Gingefpreis 70 Seller. Redaktion und Verwaltung: Prag, II., Nefazanta 18. Telephone: Tagesredattion: 26795, 31469. Nachtredaktion: 26797. Postichedamt: 57544. Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 7. Jahrgang. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit. Samstag, 8. Jänner 1927. Bezugs- Bedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post: monatlich.... Kě 16.vierteljährlich 48.DP halbjährig 96.ganzjährig 192.B Rückstellung von Manustripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarten. Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich rüh Nr. 6. Der Uebermut der Zuder- Ergebnislose Aussprache im Arbeitsministerium Deutscher Volksbildnerwucherer. Wer sind ihre Helfer? An interessanten Vorfällen in der Berichtswoche ist der Beschluß der Zuderindustrie zu erwähnen, womit der Buderpreis ab 1. Jänner von 488 auf 516 ŎK für 100 Kilogramm erhöht wird. Die Industrie hat somit nicht nur die ganze 3udersteuererhöhung von 20 čK auf den Konsum überwälzt, sondern auch noch mit Rücksicht auf den geftiegenen Weltmarktpreis eine weitere Erhöhung von 8 ĕK vorgenommen. Damit ist die Industrie über alle Einwendungen der Regierung und des Parlamentes glüdlich hinweggeschrit ten." Aus der letzten Nummer des Wiener Bekessyblattes Die Börse". Die Grubenbefizer verharren auf ihrem ablehnenden Standpunkt. Aus dem Bureau der foalierten Bergarbeiterverbände wird mitgeteilt: Am 7. d. M. fanden im Ministerium für Oeffentliche Arbeiten unter dem Vorsiße des Seftionschefs Dr. Fischer Verhandlungen über die Lohnforderungen der Bergarbeiter statt. An den Verhandlungen nahmen Vertreter des Verbandes der Grubenbesitzer und jener Gewerkschaftsorganisationen der Bergarbeiter, die Kontrahenten der Kollektivverträge sind, teil. Der Vertreter des Grubenbesikerverbandes lehnte jegliche Regelung der Löhne sowie auch die Forderung nach Gewährung einer einmaligen Teuerungsaushilfe in der Höhe eines Wochenlohnes ab. Ueber dieses Ergebnis wird in einer gemeinsamen Beratung der Vertreter aller Gemertschaftsorganisationen der Bergarbeiter nächste Woche verhandelt werden. In Hantau herrscht Ruhe. Die Engländer wieder in der Konzession. Hankau, 7. Jänner.( Reuter.) Im EinLondon, 7. Jänner.( AR.) Aus Hankan verständnis mit den Kanzoner Militärbehörden wird gemeldet: Die chinesischen Behörden erlieken haben die Engländer die Leitung der Angelegenhei- einen Aufruf, in welchem den britischen Staatsanten der Konzession wieder übernommen. Mit gehörigen die Sicherheit des Lebens und des Ausnahme der chinesischen Militärpersonen sind Eigentums garantiert wird. Die vom Admiral die chinesischen Truppen aus der Konzession aurüdgezogen worden. in London, 7. Jänner.( Reuter.) Nach den Informationen des Reuterbureaus erhielten die amtlichen Londoner Kreise teine neuen NachrichSantau heute schlechter sei als gestern. Die Situa ten, aus denen hervorginge, daß die Lage tion ist aber trotzdem sehr ernst und ein einziger unke würde genügen, um das Pulverfaß zur Erplosion zu bringen. Cameron, dem Kommandanten, der britischen Flotille am Yang- Tseflusse, befehligten britischen Kriegsschiffe liegen verankert längs der Küste der britischen Ponzession. * lehrgang. Der im Rahmen des Verbandes der deutschent Selbstverwaltungskörper wirkende Sonder ausschuß für das gesamte Voltsbildungswesen hat nun seinen dritten und wie man voll Genugtuung sagen kann: am besten gelungenen- dritten Volksbildnerlehrgang veranstaltet. Solche Lehrtagungen sind notwendig, um das öffentliche Volksbildungswesen, dem durch die schechoslowakischen Bildungsgefeße beſtimmte Bahnen gewiesen sind, immer mehr zu vereinheitlichen und um die Grenzen zwischen diefer Volfsbildungsarbeit und der Bil dungsarbeit, die von den politischen und religiöfen und anderen privaten Organisationen geleistet wird, immer wieder abzustecken. Denn auch auf dem Boden der gesetzlich ge= regelten Volksbildungsarbeit ringen verschiedene Strömungen miteinander. Es ist ganz selbstverständlich, daß bürgerliche und sozialistische Vollsbildner nicht nur einander sehr scharf widerstreitende Anschnungen über Ergebnisse und Anwendaß sie auch über die Gestaltung der Bildungsarbeit dung der einzelnen Wissenschaften haben, sondern, verschiedener Meinung sind. Es ist also feine leichte Aufgabe, die der Sonderausschuß hat, trotz alledem cemeinsame Volksbildungsarbeit gut er möglichen, die dann freilich sich auf bestimmte Gebiete beschränken, die weltanschaulichen Streits fragen ausschalten, auf umstrittene Gebiete verzichten muß. Wenn auch nicht reibungslos, so ist doch im großen ganzen dem Sonderausschuß diese harte Arbeit gelungen, Wahrhaftig: welch„ interessanter Vorfall"! Und so leben wir alle Tage! Immer geht es so interessant zu! Vor knapp zwei Monaten betrug der Zuckerpreis im Großhandel 440 Kronen für 100 Kilogramm, jetzt 516 Kronen. Vor zwei Monaten fonnte die Arbeiterfamilie, das alte Mütterchen, die arme Näherin das bißchen Kaffee, das oft genug ihre Hauptnahrung bildete. noch mit einem Stückchen Zucker versüßen, der um 76 Heller pro Kilogramm weniger kostete als heute. Seit einem halben Jahre, da die Schanghai, 7. Jänner.( Reuter.) Nach den Der Volksbildnerlehrgang, der in der Zeit deutschen Aktivisten, die beileibe nicht antifoletzten Meldungen aus Santau herrscht in der zial oder reaktionär sind, in der Regierung das Stadt Ruhe. Das die englische Konzession mit vom 2. bis 5. Jänner in Brag stattfand, hat den deutsche Volk retten, hat sich aber noch manch dent Chinesenviertel verbindende Haupttor bleibt Beweis dafür erbracht, aber auch zugleich die anderes ereignet, das riesig interessant ist, in- Die aus Shanghai eingetroffenen Nachrichten geöffnet. Chinesische Polizei hält gemeinsamt mit große Bedeutung der Arbeit, die da celeistet wird, teresant nämlich für Wucherer und Ausbeuter befagen, daß 258 Frauen und Kinder britischer neuerdings gelandeten erolischen Marincabteilun- die große Bedeutung der Gemeindebüchereien aller Grade und Sorten. Brot, Mehl, Fleisch, Staatsangehöriger wie auch einige Männer aus gen die Ordnung in der Konzession aufrecht. Of und der staatlichen Bezirks- und Gemeindebila Fett, Eier, alles, alles ist teuerer geworden, Santau abgereift sind und sich auf dein Wege nach fensichtlich werden die Ereignisse der letzten Tage dungsausschüsse gezeigt. Der staatliche Büchereivon den gemäßigten Elementen in der nationali- instruktor Dr. Mouch a brachte einen sehr anselbst jene Aermsten, die sich interessanterweise Shanghai befinden. Aus Kintiang wird gemeldet, daß dort gestischen Kantonrenierung bedauert, doch steht ab- schaulichen Bericht über die Entwicklung des darauf versteifen, sich nur von Startoffeln zu erstern ein Aufstand gegen die britische Konzession uwarten, ob sich ihr Einfluß tatsächlich geltend Gemeindebüchereiwesens. Es gibt jetzt nähren, müssen das Kilo Kartoffeln um das ausbrach, daß aber die Militärpolizei rechtzeitig machen wird. Wie mitgeteilt wird. beabsichtigt der ichon 2800 Gemeindebüchereien mit 1,100.000 Doppelte oder Dreifache teuerer bezahlen als eintraf und noch verhindern konnte, daß die Menge Kommandant der Kantonarmee Tichinnantajische Bänden, die von mehr als 200.000 Lefern benützt noch vor einem halben Jahre. Wie interessant der revoltierenden Kuli nicht in die britische Kon- einen Befehl gegen die antibritische Agitation zu werden und ungefähr 4 Millionen Entlehnungen erlassen. erzielten. Nur noch 20 Prozent der deutschen und ist auch die Tatsache, daß infolge der durch die gession eindrang. gemischtsprachigen Gemeinden sind ohne Bücherei, tschechisch- deutsche Bürgerregierung herbeigeführaber das sind meist kleine, ganz arme Gemeinden. ten Verteuerung jeder Arbeiter und Angestellte einigen Offizieren in den Straßen Kownos über- In der übergroßen Mehrzahl der Gemeinden hat fte 0000006 " 1 fallen und mishandelt. 00000 also die Bevölkerung die Möglichkeit, zu lesen, sich Belehrung und schöne Unterhaltung aus Büihtig das Büchereiwesen geworden ist? Sagt chern zu holen. Zeigt das nicht sehr eindringlich, wie so viel mehr Geld für das gleichgebliebene 30 Hinrichtungen in Kowno. Quantum von Lebensmitteln ausgeben muß, als sein Lohn von drei bis vier Wochen beträgt! Warschau, 7. Jänner. Die Ostagentur Weitere Kommunistenverhaltungen. Aber bleiben wir für heute beim Zucker. Berlin, 7. Jänner. Nach einem Berichte der es nicht allen Genossen, daß sie sich überall fümWie interessant ist, daß erst vor zwei Monaten meldet aus Kowno, daß bei dem Umsturz in der Zuckerpreis um 60 Heller pro Kilogramm Kowno 19 Zivil- und 11 Militärpersonen hinge Vossischen Zeitung" wurde die aus sechs Abge- mern müssen um die Zusammensetzung der Ges erhöht wurde und daß die Zuckerfabrikanten ab richtet wurden. Gleichzeitig mit den Repressalien ordneten bestehende fommunistische Stadtoerord- meindebücherei? Denn es ist klar, daß dort, wo 1. Jänner weitere 16 Heller dazugeschlagen ha- der Regierung gegen die Orposition mehren sich netenfraktion von Kowno verhaftet, weil, wie in dem Pfarrer oder einem deutschnationalen Lehrer dem Bericht hinzugefügt wird, die kommunistische die Gemeindebücherei kontrollos überlassen wird, ben, wobei sie, wie das Wiener Börsenblatt Terrorfälle des Militärs gegen die Gegner der Re- Fraktion gegen die Erschießung der vier Kommu- vergeblich nach den großen sozialistischen Dichtern freudig fonstatiert, über alle Einwendungen gierung Woldemaras. Dieser Tage wurde der be- nisten in der jüngsten Stadtverordnetensitzung oder nach ernsten sozialwissenschaftlichen Werken gesucht werden wird. der Regierung und des Parlaments glü cf- tannte sozialdemokratische Führer Wilkonis von Protest erhob. Nicht minder bedeutungsvoll ist das Vorlich hinweggeschritten" sind. Ja, so tragswesen. Die deutschen Ortsbildungsausinteressant ist bei uns der Alltag! Die Regieder rung hat„ Einwendungen" erhoben? Ei, ei, len die neuen Millionen am hellichten Tage aus| fügte Zuckerpreiserhöhung mit Milde und Nach- schüsse haben, wie Prof. Dreyhausen, wie interessant! Aber noch interessanter ist, daß den Taschen der Konsumenten in durchaus ge- sicht hin und sie nahm auch die letzte Preisstei- Vorsitzende des Sonderausschusses, berichtete, nagerung vom 1. Jänner in Habtachtstellung, die hezu 5200 Vorträge veranstaltet, die von 225.000 die mächtigen Zuckerwucherer sich einen Teufel fezmäßiger" Weise heraus. um solche Einwendungen fümmerten und über Noch andere interessante Begebenheiten Hände an der Hosennaht, ergeben zur Kennt- Hörern besucht waren. Wieviel Bildungsarbeit fann durch die Bildungsausschüsse geleistet werden, wo verständige, keine Sonderzwecke verfolgende dazu sind ja Einwendungen da wären zu registrieren. Im Sommer des abge- nis. So sehen, die Früchte der tschechisch- deut- Männer an ihrer Spitze stehen, und wie viel glücklich hinwegschritten". Auch das Parlament laufenen Jahres, als sich Deutsch- und Tschehat etwas daran auszusehen gewagt, daß die chischbürgerliche im Zeichen der Bölle und Kon- schen Bourgeoisie aus! Die Bucerindustriellen fann zur Verbildung beigetragen werden, wo dies Herrn der Zuckerindustrie gleich zwei riesige grua schon zu der berühmten Spinaschen Sym- dürfen sich öffentlich rühmen, daß sie den Zuk nicht der Fall ist! Es hängt ungemein viel von Preissteigerungen nacheinander vorzunehmen biose" zusammengefunden hatten, stimmten sie ferpreis noch um 8 Kronen für 100 Kilogramm der Mitarbeit der Vertrauensmänner der Arbeiter beabsichtigten? Natürlich waren es nur die op- auch für die vom Finanzminister vorgeschlagene über die volle Zuckersteuer hinaus erhöht haben, davon ab, wie die Ortsbildungsausschüsse arbeipofitionellen Abgeordneten, die solches zu tun Zuckersteuer, die er zweifell 3 zur Bedeckung weil der Weltmarktpreis" gestiegen ist. Als ten, was sie leisten. Professor Dreyhausen besich vermaßen; über dercrtige interessante Ver- der durch die Erhöhung der Gehalte der Geist- der Weltmarktpreis niedrig stand, haben sie sich richtete auch über seine Erfahrungen und gab viele juche, die Bewucherung der Konsumenten zu lichen erforderlichen Mehrausgaben braute. nicht auf ihn berufen, sondern der Zuckerpreis Anregungen über die Zusammenarbeit von Ge verhindern, kann ein mächtiger Zuckerbaron nur Die neue Bürgermehrheit war damals noch et- in wucherischer Höhe gehalten. Jetzt fümmern meindebücherei und Vortragsanstalten. mitleidig lächeln, denn er weiß, daß er und seine was verschämt und so wie ihre Mitglieder be- sie sich um alle Einwendungen von Regierung in einem Vortrage, den er über Einladung der Sippe an der gegenwärtigen Mehrheit des Par- stritten, daß die Rölle eine erhöhte Teuerung und Parlament einen Pfifferling, da es gilt, Prager„ Urania" für die Volksbildner hielt. Dr. laments eine nie versagende Stüße finden und bewirken würden, so leugneten e auch, daß die aus dem gestiegenen Weltmarktpreis einen Er- Acertne cht aus Stettin die Grörterung daß auch die Regierung, die über ein Heer von erhöhte Zuckersteuer von den Konsumenten tra- Mehrprofit herauszuschlagen. Die Zucker- Bildungspflege durch die Büchereien. Polizisten, Gendarmen und Soldaten, über werde netragen werden müss.n. Der Finanzmi- industrie ernährt ihre Besizer mit ungeheueren Wer lernen wollte, wie man versuchen muß, das Richter und Staatsanwälte verfügt, außer eini- rifter lärte, von den 60 Hellern Erhöhung Dividenden und Tantiemen, erlaubt ihnen in richtige Buch dem richtigen Leser in die Hand zu gen schüchternen„ Einwendungen" gegen sie für das ilogramm ärden die Zuckerindu- beispiellofem Lurus zu leben, versorgt sie mit spielen, wie man Arbeitsgemeinschaften von Lenichts unternehmen wird. Ein Arbeitsloser, der Fiellen 40 Seller tragen und der Beichter Automobilen, Schlössern, Villen und Restgü- fern schafft und leitet, wie die öffentliche Bibliothek nach den Geboten der hierzulande gebräuchlichen statter über die Vorlage bestritt überhaupt die tern, indessen den armen Konsumenten in der zu einem kräftig sprudelnden Bildungsquell werArt des Genter System nicht langsam aber Möglichkeit einer Preissteigerung im Kleinhan- Zeit verfümmerter Einkommensverhältnisse die den kann, der konnte wahrhaftig lernen! Sehr ficher verhungern wollte und sich unterstehen del. Die Zuckerherren hielten sich an diese Ver- letzten Groschen aus den Taschen geholt werden. wertvoll, wuchtiger Appell an das soziale Gevisaus Aussig über Volksgesundheitswürde, etwas Nahrungsmittel zu stehlen, würde sicherungen nicht gebunden, sie selber hatten ja Jetzt versteht man, wozu die Spinasche„ Shm- len, war der Vortrag des Herrn Dr. Gruichta als Auswürfling der Gesellschaft in den gutver nichts versprochen und ein Ministerwort biose zwischen Tschechen und Deutschen" nötig pflege, nur ein von sozialem Verantwortungs gitterten Sterfer wandern, so für solche Missetä- nun es war nicht das erste und legte, das ge- ist, die alle diese Dinge möglich macht. Der bewußtsein erfüllter Arzt kann mit solcher Einter bereit steht. Die Zuckerherren bleiben vor brochen wurde. Die Regierung nahm am 1. freche Uebermut der Zuckerwucherer, er ist das dringlichkeit an die Pflicht zur Bekämpfung auch der sozialen Ursachen der Volkskrankheiten mahnen! solchem mißlichen Schicksal bewahrt, denn sie ho- Oktober die von den Zuckerindustriellen ver- Produkt dieser kapitalistischen Symbiose! der fa Welle Die Deutschnationalen unverbeerlich. Unentwegt gegen Locarno und gegen die Republik. Camstag, 8. Jänner 1927. charakter wenig entspricht, wäre ohne die Nationaldemokraten überhaupt nicht aufgekommen. Nun aber ist der Fascismus dank der tätigen Mithilfe der Herren Kramař, Dyk ustv. so weit gewachsen, -Eine Fülle von Anregungen brachte der schöne, Flare und übersichtliche Vortrag des Genossen Prof. Schön aus Oderberg über„ Gesang und Mu fit in der öffentlichen Volksbilbungspflege". Schade, daß es für die VerBerlin, 7. Jänner.( Eigenbericht.) In das| Partei sei; er habe aber die erwähnten Aeuße- daß er zwar nicht eine irgendwie entscheidende anstalter der Beethovenfeier der„ Urania", die am Hin und Her der Regierungsbildung ist jetzt einige rungen in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Rolle spielen, aber immerhin den Nationaldemoselben Abend stattfand, zu spät war, noch aus die- Klarheit gekommen. Kürzlich hatte Herr von Reichsbürgerrates und ohne vorherige Fühlung- fraten schweres Kopfzerbrechen verursachen kann. sem Vortrage zu lernen. Sie war ganz genau so, Loebell, der Macher des Bürgerblods, erklärt, nahme mit der deutschnationalen Parteileitung Das Wehklagen, das sich jetzt bei den Nationalwie Genosse Schön geeigt hatte, daß eine solche daß kein Mensch mehr daran denke, die Berträge gemacht. Das bedeutet, daß die Deutschnationalen demokraten erhebt, zeugt am besten davon, daß Feier nicht sein darf: Sie bestand in der Haupt- von Locarno umzustoßen und daß sich auch in der nach wie vor Gegner der Politik von Locarno und die überklugen Führer der Nationaldemokraten fache aus einem sehr langen und lancaveiligen inneren Politik die Parteien auf den Boden der der republikanischen Verfassung sind. das Grausen angeht ob der großen politischen Vortrag eines Wiener christlichsozialen Redakteurs. neuen Verfassung gestellt hätten. Es ist nicht anzunehmen, daß nach dieser Dummheit, die sie wieder einmal angestellt haben. Glanzvoll, scharfsinnig, flar die Grenzen zwiHeute erläßt nun die deutschnationale Partei- offenen Erklärung das Zentrum noch Lust verschen proletarischer und bürgerl cher Bildungsar- leitung eine Erklärung, in der sie betont, daß Herr spüren wird, mit den Deutschnationalen über beit zeichnend und eine re: horische Meisterleistung von Loebell zwar Mitglied der deutschnationalen deren Eintritt in die Regierung zu verhandeln. war der Vortrag unjeres Genossen Dr. Luitpold Stern, der über ,, Arbeiterbildung" sprach. Möglich* keiten. Bielgeſtaltigkeit und Grenzen der Volks- Das Zentrum beansprucht den Kanzler. hochschulen" schilderte Direktor Eduard Weitsch aus Thüringen. Fachlehrer Eduard Steiner Berlin, 7. Jänner. Der ,, Lotalanzeiger" kommt aus Bohrliz sprach über das Lichtbild im Dienste auf die Erklärung der„ Germania" zurüd, wonach der Volksbildung und Architekt Pleyer aus das Zentrum bei einer neuen Mittelregierung den Teplitz über Heimatschuzund Dent mal- Kangler für sich in Anspruch nehme, und bepflege" uns über das Museum. Wir haben hauptet, es bestehe Anlaß zu der Vermutung, daß bermißt eine Darstellung, wie das Museum in diese Erklärung unmittelbar von Dr. Marr Verbindung mit dem Vortrags ocsen und den Bü- stamme. Auf die deutsche Volkspartei habe sie chereien noch weit wirksamer als bisher in den daher erheblichen Eindruck gemacht. Nachdem auch Dienst der Volksbildung gestellt werden könnte. von den Deutschnationalen, so bemerkt das geProfeffor Anton Kraus aus Eger sprach übernannte Blatt weiter, betont worden ist, daß die die Laien bühne, gab dabei manche wertvolle Anregung, aber verbreitete sich allzusehr über haltlose Theorien von der ursprünglichen, underdorbenen deutschen Volksfeele. Abgeschlossen wurde der Lehrgang mit einem Vortrage des Herrn Dr. Se mettowsti aus Graz über das ländliche Bildungswesen in Steiermart. XXXXX Inland. * Deutschnationalen eine Mittelregierung nur dann eventuell unterstützen würden, wenn das Zentrum durch einen Kangler aus seinen Reihen fest an die Soalition gebunden sei, halte man die Möglichkeit einer Kandidatur Curtius für außerordentlich geschmälert. dem Brünner Kongreß dent extremen Fascismus auf Leben und Tod verschrieben hat, den Nationaldemokraten zum Verhängnis. Es bleibt nur noch die eine Hoffnung, daß die Einstellung der finanziellen Unterstützung des Fascismus etwas ernüchternd auf die fascistischen Higköpfe wirken und die Bildung einer eigenen politischen Partei wenn auch nicht verhindern, so doch erheblich verStreit um Vergangenes. Der brüderliche Kampf, der zwischen der Reichenberger Zeitung" und den Blättern der deutschen Nationalpartei um die Geschichte des selbständigen Deutschböhmen geführt wird, braucht Außenstehende nicht sonderlich zu interessieren, weil er mir dem Zwecke der Feststellung des besseren Deutschseins" dient. Die Reichenberger Zeitung", die sich noch immer in dem längst verblaßten Landeshauptstadtsruhm sonnen will, flagt immer wieder über die vorDer Vorwärts" verlangt, anknüpfend an eilige" und ihrer Meinung nach nicht nötige eine Reihe von deutschnationalen Zitaten, wonach Flucht der Landesregierung" aus Reichenberg. die Deutschnationalen Locarno als für sie nicht Die deutschnationalen Blätter haben schon recht, rechtlich bindend ansehen, daß sie diesen Stand| wenn sie die von der Reichenberger Zeitung" punkt kategorisch widerrufen müßten, wenn sie aus der Revolutionsgeschichte heraufbeschworenen regierungsfähig sein wollten. ,, kriegsstarken Regimenter", die der Landesregie rung zur Verfügung gestanden sein sollen, wieder dorthin verweisen, wo allein sie je gelebt haben: ins Reich der Phantasie, und wenn sie fragen, was denn dem deutschböhmischen Volle eine berhaftete und in Prag internierte Landesregierung Ein Appell Dyts an Gajda. genügt hätte. Aber in dem Bestreben von ihrer Partei und vom seinerzeitigen Landeshauptmann Katzenjammer bei den Nationaldemokraten. Dr. Lodgman den Vorwurf eines nationalen Wohl selten hat ein Ausspruch eines politiDolchstoßes" abzuwenden, versuchen sie nun, die Der Lehrgang war verbunden mit einer in- schen teressanten Ausstellung von Büchern und Lehr- schen Führers so viel Kurzsichtigkeit an den Tag deutschen Sozialdemokraten dieses Dolchſtoßes zu behelfen, zu der auch unsere Zenirelftelle für das gelegt wie Stramars berühmtes Bergelt ögern fönnte, bezichtigen. Denn nichts anderes ist es, wenn die Inzwischen sucht man aus der Konkursmasse Sudentendeutsche Tageszeitung"( in der Ausgabe Bildungswesen wertvolles Material beigesteuert goft für den Fascismus". An und für hatte. In aller Stille, von der Deffentlichkeit sich war der Plan, das„ sinkende National- noch zu retten, was zu retten ist. So rückt in den vom 4. Jänner) schreibt:„ Die Reichenberger Zeifaum beachtet, im Gegensatz zu den früheren Ta- bewußtsein" des tschechischen Volkes durch begeis gestrigent„ Narodni Listy" Herr Dyt, der streit- tung weiß auch ganz genau, daß der Besch lutk gungen auch von keinem Vertreter eines Ministe- sterungsfähige fascistische Jünglinge jeden Alters bare Senator und Dichter, zur Rettung der des Teplizer sozialdemokratischen riums begrüßt, fand dieſer gehrgang statt. Und neu zu beleben und gleichzeitig die gelichteten Nationaldemokratie aus und richtet einen rührend- Parteitages, die deutschböhmische Landesregierung nationaldemokratischen Reihen von neuem auf- väterlichen Appell an Gajda, den er vor seinen habe einer Gefangennahme unbedingt auszuweihat doch wertvolle Arbeit geleistet, wie Professor zufüllen, nicht so schlecht. Die Partei der Groß fascistischen Freunden eindringlichst warnt. Nach chen, ein Verbleiben derselben in Reichenberg Drehhausen mit vollem Rechte in seiner Schluß- bourgeoisie, die zahlenmäßig im Zeitalter des all eingehender Aufzählung seiner( Dyks) Verdienste unmöglich gemacht hatte." ansprache feststellen konnte. Er hat zwar der Dieser Beschluß Volksbildung nicht neue Bahnen gewiesen, das gemeinen gleichen Wahlrechtes nicht allzuviel be- um den Fascismus und um Gajda legt Dyk los: wäre ein ganz vernünftiger gewesen, wenn er Seuten kann, wollte sich auf diese billige Weise Er fühlt sich verpflichtet, auszusprechen, daß einige je gefaßt worden wäre! Aber die Landesregierung eine Art Prätorianergarde schaffen, die ihren For- Führer der fascistischen Bewegung Gajda am hat Reichenberg im Dezember 1918 verlassen. der berungen, namentlich den Deutschen und den So- meisten geschadet haben und noch schaden; Gaida Teplizer sozialdemokratische Parteitag fand jedoch zialisten gegenüber, den entsprechenden Nachdruck jei von seinen Freunden mehr beerst im September 1919 statt, also zu einer Zeit, verleihen sollte. Der Fascismus sollte gleichzeitig droht als von seinen Feinden. Gajda da über das Schicksal Deutschböhmens längst entals rein nationale, überparteiliche Bewegung auch müßte sich die Möglichkeit des Beweises offen schieden war. In Teplitz hat in jener kritischen in die anderen tschechischen Parteien eindringen lassen, daß ihm unrecht geschehen sei; aber durch Zeit nur eine Zusammenkunft von Vertrauensund dort zersetzend wirken. das, was in Brünn geschehen sei, habe er sich die männern aus Deutschböhmen stattgefunden, aber Vorläufig zeigen sich diese zersetzenden Wir- Möglichkeit einer Rehabilitierung sehr erschwert. schon nach der Besetzung der Stadt durch tschetungen aber nur in der Nationaldemokratie selbst Gajdas fascistische Freunde kümmerten sich einen chisches Militär, als die Landesregierung Reichen und namentlich die Prager Führung, die die gol- Teufel darum, ob sie durch ihr Vorgehen Gajda berg längst verlassen hatte. Die Flucht aus Reidene fascistische Jugend noch bis vor kurzem mit in dem noch nicht abgeschlossenen Verfahren chenberg" war nicht durch einen Beschluß der allen Mitteln förderte, befindet sich angesichts der schädigen, sie versprächen sich von der Firma sozialdemokratischen Partei bedingt, sondern durch Tatsache, daß sich die Fascisten als eigene politische Gajda" lediglich einen bestimmten Erfolg für die Entwicklung der politischen Verhältnisse. Es Vereinigung etablieren und mit den National die Partei, die sie organisieren wollen. Gaida gab in der Landesregierung niemanden, der etwa demokraten nichts mehr zu tun haben wollen, in sei aber eber alles andere als ein der Meinung war, die richtige Form des Kampfes braucht jeder Arbeiter einen Kalender. Wer einer argen Klemme. Blieben schon die früheren fähiger politischer Führer; die Fascisten um das Selbstbestimmungsrecht der Deutschen in Verjüngungskuren, die die Nationaldemokratie brauchen feinen wirklichen Führer, sondern sie Böhmen wäre die Selbstauslieferung an das tschemit dem„ Narodni Snuti" und den husitischen wollen selber führen. Sie führten sogar Gajda chische Militär gewesen. Das alles ist so selbstFrauen gemacht hat, gänzlich wirkungslos, so droht bisher und führen ihr weiter. Wohin?" der Partei jetzt direkt eine Katastrophe, wenn sich Und so warnt denn Dyt in bewegten Worten verständlich und so klar, daß es wirklich nur gesagt noch weiter rechts von ihr eine radikal- nationale Gajda vor seinem eigenen Fall und vor der Kom- werden muß, um eine deutschnationale GeschichtsPartei bildet, die rücksichtslose Demagogie be- promittierung und Schwächung des nationalen treiben und den Nationaldemokraten so noch alle Gedankens, die die Fascisten durch ihre SelbMitläufer wegschnappen kann, die bisher durch ständigkeitsbestrebungen herbeiführen. Der Fascisnationalistische Phrasen am Gängelband des Herrn Kramar gehalten wurden. war nicht seine Aufgabe. Aber er hat gezeigt, was unter Ausnüßung der gegebenen Möglichkeiten qe leistet werden kann und den Beweis erbracht, daß innerhalb gewiffer Grenzen eine neutrale Bil dungsarbeit möglich ist. Wenn die vielen Anregungen, die dieser Lehrgang brachte, in der prat fischen Arbeit beachtet werden, wird auf dem nächſten Lehrgang sicher über neue beachtenswerte Fortschritte des öffentlichen Bildungswesens berichtet werden können. Im Jahre 1927 noch keinen besißt, bestelle sofort das Arbeiter- Taschenbuch 1927 das außer dem Kalendarium eine Fülle wertvollen Inhalts und viele Illustrationen enthält. Preis in Ganzleinen nur 6 K. Das Taschenbuch ist in allen Bollsbuchhandlungen und Schriftenabteilungen, bei den Kolporteuren oder direkt bei der Zentralstelle für das Bildungswesen in Prag, 2., Nekazanka 18, erhältlich. 5 Die Entsagung. Eine Kloster- Erzählung von Gerhard Färber. „ Und für solche, die in gesegnete, hier muß utan fayen, ungefeguete Umstände kommen, blüht das Grab!" nus müsse nicht gerade eine Filiale der nationaldemokratischen Partei sein, aber er dürfe sich auch nicht durch ein selbständiges Vorgehen die Möglichkeit verderben, einen größeren Einfluß zu erzielen. In Gajda gedachten die Nationaldemokraten endlich jenen Mann gefunden zu haben, der die nationalistisch angehauchten Maffen sammeln und indirekt der nationaldemokratischen Bewegung zu- Herr Dyt kommt mit seiner Einsicht viel zu führen sollte. Nun wird aber gerade Gajda, der spät. Die ganze fascistische Bewegung, die, wie nichts mehr zu verlieren hat und sich deshalb auf oft festgestellt wurde, dem tschechischen VolksIch sehe ihn jeden Tag mit ihr gehen, ich halte es nicht aus!.... riß es fälschung zurückzuweisen. Das unterdrückte Präsidenteninterview. Kurz nach den Weihnachtsfeiertagen wurde bekannt, daß Dr. Kramar im letzten Moment die Veröffentlichung eines Interviews in den„ Národni Listy" verhindert hatte, das Präsident Masaryf dem Redakteur Beni že t auf dessen Ersuchen ausdrücklich zum Abdruck in diesem Blatte gewährt hatte. Die Národni Listy" versuchten dem Hinweis zu übergehen, daß das Blatt seit des Hinweis zu übergehen, daß das Blatt seit trauen sah, daß ein junges Weib in einer Privatwoh-| nieder und betete leise: Domine ora pro nobis![ nahme Assunta Claras as erdenklich größte Mizzsie traute offenbar niemandem über mung Kartoffeln schälte, und wieder wollte etwas Domine ora pro nobis!*) in ihr losweinen, aber sie hielt sich noch einmal Es war die höchste Zeit, denn man läutete den Weg machte dabei den Eindruck eines Un zurück! Dann riß sie sich von dem freundlichen schon nach ihr! Sie sollte ins Refektorium tom tersuchungsrichters, der aus Angst vor der PenSchwerver bormittagsdurchschienenen Bild los und warf sich men und sich dem versammelten Ordenskapitel fionierung nach bejammernswerten in wilder Haft auf den Fußboden, um zu ver- vorstellen: Assunta Clara klopfte das Herz wie brechern sucht. Leider fand sie in der Neuangesuchen, die von der Nonne erwähnten Spiztanten immer scheuen Wesen bei solchen Anlässen, sie tommenen kein solches Exemplar, denn- Assunta der Hölzer selbst aufzustellen! Sie tat tas alles wickelte den Rosenkranz( ein Patgeschenk) bang Klara antwortete auf alle die Kreuz- und Querso hastig, daß sie sich die Fingernägel dabei ab- wie ein Firmling um die Hand und stieg die fragen der Aebtiffin mit einemfuit schwärmeri brach. Dann sah sie auf und bemerkte ein von Treppe hinunter, fast bang vor den hohlen Hallen schen Pathos, das in das seltsame Ordenskapitel der Malerei überfrustetes und noch nicht trot- und Gängen und stand in wenigen Minuten vor gar nicht hineinpassen wollte. Es geschah auch, Als Clara sie ganz erschreckt anstarrie, murmelte fenes, an die Wand geklebtes Papier der Tür des Refektoriums, befann sich und trat daß die bebrillte Mater ein immer längeres Gesie nur noch ganz undeutlich: ,, Katakomben haben ab- und las: ein: Es bot sich ihr folgender eigenartiger Anblick: ficht machte und scheinbar mit der linken Fenstervir, müssen Sie sich ansehn!" Und dann ver um einen halbkreisförmigen Tisch standen unge- feite Blicke tauschte. Auch im übrigen Nonnenchor fiel sie anscheinend in tiefes Sinnen, um hernach fähr 30 Nonnen kaum von einander zu unterschei- machte sich geteilte Bewunderung und geheime eines jener fcheinheiligen Gespräche zu beginnen: den, da die Mehrzahl von ihnen dick und fett war Beunruhigung bemerkbar. Die mysteriöse Fen Lob der Ehre Gottes, Aufzählung der Schätze, und darunter: und zwei nur davon kerzendürre Stangen waren, sterseite,( zunächst noch ein Haufe alter und maleLeuchter, Heiligtümer, Reliquien und anderen Soror Sertima, Tuberkulosis Betteralis), von denen eine mit einer schwarzen Hornbrille rischer Gardinen entpuppte sich zu allgemeinem Besitztümern des Klosters usf., und beide, beson- Sarg abgeholt den 15. 4. Anni so und so viell. bewaffnet war. Affure Clara hatte einen ähnli- Staunen,( wie Assunta dachte) als etwas ganz ders aber Assuma Clara war voll Begeisterung Assunta Clara stürzte entsetzt aus Fenster und chen Eindruck, wie man ihn beim Besuche eines anderes, als ein dem hiesigen Orden teueres und über die wunderbare Einrichtung des Klosters, als man über besagten Fleischmarkt einbog, noch ihre eigenartige Fieberbike erhöhte sich, als sie Hochseeaquariums haben kann: sie glaubte Fische wertvolles Gut, es hieß Pater Frank, war Beicheinige Häuschen in einer poetischen, aber dunklen wirklich eines jener häufigen Merschenbaare unten au sehen, die sie falt, weder bösartig noch gutartig, tiger des Kapitels und hatte sich berstedt, denn wandeln sah, das sie in ihrer spukhaften Phan- ganz ohne Gefühl anstarrten! Und um sie herum ein Mann in einem solchen Augenblick verstiek Gaffe weiterfuhr und vor dem Stlostertore M... erschien ihr alles Gallert. Vor diesen Nonnen saß gegen die strengen Satzungen aber als guter in X. hielt. Eine grobe und häßliche Pförtnerin tafie sofort in ihr Erlebnis einbezog! Er ging in in einem ungeheuren Lehnstuhl als krasses Gegen- Freund und väterlicher Berater der Nonnen öffnete und leistete faum den Gegengruß. Man feschem Girardihut und sie in roter Offasions- teil der Mater Dolores, ein kleines husliges weilte er auch dann im Kloster, wenn es die schlappte die Stiegen hinauf und die Alte zeigte bluse. Das ist er, er, der Treulose," murmelte Weiblein, in steter Bewegung, zitternd und zwin- Ordenssatzungen nicht erlaubten! Ein solcher Assunta Clara ihre neue Wohn elle! Satte furz fie mit trockenen Lippen, nicht bemerkend, daß er fernd, mit einem dürren und quäternden Stimm- Augenblick neben vielen anderen, war eben auch vorher der Anblick des Fleischmarties Assunta große rote Hände hatte, anscheinend also Laden chen, den würdevollen Nonnenschleier zurückge diefer hier! Der Mönch bot mit seinem gar nicht Clara er chredt, war, her in der Zelle die schwengel war und sie wahrscheinlich Dienstmäd schlagen, ewig in Oscillation,**) eine Brille tief teusch anmutendem Bart, der in wohlgepflegter Nun chen. Dann drehte sie sich wieder unvermittelt auf der Nasenspitze fizend, argwöhnisch darüber Weise fast dandyhaft vom Kinn herunterhing, wundervollite poesietiefste Stimmung. setzte sie sich das erstemal in der fremden um und sah an der Zimmerivand ein manns hinauslugend. Die Aebtiffin des Klosters, Maler einen ganz grotesten Anblick: dicke wollüſtige LipVoltaire che Stadt nieder, dachte an ihre Mutter, wollte hohes Kreuz, bei dem die ewige Lampe nicht Ludmilla! Sie stellte nach Art unangenehmer pen flangen nicht ungeistreich in weinen, unterließ es aber, weil ihr vor irgend brannte, holte ein Zündhölzchen aus der StreichMundwinkel aus. Die Oberlippe war bartlos, etwas so graute, daß die Tränen erstickten. Ob holzschachtel vom Regal und zündete sie wieder fette, widerliche Backen, kleine Sadistenaugen und das mun die Feuchte ihrer Zelle machte, die übri- an und fand durch diefen Alltagshandgriff ihre alles das eingehüllt in eine Kutte von möglichst modernem unmönchischen Schnitt, die das erste gens eine der besten war und aus Anlaß ihres Ruhe wieder! Erschöpft sant sie auf die Betbank Geschäft in der Stadt ,, Taylor" angefertigt hatte. gens eine der besten schien und aus Anlak ihres etwas anderes, das wurde ihr nicht klar. Sie trat *) Soror Sortima, tuberculosis pectoralis. ans Fenster, sah in das gegenüberliegende Haus, Schwester( Novize) Sortima, Lungentuberkulose. Leute sehr streng anmutende Fragen, wobei sie jedesmal den Neuankömmling mit Blicken zu durchbohren suchte und zeigte auch bei der Einver*) Domine, ora pro nobis.- Şerr. bitte für uns *) Oscillation: Bewegung. Abtissa des Klosters: Herrin des Klosters. ( Fortsetzung folgt.) Bathstog, 8. Jänner 1927, VERLANGET UEBERALL VOLKS ZUNDER SOLO A.S.I. Seite 3. Die Entwaffnungsfrage. Instruktionen des Reichskabinettes an die Unterhändler. Berlin, 7. Jänner.( Wolff.) Das ReichsDas Aftenmaterial gegen Gajda. Die Ehren- 1 iei; das Außenministerium nehme nur gegen dies beleidigungsklage, die der Ergeneral Gajda ge- Verlejung dieses Beweismateriales in öffentgen den Legionärsmajor Kratochvil und ge- licher Gerichtssigung einen ablehnenden Stand gen seinen ehemaligen Diener Solowjew an punkt ein. Demnach dürfte dieses Material wegestrengt hatte, wurde zuletzt zur Requirierung nigstens in geheinter Sigung dem Gerichte zudes nach der Zeugenaussage des Generals Ceček gänglich gemacht werden. im Außenministerium erliegenden Beweismate- In dem Spionageprozeß gegen die Kommu- fabinett trat heute vormittags unter Borjih des rials gegen Gajda vertagt. Das Prager Tag- nisten, der vor dem Prager Landesgericht ver- Reichstanzfers zu einer Sigung zusammen, um blatt" hatte vor kurzem die Meldung gebracht, handelt wird, wurden gestern die Plädoyers be- die gestern abgebrochenen Erörterungen über die daß das Außenministerium die Auslieferung die- gonnen. Als erster sprach der Vertreter der An-| noch ausstehenden Punkte der Entwaffnungsfrage jes Beweismateriales an das Gericht verweiflage Staatsanwalt D. Časlavity. Die Ur fortzusetzen. In der heutigen Sigung wurden gere. Demgegenüber berichten die Lidové No- teilsfällung wird für heute mittags erwartet. dieje Beratungen zu Ende geführt und die Inviny", daß diese Meldung nur teilweise richtig| struktionen für General von Pawelsz und Geheimrat Forster festgelegt. " Gelbkrenz- Hakenkreuz- Sowjetstern! Die Reichswehr hatte in Sowjetrubland eine Gijtgas. labrit- Ein Nationalsozialist der Unternehmer.- Deut che Arbeiter über die Zusammenarbeit der Reichswehr mit den Bolichewiten. Klarheit die gemeinsame Waffenfabrikation der Sowjets und der Reichswehr des Herrn Gezler aufdeden. Der Reichstagsabgeordnete Genosse Rünstler hatte eine Unterredung mit zwei deutschen Arbeitern, die in der Giftgassabril in Trozt an der Wolga gearbeitet haben. Die Arbeiter erzählen zunächst wie sie in fleinen Trupps mit Einzelpässen nach Rußland famen und nach Trost dirigiert wurden. Wir bringen nun nach der Dresdner Volfegeitung" wörtlich Frage und Antiport des Gespräches zwischen Künstler und den Arbeitern: F. Was habt ihr dor: fabrisiert? A.: Phosgen und Lost, also, wie ntan im Siege jagte, Gelbkreuz und Blaukreuz. .: Wie wurde das gemacht? A.: Es wurden Spezialmaschinen aufgestellt. Ein Teil der Fabrik bestand in einem besonderen Füllraum zur Abfüllung von Gasgranaten im Umfange von einer Million Stud. maren erlaubt. Sozialdemokratische Blätter find nie durchgekommen. Es war ausgeschlossen, sie zu erhalten. Dafür durften wir einen deutschen Kollegen, der kein Russisch verstand, in den Ortssowjet wählen. F: Was geschah für eure Gesundheit? Der Betrieb ist doch sehr gefährlich. A.: Es waren zwei Aerzte der aktiven Reichswehr nach Trost abfommandiert. Ein Stabsarzt und ein Unterarzt. F: Kamen noch andere deutsche Offiziere nach Trost? A.: Jatvohl; der Betrieb wurde oft von deuts schen Offizieren kontrolliert, die von der Reichswehrgesellschaft Gefu abgesandt woren. F: Wie benahmen sich denn die Sowjetbehörden zu den Offizieren? A.: Sehr zuvorkommend. F: Wurdet ihr zu besonderem Schweigen verpflichtet? A.: Ja, man drohte uns wiederholt mit der Ticheka, die uns nicht wieder lebend aus Rußland herauslassen würde, wenn wir etwas nach Hause schrieben. Dann drohte man uns auch anit Landesverratsprozessen in Deutschland. * Was das Marine- Spielzeug foftet. Berlin, 7. Jänner. Die Vossische Zeitung" unterzieht den neuen Marineetat einer Kritik und weist darauf hin, daß die Anforderungen für die Marine viel zu rasch steigen. Im Jahre 1925 betrugen die Erfordernisse der Marine 143 Millionen Mark, im Jahre 1926 201 Millionen Mart und in dem Etat für 1927 werden 221 Millionen Mart gefordert, während vergleichsweise der Marineetat in den Jahren 1912-1915 von 440 Millionen auf 475 Millionen stieg, obwohl damals Dutzende von Neubauten begonnen und vollendet wurden. Das Berliner Tageblatt" tritisiert den Haushalt der Reichswehr, die einen Zuschuß von 697 Millionen Mark erfordert. Die Steigerung gegenüber dem Vorjahre 32.2 Millionen. Das Blatt ist der Ansicht, daß bei zahlreichen Positionen der Sadhausgaben bei der Reichswehr und bei der Marine viel verschwenderischer vorge gangen werde als früher. Bolens Appetit wächst. Aspirationen auf die Oitseeherrschaft. Danzig, 7. Jänner. Bei der gestrigen Einweihung der neuen polnischen Handelsflotte in Gdingen bemerkte der polnische Handelsminister Swiatlowsti in seiner Rede, es könne fein Zweifel bestehen, daß Pommerellen jemals in irgend einer Form aufhören sollte, polnisches Land zu sein. Man muß Pommerellen durch reale intensive Arbeit auf dem pommerellischen SeeBande mit Polen verknüpfen, vor allem durch füstengebiet durch Schaffung einer starken Handelsflotte, die die Küste und Pommerellen mit dem Mutterland(!) verbinden würde. Die Kommunisten werden nicht müde, die Nachrichten über die Zusammenarbeit der jeher aus prinzipiellen Gründen den Staatsprä- schwarz- weiß- roten Reichswehr mit den Sowjets sidenten nicht interviewve und daß daher alle als„ sozialdemokratische Lügen" hinzustellen, ohne daran geknüpften Folgerungen haltlos feien. daß ihnen bisher die Widerlegung der sozialDaraufhin stellte die Kanzlei des Präsidenten demokratischen Vorvürfe geglückt wäre. Während aber ausdrücklich fest, daß Penižek um dieses Jn- fie wader ableugnen, fomumen neue Beweise terview nachgesucht und dessen Veröffentlichung ans Tageslicht, die mit aller wünschenewverten angekündigt habe. Die heutige Ausgabe des ,, Demokraticky Střed", einer Zeitschrift der na tionaldemokritischen Opposition, veröffentlicht nun den Wortlaut des von Kramař konfiszierten und dann abgeleugneten Interviews. Neben einigen herzlich belanglosen Fragen geht das Interview auch auf den Einfluß der deutsch- französischen Annäherung, auf unsere Politik gegenüber Deutsch land ein; auf innerpolitischem Gebiet äußerte sich der Präsident vorsichtig über die Taktik der wechselnden Mehrheit und über das slowakische Problem. Bei bestem Willen kann man aber faum etwas finden, das die Konfiskation durch Kramař sachlich begründen könnte. Selbst auf die heille Frage, wie der Präsident die nationalde mokratische Partei und ihre Aufgaben beurteile, fand Masaryk eine feineswegs verlegende Antwort, indem er auf ihre inhomogene Zusammensetzung aus der Intelligenz und den höheren Bourgeoisschichten hinwies, deren Gewicht naturgemäß wirtschaftlich und kulturell viel größer sei als das politische Gewicht der nationaldemofratischen Partei; in diesem Mißverhältnis sieht der Präsident die Ursache der Krise in den natio naldemokratischen Reihen. Gleichzeitig mit dieser Beröffentlichung hat Penižef in einer Erklärung in den„ Narodni Listy" die Vorgeschichte dieses tonfiszierten Interviews neuerdings aufgerollt und die Sache so dargestellt, als ob er von der Burg zu dem Interview direkt aufgefordert worden wäre und dabei von vornherein mit Rücksicht auf den bekannten Standpunkt seines Blattes gegenüber PräsidenteninDie Ausführungen des Wojwoden vom Pom Mit dieser Erzählung zweier Zeigen, die terviews gewijse Vo behalte gemacht habe. Das mit eigenen Händen an der Erzeugung der Som- merellen, des früheren Innenministers und FreunPreßbureau verbreitet jedoch abends eine Entjetgranaten mitgewirkt haben, brechen die letzten des Pilsudstis, Mlodzianowski, gipfelten gegnung des Chefs der Kabinettskanzlei Dr. trieb von der Reichswehr unter dem Deck- klar erwiesen, daß die monarchist sche Reichswehr mals zulassen werde, daß die Rechte Polens auf Die Arbeiter berichten weiter, daß der Be Ausflüchte der Kommunisten zusammen. Es ist darin, daß die Bevölkerung Pommerellens es nieSchiessl, worin dieser unter Schilderung aller Einzelheiten die Initative zu dem Interview nanten Gefu"( Geſellſchaft zur Förderung ge- des Geßler, die von der deutschen Bourgeoisie nur dieses Land in Frage gestellt werden würden. ausdrücklich dem Redakteur Benižet zuschreibt. werblicher Unternehmungen) geführt, von einem für den Bürgerkrieg geschult und gezogen wird, Benizet habe ihm am 14. Dezember telephonisch monarchistischen Direktor geleitet und offiziell ihre Giftgasfabriken in Rußland hatte, daß die mitgeteilt, daß der Redaktionsrat mit dem In- Rusto- Germanstaja Fabrika Berjol"( Russisch- Sowjets mit der deutschen Kontrerevolution gut Kabinettsretonitruttion in Bolen? terview einverstanden sei und daß die Erklärun- deutsche Bersol- Fabrit) genannt wurde. Die Freund sind und nur die deutsche Sozialdemto- Warschau, 7. Jänner. In einigen Warschauer gen des Präsidenten im vollen Wortlaut Löhne waren sehr hoch, mit Gefahrenzulage und kvatie von ihrer Deutsch freundlichkeit ausnehmen. Blättern tauchen wiederum Nachrichten über eine veröffentlicht werden würden. Demnach Heimatunterstützung 700 bis 900 Mart monatlich Die Gelbkreuz- und Blaukreuz- Granaten der bevorstehende Kabinettsrekonstruktion auf, wobei besteht wohl fein Zweifel mehr darüber, daß nur( 5600 bis 7200 Kč). Das Gespräch fährt fort: Reichswehr, von den Hakenkreuzlern den deut- über die eventuellen Veränderungen in der ReF: Waret ihr in eurer Freiheit beschränkt? schen Arbeitern zugedacht, wurden in Rußland gierung verschiedene Kombinationen int Umlauf A.: Ja; unsere Briefe wurden zenjuriert und unter dem Schuh der Sowiets erzeugt. Gibt es jind. Am wahrscheinlichsten ist eine Aenderung wir durften keine sozialdemokratischen Zeitungen noch Arbeiter, die diese Politik verstehen, der auf dem Posten des Justizministeirums. Die abonnieren. Die reaktionären Zeitun Partei, die sie vertritt, nicht den verdienten Fuß- eventuelle Kabinettskonstruktion soll noch vor Zu gen ,, Münchner Neueste Nachrichten", Sombur- tritt geben und an den revolutionären Sozialis- sammentriti des Sejm, das ist vor dem 25. d. M., ger Nachrichten"," Dresdner Nachrichten" dagegen mus der russischen Gifigaslieferanten glauben?! erfolgen. Kramařs Zensurstift aus Gründen, die nur perfönlicher Natur sein tönnen, das Interview un terbrüdt hat. So liefert dieses im Grunde ziem lich belangloje Intermezzo einen neuen charakte ristischen Beitrag zur Naturgeschichte des Löwen aus der Mariengasse. F: Wer betrieb diese Fabrik? A.: Seit dem Jahre 1924 die Firma to Izenberg in Hamburg. F.: Was ist das für eine Firma? A.: Das ist die chemische Febrit von Dr. A.: Das ist die chemische Febrit von Dr. Hugo Stolzenberg, Hamburg 28, Müggenburger Schleuse. Stolzenberg ist völlisch, Mitglied der Schleuse. Stolzenberg ist völlisch, Mitglied der Nationalsozialistischen Partei. F: Kam Herr Stolzenberg felbst nach Eros?? A.: Ja, sehr häufig. F: Hatte Stolzenberg als Hakenkreuzler in Rußland feine Schwierigkeiten? A.: Nein, gar keine. trakt vor, den sie unterzeichnen mußten und der Die Arbeiter legten in Abschrift einen Konsie zu unbedingtem Schweigen verhielt, das sie erst nach Scheidemanns großer Reichstagsrede zu brechen wagten. Schließlich erzählen die beiden, daß die Russen sich bemühten, den Stolzenberg Der Posener Oberbürgermeister Ratajski Nachdem durch die große Wolga- Ueberschwemzu verdrängen und das Geschäft felbst zu machen. den Russen, den Betrieb in eigene Regie zu übermung ein Stillstand eingetreten war, gelang es drängen. Ein Reichswehrkommando blieb aber nehmen und die deutschen Arbeiter hinauszuEin Reichswehrkommando blieb aber in Trojk. eine ständige und völlige Ausnutzung der Seeküste erklärte, man sei sich genau bewußt, daß lediglich fächliche Herrschaft der und der eigenen Hafeneinrichtungen sowie die tatpolnischen lagge auf der Ostsee Polen den Besiß dies es unschätzbaren Meeresftreifens gewährleisten fönnen. Das Erwachen der Sudeten- ft weitläufig vom nationalen Erwachen der einen tschechischen Teil zerfalle.„ Weg mit diefer der Revolution. Meiners, des 1822 in Tep deutschen. 11 Indeß die Fremden an den Tisch gekommen, Lebt nun der Böhm' im eig'nen Haus als Knecht, Ein armer Waise, den die Zeit genommen Sein letztes Erb': Der Sprache heil'ges Recht." Der bedeutenste Repräsentant dieser„, böhmischen" Kultur ist der um die Jahrhundertwende in Brag geborene Dichter Karl Egon Ebert. Seine bedeutendsten Werke sind tschechischer Sage und Dušnik geborene Morik Hartmann für ein Ebenso war Meißners Freund, der 1821 in Geschichte entnommen. So ein Epos„ Wlaste", das Zu'ammengehen der beiden die Sudetenländer Epos ,, Wlaste", den Mädchenkrieg in der Sárka( bei" Brag) behan- 3u'ammengehen der beiden die Sudetenländer delt, so sein Drama Břetislaw und Jutta", in bewohnenden Nationen. Er hatte ein tiefes soziales der er die Vermählung des tschechischen Fürsten die Massen dieses Volkes unterdrückt waren.„ An Empfinden und liebte die tschechische Nation, weil mit der deutschen Prinzessin als Vereinigung Deutschlands Halse wein dich aus!", so rief er deutschen und tchechischen Wesens hinstellt. Des Deutschlands Halse wein dich aus!", so rief er Dichters inbrünstige Heimatsliebe, die allen den tschechischen Volke zu, und noch 1848 erGauen Böhmens gilt, mehr noch den ischechischen flärte er im Prager Nationalausschuß, er kenne als den deutschen, kommt überall zum Ausdruck: nicht Deutsche noch Tschechen, sondern nur Ihr Berge, stolze Berge, du schwarze der Sudetenländer im 19. Jahrhundert behan-| feien eine Nation, die in einen deutschen und in spürten Meißner und Hartmann schon das Nahen tschechischen Nation als Folge der umwälzenden Scheidemand!" jo rief er, Böhmen und Deutsche! lizz Geborenen, großes Werk ist das Epos ,, Zižta", Entwicklung dieser Zeit die Rede. Mit vollem Ihr müsset ein Bolt ausmachen!" Es schien sich in der er den militärischen Führer der HussitenRecht stellt Pfigner diesem uns wohlvertrauten eine Vermischung deutscher und„ böhmischer" Stul- friege feierte, Wie sehr der Dichter an dem SchickDie Sudetendeutschen sind teine Nation: fie Geschichtsprozeß den des Erwachens der Sudeten- tur vorzubereiten, und die sudetendeutsche Dich fal des tschechischen Volkes Anteil nahm, davon sind ein Teil des kulturellen Großdeutschland ,, von deutschen gegenüber. Gewiß hat sich dieser Pro- tung des Vormärz zeigt uns den Niederschlag möge nur eine der vielen Stellen, die man da der Etsch bis an den Belt". Sie sind auch kein zeß bei den Tschechen, die bis in den Beginn des dieses Wünschens und Wollens das freilich zitieren fönnte, Zeugnis ablegen: Stamm, sie setzen sich vielmehr aus Baiern und vorigen Jahrhunderts eine geschichtslose Nation mit der Revolution des Jahres 1848, das den Franken, Sachsen und Schlesiern zusammen, waren, anders vollzogen als bei den alten Stul Menschen die treibenden Kräfte der Geschichte deren Art und Sitte, Sprache und Brauch dies- turnationen der Deutschen. Die Ursachen dieser aufrig, einfach weggeblasen wurde. feits und jenseits der Grenze gleich sind. Sind also verschiedenen Entwicklung bleiben Pfigner ein die Sudetendeutschen auch weniger als eine Na- Buch mit sieben Siegeln, denn der Verfasser hat tion und mehr als ein Stamm, so sind sie doch trotz seiner Belesenheit keine Ahnung von den eine Schidialsgemeinschaft, die inner- Zusammenhängen zwischen der ökonomisch- joziahalb des großen deutschen Schicksals ihr besonderes len Entwicklung und dem Werden der Nationen. Eigenschicksal erleben. Bis 1918 bildeten sie einen Er kommt aus dem Ideologischen, ja aus dem Teil des Deutschtums Desterreichs, an dessen Kul- Literarischen überhaupt nicht heraus und scheint tur sie mitschufen und die sie mitgenossen. Ihre wohl der Ansicht zu sein, daß das menschliche Le Geschichte ging in der Geschichte des Deutschtums ben in Epit, Lyrik und Dramatik seinen einzig Desterreichs und somit in der österreichischen würdigen Ausdruck finde. So unfruchtbar also Reichsgeschichte auf. Seit 1918 ist dies anders sein Wert für die Erkenntnis der tieferen Zusantgeworden. Wir Sudetendeutschen sind aus der menhänge gerade jener geschichtlichen Vorgänge Gemeinschaft des Deutschtums Desterreichs aus- ist, die ihn und uns intereffieren, so beachtens geschieden, wir beginnen uns unserer kulturellen wert ist die Fülle des Materials, das er vor dem Noch näher standen dem Hoffen und Sehnen Eigenart bewußt zu werden. Dieses Bewußtsein Leser ausbreitet und das uns einen Ueberblic Wäldernacht, der tschechischen Nation die deutschen Dichter wird dadurch mitgeschaffen, daß wir uns unserer über die Geistesentwicklung der Sudetendeutschen Ihr golderfüllten Ströme, ihr Auten in grüner uffo Sorn und Siegfried apper. Horn war judetendeutschen Vergangenheit mehr zuwenden von etwa 1800 bis 1848 ermöglicht. Pracht, 1817 in Trautenau geboren, Sohn eines Polen als bisher. Wir beginnen uns unserer Schicksals- Im 18. Jahrhundert gab es weder ein Ihr sanft gewölbten Hügel in blumigent und einer Tschechint, der eine deutsche Erziehung gemeinschaft auch vor 1918 bewußt zu werden. Nationalgefühl bei den Tschechen noch bei den Gewand, So ist der sudetendeutschen Geschichtsschreibung Deutschen Böhmens. Beide waren Böhmen". In genoß. Er schrieb die Dramen ,, Horimir" und Euch nenn' ich, freudig rufend, mein schönes mit einemmale ein weites Feld geöffnet worden, den Kriegsliedern der Befreiungskriege heißt es Vaterland!" Stönig Otalar" und hielt noch im Frühjahr 1848 als Führer einer Deputation Prager das von einigen jüngeren Gelehrten fleißig be immer wieder, daß die Böhmen für Deutschlands adert wird. Einer von diesen ist der Prager Freiheit und ihres Vaterlandes Selbständigkeit Etwas jünger als Ebert, aber ebenso Reprä- Studenten in Wien eine Rede, in der er sich als Historiker Dr. Josef Pfitzner, dessen Schrift kämpfen, für Germania" und Czechia". Der fentanten dieser eigenartigen bormärzlichen böh- Tscheche bekannte. Horns ganze dichterische „ Das Erwachen der Sudetendeutschen"( 1926 österreichische Adler und der böhmische Löwe foll- mischen Kultur waren das Zweigestirn Alfred Wärme gehörte den Tschechen". Freilich schlug Johannes Standa Verlag, Augsburg) einigen ten den Korsen stürzen. Bernhard Bolzano, Meißner, der Arier aus der deutschen Stadt, und er sich im Laufe der Revolution auf deutsche Anspruch auf Beachtung verdient. der ähnlich wie Fichte in Berlin, 1810 Reden an Moris Hartmann, der Jude aus dem tschechischen Seite, ja hielt auf dem Teplitzer Kongr ß Ende die Prager Studenten hielt, erklärte, die Böhmen Dorf. Während Ebert politisch gemäßigt war, 1848 eine deutschnationale Rede. Das Gegenteil In den großen Werken, welche die Geschichte Böhmen! Seite 4 Lagesneuig eiten. Wohnungselen, das zum Himmel Ichreit! Beispiele aus Eger. O du traute, deutsche Heimatscholle! Es lebe Spinas„ Symbiose!" Die Gemeinde Samstag, 8. Jänner 1927. Rundfunt für Alle! Programm für morgen, Sonntag. Brag, 349. 8.30: 2andtvittschaftlicher Rundfunt. 11 Matinée. Marl: 2. 1. Streichquartett. Zwei Walzer. 3. Slabier Quartett 16.45: Bortrag: Deffentliche Tartanlagen und Spielpläge. 17: Militärmufit. 18: Deutsche Sendung. 3. von dem Bruc, Mitglied des Deutschen Landestheaters in Brag. 1. Dellinger: Entrée- Lieb aus der Operette„ Don Bettelstubent. 3. Blanquette: Soiffsfungen Lied aus der Tagesnerigfeiten und Wetterbericht bom Preßbüro; hierauf: Gefat" 2. Milloeder: Polenlied aus der Operette„ Der Operette Bloden von Cornebille". Walzerrondo aus der Operette„ Gloden bon Cornebille". Rotitanffy: O wär mein Lieb die toie Ros'. Am labier: G. Ginger, Kupell meiter des Deutschen Landestheaters. Brag 19.15: Bie Brünn. 22: Lehte Nachrichten des Breßbüros, Uebersicht der Zagesereignisfe, Sport und Theaternachrichten. 22.15: Tanz auf Beitional mufit. Brünn, 441. Bienensucht". 10: Matinée. 1. Streisler:„ Caprice Biennois". 9.30: Bandwirtschaftsfunt: Amerikanische 2. Ueberlegungen aus der griechischen Poefie. Salon:„@tcat in Gefahr",„ Der Staatsmann wehrt sich gegen Borwü: fe", der Böse im Unglüd". 3. Střičta:„ Drei Frühlingslieder". 5. Théognis: Ungeratene Kinder", 27 éstobos„ Widmung"," Wahre Freundschaft",„ Der Gute und 4. Sosial: Romange. Schlechte Bürger des Staates Berderben", Kurze Sprüche". tragische Over von Buccini. 6. Křičfa: Rieder und Märchen". 19:„ Madame Butterfly", Preßburg, 300. 10: Matinée. 1 Mendelssohn: Hochzeits marich. 2. Baher: Buppenfee. 3. Meyerbeer: Gadeltana. 4. Gtrauß: Schabwalzer. 5. Flotow: Alessandro Stradella, Duberture. 6. Schubert: Der Wanderer. 7. Fucik: Trigiab Die Deutsche Heimatscholle" jene so gepric- von dreiviertel Prozent des Darlehensbetrages sene Institution, welche mit dem Bund der d. 1. 15.000 Kč geflagt, weiter verlangt der Die Stadtgemeinde Eger erließ fürzlich in Deutschen" in innigent Zusammenhange steht Rechtsanwalt Dr. Hartig in Podersam von der Den Blättern eine Aufforderung an Wohnungs- und zu deren Mitgliedschaft die deutschen Gemein- Gemeinde auch für die Darlehensvermittlung und suchende, sich zu melden und ihre Wohnungs- den unter Hinweis auf die Voltsnotwendigtei- Durchführung der Heimatscholle eine Gebühr von berhältnisse bekanntzugeben. Auf diese Auffor- ten" mit allen möglichen Mitteln herangezogen 17.000 Kč ujm. derung hin meldeten sich 270 Parteien, gewiß nur werden, entwickelt sich immer mehr und mehr zu Es ist also mit den 2 Prozent die Herr Di ein Bruchteil derer, die einer ausreichenden und einem Tschechisierungsverein, gentildert durch rektor Triebe, welcher auch in Bodenbach bei gesunden Wohnung bedürfen, weil eben viele die Provisionen. Vermittlung des Darlehens eine Rolle spielte, neuen hohen Mietzinse einfa) nicht bezahlen tön- Nach dem Verkaufe eines deutschen Gasthaus für die Heimatscholle verlangte und erhielt, nicht nen. So wurden z. B. nur elf Kellerwohnungen ses in Praffetit an eine tschechische Partei infolge genug; das tschechische Geld ist noch viel gemeldet, während eine solche in jedem neueren Intervention der Tetschner Filiale( Vorstand ( Vorstand teurer. Sause ist. Stürbisky), hat sich wiederum ein neuer Fall erBon den 270 gemeldeten Wohnungssuchenden eignet, über den wir berichten müssen. Joachimstal hat seinerzeit das Darlehen nur aufgenommen, weil der Finanztourden in 237 Fällen die Wohnungen als ge- Die deutsche Stadt Joachimstal, referent Rauscher ausdrücklich zusicherte, daß sundheitlich schlecht, von diesen wieder welche ohnedies durch die staatliche Verwaltung 128 als feucht mit naffen Fußböden und Wänden, der Radiumquellen, wie es im judetendeutschen an Spesen nur 2 Prozent in Betracht kom men; es bleibt abzuwarten, wie sich die Gemeinde ohne genügende Lüftungsmöglich- völkischen Stile heißt, der„ Entnationalisierung" men; es bleibt abzuwarten, wie sich die Gemeinde feit und ohne genügendes Licht fest- ausgesetzt ist, wollte ein Gemeindedarlehen auf zu dieser Mehrforderung verhalten wird. gestellt. Sieben Wohnungen wurden gar als ba u- nehmen. So wie im Vorjahre der Gemeinde BoAn der Spitze der Heimatscholle" stehen fällig erkannt. In einer ehemaligen Wasch- denbach gegenüber hat sich die„ Deutsche Heimat- Herren der Deutschen Nationalpartei füche mit 8 Quadratmeter wohnen vier Per- scholle"" nur" 2 Prozent Provision ausbedungen. wie Herr Dr. Chwatal, Herr Dr. Narosonen, in einem Badezimmer von 10 Quadrat- Bei der Verwirklichung des Darlehens stellte es weh, Herr Dr. Storch und das Bundeshaupt meter sieben Bersonen. In 68 Wohnungen sich zur allgemeinen Ueberraschung heraus, bag Sturbißty aus Tetschen. Es scheint, daß daß Gemeinimaft. Rom, 423. Gewohnen je zwei, in 4 Wohnungen je drei und in das Darlehen von einem rein tschechischen zumindestens auf wirtschaftlichem einem einzigen Wohnraume sogar vier Familien Institute gewährt wird. Auch die Anhänger ihr jo befehbete„ attivistische Politik" mitmachen fonaeit 18.15: Sammermufif. Beethoven: Alaviertrio op. 20. biete auch die Deutsche Nationalpartei jetzt die von der Zinsknechtschafttheorie" stehen der Heimat- so tongert Mendelssohn: labiertrio op. 66. 20:„ Die Lokalbahn". In den insgesamt 280 Wohnräumen scholle" nicht fern, und offenbar scheint ihnen will, und sich mit der von Herrn Minister Spina somasie von Thoma. der gemeldeten Wohnungen hausen 316 ami- daran zu liegen, die ganze Richtigkeit dieser Theo- so wundervoll fien mit 1317 Personen, so daß auf einen rie durch Bermittlung der„ Deutschen Heimat- Symbiose" zwischen deutschem und tschechi- anamu. 20: Bolkstümliches Orcheſterfonzert. Bewohner eine durchschnittliche Wohnfläche von scholle" den Gemeinden fühlbar zu machen, indem schem Kapital befreundet. Allerdings geht bei der 3% Quadratmeter entfällt. sie veranlassen, daß die Zinsknechtschaft" auch Symbiose" manchmal der eine Partner und noch tschechisch ist. zwar der schwächere zu Grunde und es ist kein weifel, daß das tschechische Stapital stärker ist ebenden: Max Derrmann und Frib Balther Bifcheff. 15.30: als die deutsche Gemeinde. mit 18 Personen. In einem einzigen Wohnraume von 42 Quadratmeter wohnen 18(!) Personen, in einem folchen von 30 Quadratmeter 12 Personen. In einem Wohnraume von 10 bis 14 Quadratmeter wohnen in drei Fällen 9 Personen, in drei Fällen 7 Personen in 13 Fällen 6 Personen, in 18 Fallen 5 Personen, in 12 Fällen vier Personen. In einem Wohnraume von vier(!) Quadratmeter wohnen in einem Falle sieben(!) Personen, in einem sechs Personen, in einem anderen Falle vier Personen. Acht Familien mit 44 Personen dok in zwei Schlafsälen untergebracht, weil sie itberhaupt keine Wohnung finden konnten. Es wäre wahrlich höchste Zeit, daß dem Woh nungselende endlich ein Ende bereitet würde, denn die gesundheitlichen und moralischen Gefahren des Zusammenpferchens so vieler Menschen verschiedenen Alters und Geschlechtes schreien zum Simmel, Grippe überall. Worms, 7. Jänner. Infolge der ungünstigen Witterung sind hier zahlreiche Personen an Grippe erkrankt. Von den in den ersten fünf Jännertagen verstorbenen 17 Personen ist ein großer Teil der Grippe zum Opfer gefallen. Genf, 7. Jänner. Die Grippe epidemie in der Schweiz hat bereits sehr strenge Vorbeugungsmaßnahmen notwendig gemacht. In Genf beschäftigte sich der Staatsrat mit der Frage der Schließung aller Theater und Kinos und dem Verbote sämtlicher Bälle und Abendgesellschaften. Madrid, 7. Jänner. Die Grippe- Epidemie in Madrid hat zugenommen. Die Zahl der Die Zahl der Todesopfer betrug allein gestern 125. In Barcelona soll dagegen ein Nachlassen der Epidemie zu verzeichnen sein. Ueberfluß und dennoch Hunger. Einem Prager Blatt entnehmen wir folgende Aufzählung davon tat Siegfried Kapper, Spröß'ing einer jüdischen Familie in Smichow. Er. der in deut scher Sprache dichtete, ergriff 1848 offert die Parte: der Tichechen und gilt heute als der Wecker des Nationalgefühls der t'chechischen Juden. So war die Revo ution des Jahres 1848, welche pielfach zum erstenmale die Entwicklungstendenzen der bürgerlichen Ge'ellschaft und Politif den Menschen zu Bewußtsein brachte, die Sprengpatrone, welche die ganze böhm iche" Kultur und Dichtkunst in die Luft warf. Die Ereig nisse des„ tollen" Jahres beflügelten das nationale Bewußtsein des deutschen und tschechischen Bürgertums von einer Politik der tschech chen Arbeite l'affe war faum, von einer deutschen überhaupt keine Rede. Die Anänge dieses National bewußtseins laffen sich freilich chon wie auch Buner treffend bervorhebt in der Literatur des Vormiärz feststellen, fogar bei den typischen Vertretern der böhnischen" Kultur. Ebert selbst fchrieb 1829 auf seiner Deutschlandfahrt ein Rhein'i d, darin er den Rhein den Schmuck der deutschen Gaue" nennt. Alfred Meißner und Moritz Hartmann vollends wurden großdeutsche Republikaner, Meißner ang begeistert: 11 Ein Deutschland, groß und mächtig, Ein Deutschland start und frei Einmütig und einträchtig, Deutschösterreich mit dabei Ein Reich in Kraft und Ehren, Aber die Deutsche Heimatscholle" hat, sich im Falle Joachims.tal nicht mit den 2 Prozent Provision begnügt. Die Filiale Komotau der Seimaticholle will der Filiale Tetschen und Teplig in keiner Weise nachstehen, wenn es sich um Provisionen handelt. In einer der letzten Stadtratssitzungen von Joachimstal wurden den verdußten Mitgliedern des Stadtrates sehr erbauliche Mitteilungen über Prozesse, die die Heimatscholle gegen die deutsche strengt hat, gebracht. Mit den 2 Prozent Provision ist es nämlich nicht abgetan. Der deutschnationale Bürgermeister von Komotau, Herr Dr. Storch hat in seiner Eigenschaft als Rechtsanwalt der Heimatscholle die Stadtgemeinde Joachimstal auf Bezahlung einer Gebühr 100XXXXXXX000000000 der guten Dinge, die zu Weihnachten nicht an den Mann gebracht werden konnien: In Groß- Prag sind nach Weihnachten 526 Zentner Fische übriggeblieben. Des halb verlangen die Fischhändler die Freigabe der Ausfuhr nach Deutschland, obwohl dort die Fische billiger sind als bei uns.( 1 Kilogramm Karpfen kostet in Deutschland 13.80 Kč.) Die Aemter haben in dieser Angelegenheit noch keine Entscheidung ge troffen. Auch die Lebensmittel- und Obsthändler flagten über einen schlechten Geschäftsgang zu Weihnachten. Ferner wurde festgestellt, daß 27.000 Weihnachtsbäume übrig blieben, etwa 3000 Geflügel." Also, Lebensmittel gab und gibt es genug warsch. 19: Borirag. 10.25: Hebertragung aus dem Glowal. nationaltheater:" Der Stratoniver Dudelsacpfeifer", Oper Don Kovařobič. Daventry, 1600. 16.30: Hufftsche Musif. 18.30: Echte er Alara". Genbespiel. 21: Glodengeläute. 22.15: Obntnen und geistliche Steber. 22.30: Ronsert. 23.50: Die ftumme 10.30: Stirchenmuftf. 17.15: Tongmufit. 21: Theaterabend. Wien, 517. 11: Symphoniekonzert. 16: Nachmittags Zürig, 500. 11: Bormittagsfonzert 13: Ronzert. 15.30: Deutschland. Rönigswusterhaufen, 1300. 9: Hebertragung aus Berlin, 484. Morgenfeier. 11.30: Plazmufit. 13.10: Stunde der Buntbeinzelmann. 16.30: Radmittagskonzert. 20.30: WagnerAbend. 22.30: Zangmufit. Brestau, 323, 10: Eachfunt 11: Morgenfeier. 12: Gar 14.50: 3um Tod des Malers Claude Monet. 15.15: Märchenonfel. 16: Opern 18.15: Schallplattenfonzert. Aber gegen diese Symbiose" hat auch die Deutsche Nationalpartei nichts einzuwenden, weil moniumfonsert. 14.30: Rättelfun. fie la manche erfreuliche Wirkung zeitigt, wie 3. nautittag 17.30 Lefeftunde. B. die Einstellung des Verfahrens 19: Grumbbegriffe der Religionsphilofopbie. 19.30: Mestgegen die Deutsche Bankin Reichen- bias aus der Phyfir. 20.15: Heiteres Konzert berg". Für politische Delifte ist es den Deutschen Regierungsmitgliedern noch nicht gelungen, eine Frankfurt, 429. 8.30: Morgenfeier. 11.30: Das tropige Kind. 12: Mittagsständchen. 16: Märchenstunde. 17: Die Oper der Woche. 19: Stunde der Frankfurter Zeitung. Pfigner: 2 Bieber. Martucci: 2 Orchesterſtüde Reanice!: 19.30: Symphoniekonzert. Dvorat: Symphonische Bariationen. Buß- und Beteefänge. Beethoven: 8. Symphonie Langenberg, 469. 9: Morgenfeier. 11: Eine Biectelſtunde über Goethe. 12: Rammermufit. 16.30: Zeemusic. 20: efterfønsert. 22: Tanamufit. Leipzig, 366 8.30: Orgelfonaert. 9: Morgenfeier. 11.30: 16.30: Volkstümliches Orchesterfonzert. 18.30: Grundlagen Christalflein", Ueberreichung einer Anklageschrift fahrlässigen und betrügerischen Handelns gegen deutsche Bürger beschuldigt werden ist aber die genügende Kindheit und Jugend bei zieren. 12: Musikalische Stunde. Wilde vorhanden, und der Herr Juſtizminister ist ber allem, munirfebre. 19: Die Relativitätstheorie 10.30: ein christlich- deutscher Mann. Es lebe die" Sym- Spielover bon figner. 22.30: Langmuir. biose"! Heil der Deutschen Heimatscholle“. xxxxx Die deutsche Landwirtschaft. 20.15: München, 536. 11: Glodenſpiel. 11.30: Orcheiterfonzert. Bach: Suite Nr. 1. Stonzert f- moll. 15: Münchener Nachmittag. 19: Deutsche Reiter im Lande der Hottentotten. 20: Bolts: tümliches Orchesterkonzert. gestellte haben in diesem Jahre feinen Fisch auf ihrem Tiche gesehen? Wie viele tausende Arbeiter finder haben heuer feinen Christbaum in der Stube gehabt? In Bran allein waren ihrer 27.000 Schlosserlehrling Schröder einen Stich mit einem übrig! Dreitausend Gänse, dveitausend Hasen und Taschenmesser in die Brust, der die Lunge versiebentausend Hühner, Kapaune und Tauben ha- legte. Im Krankenhause wurde sofort eine Operaben in Prag ihre Bestimmung nicht erfüllt, viele tion vorgenommen. Schröder starb aber noch am von ihnen sind vielleicht verfault und auf den gleichen Tage. Der Täter wurde dem Gerichte überStraßen drängen sich hungernde Bettler, in den ſtellt. Industriegebieten gibt es Rinder, denen die Mutter nicht genug Brot geben kann! Das nennt sich eine ideale Welt, von Gott gewollt! Aus Not in den Tod. Die Bettlerin Anna Stocker aus Ronsperg besaß früher ein Häuschen, welches sie um den Betrag von 6000 K berfaufte. Doppelte Zensur. Das Radio, die modernite So lange das Geld reichte, war ihr ihr Bruder Doppelte Zenfur. Das Radio, die modernste Johann Stocker, der bei den Fleischhauern in Gänse, ebensoviel Sasen und 7000 Stud Errungenschaft, hat es in der T'chechoslowakei zu Ronsperg den Unterhändler machte, zugetan, als ganz besonderer Modernität gebracht. Während nämlich über der Presse nur ein 3ensor wacht, fie aber damit fertig war, verstieß er sie, so daß nur kaufen können die Leute sie nicht. Dreißig gibt es beim Prager Radio- Journal so- fie betteln gehen mußte, um nicht zu verhungern. tausend Arbeiterfamilien, die zu Weihnachten den glücklich die amtliche Zensur passiert, die jetzt beim mildtätige Menschen auf, ermattete dabei, setzte tausend Arbeiterfamilien, die zu Weihnachten den gar eine doppelte Zensur. Hat ein Vortrag Diefer Tage abends suchte sie halbnackt wieder leßten Groschen hergaben, um ihren Magen weaufgefunden. nigstens zum Narren u halten, hätten sich an dem tschechoslowakischen Breßbureau etabliert ist, fo fich vor ein Haus und wurde früh erfroren fattessen fönnen, was allein auf den Brager Märk- braut immer noch Gefahr in einer Oberzen sattessen können, was allein auf den Prager Märk fur, die sich beim Sender selbst breitmacht und die Der falsche Hohenzoller verhaftet. Der longten übriggeblieben ist! Nun sollen die Fische nach in den Händen eines tüchtigen nationaldemokrati- gesuchte Schwindler, der unter dem falschen Deutschland versendet, wahrscheinlich verschleu- ichen Redakteurs liegt. In der ablaufenden Woche Namen eines Barons Korff aus Litauen und dert werden wie viele tausend Arbeiter und An- hat dieser Herr, mit dem wir uns schon wieder- als Hohenzollernpring feit Ende vorigen Jahres holt beschäftigten, feine einzigartige Machtvollfom in Mitteldeutschland, dann in Köln a. Rh. und menheit wieder einmal an der deutschen Ar- in Süddeutschland erfolgreiche Gastrollen gegeben beitersendung geübt. Sollte sich solches hat und mit richtigem Namen Harry Donoch einmal ereignen, dann wird man gegen diejen me la heißt, wurde Freitag früh in Euskirchen Zenfor maximus doch noch andere Mittel anwen- verhaftet und nach Stöln überführt. den müssen. ,, Nein, fluchen will ich nicht, wo bald die Weltgeschichte Auf Trümmern eines Reichs wird sißen zu Gerichte; Auf Trümmern eines Reichs, wobei der Nachwelt Rind Aufjubeln wird und freun sich, daß sie Trümmer find; Auf Trümmern eines Reichs, die nur aus 3wingburgsplittern Bestehen werden noch und aus gebrochnen Gittern. Thr aber Söhne der Gesittung und des Lichts, Bereitet würdig Euch auf den Tag des Gerichts, Daß jene Zwingburg, die Gesamtstaat Destreich heißt, Vom tiefsten Grundstein bis zum höchsten Turmfnopf reißt. Ob man zertritt in Wien des Märzen Grabeshügel Der Tag braust doch heran mit purpurrotem Flügel!" Sonderbare Steuereintreibung. Sat da der Steuerträger X. auf seine Steuervorschreibung für die Vermögensabgabe 56 K über ahlt. Was tut das Steueramt Stadt Liebau? Es schickt den betreffenden zu einem anderen Steuerträger y. mit folgendem Schreiben: „ Herr X. hat an der Vermögensabgabe 56 K überzahlt; diese lleberzahlung wurde auf Ihr Konto gutgeschrieben und wollen Sie Herrn x 56 K bar auszahlen." X. Unglüdseligeriveise ist das Steueramt an den Unrechten gekommen, Herr hat nämlich die 9 Zahlung abgelehnt, und das mit Recht! Jedenfalls ftellt dieses Vorgehen eine ganz neuartige Methode der Steuereintreibung dar, nämlich, die Zession" von Steuerschuldigkeiten von dem einen auf den anderen Stenerträger. Hoffentlich setzt die überge ordnete Finanzbehörde dem Steueramte den Kopf Frankreich für ausländische Arbeiter gesperrt. Das französische Arbeitsministerium sucht in einer der Presse übergebenen Note die zutage getretenen Besorgnisse über die Arbeitslosigkeit zu zerstreuen. penn auch die Zahl der Arbeitslosen höher sei als zur gleichen Zeit der früheren Jahre, so habe sie dennoch lange nicht das Ausmah, der Krise des Jahres 1920/21 erreicht. Die Zahl der Arbeitslosen halte fich gegenwärtig noch unter achtzehntausend. Trotzdem widme die Regierung der Lage ihre volle Aufmerksamkeit. Neben den geplanten öffentlichen Arbei ten sei an die Industriellen die Aufforderung ergangen, bei Verminderung der Aufträge Entlassungen von Arbeitern möglichst zu verhindern. Außerdem erhalten ausländische Arbei ter feine Zuzugsgenehmigungen mehr. Wenn sie in Frankreich keine Beschäfti gung mehr finden sollten, werde ihre Rückbeförderung in die Heimat erwogen werden. Die beiden Dichter des Böhmerwaldes Josef Rant und Adalbert Stifter endlich sind überhaupt nie in Verbindung mit tschechischem Gei- zurecht. Vierfacher Kindermord. In einem medienstesleben gewesen, sie haben die Phase von Ebert, Meißner und Hartmann, da diese von einer Ver- Ein Menschenleben für in paar Stilo Salz! burgischen Dorfe wurden bei Erdarbeiten einen balschmelzung deutscher und tschechischer Kultur ge- Aus Glödelberg wird berichtet: An der na ben Meter tief im Boden die Knochenreste von vier hen bayrisch- oberösterreichischen Grenze wird sehr Kinderleichen gefunden. Die Bolizei glaubt dem träumt haben, nie durchlebt. Pfigners Arbeit ist eine mehr literarhistorische viel Salz geschmuggelt. Als nun fürzlich ein jun- furchtbaren Verbrechen einer unehelichen Mutter auf als politisch- soziale. Die soziale und politische Geger Bursche namens Josef Himst einen Sad Salz die Spur gekommen zu sein, die, um heiraten zu fönschichte der Sudetendeutschen ist noch zu schreiben. aus Bayern nach Rollerschlag im Mühlviertel nen, ihre vier unehelichen Kinder beijeitegeschafft hat. Aufgabe sozialistischer Historiker wird es sein, den bringen wollte, wurde er nach einmaligem Die Frau ist verhaftet worden, ebenso ihr Bater, in Klassencharakter der judetendeutschen Geschichte Anrufen von einem Grenzbeamten er fchofen! dem man einen Mitwisser der Tat vermutet. Totschlag bei der Schneeballschlacht. In der Druckfehlerberichtigung Jut Leitartikel vom darzustellen von der Einwanderung deutscher Von diesem Riesenbild." Bürger in das slawisch- feudale Land bis zu dem Nacht. auf Montag tollten einige junge Burschen am Freitag heißt es in der zweiten Spalte. Zei e 57: Mor z Hartmann wieder sah nach der Re- Kampf des deutschen Proletariats der Tschecho- Oberen Bahnhof in Karlsbad und bewarfen Dem Agrarier stünde dann allerdings nichts volution prophetisch den Untergang Cesterreichs flowakei gegen die deutsche Bourgeoisie diefes einander mit Schneeballen. Blöglich ariete aber mehr im Wege". Es muß natürlich Agrar staat Landes. Emil Strauß. einer der Burschen aus und versetzte dem 16jährigen heißen, boraus: Das ist's, was wir begehren In Sehnsucht, ungeftifft, Und denfen's zu erleben, Daß sich die Sch eier heben Samstag, 8. Jänner 1927. Detteres. Ein wissenschaftliches Forschungszentrum in Ber lin. Der Etatsvoranschlag des Reichsministeriums des Innern für 1927, enthält den Antrag der Kaiser- Rezept. Ein Herr fragt den Arzt: ,, Herr Doktor, B: helm- Gesellschaft auf Errichtung eines In st i ich glaube, ich friege einen Stropf. Was soll ich tun?" tutes zur Aufnahme von Gästen in Ber- Na, lassen Sie sich einen Steireranzug dazu Iin Dahlem. Es wird hiebei an ein Instituts- machen!" gebäude gedacht, in welchem ausländische Ge= lehrte gaftliche Aufnahme finden so len. Dadurch würde ein wissenschaftliches Forschungszentrum in Deutsch and entstehen, an dem hervorragende aus ländische Gelehrte ein bis drei Jahre arbeiten fönnten. Ein bestialischer Kindesmord wurde dieser Tage in Proßnih aufgedeckt. In den Parkanlagen auf dem Florianplatz in Proßniz fand man in Papier eingewickelt die Leiche eines Säuglings männlichen * " 1 Alles hat seine Grenzen. Bitte," sagt der Bettler, geben Sie mir was zu effen."- ,, Warten Sie einen Augenblid, bis mein Mann zurückommt." Nee, danke ich bin fein Kannibale!" " Bewegung. Ihnen fehlt nichts als Bewegung". sagte der Arzt. Sie sollten jeden Abend, wenn Sie aus dem Dienst kommen, zehn Kilometer laufen. Aber das wollen Sie nicht, wie?"- ,, Nee. Ich bin Briefträger." * Beim Kunsthändler. Sehen Sie mal, ein wunderbares Stilleben von Manet, signiert natürlich. Was kann ich wohl dafür bekommen?"- ,, Ungefähr sechs Monate!" Boltswirtschaft. Geschlechtes, der etiva sieben Tage alt geworden ist. Das Oberste Gericht pricht den Fort arbeitern das Recht an gezahlten Urlaub ab. Die Gendarmerie stellte fest, daß das Kind auf bestialische Weise getötet wurde. Der Kopf des Säuglings war mit einer Säure übergossen, sodann dem Kinde die Haare bom Kopf gerissen und in den Schlund gestedt worden, wodurch es erstickte. Ueberdies war der linke Schulterknochen gebrochen. " 1 Von J. U. Das Oberste Gericht in der Tschechoslowakei hat eine Entscheidung gefällt, die von Tausenden Forstarbeitern mit Erbitterung vernommen werDie außerordentliche Hauptversammlung des Ver- den wird, die aber auch von jedem der die Verbandes der deutschen Selbstverwaltungskörper, welche hältnisse einigermaßen fennt und über etwas Sonntag, den 16. Jänner 1927 im städtischen Stur- volkswirtschaftliche Kenntnisse verfügt, als eine hause in Teplitz- Schön au stattfindet, weist als Fehlentscheidung angesehen werden wird. Durch Beratungsgegenstand auf:„ Die Gesetzentwürfe über die Entscheidung des Obersten Gedie direkten Steuern und über die Neuregelung der richts wird allen Forstarbeitern der Finanzwirtschaft der territorialen Selbstverwaltungs- gefebliche Urlaub genommen. Durch berbände." Jene Gemeinden und Bezirke, welche zu diesen Rechtspruch" des Obersten Gerichts erdieser Hauptversammlung Vertreter entfenden wollen, leidet das Rechtsempfinden und das Vertrauen zur haben sich an den Verband um Zusendung der Ein- Justiz und Rechtsprechung wieder einen harten tvittstarten zu wenden. Die Einladung ist in den Stoß. ,, Verbandsnachrichten" vom 21. Dezember 1926 ber- Das Gesetz vom 3. April 1925, betreffend öffentlicht worden, besondere Einladungen ergehen die Einführung eines gezahlten Urlaubes für Arnicht. Wie wir hören, ist auch das Finanzministerium beitnehmer", räumt allen dauernd angestellten Arund das Ministerium des Innern zu dieser Ver- beitnehmern, welche Arbeiten oder Dienste auf sammlung eingeladen worden. Die Fragen der Fi- Grund eines Arbeits- oder Dienſtverhältnisses leinanzwirtschaft der Selbstverwaltungsverbände wer- ften und sie nicht als Nebenbeschäftigung oder geden durch anerkannte Fachleute auf dem Gebiete der legentlich verrichten, einen vom Arbeitgeber geautonomen Verwaltung behandelt werden. Die Er- zahlten Erholungsurlaub ein. gebnisse werden jedenfalls für die deutschen Bezirke und Gemeinden richtunggebend sein. Vom Verbande der deutschen Selbstverwaltungskörper wird nachdrücklichst darauf aufmerksam gemacht, daß Eintrittsfarten( für stimmberechtigte Vertreter und für Gäste) beim Verbande angesprochen werden müssen, der Verband versendet diese Eintrittskarten nur über Verlangen der Mitglieder. hält, der im Gedine oder Afford arbeitet, von dem der§ 5 nicht spricht, indem er nur des Forstar beiters gegen Taglohn gedenkt. 1 KAISER'S ERHÄLTLICH Seite KATARRH 3 TANNEN HUSTEN BRUST- KARAMELLEN KEUCH- HUSTEN IN APOTH KEN U UROGENIC Paragraph geht unzweifelhaft der Anspruch des Forstarbeiters auf den Urlaub hervor. Der§ 5 schließt ganz bestimmte Arbeiterfategorien aus und zwar die Saisonarbeiter und den land- und forstwirtschaftlichen Tagarbeiter. Wer Also! Dem Obersten Gericht fällt es selbst auf, sind nun die forstwirtschaftlichen Tagarbeiter? Niedaß hier vom Forstarbeiter nicht gesprochen wird, mals die ständigen, dauernden angestellten Forstfondern vom Tagarbeiter. Um nun diesen Unter- arbeiter, sondern die aushilfsweise beschäftigten schied zwischen Forstarbeiter und Arbeiter im Tag Tagarbeiter und Arbeiterinnen, die in der Forstlohn der tatsächlich besteht und der bei der Schaf wirtschaft zu gewissen untergeordneten Arbeiten, fung des Gesetzes über den Urlaub als allgemein zeitweise beschäftigt werden. Dies schließt nicht bekannt und feststehend angenommen wurde, aus aus, daß mancher dieser Hilfsarbeiter, wenn die der Welt zu schaffen und um die Forstarbeiter um Notwendigkeit vorhanden, auch regelmäßig und den Urlaub zu bringen, stürzt sich das Gericht auf lange Zeit ständig beschäftigt wird. Der Untereine Auslegung der Begriffe Taglohn- Akkordlohn. schied zwischen Forstarbeiter und Hilfsarbeiter Das Gericht fragt nun: Da muß man vor drückt sich eben in den Bezeichnungen Forstarbeiter allem fragen, an welchen Gegensatz das Gesetz und Tagarbeiter aus. Wenn der§ 5 von Arbeidenkt, wenn es vom Taalohn spricht. Offenbar tern cegen Taglohn spricht, so ist dies eben nichts schwebt ihm der Wochenlohn und der Monatslohn anderes als die Bezeichnung des Charakters der vor Augen, nicht aber der Affordlohn. Daraus Arbeiterkategorie der Tagarbeiter, zum Unterschiede geht aber hervor, daß, wenn von der Wohltat des von der Kategorie der Facharbeiter, in die ent gezahlten Urlaubes die Forstarbeiter gegen Tag- Falle der Forstarbeiter. Ganz gleichgül.ig ist es, lohn im Gegensatz u den Arbeitern regen Wochen- welches Lohnsystem sonst in der Forstwirtschaft lohn oder Monatslohn ausgeschlossen sind, die für die Facharbeiter in Betracht kommt. Ein Forstarbeiter gegen Wochenlohn oder Monatslohn Wochen oder Monatslohn kann eben bei der allerdings der Wohltat desselben teilhaftig sind und Eigenart des Beruses nicht in Betracht kommen. Anspruch auf den gezahlten Urlaub haben. Von Schließlich wenn das Gericht aber schon glaubt, den Affordarbeitern ist aber nichts gesagt, weder über die Erklärung des Lohnes nicht hinweg uzu ihren Gunsten noch zu ihren Unounsten. Es kommen, dann kann der Affordlohn des Forstarmuß also gevrüft werden, sagt das Gericht wei- beiters leichter mit dem Wochen- oder Monatslohn ter, ob der Affordlohn im Wesen dem Taglohn in Uebereinstimmung gebracht werden als mit dem oder im Gerenteil dem Wochen, oder Monats- Taglohn. Man sollte doch annehmen, daß Mit Lohn aleich kommt. Und nach einer längeren Prü- glieder des höchsten Gerich shofes in der Republik funa fommt das Gericht, und zwar das Oberste sich doch, ehe sie so schwerwiegende Entscheidun Gericht der Republik, dem die Kontrolle über die. gen fällen, sich zuerst auch die notwendigen sachli= Rechtsprechung anvertraut ist, zu der Ansicht, daß chen und vollswirt chaftlichen Unterlagen beschaf der Affordlohn nicht vielleicht bloß dem Taglohn, fen. Diese Entscheidung hätte ein Konsortium von sondern schließlich sogar dem nach Stunden bemes- Forstbefizern auch nicht besser im eigenen Inter140 Bohrtürme eingestürzt. Ungeheure SchneeDas Gesetz fagt alo: Jeder dauernd ange- fenen Lohn, allo scheinbar einer noch niedrigeren effe fällen fönnen. Stürme haben im Gebiete des Saufasus und des stellte in einem Arbeits- und Dienstverhältnis ste- Stufe als der Teglohn, unterzuordnen ist. Im Schwarzen Meeres große Vermiftungen an- hende Arbeitnehmer hat Anspruch auf einen vom Geiste der Rechtsordnung und der Vorschrift des gerichtet. In Baku und Tiflis sind vier Tote und Arbeitgeber gezahlten Urlaub. Keinen Anspruch§ 5 Reinen Anspruch§ 5- fagt das Gericht sind also von der Wohl60 Verwundete den Verheerungen zum Opfer ge- haben Saisonarbeiter, land- und Forstwirtschaft- tat des gezahlten Urlaubs die Forstarbeiter im mit demselben fallen, außerdem werden noch über 20 Personen ver- liche Arbeiter gegen Taglohn. Man sollte meinen, Affordlohn notwendigerweise mißt. Ein Personenzug wurde durch die Gewalt des daß diese zwei Paragraphe vollständig klar seien, Rechte ausgeschlossen wie die Forstarbeiter gegen Sturmes aus dem Gleis geschleudert. Im Bakuer o daß verschiedene Auslegungen unmöglich sind. Taglohn. Petroleumgebiet sind 140 Bohrtürme umgestürzt. Das Oberste Gericht kommt auch nicht zu einer Große Befürchtungen hegt man für die Schiffe, die Entscheidung auf Grund einer besonderen Auslesich im Schwarzen und in Kaspischen Meer auf gung dieser zwei Paragraphen des Gesetzes, sonHätte sich das Gericht anstatt auf eine Unterhoher See befinden. dern es nimmt sich den Begriff Taqlohn heraus und gibt nun eine Definition des Begriffes Af- Unsere Ansicht über diese Entscheidung des fuchung des Begriffes Affordlohn auf eine UnterKordlohn, um darauf eine Entscheidung aufbauen Obersten Gerichts ist, daß sie eine der tras- suchung des Charakters und der Art der Forstzu können, die den dauernd beschäftigten im At- festen Fehlentscheidungen darstellt, die arbeit und auf das Dienstverhältnis der Forstarfordlohnt siehenden Forstarbeitern, das Recht auf ie von Richtern gefällt wurden. Die Entscheidung beiter und der Arbeiter im Taglohn einfelaffen, den Urlaub nimmt. Es ist schauberhaft, wie das geht von ganz falschen Voraussetzungen aus. Wenn so wäre dies viel richtiger und zweckmäßiger und Oberste Gericht argumentiert. Es font: Affordlohn diese Gründe, die das Oberste Gericht anführt, für ist gleich Taglohn, ergo aebührt den dauernd be- die Rechtsprechung richtunggebend werden sollen, schäftigten Forstarbeitern der Urlaub so wenig wie fann man Hunderttausende Arbeiter, die im At den land- und Forstwirtschaftlichen Tagarbeitern. Fordlohn arbeiten, genau so um ihre Ansprüche auf Wer nur einigermaßen volkswirtschaftliche Kennt den gesetzlichen Urlaub bringen, wie durch diese nisse besitzt, sieht den gewaltigen Irrtum der der Entscheidung die Forstarbeiter um den ihnen geEntscheidung des Obersten Gerichtes zugrunde bührenden gesetzlichen Anspruch gebracht werden. liegt, sofort ein. Die Finderin des Großen Condé" entlassen. Der aus dem Schlosse Chantilly gestohlene berühmte rosa Diamant, der„ Große Condé", war von einem rosa Diamant, der„ Große Condé", war von einem Küchenmädchen, der 19jährigen Luxemburgerin Suzanne Schilt in einem Apfel gefunden worden. Hier hatten ihn die Diebe verborgen. Das Mädchen ist jetzt entlassen worden, obwohl sie behauptet, nicht in dem Koffer der Einbrecher herumgestöbert zu haben. Sie will den wertvollen Apfel von der Besitzerin des Hotels, in dem die Entdeckung gemacht wurde, erhalten und ihren Hunger an dem schönen Apfel gestillt haben. Beinahe hätte sie sich dabei einen Zahn ausgebissen. Bereitelter Diamantenschmuggel. Im Hafen von New York beschlagnahmten die amerikanischen Boll beamten Diamanten im Werte von 25.000 Pfund Sterling, die in den Strümpfen eines Seemanns verborgen waren, der mit einem Dampfer aus Antwerpen angekommen war. Die Zollbehörde vermutet, einem großzügigen Schmuggelverfahren von Europa nach Amerika auf die Spur gekommen zu sein. Der§ 5 des zitierten Gesebes bringt eine Einschränkung der auf den Urlaub anspruchsberechtig ten Arbeiter, eine Einschränkung, die sich auf die Saisonarbeiter und die land- und forstwirtschaftlichen Arbeiter gegen Taglohn bezieht. Er lautet: Die Bestimmungen dieses Gesetzes finden auf Saisonarbeiter, land- und Forstwirtschaft liche Arbeiter gegen Torlohn, keine Anvendung." Die Fleißaufgabe ist gemacht. Tausende Forstarbeiter sind um den Urlaub gebracht, dem Staat und einigen Hundert Waldbefizern ist ein großer Gefallen erwiesen, Es ist doch eigentümlich, daß das Oberste Gericht sich in seiner Begründung car nich: um den Charakter der Forstarbeit fümmert. Der Forstarbeiter ist der ständig und dauernd eingestellte Fach- und Qualitätsarbeiter zum Unterschied vom Taglöhner, der nur Hilfsarbeit leistet und nur zeitweise und nur zu gewissen leichten und untergeordneten Arbeiten verwendet und der nur allein, fo will es das Gesetz, vom Urlaub ausgeschlossen werden foll. gerechter gewesen. Die Entscheidung, die allen Forstarbeitern den Urlaub nimmt, ist in ihrem fachlichen Teil vollständig unrichtig und ist auf ganz falschen Voraussetzungen aufgebaut. Dieser Rechtsirrtum muß repariert werden. Prager Produktenbörse.( Offizieller BeWer hätte je gedacht, daß ein Gericht zwischen richt vom 7. Jänner.) Der Besuch der heutigen Doch lassen wir das Gericht selbst sprechen: Forstarbeitern und land und forstwirtschaftlichen Börse war schwach und das Geschäft beweg: e sich in Das Gesetz vom 3. April 1925 hat im§ 5 Arbeitern im Taglohn nicht zu unterscheiden ver- den engsten Grenzen. Der Getreidemarkt weist bedie gegen Taglohn arbeitenden Land- und Forstar mag? Das Gejet schließt den Saisonarbeiter und deutendere Veränderungen nicht auf und die Notic beiter von seinen Wohltaten ausgeschlossen, wenn den land- und forstvirtschaftlichen Taglöhner aus. rungen sind zumeist nomine 1. Auch auf den übrigen auch auf sie die Bedingungen des§ 1 zuträfen, das So wie der Arbeiter in der Fabrik, der Deputa- Marktgebieten bleiben die letzten Dienstagsnotierun heißt, wenn sie auch dauernde Arbeitnehmer wären fist in der Landwirtschaft, ist der Forstarbeiter als gen nomine unverändert in Geltung. Nur jugound wenigstens ein Jahr in ununterbrochener Be- Facharbeiter u werten. Entscheidend ist siaw scher Mais ab Bratislawa war mit K 112.chäftigung beschäftigt wären. Es ist also die bei der Beurteilung in erster Linie schwächer, ebenso ungarisches Fett, das( ab Szob) Frage, wie sich das mit einem Forstarbeiter ver- der§ 1 des Gesezes und aus diesem K 13.70 bis 13.90 notierte. Die unfreiwilligen Lutschiffer. tieg und fant die mit der S... er Zukunft vollgefüllte Gondel zum Ergözzen aller, die daran teilnahmen. Nach einer wahren Begebenheit geschildert von Adolf Stall( Kladno). Teil der beherzteren Dorfjugend, mit Zustimmung| Ballon den Blicken der ihm entgeistert Nach-| seine während der Fahrt gezeigte Todesverachder Alten, dieses Anerbieten an und wiederholt schauenden hinter den Waldbäumen entschwunden. tung laut zu rühmen. Doch bald mich alles aus Der Pilot hatte alle Mühe, die zu Tode ge- feiner Nähe. Wohl hatten auch die beiden anderen ängstigten Fahrgäste zu beruhigen und zu trö.... er Luftschiffer, denen die ausgestandene sten. Er pries den drei unfreiwilligen Luftschif- Angst noch immer aus den Augen sah; unterwegs Um den Schein seiner Waghalsigkeit zu wah- fern die Schönheit der unter ihnen dahinschive- wiederholt den Versuch gemacht, dem heiligen ren, faßte der immer recht tapfer tuende Dorf- benden und immer mehr entschwindenden hei- Ulrich zu opfern, doch schwiegen sie sich wenigstens Beim Dorfe S. unweit des deutschböhmischen schuster sich endlich ein Herz und bat den Piloten, matlichen Gefilde mit so eindringlichen Worten über ihre Gefühle und über ihr Verhalten wähStädtchens A. ging an einem warmen Auguftmor- auch einige Erwachsene die Gondel besteigen zu an, daß außer dem vor Angst halbtoten Dorf- rend des Fluges gründlich aus und boten so den gen, kaum daß es Tag geworden war, ein großer lassen. Das wurde bewilligt und das Spiel begann schuster, der zusammengekauert am Gondelboden rund um sie Versammelten feinen neuen Stoff Luftballon mit drei Insassen nieder, dessen Auf- aufs Neue. Der nur mit Hemd, Hose und Pan- hodie, ein Vaterunser nach dem anderen betete zum Gelächter und zu höhnender Kritik. Nicht so schrift Heyden II" und Flagge seine reichs- toffeln bekleidete Schuster und zwei andere, in und zitternd nur durch die Rizzen des Korbge- der Schuster, dessen große Worte nicht nur sein deutsche Herkunft verrieten. Rasch war das ganze ebenso notdürftigen Hüllen steckende Dorfinfassen flechtes lugte, die anderen Beiden doch endlich erbarmurgswürdiges Aussehen, sondern auch der Dörflein alarmiert und alles. was nicht schon bestiegen mit dem Piloten die Korbgondel und der den Mut fanden, den staunenden Blick über den Umstand Lügen strafte. daß er sich gar bald seitmunter war, sprang aus den Betten, um des unge- Ballon ging, von anderen Anwesenden am Gondelrand nach unten zu richten und sich unter wärts in die Büsche schlug und nach längerer Abwöhnlichen Anblickes nicht verlustig zu gehen und Schleppseil gehalten, in die Höhe. Da aber der der Einwirkung des nie gesehenen Panoramas wefenheit, mit einer fremben, viel zu weiten Hose Anteil an diesem Ereignisse zu haben. Führer längere Zeit kein Zeichen zum Einholen mit der unfreiwilligen Fahrt ins Ungewisse ab- bekleidet, zurüdkehrte. Und des Spottes nahm Unbezähmbare Neugier ließ vielen feine Zeit, des Ballons gab, vielmehr die mit ihm oben zufinden; setzten sie doch auch volles Vertrauen in fein Ende! fich völlig anzukleiden und mancher eilte, nur das Schwebenden mit ausführlichen fachtechnischen die Person des erprobten Führers. Nach mehrstündiger martervoller Fahrt auf Allernotwendigste am Leibe, der Landungsstelle zu. Erklärungen unterhielt, das anstrengende Halten Nach langer rrfahrt landete der Ballon dem ausgeliehenen Leiterwagen, der auch Ballon Als einer der Ersten traf der allgemein als des Luftgeheuers den ans Seil Gespannten aber nach mancherlei Schwierigkeiten endlich in den hülle und Gondel barg. trafen die S... er großsprecherisch und mundiarfer bekannte Dorf- schon zu lange dauerte, schlangen diese das väten Nachmittagsstunden auf einem geeigneten Luftschiffer bei dunkler Nacht endlich wieder in schuster mit ein und bald sammelte sich eine immer Schleppseil einfach um den Stamm eines jungen Plaze nächst der Ortschaft St. Bon der hilfsbereiten ihrem Heimatsdorfe, ängstlich erwartet und freugrößer werdende Schar Neugieriger rund um ihn Pflaumenbäumchens, des Zeichens des Piloten Landbevölkerung, die den Ballon schon lange beo- dig empfangen. ein. Für den aus ftandenen und den Ballon. Jung und alt umstand den Platz zum Serabziehen des Ballons gewärtig bleibend. bachtet hatte, eingeholt, entst egen außer dem sport- Schreck entschädigte der Pilot feine drei unfreiund drängte sich um den Ingenieur- Piloten und Da plötzlich ein straffes Anspannen des Seils ein mäßig bekleideten Lenker die drei halbnackten S..er willigen Fahrgäste und alle, die ihnen nahe ſtanfeine beiden Begleiter. Vom guten Willen gelet- Ruck und ein allgemeiner Entsetzensschrei! Her der Gondel, was fein geringes Hallo verursachte den am nächsten Tage durch einen Eimer Bier tet, der staunenden Dorffugend ein wohl nie wie- ausgerissen, entschwebte das Bäumchen, am und zu manch einem Wißworte und vielseitiger und ein reichliches Wahl, den Schuster aber bederkehrendes Erlebnis zu bereiten, bot der Führer Schleppseile hängend, in die Lüfte und Ballon und Hänselei Anlaß gab. Von allen aber bot den be- dachte er obendrein mit einer neuen Hose. des Luftballons den Kindern an nacheinander zu Insassen mit ihm. Und unten schrie ein altes, mitleidenswertesten Anblick der Dorfschuster, der Seit diesem Ereignisse nannte man die drei biert bis zu sechst mit ihm die geräumige Gondel um die Wirtschaft besorgtes Wütterlein ihrem leichenblassen Angesichts und mit schlotternden.... er Luftschiffer in der ganzen Umgebung zu besteigen und den Ballon dann bis zur Länge über die Gondel herausstarrenden Sohne zu: Knien aus der Gondel Kletterte. Kaum aber hatte nur die Wolkenschieber; der seither schmefam des Schleppseils, das die Erwachsenen festzuhalten Seff, fumm' ock' runder, du mußt jo ockern er festen Boden unter den Füßen und die Gefahr gewordene Dorfschulter aber erhielt obendrein und auf sein Kommando hin stets wieder einzu- fohr'n!" Doch Seff kam und konnte nicht herunter, überstanden, fand er seinen verloren gegangenen den Svottnamen„ Paradiesschuster". ziehen hatten, steigen zu lassen. Freudig nahm ein so gerne er auch gewollt hätte und bald war der Mut wieder und begann seine Beherztheit und Seite 6 Samstag, 8. Jänner 1927. R TER PEN TiN Schicht Terpentin- Seife mit den f Vo vzigen. Vorzügen 1. Vorzug: Terpentingehalt: Terpentin 15st besonders leicht und gründlich den Schmutz, vor allem Flecken, Schweiß, Ruß usw. 1.Terpentingehalt. 2. Großes Stück. 3. Gule Geruch. 4. Schutzpackung. 5. Märchenbilder. 6. Besonders licht. 7. Schicht- Post gratis. Der Unterschied zwischen Terpentinseife und Schicht- Terpentinseife liegt im Namen ,, Schicht". Mitteilung aus dem Publikum. Das Beste für Ihre Augen liefert Optiker Deutsch, Prag, Graben 25, Kl. Bazar. FEINSTES SPEISEFETT Polarin 18233 So kam es, daß die Anklage auf Gotteslästerung und Beleidigung der katholischen Geistlichkeit bölIig zusammenbrach. Ein Antrag auf einen Monat Gefängnis mit Bewährungsfrist- bei einem Dichter Bewährungsfrist! fand bei dem Gesche richt keine Gegenliebe, es erfolgte Freispruch. Ein unredlicher Vormund. Der Klempner Anton Herold in Tüppelsgrün war Vormund über die minderjährigen Kinder nach dem verstorbenen Heinrich Fritsch in Sittmesgrün. Als Vormund wurden ihm für die Kinder 2137.40 K ausgefolgt, welche er in die Sparkasse einlegen sollte. Er verwendete aber das Geld für sich und erst nach erstatteter Anzeige zahlte er 1000 K zurüd, ist aber außerstande, derzeit auch den Restbetrag zu ersetzen. Das Kreisgericht Eger verurteilte Anton Heroid Kunst und Wissen. Auch Frankreich feiert Beethoven. Die franzöftRegierung hat beschossen, aus Anlaß des hunbertsten Jahrestages des Todes Beethovens eine Feier zu veranstalten. Aus der Partei. Deutsche sozialdemokratische Bezirksorganisation Prag. Mittwoch, den 12. Jänner, abends halb 8 Uhr, im Zimmer der Zentralbildungsstelle, Brag IL, Nekazania 18/ III, BezirksvertretungsSamstag( 50-2) 7 Uhr 3rfuspringeifin", Sigung. Bestimmtes und pünktliches Erscheinen Sonntag, halb 3 Uhr Ich und du", 7 Ubrar aller Mitglieder ist notwendig. ten Eden". Spielplan des Neuen deutschen Theaters. Heute, " 1 Spielplan der Kleinen Bühne. Heute, Samstag Spiel im Schloß", Sonntag, 3 Uhr Peri pherie", halb 8 Uhr ,, Adieu Mimi", Montag meine entzückende Frau". 11 Vereinsnachrichten. Der beliebte Faschingsball des Klubs deutscher Buchdrucker in Prag finder Samstag, den 15. Jänner, im großen Heinesaal statt. Maskierte und KoFortunas Segen. In der Brämienziehung der wegen Beruntreuung zu fünf Monaten schwe- Berbreitet den Sozialdemokrat... Itümierte willkommen! Eintritt 15 K einschl Steuer. 15. est Klassenlotterie wurde die Prämie von Kren Kerkers mit monatlich einer Faste und Wahl700.000 auf das Los Nro. 205579( 4/4) von den rechtsverlust unbedingt. glücklichen Kunden des Bankgeschäfies Fortuna, Bratislava, Donaugasse 7 gewonnen In den Ge samtziehungen dieser Lotterie Sarten wir schon eine Reihe anderer Haupttreffer zur Auszahlung gebracht, 1. a. 100.000 K auf Nro. 100.655, 100.000 K cuf Nro. 197.991, 50.000 K auf Nro. 117 939, 20 000 K auf 205.360, 20.000 K auf Nro 199.855, 20.000 K auf Nro. 205 142, 10 000 K auf Nro. 60.918, 10.000 K auf Nro 168 145, 10.000 K auf Stro 171 635, 10 000 K auf Nro. 176.051, 10.000 Kauf Nro. 219.091. Es bewahrheitet sich also wiederum Fortunas Segen auf allen Wegen." Die Ziehung 1. Klasse der nächsten laffenlotterie beginnt am 21 Jänner 1927. Bestellungen erbitten wir umgehendit mittels der unserer heutigen Auflage beiliegender Bestellkarte Fortuna Bankgeschäft, Bratislava, Donaugaffe 7. Gerichtssaal. Ein Gottes äerungsprozeß. Und ein völkischer Reinfall. Literatur. ,, Gefang der Welt", Gerrit Engelke, Gedichte, Briefe und Tagebuchblätter. Eingeleitet und ausgewählt von Walther G. Oschilewski von Arbeiterjugend- Verlag( Benfin SW. 61, Belle- Alliance- Platz 8. Breis fart. 0.50 Mr. Halbleinen 0.90 Mr., Halbleder 2.50 Mt.) Dent tapferen und zukunftsfreudigen Arbeiterjugend- Verlag gebührt das zu dankende Verdienst, an den Dichter Gerrit Engelke, den das Schicksal noch drei Tage vor Friedensschluß 1918 in der Nähe von Cambrai an den Folgen einer schweren Verwundung sterben ließ, erinnert zu haben. Der vorliegende von Waither G. Oschilewski besorgte und mit einem schlichten Vorwort versehene Auswahlband der bekannten Arbeiterdichterreihe des Verlages enthält Gedichte, Briefe und Tagebuchblätter Gerrit Engelkes, die genz die schöpferische Jubrunst und den Weltmut dieses uns so früh verloren gegangenen Dichters empfinden lassen. Nicht nur unsere Jugend, der vornehmlich dieses Meine Bändchen in sauberer Ausstattung und zu einem ganz geringen Preis gewidmet sein soll, wird diesem Werke herzliche AnteilNW& K WOLLGARNE SPORTWOLLEN Matador Alpia Gisela Ariadne Überall erhältlich Auf Wunsch Bezugsquellen-Nachweis durch Neudeker Wollkämmerei& Kammgarnspinnerel A- G. in Neudek In Kassel, fand Montag ein Prozeß gegen den 24jährigen Erich Glaeser wegen Gottes- nahme schenken wollen; alle, die sich eins wissen im führend in Güte u. Farben Iästerung, Beleidigung der katholischen Geistlich feit und Erregung öffentlichen ergernisses statt, Das Verbrechen soll durch eine Aufführung des in Berlin anstandslos hingenommenen Stüdes Seele über Bord" im Staffeler Kleinen Theater begangen worden sein In dem expressionistischen Stück verfolgt ein als Abbé verkleibeter Detektiv eine Frau in eine Kirche und sucht sich ihrer bort mit Gewalt zu nähern, aber ohne Erfolg zu haben. Die Personen sind symbolisch gemeint: das Alter, die Ehe, die Jugend usw. " * NW& K Sozialdemokrat! Bibliotheten Letzte Errungenschaft in der Radiophonie PHILIPS Anodenspannungs- Apparat PHILIPS ermöglicht den Empfang ohne Anodenbatterie. Lieferzeit: 120 und 220 Volt sofort. 110-150 Volt in allerkürzester Frist. Befragen Sie Ihren Lieferanten 4820 Adreßbuch Glauben mit jener famipfesmutigen Front der Werktätigen, müssen die vorliegenden Gedichte und Blät ter Aufruf und Belennonis fein. Gesang der Welt", das ist nur die tausendfach gebündelte Stimme unseres Volkes, des Volkes von morgen" ,, Stern und Amboß" Gedichte und Gefänge von Seinrich Bersch. Eingeleitet und zusammeno eſtellt von Walther G. file witi im Arbeiter Inserieren Sie im jugend- Verlag( Berlin SW. 61, Belle Aliance- Blaz 8. Breis tart. 0.90 m., in Halbleinen 1.50 W, in Halbleber 3.- Mt.) Vom Kesselschmied und Dich In der Tatsache, daß der Detektiv im Gewande ter Heinrich Lersch wird durch den Arbeitereines französischen Abbés in die Kirche eindringt, jugend- Verlag ein hübsch ausgeführtes Gedichtbüchjahen der Pastor und Dechant die Beleidigung der lein, Stern und A'm bo" betitelt, vorgelegt, fatholischen Geistlichkeit und stellten Strafantrag! Die das ein Freund des Dichters, der junge sozialistische Staatsanwaltschaft tam dem Wunsche nach, Schriftsteller Walther G. Oschilewiti eingetrotzdem ein deutscher Dechant niemals für die Be- leitet und zusammengestellt bat. Stern und Amleidigung französischer Abbés Strafantrag stellen boß! Das ist der rechte Titel für dieses schmude fann. Sie ergänzte die Anklage noch dadurch, daß sie Bändchen, das nicht zu viel verspricht, wenn es die einige volfische Zeugen aufmarschieren ließ. erftveranstaltete Ueberschau des bisherigen frischen die das notwendige Aergernis genommen hatten. Die Schaffens des Dichters geben will. Welch ungeheure Stomil wollte es aber, daß der jugendliche Autor der Tapferkeit lebt in diesem Dichter! Ju den Staub Staatsanwaltschaft nicht das Manuskript der Kasseler geworfen, olle Gefährnisse des Krieges und der ArAufführung, sondern das wesentlich schärfere der Berbeit ertragend, kämpft er sich bis an die Sterne und liner übersandt hatte und nun nicht nur die Kasseler muß immer wieder den Hammer heben: Schmied des Staatsanwaltschaft ihre Anffage auf Gotteslästerung Lebens, Schmied der Zukunft sein. Ja, das ist das und auf Ausdrücke stüßte, die zwar im Berliner Ma Große in ihm, das ihn über alle dichterischen Grünnuskript standen, aber niemals in Staffel von der Tinge hinaushebt ins Ewige: Ganz Menich ganz Bühne herab gesprochen wurden, sondern daß auch die Staatsanwaltschaft den Führer der Aergernisneh unter Werkmännern zu sein. Es zwischen Werkstatt mer, einem völkischen Rechtsanwalt, pflicht- und Dichterstube gestellt, ist er tief den Elementen widrig dieses Textbuch zur Verfügung ge- cingewurzelt Wind, Feuer. Wasser sind ihm Erstellt hatte, um ihm die Abfassung der Anzeige zu halter des Lebens und der Seele. Im„ Stern erleichtern Der böltische Sittlichkeitsapostel verfolgte und Ambo" spricht ein Arbeiter zu Arbeitern: nun den Zweck in seinem Schriftias, bei seiner An- spricht zum Voff. zur gaugen Menschheit: anklagend, wesenheit im Theater an Ausdrücken, die er nach dem schreiend, aufjubelnd und von Welt und Werk beihm von der Staatsanwaltschaft überlassenen Tegtbuch diftierte, Anstoß genommen zu haben. Die Hauptverhandlung aber ergab. daß der gute Mann an Dingen Anstoß genommen hatte, die er nicht gehört hatte und gar nicht hatte hören fönnen, weil sie gar nicht gesprochen wurden. für Organisationen, Bereine, Gemeinden, Gewerkschaften, Schulen usw. werden zwedentsprechend zusammengeftellt, fomie ergänzt, von der Bolfsbuchhandlung Kamerad, wenn es recht ist auch wieder Werkmann Ernst Sattler, alidt. Herausgeber Dr. Ludwig Czech. Verantwortlicher Redakteur Dr. Emil Strauß Druck: Deutsche Zeitungs- A- G, Brag. Für den Druck verantwortlich: O. Holit. Karlsbad. Cachen links! Das neue deutsche Wizblatt exfcheint wöchentlich. Jede Nummer Kč 1.10. Zu beziehen durch die Bolfsbuchhandlung Ernst Sattler Karlsbad, Keras Balace der Čechoslovakischen Republik für Industrie, Gewerbe. Handel und Landwirtschaft. 11. Ausgabe ist erschienen. Enthält in zwei starken Ganzleinenbänden über eine Million Adressen sämtlicher handelsgerichtlich eingetragenen Firmen und deren Inhaber, der Industriellen, Handel- und Gewerbetreibenden, der Großgrundbesitzer, Landwirte mit mindestens 30 ha Grundbesitz. Aerzte, Zahnärzte, Tierärzte. Advokaten. Notare Behörden usw. aus über 13.000 Orten der Cechoslovakischen Republik mit Angabe der Telephon- und Postscheckkontonummer sowie der Girokontis. Gegen Vorausbezahlung von Kč 600.- und 2% Umsatzsteuer prompt lieferbar, solange der Vorrat reicht 5109 RUDOLF MOSSE 4320 Abteilung Adreßbücher und Codes, PRAG I., Ovocný trh 19. Postscheckkonto 61.450. Telephon: 211-57.