Einzelpreis 70 Seller. Redaktion und Verwaltung: Prag, II., Nefazanta 18. Telephone: Tagesredaktion: 26795, 31469. Nachtred attion: 26797. Postschedamt: 57544. Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlah. 6. Jahrgang. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit.. Das letzte Mittel des Fascismus. Dienstag, 9. November 1926. Bezugs- Bedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post: monatlich.. Kě 16.vierteljährlich 48.99 halbjährig 96.09 ganzjährig 192.90 Rückstellung von Manuffripten erfolgt nur bei Einfendung der Refourmarten. Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh Nr. 261. Auch die Ausländer in Italien rechtlos. Die Slowaten- Regierungspartei Weitgehende Ausweisungsbefugnis der Präfetten. Breßburg, 8. November. Der Vollzugsansschu, der Slowakischen Volkspartei beschloß heute Das vorläufig lette Attentat auf Muj- Rom, 8. November. Die Blätter veröffent- der auszuweisen und Versuche der Aus- den Eintritt der Partei in die Regierung und lanfolini hat seine fascistische Anhängerschaft in lichen den Text der Polizeivorlage, die zorgen länder, die Grenzen zu überschreiten, zurückzu- didierte für die beiden zu besetzenden MinisterTobjucht verjeẞt, es hat auch es hat auch die innere vor das Parlament kommen soll. Ungefähr 10 weisen. Schließlich werden die Präfekten im gan- po mit Stimmenmehrheit die Abg. Dr. Tisso Schwäche des Fascismus enthüllt. Wenn es Artikel dieser neuen Vorlage betreffen die Aus- zen Lande ermächtigt, Ausländer zwangsweise und Dr. Gažit. nur auf Gewehre, Bajonette, Dolche und Re- länder. Die Ausländer werden sich auch fernerhin nach der Grenze befördern zu lassen. Rom, 8. November. Der fascistische Abge- Der Wechsel vom 15. November. ordnete Farinacci hat der Kammer trag unterbreitet, wornach alle diejenigen oppositionellen Abgeordneten, die nicht mehr in der Kammer erschienen sind, ihres Mandates verluftig erklärt werden sollen. volver ankäme, dann wäre die Macht des fa- lich vorstellen müssen. Jeder, der einem Auslänanmelden und sich eventuell der Polizei perjönjcistischen Regimes eine große. Wahr ist es, der die Benüßung seines Eigentums oder die daß das ganze italienische Volk am Boden Nugnießung von Immobilien zugesteht, wird liegt, wehrlos und ohnmächtig dem Terror der verpflichtet, schriftlich der Polizei hievon MitteiMussolinischen Schwarzhemden ausgeliefert. lung zu machen. Aber verrät es starte innere Kraft, wenn sich Die Präfetten erhalten die Befugnis, im dieses ereignet: Ein junger Mensch, fast Knabe Interesse der Sicherheit des Landes den Auslännoch, schießt auf den Duce, darauf verwandelt dern den Aufenthalt in Gemeinden und Ort Wie Giornale d'Italia aus Turin berichtet, jich ganz Italien in eine Festung im Belage- gung von Wichtigkeit sind. Die Präfetten sind be- ten ihres Amtes enthoben worden. Drei davon jich ganz Stalien in eine Festung im Belage- schaften zu verbieten, die für die Landesverteidi- find 13 Provinzialräte von dem dortigen Präfet rungszustand? Ist es Kraft und Stärke, wenn fugt, aus den Grenzgemeinden der Fascismus eingesteht, die Million Ge- fugt, aus den Grenzgemeinden die Auslän- find Kommunisten, die übrigen Sozialisten. * Die bestellten Ber chwörungen. wehre, mit denen er seine Herrschaft aufrecht erhält, genügten nicht mehr, um den Staat zu regieren, und er ebenso zu Taten der Lynchjustiz greifen muß, wie zu außerordentlichen Paris, 8. November. Nach Meinung der Gefeßesmaßnahmen, die alles bisher Dagewesene Pariser Blätter wird Ricciotti Garibaldi ans überbieten? In einer Reihe von Städten eine Frau aus Nizza hier ein. Aus dem weiteren Frankreich ausgewiesen werden. Gestern traf werden linksstehende Persönlichkeiten über- Berhöre in der Sicherheitsabteilung des Minifallen, mißhandelt, ihr Eigentum vernichtet steriums geht hervor, daß Garibaldi im Einveroder weggeschleppt, im Ventimiglia und Tri- nehmen mit der italienischen Polizei tatsächl ch polis werden französische Konsulate gestürmt, eine Bewegung in Italien in dem Augenblicke Arbeiterdruckereien werden zerstört, die ge- hervorrufen wollte, in welchem sich die fatafo jamte oppositionelle Bresse verboten und Sienischen Verschwörer zum Ueberschreiten Fascisten wandeln ihre Miliz in eine Art Ge- der spanischen Grenze rüsteten. Es scheint ausgeheimpolizei um, die schwarze Listen von poli- nischen Separatisten in Berbindung macht zu sein, daß Garibaldi mit den katalo. fisch verdächtigen Personen anlegt und Listen gestanden ist. Nach Blättermeldungen wurde hon von Personen, die als Opfer für eine fajci- Garibaldi seinerzeit auch eine Legitimation für den stische Bartholomäusnacht ausersehen sind. Attentäter Lucetti als Angehörigen der Das ist Roheit, Brutalität, Gewalt, Bestiali- Kampforganisationen Garibaldis ausgefolgt. Sicher tät, Terrorismus, aber beweist dies auch wirk- ist, das Ricciotti Garibaldi von der Absicht Lucettis liche Straft, zeugt es von Selbstbewußtsein und unterrichtet war. Ueberlegenheit? Gemordete Menschen, ver- Garibaldi stand, wie jetzt erwiesen ist, feit dem wüstete Häuser, zerstörte Druckereien, soziale 1. Juni 1925 in den Diensten der italienischen Unterdrüdung, weißer Schrecken-jeit fünf Polizei. Jahren werden diese Mittel angewendet, den- Die gestrige Vernehmung, in welcher Garinoch hat alles nichts geholfen, um Italien die baldi größere Geständnisse machte, als bisher, hat ihm vom Fascismus versprochene Ruhe seiner vor allem drei Tatsachen bewiesen: Entwicklung zu sichern, er muß, um sich zu be= haupten, die Schrecken, die er verbreitet, vervielfachen, immer neue und gesteigerte Gewalt anwenden. 1. Garibaldi ist wochenlang vorher in Rennt= nis von dem Attentat Lucettis gegen Mussolini gewesen. Lucetti hat vor * " Die Steuerpolitik der bürgerlichen Regierung. 號 Die Wähler heimjen heute den Dank der Bürgerlichen für ihre Stimmenabgabe Wähler( auch Arbeiter) bürgerlich wählten in 15. November ein. Während taufende deutsche der Meinung, es fomme nun die große nationale Auseinandersehung, mussen sie nun mit Grausen evfennen, daß sie die Betrogenen sind. Ganz offen einigen Monaten eine Bombe gegen den gestehen heute die Deutschbürgerlichen ein, daß es Wagen Mussolinis geworfen. Der, Duce jich ihnen vor allem um die Befriedigung ihrer wurde nicht getroffen. Bier Personen aber wirtschaftlichen Interessen handle. Daneben trugen schwere Verlegungen davon. Gari- sollen dann auch so ziemlich alle sozialpolitischen baldi hat nun einige Zeit vor dem Attentat Errungenschaften abgebaut werden. Wie furchtbar dem Chef der fascistischen Polizei in Rom sich die Befriedigung der wirtschaftlichen Bedürf geschrieben, daß er ihm eine sehr wicht ge nisse des Bürgertums und des mit ihm verbünMitteilung zu machen habe. Dieser aber deten Großfapitals auswirken wird, mögen einige reagierte nicht darauf. Das italienische Kon- venige Zahlen dartun. sulat oder sonst eine italienische Behörde hat Garibaldi nicht benachrichtigt, weil er von jeinen Auftraggebern den stritten Befehl hatte, nur dem römischen Polizeichef zu berichten. 2. Der Chef der römischen Bolizei weilte zu Beginn Oftober vier Tage lang in Paris. Bei diesem Aufenthalt wurde das Komplott der fatalonischen Separatisten endgütig ausgeheft und gleichzeitig eine große antifascistische Verschwörung ins Auge gefaßt, die der fascistischen Polizei mit einem Schlage eine große Zahl ihrer Gegner ausliefern sollte. 3. Nach dieser Unterredung stellte Garibaldi dem Obersten Macia eine Reihe von Italienern zur Durchführung des Katalonijchen Separatisten- Putsches zur Verfügung. Er scheint Macia auch Geld angeboten zu haben, doch hat dieser augenscheinlich abgelehnt. Dem Bürgertum geht es vor allem darum, die direkten Steuern so weit als möglich abzubauen. Die erste Etappe bildet das Präliminare pro 1927. Es zeigt sich da folgendes Bild: figemeine Gruverbiteuer Besondere Erwerbstener Rentensteuer Tantiemensteuer. Striegssteuer 1927 1926 in Taujenden e 219.000 250.000 279,650 280.000 100.000 98.900 17,000 17.500 102.500 115.000 Summa. 718.150 761.400 ich also die sie direkt treffenden Steuern um die Das Bürgertum und das Großkapital haben sich also die sie direkt treffenden Steuern um die Kleinigkeit von 43% Millioen Kronen ermäßigt. Den gegenüber hat man aber, eingedenk dessen, daß hier die große Masse der Besitzlosen um Zahlen kommt, die indirekten Steuern in die Höhe geschraubt. Auch da mögen vor allem die Zahlen sprechen: Getränkestener Fleischsteuer Robles steuer 1927 1926 int Tausenden Kä 1,043,480 807.999 402.376 388.196 590.000 172.492 266,800 257.500 107.700 113.500 230.000 300.000 Summa. 2,640.356 2,039.687 Die Erhöhung beträgt also gegenüber 1926. das nette Sümmchen von 500,669.000 kronen. Dazu kommt nun noch die U msahsteuer. Sie wurde im Vorjahre mit 1.595,213,000 Sevonen, beuter mit 1.101,625.000 K als Einnahmsquelle für den Staat zuzüglich 787,300.000 Stronen an ueberweisungen für die Selbstverwaltungskörper, zusammen also mit 1.888,925.000 kronen veran schlagi, d. i. um 293,721.000 Stronen mehr als im Vorjahre. Die Erhöhung der indirekten Steuern, welche in erster Linie die Arbeitermassen treffen, beträgt also insgesamt 794,390.000 kronen. Dazu kommt noch die allgemeine Preissteigerung, die vielfach verfürzte Arbeitszeit und die bevorstehenden Verschlechterungen der Sozialgesetzgebung. Der Fascismus ist durch Blut und Ge- seiner Kraft angekommen. Eine Steigerung aischen Waren auf dem Weltmarkte bisher walt zur Herrschaft gekommen, er fann sich in der Ausübung seiner Gewalt ist nicht mehr noch tonfurrenzfähig erhalten, doch wird durch Sölle nur durch Gewalt halten. Das System muß möglich. Das ist ungefähr die Gejezzgebung, die Ausbeutung der Arbeiterschaft immer mehr Spiritussteuer Zuckersteuer stets neues Blut vergießen und verstärkte in die der Zarismus zu seiner Erhaltung an- der innere Markt zerstört. Die Verarmung der quisitorische Maßnahmen treffen. Jetzt ist wendete. Wie der Prozeß gegen die Mörder Volksmassen greift um sich, alle Brutalität des der Fascismus dabei angelangt, jeden, der Matteottis bewies, stand auch schon bisher das Fascismus hat nicht verhüten können, daß fein Freund seiner Methoden ist, mit schweren Gericht willfährig dem Fascismus zu Diensten, schon jetzt ernste Strijenzeichen wahrnehmbar Strafen, mit Zuchthaus, Zwangsaufenthalt nunmehr fällt auch die letzte Fiffion eines find, fie war nicht instande, auch nur eines der und Entziehung seines Vermögens zu beftra- Rechtsstaates, denn alle dem fajciftischen Re- Probleme des italienischen Staates zu lösen. fen. Mussolinis Ministerrat hat am letzten gime feindlichen Personen werden nicht mehr Es ist ein Vefenntnis feiner Ohnmacht, wenn Freitag Maßnahmen beschlossen, die alle Geg- vor Berufsrichter, sondern vor ein aus Offi- der Fascismus, der Ruhe, Sicherheit und ner des Fascismus außerhalb des Rechtes zieren der fascistischen Miliz zusammengejettes Wohlstand dem Volfe zu bringen versprach. tellten. Die Paßbestimmungen werden anger- Standgericht gestellt werden. Die Sicherung jetzt durch eines seiner Organe verkünden läßt: ordentlich verschärft, wer ohne Paß das Land der staatlichen Ordnung und öffentlichen Ein- Von heute ab muß die Manie aufhören, daß berlassen will, auf den wird geschossen. Alle tracht ist für Mussolini nur mehr ein polizei- jeder nach seinem Kopfe denken fönne." Das Tageszeitungen und Zeitschriften, die sich nicht liches Problem. Er lebt im ärgsten Irrtunt, italienische Bolt nuß ein für allemal nach dem zum Fascismus bekennen, werden auf unbe- wenn er glaubt, seine Gegner durch noch stär- Geheiß des Fascismus auf das Denken verstimmte Zeit verboten. Alle Parteien und fere Gewalt beseitigen zu können. Der Augen- zichten, ber Fascismus kennt kein Recht mehr, Vereinigungen nichtfascistischen Charakters blid muß kommen, wo diese Möglichkeit ein sondern nur seine eigene Erhaltung. werden für aufgelöst erklärt, für politische Ver- Ende findet und dieses Ende ist greifbar nahe. Das also ist der Fascismus, für den die brecher die Todesstrafe eingeführt. Wer eine Großspurig und pathetisch hat Mussolini Bourgeoisie aller Länder so begeistert schwärmte Tätigkeit ausübt, die den„ nationalen Inter- das Jahr 1926 als das napoleonische Jahr des und auch jetzt noch viel Sympathie zeigt. Wenn essen" zuwiderläuft, oder wer eine aufgelöste Fascismus angekündigt, geschwäßig er dieje Begeisterung gegenwärtig etwas abgeKelar und deutlich zeichnet sich vor unseren Vereinigung wieder ins Leben zu rufen jucht, sein Volk" den herrlichen Zeiten einer neuen flaut ist, so nur deshalb, weil der italienische wird mit Gefängnis bis zu 15 Jahren bestraft. römischen Voltsherrschaft entgegenzuführen Fascismus in bezug auf die Sebung der Augen die Linie, auf welcher sich das geeinigte Seute schon schüßt der Fascismus seine verheißen. Im elften Monat dieses napoleo- Volkswirtschaft alles versprochen hat, aber Bürgertum bewegt, und die Linie, auf welche man vor allem die Arbeiterklasse bringen will. segensreiche Einrichtung vor der Bevölnischen. Jahres ist die außenpolitische, Bilanz nichts zu halten vermochte. Die politische Gent furchtbarster Weise rächt sich jetzt der verferung durch eine Armee von Bewaffneten, des Fascismus noch immer furchtbar tläglich. finnung der Bourgeoisie orientiert sich nach hängnisvolle Irrtum, von dem ein ansehnlicher und wenn sein Abgott durch die Straßen fährt, Seine ursprünglichen Erfolge in Abessinien ihrem Geldjack. Momentan scheint es für die Teil der Wähler befangen war, als er ant steht eine Doppelfront von Fascisten, das Ge- find durch Frankreich und England entwertet jen nicht fohnend, dem Beispiel Mussolinis 15. November bürgerlich wählte. Das deutsche wehr stich und schußbereit, Spalier, das Ge- worden, der Versuch, von Frankreich Konzej- nachzueifern. Daß der italienische Fajcismus Bürgertum denkt nicht im Traume daran, die, licht den Zusehern zugewendet, und jede verfionen in Tunis oder Syrien zu bekommen, in dem von ihm beherrschten Lande eine Kri- gegebenen Versprechen einzulösen. Sein Ziel ist, dächtig aussehende Bewegung eines Zuschauers ist gescheitert. Auf dem Balkan gab es nichts enlage geschaffen hat, die seine Nachahmung das Proletariat vollkommen wehrlos und zum kann diesen durch einen Bajonettstich aus dem zu holen ,, die Errichtung des neuen römischen auch für das Bürgertum nicht gerade anemp- willenlosen Ausbeutungsobjekt zu machen. Aufitalienischen Paradies in eine andere Welt Imperiums ist bis zum Eintritt besserer fehlenswert macht, darf die Arbeiterschaft gabe der organisierten Arbeiterschaft muß es sein, hinüberfördern. Was soll nun noch kommen, Witterung vertagt worden. Innenpolitisch ist nicht sorglos machen. Sie muß erkennen, daß dies bar zu erkennen und alle Vorbereitungen zur Abrechnung mit den Betrügern zu treffen. wenn die neuesten Terrormaßnahmen verja die Bilanz nicht minder armselig. Nur der nur eine einheitliche Organisation und streng- Der nächste Wahltag muß Zahltag sein. Jenen, gen, wenn sich herausstellt, daß das Leben des grenzenlosen Ausbeutung der Arbeiterschaft ist ste Wachsamkeit die Gefahr des Fascisumus, der die mit Versprechungen famen, muß die Antwort feueren Häuptlings vor der Liebe jeiner ver es zuzuschreiben, daß nicht schon eine furchtbare den Weg des italienischen Proletariats in ein zuteil werden, die sie ob ihres Wortbruches verfflavien Untertanen noch immer nicht geschützt Wirtschaftskrise über das Land hereingebrochen Golgatha verwandelt hat, dauernd ist? Zweifelsohne: das Regime ist am Ende ist. Nur das soziale Dumping hat die italie- fönnen! bannen dienten. B. D. am Celfe Der dritte Wohnungsfürsorgetag in Tetschen. Ein Referat des Stadtbaudirettors Musil über die Bekämpfung der Wohnungsnot in Wien. Dr. Gruschka über das Wohnungsminimum". Bericht und Debatte über den Bauförderungsentwurf. Am Samstag begann im Tetschener Schüßen- len, wenn jede Wohnung direkt dem Sonnenlicht pause unter starter Beteiligung von Vertretern Zutritt gewährt. Der Lichtmangel ist die häuder Gemeinden, Baugenossenschaften und Inter- figste Ursache von Tuberkulose und Rachitis. Red effentenorganisationen der dritte deutsche Woh- ner tritt in Konsequenz dieser Forderung für nungsfürsorgetag. Die Tagung fiel in eine für den Flachbau ein, weil er dem Sonnenlicht die weitere Gestaltung der Wohnungsfürsorge und einen freieren Zutritt gewährt als der Hochbau der öffentlichen Bauförderung entscheidungsvolle und zugleich eine bessere Durchlüftung ermöglicht. Zeit. Er konnte aber den Erwartungen, die von Weiter beschäftigte sich der Vortragende mit dem seinen Verhandlungen eine präzise und eindeutige Verhältnis von Mietzins und EinkomStellungnahme zu dem vorliegenden Regierungs- men, besonders bei den Kleinwohnungen. Er entwurf erhofften, nicht entsprechen, weil es ein verweist auf das sogenannte Schwabesche Gesetz, fach unmöglich ist, auf dem Boden einer neutra- das durch Untersuchungen Kuczinskys erhärtet len Tagung die schroffen Gegensätze zwischen Mie- wurde, wonach die kleinsten Wohnungen tern und Hausbesitzern auszutragen. So mußte zugleich die teuersten sind. Die Frage, sich der Wohnungsfürsorgetag darauf beschränken, wie wir zu billigen Wohnungen kommen, beantdie Regierung und die politischen Parteien an worten die großzügigen Forderungen der reichsihre Verpflichtungen im Kampfe gegen die Woh- deutschen Wohnungspolitiker, namentlich des Bernungsnot zu erinnern und die Dringlichkeit einer liner Stadtbaudirektors Martin Wagner, der die großzügigen Lösung des schwerwiegenden Pro- Bauweise durch weitestgehende Rationalisierung blems zu betonen. und stärksten Einsatz öffentlicher Mittel verbilligen will. Zu den Wohnkosten kommen nach Gruschka außer dem Mietzins noch die vielen Auslagen hinzu, die der Mieter infolge unzulänglicher Woh nungsverhältnisse machen muß. Einen bedeutenden Teil macht der Alkoholkonsum aus, dessen Umfang dadurch beleuchtet wird, daß in den Aufsiger Gasthäusern allein jährlich 22 Millionen vertrunken werden. Die schlechte Wohnungshygiene bringt der Gesellschaft außerdemt noch schwere Nachteile infolge verlorener Arbeitsfähigkeit und frühen Tod. Ungeheure Summen werden dadurch verschlungen, weil unter den vorherrschenden Verhältnissen wichtige Wohnfunktio nen außerhalb der Wohnung erfüllt werden müssen. Am ersten Verhandlungstage wurden die Berichte der Hauptstelle für Wohnungs- und Siedhungsfürsorge entgegengenommen, die vom Vorsizenden Herrn Professor Ba ch sowie den beiden Amtswaltern Dr. Treusch Butlar und Architekt Wuhrmann erstattet wurden. Es war daraus zu entnehmen, daß die Hauptstelle bemüht war, ihren Wirkungsfreis auszufüllen und insbesondere den Bauwerbern und Baugenossenschaften mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Die Berichte fanden einhellige Genehmigung. Daran schloß sich die Vornahme der Neuwahlen, wobei Herr Professor Bach und Senator Genosse Löw als Vorsißende der Körperschaft gewählt wurden. Die Referate. Das Wohnungsminimum ist daher eine wirtschaftliche Notwendigkeit, die nur eine geDienstag, 9. November 1926. und wirksam" hin und hält sie für eine größere| Vorkriegszeit wäre die österreichische HauszinsLeistung als die Bautätigkeit der Stadt Wien(?). steuer gewesen. Sc B- Altstadt vom Verband Mit dem Einstellen der öffentlichen Bauförderung der Mieterschutzvereine beklagt die Beseitigung des mit Ende 1924 hat die frühere Regierungsmehr- kommunalen Wohnungsanforderungsrechtes und heit eine schwere Schuld auf sich geladen. Redner erklärt es für notwendig, daß die Gemeinden verbespricht sodann ausführlich die Vorschläge des pflichtet werden, nicht nur für die Möbel, sondern Wohnungsbeirates, die Anregung des Architekten auch für die Familie der Delogierten zu sorgen. Bittermann und schließlich die neueste Regie- Als weiterer Mieterschutzvertreter sprach Rairungsvorlage, die seiner persönlichen Meinung nisch- Haida, der insbesondere hervorhob, daß nach ein in jeder Hinsicht hervorragendes Werk die Arbeiterschaft nicht in der Lage sein wird, bei ist." Mit Rücksicht auf eine vorherige Vereinba- den derzeitigen schlechten Löhnen die erhöhten rung unterließ Professor Rauchberg in einem Mietzinse zu bezahlen. In der Debatte wurden Referate eine Stellungnahme zu den verschiedenen noch einige Anregungen für die weitere Gestaltung Streitpunkten der Bauförderungspolitik. der öffentlichen Wohnungsfürsorge vorgebracht. Der Referent beantragte eine Entschlie. Dr. Gruschka reagierte in seinem Schlußworte auf ung in der es unter anderem heißt: eine Bemerkung des Vertreters der Housbesitzer, der behauptet hatte, daß die erstatteten Referate zu ,, Der dritte deutsche Wohnungsfürsorgetag bene un Zehntel sozialistisch waren. Er flagt es, daß das Bauförderungsgesetz am 31. De stellte fest, daß er feiner politischen Partei angezember 1924 abgelaufen und nicht mehr erneuert höre, doch wenn die Forderungen der Wissenschaft worden ist. Regierung und Parlaments mehrheit auf diesem Gebiete sozialistisch sind, so lasse er sich haben dadurch die Fortdauer der Arbeitslosigkeit Tagung schritt hierauf zur Erledigung der Ansehr gerne als einen Sozialisten bezeichnen. Die verschuldet." Die Entschließung betont in ihrem weiteren Wortlaute, in bezug auf den vorliegenden Gesetzentwurf der Regierung, daß er zu den einzelnen Bestimmungen nicht Stellung nehmen könne, welche den Interessengegensatz zwischen Mietern und Hausbesitzern berühren und fährt dann fort: ,, Der Wohnungsfürsorgetag begrüßt die Absicht der Regierung, den Weg der Provisorien nicht mehr zu betreten, sondern durch planmäßig zutsammenwirkende Maßnahmen die dringend nötige Ordnung im Bau- und Wohnungswesen wieder herzustellen, den Wohnungsfürsorgefonds zum dauernden Träger der staatlichen Bauförderung auszugestalten, die Bautätigkeit durch wirksame Steuer- und Gebührenbegünstigungen zu beleben. An alle beteiligten Streise richtet der Wohnungsfürsorgetag die Mahnung, sich vor Augen zu halten, daß eine Lösung der Frage vom Standpunkt der einseitigen Interessen ausgeschlossen und daß selbst eine mit Opfern verbundene Lösung der sonst unvermeidlichen Fortdauer des gegenwärtigen 3ustandes vorzuziehen ist. Die Regierung fordert der Wohnungsfürsorgetag auf, alle Verbesserungsanträge sorgfältig zu erwägen. Die deutschen Abgeordneten und Senatoren aber, in deren Hand nunmehr die Entscheidung liegt, mögen dessen eingedenk sein, daß das deutsche Volf von ihnen erwar tet, daß sie auf die Verbesserung und rajcheste Er. ledigung der Regierungsvorlage eifrigst hinwirken werden." träge. Außer der vom Referenten Rauchberg beantragten Hauptentschließung lag dem Wohnungsfürsorgetag noch ein Antrag des Amtsdirektors Dr. Keller- Karlsbad vor, welcher fordert, der neue Steuergesetzentwurf sei dahin abzuändern, daß: 1. die auf Grund der bisherigen gesetzlichen Bestimmungen zustehenden Steuerbefreiungen ausdrücklich gewahrt bleiben und zwar im vollen Aus maß und daß 2. auch weiterhin die Zahl der Steuerfreijahre von sechs auf zwanzig und von zwölf auf fünfundzwanzig Jahre letteres für Kleinwohnungsbauten verlängert werde, damit der Mietzins in Neubauien nicht vorzeitig erhöht und der Bevölferung die Haltung entsprechend geräumiger und fulturgemäßer Wohnungen ermöglicht wird." Ferner wurde ein Antrag des Stadtrates Strainer Gablon; eingebracht, dahingehend, daß bis zum Inkvafttreten eines neuen Bauförderungsgesetzes im Verordnungswege die Steuer und Umlagenfreiheit auf mindestens zwanzig Jahre auszusprechen ist. Ferner, daß bei der Verlängerung des Gesetzes über außerordentliche Maßnahmen zur Bekämpfung der Wohnungsnot einwandfrei festzulegen wäre, daß das Abvermieten ganzer freiwerdender möblierter Wohnungen feine Vermietung im Sinne des Wohnungsbeschlagnahmegefeßes, sondern eine Benüßung für Geschäftszwecke darstellt und unstatthaft ist. Die drei Entschließungen fanden einhellige Jufolge einer Umstellung der Tagesordnung erstattete bereits Samstag Stadtbaudirektor Mu- meinnüßige Bauweise erfüllen kann. sil sein Referat über die Bekämpfung der mit wuchtigen Schlägen zerstört der Vortragende Wohnungsnot in Wien. An der Hand die Legende, daß die heutige Wohnungsnot eine zahlreicher Lichtbilder führte Dr. Musil den Zu- Folge des Krieges sei. Mit unwiderleglichen Zifhörern die Großtaten vor Augen, welche die sozial fern weist er nach, wie die berühmte ,, Normalitat" demokratische Gemeindeverwaltung auf dem Ge- aussah und wie schon in der Zeit der freien biete des Wohnungsbaues vollbracht hat. Seine wirtschaft" auf dem Wohnungsmarkte nicht nur tiefe Sachkenntnis trug dazu bei, der Zuhörer- in den Großstädten, sondern auch in der deutschschaft ein eingehendes Bild der Bestrebungen der böhmischen Proving die miserabelsten UnterkunftsGemeinde Wien auf wohnungspolitischem Gebiete verhältnisse geherrscht haben. Die freie Wirt batte, wies Genosse Jaksch auf die trostlosen In der den beiden Referaten folgenden Dezu verschaffen. Reicher Beifall belohnte feine Ausschaft wird das Wohnungsproblem Wohnungsverhältnisse in den industriellen und Annahme. Eine längere Debatte entſpann sich führungen, der nicht nur der Darstellung dieses niemals lösen, denn wenn sie dazu fähig ländlichen Verhältnissen Deutschböhmens hin. Die über einen Antrag aus Baumeisterkreisen, wonach erstklassigen Fachmannes, sondern vielmehr auch wäre, hätte sie schon längst Zeit gehabt, dies zu heutigen Zustände sind eine Fortseßung des jede Gemeinde das Ergebnis der geplanten Wohnden bewunderungswürdigen Leistungen der Stadt beweisen. Redner spricht zum Schluß die Erwar- Krieges mit anderen Mitteln, denn es bauabgabe für sich behalten und im eigenen Wirtung aus, daß das bevölkerungspolitische Moment werden buchstäblich durch die schlechten Woh- fungskreise verwenden kann. Dieser Vorschlag die sinkende Geburtenzahl vor allem die nungsverhältnisse ununterbrochen Menschen hin- wurde schließlich dem Hauptausschuß zur weiteren Peitsche sein wird, welche die Lösung des Woh gemordet. Unter diesen Verhältnissen muß gegen Beratung zugewiesen. nungsproblems erzwingt. Wenn wir nicht in der den Standpunkt der Regierung Protest erhoben Lage find, Wohnungen zu schaffen, wo unser werden, die eine weitere direkte Verwendung von Nachwuchs gesund aufwachsen und sich entfalten Staatsmitteln für gemeinnützige Bauförderung fann, so werden bald die kleinsten Wohnungen zu ablehnt. groß sein. Auf diesen Vortrag, der die ganze Tagung in atemloser Spannung gehalten hatte, folgte stürmischer Beifall. Wien galt. Der Höhepunkt der Verhandlungen war das am Sonntag Vormittag erstattete Referat Dr. Gruschkas über das Wohnungsminimum. Mit dem Rüstzeug der Wissenschaft, tiefgründig ster Sachkenntnis und stärkster sittlicher Betonung verfocht der Vortragende das Recht des Menschen auf ein gesundes Wohnen. Als das Wohnungsminimum bezeichnete er jenen Wohnraum, der den Insassen weder Schädigung an Körper noch an Geist bringt. Nach Aufzählung der verschiedenen Wohnfunktionen stellte Dr. Gruschka die Forderung auf, daß jeder sein eigenes Bett haben müsse und daß die Schlafräume der Eltern und der heranwachsenden Kinder getrennt seien. Ein mit den hygienischen Anforderungen übereinstim mendes Wohnungsklima sei nur zu erzieDie Untersten. Roman von Victor Noad. An das Referat Gruschkas wurde über Vorschlag des Vorsitzenden gleich das Referat des Herrn Professor Rauchberg über die Politik des Wohnungsbeirates und der Regierung So lange wir Geld genug haben, jährlich zwei Milliarden für den Militarismus zu opfern und einen neuen Rüstungsfonds anzulegen, kann die Bevölkerung nicht begreifen, daß für fulturelle Rüstungszwecke fein Geld vorhanden sein soll. Der Hausbesitervertreter Dr. Maresch poleangeschloffent. Professor Rauchberg stellte die bis- misierte gegen Gruschka und behauptete, die Urherige Bauförderung des Staates als sehr gut sache der schlechten Wohnungsverhältnisse in der tpartete. deren Verhandlungen sich auf einer bemerkenswerDamit fand die Tagung ihren Abschluß, ten Höhe bewegt hatten. Es mag sein, daß vieles, was zur Beseitigung des herrschenden Woh nungsjammers vorgeschlagen wurde, sozialistischen Klang hatte, doch damit tritt der eigentliche Kernpunkt des Problems hervor. Je ernster der Frage nähergetreten wird, umsomehr kommt die Tatsache zum Vorschein, daß mit rein privatkapitalistischen Maßnahmen keine entscheidende Besserung herbeizuführen ist und daß jede großzügige Lösung des Wohnungsproblems sowie aller sozialen Probleme unserer Zeit nur in den Bahnen des Sozialismus möglich ist. jemand liebgehabt habe, und noch vieles mehr. Statt ihrer fragte Walter, wie sie heiße, wer sie fei, woher sie komme. Er trat zu ihr und bot ihr die Hand. Da ließ sie sich rasch vom Zaune gleiten. Sie legte ihre Hände auf den Rücken und wich scheu zurüd. Doch ihr Blid hing an seinem Geficht. 1 Hinterſtübchen auf dem Tische neben einem Berg| tigen Nacht. Ms eine Mutter in dunkelm Gevon füßem Streuselfuchen auf die Ankömmlinge wande trat die Nacht an des Knaben Bette, strich ihm lind über Stirn und Wangen, trodnete seine Tränen und schenkte ihm blühende Träume. Nachdemt ihre Zeit abgelaufen und sie unhörbar von dannen geschlichen war, hüpfte der Morgen mit strahlender Schönheit in die Kammer. Die Sonne weckte den Schläfer. Mit beiden Füßen zugleich sprang er in den jungen Tag. Sein gier. erster Gedanke galt Amis Grab. Er wollte es schmücken, Blumen drauf pflanzen, ein Kreuz auf den Hügel sehen mit einem Täfelchen dran: Hier Hinter dem Hause floß ein Graben. Erlen und Weiden, deren Zweige bis auf den Rasen Der Schimmel trabte in einen stärker sich niederhingen, standen wie Philosophen über ihn neigenden Hohlweg hinein. Unten im Tal brei- hingeneigt. Auf dem flaren Grunde wuchsen tet sich das Dorf. Ueber den Mühlbachsteg rum- dunkelgrüne Pflanzen, zwischen deren seinem Gepelt der Wagen, vorbei an morschen Weiden- äft allerlei Wassertierchen spielten. Käfer, Spinstümpfen. Kläffende Hunde springen ihm vor nen, Kaulquappen, Frösche könnte man in dem aus. Gänse, Enten, Hühner stieben flügelschla- Graben fangen. gend und schnatterné beiseite. In den Gehöften lärmt Sofarbeit. Kühe brummen, und man riecht die Ställe. Ganz von selbst bleibt der Schimmel vor dem Bäckerladen stehen. Der Knabe springt ab. Eine bäuerische Frau tritt aus der Türe. ,, Guten Tag, Meisterin, da bin ich!" " Gutten Tag of, mei lieber Walter, guff'n Tag!" ,, Und hier ist noch jemand--!" Damit hilft der Knabe dem schweifiedelnden blinden Hunde vom Wagen. Das hatte Walter schon am selben Nachmit- ruht tage entdeckt. Während der Hund altersmüde im Grase ruhte, versuchte er mit der hohlen Hand zu fifchen, Js der Ammi dort?" Er erfaßte sofort den tiefern Sinn der Frage. Kam doch der Bäcker mit einem Manne durch den Garten, der eine Flinte auf dem Rücken trug. Er sprang rasch zu dem Hunde hin und umfaßte ihn schüßend. In Tränen blickte er zu den Män nern auf:„ Ach!" " Gute Regungen bereiten Behagen. Ein warmes Herz ist schäzenswert wie ein warmer Kachelofen im Winter. Die Armen, so da kalt sitzen! Sie schauten sich an voll wunderbarer Neu,, Komm doch herein", sagte Walter leise und schmeichelnd, als fürchtete er, sie zu verscheuchen. Hier ein Endchen rauf kannst du durchkriechen." Sie wich noch weiter. Er wurde ungeduldig. Du bist dumm. Brauchst doch nicht auszurücken vor mir!" Rückwärts tastend entfernte sie sich. Aber noch nachdem sie schon hinter der Biegung des Im Garten wars herrlich. Walter pflanzte Wegs verschwunden war, stand er und schaute, und schmückte. Von der Straße her war ein Aus seiner Versunkenheit erwacht, eilte er ihr fleines, barfüßiges Mädchen an den Zaun getre- nach. Am Ende des Dorfes holte er sie ein; ge ten und lugte über die Johannisbeersträucher rade als sie den holprigen Mühlenbachsteg be hinweg durch die bemoosten Latten. Ein Pfleg trat. Sie wandelte den Hohliveg zum höher geling der Sonne. Gebräunt waren Stirn, Wan- legenen Walde hinan. Er folgte ihr in furzem Doch der Bäcker zog ihn hoch: ,, Laß of gutt gent, Hals, Nacken, Brust, Arme und Hände, Abstand. Starkes Verlangen, sich ihr zu nähern, sein. Wie lange soll sich' n das Tier noch quäin? Beine und Füße. Schwarz und Traus die Haare, sie zu rufen, wurde gehemmt von Schen. Er Geh of a Stidel dort hin und ruf'n emal!" Dunkel wie Waldestiefe die Augen; aber leuch fühlte Beklommenheit, und sein Herz war voll Ami, Ami-!" rief der Stnabe mit schluchtend rot, wie reife Erdbeeren die Lippen. Neu- Unruh. Im Schatten der mächtigen Vorläufer zender Stimme. gierig wie ein äßchen war die Kleine. Hun des Waldes vastete sie. Er ging vorüber; aber Bert Fragen spielten um ihren Mund. Wars das ihr nahe lagerte er sich ins duftende Moos. schüchterne ,, Pst, Bit!" oder die gesammelte Straft des fragenden Blids, was ten spielenden Knaben zwang, aufzublicken? Ihm schiens, als hätte der gelbe Zitronenfalter oder der schimmernde Perlmutter mit seidnen Flügeln sein Ohr gestreift. Ursel sie war das Kind am Baun wollte ihn fragen, weshalb er so traurig sei, und was das Kreuz auf dem Hügel bedeute, und was auf dem Schildchen daran geschrieben stehe, und ob dort ettva jemand begraben liege, und wer zu erschrecken. dieser jemand sei, ob Vater oder Mutter, Schme ster, Bruder oder wer sonst, und ob er diesen Freundlich streichelt die Frau auch das Tier: ,, Nu ja, da is ja der gutte Ammi-!" Empfindungen, die in einer tiefern Etage wohnen, regten sich in den Knaben fofort beim Betreten des Hauses. Im Flur stand- wie Das Tier hob den Kopf. Der Schuß fiel. ein Stellergewölbe in die Wand hinein gebaut, ber große Baofen. Ein paar Stufen führten Der Abend troch aus der Erde und redte sich zur Feuerung hinab, deren Glut der Gefelle eben himmelwärts. Er wollte das Dunkel und schuf anschürte. Mit einem langstieligent Schieber doch das Licht; denn schon spiegelte sich der blaffe holte er nun blanke, leder braune und duftende Brote aus der oberen Kammer des Ofens heraus. Nachdem er sie auf ein schmales Brett abgelegt hatte, schob er die auf einem andern Brette bereitliegenden mehlbestrichenen Teigstüde in die Tiefe hinein. In den Woblgeruch des frischen Badwertes mischte sich der Duft aus der damp fenden blauen Staffeekanne, die im halbgeöffneten Mond im leise rinnenden Wasser des Grabens. Ein Vogel zwitscherte traumumfangen. Im Gehöft fang die Magd ein schlichtes Lied. Walter hatte dem toten Hunde den letzien Treuedienst eriviesen, ihm selbst das Grab geschaufelt und in der Arbeit seinen. Schmerz gelindert. Er war gewichen einer ruhigen Trauer, wie die graudunstige Dämmerung der durchsich Der Wald ainete tief. Sein ozonreider Odent foste die lieblichen Kinder. Bezane Bis nen, gelbe Wespen, stahlblaue und güldene Flies gen und bunte Schmetterlinge spielten in der warmen Luft. In der Hochzeitlichen Bracht ihrer Leibchen und glitzernden Flügel umgaufelten sie minniglich feusche Waldblümchen. Bast du's gestern abend knallen hören?" fragte der Junge behutsam, ums Mädchen nicht ( Fortsetzung folgt.) Dienstag, 9. November 1926. Inland. Parteivertretung der tschechischen Sozialdemokraten. Seite 3 Der Herr Juftizminister und die Wahrheit. Ein jesuitisches Dementi und seine Widerlegung. AM der Eigenschaft als Obmann des Schulausschusses das Recht und die Macht gehabt hätte, für die deutschen Schulen einzutreten. Die Agenda dieses Ausschusses habe er aber dem Obmanustellvertre ter, den Genossen Dr. Czech, übergeben, der sich um die Schulklassen in Langugest bimmern Bekanntlich brachten brachten wir vor mehreren wähnten Dementis. Remeš apostrophiert dort Sonntag fand die Tagung der Parteivertre- foll. Nun ist auch das eine Entstellung. Tagen die aufsehenerregende Meldung, daß der den Justizminister u. a. folgend: tung der tschechischen Sozialdemokraten in Prag Genosse Czech hat als Obmannstellvertreter nichts Justizminister Mayr Harting von ihren Abschluß. Nach einem Bericht des Obman anderes zu tun, als den Ausschuß zur Neuwahl schechischen Mehrheitsparteien daran gehindert nes der Arbeiterturnvereine Hummel hans des Obmannes einzuberufen. Vor allem aber wurde, nach der parlamentarischen Gepflogenheit über die Vorbereitungen zur Arbeiterolympiade haben wir ja nicht von dem Abgeordneten der Verhandlung seines Ressorts in Budgetaus im Jahre 1927 gab Dr. Meißner eine ausführ Spina und nicht von dem Obmann des Schul- schuß beizuwohnen und dort zu einer Replit auf liche Uebersicht über die politische Situation und ausschusses verlangt, daß er deutsche Schulen rette, die Ausführungen der Debatteredner das Wort legte der Tagung eine entsprechende Resolution vor, sondern von dem Minister, der doch die zu ergreifen. Wir wiesen damals darauf hin, daß die während der Verhandlungen von einer beson Macht dazu hat. Die Landpost" glaubt sich diese trasse Bevormundung eines deutschen Minideren Kommission durch beraten wurde. Nach einer aus der Schlinge zu ziehen, wenn sie uns auffor- sters durch die Tschechisch bürgerlichen ein übles eingehenden Debatte wurde sodann die Resolution dert, uns an Genossen Czech zu wenden, Vorzeichen für die großsprecherischen Ankündieinstimmig genehmigt. In der Resolution wird ,, damit, was die Bescheidenheit" der deutschen gungen der deutschen Regierungsparteien sei, nächst festgestellt, daß die allnationale Stoalition durch die Bürgerlichen, namentlich aber durch die Zollparteien durchzusehen nicht imftande ist, viel- schon durch ihren bedingungslosen Eintritt in die leicht doch der löwenmütigen Opposi Regierung ein erträgliches Verhältnis zwischen agrarische Forderung nach festen Getreidezöllen, tion des Herrn Dr. Czech gelinge." Mehrheit und Minderheit zu schaffen und die bezerstört wurde. Es heißt dann u. a. weiter: rechtigten Ansprüche des deutschen Volkes einfach „ bia facti" allmählich durchzusetzen. Unter diesen Umständen war ein Berbleiben der Partei in der allnationalen Koalition unmög Das heißt schon ernste Sorgen des deutschen Bolles zum Gegenstand alberner Wise zu lich und auch eine Rückkehr der Partei in diese toa machen. Die Landbündler scheinen in der Frech allen voran die klerifale ,, Deutsche Presse", hatte lition wäre heute nicht von Vorteil für die Arbei terschait. Diese Entschließung soll nicht bedeuten, daß die Partei auch für die Zukunft auf das Recht verzichten würde, in der Koalition mitzuarbeiten, fie ist nur eine Stonsequenz dessen, daß die bürger lichen Barteien infolge der Veränderungen, die sich in ihrer Mitte vollzogen haben, nicht fähig find, Toyal mit den Sozialisten zusammenzuarbeiten. Die Parteivertretung ist sich dessen bewußt, baß die Partei bei aktiver Beteiligung so manches Uebel zu verringern vermöchte, sie hält es aber für unmöglich, dies in genügendem, die Arbeiterschaft befriedigendem Maße zu tun, denn die Schichtung der an der Macht befindlichen Kräfte und der Klassengeist, der die bürgerlichen Parteien beherrscht, steht hier im Wege. ,, Donnerstag, den 4. November, um 9 Uhr früh, tamen Sie in das Lokal des Budgetaus schusses des Abgeordnetenhauses. Ich kam gerade in diesem Augenblick aus den Abgeordnetenbänken in den Vorsaal, der ein Bestandteil des Sigungssaales und von diesem nur durch einen Stoffvorhang abgeteilt ist. Dort haben Sie mir begegnet und in einem schlechten Tschechisch an mich die Frage gerichtet: t hier der Herr Vorsigende Bradač?" Als ich Ihnen antwor tete, daß dies nicht der Fall sei und daß er sich wahrscheinlich in den Lokalitäten seines Klubs im ersten Stod aufhalten werde, gingen Sie mit mir zuriid und wir fuhren gemeinsam im Aufzug aus dem Erdgeschoß in den ersten Sted. Sie gingen daraufhin in das Sekretariat des Klubs der Abgeordneten der republikanischen Martei, mo sich jene Begebenheiten abspielten, über die einige Zeitungen Meldungen brachten, die zu dementieren sie für zweckmäßig erachten." Es wird wohl auch den Herrn Justizminister nossen Remeš zu bezweifeln. Seine ergevener Die Presse der deutschen Regierungsparteiler, heit einer solchen Argumentation die letzte Ret die eherne Stirn, diese ihnen freilich höchst untung zu erblicken. Da sie in der Regierung nichts die eherne Stirn, diese ihnen freilich höchst unerreichen können, machen sie die Opposition für angenehmen Feststellungen einfach abzuleugnen. Namentlich die Deutsche Presse". die Mißerfolge verantwortlich. Dasselbe hätte die alltschechische Koalition den Deuschen gegenüber dem Juſtizminister Dr. Mayr- Harting wieder, in nicht einfallen, diese klaren Feststellungen des Gegab eine Unterredung eines ihrer Redakteure mit auch tun sich, man fönnen und die„ Bandpost" gestehe ehr- ber es hie was sie etwa bor vier Jahren gesagt hätte, wenn ein tschechisches Regierungsblatt eine For derung, sagen wir des Herrn Abgeordneten Spina, ptit der Bemerkung beantwortet hätte, es sei nicht Sache der Regierung und der Mehrheit, sondern der Opposition, die deutschen Schulen zu retten. Damals hätte die ,, Bandpost" wahrscheinlich jene Antiport gefunden, die sie sich nun selbst geben mag. Die deutschen Wähler, die weiter um ihr Recht auf die eigene Schule gebracht werden, sollten sich den dummen Witz des deutschen Regierungsblattes, das mit der deutschen Schule Schindluder treibt, für die große Abrech nu'ng bormerken. Die Behauptung, Justizminister Dr. Mahr- Pressefulis werden sich wahrscheinlich hinter die Harting sei Donnerstag vormittags im Budget- echt jesuitische Auslegung zurüdziehen ausschuß gewesen, ist unwahr; damit bricht wollen, eigentlich sei der Herr Justizminister ja von selbst jedes Gerücht über eine doch nicht im Ausschuß, sondern nut angebliche Kontroverse zusammen." im Vorraum des Ausschußzimmer gewesen, und damit bestünde das Dementi ja doch Und weiter heißt es: zu Recht. Man kann auf das verlegene Geftammiel der ertappten Lügner wirklich neugierig sein. ,, Da sich die Verhandlung über das Innens ministerium hinauszog und unterdessen eine be- Auch die Ausrede von dem ,, wichtigen reits angesetzte, dringliche Ministerrats Ministerrat" ist natürlich eine verlegene AusDadurch ist auch die Stellung der sigung begann, konnte der Justizminister selbst- rede, da nach Zeitungsmeldungen sich der Minia Partei zu der Regierung und Majori verständlich nicht im Budgetausschuß erscheinen." sterrat erstens nur mit belanglojen laufentät gegeben. Die Parteivertretung beauftragt Dieses Dementi hat der Herr Universitäts- den Angelegenheiten befaßte, zweitens den Exekutivausschuß und die parlamentarischen professor und Justizminister Dr. Mayr- har- eine Konferenz der Wirtschaftsminister, die vorher Klubs der Partei, gegenüber der immer mehr auf- Ein slowakisches Landsmannministerium? ting mit seinem Namen gedeckt; außer stattfinden sollte, eben aus dem Grunde verscho strebenden wirtschaftlichen, sozialen und fulturellen Die Sidove Noviny" melden, daß den wichtig, dem hat der Vorsitzende des Budgetausschusses ben wurde, um dem Minister Cerny das ErReaktion alle Errungenschaften zu versten Punkt der Besprechungen der slowakischen Bradač, der die erwähnte Zeitungsmeldung scheinen vor dem Budgetausschuß zu ermöglichen, teidigen, die auf diesem Gebiete erreicht wur. Barlamentarier die Frage des Ministeriums für natürlich ebenfalls dementierte, ausdrücklich auf voraus hervorgeht, daß eher eine Ministerbespre den, und mit der allergrößten Entschiedenheit die die Verwaltung der Slowakei sei. Da die flowa- bas oben zitierte Dementi in der nächsten Folge chung verschoben wird, als daß ein Minister der Angriffe der Mehrheit auf die Armen fische Volkspartei bereit ist, die Zeitung zweier der Deutschen Presse" hingewiesen und damit Debatte im Budgettausschuß fernbleiben müßte, auf den Fortschritt und die Demofra Saue zu übernehmen, erkenne sie damit die ge- diese verlogene Richtigstellung ebenfalls und drittens hat die Deutsche Presse" uns immer tie abzu mehren. Ganz besonders aber forbert genivärtige Gaucinrichtung de facto an; die Ein autorisiert. noch nicht erklärt, warum der Herr Minister dann sie von ihnen, die Errungenschaft der Sozialver richtung von Gauen mache aber das Preßburger Jeder, der auf Ministerivorte noch etwas nicht wenigstens am Freitag vormittag sicherung zu schüten, auf eine schleunige Ber- Ministerium für die Verwaltung der Slowakei gibt, mußte daraus die Ueberzeugung gewinnen, im Ausschuß erschien, wo er doch sicher durch keimirtlichung des Gesetzes über die Unterstützung der zu einer überflüssigen Institution und Baubewegung hinzuarbeiten und energisch auf so denke man daran, den Sitz dieses Ministeriums daß tatsächlich gar nichts derartiges ge- nen Ministerrat zurückgehalten war. chehen sei und daß wir uns unsere Meldung Wir aber fragen den Herrn Minister und die die Lösung des lastenden Problems der Arbeits nach Prag zu verlegen, wo es eine ähnliche Auf- aus Böswilligkeit oder zumindest aus Sensations- gesamte Oeffentlichkeit, die es wahrscheinlich satt losigkeit zu drängen. Ihr entschiedenes Vorge- gabe zu erfüllen hätte wie die feinerzeitigen lust einfach aus den Fingern gesogen hätten. Wir hat, sich derartig hinters Licht führen zu lassen: hen habe sich vor allem auch mit der Steuerre Bandsmannministerien in Wien. Die Errichtung haben gleich nach Erscheinen dieses Dementis form der Regierung zu befassen, welche ben direl dieses Ministeriums wäre demnach eine Art Sarauf hingewiesen, daß dem nicht so ist und Ist es eines Politikers vom Range des ten Gegensatz zu den Bersprechungen bildet, mit de Sompromiß zwischen der Institution der Gaue daß es, wie sich immer flarer herausstellte, tat- Herrn Justizministers würdig, auf die Fest nen die Steuerzahler jahrelang bertröstet wurden. und den Autonomieforderungen der Slowaken. sächlich bei dieser Gelegenheit zu einem ernsten stellung unangenehmer Nachrichten in einem Teil Dieser Entwurf ist sichtlich von Schaden für die Die mährischen Gemeindefunktionäre gegen Konflikt zwischen den deutschen und tschechischen der Presse mit derartig jesuitischen MähArbeiterschaft. Auch die Gesetzesvorlage über die Re- die Drosselung der Selbstverwaltung. In Brinn Regierungsparteien fam, der nur dadurch beigelegt en wie es die Abfaffung des zitierten Dementis gelung der Finanzwirtschaft der Selbstverwaltung fand eine Tagung der tschechischen mährischen wurde, daß Mayr- Sarting sich dem in feinem Leibblatt war, zu reagieren? Hält er beweist, daß die tschechisch deutsche bürgerliche Koa Selbstverwaltungsbörper statt, die von den Ber- Diktat der tschechischen Koalitions es für ein ehrliches politisches Kampfmittel, auf lition das Ziel verfolgt, in unerhörter Weise die tretern der Gemeinde- und Straßenausschüsse im freunde bedingungslos beugte und solche Weise die Oeffentlichkeit zu täuschen? Kräfte der demokratischen Autonomie zu unterwih ganzen von etwa 200 Delegierten besucht war. aller parlamentarischen Tradition entgegen den Und was sagen die Herren von der Deut len, die in den allerschwersten Zeiten ein großes Die Konferenz nahm eine Entschließung an, in der Verhandlungen des Budgetausschusses fernblieb. fchen Presse" dazu, die auf Grund dieses feWert zum Nußen des Bolles und der Republik ge- fie die Regierungsvorlage über die Drosselung Nun bringt die Bilsener Nova Doba" mojen Dementis mit henchlerischen Augenaufas leistet hat. Gegen diesen Plan muß die Partei ben der Selbstverwaltung ablehnt. Verlangt wird die in einem offenen Brief des Abgeordneten Geschlag Zeter und Mortio über die unwahre Be allerentschiedensten Kampf führen. Aufhebung des Heimatsrechtes und die Erfeßung nossen Rentes einen neuen unumstößlichen Berichterstattung jener Presse schrien, die es wagte, desselben durch die einheitliche Staatsbürgerschaft. weis für die Lügenhaftigkeit des oben er- die Blamage ihres Ministers offen aufzudecken? Der Kongreß weist darauf hin, daß das Hei ats recht heute veraltet ist und nur noch in der Armenpflege eine Begründung hat. Es wird nun vorgeschlagen, daß die Armenversorgung der Staat übernehme, weil die Gemeindemittel nicht Mit Bergnügen begrüßt sie die Annäherung mehr ausreichen. So weit es sich um die Arbeitsder sozialistischen Parteien, während sie mit Bebau Lofigkeit handelt, verlangt der Stongreß ein Gesetz ern feststellen muß, daß die kommunistise über die Zwangsmeldung der Arbeitslosen. Ge Partei in der Tschechoslowakei auch unter den naut fo fordert der Kongreß, der Staat möge die heutigen schweren Verhältnissen in dem unwürdigen Schullaften übernehmen, weil die einheitliche Er destruktiven Kampfe gegen die Sozialdemokratie ziehung der Bevölkerung eine Aegelegenheit des fortfährt, obwoh: sie in keiner Weise ihren Kampf Staates ist. Ebenso sprach sich der Stongreß für gegen das reaktionäre bürgerliche Regime verstärkt, staatliche Straßenabgaben aus, weil auch diese demgegenüber sie sich mäßiger und verträglicher vers Ausgaben die Kräfte der Genteinden und Bezirte hält, als gegenüber den früheren politischen Forma- übersteigen. Der Kongreß forderte weiter, daß bei fionen, in denen unter Mitwirkung der sozialistischen der Waldreform vor allem den Gemeinden Wäl Barteien bedeutende Konzessionen für die Arbeiter der zugeteilt werden. Schließlich wird verlangt, der Staat möge mehr Rücksicht auf den Kredit der schaft erzielt worden waren. Gemeinden nehmen. Die Parteivertretung begrüßt den Fortschritt in der Bereinheitlichung und Annäherung mit ten übrigen Parteien des konstruktiven Sozialismus und namentlich das freundschaftliche Verhältnis zu den andersnationalen sozialdemokratischen Parteien der Republik Weiters wurde beschlossen, den nächsten Parteitag der t'chechischen Sozialdemokratie für den 15. bis 18. April 1927 nach Prag einzuberufen. Die Reichsregierung im Konflikt mit dem Reichstag. Sie weigert sich, einen Reichstagsbeschluß über die Erhöhung der Arbeitslo enunterstüßung durchzuführen. Berlin, 8. November.( Eigenbericht.) Im man jedoch, daß sie das nicht hun werde, wil sie Reichstag gab es heute eine aufregende Sigung von der Anschauung ausgehe, daß der Beschluß bei der Behandlung der Arbeitslosen des Reichstages für sie nicht bindend sei, da die fürsorge. In Uebereinstimmung mit der Erwerbslosenfürsorge auf dem Verordnungswage Regierung hatten die Regierungspartelen im Aus- durchgeführt werde, es sich also um feine Vorlage schuß durchgescht, daß nur eine zehnprozentige der Regierung an den Reichstag handle, deren Erhöhung der Unterstüßung für die Haupt- Ablehnung ein Mißtrauensvotum bedeutet hätte. Inzwischen hat die Regierung eine neue empfänger bewilligt werde. Die Sozialdemokraten beantragten nunmehr heute in der Plenarsißung Verordnung veröffentlicht, in der die Säße nur eine Erhöhung der Unterstüßungsfäße um 30 nach den Anträgen der Regierungsparteien erhöht Prozent für Hauptempfänger und um 20 werden. Prozent für die Familienzuschläge. Dieser Antrag wurde auch mit 205 gegen 141 Stimmen angeund zwar stimmten auch die nommen, Deutsch nationalen dafür, obwohl sie nachträglich erklärten, daß fie im Grunde gegen diesen Antrag seien. Telephonstreit in Desterreich? Passive Resistenz ab heute mittag geplant. Wien, 8. November.( Eigenbericht.) Die Regierung hatte vorige Woche den Bundesange= Nach der Abstimmung erhob sich der Reichs- stellten Bugeständnisse gemacht, durch die der arbeitsminister Brauns, um im Namen der Konflikt beigelegt wurde. Den Telegraphen- und anwesenden Regierungsvertreter zu erklären, daß Telephonangestellten, die in der Technischen Union dieser Beschluß nicht durchgeführt würde. organisiert sind, verweigerte sie aber auch diese Die Deutschnationalen begründeten ihre Zu fargen Zugeständnisse. Infolgedessen hat die Der Budgetausschuß setzte heute nachmittag die Debatte über das Schulbudget fort, worauf der Minister Dr. Hodža die deutschen Beschwerden Die Landbündler und die deutsche Kultur. über die Benachteiligung des deutschen Schulwesens Wie die Landbündler den Kampf um die deutsche zu entkräften suchte. Der Ausschuß ging dann noch Schule und damit um die kulturellen Güter der in die Beratung der Kapitel Eisenbahnen, Bost deutschen Nation überhaupt führen, zeigt mit und Telegraph ein und vertagte sich dann gegen aller wünschenswerten Deutlichkeit eine Bolemit balb 10 Uhr abends auf morgen. ber ,, Deutschen 2 and post" gegen den, Sozial- Neuer Präsident des Bodenamtes. Der bisdemokrat", die eine Antwort auf eine sehr berech- herige Präsident des Bodenamtes Dr. Vistovsky, tigte Frage darstellen soll. Wir hatten uns die der für die Zeit der Ausübung seines Abgeord Anfrage erlaubt, was der Herr Minister netenmandates beurlaubt war, hat auf diese FunkSpina, der ehemals, und zwar vor gar nicht tion verzichtet. Zum neuen Präsidenten des Bo- stimmung damit, daß sie den Regierungsparteien Technische Union am Samstag beschlossen, Diena lo langer Zeit Obmann des deutschen Schulaus- denamies wurde der bisherige Sektionschef Dr. schusses war und seinerzeit einen Antrag auf Johann Vosenilek ernannt. Der neue Präsident Schaffung der Schulautononte im Parlament steht im 38. Lebensjahr. eingebracht hat, für die bedrohte deutsche Shule in Langugest zu tun gedente. Wir schrieben zu dem Fall Langugest und zu der Rolle, Die Spina nun spielt:„ Gelingt es ihm nicht, diefen neuerlichen Schulraub zu verhindern, so zeigt sich noch klarer die völlige Machtlosigkeit der deut chen Bollparteien in den einfachsten fulturellen Senatsausschüsse. Sitzungen Fragen." Die„ Landpost", die anscheinend mittwoch, den 10. November der volkswirt mit sehr dummen Sefern rechnet, antwortet in einer Notiz, in der sie demagogisch vom„ Abge- schaftliche Ausschuß um 10 Uhr und der verfaß ordneten" Spina spricht, obwohl wir an den fungsrechtliche Ausschuß um 15 Uhr; Don Minister Spina appelliert haben. Sie tut fer- nerstag, den 11. November um 14 Uhr der Budge tausschuß. ner so, als ob der Herr Minister nur in seiner Die Disziplinaruntersuchung gegen Gajda wird nicht, wie es ursprünglich hieß, in den nächsten Tagen beendet sein, sondern soll nacy tschechischen Blättermeldungen noch einige Wochen beanspruchen, da sich im Baufe der Untersuchung große Schwierigkeiten ergaben. halten ab: feine Möglichkeit geben wollten, mit wechselnder tag frith mit der passiven Resisten; einzuseßen. Mehrheit zu regieren; die Sozialdemokratie habe Beute haben neue Verhandlungen stattgefunden dadurch Gelegenheit bekommen, zu zeigen, ob sie und die Regierung hat auch kleine Zugeständnisse die praktischen und parlamentarischen Folgerungen gemacht. Daraufhin hat die Technische Union beschlossen, um der Regierung und der Bevölkerung aus der Annahme ihrer Anträge ziehen will. Der sozialdemokratische Sprecher bezeichnete ihren guten Willen zu beweisen, den Beginn der diese Tattit der Deutschnationalen als hinterhältig passiven Resistenz auf morgen mittag zu verschie und um jo verwerflicher, als sie sich auf dem ben, damit die Regierung die Möglichkeit habe, Rüden der Erwerbslosen abspiele. Da ein Antrag den Telegraphen- und Telephonangestellten noch auf Abbruch der Beratungen ebenfalls keine weiter entgegenzukommen. Falls die Regierung fein genügendes EntMehrheit fand, machten die Regierungsparteien durch ihre Abfentierung das Haus beschluß- gegenkommen beweist, würde morgen mittag die unfähig. passive Resisten; beginnen, die zunächst Pen durch ihre Absentierung das Haus beschluß- gegenkommen beweift, würde morgen milag nie Man glaubte zuerst, daß die Regierung die Telegraphen- und Telephonbetrieb lahmlegen Folgerungen aus dieser Niederlage ziehen und würde. zurüdtreten werde. Am späten Abend hörte Seite 4 Bürgerliche Wirtschaftspolitik und arbeitende Klaffen.] I. Drei Meldungen eines Tages. Tagesneuigkeiten. Ein Dentmal für Bittor Adler und Bernerstorfer. Dienstag, 9. November 1926. flagen, daß die Großbauern eine Milliarde Stronen durch die Zölle profitieren, die Arbeiter aber die Erdäpfel nicht mehr bezahlen können, auf die Gesamtsumme der Güter fontnit es an und nicht auf die Verteilung! Das völkische Endziel ist faufen, weil er ja sonst die auf Grund späterer dann wahrscheinlich eine Gesellschaft, in der sich Auf dem Wiener Zentralfriedhof. hunderte Millionen Menschen in Schweiß und Geseze zu erfolgende Aufteilung des Bodens zuDer Zucker soll schon wieder teuerer werden. Not abrackern, damit ein paar tausend die Gesamtnichte gemacht hätte. Dieses Gesetz wurde als Man muß sich die ganze Geschichte des Buf eine Errungenschaft der nationalen Revolution friedhof in Wien ein prachtvoller, vom Parteivor nur wundern, daß der Sozialismus überhaupt Sonntag vormittags wurde auf dem Zentral- fumme der Güter genießen. Da fann man sich ferpreises in den letzten Monaten ins Gedächtnis von 1918 angesehen, waren doch die meisten stand der österreichischen Sozialdemokratie errich unter den Arbeitern Anhang gefunden hat und rufen, um die ganze Infantie zu erkennen, die Großgrundbefizer Nichttschechen oder unverläß- tetes Grabdenkmal für Viktor Adler und Engelbert nicht alle Proletarier begeistert die Theorie der in der Absicht der Industriellen liegt, den Zutliche Tschechen. Obzivar nun die Bodenreform Bernerstorfer enthüllt. Zu der Feier hatten sich Füh. Sakenkreuzler nachbeten, die ja schließlich so alt fer ab 1. Dezember abermals verteuern. Vor insbesondere in der Slowakei nicht völlig durchrer und Angehörige der Partei und Hunderte Ord ist wie das Elend und der Reichtum selber. Denn dem Inkrafttreten des neuen Zuckersteuergesetzes, geführt ist, soll, wie ein gestriges klerikales Blattner des Republikanischen Schutzbundes einge- seit Menschengedenken haben die Reichen erim Sommer dieses Jahres, fostete der Zucker meldet, von der Regierung ein Gesezentwurf flärt, daß es auf den Besitz nicht anfäme 440 Kč. Die Boll und Kongruamehrheit be- ausgearbeitet worden sein, durch welchen die über funden. III. Ardas Pernerstorfers. zur von der schloß nun zur Deckung der Staatsbeamtenvor- die Großgrundbesite verhängte Sperre aufgeho- Nach gesanglichen und musikalischen Vorträgen und daß der Neid eine scha bige Eigenlage die Zuckersteuer um 60 Kč zu erhöhen, woben wird. Dadurch würden die Großgrundbefit- unter Prof. Schoofs Leitung schilderte Bürgermei- schaft sei. von nach dem Versprechen des Finanzministers zer wieder die Freiheit erlangen, von ihrem Bo- ster Genoffe Se is, was Adler und Bernerstorfer Engliš im Budgetausschuß des Abgeordneten- den so viel zu verkaufen, als ihnen beliebt und für die Entwicklung des Proletariats in Oester- Bom roten zum schwarzen Hemd. In hauses 40 Kč die Produzenten, 20 Kč die Kon- nach Herzenslust Hypothekenkredite aufzunehmen. reich bedeutet haben, wie sie in nimmermüdem sumenten, hätten auf sich nehmen müssen. Der Die Aufhebung der Bodensperre soll eine der Wirken voll Tatkraft und Schaffensfreude an dem einem Namen drückt sich die Höhe und der NieZucker hätte also ab 1. Oktober 460 Kč tosten Stonzessionen sein, mit denen der Eintritt der Ausbau der Partei, die Agler erst so recht begrün- bergang des italienischen Nationalismus aus, sollen. In den letzten Septembertagen aber be- Slowaken in die Regierung erkauft wurde. Jns- det hatte, gearbeitet haben. Der Rebner gedachte der Weg vom schwärmenden Idealismus schloß das Zuckerkartell den Preis des Zuckers besondere sollen dadurch die Kirchengüter in der der geistigen Kräfte und der blendenden Führergabe stinkenden Gemeinheit, vom aufopfernden HeldenUnd dieser mit 502 Kč festzusetzen, d. h. den vollen Betrag Slowakei vor dem Zugriff des Bodenamies ge- Viktor Adlers und der erzieherischen Qualitäten zur getauften Lockſpipelei aus. eine Name ist der heiligste Name aus den Jah der erhöhten Steuer und noch 2 Ke mehr auf schitzt werden, ren der Einigungstämpfe Italiens: Garibaldi der Konsumenten zu überwälzen. Die Regie Im Namen der Gewerkschaften erinnerte Jawohl, es ist der leibliche Enkel des Führers Hält man zu diesen Plänen der schwarzrung legte sich nun ins Mattel. Start daß sie grün- goldenen Regierung noch das Entgegen- ueber daran, daß die beiden Männer, denen der Tausend von Marsala, des Einsiedlers von jedoch die in ihrem Profitstreben unersättlichen kommen des Bodenamtes dem Senator Ledebour heute das Ehrendenkmal gesetzt wird, zu den wahr Caprera, der in Paris als angeblicher Antifascist Zuckerbarone gezwungen hätte, den Zucker um gegenüber 260 Kč zu verkaufen, wie dies dem Bersprechen zungen behält der den größten Teil seiner Be- haft Großen der Partei gehören, die sich auch für die Emigrantenmaste trug und nun dann kann man sich eine die gewerkschaftliche Bewegung, der sie das größte französischen Polizei als befoldeter Spitel Mussodes Finanzministers entsprochen hätte, einigte sie Borstellung machen, wie die Bodenreform fünf- Verstandnis entgegengebracht haben, immer warm linis enthüllt wurde. Der Großvater hat sechssich mit dem Zuderkartell auf einen Preis von einsetzten. Das werden ihnen die in den Gewerk- unddreißig Jahre, von 1834 bis 1870, für die 488 Kč, so daß sich die Konsumenten von der fighin praktiziert werden wird. schaften organisierten Arbeiter niemals bergessen. Freiheit und Einheit ein Leben der Kämpfe, der Zuckersteuererhöhung nicht 20 sondern 48 Kč aufIm Namen der österreichischen Genossenschaf- Abenteuer und der Verbannung geführt. Jede laden lassen mußten, die Fabrikanten aber statt Wirtschaftskrise und Unternehmtergewinne. ten wies Präsident Eldersch darauf hin, wie sehr Verschwöruna gegen die österreichische Fremdherr 40 nur 12 Kč auf sich nahmen. Dies alles geAdler und Pernerstorfer auch die genossenschaftliche schaft hatte ihn zum Mitglied, jeder Krieg gegen Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit den schah, obzwar die Festsetzung des Preises mit 488 Kč dem unerhörtesten Wortbruch eines Mi beitern, Risengewinne den Unternehmern, Bewegung gefördert und sie über manche schwie- Habsburg zum Mitkämpfer. Er war der lezte, nisters gleichkam. Wir vermuteten schon damals, ist die heute geltende Arbeitsteilung. Nur ein rige Zeit hinweggeführt hätten. Immer wären sie der nach Radetzkys Siegen 1848 mit seinen Freio daß die Fabrikanten die Regierung nach allen Beispiel: In der Zeit, wo Beschäftigungslosig für die genossenschaftlichen Bestrebungen zur Stelle scharen Widerstand leistete und, unbesiegt auf den Regeln der Kunst übers Ohr gehauen hatten, feit und Teuerung die Arbeiter ins Elend fto- gewesen. Würden sie heute noch leben, so wären fie Schweizer Boden vor der Uebermacht zurückweiOtken wie wir durch die Artikelferie über mit der Lage der Arbeiterklasse zufrieden, die sich in chend, wenige Wochen später in Rom gegen die weil dieser Preis nur für zwei Monate Of Ben tober und November Geltung haben sollte Deutschböhmens Wirtschaft bis ins Einzelne nach den acht Jahren seit dem Tode der beiden so pracht Pfaffenherrschaft die Fahne der Revolution erho ben hat. Seine Freischaren fämpften 1859 mit. und daß die Zuckerwucherer an eine neuerliche weisen hat die Smichower Aktienbrauerei im boll entwickelt hat. Preiserhöhung ab 1. Dezember denken. Das ist verflossenen Jahre einen Reingewinn von Schließlich ergriff Genosse Austerlit für und am 11. Mai 1860, dem heiligen Tage des nun tatsächlich der Fall, ab 1. Dezember soll der 4,376.620 Kč erzielt, d. i, um 376.000 Kč mehr die Redaktion der Arbeiter- Zeitung" das Wort vormussolinischen Italiens, landete er mit seinen Zuderpreis auf 502 Kč erhöht, damit also die als das Aftienfapital beträgt. Der Reingewinn und zeichnete ein Bild Adlers und Bernerstorfers Tausend in Marsala, den Kampf eröffnend, der volle Erhöhung der Steuer auf die Konsumen beträgt 109 Prozent des Aktienkapitals! Dabei als Mitarbeiter der Arbeiter- Zeitung". Ueber die mit dem Sturze der neapolitanischen Bourbonen ten überwälzt werden. Damit hatten also die ist zu beachten, daß das Aktienkapital im Vor- Schwierigkeiten des kleinen Anfangs hätten sie das und mit der Einigung Italiens endete. Das JtaZuckerfabrikanten ihr Ziel vollständig erreicht. tahre von 3,000,000 auf 4,000.000 Kč erhöht Blatt weitergeführt und höher entwickelt und wären lien von heute hat ein anderes heiliges Datum, Gleichzeitig hat die Regierung ihre hohe Steuer, wurde, ohne daß die Aktionäre auch nur einen nicht nur Kollegen sondern Freunde und väter den Tag des Marsches der mussolinischen Räuber die Konsumenten teuere Preise. Wenn die Re- Heller dazu gegeben hätten, weil diese Erhö- liche Berater der anderen Redakteure gewesen, die banden auf Rom. Also ziemt es diesem mussoli gierung noch einen Funken von Verantwortungs- hung bis auf die letzte Krone aus dem vorjäh- es immer als Glüd empfunden haben, mit solchen nischen Italien, daß es einen anderen Garibaldi gefühl hätte, müßte ihr die Historie vom Zucker- rigen Reingewinn bestritten wurde. Die Attio- Männern zusammen zu arbeiten. War Adler der habe: Nicht Giuseppe Garibaldi, der nach preis von Juni bis November die Schamröte ins näre haben also in einem Jahre etwa 130 Pro- überragende Ratgeber und Führer, so hat es Per- Eroberung von Neapel den Annunziataorden abzent des eingezahlten Kapitals verdient. nerstorfer durch seine Fröhlichkeit, durch seinen Op. lehnte und sich in die Armut seiner Einsiedelei timismus und feine wißige Schlagfertigkeit der auf Caprera still zurüdzog, sondern den Obermocht, auch in schwierigeren Tagen das Vertrauen sten Riccioto Garibaldi, der für fünfhunderttauauf eine günftige Wendung immer wach zu halten fend Franken seine vor der Gewaltherrschaft der Fascisten flüchtigen Boffsgenossen brompt an den Nach dem Abfingen des Biedes der Ar Galgen liefert. Auf Giuseppe Garibaldi, der. lich verdienen. Proletarier, die für 50 beit" und der Intonierung des Sozialistenmar Napoleon und Viktor Emanuel zum Troy, int Die Beseitigung der Bodensperre bei den Kronen das Leben ristieren und fches wurde das Grabmal in die Obhut der Wie- tollfübner Fahrt auf einer Barte von Caprera Großgrundbesißern. Nichtstuer, die in einem Jahr 130 ner Arbeiterschaft übernommen. durch die italienischen Streurer nach Floren; und Der Feier hat auch Dr. Friz Adler, sowie die dem Kirchenstaat eilt, um den Kampf für die Bevor die Bodenreformgesetze beschlossen Prozent ihres Rapitals als Rein die gewinn einsteden das ist das Witwe nach Engelbert Bernerstorfer beigewohnt. Befreiung Roms gegen Napoleons Zuaven wurden, wurde über die Großgrundbesitze fapitalistischen Wirt An dem Grabmal, das gegenüber den Marzobelis- wagen, folgt sein Enkel, der, in sicherer Ruhe in Sperre verfügt, d. h., fein Großgrundbesizer Bild fen gelegen ist, wurden zahlreiche Kränze der Be- Baris fibend, bald italienisches Geld einfact, unt durfte auch nur ein Stückchen seines Bodens ver- schaft in der Tschechoslowakei. zirks und Jugendorganisationen niedergelegt. italienische Emigranten auszuliefern, bald fran zöfifches, um tatalonijche Separatisten zum Butsch aufzuheben und die Aufgebetten dann seinen Geldgebern zu verraten. Die Rothemden Gari baldis waren einst das Symbol des italienischest Die Schwarzhemden Mussa Freiheitswillens. baldis waren einst das Symbol des italienischen linis haben sie abgelöst. Die Erinnerung an den Zug der Tausend und an die Befreiung Südita Freiheitsdränge mit Rizinusöl besänftigen läßt. fiens, was sollte sie einen Geschlecht, das seine Sein Garibaldi hat sich zeitgemäß aus einem Frei scharenführer in einen Agent provocateur vers Geficht freiben, Wie lange wollen sich die arbeitenden Klai sen den Wucher der Kapitalisten und den Wortbruch der Regierungsparteien gefallen lassen? II. Rundfunk für Alle! Programm für heute, Dienstag: Prag, 372. 11: Mittagsfonzert, 1. Siede: Erwartung. 2. Strauß: Quadrille und Bolta, 3. Grieg: Entführung. a) Ases Tod. b) Arabischer Zanz. 4. Schumann: Märchen. " Demon" er= In der Konferen; der westböhmischen Re. viere wurde, wie wir an anderer Stelle wähnen, erzählt, daß es Säuer gibt, die unter Einsatz ihres Lebens der 50 bis 90 Kč wöchent Meffias" Beethoven: Egmont Ouvertue Gefänge. Beethoven: 5. Symphonie. wirtschaftlicher Rundfunk. 14: Börsennachrichten, Sammermusit. 1, Beethoven: a) Conate E- moll. b) An die Pergolefe: München, 485 12.30: 410, 13.30: Seiteres Orchesterkonzert. Trio. Schobert: Quartett, 17: Jugendſtunde. wandelt. der zu „ Mittagswende", Drama von Claudel. 22.25: Erfindun gen und Entbedungen. Frankfurt, 470, 15.30: Jugendſtunde, 16.30: Orchesterkonzert. 17.45: Di Buddenbrooks. Die Sozialistische Jugend" konfisziert. Das 19: Altdeutsche Tafelmalerei. 20.15: Shimann Brahmsgeipzig, 452 16.30: Organ unseres Jugendverbandes, das mutig geAbend. 21.15: Sofaldichtungen. Baußnern- Feier. 19.15; Was ist uns Schiller? 19.45: Das neue Deutschland. 20.30: Orchesterabend. Händel: Arien aus gen die Reaktion und gegen den Militarismus echubert: 3met fämpft, ist der Beschlagnahme verfallen. Der Zen6. Tyd: a) In- Schallplattenfonsert. 16: Frauenstunde. 17: Nachmittags: for fand Anstoß an einer Notiz, die die Handlun nacholaleri: Mujilboje. 8 Sasler: Brag, bas mujit. 21:„ Der tapfere Raffian Singiel gert 15.30: scharfen, aber gerechten Stritik unterzog. Außer niges Gebet.») Blumen unterm Gonee. c) Menuette be fonzert. 19.15: Seitere Lesestunde. 19.45: Wiener Operetten. gent der Karlsbader Zensurbehörde einer zwar Herz Europas. 12: 3eilsignal, Pressenachrichten und landLand: Märgenprinseſſin. 16: Kammermusit, Afplmaber: Quartett dem gefiel dem Herrn Zensor der Abdruck einiger Hoffnung. Adelaide. Trio b- bur. 17.30: Börsennachrichten 17.45: Börsen und Börsengeschäfte. 18.30: ueber Bogel Briefstellen nicht, die aus dem Schreiben eines amt und Hopfenmarktpreise, 18: Deutsche Sendung. Jo fub 19.30: 3ar und Zimmermann". Komische Oper von 1. Oktober eingerückten Genossen stammen und die -Verhältnisse wahrheitsgetreu schildern, unter denen die Soldaten zu leben gezwungen sind. Der finan- Auf dem nicht mehr ungewöhnlichen Weg... zielle Schaden, der dem Jugendverband durch diese Jin dem ländlichen Vorort Köbus, Flittard, ist, wie die„ Rheinische Zeitung" meldet, die ge wächst, ist enorm. Allerings irren die Behörden famte tom munistische Jugendabtei wenn sie meinen, daß sie so etwas an dem Kampf lung zu einer rechtsradikalen Organija Militarismus und Reaktion ändern können. tion übergetreten. Den jungen und den erwachsenen Arbeitern wird nichts anderes fein als ein guter Anschauungsunterricht über die tschechoslowakische Demokratie und ein Ansporn zu weiterem unermüdlichen Stampf gegen die finsteven Geivalten, die in diesem Lande die öffentliche Meinungsfreiheit brutal nebeln. 00000000 bannes raidil, Trag: Praktisches Künstlertum. 18.15: Lorbing. Landwirtschaftlicher Rundfunt. 18.30: Rinderstündchen. Dem 18.45: Ufer des Adriatischen Meeres entlang nach Neapel, Borirag. Allfonzert- Empfänger, Berstärker und deren Bau. 19.15: Landwirtschaftlicher Bortrag auf 1110. 20: Wettervoraussage. 5. 000 20.02: Rongeri. 1. Glud Molt: Ballettmuff. Um den siebenstündigen Arbeitstag begribete Maßnahme der Zenfurbehörde er 2. Beethoven: Arie aus Fidelio. 3 Beethoven: Romanze f- dur. 4. Wagner: Gral- Erzählung aus„ Lohengrin". Arie 5. Smetana: Wagner Hohmann: Tannhäuser. des Dalibor. 7. Rezitation. 8. Leichte Musit. 21: 3eitsignal. 22: Leyte Nachrichten. Uebersicht der Tagesereigniffe, Sportund Theaternachrichten futen, Groten, Wetter- und Bressenachrichten 17.40: Grauen4. Smetana: Arie aus„ Die verkaufte Braut" 5. Saint Budapest, 560. 17.02: Orcheſterfonzert. 18.20: Rabiogegen Ein entgegenkommender Professor. Der Affi stent an der Wiener Technischen Hoch chule Bascher, der wegen Verkaufes on Prüfungsfragen an Studenten ange flagt war, ist wegen Betruges zu acht Monat ten schweren worden. Rerkers verurteilt Konferenzen Baldwins mit den Bergarbeitern. London, 8. November. Baldwin empfing Brünn, 521. 14.30: Brager Effektenbörse, Tevisen, Ba- heute nachmittag Vertreter des Exekutivkomitees diese Tätigkeit der tschechoslowakischen Zensur umschan.„ Die Kartoffel in unserer Nahrung." 18: Beit der Bergarbeiter, um sich über die Stellungnahme zeichen. Landwirtschaftsfunt." Di Imierei in der Schweis des Ausschusses zu der von der Regierung ausgeund in Deutschland." 18.20: Bortrag. Der Humor in den ruffischen Legionen," 19: Stonzert. i." Meubelssohn: Com- arbeiten Kompromißformel unterrichten zu lassen. mernachtstraum" Duberture. 2. Carafate:„ Romanaa AndaDie Konferenz vertagte sich um 7 Uhr 45 auf Die Konferenz vertagte sich um 7 Uhr 45 auf fusa. 3. Brahms:„ Prei Rieder". 4. Berot: Ballettszene", Das Testameni 9 Uhr. Die Frage der Arbeitsstunden bildet noch 5. Dvořal: Elawischer Zana". 20: Sörspiel. des Herrn auf Lufawit", Ginalter von Vrchlickv. immer ein kritisches Problem in den Verhandlun Völkische Ideale. In dem in BraunauerMasaryk verreist. Bräsident Masaryk reift Breßburg, 300. 18.15: Vortrag. Plauderei für Kinder," 18.30: Arienabend. 1. Buccini: Arie aus Zusca". 2. Verdi: gen. Die Bergarbeiter scheinen darauf zu bestehen, nationaler scheinenden Deutschen Boten" ließ sich vor Mitte der nächsten Woche nach Aegypten. Die Arte aus„ Ein Maskenball 3. Verdi: Arie aus Rigoletto". daß der Siebenstundentag als Saens: Arie aus„ Samion und Dalila". 8. Buccini: Duett Grundsatz festgesezt wird, und wollen nicht zuge- furzent wieder einmal ein völkischer Gelehrter, Reise soll einen Monat dauern. aus„ Bobeme". 7. Stieng!: Arie aus„ Der Evangelimann". stehen, daß die Arbeitsstunden in den einzelnen Be- der den stolzen Namen Dr. Schmidt- Gibichenfels Aus dem Lande des ungehemmten Kapitalis Amateurpost. 19: Uebertragung aus dem Opernhaus. Beichte irken vorbehaltlich des Appells an das nationale führt, darüber aus, daß es ein Unsinn sei, die flaffenlose Gesellschaft zu erstreben, da bei den mus. Nach einer soeben veröffentlichien offiziellen uns Zangmujit. Daventry, 1600, 13: Tanzmusif. 19: Arbeitsamt geregelt werden sollen. Ofteltfonzert. 20.50: Bunter Abend. 21: Orchesterkonzert Ein Mitglied des Bergarbeitervollzugsausschusje Bienen und Ameisen(!) auch schon eine Statistik haben 74 Einwohner der Vereinigten Juan. geftouverture. 28.30: Schubert: Di idone müllerin 23,45: jes erklärte: Die Frage des Giebenstundenarbeits- Arbeitsteilung bestehe, da ferner der Pazifismus Staaten, unter ihnen 39 Bewohner des Staates ten, 531. 11: Bor: tages ist für uns eine Revision. Wir sind nicht be- feinen 3wed habe, solange Stlassenfämpfe geführt Neuhort, ein Jahreseinkommen von mehr als werden, und was des Unsinns mehr ist, den ein einer Million Dollar. Vier Amerifaner hatten völkisches Gehirn, sich mit Recht im Denkniveau im Jahre 1924 ein Jahreseinkommen von mehr Schweizer Parteitag. den Ameisen gleichießend, hervorzubringen ver- als fünf Millionen Tollar, Eine Million Dallar mag. Es sei auch, heißt es da, keine Schande, und 70 Milliarden Kronen. Wie viele Menschen Bern, 8. November.( Schw. D.-A.) Der in sozialdemokratische Parteitag beschloß mit 249 einer persönlichen Besserstellung oder nach einer Jahre ,, berdient"? Königswusterhausen, 1300, 15: Spanit. 15.30: gür gegen 71 Stimmen den grundsäglichen Eintritt Verbesserung der Lebenshaltung der Klasse zn trachten, folle jeder lieber darüber nachdenken, Für 25 Millionen Rogual beschlagnahmi. J ber ürforger, 17: Die moderne Schachpartie. 18: Die der Schweizer Sozialdemokratie in die zweite wie die Gesamtsumme der Lebensgüeinem New Yorker Warenhaus wurden dicier Tage Sulfurgeicicle bes 19 sabrhunderts. 19.30: Dichterfunde. Internationale. Der Parteitag stimmte mit 190 ter durch Erzeugung und Austausch vermehrt von den Behörden eine halbe Million Galionen 20.30: 19bertragung von Samburg, 302, Dorf, 504: gegen 101 Stimmen der Motivierung der Mehr werden kann, da der„ Neid der übelste Berater" Rognat im Berte von sechs Millionen Dolls be Ständchen. 18,20: Stunde mit Büdern. 18.50: Die deut heit des Vorstandes zu, durch welche die Richtung fei, Dantit erscheint die soziale Frage aufs glanschlagnahmt. Es ist das die größte Alobolmtenge, schen Rundfuntfender 19.15: Strömungen der modernen Grimm den Sieg devonträgt. In die Erefutive seine reine Freude daran haben, wenn sein Unter die seit Einführung des Abend: Ouverture Manfred" Klavierkonzert. 1. Sbmpho der Internationale warde Grimm, zu seinem nehmer in eine neue Villa zieht, er aber in einem Bereinigten Staaten auf einmal beschlagnahmt Stellvertreter Graber gewählt. Rom, 425. 17,15: 308819.10: Sopranlieber. 21: Tanamufit. Band. 21: Dramatischer Abend. mittagsmufif, 16.15: Der boltstümliche Waaner. 18. Java reit, davon abzugehen, nische Batiflednit. 18.30: Wilhelm von Engerth. Esperanto. 19.30: Englisch. 20.05: Biäferfammermusif. Strauß: Suite. Gounod: Kammershmphonie Strauß: Gere nade. Süri, 513. 12,30: Schallplattenfonsert. 20: Buc cini- Abend. * Deutschland. forgerin und freie Liebestätigteit. 16: Arbeit und Lage Reichsverfassung. Shrifer 19: Deutscher Balzer. 22.30: Die Geburt, 17: Klang. Wort Rhythmus 16.30: Der Maelstrom. Riteratur. 19.45: Quer durch Finnland. 20.30: Schumannnie. Breslau, 418, 15.50: Orcheſterfonzert 17.15: Kinder rundfunt. 18: Chorlieber. 19.15: Nervöse Störungen. 20.35: sendste gelöst und in Sinfunft wird jeder Arbeiter stidigen Loch haust. Niemand wird mehr darüber wurde. Alkoholverbotes in den Dienstag, 3. November 1926. Furchtbares Wohnungselend in Sowjetrußland Eine Darstellung des Organs der russischen Gewerkschaften„ Trud." Der Zeitschrift der deutschen Gewerkschaften in den benachbarten Dörfern Unterkunft suchen Die Arbeit" entnehmen wir eine Darstellung und in den verivanzten Bauernhütten eine Schlaf russischer Wohnungsverhältnisse von Bau I stelle mieten. Olberg. Was die Ausführungen besonders wertvoll macht sind einige Zitate aus dem offiziellen Organ der russischen Gewerk schaften. 674.000 polnische Auswanderer! Die 3 a hI der] Auswanderer aus Polen wächst von Jahr zu Jahr. In der Statistik der letzten Jahre finden wir folgende Zahlen: 1924 75.000 Auswanderer, 1925 81.000, 1926( nur die erstent sechs Monate!) 110.000. Von 19191923 ivaren aus Polen ausgewandert 408.000 Personen, rechnen wir hierzu die Jahre 1924, 1925 und die esten sechs Monate d. J., so ezgibt sich insgesamt eine Auswandererzahl Im Sommer fließt hier das Wasser durch die von 674.000 Personen. Wohlgemerkt sind dies Dächer, im Winter ist es falt. nur Polen, da die Zahl der aus Bolen ausgeivanDurch die Löcher in den Wänden und durch die derten Deutschen hier nicht in Betracht gezogen schlecht schließenden Fenster bläst der Wind. Im ift. Die größte Zahl Polen hat Deutschland Eine Erhebung, die Anfang 1924 in Moskau Herbst und im Frühjahr wird die Arbeiterbebölaufgenommen, nämlich in den ersten sechs to- durchgeführt wurde, stellte folgendes fest: Von ferung durch Malariaepidemien fortgerafft. naten dieses Jahres allein 40.937 Personen! 80 Arbeiterfamilien hatten nur 12 eine eigene Der allgemeine Eindruck ist entsetzlich." Nach Frankreich sind in diesem Jahre 39.560 Wohnung; 64 Familien wohnten in einem oder in zwei Zimmern, in Wohnungen, die gemeinsam eine Schilderung der Wohnungsverhältnisse der Polen ausgewandert, nach Kanada 9701, nach In demselben Gewerkschaftsorgan finden wir Argentinien 6569, nach den Vereinigten Staaten von einigen Familien gemietet wurden; 4 Fa- Arbeiter einer großen staatlichen Spinnerei, die 3297, nach Brasilien 1371. Der Rest verteilt sich milien wohnten zu zweien in einem Zimmer. bei Moskau liegt. Dort heißt es u. a.: Durchschnittlich bewohnten drei Familien ein Zimmer. Insgesamt wohnten die 80 Familien in 117 Zimmern; jede Person hatte eine Wohnfläche von 4,1 Quadratarschin. auf fleinere Länder. Einer, der sein Weib gegen ein Pferd eintauscht. Einen guten Tausch" gedachte ein Rorbflechter in Meilenhofen in Niederbayern zu machen, indem er seine Frau gegen ein Pferd eintauschte. Der Partner, ein Pferdehändlers'ohn, war allerdings nur zum Scherz auf den Handel eingegangen und erklärte den Tausch nachträglich für ungültia. Davon wollte aber der Korbflechter nichts wissen, und als der Eigentü mer sein Pferd aus dent Stall holen wollte, sta ch der gewinnsüchtige Ehemann ihut mit dem Meffer in die Hand und verletzte ihn schwer. Der Täter wurde verhaftet. Durchschnittlich kam auf je drei Mieter nur ein Bett. Häufig wurde ein Bett gleichzeitig von drei Personen benutzt. Viele schliefen auf dem Fußboden, darunter 17 Prozent der Erwachsenen, 38 Prozent der Kinder. Von 170 Kindern hatten nur 34 eigene Betten. ,, Tausende Arbeiter sind hier gezwungen, täglich 6 bis 8 Werst( 1 Werst 1,067 Rilometer) nach der Fabrik zurückzulegen; die Arbeiterwohnungen sind mit Ungeziefer verfeucht. Die Arbeiter erscheinen übermüdet in der Fabrik. Seite 5. Ider Verlust der Sozialdemokraten blog 3.8 Brojent der Mandate beträgt. Tatsächlich haben also die Kommunisten, die doch täglich in ihren Blät fern ausschreien, daß die überwältigende Mehrheit der Bergarbeiter hinter ihnen stehe, und die chon vor 2 Jahren eine vernichtende Niederlage der Sozialdemokraten bei den Betriebsrätewahlen angekündigt hatten, ei größere Ginbase erli ten als die Sozialdemokraten! Auffallend ist auch, daß die fascistische Organisation gerade auf jenen Betrieben Kandidaten durchbringen konnte, auf welchen die Kommunisten stärker sind als die So zialdemokraten, was sich insbesondere auf den Betrieben Hedwig, Pokes und Ludwig, ser Berz und Hüttenverksgesellschaft, den Betrieb Anselm der Witkowitzer Steinkohlengruben in Petershofen, auf allen Betrieben der Orlan- Lazyer- Geiverk dem Betrieb Zarubek der Ferdinands- Nordbahn, schaft und den staatlichen Gruben in Poruba zeigt. Die nahe Nachbarschaft der kommunistischen und Die fleinen Räume, fast alle feucht, be- der fascistischen Demagogie erweist sich also auch herbergen oft ganze Familien von 9 bis 10 hier. Die fommunistischen Mitläufer gehen nach Personen. Die Arbeiter werden durch die nicht dem Vorbild, der kommunistischen Führer Dole zu atmende Luft und die ungeheure Ueber- žal und Trlik direkt aus dem kommunistischen füllung ihrer Wohnungen erschöpft; unter die- Lager in das fascistische über und dieser Erscheisen Umständen kann von ihnen kaum eine Er- nung sowie dem Druck und Terror der faszistischen höhung ihrer Leistung verlangt werden. Alte Ingenieure und Betriebsbeamten verdankt die Frauen, junge Männer, Kinder, alte Männer fascistische, gelbe Organisation ihre Wahlerfolge, und Mädchen wohnen zusammen in demselben die von den fascistischen Blättern natürlich zu Loche... Fast 50 Prozent der Arbeiter sind einer Niederlage des Sozialismus und zu einem tuberkulös. Dagegen sind die Verwaltungs- glanzvollen Siege des Nationalismus hinaufgebeamten besser daran. Die Wohnungen sind ge- schwindelt werden. Die Ziffern des Wahlergeb räumig, trocken, gut geheizt und vollkommen nisses und der Vergleich mit den Wahlen von 1924 eingerichtet. Jeder Beamte hat 20 Quadrat- zeigen aber, daß die überwältigende meter zur Verfügung." Mehrheit der Bergarbeiter it it d Wetterkatastrophe in Süditalien. Durch das Unwetter der letzten Nacht sind in Bari ungeSehr verbreitet sind in Rußland als Arbei Kokser des Ostrau- Karwiner- Reder Im Donezgebiet bewohnen nach einer Erterivohnungen die sogenannten Stafernen, bzw. viers vom Fascismus und von Heure Verwüstungen angerichtet worden. Zahlreiche Straßen der Stadt sind überschwemmt. Barat hebung vom Januar 1923 bont 88.788 Arbei Baraden. Wie liegen hier die Wohnungsverhalt gelben Organisation des Ucberläuwill! Das fen und Quartiere wurden weggeriffen. tern 6378 Personen oder 8 Prozent keine Woh niffe? Trub" bringt eine erschöpfende Antwort fers Trlit nichts wiffen wvi II! Automobile wurden auf der Straße blockiert, Eisen- nungen, sondern Zimmerteile, 37.322 Personen darauf, die als charakteristisch für die Stafernen ist ein erfreuliches Ergebnis der heurigen Be triebsrätewahlen und zugleich die sichere Verhei bahnzüge blicken auf der Strede stehen. Häuser oder 45 Prozent eine Zimmerküche, die im angesehen werden kann: Grunde genommen nicht als Wohnfläche sind eingestürzt. Eine allgemeine Panit Die meisten Arbeiter leben in unzurei- kung, daß die gelbe fascistische Organisation des brach aus. die durch die Rettungsmaßnahmen der trachtet werden kann, denn die Küche wird gechenden Holzbaraden. Jeder hat 2.30 bis 4.50 Narodni jdruženi gewissermaßen doch nur eine wöhnlich von Wohnungsraum ausgeschlossen. Truppen ein wenig beseitigt wurde. Eine Mauer Gewöhnlich wohnen im Donetzgebiet 4 bis 5 ArQuadratmeter Wohnfläche. Die Luft wird durch Eintags- Schmeißfliege ist. des Militärgefängnisses in Puglia ist eingeſtürat beiter in einent Zimmer. den Rauch und Qualm der Oefen, die die GeDem Wasser mußte man durch Einstoßen einer bäude heizen, besonders ungesund. Es gibt keine Mauer Abfluß verschaffen. Auch aus anderen Teilen Lüftung. Sie gilt als Luxus. Die Baraden find Süditaliens werden große Wasserschäden gemeldet. sehr schmuzig. Nur selten werden die Fußböden aufgewaschen. Es wimmest von Ungeziefer. Fast in allen Räumen wohnen Männer, Frauen und Kinder zusammen. Zwei oder drei Verso nen schlafen auf derselben Holzpritsche, die zugleich als Tisch und Siggelegenheit dient. Die Beleuchtung ist völlig unaenügend. Kaum kann ein Mensch mit normaler Sehkraft Gedrucktes entziffern. Die Küchen sind nicht sauberer als die Baracken und dienen auch als Ablage für das Holz zum Heizen. Im Frühling und Herbst fann man sich faum diesen Baraden nähern, denn dann sind sie von einem Schlam- Meere umgeben. Die fanitäre Aussicht hat wiederholt Maßnahmen zur Besserung der Lage gefordert, doch die Verwaltung stellte sich taub." Eine ledige Mutter tötet ihre neugeborenen Zwillinge. Die 20 Jahre alte, Gertrude Röhler er schien dieses Tage bei der Gendarmerie in Mie 3 und teilte mit, daß sie ihre beiden Kinder( Zwillin ge) in den Mies- Fluß geworfen habe, Sie gab an, daß sie im Februar die Bekanntschaft eines in Eger dienenden Grenzsoldaten gemacht hatte, der sich als Franz Brusta aus Pilsen ausgab. Am 26. Oftober schenkte sie im Egerer Krankenhaus zwei Mädchen das Leben. Am 3. November wurde sie mit ihren Kindern aus der Strankenanstalt entlassen. Mitt lerweile, am 29. Oftober, hatte der Soldat abgerü und war aus Eger ohne Angabe des Zieles abgereist. Noch am 3. fuhr Gertrud Köhler mit dem Zuge nach Bilfen, übernachtete dort und forschte vergeblich nach dem Vater ihrer Kinder. Auch bei der Polizeidirektion war der Name Pruffa unbefannt. Gertrude Köhler fuhr dann nach Mies, wo fie längere Zeit umherirrte, bis sie in ihrer Verzweiflung den Entschluß faßte, ihre Kinder in den Fluß zu werfen. Die Leichen der Kinder konnten bisher nicht gefunden werden.. 5 Millionen Mark für ein Bild geboten. Wie Schweizer Blätter berichten, soll ein reicher Amerikaner 5 Millionen Mark für die ,, Madonna" des jungeren Holbein geboten haben, die sich im Mu ſeum zu Solothurn befindet. Es wäre dies der höchste Solothurn- befindet. Brei's wohl, der für ein Bild bezahlt wird, denn für das bisher teuerste Gemälde, Tizians„ Venus und Adonis", wurden 4 Millionen Mark gezahlt. Es ist aber nicht wahrscheinich, daß dies Gebot angenomschließen einen Verkauf aus. gewaltigt hatte. Tief. be= In den staatlichen Metallwerken Jusowka" ( Ukraina) umfaßt die Wohnfläche 2 bis 4 Qua bratmeter. In der chemischen Industrie leben 80 Prozent der Arbeiter unter äußerst antisanitären Verhältnissen. Wie ein Sowjetpublizist bemerkt, leben 60 Prozent( der Arbeiter der chemischen Industrie) nicht, sondern schleppen sich durch ein erbärmliches Dasein unter Verhältnissen, die alle hygienischen Maßnahmen unmöglich machen". Das Zentralorgan der russischen Gewerkschaften schildert die Wohnungsverhältnisse in diesem Industriezweig folgendermaßen: alle Enge und feuchte Baracken, halbzerfallene oder vor dem Zusammenbruch stehende KelLerräume in solchen Verhältnissen leben die Arbeiter der chemischen Industrie in Bondjugi. Aber auch solche Wohnräume sind nicht für vorhanden. Viele Arbeiterfamilien müssen, Bon all diesen Dingen haben uns die fom munistischen Rußlanddelegierten nichts erzählt. Konferenz der westböhmischen Bergarbeiter. Häuer111= Forderung nach einer Teuerungszulage. verdienste von 50 bis 90 Ke wöchentlich. wahre Berichterstattung des Prager Tagblatt". Karlsbad, 8. November. Im Fallenauer Bergarbeiterheim tagte Sonntag, den 7. November eine von 117 Betriebsräten aus allen Schächten beschickte Revierkonferenz, in der Genosse Grundi über die Beschlüsse der Reichskonferenz berichtete. Alle 24 Debatteredner erkannten dieNotwendigkeit der Gewährung einer Teuerungszulage an, worauf eine Resolution zum Beschlusse erhoben wurde, in der festgestellt wird, daß Häuerverdienste von 50 bis 90 Kronen die Woche keine Seltenheit sind, während die Unternehmer große Mehrgewinne erzielten. In der Entschließung wird Verwahrung gegen die Berichterstattung des Prager Tagblatt" eingelegt, das von Bergarbeiterlöhnen von 700 bis 800 Kronen in bierzehn Tagen berichtet hatte. Die Konferenz derung und die Zusammenarbeit mit Herrn Trlit, betont, daß sie sich restlos hinter die Beschlüsse bent Kommunisten von gestern, geht so weit, daß der Reichskonferenz vom 27. Oktober stellt und bei den jest infolge der Konjunktur stattfindenden beauftragt die Koalition der Bergarbeiter, die Neuaufnahmen von Arbeitern, z. B. auf dem Lud- Forderung auf Gewährung einer zwanzigprozenwigschacht und der zu ihm gehörigen Roksanstalt tigen Teuerungszulage sofort zu überreichens Die und dem Schacht Brokop"( lauter Betriebe der Konferenz faßte dann noch weitere vertrauliche Die am 3. November stattgefundenen Wah- Berg und Hüttenwerksgesellschaft), vor allem Beschlüsse, mittels welcher der Koalition der BergDie am 3. November stattgefundenen Wah- Arbeiter bevorzugt werden, die sich mit der Mitarbeiter im Falle der Ablehnung der Forderunin die Betriebsräte der Bergbaubetriebe und gliedlegimation des Narodni sdruženi ausweisen gen besondere Ermächtigungen erteilt werden. Rotsanstalten des Ostrau Karwiner Reviers ha Ostrau- Karminer Der Außenhandel Sowjetrußlands ben zwar, den sozialdemokratischen Bergarbeiter- önnen! Man muß berücksichtigen, daß die Bergorganisationen( Sva; horniku und Union der arbeiter, die seit Jahr und Tag nur 3-4 Schich, durch bedingte Elend verschüchtert und zermürbt Bergarbeiter) und der kommunistischen Seffion ten pro Woche arbeiten konnten, durch das da Volkswirtschaft. Die Betriebsrätewahlen im DitrauKarwiner Bergbaurevier. len fascistische Narodni sdruženi" 32 Mandate im 3. und die Tschechoslowakei. Wie das russische Volkskommissariat für SanAusfuhr • in Millionen Rubeln 1925/26 1924/25 542 623 438 567 1005 Der Streit der Prager Schlachthausgehilfen men wird, denn die Bedingungen, unter denen das der Bergarbeiter im M. V. S. ziveifellos Ber- sind, daß viele von den kommunistischen Ver- del mitteilt, weist der Gesamtumfazz des Außena wundervolle Werk dent Museum überlassen wurde, luste gebracht und für das nationaldemokratijsprechungen, die nie erfüllt wurden, enttäuscht handels der Sowjetunion über die europäischen ganzen Revier ergeben, aber zu dem Jubel und sind und auf diese Weife viel leichter der terrori- Grenzen in elf Monaten des Wirtschaftsjahres Das Todesopfer eines Wüstlings. Wir berich Ben Triumphartikeln des„ Ostravsky dennik" undischen Agitation der Trlik- Leute und dem Ein- 1925/26, im Vergleich mit der gleichen Zeit des teten vor einigen Tagen, daß der Schischer Josef der„ Narodni listy" sowie der anderen Fascisten- fluß der mit ihnen verbündeten tschechischen Inge- Vorjahres nachfolgende Ziffern auf: esto in Rajchau ein vierjähriges Mädchen ber- blätter ift trotz alledem kein Anlaß vorhanden. nieure und Betriebsbeamten, die ganz skrupellos borgingen, erliegen mußten. Wenn es auch Das Mädchen ist dieser Tage im Diefe 32 Mandate der nationaldemokratischen schmerzlich ist, daß die gelbe Arbeiterorganisation Staschauer Strankenhaus seinen Verlegungen Arbeiter" Organisation, welche sich auf 21 Berg 32 Mandate errungen hat, welche den sozialdemoEinfuhr erlegen. Im Wald bei Doloplas( Bezirk O- bau- und Slotsbetriebe verteilen, sind nämlich das fratischen und kommunistischen Organisationen Gesamtumsat. 1165 müß) machte sich dieser Tage ein Unhold an zwei Ergebnis eines ungeheuerlichen er- verloren gegangen sind, so ist die Behauptung der Schulkinder heran und vergewaltigte das eine, ein rors gegen die durch die vielen Entlassungen der fascistischen Bresse, daß der Internationalismus Von diesem Gesamtumsatz in der Höhe von 9jähriges Mädchen, während das andere ent- letzten eineinhalb Jahre und durch die Angst um eine schwere Niederlage erlitten habe und der 1165 Millionen Rubeln entfallen auf die Tschedie Existenz zermürbten Bergarbeiter, von denen An einem Wadenschuß gestorben. Der 37 Jahre sich viele gerade von den Kommunisten enttäuscht Nationalismus unter den Bergarbeitern des Ost- choilo wafei 18.2 Millionen Rubel( über 300 alte Gastwirt Ernſt Strause aus Gasto w am abgewendet haben. Dieser Terror wurde und tau- Sarwiner Reviers sich in fiegreichem Vor- Millionen Ko). Die Tschechoslowakei steht an Bannsee bei Berlin, trug auf der Jagd seine unwird im Einvernehmen mit dem Sekretär des marsche befinde, doch nur ein dummes Geflun- achter Stelle, und zwar hinter England, Deutschgesicherte Doppelflinte über die Schulter gehängt Narodni sdruženi, Trlik, der aus dem kommunier, ein Bramarbisieren, was sich am besten aus land, den Vereinigten Staaten, Frankreich, Lett urit dem auf nach unten. Dabei stolperte er und stischen Bergarbeiterfekretariat vor eineinhalb dem Vergleiche zwischen dem Ergebnis der heuri land, Jialien und Belgien. die Schrotladung drang ihm in die linke Wade. Er Jahren direkt zu den Nationaldemokraten über- en Betriebsrätewahlen und dem der Wahlen im brach sofort zusammen und mußte ins Krankenhaus lief und seither unter den Bergarbeitern eine wit. Jahre 1924 ergibt. Im Jahre 1924 waren 386 in Spandau gebracht werden. Dort starb er jedoch tende Agitation für die gelbe nationaldemokrati- Mitglieder der Betriebsräte zu wählen und es siegreich beendet. Nach längeren Verhandlungen erhielten damals: Svaz horniku und Union der wurde der Streik der Schlachthausgehilfen in bereits eineinhalb Sunden nach der Einlieferung. fche Organisation betreibt, von den tschechischen Bergarbeiter zusammen 172 Mandate, die tom- Prag für beendet erklärt. Die Aussperrung wurde Bergingenieuren und Betriebsbeamten( ObersteiSechs Stredenarbeiter von einem Güterzug gern, Steigern und sonstigen Aufsehern) in der munistische Bergarbeiterfektion des M. V. S. feitens der Unternehmer widerrufen, die Gewerk177 Mandate, die Christlichsozialen 17, die tfche- schaftsorganisationen anerkannt. Die Arbeiter Auf der Strecke burg führ am Samstag morgens um 6 Uhr ein brutalſten Weise ausgeübt und da diese Betriebschischen Sozialisten 5, die Wilden 1 und die Br. haben durch ihre Solidarität einen beachtensivervon Hamburg fommender Eilgüterzug bei der Stc. organe die unmittelbare Aufsicht über die Berg benffy- Partei 4 Mandate. Bei den heurigen ten Erfolg errungen. und innehaben, ist Wahlen waren, da die Arbeiteranzahl sich berrin- 900000000000000000°°°°°°°°°°°°° 0 tion Dergenshin bei Wittenberge in eine auf der natürlich, daß sie nicht nur die beste Gelegenheit Wahlen waren, da die Arbeiteranzahl sich verrinStrede beschäftige Arbeiterfolonne. Bier haben, die ihnen unterstehenden Arbeiter zu beein gert hatte, nur 342 Mitglieder der Betriebsräte Arbeiter wurden auf der Stelle getötet, swet so flussen, sondern vielfach auch die Möglichkeit und wählen und von diesen 342 Mandaten fielen schwer verlest, daß sie in bedenklichem Zustande in Wacht, ihrem Einfluß durch Schikanen und Ber- u: Dem Svaz hornitu mit Union der Bergarbei Ver- ter 137, dent M. V. S. 142, den Chriftlicysozia das Krankenhaus in Wittenbergé eingeliefert werfolgungen Nachdruck zu geben. Alle diese tschechi len 15, des tschechischen Sozialisten 11, des Wil den mußten. Der eine hatte noch soviel Geistes- ichen Bergingenieure und Betriebsbeamten auf den 3, der Vrbensky- Partei 3 und dem fascistischen gegentart, sich zwischen die Schienen zu werfen, den Schächten und Koksanstalten find politischy in Narodni sdružení 32 Mandate. In Prozenten so daß er heil davonkam. Die Getöteten find der nationaldemokratischen Partei organisiert und ausgedrückt vereinigten auf sich die sozialdemo Familienväter aus den benachbarten Orten. Das vielfach sogar radikal- fascistisch eingestellt, was fratischen Kandidatenlisten im Jahre 1924 Unglück geschah dadurch, daß sich an der Arbeits- hon das Streben nach vollständiger Verdrängung 43.7 Prozent und int Jahre 1926 39.9 Prozent stelle unglücklicherweise im dichten Morgennebel der deutschen Ingenieure und Betriebsbeamten der Mandate, die kommunistischen Kandidatenli sei 3üge Freugten und die Arbeiter die, wie ver mit sich bringt, und so ist es kein Wunder, daß ften im Jahre 1924 45: 9 Prozent und im Jahre sichert wird, vorschriftsmäßig abgegebenen War- die Agitation des Narodni fdruženi an diesen 1926 nur 41.4 Prozent der Mandate, so daß der nungssignale nur auf den einen Zug bezogen haben. Herren die eifrigsten Förderer findet. Diese För- Berlust der Kommunisten 4.5 Prozent, hingegen 4 Devisenfurie. Geld .. 1351.801 87% Prager Kurse am 5. November. 100 holländische Gulden 100 belgische Belgas 100 Schweizer Frants Brund Sterling 100 Reichsmart 100 Bire i Dollar::: 100 franzöfifche Frante 100 Dinar 10.000 magharische Kronen 100 polnische 3( oth 100 Schilling. Sare 1357.805.87% 469.50 472.50 650.75 653.75 163.47 164.67% V 112.071 59.95 141.67% 143.071/ 2 33.70 84. 110.67 59.45 4.70 4.80 872.62 378 621/ 476.12 479.12 Cette 6 Mitteilungen aus dem Publikum. Das Beste für Ihre Augen liefert Optiker Deutsch, Prag, Graben 25. Kl. Bazar. Kunit und Willen. Ditheutiche Gotit. Wo bleibt Böhmen? Der Begriff: Ostdeutsche Gotik ift feit langem eufgestellt. Man weiß, daß im Osten, sowohl im Markgrafland Oesterreich wie im Kolonialland Schlesien schon tief im Mittelalter reiches Kunstschaffen blühte. Vor allen som Kunstherd in Böhmen war viel die Rede. Jedoch es fehlte noch sehr an der Füllung dieses Begriffs mit klar gebeuteten Tatsachen. Wohl versuchte Lokalforschung allerorten Schäße zu heben und zu bergen. Und die wissenschaftliche Durchdringung begann hauptfächlich nach dem Kriege, als mancherlei Nöte alle Forschung auf das Nächstliegende zurückdrängten hier neue Quellen der Selbstansrichtung anzubobren, Repräsentative Darstellungen und Aufzeigungen fehlten noch so gut wie ganz. anstaltungen, die das Gesamtbild offdeutscher Gotik Da brachte dieser Herbst gleich zwei jolche Ver in Malerei und Plastik repräsentativ zeichnen, und beide förderten Schäße zu Tage, wie man sie in dieser Fülle und Qualität nicht erwartet hätte. In Breslau wurde in den Ausstellungsräumen bei der Jahrhunderthalle eine Ausstellung mittelalterlicher Plastik und Malerei in Schlesien veranstaltet, die auch für den Fachmann Erstaunliches darbot. Und kurze Zeit darauf wurde in Wien eine Ausstellung eröffnet( im Museum für Handel und Industrie, veranstaltet vom Verein der Museumsfreunde, die so recht geschaffen ist, den Nerv österreichischen Kunstschaffens, wie er im Mittelalter aufbricht, klarzulegen. deutschen Kunstschaffens auch hier im Süden zu erfennen. 11 Die Schreckensteiner Dienstag, 9. November 1926. reichisches allmählich aus der gesamtdeutschen zu gleicher Zeit wie in Frankfurt uraufgeführt. I das Tempo nicht durch und verlor so beide Bunkie. Beeinflussung herauskristallisiert unter beständigem Als weitere Novität wurde die Komödie ,, Der Der Schiedsrichter sicher. elementaren Empfindungsnachschub aus den kunst Statist am ustspieltheater" von Savoir Die Staatsamateurmeisterschaft brachte in der tüchtigen Alpenländern, besonders aus Steiermark. erworben. Vorschlußrunde in Aussig die Sportbrüder Bedauerlich, daß außer sachlichen auch persönliche Spielplan des Neuen Deutschen heaters. Schredenstein mit Zidenice Brünn Hinderungea( von Seiten engherziger Behörden und Dienstag:„ Großer Bluff". Mittwoch:„ Die sammen, während in Frag sich die beiden Orts Befizer) eine noch umfassendere Darbietung dieser Braut von Messina". Donnerstag, halb 8 rivalen aus Koschirsch Cechoslovan und jugendfrischen Epoche versagten,- wie Sans Uhr:„ Adieu Mimi". Freitag:„ Königin Sparta gegenüberstanden. Sansuhr: Tieße, die unermüdliche, Hauptkraft dieser Bere bon Saba". Samstag, halb 8 Uhr: Der verloren das Spiel mit 2: 0( 1: 0). Die Brunner anstaltung in seinem Vorwort zu dem schön illu Rastelbinder". Sonntag, halb 3 Uhr: Die technisch besser, während die Sportbrüder in der strierten Ratalog hervorheben muß. Und trotzdem Teresina"; halb 8 Uhr: Adieu Mim i". weiten Halbzeit vollständig abfallen. Schiedsrichter genug ist zu sehen, um die Eigenbedeutsamkeit oft Montag:„ Die Jüdin". Badak( Brag) gut. Cechoflovan ist seit den letzten Spielplan der Kleinen Bühne. großen Erfolgen in seiner Form start zurüdgeganDienstag: Nördlich und füdlich Böhmens also höchst rau Warrens Gewerbe". Mittwoch: gen und mußte der Sparta als die beffere Mannwesentliche Gesamtdarstellungen schaft den Sieg überlassen. Das Spiel selbst war mittelalterlicher Meine entzüdende Frau" Donnerstag: Stunft. Und beide voller Hinweise auf Böhmen, kopf oder Schrift". Freitag: Ramera- scharf, aber dennoch faiz. Schiedsrichter Rubit gut. Wann endlich wird nun Böhmen selbst seine Schäße den". Samstag: Reiner Tisch" Sonntag, Das Finale bestreiten nun SK. Židenice und Sparta Rojchirsch. sammeln und zeigen? Es wäre eine Tat, des jungen 3 Uhr: ,, opf oder Schrift": halb 8 Uhr: Staates würdig. Wozu allerdings zunächst einmal Reiner Tisch". Montag: Die fremde museale Zusammenfassung des schon geborgenen Be- Frau". sizes die Grundlage bilden müßte, der heute ja noch immer in allerlei Winkeln verschiedenster Museen zerstreut der entscheidenden Sichtung harrt. Dann der Bergung von Draußen. Daß hier Eile nottut, weiß jeder, der die skrupellose Verschlenderung alten Kunstbesizes auf dem Lande aus eigener Anschauung kennt, und nicht nur auf dem Lande! wie es heute durch die überall auflebende Neuerungssucht im Bauwesen usw. verstärkt droht. Und daß Aus der Partei. Auf zur Gründung eines deutschen Arbeiter- Turn- und Sportvereines in Prag! Ein alter Wunsch der deutschen Arbeiter und gelegenheiten handelt, sondern um Wahrung echte Tagen in Erfüllung gehen. Die Vorarbeiten zu es sich hier nicht um ojotorisch wissenschaftliche An- Angestelltenschaft von Prag weid in den nächsten sten Volksguts, das spürte jeder in Breslau und Wien, auch aus den Reaktionen Gründung eines eigenen Turn- und Sportvereines der„, weiteren Schichten", die mit unermüdlichem Interesse diese sind abgeschlossen, das Statut ist von der Behörde genehmigt, die Sokalitäten für den Turnbetrieb find beiden Ausstellungen besuchten und bewunderten. gesichert. Es ergeht daher an alle Interessenen Dr. D. Schürer. die Einladung zur Tagesordnung: 1. Konstituierung. 2. Referat des Genossen Jakich über Wege und Ziele der proletarischen Körperkultur. 3. Beschlußfassung über das Statut. 4. Wahl der Vereinsfunktionäre. 5. Unser nächstes Arbeitsprogramm. 6. Mitgliederaufnahme und Allfälliges, Deutsche Arbeiter und Angestellte von GroßBrag! Wir rechnen auf eure tätige Anteilnahme und volle Unterstützung bei dem Aufbau dieser wichtigen profetarischen Kulturorganisation. Er scheinet zahlreich zur gründenden Versammlung unseres deutschen Arbeiter- Turn- und Sportvereins! Deutsche Theaterausstellung in Magdeburg 1927. Von Mai bis September nächsten Jahres findet gründenden Versammlung, die Deutsche Theaterausstellung Magdeburg 1927" statt, deren Ehrenpräsidium der preußische Minister die am Donnersag, den 11. November 1926, im für Kunst, Wissenschaft und Volksbildung, Prof. D. fleinen Seine- Saal, Fochova, um 8 Uhr abends Dr. C. H. Beder, übernommen hat. Die Ausstel- stattfindet. lung wird in einer historischen Einführungsabteilung Dokumente aus der Geschichte des deutschen Im Kolonialland Schlesien ist es eine feste Theaters vom Mittelalter bis zur Gegenwart um Kunst voll eines resoluten plastischen Willens und fassen. Ferner wird in einer Kulturabteilung Madabei von kräftiger innerer Spannung, deren Pole terial über die kulturellen und sozialen Einrichim Zartest Gefühlvollen einerseits, im derb tungen, Theaterstatistik, Unterrichtswesen, Kritik Realistischen andererseits liegen. Blaftit imponiert und Zensur gesammelt sein. Eine besondere Gruppe hier mehr als Malerei. Der Direktor des Museums wird Originalmanuskripte dramatischer und musider schönen Künste in Breslau, Dr. Braun und kalischer Werke, Kostüm- und Maskenbilder, Szenenvor allem der Kustos. Dr. Wiese, dem wir ein modelle, Regiebücher u. dgl. umfassen. Eine Induwertvolles Buch über die schlesische Plastik des 14. strie- und Gewerbeabteilung soll über die Junenund 15. Jahrhunderts verdanken( Klinkhardt und und Außenarchitektur des Theaters und die mit den Biermann Verlag, Leipzig, 1924). haben in mühe- technischen Seiten des Theaterbetriebes zusammenvollem Suchen aus Kellern und Speichern der Köhängenden industriellen Produktionen informieren. ster, aus entlegenen Dorfkirchen Schlesiens, ein Material zusammengebracht, das die Rührigkeit einer Angegliedert werden ferner Ausstellungen betreffend Theater und Film", Theater uns RundStunst.im fernen Osten eindrucksvoll beweist und es fend Theater und Film" ,,, Theater uns RundStunit.im fernen Often eindrucksvoll beweist und es funt", Theater und Lautforschung". Zur Vorbein markantem Gegensatz stellt zu der tradionsbewußteren des Westens. Was in Böhmen besonders inter- reitung und als Auftakt erscheint bereits seit furessieren muß, sind die deutlich gewordenen Bezie- zem eine besondere Zeitschrift Die vierte Wand", hungen der schleitschen Kunst zum böhmischen Kunst- die den Komplex Theater in Auffäßen aus der freis, wesentliches Material also zu der seit langem Feder hervorragendster Sachfenner nach allen Richfälligen Bearbeitung jenes inneroftdeutschen Beein- tungen hin beleuchtet. Die deutsche Theaterausstel flussungsnetzes, als dessen Herd immer Klarer Böhlung soll ein umfassendes Bild von der geschicht- Spiele lichen Entwicklung und dem gegenwärtigen Stand des Theaterwesens in Deutschland geben und nach Möglichkeit auch versuchen, das deutschsprachige Theater im Ausland mit zu erfassen. men sich herausstellt. Die österreichische Gotif, wie sie sich auf der Wiener Ausstellung darstellt, geht von Beeinflussungen durch die böhmische Malerei aus. Neuannahmen des Deutschen Landestheaters. Spuren des Wittingauerschen Bathos sind in den frühen Arbeiten des 15. Jahrhunderts deutlich er- Franz Werfels dramatische Legende ,, Pauius kennbar. Dem Pathos folgt eine intimere Strö- unter den Juden" wurde von Direktor ZeoAufführung angenommen und mung, die sich dann in einem naturnäheren Rea pold Kramer zur lismus auflöst. Hier in Oesterreich ist es vor allem wird eine der nächsten Schauspielnovitäten bilden. die Malerei, an deren Entwicklung die allgemeine Weiter hat Direktor Kramer Franz Molnar 3 ren Linien abzulesen sind. Entsprechend der reiferen dreiaktige Anekdote Spiel im Schloß er am Kultur dieser Ostmark hält sich das ganze Kunstschaf- worben, die in Prag zu gleicher Zeit wie fen auf höherem, durchgeformterem Niveau als in Wiener Burgtheater zur Uraufführung gelangen Schlesien. Wobei interessant schon in dieser frühen wird. Auch Walter Hasen clevers neue RoZeit zu beobachten ist, wie sich ein typisch Dester- mödie Ein besserer Herr" wird in Prag Brager Filmbörje. Eine angenehme Ueberraschung bringt die Biografia mit ihrem neuen tschechischen Film Mordverdacht, wird zur Verbannung nach Sibirien verurteilt, entkommt aber auf dem Wege und hält fich als Sirkustünstlerin verborgen, bis sie dann Zwei nette und gewiß sehenswerte Filme bringt endlich von ihrem Geliebten abgeholt wird. Das die u fa. Der eine ist die Verfilmung der bekann- Stüd ist ein richtiger Spielfilm: er hält in Atent, gediegener Form immer ten Operette„ Die keniche Susanne" von spannt und bringt in Jean Gilbert, der im Film in seiner Eigen- Neues, immer Ueberraschungen, wobei er auch schaft als Stapellmeister auch zu sehen ist man ziemlich tiefe Wirkungen auslösen kann.( Der Zug kann selbstverständlich aus einem leichtgeschürzten der Verbannten, der Kampf der Nihilisten mit den Operettenstoff teine gehaltvolle Spielhandlung her- Soldaten, der Abschied von Mutter und Kind usw.) austristallisieren, aber unter geschickter Regiefüh- Für die Regie zeichnet Mario Bonnard. Klare rung läßt sich daraus ein flotter Film herstellen, Photographie und schöne Aufnahmen runden das wie es auch diesmal Richard Eichberg voll Stück angershm ab. gelungen ist. Die Besetzung des Stückes vereinigt die bekanntesten deutschen Schauspieler: die Hauptfigur selbst wird von Ruth Weyher verförpert, Bater Rondelif und Bräutigam Wej die sich umsonst bemüht, eine Verbindung zwischen wara" nach dem Roman von Ignat berman. Willy Fritsch und Lilian Harvey un- Hermans schriftstellerischen Arbeiten sind meist möglich zu machen und sich schließlich mit Werner leichte Aneinanderreihungen von alltäglichen, ulliFuetterer begnügen muß. Die Eltern der ent- gen Begebenheiten, die sich zwar sehr gut lesen, aber zückenden Harvey spielen Hans Junkermann entschieden nichts Filmisches an sich haben, denn und Lydia, otechina; eine föstliche Rolle als ein Filmt verlangt nach Handlung, die womöglich ungeschidter Kellner bekleidet Albert Paulig. dramatisch sein soll. Wir müssen das vorausschiden, Der sorgfältigen Regie ist es restlos geglückt, aus um zu verstehen, welche Arbeit die Regie einer der anspruchslofen Vorlage ein liebenswürdiges solchen Vorlage erfordert, denn aus nichts ettvas Bildwerk zu schaffen, dem es weder an Humor, zu machen, das kann nur einem guten Fachmann noch an sonstigen fünsterischen Reizen gebricht. Der gelingen: aber aus nichts einen vorzüglichen Film zweite Film führt den Titel„ Die Flucht in zu schaffen, wie es diesmal gelungen ist, ist eine den 3irtus" und bringt eine wildbewegte, ab- meisterhafte Leistung, die Karl Anton voll auf wechfungsreiche Handlung auf die Leinwand, die sein Erfolgskonto buchen kann. Der tschechische zwar nicht ernst zu nehmen ist, aber jedenfalls sicher Film hat ja nur wenige Männer, die als Regifund publikumswirksam dargeboten wird. Die Hand- seure ernst zu nehmen sind, und von diesen wenigen lung spielt im zaristischen Rußland vor dem Welt hat Karl Anion mit seiner Mutter Kratsch frieg wie denn überhaupt augenblicklich russische me r" schon fürzlich bewiesen, daß er befähigt ist, Sujets modern sind und stellt ein junges Mäd Schlager zu schaffen, die trotz der an und für sich chen( Marcella Albani) in den Mittelpunkt, schwachen und unfilmischen Vorlagen dennoch auch das sich in einen adeligen Offizier( Wladimir in fünstlerischer Hinsicht nicht zu unterGaida row) verliebt und Mutter seines Kindes schätzen sind. Die Handlung selbst ist nichtssagend, wird. Bei einem Nihilistenanschlag fommt sie in aber derart humorvoll und geschickt auf die LeinMit Frei Heil!" Der vorbereitende Ausschuß. Turnen und Sport. Bürgerlicher Sport. DFC. Amateure gegen Praha VII 4: 1( 0: 1). Die blauweißen Amateuve konnten sicher siegen, doch fehlt ihnen ein entsprechender Mittelstürmer. In der ersten Halbzeit können die Amateure trop zeitweijer Ueberlegenheit zu feinen Erfolg fommen. Nach der Pause fappte es besser. Der Schiedsrich ter stellte drei Spieler der Tschechen und einen vont DFC. aus; seine Leitung jedoch war wenig glücklich. -Länder- und Städtespiele. Wien: Oesterreich schlägt Schweden 3: 1( 2: 1); sicherer Sieg der österreichischen Elf, die besonders im Sturm gutes öfterreich 5: 0( 1: 0).- Dublin: England ges, zeigte Salzburg: Wien gegen Salzburg 7: 0 ( 4: 0). Korneuburg: Wien gegen Niederösterreich 5: 0( 1: 0). Irland( Amateure- Match) 3: 0( 1: 0). Sonstiger Fußball vom Sonntag. Prag: DBC. Sturm gegen Slavoj Smichow 5: 0( 1: 0), Sport brüder gegen SK. Hlubočepy 3: 2( 0: 1), Čechie Karlin gegen S. Libeň 3: 2( 1: 1), Čechie VIII -ww gegen Meteor VIII 3: 3( 1: 1). Bilsen: Vikforia gegen Cejfy Lev 5: 3( 2: 3), Olympia gegen Doublevce 0: 4( 0: 2). Budweis: DFC. geg. SR. Ceske Budějovice 2: 3( 1: 2). Brür: SK. Most gegen SK. Schlan 3: 0( 2: 0). Somo tan: DFK. gegen DSK. Brüg 4: 2( 2: 1). Falten an: Karlshader FK. gegen JR. 33 2: 2 ( 2: 1). Teplit: T. gegen Rapid Prag 2: 2 ( 0: 2). Nestom iz: Ceffy Lev gegen TFS. 9: 1( 3: 1). Bodenbach: SpVg. gegen Tur ner S. 4: 2( 2: 1). Brünn: DEV. gegen Mor. Slavia 4: 1( 0: 1). Mähr. Ostrau: SK. Mor. Ostrava gegen DSK. Witkowiz 7: 1 ( 3: 0), MOSK. gegen Slezska Ostrava 2: 0( 1: 0). Tejchen: SK. Zilina gegen DSR. 3: 3( 1: 0). Preßburg: Hakoah Wien gegen Matfabea 3: 0( 1: 0), SK. Bratislava gegen Rapid Tyrnau 9: 0( 5: 0), 3wirnfabrit gegen AC. 2: 1, Rapid gegen Basas 4: 2. – Neuhäusel: ESC. gegen PTE. Preßburg 4: 0( 2: 0). Budapest: Sungaria gegen UTE. 1: 1( 1: 0), FTC. gegen Bajas 2: 0( 2: 0), Sabaria gegen 3. Bezirk 2: 1( 1: 1), Nemzett gegen 33er FC. 2: 1( 1: 1). Wien: Amateure gegen BAC. 5: 1( 3: 0), Slovan gegen Wader 4: 1( 1: 1), Neubau gegen Rudolfshügel 2: 2( 1: 0). Nürnberg: 1. FC. gegen Bayern Die Profi- Meisterschaft brachte am Sonntag im München 2: 1. München: Wader gegen ASV. Slabie gegen Vittoria eine große Nürnberg 4: 0, FC. Fürth gegen 1860 3: 1. Niederlage der Vittoria, die von der glänzend spie- Bayreuth: SpVg. Fürth gegen 1. FC. 3: 1. lenden Slavia Stürmerreihe sicben Tore aufgehalist Augsburg: VfR. Fürth gegen Schwaben 3: 2. bekam. Vittoria erzielte ihr einziges Tor aus einen Mannheim: VfR. geg. FC. Pirmasens 4: 2. Elfmeter. Slavia zeigte ein raffiniertes und dabei Hamburg: HSV. gegen Union- Teutonia Kiel sehr swedmäßiges Spiel, dem die Viktoria, die doch 8: 1. Wilhelmshaven: Viktoria Hamburg ohnmächtig gegen SV. 7: 0. Kiel: Holstein gegen Rajen nicht gerade der schlechteste Klub ist, gegenüberstand. Puč( Slavia) hatte an den Erfolg sport Hamburg 5: 2, Hohenzollern- Hertha gegen Boden größten Anteil: er schoß fünf Tore. Der russia 0: 0. Harburg: SV. gegen Komet Dresden: Guts Muts gegen Schiedsrichter war gut und handelte vollkommen Bremen 5: 3. richtig, als er Zenišek( Viktoria) ohne Verwarnung Chemnißer BC. 5: 4, Sportklub gegen Brandenbing ausschloß, als dieser Spieler zu unfairer Spielweise 4: 3, BfB. gegen Ring 2: 2. Leipzig: VfB. überging. CAFC. gegen Nuselsky SR. 3: 1 gegen Olympia Germania 7: 1, Wader gegen Tub. ( 1: 1). Die Weinberger erfochten auf dem Plate 4: 2. Berlin: Hertha BSC. gegen Minerva der Unterlegenen einen sicheren Sieg. Nuselsfy war 4: 0, Borussia gegen. Wader 4: 1.- Englische bis zur Pause ein ebenbürtiger Gegner, hielt aber Siga: Arsenal gegen Blackburn Rovers 2: 2, Aston Villa gegen Tottenham Hotspurs 2: 3, Bolton Wanderers gegen West Ham United 2: 0, Burh gegen Burnley 0: 0, Cardiff City gegen Birming ham 1: 0, Derby County gegen Leicester 4: 1, Leeds United gegen Sundelrand 2: 2, Liverpool gegen Huddersfield Town 2: 3, Manchester United gegen Westbromwich 5: 2, Sheffield United gegen verfon 3: 3. wand gebannt, daß der Film als einer der besten tschechischen Filme überhaupt anzusehen und zu werten ist. Ebenso glüdlich wie die Regie führung ist auch die Besetzung des Stückes, denn alle vier Hauptpersonen beweisen in Starrollen ihr ziemlich großes Können. Den alten Kondelik ver törpert Theodor Pištět, der eine überzeugende Figur eines ältlichen Philisters gutmütigen Schlages schafft Seine Frau spielt die unvergeßliche Mutter Kratschmer Frau Antonie Nedosinská, die allmählich zu einem nicht zu missenden Bestandteil des tschechischen Filmes wird. Ihre Mutterrollen haben durchwegs eine lebendige Frische und die Künstlerin ist genau so wandlungsfähig, wie sie gerne auf der Leinwand gesehen und auf genommen wird. Schwimmen. Arne Borg stellte Sonntag int Stocholm im Schwimmer über 440 Yards einen neuen Weltrekord mit 4 Min. 27 Set. auf. Internationale Borkämpfe in Preßburg. Die Herausgeber Dr. Ludwig Czech. Berantwortlicher Redakteur Wilhelm Nießner. Für den Drud verantwortlich: O holit Rämpfe seitigten folgende Resultate: Leichtgewicht: Socfis( Ungarn) gegen Semrad( Desterreich) unent schieden. Bantamgewicht: Sablas( U.) gegen Boſpiſchil( De.), der Desterreicher siegte nach Bunkten. Federgewicht: Sopolovsky( U.) gewann gegen Die jugendliche Jarmila Barta( De.) nach Bunkten. Leichtgewicht: Erdös Bactov a hat als Pepi ihre bisher beste Gestalt( U.) besiegt Drechsler( Teplis) nach Bunkien. Wel geschaffen und überrascht angenehm durch, ihr nas türliches, glaubwürdiges Jungmöbeltum; fie fennt tergewicht: Cisarz( U.) gegen Linder( Brünn), Linfeine Ziererei und falsche Uebertreibung, sie gibt der gab auf. Mittelgewicht: Schrammel( Ce.) ge sich wie sie ist, ein liebes, nettes Möbel, das hier wann durch Aufgeben über Drobar( Preßburg). untrügliche Anfäße starter Begabung zeigt. Ihr Gegenspieler ist eine mehr oder weniger unbekannte Persönlichkeit namens Jiri Hrom, ein schüchterner, von ewigem Bech verfolgter Verehrer der jungen Pepi, der schüchtern ist ohne hölzern zu sein, ein Traumichnicht ohne langweilig oder gar lächerlich zu wirken. Die Photographie( Baclav Vich) ist mit einigen Ausnahmen klar und schön, bringt auch reizende Außenaufnahmen ins Bild und offenbart überhaupt eine liebevolle Sorgfalt für das Stüd. Alles in allem ein Film, der wieder einmal einen Meilenstein bedeutet in der Entwick lung des tfchchischen Filmes und starke Hoffnungen erregt, daß zielsichere und ernfie Arbeit einiger weniger einen größeren Wert für die Hebung der heimischen Filmindustrie hat, als alle die übrigen mehr oder geringer platonischen Bestrebungen von TEPLITZ- SCHÖNAU H. W. Sch. eingebildeten Mauldreschern. Drud: Deutsche Beitungs- A.- G., Prag. DRUCK- U. VERLAGSANSTALT Gesellschaft m. beschr. Haft. empfiehlt sich den p. t. Behörden. Vereinen, Or ganisationen, Gemeinden und Kaufleuten zur Herstellung von Drucksorten wie: Tabellen, Büchern, Broschüren, Zeitschriften. Zirkularen, Mitgliedsbüchern. Einladungen, Plakaten. Flug schriften, Fakturen. Briefpapieren usw in solider und rascher Ausführung. 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