Einzelpreis 70 Heller. Redaktion und Berwaltung: Prag, I., Nefazanta 18. Telephone: Tagesredattion: 26795, 31469. achtredattion: 26792. Bostichedamt: 57544. Snferate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaz 6. Jahrgang. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der tschechoslowakischen Republit. Dienstag, 17. August 1926. Gute Ernte- hohe Breise! Die schwere Krise in der Textilindustrie. führte: Gemeinsame Konferenz der Textilarbeiter- Organisationen. Es ist geringe Aussicht vorhanden, daß sich der Beschäftigungsgrad in der Textilindustrie in der nächsten Zeit bessert, man muß im Gegenteil mit einer weiteren Verschärfung rechnen. Bezugs Bedingungen: S Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post: monatlich.... Kě 16.oierteljährlich balbjährig ganzjährig 48.96.192.Rüdstellung von Manustripten erfolgt nur bei Einfendung der Retourmarten, Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich[ r Nr. 191. dische Staat hat im Jahre 1921 den Gewerkschaf ten vier Millionen Gulden zur Ueberwindung der Krise zur Verfügung gestellt. Er gab ihnen außerdem ein Darlehen in der Höhe von zehn Millionen Gulden. Auch in Belgien und in Dänemark treffen wir ähnliche Unterstübungen der Gewerkschaften von Seite des Staates. Was dort geht, muß auch bei uns möglich sein. Wenn der Staat Geld hat zur Sanierung von bürgerlichen Institutionen, dann kann er mit weit größerem Rechte der von der Krise betroffenen Arbeiterschaft helfen. Forderungen, wie sie die untenstehende Entschlie= Gen. Roscher präzisiert nun die einzelnen Buna beinhaltet. Er schließt mit einer ernsten Mahnung an die Regierung, die Forderungen der Textilarbeiterschaft zu verwirklichen. Ein gleich düsteres Bild entwarf Gen. Jinracef vom Wirkungsfreis des Brünner Verbandes und Stepanek vom Nachoder Verband. Hierauf wurde die Entschließung einstimmig angenommen, und nach einer nochmaligen Warnung des Genossen Jindrae ef an die maßgebenden Körperschaften schloß die Konferenz un halb 3 Uhr nachmittags. Das Landwirtschaftsministerium hat soeben einen Bericht über den Stand der Ernte in der Tschechoslowakei herausgegeben, aus dem Gedrängt durch die Auswirkungen der an- Schwächsten, dem Arbeiter, die Löhne zu kürzen hervorgeht, daß die Befürchtungen, als ob wir dauernden Wirtschaftskrise, von der die Textil- und die Arbeitszeit zu verlängern trachten. es heuer mit einer besonders schlechten Ernte industrie betroffen wird, traten gestern im Bra- Als wir seinerzeit die Arbeitslosenunterzu tun haben würden, unbegründet gewesen ger Gewerkschaftshaus die drei Textilarbeiterverſtützung in den Aufgabenkreis ver Gewerkschaften zu tun haben würden, unbegründet gewesen bände in der tschechoslowakischen Republik, die mit einbezogen, war diese Maßnahme als ein Aft find. Die Ernte wird bei Weizen und Gerste Union der Textilarbeiter in Reichenberg, der Svaz brüderlicher Solidarität gedacht, der den Arbeitsals mittel bis übermittel klassifiziert, ebenso textilniho delnictva in Brünn und der Ceskoslov. losen in der Zeit der Krise davor bwahren sollte, ist es bei Hafer und Zuckerrübe der Fall, nur Svaz delnictva textilního zusammen, um zu der Lohndrücker zu werden. Wenn wir heute UmKartoffeln weisen eine Klassifizierung von Notlage der Arbeiterschaft Stellung zu nehmen. schau halten, so sehen wir, wie von Seite der mittel bis untermittel auf. Danach müßte man Die Konferenz wurde um zehn Uhr vormit- Unternehmer Mißbrauch mit dieser Einrichtung also glauben, daß wie stets nach der Ernte tags von den Genossen Roscher und Jindra- getrieben wird. Gewissenlos stellt der Unternehdie Preise des Getreides, und damit des cet( Brünner Verband) eröffnet; beide betonten mer Betriebe ein, wenn ihm irgend etwas nicht Mehles und Brotes, sich in absteigender Rich in den Begrüßungsansprachen, daß die immer so läuft, wie er es sich vorstellt. Der Aufgabentung bewegen. Die Vertreter der kapitalistischen mehr steigende Not unter den Textilarbeitern die treis der Gewerkschaften ist ein weit größerer, als Gesellschaftsordnung berufen sich ja stets dar- finanziellen Grundlagen der Verbände gefährde. daß sie zu reinen Unterstützungsinstitutionen auf, daß das Verhältnis zwischen Angebot und herabsinken sollen. iWr dürfen nie vergessen, daß Mehr als die Hälfte der Textilarbeiterschaft In der sich anschließenden Debatte, die eint die Hauptaufgabe der Gewerkschaften darin be- grauenvolles Bild des Glends enthüllte, sprach Nachfrage der beste und auch für die Verist ohne Arbeit und somit der entschlichsten steht, den Arbeiter ein höheres kulturelles Niveau auch gegen Schluß der Herr Ministerialsekretär braucher günstigste Preisregulator ist. Aber die Not ausgeliefert. zu erkämpfen. Wir haben das Gesetz über den Dr. Rosenkranz, der darlegte, daß man die besitzenden Klassen verlassen sich am wenigsten auf diesen natürlichen Preisregulator und haben Unter solchen Umständen ist ein gemeinsames Staatsbeitrag zur gewerkschaftlichen Arbeitslosen- Buntte 1 bis 3 der Resolution wohl einer Erzur Einführung fester Agrarzölle gegriffen, da- Vorgehen der drei Verbände unumgänglich not unterstützung. Dieses Gesetz kann nur für norwägung unterziehen könnte, während jedoch für mit die Preise trotz guter Ernte, das heißt, wendig geworden. Als Vertreter der Reichenber- male Wirtschaftsverhältnisse als brauchbar be- die beiden letzten Punkte die betreffenden Geseze für die Zeit der Krise ist es geändert werden müßten, was Sache der geseztrop großen Angebots, nicht zu sehr fallen. Sie ger Bentralgewerkschaftskommission ist Abg. Gen. zeichnet werden; Grünzner anwesend, vom Odborove sdružení jedoch unbrauchbar. gebenden Körperschaften sei. haben das auch mit den Getreidezöllen erzielt. Der Gen. Prašek und von der Obec cfl. delIn der gegenwärtigen Zeit sind Zehntau Es sind nämlich heuer die Genictva der Abg. Tučný. sende von Textilarbeitern arbeitslos oder Kurztreidepreise trop der guten Ernte arbeiter. nicht gefallen. Seit Ende Juli sind die Nominierung det Referenten ergriff als erster Nach Feststellung der Geschäftsordnung und Preise des Weizens ein wenig in die Höhe gegangen, die Preise des Roggens ungefähr Abg. Gen. Roscher gleich geblieben. Wenn der Weizenpreis augen- das Wort, der unter anderem folgendes ausIn der Resolution wird verlangt:: blicklich 230 Stronen beträgt, fast so biel, als 1) Den drei Tertilarbeiterverbäner ungefähr vor der Ernte betragen hat( am Wir haben uns heute zu einer Tagung zu den sind unter Berücksichtigung ihrer Größe und 28. Juni war die Notierung 227 Kronen), fammengefunden, die das gesamte Textilproleta- Tag für Tag werden uns weitere Fälle von Be- der Zahl ihrer Arbeitslosen entsprechende Vordann fann man sich ausrechnen, was der Weizen riat dieses Staates vertritt. Von dem Erfolg die- triebsstillegungen gemeldet. Wer weiß, was Ar- schüsse durch den Staat zu gewähren, damit und damit das Mehl und Brot im Winter, fer Konferenz wird das Schicksal von Zehn beitslosigkeit ist, der fann die Stimmung dieser es den Verbänden ermöglicht wird, die Arbeits wenn ein Großteil der Erntevorräte bereits in tausenden Textilarbeitern dieses von der ärgsten Not unverschuldet betroffenen lofen unterstützung ungekürzt laufend auszuzahlen. Die Rückzahlung dieser Vorschüsse hat den Händen der Spekulation ist, fosten wird! Staates abhängen. Heute wollen wir Arbeiter ermessen. der gemeinsamen Not, dem gemeinsamen Elend Um die Entwicklung der Arbeitslosenunter- u erfolgen, wenn die Arbeitslosenfasse wieder Auch die Preise anderer Waren weisen im Ausdruck verleihen, und insbesondere aufzeigen, stüßung seit der Einführung des Genter Systems über eigene Geldmittel verfügt. Die Regierung Großhandel eine steigende Tendenz auf. Bei wie es um die Träger der Arbeitslosenunter zu beleuchten, möchte ich Ihnen folgende Biffern wird ersucht, unverzüglich zu den drei Verbänden Butter ist die Wirkung des Zolles augen- stügung, wie es um die Gewerkschaften bestellt ist. vorlegen, die nur die Union der Textilarbeiter eine Regierungskommission zu entfenden, welche blicklich zum Ausdruck gekommen, indem aus- Wir wollen der Regierung und ihren maßgeben-( Reichenberg) betreffen: 1. Quartal 1925 2066 den Grad der Arbeitslosigkeit und die Ausgaben ländische und inländische Butter um mehr als den Faktoren die Augen darüber öffnen, welchen Arbeitslose, 3. Quart. 1925 3864 Arbeitslose, 4. für Arbeitslosenunterſtüßung überprüft. zwei Stronen pro Kilogramm gestiegen sind. grauenvollen Umfang die Wirtschafts- Quartal 1925 2735 Arbeitslose. 1. Quartal 1926 2) Die Refundierung des verrechneten Beim Schweinefett werden sich die Zölle krise in der Textilindustrie genommen hat. Die 5382 Arbeitslose, 2. Quart. 1926 9306 Arbeitslose. Staatsbeitrages soll sofort nach Vorlage der Rechschon in den nächsten Tagen auswirken, da bis- Regierung hat für die von bitterster Not bedräng- In den letzten 1½ Monaten, bis zum 15. August nung durch das Ministerium für soziale Fürsorge her noch die vor dem Infrafttreten der Zölle ten Textilarbeiter nicht jenen Grad des Inter- 1926 6083 Arbeitsloje. Bis 15. August 1926 an die Verbände erfolgen. eingeführten Waren in den Konsum gelangen. eſſes gezeigt, der einer der wichtigsten Induſtrien wurden an 29.436 Textilarbeiter Ar- 3) Rückvergütung durch den Staat der den Dieses Staates angemessen ist. Der Vertreter des beitslosenunterstützung ausgedrei Verbänden aufgelaufenen Verwaltungskosten So werden alle Fette für den Konsumenten Finanzministeriums ist nicht einmal hier er- zahlt. Mit dem Ministerium für soziale Für- und der einmaligen Anschaffungskosten für die teuerer und die Erzeuger von Kunstspeisefett, schienen. forge wurden seit der Wirksamkeit des Gesetzes Durchführung und Einrichtung der Arbeitslosent die schon jetzt ungeheuer viel verdienen, werden Wir haben überfüllte Lager, die nach Absak 17.272 Fälle verrechnet. Gegenwärtig laufen unterstüßung. noch reicher werden. schreien; dieser Ueberproduktion steht gegenüber wieder 11.964 Ansuchen. Vom Staate haben wir 4) Arbeitslose Mitglieder, welche mit der Die löbliche Fürsorge der bürgerlichen eine fonfumhungrige Masse, deren finanzielle 442.262 Kč an Rüd ständen zu fordern. Parteien hat uns auch Zölle auf Waren be- Kraft vollkommen erschöpft ist. Zur selben Zeit, Diesen Zustand weiter fortzuschleppen ist un- gesteuert sind und die nachweisbar feine Arbeit schert, die wir im Inlande gar nicht erzeugen. in der Millionen fleißiger Hände feiern, sehen möglich. Hier kann nur eine einzige Juſtitution finden können, sollen noch für drei Monate den So ist infolge des Bolles der Reis, der ohne- wir, wie die Unternehmer dem wirtschaftlich wirkliche Hilfe schaffen, der Staat. Der hollän- eineinhalbfachen Staatsbeitrag ohne gewerkschafthin im Preise gestiegen ist die Ware ist 60000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000 liche Arbeitslosenunterstützung erhalten. jest um 15 bis 20 Prozent teuerer, als bor um 20 Heller, Roggenmehl um zehn Heller, Kaffee, Fleisch oder auch nur ein armseliger 5) Für Kurzarbeiter und für Arbeiter, die drei Monatenteuerer geworden, ebenso ist Brot um zehn Heller, Schweinefett um zwei Sering, wir müssen unseren Tribut an den bis zu einer Woche mit der Arbeit ausseßen, foll der Preis der Heringe um den Zoll ge- Kronen, amerikanisches Fett um zwei Kronen, Geldjad entrichten und tiefer in die Tasche eine eigene Unterſtüßungseinrichtung stiegen, bei diesem proletarischen Nahrungs- Malzkaffee um 20 Heller im Preise gestiegen, greifen, um uns den großen Genuß des werden, für welche der Staat, die Unternehmer, mittel macht der Zoll bei den billigern Sorten Wir haben unlängst das Angebot einer Mehl- Herings auch weiter verschaffen zu können. An die Gemeinden und Bezirke die Mittel zur Unterstützung dieser Arbeiter aufbringen. Die Unteretwa 20 Prozent des Wertes der Ware aus. firma an einen unserer Konsumvereine ver- jedem Tage, da die proletarische oder kleinbür- nehmer sollen zur Beitragsleistung herangezogen Der Grund der Zölle auf diese Waren ist öffentlicht, aus dem hervorgeht, daß die Firma gerliche Hausfrau einkaufen geht, in jeder werden, damit sie ihren alten Arbeiterstock erflar: Unsere Reis- und Heringbauern müssen bei Weizenmehl die früheren Preise zuzüglich Woche, da der Arbeiter oder Beamte, Ange- halten und die Bezirke und Gemeinden sollen zur geschützt werden. Die Beamtenregierung tut Boll von 70 Hellern pro Kilogramm und stellte oder Kleinbürger seiner Frau das Geld Beitragsleistung herangezogen werden, damit sie noch ein übriges dazu, um die Preise in die Grenzumfaßsteuer von elf Hellern verlangt für die Bestreitung des Haushaltes gibt, spüren auf die Unternehmer einwirken, damit nicht aus Höhe zu treiben, indem sie auch die Umsatz- Das Angebot bringt also eine Verteue- Mann, Weib und Kind, daß die Herr- nichtigen Ursachen Betriebe ſtillgelegt werden oder steuer von dem erhöhten Zoll erhebt, das heißt, rung von 81 Hellern pro Kilo- schaft der bürgerlichen Parteien die Arbeitszeit reduziert wird. man muß nicht nur die frühere Umsatzsteuer gramm. Teuerung und Herabsehung der zahlen, sondern auch die Umsatzsteuer vom Zoll- Als im Abgeordnetenhause und im Senate Lebenshaltung bedeutet, daß die betrag. * Ueberall gute Ernte. gewerkschaftlichen Arbeitslosenunterstützung ausDOO der Entscheidung. geschaffen 20060 um die Novelle zum Zollgeset heftige Stämpfe Koalition von Kramař bis Spina nichts an- Der englische Bergarbeiterstreit vor Im Kleinhandel hat sich aber die tobten, da konnten wir es aus dem Munde deres zum Zwecke hat, als daß die Besitzenden Verteuerung noch mehr ausgewirkt. Die Kon- aller bürgerlichen Parteien hören, daß die noch mehr und die Besitzlosen noch weniger trollorgane des Wucheramtes haben geradezu Lebensmittel entweder überhaupt nicht oder haben! London, 16. Auguft.( R.) Heute nachmit furchtbare Preissteigerungen gegenüber der nur ganz geringfügig im Preise steigen werden. tags ist die Generalversammlung der Bergarbei legten Juliwoche festgestellt. Wir wollen dar- Die Wähler, die dies in den Zeitungen gelesen terdelegierten zusammengetreten, doch wird vpr aus nur einige Beispiele anführen: So ist in oder den bürgerlichen Abgeordneten in Vermorgen. Vormittag feinerlei Entscheidung erwar Aussig das Schweinefleisch um zwei Kronen, fammlungen zugehört und bas geglaubt haben, London, 16. August.( R.) Der Merning tet. Die hauptsächlichste von der Versammlung Margarine um 70 Heller, Malzfaffee um 40 fönnen nun sehen, wie weit sie fommen, wenn Post" zufolge wird die heurige Ernte in Groß zu behandelnde Frage ist die, ob der Vollzugs Heller, Bohnenkaffe um acht Kronen und Kern- sie den bürgerlichen Parteien Glauben schenfen. britannien besser als seit vielen Jahren sein. Bei ausschuß von den bisherigen Instruktionen ents Seife um 40 Heller im Preise gestiegen. In Die furze, erst wenige Monate währende schran- Roggen, Weizen, Gerste und Heu sind sehr gute bunden und ihm zur Wiederanbahnung von Ver Ergebnisse zu verzeichnen, das beste von allen aber handlungen zwecks Beilegung des KoblenkonflikBrür ist in diesen wenigen Tagen das tenlose Herrschaft der bürgerlichen Parteien hat bei Zuckerrübe, für welche das Wetter ideal war. tes unter den beſterreichbaren Bedingungen freie Weizenmehl um 20 Heller, das Brotmehl um uns gezeigt, wie die Erlösung, die das Bürger Blättermeldungen zufolge erivartet man auch in Hand gewährt werden soll. Erhalten die Berg15 Heller, das Brot um 20 Heller, der Reis tum der Bevölkerung der Tschechoslowakei den Vereinigten Staaten eine gute Ernte, wenn- arbeiterführer. was fie offenbar wünschen, ein um 60 Heller, Rindfleisch um zwei Stronen, bringt, ausschaut. Wenn wir auf der Eisen- gleich sie jene ausnahmsweise glänzende Ernte derartiges Mandat, werden sie wahrscheinlich an Butter um zwei Kronen und Seife um zehn bahn fahren, müssen wir höhere Tarife be- nicht erreichen wird wie sie im vorigen Jahre die Regierung das Ersuchen stellen, eine Sitzung Heller teuerer geworden. Aehnlich ist es in zahlen, und wenn wir was immer einkaufen die Vereinigten Staaten und Kanada aufzuweisen mit den Vertretern der Grubenbesitzer anzu Reichenbera. Dort ist das Weizenmehl wollen, sei es Mehl oder Brot, Butter oder hatten. ordnen. Cette 2 Internationaler Kongreß der Keramarbeiter. Karlsbad, 16. August.( Eigenbericht.) Im neuen Verbandsheim der Keramarbeiter in F schern wurde heute vormittags der V. Rongreß der Internationalen Föderation der Keramarbeiter durch den internationalen Sekretär, Genossen Wollmann, eröffnet. Die Stirnfeite des Sitzungssaales ziert das Bild Oswald Hille brands und der von Fahnenrot und Reiſern umsäumte Mahnruf„ Proletariat aller Länder bereinigt Euch". Vertreten sind auf dem Kongreß die Organifationen von Deutschland, Dänemark, Niederland, Frankreich und der Tschechoslowakei. England hat Frankreich und der Tschechoslowakei. England hat sein Fernbleiben mit der außerordentlich schwierigen finanziellen Lage entschuldigt, mit Italien ist seit langem jede Verbindung unterbrochen. Die Zentralgewerkschaftskommission hat Genossen Aton Schäfer, die Kreisgewertschaftskommission den Genossen Scharing, die Kreisvertres tung der deutschen sozialdemokratischen Partei Genossen Horn delegiert. Der Kongreß wählte Palme Tschechoslowakei zum Vorsitzenden und Memminger Deutschland zum Protokollführer. Genosse Schäfer sfizzierte in seiner BegrüBungsansprache die Schwierigkeiten des Kampfes, den die Arbeiterschaft dieses Landes zu führen hat, für die Kreisgewerkschaftskommission und für die Inland. Die Gewerbepartei will die Gewerbetreibenden einseifen. mit aller Gewalt in Reiche der Gewerbe- Politik Der Herr Stenzl und sein Sekretär, die ausgestattet sind, fühlen sich veranlaßt, ihren positive Maßnahmen fördern muß, begreift na- p türlich ein Unterläufel der Klerikalen und Agrarier nicht. Das vertrauliche Rundschreiben wird die Stenzlianer aber nicht vor der öffentli= chen Rechtfertigung ihrer Taten schüßen, in der es ihnen nicht so leicht fallen soll, ihre Wähler über den Löffel zu barbieren. Zur Borgeschichte der Affäre Gajda. Dazu schreibt das Blatt der Legionäre Národní Osvobození: Wählern nun endlich zu erklären, was sie zu ihrer gewerbeschädlichen Politik veranlaßt hat. Die Leitung der Gewerbepartei, die sich, fern von allen Dingen der großen Politik, in Mähr.- ,, General Gajda wurde schon 1921 in dem Trü bau befindet( wo sie allerdings ungesehen Buche des Majors Kratochvil„ Der Weg der Reund unbelauscht im Trüben fischen kann), ver- volution" beschuldigt, daß er sich insgeheim um schickt an die Ortsgruppen der Partei ein Rund die Aufnahme in die Dienste der Sowjetschreiben, das nache iner sehr verlegenen und armee bewarb. Im Jahre 1924 schrieb Kragewundenen Einleitung auf die 3 ölle zu spre- tochvil im 2. bis 4. Band der„ Naší revoluce", chen kommt. Der Herr Stenzl und sein Geschäfts- daß General Gajda zur Zeit seines Aufenthaltes führer lassen sich nicht auf lange Motivierungen in Paris den Bolschewiken eine Reihe vertrauein. Wenn die Zölle nicht mit Hilfe der Deutlicher Dienste geleistet habe, die für diese schen beschlossen worden wären, dann wären sie insbesondere in der Zeit des Krieges der Sowjets mit Hilfe der Sozialisten gemacht worden(!). Und mit Polen wertvoll waren... Kratochvil kam da anscheinend ein Unglück, das man sich selbst auf die Sache am 8. Dezember 1924 in den ,, Ponzufügt, nicht so schlimm ist wie das, welches man dělní Noviny" zurück, wo er das, was er in seivon einem anderen erleidet, hat der Stenzl es nem Buche schrieb, wiederholte und bemerkte, daß selbst übernommen, den Kaufleuten die teuerung- er bereit ist, das Geschriebene auch vor Gericht zu schaffenden Zölle zu spendieren. verteidigen." Die ganze Kurzsichtigkeit der patentierten Gewerberetter wird auch aus der Begründung der Steuerpolitik flar. Stenzl schreibt: ,, Wäre es unserer Wählerschaft vielleicht lie. ber gewesen, wenn die für die Bedeckung des neuen Gehaltsgesetzes erforderlichen Mittel auf die direkten Steuern überwälzt worden wären?" Dent von der Gewerbepartei schon genügend Kreisvertretung sprach Genosse Scharing sehr gescheit und schlagkräftig. In Wahrheit ist erzogenen" fleinen Manne erscheint das nun Worte der Begrüßung. Der Bericht des internationalen Sekretärs, es doch so, daß die indirekten Steuern Der Bericht des internationalen Sekretärs, die Produkte verteuern und dadurch die erstattet von Genossen Wollmann, löfte eine auftra ft der Massen senken. Die direkte Debatte aus, in der hauptsächlich die Beziehungen Steuer legt dem Kaufmann und dem Gewerbezu den Fabritsarbeiterverbänden beandelt wur- treibenden eine einmalige größere Ausgabe auf den. Der Bericht wird sodann einstimmig angenommen. Hierauf berichten die Delegierten der die nicht einmal den Kleinen treffen muß), die einzelnen Länder über die Entwicklung und den indirekte Steuer schädigt und untergräbt seinen Stand ihrer Organisationen, über die Lage der Absatz und damit seine Existenz. Die GehaltsgeKeramarbeiter und ihre Kämpfe, das Tarif- und setze und die Kongrua haben zwar nach Stenzl Lehrlingswesen und über die Lage der Industrie. Mängel, aber man mußte sie eben fressen, da sie Ein tristes Bild zeigte der Bericht Brouffi- junftimiert" waren. Ions über die Verhältnisse in Frankreich, wo die fommunistische Spaltungsarbeit der gewerkschaftlichen Tätigkeit schwere Schäden zufügte und die Kraft der Arbeiterbewegung schwächte. Um halb 6 Uhr abends wurden die Verhandlungen abgebrochen. Der Abend vereinigte die Delegierten mit der Arbeiterschaft von Alt- Rohlau auf einem Begrüßungsabend. Der Dienstag Vormittag ist der Besichtigung der Keramfachschule ist ein Besuch gewidmet, Mittwoch nachmittags ist ein Besuch des Genesungsheimes der Keramarbeiter in Sangerberg vorgesehen. Devisenturie. Brager Kurse am 16. August. 100 holländische Gulden 100 Reichsmart. 100 belgische grants 100 Schweizer Franks 1 Pfund Sterling 100 Lire 1 Dollar 100 franzöfifche grants. 100 Dinar • .. Die Ausliefrung der oppositionellen Abgeordneten wird durch einen kleinen Dreh gemildert. Im Ausschusse hätten die deutschbürgerlichen Parteien nur für die Ausliefreung wegen Es war also den regierenden Kreisen bereits lange bekannt, was gegen Gajda vorlag. Troydem haben sie ihn zum Generalstabschef gemacht. Das wirft ein merkwürdiges Licht darauf, wie man in der Tschechoslowakei zu verantwortungsvollen Posten berufen wird. fen, sollte Gajda heuer im Jänner einen offiziel Wie die Lidové Noviny" zu berichten wij len Besuch in Belgrad machen. Der Belgrader Striegszeit kennt, bezeichnete den General jedoch Arzt, Dozent Dr. Kost id, der Gajda aus der in einer Gesellschaft beim Gesandten Seba als Schwindler. Er erklärte auch, daß er seine Beschuldigung beweisen wolle. Er erzählte, daß Gajda unter seinem Befehl in der ferbischen Divifion in Odessa gedient habe und daß Gajda auf Grund seiner Angabe, er sei Arzt, die Behandlung franker serbischer Soldaten anvertraut wurde. Eine solche Sache sei ein Verbrechen. Es wäre interessant, zu erfahren, ob die tschechoslowakische Regierung von ihrem Gesandten darüber informiert wurde und ob sie das auch wußte, als Gajda nach der Bildung der Regierung Černy mit der Leitung des Generalstabes betraut wurde. öffentlicher Gewalttätigkeit gestimmt, um ein Das deutsch- tichechische Verhältnis und " Exempel dafür zu statuieren, daß man Abgeord nete an der Ausübung ihrer Pflicht durch schwere Körperverlegungen behindert" hatte. Mit diesem Kohl speist der Stenzl die wißbegierigen Wähler ab. Was dann im Hause geschehen, die Auslieferung auf Grund des Schutzgesetzes, wird diskret verschwiegen. die tschechischen Sozialisten. Bustand unruhiges Leben in Mitteleuropa bebenten, was dessen Bewohnen nichts Gutes bringen würde. Zum Schluß kommt das Blatt direkt auf einen deutsch- tschechischen Ausgleich zu sprechen und sagt hiebei: Der Ausgleich zwischen Tschechen und Deutschen wird erst dann eine Bedeutung haben, wenn er von Volk zu Volk durchgeführt werden wird. Die Massen der Bevölkerung sehnen sich nicht danach, daß man sich gegenseitig Kränkungen zu füge, aber sie wollen Zusammenarbeit, welche die Voraussetzungen für den Frieden und die Sicherung der Interessen der breiten Massen schafft. Die Verhältnisse sind freilich noch nicht so ausgereift, als daß wir die Sache anders regeln könnten, als im Rahmen unseres Nationalstaates und im weitern Rahmen des Völkerbundes. Sobald die Deutschen diesen Standpunkt voll und ganz anerkennen, gibtas tetn Hindernis, daß wir uns die Hände reichen. Damit werden wir mit Meilenschritten vorwärtskommen und werden uns die Bedingungen der Zusammenarbeit sichern zum gegenseitigen Vorteil und Fortschritt und zur günstigen Klärung der europäischen Gesamtverhältnisse." Die Aenderung in der Sprache des„ České Slobo" ist nicht zu verkennen. Die Nationaldemokraten gegen eine Regierung mit den Denischen. die„ Národní Lifth" zur gegenwärtigen politischen Bemerkenswert ist eine Erwägung, welche Situation anstellen und in der es heißt: So weit sind wir entschieden noch nicht und insbesondere die tschechoslowakische Nationaldemotratie kann nicht beschuldigt werden, daß sie ihren Standpunkt und ihre Treue zur Notwendigkeit des nationalen Charakters unseres Staates aufgeben fönnte. Sie fönnte auch nicht ihre Zu stimmung zur Vertretung der Deut schen in der Regierung geben. Es ist auch keine Voraussetzung dazu und es sind auch diejenigen im Irrtum, welche mit so etwas rechnen und die Bedeutung der ersten Versuche der sogenannten aktivistischen Parteien nach einer vernünftigen, hauptsächlich von den wirtschaftlichen Interessen der Wähler diktierten Politik überschäßen. Was sagen da die Herren Spina und MayerHarting zu ihren Partnern? Das künftige Budget. Als es im Parlamente zum Zusammengehen der deutschen und tschechischen bürgerlichen Parteien kam, da bestand die Taktik des„ České Slovo", des Hauptorgans der tschechisch- sozialistischen Par Die Prager Presse" berichtet:- Nach der tei darin, die tschechisch- bürgerlichen Parteien des Rückkehr des Finanzministers Dr. Engliš vom Als besondere soziale Errungen Verrats an der Nation zu bezichtigen und eine Urlaube wurde die Schlußredaktion des Budgets schaften", die von der Regierung für den nationale Hezze gegen eben diese tschechischen bür vorgenommen und dieses vom Ministerrate geHerbst bereits versprochen seien, nennt das gerlichen Parteien zu entfachen. Diese Taktik nehmigt. In das Budget sind diesmal sämtliche Rundschreiben unter anderem die Einstel- scheint mittlerweile aufgegeben worden zu sein, Investitionen wie auch die Ausgaben, die mit der lung der Steuerrevisionen bei fleinen wie wenigstens der Leitartikel des genannten Regelung der Beamtengehalte und der SystemiGewerbe- und Handelstreibenden( ob es nicht Blattes vom Sonntag zeigt. Zunächst wird die fierung der Stellen zusammenhängen, voll aufgeeher die großen sein werden?), 3ugeständnisse Bedeutung des tschechisch- deutschen Problems fol- nommen. Trotzdem Trotzdem endet das Budget mit Geld Mare bei der Vergebung öffentlicher Lieferungendermaßen gekennzeichnet: einem realen Suffizit. Die Budgetma1356.-.- 1362.-. 807.75 gent, Verbot der Ausübung eines Gewerbes Das tschechisch- deutsche Problem ist die Le- terie wurde von Minister Dr. Engliš neugeordnet 803..7590.55.Einschrän 91.95.- durch Staatsangestellte und bensfrage der tschechischen Nation. Es läßt sich und ist nunmehr absolut übersichtlich und nach 652.50.von zwei Standpunkten beurteilen. Wir sind im volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten aufgestellt. 163.90.Uebergewicht gegen die Deutschen zu Hause in Das Finanzgesetz wird also diesmal um keine 110.67.50 83.70.unferem eigenen Staat, in den europäischen Hän Bewilligung zu irgendwelchen Kreditoperationen deln aber sind wir im Nachteil, da die Deutschen ansuchen und vorausgesetzt, daß durch neue Gesetze vor uns ein großes Uebergewicht haben. Wenn feine neuen ungedeckten Ausgaben erwachsen, wird zwischen uns und den Deutschen ständig ein feind- der Staat im kommenden Jahre überhaupt keine schaftliches Verhältnis bestehen sollte, würde dieser Schulden mehr kontrahieren. 91.42.50 59.47.50 10.000 magharische Kronen 4.69 17.50 100 polnische Zloty 100 Schilling 373.-476.75.165.10.112.67.50 34.-fung der Regietarten und der Regiekohle der Eisenbahner. Wie man sieht, lauter sehr soziale" 92.82.50 Forderungen! Daß jede von ihnen der 59.97.50 Sache der Gewerbetreibenden mehr schadet als 379.-- nüßt, daß man das Gewerbe überhaupt durch die 479.75.- 1 Schädigung der Käufer nicht retten, sondern durch 4.79.17.50 " Etwas Ungewöhnliches, Erhebendes, Schö-| ,, Nein, das ist für mich kein Ideal. Ich seiner Genugtuung, die nicht ganz frei von Gefinde diese ganzen Geschichten, die Besuche bei wissensbissen war, daß sich eine schwüle Stim Sie begann ihre Ideen zu entwickeln. Als der Kellnerin in Zendt, seine Bemühungen um mung um uns ausbreitete, die Evelyne tief verCopyright 1924 bei Buchhandlung Schneider u. Co., Wien. nes, ein Ziel in diesem Leben!" Bom Baume des Bösen. jungen Mädchen waren ihr die jungen Männer das Zimmermädchen eigentlich ziemlich ekelhaft." wirrte. Denn bisher hatte sie wohl die Regun13 Von Marcel Berger. ,, Wer weiß, Evelyne!" sagte ich und drohte ihr mit dem Finger. Mit bewundernswerter Unschuld im Tone fagte fie: " Ich empfinde für ihn wirklich nur rein förperliche Sympathie." Ich glaube Ihnen versichern zu können", bemerkte ich, daß dies das einzige ist, worauf Herr Dartigues Wert legt." ,, Ach, das ist ganz ungefährlich!" ,, Evelyne", sagte ich, das Gesetz der körperlichen Anziehung regiert die Welt. Genies würden ihre Begabung dafür hingeben, um von Ihnen ein einziges Mal so angeschaut zu werden, wie Sie den guten Marius eben jetzt angeschaut haben." 19 ,, Wie habe ich ihn denn angeschaut?" ,, Einfach verliebt! Wissen Sie denn das nicht einmal? Ich kann doch nicht annehmen, daß Sie heute noch so vollkommen unerfahren find wie damals?" " Ich war zwei Jahre Krankenpflegerin", sagte sie selbstbewußt, und habe das Leben fennen gelernt." Ihre ruhige Selbstsicherheit brachte mich in Verlegenheit. Heiraten Sie ihn doch in Gottes Namen", fagte ich, wenn er Ihr Typ ist!" Sie blieb vollkommen ernst: ,,, ich fürchte sehr, daß er keine Ideale bat." ,, Was verstehen Sie unter Idealen?" fragte ich lächelnd. ihrer Heimat durchaus unsympathisch gewesen. ,, Und Sie wollen das wirkliche Leben kennen gen ihrer jungen Sinnlichkeit wie böse EinflüsteAlle nach demselben Modell gearbeitet, Sports- gelernt haben?" fragte ich scherzend. leute und Geschäftsleute, absolute Materialisten. Wie angewidert verzog sie den hübschen Auf ihren Reisen in Frankreich war sie zum Mund: rungen beiseite geschoben und nun rechtfertigte jemand in leidenschaftlichen und überzeugenden Worten ihre eigenen geheimsten Begierden, sang laut ihr Lob und verlieh ihnen dadurch mit einem Male ein anderes, gefährliches, unwiderstehliches Gewicht. Ich schöpfte Atem und fragte sie, ob ich sie langweilte. ,,, durchaus nicht!" protestierte sie lebhaft. „ Das sind außerordentlich wichtige Fragen, und ich bin sehr froh, daß Sie gekommen sind. Durch Sie sehe ich erst ganz klar, was ich an Marius Dartigues auszusetzen habe." Sie stand auf und streckte mir herzlich die Hand entgegen: ersten Male mit Künstlern in Berührung gefom- ,,, das noch nicht! Nicht diese schmußigen men. Die schienen Ideale zu haben! Ich war Dinge... einer der ersten. Sie fand, daß es eine würdige Jch setzte mich in den weichen Rissen zurecht Beschäftigung sei, Bücher und Gedichte zu schrei- und legte mein Gesicht in ernste, gedankenvolle ben. Auch Philipp war mehr als ein Dilettant, Falten. Es bereitete mir ein eigenes Vergnügen, bevor er erkrankte. Seine Leidenschaft für die das heikle Problem der sexuellen Frage mit dieMusik reihte ihn wirklich unter die Künstler ein. fer aufgeklärten kleinen Unschuld theoretisch zu ,, Andere, die ich kennen lernte", fuhr sie erörtern. Die Gefahr reizte uns beide. Ohne eifrig fort ,,, beschäftigten sich ernsthaft mit Male- Ueberlegung improvisierte ich eine fast wissen rei, mit dem Tanze, ja selbst mit Modefragen an schaftliche Abhandlung über den Gegenstand. und für sich, mit verständnisvollem Sammeln Vor allem erledigte ich Marius, indem ich bevon Kunstgegenständen und Altertümern. Alles tonte, daß Männer seiner Art tatsächlich nur Jetzt gehe ich mich umkleiden. Sie speisen das war schön und interessant ihren niedrigsten tierischen Instinkten unterian doch dann an unserem Tische, nicht wahr?" Wirklich verblüfft hatte ich ihr zugehört. feien. Damit wollte ich ihr ein für allemal jede Allein geblieben, faßte ich mir den Kopf. ,, Und wie erhaben über alle Bewunderung Illusion über seine Person nehmen. Dann Was hatte ich angestellt? Satte ich für mich selbst war euer Jdeal im Striege! Ein Jdeal, das wandte ich mich gegen die von ihr zur Schau gesprochen? Was hätte Philipp zu meiner Preeuch kleines Volt wahre Wundertaten verrichten getragene hochmütige Mißachtung der irdischen digt gefagt...? Anderseits fonnte eine Frau ließ!" Liebe und ihrer Freuden. Mit gespielten Zögern wie Evelyne doch nicht für diesen franken MenIch weiß nicht, welcher Laune gehorchend erklärte ich, fie als junges Mädchen nicht in diese schen bestimmt sein, ihr blühendes Leben nicht ich etwas Schmeichelhaftes über Dartigues sagen Mysterien einweihen zu können; wenn sie aber ihm geopfert werden. Das Blut braufte mir in wollte: einmal verheiratet sei, würde ich mit gutem Ge- den Ohren. ,, Auch Marius hat sich im Striege ausge- wiffen darauf zurückkommen. Ich verließ den Salon und das Fieber in zeichnet; in dieser Richtung kann man ihm keinen meinen Adern begann sich allmählich abzufüh Vorwurf machen." len. Wenn La Tour- Aymon geheilt würde und möglich war dies ja immerhin würde sich Evelyne wohl weiterhin als seine Braut betrach ten und dies wäre auch die beste Lösung. ,, Er hat mir selbst zugegeben", sagte sie ,,, daß er sich nur in seinem Interesse und wegen seiner Stellung im Kriege erponiert hat. Im Herzen war es ihm völlig gleichgültig, ob die gute Sache siegte oder nicht!" ,, Mag fein", gab ich zu. Aber schließlich ist es denn nicht auch eine Art Lebensideal, Frauenherzen zu erobern?" Heftig widersprechend schüttelte sie den Kopf: Sie schien betroffen und wurde plötzlich gauz flein und bescheiden. Kindische Einwendungen, die sie mit gepreẞter Stimme machte, waren nicht schwer zu widerlegen. Ich redete mich in Eifer, wurde freier und deutlicher in meinen Ausführungen, und pries ihr mit verhüllten Wendun Als ich im zweiten Stocke den Aufzug vergen, feurig und feierlich, die letzten Ekstasen der ließ, lief ich Doktor Pythius in die Arme. Er Leidenschaft, den Augenblick, der die Menschen zu blieb stehen, als wollte er mir etwas sagen. Aber Göttern erhebe. Natürlich konnten meine Worte er schivieg, und so entschloß ich mich zu der in feiner Weise ihr Zartgefühl, ihre Schamhaftig- Frage. keit verletzen. Aber ich fühlte deutlich und mit ( Fortsetzung folgt.) 17. August 1926. Reichskonferenz des Verbandes der Eisenbahner. Den ersten Beratungstag beschäftigte sich die Konferenz mi inneren Organisationsangelegenhei ten, besonders der Umstellung des Unterstützungswesens. Die diesbezüglichen Anträge der Verbandsleitung wurden nach einer sehr sachlichen Debatte nahezu einstimmig angenommen. Gine gesprengte Fascistenversammlung in Miftet. In Mistet wurde am Sonntag eine landwirtschaftliche und Industricausstellung ge= schloffen. An diesem Tage fam es, wie die Oftrauer Morgenzeitung meldet, zu einem äußerst turbulenten Zusammenstoße zwischen Fascisten und Kommunisten. Die fascistische Organisation Am 14. und 15. August tagte in den Volkshatte zu einer öffentlichen Versammlung geladen, sälen in Aussig die Reichskonferenz des Verbanund da man in den Kreisen der Linksparteien des der Eisenbahner. Auf der Konferenz waren annahm, daß es bei dieser Gelegenheit zu einer 115 Ortsgruppen durch 147 Delegierte vertreten. großen Rundgebung für. General Gajda tom- Außerdem waren auf der Konferenz noch anwemen werde, wurden aus der ganzen Umgebung send: Mitglieder des Verbandsvorstandes 21, Starfe Trupps von Kommunisten und Sozialdemo- Mitglieder des Zentralvertrauensmännerausfraten aufgeboten, um eine derartige Rundgebung schusses und der Bezirksvertrauensmännerauszu unterdrücken. Die von den Fascisten mit Flugschüsse 10 und Funktionäre des Verbandes 8; sogetteln und Plakaten für mittag angefündigte mit insgesamt 186 Vertreter. Versammlung mußte, da sie polizeilich nicht rechtzeitig angemeldet worden war, als vertrauliche Bersammlung veranstaltet werden. Der Saal des Narodni dum" war aber nicht nur von Fascisten besucht, die Mehrheit der Teilnehmer setzte sich bielmehr aus Gegnern des fascistischen Lagers zusammen. Insgesamt dürften sich nur 80 FaDer zweite und dritte Punkt der Tagesfciften eingefunden haben, darunter 20 in ihren Schwarzhemden. Die Versammlung endete mit ordnung wurden am zweiten Verhandlungstage einem Fiasto, bevor die Redner richtig zu Worte erledigt. 3um 2. Bunft, Die neue Besolgefommen waren. Die Versammlung eröffnete der Grünzner und Gen. Ceeh, Mitglied des dungsreform" erstatteten die Genossen Abg. Fascistenführer Redakteur Ve Inisti aus Proßniz. Nach ihm sprach der Fascist Ma ch aus Brag. Zentralvertrauensmännerausschusses, die Refe Schon bei den ersten Worten des Redners kam es rate. Zum dritten Punkt der Tagesordnung zu einem higigen Wortgefecht zwischen den Fa- Die Reorganisation der Krankenversicherung sciften und den Anhängern der Linksparteien. der Eisenbahnbediensteten und Ruheständler" Prag, Da hörte man plötzlich im Saale nach einem erstattete Gen. Heinrich Blažej aus Wortwechsel Ohrfeigen schallen. Die Fascisten Mitglied des Zentralausschusses der Krankenwollten mit Gummifnütteln die Ord faffen, das Referat. Die Verhandlungen der nung" wieder herstellen. Dies war das Signal zu Reichskonferenz zeigten, daß der Verband der einem allgemeinen Tumult und führte zu einem Eisenbahner eine festgefügte Organisation ist, scharfen Zusammenstoße zwischen den Fascisten, und daß der Verbandsvorstand das volle Ver die alle mit Stöcken ausgerüstet waren, und den trauen der Mitglieder besitzt. Sozialisten und Kommunisten, die ihrerseits 3um zweiten Punkte der Tagesordnung Stühle ergriffen und sie gegen ihre Gegner wurde vom Verbandsvorstande der Reichskonfe schleuderten. Auch zahlreiche Fensterscheiben renz nachstehende Entschließung vorgelegt und im„ Narodni dum" gingen hiebei in Trümmer. von den Delgierten einstimmig angenommen. Die Kommunisten hatten die Uebermacht und drängten die Versammlungseinberufer gegen die Saalausgänge. Siebei wurden mehrere Personen mehr oder minder erheblich verletzt. Schließlich erschien Gendarmerie und räumte den Saal und den Garten des„ Narodni dum", sowie auch bic umliegenden Straßen, in denen sich bereits eine große Menschenmenge angesammelt hatte. Die Gendarmen nahmen mehrere Verhaftungen vor. Die Festgenommenen wurden jedoch nach Feststellung ihrer Identität wieder freigelassen. Senator Liss soll ausgeschlossen werden. Wie die tschechischen Blätter melden, wurden alle Institutionen der tschechischen sozialistischen Partei in Eisenbrod, wo der gewesene Senator Liss wirkt, aufgefordert, ihn mit feinen Funktionen und Würden zu betrauen, da er außerhalb des Rahmens der Partei gestellt werden soll. Telegramme. Bertagung der Entscheidung über den Bergarbeiterstreit. Entschließung. Die Reichskonferenz nimmt den Bericht über die grundsätzliche und taktische Haltung des Verbandsvorstandes in der Frage des neuen Bezügesystems sowohl als auch in der Organisationsfrage zustimmend zur Kenntnis. Sie beauftragt den Verbandsvorstand, seine grundsäßliche Saltung und sein taktisches Vorgehen in der weiteren Behandlung der beiden vorerwähnten Fragen in gleicher Richtung und im gleichen Sinne auch in der Zufunft zu beobachten. Dasselbe gilt auch bezüglich des Verhaltens und Vorgehens der Vertrauensmänner des Verbandes auf parlamentarischem Boden und in den offiziellen Vertrauensmännerausschüssen bei den Eisenbahnen. Die Reichskonferenz schließt sich vollinhaltlich ber vom Gen. Grünzner in seiner Rede in der 000 Seite S Rundfunk für Alle! Programm für morgen, Mittwoch. Brag, 368. 11.55: Bressenachrichten. 12: Zeitfignat und landwirtschaftlicher Rundfunt. 14: Börsennachrichten. 16.30: Nachmittagskonzert. 1. Schubert: Vorspiel in italienischem Tom, der Reimer. 5. Grieg: Norwegische Tänze Nr. 1. und Stil. 2. 2oeme: Lied. 3. Tschaikowskij: Elegie. 4. Loewe: 2. 6. Loewe: Ein Lied. 7. Urbach: Liszt's Album. 17.30: Märchen für Kinder. 17.45 Börsennachrichten und Hopfenmarktpreise. 18.15: Landwirtschaftlicher Rundfunk und Bressenachrichten. 19: Deutsche Arbeitersendung. Ernst Baul, Brag: Ueber proletarische Jugend. Anschließend Reichenberger Mustermesse- Bericht. 20: Wetterboraussage. 20.02: Konzertübertragung. 22: 3eitsignal. Sports, Theaterund die neuesten Nachrichten. Generaldebatte zum Gehaltsgefeße im Abgeordnetenhause namens des Klubs der Abgeordneten der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei abgegebenen Erklärung an und spricht diesem, wie auch dem Klub der sozialdemokratischen Senatoren für seine Haltung und sein Vorgehen zur Wah rung der Interessen der Eisenbahner sowie aller öffentlichen Angestellten und Arbeiter überhaupt, Brünn, 521. 14.30: Prager Effektenbörse, Wetter, und zwar sowohl in der Frage der Besoldungs- theater Der geheilte Geishals". 18: Beitzeichen. Landwirt Sports Theaters und Pressebüronachrichten. 17.40: Buppenreform, als auch in der Zoll- und Kongruafrage schaftsfunt:" Gurken und Kürbisse". 18.20: Bortrag. Frei willige Sanitätsfürsorge". 19.15: Einführung zur Opernihr vollstes Vertrauen aus. Die Reichskonferenzendung 3wei Witwen". 19.30: Opernübertragung aus dem ist überzeugt, daß die beiden parlamentarischen Nationaltheater: 3wei Witwen", Oper von Smetana. ZeitKlubs der deutschen sozialdemokratischen Arbeiter eichen und Pressebüronachrichten. partei auch fernerhin im Sinne der beiden Schlußjätze der oben erwähnten Erklärung sowohl inner- Arthur Schnikler- Abend. 22.30: Tanzmusik. Wien. 20: halb, als auch außerhalb des Parlamentes zum Uebertragung aus dem Burggarten. Orchesterkonzert des Wohle der Eisenbahner und zur Wahrung der Interessen der Gesamtarbeiterschaft und ihrer ecos Stlassenbewegung im Geiste des Sozialismus wirten werden. Die Reichskonferenz protestiert auf das schärffte gegen die zoll und arbeiterfeindliche Politik der neuen deutsch- tschechischen bürgerlichen Regierungsmehrheit, die die gesamte Volkswirtschaft aufs schwerste bedroht und die ohnehin schon auf das äußerste herabgedrückte Lebenshaltung breiter werftätiger Schichten durch vermehrte Arbeitslosigkeit in Frage stellt. Sie flagt insbeson dere die deutschbürgerlichen Parteien ob der Folgen dieser Politik an und macht sie für dieselben verantwortlich. Die Reichskonferenz fordert von der Regierung die Ausgleichung des Verlustes am Einfommen infolge der Mehrausgaben für die verteuerten Lebenshaltungskosten durch zuerkennung höherer Bezüge( Teuerungszulagen), als sie im neuen Gehaltsgeseze festgesezt worden sind. Berlin. 20.30: Bon fremden Ländern und Menschen. Leipzig. 19.45: Orientalische Dichtung. Breslau. 20.25: Wiener Symphonieorchesters. 00000 Schweres Grubenunglück in Schemnitz 5 Tote. Schemniz, 16. August. Freitag nachts erin der dortigen Goldgrube ein Unglück, dem fünf eignete sich in der Nähe von Schemnik( Slowakei) Grubenarbeiter zum Opfer gefallen find. Freitag hatten die Arbeiter Franz Gafrit, Florian Suba, Adolf Stelzl, Ludwig Mikulás und Josef Starba unter Leitung des Grubenmeisters Julius Graus in der fünften Grubenschichte, etwa 500 Meter tief, gearbeitet. Kurz vor Abschluß ihrer Arbeit geschah das Unglück. Sie bemerkten nicht, daß einsinkendes Wasser die Grubenwände start durchnäßt hatte. Eine Wand ftürzte plötzlich in der Breite von 30 Metern ein und begrub die Unglücklichent. Nur Franz Gafrif Die Konferenz protestiert weiters gegen die um Hilfe. Zuerst zog man den schwerverletzten Die Konferenz protestiert weiters gegen die gelang es, fich ans Licht zu arbeiten. Er rief sofort ungerechte Einreihung der Orte in die Aktivitäts- Josef Starba aus den Steintrümmern. Die Beine zulagentlassen nach dem Bevölkerungsschlüssel und waren ihm gebrochen. Dann wurden die Leichen erhebt neuerlich die Forderung, der Bemessung der des Grubenmeisters Julius Graus und des ArAktivitätszulagen nach Preiszonen( Index). Sie beiters Ludwig Mikulas geborgen. Die Hilfsarbeit verurteilt entschiedenst das von der Staatseifen- dauerte die ganze Nacht, aber Florian Suba und bahnverwaltung zur Einführung gebrachte und Adolf Stelzl fonnten bis jetzt noch nicht heraus immer größeren Umfang annehmende System der Vertragsarbeiter und die an diesen Arbeitern geübte Ausbeutung. Die Reichskonferenz fordert dringendst die Regelung dieser unhaltbaren Ar beiterfrage im Sinne eines stabilen Arbeitsverhältnisses und einer den heutigen Teuerungsverhältnissen entsprechende Entlohnung. gegraben werden. Josef Starba wurde sofort in Das Krankenhaus zu Léva überführt, die Opera tion half aber nicht mehr. Er starb Samstag inter großen Qualen. Die Untersuchung wurde sofort eingeleitet. Es wurde festgestellt, daß weder die Grubendirektion noch die Arbeiter an dem Unglüc Schuld tragen. Die Verunglückten durchwegs Schließlich fordert die Konferenz von der Re- Familienväter wurden unter großer Teilnahme gierung die endliche Regelung der Ruhegenüsse der Bevölkerung heute nachmittag bestattet. sämtlicher Pensionisten auf gleicher und gerechter Grundlage. Der Frantfälltherprozeß vor der zweiten Instanz. schen Einheitsstaat ab. Auch mehrere preußische die Grenzen im Interesse Bulgariens selbst durchMinister waren anwesend. Reichspräsident zuführen, begegnet. Ferner wird die Regierung Budapest, 16. August.( MTJ.) Die VerkandHindenburg hatte wegen anderweitigen erklären, daß Bulgarien eine friedliche Politik ver- lung des Frankenfälscherprozesses vor der zweiten er folgt und alle Opfer für die Sicherung des weihte an diesem Tage in dem fleinen pommer- bens bringt und daß die Nachbarn auch ihrerseits Instanz wurde heute vormittag 10 Uhr vom Sedent schen Städtchen einen neuen Sportplay ein. Dies dazu beitragen sollten, indem sie die nötigen Maß- natspräsidenten Gado eröffnet. Im Gegensatz zu um sich der nahmen zur Beseitigung der Gründe der Unruhen, dem regen Interesse, das sich für die Gerichtsvervar natürlich nur ein Vorwand, soweit es in ihrer Macht steht, treffen. Die Ant- handlung vor der ersten Instanz zeigte, befanden republikanischen Feier zu entziehen, wort wird schließlich auch betonen, daß Bulgarien sich bei der heutigen Verhandung nur wenige mit allen Mitteln gegen die umstürzlerischen Elemente kämpft und daß ihm in diesem Kampfe die 3uhörer im Saal. Von den Angeklagten sind Nachbarn zu Hilfe eilen und ihm die Lösung der nur Windischgräs, Hajts, Kurz und schweren Krise erleichtern sollten, in die es durch Kovács nicht erschienen, während die den Krieg gestürzt wurde. Eine Kopie dieser Ant- übrigen Angeklagten anwesend sind. wort wird den drei Großmächten geschickt werden, damit sie sich über das Vorgehen Bulgariens ausRadic gegen Palic. London, 16. August.( AR.) Die Konferen; der Delegierien der Bergarbeiterföderation hielt heute nachmittag eine viereinhalbstündige Sipung Das tontinentale Eisenkartell. ab. Sie hörte die Berichte über die fürzliche Abstimmung der Arbeiter an und verhandelte über Schwierigkeiten knapp vor Abschluß. die fünftige Politik der Föderation mit Rücksicht auf den Streif. Wie aus den erstatteten Berichten Paris, 16. Auguft.( Tsch. P. B.) Die bisher hervorgeht, wurden bei der Abstimmung 367.650 zwischen französischen, deutschen, belgischen und Stimmen fontra und 333.036 Stimmen für die luxemburgischen Vertretern erfolgreich geführten Annahme der Borschläge der christlichen In- Berhandlungen über die Schaffung eines Eisen- sprechen können. Die bulgarische Regierung wird dustrievereinigung abgegeben. Die schottischen fartells sind jetzt, wie einige Blätter erfahren, vorläufig verzichten, den Konflikt dem Völkerbund Belgrad, 16. August. In einer im slowenischen Bergarbeiter in der Zahl von ungefähr 60.000 ernstlich bedroht oder sogar schon gescheitert. Das zu unterbreiten, indem sie die weitere Entwicklung enthielten sich der Abstimmung, weil sie mit der Einvernehmen zwischen den franzöfifchen, deut- der Dinge abwarten wird. Doch wird sie anfün- Orte Serffo gestern gehaltenen Rede erklärte SteAbstimmung nach Bezirfen nicht einverstanden schen und luxemburgischen Delegierten war zwar bigen, daß fie bereit ist, die Genfer Lösung anzu- phan Radic, daß Nikola Basic nicht mehr zur waren und eine Gesamtabstimmung wünschten. schon vollkommen, doch sollen die belgischen nehmen und jede Untersuchung, die damit verbun- Regierung berufen werden wird, da keiner der Es wurde eine lange Diskussion über die Er- Delegierten erklärt haben, daß sie auf die ihnen den wäre. maßgebenden Faktoren dies wünsche. folge und Schritte, die die Föderation unter zuerfannten Kontingente nicht eingehen fönnen, nehmen soll, abgeführt. Die Konferenz wurde ver- weil sie auch bei weitem nicht dem Anteile enttagt, ohne daß die Diskussion abgeschlossen war sprechen, den die belgische Metallindustrie auf den und irgend ein Beschluß über die Anbahnung Weltmärkten zu haben wünscht. formaler Verhandlungen getroffen worden wäre. Große republikanische Kundgebungen in Deutschland. Gemeindewahlen in Serbien. Der Kulturtamp] in Merito. Gajda in Sibirien. In Belgrad siegen die Demokraten. Von Richard Reißner, Die Wirren am Ballan. Belgrad, 15. August.( Tsch. P. B.) Bei den heute in Serbien und Montenegro durchgeführten Nachdem 1918 die sibirischen Abteilungen Versöhnliche Antwort Bulgariens. Wahlen wurde in Belgrad der Demokrat Ruder roten Armee monatelang im Westen von den Sofia, 15. Auguft.( Tsch. P.-B.) Die Antwort man u di mit 6578 Stimmen zum Bürgermeister weißgardistischen Truppen Gajdas, im Osten Berlin, 16. Auguft.( Eigenbericht.) Die Bulgariens auf die Note der Nachbarstaaten wird gewählt. Der radikale Regierungstandidat Kara von Japanern, Franzosen und Amerikanern eingeVerfassungsfeier des Reichsbanners in Nürn- vor allem Einwendungen gegen alle Bulgarien Jovanovic erhielt 6226, der radikale Diffident schlossen waren, ohne eine Nachricht von Zentralberg am Sonntag gestaltete sich zu einem über- gegenüber erhobenen Beschuldigungen enthalten. Bobie 3527 und die übrigen Kandidaten eine un- Rußland zu erhalten, blieb nur eins übrig: Weiwältigenden Bekenntnis zur deutschen Republik. Die Regierung wird einen Ueberblick über die bedeutende Zahl von Stimmen. In den übrigen ter zu kämpfen und zu hoffen, daß Troßkys ge Etiva 80.000 bis 100.000 Reichsbannerleute Situation an der griechischen und an der rumäni- Städten scheinen nach den vorliegenden Berichten waltiger Vorstoß die Umflammerung der Gajda Truppen sprenge werde. zogen stundenlang am Bundesvorstand vorbei, schen Grenze geben und den vollkommenen Man in der Mehrzahl Radikale gewählt. So verging unter furchtbar aufreibenden während 200.000 Zuschauer in den Gassen Nürn- gel an Tatsachen betonen, welche als Beweis eines Kämpfen der heißeste Sommer, mit einem ewig bergs Spalier bildeten. Am Festplatz vereinig Versuches feitens Bulgariens, die Sicherheit Grieblauen strahlenden Himmel, mit hoffnungsvol ten sich die Teilnehmer zu einer Riesenkundge- henlands und Rumäniens zu bedrohen, ausgeMerifo, 16. August.( Reuter.) In der Vor- lem Sehnen nach einem glücklichen Ende und dem bung, wobei die Vertreter der drei republikani nützt werden könnte. In der Antwort wird die Sonderbarkeit der Intervention dieser beiden stadt San Angelo fam es zu einem Zusammen brennenden Wunsche, Gajdas Vormarsch am füh schen Barteien sprachen. Die Grüße der Sozial- Staaten betont werden, die um so mehr zutage stoße zwischen Polizei und Katholiken, welche sich len Baikal zum Stehen zu bringen. Dann Sibidemokratie überbrachte der Parteivorsitzende Herfritt, als Griechenland feinen Grund zu einer Be- der wegnahme einer Kirche widerfesten. Auf rien, das großze, weite, schöne und reiche Land, mann Müller. Er sowie der Bundesvor schiverde hatte, während Rumänien die bulgari-| beiden Seiten wurden einige Personen leicht ver- das anders war als es uns unsere Lehrer zeigfizzende Hörsing fanden starken Beifall. Der schen Emigranten für die traurigen Ereignisse in letzt. Sonst verlief der Sonntag ruhig. ten, dieses Sibirien, das unter dem Weltkrieg Lettere verlangte von der Reichsregierung den der Dobrudscha verantwortlich macht. Was die wenig litt, war die Hoffnung der russischen Arbeientscheidenden Kampf gegen die Wirtschaftskrise. griechische Grenze betrifft, die oft die Szene für ter und Bauern. Die Arbeiter- und BauerngeEr verlangte weiters, daß die unteren Organe blutige Ereignisse bildet, so wird die bulgarische Die Kriegsheter im Often an der Arbeit. alt, die mit Arbeiter- und Bauernblut erobert der Reichswehr jedwede Verbindung mit den Regierung in ihrer Antwort eine vollständige Tarrechtsradikalen Verbänden lösen. Die fleintali legung über die tiefen Gründe dieses Standes der Mostau, 15. Auguft.( Taß.) Die„ Jswestia" wurde, durfte nicht aufgegeben werden, wenn es brigen Verbände mögen die Geduld des Reich Dinge abgeben, der unzertrennlich mit der Situ- weisen darauf hin, daß die Konzentrierung pol- auch neue Opfer fosten sollte. Und es koſtete neur banners nicht auf eine zu harte Probe stellen. ation im bulgarischen Mazedonien zusammenhängt nischer Truppen an der litauischen Grenze fort- schmerzliche Opfer! Die tschechoslowakischen Truppen, die sich an Auch in Frankfurt fand eine große und womit sich die revolutionäre Bewegung er- dauert. Das Blatt hebt hervor, daß Polen seine republikanische Feier anläßlich der Einweihung flärt, deren Gründe nicht in Bulgarien gesucht antilitauischen Pläne nicht aufgegeben, sondern der sibirischen Eisenbahnlinie befanden, wurden des Neubaues der alten Mainbrücke. die auf eine werden fönnen. Ferner wird die Regierung Weit deren Verwirklichung nur aufgescheben hat. Die im Mai 1918 von den weißgardistisch infizierten jahrhundertealte Geschichte zurückblickt, statt. teilungen über die großen Schwierigkeiten machen, Gefahr einer Verletzung des Friedens Osteuropas tschechoslowakischen Offizieren mit Gajda an Frankfurt prangte in den Farben der Republik. denen sie infolge der. ungenügenden Zahl ihrer bleibt greifbar naheliegend. Die beruhigenden Er- der Spitze überredet, gegen die Sowjet- Regierung Aus allen Teilen des Reiches waren Gäfte her militärischen Sträfte bei der Grenzfontrolle froß flärungen der polnischen Diplomatie haben keine aufzutreten. Mit einem Schlage, ganz unerwar tet, traten die Tschechoslowaken in Novo- Nikolabeigeströmt und legten ein Bekenntnis zum dent- ibrem auten Millen die pofffonimene Aufsicht über fontrete Bedeutung. Sie sind inhaltslos. Ae siebente Reichenberger Messe. jewsk, Mairiinsk, Nischnrudinsk, Petropawlowik, Kurpan und an anderen Orten in Aktion. Heute ist es erwiesen, daß Gajda ein typischer militä- rrscher Abenteurer war, den die goldenen Achselstücke eines russischen Generals lockten, und der den goldenen Säbel, den ihm die sibirischen Schieber und Wucherer schenkten, gegen die Freiheit und die Revolution schwang. Ihm hauptsächlich ist es zuzuschreiben, daß die Tschechen die Bezeichnung G a d h(Schlangen) erhielten. Wollten russische Mütter ihre Kinder erschrecken, sagten sie: Warte nur warte, di« Tschechen kommen. Und dieser Mann, dessen die sibirische Bevölkerung nur verfluchend gedenkt, der die^unendlichen weißen Schneefelder Sibiriens mit dem roten Blut der sibirischen Arbeiter und Bauern tränkte, dieser MaNn, dessen Sehnsucht nach der Konzentration der Macht in einer Hand bekannt war, konnte nicht nur General st abschef einer demokratischen Republik, er kmnte, was nicht mehr zu bezweifeln ist, Ver- traUensperson der Sowjet-Regierung werden. Seine diktatorischen Gelüste waren ein Geheimnis. Die„Nenyorker Volkszeitung" bracht« im November 1918 ein Telegramm des„Herolds", in dem Bernstein von einer Unterreimng meldet, die er am 20. November mit dem General Gajda hatte. ,.Ick> bin damit einverstanden, daß Koltschak zum Diktator gewählt wurde. Rußland ist für ein« sozialistische Regierung noch nicht reif. Es braucht»ine Diktatur oder einen Monarchen." Bald darauf ernannte ihn Admiral Koltschak zum Kommandierenden der sibirischen Armee. Wenn Gajda auch nicht Nähmaschinenagent war, wie an der sibirischen Front erzählt wurde, so bleibt sein Aufstieg trotzdem unvergleichlich. Wenn ich fetzt in den Zeitungen von Begrüßungen und Ovationen für den„heldenhaften General" lese, so erinnere ich mich, daß das alles schon einmal da war. Nur Zeit und Raum haben sich geändert. Auch 1918 wurde der„Erlöses mit Blumen, Wein und Küssen der kapitalistischen sibirischen Frauen und Mädchen begrüßt. Damals war es Irkutsk. Heute ist es irgend eine tschechische Stadt, die ihm zujubelt. Allerdings wurde aus dem russischen Erlöser em Judas. Er lieferte, als sich die tschechoslowa- kischen Truppen vor den Roten fluchtartig zurückziehen mußten, den Admiral Koltschak, das Haupt der sibirischen Konterrevolution an die Bolschewik! aus. Koltschak wurde an die Mauer des Gefängnisses gestellt und erschossen.(Shaka- row: Das weiße Sibirien.) Gajda wurde General st abschef einer demokratischen Republik. Es wäre ein geschichtliches Verdienst, das Buch des monarchistischen Generalleutnants Shakarow„Das weiße Sibirien" in die tschechische Sprache zu übersetzen. Die Juli» und Augusttage de's' Jahres 1918 kosteten die tvertvollsten Opfer. Die Lage der roten Armee am Baikal wurde täglich hoffnungsloser. Japan erließ eine Deklaration über die Entsendung von japanischen Truppen nach Sibirien. Mit der Betvaffnung der Rotgardisten stand es schlecht. Es gab wenig Gewehre, fast keine Patronen. Das riesige Hinterland erforderte große Kräfte. Im Rücken der roten Armee arbeiteten weißoardistische Partisanen-Abteilungen. Gajda konnte triumphieren. Am 18. August 1918 umkreiste ein tschechischer Acroplan die Station Bcresowkabe: Werehne- Udinsk. Er warf Flugzettel herab. Es war eine Botschaft Gajdas an die Rotgardisten. Dem Sinn nach so: Rotgardisten! Eure Kommandanten und Kommissär« sind von Wilhelm gekauft. Sie wollen eine neue deutsch-russische Front Herstellen. Aber Eure Lage ist hoffnungslos; uns jübclt alles zu und begrüßt uns als Befreier. .Jedes weitere Blutvergießen ist nutzlos. Ergebt Euch und Ihr erhaltet Brot, Arbeit und Freiheit. Dafür bürge ich mit meinem Ehrenwort. Stabs-Kap. Gajda Kommandant von Irkutsk. Tags darauf wurde zwischen Kulhuk und M i s s o w a j a ein Sanitätszug der roten Armee in Grund und Boden geschosien. Eine Abteilung Rotgardisten, die bciTroitzkossawsk standen, und die Verbindung mit der Haupttruppc verloren, haben sich tatsächlich ergeben. Sie wurden in ein Gefängnis auf Rädern, in die sogenannten„Abteilungen des Todes" geworfen. End: November 1918 traf ich als japanischer Schnhlgefangenrr diesen Transport auf der Station Buxedu(Mandschurei). Drei Monate furchtbarer Leiden und Qualen mußten die Gefangenen erdulden:■/ Fahrt bei geschlossenen Fenstern. Tägliche Nahrung: Ein wenig Kohlsuppe, nranchmal Kascha, und ein halbes. Pfund Brot. Die Wagen wurden nie gesäubert. Ein Glückstag, wenn man erlaubte, daß mildtätkge Menschen Liebesgaben reichen konnten. Wäsche und Kleider verfaulten. Den Kopf aus der Tür oder dem Fenster hinausstecken, hieß Schüsse der Wache erwarten. Erst als die amerikanische Mission und japanische Aerzte eingriffen, besserte sich ihre Lage. Die russische Eharbiner Zeitung„Mandschurei" brachte ähnliche Berichte, die dos amerikauffche rote Kreuz mitteilte. Die Tragik der sibirischen Revolution ist unsagbar groß. Neben Jakowlew, Lytkin, Iwanow, Sierow, Suchanow und Melnikow sind tausende Na- nienlose ums Leben gekommen. Was würden sie sagen, wenn sie hörten: Gajda steht jetzt im Dienste Sowjet-Rußlands!? Oder müssen diese„Imponderabilien" schweigen, wenn es sich unt Staatsnotwendigkeiten handelt? handelt?. Reichenberg, 15. August. Messen sollen angeblich das Barometer der Volkswirtschaft sein. Diese Annahme entbehrt gewiß nicht einiger Berechtigung, aber ganz trifft sie doch nicht zu. Denn eine großzügige Reklame, die sorgfältige Auswahl qualitativ guter Erzeugnisse und ihre raffinierte Zusammenstellung allein sind noch kein wirtschaftlicher Gradmesser. Auch der auf einer Messe erzielte geschäftliche Umsatz gewährt noch keine Sicherheit wirtschaftlicher Konjunktur. Der wirtschaftliche Niederschlag muß auf der Messe in allen seinen Uffachewund Wirkungen nicht einmal erkennbar sein. Soweit also von einem Barometer überhaupt gesprochen werden kann, gilt dies nur insoweit, als bei schlechter Geschäftslage wenig und bei guter mehr Abschlüsse getätigt werden. Ansonst übt eine Messe keinerlei Wirkung auf die Wirtschaftslage aus. Di« Reichenberger Messe hat sich nun im Gegensatz von vielen anderen behauptet und wurde am Samstag bereits zum siebentenmal eröffnet. In äußerst ungünstiger Zeit ist das Wagstück wiederum versucht worden. Und gerade dieser Umstand gibt dieser Messe eine Festigkeit, einen Beweis der Haltbarkeit. Sie ist eine Muster- und Warenschau geworden, die sich aus sich selbst heraus von Jahr zu Jahr qualitativ günstiger entwickelt. Was Heuer sofort auffällt, ist, daß die Zahl der Aussteller geringer, dafür aber die Güte der ausgestellten Erzeugnisse weit besser als im Vorjahre ist. Die Anzahl der angemeldeten Einkäufer ist erfreulich groß, wieweil cs allerdings zu Geschäften kommen wird, werden erst die nächsten Tage lehren. Die Anzahl der Besucher ist überraschend groß. Obwohl diese natürlich meistens nur Schaulustige sind, beleben sie das Bild der Messe doch.— Was zu sehen ist, hat auch Interesse für die Arbeiterschaft: zwar nicht kaufkräftig, sieht sie doch ihre eigenen Erzeugnisse in einer Weise zusammengetragen, daß cs sie Herz- Tages-Nenigleiteu. Wiener Genossen am Grabe Hillebrands. Samstag vormittag fanden sich auf dem Karlsbader Friedhof eine Anzahl gegenwärtig in Karlsbad weilende Wiener Parteigenossen em, um des Gen. Hilleband zu gedenken. Für die Kriegs- und Bezirksorganisatron Karlsbad, sowie für die Redaktion des„Volkswille"- nahmen die Genossen Löiw, Wondrak und Sacher, ferner Genossin Blatny teil. Unter den Wiener Genossen, die Gen. Glöckel führte, befanden sich auch einig« hervorragende Funcksicmäre und Vertrauensmänner der Gemeinde und der Partei- und Gctverkschafts- organisationen Wiens. Am Grabe hielt Nationalrat Genosse Glöckel dem toten Freunde einen von'Rührung durch-' zitterten, tiefempfundenen Nachruf. Der Redner würdigte das Werden und Wirken des Toten, zeichnete die großen Vorzüge des edlen und guten Menschen, der Hillebrand stets war, gab dem großen Schmerze über den Verlust des so frühzeitig Dohingegangenen Ausdruck, der auch alle lene erfüllt, die in den letzten Jahren seines Lebens nicht mehr unmittelbar mit ihm zusammenwirken konnten, ihm aber liebe Freunde geblieben waren und überbrachte schließlich die Grüße des roten Wien, das zum Symbol sozialistischen Hoffens und Siegens geworden ist, welchen Zielen ja Hillebrands Lebenswerk gewidmet war. Hierauf legte Landtagsabgeordneter Genosse Schleifer im Namen der Wiener Gäste einen Strauß roter Rosen auf das Grab nieder, dessen rote Schleife die Worte trügt:„Dem treuen Kämpfer— Wiener Parteigenossen, August 1926". Genosse Löw dankte dem Genossen Glöckel für seine trefflichen Worte und den Wiener Genossen für di« Ehrung, die sie unserem teueren Toten zuteil werden ließen und versicherte, daß die Grenzpfähle, die uns nun von den Wiener Freunden trennen, nicht vermögen, die in jahrzehntelanger Kampfgemeinschaft gewordene Freundschaft zu zerstören. Sie lebt weiter fort, stärkt uns rm Kampfe und das große Wiener Beispiel gibt uns stets neue Zuversicht, den Kampf für den Sozialismus auch auf dem schweren Boden unseres Staates siegreich zu Ende führen. Hierauf fand die schlichte, aber wahrhaft erhebende Gedankfeier ihren Abschluß. Die Ursache der Ciepeler Katastrophe. Ei» Attentat? Budapest, 15. August. Blättermcldungen zufolge sind drei Bergarbeiter, die unter dem Verdachte, die Explosionskatastrophe in Csepel verursacht zu haben, verhaftet worden sind, nachdem sie ein vollständiges Alibi nachgcwicfen haben, heute wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Nach dem„A Reggel" sollen die Erhebungsdaten gezeigt haben, daß die Ursache auf Fahr- lässigkert zurückzufuhren sei. Darnach wäre die Explosion durch Verletzung des Rauchwrbotes seitens der. drei Arbeiter hervorgerufen worden. Heute vormittag werden auf dem Schauplatz Explosionssprengungen vorgenommen werden, um die Explosion zu rekonstruieren und festzustellen, wie die Explosion überhaupt erfolgen konnte. Gleichzeitig wird auch das zuerst explodierte Mu- nitonslager aufgedeckt, um neue Angaben zu Tage zu fördern. Dem,^6tföi Naplo" zufolge hätten die Wachposten in Csepel vor einigen Tagen in der Nacht Schüsse auf zwei Männer abgegeben, die sich dem Pulvermagazin nähern wollten. Die Untersuchung ist lich freuen muß. Freilich, der bittere Beigeschmack ist nicht los zu werden: die herrlichen Erzeugnisse, die sie schafft, werden von den Anderen erworben. Die Teppiche und Schlafzimmer, die Klaviere und Radioapparate, die feinen Stoffe und die kleinen und großen Autos und Motore, die herrlichen Glassachen und die feinsten Spitzenhandarbeiten, die herrlichen Spielsachen und auch die praktischen Bedarfsartikel, sie alle erfreuen auch den Arbeiter und die Arbeiterin, aber sie bleiben für sie das „Rühr mich nicht an", obwohl sie vorerst durch ihre Hände gegangen sind. Ein Spitzendeckchen um sechzigtausend Kronen versetzt auch unsere Arbeiterin in Entzücken, obwohl sie viel dringendere Bedürfnisse zu decken hatte. Auch des Proletariers Kinder würden mit dem„Bauernhof im Egerland" umzugehen wissen, aber das bleibt für sic unerreichbar. Eine wertvolle Bereicherung erfährt die Nei- chenberaer Messe durch die Ausstellung des deutschen Werkbnnoes. Alles in allen« kann gesagt werden, daß sich ein Rundgang durch die elf Messehäuser lohnt. Er regt zum Nachdenken an, was im Heim des Arbeiters noch alles fehlt und auch darüber, warum das Fehlende stets fehlend bleiben wird. Es zeigt mit aller Deutlichkeit auf, daß zum Wohlstand m der Arbeiterfamilie noch soviel beizutragen wäre, daß eine Messe nicht nur Schaustellung für Unerreichbares, sondern bequeme Auswahl zur Deckung der Bedürfnisse wäre. In der Zeit, in der die Produkte nicht wegen des Bedarfes, sondern wegen des Profites erzeugt werden, haben Messen zwar für den Händler und Verkäufer großen Wert, der Arbestsmann ist nur soweit inter- essicrt, soweit eine Messe überhaupt imstande ist, Arbeitsmöglichkeit zu sichern. Aber auch dieses Moment könnte die Bedeutung der Messe zweifellos erhöhen. nach dieser Richtung ausgenommen worden. Eilendahnkatastrophe in Paris. 12 Tot«, 40 verletzt«. Paris, 16. August.(Havas.) Beim Verlassen des Lyoner Bahnhofes in Paris sind zwei Züge zusammengestoßen. Es wurde ein« größere Anzahl von Menschen getötet und verwundet. Eine werter« Meldung besagt, daß, der Zusammenstoß zwischen einem Vorort züg und einer Berschubloko motive erfolgt sei. Zwei Personen wurden getötet, 40 Verwundet,,hievon 15 schwer. Tas Unglück ist augenscheinlich auf ein« falsche Weichenstellung zurückzufuhven, wodurch der, Ausflüglerzug auf eine Verschiebe- garnitur ouffuhr. Zum Glück fuhr der Ausflüa- lcrzug nunmehr mit einer Geschwindigkeit von 20 Kilometer und war nicht wie gewöhnlich überfüllt, da der Großteil der Pariser auf dem Lande geblieben ist.(Der heutige Montag fft nämlich fast überall ein Feiertag.) Bei dem Ausflüglerzug wurden 2 Wagen 3. Klasse zertrümmert. Schwarz«ad Rot. Die westschlesische Stadt Freudental war am 15. August der Schauplatz zweier bemerkens- werter, einander entgegengesetzter Kundgebungen. Die katholffche Kirche und die christlichsoziale Partei feierten unter größtem Pomp die Einweihung des mit einem Kostenaufwand von mehr als sechs zusammengeschnorrten Millionen neu erbauten, prachtvoll eingerichteten Priester- seminars. Die ganze bürgerliche Welt, einschließlich der Juden, hotte diese Feier gefördert. Deutschnationale, Hakenkreuzler, Turner, Sänger — alles tat mit. Di« Geschäftswelt schon in Erwartung eines guten Geschäftes. Die klerikalen Drahtzieher rechneten mit einer Teilnahme von 20.000 Festgästen, sahen sich aber hierin enttäuscht. Immerhin war das Fest ein Beweis der Stärke der Schwarzen in Schlesien und Nordmähren, wobei sie sich vor allem auf den ,Kacho- lischen Volksverein" stützen. Im deutschen Ritterorden, der außer dem Schloß einige Mei«rhöfe sowie ein Brauhaus hat, eine eigene Volks- und Bürgerschule und«in Armenhaus unterhält, besitzt die klerikale BeweWng eine kräftige wirtschaftliche Stütze. Man versteht, daß die christlichsozial« Partei programmatisch ein« geschworene Feindin der Bodenreform fft! Unsere Parteigenossen veranstalteten am selben Tage vormittag eine Massenversammlung im herrlichen Saale des ArdeiterheimS(einer der größten Säle des ganzen Landes) unter dem Vorsitz des griffen Genossen Scharnowell. Der ehemalige Klostermönch Dr. thel. Schacher! sprach wirksam auf Grund der eigenen Erfahrungen über die Heranzüchtung der katholischen Priester im Sinne der Weltauffassung längst vergangener Jahrhunderte. Drastisch zeigte er den ungeheuren Gegensatz zwischen dem unkritischen Glauben und der exakten Wissenschaft auf. Abg. Gen. Schweich- hart behandelte als zweiter Redner das systematische Streben der katholischen Kirche nach weltlicher Vorherrschaft und ihre antisoziale Ein- stellung. die Verherrlichung des ausbeuterischen Kapitalismus als„göttliche Einrichtung". Während die Kirche unter ihrer Patronanz die Verankerung des kapitalistischen Systems anstrebt, wollen wir es ersehen durch die klassenlose sozialistische Gesellschaft. Beide Redner ernteten stürmischen Beifall. An diese antiklerikale Kundgebung schloß sich di« feierliche Utzbergabe des im modernen Änne umgestal-teten Arbeiterheims, wobei Genosse Scharnowell eine kurze Geschichte der Freudentaler Arbeite rhetvegung zum besten gab, die seit dem Jahre 1873 datiert. Tas Arbeiterheim selbst wurde 1905 übernommen und bildet heute eine stolze Trutzburg der Arbeiterklasse. Nachmittags fand im schönen Garten des Arbeitecheims ein Festkonzert statt. Zur Feier waren viele Genossen aus der engeren und weiteren Umgebung gekommen. Ein Fliegerunglück bei Brünn. Heut« vor halb 12 Uhr vormittags trafen, wie dos Dsche- choslowakische Preßbureau uieldet, auf dem Brünner Flugplätze einige Militärflugzeuge des Ol- mützer Flugregimentes Nr. 2 ein. Der Fliegr Zugsführer Karl Novotny, welcher mit seinem Flugzeuge zuletzt landen sollte, benützte einen geeigneten Augenblick und führte bei dem Slati- naer Bahnhofe einige Loopings vor. Den letzten derselben vollführte er berits in einer verbotenen Höhe von ungefähr 100 Meter über der Erde, was seinem Flugzeug und ihm zum Verhängnis werden sollte. Das Flugzeug stieß auf den Boden auf und wurde zertrümmert. Hätte der Flieger noch ungefähr 35 Meter freien Luftraum unter sich gehabt, hätte er das Flugzeug noch ins Gleichgewicht bringen können und das Unglück wäre vermieden worden. Beim Abstürze des Flugyeuges erlitt Zugsführer Novotny Rißwunden am Kopfe und einen Beinbruch unterhalb des Knies und an der Ferse. Die übrigen Flieger, tvelche unterdessen bereits auf dem Flugplätze gelandet waren, beobachteten mit Entsetzen den letzten verhängnisvollen Teil seiner Evolution, denn sie crkanten die ihm aus der geringen Höhe des Flugzeuges drohende Gefahr. Vom Flugplätze begab sich sogleich eine Militärkommfffton an die Unglücksstätte. Gleich daraus langte auch ein vom Stationsvorstande in Slatina, der den Absturz des Flugzeuges bemerkt hatte, und sogleich um Hilfe telephonierte, herbeigerufenes Automobil der Brünner Rettungsstation ein. Der verletzte Pilot wurde mittels Automobils in das Divisionskrankerchaus in Brünn gebracht. Seine Verletzungen sind schwer, aber nicht lsbnsgefährlich. Es muß leider konstatiert werden, daß in diesem wie in einigen übrigen Fällen das Unglück einzig der mangelnden Vorsicht des Fliegers zuzuschreiben ist, der in ungenügender Höhe über der Erde Akrobatenstücke wagt. Vorschriftsgemäß dürfen Militärflieger Akrobatenstücke in einer Höhe von mindestens 1000 Meter ausführen. Die Trümmer des Flugzeuges wurden nachmittags abmontiert und noch Olmütz geschafft. Sinowjews Nachfolger, aber nicht auf dem päpstliche» Throne von Moskau, sondern auf der Rutschbahn der Abgesägten, ist der Volkskommissär Kamenew. Er wurde seines Amtes enthoben und an seine Stelle als Konrmissär für Jnnew- und Außenhandel tritt der erst 30 Jahre alte Kaukasier Miko ja n, der im Jahre 1918 beinahe erschossen worden wäre. Mit Kamenew geht wieder einer aus der alten Leningarde den Weg aller Diktatoren. Wie ausgezeichnet«usere Eisenbahnen verwaltet werden,«fuhren diejenigen, die am Samstag mit dem„direkten" Schnellzuge von Prag nach Teplitz fuhren, der sahrplangemäß um 16 Uhr 55 vom Wilfonbahn- hof weggeht. Bei PodleSin mußte man umsteigen, weil dort durch einen Dammruffch der Verkehr unterbrochen ist. Daß aber nicht der Zug bereitstand, mit dem die Passagier« weiterfahren konnten, und daß die Reisenden mehr als eine halbe Stunde auf diesen Zug warten mußten, das ist schon höhere Schlamperei. Am meisten aber wurde die mangelhafte Verwaltung unserer Eisenbahnen den Reffenden in Laun klar, wo an der Schnellzugslokomotive irgend ein Defekt auftrat und wo es wieder eine Stunde dauerte, bevor eine andere Lokomotive mit dem dazugehörigen Lokomotivführer aufgetrieben werden konnte. Die Reisenden hatten also das Vergnügen, infolge der Schlamperei der Staatsbahnverwaltung mm 2 Stunden später nach Teplitz zu kommen und um zum Schaden noch den Spott hinzuzufügen, ließ man sie in v ö l l i g unbeleuchteten Waggons fahren, was wahrscheinlich nicht einmal mehr in Hinterindien der Fall sein wird. Alldem fft nur noch hinzuzufügen, daß an der Spitze des Effenbahnminfftc- riums gegenwärtig ein„Fachmann" steht. Ei« sauberer Polizeipräsident. Der stellvertretende Polizeipräsident von Salzburg, Wilhelm Friedrich, steht unter dem Aufsehen erregende« Verdacht des Warenschmuggels nach Bayern. Vermöge seiner Stellung, in der er auch den bayrischen Zollbehörden persönlich gut bekannt war, konnte er stets ohne Durchsuchung die Grenze passieren. Jüngst macht« er sich aber an der Grenze verdächtig, wurde angc- halten und man fand bei ihm Teppiche, die er unverzollt nach Bayern bringen wollte. Friedrich befindet sich ebenso wie sein Auftraggeber, Siegmund Mayer, in Prag, wohin der Polizeidireü tor angeblich zum Besuche seines kranken Vater, gereist fft. Eine unerhörte Pietätlosigkeit. Sonntrw nachmittags fand sich beim Grabe des unbekannten Soldaten in Paris ein sehr gut angezogener einbeiniger Fremder ein, zog aus der Tasche ein- Flasche Champagner und begann si-' ein Glas nach dem andern einzuschenten. Schlief- Ich trug er dem unbekannten Soldaten eine»' Trinkspruch vor und zerbrach das Trinkglas