. Wir senden Ihnen diesen Betrag per Post- Schlechte Zeiten für Munitionsmagazine. sched zurück, damit Sie eine direkte Bestellung Ihrer Aus Bukarest wird gemeldet: In Barled Auftraggeber in die Wege leiten können. Wir sind ereignete sich eine Explosion in einem Munitionsgerne bereit, dem italienischen Konsutat, magazin. Es ist kein Opfer an Menschenleben zu bei dem Sie angestellt sind, und auch Herrn Musso- beklagen. dessen Name noch nicht ermittelt werden konnte- Ein Militärpilot schwer verletzt. ausgeschaufelt wurde, stellte sich heraus, daß er tot Prag, 15. Juli. Am 14. d. M. mußte das war. Ob es sich dabei um einen unglückliches Zu- vom Felspiloten Flieger Gottlieb Siegel gefall oder um eine Absicht handelt. fonnte noch nicht lenkte Flugzeug A 18, Nr. 14 bei einem Orien sichergestellt werden, da der Partner des Artiſten tierungsgruppenflug auf dem Militärübungsplatz die Flucht ergriffen hat. Die Gendarmerie, in Mährisch- Weißkirchen eine Notlandung vorDie mit der merkwürdigen Angelegenheit sich beschäf- nehmen. Der Pilot wurde bei der Landung tigt, hat ihn noch nicht festnehmen können. schwer verletzt und mußte in das MilitärDer Führer der österreichischen Abstinenten spital in Weißkirchen überführt werden. Das Flugverunglückt. Gestern vormittag ist auf dem zeug erlitt schwere Beschädigungen. An den Ort arzt und Begründer der Abstinentenbewegung in entfandt. Bahnhof in Wiener- Neustadt der bekannte Augen- des Unglücks wurde eine Untersuchungskommission Desterreich Dr. Richard Fröhlich berunglück. Decoce Iini selbst unsere Internationale Information" Noch ein Todesopfer des Nürnberger. Flug- Es ist noch nicht klar, ob er sich in selbstmörde- sich schon frühzeitig Neigung zu Grausamkei zuzusenden. Wir haben keinerlei Geheimnisse und zeugunglücks. Nach einer Meldung der Bossi- rischer Absicht vor eine einfahrende Lokomotive ten gezeigt. So soll er einmal einem Hund ein glüfönnen nur wünschen, daß die Fassisten darüber schen Zeitung" ist im Laufe des gestrigen Tages stürzte oder ob er nur durch einen Zufall im hendes Eisen ins Maul gestedt haben. Geschlechtliche informiert werden, wie die Arbeiterschaft der Meteorologe Val aus Paris, der bei Gedränge vor die Lokomotive geriet. Jedenfalls Befriedigung fand er nur, wenn er Blut sah. Europas über sie denkt. Wir hatten neulich den dem Absturze des französischen Flugzeuges schwer wurde er zwischen zwei Waggons gequetscht; ein Trotz dieser krankhaften Veranlagung hielt ihn der Besuch eines Herrn, der wahrscheinlich mit Ihnen verlegt worden ist, im Fürther Krankenhaus seinen Fuß wurde ihm sofort abgerissen, der andere so Direktor der Heil- und Pfleganstalt Königslutter, identisch ist, der die näheren Bedingungen des Be- Verlegungen erlegen. Der Flugzeugführer de verlegt, daß er ihm im Spital sofort amputiert der ihn sechs Wochen beobachtet hatte, für sein Han zugs unserer Internationalen Information auszu Lamotte befindet sich außer Lebensgefahr. werden mußte. An dem Aufkommen des Ver- deln verantwortlich. fundschaften suchte und sich weigerte, sich vorzustellen. unglückten wird gezweifelt. Alle diese Heimlichkeiten sind durchaus überflüssig. Wie gesagt, lassen Sie die Internationale Information nur ruhig von Ihren Auftraggebern direkt beziehen." Höhe von einer halben Milliarde Kronen # Als die Er hatte gehofft, feinen Bruder in Eger zu beerben... Die Neue Freie Presse" meldet: Der Religionstämpfe in Kalkutta. Im Nordviertel ehemalige Wiener Cafétier Hugo ahnt hat mit Riesenschritten der Vollendung entgegenge- 3 ufam men stoße zwischen Hindus und Das verwahrlofte Madrid. Madrid foll jetzt der Stadt Ralfutta tam es zu einem großen sich, nachdem er einen mißglückten Selbstmordver- führt werden. So hat die Madrider Stadtver- Mohammedanern. such verübt hatte, dem Sicherheitsbüro mit der ordnetenversammlung soeben von der geplanten vormittags eine Prozession, an deren Spize fie Jene veranstalteten Batermord aus Wohnungsnot. In Eiben- Selbstbeschuldigung gestellt, daß er Wedsel in der 300- Millionen- Peseten- Anleihe der Stadt für die das Bild ihrer Göttin trugen. Die Mohamme schi bei Brünn wohnten der 52jährige Mau261 Millionen Beseten mit überwältigender rer Hajek, ein Witter, mit seinent verheirate- gefälscht habe. Da er infolge verfehlter Speku- zunächst in Angriff zu nehmenden Arbeiten baner begannen auf die Teilnehmer der Prorer Hajek, ein Witwer, mit seinent verheirate- lationen feine Möglichkeit sehe, seine Gläubiger zu Mehrheit bewilligt. Der Madrider Imparci al" Schlägerei zwischen den beiden Lagern große zeffion Steine zu schleudern. ten Sohn, dessen Frau und fünf kleinen befriedigen, wünsche er die Einleitung des Ber- Wehrheit Kindern im gemeinsamen Haushalte. Zwischen fahrens. Er hatte gehofft, seinen Bruder, der bei äußert dazu:„ Madrid besitzt einen ausgedehnten Dimensionen annahm, schritt die Polizei ein, Vater und Sohn kam es des öfteren zu erregten Eger ein großes Gut und Schloß besitzt, zu beerben Kranz von Vorstädten, in dem sich etwa 5000 welche genötigt war, von der Schuhwaffe Streitfällen, die namentlich in der letzten Zeit, als und mit dem Nachlaß die Schulden zahlen zu kön- Häuser befinden, die ohne jede Rücksicht auf Gebrauch zu machen, ehe es ihr gelang, die Ruhe der Sohn davon Kenntnis erhielt, daß der Vater nen, ohne daß die Wechselfälschungen aufgekommen Straßenfluchtpläne aufgestellt sind und vollkom- wiederherzustellen. Eine Person wurde ge= eine zweite Ehe schließen wolle, ständig an Schärfe wären. Der Bruder lebt aber bis heute. Damit men der grundlegendsten Anlagen moderner tötet und 40 ernstlich verletzt. zunahmen. Der Vater schlief in der Küche, der schwand für Hahn die Möglichkeit, die falschen Wech mehr als 20.000 Kinder, die keinen Städtebautechnik entbehren; in Madrid leben Sohn mit seiner Familie dagegen in den beiden fel einzulösen. 40.000 Frauen gefüßt, innerhalb 13 Jahren, Wohnzimmern. Im Falle der Verehelichung des Schulunterricht genießen können, weil es hat der Friedensrichter Howard Kemp in Crown Vaters hätte der Sohn mit seiner Familie die Ein Bankier als Millionendieb. Unter dem an Schullokalen fehlt; desgleichen fehlt es in Point im amerikanischen Staate Indiana. Jedoch von Amts wegen und gegen eine Vergütung von je verun Madrid an Markthallen und Versorgungsmög Wohnung verlassen müssen. In den letzten Tagen Verdachte, Millionenwerfe fand tatsächlich die Hochzeit des Vaters statt und treut zu haben, wird der 46jährige Bankier lichkeiten, wodurch in der Lebensmittel 5 Dollar. Er hat im Laufe der Jahre mehr als Dieser verlangte nunmehr auf recht energische Schröder aus Hamburg gesucht, der zufuhr geradezu skandalöse Zu aus Hamburg gesucht, der ufuhr geradezu skandalöse 3 Indiana Gewohnheitsrecht ist, daß der Standes40.000 Trauungen vollzogen, und da es im Staate Weise die Räumung der Wohnung. Das trieb den früher in Frankfurt an der Oder ein Bankgeschäftſtände verursacht werden; Madrid befibt beamte jeder Braut nach der Trauung einen Ruß Sohn zur Verzweiflung, da er nirgends betrieb, dessen Kunden in der Hauptsache Land- keinen Straßenreinigungsdienst, ( für eine so zahlreiche Familie eine wirte waren, und der später nach Hamburg über der auch nur in irgendeinem Verhältnis zur Be- gibt, hat der würdige Beamte diese Leistung erzielt. Wohnung finden konnte. Er lehnte daher siedelte, belich Roggen- und Gold- Pfandbriefe, deutung der Stadt und zu den Forderungen der Mister Kemp hat es auf diese hohe Zahl von TrauBater schritt nun am Nachmittag, als der Sohn, wendete sie zu eigenen Zwecken. Als die Ge- Straßenfläche sind ohne Pflasterung oder bildet. Die Nachbarstaaten verbieten eine sofortige ab, die Wohnung zu verlassen. Der neuvermählte gab aber die Papiere nicht zurück, sondern ver- Städtehygiene steht: 80 Proz. der Madrider ungen gebracht, weil der Staat Indiana eine Zuder Bergarbeiter ist, noch in der Arbeit war, zu schädigten die Anzeige bei der Kriminalpolizei er haben eine gänzlich unzulängliche Pflasterung: Neuverheiratung nach vollzogener Scheidung. Ineinem Gewaltaft, der ihm sehr verhängnisvoll ſtatteten, wurde über das Bankhaus der Konkurs die Madrider Jugend wächst heran, ohne sich auf diana ist großzügiger und gibt auch den erst Gewerden sollte. Er ließ nämlich die Möbel seines verhängt. Der Untersuchungsrichter hat gegen den so dringend erforderlichen Grünflächen und schiedenen den ehelichen Segen. Sohnes auf den Hof schaffen, wies die a Schröder, der flüchtig ist, einen Saftbefehl freien Blägen tummeln zu können. Infolge all schiedenen den ehelichen Segen. Jn 28 Tagen um die Erde gelang den beiden milie aus der Wohnung und sperrte biese erlaffen. dieser Umstände ist Madrid, das seiner Lage nach ab. Als der Sohn abends aus der Arbeit heim- Durch Blizschlag getötet. Freitag nachmittags eine der gesündesten Städte sein könnte, eine amerikanischen Weltfliegern Evans und Wells ihr fehrte, fand er seine Frau und die Kinder zwischen gegen 4 Uhr ging über Stein Stroupis im Stadt mit einer Sterbeziffer von 21 pro Tausend Rennen, das sie von New York aus unternommen den Einrichtungsgegenständen weinend im Hofe Bezirke Saaz ein heftiges Gewitter mit starken Re( Berlin 12 pro Tausend), mit einem geradezu hatten. Dabei waren sie bei der Ueberquerung des bor. Darüber geriet er in grenzenlose Wut. Er er gengüssen nicber. Auf der Straße hatte ein Fuhr- semi- afrikanischen" Satz von Analphabeten und, nordamerikanischen Kontinents noch insofern vom griff eine Hacke, schlug die Tür der versperrten mann gerade eine Fuhre Schotter abgeladen. Der froß der verhältnismäßigen Gesundheit der spani Bech verfolgt, als das große Flugzeug, das sie vom Wohnung ein und begann die Möbelstücke neuer- Rutscher, namens Folda, stand aufrecht auf dem schen Währung, eine der teuersten Städte äußersten Westen nach dem äußersten Osten brinlich hineinzutragen. Da tam gerade der Vater, Wagen, um heimzufahren. Plößlich schmetterte mit Europas." mit dem es mun eine schwere Auseinandersetzung heftigem Krachen ein Blitzstrahl herab und traf den Ein Luftmörder. Der Luftmörder Glittmann gab. Als der Vater neuerlich verschiedene Gegen Rutscher Folda, der sofort zu Beden stürzte. Auch wurde vorige Woche in Braunschweig zum Tode( und stände auf den Hof hinauszuwerfen begann, stürzte die Pferde wurden zu Boden geworfen, fonnten sich zu sechs Jahren Zuchthaus) verurteilt. Glittmann, sich der Sohn auf ihn und schlug zweimal aber bald wieder erholen. Als Leitte herbeieilten, mit der Hade, die ihm in der Hand geblieben um dem Kutscher beizustehen, fanden sie, daß er war, auf seinen Kopf ein. Der Vater sant schon tot war. Sein Körper und seine Kleider lautlos nieder und verschied auf der wiesen vielfach Brandwunden auf. Stelle. Dank vom Hause Desterreich... Mittwoch begann in Wien der Prozeß zwischen den Zeit. Vierundzwanzig Stunden. In vierundzwanzig Stunden kann sich viel ändern," so denken alle Ertrinkenden im Großstadtsumpfe bei sich und vegetieren weiter. Der nächste Versetzer ist ein junger Mensch, anscheinend ein kleiner Angestellter. Er zeigt auf seinen goldenen Stiftzahn, den er sich machen ließ.-Ich habe mit dieser Ausgabe nicht gerechnet," jagt er, als ob er sich entschuldigen müßte, zu den Hintenstehenden, dann zieht er errötend seinen Ueberzieher aus, glättet ihn noch rasch vor dem Schalter, damit das ,, Effekt" einen besseren Effekt auf den Tagator mache, und reicht es hinein. -Fünfundzwanzig Kronen," sagt der Beamte furg. Ein merkwürdiger tödlicher Unglücksfall hat sich Dienstag beim Kreibißer Schießen ereignet. Während das Feuerwert cbgebrannt wurde, veranfluchtsstätte für Geschiedene zur Wiederverheiratung gen sollte, einen Motorschaden erlitt und nicht benutzt werden konnte. Daraufhin haben die Militärbehörden auf Anweisung des Kriegsdepartements Militärflugzeuge für die einzelnen Etappen zur Verfügung gestellt. Auf diese Weise sind die beiden der 23 Jahre alt ist, hatte im Winter bei hohem Weltreisenden am Dienstag abend um 9 Uhr 30 Schnee ein 7jähriges Mädchen in eine einsame Minuten in Chicago und um 11 Uhr 30 Minuten Straße Braunschweigs gelockt und es dort durch in Cleveland eingetroffen, von wo sie am Mittwoch Hammerschläge getötet. Als das Kind tot war, hat er sich an ihm vergangen. Eine Woche später überfiel er in einem öffentlichen Hause eine Prostituierte, um sie zu töten. Bei dem Täter hat Zinsen nicht mehr aufbrachten oder das Umsetzen vergessen haben! | ,, Bitte, rechnen Sie' s ab," sagt der Junge, nimmt| bann den Betrag und Schein in Empfang, faltet den Pfandschein sehr behutsam und sorgfältig zusammen, Glücklicher sind die Versetzer von Schmudgegen stedt ihn in die Brusttasche seines dünnen Rödkleins, und dann laufen die Kinder froh aus dem dumpfen, unfreundlichen, finsteren Saale der Pfandleihanstalt, um Zutaten für das heutige Mittagessen einzutaufen. Kinder sind wenigstens ein Drittel der Bersetzer. Welchen Einfluß die hier für jeden so drastisch zum Ausdruck kommende Moral der Welt: denn ein Recht zum Leben, Lump, haben nur, die etwas haben" Das ist zu wenig," meint der Versetzer, der auf eine Kindesseele haben muß, kann man sich leicht Rod hat vierhundert neu gekostet." Der Beamte denken: Nie wird ein Kind diese Stunden des jeigt ihm den abgewekten Stragen, der Versetzer Stehens in der Barriere des Versayamtes aus seiner zahlt dem Kassier 30 Seller für die Taxiergebühr Erinnerung tilgen können. Ein Kind muß eine und nimmt 25 Kronen und den Pfandschein in sehr starke Seele besitzen, um einmal, reifer geworEmpfang. Die nächste ist ein junges Mädchen. ben, an so eine eindrucksvolle Episode seines Lebens Errötend hüllt sie ein„ Kombinee" aus einem Papier, mit Rührung oder Lächeln zurückzudenken! Ein bekommt acht Seronen. Dann kommt wieder ein junges Mädchen muß einen sehr starken Charakter junger Mensch. Er bringt ein Jaquett! Der Taga- besitzen, um nicht den bequemeren und einfacheren tor verzieht das Gesicht. Zwanzig Kronen." Weg der Prostitution zu wählen, als hier, in Geld,, Was, zwanzig Kronen?" erregt sich der Jüngling, berlegenheit, stundenlang auf acht Kronen für ihr bas wär schön, wo das Stüd soviel gekostet hat!" Rombinee zu harren! Jaquette sind für uns schwer verkäuflich, auf einen Und nach all dieser Mühe des Erlangens eines Saffo- Anzug fönnte ich Ihnen 50 Kronen und mehr Darlehens tommt dann noch die gleiche Plage, das Leihen," besänftigt ihn der Beamte. Wollen Sie gleiche Anstellen, Warten, Zeitverlieren beim„ Um fünfundzwanzig Kronen?" Nein, wenigstens fetzen" des Pfandes oder beim Auslösen!" Die fünfzig!" Wahrscheinlich auch noch eine goldens meisten hoffer bis zum Verfallstage, der 6 Monate Uhr dazu, nicht?" versetzt der Tugator und wender nach dem Belehnen ist, das Gerb wieder zu besigen, fich bereits zum nächsten Versetzer. Der Jüngling das Pfandstück wieder auslösen oder wenigstens mit dem Jaquett geht jest zum Tröbler, wo er bas durch Umsetzen" zu prolongieren. Wieviele aber Stüd um ein paar Kronen mehr, für immer ver- müssen ein Stüd, das sie einst mit großer Entbehliert. Jetzt stehen zwei Kinder vor dem Schalter rung angeschafft haben, und das hier koum mit Das zehnjährige, bloßfüßige Bübchen hat, den Arm einem Viertel des wirklichen Wertes belehnt wird, um das kleinere, vielleicht sechs Jahre alte Schwe- wieviele müssen es verfallen lassen! Oder zahlen sterlein geschlungen und entnimmt der Einkaufs- jahrelang die Zinsen, in der Hoffnung, es doch ein tasche, die das Mädchen hält, ein paar Wäschestüde, mal wieder auslösen zu können, geraten fmmer mehr einige reinweiße Handtücher, ein halbes Dutzend ins Elend, bis ihnen, nachdem sie mehr an Zinsen Taschentücher und einen Bettüberzug."- Fünfzehn bezahlten, als das Stüd neu tosten würde, das Branen!" Amanzia Seller!" foat der Kaffier.- Stüd endlich doch versteigert wird, weil sie auch die die Endstrecke nach New York zurücklegten. Mit einer Reisedauer von 28 Tagen und 4 Stunden haben die beiden Amerikaner einen neuen Weltrekord aufgestellt. oder können und das Geschäft des Versehens übernehmen, meistens Frauen oder Dienstleute. Und endlich trifft man hier auch„ Geschäftsleute", Händler, die im Vorhause bei der Türe stehen und oft die Not eines Armen ausbeuten, indem sie ihn den Gegenstand für einen Pappenstiel ablaufen. Diese Händler sind auch regelmäßige Besucher der Lizitationen, roelche die Anstalten durch Plakatanschlag verlautbacen. Bei so einer Lizitation bekommt man erst den richtigen Einblick, was die Menschen in ihrer Not als leßten Rettungsanfer ins Versayamt tragen: alles, was nicht niet- und nagelfest ist und Aussicht auf Belehnung hat: Fahrräder, Rastermesser, Wecker, Schuhe, Damenstrümpfe, Winterröcke und alle möglichen sonstigen Kleider- und Wäschestücke. Es gibt kaum einen beweglichen Gegenstand in einer Häuslichkeit, der im Versakamt bei einer Bizitation nicht ausgeboten würde. ständen( Pretiosen). Diese Abteilung des Versatzamtes ist nicht so voll gedrängt wie die Abteilung für Effetten; die Versetzer erhalten auf ihre Pfänder, Uhren, Ringe, Armbänder und anderen Schmud größere Beträge geliehen, allerdings werden diese Dinge dann schwerer ausgelöst als die niedrig belehnten Pfänder. Herein trägt sich's rasch, heraus nimmt sich's schwer" lautet ein altes VerjaßamtSprichwort. Es gibt Leute, Angestellte, Arbeiter, Studenten, die jeden Monat regelmäßig vor dem Ersten ihre Uhr ins Versazamt tragen und sie nach dem Ersten wieder auslösen, weil es ihnen mit der Gage oft nicht bis auf zwanzig, dreißig Kronen langt. Tausende Menschen leben in der Hauptstadt Prag, die nicht über ein Barvermögen von 50 K Bu erwähnen ist noch die Vorschrift der berfügen und durch eine kleine Nebenausgabe ihr ganzes Budget über den Haufen geworfen haben. Prager Versayämter, die von jedem Verseßenden Tiese stellen das Kontingent der Berufsversezer, sie eines Kleidungsstüdes gleichzeitig eine Umhüllung sind den Versatzant- Beamten dem Gesichte und Na- für das Pfand verlangt. Bringt der Versetzer nicht men nach( jeder Versetzer muß einen Namen ange- so eine Hülle, ein Stück Leinwand, so leiht" der ben und wähl: oft einen falschen) bekannt, mancher Tagator eine Umhüllung, ein Stück Fezen, gegen kennt auch den Namen des Tarators, weiß, welcher einen weiteren Abzug von zwei Kronen bom heute Dienst hat, der„ Gute" oder der Böse", ob Pfandbetrage und kauft am Einlösetage die Umder Gute", der milder schätzt, heute schlecht aufgehüllung um eine Krone wieder vom Verpfänder legt ist, der Böse" heute guter Laune ist und viel zurück. Die Zinsen sind etwa 15% für das Darlehen. leicht ein Pfandstück statt mit zwanzig Kronen einmal mit fünfundzwanzig belehnen wird. Diese Be- Das Verfazamt hat eigentlich nur eine Berechtigung rufsverfeber empfinden nicht mehr das Entroürdi- für Fälle, wenn jemand wirklich in einer momen gende des Versezens: daß nämlich die Not des Datanen" Geldverlegenheit ist, sich z. B. in einer fremseins nicht durch produktive Arbeit, sondern durch den Stadt aufhält, wo ihm das Geld ausging oder das Kapital aus dem Erlöse einer toten Sache für ein paar Stunden gebannt wird, denn das Loch, das man auf der einen Seite mit den paar Kronen zu stopft, ist ja durch die Belehnung, also eine neue Schuld, wieder auf der andern Seite aufgemacht worden. Und noch ein Typ von Lenten sind in den Versazämtern zu treffen: Personen, die das Versehen für andere besorgen, die ,, wegen der Nachbarn" oder aus Zeitmangel nicht ins Amt gehen wollen nicht rechtzeitig erreichte. In so einem Falle kann das Verfazamt, das ihm ein Darlehen auf irgendein Schmuckstück gewährt, als nützliche Einrichtung angesehen werden. Als ,, Bank der Armen", die es in Wirklichkeit ist, ist es ein Spiegelbild für unsere soziale Not, in der tausende Menschen der Großstadt leben, dadurch, daß es Kinder mit dem Kampf ums Brot auf so unwürdige Art bekannt macht, ist sein Einfluß demoralisierend. Seite 6. VERLANGET UEBERALL VOLKS ZUNDER SOLO A.S.I. Landstraße. Sie hat ihre Poesie. Denn nicht nur um Verdienstes willen oder sich im Berufe zu vervollkommnen zogen jahrhundertelang und ziehen noch heute tausende junge Arbeiter durch das Land bis weit über die Grenzen hinaus. Devisenfurie. Prager Kurse am 15. Juli. 100 holländische Gulden 100 Reichsmart. 100 belgische Frants 100 Schweizer Frants 1 Pfund Sterling 100 Lire 1 Dollar 100 franzöfifche Franks 100 Dinar 100 polnische Bloth • 100 Schilling 10.000 magharische Kronen. Bare Geld 1358.1364.-.804.25.76.80.654.37.50 164.07.50 114.17.50 33.70.84.55.59.62.50 4.69.37 364.50.477.87.50 657.37.50 Kunit und Wissen. 85.95.4.79.37 16. Juli 1926. fen bem gegenübertreten mit einer geistigen Einstel- I Jahre verstrichen sind! Die städtischen Neubauten Tung, einer standhaften Humanität. Mir scheint, daß haben gesund und praktisch eingerichtete Wohnungen, wir uns auf den Liberalismus zurückbesinnen müs- sind mit schmucken Anlagen versehen und können sen. Man mag den Liberalismus als politische Bar- ohne Uebertreibung als Sehenswürdigkeit bezeichnet tei ablehnen; als Gesinnung und geistige Grundlinie werden. In allen Anlagen sind große gärtnerisch ist er uns unentbehrlich. Aus diesem Grundgefühl ausgestattete Höfe vorgesehen, die den Kindern des 808.25.- des Liberalismus und der standhaften Humanität Hauses als Spielplatz dienen. Um eine geregelte 78.80.heraus aber protestieren wir gegen diesen Gejegent- Leitung und Beaufsichtigung der Kinder zu erwir165.27.50 wurf als Versuch einer Knebelung des freien deut- ken, werden in den größeren Wohnhausanlagen 115.57.50 fchen Geistes." In der einmütig beschlossenen Refo- eigene städtische Kindergärten und Kinderhorte er34.- lution tam der entschlossene Wille zur Abwehr des richtet. Im Jahre 1926 kommen 37 neue Kinder60.12.50 geplanten Zenfurgesetzes zum Ausdruck. gärten und 13 Horte zur Ausführung. Bei Anlagen mit mehr als 300 Wohnungen werden maschinelle 370.50.- Aufbedung großer Briefmarkenfälschungen in Dampfwäschereien mit Kochfesses, Waschmaschinen, 480.87.50 SHS. Jn Pancevo ist die Polizei einer Fälscherbande Schleudermaschinen, Dampftrocknungsanlage, Einauf die Spur gekommen, welche alte und unge spritvorrichtung und Wäschemangel, die wie alle brauchte jugoslawische und ungarische Marken aus Maschinen elektrisch angetrieben sind, eingerichtet. der ersten Zeit nach dem Umsturz mit falschen Post- Der Hausfrau ist es dadurch ermöglicht, die Wäsche stempeln und verschiedenen Aufdrucken versah, sie einer 4-5 föpfigen Familie in einem Halbtag bügelverschiedenartig färbte und diese Marken dann zu reif in die Wohnung zu bringen. Es wurden auch mit teuren.Preisen im Auslande verkaufte. Fast die ganze Welt ist seinerzeit mit solchen Falsifikaten versch. Wohnungstypen Versuche gemacht. So wurde überschwemmt worden. In Deutschland sind beispiels- zum Beispiel ein Wohnhaus mit ganz kleinen Küchen weise Serien von 12 Stück solcher gefälschten Mar- gebaut, in denen alle für einen modernen Haushalt fen zum Preise von 25 Goldmark verkauft worden. benötigten Gegenstände, von der eingebauten Kohlen fiste bis zum Warmwassergasautomaten, vorhanden sind. Ferner wurde ein Versuch mit einem Wohnhaus mit eingebauten Möbeln( Rasten und Betten) gemacht. Ein großes Einfüchenhaus ist in Ausführung. Es wäre noch viel zu sagen über die Sorgfalt, mit der die sozialdemokratische Gemeindeverwaltung auf allen sozialen, wirtschaftlichen und fulturellen Gebieten arbeitet. Vor allem ließ sie an die Stelle der früheren Lernschule die Arbeitsschule treten. Das ganze Erziehungswesen wurde durch eine großzügige Schulreform in neue Bahnen geleitet. Es ist aber hier unmögilch, alle Arbeitszweige der sozialdemokratischen Wiener Stadtverwaltung darzustellen. Die Dannebergsche, mit 10 wohlgelun genen Foto- Reproduktionen ausgestattete Schrift gibt eine Fülle von Material und legt Zeugnis von der eine Fülle von Material und legt Zeugnis von der Spielplan des Neuen deutschen Theaters. Heute Freitag 48 Uhr Im weißen Rößl", Samstag„ Der Freischü h". Sonntag„ Die Teresina". Literatur. aufbauenden Kraft des Sozialismus. Aus der Bartei. organisation Prag. Esther Labarre, Schauspiel von Franz Schulz. Das Stüd beginnt mit einer furzen, stimmungsvollen, spannungsverheißenden Szene und wird mit fortschreitender Handlung langweiliger, banaler und breiter. Die Tragik der alternden Frau, die höchstes Künstlertum und glänzende Erfolge nicht für die verlorene Jugen und die verspielte Liebe der Männer enischädigen fönnen, gibt zwar den Grundton der Handlung an, tritt aber gerade in den lezen Landstraße da steigen die Bilder wieder Szenen se zurück, daß aus dem Schauspiel beinahe Spielplan der Kleinen Bühne. Heute Freitag bor uns auf, die unser Auge früher gesehen; und ein Schwant wird, an dem nur noch die komischen Glaze u. Bubitopf", Samstag Theodoru. nicht nur unser Auge, sondern unser ganzer Sinn Partien fesseln. Der Schluß wäre einer Operette Cie.", Sonntag Der Floh im Ohr", Montag erlebten sie. Immer noch, wenn sie wieder aus würdig. Der Dialog prunft mit dem spärlichen Flit- Nickel und die 36 Gerechten". dem Unterbewußten heraufstiegen, sind sie ge- ter geistreichelnder Gemeinpläge, die Szenenbilder fühlsbetont, verspüren wir wieder Luft oder auch lassen den Einfluß bekannter Vorbilder leicht erraTrauer. ten. Das Stüd ist also selbst für den mageren PraDa sind bunte Wiesen an den Seiten, Korn- ger Heimatboden, dem der Verfasser ja entsprossen ist, felder, noch grün oder schon gelb, mit blauen keine Leistung, eine ernste literarische Angelegenheit Eine Millionenstadt unter sozialistischer Leitung. Kornblumen und rotem Mohn. Da sind Weiß- ist es erst recht nicht. Marianne Reid, der es Die alte Donaustadt Wien hat seit dem Umsturz 1918 dornhecken, Wälder, Städte und Dörfer in der gleichermaßen schwer fallen muß, wenn eine alte eine sozialdemokratische Mehrheit. Wenn auch der Ferne. Manchmal ist der Weg nur von wenigen Frau wie eine Künstlerin vom Format der Duse zu Kapitilismus nicht von den Rathäusern aus beseitigt Bäumen umsäumt, die Schatten spenden. Dann spielen, und Fischer- Str itmann gaben der werden kann, so sind Stadtverwaltungen doch in der wieder gibts Aepfel- und Kirschbäume, im Som- Juli- Premiere Halt und Ansehen und brachten das 2age, ein tüchtiges Stück sozialistischer Arbeit zu mer und Herbst besonders gern gesehen. Leider Opfer, diese Sache auch noch im Pelz zu spielen. leisten. Eine sozialdemokratische Mehrheit im Stadtist oftmals der Wächter nicht weit, aber ein Ströblin hatte einen kraft- und ſaftlosen Sterl zu rat kann auch schon in der kapitalistischen Gesellrichtiger Tippelbruder versteht seine Sache und geben, mit dem er noch immer mehr anzufangen schaft zeigen, welch schöpferische Straft dem Sozialis- Deutsche sozialdemokratische Bezirksläßt sich nicht fassen. Ein herrlicher Schmuck aber wußte, als der Autor. In der letzten Szene gefie- mus innewohnt. Schulbeispiel dafür ist Wien. Von sind die Vogelbeerbäume, wenn ihre roten len Königsmark und Werner Janisch als allen, die noch im gestern denken, zuerst als ,, bolscheFrüchte reifen. Anwalt und Journalist durch kräftig aufgetragene mistische" Hochburg verschrien, deren Verwalter die Und der Wegesrand, der Graben an der Satire. E. F. Stadt zugrunde richten, wird Wien heute von Städte Seite ist so frisch grün im Frühling, trägt dann Blumen über Blumen, Löwenzahn, Ochsenzunge, Der unter der Führung des Dichters und Sozialisten sozialdemokratischen Stadtverwaltung lernen wollen. Thomas Mann gegen die„ Reichsschundlifte". bertretern aus allen Ländern besucht, die aus der Vergißmeinnicht. Mauerpfeffer, Wegwarte und Erdbeeren. Wenn aber die Tage heiß sind, liegt Oskar Maria Graf bor kurzem gegründete„ Jung- Genosse Robert Danneberg, der Präsident des grauer Staub drüber wie auf unseren Schuhen. münchener Kulturbund" brachte in einer start besuch- Wiener Landtages, hat nun in seiner Schrift Sell mich, Brag II., Nekazanta 18-3,( BerAmmern fliegen, mit dem Wanderer eine Strede ten Versammlung am 12. Juli ſeinen leidenschaft-" Die fozialdemokratische Gemeinde weit von Baum zu Baum, ein Hase läuft über lichen Protest gegen das geplante Reichszenfurgesetz verwaltung in Wien( Verlag J., H. W. Diet waltung des„ Sozialdemokrat") entgegen. den Weg, und im Herbst sammeln sich auf den zum Ausdruck. Außer einigen politischen Persön Nchf., G. m. b. H.), Preis Mt. 1.40, eine Darstellung Drähten die Schwalben. lichkeiten waren vom literarischen München u. a. Tho- der Leistungen des sozialdemokratischen Wiener Ratmas Mann, Karl Hendell, Mar Salbe, Ricarda Huch hauses gegeben. Diese außerordentlich lesenswerte und Peter Scher zugegen. In den Referaten lam Arbeit ist bereits in 2. Aufl. erschienen, wobei eine Reihe wesentlicher Ergänzungen und Erweiterungen zum Ausdruck, daß das drohende„ Gesetz gegen Schund und Schmuh" nichts anderes jei als der Ver- vorgenommen worden sind. Verfassung, und alte such der Einführung einer geistigen Inquisition und Verwaltungsgiveige der Stadt Wien sind lebendig der Schaffung zweier Gattungen von deutscher Lite- dargestellt. Die vorbildliche Finanzpolitik der sozialratur: genehmigte und nicht genehmigte. In der demokratischen Rathantsmehrheit verdient schon besDiskussion sprach auch Thomas Mann. Es ist halb besondere Beachtung, weit es nur durch sie auffällig," so fagte er, daß gerade jetzt unter möglich wurde, das großzügige Wohnungsprogramm der Republik sich die Proteste gegen die Angriffe durchzuführen, das sich die Aufgabe geftelt hat, inauf die Geistesfreiheit mehren. Das liegt aber nicht nerhalb fünf Jahren 25.000 neue Wohnungen an der Republik, sondern an der allgemeinen Atmo- zu bauen. Und heute ist man schon so weit, daß das sphäre der geistigen und seelischen Zustände. Charat Bauprogramm durchgeführt sein wird, ehe die fünf teristisch für diese Atmosphäre ist die unter dem Namen Fascismus weit verbreitete Zusammenfassung von Altem und Aeltestem mit scheinbar Neuem und Jugendlichen, um relative Begriffe, wie Vaterland, Klasse, Macht zu Absolutem zu machen. Wir müsDann weht auch der Wind über Stoppeln und Wege; der Kunde sieht sich nach Kornmieten um. Und fällt der Schnee, dann endet so mancher im Graben, der sich von der Landstraße nicht wieder in geregelte Arbeit zurückfand. Autos flizen dahin, und Motorräder helfen ihnen, den Straßenstaub aufzuwirbeln. Mancher Fußgänger grollt dieser Entwicklung, aber sie läßt sich nicht rückgängig machen. Langfam ziehen auf Handwagen alte Mütterchen Sammelholz nach Hause. Arbeitslose irren umher. Wir sind von der Poesie in die rauhe Wirklichkeit geH. B. fommen. Genoffen! Zraget bei jeber Gelegenheit Euer Parteiabzeichen! Kleine Chronit. Das Münchener Böllerkundemuseum. Auf den bescheidenen Grundlagen, die vor mehr als 100 Jahren in München von zwei Forschungsreifenden errichtet wurden, baut sich heute das Museum für Völkerkunde auf, das vor einigen Tagen im Staatsgebäude an der Maximilianstraße, der früheren Aufbewahrungsstätte der Schäße des Deutschen Museums, der Deffentlichkeit zugänglich gemacht woorden ist. In 38 Sälen sind aus den Erbteilen Asien, Ausstralien, Afrika und Amerika jene fremdartigen Dinge wohlgeordnet vor dem schauenden Auge ausgebreitet, scheinbar in völlig zwangloser Systematik, die von den einfachsten Gegenständen " in feiner heutigen Gestalt zu danken ist, von seiner Indienexpedition 1910-11 mitgebracht hat. Hier Herausgeber Dr. Ludwig Czech. Verantwortlicher Redakteur Wilhelm Nießner. Drud: Deutsche Zeitungs- A.- G., Prag. Für den Drud verantwortlich: O. Holit. Mundspülen und jedes Steckenbleiben von durch mechanische Reinigung Zahnbürstengebrauch haben auch die märchenhaften Musikinstrumente, ein Speisereften vermieden werden. Als Silfsmittel stehen ganzes indisches Orchester. ferner die phantastischen uns noch Zahnpulver und Zahnpasten zur Verfügung. Schattenfigurer aus Ball. Siam, China and Japan die die Reinigungswirkung wesentlich erhöhen. ihren Play. Amerika zeigt peruanische Textilien und Günstig wirkt auch Zahnseide( Dental Silt), mit der Keramit, Flechtarbeiten der Polarvölke: und Feder- die Zahnzwischenräume gut gereinigt werden können. Falls schon Verlegungen der Zahnmasse einspielereien des Südens, Tanzmasken und vieles andere mehr. Afrika zeigt Hausrat, Schmuck und getreten sind, müssen diese baldigst vom Zahnarzt Waffen aus Togo, Kamerun und den anderen che- gefüllt werden. Bei kleinen Defekten ist das Füllen maligen deutschen Kolonialgebieten, Rege plastiken in den meisten Fällen so gut wie schmerzlos. Je und ais Garzant dieses ganzen Ausstellungsteils größer der Zahndefekt geworden ist, desto schwieriger die auserlesenen Bronzen des einstigen Fabelreiches und unangenehmer wird das Füllen der Zähne für den Patienten und auch für den Zahnarzt. Benin in Zentralafrika. Die Zahntaries. Eines der unangenehmsten Uebel, das fast ausgehend von Raum zu Raum bis zu den Gipfelkeinen Menschen verschont, ist die Zahnkaries. Sie punkten seelischen Empfindens, den symbolischen Dar stellungen des religiösen Kultus, emporsteigt. Diese ist die häufigste Ursache der Zahnschmerzen. Eine Bliederung des allmählichen Erfassens der Lebens- gute Uebersetzung des Wortes Bahntaries" gibt es formen der erotischen Völker bildet das Leitmotiv in nicht, unter„ lariösen" Zähnen versteht man hohle dieser Museumsgestaltung. Für ausgiebige Benutzung der Zähne, also startes Kauen von fester Nahrung ist Sorge zu tragen. Warum? Es wird oft gesagt, daß heute die Menschheit weit mehr an schlechten Zähnen leidet als früher. Das ist richtig. Es zeigt sich nämlich. daß die Zahnkaries bei Völkern mit niedrigerer Zivilisation relativ feltener ist als bei den zivilisatorisch hochstehenden Völkern. Dies liegt an der Art und Zubereitung der Nahrung. Die Primitiven fauen Zähne. Die Ursache des Hohlwerdens ist eine chemisch- intensiver, weil ihre festere Nahrung das erfordert. Im ersten Obergeschoß herrscht Asien vor. das bakterielle. In einer kleinen verletzten Stelle des Durch das stärkere Kauen werden die den Zahn zweite beherbergt die Völkerscharen von Afrika und Bahnschmelzes( äußerste und härteste Schicht des umgebenden Gewebe besser durchblutet und die Amerika. Die Südsee und Australien können dem Bahnes) sehen sich Speisereste fest, die eine günstige Zähne werden besser ernährt; außerdem tritt durch Publikum erst nach und nach eröffnet werden. Es Brutstätte für verschiedene Bakterien darstellen. Diese die rauhe Nahrung, die eine erhöhte Speichelabsonist unmöglich, alles, was man hier zu sehen bekommt, Bakterien erzeugen durch ihren Stoffwechsel Stoffe, derung eintreten läßt, eine gewisse Selbstreinigung auf knappen Raume zu schildern. Bald sind es die die zahnauflösend wirken. Ein erst minimaler Defekt des Gebisses ein. farbenprächtigen Gewabe und Stickereien Japans, wird so nach und nach größer, bis er schließlich in bald Bronzen und Elfenbeinschnitzereien oder kunst- der Nähe des Zahnmarkes( fälschlich oft Nerv gevolle Ladkacbeiten aus Birma, geschnittene Steine nannt) vordringt und dieses zur Entzündung bringt, und siamesische Lederschnitte, bald groteske Tanzmas dann treten meist intensive Schmerzen ein. Dies ist fen und ziselierte Silberarbeiten, Keramiken und eine Ursache der Zahnschmerzen, nämlich die Enthauchfeine Porzellane. Im japanischen Tempelscale zündung des Zahnmarkes. Eine andere, die Wurzelthront die überlebensgroße Goldstatue Buddhas; rie- j hautentzündung, ist ebenfalls häufig, will ich hier fenhafte Holzfiguren als Tempelwächter schützen den aber wegen Raummangels nicht näher erörtern. Eingang; die ganze Gewalt einer buddhistischen Kultstätte mit ihrer fünstlerischen Echabenheit um fängt den Beschauer. In eigenem Raum ist die ente aldende Marionettenbühne von Birma aufgestellt, Lie Professor Lucian Schermann, dem das Muscum Wie fann nun diese Karies möglichst verhindert werden? Ich sagte oben, daß besonders sich zerschende Nahrungsreste einen günstigen Boden für die kariesfördernden Bakterien bilden, diese Bakterien- Brut stätten müssen also vernichtet werden, und zwar muß Am 28. und 29. Juli find aus Kärnten 43 Kinder des Vereines Kinderfreunde" in Prag. Wir bitten alle Parteimitglieder, diesen Kindern für zwei Uebernachtungen unentgeltliche Unterfunft zu gewähren. Anmeldungen nimmt schon jetzt Genosse Die Bezirksleitung. KINO- PROGRAMMI vom 16. Juli bis 22. Juli: Wran Urania- Kino Einziges deutsches Kino Prags. Bis 30. Juli 2976 Tel. 20.429 geschlossen. LIDO BIO 2901 Die Seufzerbrücke. Drama in 2 Epochen. In der Hauptrolle LUCIANO ALBERTINI. Beide Epochen auf einmal. 980 Bo verfehren wir? Café Continental, Brag- Graben Goldenes Kreuzel, Brag- Netazanta. 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