Einzelpreis 70 Heller. Redaktion und Verwaltung: Prag, II., Nefazanta 18. Telephone: egesredaktion: 26795, 31469. Wachtredattion: 26797. Postichedamt: 57544 Juferate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaz. 6. Jahrgang. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit. Horthy läßt wählen. rung mit der Geste ihrer Wahlen" treibt. mert dide Saut. aus Donnerstag, 18. November 1926. Legitimisten Bezugs Bedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post: monatlich... Ke 16.vierteljährlich halbjährig ganzjährig 48.NO Sp 96.192.Rüdstellung von Manuffripten erfolgt nur bei Einfendung der Retourmarten. Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh Nr. 269. Chaos in der Coburg- Affäre. Settionschel Hartmann ist nach der Darstellung bes Außenministeriums Der Urheber der Leg Cyrill Unterdrüfung dieser Feststellung im amtlichen Bericht. Forderung nach parlamentarischer Untersuchung. den politischen Operation, die Bethlen mit fundi- ßen sind aber im regnerischen Spätherbst| hat, bekämpft er ebenso unerbittlich wie die ger Hand an der Partei der kleinen Land- Moräst e. Wer kein gutes Fahrzeug hat, verratenen fleinen Landwirte. wirte vornahm. Damit waren diese vollstän- kann nicht drei oder vier Stunden zur Wahl So fann man von dieser Wahl nur Die ungarische Regierung liebte es bis dig firre gemacht und bis in die letzten Tage fahren. Die Kleinbauern werden also gar eines erhoffen: daß sie der Welt die ger keineswegs, ihre Untertanen und das Aus- leisteten sie dem Henker- Grafen treue Gefolg- nicht in die Lage tommen, ihre Stimme ab- Augen öffne über ein Regierungssystem, land durch demokratische Handlungen zu über- schaft. Trotz dieser hündischen Treue hassen zugeben, für den Transport der regierungs- das sich mit christlichen Grundsätzen brüstet raschen. Die Neuigkeiten, die man die Grafen die Kleinbauern, hassen sie diesen treuen Wähler werden schon die Großgrund- und mit demokratischen Federn schmückt, das Sorthys verzauberien Königreich vernahm, legten Rest Revolution in den eigenen Reihen besitzer und die Behörden sorgen. aber eine blutige Schande des ziviliund die Neuwahl soll sie von den Kleinbauern waren Morde, Ueberfälle, Zuchthausurteile, Wen Bethlen für einen guten Reaktio- sierten Europas darstellt. Hinter der Dik befreien. Hinrichtungen, Notenfälschungen, Amnestien när hält, den nimmt er in seinen Schutz auf. tatur Horthys birgt sich ja noch die Avarescus für Mörder, Gewaltafte im Barlament und Um aber einen Wahlsieg über Ar- Die Rassenschüzler, die Hejasban- und tiefer im Balkan noch die Galgenherrbei den Behörden. Wenn der Bademeister jetzt beiter, Bauern und liberale Bourgeoisie zu den, die Erwachenden, deren Hände von Blut schaft des Baren Boris. Sollen, diese wan plößlich sein Parlament auflöst und Neu= erzielen, um mit den Stimmen von hundert- tricfen, läßt er ungeschoren. Gegen sie stellt tend gemacht werden, dann muß zuerst die wahlen ausschreibt, so fällt, naiv und ober- tausend Grundbesigern eine Mehrheit gegen er feine Gegenkandidaturen auf. Die oppo- Diktatur Horthys fallen. Man kann nur erGruppe der flächlich betrachtet, dieser Regierungsakt eini- die Millionen Besitzloser und Unterdrückter zu fitionelle um sehen und hoffen, daß der Wohlfieg", germaßen aus dem Rahmen des Systems. erreichen, mußte Bethlen den Feind über- Andrassy und Pallavicini dagegen, die ihm Bethlen sich bereitet, der erste Schritt zum Eine vorzeitige Auflösung des so gut funt- rafchen. Daher rührt die plötzliche, unver- in der Frankfälscheraffäre Späne gemacht Sturze des Systems werde. tionierenden Parlaments hätte man gerade in mutete Ausschreibung der Wahlen. Das wird Ungarn am allerwenigsten erwartet. Dieses noch flarer, wenn man erfährt, daß die KamBekenntnis zu den Bräuchen der Demokratie mer bereits aufgelöst ist, ja, daß der Termin anuß seine Gründe haben und dem Kenner für den Zusammentritt der neuen Stammer ungarischer Sitten und Methoden werden die schon auf den 25. Jänner festgesetzt ist, daß Gründe und Hintergründe dieses aber die Regierung noch nicht mitgeunerwarteten Appells an die Wähler auch teilt hat, wann überhaupt gewählt bald klar. Die internationale Demokratie wird. Mehr als das; die Regierung wird erst sollte es zu ihren vornehmsten Pflichten zähin den nächsten Tagen die Wahlkreislen, der Demokratie Horthys und Bethlens einteilung bekanntgeben! Man kann an die Maske vom Gesicht zu reißen, über die diesen Wahlvorbereitungen ermessen, was sich Grenzen Mitteleuropas hinaus die Bölker die Regierung unter einer Wahl überhaupt Brag, 17. November. In der so wie so schon| stimmung sei. Hier stehen die Aussagen zweier aufzuklären über den plumpen und gemeinen Einblick in die verfassungsrechtlichen Verhält- Zwischenfall eingetreten. Gestern hatten zwei Re- einer von ihnen muß gelogen haben. borſtellt und man erhält auch einen tiefen unentwirebaren Coburg- Affäre ist heute ein neuer hoher Ministerialbeamter in trassem Widerspruch: vorſtellt und man erhält Schwindel, den die Grafen- und Henkerregie- nisse eines Landes, in dem es vom Belieben gierungsblätter, der„ Benkov" und die„ Lidove Daß man die Feststellungen Balliers einfach zu der Regierung abhängt. Termin und Art der Lifty", offen den Außenminister Benes als Ur- unterdrüden versuchte, läßt bezeichnende Schlüsse Horthy hat ein Parlament, wie er es Wahl im letzten Augenblick zu ändern. Da heber der Lex Cyrill hingestellt. In der Nachts ziehen. Beneš ist weit und sein Vertreter, der ihn schöner nicht wünschen kann. Der Minister- in der letzten Woche vor der Wahl reisibung des Budgetausschusses fam als Vertreter verteidigen will, wird einfach mundtot gemacht; präsident Bethlen hat eine feste mehr nerlei Agitation betrieben werden zu Worte, der auf alle möglichen, in der Debatte tionistischen Bestimmung im Fideicommißgefeß fodes Aukerminifteriuma der Gesandte Ballier die Urheberschaft, an der unangenehmen proiek heit stets gehorsamer Mamelucken und oben- darf, bleiben aller Wahrscheinlichkeit nach für gebrachten Einwände gegen das Außerminifterium mit indirekt von seinen eigenen Kollegen in der drein verfügt dieses erlesene Mitglied der den ganzen Wahlkampf nu r 14 und sein Budget reagierte; nur über die Coburg- Regierung Beneš zugeschoben. magharischen Adelsklasse über eine beneidens- Tage übrig. Jeder Funktionär der Arbeiterbe- Affär c, d'e von mehreren Debatterednern ange- Das Ganze läuft also auf ein persönliches Nach der Windischgräßaf- wegung, jeder Arbeiter, der einen Wahlkampf nitten, wurde, brachte die offizielle Parlamentsfor- Duell zwischen Beneš und seinen zahlreichen färe nach Genf zu gehen und nach den Gen- mitgemacht hat, wird begreifen, wie schwer es responden, die sonst tie offiziellen Erklärungen Widersachern hinaus. Momentan ist Beneš im fer Oh feigen Ministerpräsident zu bleiben, eine oppofitionelle Partei hat, in einem agra- fait wörtlich bringt, fein Wort. Man mußte Nachteil, weil er auf einem Zwangsurlaub wellt, das ist ein Stückchen, das auch im Bakonyer- rischen Lande in zwei knappen Wochen einen alfo annehmen, daß der Vertreter des Außenmini- während seine Gegner die Situation beherrschen. wald so bald keiner dem Grafen Bethlen nach Wahlkampf zu führen. Dazu kommt, daß in fteriums fich gescheut hätte, in Vertretung seines Aus all diesen Intriguen, in denen sich aur macht. Aber die Session der Kammer läuft Ungarn alle Wählerversammlungen, Plata- angegriffer en Chefs auch nur ein Wort zu deffen ein leinster Kreis von Eingetosihten auskennt, im nächsten Sommer ab. Und bis dahin möch- tierungen und Flugblattaktionen vom Ober- Berteidigung zu sagen. während die Deffentlichkeit vielfach auf Rel ten Horthy und Bethlen ein Stüd weiter gespan genehmigt werden müssen. Die Sache verhält sich jedoch ganz anders. raten und unsichere Kombinationen engevicien Das ver- Das„ Rudé Pravo" brachte jedenfalls nach, gibt es nur einen Ausweg: eine einjein. Sie haben eben das alte Magnaten zögert nicht nur jede Propaganda, es kann sie Aufzeichnungen von Abgeordneten, die in der gehende parlamentarische Untersuchung. haus wieder errichtet und hoffen binnen auch ganz unmöglich machen. Der Sozial- Sigung anwesend waren einen Bericht über zwei Jahren den jetzt vierzehnjährigen und demokratie hat man jedenfalls ihre er- Ausführungen Palliers, die von der Coburg eine Aufklärung über die Affäre durch den AußenGenosse Bohl hat heute im Außenausschus dann nach königlichem Hausgesetz majorennen sten Versammlungen zu drei Vier- Affäre und der Urheberschaft an der Lex Cyrill minister verlangt, die tschechischen Sozialdemo Otto Habsburg auf den Thron sezen zuteln verboten. Die Wahl soll in drei handelten, die aber von der amtlichen Parla- traten haben eine dringliche Interpellation einfönnen. Um eine reibungslose Zusammenar& tappen stattfinden, auch das ist eine Spe- mentskorrespondenz jedenfalls über höheren Aufgebracht, die die Zuweisung der ganzen Affäre an beit des Abgeordnetenhauses und, der Mag- zialität der Demokratie Sorthus. Am, eriten trag einfach unterschlagen worden waren. den parlamentarijchen Untersu natentafel zu ermöglichen, um den Habsbur- Tag sollen die der Regierung sicheren Landbe- steriums die Urheberschaft an der Ler Chrill aus- chungsausschuß fordert, und auch die angern den Weg zu ebnen, kann Bethlen nicht zirke wählen, nach einigen Tagen die unsiche- drücklich dem Sektionschef des Justizministeriums deren sozialistischen Parteien fordern Klarstellung. früh genug zu den Neuwahlen kommen. Birgt ren Wahlbezirke mit offener Abstimmung und Dr. Hartmann zugeschrieben, demselben Dr. Also heraus mit der parlamen doch sein Parlament noch immer die starke nach einer weiteren Pause die Städte, die Hartmann, der einen Tag früher einem Rebat- tarischen Untersuch ut n g, dantit alle Ele Gruppe der kleinen Landwirte, die allein das Recht der geheimen Abstimmung teur des„ Prager Tagblattes" ausdrücklich erklärt mente, die in diese dunkle Affäre verwickelt sind, im Jahre 1919 auf dem Lande die eigentli- haben. So soll das sichere Ergebnis in den hatte, daß er von der Ler Chrifl erst aus den Ver- festgestellt und zur Verantwortung gezogen werden chen Träger der Revolution waren. Als ihnen Terrorbezirken die Stimmung beeinflussen. handlungen im Plenum erfahren habe und bis tönnen, ohne Rücksicht darauf, in welcher Steldie Diktatur Bela& uns nicht die ersehnte Offiziell begründet die Regierung dieie Drei- heute noch nicht wife, wer der Urheber dieser Be lung sie sich momentan befinden. Bodenaufteilung brachte und als die Weiße teilung mit dem Mangel an GendarArmee, von den Rumänen gedeckt, ihren blu- merie. die man bei einer ungarischen Wahl tigen Kreuzzug gegen Budapest unternahm, nicht vermissen kann. Immerhin ist die GenGalgen und rauchende Trümmer auf ihrem darmerie stark genug, die Zeniren der Sozial- Nach dem Rude Pravo" hat Pallier eg bassend, da waren die kleinen Bauern al- demokratie feit Wochen förmlich zu belagern. im Budgetausschuß zur Eisler Affäre ungefähr Das Ministerium für Auswärtiges erklärte lerdings abgefallen, hatten sich angstschlotternd Der Sieg ist also aufs beste vorbereitet gejagt, er fönne eine offisielle Ertläspäter auf eine Anfrage, daß nichts dagegen und Verzeihung erhoffend den neuen Herren und wenn die Magnaten im Weltkrieg bei jeung über die Eisler- Affäre vorlesen, die auf spreche, daß der Präsident dieses Geset unterGrund der vorliegenden Dokumente von den schreibe. Das Gesez befriedigte aber die bulzugewandt. Ihr Führer Stefan Szabo der Offensive, an der sie als Generäle, Mini- zuständigen Referenten im Ministerium ausge- garischen Coburger nicht und diese bemüthien trat in das Kabinett Bethlens ein und wurde ster und Getreidekommissäre teilnahmen, arbeitet worden sei. Im Außenministerium besich, durch diplomatische Schritte Behalb zog es ihn, halb fant er hin in solche Vorsicht hätten walten lassen, so wäre gann man sich mit der Coburger Angelegenheit günstigungen im Wege des administrativen Berschwere persönliche Schuld verstrickt. Er gab der Weltkrieg wahrscheinlich nicht verloren ge- erst am 11. Juni 1924 zu befaffen, an welchem fahrens zu erzielen. Das Außenministerium sich dazu her, von den Getreidehändlern. es gangen. All diese Vorbereitungen genügen Tage eine Einladung zur Sigung des verfas- lehnte es aber in einer besonderen Zuschrift, die varen zum größten Teil reiche Juden, große aber einem bedachijamen Politiker, der Beth- fungsrechtlichen Ausschusses für den 12 Juni Ballier zur Verlesung brachte, ab, sich in diese Angelegenheit hereinzumischen. Beträge für Ausfuhrbewilligungen zu erprej len ist, noch nicht. Er hat die Wahlen für die erfolgte. jen. Der Reingewinn floß zum überwiegen- er st e Dezember hälfte angesetzt, den Teil in die Kassen der Erwachenden Un- ganz sicher zu gehen und nicht vor der Gegarn. So wurden die Pogrome mit den schichte den Vorwurf zu tragen, er habe bei Geld der jüdischen Bourgeoisie bezahlt und der Sorge um die Erhaltung des christlichen die reinrassige Gentry hatte keine Auslagen. Henkerregimes eine Unterlassungsjünde An Szabo selbst aber vollzog Bethlen eine gangen. Keine Jahreszeit ist in Ungarn für dieser Zusatz wurde ursprünglich angenommen, Beschuldigte habe ihm iene Beträge nicht vergroßzügige Erpressung. Er hielt eine Wahl so ungeeignet wie der Spätspäter aber im Ausschuß abgelehnt. Zum rechnet, die er ihm zu dem Zweck übergab, damit ihn an einer furzen Reine und wenn der alte herb st. Ebendrum hat Bethlen mit fiche- Außenminister famen nun Vertreter einzelner Eisler auf politische Faktoren, Beamte und Bauerngroll in Szabo erwachte, wenn er rem Griff diesen Termin für seine Wahl er- politischer Parteien und intervenierten, daß Journaliſten einwirke. Hat der Herr Minister. aufmuckte und gegen den Stachel löfte, dann faßt. In Ungarn wählen alle Bürger in der dieser Zusas im Interesse des flawi- dem der Stand der Angelegenheit aut belanni Die Teilung in Oriswahljef minister fandte den Referenten zu dem Lega- Untersuchung wegen versuchter Verlei ichen Prinzen angenommen werde, 30g Bethlen die Leine an. Als Szabo dann Bezirksstadt. Der ist, angeordnet, daß gegen Cyrill Cobura eine ernstlich aufbegehrte, ließ Bethlen die Affäre tionen gibt es nicht; nur an einem Orte des tionsrat Simet, der damals Sefretär der tung der damals Sekretär der tung zum Mißbrauch der Amtsge auffliegen und sperrte den Sekretär Eskütt, Wahlkreises wird die Wahlurne aufgestellt. Betka war, mit dem Ersuchen, die Lex Cyrill im walt eingeleitet werde, wird er eine folde der im allerhöchsten Auftrag die Erpressungen Stundenweit müssen die Land be Plenum des Abgeordnetenhauses einzubringen. Weifung ausgeben und warum wurde über Cydurchgeführt hatte, auf ein paar Jahre ins wohner wandern, um ihr Wahlrecht ausDas geschah und der Antrag wurde als An- rill Coburg feine Haft verhängt, obwohl hier Buchthaus. Szabo starb während der großen üben zu können. Die ungarischen Stra trag Dr. Lukavsky und Genossen in der Fas- offenbar Kollusions- und Fluchtgefahr vorlag. 8 um beDemnach hat der Vertreter des Außenmini* Die unterschlagene Stelle. Dort beantragte in Gegenwart eines Bertreters des Ministeriums des Aeußern der Sektionschef Hartmann vom Justizministerium eine Ergänzung zu dem Gesetz über die Fideikommisse, die unter dem Namen Ler Chrill bekannt ist. * jung angenommen, wie sie ursprünglich Settionschef Hartmann beantragt hatte. Die Interpellation der tschechischen Sozialdemokraten. In der Interpellation der tschechischen Genossen an den Justizminister heißt es: In der Straffache gegen Dr. Eisler behauptete Cyrill Coburg, der Seite 2 Udržal für die 18monatige Dienstzeit. Opfer Wir haben noch zu wenige Gewehre, Maschinengewehre und Kanonen. Brag, 17. November. In der gestrigen Bud- richtlich verhandelten Spionage- Affären gegen getausschußsigung erstattete der Verteidigungs- Angehörige der Armee die kommunistische minister Udržal ein ausführliches Exposé über Parteitangiert habe. sein Ressort. Er erklärte u. a., daß die Militärverwaltung dem dem Budgetgleichgewicht bringe; der Voranschlag sei für 1927 um 250 Millionen oder rund 13 Prozent niedriger. So radikal sei das Budget feines anderen Ressorts ermäßigt worden. Das Armeebudget bei unseren Nachbarstaaten werde nicht in einem solchen Maße herabgesetzt, sondern bleibe annähernd gleich und beanspruche einen höheren Prozentsaz des Gesamtbudgets. Die Ausrüstung unserer Armee und ihre Ausbildung steht noch lange nicht auf der Höhe, wie wir es wünschen würden. Wir haben bisher nicht genügend Gewehre, Maschinengewehreund Kanonen, um die absolut notwendige Zahl von Kriegsformationen ausrüsten zu können. Auch das Flugwesen ist, obwohl ihm alle mögliche Sorgfalt gewidmet wird, erst im Stadium des Ausbaues. Unsere Vorräte an Kriegsmaterial find verhältnismäßig bescheiden im Verhältnis zur Aufgabe, die unsere Armee im Falle eines Konfliktes hat. Da die Ausgaben für die Waffenübungen der Reservisten herabgesetzt wurden, würden im nächsten Jahre nur drei Jahrgänge zur Waffenübung einberufen werden statt wie bisher vier. Außerdem werde es in einigen Fällen auch notwendig sein, die Waffenübungsfrist zu verkürzen. Weiters erklärte udržal mit Nachdruck: Zu den Grundpfeilern einer gedeihlichen Entwicklung unserer Armee gehört die Belaffung der bisherigen Präsenzdienstzeit, so lange nicht alle Borausseßungen für ihre spätere Herabseßung erfüllt sein werden. Er bitte daher alle Faktoren der gesetzgebenden Körperschaften, ihn bei der Lösung dieser wichtigen Lebensfrage des Staates zu unterstüßen. Der Fall Simunet jei ein Glied in der Kette der Verbrechen gegen unsere Republik, die sichtlich von einer Zentrale geleitet sind. Es sei dies die kommunistische Internationale. Die tommunistische Partei der Tschechoslowakei führe die Weisungen der Zentrale systematisch Das Budget im Ausschuß erledigt. Svehla schlägt den Slowaken erneut das Preßburger Ministerium ab. Donnerstag, 18. November 1926. durch und ſei bestrebt, aus allen Sträften sich für der Rüftungsfond im Wehrausschuß den Bürgerkrieg aktiv und passiv vorzubereiten. Aktiv durch Spionage und dadurch, daß sie sich detaillierte Kenntnisse über die Vorbereitungen des Staatsapparates zur eventuellen Abwehr verschaffe. Passiv schwäche sie den Widerstand durch Verbreitung von Unzufriedenheit im Heer und durch Lockerung der Disziplin im Heere, in den Behörden und in der Bevölkerung. Alle staatserhaltenden Elemente dieses Hanses ohne Unterschied der Nationalität müßten, so schloß Udral, deshalb zu uns stehen in dem Bestreben, diese Umtriebe einzudämmen. befchloffen. Wie vorauszusehen, hat die neue Mehrheit einschließlich der Deutschbürgerlichen dieses ungeheuerliche Gesez zum Beschluß erhoben, das der Militärverwaltung einen unkontrollierbaren Sachfonds in der Höhe von 315 Millionen Kronen auf die Dauer von elf Jahren zur Verfügung stellt. Abgeordneter Genosse Heeger nahm zu diefer Vorlage Stellung und wies nach, daß von einer durchgreifenden Herabsetzung der Militärlasten keine Rede ist; während alle anderen Staa ten, ja selbst Frankreich, darangehen, die Militärlasten abzubauen, geschieht bei uns das Gegenteil. land. Auch beim Abschluß des Vertrages mit Die Militärausgaben im Voranschlag im Kapitel Desterreich scien schwere Fehler geschehen; die Zei- Ministerium für nationale Verteidigung" werten seien vorüber, wo dieser Staat sich dünkte, die den ziffernmäßig mit 1.370,000.000 K ausgewic wirtschaftlichen Verhältnisse in Mitteleuropa diffen. Es befinden sich aber unter den bertieren zu können. Der Handelsvertrag wird sodann in erster Lesung angenommen. Punkt 2 der Tagesordnung ist die Regiegierungsvorlage über Prag, 17. November. Der Budgetausschuß hat heute die Verhandlung des Budgets für 1927 beendet. Die morgige Sigung des Abgeordnetenhauses ist noch der Erledigung von Resten gewid ein neues Volkszählungsgesetz. met, während dann von Freitag angefangen die Die Volkszählung soll nicht mehr, wie ursprünglich Budgetdebatte im Plenum einfeßen soll. Allerdings vorgesehen, in fünfjährigen, sondern in zehnjähsollen die Verhandlungen Švehlas mit den Slowa- rigen Abschnitten erfolgen. Dies sei vollständig ken, die auf dem Ministerium für die Slowakei genügend; außerdem könne das Statistische Staatsbestehen, wieder einmal gescheitert sein und zwar amt die Ergebnisse innerhalb fünf Jahren nicht an der entschiedenen Weigerung Svehlas, diese For- verarbeiten. Die nächste Volkszählung soll spä berung zu erfüllen. Die Slowaken haben darauf- testens im Jahre 1931 stattfinden. hin im Budgetausschuß erklärt, daß sie hier zwar für das Budget stimmen, daß d'es aber nicht be- nicht stichhältig und protestiert gegen die GeheimHorpynla( D. Nat.) hält die Begründung für deute, daß der Klub auch im Plenum schon für haltung der Beamtenstatistik. Die Reform des den Staatsvoranschlag stimmen müsse. Allzu tragisch Volkszählungsgesetzes hätte gründlicher durchgedarf man diese Auseinandersehungen nicht neh men. Es sind eben in Hlinka und Svehla zwei Ver- führt werden sollen; so aber werde man unter dem neuen Gesetz wieder die größten Anstrengungen handlungspartner aneinandergeraten, die sich auf machen, um die Ergebnisse der Volkszählung zu alle Kniffe bei Verhandlungen aus dem ff ver verfälschen. stehen und die nun gegenseitig alle Minen springen lassen, um den anderen Teil zum Nachgeben zu bewegen. Bis zum 27. November, dem letzten Termin, zu dem eine Auflösung des Hauses vor den Präsidentenwahlen noch zulässig ist, wird die slowakische Frage wohl noch gelöst werden. Nach siebenjährigen Erfahrungen hat die Plenarligung des Abgeordnetenhauses. Militärverwaltung erkannt, daß die Gewährung Der heutigen Sigung liegt ein Dringlichkeitsvon Erleichterungen nach sechs Monaten altiver Dienstleistung sehr oft den Weg verfehle, antrag Mou dry und Genossen an den Minister den der Gesetzgeber im Auge gehabt hat. Es präsidenten und die zuständigen Ministerien we werde eine Vorlage vorbereitet, die Abhilfe schaf- gen der Coburg- Affäre vor. Im Drud wurden fen soll; die Heeresverwaltung dürfe es nicht u. a. der Regierungsentwurf über die Neuregelung bulden, daß die Intelligen; der Militärausbilder direkten Steuern, ferner über die Regelung der Finanzwirtschaft der Gemeinden und über die Berlängerung bzw. Abänderung des Gesetzes über die Umsatz- und Lurussteuer verteilt. dung aus dem Wege gehe. Soweit das Wahlrecht der Soldaten in Frage stehe, habe sich die Seeresleitung nach den bisherigen Erfahrungen zu einer Vorlage entschlossen, derzufolge das Wahlrecht den Soldaten und Gendarmen entzogen werden soll. Dieser Gedanke ist nach Udržal gesund und je cher dieser Frage gelöst werde, desto besser wäre es. Den ersten Punkt der Tagesordnung bildet der provisorische Handelsvertrag mit der Türkei, der am 21. Mai I. J. in Kraft getreten ist. Nach den Ausführungen des Berichterstatters beruht der Vertrag unsererseits auf dem Grundsatz der Meistbegünstigung, während sich die Türkei verpflichtet, mit unseren Waren nicht schlechter zu verfahren als mit Produkten aus den Lausanner SignatarScharie Angriffe gegen die Kommu- ftaaten. niften. Die Kommunistin Landa- Stychova protestiert Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen gegen den Terror in Polen, Italien und Rumäfom Udržal auf die kommunistische Spionien und schildert die Verfolgungen der arbeiten nage Affäre zu sprechen. Er erklärte, der den Schichten in Bessarabien. Fall Simunef fönne nur im Zusammenhang Krebs( d. Nat. Soz.) tritt dafür ein, daß die mit einer Reihe ähnlicher Erscheinungen be- provisorischen Handelsverträge so bald als möglich urteilt werden. Man erinnere sich gewiß, daß in definitive umgewandelt werden, und reflamiert ein außergewöhnlich hoher Prozentsatz der ge- namentlich einen definitiven Vertrag mit DeutschDie Untersten. 13 Roman bon Victor Noad. schiedensten anderen Kapiteln wei tere militärische Ausgaben, so daß insgesamt der Aufwand für militärische Zwecke in Wirklichkeit fit 1927 1.711,354.144 K beträgt. Die geringen Ersparnisse wurden auf Kosten der Mannschaftslöhne, der Teuerungszulagen und der Soldatenberpflegung erzielt. Genosse Heeger erklärte, grundsätzlich gegen das vorliegende Gesez sprechen und stimmen zu müssen, weil dadurch die Militärlaften nicht abgebaut werden und ein ungeheurer Betrag der parlamentarischen Kontrolle vollstän dig entzogen wird. Er beantragte daher, daß die genehmigten Jahresrechnungen des RüstungsUeberprüfung und Genehmigung vorzulegen sind. fonds der Nationalversammlung behufs sachlicher Ebenso beantragte er die Streichung der Bestim mung, daß dem Fonds auch durch Schenkungen, Vermächtnisse und Sammlungen Mittel zuge führt werden sollen. Wir sind der einzige Stcat, der auf diese Weise Mittel für die Militärverwaltung aufzubringen gedenkt. Der Kommunist Bolen geht auf die Erklärun- Auch der Vertreter der Nationalsozialisten gen Palliers über die Coburg- Affäre ein und er übte scharfe Kritik an der Vorlage, während die klärt, daß der Parlamentsforrespondenz offenbar Deutschbürgerlichen, die früher gegen den Riiein Win gegeben worden sei, die Erklärungen stungsfonds Sturm liefen, überhaupt nichts zu Balliers, soweit sie die Eisler affäre betref- fagen wußten und dem Gesetze glatt ihre 3ufen, zu unterdrüden. Dagegen veröffentliche die ftimmung gaben. Die Anträge Heeger wurden Parlamentsforrespondenz ausführlich die unsinnige von der Mehrheit selbstverständlich abgelehnt. Rede udržals, der alle möglichen Spionage Affä- Eine Resolution Geršl, daß die militärischen ven den Kommunisten in die Schuhe schieben wolle. Lieferungen nach Möglichkeit in jener Zeit verDie Kommunisten würden sich aber dadurch nicht geben werden sollen, wenn in den Betrieben Bevon der Verfolgung der Eisler- Affäre abbringen fchäftigungsmangel eintritt, wurde angenommen. laffen. Bolen wird vom Vorsitzenden nicht weniger als dreimal aufgefordert, zur Sache zu reden. Nach Annahme des Volkszählungsgesetzes in Der Abgeordnete Myslivec interpellierte den Minister in der Gajdaaffäre; Udržal erklärte, die Untersuchung werde in allerfürzester Zeit abBericht erstatten werde. erster Lesung schreitet das Haus zur Verhandlung geschlossen sein, worauf er dem Ausschusse einen von Immunitätsfällen. Nächste Sizung morgen Donnerstag, den 18. November um 9 Uhr 30 vormittags. Obmännerkonferenz im Abgeord: netenhaus. Nach der heutigen Plenarsizung des Abgeord netenhauses ist eine gemeinsame Beratung bes Präsidiums und der Obmänner der einzelnen parlamentarischen Slubs einberufen. Damit ist end fich den berechtigten Forderungen, namentlich unferer Fraktion Rechnung getragen. Es ist zu er warten, daß die Obmännerfonferenzen, die sich im Senat vollauf bewährt haben, nunmehr auch im Abgeordnetenhause zu einer ständigen Einrichtung werden, die auch den im Präsidium nicht vertre tenen Parteien ein parlamentarisches Mitbestim Imungsrecht gewährt. Beneš soll im Außenausschuß des Senats Aultlärung geben. Ein angenommener Antrag der deutschen Sozialdemokraten. Der auswärtige Ausschuß des Senates befaßte fich in seiner geftriaen Siguna mit den Verträgen mit Desterreich und talien, die die Bezahlung der Lebensver sicherungspolisen zum Gegenstande baben. Die beiden Verträge wurden nach längerer Tebatte genehmigt. Sierauf beantragte Genoffe Dr. Beller, weiße seinen Vertreter zu erfuchen, im Ausichuk au erfcheinen, um darüber Auskunft zu geben, ob die sogenannte er Cyri!! über feinen Antrag in das Gefes über die Rideifom misse aufgenommen wurde, und wenn ja, warunt den Minister des Aeukeren beziehungser es erst gewagt hatte, ihr in's Geficht zu sehen, Hände waren durchsichtig. Die gütigen Bände,| Saufe gab's Plätzchen, wo sich's wohl träumen den fragenden Blick der großen Augen empfun- auf die er immer wieder seine Lippen drückte, ließ. Aber das von der Fremden geleitete ,, Großden, ihre Hände gefühlt hatte, schmal und weich auf die feine Tränen tropften, die zuletzt bedeute meinemachen" zerstörte ihm alles, als hätten die wie die Haut des Pfirsichs, nachdem er die Güte fam feinen Kopf faßten, fein Geficht aufhoben, Scheitertveiber mit Schrubber und Hadern Si aus ihrer Stimme herausgehört hatte, war feine um seinen Mund an ihren zu führen. Wie feft boniens Schotten erschlagen. Das Märchen war Scheu hingeschmolzen wie Wachs am verzehven schylang er da seine Arme um ihren Nacken, als aus. Heulend war er dabei gestanden. Gestrei den Feuer, und jäh überflammte ihn Liebe. Er sollten sie sich nie wieder lösen. Er schloß die chelt hatte er den Diwan, als er hinausgeschleppt hätte wie ein Räßchen sich in ihren Schoß schmie- Augen und fühlte sich, los von aller Körper- wurde, vor dem er so oft getniet, um die nieder gen und ihren Händen überlassen wollen. Er schivere, zerfließen in Gefühl. hängende Hand der nun auf ewig verlornen blüte ihr in restloser Singabe entgegen. teuren Frau zu liebkosen. Die Fremde beobachtete den Knaben scharf. Der stille Proteft gegen ihr Tun fränkte sie. Sie wurden einander feind. Frau Sidonie liebte den Himmel. Um Sonne und Wolken, Mond und Sterne zu schauen, hatte sie sich vont Gatten das Oberlicht erbeten für ihr Zimmter. Gin Saal mehr als ein Simmer. An Türen und Fenstern seidene Vorhänge, Er durfte wiederkommen. Er fam öfter, fam Wenige Wochen später erfuhr ex, sie ist gelilafarben wie reife Pflaumien. Bücher in täglich. Und seine Liebe wuchs wie fein Ver- ftorben Schränken und Regalen, dazwischen Gemälde und stand in Frau Sidoniens Pflege. Sie formte Und nach wieder nur wenigen Wochen zog Stulpturen in Bronze und Marmor. Neben der fein Wesen, bildete feinen Charafter. Sie lehrte eine Fremde in des Witavers Heim, die Haus Der Wither war ganz und gar bon seinen Glastür zur Loggia ein Flügel. Hier und da ein ihn die Dichter lesen, weckte die Musit in ihm. dame". Geschäften in Anspruch genommen. Er war ein bequemer Sessel, eine Ottomane, ein Tischchen Sie spielte Geige. Er hatte Klavierunterricht. Walter empfand von vornherein eine heftige viel zu nüchtern denkender Mann, um den präch zum Ablegen eines Buches. In der Mitte ftan Sein Lehrer meinte, er hätte Talent. Frau Si Abneigung gegen die energische Person. Er fand, tigen, inmitten des Hauses gelegenen Raum, das den, das Oberlicht tragen wie ihr Dach, schlanke donie erkannte sein ungewöhnlich kraftvolles mu- sie habe einen Tritt wie ein Dragoner. Er fuhr Zimmer der Toten, aus Bietät einer vernünfti Säulen. Und in der Höhe des Tempelchens fitalisches Empfinden. Sie verfeinerte es. Sie zusammen, wenn er sie hörte. Sie verscheuchte gen Verwendung zu entziehen. Er war voll brannte in einer Alabasterschale rubinrot die fand in dem armen Snoben einen Reichtum an den Dämmer, den seine Phantasie ihm schuf, in stroßender Mamnestraft und wünschte natürlich Lampe. In fast flöſterlicher Abgeschiedenheit Begabung, wie sie ihn ihrem eigenen Kinde ge- dem er Sidoniens Schatten zu sehen wähnte. nicht, in einem Mausoleum zu wohnen. Er hatte frönte die seltsame Frau dem Kult ihrer welt- wünscht hätte. Sie pflegte ihn als die kostbarste Robuste Menschen konnte er überhaupt nicht aus viel mehr Verständnas für das Schalten und Walfremden Seele. Pflanze in ihrem Garten, beobachtete und begte stehen. Ihm selbst war, was man Selbstbewußt ten feiner Baustame", als für die Träumereien Er der Mann hatte sich lange bemüht, jeden frischen Trieb in ihm; und er liebte sie so fein nennt, jo durchaus fremd, daß er es bei eines Jünglings wie Walter. Gelegentlich be lly die üblichen Lebensfreuden der Gesellschaft bingebend und so zart. Er wünschte Hauch ihres andern nicht begreifen und nicht verzeihen konnte. tam er zu hören, die Freundschaft mit dent ,, kleischmackhaft zu machen. Erst nachdem die Aerzte Mundes zu sein, in dem Schmerz und Leid und Steptiker, Sweifler, Schwankenbe waren ihm nen Lehrbuben" fei doch wohl nicht mehr das ihm alle Hoffnung auf Genesung des schwindsüch Freude und Glück ihrer Seele veriveht, der sich sympathisch. War er selbst doch der größte richtige für Traugott; oder die Syſterie Waltigen Weibes genommen hatten, überließ er duld- erneut mit jedem Atem und erstirbt mit dem Zweifler. fonnte er toch taum anders als ironi terns fönnte boch leicht abfärben; oder ähnliches. Der Zufall spielte ihr einen Brief in die sam sie ihrer Absonderlichkeit. Er war, wenn leßien Seufzer. Sie war seine Stönigin und er fierend über sich selbst reden. Aber mes Zweiauch als Kaufmann nüchtern denkend, Rechner ihr Sflave. Sie war ihm Priesterin, die all seine fel teine Grenze, des Glaube unbeschränkt. Nur Hände, worin Walter dem Freude sein Herz aus und Erwerber, doch ein gütiger Mensch, und er Sünden wußte. Sie war ihm heilige, zu der er Gewißheit setzt unüberwindliche Schranke; der geschüttet hatte. Er war geschrieben unter dem liebte Sidonie. betete und die ihn beschützte. Und als er über Zweifel aber ist ein flattriges Gehege, in das der frischen Eindrud einer der häglichen Szenen, die Sie fante nur wenige Leute; aber die Stadt die Dreizehn gekommen war, begann der Duft Glaube wie die blau blithende Winde sich hinein- fich jetzt immer häufiger zivischen den SturmSprach von ihr. Walter verehrte sie längst schon, ihres Kleides, ihres Heares, ihrer Haut ihn felt fchlingt. Walter war ein 3iveifler; aber in seiner fchen Gheleuten abspielten. Das war ein böses ehe er sie fennen lernte. Eindringlicher Für- sam zu erregen. Es wurde ihm zur Wonne, sich Seele lebt das Wunder. Es hatte hundertfache Grollen und Murren auf den Seiten, die feine -Meditjen, die unterm rasche Feder vollgeschrieben hatte. Betrachtunte Sprache Traugotts verdantie er es, daß ihre Tür fest an sie zu drücken und ihre Blutivärme zu Gestalt und Farbe, sich ihm öffnete. spüren. Er träumte von ihrer Schönheit. Spiegel feines Bewußtseins wie unterm Meeres gen über den Unwert des Lebens waren eingeEr fam zu ihr wie zu einer Königin, nein Nur einen Frühling und Sommer dauerte spiegel schwammen. Sein Zweifel war selbst ein flochten, und in jugendlichem Ueberschwange hieß wie zut eimer Heiligen. Verschüchtert wie ein das Glück. Als er herbsielte, führte der reiche Wunder, das immer fernere Tore auffprengte es da: alles sei toch nur wert, daß es zugrunde fleiner Junge. Sein Herz schlug hoch. Er konnte Mann sein Weib nach dem Süden. Sie blühte vor immer wunderbareren Möglichkeiten. Und ginge. foum fprechen vor Aufgeregtheit. Aber nachdem wie ein Mairöschen in gang zarten Farben. Ihre in dem, vom Duft des Reichtums durchzogenen -w ( Fortjehung folgt.) Donnerstag, 18. November 1926. bies geschehen sei. Dieser Antrag wurde angenommen, während jedoch Genosse Dr. Seller beantragt hatte, daß die nächste Sibuna des Ausschusses schon morgen stattfinden solle. wurde befchloffen, daß der Vorsitzende des Ausschusses vorerst mit dem Ministerium für auswärtige Angelegenheiten fich hierüber in Verbindung zu fehen habe und daß dann die Sibung angeordnet werde. Man geht aber hoffentlich nicht fehl, menu| Mayers zeigt deutlich genug, daß ihr gewisse man den Abgeordneten Mayer so vielen realen führende Kreise des Bundes der Landwirte schon politischen Sinn zuschreibt, daß er lieber außerhalb als interhalb des Bun selbst die öffentlich vorgebrachte, int Grunde des schen möchten, wobei es ihnen nicht darauf Seite 3 politiſch unanſtändige Zumutung der Rational- ankäme, neben der Person Mahers auch dessen Die ständigen Wählerverzeichnisse. bedeuten." Neuwahlen in Ungarn. Keine Bersammlungsfreiheit für die Arbeiter. 11 und partei, ebenso offen verwirft, um so mehr, als er Wahlkreis zu opfern. Die Hauptsache ist, daß sie sich ja selbst als Parteimitglied des Bundes der au der Regierungskrippe bleiben! Landwirte bezeichnet. Und das heißt Partei Genossen erfüllt eure Pflicht! disziplin halten, Treue der Partei, die ihut Gifenkartell. Wir haben vor einiger Zeit gemeldet, gen Wählerverzeichnisse gemäß dem Gesetze vom Der Handelsminister und das europäische Amt 15. Dezember d. J. werden die ständi das Recht gibt, das Mandat als Mit daß der Anschluß der tschechoslowakischen Eisen- 19. Dezember 1919, 8 zur öffentlichen EinIm Außenausschuß des Abgeordnetenhauses glied des Bundes der Landwirte auswerfe an die europäische Rohstahlgemeinschaft am fichtnahme aufgelegt. meldete sich nach Zuteilung der eingelaufenen suüben. Für einen ehrlichen Bolitiker, widerspruch der Firma Albert Hahn in strau Den Wählerverzeichnissen Schriften Genosse Pohl zu Worte und bean- für ein treues Parteimitglied, würde eine solche vorläufig gescheitert ist. Wie nun die Bohemia" iung zu, da im Jahre 1927 die Funktionsfommt diesmal besondere Bedenöffentliche Zumutung, wie sie Herr Brunar vor mitteilt, ist der Handelsminister bei dieser dauer der Gemeindevertretungen abläuft und toagie, der Ausschuß möge den Außenminister Beneš oder, falls diefer binnen vierzehn Tagen brachte, zumindest einen Fauftschlag ins Gesicht Firma eingeschritten, damit sie ihren deshalb Neuwahlen in den Gemeinden nicht erscheinen fönne, feinen Stellvertreter, deit Ministerpräsidenten, vor den Ausschuß laden, daWiderstand gegen die Kartellierung aufgibt. Wenn mit er über die lehten politischen Er der Deutschen Landpost" Herr Maher hat nun nach der Aufforderung dies den Tatsachen entspricht, müßte man die erwarten sind. Ob diese im ersten oder zweiten feine Partei ver Frage aufiverfen, welches Jntereffe der Handels- deshalb ist es nötig, die Vorbereitungen auf Halbjahr stattfinden, ist schwer zu erraten eignisse und ihre Rüdwirtung auf fehrt anscheinend nur noch durch die Presse mit minister am Zustandekommen des Eisenkartells alle Fälle und rechtzeitig zu treffen. die Tschechoslowakei Bericht erstatte, ihm zu beweisen, daß er ein Ehrenmann ist, hat, beziehungsweise welches Juteresse er daran Es ist also nötig, daß die Genossen in den Genamentlich aber über Deutschlands Eintritt in was dadurch geschehen soll, daß er nicht seine hat, daß die Gifenpreise steigen, was ja eine noi meinden nicht erit warten, bis die Wählervernoi- Es den Völkerbund und die Verhandlungen bout eigenen Aeußerungen, sondern die des Herrn wendige Folge des Kartells fein wird. Der Herreichiiffe aufliegen, sondern bereits jept meinden nicht erst warten, bis die WählerverThoirh, die Anerkennung Sowjetrußlands, den Dr. Brunar widerruft! Die Anrempelung Handelsminister wird um Aufklärung gebeten! die Handelsvertrag mit Oesterreich und die CoNamen und Daten jener Personen, von denen burg- Affäre. Der Vorsitzende Tomašet fie annehmen, daß sie für uns als Wähler in erflärte, der Außenminister weile im Auslande Frage Tommen und nicht in den Wählerlisten umb der bevollmächtigte Minister Dr. Girsa, an des Ortes enthalten sind, sammeln, um bei den er sich gewendet habe, sei erkrantt. Genoffe Auflegung der Wählerlisten sofort reffamieren Bohl erlärte daraufhin, daß als Stellvertreter ju fönnen. Es kommen vor allem in Frage Benešs mir der Ministerpräsident in Frage alle Bersonen, die am 15. Dezentber d. J tomme. Tomašek versprach denn auch, daß er Fit der Dienstagsibung der ungarischen| Bersammlungsrechtes zur Sprache brint- das 21. Lebensjahr vollenden und seit mindiefen Antrag des Genoffen Pohl weiterleiten Nationalversammlung wurde das von Horthy gent, der Vorsitzende verweigerte aber den destens 15. September d. J. in der Gemeinde und mit dem Ministerpräsidenten diesbezüglich und Bethlen unterzeichnete Auflösungs- Sozialdemokraten das Wort. Zu dieser Beschwerde ihren Wohnsitz haben. Weiter alle jene Versoin Verhandlungen treten werde. dekret verlesen und das neuzuwählende Barla- hat die Partei schon nach den Erfahrungen der nen, die aus einer anderen Gemeinde in der Geschäftsordnungsbrüche im Jnitiativaus- ment für den 25. Jänner einberufen. Gleich letzten Tage ausreichenden Grund. Für Sonntag Beit bis zum 15. September zugewandert schuß. Auf der Tagesordnung der geftrigen Sitzeitig soll sich auch das Magnatenhaus hatten die Sozialdemokraten in Budapest und Um- sind und das Wahlrecht sonst besitzen. Es muß zung des Initiativausschusses hatte der Vorfit- konstituieren. Die Wahlen sollen an drei gebung acht Wählerversammlungen angemeldet; aber auch darauf gesehen werden, daß in zente Dubicky bis auf drei Ausnahmen lauter Tagent, am 4. 8. und 10. Dezember statt- bon diesen wurden sechs verboten. Für Wählerverzeichnissen nicht Personen eingetragent Anträge gestellt, die dem Ausschusse bereits vor finden. An den beiden ersten Tagen werden die Dienstag abend waren zwölf Wählerversamm sind, die nicht hineingehören. Das sind Minmehr als dreißig Tagen zur Verhandlung zuge- Bezirke wählen, in denen öffentlich abgestimmt lungen einberufen; die Oberstadthauptmannschaft derjährige, Verstorbene, Personen, denen wiesen worden waren. Die Geschäftsordnung be- wird. Am 10. kommen die Bezirke mit geheimer gestattete aber nur zwei mit der Be- Grund eines rechtskräftig gewordenen gerichtli stimmt nun im§ 23 ausdrücklich, daß solche An- Abstimmung daran, deren Stimmung und Ent- gründung", daß der Partei zwei Versam mchen Urteils das Wahlrecht aberkannt wurde, träge, bei denen der Initiativausschuß die Frist scheidung unter den Drud der Ergebnisse der fungen an einem Tage genügen foll- solche, die unter Seuratel stehen, Personen die nicht eingehalten hat, über Antrag eines der An- Wahlkreise mit öffentlicher Abstimmung gefekt ten. Dies ist der Auftakt zur Wahlbewegung: im Konkurs oder Ausgleich stehen, endlich Aus tragsteller vom Präsidenten des Hauses direkt werden sollen. Der erste Wahltag wird den Be- wenn es so in Budapest steht, fann man sich vor- länder: Das Recht der Reklamation dem betreffenden Ausschuß zuzuweisen find. Gezirken vorbehalten, die für die Regierung die stellen, wie die Panduren erst in der Provinz steht jedem in der Gemeinde Wahl.. berechtigten zu. toffe Bohl beantragte daher, alle diese Anträge fichersten sind. Auch die oppositionelle Proving hausen. von der Tagesordnung abzusehen, da der Initia foll also dem Eindruck der Entscheidung in den tivausschuß nach der Geschäftsordnung mun nicht regierungsfrommen Bezirken ausgesetzt werden. mehr das Recht hat, sich mit diesen Anträgen zur Begründung der stufenweisen Vornahme der zu beschäftigen. Trotzdem nahm der Vorsitzende Wahlen in der Proving wird ausdrücklich geltend Dubicky die Zuteilung dieser Anträge vor; gemacht, daß die Regierung nicht über so viel nur der Antrag Reibl auf Einsetzung eines Brachialgemalt verfüge, um im ganzen besonderen Ausschusses für Aenderungen der Ge- Bande an einem Tage wählen zu lassen. Man schäftsordnung wurde abgelehnt. Als der schon fann sich danach schon vorstellen, wie die Wahlim Sommer überreichte Antrag des Genoffen Dr. freiheit, korrigiert durch Brachialgewalt, beschafCzech auf Untersuchung der Vorfälle anläßlich fen fein wird. der Demonstrationen auf dem Prager Havličet play zur Sprache kant, beantragte der Bericht erstatter$ a in gleichfalls dessen Ablehnung. Dagegen wehrte sich Genoffe Pohl mit dem erneuten Hinweis darauf, daß der Initiativaus schuß aus den oben auseinandergefehten Gründen nicht mehr das Recht habe, den Antrag abzulehnen. Genosse Pohl verties darauf, daß Genosse Dr. Czech entsprechend dem§ 23 der Geschäftsordnung bereits beim Hauspräfidium den Antrag auf Zuweisung aller jener un ferer Anträge, die vom Juitiativausschuß innerhalb der vorgeschriebenen Zeit nicht behandelt wurden, an die entsprechenden Ausschüsse bean tragt habe. Daraufhin frat sajn den Rüdzug an und der Ausschuß beschloß, erst beim Haus präsidium anzufragen, ob der Antrag auf zuweifung tatsächlich bereits erfolgt sei.- Ueber den Antrag der toalierten Barteien auf Vermeh rung der Bizepräsidentenstellen im Abgeordneten haus referierte Abgeordneter Stašet; der Antrag wurde dem verfassungsrechtlichen Ausschuß zugewiefen. Die Regierungspartei hat schon bisher mit zwei Gruppen einen förmlichen Wahlpakt gefchloffen. Die eine von ihnen sind die Rassenchiler unter der Führung des Gömbös. auf ihrer Liste kandidiert der Mas sen mörder Joan Sejjas. Die andere Gruppe ist die der regierungstreuen egitimisten, die sich christlich- wirtschaftliche Partei nennt. Außerdem hat Bethlen noch ein Detachement zur Köderung der städtischen Bürger, vor allem der jüdischen Bourgeoisie, aufgestellt, das von dem gewesenen Finanzminifter Tibor tallah geführt wird. Als Wegzehrung für dieses Detachement sind die zwei Rabbiner anzusehen, die neben den Bischöfen in das Magnatenhaus berufen worden sind, und das Versprechen, das Sumerus clausus- Gesetz an den Universitäten abzuschaffen. Genossen. den auf Jede Reklamation, die schriftlich bis län Zu den Merkwürdigkeiten des magharischen Wahlverfahrens gehört auch, daß, obwohl das tens ant 8. Tage nach der Auflegung der Wäh Barlament schon längst aufgelöst ist, die Wahl- lerlisten beim Gemeindeamte zu überreichen ist, freiseinteilung noch immer unbedarf sich auf nicht mehr als eine Person bezie hen. Es ist auch darauf zu achten, daß bei fannt ist. Auflegung der Wählerverzeichnisse die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden. Die WähDas Wahlmanifest der ungarischen lerverzeichnisse müssen rechtzeitig und in drei Exemplaren zur allgemeinen Einsichtnahme aufliegen. Die Kundmachung über die Auflegung Budapest, 17. November. In dem Wahlmanifest der sozialdemokratischen Partei wird hat an dem Tage vor der Auflegung zu erfol aufs schärfste gegen das seit sechs Jahren herr- gen und muß während der ganzen Dauer des schende Regierungssystem Stellung genommen Reflamationsverfahrens( also vom 14. bis zum und gejagt, es werde noch immer auf Grund der 31. Dezember) angeschlagen sein. Die Wählerfrist mindestens 3 Stunden täglich aufliegen; in Ausnahmsgesetze für den Striegsfall regiert. Nicht verzeichnisse müssen während der Reklamationsnur die Valuta, sondern auch die Gegen- Gemeinden mit mehr als 5000 Einwohnern rebolution habe sich stabilisiert. täglich 8 Stunden und zwar an Samstagent Die Partei fordere vollständige Brez- und auch in den Mittagsstunden, an Sonntagen von Stoalitionsfreiheit, das allgemeine, gleiche 8 bis 12 Uhr vormittags. Reklamationen müs und geheime Wahlrecht, eine Volkssen während der achttägigen Frist eingebracht abstimmung über die Staatsform und die Frei- werden. Genossen, achtet auf die heit für eine Agitation zur Errichtung der Republik. Ferner wird eine neue Bodenverteitigkeit der Eintragungen in den lungsreform, eine radikale Neuorganisierung des Wahlerverzeichnissen, Steuersystems, Versicherung der Arbeitslosigkeit, die Berfonen, die zu reklamieren schließlich eine allgemeine politische Amnestie und sind und haltet die Fristen ein! Liquidierung der Entigration gefordert. Die Ungerechtigkeit, die Ungarn durch der 800 Die Verlesung des Auflösungsdekrets und die Trianoner Friedensvertrag widerfahren sei, Schlußrede des Vorsitzenden Zsitvay im Parlament fönne nur mit Hilfe der demokratischen Völler wurden von stürmischen Zwischenrufen unterbro- der Welt guigemacht werden. Dem demokratischen chen. Die Sozialdemokraten riefen unun- Ungarn würde eine führende Rolle in der kraft terbrochen: ,, Nieder mit der Diktatur!", der geschichtlichen und wirtschaftlichen GesetzHeraus mit dem allgemeinen, gemäßigteit nottvendiger Weise bevorstehenden heimen Wahlrecht!" Die sozialdemokratische Balkanföderation zufallen. Die ungarische Fraktion wollte in einer Anfrage vor Eingang in Außenpolitik müsse die Parole verkünden: Friede bie Tagesordnung die Einschränkung des mit den Nachbarstaaten, Friede mit Europa. Razzia auf Abgeordnete. Verhaftung aller oppositionellen Abgeordneten. Rich ermittelt Rundfunk für Alle! Programm für morgen, Freitag. Brag, 349. 11: Mittagsfonzert. 1. Urbach: Aus Griegs Bompadour. 4. Drola: a) Balfe chanson; b) Ungarischer Zanz. 5. Tschaikowskij: Slawischer Marsch. 14: Börsennache richten. 16.30: Rammermusik. 1. Mozart: Streichquartett c- dur. 2. Fibich: Streichquartett g- dur. 18. Bortrag: Braf tische Galvanoplaſtit. 18.15: Landwirtschaftlicher Rundfunk. 18.30: Rinderſtündchen. 18.45: Deutsche landwirtschaftliche Sendung. Ing. Josef Bogat, Oberrat des Landeskultur rates D. S. Prag: Die Seranbildung von Meltpersonal. sompofitionen. 2. Boisbeffee: Dorffaenen. 3. Ball: Mabame 19: Bortrag Bon der Schule zum Beruf. 19.15: Sandwirt fchaftlicher Bortrag auf 1110. 19.28: Wettervoraussage und 20: Goliwells Infliger Abenb. Die Reife um bie Welt, 21: Seitenal. 22: Leble Nachrichten bes Brehbüros, Uebersicht ber Bressenachrichten. 19.30: Konzert. Vomačta: Klavier- Sonate. Tagesereignisfe, Sport und Theaternachrichten. Herr Abgeordneter Maher wird verwarnt Bie die Landbündler mit dem Abgeordneten Mayer umspringen, weil er mit der Politik der Parteileitung nicht übereinstimmt, das ist zum Steinerweichen. Der deutschnationale Sena tor Dr. Brunar bat in einer Starlsbader Verträge in den einzelnen Rebieren beendet sein wersammlung gesagt, man fetze auf Abg. Mayer die den. Falls einige Grubenbesizer es ablehnen follten, auf Grund der von der Regierung festgefeßten der Landwirte zuschanden geworden sein Berlin, 17. November. Von der schweizer- Prinzipien zu verhandeln, ist die Regierung entwird, dem deutschen Landvolt neue Wege weisen. italienischen Grenze wird dem Vorwärts" be- fchloffen, gegen sie mittels besonderer Klaujcin Das nimmt die„ Deutsche Bandpost" zum richtet, daß der Verhaftung des republikanischen einzuschreiten. Man hält dafür, daß in diesem Brünn, 441. 14.30: Trager Effertenbörse, Better, Breffe, Anlaß, um unter dem Vorwand, Herrn Dr. Abgeordneten Faccinetti zahlreiche andere gefolgt Falle das Recht der Verlängerung der ArbeitsSport und Theaterberichte. 17.40: Kinderstunde. 18: Beit Brunar eins zu versetzen, mit Herrn find, und man vermutet, daß die ganze parla- zeit nicht zugestanden würde. zeichen. Landwirtschaftsfunt. Der Hopfenbau in Mähren". 18.20: Bortrag:„ Die Bedeutung der Sarin Katharina II.". Maher abzurechnen und ihn zur mentarische Gruppe der Kommunisten und der Die Ausnahmsverfügungen wer- 18.45: Morfezeichen. 19: Konzert und Vortrag:„ Die Zeit 1. Myslivečer: bor Smetana". Notturno. Ordnung zu rufen. Vor allem wird Herr republikanischen Abgeordneten dieses Los teilen den wahrscheinlich um einen weiteren Monat 3. myslivečer: Notturno. 20: Konzert der Brünner Gänger 2. Bortrag. Abg. Mayer gerügt, daß er diese lobende An- werden. Außerdem wurde eine ganze Anzahl verlängert werden, um in der Uebergangs- vereinigung, Foerster". 1. Foerster:" Gh. Menzel". 2. Janeerfenmung des deutschnationalen Brunar still- fozialdemokratischer Abgeordneten und Organisaschweigend entgegennehme, was, um in de sten toren festgenommen. Die ins Ausland Flüchten zeit die bisherige Art der Kohlenzuteilung forta ber Laufiber Serben. genug fagi." Dan nennt das Blatt Herrn den werden von der Polizei gesucht. Man ist sehen zu können. Maher einen ,, Rattenfänger", der nicht der Ansicht, daß diese Verhaftungen das Vorspiel imstande sein werde, den von Brunar geäußerten zur ersten Anivendung des Zwangsdomi Das beschlagnahmte deutsche Eigentum gemeine Bildung. 15: Spanisch. 15.30: Der Gas- und Waffer. Blan zu verwirklichen und meint, die Wähler sils bilden. des Abgeordneten Mayer hätten im gegebenen Falle zwischen dem Bund Der Bandwirte und der Person des Serrn Mayer zu wählen. Zum Schluffe wird dem Abgeordneten Mayer mehr als deutlich die Türe ins Freie geöffnet: Vor dem Streit- Ende. 7.5 Millionen Dollars. Ein sofortiges Schiedsverfahren beantragt. am ček: Zwei Lieder. 3. Janačet: Swei Bieber. 4. Bolfslieber 5. Bich: Soldatenlieder. Seitzeichen, Pressenachrichten. Deutschland. 1 Königswusterhausen, 1300. 12: Sprechtechnik. 14.30: An installateur. 16: Die Frauenarbeit in der Bekleidungs induſtrie. 17: Die physikalische Erforschung des Mikrokosmos. 17.30: Die Vereinigten Staaten und Japan. 18: 8iel und Leistung des Völkerbundes. 18.30: Die Konzentrationsbewegung in der deutschen Industrie. 19: Lyriker der Romantit. 19.30: Die Tätigkeit des Schularates. 19.55: Drüsenfinder. New York, 16. November. ,, Associated Preß" 20: uebertragung aus Berlin, 484, Die Weber", Schauspiel Breslan, 323. Die Abstimmung noch nicht beendet. Die meldet aus Washington: Im Finanzausschuß des von Gerhart Hauptmann. 22.30: Tanzmusit. 13.20: Schallplattenkonzert. 16: Der fleine Säwelmann. 16.30: Repräsentationshauses erklärte Mehrheit der Reviere für Arbeitsaufnahme. Dienstag unterhaltungsfonzert. 18: Aus neuer Frauendichtung. 19: London, 17. November. Die Abstimmung Oberstleutnant Mac Mullen vom Militäroberge- In der Buchhalterei. 19.35:„ Der fefche Toni Sendefpiel von Schiller und Frank. Frankfurt, 429. 14. Schallplatten „ Herr Abgeordneter Maher ist nicht der Bergarbeiter über die Vorschläge der Regie- richt zur Frage des beschlagnahmten deutschen fonzert. 15.30: Jugendftunde. 17.45: Aus den Briefen der abungen, dem Bund der Landwirte rung wird heute zum Abschluß gebracht werden. Eigentums, nur ein Prozent der 11.900 während siselotte von der Bfala. 19: Fortschritte in Wiſſenſchaft und anaugehören, auch jene nicht, die die Die gemeldeten Ergebnisse sind zwar noch nicht des Krieges beschlagnahmten deutschen Batente fei Samburg, 395. 13.20: Melobien des Minne. und Meister Berson über die Bartei stellen. Herr entscheidend, doch hat sich bisher die Majorität von einigent Werte, z. B. das Salvarsan- Batent. gefanges. 14.05: Saustonzert. Im deutschen Märchenwald. 18.15: 3ur Dämmerstunde. Daher fann als politischer Ehrenmann ber Reviere trok der starken Agitation der Er schätze den Wert der beschlagnahmten Patente 19: Die Weimarer Theaterepoche. handeln, wenn er der Partei, von der die gegne- Kommunisten für die Annahme der Borauf 7,500.000 Dollars, der beschlagnahmten deut- Rototo in Ribebüttel", plattbentfoes Gingfpiel von Scheffler. rische Partei feststellt, daß er ihr verpflichtet ist, schläge ausgesprochen. Der Streit kann in den schen Schiffe auf 33 Millionen Dollars, der deut- 19.15: Die neuesten Forschungen über die Atmosphäre. ben Rüden kehrt, auf dieses unehrliche nächsten Tagen offiziell widerrufen werden. Wie schen Funkstationen auf Long Island auf 400.000 19.45: Das Wesen der einzelnen Künſte. 20.30: SymphonieGeschäft versichtet und frant und frei ohne gemeldet wird, hat sich die Regierung entschlossen, Dollars. Der Kriegssekretär trete dafür ein, daß ausmifit. Münden, 536. 16: Frauenſtunde. 16.35: Ge beren Belobungszettel ist stumm und mit innerer Schiedstribunals bis zu dem Zeitpunkt gehenden allgemeinen Bollmachter ausgestatteten ammermuir 13: Lieber aut Zante. 20: Bieber aur Laute, jebe Rüdsicht fagt:„ Ich gehe zu jener Bartel, mit der gefeßlichen Rodifizierung des diese Ansprüche sofort durch einen mit weit fangstonaert. 17: Sarmoniumfonaert. 18.30: Edrammelirio. Befriedigung entgegengenommen habe. zu warten, wo die Verhandlungen über die Ver- Schiedsrichter geregelt werden. Techni!. 19.30:" Der fliegende Holländer", Oper von Wagner. 22.30: Zanamufif. 16.15: Chopin- Konzert. 17: 19.25: Der- Aal. 20.15: Seipzig, 357. 16.30: Nachmittagskonzert. Touzert. fchaifomftij: Klavierkonzert. 6. Symphonie. 22.15: 20: Bolfsfbmphoniekonzert. Beethoven: 2. und 8. Chmphonie. Münster. 242. 13.30: 17: 21.30: Das Drama der Zeit. 22.30: Schauplattentonzert. Seite 4. Donnerstag, 18. November 1926. Religion und Schule. Die christliche„Volkspost" beschäftigt sich neuerlich in einem Artikel„Den kathol. Kindern katholische Lehrer" mit der Schule und ein wenig mit dem Landeslehrerverein, was wieder beweist, wie groß die klerikalen Gelüste sind. Der Arttkel- schreiber(ein Priester vom Lande) behauptet, daß ^der Religionsunterricht in den letzten 8 Jahren zwar bis in den hintersten Winkel des Schulzimmers gedrängt wurde, daß inan' ihn aber immer noch mcht zur Türe hinauswerfen konnte". Mit dem gruseligen Hinauswerfen meint man die Trennung von Schule und Kirche und wir müssen uns dem predigenden Priester von Lande anschließen und bekennen: allerdings; die Trennung von Staat und Kirche, von Schule und Kirche ist nicht verwirklicht. Im Gegenteil. Der Klevika- lismus und die politische Reaktion erstarkt in der Schule und im Staate. Auch ist es unwahr, daß die Lehrer und die Lehrbücher von Gott und der Religion schweigen. Die Forderung: Den katholischen Kindern katholische Lehrer ist in den deutsche Gebieten der Republik f a st r e st l o s duvchgeführt. Wir zählen im Ganzen nur 27 konfessionslose Lehrer und Lehrerinnen. Und die Lehrbücher? Ich nehme ganz wahllos ein Lehrbuch unserer Volksschulen zur Hand. Das»^Deutsche Sprachbuch für allgemeine Volksschulen" von R. Löhrl, Staatliche Verlagsart- stakt Prag. Das erste Bild dieses Buches ist ein Sonntogsmorgen- Kirchengang, Ausgangspunkt einer Sprechübung:: ,Wos siehst du auf dem Bilde?" Kinder und Erwachsene wandern in Sonntagskleidern zur Kirche. Woher kommen Kinder Erwachsene, wenn der Gottesdienst vorbei ist?" Und so weiter. Die Religionsstunde ist fer- iig.. f Seite 10.„Gott setzte die Sterne an den Himmel." Seite 11: Ueber den Sternen wohnt ein guter Vater." Seiie£3: Der Befehlsatz. Was der Lehrer in der Schule befiehlt: ,-Steht auen! Faltet die Härcke! Betet andächtig'." Seite 17: Wort und Silbe. Es regnet, Gott segnet, di« Vöglein fingen, die Körnlein zerspringen, es blühet der Hopfen, es regnet, Gott segnet, mit goldenen Tropfen. Seite 22: Gott hat geholfen, Gott wird helfen. Oder: Das Kind spricht das Tischgebet. Nach dem Essen spricht das Kind das Dankgebet. Seite 25: Welche Befehle enthalten die 10 Gebote Gottes? Gott schenke dir, lieb Kindchen ein« süße, süße Ruh. Seite 46: Ein Gedicht: Gottes Treue. Seite 57: Ein Abendgebet: Nun faltet eure Hände und betet Kimderlein. Vom Fortkommen aus der Welt: Zum Wandern gab uns der allgütige Weltenjchöpfer ein Paar kräftige Beine. Seite 61: In der Schule. In der Schule legen wir die Kleider ab. Wir beten, lesen und rechnen. Spruch: Tu nichts Böses, tu es nicht übe pünktlich deine Pflicht, denk, des Schöpfers Angesicht schaut in Güte auf die Seinen. Seite 62: Bete und arbeite. Seite 66: Nach dem Samstag kommt der Sonntag. Ta besuchen fromme Leute die Kirche. Sie beten dort zu Gott. Seite 70: Der Winter. Menschen und Tiere zitterten vor Kält«. Gott schenkte ihnen einen dicken Pelz. So litten sie keine Kälte. Seite 83. Der Mensch denkt, Gott lenkt. Seite 85: Bewahre dein Gottvertvauen. Seite 93: Niemand ist vor dem Tod sicher. Denke an Gott. Die Musterbriefe enthalten fast alte die gleichen Wendungen: Gott möge dir alles vergüten, Gott dich stets gesund erhalten, usw. So schauen die Lehrbücher aus, die von Gott nichts wissen wollen. Ein kleiner Katechismus. Sie, die Klerikalen möchten es natürlich noch dik- ker. Ungefähr so, wie es in der„K i n d e r w e l t" (Christstche illustrierte Jugendzeitung) vom Oktober 1926 zu lesen war: „Es gibt sehr viele Gelehrte, die einen berühmten Namen haben und streng gläubige Katholiken sind. Denkst Du, daß alle Gelehrten, den Mumpitz mitmachen, daß sie ihren Schülern sagen oder es in Büchern schreiben, der Mensch stamme vom Gorilsa ab. Weit gefehlt. Auch unter den Gelchrten sicht man es immer mehr ein, daß man sich mit der Affengeschicht« aufs Eis führen ließ von Leuten, die vom lieben Gott nichts wissen wollen." Genau wie mit den Schulbüchern vrrhält es sich mit vielen Lehrern und im besonderen mit den Lehrerinnen. Die Versuche, sich der alten Schulzeit und„Schulzucht" zu nähern, den Unter- vicht mit einer„gottgefälligen Handlung" zu beginnen und ihn auch so zu beeirden, sind nicht selten. Wir wissen, daß uitter anderem sehr viele Lehrer und Lehrerinnen noch die Religionsprüfung ablegen, trotzdem dies nicht uösig ist. Man kann ja nicht wissen.... Also der liebe Gott, der alles sieht, alles weiß, altes lohnt und alles straft, der die Hoare auf den Häuptern per Friedfertigen wie der Sünder zählt, er findet sich no Arbeiter auf das tatkräftigste zur Wehr setzen. An diesem Beispiele kann man auch erkennen, wie es um den Einfluß und die Taten der deutschbürgerkichen Minister sehr gering ist und daß trotz dieser deutschen Minister weiterhin die deutsch« Schule gefährdet bleibt. Bon deutscher sozialdemokratischer Seite wurde bereits durch Abgeordneten Genossen Kaufmann und Genossen Stabiler an der zuständigen Stelle der schärfste Protest gegen diese Borgangsweise des Bczirksschulinsvektors in Saaz eingebracht. Unsere Partei wird alles daran setzen, damit dieser neuerlich« A>rschlaa auf die Schulen des deutschen. Volkes obgowehrt wird. Tagesvemgletten. wie es in der Mahr.vltrlmer Bahnwertstätte zugeht! Mittwoch, den 10. d. M.. wurde dem Arbeiter Emil Richter, SMosser der Bahn- werkstätte in Mähr.-Ostrau, von einem Wagen, den er revarierie, der Brustkorb vollständig zerquetscht. Richter st a r b nach zwölf Stunde» an den Folgen der Verletzung im Krankenhause. So lautet kum der offizielle Bericht, der bis jetzt über dieses entsetzliche Unglück bekannt wurde. Wollen wir aber die Ursachen derartiger Fälle ergründen, so müssen wir vor allem feststellen, daß eS geradezu als ein Wnilder anzusehen ist, daß solche Fälle bei dem gegenwärtig berrfcheichen System nicht Tagesereignisse sind. Die Werkstättenarbeiter erhalten von den Werkmeistern die täglich zu leistende Arbeit zugewiesen. Wehe aber dem Arbeiter, der bis Arbeitsschluß mit der zugewiesenen Arbeit nicht fersig wird! Strafen und schlechte Qualifikation sind die Folge. Als hervorraaender Antreiber ist, so wird uns mitgeteilt, der Werkmeister Dvorak bekannt, dessen Rücksichtslosigkeit die Tatsache charakterisiert, daß er bei diesem Unglück nur Sorge hatte um die Fertigstellung des Wagens und sichumden tätlich Verunglückten kaum kümmerte. Allerdings ist diese Handlungsweise der Werkmeister die Folge eines ungeheuren Druckes, der auf sie vom Chef der Bahn werk st ätte Egr- maier tbis zum Jahre 1918 Eaermaier) und vom Abteilungsleiter Lernohorskh aus- geübt wird. Unter dem Kommando dieser beiden brutalen und rücksichtslosen Diktatoren müssen sich die Werkmeister zu Antreiberdiensten hergeben, um von jedem einzelnen Arbeiter den letzten Tropfen seiner LeistunMähigkeit herauszupressen. Daß unter solchen Arbeitsverhältnissen die notwendiges Sicherheiistnoßnahmen keinerlei Beachtung-finden. ist erklärlich. Kommt ein rcparattrr. bedürftiger Wagen in die Derkstätte. sttirzen sich sofort von allen Seiten die verschiedenen Profes- fionisten auf ih.>r, denn das ständige Reduzieren der Akkordsätze ist bekanntlich das wirkungsvollste Antreibemittel, wenn der Arbeiter ssir sich sowie seine Familie einen entsprechenden Lohn verdienen will. Die raffiniertesten Antrechermethoden, die in der Privasindustrie zu verzeichnen sind, werden in dieser Bahnw: ckstätie noch bei weitem übertroffen. Das Geleise und der Platz, an dem sich dieses Unglück ereignete, müssen als unzu« länglich bezeichnet werden. Auf einem unebenen und von Oel und Fett voll getränkten Fußboden mußte der Unglücklich« die Winde zur Hebung des Wagens aufftellcn, diese rutschte begreiflicherweise und das Unglück war geschehe». Wie aus dirscr Schilderung ersichtlich, ist an dem Unglücks falle einzig und allein die Werkstättenleitung schuld. Bei einigen Anstreichern und Lackierern sind in einem verhält- nismäßig kurzen.Zeitraum neun Bleivergiftungen vorgekommen, deren Ursache darin besteht, daß diese» Arbeitern«icht erlaubt wird, sich die Hände zu waschen, wenn sie vormittags öder zur Jause ein Stück Brot verzehren wollen. Die Vertrauensmänner haben auf dies« Mißstände unzählig«male aufmerksam gemacht und wiederholt Untersuchungen gefordert, leider wurden alle diese Eingaben im Eisenbahnministerium unter den übrigen hohen Menstößen vergraben' und bis heut« nicht erledigt. Auf diese für einen Staatsbetrieb beschämenden Zustände machen wir die Oeffentlichkeit und die komvetentcn Behörden aufmerksam, damit dies« ihre Pflicht gegenüber den. in der Bahnwerkstätte Beschäftigten erfüllen und damit di« Arbeiter nicht bei einer unwürdigen Behandlung noch täglich um ihr Leben bangen müsse». Prager Nattonalistenhctze gegen«in Kunstwerk. In der Vorlvoche brachte das Prager tschechische Nationaltheater als erste Bühne in der Tschechoflowakei die Premier« des Musikdramas„Wozzek", dem die revolutionäre Dichtung Büchners zu Grunde liegt und das nun von Alban Berg genial vertont wurde. Der Ruhmestitel, den sich das tschechische Nationalchcater durch diese große künstlerisch« Tat verdiente, ließ diverse nationalistische Heißsporne nicht schlafen und sie sannen, nachdem ihr Pfeifen und Zischen bei der Premiere seine Wirkung verfehlt hatte, darauf, wie sie ein nächstes Mal mit„besserem" Erfolg gegen das Kunstwerk und seine Aufführung,.Einschreiten" könnte«. An der tschechischen Nativnasbühne«in deutsches Drama mit deutscher Musik, diese angeblich sogar von einem Juden, und das Ganze mit einem revolutionären Anstrich— das war endlich wieder eine Gelegenheit, die national- demökratisch-fascisttschen Seelen, die sich zu wenig ansleben können, zum Sieden zu bringen, sind so organisierten denn ein paar erbärmliche Chauvinisten, die wahrscheinlich den Inhalt des „Wozzek" gar nicht kennen, eine regelrechte Hetze, man verteilte an nationalistische Studenten und andere Hüter des tschechisch-völkischen Bewußtseins Freikarten in Massen und tat alles Nebrige, um die erste Wiederholung, die für Dienstag abends angesetzt war, zu vereiteln. Das gelang den Burschen. Sie machten einen derartigen Krawall im Tbeatcr, daß die Polizei ein- greifen und die Vorstellung nach dem zweiten Akt abgebrochen werden mußte. Man kann nun neugierig sein, ob und wie das Nationalcheater und seine Kunst sich gegen die kulturlosen Störer und Hetzer verteidigen und ob die Regierung, vor allem die Ministerien für Volksaufklärung und Inneres, die Freiheit der Kunst gegen die Frechheit der Bulben schützen werden. Das erst« tschechoslowakisch« Metallflugzeug wurde dieser Tage in der militärischen Flugzeugfabrik in LetLan bei Prag fertiggeftellt. Das Flugzeug soll sich beretts sehr bewert haben. Man wird ja sehen, zu wievieIcn 11 ng I ü ck s f ä llen diese Metallflugzeuge führen werden. Jedenfalls können wir uns freuen, daß die Tschechoslowakei auf dem Gebiete neuer Kriegsmittel Rekord schift. Der Höchstpreis für Fische aufgehoben. Wir haben uns schon einigemal« mit der sonderbaren Art befaßt, wie die staatliche Güterdivektion den Preis der Fische hrnauftreibt. Die Regierung hat wohl, wie in den Vorjahren, einen Höchstpreis für Fische festgesetzt. Die Festsetzung dieses Höchstpreises tvar aber nur eine Augenauswischerej, weil die meisten Fische den Fischhändlern verkauft wurden, die sie zu hohen Preisen weiterverkauften, während die Verbrauchergenossenschaften so gepingc Mengen Fische zugewiesen erhielten, daß dies gar nicht ins Gewicht fiel. So waren voriges Jähr im deutschen Industriegebiet zu Weihnachten Fische fast gar nicht zu haben und auch heuer sind keine größeren Zuweisungen von Fischen an di« Konsumgenossenschaften erfolgt. Run hat die Regierung den Fischhändlern und dem Fischwucher völlig das Feld überlassen: sie hat den Höchstpreis auf Fische einfach aufgehoben. Wir hab«: also mit hohen Fisch preisen zu Weihnachten zu rechnen. Wenn sich der Arbeiter den gewohnten Weihnachtsfisch nicht kaufen kann, kann er sich bei der Regierung dafür bedanken. Wie den Lehrern geholfen werden soll! Wir lesen in item deutsch geschriebenen Regierungsorgan„Prager Presse": „Preiszuschlag zu den Bolkszigarettrn. Sic wir hören, trägt sich das Finanzministerium mit der Absicht, die Preise der sogenannten Bolkszigarettrn hinaufzusctzen. Der Ertrag soll als Teildeckung für di« neuen Lehr«rgehalt« dienen." Der Einfall des Finanzministeriums ist ein- fach großartig und kann wohl auch als ein Beitrag zur ,/Lntöstcrreicherung" gebucht werden. In der Monarchie wurden bekanntlich die Lehrerge- halte aus dem Erträgnis der Bierabgabe, des sogenannten„Bierkreuzers"„aufgebessert". In den Dorfgasthäuser» war es zum geflügelten Wort der Bauern geworden:,Saust's, damit wir die Lehrer berahlen können." Künftig/ wird man sagen: „Raucht's, die Lehrer wollen leben." Vielleicht wird man in einem vertraulichen Erlaß die Lehrer verhalten, ihre Schüler zum Rauchen der „Volkszigarctten" zu erziehen, damit das Ertrag- yis größer wird. Die Schmach besteht aber darin, daß man den Pfaffen ohne Wetters die Kongrua um 40 Millionen Kronen erhöht hat, während man die Lehrer auf den Ertrag aus dem Konsum von Zigaretten angewiesen sein laßt. Wieder ein Soldatenselbstmord! Montag erschoß sich im Dienste der Soldat des 152. Artillerieregimentes Julius Tlustoch in Olmütz aus Furcht, er könnte»wegen Ucberschreitung der Freizeit am Abend gestraft werden... Berliner Taschendiebe festgenommen. Der Berliner Kriminalpolizei sst ein guter Fang geglückt. Im Theater am Nollendorfplatz konnten 3 gesürchtet« Taschendiebe, die Führer einer Taschendievkolonne, in dem Augenblick ertappt und sefigenommen werben, als sie sich an der Garderobe an einen Theaterbesucher heranmachien. Seit etwa drei Wochen hatten sich in den Theatern und KinoS des Berliner Westens die Taschendiebstähle dermaßen gehäuft, daß ein besonderer Nachtdienst eingerichtet wurde. Sehr bald kamen die Beamten dahinter, daß sich unter den Theaterbesuchern regelmäßig einig« der Polizei wegen Toschendiebstahls bekannte Personen befanden. Es handelte sich um drei Männer, di« im Gefell- schaftsanzug als elegant« Kavaliere, ausgetreten find. Als sie sich jetzt wieder an einen Theaterbesucher heranmachten, griff die Polizei zu. Bei den Verhafteten handelt cs sich um die Russe« Becker, Essenberg und Siegmund, denen sehr rasch mehrere Tajchendiebstähle nachgewiesen werde« konnten. 123396, 15665», (Grunb- 100655, 143422, 211822, 223855, 22022, 83296, 51822, 62322, 78722, 84155, 89855, 117022, 421722, 135622, 147522, 164796, 178896, 190122, 213122, 229522, 234222, 118322, 129522, 143455, 157222, 170522, 183196, 199555, 220822, 230755, 23455, 25822, 36622, 39822, 52696, 54396, 63855, 64855, 78855, 80422, 84422, 84655, 90355,<91296, 145355, 163696, 176296, 190022, 218022, 226455, 238755, 19422, 26555, 44755, 57722, 69896, .81755, 85955, 95022, . 109596, 117596. 128922, 137422, 154555, 170396, 182855, 198196, 219722, 230555, 235655, 238996. 72996, 128122, 130555, 138096, lovoo», 163496, 172996, 186822, 198996, 201655, 203122, 207322, 213522, 214896, 218355, 225522, 226655, 230222, 105396, 148055, 198155, 210722, 219855, Uli 234755, 234922, 235522; je 1000 K: 1155, 3922, 6755, 7455, 14922, 15096, 15896, 17822, 18222, jM— 19555,—— 29396, 44922, 58796, 70255, 83255, 87096,... 95655, 96722, 96855, 100722, 101722, - 111455, 111622, 118696,’ 118796, 121455, 130796, 131055, 144055, 161255, 174096, 189755, 210455, 226222, 231596, 15. tschechoslowakische Klassenlotter«. zahlen 22, 55 und 96.) Je 100.000 K: 200722; 60.000 K: 99922; je 20.000 K: 181322, 199855; je 10.000 K: 122955, 130696; je 5000 K: 42996, 47622, 64896, 73855, 80822, 82622, 83696, 117922, 153122, 156822, 167496, 180155, 195622, 213396, 217355, 221896, 235822; je 2000 K: 6796, 7622, 13896, 18655, 21322, 28155, 41096, 43096, 52655, 54755, 67755, 70755, 72996, 76122, 78622, 98796;—'———‘HT" 146855, 191222, 209696, 218922, 232722, 19396, 26355, 40255, 54822, 65655, 81396, 85055, 82728, 108522; 117196, 124022, 136996, 151222, 167722, 178622, 194096. 215496, 229896, 235222, Donnerstag, 18. November 1928. " Seite 5. Seeräuber vor Hongkong. Der Dampfer lich der Heine Jadie Coogan zahlreiche Scheiben, Bildungsarbeit der Gewerkschaften. 5. Bom Handwerksmeister zum IndustrieSunning" der chinesischen Schiffahrtsgesellschaft, damit sein Freund Chaplin als Glaser Arbeit hatte. tongern. Der Montag vormittag von Amoy nach Hong- Aljo zertrümmerte der Eisenbahnsekretär in Werni- Dienstag, den 9. November 1926 tagte in Die Anleitungen für diese Vorträge werden fong abgegangen war, wurde, 80 englische Mei- gerode die Scheiben der Ladenbefizer, die noch nicht Bodenbach eine Konferenz von Vertretern unse- gedruckt und den Vortragenden sowie Hörern len von Hongkong entfernt, von Seeräubern an- versichert waren. Dabei wurde er jedoch ertappt und rer Verbände und Kreisgewerkschaftskommiffio- beigestellt. Weiters ist den Hörern zur Ergänzung gegriffen, die das Schiff in Brand steckten. Ein an Hand der Fingerabdrücke zweifelfrei festgestellt. durch die Zentralgewerkschaftskommission gratis englisches Striegsfahrzeug eilte dem im Flammen Als er zur Vernehmung vorgeladen war, erschien er nen. Ueber den Verlauf der Konferenz wäre per Vorträge entsprechende Literatur unentgeltstehenden Dampfer zu Hilfe und löschte das nicht; zu Hause fand ihn der Beamte tot bor. Eisen- zu berichten: Abgeordneter Genosse Anton Ro- lich beizustellen. Da rund 70 solcher Surse in Feuer. Die Seeräuber hatten inzwischen den er bahnsekretär Werner hatte sich das Leben ge- icher eröffnete die Konferenz, dem Wunsche Frage tommen, kann die Organisierung nur int sten Offizier der„ Sunning" verwundet und sich nommen. in ihre Boote begeben, auf denen sie zwei euroAusdruck gebend, daß diese Tagung beitragen Einvernehmen mit der Zentralgewerkschaftskompäische Passagiere mit sich fortführten. Ein Boot Eine demokratische Studenten- Union. Dieser möge, die gewerkschaftliche Bildungsarbeit auf mission erfolgen, denn nur dadurch läßt sich die Tage fand in der Strafa Akademie die fonfti eine einheitliche Grundlage zu bringen. Genoffe träge gewährleisten. Beistellung der Vortragenden für die 350 Vorber Seeräuber fonnte angehalten werden. tuierende Versammlung der( tschechischen) Demokratischen Studenten- Union( Dus) statt. Sie so eine a coun, der als erster Redner sprach, stiz- Der Zwed diefe: gewerkschaftlichen BilBusammenfassung aller demokratisch und sozialistisch sierte fur; die Vorgeschichte, die zu dieser Kon- dungsarbeit läßt sich aus den Themen der Vorfühlenden und denkenden Studenten darstellen und ferenz geführt hat und erinnerte an die Beschlüsse träge ersehen und deshalb soll der Kreis ist als Stampsblock gegen die Reaktion der Rechten unseres Gewerkschaftstongresses im Jahre 1924 Sörer möglichst weit gezogen werden. gedacht. Ihre Barolen sind: für den demokratischen in Starlsbad. Obwohl damals in Aussicht genom- beit ist derzeit nur durch die Einhebung eines Die Finanzierung dieser Bildungsar. Sozialismus, für eine freie republikanische Schule, für Masaryk. Die Referenten wiesen auf die tent war, die Bildungsabteilung bei der Zen Bildungsbeitrages von allen Mitgliedern der fchwere wirtschaftliche Lage der mittellosen Studentralgewerkschaftskommission mit 1. Juli 1925 zu Verbände möglich. Die Einhebung dieser Bei ten hin, protestierten gegen die Erhöhung der Kol- errichten, war es nicht möglich, die Schwierigkeiträge erfolgt durch die Streisgewerkschaftskommis legiengelder und Prüfungstagen und forderten, die ten in der gesetzten Frist zu überwinden. Am 1. tralgewerkschaftskommission eine Bildungsmarke fionen und wird zur Quittierung von der ZenRegierung möge das halten, was sie einst im Par Oktober dieses Jahres hat nun diese Abteilung herausgegeben und den Kreisgewerffchaftskomlamente für die Studenten zu tun versprochen hat. ihre Tätigkeit aufgenommen und ist den Verbän- missionen zur Verwendung zur Verfügung ge Hinter der Union stehen die Regionärgemeinde und die mit ihr verbündeten Streife, so daß der Union den und Kreisgewerkschaftskommissionen Die Verwendung dieser Gelder erfolat auch im Barlament ein Rückhalt gegeben ist. Ohne Oktober von dem Wirksamkeitsbeginn Mitteilung Die Durchführung dieses von der Zentralgewerkeinvernehmlich nur für den bestimmten Zive. Zweifel ist diese Zusammenfassung der Links- gemacht worden. schaftskommission genehmigten Programms ist elemente in der tschechischen Studentenschaft zu beDer grundsäßliche Aufgabenkreis dieser Ab- als Vorläufer der fünftigen Bildungsarbeit des grüßen. teilung ist im Beschlusse des Gewerkschaftskon- Gewerkschaftsbundes gedacht und von den Ergresses umschrieben und erstreckt sich auf: gebnissen wird es abhängen, inwieweit dieser Auch in England gibt es hervorragende" Psychiater. Die ganze Haltlosigkeit psychiatrischer Gut achten" enthüllt in traffer Weise, wie ,, Daily Herald" unterm 12. d. M. berichtet, der Fall eines Schulfnaben, der vor dem Brightoner Magistrate zur Berhandlung kam. Ein Fuhrmann hatte die Unterbringung seines schwer erziehbaren Sohnes, der acht Jahre alt ist, in einer Besserungsanstalt verlangt. Das ärztliche Sachverständigengutachten über den Knaben lantete, daß er keine Idee von einer Schulbildung besize, nomadische Instinkte hätte usw. Ganz im Gegenteil zu dem„ ärztlichen" Gutachten äußerte sich der Oberlehrer einer Elementarschule, daß das Kind dem Durschnittsmpus eines englischen Jungen darstelle und seine geistigen Fähigkeiten durchaus über dem Durchschnitte seien, daß er ein fröhlicher, lieber Junge sei. Es ist dies ein neuer licher Beweis, wie wenig oft die Herven Psychiater von der Kinderpsyche verstehen, und daß sie oft Urteile abgeben, die über Menschenschicksale entscheiden. Der zweite Berliner Juwelenräuber verhaftet. In Karstedt an der Berlin- Hamburger Bahn wurde am Montag mittags der Landarbeiter Paul Gerlach verhaftet, der unter dem Verdacht steht, jener Schmiedepaul" zu sein, der am Tage der Eröffnung der Berliner Polizeiausstellung den auffehenerregenden Juwelenraub in der Tauen Bienstraße in Berlin zusammen mit dem seinerzeit in Breslau verhafteten Haupttäter Hans Spruch verübt zu haben. Paul Gerlach war vor kurzem als Wanderbursche in Sarstedt bei dem Landwirt Roehr erschienen und hatte um Arbeit angehalten. Er wurde quch eingestellt und arbeitete zur Zufriedenheit seines Arbeitgebers. Die Bolizei wurde sehr rasch auf den Neuling in der Gegend aufmerksam und Oberlandjäger Bütow erschien am Montag mi, tags auf dem Anwesen des Roehr. Nach kurzer Beobachtung Gerlachs ließ er sich dessen Papiere vorweisen. Tatsächlich war er im Besitz der Papiere von Baul Gerlach, Geburtsdatum und Ge burtsort stimmten mit dem steckbrieflich Gesuchten überein. Darauf nahm der Oberlandjäger den neuen Landarbeiter fest und verständigte die Berliner Kriminalpolizei. Der Verhaftete leugnet bisher jebe Beteiligung an Spruchs Juwelenraub. Inzwischen ist Gerlach nach Berlin überführt worden, wo fethe Ipeitere Vernehntung stattfinden wird. Furchtbares Opfer des Bubikopfes. Eine Lehrerin einer höheren Mädchenschule in der bulgarischen Stadt Elchowo war scharfe Gegnerin des Bubentopfes. Sie hatte den Schülerinnen diese Mode streng untersagt und diejenigen, die sich dennoch einen Bubifopf schneiden ließen, wurden von der Schule ausgeschlossen. Die Folge war eine Verschwörung unter den Schülerinnen gegen die verbaste Schrerin. Als die Lehrerin dieser Tage ihre Wohnung betret, explodierte ein Spreng förper und sie wurde in Stüde gerisifen. Mehrere Mädchen wurden unter dem Berdacht verhaftet, Urheberin des Attentats zu sein. Volkswirtschaft. Die deutsche Kali- Jndustrie Die Kapitalkraft der führenden Werke Ende 1925 Kapital( ohne Reserven) in Millionen Mark Wintershall- Konzern: a.Kali- Jndst A6 3200 b.Kali- BankA.6.08 c. Dr. Kaliwerke 14.4 d.Ab Bismarkhall 5.0 e.Kaliw 6r.v.Sachsen45 f. Vat Nordd. Kaliwerke 52 g Alkaliw Ronnenberg 220 Salzdetfurth- Konzern: Burbach- Konzern: a.beverksch Burbach 67 b Volkenrode 101 . c Beienrode 470 • ( Novissima) a Aschersleben 15.8 b.Salzdetfurth 16.1 c.Westeregeln 16.6 d.A.6Krügershall 144 -Wittekind 6 -Niedersachsen 6,0 Gumpel- Konzern: 3.4 d. Siegfried Gießen b.Königshall- Hindenburg 7.6 10.5 c.Feldburg AG Neustaßfurth- Friedrichshall 19.5 Hallesche Kaliwerke 5,1 Die deutsche Sali- Industrie. 370 Die deutsche Kall- Industrie, deren Ber truftung bereits seit einiger Zeit vorbereitet wird, ist sablenmäßig schwer zu durchschauen, weil die einzelnen Stonzerne durch starke gegents feitige Beteiligungen miteinander verknüpft sind. An der Spitze der verschiedenen Gruppen steht der Wintershall- Konzern, der aus etwa 85 Werken besteht und schon Ende 1924 faft 38% des Gesamtabsages der deutschen Kaliindustrie in sich vereinigte, wie auch seine Beteiligung am Kalifonditat auf 39% feftgefest ift. Die& inans führung des Wintersball- Ronzerns ist in feiner Spigengesellschaft, ber Raliindustrie A.-G., att lammengefaßt, die im Falle der Bertruftung Eine Glasversicherung und ihre Folgen. Der Eisenbahnsekretär Werner in Wernigerode war im Rebenam: noch Vertreter einer Glasversiche Tung. Da ihm die Zahl der Versicherungsabschlüsse su gering war, og er aus dem Chaplin- Film The Kid" seine Folgerung. Dort zertrümmert bekannt- wahrscheinlich entsprechend verbreitert wird. am 4.jſtellt. 1. Zentrale Leitung der allgemeinen gewert 3weig freigewerkschaftlicher Betätigung im Rahschaftlichen Bildungsarbeit, Vereinheitlichung der men des Bundes ausgebaut werden kann. Bildungsarbeit in den einzelnen Gebieten, Or- An die beiden Referate schloß sich eine ausganisierung von Vorträgen, Kursen, Beschaffung führliche Debatte an und es wurde allseits dent von Zern. und Lehrmitteln, Vortragsvermittlung. vorgeschlagenen Programm zugestimmt. Beson 2. Die Durchführung von fozialpolitischen deren und der Eigenart der Verbände der öf Arbeiten wie Abgabe von Gutachten, Sammlung fentlichen und privaten Angestellten geäußerten von sozialpolitischen Materialien, Ausarbeitung Wünschen in bezug auf die Bildungsarbeit soll von Richtlinien für die sozialpolitischen For möglichst entsprochen werden und werden diese Verbände die Möglichkeit erhalten, ihre Wünsche berungen. 4. Schulungsarbeit der Betriebsausschüsse ( Betriebsräte). 3. Ausarbeitung von Weisungen in Sachen zu präzisieren. der Betriebsausschüsse( Betriebsräte), wie fitr Der Konferenz wurden zwei Anträge vordie Tätigkeit der Betriebsausschiffe( Betriebsgelegt, und zwar: Die Bildungsabteilung bei räte), der Schiedskommissionsbeisiger( Beisiger der Zentralgewerkschaftskommission wird beaufder Bergbauschiedsgerichte). tragt, ihr Augenmerk besonders der Heranbil schenken. Die Jugendbildung soll durch eigene dung des gewerkschaftlichen Nachwuchses zut Aus diesem Programm ergibt sich die Eigen natsform, ferner durch spezielle Artikel und Ver Vorträge, Kurse und Jugendschulen in Interart der Bildungsabteilung. Es handelt sich nicht chlechtweg nur um Bildungsarbeit, sondern rich die Herausgabe einer eigenen gewerkschaftlichen öffentlichungen in den Fachblättern oder durch tig fann eigentlich diese Abteilung als eine Er gänzung des organisatorischen Apparates der Jugendzeitung gefördert werden." Der zweite Antrag besagt:„ Die heutige Zentralgewerkschaftskommission bezeichnet wer- Sonferenz der Verbandsvertreter und Vertreter den, die auch den Verbänden und Kreisgewert der Streisgewerkschaftskommissionen stimmt den schaftskommiffionen bei ihrer Arbeit helfen wird. Vorschlägen der Zentralgewerkschaftskommission Der praktische Arbeitskreis der Bildungs- in bezug auf die Bildungsarbeit für den heurigen abteilung ist Verbänden und Kreisgewertschafts Winter zu und anerkennt die Notwendigkeit der tommiffionen bereits mitgeteilt worden und wird Durchführung dieser Arbeit. es sich nun darum handeln, daß durch gemeinjame Arbeit im Jntereffe unserer Gewerkschaftsbewegung wertvolles geschaffen wird. Die versammelten Vertreter werden in ihren Gebieten alles veranlassen, damit die Durchfüh rung dieses Programmes überall möglich wird. Anschließend daran behandelte Gen. Wei- Die Konferenz anerkennt besonders die Vorgel das Programm der Bildungsarbeit für den schläge über die Finanzierung und da dafür keine Heurigen Winter. Es gilt, die gewerkschaftliche andere Möglichkeit gegeben ist, muß dafür gesorgt Bildungsarbeit zu verstärken und einheitlich zu werden, daß in allen Streisgewertschaftskommisgestalten. Zu diesem Zwecke sollen möglichst in fionen der Bildungsbeitrag eingehoben wird." allen Bezirfegewerkschaftstartellen und größeren Beide Anträge wurden einstimmig angenom Ortsfartellen Vertrauensmännerfurse organi- men und der erste Antrag der Sentralgewert siert werden, die folgende fünf Vorträge umfaß schaftskommiffion zur weiteren Durchführung fen: ten. itberwiesen. 1. Die Grundsätze der freien Gewerkschaf- Damit war die Tagesordnung erschöpft. Genosse Roscher faßte in einem furzen Schluß 2. Die Bragis Des gewerkschaftlichen wort das Ergebnis dieser Konferenz zusammen, Kampfes. indem er darauf verwies, daß es nun bei den 3. Die Aufgaben der Betriebsausschüsse in Beschliffen allein nicht bleiben dürfe, sondern der Zeit der Reaktion, daß es nun gilt, in den Gebieten draußen prof4. Die Sozialpolitik in der Tschechoslo- tische Arbeit im Interesse der Bewegung zut wakei. Teiften. werk ist zu sehen; die einzigen Pferde, die Venedig| Benedig, doch durchaus nicht den Eindruck ver- Jahrhunderten zusammengetragen wurde. Die sind aus Erz gegossen. Die städtische Straßenbahn in die Gegenwart gestellt, wie sie in der Vergan- ner Weise ein Bethaus, vielmehr eine Schauhalle Mit der„ Uro" nach Italien. aufzuweisen hat, ſtehen auf der Markuskirche und schollener Pracht gewährt; die Stadt scheint ebenso Peterskirche, groß, prachtvoll überladen, ist in BeiI. ist eine Dampfschifflinie durch den Kanal Grande. Sonst, will man nicht zu Fuß gehen, vertraut man sich einer der zahlreichen Gondeln an, die der Gondoliere mit unnachahmlicher Grandezza durch das Wasserstraßen- Geivirre erstaunlich sicher hindurchlanciert. Zwei Tage erlebten wir die Schönheit Venedigs. Der Dogenpalast, die Martusfirche, eine Umjicht vom Campanile( Glockenturm), der Canal Grande und gar eine nächtliche Fahrt mit Gondeln zur Serenade, das Bad auf Sem Lido nicht zu vergessen, haften noch jeht in meiner Erinnerung. genheit traftvoll stand. von Macht und Herrlichkeit. Wohin das Auge schaut, ist Bracht, Kostbarkeit und Kunstwert ohnegleichen. Des Menschen Sohn hatte nichts, wohin er sein Haupt legen konnte hier im Hause derer, die sich seine Stellvertreter nennen, strott alles von gleißendem Reichtum. Der nächste Tag sieht uns in Rom. Vor Das war ein buntes Treiben auf dem Wilrund 2000 Jahren war das die Hauptstadt der fonbahnhof am Freitag, den 9. Juli, in den MorWelt, jetzt herrscht da Mussolini und die Fafciften genstunden. Da tamen immer wieder Menschen, führen das Wort oder besser den Revolver. Auf fofferbepadt, mit roten, grünen oder blauen Aballen Bahnhöfen lungern die Schwarzhemden umzeichen, es standen fröhliche Gruppen auf dem her, in allen Zügen fahren sie ntit. Die kapitali Bahnsteig der welten alle, da lachten frohe Getischen Geldgeber wollen etwas sehen für ihre Männer, eingebremst in thre Wanderkluft, empfin Italienische Sonne macht die Tage heiß. Die sichter aus den Fenstern der Wagen. Da gab es Steuern. Fremden gegenüber benchmen sie sich den mit einem fröhlichen Neid die sommerlichfein langes Anstellen um die Fahrkarten, fein höchst zurückhaltend. Kein Wunder: die Fremden- leichte Zweckmäßigkeit der Frauen und MädchenDrängen. feine Haft. Jeder hatte seine Fahrkarte, industrie ist ins Stocken gevaten, seit Mussolini im fleider. Salsausschnitt und furze Aermel. Aber seinen Play. Alle freuten sich, denn sie gehörten Borzellanladen fein Solo von den unerwünschten die Kirchenhüter wissen beffer, was Gott wohlgezusammen, waren eine große Familie, für die das Land der Sehnsucht Wirklichkeit werden sollte. Von Venedig ging die Reise nach Florenz, Lodenmänteln der Deutschen trompetet hat. Im fällig ist. Weiblichkeit wird nur in Kirchen einNach neunstündiger Bahnfahrt gab es in Salz- der Wiege des Sumanismus und der Renaissance. allgemeinen erlebt man in Italien das freund gelassen, wenn die Bluse bis zum Hals hinauf geburg erste Rast. Unter der Führung der Natur- Jeder Fuß breit war beschwert von Erinnerung. lichste Entgegenkommen. Es ist ganz offenbar: schlossen ist und nur die Hände aus den Aermein herausgucken. Sonst rücksichtslose Verweigerung. freunde durchwanderten wir die Stadt, erlebten Politische Kämpfe und Sieg des Volkes über den Bolt und Regierung sind zweierlei. Ront macht jeden anderen, nur nicht den So sieht man denn die Weiblein der Landfremden in heiterer Geselligkeit einen schönen Abend. Ge- Adel; Aufschwung der Geister Dante, Boccaccio, gen Mitternacht ging die Fahrt weiter durch die Galilei, Leonardo, Michelangelo, Rafael, Botti Eindruck einer wohnlichen Stadt. Monumental- unter allerhand Verhüllungen, Pelerinen und Um Nacht. Das Morgengrauen sah bereits alles an celli usv. Jm Baptifterium, der berühmten Tauf- bauten stehen neben Monumentalbauten, ehrwür- fchlagtüchern ihr fündiges Fleisch bedecken, che siz den Fenstern. Naturbilder von nie geschauter fapelle, einem achteckigen Kuppelbau, dessen Ent- bige Trümmer neben neuen Palästen, Kunst der in Gesellschaft ihrer schwihenden, doch katholischPracht und Größe laffen an leinen Schlaf mehr stehen bis ins 7. Jahrhundert zurüdgeht, steht Antife und der Renaissance, nicht weit davon der züchtig angezogenen Männer den Kirchenraum bedenken. Die Lokomotive feucht, immer aufwäris noch das Becken, in dem der Schöpfer der Gött prachtüberladenfte Marmorfitsch, des National- treten dürfen. geht die Fahrt über die Hohen Tauern, aus einem lichen Komödie" getauft wurde. Auf dem Markt- benfmal für Bittor Emanuel II. Wir durchfuh- Aehnlicher Geist- Ungeift hat verfügt, Tunnel in den andern, an schroffen Felsen und plazz bezeichnet eine im Fußboden eingelassene ren im Automobil die Stadt den ganzen Tag, nur daß allen Stulpturen nadter Menschen im Batijähen Wasserstürzen, an herrlichen Ausblicken vor- Bronzeplatte die Stelle, wo( 1498) der Domini- eine freundliche Mittagsraft unterbrach die Be- fan ein Feigenblatt angegipst wurde. Diese bei, so groß und schön, daß man sein Herz plöglich faner Savonarola verbrannt wurde. Florenz wunderung der Sehenswürdigkeiten. Von der Sammlung hier ist vielleicht der größte Schay schlagen fühlt. Die italienische Grenz- und Bell birgt in feinen Museen, in der Galleria degli St.- Pauls Kathedrale zum Garibaldi Denkmal, antifer Bilderwerke, der irgendwo auf der Erde fontrolle geht schmerzlos vorüber. Wir überque- Uffizi, in Palazzo Pitti die höchsten Schäße der vom Bantheon zur Engelsburg, nachmittags zu vereinigt ist. Sierher pilgerien und pilgern die ren den Tagliamento und in der dritten Nachmit Kunst. Aber kaum mehr als das Gefühl dürften den Katakomben und zur Gräberstraße, in den Künstler aller Länder, Meisterwerke der Griechen tagsstunde faust unser Zug über die lange, ins wir haben, da gewesen zu sein, wo Leonardo da Abendstunden im Rund der gewaltigen Baurefte im Original zu schauen. Man steht, bewundernd Vinci, Michelangelo Buonarroti lebten, nur ein des Colosseums, dem Theater der Hunderttausend, vor diesem Ueberfluß gemessenter Harmonie, dent Meer erbaute Eisenbahnbrücke, Benedig zu. Benedig! Die glänzendste handelsstadt kurzes Verweilen vor den Werken ihrer Hände dem beredtesten Zeugen aus Roms Ruinenwelt Schönheitsideal der Antike, kühl bewundernd; der Welt im Mittelalter, jest Provinzstadt und und ihres Geistes, dann mußten wir weiter. und Kaiferzeit. Am darauffolgenden Tage sahen anders wirkt der Moses des Michelangelo am sozusagen nur: Museum der Geschichte, Sehens- Mit Sonderwagen der Straßenbahn gings durch wir die Peterskirche und waren im Vatikan. Es Grabmal Julius II. in San Pietro in Vincoli. würdigkeit allerersten Ranges, Traum von Mil die Stadt und auf ihre Höhen. Seltsam, wie gibt fein Wort, um den dort aufgestapelten Reichlionen, jeltsames Wesen. Stein Auto, kein Fuhr Florenz, Stulturstätte des 15. Jahrhunderts, gleich fumt zu beschreiben, der aus allen Erdteilen in A Seite 6 Wie schlecht es der Zuckerindustrie geht. Vorgestern fand die Generalversammlung der böhmischen Zuckerindustriegesellschaft statt, auf welcher der Reingewinn des Unternehmens mit 5,332.330 Kronen angegeben wurde. Der Verwaltungsrat erhält für seine ,, Mühewaltung" allein 397.165 K, die Herren Aktionäre für ihren Fleiß" und ihre Arbeitssamkeit" eine Dividende von 17.5 Prozent. Dabei spricht man in allen Versammlungen der Zuckerindustriellen von der kritischen Situation der Zuckerindustrie. Wir würden wünschen, daß die Arbeiter sich in einer ebenso kritischen Situation wie die Herrea Industriellen befinden würden. Der Konflikt in der Prager Textilindustrie. Wir haben bereits darüber berichtet, daß bei der Firma Beruß ein Konflikt zwischen der Arbeiter schaft und dem Unternehmen ausaebrochen iſt, weil die Arbeiter eine Teuerungszulage berlangten. Diese Forderung wurde nunmehr von der gesamten Brager Tertilarbeiterschaft aufgenommen. Die Verhandlungen, die zwischen den Vertretern der Prager Unternehmer und der Brager Tertiarbeiter stattfanden, haben ergebnislos geendiat und die Unternehmer haben nun die Absicht, Samstag die gesamte Brager Textilarbeiterschaft auszusperren. Devisenturie. Prager Kurse am 17. November. Geld Ware 1351.621357.621 802.25 806.25 470.25 473.25 654.371/ 2 100 bolländische Gulden 100 Reichsmart 100 belgische Belgas 100 Schweizer Frants 651.37 1 Bŕund Sterling 163.65 164.85 100 Lire 141.30 33.70 100 franzöfifche Franks 115.05 100 Dinar 59.48 10.000 magharische Kronen 4.69% 2 100 polnische Zloth 372.1 Dollar 100 Schilling. Kleine Chronit. Gefährliche Zeitgenossen. 142.70 34. 116.45 59.98 378.Aus der Partei. Sozialdemokratische Studentengruppe. Freitag, den 19. November, 8 Uhr abends, Vortrag des Genossen Georg Stolz über„ Die Entwic Iungsphasen des Begriffes Sozialis m u 3". Stodiert über dem Lokal des Arbeitervereins. Ort: Vortragssaal der Buchdrucker, ein Gäste willkommen! Kunst und Wissen. Bronislaw Hubermann, der polnische Meirer geiger, spielte am Dienstag wieder einmal in Prag. Das bedeutete wie immer eine Sensation in der Kunft, zu der das internationale Brager Publitum in Scharen herbeigeströmt war. Immer wie der, wenn wir Hubermann hören, fönnen wir das in ihm erfüllte Wunder der Kunstvollkommenheit nicht fassen; denn dieser Geiger ist nicht nur ein unübertroffener Meister der Technik, sondern aud) und vor allem ein Priester seiner Kunst, der e: mit ganzer Inbrunst und Hingebung dient. Der unerhört füße, warme und volle Ton seines Geigenspieles, die edle, abgeklärte und dabei doch innerlich durchglühte Art seines Vortrages machen jedes Konzert dieses einzigen Künstlers zum Erlebnis und zur unvergeßlichen Offenbarung. Haendel, Beethoven und Dvořat waren diesmal die Hauptrepräsentanten seines Programmes. An dem jungen deutschen Pianisten Siegfried Schulze, der Hubermanns ständiger Konzertbegleiter in den lezten Jahren ist, hatte der Geiger einen idealen Begleiter am Flügel. -et. 27. Arbeitersymphoniekonzert in Aufsig. Das sweite Konzert dieser Saison, das am vergangenen Sonntag stattfand, war der Kammermusik gewidmet. 4.791 Der Kreisbildungsausschuß hatte als Ausübende das 475.87 478.872 Sedlat- Winkler Quartett aus Wien verpflichtet, eine Vereinigung, die man wohl bald zu den allerbesten ihrer Art wird zählen dürfen. Das Spiel der Künstler zeichnet sich durch äußerst vornehme, süße Tongebung aus, ihr Zusammenspiel zeigt seltene Reinheit und sensibles AufeinanderAbgestimmtsein, thre selbst durch den schwachen BeEs sind nicht jene gemeint, die bewußt ihren juch nicht beeinträchtigte Musizierfreudigkeit schuf im Mitmenschen körperlichen Schaden zufügen, sondern Sause eine weihevolle Atmosphäre. Mit rhythmischer eine Gruppe von Personen, deren Ausscheidungen Plastik formten die Künstler die graziösen Säge des für ihre nähere und weitere Umgebung ungemein Beethovenquartetts op. 18, Nr. 2, im Schumannschen gefährlich sind, ohne daß die gesunden Verbreiter Rabierquartett wußten sie mit feinstem Geschmac des Giftes davon wissen. Es sind das die sogenann- die Führerschaft des Klaviers anzunehmen, ohne daß ien Bazillenausscheider- Menschen, die einen Typhus aber Paratyphus überstanden haben und dieses von Genossen Dr. Paul Amadous Pis! nun noch viele Jahre über nach Wiederoerstellung in hier bekannter Meisterschaft behandelt- die massenhaft Bazillen ausscheiden. Zahlreiche Typhus- Streicher überdeckte. Jm D- Dur- Quartett des Rusund Paratyphusepidemien sind auf diese Bazillen- sen Alexander Borodin war es besonders der Celloträger zurückzuführen. 11 part, deffen Bartheit in der Melodienführung im Notturno zu wirkungsvollstem Ausdruc tam. Den Künstlern dankte sehr herzlicher Beifall für den erlesenen Genuß, den sie mit der Wiedergabe der Werke boten. Für den Kreisbildungsausschuß aber mögen trotz des minderen äußeren Erfolges die Ominol cheve Schacht Schicht Terpentin- Seife Waschextrakt Frauenlob alt 50% Seife Schicht Schwan Serfe Schicht Schwan fen- flocken RITA MARGARINE Ceres Donnerstag, 18. November 1926. Die beste Ware liefert Schicht, Doch ohne Schicht- Post nehmt sie nicht! Wer von nebenstehend abgebildeten Waren, einzeln oder insgesamt, 1 kg kauft, hat Anspruch auf eine Nummer der ,, SchichtPost". Auf 16 Seiten enthält sie viel Amüsantes und Interessantes: Witze, Märchen usw. Lest die Schicht chicht- Post Gratis zu jedem Kilo Schicht- Ware. Neue Filme. Die Biene Maja und ihre Abenteuer. Veilchenkavalier. Zum weißen Rössel. Der Der Wolframfilm Der Veilchenkava Lier" mit Harry Liedtke und Lil Dagover in den Hauptrollen ist ein arger Mißgriff. Abgesehen davon, daß man keine Sehnsucht noch altösterreichischen Uniformen und Offiziersmanieren hat, ist der Film ein ausgesprochener Kitsch, der manchem amerikanischen Meisterwerk" dieser Art die Wage hält. 11 Wir hatten vor kurzem Gelegenheit, den einzigartigen Film„ Das Blumenwunder" zu sehen. Wir haben das Leben der Blumen beobachtet und bewun Dagegen ist die Verfilmung des bekannten Luftdert und es schien uns fast, als ob wir all die Schön- spieles 3um weißen Rössel" von Blumenthal und heit nicht zu ertragen imftande wären. Und wenn Radelburg als gelungen zu bezeichnen. Wir wollen an diesem Meisterwert etwas auszusetzen war, so uns nicht lange bei der Handlung aufhalten. war es das: man hätte öfters die tanzenden Glfen uns nicht lange bei der Handlung aufhalten. Sie und Menschenkinder zeigen können, damit es uns ist nichts besonderes und nach langem Hin und Her bekommen einander die Paare, wie das in solchen bekommen einander die Paare, wie das in solchen Menschen nicht so bange sei beim Anblick der über- Stücken zu sein pflegt. Herzlich lachen muß man aber wältigenden Schönheit der Natur. über die einzelnen Personentypen. Da ist Herr Giesecke Ganz anders ist es bei der Biene Maja"( Bender), ein Berliner Großfabrikant, so wie wir Das Leben, das sich hier vor unseren Augen abspielt, uns ihn besser kaum vorstellen können, der Profesist uns näher, bekannter, wir fühlen uns nicht so for, die beiden Hausknechte, der Turnlehrer, der einsam, so menschlich klein. Auch dieser Film ist ein vom Dachstein heruntergetragen wird, die Rösseleinzigartiges Meisterwerk, das mit viel Ausdauer, wirtin( Liane Haid), aber man kann sagen, joder Liebe und Geduld hergestellt wurde. Wir werden ist seiner Rolle gewachsen. Dazu kommen noch die mit der Biene Maja bekannt, sehen sie, wie sie lebt herrlichen Naturaufnahmen aus dem Salzkammer und handelt. Und mit ihr gelangen wir in die gut, vor allem St. Wolfgang. Ganz unnötig, ja wunderbare Welt der Insekten; sie, die wir sonst störend wirkt das Feuerwerk im letzten Att. Wie nur flüchtig betrachten, die für uns nichts bedeuten fann man so etwas in den schönen Film hineinhier rollt sich vor unseren erstaunten Blicken ihr pazen?! Alles in allem wer sich einmal unterLeben ab, ihr Kampf ums Dasein, ihr Werden und halten will, möge sich diesen Film ansehen. Vergehen. Wir lernen sie verstehen, die Bienen, B. S. Käfer, Schmetterlinge, furz alles, was da treucht und fleucht", wir sehen, ja wir hören sie sprechen. Vielfach ist die Entwicklung so, daß die betroffene Person in einer Molkerei tätig ist und nun die Reime auf die Milch überträgt. Dem Genuß der infizierten Mila folgt dann häufig das explosions artige Auftreten einer Epidemie, die sich in einem Personenkreis ausbreitet, in dem die Milch roh oder Worte einer jungen Arbeiterin nach dem Stonzert nur mangelhaft erhitzt getrunken wird. Im übrigen Genugtuung sein: Wir wußten nicht, daß dies so Ig. vermag der Bazillenausscheider auch das Trint- schön sein fann!" wasser zu infizieren oder die Bazillen unmittelbar Die erste Beethoven- Feier des Neuen Deutschen auf seine gesunde Umgebung zu übertragen. Die Theaters, welche die Einleitung der GedenkauffühKrankheitserreger werden entweder durch den Stuhl, rungen des Beethoven- Jahres bildet, findet Monden Urin oder durch den Speichel der Bazillen- tag, den 29. d. M., unter Mitwirkung des Deutträger ausgeschieden. Am häufigsten sind die beiden schen Männergesangvereins und des Sängervereins ersten Ausscheidungsarten. Durchschnittlich kommen Tauwih" statt. Das Programm bilden Werke der auf 100 Typhusgenesene ein bis zwei Bazillenaus- letzten Schaffensperiode Beethovens, die in Prag scheider. In der Hauptsache halten sich die Typhus- noch nicht oder selten zur Aufführung gebracht worbazillen in der Gallenblaje, die ihnen einen zusagen den sind. Der Konzertabend wird durch die Ouver den Zufluchtsort bietet. Deshalb muß besonders bei türe ,, Weihe des Hauses" eingeleitet, dem ein Gallenkranken auf Typhus bazillenausscheidungen ge- Prolog von Hugo Salus, gesprochen von achtet werden. Außer im Darm, in der Niere und Friedrich Hölzlin, folgt. Das weitere Programm im Auswurf finden sich auch in kranken cariösen bringt: Elegischer Gesang"( erste Aufführung); Zähnen und in vergrößerten Gaumenmandeln nicht Meeresstille und glückliche Fahrt"( erste Auffühselten Brutstätten der Typhusbazillen. Ein Mittel, um in jedem Falle die Daueraus- tung);" Chorphantasie" op. 80 für Pianoforte, Chor, Soli und Orchester. Klavier Frl. Frieda scheidungen zu beheben, ist bisher noch nicht gefun: Schwarz, Soli Klara Kwartin, Marie Kallina, Ada den worden. Immerhin hat sich gezeigt, daß bei Schwarz, Franz Fellner, Theo Hermann. Die guter Ernährung dank der Hebung des Allgemeinzut- Ruinen von Athen",& estspiel op. 113 für standes in gewissen Fällen die Bazillen verschwin- Chor, Soli, Sprecher und Orchester.( Sprecher Hölzden können. Wenn bei Stuhlausscheidern ein Gallin, Soli Klara Kwartin, Theo Hermann. Erste lenleiden oder eine chronische Blinddarmentzündung Aufführung.)„ Die Ruinen von Athen" gelangen gefunden wird, so liegt der Gedanke nahe, operativ mit einem neuen Tert von Johannes Urzidil zur vorzugehen, um die Brutstätten der Bazillen radiAufführung. fal zu entfernen. Im übrigen liegen zuverlässige Die Uraufführung der Operette„ Ich und Du" Berichte vor, nachdem es gelungen ist, mit Hilfe chemischer Mittel- Quecksilber, Blei-, Stupferfalze findet am 28. d. M. statt. Das Buch dieser Novität und Urotropin die Galle wirksam zu desinfizie- stammt von Frit Grünbaum und Willy Stert, ren. Bei Urinausscheidern ist die Desinfektion der die Musik von dent italienischen Komponisten LamBlase mittels Urotropin von guten Erfolg beglei- berto Pavanelli. tet gewesen. Wenn cariöse Zähne oder vergrößerte Der Wiener Männergejangverein in Prag. Die Mandeln vorhanden sind, wird man für Ausheilung beztv. Entfernung Sorge tragen müssen. Dr. Mosbacher, Berlin. " 1 deren Interpretation fie einfach unerreicht ist. Vormerkungen bei Weßler( Narodni tř.) und in der Akademiedirektion, Brag II., Vladislavgasse 23. Herausgeber Dr. Ludwig Czech. Berantwortlicher Redakteur Wilhelm Nießnet. Für den Druck verantwortlich: O. Holit. Drud: Deutsche Beitungs- A.- G., Brag. DRUCK- u. VERLAGSANSTALT Gesellschaft m. beschr. Haft. empfiehlt sich den p. t. Behörden, Vereinen, Or ganisationen, Gemeinden und Kaufleuten sur Herstellung von Drucksorten wie: Tabellen. Büchern, Broschüren, Zeitschriften, Zirkularen Mitgliedsbüchern, Einladungen, Plakaten, Flugschriften, Fakturen, Briefpapieren usw. in solider und rascher Ausführung. Setzmaschinenbetrieb and Rotationsbetrieb aus. Wieviel Wunderbares wir da erleben! Da Wir gehen mit der einen Maja auf Abenteuer tämpft der Goldkäfer mit dem armen Regenwurm und nur dessen eine Hälfte kann noch in die schützende Erde friechen. Vor unseren staunenden Blicken baut die Krenzspinne ihr gefährliches Net, in das die arme Maja geraten sollte. Der Goldfäfer befreit sie wieder und leistet ihr einen Gegendienst. Wir sehen die Libelle werden und den Kohlweißling berühmte Wiener Chorvereinigung, die zug un aus der Puppe schlüpfen. Unsere Abenteuerin gesten der Deutschen Musikakademie am langt in die Gefangenschaft der Hornissen, hört ihren 4. Dezember im Neuen deutschen Theater Plan, den Bienenstaat zu überfallen. Sie befreit ein Konzert gibt, bringt unter Leitung des Staats- sich aus der Gefangenschaft, fliegt nach Hause und Die Entstehung der Zahnfäule. Nach den neue- operndirigenten Prof. Karl Luze Chöre, wie Schu- verkündet das Nahen der Hornissen. Wir erleben sten Untersuchungen handelt es sich bei der Zahn- berts Dörfchen" und Bruckners Mitternacht", in den Kampf im Bienenstod und den Sieg der Bienen. fäule um einen Krankheitsprozeß, der auf chemische Und noch vieles wäre zu erzählen. Man fommt N TEPLITZ- SCHÖNAV Einflüsse und auf das Wirken von schädlichen Klein aus dem Staunen nicht heraus. Aber wir müssen lebewesen( mikroorganismen) zurückzuführen ist. gerecht sein: eine grobe GeschmadlofigDie Annahme, daß reichliche Zufuhr von Kalk, z. B. Spielplan des Nenen Deutschen Theaters. teit gibt es in dem Filme. Die kleine Maja von kalkhaltigen, hartem Wasser, der Zahnfäule Donnerstag, 7% Uhr:„ Die Braut von Mej wünscht die schönsten Menschen zu sehen und eine vorzubeugen vermöge, dürfte auf einem Irrtum in a"( 13-1).- Freitag, 7% Uhr:„ Jenufa" liebliche Gfe zeigt ihr zwei sich liebende Menschenberuhen. Dagegen ist die Hauptursache für die ver( 12-4). Samstag, 7% Uhr: Adieu Mimi" finder. Schön man versteht, was gemeint schieden starke Ausbreitung der Zahnfäule, die nach( 142).- Sonntag, 2 Uhr, Arbeitervorstellung: wurde; aber wie es gemacht wurde! Die zwei ten einzelnen Gegenden wechselt, in der unterschies- Eugen Onegin"; 7% Uhr:„ Der Rastelbin Menschen ad allzu menschlich, sie sind„ dern", lichen Kost zu suchen. Eine grobe und harte Kost, ber"( 15-3). Montag, 7% Uhr: Adieu gedenhaft gekleide., und ihr Anblid reißt uns aus die erhebliche Anforderungen an den Kauapparat mimi"( 16-4). unserem schönen Träumen in der wunderbaren stellt, z. B. grobes altbadenes Brot dürfte einen Kleine Bühne. Donnerstag: Meine ent- Märchenwelt. wirksamen Schuh bilden. Also nicht allein die cheFreitag Kulturverbandvorst.: Was in diesem Film mit Mübe und Riebe gemische Zusammensetzung der Nahrungsmittel ist 3ückende Frau". maßgebend, sondern eine mindestens ebenso bedeut- 14 Tage Arrest". Samstag Gastspiel Leop. schaffen wurde, ist meisterhaft. Wer die„ Biene fame Rolle spielt die physikalische Beschaffenheit der Kvamer, neueinstudiert: Konzert". Sonntag, Maja" und das„ Bluunenwunder" gesehen hat, für 7% den bedeutet Natur etwas anderes als so vielen von Roft. Es genügt also eine gute Zahnpflege nicht al 3 Uhr: Meine entzüdende Frau"; lein, sondern auch auf die Nahrung muß um der Uhr: Der große Bluff". Montag Bank- uns, der geht nicht mehr blind an ihren Wundern Borbeugung gegen die Zahnfäule willen großer beamtenvorstell., Gastspiel Pepi Glödner- Kramer: vorüber. Frau Warrens Gewerbe", Wert gelegt werden. Tis collersa se Nr. 6. Gelegenheitskäufe! Conrady, Geschichte der Revolution 2 Quartbände, reich illustriert ( über 150) Seiten) Schulz, Blut und Eisen Kt 90.( Krieg und Kriegertum in alter. und neuer Zeit) 2 Bände, reich illustriert ( über 1: 0 Seiten) Kč 80.Volksbuchhandlung Kremser& Co. Teplitz- Schönau, Theresiengasse Nr. 20.