Einzelpreis 70 Seller. Redaktion und Verwaltung: Prag, I., Netazanta 18, Telephone: Tagesredattion: 26795, 31469. Rachtrebattion: 26792 Poftfchedamt: 57544. Jnferate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachla 6. Jahrgang. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der tschechoslowakischen Republit. Donnerstag, 9. September 1926. Bezugs Bedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post: monatlich vierteljährlich Ke 16halbjährig ganzjährig. 48.98.192. Ridftellung von MannStripten erfolgt nur bei Eis fendung der Retourmarten. Erscheint mit Ausnahme Bes Montag täglich fr Nr. 211. Die Nöten des Diktators. Deutschland einstimmig aufgenommen er grammentwurf der öſterGenf, 8. September.( Wolffbüro 12 Uhr 20 Min.) Die Völkerbundversammlung hat nach Annahme der vom Büro vorgeschlagenen Tagesordnung für ihre heutige Vormittagssitung soeben- 11 Uhr 45 Min. den ersten Punkt ihrer heutigen Tagesordnung genehmigt und einstimmig die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund beschlossen. Der Beschluß wurde mit starkem Beifall von der Versammlung begrüßt. * reichischen Sozialdemokratie. Von Johann Polach. Die Programme der sozialistischen Parteien, die bei allen Gledern der sozialistischen Internationale in der Vergesellschaftung der Produktionsmittel das Ziel, in der Erweckung des Klajsenbewußtseins und der Organisierung des Klassenkampfes das Mittel zur Erreichung dieses Zieles sehen, führen ihren Stammbaum auf das Kommunistische Manifest und Maryens Inauguraladresse zurück, in welchen Dokumenten des wissenschaftlichen Sozialismus sich zuerst die geschichtlich revolutionäre Aufgabe des Proletariats von den Utopien des prähistorischen Allerweltssozialismus mit plastischer Klarheit abhebt. Doch bei aller Deutlichkeit in bezug auf Ziel und Weg, Prinzip und Taktik, welche die Programme der zu politischen Parteien organisierten Proletariate zeigen, haben diese Programme ihre Geschichte. weitumspannenden Organisationsformen, In Spanien herrscht seit drei Jahren das System, das gegenwärtig das Ideal der internationalen Bourgeoisie ist. Der Parlamentarismus ist erwürgt, der gesamte Militär- und Zivilapparat liegt in den Händen eines Direktoriums, an dessen Spize der General Primo de Rivera steht, die politischen Parteien sind einflußlos, furz alles ist so, wie es mehr oder minder offenherzig auch unsere Bourgeoisie erstrebt. In einem Punkte hat die spanische Macht- und Besitzklasse auch alle Ursache, zu- Der Völlerbund tritt in ein neues Stadium[ vom Format der tschechofascistischen Presse etwa frieden zu sein: das Proletariat liegt gefesselt seiner Entwicklung ein. Kommt die Aufnahme gerade gegen dieje Rolle Deutschlands Sturm ohnmächtig am Boden. Ein völliges Rede- und Deutschlands in die Liga der Nationen heute auch laufen. Ohne sich einem überflüssigen Optimismus Versammlungsverbot sorgt dafür, daß keine keinem Ereignis von so welterschüttender Beden hinzugeben, kann man doch erklären, daß mit dem andere Meinung, als eben jene der Diktatoren, tung gleich, wie man es vor zwei oder drei Eintritt Deutschlands ein Schritt zum dauernden im Lande bemerkbar werde; die Presse ist durch Jahren noch in dieser Wendung der Dinge sicher Frieden getan wurde, daß die Einigung der eurodie militärische Vorzensur gedrosselt, Streiks gesehen hätte, so wandelt sich doch der Charakter päischen Völler greifbare Gestalt annimmt. werden mit Gewalt oder List niedergehalten, war der Völterbund lediglich eine Vereinigung des Völkerbundes sehr gründlich. Nach Versailles Partei und Gewerkschaften können zur Be- der Siegerstaaten, eine Treuhandgesellschaft der zwei oder drei Jahren von der Aufnahme Deutsch- Die Entwicklung des Kapitalismus zu ſeinen neuen fämpfung der Ausbeutung und zur Hebung der jenigen, die sich ihrer Schuld an dem europäischen lands nichts wissen wollten, sich damit trösten, wachsende Zahl und Macht des Proletariats sosozialen und wirtschaftlichen Lage der Arbeiter- Elend wohl bewußt waren. Die ehrlich neutralen daß gerade der Eintritt Deutschlands die Ber- wie die Eindeutigkeit seines Klaffenschicksals, die klasse nicht das geringste tun. Mehr als diese und friedlichen Staaten wie Schweden, Holland, ewigung der Grenzen von Versailles und die Aus- immer stärkere weltwirtschaftliche Verflechtung politische Mundtotmachung des Proletariats Dänemark- viel mehr waren es nicht waren hat auch in Spanien der Fascismus nicht zu machtlos gegenüber den großen imperialistischen lieferung der deutschen Minderheiten an die der einzelnen kapitalistischen Staaten mußte die bewerkstelligen vermocht. Er war ebensowenig Mächten, die von Poincare und Lloyd Georges, Herrennationen bedeute, so sei ihnen gleich offen Programme veralten lassen, zu ihrer Ueberarbeitung und Erweiterung aber auch zu ihrer Anpaswie in Italien imstande, auch nur eines der von Mussolini und Paderewski regiert und reprä- und ehrlich gesagt, daß man in deutschen Kreisen sung an den Entwicklungszustand des einzelnen großen wirtschaftlichen Probleme der Nach- sentiert wurden. Die Heiligkeit der Gewaltver- im Gegenteil erwartet, daß nunmehr die deutschen Landes, zu einer stärkeren Berücksichtigung der in friegszeit zu lösen und der wirtschaftlichen mit dem Schwerte gezogenen Grenzen, sollte dieser Minderheiten ihren Anwalt im Rat der Nationen den einzelnen Staaten aftuellen sozialistischen des die besser Herr " 1 Wenn heute die Chauvinisten, die noch vor die Die dem revolutionären liche Diftion in den älteren Programmen machte Aufgaben führen. Schwunge der sozialistischen Jugendjahre natüreiner fonfreteren, auf die politische Erziehung von Millionen besser eingestellten Sprache Play. Dies alles drängt sich dem Bewußtsein auf, in demokratisch regierten Ländern möglich war. sammlung von Kriegs- und Nachkriegsschuldigen sion, dem Unrecht am deutschen Volk zu steuern Völkerbund schüßen. Er war eine erlesene Ver- haben werden. Deutschland übernimmt die MisLand und Volt leiden unter einer ständig wach- und pochte auf den Paragraphen von Deutsch- und wird friedlich und im Sinne des Bundes jenden Wirtschaftskrise, das Leben wird täglich lands Schuld. Er hatte den Wortbruch der west- diese Mission durchführen. teuerer, Arbeits- und Erwerbsmöglichkeiten Gichen Imperialisten zu decken und er gebärdete diese Mission durchführen. werden stets geringer. Der spanische Fascismus sich als Hüter her ehrlichen Politik gegenüber An eine andere Adresse muß aber heute auch hätte noch scheinbar seine Aufgabe erfüllt, wenn dem gefährlichen, rachebrütenden Deutschland. ein Wort gerichtet werden. Die deutschnationalen wenn man den Programmentivurf, den die im Nuhe herrschen würde, die allerdings nur die Der Bund hat sich gewandelt. Er hat viel Kreise, die heute schon den Eintritt Deutschlands Jahre 1924 eingesetzte Programmkommission der Ruhe des Friedhofs sein könnte, aber selbst mit von seiner Macht und Autorität eingebüßt, weil als einen Erfolg anerkennen müssen, mögen daran österreichischen Bruderpartei vorlegt, liest und der Ordnungsmacherei will es trotz aller Bajo- er in einer Reihe von Fällen versagt hat. Aber denken, daß es die Politik Wirths und mit dem bisher geltenden Wiener Programm nette und Maschinengewehre nicht flappen, denn er hat auch sein Wesen geändert und ist cus einem Rathenaus, Erzbergers und Scheide- vom Jahre 1901 vergleicht. Es sei ausgesprobinnen weniger Monate ist es nun schon das Bunde der Sieger ein Bund der Neutralen und zweitemal, daß Primo de Rivera gegen mili- Versöhnlichen geworden. Sicher ist es noch heute manns war, der dieses Ergebnis vorbereitete. chen, daß in dem Entwurfe der Elan der Sturmtärische Verschwörungen seine brüchige Difta- das Ziel Englands, ihn zu einem Bund gegen Sie mögen gewiß sein, daß die Aussöhnung und Drangperiode nicht mehr vorhanden ist, daß torenherrlichkeit verteidigen muß. Rußland zu machen. Ohne Zweifel denkt Frank- Deutschlands mit den Feinden von gestern nur der Ton gemäßigter und gesetzter klingt. Aber Die Nachrichten aus Spanien über die Er- reich zunächst an die Sicherung seiner Oftgrenze, möglich war, weil die Welt dem Geiste Löbes dieser Mangel- wenn man ihn als solchen gelwenn es vom Ansehen des Völkerbunds redet, eignisse, die sich in den jüngsten Tagen dort aber gerade die Ausnahme Deutschlands beweist, vertraut und nicht in dem Symbol Hindenburg ten lassen will wird reichlich aufgewogen durch abgespielt haben, sind sehr unvollkommen und daß die ursprüngliche Bestimmung des Völker Deutschland erkennt. Sie seien daran gemahnt, die Fülle neuer Erkenntnisse und Aufgaben, klingen verworren, denn der amtliche Tele- bundes einem ganz neuen Zwved gewichen ist, daß die Wendung der europäischen Politik mit welche die österreichische Partei in dem Prographenapparat muß ausschließlich den Lügen daß Gegensäße rascher als man denkt, aus dem Siege der englischen Arbeiterpartei im Jahre gvammentwurf sich- und den anderen sozialiund Schönfärbereien des fascistischen Direk geglichen werden, und es muß nicht weitere sieben 1923 und mit dem Wiedererstarken der Arbeiter stischen Parteien stellt, durch die Klarheit, die sie toriums dienen. Dennoch ist so viel klar, daß Jahre dauern, bis auch Rußland dem Bunde die spanische Militärdiktatur eine neue schwere angehört. bewegung begann. Der Weg nach Genf ging über über geschichtliche Entwicklungszusammenhänge, Krije zu überstehen hat, von der trotz der Deutschland fällt die große Auf- London und wurde geebnet durch Macdonald über neuere wirtschaftliche und soziale ErscheiParteinahme des Königs für Rivera noch nicht gabe zu, zwischen Rußland und dem und Vandervelde, Blum ung Breitnungen verbreitet. feststeht, ob sie nicht schließlich die Beseitigung Westen zu vermitteln, so sehr auch Kläffer scheid. In Hainfeld 1888, aber auch in Wien 1901 des fascistischen Regimes zur Folge haben wird. hatte die österreichische Sozialdemokratie in ihrem Die Hauptthese des Fascismus behauptet, es Jahre, seitdem in Spanien die Diktatur Ri- auch noch nach anderen Ablenkungsmitteln für Brogramm vor allem die industrielle Arbeitergenüge als Stüße für seine Herrschaft auch eine veras besteht, der nach der Marime regiert: die Unzufriedenheit der Massen des Volkes Umstand erst vor der Eroberung politischer Grundschaft als ihr Rekrutierungsgebiet im Auge. Sie Minderheit, insofern sich diese im Besize der Parlamente gehören einer vergangenen Zeit schau zu halten. Er hat daher jene große außen- rechte für die Arbeiterschaft, vor der ersten ErWaffen befindet. Eine Zeitlang schien diese an." Die Feier des dreijährigen Bestandes politische Aktion eingeleitet, die in anderer weiterung der Gesetzgebung auf das Gebiet des These für die spanische Diktatur Richtigkeit zu seiner Herrschaft steht nicht im Zeichen der Zu- Form in den letzten Tagen auch den Völfer- sozialen Rechtes. Sie erlebte den Kapitalismus haben, denn Primo de Riveras innerpolitischer| friedenheit des Volkes, sondern der Verhängung| bund beschäftigt hat. Rivera möchte genau nach noch fast ausschließlich in den Formen der freien Glücksfall war der marokkanische Krieg, der das des Kriegs- und Belagerungszustandes, im dem Beispiel Mussolinis, außenpolitisch durch Konkurrenz von Einzelfapitalisten. Die in KarBolf ablenkte, so daß es die ihm auferlegten Zeichen der Meuterei eines Teiles der Armee, Gewinnung einer neuen Kolonie gerne einen Fesseln geduldig ertrug. Das Ende des Krieges den Rivera nur durch schärfite Unterdrückungs- sichtbaren Erfolg erringen, um dadurch seine hat aber mit einem Schlage alle inneren maßnahmen zur Disziplin zurückführen kann. Herrschaft zu befestigen, und er hat daher die Schwierigkeiten lebendig gemacht. Nun zeigt es In seiner Höhe fühlt der mächtige Diftator, Forderung nach Einverleibung Tangers in die sich, daß der spanische Diktator weder das Volk daß er einsam ist, und er möchte sich und der spanische Zone Marokkos erhoben. Da England noch die gesamte Armee hinter sich hat. Da Welt wenigstens vortäuschen, daß das Volk und Frankreich Herrn Rivera die kalte Schulter fein Regime auf Gewalt beruht, ist es selbst- hinter ihm steht. Er hat für die Tage vom zeigten, suchte dieser im Völkerbund Schwierig verständlich, daß auch die Gegenmaßregeln 11. bis 13. September eine„ Voltsabstimmung" feiten zu machen, indem er erklärte, Spanien gegen dessen Bestand gewaltsamen Charakter befohlen, durch welche die Bevölkerung sagen habe fein Interesse, im Völkerbund weiter zu tragen. Die äußere Ruhe, die der Fascismus soll, ob sie mit ihm zufrieden ist. Alle über verbleiben, wobei er beabsichtigte, Spaniens mit Blut und Mord erzwingt, fann nicht die 18 Jahre alten Staatsbürger werden vor dem Verbleiben sich durch die Kolonie Tanger beTatsache verhüllen, daß er auf vulkanischem Regierungskommissär zu erscheinen und ihre Boden fußt. In Spanien ist es die Armee, Zustimmung in aufliegende Listen einzutragen die der einzige Machtfaktor geblieben ist, welche haben. Eintragen dürfen sich aber nur die Jadie Quelle einer dauernden Unsicherheit und Be- jager, alle anderen haben kein Recht, ihren drohung der fascistischen Herrschaft bildet. Die Namen auf die Liste zu setzen. Jene, die in der Ursache des Putschversuches der Artillerie, dessen Liste fehlen werden, mögen sich vorsehen! ZuUmfang und Verlauf noch immer nicht bekannt gleich sollen die Abstimmenden erklären, ob sie ist, scheint mohl nicht auf politischem Gebiete eine Volksvertretung wollen oder nicht. Daß zu liegen, vielmehr dürfte er in ungerechten eine solche Art der Volksbefragung" eine auf autokratischen Verfügungen Primo de Riveras gelegte Komödie ist, liegt auf der Hand. Das zu suchen seia, aber daß er überhaupt möglich spricht für zweierlei: der Diktator fürchtet das war, zeigt, wie morsch das Gebälfe des Ge- Volt und er fühlt seine Herrschaft wanfen, bäudes ist, und daß ein stärkerer Windstoß darum sucht er dem Verlangen nach Demokratie genügt, um es zum Einsturz zu bringen. wenigstens zum Schein Rechnung zu tragen. Herr Primo de Rivera. ist. tatsächlich in Die Note des fajeistischen Generals sind argen Nöten. Am nächsten Montag sind es drei jedenfalls aig genug, daß er sich genötigt sieht, 17 tellen und Aktiengesellschaften gebundenen überpersönlichen Organisationsformen des Kapitals, die Herrschaft eines allmächtigen Finanzkapitats und seine Wirkung auf die fozialen Geschicke des Tatsachen. Die Stellung zur Agrarfrage, deren eigenen Landes waren noch ferne und seltenere soziale und betriebstechnische Erforschung die Klassenverhältnisse innerhalb der landwirtschaftlichen Bevölkerung klären und den proletarischen Kleinbauer als natürlichen Verbündeten des industriellen Arbeiters erkennen lassen sollte, war noch durch doktrinäre Irrtümer beeinflußt, der zahlen zu lassen. Aber auch in Genf ließ man Gedanke an eine Eingliederung des„ neuen Mitden hilfesuchenden Diktator abfallen. telstandes" der geistigen Arbeiter in die KampfDie letzten Nachrichten aus Spanien be- reihen der sozialistischen Streiter wat no fern jagen, daß der Aufstand der Artillerie unter- und fremd. wiewohl das proletarische laffendrückt wurde und Primo de Rivera wieder Herrlismus so wichtigen Schichte immer deutlicher schicksal dieser für die Verwirklichung des Soziader Situation geworden ist. Das mag richtig wurde und die Bourgeoisie zu großen Anstrensein, jedenfalls bildet es keine Gewähr für den gungen veranlaßte, um diese selbstlosen und freiFortbestand der heutigen Verhältnisse. Auch in willigen Verteidiger des auch ihnen feindlichen Spanien steht die Diktatur auf morschem sozialen Privilegs bei guter Laune zu erhalten. Grunde. Vor kurzem hat man in Griechenland Herrn Pangalos von dem Posten des Diktators entfernt, auch dort waren Offiziere die Ursache feines Sturzes. Noch mag Rivera vielleicht eine Zeitlang herrschen, der Geist der Gewalt, den er jät, wird auch ihn eines Tages hinwegfegen. wicklung des letzten Menschenaiters, mas der beAllemt, was die gewaltige wirtschaftliche Entschleunigte Rhythmus der Kriegs- und Nach friegsgeschehnisse gereift, trägt der Entwurf Rechnung. Nach einer kurzen Bräambel, in der auf die wissenschaftliche Grundlage, auf die in der Vergangenheit liegenden siegreichen Kämpfe des Seite 2 ſchnitten behandelt. Der Abschnitt I beschreibt fratic genötigt, solange fie die politische Demo Bor allem aber liegt er in der unerreichten und Inland. Benes über die politische Situation ,, Die erste Krise des Staate feit seiner Begründung." 9. September 1926. Telegramme. Neue Hoffnungen in England. Berlin, 8. September.( Eigenbericht.) Die Morningpost" meldet, daß die Bergarbeiterführer plöglich den Gewerkschaftskongreß verlassen und sich im Auto nach London begeben haben. Der Anlaß der plötzlichen Reise sei ein Telegramm der Regierung gewesen, die vorher eine Besprechung mit Macdonald hatte. Man vermutet, daß Donnerstag früh neue Besprechungen zwischen der Regierung, den Gruberbesißern und den Bergarbeitern stattfinden werden. * Sozialismus, auf die internationale Verbunden- I bereit ist, ihr der Gedanke an die Entfesselung Jösterreichischen Programmentivurfet Hegt in Ber heit der österreichischen Sozialdemokratie verwies des Bürgerkrieges als letter Ausweg erscheint, ist flaren, eindrucksvollen Formulierung sozialistischer sen wird, wird das Programm selbst in sechs Ab- die Arbeiterklasse zur Verteidigung der Demo. Erfenntnis, in der Weckung sozialistischen Willens. die Entwicklung des Kapitalismus im nationalen fratie als einen Aftivposten im Kampfe empfindet. glän enden Handhabung der aus dem Margismus und internationalen Maßstabe und die Wirkung Aber das ändert nichts an der unvermeidlichen geschöpften Methode auch für die Behandlung dieser Entwicklung auf die einzelnen Gesellschafts. Notwendigkeit auch zu anderen Mitteln des eigenster Aufgaben, die eine große Erweiterung klassen, der Abschnitt II behandelt den Klassen- Klassenkampfes zu greifen, die dem natürlichen des Aufgabenfreises nach der Richtung der wirt tampf, der Abschnitt III den Kampf unt die Rechtsgefühl entsprechen". Ja, das Mittel im fchaftlichen und sozialen Entwicklung bedeutet. Staatsmacht, der Abschnitt IV die nächsten sozia- lassenkampf nach dem Werte einzuschätzen, den len, politischen und fulturellen Parteiaufgaben, es für die Erreichung des Endzieles besitzt, ist gut die Probleme des Ausbaues der Republik, der sozialistische, gut marristische Tradition. Die Stel. Wirtschafts- und Sozialpolitik, der Frauenfrage, lung zur Frage, ob Diftatur oder Demokratie, ist der Bevölkerungspolitik, des Schulwesens, der sozialistisch einwandfrei gegeben. Was die bleiche Stellung zu Religion und Kirche und der allge- Furcht der Bourgeoisie in Besprechungen des Promeinen Kulturpolitik, der Abschnitt V zeigt, wie grammentwurfes eine Annäherung an den BolLondon, 8. September.( AR.) Während der fich der Uebergang von der kapitalistischen zur schewismus nennt, ist das margistisch fundierte, fozialistischent Gesellschaftsordnung vollziehen nie geleugnete, nie aufgegebene Befenntnis zur Der Minister des Auswärtigen Dr. Beneš lepten Konferenz der Regierung mit den Grubendürfte und schließlich der Abschnitt VI bandelt Diftatur des Proletariats für jene Phase ter hatte in Genf eine Unterredung mit einem Re- eigentümern deutete der Schatzfanzler, wie be von der Internationale und deren nächsten Auf- sozialistischen Entwicklung, in der das Profetariat bat cur eines magyarischen Blattes über verfchic fannt, einigemal an, daß die Regierung mehrere gaben, die sich auf die Erziehung zum Völker par in den Besitz der politischen Macht gelangt bene politische Fragen. Ueber die heutige inner- Möglichkeiten zur Beilegung des Kohlenkonfliktes frieden, auf die Bekämpfung der Kriegsgefahr ist, aber für die Schaffung der sozialistischen politische Situation der tschechoslowakischen Re- in Borrat habe für den Fall, daß die Grubenund des Imperialismus, auf den Schuß der Rechtsordnung die machtpofitische Sicherstellung publik sagte Dr. Bene, daß der tschechoslowafische bes per es ablehnen würden, über die Regelung nationalen Minderheiten, auf den Ausbau einer braucht. Was aber die Stellung zum Bolschewis Staat gegenwärtig eine innere Krise durchmache. der strittigen Fragen auf gesamtstaatlicher Grundinternationalen Rechtsordnung und auf die an- mus betrifft, so hat die Sozialdemokratie sich Es sei dies die erste Strife des Staates seit seiner lage zu verhandeln. Aus dem Blätterkommentare gestrebte Vereinigung Oesterreichs mit dem deut- manche Erfahrung der russischen Revolution zu Begründung. Der Ausgang aus dieser Krise geht deutlich hervor, daß die öffentliche Meinung fchen Mutterlande beziehen. eigen gentacht, ohne sich das Recht nehmen zu wird es scheinbar sein, daß die fünftige Barlas die Regierung in ihrer Absicht unterstützt, daß laffen, an der Verzerrung und Verfälschung des mentsmehrheit in Zukunft die bisherigen natio- nämlich die Erledigung des Streites auf geEs kann in einem Artikel bloß angedeutet marxistischen Postulats von der Diktatur des Pro- nalen Minderheiten in sich schließt. Diese Ver- amtstaatlicher Grundlage mit flet werden, was der Entwurf an neuen glücklichen letariats, zu der der russische Kommunismus ent- einigung werde dem ganzen Staate und der Benen lokalen Variationen eine vernünfFormulierungen enthält. Es wurde schon er- artet ist, Kritik zu üben. Das ist aus der flaren, völkerung von Nugen sein.( Der arbeitenden tige Form des Kompromisses darstelie, und man wähnt, daß die Darstellung des kapitalistischen zwingenden Diktion im Abschnitt IV des Pro. Bevölkerung wohl nicht. Anm. b. Red.) Auf die ist allgemein der Ansicht, daß verschiedene Ein Entwicklungsganges verbunden ist mit einer in grammentwurfes herauszulesen. Frage, ob Vertreter der nationalen Minderheiten fiüsse, die heute schon in dieser Richtung wirfen, struktiven Schilderung der Wirkungen dieser EntDer österreichische Brogrammentwurf zeigt in der nächsten Regierung sein werden, aniwor- die Grubenbefizer nötigen werben, von ihrem wicklung auf den Mittelstand, auf die landwirt- alfo deutlich, was der Sozialismus ist, was er tete Dr. Beneš, er wisse das nicht. Zum Schluß Widerstand gegen dieses Vorgehen Abstand zu schaftlichen Verhältniffe, auf Kolonialpolitik, I'm will, auf welchem Wege, mit weld en Mitteln fam Dr. Benes auf seine eigene Person zu spre nehmen. Die Beratungen, die gestern nachts swi perialismus und Kriegsgefahr. Hier ist in knapper aber eindringlicher Weise gesagt, was für unsere nächste und legte Aufgaben zu erreichen sind. Er chen und sagte, er fei in eine eigentümliche schen den Ministern und den Bergarbeiterführern soziologische Erfenntnis die Erfahrungen des let- trägt aber auch der spezifisch österreichischen Auf- Situation geraten, dadurch, daß seine Partei in gepflogen wurden, verfolgten augenscheinlich das Opposition übergegangen und er weiter Minister Biel allen Mißverständnissen in bezug auf de ten Jahrzehnts bedeuten. In dem Abschnitt, der gabe voll und ganz Rechnung. Das historische Kalendarium des Sorialis- geblieben fei. Persönlich liege ihm gar nichts Ausdehnung der voraussichtlichen weiteren Ver vom Klaffenkampf handelt, ist zum erstenmale in einem sozialdemokratischen Programm- mus ist allerdings von Land zu Land verschieben. daran, Minister des Auswärtigen zu bleiben. handlungen vorzubeugen. entwurfe- die Entwicklung des Sozialis- Soziale Gliederung der Bevölkerung. Zustand der Er fei Universitätsprofeffor und niemand werde mus aus einem Kampfe zwischen entgegengesetzten Organisation, Reisegrad der sozialistischen Er- es ihm übel nehmen, wenn er nach acht Jahren Klaffenintereffen zum Kempfe um entgegengesepte fenntnis und des sozialistischen Willens müssen ununterbrochener Tätigkeit als Minister ein Stlassenideale als bestimmendes charakteristisches zu verschiedenen Stellungen hinsichtlich der näch- wenig werde ausruhen wollen. Merkmal genannt, ist der materielle Inhalt des sten Aufgaben, zu verschiedenen Formulierungen Selassenfanipfes im Programme selbst ergänzt des Aktionsprogrammes führen. Auch an den uns durch die ausdrückliche Nennung der großen von der geschichtlichen Stunde gestellten Aufgaben Ideale, die den rauben Klassenlampf in seinem gemessen, sind die Programme von Hainfeld und fulturellen, weltanschaulichen Sterne aufzeigen. und Wien für uns mehr von historischem Inter Beit entfernt davon, als verschwommene Jdeo- effe, als von politischer Brauchbarkeit. Sie sind legie zu wirken, steigert gerade diese ethische For- veraltet. Die furze Geschichte unserer Partei in mulierung der sozialistischen Aufgabe, in der von unserem Staate, die politischen Erfahrungen jedes Volksgesundheit und Menschengid die Rede ist, Tages belehren uns, daß unter den nächsten proben Eindruck historischer Realität und Solitischer grammatisch zu erfassenden Aufgaben unserer Aftualität. Sie ist feine Abschwächung der marri Bartei sich viele befinden, die uns von den überstischen Auffassung vom sosialen Geschehen, son- lieferten Formulierungen abdrängen. Es ist aber dern deren richtige und fonsequente Deutung, auch manches, das zwar aus der Vorkriegszeit mobei es jicherlich fein Fehler ist, wenn sie dabei stammt, an dem wir aber dennoch festzuhalten ge psychologisch den Weg zu uns für jene erleichtert, zwungen find, während es in dem in dieser Hin die nicht geradewegs von Marr zu uns fommen. ficht glücklicheren Desterreich schon erfüllt ist und In dem Abschnitte, der von der Gewinnung aus dem Programm ausgeschieden werden kann. Der Staatsmacht handelt, sind die besonderen Ver- Vieles von dem, was zu unseren eigensten politihältnisse Desterreichs berücksichtigt; es wird darin schen Postulaten zählt, haben wir in drangvoller der Situation Rechnung getragen, in der sich dies Not in Eile formuliert. Es sei erinnert an den Land sozialgeschichtlich befindet. In Desterreich ist Programmbeschluß von Teplit, an die Karlsbader die Sozialdemokratie, was die Zahl ihrer An- Deklaration, an den Proletarierkongreß, an die hänger anbelangt, von der Gewinnung der Mehr- staatsrechtlichen Erklärungen von 1920 und 1925, heit. von der Eroberung der Staatsmacht nicht an die Schwierigkeiten unseres Verhältnisses zur mehr weit entfernt. Es ist so, daß ein bürgerliches tschechischen Sozialdemokratie, an die Tatsache der Herrschaftsmonopol zur Unmöglichkeit geworden, großen fommunistischen Partei und ihre für die ein gewisses ,, Gleichgewicht der Klaffenträfte" er- proletarische Klassenstärke so verheerende Spal reicht, daß ein Nebeneinander der Herrschaft beider tungsarbeit, an die durch die Nationalstaatsfiftion Klassen zu einer vorübergehenden Notwendigkeit aufgezivungenen Aufgaben. An all das sei ergeworden ist, che die zwangsläufig heranfom- innert, um zu erkennen, wieviel Anderes und mende gesch chiliche Entscheidung im Klaffen Neues neben dem, was uns mit den übrigen fampfe sich vollzieht. In dieser wichtigen Situa- Parteien. der Internationale verbindet, wir zu tion, in der sich die Bourgeoisie aus Furcht vor fagen und zu schaffen haben. ihrer Depossedierung dem Fascismus zu ergeben Copyright 1924 bei Buchhandlung Schneider u. Co., Wien. Bom Baume des Bösen. 32 Von Marcel Berger. Der große allgemein sozialistische Wert des Wieder eine große Brandfatastrophe in Westböhmen. 21 volle Scheuern verbrannt. Ein schwerer 21 volle Scheuern verbrannt. Schlag für die fleinen Besizer. die deutsche Delegation trifft Donnerstag in Geni ein. Berlin, 8. September.( Eigenbericht.) Das auswärtige Amt hat in den Mittagsstunden die Depesche des Bölkerbundsekretärs Drummond ers halten und die Mitglieder der Delegation sofort in Kenntnis gesetzt, daß die Aufnahme vollzogen sei und die Delegation abends abreise. Sie wird bon Stresemann geführt. Morgen nachmit tags werden die deutschen Delegierten in Genf eintreffen. Tachau, 8. September.( Eigenbericht.) Wäh Genf, 8. September. Die Völlerbundver. rend sich die Bevölkerung des Tachauer Gebietes von den Schrecken des Riesenbrändes in Mascha stimmig beschlossen. Um 12 Uhr wurde über den fotten noch faum erholt hat und das Elend, das 10 Minuten. Um 11 Uhr 15 Min. wurde dardiese Katastrophe über die geschädigten Besitzer über abgestimmt, dem Ansuchen Deutschlands brachte, erst zu einem kleinen Teil gelindert wer- um Aufnahme in den Völlerbund stattzugeben. den fonnte, ereignete sich gestern eine neue Brand- An der Abstimmung beteiligten sich die Bertreter fatastrophe. In said geriet in den späten Abend von 48 Staaten und die Aufnahme wurde einstunden ein Seustadei in Brand. Der Wind trug stimmig bechlossen. Um 12 Uhr wurde über den das Feuer sehr rasch weiter, so daß 21 Scheuern, Antrag des Rates, Deutschland einen ständigen die mit den Vorräten für den Winter gefüllt Ratsik zuzuweisen, abgestimmt, sowie daß die waren, in Brand standen, ehe wirkungsvolle Hilfe Zahl der nichtständigen Size von sechs auf neun geleistet werden fonnte. Das Unglüd trifft beson erweitert werde. Sers schwer eine Reihe fleiner Sandwirte, Genf, 8. September. Der Generalsekretär denen der Brand die gesamte Ernte raubte. des Wölferbundes hat sofort nach Schluß der Sie stehen ohne alle Vorräte da und sehen einem heutigen Sigung der Bölferbundsversammlung fchred.ichen Winter entgegen, folgendes Telegramm an den Reichsaußenminister Dr. Stresemann gerichtet: Heute früh traf Senator Genosse Start aus Mies in Haid ein, um die nötigen Hilfs aftionen für Sie geschädigte Bevölkerung einzuleiten. Er forderte die Regierung telegraphisch auf, rasche Hilfe zu leisten und sofort einen größe ren Geldbetrag flüssig zu machen, um dem ergsten abzuhe.fen. Die Ursache des Unglüdes fonnte noch nicht festgestellt werden, die Bevölkerung bringt den Brand mit dem in Maschatotten in Verbindung. genau, denn dort habe ich meinen ersten Menschen flischer Sanftmut fort, sind diejenigen, die sich für erlegt." Sie haben töten lassen, zufrieden und gerne geftorben!" Ueberrascht sah ich ihn an. Ja, gewiß, es war mein erster Treffer." Der General schien durch die bloße Erwähnung der Tatsache, daß ein Mensch erschossen wor den war, angenehm angeregt: ,, Oh!" rief der General ,,, daran ist nicht zu zweifeln." " ,, Auf Anweisung des Präsiden en der Völkerbundversammlung habe ich die Ehre, Ihnen mitzuteilen, daß die Völkerbundversammlung in ihrer Sigung vom 8. September Deutschland als unter die Mitglieder des Völkerbundes aufgenommen erflärt und die Entschließung des Rates vom 4. September gebilligt hat, durch die Deutschland eine ständige Vertretung im Völkerbundsrate zuerkannt wird." Gezeichnet Drummond. " ,, Nicht mehr? Sie müssen sich ja vor dem geringsten Unterkommandanten schämen!" Ich spreche natürlich nur von meiner Tätigkeit in der Superarbitrierungsfommission ,, Ah, das ist natürlich etwas anderes!" Zum Beispiel in der Schlacht an der Gesprächig geworden, erzählte uns der Arzt alle Details über sein berüchtigtes System des Marne." Philipp, das mußt du mir erzählen!" ,, Das waren große Tage", erklärte der alte Dunkelarrestes, nach dem er die Widerspenstigen Er hatte uns verlassen. Wir fahen uns an. Wir hatten uns nach einem sechzigstündigen Herr. Was wäre geschehen, wenn ich nicht die behandelte. Es war schade, daß man ihm später ,, Verstehst du nun," fragte mein Freund er Rückzuge todmüde und erschöpft an einem Stra- Kaltblütigkeit aufgebracht hätte, jenen berühmten Schwierigkeiten gemacht hatte. Denn von hunregt, daß ich es nicht über mich bringe, die Benrande zur Ruhe gelegt, denn wir konnten nicht Tagesbefehl zu geben, der verlangte, daß die Trup- dert Patienten erzielte er bei neunundachtzig vol Worte Herr General" auszusprechen?" mehr weiter. Am frühen Morgen stand ich auf; pen nicht lebend ihre Stellung verlassen dürften. len Erfolg: Die Leute konnten wieder an die Front Warum?" warf mich aber gleich wieder zu Boden, denn ich Wancher meiner Kameraden ich will damit geschickt werden; bloß elf erwiesen sich als unheilWeil in diesen Worten für mich der ganze hatte bemerkt, daß auf der anderen Seite des niemand Unrecht tun hätte vielleicht gezaudert bar, darunter faum drei wirklich ersinnige. Geist militärischer Unterjochung enthalten ist. Hohlwveges, kaum dreißig Meter von uns entfernt, und versucht, die zwei Divisionen aus der Schlacht- Dartigues freuzte zwischen zwei Walzern Ich habe die Empfindung, daß sie mich gleich eine Abteilung bayrischer Truppen, erschöpft wie linie zu ziehen. Aber nein, es mußte ausgehalten unseren Weg. Ich habe nachgedacht", vedete ihn Philipp zeitig zum Spielzeug und zum Mitschuldigen wir, ebenfalls ihr Nachtquartier aufgeschlagen werden. Und ich habe ausgehalten! Sie können Dieses Uebeltäters machen. Und was fagst du zu hatte. Mein Gewehr hatte ich im Arm... Ganz Rébeillaud fragen, obwohl er mir nicht mehr sehr an. Sie hatten früher ganz recht." Rebeillaud? Er verdient wie ein Lakai behandelt nahe von uns sah ich einen dicken, großen Men wohl gesinnt ist, wird er zugeben, daß dies dent- ,, Recht! ja gewiß", lachte Marius, leicht angezu werden, weil er eine Bedientenfeele hat. fchen schnarchend auf dem Rücken liegen. Ich würdige Stunden waren!" heitert. Aber ich weiß wirklich nicht mehr wo Uebrigens war seine Erzählung eine vortreffliche legte an... Sein Kopf war nicht übel. Der Und nun begann unser merkwürdiger Rund- bon die Rede war." Ich meine, wie Sie uns erklärt haben, daß Einleitung zu dem Interview, das ich mit mei- Schuß frachte. Wie soll ich euch das beschreiben? gang über die Terrasse, die noch immer in den nem ruhmgefrönten Cousin vornehmen will." Sein Bauch schten zu plazen..." purpurnen Schein der verglimmenden Feuer ge- das Leben heute angenehmer ist als früher." Aha! Natürlich! Sehen Sie es ein?" Der General batte eben mit einem fühlen Auch der General platzte beinahe vor Lachen; taucht war, wo die Geigen unaufhörlich zum Tanze Worte Herrn Hourloubeyre abgeschüttelt, der sich aber Philipp hob rasch den Kopf: aufspielten. Einen nach dem anderen sprachen Dartigues' Augen funkelten hämisch: Zum eingebildet hatte, ihn weiterhin fantilär behandeln Es klingt unwahrscheinlich und doch... die wir unsere Gefährten an. La Tour- Aymon stellte Teufel, man mußte doch nur logisch denken! Geld zu fönnen. Ich muß gestehen, daß mir dieser Geschichte hat mir einen peinlichen Einbrud hin- Ihnen mit schivindelerregender Verwegenheit und war schließlich das höchste Ziel! 1nd besser hätte schöne Greis mit dem roten Ordensband eine terlassen. Manchmal verfolgt mich das Gesicht suggestiver Autorität Fragen, die zu stellen ihre man es doch gar nicht treffen fönnen. Bei einent merkwürdige Mischung von Respekt und 2tbscheu diefes friedlich daliegenden Menschen und hindert intimsten Freunde nicht gewagt hätten und die sie Budget von siebzig Milliarden mußte Geld doch einflößte. Als wir uns ihm genähert hatten, rich mich am Einschlafen." sonst kaum vor ihrem eigenen Gewissen beant- im Ueberflusse vorhanden sein! Das Ehepaar Hourloubeyre tam vorbei. Die tete er sofort seinen Blid mit fast boshaftem Fun ,, Ah was," sagte der General ,,, int Striege!" porte: hätten. Aber niemand schien überrascht; feln auf mich und sagte: " Du hast recht", gab Philipp mit ironischer Philipps Fragen schienen ihren geheimen Wün- Frau rieb ihr gepudertes Gesicht verliebt an ihrem der Unterwürfigkeit zu. Und schließlich war es ja fchen vielmehr entgegenzukommen. Die Antwor- Gatten. Marius, in bester Laune, rief sie an und nur ein Bayer. Wenn ich so nachdenke, so muß ten, die wir befamen, waren von einer Naivität flopfte dent biden Manne freundschaftlich den die Zahl der Getöteten, die wir paar Menschen und einer zynischen Offenheit, die uns in wilde Bauch: hier auf dem Gewissen haben, eine ganz stattliche und traurige Seiterfeit bersetzte. fein..." ,, Nun, junger Mann, waren Sie an Front?" ,, Gewiß, gleich zu Beginn des Krieges." und wo waren Sie denn im September 1914?" Philipp griff ein und ersparte mir dadurch, mich ausfragen zu lassen: Bei Rambercourt, tas?" jagt er, nicht weit von meiner Stellung! Ich erinnere mich „ Ah! Ah!" schnalzte Lesparrat. Sie, Herr General?" ,, Was, Alter, wenn man einmal angefangen in Geschäften Erfolg zu haben...!" Der andere erwiderte mit schwerer Zunge: ,, Da wäre man schön dumm, wenn man ausließe.. Unter dem Vorwand einer Weite fragten wir hat, Doktor Pythius über die approximative Zahl jener unglüdseligen Mindertauglichen, die er bewußt in den Tod geschickt hatte. Er gab die Zahl mit brei- wieder ,, Darauf fönnen Sie sich verlassen!" ,, Glücklicherweise", fuhr Philipp mit diabo- tausend an. ( Fortsetzung folgt.) 9. September 1926. d Primo de Rivera wieder obenauf. Paris, 8. September. Die gestern abend nach einer Ministerratssitzung veröffentlichte amtliche spanische Note besagt, daß in allen Garnisonen wiederum Ruhe herrscht. Die Regierung wird weiterhin die genaue Einhaltung der Geseze wahren, ohne sich jedoch übereilt zu verhalten oder eine überflüssige Aufreizung hervorzurufen. Es verlautet, daß der Belagerungszustand bald aufgehoben werden wird. Für und wider Masaryk. Nicht nur die Nationaldemokraten, auch die Agrarier gegen den Präsidenten. Die tschechisch- ozialistischen Blätter stimmen mit den Ansichten des Präsidenten überein, Fast alle tschechischen Blätter beschäftigen| sich naturgemäß mit den Aeußerungen des Präsidenten. Am meisten fühlen sich die Nationaldemokraten getroffen. Was sie zu den AeußeWie die Fabra- Agentur meldet, wird halb- rungen des Präsidenten zu sagen haben, erfährt offiziell bestätigt, daß gestern abend der militä- man nicht genau, denn ein großer Teil der Berische Konflikt fast vollständig liquidiert war und merkungen, die das Blatt in dieser Angelegenheit daß alle aufständischen Organisationen einschließ macht, sind konfisziert. Wie man sieht, belich der Militärakademie in Valladolid sich bereits teiligt sich an der politischen Diskussion, die das ergeben haben. Die Führer des Aufstandes aus Interview mit dem Präsidenten nach sich zieht, den Reihen der Offiziere werden vor ein Kriegs- in der ihr eigenartigen Weise auch die Prager gericht gestellt werden. In dem halboffiziellen Staatsanwaltschaft. Kommuniqué wird betont, daß der Konflikt keine In dem Teil der Ausführungen der Nápolitische und auch keine militärische Revolution rodni Listy", welche nicht konfisziert sind, bedarstellt, sondern bloß eine Revolte einer faßt sich das Blatt zunächst mit der Gajda Offizierskörperschaft gegen die Entschließungen affäre. Es schreibt: der Regierung. Toch hat sich an dem Aufstande feine militärische Abteilung beteiligt. Diese blieben andauernd gehorsam und diszipliniert. In dem Kommuniqué wird weiters betont, daß die Regierung, wenn sie die Strafen diftieren wird, die kollektiven und individuellen Dienste des Artillerie- Offizierskorps in Erwägung ziehen wird. Dem Journal" zufolge wurden im ganzen ungefähr 1800 Artillerieoffiziere juspendiert. Der größte Teil derselben wird. jedoch amnestiert werden. Nur die Führer und Anstister der Verschwörung werden zweds Bestrafung vor ein Kriegsgericht gestellt werden. Der König ist bereits wieder in seine Sommerresidenz nach San Sebastian zurückgekehrt. Die Stellung Primo de Riveras, hat, wie die Blätter feststellen, eine Befestigung erfahren. De Rivera hat ein neues Manifest an die Bevölkerung erlassen. Auf die in Opposition stehenden Offizierstreise macht die fürafiche Ernennung des Generals Berenger zum Chef des Militärkabinetts des Königs einen guten Eindruck. Der Parteitag der österreichischen Sozialdemokraten wird heuer nach Linz einberufen. Die Verhandlungen werden Samstag, den 30. Ottober, 5 1hr nachmittags im Städtischen Volksgartensaal, Volfsgartenstraße 23, beginnen. Die provisorische Tagesordnung lautet: 1. Konstituierung des Parteitages: a) Wahl des Präsidiums; in der Fremde Reklame zu machen, zum Beispiel mit den entscheidenden russischen Dokumenten", weil diese Akten Eigentum von Staatsämtern sind und weil es bloß dem verantwortlichen Mini ster obliegt sie den kompetenten Stellen, gegebenenfalls auch der Deffentlichkeit vorzulegen. Wir setzen es der Regierung aus, daß sie zu gegeben hat, daß die Autorität des Präsidenten der Republik schon zum zweitenmal durch deutsche Blätter geschädigt wurde. Seite 3 Lages- Neuigkeiten. Ausschnitte. des In einer Notiz, die der Einführung Deutsch- Unterrichtes an allen tschechischen Mittelschulen zustimmt, sagt die„ Prager Presse", die Kenntnis der Sprache eines Volfes, mit dem man das Staatsgebiet teilt, bringe besser vorwärts, mache tauglicher für das Leben, wie es einmal die geographische Fügung des Schi d als vorgezeichnet hat". Die geographische Schicksalsfügung, als deren Beauftragte Masaryk und Beneš, Wilson und Clemenceau fungierten, ist erst nach dem Weltkrieg in die Wissenschaft und in die Politik eingeführt worden, als das Selbstbestimmungsrecht seine Aufgabe, frühere Schicksalsfügungen nach dem Willen der Bevollmächtigten der neuen mystisch geographischen Schließlich wundert sich auch das Blatt, daß Macht zu forrigeren, erfüllt hatte. Seither dient die Regierung nicht dem Präsidenten gesagt hat, alle Diplomatenfunst dem 3wed, Versündigungen wie sich das tschechoslowakische Volk darüber gegen diese in Versailles und St. Germain inwundere, wenn der Präsident die ,, Bohemia" und ihronisierte Gottheit zu verhindern. das„ Prager Tagblatt" erwählt, um dem tschechoslowakischen Volk etwas zu sagen. An der Seite des Präsidenten steht die Tribuna", die unter anderem sagt: Eine Neuigkeit ist die Mitteilung des Herrn Präsidenten, daß die Angelegenheit Gajda noch nicht erledigt ist. Die letzte amtliche Nachricht Die Kundgebung des Präsidenten hat den Klang anders. Es wurde darin, gesagt, daß das gordischen Knoten der Unwahrheit, Dummheit Verfahren beendigt ist und daß nichts Strafbares und Ungehörigkeit, in der unser politisches Leben gegen General Gajda festgestellt wurde. Demin der letzten Zeit ertrunken ist, durchhauen. Es gegenüber sagte der Herr Präsident am Sonntag, ist eine politische Tat ersten Ranges. daß die bezüglichen tschechoslowakischen Faktoren Bemerkenswert ist die Aeußerung des entscheidende russische Dokumente in Händen haben. Da taucht nun die Frage auf, ob das" České Slovo", die sich insbesondere auf zuletzt erwähnte Kommuniqué, für das der Mini- jene Stellen der Präsidentenrede bezieht, die der ster für nationale Verteidigung, General Syrový, Zusammenarbeit mit den Deutschen gelten. Das Blatt sagt: verantwortlich ist, richtig war... Wie wohl man Präsident Masaryk hat entschieden gesagt, es beide Kundgebungen, die des Herrn Präsidenten und die des Ministers vereinbaren, Vielleicht handle sich nicht um irgend ein Recht der Deut wird diese schwierige Frage bald auf dem Boden schen bei der Teilnahme an der Regierung, sondern er hat daran erinnert, daß es ihre Pflicht des Gerichtes largestellt werden, denn für den sei. Es ist staatsbürgerliche Pflicht, daß sie sich 11. d. M. ist bereits die Verhandlung über die mit dem Staate, in dem sie leben und arbeiten, Klage Gajdas anberaumt. identifizieren, daß sie bewußte tschechoslowakische Staatsbürger werden und als solche auch die Pflicht haben, sich zur Teilnahme an der RegieAuch die Aeußerungen des Präsidenten über den Fascismus finden naturgemäß nicht die Zustimmung des Blattes. Es schreibt: Der Herr Präsident Masaryk unterschätzt die nationale Bewegung, welche in Böhmen vielleicht aus nationalen Motiven, aber gleichzeitig als radikaler Protest gegen die inneren Verhältnisse und die endlosen Korruptionsaffären entstanden ist. Insbesondere aber geht es gegen die antistaatlichen Elemente, ob sie auf deutscher oder tschechischer Seite sind und in erster Linie gegen die in unserem Staat durch die organisierte fommunistische Tätigkeit gebrachte Zersetzung. Die eigentliche politische Sensation des Tages ist aber die scharfe Stellungnahme des Zentralorgans der tschechoslob) Festsetzung der Geschäfts- und Tages- wafischen Agrarpartei, des„ Benkov" des ,, Venkov" gegen den Präsidenten. Es wird in dem Blatt ordnung; gefagt: c) Wahl der Mandatsprüfungs- und Wahlfommission. 2. Bericht der Parteivertretung: a) Bericht der Parteivertretung; b) Bericht des Parteikassiers; c), Bericht der Parteikontrolle. 3. Die Revision des Parteiprogramm 3. 4. Die politische Lage und die nächsten Nationalratswahlen. 5. Aenderungen des Organisationsstatuts. 6. Allfälliges. Wie die Tagesordnung zeigt, wird der Parteiag einer der bedeutendsten in der Geschichte der internationalen Arbeiterbewegung sein. Wahrscheinlicher Beitritt der Schweizea Sozialdemokraten zur SAJ. Bern, 8. September. Der Parteivorstand der Schweizer Sozialdemokratie hat beschlossen, dem Barteiausschuß, der am Samstag und Sonntag in Bern zusammentritt, einstimmig den Eintritt in die sozialistische Arbeiterinternationale vorzufchlagen. Falls der Parteiausschuß sich dieser Entscheidung des Parteivorstandes anschließt, wird im November der Parteitag endgültig zu enticheiden haben. Wir wollen ehrlich unsere sowie die Meinung der Angehörigen unserer Partet, derzeit der größten und konsolidiertesten tschechoslowakischen Partei sagen, daß wir unbedingt danach streben, daß die Autorität der Repräsentanten unseres Staates insbesondere die Autorität des Präsidenten der Republik hoch über allen Erwägungen stehen, daß sie nie und nimmer in die Parteikämpfe und Parteiaffären hineingerissen werden, damit jeder Tschechoslowak sei es ein Agrarier, ein Gewerbeparteiler, Sozialist, Nationaldemokrat, Volksparteiler immer und jederzeit sagen tann: das ist unser Präsident, unser aller Präsident, der Präsident aller Staatsbürger, fein Parteimann, aber gerecht alle gleich liebend, um alle Schichten der Nation ohne Unterschied forgend. rung zu melden. 2 Darin beruht der tschechisch deutsche Ausgleich. Präsident Masaryk fordert weiter, daß das Zugehörigkeitsbewußtsein, der Deutschen zum tschechoslowakischen Staate alle Volksschichten durchdringe. Es ist nicht entscheidend, ob die Deutschen irgend einen Ministersiz erhalten, viel wichtiger ist es, daß dies mit dem Bewußtsein der Wähler geschehe, daß die Führer, welche sich für die Mitarbeit im Staate aussprechen, das Vertrauen der Deffentlichkeit haben. Damit ist deutlich gesagt, der Präsident lege Wert darauf, daß der tschechischdeutsche Ausgleich von Volk zu Volk erfolge, dauernd und ehrlich sei und daß er nicht zum Spiel ball einiger zufälliger politischer Situationen werde. Im folgenden spricht sich das Blatt noch deutlicher für einen nationalen Ausgleich aus und sagt: Der„ Večer" hat, in einer Polemik gegen die fommunistische Revue", behauptet, daß nicht ein einziges deutsches Kind in tschechische Schulen geht. Der Večer" war allzu zurückhaltend. Warum hat er nicht auch bewiesen, daß es in der Tschechoslowakischen Republik, wie doch schon ihr Name vermuten läßt, überhaupt keine deutsche Kinder gibt, also ein 3wang, sie in tschechische Schulen zu stecken, gar nicht ausgeübt werden fann? Daß es nur germanisierte Kinder gibt, die glücklich find, tschechische Schulen besuchen zu fönnen? Und daß von einem Zwang, der auf die Kinder ausgeübt wird, gerade dann nicht die Rede sein kann, wenn man den Eltern mit wirtschaftlichen Nachteilen droht, falls sie ihre Kinder diesem Glück entziehen wollen? * Das Prager Tagblatt" macht darauf aufmerksam," daß in vielen Personenwagen die Wasserbehälter des W.-C. oben offen sind, so daß das Wasser ausspritzt. Es fordert Anbringung eines Deckels. Aber in vielen Fällen wird der Uebelstand auf einfachere und billigere Art befeitigt: Man füllt überhaupt kein Wasser ein! Ein Eisenbahnwagen in Brand. Prag, 8. September. Beim Zuge Nr. 1901 geriet am 6. d. M. auf der Strecke NimburgLokalbahnhof Sadska ein Personenwagen aus bisher unbekannter Ursache in Brand und verbrannte. Eine Person fam nicht zu Schaden. Es wurde sofort eine Untersuchung eingeleitet.( Von der Direktion der Staatsbahnen Königgrät). Der Wernstädter Mörder verhaftet. Montag dieser Woche wurden in Wolfersdorf bei Böhm.- Leipa zwei Einbrecher verhaftet, von denent der eine, ein gewisser Grunert Wilhelm aus essein bei Aussig von der Gendarmerie wegen mehrfacher Verbrechen gesucht wird. Unter anderen hat er bei einen vor einigen Wochen in berübten Nestomiz Kasseneinbruch Wir kommen nun zur zweiten Epoche unserer staatlichen Entwicklung. Die Grundlage wurde einen Polizisten erschossen. Grunert, gelegt durch die Gründung des Staates auf Grund der mit dem bekannten Kasseneinbrecher Wilhelm unferer nationalen Revolution und der Friedens- Novotny aus Bodenbach in Verbindung stand, wurde der Bluttat an Josef Kriesche und dessen verträge. Nun kommen wir zur zweiten Epoche, Sohn in Wernstadt überwiesen und hat bereits in der wir das Verhältnis gegenüber allen in der wir das Verhältnis gegenüber allen Staatsbürgern auf Grundlage der Gerechtigkeit ein volles Geständnis abgelegt. Er beund der Garantie einer ruhigen und erfolgreichen findet sich beim Kreisgericht in Böhm.- Leipa in Entwicklung im Interesse aller Bewohner der Tschechoslowakei ordnen. ,, Národní Osvobození" äußert sich wie folgt: Des Präsidenten letzte Kundgebungen sind sine deutliche Aufforderung, den Kampf zu Ende zu kämpfen, den er sein ganzes Leben führte. Es ist ein großer Unterschied zwischen seinem Kampfe in der Vorkriegszeit und heute. Damals stand er im ganzen großen allein. Heute stehen hinter ihm die entschiedene Mehrheit des tschechoslowafischen Volkes. Es stehen alle hinter ihm, welche sich ehrlich und ganz in das täglich wachsende La ger der tschechoslowakischen Demokratie einordnen, Wer könnte daran zweifeln, daß der große Kampf Masaryks siegreich beendet werden wird? Haft. Rundfunt für Alle! Programm für morgen, Freitag. Prag, 368. 11.55: Pressenachrichten. 12: 3eitsignal u. 16.30: Rundfunt. 14: Börsennachrichten. landwirtschaftl. Nachmittagstonzert. 17.30: Kinderstündchen. Einige Ferien bilder. 17.45: Börsennachrichten u. Hopfenmarktpreife. 18.15: Landwirtschaftlicher Rundfunk und Bressenachrichten. 18.45: Vortrag: Wie entsteht eine Zeitschrift. 19: Deutsche, landwirtschifaliche Sendung. Ing. Friedrich Siete, Brag: Die Bedeutung der Sortenfrage der Rostimmunität bei Weizen. 19.15: Landwirtschaftlicher Vortrag auf Welle 1150, 20: Wettervoraussage. 20.02: Solisten- Abend: 1. Wieniawski: Sou venir de Moscou. 2. Gesang. 3. Weber: Konzert Es- dur. 4. Gesang. 5. Grieg: Olaf Trygwason. 6. Gesang. 7. Sutt ner: Erinnerung. 8. Lustspiel. Das Ende der Liebe. 22: Beitsignal, Sport, Theater- und neueste Namrichie 14.30: Brünn, 521. Prager Effektenbörse, chen von Ontel Thomas, 18: Beitzeichen. LandwirtschaftsWetter, Unsere Anhänger beobachten mit Unruhe alle Kundgebungen, welche nicht im Einverneh men mit der Vorstellung einer solchen Autorität einer freien, keinesfalls versflavten Nation sind. In der letzten Zeit wiederholen sich Erscheinun E3 gen, welche diese Autorität schädigen... dürfen in der Nation teine Parteien sein, gegen die die Autorität des Präsidenten mißbraucht wird. Der Publizist kann Richter sein zwischen Bourgeoisie und Das Rude Pravo" überschreibt seinen Leit- Sport, Theater- und Breßbureaunachrichten, 17.40: Mär Sozialisten, aber der Präsident kann es nicht sein, aufsatz mit dem Titel„ Die Burg in der Offen- funt. Bananenzucht. 18.20: Vortrag: Die letzte tfchechische denn ihm ist der Agitationsaus drud five" und erblickt in der Rede Masaryks das An- strönung. 19: Orchesterkonzert: 1. Smetana: Die Branden. Bourgeoiste für die Benennung zeichen, daß der demokratische Flügel der Bour- der. 4. Dvořat: Der Jakobiner. einiger Schichten der Nation völlig geoisie über den fascistischen gestegt habe. Im onzert d. Brünner Gesangsbereines Foerster. 3 Chöre: 2. Smetana: Feierlicher Chor, Gebet. 3. Křiž fremd. übrigen wundert sich das Blatt darüber, daß der fobffb: a) Besna, b) klage, c) Chor. 4. Boltslieder. ZeitKein Rüdtritt Barler Gilberts. Die Autorität des Präsidenten darf kein pri Präsident über die furchtbare Wirtschaftskrise zeichen und Preßbureaunachrichten. bates Handelsblatt mißbrauchen, um zu Haus und nicht ein Wort gesagt habe. Berlin, 8. September.( Eigenbericht.) Aus Baris wird gemeldet, daß der Reparationssekretär 00000000000000000000000000000000 00000000000000000000000000000000 das Pariser Bureau der Reparationsfommission fen wird. In einer Rede in Bremen hat der fen. Die republikanische Garde in Athen soll ermächtigt hat, dem Gerüchte entgegenzutreten, Finanzminister erklärt, daß das Steuermilde gestern den Gehorsamt verweigert haben. das von der bevorstehenden Demission Parker rungsgesetz tein Ende, sondern ein Anfang sei, Gilberts wissen wollte. Das tägliche Eisenbahnunglüd./ Stuttgart, 8. September.( Wolff.) Wie ble Reichsbahndirektion Stuttgart mitteilt, ist der D- Zug 32, Berlin- Stuttgart, gestern abends bei Ofterburken entgleist. Getötet wurde niemand. Vis jezt sind nur einige Leichtverletzte gemeldet. Die Ursache der Entgleisung steht noch nicht fest. burger in Böhmen. 2. Fibich: Poem. 3. Dvořák: 3wei Lie 5. Smetana: Bolfa. 20: 1. Dvořat: Budapest, 560. 17.30: 3igeunermusif. 19: Literarischer Szefler- Abend, 20.45: Koloraturabend. 22.15: Regitationen. Delo, 382. 20: Orchesterkonzert. Verdi: Troubadour. Mendelssohn: Frühlingslied. Schumann: Träumerei. Beethoven: Ouverture aus Prometheus. Urbom: Schwedischer Mendelssohn: Frühlingslied. Bauerntana. Rom, 425. 21.25: Leicbie Mufit. Wien. 531. 11: Vormittagsmufit. 16.15: Nachmittagskonzert. 18.20: Wochenbericht für Sport und Fremdenberfehr.-8,40: Die Lebensgeschichte des Flußaals. 19.30: Die Zauberflöte", Oper von Mozart. Zürich, 513. 20: Bunter Abend. Deutschland. daß die Steuergesetze wirtschaftlich tragbar und Geheimbündelei der Randstaaten. einheitlich gestaltet werden müssen. Der FinanzMostau, 8. September.( Taß.) Die Mos- Königswusterhausen, 1300. 13.10: Die Kunst des Spreausgleich mit den Ländern werde allerdings so bald noch nicht erfolgen können. In Vorberei- tauer Presse veröffentlicht eine Pariser Meldung, chens, 15: Spaniſh. 15.30: Chinas Erwachen. 16: Chinas 19.30: Wissenschaftliche Vorträge für Aergte. 20.30: Uebertung sei auch die Reform der indiretten daß zwischen den Regierungen Bolens, Finn- Huseinanderlegung mit dem Weſten. 17: Getreide und Brot. lands, Lettlands und Estlands auf Verlangen tragung aus Stuttgart, 446. Ouverturen. Mozart: Figaros Steuern. Polens die Einberufung einer geheimen Konfe- Hochzeit, Roffini: Barbier von Sevilla. Smetana: Berkaufte Braut. Weber: Freischüß. Wagner: Der fliegende Hollän Berlin, 504. 16.30: Blas Nech teine Ruhe in Griechenland? en der Außenminister dieser Staaten in Genf der. Berlioz: Der römifche Starnebal. Beethoven: Leonorenwährend der Völkerbundstagung vereinbart wor- Ouverture Nr. 3. Anekdoten. musit, 19: Der Reiz des Kanusports. 19.25: Die Entstehung Paris, 8. September. Wie die Blätter über den sei. Dort sollen die Beziehungen zur Union der Nationalstaaten. 20:" Sphigenia auf Lauris", Oper b. Breslau, 418. 16.30: Nachmit tagskonzert. 20.25: Orchestertonzert. Hamburg, 392. London aus Athen melden, ist der Präsident der der Sowjetrepubliken und insbesonders die Ga- Glüd. 22.30: Langmufit. Republik Conduriotis anderer Ansicht als Mini- rantieverträge behandelt werden. Die Verhand- 12.20: Die Kammermusir. 16.15: Duette. 17: InſtrumentalDie Finanzreform im Reich. sterpräsident General Kondylis und soll Athen lungen über die Teilnahme Rumäniens an die Kabarett. 19: Ziele der Polarforschung. 20:" Die lustigen verlassen haben. Es kursieren Gerüchte, daß er ser Konferenz find infolge des ablehnenden Ver- sig, 452. 16.30: Nachmittagstonzert. 18.30: Das Tier als Berlin, 8. September.( Eigenbericht.) Der das Amt des Präsidenten der Republit niederge- haltens einiger Teilnehmer noch nicht abgeschlof- b Reichsfinanzminister Dr. Reinhold hat eine legt habe. Die öffentliche griechische Meinung fen. Möglicherweise wird Rumänien durch den Bunfüretti. München, 485. 16.20: Ronzert, 19.45: Bettgründliche Reform der Finanzverwaltung angezeige täglich eine wachsende Unzufriedenheit mit polnischen Vertreter Zaleski vertreten werden. genöffiche Musik. Tbomaffin: 2 Gäte für Kammerorchefter. fündigt. Sie fiicht eine Vereinfachung vor, die ber neuen Regierung. Die Bewegung der Unzu- Estland verpflichtet sich, die Forderungen Bolens Bubnenmufit au hatefpeare. 16.15; as fode ich in, ber leinen Beamtenabbau zur Folge haben, sondern friedenheit zeige sich auch unter den Offizieren. zu unterstützen. Lettland hat seinen Standpunkt nächsten Woche? 17.30: Staffifche Lange. 18.30: Das Bil Lediglich die Referate um ein Drittel einschrän- Die Regierung habe Gegenmaßnahmen getrof- noch nicht endgültig festgelegt. LeipWeiber von Windsor", komische Oper von Nicolai. 20.30: Symphoniekonzert. Delius: Violinkonzert. Strjabni: 2. Symphonie. 22.15: Seindenfitt: Kammermusit Nr. 3. Münster, 13.15: dungswesen im heutigen Rußland, 20: Geistliche Abendmu fit. 20.45: Operettenabend. Seite 4. Der Kampf gegen die Säuglingsherblichkeit Rußland für sozialdemokratische Journalisten mit Andachtsbildchen. Die Zeitungen berichten: ,, Die große Säuglingssterblichkeit in der Umgebung von Salzburg veranlaßte das fürffer; bischöfliche Ordinariat, die Seelsorger des Landes aufmerksam zu machen, sie mögen bei passenden Gelegenheiten den Müttern die Erfüllung ter Stillpflicht ans Herz legen. Ms Silfsmittel sollen Anda chi sbild chen mit einem Aufbrud berteilt werden." # gesperrt. 5 9. September 1926. Liquidation der Elektrizitäts- Genossenschaft der Bezirke und Genteinden im Jeschtengaugebiete, reg Ben. m. b. H., in Deutsch Gabel. Am 5. September 1. J. fand im Schüßenhaussaale in DeutschGabel die mit Spannung erwartete außerordentliche Vollversammlung der obigen Genossenschaft statt, da Wie Berliner Vortsärts mitteilt, atte] dritter, and d zwar zwar von fommunistischer es sich sei derselben um die Entscheidung handelte, fein volkswirtschaftlicher Mitarbeiter, Genosse Seite, bei der russischen Botschaft befürwortet ob und an wen die Ansagen der Genossenschaft in Kurt Heinig, die Absicht, eine längere Reise worden ist. Diese Befürwortung erfolgte bei den Bezirken Niemes und Deutsch- Gabel verkauft durch Rußland zu unternehmen und der boller Kenntnis meiner Absicht, in der sozialde- werden sollen. Die Versammlung wurde vom ObEndlich ist das Mittel gefunden, um der Säug- Partei- und Gewerkschaftspresse über seine Ein- mokratischen Arbeiterpresse über die Eindrücke manne der Genossenschaft Herrn Domänenrat Eiselt Tingssterblichkeit ein Ende zu bereiten. Die Seel- drücke zu berichten. Es war ausdrücklich ver- meiner Rußlandreise zu berichten. Und das Aller eröffnet, der nach erfolgter Begrüßung der Anforger legen den Müttern die Erfüllung der einbart worden, daß Heinig unbeeinflußt und wichtigste: die Genehmigung meiner Einreise ist wesenden einen Bericht über den finanziellen Stand Stillpflicht ans Herz und die Mütter er streng sachlich über das Gesehene berichten sollte. auf Grund jener Befürwortung erfolgt. der Genossenschaft und über ben bereits erfolgten füllen ihre Pflicht, wenn fie fönnen. Der Still. Aenderungen an den Berichten sollten nicht vor3. Im übrigen muß ich die Unanständigkeit Abverkauf des im Zwickauer Bezirke gelegenen Anpflicht voraus geht aber die Still möglich genommen werden. Nachdem Heinig ordnungs- zurückweisen, die darin liegt, mir vorgefaßte Mei- logenteiles an die Nordböhmische Elektrizitätswerkefeit. Viele Mütter wird es geben, die ihre Kinder gemäß den Antrag auf Einreiseerlaubnis bei ber unng gegen Rußland zu unterstellen. Ich bin seit Aktiengesellschaft in Bodenbach gab. Diese Berichte nicht stillen fönnen, weil es ihnen selbst an der Berliner Paßstelle der russischen Botschaft gestellt Jahren aus freier Entschließung Mitglied sowie das Protokoll der I. außerordentlichen Vollnotwendigen Nahrung gebricht und die ausge. hatte, wurde ihm zunächst Ende Juli telephonisch der„ Gesellschaft der Freunde des versammlung wurden ohne weitere Wechselrede gefogenen Brüste feinen Tropfen Milch mehr her vom Bureau des Botschafters Krestinsti mitge neuen Rußlands", ich habe meder im ,, Bornehmigt. Der Antrag des Revisionsausschusses auf geben. Das fürsterzbischöfliche Ordinariat von teilt, daß seine Einreise genehmigt sei. Nach wärts" noch sonstwo gegen Rußland Stellung ge- Entlastung der Buch- und Kassaführung wurde deSalzburg weiß jedoch Rat und ausgiebige Hilfe. einer weiteren ausdrücklichen Bestätigung dieser nommen. Es ist mir deswegen unerfindlich, mit battelos einstimmig genehmigt. Der wichtigste Punkt Es lagt nicht etwa Nahrungsmittel an die Mütter Mitteilung und nach Abgabe seines Passes erhielt welchen Beweisgründen die Objektivität meiner ber Tagesordnung war die Beschlußfaffung betref berteilen, die ein Kind zu stillen haben, nein, An- er jedoch am 11. August ein Schreiben von der Berichterstattung anzuzweifeln war. fend der Verkauf der gesamten Anlagen in den Bedachtsbildchen mit einem Aufdruck sollen verteilt russischen Botschaft, worm gesagt wurde, daß die Berlin, 7. September. werden. Jeder Mutter, die ein solches Bildchen frühere Mitteilung auf einem Mißverständnis Kurt einig. zirben Deutsch- Gabel und Niemes an die Nordböh erhält, wird fofort genügend Milch in die Brust beruhe. Eine Antwort der Union der SSR. Durch diesen Vorfall wird wieder einmal mische Glektrizitätswerke- Aftiengesellschaft in Bodeneinschießen und sie wird ihr Kind stillen fönnen. liege noch nicht vor. Jetzt ist Heinig nun ohne bewiesen, daß alle Behauptungen der Kommu- bach. Der Obmannstellvertreter der BezirksverwekJedenfalls ist es aber interessant, daß sich der weitere Begründung der endgültige Bescheid ge- nisten Sozialdemokraten fönnten sich 3 th I, begründete in längeren Ausführungen den tungskommission in Deutsch- Gabel, Serr Wilhelm Fürsterzbischof um die Stillpflicht fümmert. Da worden, daß sein Gesuch um Einreisegenehmigung jederzeit selbst an Ort und Stelle über die Lage Berkauf an sich und den Verkauf an die Nordböh wird er allerdings bei seinen Freunden in der vom Volkskommissariat für auswärtige Angeles in Rußland unterrichten. wenn fie nur wollten, mische Cleftrizitätswerke- Aktiengesellschaft in Boden. Tschechoslowakei nicht gut ankommen, bei feinen genheiten in Moskau abgelehnt worden ist. Schwindel sind. Objektive und kritisch einge bach int besonderen An diese Ausführungen schlos Freunden, den Christlichsozialen, die durch Wie der sozialdemokratische Pressedienst bei die stellte sozialdemokratische Beobachter kann die Lebensmittelsölle die Nahrungsmittel fer Gelegenheit mitteilt, iwurde auch seinem Ver- Sowjetregierung nicht dulden. Nur von Moskau ich eine längere und eingehende Aussprache, die sich berteuern und dadurch Hunderten von Müttern treter vor dreiviertel Jahren die Einreiseerlaub- bestellte und von Sowjetleuten dirigierte Delega- in durchaus fachlicher Weise abwickelte. Bei der die Still möglich feit nehmen. Hier Ver- nis nach Rußland verweigert.) tionen dürfen Festreisen durch das Sowjet- nun folgenden Entscheidung waren 55 Mitglieder teuerung der Lebensmittel als Werk christlicher mit 802 Stimmen zur Abstimmung berechtigt. Fr Die russische Botschaft in Berlin ist durch paradies unternehmen. Berichterstattern der Barmherzigkeit, dort Andachtsbildchen als prat- den Widerruf des Moskauer Kommissariats für sozialdemokratischen Presse und der Gewerk namentlicher Abstimmung gaben diese 55 Mitglieder tische chriftliche Hilfeleistung. Sie bleiben sich eben auswärtige Angelegenheiten in eine Angelegenheiten in eine peinliche schaftszeitungen peinliche fchaftszeitungen wird der Zutritt verweigert. alle 802 Stimmen für den Verkauf der gesamten überall gleich, die frommen Christen: Schöne Er- Situation geraten und sucht sich nun mit der Besonders bemerkenswert ist dabei, daß die Sow- Anlagen an die Nord böhmische Elektrizi Som- Anlagen bauungsworte für die Armen und Bedrückten, dummen Ausrede zu rechtfertigen, Seinig hätte jetregierung gegenüber der großfapitali. tätswerte, Aktiengesellschaft in Bodenbach, ab direkte Hilfeleistung für die Besitzenden. mit der sozialdemokratischen Presse ein ,, Geheim- ftischen ausländischen Presse entgegenkommen und es ist sohin, da der Kaufvertrag noch in der Rechtzeitig." In Wernstadt wurden, wie abkommen" abgeschlossen. Dazu schreibt nun der ist. So hat z. B. die deutsche Sugenberg- Bersammlung gefertigt wurde, die Nordböhmische wir berichteten, ein Häusler und sein Sohn von Heinig: Bresse längst einen von der russischen Regierung Elektrizitätswerte, Aftiengesellschaft in Bodenbach, Einbrechern angeschossen. Der Mann erlag auf 1. Das hiesige Organ der russischen Botschaft zugelassenen Vertreter in Moskau. Man kann ab 1. Oktober 1. J. Besitzerin der gesamten Anlagen der Stelle den schweren Verwundungen. Der behauptet ein geheimes Abtommen" mit vollem Recht sagen, daß die Regierung der im Versorgungsgebiete der JefchtengaugenoffenAufsiger Tag" bringt diesen Bericht mit dem entdeckt zu haben, das zwischen den Vorwärts" Wert legt auf gute Beziehungen zu den deutschen tember 1. J. den Kaufpreis von 6 Millionen entdeckt zu haben, das zwischen dem„ Vorwärts", russischen sozialistischen Sowjetrepubliken mehr schaft. Die Käuferin bezahlt noch im Monate SepSchlußvermert: der Sozialdemokratischen Partei und Gemertschaftspresse und mir geschlossen worden sei. Diese Rapitalisten als zum deutschen Proletariat. Entdeckung sei der eine Grund der Zurückziehung der bereits erteilt gewefenen Einreiseerlaubnis. Der heimliche Zwed meiner Rußlandreise sei nach jenem Abkommen" Der Einbrechern ist bei ihrem Raubzuge feine Beute in die Hände gefallen, da sie noch techtzeitig verscheucht worden waren." Dieses rechtzeitig" scheint einer Verwechslung der Situation mit der bei einem völtischen Mord zu entspringen. Dort wurden von der Polizei des Herrn Pochner die Mörder gewöhnlich rechtzeitig verscheucht; nämlich so rechtzeitig für sie, daß sie sich in Sicherheit bringen fonnten und der Strafe entgingen. Daß in Wernstadt die Räuber rechtzeitig verscheucht wurden, werden die bedauernswerten Hinterblie benten des Grmordeten faum zugeben. Krankenversicherung der öffentlichen Angestefften. Über ben Stand der Errichtung des Heil. fonds nach dem Gefeße vom 15. Oftober 1925, Sig. Nr. 221, erfahren wir folgendes: Die Durchführungsverordnung zum Gesetze ist bereits an die nachgeordneten Behörden ergangen. Ende Juli 1926 erhielten die politischen Bezirksverwaltungen einen Runderlag mit Instruktionen und den nötigen Druckjorten, worauf diese Behörden größtenteils auch schon die Bildung der vorgeschriebenen Bezirksausschüffe angezeigt habent. Ausständig sind dagegen noch die von den Aerzteorganisationen aboerlangten Verzeich niffe der zur Behandlung der Fondsmitglieder bereitwilligen Aerzte. Sache der letzteren ist es, sich mit den Versicherten über die Bedingungen der Behandlung zu einigen. Vermittler sind der 1středni svaz československych lékařu und der Reichsverband der deutschen Aerztevereine in Aussig. Bezüglich der außerordentlichen ärztlichen Verrichtungen und der Zahnärzte wurde noch kein lebereinkommen erzielt, daher hinsicht lich der ersteren der mit der Krankenkassa der Privatbeamten vereinbarte Tarif vorläufig noch in Geltung belassen worden ist. Die zahnärztliche Behandlung auf Kosten des Heilfonds wurde auf drei Monate eingestellt, vor deren Ablauf man zu einem Vertragsverhältnis mit den Zahnärzten zu kommen hofft. Das Verbrechen von Leiserde. Zur Vervollständigung der Aussagen der verhafteten Urheber der Eisenbahnkatastrophe wird an der Unglüdsstelle bei Leiferde ein Lofaltermin abgehalten wer. den. Gegen Schlesinger und Willi Weber wird in Kürze die Voruntersuchung, die sich gegen beide auf Mord erstreden soll, eröffnet werden. -Laut Lofalanzeiger" dürfte der Hauptteil der auf die Aufklärung des Attentates ausgefeßten Belohnung in Höhe von 27.000 Mart( 216.000 Kronen) dem Landstreicher Schröder zufallen, der die Aeußerungen seines Zunftgenossen Walter Weber über den Anschlag der Polizei mitge. teilt hat. a) ich solle mir die Autorität eines Rußlandstenners verschaffen, " b) mit dieser Autorität solle ich den Arbeiter delegationen im Vorwärts" jowie in der übrigen Partei- und Gewerkschaftspreffe entgegentreten. Ich erkläre hiermit öffentlich, daß das hiesige Organ ber russischen Botschaft mit diesen Behauptungen bewußt die unwahrheit jagt. Das Abkommen" ist frei erfunben. 2. Weiter läßt die russische Botschaft als anderen Grund zur Zurückziehung der erteilten Erlaubnis die Behauptung verbreiten, daß ich ihr meder über meinen Reisezwed noch über meine Auftraggeber die volle Wahrheit gesagt hätte. Für heute möchte ich darauf nur antworten, daß meine Einreise mündlich und schriftlich von 0000 000000000 Der Vollzugsausschuß der RGJ. wendet sich nunmehr an alle der RGJ. angeschlossenen Organisationen mit der Aufforderung, überall an diefen Feiern teilzunehmen, um die Arbeiterklasse barüber aufzuklären, daß die Amsterdamer Internationale an dem Verlust des Achtstundentages mitschuldig sei, und daß ihre Politik zur Flucht der Arbeiter aus den Gewerkschaften beigetragen habe. Die an der RGJ. angeschlossenen Organifationen müssen an ben von der Amsterdamer Internationale organisierten Volksversammlungen und Demonstrationen teilnehmen, um ihre Ansicht öffentlich zu vertreten. Die realtionäre Bresse lobt die Mostaner! Die Kreuzzeitung, das Organ der deutschen Monarchisten und der ostpreußischen Junker, zollt der Sowjetregierung zu ihrem Einreiseberbot für einen sozialdemokratischen Journalisten volle Anerkennung. Sie schreibt 3 der Mitteilung des Vorwärts: 11 „ Die russischen Bolschewisten befürchten von dem Borwärts"-Mann empfindliche Schädigung ihrer Bundesinteressen, und sie sind Nationalisten genug, sich einen vermeintlichen, roten Heyer vom Leibe zu halten. Die bürgerliche deutsche Presse wird von ihnen offenbar höher eingeschäzt." Auf dieses Lob aus dem Munde deutscher Stockfonfervativer fann die rebolutionäre Regie rung der sozialistischen Sowjetrepubliken befonders stolz sein! Kronen bar und liefert ab 1. Oftober I. J. den Lichtstrom an die Konsumenten für K 3.30 per kilowattstunde und hebt für die Bezirke und Gemeinden auf diesen Lichtstrompreis einen 20prozentigen 311 fchlag zur Tilgung der von den Bezirken und Gemeinden zur Genossenschaftsanteileinzahlung aufgenommenen Darlehen. Im Anschlusse an diesen Beschluß wurde einstimmig die Auflösung und Liqui dation der Elektrizitätsgenossenschaft der Bezirke und Gemeinden beschlossen und zu Liquidatoren die Herren Arbeitsausschußmitglieder Eiselt, ihr und Teumer bestellt. Um 1 Uhr nachmittags schloß der Obmann Herr Domänenrat Eiselt diese für die Geschichte der Jeschkengaugenossenschaft bedeut same Versammlung, auf Grund deren Ergebnis die wünschenswerte Beruhigung in der Lichtfrage nunmehr eintreten wird. Vergiftete Flußbäder in Erlangen. Die Stadt Erlangen hat die sofortige Schließung ihrer Flußbäder angeordnet, nachdem bei Bodegästen, die Basser geschludt hatten, folgenschwere Vergiftungs erscheinungen eingetreten waren. Ein Arzt aus München, der in seiner Vaterstadt zu Besuch weilte, ist gestorben. Es handelt sich bei den Erkrankungen un eine Abart des gelben Fiebers, die sogenannte Weilsche Krankheit. Zita geht ins Kloster? Die Barijer Blätter bringen aus englischer Quelle die Meldung, daß Erfaiſerin Zita die Botschaftertonferenz ersucht hat, aus Spanien nach England übersiedeln zu dürfen. Gleichzeitig habe sie auch an Georg V. geschrieben, mit ihren Kindern in ein englisches Kloster einvon Sabanna versuchte ein Fallschirmpilot in einer Mizglückter Fallschirmabsprung. In der Nähe höhe von 5000 Meter mit einem selbst erfundenen Fallschirm aus einem Flugzeug abzuspringen. Der Fallschirm bersagte und der Pilot landete völlig serfchmettert am Boden. Kontrolluhren der elektrischen Bahn. Eine NeuIm Netz der Prager sich bitter über das an maßende Auftreten Sitler 3 gegenüber seinen Anhängern und Mitarbeitern, die Hitler in der schwersten Weise brüs fiere und die er, der sich unfehlbar halte wie der Papit, gleich untertänigen Sllaven behandele. Da bei hätten die österreichischen Nationalsozialisten nach dem Zusammenbruch des Hitlerputsches Weillionen für die reichsdeutschen Parteigenossen getreten zu dürfen. opfert. Ein Strom von Flüchtlingen, echten und unechten, habe damals die österreichischen Bartei fassen ausgeplündert. Das jungrevolutionäre Element in der österreichischen Bewegung, das Hitler so sehr liebe, sowie der Hinauswurf aus Der Kampf muß in allen Ländern unter der jeder anständigen Partei und das, was sich in Sofung der Einheit der Gewerkschaftsbewegung rabe das verantwortungslose Element, das beDeutschland so hyperrevolutionär gebärde, sei gegeführt werden. Die Kommunisten sollen also sonders in Arbeiterkreisen sich intmer mehr ber- erung ist mit Ende Auguft bei den Brager Straßenihre mit so großem Erfolge geübte, auf die Schwächung der Gewerkschaften hinzielende Tätig- ächtlich mache. Weiter wird Hitler die An biede- bahnen eingeführt worden. feit ausgerechnet in der Propagandawoche derung an den italienischen Fascismus Straßenbahnlinien gibt es einige Stellen, die durch Amsterdamer Internationale verstärkt ausüben. unter Preisgabe Deutsch Südtirols ihre Abschüssigkeit und Unübersichtlichkeit bekannt Schauplatz von Unfällen Während allenthalben versucht werden wird, und die Einführung des Fascisten sind und schon oft der waren. So haben sich beispielsweise in der vom durch eine großzügige Aufklärungs- und Werbe arukes in feiner Partei vorgeworfen. Der Speisekarten- Abbau in Frankreich. Der Klarov zum Hradschin hinaufführenden Chorekstraße tätigkeit die Reihen des Proletariats zu ber stärken, sollen die Kommunisten ihre Kraft darauf Polizeipräfekt von Paris hat eine Verordnung wiederholt Entgleisungen ereignet, weil besonders richten, die„ reformistischen" Gewerkschaften zu erlassen, die den Gastwirtschaften und Restaurants bei feuchter Witterung die in voller Fahrt die abentlar ven". Um den Schwindel vollständig untersagt, ihren Gästen mehr als zwei Gänge zu schüssige Straße herabkommenden Wagen nicht mehr zu machen, soll dies unter der Losung der Ein- perabreichen. Gleichzeitig find Vorschriften getrof vor den scharfen Biegungen abgebremst werden beit der Gewerkschaftsbewegung geschehen. Die fen worden, um der Reichhaltigkeit der Speise- fonnten. Diesen Uebelstand hat die Verwaltung der Arbeiterschaft wird sich über diese Taftik der farten zu steuern. Die Restaurants sind z. B. Straßenbahnen durch Errichtung von KontrollKommunisten ihre besonderen Gedanken machen gehalten, auf ihrer Speijefarte höchstens vier stationen beseitigt. Solche Stationen wurden in der uns wohl mit dafür sorgen, daß der feine Plan Fleisch- und drei Gemüsegänge erscheinen zu las Chotefstraße auf dem Hradschin und in der Husnicht gelingt, sofern er überhaupt gegen die beffere fen. Gleichlautende Verordnungen sollen auch straße in Wrschowis errichtet. Bei diesen Stationen Einsicht vieler Kommunisten durchgeführt wer- von den Bräfekten der Zepartements erlassen muß jeder Wagen halten, um mit geringer Anden sollte. werden. Die Regierung, die diese Maßnahmen fangsgeschwindigkeit gegen die Biegung zu fahren. Hitleriana. Die österreichischen Nationalsozia- nach zahlreichen Besprechungen mit den Vertre- Um die Aufstellung von Bediensteten zu ersparen, listen rächen sich an Hitler für ihren Ausschlußz, tern der Restaurateure getroffen hat, verspricht die bei diesen Stationen die Kontrolle darüber be indem sie in aller Deffentlichkeit Zahlenangaben sich davon eine Einschränkung des Lebensmittel- sorgen, ob auch jeder Wagen tatsächlich hält, hat man Kontrolluhren aufgestellt, die von jedem die über den Niedergang der Hitlerbewe. guna machen. So hat der österreichische national- Die Goldwährung Deutschlands. Zu der Presse. Station passierenden Wagenführern gestochen werfozialistische Obmann Schulz nach dem ,, Völlischen meldung, daß die Reichsbank beabsichtige Gold. 1360.62- Scrolb" in einer Rede in Wien berichtet, daß die münzen prägen zu lassen, erklärt die Bossische 91.30.- reichsdeutsche Hitlerbewegung ganze 43.000 einge- Seitung", daß die Nachricht in dieser Form nicht 655.75.fchriebene Mitglieder zähle. Wieviel von diesen zutreffen dürfte. Reichsbankpräsident Dr. Schacht Mitgliedern Beiträge zahlen, hat er nicht hinzu und das Reichsbankdirektorium beschäftigen sich je 34.-. gefügt, doch fann man über diesen Bunft in Sit. doch seit einiger Zeit mit dem Blane eines Um100.57.50 lers Bölfischem Beobachter" fast täglich beweg- tausches von Reichsbanknoten in Barrengold. Eine 60.07.- liche Stlagen lesen. Die großen Wassenbersamm derartige Maßnahme würde, wie das Blatt bemerkt, 381.50.- lungen und Parteitage wie den in Weimar be- ein sichtbares Zeichen für die Sicherheit der Reichs. 479.40.- zeichnet Schulz als Potemkindörfer. Er beschwert mart sein. Moskaus Gruß zum Jubiläum der Gewer schafts- Internationale. Im Trud vom 19. August wurde auf die Propagandawoche aus Anlaß des 25jährigen Jubiläums der Gewerkschafts- Internationale hingewiesen und dazu folgende Parole für die Kommunisten ausgegeben: Prager Kurse am 8. September. 100 holländische Gulden 100 Reichsmart. 100 belgische Frants 100 Schweizer Frants 1 Bfund Sterling 100 Lire 100 franzöfifche Frants 1 Dollar 100 Dinar 10.000 magharische Kronen 100 polnische Zloty 100 Schilling Weld 1354.62.803 75.92.90.652.75.163.72 50 122.60.33.70.9.17.50 59.574.69 30.375.50.476.40.Ware 807.75. 164 62.50 124.4.79.30.verbrauches. den müssen. In der Remise erfolgt dann nach Be endigung des Dienstes die Kontrolle bes Wagenführers. Die elektrischen Unternehmungen sind überzeugt, daß die Aufstellung dieser Kontrolluhren die Sicherheit der Fahrgäste in den genannten Straßen gewährleistet. Ein Lenin- Denkmal wird am 7. November, dem Jahrestage der bolschewistischen Revolution, auf dem Plaze vor dem Finnländischen Bahnhof in Seningrad enthüllt werden. 9. September 1926. alt. Von unseren Obstbäumen erreichen Birnbäume 130 Jahre. davon gehört, daß man auch ohne Geld übers Waffer gelangen fann. Unangenehmer ists schon, daß man so ganz ohne Paß und sonstige Papiere antain. Boltswirtschaft. Seite 5. Die gescheiterte Einigung in Bulgarien. Die Umstellung bes niederländischen Geschichts- ftabsfähigkeit gegen die Witterungseinflüsse. Bei der zwanziger Jahre hinein. Die Deffentlichkeit Jtern wieder zugeführt wurde, die nun natürlich unterrichts war der Hauptpunkt der Tagesordnung ftarem Temperaturwechsel tritt hier das ein, was pflegt fich sehr häufig gleich ihren Vers von der längst nicht mehr an Reile dachten. der Tagung niederländischer Mittelschullehrer, die man als latenten" Lebenszustand bezeichnet. Ver- Sache zu machen; man weiß ja, was seit Haar- Leider gehen die Dinge nicht immer so am 1. September in Rotterdam stattfand. Der Re- worn vergleicht diesen Zustand mit einer Wanduhr, mann, Großmann und Denke alles möglich ist. glimpflich aus. Besonders so manches junge ferent Dr. Bolteftein- Rotterdam will vor allemt dem die zwar aufgezogen, aber stehengeblieben ist. Somit fritischeren Augen schon pflegt die Polizei die Mädchen wird ein schlimmes Opfer früher eroti Böllerbundgedanken einen viel weiter reichenden bald man das Bendel anstößt, geht die Uhr wieder. Sache anzusehen. Von Fremdenlgion, Bor- fcher Leidenschaft oder leichtfertiger oder naiver Einfluß im Geschichtsunterricht eingeräumt wiffent, Eine besonders lange Lebenszeit kommt dem dellgeschichten, Mädchenhändlern, Wüstlingstaten Vertrauensseligkeit. Die Polizei- Chronik unserer Er wies auf die tiefgehende Unzufriedenheit mit dem Pflanzensamen also nicht zu. Dagegen finden wir u. a. ist freilich heutigentags gar viel die Rede, Großstädte weiß darüber mancherlei zu berichten. überkommenen Geschichtsunterricht hin, an der feine bei gewissen Pflanzenarten eine ganz beträchtliche indes gibt es auch näherliegende Möglichkeiten. Vorbeugen fann hier nur rechtzeitige Aufklärung Geschichtskonferenz etwas zu ändern vermochte. Ein Lebensdauer. Der älteste uns bekannte Baum ist Man hat da so seine Erfahrungen. In recht vie durch die Eltern soweit dergleichen überhaupt großer Teil dieses Unterrichtes sei vollständig wert eine 3ypresse auf dem Friedhof des südamerikani len Fällen wird denn auch tatsächlich nach einigen borgebeugt werden kann. J. K. Ios. Der Hauptfehler bestehe darin, daß der Ge- schen Fledchens Santa Maria des Thula. Das Tagen ganz einwandfrei festgestellt, daß der im schichtszusammenhang für den Historifer und der Alter dieses Baumnestors wird auf nicht weniger Elternhause ganz manierliche junge Bursche nach für die Schule nicht auseinandergehalten würden. als sechstausend Jahre geschätzt. Auf den Kana- sorgfältiger Vorbereitung ohne Abschied ausgerüdi Der Hauptwert sei auf die Geschichte der moder- rischen Inseln ist ein Drachenblutbaum bekannt ge- ist, um in der weiten Welt sein neues und hoffentnen 3eit zu legen. Dabei müßten aber auch die worden, deßen Alter auf fünftausend Jahre geschänzt lich besseres Heil zu suchen. Liegt ein solches VerGedanken und Bestrebungen, die die menschliche wird. Es handelt sich jedoch in diesen Fällen um dacht nahe, so pflegt die afarmierte Polizei schleuGeschichte ausmachen, neben den großen unperson- einzelne Exemplare, die, weil außergewöhnlich night ihren Morseapparat spielen zu lassen. SamDie in Bulgarien zwischen der dent J. G. B. lichen Kräften, die das geschichtliche Geschehen be- günstige Wachstumsbedingungen Wachstumsbedingungen vorlagen, das burg und Bremerhaven werden angerufen, zwei herrschen, behandelt werden. Bei dieser Auffassung Durchschnittsalter der betreffenden Art weit über- Orte, in denen alltäglich unternehmungslustige angeschlossenen Landeszentrale und der Förderades Geschichtsunterrichts sei der Völlerbundsgedanke flügelt haben. Das Alter der Mammutbäume wird junge Weltreisende einzutreffen pflegen, um von tion der unabhängigen" Arbeiterverbände geein wertvoller Gegenstand. Dabei müsse wiederum auf 3000 bis 4000 Jahre geschätzt: Eiben werden hier aus die Reise übern großen Teich anzus die Reise übern großen Teich anzu- pflogenen Einigungsverhandlungen sind geschei von dem Entstehen und der Entwicklung dieses Ge- bis zu 3000, Bebern 2000, Eichen 1500, Bergtiefern, treten. Geld haben sie freilich in der Regel menig tert. Anlaßlich des auf Antrag der freien Getönne die mittelalterliche Zweieinheit von Kaisermeinsamen Kongresses der beiden Richtungen tum und Bapsttum bilden, woran sich deren Bruch schien es, daß sich wirklich eine Plattform für burch Renaissance und Reformation anzuschließen Bei den Tieren ist die Lebensdauer erheblich So wurde u. a. vereinbart, daß in Zukunft die eine vernünftige Zusammenarbeit finden lasse. habe. An dem Anfang der neueren Geschichte stehe kürzer. Immerhin gibt es auch unter den Tieren ber Staatsegoismus von Macchiavelli den Beſtre- Arten, deren Lebensdauer unser Menschenleben weit Am verhängnisvollsten aber wird dem jun- Beschimpfnugs- und Verleumdungskampagne Der bungen, zu einer Einheit in Gestalt eines Staaten übertrifft. Die höchste Altersstufe erreichen Strofo- gen Abenteurer der Fahndungsdienst der Krimi Blätter der Unabhängigen gegen den J. G. B. organismus zu gelangen, gegenüber. Diese Bestrebungen seien durch Beispiele, wie im Spätmittel- bile; sie werden durchschnittlich 300 Jahre alt. Auch nalpolizei. Da die Behörden wissen, was in eingestellt und damit eine günstige Atmosphäre alter Pierre Dubois, im 18. Jahrhundert Rants Riesenschildkröten wird das gleiche Alter zugefpro- unserer Zeit alles gern auf dem schnellsten Wege für den taldigen formellen Anschluß der ber chen. Auf ein Durchschnittsalter von 100 Jahren u Schiff nach Frankreich" gelangen möchte, so einigten Bewegung an den J. G. B. geschaffen Schrift„ Zum ewigen Frieben", zu ergänzen. Kennt werden Riesenschlangen geſchägt. Unter den Sänge schauen sich ihre Vertreter in den Hafenstädten werden soll. Wie bei ähnlichen Fällen stellte en nis bes Völkerbundes und seines Statutes feientieren erreicht der Walfisch das höchste Alter, näm- mit ganz besonderer Sorgfalt nach Leuten um, die sich jedoch heraus, daß die Kommunisten fein unbedingt erforderlich als Grundlage der Darstel lich 200 Jahre. Ein ebenso hohes Alter sollen Pa- von wildwestlicher Sehnsucht gepackt sind. ehrliches Spiel spielten. Die Verleumdungs lung der Geschichte seit dem Jahre 1919. Auf diese pageien und Karpfen erreichen können. Das turz- sicher und unternehmungslustig der junge Bursche fampagne wurde fortgesetzt und es zeigte sich, daß Weise könne der Geschichtsunterricht tatsächlich lebigste Tier ist bekanntlich die Eintagsfliege, die auch auszog, bohrt sich erst einmal der scharfe die Vereinbarungen, die während des Aufent infolge ihrer verkümmerten Freßwerkzeuge feine Blick des Kriminalbeamten in fein Auge den haltes des Generalsekretärs des Amsterdam anJugend würden Ideen und Probleme verständlich Nahrung zu sich nehmen kann und beshalb nur einen Teufel auch, es ist, als ob ihn der leibhaftige geschloffenen Bulgarischen Gewerkschaftsbundes Gottseibeiuns selber fixierte. Kürzlich sah ich. in im Auslande getroffen worden waren und die empfehlen, sich an diesen Anregungen bei der Durch- nisse von der Dauer des Lebens bereits erschöpft. Obdachlosenasyl etwa fünfzig junge Burschen, die to abgefaßt waren, daß sie den Kommunisten Mit diesen Feststellungen find unsere Erkennt der Abteilung für Jugendliche im Hamburger zum Austritt aus dem J. G. B. geführt hätten, führung der lange verschleppten Schulreform ein wir können zwar, wie der große Philosoph 3m- aus den verschiedensten Teilen des Reiches ihren volle Bewegungsfreiheit gewährten und nicht die manuel Kant, annehmen, daß überall im Welten Eltern oder ihrem Lehrherrn ausgerüdt waren, geringste Garantie für einen gleichmäßigen Einraume Lebensteime umherschwirren, die eine lange um bei der nächsten Gelegenheit von Hamburg fluß beiter Parteien boten, was auch von den Lebensdauer besiken, aber solche metaphysischen aus die große Reise zu versuchen. Doch fast schnel- Kommunisten in ihren Blättern triumphierend Hypothesen haben feine Grundlage in unserer fler als die Bürschchen selbst war das Telegramm zugegeben wird. Der Bulgarische Gewerkschaftswissenschaftlichen Erfahrung. aus der Heimat bei der Hamburger Behörde. In bund hat es deshalb fir nötig erachtet, verschie irgendeiner Hafenkneipe wurden die Burschen dene das letereinkommen betreffende Alendeentdeckt; der phantastische Traum von wildwest- rungen vorzuschlagen. Da diese von den Unab lichem Glück zerrann allzu rasch. Nun saßen sie hängigen abgelehnt wurden, ist vorläufig an eine im Asyl umber und warteten auf den Augenblid, Einigung nicht zu denken. in dem sie wieder per Schub in die Heimat befördert würden. Es hat also nicht sollen sein! gemacht, die unserer Zeit eigentümlich sind. Wir Lönnen unseren Schulbehörden nur nachdrücklichst Beispiel zu nehmen. Tag lebt. Vermißt! So Die Arbeitsleistung der russischen Arbeiter. es Die Dauer des Lebens. Bei vielen Naturvölkern ist es Brauch, den Toten Nahrung ins Grab mitzugeben. Das aber gläubische Volf nimmt an, der Tote werde den Lebenden keine Ruhe lassen, wenn er nicht mit der nötigen Speise und dem nötigen Trank für sein Weiterleben in der Unterwelt versehen werde. Auch die alten Aegypter haben dieser Sitte gehuldigt. Während noch etwa im Beginn unseres In den Grabkammern ihrer Könige befanden sich u. Jahrhunderts die Vermißtenmeldungen im Pos a. Weizenkörner, die sich bis auf unsere Beit teim- lizeibericht unserer Großstädte selten waren, sind Freilich gibt es auch ernstere, psychologisch fähig" erhalten haben sollen, und die als„ Mumien sie heute beinahe zur täglichen Erscheinung ge- tiefbegründete Dinge, die gelegentlich einen halb- Die Zeitschrift Industrial and Labour Inweizenkörner" eine gewisse Volkstümlichkeit erlangt worden. Mit ständiger Regelmäßigkeit liest man müchigen Menschen bei Nacht und Nebel aus formation", die Wochenschrift des Internatio haben. Es hat nämlich Leute gegeben, die die Be in seiner Zeitung, daß dort oder dort dieser oder dem Elternhaus treiben. Ganz abgesehen von nalen Arbeitsamtes, bringi Auszüge aus einem hauptung aufstellten, diese Weizenkörner fönnten jener junge Mann oder dieses oder jenes junge schlechter Behandlung durch den Stiefvater oder Bericht, den der Leiter des Arbeiterschuzamies wieder zum Reimen gebracht werden. Alls vor etwa Mädchen von einem geschäftlichen oder privaten Lehrherrn, sind es oft auch bei heranwachsenden in Sowjetrußland, Herr Kaplun, an den Zentral 90 Jahren dieser Schwindel von dem ungarischen Ausgange nicht zurückgekehrt sei und gesucht Schülern das schlechte Zeugnis, die nicht zusa- rat der russischen Gewerkschaften erstattete. Es Grafen von Sternberg in die Welt gefeßt wurde, werde. Personalbeschreibung, Redensarten von gende Berufegattung und ähnliches. Bei den wird darin gesagt, daß Ueberzeitarbeit weit verfanden sich auch Leute genug, die diese Behauptung besorgten Angehörigen und einige unsichere Ver- Mädchen liegen die Dinge häufig wenig anders. breitet ist, obzwar andererseits mehr als eine für bare Münze nahmen. Erst als der Botaniker mutungen sollen dann Publikum und Polizeibe- Auch hier liegt sehr oft nicht der mit tausend Million Menschen arbeitslos sind. Der wöchent Unger nach Theben reifte, von dort in einer gut hörde auf die Fährte des Verschwundenen führen, Aengsten vermutete Selbstmord oder Zustmord liche Ruhetag wird häufig nicht eingehalten. Die verschlossenen Tonflasche eine Anzahl Mumien vorausgesezt natürlich, daß es sich wirklich um vor, sondern einfach die Amüsier- und Abenteurer Zahl der Unfälle nimmt beständig zu, und zwar weizenförner mit nach Hause brachte und unter allen einen rätselhaften Fall handelt und nicht schon lust des jungen Mädchens. Innerlich längst dem wegen der Unaufmerksamkeit der Arbeiter, des erdenklichen Vorsichtsmaßregeln aussäte, und als auf den ersten Blid zu ersehen ist, aus welchem äußerlich respektierten Gängelbande der Eltern Mangels von Sicherheitsvorrichtungen und nicht sich dann herausstellte, daß in allen Fällen Fäulnis Grunde der betreffende junge oder alte Zeitgenosse entwöhnt, versuchte Hilde oder Trude einmal ein zwedentsprechender Betriebseinrichtung. Das eintrat, wurde die Geschichte als glatter Schwindel sich vorerst einmal unsichtbar gemacht hat. wenig von den angeblich ewig dauernden Süßig- Bild, welches Kaplun gibt, stimmt auffallend Sehen wir von dieser Kategorie einmal ab, feiten verbotener Frucht zu naschen. Im Arm überein mit den Berichten, die in den letzten Seitdem sind wiederholt Versuche gemacht wor- alfo von jenen Herrschaften, die irgendeine ihnen eines jungen oder auch älteren Mannes ging die Monaten auf verschiedenen gewerkschaftlichen den, um die Lebensdauer von Samenförnern fest nicht gehörende Kaffe um soundsoviel Mammon Nacht herumt, und als der nächste Morgen oder Tagungen erstattet wurden. zustellen. Berworn hat gefunden, daß Pflanzen- erleichterten und dann recht begreifliche Ursache gar schon der helle Mittag da marja, da ge- fchaftszweigen find die Arbeiter mit den be jamen sich 150 bis 200 Jahre lang feimfähig er zum Verschwinden hatten, so sind es vor allem traute sie sich nicht mehr nach Hause. Von wegen stehenden Verhältnissen unzufrieden geworden, hält. Ausgeschlossen ist eine solche Möglichkeit jugendliche Personen, die urplötzlich auf die Ver- der Schande oder vielmehr der Reile, die es sie beschweren sich wegen Heberarbeitung, un nicht, weil Pflanzenförner im allgemeinen einen mißtenliste der Polizeibehörden kommen: junge geben wird. So begann sie umherzuirren, bis sie, zureichenden Löhnen, schlechten Wohnungsber sehr geringen Wassergehalt haben. Je geringer aber Burschen und, eigentlich in erster Reihe, Mädchen entweder durch die Not firre gemacht oder von hältnissen, mangelnden Sicherheitseinrichtungen der Wassergehalt ist, umso größer ist die Wider- vom beginnenden Backfischalter bis in den Anfang der Polizei aufgegriffen, den überglücklichen El- und ungenügender Gewerbeaufsicht. Es ist berständlich, daß unter solchen Umständen UeberGewerkschaften erklärte nach Kapluns Bericht, druß zum Ausdruck kommt. Der Zentralrat der daß nur von einer Besserung der Arbeitsverhältnisse eine Steigerung der Arbeitsleistung ererfannt. Weshalb gibt es so viele Spetulanten. Von Arkaoly Awertschenko. Auf einem einsamen Meeresstrande, unter einer hohen Klippe, saßen drei Menschen: sie schauten sich nach allen Seiten um and dann sagte per Aelteste: zurüd. " In diesem Falle ziehe ich meinen Vorschlag Da stand der zweite auf: Genossen! Ich weiß ein Unternehmen, dort befinden sich in einem eisernen Schranke 10 Millionen!" ,, Und wie werden wir den Schrank öffnen?" ,, Na, wie gewöhnlich: ein Ballon mit Säure, zethlen, Elektrizität, automatische Schrauben." ,, Und ton wo werden wir die Instrumente hernehmen?" Früher haben wir alles in London ge„ Ein feines Land!" sagte der Vorsitzende. ,, An welche Gaunerei man nicht denkt alles unrentabel." einige Ballen Manufakturwaren auftaufen, die wartet werden kann. Was wäre", sagte der Jüngste ,,, wenn wir Waren irgendwo heimlich auflagern, eine Zeit abwarten und sie dann verkaufen würden?" ,, Was haben wir davon?" Weshalb?" In vielen WirtLiteratur. „ Die Gesellschaft" bringt in ihrer Septembernummer wieder eine Reihe außerordentlich lesens_" werter Aufsätze. Georg Deder schreibt über die dem Ergebnis, die formale Republik jei swar ge ehren des Volksentscheides. Dabei kommt er zu Na, inzwischen werden die Preise steigen, und wir verdienen ein schönes Geld." Im Namen des Verbrechertums er,, Was ist denn das für eine Gaunerei?" öffne ich die heutige Sigung. Wir ständigen Be,, Gar feine... aber borteilhaft.--" wohner der Zuchthäuser, Ehrenmitglieder der Die- fauft Warte. „ Nun, bedenke selbst: Wieviel wird es foften, wir es nicht? Es paßt sich recht für uns solche beszunft, sind hier, um eine G. m. b. H. ur Sind wir Gauner oder find Durchführung von Diebstählen, Hochstapeleien, wenn einer von uns nach London fährt, die In- Geschäfte in Angriff zu nehmen?" sichert, um so größer sei aber die Gefahr, daß sich Gaunereien zu gründen. Oder habt ihr vielleicht strumente beim Stand der heutigen Valuta tauft, Geschäfte in Angriff zu nehmen?" die Republik zu einer berhüllten Monarchie ent feit unserem legten Beisamme sein den Beschluß die Fracht, den Transport und die Rustellung gefaßt, ein ehrliches Leben anzufangen? zahlt Das wird nach meiner Schätzung auf " Und wenn die Wirtschaftspolizei midle, in ber die gesamte Exekutivmacht, die Justiz und der Verwaltungsapparat in Wirklichkeit selb Aber was denkst du?" risfen die beiden vor- 3 Millionen kommen. Und wenn sich im Schrank von unserem heimlichen Manufakturlager erfährt, ständig, d. h. unabhängig von den demokratischen wurfsvoll. Wir waren Gauner und werden als bloß 5 Millionen befinden oder sagen wir 10 mil was wird fie uns tun?"-Nichts." Organen wären und die ganze Macht des StaatsGauner sterben!" lionen, so bin ich nicht bereit, mit einem Nutzen ,, Na siehst du. Das gehört sich nicht. Ich apparates zur Verfügung der jozialen Reaktion ,, Es ist angenehm, solchen charakterfesten von 10 Prozent zu arbeiten!" bin nicht gewöhnt, mit solchen Affären mich zu stehen würde. Dieser Prozeß sei bereits im Gange. Gaunern zu begegnen!" sagte ver Vorsitzende tit Was wird dann der Vorsitzende vorschlagen? befassen!" Nie Volksentscheidsbewegung habe gezeigt, daß die einer gewissen Genugtuung. „ Ich schlage vor, Fünfrubelscheine zu fäl- ,, Aber wir tragen keine Schuld, daß das Auf- Kräfte zur Abwehr dieser Gefahren vorhanden seien schen. Erstens sind sie blau, einfärbig, zweitens stapeln von Waren rentabler ist, als ein Dieb- nub daß die politische Gegenoffensive das beste ist die Zeichnung nicht kompliziert und stahl!" Mittel zur Mobilisierung dieser Kräfte sei. Aus drittens ,, Mein Gott!" rief der Vorsitzende und griff dem weiteren Inhalt des Septemberheftes feien ,, Und was braucht man dazu?" sich an den Kopf. Wie tief sind wir gefunden, noch genannt: Bruno Asch Der Kampf gegen die Eine Platte zum Gravieren, Säure, Farbe, daß auch wir uns mit solchen Gedanken be- Arbeitslosigkeit"; Dr Jakob Marschat:„ Der WeltPapier und eine Presse zum Druden." fassen müssen, daß auch wir solche Geschäfte machen wanderungsfongreß"; Dr. Julius Hahn und August ,, Und wieviel solcher Falschdrucke fann man müssen!" in einem Monat herstellen?" ,, 10.000!" Und sie gingen in die Stadt und begannen Der mittlere Gauner nahm einen Bleistift Waren aufzukaufen. und begann zu rechnen: Wissen Sie, was ein Stüd fosten wird?" Besonders dann, wenn ein solcher Gauner, wie du, das Präsidium führt.. ,, Meine Herrschaften, wir sind nicht hier, um uns gegenseitige Stomplimente zu machen. Gehen mpir zur Sache über. Was können Sie mir vorSchlagen?" Da stand der junge Gauner auf und sagte: Ich weiß, daß Butter auf den Märkten aus der Hand gerissen wird. Wie wäre es, wenn wir die Butter fälschen würden?" Wie sollen wir Butter fälschen?" ,, Aus Margarine, gelber Farbe und Talg." Der Vorsitzende lächelte: Ist es meinen geehrten Genossen bekannt, daß jetzt Talg und Farbe teurer sind als Butter?" „ Nun?" Sm... ja... Ein Fünfrubelschein wird 820 Rubel kosten." ,, Wie kann das die Regierung bruden?" Die hat noch Vorräte an Papier und Farbe." Jest wiffen Sie, verehrter Refer, weshalb es heutzutage so wenig Gauner und so viel Spekulanten gibt. ( Einzig berechtigte lebertragung aus dem Russischen von Maurice 3.) Weißel: Einheitsstaat und Wirtschaftsprobingen"; Theodor Dan:„ Die Krise der Demokratie und die Krise der Diftatur"; Dr. Johann Hirsch, Wien: „ Ein sozialistisches Agrarprogramm"; Prof. Totomianz: Die russische Genossenschaftsbewegung". „ Die Gesellschaft" erscheint monatlich. Bezugspreis pro Vierteljahr 4.50 M. 3u beziehen durch affe Bolfsbuchhandlungen und Pestanstalten oder direkt vom Verlag J. H. W. Die Nachf, Berlin S. 68, Lindenstraße 3. Veite 8 S. September 1926. Der Film. Ei« neuer Film mit Pat und Patachon wird »mmer mit Freude begrüßt werden. So ist es auch mit dem, der soeben unter dem Titel:„Auf der Eisscholle durch den Ozean" herausgckom- men ist. Die Handlung ist wie bei den meisten Pat und Patachon-Filmrn belanglos und nebensächlich, sie hat lediglich den Zweck, den beiden sympathischen Künstlern die Möglichkeit zur Entfaltung ihrer hinreißenden Komik zu peben. Dazu bietet auch dieser Film wiederum reichliche Gelegenheit. Pat und Patachon werden beim Wintersport im nordischen Meer auf eine Eisscholle verschlagen und nach mancherlei lebensgefährlichen Abenteuern, die komisch sind, weil inan weiß, daß di« beiden Künstler bestimmt mit dem Leben davonkommen, von einem Schiff gerettet. Sie führen nun ein mühevolles Matrosenleben, kommen, in einer spanischen Hafenstadt— di« übrigens mit Marseille identisch ist— in allerhand Gedränge, bei welchem Patachon«in schönes Mädchen(nebenbei die verlorengeglaubte Tochter des Kapitäns) ans den Krallen eines Barwirts errettet und— lieben lernt. Der Erfindungsgabe der beiden Freunde gelingt es, Patachon den Ruf einer bärenstarken Menschen, des ,Aodes- boxerS", zu verschaffen, was den Vorteil hat, daß sich ihr hartes Los mit einem Schlage bessert, aber den Nachteil, daß Patachon gezwungen wird, in Calais an einem BoSampf teilzunehmen, bei welchem er natürliche— wiederum durch mancherlei Listen der Beiden— den Weltboxmeister Goliath besiegt und sich das geliebte Mädchen erringt. Der Film ist reich an- dramatischen Effekten und lustigen Episoden, di« schallende Heiterkeit auslösen. Abgesehen von seinem fröhlichen Zwecke ist er eigentlich auch ein hohes Lied auf die Freundestreue. Er wurde von der Elektra-Filmgesellschaft in Prag vorgeführt. E. P. Der Haremsraub ist ein orientalischer Film, französischer Erzeugung, in dem ein schon oft abge- wandelteS Thema wiederum verwendet wivd. Di« Handlung ist spannend, das Spiel gut(Huguette D u f l o s und Leon M a t h o t haben die tragenden Rollen), die Bilder sind orientalisch-prächtig. Der Film ist eine gute Unterhaltungsware ohne tieferen Inhalt. Vongeführt wurde er von der Elektra- Filmgesellschaft. E. P. MMMMMMMMMMMWHMWH Aus-er Bartel. Ganzjährige Bezirkskonserrnz in Weipert am 5. September. Anwesend sind vier Mitglieder der Bezirksexekutive, drei Mitglieder der Kontrolle und !ra Delegierte, darunter 5 Genossinnen der einzelnen'Organisationen des Bezirkes. Ferner Kreissekretär Genosse Wondrak für die Kreisvertre- rüng Karlsbad. Bor Eingang in die Tagesordnung gedenkt der Vorsitzende, Genoss« Kun st mann, in ehrender Weise des verstorbenen Genossen Hillebrand- Die Konferenz hört den Nachruf stehend an. Das Protokoll der letzten Bezirkskonserrnz wird vora«l«sen und genehmigt.— Genosse Felling« Hauer erstattet sodann einen eingehenden Bericht über die Zeit vom 1. Juli 1925 bis M. Juni 1926. Derselbe erstattet auch für den am Erscheinen verhinderten Bezirkskasiier, Genossen Wirth, den Kassabericht für dieselbe Zeit. Derselbe weist an Einnahmen K 17.370 93, Ausgaben K 17.145.05, mithin K 225.88 als Kassabarbestand am 30. Juni 1926 aus. Den Bericht der Kontrolle erstattet Ge- nosse Joh. Müller jun. Auf dessen Antrag wird einstimmig der Bericht genehmigt und die Entlastung erteilt.— Genosse Wondrak hielt sodann ein längeres, sehr beifällig aufgenommenes Referat über die politische Lage, die Zollparteien und unsere nächsten Aufgaben. Dazu sprachen die Genossen Schmidt, Muck und Fellinghauer.— Auf Vorschlag der eingesetzten Kommission werden die Genossen Franz I. Fellinghauer als Bezirks- Vertrauensmann, Ant. K u n st m a n n als I. Stellvertreter, Gustav Lienert als H. Stellv., Franz als I. und Johann Müller jun. als h. Schriftführer und Genosse Franz als Kassier gewählt. Diese sechs Genoffen bilden die Exekutive. Außerdem werden noch zehn Genossen aus Weipert, Schmiedeberg, Pleil-Sorgenthal, Bettlern, Köstel- wald, Christofhammer und Weigensdorf als Beisitzer für die Bezirksleitung, sowie drei Genoffen und eine Genossin in die Kontrolle gewählt.— In das Frauen-Bczirkskomite« hat Weipert drei und Schmiedeberg zwei Genoffinnen zu wählen.— Nach den durchgeführten Wahlen werden noch verschiedene Parteiangelegenheiten besprochen und erledigt. Kunst und Willen. Spielplan des Reuen Deutschen Theaters. Heute Donnerstag, 7-4 Uhr,„Sonjas. Freitag, 7% Uhr,„Vierzehn Tage Arrest". Samstag, 7 Uhr,„C a r m e n". Sonntag, 2K Uhr, „Orlo w", 7% Uhr, Gastspiel Leopold Kramer, Premiere,„Neue He rren". Montag, 7 Uhr, „Die Jüdin". Spielplan der Kleinen Bühne. Heute, Donnerstag„Theodor u. Ci«." Freitag„Der Floh im Ohr". Samstag„Peripherie". Sonntag, 3 Uhr,„C h a r l« h s Tante", abends„B i e r- zehn Tage Arrest". Montag„Peripherie". Wahrend sonst darin jede Tanzschule die Modell stand, mit ihrer ganzen Adresse angegeben ist, hüllt sich die Filmleitung im Schweigen, daß die Tausende aufmarschierende Arbeiter sind. Scheinbar glaubt man auf diese Art den Arbeitersport„umzubringen". Bekanntlich wird am 19. d. M. in Leipzig die Bundesschule des Arbert7rturn«rbundeS eröffnet. Die Errichtung dieser Lehrstätte fft eine proletarische Großtat— die von dem Gegnertum auf das infamste begeifert wird. Der„Berliner Lokalanzeiger" — ein Reptil des Hugenbergkonzerns— schreibt unter andern: „... wir haben im ganzen Lande erstklassig geleitete und ausgerüstete Pflege- und Lehrstätten für Turnen, Spiel und Sport— was will also die neue Turn- und Sportschule in Leipzig? ... Es ist höchste Zeit, daß alle, die es ongeht,. erkennen, daß die Arbeiterturn- und-sportschule in Leipzig nicht Körperpflege, sondern Politik treiben will... Jeder Pfennig, der für sie gegeben wird, fließt in die gleichen Kassen, an die Moskau seit Jahr und Tag seine Gelder spendet... Jeder, der es ehrlich meint mit der Gesundung der Jugend, und das sollte man bei allen Staats- und Gemeindebehörden voraussetzen dürfen, halte seine Hände fern von ihr.." . Es mag ja für das reaktionäre Gesindel schwer sein, Verständnis für das. Bestreben der Arbeiter» klaffe zu finden, die Form und die Art des Kampfes zeigt aber, daß das Gegnertum sich vor keiner Gemeinheit scheut, den Arbeitern Hindernisse zu bereiten. Nun, trotz Geifern wird die Bundesschule eröffnet werden. Noch dazu in einer Weise, die beweisen wird, daß nicht nur die reichsdeutschen, sondern auch die hiesigen Arbeitersportler den Wert dieser neuen Lchrstätte zu schätzen wissen. Auch die Jnterwievs eines Dr. Peltzer(er sprach dem Arbeitersport jeden Wert ab),.dem sein Weltrekord größenwahnsinnig machte, werden daran nichts ändern. Der Arbeitersport marschiert unaufhaltsam vorwärts.'— rl— Herausgeber Dr. Ludwig C z e ch. Verantwortlicher Redakteur Wilhelm Nießner. Für den Druck verantwortlich: O. H o l i k. Druck: Deutsche Zeitungs-A.-G.. Prag. Men Genossen u. Genossinnen empfehlen sich zur Herstellung Nor-böhmische Druck» und Verlags-Anstalt Gärtner& Co., öoüenbach a. E. G. m. d. 8. («BtaMnitml, Stirnotppl«, Verlag, tu^llatatl,»nulte Setz» und Siebmaschinen mit einer Cagteltilhing»an NhON Suchgaben, Nolationamaschinen mit einerLageaprabukttan von 25».»»» Zeitungen. Fernsprecher Nr. 171. Pogsparkassa Nr. 127.«« Turnen und Sport. Arbeitersport. „Gleichheit" Weiskirchlitz I a gegen F. K. Pihanken 5:2(2:0). Beide Mannschaften waren trotz der tropischen Hitze bestrebt, ein schönes, fettes Spiel zu zeigen. Die Ueiberraschung bildete Pihanken. das mit einer flinken, sehr spielstarken Mannschaft aufwartete. Die Posten sind gleich gut besetzt rind es liegt vielleicht die einzige Schwäche' dieser Els momentan noch in ungenauem Zuspiel. Die Heimischen standen nicht auf gewohnter Höhe, einen ausliehmend schlechten Tag hatte die Stürmerreihe; viele günstige Chancen blieben unausgenützt. Tore erzielten Ottl, Geppert, Kruischma, Karli je 1 urtd ein Eigentor; für Pihanken Linksinnen und ein Elfmeter. Spielweise sehr fair und ruhig. „Gleichheit" Weiskirchlitz Ers. gegen Zuckmantel «rs. 6:0. Raffball: Weiskirchlitz la gegen Aussig Stadt la 1:8 in Aussig.— Weiskirchlitz Zögl. ae--n Wicklitz Zöglinge. * Bürgerlicher Sport. Ringen. Europameisterschaften im Ringen. In Riga begannen Samstag die Meisterschaften; mit Ausnahme der Schwergewichtsklasse wurden in allen Ka- tegorien Kämpfe ausgetragen. Die Resultate lauten: Bantamgewicht: Reiber^(Deutschland) schlägt Magyar(Ungarn) in 7.6 S«k., Haussen(Schweden) schlägt Bolt(Estland) nach Punkten, Bozdech(Tschechoslowakei) schlägt Wolker(Lettland) in 6 Min.— Federgewicht: Stamig(Deutschland) schlägt Kopmann(Lettland) in 18 Min., Ambroz(Ungarn) schlägt Zeman(Tschechoslowakei in 9 Min., Bally (Estband) schlägt Malmberg(Schweden) nach Punkten.— Halbschwergewicht:-Rupp(Deutschland) schlägt Polmbeck(Lettland) nach 12 Min.- — Leichtgewicht: Maturag(Uttgauj) schlägt Bräuer(Deutschland) in 15 Min., Petersson(Schweden) schlägt Herzog(Lettland) in 12 Min., Kapp« (Estland) schlägt Krawchvil(Tschechoslowakei) in 1L Min.— Mittelgewicht: Kronberg(Estland) schlägt Halla(Tschechoslowakei) nach Punkten, Papp (Ungarn) schlägt Ronis(Lettland) nach Punkten, Jakobsson(Dänemark) schlägt Johannson(Mhwe- den) in 13 Min., Loo(Lettland) schlägr Szabo(Tschechoslowakei) in 15 Min. Sportliches Allerlei. Die bürgerlichen Fußballverbände haben wieder einmal gezeigt wie sie das Sportideal auffassen. Laut Beschluß haben sie ihren Vereinen verboten, die Sportplätze an Nichtverbandsvereine zu belassen. Für Vogelwiesen, Zirkusuntcrnhmnngen M. können diese Plätze, abgegeben werden, für sPoi^Me Veranstaltungen„Andersgläubiger" bleiben sie gesperrt. Inwieweit sich di« bürgerlichen Vereine diesen Eingriff in ihre auwnomen Vereinsrechte gefallen lassen, ist nicht unsere Sache— eines steht jedoch fest, daß mit diesem Beschluß vor allem unseren Vereinen di« Möglichkeit genommen werden soll, größere sportliche Unternehmungen auf bürgerlichen Plätzen abzuhalten. Menn di« Herrschaften aber glauben, damit einen Hieb gegen uns zu führen^, dann dürften sic sich schwer getäuscht haben. * Bürgerliche Moral. Bor kurzem fand in Köln das Fest derpDeutschen, die„Deutschen Kampfspiele" statt, die sportlich und finanziell ein Fiasko wurden. Sportlich war alles auf die Kanonen Dr. Peltzer, Corts, Rademacher, Engel und Osznclla eingestellt, die aber aus Eigensinn oder schlechter Laune sich Extravaganzen erlaubten. Ein Erfolg der vielgepriesenen Erziehung„zur Persönlichkeit", die übrige Beteiligung war herzlich schwach. Finanziell zeigte die Abrechnung ein Loch von„nur" 230.000 Mark. Dafür wurde auch„Deutschland über alles" gesungen.— Wenige Tage später hielten die Arbeiterturner und-sportler ihr I. Westdeutsches Arbeiterturn- und-sportfest ab. Und siehe da, es gab«ine Beteiligung, wie sie bei den Kampfspielen durch die acht Tage zusammen nicht aufgebracht wurde. Darob großer Zorn und sittliche Entrüstung. Wieder waren die Turnerinnen in ihrer netten Kleidung der Anlaß zu fanatischer Hetze. Aber die bürgerliche Presse stahl auch Bilder aus den Arbeitersportblättern und veröffentlichte sie ohne Quellenangabe, als Leistungen der bürgerlichen Sportler. Neben der Presse ist auch das Kino als Helfershelfer der Bürgerlichen ausgetreten. So brachte die„Deuligwochr" Filmwiedergaben v^>m Arbeiterfest unter den Kampfspielaufnahmen und versuchte auf diese Art das sportliche Fiasko der„Deutschen" aus- zugleichen. Wir ersuchen alle Arbeiter, die solche Schwindeleien sehen, uns sofort davon zu benachrichtigen. Außerdem soll durch diese Veröffentlichung auch wieder hingewiesen werden, mit welchen Lügenmitteln Kino und bürgerliche Presse die Oeffent- lichkeit zu betören versucht. Auch der Film„Wege zur Kraft und Schönheit" bringt den Massenaufmarsch unserer Turner und Sportler in Frankfurt. Kleine Chronik. Die. Postkutsche. In unserem Zeitalter der Eisenbahn, des Autos »nd Flugzeugs erscheint uns der Postwagen, der noch vor hundert Jahrkn«ine immerhin einigermaßen eilige Verbindung zwischen den einzelnen Orten Deut'chlands herftellte, im verklärenden Licht« einer freundlichen Romantik. Was wir jedoch von Zeit- genoffen über dieses Verkehrsmittel wissen, läßt uns die Fahrt in der Postkutsche geradezu als eine Marter erscheinen. Der Satiriker Lichtenberg z. B. schreibt darüber:„Tie- streichen die Postwagen(es waren offenbar die von Thurn und Taxis gemeint. D. Red.) rot an, als die Farbe des Schmerzes und der Marler, und bedeckten sie mit Wachslinnen, nicht, wie man glaubt, um die Reisenden gegen Sonne und Regen zu schützen, denn die Reisenden haben ihren Feind unter'sich, das sind die Wege und der Postwagen, sondern aus. derselben Ursache, warum man denen, die gehenkt' werden sollen, eine Mütze über dqs Gesicht zieht: damit nämlich die Umstehenden die gräßlichep Gesichter nicht sehen mögen, die jene\ schneiden." ES muß in der Tüt eine Qual gewesen sein,. auf den Wegen,. die sich damals vielfach in einem scheußlichen-Zustande, befanden,.durch die Lande zu fahren. Die Bauern ließen oft geradezu ihre Wege in diesem schlimmen Zustande, um den Postverkehr zu verhindern.„Ich möchte aus der Haut fahren, wäre nur eine Oeffnung groß genug, mich durchzulaffen,. da ich ganz geschwollen bin vor Wut", schreibt ein anderer Zeitgenosse des Personenpostverkehrs.' Die Staubwolken im Sonimer und der furchtbare Morast im Winter müssen vielfach die Fahrt im Postwagen unerträglich gemacht haben, und und man kann es deshalb verstehen, wenn Reisen nur in allergrößten Notfällen und bei den zwingendsten Anlässen unternommen wurden. Mochten die Reisen aber auch eine große Strapaze darstellen, so waren sie doch alles andere als langweilig. Die Dörfer, die ganze Natur und die Menschen, die sich an die selten genug ankommenden Posten herandrängten— hatte sich doch gerade hier eine regelrechte Bettelindustrie ausgebildet—, das alles schuf um diese Postfahrten jene Romantik, die sich in der Literatur der damaligen Zeit immer wieder ausfpricht. Besorvders nach den Feldzügen hatte sich in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts eine Menge Bettelvolk geBildet, das die Postwagen bei ihrem Aufenthalt auf den einzelnen Stationen förmlich.belagerte. Auch die Handwerksburschen, die damals in großer Zahl die Landstraßen bevölkerten, stellten sich in Scharen dabei ein. Dazu kamen die Schausteller aller Art, die an den Poststationen ihre Schaubuden aufschlugen und hier auf Verdienst« hofften. Die Weisenden waren ja meist reiche Leute und wurden bei dem ziemlich langen Aufenthalt unterwegs ordentlich hochgenommen. Eine solche Reffe war also nicht nur qualvoll und zeitraubend, sondern auch außerordentlich kostspielig, nicht nur wegen der hohen Fahrtkosten, sondern auch wegen der Nebenausgaben, denen sich die Reisenden kaum entziehen konnten. Wie gering die Zahl der Fahrgelegenheiten auch in den Städten noch im Anfangs des. 19. Jahrhunderts war, geht daraus hervor, daß selbst Berlin damals noch keine Droschke hatte. In Breslau wurden die ersten städtischen Fiaker erst 1841 eingesühri. Der Omnibus taucht zuerst in Hamburg 1843, in Berlin 1846, in München 1854 und in Breslau gar erst 1862 auf. Das Berkehrsbedürnfis war eben damals noch sehr aering, und man hatte es nicht nötig, sich täglich ein*paar Mal in den„Affenkasten" zu setzen. Migräne. Ein weitverbreitetes Leiden ist die Migräne, jener periodisch anfallsweise auftretende Kopfschmerz, der ost' im. Schulalter schon beginnt, zur Zeit der Pubertät an Stärke, und Symptomen wechselt und sicherlich Beziehungen zu dem Geschlechtsapparat besitzt. Häufig beginnt die Migräne z. B. bei Einsetzen der monatlichen Blutungen, um erst in den Wechseljahren endgültig zu verschwinden. Auch bei den Männern nehmen die Migräneanfälle mit zunehmendem Alter ab. Oft. gehen dem Anfall Allgemeinerscheinungen. wie Unbehagen, Müdigkeit, Schlafsucht, Frösteln, Appetitlosigkeit, Ueberempsindlichkeit usw. voraus. Bald folgt dann der berüchtigte heftige Kopsschmerz, der oft nur halbseitig ist. Daher der Name des Leidens:„Hemikranie"; von hemi(halb) und kranie'(Kopf). Nicht selten ist er auch über den ganzen Schädel ausgebreitet. Der Kopfschmerz wird dann als heftig bohrend und klopfend empfunden und in» Schädelinnere oder an den Hinterkopf, am häufigsten in die Gegend über die Augen und Nasenwurzel verlegt. Er wird unter Umständen derart unerträglich, daß der Kranke liegen muß, abgeschlossen von der Außenwelt, im dunklen Zimmer ängstlich Geräusch und Berührung vermeidend, unfähig zu jeglicher Arbeit. Wohl stets ist die Zunge belegt, der Geschmack pappig, der Appetit liegt darnieder; auf Schweißausbruch und Uebelkcit erfolgt oft Erbrechen und Ausstößen. Auch Darm und Blase sind in Mitleidenschaft gezogen. Der Anfall endet meist mit tiefem Schlaf, nachdem alle-Störungen verschwunden sind und bleiben, bis der nächste Anfall naht. Nicht selten beobachtet man halbseitige Rötung des Gesichtes und halbseitiges Schwitzen, vermehrte Tränenabsonderung, Schnupfen und Ailtzenbindehautentzun- dung. Charakteristisch sind ferner tanzende Pünktchen, Flimmern vor den Augen, Geruchsstörungen und Klingen in den Ohren. Schließlich kann jedes Organ bei der vielgestaltigen Krankheit mit ergriffen sein. Auch seelffche Veränderungen— wie erhöhte Reizbarkeit, Hemmung der Denkarbeit, Ermüdbarkeit, Verwirrungszustände, Dämmerzustände usw. können die Migräne in ihren schweren Formen begleiten und deuten auf Beziehungen zur Epilepsie hin. Beide Krankheiten können einander ablösen. lieber die Ursache dieses seltsamen Leidens ist kaum etwas Tatsächliches bekannt. Erblichkeit spielt eine' hervorragende Rolle; die Konstitution ist ein wichtiger ursächlicher Faktor; das weibliche Geschlecht fft bevorzugt; von den Männern sind vorwiegend Geistesarbeiter befallen. Damit enden unsere Kenntnisse, und die Theorien beginnen, unter denen die Annahme van Gefäßkrämpfen die größte Wahrscheinlichkeit für sich hat. Im Heilplan ist zweierlei zu unterscheiden: die Bekämpfung der Ansallsbereitschaft und die Behandlung des Anfalls selbst. Die Anfallsbereitschaft wird durch Vermeidung von Genußgiften und Ausschweifungen aller Art gemildert. Empfehlenswert ist geregelt« Lebensweise, reichlicher Aufenthalt in frischer Luft, keine übermäßige Geistesarbeit, keine Aufregungen, eiweißarme Kost und Vermeiden bestimmter, anfallsauslösender Nahrungsmittel. Bei gut genährten Personen können Hungerkuren— Einschulung von Obst- und Milchtagen versucht werden. Auch hat man von Migräneserum und von Röntgenbestrahlungen der Blutdrüscn Erfolge gesehen. Bei manchen Menschen, die an Migräne leiden, wird die Anfallsbereitschaft mit Brom und Lumina! herabgesetzt; vielfach verlaufen die Anfälle danach milder. Im Anfall selbst kommt das Heer der schmerzstillenden Mittel in Frage. Heiße Handbäder, Fußwechselbäder, elektrische Wärmebestrahlungen und ähnliche Prozeduren leisten, oft gute Dienste. Nicht selten jedoch wird der Kranke' gezwungen sein, ein dunkles, geränschfreies Zimmer aufzusuchen, sich hinzulogen und den Anfall abzuwarten.— Wie so oft, sind auch bei der Migräne die Erfolge der Heilkunst sehr bescheiden. M,