( Cinzelpreis 70 Helfer. Redaktion und Verwaltung: Prag, II., Netazanta 18. Telephone: Tagesredattion: 26795, 31469. Machtredattion: 26797. Postschedamt: 57544. Inferate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 6. Jahrgang. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der tschechoslowakischen Republit. Dienstag, 27. Juli 1926. Bezugs Bedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Voft: monatlich.... Kč 16.vierteljährlich halbjährig ganzjährig 29 48.96.192.Rückstellung von Mannstripten erfolgt nur bei Einfendung der Retourmarlen. Erschein mit Ausnahme des Montag täglich( ri Nr. 173. Bürgerliche Einheitsfront- proletarische Einheitsfront! Die deutschen Sozialdemokraten im tschechoslowakischen Staate. Politisches Referat des Genossen Dr. Czech auf dem sonntägigen Kreisparteitag in Letschen. Genosse Dr. Czech überbrachte der Konferenz die Grüße des Parteivorstandes und hielt dann folgendes Referat: Sieg des internationalen Proletariats dieses Landes tritt damit in den Bereich erreich barer Möglichkeiten. Seine Siegeseussichten rücken in greifbarere Nähe, dem Sozialismus eröffnen sich neue und hoffnungsverheißende Ausblicke. i ,, daß niemand an die Möglichkeit eines Koalitionsregimes ohne die tschechische Sozialdemokratie glaube und daß die tschechische Sozialdemokratie obwohl in giffermäßig verringerter Straft die conditio sine qua non für jedes ordentliche parlamentarische Reginte in der Republik bleibt." fturz zurüdgezogen hatte, hervorzukriechen und ganz unmöglich sei. Ja noch am 21. War; v. J. nach dem Anteil an der Macht zu verlangen, verkündete die tschechische Partei in ihrem Manis indie es sich damals noch mit dem Sozialismus feſte: gnädig zu teilen bereit war. Inzwischen begann Der Parteivorstand empfindet ebenso wie der Kapitalismus wieder zu erstarken und damit Sie, daß dieser Konferenz eine geradezu begann sich die wirtschaftliche Macht des Bürgerhistorische Bedeutung für unsere Bewegung zukommt. Drei große Kreisorganisa- Wollen wir zum vollen Verständnis der tums zu festigen. Nun glaubte cs, daß seine tionen sollen durch den einmütigen Willen aller neuen innerpolitischen Situation gelangen, dann Stunde wieder gekommen sei und darum griff Parteiſtellen und der Arbeiterschaft dieses Ge- müssen wir eine kurze rückschauende Betrachtung es jofort mit beiden Händen nach der politischen bietes zu einem einheitlich mächtigen Gebilde ver- der letzten innerpolitischen Entwicklung anstellen Macht, um sie wieder ganz an sich zu reißen einigt, alle Sträfte dieses Organisationsgebietes zu und die am Werke befindlichen wirtschaftlichen und nach Niederwerfung der Arbeiterklasse einheitlichem Handeln zusammengefaßt, von ein- und sozialen Sträfte einer Analyse unterziehen. feine wirtschaftliche und politische Alleinherrschaft genau so wie in der Vorkriegszeit wieder heitlicher Führung durchflutet werden. Das gibt Bei unserer Betrachtung wollen wir an die gibt sicherlich Gewähr für den weiteren Aufstieg, Aera der Beamtenregierung anknüpfen, die nach ist der tiefere Grund der heutigen innerpolitischen einen herrlichen Ausblick in die Zukunft. Das letzte Phase der allnationalen Koalition, an die aufzurichten und sicherzustellen. Das und nur das das gibt stolzen Gewinn für die gesamte Be- den Wünschen sämtlicher Stoalitionsparteien nur Krise. Nur so und nicht anders laffen sich die wegung. Nehmen Sie unsere guten Wünsche für eine Platzhalterin und Wegebahnerin der nach lebten innerpolitischen Ereignisse in ihren Urdas fernere Gedeihen des Kreises entgegen. Die Beseitigung gewisser Hindernisse für die nächste fachen and Wirkungen restlos erklären. Konferenz tagt unter den günstigsten Auspizien. Zeit wieder in Aussicht genommenen KoalitionsSie tritt mitten im konzentrischen Kampf des ge- regierung sein sollte. samten Proletariates dieses Landes gegen das Breis gleich die Feuertaufe geben fönnen. Wir stehen vor einer Sie ist durch die nahezu vollständige Umfehrung der Verhältnisse gekennzeichnet und gewährt einen Ausblick auf die Entwicklungsmöglichkeiten, die sich in ihrer Tragtveite und Bedeutung heute absolut noch nicht abschätzen lassen. Das charakteristische Merkmal dieser Epoche ist ihr Heute steht die tschechische Sozialdemokratie außerhalb der Koalition und es sind starke Kräfte am Werke, sie dauernd auszuschalten. Heute wer Möglichkeiten erörtert und nur in einer einzigen von ihnen wird mit der tschechischen Sozialdemioden allen Ernstes vier verschiedene Koalitionsfratie als Koalitionspartei gerechnet. von ihnen wird mit der tschechischen SozialdemioDie Rechnung der tschechischen Genossen hat sich als trügerisch erwiesen. Als wir im Jahre 1922 den tschechischen ,, daß die tschechischen Sozialdemokraten sich nicht geirrt haben, als sie zuerst die Republik sichern und dann erst ihren Jdealen nachjagen wollten." Nun die Republik, deren Bestand niemals gefährdet war, ist gesichert, aber wohnlich hat sich österreichische Staat es gewesen ist. Immer und darin nur das kapitalistische Bürgertum eingeimmer wieder haben wir dies den tschechischen richtet, während die Arbeiterschaft nach wie vor Arbeitern aufgezeigt, doch ihre Wortführerin einem Hinterstübchen der Republik ein efendes hingerissen von der Begeisterung für ihren Staat Dasein fristet und der internationalen Bourgeoisie wollten es nicht begreifen. Im Gegenteil, fie riefen in die Welt hinaus, daß dieser Staat eine insel der Seligen", daß er die Hoffnung aller ringsum" um ihn sei, und daß dies so bleiben werde, so lange man nicht die Verfassung, die öffentliche Verwaltung und die Armee zerrütten werde. genau so wie im alten Desterreich die Kastanien aus dem Feuer holen muß. Das haben wir dem tschechischen Proletariat schon in den Flitter. Der Zusammenbruch der letzten Koalitions ochen der tschechischen Revolution kapitaliſtiſche Bürgertum, gegen die internatio- regierung, an deren Stirne das Brandmal des orausgefagt und feither immer und im Genossen im Parlament auseinandersetzten, daß mer wieder auseinandergesetzt. Das konnte auch die Koalitionspolitik nicht unbegrenzt dehnbar nale organisierte politische und wirtschaftliche Re- Wortbruches stand, wurde von allen rechtlich absolut nicht anders kommen, da die tschechische sei, daß das Interesse der arbeitenden Menschen attion zusammen, so wird sie denn dem neuen denkenden Menschen mit wahrer Freude beacbfolut grüßt. Denn er hatte nicht nur den Sturz der Revolution dem tschechischen Botte nur die natto- über dem staatlichen Interesse stehe, da tehnie moralisch auf das Schwerste bematelten Regie- nale, nicht aber auch die soziale Befreiung brachte, Genoffe Meißner diesen Gedankengang ab neuen Epoche der tschechoslowakischen rung zur Folge, sondern brachte auch noch die da der Kapitalismus auch weiterhin unbeschränkt und Genosse Bechyne meinte in einer andern erste wirkliche Erschütterung des allnationalen an der Macht blieb, ja auf tschechischer Seite Rede, Innenpolitit Regierungssystems, das die Mehrheit der Bevöl- erst recht durch die nationale Befreiung zur Entferung aller Nationen, auch der tschechischen, faltung kam, da der tschechische Staat ein kapitaristischen Merkmalen eines kapitalistisch- imperiagegen sich hatte, von ihren Verwünschungen be- liftischer Staat geblieben ist, mit allen charaktegleitet war und dem Lande zum wahren Fluche liftischen Machtstaates, genau so, wie der altwurde. Der Sturz der Regierung Svehla wirkte wie ein reinigendes Gewitter und hellte den verfinsterten Horizont gewaltig auf. Nun begannen sich die Nebelschleier langsam zu verflüchtigen, nun begann die Verblendung, die ausgesprochener Zug nach rechts". auf tschechischer Seite jedes flare Urteil über die Inzwischen hat sich das Blatt auf der ganWir haben ihn als Ergebnis des letzten Berhältnisse trübte, immer mehr zu weichen und Wahlganges deutlich kommen gesehen und ihn in die allgemeine Ernüchterung immer mehr um sich unferer, unmittelbar nach Abschluß der Wahlen zu greifen. Nicht als ob damit der Bann end zen Linie gewendet. Die tschechischen Sozialin Brag abgehaltenen Reichsausschußtagung vom gültig gebrochen, die klare Erkenntnis in die demokraten mußten unter dem Druck der Ver= mal die Oppositionsstellung beziehen. Wohl er20. November 1925 mit einer jeden Zweifel aus weiteren Entwicklungsmöglichkeiten nun auch endhältnisse die Koalition verlassen und zum erstenfläven sie noch in ihrem leßten, vor einigen Taschließenden Gewißheit angekündigt. Aber ebenso gültig in alle tschechischen Kreise eingezogen wäre; Und nun frage man nach der letzten Zolldie gen verlautbarten Aufruf, daß sie aus der Koacharakteristisch und markant wie die Rechtsten- fo weit waren wir damals noch lange nicht. Aber und Kongrua- und Steuer- Kampagne lition ausgetreten sind, um in sie durch den Wildenz der neuen politischen Entwidlung ist auch schon die Tatsache, daß in einem Großteil der tschechischen Arbeiter, wie sie sich auf dieser len der Wählerschaft wieder zurückzukehren. Doch ihre Abkehr von allen bisherigen Traditionen, ist bisher auf den allnationalen Gedanken, auf das Insel der Seligen heute fühlen! sie übersehen, daß die Verhältnisse über ihre Wilvor allem der Zusammenbruch der für unzerstör- allnationale Stoalitionssystem eingeschworenen selbst Wir setzten den tschechischen Arbeitern auf lenssphäre hinausgewachsen sind und sich bar und ewig erklärten allnationalen Ideologie, tschechischen Oeffentlichkeit die Einsicht zu reifen die die gesamte Politik des Landes vom Umsturz begann, daß neue Wege gesucht werden müssen, unseren Parteitagen und Konferenzen ausein- bei noch so guten Vorfäßen nicht willkürlich bis zu den letzten Wahlen nicht nur auf Seite und daß solche Wege im Bereiche der Möglich ander, daß die Koalitionspolitik den Interessen meistern lassen. Denn die Verschärfung der Klasder tschechischen Bourgeoisie und eines Teils der feiten stehen, schon die Tatsache, daß darüber in der Arbeiterschaft abträglich sei, daß sie ihr sengegensätze nimmt in rasendem Tempo zu und tschechischen Arbeiterklasse, sondern auch auf Seite aller Oeffentlichkeit gesprochen wurde, mußte als Schaden zufügen müsse, daß sie nur die Macht schafft Situationen, in denen sozialistische Stoades deutschen Bürgertums beherrschte und die gewaltiger Fortschritt bermerkt, als des Bürgertums feftige, gleichzeitig aber auch die litionsteilhaberschaften nicht gedeihen können. nun- weldy Fronie der Weltgeschichte durch erfreuliches System gewertet werden. Positionen der Arbeiterklasse schwäche, schon weil man braucht nur die tschechische sozialdemokratiden bis dahin von beiden bürgerlichen Lagern und fragen wir nach dem tiefern Grund jener sie zur Zerreißung des Proletariats geführt habe. sche Presse aus den letzten Tagen zur Hand zu als verräterisch stigmatisierten Gedanken tsche Erscheinungen, die zur Krise des allnationalen Man antwortete uns es geschah aus Anlaß nehmen, um daraus zu ersehen, in welch hohem so finden der englischen Anleihe- daß die Zusammen- Maße im tschechischen Lager chisch- deutscher Kampf- und Interessengemein Koalitionsgedankens geführt haben, schaft abgelöst wurde. Im ersten Augenblick gab wir, dak er im Erstarten des Kapita arbeit der tschechoslowakischen Elemente" erfolg es, da sich die große politische Umwälzung ganz Iismus und seiner Exponenten liegt, die nach reich und nüßlich, und daß die tschechische Partei unvermittelt und förmlich über Nacht vollzogen der Erweiterung ihrer Macht, nach der Um- entschlossen sei, dabei auszuharren. Als wir in hatte, allgemeine Verblüffung und Ueberraschung, fegung dieser Macht in bare Münze strebten und der Auseinandersetzung mit den tschechischen Gedoch nur für jene, die politisch nur in den Tag zu diesem Behufe vor allem andern darangingen, noffen immer und immer wieder der Pětka den hineinleben, die gesellschaftlichen Zusammenhänge sie M a chtsphäre des Sozialismus zu Kampf anjagten, dieses System als undemokranicht verstehen, die gesellschaftlichen Triebfräfte brechen. Daraus allein erklärt sich die ganz tisch und verderblich bezeichneten, antwortete ein schaftlichen Interessen stärker find, als alle andern nicht kennen und die Zeichen der Zeit nicht zu besonders seit dem letzten Wahlgang mit jedem tschechischer Genosse, der eigentliche Wortführer und daß sie alle andern Hindernisse und vor allem begreifen vermögen. Für uns aber bedeutete die Tage wachsende Begehrlichkeit, die mit jedem Tag dieses Systems, das Auseinandergehen der Pětka die nationalen zu überwinden vermögen. Erst große Wendung in der tschechoslowakischen Bolitik zunehmenden Herausforderungen der kapitalisti- im Bösen wäre der Beginn planloser Stämpfe vor einigen Tagen schrieb der Zentralsekretär der nichts als die Bestätigung jener Wahrheiten, die schen Parteien, denen jedes Stück Bodens, das aller gegen alle, der Beginn politischer und wirtwir trotz hundertfältigen Widerspruchs und trop der Sozialismus noch innehatte, ein Dorn im schaftlicher Verwirrung, ein Sinken des Staatsprestiges im Ausland. Nun, das Pětka- System größter Anfeindungen seit dem Umstura tagein, Auge ist. Nach dem Umftur; hat das Bürgertum an- ist inzwischen gefallen, kein Hahn fräht nach ihm tagaus zu predigen nicht müde werden und die jich nun endlich den Weg ins Freie gebahnt gesichts der katastrophalen Folgen seiner imperia- im Ausland und das Prestige der Tschechoslowahaben und über tausendfältige Zweifel hinweg liftisch- nationalistischen Politik durch die Mit- lei im Ausland ist im guten oder schlechten Sinne fieghaft geworden sind. schuld an dem wirtschaftlichen und politischen Zu- das gleiche geblieben. Als wir den tschechischen sammenbruch auf das schwerste kompromittiert Genossen aufzuzeigen versuchten, daß unter den und belastet, moralisch und seelisch völlig zugegebenen Machtverhältnissen und nach dem letzfammengebrochen dem Sozialismus glatt das ten Wahlgang nichts anderes übrig bleibe, als Feld geräumt, ihm ohne weiteres die Vevant der beiderseitigen Bourgeoisie die Bildung der wortung überlassen und sich um hiebei nicht Regierung zu überlassen und das Proletariat fogar ein aller Nationen zu einer internationalen Opposivöllig leer ausgehen zu müssen sozialistisches Mäntelchen umgehängt. Kaum aber tionsfront zusammenzufassen, da bezeichneten die hatten sich die Verhältnisse einigermaßen beruhigt tschechischen Genoffen dies als politischen Anaund schon begann das Bürgertum langsam aus chronismus und meinten, daß ein Zusammen den Schlupfwinkeln, in die es sich nach dem Um- wirken der deutschen und tschechischen Bourgeoisie Was wir immer gesagt haben, ist eingetroffen, die Klassengegensäße haben die nationalen Fronten in Stüde geschlagen, die Klassenfronten sind aufgerichtet. Der nationale Gedanke wurde vom wirtschaftlichen und fozialen überrannt und in den Hintergrund gedrängt. Damit erschließen sich der Arbeiterklasse dieses Landes ganz neue Kampfesmöglich teiten und neue Kampsbedingungen. Der die Bildung der Klassenfronten vorgeschritten ist und welch ungeheuere psychologische Wandlung gerade in dieser Stunde in tschechischen Parteifreifen vor sich geht. Endlich beginnt man ganz offen zuzugeben, daß die wirtPartei, Genosse Maret, daß das vorgeschützte Interesse der Nation dort verschwindet, wo der Klassenegoismus bestehe und daß die sozialistische Lehre von Klasseninteressen und den Klaffenkonflikten, von der Notwendigkeit der internationalen Bekämpfung des Kapitalis mus jetzt zum erstenmal in der. Tschechoslowakei die Sanktion erhalten habe." offen Auch Genosse Bechyně redet nun gauz darüber, daß man der Arbeiterschaft die laufende Sorge um den Staat abgenommen habe und daß sie sich jest um ihre eigenen Interessen fümmern wolle", und er zögerte nicht, dem tschechischen Bürgertum zuzurufen, daß die Bildung einer einheitlichen proletarischen Abwehrfront erwogen werde. Seite 2 allnationale Roalis Dabei halte man sich vor Augen, daß sich die Zollparteien als Mitglieder des deutschen Verbandes saßungsgemäß und auf Grund der letzten feierlichen Staatsrechtserklärung auf die Oppositionsstellung eingeschworen haben. 27. Juli 1926. nachher unsere Ketten umso fester schmieden, wäre Selbstmord." Wahrlich, treffender können auch wir das ganz Welch ein Sprung von der glücklichen Zu- 1 letariats eine Verständigung, ein Stompromiß] Noch knapp vor den Neuwahlen stürzen sich sammenarbeit mit den tschechoslowakischen Ele- möglich gewesen sein. Mit den wirtschaftlich er- die Landbündler als wir ihre Komödie von menten" wie Genosse Bechyně damals die starkten Bürgertum aber, dessen mächtiger Auf- der Einheitsfront entlarvien wie wütend auf Koalitionsparteien bezeichnete bis zur Zusam- stieg in den letzten Wahlen so deutlich zum Aus- uns und meinten, daß sich die Tschechen zu sol- besinnungslose Vorgehen der deutschen Zollparmenarbeit mit dem gesamten Proletariat im druck kam, wurden Kompromisse immer schwieri chen Helfershelfern gratulieren können, die man teien nicht charakterisieren. Und frägt man die Rahmen einer einheitlichen proletarischen Ab- ger und immer unwahrscheinlicher, bis schließlich mit nassen Feyzen traktieren könne, ohne auf 3ollparteien, was sie zu diesem ganz unerhörten wehrfront, wie er dies in einem seiner letzten der Zusammenbruch der Kompromißpolitik fom- Abwehr zu stoßen., Und nun sehe man sich das Sündenfall, was sie zu diesem um mit HilgenLeitartikel ankündigt! Doch vom bloßen Wort, men mußte. Umsonst war die Kampferinjektion entwürdigende Benehmen der Landdündler an, reiner zu sprechen- Beauf ihrer Grundsätze, das Bechyně ausgesprochen, bis zur Tat ist nou der Sprachenverordnung, durch die aan die liebegirrend den tschechischen Partnern jeden zum Bruch des in ihren beiden feierlichen Staatsein weiter Weg und wir fürchten sehr, daß er den Kadaver der allnationalen Koalition galva- Wunsch vom Auge abzulesen suchen und ihnen erklärungen, in zahllose:: Reden und Beschlüssen nicht geradlinig verlaufen und erst über neue Ab- nisieren, der Regierung Svehla das Leben ver- ohne die Interessen der ihnen anvertrauten gegebenen Wortes, zum Bruch der bei so vielen irrungen zum Ziele führen wird. Es wird daher längern, die Aufmerksamkeit der proletarischen deutschen Volksschichten weiter zu beachten feierlichen Anlässen geleisteten Schwüre, zunt die Geduld des Proletariats noch auf so manche Deffentlichkeit von dem sich vorbereitenden Zoll- unterwürfig und würdelos alles, was ihr Herz Verrat an den Prinzipien der Demokratie, zur harte Probe gestellt werden. und Steuerraub ablehnen und durch Aufwüh- begehrt, apportieren und den Dank von der Pra- Preisgabe der vitalsten Interessen des deutschen Doch wir vertrauen auf die sich zwingend Feuer anzünden wollte, an dem sich die tschechische die deutschen Zollparteien mit der Regierung der deutschen Minorität veranlaßt hat, so haben lung der beiden großen Völker dieses Landes ein ger Presse" quittiert erhalten, die feststellte, daß Volfes, zur Untergrabung der Kampfpofitionen und unnachsichtlich vollziehende Entwicklung, die alle etwa noch vorhandenen Illusionen des Bourgeoisie ihr Süppchen kochen wollte. Die durch dick und dünn gegangen sind, sich als ver- sie vorerst riesig geheimnisvoll getan und erklärt, tschechischen Proletariats zerstören Kampferinjektion wirfte nur wenige Tage gerade läßliche Kompaziszenten erwiesen und eine ge- daß man absolut nicht aus der Reserve herausund es über kurz oder lang mit dem Prole- über die erste große politische Abstimmung hin- radezu imposante Disziplin gehalten haven. treten könne und sich das größte Stillschweigen tariat der übrigen Nationen 3 nationalen Regierung ein und wie es sich sehr über. Wenige Tage darauf trat der Tod der allauferlegen müsse. Als aber die tschechischen Wortsammenführen wird. Unsere Partei würde bald herausstellte, wurde damit nicht bloß die allführer Kramař und Hodža, Donat und dies nur begrüßen, da sie nur in dem Zusammen nationale Koalition, sondern auch und das Malypetr um so redseliger wurden und mit wirken des gesamten Proletariats des Landes, war für die tschechischen Nationalisten das Katader größten Dezidiertheit die Erklärung abgabe.. nur in der Zusammenfassung aller im Proletadaß mit den Deutschen keine Verhandlungen riat lebenden Kräfte, nur in der Bildung einer trophale die gepflogen, daß man nichts versprochen und gewaltigen, von sozialistischem Geiste erfülltentions- Ideologie feierlich zu Gra nichts gegeben, daß auch über das nationale proletarischen Abwehrfront einen Weg nicht nur Wendung ein. Was man auf tschechischer Seite Parteien auch nur bei einem Zehntel eines be getragen. Damit trat dann die große Im umgekehrten Falle würden sie andere deutsche Problem nicht geredet wurde und daß auf zur Wiedergewinnung der vom Sozialismus bedeutscher Seite nichts als kristallreiner reits innegehabten und seither wieder verlorenen kurz vorher noch für ein Hirngespinst gehalten solchen Schuldkontos einfach gebratspießt faAltruismus vorliege, ben. Sie aber überſtürzen sich förmlich in RePofitionen sowie zum Wiederaufbau der alten hätte, ist eingetreten. sozialdemokratischen Kampfesfront erblickt, sons gierungspurzelbäumen, machen hiebei geradezu da begannen sie die Deffentlichkeit mit einer Fülle dern auch zur Eroberung jener Machtstellung, halsbrecherische Saltomortale und find entrüstet, von Argumenten zu bombardieren, ihr mit einem wie sie sich aus den natürlichen sozialen Schich- find ohne viel Aufhebens durch eine der Breschen, wenn wir ihnen hiezu nicht applaudieren. Seit Füllhorn von Erfolgen aufzuwarten, die in den Jahr und Tag haben tungsverhältnissen dieses Landes von selbst er die die Zuspigung der Klaffengegensäße der Roa- Jahr und Tag haben die Landbündler und Einzelheiten und in der Gesamtheit die Richtigkeit gibt und wie dies zur erfolgreichen Führung un- lition geschlagen hatte, hindurchgeschlüpft, haben Christlichsozialen in feierlichen Schwüren und der tschechischen Angaben bestätigten, und die klägden liche Rolle aufzeigten, die die Zollparteien in der jeres Kampfes und zur Verwirklichung des So- sich ganz einfach so als ob nichts geschehen so als ob nichts geschehen flammenden Reden dem deutschen Volke zialismus erforderlich ist. Treueid geleistet, zunt Regierungstisch gesetzt und haben Die tschechischen Sozialdemokraten haben zu regieren begonnen. lange vor der Aufrichtung des tschechischen Staates die jeßige Entwicklung richtig vorausge= sehen, nur haben sie in ihrer revolutionären Begeisterung für den neuen Staat diese Erkenntnis nicht an sich herankommen lassen und daher naturgemäß aus ihr nicht die einzig möglichen Konsequenzen gezogen. gezogen. Vor zwei Jahrzehnten erschien unter dem Titel„ Ženté utofem"( Stürmet vor) eine Broschüre des Genossen Soukup. Soukup nennt sie einen offenen Brief an das arme tschechische Volk". Er ruft es zum Wahlkampf auf und setzt sich dann mit den tschechischen Nationalisten und mit dem tschechischen Staatsrecht auseinander. Dann fagt er im Kapitel 13 wörtlich: Die deutschbürgerlichen Parteien wäre Im Nu war die ganze oppositionelle Vergangenheit ausgelöscht, die gute oppositionelle Erziehung vergessen, im Nu waren alle tschechoslowakischen Regierungsmethoden annektiert, war das tschechoslowakische Regierungsrüstzeug beigebogen, sofort waren Geschäftsordnung und Schußgefeß, die wichtigsten Requisiten tschechoslowakischer Regierungskunst, zur Hand und wie die Tschechen sich räuspern und wie sie spuden, wußten ihnen die Deutschen abzugucken. Wehe, wenn dies andere deutsche Parteien anders gewagt hätten! Erinnern Sie sich! Als der Eintritt der Slowaken in die Regierung Švehla diskutiert wurde, tischte die in zahlreichen Reden haben Křepek sowie andere Führer des deutschen Landvolkes den Tschechen den Kampf bis zum leßten Blutstropfen angekündigt, drohend erklärt, daß sie sich nie und nimmer auf die Knie zwingen lassen werden, Junitagung gespielt haben. Was bekamen wir da alles an Erfolgen zu hören. In das allnationale Koalitionssystem seien Breschen gelegt, einem gedeihlichen Systemwechsel der Weg gebahnt, der tschechoslowakischen Politik eine gewisse Beweglichfeit gesichert, ein gedeihliches, wirtschaftliches Arbet ten in die Wege geleitet, die die einseitige Klassenpolitik definitiv beseitigt, die Besserung der wirtbei jeder Gelegenheit immer und immer wieder schaftlichen Verhältnisse der Arbeiter vorbereitet, die Wiedergutmachung des erlittenen Unrechtes, bie Gefühlspolitik durch praktische Politik, Spiegeldes Schadens und der Demütigung nach Wieder- fechtereien durch ehrliche Politik ersetzt, die tschevergeltung gerufen, auch choslowakische Politik mit deutschen geistigen Jden über Demokratie und Recht durchdrungen. Ein die deutschen Christlichsozialen guter Ausblick und größere Zuversicht und Vertrauen in die Zukunft erarbeitet. Und beinahe fonnten sich in ähnlichen Forderungen nicht ge- hätte ich es vergessen! die Unterlagen nug gütlich tun. So fordert der letzte Troppauer für den nationalen Frieden geschaf christlichsoziale Parteitag die sofortige Wiedergutfen. Sie kennen das alte Lied? ,, Du hast Diamanmachung der den deutschen Intereffen zugefügten ten und Perlen, hast alles, was Dein Herz beUnd das Fazit alles dessen ist, daß die deuts schen Verbändler sang, und flang- und bebingungslos in die Regierungspositionen hinein huschen, In Wirklichkeit ist nichts, gar nichts geschehen, was als ernstes Zugeständnis für die deutschen Minderheiten gewertet werden könnte. Vielmehr haben sich die deutschen Zollparteien welche glauben, daß, wenn das tschechische Staats vom 17. Feber 1925 der deutschen Oeffentlichkeit chenverordnung. In ähnlicher Weise formuliert gehrt, Du hast die schönsten Augen, mein Liebrecht durchgeführt und der tschechische Staat er die Lüge von der deutschen sozialdemo- der deutsche Verband in seiner durch Spina vor- en, was willst Du noch mehr?" Doch Spaß beiseite! Nimmt man jedes dieser neuert wird, es allen sofort gut gehen und Milch tratischen Ministerstreberei auf und getragenen zweiten Staatsrechtserklärung seinen Argumente vor( Habenseite" nennt es die„ Deutund Honig fließen wird. gab so das Signal zu einer veritablen Hebe gegen Standpunkt und stellte ausdrücklich fest, daß der Die Gewerbetreibenden und Bauern werden da- unsere Partei. Angeblich sollen wir uns bereit Stampf fortgeführt werden wird, bis das Un- anpact, glatt in den Händen und löst sich in leeren Un- ſche Presse"), dann zerfällt es, noch ehe man es durch geschützt sein und mit ihnen auch die Ar- gefunden haben, in die Regierung einzutreten, recht wieder gutgemacht ist. Dunst auf. beiter. Schwere Millionen, die wir alljährlich um die ausscheidende klerikale Volkspartei zu ernach Wien schicken, werden bei uns bleiben und setzen und die sonst unvermeidlichen Neuwahlen wir werden uns mit ihnen föniglicht einrichten. zu vereiteln. Kaum war das Wort ausgesprochen, So sind die staatsrechtlichen Luftschlösser beschaf- als sich sofort die ganze deutsche Schriftleiterpresse, fen. Diese Lute glaubten nicht, daß von den sieg aber auch unsere braven Bolschewiken auf die haften Millionen uns verflucht wenig übrig blei- Notiz der Landpost" wie auf einen gefundenen alle Eide und Schwüre, alle Drohungen und ihren tschechischen Parteien einfach mit Haut und ben wird, daß eine ganze Reihe neuer Ausgaben Braten stürzten und tapfer darauf losschlugen. Kriegserklärungen, alle angekündigten Blutbäder Saaren verschrieben, um an die Macht zu gelan erwachsen würde, daß wir für die Armee, für die Den Kommunisten gefiel die Sache so sehr, daß unter den Tisch fallen lassen und so fun, als gen und gemeinsam mit ihren tschechischen natioRegierung, für die Außenvertretung etc. zahlen sie daraus einen großen Wahlschlager machten wäre im Leben nie dergleichen gefagt und getan nalen Klassenbrüdern ihren natten, brutalen, engmüßten; daß den eigentlichen Nutzen davon nur und viele, viele Monate daran zehrten. Was worden. Noch im März 1926 erklärten die herzigen Klasseninteressen zu dienen, die ganze der Adel und die Geldbourgeoisie haben, daß das wußte man da alles Schöne über uns zu erzäh- Landbündler, daß sie in Cerny nichts als den wirtschaftliche und politische Macht im Staate an Großkapital vor der Majestät des tschechischen len: daß wir schon unsere Säbel und Stiebel Massenberwalter im Konkurs der allnationalen sich zu reißen und die Arbeiterklasse wirtschaftlich Staates nicht erschrecken und bei uns herrschen schmieren lassen, daß der Frackschneider bereits Koalition erblicken, daß sie ihn für den Testa- und politisch niederzuwerfen. Vielleicht wird es in werde, wie heute, daß das Kapital weiter das paratgestellt sei, daß die Einberufungsordre in die mentsvollstrecker der Koalitionsregierung hal- bürgerlichen Kreisen Leute geben, die dies für cine Kleingewerbe und die Bauern schlucken, aus ihrem Regierung unmittelbar bevorstehe, der Einzug in ten, daß ihre Stellung zur Beamtenregierung bloße Erfindung oder zumindest für eine Uebr Schweiß fett werden und sie als ausgebeutetes die heißerfehnte Regierungslaube in den nächsten nur die des unbedingten Kampfes sein könne. treibung halten. Ihnen wollen wir einen Sah Proletariat in die Ferien schicken würde, daß das Stunden erfolgen werde. Noch am 3. April schrieb Spina in der Deut aus der vor einigen Tagen in Laubenderf bäuerliche und Kleingewerbliche Vermögen auf die schen Landpost", daß sie černy für den Treu- gehaltenen Re de des Vorsitzenden des Trommel gehen würde, wie jetzt, daß der tschechihänder der vergangenen Regierung ansehen und Seutschen Verbandes bermitteln. sche Staat nicht bedeutet die Befreiung des tscheihm daher mit der größten Ablehnung gegenchischen Volkes, daß er nicht die Armut und die überstehen. Noch am letzten Troppauer christlichNot und auch nicht den Unterschied zwischen arm sozialen Parteitag erklärte der Vorsitzende des and reich beseitigen, dem Anwachsen des Proleta christlichsozialen Klubs Dr. Luschka in seinem riates nicht ein Ende machen, die Grundlagen der Parteitagsreferat, daß die oppositionelle Haltung heutigen Wirtschaftsordnung nicht ändern werde, So erleben wir auf der einen Seite die sittliche der christlichsozialen Partei unverändert sei, ſound daß das tschechische arbeitende Volk auch im Entrüstung der Landbündler über unsere angeb- lange das Ausrottungssystem gegen das deutsche tschechischen Staate in bitterster Opposition sein liche Ministerstreberei und auf der andern Seite Volt, die Gesetzgebung und die Verwaltung würde wie es in jedem andern Klassenstaat ist. ihr triecherisches Heranschleichen bis an die Regierungspforten und ihr entwürdi- herrscht. Und kurze Zeit darauf ret entwürdi- tete die christlich soziale Partei Bis auf den letzten Buchstaben gendes Betteln um Einlaß. Die Auswirkung der wirtschaftli obwohl sich seit ihrem Parteitag in dem Ver- chen und sozialen Gegensäte, das sind find diese vor zwei Jahrzehnten geschriebenen Noch am 5. September 1923 jetzte sich die hältnis des Staates zu den Deutschen nicht nur die Agrarzölle, das ist die 3uder- und Spiri Worte Soukups zur Wahrheit gewor Deutsche Landpost" in einem heftigen nichts geändert, sondern das Gewaltsystem eher tits steuer, das wird, wie Spina nunmehr ausden. Das tschechoslowakische Staatsrecht ist ver- Artikel mit Hohenblum auseinander, der auf noch verschärft hatte, der tschechoslowali drücklich ankündigt, die fapitalistische tschechoslowakitus steuer, das wird, wie Spina nunmehr auswirklicht, der tschechoslowakische Staat ist zur einer wenige Tage vorher abgehaltenen judeten- ichen Regierung durch eine Reihe Steuerreform, die Verschlechterung Tatsache geworden, der tschechoslowakische Staat deutschen Agrartagung die grüne Internationale parlamentarischer Abstimmungen der Sozialversicherung sein. Das ist ein ausgerufen hatte. Sie schrieb: bedingungslos das Leben. Und wäh- fürchterlicher Dornenweg, für das judetendeutsche ,, daß dem deutschen Landvolk nach seiner Veran- rend all dies geschieht, wettert Serr Senator arbeitende Volk und die fudetendeutsche Politik und Tagung solche Begriffe fremd seien, daß auch wirt- Silgenreiner, der zum eucharistischen die Aufrollung der deutschen Frage, deren sich schaftlich eine grüne Internationale Rongreß nach Amerifa gereist ist, in ameri- Spina in Laubendorf so sehr rühmt, und die nur ein bald zusammenbrechendes fanischen Monstreversammlungen gegen das tsche- durch so schwere Opfer erkauft werden soll, wird Trug und Scheingebilde wäre, daß choslowakische Regierungs- und Gewalt jo zu einer Katastrophenpolitik im wahren Sinne die Internationale ob sie so oder so system heißt das Aufgeben des natürlichen Volksgefühles bedeuten und herbeiführen würde, daß man sich von der Sozialdemokratie auch nicht um Haaresbreite unterscheiden würde." " Das Signal lam just von den Landbündlern, die seit dem Umsturz Canossagang auf Canofsagang machen, heißhungrig nach dem Anteil an der Macht rufen und die Einbes rufung in die Regierungsmehrheit kaum noch grwarten können. ist genau so, wie der altösterreichische, ein kapitalistischer Klassenstaat. Das tschechische Proletariat steht in bitterster Opposition zur tschechischen Bourgeoisie. Die vom Genossen Bechyně ge= träumte Insel der Seligen" war also nichts, als eine Fata morgana. Wie konnte es auch anders sein? Solange das tschechische Bolt im revolutionären Kampf lebte, solange es an den Fundamenten des Staates arbeitete, solange es fast ausschließlich politische Probleme zu ordnen hatte, folange die großen wirtschaftlichen und finanziellen Fragen des Staates sivischen bem an der Macht befindlichen Sozialismus und Und heute sehen wir nicht nur die wirtund läßt für das Heil des armen bedrängten judetendeutschen Volkes in grandiosen Gläu bigenversammlungen fromme Gebete verrichten. ,, An die Stelle der allnationalen Koalition tritt eine gemischt- nationale politische Mehrheit. Wir können diesen Gedanken nicht anders verwirk lichen, als daß wir beitragen, daß die wirtschaftlichen und sozialen Gegensäge auf tschechischer Seite sich immer mehr auswirken. Die notionale Geschlos fenheit der Tschechen wird gesprengt durch die wirtschaftlichen Gegensätze." des Wortes. Festhalten wollen wir für immerwährende Zeiten diese Feststellungen des Bauernführers und Trägers der deutschen, aktivistischest Politik. Doch nicht um in Haar besser sind die be deutschen Christlich sozialen. Juind btfingen sie in der Nummer vom 19. Juni ihres dem wirtschaftlich und politisch geschwächten Bürschaftliche, sondern auch die politische grüne Nun, Herr Professor Hilgenreiner wird, wenn Zentralorganes Deutsche Presse" den grogertum zu verhandeln waren, mochten solche Internationale" auf dem Boden dieses Staates fiebt, große Augen machen, denn noch knapp vor vor allem fönnen und müssen jeden Sudetendeutmochten solche Internationale" auf dem Boden dieses Staates er heimkehrt, und die neue Entwicklung vor sich hen Sieg des aktivistischen Gedankens. Drei Punkte Illusionen, wie etwa die Insel der Seligen" aufgerichtet und seiner Reise nach Amerifa hat er in einem in der schen vollständig beruhigen. Drei Punkte, die die bielleicht auch noch verfangen. Bei vertauschten " Deutschen Presse" veröffentlichten Artikel deutschen Aktivisten stolz als ihren Erfolg buchen Rollen aber, mitten in schiversten wirtschaftlichen die deutschen Landbündler in einem direkten wörtlich erklärt: Hörigkeitsverhältnis zu ihren tschechischen Nöten, mußten alle und auch diese Illusion fönnen und die Tschechen gern oder ungern als Brüdern. naturgemäß verblassen und das nackte Lebensund Klasseninteresse des Proletariats deutlich in So haben sich denn die Landbündler mit ihren Erscheinung treten. Noch während der Periode Theorien über den Internationalismus selbst Lüge der Vormachtsstellung der Arbeiterklasse, wäh- gestraft. Das ,, natürliche Volksgefühl" hat gegenrend des Gleichgewichtszustandes der Kräfte zwi- über dem Klaffengefühl abgedankt. Die Fahne des fchen Proletariat und Kapitalismus, mag im Ein- begriffsfremden Internationalismus“ ist aufgezelfalle -wenn auch immer auf Kosten des Pro- pflanzt, Hohenblum rehabilitiert, Wir dürfen nicht wegen flüchtiger Teiler folchen zugeben müssen, und nachdem die„ Deutfolge auf die Gesamtlage unseves schiverbedrängten sche Presse" dann als ersten Erfolg den Zerfall Boltes vergessen, dürfen nicht für das Linsender Koalition gebucht hatte, fährt sie fort: gericht materieller Erfolge unser großes Ziel: die volle Gleichberechtigung unseres Volkes in diesem Staat verkaufen. Eine Politif, die un seren Gegnern die Hände frei machen würde, die Nicht weniger bedeutend ist der zweite Erfolg: Der Sozialismus in der Tschechoslowakei hat feine weite große Niederlage erlitten. Der erfte Schlag traf ihn am Novemberwahltag 1925. 27. lt 1926. Dieser Wendepunkt war zu entworfen. Es wäre unnatürlich gewesen, wenn sich die Verhältnisse in ber Tschechoslowakei anders als in der ganzen Welt gestaltet hätten. Aber daß es endlich eintrat und in so deutlicher und in so greifbarer Form, das ist der zweite Erfolg, den die deutschen Aktivisten zu buchen haben." Werte Genossen! Das war wieder einmal ein Chor natürlicher Herzenstöne aus den tiefsten Tiefen der Klerikalen Seele, ein Freudenschrei, der ganze Bände spricht, der die Mentalität und pfychologische Einstellung der schwarzen Gesellschaft in ihrer ganzen Nacktheit bloßlegt, und den ganzen Sinn und die ganze Bedeutung des deutschbürgerlichen Frontwechsels offenbart. Diesen Freudenschrei wollen wir zum ewigen Gedächtnis nageln. Ebenso wie wir dies bereits mit den Feststellungen Spinas getan haben, 1 Seite 3 den für alle Fälle gerüstet sein und uns auf jede| Wüten der Zollparteien, der Ueberspigung all der Situation einzurichten verstehen. Im übrigen vielen reaktionären Maßnahmen, die in den Arwissen wir, daß die Verhältnisse für uns arbeiten, beiterklassen nach langer Zeit wieder einmal den daß die Klaffengegensäße sich immer mehr zu Geist der Auflehnung lebendig gemacht haben. spitzen, die Klassenfronten immer schärfer herausbilden und daß dieser Prozeß unaufhaltsam vor- Geister innerhalb der Arbeiterschaft mobilisieren Nun heißt es: zugreifen. Affe wärtsschreitet. So weit es an uns liegt, wollen und den leidenschaftlichsten Kampf bis in die letwir ihn beschleunigen, denn er führt schnurstracks ten Hütten und Arbeitsstätten hinaustrogen. zu jener unzerbrechlichen Phalanx, deren In- Laffen Sie mich mit einem herrlichen Wort schte widerstehlichkeit allein dem Sieg des Sozialisßen, das Marx einmal den deutschen Arbeiternt mus- über alle Hindernille hinweg Weg zu bereiten vermag. unglüdlicher und unerwiderter Liebe der Sünde in die Arme gestürzt. Also haben die Landbündler nur aus Verzweiflung über unsere Lieblosigkeit den Zollgiftbecher an die Lippen gesetzt, und die deutschen Gewerbetreibenden nur deshalb politischy Harakiri gemacht, weil nicht wir, sondern die Landbündler sie unter die Fittiche genommen haben. Schlimm, sehr schlimm, wer konnte das alles voraussehen. Der Der Herr Abgeordnete Jung wieder meinte in einer seiner letzten Reben, daß wir wieder einmal hin- und herschwanken und uns nicht auskennen und das deutsche Volk dadurch in eine sehr schwierige Lage Genossen! Der Sozialismus marschiert! gebracht haben. Die deutschen Nationalsoziali Der Geist der Defensive ist über= sten dagegen mit ihrer altbewährten Serpenan- tinentaltik, die gehen immer den geraden Weg, wunden. Der Kleinmui der Arbeiimmer schnurstrads auf ihr Ziel los. Schnur- tertlaffe wieder gebrochen, ihre Anstracks von der berühmten 1919er Verzweiflungs- griffsluft wächst mit jedem Tag. Wieder schlierevolution bis zur Rampfgemeinschaft mit Lodgßen sich auf der ganzen Linie unsere Reihen, über man, von da in die Bettgemeinschaft mit Spina all' die Mühjal des Lebens hinweg leuchten die und Mayr- Harting und dabei all dies in einem Augen unserer Vertrauensmänner angesichts des ewigen Pendeln zwischen Selbstbestimmung und Rampfgeistes, der sich überall zu regen beginnt, Selbstverwaltung. Für jede andere Partei wäre wieder hell auf, und es wächst die Zuver es selbstverständlich gewesen, daß sie aus dem sicht in ein baldiges und glückliches Ende ersten Schritt, den die Zollparteien in der Richtung der Regierungspolitik gemacht haben, alle Konsequenzen ziehen und das Verbandsverhältnis verlassen. Sie aber haben die ganze Schmach der zollnärrischen Politik über sich ergehen lassen und selbst das Abwürgen ihrer Anträge durch ihre Verbandskollegen ruhig und ohne zu murren hingenommen. Denn das Ausscheiden aus dem Verband hätte sie nach allem, was sie während der Wahlen mit der Einheitsfront aufgeführt hatten, dem allgemeinen Soptt ausgesetzt und das wäre des Guten zu viel gewesen und so fönnen wir uns denn für heute von den National sozialisten verabschieden und sie getrost ihrem Schicksal überlassen, das das berdiente Strafgericht unnachsichtlich sie ergehen lassen wird. wenn es einmal den Herren Mayr- Harting oder Luschka, Spina oder Hanreich wieder einfallen sollte, uns wieder zu gemeinsamen Kämpfen oder gar zur Teilnahme an natio nalen Einheitsfronten einzuladen. Ausgeschlossen sind ja, wie die Herren Aktivisten sehr gut wissen, folche Möglichkeiten nicht. Jüngst besprach sie in einem dem Tagesboten" erteilten Interview Herr Dr. Hanreich, und gab bei dieser Gelegenheit im Hinblid auf die Treibes reien der Kramař und Mlčoch zu verstehen, daß fich nach etwa gescheiterten attivistischen Verfu hen die Notwendigkeit ergeben tönnte, die breite Organisationsbasis des gesamten fudeten deutschen Volkes zu gemeinsamen Oppositionshandlungen aller deutschen Parteien wieder auf zunehmen. Mögen sie dann nur kommen! Wir werden ihnen das Wort Spina entgegenschleudern, wir werden sie an die unvergeßliche Junitagung erinnern, und an ihr Aufjauchzen über die große Niederlage der Arbeiterklasse". Wie man sieht, führt sich die neue deutsch tschechische Koalition recht lieblich in die tschechoflomatische Politif ein, und läßt auch für die Zukunft recht Erquickliches erwarten. Da ihre erste Tat, die Aushungerung der arbeitenden Menschen, die Verschlechterung der sozialpolitischen Gesetzgebung, die parlamentarische Knebelung der Minoritäten und der gesamten Oppofition, die Auslieferung der Abgeordneten an die Polizei und den Staatsanwalt gewesen ist, da sia, ihre bisherige furze Wirksamkeit durch eine reaktionäre, antisoziale Einstellung, durch den Verrat wichtiger Lebensinteressen der deutschen Bevölkerung durch eine geradezu erniedrigende Selbstpreisgabe charat terisiert, ist sie sowohl für die deutsche Arbeiterklasse als auch für die gesamte deutsche Bevölkerung geradezu verhängnisvoll und bedeutet überdies noch eine schwere Kompromittierung des Verständigungsgedankens, eine Gefährdung für Jahre hinaus und einen Rückschlag von unausdenkbaren Konsequenzen. Mag auch Herr Dr. Hodza, aus dessen Rede wir die Erkenntnis von der Notwendigkeit einer baldigen Lösung des nationalen Problems als Gewinn registrieren wollen, die von den Zollparteien eingeschlagene Taftit in den Himmel loben, als einen Weg zur Einigung der Völler ansehen, so sind wir demgegenüber davon überzeugt, daß auf diesem Wege, der mit dem Fluche und den Tränen der arbeitenden Menschen reich besät ist, der Friede zwischen den Nationen dieses Stentes nicht herzustellen sein wird, und daß nur ein Friedensschluß von Volk zu Bolt jene Probleme zu lösen vermag, von denen Dr. Hodza behauptet, daß ihre Ungelöstheit den Staat in ewigen innerpolitischen Konflikt ausliefern würde. Ein solcher Friede kann nur das Wirken jener Klasse sein, die da sie die soziale Befreiung des Volkes anstrebt allen befähigt ist, auch feine nationale herbeizuführen und das ist und über als Das verdanken wir nicht in letter Linie dem Raubzug, dem besinnungslosen reaktionären zugerufen hat: ,, Krieg den deutschen Zuständen. Es handelt sich darum, den Deutschen keinen Augenblick der Selbsttäuschung und Resig nation zu gönnen. Man muß den wirklichen Druck noch drückender machen, indem man ihm das Bewußtsein des Druces hinzufügt, die Schmach noch schmachvoller, indem man sic publiziert. Man muß diese versteinerten Berhältnisse dadurch zum tanzen zwingen, daß man ihnen ihre eigene Melodic vorsingt. Man muß das Bolt vor sich selbst erschrecken lassen, um ihm Kourage zu machen. Man erfüllt damit ein unabiveisbares Bedürfnis des deuts schen Voltes." Ginomjew abgefägt! Der Dalai Lama der Komintern wird aus dem Bolitbüro der Kommunistischen Partei Rußlands entjernt.- Ein Konflikt zwischen der dritten Internationale und der bo lchemistischen Bartei.- Das „ Etti" als Verschwörer und Spaltungszelle. Man fann auf die weiteren Folgen der Erledigung Sinowiews gespannt sein. Es ist die erste große Kraftprobe zwischen der kom und munistischen Internationale ihren ruffifchen Nährbätern. Behält Sinowjew Recht, dann wird die große russische Partei des Frriums und des Abweichens vom Leninismus für schuldig befunden, verliert er auch in der Internationale die Partie, so wird diese damit offensichtlich zum gan; wiffenlesen Werkzeug der russischen Diplomatic. * Mostau, 25. Juli. Die Taß veröffentlicht das folgende Kommunique über die soeben beenDete Plenarsizung des Zentralfomitees der fommunistischen Partei: Die Diftatoren des Bolschewismus gehen| mudt, geht die Russische Partei über sie zur Taalle den Weg, den schon vor ihnen alle diejenigen gesordnung über. gegangen sind, die ihre Herrschaft mit den glei Wenn wir nun zusammenfassen, so fönnen chen Methoden ausübten und ihren Thron auf wir sagen: die neue Entwicklung ist das Ergebnis den gleichen Grundlagen erbaut hatten. Mit inder jetzigen Machtverteilung im Staate, es ist nerer Notwendigkeit gebiert die Diftatur in der Bartei immer wieder eine Opposition, die schließ ganz falsch sie wie dies leider auch von tsche- lich die Oberhand gewinnt und sofort selbst zur chischsozialistischer Seite geschehen ist Wert einzelner Personen etwa der Herren Spina Diktatur wird. Die Waffen, mit denen gestern und Mayr- Harting und Szentivany oder Hodža der Diktator unumschränkt geherrscht hat, kehren hinzustellen und die wirtschaftliche Kraft zu über sich nun gegen ihn. So sind die römischen Sol sehen, die das große Kunststück vollbracht haben, Datentaifer jeder als Opfer einer Revolte gefal len, die den nächsten auf den Thron hob und bas allnationale Stoalitionsgefüge zu sprengen, len, die den nächsten auf den Thron hob dessen Zusammenbruch jeder flar beobachtende faum saß der, so rüftete im Dunkeln schon eine Mensch voraussehen konnte und dessen Ende wir neue Gegenpartei. Die große französische Revolut längst vorausgesagt haben, Wörtlich haben wir tion zeigt, so bald sie in das terroristisch- diktatoes auf der Trautenauer Kreisfon- rische Stadium eintritt, das gleiche Schauspiel. Ein Diktator schickt den andern aufs Schaffott. ferenz vom 25. April 1925 ausgesprochen. In den kommunistischen Parteien der ver„ Das Schlagwort: Sicherheit des Staates, schiedenen Länder sahen wir Fraktionen siegen Rettung der Republik, hat längst schon seine An- und stürzen, Führergarnituren kommen und ziehungskraft verloren. Die Klassengegensäte sind gehen, nie berufen oder verjagt von dem Willen also in voller Entfaltung, der Klassenkampf in der Gesamtpartei, sondern auf Befehl Mosvollster Entwicklung. Den in ihm wirkenden Kräftaus, der wieder ausgelöst wurde durch das ten vermag die allnationale Koalition auf die Drängen irgendeiner Fraktion, die selbst die Dauer nicht standzuhalten. Das allnationale Sy Macht erstrebte. Der ruhende Pol in der Erstem, das heute für alle Belt offenkundig und scheinungen Flucht war aber bisher der päpstauch für das tschechische Proletariat erkennbarliche Stuhl in Moskau, waren der heilige Vater die Inkarnation der kapitalistischen Kräfte dieses Sinowie w und seine unmittelbarsten Helfer. Staates ist, muß zusammenbrechen. Sache der Von den kleineren Göttern gang zu schweigen, Arbeiter aller Nationen ist es, diesen Prozeß mög hatte das große Rasiermesser schließlich die 3 e tlichst zu beschleunigen und dafür zu Tergen, daß fin und Maslow, die Ruth Fischer und das heute wirtschaftliche, soziale und fulturelle für eine Zeit sogar Trotti aus dem politischen ungerechte System durch eine auf sozialistischen Antlitz des Bolschewismus getilgt. Sinojev Grundsäßen aufgebaute Ordnung abgelöst wird." blieb und zelebrierte jedem die Totenmesse. Er schien unverwundbar, schien allen Intriganten gewachsen, weil er selbst mit allen Salben gerieben und in allen Sätteln gerecht war. " So haben wir es bis vor einem Jahr unmittelbar nach der ersten Aufrollung der Zollfragen, unmittelbar vor dem Inkrafttreten der gleitenden Zölle vorausgesagt, und so ist es auch bis auf den lehten Buch it a ben eingetroffen. Wie sich die Dinge weiter entwideln werden, läßt sich natürlich heute nicht boraussagen. Während von der einen Gruppe der alten Koalitionsparteien- von den Nationaldemokraten und Gewerbetreibenden die Sozialisten umworben und in die Roalition geLodt werden, ist die andere Gruppe Agrarier kann nur die Arbeiterklasse sein. und Klerikalebemüht, die deutschen ZollparDiesem Friedenswert haben wir in den zurüdlie- teien an der Stange zu halten. Die ersteren genden Jahren unsere ganze Straft geliehen, wir haben am Donnerstag im Vecernit Prava Lidu" haben in unseren Parteitagsbeschlüssen und Parla in einem Artikel Stivins den Koalitionsparteien menteanträgen die Friedensformel geprägt und ein friegerisches Rein" zugerufen, und ihnen aufgezeigt, daß nur durch Aufrollung des ganzen auch nach einer Darlegung, daß bei den heutigen Problems, nicht aber durch eine elende Brosamen Kräfteverhältnissen die allnationale Koalition Politik der Friede zwischen den Völkern herbeige- unmöglich sei, nachdrüdlichst empfohlen, sich nach führt werden kann. Dem Kampfe um diesen Frie anderen Partnern umzusehen. Die letzteren da den wollen wir auch in Zukunft dienen, bis auch auf tschechischer Seite die Erkenntnis von der Not- gegen haben auf ihrem am Donnerstag abgehal tenen Parteitag- trok vorbehaltener Handlungswendigkeit eines ehrlichen Friedensschlusses reift. So nebenher möchte ich noch nach der kom- freiheit- ihre Bereitwilligkeit zum Eintritt in So nebenher möchte ich noch nach der kom die tschechisch- deutsche Regierungsmehrheit ganz munistischen Seite bemerken, daß es uns einiger deutlich ausgesprochen. Nach welcher Richtung maßen unsicher zu sein scheint, mit den nationalen die Entscheidung fallen wird, kann in diesem Verständigungsversuchen zu warten, bis Herr Dr. Augenblic niemand vorausbestimmen. Es fallen Bittor Stern nach siegreich durchgeführter da so viele Momente und Erwägungen in die Weltrevolution auch das nationale Problem Wagschale, daß es ein müßiges Rätselraten wäre, gelöst und uns den nationalen Frieden aus der eine sichere Prognose für die allernächste und Mostauer Revolutionsfabrik fix und fertig gelie- schon gar für die weitere Entwicklung stellen zu fert haben wird. Darum gehen wir hier lieber wollen, So viel scheint jedenfalls sicher zu sein, unseren eigenen Weg. daß wenn auch in weiterer Folge wieder einmal die allnationale Gruppierung auftauchen follte, es nur ihre allerlegten Zudungen sein tönnien; ebenso scheint es uns außer Zweifel zu stehen, Ich möchte meine Darlegungen nicht schlieBen, ohne mich auch kurz mit den daß die bürgerlichen Parteien, da sie nun einmal von der tschechisch- deutschbürgerlichen Zusammenarbeit genossen haben, sich von ihr nurmehr Nationalsozialisten auseinanderzusehen, die aus der katastrophalen Lage heraus, in die sie durch ihre Zugehörigkeit zum deutschen Verbande geraten sind, sich am besten dadurch zu retten vermeinen, daß sie uns schwer wieder werden trennen wollen, aufs Rorn nehmen und uns für alles Unglüd berantwortlich machen. Natürlich sind wieder Ajo fönnen alle etwaigen anderen Lösungen, wie einmal wir an allem schuld. Hätten wir Minderheitsregierungen mit wechselnden Mehrmeinte Herr Abgeordneter Pazel in seinem heiten, Beamtenregierung mit Minoritätsaufpub, letzten Auffah die Einheitsfront nicht abge- immer nur als ein kurzlebiges Zwischenspiel lehnt, so wäre alles anders gekommen. Also aufgefaßt werden. Die endgültige Entscheidung tragen wir für alles die Verantwortung. Also wird erst der Herbst bringen. Doch was auch haben sich die armen Christlichsozialen nur aus immer die nächste Zeit bringen möge, wir wer verbot Nun greift das Schicksal auch nach hut. Er stand innerhalb der russischen Partei seit dem legten Parteitag in Opposition. Er hatte plötzlich revolutionäre Anwandlungen bekommen, trat mit fozialdemokratischen" Gedankengängen herbor, rüdte von der Nep- Politik sehr weit nach links ab, so daß sein Urteil über Sowjetrußland beinahe sozialistisch wirkte. Man erledigte ihn zunächst im Leningrader Sowjet, man feine Schriften, stellte ihn beiseite. Wie man jetzt erfährt, hat der Lehrmeister der Disziplin, der über alle Rebellen den Stab gebrochen hatte, der in letter Instanz entschied, ob einer den Glaubensregeln treu geblieben oder sie verlebt hatte, fein gutes Beispiel gegeben. Selbst in die Opposition gedrängt, jah er, wie schwer es ist, feine Ueberzeugung zu unterdrücken, feine Meinung verschweigen zu müssen. Vielleicht hat auch er als Süter der verschiedenen kommunistischen Partien außerhalb Rußlands gemerkt, wie sehr der Nep den Bolschewismus in Mißtredit bringt. Er betrieb die Revolte gegen die Partei, wühlte in geheimen Konveniteln und soll die Spaltung angestrebt haben! Daß er stürzt, mag über die Massen Staunen erregen, es ist aber nicht das Interessanteste an dem Fall Sinowiew". Der wird für uns vor allem dort lehrreich, wo die Resolution über die Beziehungen zwischen der Opposi tion in der Russischen KP und dem Ertutivfomitee der Internationale berichtet. Die Refolution verschweigt nicht, daß die Fäden der Verschwörung in das Effi liefen, daß Sinowjeto in feiner Funktion als Chef des Etfi in der Partei Opposition machte. Wir haben also zum stische Partei das Etti und die Internationale erstenmal den Fall, daß eine einzelne kommuniaburteilt, daß die Russen sich von der Komintern nichts sagen lassen. Unsere alte Behauptung, daß die Kommunistische Internationale eine Filiale der Sowjets ist, erweist sich ebenso als richtig wie die, daß eine Partei nicht von einer Instanz" Befehle annehmen kann. Die Ruffen haben die Internationale solange als Autorität anerkannt, als sie die anderen Barteien im 3aume hielt und ich den Wünschen der Sowjetfommiffäre fügte. In dem Augenblid, da die Internationale aufDas Plenum beschäftigte sich mit einer Reihe wichtiger Fragen des staatlichen und wirtschaftlichen Aufbaues, sowie des innerparteilichen Lebens. Das Plenum beschloß, inowjew wegen Verlegung durch frattionelle Zätigkeit, als Mitglied der politischen Büros des Zentralfomitees a b= zuberufen und Lasche witsch aus der Zahl der Kandidaten des Zentralfomitees auszuschließen. An Stelle Sinowjews wurde Rudsutak zum Mitglied des Politbüros gewählt. * Mostau, 25. Juli.( Taß.) Die Resolution betreffs Wahrung der Einheit der Partei weist darauf hin, daß die zur Zeit des 14. Kongresses entstandene uid von diesem verurteilte Op position, obwohl ihr die Möglichkeit blieb, in fämtlchen führenden Institutionen sich zu be tätigen, doch weiter auf den vom Kongres festgeund stellten Irrtümern beharrte ihrem Kampf den Boden der rechtmäßi gen Verteidigung ihrer Ansichten Rahmen des Parteiinstitutes verließ. int imt In der letzten Zeit verlegte die Oppos sition die Beschlüsse der früheren Kongresse betreffs Wahrung der Parteieinheit und versuchte, eine illegale fraktionelle Organisa= tion zu schaffen, die gegen die Partei gerich tet war und gegen deren Einheit vorging. Dies ser Versuch äußerte sich in der Abhaltung illegaler Ver tonspirativer sammlungen, in dem Druck und den Versand tendenziös gesammelter in der Absendung Parteidokumente, in bon Agenten nach anderen Parteiprganisatio nen zwecks Schaffung illegaler fraktioneller Gruppen. Es wurde festgestellt, daß die Fäden dieses fraktionellen Vorgehens der Opposition zum Apparat des Erekutivkomitees der kommunistischen Internationale, an dessen Spiße S inow jew steht, führen. In der Resolution wird besonders die Tatsache hervorgehoben, daß in einem Walde bei Moskau eine illegale fraktionelle Versammlung stattfand, die der Mitarbeiter des Zentralfomitees der kommu nistischen Internationale Belenkij organisierte und ihr auch vorsaß. In dieser geheimen Versammlung hielt der Kandidat des Zentralfo mitees as chewitsch eine Rede, worin er die Anwesenden aufforderte, sich zum Kampf mit der Partei und mit dem von dieser gewählten Zentralfomitee zu organifieren. Die Fraktionstätigkeit der Opposition be schränkt sich nicht auf den Rahmen der Kommpartei, sondern es wurden Versuche gemacht, den Apparat des Exekutivkomitees der Kom munistischen Internationale hineinzuziehen und mit seiner Hilfe die verurteilten Ansichten der Opposition in anderen kommunistischen Parteien zu verbreiten, um dadurch den Boden zur Aufreizung der ausländischen Kommparteien gegen die Kommunistische Partei Rußlands vorzubereiten. Seite 4 27. Juli 1926. Ein neuer Abschnitt der Arbeiterbewegung Nordböhmens. zu bilden, deren Wirkungstreis die Bezirkskonferens Günstige Wendung in England? bestimmt", empfiehlt er zur Annahme. Ebenso empfiehlt er den Antrag der Haidaer Genossen zu London, 26. Juli.( Reuter.) Der Sekretär Punkt 11 des Statuts lautend; daß die bei Festen der Borgarbeiterföderation Cook erklärte heute und Veranstaltungen einzuhebenden 20 Helfer für Die tonstituierende Kreistonferenz der bisherigen Kreise Auffig, Bodenbach, abzuführen sind," zur Annahme. Dann geht er auf zugsausschuß der Bergarbeiterföderation beschloß, Warnsdorf in Zetschen. Zu dem Punkt, Bericht des vorberei 1 Mann Kreisbildungsausschüsse Parlamentarier 2 Männer Gewerkschaften Frauen- Kreis- und Bezirks fomitees 2 Männer 1 Mann 12 Männer 3 Männer 2 Frauen 31 Männer 2 Frauen zusammen somit 294 Männer 59 Frauen insgesamt 353 Personen. Kultur- u. sonstige Organ. 18 Männer ter vorliegenden Anträgen spricht dann Genosse Rögler. Hinsichtlich der Zuziehung der Kleinbauern und Häusler zur Kreiskonferenz, bittet er den Entschlüsjen des Parteitages nicht vorzugreifen. Ein Hindernis zu ihrer zuziehung liegt nicht vor. Die weiteren Anträge empfiehlt er zur Annahme, was auch geschieht. Diese lauten: Antrag Schmeichhart: Unter Hinweis darauf, daß es zu den wichtigsten Aufgaben der Partei gehört, das Landproletariat für den Sozialismus zu gewinnen, werden alle Bezirksorganisationen aufgefor dert, in Gemeinschaft mit den in Betracht fom menden Faktoren die Schaffung von Organisatio nen für das Landvolk zu fördern und deren Organe zu verbreiten. Der Kreisleitung wird aufgetragen, dahin zu wirken, daß diese Arbeiten möge lichst systematisch erfolgen. die Partei zur Hälfte an die Bezirksorganisationen in einer in Wlsall gehaltenen Rede, daß der Volldie Einwendungen einzelner Redner ein und bittet auf den 30. ds. cine Sigung einzuberufen, um zum Schluß um Annahme seiner Anträge. Bei der die Lage zu prüfen, denn es sei die Stunde ge Ein wichtiger und großer Abschnitt in der Ge- und Genossin 3 immer- Ramnis. Ueber Antrag Abstimmung werden sämtliche Anträge im Sinne tommen, wo es notwendig sei, die Bergarbeiter schichte der nordböhmischen Arbeiterbewegung hat des Genossen Wondreiz erfolgt eine Umstellung der Ausführungen des Referenten angenommen und um ihren Standpunki zu befragen. am 25. Juli 1926 in Tetschen a. E. seinen Abschluß der Tagesordnung, so daß zunächst der Vorsitzende das Statut einstimmig genehmigt. gefunden. Eine neue Epoche proletarischer Order Partei, Abg. Genosse Dr. Czech zu seinem ReNamens der Mandatsprüfungsfom ganisationsarbeit und politischer Kämpfe beginnt. ferat Die deutsche Sozialdemokratie im mission berichtet Genosse Arnberg: Drei große, rühmlichst bekannte Organisations- tschechoslowakischen Staate" das Wort Die Beschidung der Konferenz war folgende: kreise, deren jeder auf eine jahrzehntelange Tra- ergreift. Die mit stürmischem Beifall aufgenomme- Lokalorganisationen: 184 Männer 41 Frauen dition, jeder auf gewaltige Stämpfe, jeder auf stolze nen Ausführungen des Genossen Dr. Czech bringen Bezirke: 18 Männer 6 Frauen Siege zurückblicken kann, die Organisationskreise wir an anderer Stelle. Czechs Rede hinterlieg Kreise: 22 Männer 8 Frauen Bodenbach, Aussig und Warnsdorf sind einen tiefen und nachhaltigen Eindruck und wurde Parteivorstand gewesen, gehören der Geschichte an! Ein cyne Debatte zur Kenntnis genommen. neues größeres Gebilde ist entstanden und hat das bisherige in sich aufgenommen. Das war teine ge- tenden Ausschusses und Konstituierung Bresse wöhnliche Kreistonferenz, teine der üblichen, oft der neuen Kreisorganisation Bodenüber das Formelle faum hinauskommende Tagungen ba ch, Aussig, Warnsdorf" erstattet Genosse Genossenschaften und Aussprachen von Vertrauensmännern. Das Rögler- Bodenbach das Referat. war vor allem ein stolzes, begeistertes, von So wie Genosse Dr. Czech erklärte, muß auch Verantwortungsgefühl und Kampfe sich feststellen: Der heutige Tag ist ein geschicht willen getragenes Bekenntnis zum licher Augenblick in der Arbeiterbewegung Gäſte Sozialismus vieler hunderte Vertrauensleute| Nordböhmens. Die Notwendigkeit zur Schaffung der aus dem ganzen Wahlkreis B.- Leipa. Aus den neuen Kreisorganisation wurde schon zur Zeit des Industrieorten, aus den Landgemeinden, aus den Aussiger Parteitages erfannt und schon dort wurde Werkstätten, vom Pfluge weg, aus den Stanzleien der Wunsch ausgesprochen, eine Reorganisation der Sämtliche Delegierte sind mit ordnungsgemäß auswaren sie gekommen, die Männer und Frauen der Partei im Wahlkreise Böhmt.- Leipa vorzunehmen. gestatteten Mandaten versehen, meshalb die ManArbeit, um in ernsten Beratungen, in von tiefem Der Ausgang der Wahlen 1925 zwingt uns dazu, datsprüfungskommission den Antrag auf AnerkenErnst getragenen Diskussionen die Grundlage zu den Organisationsapparat umzugestalten und ihn nung sämtlicher Delegierter stellt. Einzelne Barlaeiner neuen Form der Organisation zu finden und den Verhältnissen im Wahlkreise anzupassent. Die mentarier, Pressevertreter und Frauen sind die Versie haben sie gefunden! Sie haben einen weithin Partei hat recht behalten; denn die Entwidtretung besonderer Körperschaften anwesend und tresichtbaren Marfstein in der Geschichte der Arbeiter- lung kam so, wie sie es voraussagte. Die Gegner ten in ihren Sondereigenschaften nicht in Entscheibewegung Nordböhmens gesetzt, indem sie den Antrag in mächtig organisiert und richten ihre konzentri- dung. Der Antrag auf Anerkennung sämtlicher Deeines vorbereitenden Ausschusses auf zusammenle- ichen Angriffe gegen die Erfolge der Arbeiterschaft legierter wird einstimmig beschlossen. gung der drei bisherigen Kreisorganisationen zu und gegen unsere Organisationen. Das macht es einer, den ganzen Wahlkreis umfassenden Wahlkreis- notwendig, den Abwehrkampf zu organierganisation zum Beschluß erhoben. Sie haben sich fieren und damit zu vereinfachen. Ziffernmäßig des in der einmütigen Zustimmung zum Kreisstatut ein weist nun Genosse Sögler nach, wie sich die Spal- Wahl Gesetz gegeben, das sie nicht nur selbst einzuhalten, tung der Arbeiterschaft durch die Kommunisten orsondern dessen Einhaltung jie auch zu überwachen ganisatorisch und vor allem politisch aus. haben. Und politisch: Das politische Referat des gewirkt hat. In die Geschichte der Arbeiterbewegung Vorsitzenden der Gesamtpartei, des Gen. Dr. Czech hat die Partei ihren Apparat immer nach den poli wurde ohne Debatte zur Kenntnis genommen. tischen Bedürfnissen geformt. Auch die gegenwärtiUnsere Genossen verfolgen die politischen Vorgänge gen Verhältnisse zwingen uns, drei große Kreisormit fritischen Augen und sie stehen auch der Politit ganisationen und einige Bezirksorganisationen in unserer Partei nicht fritiflos gegenüber. Sie halten einen neuen Organisationsapparat einzufügen. Wir auch keineswegs mit ihrer Stritik hinter den Berg. müssen vor bauen, um die Garantie für den fünfDas ist gut so und ist ein Beweis für die Aktivität tigen Erfolg zu schaffen. Im Namen des vorbereider Genossen. Daß sie das Referat des Gen. Dr. tenden Ausschusses stelle ich daher folgenden Czech debattelos zur Kenntnis nahmen bedeutet, daß sie die Politik der Gesamtpartei bil ligen, daß sie diese Politik für richtig halten, bedeutet eine mächtige Rundgebung des Vertrauens zur Gesamtpartei, zunt Parteivorstand, zu den beiden parlamentarischen Fraktionen. Der einmütige Verlauf der Konferenz, die abgeführten Debatten sind aber auch ein stolzer Beweis für die geistige und politische Reife der Vertrauensleute, die den tiefen Sinn des Sozialismus, die große geschichtliche Aufgabe der Arbeiterffasse erfaßt haben und die unter den verschiedensten Verhältnissen lebend, bedrängt von Sorgen mancherlei, nie das große gemeinsame Ziel aus dem Auge verlieren, die die lokalen Interessen hinter die Bedürfnisse der Gesamtpartei vertrauensvoll stellen. Der Verlauf der Konferenz gibt die Gewähr, daß die neugeschaffene Organisation ihren Zweck erfüllen wird, daß die in ihr tätigen Arbeiter neue Erfolge an die Fahnen des Sozia Tismus heften werden! * Antrag: Die Wahl der Kreisvertretung. Ueber Antrag Genossen Horatsch et erfolgt einstimmig die folgender Genossen und Genossinnen: Grund Bruno, Tetschen, Knobloch Franz, Bobenbach, Klinger Anton, Bodenbach, Berthen Anna, Bodenbach, Göschta Karl, Altstadt, Schiller Josef, Aufsig, Spiegel Anton, Schreckenstein, Lorenz Emilie, Gartig, Eger Josef, Warnsdorf, Konrad Rudolf, Rumburg. Ersatz: Schweichhart Anna, Bodenbach, Schiller Rudolf, Bobenbach, Görgner Fanny, Böhm.- Leipa, Hauschild Wilhelm, Eulau, Bruch Josef, Marschen, Glähsel Emil, Aussig, Tschapka Gusti, Aussig, Schubert, Schönlinde, Beer Adolf, Schludenau. Antrag Schweichhart: In Anbetracht der dringenden Notwendigkeit, die Einrichtungen und Veranstaltungen der Partei zu schützen und die Abwehrkraft der Partei zu stärken, wird die Kreisvertretung beauftragt, im Verein mit den berufenen Faktoren der Bildung der Roten Wehr" in allen Gebieten des neuen Kreises ihr größtes Augenmerk zuzuwenden. Mit dem Zusatz, eine eigene Konferenz zur Bildung einer roten Wehr einzuberufen. Antrag Schmeichhart: In Erwägung, daß es dringend notwendig ist, möglichst in regelmäßigen Abständen die ar beitende Bevölkerung( besonders jenen Teil, der unferer Bewegung nicht angeschlossen ist) über michtige, politische Vorgänge aufzuklären, wird die Kreisleitung beauftragt, dem systematischen Ausbau des Flugblattwesens besondere Aufmerksam feit zu widmen. Damit war die Tagesordnung erschöpft. Namens der Freidenker richtete Genosse ah mer- Aussig an die Konferenz die Bitte, ein inniges und einträgliches Zusammenarbeiten der Freiden fer mit der Partei anzubahnen und die proletarische Freidenkerbewegung zu unterstützen. Die Kreiskonferenz konstituiert sich als Kreisorganisation Bodenbach- Aussig Warnsdorf der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der C. S. R. Die Kreisorganisation umfaßt alle Land- und Stadtgemeinden der politischen Bezirke Aussig, Leitmeris, Zetschen, Böhm. Leipa, Dauba, Warnsdorf, In warmen Worten dankte dann Genosse Won Schludenau und Deutschgabel und hat dreiz dem Genossen Dr. Czech für seine Ausfüh ihren Sit in Bodenbach. Das Vermögen der rungen, dem Genossen Rögler für seinen Ent bisherigen Kreisorganisationen bildet ab 1. Juli schluß, die Leitung des Sekretariats zu übernehmen, 1926 das gemeinsame Vermögen der neuen Kreisden Sängern des Bezirkes, de Tetsch organisation. Das Kreisstatut regelt den Aufganer Genossen, den Ordnern und allen De benkreis der nenen Organisation. Legierten für ihre Opferbereitschaft, für ihren Einstimmig und ohne Debatte wurde diesem Antrage Ernst und ihre Ausdauer. Tus Wort Ullrich von zugestimmt und als der Vorsitzende das Abstim- Dann ergreift das Wort Genosse Grund, Tet- Huttens:„ Es lebe die Kraft und der Troy" mungsergebnis bekanntgab, ertönte stürmischer, lang- schen und führt unter anderem aus: ,, Als die liqui- soll in uns lebendig bleiben und wenn wir zu Kraft anhaltender Beifall. Es gelangte sodann zur Beratung: Das neue Kreisstatut. Rontrolle: Fürtig Willibald, Bodenbach, Melich Heinrich, Krochwitz, Wünsch Emil, Türmiş, Feir Rudolf, Teichstatt. Lodgman will auskneifen? dierende Konferenz in Bodenbach ihre Zustimmung und Troy Entschlossenheit und Treue zum zur Bildung der neuen Kreisorganisation gab, war Sozialismus gesellen, werden wir die Partei auf die sie sich der großen Verantwortung, die sie über- Höhe bringen. Wir haben in ernsten Beratungen nimmt, bewußt. Und sie war sich im flaren darüber, die Grundlage zu neuem Aufstieg geschaffen. Wir Wieder war es Genosse Kögler, der die ein- welche Anforderungen an die Genossen gestellt wer- sind dem Sozialismus ein Stüd näher gekommen. Der prächtige, in seiner Akustik leider misera- zelnen neuen Bestimmungen des Statuts begründete den. Sie war sich vor allen Dingen darüber im Sammeln wir die Kräfte für die Arbeiter ble Schüßenhaussaal in Tetschen, ursprünglich bei und dieses selber zur einstimmigen Annahme empfahl. Klaren, daß die größte Laft auf den leitenden Mann lasse, für den Sozialismus. Mit vereinleibe nicht für Veranstaltungen und Tagungen jozi Die Debatte über das Kreisstatut ergab vor allem der neuen Kreisorganisation fällt und daß dieser ten Kräften werden wir das heißer aldemokratischer Arbeiter gedacht, trägt Festschmuck. Meinungsverschiedenheiten über die Festsetzung des Mann nicht nur das Vertrauen der Genossen und sehnte 3iel erreichen. Die Konferenz ist geWeiß leuchtet den Delegierten auf rotem Grunde der Parteibeitrages, der im bisherigen Kreisge- Genossinnen, sondern auch die Fähigkeiten zur Erichlossen. Sammelruf des Weltproletariats: Proletarier biete Warnsdorf um 50 Heller niedriger war, als füllung seiner Aufgaben besigen muß. Sie ist zu Die Delegierten erheben sich von ihren Sigen aller Länder vereinigt Euch!" entgegen. in den beiden anderen Kreisen. Aber auch darüber der Ueberzeugung gelangt, daß von den Vertrauens- und mächtig hafft das Lied der Arbeit durch Von der Büne, von der Galerie grüßen rote Fah- wurde in einer besonderen Beratung mit den Warns- männern, des neuen Kreises Genosse Kögler die den Raum. nen. Auf der Bühne in grünem Pflanzenschmud dorfer Genossen eine Einigung erzielt. Zum Statut Voraussetzungen auf sich vereinigt, die ihn befähistehen die Büsten Marg und Lassalle. An den selber sprach Genosse Schweichhart, der die Zu- gen, die Leitung des Sekretariats zu übernehmen. Zu- und Ausgängen verschen Genossen der Roten siehung der Bertreter der Steinbauern und mir verlangen von Genossen Stöger ein persön- Der Brozek Křepet tontra Lodgman Wehr" den Cronerdienst. Allmählich füllt sich der Säusler zur Kreistonferenz wünscht. liches Opfer und ich bitte sie, geehrte Konferenz, Saal mit den Hunderten der Delegierten. Der vor- Es sprachen weiters die Genossen E Ist ne r- Warns dem Wunsche der Bodenbacher Genossen, die Sekre bereitende Ausschuß hat Sorge getragen, daß den dorf, Dobiasch- Bensen und Arnberg- Boden- tärstelle dem Genossen Kögler zu übertragen, zu Wie die„ Landpost" in großer Aufmachung melDelegierten Mappen ausgefolgt wurden, die das zur bach, worauf eine zweistündige Mittagspause ein- entsprechen. Im selben Sinne sprachen die Genosdet, hat Dr. Lodgman, der im Wahlkampfe Konferenz notwendige Material enthalten. Ein trat, während welcher die Mandatsprüfungenstom- fen Beutel- Aussig und Goth- Warnsdorf und det, hat Dr. Lodgman, prächtig ausgestatteter Bericht, hergestellt von der missionen, die Wahlvorschlagskommissionen und die einstimmig gab die Konferenz ihre Zustimmung gegen den Landbündler Křepek die Anschuldigung Pruderei Gärtner u. Co., Bodenbach, gibt in Warnsdorfer Genossen mit den Mitgliedern des vor- Genoffe Sögler dankte für diese Vertrauens erhob, daß er durch falsche Eintragungen in ein Wort und Bild eine Uebersicht über den Stand der bereitenden Ausschusses zu Beratungen zusammen- fundgebung und bat um die intensivste Mitar- Sparkassebuch Urkundenfälschung begangen habe, Arbeiterbewegung des neuen Kreisgebietes. In anund der daraufhin von Křepet geflagt wurde, an erkennungswerten Entgegenkommen hat die Drucke Nachmittags fprachen dann die Genossen Sent- Unter Allgemeines sprach Genosse Bäume 1rei Gärtner sowohl die appen, als auch einen schöhe I- Bokau, Bürgermeister- Haida, Maude r- Aussig über den Ausbau der Roten Wehr, Genoj das Oberlandesgericht eine Eingabe gerichtet, worin nen Notizblock gewidmet. Sur festgesetzten Stunde Nigdorf, Kirpa l- Aufsig, die sich besonders mit sin Perthen tam auf die Gemeinheiten des Land- er in einer ausführlchen Darstellung Einspruch da ist der Saal bis auf das letzte Plätzchen gefüllt und der Vertretung der Frauen in der Kreisvertretung bündlers Abg. Heller zu sprechen und beantragte gegen erhebt, daß man ihn anklage, Křepet öffentdie Konferenz beginnt. und mit der Bildung von besonderen Frauenjektio- folgence Mächtig braust das„ Truplied" gesungen von nen beschäftigte. Sie stellte auch einen diesbezügliden Arbeiter- Sängern des Bezirkes Bodenbach durch chen Abänderungsantrag. Weiters sprachen die GeWeber- Niederebersdorf den Raum. Hell begeisternd wirken Inhalt und Me- noffen 3enter- Bebus, lodie auf die Delegierten. Donn eröffnet Genosse und Ties e- Königswald. Genosse Bruch- Marschen Rögler im Namen des vorbereitenden Ausschusses stellte einen Abänderungsantrag auf Umänderung die Konferenz. Er hat zunächst eine traurige Pflicht der Bestimmung der Zusammensetzung der Kreiszu erfüllen, und jener Genossen und Genossinnen vertretung dahingehend, daß die Parlamentarier an zu gebenken, die der Allbezwinger Tod aus unseren den Konferenzen nicht nur mit beratender, sondern Reihen gerissen hat. Schwer sind die Schläge, die auch mit beschließender Stimme teilzunehmen haben. die Partei erlitt. Erst Seliger, dann Cermat, Es sprachen noch Genosse Horatsch e t- Aussig, Hirsch, Kiese wetter und nun auch noch sil worauf Genosse Kögler das Schlußwort nahm. Lebrand, dazu noch viele brave Genossen und Ge- Auf die Abänderungsanträge eingehend, bittet noffinnen aus den engeren Gebieten. Sie alle sollen er, darauf Rücksicht zu nehmen, daß die Bestimmun in den Herzen der sozialdemokratischen Arbeiter ein gen des neuen Kreisftatuts einvernehmlich mit allen Der Antrag der Genossin Berthen wurde ein- darum zu tun fei, den Prozeß abermals hinaussu Vertretern der bisherigen Kreise festgesetzt wurden. Es erfolgt sodann die Wahl des Präsidi. Er bittet, die Anträge des Genossen Bruch abzustimmig unter Entrüstungsrufen gegen Heller schieben, und fordert ihn auf, diese Machinationen um 3. In dieses teilen sich die Genossen und Genos- lehnen. Den Antrag der Genossin Kirpal, den angenommen. zur Bereitelung des Prozesses aufzugeben und sich dauerndes Gedenken haben. traten. beit der Genossen. Entschließung: lich der Urkundenfälschung beschuldigt zu haben. Er habe dem Bunde der Landwirte nur Mitteilung von ,, Die tonstituierende Kreiskonferenz spricht einem Gerüchte gemacht, daß über Křepek umgehe. dem landbündlerischen Abgeordneten Franz He lodgman beantragte daher die Ein ler aus Leipa, dessen haberfüllte, erare itellung des Verfahrens oder wenigstens attionäre Stellung gegen die politische Betätigung der Frauen belanm die vorläufige Zurüdstellung zur besseren Aufklä ist, ob seiner gemeinen Beschimpfung der Fabriks- rung des Sachverhaltes", da er, weil Křepeks Straf arbeiterinnen, die er als Dirnen hinstellte, die antrag bezüglich der Gesamtartikel Lodgmans ge tiefste Berachtung aus. stellt wurde, den Sachverhalt nicht genügend erklä ren fonnte. Die Konferenz fordert die Arbeiterinnen auf, den Kampf gegen die brotverteuernden Landbündler, deren Wortführer der Abg. Seller ist, mit aller Kraft aufzunehmen." Die„ Landpost" ist der Auffassung, daß es Lodgman mit diesen angeblichen Ausreden" mur sinnen Wondreiz- Bodenbach, Beutel- Aussig, Punkt 10 des Statuts so abzuändern, daß es heißt: Genoffe Mau de r- Nigdorf wünscht die Schaf- unverzüglich dem Gerchite zu stellen. Schubert- Schönlinde, Genossin Lorenz- Aussig| In allen Lokalorganisationen sind Frauenfettionen fung eines billigen Agitationsblattes. Zu den wei 27. Juli 1926. Devi'enfurie. Prager Kurse am 26. Juli. 100 bolländische Gulden 100 Reichsmart. 100 belgische Franks 100 Schweizer Franks 1 Pfund Sterling 100 Lire 1 Dollar 100 franzöfifche Franks. 100 Dinar Geld .. 1358.50.10.000 magharische Kronen. 100 polnische Zloty 100 Schilling • • 803.75.88.55.653.75.164.-.113.05.33.70.88.30.59.55.4.69 35 381.477.62 Tagesneuigkeiten. Ueberschlag. Ware 1364.50.807.75.114.45.Fliegerbomben gegen friedliche Bürger. Was das Verteidigungsministerium zu dem Horazdowißer Unglüd sagt. Prag, 26. Juli. Zu dem bedauernswerten daß der Beobachter, nachdem die beiden Siche89.95.- Unglück, das sich bei den Uebungen mit scharfen 656.75.- Fliegerbomben auf dem Uebungsplate bei Horaž rungsvorrichtungen offen waren, sich zu dem 165.20.- bolig ereignete, teilt das VerteidigungsminiPiloten neigte, um dessen Flugrichtung zum dowitz 34. sterium mi Ziel zu regeln, unwillkürlich( mit dem Knie oder einem Kleidungsstück) die Hebel für den gemeinsamen Asschuß aller Bomben berührte und dadurch löfte. 60.05.Seite a Rundfunk für Alle! Programm für morgen, Mittwoch. Prag, 368. 11.55: Nachrichten des Preßbüros. 12: 3eit fignal. 14: Börsennachrichten. 16.30: Nachmittagsfonzert. Tschaikowskii: Jolanthe. 2. Cifař: a) 3m Herbst; b) Abschiebslied. 3. Tschaikowskij: Walzer aus„ Eugen Onegin". 4. Novak: Audud. 5. Musorgstij: Boris Godunow. 17.30: Landwirtschaftlicher Rundfunt und Pressenachrichten. Märchen. 17.45: Börsennachrichten und Hopfenmarktpreise. 19: Deutsche Arbeitersen ung. Dr. Armin Klein, Brag: Sozial- ätztliche Streiflichtes. 20: Wettervorausrage. 20.02: orchesterkonzert. 1. Boccherini: Symphonie. 2. Nicolai: Arie des Falstaff aus„ Die lustigen Weiber von Windsor". 3. Gi ordano: Das Mahl der Spotter. 4. Kienzl: Lied der Magdalena aus„ Evangelimann". 5. Ponchielli: Gioconda. Strauß: Duett der Annina und des Baron Ochs aus., Rosen22: 3sit favalier". 7. Rezitation. 2. Bizt: L'Arlésiens. signal. Sport, Theater- und neueste Nachrichten. 6. Brünn, 1521. 14.30: Prager Effektenbörse, Wetter-, I. op. 10. 6. Eccossaise. 20: Konzert. 1. Bendl: Lieder: a) Der 20.30: Bach- Feier. Leipzig. 19.45: Shm 89.70. Durch die Sonderkommission, die sofort vom 4.79.53 genannten Ministerium an die Unfallstelle ent387.- fandt wurde, ist festgestellt worden, daß allen 480.62.- Sicherheitsmaßnahmen in diesem Falle entsprochen worden und allen Schießvorschriften Genüge geleistet worden war. Die Das Flugzeug ist bei der Uebung über das sport und Theater- Nachrichten. 17.40: Euppentheater, 18: Bomben sind an der Unterseite der Flugzeuge Gebiet der Schießstätte nicht hinausgekommen. Beitsignal. Landwirtschaftsfunt: Textilpflanzen. 18.20: Borbefestigt. Die Aufhängung ist doppelt Der Umstand, daß die Bomben 900 Meter bon 2.Andante aus der 1. Symphonie. 3. Largbetto aus ber Stolár. 19: Orchestertongert: Beethoven. 1. Gamontgesichert, einerseits mechanisch, andererseits der Grenze der Schießstätte entfernt niedergingen, IV. Symphonie. 4. Andante aus der V. Symphonie. 5. Largo pneumatisch. Beide Sicherungsvor- ist darauf zurückzuführen, daß die Loslösung alüdliche Gatte; b) Der Pilger; c) Vermächtnis des Sängers; Du mußt, wenn alles stürzt, auf deinen Stolz richtungen funktionieren bei bestehen! dem der Bomben bei einer Kurve des Flug-) Leyte Bitte. 2. Novaf: Slowakische Lieder. 20.30: Stunde Verrat, Verkauf wird glatt an Dir zerbrechen, wurde, sicher und zuverlässig. Durch die Ueber- liehkraft auf die Außenseite des bonickonsert. Bresian. 20.40: Wosset." Drama bo Flugapparat, durch den das Unglück hervorgerufen zeuges erfolgte, so daß die Bomben durch die des Humors. Nachrichten. Verleumdung wird wie schwarzer Wind verwehen, Ueber- Fliehkraft Die Toten werden zu dir aus den Gräbern prüfung der Aufhängung mittels aller Arten von Bogens außerhalb der Grenze des Uebungs. Georg Büchner. Wien. 20: Hebertragung aus dem BurgBombenwerfen wurde auch die absolut plages geworfen wurden. Die Entfernung von Lorying. sprechen. fehlerlose Funktion der Abwurfvorrich 900 Metern entspricht den Berechnungen der tung festgestellt. Es muß bemerkt werden, daß Fliehkraft bei der durchschnittlichen Schnelligkeit bei den vor kurzem mit dieser Vorrichtung durch- des Flugzeuges und bei einer Höhe von 1000 Einen Raubüberfall am hellen Tage verübte geführten Proben durch eine Reihe von Bomben- Metern, in dem es sich befand. am Samstag vormittag in Berlin ein 17jähriger werfern gegen 2000 Kilogramm Bomben geworfen Burjche an einer 61jährigen Witwe, die seit 12 wurden, ohne daß die Sicherungs- oder Abwurf miffionellen Untersuchung weder dem Beobachter seit mehreren Tagen in der Gastwirtschaft herumWenn auch nach den Ergebnissen der kom- Jahren eine Gastwirtschaft betreibt. Er hatte sich vorrichtung die kleinsten Mängel aufgewiesen des Flugzeuges noch den ungenügenden Sicher- getrieben, bestellte am Samstag wieder ein Glag hätte. Die Loslösung der drei Bomben im Falle kann, so wurde die Angelegenheit doch dent mi fie ihm den Rücken zuwandte, mit einem Gummi. heitseinrichtungen die Schuld gegeben werden Bier und verjezte dabei plötzlich der Wirtin, als Horazdowih konnte nur auf die Weise erfolgen, Iitärprofurator in Prag übergeben. Zu leicht, mein Freund, ist's immerfort zu steigen, Jm Angesicht den Tanz von schönen Sternen. Du wirst im Absturz, wenn die Sphären schweigen, Den Sinn der Welt begreifen lernen. Die Adler steigen auf zum Licht mit erzenem Gefieder. Der Hunger stößt sie auf das Leichenfeld der Erde. Doch fie erheben sich und steigen immer wieder, Daß dem Verzweifelten ein großes Beispiel werde. Wir zerren herrisch an der Hungerschlinge Und fämpfen mit dem Schicksal, sind begeistert Und hämmern unsern Schädel an die Rätsel dunkler Dinge: Wir wollen wissen, was uns quält und meistert. Es wird wie wir mit nadter Haut geboren! Türen: Wir reißen es heraus aus seinen Purpurhüllen! Die Riegel springen kreischend von den letzten Du hörst die Engel und die Teufel schamlos Mar Barthel. brüllen... Der Magdeburger Mord. Der Kriminalkommissär Tenhold im tschechischen Konsulat. Einleitung des Disziplinverfahrens gegen ihn. 10000000000000000000000 99000900000000000000000000000000000000000 Die Sanierung der Ersten Brünner Maschinenfabrit. " 306000 " 0000 fnüppel einen Schlag über den Kopf. Die Ueberfallente rief sofort laut um Hilfe, der Bursche ergriff die Flucht, wurde aber von Leuten auf der Straße, verfolgt und auf dem Dachboden eines benachbarten Hauses festgenommen und der Polizei übergeben. diese fand bei ihm mehrere Betäubungspatronen. Den dazu gehörigen Revolver will ex einent rechtsstehenden Zeitungshändler verpfändet Opfer des Militarismus in aller Welt. Aus Budapest wird gemeldet: Jm Uebungslager von Kenyérmezö bei Esztergom, wo sich die ZögDie Arbeiter sollen die Kosten zahlen. linge der militärischen Ludowika- Akademie auf Generaldirektor Söd!, der von Graz nach Feldübungen befanden, ereignete sich in der vori Brünn berufen wurde, um die Erste Brünner gen Woche eine Explosion, dem eine Anzahl Maschinenfabrik, welche der Doktor" Paufer auf fallen sein sollen. Eine halbamtliche Meldung den Ueberfall in deren Auftrag vollbracht zu haben, den Hund gebracht hat, zu sanieren, ist mit Energie daran, seine Mission zu erfüllen. Nur beschränkt sich auf die Feststellung, daß bei einem den Ueberfall in deren Auftrag vollbracht zu haben, scheint es, als ob die Energie an einer falschen ein Waffenmeister getötet, vier Zöglinge schtver habe; er sei mit einem Ra che att beauftragt geExplosionsunglück in Kenyérmezö ein 3ögling und da die Witwe sich mit dieser Partei überworfen Stelle in Anwendung fommt. Die Arbeiter und vier leicht verwundet wurden." Eines der wesen. der größten amerikanischen Militäreinen Riesenbrand zerstört worden. lager, das Lager Campdevens, ist durch Zahlreiche Soldaten sind den Flammen zum Opfer gefallen. Fliegerunglücke ohne Ende. Samstag nachmittag geriet füblich von Juist( Hannover) ein Flugzeug in ein außerordentlich starkes Gewitter, wurde vom Blitz getroffen und stürzte brennend ins Wattenmeer. Dabei kamen der Pilot und drei Passagiere ums Leben. Ein vier ter Passagier wurde schwer verlegt. follen es sein, welche die Kosten der Sanierung zu tragen haben. Das Mittel ist wohl nicht neu und auch nicht genial, aber nach des Generaldirektors Meinung das richtige, und was die Hauptsache sein dürfte, für die Aktionäe das schmerzlosest e. EntBerlin, 26. Juli. Wie die Blätter melden, lassung einiger hundert Arbeiter, Pensionierung erhebt der Verteidiger des noch immer in Haft bon alten Arbeitern( Man ist ja human und läßt befindlichen Rudolf Haas schwere Beschuldigungen alte Menschen nicht arbeiten, frägt aber nicht, gegen den Magdeburger Kriminalkommissär Ten ob die Pension" ein leben ermöglicht.) und aus old. Der Berteidiger will nämlich folgendes giebige Lohnreduzierungen das sind die Mittel, festgestellt haben: Vor einigen Tagen hatte Schrö- um der Ersten Brünner wieder auf die Beine zu der bei einer Vernehmung erklärt, an den Mord helfen, sie konkurrenzfähig zu erhalten. Ob de plänen gegen Helling feien auch in Arbeiterschaft imftande ist, diese SanierungsabMagdeburg wohnende Tschechen be- fichten zu ertragen, darnach frägt der Herr Geteiligt gewesen. Der Untersuchungsrichter Kölling neraldirektor nicht, sondern er hält das, was er setzte daraufhin die protokollarische Festlegung anordnet, für das einzig richtige. Und um den dieser Aussage für den 17. d. an. Am 16. d. abend Maßnahmen einen besonderen Anstrich zu geben, rief Kommissar Ten Hold den Magdeburger wußte der Generaldirektor einen Wissenschafter tschechoslowakischen Honorarkonsul Adam für seine Zwecke zu gewinnen. Ein Profeffor an und bat ihn, ihm und einem anderen Herrn die der Brünner tschechischen Technik namens Su- fünstlerischen Lebens teilnahmen. Es war geKonsulatsräume zu zeigen. Nachdem belka hat im Verein mit dem Direktor Vy der Honorarkonsul der Bitte stattgegeben hatte, hna net Tabellen ausgearbeitet, nach welchen die erschienen Ten Hold und Schröder im Konsulat Lohnkürzungen der Arbeiter vor sich gehen sollen. und besahen eingehend die Räume. Am Schluffe Diese Tabellen sollen beweisen, daß es in Wirt des Besuches soll Ten Hold dem Honorarkonsul lichkeit keine Lahnfürzungen sind, die die Direk das Ehrenwort abgenommen haben, tion beabsichtigt, sondern es erfolgt nur eine dem Vizekonsul Janda von dem Be- Umreihung" der Arbeiter in andere Lohnstufen. such nichts zu sagen. Am Vormittag des Man weiß wirklich nicht, was man zu dieser 17. d. gab Schröder vor dem Untersuchungsrichter Provokation der arbeitenden Menschen sagen soll, eine genaue Beschreibung der Konsulatsräume denn die Lohneinbußen, welche die Arbeiter und auf Grund dieser genauen Beschreibung ord- nach diesen wissenschaftlich" ausgearbeiteten Tanete der Untersuchungsrichter Kölling die Berbellen zu erwarten haben, betragen 30 bis 150 nehmung des tschechoslowakischen Vizekonsuls Kronen pro Arbeiter. Und das ist nach des Herrn Janda an. Erst bei dieser Vernehmung erfuhr Professors Ansicht keine Lohnfürzung! Janda, daß Schröder sich in den Konsulatsräumen aufgehalten hatte. Die Blätter geben der Befürchtung Ausdruck, daß diese Angelegenheit noch diplomatische Schwierigkeiten zur Folge haben werde, da der Vizekonsul einen eingehenden Bericht nach Prag geschickt habe. Ein Dementi. haben. Außerdem erklärte er, der Deutsch it a tionalen Volkspartei anzugehören, und Ein weißer Menschenschinder hatte sich vor dem antworten. Der Verwalter des Bezirkes Soeban Bezirksgericht Padang auf Sumatra zu ver Ajam, van der Stok, hatte sich geradezu unglaubliche Mißhandlungen der farbigen Bevölkerung zu schulden kommen lassen. Er mißhandelte die eingeborenen Frauen nicht minder roh als die Männer. Zeugen befundeten, daß mehr als einmal sogenannte Rontraftarbeiter totgeschlagen worden sind. Einmal wurden vier Frauen und ein Mann, die den Tag über in furchtbarer Sonnenglut nackt hatten arbeiten müssen, in der Nacht ebenfalls unbefleidet und ohne Schuß gegen Insekten in eine Wagenremije eingesperrt. Nach Aussagen eines anderen Zeugen wurden häufig weibliche Arbeiter strasiveise entkleidet, mit Teer und Hautjucken verursachenden Mitteln eingerieben und dann mit Wasjer übergossen. All dies spielte sich ab unter den Augen anderer niederländischer Beamter. U. a. hielt sich van der Stok einen scharfen Hund, den er immer wieder auf die Kulis hette, so daß diese schwere Bizwunden, davontrugen. Bernard Shaw und das Radio. Am siebzigſten Geburtstag Shaws, des berühmten soziali stischen englischen Dichters, wurde im Unterhaus eine Festtafel gegeben, bei der Ramsay Mac donald den Vorsitz führte und an der die Spigen des englischen geistigen, politischen und plant, die bei dieser Gelegenheit gehaltenen Reden im Rundfunk weiterzugeben. Die B. B. C., die englische Rundfunkgesellschaft, die in letzter Zeit um sein Gebiß bestohlen wurde in New York wegen gewiffer polemischer Aeußerungen ihrer ein 63 Jahre alter Mann, während er im ZentralMitarbeiter Unannehmlichkeiten gehabt hatte, part ein Nachmittagsschläfchen hielt. Beim Erwachen fühlte sich ihrer Sache nicht ganz sicher und suchte stellte er sofort seinen Verlust fest. Deshalb um die ausdrückliche Zustimmung des Ein Liebesverhältnis mit einem 12 Jahre alten Bostministers an. Dieser behandelte das Ansuchen Jungen unterhielt zwei Jahre lang die jest 52jäh der B. B. C. ebenso schematisch, wie es feine rige Inhaberin eines Massagesalon 3" in sämtlichen europäischen Kollegen getan hätten, Berlin. Sie war deshalb wegen Kuppelei, Unzucht und forderte in seiner Antwort eine Garantie und Sittlichkeitsverbrechen zu 1 Jahr 3 Monaten dafür, daß ,, keinerlei aufreizende Bemerkungen" Gefängnis verurteilt worden, wobei ihr das Gericht fallen würden. Die B. B. C. fragte Shaw, ob noch weitgehend die ihr von den Aerzten bescheinigte er die geforderte Versicherung, abgeben könne, minderwertigkeit zugute gehalten hatte. Troßdem Es ist verständlich, daß die Gesamtarbeiter- und erhielt von Shaw prompt die erwartete Ant- hatte sie Berufung eingelegt, so daß sich eine Berschaft der Ersten Brünner Maschinenfabrit-wort, er könne feinerlei Versicherung abgeben, liner Strafkammer am Samstag noch einmal mit Luperk und Wannietwerk diese wissenschaft da er zwar noch nicht wiffe, was er sagen würde, dem haarsträubenden Verhalten dieser Besizerin lich" begründete Verschlechterung der sich jedoch, wie er sich kenne, bei dieser Gelegen eines vornehnten Ruppelquartiers im alten Westen ebenshaltung einhellig ablehnt und der heit möglicherweise äußerst aufreizend aufführen Berlins zu beschäftigen hatte. Dem Jungen gegen Weinung ist, daß die Sanierung der Ersten werde. So mußte die Verbreitung der Geburts- über, den die Masseuse als„ Kind ihres Instituts" Brünner Maschinenfabrik nicht auf Kosten der tagsfeier im Rundfunk unterbleiben. betrachtete, da seine unperehelichte Mutter eine Anan und für sich nicht auf Rosen gebetteten Arbeiter vor sich zu gehen habe. Diese Anschauung Opfer der Berge. Beim Abstieg vom Habicht" gestellte ihres Salons war, spielte sie sich zunächst fam auch in den bisher von der Arbeiterschaft bei Fulpmes find der Leipziger Kaufmann Hoye als Pflegemutter auf und ließ ihm auch eine gute Wie der„ Magdeburgischen Zeitung" auf Anfrage von dem tschechoslowakischen Konsul abgehaltenen Versammlungen und Beratungen und seine Tochter tödlich verunglückt. Eine mit Erziehung auf dem Gymnasium angedeihen. Aber Adam mitgeteilt wird, ist von einem diploinmütig zum Ausdruck und wurde auch der einem Bergführer voransteigende Touristengesell- schon seit seinem siebenten Jahre verwandte sie ihn Direktion eindeutig übermittelt. Es hat nun aber schaft wurde von den Stürzenden beinahe minge bei der Bedienung" der Kunden. Später wurde matischen Schritt wegen der Angelegenheit den Anschein, als ob die neue Generaldirektion riffen und nur durch den Führer am Seil fest- er auch zu Privatkunden in die Wohnung geschickt. Die Verhandlung vor der Straffammer ergab, daß Schröder keine Rede. Es ist auch fein die eigene Mutter des Jungen mit dem Treiben einBericht darüber nach Prag gesandt worden und darauf abgielt, einen Sonflikt mit der Ar- gehalten. Ein tödlicher Fingerbiß. Im Marienbader verstanden war, und dafür ein beträchtliches Sünwird auch nicht gesandt werden. Konsul Adam beiterschaft heraufzubeschwören, um dann mit emhat der Magdeburger Untersuchungsbehörde eine sprechenden ,, Maßnahmen" zu kommen. Der Herr Krankenhaus ist der 25 Jahre alte Handelsgehilfe dengeld bezog. Als der Junge 12 Jahre alt geworGeneraldirektor möge aber nicht glauben, daß die Franz Karl aus Marienbad gestorben. Durch die den war, trat die Pflegemutter zu ihm in Bezie Besichtigung der Konsulatsräume, zu der einige Arbeiterschaft nicht weiß, wohin er zielt. Die Obduktion wurde als Todesursache Blutver- hungen. Auch vor der Strafkammer wurden die ſittAeußerungen Schröders Anlaß gegeben hatten, Arbeiter sind entschlossen, das auf giftung infolge eines Bisses in den rechten Dan- lichen Verfehlungen an dem Kinde einwandfrei festgestattet. Ueber diese Besichtigung wurde Stillschweigen vereinbart. Ronsulatssekretär ihre 2ebensexistenz beabsichtigte men festgestellt. Die Polizei hat nunmehr ermittelt, gestellt. Die Berufung wurde deshalb verworfen, Janda vom tschechoslowakischen Konsulat er attentat mit allen ihnen zu Gebote daß Karl in der Nacht auf den 3. Juli in Gesell- gegen die Mutter des Jungen wird aber nunmehr schaft des Beamten Ottomar Siegel und dessen ebenfalls ein Verfahren eingeleitet, nachdem sich erklärte demselben Blatt gegenüber, er sei empört, stehenden Mitteln abzuwehren. Die Behörden haben bisher den Zuständen Freunden war, in deren Kreis Siegel seinen Na geben hat, daß sie vor allem wußte. daß die Presse ein Amt von der Bedeutung des in der Ersten Brünner Maschinenfabrik sozu- menstag feierte. Auf dem Heimwege kam es zu Eip Drama zwischen Vater und Sohn. Im tschechoslowatien Konsulats durch Veröffent lichung unsinniger Gerüchte in eine solche lagen mit verschränkten Händen zugesehen, es einer Rauferei, in deren Verlauf Siegel den Drama zugetragen. Ein wohlhabender virginischer Sache hineinziehe. Die Beamten des Konsulates nicht der Mühe wert gefunden, sich die Ange- Karl in den Finger biß. Siegel wurde verhaftet und Staate Virginia hal sich ein nicht alltägliches Pflanzer Samuel Ellis, überraschte einen Einbrecher würden Privatklagen erheben gegen die legenheit, welche volkswirtschaftlich nicht nur für gegen ihn das Strafverfahren eingeleitet. Verbreitung der falschen Sensationsmeldungen Brünn von großer Bedeutung ist, näher zu besehen. Der frühere Generaldirektor Pauker konnte Motiv: Krankheit und Arbeitslosigkeit. Freitag in seinem Farmhause und schoß ihn nieder. Es über sie in der Presse. ungeschoren davongehen, um hinter den Grenzen abends wurde in der Nähe der Station Einsiedel der stellte sich heraus, daß der Erschossene sein eige= in Muse die Früchte seiner für ihn segensreichen 17 Jahre alte beschäftigungslose Kellner Joh. Pod- ner Sohn war, den er als Kind nach einer unsimet aus Spřevač bei Jitschin vom Seidenberglücklichen Ghe weggegeben hatte. Der Pflanzer fist ger Abendzuge überfahren und getötet. Wie ermit im Gefängnis, ersucht aber, obwohl er alle Selbsttelt wurde, handelt es sich um einen Selb ft m or b, verteidignugs- Paragraphen der Gesetze für sich in den Podzimek wegen Krankheit und Beschäftigungs- Anspruch nehmen kann, um seine Verurteilung zum losigkeit begangen haben dürfte. Die Leiche des un- Tode; würde man seinen Wunsch nach Hinrichtung glücklichen jungen Mannes wurde in die Buſchul- nicht erfüllen, so erklärt er, werde er nach seiner Tersdorfer Leichenhalle überführt, Freilaffung Selbstmord begehen. Magdeburg, 26. Juli. Gegen den bisher in der Morduntersuchung Selling beichäftigten Kriminalkommissär Ten Hold ist eine Diszi plinaruntersuchung eingeleitet worden. Ten Hold wurde die Ausführung seiner Amtsberrichtungen untersagt; er hat sich unter Vorlage eines ärztlichen Attestes, das seine Dienstunfähigkeit bescheinigt, krank gemeldet. Tätigkeit auf Brünner Boden zu genießen, und den neuen Mann scheint man auch nach Belieben Schalten und walten zu lassen. Oder genügt es vielleicht, wenn ein tschechischer Profeffor seine Autorität" in den Dienst der Aktionäre der Ersten Brünner Maschinenfabrik stellt, damit diese tun tönnen was ihnen beliebt?! " 1 Bäte 8 27. Juli 19*26. Kleine Chronik. Die Mannschasten der Rettungsboote. In mehr als 1500 englischen Schulen wurde kürzlich das Thema über die Beschaffenheit der Rettungsboote und ihre Besatzung zur Mskufsion gestellt. Jetzt ist das Problem gelöst. Hier sind einig« der Antworten: ,-Sie müssen einer verläßlichen Rettungsgesell- schaft angehören." „Rettungsbootleute müssen dünn sein. Dicke Männer überfüllen das Boot und lassen es untergehen." ,-Sie dürfen keine Angst vor kaltem Wasser haben oder sich leicht erkälten." „Sie müssen prächtige Frauen haben, die ihnen helfen, ihre Pflicht auf eine kühne Weise zu erfüllen; Frauen, die eine Hilfe sind und kein Hindernis." „Die Männer, die an den Oxford und Cambridge Boot-Rennen teilnehmen, eignen sich nicht zur Bemannung von Rettungsbooten, wenn sie auch sehr gut rudern mögen, so ist die Themse doch nicht so wie das Meer.".,. ,„Die Rettungsbootleute müssen mit den Ertrinkenden geduldig, aber zugleich, auch energisch verfahren." „Der Rettungsbootmann rettet beständig Leben und Schifte und würde das ewig tun, wenn unser Herr nicht sein Lebe» nähme." „Er muß sehr stark sein für den Fall, daß Haie «-der andere solche gefährlichen Fische Löcher in das Schiff bohren." „Er muß sein eigenes Leben für'nichts achten, das der anderen aber so' wertvoll wie Perlen." ,Der Rettungsbootmann muß mutig sei», denn, wie das alt« Sprichwort sagt: ein feiges Herz eroberte noch nie eine schöne Frau." „Die Kapitäne wählen keine Männer mit gut geputzten Schuhen und farbigen Halsbinden und Socken." Ein Jung« fügt hinzu: der ganzen Welt sind Verbrechen begangen worden, aber wer das ritterliche Werk der Männer, die die Rettungsboot« bemannen, geringschätzt, oder sich darüber lustig macht, ist zu schlecht für das Gefängnis." MS ein Moralist ernsteter Art aber zeigt sich der jugendliche Schriftsteller, der da sagt:„Ein Mann, der sich solch schweren Gefahren aussetzt, sollt« ein reines und achtenswertes Leben führen; denn er kann nie wissen, wann er in ein Land gerufen werden mag, in dem Rettungsboote unnötig sind." Das Fest der güldenen Sporen. Jedes Jahr um diese Zeit erklinkt in Flandern Guido Gazelles trotziger-Vers:„Fest, das flämische Her wohl steht, ob's siegen oder sterben geht." Di« Zeit ist vorbei, daß dos Sporensest«in flämischer Nationalfeiertag war, ohne jede Nebenbedeutung Der politische Kampf, den die Flamen gegen die Wallonen und auch unter sich selbst'sichren, hat dem GcdächtniStag«inen ganz andern und beinahe finsteren Charakter gegeben. In den letzten Jahren wurde züim Spore»fest die Forderung nach Amnestierung flämischer politischer Gefangener erhoben. Die Schlacht der güldenen Sporen wird in den militärischen Lehrbüchern als die erst« Jnfanterieschlacht nach der Schlacht bei Hastings bezeichnet. Es war ein großer Tag für die Flamen, als sich vor mehr als sechshundert Jahren in der Mitte des Juli 1302, siebenhundert,,^nochenhaurr" unter der Führung von- Ja» Breydel bei Damme versammelt hatten, und sich ihnen dreitausend Gesellen aus allen Handiverkszweigcn anschlossen. Hendrik Conscience hot in seinem Epos:„Der Löwe von Flandern", das fürchterliche Blutbad, das damals angerichtet wurde, ins ewig« Leben gebannt, von ihm ist der packende Bericht über den Titanenstreit der Weber von Brügge, Ppern und Kostrijk gegen die verwelschten Patrizier und ihre französischen Bundesgenossen Jan van Breydel und Pieter de Corinck. Das sind ebenso saftige Gestalten wie Robert de Artois, der französische Befehlshaber und unversöhnliche Feind der Flamen, der ihnen den Tod semes Sohnes, der in einem Gefecht bei Beuzne gefallen war, nicht vergessen konnte. Bon den sechzigtausend Mann, di« Philipp der Schön« gesendet hatte, um Flandern zu vernichten, entkamen kaum siebentausend, di« nach Frankreich flüchteten. Man weiß, daß hie goldenen Sporen der gefallenen französischen Ritter den Leichen abgeuommen und in«ine Abtei gebracht wurden. Es waren mehr als siebenhundert. Jedes Jahr wird der Tag des großen flämischen Sieges festlich begangen, und wenn sich auch die Evinnerungsfeier im Laufe der Jahrhunderte wesentlich verändert hat, so ist sie doch«in flämisches Fest geblieben. 25V,Speise- und 300 Schlafwagen verkehren täglich auf den Hauptstrecken der. Deutschen Reichsbahn. Durchgeführt wird dieser Betrieb durch die„Mittel- europäische Schlafwagen- und Speisewagen-Aktiengesellschaft"(Mitropa), deren Hauptaktionär di« Reichsbahn selbst ist. In den in den Tagesschnell- zügen laufenden Speisewagen wird ein Mittagessen von 4 Gängen täglich durchschnittlich an 150 Personen, das Abendessen an rund 100 Reisende verabreicht. Die Küche bedienen ein Koch und eine Gehilfin sowie ein Silberputzer. Ein Obeikellner und drei Kellner sorgen für die Bedienung. Ein weiterer Kellner versorgt die Reisenden in den Wagen mit Speisen und Getränken. Insgesamt find also täglich rund 2280 Personen in den Speisewagen beschäftigt, die über«2.000 Mahlzeit«» täglich verabreichen, abgesehen von Kaffee und sonstigen Getränken. Bon brr Größe des Betriebes kann man sich eine Vorstellung machen, wenn man erfährt, daß Mitteilung ass dem Publkkmü. Das Beste iür ihre Augen liefert Optiker fDeutsch, Srag, Groben 25, SKI. SBazar.•'P't in den Speisewagen rund 1200 Zentner Fleisch, 200 Zentner Wild und Geflügel, 200-Zentner Fische, 2200 Zentner Kartoffeln, 300 Zentner Gemüse, 200 Zentner Butter, 450.000 Eier, 17.00 Liter Milch. 105 Zentner Kaffee, 170 Zentner Zucker und vieles andere verbraucht werden. Die 300 Schlafwagen in den Nachtschnellzügen bezw. verschiedenen Schlafwagenzügen, sind mit je 20 Betten ausgestattet, so daß also den Reisenden auf den deutschen Bahnen 6000 Schlafgelegenheiten jede Nacht zur Verfügung stehen. Insgesamt werden in dem rollenden Hotel der Mitropa rynd 4000 Personen beschäftigt..,.. r. Kunst und Wissen. Bilanz der Prager demichen vpern- nnd Konzerllaison 1825-28. Der Schwerpunkt der musikkünsüerischen Tätigkeit des Prager Deutschtums in der aibgelaufenen Theater» und Konzerffaison lag wie im Vorjahre aus dem Gebiete der Konzertmusik. Im Konzertsaale gab es einige wirklich bedeutende Veranstaltungen, di« mehr als lokale Bedeutung hatten, es wurden auch interessante Erstaufführungen in hinreichender Menge, ja sogar bemerkenswerte Uraufführungen geboten. Bor allem die privaten und vereinsmäßigen Konzertveranstaltungen erfüllten in diesem Sinne bedeutende Aufgaben. Die Erstauf- führungen der Oratorien„Zebaoth" von Keußler(deutscher Singverem) unv ,^König David" von Honegger(deutscher Männerge- samgverein) sowie die Aufführung der.Schöpfung" von Haydn(deutscher evangelischer Gesangverein) und ein prachtvolles M o z a r t-Konzert des deutschen Singvereins unter Hermann Schmei- del sind besonders zü nennen. Auch die deutsche Musikakademie sorgte.durch eure stattlich« Reihe öffentlicher Musikabende und Konzert«, unter denen namentlich das Professorenkonzert und die Aufführung der Schub er t'schen As-dur- Messe hervortraten, für die musikalische Reputation des Prager Deutschtums. Ausgezeichnete Mu-- fikmatineen bot wie immer der deutsche Kam- mer musikverein, hochikteressante neutönerische Aufführungen der deutsch-literarisch-künstlerische Verein. Auch dem deutschen Volksbildungsinstitute„Urania" dankte man diesmal einige wertvoll« Kanzertadende..Unkenden großen öffentlichen Konzerten nahmen die Siyföni«- konzerte der Wiener und Berliner Philharmoniker das stärkste Interesse in Anspruch, während ein wundervoller Mahler-Abend der Prager deutschen Journalisten nicht di« gebühren« Teilnahme fand. Die philharmonischen Konzerte des deutschen Theaters unter Alexander Zemlinskys Leitung zeigten im allgemeinen die Physiognomie der bagatellisierten Sinfoniemusik: Solisten-Konzerte mit obligatem Orchester. Der Bestand dieser für das Prager deutsche Kunstleben wichtigen, weil einzigen sinfonischen Konzerte, ist ernstlich gefährdet, wenn man sich nicht endlich ernstlich dazu entschließt, in diesen Konzerten das zu bieten, was ein Großstadtpublikum an älterer und neuerer Sinfoniemusik verlangen kann'. Zemlinskys geniale Dirigentenpersöutlichkeit würde gerade diese Konzerte zu Sensationen im internationalen Prager Musikleben machen können, wenn er eben wollte. Auf dem Gebiet der Oper und Operett« war namentlich die letzter« tonangebend. Hier wurde sogar eiue Uraufführung(Grüns nicht üble dreiaktige Operette ,Z)ie Mama vom Ballett") serviert. Unter den zahlreichen erftaufgeführten Operetten hatten„Der Orlow",„Die Ter«sina" und „Uschi"(Komponist Nebensache) den stärksten Erfolg. Lehars neu bearbeitete, musikalisch wertvoll« Operette'„Clo-Clo" übte nicht di« erwartete Anziehungskraft auf das Publikum aus. Bemerkenswerte Operelten-Neueinstudierungen waren: „Die Försterchristel",„Die Puppe",„Zigeunerbaron"(anläßlich der Strauß-Feier),„Mamsell« Ni- touche",„Geisha" u-nd„Der Obersteiger". Es spricht für die Mentalität des Prager deutschen Theat«r- publikumS, daß die Operett«, und zwar sogar hinsichtlich der in der überwiegenden Mehrzahl gegebenen minderwertigen Dutzenwerke, im Gegensatz« zstr Oper.fast immer volle Häuser zu erzielen vermocht«. Emmy Sturm, die ausgezeichnete Berliner Operettendiva, war wiederholter und wochenlanger Gast in der Operette und trug wesentlich dazu bei, das Prager deutsche Theater als Op«ret- tenbühne zu deklarieren. Die Oper brachte als wertvollst« Erstauffnhrnug Smetana-„Ber- kaufte Braut", die auch den rückhaltlosen Beifall der tschechffchen Theaterbesucher fand. Weniger erfolgreich erwies sich di« Erstaufführung(!) von Tschaikowskis Oper„Eugen Onegin". Unter den modernen Erstaufführungen ist an erster Stelle Zemlinskys Einakter„D«r Zwerg" zu nennen. Auch Hans Gaals.Heilige Ente" ist als positiver Posten der Opernbilanz zu werten, während Umberto GiordanoS „Mahl der Spötter" nicht als künstlerischer Gewinn anzusprechen war. An Opern-Neuein- studierungen in der ab gelaufenen Spielzeit sind zu nennen: Flotows„Martha", Offenbachs»Hoffmanns Erzählungen", Verdis„Rigoletta", Strauß' „Salome", Korngolds„Violanta", Wagners ,Ho- hengrin",„Tamnhäüser" und„Parsifal", Mozarts „Cosi fan tutte",„Figaros Hochzeit" und„Entführung", Webers„Freischütz"(zur Weber-Jahrhun- dertsxier), Gounods„Faust" und Halevys„Jüdin". Daß der 25. Todestag Verdis an einer Opernbühne vom Range des Prager deutschen Theaters verschlafen wurde, fft eine jener Tatsachen, die den Nieder, gang der deutschen Opernpfloge in Prag begrefflich machen. Als bemerkenswerte Tat sei die zweimalige zyklische Gesamtauffichrung des Wagnerischen„Nibe- lungen-Ringes" erwähnt. Hervorragende Gäste in der Oper waren: Michael Bohnen, der zweimal gastierte, Richard Mayr, Aagaard O« st w i g, Tin« I Patricia und Erik En derlei».«. j. l Turne« und Sooü. Slavia Prag— Karlsbader Fußballklub 10:2 (3:1). Die Slavia konnte am Sonntag einen imponierenden, wenn auch in dieser Höhe nicht verdienten Sieg erringen. Der K F. K. trat mit einem Ersatztormann an, der seiner Aufgabe nicht gewachsen war.' Protest des D. F. B. bei der C. S. A. F. In der sonntägigen in Teplitz stattgefundenen Verbandssitzung des Deutschen FußballverbanüeS wurde folgende Entschließung angenommen:„Der D. F. B. hat mit lebhaftem Befremden von dem gefaßten Beschlüsse bezüglich der Entscheidung der Goldpokalkonkurrenz Kenntnis erhalten, durch welchem dem D. F. C. Präg, als dem Sieger dieser Konkurrenz die Ausfolgung des Pokals verweigert wird. Er bedauert diesen Entschluß, da dieser weder, sportlich noch rechtlich begründet erscheint. Der D. F. B. ersucht di« C- S. A. F. den obigen Beschluß einer nochmaligen Revision zu unterziehen, dir angesetzt« neuerliche Austragung des Spieles D. F. C gegen Sparta zu annullieren und den D. F. C. als Sieger anzuerkennen." Wir wir hören, hat sich der D. F. C. inzwischen entschlossen aus sportlichen Gründen am 5. August zu dem Entscheidungsspiel gegen die Sparta auzutreteu. Der D. F. C. Prag spielt am 1. August gegen Viktoria Berlin,in Berlin. Das.Spiel erhielt.die Genehmigung des Deutschen Fußball-Gunde-,' der wühl in weiterer Folge a» die Aufhebung der Sperre gegen die ausländischen Prosessionalverein« schreiten wird. Ein diesbezüglicher Antrag ist auch vom Ber- bandstag des Süddeutschen Fußballverbandes, der am 25. Juli in München stattfand, bereits an den D, F. B. weitergeleitet worden. Sparta Prag bereitet sich in scharfem" Tväi- ning auf ihr Tournee stach Amerika vor. Ihre Stürmerreihe verstärkt sie durch die Aufnahme Jandas von Prag VH, des ehematigen Spartauers, der durch intensives Training sich noch einmal in seine frühere Form zurückfinden soll. Der Prüfstein für. die Formverbesserung der Mannschaft soll das Spiel am 5. August gegen den D. F. C. sein,!. Vereitel den„Sozsaldeuiokar„. Herausgeber Dr. Ludwig C z e ch Verantwortlicher Redakteur Wilhelm Nießner. Druck: Deutsche fleitungs-A.-G, Prag. Für den Druck verantwortlich: O. H o l I k Wbllolheken miiMiimim i mniimnimnHinninnHi für Organisationen, Vereine, Gemeinden, Gewerkschaften, Schulen usw. werden zweckentsprechend zusammengestellt, sowie ergänzt, von der vottslmchhmidknq Ernst Sattler, Karlsbad. Erfolg hat(tat* Inserieren 1 Ser Film. Douglas Fairbanlr. Ein Gespräch mit dem bekannten Künstler. Das Ehepaar Fairbanks-Pickford ist nach viertägigem Aufenthalt in Moskau nach Karlsbad abgereist und am Sonntag, den 25. d., um 7 Uhr 38 Min. am Wilsonbahnhos in Prag eingetroffen, bei welcher Gelegenheit Schreiber dieser Zeibrn den ungekrönten ,^önig von HollywoÄ" um seine Eindrücke über den europäischen Film befragen konnte. Bon dem üblichen Rummel, wie er einmal bei ähnlichen Anlässen unvermeidlich ist, wollen wir lieber gar nicht reden: Blumenüberreichen, eine Ansprache, begeisterte Rufe der angesammelte Menge, Autogrammbitten, das Photographieren und Filmen; es ist immer dasselbe Spektakel. Der„große Doug" selbst ist weder eine Heldengestalt noch macht er sonst einen äußerlich imponierenden Eindruck. Ein hoher, schlanker, braungebrannter Mann mit zwei Reihen herrlicher weißer Zähne und einem ewigen lächelnden Zug um die Lippen: so stellt« man sich diesen bekannten amerikanischen Filmstar vor. Er spricht mit jedem wie mit einem alten Bekannten und benimmt sich so liebenswürdig wie in manchen seiner Filme, in denen seine selbstverständliche Natürlichkeit und Ungezwungenheit gefangen nimmt. Er entschuldigte das Nichterscheinen seiner Frau, die etwas unpäßlich s«i und sich dem Volke nicht zeigen könne. Dann erzählt« er von Rußland, wo das Ehepaar vier Tage geweilt hat. Man zeigte ihnen dort den berühmten„Potem- kin"-Hilm, den Fairbaicks für den besten europäischen Film erklärt, den er je gesehen habe. Die Güte des Filmes liege allerdings nicht in dem Sujet, im Gegenteil, dieses sei banal und nichtssagend^?), sondern in der Darstellung und in der meisterhaften Regie. Di« Art, wie sich die Schauspieler bewegen und benehmen. wie sie gehen. und kommen, sei einzig zu nennen und nur sie verleihe dem Film die Durchschlagskraft,. die das Publikum anzieht, und den künstlerischen Gehalt, den der Fachmann'anerkennt. Man hat ihn auch aufgefordert, in Rußland zu filmen, was„natürlich"(!) unmöglich sei. Fairbanks hat den Antrag ReinhardtS, in Deutschland einen Film zu drehen, ab gelehnt, da eS ihm nicht möglich sei, in Deutschland zu filmen. Er pfl«gt nämlich nicht nur das Drehbuch allein zu verfassen und die Regie zu führen, sondern auch alle die zahlreichen Ei n fäll«, die ihm w äh- r