Einzelpreis 70 Hellet. Redaktion und Verwaltung: Prag, II., Nefazania 18. Telephone: Tagesredaktion: 26795, 31469. Machtred attion: 26797. Postschedamt: 57544. Jnferate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 7. Jahrgang. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit. Unterkriechen vor Rom... Freitag, 14. Jänner 1927. Das Zentrum verhandelt noch. Stegerwald als nächster Kanzlertandidat. Berlin, 13. Jänner.( Eigenbericht.) Die Amtlich wird über die Besprechung im ReichsBezugs- Bedingungen. Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post Ké 16.48.96.B 192.monatlich vierteljährlich halbjährig ganzjährig 0• O Rückstellung von Manustripten erfolgt nur bei Einfendung der Retourmarten. Erichein mit Ausnahme des Montag täglich rüh Nr. 11 Sozialdemokratie und foziale Fürsorge. JI. dieser Beziehung nichts überraschend Neues. Sie Die tschechische Oktoberrevolution hat mit der Novemberrevolution in Deutschland gemeinsam, daß sie im Anlauf stecken geblieben ist und nicht vollendet wurde. Die deutsche Verhandlungen über die Neubildung der Regie- wirtschaftsministerium folgendes Kommuniqué Die Bodenbacher Entschließung sagt auch in Revolution hat den schweren Fehler begangen, rung sind auch heute nicht weiter gekommen. Heute veröffentlicht: ble gesamte monarchistische Bürokratie in Macht nachmittag begaben sich Vertreter des Zentrums ,, Heute nachmittag fand die angekündigte Be- fordert, nachdem sie im ersten Punkte qui und Würden, die Adelskaste im Besize ihrer Stresemann und Curtius als den sprechung zwischen den Beauftragten der Zen- die große Bedeutung der Sorge um die Vorrechte zu belassen; die tschechische Revolu- den gestrigen Beschluß des Zentrums und seine von Guerard und Stegerwald, und Dr. Curtius geistige und körperliche Aufzucht tion hat das Versäumnis auf sich geladen, den Bedeutung zu unterrichten. Staat rechtzeitig aus den Händen des Klerikaund dem Reichsaußenminister Dr. Stresemann im des Nachwuchses der Arbeiterklasse Morgen wird die Zentrumsfraktion noch ein- Reichswirtschaftsministerium statt. Die Bertreter und auf die Wichtigkeit des Aufbaues, der lismus zu befreien und die Trennung von mal zusammentreten, um die Lage zu besprechen. der Zentrumsfraktion trugen die schweren innen- usgestaltung, vor allem aber der moralischen und materiellen Staat und Kirche durchzuführen. Keinen der För Dr. Curtius hat heute zwar noch Vertreter und außenpolitischen Bedenken vor, die die Zenschuldbeladenen Träger und Repräsentanten der Industrie und des Großhandels empfangen, trumsfraktion gegen die Bildung der von Dr. Cur- derung aller Fürsorgezweige bindes alten Systems wagte man in Deutschland man nimmt aber an, daß er nunmehr die Konse- tius in Aussicht genommenen Regierung hegt. gewiesen hat, im zweiten Punkte alle Genossen auch nur schcel anzusehen, geschweige, daß man quenzen aus den Verhandlungen zichen und den Daran schloß sich eine eingehende Aus- und Genofsinnen zur Unterstübung der KinderDie Kühnheit so weit getrieben hätte, ihn in Reichspräsidenten darüber unterrichten wird, daß sprache. Dr. Curtius hat in Aussicht ge- freundebewegung auf und verlangt im britten seinen Würden, Titeln, Stellen oder gar Besitz- oder verschleierter Form unmöglich ist. Man resh- gebnisse dieser Besprechung mit Bertretern der tischen Jungendorganisation, in der die Bildung eines Bürgerblockkabinetts in offener nommen, am morgigen Vormittag über die Er- Punkte die Unterstübung der sozialis verhältnissen zu verleben, aus lauter alteinge- net damit, daß in diesem Falle die Betrauung deutsch nationalen Bolkspartei zu die Partei wahrlich nicht erst jetzt eines der wichlerntem Sinn für Ordnung, in der Tschecho- eines Zentrumspolitikers, wahrscheinlich Ste verhandeln. Die Vertreter der Zentrums- tigsten Mittel zur geistigen und körperlichen Erslowakei dagegen war die nationale Burgfrie- gerwalds, erfolgen wird, und zwar ohne die fraktion nehmen in Aussicht, am morgigen tüchtigung der Arbeiterjugend erblickt. Also bisdenspolitik an der Tagesordnung, welche nicht Einschränkung des Auftrages auf die Bildung Nachmittag eine endgültige Stel- her nichts Neues, nichts, was das Bürgertum Zeit und Raum übrigließ, daß die tschechischen einer Rechtsregierung, deren Unmöglichkeit die lungnahme der Zentrumsfraktion herbeizu überraschen fönnte! Der vierte Punkt beschaf Parteien auch nur untereinander ihre Rech- leßten Tage llar erwiesen haben. führen." Ernste Unruhen in Shanghai. Beruhigung in Hantau. tigt sich mit der Betätigung der Vertrauensleute der Arbeiter in den Landeskommissionen für Kinderschutz und Jugendfürsorge und in den Bezirksjugendfürsorgekommissionen. Das sind halbamtliche Körperschaften, die ausschließlich fürsorgerische Arbeit leisten, die vielfach schon sahzungsgemäß nicht von den ,, Kinderfreunde"-Vereinen und Jugendverbänden geleistet werden kann. Wir erinnern da an die Fürsorge für verlassene, für geistesschwache, für trante Kinder, an die Aufgaben der Berufsberatung, der Berufsvormandschaft, an den Säuglingsschutz, an Bespeisungsund Bekleidungsaktionen. An diesen Stellen müjfen wir ebenso wie in den Parlamenten und in den Gemeindestuben mitarbeiten, und da Fürsorge halbamtlicher Organisationen nicht parteimäßig eingestellt sein darf, wenn sie ihren Zwed erfüllen soll, müssen wir bemüht sein, den unbedingt neutralen Charakter dieser Institutionen zu sichern. Darum fönnte nur böswillige Deutung, einzig 00000 und allein auf einen leicht erkennbaren Druckfehler sich stübend, aus unserem Beschlusse sozialdemo nung beglichen. Die Klerikalen waren eine unentbehrliche Stüße der allnationalen Roalition, und da die Entschlossenheit fehlte, in den ersten Jahren den notwendigen Schnitt zu vollziehen, war dies unmöglich, als die tschechischen Klerifalen in die Regierungsmehrheit eintraten, die ehe: die Mehrheit gesprengt, als eine gegen die London, 13. Jänner.( Renter.) In Schant-| ihren Niederlaffungen frei bewegen. In Kiukiant Machtgelüfte der katholischen Kirche gerichtete Lösung der Trennungsfrage zugelassen hätten. hai kam es gestern zu den ersten Unruhen. Etwa( am Jangtse in der Richtung auf Nanking) hat sich Die ganzen Jahre hindurch bestand wohl beim tausend Arbeiter und Arbeiterinnen demonstrier- der britische Konsul samt seinen Amtsarchiven Schulministerium eine eigene Kommission, ten in zwei englischen Spinnereien, wurden jedoch auf ein Boot in Sicherheit gebracht, auf dem die welche diese Lösung vorzubereiten hatte, aber von der Polizei nach zähe mt Kampf aus den britische Flagge gehißt wurde. Die Evaluierung sie bekam nie etwas zu tun. beiden Fabriken hinausgedrängt. Die Ursache ist der Ausländer aus den inneren Gegenden Chinas Der begangene Fehler hat sich insofern ge- unbekannt. wird durch den Boykott der Chinesen und rächt, als eine der Kardinalforderungen der In Hankau hat die Spannung nachgelassen. den dadurch hervorgerufenen Mangel an Schiffen tschechischen Revolution unerfüllt geblieben, Die britischen Staatsangehörigen können sich in erschwert. und, da die versäumte Gelegenheit voraussichtlich lange nicht wiederkehren dürfte, auf unab| sehbare Zeit unerfüllt bleiben wird. Wer vom sucht die aus den Wahlen hervorgegangene Batikan mehrere Noten gewechselt worden, wo- kratische ,, Eroberungs" Absichten herauslesenPapste ist, der stirbt davan. Man kann eben tschechisch- deutsche Bürgerregierung, in der die bei die Hoffnung ausgesprochen wurde, daß der eine Auslegung, die eher auf die Wünsche deutschnicht gleichzeitig mit und gegen die Klerifalen Klerikalen und Christlichsozialen die erste Notenwechsel zu konkreten Verhandlungen füh- bürgerlicher, in der Jugendfürsorge tätiger Boliregieren. So ist die Forderung nach Trennung Geige spielen, in sozialer und wirtschaftlicher ren werde. Diese süße Hoffnung scheint in Er- tifer nach Ausschaltung der Sozialdemokraten von der Kirche vom State, eine Forderung des Beziehung mit dem„ revolutionären Schutt" füllung gehen zu wollen, denn vor einigen der Mitarbeit schließen läßt! Programmes des revolutionären Kampfes der aufzuräumen, durch Erzwingung der Kapitu- Tagen hat der Prager Erzbischof Dr. Kor= Ganz Neues allerdings fordert der fünfte Tschechen, ein Traum geblieben. Ein Traum, Tation der Autorität des Staates vor der da è schon den Abschluß dieser Verhandlungen Bunft der Entschließung: die Gründung Arbeiter fürsorgevereine. blieb auch die Hoffnung der freisinnigen und Autorität Roms sucht sie dies in fultureller als in absehbare Nähe gerü cft" er eigener " 1 ě nationalen Massen des tschechischen Volkes, der Beziehung zu tun. Das Weitere, der Angriff klärt. Nach Dr. Kordač hat eben die Konjolie- Ihren Zweck hat Genosse Dr. Czech in seiner Umsturz werde neben der Abrechnung mit auf die freiheitliche Schule, wird folgen. Wer dierung der Republik Fortschritte gemacht", Rede dargelegt: wir wollen in diesen Organisatio Habsburg auch die Abrechnung mit Rom soll in dieser Mehrheit der frechen Begehrlich was so viel heißen soll, als: Jetzt herrschen nen alle in der Fürsorge tätigen Vertrauensleute bringen. Wir werden mit Rom rechten und feit des Klerikalismus Widerstand leisten! Sie und befehlen wir und das erste, was zu ge- der Arbeiter zusammenfassen und sch 11= es richten!" Das war ebenso wie„ Entöster- ist durchwegs aus fonjervativen und reattio- schehen hat, ist, den erzürnten Vatikan durchlen, die Probleme der sozialen Fürforge wissenschaftlich verarbeiten, reichern wir uns!" ein geflügeltes Wort. Die nären Parteien zusammengesetzt, die im Kleri- einen Bittgang zu versöhnen! dafür sorgen, daß die Interessen der Arbeiter im Rom ist dem Besiegten niemals huldvoll Rahmen der Fürsorge wahrgenommen werden, hin schon toten Monarchismus Fußtritte zu haltung der menschlichen Dummheit erblicken und gütig gegenübergetreten, sondern hat ihm( wir wollen also Subjekte" der Fürsorge sein!) versetzen und alle Denkmäler, die an die mo- und gern bereit sind, ihm bei seinen Macht seine unheilige Rache fühlen lassen. Will Prag und wir wollen dabei, was der Redner als selbstnarchistische Zeit erinnerten, zu zerstören, aber ansprüchen Unterstützung zu leisten. In erster der unerhörten Gnade gewärtig werden, wieder verständlichen Grundsatz bezeichnete, mit den bean den Klerikalismus, der bis zum Lage des Linie soll der Staat zum Gang nach Canossa einen Nuntius zu bekommen, dann genügt der stehenden offiziellen Jugendfürsorgetorporationen Umsturzes bedientenhaft treu zu Habsburgs gezwungen werden. Rom hat mit seinen bloße Canossagang nicht, es heißt auch Reugeld zusammenarbeiten. tschechische Revolution eiferte darin, dem ohne- falismus ein willkommenes Werkzeug zur ErThron gestanden war, rührte sie nicht, sie hatte schwarzen Truppen die Regierungsstellen be- zahlen. Anstatt Trennung des Staates von der Unsere proletarischen Fürsorgeorganisationen sich durch das nationale Bündnis mit den Sele- feßt und diftiert die Kapitulationsbedingun- Kirche soll die Bevölkerung eines förmlichen sollen allerdings auch noch andere Arbeit leisten: rifalen selber die Hände gebunden. Vor und gen. Herr Monsignore Švehla aber zeigt, daß Konkordats( eines Vertrages des Staates mit sie sollen dem erwachsenen Arbeiter, der als Opfer während des Krieges exponierten sich die bis er auch einer schwarz gefärbten Regierung vor der römischen Kurie in Kirchensachen) teil- der kapitalistischen Gesellschaft unter die Räder auf die Knochen schwarzgelben Klerifalen für zustehen fähig ist. Unter seiner Regierung ist haftig werden. Man kann sich bei der heutigen gekommen, der mit seiner Familie in schwerste heit oder Arbeitslosigkeit, Unglücksfälle in der den Habsburger Krieg und für Habsburgs seinerzeit der päpstliche Nuntius Marmaggi Regierungsmehrheit auf das schlimmste gefaßt Not geraten ist, helfen! Langandauernde KrankHerrschaft in einer Weise, die sie mit dem wutentbrannt von Prag abgedampft, nun ist machen. Das römische Blatt des Papstes hat Familie bringen Arbeiter in jo furchtbare Nöte, Fühlen, Denken und Wollen des Großteiles es, um seine schwarz- grün- goldene Koalition fürzlich seine Zufriedenheit mit den veränder- bag rettungslo'es Versinken in tiefstes Elend, Sinder tschechischen Nation in Widerspruch jetzten, beisammen zu halten, feine dringendfte, aller- ten Verhältnissen ausgedrückt. Das läßt Böses abtaumeln ins Lumpenproletariat unvermeidlich, Selbstmord oder Verbrechen allzu oft als logisches so daß dieser Großteil die Abrechnung mit dem dringendste Sorge, nach Prag wieder einen ahnen. Ja, solche Sorgen haben wir in dem Ende einer fürchterlichen Entwicklungslinie erverräterischen Klerifalismus als eine selbstver- Nuntius zu bekommen, der aber ohne Fußfall ständliche Folge jeines Verhaltens anjah. Die vor dem Papst nicht zu haben ist. Solange die Staate, der sozusagen als hussitische Republik scheinen. Die Zeitungen melden, die ZeitungsleSünden Habsburgs hat die Vergeltung ereilt, tschechischen Sozialisten in der Regierung wa- begründet wurde! Die Bevölkerung leidet leser diskutieren Selbstmord und Verbrechen, sturzes in tiefste Not? Wir Sozialdemokraten die nicht geringeren Verjündigungen seines ren, hieß es: der päpstliche Nuntius hat über schwer unter der wirtschaftlichen Krise, aber die er aber verhütet sie durch Verhindern des Abfíerifalen Helfershelfers find ungerächt ge- Auftrag Roms seinen demonstrativen Schritt Regierung bleibt dem Elend der Massen gegen wissen sehr wohl, daß wir auch dann, wenn wir unternommen, Rom muß wieder den ersten über fübl. Was sie dagegen aufregt und in noch so gut ausgebaute Fürsorgeorganisationen blichen. Wenn es noch eine Möglichkeit gab, das Schritt zur Versöhnung machen. Jetzt, da das Tätigkeit jetzt, ist das„ getrübte Verhältnis haben werden, nur einen kleinen Teil des Elends, Verhältnis der Kirche zum Staate in fort- reaktionäre Bürgertum ganz unter sich ist, stört zum Vatikan". Der Papst muß um jeden Preis in das der Kapitalismus immer wieder viele, schrittlichem und freiheitlichem Geiste zu regeln, es nichts so sehr, wie das Schmollen des Pap- versöhnt werden, obwohl es sich demütigen viele Arbeiter stößt, werden lindern können. Weil die Novemberwahlen des Jahres 1925 haben stes, und es ist bereit, im härenen Hemd für heißt und die Versöhnung auch nicht einem wir es wissen, sind wir ja Sozialdemokraten! Aber sie verschüttet. Die Lauheit, Gedankenlosigkeit den freisinnigen Seitensprung bei der Husfeier einzigen arbeitslosen Arbeiter und Angestellten was wir tun fönnen, das wollen wir auch tun, und Vergeßlichkeit hat den Klerikalen und den des Jahres 1925 Buße zu tun. Nicht Rom Beschäftigung und Brot geben wird. Vor Rom um, wie unser Bodenbacher Beschluß sehr schön letarier und seiner Bartei herzustellen und ein agrarischen Parteien zu einem Erfolg verhol- hat den ersten Schritt getan, damit Prag wieder unterkriechen was macht das aus, wenn nur sagt ,,, den Kontakt zischen dem hilfesuchenden Brofen, für den die Bevölkerung ein hohes mate- zu einem päpstlichen Nuntius- Gesandten komme, das Seelenheil dabei gedeiht! Auf dieses zu Eingreifen der Organisationsstellen durch Errielles Lehrgeld bezahlen muß, der aber auch sondern die neue tschechisch- deutsche Regierung! warten, wird bald das einzige Heil sein, das schließung vorhandener gefeßlicher Schutzmöglich schweren kulturellen Schaden zu bringen droht. In dem letzten von Dr. Girja vorgetragenen der Bevölkerung übrigbleibt, wenn die heutige feiten, sowie staatlicher und privater Silfseinrich Durch Steuern, Hungerzölle und Kongrua, Benes- Expojee wurde berichtet, es feien in den Barlamentsmehrheit noch längere Zeit das tungen und Hilfsquellen herbeiführen, dem notleidenden Arbeiter im Bereiche vorhandener Mögdurch Verschlechterung der Sozialversicherung letzten Monaten von der Regierung mit dem Staatsruder lenken wird! Seite 2 lichkeiten in den schwersten Stunden seines Lebens beistehen." Wir wollen also dem Arbeiter, der in tiefste Freitag, 14. Jänner 1927. „ Benkov". Sowjetruffische ,, Ronzeffionsbetriebe" ung" der deutschen Not geraten ist, helfen durch unseren Rat und Den Kommunisten ist die Gelbkreuz Broduktion der Reichswehr unangenehm.- 3uviel Ausreden schaden nur. durch unsere Tat, und damit neuerdings den Arbeiter zum Subjekte der Fürsorge für den Arbeiter machen. Wir wollen, daß dem Arbeiter ,, Durch diese Unterredung soll der Anschein erweckt werden, als ob an den russischen Wa f= fenlieferungen für Deutschland doch etwas stimmen würde." Hilfe wird, ohne daß er dafür seine Seele ver- In dem großen Sündenregister, das uns der faufen muß. Wir wollen wierklich, daß er Hilfe- Vorwärts" wieder einmal vorrechnet, fehlt leistung als Recht und nicht als Gnade ansehen natürlich, damit die Kette des täglich von uns verlernt. als Recht an seine Klassengenossen, so- übten Verrates keine Lücken habe, auch die Wiefern diese zu tasen vermögen, denn aus der Klas- dergabe des Gespräches nicht, das der sozialdemosensolidarität erfließt dieses Recht, und als fratische Reichstagsabgeordnete Künstner mit Recht vor allem gegenüber der Gesellschaft, für den beiden Arbeitern aus Trozk an der Wolga ge= die er gearbeitet hat und deren Pflicht es ist, dem führt hat. Arbeitslosen oder Arbeitsunfähigen ihre Fürsorge arzuwenden. Der in Not geratene Arbeiter soll nicht Objekt der Gnade, der Wohltat sein, sondern organisierter, pflichtgemäßer Fürsorge teilhaftig werden, an der seine Klassengenossen als Subjekte teilnehmen. Diese Grundsäße, die uns bei unserer Arbeit leiten, erheischen nicht die ,, Eroberung" der halbamtlichen Fürsorgestellen,- im Gegenteil, wir wissen sehr wohl, daß solche Versuche die wertvolle Arbeit dieser Körperschaften empfindlich lähmen würden, daß sie nur geleistet werden kann, wenn diese Institutionen politisch neutral sind. Diese Neutralität nicht nur im Sinne des Fernhaltens der Beherrschung einer bestimmten Bürgerlichen Partei, sondern der Ausschaltung Klaffenmäßig bürgerlicher Einstellung, diese wahre Neutralität wollen wir gewahrt wissen! Um ihre Wahrung zu sichern, um die Erfüllung dieser Körperschaften mit sozialem Geiste zu sichern, in ihnen Verstehen der Not und ihrer Ursachen und Erkenntnis der gesellschaftlichen Pflicht zur Hilfe und vorbeugenden Fürsorge lebendig zu erhalten, wollen wir in ihnen mitarbeiten. Und neben ihnen wollen wir uns unsre eigenen Organisationen schaffen, um wenn auch im Zusammenwirken mit den öffentlichen Körperschaften jene proletarische Fürsorgearbeit zu besorgen, die nur wir zu leisten vermögen. Die Entwaffnungsfrage. Ein Kompromißvorschlag Briands. Paris, 13. Jänner. Nach dem„ Petit Parisien" hat der Meinungsaustausch zwischen den deutschen Delegierten und den betreffenden alliierten und französischen Kreisen bereits eine bestimmtere Gestalt gewonnen, wobei ein ge= wisser Fortschritt zu verzeichnen ist. Die deutschen Delegierten verhandelten gestern auch mit den nichtfranzösischen Mitgliedern des Versailler Militärausschusses. Wie Pertinag im„ Echo de Paris" feststellt, verteidigen die Deutschen ihre These betreffend die Ausfuhr von Halbfabrikaten und die Ostfestungen. Nach seiner Ansicht ist Briand bestrebt, einen Kompromiß- Ausweg zu finden. Die Befestigungsarbeiten Deutschlands würden als defensiv angesehen werden, wenn die Festungen fünftighin nicht ohne Einwilligung des Völkerbundrates weiter ausgebaut werden und wenn Deutschland weiter den offenfundigen Sinn des Artikels 180 des Bersailler Friedensvertrages nicht in Abrede stellen wird. Bertinar bezweifelt aber, ob die Deutschen diesem Kompromißvorschlag beipflichten werden, da sie automatisch am 31. d. das erreichen werden, was sie anstreben. 10 Die Entjagung. Eine Kloster- Erzählung von Gerhard Färber. Sozialdemokrat.e. Unser Kommentar zu dem Urteil im Prager Spionageprozeß hat uns die ernsthafte Mißbillisehr zuvorkommend behandelt wurden. Die fom- gung und eine schlechte Zensur seitens der von munistischen Blätter verschweigen sämtlich, daß der Spehla inspirierten Presse zugezogen. Während Organisator der Reichswehr- Fabrir sonst gerade von dieser Seite die deutsche Sozialfür Gelbkreuz und Blaukreuz in Rußland, der demokratie und ihre Presse gern als irredentistisch Hamburger Fabrikant Stolzenberg, völkisch und deutschnational hirgestellt wird, werden wir war; sie verschweigen den Namen„ Gefu"; fie ver wegen der kritischen Betrachtung des Urteils nun schweigen, daß die deutschen Arbeiter unter stärk- auf einmal sowohl vom Venkov", als auch stem Terror zum Schweigen verpflichtet wurden von der Tribuna" und der„ Československa Republika" als die bösen Sendlinge der Bolund daß ihre Briefe zenfuriert wurden." schewifen hingestellt, die nur darauf warten, auch die tschechische Arbeiterschaft ins Schlepptau Mosfaus zu bringen! Man greift sich an den Kopf, aber es steht nun einmal schwarz auf weiß im ,, Venkov": Die deutsche Reichswehr müßte also die Produktion der Sowjetgranaten überwachen und bezahlen? Lieber Vorwärts" das wäre ja noch um einige Grade schimpflicher als die Es sollte aber nicht der Anscheint er- Schande der Waffenlieferung an Deutschland. Daß weckt werden, sondern es wurde bündig beim ,, roten" Rußland deutsche Reichswehroffiziere Die deutsche Sozialdemokratie wird allmählich bei uns zum offenen Agenten der kommunt wiesen, daß in Sowjetrußland eine Giftgas- die Waffenproduktion der Sowjets leiten, daß die fabrik der Reichswehr stand, wahrscheinlich noch Reaktion der angeblichen Revolution die Waffen stischen Partei, sie arbeitet offen mit Volldampf besteht, und daß unter russischer Patronanz die schmiedet, das wäre Narrheit und Schufterei in für die kommunistische Internationale. In orga Gasgranaten erzeugt werden, mit denen Herr einem! nisatorischer Hinsicht ist sie mit den Kommunisten Geßler gegen die deutschen Arbeiter zu Felde ziebisher nicht verschmolzen, aber geistig befin hen will, wenn's einmal so weit ist. Was beweist Ausrede- Tattit aber durch ihr rasches und vielseiVollends verrannt hat sich die kommunistische det sie sich schon ganz in den Armen aber nun der Vortvärts"? des Bolsche wis mus. Aber nicht nur das: tiges Zugreifen. Es sind näntlich nicht weniger fie reißt auch die tschechoslowakische sozialdemokra ,, Aber das Resultat dieses Gesprä- als drei einander widersprechende Ausreden auf- tische Partei mit sich und lodt fie auf ihre Wege." ches ist nur, daß eine deutsche Firma einen& on- getaucht. Der wir müssen es gestehen lückenzessionsbetrieb in Rußland hatte, wo ein Die erste Ausrede spricht von einer an- loje Beweis für die unerwartete Wandlung Giftgas erzeugt wurde. Und daß die Sowjetunion sich gegen drohende imperialistische geblichen Unterredung, mit angeblichen unserer Partei wird dann mit einem fritischen Scharfblick geführt, wie es bei dem Blatte des Angriffe schüßen muß, ist eine SelbstverständlichArbeitern über eine angebliche Fabrit in Ministerpräsidenten natürlich selbstverständlich ist. feit. Daß sich hinter die Firma Stelzenberg in- Trozt, Angefangen hat es mit den Artikeln der Genossen Dr. Seller und Polach ,,, beide gleichen Kalibers, gleichen Geistes, übersättigt von der ungeduldigen Sehnsucht, die tschechoslowakische sozialdemokratische Partei so schnell als möglich in das Schlepptait des Kommunismus zu bringen, das tschechische Proletariat unter das Joch Mostaus Die zweite Ausrede gibt zu, daß die Fabrit besteht: offiziell und illegal, ohne Wissen der Sowjetbehör: das ist also die Taktik, einfach abzuleugnen, koste den, deutsche Regierungsstellen gesteckt haben, ist es was es wolle. möglich. Es ist ja bekannt, daß alle fapitalistischen Regierungen Konzessionen in Rußland in einer derartigen Weise auszunüber versuchen. Was aber die sozialdemokratische Presse beweisen wollte, ist nicht die Tatsache, daß deutsche Kapitalisten in der Sowjetunion Ronzessionen auf Be triebe haben, in welchen Kriegsmaterial hergestellt wird, sondern die sozialdemokratische Presse wollte beweisen, daß dieses Kriegsmaterial nicht in der Sowjetunion, sondern in Deutschland Verwendung findet. Aber auch das Gespräch des Sozialdemokraten Künstner mit den beiden Arbeitern bringt gerade für diese Behauptung nicht einmal den Schatten eines Beweises." Mindestens fällt dieser Schatten nicht in die Spalten der kommunistischen Preſſe, die einfach den wesentlichen Inhalt dieses Gesprächs verschweigt. Es gilt von der Polemik des, Bonvärts" ganz dasselbe, was Genosse se in st ner selbst der nicht minder hemnungslosen Kommunistenpresse int Reich antwortet: über, während sozialdemokratische konfisziert wurWohl gingen aber reaktionäre Zeitungen hinden! Einen Unterschied zwischen bürgerlichen und sozialistischen Gästen muß man schließlich doch machen! ,, Der Sozialdemokrat Künstner hat mit zwei deutschen Arbeitern gesprochen, die in einem ton. Bu bekommen". konGenosse Pola ch hat in seinem Artikel keizessionierten Betrieb der Firma Stolzen- nesfalls behauptet, daß man mit den Kommuni berg, Hamburg, in der Sowjetunion beschäf- ften bei ihrer heutigen Einstellung zusammentigt waren. Die Fabrik gehörte der Firma Stol- gehen könnte; dagegen hat er darauf verwiesen, zenberg. Die Leiter des Betriebes waren daß die Kommunisten bei einem fünftigen Zusammenschluß des Proletariates nicht außer natürlich bürgerliche Vertrauens- acht gelassen werden können; dieses Problem wird Ieute und Beamte dieser Firma, die ihre schwarz dann der Erörterung veif sein, wenn die Kom weiß- rote Gesinnung nicht verleugneten, drüben munisten von ihrer heutigen rein demagogischen aber, dank der politischen Kontrolle, sich genau so und verlogenen Agitation ablassen. Diese kritische wenig betätigen konnten, wie irgendein sozial- Broletariates bringt den„ Benkov" gan; aus dem Erörterung des fünftigen Zusammenschlusses des demokratischer Heinig oder Abramowitsch." Häuschen: der Freude Polachs über diesen Zusam fvat Bech y no entgegen, der ständig richtige menschluß stehe nur der tschechische Sozialdemo Wege für die Politik des Sozialismus fuche. Gleich wird also versucht, zwischen die beiden Parteien Zwietracht zu säen; dabei kriegt auch der tiche chische Sozialdemokrat Dr. Der er einen giftigen Seitenhieb ab, weil er von Genossen Bolach auch ,, Der deutsche Kommunist, der lediglich sein nur erwähnt wurde. Die größte tschechische Partei Parteiblatt liest, erfährt nichts von den Zusam bekommt es also gleich mit der Angst zu tun, menhängen des Reichswehrministeriums mit der Giftgasfabrik in Trozt, erfährt nichts da. wenn von einem fünftigen Zusammenschluß des Proletariats auch nur gesprochen wird, und sucht von, daß die Reichswehr Gesellschaft gleich nach besten Kräften 3wietracht zivi,, Gefu" das Geld zum Aufbau der Giftgasfabrik Es wird das beste sein, wenn wir es zunächst schen uns und die tschechischen Genossen zu fäen. gegeben hat, erfährt nichts davon, daß die deut einmal den kommunisten überlassen, Den Höhepunkt in dieser ,, Bolschewisieschen Arbeiter in Trojk gegen Unfall durch das sich über eine Ausrede zu einigen und rung" unserer Partei stellt aber nach dem ,, VenReichswehrministerium versichert wor- wenn sie soweit sind, wollen wir weiter reden und fov" der erwähnte Leitartikel über den Spionageden sind, daß die Löhne mit dem Reichswehr die Argumente des Vorwärts" zerpflücken. Ge- prozeß dar. Daß der„ Venkov" aus ihm herausministerium verrechnet worden sind, daß zwei scheiter täten die Kommunisten allerdings, wenn lesen will, daß die russische Sowjetvertretung das Aerzte der aktiven Reichswehr nach Trozt sie auf die restlos schlagende Erledigung ihrer bis- Recht hat, nach den militärischen Geheimnissen abkommandiert waren, daß deutsche Reichs- herigen Ausflüchte und Vertuschungsversuche hin unseres Staates zu forschen", sei nur nebenbei zur wehroffiziere die Fabrik häufig kontrolliert weiteres Polemisieren unterließen. Sie können Charakterisierung der objektiven Berichterstattung haben, und daß diese Reichswehroffizierelzur Schuld nur noch die Blamage häufen. I des Venkov" erwähnt. Erst dann kommt man " 1 Die dritte Version scheint a mtlich zu sein, sie findet sich nämlich in der Roten Fahne" und stellt die sozialdemokratischen Ents hüllungen als„ Verrat" an Sowjetrußland und als Hilfsdienst für England dar. " es stöcken, Kieswegen und Springbrunnen. Die wiederholte sie.„ Verehrungswürdige Mutter,"| Sterbt ihr beide, auf der Stelle! Ich morde Nonnen zwinkerten einander zu. Nun siehst du stotterte Assunta Clara ,, Was ist an ihr," euch! Du!!" Da die Türe der Zelle nichts, Maria Egyptiała?" fragte die Brillen- frähte die Eifersuchtstolle weiter und ihre brach auf alles erschrat die Aebtissin stand schlange. Nein," gab diese zur Antwort. ,, Dann Stimme überschlug sich ,,, wie sieht er denn aus, in ihrem Rahmen, umgeben von lauschenden warte, fie kommen bald dort um die Ecke." ihr feiner Leib, wie? wie?? Bist wieder einmal Nonnen Pause Pause nichts geschieht nichts Wer?" ,, Dort um die Ecke." Wer??" in ein neues Nest gefrochen?" Jetzt wurde sie kann geschehnalle sind vom Boden aufgeUnd wer weiß, ob er sich nicht wirklich noch- ,, Sie selbst." drohend, so daß Pater Frank erschrat. Soll sprungen die Aebtiffin zeigt stumm mit der verändert hätte; fonnte sich nicht doch endlich das Nonne Marie beugte sich aus dem Fenster, ich sie dir für das Brautbett zurecht richten, du Krücke nach der Tür. Was mun folgt an VerGeistige mit dem Leiblichen verbinden? Mußte preßte die Stirne ans Glas. Wären Menschen alter Genießer, du? Komm doch, Püppchen, hören, Ereignissen und Winkelzügen der Klosterer immer in Extremen schweben? Aber warum um sie herum gewesen, hätten sie aufgeschrien komm, komm! Ich werde dich ein wenig fleiden, friminalistit, fann uns nicht interessieren, war Nonne Marie noch da? Pater Frank konnte vor Mitleid, so warteten sie nur auf das Ge- so schaust du zu schlecht aus! Du Aume! Du steht nur fest, daß eines Tages Nonne Marie wiesie doch nicht so ohne witeres vergessen, sie war- lingen des Planes, wie Aerzte auf die Reaktion Bedauernswerte! Du! Du!" Und mit diesen der als Marie Vent, mit Schimpf und Schande tete doch auf ihn. des Körpers nach irgendeiner Medizin; diese Re- Worten stürzte sie auf die Entsetzte los und zer- bedeckt, erkommuniziert aus dem Kloster zog. As Das alles war allerdings gegenüber Affunta aktion war auch fürchterlich. Hinter den Büschen riß mit fast tierischer Straft ihr kleid, so daß jene sie zuletzt durch den sonnenhellen Klostergarten Clara ganz anders. Es gibt doch Menschen, die, sah man zuerst eine braune Stutte: Pater Augu- mit entblößtem Oberkörver schreiend zum Fenster zog, sah sie sich noch einmal nach der Klosterso sehr man sie besigen möchte, einen um ihret stimus Frank! Und dann das schwarz- weiße Nobi- stürzte. Pater Frank war starr, war un- manter und nach ihrer Zelle um; es war ihr, als willen zurückhalten. Oder die man, um sie nicht zenkleid: Assunta Clara. Sie gingen erst ein Stück, fähig, sich zu bewegen das war ja ganz ent- ob Pater Franks braune Stutte oben leuchtete zu verlieren, nie besitzen möchte. Assunta Clara bann blieb er stehen, sagte anscheinend etwas setzlich! Immer und in jedem Falle hätte ein Augenfehler, weiter nichts, aber sie drohte war eine so unaufgebrochene Blüte und Pater feinsinniges über eine Blume oder irgendetwas er das Lüfterne der Szene genoffen, jetzt aber, mit der Faust hinauf Assunta Clara war nun Frank empfand ein neues Gefühl. Nonne Marie anderes, dann füßte er ihr die Hand. In Marie jetzt packte ihn dies wie eine eiferne Faust an in der Achtung der Mitnonnen ohne Verschulden, jedoch verzehrte sich in ihrem traurigen Wahn. erwachte das grenzenlose Wollen des Weibes, das der Gurgel. Das hatte er um jeden Preis gestiegen, in der Achtung der Aebtissin ebenso geSie fühlte sich vernachlässigt, armselig, der sich an nichts, am wenigsten an einen dogmati- vermeiden wollen! Únd Nonne Marie stürzte funken! Wenn sich aber die Nonnen auf Wunder blecherne Ton ihrer Stimme ließ Hunde auf- schen Nonnenschleier hält. Sie zerdrückte einen wieder auf die Hilfeschreiende riß sie vom wie interessante und erotische Ereign se gefazt heulen in einsamer Dede und sie schlief die Nächte schmerzhaften Schrei wie ein Abzeß und stürzte Fensterkreuz inmitten in die Stube und begann machten, waren sie sehr im Irrtum! Assumia nicht! Da nun ersann der frechste, lüsternfte rasend die Trebben hinunter. verfolate die beiden unter den gemeinsten und unflätigsten Schimpf- Clara ging nun viele Tage wie im Fieber herLämmergeier der ganzen Schar einen grausamen bis an die Zelle Claras. Sah noch, daß Pater worten auf die Erschöpfte loszutrampeln und los um das also war die Herrlichkeit des Sloffers! Scherz. Die Nonne mit dr Brille deutete Frank widerrechtlich eintrat. Dann stürzte sie zuschlagent- sprang wieder von ihr auf, ging wie- Das also war der Sinn der wunderbaren HochMavie zwei Tage lang ein bedeutsames Ereignis sinnberaubt in die Zelle. Oben tanzten die Non- der auf sie los niemand konnte sich gegen das ämter, der Messen, der Oratorien, der ganzen an und da Maries. Leben eintönig, hoffnungs- nen einen schauerlich listernen Triumphtanz zu Orfanartige dieses Ereignisses wehren. Dann Kirchenherrlichkeit. Das also war auch somit los hinschwebte, da sie Pater Frank wirklich ihrem Scherz. trat sie vor den fäfeweizen Pater Frank hin, der Sinn jenes Theaterauftrittes zu Gbren des etivas vernachläffigte, spannten sich ihre Nerven ganz nah ganz tückisch und begann leise zu Verlobungefestes des Herrn Momělo Tresselber daraufhin an. Nonne Marie ivartete. Endlich sprechen: ,, Glaubst du, ich bin verdorrt, vertrock- ger, und nicht nur das, auch der Sinn der fam die bebrillte Mater Sofifava mit einem net, nicht mehr zu gebrauchen, wegzuwerfen wie Sonne, die den taufrischen Blättern ihren Glanz elenden Lächeln in ihre Zelle: Nun komm!" Es eine ausgequetschte Zitrone?( Ihre Stimme stieg, nahm, die grüngoldene Käfer brunstwütend ging an Gängen vorbei, au Kapellen, Gängen ,, Du Diebin, tu gemeines Tier, mit deiner getrieben von den unterirdischen Wogen unheim- gegeneinander hetzt, war wohl auch der letzte und wieder Gängen, Leichensteinen, Barod- fäsigen Schönheit willst du ihn mir rauben?" licher Wut.). O nein, mein Freund, du hast dich Gedanke im Hirne Pater Franks, den sie nicht figuren, Loggien, zwischendurch sah man den Nonne Marie stürzte auf die Ahnungslose und geirrt, schau her( und sie zerriß ihr Kleid, stand mehr ansehen konnte, dem sie aus dem Wege blauen Himmel des Klostergartens. Nonne Marie riß ihr den weißen Novizenschleier vom Gesicht. gleichfalls so da, wie die andere), ich habe noch ging, aus Scham, aus Haß, aus Enttäuschung! stürzte an das Fenster, gepeinigt, aufgeregt, fab ,, Was hast du an ihr, du alter Hengst?" Ret- Schönheit, ich habe also noch Recht und das lasse zunächst nichts als einen stechenden, ihre Augen tungslos und verziveifelt schimpfte sie los! Schau ich mir nicht nehmen, eher stirbst du!" Und jetzt ( Fortsetzung folgt.) bedrückenden Sonnenschein auf Bosquetts, Rosen- sie doch an, was haft du an ihr, fag, fag!" brüllte sie, daß die Fensterscheiben zitterten: V. Exodus. Bretag, 14, Janner 1927. Zurückziehung der Strafanzeige gegen Dr. Eisler. Wie die heutige„ Bohemia" meldet, hat Bring Chrill Coburg die Strafanzeige gegen Dr. Eisler, die die Grundlage für dessen Verhaftung bot, in einer Erklärung an den Unterfuchungsrichter mit der Motivierung zurückgezogen, daß er sich von Dr. Eisler nicht geschädigt fühle, infolgedessen dürfte Eisler aus der Haft entlassen werden. Gleichzeitig hat Pring Cyrill seinem jezigen Prager Vertreter Dr. Rosenbaum die Bollmacht gekündigt. aber darauf, weshalb der„ Venkov" so schrecklich gegen uns wütet: weil wir auszusprechen wagten, daß hinter der sensationellen Aufmachung dieses Prozesses sich wohl nicht in letter Linie die Spekulation verberge, die Empörung über den Coburgskandal im Sande verrinnen lassen. Das ists, was die Köpfe im ,, Venkov" in Siedehihe geraten läßt, und empört ruft der Schreiber aus: ,, Das sind schon bis zum letzten i- Punkt die eingelernten Manieren und Drehs, das Skandalt. Heren und Verächtlichmachen unserer Justiz nach dein Muster des„ Rudé Právo"... Da drängt fich einem schon mit aller Gewalt der Gedanke auf, ob nicht die deutsche Sozialdemokratie vollständig die Herrschaft und die Entscheidung über sich selbst berloren hat, und ob diese Ausfälle ihres Zentralorganes nicht direkt in der Redaktion des„ Rudé Bravo" geschrieben und diktiert sind." Amerika vor einem Kriege? Die Bereinigten Staaten provozieren den Krieg mit Merito.- Die Blaffen segnen den Feldzug gegen das antilleritale Merito.- Es geht um Altar und Betroleum. Als die Kirche um die Mitte des vorigen Jahrhunderts den Versuch unternahm, das merikanische Volf dem Klerikalismus vollständig zu unterwerfen und die großen Kirchengüter für die Pfaffen zu retten, da waren es die protestantischen, damals noch immer hürgerlich revolutionären Vereinigten Staaten, die durch ihre moralische und tätige Unterstüßung den Sieg der gefeßmäßigen Regierung Juarez ermöglichten. Als Maximilian Habsburg, Kaiser von Mexiko von Gnaden des Papstes und Napoleons III., auf dem Richtplaß von Queretaro seinen Leichtsinn und seine Schwäche, die ihn zum Werkzeug der Pfaffen und der französischen Bankiers machten, mit dem Tode büßte, da galt diese Hinrichtung mit Recht als ein Oper, das der amerikanischen Freiheit dargebracht wurde, als ein letzter Aft der bürgerlichen Revolution, der die Fürsten Europas warnen sollte, ihre Hände nach dem freien Amerifa auszuftreden. Heute wütet in Mexiko, erbittert, wenn auch vorderhand wenig blutig, wieder der Bürgerkrieg. Die rechtmäßige Regierung des Landes wird von dem Freidenker und Sozialisten Calles geleitet. Die Bischöfe revoltieren. Ihre alte Macht soll beseitigt, ihre Vermögen sollen dem Staate erhalten bleiben. Sie haben einen Boykott gegen alle staatlichen Waren ins Werk gefeßt, sie paktieren mit dem Ausland, sie inszenieren bereits einen bewaffneten Aufstand der Generale Fernandez und Valido. Aber an der Seite der ftreitbaren Bischöfe steht diesmal das protestantische", das katholikenverfolgende Nordamerika. Daß der Ku- Klux- Klan Katholiken mordet und daß ein Katholik in den United States nicht viel über dem Neger, das heißt also beinahe unter dem Vich steht, stört die Kirche viel weniger als der Angriff nicht auf den Glauben, aber auf die kirchliche Macht in Merito. Das amerikanische Kapital will die Petroleumquellen Merifos ausbeuten. Es will sich die kapitalistische Durchdringung des südamerikanischen Kontinents durch die militärische Beherrschung Mittelamer fas sichern. In wenigen Tagen ist Amerika mit dem Hleinen Nicaragua fertig geworden. Die Schiffskanonen haben das Selbstbestimmungsrecht der Nationen echt amerikanisch verdolmetscht. Mexiko aber wagt gegen die Milliardäre der Fünften Avenue zu meutern. Merito hat die Petroleumlager verstaatlicht, Mexiko will sich keine amerikanische Oberherrschaft gefallen laffent. Also bereitet Coolidge den Krieg gegen Megiko vor. Die leßten Meldung en beweisen, daß es ernst ist. Die Klerikale Presse in aller Welt hetzt gegen Merito. Wieder sind die Pfaffen dabei, wenn es ans Blutvergießen geht, wieder hält die Kirche die Weihwedel bereit, die Kanonen zu segnen. Wer die klerikale Presse verfolgt, weiß, daß dieser heilige Krieg" ihr am Herzen liegt, daß sie schürt und eifert, um den Geschüßen den Mund zu öffnen. Beite 3. Tagesneuigkeiten. Was so unterm Strich zusammenkommt. In der Donnerstagmummer des ,, Prager Tagblatt" war unterm Strich zu lesen: Auf Spalte 1: May Brod: Kunst als Erlösung. Auf Spalte 4 derselben Seite: Benito Mussolini: Ich effe, um zu leben. Wenn man so den Prager Dichter mit dem römischen Diktator beisammen sieht, fallen einem ständig Worte eines bekannten Kollegen von Mag Brod ein. Etwa: Arm in Arm mit dir oder: Denn wo das Strenge mit dem Zarten, wo Starkes sich und Mildes paarten, da gibt es einen guten Klang. Zumindest eine geordnete Verdauung, die dem Leser des„ Prager Tagblatt" wahrscheinlich noch wichtiger ist, als das, ivas Max Brod sehr schön über die erlösendekunst Hubermanns schreibt. Das wirklich Ere lösende ist doch ein ordentlicher Stuhlgang, und wenn da der gute Bürger Mussolinis Speiseregeln befolgt, so darf er sich schmeicheln, ihm wenigstens im Unterleibesleben seine Sympathien ausdrücken zu können. Das„ Prager Tagblatt" bringt jetzt fast jeden Tag irgendeine Kleinigkeit aus der Feder und aus dem Schlafzimmer Mussolinis. Ein Zufall woffte es, daß diesmal zivei Aufsätze nebeneinander zu stehen kamen, von denen der eine sagte: die Kunst geht nach Brod, und der andere: die Verdauung geht nach Mussolini. ,, Prager Tagblatt"-Synthese: man nimmt Brod zu sich, verdaut aber a la Mussolini; auf Spalte 1 Idealismus, auf Spalte 4 Fascismus, vorsichtigerweise mehr von hinten serviert. Der Zuckerwucher. Mit einer viel höheren Wahrscheinlichkeit fönnte man wohl annehmen, daß der Artikel des Benkov" in einer Gummigelle geschrieben oder einem Schulauffaz des Poldi Huber über tschechoflowakische Innenpolitik entlehnt wurde; so naib mutet er an. Doch auch die ,, Tribuna", die neueſte agrarische Erwerbung, die noch immer unter dem Deckmantel ihrer früheren nabhängigkeit trebsen geht, reibt sich aus derselben Ursache an uns und wirft uns vor, die deutsche Sozialdemokratie Die katholische Geistlichkeit im Bunde mit den protestantischen müsse kritisieren, müsse angreifen, müsse Dollarkönigen, das ist die legte Phase im Verfall der Kirche, das bedeutet ihre raufen. Das sei ihr Beruf, ihr tägliches Bedürf- restlose Unterwerfung unter den Kapitalismus. nis geworden. Und dann kommt noch das ganze 60000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000 amtliche Breffereptil angerückt und stellt fest, daß würfe als vollständig unannehmbar für die ar- barung der autonomen Körperschaften wäre zu mal verteuert. Das erstemal von 440 vonen wir das einzige Blatt gewesen seien, das sich an wir das einzige Blatt gewesen seien, das sich an die Seite der Spione gestellt habe, und daß wir beitenden Klassen, weil sie einen fortgesetzten An- fagen: Der Staat sollte die Aufgaben der autono- auf 488 Kronen, das zweitemal auf 516 Kronen, bon Stufe zu Stufe sinken. griff auf die Lebenshaltung der Arbeiter im In- men Körperschaften genau umgrenzen, wenn er so daß der Zucker im Kleinhandel 6 bis 6.10 K Man sieht: Die Leute, die an der Vertuschung teresse der Besitzenden bedeuten und einer weite auf der anderen Seite auch die Ausgaben streng tostet. Die Regierung tat zuerst so, als ob sie der Coburg- Affäre und alles dessen, was drum ren Festigung des heutigen Regimes dienen. limitiert. Hier sollte er im Staatsheushalt mit und dran hängt, das größte, ja ausschließliche In Standpunkt der tschechischen Nationalsozialisten fierungsbilanzen erblicken wir nichts anderes, als tigen Nahrungsmittels ettvas unternehmen und Patejdl( tsch. Nat. Soz.) präzisierte den gutem Beispiel vorangehen. In den Stabili- gegen die wucherische Verteuerung dieses wich daß die Möglichkeit geboten werden soll, daß man alles, was noch geschehen kann, unter Dach und teresse haben, haben die ihnen zur Verfügung ſtehende Preffemente gut auf den Wann dressiert; niemand darf auch nur mit einem Finger an die fer wunden Stelle rühren, ohne daß nicht gleich die ganze Meute über ihn herfällt. Konsequenz ist dabei allerdings nicht ihre starke Seite; geht es nicht gut unter dem Schlagwort der Frredenta", dann dreht man einfach den Spieß um und schwefelt etwas von der Bolschewisierung" der deutschen Sozialdemokratie; auf jeden Fall, so hofft man, bleibt doch etwas hängen. Und das nennt sich die Presse der größten tschechischen Partei, so orafelt das Blait des Ministerpräsidenten über die politische Einstellung der deutschen Sozialdemokratie! In dem Reigen derer, denen unser Leitartikel über den Kommunistenprozeß nicht gefallen hat, lann natürlich der Vorwärts" nicht fehlen. Er muß widerwillig konstatieren, daß wir uns in der Spionage- Affäre Spionage Affäre stärker zurückgehalten" haben. Der Grund für diese neue. sozialverräterische Bosheit, die es dem Vorwärts" bald unmöglich gemacht hätte, auch mit uns ein Hühnchen zu rupfen, ist aber bald entdeckt: wir wissen angeb lich ganz genau, daß diese Affäre auf die deutschen Arbeiter in der Tschechoslowakei nicht den geringsten Eindruck macht und daß wir uns daher mit dahin, daß sie ihr Verhalten von der Behandlung ihrer Abänderungsanträge abhängig machen würden. Sodann kam Gen. Dietl zu Worte, der die geplante Vorlage in mehr als eineinhalbstündigen Ausführungen einer scharfen Kritik unterzog. Er beschwerte sich zunächst darüber, daß der Beratung der Steuerreformvorlage nicht die erforderliche Sorgfalt gewidmet werde; es herrsche vielmehr wieder die gewohnte Gleichgültigkeit. Die Vorlage mt uz in einem bestimmten Zeitraum fertig fein; sie wird angenommen werden, ohne daß die Wünsche der Opposition berücksich tigt werden. Statt daß der Staat Einkommen und Erwerb besteuere, sucht er die Einnahmen für den Staatshaushalt auf dem Wege der indirekten Steuern zu beschaffen und überwälzt die Steuerlaften auf die arbeitende Bevölkerung. Fach bringt. Zusammenfassend erklärte Genosse Dietl zum Schluß: Wir kritisieren das ganze Steuersystem, weil wir es als ungerechtigkeit empfinden, solange nur 22 Prozent der Staatsausgaben durch direkte Steuern aufgebracht werden. Unser Programm ist der Abbau der Verbrauchssteuern, der Ausbau der progressiven Vermägens- und Luxussteuer, die Erhöhung des Existenzminimums und die Schaffung eines steuerfreien Minimums für die Erwerbs- und Grundsteuer. Wo bleibt die Regierung? Seit 1. Oktober wurde der Zuckerpreis zwei die zu den wohla habendsten Menschen in der Tschechoslowakei gehören, in den Arm fallen wollte. In Wirklichkeit hat sie nichts getan. Seit 1. Jänner ist der Zucker tatsächlich teurer geworden, die Konsumenten müssen die hohen Preise bezahlen und die Regierung sieht ruhig zu. Die Erhöhung der Zuckerpreise hat in der Bevölkerung große Erregung hervorgerufen, weil diese Teuerung eben feinen anderen Zwed hat, als die Zuckerfabrikanten, die sich in den letzten Jahren Schlösser gebaut haben, und die einen aufreizenden Burus zur Schau fragen, noch weiter zu bereichern. Eine 3u de r ste uter, die in ihrer Höhe geradezu phantastisch ist ist doch jedes Kilogramm Zuder mit einer Staatssteuer von 2.09 Kronen belastet und finnige Söhe von 3.38 Stronen pro Kilogramm in die sechsmal fo biel einbringt, als die gesamte Grundsteuerein Zu derzoll, dessen unt die Augen springt, sowie unerhörte Millionen Tatsache ist, daß die Steuerreform erz w u n- namentlich mit der Vorlage über die Neuregelung Remes( tsch. Soz.- Dem.) beschäftigt sich gen wird durch die Verhältnisse und durch die der Finanzwirtschaft der Gemeinden, die er als Unnatur, die sich in die Steueradministration ein einen unerhörten Angriff auf die Existenz der gewinne bewirken, daß in einem der zuder geschlichen hat. Selbstverwaltungskörper hinstellt. Auch der tschechische Sozialdemokrat Cha reichsten Lande der Zucker teurer ist, als in denjenigen Staaten, in die unser Zucker ausgefähri Iupa macht dem Finanzminister zum Vorwurf, wird. Die Zuckerfabrikanten spüren die wachsende daß er die Gemeinden dadurch bewußt in eine schwere rise hereintreibe, die Erregung der Bevölkerung ob jenes unerhörten auch für den Staat schwere Folgen zeitigen könnte. Treibens und lassen ihren Generalsekretär Dr. der Ausschaltung dieser Affäre mur selbst bloß Auffallend ist im ganzen Envurf die Fülle fortgesetzt. Die Tatsache, daß von Regierungs beachtenswert ist, in der Ierifalen Bresse Die Debatte wird morgen Freitag vormittag Seidler in der bürgerlichen, und was besonders der Damit wir aber nicht ganz so leichten Kaufes ministerium, welche bazu angetan find, Grleich feite noch niemand in die Debatte eingegriffen hat, darüber schreiben, daß der heutige Zuckerpreis gedavonkommen, wird uns wenigstens vorgehalten, terungen für einzelne privilegierte Stände läßt darauf schließen, daß die angekündigte Gini- rechtfertigt ist! Es scheint, daß diejenigen Andaß wir über die Giftgaserzeugung in Sowjet- schaffen. Wir müssen uns selbstredend gegen gung der Regierungsparteien in dieser Frage noch hänger der Klerikalen Partei, welche nicht zu den gestellt hätten. zu werfen. zu bürgerlichen Schichten der Bevölkerung gehören, Rußland, die auf Bestellung und unter der tätigen solche Sonderbestimmungen stellen. biel zu wünschen übrig läßt. über die hohen Zuckerpreise aufgebracht sind, und Beihilfe der deutschen Reaktion vor sich ging, Die breiten Massen der Bevölkerung sollen unsere Leser etwas informiert haben, und damit über das wahre Ausmaß der fünftigen Belastung Schüßenhilfe des Herrn Dr. Kramar für die so müssen die Beschwichtigungshofräte der Zuckerist Klassen if ja schon ein mehr als ausreichender Grund der besitzenden Stlaſſen getäuscht werden. Die Attiviſten. I'm gestrigen Abendblatt der„ as fabrikanten ausrücken, um die Arbeiter und vorhanden, uns auch in der Spionagegeschichte Grundsteuer wird nur auf das Drei- bis rodni Listy" springt einem ein fetter zwei springt einem ein fetter zwei- Seleinbürger in den flerikalen Parteien zu be „ Großdeutsche mit der ganzen tschechischen Presse in einen Topf Bierfache der Borkriegszeit gebracht, das mag bei spaltiger Titel in die Augen:„ Groß deutsche ruhigen. Aber die Schreibereien der Herren Inden kleinen Besitzen gerechtfertigt sein, entspricht Politik der deutschen Sozialdemo- dustriellen werden die Tatsache des hohen ZuckerDie Kommunisten mögen sich die zitierten aber feineswegs bei den großen Besitzen. Auch ratie." Wenn man sich schuldbewußt in die preises, den jeder Arbeiter und jede Arbeiterin Stellen aus dem„ Benkop" nur gut durchlesen bei der Hausklassensteuer bleibt die Be Lektüre dieses Zweispalters vertieft, von vorn spürt, nicht wegleugnen können, und die Anund daraus erkennen, wie die tschechische Bour- steuerung hinter dem alten Desterreich zurüd. Bei berein zitternd über die Enthüllungen, die die hänger der Klerikalen werden selbst einsehen, daß geoisie auch heute noch vor dem geeinigten Pro- der Einkommensteuer muß das Eristenz-„ Narodni Listy" in holder Ergänzung des„ Ben- deutsche und tschechische Chriftlichsoziale eine rein letariat erzittert; fie müßten heute noch schamrot minimum auf 15.000 K erhöht werden. Der lov" über den nationalistisch und irredentistisch bürgerliche Politik treiben, die dazu dient, die werden über die unheilvolle Zerstörungsarbeit, Steuertarif hat die Mängel aller durchgestaffelten angehauchten Teil unseres Ichs bringen werden, Profite der Unternehmer zu mehren und die die sie innerhalb der Arbeiterschaft geleistet. Der Steuertarife; die Steuerbelastung muß mit dem stößt man auf ein Zitat aus einer Broschüre Se Lebenshaltung der Arbeiter zu verschlechtern. Je demagogische Schrei nach der Einheitsfront, den wahren Ausmaß im Tarife erscheinen. Einigers, die er zur Zeit des schärften, noch ärger es die bürgerlichen wucherischen Kapitalisten sie heute ergehen lassen, kann sie von dieser Ver- weiterer schwerer Fehler liegt darin, daß die ober- lange nicht aussichtslosen Stampfes um das Selbst- treiben, desto mehr wird in der Bevölkerung die antwortung nicht rein waschen; sie wissen ja selbst sten Stufen übermäßig große Intervalle auf- bestimmungsrecht schrieb. Warum die„ Na- Erkenntnis reifen, daß nur der Sturz der bürgeram besten, daß dieser Ruf nicht ehrlich gemeint weisen. Besonders hart sind die Bestimmungen rodni Listh gerade jetzt den Geist Seligers aitie- lichen Macht in diesem Staate für die Arbeiterist, sondern nur weitere Arbeitermassen ihrer über die Besteuerung der Einkommen aus ren, wird erst aus dem Schlußjah flar: ,, Seither schaft und für die arbeitende Bevölkerung überWühlarbeit zugänglich machen soll. Dieser einzige Lohn- und Dienstbezügen. sind Jahre verflossen, aber die deutschen Sozial haupt erträglichere Verhältnisse schaffen kann. Artifel des Venkov", den schon der bloße Gedanke Nach Eröffnung der Nachmittagssitung setzt demokraten find in ihrer Entwicklung von der Nean eine fünftige Einigung des Proletariates ganz Genosse Dietl seine Ausführungen fort und gation zur positiven politischen Arbeit nicht weit aus dem Häuschen bringt, so daß er in der Wahl spricht sich für die Beseitigung der Bestimmungen gekommen. Nur so kann man die Tatsache verfeiner Gegenmaßnahmen zu den plumpesten Ar- des§ 59 betreffend die Portefeuille- Aktien und bes stehen, daß die deutschen Sozialdemokraten nicht In dem neuen Fahrplan der Periode 1927/28 gumenten greift, über die selbst ein politisches§ 80 betreffend die Begünstigung von Fusionen unter den ersten auf deutscher Seite sind, die we- ab 15. Mai, treten im Bereiche der StaatsWickellind lachen muß, müßte die Herrn vom aus. Die Steuer von höheren Dienstbezügen ist nigstens einen Anlauf zu der sogenannten afti- bahndirektion Königgrät folgende bemer» Vorwärts" zur Einsicht bringen, wenn sie nicht eine Ungerechtigkeit gegenüber dem, der nur von distischen Politik machten." Ja die Leute, die tenswerte Aenderungen ein: In der Strecke Reichenberg- B. Leipaganz von Moskau besessen wären. feinen Sapitalerträgnissen lebt. Die Gebäude diesen Anlauf wagten und so ganz ohne jeden steuer bleibt als Hauszinssteuer und Haustlaffen- Vorbehalt und ohne jede Sicherung für das Su- Bodenbach- Eger verkehrt ein neues Schne IItener unverändert; wir vermiſſen hier in jeder detendeutschtum mit beiden Füßen in die ffche- augs paar 67, 68. Abfahrt Reichenberg 15 Uhr Hinsicht den Reformgedanken. chische Bürgerkoalition hineinsprangen und sie so 33, Ankunft Eger 22 Uhr 35, Abfahrt Eger 6 Uhr aus der ärgsten Verlegenheit retteten, das sind halt 40, Ankunft Reichenberg 13 Uhr 19. Der SchnellDie neuen Strafbestimmungen ganz andere Sterle, nicht wahr, Herr Dr. Kramař! zug 91 Eger- Reichenberg liegt ca. 1 Stunde später. sind im Interesse der Bekämpfung der Steuerhin Aus Freude darüber, daß diese Tolpatsche dem( Abfahrt Eger 16 Uhr 50, Ankunft Reichenberg 23 terziehung zu begrüßen; zur Sebung ber tschechischen Bürgertum selbstlos die Kastanien Uhr 45, und gewinnt in Bodenbach Anschluß vom Steuermoval würde allerdings die Deffent aus dem Feuer holen, bergißt man sehr bald, daß Schnellzug 59 aus Prag.) lichkeit der Steuerlisten mehr beitragen. man selbst noch vor ganz furzer Zeit gesagt hat: Zu dem Gesetz über die Finanzge- Němici do vlády, mih do revoluce!" Genosse Dietl zur Steuerreform. Die Generaldebatte im Budgetausschuß. Prag, 13. Jänner. Der Budgetausschuß des Abgeordnetenhauses setzte heute die Generaldebatte über die Steuerreformt fort. Kreibich( Stomm.) erklärte diese EntT Aenderungen im Personenzugs verkehr. Bei dem Schnellzug 181( Abjahr Oberberg 5 Uhr 57, Ankunft Prag 15 Uhr 13) und 132( Ab Date& fahrt Brag 15 11hr 56, Ankunft Oderberg 1 Uhr 15) wird die Reisedouer um ca. 20 Minuten gekürzt. Der Schnellzug 28 von Brag gewinnt durch die Be schleunigung des Zuges 601 und durch die Früher legung des Zuges 1001 eine günstige Berbindung gegen Alt- Bata und Trantenau, und einen neuen Anschluß über Licbau nach Breslau; vom Schnell auge 132 vermittelt die Späterlegung des Zuges 609 alltäglich einen prompten Anschluß nach Königinhof; die Erfordernisse dieses Zuges fehren täg lich als Bug 622, zum Anschluß an Sug 809 nach Brog, bis Königgräß zurüd. Freitag, 14. Jänner 1927. Rundfunk für Alle! Programm für morgen, Samstag. 11.40: Banowirt Brag, 349. 11: Schallplattenmufit. simten. 12.15: Mittagstonзert. 14: Börsennachrichten. 16.30: Schumburg a. b. D. 21 Uhr 17, Ant in eifen- chischen Flachlamb of gespielt werden. Auch poli brod 32 Uhr 25. In der Strede Chotětov- Sudo- tisch spielte er schon seit seiner Jugend eine gemer- Stalifo vermittelt ein neues Zugspaar( Ab- wiffe Rolle, er war zuerst alttschechischer und se fahrt Sudoměř- Stalsto 13 Uhr 20, Ankunft Cho- 1907 agrarischer Abgeordneter feiner Heimat. Im tětov 14 Uhr 14, zurüd Chotětov 14 1hr 34, An Jahre 1915 verließ er, obwohl schon 68 Jahre funft Sudoměř- Stafffo 15 Uhr 26) teils den An- alt, im Einvernehmen mit Švehla und Kramar haftlicher Rundfunk und Zeitfignal. 12.05: Breffenad schlug an 3ug 1108 nach Prag., teils die Schüler- Heimat und Familie, um im Auslande im In- Naomittagskonzert. 1. Mozart: beaterbirektor. Ouverture. rüdbeförderung aus den Schulen in Jungbunzlan. tereffe des Kampfes um die Unabhängigkeit der 2. alioba: Nocturno. 3. Rubinstein: Bollettmufif aus Im Bereiche der Staatsbahndirektion König tschechischen Nation zu wirken. Dürich war ins- au matin. Der Dämon". 4. Gitt: a) Berceuse; b) Scherao. 5. Godard: 6. Musorgstij: Liebeswalzer. 7. Wieniawffi: gräß wird bei den Schnell- und Personenzüger besondere in Rußland tätig, hat aber dort eine selanta. 8. Waldteufel: Ein Tag in Sebilla. 17.30: Börsen durchivegs die 1. Klasse aufgelassen. nachrichten und Hopfenmarktpreise. 17.45: Bortrag: Dic andere Politik verfolgt als Masaryk. Während zutunft des Handwerks. 18: Deutsche Serbung. Wetter Masaryk von vornherein mehr von der Bundes- bericht und Tagesneuigkeiten; bierauf: Srl. Erni sru Der jeßige Schülerzug 619 versehrt bis Josefov befch, Brag: Rezitation. 18.15: 2andwirtschaftlicher Rund Jaroměř, und von hier als Zug 1011 bis Trau- mentsärzte lassen sich die weltberühmten Wie Dürich alles auf ein Bündnis mit dem russischen Wiltonfri: Zara, 21: 3eitsignal. Schauspiel: Der RundfunkDen Ehrenschuß der altösterreichischen Regi- genossenschaft mit den Weststaaten erwartete, stellte funt. 18.30: Marionettentheater: Das gelehrte Schwein. 20: Wettervoraussage und Pressenachrichten 20.02: Operette: tenau. 3ug 1009 Josefov- Jaroměř- Trautenau ner Stimmen" angelegen sein. Seit Zarismus. Die russische Revolution hat Dürich feind. 22: Lehte Nachrichten des Breßbüros, lebersicht der verkehrt schon ab Königgräs( Abfahrt 4 Uhr 35) und einiger Zeit betreibt dieses Organ der ,, republifa- vollkommen unrecht gegeben. Die letzten Jahre apron, Sport und Theaternachrichten. 22 15: trifft mit dem neuen Anschluffe in Freiheit- Jonischen" christlichsozialen Partei ganz offen Sabs- lebte Dürich zurückgezogen in seinem Heimatorte.no abeaternaricien. 17.20: Marionetten hannisbad schon um 7 Uhr 11 ein. In der Strecke burgpropaganda, schwärmt von der guten alten Trautenau- Liebau werden wegen geringfügiger Zeit und zeigt deutlich, daß der österreichische wurden die Detektive, die Groh in Hafi genom sender Radiotelephonie". 19: Einführung zur Opern Groh wieder auf freiem Fuß. Gestern früh theater: Hans, der Schmied und der Teufel. 18: Beitzeichen. Eigenrechtlicher Rundfunt. 18.20: Vortrag: Die Grundla Frequenz die Züge 1084 und 1015 und die Anschluß- Monarchismus nach Bethlens famosen Wahlen wurden die Detektive, die Groh in Haft genomMorgenluft wittert. Diesmal hat ein Artikel aufgelassen. In Reichenberg verliert Zug 47( An des Genossen Nießner, der im Berliner, Bor- te sich von ihrem Frrium überzeugten. Die seichen und Pressenachrichten. kunst 10 Uhr 12) den Anschluß on Zug 906 gegenwärts" erschien und sich mit Gajda befaßte, den Frau, die Groh Sonntag mittag begleitet hat, ist Böhm. Leipa. Infolge Beschleunigung des Zuges Balaien der Habsburger angetant. Der Zujant mit Frau Salda nicht identisch. Auf Grund dieser 601 geht in Josefov- Jaroměř der gegenseitige At menhang ist zunächst nicht ersichtlich. In dem Ronfrontation wurde Groh gestern wieder auf učit: Gloreminifcher slug an Strede Salbstadt- Mittelsteine liegt eine Stunde 16 Min. später.( Abfahrt Halbstadt 5 Uhr 40.) Die Züge 1905 und 1906 Jičin- Bořičany verkehren als beschleunigte Züge direkt bis Prag und zurück. Zug 1902 gewinnt durch ein neues Pendelzugspaar Anjchlüsse von Nymburk Lofbf. nach Nymburk und zu rud. Der Zug 4104 Jicin- Königgrät( Ankunft Röniggräs 8 1hr 56) erreicht den Anschluß an Zug 626 noch Pardubiß und hiedurch Schnellzugsverbin bungen gegen Brünn und Olmüş. Zur Rückbeförderung von Ausflüglern der Strede Reichenberg- D Gabel an Sonntagen im Sontmer verfehrt ein muer Zug, Abfahrt Reichen berg 23 Uhr 26, 3ug 305 Nymburg- Ebersbach i. S. ( Antift B. Leipa 15 1hr 02) erreicht den Anschluß ant Zug 905 gegen Reichenberg. In der Strede Jungbunzlau Lomnice n/ Pop. wird die Personen beförderung bei dem Güterzuge 4841( Abfahrt Jungbungan 9 Uhr 03) aufgelassen, dafür verkehrt ein neues Bersonenzugspaar Jungbunglau- Alt- Pata ( Abfahrt Jungbunglou 8 Uhr 44, Ankunft Alt- Bala 11 1hr 30, zurüď Abfahrt Alt- Paka 8 Uhr, 33, Anfunft in Jungbunzlau 10 Uhr 41). Im Zusammen hange mit diesem verkehrt auch in der Strede Jičin -Turnau ein neues Zugspaar, Abfahrt Jičin 7 Uhr 50, Autunft Turnan 9 Uhr 10( bermittelt überdies eine günstige Verbindung Königgräß- Reichenberg), zurüd Abfahrt Turnou 9 Uhr 27, Ankunft Jičín 11 1hr 03. 3ug 5043 Jičin- Turnau verkehrt ca. eine Stunde später.( Abfahrt Jičin 12 Uhr 11.) In der Strede Castolovice- Solnice wird, falls die Lieferung des neuen Motorwagens rechtzeitig erfolgt, die Motorisierung des Betriebes durchgeführt und hiedurch der Personenzugsverkehr beschleunigt und verdichtet. In der Strede Martinice- Rochlik a. b. Jier wird durch die Trennung des Gütertransportes von Artikel heißt es: freien Fuß gesetzt. Reproduzierte Tanamusit. Brünn, 441. 14.30: Olmüßer Brobuftenbörse, Weiter und „ Dimitrij". Oper von Dvořat. ZeitBreßburg, 300, 17.40: Flauderei für Kinder. 18: Aton Hugenotten. 3. 4. gert. 1. Suppé:" Dichter und Bauer Barbiel. ener terme aao, unfoidalenarola: Intermezzo. A load: Ig. Bigeunerutufit. termezzo, Binnsoldatenparade. 5. Strauß: Wienerwald. 6. Marsch. Pressenachrichten. 22.30: Budapest, 556, 17.02: Orchesterfonzert. 19.30; Eporibor trag. 20.30: Goethes Faust" ffunde. 19: Langmunt. 19.45: Quartett. 20.15: Fralubien und Zugen von Bach. 20.45: Burier Abenb. 21.15: 2icher Daventry, 1600, 16: Orchestertonzert. 18.15: Ainber bon Brahms. 22.30: Oftett. 23.30: Tangmufit. Rom, 423, 19.30: Ronzert 21: Theaterabend. Wien, 517. 16.15: Nachmittagstonzert. 18.30: Englife Jazz- Band. Das Matteotti- Denkmal im Brüffeler Bolts,, er sich in edler Bescheidenheit als Regimentsarzt ausgab. Da seine medizinischen haus. Die belgische Arbeiterpartei wurde seinerKenntnisse sich nicht auffallend von seit von der Internationale beauftragt, ein Denkmal für Matteotti, das die Internationale errich jenen anderer österreichischer Regitet, in ihre Obhut zu übernehmen und im Volks mentsărate unterschieden haben dürften, schöpfte man gegen ihn erst spät Ver- haus in Brüssel aufzustellen. Der dazu eingesetzten 10.45:„ Das Fürstentind", Operette von Lehar. dacht, doch entzog er sich dem drohenden Diszipli- Ausschuß hat jest aus den vorliegenden Entwürnarberfahren, indem er in Rußland, wo er hin- fen den des Brüsseler sozialistischen Bildhauers geschickt worden war, in die serbische Region ein- an Aften zur Ausführung gewählt. Dieser Entwurf zeigt den Kopf Matteottis unter einem flammenden Herzen mit der Inschrift: Dieses feurige Herz schlug für die FreiTrai." Sürt, 500. 12.30: Schallplattenkonzert. 15: Bauern fapelle. 16: Zanzmusit. 17.30: Sandharmonilafonzert. 19: Glodengeläute. 20: Bollstümliches Konzert. * Deutschland. Königswifterbaujeu, 1300, 15.30: Efperanto. 16: Das faufmännische Schuhwefen. 17: Beamtenbildungsfragen. 17.30: Der Arbeiter und das Buch. 18: Verbilligung bes unb jept. 19.30: Die deutsche Literatur im 19. Jahrhundert. Wohnungsbaues. 18.30: Englisch. 19: Zahnbehandlung einft 20.30: uebertragung von Berlin, 484, 3m Barenhaus", beteres Sörfpiel bon and oth. 22.30: Tanzmusif. Breslau, 323, 16.30: Unterhaltungsfonzert. 18: Stunde froß seinem Ehren- mit Büchern. 19: Unser Sonnensystem. 19.35: Reichsfura Frankfurt, 429. 15.30: Jugendftunde. 16.30: Meltere for, 20.25: Geiterer bend. 22.15: Zauzmujit. Operetteit. 17.45: Das Wirtshaus int veffart. 18.45: Bbi Boote her Segemeart, 19.15: Regie als Runft. 19.45: berg. Xangmuſik. Bcbölferungsbewegung. 20.15: Rauf", Trama von Strind Der Angriff auf die österreichische Regiments ärzte tränkt sie. Die Letzten Tage der Menschheit!" heit", der Fall Halbhuber, die lebendige Erinnerung an tausende Kriegsafsentierungen, das Der verfilmie Hohenzoller. Wie der„ Courier homerische Gelächter der ghicklich Ueberlebenden d'Auvers" mitteilt, wird der deutsche Exfrondes Weltkrieges und das Glend der Invaliden, prinz, der, wie man weiß, seit Jahr und Tag in die auch von den Regimentsärzten zu erzählen Deutschland lebt und dort, wiffen, haben dem Pfaffenblatt nicht den Mutwort, monarchistische Propaganda treibt, Ende genommen, für diese Kaste eine Lanze zu brechen. Jänner nach Wieringen in Holland zurückkehren. Biel traut auch der flerikale Schreiber den ver- Aber nicht, um wieder im Eril zu leben, sondern chrten Regimentsärzten nicht zu. Aber ein Lob um eine Gastrolle als Film darsteller zu bleibt bestehen und ist schwer zu widerlegen: geben. Die New- York- C. Filmgesellschaft will „ Dabei ist es notorisch, daß die östentei- nämlich das Buch, das der Adjutant des Extronprinzen geschrieben hat, verfilmen, wenn dieser chischen Regimentsärzte denen ande sich bequemt, die Hauptrolle selbst zu spielen. Der rer Staaten mindestens nicht nach Extronprinz hat denn auch akzeptiert und er joll feier. Bach: 3. Brandenburgisches Konzert. Soumann: 3m nicht einmal ein Honorar beanspruchen. Die mo- Ringen un ein 3deal. Brahms: 1. Symphonie. narchistische Propaganda, die er sich von dent bastelfunds. 19: Faffagierflug im Winter. 19.30: Mehr Film verspricht, genügt ihm. Die faiserliche Zivil- traßendisziplin. 20.15: Dorfgefchichten, liste, meint er, wird ihn das enigangene Spielhonorar verschmerzen lassen. standen." Das ist für die anderen Staaten wenig ehrend, für Desterreich aber höchstens ein Trost und feine Entschuldigung. Aber Hamburg, 395, 12.30: mittagstonsert. 14.05: Sausfongert. 16.15: Eine fröhliche Stunde. 17: Kleine Nachmittages musir. 18: Luftiges Wochenende. 18.30: Wie die Mobe, fo das Gewand. 19.05: frite bon Lebetom. 20: Die lachenbe Bauerubozeit. Tangfunt. Norag Die Opernprobe", tomische Oper von Lorking. Langenberg, 469, 16.30: Teemusif. 20.15: Eröffnungss Leipzig, 366, 16.30: Rachmittagsfonzert. 18.05: Funt München, 536, 14.30: Chorkonzert.$ 5.15: Geflügelzucht. 16: Bon den Wundern der furgen Wellen. 16.30: Rünstlertrio, 17.30: Bom Dhnamit zum Weltfrieden. 19.30: Als Bordfunter in der Schlacht bei den Faltlandsinseln. 20: Bunter Abend. 22.30: Zanzmusit. 0000 ,, Aber es ist bezeichnend für die sozialde matratische Mentalität, daß einem che Rund um Střibrny. Einigen mährischen namaligen österreichischen Abgeordneten fogar das tionalsozialistischen Führern wurden fürglich die Gelingen eines Köpenicftreiches Anlaß genug ist, Gehälter gerichtlich beschlagnahmt, und zwar dent um den österreichischen Namen vor aller ehemaligen Bürgermeister bon Brünn Dr. lächerlich, sondern gewährt durchaus einen Einblid Welt herabzulegen." Macfu, dem gegenwärtigen Brünner Bürger- in die Heritale Denkweise. Für diese ist es ganz der Bersonenbeförderung, die Fahrtdauer der Züge Der christlichsozialen Mentalität entspricht es viel- meister Iomes, dem Landesausschußbeisiger lar, daß der Fortschritt der Wissenschaft und Tech5547 und 5846 beschleunigt und durch die Einfüh- mehr, die Regimentsärzte in Ehren zu halten, da opecky und dem Abgeordneten Langr. Die nik, der die Geheimnisse der Natur zu entschleiern rung eines neuen Personenzugspaares ein Anschluß für aber in alle Welt das rote Wien als Brut- Genannten sollen nämlich seinerzeit Wechsel der versucht, sich mit der beschränkten Gläubigkeit primon Bug, 407 in Martinice hergestellt. Ein neues ftätte allen Uebels zu verschreien, gegen Wien Brünner Druckerei Kramerius" garantiert hatiben Gottes- und Heiligenglaubens, wie ihn die Berfonenzugspaar zwischen Belsdorf und Hohenelbe bermittelt den Anschlug vom Zuge 405 und an den behen und auch gelegentlich mit der Herbei- ben, die jetzt von Franz Stribrny, dem Bruder des Tatholische Kirche vertritt und berlangt, nicht ver Zug 402 in Pelsdorf. In der Strecke Tamutvald tur" zu drohen. Die Ghrenbegriffe find eben ber- fenfchaftsbant, geflagt wurden. Franz Stribrny Gegensatz dieser Art Religion und des Klerikalismus. Zug 402 in Pelsdorf. In der Strede Zannwald- rufung fremden Militärs gegen die rote Dikta- Abgeordneten, das heißt von der Prager Genos- trägt. Dent- und Forschertätigkeit ist der schärfste Schumburg a. d. Desse- Eisenbrod- Turnau gelangt schieden und die Auffassung der Klerikalen dürfte So hat der Bischof von Eichstädt nur tonſequent dreimal wöchentlich probeweise ein neues Personen taum allverbindlich sein. gehandelt mit seinem Verbot. Aber durch dieses on zugspaar zur Einführung, Abfahrt Tannwalb sequente Handeln wird der Welt doch wieder einmal Schumburg a. d. D. 2 Uhr 40, Ankunft Turnou Josef Dürich gestorben. Im 80. Lebensjahr 3 1hr 39, vermittelt den Anschluß nach Brag und ist in Kloster an der Jfer der ehemalige österreis Bischof, Teufel und Radio. In Bayern bai der offenbar, wie rückständig diese ganzen Ansichten sind. Steingeit zurübersetzt. hefördert die Marttfahrer nach Turnau, zurüd Ab- chische Reichsvatsabgeordnete Josef Dürich ge- Bischof von Eichstädt, Dr. theol. Geo von Man fühlt sich in die Zwei Einbrüche. In der Nacht zum Mit fahrt Zurnau 3 Uhr 57, Ankunft Tannwald- Schum- storben, deffen Namen insbesondere im Striege be- Mergel, dem Klerus seiner Diözese den Geburg, a. d. D. 4 Uhr 56. Außerdem verkehrt im fannt geworden ist. Düvich war von Beruf Mül- brauch des Radio untersagt, weil diese Ein- woch wurden in Gger zwei Einbrüche berübt. Sommer on Sonntagen im Anschlusse an den Aus- ler und von früher Jugend an literarisch tätig. richtung, ein Teufelswert jei. Freilich wird sich Bei den Glodengießer Loreng Pistorius, Fluth flugsort 5818 von Bolaun an den Zug 614 gegen Er hat Gedichte und Dramen verfaßt, welch letz der Teufel und das Radio wenig um dies bischöfliche Nr. 9, riffen die Diebe die Fenstergitter der eben Röniggräs ein neuer Zug, Abfahrt von Tannwald- tere insbesondere von Dilettanten auf dem tsche Verbot fümmern. Aber es ist dennoch nicht nur erdigen Werkstätte heraus, drangen durch das Wie Richard Wagner Prag tennen lernte. Vor hundert Jahren. Abenteuer fanten wir endlich in Prag an, wo ich mich plötzlich in ein ganz neues Element verjetzt fühlte. Lange Zeit hindurch hot der Besuch Böhmens und namentlich Prags von Sachsen aus auf mich einen völlig poetischen Zauber ausgeübt. Die fremdartige Nationalität, das gebrochene Deutsch der Bevölkerung, gewisse Kopftrachten der Frauen, der heimische Wein( Wagner hat dem ,, Czernoseter" nicht übel zugesprochen), die Harfenmädchen und Musikanten, endlich die überall wahrnehmbaren Merkmale des Satholizismus, die vielen Stapellen und Heiligenbilder machten mir ftets einen feltham berauschenden Eindrud, der vielleicht an die Bedeutung sich anknüpfte, welche bei mir der bürgerlichen Lebensgeivohnheit gegenüber das Theatralische gewonnen hatte. Vor allem übte die altertümliche Bracht und Schönheit der unvergleichlichen Stadt Brag auf meine Phantasie einen unerlöschlichen Eindruck." soll bekanntlich nach den Angaben seines Bruders den Geldvermittler der nationalsozialistischen Partei gespielt haben. Fenster ein und stahlen aus einem Wandkästchen 3200 Kronen, während sie Kleingeld und vert auf melcher soeben ein eleganter Reisemagen uns bolles Metall unberührt ließen. Der zweite Einbegegnete. Jch gewann es über mich, mir das Anbruch wurde bei dem Kaufmanne Georg Fischer sehen eines reisenden Handwerksburschen zu geben in der Reichsstraße berübt. Der Dieb ftahl aus und die vornehme Reisende um ein Almojen anzu einem Zimmer einen Schlöffelbund, obwohl sich sprechen, während mein Freund sich furchtsam im in dem Raume ein Hund befand. Aus dem an Chauffeegraben verstede. Für die Nachtherberge ftoßenden Laden entwendete der Dieb eine Briefbeschlossen wir, auf gut Glüd in eine freundliche tafdhe mit 70 Seronen, ein Paar Schuhe und Wa Schenke am Wege einzutreten, und beratschlagten ren im Werte von etwa 200 Kronen. Von den man, was vorzuziehen jei, ob für das soeben er Tätern fehlt bisher jede Spur. haltene Almosen ein Abendbrot oder ein Nacht120 Meter tief in den Schacht gestürzt. In lager zu gewinnen: wir entschlossen uns zu dem Gleiwit fetten auf der Castellengo- Grube in Der Rest unserer Wanderung Abwesenheit der Fördermeister einige Bergleute foftete den jungen Gliedern noch große Ermüdung. berbotswidrig die Seilfahrt felbft in Betrieb. Unbeschreiblich war meine Freude bei dem endlichen Infolge unsachgemäßer Bediennung ging eine Anblid Prag von einer Anhöhe in einer Stunde Förderichale zu früh in die Höhe. Von zwei Gnifernung..." Wie gewaltig Prag auf den Jüngling Wag ner wirkte und welcher Begeisterung er fähig war, geht ganz besonders aus jenen Säßen hervor, mit denen er die Schilderung dieser zweiten Reise nach Prag abschließt: Bergleuten, die in diesem Augenblick die Schale betteten wollten, ist einer hundert awanzig Meter tief auf die Schachtsohle hinabgestürzt, wo er ze rich mettert lie gen blieb, während der andere von der Schale hochgerissen und zwischen ihr und der Schacht wand zerquetscht wurde. Fast erscheint es als unglaublich, daß man über Richard Wagner, den wir doch noch als ben größten Musifer unserer Zeit anzusprechen ge wohnt sind, schon Jahrhunderterinnerungen auf tischen tönne. Und doch ist es so. In dem Win ter, den wir schreiben, runden sich hundert Jahre, feitdem Wagner die erste seiner zahlreichen Sprit fouren von Sachsen nach Böhmen unternahm und auch zum ersten Male Prag betrat. Im Jahre 1826 hatte nämlich Wagners geliebteste Schwester, Rofalie, ein Engagement an das Pra ger Theater angenommen und war mit der ganzen Familie in die böhmische Hauptstadt übersiedelt. Nur der damals dreizehnjährige Berührt es schont seltsam, nachzulesen, wie Ser der spätere Dichterfomponist, der heute noch so Richard verblieb in Dresden, wo er an Kreuzschule studierte( beffer gesagt: nicht stu- jugendfrischen Meistersinger", drei Tage und bierte). Im Winter dieses Jahres nun ward der Nächte in der Lohnfutsche von Dresden nach heute kann man sich in Prag in junge Wagner von seiner Mutter, die zu kurzem Prag fuhr Sachs" aus Besuche nach Dresden gefommen war, nach Prag ein paar Stunden etwa - so ist es noch furioser, zu mitgenommen. leber den nächtigen Eindrud, Dresden ausborgen der ermordet zu haben, verhaftet. Heinzl hatte den Brag und überhaupt diese seine erste Reise erfahren, wie Wagner bald darauf, im Frühjahr ouf Wagner machten, berichtet er selber in seinen 1827, zu Fuß dieselbe Strecke hin und zurüc Per pedes ist Wagner, der in seinen jungen im Jahre 1919 mit diesen eine Hamsterfahrt biographischen Aufzeichnungen*): wanderte. Ueber diese Reise voller Abenteuer" Jahren große Fußreisen liebte, im Jahre 1827 nach Ludis unternommen. Er fehrte ohne Kin Das Reifen mit der Wutter war von ganz auf der ihn ein Kamerad begleitete, schreibt zum ersten und letzten Weale nach Brag gefom- der zurüd und gab an, sie bei einem Bauern gelasbesonderer Art; sie zog bis on ihr Lebensende dem Wagner: men; sonst aber führten ihn Neigung und Gele- jen zu haben. Vor Weihnachten schnitt ein Mann schnelleven Reisen mit der Post die abenteuerliche noch eine Stunde Weges vor Teplit, genheit noch oft hieher. Besonders bemerkens- im Walde bei Ludiz einen Christbaum ab, wobei Fahrt niit dem Lohntutscher vor. Von Dresden bis mohin wir am ersten Abend gelangten, muß vert ist Wagners Prager Aufenthalt im Jahre er die Gtelette zweier Kinder fand. Auf nach Brag waren wir in großer Kälte drei Tage ten wir andern Tages, da wir uns die Füße wund 1832. Damals hatte sich Wagner schon längst der Grund von Angaben einer Frau wurde Heinzl einem unterwegs. Die Fahrt über das böhmische Gebirge gegangen hatten, auf einem Fuhrwert uns weiter Musit gewidmet und hatte nebst Ouverturen und Verhör unterzogen und darauf hin dem Bezirksgeschien oft mit völligen Gefahren verbunden, und befördern lassen, jedoch nur bis Lobofit, weil von Sonaten auch bereits eine Symphonie( in C- Dur) richt in Elbogen eingeliefert, wo er gestand, die nach glüdlicher Ueberstehung der aufregendsten nun on das Geld uns vollständig ausging. In geschrieben. Diese Symphonie erlebte damals in beiden Kinder im Alter von acht und zwölf Jahglühender Sonnenhige, halb verschmachtend und Breg im Städtischen Konservatorium, unter deren erdrosselt zu haben. Das Motiv der Tat dürfte mit hungerndem Magen wandernd, durchstreisten sen Direktor, Dionys Weber, ihre Erstaufführung. in großer Not, aber auch darin zu suchen sein, daß wir auf Seitenvegen das wildfremde Land, bis Außerdem fällt in diese Prager Zeit Wagners die Kinder einer Wiederverheiratung int Wege standen, wir am Abend wieber die Hauptstraße erreichten, erster Entwurf einer Oper Die Hochzeit" *) ,, Mein Leben" von Richard Wagner. Bibliographisches Justitut, Leipzig. 2. G. Als ich bei der Rückreise von der gleichen Ein Doppelmord vor acht Jahren. Aus KarlsAnhöhe wieder auf Prag zurückblickte, zerfloß ich bad wird gemeldet: Der Fabritsarbeiter Josef in Tränen, warf mich zur Erde und war von Heinz aus Zech bei Elbogen wurde Dienstag meinem staunenden Freunde lange nicht um unter dem Verdacht, wei seiner vier Rin Beiterwandern zu bewegen." Greitag, 14. Jänner 1927. Hochwasser- Verheerungen. Die ununterbrochenen Regenfälle haben in weiten Teilen des Deutschen Reiches starkes Hochwasser zur Folge So ist der So ist der Rhein mit seinen Nebenflüssen stark im Steigen be griffen. Ausgesprochenes Hochwasser führt, bereits die Lahn, die über die Ufer getreten ist. Auch die Flüsse und Bäche des Harz sind so gestiegen, daß Hochwassergefar besteht. Die Mulde stieg innerhalb 12 Stunden u fast zwei Meter und überflutet weite Strecken. Das Ueberschwemmungsgebiet in der ElbeMulde- Niederung ist bereits wieder bedroht. Infolge des Hochwassers der Elbe ist der Schiffsverkehr volllommen lahingelegt. Völlig unter Wasser steht das obere Spreetal. In vielen Orten sind die Straßen und Wege überflutet. Aus dem Erzgebirge und dem Riesengebirge wird ebenfalls andauerndes Steigen der Flüsse und Bäche gemeldet. " 1 der Tschechoslowakei. Geirenater Selbstmord eines Ehepaares. In Ammerswurther Feld bei Meldorf in Holstein wurde ein Mann wegen Einbruchdiebstahls festge. nommen. Aus Gram darüber erhängte sich seine Frau, die er zur Beihilfe verleitet hatte, in ihrer Wohnung. Zur gleichen Zeit wurde er selbst im Gefängnis erhängt ausgefunden. Das Ehepaar war erst wenige Monate verheiratet Cette 5 Dezember v. J. eine ganze Spalte( fast 100 Druck. das Kino erobern und durch das Kino und die Mit- Aus vorstehender Tabelle ergibt sich, daß sich zeilen) über das Sprechwerbor der Prager Polizet tell zur Herstellung sozialistischer Filme bejdseffen. in Kanada die Kosten der Ernährung um 10, in gegen Genojfin Balabanoff und kommentiert diese Der Weg zum sozialistischen Film Stalien um 8, in Schweden und der Schweiz um Maßnahmen mit der Furcht des Außenministeriums führt durch das sozialistische sino. je 5, in den Vereinigten Staaten von Nordamerita vor einer freien Kritik über das fascistische Regime Dieses von Bildungsvereinen, Gewerkschaften und um 4 und in Polen und Desterreich um je 2 in Italien und als einen Ausdruck der Reaktion in andern sozialistischen Organisationen geführte sozia Punkte verbilligt hat, während in den Nederlanlistische Kino wird seinen Spielplan mit den guten den Ofober gegen Jänner feine Differenz zu verFilmen der gegenwärtigen Filmproduktion bestreiten zeichnen ist. Verteuert yaben sich die Kosten der und damit schon den Kampf gegen den Schundfilm Ernährung in Großbritannien um 1, in Deutschauf die wirksamste Weise führen, indem es das land um 2, in Norwegen und Ungarn um je 3, Schlechte durch das Gute erfept. Diesen guten Film in der Tschecheionatrium 5 unte gibt es, er wird uns nur von den Kinobesivern Daraus ergibt sich neuerlich, daß die Lebensunterschlagen. Es gibt, vom Kulturfilm ganz abge- haltung in der Tschechoslowatei gesehen, genug gute Filme, den Spielplan aller sozia genüber den 12 angeführten Ländern am stärklistischen Kinos Guropas solange zu bestreiten, bis ten gestiegen ist. Aber auch bis zum Jahdie Filmerzeugungsgemeinschaft aller sozialistischen resschluß sind die Preise der Ernährung weiter Kinos genügend Mittel besitzt, selbst Filme, nun gestiegen und betrug der Papiergeldinder im No Heines Disputation" verwirklicht sich. Wir sozialistische Filme herzustellen. Man kann nicht bember 946 und im Dezember 950. An dieser lesen im New Yorker ,, New Leader" vom 25. v. M Ein freudiges Schildkröten- Ereignis in England. Filme drehen, wenn man nicht weiß, wo man sie Steigerung wirkt sich besonders die Verteuerung folgendes Inserat: Die Bronger Freie Vereinigung veranstaltet am 26. Dezember 1926 um 8 1hr abends Eine Schildkröte, die im Besitz einer englischen Fa- spielen soll. Gewiß, es scheint sehr einleuchtend und der pflanzlichen Nahrungsmittel aus, deren Paein Symposium( Gastmahl mit Disputationen) milie iff, wurde dieser Tage, während sie selbst im selbstverständlich, wenn Kinoreformer immer be- piergeldindex von 949 im Oftober auf 1001 im Sprechen werden über das Thema:„ Jesus von Na- efften Winterschlaf liegt, Mutter eines Jungen. haupten, die Hebung des Films müsse bei der Pro- Dezember geft egen ist. zareth" ein jüdischer Rabbiner, ein Hindu und ein Das Ei hatte sie im Herbst gelegt, che sie ihren buftion beginnen. Die Produktion möchte schon den christlicher Briefter. Anschließend Gesang und Winterschlaf antrat. Die Familie widelte es in ein guten Film dem schlechten verziehen, aber sie fenn Brett über es nicht, weil die Kinogreißler den guten Film abViolinsolo. Eintritt frei." Heine dürfte seine wollenes Tuch und legte es auf em warmem Wasser. Eines Tages froch eine kleine lehnen. So muß auch der Schöpfung des sozialistiFreude dran haben, wenn er aus dem christlichen Himmel vielleicht gerade mal zufällig herunterguckt! Schildkröte heraus. Die zoologische Station in Lon- schen Films die Eroberung des Kinos vor Die Prager Polizei wird in Amerika berühmt. don, die von dem freudigen Ereignis unterrichter angehen, das dem soziolistischen Film die Stätte Das amerikanische Sozialistenblatt in New York wurde, erklärt, daß das die erste Geburt einer Schild- bietet, von der aus er wirken will, und die Mittel beschafft, die seine künstlerisch hochwertige Ausfühe The New Leader" bringt in der Nummer vom 18. fröte in England sei. rung gewährleisten. Dieser Weg, scheint heute der Coco000000 einzige zu sein, der use zum proletarischen, revolutionären Film führen kann. Wenn er betreten wird, ist nur eine Frage der Organisation des proletari schen Kinopublikums. XXXXXXXXXX Der Film des Proletariats. boller Schilderung umgeben wird. Diese Schilde rung aber darf nicht zerfließen; fie mug immer charakteristischer Ausschnitt sein und am be zeichnenden Einzelfall das Allgemeine darstellen. Die Absicht, möglichst viel, ja alles zusammenfassend darzustellen, hat dem deutschen proletarischen Film " Freies Bolt" so stark geschadet. In die Darstelung der sozialen Unterduidung webt sich wie von selbst die der sozialistischen Bestrebungen ein. Der Film bleibt bei der Schilderung nicht stehen, er führt die Handlung bis zu dem Bunkte, an dem die Gestalten selber, nicht nur der Zuschauer, sich flar werden über die Kräfte, deren Spielball sie sind, und die Wege, die sie gehen müssen, um dieses System der Knechtung zu überwinden. Frik Rosenfeld Kleine Chronit. Das sind die Erfolge der für die Agravier so fegensreichen Zollpolitik. Die Arbeitslosigkeit in der Metallindustrie Wie groß die Arbeitslosigkeit in der wretanindustrie im Jahre 1926 war, lehrt ein Bericht des Internationalen Metallarbeiters" über die Unterstützung der beim Internationalen Metallarbeiterverband( Komotau) organisierten Mitglie der. Während im Jahre 1925 an die arbeitslosen Metallarbeiter insgesamt 365.068 Kč ausgezahlt wurden und zwar an 792 Mitglieder, ist das Bild im Jahre 1926 ein ganz anderes. Insgesamt wurden in den ersten elf Monaten des Jahres an Gewerkschaftsunterstützung 630.756.43 Kč, an Staatsbeiträgen 860.675.08 Kč, zusammen also 1856.490.72 Kč ausgezahlt. Gin Vergleich der Bezieher von Arbeitslosenunterstüßung mit den Verbandsmitgliedern ergibt die schreckliche Tatfache, daß im Jahre 1926 ein Viertel der Eine neue Sporthalle in Berlin. Auf dem städ tischen Ausstellungsgelände in Berlin Wigleben soll eine neue Riesenhalle, die„ Deutsche Halle", erstehen Sie wird über 20.000 Quadratmeter bedecken und ist sowohl als Ausstellungshalle wie für große Sport und sonstige Veranstaltungen gedacht. In ihr beitslosenunterstüßungin Anspruch follen nicht nur Reit- und Fahrturniere, sondern auch Kongresse, Konzerte und große gesellschaftliche Veranstaltungen abgehalten werden. Vor allem soll sie auch als Sängerschaftshaus dienen. itglieder des Verbandes die Arnehmen mußte. Wenn dies auch nicht gleich zeitig geschah, so ist es dennoch außerordentlich bemerkenswert, daß jedes vierte Mitglied des Verbandes im Laufe des Jahres einmal arbeitslos wurde. So schaut die vom Herrn Minister Englis in rosigsten Farben geschilderte konsolidierte Wirtschaft der Tschechoslowakei aus. Sowjetunternehmen und 1. Mai. Die Praktiken eines Sowjet- Unternehmens in Wien. Die Rata d"( Russisch- österreichische Handels- Aktiengesellschaft) hat ihren Sitz in Wien auf dem Schwarzenbergplay, ist ein russisches Unternehmen, aber sonst unterscheidet es sich durch seine Praktiken durchaus nicht von den Ausbeutern Staatlicher Ehrenfold. Der preußische Kuftus- ähnlichen Kalibers. Das zeigte eine am 7. Dezemminister hat einen Staatlichen Ehrensold" gefchaf ber beim Wiener Gewerbegericht verhandelte fen, um bildende Künstler, Dichter und Musiker von Klage auf Kündigungsentschädigung und Bezahallgemein anerkannter Bedeutung, die sich bei vor- lung des 1. Mai. Die beklagte Firma ließ sich gerüdtem Lebensalter in schwieriger wirtschaftlicher durch einen ihrer Sekretäre, der Kläger durch Rage befinden, vor äußerster Not zu schüßen und eine Gewerkschaft vertreten. Im Auditorium be ihnen ein Zeichen des Dantes und der Anerkennung fanden sich viele Vertreter und Mitglieder der des Staates zu geben. Der Ehrensold wird zunächst kommunistischen Partei. Die beklagte Firma bejährlich 2000 Mark für die Person betragen und antragte die Abweisung der Klage und behaup auf Grund von Vorschlägen der preußischen Ara- tete, daß sie bloß ein Dienstverhältnis auf bedemie der Künste an eine beschränkte Zahl von Ber- stimmte Zeit, nämlich von Woche zu Woche abjonen verliehen werden. ja Der sozialistische Film stedt noch in den aller-| falsches Weltbild vorspiegeln und auch dort, ersten Anfängen. Die paar Versuche, die bisher in gerade dort, wo sie am harmlosesten scheinen, mit Deutschland und Rußland gemacht wurden( von den allen Mitteln der Entstellung und Heuchelei den amerikanischen, den Verfilmungen der Romane Sin Zuschauer von den Segnungen der tapitalistischen clairs, ist nichts zu uns gefommen), tasten vorsichtig und monarchistischen Ordnung überzeugen wollen, im Dunkel einer noch unerkannten und in ihren eine Brejche zu schlagen. Er muß die Berichtigung Beziehungen zu dem Inhalt, den sie formen soll, einer Unzahl von Lügen fein, mit der der bürgernoch unerforschten Kunst. Der Sozialismus ist eine liche Film das Kinopublikum unisponnen hat. Seine Jdce, die, soll sie filmisch propagiert werden, in die Stoffe findet er in allen Winkeln der Erde, in jedem Bildsprache übersezt werden muß. Die josialistischen Augenblick der Gegenwart. Das soziale Elend, die Gedanken aus den Filmtiteln zum Zuschauer sprechen Unterdrückung und Ungerechtigkeit der bürgerlichen zu lassen und diese Titelreihen durch Bilder zu Gesellschaft, die Verlogenheit und Hohlheit bürgerunterbrechen, wäre kein Film, sondern allenfalls ein licher Kultur wird er in ihren tausendfältigen Erphotographiertes Bilderbuch. Aus dem Ereignis selbst scheinungsformen zeigen müssen. Diese Schilderung mug der sozialistische Geist aufsteigen und sich dem der furchtbaren Verbrechen der kapitalistischen Welt Zuschauer mitteilen. Die sozialistische Dichtung hatte, trägt schon, ohne jedes Unterstreichen, mur durch die „ Sofort flaggen." Ein lustiger Vorfall ereignete els sie geboren wurde, das in seinen tünstlerischen Wiedergabe der nadien Wahrheit, die stärkste revoWirkungen seit Jahrtausenden erprobte Wort; der Tutionäre Kraft in sich. Aus der Tatsache steigt die sich dieser Tage im schlesischen Rom", in Neisse. sozialistische Film stand erst rotlos da und fuchte den Flamme der Empörung wieder. Diese Welt, jene Bur allgemeinen Ueberraschung war morgens der Weg, der die Idee mit dem Bild, das Stoffliche mit Flamme des inneren Aufruhrs, die der sozialistische Rathausturm beflaggt. Niemand konnte sich erkläder fünstlerischen Form verbinden fönnte. Und wußte Film erweden will; der sozialistische Tatsachenfilm ren, weshalb. Schließlich stellte sich zur allgemeinen von vornherein, daß er erst vielfach wird experimen- niß die Menschen das wahre Gesicht der Welt sehen Erheiterung heraus, daß die Aufräumefrau auf der tieren müssen, daß seine Entwicklungslinie ganz von lehren. Er muß Anschauungsunterricht Erde einen Bettel mit der Aufschrift:„ Sofort flagder der Filmkunst überhaupt abhängt, die noch im im einfachsten Sinne des Wortes sein und diese gen" gefunden hatte. Diesen Bettel, der von irgend Duntet liegt. Die Eroberung des Films für die Anschauung wird ganz von selber Aufrüttelung wer- wann stammt, legte die Frau einem Beamten auf fozialistische Idee ist ja die Eroberung eines foft Un- den. Eine ganz einfache, gradlinige, fraftvolle ben Schreibtisch. Dieser hatte am anderen Morgen fast Bekannten wir wissen nur, daß wir nichts wissen, Fabel, die auf den dramatischen Urmotiven aufge- nichts Elligeres zu tun, als die Fahnen heraussteden was Film" ist, daß wir erst langsam zu ahnen be- baut sein kann, wird ihm den inneren Zusammen zu lassen. ginnen, wo die spezifischen Ausdrucksmöglichkeiten halt bieten, das Stelett, das mit dem Fleisch blutdes bewegten Bildes beginnen und wo sie aufhören. Die ersten sozialistischen Filme werfen deshalb eine Fülle von Problemen ouf: sind wir auch noch sehr weit von der Lösung entfernt, so beginnen sich doch schon die Grundfragen zu fristallisieren. Aus dem großen Problemfoniplex des proletarischen. Films lösen sich die wesentlichsten Probleme heraus Daß der sozialistische Film in der fapitalistischen Gesellschaft„ Tendensfilm" ist, steht fest. Aber schon das Ausmaß der Tenden; bedeutet eine der schwievigsten Fragen des profetarischen Films. Es ist schon durch die bürgerliche Filmzenfur in manchen Staaten nach der einen Richtung hin begrenzt. Wie stark aber die Handlung eines sozialistischen Spielfilms von Werbekraft erfüllt sein soll, kann nur der Zweck entscheiden, für den der Film geschaffen wird. In Der sozialistische Film wird wohl erst dieses uncinem Stompffiln für ein genau umgrenztes Ziel, ermeßliche Stoffgebiet der Entlarvung des Profitin einem Film für die soziale Gesetzgebung, in einem systems der Gegenwart ausschöpfen, ehe er in den Wohlpropagandafilm muß die Tendenz eine flare, sozialen Bewegungen Vergangenheit Von allen Ländern steigen die Preise der Nahwuchtige, mitreißende Formulierung erhalten. An- Gleichnisse suchen, ehe er die Stoffkommern der Hel- rangsmittel in der Tschechoslowakei am stärksten. ders in jenen sozialistischen Filmen, die dem Pro- denzeit des Sozialismus eröffnen wird. Erst nach Es ist sicherlich interessant und lehrreich zugramm der Kinotheater eingereiht werden sollen. dem sozialistischen Gegenwartsfilm findet der Film gleich, die Entwicklung der Preise der NahrungsEine fart aufgetragene Tendenz wäre hier nur von den Sklavenaufständen im alten Rom, von den mittel zu verfolgen. Wird doch dadurch erst flar, gefährlich und unwirfiam. Der Filmautor muß es Bauernkriegen, der Film von den Maschinenstür- ob sich in einem Lande die Lebenshaltungskosten zustandebringen, durch die Schlagkraft der Ereignisse mern der Regeromanzipation, den Kommumetämp bert igen oder erhöhen. Nachfolgende Ziffern allein, ohne Buhilfenahme des Wortes, den Zu- fern seinen Play. Hier kann dann auch schon die sind dem letzten Heft von„ Wirtschaft und Statischauer zu sich hinüberzuziehen, ihn zu überzeugen. naturalistische Kunstform gesprengt werden. Kommt ftit" entnommen und zeigen den Goldinder der Der Propagandofilm für einen bestimmten Zwed es da doch weniger auf die Anschauung als auf den Ernährung in den verschiedenen Ländern und Tann aus der Handlung, die er vorführte, aus den revolutionären Geist an, der in ein stilisierteves Ge- Monaten des verflossenen Jahres auf: Tatsachen, die er aufzeigte, fofort im scharf formu- wand gekleidet fein fann. Diese Filme werden sofierten Worte die Lehre ziehen. Der sozialistische ziale Balladenfilme sein können, HeldenSpielfilm muß das fittliche und weltanschauliche Er- lieder in Bildern. Und neben diesem Film steht gebnis der dargestellten Ereignisse dem Zuschauer dann der sozialistische Zukunftsfilm. Nicht überlassen. Der Zuschauer muß erft den Inhalt ohne inneren Grund vernachlässigt das bürgerliche der sozialistischen Ideen in sich aufnehmen. Erst Filmgeschäft den utopistischen Film; es hat ja keine wenn er durch die Spielbondlung das wahre Gesicht andre utopie zu zeigen als die technische, die wenig der kapitalistischen Gesellschaft und das der soziali- Möglichkeiten einer Spielhandlung bietet und langstischen Welterneuerungsbestrebungen in sich aufge- weilig ist. Der sozialistische Film aber wird das nommen, wenn er schon von sozialistischem Geist er 3ukunftsbild des sozialistischen Gemeinschaftsstaates füllt ist, dann erst mag ihm gesagt werden: die Idee, entwerfen, de Vision einer befreiten und glücklichen für die du dich da begeistert baft, ist die sozialistische. Beit ausmalen tönnen Diese Filmart, in der das Die„ Tendenz" des sozialistischen Films liegt beilige Feuer der Siegesgewißheit in fesselnder fürs erste in der wohrheitsgemäßen Darstellung des Bracht emportodert, vermag es dann auch, die FilmBildes der fopitolistischen Gesellschaft. Der sozieli Funft zu neuen Bielen zu führen. Der Film steht stische Film wird vorerst Tatsachen film fein heute vor einem Tor, hinter dem seine Zukunft liegt: müssen Das bestimmt auch seine tünstlerische Form; dieses Tor fann ihm nur der sozialistische Film er wird naturalistisch sein. Der sozialistische Film öffnen: das Tor in die bunten Reiche des phantaft. knüpft deshalb dort an wo das soziale Drama erst ichen, aber nicht romantisch- spielerischen Zukunftsseine volle Bedeutung erlamote, beim Naturalismus; films. 11 der Roch scheint uns dieses Ziel ein Traumland. der erste deutsche proletarische Film, die Schmiede", steht dovt, wo Gerhart Hauptmanns Weber" ston- Wir haben den sozialistischen Film von der Unkulmur den. Er will durch dramatische Zustandsschilderung der bürgerlichen Welt noch nicht geschaffen und träugegen das herrschende System fapitalistischer Aus- men vom Zukunftsfilm der sozialistischen Kultur. beutung aufrufen. Der sozialistische Film hat in Aber wir haben den Willen und auch die Kraft zur seinen Anfängen die Aufgabe, in die granitne Schöpfung Mauer verlogener bürgerlicher Filme, die dem Pu- Geld und, blikum bewußt und mit größtem Raffinement ein sozialistischen sozialistischen Films. Es fehlt nuc das fehlen die Kinos, in denen wir den Film spielen könnten. Wir müssen erst Boltswirtschaft. Die Tenerung. Deutschland Großbritannien Jänner Feber März April Mat 143 142 141 142 142 168 168 159 158 158 Italien( Flor.). 143 142 139 136 131 148 148 147 146 146 Niederlande 164 165 164 160 158 Norwegen 119 117 114 114 113 Desterreich Polen Schweiz Ungarn • . . Schweden Kanada • • .139 123 125 111 101 165 163 161 161 159 111 114 115 113 111 162 160 159 158 157 • 157 155 154 153 152 . Ver. Craaten 164 162 160 162 151 Tschechoslowakei. 125 124 122 122 122 Juni Juli ugust Sept. CI. Deutschland 143 145 146 145 145 Großbritannien. 161 161 162 163 169 Italien( Flor.). 130 120 120 135 Niederlande 146 146 146 149 148 • Norwegen Desterreich Polen • • • 160 162 160 158 167 · 116 115 117 116 117 99 118 122 130 137 159 159 157 158 160 113 114 111 112 114 157 156 156 157 157 149 149 149 147 Schweiz Ungarn Schweden Kanada Ver. Staaten 160 157 156 159 160 Tschechoslowakei. 126 128 128 128 130 geschlossen habe, wobei sie sich sicher ist sicher schon im voraus bestätigen ließ, daß nach Beendigung der Vertragszeit fein wie immer gearteter Anspruch aus dem Dienstverhältnis besteht. Diese Verträge wurden von Woche zu Woche abgeschlossen, nur in der letzten Woche sei auf den Abschluß eines neuen Vertrages vergessen wor den. Weiter wendete der Vertreter der Firma ein: " Am 1. Mai sei nicht gearbeitet und daher auch nichts bezahlt worden. Ein Anspruch auf Bezahlung wird bestritten, weil der Kläger durch seine Unterschrift des für diese Woche geltenden Vertrages nach der Lohnzahlung am Samstag, nach der das Dienstverhältnis gelöst war, feinen Anspruch mehr stellen durfte. Ein Beisitzer des Gerichtes nannte dies ein Dienstverhältnis mit Ratenverträgen" und rief dem Vertreter der Firma erstaunt zu: Was, die Sowjetge sellschaft zahlt den 1. Mainicht? Der Vertreter der Firma wendete ein, daß diese fein Sowjetunternehmen sei und nach dem russischen Gesetz sich im Recht befinde. Doch der Richter fagte, daß die Beklagte nicht nach russischen. sondern nach den österreichischen Gesetzen Verträge zu schließen hat und unsere Schutzgefeße einhalten muß. Um den Beweis zu führen, daß Kläger Angestellter war, sollen Zeugen geführt werden. Als der Vertreter der Beklagten den ersten Zeugen sah, berzichtete er auf die weitere Verhandlung und nahm den vorgeschlagenen Ausgleich an. Die Praxis ist freilich anders als die Theorie. Was jagen une Kommuniste zu die fem Sovjet- Unternehmen? Devi enturie Prager Kurse am 13 Jänner. 100 holländische Gulden.. 100 Reichsmark 100 belgische Belgas 100 Schweizer Frants 1 Brund Sterling vele 4801 134850 799 12 468. 1354 50 03.124 471. $ 49. 52.16.219 4 42 145.55$ 46.95 33.514 100 franzöfifche Franks 133 90 185.10 100 Pinar 59,76 100 Bengö 59002 9 52" 100 volnische Zloth 871 37 77 87% 100 Schilling. 474 37 477.3742 100 Lire.. 1 Dollar 9.26 3.11 Bette& Gerichtssaal Ein gewalttätiger Hausherr. ( Vor dem Landesstrafgericht Prag II.) Im Hause des Gastwirtes Josef Micka in Blatov bei Prag wohnt eine Frau Sophie se um st ntit ihrem Sohne. Der Hausherr versucht schon seit längster Zeit, die Partei herauszuekeln. Am 15. August v. J. tam es sogar zwischen dem Hausherrn und dem Sohne zu Tätlichkeiten, bei welchen der Hausherr den Kürzeren zog. Deshalb beschloß er, felbst die gerichtliche Räumung" der Wohnung durchzuführen. Er mietete drei trunkfreudige Gäste, den Anton Rykr, den Josef Mazanec und den Wenzel Mal y hiezu und ohne viel Federlesens befanden sich die Habseligkeiten der Frau plötzlich auf der Gasse. Die Frau lief zur Gendarmerie. Und jetzt erlebte der Hausherr wieder seine Freude: Die Gendarmerie ließ auf Kosten des Haus Herrn die Möbel zurüdrragen und damit er wisse, wie man mit Parteien umzugehen hat, wurde außer bem die Anzeige gegen ihn wegen des Verbrechens der öffentlichen Gewalttätigkeit im Sinne des§ 83 des Str.-G.-B. erhoben und diese Anzeige auch auf die drei willigen Helfershelfer des Wirtes ausgedehnt. Das Urteil des Dreirichtersenates unter dem Vorjite des OLGR. Budil lautete für den Wirt Josef Weicka auf zwei Monate schweren Rerter unbedingt, Josef Mazanec erhielt sechs Wochen bedingt, Wenzel Mal y vierzehn Tage unbedingt. Der letzte Angeklagte, Anton Ryfr, ist verschwunden und wird nach seiner„ Auffindung" noch seine Belohnung jeparat ausfassen. Hoffentlich merken es sich die übermütigen Herren Hausbesizer! Literatur. | Kunst und Wissen. Freitag, 14. Jänner 1927. schaft, Schmerz, Verzweiflung, Resignation, Web-| übersichtlicher Form Sportresultate und Meistermut, Liebe, verklärte Seligkeit, alles das singt, flagt, schaftstabellen, sporttheoretische Artikel hervorragenweint und offenbart uns Hubermanns Wundergeige, der Fachleute und Berichte über die ArbeitersportWagners Walküre" erlebte am Mittwoch im fei es jetzt in einem Konzerte von Goldmard, in bewegung des Auslandes bringen. Die VerbandsNeuen Deutschen Theater im Rahmen des einer Sonate von César Frand oder Joh. Seb. Bach, nachrichten des Wiener Verbandes werden nur noch Nibelungen"-3yklus eine ganz ausgezeichnete in Rompositionen des Tschechen Tvořal oder des in dieser Zeitung enthalten sein. Der Preis der Aufführung, die wohl in erster Linie der prächtigen polnischen Neutöners Szymanowsky, welchen Ton- Einzelnummer wird 20 Groschen betragen, das Viermusikalischen Gliederung und Steigerung des Werfes Dichtern Subermanns Geigenfunst diesmal gewidmet teljahrsabonnement wird sich auf 2 Schilling 70 G.5. durch Opernchef Alexander Zemlinsky zu danfen war. Als ob uns dieser Meister des Tattstockes schmiegsamen Klavierbegleiter hatte Huber- 4. Felber erscheinen. Wir wünschen diesem neuen Einen geradezu idealen und vorbildlich anschen stellen. Zum erstenmal wird das Blatt an seinen Abschied von Prag recht schwer machen wollte, hat er wieder einmal mit ebenso leidenschaftlicher Schulte, der wie wenige Begleiter dus selbstlose einen durchschlagenden Erfolg. dem deutschen Pianisten Siegfried Stämpfer für die Sache der Arbeiterklasse schon jest Inbrunst wie künstlerischer Sorgfalt seines Amtes Wunder vollbringt, seine Kunst jener des Solisten am Bult gewaltet und wieder einmal geoffenbart, vollständig unterzuordnen. daß Orchester und Ensemble unter seiner Führung war. mann ait Stürmische Zwischenfälle bei einem bürgerlichen e. I. Fußballspiel. Nach einer Meldung der T. 1. sollte mehr als sonst leisten, mehr als sonst zur Geltung Kleinen Bühne ist für Samstag die Uraufführung Bayern gegen München 1850 stattfinden, wozu über Uraufführung„ Das brennende Schiff". In der amt 6. Jänner in München ein Fußball- Ligaspiel kommen. Die Heldentenorpartie des Siegmund jang des fünfattigen Schauspiels„ Das brennende 10.000 Zuschauer erschienen waren. Infolge des diesmal Theo Strad von Staats- und Landes- Schiff" von theater in Karlsruhe, der die Rolle zur Zeit seines Schrey bogI angefeßt. Der Autor, der bereits in Ligaspiel für nicht gerechtfertigt und kündigte ein dent Wiener Dichter Friedrich großen Schneefalles erklärte der Schiedsrichter ein Prager Engagements wiederholt mit größtem Er- Prag weilt, wird der Premiere beiwohnen. Juszenie Privatspiel folge bei uns gesungen hat. Der Künstler wußte rung: Friedrich Hölzlin. Erste Wiederholuna Sonn- drang ein Teil der Zuschauer auf den Blas und foralt. Inter stürmischen Protestrufen auch diesntal als Gast zu begeistern, denn er zeigte sich darstellerisch und gesangsfünstlerisch reifer und berte sein Geld zurück, während andere die Abhalerfahrener als in seinen Prager Theaterjahren. Als Heute, Freitag, 7 Uhr:„ Die Sirtusprinlich verließ ein Teil des Publikums den Platz und Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. tung eines Ligaspieles erzwingen wollten. Schließgrößere Neubefeßung an diesem Opernabende ist der Eden". Freitag, 7 Uhr: Die Zirtusprin- das Privatspiel wurde ausgetragen. Plötzlich fehrWotan Hans Komreggs zu nennen. So weitessin". Samstag, 6 Uhr: Siegfried". Sonn- ten aber die abgezogenen Dentonstranten zurück, ver. wir wegen anderweitiger Konzertpflichten den Svinst tag, 11 Uhr;& ammermusit; 2% Uhr: Stultur- langten ihr Geld und zwangen beide Mannschaften, ler hören und sehen konnten, zeigte er sich dieser verb. ,, Adieu Mimi"; 7 Uhr:„ Die Zirkus des Spiel abzubrechen. Erst bei Erscheinen der großen Rolle gefanglich und darstellerisch vollständig prinzessin". Montog:„ Der Garten Eden". Polizei wurde der Platz geräumt.- Dieser Vorfall gewachsen. Zwar besitzt der Wotan Komregos noch nicht jenes große Format, das schauspielerische Ge- Spielplan der Kleinen Bühne. Heute, Freitag: seigt erneut, wie die bürgerlichen Fußballvereine bestaltung und gesangliche Leistung zu einheitlichster" erbrochene Leiter". Samstag: Urauffüh- müht find, Geld in ihre stark zusammengeschrumpfWirkung bringt, bei der der Gesang nur als wirtung Das brennende Schiff". Sonntag nachten Stoffen zu bekommen. Daß die Anhänger der fames Mittel zur Verstärkung der darstellerischen„ Das brennende Schiff". Montag: Bant it hinreichend bekannt und charakterisiert die Bemittags: Frau Warrens Gewerbe"; abends: Ligavereine ein besonderer Fanatismus auszeichnet, Eindrücke dient, aber er het stimmtliches Rückgrat, beamtenvorstellung:„ Reiner Tisch". fichere äußere Haltung und zeichnet sich durch Schärfe sucher bürgerlicher Sportplätze besonders. und Deuflichkeit im gesangsdeflamatorischen Stile aus. Der ausgezeichnete Besuch auch dieses zweiten Ring"-Abends bewies, daß das Interesse des Pu blibums für gute Opernikunst unvermindert ist, wenn sie nur zu günstigen Zeitterminen geboten wird. M -et. Vereinsnachrichten. KINO- PROGRAMM Vom 14 bis 20 Jänner 1927. Der beliebte Faschingsball des Klubs deutscher Buchdrucker in Prag finder Samstag, den 15. Jän ner, im großen Heinesaal statt. Maskierte und Kotümierte willkommen! Eintritt 15 K einschl. Steuer. Wran Urania- Kino Turnen und Sport. ,, Třicet let dělnické výchovy".( Dreißig Jahre Arbeiter- Erziehung.) Vevlag Dělnická Akademie, ,, Rheingold". Früher als andere Jahre hat das Prag 1926. Die tschechische Zentralstelle für sozial- Deutsche Theater heuer die zyklische Aufdemokratische Bildungsarbeit, die den Titel Del- führung des Wagnerschen„ Nibelunnická Akademie"( Arbeiter- Akademie) führt, beging gen Ringes" ins Werk gesetzt; nach dem ausim heutigen Jahre die Feier ihres dreißigjährigen gezeichneten Besuch des ersten( Rheingold"-) Abend Bestandes, gewiß ein seltenes, würdiges Fest für dieses Zyklus zu schließen, sogar mit außerordentunsere tschechischen Genossen! Aus diesem Anlasse lichem Erfolg. Diese besondere Teilnahme des Bu- Bom Arbeiter- Turn- und Sportverband gibt die Dělnická Akademie eine Publikation heraus, blikums an dem grandiosen Werke des Bayreuther die sich mit dem Werde- und Entwicklungsgang der Meisters hätte verdient, durch eine besser vorbereitete Internationale Stiwettkämpfe in Dessendorf Dělnická Akademie befaßt. Präsident Masa- Aufführung belohnt zu werden, als sie im Rheinam 15. und 16. Jänner 1927. rhk, der mit den Grundstein zu dieser Institution gold" geboten wurde. Denn es gab so manche must- Trotzdem es in den niederen Lagen vegnerisches legte, leitet die Festschrift mit einer Erklärung der falische Unebenheit, die Kapellmeister Stein- Wetter gibt, ist in dem Gebiet der WintersportverGründe ein, die ihn seinerzeit dazu veranlaßten, der bergs Gewandtheit nicht zu glätten vermochte: anstaltung genügend Schnee vorhanden, um eine gute tschechischen Sozialdemokratie zur Gründung einer unsichere Einfäße der Sänger und Unreinheiten im Durchführung aller Kämpfe zu ermöglichen. Die fulturellen Bildungsinstituten zu raten. Bei der Tone der Blechbläser fielen amt störendsten auf. Auch Weeldungen haben sich noch bedeutend erhöht, so daß Arbeiter Alademie hat es sich mir nicht allein um die Regie wollie nicht immer flappen, tropdem Ober- alle Kampfarten eine starke Besetzung aufweisen. cine Bopularisierung der Wissenschaften, sondern um regisseur 2aber selbst für sie besorgt war. Den Wir bitten alle Bartei- und Sportgenossen nochmals, eine höhere politische Bildung gehandelt," Boge sang als Gaft der Karlsruher Heidentenor Theo- an der schönen Veranstaltung teilzunehmen. Den schreibt der Präsident. 3denet Tobolta schildert bor Strad. Seit seinem Weggange von Prag hat ausländischen Sportlern aber entbieten wir ein herzden Werdegang der Akademie bis zum Weltkriege, der Künstler manches zugelernt; vor allem im Spa- liches Willkommen und Frei Heil! Frant. Tomášet, der ehemalige Präsident des Ab- ren und Haushalten mit den schauspielerischen Gesten geordnetenhauses, schreibt über die Bildungsarbeit und stimmlichen Mitteln. An Frische und Glanz Gründung eines Arbeiter- Sportbundes in Holder Wiener tschechischen Arbeiter, V. Patjat, der scheint Stracks Tenor nichts eingebüßt zu haben. land. Kürzlich wurde in Amsterdam die Grüngegenwärtige Leiter der Akademie, über Arbeiter unter den Mitwirkenden unseres eigenen Opern- dung des holländischen Arbeiter- Turn- und SportErziehung, außerdem enthält das Buch interessante ensembles ist als neue Rheintochter Frl. Klava bundes vorgenommen. Der deutsche Bund hat dem Beiträge über Sozialismus und Arbeiterbildung wartin zu nennen, deren silberklare Sopran- neuen Verband weitestgehende Unterstützung zugesagt. von Jos. Macet, Rarl Veleminsky, Jof. Stimme mühelos über dem Orchester schwebte. Nerad, Fr. Soutup, Jan Herben, F. Brefr, ―et. Jan Rebat, Josef Kousa, Ant. Srba und Anm. der Red.: Durch ein Versehen gelangte Jon Beis. Das Wertchen ist schön ausgestattet, die Rheingold"-Rezension gestern nicht in das Blatt. reproduziert das Bild Josef Steiners, des eigent- Bronislaw Hubermann, der polnische Wunder. lichen Gründers der Akademie, und des Präsidenten und Meister geiger hat auch bei seinem zwei Majaryf. Wir wünschen unseren tschechischen ten Prager Konzerte in dieser Saison einen Genossen, daß die Bildungsarbeit der„ Dělnická Afademic" zu einer Festigung der gemeinsamen Stampffront der tschechischen und deutschen Partei in der tschechoslowakischen Republik durch gegenseitiges Kennenlernen der Stulturgüter beider Völker bettragen, möge! Bo J. R. Internationale Arbeiter- Fußballspiele. Heuer finden u. a. folgende Ländertreffen der Arbeiterfußballer statt: Belgien- Deutschland, Ende Mai oder Juni in Belgien; Tschechoslowakei( Aussig) Deutschland, im September in Deutschland; Frankreich Belgien, zu Ostern in Paris, und Deutschland Finnland in Finnland. sensationellen Erfolg gehabt und einen nahezu aus- Das Sportblatt der österreichischen Arbeiter. verkauften Lucerna Saal erzielt. Die Kunst dieses fußballer. Die Wiener Arbeiterfußballer planen, ab Geigers ist auch in der Tat ebenso einzigartig wie Feber ein eigenes Sportblatt herauszugeben. Die unerreicht: vollkommenste Technik und unglaublicher ses Sportblatt ist nunmehr eine endgültig beschlossene Gefühlsreichtum haben sich in ihm zu offenbarenser Sache. Es wird den Namen ,, Amateurfußtünstlerischer Größe verbunden. Glutvolle Leiden. ball" führen, an jedem Freitag erscheinen und in Einziges deutsches Kino Drags. Première! 2976 Tel. 40.429 Menschen untereinander". Eine Berliner Mietskaserne und ihre Inwohner. Ein Roman aus dem Leben! Große deut- che Star besetzung! Erika Gläßner, Alfred Abel, And Egede Nissen, Junkermann nnd viele andere! 901 LIDO SIO ,, FAUST" Das verlorene Paradies Drama in 7 Akten. Wo verfehren wir? Café Continental, Prag- Graben Gastwirtschaft Lidový dům" der Genossenschaft ,, Ganymed" Täglich. PRAG II., Konzert Hybernská Nr. 7. Café„ Nizza" Kgl. Weinberge, Fochova 27. Unser Stammlokal 130 Verantwortlicher Redakteur Dr. Emil Strauß. Herausgeber Dr. Ludwig Czech. Drud: Deutsche Zeitungs- A.- G., Prag. Für den Druck verantwortlich: O. Holit. Eine fonderbare Bürgerfunde. die Schule bes Volkes verpflanzt werden soll. Wie den und Bezirke aufgefordert, sich dieser Aktion ist der Hinweis auf die unentgeltliche Beistellung lebungen zur Pflege des Sparsinns. Wie ein deutschnationaler Lehrer über die Sozialpolitik denkt. -weil sie ein Beweis dafür sind, welcher Geist in| Kinder Arbeitsloser bereitgestellt und die Gemein- Was aber Herrn ,,." besonders kennzeichnet, sieht also die Uebung des Herrn." zur Pflege mit Beistellung von Mitteln anzuschließen. Diese der Lehrmittel. Darauf bezugnehmend, schreibt er des Sparsinnes aus? Tatsachen gäben gewiß Stoff zu einer Abhand wörtlich: Die Schüler wissen diese Wohltat nicht Herr ,,." flagt in seinem Aufsatz darüber, lung über staatsbürgerliche Erziehung; allerdings zu schäßen, sie merken uur, daß ihre Eltern keine daß weiteste Kreise eine merkwürdige Sorglosig nur für einen Pädagonen, der objektiv das Leben unmittelbaren Auslagen haben. Sie wissen aber feit und Gleichgültigkeit für die kommenden Tage, sieht. Herr L. aber predigt den armen, mittellofen nicht, daß ihre Eltern Umlagen zahlen, von deren In der staatlichen Verlagsanstalt in Prag für die Zukunft ergriffen habe; sie leben von der Menschen das Sparen. Anstatt darüber nach u- ein Teil zur Bestreitung des Schulaufwandes verericheint eine schulpädagogische Monatsschrift für Hand in den Mund, vergessen über das Heute das denken, wie eine 4- bis 6- köpfige Arbeiterfamilie wendet wird... das von vielen und vielfach Bürgerkunde und staatsbürgerliche Erziehung", Morgen und vergeuden dadurch Werte, die den mit einem Einkommen von 130 bis 140 K wo- gerade von armen Schülern geübte Wegwerfen geleitet vom Fachlehrer Oskar Laurich- Aussig Wohlstand des Einzelnen, des Volkes und des chentlich und weniger das Auslangen finden von kurzen Stiften ist abzustellen". Der Mann und dazu bestimmt, den Lehrpersonen unserer Staates untergraben. Diese Sorglosigkeit hat zu wie mit einem solchen Betrag außer den nowen- hat eine geradezu großartige Beobachtungsgabe deutschen Schulen Anleitungen für den bürger- riesiger Genuß und Vergnügungssucht geführt. digen Lebensmitteln auch noch die notwendige und er übersieht nicht, gerade auf die Verschwenfundlichen Unterricht zu geben. Es handelt sich Jeder stellt an das Leben ,, höhere" Ansprüche, auch Bekleidung und Beschuhung beschafft werden sol- dungssucht der Kinder armer Eltern hinzuweisen, also um feine politische Streitschrift, sondern um die Aermsten wollen teilhaben an den Vergnü- len, fafelt er darüber, daß jeder an das Leben wenn er irgendwo ein Stück Bleistift oder einen ein Organ, welches den Lehrern und Lehrerinnen gungen" der Reichen. Das Geld wird nur zu höhere Ansprüche stellt und auch der Aermste an Brotrest findet. Daß es auch Lehrer gibt, die die leitend zur Seite stehen und ihnen zeigen soll, leicht auf unnüße Dinge ausgegeben, an dem den Vergnügungen des Reichen teilhaben will". Beistellung der Lehrmittel auf Gemeindekosten wie sie am besten und leichtesten, das tatsächliche Notwendigsten fehlt es dann; dafür werden die Aber es kommt noch besser. Der unwürdige nicht zu schätzen wissen und Lernbehelfe, die vont Leben als Anschauungsunterricht benüßend, den Forderungen nach ausreichender Unterstüßung Jünger Bestalozzis, der es nur den Reichen ge- Ortsschulrai beigestellt werden, einfach nicht verKindern das geistige Rüstzeug fürs Leben ber- und besonderer Fürsorge erhoben. In dieser Sucht stattet, höhere Ansprüche an das Leben zu stellen, teilen, entgeht dem„ pädagogischen Sozialpolitischaffen können. nach Vergnügen und Genuß erstirbt die Arbeits- wirst der Arbeiterschaft vor, daß sie das Geld ter". Die Monatsschrift wird außer dem Kreis freude, die Arbeitsluft". Das schreibt ein Lehrer, nur zu leicht auf unnüße Dinge ausgeben, so daß Aus dem angeführten geht zweifellos hervor, der Lehrerschaft sehr wenig gelesen, denn im der in der Schule einer Stadt wirkt, wo er täg- es dann zum Notwendigsten fehlt". Höhnend fügt daß die Monatsschrift für Bürgerkunde und Drange der Geschäfte kommt man nicht dazu, lich Gelegenheit dazu hätte, sich davon zu über- er dann hinzu: ,, dafür werden die Forderungen staatsbürgerliche Erziehung" in guten Händen ist; sich auch um die Lehrmethoden in unseren Volts zeugen, ob Genußsucht und Sorglosigkeit oder an- nach ausreichender Unterstüßung und besonderer es würde aber trotzdem nichts schaden, wenn sich und Bürgerschulen zu befümmern, und schließlich dere Umstände die Ursachen der heutigen Not Fürsorge erhoben". Diese Anleitung zur Bürger- die Deffentlichkeit und besonders die Schulverhören wir ja immer:„ die deutsche Schule ist bei weiter Kreise der Bevölkerung sind. Aber der kunde und staatsbürgerlichen Erziehung erschöpft waltung um diese Art Erziehungsanleitung envas unseren deutschen Lehrern in guter Hut". Daß aute Mann sieht von seinem Ratheder aus nicht sich also darin, diejenigen zum Sparen anzuhal- besser kümmern würde, denn wer gegen das Proeine solche Sorglosigkeit nicht am Blaze ist, zeigt über die Nasenlänge weg, denn sonst müßte er ten, die nichts haben, und die anderen zu ermab- letarierkind so schreibt, dem sind unseer heutigen ein Auffay im Heft Nr. 9 der erwähnten Mo- schon an dem Aussehen und der mangelhaften nen, daß sie weniger Unterstützung und Für sozialen Zustände ein spanisches Dori. Aber nicht natsschrift vom 15. November 1926, betitelt: Kleidung seiner Kinder sehen, daß nicht Sorglojig- forgetätigkeit betreiben sollen, um eben die Unbe- nur das. Ein solcher Mensch hätte es auch noch ,, Uebungen zur Pflege des Sparsinnes". Der feit und Genußjucht, sondern das Gespenst des mittelten zum Sparen zu zwingen und Arbeits- sehr notwendig, seine pädagogischen Kenntnisse Aufsatz ist mit." gezeichnet. Es läßt sich also Hungers die arbeitende Bevölkerung ergriffen freude und Arbeitslust wieder zu heben. Der Herr durch gründliches Studium der Werke Pestalozzis nicht feststellen, ob diese Uebungen zur Pflege hat. Tausende, ja zehntausende Väter und Wüt-." weiß sogar, daß die wirtschaftliche Zwangs- und anderer hervorragender Schulmänner etwas des Sparsinnes" vom Leiter der Monatsschrift ter wiffen nicht, wo sie täglich das trockene Brot lage und öffentliche Aufklärung gegenwärtig man- aufzufrischen, bevor man ihm gestattet, seine pädaselbst oder von einem anderen"-Mitarbeiter hernehmen sollen, um den Hunger der Ki..der zu ches, aber nicht viel gebeffert hat" und ist jeden- gogischen Kenntniffe" in einer derartigen Moempfohlen werden. Diese Ergüsse dieses Pädago- stillen. Die Regierung des Staates muß zur falls der Meinung, daß die wirtschaftliche natsschrift abzulagern. gen sind jedenfalls für die breitere Oeffentlichkeit Linderung der Not einschreiten und hat 5 Mil- 3wangslage noch mehr Lohnabbau und Einund besonders für die Arbeitereltern wissenswert, lionen Stronen für die Ausspeisungsaktion der schränkuna der Sozialpolitik erheischen würde.