Einzelpreis 70 Seller. Redaktion und Berwaltung: Prag, I., Nefazanta 18. Telephone: Tagesredattion: 26795, 31469. Rachtredattion: 26797. Poftichedamt: 57544. Inferate werden laut Tarif billigft berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 6. Jahrgang. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der tschechoslowakischen Republit. Dienstag, 10. August 1926. Bezugs Bebingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bel Bezug durch die Post: monatlich Kč 16.oierteljährlich halbjährig ganzjährig 48.96.192.Rüdftellung von Mann( tripten erfolgt nur bei Einfendung der Retourmarken. Erscheint mit Ausnahme Des Montag täglich( sch Nr. 188. Verschwörer Sinowiew. Morgen Tagung des franzöfifchen National Nach zwei Jahren. Aus der Rede Rykows, des offiziellen Nachfolgers Lenins, auf der Moskauer Funktionärversammlung, die mit der Opposition aufräumte, erfährt man nunmehr ausführlich die Argumente, mit denen die Mehrheit der Partei der Opposition der Laschewitsch, Bjelenfi und Sinom jew begegnete. Die Verschuldungen Sinomjews und seiner Genossen find zum größten Teil bekannt. Sinomjem sah mit großer Besorgnis das Fortschreiten und die natürlichen Folgen der Nep. Die Neue ökonomische Politik hat in Rußland das wurde schon auf dem letzten Parteitag von beiden Seiten offen zugegeben neue Gesellschaftsflassen entstehen lassen. Die Gleichmacherei des Kriegskommunismus hatte vergebens versucht, in dem ökonomisch unreifen Rußland mit seinem start agrarischen Charakter, seiner in wenigen großen Städten konzentrierten Indutongresses in Versailles. Revision der Staatsgrundgesete. Paris, 9. August. Für die morgige Tagung des Kongresses in Versailles find bereits alle Vorbereitungen getroffen. Die politische Oeffentlichkeit zeigt hiefür ein bedeutendes Interesse, da es seit 1875, d. i. seit der Verkündung der jeßigen Verfassung, das drittemal ist, daß in dieser Weise an eine Revision oder Ergänzung der Verfassung geschritten wird. Die übrigen elf Kongresse galten den Wahlen der Präsidenten der Republik. Wie wohl die Deputiertenkammer am Samstag deutlich den Zweck der Nationalversammlung festgelegt hat, wird man nicht verhindern können, daß die Kongreßmitglieder einige namens ihrer Fraktionen vorgelegte Anträge verteidigen. Auch erwartet man eine Obstruktionstaltik der Kommunisten. Bisher ist der bekannte Antrag Renaudels über die Rechtsobliegenheiten des Senates und jener Frederic Brunets über die Wahl der Minister durch das Parlament angekündigt. In Versailles wurden umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen getroffen. ** ( Von unserem Pariser Mitarbeiter.) Da wären wir also wieder. Raoul Peret präsidiert die Rammer wie in der Rosenzeit des Bloc national, Herr Poincare, obwohl mit Memoirenschreiben sehr beschäftigt, ist wieder Ministerpräsident und lenkt mit angezweifeltem Geschick Frankreichs Finanzen. Nur Herr Millerand fehlt noch ins Elysee zurück, dann wäre der Personenzirfel geschlossen. Die Ruhr wird Poincare nicht mehr besezen. Macdonalds und Herriots Friedenspolitik hat der Welt andere Anschauungen über das Zusammenleben der Völfer beigebracht, als sie der Mann der Ruhr" vertrat, und hat schließlich auch bewirkt, daß selbst ein Poincare für Locarno stimmte. Der außenpolitische Sieg des Kartells ist unbestritten und damit ein großer Teil der Hoffnungen erfüllt, die ein so weitblickender Mann wie Genosse Karl Kautsky in die Wahlen des 11. Mai segte. Jene, die enttäuscht sind, heute den Mann, der vor zwei Jahren der Welt ,, das wahre Antlitz strie, seinen unvollkommenen Klassenbildungen, Die sogenannte Dritte Republik", Gesetze zu beschließen, auf denen die Republik Frankreichs" zeigte, mit Poincare im selben Kadie klassenlose Gesellschaft herzustellen, deren also der französische Staat in der Gestalt, die ruht. Sie können im Grunde jederzeit mit ein- binett zu ſehen, sollten eine Erfahrungstatsache Voraussetzung eben die im reifen Kapitalismus er seit dem Sturze Napoleons III. und des Han- facher Mehrheit beseitigt werden. beachten. Es ist leicht, sich mit der sogenannten bereits vorhandene wirtschaftliche und soziale fes Bonaparte am 4. September 1870 nach der Die Furcht vor der Aufrollung der gesamten fortschrittlichen Bourgeoisie über Vieles zu einigen, Gleichheit der großen Masse des Volkes ist. Schlacht bei Sedan besitzt, hat eigentlich Verfassungsfrage und die Tatsache, daß die Mehr- das furzweg Reform genannt wird. Das Bür Das Bürgertum konnte in seiner radikalsten teine Verfassung. Was man in Frankreich heiten häufig schwanken, haben bisher alle fran- gertum treibt jedes Spiel mit, bei dem es keinen Revolution die Aristokratie einfach ausrotten. als Verfassung bezeichnet, ist nur eine Summe zösischen Kabinette, sowohl die radikalen bis 1919, Einsatz gibt, wird aber an seine Bundeslade, das Die Bourgeoisie, die feinen Geburtsadel dar- bon bisher drei Staatsgrundgesetzen, die eigent als auch das des nationalen Blocks, gehindert, an Eigentum, gerührt, dann fährt es zusammen und stellt, sondern auf einer Auslese beruht, deren lich nicht untereinander zusammenhängen. Es das heikle Problem zu rühren. Die besonderen zeigt die Stacheln wie ein Jgel. Die Verſtändistellt, sondern auf einer Auslese beruht, deren sind die Gesetze über die Rechte der Kammer und Verhältnisse machen es notwendig, daß sich nun gungspolitik hat Frankreichs besigende Selassen, Wurzel in bestimmten ökonomischen Vorgängen des Senats, über die Rechte des Präsidenten der doch der Nationalfongreß, das ist die Ver- mit Einschluß der Kanonenfabrikanten, noch feinen zu suchen ist, die überall dort gedeihen muß, Republik und über die Organisation der öffent- einigung von Kammer und Senat, in Versailles Heller geføstet, zur Rettung der Währung jedoch wo die Produktivkräfte erst entfaltet, der Ueber- lichen Gewalten. Dazu kommt allenfalls noch versammelt, um eine Revision, also nicht der Verbraucht das Land Geld. Um dieses Geld zu vergang vom Feudalismus zum kapitalistischen das Gefeh über die Wahlen in Kammer und fassung", die es gar nicht gibt, sondern der Grund- schaffen ohne das Proletariat durch eine Inflation Großbetrieb erst vollzogen werden muß, die Senat. Die Republik stand zur Zeit ihrer Grün- gefeße der Republik durchzuführen. Es ist von der zu jagen, aus welcher der Kapitalismus nur geläßt sich nicht einfach durch Massenhinrichtungen dung auf schwachen Füken und erst die Uneinig morgigen Tagung allerdings keine wesent- stärft und gieriger hervorgeht, wie wir wissen, erledigen. Die Burschuj wurden mit Bulver feit der Monarchisten und das Zerbrödeln ihrer liche Ergänzung der Gefeße zu erivarten, ohne das Leben der Arbeiterflaffe durch indirekte Steuern zu drosseln, ohne den Achtstundentag und und Blei, durch Verbannung und Enteignung Mehrheit ermöglichten es den Republikanern, die auf denen der französische Staat aufgebaut ist. Teßten Rest sozialer Gesetzgebung in den Rot zu aus dem Rußland von 1919 getilgt, aber das Die Verfassungsfeier im Reich. Die Verfassungsfeier im Reich. Grüße der österreichischen Republikaner über- zerren, dazu muß die Scheu vor dem Kapitale brachte und an die deutsch- österreichische Schicksals- fallen, dazu muß man nicht bloß Reformer sein, sondern Revolutionär. Die Radikalsozialisten haben gemeinschaft erinnerte. In einem Braunschweiger Vorort wurde ein den Mut nicht aufgebracht, und hente ist das Denkmal für Ebert, in Witten an der Land in ähnlicher Lage, wie vor 140 Jahren, als Ruhr ein Denkmal der drei Republikaner es hieß: Der Adel fämpft, der Klerus betet, der Ebert, Rathenau und Erzberger ents dritte Stand zahlt. Nur die Namen der Gesellhüllt. Die Auslandsgruppe des Reichsbanners in Amsterdam beging eine Feier, bei der Gen. Paul Löbe sprach. Der präsidierende Bürgermeister von Amsterda mbegrüßte den Verein. schaftsfasten sind heute anders. Oft wurde an der Politit unserer Genossen fcitifiert, daß sie nicht sielflar fei, und der Schein gibt den Kritifern recht. Nicht Opposition, nicht Regierungsteilnahme, feine Stimmenenthaltung, feine Unterstüßung; sieht es nicht wirklich aus, als ob sie nicht wüßten was sie wollen, diese Sozialisten? In Wahrheit erkannten unsere Genoffen, daß die erste Aufgabe nach der Wiederherstellung des europäischen Friedens, die Siche rung der Währung ist. Lange vor der Konferenz in Brüssel 1922, traten die Sozialisten für die internationale Regelung der Schulden ein und forderten, daß auch Deutschland die Mittel erRußland von 1925 hat neue Burschuss in Fülle bekommen, die wie die Pilze aus dem WurzelBerlin, 9. August.( Eigenbericht.) Die lager emporschossen. Da sind die Kulaken, Feier der Weimarer Verfassung vom 11. Auguft die reichen Bauern auf dem Lande, die Nep- wurde bereits Sonntag von einer Reihe von reBourgeois in den Städten, die roten publikanischen Verbänden begangen. In Berlin Direftoren( man lasse sich diese Typen veranstaltete das Reichsbanner in einer Reihe von von der Bolschewitin Kollontay in ihren Er- Bezirken Rundgebungen und Feiern, die ausgezählungen charakterisieren!), die fremden Un- zeichnet besucht waren. Die Reden der sozialdemoternehmer und ihre Vertreter. Die herrschende kratischen und bürgerlich- republikanischen Politiker Richtung Stalins und Rykows hat sich mit dem wurden mit großem Beifall aufgenommen. Einen natürlichen Gang der Dinge abgefunden, sie starken Besuch wies die Verfassungsfeier in Mün Die Feiern sind zum größten Teil ruhig verversucht schlecht und recht durch die Klippen hen auf. Die bayrische Regierung hatte nichts der Nep zu steuern. Die Opposition steht getan, um die Weimarer Verfassung zu feiern und laufen. Nur in Charlottenburg versuchten die grollend die Kulafen und Nep- Leute reich und hatte auch der Einladung der republikanischen Ver- Kommunisten die Kundgebung durch Schmährufe grollend die Kulaken und Nep- Leute reich und bände keine Folge geleistet. Aber auch ohne offi- auf die Republik zu stören. Einige der Hauptfett werden. Sie will es nochmals mit dem zielle Teilnahme war die Feier so start besucht, schreier wurden von der Polizei festgenommen. Als alten Rezept versuchen; sie will die Pilze, bag Parallelversammlungen im Freien abgehalten ihre Genossen sie befreien wollten, fam es zu die über Nacht gewachsen sind, so schnell wie werden mußten. Der Hauptredner Genosse Wels neuen Lärmizenen, In Witten konnte die Polizei fie famen, wieder austilgen. Sinowjem steht wurde mit stürmischem Beifall begrüßt. Begeistert, an einem Angriff auf Reichsbannerleute im letzten nicht ein, warum man nicht die Kapitalisten wurde auch General Körner begrüßt, der die Augenblick noch gehindert werden. von 1925 geradejo erschießen und berjagen 00000000000000000000000000000000000000000000000****** aa 000000000 sollte wie die von 1918. Aber alle vernünftigen Elemente und man fann wohl jagen, jene ihm vor, daß er, Sinomjer, jeinerzeit Trozti| geschrieben. Triumphierend verliest Ryfow, was mer garantiert ihm dafür, daß nicht Bucharin Leute, die das gefnebelte, getretene, ausge- stürzen half und jetzt um seine Hilfe buhle, Sinomjem 1924 gegen die Fraktionsbildung und Stalin und er selbst, der jetzt so hart ist, hungerte und verblutete Rußland trots aller obwohl Troßkis Abweichungen kleinbürger- gesagt und was er noch 1925 geschrieben hat: wie nur je Sinomjew es war, einmal Chiffren „ Der Schlag gegen die Fraktionstätigkeit erfinden und in den Wald gehen?! Wer sichert Irrtümer lieben, und die es darum vor den licher Art" seien. Aber Trotti hält die muß sofort geführt werden, solange sie noch im die Diktatur dagegen, daß die Opposition wieSchrecken des Defretinismus bewahren möch- Disziplin der Partei! Man hört das KompliEntstehen begriffen ist, denn zuweilen ist es schon der Fraktionen bildet, oder daß die Mehrheitsten die Nykow, Stalin, die übrigen von der ment für den gewiegten Politifer Tropki zwizu spät, um die Fraktionsfätigkeit auszurotten, da fraktion, die angeblich feine ist, einmal eine Mehrheit, die wollen das Werk des Wieder- schen den Worten Rykows, die Anerken fie inzwischen berits ausgewachsen ist, wie wir Minderheit und dann schon eine Fraktion aufbaus nicht gefährden, die wollen nicht die nung für Trokki, der zu warten versteht. dies in einigen anderen Ländern beobachten fön- wird?! Der trasfeste, der, fast unvorstellbare Fehler von 1918 wiederholen. Ryko w sprach Aber die Verfehlungen Sinowjews seien sogar nen. Dann kann eine Spaltung entstehen--" ündenfall Sinowiews ist ein so schwerer, als die Schljapnifows, der noch Die Freiheit der Fraktionsbildung sei der deutliches Erempel, daß an ihm der es offen aus: " 1 Unter den gegenwärtigen Verhält- 3u Lenins Zeiten die sogenannte Arbeiter nissen droht diese zweite Abweichung( die Rich- opposition" organisierte. Während Schljapni- Anfang des bürgerlichen Parla- Widersinn der Diktatur, wie die Bolschewifi tung Sinowjews) mit der Rückkehr zur Politit fow in einer legalen Versammlung die Be mentarismus, sie sei die Losung für alle sie auffassen, sonnenklar wird. Hier läßt sich der Bekämpfung des Kulakentums durch die Me- schlüsse der Partei kritisierte, habe Sinowjem oppositionellen Elemente". Und hier beginnt der Widerspruch nicht mehr verschleiern, hier thoden des Kriegskommunismus und durch das eine Fraktion gebildet. Und nun erzählt Ry- nun Rykow, den Weg klarer und nüchterner fann selbst Rykow, das was er sagt, nicht mehr Verlassen der jetzigen Parteilinie im Dorfe, die fow, wie der Hüter der Parteidisziplin, der Erkenntnis zu verlassen und die gleichen Frr- aufrichtig glauben. Die Fäulnis am grünen bereits ernste politische Erfolge gewährleistete, über jeden Buchstaben des Leninsmus wachte tümer zu begehen, die Sinowjem durch Jahre Holze beweist, daß der ganze Stamm frant ist. Sinowiew als Verschwörer, das und also mit der Sprengung des Zusammen wie ein Philolog über dem Rechtsschreibfehler häufte. Er weist mit aller Beredjamkeit nach, schlusses zwischen Proletariat und Bauerntum, einer Goethe- Handschrift, wie der bibelfeste Pro- daß eine Diktatur feine Opposition vertrage, bedeutet den moralischen Zusammendas heißt mit der Sprengung unserer ganzen foß der Partei sich zum Verschwörer ent- denn die Gegner der Diktatur warten nur auf bruch eines Systems. Und so sehr in Aufbauarbeit." wickelte. Die Opposition hatte eine Geheim- den Augenblick, da sich in dem einheitlichen der Sache Rykow und Stalin im Rechte sind ,, Die Ursachen der Opposition und die chiffre für ihre Korrespondenz, sie hielt Block der herrschenden Klasse die Risse zeigen. wenn sie den Nep gegen den KriegskommunisGründe des scharfen Vorgehens der Mehrheit konspirative Standquartiere", Alle oppositionellen Schattierungen innerhalb mus schüßen, so sehr ist Sinowjew im Recht werden aus dieser offenen Darlegung ohne sic versammelte sich an verborgenen Orten und Rußlands müßten sich in der Partei wieder- in der Methode. Der Diktator, der die Oppo= weiteres verständlich. Sinowjew hatte aber sie versuchte, mit der parteilojen( also spiegeln, wenn die Partei erst einmal die Fraksition gegen die Diktatur organisiert, führt die seinen Gegnern auch die Waffen in die Hand wohl der sozialistischen) Oeffentlich feit tionsbildung erlaube. Und der Weisheit letzter Diktatur ad absurdum. Und so bleibt nach dem gespielt, mit denen sie ihn flügellahm schlagen in Verbindung zu treten. Parteilose Schluß ist, daß die Mehrheit im Augen- großen Gerichtstag die tröstliche Gewißheit, fonnten. Schreibkräfte verrieten den Inhalt der Geheim- blicke der Gefahr selbst eine Fraktion zur daß zwei große Irrtümergerichtet Grigori Sinowjew war bis 1925 der dokumente der Partei, kurz, es war die ge- Abwehr der Fraktionsbildung bilden müsse! wurden, und daß die Systeme Sinowjews und Hier schließt sich der trügerische Kreis, Stalins zusamm enein ganz brauchbares drittes schroffste Gegner aller Fraktionsbildungen in fährlichste Fraktionsbildung feitj wenn man von beiden das Richtige der Kommunistischen Internationale und in der dem Bestand der Partei. Das Todesurteil hat Rykow, der gegen die Fraktionsbildung spricht, ergäben russischen Partei. Nicht ohne Ironie hält Rykow sich Sinowjew, wie so viele Diktatoren, selbst ist bei der Fraktionsbildung angelangt. Und nimmt. Seite 2 halte, um seine Währung zu schüßen. Deshalb nächsten Wahlen daran, warum sie den 11. Mai waren sie Landesverräter. Jetzt ist es zu spät. 1924 feierten. Besser wäre es, wenn sie früher Aus Siegern und Besiegten, ja aus den Alliierten daran erinnert würden. ,, Herr gedenke der untereinander, sind Schuldner und Gläubiger ge- Athener", ließ sich der Perserkönig Darius jeden worden. Heute muß sich das Land allein helfen, Morgen von einem Sklaven zurufen. Wer wird ung in dieser Erkenntnis schufen die Sozialisten bei Herrn Herriot solchen Dienst verrichten! ihr großes Finanzprogramm, das einzige überhaupt, das den Plänen der Bourgeoisie nacheinander von neun verschiedenen Finanzministern berteidigt als konstruktive geistige Tat entgegenzustellen ist. Das Programm, oder wenigInland. H. J. ftens dessen Leitgedanke, die Stapitalsabgabe, ist die tschechische Bresse über Gajda. bekannt. Daß es einmal so kommen werde, hatten die Radikalsozialisten nicht bedacht. Lange zögerten sie. Endlich, auf ihrem vorjährigen Kongreß in Nizza, sprachen sie sich grundsäßlich für die Kapitalsabgabe aus. Dabei blieb es leider. Diese klein und linksbürgerliche Partei hielt darauf noch immer Finanzminister wie Doumer und Peret, solange es nur möglich war. Briand wieder hat, und das kann gesagt werden, ohne seinem Friedenswerke nur den kleinsten Abbruch zu tun, feit einem halben Jahre die Lage erschwert und fompliziert. Mag er von Finanzen auch selbst nichts verstehen, so hätte er doch mit den soeben zitierten Männern nicht arbeiten dürfen. Noch im Feber Dieses Jahres haben ihn die Sozialisten von der Rammertribüne aus aufgefordert, sich für die innere Politik an die Spipe jener Gruppe zu stellen, die seine äußere stüßen. Briand hat abgelehnt. Was blieb unseren Genossen also anderes übrig, als auszuwählen. So stimmten sie für Locarno und acht Tage später gegen die Umsatz steuer, während sie sich bei lebensunwichtigen Fragen der Stimme enthielten, um feinen Rabinettsturz zu provozieren. Die Radikalsozia listen sind bei dem Versuche zerrieben worden, zwischen zwei Gegenfäßen zu vermitteln, von denen nur einer richtig sein fann, und zwischen denen es kein Kompromiß geben darf. Selbst Herriots letzte Rede, durch die Caillaux gestürzt wurde, erscheint jezt als verlorene Geste. Heute würde es nicht verwundern, wenn die Lyoner Stadtvertretung, in der unsere Genossen die Mehrheit haben, sich einen anderen Vorsitzenden wählen Jollte. Herrn Bokanowskis fades Lied vom Verfrauen des Kapitals fangen die Radikalsozialisten eifrig mit. Herriot hat wohl erst dann gewußt, wie klein dieses Vertrauen zu ihm war, als das Bfund plößlich auf 240 stand und er, int Doppelfinne des Wortes, daran glauben mußte. Die Sozialisten waren zu schwach, ihn zu stüben, und große Teile seiner eigenen Partei verließen den Führer. Heute ist Herriot eingegangen in das Kabinett der ,, nationalen Einheit", den großen Bürgerblock der sozialen Reaktion. Herriot hat sich vereinigt mit den Leuten, die ihn hassen, weil feine Politik friedliebend und aufrichtig war, weil er den Leichnam unseres Jaures ins Pantheon brachte, weil er Kirche und Schule trennen wollte, und weil er zu zweifeln gewagt hatte, an der Heiligkeit des Rapitals. Unsere Genossen stehen wieder allein, aber sie haben die Vergangenheit nicht zu bereuen. Wenn es heute wieder gäfte, die Verförperung der französischen Reaktion, den Bloc national, zu schlagest, sie würden getrost den gleichen Weg noch einmal gehen. Mag das Pfund heute auch auf 160 fein. Boincare hält sich Bunkt für Bunft an den unheimlichen Expertenplan, mit seiner Politik der indirekten Steuern, der Anleihen und der daraus unvermeidlichen Inflation. Wie lange er felbst Finanzminister bleiben wird, ist ziemlich gleichgültig. Seine Politif ist für die Arbeiterklasse nicht nur jetzt schon unheilvoll, sondern wird sich auch für das Land als falsch erweisen. Hoffentlich geschieht das nicht gerade wieder unter einem Kartellminister. Vielleicht denken. die Radifalsozialisten bei den Von der Art der Erledigung der Affäre Gajda ist weder die Presse der Rechten noch die der Linken befriedigt, wobei freilich die sozialistifchen Blätter eine gewisse Genugiuung darüber empfinden, daß Gajda au der Armee ausscheidet. Die fonntägigen„ Narodni Listy" schreiben: Daß die Sache nicht erledigt ist und daß man es nicht ohne weiteres zulassen kann, wenn gegen verdiente Menschen so schwere Beschuldigungen erhoben werden, die sich am Ende als unbegründet, schief und falsch erwiesen, ist selbstverständlich. Es wäre das ein sonderbarer Dank insbesondere einem Helden unserer auswärtigen militärischen Abwehrfämpfe gegenüber, wie es der General R. Gajda ist. ber, wie Das Montagsblatt der ,, Narodni Listy" versangt gar die völlige Rehabilitierung des Generals. Die„ Narodni Politika" fordert alle an der Affäre beteiligten Faktoren auf, den Schleier des Geheimnisses zu lüften. Das Blatt schreibt: Es wäre die Pflicht des Ministers nicht nur unfever Deffentlichkeit, sondern auch hauptsächlich dem Ausland gegenüber mitzuteilen, daß General Gajda den Dienst seiner Politik wegen verlassen mußte. Das müßte geschehen und hätte gleich geschehen müssen und es wäre nicht zu den im Ausland verbreiteten und unseren Staat schädigenden Behauptungen gekommen. Das wäre die beste Erledigung der Affäre im Interesse des Staates gewesen. Wir wissen weiter aus der amtlichen Mittel lung nicht, warum General Gajda um die Su perarbitrierung angesucht hat. Da ist wieder Gajda selbst verpflichtet, zu sprechen. Hat er die Gründe, warum er im Militärdienst nicht bleiben kann, anerkannt oder geht er aus einem anderen Grunde weg, oder geht er aus Widerwillen? In diesem Augenblick ist die Teilnahme der Kommission der bürgerlichen Parteien an dieser Lösung der Affäre nicht bekannt. Auch sie müßte im Augenblicke der Entscheidung der, Oeffentlichfeit sagen, ob es mit ihrer Zustimmung oder ohne sie geschah. Aus ihrem Schweigen würde man auf die Zustimmung schließen und damit würde die ganze Sache andere Formen annehmen. Das Legionärblatt Narodni Osvobozeni" schreibt: Man wird nicht die Oeffentlichkeit ohne nähere Aufklärung lassen können, sowohl über das Meritum als auch über das formale Vorgehen in dem untersuchten Fall. Vorläufig ist es eine entschiedene Tatsache, daß in unserer Armee, ihr Generalforps und besonders ihre Führung Klarheit gebracht wird. Mit dem General Gajda geht aus unserer Armee mehr als seine Person weg. Es wird damit eine Mentalität, Methode und eine Art liquidiert, die unserer Armee nicht zum Vorteil gereichen konnte. 10. August 1926. teilung des Generals als direkte Folge der been- Mangel an Geistlichen ist deren Platz vor alle digten Untersuchung das spricht, glauben wir, in der Seelsorge. Heute ruht die christlichgenug bei aller Schweigsamkeit der amtlichen soziale Bewegung nicht mehr auf den Schultern Kundmachung. der Geistlichen. Von der Verlegung des Sizes der christlichsozialen Gewerkschaften von Brünn nach Prag, wie es der Pater Šrámek wolle, fann feine Rede sein". Der Artikel endigt mit der Versicherung, daß die christlichsoziale Arbeiterschaft treu hinter ihren Arbeiterführern stehe. ,, Čeffe Slovo" äußert sich wie folgt: Die Armee wurde Gajdas entledigt, aber nicht die Oeffentlichkeit, die ein Interesse an der Ruhe in diesem Staate hat. Gerade im Interesse diefer öffentlichen Ruhe hätte das Ministe rium für nationale Verteidigung die Pflicht, so Agrarische Handels- und Sozialpolitit. weit wie möglich bestimmter zu reden, um alle, wenn auch naive Mutmaßungen und Argumente, In der agrarischen Presse( z. B. der Deutunmöglich zu machen. schen Landheimat") wurde unter dem Titel„ Auf „ Pravo Lidu" wertet die politische Be- falschen Wegen" ein Artikel veröffentlicht, der fich deutung der Gajdaaffäre: in eigenartiger Weise mit dem bedenklichen SinDie Gajdaaffäre war eigentlich die zweite fen der Warenausfuhr der TschechoslowaBegegnung der zwei Lager seit der Abstim- fischen Republik beschäftigt. In echt kapitalistischmung über Stongrua und 3ölle. Die Real- bornierter Weise wird geschrieben: tion hat die Gajdafache als die ihre ergriffen und ihre Tendenz war so unverschämt, daß die Sache der verantwortlichen Politiker der neuen Koalition, ihre Breßmeute an die Rette zu halten, vergeblich waren. Niemals noch wurden so starke Versuche der Vergewaltigung einer amtlichen Un tersuchung unternommen. Aus Gajda wurde ein Nationalheld gemacht... Es fehlte nur noch die Abstimmung ländlicher Vereine über seine Schuld und Unschuld. Das wird, scheint es, noch besorgt werden. * ,, Diese industrielle Krise, die sich vor allem in der Textil- und Glasindustrie, im Rohlenberg bau und in der Holzausfuhr bemerkbar macht, ist auf verschiedene Ursachen zurückzuführen. Vor allem ist zu berücksichtigen, daß unsere Industrie eigentlich für ganz Desterreich zugeschnitten war und durch die Zertrümmerung dieses Staates wertvolle Abschgebiete verloren hat. Soziale. Lasten und eine gewaltige Ueberbesteuerung, die achtstündige Ar beitszeit und sonstige Neuerungen, die den Betrieb belasten und die Erzeugung verteuern, machen die inländische Industrie auf dem Weltmartte weniger leistungsfähig." In Rovensko bei Turnau fand eine Feier der sogenannten unabhängigen Legionäre zum Andenken an die Schlacht von Zborov statt, wobei Das schreibt nicht ein antisozialistischer Se ein Denkmal enthüllt wurde. Zur Feier erschien kretär des Hauptverbandes der Industriellen, sonauch General Gajda, der auf dem Bahnhof dern das Organ der landbündlerischen Abg. außer von fascistischen Legionären, Sokoln, pet. Soziale Lasten und der Achtstundentag sind Böhm und Seller sowie des Senators Kře= Böhm und Seller sowie des Senators RřeFeuerwehr auch von einer Ehrenrotte der tschechoslowakischen Armee empfangen wurde. Der also das Hindernis der Industrieentwicklung, nicht Kommandant der Rotte erstattete dem General am Ende veraltete Produktionsmethoden. Niedauf dem Bahnhof Meldung und mit dem Um das sozialpolitische" Ideal der Herren Böhm, rige Löhne, lange Arbeitszeit sind zug begab sich Gajda auf den Ringplatz, wo die Seller und Konsorten. Den Arbeitern, welche ein Begrüßung der Gäste stattfand. Die Festrede fleines Anwesen haben und dasselbe mit ihrer hielt für die unabhängigen Legionäre Major o Familie nach absolvierter Fabritsarbeit betreuen, lečet. Während seiner Rede teilte sich das muß das besonders ins Gedächtnis gehämmert Bublifum in zwei Lager, von denen die einen werden. Gerade für sie, die vielfach landbündGajda, die anderen den Präsidenten der Republik lerisch gewählt haben, wäre die Abschaffung des hochleben ließen. Mittag veranstalteten die Achtstundentages eine große Erschwernis. Und Fascisten zu Ehrn Gajdas ein Mittagessen. wie soll der Industrie nach der Meinung der Deutschen Landheimat" sonst noch geholfen wer den? Indem man daran geht, den inneren Markt auszubauen, die Landwirtschaft leistungs fähiger zu machen". Ein bescheidener Anfang sei mit den festen Agrarzöllen bereits gemacht wor den. Sehr gescheit! Einige zehntausend Nutnießer Wie das fascistische Morgenblatt Rano" meldet, hat Gajda angeblich ein Gesuch um Superarbitrierung nicht eingereicht. Der Kampf innerhalb der tschechischflerifalen Bartei. der Agrarzölle sollen auf Kosten von vielen Millionen Verbraucher bereichert werden dann hat Die Brünner ,, Budoucnost", das Organ der die Industrie den nötigen Absatz im Inlande! tschechischen christlichen Arbeiter, brachte zu einer Die Arbeiter und Angestellten, Gewerbetrei Tagung der christlichsozialen Gewerkschaften die benden usw., die als größte Masse der Verbraucher ser Tage einen Artikel, in dem ausgeführt wird, in Frage kommen, sollen finanziell durch die daß sich die christlichsozialen Gewerkschaften nicht Agrarzölle geschwächt werden, damit viel weniger unter das Kommando der christlichsozialen Partei Verbraucher industrieller Erzeugnisse mehr kaufen stellen werden. Der Parteileitung wird vorgewor- können! Eine dümmere Politik zu machen, ist unfen, daß sie gegen die Arbeiterführer in der Partei möglich. Was würde z. B. die Haida- Steineinen Kampf führe. Bemerkensivert ist auch ein schönauer Glasindustrie davon haben, wenn Passus in dem Artikel, in dem sich der Verfasser die Großbauern aus den Zöllen noch mehr Progegen die Geistlichkeit wendet, die die Arbeiter und fit ziehen? Für Kunst gläser usw. haben die ihre Vertreter in der Partei nur deswegen unter- materialistisch eingestellten Agrarier taum viel schäßen, weil diese teine höhere Schulbildung Verständnis. Eines übersieht die ,, Deutsche Landbefißen. Es ist bereits höchste Zeit", schreibt der heimat" allerdings vollständig: daß jetzt die AgraVerfasser, daß von seiten der Geistlichkeit das rier verantwortlich gemacht werden für die falsche Vorurteil verschwindet, als ob der einfache fünftige Handels- und Steuerpolitik, nachdem sie Mann, der aus dem arbeitenden Volke hervor doch zur Regierungsmehrheit gehören. gegangen ist, nicht im Vordergrund stehen könnte. Die Arbeiterschaft wird sich erlauben, die Herren Lange Studien verbürgen für sich allein nicht die Böhnt, Heller und Strepet beim Schopf zu fassen, Nicht ein Wort, aus dem sich, eine Rehabili- Garantie der Fähigkeit". Dann wird den Geist- wenn eine schlechte Politik gemacht wird. Die tierung des Beschuldigten schließen ließe, nicht ein lichen geraten, sich nicht in die Poli- genannten Herrschaften mögen sich schon jetzt darWort der Genugtuung, im Gegenteil, bie Berur- tik zu mischen, denn bei dem heutigen auf gefaßt machen. ,, Lidove Noviny" schreiben über das amtliche Kommuniquee: Copyright 1924 bei Buchhandlung Schneider u. Co., Wien. stoßen." Erfolg haben, die anderen aber dürfte er ab,, Nicht wahr! Das denke ich auch. Eine werternst nehmen." Vom Baume des Bösen. bolle, fompliziertere Frau kann ihn doch nicht 7 Von Marcel Berger. Philipp blickte mich scharf an: ,, Natürlich", sagte er. Genug vom Kriege! Schluß damit und zurück ins tägliche Vergnügen!" Ich fuhr auf: Ich nannte Titto Vertescu. Ich sah ihn nur quer über den Hof gehen. Was für eine Genie, selbst in der Haltung, in det Bewegung!" ,, Ach ja", sagte er, deine alte Jugendschwärmerei ,, Und die deinige!" rief ich. Ich glaube, „ Gar nichts", sprach er müde und erkundigte daß du von uns beiden sogar der begeistertere warft." ,, Was willst du damit sagen?" ich, wieder in ganz freundschaftlichen Tone, nach meinen letzten Erlebnissen. sprochen waren. Ich schwieg. ,, Möglich! Damals. " Mit deinem Cousin, dem General, verkehrst doch?" ,, Lesparrat, der Retter des Vaterlandes!" ,, Nein. Ohne Spaß..." " Ohne Spaß: Sprich mir nicht mehr von ,, Ach, er betrachtet sie als einen amüsanten Flirt." ,, Bewundernswert. Schon die Geduld, die fie aufvenden muß, um meine Ungerechtigkeit zu La Tour- Aymon stieß hervor: ertragen, ist bewundernswert! Besonders in ,, Dartigues ist ein Schuft. Ich werde Evelyne der ersten Zeit, wie ich über meine Aussichten warnen. Du mußt wissen, daß ich und sie seit noch nicht beruhigt war, war ich unerträglich. drei Jahren miteinander verlobt sind." Kannst du dir das vorstellen: Der bloße Anblick Diese Eröffnung brachte mich für einen ihrer Jugend, ihrer strahlenden Lebenskraft erMoment aus dem Gleichgewichte. Die fleine füllte mich manchmal geradezu mit Wut gegen Evelyne, dieses anmutige, heitere, fluge Kind, die fie. Ich machte ihr Szenen. Und wenn ich ihr mein guter Kamerad gewesen war und an die sich meine Verachtung für manche Dinge, für be meine Gedanken nie in anderer Weise heran- stimmte Menschen ins Gesicht schrie, schloß sie getraut hätten, mußte ich nun so wieder finden, mir mit ihrer weichen, kleinen Hand nur sanft gebunden an den unglückseligen Philipp, der mit den Mund. Ja... Und eines Tages habe ich all seiner Energie und feinem Lebenswillen sie in diese füße Hand gebiffen, und es machte offenbar doch unheilbar krank zu sein schien. „ Die Sache datiert natürlich von früher her", mir einen finnlosen Spaß, fie aufschreien zu hören...!" sagte Philipp sanft, von meinem zweiten Ur- Er lächelte sonderbar und schien wieder vervor meiner Erkrankung." laube nommen. Ich erzählte ihm von meinen Eindrücken in du der Pfalz und im Elsaß und versuchte ihn mit nicht bekannt gewordenen Details über den FrieIch war begierig, Näheres darüber zu hören. stört. Aber er bemerkte sofort, daß er einen densvertrag zu unterhalten. La Tour- Aymon Der Oberst, ihr Vater, verlangte nur, daß schlechten Eindruck auf mich machte und suchte schien mir mit allen äußeren Zeichen von Aufzu heiraten. Ganz natürlich Als ich dann ,, Das ist vorbei", sagte er.„ Am Tage dar merksam zuzuhören, ermunterte mich durch die dieser ganzen Bande! An manchen Tagen hätte wir das Ende des Krieges abwarten sollten, um ihn zu verscheuchen; üblichen Zwischenrufe zum Weitererzählen; aber ich die größte Lust, eine Bombe mitten unter sie frant geworden war, schrieb ich Evelyne und gab auf zeigte mir Doktor Pythius den Brief des plötzlich bemerkte ich, daß er vollkommen geistes- 3u werfen!" abwesend, da saß, daß meine Worte ins Leere ge- Ein Sustenanfall unterbrach ihn. Er spuckte ihr das Wort zurück. Sie hat sich sehr nobel be- Profeffors Doutreval. Ich bat Evelyne um VerNiemals bekam ich eine Antwort zeihung. Seit die Aerzte mir Hoffnung gemacht und verzog dann den Mund zu einemt brutalen, auf diesen Brief." haben, fühle ich mich wohler. Und sie, Evelyne, ,, Und ihr habt euch lange nicht gesehen?" ist nun auch viel fröhlicher... Sie ist so auf Was hast du?" fragte er nach einer Pause. fast irren Lächeln. Unwillkürlich erinnerte ich Ich wußte nicht recht, was ich ihm antwor- mich an die Bemerkungen, die Marius über ihn So lange ich im Leysin zur Kur war. Ich merksam, so liebevoll mit mir.... einfach ten sollte. Nur um irgend etwas zu sagen, fragte gemacht hatte... Er fuhr in verändertem Tone war in einer unglücklichen Gemütsverfaffung. rührend." ich ihn, in welchen persönlichen Beziehungen er fort: zu den übrigen Gästen stehe. Verzweifelt... Hatte mich aufgegeben. Aus meinen Karten mußt du meinen Zustand erkannt haben. Ich glaube, daß sie mich doch nicht bloß aus Mitleid hier ausgesucht haben kann?" sprochen?" Kein Wort! Ich konnte doch nicht davon anfangen. Nicht wahr?" ,, Wir wechseln kaum einige Worte." ,, Dartigues ist aber doch recht gesprächig!" Philipp sah auf. Ich erzählte ihm, wie ich meinen alten Schulfameraden heute getroffen hatte. Er grub die Zähne in die Lippen, und ich fühlte, daß er unangenehm berührt war. Findest du ihn wirklich so unwiderstehlich?" fragte er in geradezu gereiztem Tone. ,, Er ist das, was man einen schönen Mann nennt. Bei gewissen Frauen muß er natürlich Aber du, fragst gar nicht nach der Person, die sich für dein Kommen so lebhaft interdie sich für dein Kommen so lebhaft intereffiert hat." Evelyne Simpson? Ich habe von ihr schon durch Marius gehört." Wie Ich meine in welchen Ausbrücken hat er von ihr gesprochen?" • Du fannst es dir denken! Dieser Mensch würde es unbegreiflich finden, wenn er auf eine Frau feinen Eindruck machte." ,, Also, was hat er gefagt?... Genau!" Habt ihr wieder von Heiratsplänen geDu hast ganz recht." Ich fühlte instinktiv, daß meinem Freund eine Enttäuschung bevorstand. Wie benimmt sie sich gegen dich?" In seiner Stimme zitterten Tränen. Einen Moment zog ein Hauch jener zärtlichen Güte über sein Gesicht, die ich früher an ihm so sehr geliebt hatte. Ich griff nach seiner Hand. Er fuhr fort: ,, Auch ihrethalben bin ich froh, daß du getommen bist." Ich verstand thn nicht recht und sah ihn fragend an. ( Fortsetzung folgt.) 10. August 1926. Die Opfer des tschechischen Militarismus im Frieden. Eine Statistit seit 1. Jänner 1926. Soldatenselbstmorde: In der Prager Garnison vom 1. Jänner bis 18. Feber 1926( Furcht vor Strafe) 7 Um 1. März Soldat Richard Daniel, Olmütz ( als Deserteur erschossen) 1 Amt 4. März 1926 Soldat Josef Pallacz, Georgsfaserne 1 Am 10. März Infanterist Rudolf Tuma, Neuhaus Furcht vor Strafe) 1 Am 23. März Infanterist Josef Hojer, Pilfen. R. 35 1 Am 30. Mai Soldat J. Grac, M. Weißfirchen 1 Am 30. Mai Maler S. D.( Hilfskompagnie der Militärakademie) 1 Am 3. Juni Prag. Johann Schachner, Budweis 1 Seit 1. Jänner haben sich in der tschechischen Armee 14 junge Menschen, meist aus Furcht vor Bestrafung, umgebracht! Tötungen durch Granaten, Explofionen usw: Ant 5. März 1926 Explosion in der Tischlergaffe: 3 Tote( 2 Soldaten, 1 Zivilperson, 67 VerLetzte). Der internationale Juristentongreß und das Minoritätenrecht. Wien, 9. Auguft.( Eigenbericht.) Auf dem internationalen Juristenkongreß trat heute die Hauptkommission für Minoritätenfragen zusammen. Der Berichterstatter Professor Hotins ging davon aus, daß die Friedensverträge die Gleichberechtigung der Minoritäten festjeßen, ia ja beklagte Regierung. 2 Verletzte. Am Mai Explosion in Polička: 1 Toter, Am 29. Mai der Koch bei der Scheinwerferabteilung des 151. Artillerieregiments: 1 Toter. Am 23. Juni Handgranaten- Ratastrophe bei Popjad: 2 Tote, 8 Verletzte. Am 30. Juli Blindgänger- Explosion bei Kremnitz 2 Tote, 8 Verletzte( 7 Zivilpersonen). Zusammen durch Explosionen 9 Tote und 85 Verlegte. Zagesnenigkeiten. Der Kleine Uebermussolini. Seite 3 Rundfunk für Alle! * bier. 3. Strauß: Morgen. Traum durch die Dämmerung. tent und Hopfenmarktpreise. 18.15: Landwirtschaftlicher Das Radio in der Tschechoslowakischen Republik. Nach der letzten Zählung gab es zur Jahresmitte in Der Gajda wird superarbitriert und nun der Tschechoslowakischen Republik 40.762 Radiohaben wir eine Gaudee, die fein Land der Welt empfangs ftationes. Davon liegen im Prebefizt: einen superarbitrierten Mus= ger Bezirk 30.279, also der größle Teil aller folini. Unser Prestige als kleine Großmacht Empfangsstationen. Am wenigsten Radioapparate hat es verlangt, daß auch wir uns wenigstens ein hat der Bezirk Kaschau, wo bisher nur gegen 430 Mussolinerl anschaffen, wenn es auch nur ein Apparate zur Aufstellung gelangt sind. Gajda ist, der, als es noch kein richtig gehendes Vaterland für uns gab, nur ein kleiner deutscher Geidel war. Und schon umgibt den großen PlaProgramm für morgen, Mittwoch. neten Gajda eine Schar fleiner Gestirne. Da ist landwirtschaftlicher Rundfunt. 14: Börsennachrichten. 16.30: Brag, 368. 11.55: Prefsenachrichten. 12: 3eitsignal und vor allem der tschechisch- ehrenfeste Kralik, dem Nachmittagskonzert: 1. Strauß: Um einen Groschen. Vision. ein prächtiges Attentat auf Gajda gelun- Die fieben Siegel. 2. Strauß: Stimmungen Op. 9 für Klagen ist. Wir sind den Großstaaten über, wie sich's Stäbchen. 4. Girauß: Gonate f- bur und Bioloncello und gehört: Mussolini und Primo de Rivera mußten labier. 17.30: Märchen für Kinder. 17.45: Börsennachrichsich ihre Attentate, die zu jeder politischen Kapa- Rundfunk und Pressenachrichten. 18. Deutsche Arbeiterzität gehören, erst schwer erarbeiten, unserem fendung. Walter Taub, Brag: Rezitationen. 20: Weiter Im ganzen hat also der tschechische Milita- Diktator wurde sie von der gütigen Fee Vorsehung Sport, Theater und die neuesten Nachrichten. boraussage. 20.02: Konzertübertragung. 22. Seitfignal. rismus seit 1. Jänner 1926 schon in die Wiege gelegt. Er wird seine großen Brünn, 521. Vorbilder gewiß bald übertreffen- Beweis: feine Sport- und Theaternachrichten. 17.40: Kinderstunde, Bupbeispiellose Karriere und Arbeits- pentheater. traft: er hat trok seiner Jugend von 34 Lefen und Kürbisse. 18.20 Bortrag: Eine Handboll bistor. bensjahren schon 37 Dienst jahre hinternetboten. 19: Orchesteskonzert. 1. Auber. Das schwarze sich, eine Leistung, die ein phänomenales Rätsel gafontaine. 4. Richardi: Spanische Rhapsodie. 5. Weber bildet. Wenn wir uns vor Augen halten, daß Biblische Lieber. 2. Koželuh: a) Auf Flügeln der n beer: Krönungsmarsch 20: Böhmische Lieder, 1. Dvořal: diese Dienstzeit frühestens mit dem zwanzigsten b) Die Gäferin. 3. Benbl: a) Der Bald ist still: b) 3br, Lebensjahr begonnen hat, so müssen wir bewun- alivoda: Rüdfebr. Laub: Die Taub 6 Dostocil: Lieder: Dvořal: Mignon. 5. Jirovec: Träume. dernd sizen bleiben vor dem Ueberübermenschen, a) Jugend, du liebe; b) tomm nicht, mein Söhnchen, au der in 14 ganz gewöhnlichen Lebensjahren zu 365 uns; c) Mein Mütterchen weiß nicht; b) Wie ist die Tagen ohne Schalttage, also in 5710 Tagen, eine Arbeit vollbracht hat, zu der ein gewöhnlicher niefonzert. Breslau: Bolt und Vaterland. Wien: 20: Or Sterblicher 13.505 Tage brauchte, wenn, ja wenn efterkonzert des Wiener Symphonicercheſters. er nur ein ganz gewöhnlicher Uebermensch wäre, ee000000000000000000000000000sec der es mit 34 Lebensjahren zum General bringen wollte... B. K. 23 Personen getötet, 85 Personen verlegt. Nicht eingerechnet sind die Flieger- Katastrophen( Abstürze bon Fliegern). Dabei garantieren wir nicht einmal für die Vollständig feit dieses Verzeichnisses. Jm ganzen sind also 108 Personen oder ettva 25 vierköpfige- fünfköpfige Familien durch den tschechoslowakischen Militarismus seit Neujahr 1926 getötet und verwundet worden. Es würde sich verlohnen, daß das MNO. eine eigene Verlustliste wie im Kriege ständig herausgeben würde! Einstimmig wurde beschlossen, daß der Völkerbundsrat entgegen der bisherigen Pragis in allen Rechtsfragen Gutachten einholen soll. Schließlich wurde noch beschlossen, daß die Minoritätenkommission ihre Tätigkeit fortsetzen foll. Haas enthaftet, Kölling auf Urlaub. Wetter, 14.30: Prager Effettenbörse, Der geheimnisvolle Schmied. Lustspiel von Batta. 18: Seitzeichen. 18: Landwirtschaftsrundfunt: Gur Domino. 2. Rossini: Othello. 3. Mouton: Les Fables de Rosen. Sonne. 7. Leiset: Hanakische Lieber. Pressenachrichten. Berlin: 20: Deutsche Meister. Leipzig. 20.15: Sympho Zwar warnen Munitionsexplosionen und Unfälle, verursacht durch vergessene Blindgänger. Was auch im Vaterlande vorgehen derblichen Rüstungen, zwar pilgern die Friedensallerorten, wie eine letzte Warnung, vor vermöge.... In Breslau fand anläßlich des 50. Jubiläums des Gardevereines eine Barade statt, bei welcher der in Vertretung des Erkaisers erschienene ehemalige Flügeladjutant Freiherr von Plettenberg nach erfolgter Defilierung des Garderegiments eine Ansprache an die Truppen hielt, die in folgende Worte ausflang: ... als alter Kommandant des Gardekorps, ein Atemzug in uns ist. Was auch im Vater darf ich dem Kaiser Treue geloben, so lange noch lande vorgehen möge, diese Treue soll nie aufhören. Gott segne, schirme und beschütze den Kaiser!" apostel aller Völfer nach Genf und Locarno, dem Canossa des Weltkrieges, daheim aber marschieren Militär und Justiz mit lafferurteilen und Baradeschritten für den Kaiser, den ohnedies Gott schützt, der Katastrophe verständnislos entgegen, denn was schert es die Gesicherten, was immer auch vorgehen möge mit den Vaterlande. Drafenhofen( Niederösterreich) hat zwei KoſtkinHochwürten Kinderschänder. Eine Witwe in der. Das eine ist ein hübscher zehnjähriger na be. Der Pfarrer von Drafenhofen fand st die Bürgschaft hiefür dem Völkerbund übertragen. Doch haben die Klagen weniger Geltung, da sie fuchungsrichter Rolling ist nun auf seinen Berlin, 9. August.( Eigenbericht.) Der Unternicht direkt an den Völkerbund, sondern zuerft sommerlichen Urlaub gefahren. Vorher hat er an einen Ausschuß gehen. Auch fungiere als sommerlichen Urlaub gefahren. Stlagepartei nicht die Winderheit, wohl aber die noch gegen die Haftentlassung der drei Verdächtigen Ha a 3, Reuter und Fischer protestiert. Gefallen an dem Knaben und ersuchte einigemal Professor René Brounet betont, daß die Nun wird man wohl auch erfahren, was eigentWahrhaftig, es gehen sonderbare Dinge vor die Witwe, sie möchte ihm den Knaben in Rost lich gegen die Beschuldigten ins Treffen geführt im Vaterlande, worunter Bevaden zu Ehren ehe- geben. Die Witwe hing sehr an dem Kinde und größte Gefahr an diesem Verfahren seine Heim wurde. Bisher war man auf die Informationen maliger monarchistischer Institutionen im Beisein lehnte das Ersuchen ab. Nun holte sich der Pfarrer lichkeit sei. Wenn die Klage einmal eingebracht sei, erfahre die Minorität nichts mehr von dem rechtsstehenden Presse gab. Das Verhalten Köl find. Saben doch die letzten Zeiten fast allerorten sich nehmen zu können. Der Knabe tam aber öfter sei, erfahre die Minorität nichts mehr von dem angewiesen, die der Untersuchungsrichter der aller höchster Herrschaften nicht die schlimmsten auf einem Umweg die Bewilligung, das sind zu Schicksal ihrer Beschwerde. Professor Rauch berg( Brag) und der Ungar Bathary legten benings ist durch die Enthaftung auch von höherer im Reiche Sensationen ans Tageslicht gebracht, zu seiner früheren Pflegemutter; es fiel ihr auf, Entwurf eines Geſetzes vor, das auf dem Grund- Stelle mizbilligt worden. Man hat aber bis jetzt die weit mehr die Säulen des republikanischen baß der Senabe schlecht aussieht und ein scheues faz der Prozeßfähigkeit der Minorität aufgebaut noch nichts erfahren, daß das preußische Juſtiz- Staatengefüges ins Wanken bringen, als das an Wesen an den Tag legte. Ginmal fand sie einen ist. Als Kläger fönnen Abgeordnete der Minori- ministerium gegen diesen famosen Richter einge- und für sich nur bemitleidenswerte Soldatenspiel größeren Geldbetrag bei ihm. Sie forschte nach einiger abgetaner, nicht ruhenwollender Militärs. und der Knabe gestand nach längerem Zögern, daß tät, Vertreter der autonomen Gebiete, der schritten wäre. Das jüngst von der Untersuchungskommission ihn der Pfarrer geschlechtlich mißStädte und anderer Körperschaften fungieren. Das Schiedsgericht des Völkerbundes soll auch des Reichsrates aufgedeckte, fast unglaublich schei- brauche. Der Knabe flagte nun auch über das Recht haben Kommissionen zu entsenden. Die dende Vorgehen der bayrischen Justiz in An- Schmerzen in der Bauchgegend und an den Ripgelegenheit der Fememorde, der in seiner Gänze pen. Die Frau ging mit dem Kleinen sofort zum Resolution, die der Vorsitzende beantragt hatte, und Ungeheuerlichkeit noch nicht vollkommen ge- Arzt. Der Arzt erstattete nach eingehender ärztwurde in getrennter Abstimmung vorgenommen. Es wurde das Prinzip der Anhörung der Par flärte Justizskandal von Magdeburg, sind Erschei- licher Untersuchung die Anzeige gegen den feien und die Veröffentlichung aller Dokumente nungen, die wegen ihrer Beispiellosigkeit geeignet Pfarrer. Der Pfarrer ist aber noch angenommen. Eine weitere Resolution fordert, sind, weit über die Grenzen des Deutschen Reiches immer in Amt und Würden. Er leugnet, dag der Jahresbericht des Völkerbundes die Bedas Gemüt jedes rechtlich und rechtschaffen denken sich an dem Knaben vergangen zu haben, und gibt schwerden der Minoritäten, die Dokumente und den Menschen aufs tiefste zu erregen und zu nur zu, daß er ihn aus väterlichen Gefühlen geempören. die Erledigung aller Beschwerdefälle enthalte, I gelegt. füßt" habe. Statt den Pfarrer sofort in UnterFreyberg fann den Kanal nicht durchschwimmen, London, 9. August. Oberst Freyberg hat seinen zweiten Versuch, den Kanal zu durch schwimmen, um 4 Uhr 45 Min. aufgegeben, da ihm eine alte Wunde, die er während des Krieges ins Bein erhielt, große Schwierigkeiten bereitete. In zirka 8 Stunden hat er 15 Meilen zurückResultat. So fuhr denn der hochwürdigste Herr sacson von hinnen und der arme Leon Zucker, der heiligen römisch- katholischen Kirche Priester, liegt noch immer im Judenfriedhof, Gruppe A, Nr. 6, in Aigen unter seinem armseligen, mit fein GrabGras überwachsenen Erdhäufchen stein, fein Rennzeichen.. lischen Friedhof begraben werden könnte, wäre zu p Soweit wäre alles in schönster Ordnung. I jedenfalls aber macht eine Exhumierung unnötige jener Zeit schon als Gotteslästerung erschienen. Aber beiläufig zwei Wochen nach dem Begräb- Kosten, die erspart werden können. Die VerhandDer römisch- katholische Briefter Daher steht auch die gewiß bis ins fubtilſte Detail nis des Leon Zucker hält vor dem Haufe des lungen zwischen Hochwürden Isacson und dem ausgearbeitete liguorische Moraltheologie diesen Kultusgemeindevorstehers ein stattlicher Wagen Vorsteher der Kultusgemeinde der Erbaulichim Judenfriedhof. Fall nicht vor. Die römisch- katholiche Stirche hat und ihm entsteigt, wohlgenährt und wohlgerundet, feit halber sei es festgehalten wurden, da der ihren Standpunkt in der Begräbnisfrage auch ein katholischer Missionsbischof. Er ist Engländer, eine nicht Englisch, der andre nicht Deutsch ver Die Verweigerung des kirchlichen Begräbnisses war von jeher eines der wirksamsten Mittel heute noch nicht revidiert; sie verweigert die Be- der Neffe des verstorbenen Leon Zucker und nenni stand, im jüdischen Jargon geführt; auf diese zur Beunruhigung und Unterjochung eines furcht stattung in ihren Friedhöfen unnachsichtlich allen sich Ffacson. Er überrumpelt den verdutt drein- Weise verstanden sich die beiden zwar besser, die ſamen Gewissens. Das Grab in geweihter Erbe Andersgläubigen und wacht ängstlich darüber, daß sehenden Vorsteher der Kultusgemeinde mit der Verhandlungen führten aber dennoch zu keinem der heilige Ort nicht durch ein Rezergrab ent- allerdings verblüffenden Frage: ist doch gleichsam eine Garantie für die Anteil- weiht werde. Auf dem Lande, wo der Klerikalis- Wissen, Sie, daß in Ihrem Friedhof ein nahme an der ewigen Seligkeit, während die mus in voller Macht herrscht, kann man tagtäglich fatholischer Priester begraben liegt? Leon Zucker Verweigerung des firchlichen Begräbnisses schon derartige Vorkommnisse erzählen hören. ist ein geweihter katholischer Priester!" auf Erden die ewige Verdammnis dort drüben Was geschieht aber, wenn ein Katholik in Der Kultusgemeindevorsteher zieht sich hinter sein Protokoll zurück und hat nichts dagegen, daß im Jenseits dokumentiert. Sorgfältig hat daher fezerischer Erde begraben liegt? in dieser Beziehung die katholische Kirche allzeit Im Jahre 1898 wurde der Vorsteher der Leon Zucker exhumiert und in einen fatholischen zwischen ihren treuen Söhnen und den Keßern israelitischen Stultusgemeinde von Salzburg von Friedhof gebracht werde. Herr Isacson erzählt Ein legerisches Gehirn fönnte beim Anblick unterschieden. Kein Häretifer durfte in geweihter der Sicherheitsbehörde verständigt, daß sich im mun folgendes erbauliches Geschichtlein: dieses Grabes und Friedhofes und seiner anErde begraben werden, und wenn es versehent- Reichenhaus eine männliche Leiche befinde; es Leon Zucker, sein gottseliger Onfel, war ge- mutigen Umgebung auf verschiedene Gedanken lich geschehen war, galt der Friedhof als entweiht; handle sich nach dem äußeren Anschein und den borner Jude und ist zu einer katholischen Sefte in über die Kleinheit und Kleinlichkeit der Menschen die darauf bezughabende Stelle in A. M. Ziguoris borgefundenen Papieren um einen unbekannten England übergetreten, die sich die Bekehrung der und über die Größe und Erhabenheit der Natur Moraliheologie, Buch VII, Frage 186, Punkt 8, Juden, der während einer Reise plötzlich gestorben Juden besonders angelegen sein läßt. Für jeden kommen; der fromme Christ aber unterwirst sich lautet in deutscher Uebersetzung wörtlich:„ Er( der war. Der Vorsteher begab sich in das Leichen- Neubekehrten ist eine Belohnung ausgesetzt: der gläubig der heiligen Kirche, die nie irven kann. öffentlich als Ketzer flärte) wird des kirchlichen haus und besichtigte den Toten, der den Habitus Bekehrer wird lebenslänglich versorgt. Onkel In diesem Falle stellt die kirchliche Theorie fest, Begräbnisses beraub, so daß er weder an einem eines Juden hatte und beschnitten war. Unter Beon Buder hat mun ihn, den nunmehrigen daß die Gebeine des Priesters Leon Zucker durch heiligen noch an einem geweihten Orte bestattet den bei dem Leichnam gefundenen Papieren war Bischof Jacson, seinerzeit bekehrt und so der die Vermengung mit jüdischen Knochen nicht verwerden kann; und wenn das Gegenteil geschieht ein auf Leon Zucker lautender Paß, einiges Bar- ewigen Versorgung im Jenseits und zugleich sich unehrt werden. Die kirchliche Praxis stellt feſt, und die Gebeine unterschieden werden können, geld in fremden Valuten und eine Fahrkarte der irdischen Versorgung bis zum seligen Tod in daß die Kosten der Exhumierung der Kirche un muß er exhumiert werden. Und es dürfen an zweiter Klasse. Auf Grund dieser Tatsachen er- Christo zugeführt. bedingt erspart werden müssen. Theorie und diesem Orte vor der Wiedereinweihung keine klärte der Vorsteher der Kultusgemeinde, die Soweit Herr Isacson. Nachdem er das Geld Praxis sind gut. gottesdienstlichen Handlungen abgehalten werden. Leiche zu übernehmen, und sicherte sich in einem und die Dokumente des Verstorbenen an sich ge- Als in den blutigen Albigenserkriegen Simon Entweiht aber ist die Kirche, entweiht bleibt aber aufgenommenen Protokoll für alle Eventualitäten, nommen hatte, begannen die Verhandlungen Montfort bei der Erstürmung der Stadt Beziers Gntteiht aber ist die Kirche, entweiht bleibt aber auch der Friedhof." daß der Verstorbene etwa doch gegen den äußeren wegen eines Leichensteines für Leon Zuder. Da den mitstürmenden Abt Arnold fragte, ob man So streng bewahrte die alleinfeligmachende Anschein nicht der jüdischen Religion angehöre. der Kultusgemeindevorsteher der Ansicht fein die Katholiken in der Stadt verschonen solle, antMutter Kirche die Gebeine ihrer gläubigen Kinder Die Leiche wurde in den jüdischen Friedhof in mochte, daß das bißchen Taufwasser nicht viel ge- wortete dieser:„ Schlagt sie nur alle tot, die Setzer bor jeder verunreinigenden Berührung und Ver- Aigen( eine Gehstunde von Salzburg) übergeführt ändert habe, war ihm das Verbleiben Leon und die Katholiken! Am Jüngsten Tage wird der mischung mit den Knochen der Kezer. Daß die und dort begraben. Dieser Friedhof ist von einer Zuckers im Judenfriedhof oder seine Exhumierung Herr die Seinen schon herausfriegen!" zitierte Stelle nur von den Häretifern und nicht roten Ziegelmauer umfaßt und liegt mitten gleichgültig nur einen katholischen Zeichenstein So wird denn der Herr am Jüngsten Tage auch den Bekennern einer nichtchristlichen zwischen anmutigen Wäldern, fruchttragenden fonnte er nicht dulden. Damit hatte der Mann Religion, zum Beispiel von den Juden, spricht, Aeckern und blühenden Wiesen. Im Leichenhaus auch recht. Seine Hochwürden Herr Isacson beim Schalle der Posaunen auch seinen treuen ist aus der rechtlichen Stellung des Judentums des Friedhofes gibt ein Gräberplan genaue wiederum mochte wohl im Innern derselben Diener Leon Zuder erkennen und ihn entschädigen im Mittelalter ohne weiteres verständlich: der Uebersicht über die dort beerdigten Toten. In der Meinung über die Wirkung des Taufwaffers fein, für die Schmach seiner Grabstätte durch ungeahnte Jude wird im Getto geboren, hat dort zu leben, Gruppe A, Nr. 6, liegt Leon Zucker unter einem obwohl das fatholische Dogma das Gegenteil Wonnen der ewigen Seligkeit. zu sterben und verscharrt zu werden. Der bloße armfeligen, mit Gras überwachsenen Erdhäufchen Gedanke, daß jemals ein Jude in einem katho- fein Grabstein, fein Kennzeichen lehrt; vielleicht hätte er auch sogar gegen einen jüdischen Zeichenstein nichts einzuwenden gehabt, i E. F. in der Arbeiter- Zeitung." suchung zu ziehen, werden von den Christlich- sozialen des Ortes und der Umgebung dem Arzt und der Pflegemutter Vorwürfe gemacht, daß sie sofort die Anzeige erstattet haben.„Man hätte das auch anders ordnen können", wird ihnen vorgehalten. Tas paßt freilich zu diesen Vorkämpfern der sittlich-religiösen Taterziehung, Kinderschänder auch noch zu schützen. . Der Schreckenstein wird tschechisch. Das„Prager Tagblatt" meldet: Der Klub tschechoslowakischer Touri st en hat soeben seine Verhandlungen mit dem B o d e n a m t über di« Ueber- lassung der Burg Schreckenstein des Aussig erfolgreich beendet. Der Vertrag wurde für die Dauer von fünfzig Jahren abgeschlossen, während welcher Zeit der Klub für die Erhaltung der Burg zu sorgen hat. Der Pachtvertrag mit dem Restaura- tionSpächter, einem Deutschen, wurde dieser Tage erneuert. Die Sprachenfrage in der Ostrauer Gemeinde. Die tschechische Mehrheit der Stadtvertretung in Mähr.-Ostrau hat seinerzeit die tschechische Sprache als Geschäftssprache der Stadt Mähr.-Ostrau festgesetzt und gleichzeitig den von deutschen Stadtvertretern gestellten Gegenantrag auf vollständige Zweisprachigkeit und Uebcrsetzung jedes in der Geschäftssprache gestellten Antrages in deutscher Sprache abgelehnt. Der bei der Politischen Landesverwaltung in Brünn überreichte Rekurs ist nun, nach einer Meldung des„Pr. T.", erledigt worden. Er kommt in einigen Punkten den Forderungen der Deutschen nach. Di« grundsätzliche Forderung nach Einführung der deutschen neben der tschechischen Geschäftssprache wurde nicht anerkannt. Durch die Statuierung der tschechischen Geschäftssprache wurde der Gebrauch der Minderheits- sprache bei der Gemeinde aber keineswegs ausgeschlossen, denn die Gemeinde ist rm Sinne des 8 3 des Sprachengesetzes innerhalb der Grenzen der Sprachenverordnung(Hauptstück XlV) verpflichtet, die dentsche Sprache zu gebrauchen(z. B. muß sie deutsche Eingaben annehmen und diese erledigen und sie muß die in der Geschäftssprache gestellten Anträge in die deutsche Sprache übersetzen). Die Politische Landesverwaltung anerkannte weiter die Verpflichtung zur doppelsprachigen äußeren Bezeichnung des Gemeindeamtes und der Amtsräume, lehnte aber die Forderung, daß der Gemeinde aufgetragen werde, die sofortige Anbringung doppelsprachiger Auffchriften zu veranlassen, mst der Begründung ab, daß der Vollzug eines solchen Bescheides in die Exekutive der politischen Bezirksverwaltung fällt, ohne daß den Parteien das Recht zustände, die Art oder die Mittel zur Durchführung des Bescheides zu bestimmen oder zu beantragen. Hingegen wurde die Forderung, daß auch die Gemeindean st alten und Unternehmungen in Mähr.-Ostrau auch in deutscher Sprache äußerlich bezeichnet werden, als gerechtfertigt anernmnt. Eine Sträflingszeitung. Die Strafanstalt G ö r l i tz darf den Ruhm für sich in Anspruch nehmen, gezeigt zu haben, daß die durch Magdeburg und den Fall Haas mit Schmach bedeckte deutsche Justiz auch würdigere, für den Fortschritt der Humanität vorbildliche Exempel zu liefern -imstande ist. Bon der Strafanstalt Görlitz ist nämlich vor nunmehr beinahe fast zwei vollen Jahren der seither mit Erfolg in die Tat umgesetzt« Gedanke ausgvganqen, als eine Hilfe und ein Instrument des Strafvollzuges eine Zeitung für Gefangene herauszugeben. Der Plan wurde vom preußischen Justizministerium gebilligt, und seit September 1924 erscheint wöchentlich im Durchschnittsumfang von je vier Seiten die Zeitung ,/DerLeuchtturm". Sie gelangt in sämtliche Gesangenanstalten der preußischen Justizverwaltung. Die Auflage beträgt 20.000, die Abonnementskosten zehrt- Pfennig monatlich; kranke und nicht arbeitsfähige Gefangene erhalten sie kostenlos. Derzeit hat die Zeitung 12.000 Abonnenten. Biele entlassene Gefangene wünschen die Zeitung auch in der^Freiheit zu abonnieren. Das ist aber nicht möglich, da der nicht öffentliche Charakter der Zeitung gewahrt bleiben soll. Ta die Gefangenen aus allen politischen Lagern staminen, unterbleibt jede Stellungnahme zu Partei- und KonsessionSpolrtik. Auch über Kriminalstatistik wird nichts'berichtet. In einzelnen Abschnitten werden-gebracht: die Ereignisse in Deutschland, im Ausland, Kunst und Technik, Wissenschaft, eine Erzählung in Fort- setzungen, Turnen und Sport, Allerlei, Arbeits- markt, Schach und Rätsel, daneben größere Aufsätze belehrender und unterhaltender Art. Eine »Uebersicht" ergänzt den sonstigen Nachrichtenteil. Die letzten Tagesereignisse werden in einer Rubrik .„Kurze Nachrichten" veröffentlicht. Es wird aufs peinlichste vermieden, dem Blatt« den gewissen sröMmlerischen Anstrich einer„Gefangenen"l«kture zu geben; der Leser soll sich wie eine freie Persönlichkeit fühlen. Nach den Aeußerun- gen der Gefangenen ist ihnen„Der Leuchtturm" zu einem Lebensbedürfnis geworden. Kürzlich schrieb ein Gefangener, daß sie der beste Erziehungsfaktor sei. Auch aus Kreisen der Anstaltsleiter wird nur von guten Erfahrungen berichtet. Das Wunder von Bombon. Bombon, trotz seinem süßklingenden Namen einst ein gottverlassenes Provinznest, wie Lourdes vor der Entdeckung seiner Wundergrotte und Lisieux vor den Wundertaten der seligen Nonne Therese, Bombon ist heut« ein Mittelpunkt des Fremdenverkehrs. Di« Gasthöfe sind gesteckt voll, die Kaufleute machen glänzende Geschäfte, kurz, das Wirtschaftsleben von Bombon hat einen ungeahnten Aufschwung genommen. Die Bevöüerung ist denn auch voll Dankbarkeit gegen ihren Pfarrer, der früher sehr wenig beliebt war, weil er sich in allerlei Dinge nüschle, die ihn nach der Meinung Ein guter witziger Einfall kann politisch aktiv werden. Als um den absoluten Thron des französischen Gottesgnadentnms die Spottreime der Epigramme nur so schwirrten, kam das höchstbezeichnende Wort auf:„Frankreich ist eine Despotie, gemildert durch das Epigramm". Zu allen Zeiten hat man sich des Witzes als einer Waffe gegen die starrköpfigen Verfechter unhaltbar gewordener Zustände bedient. Und nicht nur waren es Dichter und Literaten allein, die mit dem Florett der Satire dem Gegner zuleibe rückten, auch der Bolkswitz, der anonyme, trat auf und ließ seine Pfeile fliegen. Eine klassische Periode der Gesellschaftssatire setzt um 1500 ein. Die revolutionären Begebenheiten jener Zeit, die man unter dem Begriff Reformation zusammengefaßt hat, lassen überall eine überaus reichhaltige Literatur der Satire entstehen. In erster Linie ist da auf den Franzosen Francois Rabelais(1490—1553) zu verweisen, der in seinen übermütigen Heldenromanen von Gargantua und Pantagruel dem ausgehenden Mittelalter einen satirischen Epilog schreibt, der seinesgleichen in der Weltliteratur sucht. In Deutschland läßt um diese Zeit Johann Fischart(1545—1591)„Der Barfißer Sekten- und Kuttenstreit",„Das Jesuitenhütlein", die „Flohhatz" und das„Podagrammisch Trostbüchlein" aus der Feder und erfreut seine Landsleute durch treffliche Rabelais-Uebersetzungen. Anekdoten-Sammlungen, die sogenannten Faze- tien-Büchlein, kommen in reicher Zahl auf und erwerben sich große Beliebtheit.. Ganze Schwärme von gereimten Flugblättern gegen die Kirche verlassen die Druckereien. Zum erstenntal beginnt auch die Karikatur ihre politische Rolle zu spielen. Sie war zumal für j-ne bestimmt, die des Lesens und Schreibens noch unkundig waren, sie ersetzte das geschriebene Wort durch die bildliche Darstellung, ja sie übertraf dieses nicht selten an Wirkung. Und der Volkswitz beginnt KöstliDeiten auszubreiten, an denen wir uns heute noch delektieren können. Nur einige Proben aus jener Zest. Der liebe Gott, sagt ein Witzwort, ist überall, nur nicht zu Rom, da ist nämlich sein Statthalter. Der Papst war gestorben, erzählt eine Schnurre, und begehrte von Petrus, in den Himmel eingelqssen zu werden. „Du hast doch die Schlüssel des Himmelreichs," erwiderte Petrus,„öffne dir doch selber!"„Schon richtig," gab der Papst zurück,„aber weißt- du denn nicht, daß der Luther das Schloß geändert hat?" Und ein anderer, der Tiefe nicht entbehren- dr Scherz:„Des Kopernikus Lehre, daß die Erde sich um die Sonne drehe, ist Aberwitz," tobte ein Pfaff,„stehet nicht geschrieben, Josua gebot, Sonne, stehe still im Tal« Gideon?"„Ganz recht, erwiderte einer,„seit jener Zeit steht sie eben still!" Oder aber: Warum fließt di« Mosel so bogenreich? Es find einst in der Gegend allda, heißt die Antwort, viele Pfaffen gestanden und haben Bettelgut verzehrt, da wurden sie so dick, daß der Fluß sich mühsam um sie Herumwinden mußte. Mit der Konsolidierung der bürgerlichen Welt beginnt auch die Satire eine sehr eindeutige antibürgerliche Tendenz anzunehmen. Die hohe Literatur vertritt der große Engländer Janathan Swift(1667—1745); seine Romane sind hohnvolle Auseinandersetzungen mit der Welt des KättunchristentumS. In Frankreich zwingt der geistvolle Witz Voltaires alles in seinen Bann. Voltaire ist zunächst der Mann, der dem Fundament der Kirche übel miffpielt, aber er hat— zumal in der Erzählung„Candide"— auch gesellschaftliche Zusammenhänge in einer Weise abgeleuchtet, die ihn nicht gerade als Lobredner der bürgerlichen Klasse und ihrer gesellschaftlichen Prinzipen erscheinen läßt. Ein leuchtendes Juwel der satirischen Gesellschaftskritik wird immer Beaumarchais' Hochzeit des Figaro" bleiben, jenes blendende Stück, von dem Ludwig XVI. behauptet hat:„Wäre ich wirklich König von Frankreich gewesen, so wäre die„Hochzeit des Figaro" nie' aufgeführt worden", und- Napoleon I.:„Das Stuck ist die Vorwegnahme der französischen Revolution!" Der Bolkswitz attackiert die bürgerliche Klasse, die nun mit fester Hand nach den Zügeln der Weltwirtschaft greift, mit aller Schärfe. So erzählte man sich um 1793 folgenden Witz: Zwei Freunde sahen die Guillotine arbeiten.„Nun, was sagst du dazu?" fragte der eine den anderen.„Ja, die Klass« der Halsabschneider ist eben ans Ruder gekommen!" ivar die Antwort. Zwei Arme unterhielten sich über die Revolution. Der eine:„Tas ist nun die große Frage aller Fragen: Aristokrat oder Bürger, wer hat das bessere Blut?" Der andere gab zur Antwort: „Das beste Blut jedenfalls muß der Arme haben, denn alle wollen davon!" Eine der hübschesten Einfälle jener Epoche aber ist der folgende: Zur Zeit der Gironde häuften sich infolge der Zerrüttung der Wirffchaft die Selbstmorde in Frankreich in erschreckender Wesse. In der Nationalversammlung drückte die Gironde, die ungefähr mit unserer Deutschen Volkspartei verglichen werden kann, einen Antrag durch, der ein Preisausschreiben vorsah mit dem Thema: Wie läßt sich die Zahl der Selbstmorde herabsetzen? Unter den einlaufenden Lösungen befand sich auch die folgende:„Man be- tveise, daß es auch im Jerrseits Girondisten gibt, und kein Mensch wird mehr Selbstmord verüben!" Bald darauf wird einer der klassischen Volkswitze antibürgerlichen Charakters auf englischem Boden geboren. Ein Fabrikant, erzählte man sich, hatte ein neues Fabriksgebäude aufgeführt und fragte leutseligerweise einen seiner Arbeiter, wie ihm der Bau gefalle. Der kratzte sich den Kopf und sagte schließlich:„Das kommt mir vor wie die umgekehrte Passion!"„Wie die umgekehrte Passion? Wieso?"„Nun," entgegnete der Arbeiter,„in der richtigen Passion leidet einer für alle, hier aber, hier leiden alle für einen!" Man sieht, solche Bolkswitze treten den großen satirischen Leistungen der liberalen Schriftsteller ebenbürtig zur Seite. Das Entscheidende aber ist, daß ihre antibürgerliche Ten- innz unverkennbar ist. Als nach 1815 die politische und kulturelle Reaktion in allen europäischen Staaten siegt, ist die Satire abermals ein Ventil der im Volk sich ansammelnden Spannungen. Heinrich Heines Bedeutung ist bekannt. Man braucht das Wesen seiner Satire nicht zu analysieren. Heine war kein erklärter Parteigänger de,s modernen Proletariats, aber er hat Verse und Prosastücke geschrieben, die, nicht zerstörbar durch den Rost der Zeit, im Arsenal des Proletariats unter den bevorzugten Waffen erscheinen. In Frankreich ist zur Zeit Heines ein Glanzpunkt in der Entwicklung der Karikatur zu verzeichnen: die Herausgabe des„Charivari" mst seinem Hauptzeichner Honorä Taumicr. Daumier greift in seinen politischen Karikaturen, auf dem Programm der Junirevolution von 1830 fußend, den durch den königlichen Doppelzentner Louis Philipp repräsentierten bürgerlichen Gedanken in schärfster Weise an. Er hatte das Glück, eine Perle von Verleger zu Seste zu haben: Philipon. Der berühmteste Einfall der Charivari-Leute war,:'den Kopf Louis Philipps als Birne darzustellen, ein Einfall, der so populär wurde, daß an den Manern der guten Stadt Paris die Birne in den lustigsten Variationen erschien. In dieser Verbindung ist folgendes Vorkommnis wert, erzählt zu werden. Philipon war eines Tages— horibile dictu— der Aufreizung zum Königsmord angeklagt. Er erschien zur festgesetzten Stunde vor Gericht und erklärte mit freünblichem Lächeln, von einer Aufreizung zum Königsmord könne keine Rede sein, höchstens habe er zur Marmeladenbereitung aufgefordert! Paris lachte, Frankreich lacht«, und der Effekt war der, daß man den Prozeß nicht fortzuführen wagte und das Verfahren niederschlug. In England wird 1842 der„Punch" herausgebracht, in dem John Leech scharfe antibürgerliche Karikaturen bringt. In Deutschen- wird 1848 das Geburtsjahr der periodischen Witzblatt- presse, an deren Spitze der„Kladderadatsch"(damals linksdemokrakssch), die frankfurter Latein", der Stuttgarter„Eulenspiegel" und die Leipziger „Reichsbremse" marschieren. Auch der Bolkswitz findet 1848 ein Feld reicher Betätigung. In Berlins Kneipen kommt das hübsche, fälschlich Glasbrenner zugeschriebene Wort auf:„Eine Konstttutton iS, wenn keene da is", und in aller Munde ist der nicht minder treffende Witz:„Eine Konstitution sst, wenn einer, der Leute nichts angingen. Denn Bombon dankt seine Berühmthest. und seinen Aufschwung einzig seinem Pfarrer und dessen Martyrium. Was tväre der Ort heute, hätten nicht die Anbeter der weinenden Mutter GotteS dem frommen Mann die Hosen heruntergezogen, um ihm durch Auspeitschung den Teufel a posteriori auszutreiben? Als der Pfarrer also gemartert wurde, mag er geseufzt haben wie Christus auf Golgatha:„Mein Goot, warum hast du mich verlassen?" Aber wieder einmal hat es sich gezeigt, daß Gott den liebt, den er züchtigt. Die Wunden sind geheilt, der Pfarrer kann wieder ohne Beschwerde sitzen, aber die mißhandelte Stelle umschwebt der Glorienschein des Märtyrertums. Und jeder Tag bringt neue Reisende nach Bombon, die die Wundmale des Märtyrers besichtigen und ihr Geld im Orte lassen. Errichtung einer staatlichen Telegraphen« und Telephonschul«. Die staatliche Telegraphenverwaltung beabsichtigt eine Telephon- und Telegraphenschule zu errichten, in der sämtliche in den staatlichen Telephon, und Telegraphendiemst aufgenommenen Aspiranten für ihren künftigen Beruf cheorr- tssch und praktisch geschult werden sollen. Demensspre- chend soll die Schul« mit den modernsten Unterrichts behelfen aus der Elektrotechnik ausgestattet werden. Die Schule, deren Lchrplan bereits ausgearbeitet sst, wird im Neugebäude der Post- und Telegraphenverwaltung in LiÄov(in dem soeben die«neue interuribane Station eingerichtet wird) untergebracht sein. Für den theoretischen Unterricht wird der Schule ein großer, bereits für diesen Zweck gebauter Bortragssaal zur Verfügung stehen.- Die Frequentanten werden u, a. mit den verschiedenen telegraphischen Apparaten vertraut gemacht; so wird z. B. die Schule über 42 Mors«--und 6 Hnghes-Ap- parate verfügen. Der Unterricht fall noch Mößlich- keit noch in diesem Jahre beginnen. Der gefährlich« Tintenstift. Daß mit Tintenstiften vorsichtig ümgegangen werden muß, ist nicht genügend bekannt. Di« violette Farbe rührt von Mechylviolett her, dos schon in einer Lösung von zwei Prozent eine lebhaft« Giftwirkung entfaltet. Mehrfach haben sich recht unangenehme Folgen dadurch«vgebn, daß beim Anspitzen von Tintenstiften Teilchen der Stiftmasse ins Auge gerieten. Im Zentralblatt für Chirurgie werden zwei BergiftungSfälle geschildert, die dadurch zustande kamen, daß Spitzen von Tintenstiften in die Haut gerieten, abbrachen und nicht sogleich entfernt wurde« nichts zu sagen hat, Reden hält!" In den Leitartikeln, Reden und Tagesgeschichten jener Zeit spielte eine große Rolle die Floskel von der „Polstischen Morgenröte". Darauf wurde folgender Witz gemünzt:„Was ist das eigentlich: politssche Morgenröte?" Antwort:„Tas ist die Zeit, wo man am besten schläft und träumt!" In der Folgezeit sst die Note des Bolkswitzes politisch völlig klar umrissen:„Die Welt ist eine einzige große Familie, die Großen ziehen die Kleinen aus!" Und jener Witz, der die Runde um den Erdball machen sollte, kommt auf: ,Hch habe Hunger", sagte der Arme.„Ja, mein Gott, wärm» essen Sie sich denn da nicht satt?" sagte der Reiche. In der neueren Zeit sind es insbesondere zwei Namen, die auf dem Gebiet der gesellschafts- und kulturpolitischen Satire sich klassische Geltung errungen haben: in Frankreich läßt Anatole Fran« den gallischen Geist in köstlichster Läute- rung und Fassung aufleben, in England ersieht in Bernard Shaw ein Molitzre der Moderne. France hat gegen Kirche und Bürgertum Hiebe geführt, die von beiden nicht verwunden werden können. Die zum Sprichwort gewordene Sentenz: „Das Gesetz in seiner majestätischen Gleichheit verbietet beiden, Armen und Reichen, unter Brückenbögen zu nächtigen" stammt von Anatole Fran«.„Die Insel der Pinguine",„Die Brattuche der Königin Pedaucque" und der Roman „Thais" sind Bücher, die man nicht genug empfehlen kann. Von Shaws Gelächter über die bürgerliche Welt einen Begriff zu geben, übersteigt die Möglichkeit einer kurzen Plauderei. Gr findet Nuancen des Witzes, die in der gesamten Literatur bisher unbekannt waren. Welche Schlag- - kraft hat, wenn er beispielsweise in dem Stück „Der Mann des Schicksals" über Napoleon Bonaparte folgende Regiebemerkung aus der Feder läßt:„Er ist der Mann, der zum erstenmal« die Entdeckung macht, daß eine Kanonenkugel, die auf einen Menschen abgefeuert wird, diesen unfehlbar tötet." Wir dürfen bei einer Betrachtung der satirischen Gesellschaftskrstik. auch nicht an John Galsworthy Vorbeigehen, der in der„Forsyte- Saga" ein Werk geschaffen hat, das durchaus in die Reihe der hier behandelten Literatur gehört. Die„Forsyte-Saga", ein zweibändiger Roman des englischen Bürgertums seit der viktorianischen Zeit, überströmt nicht von funkelnden Witzen, aber das ganze Gemälde, das hier von der, bürgerlichen Seele entworfen wird, wirkt wie'«ine einzige hohnvolle Satire. Galsworthy gibt in epischer Breit« die Dinge wie sie sind, es ist ein kultivierter Naturalismus, den seine Feder bietet, aber gerade in der peinlichen Naturtreue liegt die i satiriMe Wirkung der Schilderung. Aber auch der Bolkswitz ist bis in unsere Tage hinein lebendig geblieben. In den Schützengräben des Westkrieges kam der folgende Scherz aus:„Wer hat den Krieg erklärt?"— Karl Marx hat den Krieg erklärt, lies ihn nur, dann wird er dir klar!" Oder aber:„Die Arbeiter", sagen die Kapitalisten,„haben für uns den Krieg geführt, es ist nur logisch, wenn sie auch jetzt für uns bezahlen!" In der Inflationszeit war sprichwörtlich: „Traurige Zeiten, man sieht nur noch Freudenmädchen!" Und ein sehr spaßhafter Einfall der jüngsten Zeit möge die hier servierten Kostproben abschließen: Zwei Arbeiter, die bei Kanalabbauarbeiten beschäftigt sind, unterhalten sich: ,^-ißt du auch, Kollege," scmt der eine,„wozu das hier zugeschippt wird?"„Na?"„Damit nicht mehr so viele Streiks ins Wasser fallen!"„Na, weißte", gibt der ande« zurück,„hoffentlich verlaufen sie jetzt nicht im Sande!" Di« satirische Literatur steht den Werken der ernsten Muse ebenbürtig zur Seite. Wie diese will sie dem Fortschritt dienen und dem ringenden Menschen im Kampf um ein besseres Dies« sests moralische Hilfsstellung geben. So wichttg die nationalökonomische, die philosophische und die poetische Literatur zumal für den Proletarier ist, nicht vergessen möge er. daß die Sattre zu allen Zetten eine Waffe der Unterdrückten war, und nicht die schlechteste. Humor verloren, alles verloren, gilt auch für den Klassenkampf. Ein gutes Witzwort fand sich einmal in der 1848 in Berlin herausgebrachten„Buddelmeyer« Zeitung:„Die Weltgeschichte ist eine Frau, die am meisten kränkelt, wenn sie guter Hoffnung ist." Auch heute, lieber Leser, nicht wahr, ist der Weltgeschichte gar nicht recht wohl. Hoffen wir, daß sie grster Hoffnung ist...! den. DaS Mechylviolett dringt dann langsam in die Umgebung und wirkt auf das benachbarte Ge- web« ab tötend. Gleichzeitig kommt es zu allge- meinen Vergiftirngserschein ungen, Fieber und groß« Mattigkeit. Bei dem ersten der beiden Fälle war einem 26jährigen Manne die Spitze eines Tintenstiftes in die linke Hohlhand gedrungen. Es kam zu Störungen des Allgemeinbefindens, Darmkatarrh, Gelbsucht. Die Wunde in der Hohchand vergrößerte sich, sondert« dauernd ab, im Krankenhaus mußte die ganze Umgebung her- ausgeschnitten werden-,-und der Kranke hatte volle drei Monate an der so einfachen Verletzung zu leiden. In dem zweiten Falle war di« Spitze des Tintenstiftes in den Mittelfinger eingedrungen und abgebrochen. Die kleine Verletzung wurde zunächst nicht beachtet, führte aber bald zu allgemeinen Krankhoitserscheinungen und zu kaltem Brand mit Verlust des ganzen Fingers. Da« zerstörte Champognegebict wird jetzt als Truppenübungsplatz eingerichtet. Das bisherige französische Truppenübungslager bei ChalonS wird aufgegeben. Zu dem neuen Truppenübungsplatz gehören die auS den blutigen Kämpfen des Weltkrieges bekannten Gegenden von Sommepy, Tahure, Riponk, Perthes und Conain. 10. August 1926. Seite 5. Ein raffinierter Diebstahl im Schnellzug. Auf raffinierte Weife ist im Schnellzug Eger— Karlsbad ein pensionierter Finanzbeamzer bestohlen worden. Als der Beamte in Eger einstieg, saßen in dem Abteil dritter Klasse» das er betrat, bereits zwei Herren und eine Dame in sehr ele- ßanter Kleidung. Die Gesellschaft unterhielt sich rn einer fremoen Sprache, die der pensionierte Beamte nicht verstand. Er setzte sich in eine Ecke und wollte ein Schläfchen machen. Bevvr er einschlief, überreichte ihm die Dame mit einigen Worten, die er nicht verstand, lächelnd ein« rote Nelke und steckte sie ihm eigenhändig ins Knopfloch. Der Beamte verfiel gleich daraus in einen festen Schlaf, aus dem er in der Stafion Falkenau durch das Zuschlägen einer Coupetür erwachte. Die freundliche Dame und die beiden Herren waren verschwunden. Der Beamte fühlt« eine große Mattigkeit in seinen Gliedern und als er sich einigermaßen erholt hatte und nach seiner Brusttosch« fühlt«, machte er di« Entdeckung, daß ein Einlagebuch einer Sparkasse in Pftaum« berg, das er bei sich trug, mit einer-Einlage von 16.000 K, in dem sich außerdem noch 2600 L bar befanden, fehlte. Jetzt erst nahm der Herr den eigenartigen Geruch wahr, den die Nelke ausströmte. Die Blume war mit einem Narkotikum getränkt, das seine Wirkung auf den Herrn nicht verfehlt hatte. In Karlsbad angekommen, verständigte der Bestohlene sofort die Staatspolizei und die betreffende Sparkassa in Pfraumberg, um zu verhindern, daß die Gaunergesellschaft die 16.000 K behebe. Die 2600 K bares Geld werden allerdings für ihn schon verloren sein. Man forscht nun nach der Bande, vor der das reisend^ Publikum dringend gewarnt wird. Aufhebung der Abiturientenkurs« an den Handelsakademien. Wie die„Prager Presse" meldet, sollen die Abiturientenkurfe an den tschechischen und deutschen Handelsakademien allmählich aufgehoben werden. Es geschieht dies aus pädagogischen Gründen, da die Lchrerorganifation fostgestellt hat, daß das Lehrprogramm innerhalb eines Jahres nicht durchgenommen werden kann, welch«? sonst auf vier Jahre verteilt ist. Insbesondere kann der Erlernung moderner Sprachen nicht die erforderliche Aufmerksamkeit gewidmet werden. Än Stelle der Abi» turientenknrse werden die Absolventen der Mittelschulen nach, abgelegter Prüfung ans den fremden Sprachen dir Möglichkeit erhalten, den dritten und vierten Jahrgang der Handelsakademien zu besuchen. Eine lehrreiche EsrlSgeschichte erzählt Mich, von Lindenhecken in der neuen Nummer 32 deS republikanischen Witzblattes„Lachen links: Ein Esel war im Zoologischen Garten geboren und aufgewachsen Seit Eselsgedenken trabte er den gleichen Sandplatz aus und ab,— von einem Gitter zum andern. Immer wanzig Schritt hin, bis seine Schnauze gegen die Stäbe stieß, dann zwanzig Schritt zurück. Er kannte kein anderes Dasein. Eines Tages aber erhob sich ein Wirbelwind: Der richtete gewaltige Zerstörungen an und warf auch dar Eselsgatter um. Der Esel sah den verhaßten Zaun fallen und gewann seine Freiheit.. Meim Ihr! Aber Ihr unterschätzt das treue Eselsgemüt Als der Esel die Linie erreichte, wo das weiland Gitter gestanden hatte, zuckte er, als habe er sich die Schnauze gestoßen und machte kehrt. 2suf der anderen Seite gerade so. Er trabte ganz wie früher auf seinem Sandplatz hin und her. Das Gitter sah er zwar nicht mehr, aber er fühlte, „h»r muß es sein", und verhielt sich danach. So handelt ein Esel. Nicht so das deutsche Bols, besten Gatter der Wirbelwind vom November 1918 zerbrach Oder...? Nein, es gibt hier kein Oder! ,Lachen links" kostet pro Nummer nur 25 Pfg. und ist zu beziehen durch alle Buchhandlungen oder direkt vom Verlag: I. H. W. Dietz Nachf. Berlin, SW. 68, Lindenstraße 3. Selbstmord eines dentschnationalen Abgeordneten. Der Landtagsabgeordnete Wieland, der der deutschnationalen Partei angehört, hat sich in Magdeburg erschossen, und zwar so, daß er nach dem Schuß sofort in die Elbe fiel. Aus der Elbe hat man dann seine Leich« herausgeholt. Der so jäh Verstorbene hat mit diesem fteiwilligen Tod selbst ein Gericht an sich vollzogen. Es lag gegen ihn eine Anzeige wegen sittlicher Verfehlungen an einer Schülerin vor. Wieland war Gauführer im Stahlhelm. Todessturz bei der Arbeit. Bei dem Neubau eines HauseS in O l m ü tz kam es zu einem furchtbaren Unglück. Der 45jährige verheiratete Arbeiter Franz Kotla stürzte aus bisher noch ungeklärter Ursache vom dritten Stockwerke des Gerüstes auf di« Straße und brach sich das Rückgrat. Während deS Transportes in die Landeskraukenanstalt verschied der Verunglückte. Die gerichtliche Untersuchung ist eingeleitet. Ein ostböhmisches Kulturbild. Bor einiger Zeit wurde den Trautenauer Genossen mitgeteilt, daß in einem verfallenen Hause in A l t-R o g n i tz ein menschliches Wesen hausen soll, well- ches vollständig vertiert sei und um welches sich niemand kümmere. Sie konnten sich nun in den letzten Tagen davon überzeugen, daß daS Gerücht nicht nur wahr sei, sondern nicht im geringsten an die Wirklichkeit heranreiche. Denn tatsächlich wohnt in einem der letzten Häuser der Gemeinde Alt-Rognitz— nach den Angaben der Nachbarn schon seit mehreren Jahren— eine in die Gemeinde gehörige Frau, die voll st än- dig verwahrlost dahinvegetiert. Das Haus, welches sie bewohnt, ist von allem Inventar befreit, kein Tisch, kein Stuhl, kein Schwank, kein Fußboden, keine Feiffter in der Wohnung, mitten quer in der Stube eine hölzerne Bettstatt, in welcher sich weder Stroh noch Betten noch Decken befinden. Als uns ein Nachbar in das Haus hineinführte, lebnte qn dem rauchenden Ofen ein scheues irres Weib» kaum 40 Jahre alt, angetan mit einem schmutzigen Unterrock und einem Jgckchen, sonst nichts auf dem Leibe, als den Schmutz, in dem sie lebt. Das irre Weib geht die meiste Zeit vollständig nackt herum und wird gelegentlich, wenn sie sich draußen zeigt, mit der Peitsche in das Haus zurückgetrieben. Sie be- kommt ab und zu von Verwandten ein Brot, von dem sie lange Zeit leben muß. Ost sind rohe Feldfrüchte, ja sogar Gras ihre Nahrung. Wäsch« und Kleidung, Waschbecken und Seife kennt sie seit Jahren nicht mehr. Abseits und doch mitten unter den Menschen, eine Stunde von der Metropole OstböhmenS, siecht dieses Weib ohne Nahrung, ohne Pflege dahin. Sowohl bei der Gendarmerie als auch bet der Gemeindevertre- tung ist eine Reihe von Anzeigen eingelaufen, damit diesem Skandal«in End« bereitet würde. Bis heute indes hat die nächstenliebende Gemeindevertretung noch nichts unternommen, um das verlassene Weib geordneten Verhältnissen ent- gegenzufüyren. Trotzdem die Gemeindevertretung weiß, daß die Frau eine ständige Gefahr für ihre Umgebung bildet, versucht sie nichts, um Abhilfe zu schaffen! Der berühmte Ein» und Ausbrecher George RenS, der kürzlich nach einer Flucht aus dem Gefängnis in Ld Havre in Paris wieder festgenom» men wurde, ist am Donnerstag abermals entwichen. Bei seiner Verhaftung hatte er dem Polizeibeamten erklärt, er bleibe nicht lange tn den Händen der Justiz. Der Dieb, der eine Gefängnisstrafe von S Jahren abzusitzen hat, sollt« wegen eines Juwelenraubes vernommen werden. Ren», der" gut gekleidet war, hielt sich in einem Zimmer des Erdgeschostes des Justizpalastes etwas abseits von den übrigen Gefangenen. Plötzlich verließ er daS Zimmer. Als der draußen sichende Soldat ihn fragt«, wohin er wolle, antwortete er:»Ich bin Kriminalinspektor". Dabei fichr er den Gattnsten barsch an und tat so, alS ob er seine AusweiSkarte vorzeigen wolle. Der verblüfft« Soldat ließ ihn pastieren. RenS ist bereits fünf Mal aus dem Gefängnis ausgchrochen. Ei« furchtbares Unwetter hat in Akita(Japan) 4000 Häuser zerstört. Das Unwetter richtete unter der Ernte auf tausenden von Morgen furchtbare Verheerungen an. Die Stadt Honja wurde von einer gewaltigen Wafferhose überschwemmt. Ein schweres Autobusunglück ereignete sich am Donnerstag in London Im Norden Londons stürzte ein vollbesetzter Autobus um. Dabei wurden 5 Personen getötet und 11 verletzt. Ein Hörapparat für Taub«. Ein englischer Ingenieur soll erfolgreiche Experimente mit einem von ihm erfundenen Apparat gemacht haben, der die Tauben befähigt, zu hören. Er veranstaltete vor einigen Tagen, wie ver„Manchester Guardian" meldet, vor dem Taubstummeninstitut in Hüll ein Gesangs» und Jnstrumentalkonzert. Der Konzertsaal war zu diesem Zweck selbstverständlich' mit den nötigen Apparaten versehen worden. Die Tauben erhielten einen Kopfhörer, der Über den Verteiler mit einem Mikrophon verbunden war. Als das Gefühl für Rhythmus allmählich in der Borstellungswelt der Gehörlosen aufging, verwandelte sich der Ausdruck der Leere, der die Gesichter bis dahin beherrscht hatte, in Bestürzung, und aus der Bestürzung wurde Jntereste, Freude und Wonne. Etliche der Hörer waren selbstverständlich enttäuscht, denn sie konnten den Sinn der Worte nicht fassen, obgleich sie den Rhythmus heraushörte». Einer der Tauben schrieb auf einen Zettel: ,^Fch höre daS Klavier viel bester als alles andere und kann zwischen hohen und tiefen Tönen unterscheiden." Ein anderer schrieb:„Es ist sehr gut, zum ersten Mal im Leben kann ich wenigstens etwas hören." Der Erfinder äußerte sich dahin, daß selbstverständlich nicht erwartet werden könne, daß Menschen, die taub gehöre» wurden oder, jene, die. seit Jahren taub sind, sofort befähigt sind, den Sinn der Worte zu begreifen. DaS sei eine Sache der Uebung und der Pfleg«. Als besonderer Erfolg deS Versuches wird betont, daß alle Tauben wenigstens etwas vernahmen. Die Schachpartt« im Löwenkäfig. Aus Mindelheim berichten bayrische Blätter; Ein« hiesig« Dame erbot sich, bei der Abschiedsvorstellung eines Zirkus mit der Dompteuse im Löwenkönig«ine Partie Schach zu spielen. MS die Dam« gegenüber der Dompteuse Platz genommen hatte, nähert« sich ein Löwe dem Spieltisch. Er setzte, verwundert über den sonderbaren Besuch im Käfig, sein« beiden Pranken auf das Schachbrett und machte, indem er die beiden Damen„matt" setzte, dem Spiel ein Ende. Prager Kurse am 9. August. 100 bolländische Gulden. 100 Reichsmark 100 belgische Franks... 100 Schwerzer Franks.. 1 Prund Sterling...• 100 Lire... 1 Dollar 100 französische Franks.. 100 Dinar 10.000 magyarische Kronen 100 polnische Zloty.... 100 Schilling Won 1357— 1363— 803.75— 807.75— 94.0250 96.32.50 652.62.50 655.62,50 163.97.50 165.17.50 113-55— 114.05— 83.70— 34— 99.80— 101.20— 59.53— 60.02— 4.6925 4.79.25 374— 380— 477.75— 480.75.- Volkswirtschaft. Ergebnislose Verhandlungen im Metall arbeiterltreir. Brüun, 9. August.(Eigenbericht.) Gestern vormittag begannen bei der politischen Landesverwaltung die Verhandlungen zwecks Beilegung des Streiks bei der Ersten Brünner Maschinenfabrik. Da sowohl die Unternehmervertreter als auch die Vertreter der Arbeiterschaft auf ihrem Standpunkt beharrten, mußten die Verhandlungen bald als ergebnislos abgebrochen werden. Sie werden aber heute in der Fabrik fortgesetzt. Ein weiteres Eingreifen der Behörde ist nur zu er-, warten, wenn diese Verhandlungen scheitern sollten. Die Arbeiterschaft wurde von der neuen Situation in zwei Versammlungen unterrichtet, die Vormittag und Nachmittag im Arbeiterheim stattenden und von der erregten Stimmung dW Streikenden Zeugnis ablegten. Die Industrie in WestlMmeu, Die allgemeine Wirtschaftskrise macht sich, wie dem Karlsbader ,^8olkswillc" aus Eger berichtet wird, in Westböhmen, in der Einschränkung großer Betriebe bemerkbar. So haben sich die bekannten Eska-Fahrradwerk« in Eger zur Entlassung von mehr als hundert Arbeitern und ur Zusammenlegung von Arbeits'chichten veranlaßt gesehen, und auch in den Premier-Werken daselbst, mußte ein Teil der Arbeiterschaft entlasten und der Betrieb— bis auf die Motor-Abtelung— eingeschränkt werden. Die bis vor kurzem noch sehr stark beschäftigte Spinnerei Seiler u. Co. in Eger, die monatelang in drei Arbeitkichichten täglich, produziert hatte, hat,.uw yicht einen Teil der Arbeiterschaft entlassen, zu müssen, Feierschichten eingelegt und arbeitet mit voller, Kapaz'iät nur- mehr an drei Tagen der Woche. Abbruch der Verhandlungen in der Zuck rindustrie. Wir das„Pravo_Lidu" meldet, haben di« Verhandlungen zwischen den Arbeitern und den Unternehmern der Zuckerjndnstrie am 6. August zum Abbruch geführt. Di« Vertreter der Unternehmer aus der Slowakei waren zu der Sitzung überhaupt nicht erschienen, Die Vertreter der Arbeiter beharrten auf ihrem früheren Standpunkt, das heißt, auf der Beibehaltung der alten Löhne und einem einheitlichen Vertrage für. das ganze Staatsgebiet, währenddem hie. Unternehmer die Herabsetzung der Löhne und die Ersetzung deS einheitlichen Vertrages durch Landesverträge (Böhmen, Mähren und Slowakei) verlangten. Di« Herabsetzung der Löhne begründeten di« Unternehmer mtt den ihnen erwachsenden Leistungen aus der Sozialversicherung.(!) Die koalierten Organisationen werden für Arbeiter Richtlinien her- ausgeben. Schießerei in der Kestelfadril. Von Heinrich Lersch. Drei Monate war ich in Wien nach Arbeit gegangen. Um sieben Uhr mußten tvkr hinaus aus dem Ouartier, weil die Nachtschicht der Spinnerei zurückkam, und die hatten das Quartier gemietet. Wir waren drei Kesselschmiede und zwei Schlosser. In kleinen Buden und in den Gasthäusern, in den Volksküchen und Weinstuben fochten wir unsere Kollegen, die noch Arbeit hatten, an und so konnten wir uns am frühen Morgen gleich ein Stück Brot um 3 Heller kaufen, eh es die langen Märsche durch die große Stadt Wien gab. Um Mittag schlichen wir in den Volksküchen herum. Hatte einer seinen Napf nicht ausgegessen, so taten wir, als gehöre es sich, daß wir ihn leer äßen. Ter Schlosser hatte herausae- kriegt, wenn man vorher schon das Kreuzzeichen mach« und betete so jagte einen der.Aufseher nicht fort. Er muß w-Hl Glück dabei gehabt haben, uns schmissen sie doch manchmal an die Luft. Es war Winter und die Kälte hielt sich so um 12 Grad. Das war herrliches Wetter zum Schlittenfahren für die Herrschaften, für uns aber war es die umgestülpt« Hölle. Eines Tages hieß es die Brunner Maschinenfabrik sucht Kesselschmiede. Da reiste eine ganze Anzahl Kollegen dahin und so» kam eS, daß ich in Wien blieb. Denn, mich interessierte Brünn gar nicht, um so mehr aber das Burgtheater, die Oper, da- BolkSheim und die vielen Bibliotheken schön geheizt. Aber wenn man hinein wollt«, mußte man drei Heller bezahlen. DaS war unser Frühstück; so schob ich denn den Besuch der Bibliotheken auf, bis ich Arbeit gefunden hatte. Für drei Heller Brot im Leib, daS ist schließlich für einen wachsenden Jungmann wichtiger als die ganze Weltliteratur. Da fing ich als Kesselschmied bei Panker und Sohn an zu arbetten. Das heißt, ich versuchte es. Di« Fabrik hatte eine ganz andere Methode, Kefselnähte zu stemmen und wenn man gerade die Lehre auS hat, fängt das Lernen erst an. Ich besah mir die Stemmbrocken, die Nähte und wußtt tatsächlich nicht, wie beginnen. Ein Photographengehilfe oder Schneider wäre nicht dümmer dran gewesen als ich. Was zu machen? Der Meister haßte mich wie die Pest, denn ich war ein Preuße und er ein alter Korporal, der den Krieg noch gegen die Preußen I mitgemacht hatte. Ich sah es ihm an, er hatte mich lediglich angenommen, um mich zu piesaken. Ich überlegte nicht lange, spioniert, sah einen lungen Kerl in einen Kessel kriechen, von innen zustemmen. Dem kroch ich nach. Tosender Lähm von drmrßen. Ich schrie ihm in die Ohren: „Zeig mir wie man die Nähte macht. Ich komm aus Holland, da macht man es anders. Zeigst du eS mir, geb ich dir bei der nächsten Löhnung einen Gulden, zeigst du eS mir falsch, schlag ich vir die Rippen kaputt," Verdammt, da war der Kerl ein Galizier, der kein Wort deutsch verstand. Nun gings Per Zeichensprache. Nach fünf Minuten wußte ich Bescheid. Kletterte raus, stellt« mich an den Schuß des Kessels, sah ein paar Augenblicke einem Kollegen zu und begab mich unter den Augen deS Meisters an die Arbeit. Natürlich klappte es und der Meister verzog sich. Am zweiten Tag geh ich zu dem Korporal hin und verlange einen Zettel für Vorschuß. Ich hatte nichts zu essen und bei der Kälte gchts Appetit. Er schlagt ihn mir ab. Eine FabrikS- kantiye gab'S nicht. Zeug zum Versetzen hatte ich auch nicht. Ich geh aufs Büro und verlang ohne Zettel Vorschuß. Ich erzähle Schauerromane und krieg auch das.Geld. Und der Meister seinen Rüffel. Da liebt« er mich erst recht. Am dritten Tag— ich hatte zum erstenmal »seit Monaten einmal richtig zu Mittag gegessen und war so rundherum selig um den Leib— da schlägt mein Kolonnenkamerad lang hin, schreit, streckt sich aus und ist tot. Der Meister, der mich im Auge hatte, konnte mit dem besten Willen nichts gegen mich aussagen, der Tote hatte ei» kleines Loch im Kopf und verriet nichK. Die Fa- brik stand eine» Augenblick still, da der Mann aber nicht mehr lebendig wurde, ging die Arbett Wetter und ein anderer trat an seine Stelle. Es war mir wohl etwas eisig, wenn ich an den schrei, enden Kollegen dachte, an seine zuckenden Glieder. Aber so viel auch untersucht wurde, eS kam nichts dabei heraus. Am andern Morgen, kaum eine Stunde nach Beginn, da schlägt mir mein Kamerad ins Ge- icht und beschuldigt mich, ich hätte ihn mit einem Messer gestochen. Reißt den Aermel auf und eine lang« Wunde blutet auf seinem Arm. Ich werde untersucht, ich habe kein Messer und war bei der Arbeit deS Stemmens mtt zwei Händen beschäftigt. Es war aber sonst niemand in seiner Nähe. Der Kamerad läßt sich.den Arm verbinden, geht mit einem Krankenschein nach Hause und em anderer wird eingestellt. Ahnungslos arbetten wir zusammen;* da, kurz vor Feierabend springt ihm der Meißel ans den Fingern und seine Hand blutet.- Niemand hat gesehen, daß ich etwas andere- als gestemmt habe rm gleichen Takt mit dem Kameraden uud den anderen. Aber, der dritte, der so merkwürdig mitten in der Arbeit verletzt worden ist, neben mir, bringt den Betrieb zum Stehen. Der Verwundete hatte ein Loch in der Hand, wie von einer Kugel durchgeschossen, konnte nicht weiter und der Kollege, der an ferne Stelle treten sollte, weigerte sich aus guten Gründen. Ich, aufgeregt, beteure meine Unschuld; der Prokurist kommt mit dem Ingenieur vom Büro.und«h werde auSgefragt, als fei ich ein Hexenmeister und böser Zauberer. Ich sage, daß ich kein Interesse an der Ver- wundung eines Kameraden habe, der Zufall spiew mir einen schlimmen Streich, ich sei stwh nach 5 Monaten Walze und 3 Monaten ArbeitSlosig- kett zu schaffen und zu essen zu haben. Der Alte aber sagte, die Preußen seien ewig Teufel ge- wesen, ich sei der gemeinste Teuftl, den er j< ge- sehen habe. Der Ingenieur lachte, aber er steckte mich zum Siedcrohrwalzen in eine Lokomotiv- feuerkiste und da ich einige Wochen darin zu tu» hatte, war ich ftoh, aus der Klemme zu sein, ii* Am nächsten Tage aber wurde ich wielH^ herauSgeholt, denn die. Arbeit stand still. SeliL^ daß ich diesmal nichts zu schaffen hatte damit, sah ich, daß der Mann am Cornwallkessel- der mein« Stelle eingenommen, aus einer Halswunde blutete. Ich schauderte bei dem Gedanken, daß dieses Unglück im Grunde mir gelten" sollte. Der Ingenieur untersuchte den Blutenden und vermutete einen Schuß. Ich wurde wieder untersucht) aber ich hatte nicht eine Stecknadel, geschweige eine Schußwaffe. Der Arzt, der die zwei andere» untersucht hatte, sagte auch, es müsse ein Schuß sein, und zwar einer von oben her. Nun standen Wasserreiniger, sechs Stück auf- recht an zehn Meter hoch in ver HaÄ, auf denen die Schlosser die Maschinenteile anbrachten. Man* untersuchte diese, fand nichts. Bis zuletzt der Kranführer, der sich verdruckt hatte, geholt wurde. Dar war der Kesselschmied, den ich am ersten Tag um Rat gefragt hatte. Kurz darauf stieß er sich einen Span ins Knie und da er seine Arbeit nicht weiter tun konnte, wurde er ins Kranken- Häuschen gesetzt, um den Behelfkran zu bedienen. In die Enge getrieben sagte er immer nur: „Saupreuß, Schuft, Teufel, kaputt! Redete durcheinander, kam in Untersuchungshaft, von dort in das Lazarett. Seitdem ist nichts mehr passiert. Im Frühjahr mußte ich aufS Büro. Eine dickte Aktenschrift^lag da. Ich braucht« mir keine Sorgen zu machen, ich wurde nicht verhaftet. Denn der Schütze, der Galizier sei wahnsinnig. Er hätte bloß einen maßlosen Haß auf mich. Ob ich einmal Streit mtt ihm gehabt hätte. „Er kriegt»och einen Gulden von mir!"X> sagte ich, denn ich hatte vergessen ihm diesen zu geben. Den solle ich als Schmerzensgeld behalten, denn die Geschichte hätte hör ausgehen können. Ein Paar Tage später, als der Schnee geschmolzen war, holte ich mir meine Papiere und begab mich auf die Walze. Geite 6 Der Allgemeine Deutsche GewertIchaftsbund 1925. Die Berliner„ Gewerkschaftszeitung" veröffentlicht in ihrer Nummer 32 vom 7. August einen Auszug aus dem demnächst erscheinenden Jahrbuch des ADGB. Wir entnehmen diesem Artikel folgende Angaben: Die an das Jahr 1925 geknüpfte Hoffnung, daß es die Periode eines neuen Aufstiegs der Gewerkschaften einleiten werde, hat sich leider nicht in dem erwarteten Maße erfüllt. Wohl trat in der ersten Hälfte des Jahres eine erfreuliche Zunahme der Mitglieder ein. Doch die im Herbst ausgebrochene schwere Wirtschaftskrise, die sich schon im Sommer durch eine ständig wachsende Beschäftigungslosigkeit ankündigte, lähmte die weitere Entwicklung. Immerhin schließt das Berichtsjahr gegen das Vorjahr noch mit einem Mehr von 158.644 Mitgliedern ab. Mitteilungen aus dem Bublifum. Reichenberger Messe u. Sondermesse für wirtschaftl. Betriebsführung 14. bis 20. August 1926. Das Beste tür Ihre Augen liefert Optiker Deutsch, Prag, Graben 25, Kl. Bazar. VERSALE VERS 10. August 1926. gibt, das hat noch kein Statistiker festgestellt. In den| wir noch nicht jenen Stand erreichen konnten, der Vereinigten Staaten hat jedoch die Statistik bei intensiver Arbeit in jedem Ort zu erreichen zu Gunsten der Smith entschieden. Eine Schäßung wäre. Genosse Rambouske hebt das gute Verhältnis über die Verbreitung der amerikanischen Zunamen zwischen Partei und Arbeiterturnern hervor und gibt auf Grund der Stammrollen, die während des Krie- i der Hoffnung Ausdruck, daß auch das Verhältnis zu ges für Heer und Flotte aufgestellt wurden, hat den Arbeiter- Radfahrern bald ähnlich gut werden überraschende Ergebnisse gezeitigt. Diese Liste weist möge. Ausführlich spricht er über die„ Rote Wehr“. auf: Smith 1,304.300; Johnson 1,024.200; Brown Der Bericht des Sekretärs Genossen Seidl zeigt 780.500; Williams 684.700; Jones 658.300; Miller an der Hand eines ausgezeichnet verarbeiteten Ma625.800; Davis 537.900; Anderson 477.300; Wilson terials, daß sich der Martenabsaß seit 1923 ständig 422.300; Moore 363.400. Auffallend ist, daß diese gebessert hat, daß er heute hinter der Mitgliederzehn Namen sämtlich britischen Ursprungs sins. Ein bewegung nur ganz wenig zurückbleibt und berichtete anderes Resultat ergibt sich, wenn die Verbreitung über die finanzielle Lage. Er betont die Wichtigkeit der Namen in den einzelnen Städten gezählt wird. der Agitation unter den Frauen, die uns einige In New York steht unmittelbar nach Smith Cohen, hundert Mitglieder bringen könnte und befürwortet an fünfter Stelle Schwarz. In Cincinnati nimmt die nachher zum Beschluß erhobene Schaffung eines Mayer die dritte Stelle ein In Boston überwiegt Frauenbezirkskomitees unter Leitung der Genossin dagegen stark das irische Element. Die Namensliste Lux. Er spricht über die Arbeit im Herbst und über für Boston lautet: Smith, Sullivan, Brown, John- die zollpolitischen Voraussetzungen, die dazu vorson, Murphy. Aber Smith marschiert in fast, allen handen sind. In der sehr lebhaften Debatte werden Städten an der Spitze der Liste. Eine Ausnahme fast berührten Fragen gründlich beraten, vor Die Zahl der dem Allgemeinen Deutschen bildet Chicago. Hier steht Johnson an erster und allem die Agitation unter den Frauen, die VerbreiGewerkschaftsbund angeschlossenen Verbände verSmith an zweiter Stelle. tung der Presse, der Kampf mit dem Klerikalismus. ringerte sich von 41 auf 40. Der Verband der Die Anträge der Bezirksorganisation betreffend die Chorsänger schied im April 1925 aus dem ADGB., Schaffung der Roten Wehr, Errichtung des Frauener gehört nunmehr dem AfA- Bunde an. Bei werbefomitees, Einführung des Grußes Freundseinem Ausscheiden zählte dieser Verband 3457 Bezirkskonferenz Braunau. Samstag, den 7. d., schaft", antiflerikale Erziehung der Jugend werden Mitglieder. Die im ADGV. vereinigten 40 Verfand die ordentliche Halbjahrskonferenz der Bezirks- einstimmig angenommen. Als Vertreter des Parbände hatten am Ende des Jahres zusammen organisation Braunau statt, die einen sehr guten teivorstandes war Genosse Dr. Franzel( Prag) 4,182.511 Mitglieder gegen 4,023.867 am gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Der Höchststand an Mit- strophe betroffen worden. Inzwischen haben viele Besuch aufwies. Sie war von sämtlichen Gruppen erschienen, der über„ Das Problem der ArOrtsausschüsse, die ihre Tätigkeit einstellen ihre Tätigkeit einstellen des sehr ausgedehnten Braunau- Wekelsdorfer Be- beiterbildung" referierte. Er zeigte die ga gliedern wurde mit 4,213.545 im September erreicht. Im Durchschnitt des Jahres zählten die mußten, diese wieder aufgenommen. Durch die sirkes beschickt und zählte 81 Teilnehmer. Der Be- fammenhänge von Klassenkampf und Kulturkamp Verbände 4,156.451 Mitglieder, darunter 751.585 Statistit für 1925 wurde der Bestand von 1067 sirksvertrauensmann Genosse Ram bo uste berich auf und gab eine Reihe Anregungen zur Ausgestal weibliche und 122.182 jugendliche. tätigen Ortsausschüssen festgestellt, von denen tete über den Stand unserer Bewegung und versprach tung der Bildungsarbeit und zur Verbindung der Die folgende Aufstellung zeigt die Mitglieder- 1014 berichteten. Diesen waren am Ende des ausführlich das Verhältnis der verschiedenen Ar Bildungsarbeit mit politischer Erziehung. zahlen der einzelnen Verbände am Ende der Jahres 11.168 Gewerkschaften angeschlossen. Von beiterorganisationen zueinander. Er stellte fest, daß der Statistik wurden erfaßt 3,355.952 Mitglieder. haften Berhältnisse und trotz der Beitragserhöhung die Sozialdemokratie im Bezirk trotz der krisenJahre 1925 und 1924. Die größeren Ortsausschüsse verfügen über Fortschritte erzielt hat, die sich im Zuwachs an recht bedeutsame und für die Arbeiterschaft wert- Mitgliedern und im Besuch unserer Veranstal volle Einrichtungen. In 127 Orten bestehen Ge- tungen äußern. In einigen Orten mangelt es aller werkschaftshäuser, von denen sich 102 in Eigen- dings an den geeigneten Vertrauensleuten, weshalb 190.224 besitz der Ortsausschüsse befinden. Baugewerksbund Bekleidungsarbeiter Bergarbeiter Böttcher Buchbinder Buchdrucker Chorsänger • 1925 342.235 82.822 187.818 8.777 1924 319.376 87.640 8.848 9.228 186.960 325.700 7.830 49.958 53.302 • 79.340 71.924 3.457 Dachdecker 9.387 Eisenbahner 197.990 Fabrikarbeiter 334.685 Feuerwehrmänner Filmgewerkschaft Fleischer Friseurgehilfen Gemeinde- it. Staatsarbeiter Graphische Hilfsarbeiter • 7.926 1.273 12.818 3.579 9.564 200.464 45.392 37.793 297.511 und • • 4 23.470 19.053 6.269 185.212 Gärtner Glasarbeiter Holzarbeiter. Hotel-, RestaurantCaféangestellte Sutarbeiter Kupferschmiede • Landarbeiter . Lebensmittel- und Getränkearbeiter Lederarbeiter • • Lithographen Maler 67.691 38.953 21.561 41.983 44.336 25.211 Maschinisten Metallarbeiter 764.609 Musiker Nahrungs- und Genußmittel arbeiter 54.119 Porzellanarbeiter 47.534 Sattler, Tapezierer u. Portefeuiller 31,890 Schornsteinfeger 2.892 Schuhmacher 84.412 Schweizer 11.255 55.931 58.258 312.935 289.455 Steinarbeiter Tabatarbeiter Tertilarbeiter Verkehrsbund Zimmerer . 86.150 Summa 4,182.511 3.581 8.955 187.546 36.604 33.125 284.742 DAS SCH MITTEL VERSALE WÄSCHT ALLEIN, SCHONT DIE WÄSCHE Kleine Chronit. Ziele, heilige Stille. Von Jan Havlaja. waren vier: Mathilde, Bawluscha, ich und Aus der Partei. Runit und Willen. Berliner Intimes Theater( Kleine Bühne). Direktor Heppner bringt morgen sein nächstes Programm, den Einakterzyklus„ Seitensprünge“. 30000000000000000000000 00000000000000000000000000000000000000000 Fußball. Turnen und Sport. $.01( Reford). 200 Meter: 1. Jahn( Mor. Slavia) 23 Set. Olympische Stafette 8 mal 400 Meter und Uebertragen aus dem Tschechischen von H. W. Schimbera. Nach dem freitägigen Spiel der Blauweißen gegen DFC. Prag schlägt Sk. Pardubice 5: 2( 2: 1). 2 mal 100 meter: 1. Slavia 3: 38.2, 2. Pardubig. Es war im Tatragebirge, im Feber. Alles war Sparta spielten fie Sonntag in Pardubitz gegen mit 46 gegen 44 Bunkien, nachdem die Schlußſtaffel, Damenstädtelampf Brünn- Wien. Brünn siegte 3.686 schneebededt: eine weiße, bewegungslose Welt. den dortigen SK und konnten nach einem glänzend in welcher Wien die erste Stelle einnahm, wegen 12.984 Unser Jägerhaus stand im Schneewehen. Wir ben dortigen SK und konnten nach einem glänzend fuhren mit einem Schlitten hinaus in die mächti- vorgeführten Kampf mit 5: 2 überlegener Sieger in welcher Wien die erste Stelle einnahm, wegen Bahn annulliert wurde. rl. Bergen Forste und auf die vereisten Hänge. Wir bleiben, trotzdem sie mit Erjazz antraten. Die 3 taus( FAC. Wien) verbesserte zwei Weltrekord: und schauer fanden an diesem Spiel mehr Gefallen, als an jenem, das in der Vorwoche die Prager Sparta zeigte. Die Hintermannschaft des DFC. hatte einen besonders guten Tag, in der besonders Stieft im Tor sich auszeichnete. Bei Pardubik zeigten Strema in der Verteidigung, Svoboda als Mittelläufer und die linke Seite Meißner- Levy gutes Können. Der Schiedsrichter war reichlich bestrebt, den Erfolg der Prager zu verkleinern, aber die Schußsicherheit der blauweißen Stürmer machte ihm da einen Strich durch die Rechnung. 22.418 18.563 5.637 179.656 65.235 40.170 37.237 Manja. Sie war eine Polin diese Manja, und nicht gerade eine Schönheit. So bot sie sich an, mir Schweſter zu ſein. Sie hatte viel davon gesprochen. Mit Absicht hielt ich mich vor jedweder Anspielung auf die Schönheit der Schwesterschaft zu rück, und sobald Manja zu reden anhob, blickte ich dem Pferd starr auf den Hinterteil. Damit täuschte ich sie zehn Minuten lang. Indessen gelangten wir in den Wald. Eine tiefe, heilige Stille. Alles unter Schnee begraben. Die Aeste bogen fich unter DFC. Amateure schlagen DSV. Asch 8: 2( 7: 1). 18.966 hoch aufgeschichtetent, wie aus feinen Fäden gebil- Die Amateure eröffneten ihre Herbstsaison mit deten Schneewehen. Lautlos, gleich Schatten, flo- einem Spiele in Asch. Die Amateure waren ihrem 41.046 gen wir durch diese weiße Dunkelheit dahin. Ich Gegner in allen Belangen überlegen und die Ascher 710.934 vergaß, der Stute auf den Schwanz zu schauen. tamen erst in der zweiten Spielhälfte etwas zur Und bevor wir uns noch so recht befannen, spru- Geltung, als der DFC. an dem erzielten Store delte Manja schon wieder ihr Polnisch in die Luft. genug hatte. Ihre Worte zersprangen in dem Forst wie gefrorener Speichel. 22.830 52.761 50.545 31.341 2.703 85.372 11.300 43.823 66.712 326.342 274.275 80 264 Wie prachtvoll ist es im Wald", meinte ich. Manja sprühte vor Begeisterung. -einen österreichischen Rekord, und zwar im Kugelstoßen( 5 Stilo) mit 9.80 Meter, im 250- M.ter- Laufen mit 25.4 Set. und im Diskus( 1 kilo) mit 32.53 eter. Frl. Olmer( Slavia Prag) trat außer Kenturrenz an und stellte zwei neue Weltrekorde im Speerwerfen auf. Sie warf bestarmig 34.85 Meter Meter besser als der alte Rekord) und beidarmig 58.11 Meter( 3 Meter besser als der bestehende Weltrekord). 60 Yard: 1. Smoll 8 Sch. Hochsprung: 1. Smoll 1.38 Meter. 100 ard: 1. Sychrova 12 Sef. Weitsprung: 1. Smoll 5.22 Meter. Speerwerfen: 1. Vidlat 26.90 Meter. Die deutschen Meisterschaften in Leipzig. 100 meter: 1. Rörnig 10.3( Weltrekord, aber mit Rüdenwind); Houben endete auf dem 4. Platz! 800 Meter: 1. Dr. Pelzer 2: 00.5. 1500 Meter: 1. Dr. ter: 1. Dr. Pelzer 2: 00.5. Schwimmen. Der Länderkampf Deutschland gegen Holland der Schwimmerinnen endete mit dem Siege der Holländerinnen. Holland erzielte 34, Deutschland Pelzer 4: 09.2. 10,000 Meter: 10,000 meter: 1. Räbe 32: 18.8. 400 Meter Hürden: 1. Dr. Pelter 54.9( Rekord), Sonstiger Sonntagsfußball. Prag: Viktoria 2. Troßbach. 4X100 Meter- Staffel: 1. PhönigŽižkov. gegen CAFC. 2: 0( 2: 0), offenes, faires Starlsruhe 42.1, 2. Berliner SC. 42.2, 3. PreußenSie sprach vom Pferd, und daß es des Men Spiel, das CAFC.- Forward vor dem Tore unent Krefeld 42.3. Hochsprung: 1. Subn 1.80 Meter. schen Bruder sei. Vom Bild des Pferdes, das den schlossen. Kladno: Nuselsky S. gegen Sparta Weitsprung: 1. Dobermann 7.35 Wcter( Rekord). toten Reiter ledt, nicht das Bild, sondern daß Kladno 1: 1( 0: 1), Kročehlavy gegen Sparta Ro- Stabhochsprung: 1. Möbius 3.60 Meter. SugelPferd auf dem Bild. Ich fragte, ob es nicht viel šiře 3: 0. Kolin: Slavia Prag gegen SK. Ko stoßen, bestarmig: 1. Schröder 13.66 Mieter; beid Teicht eine Stute war, also eine Schwester, aber lin 2: 2( 1: 1), schwaches Spiel der Slavia.- Bo armig: 1. Brechenmacher 24.74 Wieter Sveer, bestManja ließ sich nicht aus dem Gleichgewicht brin- denbach: Sk. Děčin- Bodmokly gegen SpB. Tet- armig: 1. Zimmermann 57.96 Meter; beidarmig: Brünn: Židenice 1. Lüdede 98.66 Meter. gen. Sie begann von Wagner zu reden und dann schen- Bodenbach 4: 2( 3: 1). eine Melodie aus dem ,, Lohengrin" falsch zu singen. gegen DSK. Trebitsch 10: 1( 5: 0), SK. Brno geg. Leichtathletische Länderwettkämpfe. Ungarn geWir wußten bald, daß auch Wagner ihr Bruder sei. DSK. Brünn 5: 5. Mähr. Ostrau: SR. winnt gegen Italien mit 53:49 Vunkten. Bela Meine Verwandtschaft vermehrte sich: ich, das Mor. Ostrava gegen Ostravifa Slabia 3: 0( 1: 0). gien schlägt Holland mit 75: 52 Bunften. Die er4,023.867 Pferd, Wagner, die Sonne, der Hund, wir alle derberg: SR. Oberberg gegen DSV. Wit- zielten Resultate blieben größtenteils unter dem Die Rassenverhältnife der Ver- waren Manjas Brüder. folvit 8: 1( 3: 0).- Jägerndorf: Sportverein Durchschnitt. Eine Anführung ist daher zwecklos, bände haben sich im allgemeinen außerordentlich gegen Maktabi Ostrau 4: 1. Krakau: Bielizzgut entwidelt. Die Beitragshöhe ist beträchtlich Bialaer SV. gegen Wawel 2: 1( 0: 0). Preßgestiegen, und damit ist auch die Beitragseinnahme Das Schönste von allem ist die Stille", fuhr 6 urg: ČSK. Bratislava gegen DSV. Brünn 6: 3 erheblich gewachsen. Die Gesamteinnahme betrug ich nach Art des Macchiavelli fort, diefe unermeß-( 5: 1), Jüdisches Team( Wien) gegen SK. Makkabi 147,526.701 m. gegen 97,037.600 m. im Vor- liche, weiße, heilige Stille... Jeder Laut scheint 1: 1( 1: 0). Wien: Rapid gegen WAF. 5: 1 jahre. Von der Jahreseinnahme 1925 tommen eine Gotteslästerung zu sein... jedes Wort...( 3: 0). Berlin: 1. FC. Nürnberg gegen Tennis 25 Punkte. 136,256.640 M. auf Beitragsleistungen. Die Ge- Sihen, in das Weiß schauen... und schweigen Borussia 5: 0( 2: 0). Hamburg: Sv. gegen Neuer Weltrekord. Frl. Hazelius verbesserte samtausgaben beliefen sich auf 125,874.093 m. ist das nicht göttlich? Ist nicht Schweigen das Concordia 6: 1, Eimsbüttel gegen St. Georg 3: 1. in Stockholm den Weltrekord in 200 Meter BrustFür Unterstüßungen wurden 33,042.727 M., für Beste, wenn so vieles in uns spricht? Den inne- München: Wacker gegen Schwaben Augsburg schwimmen auf 3: 18,1. Den Reford hielt Erna Lohnbewegungen, Streiks und Aussperrungen ren Stimmen lauschen...?" 7: 0, Bayern geg. Fortuna Leipzig 7: 4. Röln: Murray( Deutschland) mit 3:20. 29,656.960 m., für Verbandsorgane und Bil- Manjas Angen glühten nur. Hannover gegen Köln 3: 5.- Fürth: SpVg. bungszwecke 5,968.770 m. und für Agitation, ,, D, Jaschet!" rief sie aus und faßte mich bei Fürth gegen Altona 93 4: 1. Posen: LänderGeneralversammlungen, Verbindungen usw. der Hand. Wie du das zu sagen verstehst... Die spiel Bolen gegen Finnland 7: 1( 3: 1); große 21,723.250 M. berausgabt. Die Ausgaben für tiefe, weiße, heilige Stille..." Bulkanische Kräfte Ueberlegenheit der Polen; Schiedsrichter Cejnar Unterstützung sind gegen das Vorjahr um wurden in ihr wach und aus ihr ergoß sich Wort( Prag) sehr gut. 22,698.116 M. und die für die wirtschaftlichen Be- auf Wort, Satz auf Sat. Von der großen, weiwegungen um 12,971.024 M. gestiegen. Die Ver- Ben, heiligen Stille waltung erforderte eine Ausgabe von 35.482.386 Etwa eine Stunde fuhren wir so dahin. Durch Leichtathletisches Meeting des Pardubizer M. Davon entfallen 29,340.684 m. auf die Orts- mächtige Forste und über zugefrorene Bergeshänge. Sportklubs. Diese Veranstaltung wurde Samstag und Gauverwaltungen, und der übrige Teil auf Aber still war's nicht. Die ganze Stunde rade- mit einem 10- Kilometer- Lauf Chrudim Pardubik die Zentralverwaltungen. Unter dem Einfluß brechte Manja von der Schönheit der tiefen, wei eingeleitet und fah Nedobity( Sparta Prag) in der der gebesserten Finanzlage ist der Anteil der Aus- ßen, heiligen Stille und von deren Gotteslästerung Refordzeit 35:20 Min. als Sieger. Sonntag urgaben für Unterstützungen an den Gesamtaus- durch Worte. Ich hatte Kopfweh davon, als ich in den folgende Resultate erzielt: Kugel: Joo( Slavia gaben günstiger geworden, während andererseits der Küche beim Feuer saß. Doch hatte ich die Ge- Brag) 13.10 Meter, 1. Stabhochsprung: 1. die Verwaltungskosten anteilmäßig zurückgingen. nugtuung, daß meine Verwandtschaft wiederum 3.30 Meter, 2. Doletschef( DESG. Prag). 1500 DRUCK- U. VERLAGSANSTALT Von je 100 M. der Gesamtausgabe wurden für vermehrt war. Ich, das Pferd, Wagner, der Meter- Laufen: 1. Kittel( Gablong) 4:02( neuer deut- Gesellschaft m. beschr. Fill en fit. Unterstützungen berausgabt 26.26 M., dagegen Baum, der Schlitten, die Sonne, Ibsen und der scher Rekord), 2. Drogba( Kolin). 100 Meter- Lauf: 1924 14.98 M. Von den Unterstützungsausgaben Hund bekamen einen neuen Bruder. Als wir 1. Jahn( Mor. Slavia) 11:02. Hochsprung: 1. Hlatamen auf: Arbeitslosenunterstübungen 13,814.291 nämlich aus dem Schlitten stiegen, gestand Manja M., Krankenunterstützung 14,130.286 M., Notfall- begeistert, daß auch die Stille ihr Bruder sei. unterstüßung 1,084.564 m., SterbefallunterStübung 1,727.188 M., und auf die übrigen Unter- 1,304.300 Smith's. Es ist bekannt, daß in tügungen 2,286.298 0. Deutschland den Schmidts, Schulzen( alle Abarten Eine recht erfreuliche Entwicklung verzeichnen eingeschlossen), Müllers und Krügers unter allen bie Ortsausschüsse des ADGB. Ihr Be- Namen unbedingt die Borherrschaft gehört. Ob es stand war besonders hart von der Währungskata- nun mehr Müllers als Schulzens oder Schmidts Leichtathletik. Tennis. Der Tennis- Länderkampf Teutschland gegen die Tschechoslowakei endete mit den Siege der Deutschen, und zwar mit 3: 2 Punkten. Es wurde nach den Daviscup- Regeln gespielt. Die Deutschen haben mit diesem Siege neuerlich ihre gute Klasse gezeigt. Herausgeber Dr. Ludwig Czech. Verantwortlicher Redakteur Wilhelm Nießner. Drud: Deutsche Zeitungs- A.- G., Prag. Für den Drud verantwortlich: O. Solit empfiehlt sich den p. t. Behörden. Vereinen, Or von Drucksorten wie: Tabellen Büchern, Broschüren, Zeitschriften. Zirkularen Mitgliedsbüchern. Einladungen, Plakaten, Flug schriften, Fakturen, Briefpapieren usw. in solider und rascher Ausführung. Setzmaschinenbetrieb und Rotationsbetrieb vaček( Königgräs) 1.76 Meter, 2. Hochmann( Spar- ganisationen, Gemeinden und Kaufleuten zur ta), 3. Jandera( Slavia). 110 Meter Hürden: 1. Jandera( Slavia) 15.06( Reford). 400- MeterLauf: 1. Vykoupil( Mor. Slavia) 50.07( Reford). Distus: 1. Syndrych( Broßnis) 38.46 Meter, 2. Jvo. 800 Meter: 1. Rittel( Gablong) 2: 01.2. Weitsprung: S 1. Jandera 6.38. Meter. Speer: 1. Rozinat( SlaN TEPLITZ- SCHÖNAU via) 25.26 Meter. 200 Meter Hürden: 1. Jandera Tischlergasse Nr. 6