Nozekprek 70 Keller. Redaktion und Verwaltung: Prag, U„ Aetazanta IS. Telephone: Lagenredaktion: 26795, 31469. Tkachtred akiion: 26797. Postscheckamt: 67544. Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 8. Jahrgang. Zenttalorgaa der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik. Bezugs-Bedingungen: o Bei Zustellung ins Hau» oder bei Bezug durch die post: monaMch.... Kg 16.— vierteljährlich.. M 48.— halbjährig..... 96.— ganzjährig....„ 192.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmatten. Erscheint mU Ausnahme des Montag täglich lrüh Freitag, 22. Oktober 1S28. Rr. 248. Der Finanzminifter der Reaktion. Dr. E n g l i s, der abtrünnige Sohn der tschechischen Nationaldemokraten, der einstige Antipode Dr. Rabins, der den Zorn der Könige der Ävnobank auf sich geladen, hat den Reifegrad für die Liebe seiner früheren Gegner wiedererlangt. Nach einem kurzen Debüt in der Stranskyschen Frondeurpartei der nationalen Arbeit mochte er eingesehen haben, daß diese kleine Partei, die es bisher nicht einmal zu einer Vertretung im Parlamente gebracht hat. wenig Möglichkeiten für eine Karriere bietet, womit er die Heinumisie, beseitigt, die seiner Wiederberufung zum Leiter des Finanzministeriums entgegeuftanden. Dem Beamtenkabinett Lernt) gehörte er als parteiloser Fachmann an und als solcher wurde er auch in das neue Ministerium 8vehla übernommen. Die zur Herrschaft gelangte unverhüllte kapitalistische Reaktion wußte, was sie tat, als sie das Ressort des Finanzministeriums in seinen Händen ließ. Wer etwa noch des Glaubens war, Herr EnaliS sei in diesem Kabinett der schtvarz-grünen Reaktion ein weißer Rabe, dem hat er selber durch seine beiden letzten, im Ab- geordnetenhause und im Senat gehaltenen Reden biejen. Glauben gründlich ausgetrieben. Dr. EngliS, dessen fipanzwisienschaftliche Kenntnisse nickt anzuzweifeln sind, galt früher mit Recht auch als ein Mann, der soziales Empfinden besaß und modernen Anschauungen huldigte.„Modern" ist er geblieben, nur eben, daß der„Zug nach Rechts" auch bei ihm and,ere Vorstellungen über das Moderne geschaffen hat. die merkwürdigerweise mit sei- ncm Wunsche, auch in diesem Kabinett der ausgesprochenen Rechten Finanzminister zu bleiben, in auffallender Uebereinstimmung stehen. Seine Wandlung zum würdigen Finanz- miniftcr der Reaktion ist nicht mit der Wandlung seiner wisienschaftlichen Erkenntnisse zu erklären. Was er insbesondere in seiner vorgestrigen Senaisrede vorgetraaen hat, das ist vielleicht das Stärkste, was sick jemals ein Minister ckr unsozialem Geiste geleistet hat. Im alten Oesterreich, das nie ein Hort sozialer Einsicht gewesen ist, hätte sich kein Minister jemals getränt, so zu reden. . Es ist fraglich, ob Herr Tr. EngliS mit seinem Belenndreifer, der beweisen sollte, daß er. in der Regierung der kapitalistischen,Reaö tign der richtige Mann an richtiger Stelle ist, allen Parteien dieser Negierung einen guten Dienst erwiesen har. Was 8vehla in seinem Phrasengeklingel zu sagen vorsichtig unterließ, das har Herr EngliS mit vollem Munde aus- gcvlaudert: das eigentliche Programm der rschechisch-deutscheu Bürgerkoalition, das die Konsolidierung der Wirtschaft und der Finanzen einzig und allein auf Kosten der Besitzlosen. und Minderbemittelten anstrebt. Die Reichen sollen reicher, die Armen noch ärmer gemacht werden, das ist der Inbegriff der Weisheit des Herrn EugsiS, der nun wieder das Anrecht gewonnen hat; daß seine Reden von den Blättern des 2ipnokonzerns in festlicher Aufmachung gebracht werden. Der Staat ist keine Versicherungsanstalt, so rief er emphatisch im Abgeordnetenhause und weil der Staat„keine Versicherungsanstalt" ist, so will Herr EngliS, daß allen Kriegsbefchä- di g t en, deren Invalidität bis zu Prozent beträgt, die Invalidenrente genommen werde.. Ter alte Staat, von dem die Tschecho? Äpiskische Republik alle Rechte und Pflichten übernahni, hat die Vilenjchen gezwungen, sich im Kriege zu Ärüpveln schießen zu lassen, aber Herr Tr. EngliS ist der Meinung, diejenigen, die noch einige gebrauchsfähige Glieder behalten haben, trügen daran selbst die Schuld und. Müßten selber für sich sorgen.. Herr EngliS hat ausgerechnet, daß sich dabei einige Millionen erivaren ließen, sein Fiskalismus übertönt alle menschlichen Erwägungen. Im Senate wieder wandte er fick g e g e n d i e sozialen Lasten, ganz, im Geiste eines agrarischen Wanderredners oder eines industriellen Scharf- Zer Wortbruch des Finanzministers. Der Zuüerpreis mit 488 Kronen iestgeietzt. „Nach längeren Verhandlungen mit den Industriellen, noch unter der Regierung Svchla, gelang die Vereinbarung, datz beim heutigen unveränderten Preise die Jndustpiellen 49 Heller per Kilo aus ihre« Mittel« tragen würden, so daß 2V Heller aus der ueurn Steuer den heutige« Preis übersteigen würden und auf den Konsum übergehen." y So erklärte Finanzmini st erEng- liz am 26. Mai des heurigen Jahres dem Budgetausschuß. Er hat sich damit seines Herrn und Meisters würdig erwiesen. Hatte der Ministerpräsident seinerzeit als Minister des Innern versprochen, vor Erlaß der Sprachenver- ordnungen sich mit den Vertretern der deutschen Parteien ins Einvernehmen zu setzen, ohne daß dies geschehen ist, so hat der Finanzminister nunmehr einen ähnlichen Wortbruch begangen. Am 26. Mai hat er erklärt, daß von der Erhöhung der Zuckersteuer im Betrage von 60 Hellern die Zuckerproduzenten 40 Heller auf sich nehmen. Vorgestern ist nun, wie der Leiter des Berpflegsministeriums verny gestern im Ernährungsansschuß des Abgeordnetenhauses mitgeteilt hat, eine Vereinbarung der Regierung mit den Zuckerfabrikanten zustande gekommen, mit welcher der Preis des Zuckers mit 488 Kronen festgesetzt wird, wonach also die Zuckerfabrikanten statt der von der Regierung versprochenen 40 Heller nur 14 Heller auf sich nehmen, die Konsumenten aber statt, wie EngliS erklärt hat, 20 Heller, nunmehr 48 Heller tragen müssen. Dabei ist'es wahrscheinlich, daß der Preis von 488 L am 1. Dezember weiter erhöht wird, > denn er gilt, wie die Zuckerfabrikanten in einer Erklärung feststellen, nur für die nqchste Liberie-- rungSperiode, d. i. bis Ende November. Der Standpunkt der Zuckerfabrikanteil hat also gesiegt, die Konsumenten sind also den Kapitalisten, welche in den letzten-Jahren Millionen am Zucker verdient haben, einfach ausgeliefert worden. Was da begangen wurde, ist ein Akt unerhörter Konsumen- tenfeindlichkest, die völlige Vernachlässigung der Verbraucher, der breiten Massen, der arbeitenden Schichten durch di« reaktionäre Regierung 8vehla- EngliS. Aber all das daS ist mehr als reaktionär, es ist die Einführung politischer Methoden, die dem moralischen Empfinden der gesamten Bevölkerung widersprechen. Wenn ein Minister der Volksvertretung ein Versprechen gibt, so muß er es unter allen Umständen halten. Der Herr Minister EngliS wird sich vielleicht darauf ausreden, daß die Lage auf dem Znckermarkt seit dem Mai, wo er das Versprechen dem Abgeordnetenhaus gegeben machers. Der tschechoslowakische Staat ist, wie er richtig jagte, ein Exportstaat und er ist es seit dem Umstürze in erhöhtem Maße. Das sagte Herr EngliS aber nicht, um der neuen Regierungsmehrheit klar zu machen, daß sie diese Exportinteressen der Industrie und des Staat s den agrarischen Zollgelüsten nicht aufopfern dürfe, sondern die Adresse, an die er sich wendete, sind die Arbeiter, die Konsumenten und nicht zuletzt auch die M i e- t e r, von denen er Anpassung an die Exportbedürfnisse de» Staates durch Einschränkung ihrer Lebenshaltung fordert. Er erklärte zwar, daß bei der gesamten Wirtschaftspolitik, so .-ch bei der Zollpolitik der Exportcharakter des Staates im Auge behalten werden müsse, doch als es Zeit war, dieser Wahrheit zuin Durchbruch zu verhelfen, das war bei der Verhandlung über die agrarischen Zölle, welche dem Exportcharakter des Staates sicher keine Rechnung trugen, schwieg der jetzt so gesprächige Finanzminister. Er wird nur gesprächig, wenn es gilt, gegen die sozialen Lasten zu Felde zu ziehen, die er zur Freude der Reaktion beschuldigt, daß sie die Erzeugung erschweren. Herr Dr. EngliS fühlt sich so sehr als der getreue Diester der Besitzklassen, daß er- für alle ihre Teile und Gruppen die gleiche Liebe"und Fürsorge zeigt. Ten Unternehmern verheißt er Verschlechterung der Sozialpolitik, den Agrariern verspricht er, daß ihn keine„Teuerung, keine Volksnot bewegen werde, der Fortsetzung von„künstlich" reduzierten Marimalpreiscn zuzustimmen und verteidigt für sie im überhat, sich geändert habe. Das ist aber durchaus keine Ausrede für diesen Wortbruch, denn mit wechselnden Pressen auf dem Weltmarkt mußte doch ein Nationalökonom vom Schlage des Dr. EngliS rechnen. Das Abgeordnetenhaus hat nämlich der Regierung die Zuckersteuer nur unter der Bedingung zugestimmt, daß zwei Drittel der Steuererhohung die Produzenten wagen müssen, jetzt aber, wo der Staat die Zuckersteuer in der Tasche hat, glaubt der Herr Minister, sei» Versprechen nicht mehr halte« zu müssen. Wen« ein Minister von Charakter ein Versprechen gibt, dann muß er es halten. Kann er es aber nicht halten, dann muß er gehen. Freilich, wer vom.Herrn Minister EngliS so etwas erwartet, wird sich täuschen. Er wird in seiner Auffassung bestärkt werden, daß polittscher Opportunismus und brutale Vertretung der Klasseninteressen der Bourgeoisie an die Stelle jener Wissenschaft getreten ist, die Herr Professor EngliS vom Katheder der Universität herab in ferner besseren Zeit einst verkündet hat. * Ernährungsausschusi des Abgeordnetenhauses. Gestern trat der ErnährungSauSschuß des Abgeordnetenhauses zusammen, in welchem Minister öerny ein Referat über die Ernährungslage hielt, das an Durstigkeit kaum zu überbieten ist. Er sprach über die Preisbewegung, die Verordnung über das CinheitSmehl, wodurch das Korn um vier Prozent mehr ausaemahlen werden wird, was eine Ersparnis von 6000 Waggons Mehl oder 1QÖ, Millionen Kronen bedeutet. Irgendwelche augenblicklich wirksame Maßnahmen, die geeignet waren, der Teuerung Einhalt zu gebieten, stellte er nicht in Aussicht. Das Kartellgesetz, auf das man ivartet, ruht im Justizministerium, der Gesetzentwurf über die Verbraucherkammern im Er- nahrungsministerium. Daß gerade die Regierung Kvehsa sich beeilen wird, diese Gesetzentwürfe zu verwirklichen, daran wird wohl kein Mensch glauben. Zum Schluss« kam der Minister auf die Kar- ioffel- und Zuckerteuerung zu sprechen. Die frühere Regierung hat bereits Einfuhrbewilligungen• für 1800 Waggons Kartoffeln erteilt, die neue Regierung hat me Einfuhr weiterer 1800 Waggons Kartoffeln bewilligt. Was 6erny über den ZuckerpreiS sagte, haben wir bereits oben erzählt. Schließlich erklärte der Minister, ähnlich wie! es bereits der Finanzminister im Senat gesagt hatte, daß die Teuerung eine Frage der Produktivität sei. Mit solchen, nach außen hin wissenschaftlich aussehenden Feststellungen drückt sich eben die Regierung um jede konkrete Stellungnahme herum. trageneu Wirkungskreise die Lebensmittelzölle. Auch für die Hausbesitzer hat er sein Herz entdeckt und„wissenschaftlich" beweist er, daß die Beseitigung des Miete r s ch u tz e s und die Gewährung des Rechtes an die Hausherren, den Mietpreis nach den Gesetzen der Konkurrenz und nach Gutdünken festzusetzen, allein imstande sei, die Wohnungskrise zu bannen. Die arme Wissenschaft! Sie wird von dem Herrn Finanzminister der Reaktion ebenso mißbraucht, wie die Statistik, mit der er im Handumdrehen beweist, daß es toeder mit der Arbeitslosigkeit noch mit der Lebensmittelteuerung sonderlich arg ist. Die Indexziffern sagen ihm, daß die Teuerung nur gering ist, nur schade, daß es den Frauen der Arbeiter und Angestellten wenig nützen würde,' wenn sie sich auf des Finanzministers Behauptung, es gäbe gar keine Teuerung, beim Einkauf beriefen. Die Rede des Dr. EngliS beweist mehr noch als' die kargen Ausführungen des Ministerpräsidenten, daß die arbeitende Bevölkerung von dieser Regierung und ihrer Mehrheit nichts Gutes, dagegen alles erdenkliche Schlechte zu erwarten hat. Für die Volks ausbeut er aller Grade und Sorten werden die Worte des so anpas- su ngs'fäh ig en Finanzministers wie Musik geklungen haben. Für diejenigen, die das Opfer der Englisschen Politik werden solle n, in il ß t c n s i e a l l e r d i n g s w i e d i e Töne einer Fanfare klingen! Zehn Jahre. Die letzten zehn Jahre waren so voll des Sonderbaren und Großartigen, der Ereignisse, Abenteuer und Gefahren, sie sind in einem so rasenden Tempo an uns vorbeigezogen, daß Geschehnisse, die noch nicht allzu fern liegen, uns wie dunkle Vergangenheit anmuten. Aber auS den vielen Ereignissen auf der buntbewcgten Bühne der Geschichte, leuchten einige wenige wie Fanale in der Nacht empor, weithin sichtbar, Wegweiser und Wegbereiter der Revolution. Zu den aufrüttelnden, erschütternden und die Massen weckenden Taten zählt der Schuß, mit dem am 21. Oktober 1916 Friedrich Adler den Grafen Stürgkh niederstreckte. Wer sieht nicht, wenn diese Erinnerung herauf« beschworen wird, das Bild der„großen", grauenhaften Zeit mit allen Schrecken vor sich?! Wie der Blitz das Dunkel der Nacht zerreißt und die gewaltige Szenerie in tveißcm Lichte geblendeten Augen zeigt, so hat damals diese Tat die Nacht des Krieges zerrissen. Und so auch muß das Gedenken die Schleier und Nebel zerreißen, die so manches Hirn mit Vergeßlichkeit geschlagen haben. Stehen wir nicht wieder mitten im Kriege? Aber was bedeutet das Wort, könne» wir uns die Fülle des Jammers noch einmal vorstellen? Das bedeutet nicht nur die Front, die Drahtverhaue, den Pestgeruch der Leichen, den täglichen Brudermord, das Trommolseuer, den Ted durch Kugel und Gas, Messer und Laivine», stürzenden Fels und kalten Schnee, nicht nur die tausendfältige Angst, das Wimmern der Zehntausenden Verwundeten, die Tränen der Witwen und Dassen. Krieg, das bedeutet nicht nur das Feldbordell in seiner ganzen Scheußlichkeit, die Schlemmergelage der Offiziere und das Aubin- den, Ohrfeigen und Eiysperrxu der Mannschaft, nicht nur Standrecht und Plünderung. Der Krieg, das war für uns auch die M ilila rifierung des Hinterlands, das Militärkommando in den Fabriken nnd Bergwerken, der Hunger der Frauen utld Kinder, das Anstellen um verschimmeltes Maisbrot, der Törr- gemüsefraß und die?lbsallskost. Krieg, das ist Kälte, Hunger, Grippe, Papierwindeln und Brennesselstdffe, milchlose Säuglir^gseriiähruug und wieder allbeherrscherrd und tödlich der brennende quälende Hunger..Krieg, das war aber auch das Gebot zu kuschen. Kein Laut blieb unge- hört nnd irngerügt. Die Stand- und AusnahinS- «richt« arbeiteten. Keine Versammlung, keine Möglichkeit sich zu wehren! Die Zeitungen erschienen mit den großen Weißen Flecken oder mit den dicken schwarzen Lügen. Krieg, das war für Oesterreich die- parlamentslose, rechtlose, absolutistische Zeit. Und ein Mann hielt dieses ganze System. E i n Mann, den nur wenige als den wirklich Schuldigen kannten, verhinderte jedes Aufleben des Konstitutionalismus, e i n Man» durchkreuzte die Pläne der Gutgesinnten, e i n Mann hielt die Fäden des Absolutismus in der Hand und tveidete sich an dem Anblick der getretenen, hungernden Völker. Im Verborgenen waltete der Graf Stürgkh seines tausendfachen Henkeramtes. Er hatte keinen großen Ehrgeiz, keine Ueberzeugung, keinen Glauben und keine Idee. Er sst nicht ein Tyrann, der auch dem Gegner imponiert. Der Wahnsinn Mussolinis kann noch Narren finden, die ihn bewundern. In dem Wahnsinn Stürgkhs lag zuviel System und Maschinerie, zu wenig Geist und Persönlichkeit, als daß er bis heute einen Verteidiger und Bewunderer gesirnden hätte. Stürgkh war der Mann ohne-Herz. Er hatte bei Antritt seines Amtes den Absolutismus als schändlich und unwürdig verworfen. Aber er verteidigte diesen Absolutismus bis aufs Messer. Ohne Leidenschaft, nur mit Konsequenz hielt er durch. " Im Herbst 1916 war nian nahe daran, die Einberufung des Parlaments zu erzielen. DaS Volk sollte eine Stimme, das Recht einen Anwalt, die Masse ein Forum haben. Stürgkh vcrnichtcie die junge Saat. Stürgkh verbot selbst den Wiener Hochschullehrern, über die Verfassung zu diskutieren. Da ging Fritz Adler hin und erschoß den Mann, in dem sich Krieg und Absolutismus personifizierten. Das System war erschüttert, der Absolutismus brach zusammen. Und wenn nur ein Mensch vom Tod durch das Standgericht, ein Mensch von seiner Qual im Kerker, ein Kind von Hunger erlöst wurde, so war die Tat nicht umsonst getan. Sie hat aber Tausende erlöst, sie hat die endliche Befreiung vorbereitet. Friedrich Adler hatte sein Leben aufs Spiel gesetzt— und er hoffte nicht mehr es zu erhalten— aber er tat es nicht umsonst. Seine Tat war, tveil sie in einem Augenblick geschah, da kein anderes Mittel mehr half, groß und ff egens reich. Und Genosse Fritz Adler Beife 2 Böllische Heldentaten. Stinkbomben und Knall erbsen beim Brünner Lessing- Vortrag. Brünn, 21, Oftober. Heut abends sprach Professor Lessing aus Hannover im Brünner Stadion über Europa und Asien". Angeeifert arch hakenkreuzlerische Flugblätter, waren zahlreiche Hafenkreugler, meist völkische Studen ten, zu dem Vortrag gekommen, die sonst für geistige Probleme nur wenig Intereene aufzub.ingen vermögen. Auch die gesamte Redaktion des ,, rune ner Montagsblattes" war erschienen, das von einigen Hegaztikeln gegen Leffing einen Sonderabdrud herstellen und verteilen ließ. Schon während des Vortrages machte sich einer der Hakenkreuzler durch einen überaus geistreichen Zwischenruf bemerkbar. Nachdem Leffing geendet hatte, begaun ei:. bekannter Stänferer vom Balkon aus eine Rede zu halten: als er aber aufgefordert wurde, im Saal zu sprechen, brdrückte er sich. Juzwischen hetten aber seine Kumpanen im Saal und auch vor dem Gebäude eine Anzahl Knallerbfen und Stintbomben geworfen, da ihren bessere Argumente bomben geworfen, da ihren bessere Argumente gegen Leffing offenbar nicht zu Gebote standen, und versuchten auf diese Weise im Saal Verwirrung zu ft ften, was ihnen aber nicht gelang. Zur Krönung dieser Lausbubenstreiche verständigten die Radanbrüder nach dem berüh en Muster der Hinkemann- Borstellung vor zwei Jahren auch noch die Feuerwehr von einem im Vortragssaale ausgebrochenen Brande, was sich natürlich als Falschmeldung herausstellte. 3eitung": Gajdas Gündenregister. Der Werdegang eines tichechoslowatischen Generals: Aus der Rede des Genossen Jokl in der gestrigen Senats sihung. In der geftrigen Senatssitzung beschäfgebiet steigt in erschreckender Weise. Nebenbei tigte sich Genosse Joti in seiner Rebe auch werden die Soldaten zu allerhand Schaustelausführlich mit der Gajdaaffäre und führte lungen als Statisten benützt. hiezu u. a. folgendes aus: Gajda greift auch in die zivile Staatsverwaltung ein. Wir sehen im Fall Gajdas nichts anderes Freitag, 22. Oktober 1926. Savanna von einem Drtan fait zerstört. " Havanna, 21. Oftober. Offiziellen Melbungen zufolge wütete Mittwoch über Havanna ein tatastrophaler Orkan, welcher die Stadt fast vernichtete. Es werden 30 Tote und 300 Berlegte owie mehrere tausend Obdachlose gemeldet. Die Polizei und Soldaten durchstreifen die zerstörte Stadt; sie haben den Befehl, auf jeden zu schießen, der bei Räubereien angetroffen wird. Das bekannte Denkmal für die Opfer des explodierten Kriegsschiffes Maine" wurde zerals eine der vielen traurigen Folgeerscheinungen Der Exekutor Josef Mašek hat bei Gajda find eine große Anzahl von Schiffen untergegan stört. Die Stadt ist ohne Beleuchtung. Im Hajen des Weltkrieges, der eine Demoralisation zeitigte, wegen Alimentationsangelegenheiten zu amts- gen. Im Verlaufe des gestrigen Nachmittag ließ und den Boden für ein Abenteurerium vorbehandeln. Gajda verlangt vom Minister Dr. der Orkan nach und und nahm die Richtung über reitete. Eine solche Abenteurevnatur ist unser Mičura Mašeks Entlassung und dieser wird den merikanischen Golf naa, Florida. Rudolf Hajdl, wie er ursprünglich geheißen im Disziplinarweg bestraft. Der Rafhat, Drogistenlehrling in Stromau. Da uns die fetier des Cafés„ Slavia" mußte auf Befehl 0000000000e Privatverhältnisse Gajdas höchst gleichgültig sind, Gajdas den Kellner Firet entlassen, weil er registrieren wir nur die Tatsache, daß er sich tarfrei den Titel eines Einjährig Freiwilligen, später den eines Arztes und schließlich auch den eines Kapitäns zugelegt hat. Gajdls Aufstieg begann in dem Augenblid, als die Legion den beschwerlichen blutigen Marsch nach Wladivostok antrat; damals stellte der Zufall den Kapitän Gajda an die wichtigste Stelle. Als Komman dant von Irkutsk versperrte er der roten Armee, die am Bajkalfee stand, den Weg und ermöglichte bie Siege Koltschals, der ihn zum General machte, Gajda machte mit Koltschal halbpart. Er stellte die Legionen in den Dienst der weißen Konterrevolution und dachte nicht mehr daran, die Legionen, wie es der Befehl wwwww Mber Bariser Nationalregierung und ihres Striegsselbst? Mit Recht schreibt die Arbeiter ministers Steanit verlangte, nach Often zu führen und an die französische Front zu esfortieren. ,, Diese Tat hai Friedrich Adler vollbracht. Gajda richtete sich in Sibirien häuslich ein. Er, der die Grundsätze und Lehren der Sozial- Eigenmächtig errichtete er auf fremdem Boden demokratie von Kind auf eingesogen, er, der So- Feldgerichte, die sich durch ungewöhnliche zialdemokrat durch und durch gerade er! Die Rücksichtslosigkeit und Härte auszeichneten. Aus Flamme seines Schusses war das letzte, das ein- dem blutigen Schreckensregime Gajdas in Sibizige Mittel, Aufflärung zu tragen in die Nacht, rien, tas heute noch von den dortigen Bewohdie uns damals umfangen hielt. Aber in diesem nern verflucht wird, hebt munt Genosse Jok! Aufleuchten enthüllte sich auch der Mensch. Nie eine ganze Reihe unglaublicher Mordiaten her ist eine Hand, die einen Schuß abfeuerte, weiter bor, die alle auf Gajdas Konto gehen: eine undavon entfernt gewesen, ein Abenteuer zu wol- bewaffnete Musikkapelle von 60 Deutschböhmen Jen. Nie ist eine geradezu mathematische Genauig- wird in einen Fluß getrieben und mit feit des Gewissens, die ein Menschenleben ver- Maschinengewehren niedergemäht, Sanitätszüge nichtete, um das eigene Leben zum Opfer brin- überfallen und zusammengeschoffen, die Zahl der gen zu können, weiter entfernt geblieben von von Gajda Erschossenen geht in die Hunderte. allent Heldischen, dem die Pose des Ruhmes unUm die gesamte Befehlsgewalt in feine Tat beging, größer untergetaucht in die Klein in Wladivostot, der nach einem Tag zusammen weigerlich anhaftet. Nie ist ein Mann, der eine Sand zu bringen, inszeniert Gajba einen Putsch heit der täglichen Arbeit für seine Klasse. Fried bricht. Hunderte von Gajdaleuter wurden dabei rich Adler, der Täter? Die Geschichte hat glor in den Straßen massafriert, Gajda selbst aber reich gerechtfertigt, was er getan hat, und die auf Einspruch des tschechischen Hauptquartiers in Partei, deren Einheit er gerettet hat, hat allen Freiheit gesetzt und in die Tschechoslowakei zu Grund, stolz auf ihn zu schauen. Friedrich Adler, rückbefördert; von der Regierung wurden die der Held? Es ist das Größte an ihnt, daß er heimkehrenden Legionäre beschwichtigt und be nichts anderes sein mag, als was ihn mit Sunderttausenden ein: ein Genoffe." Die Zahl der Streifenden Berglente wücht! London, 21. Ottober. Gestern stieg die Zahl der streikenden Berglente infolge der er höhten Propaganda des Kriegsrates" der Bergarbeiter um 4298. ftimmt, Gajdas Schandtaten in Rußland nicht in die Oeffentlichkeit zu bringent. Als im Jahre 1920 die russische Armee vor Warschau steht, bietet er diesen seine Dienste als Korpskommandant an. In Rußland kennt man ihn, man lehnt ihn ab. Gajda wollte dent ihm mißtrauenden Sovjets beweisen, daß er sein Angebot ernst meine. General Gajda fommt in die Generalstabsschule nach Paris und liefert von Londen. 21. Oftober. Ein halbamtlicher dort Material an einen im Dienste der Sowjets Ausweis führt die Abnahme der arbeitenden stehenden General. Er meinte nunmehr, das Berglente am geftrigen Tag mit zirka 4300 an. Vertrauen der Russen erworben zu haben. VerDie Gesamtabnahme im Reviere, wo die gebens. Er wird wieder abgewiesen. Von Egcfutive thre Propaganda entfaltet, beträgt Paris zurückgekehrt, geht er nach a schau als mehr als 11.000. An einigen Stellen tam es Korpstommandant Sier errichtet er in den vergangenen Tagen zu Ausschrei tungen und Zusammenstößen mit der Bolige, welche vom Gummifnippel Ge- Alles, Militär, Staatsgevalt, Zivilbevölkerung, brauch machte und die Menge, welche die arbei- muß sich seinen Baunen fügen. Die Soldaten tenden Bergleute bedrohte und mit Steinen be- werden systematisch ge quälf, die Zahl der Solwarf, auseinandertrieb. datenselbstmorde im Kaschauer Korpskommandos Copyright 1924 bei Buchhandlung Schneider u. Co., Wien. 67 Bon Marcel Berger. ein Regiment der Selbstherrlichkeit. ,, Evelyne!" rief ich sie särtlich an. Ich stand so nahe, daß ich sie berühren fonnte. „ Evelyne!" es gewagt hatte, sich an einer kommunistischen den Herrn Minister, ob selbe bekannt und unterDemonstration zu beteiligen. Und das Unerhörteste, ein Ereignis, das die Gefahr schwerer internationaler Verw.dlungen hätte herbeiführen können, ist folgendes: 3m April 1923 wurde der tschechoslowakische Grenz aufseher Sedlaček ermordet: Gajda will einen regelrechten Einfall auf. ungarisches Gebiet machen und in der betref fenden Gemeinde alle ungarischen Soldaten niedermegeln lassen. Ein hoher Staatsbeamter erkennt die Gefahr und informiert rechtzeitig die Presse, wodurch der Plan Gajdas verhindert wird. Gajda läßt daraufhin den Berichterstatter des betreffenden Blattes kommen und verlangt unter Drohungen die Bekanntgabe des Namens des Informators. In zahlreichen Streitfällen schickt Gajda Soldaten in die Betriebe arbeiten. Den Soldaten wird das Politisieren verboten; Gajda selbst aber entwickelt sich zum Prototyp des politischen Generals. As im Jahre 1924 ein fommunistischer Umzug beim Gebäude der 11. Infanteriedivision vorbeifommt, schneidet General Gajda vom Balkon des Gebäudes aus Grimassen und grüßt fasci stisch. Als der Legionärkongres im Jahre 1923 stattfand, läßt Gajda ein Flugblatt gegen die Sozialisten herausgeben und verbreiten. Nebenbei ein Wort über seine militärischen Fähigkeiten, die feine Kaschauer Tätigkeit zeitigte. Spiree anläßlich einer Manöverbesprechung Dort geschah es, daß der französische General in seinem Schlußworte zu Gajda folgendes sagte: Herr General, derartige Uebungen wurden bei uns vor 20 Jahren Negertönigen vor geführt, wenn dieselben in Frankreich zu Besuch weilten". Marschall och gab 1923 ein geradezu niederschmetterndes, vernichtendes Urteil über die militärischen Fähigkeiten Gajdas ab. sucht worden sind: 1. Gajda hat bei seinem Aufenthalte in Paris im Jahre 1920/21 Rußland vertrauliche Dienste erwiesen. 2. Gajda hat an Rußland französische Dokumente militärischen Charakters verkauft. 3. Gajda verkaufte 1920/21 tschechoslowa fische Geheimdokumente an Rußland. 4. Aus dem Geheimarchiv soll das„ Instruftionsbuch mit Anweisungen für den Kriegsfall" verschwunden sein und es wird Gajda damit in Verbindung gebracht. 5. Gajda bot laut Bekanntgabe des polni schen Gesandten an das Außenministerium Rußland seine Dienste gegen Polen an. 6. Gajda war schon im Jahre 1920 an einer politischen Konspiration gegen die Burg und die Regierung beteiligt. 7. Gajda brach die Disziplin und arbeitete Pläne aus, die sich gegen den Staat, die Regie rung und den Präsidenten wendeten. 8. Falsche Angaben im Verkehr mit den Behörden. 9. Mißbrauch der Amtsgewalt. 10. Strafgerichtliche Untersuchung wegen Bigamic. 11. Die schweren Anschuldigungen über sein Verhalien in Sibirien. Bei dieser Gelegenheit möchten wir die Remitverwickelt, wurden diese taltgestellt? gierung noch etwas anderes fragen: Sind noch andere Offiziere in die Affäre Gajdas Welche Rolle spielt in dieser Affäre der Minister Girsa? Ist es richtig, daß er russische Spione an Gajda empfohlen hat? Wir fordern eine ridhaltlose Antwort, Aufflärung über die ganze Affäre bis ins einste Detail in einem öffentlichen Strafverfahren. Das ist keine Bestrafung, einen Mann, der fich so viel zuschulden kommen ließ, mit 35 Jahren als General in den Ruhestand zu schicken. Wenn die Delifte Gajdas strafrechtlich angeblich nicht zu verfolgen sind, dann muß er im W ge des Disziplinarverfahrens zur Ber antwortung gezogen werden, das auch für solche Fälle ausdrüdlich anwendbar ist. Klarheit und volle Gajda politisiert, bricht die Disziplin und trotzdem wird er Generalstabschefstellvertreter, obwohl man seine Vergangenheit und seine Taten genau fannte und vor Gaida wiederholt gewarnt worden ist. Ich selbst habe im Budgetausschuß im Oktober 1925 mich in ausführ Anwendung des Gesezes licher Weise mit General Gajda beschäftigt und damals den Minister für nationale Verteidigung gegen den Fascisten general fordern Udržal gefragt, wie es möglich ist, daß ein wir. Erfüllen Sie diese Forderung nicht, dann Mensch, gegen den so furchtbare Auflagen er untergraben Sie das Rechtsbewußtsein in ganzen hoben werden, zum Generalstabschefftellvertreter Volfe, erschüttern in ihm den Glauben an eine ernannt werden konnte. Vergeblich waren der Grundfesten der bürgerlichen Gesellschaft, ant alle diese Warnungen. Es bedurfte erst der Ver- den Grundsatz, daß vor dem Gesez alle sind. Wenn dieser öffentlichung des Interviews im Secolo", um Menschen gleich sind. Grundsatz verletzt wird, dann wird aber auch den Vulfan zum Ausbruch zu bringen. Gegen General Gajba werden folgende Bezugleich Tür und Tor künftigen Aben schuldigungen und Anklagen erhoben. Wir fragen teurern geöffnet.( 2e bhafter Beifall) teidigen. XXVIII. Unten lag die Erde. Im Halbkreis ein unmeer umbrandet. Dahinten die Spitzen der Gletdurch geheime Ausfallstüren, kletterte über endlose Was nun folgte, scheint mir völlig unwirt. Stiegen. Wohin trieb es mich wie ein Gespenst? lich. Im Dunkel des Korridors erhob sich eine Blößlich stand ich auf dem Giebel des großen Bom Baume des Bösen. Stunde fant ich in die Kenie, näherte meine Fin fer ſtreifte meine Schulter. Es war Anton; ich Neben mir auf dem Granit lag eine verkohlie In Erinnerung an die furze berauschende Gestalt, ein Arm, eine blizende Selinge. Ein Mes- Schloßturmes und hatte nichts mehr ober mir als den Himmel, an dem der letzte Stern erlosch. ger ihrem Haar. Schlief sie wirklich? Woher fiel jah, wie er durch die Wucht des Stoßes ins Tau- Bunte und die Aschenveste eines bengalischen der sonderbare Schatten verdunkelnd über ihr mein geriet. Zufällig hatte ich die Hand am Re- Bunte und die Aschenveſte eines bengalischen Ich zog mich zurück. Viele verlassene Zimmer Sand unter ihren Nacken. Sie war nicht falt und Gesicht des rothaarigen Dieners, der wohl einſt mich von einer eisigen heiteven Ruhe erfaßt. Antlitz? Vorsichtig schob ich wie damals meine volver. Ich zielte faltblütig auf das haßverzerrte Feuers. Ich lehnte mich an eine Zinne und fühlte standen offen; daß des Großfürsten, das des Baron nicht warmt... Ich sah schärfer hin und er ein braver Mann gewesen war. Der Schuß Holbeck Mit unruhigen Blicken und immer kannte, daß der duſtere Hauch, der über sie ge- frachte. Er überschlug sich. Der Vorfall ließ mich deutlicher Kranz von Bergen, von einem Nebelauf die von unten drohende Gefahr horchend, stieß breitet lag, der Schleier des Todes war. ich auf den Oberst, dessen Leichnamt den Gang Ich hatte es vorausgesehen, mußie darauf unbewegt. Die Waffe in der Faust, ging ich wei- scher. Gegen Norden wogten die Schleier in opaverlegte. Von seinem blutig zertrümmerten Schä gefaßt sein und war doch aufs tiefste erschüttert. ter, entschlossen, mich gegen jeden Angriff zu ver- lifierendem Rauch. Ich hatte den Eindruck, daß del war nur das gewaltige Gebiß unbeschädigt Noch hörte ich sie lachen, jab sie tanzen! Unsinnige geblieben und schien noch immer bereit, den Gewissensbisse gefellten sich zu meiner Verzweif bemerkte es, als ich durch ein Fenster in den Hof der Sonne gelöst hatte. Sein Stern selbst ragte Ohne Uebergang war es Tag geworden. Ich der Planet sich eben als gasförmiger Ball von schwächeren Partner zu zermalmen Deur um lung... Wie hatte ich Philipps Gerebe dulden fah, wo an den Wänden mehrere Zeichen lagen. noch kaum an die Oberfläche der dampfenden mein Gewissen zu beruhigen, drang ich bis zur tönnen! Sie schuldig? Sie, die nur Güte gewesen senseits des monumentalen Schloßtores ragten Stugel, alles war noch ungewiß, brodelnd, lie. Tür Eneiynes vor, zu der für die Ewigkeit ber- und Lächeln und lebende Freude! schlossenen Tür... Noch im Tode übte sie auf mich einen un die Somangobäume empor. Obwohl es ganz hell henb in Dunst gehüllt, im Entstehen begriffen. der vielleicht in Vergehen. Ich blidie zu Mein Herz erbebte, sie gab nach! Sie war widerstehliche Zauber aus. Was mochte ihre Seele war, fonnte ich mich nicht entschließen, auch nur Boden. Kein Vogel schwang sich in diese Höhe. Friedliche Ruhe lag in der Luft; kein Hauch bes offen. Weich fühlten meine Füße den dicken B0 julegt beiegt haben? Mit räifelhafter Energie eine der Lampen auszudrehen; ihr Licht gab mir Boden. Kein Vogel schwang sich in diese Höhe. hatte sie alle Spuren des unglückseligen Leidens La Tour- Aymons versperrte Tür übte eine wegte die Blätter der vierzehn Riesenbäume, die Welch ein Bild der Verwüstung der Unord beseitigt, hatte den Niegel zurückgezogen frankhafte Anziehung auf mich aus. Ich schlich wie vorweltliche Versteinerungen dastanden. Kein nung wenigstens würde mich hier erwarten! Aber lag fie in fanfter Ruhe vor mix, die Augenlider mich hin und flopfte. Kein Laut bewvies, daß er Schritt, kein Geräusch wurde im Innern des genein, in diesem lilienweißen, mitt erleuchteten umffort wie eine glücklich Liebende Mädchenzimuter war nicht einmal ein Stuhl von Das Blut stieg mir in die Wangen. Nein, noch lebte. Hatte er von dent Gifte getrunken? waltiger Baues laut, über dessen Dach sich mein seiner Stelle gerückt. Nur der nachlässig über einen hier konnte ich nicht bleiben; diese Einsamkeit mit Bergeblich versuchte ich mir das Bild in Erinne Schatten streckte. Mir war, als schwebe ich, ein Bolstersessel geworfene Seidensweater berriet, daß ihr war unerträglich! Um die Schwelle des Uit- rung zu rufen, das ihn mit dem Kristallfelch an unfeliger Eroberer, über unirdischen Reichen. nicht von der langsam emporsteigenden feurigen Aber die Serrin fehlte. Auch das Bett war un- Frieden zu entweihen drohten. Ich umfaßte mit mir versichert, daß ich kein Gift in mir habe? Scheibe der Sonne lösen, die mir Augenlicht und das geschmackvolle Appartement bewohnt war. terbewußtseins drängten sich Gedanken, die ihren den Lippen zeigte... Und ich? Warum hatte er Silflos und wie hypnotisiert konnte ich die Blicke Beivußtsein zu zerfressen drohte. berührt, leer. Meine Blicke irrten durch den einem letzten tränenfeuchten Blick ihre Gestalt, Raum, drangen durch eine zweite offene Tür in ihr müdes Gesicht und ging, voll Bedauern, daß das Toilettezimmer, das festlich und parfümiert es mir nicht gegönnt gewesen war, ihr das Glüd in hellent. Lichte dalag. Verwirrt maß ich die of zu fchenken, nach dent sich ihr junger Körper fenen Fenster, hob die Vorhänge..., als ich gesehnt hatte. plöslich in der anderen Ede einen goldbraunen Fleck schimmern jah. Ihr Belzmantel! Sie selbst, denbelag. mie schlafend auf der Chaiselongue... . Nun Mut. Aus Jronie? Der Wandertrieb hatte mich wieder gepackt. Ich verließ die bekannten Regionen des Schlosses, strich durch Seitenflügel, in denen der Doktor fein Licht gemacht hatte. Lange Gänge, Reihen von Sälen mit Viauern, die so did waren, daß der Tag, der durch Kleine vergitterte Fenster fiel, sie nicht bis an den Fußboden erhellte. Ich blickte Endlich riz ich ntich los und stieg hinab. Kam durch andere Gänge, durch eine Flucht von fahlen Räumen. Mein Schritt hallte auf den Steinböden wie in einer ungeheuren Gruft. Eineit Moment glaubte ich mich verloren. ( Fortsetzung folgt.) Freitag, 22. Oftober 1926. Senat. Fortsetzung der Debatte über die Re. gierungserklärung. Genosse Jokl über die militärischen Unglücksfälle. Der Senat jezte in der kurz vor 1 Uhr begonnenen Sigung die Debatte über die Regierungserflärung fort. Senator Jesser( deutscher Nat.- Soz.) ist enttäuscht, daß die Regierungserklärung nichts über die Wirtschaftskrise enthält. Für einen Staat von 13 Millionen Einwohnern gibt es nur eine Bolitit: die eines Kleinstaates, Verzicht auf alle Großmannsspielerei. Unsere bisherige Politit hat uns nur die Aktivität der Zahlungsbilanz gesichert, sonst aber nur zur Verteuerung der Produktion und zur Veraltung der Betriebe geführt. Seine Partei verlangt die Liquidierung des Staatszwedes, wie er in der Botschaft des Jahres 1919 borgesehan ist, befürchtet aber, daß die tschechische Mehrheit zu dieser Umgestaltung noch nicht bereit sei. ! Wer bezahlt die Rechnung der Spalter? Hilgenreiner( deutscher Christlichsoz.) gibt namens der dentschan Regierungsparteien eine Er flärung ab, marin er die ,, neuen Wege" zitiert, die die Regierung nach ihrer Programmerklärung zu gehen gewillt ist, und daran alle möglichen schönen Hoffnungen niipft. Die genannten Parteien hätten Schulter an Schulter mit allen deutschen Barteien die Auffassung, daß dieser Staat ein Nationalstaat fei, in dem die Deutschen nur eine gerade noch geduldete Minderheit sind, stets befämpft und würden sie auch weiterhin bekämpfen. ( Widerspruch bei unseren Genossen.) Das außenpolitiche Locarno prängte zu einemt innerpolitischen. ie wirtschaftliche Notlage zu einer Annähe rung gleich gefinnter Parteien und so sei die neue Regierung zustandegekommen. Er gibt zu, daß deutsche Minister nur Versprechen, nicht aber Erfüllen der deutschen Forderungen bedeu teit; die Rechnung sei noch nicht beglichen, Vergangenes müsse( von tschechischer Seite) gutgemacht werden. Der Ertit der wirtschaftlichen Lage bestärke die Seffnung auf einen nationalen Ausgleich; die Parteien, in deren Namen er spreche, würden die Regierung gern unterstüßen, um die Produktion zu heben, eine gerechte Steuerreform, Deitschauende" soziale Gesengebung( Genosse Beutel: Abbau der Sozialversicherung!) und großzügige Pflege aller fulfarellen Güter durchzuführen. Der Schlußpaffus dieser Erklärung, der wie üblich von dem Wohl des heißgeliebten deutschen Bolfes" bandelt, geht in ironischen Zwischenrufen unserer Genossen unter. Organisationszerstörung und Lohnverlust. Wir haben in dem letzten Aufsatz unseres Sammelberichtes auf die furchtbaren Auswir fungen der kommunistischen Zerstörungsarbeit im nordböhmischen Textilgebiet hingewiesen. Es läßt sich dort Schritt für Schritt feststellen, wie die Sprengung der einheitlichen Textilarbeitergewerkschaft, die nach dem Umsturze die Angehörigen dieses Industriezweiges nahezu geschlossen umfaßte, den klerikalen und gelben Schmarozerverbändchen überall erst die Bahn gebrochen hat. Im Warnsdorfer Bezirke z. B. hatte die Zertrümmerung der Textilunion mit einem Schlage 600 Austrittserklärungen christlichsozial angehauchter Arbeiter und in weiterer Folge einen Lohnabbau von 37 Prozent herbeigeführt. Die Rückwirkung der organisatorischen Zersplitteruna auf die Lebenshaltung der Arbeiterschaft zeigt mit plastischer Deutlichkeit ein Flugblatt des Rumburger Gaufetretariats der Union der Textilarbeiter, dem wir die nachfolgende Darstellung entnehmen: Organisationsverhältnisse: Nachstehendes Schaubild zeigt den Stand der Textilarbeiterorganisationen im biete Rumburg sowie die Gestaltung der Arbeitslöhne in der Textilindustrie: Die Organisation der Arbeiterschaft in den Jahren 1921-1922 Union der Textilarbeiter 84.3% 7.3% Christlicher Verband Unorganisierte 1922 % 17.8 Wild organisiert 14% Hakenkreuzler 0'5% Seite 3 Volt der Künstlichen Regierungsmehrheit, die nuur mit großer Mühe geschafften und mit solcheen Konzeffionen erfauft wurde, bald ein Ende machen wird. Der letzte Redner, der Landbündler Scholz, bersucht gegen die gestrigen Ausführungen des Genossen Dr. Seller zu polemisteren. Dabei tommt es wiederholt zu heftigen Wortwechseln zwischen unseren Genofi und den Senatoren der deutschen Regierungsparteien. Die Schuld an der Teuerung tragen nach Herrn Scholz nicht die wuchernden Großbauern, sondern eher die heurigen Wetterfatastrophen. Die eigentliche Verantwortung für die heutige rife falle aber auf die hohen Lasten, die die Sozialversicherung der Sandwirt. schaft aufbürdet! Die Sozialversicherung, wie sie heute besteht, sei ein direttes Verbre chen an der Landwirtschaft"; Gauge müsse eine der ersten Forderungen der neuen Regierungsparteien der Novellisierung der Sozialbersicherung gelten. Selbstverständlich riefen diese Don feiner Sachfenntnis getrübten Ausführungen des landbündlerischen Senators Entrüstung und teilweise auch Heiterkeitsausbrüche bei unseren Geoffen hervor, die ihn in zahlreichen Zwischenrufen auf die Unsinnigkeit seiner Argumen tation cufmerksam machten. Die Organisation der Arbeiterschaft in den Jahren 1925-1926 Union der Textilarbeiter 52'1% Unorganisierte Lohnverhältnisse: Arbeiter der 1. Gruppe pro Stunde Kč 5.04 Arbeiter der 2. Gruppe pro Stunde Kč 4.83 Arbeiter der 3. Gruppe pro Stunde Kč 3.99 Arbeiter der 4. Gruppe pro Stunde Kč 3.60 234% Christlicher Verband 15'3% Kommunisten 73% 1926 Arbeiter der 1. Gruppe pro Stunde Kč 3.61 Arbeiter der 2. Gruppe pro Stunde Kč 3.02 Arbeiter der 3. Gruppe pro Stunde Kč 2.76 Arbeiter der 4. Gruppe pro Stunde Kč 2.27 Das bedeutet einen durchschnittlichen Lohnverlust pro Arbeitsstunde von Kč 1.45 oder in einer Woche Kč 69.60. Um mehr als 3.000 Kronen jährlich verdient jetzt der Tertilarbeiter weniger und das ist, wenn man auch einen Teil davon als unabwendbare Krisenfolge in Abzug bringt, immerhin noch eine stattliche Spesenrechnung für die Tätigkeit der Spalter und Wühler in der Arbeiterbewegung. Trum Dann wird um 6 Uhr abends die Debatic unterbrochen; nächste Sigung morgen 10 Uhr bormittags. Eugen B. Debs gestorben. London, 21. Oktober. Gestern starb in Chicago der alte Führer der amerikanischen Arbeis ter, Eugen Viktor Debs. Die Nachricht vom Tode Eugen Debs ist die Nachricht über den schwersten Verlust der ameri tanischen Arbeiterbewegung und mit dem sozialistischen Proletariat Ameritas empfindet diejen Verlust hart die sozialistische Arbeiterschaft in der ganzen Welt, eben deswegen, weil in der ganzen Internationale Eugen Debs mit Recht als der erfte und bedeutendste Führer der amerikanischen Sozialdemokratie galt und sich höchster Wertschätzung erfreute. Den europäischen Arbeitern war der Name Debs der Inbegriff der besten sozialisti chen Tugenden, der Sammelpunkt aller gei ftigen und moralischen Kräfte, die die amerikanische Arbeiterbewegung hervorgebracht hat. Eugen Debs, voll auf dem Boden des Marxismus stehend, war in Wort und Tat zeitlebens der unermüdliche Propagator der internationalen sozialistischen Lehre, Erweder des Klassenkampfgedan fens in der amerikanischen Arbeiterschaft. Jit illen ihren Kämpfen während der letzten Jahrzehnte stand er an der Spitze, immer wieder, fünfmal, war er und immer wieder nur er der Kandidat Souluv( tschech. Soz.- Dem.) hat von der Regierungserklärung mehr erivartet; sie ist bloß ein Die Darstellung zeigt aber auch, daß sich die Arbeiterschaft am schwersten Brod ift der Verlegenheit und Unsicherheit. Nur Klass ninteressen haben die deutsche Bourgeoisie schädigt, wenn sie an den Organisationsbeiträgen zu sparen beginnt. in die Arme der Tschechen getrieben. In tschechi 100000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000 ber amerikanischen Sozialdemokratie bei den Präschen Streifen war das eine gewisse Ueberraschung; die Nationaldemokraten schweigen verlegen und Das ist die traurige Bilanz einer dreimona- zweiten Gruppe der militärischen Unfälle, die Ge- fidentenschaftswahlen. Mit goldenen Lettern hat schieben die Schuld auf die sozialistischen Parteien. tigen Tätigkeit unserer Flugzeuggeschwader. In noffe Jokl an Sand seiner von uns schon ver- er seinen Namen in das Buch der Internationale Soufup kommt dann auf die oft variierte Schuld- jedem einzelnen Fall wurde Untersuchung zuge- öffentlichten Interepellation nun einzeln bespricht. eingeschrieben, als er mit seltener Ueberzeugungsfrage am Zerfall der allnationalen Koalition zu fagt, doch die Erfahrung hat uns gelehrt, daß die Zusammenfassend verlangt er fobann die Abtreue und hervorragendem persönlichen Meute wäh sprechen. Die sozialistischen Parteien werden in Untersuchungen nur dazu da sind, um fest ustel- fchaffung der gefährlichen Uebungen mit Handgra- rnd des Weltkrieges den Kampf gegen die amerider Opposition die Taten der neuen Regierung len, daß niemand an dem Unglüd Schuld naten, die ganz gut durchy sogenannte Atrappen fanischen Militaristen aufnahm und sich an die abirarten; fie erklären aber von vornherein, daß trägt. Eine wirkliche Untersuchung müßte ersetzt werden fönnen, und fordert namentlich bei Spike der Bewegung stellte, welche den Einfie feinen Angriff auf die sozialen Errungenschaf- fich in einer ganz anderen Richtung bewegen, u. Artillerieſchießübungen genaueste Evidenzhaltung tritt Amerikas in den Weltkrieg ver ten der Arbeiterschaft dulden werden. Genoffe zw. müßte man vor allem die Provenienz der Flug der Schüsse und gründlichstes Absuchen des hindern wollte. Debs mußte für seine Gesinnung Soukup geht dann ausführlich auf die Erklärung zeuge feststellen; namentlich die Motorde- Schießplages nach Blindgängern, damit Un- im Sterker büßen, in dem er, zu zehn Jahren berurteilt, nicht wieder gutzumachende Schä des Fnanzministers ein, dem er Optimismus und fette spielen als Ursache der Unfälle eine große glücksfällen durch Explosion von Blindgängern, ben an seiner Gesundheit erlitt, die auch nach seiEinseitigkeit vorwirft; der Minister fenue nicht Rolle. Der Flugpilot Seidl verunglückte mit die meist unerfahrene Zivilisten treffen, tünftig die katastrophale Arbeitslosigkeit, sondern erblide einem Flugzeug alten Typs; dieses Flug vermieden werden. Mehr Achtung vor dem Men- ner Amnestie durch den Präsidenten Harding nicht wieder hergestellt wurde. nur in den sozialen Errungenschaften der Arbeiter- zeug hat bereits einmal einen Unfall schenleben muß unserer Militärverwaltung un schaft die Wurzel aller Schwierigkeiten, dede dabei erlitten, war lange Zeit nicht gebrauchsfa- bedingt beigebracht werden, wenn nötig durch aber gleichzeitig den Mantel der Barmherzigkeit hig und wurde dann umgebaut! Besonders ge- strengste Bestrafung aller schuldtragenden miliüber die Wuchergewinne und Dividenden der Unfährlich ist der Typ Anatra". tärischen Organe. terne mer. Redner streift dann kurz den Ueberfall au die Sozialisten in Senatspräsidium und hegt meifers Befürchtungen, die Regierung werde der Exekutor und Gendarm des Großfaptals und der Startelle werden: seine Bartei werde alle Regierungsvorlagen streng prüfen, ob sie den Intereffen des Staates und der Arbeiterschaft dient. Die Zeit sei nicht mehr fern, daß die Massen des Proletariates sich wieder sammeln und vorwärtsschreiten werden, um alle Ungerechtigkeiten der beutigen Gesellschaftsordnung abzuschaffen.( Beifall.) Genolle Joll: Man kann heuer ohne Uebertreibung bon einem schwarzen Jahre für die Weilitärberipaltung sprechen; die Zahl der militärischen Unfälle ist im letzten Halbjahre in erschreckender Weise auf 30 Unglüdsfälle mit 157 Opfern gestiegen, wobei ganz sicher diese Zahl nicht auf Vollständigkeit Ansprud erheben tann. Dazu fommen noch andere Schädigungen des Lebens und der Gesundheit der Soldaten, die auf Fahrläff gfeit und mangelhafte Fürsorge zurückzufüh Ten find. In Frankreich wurden für riesige Summen zahlreiche Flugzeuge und Motoren gekauft. die vollständig unbrauchbar sind und einigen Piloten bereits das Leben gekostet haben. In Frankreich wurden diese Apparate kriti fiert und vor ihrer Verwendung gewarnt. Unsere Heeresverwaltung aber hat dieselben Flugzeuge troßdem gekauft. Ein dritte nicht weniger große Gruppe find die epidemischen Krankheiten. Um Leben und Werk des Genossen Debs voll würdigen, müßte man die ganz besondere wirtschaftliche und politische Entwidlung Amerifas wenigstens streifen, die der Durchsetzung des Klai fenkampfgedankens so ungeheure Schwierigkeiten in den Weg legt. In einem Lande, wo beispiels. Im Jahre 1926 ereigneten fich in unserem Seer meise im Jahre 1919 Sozialdemokraten. die in die folgende Fälle an Genidstarre: In Böhmen 15 Legislatur des Staates New- York gewählt waren, Fälle, in Mähren 13 Fälle, in Schlesien 2, in vom Präsidenten nicht zur Bereidigung zugelasder Slowakei 9, in Karpathorußland 3, insge- fen wurden, sich einem Verhör unterziehen mußfamt 42 Fälle von Genidstarre, außer- ten und dann bloß auf Grund ihrer Parteizugedem noch zahlreiche Fälle an Scharlach, Typhus hörigkeit ausgeschlossen wurden, in einem solchen Wir verlangen daher Aufklärung vom und ähnlichen Seuchen, die alle auf die schlech Sande ein Leben lang unablässig, unbeirri und Minister für nationale Verteidigung, welches en sanitären Verhältnisse bei der zielbewußt für den sozialdemokratischen Gedandie Typen der abgestürzten Flug- Unterbringung der Mannschaft zu fen, so wie Eugen Debs gearbeitet, gefämpft und gelitten zu haben, bedeutet Verdienste, die die inzeuge waren, wieviel Flugzeuge rückzuführen sind. der Type Anatra" und wieviel französi- Durch unsere Interpellation wollen wir die ternationale Sozialdemokratie zu den höchsten sche Motore noch bei uns in Verwendung sind, Oeffentlichkeit darauf aufmerksam machen, was persönlichen Leistungen in ihrem Befreiungsund fordern mit allem Nachdruck die Ausran- für eine Gefahr der Militarismus auch mitten im tampfe zählt. Darum bleibt der Name Eugen Frieden für die Staatsbürger bedeutet, damit sie Viktor Debs für immerwährende Zeiten eingegierung dieser gefährlichen Flugzeuge. Neben der fachlichen Seite hat die ganze die Militärverwaltung zwingt, hier Ordnung zu prägt in unserer Geschichte. Angelegenheit auch noch eine persönliche' chaffen und Menschenleben nicht unnük und Note. Einzelne Piloten verunglückten bei der leichtsinnig zu gefährden. Uebung des Revensements", das ein ausgesprochenes Afrobatenkunststüd ist. Der Propagandaflug der Masarykliga in Pardubis war wie Ser mangelhaft organisiert. Mangelnde Organisation und Spiel mit Menschenleben sind meist die entscheidenden Ursachen, die bei den Flugzeugkatastrophen zu verzeichnen sind. Sodann wendet sich Genosse Jokl der Beiprechung der Gajda- Affäre zu. Wir bringen einen Auszug aus seinen Ausführungen an Stelle unseres Blattes. * an anderer Die Politik der franzöfifchen Sozialisten Gegen das Linkskartell und gegen Herriot. Die sozialistische Partei Frankreichs hat für den 31. Oktober den Parteitag nach Paris einberufen. Er soll sich zunächst mit der durch die Entscheidungen der Radikalen herbeigeführten politischen Von den weiteren Rednern beschäftigt fich Bage befassen. Nach der Auffassung der ParteiKaras( Tschech. Klerik.) hauptsächlich mit der leitung, deren Stellungnahme insbesondere in einer An der Spige der militärischen Unglücksfälle Rebe des Parteisekretärs Paul Faure unzweideutig Teuerung und der Wirtschaftskrise. stehen die Fliegerfatastrophen. In den Jahren Der tschechische Sozialdemokrat Dundr be- zum Ausbrude fommt, fann das Ergebnis der Be 1919 bis 1924 weist die offiziöse Statistik durch- Dazu kommt die Betreibung des Kriegs- mängelt, daß die Regierungserklärung in Bezug ratungen nicht zweifelhaft sein. Von einigen südschnittlich nur v'er bis sechs tödliche Unfälle auf, spieles im Frieden so, daß es sich durch nichts auf Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit feine be- französischen Verbänden abgesehen, die sich auch welche auf den Flugverfehr zurückzuführen find, von der Wirklichkeit unterscheidet; diese stimmten Vorschläge bringe. Er weist auf den neuerdings wieder für die Rückkehr zur Politik des Charakter der Wirt Linkskartells ausgesprochen haben, dürfte der Gedann steigt deren Zahl in den Jahren 1924 und Methoden sind die Ursache der vielen Opfer, die dauernden 1925 auf das Dreifache, und im letzten Halb- unser Militarismus auf allen Gebieten erfordert, fchaftskrise hin, die namentlich die älteren banke eines nochmaligen Zusammengehene mit jahre 1926 haben wir allein schon 16 Unfälle mit und es ist wohl ein recht schwacher Trost für uns Arbeiter trifft; zu all dem fommt noch die immer den bürgerlichen 2ints parteien allgemein a b 18 Toten und 23 jumeist Schwerverletzten zu ber- und die Angehörigen der Opfer, daß sie so ge mehr anschwellende Teuerung. Redner pro- gelehnt werden. Der Parteirat wird sich auch mit zeichnen. fallen find, als wenn es der Wirklichfeit" ent testiert weiters gegen die Ueberstundencrbeit, die dem Falle Paul Boncour beschäftigen, ferner mit biel'ach auch ohne behördliche Bewilligung ge- der Zhoner Bürgermeisterfrage. Herriot hat bekannt Genosse Jofl zählt nun die von uns be- sprochen hätte. Außer Flugzeugtatastrophen ereigneten reits veröffentlichten Flugzeugunfälle im letzten sich leistet wird. Zum Schluß weist er urter vielfachen lich der Aufforderung der Sozialisten, seine Stelle Halbjahr auf und bespricht einzelne, für die noch andere schiere militärische Unfälle. Unter Zwischenrufen die Behauptung des kommunisti- als Bürgermeister zurüdzulegen, nicht Folge gelei fträfliche Nachläffigteit der Militärverwaltung be- diesen sind die furchtbarsten die Granaiexplosio- fchen Borrebners Chlumecky zurück, daß die stet, sondern die Anrufung der Wähler vorgeschlagen. onders bezeichnende Unfälle, die sich vielfach hät neu, deren Opfer zumeist Zivilpersonen geworden Beteiligung der Sozialdemokraten an. der früheren Die sozialistische Fraktion Lyons dürfte von Konten bermeiden lassen, ausführlicher, und fährt sind. 15 Unfälle mit mindestens 15 Toten und 103 Regierung der Arbeiterschaft keinen Nuzen ge- greß das Manbat erhalten, den Kampf gegen Hermeist Schwerverletzten ist die traurige Bilanz der bracht habe. Er ist überzeugt, daß das arbeitende riot rüdsichtslos fortzusetzen. Dann fort: und Seite& Inland. Ein attivistischer„ Erfolg". Neue Schuldrosselungen in Sicht! Lagesneuigkeiten. Todesstraße für Rowdys in Sowjetrußland. Schulen eröffnet oftmals auch dann, wenn die schläge. den Jahren seit dem Bestande der tschechoslowakischen Republik gewöhnt. Was aber alles fonfisziert wird, das ruft doch von Zeit zu Zeit die Verwunderung aberFreitag, 22. Oftober 1926. Rundfunk für Alle! Programm für morgen, Samstag. Eister. Duverture. 2. Stomaat: A- B- C. 3. Gilbert: 2 Tänze Prag, 372, 11: Mittagskonzert. 1. Roffini: Die diebische aus Johannisnacht". 4. Micheli: Spanische Serenade. 5. a) Borlia: Faraone. b) Borlig:" I lag meine Frau zu Hause" 6. Bačiař: Goldlöpfchen. 12: Beitsignal, Brefenachrichten und landwirtschaftlicher Rundfunt 16.30: Rachmittagsfonsert. 1. Mendelssohn: Die Hochzeit bes Camacho. 2. Debuiſh: a) Sa Romanze aus der Symphonie Nr. 4. 4. Rabel: Jeur d'eau. foirée dans Grenade. b) Jardin sous la pluie. 3. Schumann: 17.30: Bortrag Die Bollswirtschaft. 18: Deutsche Sendung. Architekt Sepp Eichhorn, Brag: Moderne Wohnfultur. 18.15: 2andwirtschaftlicher Rundfunk. beater. 2: Wetterborausfage. 20.02: Auswahl aus ber Ope rette„ Die blaue Mazur" bor Rehar. 21: Beitsignal. Rustige Rezitation. 21.15: Reichte Musik. 22: Lekte Nachrichten. Uebersicht der Sagesereignisse, Sport- und Theaternachrichten. richt, Breise, Sport, und Theaternachrichten. 17.40: tinder Brünn, 521. 14.30: Olmüßer Produktenbörse, Wetterhe ftunde, Ein Bild aus dem Weltfriege. 18: Seithignal. Ber woltungsfunt. 18.20: Grundlagen der Elektrotechnik für Ra bioamateure. 19: Orcheſterfonzert. 1. Baher: Puppenfee- Walregen. 4. Gramer: Walzer. 5. Fall: Rose von Stambul. Aus dem dichterischen Schaffen des Edyiftstellers Sarafef. 20.30: Alavierkonzert. 1. Corelli: Angelus. 2. Scriabine: Swei Etüden. 3. Liszt: Feur folécto. 21.30: Tanzmu Breffenachrichten. Seitfignat. Deutschland. Königswusterhausen, 1300. 15: Ginheitsfurafchrift. 15,30: der Familienfürsorgerin. 16: Arbeiter Die der Staatsbürger hervor und widerlegt den Satz Ben Akibas. Alles ist schon dagewesen. Das Rude Právo" wurde vor einigen Tagen konfisziert und hat In hunderten Versammlungen haben die Die Sowjetregierung hat beschlossen, ener- daraufhin das Erkenntnis des Gerichtes, in welchem Sandbündler, Christlichsozialen gische Maßnahmen gegen das Rowdywesen zu die Konfiskation begründet wird, abzudruden ver Gewerbeparteiler leidenschaftlich ergreifen. Auf der Konferenz, die zur Erörterung sucht. Diesem Versuch ist aber die Staatsanwaltschaft gegen die unerhörten Schuldrosselungen dieser Frage von dem Volkskommissariat des In- dadurch entgegengetreten, daß sie einen Teil des der früheren Regierungen protestiert, denen hun- nern einberufen wurde, hat eine ganze Reihe Konfistationserkenntnisses berte Schulen und tausende Schulklassen zum verantwortlicher Regierungsvertreter erklärt, daß mals tonfissierte. Mit Recht bemerkt das Opfer gefallen sint. In einzeinen Bezirfen wur- fie es für notwendig erachten, gegen die Rowdys Rudé Bravo" dazu, daß, falls das Gericht auf ben mehr als 20 Prozent aller Schulflaffen rud die Todesstrafe zu verhängen. Einige von diesen Grund des§ 18 des Schutzgesetzes den Verfasser der fichtslos gefperrt. Auf der anderen Seite wurden sind bereits erschossen worden. fonfiszierten Notiz erfahren wollte, das Blatt bereit für die tschechischen Kinder zahlreiche neue Gewiß: Art und Zahl der Morde, Tot- ist, diesen Verfasser, nämlich den Staatsanwalt Eduavd Souček, zu nennen. Ob diese verschärfte KonSchülerzahl kaum ein halbes Dußend betrug. Niemand wird leugnen wollen, daß die fisfationsprapis schon einen Erfolg der aktivistischen Wiedergutmachung des gesamten Un- Verbrechen und Vergewaltigungen grauenhaft Bolitik darstellt( Justisminister ist Serr Professor ser, 2. Strauß: Früblingsstimmen. 3. Wallenfel: Goldaber in einem Atemzug Reden zu halten, Mayr- Harting), darauf könnte vielleicht die Deut- Gounod: Sauitwalzer. 7. Salman: Chardasfürstin. 20: das war die flam- sind rechts auf allen Gebieten mente Parole der deutschen oppositionellen Par- in denen man mit Recht auf die Barbarei und sche Presse" Auskunft geben. feien, die jetzt das fünfte Rad am Regierungs. Verwilderung als Erbschaft des Zarismus, auf Das Prager Tagblatt" und die Geheimnisse farren bilden. Durch ihren Eintritt in die Re- die Verwahrlofung der Jugend, auf die verderb- unterm Frauenrod. Das„ Prager Tagblatt" bom gierung sollte zumindestens der Schädigung des lichen Folgen des Krieges und des Alkohols hin- 20. 10. leistet sich einen" Aufsatz aus der Feder heutschen Voltes auf nationalem und fulturellem weist, um daraufhin für diese Opfer der sozialen einer( oder eines?) Polly Tied( Politik?) über Gebiete ein Ende gemacht werden. Wenn schon Verhältnisse" die Todesstrafe zu fordern, darin den Frauenrod, dem wir folgende lyrische" Brauen in der Metallinduſtrie. 17.30: Berlin und Totsdam von Wiedergutmachung der alten Schäden keine liegt, ganz besonders für eine Arbeiterregierung, Stellen entnehmen: Rede ist, sollte man annehmen, daß wenigstens ein unentschuldbarer Widerspruch. Junge Leute fein neuer Schaden angerichtet wird. Das ist int Alter von 15 bis 25 Jahren will man er aber trotz aller aktivistischen Beteuerungen und schießen lassen, deren Entartung großteils darder hochgespannten Erwartungen findlich- naiver auf zurückzuführen ist, daß sie nie ein Elternhaus Wähler anscheinend nicht der Fall. In den letz- und nie eine Schule gekannt haben! Noch bedenkten Tagen erhielten nämlich die Landesschulräte licher find die zahlreichen Beschlüsse, die auf den vom Schulministerium die strengste Weisung, von den Sowjetbehörden einberufenen VersantmFaß weiterhin aufs äußerste ge- lungen gefaßt werden und die Todesstrafe für die ( part werden muß. Infolgedessen Rowdys fordern, sowie die unzähligen Zuschrif fpricht man im Landesschulrate in ten an die Redaktionen der Sowjetblätter, die die Prag bereits von der Schließung gleiche Forderung enthalten. noch bestehender Schulen! Wenn schon zusammengezogene Schulklassen geteilt und aufgelaffene Klassen wieder errichtet werden sollen, darf das absolut teine Mehrauslagen verursachen. Wer also erwartet hat, daß jetzt unter der Aera der tschechisch- deutschen Regierung auf dem Gebiete des deutschen Schulwesens eitt Umschwung im Sinne einer Besserung eintreten werde, muß angesichts dieser Tatsache aufs ärgste enttäuscht sein. Das Schtlministerium wird nun von den Agrariern beherrscht. Herr Dr. Hodža ist dort der Allgewaltige, ein Mann, der dem Minister- Prof. Spina, dem bisherigen Vorsibenden des deuifchen parlamentarischen Schulausschusses, politisch so nabe steht! Und trotzdem neue Schuldrosselungen in Sicht! Aus Ersparungsgründen! Bei den Pfaffen- und Offiziers gehältern, bei den Ausgaben für den Militarismus, für die Auslandspropaganda usw. spart nean freilich nicht. Wir erleben, daß troz neuer Schuldrosselungen alle Belange" der tschechischen 1 Orchesterfonzert. 21.30: Suftiger Jacoby- Abend. aur Schinfelgeit. 18: Das Elettrizitätswerk in Rummelsburg. 18,30: Neuzeitliche Tierseuchenbekämpfung. 19: Die deutsche ,, Vorbei der Rock, vorbei die tausend Oper von Mozart bis Schrefer. 19.30: Strömungen der mo Möglichkeiten der Dessous aus Chiffon, tebertragung von Hamburg, 392, Soffmanns Erzählungen", dernen deutschen Literaturgefchichte. 20: Aristophanes. 20,30: Gazen und Seiden, vorbei der Duft aut 3 Oper von Offenbach, 22.30: Tanzmusif. Berlin, 304, Mütterlichkeit und Weiblichkeit gezinisch- bygienische Plauberei. 19: Der moderne Bahnrenn16.30: Marcell Proust. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Medi fährlich gemischt." fport. 19.25: Aegypten und der Sudan, 19.53 Brattische Betrachtungen zur Wohnungsfrage. 20.30: 3olfstümliches Brešiau. 418, 16.30: Zorbing Rachmittag. 18: Schachfunt. 19: Das deutsche Drama bon 1900 bis aur Gegenpart. 20,23: Bleber aur Sante. 22.30: Zangmujit, Frantart, 470, 15.30: 3 senditunde. 16.30: rcheitertfonzert. 17.45: Rederitrumpferzäblunaen. 19.15: Reiseeinbrüde Oscar Wilde, 20.15: Lady Windermeres Fächer". Komödie bon Oscar Wilde. Leipzig, 452, 16.30: Orchefterfonzert. 18.30: Bie bleiben toir gefund? 19.15: Die entvidlungsgefchichtliche ,, Wie kann es möglich sein, daß wir so blind, zendens. 19.45: Lorging. 20.30: Rolands Knappen". Mär so töricht, so einfältig waren, dieses füze stehenoper von Zorking. 23: Tanamufir. München, 485, 12.15 Mittagstonzert. 16: Schmerzen der Rundfuntörer. 16.30: Symbol der Weiblichkeit(!), diesen Nachmittagstonzert, 17.30: Sandwerk und Fabrit. 19: Bal ewigen Rod fallen zu laffen?" Taben von Loewe. 19.30: Nürnberg. 20: Ein Abend der Boltsmusif. 22.30: Tanzmusif. Münster, 410, 13.30: BorFunktechnische Fragen. 20: Jebem Deutschen eine Reichsbcim ,, Vorbei der Rock, der das Geheimnis von Jahrtausenden birgt, daß um ihn und seinen föstlichen Inhalt(!) die Gedanken der Welt freisen sollten"( ob diese Gedanken und der Rock inholt mit dem langen Rode aufgehört haben? Anm. d. Red.). aus Frankreich. 19.45: ,, Erschießen!" das ist die allgemeine Forberung unserer Korrespondenten, so schreibt die ,, Krasnaja Gaseta". Auf der Stelle erschießen" fordern mitunter selbst die Gegner der Todesstrafe... Gine Gruppe von 40 Frauen fordert die öffentliche Hinrich Mit einem Worte, der Schreiberin ist bange nach bing, 15.45: Guntheinzelmann. 16.30: Orcheſterfonsert. 18.30: tung. Eine dieser Frauen schreibt sogar:" Sie einer raffinierten Verhülltheit, die ihrer Ansicht hätte. 20.30: Bustiger Blant- Abend. 22: Stunfipiciferasenb. sollen in dem Zoologischen Garten nach mehr reizen" kann, als jenes Fragment von wilden Tieren, die sie selbst sind, eines Rods, jene paar Zentimeter Battiſtſeide, Bergleute zerrissen werben." Aus den Reihen der die ihr kaum das Knie bededen"! Das Ganze fezen, um so den Brand zu löschen. Durch dieje männlichen Bevölkerung kommt die Forderuna heißt Lyrik und Literatur, wie sie halt im Brager Maßnahme würden etwa 4000 Unt in Zukunft Vergewaltigungen zu vermeiden, Tagblatt" unter besonderer dichterischer Patro- broilos werden, falls die Verwaltung fie nich: müssen die öffentlichen Bordelle wieder nanz verschleißt wird. auf anderen Gruben beschäftigen sollte. geöffnet werden." Friz Vogel oder trepier! Aus Abertham Der Potemkinfilm. Aus Berlin wird gemel Sie müssen entmannt werden"-jim Erzgebirge wird berichtet: Der dortige Bür- dét: Die sozialdemokratische Reimstags Bürdet: so fordern etwa 1000 Personen, darunter 40 Sti- germeister Grimm teilte in der letzten Gemeinde- frattion hat eine Interpellation eingebracht, in dentinnen der midizinischen Fakultät, 1 Professor, vertretersizung mit, daß er kürzlich zum Bostamte der unter Hinweis auf die Freigabe des Potemtin6 Arbeitergruppen, 8 Familienmütter u.. w vorgeladen wurde, woselbst er einen Kommissär der unter Hinweis auf die Freigabe des Potemkin ( ,, Krasnaja Gajeta" vont 24. September.) antraf, welcher von ihm verlangte, die Ge- Films durch eine Filmprüfstelle für das ganze Reich Auch derjenige, der bisher Fehler und Gemeinde solle ehestens eine Amts woh gefragt wird, ob die Reichsregierung das von den Politik von den deutschen Attivisten restlos be- brechen Sowjetrußlands nicht in Vorzüge umzu- nung für den Poft me ist er schaffen. Als Ländern Bayern und Württemberg gegen Bolitik von den deutschen Attivisten restlos be- dichten gewohnt war, wird sich von den Nach der Bürgermeister erklärte, die Genteinde besitze das Reichsrecht ergangene Verbot des Filmes bilwilligt werden. J. Sch. richten, die wir oben verzeichnen, überrascht fin- lediglich zwei Häuser, in denen 115 Persoben. Sowohl daß die russische Regierung sich des nen wohnen und sie sei nicht einmal in der ligt und was sie zu tun gedenkt, um dem ReichsDer Führer der mährischen Fascisten ausge schlossen. Die gestrige Nummer des Fascistenblat Rowdy- Unwesens kaum mehr erwehren kann, Lage, für ihre eigenen Wohnungslosen Unrecht auch in den genannten Ländern Achtung tes Moravifa Orlice" teilt an versteckter Stelle als auch daß man in Sowjetrußland eine neue terkunft zu schaffen, teilte ihm der Kommissär und Geltung zu verschaffen. Trauerfeierlichkeit für gefallene englische mit, daß der bisherige Führer der mährischen Kategorie für die Todesstrafe schafft, stimmt sehr mit, daß die Gemeinde ein Amis, und Fascisten Dr. Navratil wegen Disziplin- nachdenklich.' S ist etwas faul int Staate Däne Dienstgebäude für die Post zu bauen Soldaten in London. 15.000 Bersonen, Wiwen, habe; denn die Poſt fei heute fein fulturelles Baisen, Strüppel und zahlreiche blinde Krieger bruch" und politischer Unfähigkeit" mart! Institut, sondern für jede Gemeinde ein Geaus der Faszistengemeinde ausgeschlossen wurde. Enthüllung eines Grabmals für Karl čer. fchäftsunternehmen. Sollte die Gemeinde fein beteiligten sich letzten Samstag bei der Feier der mat. Das zum Andenken an unseren unvergeß- Saus bauen, so würde das Po stamt einfach Enthüllung eines Gedenksteines für die Gefalle lichen Führer Karl Cermat errichtete Grabmal aufgelassen werden.- Die Gemeindever- nen der Horse Guardo Division in London. ,, Sinter der Feierlichkeit spielten sich Tragödien der wird am Mittwoch, den 27. ds., un halb 12 Uhr tretung beschloß, in ihrer nächsten Sigung gegen Sinterbliebenen ab" fchreibt Daily Herald. vormittags am Olschaner Friedhof, Prag, ent- das au sie gerichtete Ansinnen energisch Stellung Die Division hat nicht weniger als 652 Offiziere, 14.108 Mann Tote und 1033 Offiziere und hüllt. Jene Genossen und Genoinnen, die der Ent- zu nehmen. 4000 Bergarbeiter brotlos? Die Grube Bel 27.365 Mann Verwundete in Weltkrieg gehabt. hüllung beiwohnen wollen, werden ersucht, sich um elf Uhr fünfzehn beim Eingang sunt renta- fen" bei Saarbrüden steht seit Sonntag in Brand. Wegen der großen Hize ist es der Feuer torium zu versammeln. wehr nicht möglich, an den Brandherd heranzukommen. Es wird nichts anderes übrig bleiben, als die ganze Grube unter Wasser zu Ihr müsset un Die Verbreitung unserer Zeitung agitieren: Setzt euch überall für unsere Parteipresse ein. In das Heim des Arbeiters gehört die Genossen! ausgeseht für Arbeiterpresse. Darum, agitiert Senoffen u.Genossinnen Der Gipfel der Konfiskationspragis. Daß in der Tschechoslowakei noch immer fleißig fonfisziert wird, wird niemanden wundern. Daran haben wir uns in bolt Verurteilte Kokainschieber. Wegen Schleich handels mit Rauschgiften hatten sich am Mittwoch vor einem Berliner Schöffengericht mehrere russische Adelige und frühere Offiziere, jowie als Hauptangeklagter der frühere Apothefer und gerichtliche Sachverständige Hahn zu alerscheinung. Der Kampf mit dem Nebenbuhler, die daß vielmehr durch das Evangelium auch für das Ge- verantworten. Hahn hatte 65 Gramm Kokain, Eroberung des Weibes seien die ersten Kriegsurfa- schlechtsleben ein Jdeal aufgerichtet sei. das ihm in seiner amtlichen Eigenschaft überge Der Serualforschertongreß. Der vierte Tag brachte Betrachtungen zur Kriben worden war, in gewinnsüchtiger Absicht ant chen, und die Auswirkung des Sexualdranges läßt In den fünf Tagen, die der in der zweiten Otto- fich in der Sucht nach Abenteuern, in Todesverach minologie. Der Dresdene» Ministerialdirektor Dr. die Ruffen verkauft. Bei diesen handelt es sich berwoche in Berlin abgehaltene internationale Ron- tung usw. feststellen. Bemerkenswert waren die Aus- Wulffen stritt die allgemein anerkannte Sexualnot unt Flüchtlinge aus der ersten Gesellschaftsschicht greß für Sexualforschung dauerte, wurden in den führungen von Dr. Charlotte Bühler- Wien über die der Gefangenen ab und hielt die Gefahr der sexuellen der Barenzeit, die inzwischen alles verloren hatallgemeinen Sigungen 41 größere Referate, in den Bubertätsentwicklung. Bei den Mädchen läßt sich Abstinenz für die Gesundheit der Gefangenen fürten und schließlich dem Handel mit Rauschgiften Bettionsverhandlungen 85 fleinere erledigt. Befrenbers eine gewisse Gleichmäßigkeit und Gesetzmäßigkeit nicht groß. Mit dieser Auffassung dürfte er ziemlich verfallen waren, um ihren Unterhalt zu fristen. litt der Kongreß durch den Mangel an Einheitlich nachweisen, die sogenannte negative Phase vor dem allein stehen. Dann folgte der mit großer Spannung In vorderster Linie standen ein ehemaliger rufkeit der Tagesordnung und durch die eigenartige Beginn der ersten Menstruation, eine Zeit, die sich erwartete Vortrag von Professor Steinach- Wien, fischer Adjutant Michaelow, ein ehemaliger rusMethode der Verhandlungsführung und Zulaffung durch plögliche Unrast, Ungeschicklichkeit, solierung der neue Resultate durch Ueberpflanzung von Drüsen fischer Oberst Bapkewitsch und ein ehemaliger zu den Vorträgen. Es fehlten daher viele Männer von anderen Menschen und Troß gegen Erwachsene und Einverleibung von Organbrei bei Ratten mitOffizier der Awalow- Truppe Waldemar und Frauen, die sich um die Sernalreform verdient fenntlich macht. Die Beobachtungen über die Ent teilte, die das ursprüngliche Geschlecht beeinflußen. Manteuffel, ein baltischer Junker von Sievers, gemacht haben, wie etwa Magnus Hirschfeld, wicklung der Knaben sind noch nicht abgeschlossen und Ant lesten Tage berichtete Steinach's erster Schüler, ein lettischer Adeliger von Meyer und ein Balte Theilhaber, Helene Stoeder 1. a. Abgesehen die bisher gefundenen Erscheinungen zeigen feinerlei Dr. Peter Schmidt- New York, von etwa 400 vor Strauſe. Der Antrieb zum Kokainhandel ging die von diesen Fehlern wurde auch trotz der ungeheuren Gesetzmäßigkeit. Am wichtigsten waren ant britten genommenen Verjüngungen an Männern und Frau von einer in Paris lebenden Russin qus, Anzahl der Referate wenig Neues von allgemeinem Tage die Ausführungen von Professor Almkvisten, deren seit sechs Jahren verfolgte Ergebnisse feinen Kokain von Berlin bezog und es in Paris verInteresse gesagt. Soziale Sternfragen umging man Stockholm über den Rückgang der Geschlechtskrank Zweifel mehr an der Möglichkeit der Verjüngung las trieb. Der Endlaufspreis betrug 3000 Mart. heiten in Schweden seit der 1919 durch Gesez erfolg sen. Im letzten Vortrag des Kongresses berichtete Dr. Bis das Gift in den Handel kam, war es start Tick Professor Sellheim- Leipzig sprach von den ten Aufhebung der Reglementierung der Prostitution, Bond y- Prag über die Sexualparagraphen im berfälscht und gestreckt. Der Gerichtshof Serumegtratt- Reaktionen, die eine schnelle und ziem- die gleichzeitig das Recht und die Pflicht auf kosten nenen tschechoslowakischen Strafgesetzentwurf. Die lich sichere Feststellung von vorhandener Schwanger lose Behandlung der Erkrankten auf Staatskosten, Todesstrafe wird danach vollständig aufgehoben. Der weitgehende Milde walten und verurteilte den schaft und sogar vom Geschlecht der getragenen Frucht Aufklärung über Geschlechtskrankheiten, Empfehlung Richter hat die Möglichkeit, jemand freizusprechen, die übrigen Angeklagten zu Gefängnisstrafen von ermöglichen. Prof. Berner- Oslos wies nach, daß das von Mitteln zur Empfängnisverhütung u. a. ver- der einen Schwerkranken aus Mitleid tötet. Straffret vier bis zu einem Monat. individuelle Geschlecht nur eine relative Eigenschaft fügte. Pastor Bohn- Plößensee forderte in seinem bleibt auch der Arzt, der unter besonders bezeichneten Tragödie eines Gendarmen. Ein aus Passau ift. Geschwülste in der Nebennierenrinde fönnen Referate über den Stand der Prostitutionsfrage die Bedingungen die Abtreibung vornimmt. Der neue weibliche Individnen zum Teil starf vermännlichen. Abschaffung der Reglementierung, des doppelten Entwurf enthält feine Strafbestimmung für den stammender 60jähr. Landstreicher hatte sich bet Nach ihrer Entfernung kehrt das weibliche Gepräge Rechts, der doppelten Moral und des doppelten Er- homosexuellen Verkehr zweier Erwachsener( soweit seiner Entlassung aus dem Zuchthaus, wo er zurüd. Sehr interessant waren die Ausführungen bes barmens, die einen unhaltbaren Zustand im Ver- fein anderes Vergehen vorliegt) und für die Unzucht mehrere Jahre zugebracht hatte, geschworen, aus Professors Marinescu- Bukarest, der im Gegen hältnis der beiden Geschlechter und im ganzen öffent mit Tieven. Allerdings verlangt der Gesetzentwurf Rache den ersten Polizeibeamten, der ihm in den Weg fommt, über den Haufen zu schießen. Tat sabe zu Steinach und seinen Schülern zwar nach lichen Leben schaffen. Geheintrat Rulan d- Würz- eine Herauffeßung der Echuzaltersgrenze. Aus Mangel an Zeit 126 Referate an fünf fächlich faufte er sich sofort einen Revolver und Sodentransplationen und anderen chirurgischen Ein- burg trat für Findelhäuser als Gegenmittel gegen Jm Dorfe Her griffen eine Wiederbelebung der physischen Kräfte und die überhandnehmenden Fruchtabtreibungen ein, ohne furzen Tagen, an denen noch Besichtigungen und trat seine Wanderschaft an. erfolgte fast gar bisries bei Memmingen begegnete der Landifrei der Sexualität feststellen fonnte, dieje aber nur für die sozialen Vorbedingungen der meisten Abtreibun- vielerlei Festessen stattfanden vorübergehende Erscheinungen hält. Er meinte, daß gen zu berühren. Bei Behandlung der Beziehungen teine Diskussion, und so verlief der Kongres ohne je- cher den ersten Gendarmen, den 27jährigen Vo unter feinen Umständen von einer wirklichen Verjün- der tirchlichen Ethik zu den seruellen Fragen stellte des greifbare Resultat. Er fam wirklich zu dent, was lizeiwachtmeister Thoma, Der Beamte war nicht gung des sentien Organismus gesprochen werden der katholische Bater U de Graz fest, daß sich die Er- der deutsche Vorsitzende Geheimrat Moli leider an int Dienst, sondern fehrte gevade von der Taufe darf, da biologische Phänomene wie das Altern un- gebnisse der Sexualforschung durchweg mit den For- fangs wünschte:„ Der Kongreß soll sich jeder Stel- feines ersten Rindes zurüd. Der Landstreicher abanderlich seien. derungen der katholischen Ethit deden. Der Prote- lungnahme enthalten". Ein großer Aufwand aber zog die Waffe und schoß ihn nieder. Der Gerda Weyl. unglückliche Beamte war sofort tot. Nach aufre Am zweiten Tage sprach u. a. Dr. van Bam- stant Dr. von Rohden- Halle meinte, daß es feine schmählich ward vertan! gender Jago gelang es, den Mörder festzunehmen. melen- Groningen über den Kriegsdrang als Segu- fonfessionelle evangelische Sexualethit gehen könne, geffiffentlich. Freitag, 22. Oktober 1926. Die Untersuchung gegen die drei Attentäter auf Mussolini, nämlich Gibson, die sich iut Frrenhous befindet, 3an iboni und 2ucetti, ist bereits abgeschlossen. Der 3aniboni- Prozeß wird in der ersten Hälfte Dezember stattfinden. Wohnungselend der Bergarbeiter. Gerichtssaal. Seite 5. Sids Präsident des Britischen Gewerkschaftsbundes.( J. G. B.) In der ersten Sigung des auf dem ordentl. Kongreß des Britischen Gewerk schaftsbundes in Bournemouth gewählten GeneMehrere Familien in einem Raume.- Die Menschen haben teinen ralrates wurde ordnungsgemäß für die Zeit bis Flüchtige" Personenuntersuchung.„ Mondo d'Jia- Blak zum Schlajen. Bewohnte Gemeindearreste, Insektions- zum nächsten Kongreß der Präsident des Briti lia" berichtet, daß ein Deutscher, der bon schen Gewerkschaftsbundes ernannt. Die Wahl Rapallo nach Genua reiste, einer Sist zum räume und Leichenhallen. fiel auf George Hicks. Gen. Hicks ist seit 30 JahOpfer gefallen ist. Während der Fahrt stiegen brei Dem Bericht der Sitzung des Bergarbeiterren in der Bauarbeiterbewegung tätig und beklei junge Leute ins Rupee, die sich als Polizei beirates über Besiedlung der Berg- stellt, daß bei mehreren Familien nicht einmal so- Föderation der Bauarbeiter und später eines Se Bei Prüfung der Beschwerden wurde festge- dete das Amt eines Präsidenten der Nationalen beamte ausgaben und eine flüchtige Berarbeitertolonien, den Regierungsrat Dr. viel Plaz war, daß deren Mitglieder in der fretärs der Maurervereinigung. Im Jahre 1921 sonenuntersuchung vornahmen. Nach ihrem Solič erstattete, entimmt der Glückauf" fol- Wohnung auf einmal schlafen fönn wurde Hicks Generalsekretär der Vereinigten OrWeggange entdeckte der Reisende das Fehlen seigendes: ten. In einer Familie waren z. B. 12 Ange- ganisationen der Bauarbeiter und Mitglied der ner Brieftasche mit etwa 500 Dollars und Bei der Besiedlung dieser Kolonien wurde hörige und das von ihnen bewohnte Zimmer hatte Bauarbeitergruppe des Generalrates. Gen. Hicks mehreren tausend Lire. festgestellt, daß die Wohnungsnot in den Bergbau- ein Ausmaß von 16 Quadratmetern, so daß die Der entsprungene Mörder Lein wieder festge- gebieten so groß ist, daß nur jene Bewerber be- Familienmitglieder gezwungen waren, auf be mit ſeit 1924 Ausschußmitglied des J. G. B. nommen. Wie der„ Bote aus dem Riesengebirge" rücksichtigt werden konnten, die bisher in Unter- ug boden, sogar unter dem Bett zu meldet, gelang es, den aus der Tschechoslowakei gemiete wohnten, d. h. mit mehreren Fami- chlafen. Das Bett ist in vielen Fällen gar flüchteten Gattenmörder Sein in Seitendorf an der lien in einem Raum e. nicht ausgekühlt, nachdem die FamilienmitRazbach festzunehmen. Zein war vont Schwurgericht Durchschnittlich wurden 300-500 Gesuche glieder in dessen Benüßung wechselten. in Eger wegen Ermordung seiner Frau um Wohnungszuteilung für eine Bergarbeiter- Die Gemeinden verlangten mit Recht, daß Bom versuchten Mord freigesprochen. zum Tode verurteilt, dann aber zu lebenslänglichem tolonie überreicht, von welchen durchschnittlich nur die Gemeindearreste, Gemeindearreste, InfektionsZuchthaus begnadigt worden. Er entsprang, wie wir 30-50 Bewerbern entsprochen werden konnte. räume und Leichenhallen, in denen die Ant Mittwoch verhandelte das Schwurgericht berichteten, dem Gendarmen während der Eskorte Die Auswahl der Bewerber war sehr schwierig, Parteien untergebracht waren, geräunit und Eger gegen den 27 Jahre alten Friseur Rudolf zum Gefängnis. nachdem die Wohnungsverhältnisse aller Bewer ihrem Zwecke zurückgegeben werden Mayer in Ostran wegen Verbrechens des versuch Eine Rašin- Büste im Parlament. Im Budget- ber sämtlich ungünstig waren, und es ist schwer zu Dazu wird bemerkt, daß, abgesehen vom ten Mordes. faale des Abgeordnetenhauses fand gestern die Ent- sagen, welcher von ihnen der bedürftigste war. So Rudolf Mayer wohnte bei seiner Geliebten, Ju hüllung einer Büste des ermordeten Finanzministers 3. B. kamen bei der Besiedlung der Kolonie So- moralischen und hygienischen Standpunkt( mehrere lie Modes in Bechbach, mit der er auch zwei Kinder Dr. Rašin statt, wobei Minister Dr. Engliš die Ge- pih nur jene Bewerber in Betracht, die mit Familien viele Personen), selbstverständlich die hatte. Das Verhältnis war, durch Verschulden des denkrede hielt. brei Familien gemeinsam in einem überfüllten Wohnungen unsauber waren, weil Mayer, nicht besonders herzlich, so daß ihn der Vater Explodierendes„ Kinderspielzeug". Im Bel- Raume wohnten und bei denen das Ausmaß unter den angegebenen Verhältnissen die Fami- der Modes aus der Wohnung wies. Mayer errichtete grader Bollmagazin entstand eine Exploder in der alten Wohnung benüßten Fläche für lien überhaupt keine Ordnung halten konnten, weil dann in Pechbach ein Friſeurgeschäft. Am 25. Junt sion und ein Brand, wobei eine Person ge- eine Person 1.2 bis 3 Quadratmeter betrug, abge1926 brang Mayer, als die Mutter der Mades um tötet und eine verlegt wurde. Das Unglüd er- fehen von den in der Räumlichkeit aufgestellten die Wohnung nie leer wurde, um gereinigt zu Wasser war, um 7 Uhr früh unbemerkt in die Woheignete sich dadurch, daß die Träger ein Batet fal- Möbeln. len ließen, deffen Inhalt als Kinderspielzeug a deffariert war und das beim Falle explodierte. 3 schule ist keine Zeit zur Aneignung des Triviums: Rechnen, Schreiben und Lesen, das in der vielgeläſterten Klerikalen Zeit doch den meisten geläufig war, trotz Schulbesucherleichterung und verkürzter Schulpflicht." I werden. ww Volkswirtschaft. nung der Modes, wo er sich unter dem Bette der Mutter versteckte. Als Julie Modes dann aufstand, bemerkte sie Mayer unter dem Bette: Er fragte sie, Um ein paar Zuderin. Einer Meldung des ob sie wieder gut sein wolle und forderte sie auch auf, Petit Parisien" aus Bordeaur zufolge wurde Ueberall Kampf gegen den zu ihn zu ziehen. Julie Modes lehnte das ab und verder tschechoslowakische Staatsangehösuchte, ihn aus der Wohnung zu drängen. Beide geAchtstundentag. rige Jaroslav Neubauer von einem WachLangten bis auf das Vorhaus, wo Mayer die Modes manne in dem Momente überrascht, in welchent er Darauf läßt sich folgendes sagen: Der Kampf gegen den Achtstundentag wird beim Arm padte, während sie ihm den Rüden zu auf dem Markte vier Schachteln 3udermer! Die moderne Arbeitsschule" beherrscht ders den Unternehmern mit ganz besonderer Hef- ihn von rückwärts der Modes an den Kopf und gab Die moderne Arbeitsschule" beherrscht in letzter Zeit von den Regierungen und beson- wendete. Er zog einen Revolver aus der Tasche, hielt entwendete. Er ergriff die Flucht und sprang, noch lange nicht das Feld. Vielmehr ist unsere um seinen Verfolgern zu entgehen, in die Schule immer noch eine Zernschule. Etwas refor- tigkeit geführt. Nachdem Mussolini durch sein be- einen Schuß ab. Julie Modes erlitt einen leichten tonne. Er schwamm ein Etüd und hielt hie. be- einen rüchtigtes Dekret unter Zuftimmung der fafci- Streifschuß und flüchtete in die Stube des Haus tischen Gewerkschaften die Arbeitszeit auf neun herrn Anton Spinnler. Mayer folgte ihr dorthin mit Stunden verlängert hat, wobei von der Zeitung bem Revolver in der Hand, der ihn von Spinnler der fascistischen Gewerkschaften mit unverschämtem entwunden wurde. Zynismus festgestellt wurde ,,, daß die italienischen Arbeiter gerne bereit seien, ohne besondere Ent- eines Hausherrn Franz Hüller in Pechbach genom Mayer hatte den Revolver aus der Wohnung fchädigung eine Stunde länger zu arbeiten", hat men, angeblich weil er sich vor dem alten Modes die englische Regierung mit ihrem Gesetz be- fürchtete, der ihn vielleicht schlagen konnte. Der Va treffend die Arbeitszeit in den Kohlengruben die ter der Julie Modes ist aber ein alter Mann mit 70 fes edle Beispiel nachgeahmt, wie sich ja überhaupt Jahren, von dem Mayer gewiß nicht viel zu fürchten bas ,, Land der Demokratie" mit der italienischen hatte. Aus dem nur zu seiner Sicherheit mitgenomArbeitermörder- Regierung neuerlich äußerst gut menen Revolver jei der Schuß nur zufällig losgeganversteht. bei in einer Hand die entwendeten Schachteln über dem Wasser. Die Wachleute holten ihn in einem Boote inmitten des Flusses ein und zogen ihn heraus, als er bereits zu finden ein und zogen ihn heraus, als er bereits zu finden begann. Die Friedensgranaten". In der Nähe eines Artillerieſchießplates in Rom wurden drei junge Lente von einer Granate, die sie gefunden hatten, zerriffen. Schnee auch schon im Schwarzwald. Bei 2 bis 3 Grab Kälte ist Mittwoch nachts im Schwarzwald Schneefall eingetreten bis zu einer Tiefe von etwa 900 meter herab. Auf dem Feldberge beträgt bie Reuschneedede über 7 Zentimeter. Der Schneefall dauert an. Schwäbische Sprichwörter und Redensarten. Aller Anfang ist schwer!" hot seller Dieb gfait, Em Aprill hots dr Herrgott am beste, do ta- n- r no hot r en Amboß gstohle. s Wetter mache, wie I will. Mr moit oft von sim, r sei fett, ond r ist bloß gschwolle. Mit Gwalt fa mr en Igel flohe. 3 Paris foft. „ Zurüd zur Lernschule. 66 miert, mehr aber nicht. Denn: Die Aufgabe des Lehrers in der Schule Denn: Die Aufgabe des Lehrers in der Schule ist genau vorgezeichnet: er hat zu unterrichten und war einen bestimmten Stoff, noch dazu in einer bestimmten Zeit. Seine Tätigkeit wird fontrolliert. Ob die Schüler den vorgeschriebenen Stoff gelernt haben, wird in der Schule festgestellt. Der Lehrer felbft wird durch Prüfung seiner Schüler geprüft. Die Schüler müssen lernen, um das Lehrziel zu er reichen. Wenn sich auch die Didaktik geändert hat, dem Wesen nach ist die Schule nur Lernschule. Die Geschworenen verneinten die Schuldfrage Eine billige Wohnung. Bor dem Landesgerichte in Strafsachen in Prag Und die Behrer, die mehr wollen als nur Unterrichter sein, die aus idealen Motiven Lehrer wurden, In Frankreich, wo es der Industrie auch, in Gegenwart des Sohnes des Franz Hüller haben zweierlei offen: fich an täuschen, oder sich zu äußerst gut geht und kein Grund zu Klagen vor- bie Bleilugel in der Patrone durch einen Rort wo es der Industrie gen. Mayer leugnet jede Mordabsicht und behauptet berärgern und zu verbittern. Denn in dieser Schule, handen ist, versucht das Unternehmertum aus der pfropfen ersetzt zu haben. Hüller bestätigt dies, wie sie heute ist, fann man das nicht, was wir So- fchlechten Lage des Staates Stapital zu schlagen. verwidelt sich aber in verschiedene Widersprüche, so zialisten wollen: Den Charakter der Kinder Da durch die bedingungslose Ratifizierung der im Sinne erhabener Erziehungsideale Washingtoner Achtstundenfonvention seitens Bel- daß sich der Staatsanwalt die Verfolgung des Zeuzu beeinflussen und zu wandeln. Da aber giens das berühmte Argument vom Nachbar, der gen wegen falscher Zeugenaussage vorbehält. bie Römlinge wissen, daß sie und ihre Ideen von der mit dem guten Beispiel vorangehen soll, aus der fortschreitenden Zeit abgelehnt werden, und da ihnen Welt geschafft ist, greift man dabei wieder auf die und bejahten nur die Frage auf leichte Störperverle nichts willfommener sein fann als geistige Rüdftän alte Formel zurüd, wonach der Achtstundentag bung, so daß Rudolf Mayer nur wegen lebertredigkeit und Befangenheit, laufen fie sogar gegen die die Industrie in ihrer Entwicklung hindere, die tung ber leichten Körperberlegung zu fischen Schulgesetes" Sturm, indem sie die Steuer- eine dirett fatastrophale Lage bringe". Beispiele Strafe als durch die Untersuchungshaft verbüßt erbescheidensten Reformen des„ kleinen tschechoslowa Brobuftion lahmlege und einige Industrien in sechs Wochen Arrest verurteilt wurde, welche aahler zum Stampf für das alte Trivium aufrufen. werden dabei nicht etwa aus dent eigenen Lande lärt wurde. Den Vorsitz führte OLGR. Grafef, die Vertei Denn: ,, Siehe da, die Lehrlinge, die Schüler der zitiert, sondern die Unternehmerpresse begnügt sich s Glüd ist e Rendbieh und fuacht sei'sgleiche. Dear fiebts dr Kuah am Enter a, was dr Butter gewerblichen Fortbildungsschulen sind, fönnen zum mit Anspielungen auf andere Länder. Der Pariser digung Dr. Grillmayer in Eger, die Anklage vertrat Teil nicht einmal mehr lesen." Was noch zu bewei- Peuple" weist diese Ausführungen des Unter- St. A. Willomizer. bewei- Beuple" Descht furios," hot feller Bua gjait ,,, i mag den ist. Außer Zweifel aber ist, daß die Volkspost- nehmertums zurüid, indem es an die zahlreichen schreiber richtig deutsch schreiben in der alten Lern- Untersuchungen über die Auswirkung des AchtMadle ond mei Schwester mag d Bitabe!" schule nicht erlernt haben, Sonst fönnte man nicht stundentages sowie an die vom Internationalen Desmol will is no glaube. Aber s nächstmol bid und fett schreiben:„ Stultur bei Behandlung der Arbeitsamt durchgeführte Erhebung über die Pro- unter dem Vorsitze des OLG. Bouček spielte sich luigst mi nemme so a'! Teplizer Theaterfrage." Die Wertung des Lesens als duktion erinnert, die das Gegenteil beweisen. Fortschritt steht hier nicht zur Diskussion. Man kann In Deutschland, wo in den letzten Mo- heute eine Szene ab, die der Tragikomik nicht ent da verschiedener Meinung sein. Darum allein geht naten feine zu irgendwelchen Hoffnungen berech behrte. Ein junger, 25jähriger Beamter wollte es auch nicht. Es geht um mehr. Das Bürgertum tigende Verringerung der Arbeitslosigkeit einge- beiraten und suchte eine kleine Wohnung, bestehend und die Kirche haben Geld. Sie denken nicht daran treten ist und die Wirtschaftslage weiterhin sehr aus Bimmer und Küche. Er schaltete daher ein Ein Ruf nach dem Mittelalter. es unrentabel anzulegen; sie wollen mit ihrem" ernsthaft bleibt, hat sich der Ausschuß des Allge- Inferat in der„ Narodni Politika" ein und siche Die nordböhmische Boltspost", jenes christ Gelde am wenigsten eine Schule fördern, die z. B. meinen Deutschen Gewerkschaftsbundes in seiner da! das Schicksal war ihm günstig: er bekam eine fiche Organ, das unter anderem einen Film anpreist, nur der Schöpfungslehre das Lebenslicht ausblajen neuesten Sigung speziell mit der Frage der Ar- freundliche Zuschrift von einer Dame, die sich mit der von der entrüsteten christlichen Bevölkerung fönnte. Sie haben nicht das geringste Interesse an beitslosigkeit und der Arbeitszeit befaßt. Im Hin Ružena Trekova unterschrieb und die Karte zur Aussigs als unjittlich abgelehnt wurde, oder von einer der Steigerung der Bildung. Lesen, um die Bibel blid auf den harten Widerstand der Unternehmer Beglaubigung, daß er es mit einer first- claß- lady Freidenferversammlung, die nie stattfand, genauest und den Katechismus lesen zu können, Rechnen und gegen die Verabschiedung des Arbeitszeitgefeges, zu tun hätte, noch mit einer Stampiglie Staatund mit christlicher Wahrheitsliebe zu melden weiß, Schreiben das genügt ihnen. Sie möchten eine Schule die noch lange auf sich warten laffen fann, verlich geprüfte Sprachlehrerin" verziert hatte. Der hat wieder einmal heimgefunden zur Stätte feiner und eine Pädagogik, die der Religion den weitesten langt der Bundesausschuß sofortige Maßnahmen junge Bräutigam hatte nichts Giligeres gut tunt, als nie erlöschenden Sehnsucht: zur Schule. Raum läßt, wie es die Herbartianer taten. Sie möchin Form eines Notgefeßes, das den Achtstunden- Frau Trekova mit seiner Braut und einem Freunde Man weiß, daß ein großer Teil der Nichtpädago- ten, daß das Kind womöglich täglich( man beachte tag auf der ganzen Linie wieder herstellt. In der aufzusuchen, die ihm eine herrliche" Wohnung in gen, die Eltern, an der Schule und der Pädagogik nur die Ausbildung der Laientatecheten in der lebten angenommenen Entschließung heißt es u. a.: Als der Sřemencova ulice versprach. Simmer, Stiche, interessiert ist. Die Sorge um ihre Kinder läßt be- Beit). gfüttert wird, wie die Gänse mit Nudeln: Sta- Folgeerscheinung der völlig verfehlten und von den allerdings verden Sie, funger Herr, mit mir das sonders das Kleinbürgertum und Teile des Proleta- techismus, Stirchenlieder, alles und neues Testament, regelung haben wir heute eine teilweise unmäßige Sie sich daraus nichts, ebenso die junge Frau! Ich Gewerkschaften bekämpften geltenden Arbeitszeit- Klosett gemeinschaftlich haben, hoffentlich machen riats Umschau halten nach Anweisungen, was zu tun hunderte Bibelsprüche. Ausdehnung der Arbeitszeit und ein unerträgliches richte nämlich eine große Sprechschule in der Nřeist, um das Verhalten ihrer Kinder zu bewerten. Wenn die„ Boltspost" von der verwässerien glau Ueberstundenwesen, während zugleich 2 Millionen mencová ulice ein, fünf Zimmer, das ist ein bißchen Naturgemäß blidt man auf die Schule. Und da die benslosen Moral spricht, die in der Schule gelehrt Menschen die Möglichkeit zur Verwertung ihrer zu viel, also ein Zimmer und die Küche, die ich ja Schule nicht alles hält, was man sich von ihr wird, so ist diese sicher besser, als die Moral der Arbeitskraft nicht finden können und statt dessen bei der Schule nicht brauche, überlasse ich Ihnen ahnungslos verspricht, sucht man anderwärts Rat christlich- deutschen Zöllner, und sittlicher als die der öffentlichen Fürsorge zur Last fallen... Es gerne. Sie zahlen 3600 K 3ins, das ist doch gewiß und Heilmittel. Die„ Lehrmeisterin der Menschheit", Moral des Herrn Dechant Prisching und seiner christ ergibt sich daher die zwingende Forderung, eine bescheiden für ein Jahr!" Der leichtgläubige Beamte die römisch- katholische Stirche nämlich, ist gern bereit, lich- steirischen Kumpane. gerechte Verteilung der vorhandenen Arbeitsmög- erlegte 2000 K an Frau Treková, man unterschrieb pädagogische Diagnosen und Prognosen zu geben. Sie Diese Zeilen hatten weder der„ Lernschule" noch lichkeiten dadurch herbeizuführen, daß die regel einen Vertrag" und wartete, wann die Wohnung tut es, wie sie es immer tat. Ideen, die der Kirche der Arbeitsschule" das Wort zu reden. Bei der mäßige Arbeitszeit sofort auf das von den Ge- zu beziehen wäre. Man wartete vergeblich. Heute unangenehm find, wurden mit abschreckenden Gedan- latenhaften Art des„ Boltspost- Schreibers" ist auch werffchaften aus vielen Gründen stets geforderte wurde die 33jährige Angeklagte, die von threm tenverbindungen verknüpft Man sagt den Lesern eine Diskussion zwecklos. Wenn er schreibt. daß heute Höchstmaß von acht Stunden täglich zurückgebracht Manne geschieden ist, aus der Untersuchungshaft vorder christlichen Zeitungen täglich etwas Schredliches. alles erarbeitet" wird, so erweist er als Verteidiget wird Der Bundesausschus verpflichtet alle geführt. Sie war dem Richter eine alte Bekannte. In der Boltspost" vom 6. Oftober 1926 wird ge- der Lernschule dieser einen schlechten Dienst. Denn Verbände, demt Ueberstunden- Unwesen auch aus Bor einiger Zeit hatte sie nämlich vor demselben sagt, daß in der Gegenwart in den meisten Staaten er sagt damit, daß früher nichts erarbeitei" wurde, eigener Straft mit geeigneten Maßnahmen ener- Senate wegen zweimaligem Betruge mit Mietvor der Kirche jeder Einfluß auf die Schule genommen was wiederum unrichtig ist. Stlar ist, daß unser gisch entgegenzuwirken. Er fordert die gesamte schüssen eine 15monatliche Kerkerstrafe erhalten und ist! Leider ist das nicht der Fall. und man müßte Schulwesen mehr als reformbedürftig ist. Die durch Arbeiterschaft auf, durch die Unterstützung dieser während sie um„ Strafaufschub" ersuchte, hatte sie glauben" predigt die Bollspost", daß z. B. die den Weltkrieg geänderten politischen und sozialen Zu Bemühungen an den erwerbslosen Arbeitsbrüdern diese neue Betrügerei begonnen. Diesmal gabs icireinsten Gelehrten in der Tschechoslowakei aus den stände fordern von der Schule, daß die heutige Zeit Solidarität zu üben." nen Aufschub mehr, sie bekam noch acht Monate Volts und Bürgerschulen hervorgehen, umsomehr, nicht mit den Begriffen verflossener Jahrzehnte ge- Ist es nicht ein bitteres Armutszeugnis für schweren Sterker mit ein paar Fasten dazu und als nicht mehr die das Gedächtnis belastende Bern- messen wird. Die klerikalen Krtifte, die jede Reform, die europäischen Wirtschaftsführer, daß im gleichen wurde gleich wieder abgeführt. Der Beamte, der vor schule" vorherrscht, sondern die moderne Arbeits- und die die Schule in den Schatten der Kirche stellen Augenblid, wo die Arbeiterschaft der alten Welt drei Tagen geheiratet hatte und 1200 K Monatsgeschule" weit und breit das Feld behauptet. Alles wollen, müssen wissen, daß die Vorwärtsstrebenden einen erbitterten Stampf um den Achtstundentag halt bezieht, war nicht minder betrübt über den Ber wird jest ,, erarbeitet", nichts braucht mehr gelernt" tämpfen werden. Der sozialistische Lehrer weiß, daß führen muß, in Amerika der Amerikanische Ge- lust der 2000 K wie die Frau Behrerin" Trčova zu werden. Doch siehe da, die Lehrlinge, die Schüler seine Rampfgenoffen nur in den Reihen des Prole- werkschaftsbund die fünftägige Arbeitswoche mit über die ihr zudiktierte Strafe, die ihm die 2000 K ber gewerblichen Fortbildungsschulen sind, können tariats zu finden sind. 40stündiger Arbeitszeit in sein Programm auf wohl nicht so bald ersehen dürfte. Jum Teil nicht einmal mehr lesen. In der Volks nehmen fann? Richard Reiner. Seite 6 Die unredliche Zeitungsausträgerin. Vor dem und Funktionen der Pubertätsbrüse feinen Zweifel OLGR. Zížek hatte sich heute die Zeitungsausträ- mehr zulassen. Damit gewinnt der vielumstrittene gerin Anna P. vom Rude Právo" wegen Unter- Steinach- Film, der diese Materie im Zusammenfchlagung von K 297.68 Abonnementsgeldern zu ver- hang und allgemein verständlich darstellt, größte antworten. Die Angeklagte verteidigte sich weinend, Bedeutung, zumal da der Forscher inzwischen die daß sie das Geld für das Begräbris ihres Vaters dort behandelten Arbeiten über Berjüngung noch brauchte. Das Urteil lautete auf acht Tage Arrest erfolgreich weitergeführt hat. bedingt und Verlust des Wahlrechtes. Der Film. Aus der Partei. Kunst und Wissen. Freitag, 22. Oftober 1926. e. i. Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. Freitag, 7 Uhr: Eugen Onegin". SamsSonntag, 11 tag, 7 Uhr, Prentiere: Jenufa". Uhr: Kammermusit; 2½ Uhr, Arbeitervorstellung: Prinzessin Turandot"; 7 Uhr, Gastspiel Leopold Stramer: Teresina". Spielplan der Kleinen Bühne. Freitag, Kulturverbandsvorstellung: Der Floh im Ohr." Samstag, Gastspiel Bepi Glöcner- Kramer, neuein studiert: Frau Warrens Gewerbe". Sonntag, 3 Uhr: Meine entzückende Literatur. Montag, Josef Beránek: Die Mängel des Genter Systems Berliner Sängern. Auch rhythmisch und dynamisch ist der Chor der Berliner Singakademie von musterhafter Diszipliniertheit. Dem großartigen fünſtleriDie Berliner Singakademie in Brag. schen Eindrucke des Konzertes der Berliner Gaitfänger entsprach auch der äußere Erfolg. Georg abends ihr erstes Prager Konzert absol- wurden von dem den großen Lucernasaal füllenden Die Berliner Singakademie, die gestern Schumann und seine ausgezeichnete Singgemeinde vierte, ist eine der ältesten freien Chorgesangvereini- Bublikum stürmisch gefeiert. An den Beifallsovagungen der Welt. Karl Friedrich Christian Fasch, tionen hatten auch die mitwirkenden Solift ent Freund Weiß und Freund Kohn aus der Meiselder zeitweilige einstige Cembalist Friedrichs des Gro- Frau Foerstel, Fr. Leisner, H. Wilde und gaise. Vor dem Bezirksrichter OLGR. Sitta in Ben, war ihr Begründer und bewirkte durch sie H. Fischer) redlichen Anteil, trotzdem sie fast nur Brag II hatte sich heute ein Herr Kohn aus der Bezirkskonferenz Eger. Sonntag, den 17. Oftober nicht nur eine Renaissance des deutschen Chorgesan forte fangen und durch Schleppen mitunter den Meiselgasse wegen Ehrenbeleidigung seines ehemaligen Freundes, des Herrn Jakob Weiß, zu verant- fand in Eger unter äußerst starker Beteiligung eine ges, sondern bahnte mit ihr auch eine Richtung des Großrhythmus störten. Vorzügliche künstlerische Arworten. Herr Kohn soll nämlich dem Herrn Weiß, au Berordentliche Bezirkskonfe- Konzertwesens an. Die fleine Schar kunstbegeisterter beit leistete das Orchester der tschechischen als dieser an seinem Laden vorüberging, sugerufen en 3 statt. Trotz des schlechten Wetters waren alle Sänger, die Fasch zur Pflege ernster Chorwerke um Philharmonie und sein ausgezeichneter Printhaben:„ Du Lausbub, du Vagabund, du Bettler, ich Organisationen vertreten. An der Konferenz nahmen sich versammelte, vergrößerte sich bald, so daß die geiger. lasse dich arretieren, wenn du noch einmal hier burch teil: 13 Vertreter und Vertreterinnen der Bezirks- Sängervereinigung bereits im Jahre 1802 über 200 des Frauen- Bezirkskomitees, 30 singende Mitglieder zählte. Die Geschichte der Berlidie Meiselgasse gehst!" Herr Jakob Weiß hat viel Parteileitung und von seinen Mitmenschen auszustehen. Er ist ein ar- Bertreter der Lokal- Organisationen, 4 Vertreter der ner Singafademie ist reich an künstlerischen Ereignis mer Teufel, der sich angeblich mit dem Verkaufe alter sozialistischen Jugend- Organisation, 26 Gewerk- sen. Haydn, Beethoven, Goethe, Schiller Hosen redlich durchs Leben schlägt, von seiner Umschafts- Delegierte, 6 sozialdemokratische Gemeindever- zählten zu ihren ersten Gästen und fördernden Freungebung aber jeden Augenblid beleidigt wird. Im treter, 1 Vertreter der Konsumgenossenschaft, 5 Ver- den und später standen fast alle bedeutenden Künstler letzten Jahre dürfte Herr Jakob Weiß wegen der Be- treter der Turnvereine sowie einige Gäste. Vor Ein- zu ihr in Beziehung. Bekannt ist die Freundschaft, die leidigung Saschile" vielleicht schon drei- oder vier- gang in die Tagesordnung hielt der Vorsitzende Gen. Den zweiten Direktor der Gesellschaft Carl Friedrich mal vor dem Richter erschienen sein. Und jetzt hat Deistler den beiden, seit der letzten Bezirksfonfe- 3eIter mit Goethe verhand. Beethoven hat ihn sein ehemaliger Freund, angeblich aus Stonfur- renz verstorbenen Abgeordneten Genossen Sille zweimal den Uebungen ihres Chores beigewohnt. renzneid, so schwer getränkt. Leider fam er diesmal brand und Stanet einen tief empfundenen 1827 wurde das eigene Haus eingeweiht, das die nicht zu seinem Rechte. Frau Spielmann, die Zeu- Nachruf. Ueber die politische und wirtschaftliche Sage Singakademie auf dem ihr von König Friedrich Wil gin aus der Meijelgasse, die es gehört haben sollte, und die sich daraus ergebenden Aufgaben referierte helm III. übereigneten Grundstüde errichtet hatte. berdarb das Spiel( bei dem die halbe Ghettojuden- Kreisvertrauensmann Abg. Genosse de Witte. In An dieser funstgeweihten Stätte erflang 1829 zum Frau"; 7% Uhr, Gastspiel Pepi Glöckner- Svamer: schaft aus jenen Regionen im Zuschauerraum ,, we- einer mehr als 2- stündigen Rede schildert der Refe- erstenmale feit Bachs Lebzeiten wieder die Matthäus- Frau Warrens Gewerbe". gen der Set" saẞ) und behauptete schwerhörig zu sein rent den Leidensweg der Arbeiterklasse in der Ts he- Passion dieses Großmeisters und Atklassikers der Bankbeamtenvorst: 14 Tage Arrest". und nichts gehört zu haben. Es wäre Beit, daß die choslowakischen Republik; wie die von den Kommu- deutschen Tonkunst unter der Leitung Felix Men Herrschaften aus der Meiselgasse demt armen Juden nisten systematisch vorbereitete Spaltung der Bartei delssohn- Bartholdy s. Seit 26 Jahren steht endlich Ruhe gäben. die Arbeiterschaft zur Ohnmacht verurteilte, wie ein Georg Schumann, der sechste in der Reihe ihrer beträchtlicher Teil jener Arbeiter, die nach dem Direktoren, an der Spitze der Berliner Singakademie, Striege zur Partei gestoßen sind, zu den Hackenkreuz ein hervorragender Musiker, der nicht nur als schaflern und Chriftlichsozialen übergegangen und ein fender Tondichter hohes Ansehen genießt, sondern Das Schüfftan'sche Spiegelverfahren. Seit fur- weiterer Teil heute in den Indifferentismus verfallen auch als nachschaffender Tonkünstler zu den marzer Zeit ist in der Filmtechnik vielfach vom„ Schüff ist. Er bespricht die jahre ange von der tichechi tantesten Erscheinungen des heutigen musikalischen tan- Verfahren" die Rede. Es handelt sich hier um schen Bourgeoisie betriebene nationale und kulturelle Deutschland gehört. eine Erfindung, die vermittels Spiegelfombination Unterdrückung der deutschen Arbeiterklasse. Durch Georg Schumann, der am 25. Oftober in der Lage ist, kleine Modelle von Bauten bindlich all diese Umstände wurde die Stimmung erzeugt, de- 60 Jahre alt wird, ist als Dirigent vor allem in einer Form wiederzugeben, die bei der Repro- ren Ergebnis der Ausgang der Wahlen im Novem- cin Meister des Stiles. Dies zeigte er in überzen duktion auf das Filmband und die Leinwand den ber 1925 war. Durch diesen Wahlausgang wurde es gender und eindringlichster Weise bei der Aufführung Anschein beim Besucher erweckt, als wenn es sich um der deutschen, wie der tschechischen Bourgeoisie er- biefem größten Chorwerk des 19. Jahrhunderts, von der Beethoven'schen Missa solemnis", Riesenbauten handle, die in der Größe das Vielfache möglicht, ihre nationalen Bhrajen beiseite zu legen Beethoven selbst als seine bedeutendste tondichteriſche der eingentlichen Modelle übertreffen. Darüber hin- und hre gegen die aufstrebende Arbeiterklasse ge- Arbeit bezeichnet, die das Programm des ersten aus aber fönnen auch gewisse Teile von Bauten richtete hazerfüllte, reaktionäre Politit in Reinfultur Brager Konzertes der Berliner Sing ( Kirchtürme, Domkuppeln, Wolkenkratzer usw.), deren offen zu bekennen. Die Phrase der nationalen Ein- at a demie bildete. Man hat Beethovens„ Missa vollständige architektonische Ausarbeitung den Film- heitsfront wurde gegen tschechische Miniſterſeſſel ein- solemnis" in Brag vielleicht schon öfter in effektfichegesellschaften viel Geld fosten würde, einfach in das getauscht. Jener Teil der Arbeiterschaft, we che dem rer und glanzvollerer Ausführung gehört, zuletzt Bild„ hineingespiegelt werden.( In dem demnächst Schlagworte von der Einheitsfront aufgesessen ist, in der faszinierenden Interpretierung durch den itaerscheinenden Film„ Metropolis" werden mehrere muß mit Schaudern sehen, wie heute jene deutschen lienischen Meisterdirigenten Molinari, aber sicher dieser Spiegeltäuschungen zu sehen bezw. nicht zu se- Barteien, nur um des nadten Profites willen, den niemals in so abgeklärter, echt beethovenischer und hen sein). Irgend ein gigantisches Schloß zum Bei- Arbeitern die Lebenshaltung verteuern zu können, erhebender Weise. Im Detail der Ausfühspiel das in einem Film Verwendung finden soll, vor den schwersten nationalen Verrat nicht zurüd- ung Schumanns frappiert die Sparsamkeit in den braucht nur etwa bis zur Höhe der Eingangstore, in schrecken. Die weitere Tätigkeit der deutsch- tschech sch- rhythmischen und dynamischen Gegensäßen, die Spardenen sich die Schauspieler bewegen, in natürlicher bürgerlichen Koalition wird der Arbeiterklasse woh jamfeit mit Rubatis und Crefcendis. In ruhiger, Größe hergestellt zu werden; den übrigen oberen Teil die Augen öffnen. Nach einer längeren Besprechung edler Linie wächst das Wert unter seiner Hand zur lann man einfach vermittels des Schüfftan- Verfah- der wirtschafts chen Verhältnisse fommt der Redner gigantischen Tonschöpfung, einer geschlossenen, großen rens hinzuspiegelen. Diese für die gesantte Filmindu- auf die Aufgaben zu sprechen, die uns als Partei Chorfinfonie gleich, die abschnittsweise elementare rung: Strnad. strie wichtige Erfindung wird jetzt unter der neuge- nun bevorstehen: engerer Zusammenschluß, Ausbau Straft offenbart, abschnittsweise beglüdende Innig- ilav- Černoši. Abfahrt 8 Uhr Palackykai: Füh gründeten Firma„ Deutsche Spiegeltechnik, G. m. b. der Organisationen, Aufklärung der indifferenten feit und Beseeltheit. Unverkennbar ist, daß Georg ung: 3echner. Der Ausflug nach Pürglis H.", an der die Ufa und die Aktiengesellschaft für Wassen. Reichlicher Beifall wurde dem Redner zuteil. Schumann, der als selbstschaffender Tondichter aus entfällt, da keine Interessenten. Nächsten Sonntag Spiegeltechnik beteiligt sind, eine weitere Auswer- In der hierauf anschließenden Debatte, an der sich gesprochene Lyriker, seine besondere Liebe dem sangtung dadurch erfahren, als das Monopol nicht mehr, die Genossen Heinrich, Melka, Dr. Grünhut, Müller, haften und getragenen Stellen der„ Missa solemnis" wie bisher, einer einzigen Firma vorbehalten bleibt. Theusinger, Bareuther, Deistler, Schuster, Kahler zuwendet, daß er darum begreiflicher Weise das sondern der gesamten Filmwelt zugänglich gemacht und witte beteiligten, wurde u. a. die dringende Not- Benedictus" und" Agnus dei" besonders hervorhebt. wendigkeit der Schaffung eines Wochen- Aber er ist nachschaffendes Genie genug, auch der Der Steinach- Film der Usa gewinnt nach dem blattes betont. Ein diesbezüglicher Antrag an den elementären Note des Beethoven'schen Meisterwerfes Verlauf des kürzlich in Berlin abgehaltenen inter Parteivorstand wurde einstimmig angenommen. Zum überwältigend Geltung zu verschaffen und, wie etwa nationalen Sexualforscher- Stongresses erhöhtes In- Parteitag wurden 2 Genossen und 1 Genossin dele- im„ Gloria“ und„ Credo", außerordentliche dramatereffe. Bisher waren die Forschungen des berühm- giert. Unter Punkt 3 wurden verschiedene internetische Wirkungen zu erzielen. Der Chor der Berten Wiener Gelehrten über die Pubertätsdrüse und Parteiangelegenheiten besprochen. Die Konferenz, liner Singalademie, der in einer Stärke von ungeihren Einfluß auf die Geschlechtsmerkmale des welche Zeugnis ablegte von dem regen Interesse und fähr 250 Sängerinnen und Sängern auftrat, impoMenschen und auf sein Serualleben von einer Reihe dem ernsten Willen zu neuer tatkräftiger Arbeit, niert vor allem durch die geschlossene Fülle des ChorMenschen und auf sein Serualleben von einer Reihe maßgebender Anatomen und Biologen bestritten wurde hierauf mit einem fräftigen Schlußwort des flanges, die wohl das Ergebnis sorgfältiger Ausober angezweifelt worden. Auf dem Kongrez hat Genossen Me fa geschlossen. gleichung des Stimmenmaterials ist, in dent Bässe nun einer der bisher entschiedensten Gegner von und Soprane den entsprechenden Vorrang haben. Chorgesangstechnisch ist er von nahezu idealer VollSteinachs Theorien, Professor Benga, die Erflärung Genossen! tommenheit. Man hat die instrumental gearteten, abgegeben, er habe sich davon überzeugt, daß die reich figurierten Chorfugen der Missa solemnis" selErgebnisse der Forschungen des Wiener Gelehrten ten mit so plastischer Klarheit und polyphoner Einind die darauf aufgebauten Schlüsse über Bestehen bringlichkeit in Prag gehört wie diesmal von den werden wird. Die lesten Autscher. Pas Drama eines verschwindenden Berufes. Von Hans Bauer. Die Fahrt währte nur furze Zeit. Eine halbe Stunde später fand sich Fiebig wieder ein und ließ jeinen Wagen hinter dem des Kollegen halten. Die beiden Kutscher warteten nun wieder. Warteten und warteten. raget bei jeber Gelegenheit Euer Barteiabzeichen! riß ihn auf und rief in den Wagen hinein: ,,, Kom- Als Fiebig von seiner Tour zurückkam, war men Sie heraus, Herr. Setzen Sie sich in meinen der Abend schon hereingebrochen. Er faz düste Wagen! Der Fiebig hat kein Recht, Sie zu und regungslos auf seinem Bod. Wie eine gefahren." marterte Kreatur, die zu Gräßliches erlebt hat, als daß sie jemals wieder das Lachen lernen komite. Als er ganz langsam an Härtig vorüberfuhr, er Fiebig schimpfte vom Bock herunter: Geh weg, du, du Kerl, du! Laß mir meine Gäste in Ruh'! Geh weg, sag' ich! Treib' dich nicht rum in der Kneipe, daß die Gäste warten müssen!" Härtig faßte den Fahrgast am Arm und bet telte:„ Kommen Sie rein in meinen Wagen, lieber Herr! Ich habe noch keine Fuhre heute gehabt. Der Fiebig hat schon zwei hinter sich. Steigen Sie aus, fommen Sie rein zu mir!" und sein Einfluß auf die Kranken- und Javalidifätsversicherung und auf die Krise der Bergarbeiterversicherung. Drud und Verlagsanstalt TeplitSchönau. Dieses Büchlein, das bereits früher in tschechischer Sprache erschienen ist, liegt nunmehr auch in deutscher Uebersetzung vor. Es enthält eine Darstellung des Wesens und der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, der geschichtlichen Entwicklung der Tschechoslowakei und vor allem eine allfeitige Stritit Arbeitslosenunterstützung insbesondere in Der des bestehenden Gesetzes über den Staatszuschuß zur gewerkschaftlichen Arbeitslofenunterstützung( Genier System). Das Buch kann jedem Gewerkschaftsvertrauensmann empfohlen werden. DIE NATURFE FREUNDE Liboch. Vereinsnachrichten. TOURISTE VEREIN Touristenverein „ Die Naturfreunde", Ortsgruppe Prag. Sonntag, den 24.: Hostivař Pruhoniger Schloßpark( Herbststimmung). Abfahrt 10 Uhr 35 Wilsonbahnhof. Gehzeit 6 Stunden; Füh Donnerstag, den 28.: 3braHerausgeber Dr. Ludwig Czech. Berantwortlicher Redakteur Wilhelm Wiener. Für den Drud verantwortlich: O. Holit. Drud: Deutsche Reitunas- A.- G., Brag KINO- PROGRAMM Vom 22. Oktober bis 28. Oktober 1926 Wran Urania- Kino Einziges deutsches Kino Prags. 2976 Tel. 0.129 ,, Die Lieblingsfrau des Maharadscha" mit GUNAR TOLNAES 2901 LIDO BIO ,, Der schwarze Korsar" Sensationelle Abenteuer in 11 Akten. In der Hauptrolle DOUGLAS FAIRBANKS Bo verfehren wir? innerte er sich wohl der Stollision, die er mit ihm Café Continental, Brag- Graben Goldenes Kreuzel, Brag- Retazania. gehabt hatte, und einen Moment lang schien er geneigt, teine Worte mit ihn zu wechseln. Dann aber strönte aus seinem Herzen eine so beige Welle bitteren Schmerzes, daß sie alle Dämme niederriß, die der Hader aufgerichtet hatte. Fiebig mußte sich mitteilen. Elementar brach es aus ihm heraus: Diefer Lump, dieser elende... dieser Bandit.. dieser von Gott verfluchte Salunke... er hat mich Kutscher um seinen Lohn geprellt." unt mein Geld gebracht... er hat einen armen Härtig wendete sein Gesicht in grenzenlosem Erstaunen dem Kollegen zu. Gastwirtschaft„ Lidový dům" der Genossenschaft., Ganymed" Täglich. PRAG II., Konzert Hybernská Nr. 1. Café„ Nizza 99 Kgl. Weinberge, Fochova 27. Unser Stammlokat 66 1360 In den späten Nachmittagsstunden stieg Särtig von seinem Bed herunter, flopfte seinem Pferde den Hals und tapfte mit schweren, vom langen Der Herr wehrte ab: Was gehen mich Ihre Siheit etwas torteligen Schritten nach der Kneipe Privatsachen an. Jetzt fit ich hier und bleibe hier." gegenüber, um eine Schele heißen Kaffees zu feire Augen. Fiebig knallte die Beitsche auf seines Härlig war verzweifelt. Tränen traten in trinken. Wenige Minuten nach seinem Fortgang Pferdes Rücken, damit es sich in Trab seze und fand sich ein neuer Passant ein, der gefahren zu werden wünschte. Er wandt sich Härtigs Wagen Härtig abgeschüttelt werde. Aber Härtig gab den zu, blickte um sich und fragie Fiebig, wo der Kut- Kampf nicht auf. Fiebig," schrie er, das geht ,, Er ist herausgesprungen aus dem Wagen," scher wäre. Fiebig antwortete:„ Der trinkt einen nicht, daß du mich um meine Fuhre bringit! Das jammerte Fiebig. Ich habe es erst später gemerkt. Staffee, ich will ihn holen gehen." gibt's nicht." Er warf sich in des Pferdes Leder- Er soll erstiden an dem Gelde, der Schuft, er soll feine ruhige Stunde mehr haben im Leben." Schöne Wirtschaft das!" sagte der Herr verzeug und hängte sich daran. ärgert. Sein Blick schweifte zu den Autos hinüber, Fiebig brauste auf: Weg von dem Pferd, Härtig sagte fein Wort. Er starrte vor sich und er schien geneigt, auf die Beförderung durch weg, fag' ich! Laß du mein Pferd in Ruhe! Jetzt hin und es schlich sich kein Fünkchen Schadenfreude DRUCK- U. VERLAGSANSTALT fahre ich und kein anderer!" in sein Herz. Er murmelte leie nach: So ein Härtig frampfte sich noch fester in die Riemen. Lump, dieser Kerl... so ein niederträchtiger Lump. Steigen Sie in meinen Wagen," rief Fiebig Da erhob sich Fiebig in magloser Wut, stieß einen Einen armen Kutscher um sein Geld zu bringen..." und seine Stimme flehte:„ Steigen Sie ein, lieber Fluch aus und hieb die Peitschenschuur auf Härtigs Dann warteten die beiden wieder, fazen Herr." Er sprang vom Bock herunter und flinkte Gesicht. schweigiant und versteinert auf ihrem Bock: Schickden Schlag auf. Der Herr stieg langsam ein. Särtig schrie auf. Seine Hände flogen von dem falsgefährten in Ewigkeit. Auf Härtigs Gesicht Fiebig fletterte wieder auf seinen Sit brüllte: Salfterband des Perdes fort an den dunkelroten glühte noch inimer der rote Streifen, aber der Hieb Süüüh!" und sein Pferd zog langsam an. In Striemen hin, der ihm auf der linken Stirnfeite schmerzte schon lange nicht mehr. biesem Augenblicke fehrte Härtig zurüd. Er schrie und der rechten Backe brannte. Während Fiebigs Um die beiden Kutscher herum brandete die wie ein verwundetes Tier: Hech, Fiebig! Halten, Pferd sich nun rasch in Trab jetzte, wanfte er an Stadt. Fiebig! Jept fomme ich dran, jetzt bin erst einmal feinen Wagen und lehnte sich. schmerzgepeinigi, an ich an der Reihe!" Er sprang auf den Schlag zu, den weichen Leib seines Tieres. eine Dro'chte zu verzichten. ( Schluß.) Gesellschaft m. beschr. Haft. empfiehlt sich den p. t. Behörden, Vereiuen, Or ganisationen, Gemeinden und Kaufleuten zur Herstellung von Drucksorten wie: Tabellen Büchern, Broschüren, Zeitschriften. Zirkularen, Mitgliedsbüchern. Einladungen, Plakaten, Flug schriften, Fakturen. Briefpapieren usw in solider und rascher Ausführung. Setzmaschinenbetrieb und Rotationsbetrieb IN TEPLITZ- SCHÖNAU Tischlergasse Nr. 0,