Einzelpreis 70 Heller. Redaktion und Verwaltung: Prag, II., Netazania 18. Telephone: Tagesredattion: 26795, 31469. Nachtredaktion: 26797. Postschedamt: 57544. Inferate werden laut Tarif billigft berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 6. Jahrgang. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschecholowakischen Republit. Samstag, 27. November 1926. Bezugs Bedingungen: 3 Bei Justellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post: monatlich vierteljährlich Ke 16.99 halbjährig ganzjährig. 48.96.192.Rüdstellung von Manu-tripten erfolgt nur bei Einfendung der Retourmarken. Erscheint mit Ausnahme ses Montag tägeich früh Nr. 277 Der Geist des Vormärz. Feige Liebedienerei für Mussolini! Ausländer und Fremde sind es zumeist ... Das Echo des Balabanoff- Standales im Barlament. Entrüftungsstürme der Sozialdemokraten und Kommunisten bei der Rede des Genossen Schäler. Interpellationen an den Innenminister. Wird sich Herr Černy vor Mussolinis 3orn feige vertriechen? Die österreichische vormärzliche Nachtwächtergesinnung der Polizei ist auch in der freien, demokratischen Republik" dieselbe geblieben. Sie hat die Revolution von Achtundvierzig heil überlebt und sogar der Umsturz von Neunzehnhundertachtzehn hat ihr nichts Prag, 26. November. Lange schon hat das schichte vorbei sein wird und das italienische Pro- Genossin Kirpal: Das kann man hier nicht anzuhaben vermocht. Ein Ausländer, diesmal Parlament keine derartigen Entrüstungsstürme letariat wieder zum Aufbau und Ausbau seiner erwarten! ist es jogar eine Ausländerin, kommt nach gesehen wie heute im Parlament, als Genosse Organisationen wird schreiten können. Aber die Polizei ging in der Mißachtung Prag, um hier über Einladung deutscher sozial- Schäfer das unerhörte Vorgehen der Polizei Auch ein Redner der tschechischen Sozial- allen Rechtes und aller Sitten noch weiter. demokratischer Arbeiter über den Fascismus im in der gestrigen Balabanoff- Versammlung in demokraten und ein Kommunist gaben der Ent- Als Genossin Balabanoff vor einer begeisterallgemeinen und den italienischen im beson- Prag geißelte, die volle Verantwortung der Re- rüstung ihrer Partei über das Vorgehen der Beten Zuhörerschaft zu dem von der Polizei bederen zu sprechen. Die Rednerin hat bereits in gierung feststellte und alle Schrecken des blutigen hörden gegen die Genoffin Balabanoff in scharfen willigten Thema zu sprechen begann, schritt mehr als zehr Diter de Republik gesprochen; Fascismus mit packenden Worten den empörten Worten Ausdrud. der anwesende Regierungsvertreter sogleich die Arbeiterschaft will Erkenntnisse schöpfen, Buhörern ins Gedächtnis rief. Immer und im mit größter Rücksichtslosigkeit ein, löste die Versammlung auf und ließ die Versammelten durch ein in Bereitschaft gehaltenes Polizeiaufgebot auseinandertreiben. mer wieder wurde er durch empörte Zwischenrufe Genosse Schäfer führte in der Hauptsache um Fehler und Verjäumnisse zu vermeiden, da- unterbrochen, Pfui- und Hanba- Rufe gegen den folgendes aus: mit sie nicht einem ähnlichen, furchtbaren Lei- Fascismus und das Bürokratenregime in unserem Die Prager Polizei hat gestern die traurigdensweg entgegengehe, wie ihn seit Jahren das Lande wollten minutenlang nicht enden und to- sten Erwartungen, die man von ihr hegen konnte, unglückliche italienische Proletariat schreiten jender Beifall füllte das Haus, als Ge- durch einen willküraft übertroffen, durch Gen. Dr. Czech: Im alten Desterreich hat muß. Wer anders kann ihr diese notwendi- nosse Schäfer in packenden Worten das italienische den sie dem tschechoslowakischen Polizeiregime vor man sich so etwas nicht getraut! gen Erkenntnisse besser vermitteln, als eben Proletariat unserer tiefsten Anteilnahme ver- der ganzen Ceffentlichkeit un auslöschliche Der Polizeikommissär verlangte vom VorSchande angetan hat. Unsere Prager Bezirks- fizenden gleich nach dem ersten Satz: das Wort, diese„ Ausländerin", die alterfahrene soziali- sicherte. stische Vorfämpferin, Frau Dr. Angelika Seine Rede gipfelte in der Forderung, daß organisation hatte für den gestrigen Abend die sprach zur Versammlung, wahrscheinlich um die Balabanoff, deren Lebensschicial in ent- der Innenminister jofort im Hause erscheine und große revolutionäre Vorfämpferin Angelika Ba- feige Maßnahme zu begründen.( Erregte Pfutscheidungsvollen Jahren mit dem Schicksal der Rechenschaft ablege für diese Gewalttat der la banoff zu einem Vortrag über den Fascis- und Hanba- Rufe.) Der zweite Polizeibeamte italienischen Arbeiterklasse verwoben war! Wer Polizei, die auf die Initiative des Ministeriums mus, Mussolini und die italienische Arbeiterbe- führte sich ebenfalls in rüpelhafter Weise auf, zurückzuführen ist, das vor Mussolinis drohendem wegung gewonnen. In zahlreichen Orten der in dem er einen Versammlungsteilnehmer wegen sollte denken, daß ihr Bestreben, die Arbeiter Zorn auf dem Bauche liegt und die Rede- und Republik hat dieser Vortrag stattfinden dürfen; des Ausdruckes Das ist eine Schande für auf die ihren durch den Fascismus, diese neueste Bersammlungsfreiheit mit Füßen tritt, um dem nur der Prager Polizei blieb es vorbehalten, die Republik" sofort tätlich angriff und sich Ausdrucksform des Absolutismus, drohenden größenwahnsinnigen Diktator gefällig zu sein. nur nachher entschuldigte als nachgewiesen wurde, in feiger Liebedienerei vor Mussolini den Gefahren aufmerksam zu machen und ihnen die daß es ein Abgeordneter war. Ja, die Abzuwarten bleibt, wie fich die RegierungsAufschwung eines gemarterten Proletariates Polizei verstieg sich sogar dazu, in eine vertrauTragödie des italienischen Proletariats vor parteien zu unserer Interpellation auch die brutal zu unterdrücken. liche Zusammenfunft tschechischer fozialdemokra Augen zu führen, sie in den Augen der Poli- tschechischen Sozialdemokraten haben eine ähnliche zei eines angeblich demokratischen Staates als eingebracht verhalten werden. Ein le'nes Genosse Dr. Czech: Das ist eine Schande. tischer Vertrauensmänner einzudringen und den lästige Ausländerin" erscheinen läßt, der man äuslein tschechischer Agrarier versuchte es auch Wo ist der Innenminister? Er soll herlommen! Verfuch zu machen, jie zu sprengen! Bon diefent unerhörten Vorgehen mußte fie allerdings. Abstand Obwohl der Vortrag ordnungsgemäß ange zu fühlen geben muß, wie man hierzulande heute schon, die Entrüftung unserer Genossen mit nehnten. den Kampf für die Demokratie und gegen den hämischen Zwischenrufen zu beale'ten, doch zogen meldet das Thema in aller Form bewilligt war, Fascismus einschäßt! Doch lassen wir die Tat- sie es bald vor, unter lauten Pfu-Rufen der So wurde Frau Balabanoff gleich bei ihrer Ankunft zialisten, denen sich in feltener Einmütigkeit auch in Prag, ohne daß ihr die Möglichkeit gegeben sachen sprechen. die Kommunisten anschlossen, aus dem Saale zu wurde, von den Reisestrapazen auszurasten, ja Donnerstag nachmittag kommt Genossin verschwinden. Wir werden insbesondere neugierig Balabanoff nach Prag. Sie ist, um rechtzeitig fein, ob die deutschen Regierungskarteien dadurch, auch nur sich mit ihren Parteigenossen ins Einzu ihrem Vortrag hier einzutreffen, in währ. daß fie unseren Antrag auf Erscheinen des Mini- chleppt( hört! Hört!) und ihr die UnterSchönberg, wo sie abends zuvor gesprochen sters Cerny ablehnen, das Blutregiment des hatte, um 5 Uhr früh weggefahren. Abge- Fascismus in Italien zu verteidigen sich erfühnen fertigung eines finnlosen Reverses abgenötigt. Genosse Dr. Czech: Die Frau von Einem spannt und hungrig kommt sie im Hotel an, Es muß eine große Genugtuung für die Ge- haben sie nicht hinaufgeführt! doch hier erwarten sie nebst einer schriftlichen nojsin Balabanoff gewesen sein, die noch Gen. Schäfer, fortfahrend: Wir erwarten Vorladung zur Polizei gleich zwei Detektive. heute in der Nacht und in den Vormittagsstunden von der tschechoslowakischen Polizei kein Verſtänddie sie auffordern, sofort zur Polizei mitzu- vergeblich von der Polizei gesucht wurde, als je nis für die Größe einer sozialistischen Vorfämpfe ommen. Es scheinen Organe zu sein, die der unerkannt von der Parlamentstribüne aus der rin, wir erwarten von ihr nicht einmal Achtung Auffassung sind, daß jeder, der es mit der Po- Sigung beiwohnen und die Gewißheit mit sich vor dem Unglück einer Frau, die zum Dank für lizei zu tun bekommt, unbedingt ein Bernehmen fonnte, daß das gesamte Prolétariat der ihre Wirksamkeit im Dienste des Proletariates brecher sein muß und feinen Anspruch auf Tschechoslowakei inn'g mit den italienischen Ge- wiederholt ins Eril getrieben wurde, aber wir Höflichkeit hat. Daß es eine Frau ist, um die noffen fühlt, die im Eril und im eigenen Lande hätten wenigstens die Einhaltung der unter gees sich handelt, erachten die Abgesandten der mutig sich dem Fascismus entgegenstellen, und die sitteten Menschen üblichen Umgangsformen erPolizei ebenfalls als feinen ausreichenden Zeit herbeisehnt, da diese Episode in Italiens Ge- wartet. Grund zu höflicher Behandlung und sie find werden. bernehmen zu setzen, zur Polizei ge= Wir wissen, daß dieser Uebergriff auf direkten Auftrag des Ministeriums des Innern erfolgte, und machen den Minister des Innern für diese Schande voll verantwortlich. Aber wir sagen der Regierung, daß sie durch diesen kindischen Unterdrückungsversuch den Abscheu des Proletariates vor dem faseisti schen Blutreg me nicht verringert, sondern vergrößert hat.( Sehr richtig!) Sie hat mit diesem unwürdigen Knechtesdienst Mussolini nicht genüßt, aber sie hat dem Proletariat dieses Landes sehr nachdrücklich ihren eigenen erzreaktionären Charakter vor Augen geführt. Mit umso größerer Leidenschaft werden wir gegen dieses System kämpfen und wir werden uns nicht daran hindern lassen, unsere Pflicht gegenüber dem gequälten italienischen Proletariat zu erfüllen. Ist doch die Anklage vor dem Forum des Auslandes, die Aufrüttelung des internationalen Gewissens, nahezu das letzte dementsprechend qcoc. Frau Balabanoff er- schreiten gewärtig. Einer der der beiden Ord-| tes war und einer längst vergangenen Geschichte Stampfmittel, das eine beispiellose Tyrannei dem juch:. Da sie seit früh nichts gegessen hat, vor nungshüter gibt Frau Balabanoff nochmals angehörte? Zahllos sind die Fälle von poli- italienischen Proletariat gelassen hat. Wir wissen, her etwas essen und Prager Genossen von ihrer Verhaltungsmahnungen, dann darf sie endlich zeilichen Uebergriffen, die beweisen, wie weit daß sich die internationale Bourgeoisie durch Ankunft verständigen zu dürfen, aber das wird beginnen. Von allem Anfang ist es sichtbar, wir in der politischen Freiheit durch die Be- ihren Klasseninstinkt mit Mussolinis Schandrevon den Polizisten abgeschlagen und sie muß daß es auf eine Auflösung der Versammlung freiungstat des nationalen Umsturzes zurück- gime verbunden fühlt und daß ein Appell an ihr Gewissen vergeblich wäre. sofort mitgehen, da nur bis halb drei Uhr am- abgesehen ist. Der Grad der Intelligenz des geworfen wurden. Wir stehen heute dort, wo Aber das internationale Proletariat wird tie: werde. Genossin Balabanoff muß also maßgebenden Polizeibeamten ist ein solcher, wir vor 30 und 40 Jahren gestanden sind: inseiner italienischen Brüder nicht vergessen! chne Mittagessen zur Polizeidirektion, wo sie daß dies unschwer zu erraten ist. Die Polizei- mitten einer Zeit der ärgsten Reaktion und auch nicht gerade Gelegenheit bekommt. sich direktion hat den Gescheitesten erwählt, wie Polizeiherrschaft. Die Konstituierung der Wir erinnern uns an das Dichterwort:„ Ein über ein lebermaß von Höflichkeit zu befla- aus seinem Vorgehen hervorgeht. Genofsin deutsch- tschechischen Regierung hat daran nichts guter Schlag im Norden ist auch im Süd ein gen, und wo sie einen langen Revers unter- Balabanoff hat kaum die ersten Säße gespro- gebessert, nur verschlechtert. Wie arg früher auch Schlag" und werden gegen die Reaktion im eigesie nen Lande verdoppelt kämpfen in der Hoffnung, schreiben muß, nach dem sie sich verpflichtet, un- chen und Italien mit einem Friedhof ver- die polizeilichen Persekutionen waren, ter Androhung der Landesverweisung über glichen, so läßt sie der Regierungsvertreter haben sich doch niemals auf den Schuß eines damit auch der italienischen Arbeiterschaft Trost, gewisse Dinge, vor allem nicht über Mussolinis schon unterbrechen und als sie vom blutigen ausländischen Banditismus eritredt, wie es der Stärkung und Hilfe zu bringen. Wir versichern dem italienischen Proletariat und das italienische Regierungssystem, nicht Italien" spricht, verlangt er, der Vorsigende Fascismus ist. Doch in dem tschechoslowatiunsere glühende Liebe, unsere tiefste Anteilzu sprechen. Wie man es fertig bringen soll, möge ihm das Wort erteilen, was dieser na- schen demokratischen Freistaat hat die Polizei nahme an seinem Schicksal und unsere heiße in einem Vortrag über den Fascismus, der türlich ablehnt. Das wiederholt sich noch ein den Ehrgeiz, den Staat zu einer Dependence Bewunderung für seine Standhaftigkeit. das Mussoliniens zu machen. In Italien jengen doch mit dem italienischen Regierungssystem zweitesmal und da zeigt sich, warum er identisch ist, über dieses System nichts zu fa- Wort erteilt haben wollte. Er hält an die und morden die Schwarzhemden Mussolinis.( Banganhaltender, to sender Beifall auf gen, das fümmert natürlich die Polizei me- Versammlung eine Ansprache, erklärt die Ver- aber die tschechoslowakische Polizei verhütet, den sozialdemokratischen und kommunistischen nig. Am Abend bei der Versammlung jetzt die fammlung für aufgelöst und fordert zur fofor- soweit sie nur kann, daß die internationale SoPolizei ihre Tätigkeit fort, die offenkundig tigen Räumung des Saales auf. Nach weni- lidarität der Arbeiterschaft den unglücklichen darauf hinausläuft, der Genossin Balabanoff gen Minuten schon dringen die bereitgestellten italienischen Brüdern befundet werde. Musso- tigten Anlaß, sich zum Anwalt und zum Verdas Sprechen in Prag unmöglich zu machen. Polizisten pendrefschwingend in den Saal ein lini könnte am Ende gar die Stirne runzeln Am Tische des Präsidiums nehmen zwei Po- und drängen die Zuhörer auf die Straße, ohne oder es könnten auch die heimischen Nachäffer lizeibeamte Plaz Desterreich ist bekanntlich ihnen auch nur Zeit zu lassen, ihre Beche zu des Fascismus, die in ihren Versammlungen die bezahlen. ungestört die niederträchtigste Heze betreiben zeitlebens mit einem ausgekommen und Ein Fall von vielen, wenn auch nicht alle tönnen, ungehalten werden. Das ist für die österreichische Polizeivormundschaft hat sich befanntlich auch schon sehen lassen können, wenn Fälle polizeilicher Unterdrückung so empörend Polizei Grund genug, um das Versammlunge gleich sie mit dem Schaustück der tschechoslowa wirken, wie dieser. Aber stehen nicht alle unsere recht zu drosseln. Immer deutlicher zeigt es fischen Polizeiherrschaft keinen Vergleich aus Versammlungen unter einer Kontrolle und sich, daß die Arbeiterschaft gezwungen ist, heute hält und in Nebenräumen des Versamm Vormundichaft der Polizei, die selbst in dem wieder dort zu beginnen, wofür sie vor Jahrlungsgebäudes wimmelt es von pendrekbewaff- rückschrittlichen Desterreich in den letzten zwei zehnten gekämpft hat, bei der Sicherung ihrer neten Polizisten, des Augenblicks zum Ein Jahrzehnten seines Bestandes etwas Unbekann- primitivsten Rechte und Freiheiten! Bänken. Gibt es für die Tschechoslowakei einen berechteidiger Mussolinis aufzutun?( Neuer Proteststurm und Zwischenrufe.) Ist die Prager Polizei dazu da, die Wahrheit unterdrücken zu helfen? Sollte man nicht viel eher vermeinen, daß sich überall und auch in diesem Staate alles, was demokratisch und menschlich denkt, zusammenschließt und Berwahrung dagegen einlegt, daß in einem Lande ein Blutregiment aufgerichtet wird, wie wir es in Italien sehen? Die letzten Nachrichten zeigen uns wieder die Schrecklichkeit der Zustände in Italien. Beim Seite 2 Ist die Tschechoslowakei ein Vasallenstaat Mussolinis oder ein freier Staat?( Großer Samstag, 27. November 19 italienischen Rechtsanwalt und Abgeordneten 2a- Inen und uns sagen würde, warum solche Maß- Ibilisierten Welt festzustellen: man wird ausgesprochen werden soll! Langandauernde briola ist vor einigen Tagen eine fascistische nahmen getroffen wurden. Bande eingebrochen, hat seinen Sohn, einen Knaben, unbekleidet angetroffen und in diesem Zustande wurde der Sohn des geehrten und in ItaTien überaus bekannten Rechtsanwaltes auf die Straße getrieben und gepeitscht.( Empörie Pfui- Rufe.) Lärm.) aber nicht imstande sein, das auszulöschen und die Entrüstung auf den sozialist schen Bänken. Empfindungen, die uns ergreifen, zu unterdrücken. Er gehört hieher, um Auskunft zu geben: Sie werden aber auch nicht den Befreiungs- denn es kann auch der Regierung n'cht gleichgültig kampf aufhalten können, den das italienische sein, ob ihre Schande in die Welt hinausgeProletariat trotz allen Gefahren und Bedrohun- tragen wird; es müßte ihr daran liegen, die Ehre Diese Frage möchte der Innenminister beantwor- gen tapfer und leidenschaftlich kämpft. Wenn auch des Staates zu sichern und zu verteidigen. ten! Wenn sich in Prag ein fremder Gast zu heute Organisationen am Boden liegen, ihre be- Es müßte auch Ihnen daran liegen zu zeigen dik einem Vortrag einfände, der sich gegen den So sten Männer in den Kertern schmachten oder das man hier nicht der Hausknecht Mussozialismus richten und den Fascismus feiern Land verlassen mußten, verfolgt werden vnd he is finis ist! Kommt der Minister des Innern nicht ins würde, dann würde sicher die Polizei aufmar- matlos geworden sind: Die Stunde wird schieren, um diesen Mann gegen die Arbei kommen, wo sich auch dieses System verbraucht Haus und gibt Auskunft, was wahrscheinl ch ist, ter zu schützen, die sich anhören wollten, was haben und die Menschheit sich gegen eine folche dann wissen wir, wie wir dran sind, dann wissen dieser Mann gegen den Sozialismus zu sagen hat. Beiledung der Kultur, die wir in diesem wir, was uns unter Umständen in diesem Staate Redner bringt dann weitere typische Bei- Lande erleben, auflehnen und aufflammen wird! drohen kann, dann wissen wir aber auch, spiele für die politischen Zustände, in die wir Was wir verlangen und in einer Interpel- daß wir dagegen rechtzeitig alle auch jetzt bei der gemischten deutsch- tschechischen lation fordern, ist, daß der Minister des In- Kräfte in Bewegung sehen müssen, Regierung immer tiefer hineinfommen. Es ist nern im Hause erscheine.( Zwischenruf: Sehr rich- um uns vor dem Schicksal zu bewahren nicht das erstemal, daß sich die Polizei in die Ver- tlg, er soll uns hier erklären, ob Mussolini und unter dem das italienische Prole= sammlungen des Proletariates hineinmengt und se ne gedungenen Trabanten berechtigt sind, von tariat heute jeufzt!( Starker, lanaandausich derartige Handlungen zu schulden kommen der Tschechoslowakei zu verlangen. daß ihre Be- ernder Beifall auf den sozialistischen und kom lägt. Bei der Maidemonstration in Traute- hörden Versammlungen unterdrücken in denen munistischer Bänken. Anhaltende Rufe:„ Neder " au zum Beispiel ließ der überwachende Kom dem italienischen Proletariat unsere Solidarität mit Mussolini.) In einem Lande, wo Menschen, Kinder gepeitscht werden, in einem Lande, wo man Arbeiter deswegen, weil sie treu zu ihrer Organisation halten, in Ketten legt, wo Frauen von Arbeitern deswegen, weil ihre Männer treu zur Organisation halten, verschleppt und am Leben bedroht, in Internierungslager gebracht werden, in einem solchen Lande herrscht keine Kultur und keine Sitte mehr, außer bei denen, die sich wehren, die gegen ein solches Schandregiment ringen und fämpfen mit dem Aufgebot aller ihrer Kraft. Wenn es unter der bürgerlichen Klasse noch so etwas wie Achtung vor Menschenwürde gibt, da müßte man mit einem Schrei der Entrüstung das missär, wie er sagte, über ausdrücklichen Auftrag Vorgehen der Prager Polizei verurteilen und es au Prag, eine Tafel im Zuge nicht zu die zwei begrüßen, daß sich im Lande Menschen fin- amtliche Budgetziffern über die Höhe des Aufden, die in Versammlungen Protest und Verwah- wandes für die Volksschulen und für den Milita rung gegen diese Schändung der Kultur und der rismus aufzeigen sollten! Diese Tafel wurde Zivilisation einlegen. trotz aller Interventionen beschlagnahm t. ( Zwischenrufe: Pfui! Hanba!) Aber es scheint, als ob wir in raschem Laufe immer mehr nach rückwärts schritten, es scheint, als ob man es auch in der Tschechoslowakei lieber sehen würde, wenn das bißchen Demokratie, dessen wir uns dank des Polizeiregimes nur mehr erfreuen, uns auch noch genommen und vernichtet würde. Genoffe Schäfer erinnert nun weiters daran, daß die gestrigen Vorgänge ein Gegenstück zu den Erfahrungen find, die wir im ehemaligen Desterreich in den achtziger Jahren erlebt haben. Gestern in der Bersammlung mußte man wirklich glauben, in jene Zeiten der schlimmsten Reattion zurückversetzt zu sein.( Neuer Lärm und Zwischenrufe.) Damals war es neben Pernerstorfer und Kronawetter, die die Uebergriffe der Bezirkshauptleute und Polizeidirektoren immer und immer wieder aufgezeigt und bekämpft haben, der Tschechischbürgerliche Dr. Kaizl, der in genau derselben scharfen Weise wie die beiden deutschen demokratischen Abgeord neten das Polizeiregime Desterreichs verurteilte und bekämpfte. Man müsse sehr neugierig darauf sein, ob sich im tschechischen Bürgertum auch heute noch ein solcher Kaizl finden wird. Bei diesen Worten verlassen die wenigen Tschechisch- bürgerlichen, von stürmischen Pfuirufen unserer Genossen begleitet, den Gaal. Aus ihnen wird fein Raizl erstehen. Genosse Schäfer stellte dann weiter fest daß es sich nicht um vereinzelte Uebergriffe untergeordneter Organe handle, sondern daß die gestrigen Geschehnisse unter die volle Verantwortung des Innenministers fallen, der dafür verantwortlich ist, daß noch in der Nacht nach der Genoffin Balakanoff geforscht wurde und heute vormittag sich sogar im Hause eines Abgeordneten Polizisten erfundigten, wann sie abreise. Ja noch mehr! Das Ministerium hat bereits dorthin, wo Genossin Balabanoff noch sprechen soll, die gleiche Weisung ergehen lassen, sie nicht über Politik sprechen zu lassen. Genosse Dr. Czech: Man kann doch über Benzin reden! Genosse Schäfer erklärt, daß es mehr als billig wäre, wenn der Minister im Hause erschei18 Die Untersten. Roman von Victor Noad. Daß wir in jeder Versammlung von Spizeln überwacht werden, daß wir feinen Augenblid sicher sind, in unseren Gesprächen belauscht zu werden( Pfui!), daß wir insbesondere heute ein freies Wort faum mehr sprechen fönnen, daß unsere Versammlungen genau so über wacht werden, wie im alten Desterreich, das ist eine allgemeine Erscheinung, das ist die Methode, in der man in diesem Staate munmehr zu regieren beliebt. Wir werden bald sagen können: Wir sind entösterreichert, aber wir sind hortysiert! Wenn man glaubt, uns daran verhindern zu fönnen, daß wir die Wahrheit aussprechen, daß wir die Gefährlichkeit des Fascismus und die Unmenschlichkeiten der fascistischen Methoden ausdecken, dann irrt man sich! Erst recht werden wir jetzt die Wahrheit verkünden und darauf verweisen, daß viel ärger als das Bürgertum in Frankreich das Bürgertum in diesem Staate in der Beurteilung des Fascismus dasteht. Leere Versprechungen. Geno sin Kirpal über Ho žas Autonomiepläne. In der Donnerstagsizung des Parla- Der Lehrer fann natürlich unmöglich den ermentes nahm Genossin Kirpal zu den Auto- zieherischen Anforderungen entsprechen, wenn in nontieversprechungen des Unterrichtsministers einer Klaffe 50 und 60, ja wie in Tetschen über Stellung und führte u. a, aus: 80 Kinder( Genosse Kaufmann: In Komotaut ver= Es ist ein trauriges Zeichen der Zeit, daß 92!) fizen. Daraus ergibt sich naturgemäß, daß dem Kultur- und Schulwesen bei uns nicht jene mehr als 150 stellungslose Lehrer Pflege und Förderung ateil wird, die es dient. Insbesondere in der letzten Zeit werden dem Elend preisgegeben sind, während an vielen die Regen immer lauter, daß das Schulwe en Schulen einzelne Stlaffen juppliert werden trotz aller Versprechungen weiter gedrosselt müssen, weil hier die Sparmaßnahmen des Schulwird. Namentlich das deutsche Schulwefen wird ministeriums playgreifen. Die Erklärung des Herrn Ministers im Buddear diert, lebensfähige Klassen mit 20 und 30 getausschuß Shülern werden aufgelassen. Es wurde nur in Der letzten Zeit eine Unmenae von Schulklas- tönnte die Abkehr vom zerstörenden Nationalismus en ge'ch offen, so im Bezirk Auffig: Schre ce nstein. Peterswald und Ste ben: im Be- der Schulpolitik bedeuten. Der Herr Minister zirfe Bensen: Oberebersdorf: im Be- perspricht es, weiß aber ganz genau, daß irke Böhm Leira: Blottendorf und Dauba: weiter gedroffelt wird, denn er selbst hat ja gleich im Ve irl Jed nig: Wallisqrün; im Bezirk nach der Uebernahme des Ressorts in einem Erlaz Karlsbad: Said, Rodisfort, Pirten- trenge Sparmaßnahmen angeordnet, denen zufolge selbst systemtisierte Stellen aufge= hammer und Don it; im Bezirk Reichenberg; gelassen werden. Der Herr Minister hat am 19. Görsdorf und Langugezd; im Bezirk In Frankreich leben gegenwärtig Hundert Tetschen: Altstadt, Krisch wis und Rie. November im Budgetausschuß versprochen, daß die Schulautonomie tausende Flüchtlinge aus dem gequälgersdorf; im Bezirk Trautenau: Alt- Roten Italien, meist Arbeiter, fleine Leute, Men- ich, Marschendorf, Raatsch und Soor. tommen werde. Ein paar Tage darauf erläßt er schen, die man aller Habe entblößt hat, denen das ist nur eine kleine Ausle'e der in der letzten aber einen Erlaß, worin die bisher getrennten Geman alles ruiniert hat, die man aus dem Lande Zeit geschlossenen Schulflaffen. Während der haltsreferate der Landesschulräte aufgelassen und chischer Seite ungefähr 5 Prozent beträgt, gejagt hat, die am Leben bedroht sind, wenn sie Kinderrückgana sowohl auf deutscher wie auf tiche- unter die Zeitung des tschechischen be- 2 andesschulrates gestellt wurden. träg der Klaffenabbau auf tschechi cher Seite 5, ficht also die nationale Autonomie des Herrn auf deutscher dagegen 9 Prozent. Da u Schulministers aus! kommt, daß für wenige tschechische Kinder überall Minderheitsschulen errichtet werden; wir haben Beweise in der Hand, daß für 5, 4, 3 und 2 Kinder, ja jogar in ihr Land wieder zurückkehren. In Frankreich haben diese Hunderttausende ein Asyl gefunden, die Tschechoslowakei aber hat nichts Besseres zu tun, als in der Zeit, wo man sich überall ansch'ckt, das mussolinische Italien mit der Verachtung zu behandeln, die es verdient, zur Ehrenrettung Mussolinis auszurücken.( Neue Empörungsausbrüche.) für ein einziges tschechisches Kind eine Minderheitsschule errichtet wurde. Wir aönnten den anderen Nationen selbstver Wir wissen sehr wohl, daß das italienische Bolt nichts zu tun hat mit den Schandtaten eines ständlich ihre Schulen, aber wir fordern dasselbe Mussolini und mit seinem fascist schen Regiment auch für unsere Nation. Um die Eröffnung t'che daß es nichts zu tun hat damit, daß der chischer Sulen zu ermöglichen, werden unter verMeuchelmord zu einem politischen Schiedenem Zwang deutsche Kinder in die tschechi Rampfmittel geworden ist, daß der schen Schulen einge'chrieben. Mann, der heute als Diktator von Italien g.feiert wird, Mitanstifter an der Ermordung Matteottis ist!( Lebhafter Lärm und zustimmende Rufe.) Man möge versuchen zu verhindern, das immer wieder als Schande der zi Er hörte nicht mehr darauf. Er lauschte Chopins Mufit. Aber seine Seele feierte nicht mehr das Andenken der schönen feinen Frau, sie schweifte durch ältere Tore der Vergangenheit hinaus und suchte im Kindheitsland mit aller Kraft der Erinnerung ein früheres Bild zu er Die Straße stank aus gähnenden Haustüren fassen; sie suchte das Dorf mit dem Garten des wie aus ungepflegten Mündern. Als hoffnungs- Bäckers, mit dem Heckenzaun, die sonnige los verkommene Bettler standen die Fronten im Landstraße, das kleine Mädel, das daher kam, rugigen fleckigen Gewend des abbröckelnden über die Hecke lugte, die„ Dorfhere"-Ursel Mauerpuzes. Hinter schmußigen Fensterscheiben Mörder. un'aubere zerschliffene Vorhänge. Jeder hellere ,, Na Ihnen brummit wohl mächtig der Farbenton erloschen in grau regnendem Nebel. Kopp? Mori'n! Ja, daran muß man sich Der Morgen schauerte ihn an mit dem bösen Gesicht erit nach und nach jewöhn'n. Na. nn übt's der Sorge. Er strich fich nervös über die Augen. gleich Kaffe." Pauline Mörder, oder„ Mutter Seh' ich denn überall- Scheuerweiber!" Er hörte Mörder" oder furzweg ,, Mutter", wie sie sich mit Klavier spielen, und die Sorge verwehte wie Rauch Vorliebe gerufen hörte nickte ihm freundlich vorm Winde. Er erkennte die Ballade von Chopin, zu. Das fommt alles von ganz alleene. Sind die Frau Sidonie vor allem lieb war. Sie hatte Se hier fertig Frau Melzer, denn kenn' wa ja't ihm diese Musit in die Seele gepflanzt. Er lausche; Fenster wieder zumach'n." ihm wurde warm ums Herz. In jähem Au flammen fand der Name feiner heiligen Erinnerung lebendigen Klang:„ Sidonie!" Nee, det is' unser Fräulein Ursel." Er fuhr herum und starte entgeistert in das Gesicht der Scheuerfrau. Ja, jadet Auf diese Weise wurden im Jahre 1925 teilweise natürlich, auch freiwillig- 7795 Kinder an tschechischen Schulen eingeschrieben. Das bedeu et den Verlust 130 deutscher Schulklassen. wird. sep'n Se sich mal an's Klavier und spiel'n den Leuten was vor. Abjemacht?" -Sie reichte ihm über den Tisch ihre Hand hin, und fröhlich bewegt schlug er ein. Er erwider e ihren festen Blick, und in seiner Herzens einfalt war ihm das soviel wie ein Gelübde. Als Wohnung wurde ihm ein über der Gaststube gelegenes Kämmerchen angewiesen. Bett, Waschgerät, Stuhl und Tisch, mehr stand nicht drin. Das kleine Fenster war mit einem Stück Gardine. verhängt, wie er es an den Fenstern der Nachbarschaft gesehen hatte, und wie es hier allgemein üblich zu sein schien. Es ist selbstverständlich, daß wir seinen Worten gar nicht glauben fönnen, weil erstens keine seiner Versprechungen bis heute in die Tat umgesetzt worden ist. und weiters, weil wir wissen, daß der Herr Minister gar nicht die Möglichkeit hat, dieses Versprechen einzulösen. So Nach der Rede des Herrn Ministers haben wir den Aufschrei der durch die„ Narodni Politika", des„ Cele Slovo" und andere Zeitungen vertretenen tschechische Nation und die Reden der Herren Kollegen Sain und Lukavsky vernommen, die deutlich eigen, daß dem Herrn Mic nister Hodža die Hände gebunden sind, daß er sich nicht einmal trauen dürfte, selbst wenn er. will. Genosse Hackenberg: Er will ja gar nicht! ma'n Sechser!" Sich ins dunkle Zimmer wen dend, erkannte Sie Waltern. ,, Ach! Da is' ja der Kleene! Na, wieder munter?" Sie patsche ihn ftreichelnd auf beide Wangen. Wie medlich! Kickt doch Mutter, er is' janz rot jeword'n!" Herr ,, Lassen Sie den Unsinn, Anny! Sturm wird bei uns bleiben. Und wenn ich nich hier bin, wird er mich vertreten." Er versuchte zu dieser Einführung ein respektables Gesicht zu machen. Anny sah ihn an, drückte die Hand auf den Mund und wandte sich prustend vor Lachen ab. ,, Wat sach'n Se zu mein neuen Hut, Mutter?". " Zum Schlafen jenügt's" meinte die Sie drehte den Kopf wie ein Kanarienvogel hin Mu'ter". Sie sind ja doch bis in die Nacht und her. Von Willy- Fein, wat?" unten. Nebenan wohne ich mit meiner Tochter", Er hatte einen breiten Rand; der neue Hut, bemerkte sie, als sie beide wieder in den finstern und war mit einer vollen Straußenfeder geputzt Treppenflair hinaustraten, und beim Sinunter- und stand gut zu dem tecken, lichtblonden steigen:„ Aber Eins muß ich Ihnen leich von Dirnengesicht. Eine lodre Federboa war um den vorherein sag'n, mit den Mädelns pussieren, det Sals geschlungen und floß weich über die Schulter Im Ofen fnackte und knisterte es. Das Feuer fibt's nich! Sie sind mein Vertreter, und die bis auf die Hüfte nieder. Das dunkelblaue Kostüm züngefte blinkend hinterm Türchen und verbrei Mädels hab'n zu parieren sonst nischt! Seh'n Se, aus glänzendem Tuch nach dem fogenaur.ten tete Wärme. Auf sauber gedecktem Tische stand wo bleibt nu wieder das Frauenzimmer, die englischen Schnitt schloß eng um Brust und die hübsche Kanne voll heißem Kaffee. Mit Butter Anny? Um zehne soll se hier sein. Na, jeſtern Taille. Und indem sie sich tokett neigte und bestrichene Semmeln lagen zum Zugreifen. Und war's spät jeword'n; da miß'n wa schon mal' n wiege zeigte der Rock Konturen, die im zierlich ihm gegenüber saß mit breiter Behaglichkeit „ Mutter Mörder". Sie hob die junge Geſchichte Auge zubrick'n. Aher sonst hat die Eine um zehn, beschuhten Fuß den natürlichen Abschluk fand. feines Lebens von seinen Livven und nahm sie die Andre um eins anzutreten. Das jeht um- Nachdem sie abgelegt hatte, verriet die Blue oug in ihre starken weichen Härde und begann Die Klingel an der Eingangstür hinter den zarter Seide mehr noch von der frisch jugendlichen Kraft ihres Rörbers. spielend ein neues Stüd seines Lebens zu formen. Vorhängen schellte; und Anny kam. Singend, trällernd und pfeifend aing sie an Wissen Sie, Sie jefallen mir. Ich hab' „ Such, Mutter! Mir is' eben Eener nach ihre Arbeit: Staub wifchen Aichbecher leeren, Vertrauen zu Ihnen wie noch zu feinem von ein Koozze!- Ob er wohl rin Gläser polieren. Zwischendurch plauderte sie über ,, Und heißt Urie!?" meinen Leuten. Bleiben Sie bei mir. Ich jeb' jestieg'n; „ Aujuste oder Anna oder Marieken wäre doch Ihnen Wohnung und Kost frei und jeden Tag fommit?" Sie lugte durch die Fenstergardine.„ Er das Geschäft und über ihre Erfahrungen mit ben zu jewehnlich für so' ne feine Dame, wie det Fräu- noch'n Meter obendrein. Sie besorjen mir dafür hat keine rechte Fraute. Drieben steht a." Sie Gästen. Sie führte sie vor in Geste und Tonfall ihrer Stimmen, geschmeichelt oder entstellt, je wie lein fein soll. Wat meen'n Sie woll! Ich mecht mein Jeschäft. Das heißt, Sie machen hier so' ne pochte an die Scheibe. ,, Anny,-sind Sie denn varict! Das dürf'n sie dem Einzelnen gestimmt war. Willy,. ,, die eennial Sonntags sein, wat die sich einbildet alle Art Jeschäftsführer, jeben Acht, wenn id mal Buckerschnute",„ ach Totte nee. wie jebt der art zu Aber Mutterken, valeicht ist's' n Sedt- und betulich mit mir um! Id mag ibu su gern! Tage zu sein! Aber det mitz: ja doch allens nischt! nich da bin, schänken Bier aus, streichen die Se nich' mach'n!" Wenn wirklich mal eener, wat' n bessrer Mann 1s', Marken ein, dabei miẞ'n Sie natierlich höllisch doof, doof, schenk anbeißen mecht, und er hert, wo sowat herstamat, aufpassen, daß Sie die Mädchen beim Markieren Freier! Ein schickes Kerlchen! Na,- so'n ( Fortjepung folgt.) nich betriejen! Na- und so. Wenn's valangt Affe! jejt ridt a ab!- Ach, dern is' det doch Essig." det Mächen fost aber ooch een schönes Jeld. Na, die Mutter vadient, ja jenuh" ,, Wer ist Fräulein Urel?" " Nudie Tochter von der Frau Mörder." ,, Ach so, der Wirtin?" Nu, ja doch." schichtig. Samstag, 27. November 1926. Seite 3 Selbst wenn er wollte, kann und darf er Nichibeamtete, von der Polizei nicht feststellbare stellen. Nach dem Auftreten der Prager Bolizei Bezirksabfommen in England. | es nicht tun. Die tschechischen Abgeordneten ha- Elemente handelt. in unserer Balabanoff- Versammlung aber scheint ben aufgeschrien und sich gegen diese Anma Da fein Grund vorliegt, dieser Erklärung der wenig Aussicht vorhanden, daß sich der staatliche Verlängerung der Arbeitszeit. Bung" Hodžas aufgebäumt, während Hodža bei Polizeidirektion feinen Glauben zu schenfen, Apparat energisch gegen diese Seite richten London, 26. November. Beim Wiederzuden deutschen Majoritätsparteien großes Lob dürfte wohl die Annahme zutreffen, daß es sich würde, da er ja vollauf damit beschäftigt ist, den sammentritt der Bollversammlung der Bergarbeis erntete. Die„ Narodni Politika" schrieb sofort be: d'efer Verfolgung von Spikelnr: fajestiche italienischen Fascismus und damit auch den Fas- terbelegierten wurde mitgeteilt, daß die Bergbauvon Mißverständnissen, zu denen Hod Elemente handelt. Es scheint also, daß man n cismus im eigenen Lande zu schützen. bezirke von Schottland, Northumberland, Lanžas Ankündigung führen müsse, und fragte, was Prag, läppisch und äffisch nach italienischen Mucashire und Yorkshire vor dem Abschluß von Begeschehen würde, wenn die Deutschen auf Grund ster, eine milica nationale begründen will, Richtigstellung. In der gestern wiedergegebezirksarbeitsabkommen stehen, während Südwales der autonomistischen Reden Hodžas uner die sich von Gnaden des Fascismus als Bolinen Rede des Genossen Roscher soll es richtig eine Abstiminung über die von den Arbeitgebern füllbare Forderungen" stellten. stellten. Ich zei neben der Polizei als Staatim heißen, daß der holländische Staat den Arbeits vorgeschlagenen Bedingungen veranstalten wird. glaube, das kann gar nicht passieren, da Staate fonstituieren möchte. Im Augenblicke losenkassen in einem Jahre zehn und nicht Fast alle Abmachungen, die bisher in den einzelja von dieser Stelle aus der Abg. Myslivec wird gewiß niemand diese Burschen ernst neh eine Million Gulden als Darlehen gewährt hat. nen Bezirken zur Beratung gestanden haben, sehen erklärt hat, daß die Deutschen ganz bedingungs- men. Tennoch und vor allem für die Zukunft. Ferner stammt die gegen Schluß erwähnte Ar- eine Verlängerung der Arbeitszeit vor. los in die Regierung hineingekommen sind und wäre es die Pflicht der Staatspolizei, d'esen fas- beitsordnung aus Ostböhmen nicht aus froh sein mußten, daß man ihnen keine Bedin- cistischen Treibereien nachzugehen und sie einzu- l dem Jahre 1886, sondern aus dem Jahre 1860. gungen gestellt hat. erSo die tschechische Nation. Auf deutfcher Seite hat Kollege Buschka in der Budgetdebatte von dem anerkennenswerten Mute" des Schulministers gesprochen und flärt, sie würden ihn in dieser Hinsicht unterstüßen. Es erübrigt sich wohl, diesen zwei gegensäglichen Meinungen einen Kommentar beizufü gen. Unsere Stellungnahme zur Schulautonomie haben wir in einem programmatischen Antrag festgelegt, so daß ich auf Einzelheiten nicht einzugehen brauche. Wir werden nie aufhören, diese Forderungen zu erheben, bis sie wirklich zur Tat werden. Minister gilt das nicht! hören, Die Bartholomäusnacht des Fascismus. Wie das System aussieht, das sich des Schußes der tschechoflowakischen Behörden erfreut. I 0000000 Die Slowaten gewonnen. Die heutige Abstimmung gesichert. Prag, 26. November. Für morgen Samstag st die Abstimmung über das Budget angesetzt. Ucberraschungen fann es keine mehr geben, da die Slowaken bereits definitiv für die RegierungsDie Aktion der tschechoslowakischen Behörden die so entstandenen Trümmerstapel gossen die mehrheit gewonnen sind und auch die tschechischen gegen die Vorträge der Genoffin Angelita Bala Fascisten Benzin, steckten das Ganze in Brand Nationalsozialisten mit gewissen Ausnahmen bei banoff sieht einer Sympathiefurdrebung des und verließen dann die Stätte ihres traurigen der ersten Lesung das Budget in zweiter Lesung gegenwärtig herrschenden Regimes für den ita- Tuns. Als sie aber kurz hinterher wahrnahmen, annehmen werden. Das von uns bereits gestern lienischen Fascismus und für das fascistische Sy- daß die Feuerwehr diesen Brand zu löschen furz gemeldete Kompromiß mit den Slowaken stem schlechthin verdammt ähnlich. Die Regie- begann, stürmten sie wieder zurück, vertrieben die bestätigt sich. Noch vor Weihnachten werden sie rung der Herren Svebla Cerny Mayr- Löschmannschaften und begossen die Möbel aufs das lang ersehnte Ministerium für die Slowakei Harting und Konsorten stellt den Fascis neue mit Benzin. Ein dichter Zuschauerkreis war erhalten; inzwischen sollen durch Regierungsvermus unter ihren polizeilichen und mo- von ferne Zeuge dieses abstoßerden Schauspiels. ordnung die Machtbefugnisse der Gaue erweitert Ich will nur flüchtig unsere Wünsche vor- ralischen Schu 3. Man kann den Charakter Danach wurden die Wohnungen des Abgeordne- werden. Am 1. Feber soll es dann weiters zur bringen, die in der nächsten Zeit der Verwirkli- eines Regimes, das sich dazu hergibt, nicht besser ten Canepa. des bekannten Journalisten Gio- Altivierung einer Landesverwaltungschung zugeführt werden könnten. Ich kann nicht charakterisieren, als die Wiederholung und Auf- vanni Ansaldo und anderer Oppofitionemit- tommission für die Slowakei kommen, wie unterlassen, von dieser Stelle die Majoritätspar- zählung der Greueltaten des Fascismus in den glieder zerstört. sie in den historischen Ländern besteht. In dieser teien zu ersuchen, endlich einmal die Rechtsverletzten Wochen es vermöchte. Seit dem angebli In Mailand zählte man nach dem RacheVerwaltungskommission erhalten die Slowaken hältnisse der Kindergärtnerinnen uchen Attentat von Bologna haben die fascistivier von acht Mandaten; bis sie amtiert, wird regeln. Wir verlangen ferner den Ausbau un- schen Horden ununterbrocken in der gräßlichsten feldzug 800 Verwundete, in Genue waren das Ministerium für die Slowakei aufgelöst. Die seres Schulwesens, die Errichtungen von Ge- Weise gegen friedliche und wehrlose Einwohner die Spitäler überfüllt, die Gefängnisse Verhandlungen sind noch nicht beendet, erstreden jellenschulen, Ausbau der Pflichtfort gewütet, in den italienischen Großstädten, in waren allerorten voll besekt. sich je och nur mehr auf nebensächlichere sowie auf bildungsschulen und Errichtung von ge- mailand, Neapel und Genua, ist offiZwei Redakteure des„ Avanti" und der Personalfragen. werblichen Fortbildungsschulen, so- ziell die Diktatur der Bandenführer Unita", Scalarini und Leonetti, wur- Nachstehend der Sigungsbericht: wie Regelung des Verhältnisses an die Stelle der behördlichen Verwaltung ge- den mit Knüppeln verprügelt und schwer verlegt. Das Abgeordnetenhaus ging Freitag vormitzwischen Staat, Kirche und Schule. Zeigen Sie sich doch endlich einmal würdig des treten, die Hochschulen des ältesten Kulturlandes De Fafcisien erfüllten die Straßen mit ihrem tags in die Beratung der dritten Budgetgruppe Namens Hus, auf den Sie immer mit Stolz ver- waist, Künstler, Gelehrte und Politiker find ihres Paris. Eine Reihe von Menschen verschwand ter fallen Landwirtschaft, Bodenamt, HandelsmiNamens Hus, auf den Sie immer mit Stolz ver- unter den großen europäischen Staaten sind ber- Nachegeschici und forderten den Marsch nachwirtschaft und Verkehr ein. Varunweisen. Den Herrn Minister möchte ich daran erin- Lebens nicht mehr sicher, Personen verschwinden aus eiland und man vermutet, daß ihnen das misterium, öffentliche Arbeiten, Post, Eisenbahnen nern, Versprechen nur abzugeben, wenn man auch spurlos wie einst Matteotti, ander werten in Schal Mattestiis bereitet wurde. Die Mai- und staatliche Unternehmungen. nern, Versprechen nur abzugeben, wenn man auch ihren Wohnungen evmordet, vertrieben, ausgetcott Mörder Volpi und Poveromo find die Der deutsche Chriftlichsoziale Scharnagel weiß, daß man sie einhalten kann. wiesen und interniert. Wenn die Genoffin Bala- eigentlichen Kommandanten von Mailand, der will öffentlic) beweisen, daß weder Zölle noch Genoffe Leibl: Für einen tschechoslowakischen banoff sagte, Italien sei ein Friedhof welder Fase stenhäuptling Belloni hat den Zerstörungs- Kongrua feine Partei zum Eintritt in die RegieAusspruch dem Regierungsvertreter in Prog An- plan entworfen, nach dem grarbeitet wurde. Zer- rung veranlagt haben, bleibt diesen Beweis aber Wir wollen nicht nur versöhnliche Lehren laß zur Auflösung der Versammlung war so stört wurden im weiteren Verlaufe der Aktion restlos schuldig und beschäftigt sich mit der schmeichelte sie im Grunde noch einem System, die Wohnungen der Sozialisten Dugoni und Bodenreform und dem Bodenamt. Er fordert unwir wollen auch Taten sehen. das Italien nicht in einen Friedhof, in dem Pietro Nenni, des Avanti"-Redakteurs ter anderem, daß der Wälderverstaatlichung ein Dazu ist aber eine Vorbedingung not- wemgstens alle Qual verstummit ist, sondern in Gardenghi, der sozialistischen Abgeordneten Ende gemacht werde, und will die Gelder für den wendig: Der Herr Minister und alle Herren der ein Schlachthaus verwandelt hat. Was sich reves, Gonzales und Bentini. Der Orbisverlag( Prager Presse) lieber für die Vieh fschechischen Mehrheitsparteien müßten sich in Jtalien jetzt abspielt, ist ein würdiges Seiten Romanschriftsteller Mariani wurde verprü zucht in den Gebirgsgegenden verwendet wissen. fo umstellen, daß sie bolles Verständstück zur berüchtigten Pariser Bluthochzeit, gelt. Ueberall haben die Fascisten Proffripnis für den kulturellen Aufbau zur Bartholomäus nacht. in der vor drei- tions listen aufgestellt. So in Ferrara. eines Staatswesens haben, was ihnen einhalb Jahrhunderten die fatholiche Kirche und Parma, Lucca, wo allein 95 Personen auf aber bisher gänzlich fehlt. Deshalb werden wir ihre weltlichen Sachwalter den Pariser Prote- die Liste gesetzt wurden. zum Zeichen des Protestes gegen Ihre falschen stantismus mit Feuer und wert austilgten Sparmaßnahmen auf fulturellem Gebiet ge- und die Keßerei in einem Meere von Blut er gen das Budget votieren. Mit der Abstimmung tränften, In Rom selbst und vor allem in Neapel ist es natürlich nicht getant, sondern wir werden den Kampf so lange weiterführen, bis alle unsere gann das verbrecherische Treiben. Wie sich fast Romagna und in Forli haben die Fascisten spielten sich ganz öhnliche Dinge ab. In der Forderungen, die wir programmatisch festgelegt restlos sicher ergeben hat, ist das Attentat von haben und die wir ihnen von Jahr zu Jahr wie Bologna eine Fiktion der Fascisten. Es l'hi eneblich gewütet, sie geben felbst zu, dort durchgeführt zu haben. derholen, in die Tat umgesetzt und zur Wirt sich nicht sagen, wie es gemacht wurde, aber es favere Repreffalien" Wirk- sich Jiraček( fchech. G. P.) jetzt sich für die Belichkeit werden!( Beifall.) ist kaum zu glauben, daß es„ echt" war. Die In Neapel wurden die Geschäfte geplündert, italienische Polizei hat nicht dementiert. daß der Scheiterbaren errichtet, auf deren französische schränkung der Zuschläge der Selbstverwaltungsermordete Zaniboni nicht der Attertäter war. und deutsche Zeitungen verbrannt wurden. Die förper ein und fordert die Liquidierung der überSie verlautbart trotzdem nicht, daß sie nach dem Häuser des Sozialisten Labriola und des flüssinen Ministerien, namentlich die des Ernährichtigen Attentäter fuche. Se läßt ihn scheinbar Dramatisers Bracco wurden geplündert, der rungsministeriums, dessen Wucherkommissäre ſei,, Ein unerhörter internationaler Standal", laufen, weil sie weiß, daß er gar nicht eritiert. bierzehnjährige Sohn Labr'olas nadt durch die nen Wählern offenbar äußerst unangenehm sind. Grebač( Slow.) beschwert sich über die Zurüdso betitelt das„ Pravo Lidu" seine, zweispal Der Oberst Garibaldi bat eingestanden, daß Straßen gepeitscht. In Neapel lebt Italiens betige Notiz in der es der Oeffentlichkeit die Vor- die Spitzel der fascist schen Polizei die Attentate deutendster Bhilosoph Benedetto Croce, ein Ge ft fegung der Slowaken im Budget. In der Slowegänge anläßlich der Versammlung der Genofsin machten". daß die Polizei genau unterrichtet von europäischem Format, auf den das italie- tei belämen die tschechischen Bodenbewerber schöne während die flowakischen Landwirte Balabanoff in Prag befanntgibt. ,, Gestern geschah war, wann und wo ein Attentäter die franzöfifche nische Volt stolz sein kann. Sein Saus wurde Restgitter, in Brag" so schreibt das genannte Blatt, ein un- Brenge überschreite. Um des bestellten Attertates plündert. 150 Professoren, die ein Manifest für nur Sümpfe erhielten, in denen die Frösche erhörter Vorfall, der durch ganz Europa gehen willen, das dem Duce zu höherem Rubme und Croce unter chrieben, wurden ihres Poftens ent- quafen. Novat( Nat.- dem,) beschwert sich über die wird und eine traurige Propaganda der Frei zu erneuter Popularität verhelfen sollte. wurde hoben. Die Fascisten jaaten die Profefforen der heit des Wortes in unserer Republik ein wird." ein fünfzehnjähriger unschuldiger Bursche von Universität mit Ohrfeigen und Fußtritten aus große Belastung der Produktion durch die Steuden Lehrfälen, die Candelshochschule, die bedeuern und die sozialen lasten. Die Furcht vor der Dann werden die Schikanen geschildert. denen den Messern der Wiliza nasionale zerfleischt. den Lehrfälen, die handelshochschule, die bedeu ern und die sozialen Lasten. die Genoffin Balabanoff durch die Polizei schon In eineinhalb Minuten. fo meldete die amtliche tendste Hochschule ihrer Art in Italien, hat über deutschen Konkurrenz ist ihm deutlich anzumerken. Die Zölle feien nicht die Ursache der Teuerung, bor Stattfinden der Versammlung ausgesetzt war Agentur, war der Knabe Zaniboni eine Lerche, haupt keine Lehrer mehr und feiert. und der Verlauf der Versammlungen im Seine- ein formlofer. zertretener und blutüberströmter ist eine Verordnung, die befiehlt, Neapel Handelsvertragsverhandlungen.( Widerspruch bei Die zuletzt gemeldete Heldentat der Fascisten sondern im Gegenteil eine feste Waffe bei den faal sowie im Lidovy Dum dargestellt. Zum Fleischklumvent, während der Duce unter dem Schluß schreibt das Blatt:„ Es ist selbstverständ- Eja, eia, alala feiner Mamefuden weiterführ. von den Bordellwirten und antifascistischen Agi- den Sozialisten). lich, daß diese Versammlung ein parlamentari Die Glückwünsche des heiligen Vaters und der tatoren zu reinigen, die auf die gleiche Stufe iches Nachspiel haben wird.... Der fandalöfe Diplomaten waren noch faunt über tnechtfelige gestellt werden. Aus verschiedenen Orten werden Vorfall ist in der Tat ein aidhauungsunterci.ht Lippen gefloffen, als die Farden Mussolinis das immer neue Mordt ten meldet, so di Frmor über die heutige deutsch- tich c chi che Bür angebliche. das gefälschte Attentat bereits dung des Rechtsanwaltes Salvadori. gerregierung, nachdem die Arbeiterschaft sich nach fascistischer Manier auszuschroten" bevorstellen kann, was sie von dieser Regierung zu erwarten habe." Die tschechischen Genossen zu dem Fall Balabanoff. Die Verfolgungen der Genoisin Bolabanoff. Mit dem Attentat von Bologna be gannen. In den großen Städten Italiens begannen die Fascisten zu morden und zu plündern. In Genua verfuchte der Polizeipräsident Ist da etwa eine tschechisch- fascistische National- de Silva die Zerstörungen zu hindern. Er wurde seines Amtes enthoben und nun bemiliz in Aktion? Die Zahl der Opfer soll in ganz Italien vorsichtig geschäßt 6000 betragen. Ganz Italien steht im Zeichen der fascistischen Schreckensherrschaft. Nach außen ist es durch eine chinesische Mauer, gebildet aus den zu Zehntausenden an den Grenzen aufmarschierten Soldaten und Miliztruppen Mussolinis, abgesperrt. Sogar Brieftauben müssen abgeschossen werden! Italien bedroht ganz Europa mit Krieg. Ein englisches Blatt schrieb dieser Tage, Italien set moralisch isolierter als Deutschland nach dem Einmarsch in Belgien. Die tschechoslowakischen Polizeibehörden halten es für nötig, diesem Italien, diesem System blutigsten Schreckens ihre Sympathie zu bezeugen! Mayner( D. Nat.) fordert flare Abrechnuig über die Staatsbetriebe und die Bodenreform. Auch Janovsky( tschech. Volksp.) beschwert sich über das Unrecht bei der Bodenaufteilung. Bergmann( tschech. Nat. Soz.) nimmt die Selbstverwaltungskörper gegen den Vorwurf der Unwirtschaftlichkeit seitens des Finanzministers in Schutz und polemisiert gegen Kramar, der sich gegesprochen hat; dazu hätte ihn sicher eher der Haz gen das gleiche Wahlrecht in die Gemeinden cus gegen die Sozialisten, als fachliche Gründe geführt. Brodecky( tsch. Soz.- dem.) gibt namens seines Klubs eine scharfe Erklärung zu der BalabanoffAffäre ab. Er protestiert zunächst entschieden ge gen das unerhörte Eingreifen der Prager Polizei und erklärt weiter, daß seine Partei daraus alle Konsequenzen ziehen werde. Wir verbieten es uns, daß fremde Staaten direkt oder indirekt in unsere Berhältnisse eingreifen, und werden uns nicht in der Kritik des Fascismus beschränken las< sen. Den Kampf gegen den Fascismus werde seine Partei bis in die äußersten Konsequenzen führen. Der Fascismus habe in der demokratischen Republik keinen Platz und dürfe keinen haben. Sodann befaßt sich Brodecky mit dem Budget des Eisenbahnministeriums und polemifiert gegen die Verkehrssteuer, die die Bahnen mit 700 Millionen belastet, in anderen Ländern jedoch unbekannt ist. Genoffin Balabanoff, die seit ihrer Ankunft gann die Arbeit der Ordnungsbestien der italiein Prag von der Polizei mit besonderm Interesse nischen Bourgeoisie. Die Häuser der Sozialisten behandelt, verfolgt und bespitzelt wurde, war auch Roffi und Canepa wurden geplündert. Nach gestern den ganzen Tag über solchen Schnüffe- Genua fam der Sekretär der fascistischen ParKrumpe( d. Christlichsoz.) erklärt, für das leien ausgefeßt. In der Wohnung des Genossen tei, Bonelli, um die Repressalien selbst zu Budget sei der Weg des Kompromisses notwendig. Taub, wo sie von Donnerstag auf Freitag über leiten. Nach Mailand wurde Marinelli Um auf dieses Kompromiß in dem Sinne einwirnachtete, wurde im Laufe des gestrigen Vormit- entsandt. Er forderte, daß die durch das Einfen zu können, daß es für das deutsche Volk mögtag nicht weniger als viermal nach der Gegreifen der Polizei unterbrochene„ Staats. 800.000 aus ihrem Vaterland vertriebene lichst günstig ausfalle. dem diene die Teilnahme nossin Balabanoff gefragt und für lektion" fortgesetzt werde. In der Hauptstraße Nachmittag ein fünfter Besuch in Aussicht gestellt. der Stadt, der Via Roma, haben fascistische Emigranten, denen Frankreich Gastfreundschaft seiner Partei an der Regierung. In seinen weiDiese Verfolgungen veranlaßten unser Parteife Mifizen eine Absperrung von mehreren hundert gewährt, Zehntausente ermordeter Arbeiter und teren Ausführungen erbrachte er allerdings nicht fretariat, nach ihrer Ursache bei der Polizei Metern Ausdehnung vorgenommen. Daraufhin Bauern, ein ganzes gemartertes und täglich mit einmal den Schatten eines Beweises dafür, daß direktion nachzufragen. Von dort fam nun stürmten die fascistischen Stoßtruppler zur Voll- neuen Foltern bezwungenes Volf stöhnt unter es den deutschen Regierungsparteien auch nur in der etwas überraschende Bescheid, daß die Polizei- endung der tags zuvor unterbrochenen Zerstörung der Knute des blutbefleckten Fascismus. Ein einem einzigen Punkt gelungen sei, das noch von Direktion weder Polizei noch Detektive des Hauses Rossis in dieses hinein und warfen Regime, das dieses System schützt und der Beamtenregierung zusammengestellte Budgetirgendwie zu solchen oder ähnlichen Schritten alles, was die Wohnung enthielt: Möbel, Bilder, moralisch unterstützt, hat sich selbst gezu Gunsten des deutschen Bolkes" zu ändern. Er beschäftigte sich lieber mit ungefährlicheren Dinbeauftragt habe und daß es sich vielleicht um Kücheneinrichtung usw. auf die Straße. Auf richtet. Seite 4. Kommunistische Heldentaten. Ergebnisse der Berufszählung in Deutschland. Berlin, 26. Noventber. Ein Mitglied des Reichsbanners wurde gestern abends Die Zahl der Erwerbstätigen, insbesondere der weiblichen Erwerbsin Moabit in Berlin von drei roten Front- tätigen, ist seit 1907 viel stärter gestiegen als die Zahl der Bevölkerung. fämpfern überfallen und mißhandelt. Einer der Täter, ein Arbeiter wurde festIn Deutschland wurde am 16. Juni 1925 in derselben Zeit von 50.3 Prozent auf 39.4 Progenommen. In einem anderen Teile von Moabit eine Berufs- und gewerbliche Betriebszählung sent gefallen. wurde in der vergangenen Nacht ein Schuh- vorgenommen, was seit dem Jahre 1907 zunt Man kann also aus dem bisherigen Ergebnis macher von mehreren Kommunisten erstenmal wieder der Fall war. Die Gesamter- der Berufszählung in Deutschland den Schluß überfallen und derart mißhadelt, daß er in ein Krankenhaus gebracht werden mußte. Einer gebnisse dieser Zählung liegen noch nicht vor, der Täter, ein Kutscher, Mitglied. des Roten aber einige Teilergebnisse schon sind genug interFrontkämpferbundes", wurde festgenommen. effant, um vermerkt zu werden. " Frankreichs Fascisten. Paris, Mitte November 1926. Lagesneuig eiten. Rusi che Geänonisbilder, Böhm( B. d. L.) erklärt, die Landwirtschaft werde im Staatsvoranschlag stiefmütterlich behandelt( Genosse de Witte: Sie werden aber für die Stiefmutter stimmen!), und klagt dann über Der Diktaturlehrling" Georges Valois von denen die Arbeiterdelegationen nichts wissen. den angeblichen Mangel an Arbeits- wollte Meister werden, und so beschloß er einen fräften auf dem flachen Lande. Als der Land- Rachefeldzug gegen seine feindliche Nachbarschaft bündler Hodina dabei den provokativen Zwischen- Aktion Française". Es ist jetzt gerade ein Jahr ruf macht:„ Nur die Arbeitslosenunterstüßung her, daß sich Valois von der Aktion Française" streichen!" gerät er in einen heftigen, lärmenden trennte, wo er als Berater für Wirtschaftsfrogen Konflikt mit unseren Genossen und einigen fungierte und den wirtschaftlichen Teil der ZeiStommunisten. tung ,, Action Française" zu bearbeiten hatte. Die * " Samstag, 27. November 1926. aufgebunden habe. Wir wollen nun ein flein wenig nachhelfen, damit die Herren Kommunisten an die verschiedenen Vorkommnisse sich erinnern. Vielleicht kann uns der Vorwärts" bezüglich Frau Schuhs und Beers aufklären, wie sich die Sache mit dem„ Dreck", der dort in der Ortsgruppe vorhanden war, verhielt. Wir können den Kommunisten einen Brief vom 15. Juni I. J. in Erinnerung bringen, dessen erster Satz lautet: ,, Asch, den 15. Juni 1926. Werter Gen. Felder! Ich habe vom Ergebnis unserer letzten Besprechung die Zentrale verständigt und es ist unbedingt notwendig, daß wir endgültig mit dem alten Dreck abschließen. Verschafft Euch die Erklärung der Schuh über die Markenrückstände. Sekretariat Asch Dölling." 11 ziehen, der volkswirtschaftlich und sozialpolitisch von höchstem Interesse ist, daß in der Zeit seit dem Weltkrieg die Zahl der Erwerbstätigen int allgemeinen, die Zahl der weiblichen ErwerbsUnter anderem liegen bereits die Ergebnisse tätigen aber ganz besonders gestiegen ist. Das ist vollständig für den Freistaat Sachsen vor. Dort sicherlich ein Umstand, der mit eine Ursache ist gen, wie die Forderung nach Aufhebung der Paß- ist die Gesamtbevölkerung von 1907 bis 1925 um dafür, daß es in vielen Ländern eine übervisa und der Beschränkungen im kleinen Grenz- 8.9 Prozent gestiegen, die Zahl der Erwerbsschüssige Bevölkerung gibt, für die im verkehr und ähnlichen nebensächlichen Dingen. tätigen einschließlich mithelfender Familien- Erwerbsleben kein Platz ist. Der Kommunist Čermak protestierte zunächst angehöriger aber um 33.1 Prozent, ohne mithel- Interessant ist auch ein anderes Ergebnis der Wir zitieren nur den ersten Satz des Briefes, ebenfalls gegen das unerhörte Vorgehen der Pra- senden Familienangehörigen um 26.6 Prozent. Berufszählung. So ist die Zahl der Selbständigen weil sich der Nachsas auf andere Angelegenheiten ger Polizei, wobei er vom Kammerpräsidenten Noch stärker ist aber die Zahl der weiblichen in Sachsen in der Landwirtschaft um 1.7 Prozent, bezieht. Und den Brief veröffentlichen wir nur Malypeir wegen eines etwas fräftigen Ausdruces Erwerbstätigen gestiegen und zwar ein- im Handwerk und in der Industrie um 0.7 Pro- deshalb, weil der Vorwärts" alles abzustreiten über Mussolini zur Ordnung gerufen wird. schließlich der mithelfenden Familienangehörigen zent zurückgegangen. Dagegen im Handel und versucht. Was wir über die Aussprüche des Herrn Petrovicky( Nat. Dem.) gerät mit den Kom- um 56.9 Prozent( ohne diefe um 37.8 Prozent). Verkehr um 26.3 Prozent gestiegen. Darin Ma i jagten, halten wir vollinhaltlich aufrecht; munisten in heftigen Wortpechsel, als er erklärt, So kommt es, daß im Jahre 1907 von der Ge- kommt eine Tendenz zum Ausdruck, die auch Ge- er sagte tatsächlich, daß in Neudet mit Leichtigkeit daß der Beanitenabbau nur die staatsgefährlichen samtbevölkerung Sachsens 44.7 Prozent haupt noffe Jatsch in seinen Darstellungen des deutsch- von den Kommunisten 1000 Mitglieder gewonnen Elemente betroffen habe. beruflich erwerbstätig waren, 1925 aber 53.9 Pro- böhmischen Wirtschaftslebens feststellen fonnte, werden könnten, wenn die gegenwärtige LohnbeRosche( dtsch. Nat.) ist überzeugt, daß den sent. Dagegen ist die Zahl der Ehefrauen und daß die Zahl der Zwischenexistenzen im Handel wegung richtig ausgenützt würde. Daß in den Sigungen geheime Weisungen hinausgegeben tschechischen Parteien der Wille zu einem harmo- sonstigen Familienangehörigen ohne Hauptberuf ungeheuer gewachsen ist. wurden, geht schon daraus hervor, daß Herr Mai nijchen Zusammenarbeiten fehlt; er polemisiert unter anderem auch an die kommunistischen Versodann gegen den Finanzminister. trauensleute und Zellenmitgliedern der N. W. und K. die Weifung herausgab allen indifferenten Arbeifern mitzuteilen, daß sie im Falle eines Streifes beitreten sollen und daß alle unterstützt werden. Die übrigen Weisungen, nach denen die Die Auslandsvertretung der sozialdemo- Union" hineingelegt" werden sollte, haben wir fratischen Partei Rußlands hat eine Ab- bereits besprochen. Ferner stellen wir fest, daß in schrift des folgenden Schriftstücks erhalten, der Situng gesagt wurde, Genosse Ullmann fei das am 15. September d. J. an den Voll- ohnehin bei der Zentrale in Ungnade gefallen, fo zugsausschuß der Sowjets in der Ukraine daß es nur noch eines energischen Kampfes gegen von den politischen Gefangenen des Char- ihn bedürfe, um ihn zu beseitigen. Die 3ellenfower Gefängnisses gerichtet wurde: leute wurden beauftragt, diverse. Spät abend spricht Genosse Leibl, dessen Rede royalistische Action Française" verzeiht natürlich Valois seinen Abfall nicht. Durch alle Gassen durch verschiedene Auslandsdelegationen waren wir morgen niedergeben werden. Bei den letzten Besuchen der 1. S. S. R. Verleumdungen über Genossen UIL mann im Betriebe zu verbreiten. rief sie ihm nach, daß er früher Anarchist gewesen wir Zeugen der schamios gefälschten Darstellung Wir glauben recht gern. daß es dem Herrn Mai Bei Sigungsschluß gegen 11 Uhr nacht leistete war und daß er auch dem Fascismus wieder da- der wirklichen Verhältnisse im Charkower unangenehm ist, von Felder an die Mauer gedrückt vonlaufen werde, sobald andere Quergedanken Das Präsidium eine unterhörte Geschäfts- feinen Kopf durchhüpfen würden. Zeit Frankreich 3entralgefängnisse, wie sie gegenüber worden zu fein, und wir begreifen es auch, daß er ordnungswidrigkeit. Von den Mehr den Auslandsdelegationen, die der Sowjetwirt- alles abzuleugnen versucht. Tatsachen können heitsparteien war so gut wie niemand mehr im eine eigene fafciſtiſche Partei hat, ist noch fein lichkeit fein genügendes Verständnis entgegen jedoch nicht ungeschehen gemacht werden. Sollte Saal anwesend; die Stommunisten waren aber Tag vergangen, an dem nicht die Zeitung ,, Action bringen, prati ziert wird. Ist es Ihnen befannt, der Vorwärts" noch einen Ableugnungsversuch praktiziert ziem ich vollzählig anwesend und erhoben gegen den Française" die wütendsten Beschimpfungen gegen daß in der Nacht vom 14. zum 15. Auguſt d. 3. wagen, so sind wir bereit, noch mehr„ Dred" aus Originalbriefen zu veröffentlichen. Vorschlag des Präsidiums, die nächste Sizung die Konkurrenz- Neugründung veröffentlichte. vor dem Eintreffen der zweiten deutschen Delegamorgen vormittag abzuhalten, durch den Abge- Nun drohten aber in den letzten Monaten tion, im Charkower Gefängnis ein Gewalt- Eliška Krasnohorska gestorben. Die Altnteiordneten Boleň Einspruch, wobei sie die Fest- beide Gruppen immer mehr in Verachtung und aft gegenüber den verhafteten Sosterin der tschechischen Dichtkunst Eliška Krasnosetzung der nächsten Sizung für Dienstag vollkommene Vergessenheit zu geraten. Diesialisten verübt worden ist? Um 9 Uhr abends horska ist gestern in Prag gestorben. Die Dichterin verlangten. Der Vorsitzende Do sta let erklärte, Action Française wurde plöglich vom Papst in erschien un Gefängnis der Oberstaatsanwalt in war 1847 in Prag geboren und zeigte schon früh über diesen Antrag, der höchst unangenehm tam, schärfster Weise als Jugendberführerin gebrand Begleitung des Kommandanten der politischen zunächst überhaupt nicht abstimmen zu markt und allen guten Katholiken wurde von Rom Staatsverwaltung, des Gefängnisdirektors sowie lassen; später überlegte er sichs wieder und ließ aus empfohlen. diese Schandgruppe schleunigst zu zahlreicher Gefängnisaufseher. Die letzteren stürzcine vollkommen unverständliche Erklärung vom erlassen. Die Action Française mußte eingefte- ten sich auf Befehl des Staatsanwalts auf die Stapel, daß zur Beschlußfassung über einen der- hen, daß ihr Mitgliederbestand daraufhin die politischen Gefargenen, die sich weigerten-da artigen Antrag die Beschlußfähigkeit des Hauses Schwindsucht bekam. Und nach Valois fragte ihnen der Grund sofort flar war in das Geerforderlich sei; da dies nicht der Fall sei, gelte schon seit langen fein Mensch mehr. Man bait fängnis der politischen Staatsverwaltung zu fol einfach der Vorschlag des Präsi- dessen Bewegung, als sie entstand, im Ausland gen und die gegen die Vorspieg lung falscher Tatdiums els angenommen! Darauf gab manchmal sehr überschätzt und tatsächlich ist in fachen und die Verhöhnung der politischen Gefanes auf Seite der Kommunisten einen ungeheueren Frankreich trotz aller antiparlamentarischen Boir genen Protest erhoben. Ist es Ihnen bekannt, Krawall; der Herr Vorsitzende verließ aber ganz carémanöver der parlamentarische Gedanke so daß man gegen Gefangene Gewalt anwandte, daß ruhig die Tribüne und beendete so ohne weitere start, daß sich auch nicht ein einziger ernsthafter man ihnen die Hände ausrenkte, fie mit den SticFormalitäten die Situng. Politiker dem Faisceau" anschloß. feln schlug, ihnen das Gewehr an die Brust seßte Valois rechnete richtig, daß er zur und sie gewaltsam nach dem Gefängnis der poliVerhütung eines vollkommenen Versinkens| tischen Staatsverwaltung brachte? Ist es Ihnen Eine kriegerische Meldung bringt das„ Cesté in Schlaf nun einmal eine große Aktion bekannt, daß die politischen Gefangenen dort den Slovo"; es sollen tschechoslowakische Flugzeuge bei vorbereiten müsse. Und deshalb ließ er Hungerstreit erflätten als Protest gegen den die Action Française" von zwanzig jungen rohen Gewaltakt, der den Zwed verfolgte, das ihren Uebungen an der ungarischen Grenze von Leuten am hellen Nachmittag stürmen. Auge um 3utammentreffen mit der Delega ungarischen Grenzposten beschossen worden sein. Auge, Zahn um Zahn", so lautete der Schlacht- tion zu verhindern? Ist es Ihnen be- Diese Meldung ist bisher von feiner offiziellen Prag, 349. 9. Landwirtschaftlicher Rundfunk. 10: Uebertra- befehl von Valois, der sich nach bekannter und kannt, daß bei dem fräter erfolgten Besuch der Seite bestätigt oder dementiert worden. gung aus der St. Wenzels- Baji ika, Smichow. Pica: Messe& beliebter Methode natürlich nicht selbst auf das holländischen Delegation der ArbeiterjuTschechisch sozialdemokratische Gemeindever bur. 11: Matinee. 1. Ansprache, 2. Smetana: Aus Böhmens Schlachtfeld begab, sondern die Operationen vom gend. der Gefängnisdirektor auf ihre Frage:„ BeDie Zauberflöte". 4. Dvokat Mein Hein. Ouverture, 17: Mi sicheren Hinterland aus leitete und dann troß sei- finden sich hier im Gefängnis auch politische Ge- treterkonferenz. Sonntag, den 28. November fin litärmusif. 18: Deutiche Sendung. Dr. Ostar rant ner unbezweifelbaren Niederlage selbstverständ- fangene?" die Versicherung gab, daß hier det in Prag eine Konferenz der Gemeindefunktio Direktor der Brager Urania. Was will die Radiowoche? 18.05: Deutsche Sendung. Louis 2 aber, Oberregiffeur des deutlich einen Heoreiden Seeresbericht ausgab in teine politifchen Gefangenen vor- näre der tschechischen Sozialdemokratie statt. Auf schen Landestheaters, Brag: Lieder und Arien. Die Entwicklung der Arbeiterfrage. 20. Wettervorausfage. 20.02: dem allen Helden Dant, Anerkennung und Glück- handen sind"? Die gleiche Antwort erhielt der Tagesordnung befindet sich der Gefeßentwurf amerikanische Studentendelega Altprager Abend. 21: Zeitfignal. 22: Letzte Nachrichten des Preß- wunsch ausgesprochen wird. Die Action Fran- auch die büros, Ueberlicht der Tagesereignifie, Sport- und Theaternach caise" hatte Valois in den letzten Tagen beschul- tion. Und endlich als die deutsche Arbeiter über die Regelung der Finanzwirtschaft der SelbstBrünn, 441. 9.30: Landwirtschaftsfunt. Die Ausstattung des digt, in italienischem Solde zu stehen und dauernd delegation am 14. September zur Besichtigung des verwaltungskörper, Referenten sind der Prager Schweinestalls. 10: Vormittagsfonzert, 1. Smetana- Trnečet: Symph. Dichtung Moldau". 2. Tomašel: 4 Zieber, 3. But: Bal mit der italienischen Gefandschaft zu Paris in Gefängnisses erschien und die politischen Gefange- Stadtrat Dr. Leopold Langer und der Pilsner lade. 4. Dvorak: Sumoreste" 5. Křička: Liederzykius. 6. Bhan- Frankreich- schädlicher Telephonverbindung zu lie- nen, die sich im Hofe befanden und zufällig von Bürgermeister Abg. Luděk Pik. 16: Nachmittagstonzert 1. Boieldieu: Der Kalif von Bagdad, gen, während Valois diese Beschuldigung durch ihrer Anwesenheit erfuhren, sich an die GefängOuvert. 2. Waldteufel: Siesta. 3. Berdi: Rigoletto. 4. Leica- Eröffnung des Straßenkampfes zurückweisen nisverwaltung mit der Forderung wandten, der zert. 1. Bennet: Najaden. 2. Bizet: Arleſtenne- Suite. 3. Brahms: wollte der römische Fascistenhäuptling und frü- Delegation ihren Wunsch zu übermitteln, daß sie Walzer. 4. Michaelis: Züetiſche Schorwache. 20:„ Drei Stüffe" here Sozialist Mussolini gab ihm das Beispiel, auch die Einzelzellen besuchen solle, so erhielten sie malit. gelişeiden. Sportnadrien: Lieder von Roval. 21: Tans gegen nemand wüstere Nachegedanken aufzubrin- von der Verwaltung die Antwort, daß es sich um Presburg. 300. 10: Comnen. 1. qus- Bostry: Arie aus gent, als gegen die Menschen, mit denen man fine Auslandsdelegation, sondern um eine„ Er Sieber. Ruffifche Romanzen. 4. Marsit: Am Donaustrand. Do jahrelang am gleichen Tisch zusammenarbeitete. furfion der deutschen Kolonistinnen aus" den řal: Biblische Lieber. 5. Smetana: Arie aus Dalibor". 6. Aber der Kampf muß eine Folge haben. Es deutschen Siedlungen in der Sowjetunion" handle, ift bezeichnend, daß Léon Daudet, der Direktor und daß sie die Besucher veranlassen werde, die Budapest, 556, 15.80: Kindermärchen, 16.45: Leichte und Tanz der„ Action Française", fofort erflärte, feinen Einzelzellen zu besuchen. Ihr Versprechen haben sie selbstverständlich nicht gehalten, denn Band. Daventry, 1600. 16.30: Leichtes Symphoniekonzert. Strafantrag stellen zu wollen, weil er diese An- wir es aus den Zeitungen ersehen haben Kirdenmulit. 17: Jazz Band, 21: Uebertragung aus einem gelegenheit selbst regeln" müsse. Man versteht, delte es sich in Wirklichkeit um die deutschen 94065, 118865, 124076, 150365, 176476, 180665, Wien, 517. 11: Chortonsert. 16 Nachmittagston was das bedeutet: Vorbereitung neuer Straßen- Arbeiterfrauendelegation. Die Ge- 199076, 204065, 205676; je 2000 K: 7365, 8076, gert: 18.10: Stammermusif. 19.30: Die Ueberzähligen". Shau Zürich, 500. 11: Vormittagskonzert. 13: Schlachten in Paris zwischen den beiden äußersten fängnisverwaltung und die Behörden, von denen 10065, 11565, 18276, 19576, 21465, 22476, 28676, Rechts- Gruppen. Und dies, nachdem der von ie die entsprechenden Weisungen erhielt, waren 32076, 35665, 38165, 40965, 50176, 53076, 56965, Deutschland. ihnen beiden umhimmelte Herzog de Guife, der sich der Tatsache genau bewußt daß eine Besich- 58465, 63765, 66665, 67376, 69676, 74776, 94676, Königswusterhausen, 1300. 9: Uebertragung von Perlin, 484. von Brüssel aus auf den französischen Königs- tigung der Einzelzellen der Auslandsdelegation 115765, 118276, 137065, 143676, 147765, 149165, Morgenfeier. 11.30: Matmusit. 13.10: Stunde der gebenden. thron spekuliert, erst vor einer Woche an Valois die Möglichkeit geben würde, sich persönlich davon 156776, 160076, 170165, 172865, 181165, 206176, 15.30: Bei Merlin, dem Zauberer. 16.50: Nachmittagstonsert. Depeschierte, er würde sich freuen, wenn die Strei210765, 213265, 217965, 230176, 231876, 237765, 11: Morgenfeier. 12: Grieg- Konzert. 14.45: Simmelsbeobachtun- tigkeiten der beiden Gruppen in Ruhe beigelegt 239165; je 1000 K: 265, 2165, 3676, 4165, 4376, 15276, 20076, 22076, 24576, 24665, 28565, 29376, 33265, 37076, 38065, 38265, 39076, 44876. 49065, 57776, 59765, 61876, 62465, 66076, 70376, 70965, 76465, 77776, 80276, 81476, 82176. 84765, 87776, 87865, 89376, 89665, 94776, 98476, 98776, 100876, 101476, 101576, 108565, 111665, 114076, 114765, 116076, 116576, 120576, 125176, 127076, 128176, Wir werden auf diesen Vorfall noch zurücktommen. Rundfunt für Alle! Programm für morgen, Sonntag. Hain und Flur. 3. Mozart. Arie der Königin der Nacht aus richten. taste über tschechische Volkslieder. 7. Novak: Mährische Lieder. vallo: Brise de mer, 5. Leoncavallo: Matinata. 19: AbendtonGedicht von 20.40: Zeitzeichen „ Detvan". 9 Nebbal: Geigenfonate H- moll. 3. Slowakische Dvorak: Dumfy. 15; Schauspiel- Uebertragung aus em Nationaltheater. musit. 19: Vortrag des Doribundes. 20: Tarnay- Abend. Jazz 21.10: Gottesdienst. 22.15 Theater. spiel von Nordmann, Konsert. 15.30: Ronzert. 20: Unterhaltungskonsert. 21.15: Unterhaltungsmujit. 22.30: Tanzmusif. Breslau, 323. gen im Dezember, 15.15: Märchennachmittag. 16. UnterhaltungsTonzert. 17.30: Der Gefangene im Stautaius. 19.50: We'tstudien16: Jugendstunde. 17: Opernabend. 20.30: Abendkonzert. 22.30: werden könnten. reise, 23: Tanzmusit. Frankfurt, 429, 12.30: Mittagskonzert. Natürlich müßte die französische Regierung Tanzmusit. Hamburg, 395, 9.15: Morgenfeier mit Dehmel. diesem Unfug durch Auflösung der Action Fran10.55: Gottesdienst. 12 30: Dr. Funt, der Ingenieur. 14.30: Wie eröffne ich eine Schachpertie. 15.30: Als die Blumen ichlafen çaise" und der Fascistenlegionen" ein Ende begingen. 16.30: Paul Ernst. 18.15: Erinnerungen eines Weltfor- reiten. Fascistische Gruppen können in Frankreich respondenten. 18.40: Theatererinnerungen. Leipzig. 357. 15.30: Funkheinzelmann. 16.30: Wolfstümliches Stonzert. 18.30: Ton ir nur so lange geduldet werden, als sie nicht italieten. 19.15: Bauformen und Werkzeuge der Wirbeltiere, 19.45: nische Methoden nach Paris tragen. Im Grunde Die gesellschaftlichen Zustände. 22.15: Tanzmusit, München, 586. 12: Bagmufit. 15; Schrammelfonzert. 15.45: Seitere Ge- haben sich alle beiden Gruppen durch die Valoisschichten. 16.15: Konzert. 17.15: Stulturgeschichte des Schaufen Expedition unsterblich blamiert, und die Lächerfters. 17.50: Unterhaltungskonzert, 18.20: Weißt du- has? 20: Münster, 242, 12.15: Borlesung lichkeit ist immer noch das, was in Frankreich am Kurt Lenz. Der Bürger als Edelmann. Sanfeld. 16: Chortonzert, 17: Arfen von Mozart ,, 18.15: Sannteiſten tötet. nes wat'n hout. 19.30: Greger Mendel als Jmfèr, 21: Puccini Abeud. 22.15: Wanderbilder. T wie hanzu überzeugen, daß auch verhaftete Sozial ften sich im Gefängnis befinden, die auf administrativem Wege nach den entlegensten Orten und politischen folatoren" verbannt werden, auf die die politische Staatsverwaltung zu zwingen sucht, Erklärungen über ihren Austritt aus den oppofitionellen Parteien abzugeben, und die wegen ihrer zeitig ihr dichterisches Talent. Den ersten gro Ben Erfola errana sie mit ihrer Gedichtsammlung Aus dem Mai des Lebens", welchen sie int ahre 1871 herausgab. Später er ch'en Buch auf Buch, ihre Werke nebeneinandergestellt, ergeben eine canze Bibliothek. Gedichte, Pro'afchriften, Librettos, Uebersetzungen von Werken aus fremden Sprachen zeigen ihr vielseitiges Talent auf. Die Dichterin war seit ihrer Jugend frank. Die lehten 14 Jahre verbrachte sie, deren Störper bont Rheumatismus arg geplagt wurde, in ihrer Wohnung. In Prag, dessen Ehrenbürgerin sie war, ist schon seit Jahren eine ganze Gasse nach ihr benannt. M Hochwasser in Oberitalien. In den Provin weite Strecken überschwemmt und große Verwüzen Cremona und Reggio nell'Emilia hat der Po stungen angerichtet. Das Wasser steht stellenweise stungen angerichtet. Das Wasser steht stellenweiſe zwei Meter hoch und steigt stündlich um 13 Zenti meter. Aus dem Vintschgau werden verschie dene Brüdeneinstürze und Straßenverwüstungen gemeldet. 15. tschechoslowakische Klassenlotterie,( Grundzahlen 65 und 76.) 70.000 K: 32465; je 20.000 K: 43576, 60465; je 10.000 K: 192765, 194665; je 5000 K: 1276, 27676, 33065, 55665, 59865, 77976, 171876, 173876, 176076, 177176, 180165, 181076, Ueberzeugung rücksichtslos verfolgt werden." 132465, 136565, 149465, 154065, 156276, 160165, Begreiflich aber vergeblich. Der Reiche berger ,, Vorwärts" hatte zuerst über unfern Bericht aus Neudek die Sprache überhaupt verloren und erst nach acht Tagen meldet er sich, um zu sagen, daß man uns ein Märchen 162865, 166076, 167065, 167076, 170176, 170876, 182965, 186576, 195265, 196465, 198165, 199065, 199465, 201865, 204176, 213576, 215876, 216565, 216676, 222165, 225365, 228465, 229065, 233376, 237265, 237865, 238465. Samstag, 27. November 1926. bition erwartet hatten. entkommen. Gerichtssaal. Volkswirtschaft. Seite 5. Europäisches Aluminium yndikat. Mit unerwarteter Schnelligkeit sind die erst Die amerikanischen Wahlen am 2. November seit dem 31. Dezember 1921 von 38,790.000 auf früheren Freund ihres Mannes, Otto Berndt- ebenund die Prohibition. Entoegen den ersten in der 40,548.000 am 31. Dezember 1925 gestiegen. falls Händler in dunklen, mest po izeiwidrigen Ge Tagespresse ersch'enenen Mitteilungen, zeigen die Die eigenen Kinder g schlachtet. Die Blätter ichäften, aufgefordert, er möge sie abholen und nach Wahlen vom 2. November, daß die Lage des Al- berichten aus Graber bei Böhm.- Leipa: Der Hause bringen. Die beiden landeten jedoch in der koholverbotes feineswegs erschüttert ist. Das 40 Jahre alte ehemalige Eisenbahner Franz Meier Wohnung des Berndt. Der Ehemann, der schon läns neue Abgeordnetenhaus wird eben so troden fein bat seine siebenjährige Tochter und seinen gere Zeit eifersüchtig war, weil er bemerkt hatte, wie das alte, und was den Senat anbetrifft, der weijährigen Sohn buchstäblich ge- daß feine, ihm vor einem halben Jahre angetraute feit wenigen Wochen schweber den Verhandlungen zu einem Drittel neu gewählt wurde, so ist der ich I a chret. Er schnitt seinen Opfern den Unter- Frau, die bis dahin von der Liebe gelebt hatte, an zwischen Deutschland und Frankreich Führer der Fockenen. Senator Millis, nach einem leib auf und zog die Gedärme heraus. feinem Freund Gefallen zu finden schien, erschien über die Bildnug eires Rohaluminiumkartells heiken Wahlkampf im Staate New York und Nach der Tat erhängte er sich an der Fensterklinke. morgens gegen 4 Uhr in der Wohnung des Berndt. zum Abschluß gelangt. Zwischen der deutschen Brennan in Illinois geschlagen wurden. Am 2. November fanden auch in acht Staaten Volts- Maier dürfte die Tat in plöslicher Geistes um- Als ihm nach längerem Klopfen ich ierlich geöffnet Aluminiumindustrie und der Aktiergesells aft abstimmungen statt. die des Verbot betrafen. In nachtung verübt haben. Seine Frau hatte ihn wurde, hatte die Frau zwar ein Verfted aufgesucht. Neurausen in der Schweiz bestand ja schon vor ungefähr acht Tagen verlassen und sich bet Borchardt durchsuchte jedoch die ganze Wohnung und seit langer Zeit eine Interessergemeinschaft, die den Staaten New Yort. Ilinois, Wisconsin und ihrem gleichfalls in Graber wohnhaften Vater ein- fand auch die Frau unter dem Bett und feuerte dadurch zum Ausdruck kam, daß beide Firmen Newada handelte es sich darum, den einzelnen quartiert Als sie vorgestern auch die Kinder ab- drei Schüsse auf sie ab, von denen einer tödlich sich gegenseitig über die jeweiligen Preise geeinigt Staaten das Recht zu geben. selbst zu bestimmen, welche Getränke als berau chend zu betrachten und holen wollte, jagte ihr Maier:„ Wenn du morgen war. Entfest über seine Tat, ergriff Borchardt dann haben. Auch die kürzlich vorgerommere Preisinfolgedessen zu verbieten seien. Die Trockenen haben nicht zu den Kindern zurückkehrst, schlachte ich sie die Flucht, und konnte bisher von der Polizei nicht fenfung für Hüttenaluminium, die von den deutdie'en Abstimmungen jede gefeßliche Grundlage ab. Sier liegen schon die Messer". Dabei festgenommen werden. Auch Berndt war vor dem fchen Erzeugern angeregt worden ist, wurde im aberkannt und die Stimmenthaltung beschlossen, wies er auf zwei große Küchenmesser, die auf dem wütenden Borchardt geflüchtet und erst später wieder Einverständnis mit der schweizerischen Gruppe vorgenommen. Die maßgebenden europäischen so daß die Abstimmung jede Bedeutung verlor. Tüche lagen. Die Nachbarn im Hause hörten die zurückgekehrt. Roher Raubüberfall in Berlin. Im Norden Ber- Erzeuger sind also in der Organisation vertreten: In den Staaten Missouri, Colorado, Kalifornien Kinder fürchterlich schreien. doch getraute sich nieund Montana hingegen follen sich die Wähler mand, in die Wohnung Maiers einzubringen, um lins wurde in der Nach: zum Donnerstag, gegen für Deutschland die dem Reich gehörenden über die Beibehaltung oder Aufhebung des die Mörder zu verhindern. Nach dem Hannover- 3 Uhr morgens, ein 31 Jahre a ter Arbeiter, der Werke Lauta- und Innwerke und das im Besitz in Bradwede eine von seiner Arbeitsstelle heimkehrte, auf einer Eisen- der Farbenindustrie befindliche Bitterfelder Wert; Staatsverbotsgesches aussprechen und die An- schen Kurier" erdrosselte hänger des Verbotes beteiligten sich am Kampfe. Frau in einem Anfall geistiger Umnachtung ihr bahnbrücke über den Nororing von drei jungen Bur- für die Schweiz die Aktiengesellschaft NeubauSie sind nur im kleinen Staate Montana ge- vierjähriges Töchter chen und ihr elfchen angesprochen, die ihn um Feuer baten. Als er, fen, für England die Britih Aluminium Co. schlagen worden, was bedeutungslos ist. In den jähriges Söhnchen. Ihre zwölfjährige Toch nichts Gutes ahnend, rasch weiterging, wurde er von und für Frankreich die Aluminium Franübrigen drei Staaten dagegen haben sie den Sieg ter ließ sie am Leben. Denn erkänote ih die Frau den drei Burschen überfallen, zu Boden geschlagen und caise. Das Geschäftsbureau befindet sich in Neudavongetragen. So endete die heftige, im Früh 20 Totesopfer des Bergertsches bei Nizza. Der einer Wertsachen beraubt Da sich der Ueberfall ne hausen in der Schweiz, während der Aufsichtsrat ling begonnene Offensive, von der die Gegrer gewaltige Bergsturz. der den 2000 Einwohner zählen- fräftig zur Wehr jetzte und um Hilfe rief, padten ihn feinen Sitz in Paris hat.. Der größte Aluminiumerzeuger der Welt, des Verbotes, wenn nicht die Aufhebung, so doch, den Ort Roquebilliere, im Tal Veiubie, etwa die Räuber und warfen ihn über das Geländer der wenigstens die ernste Abschwächung der Prohi- 15 Kilometer von Niza en fernt, brimiuchte, hat min- Bride auf den etwa 8 Meter tiefer gelegenen Bahn- die Aluminium Company von Amerika, zu destens 20 Todesopfer gefordert. Das Unglüd ereia- törper. Hier wurde der Unglückliche im Laufe der der auch der bekannte Mellon- Trust( benannt nete fich nach s um 3 U'r während eines furchtbaren Nacht von Banarbeitern mit schweren Ver ehungen rach dem Schatzsekretär Mellon, der gleichzeitig 30 Todesopfer eines Wirbelsturms. Au Wolkenbruches, der über die anne Gegend niederaina. aufgefunden, noch ehe der Zugsverk hr wieder auf President dieses aluminiumproduzierenden UnLittle- Rod in Arfanjas wird gemeldet: In den Die vorher getroffenen Vorsich: smakregeln erwiefen genommen war. Die Täter sind einstweilen spurlos ternehmens ist) hat sich dem Synd kat nicht an Staaten Arfanjas und Missouri hat ein heftiger fich a's widerstandslos. da acwa fine Felsblöcke, Erde geschlossen. Angeblich sollen formale Gründe mit Tornado ungeheueren Schaden angerichtet. Es und Schlamm, einen Teil der Häuser verschütt tent. Rücksicht auf die Gefeßgebung in den Vereinigten wurden über den tätet und über Der übrige Teil der Bevölkerung erarifi in affer Staaten für die Ablehnung maßgeberd gewesen 50 verletzt. Aus Nizza wird berichtet: Die Eile die Fucht auf das andere Njer. Ba'd trafen aber fein. Von den übrigen Aluminiumherstellern in Erdmassen, die in dem französischen Alpendorf Feuerwehren der Erich barten Orte Militärs Europa ist Norwegen, das unter amerikaniRoquebillere 20 Häuser verschütteten und 25 To Nizza zu Hilfe eistura ein. An eine Rettung der Verscher Kontrolle steht, und Italien, das wahrdesopfer verursachten, sind noch nicht zu Ste- schütteten war jedoch nicht mehr zu denken, da zu scheinlich ein neues Kartell bilden wird. außer hen kommen. In dem bedrohten Dorfe Belvedere gewaltige Erdmassen die Häuser bedeckten. Die übri halb des Syndikats geblieben. Zahlenmäßig verwurden 14 Häuser geräumt. gen Gebäude, vor allem das Krankenhaus, wurden Als vor etwa zwei Jahren die Firma Liebieg fügt das euroväische Kartell über eine Erzeugung geräumt. In dem Orte Belvedere sind zwe: Häu- in Reichenberg den Meister Wünsch entlassen hatte, von zirka 85.000 Metertonnen auf Grund der fer unter einer Erdlawine zusammengestürzt, die zum brach spontan bei der Firma ein Streit aus. Herr Angaben für das Jahr 1925 Die Verein gten Glück schon geräumt waren. Die Strake durch bas Wünsch hatte damals behauptet, daß an seiner Ent- Staaten kontrollieren einschließlich ihrer Erzeu Tal der Veriubie ist vielfach durch Erdrutsche gesperrt. lassung der damalige Betriebsausschrßobmann der gung in Kanada und in Norwegen 95.000 TonDas schwache Geschlecht wird stark Professor Firma, Knobloch, schuld sei. Es samt hierauf zu nen. Der Mellon- Trust will mit Hilfe seiner Leonhard Hil vom Medizinischen Institut in Lon- einer Ehrenbeleidigungsklage, welche sich durch zwei neuen Anlege in Farada insgesamt auf eine don, erteilt den Frauen den zeitgemäßen Rat, so Jahre hinzog. Herr Wünsch führte eine Anzahl Zeu- Jahres erzeugung von 150.000 Tonnen kommen. Weshalb der berühmte Marconi zum Papst wenig Kleidungsstücke wie möglich zu tragen, um gen, welche alle in seinem Sinne aussagten. Be- Die dem Kartell angeschlossenen Firmen ging. Nach Blätterberichten über die Audienz des stark und gesund zu sein. Da die Frauen ausgeschnit- zeichnend ist jedoch, daß der Staatsanwalt gegen haben die Absicht, die Preise und den AbErfinders Marconi beim Papst habe Marconi hie- tone Blusen, kurze Röcke und seidene Strümpfe tragen, diese Zeugen wegen Meineid die Anklage erhob jab zu kontrollieren und außerdem gebei dem Papst die Angelegenheit seiner feien sie viel abgehärteter als die Männer, wobei Sämtliche Zeugen, welche für Wünsch ausgesagt Ehe vorgetragen. Marconi, dessen Ehe geschieden noch in Betracht komme, daß die Kunstieide das hatten, erhielten auch vom Kreisgericht in Reichen- meinsam ihre technischen Erfahrungen ist, sei derzeit mit einer Engländerin verlobt. Die Sonnenlicht sehr leicht durchäft. Die Folge der leichberg wegen falscher Zeugenaussage und Meineid auszutauschen. Daneben soll statt des bisAngelegenheit werde demnächst vor die Rota( das ten Kleidung, die die Frauen heute bevorzugen, werde, drei Monate Arrest. Donnerstag, den 25. d. M. herigen Konkurrenztampfes eine großzügige gehöd ſte päpstliche Appelationsgericht in Rom) wie Professor Hill meint, sein, daß sie den Mann fand nun neuerlich die Gerichtsverhandlung gegen meinschaftliche Werbetätigkeit für den Verbrauch tommen. Das sind Sorgen! sehr bald körperlich überflügeln werden. Wünsch statt. In dieser fünften EhrenbeleidigungsEin elfjähriger Detektiv. Ein 11jähriger Schü er verhandlung erklärte sich Wünsch bereit, eine Ehren von Aluminium in allen Ländern entfaltet werDie Alfoholfrage in Norwegen. Der nach der mußte in einem Barmer Postamt zu seinem Leid- erklärung abzugeben, daß er den ehemaligen B.- A.- den. Vor allem will man den Konsum in der Volf abstimmung über das Alkoholverbot vom wesen feststellen, daß ihn der Postbeamte bei der Ein- Obmann Knobloch nicht beschuldigen könne, daß er Elektroindustrie mit Rücksicht auf das norweg jden Sozialministerium eingesetzte Auszahlung von Bostanweisungen mehrfach betrog. Der an seiner Entlassung schuld sei, sondern daß die Auf Kupfermetall und in der Zimmfoliefabrikation in schuß zur Ausarbeitung des Vorschlages über die Beamte hatte ein besonderes Verfahren. Bei der Nach- fassung der Arbeiterschaft auf einem Mißverständnis Anbetracht der hohen Zinnkurse fördern. Neuregelung des Handels mit Spirituosen hat zählung des Geldes ließ er in einem unbeachteten beruhe. Er erklärte sich ferner bereit, die gesamten seine Arbeiten abgeschlossen und einen Bericht Augenblic ein möglichst großes Geldstück verschwin Prozeßkosten in Raten von je K 50.- monatlich zu au gegeben, der u. a. besagt: Nachdem die Mehr den und beanständete den Betrag. Dem Schüler war bezahlen. Allerdings war bei dieser Verhandlung heit des Volkes sich gegen das Branntweinverbot das dreimal hintereinander passiert. Darauf stel te er gleich zu ersehen, daß er nur dem Gericht gecenausgesprochen hat, schlägt die Mehrheit des Ko- mit Hilfe von Bostanweisunger mit Kleineren Beträ- über einwilligte, die Prozeßkosten von K 50.mitees vor, einem mäßigen Ifoholbergen genaue Beobachtungen an und erstattete gegen monatlich zu bezahlen, während er gleichzeitig bebrauch keine zu großen Hindernisse in den Weg den Postjekretär die Anzeige bei der Kriminalpolizei. hauptet, daß er größere Beträge nicht zahlen könne, zu legen. Für Personen über 21 Jahre der unredliche Beamte wurde zu neun Monaten nachdem er angeblich bei seinem Arbeitgeber, dem sollen fünftig Kaufausweise für alkoholische Ge- Sefängnis verurteilt. kommunistischen Vorwärts", derart hohen Vorschuß tränke auf Antrag ausgestellt werden. Personen, habe und große Beträge von diesen Vorschüssen die sich gegen die Alkoholgesetzgebung vergingen, monatlich abzahlen müsse. Die armen kommunistioder sonst unwürdig gezeigt haben, können feinen fchen Arbeiter sind tatsächlich zu bedauern. Sie er 100 franzöfifche Frants Ausweis erhalten. halten drei Monate Arrest und Herr Wünsch zicht 100 Dinar sich aus der Schlinge, indem er eine. Ehrenerklärung 100 bolnice Sloth vorschlägt. Dies ist echte kommunistische Moral!! 100 Schilling. MacDonald- Träger des Friedenspreises. ,, Matin" bringt aus Kopenhagen Meldungen der dortigen und der schwedischen Presse, denen zufolge MacDonald den diesjährigen Nobel- Friedenspreis erhalten soll. Ital ens Bevölkerung. Nach der offiziellen römischen Statistik ist die Bevölkerung Italiens Ehetragödie im dunklen Berlin. In der Mu adstraße, einem der übelbeleumdetsten Viertel Berlins, ipielte sich in der Nacht zum Donnerstag ein Eifersuchtsdrama mit tödlichem Ausgange ab. Die Frau des„ Händlers" Borchardt hatte bei Bekannten eine Geburtstagsfeier mitgemacht und von dert aus den Das En e einer fommunistischen Berleumdung. Mit der„ Uro" nach Italien. tuberblau, Delphine spielen in Geſellſchaft in giere aufgenommen III. 1 Devi⭑enturie. Prager Kurse am 26. November. 100 holländische Gulden 00 belaiiche Belgas 100 Reichsmart 100 Schweizer Franks 1 Brund Sterling 100 Lire 1 Tollar • . QOY • 10.000 magnarische Kronen Sele 1350.25 801 87 Ware 1356 25 805.37 472.50 553.75 16.52 164.72% 469.50 650.75 142.17% 148.57% 33.70 14.122.80 124.20 59.47% 59.97% 373 4.695/ 8 4.75% 8 379. 479.37 476 37 auf Dec. Italiens Himmel über uns. Das Meer| Land, auch vom Land werden keine neuen Passa-| mut von unserem Schiff, das nun stille in Hafen Seuchengefahr. Nicht ein- liegt. heiteren Sprüngen. ,, Land!" rufis von einem zum mal Obst zu kaufen war uns gestattet, Obst von In den Nachmittagsstunden placierten wir andern. Wir passieren die Mecrenge von Messina. den vielen Händlern, die mit kleinen Körbchen be- uns zu langer Fahrt im Eisenbahnkupee. Wir Verschleiert liegt das Land und sonnenbeschienen. frachtet, unser Schiff mit ihren flinken Fahrzeugen durcheilen bekanntes Kriegsgebiet. Mit Hochwasser Am andern Tag rückten wir näher an den Unsere Ferngläser suchen in Erinnerung an die umkreisten. Cholera, Pest, Typhus im Land? und wild stürzt der Isonzo hin, Görz, Tolmein. Vesuv. Ein Besuch in Pompeji. Wir wanderten große Katastrophe, der die Stadt vor einigen JahEntlang der albanischen und dalmatinischen Nicht viel zerschossene Häuser sieht man mehr. Die unter glühendem Sonnenbrand straßaus, straßein, ren zum Opfer gefallen ist. Gegenüber dem Aetna Küste geht die Fahrt. Schon die griechischen Vor- grausen Spuren der Schlacht, die Granatlöcher guckten neugierig in diefen Raum, in jenen, be- liegt das alte Rhegium der Geschichte( heut, ital. gebirge ſtarren kahl aus dem Meere. Wer vom auf Wiesen und Berghängen sind überwachsen, leben im Geiste Wohnräume, Straßen, das Thea Reggio), die Heimat des Dichters Jbykus. ter mit Menschen jener Tage. Die Straßen sind Theater her die griechische Landschaft in der Er- meist eingeebnet, viele noch sichtbar. Gör; hat An der Festlandseite der Straße von Messina innerung hat. muß sich hier grausam korrigieren. einen neuen Bahnhof. In der sechsten Morgenmeist schmal und man kann sie mit einem Schritt liegen der Ort Scylla und eine im Altertum von Debe, fein Baum, fein Strauch, und wäre er noch stunde sind wir wieder in der schönen Mozartstadt überspringen; hier und da sind große Steine auf den Schiffen gefürchtete Klippe gegenüber dem so dürftig, fem grüner Rasen schmiegt sich den Salzburg. der Mitte des Fahrwegs erhöht, so daß der Fuß- Strudel Charybdis. Und im Innern des Aetna Berg hinan. Wir fahren entlang der dalmatini- ,, Wie war das Wetter in den letzten vierzehn gänger wie über eine Brüde schreiten fann. Die hat der afte Feuergoit Hephaistos seine Schmiede. schen Küste und überall das gleiche Landschafts Tagen?" Die Frage spricht sich ganz von selber Straße ſelbſt iſt mit belegt. bild. Ein paar Fahrstunden von Gravosa, das ist aus. Der Himmel hängt umdroht von hwarzen sieht noch die ausgefahrene Wagenspur, Ver- wettergepeitschten Segelschiffe des Altertums. ent- der Hafen von Ragusa, erft werden die Berge Wolken, die Salzach führt großes Wasser. Der gangenheit. Menschenschicksal, Tod und Erinnerung. Lang Stalabrien, ins Jonische Meer. Der Tag ist grün. Das ist ein sachtes Uebergleiten und stimmt Mann winft ab. Regen, alle Tage. Solange grün. Das ist ein sachtes Uebergleiten und stimmt Ein Aufstieg auf den Besuo ist mit keiner Gefahr heiß, kein Wölfchen segelt über den Himmel. In die Herzen fröhlich. Im Safen von Ragusa dann wir füdlich waren, hatten wir blauen Himmel. berbunden. Der Reisende fähr mit einer Bahn- gleichmäßiger Fahrt hält der Dampfer seinen sind alle Farben des Südens losgelassen. Wunders dem Orient geneigter Süden. Wir verweilen nur volles Land am Adriatischen Weer; schon nach wenige Stunden hier und weiter geht die Fahrt nicht will, besteigt ein Maultier und reitet. So radbahn hinan bis furz vor den Krater; wer das lange der Herr des Berges ruhig atmet, ist teme Sorge; die Rauchsäule über dem Krater zeugt von seinem ungestörten Stoffwechsei; nachts zudt ein feuriges Leuchten um sein Haupt- das ist all täglich und stört nicht mehr.. Kiel, wird in lärmwollen Strudeln zur Seite ge Sturs, schäumend wirft sich das Wasser um den drängt; soweit man sehen kann, bleibt hinter uns die Wasserstraße ausgezeichnet. Eine sanfte Briſe geht wohlgefällig über das Schiff. Wir fahren an her Sohle Italiens hin. Am Abend ist Kinovorstellung an Deck. Vor dem großen Mastbaum wird die Leinwand breitgespannt, die bläht sich im Winde wie die zwei Backen eines Kinderdrachens; das gibt unfreiwillig höchst ulkige Wirfungen. gegen Triest. Nun lasse ich die Urlaubstage an mir voralles getan, was gui war. Umfichtig vorbereitet. übergehen. Die„ Uro" hat uns treu geführt. Die Genossen, denen wir uns anvertraut hatten, haben alles getan, was gui war. Umfichtig vorbereitet peinlich gewissenhaft durchgeführt: Alle hat ge flappt. Wenn einem ein Taschendieb allzunahe und Nun ist die Herrlichkeit zu Ende. Sechzehn erfolgreich auf den Pelz gerückt ist, wenn ein Tage und Nächte warens am Anfang: reiche Zeit anderer seine Frau verlor( Glück aber: er hat sie Im Hafen von Neapel liegt groß und schwarz und jede Stunde wird Neues bringen. Wir fahren wieder); wenn ein Dritter, der seinen Koffer im neben anderen Rielen der Ozeandampfer Präsihinein in unbekanntes Land. Zu Schiff, zu Schiff! Wagenabteil hat stehen lassen. die Rupeenummer dent Wilson", em 12.000- Tonnenschiff der CofuDurch das Thyrrhenische Meer, das Jonische nicht kannte und nun beim Suchen in Rom als lich- Linie, em Amerikafahrer. der eben seine Reise Mcer, das Adriatische Meer. Wir sahen Venedig, vermeintlicher Eisenbahnspißbube zur zur Wache New York- Neapel hinter sich hat; die Italien Am andern Morgen geht es Griechenland ent- Florenz, Rom, Neapel, wir waren auf Capri. transportiert wurde, wenn ein Zehnter bei einem Passagiere sind ausquartiert, wir fönnen ein- gegen. Heimat der Geister von Millionen aller Trinft, o Augen, was die Wimper hält, von dem Stauf sich längst verfallenes Inflationsgeld in die steigen, daß er seine Fabri fortsetzen kann; jüdlich, Länder, Wiege der Wissenschaft und Künste, Sel- goldnen Ueberfluß der Welt!" Ewige Wunder Hand drücken läßt: dafür kann man die Reisedurch die Straße von Messina, seinem Heimat- las Land Homers, Land des Sokrates. Da links haben sich uns aufgetan. Uns lächelte die Sonne leitung nicht verantwortlich machen. Die Uro hat hafen Triest zu. Die Sehnsucht vieler Jahre fin- liegt Ithaka, die Heimat des vielgeprüften und Somers. Wir schliefen im Schiff vier Nächte; fich das rückhaltlose Vertrauen aller Teilnehmer det jetzt ihre Erfüllung Das Schiff fährt auf der liftenreichen Odysseus. Wir fahren in den Hafen dankbar denken wir der Männer, die, während wir erworben. Ihr gebührt unser Dant. K. M. großen Wasserstraße. Soweit das Auge schaut: von Patras ein, der der Meerenge von Korinth ruhten und froh unser Dasein genossen. für uns Wasser. Wir liegen, in unsere Stühle geschmiegt vorgelagert ist. Schade-wir dürfen nicht ans wachten und sorgten. Wir scheiden nicht ohne Weh eite 6 Kunst und Wissen. Prager Konzertsaal. Mitteilungen aus dem Publikum. Das Beste tür Ihre Augen liefert Optiker Deutsch, Prag, Graben 25. Kl. Bazar. FEINSTES SPEISEFETT Polarir Zu unserem Preis- Rätsel. Die an die Einsenderinnen richtiger Lösungen verschickten Gutscheine find noch nicht alle eingelöst resp. uns vorgelegt wor sind noch nicht alle eingelöst resp. uns vorgelegt wor den. Wir verlängern daher die Gültigkeit dieser Gutscheine bis zum 24. Dezember d. J. Busch, Damen- und Backfisch- Konfektion en gros und en detail, Prag, Příkopy 27( Mitte des Grabens) Groer Bazar, nur 1. Stod, keine Schaufenster! Samstag, 27. November 1926. zählt, daß sich Adler trotz seines sozialistischen Be-| jedem Zug im Fremdenverkehrsverband( PulverKenntnisses seinen deutschen Nationalimus bewahrt" turm). Jeder Wintersportler kann mitfahren. Halhat und daß er gegen die besondere Organisation ber Fahrpreis. Verband für Arbeiter der sozialdemokratischen Parteien der einzelnen Winter- Touristik. Tschechischer VorBoltsstämme, wofür sich Pernersstorfer und Dac trag am Dienstag, den 30. November, halb 8 synsfy einfeßten, war. Dagegen hätte sich Perners- Uhr, Lidovy dum, über den Ski- Sport. storfer vollkommen des deutschen Nationalismus" Unsere Verbandsmitglieder genießen 33 Prozent begeben. Die Teilung der einheitlichen österreichi- Fahrpreisermäßigung. schen Sozialdemokratie sei auf dem Brünner Parteitag 1899 vollzogen worden. So viel Behauptungen in diesen wenigen Säßen enthalten sind, so viel Fehler. Die organisatorische Selbständigkeit der sozialdemokratischen Partei in Oesterreich ist nicht auf dem Brünner Parteitag 1899, sondern auf dem Prager Parteitag von 1896 und dem Wiener Par teitag 1897 durchgeführt worden. Und was über den Nationalismus" von Adler und Pernersstorfer behauptet wird, wird jeder, der nur ein wenig über die Geschichte der Sozialdemokratie im alten Oesterreich informiert ist, als einen Unsinn erkennen. Es wäre zu wünschen, wenn in den fünftig erscheinenden Heften des Wörterbuches derartige falsche Angaben nicht enthalten wären. E. St. DIE NAT Aus der Partei. Vereinsnachrichten. REUNDE Touristen- Verein„ Die Naturfreunde", Prag. Winter- Sport NW& K WOLLGARNE SPORTWOLLEN Matador Alpia Gisela Ariadne * Schnellzüge ab Prag in der führend in Güre u. Farben Saijon 1926/1927. Der schechische Stisportverband( Svaz lyžařu) fertigt für alle Sonntage ab 4. DeDie eigentliche Sensation im Prager Konzertjaal in der letzten Berichtszeit war das Konzert des deutschen Geigers Fris Kreisler, der nach mehrjähriger Abwesenheit von Europa wieder einmal in Prag spielte. Daß es ihm gelang, unmittel bar nach dem Auftreten Hubermanns das Publikum in beängstigenden Massen in den großen Lucernasaal 3 loden und einen stürmischen Erfolg zu erringen, spricht für die außerordentliche Be deutung und Größe dieses Violinisten. Kreisler hätte sicher auch ohne die für ihn ins Werk gesetzte Reflame mit seiner Geigenkunst in Prag triumhiert; denn er ist vor allem hinsichtlich der Technik feines Spieles von geradezu mechanisierter Vollfommenheit. Diese unterscheidet seine Kunst auch von jener, durchaus auf Temperament und Sentiment gestüßten, Hubermanns. Ist der polnische Meistergeiger heute unerreicht in der leidenschaft durchglühten und faszinierenden Art seines Spieles, jo ist es Rreisler in der abgeflärten, klassischen Gbenmäßigkeit und Ruhe seines Vortrages; die a bend gab die vom Vorjahre her bekannte engTechnik ist beiden Künstlern nur das selbstverständlische Konzertjängerin Mira Mortimer. Altliche, zur höchsten Stunstfertigteit gesteigerte Mittel englische und moderne amerikanische Komponisten Lokalorganisation Kladno- Kročehlav. Sonntag, zum Zwecke. Als mustergültigen Klavierbegleiter standen auf ihrem Liederprogramme, daneben er- den 28. November, vormittags halb 10 Uhr, im hatte sich Kreisler den Münchener Pianisten Michael freulicher Weise auch der Meister des deutschen klas- Hotel Bost in Kročehlav GeneralversammRaucheisen mitgebracht. Ein ins Pianistischen Liedes Franz Schubert und der neuzeitliche lung. Referent Genosse Schönfelder( Prag). iche übertragender Kreisler ist der Wiener Meister- deutsche Tonjezer Arnold Mendelssohn. Zweier lehrer des Klavierspieles Emil Sauer. Mit un- bedeutender Konzerngeschehnisse der Berichtszeit fönerschütterlicher Ruhe und akademischer Würde spielt nen wir wegen gleichzeitiger anderer Veranstaltuner sein Programmi, ganze Serien der schwierigsten gen nur erwähnend gedenken: Der ausgezeichnete uito umfangreichsten Werfe ohne Unterbrechung un Sarisbader Generalmusikdirektor mittelbar einander folgen lassend, sich selbst begei- Rob. Manzer leitete als Gasidirigent zwei Konsternd an der unfehlbaren, rein spielerischen Art zerte der Prager tschechischen Philharmo seiner Technif, dem Inhalte der Vortragsstücke mit nie und der Prager deutsch- literarij fistlerische der gleichen, nur auf das Virtuose gerichteten Ob- Verein hatte einen wertvollen Orgelabend jektivität gegenüber stehend. Saner spielte diesmal deutschtschechoslowakischer Tonseger zení ber bis März den Schnellzug 211/212 ins auch eine Beethoven Sonate, die berühmte Appas veranstaltet, bei dem Werke von Evelyn altis, Riefengebirge ab. Abfahrt Samstag Wilsonbahnhof fionata"; unerhört schnell in den Zeitmaßen der A. Willner, Bruno Weigl, Felix Veryrek, 14 Uhr 15 Minuten. Rückfchr 23 Uhr 30 Minuten Echjäße und doch ohne Leidenschaft. Im Mo- Cornelius Ve its und Heinrich Rietich durch Wilsonbobi hef. Am 25. Dezember Sonderzug ab zarteum" Saole hate die Prager deutsche Prof. Anton Nowakowski zur Aufführung ce- 8 Uhr 25 Minuten Wilsonbahnhof. Anmeldung zu Musikakademie ihren erst en diesjährigen langten. öffentlichen Musitabend veranstaltet. Troß gediegener und vielseitiger Programmre vermögen sich diese gegen geringes Eintrittsgeld zugänglichen Veranstaltungen beim Publikum nicht durchzusetzen. Die fünstlerischen Ergebnisse waren diesmal übrigens nicht sehr befriedigend Auffallend war vor allem, daß die ausführenden Kunstelevinnen und Kunstjünger durchwegs Werte zum Vortrage brachten, die ibre normalen fünstlerischen Kräfte bei weitem überstiegen. Wir wollen aus diesem Grunde im Interesse der Musikpädagogit von der namentlichen Anführung besonderer Einzelleistungen abjehen. Im allgemeinen aber ist nicht einzusehen, daß beispielsweise eine unfertige Bianistin ausgerechnet Chopins ungemein schwieriges Cis- Moll- Scherzo, ein Virinosenstid ersten Ranges, spielen muß oder daß eine erst im Entwicklungsstadium befindliche dra matische Sopranistin( tros prachtvollen Stimm materiales) gerade die Szene von Isoldens Liebes- Slovnik narodohospodařsky, sozialui a politicky. tob" aus Wagners Tristan und Isolde", also eine Verlag Ottokar Janaček, Prag II. Nach Ar: des der anspruchsvollsten Gejangsszenen der gesamten Handwörterbuches der Staatswissenschaftent ist nun Operiliteratur, zum Vortrage bringt. Auch ein auch in tschechischer Sprache unter der Haupriedakneues musikalisches Wunderkind war in tion des bekannten Soziologen Dr. Chalupny Her Berichtszeit im Prager Konzertsaale zu hören: ein. volkswirtschaftliches, soziales und politisches der dreizehnjährige Brünner Pianist Eudolf Fir- Wörterbuch erschienen, das für den deutschen Leser fušny. Dieser sympathische Knabe ist ohne Zwei- insofern von Interesse ist, als im Gegensatz zum fel ein pianistisches Talent, dem eine schöne fünft- deutschen Staatshandwörterbuch hier naturgeniäß lerische Zukunft winkt, wenn er sich in der bisheri- die tschechoslowakischen Verhältnisse stärker berücksich gen Weise weiterentwickelt. Denn Ruda Firkušny tigt sind. Obwohl also auch den Deutschen dieses besitzt heute schon ein ansehnliches technisches Kön Handbuch nüßliche Dienste leisten kann, muß doch nen, um das ihn mancher sogenannie Rongert- an einem Beispiel die Unverläßlichkeit mancher Anpianist" beneiden fönnte, und ist auch musikalisch gaben dieses Werks dargetan werden. Gleich zu Anausgezeichnet beraten, wie er in freien Improvisa fang befindet sich die Biographie Viktor Adlers tionen über verschiedene vont Publikum aufgegebene In dem furzen Aufsatz sind eine ganze Fülle falThemen bewies. Einen geschmackvollen Lieder scher und schiefer Angaben enthalten. So wird er" " Die Klassiter in der Bibliothet. War es früher eine Selbstverständlichkeit, daß die Werke der Klassischen Dichtung den Grundstod jeder auch noch so fleinen Bibliothef bildeten, so, zeigen die Bücherbestände von heute oft recht empfind liche Lücken an klassischer Literatur. Von dem Philister, der neben dem Konversationslexikon und einem medizinischen Ratgeber höchstens ein paar Bände seichter Unterhaltungsliteratur im pruntenden Bücherschrank stehen hat, soll dabei gar nicht die Rede sein. Aber auch der Kenner, der ernstlich strebende junge Mensch, der mühsam die Bücher für eine fleine Hausbibliothek zusammenträgt, greift meist nach den Neuerscheinungen und kennt die Klassiker nur mehr aus der Distanz, die zwischen spärlicher Schullektüre und späterer Befassung mit Buch und Künstler besteht. Da die deutsche Bühne den Klassitern nicht minder entfremdet ist und in Jahren immer nur eine ganz spärliche Auswahl klassischer Werke auf die Bretter stellt, ist in den Kreisen der Gebildeten wie der Bildungsbeslissenen( an denen weit mehr liegt als an den formell geschulten), eine Entfremdung von der Klassischen Dichtung eingetreten, die soweit geht, daß wirklich nur noch Namen ohne Inhalt von den Werken der Großen fortieben. Wer den Tell" kennt und den Faust Film gesehen hat, der kann unter Hunderten beinahe schon als Kenner der klassischen Dichtung gelten. Vortragskünstler und Rezitatoren haben sich mit ihren Programmen auch weit genug von der klassischen Dichtung zurückgezogen; daß dem nicht so sein müßte, beweist der starke Erfolg, den wohl innerhalb einer begrenzten Gemeinde, dafür aber seit Jahrzehnten unvermindert und stets aufs neue beigeisterte Interpreten der Klassiker erzielen, von denen etwa Wüllner und vor allem Karl Kraus genannt seien. So sehr nun die Verwilderung des Geschmackes, der Verfall der zeitgenössischen Literatur, die Irrunc. j Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. Samstag, 7% Uhr, Festvorstellung zugunsten des Deutschen Theatervereins: Ensemble pastipiel des Wiener Staatsopernballetis Sonntag, 11 Uhr: Kammermusif: 2% Uhr, Arbeitnehmervorstell, Gastsp. Scop. Reamer: Raiban der Weise"; 7 Uhr, Uraufführung:„ Ich und Du". Montag, 7% Uhr, Beethoven Feter: Philharmonisches Konzert. " Spielplan der Kleinen Bühne. Samstag: Re ner Tisch"- Sonntag, 3 Uhr:„ Kopf oder Schrift"; 7% Uhr, neueinstudieri:„ College Crampton".- Montag Bankbeantenvorst.: Der große Bluff". Literatur. gen und Wirrungen in Form, Stil und Stoff der Gegenwartskunst sozial und ökonomisch bedingt sein mögen, so wenig darf der verantwortungsbewußte Volksbildner darauf verzichten, in dieser Wüste den Weg zu weisen. Die stärksten Kulturwerte, die wir besigen, sind doch die Werke der Klassiker, an ihnen allein kann wahre Kunst, selbstverständlich im Wesen, nicht in der Form, ihr Vorbild finden, sie fön nen Richtung geben und sie vermitteln auf der Bühne, im Vortragssaal und bei der Leftüre ungetrübten Genuß. Dieses kostbare Erbe nicht verfallen zu lassen, muß Sorge jeder ernsten Bildungsarbeit sein. Nicht Verachtung oder Unterschätzung der Moderne soll gepredigt werden, aber die Wertung junger und jüngster Bürger des Parnaß wird doch nur gerecht sein, wenn man sie als Fortsetzer und Nach kommen der Klassiker versteht, der Genuß an ihren Werken muß unvollkommen bleiben, wenn man nicht durch Lektüre der klassischen Dichtung das Ohr für die Feinheiten der Sprache geschärft, den Geist für das Erhabene geschult, das Gemüt für das tragische Erleben gereift hat. Die Klassiter gehören in die Bibliothek und die fortschreitende Eroberung der Kultur für die breiten Massen sollte sich in der wach senden Zahl der Klassikerbände im Bücherschatz auch der arbeitenden Schichten des Volkes dokumentieren. Die Frage der Auswahl und Reihenfolge ist leicht entschieden.*) *) Die Zahl der Klassikerausgaben ist fast unüber sehbar. Das Angebot an Einzelausgaben, Lurusbänden und wohlfeilen Sammlungen, Gesamtausgaben und Auswahlkollektionen ist sehr groß. Sehr zu empfehlen sind die Ausgaben des Bibliographischen Jn ftituts in Leipzig, das fast fämtliche klaffifchen Dichter verlegt hat und die Bände in verschiedener Ausstattung aber durchwegs sehr preiswert auf den Markt bringt. Im Verhältnis zu der gediegenen Ausstattung und der Verläßlichkeit der Terte, die peinlich sauber bearbeitet wurden, ist der Preis dieser Ausgabe als niedrig zu bezeichnen. Sie ist jedenfalls dort, wo nicht Einschränkung auf minimale Auslagen geboten ist, anderen Ausgaben vorzuziehen. Herausgeber Ti Ludwig Ezech. Berantwortlicher Redakteur ilhelm Wiener. Für den Druck verantwortlich: O. Solit Drud: Teutiche Beitungs- A. G. Brag CORONA neues Modell mit Radschaltung hat sämtliche Vorteile großer Bureaumaschinen und dazu noch die Vorteile der Billigkeit und Übertragbarkeit. GIBIAN& Co., Prag II., Lucerna. 43995 Teleph. 29823-24. 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Neben Walther ihresgleichen und in Hauff, der sechsundzwanzigjährig von der Vogelweide gilt dies insbesondere für das verstarb, verlor die deutsche Literatur vielleicht einen Nibelungenlied und für die Edda. Mag ihrer glänzendsten Erzähler. Seine unübertroffenen diese noch an der Grenze literarischen und allgemei- Märchen sind wert, nicht nur als Jugendlektüre vernen Interesses liegen, so sollte jenes doch Gemeingut breitet zu werden, seine Novellen stehen weit über des deutschen Volfes sein. Der Stoff und sein ful- den meisten Gegenwartsprodukten und seine„ Phan turgeschichtlicher Hintergrund sind durch den großen tafien im Bremer Ratskeller" gehören zu den besten Ufa Film den breiten Massen vertraut geworden, Brosastücken der deutschen Literatur. Durchgesetzt die dichterische Gestaltung der Sage sollte ihnen nicht hat sich in den letzten Jahren E. T. A. Hoffmann, länger fremd bleiben. An der Wende der Zeiten der große romantische Erzähler und eines der stärkerhebt sich, halb noch Produkt des urwüchsigen Mit- sten Temperamente der Weltliteratur. Den Klassitelalters, halb schon Bote der neuen Zeit, die Rietern beizuordnen ist auch Grillparzer, den man senerscheinung Shakespeares, dessen Gesamt mit Unrecht als eine Art österreichischen Lokaldich werk lebendig ist wie nur je. Gewagte Sensations ter abseits stellen möchte. Sei dramatisches Werk stückchen der Bühne, wie die Hamlet- Inszenierung lebt und besteht aus eigener Kraft auch neben den Ayliffs haben die durch nichts abzuschwächende, für Klassikern. Die Geschichte des klassischen deutschen alle Zeiten bleibende Kraft der Shakespeareschen Dramas ist wohl zu begrenzen mit Hebbel, der Dramatik erwiesen. Und doch hat selten ein Mensch eine Entwicklung abschließt und an der Wiege einer Gelegenheit, auch nur die gute Hälfte der Shake- neuen Bewegung steht. Er sollte so wenig wie speareschen Dramen im Laufe seines Lebens auf der Seine, dessen Lyrik und Prosa klassischen Wert beBühne zu sehen. Umsoweniger sollte er auf ihre fißen, mit seinem Gesamtwerke in einer Bibliothek Lektüre verzichten. Dem Kenner wird auch Les fehlen. sing unentbehrlich sein; wer ihn aus Mehrings kritischer Studie als Menschen und Repräsentanten des revolutionären Bürgertums lieben lernte, der wird trotz mancher überlebter Form auch in seinen Werken das Ewigkeitsgültige finden. Ist Wieland mehr ein Dichter von Liebhaberwert und Herder wichtig für den philosophisch und historisch Interef fierten, so dürfen natürlich Goethe und Schiller in feiner Bibliothek fehlen. Sie bedürfen wohl keiner Empfehlung und zu rechtfertigen hätte sich nur, wer fie aus der Bücherei verbannen wollte. Größere Beachtung, als ihm gewöhnlich gezollt wird, kommt aber Heinrich Kleist zu, in dessen Dramen die Diese Auswahl bedarf wohl noch mancher Cr gänzung, sie wird aber ein tragbares Gerüst, ein guter Kern jeder Bücherei sein. Wer in den Werfen dieser Großen Einkehr hält und zum Verständ nis ihres Genies vordringt, wird doppelt Mensch sein und sein Leben anders leben als der kulturferne Spießbürger. Ein geistlos philologischer Schulbetrieb hat mehr Furcht als Ehrfurcht vor den Klassikern erzeugt. Es gilt die Scheu zu überwinden und zu erobern, was des Eroberns wert ist. Der lebendigen Gegenwartsdichtung kann das frommen. nur