cangelpreis 70 yen. Redathon und Berwaltung: Prag, II., Netazania 18. Telephone: Lagesredattion: 26795, 31469. Machtredattion: 26797. Boßschedamt: 57544 Jaferate werden laut Tarif billigft berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 7. Jahrgang. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit. Ein Schandgesek. Samstag, 5. Feber 1927. Bezugs- Bedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post monatlich vierteljährlich Ke 16.halbjährig ganzjährig 48.96.. 192.Rückstellung von Manustripten erfolgt nur bei Ein fendung der Refourmarten. Erichetni mu Ausnahme des Montag täglich rüh Nr. 30. mal gehören und sie damit der„ Pornographie"| man bekämpfe die Syphilis durch Aerzte, nicht das soll ein Gesez gegen die sezializ zuweist. Eine freie, nicht ideologisch verbohrte durch Polizisten, man gebe dem Arbeiterkind stisch e Literatur, gegen die freiheitliche Die Bürgerregierung bereitet eine Fülle und schamhaft umschreibende Literatur wird die eine gute Erziehung, dem Proletarier eine Karikatur, gegen den revolutionären Fire von Gesezen vor, zu deren Aufarbeitung das sogenannte Pornographie besser bekämpfen, als menschenwürdige Eristenz, man rücke den Cham- werden. In Schund und Schmuz sollen wir die Polizei, die erfahrungsgemäß das Ver- pagnerhöhlen der Bourgeoisie mit Breitner- nach diesem Gesetz erstiden, im Schmuße des Barlament normalerweise vielleicht länger botene, und darum doppelt Süße, uur züchtet. steuern zu Leibe und untergrabe der bürgerlichen fleritalen Regimes soll der Sozialismus verbrauchte, als die Lebensdauer des herrschenden Aber den Pfaffen geht es gar Schundpresse ihr Inseratengeschäft dann sinken. Regimes auch von Optimisten geschäzt wird. Gegen dieses Schund und Schandgesetz Ran fann nach allen Erfahrungen des Vor- nicht um die Pornographie, die vor wird man bald eine moralische Gesellschaft dem Gesetz war und nach ihm, nur wesentlich haben. gilt es zu kämpfen. Gegen dieses Pfaffengesetz jahres daher auf eine sehr furjorische Erledi- teuerer für den Käufer und rentabler für den Aber Menschen, die moralisch müssen die Kulturorganisationen der Arbeiter gung der wichtigen Gesetzesvorlagen gefaßt sein Erzeuger, bestehen wird. Den Pfaffen geht es fühlen und denken, die werden weder wie ein Mann aufstehen. Gegen dieses Geſetz, und damit auf eine Niederknüppelung der darum, unter dem Vorwand der Bekämpfung flerifal noch nationalistisch wählen. Unverdor- das uns in finsterste Pfaffenherrschaft zurüc Opposition, für deren strafgerichtliche Berfol- der Pornographie jede gesunde, jede freie Re- bene Menschen werden die Pfaffen zum stoßen will, muß das gesamte Proletariat, muß gung man sich ja mittlerweile den Präzedenz- gung in der Literatur mit Polizei und Staats- Teufel jagen. Die Klerifalen fönnen eine alles, was sich zu den Idealen des 19. und fall in dem Prager Obstruktionistenprozeß ge- anwalt zu verfolgen. Jedes nackte Kinderbild, moralische Gesellschaft nicht brauchen und sic 20. Jahrhunderts bekennt, einen un ber= schaffen hat. Da voraussichtlich der parlamenta jede hüllenlose Frauengestalt, jede Plastik, jeder wollen fie auch nicht. jöhnlichen Kampf führen, bis das Gefeß, rische Kampf um die dunklen Pläne der Pfaffen von Muckerei freie Roman wird den Sittlich Ihr Gesetz gegen die Pornographie, daß das die Pfaffen jetzt wohl durchsetzen werden, und Agrarier in einer kurzen Schlacht ausge- feitsaposteln Anlaß zum Einschreiten geben. joll ein Gees gegen die Literatur, fochten wird, ist es um so nötiger, beizeiten Das Volt soll nicht nur verdummt, es soll gegen den gesunden Menschen, gegen Nacktheit gegen das Treiben der Reaktionäre Stellung auch durch eine eflige Scheinmoral, die das und Offenheit, vegen 2bensfreude und Lebenszu nehmen und die Deffentlichkeit über den Natürliche verdammt und das Unnatürliche bejahung, ein Gefeß für Pfaffen, Muder und zu nehmen und die Deffentlichkeit über den wahren Charakter vor allem des" Shund- im Verborgenen dann um so üppiger gedeihen Sterzelweiber sein. Ihr Gesetz gegen den Schund, und Schmuh- Gesezes" aufzuklären. " " fäßt, berdorben werden. Alte Vetteln, " P auf den Schin danger der Geschichte wandert und wir auch in diesem Staate wieder die Luft der Freiheit aimen, die heute per pestet ist durch den Modergeruch bes klerikalismu s. Krise im Bürgerblod. Scharfe Angriffe des Zentrumsoorfigenden gegen die Deutich nationalen. Westarp winerruit. Reine Mejrheit ie ein Vertrauensoorum. Ein gefährliches Spiel. Das Vertrauensvotum doch eingebracht. Die Aussprache über die Regierungserklärung soll morgen zu Ende geführt werden; dann wird Im übrigen herrscht bei den Regierungspar- über die vorliegenden Mißtrauensanträge abgeWe starp hatte gestern in provozierender Weise erklärt, daß die Deutschnationalen keine Aenderung ihrer bisherigen Auffassungen vorgenommen hätten und daß sie nach wie vor ihre frühere Politik fortführen wollten. Außerdem hatte er behauptet, daß die deutschnationalen Minister an dem Beschluß über die Beseitigung der Ost fest ungen nicht mitgewirkt hätten, also auch keine Verantwvors tung dafür übernehmen könnten. Berlin, 4. Feber.( Wolff.) Jm Reichstage ist heute abends nach Schluß der Debatte von den vier Regierungsparteien folgendes formelles Vertrauensvotum cingebracht worden: ,, Der Reichstag billigt die Erklärung der Reichsregierung und spricht ihr fein Vertrauen aus." Das von den Klerikalen geforderte und denen eine bewegte Vergangenheit hinreichende in ihrer Presse schon jetzt fräftig geförderte Kenntnis menschlicher Leidenschaften brachte, Gesetz gegen Schmutz und Schund soll einmal und die nun Ehrenpräsidentinnen christlichdie Pornographie" bekämpfen. Da sich sozialer Heuchlerklubs find, perverse,„ aseruelle" Pornographie etwa mit Schweine- Schrifttum" Geschöpfe, die ihre Freudlosigkeit an den Geübersehen läßt, hat wohl jeder Laie eine un- funden rächen wollen, lüfterne Schnüffler wergefähre Vorstellung, was damit gemeint sein den die Literatur fäubern, die öffentliche SittBerlin, 4. Feber.( Eigenbericht.) Der bis- die an ein und derselben Regierung beteiligt sind, kann. Ueber die vage Vorstellung hinaus wird lichkeit reglementieren und die Seele des Volfes herige Gang der Besprechungen der Regierungs- vorgekommen ist. Graf Westarp sah sich deshalb es aber auch dem Fachmann schwer fallen. den vergiften. Der berüchtigte reichsdeutsche Sitt- erklärung hat noch feine Klarheit über die genötigt, in einer neuen Erklärung einiges von Begriff der„ Schweinerei" in der Literatur und lichkeitsapostel Brunner, der Schnißlers Frage gebracht, ob der Bürgerblock eine Mehrheit dem zurückzunehmen, was er gestern ausgeführt in der bildenden Kunst genau zu umjchreiben. Reigen" auf den Bühnen umbrachte, erklärt bekommen wird. Die jetzigen Regierungsparteien hatte. Aber im Zentrum ist man auch davon nicht Als der junge Hauptmann mit seinem selbst, er besize eine der größten Sammlungen verfügen nämlich nur über drei Stimmen mehr zufriedengestellt. Den Höhepunkt der heutigen Reichstagsersten großen Werke, Vor Sonnenaufgang", pornographischer Literatur und Photographien. als die Hälfte der Abgeordneten. Die wirt. bor die Berliner Oeffentlichkeit trat, entfesselte hm dienen sie natürlich nur zum Studium! Lhaftspartei mit 21 Stimmen hat erklärt, jigung bildete die Rede des Genossen Landsdie ſittlich entrüstete Bourgeoisie cinen uner- Er ist lange Abende bei den Sammlungen und trauensanträge stimmen, sich aber bei einem Ver- tratie. Er verstand es in meisterhafter Weise, die uner- Er daß sie zvar gegen die eingebrachten Mißberg, des zweiten Sprechers der Sozialdemo hörten Theaterstandal, und der technische Leiter beklagt die deutsche Jugend, die durch derlei frauensantrag der Stimme enthalten werde. Die hinterhältige und zweideutige Politik der Deutschdes Strawalls glaubte die Schweinerei" Haupt- Beug verdorben wird. Ihm kann das ja nicht Regierungsparteien werden es sich also wohl noch nationalen aufzudecken, und verlangte namentlich manns am idealsten dadurch bekämpfen zu schaden, aber die andern sollen es nicht sehen reichlich überlegen, ob sie einen Vertrauensantrag von der Regierung Klarheit darüber, welche Siche fönnen, daß er eine Geburtszange auf die und lesen! einbringen sollen, denn da sicherlich auch einige rungen zu geben seien, daß die Deutschnationalen Bühne warf! Noch ein Jahrzehnt lang mußte Nun, wir haben auch unsere Brunners, Mitglieder des Zentrums und der Deutschnationa- ihre Versprechungen, besonders in bezug auf die sich der Dichter der„ Weber" und der Himmel- und sie warten nur auf die Krücken, die ihnen len sich an der Abstimmung nicht beteiligen wür- Außenpolitit, auch einhalten. fahrt des Hannele Mattern von der führenden das Gesetz leihen soll, um den Feldzug gegen den, so besteht die Gefahr, daß die Regierung sofort in eine Minderheit gerät. bürgerlichen Presse einen„ Rot- Boeten" nennen die„ Unmoral" zu beginnen. lassen, heute führt dieselbe Presse den alt ge- Geradezu läppisch wirkt der zweite Teil wordenen, nicht mehr revoltierenden Haupt- unseres Pfaffengesetzes, der den Kampfteien selbst das größte Durcheinander. Graj stimmt. mann bei jeder Gelegenheit als Deutschlands gegen den Sch und führt. Ganz abgesehen größten Dichter vor. Wedekinds Dramen davon, daß sich doch der Schund entweder über wurden vor zwanzig Jahren als nadie Porno haupt oder gar nicht, aber feineswegs nur für graphie verfemt, die Aufführung von Früh die Jugend unter 18 Jahren verbieten läßt, ist lingserwachen", das nichts als eine erschüt- die Definition von Schund noch schwieriger, als ternde, rührende Kindertragödie ist, war in die der Pornographie. Ist etwa patriotische Desterreich verboten. Heute kann es nur noch oder nationalistische Kriegsliteratur als dem simpelsten Muder einfallen, Wedekind als Schund zu betrachten? Wir werden es bejahen, Das hatte beim Zentrum außerordentlich verStrindberg, die lerifalen werden es ebenso entschieden stimmt und heute hat dessen Führer, der Abgeord Pornographen abzutun. Schnitzler Arno Holz, Bierbaum, verneinen. Ist die Darstellung eines Bajonett nete von Gerlach, zu Beginn der ReichstagsFlaubert, ist es nicht besser gegangen. Die angriffs, die nicht das Schreckliche, sondern das ihung die Deutschnationalen so scharf angegriffen, Dichtung des klassischen Altertums, in ihrem sozusagen" Begeisternde" des Schlachtens her wie es wohl noch niemals zwischen zwei Parteien, trauensantrag abgestimmt werden. langweiligeren Teil heute zur Gymnasiallettüre vorfehrt, unsittlich, oder ist das Bild eines degrabiert, war im Sinne des Zenfors von nadten Mädchens als unmoralisch anzusehen. heute waschechte Pornographie. Die Komödien Darf man den Mord, die Zerstörung des Mendes Aristophanes, in ihrer Art unerschenlebens verherrlichen und die Zeugung als reicht, schöpften aus einer Sphäre, die von den Schweinerei verdammen? Ist die Darstellung Antijüdische und antisozialistische Erzesse. Blutige Schlägereien. Christlichsozialen nur den Schweinen ange einer Revolution und der Grausamkeiten eines messen gehalten wird, obwohl sich manches ge- absolutistischen Regimes, wie sie der Potem- Wien, 4. Feber.( A. N.) Jm Anatomischen| Auf dem Wege zur Universität wurde der Zug jalbte Haupt, vom unfehlbaren Papst ange- tin- Film bietet, als„ Irritierung der Institute kam es heute zu schweren Aus- von kommunistischen jugendlichen Arbeitern wieder. fangen bis zum fleinen Landpfarrer, nur zu jugendlichen Phantasie", somit nach unserem schreitungen, als Hochschüler, die dem Ana- holt angegriffen, doch gelang es der Polizei, die off in sie verirrte. Jede Zeit sieht die sexuellen Gefeß, als Schund anzusehen, oder ist nicht tomischen Institute nicht angehörten, in die Säle beiden Parteien voneinander zu drängen. Nach 11 Dinge anders, und es waren wahrhaftig nicht eindrangen und die jüdischen und sozialistischen Uhr verließen die deutschnationalen Studenten die die ungesündeſten Epochen, die sie frei und vor Studenten zum sofortigen Verlassen der Säle auf- Rampe, nachdem ihr Führer in einer kurzen Anurteilslos jahen! Wenn die moralisch so verforderten. Troß der Bemühungen der Delane ge- sprache zum Wiedererscheinen für eine morgen lang es nicht, die eingedrungenen Studenten aus mittag abzuhaltende Kundgebung für den deutschen rohte Gegenwart aus dem Sumpfe ihrer Ueberden Hörsälen zu entfernen. Charakter der Universität aufgefordert hatte. Zivilisation und Syphilisation heraus will, Soviel Fragen, soviel Meinungen. Was dann wird auch sie sich für ein freies, in ge- dem einen seine Eule, ist dem andern seine schlechtlichen Fragen offenes Erziehungssystem Nachtigall. Ohne Zweifel gibt es in der Kunst entscheiden müssen, wie es sich gerade in der und Literatur bei weitem mehr Kitsch und Jugend vielfach eruptiv Bahn bricht. Dreck, als wertvolle Werke. Aber nur durch die Ueber die Berechtigung jener Art von Erziehung der Menschen, und zwar Literatur und Lichtbildkunst, die man ziemlich nur durch eine wirklich moralische, freie, voreindeutig als„ Pornographie" bezeichnet, kann urteilslose, in ipzialem und fortschrittlichem man streiten. Es gibt große und sittliche Geister, Geiste gehaltene Erziehung, fann man dem wie etwa Karl Kraus, die auf dem Stand- Schund den Boden abgraben. Vorausseßung einer solchen Erziehung ist Rücknahme der französischen Verfügung. Ministerrat in London. punkt stehen, sie sei so gut oder so schlecht, wie jedes vom Arzte oder vom Laien bereitete aber die politische Machtstellung, die wirtParis, 4. Feber. Die Entschließung der fran- London, 4. Feber.( AR.) Die heutige Bedrogische Reizmittel, und so wenig wie dieses schaftliche Befreiung der Arbeiter fei sie zu bekämpfen. Vor allem läßt sie sich laffe. Wir haben keine Wohnungen für zösischen Regierung, mit der die zeitweise Pflicht ratung des Stabinettes dauerte drei Stunden. Der nicht bekämpfen, solange die Literatur fich in die Arbeiter, wir haben keine Spitäler für der Vidierung der Reisepässe für tschechoslowakische, Ministerrat befaßte sich mit der Lage, die durch die nach Frankreich reisende Staatsangehörige einge- Ablehnung des Außenministers der Stantonurie fleinbürgerlicher, verlogener Scheinmoral vor die Kranken, keine Heilstätten für Trinker und führt wurde, wurde heute widerrufen. Es geschah rung Tschen den Abkommensentwurf über das Dingen abschließt, die zum Menschen und zu Geschlechtskranke, kein Geld für Schulen. Man das hauptsächlich nach Einschreiten der tschechoslo Statut der britischen Kon essionen in Sonkan und den Lebensfunktionen des Menschen nun ein- schaffe gesunde Wohnstätten für das Proletariat, watischen Vertretungsbehörde in Paris. Es ändert Riufiang zu unterzeichnen geschaffen wurde. = die christlichsoziale Presse, die einen Kindermord verherrlicht und durch freche Verlogenheit die Unmoral als Lebenspringip aufstellt, als Schund zu verbieten? Geschäftsordnungsmäßig wird morgen nach Beendigung der Debatte zuerst über den VerHafenkreuzrummel an der Wiener Universität. * Während der Krawallszenen kam es zu bluDie Vorlesungen eingestellt. tigen Schlägere en, in deren Verlaufe zwei Studenten verlegt wurden. Erst als die sozialistischen Wien, 4. Feber. Mit Rücksicht auf die Kraund die jüdischen Hörer die Hörsäle verlassen hatten, wallszenen hat der Rektor sämtliche Vorlesungen trat allgemeine Ruhe ein. Die deutsch- völkischen bis auf weiteres eingestellt, da man für die komStudenten begaben sich sodann in geschlossenem menden Tage eine Wiederholung der Lärmizenen 3uge zur Universität, wo sie die Rampe befeßten. erwartet. Doch fein Bisum nach Frankreich. sich somit nichts an den Paßvorschriften zwischen der Tschechoslowakei und Frankreich. Inland. Bolitische Bezirksverwaltung und Bürgermeisteramt. Eine eigenartige Belehrung. Der von der Regierung der Tschechoslowakischen Republik vorbereitete Streich gegen das letzte Restchen Gemeindeautonomie wirft feine Schatten boraus, wenn man nicht annehmen will, daß das Rad der Zeit plötzlich um Jahrzehnte zurückge dreht ist. Seit es die Gemeindeordnung gibt, die im großen und ganzen heute noch in Straft ist, also feit dem Jahre 1862, ist es das Bestreben der Bezirkshauptleute gewesen, die Gemeindevorsteher zu Werkzeugen ihrer Anordnungen zu machen. Das Gesetz selbst macht aus dem Vorsteher einen Büttel der Staatsgewalt und nunmehr scheint die Zeit gekommen, in der man im Vorsteher nichts anderes erblickt, als einen der staatlichen Obrigkeit unterworfenen Untertan, über den der Bezirkshauptmann Kommando- und Strafgewalt besitzt. Zu dieser Ansicht muß jedermann kommen, der den nachstehenden Ufas der politischen Bezirksverwaltung Tetschen an das Bürgermeisteramt Bodenbach zu Hanben bes Bürgermeisters liest. Die betreffende Zuschrift lautet in ihrem wesentlichen Teile: Die im§ 1 benamten politischen Behörden| bisher geltenden Borschriften ausdrücklich stempel( politische Bezirksbehörden) haben in ihren Ent- frei waren. Camstag, 5. Feber 1927. Sperre. Die Stuffateurfirma Heffel in Teplitz ist scheidungen und Verfügungen ausdrücklich bekannt Der Vertreter des Finanzministeriums, Dr. zu geben, ob diese noch einem weiteren Rechtszuge Vlasat suchte zunächst ausweichend zu antwor- wegen Differenzen für organisierte Stuffateurunterliegen, und im beziehenden Falle die Rekurs ten; erst auf dringendes Befragen Dr. Meißners gehilfen gesperrt. Zuzug ist daher fernzuhalten. Die frist und die Behörde, bei welcher der Rekurs ein- rüdte er mit der Farbe heraus und gab zu, Parteiblätter werden um Nachdruck gebeten. zubringen ist, ausdrücklich anzugeben." Das zitierte Gesetz berpflichtet also die politische Bezirksverwaltung zur Rechtsmittelbelehrung. Die politische Bezirksverwalung Tetschen gerät aber in Aufregung, wenn eine Gemeinde die Einhaltung des Gesetzes verlangt. Es scheint bei dieser politischen Bezirksbehörde ein Mangel an geeigneten Juristen und an Gesetzbüchern zu herr chen. Daß man an genannter Stelle auch mit den Bestimmungen des Gesetzes vom 13. Mai 1924 sich noch nicht genau vertraut gemacht hat, werden wir noch beweisen. Für diesmal sei nur auf den Erlaß der polit. Landesverwaltung in Prag vom 9. Dez. 1926, 3ahl 482.704, 4D 6046/2 ai 26 verwiesen der in Nr. 4 der Verbandsnach richten der deutschen Selbstverwaltungskörper vom 1. Feber 1927 wiedergegeben ist. Dort dreht es sich um eine Verfügung der pol. Bezirksverivaltung Brüg, wodurch der Stadtgemeinde Brür der Auftrag erteilt wurde, die bereits von Militärgagisten bewohnten Räume in den Ausweis über den Fassungsraum aufzunehmen. Die politische Landesverwaltung, die den Erlaß der pol. Bezirks Herr Bürgermeister wird bei diefer Gelegen wiesen ist, daß die gegenständlichen Wohnungen in berwaltung Brür aufhebt, erklärt, daß es nicht erheit ausdrücklich aufmerksam gemacht und aufge: der unmittelbar nächsten Zeit frei werden. Die forbert, fich genau mit den Bestimmungen bes Gemeinde Bodenbach kann natürlich nicht wissen, Militäreinquartierungsgesepes, besonders des Ge- ob und wann eine von einem Militärgagisten bejetes vom 13. Mai 1924, Nr. 118 Slg. b. G. u. wohnte Wohnung frei wird und sie kann eine noch B., und der dieses Gesetz ergänzenden Regierungs- nicht freigewordene Wohnung nicht zuteilen. Die berordnung bekannt zu machen, aus welchem flar Entscheidung der pol. Landesverwaltung läßt sich ersichtlich ist, daß die Gemeinden in den Angelegen- analog auch für Bodenbach anwenden. heiten der Militäremquartierung erste Instanz sind und daß sie ben Wenn dem Bodenbacher Bürgermeister ange von Gesetze auferlegten broht wird, daß gegen ihr mit aller Strenge, auch Pflichten, ohne es auf weitere Betreiftrafweise eingeschritten werden wird so zeigt dies, bungen seitens des hiesigen Amtes welch falsche Auffassung die politische Bezirksverantommen zu lassen, folge zu leisten waltung Tetscheit von dem Verhältnisse zwischen hatten u. die hiesige Behörde mit überflüffi politischer Behörde und Gemeinde hat. Man kann gen Eingaben, abgesonderten Rekursen und bem Erlasse übrigens nicht entnehmen, ob sich die den nur dem Bürgermeisteramte in Strafandrohung auf die Richtfolgeleistung oder auf Bodenbach eigenen eigenen Verlangen von das Verlangen nach Rechtsmittelbelehrung bezieht, Rechtsmittelbelehrungen weiter nicht belä welches Verlangen eben als Belästigung empfunden wird. ftigen. Im Wiederholungsfalle wäre ich gezwungen, gegen den Herrn Bürger meister mit aller Strenge eventuell auch strafweise einzuschreiten" Da sich der Erlaß gegen die Autonomie der Gemeinde richtet und heute diese, morgen jene Gemeinde betroffen werden kann, halten wir uns für berpflichtet, fch är f stens gegen diese Art Es handelt sich kurz umt folgendes: Das Mili- des Verkehres der Behörde mit den tärftationstommando Tetschen hatte vom Bürger Gemeinden zu protestieren. Es fehlt meisteramt Bodenbach gefordert, eine nach dem nur noch die Anwendung der Verordnung v. 20. Rottmeister Josef Selecta offenbar freiwerdende April 1854 R. G.-B. Nr. 96( sogenanntes PrüWohnung zu beschlagnahmen. Diesem Verlangen gelpatent) gegen Bürgermeister und Vorsteher, ist die Gemeinde nicht nachgekommen und sie hat dann ist die Demokratie in der tschechoslowakischen davon sowohl das Kommando, als auch die poli- Republik bis zum letzten Endchen verwirklicht. tische Bezirksverwaltung schriftlich verständigt. Ferner wurde die Beistellung einer Wohnung für einen Oberleutnant gefordert, welcher Forderung bas Staatamt nicht entsprechen konnte, und der hierauf von der politischen Bezirksbehörde erlassene Bescheid war mit feiner Rechtsmittelbelehrung bersehen. Das Verlangen der Gemeinde Bodenbach nach einer Rechtsmittelbelehrung bringt, wie man sieht, die politische Bezirksverwaltung in nicht geringe Aufregung. Und doch ist dieses Verlangen vollfommen gerechtfertigt. Der Verfasser des oben angeführten Befcherdes der pol. Bezirksverwaltung wird, um mit seinen eigenen Worten zu sprechen, aufmerksam gemacht und aufgefordert, sich mit den Bestimmungen des Gesetzes vom 12. Mai 1896 R.G.BI. Nr. 101 genau vertraut zu machen. Dieses Gesetz führt im Baragraph 3 aus: 28 Die Entsagung. Eine Kloster- Erzählung bon Gerhard Färber. Steuerreturje gibt es nicht! Sie sollen fünftig mit einer gesalzenen Stempel. Sie sollen künftig mit einer gesalzenen Stempel gebühr bestraft werden. daß nach den Intentionen der Finanzverwal tung fünftig alle Eingaben, die in der Vorlage nicht ausdrücklich von der Stempelgebühr ausgenommen sind, nach den allgemeinen Bestimmungen des Gebührengefeßes behandelt, also gestempelt werden sollen; das bezieht sich insbesondere auf Eingaben u. Refurse in Sachen der Einkommensteuer, die bisher gebührenfrei waren. Als Dr. Meißner in der heutigen Sitzung einen Antrag dahingehend vorlegte, daß alle Eingaben, Erledigungen, Dokumente, Beilagen, Refurse usw., die sich auf die Einkommensteuer und die pauschalierte Lohnsteuer beziehen, stempel- und gebührenfrei sein sollen, da vermied der Berichterstatter eine flare Stellungnahme zu diesem Antrag, der nur längst bestehende Rechte schützen will, und erklärte, er werde ihn dem Referenten über die allgemeinen Bestimmungen übergeben, da er im Zufammenhang mit allen übrigen Steuervorlagen behandelt werden müsse. Mit einem Worte: die Väter der Steuer. reform sind wieder einmal bei einem hinterlistigen Anschlag auf die Rechte der unbemittelten Arbeiter, Angestellten und kleinen Gewerbetreibenden ertappt worden. 202080000000 der knappen Mehrheit von einer Stimme abges lehnt. In der Debatte wies Genosse Dietl u. a. darauf hin, daß man die Rentensteuer sofort an der Quelle erfaffen müsse; so aber finden wir im§ 174 nicht weniger als 24 Ausnahmsfälle von diesem Grundsatz ausdrücklich aufgezählt. Die Debatte wurde beim§ 174 unterbrochen und auf Dienstag vertagt. Die Schmutz- und Schund- Seuche. Der neueste Plan der Klerikalen. In Deutschland wurde unter Protest der Sog aldemokratie, eines Teiles der Demokraten und weiter Kreise der Oeffentlichkeit vor kurzem von den bürgerlich- reaktionären Parteien ein Gesetz zur Bekämpfung von Schmutz und Schund angenommen, das natürlich ganz andere Zwede verfolgt. Ganz abgesehen davon, daß es dem moralisch verkommenen Bürgertum zuletzt zu tommt, sich zum Anwalt der guten Sitte zu machen, geht es den reaktionären Herrschaften gar nicht darum, wirkliche oder scheinbare Schundliteratur, Dred und Kitsch in der Kunst und im Leben zu bekämpfen, sondern um die Bekämp Ein Fabrikant, der gegen hohe Steuervorschreifung unliebja mer politischer und bungen protestiert oder um die Streichung von weltanschaulicher Ansichten, jende gehen, der spürt die Stempelgebühr sichertleritalen das dringende Bedürfnis, sich Steuerschulden ansucht, die in die Hunderttau- Nun haben selbstverständlich auch unsere nicht. Aber der Arbeiter und Angestellte, dessen eine ähnliche Handhabe zur Niederknüppelung des Einfommen im Gegensatz zu dem des Herrn Fortschritts und des freien Denkens zu schaffen. Fabrikanten bis auf den letzten Heller erfaßt Der Vorwand war schnell gefunden. Ein wird, und der jeden Heller zehnmal umdrehen. höchst überflüssiges internationales Abkommen muß, bevor er ihn ausgibt, dem soll durch eine zur Bekämpfung der Pornographie, das im Jahre gesalzene Stempelgebühr gleich von vornherein 1923 über private Anregung zwischen einigen der Retursweg abgeschnitten werden. Staaten zustandekam und dem auch die TschechoDer hat einfach zu fuschen, alle Verfügungen der flowakei beitrat, verpflichtet die Kontrahenten zur hochlöblichen Steuerbehörde mit dem gebührenden Bekämpfung der Pornographie in Wort und Bild. Respekt hinzunehmen und zu zahlen, bis er schwarz Man weiß aus Erfahrung, daß sich die Pornowird. Es ist noch ein Wunder, daß man gegen graphie dadurch nicht ausrotten läßt, daß man refurrierende Steuerzahler nicht gleich das Schutz- mit Polizeimaßnahmen gegen sie zu Felde zieht. gefeß aufmarschieren läßt! Es ist wie bei jeder verbotenen Sache, sie wird zum Luxus, den die besitzende Klaſſe mit schwerent nur umso verlockender und sie wird gleichzeitig Gelde bezahlt und an dem Schieber und Wucherer Unsumgien verdienen. ist, daß diese Bestimmung hinterrücks in das Das Empörendste an der ganzen Sache aber Gesetz eingeschmuggelt werden sollte, ohne daß vorher auch nur mit einem Wort auf dieses neue Unrecht gegenüber den kleinen Steuerzahlern hingewiesen wurde. Die Renteniteuer im Budgetausichub. Aber das tschechische Gesez, dessen Grundzüge die„ Pr. Presse" gestern veröffentlichte, geht natürlich weit über den Rahmen der internationalen bmachung hinaus. Es verbietet die ,, Schundliteratur" für jugendliche Personen, unter Prag, 4. Feber, Der Budgetausschuß des Ab- 18 Jahren, bestraft die Erzeugnug und Verbreigeordnetenhauses setzte heute die Beratungen der tung der Schundliteratur und definiert den BeEinkommensteuer fort. Bezüglich des steuerfreien griff des Schundes. Unter Schund versteht man Nebeneinkommens machte die Mehrheit umbes in der Tschechoslowakei amtlich ,, jene literarischen deutende Konzessionen, die die Opposition nicht Werke, welche evristlich die ſittliche Entwicklung befriedigen konnten; in der Frage der Abfuhr des junendlicher Personen bedrohen fönnen und auf Prag, 4. Feber. Durch eine Anfrage des tsche- Pauschales, auch wenn es sich offenfundig schon die Phantasie irritierend einwirken". Da man chischen Sozialdemokraten Dr. Meißner wurde um Ueberzahlungen handelt, blieb die Mehrheit zur Sittlichkeit hierzulande auch die patriogestern im Budgetausschuß eine neue Niedertracht unerbittlich. tische, ut militaristische und jetzt vor allem auch der Steuerreformborlage aufgedeckt. Meißner ber- In der Nachmittagssizung wurde plötzlich die die klerikale Gesinnung zählt, kann man sich vorlangte anläßlich eines konkreten Falles, der Vertre- Spezialdebatte über die Renten- ftellen, was alles die Jugend gefährden und ihre fer des Finanzministeriums möge darüber Auf- ite u er begonnen; augenscheinlich ist die Stoalition Phantasie irritieren wird. Wir haben es erlebt, schluß geben, wie sich das Ministerium eigentüber die vorhergehenden Abschnitte, die von der daß der Potemkin- Film als sittliche Bedrohung lich die Bestimmungen über Stempel- und Gebüb- allgemeinen Erwerbsteuer, der Grund- und Haus der Jugend und als Aufreizung der Phantasie ren in Steuersachen vorstelle, da das Gesetz sich steuer und der besonderen Erwerbsteuer handeln, hingestellt wurde, wir hören in den letzten Tagen darüber vollkommen ausschweigt. Er sprach den noch nicht einig. Offiziell hieß es, daß der Refe- die Pfaffenpresse den Staatsantvalt gegen die ihr Verdacht aus, daß die Vorlage Eingaben und Re- rent erfrankt sei. Ein fommunistischer Antvag, die unlieb'ame Literatur herbeirufen. furse in Steuersachen auch in solchen Fällen der Debatte so lange zu ver'chieben, bis die vorer- Von dem Gesetz, das dann auch die InterStempelgebühr unterwerfen wolle, die nach den wähnten Steuern durchberaten seien, wurde mit effen für die Beurteilung der Schundliteratur feft[ dene Knöpfe hatte, flimmerte vor ihren Augen,| Pater, Pater, Pater Frank vor ihr! Der Vater! vertrat ihr den Weg, fie fah nicht vertrauens- Der verräterische Vater des kleinen Agnus! erweckend aus. Doch sie zeigte das Inserat; der Sie wollte die Tür wieder schließen- da kam der Portier war verständigt und begriff, worunt es Chefarzt schon heran, öffnete sie weit und ener sich handelte, er ließ sie durch. Laut hallten die gisch und fragte lcut und vernehmlich: ,, Was wünKrankenhaustreppen, breit und geräumig und schen Sie?" Franziska war zu betreten um gleich hygienisch gebaut; und ihr Schritt wurde immer zu antworten, sie stottertech, ich, ichlangsamer und träger. Jm letzten Stod,( im fünf Der Arzt: Was ist mit Ihnen, sind sie eine Baiten ten) blieb sie zage stehen. Eine weiße Türe, herr tin? Dann sind sie in diesem Stocke falsch, hier lich ladiert, verschlossen mit silbrigen Milchglas ist eine Kinderklinik; oder tommen sie als Blutscheiben belichtete den Raum. Franziska stand ter?" Franzista antwortet:" Ich, ich komme hochatmend vor dieser Tür, fuhr mit den zum Kind". Arzt: Ich verstehe Sie nicht zu schmutzigen Fingern über glänzenden wem?" den fie wollte alles gleich vollführen. Morgens um sechs Uhr lief sie durch die toten Straßen der Stadt, fein Haus, feinen Wagen, teinen Stutscher, tein Pferd erkennend, in das Haus der Witwe Tertschiyansti, da hörte sie, daß das Kind bereits im Kinderspital liege und daß sich bis jetzt noch ,, Gleich sollst du eitwas zu trinken haben, niemand gefunden hatte, der dem Kinde sein Blut komm, fomm! Hier hast du meine Brust. Es hat gab, natürlich", meinte die Witwe, wer wird noch kein Kind dran gesogen, du brauchst dich auch so töricht sein und sein Leben aufs Spiel nicht zu efeln, nein, nein, nein, komm, du liebes feßen wegen einem so kleinen Wurni, der einen Stindchen du, aber beiße die Brustwarze durch, nicht einmal etwas angeht. Franziska hörte kaum damit Blut fließt! Blut, Blut, du brauchst hin und eilte wieder weiter, immer weiter, dem Blut, mein Blut!" Und sie wartete, als nichts Stinderspital zu. schah, da das Nähkästchen nichts tun konnte, Es war heißer Mittag, auf einer Parkbank schrillte sie auf: tot? hahahaha", und dann begann in der Mitte des Wegs ruhte sie aus. Der Him fie in nomine patris einen Orgelchoral der hohen mel war blau, die Sonne verfing sich im GeNonnen zu M... de zu singen so ging sträuch und jeder Mensch eilte seinen Sorgen nach. X sie, das Nähkästchen feierlich auf den ausgebrei- Franziska packte noch einmal die Sucht nach dem teten Händen, wie eine Leibtragende um den Leben und sie schluchste so wild auf, daß sie ein Tisch plötzlich fab fie, was sie tat, entsetzte sich Schutzmann besorgt fragte, ob ihr schlecht fei. über die Phantasie, die in ihren Händen halbe Dann aber, wie eine Antwort auf ihren lezten Wirklichkeit war, ließ das Nähkästchen fallen, Lebensschrei, tollten Bisionen an ihr vorbei, ein schrie laut auf: kleiner, schwarzer, sich selbst bewegender Kinder„ Nein! Nein! So soll es nicht, nicht, nicht ge- farg tam auf sie zu, dahinter tanzte Bater Frank schehen!" Energie der Angst vollendete das Wert: nadt und noch einmal als Tigus in Ornat, wild sie war entschlossen, alles. alles in der Chance zu irgendeinen afrikanischen Negertanz, aus dem Raschlagen, daß das Kind der Marie wieder gesund sen brachen Schwärme von Fliegen, die das Licht wird und merkwürdig, dieses Gefühl belebte verfinsterten und ein eigenes Summen verursach fie vollends, ihre Wangen wurden wieder rot, ihre ten und als ber Sarg, der einen pestartigen GeAugen leuchteten, sie ging in der Stube auf und ruch ausströntte, sie gerade berfahren wollte, ab und je mehr sie dachte, desto mehr wuchs brach die Erde auf und Nonne Marie rief aus ihre Silfesfreude, desto mehr offenbarte sich an dem Grabe: Du bist schuld! Du bist schuld! Als ihr das eigene Wesen für andere hinzusinken dieses Fantomt von allen Seiten auf sie einbrach, zu leben, selbst zu sterben- und unter hörte sie das Weinen Günthers, und das erinnerte Schauern der tiefsten Erregtheit erkannte sie, daß sie daran, daß sie sich das Leben selbst zerbrochen ihr Leben bis jetzt geirrt hatte, daß sie nur ober- hatte: Bater Frank: Agnusknabe, der weinende Das!-Das! Das wars! Hier mußte sie eintreten! ja flar! Sein Kind war es, nicht ihrs, seine Schuld halb gesträuchelt war, weil sie es nicht recht ge- Günther! Furchtbare Zeugen gegen ihr Recht am Sie trat zur Klinke- doch sie zögerte noch, durfte war es, nicht ihre, sein sollten auch die Folgen lebt hatte, weil sie nie gewußt hatte, wozu sie auf Leben! So schwer es war weg damit, weg fie? Ja, ja, ja, eine innere Stimme sagte, sie sein, jetzt zu sagen: Ach so, Sie sind es? Ich dachte, mußte"! Nach längerem Zögern öffnete sie die ich wollte einem fremden Kinde helfen, aber da der Welt sei! Nun war sie so weit, nun hatte damit ein Kind sollte ohne sic sterben! fie ihre flare Urteilskraft, ihr Ziel erkannt und Das große, graue vielfenftrige Krankenhaus gefährliche Türe und erschrak da stand ja, es ihres ist, bin ich wohl zu schlecht dazu, nicht?" impulsiv, wie sie war stürzte sie auf die Straße, stand endlich vor ihr: Ein Portier, der viele gol- blaß und übernächtig, aber doch zu erkennen: Sad, sah trop aller Mühe nichts als Doch da drängt sich schon die Mutter des vorbeibuschende Gestalten im Milchglase; sie Kindes zur Türschwelle:„ Bum Kind! Zu meinem wußte nicht, was sie tun sollte. Sier war alles Stind! Die Frau will zum Kind! Herr Professor! so flar, so eindeutig, so notwendig, so weiß nichts Blut will sie ihm geben, Blut! Blut! Blut!" Auch half einem! Nichts entschuldigte einen, man war sie erschreckt, als sie Franziska sieht, denn die hier mehr Sünde, als anderswo auf der Welt, rauhe Trinterstimme, die Franziska bekommen weil alles fo rein war. Nichts befürwortete hatte, fonnte sie nicht als die Franziskas wiederso den eigenen Entschluß! Ja, was für einen Ent- erkennen der Chefarzt ist ratlos er steht schluß denn? Hatte sie es schon vergessen? Hatte zwischen drei stummen Menschen, deren Gesichter eine fürchter in tödlichstem Schrecken zucken sie nicht das Agnuskind durch ihr Blut vor dem zwischen drei stummen Menschen, deren G- sichter sicheren Tode retten wollen? Aguuskind! Ja! liche Minute- am schrecklichsten für Franziska Richtig! Agnuskind, das lag jetzt hier irgendwo thre alte Natur fonnte jest wiederkehren und in der Todeswiegewartete auf irgend jemand, alles vernichten und wer ihr Gesicht sah, konnte auf sie! Wo sollte sie hingehen, wo war das nur? erschrecken, so sehr blaß war es, so sehr richtete es erschrecken, so sehr blaß war es, so sehr richtete es Kam denn niemand die Treppe, der sie weisen sich hagvoll gegen Pater Frank, der mit schlotfonnte? Ein Kanzlist des Krankenhauses oder ein ternden Zähnen dastand- in Franziska stürzte Assistenzarzt? doch da stand ja ein sauberes etwas ein ihr guter Vorsatz; ihr schiver gefaßweißes Pappschild: ter Entschluß! Ein Sonnenstrahl fiel durch die Türe und saß auf ihrer Stirne wie ein Gelächter - jetzt, jetzt Rache zu nehmen für jene Klostergefpräche, für jene jene Bestnacht es war ,, Kinderklinik o. ö. Prof. Dr. Hammerstein bormittag 8-12, nachmittag 3-6 außer Sonntag." ( Forthegung folgt.) Samstag, 5. Feber 1927. Niederlage der Kommunisten bei den Hamburger Hafenarbeiterwahlen. Berlin, 4. Feber.( Eigenbericht.) In der Sektionsversammlung der Hafenarbeiter Hamburg des Deutschen Verkehrsbundes wurden bei den Funktionswahlen sämtliche von der Amsterdamer Richtung vorgeschlagenen Funktionäre mit fast 3weidritte imehrheit gewählt. Die tom munistischen Gegenfandidaten brachten es nur auf etwas mehr als ein Drittel aller Stimmen. Das Ergebnis dieser Wahl wurde von der Mehrheit mit großer Genugtuung begrüßt es ist umso bedeutungsvoller, als die Wahl nach dem wilden Streit im Hafen stattfand, der im letzten Jahr von ben Kommunisten inszeniert worden war. Meist Beratungstörver, Unterrichisminister, Staatsanivalt, Richtersenat zweiter Instanz, Oberlandesgericht, können wir das Schlimmste erwarten. Man kann nicht früh und energisch genug den Kampf gegen das Schandgesez, das die Klerikalen planen, aufnehmen. Die Nationaldemokraten für die Wiedereinführung des EinjährigFreiwilligenrechtes. Gelöbnis. Aus den Trauerreden an den Gräbern der Opfer von Schattendorf. Die auch von unseren Christlichsozialen beschönigte und verteidigte Ermordung eines invaliden Arbeiters und eines achtjährigen Kindes durch burgenländische Fronttämpfer hat in allen Arbeiterherzen tiefsten Nachhall und flammendste Empörung geweckt. An den Gräbern der armen Opfer der fascistischen Bestialität haben die Redner diesen Gefühlen Ausdruck verliehen und ihre Reden in Gelöbnisse ausklingen lassen, denen sich die Proletarier in allen Ländern aus ganzer Seele anschließen: Genosse Leser( Landeshauptmannftellvertreter des Burgenlandes): ,, Armes, gemordetes Proletenkind! Erschüttert stehen die Burgenländer an Deinem Grabe. Du hast nichts gewußt von dem höllischen Haß, den die Gegner Deiner Klasse entgegenschleudern, Du hast den Mörder hinter den vergitterten Fenstern nicht bemerkt, ale er Dich, spielender Pepperl, fällte. Als hätte der Mörder im Kinde auch die Jugend und Zukunft der Arbeiterklasse treffen wollen, so holte er sich sein Opfer. Wir geloben an Deinem Grabe, Dein unschuldiges Opferblut niemals zu vergessen. Es soll uns stärken in dem Kampfe um Aufklärung und um eine bessere Zukunft für Deine Klajfe." Genosse Mar Winter( niederösterreichischer Bundesrat): ,, Wenn wir unseren Blick von diesem Grabe aus ringsum durch das Land gehen lassen, so wissen wir, daß es in diesem schönen Lande noch Tausende von unerlösten Kindern gibt. Die Mächte, die schüßend hinter den Mördern vom Sonntag stehen, sie töten auch geistig. Angesichts dieses offenen Grabes legen wir Schul- und Kinderfreunde das feierliche Gelöbnis ab, daß wir dieses Ereignis zum Ausgangspunkt eines großen Feldzuges für die Kinder des Burgenlandes machen wollen. Es gibt nur eine Hoffnung: wenn wir aufrecht von diesem Grabe weggehen wollen, die Hoffnung, daß wir durch unsere Arbeit in dieses Land neue Kultur tragen." Genoffe Dr. Otto Bauer( österreichischer Nationalrat): ,, An dem offenen Grabe unseres gefallenen Genossen nehmen wir uns vor, geloben wir uns: jein Blut darf nicht umsonst geflossen sein und es ist nicht umsonst geflossen, wenn wir aus dem Furchtbaren, was da geschehen ist, den eisernen Willen gewinnen zum Kampfe gegen die Welt der Barberei, die da herein in diese stillen Dörfer zu brechen droht, zum Kampfe gegen die fascistische Gewalttat, zum Kampfe um eine Gesellschaftsordnung, der jedes Arbeiter leben heilig sein soll. Das ist das Vermächtnis des Genossen Smarie an uns und dieses Vermächtnis wollen wir alle, die wir heute hier stehen, hochhalten. Wir wollen dem Genossen Smarie die Trene halten bis zum letzten Atemzug, so wie er uns die Treue gehalten hat." 18: Mathematische Grundlagen der Technit 18.30: Wissen ſchaftlicher Vortrag für Tierärzte. 1855; Dante Die Mädels von Davos", Operette von Knopf. 22.30: Tangmufit fol- ſtunde. 18.50: Der Bau bes Weltalls. 22.15: Langmusif. Komödie. 20.10: Uebertragung von Berlin, 484. Be Seite 3. Tagesneuigkeiten. Baronin Anspergs Austreten in Saaz. 11 Ein erdichtetes Eisenbahnattentat. Montag abends erschien, wie der„ Tag" berichtet, in einem Saazer Hotel eine elegante Dame von 40 Jahren, die sich als Erna Baronin Ansperg, Gutsbesizerin aus Dejvice bei Prag vorstellte und von dem Hotelier, dem sie sich mittels Korrespondenzkarte bereits angemeldet hatte, mit der an ihm gewohnten Liebenswürdigfeit empfangen wurde. Die Frau Baronin war fehr aufgeregt und fing dann an ein mysteriöse Geschichte zu erzählen von einem eleganten Herrn, der in einem Abteil zweiter Klasse mit ihr von Prag wegfuhr, ihr damit, nachdem er sie eingeschläfert, ihr Handtäschchen mit 16.000 Stronen raubt und aus dem Zug gesprungen und vers schwunden sei. Sie stehe jetzt ohne Geld da, der Hotelier möge so gut sein und ihr 500 Kronen leiben. Der Hotelier half mit 500 Srpnen aus und ging mit der Dame zur Polizei, wo über den Vorfall ein Protokoll aufgenommen wurde. Man legte ihr auch das Verbrecheralbumt vor und die Baronin Ansperg" erkannte fofort das Bild des Eisenbahnräubers. Dienstag vormittags 10 Uhr fuhr die ,, Beraubte" mit einent Auto, das der Hotelier besorgt hatte, nach Saaden, stieg dort vor dem Hause des Getreidehändlers Sch. ab, der aber nicht zu Hause war. Dem Hotelier und dem Chauffeur erzählte sie, sie wolle dem Getreidehändler Sch, Gerste offerieren. Nach Saaz zurückgekehrt, ersuchte die Dame, man möge um halb 1 ihr ein Auto zur Fahrt nach Prag stellig machen, welchem Wunsche auch nachgekommen wurde. Um halb 1 Uhr stand das Auto einer dem Hotelier befreundeten Saazer Hopfenfirma vor dem Hotel bereit. Da dem Hotelier die Sache schon sehr verdächtig erschien, entschloß er sich, mitzufahren, indem er der Dame nahelegte, daß er in Prag geschäftlich etwas zu tun habe und sie daher begleiten werde. Bevor fie noch wegfuhren, versuchte die angebliche Frau Baronin, dem Hotelier weitere 1200 Kronen pu entloden, indem sie angab, sie müsse hier in Saaz noch Kleesamen faufen. Der Hotelier war jedoch schon sehr mißtrauisch und schlug ihr diese hat Bitte ab. In Prag angekommen, begab sich die am 21. Jänner, also einen Monat nach dem Dame ins Hotel ,, Blauer Stern", wo sie angeblich litauischen Butsch, ein fascistischer Leutnant mit Herrn Sch., Getreidehändler in Kaaden, ein Olin des 8. Düneburgschen Infanterieregiments, Tomsett. 16.15: Bas bie beuffen sinber fingen. 17: 3 ben um 5 Uhr morgens, Alarm gemacht, ein Bataillon wandelgängen der englischen Barlamente. 17.20: Gut und außerdem, daß ihr Gemahl, Rittmeister Baron Tonzert. 16.15: Was die deutsen seinder fingen. 17: 3n den Geschäft abschließen wollte. Dem Hotelier sagte sie formiert, Patronen ausgeteilt und verschiedene Base in der Mujit. 17.40: Das banſeat ſche Bairizierbaus. Ansperg, ein Stammgaft in diesem Hotel sei und Staatsgebäude( Post, Telegraph, Bahnhof) besetzt, una. 20: Die ladende prag. Langfun.bre Bebeu sic dort sehr gut bekannt wäre. Der Hotelier ging sowie einige Polizeiposten entwaffnet. Nachher hat Olin nach Wenden telegraphiert und die dortige 18: Kind und Tier. 19.15: Bubbha. 19.35: Aus dem Junt also mit ihr in das genannte Hotel und konnte recht. 20.05; Funktechnik. 20 15: Quftiger Abend. 22.20: nur feststellen, daß sie weder der Getreidehändler Garnison zur Unterstützung des Putsches aufgefor- Tanamufit. dort erwartete, noch daß ihr Gemahl dort ein dert. Die Soldaten haben nicht gewußt was los ronsert, 18: Gunthaſtelſtunde, 10: Deutschlands Erzeugung alter Stanumgaft ist. Sie war überhaupt in diesem ist und warum die Gebäude besetzt werden. Aus von Fleisch und Milch. 19.30: Das Wesen des Charatiers: Hotel ganz unbekannt. Nachher teilte die diesem Grunde gelang es dem Bataillonstomman- 20.15: 3 Ginafter bon Courteline. 22.15: Tanzmusif. München, 536. 14.30: Schallplattentongert. 16: Stulbur Dame, dem Hotelier mit, sie wolle sich bei der danten nach 35 Minuten die Mannschaft wieder in boden der bayrischen Rheinpfalz. 16.30: Nachmittagskonzert. Zivno- Bant Geld abheben. Sie gingen also beide die Kaserne zurückzuführen und den rebellierenden 17: Wenig bekannte postalische Einrichtungen. 18.30: Sarmoniumfonzert 19: Das Recht auf die Antenne. 19.45: zur Bank, wo sie mit einem Direktor Maret Leutnant zu verhaften. Zwölf Militärpersonen sonrab Dreher Abend. 22.30: Tanamufit. zu sprechen wünschte. Da jedoch bei dieser Bank ( Offiziere und Unteroffiziere) wurden verhaftet und Programm für morgen, Sonntag. nur bis 3 Uhr amtiert wird, sagte ihr der Portier, Prag, 349. 8.30: Bandwirtschaftlicher Rundfunt. 9.30: dem Kriegsgericht übergeben. Obgleich es nicht dokumentarisch festgestellt werden konnte, ist doch uebertragung aus der Karolinenibaler Kirche, 11: Matinee: Sie müsse am nächsten Tag kommen, und daß er 1 Weinberger: Spinett- Sonate. 2. Novak: Drei Kompofi einen Direktor Maret nicht tenne. klar, daß der Volmarer Putschversuch mit der Tätionen 3. Novak: Aus dem Zyklus„ Exoticon". a) Marcia: Sodann wollte die Dame mit der Elektrischen auf tigkeit der führenden fascistischen Kreise Lettlands Rinna. Rana; c) Ballata. 4. Dborat: Streich- Quartet die Letna fahren, wo sie sich Geld beschaffen wollte. im Zusammenhang steht. Die Rechtspresse ver- bericht Breßbüro, bierauf: Auch darauf ist der Hotelier nicht eingegangen. sucht den Volmaver Putschversuch als die Tat eines Dr. Bruno& ifer, Prag. Löwe- Balladen: 1. Archibald Douglas. 2. Kleiner Da er der Ansicht war, daß sie beabsichtigte, ihm betrunkenen Offiziers darzustellen, welche jeder Sausbalt. 3. Obins Meeresritt. 4. Jungfräulein Anninka. während der Fahrt zu entwischen, rief er einen politischen Bedeutung entbehrt. Diese Verschleie- um stabier Stan Grete Bilder 10; Bortrag beher Polizei herbei. Dieser begleitete die Beiden zum rungs- und Beschwichtigungsversuche der reattio- Ronsert. 1. Blobel: Im Brunnen. 2. Marie: Suite carne Bolizeifontmiffariat in der Heinrichsgasse, wo die nären Presse zeigen am besten, wohin die Fäden valesque. 3. Liszt: Ungarische Rhapsodie Nr. 12. Zeblouns Erzählungen. 21: 3eitfignal Blasmusif. 22: Legte Dame auf ihre Identität untersucht wurde. Dabei von Volmar führen und wer im politischen Hinter- Nachrichten des Preßbüros, Uebersicht der Tagesercigniffe, ergab es sich, daß sie weder Frau Baronin Ansgrunde dieses mißlungenen Putschversuches steht. Sport- und Theaternachrichten. 22.15: Lanzmusik. Brünn. 441. 9.30: Landwirtschaftliche Nachrichten. Ueber perg, noch verheiratet ist, sondern das bereits vom die Milchwirtschaft. 10: Symphonisches Konzert. 1. Afsmann: Bezirksgericht in Eger gesuchte Fräulein Anna 2. Mozart: Biolinkonzert. 3. Dvořák: Symphonie Nr. 1. Bubonifches Gedicht„ Das Täubchen". 4. Strawinffi: Suite Pernauer, geboren in Zižkov, zuständig nach 19: Konzert des Balalaita- Orchesters. 19.15: Die Karlsbad. In ihrer Handtasche fand man nämlich Sache Matropulos. Oper bon, Sanader 20.30: Legte einen Gewerbeschein auf diesen Namen lautend, 21: Militärkonzert. 22: Nachrichten des Breßbüros, Uebersicht der Tagesereignisse, als auch eine Vorladung von dem genannten GeSportnachrichten. Breßburg, 300, 10.30: Matinee. 1. Keler: Romantique richt zum 3. Feber 1927. Als sich die Dame" ouverture. 2. Riental: Der Enangelimann. 3 Nesvadba: Loreley. 4. Grieg: An den Frühling. 5. Weffeb: Fiancailles: überführt sah, versuchte sie alles mögliche, um 6. Lenschner: Ein russisches Lied. 7. Komaat: Marsch. 19: wieder entlassen zu werden, was ihr jedoch nicht Landwirtschaftlicher Vortrag. 19.25: Uebertragung aus dem mehr geglückt ist. Der Polizeikommissär witterte Im Zusammenhang mit der Beibehaltung ber 18monatigen Dienstzeit machen sich innerhalb der Mehrheitsparteien Bestrebungen geltend, gewissen Klassen der Bevölkerung Erleichterungen bom Militärdienst zu gewähren. Wie wir schon Berichtet haben, streben die Agrarier die Wiedererrichtung der alten österreichischen Institution der Ersazreserve mit einer Dienstzeit von u gefähr acht Wochen an. Nun tvitt auch im Pilsener nationaldemokratischen Blatt der Obmann des nationaldentofratischen Abgeordnetenklubs Dr. Lutavsky für die Wiedereinführung des alten österreichischen EinjährigFreiwilligen rechtes ein und begründet dies damit, daß man den Absolventen einer Mittelschule mit dem Antalphabeten aus Karpathorußland doch nicht auf Butschversuch in Lettland. eine Stufe stellen kann. Der Herr Dr. Lukavsty ist sehr liebenswürdig, er glaubt nämlich, daß Die Internationale Kommission zur man den absolvierten Mittelschüler mit dem Ar- kämpfung des Fascismus übermittelt uns beiter nicht auf eine Stufe stellen kann, und da genden Bericht aus Lettland: er sich schännt, dies auszusprechen, zieht er den In der Provingstadt Volmar in Livland Vergleich mit dem Analphabeten aus Karpathorußland herbei. Welch schweres Unrecht das alte österreichisch- ungarische Freiwilligenrecht war, hat man im Kriege gesehen. Jedes 17jährige Bourgeoissöhnchen, dessen Vater es sich leisten konnte, ben Sohn studieren zu lassen, gleichgültig, ob er begabt war oder nicht, genoß alle Begünstigungen, die mit dem Einjährig- Freiwilligenrecht verbumden waren. Der Arbeiter oder Angestellte jedoch, der nur eine wenigklassige Volksschule besuchen fonnte und sich dann später einen Grad der Bildung und Erfahrung angeeignet hat, der ihn zur Bekleidung wichtiger Stellungen im öffentlichen oder privaten Leben reif machte, genoß diese Vergünstigungen nicht. Die Juftitution des Einjährig Freiwilligenvechtes ist eine Klassen institution. Sie begünstigt die Wohlhabenden auf Kosten der Besitzlosen. Aehnlich ist es mit der Einrichtung ber Ersabreserve, die vor allem den Söhnen der Großbauern, Großfaufleute und Großgewerbetreibenden zu gute fommt. Mögen die Arbeiter vuhig 18 Monate dienen, wenn nur die Söhne der Agrarier und Bourgeois das Vergnügen, den bunten Rock zu tragen, nicht lange genießen. Das Commende Militärgefeß wird also durchaus den Klassencharakter der heutigen Bürgerblockregierung fragen, Die soziale Belastung in der Zschechoslowakei. Im Kampfe gegen die Sozialversicherung bedienen sich deren Gegner oft des Arguments, daß die soziale Belastung der Unternehmer in der Industrie bei uns stärker sei, als in anderen Staaten, und daß dadurch unsere Industrie tonfurrenzunfähig werde. Wie verlogen dieses Argument ist, zeigen die Ausführungen einer der besten Kenner der Sozialversicherung, des Mitschöpfers des Sozialversicherungsgesetzes, Professors Dr. Emil Schönbaum. In einem Vortrag, den er dieser Tage gehalten hat, stellt er fest, daß die soziale Belastung in der Tschechoslowakei ohne die Unfallversicherung 9.5 Pro ent, mit der Unfallversicherung höchstens 11.5 Prozent gegen 16 Prosent in Deutschland und 17 Prozent in Desterreich beträgt. Durch die Sozialversicherung wird also die Konkurrenzfähigkeit unserer Industrie nicht im mindesten bedroht. Breslau, 323. 16.30: Unterhaltungskonzert. 18: Büchers foln Konzert. 18.45: Der Reichshauhaltsplan 1927. 19.15: Frankfurt, 429. 15.30: Jugendstunde. 16.30: menders sous des alten Angestellten. 19.45: Sandschrift und Schulunterricht. 20.15: Neue Biolinmusit. Schönberg: Sonate. Strawinftii: Bulcinella. 21.15: Lautenkonzert. 22.15: traini: Zanzmusif. 395. 18: 18.50: Reflame ihre Die Arbeiterschaft Lettlands hat gegen den Putschversuch große Versammlungen einberufen und der Schutzbund ist in Bereitschaft getreten. Der Butschversuch hat den Arbeitern im Heere und im Volke die Augen über die fascistische Tätigkeit geöffnet und sie verlangen von der Regierung, daß im Stabe der Armee Personalveränderungen vorgenommen werden. Rundfunk für Alle! b) Langenberg, 469. 13.30: Mittagsmusif. 16.30: Teemufir. Leipzig, 366. 12: Mittagsfonzert. 16.30: NachmittagsDvořák: und Tagesneuigkeiten bom Dozent der deutschen Universität, und Arbeiter. 20: Wettervoaussage. 20.02: Ochesteralltschechischen Slowakischen Nationaltheater. Band. 20.50: Budapest, 556. 15.30: Kindermärchen. 16.30: Biedervor einen guten Fang, ließ sie auf der Stelle verhaften trag. 18: Humoristischer Abend. 19.45: Liederabend. Jazz und in Untersuchungshaft überführen. Daventry, 1600. 16.30: militärfonzert. 21: Gottesdienst. Brag, 349. 11: Schallplattenmufit. 11.40: Landwirt- 22.15: Alaffisches Konzert. Rom, 449. Programm für heute, Samstag. Sonzert. 10.30: Airchenmusik. 17: Xanamusit. 21: Drei Personen mit der Art erschlagen. Furchtbarer Raubmord in Namiest an der Oslawa. Wien, 517. 10.30: Orgelbortrag. 11: Symphoniekonzert. Zürich, 494. 11: Vormittagskonzert 13: Stonzert. 15.50: Orchesterkonzert. 20: Wanderausstellung. schaftlicher Rundfunk und Beitsignal. 12.05: Pressenachrichten. 12.15; Mittagskonzert. 1. Strauß: Graf Cagliostro. Duber ture. 2. Voldán: Das Mädchen aus dem Zirkus. 3. Rihobsth: Böhmischer Tanz. 4. Lubbe: Hollo, Amerika.. Wrangel: 16: Nachmittagskonzert. 18.10: Quer durch Mefopotamien. Du meine Morgensonne. 6. Schmalstich: Scheherezade. 20: Josephine", ein Spiel von Hermann Bahr. 7. Nichols: Picabor. 8. Armandole: Ben Hur. 14: Börsennachrichten. 16.30: Nachmittagskonzert. 1. Gluck: 3pbigenie 3. Mendelssohn: Kriegsmarsch aus Bacchanale aus„ Tannhäuser". 5. Verdi: Othello. 6. IfchaiTowstij: Auf dem Dorfe. 7. Komzál: Walzer. 17.30: Landwirtschaftlicher Rundfunk. 17.55: Deutsche Sendung. Wetterbericht und Tagesneuigkeiten vom Preßbüro, hierauf: Dr. Paul Schiller, Brag: Eigene groteste Gedichte. in Aulis. Ouverture. 2. Gaubin: Die Geister der Luft. Athalia". 4. Wagner: 19: Strouva: Der Rastelbinder. Zeitfignal 22; Leyte Nachrichten des Preßbüros, Uebersicht der Tagesereignisse, Sportund Theaternachrichten. 22.15: Tanzmusir. Brünn. 441. 14.30: Olmüßer Produktenbörse, Wetter Sport und Theaternachrichten. 17.30: bericht. Breffe, Puppentheater. 18: 20 Minuten über Radiophonie. Zeit zeichen. 18.20: Vortrag: Elektronenröhren. 18.45: 28ie Prag. 22: Rette Preffenachrichten, Uebersicht der Tagesereignisse, Sportnachrichten. 13.10: Stunde der Deutschland. Königswusterhausen, 1300. 9. Uebertragung von Berlin, 484. Morgenfeier 11.30: Französisch. Bebenden. 14.30: Wie ergänge ich meine Briefmarkensamm Jung? 15: Aus der Geschichte de: Kartoffel 15.30: Hunt beinzelmann. 16.30: Nachmittagskonzert. 20.30: Stunterbunt. 22.30: Tanamuſtr. Brünn, 4. Feber. In der Nacht auf heute wurde in Namiest an der Oslawa in Mähren ein furchtbares Verbrechen verübt. Kurz vor Mitternacht wurde die Orisfeuerwehr zur Löschung eines Die Brandes im dortigen Schlosse alarmiert, Schloß- und Ortsfeuerwehr drang in die Wohnung des Forstrates Till ein und es gelang ihr nach Breslau, 323. 10: Schachfunt. 11: Morgenfeier. 13.10: furzer Zeit, das Feuer zu löschen. Bei den LöschGitarre- Kammermusit. 14.25: Rätselfunk. 15.15: Märchen17: Baul Rania aus arbeiten deckte die Feuerwehr ein furchtbares Verstunde. 16: Unterhaltungskonzert. eigenen Werfen. 17.45: Moderne Shrif 18.50: Reiseberichte brechen auf. Sie fand die blutüberströmten Leiaus Frankreich und Belgien 19.20: Bom Biedermeier bis 20.10: Stongert.chen des 60jährigen Forstrates Eduard Till, deszum Charleston. 21.10: Dr. Belzer spricht. sen Gattin und der Dienstmagd Kořen, welche alle 11.30: Elternſtunde. 12: Die Oper der Woche. 15: Kunst drei durch Arthiebe getötet worden waren. Die 17: Mörder halten sodann die ganze Wohnung ausge Quartett. 19: Schweizer Wintersportbläge. 20: Stunde der Frankfurter Zeitung. 20.30: Trio- Abend. Brahms: Trio raubt und Feuer angelegt, um jede Spur dieses c- moll. Korngold: Trio d- dur. 21.30: Vorlesung Otto Flake. furchtbaren Verbrechens zu beseitigen. An die Hamburg. 395. 9.15: Morgenfeier. 11.30: Elabronzert. Mordstelle wurde sofort die Gendarmerie berufen, 12.30: Dr. Funt, der Ingenieur 13.05: Sonntagskonzert. welche die Nachforschungen nach den Tätern in die 13.45: Unterhaltungskonzert. Bunkbeinzelmann 16.30: Norddeutsche Dichter im Lieb Wege leitete. Laut den Recherchen der Gendarme17: Nachmittagskonzert 18.35: 3m Lande der Fjorde. 19.20: rie erschien gegen 19 Uhr in der Wohnung des Forstrates ein unbekannter Mann, der nach dem Langenberg, 469. 9: Morgenfeier. 11: Ueber Goethe. Rate frug. Die Dienstmagd rief den Fork cat zur 19.55: Hallensportfeft. Frankfurt, 429. 8.30. Morgenfeier. 11: Glockenspiel. Was ists mit der Vorlage über die Bauförderung? Obzwar es höchste Zeit wäre, daß das Parlament die Vorlage über die Bauförderung in Verhandlung zieht, hört man noch immer nichts davon, ob die Rogierung den Gesetzentwurf, den sie bereits im Herbst dem Abgeordnetenhause vorgelegt hat, den Hause neuerlich unterbreiten oder einen neuen Entwurf ausarbeiten wird. Anläßlich des Empfanges einer Abordnung der Stadt Brag hat nun der Minister für soziale Fürsorge Bater Šra met der Abordnung erzählt, daß das Ministerium an einen Gesezentwurf arbeite und daß dieser dem Parlament in fürzester Zeit borge legt werden wird. Wie nun das Pravo Lidu" aus Kreisen des Ministeriums für soziale Fürsorge erfahren hat, ist dort nichts davon bekannt, daß das Ministerium an irgend einer Vorlage betref fonaert. 18.30: Totenfeier für Milfe. 19.45: Tosca". Mufit- 11.20: Echo der Zeit 12: Besprechung von Hörerwünschen. Türe, wobei aller Wahrscheinlichkeit nach der Un" fend die Bauförderung arbeitet. Der Herr Minister Šramek wird nun zu erklären haben, ob er der Deputation der Stadt Prag nur einen Schwefel erzählt hat oder ob er vielleicht insgeheim außerhalb des Ministeriums( vielleicht im klerikalen Parteisekretariat?) eine Vorlage ausarbeiten läßt. Breßburg. 300. 17.40: Kindererzählungen. 18: Das urrainische Theater. Kijewer Hochzeit aus der Operette Die bandel und Bilderpreise. 16: Stunde der Jugend. Bigeuner in Mariula" von Albikowsky. Brefienachrichten. 22.30: Mufitübertragung aus dem Cafe Redoute. Budapest, 556 17.02: Erfel Ferencz- Abenb. 18.20: Bor19.30: Aus dem 22.30: Tanzmusik. trag für die Jugend. 18.45: Vortrag. Leben der Landwirte. 20.15: Kammermusit. Zigeunermusik. 23.30: Jazz Band. Daventry, 1600. 15.30: Rugih Match. 17.20: Orchester Konzert. 18.15: Rinderftunde. 19: Militärfonaert. 20.15: Mozart. 20 45: Rundfunk- Rebue. 22.15: Sonaten von Orchester- und Salonkonzert. 23.30: Tanzmusit. Rom, 449. 17.15: Konzert. 21: Theaterabend. Wien, 517 11: Vormittagsmufit. 16.15: Nachmittags drama von Puccini Jazz Band. Zürich, 494 12.30: Schallplattenkonzert. 15: Nachmittags tonzert. 16: Tanamujit. 17.30: Handharmonika- Konzert. 19: Glockengeläut. 20: Wanderausstellung. Deutschland. Königswusterhausen. 1300. 9.30: Hauptversammlung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft. 15.30: Esperanto. 16: Die Förderung der Begabten. 17: Das System der englischen Berwaltung. 17.30: Rationalisierung und Arbeiterkultur. 14.30: Schachschule. 15.30: " Erinnerungen eines Weltforrespondenten. 20: Don Juan", Oper von Mozart. Tanzmusik 13: Mittagskonzert. 14.30: Neuerungen des Funkwesens. 15: Schachfunk 15.80: Kinderfunt. 16: Jugendfunt. 16.35: bekannte mit einer Hacke den Forstrat erschlug. Die Welt auf Schienen, 17: Eine Kölner Karnevalssigung. 19.40: Anekdoten von Edison. 20.15: Orchesterkonzert. 22.30: Der Räuber drang sodann in die Wohnung ein, Lanzmusit. wo er auf dieselbe Art die Gattin Tills und das Leipzig, 366. 8.30: Orgelfonzert 9: Morgenfeier. 11: Welchen Beruf wähle ich? 11.30: Junge Säugetiere 12.30: Dienstmädchen Kořen tötete, worauf er die Woh16.30: Operettenmufit. 19: Die nung ausraubte. Moderne Biolinmufit. deutsche Seeschiffahrt. 19.30: Die Relativitätstheorie, 20.15: Orchestertonaert. 22.20; Xanzmusit. Geite 4 Siezu teilt die Brünner Polizeidirektion mit, daß bis jetzt die Täter nicht ausgeforscht werden fonnten. Bisher wurde festgestellt, daß in dem ersten Frühzug, der von Okřiško nach Brünn fährt, einer der Fahrgäste dem Kondukteur berdächtig vorkam und deshalb angehalten wurde; der Internationale Protestversammlung der sozialistischen Studenten in Prag. Samstag, 5. Feber 1927. Unbekannte konnte sich jedoch durch einen Sprung Deutsche und tschechische Sozialdemokraten und Kommunisten protestieren gegen muß die Maske der„ Liga" dieselben Widervom fahrenden Zug der Festnahme entziehen. Außerdem wurde ermittelt, daß dieser verdächtige Unbekannte zwischen den Stationen Rapotit und Kraliz im Zug in der Gesellschaft eines Fleischergehilfen gesehen wurde, der ebenfalls spurlos verschwunden ist. Nach beiden Personen wird eifrigst geforscht. gegen die soziale und fulturelle Reaktion. tor, Willi Münzenberg, einem neuen derartigen Unternehmen zu. Und zwar soll es diesmal eine internationale ,, Liga gegen Kolonialgreuel und Unterdrückung" werden. Sicher wird niemand den Kommunisten verwehren, alle ihre Kräfte in den Dienst ihrer Kolonialpolitik zu stellen. Dastände hervorrufen, wie die anderen Masken, unter denen sie ihre Arbeit betreiben. Auch in diesem Prag, 5. Feber. Von der Notwendigkeit einer[ bei dem arbeitenden Volte, ihr Hirn und Herz nur Das Schicksal der Kolonialvölfer ist fürwahr ein Falle wird die Demasfierung nicht ausbleiben. Stellungnahme der sozialistischen Studenten zur von dem Gedanken erfüll: fein kann, Schulter at viel zu ernſtes Problem, als daß es zu einem herrschenden Reaktion überzeugt, berief der Inter- Schulter mit dem Proletariate zu kämpfen. Allent solchen Manöver ausgebeutet werden dürfte. Aber Inter- Schulter viel zu ernſtes Problem, als daß es zu einem nationale Ausschuß sozialistischer Studenten eine halben sammelt die Reaktion ihre Kräfte, in Eng- es wird ihnen nicht gelingen, die Bestimmung Protestversammlung ein, die gestern abend im land, Deutschland, Desterreich und auch in diesem der Politik der Arbeiterklasse in den grundle Prager Gewerkschaftshaus tagte. Der Souterrain- Staute. Besonders hier hat die Bourgeoisie den der Politik der Arbeiterklasse in den grundle Mord am Geliebten der Schwester. Aus Asch faal war bis auf das letzte Plätzchen besezt; der Beweis lückenlos erbracht, daß sie auf die Dauer genden Fragen der Kolonialpolitik der Entscheiwird gemeldet: In der Nacht von Sonntag auf Ruf zum Protest war nicht vergeblich erfchollen nicht in getrennten Lagern steht. Scheingefechte bung von ein paar verantwortungslosen EigenMontag hot sich in Asch eine schreckliche Tragödie und einige hundert sozialistischer Studenten und haben breiten Massen den klassenmäßigen Charak- brötlern und kommunistischen Drahtpuppen auszwischen jungen Leuten abgespielt. Der 18 Jahre Studentinnen folgten mit gespanntester Aufmerf- ter der deutschen bürgerlichen Parteien verhüllt. zuliefern. Die Arbeiterklasse wird die Grundla alte Gastwirtssohn Karl Schmidt wurde von samkeit den Ausführungen der Redner. Jetzt ist auch den Blindesten Klarheit geschaffen: gen ihrer Kolonialpolitik felbst bestimmen. Es einent Mädchen, mit dem er ein Verhältnis hatte, Genosse Viset eröffnete die Kundgebung Sie Bourgeoisie, hie Proletariat. steht den Kommunisten frei, ihre Politik au als der Vater ihres Kindes bezeichnet. Der Bur- mit dem Siniveis auf die Vorfälle der letzten Zeit, Zum Schluß sprach Genosse Rostečka, ihren Kongressen festzulegen, für die große sche stellte jedoch seine Vaterschaft in Abrede, welche sich an den Hochschulen ereigneten und die welcher neben studentischen wirtschaftlichen Ange- Maffe des Proletariats werden sie festgestellt von wurde aber nach gerichtlichen Verfahren zur Zah- die sozialistische Studentenschaft, ohne dazu ihre legenheiten ausführte, daß sich die Arbeiterschaft der Sozialistischen Arbeiterinternationale. lung von Alimenten verpflichtet. Schmidt blieb jedoch auch jetzt noch dabei, daß er nicht der Ba- telling öffentlich und klar zu präzisieren, nicht eines fascistischen Experimentes zu erwehren Ein dringendes Bedürfnis! Im Wettbewerb ruhig hinnehmen kann. wissen wird. Die Verwaltung des Staates müsse für den Bau eines neuen Völkerbundter des Kindes sei, und ist auch bisher den ihm auferlegten Zahlungsverbindlichkeiten nicht nach- tanina, welcher sich mit der fascistischen Be- um den reaktionären Elementen einen Dammber 200 Entwürfe eingebracht worden, zunt Als erster Redner sprach Geitosse Dr. Se- mehr und mehr von Personen durchsetzt werden, palastes sind bis jetzt beim Generalsekretär gefommen. Infolgedessen tam es schon wiedergrößten Teile von Architekten aus allen euroholt zwischen Schmidt und dem zwanzig Jahre al- egung befaßte, die auch an den tschechischen Hochsetzen zu können. schulen ihren rückschrittlichen und arbeiterfeindNach einstimmiger Annahme einer Reso- päischen Ländern. Es wird damit gerechnet, daß ten Bruder des erwähnten Mädchens, Hans lichen Einfeiß geltend zu machen beginnt. Genosse lution, von der wir im Nachfolgenden einen Teil noch aus der Uebersee Entwürfe eintreffen werWächter, zu heftigen Auseinandersehungen, wo- Sefanina wies in der Hauptsache darauf hin, daß bringen, schloß der Vorsitzende um 10 Uhr die den, so daß insgesamt 300 Entwürfe zubei letzterer drohte, seine Schwester furchtbar zu sich das Proletariat in der Beurteilung der fa- Bersammlung, die von häufigen Beifallslund- sammenkommen dürften. rächen. Dieses Vorhaben brachte er nun zur Ausführung. Montag früh, nach 1 Uhr, verließ eine cistischen Bewegung nur vom Standpunte des gebungen unterbrochen wurde. größere Gesellschaft junger Leute, worunter sich moral leiten lassen dürfe. Der Fascismus jei nich internationalen Klassenfampfes und der KlassenSchmidt und Wächter befanden, einen Tanzsaal; man verabschiedete sich und es schien, als ob mir eine Angelegenheit Italiens, sei nicht nur auf Schmidt cuf sein Elternhaus zuginge. Seine die Machtsphäre Mussolinis beschränkt, Freunde waren jedoch erst ein furzes Stück We- nis der Arbeiterfeindlichkeit des Fascismus dürfe We- Weltbewegung geworden. In der Erkennt ges weitergegangen, als ihnen Wächter, der ingwischen verschwunden gewesen war, nacheilte und zu- ich das Proletariat feines Mittels, sei es legal rief: ch habe den Schweizer Karl oder illegal, entschlagen, um sich dieser Kampferstochen, schafft ihn heim, ich hänge mich organisation der Bourgeoisie zu erwehren, Genosse auf." Nach diesen Worten eilte er gegen den Sefanina wies weiters darauf hin, daß sich das Wald zu und verschwand im Dunkeln. Die Ka- Proletariat anderer Staaten bereits eine Abwehrmercben Schmidts eilten zurück und fanden diesen organisationen geschaffen habe. Die glänzend: Orin einer großen Bluslache mitten auf der Straße ganisation des österreichischen republikanischen vor dem väterlichen Hause mit einer Stichwunde Schutzbundes müsse auch dem Proletariate dieses im Herzen tot auf. Sie war dem Opfer mit einem Staates Vorbild und Beispiel sein. Hirschfänger, den man bei Wächter gesehen hatte, beigebracht worden. Die Nachforschungen nach dem Täter sind bisher ohne Erfolg geblieben. Abermalige Erhöhung der Zuckerpreise? Eine Nachricht, die ganz unglaubwürdig flingt, bringt das„ Narodni Osvobozeni". Wie das Blatt nämlich erfährt, wird das Zuderkartell in den nächsten Tagen die Regierung auffordern, Verhandlungen über eine neue Erhöhung des Zuckerpreises zu eröffnen. Die heutigen Preise gelten bis Ende des Monates und das Kartell wird sich angeblich bestreben, eine Erhöhung der Zuckerpreise durchzufeßen. Wenn die Zuckerfabrikanten tatsächlich solche Absichten hätten und die Regierung ihnen da nicht in den Arm fiele, wäre dies das unerhörteste Attentat auf die Taschen der Bevölkerung der Tschechoslowakei. Man muß sich wirklich fragen, ob die arbeitende Menschheit in der Tschechoslowakei sich nur deswegen plagt, damit die Zuckerfabrikanten immer reicher werden. er 1 ist Genosse 3e man sprach über den wachsenden Einfluß des Klerikalismus und forderte alle fortschrittlichen Elemente der Studentenschaft auf, diesem alten Erbfeind der Arbeiterklasse entgegengu treten. Als Dritter sprach Genosse Goldschmidt. Er führte zu Anfang aus, daß die Arbeiter caf alles, was mit Hochschule und Student zusammen hängt, nicht nur mit Mißtrauen und Referve schauen, sondern mit einer durch tausendfältige Erfahrung erhärtete Feindseligkeit. Diese Berfammlung sei ein äußeres Zeichen dessen, daß es jetzt noch kleinen Teiles der Studentenschaft zu auf den Hochschulen in den Gehirnen eines givar derer, die erkennen, daß ihr Platz nur sein kann tagen beginnt. Immer größer wird die Menge Eine Telephonzentrale ausgebrannt. Um MitIn der Resolution heißt es unter anderem: ternacht auf Freitag brach in der Telephonzentrale Genau so wie das Industrie- und Landproletariat empfindet das studierende Proletariat die in 2odz ein Brand aus, dem über 6000 Statio Bedrängung durch die Bourgeoisie. Es erfennt nen in der Zentrale zum Opfer fielen. Der Brand ihre Bestrebungen in der Ablehnung aller fort ist wahrscheinlich infolge Kurzschluß entstanden ichrittlichen fulturellen Anträge, in der Herab- und wurde nach mehrstündigen Rettungsarbeiten setzung der staatlichen Unterstüting für die soziale gelöscht. Der Schaden ist ziemlich groß. Fürsorge für die Studenten, in der Beseitigung der bewährten Selbstverwaltung in den studentl- Bestrafter Eisenbahnattentäter. Der mehrfach ichen Juftitutionen, und nicht in letter Reibe in vorbestrafte Bauernknecht Friedrich Bauer hatte der wachsenden Anmaßung der realtionären Gle- auf einer Nebenbahnstrecke bei Bamberg einige mente in der Studentenschaft, welche in den letten Schienenschrauben gelockert, eine Schraubenmutter Tagen zu der hinterhaltigen Mißhandinna eines zwischen die Schienen geklemmt und ein Winkeljezialistischen Studenten führte. Aber so wie die Durch eine in entgegengesetzter Richtung fahrende eisen gegen den heranbrausenden Zug gestellt. Arbeiter ist auch die Studentenschaft nicht gDraisine wurde das Hindernis rechtzeitig bemerkt jounen, dieses Wüten der Reaktion zu dulden und ist entschlojjen, gemeinsam mit der Arbeitericbaft und ein Zugunfall verhindert. Das Gericht erntit allen gwedentsprechenden Mittein den erbit fannte auf eine Zuchthausstrafe von einem Jahre, sechs Monaten und drei Jahren Ehrverlust. ternsten Kampf dagegen zu führen. Wir fordern alle Arbeiterparteien zu einer Mordbeschuldigung gegen einen gewesenen vernünftigen Einigung über den gemeinsamen Handelsschuldirektor. Wie der„ Mor.- Slesty Rempf gegen den Fustismus und jede fulturelle Denif" meldet, steht der Begründer und geweund soziale Reaktion auf, und versprechen der sene Direktor der Ostrauer Handelsschule WilArbeiterschaft, daß wir durch wirksame Arbeit helm Rit binet, der bereits wegen Betrügeunter der Studentenschaft für die Ziele und Be- reien, Brandlegung und anderen Delikten vorbestrebungen des Sozialismus werben und damit straft ist, unter dem dringenden Verdachte, den gegen die heutige Recision auf die wirksamite Raubmord, der vor acht Jahren an zwei jungen Weise einen Damm errichten werden. Burschen in Krentjier begangen wurde, verübt zu haben. Als zweiter Täter ist der Marienberger Weg mit dem Fascismus! Vereinigt alle Kräfte Sausbesitzer Franz Fuchs in Verdacht. Als gegen die reaktionäre Regierung! Hauptzeuge gegen die beiden tritt ein Mann namens Ošlejšek auf, der eine Schwester Rubinets zur Frau bat. Seine Frau und Kubinek ſelbſt hätten Ošlejšet gegenüber ein Geständnis abgelegt. Auf Grund dieser Anzeige wurde eine neue Untersuchung eingeleitet. Der Fall erregt in Mähr. Ostrau großes Aufsehen. 0 zei entdeckt war, wurde fofort die gesamte ali seimannschaft alarmiert und die Verfolgung des Täters aufgenommen. Es wurden etwa 20 Ren gen einvernommen, auf Grund deren die Polizei bereits Anhaltspunkte hat, die zur Ergreifung des Täters führen dürften. Bergung eines Schiffes nach zwei Jahrhun im jetzigen Oesterreich, mußte sich aber nach den Umsturze sls Bund der Kriegsverleggen für Böh men, währen und Schlesien und später als Bund der Kriegsverletzen der Tschechoslowakischen ReDie Arbeiterlöhne in der Tschechoslowakei. publif umstellen. Die außerhalb des Gebietes der Das ,, Pravo Lidu" berechnet auf Grund einer Sta- Tschechoslowakischen Republit befindlichen Orts Die Grippeepidemic. Jm Weinberger Kranken tistik des Professors Hickmann die Kaufkraft der gruppen schloffen sich zum Zentralverbande der Metallarbeiterlöhne in den verschiedenen Ländern Kriegsbeschädigten für Desterreich mit dem Site Teutiche Landestommifiion für innerstag zwei Aufnahmen, sieben Entlassungen, kein Eine Zentralftelle für Berufsberatung. Die baus verblieben vom 2. d. m. 66 Grippefälle. Donder Welt. Das Blatt gelangt zu folgendem Ergeb- in Wien zusammen. Der Plan der Gründer der derschus und Jugendfürsorge in Böhmen, mit Todesfall. Stand 61. In zwei Fällen Komplikationen nis: Wenn man die Stauffraft des Lohnes des Organisation ging im Jahre 1917 dahin, alle dem Size in Reichenberg. hat ihren bisherigen durch Rippenfellentzündung. Im Allgemeinen Metallarbeiters in den Vereinigten Staaten mit Striegsopfer der österr.- ungarischen Monarchie Arbeitsbereich; wesentlich eriveiter und eine Zen- Krankenhaus verblieben 58 Personen, Neuaufnah 100 annimmt, so beträgt die Stauftraft des Lohnes organisieren und zwar getrennt in nationale Sef- traitelle für Berufsberatung und Stellenvermitt men 3, Entlassungen 14, Stand 47. In einem Falle des Metallarbeiters in Kanada 93, in Großbritan- tionen mit dent Sye in Wien. Dieser Plan tonne Tuna eingerichtet, der nach und nach in jedem ein- Komplizierung durch Gehirnhautentzündung infolge nien 41, in Frankreich 39, in der Schweiz 38, den nicht verwirklicht werden, da der Umstur; die ZerNiederlanden 38, in Deutschland 38, in Desterreich veißung der österr.- ungarichen Monarchie brachte. seinen Bezirk eine praktische Berufsberatungsstelle citriger Mittelohrentzündung. 36, in der Tschechoslowakei 28, Sowjetruß- Der Bund zählt augenblicklich 94.000 Mitglieder angegliedert werden soll. Ein aus erfahrenen FachLand 25, Italien 20. Mit Ausnahme des kommus und ist die Vertretungsstelle der deutschen Kriegs- gecht und hat seine Vorarbeiten aufgenommen. derten. Im Jahre 1708 strandete der„ Nordische Tenten zu'ammengesetzter Beirat ist bereits cin nistischen Sowjetrußland und des fascistischen Jta beschädigten in der Tschechoslowakei. Vien ist also die Kauftraft der Metallarbeiter in der In den im März 1. J. stattfindenden Gautagungen Löwe", eines der größten dänischen Kriegsschiffe von Ein Mord in Iglan. In Iglau wurde in ihrer Zweigvereine wird die Deutsche Landeskom- damals, bei den Faröern. Ein Erdrutsch begrub das Tschechoslowakei die niedrigste und bei den anderen der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag der 43 miffion alle Vertreter und Teilnehmer mit den gestrandete Schiff samt seiner Besatzung von 120 Arbeiterschichten wird dies wohl nicht viel anders Jahre alte Wächter der dortigen Wach- und Anleiten und Richtlinien für die Organisierung Mann und es liegt jeitdem zehn Meter unter der fein. Schließgesellschaft Franz Mare ik ermordet. Der und die Durchführung der Arbeiten der Bezirks- Erde an der Küste. Ein Gerücht, das sich bis heute Etwas für die Deutsche Presse", die nach Wächter war in der Nacht gegen 2 Uhr in die berufsberatungsstellen vertraut machen und den behauptet hat, besagt, daß der.., Nordische Löwe", der dem Staatsanwalt ruft. Die Leipziger Volts Mutter Gottesgaffe gekommen und bemerkte, daß einzelnen Zweigvereinen auch das erforderliche Handelsschiffe nach Ostindien begleiten sollte, selbst geing" schreibt: Gewiß, die Mode der kurzen das Haustor des Hauses Nr. 22 offen ſtand. Er berusetundliche Material und die nötigen Drnd viele Silber- und einige Goldbarren an Bord hotte. Mädchenröcke wirkt nur dort schön, wo sie ging in das Haus hinein, um nachzusehen, ob alles Es hat sich darum jetzt eine Gesellschaft gebildet, auch schöne Beine frei läßt. Wenn das nicht der in Ordnung sei. Da hörte er aus dem Geschäfte die das Fahrzeug ausgraben will. Auch wenn es Fall ist, dann fann fie fehr abstoßend wirken. des Alois Med, zu den sich der Eingang auf den nicht mit Gold und Silber beladen war, hofft die Diese ästhetische Erkenntnis ist aber nicht der Hausflur befindet, ein Geräusch und als er seine Gesellschaft auf ihre Kosten zu kommen, weil die Grund, warum der Pfarrer Benzer in No- Laterne gegen die geöffnete Türe des Ladens 36 schweren Bronzefanonen, mit denen es bestückt fels bei Feldkirch sich in der Religionsstunde mit wandte, knallten rasch nach einander gegen die war, einen erheblichen Wert darstellen. den Waden seiner Schülerinnen beschäftigte. Und Türe zwei Schüsse. Der Wächter Mareit nachdem er diese in seinem Religionsunterricht ge- sprang rasch an die Mauer neben die Tür und in Der Berliner Kriminalpolizei ist es gelungen, die Aufflärung des Doppelmordes in Sommerfeld. nügend gebrandmarkt hatte, zeichnete er je demselben Augenblick sprang der Einbrecher aus dem Mädchen einen Strich an die Wader Tür auf den Gang. Noch che Marčif an eine Täter, die das Ehepaar Tschentke in Sommerfeld ben, der angeben sollte, wie weit der Rock her- Gegenwehr denken konnte, schoß der Einbrecher Ein kommunistischer Kolonialfongreg. Für ermordet haben, zu ermitteln. Es handelt sich unt unterzugehen habe. Die Findigkeit dieses Pfar- noch sechsmal auf ihn, wovon der eine Schuß die den 10. Februar 1927 ist nach Brüssel ein In- den 18 Jahre alten Fürsorgezögling Kurt Somrers, der ein neues Feld für die seelsorgerische Tür durchschlug, der andere in die Mauer ging ternationaler Stongreß gegen foloniale Unter- mer aus Rürten, Kreis Sorau, und den 19 Jahre Tätigkeit der Pfarrherren entdeckt hat, setzt uns in und der dritte am Steinboden abprallte. Mit dem drückung und Imperialismus einberufen. Als alten Friedrich Biebrecht aus Hamburg. Beide Staunen. Und es soll beileibe niemand auf den vierten Schuß traf jedoch der Einbrecher den Wäch- Einberufer zeichnet die Liga gegen tolo- find am 29. Jänner aus der Fürsorgeanstalt Berens. Gedanken kommen, daß es sich dabei um etwas ter in den Bauch, mit dem fünften und sechsten in niale Unterdrückung. Ueber deren Cha- dorf bei Mustau entflohen. Sie begaben sich sofort anderes als um die Sorge uns Seelenheil han- die Füße, worauf er entlief. Durch die ersten zwei rakter schrieb die vom Sekretariat der Soziali- nach ihrer Flucht nach dem nur 65 Kilometer entSchüsse wurde der im zweiten Stock wohnende stischen Arbeiter- Internationale herausgegebene fernten Sommerfeld, wo Sommer bekannt war. Nach Zehn Jahre Kriegsbeschädigtenorganisation. Inhaber des Geschäftes Herr Alois Med aufge- Internationale Information" bereits im Auguft der Ermordung des Ehepaares sind die Verbrecher Der Bund der Striegsverletzten, Witwen und Wai weckt und als er weitere Schüsse hörte, weďte er 1926 unter dem Titel„ Eine neue Deckfirma der noch nachts nach Guben gefahren. Im Zuge haben sen der Tschechoslowatischen Republik, Sitz Rei- feinen Neffen auf und beide begaben sich zum Kommunisten" unter anderem:„ Zu der großen sie ihre Kleider gewechselt und dabei aus Versehen chenberg, hält am 28. und 29. Mai I. J. in Rei- Haustor. Dort fanden sie auf dem Boden den Zahl von omitees" und Organisationen, die einen Sträflingsanzug in die Neiße geworfen, in chenberg seinen ordentlichen Bundestag ab. Der schiververwundeten Wächter, der ihnen auf ihre die Kommunisten geschaffen haben, soll eine neue dem sich 42 Mark in Hartgeld befanden. In einem letzte Bundestag fand im Jahre 1924 in Tet Frage mit schwacher Stimme antwortete, er fei tommen. Diese Deckorganisationen fönnen natür- Konfektionsgeschäft in Guben haben sich die beiden schen statt. Verbunden mit dem Bundestage wird von einem Einbrecher angeschossen worden. Auf lich nur für eine gewiffe 3eit ihren Zwed erfüllen, dann von Kopf bis Fuß neu eingekleidet. Nachdem in schlichter Form die Feier des 10jährigen Be- dem Tatorte erschien bald die Polizei sowie das Nicht- Kommunisten im Dienste Moskaus zu ver- sie noch Lebensmittel eingekauft hatten, fuhren sie standes der Organisation vorgenommen werden. Rettungsauto, welches den verwundeten Wächter wenden. Sobald das Spiel durchschaut ist, ver- mit einer Autodroschke nach Frankfurt a. O. Dem Der Bund wurde im Jahre 1917 als Bund der ins Krankenhaus brachte. Marčik wurde gleich fiert die Organisation ihre Zugkraft. So ist es mit Chauffeur gaben sie außer 50 Mark Fahrgeld ein Kriegsverletzten für Desterreich begründet, zählte operiert, starb aber um 4 Uhr früh an seinen Ver- der Internationalen Arbeiterhilfe gegangen und Trinkgeld von gehn Mark. In Frankfurt a. D. ift damals schon eine große Anzahl von Ortsgruppen legungen. Nachdem das Verbrechen von der Po- fo wendet sich nun der kommunistische Hauptagita die Spur einstiveden verloren gegangen. deft, forten ur Verfügung stellen, so deß mit der praf tischen Arbeit noch im Laufe des heurigen Jahres begonnen werden kann. An der gesamten Deffent lichkeit wird es nun liegen, dieser bedeutsamen Einrichtung durch ihre Mitarbeit zum vollen Erfolge zu verhelfen. Die Zentralstelle für Berufsberatung der Deutschen Landeskommission ledet alle zur Mitarbeit ein und wird jede brauchbare Anregung gerne, durchführen. Samstag, 5. Feber 1927. Gesuche um Au schub des BrazenzDientes. Was Affentpflichtige zu tun haben. Prag, 4. Feber. Mit Rücksicht auf die bes ginnenden Hauptassentierungen macht das Ministerium für nationale Verteidigung auf jene Bestimmungen des Wehrgesetzes und der Wehrvorschriften aufmerksam, welche die Einreichung der Gesuche um Aufschub des Präsenzdienstantrittes betreffen. Die genaue Einhaltung dieser Bestimmungen liegt im Interesse der Wehrfähigen. Von den in Betracht kommenden Bestim mungen darf nicht abgewichen werden, die ohne Grund verspätet eingereicht werden, müssen abgewiesen werden. / Die Wahlen in den Landeskulturrat. Brotest des fleinen Landvoltes. Die Reichstagung des kleinen Landvol-| tes, über die wir ausführlich berichtet haben, beschäftigte sich am Sonntag auch mit den hervorstehenden Wahlen in den Landeskul. turrat. Es wurde beschlossen, sich an den Wahlen auf Grund eines veralteten, ungerechten Wahlrechtes nicht zu beteiligen Außerdem wurde die nachstehende Entschlie Bung angenommen: schon seit Jahren feine fruchtbare Tätigkeit mehr entfalten, von Vereinen schließlich, deren SchwerSeite 5 Gegen Grippe wirksamstes Mitte! 4341 fälligkeit und Interesselosigkeit der Landwirt Stock Brandy Medicinal Die Häßliche. schafts- Förderung gegenüber von berufener Stelle schon hinlänglich gekennzeichnet wurde. die höheren. Wir sind nur Stufen. Gott aber wanDieses Wahlrecht basiert auf dem seinerzeit delt." Und Namenlos hielt seine Hände hint, als zur Verfälschung des Volkswillens erfundenen wenn einer darüber schreiten sollte. Wahlmänner- System und verhindert geradezu jede engere Zusammenarbeit der LandeskulturDie planmäßige Förderung der Landeskultur räte mit der schaffenden Landbevölkerung. Namentos jagte:„ Ich habe heute ein häßliches Wenn unter solchen Umständen auf Grund Mädchen gefügt. Es hat noch nie einen Stuß auf Gemäß der Bestimmungen der§§ 10 und 16 gehört zu den vornehmsten Aufgaben des neuzeitdes Wehrgesetzes, bezw. des§ 79 der Wehrbor- lichen Saatswesens. Sie ist ein wichtiger Hebel eines erwiesenermaßen inbrauchbaren Systems feinen zu großen Mund bekommen. Es war ganz schriften kann der Aufschub des Antrittes des Prä- zur wirtschaftlichen und technischen Durchdringung die Tätigkeit der Landeskulturräle trop aller trau- erschrocken."„ Liebst du mich?" fragte es.„ Ja, ich senzdienstes denjenigen bewilligt werden, die ihre der Landwirtschaft, zur Steigerung ihrer Ertrags- rigen Erfahrungen fortgesetzt werden soll, so fön- liebe deine Liebe", sagt Namentos„ Was heißt das?" Studien fortsetzen oder sich anderweitig für fähigkeit und damit zur wirtschaftlichen und kultu- nen dafür nicht fachliche, sondern nur pariei fragte die Häßliche. Ich weiß, daß du einmal politische Gründe maßgebend sein. Die Reichs- einen schönen jungen Menschen geliebt hast und einen bestimmten Beruf vorbereiten( z. B. Lehr- rellen Emporhebung der Landbevölkerung. linge), wenn sie durch die Unterbrechung großen Durchdrungen von der hohen Bedeutung der fagung erblick in diesem Vorgang die zielbewußte wünschtest, so schön zu sein, daß er dicht begehrt." Schaden erleiden würden, weiter denjenigen, Landeskulturarbeit gibt die in Prag versammelte Festsetzung der agrarischen Politik, die darauf hin- Sie errötete. Ich sah, daß ich das Wahre erraten welche besonders berücksichtigungswür- Reichstagung des kleinen Landpolfes als berufene ausgeht, die unteren Schichten der Landbevölfe- hatte. Der bin ich leider nicht. Aber schließe die dige Umstände nachweisen. Vertretung der großen Masse deutscher Slein- vung von jeder öffentlichen rechtlichen Interessen Augen, Mädchen, und denke, er foment zu dir." Den Gesuchen müssen alle Nachweise zuge- bauern, Häusler, Land- und Forstarbeiter in die vertretung auszuschließen. Sie erhebt schärften Das Mädchen schloß die Augen. Sein häßliches legt werden, welche die Vorlage der Gesuche be- fem Staate ihrem tiefsten Befremden darüber Einspruch gegen diesen reaktionären Anschlag, der Gesicht verklärte sich zu vollkommener Schönheit. Sie gründen, z. B. das Studienzeugnis( Shulbesuchs- Ausdruck, daß trotz jahrelanger Vorbereitungen nur bezweckt, die Landestultur- Einrichtungen, die sah den Liebsten der Jugend nahen, der sie verachtet zeugnis) vom Vorjahre, sowie der Beleg über die feine Reform der veralteten und für die heutigen aus öffentlichen Mitteln, also auch von den Steuer hatte und mit einem hübschen Lärvchen längit unFortsetzung der Studien( bei Studenten) oder der Verhältnisse unzulänglichen Landesfulturräte in geldern der kleinen Landwirte, Häusler und Ar- glücklich ist. Welch Glück wäre die Verzauberung Beleg über die ununterbrochene Vorbereitung für Böhmen und Mähren, sowie der Landwirtschaft beiter erhalten werden, einer Gruppe von Agra- der Häßlichen für ihn, die ich nun voll Andacht füßte einen bestimmten Beruf( bei Lehrlingen u. bgl.). Gesellschaft in Schlesien erfolgt ist, ja, daß fogar riern auszuliefern. Wenn dadurch die Landes G wäre meine schönste Liebe. Wie wenig die MenDie Gesuche müssen vor der Assentierung, barangegangen wird, diese verknöcherten Einrich- tulturarbeit den Massen des arbeitenden Land- fchen von der Liebe verstehen! und zwar bei der politischen Bezirksverwaltung fungen für unabsehbare Zeit weiter aufrecht zu volles noch mehr entfremdet wird, als dies schon durch die Versäumnis der Vergangenheit geschah, ( dem Bezirksamte oder dem Magistrate) eingereicht erhalten. werden, in deffen Bereich der Gesuchsteller seinen Die Auschreibungen der Landesfulturrats fo trifft hiefür die ganze Schuld die agrarischen wahlen eines geradezu museumsreifen Wahl- Machthaber in diesem Staate, von denen dieser Wer aus irgendwelchen Gründen das Gesuch rechtes, ist ein Schlag ins Gesich für jene breiten neueste Anschlag gegen die Rechte des kleinen nicht bereits vor der Affentierung eingereicht hat, Schichten des Landvolkes, die bisher einer geDie fleinen Landwirte und Häusler werden fann es spätestenz bei der Assent- bührenden Vertretung im Landeskulturrate be- fich ihr Mitbestimmtungsrecht in den Landeskultur tommission, jedoch vor der ärztlichen raubt waren und nun dieser Vertretung auch Organisationen unter keinen Umständen vorent Untersuchung einreichen. Wenn der Gesuch weiterhin verlustig gehen sollen. steller bei der Gesuchsvorlage die notwendigen Belege nicht zur Hand hat, so kann er sie auch motratifchen Grundcharakter der Staatsverfassung Dieses Wahlrecht schaltet entgegen dem denach der Aſſentierung vorlegen. Das Gefuch alle Landfrauen von jeder Vertretung im Landesselber sei es auch ohne Belege muß jedoch unter allen Umständen spätestens bei der Affen- fulturrat aus, obwohl daran lebendige Anteiltierung vor der ärztlichen Untersuchung einge- nahnte und Mitwirkung vielfach den Erfolg der dauernden Wohnsiz hat. reicht werden. Nach der Assentierung können Gejuche und zwar spätestens bis zum Tage des Präsenzdienstantrittes 1 nur Landvolles ausgeht. Namenlos ist frant. Namenlos war frant. Er lächelte. ,, Du hast doch Schmerzen?" Ja", und er lächelte wieder.„ Weint du, wenn man frank ist, dann ist das Leben wie ein herbstdünn goldle ichtendes Blatt. Jeden Augenblid fann es niederfallen, und alles ist aus. Aber vorher rinos die kleine stille Erdenwelt spüren, wie sie durch den großen Raum ewiger Zeiten weht, halten lassen, Sie fordern nachdrücklichst eine neu- ein Blatt im Winde des Himmels das läßt aus bau auf einer demokratischen, nach den Verhält- jo fest und havt daß es sich selbst mit dem hoffärtigen zeitliche Reform der Landeskulturarbeit, deren Auf- tiefster Seele lächeln. Wenn es grünt, dann ist es ni.wahlrecht geschaffenen Volts- Organisation aller 3ch die Welt verstellt... Aber wenn es durchsichtig landwirtschaftlichen Grundbesitzer unter Beibehal- wird, dann wehen die großen Dinge hindurch. Dann tung der bisherigen nationalen Seffionierung. ist nicht mehr das Ich ein Ich, nur noch ein Sein Gegen die von den Agrariern beider Nationen im All. Ein Schein im All. Ein Wein im Aff. Dieses Wahlrecht unterwirst die in rühriger inszenierte Wahlkomödie erheben sie schärften Bro- Wie du willst. Ich bin, berauscht vor Lebensfreude. Fortschrittsarbeit stehenden Fachorganisationen test, fordern die Annullierung der Wahlausschrei. Der Tod ist vielleicht der Abfall des Irrtums Ich der Kleinbauern und Häusler der brutalen bung für den Landeskulturrat und erklären, daß von der Wahrheit des Ewigen. Es geht bestimmt Majorisierung agrarischer Vereine, die teilweise fie mit allen Mitteln gegen diesen unerhörten aufwärts, wenn man stirbt." nur mehr auf dem Papier existieren, vielfach Volksbetrug ankämpfen werden. Landeskulturarbeit bedingte. Namentos. Anekdoten von Alfred Hein. Die Schneefloce. Heiteres. * Die Presse. Dieb: 3ähl' rasch auf, was wir und kennt dann eingereicht werden, wenn die Umstände, auf die sich der Gesuchssteller in seinem Gesuch stüßt, erst nach der Affentierung eingetreten sind. Ansonsten ist ein derartiges, verspätet eingereichtes Koteletts und Schinken. In mein Fleisch geht ihr Gesuch zwecklos und muß nach den bestehenden Gemüt. Verdammte Zucht in der Bahn, nieFleisch ein, ist das nicht ein grausiger Gedanke? geltenden Bestimmungen abgewiesen werden. Werden wir nicht davon auch langsam faul und mand kriegt einen Sitzplay." Pappi, du hast doch Diese Gesuche sind gleichfalls bei der politischen fett? Der Gutsbesitzer lachte ihn als verrüdt aus. einen." Aber deine arme Mutter muß sichn." Bezirksverwaltung( dem Bezirksamt oder MagiWelch wunderbare junge Mädchen hätten wir vielstrat) einzureichen, in dessen Bereiche der Gesuchs Mein Freund Namenlos bekam eine Schneeflocke leicht, wenn sie sich von Rosen und Schmetterlingen steller seinen dauernden Wohnsitz hat. Dasselbe gilt auch für die Einreichung von Beschwerden auf seine Hand. Sie zerging von seiner Wärme. nährten!" träumte Namenlos weiter. Dann wandte gefaßt haben." Kollege: 3u müde. Lese das in ,, Wasser," sagre er. Ein Stern ward Wasser, wir er sich mit Schaudern von den Tieren, die ihm das den Morgenblättern." gegen abweisende Entscheidungen. Geschwister. Er hält um mich an Die Bestimmungen sind aufmerksam zu bewerben zu Staub, nichts bleibt als diefe ewige Wan- Leben erhielten, ab. Bei den Kälbern traf er auf achten, damit nicht der Termin zur Einreichung berung von Nichts ins Etwas und wieder in Nichts. eines, das schielte. Dat die Mutter anch geschielt?" der Beschwerde versäumt und die Erledigung nicht nur daß ich dies denke, das hängt etvig in der Luft. Der Gutsbesitzer sagte, da hätte er biel zu tun, sich mich erst eine Woche. Stann er mich da lieben?" verzögert wird. Die Einreichung des Gesuches Wenn ich sage: Liebe Schneeflocke! oder liebe Frau! darum zu kümmern, Hauptsache: Milch und Fleisch.„ Nur dann!" un Aufschub des Antrittes des Präsenzdienstes es ist immer dasselbe Leuchtende aus dem Jenseits Sehen Sie," sagte Namenlos ,,, wir herrschen über Freunde. Jenkins heiratet seine geschiedene oder einer eventuellen Beschwerde gegen eine ab- in dem Wort. Liebe, das ist der sinnende, der die Tiere und nehmen von ihnen aur, was wir ,, Die haben die Stirn, ein zweites Denn restlos brauchen. Das große ferne Urejen da im All, Frau wieder." weisliche Entscheidung hat keine aufschie- träumende, der sprechende Tod bende Wirkung. Es ist daher jeder, dessen Bergehen ist Tod, ist Liebe. Aber da ich es sage und das man Gott nennt, nimmt auch von uns nur Hochzeitsgeschenk zu erwarten." Gesuch( Beschwerde) bis zum Tage des allgemeinen fühle, erlebe ich es noch. Liebe ist erlebter Tod. Das das, was es brauchen kann: Die Liebe. Vielleicht Fabel. Ein betagter Ford- Wagen, so erzählt Eirrückens der Rekruten nicht erledigt ist, ver- Ich geht in ein anderes Jch, nein, siebt dazwischen ist sie ihm so notwendig als Lebensnahrung, wie pflichtet, rechtzeitig den Präsenzdienst an als Ich= Du, anstatt ins Givige, das ist der einzige Ihnen Milch und Fleisch. Jedes höhere Wesen will man, tam auf einer etwas steilen Landstraße zum vom andern das, worauf das niedere gewöhnlich Stehen. Ein kleines Eselch n kamt von der Weide zutreten. Unterschied. wenig Wert legt. Die Rälber sterben an unserer und es entspann sich folgendes Gespräch: Was bist Verfressenheit, wir sterben an der Liebe des großen du denn?" fragte dos Gjelchen.„ Ich bin ein Unbekannten. Nicht wir steigen zur Vollkommen Automobil." Ach", sagte das Gielchen ,,, wirlich?" ,, Natrlich." Das Eselchen holte tief Atem. heit, sondern das Leben steigt ins All hinauf aus den niederen Sphären der Tiere und Menschen in Ich bin ein Pferd!" Eventuelle Gesuche um die Erlaubnis, die Entscheidung über ein eingereichtes Gefuch( eine Beschwerde) im bürgerlichen Verhältnisse abwarten zu dürfen, sind zwecklos, da ihnen nicht Folge gegeben werden kann. Belgisches Land. I. Mit seinen rund acht Millionen Einwohnern gehört Belgien zwar zu den europäischen Kleinstaaten, doch trok seiner Kleinheit beansprucht es im hohen Maße das Interesse jener, die mit Sinn für Kultur und Geschichte begabt sind, wie es auch start jene fejjelt, die das Land als Wirtschaftskörper betrachten. Denn Belgien hat eine für seine Kleinheit bedeutende In dustrie, der Handel, der namentlich im 16. Jahrhundert zu höchster Blüte gelangte, ist auch gegenwärtig außerordentlich lebhaft und das belgische Gewerbe, das kostbare Perlen tüchtigen und kunstsinnigen Handwerkerschaffens aus vergangenen Jahrhunderten überliefert hat, blüht heute noch. Das Land ist in neun Provinzen geteilt: Antwerpen, Brabant, die beiden flandrischen Provinzen Lft und Westflandern, Hennegau, Lüttich, Limburg, Namur und Belgisch- Luxemburg. 3wei Volksstämme bewohnen das Land: die germanischen Flamen und die romanischen Wallonen, durch eine ziemlich scharfe Grenzscheide getrennt, die in fast gerader Linie von der Höhe von Dünkirchen nach Osten bis gegen Maastricht verläuft. Die nördlichen Gebiete sind flamisch, die jüdlichen wallonisch. Aber ob auch Rasse und Sprache das Volk in, zwei Teile scheidet, so hindert die Sprachgrenze doch nicht, daß Sitte und Blut fich dauernd mischen. Immerhin ist das Verhältnis zwischen beiden Nationen kein ganz un getrübtes, die Sprachenfr age ist ein Gegen stand immer wiederkehrender Differenzen. Die Staatsiache ist französisch, sie wird in der Schule, in der Aumee, im öffentlichen Verkehr, in der groBen Presse und in der wissenschaftlichen Literatur benügt, im Norden Anfündigungen, Straßentafeln usw zweisprachigen Tegt haben. Man kann Belgien von verschiedenen Gesichts/ Gang durch die Ställe. Namenlos ging mit einem Gutsbesizer durch dessen Ställe. Bei den Schweinen blieb er beson ders lange.„ Das sind nun die Tiere aus Wurst, punkten aus bereisen. Wir wollen zunächst einmal| Brüssel, dieser als Weltstadt nicht überragende Ort| das Belgien der schönen Städte, der großartigen der großartigen man stefft es sich in der Phantasie viel eleganter Bauwerke, den Stätten einer Stultur, die einem vor, als es ist als Sammlung architektonischer Reichtum entsprangen, der ein fruchtbarer Boden und anderer Kunst aber einfach blendend. Das größte für All das war, was über die täglichen Lebensbedürfnisse hinausgeht, betrachten. Denn Belgien ist vor allem groß durch seine Kunst. Diese Kunst ist überwältigend durch ihre Größe, durch die Wucht des Gestaltungswillens, der in ihr zum Ausdruck kommt, einerlei, ob man an die oft märchenhaft schönen Bauwerke denkt, die, so sehr sie dem einzelnen ringenden Talent, Raum ließen, sich zu entfalten, dennoch Zeugnis von einem glühenden Kollektivwillen ablegen, oder ob man bewundernd vor den Bildern steht, die der einzelne Künstler geschaffen. Hier haben die Brüder van Eyd geleht, hier schafften die Brüder Broughel, hier hat Rembrandt seine unsterblichen Bilder gemalt, hier schwelgte Rubens in seinen Farbenräuschen und viele, viele andere, die befruchtet von der starten Sinnlichkeit des niederländischen Lebens die Kraft quelle des eigenen fünstlerischen Seins ausströmen ließen in ewig jungen, herrlichen Werken. Ueber diese Kunst sind viele Striege hinweggegangen. Kaum ein Land hat je solche Lasten getragen wie Belgien. Was Kriege nur zerstören fonnten, das geschah und auch im legten Weltkrieg hat die deutsche Soldateska über Befehl ihrer Vorgesetzten furchtbar unter den Kunstschäßen gehaust, die tran rigen Ueberreste ehemals berühmter Werke stehen als Zeichen finnloser Zerstörung und als furchtbare Anlage da. Aber immer noch erscheint das Land unausschöpfbar an Schönheit. Und wo immer im Wer den der Zeit Kunst und Kultur Geltung bejizen, dort wird Belgien mit Begeisterung genannt werden. Deshalb aber ist eine Reise durch die belgischen Städte eine Quelle ungetrübten Genusses, wenn man sich einmal an die allzeit sichtbaren Spuren der deutschen Besetzung und der daraus erwachsenden Antipathie gegen die Deutschen gewöhnt hat. Da ist * Herrlich wieder die Kathedrale der heiligen Gudula, St. Gadule, ein Bauwerk, das in der frühgotischen Periode begonnen, deutlich den Einfluß der deutschen Goti! erweist, die gerade in Belgien Wunder Brüssels ist wohl der Marktplatz, der in zuerst in die französische gotische Bauweise eindrang. seiner künstlerischen Geschlossenheit, unberührt vom Diese gewaltigen, religiösen Bauten laffen es immer Verkehr der elektrischen Straßenbahn, mit Recht als wieder verstehen, daß die Masse von diesem Myste einer der schönsten Plätze der Welt gilt. Es ist ein rium hingerissen wird. Wann werden wir unsere Platz, der auch der Geschichte angehört: 1568 wurden Voltshäuser haben, die ähnlich sind, keine Wirts hier 25 niederländische Edelleute, unter ihnen Egmont häuser, sondern Ort der Feier des heiligen gemeinund Hoorn auf Befehl des Herzogs Alba hingerich- famen Bieles? ter. Es ist eine mutige Feststellung, welche das frü- Die Boulevards, nun, sie sind ärmer als jene here Brothaus, das heutige Haus des Königs" in von Paris und auch das ganze Leben ist es Man Erinnerung an diese Bluttat trägt: daß die Ent- merkt immer noch den dumpfen Druck, den die haupteten als Opfer der Unduldsamkeit der katho- deutsche Besetzung hinterließ. Das sind die Quellen lischen Kirche fielen. Vielleicht mag auch daher ein des Fremdenhasses, der einen unserer Kollegen es großer Teil des Gegensatzes zwischen Flamen und erleben ließ, daß er, der nicht französisch konnte und Wallonen rühren., Gegenüber dem ,, Maison du Roi" m einem Boulevard- Café ein Glas Bier bestellte, das Rathaus, wohl das schönste in ganz Belgien vom entrüsteten Wirt aus dem Lokal gewiesen vielleicht außer jenent von Löwen- gotisch firad aufsteigend bis zu seinent 90 Meter hohen Turm, ein Wunderwerk von Filigranarbeit in den Säulen und Nischen. Entzücken müssen die Zunsthäuser jeden, der wachen Sinnes hier verweilt. Malerische Giebel, merkwürdige Zunftzeichen, vergoldete Fassaden, das wirkt in Verbindung mit dem mächtigen flämischen Haus", welches eine ganze Schmalfeite des Playes ausfüllt und mit seinem Flachbogen von beruhigender Schönheit ist, derart überwältigend, daß man bei längerem Aufenthalt immer aufs neue su diesem Platz zurückkehrt. wurde, weil man für„ les Allemands" kein Bier habe. Aber man möge sich beruhigen: wir fanden auch am Boulevard vortreffliche Kleine Seneipen, Roterien, wo man sich selbst roh aussucht, was man gebraten wünscht und es vor den eigenen Augen auch gebraten bekommt, wo der Wirt ausnehmend höflich ist und dort selbst anfängt deutsch zu sprechen, wenn er merkt, daß es dem Gast angenehm ist. Das Schönste an und in Brüssel sind aber doch die großen Parks, die sich rings um die Stadt dehnen. Da ist Laken, da ist der große Part von Uccle, dem Ort, wo die Sommerschule des JGB Etwas bombastisch wirkt der Justizpalast, stattfand. Wir erlebten eben da eine Art Sommerals das größte Gebäude Europas bezeichnet, fünfmal nachtsfest, der Nationalfeiertag und da war nun größer, als es den Justizbedürfnissen Brüssels ent- wahrhaftig das belgische Volt so liebenswert wie je Sprechen würde. Man war aber nicht einlich und das französische. Diese Ursprünglichkeit der Freude wollte dem Baumeister Gelegenheit geben, seine wird man so bald nicht wiederfinden. Aber eben Tatkraft zu entfalten. So entstand ein riesenhaftes deshalb erscheint rückschauend das, was das impeGebäude, dessen Baukosten sich auf 14 Millionen rialistische und monarchistische Deutschland au BelFranks beliefen und das nun das gesamte Stadtbild gien verbrach, als ein durch nichts wieder gutzumaBrüssels krönt. chender Greuel. J. B. Brite Samstag, 5. Feber 1927. Voltswirtschaft. Der Handelsvertrag mit Defterreich. Berlängerung des Provisoriums bis 15. April. Prag, 4. Feber.( Tsch. P.-B.) In den han etspolitischen Verhandlungen über einen Zolltarifvertrag zwischen der Tschechoslowakei und Desterreich in Prag wurde die zweite Lesung beendet. Die Verhandlungen werden in der aller nächsten Zeit in Wien fortgesetzt werden. froh, fo leidend und zerquält muß jene Mimi aus- und technischer Beifer. Bamač wirb diefer Tage mit I gesehen haben, wie sie sich der Verfasser des Romanes den Aufnahmen zu seinem neuen Film beginnen, Dichtenstübchens, eine törpergewordene Muse aus dem Stars behandeln wird. In der weiblichen Hauptrolle borgestellt hat, eine Lichterscheinung des kalten der eine Geschichte aus dem Leben eines RevuePariser Montmartre, die sich voll in den Dienst einer Anny Ondra und die bekannte Berliner Filmschaugroßen Idee stellt und deren Verwirklichung selbstlos spielerin Sanni Weiße, außerdem Karl Lama č, mit dem eigenen Leben bezahlt, ohne Murven, ohne J. W. Sperger, Theodor Pištět und Josef Klage, sondern still und in froher Genugtuung, daß Rovensky. Regie Karl 2ama č, an der Kamera sie doch auf dieser erbärmlichen Welt gu etivas gut Otto Heller. mar. John Gilbert als Rudolf bringt für feine Rolle feine fieghaft schöne Männlichfeit mit und Obwohl die Verhandlungen rasch vorwärts- findet blog in manchen Szenen besonders als fchreiten, hat es sich gezeigt, daß deren Beendigung eifersüchtiger Liebhaber große Augenblicke, ohne nicht so rasch erfolgen kann, daß die neuen Verein bei weitem an seine Partnerin heranzureichen. Auch barungen am 1. März d. J. in Kraft treten fön- die übrige Besetzung ist als gut zu werten und die nen. Unt einen zolltarifarisch ungeregelten Bu- Regie Ring Vidors schafft ein unvergeßliches Bildstand zu vermeiden, wurde die Verlängerung des mert voll tiefer und ergreifender Menschlichkeit. Der jebigen Status bis zum 15. April d. J. vereinbart, Film erschein im Fanamet- Verleih. so daß die Neuregelung mit diesem Tage in Geltung treten wird. Prager Produktenbörse.( Offizieller Bericht vom 4. Feber.) Die heurige Börse war schwach besucht, die Geschäfte minimal. Am Getreide. markte blieben die Preise, so weit es überhaupt zu Geschäften tam, gegenüber Dienstag unverändert. Nur Mais gab etwas nach und notierten: Mais, Jugoslawischer, ab Bratislava 121, rumänischer, feintörnig, ab Oberberg 117, Cinquantino, ab Oberberg 122, La Plata, ab Tetschen 132, alles unterzollt. Ebenso war auch amerikanisches Fett abgeschwächt unb notierte ab Tetschen 13.10-13.20, während ungarisches anzog und ab Szob 13.80-13.85 notierte. Auf den übrigen Marktgebieten blieben die letzten Notierungen unverändert nominell in Geltung. Devi'enture. Prager Kurse am 4. Feber. 100 holländische Gulden 100 Reichsmart 100 Belgas. 100 Schweizer Franks 1 Pfund Sterling 100 Bire 1 Dollar 100 französische Franks 100 Dinar 100 Bengös 100 polnische Bloth. 100 Schilling. • Geld Ware $ 1347.50 1353.50 798 05 802.05 467.75 470.75 647.6212 650.62% 163.20 164.20 144.05 145.45 132.90 134.10 59.14 59.64 589.85 592.85 376 382.Angus. Mitteilungen aus dem Publikum. Das Beste tür Ihre Augen liefert Optiker Deutsch, Prag, Graben 25, Kl. Bazar. FEINSTES SPEISEFETT Polarin 1823: Literatur. Woher die Kinder kommen? KAISER'S ERHÄLTLICH KATARRH 3 TANNEN HUSTEN BRUST- KARAMELLEN KEUCH- HUSTEN IN APOTHEKEN UND DROGERIEN Kunst und Wissen. Richard Strauß' Ariadne auf Nagos" gelangte am Donnerstag im Neuen deutschen Theoter neueinstudier: nach mehrjährker Paige B T Dr. med. Mar Hodann, Stadtarzt in Berlin: Woher die Kinder kommen." Ein Lehrbuch, für Kinder lesbar. 44 Seiten mit 7 Bildern. Geheftet K 6.70. Greifen- Berlag, zur Wiederaufführung. Bei uns gibt man die Oper Rudolstadt( Thüringen). in der( auch anderwärts bevorzugten) 3 wetten Vernünftige Eltern speisen heutzutage ihre Kin- lichen dadurch unterscheidet, daß an Stelle des im Kin- jung, die sich von der ersten und ursprüngder nicht mit der Storchfabel ab, diesem Auskunfts- erften Teile des Wertes bewüßten Molière'schen Luftmittel gedanken- oder gewissenloser Eizieher. Wir wissen jetzt, daß die Fragen nach der Berfunft der pieles ,, Der Vürger als Edelmann" en blog orien Kinder und dem Unterschied der Geschlechter schon die eigentliche Oper„ Ariadne auf Nagos", ist bet tierendes Vorspiel tritt; der zweite Teil des Werkes, die Vorschulpflichtigen innerlich stark beschäftigen beiden Fassungen gleich. Strauß' Ariadne" ist vor und daß unwahrhaftigkeit in diesen Fragen meist ellem deswegen musikalisch interessant, weil sie eine eine arge Entfremdung zwischen Eltern und Kindern filumsehr ihres Komponisten bedeutet; der musik. int Gefolge hat. Aber auch manche fortgeschrittene Dramatische Stil ist vereinfachter als jonst bei Eltern scheuen aus verschiedenen Gründen davor zu Stanz, Harmonie und Melodie spielen eine tardirück, die Kinder selbst aufzukläven; oft fühlen sie sich selbst zu wenig unterrichtet, oft halten sie sich ale Holle, Ensembles in alter Form fallen auf, die nid für fähig, den richtigen Zon zu finden. In Singstimanen sind gesangsmäßiger und teilweise fo diesen Fällen ist es nötig, dem Rind gar birtuos( wie in der Rolle der Zerbinetta) beHand eine Aufklärungsschrift in die and handelt usw. Die Ariadne hätte als Hauptattraktion zu geben, welche, von einem Sachkundigen verfaßt, diefer Neueinstudierung Frou Ficha fingen follen. Die Scheidung mit Hindernissen betitelt sich eine auch dem Volksschulalter schon verständlich ist. Wir Da sie leider erfrantic, fang die Partie an ihrer amerikanische Gesellschaftstomödie( Erzeugung und besigen bereits mehrere solche Schriften, die aber Stelle als Gast Frau Anna Wolf Ortner vom Verleih P. D. C), die inhaltlich an ubitschs nicht alle gut gelungen sind. Vor derjenigen von städtischen Theater in Chemnis, die unserem Theater Prachtfilm, iz mich noch einmal..." er- Ferch und Dr. Krauß(„ Wie kam ich zur Welt?" bor swei Jahren als ständiges Mitglied angehörte Sie hat auch die Ariadne bereits bei uns gesungen, innert. Ein junger Mann, der gerade jeine Aller- Verlag Berles, Wien) muß ich wegen ihrer ganz ber- aber nie so schlecht als diesmal; stimmlich schlecht liebste geheiratet hat, soll von seinem Onkel kein fehlten Tendenz entschieden warnen. Die Büchlein disponieri, musikalisch unsicher und höchst unrein in 33 61% 33.91 Geld bekommen, bevor er sich nicht scheiden läßt. von Tlučhoř( Sonnleitner) sind trotz der erzählenden disponieri, musikalisch unsicher und höchst unrein in der Intonation. Unter den mitwirkenden Kräften Er will sich also scheiden lassen, das Geld eintassieren Form, die der Verfasser der Höhlenkinder" sonst so unferes eigenen Ensembles taten sich vor allem und dann sofort wieder heiraten, denn die jungen gut handhabt, recht lehrhaft- trocken ausgefallen. Sehr Fr. Kwartin und Fr. Karst, sowie die Herren Beutchen haben sich sehr gerne. Da man aber zu empfehlenswert sind die Büchlein:„ Beim Outel wartin und Frl. Kar st, sowie die Herren Hagen, Fuchs und Fellner hervor. 3 enr 474.87% 477.87 jeder Scheidung einen Grund haben muß, will sich Doktor auf dem Lande"( für Knaben) und„ Martha Tin sfy dirigierte das schöne Werk mit leidenschaft. die junge Frau von einem bekannten Herrn„ ber beim Onkel Doktor"( für Mädchen), von dem finni- licher Betonung seines melodischen Schwunges und führen" und dabei überraschen lassen, was natürlich schen Dozenten Ofer- Blom, welche der Verlag Pich delikater Abtönung in dynamischer und rhythmischer Boheme. Der Roman Boheme" des franzo. nicht und nicht gelingen kann. Eine Reihe gelun- ler( Wien) zu billigent Preis herausgab. Nun Hinsicht. Das Theater war erfreulicher Weise gut sischen Schriftstellers gener Einfälle lösen herzliches Lachen der hat wenigen Werken der gesamten Weltliteratur, die An- Film erfüllt dadurch voll seine Mission, denn über spruch auf Unsterblichkeit haben. Die erschütternde ein Lustspiel will man lachen und das kann man Tragödie der armen, Meinen Näherin Mimi, die sich hier. In den Hauptrollen T. Roy Barnese und Wanda Hawley. in ihrer abgöttischen Liebe zu dem angehenden Dra matitez Rudolf zu Tode arbeitet, um dem geliebtem Ehe und Liebe. Das ewige Themd von Liebe Mann die Möglichkeit zu schaffen, sein Drama zu und Ehe in einer seiner unzähligen Varianten, diesbeenden, das ihn berühmt machen soll, diese einfache, ntal in den Kreisen der„ oberen Zehntausend" spiezu Herzen gehende Tragödie wird stets dankbares lend, so daß ein ungewolltes, aber dennoch ziemlich Bublikum funden, sei es nun in feiner Urform als scharfes Gesellschaftsbild entsteht. Belle Benner Roman oder als die gleichnamige Oper von Giacomo spielt eine moderne Frau, die für nichts anderes Buccini oder als der Film, der nach den Motiven als für Dummheiten und Flirt Sinn hat und ihren diefer per vom Regisseur Ring Bidor inszeniert Gatten( Clive Brook- ein auffallender Manneswurde Sagen wir es gleich heraus: der Film als typ) blog als lästigen, aber doch unbedingt nötigen folcher stellt nicht die denkbar höchste bildhafte Aus Sched- Aussteller auficht. Die„ Che" ist leer, sinnlos, druiksmöglichkeit des dankbaren Vorwurfes vor, man widersinnig und der Mann leider darunter, findet Pönnte sich die Uebertragung ins Bildhafte gewiß aber nicht den Mut, seine Fesseln abzustreifen, bis besser und packender vorstellen, aber Vibors Wert er sich schließlich in ein einfaches, natürlich fühlendes verdient Anerkennung, wie sie nur wenigen ameri Mädchen( Jaqueline Logan) verliebt und den wah kanischen Filmen gegollt werden können. Die Ge- ren Charakter seiner Frau kennen lernt. Der Film schichte der liebenden Mimi, die sich für den Gelieb- bringt selbstverständlich nichts Neues, ist aber ge- wort an die Eltern", in dem an dem alten Schlen Tang, Bacchanale. Karten bei Truhlář, Weyler ten zit Tode arbeitet und am Tage seines Triumphes diegen gemacht und zeigt Intelligenz; da seine Ten drian berechtigte Stritif geübt wird. Das fönnte viele Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. Heute, an Lungenschwindsucht elend, aber dennoch im Herzen denz mehr oder weniger gesünder ist als die der hindern; das Büchlein, dem ich die größte Verbret Samstag, 7% Uhr, neueinstudiert: m weißen glücklich, aus dem Leben scheidet, das für sie nur Ar- üblichen Filmerzeugnisse, fällt das Stück unter der ung wünsche, zu verwenden. Das Nachwort müßte, Rö"( 76-4). Sonntag, 12 Uhr: Liebermatine so wie das Vorwort bei Ofer- Blom, lose beigelegt Julia Culp; 2½ Uhr: Arbeitervorstellung„ Jemut, bittere Sorgen und nur gar so wenig Sonnen- Masse der ähnlichen angenehm auf. eder gesondert und heraustrennbar eingeheftet nufa"; 7 Uhr, neueinstudiert:„ Die Flederschein hatte, wird jedem Zuschauer mächtig ergreifen, denn unwillkürlich läßt einem die Kunst einer Lilian maus"( 77-1). Gish die ganze Tragödie einer zerschellten Liebe voll mann"( 78-2). nachfühlen. Denn ihr, der garten, feinen, so wunderbar weiblichen Gish, dankt der Film seinen inneren Gehalt, seine menschlich durchfühlte Wahrheit. So scheu und mädchenhaft, so glücklich und finderDer Jilm. Argus. Argus. Karl Lamač, der bekannte Prager Filmschautspieler und Regisseur, hat sein im Frühjahr vorigen Jahres eröffnetes Filmtatelier in Prag- Koschirsch an B. Nigryn, den früheren Direktor der Waffenfabriken in Brünn, verkauft und verbleibt in dem neuen Unternehmen, das als ,, Agro- Film" ins Handelsregister eingetragen wurde, als fünstlerischer Die Europäisierung des Drients. diefemilie bekommen. Von Dr. Khalid.( Nacherzählt von Erna Büsing.) Nun war er nach Kairo gekommen, der reiche Nun war er nach Kairo gekommen, der reiche amerikanische Herr, den man schon seit langem mit Sehnsucht und Bangen, mit Hoffnung und Vorfreude erwartet hatte. Man, das heißt in diesem Falle der alte ägyptische Staufmann und sein Sohn. Sie wollten Geschäfte mit dem Fremden machen. Und der Amerikaner wollte Geschäfte mit ihnen machen, folglich waren genügend Grundlagen für eine Unterhaltung vor handen. besucht. ausgezeichnete Aufklärungsschrift für Jugendliche Bub und Mädel" vorliegt, auch mit der Belehrung zu den Aenderungen im Ensemble des Deutschen der Jüngeren befaßt. Er greift fester zu als die Theaters. In dem von uns fürzlich veröffentlichten onderen, verschmäht die Erzählungsform und jeden Verzeichnis jener Künstlerinnen und Künstler, die Umveg über die Geschlechtsverhältnisse bei Pflanzen mit 20blauf der Spielzeit aus dem Verbande des und Tieren; er nennt die Dinge ungescheut beim Deutschen Theaters ausscheiden, sind uns bei der banten, bildet Durchschnitte der Geschlechtsorgane, Nennung der verschiedenen Rollenfächer einige Unsowie den, menschlichen Entbryo in verschiedenen richtigkeiten unterlaufen, die wir hiemit richtigstellen. Stadien ab und deutet in einfachen, verständlichen Fan Irene Scharf wer im Fach der ersten OpernWorten den Geschlechtsaft an. Ein Verfahren, das soubrette beschäftigt, Herr Ma cha ist erster Opern gewiß für viele Kinder, besonders von Proletariern, tenor, Herr Louis Laber ist Oberregisseur der das richtige ist. Besorgte Eltern sollten beide Auf- Oper und Tenorbuffo und die Herren Knüpfer flärungsschriften lesen, um im Augenblic, wo das und Königsmart spielten und spielen größere Kind von selbst die Frage stellt( nicht früher), die Rollen im Schauspiel. richtigen Antworten bereit zu haben, oder aber dem Kinde die besser geeignete von beiden Schriften in die Hand geben. Das Büchlein von Hodann hat meines Erachtens einen Fehler, der in einer zweiten Auflage behoben werden solle; es enthält ein Nach e. b. Herausgeber Dr. Ludwig Czech Verantwortlicher Redakteur Dr. Emil Strauß Drud: Deutsche Zeitungs- A- G., Prag. Für den Drud verantwortlich: O. olit. Tanzabend Anna Pavlova am 14. Feber im Luzernajaal. Programm:„ Chopiniada", Mulik von Chopin, Obertas, Senerado, Annitra's Tanz, Biggicato, Spanischer Tanz, Weihnachten, Gopad, Bolero Der sterbende Schwan, Seene dansante, Griechischer Montag, 7 Uhr: EvangeliSpielplan der Kleinen Bühne. Heute, Samstag: Ostar, Ioß dich nicht verführen". Sonntag, 3 Uhr: Spiel im Schloß"; 7% Uhr: Premiere Flucht" Montag, Bankbeamtenvors stellung: Dottor Stieglit." NW& K WOLLGARNE benn er hatte ein rein persönliches Interesse für unter den üblichen entschuldigenden Verrenkungen. Der Amerikaner geß den Kaffee hinunter, Berbreitet den..Sozialdemokrat... Doch om lezten Tage seines Aufenthaltes in verbrannte sich den Mund, erstickte beinahe an Kairo war es für den Amerikaner unumstößliche feinem Kaugummi, den er vollends verschluckte, Gewißheit, den jungen Bej zu Gesicht zu befom- und stürzte in seine Droschke, wütend wie ein men, denn dessen vielbedeutende Unterschrift war Puterhahn. Er war drauf und dvan, auf die vonnöten für den abzuschließenden Vertrag zur Lieferung von Pumpen und landwirtschaftlichen gieferung von Pumpen und landwirtschaftlichen Maschinen zu verzichten. Maschinen. Folglich nahm der Amerikaner eine Dennoch legte sich seine Wut und Mitleid Droschke und fuhr in das reichste Viertel von kehrte in das sonst so kalte Herz des Amerikaners Stairo, wo sich das Haus des jungen Bejs befand. ein, nach noch einer Stunde, als der junge Bej Dort angekommen, machten vor ihnen zahlreiche tant. Es war nämlich eine Size, daß selbst den Diener ihre gut eingelernten Verbeugungen und Eingeborenen schlimm wurde und man nur in der Amerikaner und sein Dolmetscher wurden in den frühen Morgen- und den späten Abendstunden Empfangsraum geleitet. den arbeiten konnte. Und jetzt am Nachmittag, Der Bej ist im Bade", hieß es, begleitet kam der junge Bej. Er trug einen schwarzen Die führte, mit vielen Well und Yes, bet von vielen entschuldigenden Verrenkungen. Es Gehrock, war eingezwängt in enge, spizze Lackdenen die Zunge jedesmal eine Rundreise durch verging eine Stunde und der Amerikaner hatte schuhe, die fast barsten, da sie die fleischige Fülle den Mund machte, der Amerikaner. Der Aegyp Gelegenheit, sich die fostbaren Teppiche, die Wand- des Fußes kaum umsvannen konnten, der kurze ter antwortete in einer vornehmen, zurückhalten bekleidungen und die Sizkissen anzusehen sowie den Art, wie sie den Menschen eigen, für die das auf das leise Geplätscher des Hausspringbrunnens Leben nicht nur Haft, sondern auch Beschaulich zu hören. Schließlich wurde der Amerikaner un feit, für die der Daseinszweck nicht nur Geldver- geduldig, denn erstens hatte er feine Zeit und dienen, sondern auch Freude am Sonnenschein zweitens wartete die Droschke vor der Tür. und an den blaublißenden Hautflügeln einer ,, Der Bej ist im Bade" hieß es abermals, beFliege ist. Die Ruhe, ererbtes kostbares Kultur- gleitet von vielen entschuldigenden Verrenkungen. gut des vornehmen Orientalen, imponierte der So verging die zweite Stunde. Der Amerikaner Schlipsnadel etwa verrutscht wäre. Der Ameriellenbogenstarken Yankeedoodle- Ueberlegenheit und war aufgebracht, verschluckte sich an seinem KauHals steckte in einem Marterinstrument von steifem Stehkragen, der die Ohrmuscheln bis zur Hälfte bedeckte, und die Hände waren in Glacé handschuhe gepreßt. Die Augen des jungen Bej waren hilfesuchend und tieftraurig und ängstlich tasteten die Blicke den Schlips entlang, ob nicht die mit erbsengroßen Brillanten geschmückte faner aber war gleich im Bilde. Darum also SPORTWOLLEN Matador Alpia Gisela Ariadne der Amerikaner hatte, was sonst selten vorkommt, gummi, huftete dieserhalb stark und machte An- hatte der junge Bej solange int Bade zugebracht, Respekt vor seinem Geschäftspartner. Der alte stalten zu gehen. Doch da sprang der Dolmetscher um sich zu zivilisieren, das heißt, eine derartige führend in Güte u. Farben Mann mit seinem schlohweißen langen Bart und auf und bedeutete ihm, das sei den Landessitten Karikatur aus sich zu machen. seinem weichfließenden buntseidenen Gewand war zufolge eine tödliche Beleidigung, man müsse Und Jhr, werte Leser, meint, der junge Bej für den geschäftsflugen Amerikaner der auferstan- ivenigstens so lange warten, bis der Kaffee käme, fei ein Tölpel? Wenn man ihn so betrachten dene Weise aus alter Märchenpracht. Nur den Dann unterhandelte der Dolmetscher und nach dürfte, wäre die Sache nicht des Aufhebens wert, Sohn, den jungen Bej, bekam der Amerikaner einer halben Stunde kam der Kaffee. nein, er ist die Type für die Europäisierung des nicht zu sehen. Das verdroß ihn wahrhaftig, Der Bej ist im Bade", hieß es abermals Orients. Uberall erhältlich. Auf Wunsch Bezugsquellen- Nachweis durch Neudeker Wollkämmerei& Kammgarnspinnerel A- G. in Neudek G * NW& K