Einzelpreis 70 Seller. Rebaltion und Verwaltung: Prag, II., Nelajanta 18, Telephone: Zagesredaktion: 26795, 31469. Rachtrebattion: 26797. Poftihedamt: 57544 Juferate werden laut Tarif billight berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlah. 6. Jahrgang. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit. Freitag, 24. Dezember 1926. Weihenacht! Sonnenwende! Wollen auch wir, deren Gegenwart so Früb und arm ist, denen das Schicksal so dürf judetendeutschen Arbeitervoltes, wollen zu erkennen suchen! gehen. gehen, Zukunft dort suchen? aber, Bezugs Bedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post; monatlich.... Kč 16.vierteljährlich halbjährig. ganzjährig. GO 48.96.192.Rüdstellung von Manu Stripten erfolgt nur bel Einsendung der Retourmarken. Erscheint mit Ausnahme bes Montag täglich früh Nr. 300. Weil das Bürgertum sich nicht selber aufGeheimnisvolle Schicksalsnacht schien un- Reigen von einst, sondern der moderne Tanz, Heimatdichter und der Heimatforscher schen und sie zu einer Gemeinschaft zusammenferen Alvorderen die Mittwinternacht. Zu der so wenig mit alter deutscher Art zu tun vorübergeht, in den Arbeiterwohnungen der schweißte, zu einer Kulturgemeinschaft. Ja, funft, so glaubten sie, könne in dieser Nacht hat. Und die Alten sizzen nicht friedlich plau- Industriedörfer, in den Schächten und Fabri- Kulturgemeinschaft, troßdem im großen ganzen fundiges Seherauge erkennen. Reste dieses ur- dernd nebeneinander auf der Bank, sondern sie fen, in den Häuschen der Heimarbeiter, in den die Arbeiter doch noch immer ausgeschlossen alten Glaubens haben sich, trotz fünstlicher Um- streiten und politisieren, und der eingesessene Stuben der Kleinbauern. Ueberall dort wächst sind vom Genuß der Kulturgüter! Denn, wo gestaltung der germanischen Winterfonnen- Bauer geht stolz und hochmütig vorbei an den und wird, immer wieder in seiner Entwicklung dieses starke, durch Erkenntnis der Schicksalswendfeier zum Feste der Geburt Chrifti, er- zugewanderten Arbeitern oder an den ehemali- unterbrochen, immer wieder zu neuem Auf gemeinschaft, durch Erlebens- und Willensgehalten bis in unsere Tage. Noch immer wird, gen Bauern, die zu Arbeitern herabgesunken" stieg sich sammelnd, das Neue, dort wird die meinschaft bestimmte Bewußtsein des Zusam halb im Spaß und halb im Ernst, am Weih sind. Nein, die vielen hundert Industriedörfer Zukunft der Sudetendeutschen! mengehörens, lebt, dort bilden sich neue Sulnachtsabend so wie in der Neujahrsnacht, Zu- in den deutschen Randgebieten sind keine turelemente. Was aber dieser Gemeinschaft der funft zu erforschen versucht. Heimstätten deutscher Heimatdichter mehr! Weit seitab vom Strom der Kultur, zer- judetendeutschen Arbeiter, dieser durch keine streut in unzähligen Dörfern, Weilern und Barteispaltung zerstörten Gemeinschaft, des Aber unsere lieben kleinen deutschen Siedlungen oder am Rande der Städte, in sozialistischen Wollens den Zug wirklicher Städte! Dort lebt doch noch das alte deutsche den unbeachteten, vernachlässigten, glanzlojen Größe gibt, was sie zu einer zukunftgestaltentige Weihnachtsbäume beschert hat, unsere Bürgertum! Dort lebt noch der alte deutsche Straßen, die nur selten eines Bürgers Fuß den Kraft macht, das ist die aus ihrer KlajsenPhantasie auf Weihnachtswanderung in die Geiſt, dort blüht nicht nur die liebe Blume betritt, lebt die judetendeutsche Arbeiterschaft. lage sich ergebende geschichtliche Aufgabe. Nicht Zukunft senden? Nicht raten wollen wir, nicht der Romantik, dort, wo deutsche Ver- Aber nicht mehr ohne Teilnahme am Kultur- jedem Arbeiter bewußt, nicht jedem flar erdie Entwick gangenheit sich in den Giebeln der alten Häu- leben, nicht mehr in Stumpfheit und Gleich kannte Aufgabe, aber doch die ihr Leben betändelnd Schicksal spielen, lungslinien unserer Zukunft, der Zukunft des ſer, in den Laubengängen rund um den Markt- gültigkeit. Ja, fäm' es auf das deutsche Bür- herrschenden und bestimmende Idee. In dieser wir plak, in den alten Raihaustürmen offenbart gertum an, dann wären diese deutschen Arbei- deutschen Arbeiterklasse liegt die Zukunft des dort ist doch auch des Sudetendeutschtumster, ob sie in den Schächten und Fabriken oder Sudetendeutschtums, in dieser Arbeiterklasse. So müssen wir dorthin gehen, wo die Zukunft! Ach, in diese lieben alten Gas- in den Wäldern und auf dem Felde arbeiten, die nicht von schönerer, idyllischerer Vergangen. deutschen Arbeiter wohnen; in die Randgebiete fen kann man wohl wunderbare Raabe- Ge- noch immer die scheuen, geducten, wissen- und heit träumt, sondern das Werdende sieht, ein im Norden, Westen und Süden des Staates, schichten hineinträumen, bort kann man wohl willenlosen Sklaven, in die der werdende Kapi- Werdendes, das über alle von Bürgern erwo seit Jahrhunderten Deutsche wohnen, wo forgjam den Spuren der Vergangenheit nach- talismus die Arbeiter wandelte. Was hat die- träumbare, weil das Bürgertum aufgebende ste in Kampf und Arbeit sich ihre Heimat schuaber des judetendeutschen Volkesjes Bürgertum getan für den Aufstieg der deut Zukunft hinausreicht. fen. Des fudetendeutschen Voltes Zukunft geverfügung, jeden Schritt Bewegungsfrei schen Arbeiter? Jede Viertelstunde ArbeitsWir gehen diesen Weg nicht zum ersten Wer hat überhaupt flare Vorstellungen von heit, jebes bißchen Bildung mußten sie dem geben will, muß es gegen die Zukunft der Male und nicht wir allein sind es, die ihn ihr? Die Gilde der Heimatdichter und Hei Bürgertum abringen. Gegen den Willen der Nation kämpfen. Träger dieser Zukunft iſt matforscher träumt sich immer eifriger in die Bosipenden, gegen den Widerstand der Kul- das deutsche Proletariat. Dem deutschen Pro Wie gern suchen unsere Heimatdichter, Bergangenheit zurück und fann den Weg in rurträger, mußten, fich fudefendeutsche Bro- letariat wendet sich aller Haß, alle Wut des diese Lieblinge des judetendeutschen Schrift die Gegenwart nicht finden und wenn sie sich letarier die Möglichkeit etwas menschenwürdi- deutschen Bürgertums zu. Um mit größerer tums, die Siedlungen in den Tälern unserer irgendwelche Vorstellungen von der Zukunft geren Lebens erkämpfen. Noch haben sie sich aussicht den Kampf gegen seine proletarischen Randgebiete auf und die stillen, verträumten, macht, so sind diese den Bildern der Vergan- feinen Platz an der Sonne erobert,- Volksgenossen führen zu können, um- sei es von ihrer Vergangenheit träumenden Klein- genheit verblüffend ähnlich. Und die Parteien baß sie wenigstens die Sonne sehen können, das auch mit fremder Hilfe seine Herrschaft städte, an denen das judetendeutsche Land so des deutschen Bürgertums? Ob sie sich die ist ihr eigenes Werk! über die deutschen Arbeiter verlängern zu fön reich ist! Wie liebevoll erzählen sie von dem, Bukunft des sudetendeutschen Volkes vorstellen was einst war, von der Urväter Leben und als ein Dauerbleiben im tschechischen Staate nen, wirft es sich den tschechischen KlassenHoffnungsspendend, Zukunftsglauben wet- genossen in die Arme. Der„ Erbfeind" als Art, von ihren Kämpfen um Land und Leben, oder als ein Zusammenleben mit dem gesamten fend, aufrichtend und tröstend ist der Sozia- Bundesgenosse wider die deutschen Arbeiter! von dem, was sie diesem Lande und uns, den deutschen Volk, ihre Bilder von des Rollismus zu allen Arbeitenden gekommen, zu Nachfahren, an Kulturgütern gegeben haben! fes Zukunft, die ihre Phantasie fich formt, denen in den großen Städten und zu denen in Kampf tobt um die Heimat. Wem joll Warm wird ihr Herz, wenn sie davon er- sind nur gigantische Vergrößerungen der Ge- den Einöden, aber unendlich viel hat er sie gehören? Dem Kapitalisten, damit er mit zählen, wie deutscher Bürgerfleiß die Städte genwart: Vermehrung der Macht des Bür unseren judetendeutschen Arbeitern gegeben! ihr auch besize die Kraft des Geistes und der schuf, deutscher Bauernschweiß den Boden gertums, Vermehrung der Gewinne, größere, Geächtet und verachtet lebten sie, in fürchterlich Arme der Besizlosen? Und der Arbeitende, fruchtbar machte, wie deutscher Meister Kunst glänzendere Gewinne aus Landwirtschaft, Introstloser Monotonie, neben den Kleinbürgern der dieser Heimat in hartem Mühen Früchte des Bodens und Schäße der Erde abringt, das Handwerk zur Blüte brachte. Besonnte duftrie und Handel, Aufrichtung stolzer Batri in den Städten, neben den Gutsherren Vergangenheit! zierherrschaft in veränderter Gestalt, aber Großbauern in den Dörfern. Die Schule gab auf ihrem Boden Fabriken und Maschinen Liebe führt ihre Feder, wenn sie von den nirgends, nirgends Neues formende Gedanken! ihnen nichts, was das Leben schöner und rei und Paläste baut, er soll Geduldeter, Fremder cher gemacht hätte, die Kirche verwies sie zu reisein in der Heimat? Nein, nicht Gast nur in fleinen Beuten erzählen, von denen, die in den Von Volksgemeinschaft, von Schicksals, den Pflichten der Demut und des Gehorsams, der Heimat will das deutsche Proletariat sein! Wäldern und auf den rauhen Bergkämmen pon Notgemeinschaft aller Deutschen, von Kul- sie drückte ihr Menschentum noch tiefer hinab, Gs will sie erobern, erobern für die arbeihausten. Und wieder wird Stolz in ihnen le- turgemeinschaft aller Volksgenossen wird ge= bendig, wenn sie schildern, welchen Segen deutschwärmt an völkischen Abenden, in Volks- wie arm, wie unsäglich arm war dieses tende Volksgesamtheit! scher Unternehmungsgeiſt den Armen brachte, bildnerlehrkursen, und vielleicht glauben nicht ersten Apostel des Sozialismus in diesen Ar die Heimat. Es dichtet in sie keine Gestalten Arbeiterleben! Wie Propheten wurden die die Ohne Illusionen sieht dieses Proletariat als er ihnen Arbeit schuf, indem er in den wenige von denen, die sie prisen, wirklich an beiterdörfern begrüßt, Wäldern Glashütten erstehen ließ, den Erzgefie, wie auf eifrige aus versunkenen Jahrhunderten hinein, es aber wo ist sie im Werden? Und wo Neubekehrte die Bibel, so wirkten zufällig in sieht diese Heimat, die der Kapitalismus birglern Verdienst bot durch Abnahme und find die Elemente einer neuen Kultur? Bei entlegene Weiler gekommene Zeitungen auf gründlicher umgestaltet hat, als Naturereignisse Bertrieb ihrer Spiken. Ja, das ist so nett, dem Kleinbürgertum unserer Städte? Ach, diese Weltverlorenen. Daß die deutschen Ares vermöchten, im falten Lichte der WirklichDavon läßt sich so prächtig plaudern, das läßt das läßt jogar die deutschen Theater, sterben, beiter ihres Menschentums sich bewußt wurden, feit. Und es sieht den Bürger besitzen und herrsich mit so leuchtendem poetischen Schimmer weil ihre Erhaltung zu teuer kommit Bier- daß aus den Geduckten und Gedemütigten schen in dieser Heimat, sieht sich selber in der ummeben, dieses Leben der Kohlenbrenner, der abende sind gemütlicher. Kunstgenuß bietet auch aufrechte Menschen wurden, daß Glückshunger Rolle des ewigen Lohnfklaven. Des ewigen? Spizenklöpplerinnen, der wandernden Musi die Liedertafel, Vergnügen genug das Kino, in ihnen wach wurde, daß das Buch seinen Weg Nein! Das System, das die Arbeitenden zu fanten, der Spielzeugmacher, der Glasmacher! Zerstreuung das Kartenspiel. Die paar wirt auch in die Arbeiterwohnungen fand, daß Besißlosen, zu Lohnsklaven der Beſizenden Wie verständlich ist es, daß unsere Dichter, die lich kulturgesättigten Großbürger, die in fol- dort, wo nach dem Willen des für die Volks macht, zu brechen, mit der Gesellschaftsordnung großen und die kleinen, immer wieder hinab- chen Städten siedeln, leben ein Leben für sich, Gesamtheit doch so gleichgültigen, weil klassen des Kapitalismus auch das Bild der Heimat stiegen in die unerschöpfliche Vergangenheit, beeinflussen nicht die Lebensgestaltung. die egoistisch gebundenen Bürgertums Sümpfe der zu ändern, sie zu einer wahren Heimat zu maföstliche Schäße der Poesie aus ihr zu holen! Geisteskultur des Kleinbürgertums. Aber Unwissenheit sich ausbreiten müßten, geistiges chen für alle ihre Kinder, daß ist heute Traum, Wir wollen uns die Glashüttenmärchen aus selbst wo von kulturellen Interessen griprochen Leben quillt, unjerer Dichtung gar nicht mehr wegdenken... werden kann, sind sie doch nirgends der Zuzialismus! das ist das Werk des So- stolzer Traum hunderttausender deutscher Arbeiter und das wird, als Werk dieser Arbeiter, Aber die Heimat von heute, diese indukunft zugewandt, der Erkämpfung, Ertrozuna, strialisierte Heimat, diese Heimat, in der keine Erarbeitung einer neuen Lebensform, einer Daß über das ganzer Land hinweg, von Wirklichkeit werden. Heute noch belächelt und Märchenblume mehr blüht, in der die Schlote neuen Form des Zusammenlebens der Men- Bergzug zu Bergzug, alle die hundert Klein- bejpöttelt und doch schon gefürchtet und deshalb rauchen, die Maschinen dröhnen, ganze Land- schen, einer neuen Gesellschaftsgestaltung. Denn Städte und Dörfer und Siedlungen verbin- gehaßt vom deutschen Bürgertum, wächst diese schaften vom Bergbau uingeformt wurden, ob Groß- oder Kleinbürger, ob der Entzückung dend, sich das Bewußtsein der Zusammengehö- Zukunft des sudetendeutschen Volkes in taudiese Heimat der Industriearbeiter gefällt den über die Schönheit alter Bilder, moderner rigkeit geltend gemacht hat, daß sie alle, die end Dörfern, in tausend Fabriken, in hundert Heimatdichtern nicht mehr so recht. Das Le Dichtungen, ewiger Musik fähig, oder" bier- und Arbeitenden im Erzgebirge und im Böhmer- Bild in strahlender Schönheit in unseren Seetausend Arbeiterherzen, jene Zukunft, deren ben der Industriearbeiter ist nicht poesieumfloj fartenglückseligkeitsgenügsam, Besikfanati- wald, im Riesengebirge und in den nordwestsen, ist rauh und hart, und in den Tälern blüfer sind sie alle, boreingenommen, für ihre böhmischen Berawerken, in den Fabriken und len lebt: ein gemeinschaftlich schaffendes, hen keine Idyllen mehr, dort sind die Fabri- Stellung in der Gesellschaft, klassenegoistisch, in den kleinen Werkstätten, daß sie alle sich als meinsam genießendes, ein zu wirklicher Gefen mit den Straßen bergaufwärts gestiegen, und mit Verachtung der besizlosen Arbeiter ge- eine Einheit fühlen, das ist das Wert meinschaft zusammengewachsenes Volf, ein und in den Dörfern steht vielleicht noch die füllt bis zum Rande! Wie sollte in solchen des Sozialismus! Schon das wäre ungemein freies Volk in der judetendeutschen Heimat..! alte Linde am Ortsplay, aber um sie drehen Kreisen Neues, wirklich Neues, großes Neues Großes, wäre Gewaltiges, daß er dort, Sonnenwende! Symbol der Schidsich nicht mehr Jünglinge und Mädchen in werden? Fleinbürgerlicher Ortsdünkel, landschaftliches falswende ist sie uns, jener Schicksalswende, Lustigem Tanz, getanzt wird in den Und doch wird das Neue! Und wächst neue Sonderbewußtsein wirken, alle diese Schran- die Arbeiterkraft und Arbeiterwollen herbei Wirtshaussälen, und nicht mehr der zierliche Gesellschaftsgestaltung empor! Dort, wo der fen zwischen Arbeiter und Arbeiter niederwarf führen wird! wo ge= Beite 2 An der Wende des Weges. Von Dr. Karl Renner. Freitag, den 24. Dezember 1926. werdet Ihr noch zögern? Wann folgt Ihr mit allen Mitteln zu versuchen, sei es auch der Bahn der Einheit? mit der Beseitigung oder Einflußmachung der Die füdeuropäischen Dittatu- Parlamente mit der Erwürgung der Demoren haben ihren Höhepunkt überschritten: fratie, oder gar mit Fememord und fascistiSchon ist die griechische Diktatur zu schem Rhizinusöl, die ihr im gewissenlosen Wer möchte. es bestreiten, daß die kapi- stärkste Partei des Landes sein wird. Der sammengebrochen und der italienische Geldmachen hinderliche sozialistische Bewegung talistische Reaktion ihre Kräfte sammelt und französische Sozialismus gewinnt Fascismus übergipfelt sich eben in jenem an die Wand zu drücken. ihre Macht befestigt? Dieses alte Europa, das täglich an taktischer Klarheit. Die Sozial- blinden Hochmut, der vor den Fall kommt. Gewiß, in erster Linie ist es der Sozianach dem Zusammenbruch des Weltkrieges demokratie in den mitteleuropä- Ungarn freilich Ungarn hat die europäische lismus, seine politischen, gewerkschaftliche durch politische und soziale Revolutionen erischen Staaten überwindet täglich mehr Tünche abgewaschen und ist wieder der mittel- und genossenschaftlichen Organisationen, dy schüttert und politisch wie sozial umgewälzt die inneren Hemmungen und formiert sich zu- alterliche, halbasiatische Staat geworden, der es das Bürgertum als seinen Todfeind haßt. wurde, sucht einen Halt und unternimmt es, nächst in der Opposition zu einheitlicher Front. immer war. Indessen nicht der Balkan, der Stünde der Arbeiter allein, würde er seiner auf fapitalistischer Bajis sich zu kone Hiebei verspricht das Vorbild der österrei Westen und das Zentrum des Festlandes ent sozialistischen Gesinnung entfagen, so würde folidieren. chischen Partei den besten Erfolg. Durch scheidet: Die Arbeiterklasse Euro- sich die Bourgeoisie wohlwollend damit begnüDer Sturz der Arbeitervegierung, die ein Menschenalter in einer Kampffront mit pas ist wieder auf dem Vormarsch! gen, ihn zu verachten. Aber er hat im Sozia Niederlage der Bergarbeiter, die Massenar- dem Proletariat aller Zungen der Die Winterfröste der Reaktion liegen zur lismus seine Stüße, der Sozialismus hat ihn beitslosigkeit in England haben die britische Tschechoslowakei gestanden und jetzt Stunde noch über der Erde, aber schon ahnen aus dumpfer Unwissenheit und Knechtschaft Arbeiterbewegung zurückgeschlagen. In durch Staatsgrenzen ein wenig entfremdet, wir die Frühlingstürme, die alle Wege zu herausgeführt, ihn zu einem politisch gleichFrankreich, wo die Kriegs- und Haßre- fragen die österreichischen Arbeiter: Wie lange neuen Taten und neuen Siegen freimachen! Nicht anders in der Tschechoslowa= fei. Hier läuft die erste Geschichtsphase dieNicht antiſozial – nur antiſozialiſtiſch! Von Wilhelm Nießner. berechtigten Faktor gemacht, der den Unterdrückungs- und Ausbeutungsgelüften des Kapitalismus Widerstand zu leisten gelernt hat. Darum wütet der Bourgeois gegen den Sozialismus und verbündet sich gegen ihn mit Tod und Teufel. Ihn sucht er zu vernich= ten, eben weil er Wehr und Waffe der Argierung Poincarés eine zeitlang durch das Kartell der Linken abgelöst war, hat die Finanznot das Land wiederum Poincaré zu Füßen gelegt. In Deutschland sind wohl Hitler abgetan und der Stahlhelm zurückgeworfen, aber die Sozialisten sind wieder aus der Regierung gedrängt und der Kurs Neben dem einen Vorwurf. daß sie um dienen, ihre gesteigerten Lebensansprüche trei- beiterklasse ist. Es geht nicht gegen den Argeht offensichtlich nach rechts. Spanien, der Füllung des Geldjacks willen ihre Ver- ben sie gegenüber den Lebensbedürfnissen der beiter? Die alliierte bürgerliche Reaktion Italien, Ungarn, Rumänien und gangenheit verraten und den Kampf um die Arbeiterklasse zu immer größerer Skrupellosig- will den Mieterschutz vernichten, sie macht das Jugoslawien sind der antisozialen Dik- Schaffung eines ehrlichen, wirklichen nationa- feit. Die Entwicklungstendenzen des Kapita- Barlament zu ihrem willfährigen Inſtrument, tatur verfallen. Auch in den nordischen len Ausgleichs aufgegeben haben, suchen die lismus geraten mit den Interessen des Lohn- sie sucht die Grundlagen der Sozialversicherung Staaten ist die letzte jozialdemokratische Re- deutschbürgerlichen Regierungsparteien noch proletariats in stetig wachsenden Widerspruch. zu unterminieren, verteuert unerträglich durch gierung gefallen und das Proletariat auf die einen anderen abzuwehren, nämlich den, daß Der Unternehmer, der kleine noch mehr als Bölle den Armen die Lebensbedürfnisse, be Opposition beschränkt. ihr Zusammenschluß mit der tschechischen der große, denn er kann gegen diesen im schwe- schließt eine kapitalistische Steuerreform. Der Bourgeoisie dem antisozialen Urtrieb des Bür ren Konkurrenzkampfe seine oft fümmerliche Sozialismus, ruft das Bürgertum, muß zu-gertums entspringt. Existenz kaum schüßen, wehrt sich gegen jede ma- rückgeschlagen werden, aber es trifft den Arſes Staates, die mit Tufar und Beneš einge- Ursprung der tschechisch- deutschen Regierungs- die Erfüllung aller sozialen Pflichten, denn er Waffe zu entwinden, Jeugnet aber hartnäckig, Antifoziales Denken wollen sie als den terielle Besserstellung des Arbeiters und gegen beiter. Es sucht ihm seine stärkste und einzige setzt und in der Person des Präsidenten Ma- mehrheit nicht gelten lassen, sie leugnen, daß weiß, daß sein Profit dadurch geschmälert daß es ihm Schaden bereiten wolle. faryk, des Soziologen und Philosophen, ihren egoistische Profitinteressen sie aneinander- wird. Das besißende Bürgertum will im Staat Ausdruck gefunden hat, offenkundig in diesen geschweist haben, nicht als antisozial, nur als herrschen, die. Gesetzgebung nach seinem Wil- ihm die deutschbürgerlichen Parteien auf die Welcher Arbeiter ist noch so einfältig, daß Monaten ab und macht einer agrarisch antisozialistisch wollen sie angesehen werden. len einrichten. In diesem Bestreben sieht es Dauer einreden könnten, hinter dem Haß bourgeoisen, antifozialen Epoche Nicht der gemeinsame Haß gegen die Arbeiter sich durch die sozialistische Bewegung gehemmt, gegen die sozialistische Bewegung berberge fich Plaz, in der nicht die Soziologen, sondern die denn diesen gehöre ihre volle Sympathie denn diese ist trotz ihrer Zersplitterung noch die Liebe für den Arbeiter. Wo ist denn das Agrarier, nicht die Philosophen, sondern die nur die Gegnerschaft gegen den Sozialis- immer eine Macht. Die Gesetzgebung ist nicht Bürgertum oder auch nur ein Teil desselben Schutzöllner den Ton angeben. mus und die Sozialisten jei das Leitmotiv mehr wie früher eine leicht lenkbare Institution der Verständnis hat für die Kulturansprüche Wen wundert es, daß bei der allgemeinen ihres Handelns. zur Wahrung kapitalistischer Interessen, auch des Proletariats, der sozialen Idealismuse beWiderkunft des Gestrigen auch die Hohen= Die Absicht des Manövers ist offenfun- die Zukunft sieht nicht rosig aus, denn die fizzt, dessen Seele nicht erstarrt ist im materielzollern, Habsburger und Wittel- dig. Die in der Gefolgschaft der bürgerlichen fortschreitende kapitalistische Entwicklung, len Egoismus? Wo sind die Führer des Bürbacher ihre alten Krönungsornate entstauben Parteien stehenden Arbeiter sollen nicht Topf- droht, neue Unzufriedene mit der fapitalisti- gertums, die getrieben von Idealismus, jeund zur Rückkehr sich bereithalten, während im scheu gemacht werden. Keine von ihnen kann schen Gesellschaftsordnung zu schaffen, neue mals an die Seite der Arbeiterschaft getreten Süden des Festlandes italienischer Fascismus bei Wahlen der Stimmen proletarischer Wäh- Anhänger, neue Kräfte dem Sozialismus zu find gegen den Unterdrückungswillen eines joand jugoslawischer Nationalismus Maschinen- ler entraten. Wenn erst einmal die Armen zuführen. Erregung und Unzufriedenheit stei- ial rückständigen Unternehmertums? Sie föngewehre und Feldkanonen mobil machen. Im auf dem Dorfe erwachen, wenn der Großteil gen, die Unfähigkeit des Kapitalismus, der nen leugnen, die Wahrheit werden sie nicht fernen Osten aber wütet der chinesische Bür der Landarbeiter, Häutsler und Kleinlandwirte stabil gewordenen Krise Herr zu werden, ist im berhüllen. Die Arbeiterklasse wird erkennen, gerkrieg und droht eine gejamtasiatische Ver- nicht mehr das große Reservoir sein werden, Steigen. Die Bourgeoisie weiß in der Be- daß die internationale Verschwörung der midlung. aus dem die Agrarier heute schöpfen, wird der ängstigung vor der Verschlechterung der kapita- Bourgeoisie und ihrer Trabanten gegen fie Welt- Bund der Landwirte erheblich zusammen liftischen Entwicklungstendenzen nur einen Rat: selbst gerichtet ist. Daraus wird und muß sic schrumpfen. Und erst die Christlichsozialen! die ungeschmälerte Herrschaft an sich zu reißen, i die Kraft ihres Widerstandes schöpfen! Während an diesem Weihnachtsmorgen in Wie gering wäre ihre politische Bedeutung ollen Metten verschlafene Bauern- und Bür- ohne die zehntausende Arbeiter und proletarigermädchen an Engelstatt" Friede den Menschen Eriſtenzen, die sie unter Mißbrauch des schen auf Erden" fingen, verschärft sich tatsäch religiösen Gefühles und unter jesuitisch- listiger lich der Klassenkampf und erneut sich drohend Anwendung demagogischer Schlagworte zu ihrem Stimmvieh erzogen haben! Offen ein Die alte Reaktion chaos! das alte dern neu, sie gewinnt nach Wirren und Weihnachten im 3eichen des Kriegsgottes. Von Hans Joll. der Bölferhaß! Das Proletariat aber scheint gestehen, daß die mit dem tschechischen Bürger- des Mars, des Kriegsgottes. Die ganze italienisch- Deutschbürgerlichen immer, es haftete ihnen noch Die heurigen Weihnachten stehen im Zeichen das Gegenstimmen. Militaristen waren die allenthalben zurückgedrängt! Und dennoch! Die Arbeiterklasse tum geschlossene Allianz die Absicht verfolgt, franzöfifche Grenze starrt in Waffen, das Ver- die schwarz- gelbe Vergangenheit an, ihr Biberbergattert sich gerade jetzt in allen Län- en die Arbeiter zu regieren, die kapitali- hältnis zwischen Italien und Jugoslawien ist ein stand galt nie der Inſtitution Militarismus, stische Wirtschaft auf deren Kosten, durch veräußerst gespanntes mit den Wochen knapp vor sondern nur dem tscyechoslowakischen stärkte Ausbeutung zu konsolidieren, fönnte Spaltungen in den eigenen Reihen an in- die Frömmsten und Dümmsten ungebärdig Ausbruch des Weltkrieges vergleichbar. Und weit Militarismus! Und in dem Augenblid, nerer Geschlossenheit, sie flärt ihre machen. Daher verlent sich das deutsche Bür- im Often wird der Boden seit Monaten gerötet wo sie mit dem tschechischen Bürgertum Frieden deutsche- Bür3iele, sie erfüllt sich mit erneutem Kampf gertum, obwohl jede seiner Taten seine Ab- von Menschenblut. Im Völkerbund aber steht seit schlossen, söhnten sie sich auch mit dem tschechowillen. Die Realtion täuscht sich, wenn sie sichten und Ziele verrät, aufs Leugnen. Bei Jahr und Tag die Frage der Abrüstung auf der slowakischen Militarismus aus. Durch besondere willen. Die Reaktion täuscht sich, wenn sie glaubt, daß sie es noch mit der alten Arbeiter Gott, das tiefe soziale Fühlen der Deutschbür- Tagesordnung! Die Beratungen kommen nicht unterwürfigkeit und Gefügigkeit gegen schaft von 1913 zu tun hat, die sich durch gerlichen mit dem Los der Armen hat feinen vom Fled, immer neue Winkelzüge einzelner die Militärgewaltigen glauben sie wohl die einöffentliche Gewalt niederhalten und durch na Abbruch erfahren, ihm gehört nach wie vor Diplomaten im Völkerbund sind das Hemmnis. ftigen„ Sünden" wider den Kriegsgott zu büßen, tionale Schlagworte überrumpeln ließ! das gesamte Sinnen und Trachten, nur gegen Dies gilt nicht zuletzt von den tschechoslowakischen Die Reaktion übersicht, daß die Welt nach das Zuviel, das die Sozialisten getan Delegierten. Aber während Herr Dr. Benes und Wohlgefallen", so fließt es heute von den Lippen Friede auf Erden" und den Menschen ein 1918 in ihren innersten Grundlagen anders haben, richtet sich ihr Widerstand. Die Soziali Herr Veverka in Bedenken“ und„ Vorbehalten" der„ christlichen" Politiker ohne Unterschied der geworden ist! Der Kapitalismus sten haben einseitig" die Interessen eines Europas ist nicht nut ökonomisch, Standes vertreten und durch ihre sozialen mit wenn“ und„ aber" arbeiten, werden im Nation und Schattierung. Von Frieden sondern auch in oralisch erschüttert. Die Experimente" der Gesamtheit geschadet. Frei- Staate selbst die Rüstungen mit Hochdruck be- sprechen sie, aber den Krieg berei Orgien der Kriegs- und Nachkriegswirtschaft lich kommt es vor, daß die Sozialisten, die betrieben. Die Ausgaben für den Militarismus ten jie vor! Wäre es da nicht angehaben ihn dort entwurzelt, wo er früher am fe- schuldigt werden, des Guten zu viel getan und wurden durch das Gesez, betreffend den„ Loch- bracht und unsere Pflicht, alle die leider schon stesten war, in den Herzen und Gehirnen in den Besitzenden zu große soziale Lasten" auf- fonds für nationale Verteidigung"( Rüstungs- in Vergessenheit geratenen Schreckensbilder des differenter Maffen. Es gibt in feinem Lande gebürdet zu haben, in einem Atemzuge bezich- fonds) mit 1715 Millionen Kronen im Jahr Weltkrieges wieder in Erinnerung zu bringen? Europas ein Proletariat mehr, dem man noch tigt werden nur Unzulängliches mind unzu auf die Dauer von elf Jahren festgelegt. Wie wenig Landstürmler Nordmährens und die Heiligkeit des Eigentums" reichendes geschaffen zu haben. predigen könnte. Noch ist freilich das europä- Also nicht gegen die Arbeiter, nur gegen Kontrollos wird der Minister für nationale Ver- Schlesiens des Landsturmregimentes Nr. 13 ge ische Proletariat durch den Kommunismus die Sozialisten! Und das soll so gründlich ge- teidigung über 315 Millionen Kronen im Jahr denken noch der Schreckenstage des Durchbruches entzweit, fein nennenswerter Teil ist länger schehen, daß das deutsche wie das tschechische verfügen. Niemand wird wissen niemand am Dunajec im Jahre 1915? Wie wenige geindifferent. Außer den gewerblichen und in Bürgertum die gestellte Aufgabe für wichtig Rechenschaft fordern dürfen, wie die Gelder ver- denken noch jener mondhellen Nacht, die dem dustriellen Proletariern sind die Landarbeiter genug hält, den nationalen Streit vorläufig wendet wurden. Tage folgte, wo ein aus den 18- und 19jährigen und Kleinbauern auf der einen, die öffentlichen einzustellen, um mit vereinter und verdoppelund Brivatangestellten auf der anderen Seite ter Kraft diefer Aufgabe gerecht werden zu liegt ferner bereits die Regierungsvorlage betref berstärken, sturmfähig zu machen! Die Nacht Im Wehrausschuß des Abgeordnetenhauses gebildetes Regiment eingesetzt wurde, um uns zudem Sozialismus nähergekommen. Nach den können. Die Gründer des sozialistentöterijchen heroischen Anstrengungen und leidenschaftli- internationalen Bourgeoisblocks werden jeden- end die Beibehaltung der 18 monat- brachte eine Gefechtspause, unheimliche Stille lag chen Kämpfen der Jahre achtzehn bis zwanzig falls nicht verhindern können, daß die begreiflichen Militärdienstpflicht. Angekün- auf der Erde. Da ertönte plößlich hinter uns in nunmehr durch ein halbes Jahrzehnt zurüdliche Neugierde der Arbeiterschaft gestillt digt sind: eine Vorlage betreffend die„ bor- polnischer Sprache der gellende Ruf: ,, Mutter, geworfen, sehen sich die sozialistischen Parteien werde, worin der Sinn der verstärkten An militärische Erziehung der Jugend" Mutter! Mutter, hilf mir!" Ein in die zunächst zu einer starken Defensive gegen die strengung des Bürgertums gegen die soziali- und der„ Unterbringung der längerdienenden Uniform gepreßter Jüngling, fast noch Knabe, Reaktion zusammengezwungen. Not lehrt stische Bewegung besteht. Unteroffiziere im Staatsdienst" und noch eine hatte einen Bauchschuß erhalten und rief in seiner einigjein! Aber diese Defensive muß in Die nach dem Kriege zerstörte Wirtschaft Reihe anderer militärischer Gesezentwürfe: Man Todesstunde nach der Mutter! Und mancher in die Offensive umschlagen in dem Maße als hat die Jaad des Unternehmertums nach Ge- geht nicht fehl, wenn man diese Hochflut milt- den Greueln des Strieges hart gewordene, er die Reaktion die Massen durch Gewalterperi- winn und Profit erschwert. Vermögen wurden tärischer Forderungen ebenfalls auf die geänder- graute Landsturmmann, der das hörte, zerdrückte gewonnen, viele davon gingen aber ebenso Und diese Wendung fündigt sich allenthal- rajch verloren, der Konkurrenzkampf ist ein ten politischen Machtverhältnisse im Stante zu eine Träne und fluchte der Gesellschaftsordnung, Die englische Arbeiter- wütenderer, rücksichtsloserer geworden. Viele rückführt. Nicht daß früher der Widerstand der die Greise und Kinder erbarmungslos hinmordet, schaft hat in vielen Nachwahlen auffällige der Unternehmer wollen nicht mehr ein langes deutschbürgerlichen Parteien gegen Anforderun- So oft ich zur Rednertribüne gehe, um gegen Siege errungen und der Zeitpunkt ist nicht Leben hindurch arbeiten, mit fleinem Gewinn gen des Militarismus ein besonders großer ge- den Militarismus zu sprechen, gellt mir der Ruf mehr fern, wo sie bei Wahlen wieder die sich begnügen, sie wollen rajch und viel ver- wefen wäre. Dieser beschränkte sich zumeist auf des fotwunden Knaben in den Ohren:„ Mutter Mutter. bilf!" mente herausfordert. ben deutlich au. Freitag, den 24. Dezember 1926. Ein Wiedersehen am Weihnachtsabend Von Wilhelm Reimer. In den Londoner Jahren des Sturmes und Ihr hübsches Gesicht, ihr prächtiger Wuchs ward Dranges, grenzenloser Armut und namenlosen vielfach gerühmt von den Zeitgenossen. Eine Flüchtlingselends, stand Karl Marx, dem ihrer Töchter schrieb sogar: Bon außerordent Bielverfolgten und Vielgehaßten, treu und mutig, licher Schönheit, welche die Bewunderung Heines, als bester Freund und Mitkämpfer, zur Seite: Herweghs und Lassalles erregte, voll glänzender fein geliebtes Weib. Begabung und Win, ragte Jenny v. Westphalen unter Tausenden hervor". Marg und Jenny kannten sich schon als Kinder und verlobten sich in jungen Jahren. Und wie Jakob um Rahel sieben Jahre diente, so Marg um Jenny, bevor er sie heiratete. Weibes. Kinder. 11 Seite 3. sehen wir am besten aus einem Briefe an Frau Sozialismus, um die richtige Methode blieb uns Weydemeyer in Amerika, der sie nach einemt nicht erspart. Wir schwankten und irrten. Was Jahre ihre Krankheit schilderte und wo es uns aber im sozialistischen Wollen nicht abschwenheißt:... fünf Wochen vorher hatte ich mich noch fen und abirren ließ, war die stete Berührung mit ganz respektabel neben meinen blühenden Mädchen den Arbeitern, mit ihren Organisationen. Das ausgenommen. Da ich wunderbarerweise noch war das miterleben ihres treuen Festhaltens an fein graues Haar hatte, auch sonst bei Zahn und den gesezten Stampfzielen, ihrer in allen BedrängTaille war, so pflegte man mich in die Reihe der nissen eines grausamen Polizeiregimes unerschütmun alles vorbei! Ich selbst fant mir vor wie Wohlfonservierten zu stellen- doch wie war das terten Opfermuts. ein Rhinozeros, das eher in den zoologischen Garten gehörte, als in den Bund der kaukasischen Das Wiedersehen an jenem Weihnachts- Rasse. Erschreden Sie nicht zu sehr! Seute ist abend vergaßen die Kinder lange nicht. Aber Frau es nicht mehr ganz so schlimm und die Narben Marr, die schon soviel erlebt hatte, wußte sich mit fangen an, auszuheilen". ihrem göttlichen Humor wieder zu trösten. Das Aus der sozialistischen Jugendzeit. gung vorausgesagt. Von Johann Polach. Wir erlebten aber auch viele sozialistischen Freuden mit. So die unvergeßliche erſte Maifeier. Bis 1890 war der 1. Mai für die Wiener Mittelschüler ein freier Tag gewesen. Das fand ein Ende, als sich die Maifeier aus einem feudalen Feste der Wiener Aristokratie und des Wiener Spießbürgertums in ein Fest des kampfentschlos= senen flassenbewußten Proletariats verwandelte und seine traditionelle Gemütlichkeit" einbüßte. Wenn auch nicht bei den vormittägigen Versammlungen, am nachmittägigen Zuge waren wir sozialistischen Studenten dabei. Sie muß eine vortreffliche Frau gewesen sein, denn alle, die sie kannten, wissen nur Schönes und Gutes von ihr zu berichten und alle treffen sich in dem Urteil: beide passen vollkommen zusam men und ergänzen sich, ohne sie wäre er niemals der geworden, der er ist. Und Wilhelm Liebknecht schrieb viele Jahre nach ihrem Tode: Frau Marg war die erste Frau, durch welche ich die erziehe- In gelehrten Aufsätzen in den wissenschaft- zur Beichte und Kommunion regte sich. Ein fura- und Waldfeste der Organisationen. Den Höhepunkt Zu den Freuden zählten auch die Gartenrische Kraft und Macht der Frauen erkennen lichen Organen des Sozialismus werden jetzt häu- gierter Mitschüler sprach, als er bei einer Prü- bildete die Festrede. Manchmal wurde es auch lernte. The ich sie traf, hatte ich die Wahrheit des fig Probleme des Jungsozialismus erörtert. Wie fung über die katilinarische Verschwörung geben dadurch verschönert nicht ohne Rührung er Goetheschen Wortes nicht begriffen: Willst du sich das große Erlebnis des Eintritts in die sozia- sollte, vergleichsweise auch über die Sozialdemo- innere ich mich daran genau erfahren, was sich ziemt, so frage nur bei listische Welt für den jungen Menschen von heute, fratie. Der Geschichtslehrer erschrad, war aber innere ich mich daran- daß irgendein Genosse edlen Frauen an". Sie war mir bald Iphigenia, besonders für den jungen Intellektuellen vollzieht, der Situation pädagogisch nicht gewachsen. Er ein Gedicht von Schiller, Freiligrath oder Herdie den Barbaren sänftigt und bildet, bald Eleo- wird erzählt. Ganz anders geht dieser Prozeß vor salvierte sich mit dem weisen Worte, daß man mitteln auf die bildungshungrigen Arbeiter die wegh vortrug und mit sehr dürftigen Vortragsnove, die dent mit sich Zerfallenen, an sich Zwei- fich wie in der Vorkriegszeit oder wie in der noch durch Bekundung sozialdemokratischer Gesinnung allertiefste Wirkung ausübte. Wie gewaltige Fortfelnden Ruhe gibt Mutter, Freundin, Ber- weiter zurückliegenden Generation. Als Massen seine Zukunft mit Füßen trete". Die mit sol- allertiefste Wirkung ausübte. Wie gewaltige Forttraute, Beraterin. Sie war das Ideal eines erscheinung nach seinen allgemeinen Bedingungen cher Gesinnung Infizierten der Klasse quittierten schritte hat die Festkultur der Arbeiter seitdem beunter Anwendung soziologischer Methoden wird die freundliche Mahnung mit frechfrivolem fonders auf Wiener Boden gemacht. Mit der Ehe kam die Not, die ihr ständiger die Tatsache geprüft, ihre Gesezmäßigkeit" auf- Lachen. In den Anfang des letzten Jahrzehnts des Gast war, die Millionen", die Marx besessen gezeigt, an den Gesetzen historischer Wahrschein vorigen Jahrhundert fällt meine Universitätszeit. hat, existierten in der Phantasie der internatio- lichkeit die fünftige Entwicklung der Jugendbewe- Schule zu Diskussionen zusammen. Wir erörter- worden, die gewerkschaftlichen Organisationen Bald fanden wir uns auch außerhalb der Die Wiener Arbeiterbewegung war stärker genalen Lockspielbande. Und nichts blieb ihnen er ten halbe Nächte hindurch die Fragen des wissen wuchsen empor. Da wanderte ich ein der spart: Verfolgungen der Regierungen fast aller Wie ganz anders war es früher. Das sozial- schaftlichen Sozialismus an der Hand der weni- sozialistischen Schulung noch selbst Bedürftiger europäischen Länder, Mighelligkeiten aller Art demokratische Programm, Agitatoren und Zeitun Zeitungen Krankheiten in der Familie und der Tot dreier gen sprachen am stärksten von der sozialen und gen vorhandenen Broschüren. Was uns an eigener an jedem Samstagabend hinaus in die VorstadtErfahrung fehlte mit den Arbeitern hatten wir bezirke in irgend ein armseliges Wirtshaus, um physischen Not des Tages, weniger vom ethischen vorerst keine Berührung Doch unbeugsam wie eine Eiche stand Möm Gehalt des Kampfes zwischen Kapital und Ar- Leidenschaft der Gesinnung und Stärke der Dis- durch Vorträge zu belehren. Aus den Gebieten ersetzten wir durch vom eigenen spärlichen Wissen mitzuteilen, um chen" so nannten die Kinder ihre Mutter beit". In den Versammlungen war mehr die an der Seite ihres Mannes und ihrer drei Mäd- Rede vom unmittelbaren Daseinselend des ein- ussionsfreudigkeit. Auch erweiterte sich allmäh- der Revolutions, der Sozialgeschichte, der Natiochen, die ihr noch geblieben waren und die den zelnen Arbeiters als von der„ moralischen und ich unser Kreis. Wir kamen auch mit Arbeitern nalökonomie, der popularisierenden Naturwissenin Berührung. Vorerst, in dem wir VersammStolz der Eltern bildeten. intellektuellen Voraussetzungen des Uebergangs lungen besuchten und mit verhaltenem Atem den Erzählung einer kleinen Episode sei dieser Ausschaft wurden die Themen genommen. Mit der " Ich tomme", so schrieb Frau Mary einEs Erzählung einer kleinen Episode sei dieser Ausmal an eine Freundin, auf den Glanzpunkt un- waren Dinge, es war eine Sprache, die der Ge- Rednern lauschten. Ich erinnere mich an manchen schnitt aus den sozialistischen Jugenderinnerungen Liebling der Wiener Arbeiter, den schon lange seres Daseins, die Lichtſeite unseres Lebens, zufühlsweise des zur Ueberschwenglichkeit geneigten die fühle Erde deckt. Vor Franz Schuhmeiers geschlossen. Ich sprach einmal über das damals sprechen, auf unsere lieben Kinder. Ich bin über- jungen Menschen nicht entsprechen. Darum mußte beliebte Thema Sozialismus und Bevölkerungszeugt, daß, wenn ihr lieber Mann die Mädchen sich der Weg zum Sozialismus der einzelne Jüng dessen reiches Wissen und eindringliche Beredsam- fianern beliebte Argument vom sozialistischen Stagroßer Zeit war es besonders Karl Höger, frage" und polemisierte gegen das bei den Malthuals Kinder schon lieb hatte, er sich ihrer jetzt sicher ling mehr oder weniger selbst bahnen. Das große feit Stürme der Zustimmung und Begeisterung ninchenstall. Mehr als dreißig Jahre später fernte als hoch aufgeschossener blühender Jungfrauen revolutionäre Erlebnis des Eintrittes in die sorecht inniger freuen würde. Auf die Gefahr hin, zialistische Welt, das die Zertrümmerung der al- weckte. Auch manche populäre Bezirksgröße wüßte ich in Aufsig gelegentlich einer Versammlung einen daß Sie mich für eine recht eingebildete, schwache ten Innenwelt, den Aufbau einer neuen Welt be- sich durchzusetzen. Doch das tiefste Erlebnis bil- ich in Aussig gelegentlich einer Versammlung einen Mutter halten, muß ich doch der lieben Mädchen deutete, war ein individuelles Erlebnis mit allen deten die Versammlungen, in denen Viftor Ad- alten Genossen kennen, der diesem Vortrage beiLob austramen." Das tut die brave Mutter denn Erringungen und Erhebungen eines solchen. Es ler sprachy, mit seinem Sarkasmus und eblem gewohnt hatte und mir von einer ungewollten zählen konnte. Neben ihm war ein Liebespaar auch in ausgiebigster Weise, und so erfahren wir, gab teine Jugendorganisation, in die man wie in Pathos in gleicher Weise in die Herzen der Zu- Wirkung meiner damaligen Ausführungen erdaß Jenny, das älteste der Mädchen, gute An- eine sozialistische Schule eintrat. Der Sozialis hörer drang. Besonders blieb mir in Erinnerung gesessen, das meine Bemerkung über den Kalagen hat, ein gutes Herz, dunkles, reiches Haar, mus war eine Sache erwachsener leidenerprobter Schöpfer einer liberal- sozialistischen Utopie" Frei- ninchenstall, zu dem sich nach der ansicht ber eine Auseinandersehung, die er mit Herkka, dem glänzende Augen usw.; Laura, die Jüngere, ist Menschen, die mit heroischem Mute um Freiheit land hatte, an der auch Bernerstorfer und Malthufianer die sozialistische Geſellſchaft entihre ältere und Existenz kämpften, für diesen Kampf ein unhübscher und regelmäßiger als ihre Und das zulängliches Schulwissen mitbrachten, nur sehr Schwester, schlank und noch zarter. Kleinste? Ach, du lieber Himmel, wie wird es färgliche Hilfsmittel wissenschaftlich- sozialistischer Dann tam auch die Zeit, da auch wir vor denn sein?„ Es gibt wohl fein lieblicheres Sind, Aufklärung vorfanden und der heranwachsenden Arbeitern zu reden begannen. Wir Luden einige bildhübsch, naiv und launigen Humors. Beson Arbeitergeneration wenig zu geben hatten. 31 Vorträgen in unsere sozialistische Studentenders zeichnet sich das Kind durch allerliebstes Bei rückschauender Betrachtung in die eigene blase". Noch stellt sich manchmal im Traum die Sprechen und Erzählen aus. Das hat es von den sozialistische Frühzeit taucht manche Erinnerung Erinnerung an die Angst und Aufregung ein, die Gebrüdern Grimm gelernt, die Tag und Nacht auf. Es war in den Achtzigerjahren des vorigen ich empfand, als ich vor wirklichen Arbeitern seine Begleiter sind Jahrhunderts. Ich war in der 6. Klasse eines dem Dußend Gymnasiasten hatten sich ein ViertelWiener Gymnasiums. Unter den Schülern der dußend Arbeiter zugesellt über Mary' Wortobersten Klaffen gab es einige Sozialisten. Der lehre zu sprechen hatte. Es war sicherlich eine Ginigungsparteitag von Hainfeld hatte stattgefun- meiner schiversten Prüfungen. Wie gut oder den. Das Protokoll darüber sowie einige Bro- schlecht ich sie bestand, weiß ich nicht mehr. Da schüren gingen von Hand zu Hand; sie wurden gegen weiß ich noch genau, daß wir dann in gemit Begeisterung und Intereffe verschlungen. Die mütlichem Beisammensein mit den gestrengen erste Wirkung bei uns außerte sich im Widerstand Prüfern die Verbrüderung von Wissenschaft" und gegen die harte Schuldisziplin, gegen die Lehrer- Arbeit feierten. Was mich an die Partei am stärktyrannei. Aber auch in mehr oder weniger lau- ften fettete, war jedenfalls das eigene proletarische tem Protest gegenüber dem fonservativen, habs- Studentenschicksal, die täglich erlebte proletarische burgfrommen Anschauungen unserer Pofessoren. Not. Und doch war man fein sozialistischer Mu Auch Widerstand gegen die Kommandierungen sterknabe. Der innere Kampf um den richtigen 11 So jahen die Kinder aus, so sah es auf der Lichtseite des Lebens dieser guten Mutter aus, als jener 20. November des Jahres 1860 fam, an welchem Frau Marx von schrecklichem Fieber erfaßt wurde.„ Meine liebe Frau Marg", sprach nach längerem Schweigen der rasch geholte Haus arzt,„ es betrübt mich, Ihnen zu sagen, daß Sie Boden bekommen haben; die Kinder müssen sofort das Haus verlassen!" Wer beschreibt das Entfehen der Mutter beim Ausspruch dieses fürsorglichen Arztes? Eben war Marg, dessen Einkommen selten über zwei Pfund Sterling pro Woche stieg, von seinem Blatte mit geteilt worden, daß man aus finanziellen GrünHonorare um die Hälfte fürzen müſſe! Kronawetter teilnahmen. wickeln würde, mit der Bemerkung quittierte: ,, Gehen wir, der Karl redet ja von unanständigen Dingen." Was damals, wenn ich es vernommen hätte, meine Rednereitelfeit verletzt haben würde, bereitete mir ein Menschenalter später einen Augenblid großer Heiterfeit und rief mir ein Bild aus der unvergeßlichen sozialistischen Jugendzeit ins Gedächtnis zurück. Fest der Liebe. Ein einz'ger Tag im Jahr gehört der Liebe, Ein einziger steht auch den Toten frei; Schon morgen heben an die anderen Triebe Mit neuer, Kraft die alte Schweinerei, Statt Liebe Hiebe! Ach, daß es bei der Liebe bliebe! Peter Rojegger. ben feine, und die armen Stinder! Doch da fand Angelika Balabanoff. aſſiſchen russischen Literatur bekannt sind, reich den Garten, führte fie in einen verborgenen WinWas tun? sich ein Ausweg: der deutsche Flüchtling Liebfnecht, der allzeit Getreue, war selbst arm wie eine Kirchenmaus, nahm die drei Mädchen mit in sein Flüchtlingsheim. Oben in der Cottage in Graften Terrace -die Pocken brachen in lag nun Frau Marg furchtbarer Weise aus brennende Schmerzen im Gesicht, schlaflos sich herumwälzend. in Todes angst um ihren Mann, der sie pflegte. Die talte Novemberluft strömte beim Fenster herein, da bei ein Höllenfeuer im Ofen, Eis auf den bren nenden Lippen der Kranken. Sie wurde immer schwächer, bis sie die Augen nicht mehr öffnen fonnte. Wer weiß, ob sie nicht ihr Augenlicht überhaupt verlieren wird? So verging Tag um Tag in schwebender Bein... 11 eines jener berühmten Grundherren, die aus der| Unrecht gutzumachen. Ich rief die Greisin in und mächtig, seit Jahrhunderten auf ihren Her- fel und bat jie, mir dort etwas zu versprechen. Wir geben hier einige Stellen aus renjizen unbeschränkt über ihr Land und ihre| Als sie dies tat und mir auch versprach, niemaneinem biographischen Abriß wieder, den Seelen" herrschend. Heute ist Angela Balaba- dem darüber etwas zu sagen, küßte ich ihr die J. Olbracht über Angelika Balabanoff nowa 43 Jahre.( Die Notizen Olbrachts dürf- schmutzige Hand, vor der ich mich so sehr fürchverfaßte. Olbracht ist ein als Schriftsteller ten etwa fünf Jahre zurückliegen. Anm. d. Red.) tete...." In der Familie lebte sie bis zum bereits ziemlich bekannter kommunistischer Unglaublich! Diese schöne alte Frau soll erst 22. Lebensjahr. Es war das gewöhnliche Leben Journalist, der seit Jahren der Redaktion 43 Jahre alt sein... Angela Balabanowa ist der Töchter der russischen Großgrundbefizer: Be„ Rudé Právo" angehört. Seine No schwer frant, sie sagte nicht die Wahrheit, als sie suche, Fahrten in die Stadt, hie und da ins Austizen über die Genossin Balabanoff stam- behauptete, ihre Gesundheit bewahrt zu haben. land: nach Jschl, Ems, Scheveningen, Karlsbad. men aus jener Zeit, da sie noch im tom Vom Beginn der Revolution bis zum Ende des Oh, Euer Karlsbad! Ich war viermal bei Euch, munistischen Lager stand. Genoffin Bala- vorigen Jahres war sie die Sekretärin der drit zum erstenmale, als ich sechs Jahre alt war. Dort banoff, die eine Zeitlang sogar die Funk- ten Internationale und das ist eine Arbeit, die wurde ich eigentlich die leidenschaftliche Revolutionärin, als ich den widerlichen Luxus sah, tion einer Sekretärin der Moskauer Inter die Nerven reißt, wie ein Krempelkamım nationale befleidete und sich der höchsten Olbracht erzählt dann weiter, wie er einmal Frauen, die sich zur Schau stellen, diesen KonvenWertschätzung seitens der Moskauer Führer- gelegentlich eines Besuches bei Genossin Balaba- tionalismus, als ich sah, daß das größte und schaft und der kommunistischen Parteien noff in ihrem Moskauer Hotelzimmer Gelegenheit wahrhaftigste Uebel der Menschheit, Schmerz und erfreute, wurde bekanntlich im Frühjahr hatte, von ihr selbst etwas über ihr Leben zu Krankheit, zur Karikatur und zum Vorwand für die Koketterie wird. Und die Wohltat der Heil1924 von den Moskauer Diktatoren aus erfahren: der kommunistischen Partei ausgeschlossen, Ich bin astetischen Charakters", sagte sie, quellen, die nur die Privilegierten genießen kön weil sie sich dem Terror der Sinoijew und und viel Zeit habe ich meiner Selbsterziehung nen! Dort erkannte ich, wie ich sein soll." Jm 21. Lebensjahr erfolgte bei der Angela Genossen nicht fügte. In demselben Augen gewidmet. Ich wurde von meiner Mutter verblicke, da diese ideale Sozialistin und tapfere göttert, aber habe mich selbst nie geliebt. Ich Balabanowa eine tiefe Geistesänderung, jenes Revolutionärin es wagte, ihrer unbeirr hatte nie Kindergesellschaft noch Kinderspielzeug, große Ereignis, das sie berechtigte, sich um die baren sozialistischen Ueberzeugung Ausdruck sondern nur aristokratische Gouvernanten; ich fuhr Aufnahme in die Familie des Arbeitsvoltes zu zu geben, wurde sie von den Nachfahren mit meiner Mutter in die Bäder und sollte einst bewerben." Nach schweren Kämpfen mit der Lenins, dessen Mitarbeiterin sie war und eine gute Partie machen, ich war vorausbestimmt, Mutter und Entzweiung mit der Familie verder sie als eine Genossin von idealer Rein- ein Parasit im schlimmsten Sinne des Wortes zu ließ sie das bequeme Elternhaus. Schon mit vier Jahren litt ich... Sie wurde Marxistin. Sie wurde es heit und Uneigennützigkeit charakterisiert werden.... Schon mit vier Jahren litt ich hatte, brutal verjagt und als Stonierrebo- darunter, daß es Arme und Reiche gibt und sagte auf der neuen sozialistischen Universität in lutionärin beschimpft. Um so interessanter dies auch. Damals lebte bei uns nach patriarcha- Brüssel, wo sie studierte. Aber sie wollte ihre lischer Sitte im Herrensitz eine alte Frau, eine Ueberzeugung prüfen. Als sie sich hinreichend geist es heute, zu lesen, was der Kommunist Bettlerin, die sehr unrein war. Und ich habe mich festigt glaubte, entschloß sie sich, auch reaktionäre Olbracht seinerzeit über Genoffin Balaba als Kind vor dem Schmutz sehr geetelt. Die Professoren zu hören, um sich zu überzeugen, ob noff zu erzählen wußte. Er schreibt unter Mutter gab mir einst Gelegenheit, die Greisin zu fie so viel Kraft erworben habe, um mit ihnen beschenken. Das war für mich ein großes Glück. fämpfen zu können. Sie ging auf die Berund Leipziger Universität, Angela Balabanowa ist das jüngste von den Aber ich sah ein, daß ich mir es zuerst verdienen liner Frau Marg war tatsächlich eine schöne Frau. 16 Kindern eines russischen Großgrundbesizers, müsse, und vielleicht hatte ich das Streben, das dann nach Rom. Hier trat sie im Jahre 1900 Doch die Natur dieser starken Frau siegte. Nach langen bangen Wochen konnte Liebknecht die Kinder zum ersten Male zum Hause der Mut ter führen, und vom Fenster des Balkons durfte Mömchen" ihren Kindern Grüße zuwinken.. So kam der Weihnachtsabend. ,, Mömchen ist gesund, ganz gesund, heute dürfen wir zu ihr", so jubelten der Kaiser von China. Kakadu und Zwerg Alberich( das waren die Spitznamen der Mädchen). Und als der ersehnte Augenblick da war, stürmten die drei die Treppe hinauf, jede wollte zuerst die Mutter umarmen und füssen! Aber plötzlich prallten sie zurück: ist das„ Mömchen"? Wie sieht der Mutter bildhübsches Gesicht aus? Narbe an Narbe entsetzlich! Der Anblic ergriff die Kinder so heftig, daß sie zu weinen begannen. So hatten sie sich das Wiedersehen mit der Mutter nicht vorgestellt! Und auch die Mutter weinte, ihre Schönheit war dahin, auf immer und ewig anderem: Seite 4 DIE BORSEANER ADER ARBEIT Weihnacht im Kohlenrevier. Don Dr. Emil Franzel. bekam, der für Einen langen mochte, muß man Freitag, den 24. Dezember 1926. Damit alle unsere Abnehmer zu den Feiertagen rechtzeit g das latt erhalten, erscheint die heutige Ausgabe als Weihnachtsnummer ( in verstärktem Umfang). jetzt schon hübsch paar Kronen riskieren, will man An unsere Abonnenten und Lefer! das einsame Stück Fleisch in der Bratpfanne überhaupt noch mit freiem Auge sehen. Die Kinder und die Weiber essen Erdäpfel und trinken Kornkaffee. Ein Brot mit Schweinefett dazu ist schon eine Rarität, eine Schnitte mit Margarine gilt als hoher Genuß. Die Frauen werden von Erdäpfeln und Staffee, was man eben dort Kaffee nennt, oft dick. Sie sehen gut aus" heißt es dann, aber oft kann man die Antwort hören ,, das Grad von Reichtum". In dem einen Raum ist alles Wasser" und die Frauen zeigen geschwol werden Kinder geboren, sterben Menschen an der lene Gelenke. Die Wassersucht gehört neben der Schwindsucht, wird gekocht, gewaschen, dort schläft Tuberkulose beinahe zu den häufigsten Krankheiten man, dort spielt sich das Familien- und Liebesin diesem Gebiet und die Frauen gehen früh an leben ab. Schon vor dem Kriege waren die Bergihr zugrunde. Wo zwei oder gar drei Verdiener arbeiterquartiere eine soziale Schande, eine Ge sind, langt es besser. Seit meine Tochter wieder fahr für Volksgesundheit und Nachwuchs. Die Ob der übereifrige| waren, erzählen noch von der großen Wasserfata Arbeit hat, geht es uns ganz gut", sagt eine Frau. Wohnungsnot hat die Zustände noch bedeutend Diener der Gruben- strophe auf dem Döllinger- Schachte bei Dur. Mit Was sie verdiene? Sie verdient sehr schön, un- verschlimmert. In der einzigen Stube wird nun barone, der in einer unhemmbarer Gewalt brachen die angestochenen längst hat sie 46 Kronen in der Woche gehabt". auch der kleine Christbaum stehen, der nicht viel Prager Schreibstube Wassermassen in die Stollen und ersäuften er- So verflucht bescheiden sind die Leute geworden! tosten darf und der mit ganz billigem Konfeft und das Wort von den barmungslos, was dort Lebendiges sich fand, Aber es sind brave Genossen und in den großen buntem Papierschmuck behängt ist. Oft wenn es Börseanern der Ar- Mann und Pferd. Zur gleichen Zeit septen die Industriedörfern am Fuße des Erzgebirges hat auf das Bäumchen nicht reicht, holen die Kinder beit" prägte, fie je- Teplitzer Thermalquellen aus und das heilende unser Teplizer Streis seine besten Organisationen. eines aus dem Walde, denn daß dieser Wald, mals gesehen hat? Er Wasser ist nie mehr in der gleichen Fülle zurüd- Die roten Nelken blühen noch üppig in den Zins- die steil ansteigende Wand des Erzgebirges so zuni müßte nicht ein paar gefehrt. Dafür konnte es in der Nähe des er- fasernen und in den kleinen Mietshäusern, aus Greifen nahe ist, macht den Kindern Sommers hundert Meter tief ein- foffenen Schachtes gefaßt werden und heute er- denen sich diese kohlenstaub- geschwäßten Dörfer und Winters das Leben doch etwas schöner,-fahren, nicht vordringen in hebt sich dort ein kleiner Bau, in dem gichtkranke zusammensetzen. Bei Komotau beginnt man den aber es heißt achtgeben, daß sie nicht erwischt werdie Kammern vor Ort, in denen die Häuer schuf- Bergleute Heilbäder finden, die manchmal den Geruch der Kohle zu spüren. Jenen leicht schwef- den. Sonst setzt es dann stundenlange Erhe ten, nur einmal die Bergarbeiterdörfer, die sich kranten Knochen auf ein paar Jahre Heilung ligen Geruch, wenn die Sonne brütet, den fri- bungen durch den Ortsgendarmen. Ich sah m am Fuße des Erzgebirges hinziehen, durchwan- bringen. schen Geruch der nassen Braunkohle, wenn es, wie Vorjahre, wie ein Knirps, der sich ein ärmliches dert haben. Wenn Schichtwechsel ist, kommen sie, Aber die Gefahren, denen die Bergleute aus dort sehr oft, in Strömen regnet. Wer zwischen Fichtenbäumchen geholt hatte, von zwei bewaffeinzeln und in Trupps, schwarze Gestalten, fast gesezt sind, werden bei den Lohnverträgen nicht Schächten und Geleisen, Schloten und Förderstüh- neten Hütern des Besizes drei Stunden lang über uniformiert und der Fremde hat den Eindruck, in Rechnung gestellt. Wenn es heißt, Die Geld, len aufgewachsen ist, dem ist nach Jahren noch das Verbrechen" verhört wurde! In der Nacht daß einer wie der andere aussieht. Ist man da- hie Arbeitskraft", dann ist es ein stilles Ueber dieser Geruch der Kohle Heimatluft und er fühlt darauf wurde dem Gendarmerieposten gegenüber heim in den grauen. Bergarbeiterdörfern, dann einkommen, daß zwar niemals der Unternehmer, sich wohl, wenn er nachts die brennenden Halden, ein Geschäft total geplündert. Aber die hohe befennt man sie allerdings sehr gut, weiß beinahe sehr oft aber der Arbeiter noch etwas zulegt: den weitreichenden Schein der Bogenlampen auf waffnete Macht war anscheinend durch das Verin welcher Reihenfolge sie nach jahrelanger Ge- Leben und Gesundheit. Mit dreizehneinhalb Jah- den Zechen, die roten und grünen Signale des hör so ermüdet, daß sie nichts merkte. Die Schäße, wöhnung gehen, tennt sie am Schritt, an der Art, ren kommen die meisten in die Grube, in der sie dichten Eisenbahnnetzes sieht, das Pfauchen der die das„ Christkind" in das Bergarbeiterheim wie sie den Hut ins Gesicht gedrückt haben, am nun fast ein volles Drittel ihres weiteren 2e- Lokomotiven und das Stampfen der Werkmaschi- bringt, find wohlfeil und spärlich. Ein paar geTon ihrer Stimme. Es gibt da Bergleute, die bens verbringen sollen. Das Hunteschieben, heute nen hört. Maltheuern, Niederleutensdorf, Bruch, strickte Handschuhe, Hefte, Bleistifte, Federn, eine gute vierzig Jahre auf demselben Schachte arbei- meist durch Seilbahnen in den größeren Strecken Neudorf- Herrlich, Haan, Kosten und jenseits des gedruckte Schürze, für die Kleineren manchmal ein ten, tagtäglich den gleichen Weg zur Grube gehen, erfest, frümmte dem jungen, im Wachstum zu Teplißer Siedlungskomplexes die Karbiter Koh- Pferd oder eine Puppe oder ein vom Vater geim Frühling, wenn es den jungen Leuten schwer dieser Stlavenarbeit gezwungenen, Menschen, lendörfer, das waren seit je auch rote Burgen. basteltes Spielzeug, das sind fürstliche Gaben, die fällt, auf acht( es ist ja noch gar nicht so lange Beine und Rückgrat, mit dreißig sehen die Men Freilich gibt es überall auch Gelbe. Die Rückgrat- fast schon die Mittel übersteigen. So eine typi her, da waren es neun und früher zehn) Stunden schen aus wie Greise. Wenn es heute anders ist, weichen, die sich bei den Vorgesetzten gut stellen sche Bergarbeiterstadt wie Dux sieht auch im der Sonne Ade zu sagen, im Winter, wenn sie dankt man es nicht nur den technischen Fortschrit- wollen und vor dem Kriege waren diese Vor- Weihnachtsschmuck der Auslagen ärmlich und durch verwehte Wege die ersten Spuren treten, ten, sondern vor allem den Erfolgen der Arbeiter- gesetzten gar sehr mächtige Herren, fuhren mit dem schmutzig genug aus. Es muß sehr billig sein, nach einem Gang, der Andern schon Arbeit dünki bewegung, die sozialpolitisch, gewerkschaftlich, nicht Stock in die Grube und schlugen auch zu, wenn was die Grubensklaven kaufen sollen. Die bej und verwöhnte Leute matt macht, erst am Beginn zuletzt als Sport- und Turnbewegung aus den der Arbeiter aufmudte! die Renegaten, die feren Leute" fahren nach Teplitz einkaufen. Die ihrer Arbeit stehen. Eng gedrückt stehen sie dann Grubensklaven Menschen machte. Noch heute aber etwas Besseres" sein wollen und stolz sind, wenn essen auch Karpfen, während die Bergleute zum in den Schalen" und mit einer Geschwindigkeit, ruiniert die achtstündige Affordarbeit früh den ihnen, den gut nationalen Arbeitern" der Herr heiligen Abend ihren Stockfisch speisen, nach dem die eigentlich für Personentransporte nicht gestat- Körper des Bergmannes, sein Rücken ist gebeugt, Ingenieur im Wirtshaus auf den Gruß dankt, es auf allen Bahnhöfen und in allen Straßen tet ist aber welcher Unternehmer zählt Wien- seine Lungen sind schwarz von Stohlenstaub, seine die Schreiber in den Kanzleien, die in den selten duftet, daß man sich in Hamburg glaubt. Geschen und Personen, wenn es um Zeit und Geld Augen leiden unter dem Leben ,, untertags". ſten Fällen ihr Klassenbewußtsein schon ihrem drucktes Zeug, baumwollene Sachen, Spielzeug geht? saust die Schale, der oft recht altmodische Noch hat keiner, der sie beschimpfte und be- ärmlichen Sein angepaßt haben, die schwören zum aus Pappe, mindere Schokolade, alles sehr bunt Förderkorb, in die Tiefe. Keiner weiß, ob das kämpfte, dieses untertags" am eigenen Leibe Hakenkreuz und schüßen die Interessen des Ju- hergerichtet, besonders in den tschechischen GeSeil hält, ob es nicht mitten in rasender Fahrt ausgeprobt. Was dem fatten Genießer gleich den Weinmann, dem diese Gruben gehören. Aber schäften recht schreiend, das sind die Schätze. in reißt und den Korb mit dem Dutzend Menschen bedeutend ist mit Langweile, mit dem Warten auf die Festigkeit unserer Organisationen haben die den Auslagefenstern der Bergarbeiterorte. Und in die schwarze Tiefe stürzen läßt, wo dann nur einen genußreichen Abend, das hat hier eine ganz Fascisten so wenig wie die Kommunisten erschüt überall sieht man viele, sehr viele Bettler, Arbeitslose, Hungernde und Frierende. Im Erzeine Masse von Eisen- und Menschentrümmern andere Bedeutung ,, Untertags". Das bedeu- tern fönnen. gebirge liegt Schnee und die Stifahrer füllen die antommt. Keiner weiß, ob nicht unten der Tod tet 200 und 400 Meter unter der Erde in engen Milliarden hat die Brüger Kohlenbergbau- Wirtshäuser. Warm und gemütlich ists in den seiner wartet. Die Technit ist vollkommener ge- Streden, in Kammern, in denen eine tropische Gesellschaft, das sind also eigentlich die Herren Säusern der Besitzenden, Kerzenschein und Klaworden, die Schächte, die vor zwanzig Jahren er- Temperatur herrscht und die Leute nackt, den Kör Betschef und Weinmann, an den Durer Braun- viermusit, Karpfen und Striezel, Geschenke und öffnet wurden, gleichen kaum mehr den alten, vor per mit Schweiß bedeckt, der sich mit Kohlenstaub fohlen verdient. In Prag erhebt sich das neue Tannenbaum, schaffen die Stimmung der Stillen, 50 und 70 Jahren geteuften. Aber auf den Men- und oft mit dem Blut, das die gefchundene Haut Bankhaus der Petschet, ein Palast, der schwere der heiligen Nacht. Die Leute, die den Reichtum schen wird bei der technischen Ausgestaltung am hergibi, zu dickem Brei mischt, die Kohle hauen. Millionen kostet und sich neben jedes fürstliche Pa- geschaffen haben, die ihn täglich mit ihrem Leben wenigsten Rücksicht genommen, wie eh und je Nur einmal sollten die Herrschaften hier die lais stellen kann. Aber die Bergleute leben zu bezahlen können, feiern ein ärmliches Fest, bei Lauern in den Strecen die tüdischen Gefahren, Sohle, die sie in ihren Salons verbrennen, selber fünf, zu zehn und mehr Personen in einer Woh Stockfisch, schmalen Gaben, und oft nicht einmal schlagende Wetter, sogenannte Pfeilerschüsse, hauen, nur einmal sollten sie das verdächtige Kni- nung. Diese Wohnung besteht aus einer Küche bei dem. Hunderte und Tausende hungern. Es der Deckendruck sprengt einen stehengebliebenen stern in der Decke hören, das dem Fremden pa- und einer Kammer. Sind es zwei Kammern, gibt heuer viele, die auf de Straßen weihnacht Kohlenpfeiler mit solcher Gewalt, daß die Stücke, nischen Schrecken einjagt, nur einmal sollten sie soweit die Strecke es erlaubt, bis an hundert Me- die eichenen Bohlen sehen, die wie Zündhölzer geter weit geschleudert werden, niedergehende knickt sind, so daß sich die schwarze Decke stellenDecken, losgerissene Hunte gefährden das Leben weise bedrohlich tief fenft. des Bergmannes. Da und dort geschehen ver- Nun feiern diefe Grubenstlaven Weihnachten. einzelt solche Unglückfälle und erregen faum großes Wie sie es feiern? Jeder mag es sich ausrech Aufsehen. Nur wenn es mehrere auf einmal trifft, nen, wie man Feste feiert, wenn der Mann Sturzspricht man in weiterem Kreise davon. Die Sta- arbeiter ist, drei oder vier Schichten in der Woche tiftit aber zeigt zu welcher erschreckend hohen Ver- hat und manchmal 80 Stronen heimbringt. Bringt luftziffer die Bergleute auch bei kleineren" Un- es einer im Monat auf 500 Kronen, dann ist glücksfällen es bringen. Früher freilich, da war das ein sehr guter Verdienst. Davon läßt sich die Gefahr noch bei weitem größer, da brachte mehr schlecht als recht leben; der Mann bekommt jedes Jahrzehnt sein großes Grubenunglück, das ein paarmal in der Woche sein Stückchen Fleisch, oft 60 und 70 Menschenleben forderte. Die äl- nicht viel, denn während man vor dem Kriege teren Leute, deren Väter vielleicht noch dabei um zehn oder zwölf Kreuzer noch einen Bissen · oder kommt gar ein feiern müssen. Und so wird es bleiben, so lange Zimmer dazu, so die Armen sich nicht selbst helfen. Wißt ihr noch, bedeutet das schon wie ihr als Kinder auf das Christkind gewartet einen gewissen habt und es nur zu den Reichen kam?! So lange wir glauben und hoffen und untätig warten, wird es nicht besser, das„ Christkind" kommt nur zu denen, die selbst etwas haben. Wir müssen uns selbst bescheren, dann werden auch wir andere Weihnacht feiern! Olbracht schildert dann weiter, wie sie nach der sozialdemokratischen Partei bei.... Seitdem der italienischen Schweiz wurde vor ihrer Ankunft 1909 wurde sie aus Triest ausgewiesen, wohin begann ihre intensive unablässige Arbeit. Angela die Losung ausgegeben, sie dürfte die Gemeinde sie häufig zur Agitation unter der italienischen der Februarrevolution mit Lenin nach RujBalabanowa wuchs sehr rasch zu einer der größ nicht verlassen, sondern müsse für ewig am Pfarr- Arbeiterschaft tam. Nach zwei Prozessen in Triest land zurückkehrte, dann im Herbst 1917 wieten Agitatorinneit des modernen Sozialismus friedhof verbleiben. Im Sturm kamen die Frauen und Wien wurde sie in contumaciam wegen derum als Agitatorin ins Ausland sich begab heran. Sie sprach in tausenden Gemeinden, Städ- mit Rechen, Kenütteln und Steinen herangerückt, Religionsstörung zu sechsmonatiger und wie sie sich dort ein Hauptverdienst durch dauernder Aus we i- ihren Kampf zur Verhinderung einer militärischen ten, Dörfern und Weilern, mitten unter hundert- um den Teufel zu erschlagen. Das Lokal, in dem Kerker strafe und Als gefähr Intervention gegen Rußland erwarb. Im Jahre taufenden proletarischen Zuhörern in Voltsver- sie sprechen sollte, wurde ihr abgesagt. Sie fand sung aus Oesterreich verurteilt. sammlungen und Vorträgen, bei Massenmanife- tein Dach, unter dent sie sich hätte bergen fönnen, liche Anarchistin" war sie auch aus einigen 1918 finden wir sie wieder in Rußland, bald wiestationen, bei hunderten festlichen Gelegenheiten da jedermann Furcht hatte. Schließlich drang sie Schweizer Kantonen ausgewiesen. Im Jahre der in der Schweiz, von dort ausgewiesen und und in kritischen Augenblicken revolutionärer mit dem kleinen Häuflein ihrer Anhänger bis zur 1912 nahm sie in Italien an den Kämpfen gegen schließlich wieder in Rußland, wo sie im Jahre Sekretärin der dritten Internationale Streifs, bei großen Stongressen und Partei- Kirche und stieg auf die höchste Stufe. In diesem die Reformisten teil, in diesem Jahre wurde sie 1919 fonferenzen, in kleinen Streisen, unter Genossen Augenblick begannen die Kirchenglocken zu läuten auch zum Mitglied des Exekutivausschusses in wurde. Der kommunistische Schriftsteller gibt weiund Leuten ohne Parteizugehörigkeit. Sie arbei- so hatten es die Priester befohlen, um sie am Ront ernannt. Zu Beginn des Jahres 1914 Iud ter ein auschauliches Bild von der ungeheureit tete politisch in Italien, in der französischen, deut- Reden zu hindern. Aber auf der Stufe vor der sie Klara Bettin nach Hannover zur„ Roten Liebe für das Proletariat, von der Genossin Bas schen und italienischen Schweiz und in Desterreich, Stirche steht schon fest das zarte russische Mädchen, Woche" ein, zur Agitation unter den Frauen und labanoff beseelt ist, von der Reinheit ihrer fie agitierte in Deutschland, trat vor die Massen die Glaubensbotin der neuen Zeit, und ihre der Jugend, aber wegen ihres Verkehres mit der Empfindungen, Gedanken und Handlungen, von in Holland, England, Schweden und Norwegen. Stimme fämpft mit dem Glockengeläute, ihre verhafteten Rosa Luxemburg wurde sie als ihrem ungeheuren Verantwortungsgefühl, von Italien wurde ihr zweites Ba- Augen brennen in heiligem Feuer und sie ruft unerwünschte Ausländerin auf administrativem ihrer gewaltigen Arbeit in Sowjetrußland und von dem starken Vertrauen, das ihr die russischen terland. Das italienische Proletariat liebt sie in die Menge die Worte der neuen Lehre, die Wege aus Preußen ausgewiesen. Es kam zum Kriege und damit zur höchsten Arbeiter entgegenbrachten. Wahrhaft wird sie am meisten. Die Italiener", sagte sie, sind ersten Worte von dem Elend der Sklaverei, von nach den Russen die unglücklichste Nation". Sie der Gleichheit der Menschen, der Notwendigkeit Entwicklung der Fähigkeiten der Angela Balaba- geschildert als eine bewußte, fühne Revolutio verlangte, unter den am meisten unterdrückten des Kampfes-die ersten sozialistische Worte, nowa. Gleich nach Kriegsausbruch veranstaltete närin, deren Element der Kampf ist, der nichts Proletariern agitieren zu dürfen.... Diese Pe- die hier gehört wurden. Und das Mädchen trug die italienische Presse und Bourgeoisie eine Heße heiliger ist als die Sache des Proletariats und riode ihrer Tätigkeit, wo sie in engstem Verkehr den Sieg über die Kirchenglocken und die Menge gegen die russische Revolutionärin, eine Hezze, die die in ihrem Kampfe für das Recht der Arbeitermit dem italienischen Proletariat lebte und zu davon; die ganze Gemeinde wurde für den So- alles überstieg, was auf diesem Gebiete auch in schaft sich niemandem beugt. Und als echte, unbe dem Lande der glühenden Leidenschaften geleistet irrbare Sozialistin hat sie fich was natürlich ihm an heißen Nachmittagen von den Kirchtür- zialismus gewonnen. men sprach, schätzte Angela Balabanowa sehr. Von dieser Zeit an gehört das Leben der wurde. Der Masseninstinkt der Bürgerklasse irrte der kommunistische Schriftsteller nicht mehr berich Und es war doch die Zeit der angestrengtesten Angela Balabanowa voll der Partei des Prole- nicht und fühlte richtig heraus, was für ein ge- tet auch dem Terror und der Diktatur in SowArbeit und auch persönlicher Gefahr. Die Geist- tariats. Sie hat nicht einmal eine Familie ge- fährlicher Feind die in Italien einheimisch gewor- jetrußland nicht gebeugt, ist aufrecht geblieben, so lichkeit und die Polizei erkannten bald, was die gründet, damit sie sich nicht binde. Im Jahre dene Fremde sei und welche Aufgabe bei der Nie- wie wir sie vor wenigen Wochen als wahre junge Russin fei und welche Gefahr sie bringe. 1904 nahm sie an dem Kongreß der Frei- derwerfung der kapitalistischen Gesellschaft sie zu Freundin und Führerin der Arbeiterschaft, als In Gegenden, die noch nie ein sozialistischer Agi- denter in Rom teil, sprach dort von der Aus- spielen berufen sei. Angela Balabanowa ar bei- Ruferin im Kampfe gegen den Fascismus, als tator betreten hatte, suchten sie das Volf gegen sie beutung der Frauen und Kinder in den schwei- tete gegen den Krieg im revolutionären eine der Besten unter den sozialdemokratischen aufzuheben, besonders die gläubigen Frauen. Die zerischen Klöstern und der Kongrez nahm ihre Sinne unter dem italienischen Proletariat, hielt Frauen vor uns gesehen haben. Priester predigten, die Fremde sei der leibhaftige Resolution an, in der die Abschaffung des Privat- den Verkehr mit den europäischen Revolutionären Teufel, fie anzuhören sei schon eine Todsünde. eigentums als einziges Mittel gegen die Klöster aufrecht und traf mit ihnen gemeinschaftliche In einer abgelegenen Gemeinde an der Grenze lichen Mißbräuche empfohlen wird. Im Jahre Vorkehrungen zu fünftigen Taten. Freitag, den 24. Dezember 1926. WEI IN DER WERKSTATT DES WACHTSMANNES Bei den Spielzeugmachern des Erzgebirges. HEU Seite 5. E Weil sich schon der Weihnachtsmann in der Bald wäre ich vor Schrecken in den weichen schen, Federkästen, alle möglichen Spiele und sonst| Liebe zu den Kindern, die ihre einzige Freude und Kinderwelt einer so großen Beliebtheit erfreut, Schnee gesunken, da stellte sich heraus, daß im noch vieles zu haben, was man sich einfach nicht ihr ganzer Lebensinhalt sind. Es ist keine feere wollen wir nun einmal einen genaueren Blick in Erzgebirgsdialekt darunter ane- halbe- Stunde zu merten und aufschreiben kann. Und dabei sind seine Werkstatt werfen. Denn daß er all die schö- verstehen sei. Wirklich kam in dem Schneesturm die Sachen so billig, daß man wirklich nicht weiß, nen und reizvollen Sachen vom Himmel herunter- des offenen Kammgeländes bald eine mächtige ob mit dem Preis Material oder Arbeit bezahlt bringt, das glauben ja selbst die kleinsten Knirpse steinerne Aussichtswarte in Sicht, die verkündete, ist. Eine ganze Schachtel Kallicher gedrechseltes nicht mehr, zumal sie nicht selten mit sehnsuchts- daß das Wanderziel nahe sei. Holzgeschirr kostet 10 Stronen, eine geschmackvolle, polierte Holzkaffette 23 Stronen, hübsche moderne vollen Augen vor den großen Spielwarengeschäften * stehen und zusehen, wie reiche Leute Riesenpafete Katharinaberg, das alte Bergstädt Buppenzimmereinrichtungen sind schon um 30 mit den herrlichsten Herrlichkeiten von dort aus chen, wo seit dem Mittelalter bis zur Jahrhundert Kronen herum zu ersteren usw. Verkauft werden heimwärts schleppen. Und so lernen sie den Weih- wende nach fostbarem Silberer; geschürft wurde, die Sachen teilweise schon im Inlande mit ent nachtsmann von Anbeginn nicht in seiner Ideal- ist der Mittelpunkt unserer erzgebirgischen Spiel- prechendem Ausschlag der Händler will begestalt, sondern als einen sehr geschäftstüchtigen warenerzeugung. Vor 50 Jahren etwa wurde fanntlich auch leben und zumeist besser als der Herrn kennen, der in allen größeren Orten seine dieser Erwerbszweig von Sachsen herüberge Erzeuger! andernteils wird durch Vermittlung Niederlagen errichtet, und seine Schätze nicht nach bracht, wo hauptsächlich in Olbernhau, Seiffen der Verkaufsgenossenschaft Eros" das Exportder Bravheit der Kinder, sondern nach der Zah- und Grünhainichen die Spielwarenerzeuger da- geschäft gepflegt. Deutschland, Desterreich, Rumä lungsfähigkeit ihrer Eltern verteilt. Es kann also nicht schaden, der Sache einmal richtig auf den Grund zu gehen und nachzuforschen, wo die buntbemalten Holzrösser, die miauenden Stofffaßen, die Hänsel- und Gretelgestalten, die so ausgiebig gezärmten Waldtiere und Piep- Vögel, die niedlichen Puppenstuben mit ihrem Zwergengerät und was sonst noch dazu gehört, denn eigentlich her fommen. * nien sind gute Abnehmer. Der originelle Struwelpeter, welchen unser Zeichner verewigt hat und der das Volkssprichwort verförpert, daß in einem Teufelchen gleich mehrere andere drinstecken, fand guten Absatz in Südamerika. Schlecht ging heuer das Englandgeschäft, weil der lange Berg arbeiterstreif mehrere Millionen Konsumenten jenseits des Kanals vom Weihnachtsmarkt ausgeschaltet hat. Die Hartnäckigkeit der englischen Grubenbarone hat hunderttausende von Arbeiterfindern um ihre Weihnachtsfreude und unsere Erzgebirgler in Katharinaberg und Grasliz um beträchtliche Summien gewohnten Verdienstes gebracht.. Das Wahrzeichen von Katharinaberg. Redensart, mit der sie ihren sozialistischen Opferfinn begründen: ,, Wenn schon wir unter so trau rigen Verhältnissen leben müs sen, so sollen es wenigstens unsere Kinder besser haben. Als man uns in der Kinderstube erzählte, Und das ist wohl die härteste Qual des Arder Weihnachtsmann hause hoch oben auf den beiterlebens in dieser schweren Krisenzeit, daß Bergen im verschneiten Walde, war ein Körnchen auch die Kinder das Klassenschicksal ihrer Eltern Wahrheit dabei. Das erfuhr der fahrende Zeimitleiden müssen, daß viele proletarische Eltern tungsmann, der dessen Werkstatt aufsuchen wollte, nicht einmal genügend Brot schaffen, geschweige am eigenen Leibe. Als er am Fuße des ErzgebirMan gewinnt den Eindruck, daß unsere denn den Hunger der Kinderseele nach ihren kleiges die Eisenbahnstation verließ, herrschte in dem Brüger Kohlenbecken drückender Rebel und ein Spielwarenerzeugung trop mancher Sindernisse nen Freuden und Glückseligkeiten stillen können. richtiges Pantschwetter dazu. Von den vorgeschogut vorwärts geht. Der Leiter der staatlichen Fort- Von diesen Gedanken bewegt begrüß'e ich mit benen Waldhügeln leuchtete ein schüchternes Weiß bildungsschule, Herr Lehrer Roßmeisel, ist guter wehmusvollen Gefühlen die tau end Lichter des herunter und so bestand die unfreundliche AusZuversicht, daß aus dem natürlichen Talent der weiten Stohlenfeldes am Erzgebirgshang. weil mir Bevölkerung noch viel berauszuholen ist. In der zum Bewußtsein fam, daß in den Bergarbeitersicht, den Weihnachtsmann in Regen und Morast Tat vollbringen die 10 Tages- und 18 Abend- und Glasmacherdörfern Deutschböhmens tausend also in gar nicht standesgemäßen Verhältnissen schüler dieser Staatslehranstalt erstaunliche Lei Weihnachtshoffnungen von Arbeiterfindern eranzutreffen. Aber je weiter die ziemlich steile Bergstraße bezwungen war, desto mehr gewann beim find. Seit dem Aufhören des Bergbaues stungen. Uns wurden originelle Volksfiguren und löschen werden, wenn der Weihnachtsmann an den der Winter die Oberfand und es war kein Zwei- indet damit fast der ganze Gerichtsbezirk ein- ochmoderne Puppenzimmereinrichtungen, mit Sütten vorüberschreitend in die Häuser der Reifel mehr möglich, daß er oben auf den Kamm- bließlich einiger Orte des Komotauer Erz- Stoffeinfäßen aus blauem Plüsch gezeigt( nach chen geht. höhen als Sieger triumphieren werde. Auf diesen Umschwung der Jahreszeiten mußte in einem Straßenwirtshaus noch ein stärkender Topf Kaffee vorbereiten. Schon zum Gehen gerüstet, fragte der Wandersmann den Wirt: Wie weit ist es noch nach Katha rinaberg?" den." Auswanderer nach Südamerika. birgsdistriktes mehr schlecht als recht sein Fort- Entwürfen des Fräulein Bodhaisky), die unfommen. Erzeugt werden vorwiegend Holz- sere funstgewerblichen Leistungen auf der bevorpiel waren, feit neuerer Zeit auch Sachen stehenden Stuttgarter Ausstellung erfolgreich veraus Stoff- und Papiermachee. Der klein- und treten sollen. Auch 32 Schulkinder erhalten in der hausgewerbliche Betrieb mit 2-10 Beschäftigten Schule gewerblichen Unterricht und die Resultate überwiegt, nur einige Großbetriebe" befchäftigen zeigen, daß die boden ständige Arbeits 15-50 Personen. Die Kleinunterne mer und Der maß prüfenden Blickes den fragenden Meister bevorzugen weibliche Hilfskräfte, welche Fremdling, und da ihm die Länge der Beine und fast die Hälfte der entlohnten Helfer ausmachen. der vollkommene Mangel an Fettleibigkeit Ver- In den maschinell eingerichteten Werkstätten betragen die Löhne bei 9-10ftündiger Arbeitszeit trauen einzuflößen schienen, meinte er: gut laufen, da 15-24 Stronen täglich. Bei den nehr auf Hand,, Sie fönn eit machen Sie's in eineinhalb Stun- arbeit angewiesenen Hausgewerblern, hilft die ganze Familie mit, die dann bei Fleiß und AusGestärkt durch den Kaffee und durch diese dauer 80-100 Stronen wöchentlich verdient. Die Vertrauenstundgebung ging es rüftig aufwärts Arbeitszeit geht bei ihnen von 7 Uhr früh bis durch den verschneiten Wald. Die Straße war Uhr abends, oft aber auch bis spät in die Nacht stark von freundlichen Erzgebirgsleuten belebt, hinein. In den ärmeren Familien müssen auch die dem Begegnenden ihren ungezwungenen Gruß die Kinder in der schulfreien Zeit nütliche Handentboten. Durch eine Telegraphenstange gedeckt, griffe verrichten. Eine ganz verrückte Sache: die lauerte ein Finanzer auf ahnungslose Schmuggler, fleinen Spielzeugmacher müssen dann auf ihre die vielleicht bei hellichtem Tage reichsdeutsche Kinderfreuden verzichten, damit andere Kinder Konterbande hereinfchwärzen wollten. Auffällig ihre Freude baben. Denn das Erg ist in diesen Gebirgsgegenden, die von den Eisen- grün oder verschneit, lockt gar mächtig te June sitzend bahnen gemieden werden, daß die Frauen den gens und Mädels, die in dumpfer Lastentransport meistens mit ihren geflochtenen bis zum Ueberdrusse mit Spielzeugen Rückenförben besorgen, weil die menschlichen Last- die gar nicht für sie bestimmt sind. tiere offenbar noch viel billiger kommen als das Pferdefuhrwert. Kam da ein altes Weiblein mit schwerer Bürde auf glitschigem Wege angefeucht und auf die Frage: 7 rge, ob antieren, Wenzel Jaksch. Das schielende Kind. Ich fahre abends in der Elektrischen Bahn in einen Arbeitervoror: Prags. Auf den Bänken ſizen abgearbeitete Menschen, die nach Hause eilen. Aber ich sehe an allen vorüber und meine Aufmerfiamfeit gilt einer Proletariermutter, die zwei Kinder mit sich führt. Der Knabe, der anderthalb Jahre zäh en mag, sitzt auf dem Schoße der Frau, das Mädchen, etwa drei Jahre alt, daneben. In dem Augenblicke, da sich das Mädchen mir zuwendet. bemerke ich, daß es schielt. Der Mutter geben die zwei lebhaften Kinder viel zu' chaffen, aber man sieht deutlich, daß sie das zariere Mädchen liebevoller behandelt als den Knaben und sorgfältiger jede Bewegung des älteren Kindes verfo gt als die des jüngeren. Merkwürdig, auch ich empinde mehr Sympa. thie für das mir fremde Mädchen a's für den Kna ben. Warum das wohl sein mag? Das fleine Mädchen schielt. Sie weiß noch nicht, daß ihr diefer Rörverfehler im Leben viel Ungemach bringen wird. Es gibt so viele Menschen, die einem Schie lenden gegenüber ein gewisses Unbehagen empfin Ein Wetterhäuschenmacher am Arbeitstisch. den. Wenn das Kind größer werden wird, wird es vielfach von den anderen Mädchen, die stolz sch it le noch eine große Zukunft hat. Die Staats- darauf sein werden, ohne förperliche Gelrechen auf Der Weihnachtsmann hat droben im Katha- lehranstalt für Hausindustrie sowie die Stadt- die Welt gekommen zu sein, über die Achse'n anrinaberger Bezirk eine fleißige Gehilfenschaft. Tau- gemeinde erhalten mit erheblichen Opfern diese gefehen werden Wenn den anderen zu Jungfrauen sende der verschiedensten Spielzeuge wandern von Anstalt, die den ganzen Erwerbszweig auf eine erblühen Mädchen vo. jungen Männern Aufmerk Saben's recht schwer, Mutter 1?" da in die Welt hinaus. Das reiche Lager der Ein-" öhere Qualitätsstufe zu bringen verspricht. Solche famteiten erwiesen werden, wird die Schie' ende als meinte sie stehenbleibend: und Verkaufsgenossenschaft der Spielwarenerzeu Bemühungen, die in der geplanten Errichtung chenbrödel abseits stehen. Wenn ihre Altersgieht schon, wenn nur das ger ist eigentlich ein Freuden magazin für eines eigenen Hauses für die„ Eros" und für die genoffinnen längst verheiratet sein werden wird sie die Kinder des halben Kontinents, Fachschule ihre Krönung finden sollen, sind sehr vielleicht ein einsames Leben, ohne das Glück einen Wetter nicht so schlacht wär'!" Das war ganz meine Meinung, denn oben ja noch über den Ozean hinaus. Was man da u begrüßen. Allerdings sollte der fortschrittliche Lebensgefährten befizen. führen müssen. Wer auf dem Kamme pfiff ein Lüftlein, das nicht ge- auch alles bekommen kann! Selbstverständlich alle Standpunkt auch den Arbeitern gegenüber An- weiß ob jemals für fie irgendein Mene Liebe rade nach Balsam schmeckte, sondern so scharf da- wilden und zahmen Tiere in jeder Preislage. wendung finden, denen von den Meistern und empfinden wird? Wie viel Tränen wird sie in herfuhr, als ob es die schindelgedeckten Häuschen Dazu die passenden Miniaturmenschen: Puppen, Kleinunternehmern noch immer der Abschluß eines einen: fleimen 3mmer vergießen müssen wie viel von Nickelsdorf und die verkrüppelten Bugel- Bauern, Jäger, Soldaten. Dazu Häuser, Wälder, Kollektivvertrages verweigert wird. Nächte wird sie durchweinen. blok deswegen, weil beerbaam" an den Straßenrändern unbarmherzig Kirchen, Zimmer- und Kücheneinrichtungen, fie das Unglück batte, schiefond geboren zu werden. Das Kind aber lacht, freut sich Lebens, wegrasieren wollte. Da müßte man ein geborener Wirtschaftsgeräte, Klaviere, Baukästen, leider auch furzum, die ganze Welt im Auf dem Heimwege gesellte sich ein Auffiger der t'eine Wurm ist sich feines törperfehlers gar Erzgebirgler und noch dazu von guten Eltern sein, Schießgewehre wenn die Ohren eine solche grobe Mißhandlung Kleinformat ist zu haben. Die Kallicher Holz- Eisenbahner bei, mit vollbeladenem Rucksack und nicht bewußt, weiß car nicht, was auf ihn wartet, ohne flammende Zornesröte ertragen könnten. drechsler liefern wunderbar ausgeführtes Küchen- Paketen in den Händen. Er hätte nur einige weiß nichts von den Tränen, die einst vielleicht Auf einer windstillen Waldstraße kam mir der Ge- geschirr, Krüge, Teller, Butterfäffer, Wasserschaffe Stleinigkeiten faufen wollen, aber wie er die vielen fließen werden. danke, daß die von dem Gastwirt zugemessenen eineinhalb Stunden schon um sein müßten und so beschloß ich wieder einige des Weges tommende Leute zu fragen, wie weit es noch nach Katharinaberg sei. Anehalb stund." alles Dinge, die das helle Entzücken jeder schönen und billigen Sachen gesehen hat, konnte cr Und deshalb, weil ich die Zukunf. des MädPuppenhausfrau hervorrufen müssen. In Ge- nicht aufhören. Alle so hoffte er würden chens vor mir sah, das Kind aber so unschuldig birgsneudorf werden wieder einfache Stofftiere mit seinem Leichtsinn zufrieden sein, nur die froh war, empfand ich ein flein wenig Lieb für mit Holzwollfütterung gemacht. Schöne holz Mutter nicht, die der Finanzminister der Familie das zarte Geschöpf. geschnitte Schachfiguren vertreten würdig die ist. Aber die Mutter wird ihm hoffentlich auch Und Achtung für die Mutter. die ihr zartes, Qualitätsarbeit, daneben sind noch Wetterhäus- verziehen haben. In den Arbeitern steckt ja so viel schielendes Kind dem gefunden vorzog. G. St. Geite 6. Die Lohnverhandlungen im Bergbau. Einseitige In, ormation durch die bürgerliche Presse.- Unerhörtes Borgehen des Arbeitenministeriums. Freitag, ben 24. Dezember 1926. Verhandlungen durch die Unternehmer vorher nicht schließlich ein Richter einem deutschen Andie Zustimmung des Ministeriums walt eine Sache in deutscher Sprache erklären oder des Ministers gefunden hat. Die fann, behoben und erklärt zu haben, daß von so Bergwerksbesitzer haben also erst die Forderungen einent Entgegenkommen gegenüber einem deutabgelehnt und jetzt lehnen sie die Verhandlungen schen Anwalt oder einer sonstigen als Verab, die vom Minister für öffentliche Arbeiten an treter einschreitenden Person nicht die Rede sein Wie unsere Leser wiffen, haben am 9. De- der Minister verspricht es und nach fünfzehn geregt wurden. Danach wird natürlich das provo- tann. zember 1926 die Vertreter aller Bergarbeiter Tagen werden sie in Kenntnis gesetzt, daß die fative Verhalten der Grubenbesizer mehr als beWir graiulieren dem Minister Mayr- Barorganisationen der Republik beim Arbeitsminister Unternehmer- tenn nur so kann die Nachricht greiflich. ting zu den von seiner Presse an letter Stelle Spina vorgesprochen und an ihn das Ver- praktisch bewertet werden- Unterhandlungen Mit der mun gegebenen Situation wird sich angeführten aber wohl bedeutendsten Erfolg den langen gestellt, in der Kohnfrage zu vermitteln ablehnen. Es ist durchaus nicht anzunehmen, eine Sigung der foalierten Bergarbeiterverbände er den deutschen Volfe zum Christkindl beschert und die Initiative zur Anberaumung einer Ver- daß die Bergwerksbefizer den Minister für öffent- unmittelbar nach den Weihnachtstagen beschäfti- hat: es besteht nämlich nach dem neuen Erlasse handlung mit den Unternehmern und den Berg- liche Arbeiten oder das Ministerium brüsfieren gen und wahrscheinlich im Sinne der Bespre- tein Anstand dagegen, daß sich die Partei die arbeiterorganisationen zu ergreifen. und eine von dort angeregte Verhandlung grund- chungen aller Bergarbeiterverbände von 6. d. M. mündliche mitgeteilte Ueberseßung niederschreibe. fäglich ablehnen. Daggen ist als ziemlich sicher eine Beratung mit den übrigen Bergarbeiter- Wir fragen den Herrn Justisminister, der ja in anzunehmen, daß diese Art der Ablehnung von organisationen anberaumen. seinem Hauptberufe Rechtslehrer ist, ob denn vorher das Niederschreiben einer Belehrung verboten war! Das Weihnachtsgeschent Mayr- Hartings. Dieses Verlangen der Bergarbeiterverbände geschah nicht so bon ungefähr. Schon nachdem die Forderungen der Bergarbeiter von den Gruberbefizern abgelehnt waren, hat sich Minister Spina selbst und das Arbeitenministerium gut Wie dargestellt wurde, geht der Erlaß des Vermittlungen angeboten. Dieses Angebot geschah Justizministeriums in feinem einzelnen sogar durch die Tagespresse, darunter auch durch Punkte zu Gunsten der deutschen Bevölkerung die halboffiziöfe ,, Prager Presse", die ihre Infor Die deutschbürgerliche Presse der aktivisti-| Sache und um eine mündliche Uebersetzung über das hinaus, was durch Friedensvertrag und mationen direkt auf einen Bericht des Ministe- fchen Parteien und die mit ihnen durch Dick und der zugestellten Erledigung ersuchen können. Verfassung gebunden, selbst die allnationale Sto riams oder des Ministers stützte. Bei den Ver- Dünn gehenden liberalen Prager Zeitungen brin- Die e Organe sind verpflichtet, einem solchen Er- alition im Feber dieses Jahres zuzugestehen nicht tretern der foolierten Bergarbeiterverbände haben gen in großer Aufmachung die Nachtricht, daß suchen zu entsprechen, soweit ihre Sprachumhin konnte. auch Beamte des Ministeriums für öffentliche der Justizminister Mayr- Harting einen Erlaß kenntnisse dazu genügen. Arbeiten mit Wissen und Zustimmung des Mini- um Schuße gegen Rechtsnachteile bei UnfenntDaß diese Sprachenverordnung das Recht sters mittlungsvorschläge erstattet und die Be- nis der Staatssprache herausgegeben hat. Es ist wiederholung dessen, was in der men mit Füßen trat, ist zu bekannt, und auch Auch diese Bestimmung ist nichts als eine und Interesse der Minderheitenvölker vollfome reitwilligkeit des Arbeitenministeriums zur Ver- kein Zweifel, daß es sich bei diesen Nachrichten um berüchtigsten Sprachenverordnung von der Partei des Herrn Juſtizministers viel zu mittlung mitgeteilt. eine raffinient angelegte Kampagne darin steht. Denn schon nach der Sprachen Am 9. Dezembr versprach nun der Minister handelt, auf Grund deren in der deutschen Be- verordnung können die Barteien, die eine Erft ertlar: worden. Damit ist aber auch das urfeierlichst, dem Wunsche der Bergarbeiter Rech- völkerung dieses Staates der Eindruck erweckt ledigung in einer Sprache erhalten, die sie nicht teit über den neuen Mayr- Hartingschen Erlazz maung zu tragen, aber es war schon dort zu sehen, werden soll, daß durch diesen Erlak tatsächlich ir können, die zuständige oder die lokal nächste Be- geprochen und es mutet bei diesem Sachverhalte daß der Minister durch die Unternehmer schon gend etwas an den bestehenden, früher auch von hörde die er Art um Aufklärung der Sache und geradezu komisch an, wenn das Organ des informiert war, was aus seinem Hinweis auf den aktivistischen Parteien so gegeißelten Zustän- um eine mündliche Uebersetzung ersuchen. die niedrigen Löhne in den anderen Be den auf dem Gebiete des Sprachenrechtes und rufen zum Vorschein kam. der Sprachenpraxis geändert worden ist. Am 23. Dezember d. J. veröffentlichten nun clle Tageszeitungen einen Bericht, der ungefähr nachstehenden Inhalt hat. Die Bergwerksbefizer lehnen Verhandlungen ab. Der Verband der Grubenbesitzer hat gestern dent Ministerium für öffentliche Arbeiten die Der Mayr- Hartingsche Erlaß fühlt sich sogar 06 Herrn Justizministers den Bericht über diesen Erlaß mit den Worten schließt: ,, Daß dieser Erlaß zustande kant, haben wir der Initiative unseres Justisministers zu danken. Dieser Erlaß wird gewiß dazu beitragen, zivischen Behörden und deutscher Bevölkerung eine Atmosphäre zu schaffen, die beiden das Zusamen arbeiten erleichtert." Diese Stampagne spekuliert jedoch auf die Un- bemüßigt, ausdrücklich zu verfügen, daß die Przfenninis und Uninformiertheit der breiten Mai- feien, wenn sie durch einen Rechtsvertreter oder sen denen dieser Justisministerialerlak als Weib- Bevollmächtigten vertreten sind, um eine münd liche Uebersezung nicht ersuchen können. nachtege chent des christlichsozialen Ministers an diese Einschränkung der Parteienrechte, die sich. das deutsche Volt präsentiert werden soll. an der bezogenen Stelle der Sprachenverordnung In Wahrheit ist jedoch dieser Erlaß nichts selbst nicht findet, schon vor dem Mayr- Har Antwort auf dessen Vorschlag überreicht, zweds anderes als eine wörtliche Wiedergabe tingschen Erlaz gegolten hat, mag bestritten sein. Regelung ber Lohnverhältnisse im Bergbau eine der bezüglichen Bestimmungen der ebenfalls gebührt dem Minister Mayr- Harting gemeinsame Konferens mit den Bergarbeitern im Feber des laufenden Jahres ev- das ehrenvolle Verdienst, diese Undeutlichkeit der abzuhalten. In der Antwort wird ausgeführt, lassenen Sprachenverordnung, daß die Grubenbefizer auf ihrem ursprünglichen die ja bekanntlich auch die jetzigen deutschen Re- Sprachenverordnung, die die Frage offen ließ, ob eine Bewandinis hat. Standpunkt der Ablehnung jeglicher gierungsparteien Protestkundgebungen in Lohnforderungen beharren. Sie begrün- sammlungen und Presse erlassen haben, wenn Vers in Die Sozialdemokratie wird jedoch dafür sorgen, daß das die unter dent Sprachenunrecht leidende deutsche Bevölkerung entsprechend darüber informiert werde, was es mit diesem Erlaffe für den dies mit der Rücksicht auf die gegenwärtigen auch diese Kundgebungen durch die bereits Ausweisungen Deutscher aus dem Memelland. Verhältnisse im Bergbau, die eine Lohnerhöhung ehrgeizigen Gehirnen der aktivistischen Führer ernicht zuließen. Das Arbeitenministerium hat diese wachte Sucht nach Ministersesseln gemildert Antwort den Bergarbeiterorganisationen mitge- waren. teilt. Die Erleichterungen bestehen nach den MelEin Gewaltatt der litauischen Mi itärbehörden. Offiziell sind die foalierten Bergarbeiterber- dungen der deutschbürgerlichen Presse unächst Berlin, 23. Dezember.( Eigenbericht.) Die für die Beurteilung der Kownoer Politit gegenbände bis zum 23. Dezember 1926 ohne jede darin, daß, wo nur die Staatsprache zulässig ist, litauischen Militärbehörden im Memelland haben über Deutschland sein, ob die Kownoer Regierung Nachricht geblieben. Bei Urgenzen wurde ihnen der Einzuvernehmende ausnahmsweise auch in ohne jede Begründung den Chefredakteur des die militärischen Ausweisungen zurüdnimmt. Das immer mitgeteilt, die Antwort der Unternehmer seiner Sprache einvernommen werden darf, wenn„ Memeler Tampfboot" Robert Leubner und wird auch lehren, ob die Minister in Kowno über stehe noch aus. Wir müssen annehmen, daß die tatsächliche Untenntnis der Staats- bessen Frau sowie die Redakteure Warm and die Macht einer normalen Regierung verfügen in der bürgerlichen Presse mitgeteilten Nachrich- sprache besteht. Diese Erleichterung" besteht Briestoru, lekterer von der„ Memellän- oder ob sie bloß Strohmänner einer allmächtigen ten den Tatsachen entsprechen, und das ist ja ihon gemäß Artikel 8 der Sprachenverord- dischen Rundschau", ohne jede Begründung aus Militärdiktatur sind. allein schon bezeichnend für die Methode des nung. Herrn Arbeitenminsters und seiner Beamten, die alles daran setzen, daß die Bergarbeiter ihre Antmort e her aus Zeitungen als durch eine Mitteilung des Ministeriums erhalten. Wo teine qualifizierte sprachliche Minderheit besteht, und die Partei keinen Anspruch hat, daß ihr die Erledigung in ihrer Minderheitsprache herausgegeben wird, werden die Behörden verWir kennen die Antwort, die die Bergwerks- pflichtet, den Parteien mündliche Belehrungen besitzer gegeben haben, wie schon gesagt, nicht, zu erteilen. Auch diese Mayr- Hartingsche Errunwir fönnen uns naturgmäß auch mit ihrem In- genschaft steht bereits in der Sprachenverordnung halt nicht beschäftigen, so viel wollen wir aber und zwar im Artikel 95, wo es heißt, daß Geheute feststellen, daß die Art, wie hier das M.ni- richte. Behörden und Organe verpflichtet find, fterium vorgegangen ist, eine Ungeheuerlichkeit den Barteien Belehrungen zu erteilen, damit sie darstellt, die in der tschechoslowak.schen Republik vor Rechtsnachteilen geschüßt werden, die ihnen das erstemal zu verzeichnen ist. Die Vertreter aus Unkenntnis der Sprache erwachsen könnten. aller Bergarbeiterorganisationen. ersuchen den Die dritte angebliche Mayr- Hartingsche Er Minister, eine Verhandlung zwischen den Berg- rungenschaft besteht darin, daß die Parteien bei arbeitern und den Unternehmern anzuberaumen, den zuständigen Organen um Aufklärung der Ein Weihnachtsstriezel. 3 Von Jgnát Herrmann. Die Frau Schimanet hat es leicht. Sie ist eine Mutter, sie versteht es, einen Striezel zuzu bereiten, sie macht ihn an und der Bäcker bädt thr ihn aus. Aber ich hab' noch zeitlebens feinen Striezel geflochten!" schrie er beinahe auf sich sel ber los. • ,, Wünsch' einen recht angenehmen Abend, gnä' Herr!" ,, Auch um ein Nachtmahl?" ,, Auch." Was soll ich denn bringen?" " Was Sie wollen. Nur nicht Bauchfleisch, davon hab' ich für ein gan es Jahr genug." Nachdem Frau Babi das Abendessen aufgetragen hatte und ein wenig abseits in achtungsvol lem Warten dastand, ob der gnädige Herr noch etwas befehle, sprach Herr Karfula: Frau Babi, haben Sie Mehl zu Hause?" ,, Aber natürlich." ,, Haben Sie Hefe?" nicht!" Jeffesmariantjosef, gna Herr, die hab ich ,, können Sie noch welche auftreiben?" ,, Aber ja, ich denke wohl." " dem Memelgebiet ausgewiesen; auch eine große Anzahl sonstiger deutscher Staatsangehöri ger soll bis zum 1. Jänner 1927 das litanische Staatsgebiet verlassen. Damit soll natürlich das Deutschtum im Memellande und namentlich die deutsche Presse getroffen werden. Dabei ist das Memelland zur überwiegenden Mehrheit deutsch und bei den Ausgewiesenen handelt es sich fast durchwegs um solche, die bereits seit langem im Memelland wohnen, es aber unterlassen haben, für die litauische Staatsangehörigkeit zu optieren. Bor wen gen Tagen noch hat der neue litauische Regierungschef ausdrücklich erklärt, daß er den friedlichen Ausgleich im Memellande und die Verständigung mit den Memeldeutschen aus Kräften anstreben werde. Es wird entscheidend Spionage in Bolnisch- Obersch efien. Rattowiß, 23. Dezember. Wie die hiesigen polnischen Blätter melden, haben Organe der politischen Polizei eine neue deutsche Spionageorga nisation aufgedeckt, welche auf dem Gebiete Polnisch- Oberschlesiens unter Leitung des Mitgliedes der internationalen gentischten Kommission für Oberschlesien Dr. Lukaschet zugunsten Deutschlands tätig war. Im Zusammenhange mit dieser Affäre wurden zahlreiche Verhaftungen vorgenom men. Die polnische Presse behauptet, daß die Mitglieder der neu aufgededten Svionage- Organisation die Losreißung Polnisch- Oberschlesiens von Polen angestrebt hätten. Nach dem Mittagessen machte sich Herr Kar-[ Ristchen verfertigt, als im Laden getanzt. Denn fula zweds einer besonderen Kommission auf den dort machten sich die Grünschnabel" aus ihm nur Weg zum Spediteur Glücklich, feinem alten Be- einen guten Tag. fannten. ,, Sie sind ja Fachmann, lieber Freund: Jch habe eine Sendung nach Amsterdam, einen Weihnachtsstrie el für meinen Jungen. Aber es cheint mir, daß die Sache irgendwie happert. Wird er ihn bis dahin bekommen?" ,, No, bekommen wird er ihn," antwortete Svediteur Glücklich. Denn der pflegt nicht viel zu sprechen. Ich bitte Sie, wann denn?" Bis zum Silvester sicher." Aber ich meine bis zum Weihnachtsabend." Herr Glücklich nahm den Kalender zur Hand, schaute nach, legte ihn wieder hin und agte Höchstens, wenn sie in Amsterdam den Weihnachtsabend verschieben." 2 hin." ,, Es sind doch noch volle vier Tage bis daHerr Kartula zog seinen Winterrod aus. Er Drei setzte sich zum Tische. Er schleuderte etwa Bücher beiseite, ein viertes warf er auf den Boden. Den Kopf in seinen Händen vergrabend, dachte er nach. Der Vorwurf, daß Philadelphos feinen Weihnachtsstriezel, Jaromir Schimanet da gegen einen erhalten würde, peinigte ihn entjeblich. Da griff Herr Startula plötzlich nach dem Einbahnfahrplan. Er suchte, notierte und rechnete. Ungefähr nach einer Stunde hatte er einen Bogen vollgeschriebenen Papieres vor sich eine Unmenge Ziffern tanzten ihm vor seinen Augen. Dann sprang er aus seinem Verschlage heraus. Motes!" Mates stürzte erschrocken herbei. ,, Haben Sie das Kistchen für den Weihnachts, el?" Frgendein Sad voll Feyen machte ihm ehrerbietig Plazz. Es war die Hausmeisterin Sofranet. Herr Kartula war unwillkürlich zu seiner Wohnung gekommen, obgleich er dachte, daß er Gehen Sie darum. Und bringen Sie auch, sich auf dem Wege zum Pintas befinde. Er wollte was man überhaupt noch braucht. Mandeln, Rotatsächlich hin, aber irgend etwas Mertivürdiges finen, Zuder, Anis oder dergleichen. Sie wer vevivirrte feine Schritte und lentte sie heimwärts. den einen Weihnachtsstriezel einmachen." Und er wunderte sich nicht einmal darüber. Jesus Maria, gnä' Herr, bis zu den FeierEr trat ins Vorhaus und ging die Stiegen hinauf. tagen haben wir ja noch eine halbe Woche. Ja, lieber Freund. Aber wir sind doch vor Und sobald er den zweiten Stock erflommen hatte," Ich sage, Sie sollen ihn einmachen. Morgen den Feiertagen. Und wenn es ganz besonders gut der sich nach Prager Art in einer Höhe befindet muß er mit der Bost abgehen. Nach Amsterdam. gehn sollte, bekommt er ihn also am Stephans- stie wo andere vernünftige Menschen annehmen, daß Machen Sie den Teig ein, laffen Sie ihn gären tage." Der Herr Chef haben doch befohlen---" es der vierte sei, sprach er noch zu sich selber: und morgen früh tragen Sie ihn zum Bäckermei- Ganz kleinmütig kehrte Herr Karkula in ,, Sakva, das Kistchen will ich haben! Machen ,, Aber das ist ja richtig! Was liegt schließlich ster Just, damit er ihn im Backofen ausbäckt. Bis fein Unternehmen zurüd. daran, wenn er ihm altbacken wird? Soll er alt nachmittag ist er vielleicht ausgefühlt. Vergessen Im Magazin lag irgend etwas am Pulte, Sie es fertig! Daß es schon fertig ist!" Mates stürzte sich auf seine Brettchen und erbaden werden! Er hätte aber doch einen Weih- Sie nicht, sich vorher die Hände zu waschen." das wie ein fleines Kind aussah, und war in nachtsstriezel, einen Gruß aus der Heimat, ein Alles, was Herr Kartula da gesprochen hatte, reine Blache eingewidelt. Es war der Weihnachts- griff die Säge und den Hammer. Herr Kartula berief den Geschäftsführer zu Symtbol, wie die Frau Schimanek gesagt hatte.war geradezu wie durch eine Inpiration, wie striezel für Phile delphchen. Unmittelbar daneben mühte sich Mates ab, sich. Meiner Seel', ich muß e mich beinahe vor ihr durch eine Offenbarung geschehen. Denn sonst ,, Berr Nothnagel, kann ich mich auf Sie schämen. Sie denkt an so etwas, ich nicht. Ver- wuß e er niemals, ob etwas gebaden, getocht, ge- indem er fleine Brettchen zurecht schnitt und bewünschte Geschichte röstet oder geräuchert wird. Ob man einen Strie- ständig den Strieel abmaß, ob er sich nicht ge- verlassen? Ich muß von Prag abreisen, morgen abend fahre ich. Bis zum Dreißigsten werde ich Frau Babi, die Wirtschafterin und Köchin zel mit Milch oder Sirup anmachte. Ob Rind- irrt hatte. ,, Lassen Sie's gehu, Mates," sprach Herr Kar- wieder retour sein, denke ich. Es ist vertrackt, des Herrn Kartula wurde vor Verwunderung fast fleisch einen halben Tag oder eine Viertelstunde ohnmächtig. daß der Herr heute nach Hause fam. gefocht wird. Ob man auf Blaufisch nicht Ultra- fula mürrich. Der Striezel bleibt in Prag. Es aber ich muß! Es ist riesig dringend. Verstehen ist zu spät. Er würde nicht zur Zeit dort sein." Sie also, sagen Sie es niemanden, daß ich außer Sie befürchtete, daß irgend ein Unglück passiert marin streut. Mates legte die Säge und den Hammer bei- halb des Hauses weile. Uebermorgen früh wird fei. feite und verbor sich irgendwohin in den Laden. die Hausmeisterin herkommen und ausrichten, Er giftete sich. Bieber hätte er im Magazin das daß ich erkrankt sei und nicht auf die Straße gehen " Soll ich um Vier gehn, gnädiger Herr?" „ Gehn Sie." Frau Babi rig aber auch die Augen auf. Doch eine Sache war gewiß, daß der Striegel am nächsten Tage fertig war, Freitag, den 24. Dezember 1926. Devi'enfure. Prager Kurse am 23. Dezember. 100 bolländische Gulden 100 Reichsmart 100 belgische Belgas 100 Schweizer Frants 1 Biund Sterling 100- Lire 1 Tollar 100 franzöfifche Frants 100 Dinar Sele 1347.50 4 • 802 10.000 maqbarische Kronen 100 bolnische Zloty 100 Schilling. 00000 • 468.50 651.163.20 Ware 1353.50 300471.50 654.164 49 151.05 152.75 33.611/ 2 3. 112 134 022 135,21/ 2 69.39 59.80 4.68 4.78 371 62 377.621/ 2 475.25 478.25 Inland. Die Rüdlehr zu den Ländern. Unter diesem Titel veröffentlicht der Vorfihende der mährischen Landesverwaltungsfomiffion, Dr. J. Pilař, in den ,, Narodni Listy" einen Aufsatz, aus dem die nachstehende Stelle hervorgehoben sein mag, weil sie uns einen Einblick in die Absichten der Schöpfer der Verwaltungsreform, wie sie jetzt gedacht ist, vermittelt. Der Genannte schreibt da: Schon der Umstand, daß es notwendig war, follten nicht unnatürliche Verwaltungsgebilde entstehen, zwei völlig deutsche Gane za errichten, hätte die entscheidenden Faktoren von der Gaut verwaltung abbringen missen. denn durch diese vein deutschen Gaue wäre unstreitig die deutsche Frredenta gestärkt worden und die deutsche antistaatliche Agitation hätte in ihnen eine feste Stütze. Auch vom nationalen Gesichtspunkt wäre dies nicht ohne Gefahr, denn würde der Instanzenzug. bei den Gauorganen enden. wäre sicherlich wenig gesorgt um Recht und Interesse tschechischer Menschen und würde wieder mit Rüdsicht auf diese zwei Gaue der Beschwerde gegen die Entfcheidung der Gauorgane an die Ministerien offengelassen werden, wäre dies ein ungesunder Zentralismus und ein unerträglicher Ballast für diese Zentralämter. Dem gegenüber wird bei der Landesverfassung in allen Landesorganen das staatsbildende Element das entscheidende Uebergewicht haben. Seite 7. Der deutsche Aftivismus Jchmidt dem Bolle den Weihnachtsbaum Gegen die fonfeffionelle Schule SCHL ABBA KONGR KEINE SONTAG RUNE STAAT SPARE FUR DIE ARBEITSLOJE 10 MIE TERSCHUND ZOLLE LORNE ABBAU MIEIT ABBAL EVIVAMUOLINI CCHLITZ EROR UND SCHOE KEINE NATIONAEPRESSE PENSA 10 STUN DEN ARBEIT!! LE SELBSTVERWAL TUNG 0000000000000 000000000006 Das Martyrium e nes deutschen Vereines in der chechoslowakei. ASBAU ABSAU MIETERABBAU NIEDER RUSTUNGS FOND FUR MIT DER SOZIAL- VER SICHERUNG wirtschaft und Kommunalpolitik, der sich mit der SCHULEN 0000000000 Selbstverständlich wurde gegen diesen verspäteten Bescheid die Berufung an das Ministerium des im Burgenland. Ein sozialdemokratischer Erfolg im österreichischen Nationalrat. Wien, 23. Dezember.( Eigenbericht.) Ju der heutigen Sigung des Nationalrates wurde eine sozialdemokratische Aktion, die seit Jahren ge=" führt wird, mit Erfolg beendet. Das Burgenland das von Ungarn an Oesterreich abgetreten wurde, hat noch die ungarischen Geseße und daher auch die ungarische tonfessionelle Schule. Sofort nach der Angliederung des Landes hat die Sozialdemokratie die Ausdehnung des österreichi schen Reichsvollsschulgeseßes, das die intertonfessionelle Schule vorschreibt, auf das Burgenland gefordert. Dieser Antrag ist bisher immer am Widerstand der Christlichsozialen gescheitert und obwohl der burgenländische Landtag wiederholt die Durchführung des Reichsvolksschulgesetzes ge= fordert hat, wurde diese von der Regierung bisher verhindert. Die Anträge der Sozialdemokraten itießen immer auf die Feigheit der Großdeutschen, die nicht gegen den Klerikalismus aufzutreten wagen. Diesmal ist es den Sozialdemokraten gelungen durchzusehen, deß auch die großdeutschen Lehrer von ihrer Partei die Abstimmung für ben Ant ag Glöd I berlangten. Tatsächlich stimmen heute, nachdem der Landbund einen Antrag eingebrach thatte, der sich mit dem sozialdemokratischen deckte, die Landbündler und Großdeutschen für den Antrag auf Ausdehnung des Reichsvollsschulgesetes auf das Burgenland. In namentli cher Abstimmung stimmten 83 Nationalräte für, 80( chriftlichsoziale) gegen den Antrag. Es wird ietzt ganz von den großocutichen Minifternaohängen, ob sie die Durchführung des Gefezes in der Regierung erreichen oder neuerlich verschlep fen werden. Rundfunt für Alle! 0 Eine Radio- Expedition. Eine von der Hamburger Universität und der Notgemeinschaft deurticher Wissenschaften ausgesandte Expedition ist in Nord Island angekommen und hat dort eine In Berlin besteht ein Verein für Kommunal Innern ergriffen und ausgeführt, daß gar keine Radiostation für kurze Wellen erichtet, die mit der verlangt wurde, daß die gesetzliche und der Hamwissenschaftlichen Erforschung und Verbreinung aller Frist bereits längst abgelaufen und daß der deutsche barger Radiostation zusammen die WirkungsDie ganze Landesverfassung die zur Ein- die Gemeindepolitik und Gemeindewirtschaft betref weil es einen„ entlichen" Wirkungskreis nach Aus- Die Expedition, die ebenfalls die warmen Quellen Text des Bescheides im übrigen unverständlich sei, weise und Stärke burzer Radiowellen prüfen soll. führung gelangen foll hat also den Zweck, den senden Erscheinungen des öffentlichen Lebens beweil Deutschen jenes armselige Maß von Selbstverwal- schäftigt. Nach dem Muster dieses Vereines wollte sage aller Sprachforscher nicht gäbe. Diese Be und das istä: bische Pflanzenleben studieren will, soll hung, das ihnen die Gauverfassung noch gelassen nun der Bürgermeister Julius Hirsch von Teplit lebigt war aber auch das Gesuch um Bescheinigung sich ein Jahr auf Island aufhalten. rufung ist bis heute unerledigt. Unerhafte, zu nehmen, was ein Beweis dafür ist, wie Schönau einen ähnlichen Verein für die judetendeut des rechtlichen Bestandes geblieben, welches der Ver- land ist seit dem Rückgang im September wieder in Teplitzlebist Die Zahl der Rundfunkteilnehmer in Deutschgroß der Einfluß der deutschen Minister in der schen Gemeinden bilden. Die Sahungen wurden aus ein selbstverständlich braucht, um Rechtsgeschäfte abständig fortschreitender Zunahme begrif Regierung ist. gearbeitet und bei der politischen Landesverwaltung schließen, dem Postichedverkehre beitreten zu können fen. Nachdem bereits im Oktober ein starkes An am 9. März 1926 überreicht. Nachdem die 28tägige usw. Daher hat der Verein am 30. Oftober 1926 wachsen ber deutschen Rundfunkteilnehmer festzustel fen. Nachdem bereits im Oktober ein starkes AnFrift des Vereinsgefebes abgelaufen war, wurde der eine Aufsichtsbeschwerde an das Ministerinim des fen war, hat sich die Zahl im verflossenen November Vereinsvorstand und zum Vorsitzenden Bezirksob- Innern überreicht, in welcher beantragt wird, der um weitere 51.491 vermehrt und beträgt nach dont mann Genosse Heinrich Herget in Teplit Schönau politischen Landesverwaltung die unverzügliche Er- Stande vom 1. Dezember 1,337.122. Die größte und einflußreichste Bartet der gewählt, die Anzeige hievon bei der politischen Be- ledigung des Gesuches um Bescheinigung des rechtRegierungsmehrheit, die t'chechischen Agrarier, sirfsverwaltung in Deplis Schönau am 10. Junt lichen Bestandes aufzutragen. Gleichzeitig wurde in machen nun Ernst mit dem Kampf gegen die So- 1926 erstattet und am 11. Juni 1926 unt die Be Departement 2 der politischen Landesverwalmeng erzialversicherung. Die sozialpolitische Kommission scheinigung des rechilichen Beſtande, bei der politi hoben, daß die bezügliche Eingabe vom 2. Juni 1926 tragung aus der St. Wenzels Bafitta, Smichow. 11: Matinée. dieser Partei hat eine Novelle zum Sozialversi- schen Landesverwaltung angesicht. Soweit war elles aus Versehen(?) unerledigt gleichzeitig mit den Dvokat: Pramatisme Ouverture. cherungsgesetz bereits ausgearbeitet und dem in Ordnung, da bangte am 7. Juli 1926(!!) ein Be Rekursakten dem Ministerium des Innern vorgelegt.Suite. 16.30: Nachmittagskonzert. 1. Bach: Hirteninusit aus Präsidium des Vollzugsausschusses Bericht erſcheid der politischen Landesverwaltung, 3. 247.765, worden war, so daß angenommen werden durfte, dem Weihnachts- Dratorium. 2. Bach: Arie qus dem Weibſtattet. Es wurde beschloffen, alle Schritte zu ein. In diesem Bescheide erklärt die politische Lan- daß die amtliche Bescheinigung über den rechtlichen nachts- Oratorium. 3. Mozart: Variation über das Thema einer Novellierung des Gesetzes zu unternehmen desverwaltung in Prag, sie, finde über die am 17. Bestand nunmehr erfolgen würde. Weit gefehlt! 5. a) Gut: und zwar dahingehend, die Beiträge herabzufet- Juni 1926( 12) eingelangte Yngrig ge den Birds Am 15. Dezember 1926 ist ein Bescheid der politi- deufche Sendung. Dr. Hermann& hm, Brag: 1. Haydn: Die Agrarpartei sicht es als notwendig an, eines Vereines unter dem Namen Verein für Geschen Landesverwaltung in Prag eingelangt, worin döpfung Arie, des Raphael: die Novelle schon in der Frühjahrs effion zu rea- meindepolitik und Gemeindewirtschaft in Teplit- bekanntgegeben wird, daß die politische Bandesver- ellen. 2 Mendelsson: Baulus, Arie des Vaulus Goil zen Der Kampf gegen d'e Sozialversicherung. lifieren... träge eine arge Verschlechterung des Verfi cherungsgesetzes geplant ist, daran kann kein Zweifel beſtehen. Wir müssen uns also auf ernste Rämpfe um die Sozialversi cherung gefaßt machen. kann. Verstehen Sie mich? Daß ich vielleicht nach mittag komme. Dann, daß ich früh komme. Dann wieder, daß also morgen. Wissen Sie, es ist we gen der übrigen. Wenn sie erfahren würden, daß ich nicht in Prag bin, hätten Sie ein Gefrett mit ihnen. Aber wenn sie denken werden, daß ich jeden Moment kommen kann, werden sie parieren. Bis zum Weihnachtstage müffen Sie es schon ohne mich fertigkriegen an den Feiertagen ist geschlossen, und nach den Feiertagen kommt nicht einmal der Kamin eger um etwas. So! Ich verlaffe mich auf Sie!" Herr Karkula verließ seinen Verschlag und lenkte seine Schritte gegen Ma'es. " handlung nach den Vereinsgefez abzulehnen, weil in den vorgelegten Statuten der„ entliche" Wir tungstres des Vereines nicht genau angegeben ist, so daß sich nicht beur.eifen läßt ,, welches Amit zur Ueberprüfung der Statuten zuständig erscheint." eintrat. Sein Schrecken verwandelte sich jedoch bald in eine unbändige Freude, als er den Vater, unversehrt, hell erblickte, und als er erfuhr, daß keinerlei Unglück geschehen sei. Aber wieso, weshalb bist du denn hieher gereist? So plötzlich! Ohne Nachricht! Was wäre benn gewesen, wenn ich die Einladung meines Freundes nach Rotterdam angenommen hätte? Was führt dich hieher?" Papa?" " * Brogramm für morgen, Samstag. 369, 9: Landwirtschaftlicher 2. Suf: Andante aus der Symphonie e- dur. 3. Gefang. 4. Nobal: Slowakische Salve tut Domine" von Paisiello. 4. Tschaikowffii: Melodie. Weihnachtstraum; b) Novat: Weihnachtslied. 6. Liszt: Les Préludes. Symphonische Dichtung. 17.30; in schäumenden mir gnädig. 3. Haydn: Jahreszeiten Arie des Simon: 4. Mendelssohn: Elias, 5. Grabner: Weihnachtsoratorium: Troumerzählung des dritten Hirten. Am slavier: und im Haushalt. 18.15: Marionettentheater. Wettervorausfage und Breffenachrichten. 19.30: Stonzertüber Nachrichten des Breßbureaus, Uebersicht der Lagesereignsse. Sport, und Theater- Nachrichten. tragung. Dvorak: Slawische Tänze. Zeitsignal 22: Lette Brünn 441. 9: Kirchenmusiť. 18: Konzert. 1. Glud: 2. Friedriksohn: Nordische Sitite. häuser. 19: Konzert 1 Smetana: Am Fuße der Burg. Am Bhantasie über böhmische Nationallieder. 4. Kvapil: Slowa fifche Lieder. 5. Smetana: Die Henne. Der Ulane. 6. Novat: Lieder. 20: Hörspiel. Der Graf", Einetter von Selir Calten. 3. dall'Oglio: Adagio. 4. Mébul: Gavotte. 5. Bagner: TannMeeresftrand 2. Eborat: Reugriechische Lieber. 3. Smetana: -ckburn. 300. 10. mating 1: Sho eines nicht zu bescheinigen vermag, da sie es mit Ent- frie bes Glias: Es iſt genug. scheidung 3, 247.765 abgelehnt habe, die Anzeige Noe Nordberg, Kapellmeister, Prag. 18: Bortrag: Gas von der Bildung des genannten Vereines in Amss- Ein Brief fürs Christkind. Kleines Drama von Zocct. 19.27: handlung zu nehmen und weil über die gegen diese Entscheidung eingebrachte Berufung bisher durch das Ministerium des Innern nicht entschieden worden ist! Jezt also kann das Spiel von neuem beginnen! 141 9: Das Vereinsgesetz kann tausendmal sagen, Vereins gründungen können nur binnen 28 Tagen untersagt werden: gleichgültig, man lehnt einfach die Amtshandlung ab! Der§ 9 das Vereinsgefezes konn ruhig weiterlauren: Die Landesstelle hat auf Ver 21: Abendmusif. Reitzeichen und Sportnachrichten langen den Bestand eines Vereines zu bescheinigen: a- bur. 2. Mozart: Klaviertrio b- bur. 17.15: Weihnachtsge gleichgültig, maßgebend ist die selbstherrliche Ansicht brauche in der Glowafel. 17.40: Dialog aus Gwiezdoslavs des Departement 2 und nicht das Geset! Und da" Herodes und Herodias" 18: Weihnachtsprogramm 1 Alflawisches Baterunser. 2. Weihnachts- Volkslieder 13. Giải Weihnachtslieder. 4. die staatlichen Behörden watürlich wissen, daß der lianische Malát: Weihnachtslieber. 5 Weihnachtschoral. 6. Gruber: Stille Macht. 7. Bella: Oberste Verwaltungsgerichtshof nur eme Kassa- weihnachtslied. 8. Bella: Vaterunser 19.05 Worib und St. tionsinstanz ist und seine Entscheidung nicht an Stelle Beter. 19.30: Ginakter von Tschecholv Budapest, 556. 9: Gottesdienst. 10: Hochamt. 11.45: der fäumigen staatlichen Verwaltungsstellent setzen stammermusik. 17: Orchesterkonzert. 18.20: Vortrag. 19: fann, so wird einfach nicht entschieden, die Aften uebertragung aus dem Opernhaus. Daventry 1600, 11.30: Chorale, 16: Gestgottesdienst. 17.30: Tanamifif. 18.15: bleiben liegen, der Verein kann keine Rechtsgeschäfte inderstunde. 19: Weihnachtsspiele. 20.15: Bach: Violinabschließen und die Staatsbürger mögen zusehen, wop fonote a- moll. 20.30: Weihnachtskonzert. 28.30: Tanamulir. Rom 423. 17.30: Stonzert. 21: Die Kinoprinzeffin", fie mit ihren Rechten" bleiben! Rechte! Wenn sie ins tschechische Konzept nicht passen, so werden sie einfach nicht beachtet, was die Sudetendeutschen bereits durch acht Jahre zur Genüge erfahren haben, auch im Zeichen der völkerversöhnenden Regierung. Run, mein Junge, anschaun wollte ich dich einmal, bang ist mir nach dir gewesen. Und dann wollte ich dir einen Weihnachtsstriezel bringen!" ,, Du schleppst einen Weihnachtsstriezel mit, Mates, diesen Weihnachtsstriezel im Sistchen ,, Nein, ich schleppe ihn nicht mit, fen. So." tvägen Sie mir heim. Ich werde ihn anders schit- denn der Striezel fährt noch wer weiß Nach diesen Anordnungen räumte Herr Karwo herum. Wie ich in Osnabrück umgestiegen tula die Sachen in der Kanzlei auf, verschloß forg- bin, habe ich ihn im Zuge vergeffen, er reist daher sam den Schreibtisch, und bevor er den Laden irgendwohin nach Münster, aber fora dich nicht, schliefen liek, steckte er noch den Fahrplan zu du bekommst ihn auf dem Ristchen steht meine und daine Adresse. Er wird vielleicht erst nach Am zweiten Tag in der Früh kam die Haus- den eertagen ankommen, möglicherweise ein Der Begründer der tschech sch- klerifalen Bemeisterin und meldete, daß der Herr Chef er- bißchen altbacken. Aber weißt du, es wird dit vor- wegung, Bater Rudolf Sorsky, ist Mittwoch kommen, als ob du daheim wärest, er ist sozusagen gestorben. Horsky war schon im österreichischen ein Familiensymbol Parlament Abgeordneter und stand in den letzten Jahren auf dem konservativen Flügel der Volkspartei. Er hat auch eine Reihe politischer Bücher geschrieben, in denen er seinen Standpunkt sich. tranft fei Der junge Herr Philadelphos Karkula war am Weihnachts age in seiner Amsterdamer Wohnuna gerade damit, beſchäftigt, dem Kiſtchen des Vaters, das ihm eben vor einem Augenblick zu gestellt worden war, die Geschenke zu entnehmen, als die Glode an der Haustüre ertönte; feine Quarterfrau lief auf den kleinen Gang hinaus und viß an dem Strange, wodurch sich von allen Stodiverfen aus die Haustüre öffnen läßt, und bald darauf erkundigte sich iemand in einem sehr ,, Er. hol den Weihnach striezel inzwischen der Teufel, Bapachen," jubelte Bhiladelphos auf, die Hauptsache ist, daß du da bist- und wir werden uns schon vecht fidele Weihnachten machen, was? Ich werde dich bewirten, weißt du, ich habe näm lich aus Prag von der Firma Kartula Geld befommen!" eine Erinnerung Herr an holländische Weihnachten bertreten hat. Ihr müfet un: für Operette von Weinberger. Wien. 517, 10: Orgelvortrag, 11: Symphoniekonzert. Bach: Introduktion Choral und Suge. Taffo: Cornelius: Ouverture Barbier von Baadad" 16: Rachmittagskonzert 18.15: Stammermusir. Beethoven: GeifterEmpps: Jazz Band.- Zürich, 500 15.30: Weihnachtskonsert. Mozart: Symphonie a- dur. Svohr: Doppeltonaert. Sifat: trio. Goldmarf: Trio. 19.45: Boccaccio", fomische Oner von Suppe: Jazz- Band. Dentichtan™ Königswusterhausen 1300 9: Uebertragung aus Berttu, 484, Morgenfeier 11.30: Blasorchesterkonzert. 16.30: Nach mittagstorgert. 20.30: Suberfuren Länge 22.30: Tanzmusit. 1 gwifchenartsmuff uns. Breslau, 323, 8.30: Morgenfon zert. 10.30: morgenfeier. 12: Mittagskonzert. 15.30. Rätselfunt. 16: Weihnacht. 17:„ Bübchens Wehnachtstraum", rippenspiel von Sumberdind. 18.50: Erlife in Ueberfee. 20.10: Weihnachtskonzert 22.15: 25 Stunden- Rennen Frankfurt 429, 15.30: Jugendstunde 16.30: Weihnachtstonzert. 17.45. Das wirtshaus im beffart. 10.15:& laubert und Weihnachtsveranstaltuna. mufit. 0 Und so geschah es also, daß der Ser Starfula Genoffen! ausgefettfalife queiramisele gebrochenen Holländisch bei Frau Van Kraagt, ob hatte, die er ohne dem Weihnachtsfeiezel bis zu setzt euch überall für unsere Parteipreffe der junge Herr Kartula daheim sei. Philadelphos traute faum feinen Ohren, als er die Stimme vernahm. Und er taumelte bei nahe vor Schreck urüd, als Bater Starfula einem Tode, und wäre er Gott weiß wie alt ge worden, nicht erlebt hätte. Die Verbreitung unserer Zeitung agitieren: ein. In das Heim des Arbeiters gehört die Autorisierte Ueberlegung aus dem Tschechi- Arbeiterpresse. Darum, schen von J. Reisman.- Genoffen u. Genoffinnen agitiert gebranche 16: Machinitanstonzert. 17.20- Der Enalice. Grut Hamburg, 395, 9.15: Morgenfeier 12: Welb nachts Konzert. 13.15: Fest Konzert 14.30: Dottor Lasker der Gipfel des Schach- Nabrhunderts. 16.30: Weth nacht. 17.30: Zanatee. 18.30: Kammermuir 20 Seiteres Weihnachtskonzert. Tangfunt. Leipzig 357, 11.30: fi talische Weihnachtsfeier. 15.30: Orchefterfonaert. 18: Roffe manns Erzählungen" Oper von Offenbach. 21: Fröhliche Weisen, das Christkind zu preifen. München. 586. 11: Glockenspiel. 11.30: Weihnachtsoratorium. 15 15; Weihnachtsin Geschichte der Kunst 18: G- tarre Stammertrio. 20: Ein deutsches Weihnachtssviel von Adam. Manfrer, 242 5.50: Glodengeläute. 6: Chriftmette 9: Fröblich Menocht 11.30: Weihnachtafieber. 12: Kammermufit. 16: Weihnachts fonzert. 17.30: Wroner und fein„ Lohengrin"; 18: Lobengrin", Oper von Wagner. Beite 8 Lagesneuig eiten. Der We hnachtsbaum. Sehr oft ist die Behauptung aufgestellt wor den, daß die Verwendung des Weihnachtsbaumes eine aus dem Heidertum stammende Sitte sei, der schon die alten Cermanen gehuldigt haben. Nach neueren Forschungen trifft diese Annahme jedoch nicht zu. Aus den geschichtlichen Ueberlieferungen geht vielmehr hervor, daß erst etta um 1500 in deutschen Gebieten der Brauch sich eingebürgert hat, das Weihnachtsfest durch Aufstellung eines Paumes zu symbolisieren. Bis dahin begnügte nian sich damit, Zweige von allen möglichen Bäumen zu pflücken und unter allen evdenklichen Vorsichtsmaßregeln im Zimmer in große Töpfe zu setzen, damit sie Weihnachten blühen sollten. Damit war der Aberglaube verbunden, daß demjen gen viel Glück beschieden sein werde, dessen Zweig Weihnachten am schönsten blüht. Später ging man dann dazu über, anstatt der Zweige junge Bäume im Zimmer aufzu stellen. In Tirol stellte man Kirschbäume auf, in Baden Birnbäume, in anderen Gegenden Der Einspruch gegen das Fehlurteil. Soe'ch im rana Filchen Außenministerium. Freitag, bent 24. Dezember 1926. Intervention der französischen Fußmarsch wieder an, um in ihr elendes Heim zu Sozial Iten. Paris, 23. Dezember.( Wolff.) Der deutsche| sterpräsidenten zu bringen. Eine Note wurde nicht werden wird, damit Schritte eingeleitet werden, Botschafter von Hoesch hatte, wie bereits ge- überreicht. meldet, im Verlaufe des gestrigen Tages eine eingehende Aussprache im französischen Außenministerium über das Urteil des Kriegsgerichtes in Landau. Er brachte während der Unterredung, die er in Abwesenheit des französichen Berlin, 23. Dezember.( Egenbericht.) Auf Außenministers wegen der Eilbedürftig eit mit dem Generalsekretär Berthelot hatte, die Auf das Telegramm des Parte vorstandes der deutsch n fassung der deutschen Reichsregierung sowie die Sozialdemokratic an die französischen Sozialisten Stimmung der deutschen öffentlichen Meinung ft folgende Antwort eingelangt: über das beklagenswerte Urteil zum Ausdrud. Generalsekretär Berthelot jagte zu, den Inhalt der Unterredung unverzüglich zur haben gute Hoffnung auf E.folg. Gez. Paul Foire, Leon Blu m." Kenntnis seines Chefs und des französischen Mini ** * Behörde zurückkehre. Die im Baufschritteingetroffene Gendarmerie hatte nicht Urfache und auch keine Möglichkeit einzugreifen. Der Vertreter der Bezirkshauptmannschaft sagte zu, daß die Regierung auf raschestem Wege verständigt um diese krasse Not zu lindern. Sungrig und ohne einen Heller Geld, durchnäßt bis auf die Haut, traten die armen Arbeitslosen den stundeniveiten tommen, wo mur Elend und Sorge zu Gaste weilt, Brot vertauscht oder verkauft wurde und die gro wo schon längst das letzte Stückchen, um etwas zen Auge der hungrigen Kinder den Vater fragen -bekommt unser leerer Magen etwas zu essen? Das Christkindl: Kündigung von 80.000 ArIntervent on sofort unternommen. Wir beitern. In Berlin wurden Mittwoch sämt liche in den Betrieben der Schuhindustrie beschäftigten Arbeiter, im ganzen eiva 5000 Mann, zum 7. Jänner gekündigt. Im ganzen Reich, beträgt die Zahl der gekündigten Arbeiter Ehrmesikte, Aslendische vrfer. Das ist ntan zu desavouieren. Wie der Vertreter der Telegraphen- Union etwa ein armenischer oder tibetanischer Dalett, erfährt, hat die Demarche des deutschen Bot chaf sondern gutes Amisdeutsch tschechischer Prägung greifbaren Ergebnis geführt. Herr von Hoesch stelle Feldsberg- Stadt in Mähren, allwo vrter, Foitisbrunn Veltebert wird über die Auffassung der französischen Regres a lefen ist:„ Ehrmesitte, aslendische rung der Reichsregierung und insbesondere dem Reichsaußenminister berichten. Ob ein weiterer Soll heißen:„ ermäßigte( nämlich Fahrkarten), Besuch des Botschafters beim französischen Außen- ausländischer Verkehr, Voitelsbrunn und FeldsAußenberg". ministerium erfo gt, wird von den Berliner Be- berg". Aber in dem deutschen, von Niederösterschüssen abhängen. Wie verlautet. wird sich der reich gewaltsam abgetrennten Feldsberg, darf man französische Ministerrat in einer nächsten natürlich kein besseres Deutsch verlangen... Sitzung mit dem Landauer Urteil beschäftigen. Keine Aus'ie'erung des verurtei.ten| Wege versucht hätte, die Briandsche Außenpolitik eta 200.000 Mathes. Berlin, 23. Dezember.( Wolff.) Zu der aus auch, daß von hier aus der Brauch, die Tanne fommission auf Grund des Landauer Kriegsgezum Christbaum zu machen, über das deutsche richtsurteiles die Auslieferung des im Ab zum Christbaum zu machen, über das deutsche wesenheitsverfahrens zu zwei Jahren Gefängnis Gebiet gedrungen ist. Besonders die Waldarbeiter verurteilen Wathes gefordert habe, kann das stellten ihn ouf. Wenige Jahre später kam dann Wolffburetu auf Grund seiner Erkundigungen an Birken. Die Tanne finden wir als Weihnachts Mainz kommenden Meldung, daß die Rheinland- ters beim Außenminister Briand bisher zu feinem und stammt gon den Anschlagstafeln der Halte Las Urteil über die Mörder Des Genossen Walter. 22 auch der Weihnachtsbaum mit brennenden Lich zuständiger Stelle folgendes feststellen: bern auf, der bis dahin noch unbekannt geblieben Das Auslieferungser uchen gegen Matthes ist war. Hierbei scheint Süddeutschland vorange nicht erft jetzt auf Grund des Landauer Urteils, gangen zu sein. In Berlin finden wir den sondern schon vor vier Wochen auf Grund der Mehr dunkel! Goethe starb mit den Worten Weihnachtsbaum erst um 1800. Bis dahin hatte gegen ihn erhobenen Anklage gemäß Artikel IV auf den Lippen: Mehr Licht!" Ein andrer deutman sich dort damit begnügt, eine Anzahl Lichter bes Rheinlandsabkommen durch ein Schreiben des scher Geistesriefe, aus unseren Tagen, lebt von in Pyramidenform auf den Tisch zu stellen. Der des Rheinlandabkommens durch ein Schreiben des dem Verlangen nach dem Gegenteil. Es ist SinWeihnachtsbaum hat also noch keine lange Ver- missars für die beschten rheinischen Gebiete vom denburg, Generalfeldmarschall und der deutgangenheit hinter sich. Die Tanne ist als Weih 26. November gestellt worden. Das AuslieferungsWiener Neustadt, 22. Dezember.( AN.) Im schen Republik Präsident. über den das Buch eines nachtsbaum erst vor wenigen Jahrhunderten, in ersuchen ist gegenstandslos, da Matthes, der durch Prozeß gegen die Verfolger des sozialdemo- Akademie professors Vogel„ Als ich Hindenburg einigen Gegenden sogar erst vor wenigen Jahr die Verwundung eine schwere Gehirnber- fratifchen Ordnerobmannes Wal- malte" unter vielen andren Schnurrigkeiten das zehnten in das deutsche Haus eingedrungen. Mit folgende zum besten gibt: Tehung davongetragen hat, in nicht trans- ter, der im heurigen Sommer von dem portfähigem Zustand in der Heidelber gliede einer weitverweigten Diebsbande namens ger Universitätst.inik darniederliegt. Dem fran- ech ner erschossen wurde, wurde der Hauptösischen Ersuchen ist daher auch bisher antich angeklagte wegen Mordes zu 20 Jahren nicht näher getreten worden. Lieber sterben als in Horthys Kerler zurüd! Celbstmordversuch eines sozialdemokratischen Redakteurs. Selbstmordverfuch unternahm. Der Herr Dethart as R, Bernadinung? Paris, 23. Dezember. Die Stellungnahme der Reichsregierung und der deut chen Deffentlich feit zum Landauer Urteil hat in Paris tiefen Eindrud gemacht und in politischen Kreisen starke Nervosität hervorgerufen. Es hat den Anschein, als wäre man an offizieller Stelle ener geneigt, durch einen Begnadigungsakt den Eindruck des Landauer Urteils zu verwischen, als nochmals den ganzen Prozeß durch eine höhere Instanz aufrollen zu lassen. Untontrollierbare Gerüchte wollen von einem neuen tie en Zwiespalt innerhalb des Stabinettes wissen. Man geht jogar so weit, Poincaré als den Inspirator des Landauer Urteils zu bezeichnen, der auf diesem schweren sterkers, die beiden anderen Angeflagten Lang und Wlassic wegen Beihilfe zu 8 bzw. 3 Jahren schweren Kerkers verurteilt. Im Laufe des Prozesses kam der Verdacht auf, daß Lechner, um die Spuren des Diebstahles zu verwischen, auch einen Bart. wächter ermordet hat. Infolgedessen wurde die Erhumierung der Leiche des Partwächters angeordnet. Severing ge undet. Wiederaufnahme der politischen Tätigkeit. Berlin, 23. Dezember.( Eigenbericht.) Genosse Sarl Severing wird Ende Jänner oder Anfang Feber feine Tätigkeit als Abgeordneter wieder aufnehmen, da sein Gesundheitszustand sich bereits erfreulich gebessert hat. Sogar in den entscheidenden Stun den der Angriffsschlacht im Westen im März 1918 tommt er in wiederholten Schreiben auf die Einzelheiten der Uniform eff zurück, die auf dem Bilde der Schlacht von Tannenberg zu sehen sind. Meine Hosen sind noch nicht dunkel genug," so schreibt er, mit bestem Gruß in Gile". Auch schwarze Hosen können monumental wirken, siehe 1864, 1866 und 1870 und 1871. Sind auch die Generalstreifen nicht ver gessen? Hohe schwarze Stiefel mit Anschlagsporen, nicht braune Gamaschen." Mehr dunkel! Immer noch zu wenig, ganz, ganz schwarz soll es sein. Nicht weil inzwischen draußen in der Schlacht Zehntausende von Solda ten totgeschoffen werden, um die der Feldmarschall trauert, sondern weil es momumental iſt. Monumental wie die Geistesbeschaffenheit jener Deutschen, die diesen Nachfahren Goethes zu ihrem obersten Staatsfunktionär gewählt haben. Julius Barabas, der 28jährige Redakteur des ungarischen sozialdemokratischen Zentralorgans ,, Nepsza v a", hat Dienstag nachts einen Selbstmordver such gemacht. Er schnitt sich Sie Pulsadern durch und nahm Gift. Sein Zu stand gibt zu ernsten Besorgnissen Anlaß. Barabas hatte eben eine Verständigung der Staatsanwalt schaft erhalten, daß er am 3. Jänner seine vor einigen Monaten frankheitshalber unterbrochene Gefängnisstrafe wieder antreten müsse. Er war zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil er die Zustände im Budapester Polizeischubhaus in zwei Artikeln der NepBava" geschildert hatte. In der Verhandlung Ein Genosse Eisenbahner im Dienst getötet, vor dem Blutrichter Törely wurden alle feine Zeugen abgewiesen und der Wahrheitsbeweis schichtlichen. Zusammenhänge stvischen judeten terialschaden ist bedeutend. Durch den Unfall Der Eisenbahner Genosse Josef Schepta aus nicht zugelassen. Als Barabas vor einigen Wo- deutschen Belangen und dem Aftivismus wohl wurde die Strecke versperrt. Auch heute früh tra- Dallwit begab sich Dienstag mittags zu ſcichen aus dem Gefängnis entlassen wurde, erzählte durchschauend, gibt der hochwürdige Wirtschafts- fen die meisten Fernzüge auf dem Anhalter Bahn- ner Dienststelle am oberen Bahnhof in Karlsbad, Als er die Geleise der Hauptstrecke bei der Einer im Streife seiner Genossen schauerliche befizer seinen Gefühlen in folgendem Say Aus hof mit großen Verspätungen ein. Dinge über das Zuchthausregime, druck: ,, Da die christlichsoziale Partei Zu Ehren der Genossin Verthen, die am 22. fahrt zum oberen Bahnhof überschritt, kam gerade der Prag- Reichenberger Schnellzug gefahren. dem er unterworfen war. Oft äußerte er sich, daß er lieber sterben als in das Ge= jetzt auch in die Regierung eintritt, werd. M. ihr 60. Lebensjahr vollendete, fand Mitt- Schepfa wich dem Schnellzug aus, wurde aber im fängnis zurüdgehen werde. Er hoffte, den die Behörden auch mehr auf sie woch abends in der Boltshalle in Bodenbach eine gleichen Augenblid von einer auf dem Lokalbahndaß zu Weihnachten eine Amnestie erlassen und Rüdsicht nehmen müssen, was nur zu be- tleine Feier statt, an der Vertreter des Partei- geleise vom unteren Bahnhof kommenden Reservevorstandes, des Frauenreichskomitees, der Kreis- lokomotive erfaßt, niedergestoßen und überfahren. thm die Abbüßung seiner noch rückständigen Strafe grüßen ist." Be Schepka, dessen Körper von der Maschine gräß.ich erspart würde. Die Aufforderung zum StrafMittlerweile ist der fromme Wunsch in Er- vertretung, des Frauenkreiskomitees, der Manne einen solchen Stoß versetzt, daß er den Lokale Bodenbach teilnahmen. Gen. Gund hörte der Gewerkschaft der Eisenbahner, sowie der antritt hat dem anscheinend seelisch erschütterton. Turg gegangen, die Klerikalen siten in der Re- zirksverireturg, des Frauenbezirkskomiteas und verstümmelt wurde, war sofort tot. Schepka ge= der gerung und dem Herrn Dechant ist vielleicht widmete. zuerst mitunter in humorvoller Weise sozialdemokratischen Lokalorganisation in Dallwit schon geholfen worden. Die Persönlichkeit des Bittstellers ist aber der Jubilarin herzliche Worte und brachte ihr als Mitglied an. Bis zum Jahre 1923 war er namens der Kreisvertretung die herzlichsten auch Mitglied der sozialdemokratischen Gemeindes auch deshalb interessant, weil derfelbe Herr Wünsche entgegen. Donn sprach namens des fraktion. wegen Sittlichkeitsvergehen gegen Frauenreichstomitees Gen. Abg. Blatný, die der die Kinder liebt, aber nicht die Steuern. Die niederländische Sozialdemokratie sammelt Schulkinder zu drei Monaten Arrest bemurtelt een Werdegang der Gen. Berthen schilderte und für den Matteotti- Fonds. Die niederländische SoDie Geschichte ist ein bißchen veraltet, aber war, trotzdem aber auf der Pfarre zu R. fist, die ihr den Dank für ihre der Partei und der Arialdemokratie veranstaltet am ersten Weihnachtsimmerhin noch recht interessant. Schrieb da vor Felder vor den Pächtern füt, feine Steuern beiterbewegung geleisteten Dienste aussprach. Es feiertag für den Matteotti- Fonds eine allgeeiniger Zeit es war noch vor der Bildung zahlen möchte. gegen den bösen Bürgermeister sprachen noch weiter Gen, Hofbauer namens des meine Spende von mindestens 10 des Bürgerkabinetts der Herr Dechant von einen Kulturkampf" führt und die Bedeutung Barteivorstandes. Genoffin Klemenz für das je Mitglied. Ein Aufruf des Parteivorstandes R. in Nordböhmen an das christlichsoziale Bavtei- des christlich jozialen Regierungsantrittes darin Frauenfreistomi'ce, Genoffin Schimmel für das gibt der Erwartung Ausdruck, daß sich dieser Tag sekretar at einen Brief. in dem er erzählte, er ieht, daß finderschänderischen Pfar- Frauenbezirkskomitee, Genoffin Schweichhart na badurch zu einer großartigen Rundgebung interwerde von dem Bürgermeier H. von R., der rern in ihren Steuernöten geholfen mens der Pokolo und Gerein Rimmer nantens nationaler Solidarität mit dem italienischen Proein Judenstämmling ist und alle Priester gleich werde. Womit er mun allerdings Recht haben des Frauenbezirkskommitees B.- Kamniz. In be letariat gestalten wird. mäßig haßt, mit dem er auf stetem Kriegsfuße dürfte! lebe", da er ein ,, enrasierter Kulturkämpfer" fet ( während dem Herrn Dechanien niemand nachsagen wird, daß er für die Kaltur fimpfe!) verfolgt und bei der Steuerbehörde denunziert. Aus einer Eingabe, die der Ferr Defant dem Briefe beilege, ght hervor, da er sich bei der Vorschreibung der Verforaleinfommersteuer und der Weihnachten der Arbeitslosen. Unserer jüdBermögereabgabe bera teil at fühlt. Die Verwestböhmischen Zukunft" entnehmen wir: Bei mögeneebeate wollte er von 7000 auf 1500 K Paris, 23. Dezember. Bei Pont a Mousson Regenschauer und Schneetreiben fanden sich reduziert haben. Seine Wirtschaft umfaßt stürzte ein im Bau befindlicher Kotsofen von 30 Santstag, den 18. d. M., mehr als 500 at anceblich 22 Heftar alfo eine ganz ansehn- Meter Höhe ein. Vier tote und neun berbeitslose Menschen aus den Gemeinden liche Fläche er beschäftigt neben feinen zwei letzte Arbeiter wurden geborgen, drei wer- längs der bayerischen Grenze ein, weil sie die Not Schwestern stärd'a fürf is sechs Dienstboten, den noch vermißt. und das ihnen beschiedene Elend nicht mehr weiArbeiter- Ferienreisen. Die Urlaubsreife Dazu noch vier bis fechs Ca fonarbeiterinnen. Es ter eriragen fönnen. Ganz durchnäßt fämpften die handelt sich aber gar rihi fo fehr darum, ob der London, 23. Dezember. In der Stadt Leeds arnien bedauernswürdigen Menschen gegen Sturm Organisation als 3entralftelle für UrPfarrer to chlich zu boch besteuert war oder ereigneten sich infolge Glatteises über 50 und Regen, um den 5 bis 6 Stunden entfernten laubstultur der organisierten Arbeiter und Ort Bischofteinitz zu erreichen, wo sie unter sozial- Angestelltenschaft veranstaltet im Jahre 1927 folnicht. Viel inter fanter ist hon die Bemerkung schwere Unfälle. des Chriften, er habe die Wirtschaft überhaupt demokratischer Führung gegen die Hungerpolitik gende Ferienreisen: Prag- Brünn- Ma nur in eigenen Betrieb übernommen, um sic Softa, 23. Dezember. Auf dem Bahnhof der Regierung protestierten. Viele viele muß cocha; in die Deutsche Schweiz mit Salzburg, vor den Ansprüchen der Pächter auf ereignete sich eine durch Entzündung von ten auf der Strecke bleiben und umkehren, da sie Bregenz( Bodensee), Konstanz, Schaffhausen, Luzern, Grund des Kleintädtergef es zu schüßen." Leuchtgas hervorgerufene Ervlosion. Das der. Hunger nicht mehr weiter ließ, Interboden, Kandersteg, Bern, Zürich, Innsbrud, Linz Sier offenbart sich schon der echte christlichsosiale Bahnhofgebäude wurde start beschädigt. Einige und weitere Hunderte konnten nicht mit, weil sie über Sing nach Brag; III. 3talien Mittel Pfaffe. der es für seine vornehmste Pflicht hält, Beamte wurden schwer verletzt. Der angerich- schon längst feinen Schuh und keinen meer- Reise: Venedig, Florenz, Rom, Neapel die Pächter um bre Recte zu bringen. Nachdem tete Schaden ist ziemlich beträchtlich. Feben Kleid mehr auf dem Leibe( Pompeji, Capri), Patvas, Ragusa, Triest, Salzer aber die Pfarrf der vor dem armen Volk haben. Ruhig zogen diese hungrigent Menschen vor burg; Wachau, Wien, Rag, Brünn, Macocha, ,, gerettet" bat, möchte er die Steuern nicht Berlin, 23. Dezember. Bei Gotha ent- die politische Behörde, wo Genosse Breitfelder Näheres enthält der illustrierte Reiseprospett, welzahlen, da ihm die Wraft nicht einmal ,, freien gleiste heute nachts ein Güterzug infolge Schienen ihnen vorerst einen Bericht über die Intervention her gegen Rückschluß von K 2- bei der UrlaubsTisch" bringe. Zur Steuerfre heit verhelfen soll bruch. Sechs Wagen stürzten die Böschung von Prag. brachte und die Dentonstranten bat, reise- Organisation, Siz Bodenbach. Dresdnerstraße thm aber die christlichsoziale Partei und die ge- hinab und wurden zertrümmert. Der Ma- ruhig abzuwarten, bis die Deputation von der 886, Haus Viktor Adler, erhältlich ist. Sata trop en. Jm nordamerikanischen Bundesstaat Illinois stießen zwei Militärflugzeuge in der Luft zusam men. Die vier Flieger, sämtliche Offiziere, würden getötet. * Cent wegten Worten dankte die Genoffin Perthen für Ein feines Konsortium, bestehend aus dent die bescheidene oker verdiente Ehrung. Wir hiememeler Gütervorsteher Rudatz und den Kaufßen uns ten vielen Glückwünschen, die der tapferen Genoffin entgegengebracht wurden an und Leuten Krotoschiner; Edelstein und Edler hatten instefondere den, daß sie uns noch recht durch falsch deklarierte Gütersendungen den reichslange erhalten bleiben. möge. 177 deutschen Eisenbahnfiskus um rund 1 einhalb Millionen Mark geschädigt. Krotoschiner wurde in Berlin, Rudaß in der Schweiz verhaf tet. Beide wurden ausgeliefert. Edelstein, der rumänischer Staatsangehöriger ist, enifloh nach Rumänien und wird nicht ausgeliefert. entfam nach London und wurde dort verhaftet. Die Auslieferungsverhandlungen sind jetzt zunt Abschlusse gelangt. Edler 9 Breitag, den 24. Dezember 1928. Muffolini. Von Leopold Goldschmidt. Seite 9. Ipel vorging und daß ihm fein Leichenberg zu hoch ist, wenn er nur Mussolinis Tyrannis zu becfestigen scheint. " 1 Die waderen Soldaten... Dieser Tage murde in Prag nach Fertigstellung der Regulierungsarbeiten die Moldau aus dem alten in das neue Bett übergeleitet. Zu diesem Zwecke Die Sarfatti bemüht sich, die Greueltaten des wurde die Sprengung der Dammes vorgenom Fascismus als unvermeidbare Auswüchse einer men, die aber nicht gelang, so daß Pioniersolda- In den Schaufenstern der Buchhändler, die und absolutistischem Regime. Er selber, jagt er, Massenbewegung ,,, Knippel und Rizinusöl", als ten eingreifen mußten. Darüber schrieb die„ Pra- sehr wohl wissen, was man der Bourgeoisie vor will allein den Staat verkörpern der Schabernadspossen" und Mord und Totschlag als ger Presse": und nach Weihnachten zu reservieren hat, prangt Staat, das ist er! Was sich ihm in den notwendige Vergeltungsmaßnahmen hinzustellen. „ Die durch die Soldaten vorgenommenen ein Buch mit dem lebensgroßen Kopf Mussolinis, Weg stellt, wird mit allen Mitteln der Gewalt Die Ermordung Matteottis wagt sie nicht zu Begräumungsarbeiten am Dann schritten vasch auf dem Umschlag, und der würdigen Refiame: niedergetreten. Er, der einmal die Freiheit des rechtfertigen, aber darüber, wen die Blutschuid fort. Es war in der Tat feine angenehme Be- Der napoleonische Aufstieg eines Geistes und des Individuums gepredigt hat, ist trifft, spricht sie nicht. Dagegen erzählt sie mit schäftigung, in dent eisigkalten Wind und in den Mannes- vom Maurer zum Ditta- zum blutigsten Unterdrücker aller Freiheiten ge- dantenswerter Offenheit, wie Mussolini seinen gleichfalls eijigfalten Flaten bis zum Gürtel im tor". Darüber in der Handschrift Mussolinis: worden, er, den die sozialdemokratische Partei Frieden mit der Kirche und der Monarchie schloß reizenden Strom zu stehen. Aber das vermochte Dies Buch enthält mein Leben". Die it wenig ideal" war, fennt nur ein einziges und als Anbeter des Imperialismus als eines Verfasserin, M. Sarfatti, hat diefe Biographie, Jdeal: den Fascismus, das heißt gewaltsamen, ewigen und unveränderlichen Gesetzes des Leben Eifer der Soldaten nicht zu verringem." ehe sie im Drud erschien, dem Diftator erst zur imperialistischen Nationalismus. Früher Rufer bens" Hauptstüße des reaktionären tapitalistischen ,, Die Stimmung unserer waderen Truppen Approbation vorgelegt, wie sowohl das Vorwort, im Streit gegen alle Eninationalisierungsversuche Systems geworden ist. Einmal sagt sie, der Fase ist ausgezeichnet"! so lafen wir es durch vier das er selber schrieb, verrät, als auch das Geleite und darum Hasser des alten Desterreich, das den cismus, das sei ein ,, Volf in Waffen", gleich darauf Jahre täglich in den Kriegsberichten der Obersten des deutschen Uebersetzers und Herausgebers, der tirolischen Italienern die nationale Freiheit nicht aber gibt sie zu, daß dieses Volk" bon 500.000 Heeresleitung. wahrscheinlich das deutsche Volk nicht länger nach gab, ist jetzt Nationalist furchtbarster Sorte, ita bewaffneten Fascisten repräsentiert wird, einer bis zum Gürtel im reißenden Strom einem authentischen Rezept über den erprobtesten lianisiert mit Feuer und Schwert, spricht von aristokratischen" Avantgarde, die das ewig uns ". Aber das vermochte den Eifer..." I Weg zur fascistischen Gewalt wollte hungern las der italienischen als der auserwählten Nation und mündige Bolt zu lenken hat und von den ja wirk woher denn! im Gegenteil: ein Vergnügen war fen. Für die richtige Wertung des Buches ist übri- von den Völkern nördlich des Brenner als von lich ein beträchtlicher Teil durch die Phrase sich es für die Pioniere, im Christmonat bis zum gens die uns von berläßlichster Seite zugekommene den Barbaren". Sein Haß gegen alles Nicht- beherrschen läßt. Daß Millionen Italiener in Bauch in dem eisigfalten Moldauwasser herum- Mitteilung von Bedeutung, daß Mussolini italienische nahm schon während des Krieges, den Todesfurcht leben, daß jede antifascistische Meizuplantschen; schon von wegen der vielen offi- felber der Sauptverfasser diejes Sym er als Freiwilliger mitmachte, abnorme Formen nungsäußerung lebensgefährlich ist, das immer Risen und offiziellen Persönlichkeiten, die dem nus auf Mussolini ist, was um so glaubwürdiger an. Für seine Blut- und Vernichtungsgier zeugt nene Hunderte Leichen den napoleonischen Aufs Schauspiel zusahen und denen zu Gefallen, es erscheint, als die Sarfatti seit Jahrzehnten das folgende Begebenheit, die die Carfatti ihn selber stieg" Mussolinis ermöglichen, davon findet sich fich allein schon lohnt, sich im Moldauwasser eine( nicht mur geistige) Anhängsel Mussolinis bildet, aus seiner Schüßengrabenzeit erzählen läßt: natürlich in dem Buche kein Wort. Kein Wori Lungenentzündung zu holen. Schließlich gibt es feinerzeit dem„ Avanti" als ehrgeizige Salonsoziaja auch noch Militärärte, die ihre Praxis von liftin zugelaufen ist, und dort just zur felben 1914 bis 1918 nicht verlernt haben... Zeit wieder in Verlust geriet, als die italienische Partei Mussolini aus ihren Reihen entfernte. Wenn man dann noch erfährt, daß die Sarfatti ihte sozialdemokratischen Parteibeiträge mit gefälschen Marken quitferie, und daß sie mit der Partei böle wurde, weil diese die Abgeordnetenkandidamr des Herrn Sarfatti ablehnte und auch für Geldspenden, die zu diesem Zwecke vor den Sarfattis flüssig gemacht wurden, nicht zugänglich war wenn man all dies weiß, ist man ungefähr in den Stand gesetzt, den reinen Idealismus, die lauteve Autorin über sich ergehen zu lassen. Wahrheitsliche und die echte Begeisterung der Die Erleichterung bei Zahlung der EinkommenHeuer für die Privatangestellten verlängert. Zahl reichen Gesuchen von Firmen und Angestellten entsprechend hat das Finanzministerium einen neuen Erlag herausgegeben, mit welchem die Erleichte rungen bei Zahlung der Einkommensteuer von festen Dienstbezügen verlängert und somit die Firmen und Angestellten in bie Lage versetzt werden, auch nachträglich von den Begünstigungen des früheren Erlasses Gebrauch zu machen. An die Pensionisten der Tabakregie und ihre Hinterbliebenen. Die Pensionen für die Bediensteten Der Tabakregie und ihre Hinterbliebenen werden Der Zweck des Buches ist flar: es soll den " An einem denkwürdigen Abend sah ich auf auch über die wirtschaftlichen Leistungen und der Feindesseite im Finstern zwei kleine rote 3iga- über das wirtschaftliche Programm des Fascis rettenpunkte; ich nahm sie mit der Handgranate mus, über dessen Ziel nur die Phrase vermerkt ist, aufs Korn. Er trachte, und dann waren die bei- daß er um die Einheit des historischen Ges den Pünktchen verschwunden. Am darauffolgenden schehens fämpft". Das wahre Programm des Tage erzählten uns Gefangene, daß es dabei vier Fascismus erschöpft sich denn auch in jenem GeTage erzählten uns Gefangene, daß es dabei vier bis fünf Tote gegeben habe. Der Hauptmann danken, den Mussolini niederschrieb, als er ait die fragte mich damals:„ Warum tatst Du das, mein Front ging, und den er damals im Leitartikel des Sohn? Die Leute drüben waren vielleicht gerade Popolo dialia" jenen Freunden zum Abschied beim Plaudern, rauchten, sprachen vielleicht von und zu deren Sicherung aufgestellt blieben. Die zurief, die im Rücken der Schüßengrabenkämpfer Herr Hauptmann", antwor tete ich ihm, dann wollen wir doch lieber gleich fen Männern des Hinterlandes rief Mussolini zu: aut zu wie die Besessenen.. alle nach Mailand fahren und dort spazierengehen, Siesem Sage liegt das Programm, das ist dann besser." das ich auch hinterlasse". Das gründliche Zuhauen hat er so recht erst selber besorgt, als ihren Bräuten?" Hoffentlich gelingt dent Das Kindlein im Stall. Von Karl Ney. G. So fühlte und handelte Mussolini ini Kriege, vom 1. Jänner 1927 nicht mehr durch die herrlichen, grandiosen Charakter des Mannes als Sergeant( weiter hat er es tros der von der der Krieg zu Ende war. Und er haut noch zu, Finanslandesdirektion angewiesen werden, sondern widerspiegeln, der es aus eigener Straft vom Sarfatti gerühmten Tapferkeit, Tüchtigkeit und gegen die Arbeiter, wie ein Besessener, der er ja bireft durch die Zentralbirektion der Tabafregie. Da Maurer bis zum Ministerpräsidenten gebracht hat, Aufopferungsfähigkeit nicht gebracht). Man be- fchließlich auch ift. fich deshalb alle Bensionsagenden in diesem Amte soll ihn darstellen als den, dem in der Weltge- greift, daß diefer Mann, nach dem Kriege zur höch italienischen Proletariat recht bald die dringliche bereinigen, ist es notwendig, daß sämtliche Mit- schichte nur Gaesar und Napoleon ebenbürtig sind, en Spike im Staate emporklimmend, gegen den Aufgabe, sich von diesem Besessenen zu befreien. teilungen( dauernde Adressenänderungen, Sterbe- und soll die Menschheit dankbar dafür machen, daß inneren Feind" aber auch ohne die leisesten Strufälle der Ehegatten oder Kinder, Weiterbewilli- es aus seiner Hand das köstliche Geschenk des Ja gung von Kinderzulagen in jenen Fällen, wo Kinder icismus empfängt, mit dem er schon Millionen weiter studieren usw.), Fragen und Urgenzen vom Italiener glücklich gemacht hat.( Die wirklich be1. Jänner 1927 direkt an die Zentraldirektion der reits Seligen" sind natürlich nicht mit eingerech net.) Aber obwohl das Buch zur Verhimmelung Tabakvegie in Prag gerichtet werden. und Vergöttlichung Mussolinis und noch dazu von lieber Frauenhand geschrieben ist, ist es dennoch nicht imstande, die Widersprüche, den Gesinnungsverrat und die Abgründe in Wussolini auch nur einen Augenblick zu verschleiern oder zu überbrüften. Je mehr die Sarfatti Mussolinis unbestreit bare Energie und Intelligenz, seine großen journalistischen und rednerischen Goben, seinen starken Willen und seine Suggestionskraft ausmalt, desto stärker heben sich auch die Schatten ab, die negativen Seiten seines Wesens, feine Hemmungslo, igfeit und Treulofigfeit, fein unmenschlicher Haß gegen Andersgesinnte, jeine Roheit und Brutali tät und sein dunkler Ehrgeiz, in dessen Dienst er alle feine jonstigen Anlagen stellte. Was menschlich an ihm ist, wird niedergefegt von seinem Willer, Alleinherrscher zu sein. Seine Sucht zum Thrannentum läßt ihn schon seelisch als Sozialisten fehl am Platz erscheinen. Das Buch lehrt aber überdies ,. daß Muffolini geistig niemals etwas anders alá ein Nationalist gewesen ist und daß er nur heimgefunden hat, als er, der einst gegen den Militarismus mit den radikalsten Mitteln focht, Striegspolitiker furchtbarster Art wurde, Zwei Leichen im Walde. Ein am Wladangberge bei Budiz nach Chriftbäumchen Ausschau haltender Wirtschaftsgehilfe entdeckte zwei bereits in Berwesung übergegangene Leichen, die im Waldesdickicht verborgen waren. Die Gerichtskommission stellte fest, daß es sich um die Leichen eines etwa zehnjäh rigen Rindes und eines 26jährigen Mannes handelt, die bereits zwei Jahre am gleichen Blaze liegen dürften. Die näheren Umstände des Todes diefer beiden konnten noch nicht festgestellt werden. Ein Wolkenkratzer- Rekord in New York. Beim New Yorker Stadtbauamt reichte der Präsident der Großgrundbesitgesellschaft, John Larkin, einen Plan für die Errichtung eines 110 tödigen Bureau hauses ein, dessen Höhe 1298 Fuß= 397 Meter betragen foll. Mit dem Bau soll im nächsten Jahre in der Nähe des Timessquare begonnen werden. Die Baukosten belaufen sich auf 18 Millionen Dollar. Das Grund ftüd loftet 4.5 Millionen Dollar, das jährliche Mietseinkommen ist auf 3 Millionen Dollar veranschlagt. einem Passagier IIGemütliche Bahnfahrt. In den Schnell. zug Relebia- Budapest ist Mittwoch abds. eine aus etiva 20 Mitgliedern bestehende Diebsbande in der Station Fülöpfzallas einveftiegen. Einer von den Dieben wollt Brieftasche entwenden, wurde jedoch dabei ertappt. Seine Rompli en eilten ihm darauf zu Hilfe, wodurch eine allgemeine Rauferei entstand. Um einer Verhaftung zu entgehen, brachte einer der Diebe durch Ziehen der Notbremse den Zug in der Nähe der Station Soroksar zum Sehen es bekannt, und es gelang der Bande, in der Dunkelheit zu entfommen. Die polizeilichen Nachforschungen wurden eingeleitet. Die öden Lesebuchgeschichten, mit denen die Sarfatti die ersten Kapitel ihres Buches bestre: tet, Auf schmußigem Stroh im Stall wurde ein recht nicht, bis sie sich im Stall zur schwersten laffen nur eines klar erkennen, daß in Mussolini Knäblein geboren. Aber die Mutter heißt nicht Stunde niederlegte. Im Hause war kein Plaz frühzeitig die Abenteurernatur zum Durchbruch Maria, sondern Agnes. Und es geschah nicht vor für einen Arbeitsmenschen, auch für einen ihrer fam, daß er aber im übrigen als sehr wohlgebil 1926 Jahren, sondern jetzt in der Zeit der christ- Lage nicht. So gebar sie unter Kühen und ver deter wensch, als fertiger Lehrer nach langer Stu- lichsozialen Sanierung der Seelen. Man könnte glich sich wohl bitteren Gefühls mit diesen, die dienzeit, und nicht etwa als ungebildeter Maurer, viel darum geben, wenn es ein ausnahmsweiser fie schon wiederholt in solchen Stunden mit den Dajeinskampf begann. Bezeichnend ist, daß dem Fall wäre; leider ist es eben nur ein Beispiel Sorgfalt umgeben fah. Bei ihr stand niemand Salbwüchsigen ein Schuldirektor einmal zurief: von ungezählt bielen. bon jenen, denen sie ergeben diente. Vielleicht Mussolini, dein Gewissen ist schwarz wie die Hölle". Die Sarfatti gibt diese Epi widerfuhr, heißt Agnes Appoloner und ihr Herr tat sich ihr, beim Anblick des Senäbleins der ganze Die Magd des Herrn, welcher dieses Heil erschien es ihr selbstverständlich, vielleicht aber fode wieder, um zu zeigen, was für ein Lausbub dieser Mussolini doch war, und weil doch bekannt ist der Großbauer Matthias Reinhard in Feistritz, Jammer ihres Lebens auf. lich gerade die größten Männer als rechte Laus der streng darauf steht, daß nach ihm auch Gott buben anfangen. Wir aber glauben, daß diese zu seinem Rechte kommt, daß nach und vielte wohl? An dem Tage nach ihrer Niederkunft wurde neben der Stall ausgemistet. Agnes Appoloner drückte 483 Jahre Rerfer für einen Mann. Wie die Aeußerung, selbst wenn der Direktor ein ausgeder Arbeit auch fleißig gebetet werde. Und in das Kind an sich, das der scharfe Geruch zu richtshof in Barcelona der Fassadenfletterer Albo ungewöhnlichen Formulierung eben schon auf eine und Müttertragödien seit dem Jahre 1 unserer fie infolge des Gestantes und der starken Zugluft Londoner Blätter berichten, wurde von einem Gesprochener Schulfuchs gewesen sein sollte, in ihrer feinem Hause wurde an die Kette vom Kinderschmerzlichem Schreien zwang. Schließlich mußte zu einer Gefängnisstrafe im Gesamtausmaß von abiveg ge Veranlagung in der Jugend schließen Beitrechnung ein neues Glied gefügt. Das wie hinaus; und sie fonnte sich kaum noch schleppert 483 Jahren verurteilt. Diese Sterlerstraße von wohe- läßt. Charakteristisch für Mussolini und seine BioAgnes Appoloners Leben schlich von Anbe- und mußte doch schon ühe weiden, bis sie erzu fünf Jahrhunderten hatte Albo durch 66 Delifte graphin, sind auch die schmutzigen Beleidigungen, Derdient". Es gibt in ganz Spanien fast kein ein mit denen sie Angelika Balabanoff bededen, ginn armselig zwischen harter Arbeit und drit tranfte. Nun verweigerte man ihr die Ausfoljene ideale Sozialistin, die Mussolini in schwerster tenden Entbehrungen dahin und sie wuchs in gung eines Strankenzettels. Agnes mußte eine giges Gericht und Leine Polizeibehörde, die ihn Not geholfen hat und die nur von diesen Abtrün- dieses Dasein mit der Ergebenheit jener Wen- andere Person für sich aufnehmen und auf ihre wefen der zehn Schilling Monatslohn verzichten. Sie stand würde. Bon 32 Gerichten wurde er bereits in con- nigen nicht mit Argumenten bekämpft, sondern schen hinein, die nichts anderes kennen. Vom von allem entblößt, und als sie in Not und, Ver grauen Morgen bis in den dunkelnden Abend zweiflung ihr Dienstbotenbuch forderte, wurde es tumaciam abgeurteilt. Erst jest gelang es jedoch zum Dank beschimpft wird. ,, Vom Schleier einer geheimnis rührte sie die Arme und kämpfte oft genug gegen ihr zugleich mit dent vestlichen Lohn verweigert. der Polizei, feiner hoshaft zu werden; das Gericht bollen Serankheit umhüllt mit die den Schlaf, um noch rasch für sich selbst etivas Auch das zum Lohn gehörige Paar Schuhe für fällte nun dieser Tage das dreiunddreißigste Urteil sen Worten sucht die Sarfatti an einer Stelle schaffen zu können. Sie fannte nicht Glück und das erste Halbjahr wurde ihr vorenthalten, und ihres Buches nicht etwa Mussolinis, sondern Freude und ihr Empfinden stieß sich platt an dem das erste Halbjahr wurde ihr vorenthalten, und Die Zeichnungen in der vorliegenden Weih- Benins Wirken zu erklären. Über die Tueti- starren Rahmen des Alltags. Sie fonnte feine o ging sie in Lumpen davon, an der Brust eine nach: snummer stammen vom Genossen Dr. Gerche Erkrankung Mussolinis verliert Stunde aus diesem Einerlei heraus, um einmal schwere Sorge mit sich tragend. Man muß es der absoluten Klarheit wegen hard Färber. diese Wahrheitssucherin keine Silbe! Sicher wenigstens für sich zu leben. Aber schließlich lich kann man die Gesamterscheinung Mussolinis tam doch ein Abend, an welchem sie der Sehn- wiederholen: es geschah im August 1926 im nicht allein aus seiner syphilitischen Verfassung er sucht ihres armen Lebens erlag. Er sagte ihr, Hause Reinhardts in Feistritz. Vielleicht flang klären, aber daß diese eine seiner auffallendsten daß sie ihm soviel gälte und da hatte sie wohl in der Dorffirche die Orgel, als sie von dannen geistigen Eigenschaften, feinen Cäsarenwahn, aufgejauchst und sich nicht besonnen, einmal zog. Oder vielleicht faß der Herr mit den Seinen hauptsächlich erklärt, steht f außer Zweifel wie wenigstens etwas anderes zu sein als ein bloßes beim Abendgebet, als sie ging. Wie lange wird feine Strankheit selbst. Mussolini fühlt sich als Arbeitstier. es noch Arbeiterfrauen geben, die mit ver Das ist eben das Feine", weiß sich die andere direkter Nachfahre der altrömischen Kaiser von Und dann folgten Monate erschwerter Arschränkten Armen Kinder im Stall gebären att helfen,„ meine Eltern haben mich ausgesucht. Gottes Gnaden, als Divinus Auguſtus", er beit. Die Sorge der werdenden Mutter wob noch laffen? Wann werden alle, alle Frauen unzuDeine Gliern aber mußten nehmen, was sie bestrebt die Wiederaufrichtung eines römischen grauere Fädchen in ihr Dasein. Sie durfte bis frieden mit einer Weltordnung, die gebärende Imperiums an mit hierarchischer Verfassung in die letzten Tage nicht müßig sein, nun erst Schwestern brutal auf Stallstroh wirft? mit dem bereits erwähnten Ergebnis. Heiteres. Zwei eine Mädchen streitest. Du hast gar keine Eltern. Du bist nur doop. tiert", schimpft die Meine. tomen." Cefte 10. Die neue Heimat. Von Hans Honheiser. Horch! die alten Eichen rauschen immer noch dasselbe Lied. Sonst ist alles anders worden Ja, es ist ein ganz seltsames Gefühl, das einen beschleicht, wenn man nach längerer Abwesenheit wieder einmal Heimaterde unter den Füßen hat, ein Gefühl, halb Enttäuschung, halb Staunen: Enttäuschung, als Folge der Erkenntnis, daß die Sehnsucht doch schöner malte, als die Wirklichkeit dann halten kann, Staunen, weil nun über den durch das Altern bedingten Verfall doch eine neue Jugend gekommen ist, die allem Alten über den Kopf wachsen will. Ja, die alten Eichen rauschen wohl immer noch dasselbe Lied, aber die Menschen, die es hören, sind andere geworden. Das ist noch die alte Heimat, aber ein neuer Geist erfüllt sie, neue Menfchen bevölkern fie. Und so ist auch die alte Heimat, phne daß wir es merkten, neu geworden. Alt die Berge, alt die Flüsse aber jung die Menschen. Das sollte uns eigentlich kein Staunen abnötigen:' s ist der Geschichte ehernes Muß, die Voraussetzung des Fortschreitens aller Kultur. Aber wir Menschen alten Formates wollen es eben nicht glauben, daß über uns hinaus eine Zufunft heranwächst, welche die Verwirklichung alles dessen ist, was wir nur erträumt haben. Darum unser Staunen und wenn wir ganz ehrlich fein wollen gemischt mit einem Tropfen Bitternis, daß nicht wir es sein können, bie diese Zukunft heraufführen 1. Bausteine. Die rührigen Kinderfreunde von Mähr.Schönberg wollen sich auf ihrer Spielwiese ein Heim errichten. Schmucklos, doch stark, wie das Proletarierleben es ist. Festgezimmert und auf starkem Grunde: ,, Ein' feste Burg-" Aber das schier Unmögliche ist doch möglich gemacht worden. An den freien Samstagnachmittagen da sieht man rüstige Kinderarme ein paar zweirädrige Karren in das Flußbett treiben, andere Hände graben die Steine aus dem wasserüberspülten Boden, laden sie auf die Karren, füh überspülten Boden, laden sie auf die Karren, füh Wieber stoßen zwei Jungen einen schwer be- Leise rieseln die Flocken auf die fahlen Gartenladenen Karren an uns vorbei. ,, Bausteine" bäume nieder, bilden weiße Mühchen auf den lacht der eine und das junge Gesicht glänzt in föstdunklen Zweigen. licher Schaffensfreude. Freitag, den 24. Dezember 1926. Boltswirtschaft. Vom amerikanischen Gewerkschaftstongreß. Die Türen des Saales werden drüben sorgfam gefchloffen gehalten, um die Kälte nicht einBausteine murmle auch ich in mich hinein dringen zu lassen. Immer aber, wenn sich ein und mein Blick hängt dabei nicht an den grauen fleiner Lichtschimmer heraus verirrt, klingt auch der großen Automobilfabriken, die 46. Jahres Anfang Oktober fand in Detroit, der Stadt Flußsteinen, sondern an den schwitzenden Kindern, ein Verschen des Weihnachtsliedes auf: Stille versammlung des amerikanischen Gewerkschaftsdie den Karren schon wieder entladen vor sich her Nacht, heilige Nacht-" in den Fluß treiben. " Ja, Bausteine- Bausteine der Zukunft!" einen Blick hinüber fliegen, der die Neugier ver- etwa 10 v. S. organisiert; wahrscheinlich war dies Die Kinder im roten Heim lassen manchmal bundes statt. Von den 700.000 in dieser Stadt vor-. kandenen Arbeitern Faben die Gewerkschaften nur rät, die die Kinderaugen blant werden läßt beim ein Grund, den Kongreß hier abzuhalten. 2. Das Christkind. Gedanken an die flimmernden Christbaumferzen Ein mittelgroßes Zimmer im ersten Stock und die Weihnachtspäckchen, die christliche Nächstenes schönen Arbeiterheims in Wigstadtl. Um einen liebe heute den Aermsten der Armen in die Arme längeren Tisch herum sibt eine Schar Kinder, alle legt. möglichen Dinge vor sich: sie malen, schnigeln, fleben. Und dann tragen sie dem Genossen, der die Spielstunde leitet, die fertigen Erzeugnisse zur Begutachtung hin: Körbchen aus bunten Papieren, Malblätter und ein Bub hat sogar eine kleine Maschine am Arm, die er aus einem Maschinenbautasten selbst zusammengestellt hat. Der fertige Technifer spricht aus seinen Augen. Die Hände fliegen über das Material ihrer fünstlerischen Tätigkeit, während die Ohren zum Fenster hinaustauschen. Nur durch eine schmale Gasse getrennt, liegt das Katholische Vereinshaus vor den Fenstern des Noten Heims". In dem ersteren haben sie heute Chriftbescherung. Ganz nahe am Fenster, da sitzt ein Bub, der erst eine Weile hinüber schaut, dann aber resolut den Kopf zu seiner Bastelei zurück wendet. Während sie drüben geduldig warten und die Befcherung ersehnen, sitzen ein Dußend Kinder da und basteln und kleben und malen und sind sich selber Christkind, weil sie wissen, daß nur die Arbeit dem armen Arbeiter Christkind sein kann. Aus dem Bericht der Exekutive des Gewerkschaftsbundes ging hervor, daß die Mitgliederzahl der angeschlossenen Verbände von 2,877.910 im Jahre 1925 auf 2,813.910 aurüdgegangen ist; da diese Zahlen nach der Beitragsleistung ermittelt werden, so ist nach Ansicht des Na, Julius, du möchtest wohl gern etwas Berichterstatters anzunemen, daß etwa 500.000 Mitglieder vorfanden sind, die infolge Streif, von drüben?" Da werden die Züge des Jungen kart:„ Ich Aussperrung, Arbeitslosigkeit usw. keine Beiträge mach mir mein Christkindel selber." Und seine eisteten. Der Rückgang wird erklärt durch AusAngen veranfern sich wieder auf seiner Klebe- schiden eines Verbandes und durch Mitgliederarbeit und seine Finger fliegen, als hänge die verluste der Eisenbahner. ewige Seligkeit vom rechtzeitigen Fertigwerden des Die Hauptgegenstände der Verhandlungen waren die immer aktuellen Fragen der A rfleinen Kunstwerkes da vor ihm ab. beitszeit, des Lohnes und der Organi sation der gewerkschaftlich nicht erfaßten Arbeitergruppen. Die Tatsache, daß die neueren Indu striezweige, für welche die alte, dem Handwerk entnommene Berufs- und Organisationsgliede rung nicht paßt, fast alle nach dem sogenannten ,, American Plan" arbeiten, d. h. so wie Ford sich weder mit Gewerkschaften noch mit Betriebsvertrauensleuten der Arbeiter in irgendwelche Verhandlungen einlassen, hat den Gewerkschaftstongreß zu einem besonderen Schritt veranlaßt. Der Mantel mit Spuren von Pelzbefab, den sie uns Gewerkschaftsbund bzw. sein Vorstand erhielt die Wenn wir Geschwister nach Jahren der zum Versetzen überließ. Wir hatten diesen Man- neingeschränkte Vollmacht, von den Verbänden Trennung uns wieder einmal zusammenfinden, tel immer als Prachtstüd angestaunt und waren ihm notwendig erscheinende Beiträge zu dem bedann dauert es nicht lange und wir sind verfun- überzeugt, für ihn im Verfahamt eine merge tampagne unter den Automobilarsonderen Zweck einer Organisierungsken ins Erzählen von jener Zeit, da wir alle noch Geld zu bekommen. Alle Not schien uns plebeitern zu erheben. Es wurde die Gründung flein waren, uns stritten und zankten und doch lich verschwunden. Wir begannen, trunken vor cines besonderen Automobifarbeiter- Verbandes aneinander hingen wie Kletten, da wir bloß- Freude, schon im voraus einzukaufen. vorgesehen. Auf dem Kongreß wurden drastische füßig im Straßenstaub herumtollten oder in den Kaffee und Zuder würde die Mutter kaufen, Beweise für die Notwendigkeit besonderer Agita Donau- Auen Holz fammelten, da wir im Win- guten heißen Kaffee würden wir trinken und tion beigebracht. Die General Motors Company ter in zerriffenen Schuhen zur Schule wanderten, Laberln", unser Lieblingsgebäck, das Stück zu mit 75.000 Arbeitern Fat z. B. eine„ Company da wir in die Wärmestube gingen, um eine zwei Kreuzern, würden wir dazu essen. Und am Union", d. h. einen Werkverein, dem jeder Schale Erbsensuppe und ein Stück Schwarzbrot Aberd würde es Schmalzbrot geben. Und ich Beschäftigte angefören muß; an jährlichen Beizu erlangen, da wir das Armsein als etwas ganz träumte von einem Stück Spec. trägen haben die 75.000 Arbeiter 1,750.000 Dollar Selbstverständliches ansahen und darüber, daß zu leisten, ohne daß ihnen ein Einfluß auf die wir nie schöne Kleider, nie Spielzeug hatten, Wirksamkeit des Vereins zuſtet. gar nicht flagten. Damals! Das Weihnachtswunder. Von Josef Hofbauer. Das Haus darf nicht viel kosten, denn die Mutter gab ihr Kopftuch her, damit wir Organisation ist nicht reich. Darum muß es aus den kostbaren Mantel darin einschlagen konnten, und ich, der Aelteste, der schon eine gewisse Ver- Außer dieser Automobilfirma sind es große Holz errichtet werden. Aber auf solidem SteinWie hätt es anders sein können! Unsere trauenestellung in der Familie genoß, wurde Unternehmungen, wie die General Electric Com grunde soll es stehen, so fest und selbstsicher, daß Eltern hatten zwölf Kinder, von denen freilich beauftragt, ihn ins Versazamt zu tragen. pany, die Pensylvania- Eisenbahngesellschaft und ihm auch der Zahn der Zeit nichts anhaben kann. nur fünf bis ins schulpflichtige Alter hinein- Ich vannte. Wenn ich mit dem Gelde der Stahltrust, die ihre eigenen Unions" aufzie Aber die Steine herzuführen, das kostet Geld. Doch wuchsen. Soweit ich zurüdderten kann, gab es heimkam, dann gab es Kaffee, gab es Sem- hen und zum Teil durch den Einzelarbeitsvertrag da fließt ja die Teß an der Wiese vorüber und da alle Jahre eine Geburt oder ein Begräbnis. Der meln, gab es eine warme Stube. Wieviel die Zugehörigkeit zu einer Gewerkschaft ausda fließt ja die Teß an der Wiese vorüber und da Tod hatte für uns nichts Schreckhaftes, denn wir ich wohl dafür bekommen würde? Vielleicht schließen. Auf dem Gewerkschaftskongres wurde gibt es Steine mehr als genug. Die munteren waren an den Anblic fleiner wachsbleicher Stingar- wir rechneten immer noch in Gulden die als Yellow dog contracts"( Verträge für Wellen brechen sich hundertfältig an den aus dem dergesichter, die, von Heiligenbildern umrahmt, brei, vier Gulden? Immer fühnere Schäzun gelbe Hunde) vor der Deffentlichkeit gebrandFlußbette aufragenden Felstöpfen. Aber die heraus gelben Armenfärgen starrten, längst ge- gen wagte meine Phantasie und als ich den markt; man glaubt, durch intensive Gegenprovaausbringen und sie an die Baustelle schaffen, das wöhnt, so sehr, daß wir nicht selten Begräbnis" Mantel dem Schäßmeister reichte, da war ich ganda die öffentliche Meinung gegen diese Befoftet wieder Geld. spielten. Und wir waren daran gewöhnt, daß auf die Nennung unwahrscheinlich hoher Sum schränkung der persönlichen Freiheit vom immer wieder Zeiten tamen, in denen es nur meit gefaßt. Der Schätzmeister, diese von den Standpunkt des amerikanischen Bürgers aus geMalzkaffee une trockenes Brot gab, morgens, armen Leuten so gefürchtete, mit so gewaltigem sehen so sehr beeinflussen zu können, daß die mittags und abends. Das waren die Wochen Nimbus umkleidete Person, betrachtete den Man- großen Firmen aus Geschäftsinteresse das System und manchmal Monate, da Vater arbeitslos war tel mur flüchtig, brach dann in ein meckerndes nicht mehr zu halten in der Lage sind. Erinnert und wir nur von den paar Kronen lebten, die Gelächter aus, gab mir den Mantel zurück und wurde daran, daß es vor etiva zwei Jahren geunsere Mutter durch Näharbeiten für die Nach sagte: Sog deiner Muatter, Bua, den Mantl lungen war, den Stahltrust durch ähnliches Opebarfrauen verdiente. Wir waren an all das so hätt soll'n im vurig'n Jahrhundert versetzen, rieren zum Uebergang vom Zwölf zum Achtsehr gewöhnt, daß wir uns eher darüber wun- da war er vielleicht no modern!" stundentag zu veranlassen, trotzdem die Organi derten, daß es uns manchmal etwas besser ging. Ich war vor Beschämung rot geworden, als fationen in den Betrieben selbst gar feinen EinAber einmal im Jahr empfanden wir doch ich diese Worte hörte und das spöttische Lachen fluß haben. unser Armsein schwer und schmerzlich, in der des Schemeisters, in das die anderen Versetzer in den Fordschen Betrieben gab dem Kongreß Die Einführung der Fünftage woche Weihnachtszeit, wenn es in den Schaufenstern bereitwillig einstimmten, in der Hoffnung, sich Veranlassung zu einer ausgiebigen Beschäftigung so viele töstliche Leckerbissen. die wir noch nie so den Mächtigen günstiger zu stimmen, und mit der Arbeitszeitfrage. Da die amerikanischen gekostet hatten, so viele glänzende Spielfachen, ichoß weinend zur Türe hinaus. Aber draußen Gewerkschaften eine gesetzliche Regelung der Arso viele herrliche Seleider, so viele unsanbar schöne ließ mein Tempo nach. Langsam, langsam beitszeit für die erwachsenen Arbeiter ablehneen Schäße gab! Wir wußten genau, daß uns, den schlich ich heim. Ich wußte, daß eine verzwei fie fämpfen aber seit langem für das Verbot armen Kindern, das Christkind nichts oder doch felte Mutter, daß hungrige Geschwister mich er- der Kinderarbeit und die Verkürzung der Arbeitsfast nichts bringen werde. Und daran sich zu warteten, sehnsuchtsvoll, in zitternder Hoffnung, zeit für Jugendliche und Frauen durch Gesetz, gewöhnen, an diesem Tage der Freude freudlos und wußte, daß meine Schwestern und mein gelten die Kongreßbeschlüsse nur als Richtlinien zu sein, das war doch unmöglich! Brüderchen die Zeit des Wartens sich vertrieben für die gewerkschaftliche Taktik und als Mittel zur mit dem gegenseitigen Erzählen, wie gut alles Beeinflussung der Oeffentlichkeit. Es soll eine das schmecken werde, was die Mutter faufen allgemeine Kampagne zur Verkürfönne, wenn ich das viele Geld nach Hause zung der Arbeitszeit, ohne daß eine Festbringe. Und ich wußte, daß meine Großmutter legung der Stundenzabl erfolgte, eingeleitet wer fest davon überzeugt war, daß Gott ihre Gedan den. Die Fünftagewoche wurde als Ziel aufgeten im Augenblick der äußersten Not auf ihren stellt, wobei die Ueberzeugung ausgesprochen lieben, alten Mantel gelert hatte.... wurde, daß dieses Ziel nur allmäblich erreicht Ja, damals war der Vater lange arbeitslos Als ich die Stube betvat, den, Mantel im werden kann. Der Schritt der Fordschen Untergewesen und wir mußten sogar die Wohnung Arm, da brauchte ich nichts zu sagen, da wußten nehmungen zur Fünftagewoche wurde in der Ausräumen, weil wir die Miete nicht mehr zahlen alle, daß der Gang vergebens gewesen. Die Ge- sprache als eine durch die Notwendigkeit gebotene fonnten. Nun hatte knavo vor Weihnachten schwister weinten und weinten sich schließlich in Maßnahme bezeichnet, die nach Fordscher Manier zwar der Vater wieder Arbeit bekommen und den Schlaf. Großmutter konnte es nicht ver- zu einer großartigen, kostenlosen Reklame bewir hatten wieder eine Wohnung aefunden, aber stehen, daß ihr Mantel, der doch seinerzeit nutzt wurde. Mutter stand, umgeben von der hungrigen Rin- ach, wie lang war das her! so viel gekostet, Arbeitszeit stand die Behandlung des LohnIm Zusammenhang mit der Erörterung der derschar, in der neuen Wohnung ohne Geld. nun vom Versabamt nicht genommen wurde und Sie hatte nicht einmal mehr so viel, um einen brummte über die Torheit der Mode, die selbst lehnen es ab, ihre Lohnansprüche nach der Höhe problems. Die amerikanischen Gewerkschaften Laib Brot kaufen zu können! Und morgen war fostbare alte Kleider entwürdige. Nur Mutter Weihnachtsabend! DER BESTE ZUCKER RAFFINERE い . ren sie an die Baustelle. Mancher Schweißtropfen rinnt da herab auf den Wiesengrund, mischt sich mit den Wassern der Teß. Aber das Werk wird gelingen. Hier ist Baumaterial genug, es muß nur herangebracht werden, damit es die Hände des Maurers aneinanderfügen können. am " 1 Wenn wir Geschwister von unseren Weihnachtsfesten reden, dann sagt wohl im Verlauf des Gespräche einmal eine der Schwestern: Weißt du noch, wie das war, als wir in der Leopoldauerstraße in Floridsdorf wohnten? Wie du der Großmutter alten Mantel ins Versayamt trugft?" meinte nicht. Sie faß mit herabhängenden Armen auf der Ofenbank und dachte, dachte, grübelte und sann nicht darüber, warum es ihr, der solche Gedanken lagen ihr damals noch ferne. Sie unermüdlichen Arbeiterin, so elend ergehe dachte unermüdlich darüber nach, was sie denn verkaufen oder versetzen könne. der Lebenshaltungskosten zu bemessen. Sie verlangen, daß der Arbeiter entsprechend der gesteigerten Produktionskraft der Arbeit an ihrem Erder Hauptsache für den inneren Markt produziere, trage beteiligt wird. Die Begründung dafür ist sehr einfach: da die amerikanische Industrie in sei es notwendig, daß die Erhöhung der Kaufkraft der Arbeiter mit der Steigerung der Produktion gleichen Schritt halte. Der armen Leute letzter Weg ist in solchen Fällen das Verfazamt. Aber die Mutter war Wir, die wir von ferne den Eifer der kleinen der Bater arbeitslos war, so oft gegangen, daß diesen Weg schon während der vielen Wochen, da Gehilfen bestaunen, werden von einem der Funk- fie nun nichts mehr hatte, das sie dort anzu tionäre aufgeklärt: Glauben Sie nicht, daß das bieten wagte. Sie hatte schon vergeblich verSteineführen an sich ein so großes Vergnügen sucht, unseren Familienschap, zwei alte Deldruck- Großmutter aber war run davon überzeugt, ist, daß sich die Kinder darum reißen würden. bilder, bei einem Altwarenhändler zu verkaufen, daß ein Wunder geschehen werde ein richtiges Von den übrigen behandelten Angelegenbei Aber Lesen, das tun sie alle gern und eine warme fen, aber als ihr dort eine Händlerin sagte: Schule gelernt, daß Gott die Seinen nie ver sendung einer Delegation nach Rußland war damit fogar bis zum„ Tandelmarkt" gelau- Weihnachtswunder. Hatte sie nicht schon in der ten ist zu erwähnen, daß ein Antrag auf EinStube hätten sie auch gern, wo sie im Winter Schau'n' S', Bülder sol'n do eigentli d' Woh laffe? Und war sie nicht allzeit eine gute, treue abgelehnt wurde; Ueber das Verhältnis der oder bei schlechtem Wetter über dem Buch hoden mung schener machen...!" da hatte sie nur Chriftin gewesen? Ich war steptisch, ich glaubte amerikanischen Gewerkschaften zum Internatio können. Und wenn ich ihnen da sage: Jeder zu antworten vermocht: Recht hab'n' eh!" an teine Wunder mhr und war fest davon über- nalen Gewerkschaftsbund wurde gesagt, daß sich Stein, den ihr aus der Teß herausfarrt, ist nicht und war mit den alten Ungetümen wieder heim- zeugt, daß der liebe Gott zu den Reichen halte. evtl. eine beiderseitig befriedigende Basis für ein nur ein Baustein für euer Heim, er ist auch ein gewandert. Und jetzt saß sie und sann, was Doch das Wunder Wiederzusammenkommen finden wird". benn noch versetzbar wäre. Großmutter, die feft Nun, das Wunder bestand darin, daß MutBuch für die Gruppenbibliothek, dann sollten Sie davon überzeugt war, daß Gottes Hilfe am nächter doch noch etwas zum Versehen fand. Sie geles zum nächstjährigen Tagungsort bestimmt Zum Schluß des Kongresses wurde Los Ansehen, wie die Augen aufleuchten, wie sich die sten, wenn die Not am größten, brachte schließ- verfetz'e das Bettzeug und wir hatten doch noch und der alte Vorstand ohne Widerspruch wiederMuskeln der Arme zu neuem Tun straffen." lich ihren Mantel herbei, einen alten langen am Weihnachtsabend Kaffee und Semmeln. gewählt. Freitag, den 24. Dezember 1928. Bolen und das Eisenkartell. Wie das Neure Wiener Tagblatt erfährt, sind die zwischen den mitteleuropäischen Eisenwerken und den polnischen Industriellen geführten Verhandlungen ergebnislos geblieben. Die polnischen Werke verlangten nämlich völlige Freiheit für ihre Produkte auf den mitteleuropäischen Märkten, dagegen sollten die mitteleuropäischen Werke nach Polen nicht liefern dürfen. Gerichtssaal. Kunst und Wissen. Dover- Calais. ( Kleine Bühne.) zember, zu gewinnen. Dehmann wird den Rhadames in ,, Aida" u. zw. italienisch singen. Die Titelpartie hat Frau Reich- Dörich inne, die Amneris singt Ada Schwarz, den Amonasro Hans Komregg, den König Theo Hermann und den Oberpriester Hermann Horner.( Ab. aufgeh.) Kartenvorverkauf ab Samstag. Wie alljährlich Sylvester- Nachtvorstellungen. Kleinen Bühne am Sylvesterabende Nachtvorstellun werden auch heuer im Neuen Theater und in der Lustspiel von Julius Berstel. Der vorwegge nommene Inhalt ist der: Patrid Sandercroft hat Vermögen gewonnen, dafür seine Frau an einen vermutlich hübscheren und appetitlicheren Chauffeur verloren. Fr flieht vor seinem Vermögen und vor neuen Entteuschungen und treibt sich auf seiner Zu- gen stattfinden. Die Nachtvorstellung im Neuen rus- Yacht lisses, 20 Jahre weltabgeschlossen, auf talischen Schwantes„ Billen, Krach und KaroSeutschen Theater bringt die Uraufführung des mujidem Ozean herum: ist Tiefseefischsammler und Men- tönig“ nach Edward Peeple von Paul Morgan schen, har ptsächlich Frauenverächter geworden. In dieser Stimmung plaßt eine waghalsige Journalistin, die es sich vorgenommen hat das Geheimnis des ullisses zu lösen. Es gelingt ihr nicht nur das, Gajdi( Gaida) muß übersiedeln. Der ehemalige Apothekergehilfe und später Generalstabschef der tschechoslowakischen Armee Gajda recte Gajdl erhielt die gerichtliche Kündigung seiner Wohnung na Hubálce 524, die Eigentum des Staates ist. Gajdl hat sondern auch trotz der von Sandercroft zur Verhüte für beide Vorstellungen ab Sonntag. auch hier seine Gentlement- Natur nicht verleugnet: er behauptete vor Gericht, Minister Udržal hätte ihm gesagt, daß er dem Mieterschutzgesetze unterliege und nicht ausziehen müsse, was der Minister entschieden in Abrede stellte. Gajdl muß die Wohnung laut gerichtlicher Entscheidung bis 15. Jänner n. I. frei machen. Mitteilungen aus dem Publikum. Das Beste tür Ihre Augen liefert Optiker Deutsch, Prag, Graben 25, Kl. Bazar. TH.BASCH NACHF JINDŘIŠSKA 6 PRAG KAUFET NUR PIERINGS HELLA JUWELEN GOLD SILBERWAREN DIE SUPPENWÜRZE SIE IST Grün und in der Kleinen Bühne wird das Jubiläum und Hans Regina Nack mit der Musik von Bernhard Grün und in der Kleinen Bühne wird das Jubiläum der 25. Aufführung des Zugstüdes Kopf oder Schrift" gegeben werden. Kartenvorverkauf täglich Spielplan des Neuen Deutschen Deutschen Theaters. Seute geschlossen. Samstag, 2% Uhr:„ Dornröschen": 7 Uhr:„ Die Zirkusprinzessin". Sonntag, 2½ Uhr: Dornröschen"; 7 Uhr: „ Die Zirkusprinzessin". Montag( 41-1) 7 Uhr: Don Juan". 11 Spielplan der Kleinen Bühne. Heute geschlossen. Samstag, 3 Uhr: Reiner Tisch"; 7% Uhr: Dover- Calais". Sonntag, 3 Uhr: Kon sext"; 7½ Uhr: Kopf oder Schrift". Montag: ,, Dover- Calais". Der Film. Vom blassen, Seite 11. schlechten Aussehen zur Jugendfrische und Kraft verhilft überraschend schnell tägl. Genuß von Gehes Kraftmalz Infolge se ner Billigkeit ge enüber anderen Kräftigungsm tteln stellt es das vorteilhafteste Volksnährmittel aller Schichten dar. Erhältlich in Apotheken und Drogerien. tung ihres geplanten Zeitungsartikels über sie verhängten Einzelhaft dem ersten Offizier des Schiffes, Beutenant Maclean und Sandercroft selbst kurz allen den Kopf zu verdrehen und zum Schluß alle Anträge aus Liebe zu ihrer persönlichen Selbständigkeit als moderne Frau, abzulehnen. Das Stüd ist als Luftspiel zu schwer, zu ideal, fast pädagogisch, tritt revoIationär für die Frauenbefreiung und für den normalen Fluß des Fortschrittes ein, das ist gut und führt vom revolutionären Stand der dichterischen Form zur Revolution des Gehaltes. Die wenigen mühsamen Witze vorsichtig vom Literaten formuliert, wechselten mit zuiveilen frischen Situationen. Gut aber nicht neu war die Anwendung des Radio als formellen Repräsentanten der neuen Zeit, die die Heine Journalistin mitbringt. Regielich verpatzt war 1419 Die Königin von Moulin Rouge in dem Lust poder Tanz zum Schluß des 2. Attes. Das Spiel zeigte einige Einzelleistungen, darunter: Wesselis Journa- spiel deutscher Erzeugung nach dem Buche von G liftin, ausgezeichnetes Spiel, Seele, Leib Leben, Feydeau ist die schalkhafte Mady ChriLiebels Sandecroft ganz gut, Renners Schiffsarzt st i ans. Der Film ist zwar inhaltlich mehr als mar kultiviert, Rosner zu sehr Bilderbuchseemann anspruchslos, dafür aber ebenso nett und liebens( er hätte mildern können ohne dem Lustspiele) das würdig wie die Hauptdarstellerin, die sich an Ueberdoch so kein Ganzes mehr war, zu schaden, Ströhlin mut manches leistet. Die Fabel verspottet in un als erster Offizier nicht besser als seine Rolle, Hölz aufdringlicher Weise eine Fürstengeschichte und stellt im Wran- Uranialin, Bauer Badlejak diesmal Staffage, die nicht ge den jugendlichen Thronfolger von Illyrien(?) in den Kino. Freitag, 31., Beginn: 10 Uhr abends. stört hat. Das Spiel gewann durch die Verwen Mittelpunkt der gediegen verschlungenen Handlung 1. Silfe ich bin Millionär". Glänzender dung einer Schauspielerin, die wie Paula Wessely( André Roanne). Der ausgelassene Prinz selbst Schwank mit Nikolaus Colin. Sechs Akte Lachen! angenehm aufs Publikum wirkt, ebensoviel als es ist ein blutiger Hohn auf jede Fürstenherrlichkeit",-2, Gloria Swandson Amerikas größte Schauohne sie verloren hätte, doch wird Paula Wessely in die Hofschrangen sind ebenso dünkelhaft wie geistig spielerin im Verwandlungsluftspiel:„ Das MädAufgaben gewinnen, die ihren Rollenfreis überschrei- beschränkt, eine Salon- Verschwörung gegen den junchen aus dem Volte". 3.„ Ein gemüt ben würden, aber dafür ihr schauspielerisches Bud- gen König bringt Leben in die Sache und über dem liches Hotel", in dem es ziemlich ungemütlich get bergrößerten. -rb- ganzen liegt ein spöttischer, überlegener Hauch, der zugeht. 4. Chaplin wird Straßenkeh sich aus dem bliyenden Klim- Bim einen guten Tag rer" und noch Lustiges Allerlei". Sichern macht und respektlos alles verufft. Da geht zum Sie sich Karten! 4481 Beispiel der Gesandte von Illyrien auf die HochLyrische Oper von Vitězslav Novát; Erstgeitsreise und wird im Amt von seinem Diener verqufführung am tschechischen National- treten( Bivio Pavanelli); der junge Pring theater, 22. Dezember 1926. ernennt einen seiner Studienkollegen zum FinanzBESTE FEINSTES SPEISEFETT Polarin Großvaters Vermächtnis. Diese neateste Oper Vitězslav Nováks, die minister, wenn er ihm sofort Geld verschafft, einen dem Komponisten den tschechoslowakischen Staats- andenen zum Außenminister, wenn er ihm zur Flucht ,, Wran- lirania- Kino", Wran- Urania- Kino. Heute und morgen, 3, Halb 6 und 8 Uhr. Montag, halb 6, sonst täglich, halb 6 und 8 Uhr. Smetschta, Tel. 20429. Silvester- Doppelprogramm 11 Turnen und Sport. Arbeiter- Turner, Ach'ung! Die Kommunisten tragen sich mit der Abaus dem Pensionat verhilft; und zum Schluß wird sicht, einen neuerlichen Angriff auf die er nur deshalb König, weil in Jillyrien die Schei- Arbeiterturnvereine zu unternehmen. Das angen vom König höchstpersönlich angeordnet werden können und er„ törig" die Gatrin des Erst ministers liebt. Wie gefagt, Logik und Sinn darf man nicht suchen, aber wer Verständnis hat für aller menschlichen liebenswürdige Beruffungen Dummheiten, der gehe sich den netten Film ansehen. Argus! Auf den lehten Augenblick haben Sie den An- preis für Musik eintrag, iſt mehr als eine myrische kauf von Weihnachtsgeschenken gelassen, wenn es so per schlechtweg: sie ist ein phantastisches Märchen ift, besuchen Sie die Firma J. Neff, Prag, Gra piel nationaler Färbung. Nach dem Libretto, das Rudo Pravo" veröffentlicht soeben ausführliche ben 24, und können Sie versichert sein, daß Sie dort der tsjechische Dichter Anton Klášterský nach Richtlinien für die Tätigkeit der Fraktionen in das Passende für den Weihnachtstisch finden werden. Motiven Adolf Heyduks verfaßt hat, ist das Verder Turnerbewegung. Danach müssen FralFür Ihre Gattin oder Mutter, bietet Ihnen die mächtnis des Großvaters eine alte Geige, die er Großvaters eine alte Geige, die er tionen in allen Vereinen, auf allen Konferenzen und Kongressen und in allen Ausschüssen der TurKüchenwarenabteilung eine große Auswahl von seinem Guffel Janit hinterläßt. Diese Geige wird Küchen- und Haushaltungsneuheiten, in jeder Preis- durch die Segnungen einer Waldfee, die Janik sich nerbewegung gegründet werden. Zwed dieser kom. lage. Für Ihre Braut wählen Sie eine hübsche zum Weibe. genommen hat, durch bösen Zauber aber munistischen Fraktionen ist, wie es wörtlich heißt, Nippes- Sache aus Meißner oder Rosenthaler Por wieder verliert, zum Winderinstrument, dem Janik In Paris wurde dieser Tage eine Europ die Geltendmachung des Einflusses der Partei" auf zellan in der Porzellan- Abteilung, welche Jedermann eine nathmreiche Virtuosenlaufbahn verdankt. Aber in" Filmgesellschaft gegründet, die in der Haupt- die Turnerorganisationen. Vor ieder Mit burch die riesige Menge von hübschesten Servicen aller Ruhnt wird Janik zum Ueberdrusse, ewige sache der europäischen Wirtschaftsverständigung die- gliederversammlung müssen die Mitglieder überrascht. Handelt es sich um einen Herrn oder Sehnsucht verzehrt ihn nach Silvana, der schönen nen und ausschließlich Filme herstellen soll, die der Fraktionen eine Beratung abhalten, die Sportsmann, dann laufen Sie eine Original- Ther- und gütigen Waldfee. Als goalteter Mann lehrt eine ausgesprochen europäische Mentalität Fraktion selbst wählt einen Fraktionsob. mann. In jedem Bezirk muß eine Bezittsmos- Flasche in eleganter Ausführung oder etwas er endlich an den Ort zurück, wo er Silvana zum bekoratives aus der Galanterie- Abteilung. Machen erstenmale jah, im ihr sein lettes und beites gied Die Bräutigame der Babette Bomberling, der fraktion gegründet werden, deren Mitglieder die sterben. Mit der Vision Sil humoristische Roman von Alice Berend, kommunistischen Mitglieder des Bezirksausschusses Sie mal eine Probe und besuchen Sie dieses feine zu spielen und zu Fachgeschäft, Sie werden sich davon selbst überzeugen. banas, die dam toten Meister küßt, schließt die Hand- unter der Regie von Viktor Janson mit einer des Turnerverbandes find, sowie der Vertreter des lung. Klášterský hat es verstanden, dem Kom- Reihe der bekanntesten deutschen Schauspieler ver- jeder Bezirkskonferenz muß eine Beratung der komBezirksausschusses der kommunistischen Partei. Vor ponisten in acht Bildern Gelegenheit zu reich filmt werden: Bruno Softner, Livio Bavanelli, Ser- munist.Fraktionsleitung stattfinden. Ebenso gibt es eine sher and vielfältigſter Stimmungszeichnung zu gebauman Bicha, Xenia Desni, Walter Rilla und Hanni Kreisfraktion und eine Reichsfraktion. Neujahrs- Geschenke für Ihre Damen kaufen Sie am preiswertesten im Inventur- Verkauf der Firma en detail, Prag, Poikopy 27( Mitte des Grabens, fogen, Großer Bazar) nur 1. Stod. Keine Schaufen 4474 fter.( Eingang im Hause, erste Stiege rechts.) milieu und vor allem die schöne Gottesnatur in Feld und Wald wechseln faleidoskopartig vor dem Buschauer und ermöglichen es dem Tondichter, fich in den verschiedensten Stilrichtungen auszuleben. Gerade das aber mag vielleicht ein Fehler sein, der die stilistische Geschlossenheit des Werkes von vornherein ausschließt. Im übrigen ist Nováka Mujik zeigen. Weisse. Vereinsnachrichten. „ Urania". Fertagsprogramm: wird Die lettere wird gebildet von den kommunistischen Mtgliedern des Vorstandes der Arbeiter- Turn- und Sportverbände und den Vertretern der Exekutive der kommunistischen Partei. Die Arbeiten dieser Fraktion leitet die Kommission für Arbeiten in der Körpererziehungsbewegung, welche beim Zentralausschuß der Partei eingesezt ist. Anläßlich von Reichstagskongressen beruft die Reichsfraktion eine Be Stellung zu den Fragen, die auf den Kongressen Union der Geschäftsreifenden und Vertreter in Prag, teilt uns mit: Auf viele Anfragen, die an uns in letzter Zeit gerichtet wurden, ob der in weiten Streifen beliebte Maskenball der Union stattfindet, zur Oper Großvaters Vermächtnis" eminent ,, Die Biene Maja, und ihre Abenteuer", Kulturift bereits für diesen der 12. März 1927 angefeßt. Iyrisch; in der weichen Stimmungszeichnung, die sich film. Nichts ist gestellt! Alles getreue und lieberatung fommunistischer Delegierter ein, damit sie die Der Vergnügungsausschuß beratet recht tüchtig, um fcgar auf Tonartwahl und Rhythmus erstreckt, mehr volle Naturaufnahmen. Morgen, Samstag, halb 11, verhandelt werden, vorbereiten." unfèren Gönnern große Ueberraschungen vorzuberei noch als in feiner letzten lyrischen Märchenoper Sonntag halb 11, Montag 8 Uhr. Mitgl. Erm. Unsere Genossen in den Arbeiter- Turnvereinen ten. Die Devise des 7. Maskenballes Völkerkarneval Die Laterne". Ganz wundervoll ist wieder, wie Urania- Puppentheater( Großer Saal). Unseren ermöglicht einer jeden Dame den Besuch des Balles immer bei Novat, die harmonische Struktur, prächtig Kindern eine Weihnachtsfreude! Silienweiz haben alfo den Beweis vor sich liegen, daß es sich den Kommunisten um die Zersegung unserer prächin einer dazu passenden Maske, denn alle Völker der die oft volkstümlich eingängliche melodische Linien- und Rosenrot", Puppenspiel mit Weihnachts- tigen Arbeiter- Turn- und Sportbewegung handelt, Welt treffen sich am 12. März 1927 in dem großen führung seines Tonfaves, stimmungsreich und blen- apothese." Frau Holle“ und„ Die sieben Raben", erum eine Zerstörung der Solidarität unter den Lucernasaale zusammen. Das Entree wurde auch dend die Farbenſkala seiner Instrumentation. Wie zählt von der Märchentante. Samstag, 25. und trotz der großen Regie heutigen Verhältnissen ange der einmal beweist dieses formal schöne nud im Sonntag, 26., 3 Uhr. Kinder 2 K, Erivachsene 3 K. Turngenossen, und werden ihr Verhalten entpaßt und beträgt für eine Dame Kč 28.- und für Ausdrucke edile Werk, dessen von Roman Vesely ,, Eine untergegangene Weltreligion", Dr. Otto einen Herrn Kč 13.- intl. Steuer. Logen und ausgezeichnet gefekter Klavierauszug im Ver- Brechler, Kustos der Nationalbibliothek in Wien Tischevormerkungen sowie Reklamationen im Selre- lage der Brager udebni matice" erschienen Der Religionsstifter Mani und seine Lehre. Diens4476 ist, wie sehr recht die tschechischen Tonfeßer daran tag, 28., 8 Uhr. Gemeinsam mit dem Deutschen tariate der Union, Jungmannova 29 III. tun, ihre Musik im Volkstümlichen wurzeln faufmännischen Verein". Karten 5 K, Mingl. 4 K zu lassen und nicht um jeden Preis übermodern Jugendveranstaltung( Kinojaal): Rapitän atonal, das ist musitgesetzlos, sein zu wollen. Sehr hohe Gewinnchancen bietet die 16. dil. Klas fenlotterie. Unserer heutigen gejantten Auflage liegt ein Prospekt des bekannten Bankhauses Knapp in Komorn bei. Diese vom Glück besonders begünstigte Geschäftsstelle hat an ihre werten Stunden in die Millionen gehende Gewinne schon ausbezahlt, und versäumen Sie daher nicht, sich sofort ein Los zu bestellen, da dieselben in Kürze vergriffen sind. Freitag, den 17. Dezember 1926 wurden die auf das modernste renovierten Sana- Werke in Hloubetin bei Prag von den Vertretern der Presse besich tigt. Das unter der Leitung des Herrn Kommerzial rat Werfel und Herrn Direktor Dr. Katz stehende Unternehmen ist seit Jahren bemüht, die Kunstbutter hygienisch einwandfrei und in jeder Weise schmackhaft au bereiten. Die modernen technischen Einrichtungen dieses Unternehmens müssen jeden aufs Höchste interessieren. Für die Erstaufführung der Oper hatte das schechische Nationaltheater seine besten Kräfte zur Verfügung gestellt. Die musikalische Leitung hatte Opernchef Ottokar Ostrčit selbst in die Hand genommen, wodurch eine ebenso gründliche wie liebevolle Ausführung der Oper gewährleistet war. Um die szenisch stimmungsvolle und reiche Ausstattung machte sich, wie so oft bei solchen Gelegenheiten, 3. M. Gottlieb verdient. In den beiden Hauptrollen des Werkes zeichneten sich Herr Kubla und Fr. Miriovska aus. Der Erfolg der Oper war e. i. laut, aber nicht spontan. Einmaliges Gastspiel Carl Martin Oehmann in Aida". Der Direktion ist es gelungen, den in Berlint gefeierten Tenor C. M Dehmann, auch zu einem einmaligen Gastspiele für Donnerstag, den 30. DeJanuary und seine kleine Peggy". Solein Peggy mit ihrem Hund Pelikan und der flugen Sub Dazu eine Geschichte zum Anbeißen:„ ater Felig und die Bananen". Mittwoch, 29., 3 Uhr, Starten 3 und 4 K, Logen 4 und 5 K. Zwei Stunden beim Wundermann! Große 3 auberborstellung: Samstag, 1. Jänner, 3 Uhr. Leitung: Gntil Dorme. 1. a. 3m Garten Semiramis" Erscheinen von lebenden Tieren aus einem Zylinderhut usw. Starten 3 und 4 K. " Die geschiedene Frau", Operettenfilm mit Mädi Christians und Bruno Kastner. Eine fidele und pikante Handlung von der Hochzeitsreise bis zum Scheidungsprozeß! „ Das Blumenwunder", der so erfolgreiche neue Kulturfilm der Prager Urania" wurde dem Präfidenten Masaryt auf Schloß Lana vor einigen Tagen vorgeführt. sprechend einrichten. Bom Arbeiter- Turn- und Sportverband. Internationales Wintersporttreffen in Dessendorf. Die Vorbereitungen zu dieser wichtigen sportlichen Veranstaltung sind im vollen Gange. Die Schneeberhältnisse sind jetzt schon derart, daß die Veranstaltung ohne weiteres durchgeführt werzen könnte. Die Sprungivettkämpfe finden auf der neuerbauten Sprungschanze statt, die größere Sprungsveiten zu läßt. Unsere Wintersportler sind schon fleißig bein Training, damit sie gegenüber den ausländischen Sportgenossen gut bestehen können. Für Unterkunft und Verpflegung wird durch die Genossen des Dessendorfer Gebietes bestens gesorgt. Die Parole aller sportliebenden Genossen sei:„ Auf am 15. und 16. Jänner 1927 zu den internationalen Wintersporttämpfen nach Dessendorf!" Herausgeber Dr. Ludwig Czech. Verantwortlicher Redakteur Wilhelm Nießner. Drud: Deutsche Reitungs- A.- Brag. Für den Druck verantwortlich: O. polit. Seite 12. Freitag, den 24. Dezember 1926. Gelegenheitskäufe! GOETHE, Faust, I. u. II. Teil in einem Bande. K 12-. BRACH VOGEL, Fr edemann Bach, gebd. K0JACOBSEN, Niels Lyhne, gebd. K 10-. HUGO Die Elenden, gebd. K 10-. EVARTS, Blitz. Der Roman eines Wolfshundes, HI. K 20MARK TWAIN, Ein Yankee am Hofe des Königs Artus, gebd K 20 SCHÖNHERR, Tiroler Bauernschwänke, K 3-. THOMA. Der Postsekretär im Himmel, KSINCLAIR, 10 00. Der Roman eines Patrioten Kart. K 10-. Deutsche Dichter aus Prag. Gesammelt und herausegeben von OSKAR WIENER, K CUNOW, Die Technik in der Urzeit( über 300 Seiten, reich ilustriert). gebd K 12-. Foßes Lager im Preise zurückgesetzter Geschenkwerke. VOLKSBUCHHANDLUNG KREMSER& Co. TEPLITZ SCHÖNAU Theresiengasse 20. Weihnachtsbücher in großer Auswahl! 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