Einzelpreis 70 Heller. Redaktion und Verwaltung: Prag, II., Nefazanta 18. Telephone: Tagesredattion: 26795, 31469. Nachtredaktion: 26797. Postscheda 57544. Juferate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 7. Jahrgang. Sozialdemokrat Zeniralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Zschechoslowakischen Republit. Donnerstag, 27. Jänner 1927. gnügungsstätten| Bezugs- Bedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post: monatlich... Kě 16.vierteljährlich 48.halbjährig 99 ganzjährig 96.192.Rüdstellung von Manutapten erfolgt nar bei Einisadung der Ketourmarten. Ericheint mit Ausnahme Des Montag täglich.rüh Nr. 22. Will England den Krieg? tätten der Engländer. Die von Jahr immer er ausgehe, unendliches Elend der Ar- hat sie die Gefahr nicht in vollem Maße erzu Jahr wachsende revolutionäre Stimmung beiterklasse. Der Sieg Englands würde auf fannt. Aber auch als Berchtold das Feuer an „ Die vollkommene Isolation bildete die nüßten Bandenführer und Räuberhauptleute Jahrzehnte die internationale Arbeiterbewe das Pulverfaß hielt, schliefen Millionen ProHauptbedingung der Erhaltung des alten aus, sich zu Herren der Provinzen zu machen. gung vernichten. Dieser Krieg darf nicht kom- letarier den ruhigen Schlaf der Ahnungslosen. China. Nun dieser Isolation durch Eng. Seit 1911 wütet der Bürgerkrieg, in dem men! Die europäische Arbeiterklasse Wenn Herrn Austen Chamberlain fein lands Vermittlung ein gewaltsames Ende das Volk das Opfer, die Räubergeneräle die muß ihn verhindern, und sie kann ihn starker Arm hindert, kann sich das Furchtbare ad bereitet worden ist, muß die Auf- Nußnießer sind. Wandte sich einer dieser Ban- nur verhindern, wenn sie einig ist. Noch von 1914 wiederholen. fung mit denselben Gewiß denführer gegen die Europäer, so hatte Engoheit folgen, mit der fie eine in einem land stets einen anderen bereit, der mit ihm hermetisch verschlossenen Savg aufbewahrte fertig wurde. England fostete das höchstens Mumie ergreift, sobald diese mit frischer Geld, China bezahlte mit Blut. Luft in Berührung kommt." Karl Marg, 1853 in einem Artikel der New York Tribune". H Der Bürgerblod fertig. Am Abend wurden die Richtlinien der fünftigen Regierungspolitif, wie sie vom Reihstanzler Dr. Mary ausgearbeiter i Die Richtlinien. ** findet man, daß sie vieles nicht mehr enthalten, Wenn man sich diese Richtlinien ansicht, so was in dem Manifest des Zentrums angeündigt worden war. Die Zentrumsfraktion hat jedoch den Abmachungen mit der Rechten zugestimmt, nachdem sich Abgeordneter Dr. Wirth aus der Sigung entfernt hatte. rücksichtigung der Bergarbeiter. Dringlich ist ferner die Verabschiedung einer Verordnung gegen die Arbeitslosigkeit. In der modernsten chinesischen Großstadt, in Canton, aber entstand zum erstenmal seit One die Demokraten. Auch die bayrische Boltspartei tut mit. Jahrtausenden in China eine Partei, eine Berlin, 26. Jänner.( Eigenbericht.) Heute worden sind, bekanntgegeben. Sie enthalten die Als Karl Marx die Auflösung des alten regelrechte Organisation mit einem Programm, mittag wurde bekanntgegeben, daß zwischen den Fortführung der bisherigen Außenpolitik im China, die sich erst heute mit elementarer Ge- mit Grundsätzen und mit dem Willen, diese Parteien des Bürgerblods eine vollständige Sinne gegenseitiger friedlicher Berständigung, walt vollzieht, vorausjagte, war erst ein Jahr Grundsäße zu verwirklichen. Der Kapitalismus Einigung in allen sachlichen Fragen erzielt Anerkennung der Rechtsgültigkeit des Vertragszehnt seit dem Opiumfrieg verstrichen, in dem hat aus dem familiär- anarchisch, knechtisch und die Koalition zwischen Deutschnationalen, wertes von Locarno, gleichberechtigte WeitEngland den Sarg des alten China sprengte denkenden Chinesen einen modern denkenden deutscher Volkspartei und Zentrum gebildet wor- arbeit im Völkerbund, Anerkennung der Rechtsund den gewaltigen Leichnam des Reiches der Menschen gemacht, aus dem Reisbauer einen treten wird. Es seien nur noch die Personal- dingter Schuß der Verfassung von Weimar und den sei, der auch die bayerische Volkspartei bei- gültigkeit der republikanischen Staatsform, unbeMitte mit dem Auflösungsbazillus des Stapi- Proletarier, aus dem gläubigen Kongfutfianer fragen zu erledigen; man hoffe aber, bis zum der verfassungsmäßigen Reichsfarben. Für die talismus infizierte. Es sollte nur ein weiteres einen Rebellen. Abend die Regierung gebildet zu haben. Reichswehr werden die Erklärungen als, maßhalbes Jahrzehnt vorübergehen, bis wieder eng Diese Partei, getragen von den feines- Die Bürgerblockparteien hatten sich bemüht, gebend angenommen, die der Reichskanzler ant lische Kanonen, diesmal von den französischen wegs kommunistischen, wohl aber sozialreforma- auch die Demokraten für diese Koalition zu gewin- 16. Dezember im Reichstag gegeben hat. Es soll Louis Napoleons jekundiert, vor Canton torischen Ideen Sun Yat- Sens, die Par- nen. Die demokratische Fraktion wird morgen ferner ein Reichsschulgeset unter Siche donnerten und die Schiffe der Mandschu- tei der Kuo- Ming- Lang, hat eine Armee darüber entscheiden; sie dürfte aber eine Absage rung des religiösen Unterrichtes erlassen werden. faijer zu Trümmern schossen. Der Ausgang gebildet, sie hat den Chinesen zum Widerstand erteilen. Der Reichstag, der sich wegen der Land- Die Sozialpol tit soll gefördert und ausgebaut, die dieser Striege war nicht zweifelhaft. Auf der gegen die Räubergenerale, aber auch zum bleibt morgen noch beisammen, damit die Frak- Erwerbslosigkeit bekämpft werden. tagswahlen in Thüringen heute vertagen sollte, Arbeitslosenversicherung verabschiedet und die einen Seife standen die modern ausgerüsteten Stampf um seine wirtschaftliche und nationale t'onen, die hinter der kommenden Regierung stehen, Heere europäischer Großmächte, mit schweren Befreiung organisiert und bewaffnet. Da die gleich ihre Zustimmung zu den Abmachungen Geschüßen, Linienschiffen, modernen Gewehren, Unternehmer Europäer sind, wird der Klas- geben können. Die Rechtsregierung wird wahr quf der andern die altmodischen, mittelalter- en tampf zum nationalen Kampf. fcheinlich Mitte der nächsten Woche dem Reichstag lichen Wandschukrieger; mit den englischen Die sozial entwurzelten Studenten sind seine ihre Programmerklärung abgeben. Flotten und Armeen zeg der Geist des 19. nationalrevolutionären Propheten. Is changJahrhunderts, zeg der Stopitalismus in Oit- tai- chef, der Kommandant der Conton aften ein, unaufhaltjam in seinem Siegeszug Armee, der in der Großzügigkeit seiner Pläne von Bol zu Rol; die Berteidiger Chinas waren an Napoleon erinnert, hat den Schlüsseldie alten Mächte, die herrschenden Kasten der punkt des mittleren China, die große Stadt Priester, Literaten und bestechlichen Beamten, Hantau am Jangtjefiang, überraschend genur durch die johrhundertlange Isolation vor nommen. Er strebt die Vereinigung mit der dem Sturze bewahrt. Die Engländer brachten nationalen Nordarmee an, er zieht einen rieLokomotiven und Echieren, den mechanischen sigen, tausende Kilometer messenden Halbfreis Webstuhl und die Dampfmaschine nach China, um die von Europäern beherrschten Küstendie Mardschudyneffie verteidigte die alte Sip gebiete. Das Zentrum dieses Halbkreises ist Sip- gebiete. penverfassung, die Hausmanufaktur, die Kaften- changhai, der mächtigste Stüßpunkt der einteilung und Beibehaltung längst überholter Engländer. Mit jedem Tag wird der eiserne Produktionsmittel. In dem China von 1840 Ring enger, vor den Mauern von Schanghai und 1858 bedeutete der Kapitalismus muß schließlich die entscheidende die Revolution, eine Revolution, die Sch I a cht geschlagen werden. von den europäischen Mächten ins Land ge- Die Unterwerfung Chinas unter England, tragen wurde, weil das Bolt selbst ihr geistig die Festsetzung des englischen Kapitalismus in nicht gewachsen war, weil des riesige Land sie China und die Auflösung des alten Mandschudem eigeren Volf nicht mit eiserner Notwen- reiches waren nicht aufzuhalten. England war digteit aufzwang. Solange in den Ueberschwem- 1840 und 1858 das ausführende Organ einer mungsgebieten der großen chinesischen Ströme notwendigen Entwicklung. Aber ebensowenig ist genug Reis wuchs, um 300 Millionen Men die Bildung eines bürgerlichkapitalistischen schen zu ernähren, folonge eine Literatentaste, Nationalstaates in China zu verhindern. Hat die keine Naturwissenschaft tannte, das Bil England vor dreiviertel Jahrhunderten die dungsmonovol besaß, solange der in der Lehre Entwicklung beschleunigt, eine revolutiodes Rong- u- Tie erzogene, gläubige Chineje näre Rolle gespielt, so stellt es sich heute über den Kreis feiner Sippe nicht hinausblickte, der Entwicklung in den Weg, wird zum Träger bedürfnislos blieb, die Herrschaft der Man- der Kontrerevolution. Der Opiumfrieg mußte darine eitrug und von dem geringen Ertrag mit dem Siege Englands enden; der Cantonjeiner Scholle noch willig zirste, fonnte in Krieg muß mit dem Siege der Kuo- MingChina selbst feine fapitalistische Umwälzung Tang enden. Es schien einige Wochen, als ob der Wirtschaft und feine politische Revolution England, von der Machtentfaltung der Cantonentfesselt werden. Der englische kapita- Armee überrascht, sich der notwendigen EntIismus, gierig nach neuen Märkten und wicklung fügen wollte. Die Entsendung bribilligen Lohniflaven, nach Kohlenlagern und tischer Truppen nach Schanghai beweist das Erzadern, fom unter dem Schuße der Kanonen Gegenteil. Berlin, 25. Jänner. Die vom Reichskanz ler Dr. Marr ausgearbeiteten Richtlinien enthalfolgende Punkte: ten Borzeitig veröffentlich: 1. Außenpolitik: Fortführung der bisherigen Außenpolitik in gegenseitiger fried- Berlin, 26. Jänner.( Amtlich.) Die beablicher Verständigung, Anerkennung der Rechts- sichtigte Bekanntgabe der in den heutigen Vergültigkeit des Vertrages von Locarno, loyale, handlungen des Reichskanzlers mit den Parteigleichberechtigte Mitarbeit im Völker- führern aufgestellten Vorschläge über die Richt bund. linien einer fünftigen Regierungspolitik, die übri2. Verfassung: Anerkennung der gens nicht alle für ein Regierungsprogramm in Rechtsgültigkeit der in der Verfassung Betracht kommenden Fragen umfassen, konnte von Weimar begründeten republikan is noch nicht erfolgen, weil noch nicht sämtliche in schen Staatsform und unbedingter Betracht kommenden Parteien ihre RustimSchuß dieser Verfassung, sowie mung zu den Erklärungen der Parteia Schuß der Reichsfarben( Artikel 3 der führer gegeben haben. Alle über den Inhalt Reichsverfassung) gegen alle Verunglimpfungen der Vereinbarungen erfolgenden Veröffentlichunund ehrwidrigen Angriffe. gen können nicht als authentisch angesehen werden. * Bescheidenheit ist eine Zier.. 3. Reichswehr: Bezüglich der Reichswehr wird der entsprechende Teil der Rede des Reichskanzlers vom 16. Dezember 1926 als maßgebend anerkannt. Die Verordnung des Reichspräsidenten vom 31. Dezember 1926 ist strengstens durchu ühren. Den Angehörigen Berlin, 26. Jänner. der Reichswehr ist die Zugehörigkeit sowie das Wie die demokratischen Blätter mitteilen, Zusammenarbeiten mit den poli beanspruchen die Deutschnationalen tischen Parteien aller Richtun gen, zu denen die Wehrverbände aller Rich fünf Size in der Regierung, doch tungen gehören, strengitens verboten. nimmt man an, daß sie sich mit dem VizeEs wird eine Rekrutierungsverord= kanzler, Innenministerium, dent nung erlassen, die Vorkehrungen trifft, daß Ministerium für Ernährung und dem Reichsver feine verfassungsfeindlichen Personen in die fehrsministerium werden zufrieden geben müffen. Reichswehr aufgenommen werden. 4. Kulturfragen: Es ist angeregt ein Erlaß des Reichsschulgejeges unter Wahrung der Gewissensfreiheit und des Elternrechtes, Sicherung des Religionsunterrichtes. 5. Sozialpolitik: Tatkräftige För derung der sozialen Reformen, Ausbau und Vollendung des Arbeitsrechtes, Schaffung einer Arbeiterschutzgesetzgebung unter besonderer BeAus dem Neiche Mussolinis. Die Fahne der Partei vergraben! Der Hüter verhaftet. Als Anwärter für den Vizekanzlerposten gelte der Abg. Wallra f. Die deutsche Volkspartei würde ihren Verkehrsminister Krohne opfern müssent und Auswärtiges und Wirtschaftsministerium bes halten. Das Zentrum würde neben dem Kanzler und dem Arbeitenministerium das Ressort der besetzten Gebiete behalten. nach China, errichtete Fabriken und Kauf- Wenn England seine Truppen am Janghäuser, ließ den chinesischen Arbeiter, der sich tsekiang aufmarschieren läßt, so bedeutet das jetzt aus der Sippe löfte, vichisch arbeiten und die nuglse Aufopferung zehntauverkaufte ihm für den spärlichen Lohn Opium sen der Menschenleben; es bedeutet und andere Kulturgüter". den Versuch, die nationale Befreiung des älteAber der Auflösungsprozeß des ſten Kulturvolkes der Welt im Blute zu eralten China machte Millionen Chinesen zu sticken, es bedeutet den Versuch, die Emanzimodernen Proletariern in ihrer jozialen Stelpation der chinesischen Arbeiter von den ZuFünfzehnhundert Klerikale, unter ihnen 37 lung und in ihrer Lebenshaltung. Er entwurzelte ständen des Kolonialkapitalismus mit einem Priester, deportiert der Vatikan schweigt. die alten Kasten und nahm den chinesischen Schußwall vor Leichen aufzuhalten. Der Krieg Paris, 25. Jänner. Wie jetzt bekanne wird, Studenten, cenen früher tre Sippe jahre zwischen England und China ist aber auch der sind nicht weniger als fünfzehnhundert Mitglieder langes Studium ermöglichte, die Möglichkeit, Krieg zwischen England und Ruß- Rom, 25. Jänner. Die Polizei von Genua der katholischen Volkspartei, vornehmlich aus der in die Staste der Gelehrten und Beamten auf land. Die Sowjets, die den Kuo- Ming- Tang hat in einem Garten die Verbandsfahnen Lombardei, Venetien und der Romagna bis jeẞt zuſteigen. In den großen Städten war nicht Waffen und Munition liefern, werden und der aufgelösten sozialistischen Par- deportiert worden, unter ihnen 37 Priester. Das mehr der Mandarin der Ausbeuter und können nicht dulden, daß der englische Im graben aufgefunden. Ihr Hüter war ent- Boltspartei ist unbekannt. Man weiß von tei und der aufgelösten Seeleutevereinigung ver- Schicksal einiger Abgeordneter der Peitschenhalter des Chinejen, sondern perialismus China auf Jahrzehnte nieder- flohen, und wurde an Bord eines Schiffes im mehreren aber, daß fie interniert sind. Bele der europäische Fabrikant und Of wirft. Der Sieg der bürgerlich- nationalen Re Hafen als auf demselben ein Feuer ausbrach, Geistliche und Ordenspriester werden von Fascisten fizier. Einen Chiresen erschießen war fein volution in Ostasien ist für das Bauernreich verstedt aufgefunden und verhaftet. Er hatte angriffen und geprügelt. Um so merkwürdiger Verbrechen, einen Chinejen prügeln gehörte der Sowjets eine Lebensfrage. Russisch- eng- mit einem Genossen versucht, heimlich die Ueber- ist es, daß der Vatikan nichts dagegen tut, sich vielzum auten Ton, Chinesen und Hunden ist lischer Krieg aber, das bedeutet den Welt- fahrt nach Amerika zu unternehmen. mehr in vorsichtiger Reserve hält. der Eintritt verboten" stand über den Ver- krieg mit allen seinen Schrecken und, wie 11 Seite 2 Die Mehrheit bricht wieder einmal die Geschäftsordnung. Ein unerhörter Borfall bei der Beratung der Steuerreform. Im Budz saß tam es gestern bei der geratu der Steuerreform zu mehreren Zwischenfällen. Gleich bei Beginn der Beratungen bemängelten Genosse Diet! sowie andere Redner der Opposition, daß die Abänderungsanträge des Achterausschusss der Regierungsparteien ten oppofitionellen Mitgliedern des Budgetausschuffs überhaupt nicht bekanntge geben werden, so daß die Beratungen des Budgetausschusses zu einer Farce herabfinten. Um viertel vier Uhr nachmittags verließen die oppojitionellen Mitglieder des Budgetausschusses bis auf den tschechischen Sozialdemokraten Dr. Meigner den Sigungsfaal und dieser stellte in der Sigung den Antrag auf Unterbre chung der Beratungen. In dem Augenblick waren außer dem Abgeordneten Dr. Meißner noch sechs Mitglieder des Budgetaus schusses bei der Sigung, so daß die Abstimmung über diesen Antrag die Beschlußunfähig= teit des Ausschusses aufgewiesen hätte. Der rasch herbeigeholte Vorsißende, der tschechische Abgeord= nete Bradač, erklärte jedoch, daß in der Präjenzliste eine gnügende Anzahl von Abgeordneten eingetragen sei, ließ über den Antrag gar nicht abstimmen, sondern trommelte die Mitglieder des Budgetausschusses, die der Mehr heit angehören, zusammen. gangs geschildert, die Unterbrechung der Verhandlungen zu dem Zweck, um der Opposition die Möglichkeit zu geben, sich den Inhalt dieser Anträge anzueignen; diesem Antrag gab aber Bradaě nicht statt und trommelte die im Hause befindlichen Mehrheitsabgeordneten zu sammen, um die durch den Exodus der Opposition beschlußunfähig gewordene Sitzung wieder beschlußfähig zu machen. Die Unterbrechung der Sigung wegen der fonstatierten Beschlußunfähig feit lehnte er mit der Begründung ab, da für ihn die Präsenzliste entscheidend sei, in der eine genügende Anzahl von Abgeordneten eingeschrieben sei. Die Opposition fehrte unter Protest gegen diese Verletzung der Geschäftsordnung erst nach Donnerstag, 27. Jänner 1927. Tängerer Zeit zurüd, wobei die Vertreter der legt min dar, daß die Partei und Knejzlik ganz Opposition ausdrücklich feststellten, daß dieses Ver- andere Absichten hatten, als dem Angeklagten vorhalten des Vorsitzenden der Geschäfts- geworfen werde; dieser konnte nicht an Anordnung zuwiderlaufe. Wenn der An- griffen auf den Staat und die Verfassung beteiligt trag auf Feststellung der Beschlußunfähigkeit ein- sein, die die Nationalsozialisten selbst hätten schafgebracht sei, dann müsse der Vorsitzende eben fen helfen. Vor allem ieht er ängstlich einen die Zahl der Anwesenden konstatieren und bei scharfen Trennungsstrich zwischen ungenügender Präsenz die Sigung schließen. Senej lik und den angeklagten komWenn dies Bradač nicht getan habe, dann fet munisten, die allerdings eine negative Stelein gefährliches Präjudiz geschaffen. lung zum Staat einnehmen, während das bei den Die Angehörigen der Mehrheit müßten eben auch Nationalsozialisten nach ihrem Parteiprogramm der Sitzung beiwohnen und dürften nicht an und ihrer Vergangenheit ausceschlossen sei. Er anderen Beratungen im Hauſe teilnehmen. verweist dann in bitteren Worten darauf, wie sich Bradač suchte mit gefünftelten Ausführun- die heutige Mehrheit gegen jene benehme, die in gen seine Entscheidung zu rechtfertigen und wurde in der Reit der Erneuerung der Selbständigkeit auf darin auch von dem tschechischen Agrarier Hni- ihrem Plate waren. dek unterstützt, wobei es noch wiederholt zu er= regten Auseinandersetzungen am. anwalt seine erste Kenntnis von den Vorfällen Das Bündel Zeitungen, aus dem der StaatsSo gediehen die Beratungen nur bis zum§ 7 des geschöpft haben will und das den Bro- chaften beiEinkommensteuergesetzes, worauf sie abgebrochen liere, fei überhaupt im ganzen Verfahren nicht wurden. Sie werden morgen vormittag fortgesetzt. aufgemacht worden. Merkwürdin, daß der StaatsHeute Urteil gegen Knejalit, Kreibich und Genossen. Der Staatsanwalt bejarrt au allen Antiagepuntien. erhaltende Berteidigungsrede. Prag, 26. Jänner, In dem Prozeß gegen die fünf weren der Parlamentsobstruktion angeflagten Abgeordneten, von denen seit Tagen aber nur Obwohl die Geschäftsordnung vorschreibt, der Nationalsozialist s nejzlit im Saal andaß mindestens ein Drittel der Mitglieder des wefend ist, wurde heute vormittags zunächst noch Budgetausschusses anwesend sein müssen, damit der letzte Zeuge, der frühere Minister Dr. Mider Ausschuk beschlußäbi sei, und obwohl der eura, einvernommen. Er schildert das Vorgehen Vorsitzende hätte die Abstimmung vornehmen des Harus gegen Sramet; nach seiner Darstellung müssen, scßte sich Abgeordneter Bra da ě, unter- waren bei dieser Stene wei oder drei Abgeordnete. stüßt von den deutschen Regierungsparteien, ein- in unmittelbarer Nähe. Weiters gibt er eine Schil fach über die Geschäftsordnung hinweg. derung der Vorgänce auf der Tribüne und führt Die deutschen Regierungsabgeordneten, die als neues Detail an, daß Dosialet, nachdem man noch vor turzer Zeit bei jeder Berlegung der Ge- ihm die Abstimmungsaften entrissen hatte, die schäftsordnung aufgeschrien haben, sind nun die- herbeigeschafften Kopien in der offenen Tischschubjenigen, welche mit einer Leidenschaft, die einer lade verwahrte und schüßend eine Hände darüber besseren Sache würdig wäre, die Bestimmungen ünsch geläutet. Für die Genauigkeit des ſtenohielt. Mit der Glocke habe der Abgeordnete der Geschäftsordnung brutal niedertreten und jede graphischen Protokolles ist der Umstand bezeich Opposition mit Gewalt niederhalten collen. nend, daß Zeure angibt, er habe auf sein Ausschußreferat verzichtet und Nosek die Sache überlaffen, während man im stenographischen Prolaffen, während man im stenographischen Protokoll davon nichts findet. * tionellen auch Genoffe Dietf. der Staatsanwalt -O Eine plaatssucht den Gerichtshof, alle fünf Angeklagten im Sinne der Anklane für schuldig zu erklä en und sie nach den Gefeßen zu bestrafen. Er plädiert auf Verurteilung ohne Gewährung einer Bewährungsfrist uns verlangt auch die Aberkennung des Wahlrechtes wegen niedriger und unehrenhafer Beweggründe, was den Mandatsverlust der Angeklagten zur Folge haben müßte. anwalt erst nach der Lektüre der Morgenzeitungen vom 20. Juni auf die Idee verfiel, einzuschreiten, während ihn die Zeitungsberichte über die früheren Sibungen nicht zum Einschreiten veranlaßten, und daß das Parlamentspräsidium die Anfrage res Stcatsanwaltes beantwortete, ohne mit den Klubs oder den beschuldigten Abgeordneten auch nur irgendwie darüber zu reden. Woher sich der Startsanwalt die Namen der 27 Abgeordneten beschafft habe, deren Auslieferung er beantragte, fci ebenfalls nicht reflärt. Die Mehrheit spielte da die Rolle des Anflägers, ob'chon niemand Richter in seiner eigenen Sache sein soll. Die Schuld an den ganzen Vorfällen schreibt er der unglücklichen Führung des Vorsißes zu, während die Opposition nur darauf ausging, den gefeßlichen Stand der Verhandlungen zu erMit einigen, in schwun vollen Worten vorge- zwingen; eine böse Absicht", die zum Tattragenen Phrasen, daß das Parlament ein Hei- bestand des Verbrechens erforderlich ist, könne man ligtum, die Abgeordneten die Blüte der der Opposition und den Angeklagten schon auf nation seien, und daher ein Muster für die car feinen Fall konstruieren. Der Kongruaantrag Bevölkerung sein müßen, sie daher auch die Ge- der Zollparteien war direkt verfassungs sebe nicht übertreten dürften, die sie selbst geben, widrig, da die vorgeschriebene Berechnung über beschloß er seine Rede. Der Angeklagte Knejzlik verliest sedann eine längere Erklärung, worin er sich auf eine langjährige politische Tätigkeit beruft, die es ausgeschlossen erscheinen lasse, daß er eine staatsfeindliche" Tat begehe. Er und seine Damit war das Beweisverfahren Partei hätten nur die Rechte der Minderheit verteidigt, als das Präsidium des Hauses ihrer Meinung nach eine Verlegung der Geschäftsordnung Fassungsverlegung war insbesondere der Klerikale und damit auch der Verfassung beging. Eine VerRongruaantrag, der nicht die vorgeschriebenen Bedechungsvorschläge enthielt und auch über den voraussichtlichen finanziellen Effeft nichts fagte. Erst durch das unqualifizierbare Vorgehen der Mehrheit und des Präsidiums feien sie in die Obstrut fion gedrängt worden. Er bedauere diese Vorfälle, doch seien die eigentlichen Urheber die, die diese univürdige Art der Verhandlung und Verabschiebung der Gesetze durchsetzten; sie gehören eigent lich auf die Anklagebant. In der Sizung wurde die Spezialdebatte über die Steuerreform eröffnet. Eine lange Debatte entspann sich bei der Einkommen steuer über die Bestimmung, daß von der Steuer jene Staatsbeamte befreit sein sollen, die geschlossen und kein Wahlrecht in die Nationalversammlung bejigen. Gegen diese reaktionäre und unannehmbare begann sein mehrstündiges Plädoyer, in dem er Bestimmung polemisierte neben anderen Oppofi- zunächst die Begriffe öffentliche Gewalttätigkeit", ,, Bereiteln einer Tagung der gesetzgebenden KörAuch über das steuerfreie Existenz- perschaften" usw. erläuterte. Dann ging er zur minimum, das in der Borlage mit 7000 K Besprechung der einzelnen Straftaten über und festgesetzt wird, entspann sich eine längere Debatte.' uchte darzutun, daß die Zeugenaussagen, soweit Der Berichterstatter beantragte hiezu namens der sie die Angeklagten belasten, miteinander trotz aller Mehrheitspartelen ne Abänderung, wonach Differenzen doch in Einklang zu bringen wären. das Steuerfreie Existenzminimum bei einer vier- Es handle sich um strafbare Handlungen, die durch gliedrigen Familie auf 8200, bei fünf Stöpfen auf die Zeugenaussagen alle bewiesen feien. Bon 9200 und bei sechs pfen und mehr Familien- einigen Blättern wurde ihm übel vermerkt, daß mitgliedern auf 11.000 K erhöht werden soll. er von den Zeugen ausgerechnet nur den tschechi Abgeordneter Kreibich verweist darauf, schen Sozialdemokraten Beneš nach seiner Pardaß die Regierungspattelen selbst eine ganze Reihe tei ugehörigkeit gefragt habe; er verwahrte sich von Abänderungsanträgen vorbereiten, die der gegen diese Vorwürfe und erklärte, dies mur des Opposition aber nicht einmal vorgelegt halb getan zu haben, um zu dokumentieren, daß anderer Parteiangehörigkeit wurden; unter diesen Umständen seien die ganzen auch Zeugen ( einer nach fast drei Dupend Klerifalen! D. R.) Berhandlungen zwecklos. einvernommen wurden und ihm die Verteidigung also nicht Einseitigkeit vorwerfen könne. Diese Abänderungsanträge der Mehrheitsparteien wurden inzwischen erst während der Verhandlungen der Opposition bora gelegt. Dr. Meißner beantragte daher, wie em21 Die Entsagung. .ne Kloster- Erzählung son Gerhard Färber. Gesindel ist hier, faum urbeiter zu nennen. ArDer Staatsanwalt hält die Behauptungen der Anklage in vollem Umfange aufrecht und erDann hält Verteidiger Dr. Klouda, den finanziellen Effekt und ein Bedeckungsvorschlag fehlten. Wenn die Mehrheit und das Präsidium einwandfrei vorgegangen wären, hätte es nie zu diesen Szenen kommen können. Bei der Zolla abstimmuna hat Malypetr bei der vorausachenden Erläuterung des Abstimmungsvorganges mit feinem Wort erivähnt, daß die Abstimmung über die oppositionellen Anträge derartig ,, bereinfacht" werden kollte; darin liege die größte Ungerechtigkeit; denn hätte er das früher angekündigt, dann hätte die Opposition sicher daregen EinErst dieses Vorgehen hat die Erregung hervorgespruch erhoben, so fonnte sie es aber nicht. tun. rufen. um so sodann mit der Geschäftsordnung, die, wie Sehr ausführlich beschäftigt sich Dr. Klouda er ausdrücklich feststellt, von der Revolutionären Nationalversammlung schon mit Rücksicht auf eine eventuelle spätere Obstruktion der nationalen Minderheiten entsprechend bearbeitet wurde, etwas unmöglich zu machen. Der Vorsitzende hatte also in beiden Sizungen genügend Mittel in der Geschäftsordnung, um einen normalen Verlauf der Verhandlungen zu sichern, und hätte diese Mittel auch anwenden müssen. Das lasse sich nicht mit der Behauptung Malypetrs abtun, es sei sein ein Senator der f'chechischen Nationalsozialisten, Recht, aber nicht seine Pflicht gewesen, gegen die ein mehr als zweistündiges Plädoyer, in dem er Ruhestöver nach der Geschäftsordnung einzuanwaltes wendet, als ob die Verteidigung versucht Angriffe auf Nosef ausgeschlossen worden wäre, sich zunächst gegen die Behauptung des Staatschreiten, Erst wenn etwa Senej lit wegen seiner habe, den Prozeß auf das politische Geleise zu und dann noch nicht aufgehört hätte, könnte man verschieben; der Tatbestand sei eben von vorn herein ein eminent politischer, aus dem man einzelne Straftaten nicht herausgreifen könne. Er von böser Absicht sprechen. Die Schöpfer des Schußgefeßes waren sich bewußt, daß davon auch einmal ein Abgeordneter betroffen werden könnte, Prozentsatz der Menschen auf den Müll wirft,| Karriere an, zuletzt sein verschwundenes Eheglück, unverschämt, überhaupt will ich wissen, was Sie nicht nur leiblich, auch seelisch, schon die kleinen worunter er zweifellos Eva verstand, die er viel eigentlich wollen?!" Franziska:„ Er ist weggeganKinder kommen mit hurerischen Gedanken auf die leicht einntal hatte heiraten wollen, bis ihn der gen? Wohin?" Alte:„ Das weiß ich nicht, um Welt, und wie fein arbeitet es vor, wie allmäh- weinwilde Günther in die Ecke schmiß. Nun be- sechs Uhr war es! Was wollen Sie?"( Diese lich entnervt dieses Elend die Energie der Prole- gann die Tafelrunde den kleinen Vorfall zu beach- Frage war so eindringlich, daß Franziska antwor tarier dieser Viertel? Die wahrhaft Elenden ten. Ein dicker, beurlaubter Neger aus der ten mußte, aber überraschend schnell und geisteshaben keinen Eindruck von ihrem Jammer mehr! Astoria- Dancing- Bar" stachelte den wieder ent- gegenwärtig log sie):„ Seine Schwester ist krank, Das war nie vorgekommen, seit er aus dem Die glauben fest, es muß sein, daß die sechzehn schlummerten Maler auf, und dieser versuchte ich werde es ihm aber morgen sagen! Es hat Zeit, Strankenhause gekommen war. Neger, Matrosen, jährige Tochter auf den Strich geht und daß der Günther, zum Hallo des ganzen Lokals, das sich ich danke!" Die Alte brummte:„ Störung das!" Dienstmädchen, die feine Beinkleider anhaben 15jährige Kurzarbeiter Tripper und Syphilis be um die streitenden Hähne versammelt hatte, eine und das Fenster trachte zu! Doch Franziska war und nach Pomade riechen und Hafenarbeiter sind kommt! Apathie rud ethische Unempfindlichkeit Ohrfeige zu geben. Günther wehrte den Schwer- nicht mehr bei Sinnen: Danke dankedanke danke! da, deren Hände nach Arbeit aussehen und nach find die ärgsten Feinde dieses Menschen! In tranfenen ab, und das gab Anlaß, daß andere hah! hahahahahahaha!" und lachend lief sie los! altem Teer stinten. Der Wirt stinkt auf weite diesen Vierteln rückentwickelt sich der Mensch zum miteingriffen und da alle sternhagelvoll waren, Der Nervenzusammenbruch war da! Sie lief durch Strecken nach Affohol und hat einen ewig naffen Tier und ist zu gleicher Zeit ein Beweis für die lag bald zwischen umgeworfenen Stühlen und die ganze schlafende Stadt, la. ge laut lachend, Schnauzbart, eine schielende Tochter für die Schußlosigkeit und unverschämtheit der mensch Tischen ein Knäuel widerlicher Menschenglieder ohne daß sie wer sah! Tann wurde ihr Lachen Gäste; eine Feindelikatesse: Ein Gurfenglas, das lichen Rasse! und den Raum erfüllte ein häßliches Geschrei. immer leiser, immer flirrender, immer berzerrier, die Gründung des Geschäftes mitgemacht hat und Günther war nun zum Beispiel schon mit Günther, der noch nicht so betrunten war, wußte immer mehr fant sie in sich zurüd; so irrte sie auch eine Art Selosterjungfrau ist, da tein Sta- sechzehn Jahren in dieses Leben hereingetreten. zu verschwinden und delektierte sich in einer stil hin; halbschlafende Schußmänner mit hochaufge valier kommt und danach fragt auch leztes Solche Großdestillationen wie das Restaurant len Ecke mit Eva auf einem Ledersofa. Eva war schlagenem Rockfragen fümmerten sich nicht um beiter", die nur dann arbeiten, wenn man ihnen Ausschuß" gab es tausend in der Stadt. Die rasend in ihrer Begierde, denn sie hatte immer sie, die lachend und weinend, sinnlos dahinlief. die Arbeit aufdrängt und das Betteln verbietet. Arbeiter aber, die zu diesem letzten Elend nur schon Günther nachgestellt und drängte sich nun Eine Einzelperson löste sich aus dem Dunkel der Diese empfingen deshalb auch Günther mit den teilweise gehören, verhalten sich so zu ihnen, mit ihrem etwas fetten Leib an ihn, der gesättigt Stadt und folgte ihr begann ihr zu folgen Worten: as sucht. Saul unter die wie das Bürgertum zu seinen gefallenen Größen, war und sie abzuschütteln versuchte. Eva rief um zu folgen. Anfangs merkte sie es nicht, aber als sie Prophetsan trank Bodbier, dann rauchte die es am hebsten fotschweigen möchte, sondern Silfe und die anderen famen. Ein neuer Kampf durch die fühle Luft klarer zu werden begann, man wertfoje Zigaretten und fraß Weißwürfte, behandeln diese Elenden meistens als arme Brü- feste ein und man bedrohte Günther sehr merkte sie es doch und wurde nun ohne Willen, wenn man befferfituiert war. Als die Zecher, der. Ernähre dich, wie du kannst, wir haben es dieser sprang durch ein klirrendes Parterrefenster ohne Hirn, zum gehetzten WildReuig und mit eklem Nachgeschmack taumelte Günther nicht ausgeschlossen, genug schiver befchiver genug! Dichter. Philantropen, Aerzte, und stand im Freien ernüchtert! Eine Flut trunken waren, ging der Tanz los. Es waren wohlfituierte Bürger, nehmen sich oft der Huren, von Schimpfwörtern, Biergläsern, Aschenbechern der trunkschwache Frizz Günther nach Hause Franzisko wollte sich noch einmal wehren auch einige billige Weiber gleich bereit, beruflich der Kranken, der Bettler, der Glenden an: Alters- und dergleichen, folgte ihm aber er hatte nur in Tätigkeit zu treten. Ene darunter hieß Evg, beime werden gegründet, Pensionsinstitute und ein einziges beschämendes Gefühl: Wie häßlich gegen das Tier, das da hinten folgte und das ein früherer Umgang mit Günther, die ihm seiner andere gutgemeinte Dinge geschaffen. Nur eines war alles das gegen seine romantische Sehnsucht! zugleich in ihrer Brust war, versuchte in ihrem seit auch hier eingefährt hatte und ihn gelehrt bleibt diesen Menschen versagt: Anerken Ihr seid doch alle Schweine!" brüllte er und rettungslosen Taumel von Begierden, Schmerz und Krankheit, wenigstens das Wort Günther zu hatte in den Blusenschlis zu greifen und fest zu- nung!! Alles ist nur Gnade, Barmherzigkeit, ging dann Franziska, die ihre Angst verwunden hatte, denken; aber die breite, suggestive Gestalt hinter zupacken usw. Man sette fein moralisches Ge- edle Freiwilligkeit und nicht gemeine Pflicht und ficht auf! Das Elend in diesen Shums ist fürch gewöhnlicher Zwang! Doch zurück zur Wirklich klopfte an das Haus Linienstraße 676 an; aber ihr wuchs und wuchs immer mehr-Günther dachte jetzt an die schönen Stunden terlich: nicht dadurch fönnen wir es euch anschau- feit: Heute hatte es Günther auf Eva abgesehen. niemand öffnete; fie flopfte wieder, lang, laut, lich machen, daß wir das Gland unserer Gaffen, aber ihr Zuhälter, ein entgleister akademischer aufdringlich zehnmal, zwanzigmal, dreißigmal vergangener Zeit, an das leuchtende Rot der Peldie Armut und die Krankheiten beschreiben, das Maler, der zuletzt in seiner Eigenschaft als Illu- bis die Hauswirtin das Fenster öffnete und largonien über seinem Strankenbett, fühlte nach find alles bloß Aeußerlichkeiten und Folgen, nein ftrator bei einer Winkelzeitung wegen Suffs schrie: Was wollen Sie?" Franziska erwiderte: dem ekelvollen Abend einen tiefen Verlust und das Elend ist noch furchtbarer dadurch, daß es an die Luft gesetzt wurde, hatte ausnahmsweise Herrn Günther sprechen!" Die Wirtin antwor- weinte, Jahr für Jahr, selbst Woche für Woche einen moralischen Katzenjammer, klagte sich und seine tete: Er ist weggegangen; klopfen Sie nicht so ( Fortsetzung folgt.) das war sogar mit der Zweck des Gesetzes(!), aber derartige Fälle hatten sie nicht vor Augen. Weiter entfräftet er die Behauptung des Staatsanwaltes, daß es sich um eine vorhergehende Verabredung handle, und wirft dem Staatsanwalt mala fides vor, wenn er bei dieser Behauptung verharre. Die Bürgerlichen hätten freilich eine Freude, wenn sie einen Nationalsozialisten dabei auf eine Stufe neben die Kommunisten stellen fönnten. Der deutsche Agrarier Meyer wurde nicht ausgeliefert, obschon er einen Parlamentsangestellten schwer verwundete während Kneizlik auf den bloßen, unbegründeten Verdacht hin ausgeliefert wurde, daß er mit irgend etivas geworfen haben soll. Die technische Obstruktion ist eben einmal eine Waffe der Minderheit und ihr gutes Recht. Die tschechischen Abgeordneten haben fich im Wiener Reichsrat diese Waffe nicht nehmen lassen, was jedesmal einen starken Wiederhall im ganzen Bolte hervorgerufen ha. Niemals war aber von einer Ausliefe rung die Rede. Zölle und Warenpreise. Neuerliches Steigen der Breile der landwirtschaftlichen Produkte. | Rundfunk für Ane! Programm für morgen, Freitag. Prag, 349. 11: Schallplattenmufit. 11.40: Landwirtschaftlicher Rundfunk und Beitsignal. 12.05: Pressenachrichten. 12.15: Mittagstonzert. 1. Suppé: Ifabella Ouverture. 2. uht: An Alle. 3. Gabriel- Marie: Rondo. 4. Siede: Der Babifchab. 5. Camet: Tree ſtep. 6. Goufa: Es lebe der Freiheitsgedanke. 14: Börsennachrichten. 16.30: Nachmittagss Ein Sommernachtstraum. 3. a) Wieniawski: schaftlicher Rundfunt. 18.15: Landwirtschaftlicher Funk. 18.35: Sendung für die deutschen Hörer; Wetterbericht wirtschaftliche Sendung: Ing. Josef Wozat, Oberrat der und Tagesneuigkeiten vom Breßbüro, bierauf deutsche landdeutschen Geftion des Landeskulturrates, Brag: Mineralstoffund Bitaminmangel im Winterfutter. 19: Vortrag: Aus der Geschichte der Religionen. 19.15: Vortrag: Geschichte des Sachspiels. 20: Wetterbericht und Pressenachrichten. 20.02 1. Kapelle der Sicherheitswache. 2. Was Seitere Mufir. wurde in Prag feit ben Neunzigerjahren gesungen. 3. stapelle der Sicherheitswache. 21: Seiterer Vortrag. 21.10: sonaert. 1. Mozart: Ouverture Figaros Sochzeit". 2. a) Kaan Novotný: Der Traum; b) Kaan- Robařovič: Das Vöglein. 3. Bolfmann: Gerenade. 4. Liszt: Les jeur d'eaur a la ville d'Este. 5. Mahler: Rheinlegendchen. 6. Liszt Weninger: suldigungsmarsch. 22: Letzte Nachrichten des Prezbüros, Uebersicht der Tagesereigniffe, Sport und Theaternachrichten. 22.15: Tanzmusif. An der dienstägigen Prager Produktenbörse| spiegeln. Wie sehr das mit der Erhöhung der find die Preise neuerlich angestiegen, und zwar Zölle zusammenhängt, lehrt ein Blid auf die 30g der Preis des Korns um 5 bis 10 K cnt, Gestaltung des Großhandelsinder im letzten Halb- fonzert. 1. Auber: Die Kronbiamanten. Ouverture. 2. MenKartoffeln stiegen um 1 bis 2 K, Weizen jahr. Im Juni, vor der Einführung der er Romanze: b) Barsvcfi: Mazurka. 4. Fétras: Josef Straußum 2 bis 3 K im Preise. Wie man sieht, sind die höhten Zölle, betrug der Großhandelsindex 926, Erinnerung. 5. Bernhard: Walzer. 6. Bačkar: Riviera. 17.30: Börsianer im Schweiße ihres Angesichtes bemüht, im Dezember aber 978. Der Zuwachs betrug 52 Börsennachrichten und Sopfenmarktpreife. 17.45: Landwirt Tasselbe Bild bietet den arbeitenden Klassen das Brot und die Kar Punkte oder 5.4 Prozent. toffeln zu vertauern und aus dem Hunger und der Inder der Lebenshaltung einer ArbeiterElend der Bevölkerung reiche Gewinne zu ziehen. familie, wie ihn das Statistische Staatsamt beDer Preis des Korns hat bereits die unglaubliche rechnet. Derselbe betrug im Juni, also vor der Höhe von 220 K erreicht. Er ist um ungefähr Einführung des Hochschutzzolles 693, im Dezem 50 K höher als der Preis des ausländischen Ge- ber 735 bei Arbeitern in alten Wohnungen( bei tveides, so daß der Zoll, der bei Korn 40 K be- Arbeitern in neuen Wohnungen 790). Es ist also trägt, fich voll auswirkt. Die hohen dieser Index um ungefähr se ch 3 Prozent Preise der Lebensmittel sind also gestiegen. eine dirette Folge der Zollerhöhun Die erhöhten Zolleinnahmen finden matürgen im vorigen Sommer, was schon einigemal lich auch ihren Ausdruck in den erhöhten Staatsnachgewiesen wurde, aber immer wieder gezeigt einnahmen. Der Steuerertrag für die ersten elf Bezüglich des Angeklagten nejalit ver- werden muß, damit die Bevölkerung erkenne, wie Monate des Jahres 1926 betrug an direkten Preffe, Sport- und Theaternachrichten. 18: Seitzeichen. Landwirtschaftlicher Rundfunk: Buchttauben. fritt Dr. Klouda die Ansicht, daß er überhaupt sie von den Zollparteien seinerzeit belogen wurde, Steuer 1533.4 Millionen, an indirefient 3240.7 18.20: Borfrag: Die Schweis umb die Technir. 19: Einfübnur wegen Körperverletzung und nicht nach dem die ihr versprachen, daß der Preis der Nahrungs- Millionen. Gegen 1925 ist dies eine Erhöhung, rung aur Over" Faust". Orcheſterkonzert. 1. Dvořaf: GlaSchutzgesetz ausgeliefert sei, was er aus dem un- mittel durch die Zölle nicht hinaufgetrieben wer die bei den direkten Steuern 45 Millionen, bei Convenir, b'3talie. 4. Smetana: Bhantafte aus„ Die Teufels. klaren Text des Auslieferungsbeschlusses und aus den wird. Zu bemerken ist übrigens, daß auch die den indirekten Steuern aber 238,3 Millionen K wand". 5. Dvoraf: Arie aus" Der Jakobiner"." 6. Smetana: der Rede des Berichterstatters zu beweisen sucht. Bauern jetzt vom Steigen der Preise der landKwanb". 3. Einzeln bespricht er nun die Handlungen, die wirtschaftlichen Produkte nichts haben, denn die beträgt. Der Eingang aus den Zöllen selbst hat nocturno. 3. 3iraf: 3 beimatlieber. feinem Klienten zur Last gelegt sind, und sucht die Bauern haben das Getreide längst um 65.8 Millionen K gegen das Jahr zuvor zu- poems. 5. Ruffische Lieber. 6. Novat: Wallachische Tänze. Behauptungen der Antlage eine nach der anderen verkauft. Die eigentlichen Nutznießer der genommen. Insgesamt beträgt die Erhöhung der geste Nachrichten bes Breßbitros, Uebersicht der Lageßereig it zerpflüden. Er beantragt schließlich für seinen Bölle sowie des Treibens an der Prager Produk 1925. Auch das ist ein Beweis für die vertauernde enftiger anden. Nachrichten beß prebolipos, 22.30: 3lgeunerzu Produk- Steuerlast sechs Prozent gegen das Jahr niffe, Sportnachrichten. Klienten den Freispruch. auch noch die landwirtschaftlichen Genossenschaf Wirkung der Zölle. ten, welche mit dem Getreide spekulieren. Die Agrarier stellen die Sache immer so hin, als ob die Zölle der Lohn für die harte Arbeit des Landwiries wäre. In Wirklichkeit öffnen die Zölle der Börsenspekulation Tür und Tor und bereichern ein paar Parafiten, die selbst nicht arbeiten aber * Der Vorsitzende erklärt sodann das Verfahren für abgeschloffen und teilt mit, daß das Urteil morgen, Donnerstag, um 2 Uhr nachmittags, verlündet werden wird. tenbörse sind die Getreidehändler und vielleicht Die englischen Gewerfichaiten bon ber Arbeit des Arbeiters und Bauern leben, schlechterten Lebenshaltung bezahlen die Massen über den Generalstreit. Die von der gesamten englischen Arbeiter chaft mit großer Spannung erwartete außerordentliche Stouferen; der Gewerkschaftsvorstände zur Besprechung des Generalstreiks, über deren Ergebnis wir bereits berichtet haben, ist am Donnerstag in London zusammengetreten. Es waren 1200 Delegierte als Vertreter von 450 Geverfschaften mit einer Gefanttmitgliederzahl von etwa vier Millionen Mitgliedern anwesend. Die Arbeiterpartei war durch Macdonald und eine Reihe anderer führender Männer vertreten. Brünn, 441, 14.30: Prager Effektenbörse, Wetterbericht, 17.20: Rinderede. wische Rhapsodie. 2. Dvorak: Legende Nr. 4. 3. Rarbulla: 20: Nonzert. 1. Stuffische Romanzen. 2. Chopin: 4. Goofens: Natur 7. Bhopaler: Boltslieder. 21: 22: Brekburg, 300. 17.40: Sprachkurs 18: des Budapest, 556. 16: Kindermärchen. 17.02: Hygienischer 18.20: Gitarre 17.40: Benezur Ghula- Abend. Zigeunermusik. Bien, 517. 11: Vormittagsmufit. 16.15: Aus der guten berfebr. 18: Die Briefmarke als Gammelgegenstand. 18.30: bon alten Seit. 17.40: Bochenbericht für Sport und Fremben Theodor Billroth und die moderne Chirurgie. 19: Franzöfifch. 19.30: Englisch. 20:„ Der Compagnon", Luftspiel L'Arronge. Zürich. 494. 12.30: Schallplattenkonzert. 15: Orchester Die Bevölkerung bekommt die Zollerhöhun Borttag. gent in einer Weise zu spüren, die wir vorausgenaert. 19.30: Woraus und wen zitiere ich? 20.30: Stonzert. ahnt haben, was unsere Abgeordneten und Senatoren in der Zolldebafte ausdrücklich festgestellt haben, von deren Ausmaß aber die Bevölkerung sich keine Vorstellung gemacht hat. Mit der berDie Erhöhung der Preise beschränkt sich der Bevölkerung die Zollpolitik der Agravier und naturgemäß nicht nur auf die drei Artikel, bon Christlichsozialen, bezahlen sie den Stimmenzudemen vorhin die Rede war( Weizen, Korn und wachs, den diese beiden Parteien bei den Wahlen Kartoffeln), sondern auf alle landwirtschaftlichen von 1925 erzielt haben. Diese Lehre haben der Produkte. Das zeigt sich am Steigen des Groß- arbeitenden Bevölkerung die fapitalistischen Bar- Deitfche landsindex, in dem sich ja die Preise aller teien erteilt. Die Massen werden sich diese Lehre 18.30: Englisch. 19: Ernährungsgewohnheiten. 19.30: Bisfen Nahrungsmittel und Lebensbedürfnisse wider- auch merken. ,, Der Wahrheit eine Gaffe." Wie die ,, Eindrücke" der tschechoslowakischen Rußlanddelegierten entstanden.- Florian Schenks Rußland- Broschüre in der Zentrale der Kẞč in Prag verfaßt.- Der ganze Schwindel bricht zusammen. Mit der tschechoslowakischen Arbeiterbelegation hatten die Kommunisten Pech. Sie hatten sich in Genossen Wunderlich einen Delegierten ausgesucht, der sich der hohen, ihm zuteil gewordenen Ehre nicht würdig zeigte. Der eine, der aus der Reihe trat und die Wahrheit über das Gesehene, ob er es gut oder schlecht fand, rücksichtslos aussprach, der sich dagegen wehrte, daß man seine Berichte zuschnitt, ummodelte, der sich nicht gegen die soDie Vormittagssitung war mit einer Verlefung des vielumstrittenen sogenannten Bea richts des Generalrates über den Generalstreit durch Pugh, den vorjähri gen Präsidenten des Gewerkschaftsbundes, ausge füllt. In der Nachmittagssihung wurde die Sel lungatahme der Bergarbeiter in einer Rede des Vorsitzenden des Bergarbeiterverbandes Smith dargelegt. Die Hauptanklage punkte feiner Rede gegenüber dem Generalrat waren: Erstens, daß der Generalrat bei verschiedenen Gelegen beiten über den Kopf der Bergarbeiter hinweg berhandelt habe; zweitens. tak der Abbruch des Generalstreits erfolgt sei, ohne daß der General- zialdemokratischen Arbeiter heßen Fiez, hat ihnen at genürende Sicherung hinsichtlich der Durch das ganze Stonzept verdorben, das eben führung des sogenannten Samuelichen Memoran- auf einen gar zu plumpen Schwindel hinauslief. Jums gehabt hat; drittens, taß beim Abbruch des Aus einer von den Kommunisten verspätet provo Generalstreits der Generalrat nichts unternom zierten Polemit des Genossen Wunderlich men habe, um Maßregelungen zu verhindern. erfährt man jetzt auch, wie die Broschüre Smith schlok mit der Feststellung, daß er als„ Der Wahrheit eine Gasse", in der FloFührer der Berzarbeiter unter ähnlichen Verhält- rian Schent, der ostböhmische Revolutionär und iffen wieter genau so bandeln würde. Auf Spalter, feine Eindrüde in Rußland schildert, zuSmith folgte der Eisenbahnerführer Thomas, standekam. Ok noffe Wunderlich richtet nun on under in seiner Rede die Führung der Bergarbeiter, fer Karlsbader Bruderblatt einen Artikel, dem namentlich Cook, aufs schärfite angriff. Das Wort wir folgenden Schlußabsatz entnehmen: nahm sodann Cg of. Seine Rede gipfelte in der Anflage gegen den Generalrat, sich um die ent scheidenden Punkte herumzudrücken. Er appellierte an die Konferenz, auf Ablehnung oder Annahme verzichten und die Entscheidung einer Abtimmung aller gewerkschaftlich organisierten Arbeiter zu unterbreiten. Abend. tonsert. 16: Zanamust. 17.30: Seinberstunde. 20: Bither. Deutschland. Königswusterhausen, 1300. 12: Sprechtechnit. 15: Ge fundheit und Ehewahl. 15.30: Einheitsfurafchrift. 16: Muttersprache. 17: Die Vereinigten Staaten von Nordamerifa. 17.30: Gefchichte und Geschichtsbeschreibung. schaftlicher Vortrag für Aerate. 20.30: Uebertragung bon Hamburg. 395. Lieder aufs beutsche Land. 22.15: Tanzmusit. Berlin, 484. 12: Stundengeläute. 15.30: Die Sprache der Blumen. 16: Die Kunst des Sebens. 16.30:„ Der Sohn", eine Szene von Lingen. 17: Konzert. 18.10: Oeffentliche Gärten. 18.35: Neues von der Kunitseibe. 19: Stundengelänt. 19.30: Spinozas Weltanschauung. 20:„ Die Poſtmeisterin", Operette von Jeffel. 22.30: Tanzmusit. Breslau, 323. 16.30: Charakterstücke. 18: Der Filch in der Boltsernährung. 19.20: Betrachtung bildender Kunst. Frankfurt, 429. 13: Neue Schallplatten. 15.30: Jugendstunde. 16.30: Hausbrandfragen. 17.45: Bilhelm Diltheh. 18.15: Die Angestelltenbewegung. 19.15: Stunde der Beitung. 19.45: Fortschritte in Wissenschaft und Technir. 20.05: Film Wochenschau. 20.15: Maria Magdalene", bürgerliches Trauerspiel bon Sebbel. Tanzmusir. Langenberg, 469. 12: Bersuchssendung. 16.30: Teemufit. 18: Wohnungen und Wohnstätten. 19.20: Das unbekannte veta. 20.15: Rammermustr. Leipzig, 366. 12: Schallplattenkonzert. 16.30: Nach19: Das Flugzeug im mittags fonzert. 18.05: Refeproben. Dienste des beutschen Verkehrs. 19.30: Königskinder", Oper von Humperdind. 22.45: Tanzmusit. München, 536. 14.45: Frauenstunde. 16: Orchester19.30: Carl Bleyle- Abend. 21.15: Heutige Probleme ber Philofophie. 0000000000000000000000000000000 treibungen waren noch das fleinere Nebel. Es er schien dann eine Broschüre„ Der Wahrs heit eine Gasse", Eindrücke und Erfahrungen der tschechoslowakischen Delegation in Rußland erzählt von einer Reihe von Delegierten. Den Löwen- Yongert. 17.20: Amerika und wir. 18.45: Lieberstunde. anteil an diesem Werk" hat Florian Schenk aus Jungbuch. In gleicher Aufmachung, um jeden Argwohn zu beseitigen, ist nach einer belanglofen Einleitung, die sich mit der Wahl des Schenk zum Delegierten und seinen Eindrüden auf der Neise burch Polen befaßt, die Sovjetunion beschrieben. Doch man höre und wende sich voll Abscheu der ganze, etwa 20 Seiten lange Artikel ist eine getreue, to örtliche Wieder gabe des uns von der Prager 3entrate beigestellten Musterberichte. ab An diesem einen Beispiel wollte ich nur aufzeigen, welcher grandiosen Fälschungen und temagogischen Kniffe die Kommunisten fähig sind. Jeder denkende Arbeiter fann sich nun leicht selbst ein Urteil über die Ehrlichkeit der Kommunis st en bilden. Emil Wunderlich. Kurz nach unserer Rüdkehr wurde den eine zelnen Delegierten von Prag aus ein viele Seiten starker Leitfaden für die Ruß Eine redaktionelle Bemerkung ist da wohl landversammlungen beigestellt. Aus die überflüssig. Der abgeschriebene Leitsem Musterbericht ersah ich mit Erstaunen, faden" als Niederschrift der„ Eindrüdeund was wir alles in Rußland gesehen Erfahrungen der Delegierten" das jagt haben sollten. Doch diese gewaltigen Ueber. alles... Ter Konferen; wurden zwei Refolutionen vorgelegt, eine, die die Annahme des Die Dominions gegen Truppenfendungen. über den Standpunkt der Großmächte betreffe der lischen Regierung ausspricht. Im Hinblick auf die Generalrat, fordert, und eine giveite Resolution, Melbourne, 26. Jänner.( Reuter.) Das chinesischen Frage einlaufenden Meldungen, hegen welche im Sinne der Vorschläge von Cook die Entscheidung einen Neferendum überlassen will. australische Kabinett hat über etwaige Entfendun- die" Daily News" die Besorgnis, daß England Die ge chhäftsordnungsmäßige Zulässigkeit der gen militärischer Streitkräfte nach China Be- in feiner Politit i foliert bleiben werde. Das ratungen abgehalten und sich dahin entschlossen, Blatt fordert eine deutliche C Tärung der Res veiten Resolution wurde jedoch bestrittet. daß es vorläufig zwecklos fei, in dieser Angelegen gierung, wonach auch das tonservative Blatt heit irgendeine Entscheidung zu treffen. Am Freitag hat die Konferenz ihre VerHandlungen mit einem Vertrauensvotum für den Generalrat beendet und mit großer Mehrheit die Resolution der Bercarbeiter und damit die Be hauptung zurücgewiesen, daß der Generalrat sie im Stich gelaſſen hätte. Tür den Generalrat stimmten die Vertreter von 2,840.000, gegen ihn die Vertreter von 1.095.000 Mitgliedern. Außer den Bergarbeitern stimmten die Holzarbeiter und die Handelsarbeiter gegen den Generalvat. ,, Daily Expreß" ruft. * Amerita schützt nur seine eigenen Untertanen, Washington, 26. Jänner( Reuter.) Ein Delhi, 26. Jänner.( Reuter.) Der Führer London, 26. Jänner. Nach einer Meldung der Nationalisten beantragte im indischen Barlas aus Melbourne wird sich das australische mente eine Diskussion über die Regierungsaktion Kabinett mit der Frage der Entiendung von betreffs Entsendung von indischem Militär nach Truppen nach China befassen, dic, wie es China. heißt, über Ersuchen der englischen Regierung für den Fall eines plößlichen Erfordernisses vorbereitet sein sollen. Die australische Arbeiter Der Abstimmung ging eine große Aussprache ichaft ist gegen die Entsendung einer boraus, in der der freiär des Gewerkschafts- Militärexpedition und die Schifferbundes, Citrine, mit außerordentlicher Geschicklichkeit den Generalrat verteidigte und damit großen Eindruck auch auf den linken Flügelt weigern. machte. In der Tebatte sprachen die Führer beinahe aller orojen Geivertidaften. In feinem Schlußwort forderte der Vorsitzende des Generalrates, Sids, dessen Mäßigung während des ganzen Verlaufs ter Verhandlungen lebhaft er- gung zum Ausdruc. ortert wurde, die Deler ferien cuf, die Vergangen heit ruhen zu lassen und sich nunmehr der Aufgabe des Wiederaufbaues der Gemeri fchaften zu widmen. union beschloß, die Arbeit auf Truppen und Regierungsvertreter erklärte, Präsident CooMunition an Bord führenden Schiffen zu ber- lige erblicke eine große Verschieden Die indische nationale Preffe wendet sich in scharfen Worten gegen die Entfen dung von Truppen nach China und bringt ihre Sympathie für die nationale BeweDer Ausschuß für die Freiheit in China der englischen Labour- Party sandte an den Minister Tschen ein Telegramm, worin er dessen Entschluß, mit den Mächten zu verhandeln, begrüßt und sich gegen militärische Maßnahmen der engheit zwischen den britischen und den amerikanifchen Problemen in China, da die Vereinigten Staaten in China feine Konzessionen besigen. Deshalb schließt Präsident Coolidge nicht aus, daß es zu divergierenden Anschauungen der beiden Regierungen bezüglich der allgemeinen Politit gegenüber China kommen könnte. Einstweilen macht die Regierung der Vereinigten Staaten von ihrer Militärmacht, nämlich von den in den chinefischen Gewässern ankernden Schiffen, zum Schuße der amerikanischen Untertanen Gebrauch. Sramel, der fchweiglame Redner. Wo alles redet, kann Šramet allein nicht schweigen. Dieser Treffliche beherrscht aber die seltene Stunft, selbst wenn er redet, zu schweigen. Auf dem Kreistag der tschechischen Klerikalen hat er eine Rede gehalten, in der er über gewisse Punfte so geheimnisvoll orakelte, daß ihn die alte Pythia um seine nichts und alles sagende Rätselhaftigkeit beneiden könnte. Geradezu flassisch ist diese verschwiegene Redseligkeit Sramets auf fojialem Gebiete ausgefallen. Er sagte da: In sozialen Fragen beginnen wir jetzt systematisch und rascher als bisher vorzugehen. Biel aber sage ich nicht darüber. Ich werde noch einige Zeit schweigen, weil ich die Angelegenheiten noch nicht in der Regierungsfoaliton vereinbart habe. Ich hoffe, wir werden uns mit diesen Sachen schon in naher Zukunft öffentlich befassen. Die Angelegenheiten werden fleißig vorbereitet". Herr Sramet sagt nicht viel um diesen Punkt, weil jedes wahre Wort ein Angriff gegen die Agrarier darstellen würde, deren es bekanntlich auch in der tschechischen Volkspartei eine erfleckliche Anzahl gibt; und er wird noch einige Beit schweigen", weil der gefinkelte Priester die öffentliche Behandlung solcher„ delikaten" Dinge lieber anderen überläßt. der Die Tartüfferie Srameks wird aber noch übertroffen von der seiner deutschen Gesinnungsgenossen, publizistisch repräsentiert von Deutschen Presse". Diese zitiert die oben auch von uns wiedergegebenen Säße Stamets und bemerkt dazu, daß diefe sozialen Pläne, von denen Minister Šramet spricht, wirklich soziale Reformen im Sinne von Vers besserungen sein werden..." Da könnten die Kühe lachen. Aber es ist zu traurig. Seit den Zöllen haben die Parteien der jebigen Regierung eine unfoziale Tat um die andere gesetzt und nun soll ihnen jemand glauben, daß sie wirklich soziale Reformen planen! Das Gegenteil ist der Fall. Während jedoch der geriebene Redner so spricht, daß man seine Worte nach Belieben und Verstand schwarz oder weiß deuten kann, macht die Deutsche Presse" aus schwarz weiß. Das ändert aber nichts an der Tatsachen, die schwarz sind und schwarz bleiben werden, solange die Arbeiter nicht das richtige Kraut dagegen werden gefunden haben. Ingesneuigleiten. agiriegs zenen. * ge. Donnerstag, 27. Jänner 1927. ant 24. Jänner 52 grippetrante Berfonen in Behand-| doch bei der Regierung etwas für ihn tun, wird lich waren. Es handelt sich um Franz Fritz, Peter lung. Am 25. Jänner famen 23 dazu, entlassen wur- er sich gewiß darauf berufen, daß dies nicht in Schamber und Anicz Jacob. Frizz und Schamber den 15, Todesfälle waren nicht zu verzeichnen. feine Kompetenz falle. Aber für sich selbst etwas wanderten jantt ihren Familien nach dem Kriege Mähren: Nach einer amitlichen Mitteilung zu tun, ja Bischof, das ist etwas anderes. nach Amerika aus und ließen sich in Mansfield, Sechsundzwanzig Konsuln und ein Invalider. aus Mähren wurden in der Zeit vom 1. bis 15. Qualifizierte kommunistische Arbeit. Der Ohio, nieder. Sie schrieben auch ihrem Freunde Jänner amttich 279 Grippefälle gemeldet, von denen Reichenberger, Vorwärts", der ja schon Jacob, er solle ebenfalls herüberkommen, aber die Vor einigen Monaten wurde in ein Kran der Großteil auf Brünn entfiel. In der Woche vom im Jahre 1920 die zwölfte Stunde" gekommen Quote war gefüllt, und er ging nach Kanada. tenhaus in Rotterdam ein taubstummer Jn 16. bis 22. Jänner wurden in Mähren antlich ins- fah, in der die Arbeiter für Bildungsarbeit Die beiden Freunde in Amerika schmuggelten dann valide gebracht. Sein Körper war mit Stich- und gejamt 4032 Grippeerkrankungen, darunter 4 Tobes nichts übrig haben dürften, verfällt von Zeit zu ihren anderen Freund über die Grenze nach hier. Schußwunden aller Art bedeckt, sein Brustkorb fälle gemeldet. Am stärßsten traten in dieser Zeit Beit in einen so ordinären Ton, daß nur Lumpen- Nun mußten sich alle vor Bundesrichter Jones verbrannt, alle diese Verlegungen schienen aus die Grippeerkrankungen im Mähr. Ostvanter Bezirke proletarier sich von ihm nicht angewidert fühlen in Cleveland dafür verantworten und ihre Strafe dem Kriege zu stanimen. Die Spitalverwaltung auf( 2013). Eine größere 3ahl von Grippefällen ist dürften. Erzählen wir dann, wie der Vor- fiel wahrlich nicht leicht aus. Die ganze Familie fonnte jid) mit ihm nur sehr mangelhaft in einer weiter im Misteker Bezirke( 355), in Göding( 354), wärts" polemisiert, so antwortet er mit einer Frih wurde bestraft, und zwar der Vater und Zeichensprache verständigen, tam aber zu dem in Hohenstadt( 224) und in Zwain- Stadt( 125) zu 8-19- Berichtigung( von der wir aber kei- der Sohn, Frizz jun., je sechs, die Mutter, Mare, Schlusse, daß er wahrscheinlich ein im Kriege ver- verzeichnen. nen Gebrauch machen werden). Sie veranlaßt zu sechs Monaten Arbeitshaus und schollener englischer Soldat sei. Es wurde Die Krankheit nimmt in den meisten Fällen uns aber, die Ordinärheit des Vorwärts" im die Tochter, Frau Elisabeth Bischof, zu drei Tagen der englische konsul von Rotterdam verstän- einen leiden Verkauf. Auf Bauchgrippe entfallen Wortlaut wiederzugeben, was wir bisher aus Gefängnis. Peter Schamber muß 61 Tage im digt, dem der Invalide mit Hilfe von Landkarten, zwei, auf Stopfgrippe ein halbes Prozent. Am stärk Reinlichkeitsgründen vermieden. Der„ Vorwärts" Daytoner Arbeitshaus abbüßen und nach Ablauf Wortzeichen und Gebärden die schwer zu entzif- ften trat die Grippe unter der Schuljugend auf( un- überschrieb vor einigen Tagen eine Bolemit gegen ihrer Sivafen werden alle deportiert wer fernde Mitteilung machte, daß er ein englischer gefähr 64 Prozent), besonders im M.- O strauer uns mit dem zweisvaltigen Titel: Dünner den, ebenso wie Anton Jacob, der EingeschnugSoldat jei, der auf allen Striegsschaupläßen ge- Bezirke, tbo sämtliche Schuten pischen!" Der Vorwärts", dessen Geist und gelte, es jetzt schon wurde. lämpft habe. Er gab abwechselnd die Namen schlossen wurden. Vornehmheit sich also manifestierten, wird es sich Eine bestialische Tat. Aus Preßburg wird Gordon, Newlove und Horn an. Der Konsul Nach einem Telegramm aus žhorod wurde berichtigen zu wollen. wohl überlegen, diese Feststellung mit dem§ 19 gemeldet: Der 33jährige Koloman 3femle in der blieb zwar sehr steptisch, dennoch ließ er die ErGemeinde Bata wollte seine 35jährige schier zählung des englischen Soldaten in allen anteri- dort bis zum 24. Jänner fein Todesfall infolge Schauerliche Rache einer Frau an ihrer trante Schwägerin Marie Hanat beerben und fanischen und englischen Zeitungen veröffentli- Grippe gemeldet. In Uzhorod selbst erkrankten un- Nebenbuhlerin. Dieser Tage hat sich in der Ge- nahm sie zu sich ins Haus. Um sie aus dem Wege chen, auch die Photographie des Mannes wurde gefähr 5 Prozent der Bevölkerung; Komplikationen meinde Mera in Rumänien ein schauerliches Ver- zu räumen, erfann er folgenden Blan: Er befahl verbreitet und die Aufforderung an die Zeitungs- wurden nicht gemeldet. In Berehov wurden fané brechen ereignet. Die Bäuerin Ruganda Mandroiu ber schwerkranten Frau, die ständig bettlägerig lejer gerichtet, Näheres dem Konsul in Rotter- liche Schulen geschlossen, weil 30 Prozent der Kinder lockte ihre Verwandte Nastasia Alexandroiu in ihr war, aufzustehen, sich anzuziehen und mit ihm zu dam mitzuteilen. Biertausend Briefe und 7 Prozent der Erwachsenen an Grippe erkrankt Haus unter der Vorspiegelung, daß sie ihr Kutu fonment. Nichts Böses ahnend. folgte die Krante liefen in Rotterdam ein, unter denen gab es 370, find. Aus der übrigen Provinz wurde ein Auftreten ruz geben werde. Die Alexandrou folgte, nichts dem Schwager. Als beide die Landstraße erreich in denen mit aller Bestimmtheit erklärt wurde, der Grippe nur im Bezirke Perečin gemeldet.( Bom Böses ahnend, der Einladung. Die Mandroiu ten und sie zu einem tiefen Graben tamen, stieß daß die Briefschreiber in dem ,, Seriegshelden" den Gefundheitsministerium.) gab ihr tatsächlich den versprochenen Kufuruz, 3semle die unglückliche in den Gra verschollenen Mann oder Sohn erkannt hätten. doch als sich die Alexandroiu darüber beugte, um ben und eilte davon. Er rechnete damit, daß sie Mehr als hundert Familien schickten Die Grippe in Eger. Die Grippeerkrankungen ihn in einen Sack zu stecken, schlug sie die Haus- hier den Tod finden würde. Volle zwölf ihre Angehörigen nach Rotterdam mit dem Auf- beim Militär und unter den Schulkindern haben in frau von rüdwärts mit einer Art nie- Stunden lag die Hanaf hier bewußtlos, bis sie trag, von dem Spital die Auslieferung des ver- letzter Zeit bedeutend zugenommen. Ein der. Als die Ueberfallene bewußtlos zusammen- wieder zu sich fam. Mit ihven letzten Kräften schollen geglaubten Familienangehörigen zu ver- Soldat des 33. Infanterieregimentes, nomrens Fra- stürzte, band sie die Mandroiu mit Striden raffte sie sich auf, und troch aus der Grube. Da langen. Es entstand ein regelrechter Kampf un- rick ist im Egerer Krankenhause an Grippe ge- und schleppte sie in die Kammer. Hier hängte sie ihr Ende herannahen fühlte, schrieb sie auf ein ter den Unglücklichen, die in der Menschenruine sorben. Im Krankenhause selbst befinden sich sie ihr Opfer an einen Balken mit den Stück Papier, daß ihr Schwager sie in die Grube ihren Angehörigen zu erkennen wähnten und aber nur wenige an Grippe erkrankte Personen. Füßen hinauf und dem Kopf nach unten, riß ihr gestoßen habe. Nach einigen weiterer Schritten darauf bestanden, daß er ihnen zurückgegeben Der Stadtrat Eger, der verschiedenen Vereinen für die Kleider vom Leib und begoß ihren kör- brach sie tot zusammen. Ihre Leiche werde. Es gab große Tumulte vor dem Konsulat Unterrichtszwecke in den Abendstunden Schulzimmer per mit Petroleum. Dann zündete wurde erst nach mehreren Stunden aufgefunden. und herzzerreißende Szenen spielten sich ab zur Verfügung gestellt hatte, hat, um der weiteren sie die Unglückliche an. Diese tam erst Die Gendarmerie wurde verständigt und auf ein grotes es und doch tieferschütterndes Nach- Verschleppung der Grippe Einhalt zu tun, diese Be- jetzt zu Bewußtsein und stieß furchtbare Schmer Grund des vorgefundenen Zettels fonnte spiel zum Striegselend. Da so viele Familien den willigung vorläufig bis zum 6. Feber außer Kraft gensrufe aus. Aber das entmenschte Weib ließ 3semle verhaftet werden. Die Nachricht Invaliden für den Ihrigen erklärten, fonnte er sich nicht abhalten, der schon von Flammen um von der bestialischen Tat des Zsemle verbreitete natürlich feiner übergeben werden, und der enghüllten Alexandroin mit einer Schere zunächst das sich wie ein Lauffeuer in der Gemeinde und alslische Konsul setzte nun seine Nachforschungen Haar abzuschneiden und dann die Nase zu ver- bald rottete sich eine Volksmenge zusammen, um fort. Da er schließlich Verdacht schöpfte, daß der Vorbildliche Organisationsarbeit für unsere stümmeln. Dann erst gab sie ihr Opfer frei, 3somle zu lynchen. Die Gendarmerie konnte dies Mann kein Engländer set, veranlaßte er, daß alle Partei hat die Bezirtsorganisation die Alexandroin stürzte aus dem Haus und brach nur mit schwerer Mühe verhüten. Konsulate Beamte in das Krankenhaus schickten Braunau aufzuweisen. Sie hat es durch die auf der Straße zusammen. In sterbendem Schuld der Kartenschlägerin. Durch eine Kar und der Taubstumme wurde der Reihe nach in vor kurzem erfolgte Gründung einer Lokalorgani- 3ust a n de wurde sie ins Spital überführt. Die tenlegerin ist in Halle die junge Frau eines Mas 26 Sprachen angesprochen. Aerzte beob- fation in Bodisch, der eine ansehnliche Anzahl vertierte Mörderin Mandroiu wurde gleich darauffeurs in den Tod getrieben worden. achteten heimlich, wie er auf die verschiedenen Mitglieder angehören, zuwege gebracht, daß nun- durch Gendarmen verhaftet. Sie gab an, die Tat sehr nervöse junge Frau, die ohne Grund eifersüchtig Sprachen reagierte. Nun merften sie, daß, als mehr im Gerichtsbezirke Braunau in aus Eifersucht begangen zu haben, da ihr war, erhielt von der Kartenlegerin, der viel besuchten der Vertreter des ungarischen Konsulats ihn allen Orten eine fozialdemokrati- Mann zur Alexandroiu intime Beziehungen unter- 78jährigen Wire Martha Bieber, aus den Karten ansprach, er sehr aufgeregt wurde. Darauf vedete sche Parteiorganisation existiert. Die- halten hätte. Bescheid, ein schwarzes Weib stehe zwischen den der ungarische Konsul auf ihn eindringlich ein, fes geiviß stolze Ergebnis unermüdlicher KleinEheleuten und habe von ihrent Manne ein Kind. mit dem Ergebnis, daß der Mann im Laufe des arbeit diene allen anderen Bezirksorganisationen Das regte die junge Frau so auf, daß sie sich ver. Gesprächs drei Nervenanfälle erlitt. Diese Spur als nachahmenswertes Beispiel. giftete. Das Gericht in Halle, vor dem sich die wurde dann weiter verfolgt und schließlich brach startenlegerin zu verantworten hatte, verurteilte der Simulant zusammen und legte ein Geständ diese wegen Unfugs zu zwanzig Mark Geldstrafe. nis ab. Er erzählte, daß er Franz PaI heiße, aus Ungarn stamme, viel gelitten und entbehrt habe und von einem Filmschauspieler in Wien den Rat erhielt, er möge sich als taubftummer Striegsinvalide verstellen und sich mit Bettelei erhalten. Er schlug sich auch jo in vielen Ländern durch, wurde aber des Elends und des unsteten Lebens müde. Da kam ihm der Gedanke, sich als ein ,, verschollenes" Mitglied in eine reiche englische Familie hineinzuschmuggeln. ,, Aber der Herr Konjul bat einen Strich durch meine Rech nung gemacht" fügte der ungewöhnliche arme Schwindler mit einer melancholischen Geste hinzu. Die Grippe. Prog, 26. Jänner.( Grippeepidemie.) Im IL gemeinen Krantenhaus in Prag be farben sich am 24. Jänner 70 grippefrante Per sonen. Am 25. Jänner tamen 11 dazu, entlassen wurden 18, Todesfälle waren feine zu verzeichnen. Im Weinberger Krankenhaus waren Die Schritte. Von Arturo Giovannitti: II. Aber denkt er überhaupt? Warum sollte er denfen? Denke ich? Ich höre mur die Schritte und zähle fie. Vier Schritte und die Wand. Vier Schritte und das Gitter. Aber darüber hinaus? Darüber hinaus? Wohin geht er, wenn er an der Wand oder an der Tür angelangt ist? Er geht nicht darüber hinaus. Sein Denken zerbricht da an den eisernen Stäben. Vielleicht bricht es sich wie eine Woge der Empörung, vielleicht wie gesetzt. Die spanischen Stüfte herrschenden Sturmes ist der spantVierzehn Mann ertrunken. Infolge des an der panischen Küste herrschenden Sturmes ist der spani sche Dampfer ,, Retuerto" auf der Höhe von San Esteban de Pravia( Provinz Oviedo) gesunt en. Von der Besagung des Schiffes konnten nur menige Mann gereitet werden. 14 Matrosen sind ertrunken. Die Anbeter der weinenden Mutter Gottes verDie Massenmord- Epidemic. In der gemeinsamen Wohnung eines 55jährigen Büroangestell ten in Dresden wurden Montag vormittag Der arme Bischof. Wer hätte es geglaubt, deffen 84jährige Mutter und seine beiden 45 daß es einem Bischof in der Tschechoslowakei so und 42 Jahre alten Schwestern in ihren Betschlecht geht, daß er sogar Bittbriefe schreibt! Und ten liegend tot aufgefunden. Offenbar liegt doch ist es so. Der Budweiser Bischof Sinton Gasvergiftung vor, die der Mann ohne Barta hat an das Unterrichtsministerium einen Einwilligung seiner Angehörigen herbeigeführt Brief gerichtet, in dem er in herzzerreißender hat. Der Mann beging Selbstmord durch Weise darüber Klage führt, daß sowohl den Erhängen. Staatsangestellten als auch der Geistlichkeit das Eine Tagung fozialdemokratischer Akademiker Einkommen aufgebessert wurde, daß man aber in Deutschland. Der Verband sozialdemokrati gerade an dem armen Bischof von Budweis ver- scher Akademiker in Deutschland hält seine diesgeffen hat. Er bittet deshalb darum, daß man jährige Jahresversammlung vom die Dotation der bischöflichen Mensa( der bischöf- 18. April in Nürnberg ab. Im Mittelpunkt der urteilt. Man erinnert sich noch an die Teufelsaus lichen Küche) auf 100.000 Stronen erhöhe. Tagung stehen die Referate der Genossen Univer- treibung von Bombon, die vor einem halben Jahre Univer- treibung Armer Bischof! Die Bischofstöchin muß lauter fitätsprofessor Dr. Lederer Heidelberg„ Der viel von sich sprechen machte. Die Anbeter eines Kartoffeln tochen, kaum einmal in der Woche moderne Imperialismus und der Sozialismus" weinenden" Wuttergottesbildes in Bordeaug waren kann sich der Herr Bischof ein Stückchen Fleisch und Dr. Mennide, Direktor an der Hoch über den Pfarrer Desnoyers von Bombon leisten. Es ist wirklich höchste Zeit, daß dem schule für Politik Berlin, Der Sozialismus als erbittert, weil er sich mit dem Oberhaupt ihrer Sekte, Bischof geholfen werde. Es gibt zwar in der jittliche Idee". An jedem der Vorträge wird sich einer Hausbesorgerin, zerschlagen hatte. Sie tamen Budweiser Diözese Tausende von Menschen, die eine Aussprache anschließen. hungern müssen und für die der Herr Bischof noch Deportation Deutscher aus Amerika. Im so nie ein Wort gefunden hat und für die er noch aldemokratischen Vorwärts" aus Milwau bei feinem Minister als Bittsteller erschienen ist. te e lesen wir: Ein schweres Unglüd hat drei Sollte ihn irgend ein armer Teufel aus dem Freunde betroffen, welche vor fünfzig Jahren in Böhmerwahld ersuchen, der Herr Bischof möge München geboren wurden und immer unzertrennUnd das ist es, woran zweihundert Gehivne in der Dunkelheit und der Stille der Nacht denken, und das ist es, woran ich denfe. Wunderbar ist die hohe Weisheit des Gefängnis jes, die alle den gleichen Gedanken denken läßt. Ausgezeichnet ist die Vorsorge des Gesetzes, die alle gleichmacht, im Geiste und im Gefühl. Gefallen ist die letzte Schránke des Vorrechts, die Aristokratie des Intellekts. Die Dentokratie der Vernunft hat alle die zweihundert Gehirne auf das gemeinsame Niveau des gleichen Gebankens gebracht. Jch, der ich niemals getötet habe, denke wie der Mörder. Jh, ber ich niemals gestohlen habe, denke wie der Dieb. = 16. bis zu der Ueberzeugung, daß der Pfarver vom Teus fel besessen sei, und fuhren zur Teufelsaustreibung nach Bombon. In der Kirche überfielen sie dent Pfarrer, zogen ihm die Hose aus und geißelten ihn so lange, bis kein Teufel es mehr aushielt. vei Männer und acht Frauen, die an der Teufelsaustreibung teilgenommen hatten, wurden angeflagt. In der Gerichtsverhandlung, die Mittwoch stattfand, erschienen sie nicht, und so wurden sie in contumaciam berurteilt: die Männer zu je acht Monaten Gefängnis und hundert Franken Geldstrafe, dic Größer als alle Menschen ist der Mann mit dem Frauen je sechs Monaten Gefängnis und weißen Haar und dem kleinen Messingschlüssel, denn hundert Franken Geldstrafe. Weiter haben die Ves fein anderer Mensch in der Welt vermöchte zwei- urteilten dem Pfarrer fünftausend Franken, seinen hundert Menschen zu zwingen, unaufhörlich dem beiden Hausgehilfinnen, die auch mißhandelt wurden einen gleichen Gedanken zu denken. je tausend Franken Schmerzensgeld zu bezahlen. den fünften gehen läßt, und sie alle wachend und lauschend hält und sie zwingt, den gleichen wahnsinnigen Gedanken zu denken. Jede Faser in mir hält er gefangen, denn das glühende Brandmal der Ausgestoßenen, das zweiSchneidige Schwert der Einsamkeit läßt den Apostel und den Mörder, den Dichter und den Kuppler an die gleiche Tür, den gleichen Schlüssel, den gleichen Weg ins Sonnenlicht des Lebens denken. ** sin plösliches Anfluten der Hoffnung, aber immer Ich denke, überlege, wünsche, hoffe, zweifle, Mein Bruder, geh nicht länger mehr auf pieder tehrt es zurüd wie eine zernagende Welle warte wie der Totschläger, der Defraudant, der Fäl- und ab. ber Soffnungslosigkeit und Verzweiflung. scher, der Betrüger, der Blutschänder, der Räuber, Es ist nicht gut, in einem Grab auf und ab zu Er schreitet auf und ab in dem Maelstrom fei- der Trunkenbold, die Prostituierte, die Supplerin, gehen. Es ist ein Satrileg, vier Schritte zu machen nes stürmenden, unaufhörlichen, einzigen Gedankens. ich, der ich gewohnt bin, an Liebe und Leben und von dem Gitter zur Wand und vier Schritte von Nur ein Gedanke feststehend, unverrückbar, un- Blumen und Gesang, an die Schönheit und die der Wand zum Gitter. beweglich, bohrend, ohne Kraft und ohne Stimme. Ideale der Menschheit zu denken. Ein Gedanke des Wahnsinns, der Tollheit, ber und ein natürlicher Gebante. Aber alle natürlichen aus glänzendem Messing. Wenn du mit dem Gehen innehältst, mein Ein leiner Schlüssel, ein einer Schlüssel, so Bruder, wird dies nicht länger mehr ein Grab sein, Bein und der Verzweiflung, ein höllischer Gebante flein wie mein kleiner Finger, ein kleiner Schlüssel denn du wirst mir meinen Verstand zurückgeben, Dinge sind unmögliche Dinge für den Gefangenen Alle meine Ideen, meine Gedanken, meine der an deine Füße gefettet ist, und das Recht, meine Brot, Arbeit, Glück, Friede, Liebe. Träume konzentrieren sich auf einen einen Schlüf- eigenen Gedanken zu denken. fel aus glänzendem Messing. Aber er denkt nicht an das. Die ganze Nacht denkt er an das übermenschlichste, unerreichbarste, un möglichte Ding auf der Welt. Er denkt an einen kleinen Messingschlüssel, der nur halb herumgedreht zu werden braucht, um die rote, eiserne Tür zu öffnen. Mein ganzes Sehnen, meine ganze Seele, alle die aufbrandenden Kräfte meines tiefsten Lebens sind in der Tasche eines weißhaarigen, blanuniformierten Mannes. Er ist groß, mächtig, furchtbar, der Mann mit dent weißen Haar, denn er hat in seiner Tasche den Das ist es, woran der Geher denkt, wenn er mächtigen Talisman, welcher den einen weinen, den bie Nacht durch geht. ander beten, ben dritten lachen, den vierten husten, Ich sehe dich an, mein Bruder, tue es, denn ich bin müde von der Tangen Nachttache, mide. vom 3ählen deiner Schritte, und müde vom Denken. Halte an, ruhe, schlafe, mein Bruder, denn der Tag bricht an und es ist nicht der Schlüssel allein, der die Türe öffnen kann. ( Einzig berechtigte Uebertragung aus dem Amerikanischen von Otto Bafil.) Nach elf Jahren aus russischer Gefangenschaft zurückgekehrt. Ein Genosse schreibt uns: Am 31. D gember 1926 brachte ein tschechisches Blatz die M teilung, daß laut ,, Breslauer Anzeiger" der Bruder des in Waldenburg in Preußisch- Schlesien lebenden Bergmannes Johann Schiewed nach elfjähriger ruf aus Sibirien in seine fischer Kriegsgefangenschaft Seimat zurückgekehrt ist und daß sich laut seiner Angabe noch tausende Kriegsgefangene in Rusland befinden sollen. Diese Nachricht zum Anlasse neh mend, hat die in Göding lebende Frau F. Cz., beren Ghegatte im Weltkriege an die russische Front abging und seither verschollen ist, am 7. d3. an den genann ten Bergmann sich mit der Bitte gewendet, ihr be fanntzugeben, ob nicht vielleicht sein Bruder mit ihrem Chegatten A. Cz. in Rußland zusammenge troffen sei, da sie trotz mehrjähriger Nachforschungen über dessen Verbleib nichts Näheres erfahren kann. Wie erstaunt war die Frau num, als sie statt der sehnsuchtsvoll erwarteten Nachricht am 21. bs. eine von Staatsanwalt in Waldenburg datierte Berständigung, 31. J. 69/27, erhielt, daß der Bergmann Schietbed nie in Sibirien war und es sich vielmehr um einen Schwindler handelt, gegen den jetzt die Anlage wegen Betruges erhobent wird. Aus dieser Mitteilung ist( auch für uns) zu ersehen, wie vorsichtig Nachrichten über verspätete Heimkehrer aufzunehmen sind. bom 17. ds. Donnerstag, 27. Jänner 1927. Das Ende eines Indianer ammis. Die Unterwer ung der Seminolen. Von Hugo Schulz. Celle 5 Devi enture. Prager Nurje am 26. Jänner. 10 holländische Gulder 100 Reichsmart ( 0 Belgas 100 Schweizer Franks Pfund Sterling 10 Bre Dollar 100 Schilling. Geld Ware 14.2 13.325 7 81 8.12% 2 46.30 471.0 648.25 6.25 16.2 12 164 421 144.4 14.19 83 61 133.20 59.2% 589.70 33 91/2 134.40 59.7 12 592.70 372.25 3.8.25 475 62 478.6212 Sich selbst gerichtet. Der in Untersuchungshaft befindliche Schlossergehilfe Josef Vepřovskv aus Pöltenberg hat sich in der Zelle erhängt. Er war kurz vorher verhaftet und dem Kreisgerichte 3naim ein eliefert worden, weil er das a chijahrige Töchter chen der mit ihnt in gemeinsamen Haushalt lebenden Frau vergewaltigt hatte, In den amerikanischen Blättern ist fürzlich| Seminolen auf ihrem Grunde die Sllaverei nicht während diese im Znaimer Krankenhaus krant dar- eine anscheinend kleine und bedeutungslose Tatsache dulden wollen und den zu ihnen geflüchteten Nenieberlag. Des mißbrauchte Kind hatte der Mutter in großer Aufmachung mitgeteilt und hervorgeho- rern unter Berufung auf die Heiligkeit des Gast10 französische Frants und den Hausbewohnern von der Untat sofort mit ben worden. Es handelte sich lediglich darum, daß rechtes die Freiheit gaben. Da suchten die südstaat- 100 Dinar teilung gemacht, worauf die Anzeige gegen den Un- ein winzig fleiner Indianerstamm, der nicht mehr Eichen Regierungen es mit Gewalt durchzusehen, 100 Bencos hold erstattet und dessen Verhaftung veranlaßt wurde. als 300 Stöpfe zählt und in den fast unzugänglichen daß sowohl die Creeks wie die Seminolen ihre 100 polnische Bloth Ein Henker im Gefängnis geftorben. In einem Sumpfniederungen von Florida lebt, sich entschlo Seimat verlassen und in das Land westlich des Moskauer Gefängnis starb dieser Tage der be sen hat, der Regierung der Vereinig'en Steaten Mississippi übersiedeln. Die Creefs fügten sich. Die rüchtigte Henter Scha bin. In der Zeit seiner Ta- feine Unterwerfung an u eigen und um das ameri Seminolen aber erhoben sich, obgleich die Zahl erreicht haben und somit die stärkste Genossentigkeit als Scharfrichter in einem Moskauer Polizei fanische Bürgerrecht anzusuchen. Es ist der Stamm hrer Krieger höchstens tausend betrug, zu erbitter- schaftsgruppe der Welt bilden. Wenigstens nach der Zahl der Organisationen, denen die Konsumrevier sind durch ihn gegen 500 Personen hin- der Seminolen oder eigentlich bloß ein auf seinem tem Widerstand. gerichtet worden Schließlich wurde Schabin wes Heimatboden sitengebliebener Teil dieses Stam Der Krieg der nun 1835 ausbrach und bis genossenschoften mit ihren 55.000 am nächsten gen verschiedener Verbrechen selbst zum Tode ver mes, der bisher in düsterem Troß und unverföhn 1842 währte, hat der amerikanischen Regierung stehen. Und da es im ganzen etwa 300.000 Ge urteilt, aber zu zehn Jahren Gefängnis begnadigt lich geschehenen Unrechts einçedent sich geweinert zehn Millionen Dollar geloftet und vierzig Millio nossenschaften in der Welt gibt, mit rund 50 MilDie Einwohnerzahl Petersburgs und Mostaus. hat, seine verbriefte Unabhängigkeit zu opfern. Der nen Schaden verursacht. Bloß wenn man die e lionen Mitgliedern, so zeigt sich, daß KonsumNach der jüngsten russischen Volkszählung hat Be- größere Teil des Seminolenvolfes heute noch often ins Auge faßt, wäre es für die füdstaatliches cenossenschaften und Kreditgenossenschaften zutersburg 1,611 000 Einwohner. Das bedeutet eine etwa 6000 Stöpfe stark lebt feit 1842 weit west- Feudalherren rentabler gewesen, jeden einzinen sammen nahe u die Hälfte aller genossenschlicher Vermehrung um 540.000 in den letzten drei Jahren. lich vom Mississippi im Staate Oklahoma, cemein diefer paar hundert Indianer eine Musterform Organisationen umfassen. Sicherlich aber mehr Moskau zählt jetzt 2.018.000 Einwohner, was einer fam mit den ebenfalls gewaltsam dor hin verpanz einzurichten. Dazu kommt aber noch, daß die süd- als die Hälfte, wenn man die landwirtschaftlichen Verdoppelung gleichkommt. ten Creeks, Choctaws, Chikasaws und Ticherofefen, staatlichen Truppen, sowohl die regulären als auch Genossenschaften überhaupt dazu zählt, unter und zwar in durchaus zivilisierten Verhältnissen die Mili en, der friererischen Gewandtheit und Ge- denen die Streditgenossenschaften DarlehnsDer Weihnachtsmann ins Zuchthaus geschickt. und in demo ratischer Freiheit. Der fräte Entschluß schicklichkeit des Seminolervolles, das von einem faffenvereine die stärkste Gruppe bilden. Wenn man jedoch die Zahl der MitIn Braunschweig wurde Vinzenz Kowalczit aus der in Florida zurückgebliebenen Dreihundert, nun Säuptling Osceola der übrigens der Sohn eines Laaven zu fünf Jahren Buchrhaus verurteilt. St. war auch ihr altes Gemeinleben aufzugeben und sich Engländers gewesen sein soll geführt wurde, in glieder in Betracht zieht, so bilden die Stonam Weihnachtsabend als Weihnachtsmann verkleider unter die Gesetze der„ Zivilisation" zu stellen, hat einer Weise cewachsen waren. Selbst in amtlichen umgeno fenfchaften mit ihren rund 35 an der Kasse eines Konsumvereins erschienen. Raum in Amerika deshalb be' onderes Aufsehen erregt. amerikanischen allerdings nordstaatlichen Be Millionen Mitgliederfamilien die stärkste Gehatten ihn die Angestellten begrüßt, zog er einen weil die geschichtliche Erinnerung an das Shid richten wird behauptet, daß Hunder: Soldaten ihr offenschaftsgruppe der Welt, denn Revolver und verlangte die Herausgabe des Geldes. sal ber Seminolen ein giftiger S'achel im Bewußt Leben lassen mußten. ehe ein Seminole getötet es verbleiben allen übrigen Genossenschaften nur Mit einer größeren Summe ergriff er die Flucht, fein aller Amerikaner ist, die höherer Kultur und werden konnte. Den Seminolen fam natürlich ihr noch etwa 14 Millionen Mitglieder. Was im fonnte aber baid festgenommen werden. Bildung teilhaftig sind. schwer zugängliches Wald- und Sumpfgelände zu übrigen nicht weiter verwunderlich ist, denn die Silfe, dafür aber scheuten sich die Weißen nicht, genossenschaftliche Verbraucherbewegung fann sich spano che Bluthunde auf sie zu heben und in den nach Wesen und Zweck aus sämtlichen Bevölke Südstaatlichen Pflanzerzeitungen die, humanitäts- rungsgruppen rekrutieren, während die übrigen dufelige" öffentliche Meinung von Neuvort und Genossenschaftsarten sich nach landwirtschaftlichen entlichen als Produktionsgenossenschaften auf ein Philadelphia, die sich dagegen aussprach, zu ver- und gewerblichen Gruppen gliedern und im wehöhnen. engeres Refrutierungs eld für die Mitgliederzahl angewiesen sind. Um so reicher ist die ArteliedeGenossenschaftsbewegung. rung der landwirtschaftlichen und gewerblichen Die Tragödie im Finanzamt Neukölln. Der elfjährige Sohn des Kaufmanns had busch ist der schweren Kopfverletzung erlegen, die ihm sein Vater auf dem Finanzamt Neukölln beigebracht hatte. Obwohl Hockbusch bei seiner Vernehmung zugegeben hat, schon seit Mitte Dezember den Plan gehegt zu haben, den Steuerfekretär, der die Bücher seines Betriebes nachgeprüft hatte, zu erschießen, wurde er bom Untersuchungsrichter auf freien Fuß gesetzt. Der Beamten des Finanzamtes hat sich deshalb eine begreifliche Erre ung bentächtigt, da sie eine Wieder. holung des Attentates befürchten. Das Finanzamt bas deshalb gegen die Haftentlassung Beschwerde einDie Geschichte der Kolonisation Nordamerikas ist überreich an Greueln und Misseteten ocen die eincebornen Besitzer des Landes, die Zahl der Vertragsbrüche, unter denen der Londrub erfolgte geht eingestandenermaßen in die Tausende. Einen besonderen Schandfleck der kapitalistischen VerbreIm Jahre 1837 wurde Osceola unter gemeinchensgeschichte Nordamerikas aber bildet doch der geradezu schurkische Angriff auf die Seminolen. Er item Berrat, intem man ihn zu Friedensverhandging von den bösartiaften Ausbeutern aus, die in lungen einlud und ihm freies Geleite ruficherte, der kapitalistischen Entwicklung der Vereinigten gefangengenommen, und es ist vielleicht auch kein Staaten ihr Unwesen trieben, nämlich von jenen Bufall, daß er in der Gefangenschaft wenige Moangeblich an Diphtheritis geftorBaumwollpflan ern, die sich in den Südstaaten als nate später eine Art feudaler Gesellschaft etabliert hatten und ben ist. Die Seminolen aber verteidigten sich noch ungeheure Ländereien für sich in Anspruch nahmen, fünf Jahre weiter, bis sie sich doch endlich im um darauf von Hunderttausenden mishandelter Jahre 1842 dareinfanden, ihre Heimat zu verlassen Alter schht vor Torheit nicht. In der Möckern- Negersflaven Baumwolle bauen zu lassen. Die' und in die Gerend von Oflabama auszuwandern. fireße in Berlin spielte sich am Dienstag mittags| Serrschaften waren in der Zeit zwischen 1810 und I'm gan en waren es 4000 Menschen, die diese cine blutige Eifersuchtstra ödie ab. Der 58 Jahre 1860 bis zum Sereffionstrieg, dessen Ergebnis Wanderung antraten, nur etwa 300, die in fast alte Arbeiter Anton Blendowski gab auf die 46jäh die Abschaffung der Sklaverei gewefen ist der unzugänglichen Urwaldlichtungen siedelten, nach rige Winve Martha Neumann, mit der er seit län mächtigste Faktor in der Union, ihr Wille fet'e benen die Wolken fein Verlangen trugen, blieben serer Zeit ein Liebesverhältnis unterhielt, aus Eifer- fich in Washington unter allen Umständen durch, zurück und deren Nachkommen find es, die nun sucht mehrere Revolverschüsse ab. Dann tötete er stab selbst gegen Entscheidungen der obersten Gerichts- endlich durch ihren Häuptling Hathron- Wahachee felt durch einen Schuß in die Schläfe. höfe. unt das amerikanische Bürgerrecht angesucht haben. gelegt. Seltfam mitgeborencs Kalb. Die Kuh eines Henslers in Willowitz bei Marienbad brachte eine Mihreburt zur Welt, die außer den normalen vier Veren noch zwei erheblich schwächere auf dem Men anliegerd hatte Der Schwanz des Stalbes enthielt zwei Wirbelreihen in einer Haut. Er entsprang aus der linken Hüfte und lag starr auf der lirten Struppe. Der herbeigerufene Tierarzt mußte während der Geburt das seitlich liegende, mit den Hinterbeinen in die Geburtswege eingetretene Ralb erst drehen, den Bauch des Kolbes öffnen und die Eingeweide entfernen, worauf die Geburt leicht von statten ging. Sumor. Aus der Schule. Lisa left:„ Bunte Vögel und Schme ter ing: durcheilen die Buft und die Schmetterlinge füffen( stock:) den aufb ühenden Blumen den Tau aus ihren Stelden!" Lehrerin: Leni, ies du einmal d'eje Stelle".( Leni liest fließend den Sak.) Lehrerin:„ Alio, was hat die Lisa falsch gemacht, Leni?"" Sie hat beim Küssen still gehalten, und das dürfen wir nicht!" Gin Frauenschid al im 18. Jarhundert. 3wischen 1817 und 1819 fam Florida, das bisher vorübergehend panische Kolonie nowefen war, an die Union. Im nördlichen Florida Hruste das Volk der Seminolen ein Revela des groken, etwa zwanzigtausend Köpfe zählenden Stammes der Maskoti oder Creeks, die nördlich von Florida auf dem Boden der Union siedelten und eben auch im Jahre 1817 die grausamte Hand des Pflan ergene rals Jackson, der am liebsten alle Indianer ausgerottet hätte, zu fühlen bekommen hatten. Die Creets uns die Seminolen waren durchaus keine Wilden. Sie trieben sehr intensiven Aderbau, biel leicht obgleich sie fein Rug- und Nutzvieh befaßen noch intensiveren als ihre we hen Feinde, Dazu waren sie allerdings weitschyveifende Järer und gefürch'eir Krieger. Sie hatten einen demokra tisch- republikanischen Stammesbund, waren europäischer Bildung durchaus nicht abgeneigt und ogar dem Christentum zugänglich. Bollswirtschaft. Landwirt cha t'iche und Konsumgenollen chaiten. Ein Siegeszug über die Welt. Die interessante Erscheinung in der landwirtschaftlichen Genossenschaftsbewegung bildet aber jedenfalls die Tatsache, daß die Idee Raiffeisens, Darlehnskaffenvereine zu gründen, um das Kreditbedürfnis der Kleinbauern unabhängig von Bant und Bör'e zu machen, in allen Ländern der Welt. nach gleichen Grundsätzen und Methoden Berivirtlichung fand. Die gleiche Erscheinung bei der konsumgenossenschaftlichen Bewegung, deren dee geschichtlich an die„ Redlichen Pioniere von Rochdale" gebunden ist, macht die Sache nur noch interessanter. Sie findet ihre Erklärung wohl darin, daß alle großen Wahrheiten und Zweckmäßig feiten einfacher Natur sind und deshalb auch bei allen Völfern gleichmäßig begriffen und ausgewerlet werden können. Im ganzen ergibt die große Linie der Genoffenschaftsbewegung einen Ozean finanzieller und wirtschaftlicher Organisationsfraft, in welchem einerseits die konsumgenossen'chaftliche, andererseits die landwirtschaftliche GenossenschaftsGruppe diese nach der Zahl der Organisationen, Als allgemein bekannt darf vorausresetzt wer- jene nach der der Mitglieder die stärksten Er den, daß die konsumgenossenschaftliche ponenten der Beweguna bilden. Und da ihre InBeweguna in allen Kulturländern der Welt tereffen( im Preis der Ware) nur scheinbar enteine starte Entwicklung aufzuweisen hat. Sie ver- gegengefeßte find, sich vielmehr in den Konumfügt in der Welt über nicht weniger als 55.000 genossenschaften verbinden und ausgleichen können felbständige Organisationen, Aber nach der Zahl direkte Lieferung ur direkten Verteilung und der Organisationen ist sie doch noch nicht die gleichzeitige Mitaliedschaft so mag die weltstärkste Verförperung des Genossenschaftsgedan- umspannende Idee der Genossenschaftsbewegung fens In einem Artikel über den„ Einfluß F. W. wohl auch einmal zur Konzentration der Raiffeisens in der ganzen Welt", den Prof. Dr. tonsumgenossenschaftlichen V. Totomianz, der bekannte russi che Genoffen- landwirtschaftlichen Kräfte auf den Im Jahre 1817 wurde sowohl den Creeks als schafter, im Landwirtschaftlichen Genossenschafts- einen Punkt führen: Gütererzeugung und ausauch den Seminolen viel von ihrem Boden geblatt" der deutschen Raiffeisengenossenschaften ver- tanich nach genossenschaftlichen Grundsätzen und raubt, aber neuerliche Verträce ficherten ihnen den öffentlichte, ist unter anderem festgestellt, daß die Methoden. Eine Idee, der auf beiden Gebieten Rest. Es kam aber immer wieder zu Konflikten, Kreditgenossenschaften Raiffeifen- schon fräftig vorgearbeitet ist und auf deren Verdie ihren Grund darin hatten, daß insbesondere die if chyer Art in der ganzen Welt die Zahl 80.000 sirflichung zu hoffen ist. und Blumen zusammenzubinden. Der Kommandant leg ihr heimlich Draht und Faden zur Erleichterung ihrer Beschäftigung zusteden. Allmählich entstanden fleine Kunstwerke. Die Kaiserin Maria Theresia soll solche Blumen erhalten und sich dabei der Sängerin erinnert haben, die einst auch am Wiener Hofe große Triumphe gefeiert hatte. Durch ihre Fürsprache soll endlich die Befreiung der Gefangenen erwirft worden iein. Nach acht langen, schweren Jahren entschloß nich Herzog Karl Eugen, die Familie Pirker und den Friseur Reich freizulassen. Sie mußten schwören, sich nie und an niemand wächen, hie herzoglichen Lande für immer zu verlassen und fernerlei Veremdang mit der Herzogin zu suchen. Marianne hat hiese Zumutung anfangs abgelehnt, da sie sich einer Beleidigung des Herzogs bewußt je, schließlich aber auf Zureden ihres Mannes doch den Eid abgesenter Da wurde die Stelle einer ersten Sängerin bei der verließ sie den Stuttgarter Hof für immer und fehre| Bettes zu ziehen und mit ihren eigenen Haaren zu Kirchen- und Kammermusit in Stuttgart frei, nach ihrer Heimatstadt Bayreuth zurück. Nach und die Eltern bestürmten Marianne, sich um dieje anderthalb Monaten wurden die drei Gefangenen tei Stelle zu bewerben. Sie selbst hatte große Sehnsucht, Nacht auf die Festung Hohenasperg geb: a hi, wieder mit ihren Kindern vereint zu werden. So und jeder der Arrestanten erhielt ein besonders wahlWir hören heute so oft namentlich Frauen über fam sie zur Vorstellung nach Stuttgart und hatte die verwahrtes Zimmer. Sie wurden nie zusammen den Verlust der guten alten Zeit" tagen. Solche größten Erfolge. Sie erhielt ein glänzendes Enga- gelassen; niemand erhielt Zutritt zu ihnen, und das Frauen sind sich gar nicht darüber flar, welche Stel- gement mit einer Besoldung von 1500 Gulden, und Schreiben war ihnen verboten. Sie erhielten anlung damals die Frauen eingenommen haben, Sie auch ihr Gatte wurde als Konzertmeister, allerdings wissen auch nicht, wie Despotie und tyrannische Will- nur mit einem Jahresgehalt von 400 Gulden, anfür eines Einzelnen mit Menschenschichjalen um gestellt. springen fonnte. So manche Menschen, die der Welt Bis dahin hatte es in Stuttgart feine Oper noch wertvolle Dienste hätten leisten können, sind gegeben. Es ist in der Hauptsache das Verdienst des damals durch Fürstenabso.urismus wehrlos zugrunde- Ehepaares Pieter, daß das sogenannte„ Lusthaus" gerichter worden. zur Oper umgewandelt wurde. Das geschah hipt jächlich auf Wunsch der Herzogin Friederike, die Marianne ihre Gunst zugewandt hatte. Neben der Mutter wirkte auch schon die älteste dreizehnjährige Tochter an der Oper mit, die eine schöne, starte Stimme hatte. Auch das jüngste Mädchen, die bis dahin in Bologna erzogene fleine Vittoria, tam nun nach Stuttgart, und die Familie wat glüdlich in der Vereinigung nach so langer Trennung. ständige Betten und leibliche Beföstigung, eben'o Beleuchtung und Heizung, von Zeit zu Zeit auch neue Wäsche und Kleider aber sie erfuhren nichts von der Außenwelt, und Marianne blieb ohne jebe Nachricht von ihren Kindern. Mochte sie anfangs gehofft haben, daß es sich nur um eine furze Prüfungszeit handele, so mußte sie bald erkennen, daß die Fürstin, nichts für sie tun fonnte, und daß der Herzog einen unversöhnlichen Haß auf sie geworfen hatte. Diese entsetzliche Erkenntnis brachte die einft io gefeierte Künstlerin um den Verstand. Schon 1758 wurden ihr Wasserkuren verordnet. Allmählich äußerte sich ihre Geistesstörung in furchtbaren Tob fuchtsanfällen. Es heißt, sie habe in ihrem Zimmer io grichrieen, daß eine Stimmbrechung eintrat und ihr herrlicher Sopran zum Baß wurde. Bekannt ist das Schicksal des berühmten Dichters und Musilers Sch it bart, der durch ein paar Spottgedichte das Mifallen des Herzogs Karl Eupen son Württemberg und seiner Geliebten Franziska von Hohenheim erregt hatte und dafür durch eine ange. schwere Hait auf der Festung Hohenaiperg büßen mußte, aus der er erit a.s gebrochener Mann Hera is tam. Weniger befannt ist es, daß kurz vorher auch eine Frau au der gleichen Feitung in Haft saß und Die Freundichaft zwischen Marianne und der so schver leiden mußte, daß sie darüber irrfinnig Herzogin hatte jedoch in einem Teil der Hofgesellschaft wurde. Diese Frau war eine in ihrer Zeit weithin Neid und Mißgunst erregt. Alles ging gut, solange berühmte Sängerin Marianne Birker, die Gattin der Herzog in Frieden mit feiner Frau leb: e. Als des österreichlichen Violinvirmosen Franz Birker. er sich aber von ihr abwandte und sich in Sie Reize Der Ehe waren drei Töchter entsproffen. Die beiden anderer Frauen verstrickte, nahm Marianne energich ältesten blieben in Stuttgart bei ihrer in zweiter Partei für die betrogene Gattin, mag ihr, vielleicht Ehe verheirateten Großmutter, weil das Chepaar auch von den Seitensprüngen des Herzogs erzäh: Birter in ganz Europa Konzertreljen unternahm. Es haben. Darau hin ließ Karl Eugen kurzerhand das war die Zeit. i. der die italienische Gesangskunst als Ehepaar Pirfer und einen Friseur Reich, ebendie vollende ste galt, Frau Birfer soll aber selbst falls einen Anhänger von Friederike, verhaften und die italienischen Opernsterne noch überflügelt haben auf die Festung Hohentwiel bringen. Tie Eine Zeitlang hatte sie glänzende Engagements an empörte Fürstin forderte die Freilassung ihrer den Opern von London und Kopenhagen. Freunde, und als sie damit nicht durchdringen tonate, begann Marianne Halme aus dem Sireh, ac ihres Schließlich ließen die Anfälle nach und die Aermite lebte in stillem Irrjinn weiter. Der Dichter Huber, der sich als württembergischer Beamter den ungerechten Steuerpänen des Herzogs widersetzt hatte und deshalb ebenfalls auf den Hohenasperg gebracht wurde, hat das Los der unglüdlichen Marianne in einem rührenden G.dicht befungen; In stillem Weh schleicht sie mit leijen Schritten Im Kerker um. Will niemand" feufzt sie ,,, niemand für mich bitten?" Dann steht sie stumm. In den langen Stunden troftlofer Einsamkeit In Heilbronn trai das Chepaar endlich seine Stinder wieder. Die älteste war noch Kammervirmosin. Die zweite hatte den Hofbuchdrucker Co: ta geheiratet und ist die Stamm- Mutter der bekannten Verlegerfirma geworden. Ein Geinch Pirters um ne Pension wurde vom Herzog abgelehnt. Auf dem Ge Eichenau bei Heilbronn hat Marianne in der Stille der friedlichen Natur ihre Geistesfräfte wiedererlangt, aber Schubart berichtet, daß die Erin nerung an das ungerecht erdu dete Leid zeitlebens gleich einer düsteren Wolfe auf ihrer Seele gelegen babe Eine Zeitlang hat das Ehepaar Pirker noch in Stuttgart sein Leben mit Mufifunterricht gefristet. Später ging Marianne wieder zu ihren Freunden nach Gichenau and starb dort 1782 im Alter von 65 Jahren. Das traurige Schicksal dieser Frau, die Taufende mit ihrer Kunst erfreut hat, ist ein typiscjes Beispiel für die Opfer von Despotenlaunen in der Anna Blos( Stuttgart). guten alten Beit". Bette a VERLANGET UEBERALL VOLKS ZUNDER SOLO 0000000000000 A.S.I. 000000000000 Interuationale Kartellkontrolle. Die Entstehung internationaler Kartelle und Die Entstehung internationaler Kartelle und Monopolunternehmungen hat längst die Arbeiterschaft zu der Forderung einer nachbrüdlichen überstaatlichen Kontrolle dieser marktbeherrschenden Neubildung veranlaßt. Es ist sehr bemerkenswert, daß auch bürgerliche Blätter und besonders, daß der englische ,, Economiſt", eine in der ganzen Welt beachtete Zeitschrift, Sicherungen gegen die AusSeutung der Verbraucher und Arbeitnehmer durch das internationale Monopolfapital verlangt. In ſeinem letzten Heft, vom 15. Jänner 1927, wirft er folgende Fragen auf: Literatur. Kleine Chronit. Das elettrische Auge, das durch Mauern sieht. Ein englischer Berichterstatter erzählt ale Au genzenge: Donnerstag, 27. Jänner 1927. Kunst und Wissen. Zwei Stunden bei Martin Ander en Nero. Rationelle Bildungsarbeit. Es ist eine der bedauerlichsten Erscheinungen in der vielgestaltigen Kulturarbeit der proletarischen Organisationen, daß trotz aller Bemühungen, die vorhandenen Kräfte z11Englische Zeitungen berichten über einen neuen Im Prager Mozarteum las gestern abends sammenzufassen, noch immer viel Straft und Mühe Fortschritt, der die fühnsten Wunder, an die uns die Martin Andersen Nerö- wir fagen es mit im zwedlojen Nebeneinanderarbeiten vergeudet wird. Entwidlung der Technik in den letzten Jahren nach Stolz, Liebe und Dankbarkeit: unser Negö Eine rationelle Ausgestaltung der Bildungs- und gerade gewöhnt hat, um eine neue Verheißung be- aus eigenen Werken. Für die, die durch Weltan Stulturarbeit ist deshalb dringendes Gebot der reichert. Ein junger Schotte, F. L. Baird, hat dieser schauung und sozialistischen Glauben mit Nerö zu Stunde. Dieses Thema behandelt sehr eingehend Tage in Londen mit Erfolg einen Apparat vorge- innerst berbunden sind, waren es erhebende und Otto Jenssen in seinem Auffah ,, Rationalisie- führt, der das drahtlose Sehen, die Television", erhabene, feierliche und weihevolle Stunden. Aber rung der Bildungsarbeit" in dem soeben erschienenen durch Mauern hindurch ermöglicht. Bairds Apparat, es dünft uns, daß selbst die Bürger der absterJänner- Heft der Arbeiterbildung". Seine in jahrelangen mühevollen Versuchen entstanden und benden Zeit, die dem Ruf des Namens gefolgt Ausführungen sollten von allen unseren Bildungs- heute gewiß noch sehr unvollkommen, ermöglicht das waren, einen Hauch dieses Geistes verspürt haben funktionären beachtet werden In derselben Rummer Sehen lebender Personen, die sich an entfernten Or- mußten so start teilte sich Nerös dichterisches der Arbeiterbildung" behandelt Genojje i ten bewegen. Erleben, das mit Erdichtetem so gar nichts zu futu Karsen das Thema der Konfessionalisierung der hat, allen mit, die seiner im Vortrag teilhaftig Lehrerbildung, die eine große Gefahr für das Volfe wurden. Tiefste menschliche Berührung zwischen schulwesen darstellt. Politisch aktuell ist ferner eine Es var eigentlich ein sehr unheimliches Erlebnis. ihm und uns gab es schon in dem Augenblicke, als ausführliche Rededisposition von C. Mieren- Nehmen Sie an, Sie sißen zu Hausa in dunker in freier Einleitung der Vorlesung sein Bedorff über„ Reichswehr und Republik", die eine len Zimmer und plötzlich erscheint vor Ihnen im fenntnis zum Sozialismus ablegte, das, vont Fülle von geschichtlichem und statistischem Material Dunkel das Gesicht eines, den Sie seit lan- Zauber eines poetischen Gemütes umflossen, dem zu dieser Frage bringt. Ferner enthält die Nummer gem nicht gesehen haben, nickt und lächelt und einen Teil der Versammlung abgegeben wurde, Beiträge von Adolf Johannesson Aus der streckt sogar die Zunge heraus. Würden Sie das der sich Bürger jener nennt, die da kommen wer Werkstatt der Sprechchöre", J. Birnbaum über nicht für wunderbar halten? den. Die ideale Auffassung Nerös von der Sen,, Wochenendkurse", sowie Vorschläge über die Athal- Das war unser Erlebnis. Wir fizen in einem dung des proletarischen Schriftstellers, der sich nung sozialistischer Kunst- und Unterhaltungsabende. dunklen Zimmer und plötzlich erscheint vor mir auf nicht als auserwähltes Individuum, sondern als Das gleichzeitig erschienene Jänner- Heft der Bü einer Leinwand das Gesicht eines Bekannten den ich misschaffender Teil des Ganzen fühlt, machte ihn her to arte" bringt einen größeren Zeitaufsatz von seit fünfzehn Jahren nicht gesehen hatte, eines doppelt unser. Dennoch aber wurde der kleine sozialistische Wirtschaftstheorie", in dem die bedeu Bürgerliche und irischen Journalisten, Herrn Wiac Raig. Widerspruch mit der Wirklichkeit durch die Macht Neben mir saß Herr Baird. Er sprach zu Kaig der Persönlichkeit wirksam, die Nerö offenbart. tendsten Strönungen der gegenwärtigen National- durch das Telephon: Heben sie den Kopf!... Her Und wir brauchen die Führer unser aller, die ökonomie geschildert und die wichtigsten wirtschafts- unter!... Drehen Sie sich nach rechts!... Nach das gemeinsame Ziel verbindet. theoretischen Schriften gekennzeichnet werden. Zahl- links!... Deffnen Sie den Mund!... Streden Sie reiche Besprechungen von Neuerscheinungen aus dem die Zunge heraus!..." Und alles wurde pünktlich Gebiet der erzählenden Literatur, der Geschichte, befolgt. Alfred Braunthal über Kommunalpolitik, Literaturwissenschaft, Naturkunde, Dabei saß Herr Mac Raig in einem gleichfalls Politik, Sozialpolitik, Soziologie und Wirtschafts- dunklen Zimmer, einige Duyende von Schritten Bücherwarte" mit Beilage Arbeiterbildung" iſt wissenschaft beschließen die reichhaltige Nummer. Die entfernt, Mauern dazwischen. Wenige Augenblice später kam er herein. Hazum Preise von M. 1.50 für das Vierteljahr durch ben Sie meinen Goldzahn gesehen?" fragte er. Nein, die Parteibuchhandlung zu beziehen. Einzelnummern das nicht. Die Gesichtszüge waren nur einen Augenblick lang ganz scharf gewesen. Die übrige Zeit Fladerten sie, unscharf abgegrenzt, in fließenden wie in den Anfängen des Kinematographen talen Schattenstreifen. Lichtbändern mit rasch dazwischenlaufenden vertiDr. Oberschalls Sprachenkarte der Sudetenländer. Soeben ist im Verlage der Deutschpolitischen ArbeitsDie Erfindung beruht auf der Nuzbarmachung stelle in Prag die erste Hälfte der Sprachenkarte der von Strahlen, die außerhalb des für das menschliche Tschechoslowakei, nämlich die der Sudetenländer, er- Auge sichtbaren Spectrums liegen. Aber Bairds schienen. Es ist bereits die zweite Auflage. Die erste überempfindliches elektrisches Auge kann sie sehen. war schon über ein Jahr lang vergriffen und wurde und was es sieht, verwandelt es in elektrische Enersogar int Altbuchhandel gesucht. Der Verfasser die gie, die mittels Drahtes oder drahtlos auf jeden ser arte, der bekannte Statistiker Dr. Albin Ober- beliebigen entfernten Empfargsapparat übertragen schall, hat die Karte für den täglichen Gebrauch so werden kann. Wenn sich das Objekt bewegt, wird die übersichtlich und handlich als möglich gemacht. Auf Bewegung gleichzeitig sichtbar: denn die Uebertragung Grund der roten Farbe erkennt man sofort das deut geschieht mit einer Geschwindigkeit von 30.000 Kiloiche Sprachgebiet. Ju jedem Gerichtsbezirt, ist jedoch meter in der Sekunde. Das Objekt muß aber nicht außerdem die Zahl der Deutschen und Tschechen nach wissen, daß es elektrisch beobachtet wird. der letzten amilichen Volkszählung genau angeführt. Ungeahnte Möglichkeiten eröffnen sich. PhantaMan braucht nicht lange im Legifon herumblättern: siten der Zukunftsromare weiden wahr. Optimisten ein Blick auf die Karte und man weiß fofort genau, fagen, daß in etlichen Jahren jede Familie ebenso wieviel Deutsche es dort gibt. Die Starte trägt aber ihren Fernsehapparat haben wird wie ihr Radio. auch weiter dem Sprachengesetz Rechnung, indem 3. Das Televisionstheater wird greifbare Zukunft. Man B. die Bezirke, die über 20 Prozent Deus he haben, wird das Derby, ein Fußballmatsch sehen fönnen, eigens gekennzeichnet sind, ebenso die Bezirke mit ohne dabei zu sein... über 66.65 Prozent Deutschen usw. Es sind noch weitere Unterteilungen der Hundertjäte von Deut schen leicht kenntlich gemacht worden, auf die hier nicht eingegangen werden kann. Dem im politischen Wird mit der Zunahme der internationalen Zusammenschlüsse der Produzenten nicht notwen digerweise eine Zusammenschlußbewegung der internationalen Arbeiterschaft in den gleichen Infosten 75 Pfg. Der Reichsausschuß für sozialistische dustrien einhergehen müffen? Und besteht nicht die Bildungsarbeit, Berlin SW. 68, Lindenstraße 3, stellt Gefahr, daß eine Produzentengruppe, die für die Probenummern gern zur Verfügung. Produktion eines best mien Artikels den Marit monopolartig beherrscht, Abmachungen mit ihren Wertsangehörigen trifft, die volkswirtschaftlich nicht gerechtfertigt werden können und deren Folge die Ausbeutung der Konsumenten der Welt sein kann? Bedeutet dies nich die Entstehung von geschützten Weltindustrien auf breitester Grundlage? Werden wir uns, wenn es zur Entstehung der artiger Weltindustrien mit einem tatsächlichen Monopol für bestimmte Artikel kommt, für den Schutz des Verbrauchers auf diejenigen Kräfte verlassen fönnen, welche im allgemeinen die Monopole kontrollieren? Die Monopole pflegen durch tastende und vielfach fehlerhafte Versuche festzu steffen, welche Menge von Waren und zu welchen Preisen sie mit dem größtmöglichsten Profit pro Suzieren fönnen. Sie sind ausgesprochen konservafiv und werden feine Ausdehnung der Probuftion vornehmen, wenn sie ihnen nicht verhältnismäßig höhere Profite gewährleistet. Sie haben weder die Tenden, neue Bedürfnisse zu schaffen, noch für die normale Produktionserweiterung zu sorgen. Wird es daher notwendig werden, die Preispolitik der Industrien, die ihre Produktion einschränken, durch die Regierungen zu kontrollieren? Und da die internationale Vertrustung eine iminer gröhere Bedeutung gewinnt, wird sich da nicht die Notwendigkeit internationaler Zusammenarbeit zur Kontrolle der Kartelle und Trusts ergeben? Wo könnte ein solches internationales Ueberwachungsorgan gebildet und in seiner Tätigkeit fontrolliert werden? Wird der Völferbung sein Gesicht in der Zukunft so völlig verändern, daß er im wesentlichen zu einer Ueberwachungsstelle der internationalen Wirtschaft werden wird? Blumen. eben Stehenden wird die scharfe Einzeichnung der jetzigen Wahlkreisgrenzen willkommen sein. Eine Tabelle an der Seite der Karte unterrichtet schnell über die Stärke aller Völker der Tschechoslowakei, gegliedert nach Sudeten- und Karpathenländern und ihrer Staatszugehörigen und Ausländer Kurz die Karte ersetzt viele dide und nur in wenigen Erten vorhandene Nachschlagewerke. Da sie überaus hand. lich ist und nur 5 K foftet, dürfte sie sehr bald wieder vergriffen sein. den Vater an und flüsterte mit feinem Lächeln: Ich weiß schon eine Sünd'."- ,, So so", Tachte der Mann. Was denn für eine?"- ,, Oh, eine große", lispelte die Kleine stolz. Ich darf sie nur dem Ratecheten sagen, wenn ich zum erstenmal beichen geh'." Der Mann dachte nicht weiter darüber nach, berat denken hatte er niemals gelernt. Der Film. Lil Dagover, die bereits in Hollyco o ob eingetroffen ist, wird in dem ersten amerikanischen 3 annings Film„ Der Mann, der Gott verna ß" die weibliche Hauptrolle spielen. Ratbis Liebschaften, der zweite Vlasta Buri an- film, wurde vor einigen Tagen in Lány dem Präsidenten der Republik vorgeführt. Nero ist ein Führer. Das verkündet jede Zeile seiner Arbeit, die im einzelnen und in ihrer Gesamtheit nichts anderes, nichts Schöneres will als die Erweckung der Schlafenden, die Aufrichtung der Gebeugten, die Stärkung der Geknechteten. Aus dem lichten Auge Nerös, von seiner flaren Stirn, aus seinen Worten strömt überquellend die Liebe zu allem, was arm ist, edelstes Mitleiden mit den Gequälten. Einfach und schlicht, sucht er gar nicht rhetorischen Glanz und herkömmliche legt sich, wenn er die Gestalten seines Lebens und Vortragstunst. In seine tiefe, ruhige Stimme seiner Dichtung sprechen läßt, so innige Wärme, daß diese Menschen in unser Herz sich schließen und in unser Gedächtnis sich einprägen, wie es die bloße Lektüre vielleicht niemals vermöchte. und mit dieser Feststellung ist das eine Urteil über Nerö als Vorleser ausgesprochen. Zum anderen aber ist es die revolutionäre Kraft, die aus Nerös gesprochenem Wort noch um so viel gewaltiger strömt als aus dem Buchstaben, mag ihn das Mitempfinden des Lesers noch so lebendig machen. Ja, selbst Nerös versöhnender Humor und seine anklagende Satire kommen bei seinem Vortrag viel stärker zur Geltung als beim stillen Genuß seiner Bücher. Die Einfachheit und Schmudlosigkeit seines Vortrags werden mehr als weitgemacht durch die unbedingte Wahrhaftigfeit seines Wesens, die man imt persönlichen Kontakt so start empfindet. 11 Nero las zuerst die liebe- atmende Geschichte von Annemaries Reise", dann die anflagende Erzählung vom Idioten", im zweiten Vortragsteil die humorvoll- weise Satire von der Mutter Schmidt" und schließlich das revolutionäre Märchen von Gottes Sohn und des Teufels Lieblingskind". Befonders hier hat er Gedanken und Gefühl. Ueberzeugung und Glauben so start in dichterische Form gegossen, daß die Wirkung auf die Hörer sich radikal gestaltete. Gerade in diesem Märchen aber ist Nerö von seiner Art, Tendenzdichtung zu vermeiden, abgewichen. Er tat es mit Erfolg. Nero fand nach jedem Stück seines Vortrages Harry Domela, der Schwindel- Prinz aus lauten und reichen Beifall. Un vieles reicher Deutschland, wird im Film verewigt. werden. Die aber war und bleibt das innere Erleben, das Ufa wird nämlich einen Film herstellen, der die wir ihm danken. Blamaae der Kaisertreuen bildlich festhalten soll: Der falsche Prins, eine Satire von ac stern." " Vereinsnachrichten. TOURISTENT DIE NA VEREIN 2. G. Liedermatinée Julia Culp, Sonntag, den 6. Feber 1. J., 11 Uhr vormittags, in Neuen Deutschen Theater. Die Klavierbegleitung hat Alexander 3e mLinsky übernommen. Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. Heute, Donnerstag, 7% Uhr: II. Philharmonisches Touristenverein„ Die Natur- onzert. Freitag( 69-1), 7 Uhr: Evangeli freunde, Ortsgruppe Prag. So n nmann"; 10 Uhr: Neger- Revue Blad People". tag, 30. Jänner: Zusammenkunft Samstag( 67-3), 7 Uhr: College Crampder Teilnehmer an dem Helfer- Kurs to n"; 10 Uhr: Neger- Revue Blad People". umt halb 10 Uhr im hof des„ Lidovy Sonntag, 2% Uhr: Rastelbinder"; 7 Uhr dum". Nachmittags: Abfahrt( 70-2): Tannhäuser". Montag( 71-3), 7 Uhr: Ant Ende des Dorfes wohnte in einem wingi gen, braunen Häuschen der Wegmacher. Seine einzigen Freuden waren seine Blumen und sein Töchterchen. Die Blumen zog er auf dem engen Brett der kleinen Fenster in Löcherigen, alten Töpfen, aber Doch wenn er an den nächsten Tagen von der jie prangten und dufteten schöner als die Blumen Arbeit müd' nach Hause kam und seine Blumen in den Glashäusern und Wintergärten der Reichen. pflegte, stand Mariedl nicht mehr neben ihm, von Und sein Kind mußte er in recht armselige, bunt Steinchen, Vogelnestern, Hagebutten schwaßend. Sie zusammengeflickte Fähnchen hüllen; aber aus dem faß versteckt hinter des Nachbarn Scheuer, mit 13.10 Uhr, Mas.- Bhf., nach Jirna: Waldwanderung Meine entzückende Frau". andern Kindern heimlich flüsternd, und rief er sie, nach Uval.- Nächster Vereinsabend: tam sie verstört und angsterfüllt und war gleich 9. Feber, Nizza. pieder weg. Der arme Mann machte sich nicht viele Gedanken darüber, denn denken hatte er ja nie gelernt. " Und eines Abends fand er sein Kind in dem Winkel kauternd, mit tränennassen, schmutzigen Wan gen; böse schaute es drein. Sonntag möchte ich auch ein schönes Kleid bekommen wie die Kathi und die Rosi und die andern."„ Du ziehst dein blaues Sonntagskleidl an; zu einem weißen hab' ich doch kein Geld." ,, Nein, nein! Ich mag nicht!" schrie das Kind und stampfte mit dem Fuß, und in den lichten, reinen Augen war der erste böse Schein. rofigen Gefichtchen der Kleinen leuchtete eine reine, muntere Seele lebensvoller und unschuldiger als ous den löckchenumrahmten Engelsgesichtern der Büppchen, die in Batistkleidern und Stöckelschuhen an der Hand ihrer Gouvernanten promenieren. An einer Feldblume oder kleinen, runden Kieselsteinen hatte Mariedl größere Freude als manches reiche Kind an seinem vollgepfropften Spielzeugzintmer; und Hagebutten auf einen Zwirnsfaden gereiht schienen ihr ein schönerer Schmuck als Kettchen und Gehängsel, wie sie andre kleine Mädchen von den Tan ten friegen. Wie meine Blumen rein und lieblich sind, so ist mein Kind, fühlte der Mann. Denken fonnte er dies freilich nicht, denn denken hatte er niemals gelernt. Doch war er glüdlich neben seinen Was ist denn nur in dich hineingefahren?" Blumen und bei seinem Kind, denn beide gaben ihm murmelte der Vater, doch er dachte nicht über die den Duft und Glanz reinen, unschuldvollen Lebens. Sache nach, denn denken hatte er niemals gelernt, Da Tam Mariedl eines Tages mit verweinten besonders über Sünden, die ein unschuldvolles Kind Augen von der Schule heim:„ Der Katechet hat mich begehen könnte, hatte er nie nachgedacht, denn Kinhinausstehen lassen, denn ich hab' nicht eine Sünde der waren ihm so rein wie Blumen. Mit kundigem g'wußt, und wenn ich keine Sünde weiß, darf ich Finger stäubte er aus zartem Kelche eine schwarze nicht beichten gehn, die andern gehen alle." Der Raupe weg. So sah er nicht den schwarzen Wurm Mann perstand des Kindes Rede nicht. Er trodnete von Trotz und Bosheit, der aus den Augen seines der Kleinen Tränen, tätschelte mit schwerer Sand Kindes blickte. Zu seinem Glück! Denn was hätt die zarten Wangen, die sich wie Blütenblätter be- er dagegen auch vermocht? Am nächsten Sonntag fühlten, und bald war aller Schmerz vergessen. qing's zur ersten Beichte, und da mußte des Kindes Ein paar Tage darauf schielte Mariedl schlau Seçle sündig sein. Felix Balbus. FATURFREUND Samstag, den 29. Jänner, abends 8 Uhr, im dekoGesangverein„ Gutenberg" in Prag veranstaltet rierten Heinesaal seinen allseits beliebten Faschings ball. Masken und Kostümierte erwünscht. Eintritt: im Vorverkauf 10 K, an der Kassa 12 K infl. Steuer. Zurnen und Sport. Mitglieder, aufgepaßt! Heute, Donnerstag, findet Deutscher Arbeiter- Turn- und Sportverein Prag. tein Turnen statt, weil uns das Lokal nicht zur Verfügung steht. Nächste Woche geht der Turnbetrieb wie gewöhnlich weiter. Die Vereinsleitung. Genossen! Eraget bei jeder Gelegenheit Euer Barteiabzeichen! Berantwortlicher Redakteur Dr. Emil Strauß Herausgeber Dr. Ludwig Czech. Verantwortlicher Redakteur Dr. Emil Strauß Drud: Deutsche Zeitungs- A- G., Prag. Für den Druck verantwortlich: O. Holit Spielplan der Kleinen Bühne. Heute, Donnerstag: Dr. Stieglit". Freitag: Doververführen". Sonntag, 3 Uhr:„ Kopf oder Calais". Samstag: star, laß dich nicht Schrift"; 7% Uhr: Spiel im Schloß".. Montag: Dover- Calais". Grossmacht Presse Mensch und Maschine Körperkultur Gesellschafts- Kritik in Witz und Satire Vier der bedeutendsten Hefte des ,, Kulturwillen" Preis je 2 Kronen. VOLKSBUCHHANDLUNG Kremser& Co.. TEPLITZ- SCHÖNAU Theresiengasse 18-20