Einzelpreis 70 Seller. Redaktion und Berwaltung: Prag, I., Netazania 18. Telephone: Sages redattion: 26795, 31469. Nachtredattion: 26797. Poftichedamt: 57544 Juferate werden laut Tarif billigft berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 7. Jahrgang. G Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit. Donnerstag, 17. Feber 1927. An die arbeitende Bevölkerung! Der tschechisch- deutsche Bürgerblod, der durch die Hungerzölle unsägliches Elend über die Massen der arbeitenden Bevölkerung gebracht hat, durch eine kapitalistische Steuerreform die Besteuerung der Rieseneinkünfte bedeutend vermindern und dafür die Arbeiter straffer und unbarmherziger besteuern, der die Sozialversicherung und alle an beren sozialpolitischen Einrichtungen demolieren will, der durch Sabotage der Baufördemung die Wohnungslosigkeit, aber auch die Arbeitslosigkeit der Massen steigert, dieser Bürgerblod frönt nun sein schändliches Wert durch den Versuch, die persönliche Freiheit und das Hausrecht der Staatsbürger zu beseitigen, das allgemeine und gleiche Wahlrecht zu rauben, Mitglieder in die Vertretungsförperschaften zu ernennen, der Selbstverwaltung für immer ein Ende zu machen und die nationale Fremdherrschaft zu verewigen. Es ist eine Ungeheuerlichkeit, ein Machwerk als Verwaltungsreform zu bezeichnen, das das alte Prügelpatent verschärfen, in Gesezesform pressen und damit verewigen, das in schroffem Widerspruche zur Verfassung die Staatsbürger den ordentlichen Gerichten entziehen und der Polizeiwillfür überantworten will und zugleich dadurch, daß es die Entscheidung über die Gemeindestreitfachen den politischen Beamten überantwortet, daß es den Landes- und Bezirksämtern unerhört weitgehende Vollmachten zur Aufrechterhaltung der sogenannten Ruhe und Ordnung und sogar der Sittlichkeit und des Anstandes gibt, der jeweiligen Regierung und der Bürokratie vielfältige Möglichkeiten zur Unterdrückung der freien politischen Betätigung der Staatsbürger, aber auch zur Unterbindung der freien Entfaltung der Wissenschaft und der Kunst schafft. Daß Geseze durch Regierungsverordnungen beseitigt werden können, wie es der Regierungsentwurf vorsteht, ist in demokratischen Staaten legislatorisch unmöglich. Die Vorlage berfälscht das berfaffungsmäßig garantierte allgemeine und gleiche Wahlrecht durch Beiziehung ernannter Vertreter und durch Unterstellung der Bezirks. und Landesvertretungen unter das Veto von der Regierung ernannter Bezirkshauptleute und Bandespräsidenten. Aber nicht genug daran, diskreditiert die Vorlage das allgemeine und gleiche Wahlrecht dadurch, daß sie die wenigstens zum Teile auf Grund dieses Wahlrechtes gewählten Vertretungskörper jeder Selbständigkeit beraubt, sie zu bloßen beratenden Inftitutionen degradiert. Die Bedeutungslosigkeit dieser Körperschaften muß folgerichtig auch das allgemeine und gleiche Wahlrecht entwerten und den Boden vorbereiten für deffen Beseitigung! Es ist ein falter Fascismus, der aus der Vorlage weht, der um so gefährlicher ist, als er sich bei all seiner Brutalität hinter ein undurchsichtiges Gewirr von Paragraphen versteckt. Die Vorlage verfälscht aber auch den Gedanken einer wahren Selbstverwaltung des Bolkes. Sie verwirklicht wohl die Aufhebung des doppelten Geleises in der Verwaltung und vereinheitlicht sie für alle Teile des Staates. Gleichzeitig erdrosseln aber Regierung und Bürgertum die Selbstverwaltung, damit die politisch reif gewordenen Arbeiter nicht entscheidend an ihr mitwirken, ihr nicht sozialen Charakter geben können. Sorge um die Behauptung der Macht, Angst vor der wachsenden Erkenntnis des Proletariats, Haß gegen die Arbeiter und niedriger Besitzegoismus sind die treibenden Kräfte auch dieses neuen Verbrechens wider die Demokratie. Es ist eine Ungeheuerlichkeit, von der Teilnahme der Bevölkerung an der Verwaltung zu veben und zu gleicher Zeit die Bebormundung der von der Bevölkerung gemählten Mitglieder der Verwaltungskörperschaften durch umfangreiche Sonderrechte der Bürofratie, durch unbegrenzte Regierungswillfür und vor allem durch die Verfälschung des Willens der Bevölkerung mit Hilfe der Ernennung eines Drittels aller Landes- und Bezirksvertretungen sicherzustellen. Der Parteivorstand der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei stellt fest, daß der Regierungsentwurf der Verwaltungsreform einen Rückfall in die schlimmsten 3eiten des vorrevolutionären Oesterreich darstellt, eine Rückfehr zu jenen Polizeimethoden, die selbst in Desterreich vor dem Striege schon überwunden waren. Er lehnt, ohne sich in diesem Augenblicke mit den Einzelheiten des Schandwerkes zu beschäftigen, feierlich und entschieden den vorliegenden Entwurf zur Gänze ab, als untauglich zur Sicherung einer geordneten Verwaltung, als unwürdig eines reifen Volfes, als schwere Schädigung der Interessen der arbeitenden Bevölkerung, aber auch als Gefährdung der Zukunft aller Völfer diejes Staates. Die deutschen Regierungsparteien, die so viele Jahre lang vorgaben, für das Recht der nationalen Selbstverwaltung zu fämpfen, liefern nun, um an der Beherrschung der Arbeitergesamtheit durch die tschechische Bourgeoisie teilnehmen zu können, die deutsche Bevölkerung Böhmens, bedingungslos Mährens und Schlesiens vollständig und überwältigenden tschechischen Mehrheiten aus, fie fargen die nationale Autonomic und damit Bezugs Bedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post: monatlich Kč 16.vierteljährlich 48.9 halbjährig 96.ganzjährig.... 192, Rüdstellung von Manu stripten erfolgt nur bei Einfendung der Refourmarfen. Erschein mit Ausnahme Des Montag täglich rüh Nr. 40. ihr eigenes feierlich verkündetes Programm ein, sie erstiden den letzten Rest der Selbstverwaltung, der noch in den Bezirksverwaltungen lebendig war, sie unterstellen die Arbeiter und Arbeiterinnen, die armen Leute, einer drückenden Polizeiherrschaft. Die Reform der Verwaltung wäre Gelegenheit zu großer, schöpferischer, befreiender Tat, zur Versöhnung der Nationen, zur Anbahnung dauernden Friedens zwischen ihnen, zur Begründung wirklicher Demokratie, zur Erziehung aller Nationen des Staates, ihr Geschick selber zu gestalten, ihre wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Angelegenheiten unter eigener Verantwortung selber zu besorgen. Kurzfichtiger Klaffenegoismus der Besitzenden, die nur den augenblicklichen Vorteil sehen, die Arbeiter dauernd in die Untertanen= stellung zurückzudrängen, bourgeoifer Hochmut und bureaukratischer Dünkel, die in den Massen der werktätigen Bevölkerung nur Objekte der Regierung und Verwaltung sehen, machen aus der Verwaltungsreform eine Farce, machen aus dem Werk, das der Befreiung und Aufwärtsentwicklung aller Völker dienen könnte, ein Werkzeug der Verfklavung der Massen. Noch einmal erhebt der Parteivorstand der deutschen Sozialdemokratie in diesem entscheidungsschweren Augenblicke seine warnende Stimme. Er erinnert an die furchtbare innere Berrüttung Desterreichs infolge seiner Unfähigkeit, den Völkern die Selbstverwaltung zu geben und sie dadurch miteinander zu versöhnen und zu einer Gemeinschaft zu verbinden, er ruft den Herrschenden die Lehren der Geschichte ins Gedächtnis zurück und stellt der schamlosen Verfälschung der Demofratie durch die Regierungsvorlage, der Bereitwilligkeit der deutschen Regierungsparteien, die Selbverivaltungsansprüche ihres Volkes für einige kapitalistische Sonderrechte zu verkaufen, gegenüber die unveräußerlichen Ansprüche der Arbeiter auf freie, ungeschmälerte Teilnahme an der Verwaltung, er stellt dem Volksverrat des Bürgertums aller Nationen gegenüber das unsterbliche Recht der Völker auf Gestaltung ihres Geschickes nach eigenem Willen, er erneuert die alte sozialdemokratische Forderung nach der vollen nationalen Autonomie. Wir fordern eine Reform der Verwaltung, die den Lokalstellen weiteste Möglichkeit der Selbstregierung gibt, die umfassende soziale Fürsorge ermöglicht, die sozialen Geist in alle Zweige der Verwaltung trägt, die den Staatsbürger zum freien, selbstverantwortlichen Menschen in jeinem Wohngebiete macht. Demokratische Selbstverwaltung, soziale Verwaltung sind die Kampfparolen Der Arbeiter! 3um Kampfe für eine wahrhaft demokratische Reform der Verwaltung und zum Kampfe wider die Schmach und Lücke der Regierungsvorlage ruft der Parteivorstand die deutschen Arbeiter dieses Landes auf. Er ruft sie zu unermüdlichem, stetig sich steigernden Rampf mit allen Mitteln, zum Kampf in den Versaminlungen und auf der Straße, im bollen Bewußtsein der Gefahr, daß das internationale Bürgertum mit seinem Plan der sogenannten Verwal tungsreform nur den ersten entscheidenden Schritt zur völligen Vernichtung der demokratischen Grundlagen des Staates macht. Der Parteivorstand gibt seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß die Arbeiter aller Nationen diejen Kampf in enger Gemeinschaft, Schulter an Schulter führen werden, den Kampf, der die Gefeßwerdung der Regierungsvorlage unmöglich macht und freie Bahn öffnet für die Schaffung einer wirklich demokratischen, mit sozialem Geiste er füllten Verwaltung! Auf zum Kampfe gegen die Polizeiherrschaft für die persönliche Freiheit und das Hausrecht der Staatsbürger! Auf zum Kampfe gegen die Einschränkung der politischen Rechte für das allgemeine und gleiche Wahlrecht! Auf zum Kampfe gegen das Ernennungsrecht der Regierung, auf zum Kampfe gegen die Herrschaft des Bürgertums und der Bürokratic für die Selbstverwaltung des Volkes! Auf zum Kampfe gegen die nationale Fremdherrschaft Die Klubs der Abgeordneten und Senatoren Autonomie! Der Parteivorstand für die nationale der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik. Bette 2 Riebe. bessere Mittel Johann Heinrich Bestalozzi. zu feinem hundertsten Todestage. " Und den Knaben, den Jüngling Pestalozzi, überall und immer abgelehnt hat. Mag er anzieht es mit geradezu dämonischer Gewalt zufänglich unter dem Einflusse seines großen den Armen, nicht deshalb, weil er, der seit Landsmannes Rousseau und dessen Erjeinem fünften Jahre vaterlos, das bittere Brot iehungsromans" Emil" gestanden haben, Beder Arbeit essen muß. Nein, er ahnt, daß an den tausenden Armen seiner Heimat, an den ungezählten Armen auf der Erde schweres un recht begangen wird, daß die Gesellschaft Störwer und Seelen mordet. So wird er der Heini Wunderli aus Torliken", der in der Zürcher Stadschule den Freund, den Weberjungen, verteidigt, als die stolzen Bürgersöhne ihn bedrohen. So will er auf dem Neuhofe jeine Reformgedanken in die Tat umsehen, Gedanken, die so neu und so gewaltig sind, daß sie erst heute, nach anderthalb Jahrhunderten, aufzusprießen beginnen. und Pestalozzi ist vor allem genau wie stalozzi ist bald ein eigener, er selbst geworden. erklärte:„ Als reines Werf der Natur hat mein Goethe ein überzeugter Nichtchrist". Er Geschlecht keine Religion; die tierische Unschuld opfert nicht, betet nicht, segnet und flucht nicht." Als Wert meines Geschlechts, als Werk des Staates ist Religion Bewußtsein feiner Menschenwürde führen. Bie lebendig Pestalozzi aber noch oder besser: erst in unserer Zeit wirft oder wirken soll, der Sah Donnerstag, 17. Reber 1927. Inland. * Im Sumpfe des Elends werden feine Men- Gemeinsame Abwehrfront gegen die Berwaltungsreform! rug. Nur als Werk meiner selbst ist die Relifen, gion Wahrheit. gion hrheit. Als Werk meines Geschlechtes " -W = " 1 reform und schen" ist heute ebenso wahr wie damals. Nein, Heute jährt sich zum hunderisten Male der daher, die Franzosen lösten die Schule auf und die Anwendung liegt heute viel und vielfach Sterbetag Johann Heinrich Pesta Pestalozzi stand wieder vor einem Trümmer näher. Ein Beschluß unseres Parteivorstandes.3 ozzis. Einundachtzig Jahre war er alt ge- haufen wirtschaftlicher und ideeller Betrachtung. Den Sozialisten Pestalozzi aber oorden. Wenige Wochen vor seinem Tode Wie zwanzig Jahre vorher der Armennarr lernen wir vor allem fennen aus einer fleinen Der Parteivorstand hat in seiner gestrigen hrieb er folgende erschütternde Worte: bon Neuhof", hat er im Jahre 1800 qualbolle Schrift:„ Gesetzgebung und Kindes Sigung beschlossen, das Präsidium unseres Abge,, Sterben ist nichts, ich sterbe gern; aber ge- Seelennot empfunden, da er die Armenerzie- mn or d". Gerade heute, da der Kampf geht um ordnetenklubs zu beauftragen, mit fämtlichen lebt zu haben, alles geopfert zu haben und nichts bungsanstalt von Stans aufgeben mußte. Da den berüchtigten Baragraph 144, gerade heute, oppositionellen Abgeordnetenklubs in Verbindung erreicht zu haben und immer nur gelitten zu haben mals verfaßte er die ergreifende Fabel vom Sa die Scheinheiligkeit und die Heuchelei in au treten und diese zur gemeinsamen Führung des und nichts erreicht zu haben und alles zertrim- brängten sich um ihn her und einer jagte:„ Du gerade heute ist der schwarze Peſtaluz" Rufer " Menschenmaler":" Er stand da, sie das erborgte Gewand der Tugend kleidet, Abwehrkampfes gegen die Vorlage über die Verwaltungsreform einzuladen. mert zu sehen und so mit seinem Werk ins Grab bist also unser Maler geworden. Du hättest im Streite, dieser wunderbare Mensch, der im zu jinken, das ist schrecklich und ich kann es nicht wahrlich besser getan, unsere Schuhe zu fliden." Jahre 1780 in dieser Schrift„ Gesetzgebung und Sigung des Parteivorstandes. aussprechen und ich wolfte gern noch weinen, es Er antiwortete ihnen: Ich hatte euch sicher Staatsgewalt" unerschrocken, fühn und mann Am 16. Feber hielt der Parteivorstand gemein tommen feine Tränen mehr..." eure Schuhe geflict, ich hätte für euch Steine haft die uneheliche Mutter, das un- sam mit den Klubs der Abgeordneten und Senatoren die sich ausschließlich mit der Diese Worte bitterster Entjagung sind von getragen, aber ihr wolltet meiner nicht und es eheliche Kind und ihre Rechte ver- eine Sitzung ab, vehestem Schmerze diktiert nach einem opfer- blieb mir in der gezwungenen Leerheit meines teidigt. Er ersteht die Quellen des Uebels in Regierungsvorlage über die VerwaltungsOrganisierung des eichen Leben der Arbeit für andere. Bertretenen Daseins nichts anderes übrig, als den sozialen Verhältnissen, in der Unzuläng- Rampfes gegen dieses Polizei- und lichkeit der Gesetzgebung und den unittlichen Diftaturgeses beschäftigte. Der Parteivorsit Denn Pestalozzi war ein Genie der malen zu lernen." So war der„ Avmennarr" zur Schrift Zeitanschauungen. zende Genosse Dr. Czech leitete die Verhandlungen Sitten und Gejeze legen Gelegenheit zu rastloser Arbeit für andere stellerei gekommen, Lienhard und GerSchande und mit einer Darstellung der schwersten Schäden und var ihm geboten. Sein Leben( 1746-1827) rub" entstand. Ob es als ein literarisches Spott, Verhöhnung und Bestrafung auf die Elen- schlimmsten Tücken des Regierungsentwurfes.ein. ällt in die Zeit des Frühkapitalismus. Die Sunstwert zu werten ist, ist nicht die entden, denen die eine reale und dauerhafte, ent- Er analysierte vorerst die Vorlage nach der verInduſtrialiſierung beginnt, wie ein frebsiges scheidende Frage, aber es ist ein reises, reines schädigende Vaterhilfe entreißen. Noch mehr, der fassungsrechtlichen Seite und kam dann auf den ntateriell- rechtlichen Teil der Vorlage zu sprechen. Beschwür greift sie über auf das Land. Leib- Buch und tiefe, tiefe Liebe leuchtet und glutet Leib- barin. Das hohe Lied des Weibes, der Mutter. Staat, der pflichthalber aller Waisen Bater, dieser Das Schlimmste babei sei pohl die Beretvigung des igene, Froner, die in tierischer Dumpfheit da- Denn darin liegt der Sinn von Pestalozzis Staat, der so vielfach dem Mädchen den Bater ungemein verschärften Brügelpatentes. Die persön jinleben müssen, werden" frei", um in noch wirken, daß er die hohe Bedeutung der Frau feines Kindes von seinen wesentlichen natürlichen liche Freiheit wird aufgehoben, der Polizei fast unrückendere, noch bösere Abhängigkeit der Lohn in der Mitarbeit an der Bildung der Menschnechtschaft zu fallen. In der freien" Schweiz in der Mitarbeit an der Bildung der Mensch- Pflichten ganz losspricht, und, wo er es nicht ganz eingeschränkte Macht zu Verhaftungen und Hausieser Zeit treiben allmonatlich Lanbreiter heit erfannt und gewertet hat. Sicherlich mag but, der Elenden nur einen feilen, nichtigen Lohn durchsuchungen und den Behörden die Möglichkeit zu vollständiger Drosselung des politischen Lebens und nicht Vaterhilfe zuspricht, dieser Staat, der gegeben. Die in jahrzehntelengen Erfahrungen geBettelvoll auf, so daß schon Pestalozzis Groß- dem Leser von heute manches fremd und ver oater, ein protestantischer Pfarrer in einem blichen verkommen, er mag vielleicht über die doch sonst in anderen Verhältnissen seine Vater- ichöpfte Erkenntnis über die Richtung und die Dorfe bei Zürich, gesteht, er wüßte freilich Frömmigkeit darin lächeln, doch ist es nicht pflichten gegen diese Waisen erkennt, erfennt sie Grundsäße der Verwaltungsreform blieb bei dieser Frömmelei, nicht Kirchlichkeit, die Bestalozzi gegen diese Elenden, die ihrer am vorzüglichsten Gelegenheitsarbeit" unbeachtet. Wohl wird das Doppelgeleise der Verwaltung beseitigt, aber die bedürfen, gar nicht." „ Der Staat ber Berivaltung selbst wird ungeheuer bürokratisiert, weigert den Mädchen nicht, daß es feine finnlichen dem Einfluffe der Bevölkerung entzogen. Unsere Begierden befriedigt. Aber er verweigert der Un- Forderung noch aus der Zeit Desterreichs ist die verheirateten, daß sich die Folgen dieser Tat cin. demokratische und soziale Lokalvertpaltung, fie foll stellen. Went also die uneheliche Mutter ibr Rind das Fundament der Staatsverwaltung sein, in ihr foll alles Leben om fräftigsten pulsteren, in sie soll umbringt, fo tut fte, in Besiehung auf den auch die nationale und fulturelle Selbstverwaltung Staat nichts anderes, als daß sie auch kinderlos eingebaut werden. Von dieser Lokalverwaltung ist bleiben, weil der Staat will, daß sie es sei.... in der Regierungsvorlage feine Spur, im Gegenund die ganze Last seiner Ahndung fällt auf die feil, fie entrechten die Gemeinden noch mehr al Gunsten der geplanten bürokratisierten Bezirksämter. Schwachen, auf die weniger Schuldigen." Ungeheuerlich sind die Vollmachten der Bürokratie Pestalozzi schildert die entseglichen Stra- umb der Regierung, die auf Grund dieses Gesezes die Prangerſchmach, die Rutenpeitschung der tatsächlich machen kann, was sie will. Der Rebner Gefallenen".„ Dies alles sind gerichtliche zeigte dies an einigen Beiſpielen und wandte sich Ron Dienerin der Verhältnisse, die ich Strafen solcher Mädchen, wenn sie arm sind" dann dem Attentat gegen das Wahlrecht zu, diesem fefe effen, Dienerin des Mittelpunktes vernichtenden Schlag gegen die Demokratie. Durch reiche„ Gefallene" büßen, wenn der Fehl- die Heraufsehung des Wahlalters auf 24 Jahre wird dieser Bechältnisse, der Staatsma ch t. Als tritt" überhaupt öffentlich bekannt wird, durch das Soldatenwahlrecht beseitigt, durch Ursprünglich sollte der Neuhof eine jolch ist sie Mutter Königlicher Mönchsmanieren Geld und reparieren so ihre Ehre das die Verlängerung der Seßhaftigkeit wird zahlreichen Musterwirtschaft werden; denn Pestalozzi und mönchischer Königsmummereien, selten Diene- versteht sich von selbst", wie Pestalozzi voll Arbeitern das Wahlrecht genommen. Durch die Er wollte reich werden, um andern helfen zu können. Die Gründung brach zusammen. Da schuf rin des gesellschaftlichen Rechtes, allgemeine Seb. bitterer Ironie jagt. In den niedrigen Hütten nennung eines Drittels der Mitglieder der Vertre er den Neuhof zur Erziehungsanstalt antine des Unrechts, der Macht, mit der Glorie rettet die Liebe, die bei den Niedrigen und tungstörper soll der Einfluß der Arbeiter vollständig um, wo er die verwahrlosten Rinder der armen des Heiligtums um das Gesicht der Selbstfucht Armen noch so oft da ist, Tausende von dem gebrochen werden. Es ist tatsächlich ein Stüd Fascis. Verderben und der Verzweiflung. Aber wenn muß, das hier gefchaffen werden soll. Und gelingt Taglöhner, der im Alkoholismus verkommenen Ist der Pestalozzi, der solches vor andert in den Wohnungen der anmaßen der tschechisch- deutschen Bürgerregierung dieser Anfreien" Kleinbauern bilden wollte. Im Jahre halb Jahrhunderten aussprach, nicht der Herold den Eitelkeit die Schwächung eines Un- fchlag, dann ist damit der erste erfolgreiche Schritt 1780 mußte er die Anstalt auslassen, niemand einer Zeit, die auch unsere noch nicht ist? Das glücklichen zur öffentlichen Runde fommt, four Zerstörung der Demokratie getan, dann ist der half mehr. Ich lebte," schrieb der Gute da ist der unbekannte Bestalozzi, von erheben sich oft im Innern des Hauses Greuel Angesichts dieser drohenden Gefahr müssen die Arnächste ein Anschlag gegen das Barlamentswahlrecht. mals,„ jahreigna im Kreise von mehr als 50 dem Robert Seidel im Jahre 1909 sprechen und der rasenden Wut." Bettlerkindern, teilte in Armut mit ihnen mein durfte. Und ist er etwa heute, hundert Jahre Brot, lebte selbst wie ein Bettler, um zu nach seinem Tode, bekannter! Pestalozzi Bettler wie Menschen war schließlich fein gelernter Pädaleben zu machen." Hilfreich stand ihm goge", er war auch fein Fachmann", was da zur Seite seine Gattin, Anna Schult- brauchen unsere" Lehrerbildungsanstalten den he ß, die Tochter aus angesehenem Bürger- werdenden Lehrern davon zu sagen, daß die hause. Sie überwand sich, reinigte diese Bettel- Schule mehr ist, als Drillanstalt, als Vermittfinder von Schmuß, Unrat, Ungeziefer, heilte lungsmöglichkeit von Buchwissen. Der bedie Wunden, die die Kräße verursacht hatte-rühmte Vergleich, der sich in dem methodischen Sie war ihrem Heiri gefolgt. Buche Wie Gertrud ihre Kinder lehrt", er gilt " Ich werde meines Lebens, ich werde der noch heute! Das Haus mit den drei StockTränen meiner Gattin, ich werde meiner Rin- werfen, von denen das oberste hell, luftig, nur der vergessen, um meinem Vaterlande zu wenige Schüler birgt, während das unterste, nügen," so hatte er seiner Braut erklärt. Nun von Massen elender, franker Menschen angefüllt, Hundert Jahre sind seit dem Tage vermußte die Familie den Neuhof verlassen. dumpfig, lichtlos ist rauscht, da Pestalozzi seine guten Augen zu Pestalozzi hatte damals in den„ Abendstunden Die Schule ist heute wie je das Instru- ewigem Schlafe schloß. Heute wird er gefeiert eines Einsiedlers" geschrieben: ment der Besitzklassen, ist die Anstalt, den werden in endlos vielen Auffäßen, in schwung„ Soviel sah ich bald: die Umstände machen den Kindern die bürgerliche Moral zu vermitteln. vollen Reden, die Parteien werden ihn, jede Menschen; aber ich sah ebenso bald: der Mensch Vom Geiste Pestalozzis aber? Die hei- für sich, als den Ihren als unsern" Pesta macht die Umstände. Er hat eine Straft in sich, lige Sehnsucht dieses Menschen, sie ist heute lozzi reklamieren. Er gehört aber nur" jelbige vielfältig nach seinem Willen zu lenfen. So tausend- und tausendmal erfüllt: unsere Schulen der Menschheit. Daß Pestalozzi die Rechenmaschine er wie er dies tut, nimmt er selbst Anteil an der sind die Schulen des Proletariats, der proleBildung seiner selbst und an dem Einfluß auf die tarisierten Stände, sind die Schulen der Ent- fand, die Schiefertafel benüßte, das ChorBildung seiner selbst und an dem Einfluß auf die erbten, der Ausgestoßenen. Welche Leidenschaft sprechen in den Unterricht einführte, ist nicht müßte darum unsere Lehrerschaft erfüllen, das Entscheidende. Entscheidend ist der große, Pestalozzi, der dieje Sätze fast siebzig welche lodernde Leidenschaft gehört heute zum unbeirrbare Wille zur Hilfe, der durch alle Jahre vor dem„ Kommunistischen Manifeste" Erziehungswerke! seine Handlungen sich zieht, entscheidend für schrieb, ahnte bereits und erfaßte gefühlsmäßig Zum dritten Male hat Pestalozzi sein die Größe dieses seltenen Menschen ist seine Gestern fand nach längerer Zeit wieder eindie Abhängigkeit des Menschen von den„ Um- Wert zusammenbrechen jehen: nach Neuhof und Liebe zum niederen, zum armen Volfe, zum mal eine Sigung des Kulturausschusses des Abständen", den wirtschaftlichen Verhältnissen Stans fam Burgdorf, kam Iferten. Dort war Volke der Enterbten, des Proletariat 3, geordnetenhouses statt. Es wurden einige PetiBis zur Erfenntnis der geschichtlichen, das eine Art Lehrerseminar geschaffen worden, das des Proletariats nicht nur seiner Zeit, sondern fionen erledigt, die sich auf das Bürgerschulwesen, heißt, der itaturgefeßlich begründeten Notwen- Weltruf erlangte. Da bricht unter den Lehrern des Proletariats aller Zungen und Zonen und auf die Aenderung des§ 306 des Gesetzes vom digkeit des Klassenkampfes ist Besta- häßlicher Awist aus, einer seiner liebsten, fähig Beiten, bis der Tag der neuen, der klassenlofen, Jahre 1923 und auf die Besetzung von LehrerTozzi nicht vorgedrungen. Doch ist seine ganze sten Jünger wird sein Gegner, schmäht den der sozialistischen Gesellschaft strahlen stellen bezogen. Den Bericht hierüber erstattete Lebensarbeit durchaus revolutionär. Sein Dä- Meister. Da bricht Pestalozzi zusammen, seine und leuchten wird über das Rund des Erdballs. der tschechische Sozialdemokrat Beneš. mon zwingt ihn, in den Revolutionskriegen Lieblingsidee, die das Leitmotiv seine Rebens Pestalozzis Name aber bleibe unvergessen In der Aussprache über den Bericht wandten findet er ungeahnte Möglichkeiten zu seiner ist, scheitert zum letzten Male die Armen- bis in fernste Zukunftsfernen, er war die Armen- bis in fernste Zukunftsfernen, er war ein sich mehrere Mitglieder des Ausschusses gegen Arbeit. Stans war zerstört, die Männer er- erziehungsschule, die dem Seminar an- Mensch, ein unerschütterlicher Kämpfer bie verlegende zurücksetzung des Sulturausschusses durch das Schulschlagen, Mädchen und Frauen verschleppt, ge- gegliedert ist, muß geschlossen wer- für die tragenden Ideen der Welt. schändet, hunderte Kinder waren verwaist. Da den. Im Sumpfe des Elends wer- Das internationale, durch die flammende ministerium. Der Minister halte nicht einsammelte Pestalozzi diese Verwaisten und klei- den Menschen feine Menschen." Das Idee des Klaſſenkampfes verbundene Prole- seine 2bfichten hinsichtlich der Schulreform ein dete, nährte und pflegte sie, er erzog und bildete ist die Erkenntnis Pestalozzis, da er im Man- tariat dankt ihm, dankt Johann Hein- Erposee zu erstatten. Von der deform des Mittelsie, brachte Opfer, er schien vom Glücke be- nesalter ans Werk ging. Darum wollte er im- rich Pestalozzi. schulivesens ist vielfach die Rede gewesen, aber günstigt. Da brandete eine neue Striegswelle mer und immer den armen Menschen zum Beman höre nichts mehr davon. 120 " fernen, Umstände, die auf ihn wirken." 11 17 Pestalozzi, der Mensch, und Freund der Menschen, aber ruft den Fürsten zu: beiter alle Kräfte sur Abwehr aufbieten. Genosse Dr. Czech macht eine Reihe von Vorschlägen für die Durchführung und Steigerung dieser Abwehr fampagne und rief, zusammenfassend, noch einmal die fürchterlichen Folgen des reaktionären Bürgerregimes vor Augen führend, zu entschloſſenſtem Kampfe auf. ,, Verheirate deine Jugend und strafe das unversorgte Volf, das nicht heiraten kann, nicht, wenn es die Bedürfnisse seiner Natur befriedigt und nicht kinderlos bleibt, sondern lenke alle Die Debatte war ungemein lebhaft. Die große Väter und Mütter deines Reiches mit Kraft da. Zahl der Redner bewies, wie sehr die geplante Ver. hin, daß sie alle, alle, die Unverehelich- waltungsreform das Denken und Empfinden der ten wie die Serchelichten, ihre Kinder Iteben, erhalten, versorgen wollen und lieben eihaiten und versorgen fönnen" . 1 Mar Hoffmann. Arbeiter beschäftigt und in jeder Rede äußerte sich die Empörung über die Bürgerregierung und vor allem über die fuechtischen, voltsverräterischen deut schen Bürgerparteien. Es sprachen die Genossen Dr. Heller, de Witte, Joki, Grund, Dr. Wiener, Kaufmann, Fiedler( Polis), Polach, Beutel, Baumgart!( Rothau), Jatsch, Schloßnidel, Dr. Strauß, Krejši( Tran tenau), Pöll, Vorbach, Taub, Heeger, nießner, Drboblav, Start, Jarolim und Schäfer. Die Sigung beschloß hierauf einstimmig eine Kundmachung, die an anderer Stelle veröffentlicht wird, und faßte verschiedene den Kampf gegen die Regierungsvorlage betreffende Beschlüsse. Schuldebatte im Kulturausschuß. Genosse Schäfer gegen den jüngsten Inspektorenerlaß. mal für notwendig, dem Kulturausschuß über Donnerstag, 17. Feber 1927. Seite 3. Genosse Schäfer verlangte in teberetn- dertjährige Vorrechte sanffioniert und der fatho-| rungsministeriums aufzufordern, dem Ausschuß stimmung mit den anderen Mitgliedern der liſchen Kirche ein Geschenk macht. Der Bericht über den Standpunft der Regierung in der Frage Ein Schlag gegen die Abrüstung. Oppositionsparteien vom Vorsitzenden, daß er erstatter führt für die Ausdehnung der Hauszins der 3 uderwirtschaft zu referieren und eine dem Minister für Schulwesen ersuche, an einer steuer finanzielle Gründe an und erklärt, die Kalkulation über den Zuckerpreis vorzulegen, ferder nächsten Sizungen des Kulturausschusses teil- Hausklassensteuer trage so wenig, daß man sie nur ner soll der Minister über die Liquidierung der ehezatnehmen und dem Ausschuß zu berichten, was mit Rücksicht auf die Gemeinden, denen man die maligen Fettzentrale und der sonstigen Zentralen die Regierung auf dem Gebiete des Schulwesens Zuschlagsgrundlage nicht nehmen wollie, habe Auskunft geben und die geplante Entlassung der zu tam gedenkt. Er kritisierte den jüngsten Erlaß bestehen lassen; man müsse daher die Zahl der Kontrollorgane des Bucheramtes rechtfertigen. des Schulministers, der den Schulinspektoren Orte, in denen die Hauszinssteuer ge ahlt wird, Der Senat für den 23. Feber einberufen. förmlich verbietet, sich ant politischen Leben zu be- vermehren. Hierauf wurde noch der Paragraph Gestern vormittags fand eine Sitzung des Senatsteiligen. Die Erledigung von Petitionen durch 145 erledigt, der ein Verzeichnis der Hauszins präsidiums statt, in der beschlossen wurde, das den Ausschuß habe solange keinerlei Bedeutung, pflichtigen Orte vorsicht, und die Sizung sodann Plenum des Senates für Mittwoch, den 23. Feber solange die Regierung sich in den Schulfragen geschlossen. Nächste Sitzung heute, Donnerstag, um um 4 Uhr nachmittags einzuberufen. Auf der untätig verhalte. Uebrigens liegen Initiativ- 3 1hr nachmittags. Tagesordnung steht die Regierungsvorlage zum anträge vor, die dem Schulausschusse zugewiesen Im Ernährungsausschuß der Kammer wurde Zollgesetz, die Aenderung des Berggesetzes vom find. Man solle endlich darauf bestehen, daß diese gestern u. a. beschlossen, den Leiter des Ernäh- Jahre 1854 und einige Immunitätsfälle. Anträge verhandelt werden. Von den Rednern der Opposition wurde unter anderem auch dagegen Klage geführt, daß der jetzige Schulminister zwar einmal im Budgetausschuß über eine Schulautonomie gesprochen bat, im Kulturausschusse die Frage mit feinem Worte berthrt habe. Der Vorsitzende sagte zu, dem Schuhministe rium von den Wünschen Witteilung zu machen, Einigung über die Militärvorlagen. Eine Landwehr für Regierungswähler mit dreimonatiger Dienstzeit. Prag, 16. Feber. Die Schwierigkeiten, die mnerhalb der Koalition bezüglich der Militärvorlagen insbesondere über die Beibehaltung der achtzehnmonatigen Dienstzeit herrschten, find in den letzten Tagen beigeleg worden. Die deutschen Klerifalen und Agrarier, die sich zum Schein anfangs ein bißchen sträubten, haben sich über reden lassen gegen die Zusicherung, daß eine eigene Landwehr, ähnlich der früheren Erfahreserbe, mit blog drei oder viermonatiger Dienstzeit, geschaffen wird; in diese Landwehr sollen in erster Linie Landwirte und Gewerbetrei bende, deren Existenz bedroht ist, eingereiht werden. Die Arbeitersöhne, deren Existenz durch den Militärdienst sicher mehr bedroht ist wie die irgend eines Bauernsohnes die dürfen also ruhig weiter 18 Monate beint Militär dienen, während brave Parteigenossen der Koalitionsparteien in die Erahreserve eingereiht werden und nach drei Monaten wieder nach Hause gehen können. Wahrscheinlich wird man ähnlich wie bei den Kohleneinfuhrscheinen eine Aufteilung nach dem berühmten ,, lič" vornehmen und jeder Regierungspariei eine entsprechende Zahl von Protef fionskindern in die Landwehr einreihen, während Leute, die sich nicht mit Parteilegitimationen der Regierungsparteien und guten Empfehlungen ausweisen können, strafweise eineinhalb Jahre beim Militär brummen müssen. Die Verwirklichung dieser Vorlage wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. In der heutigen Sigung des Wehrausschusses wurde zu nächst der bisherige Vorsitzende des Ausschusses Spatny abgesägt, damit er als Oppositioneller der Mehrheit keine wie immer gearteten Schwierigkeiten machen könne, und der tschechische Agrarier Staněk zum Vorsitzenden gewählt. Der Nationaldemokrat Špaček wird bas Referat über die Vorlage über die Dienstzeitber längerung übernehmen und auch über die Vorlage betreffend die Unterbringung der längerdienenden Unteroffiziere referieren. Ueber den Gefeßentwurf betreffend den Friedenspräsenzstand Die Lohnbewegung der nordböhmischen Sertilarbeiter. Washington, 15. Feber.( Reuter.) Staatssekretär Kellogg machte zu der französischen Antwort auf die amerikanische Denkschrift über die Abrüstungen zur See folgende Bemerkungen: Das Dokument zeigt in verschiedenen Punkten cine misverständliche Auffassung der eigentlichen Abfichten der von der amerikanischen Regierung ausgegangenen Vorschläge. Nach meiner Meinung würde es einen ernsten Schlag gegen die ganze Sache der Abrüstung bedeuten, wenn alle Bemühungen, das Problem des Abrüstungswettbewerbes zur See ernstlich in Angriff zu nehmen, auf unbestimmte Zeit vertagt würden. Ich hoffe aufrichtig, daß die französische Regierung zur Erzielung einer solchen Bereinbarung ihre Hilfe gewähren wird, bevor die Genfer Konferenz zum Abschluß kommt. Kelloga führt Coolidges Dentschrift vom lezten Freitag an, in der erklärt wird, daß die Bereinigten Staaten beabsichtigten, auch weiterhin an der vorbereitenden Abrüstungskommission in Genf teilzunehmen. Richtig sei, daß Artikel 8 der Völkerbundsagung das Problem der Abrüstung dem Völkerbund an vertraue, aber nur auf der Washingtoner konferenz sei etwas zustandegebracht worden. Hungerstreit in einem polnischen Kerter. 60.000 Tertilarbeiter beteiligt. Das Ultimatum der Unternehmer abgelehnt. Bekanntlich haben die Unternehmer den| Empörung zum Ausdruck, daß ohne Verhandlun Organisationen der Textilarbeiter den Vorschlag gen ein befristetes Ultimatum durch die Arbeit gemacht, den bestehenden Vertrag ohne jede Lohn- geber gestellt wurde. Die Arbeiterschaft steht auf erhöhung auf ein Jahr zu verlängern. Sams- dem Standpunkte, daß es bei der heutigen tag, den 12. Feber I. J. hat in Rumburg eine Teuerung unmöglich ist, bei den niedrigen Löhnen, von 58 Vertrauenspersonen stattgefundene Stonfe- einer Vertragsverlängerung auf ein Jahr zuzu | venz für das Vertragsgebiet Niederland über den stimmen. Unternehmervorschlag beraten und beschlossen, Nun haben die Unternehmer das Wort. Sie den Unternehmervorschlag abzulehnen und Ver- haben nun zu entscheiden, ob sie Verhandlungen Warschau, 16. Feber. Im Bezirksgerichte handlungen zit verlangen.- Am 13. Feber I. J. anzusehen gedenken oder ob sie ihren ablehnenden Wilojka bei Wilna haben die dort befindlichen hat für das Friedländer Vertragsgebiet eine Kon- Standpunkt gegenüber 60.000 Textilarbeitern politischen Häftlinge den Hungerstreit ferenz stattgefunden, welche den gleichen Beschluß weiter beibehalten wollen. Es scheint fast so, als begonnen. Gestern veranstalteten die Häftlinge wie im Niederland gefaßt hat. Am 15. Feber ob die Bürgerregierung, welche eigentlich die eine stürmische Demonstration im Gefängnis1. J. hat für das Reichenberger Vertragsgebiet Schuld an der Teuerung durch die Einführung der gebäude und versuchten die Zellen zu demolieren. eine gutbesuchte Konferenz stattgefunden, in wel- Agrarzölle trägt, noch die Haltung der Unter- Mit Hilfe der Polizei gelang es der Gefängnischer ebenfalls ein ähnlicher Beschluß gefaßt wurde, nehmer billigen würde, keine Rohnerhöhungen zu verivaltung, die Ruhe wieder herzustellen. Die Reichenberger Konferenz hat folgende bewilligen. Zuerst die Lebensmittel verteuern Die Ueberführung der weißrussischen Entschließung angenommen: und dann Lohnerhöhungen verhindern helfen, das Abgeordneten aus dem Wilmaer Gefängnis ist der Erfolg der Kapitalistenregierung. in das Schwerverbrechergefängnis bei Posen erfolgte wegen der Gefahr kommunisti Die nordböhmischen Zertilbarone scher Straßendemonstrationen und Unruhen in Wilna. Die Polizei in Wilna erhielt nämlich die in der Offensive. Nachricht, daß aus Minsk bolfchemistische Agitatorent eingetroffen feien, welche Straßendemonftrationen und einen Sturm auf das Gefängnis anstalten wollten. zivecs Befreiung der verhafteten Weißrussen ber Die am 15. Feber 1927 in der„ Vereinshalle" in Reichenberg tagende Konferenz der Vertrauensleute der Union der Textilarbeiter und des Brünner Verbandes nimmt die Beschlüsse des Niederländischen und Friedländer Vertragsgebietes zur Kenntnis und beschließt, den Vorschlag der Unter* Am 16. Feber haben die Unternehmer alle nehmer, den bestehenden Vertrag ohne jede Lohn- Organisationsvertreter rufen lassen und ihnen die erhöhung auf ein Jahr zu verlängern, abzulehnen. Mitteilung gemacht, daß sie auf ihrem Vorschlage, Die Organisationsvertreter werden beauftragt, Reichswehrdebatte im Reichstag. den Unternehmern diesen Beschluß zu übermitteln die Verträge für das Niederland, Reichenberg, und Lohnverhandlungen zu verlan. Tannwald und Friedland unverändert auf ein gen. Das von den Unternehmern gestellte UItt Jahr zu verlängern, beharren. Sie teilten weiter matum bis 12. Feber I. J., 12 Uhr mittags, mit, falls bis Ende Feber die Gewerkschaften die- tag begann heute die Beratung des Reichshaus Berlin, 16. Feber.( Eigenbericht.) Der Reichs der Vertragsverlängerung auf ein Jahr zuzustim men, betrachten die Textilarbeiter als eine her, sem Vorschlage nicht zustimmen und keine Verträge haltes. Sie wurde eingeleitet von einer längeren ausfordernde Provokation. Die Le, auf der alten Grundlage abschließen, erfolge die Rede des neuen Reichsfinanzministers Dr. Söh bensmittelpreise sind durch die Einführung der Einstellung der neunprozentigen Hellerzulage ab ler, der sich im allgemeinen damit begnügte, die Lebensmittelzölle bedeutend gestiegen. Meht, Brot, 5. März. Sie planen daher trok eingetretener Teue- fentlich war seine Versicherung, daß er alles in Vorarbeiten seines Vorgängers zu vertreten; we Zuder, Fleisch, Fett, Hülsenfrüchte und andere rung noch einen Lohnabba u. Die Unterneh- werde, um die republikanische Verfassung zu Artikel find teuerer geworden; bei Kartoffeln beträgt die Preissteigerung gegenüber dem Vorjahre mer treiben die Arbeiterschaft des nordböhmischen schützen. Die Rechte, die dem als entschiedenen 140 Prozent. Die Miete wurde wiederum mit Gebietes durch ihr schroffes Vorgehen in einen Republifaner bekannten Finanzminister nicht sehr 1. Jänner 1927 erhöht. unvermeidlichen Kampf. Etva 60.000 grün ist, hatte sich zum größten Teil absentiert. Eine außerordentlich wirkungsvolle Rede hielt Textilarbeiter werden von dieser ungeheuerlichen Genoffe Dr, Herz über den Standpunkt der So Maßnahme betroffen. Die Unternehmer gehen zialdemokratie Die Unternehmer gehen zialdemokratie zu den wirtschafts- und finanzgegen die Arbeiterschaft rücksichtslos vor. Es haben politischen Fragen; er übte dann namentlich ant bisher noch keine Verhandlungen stattgefunden, dem Reichswehrbudget schärfste Kritik, das seit dent sondern die Unternehmer stellen an die Gewerk- Jahre 1924 von 450 Millionen auf 707 Millionen hinaufgeschnellt ist. Die Leitung der Reichsschaften ein Ultimatum nach dem andern. Das marine hat sich durch Verlegung des Budgetrechtes Zu der Verschlechterung der Lebenshaltung der Arbeiterschaft kommt noch die erzwungene höhere Leistung( genannt Rationalisierung) der Arbeiterschaft. Aus diesen Gründen ist die Textilarbeiterschaft gezwungen, auf einer Lohnerhöhung zu beharren. Die Textilarbeiter haben zu den Unter- Prager Muster soll nun auch in Nordböhmen verdes veeres wird der Tschechischlerikale y6nehmervorschlag gesprochen. Allgemein fam die sucht werden. bec Bericht erstatten. Die Debatte über die drei Vorlagen wird in der nächsten Sigung gemeinsam abgeführt werden. Karpathorußland gegen die Verwaltungsreform. Rundfunk für Alle! Endlich Beginn der deutschen Rund funksendungen in Brünn. des Parlamentes schwarze Saffen geschaffen, aus denen solche unkontrollierbare Ausgaben ge macht werden, wie beim Granatengeschäft mit Sowjetrußland. Spiel bon Meilhac. 21: Wie Prag. 22: Wie Brag. Fm Haushaltsausschuß verteidigte der Reichs Breßburg, 300. 17.45: Stonzert, 1. Schubert: Rosamunde. vehuntinister sein Amt gegen die Angriffe der letz Ouverture. 2. Urbach: Souvenir be Mendelssohn. 3. Mascagni: Ouverture und Sicilian aus„ Cavalleria pusti ten Zeit. Er behauptete, daß sich sein Etat in den cana" 4. Sostal: Torero Ramon. 5. Donizetti: Lucrecia durch den Friedensvertrag gezogenen Grenzen beBorgia. 6. Fučir: Gladiatorenmarsch. 19.20: Glowakischer Sprachkurs für Deutsche. 20: Wie Prag. 32.15: Wie Prag. wege, und daß die Ausgaben nur durch die beBudapest, 556. 16: Kindermärchen in dentfoer sondere Gestaltung der Reichswehr als Söldnerprache. 17.02: Bigeunermusit. 19.15: Die anstedenden Augenkrankheiten. 19.45: Literarischer Wettbewerb. 20.30: heer so angewachsen sind. Geheime Rüstun gen gebe es nicht; sie seien weder in Deutsch Daventry, 1600. 12: Cuartett und Gefang. 13.30: Orgel and noch in einem anderen Lande möglich. Bei angmifit. 18.15: tinderſtunde. 19: Orcheſterkonzett. 20.15: den Bewerbungen um Aufnahme in die Reichsstabiersonaten von Mozart. 20.45: Rebue. 22.15: Lord Jim", romantisches Gendefpiel. 24: Tanamufit. Wehr sei angeordnet woorden, daß jeder Auväxter eine Bestätigung der Landesverwaltung beibrinWien, 517. 11: Vormittagsmusif. 16.15: Nachmittags- gen müsse, daß er sich niemals im verfassungslongert. 17.40; mothenbericht für Sport und Fremdenverkehr feindlichen Sinne betätigt habe. 18: Deutsche Bibenaussprache. 18.30: Wien aur Römerzeit. ceben bramatisches Märchen von Grillparger. bortrag. 14: Mittagskonzert. 16.45: Kinderfonzert. 17.45: Rom, 449. 17.15: Mongert. 20.45 Ronzert. Der tarpatho- russische Nationalrat in Ungbar Am Sonntag, den 20. d. M., um 18 Uhr be hat, wie die Lidové Noviny" berichten, ein Manifest, gerichtet an den Präsidenten der Repu- ginnen, wie der deutschen Sektion des Radiobei- Konzert. Joes Bamb blit, die Regierung und die Nationalversammlung, rates in Brünn von dem Bevollmächtigten des herausgegeben. Unterschrieben ist das Manifest Radiojournals in Prag gestern telephonisch mitvon Vertretern nicht nur der oppositionellen, son- geteilt wurde, die so lange vergeblich erwarteten dern auch der Regierungsparteien, wie den Kleri- deutschen Sendungen in Brünn. Die Dauer der falen, Nationaldemokraten und Agrariern. In deutschen Uebertragungen beträgt Sonntag eine dem Manifest, das von dem Zeitpunkt des An- halbe Stunde von 18 bis 18.30 Uhr, an Wochenschlusses Starpathorußlands an die Republik aus- tagen vorläufig 15 Minuten von 17.30 bis 17.45 geht, jind die Fälle angeführt, in denen man nach Uhr. Jeder Donnerstag ist für die ArbeitersenAnsicht der Unterfertigten gegenüber Starpatho- die für die Arbeiterschaft ganz unmögliche Stunde, dungen reserviert. Wir müssen jetzt schon gegen rußland verfassungswidrig vorgegangen ist. Ins besondere sind dies die Nichteinberufung des Land- die geradezu wie ein Hohn anmutet, Verwahrung tages, die Verzögerung der Regelung der Grenz einlegen. frage, der Wahl der Hauptstadt und wirtschaftliche Fragen. Gegen die vorbereitete Verwaltungsreform wird protestiert und die Verwirklichung ber ** 12.05: Pressenachrichten. Autonomie Karpathorußlands sowie Veranstaliger Rundfunt und Beitsignal. Mittagskonzert. 1. Réler: Gfaofonah. Darveriure. 21: Konzert. 19: Französisch. 19.30: Englisch. 20.05:„ Der Traum ein Ainderude. 20: Wunschabenb. 21: Langabend. Zürich. 494 12.30: Schallplattenkonzert. 15: Orchestertongert. 16: Sanamufit. 17: Schallplattenfongert. 17.30: Handelsvertrag mit der Schweiz. Gestern in Bern unterzeichnet. - Deutschland. Bern, 16. Feber. Heute nachmittags wurde Königswusterhausen, 1300. 12: Sprechtechnik. 15: Ber- hier der Handelsvertrag zwischen der Tschechosloerbung und Erziehung. 15.30: Einheitsrurgschrift. 16: Bom aici und der Schweiz unterzeichnet. Der Vertray Programm für morgen, Freitag. neuzeitlichen Anfangsunterricht. 17: Dantes Göttliche Komödie. 18: Geschichte der Technit. 18.30: Englisch. 18.55: besteht aus einem allgemeinen Teil, in dem sich Prag, 349. 11: Schallplatenust. 11.40: Landwirtschaft Bedeutung der Gewerkschaften. 19.20: Wissenschaftlicher Bor beide Parteien für die Behandlung ihrer Waren trag für Aerzte. 20.10: Uebertragung von Berlin, 484. Der " Opernball", Operette von Heuberger. 22.30: Zanamusit. im gegenseitigen Verkehr auf dem Zollgebiet die tung einer Volksabstimmung in der westlichen 2. Kostal: Torero Ramon. 3. Fétras: Aus Offenbachs Komdem Gebiet pofitionen. 4. Drdla: Ballerinnerung. 5. Raymond: Ich kann tiefere Ginn unserer Boltsmärchen. Breslau, 323. 16.30: Unterhaltungskonzert. 18: Der Meist begünstigung und auf Slowakei verlangt. Für den Fall als die borge- ticht treu sein. 6. Fučil: Balletteufen. 19.30: Tiersprachen. der Abgaben im Innern den Grundsatz der 7. Sbiždalef: Den 20: Kammermusif. Bethoven: Streichquartette g- bur und 16.30: brachten Beschwerden und Forderungen nicht beegionären. 14: Börsennachrichten. Stammermusif. f- moll. 21: Mit Faltboot und Schlitten durch Spitbergen. Parität garantieren. 1. Schubert: Streichquartett g- moll. 2. Schubert: Streichrücksichtigt werden sollten, fündigen die Unterfer- quartett d- moll. 17.30: Börsennachrichten und Sopfenmarkt- 21.55: Sechstagerennen. Dem Rahmenvertrage sind zwei Tarifbei tigten im Namen ihrer Parteien der Regierung preise. 18: Musikvortrag. 18.15: Landwirtschaftlicher Rand- Frankfurt, 429. 13: Neue Schallplatten. 15.30: Jugendagen angeschlossen, von denen die eine die Zölle den Kampf an. 12.15: funt. 18.35: Deutsche Sendung. Betterbericht und Tages- stunde. 16.30: Pestalozzis Bedeutung für die Frauen. 17.45: neuigkeiten vom Preßbüro, hierauf: deutsche landwirtschaft Goethes Briefwechsel mit einem Kinde. 18.30: Film- Wochen auf die Einfuhr tschechoslowakischer Waren nach liche Sembung: Hermann Lothring, Oberrat der deutschen Schain. 18.40 Buccini. 19: Tosca", Oper von Puccini. der Schweiz regelt, die andere die Tarife bei dem Seftion des Landeskulturnates, Prag: Die Wintertätigkeit Samburg, 395. 13.20: Musikalischer Schuffunt. 14.05: Saustonzert. 16.15: Alaffische Lieber im Bolfston. 17: Seinmport von Schweizer Waren nach der Tschechoderfonsert. 18: Freut euch des Lebens. 18.50: Das roman slowakei betrifft. tifiche Drama. 19.10: Die Ahnentafel der Haustiere. 20: Klaus Anipphoff", Schauspiel bon Behnken 22.15: Tanzmusit Romanse und Der Budgetausschuß der Kammer befaßte unserer Landwirtschaftlichen Vereinigungen. 19: Bortrag: Ueber die Steuern. 19.15: Vortrag: Der Winter in den sich gestern mit der Hauszinssteuer. Nach den Bergen. 19.45: Landwirtschaftlicher Bovirag auf Welle 1110. neuen Enivurf find der Hauszinssteuer alle Ge- 20: Wetterboraussage und Breffenachrichten. 20.08: Manjit ber uniformierten Sicherheitsmache. 20.50 Lustige Rezitation. Immer das gleiche Rezept. bäude in jenen Orten unterworfen, in denen we- 21: Beitfignal Konzert. 1. Tschaikowskij: Jolantha. 2. TſchatLangenberg, 469. 13.30: Mittagskonzert. 17: Teemusir. 3. a) Rebikow: 18: Chemie des täglichen Lebens. 20 05: Funktechnir. 20.15: nigstens ein Viertel( bisher die Hälfte) aller omftij: Brieffzene aus„ Eugen Onegin". London, 16. Feber. Der General postmeister ohne Worbe; b) Rachmaninow: Bräludium. Konzert. 22.18: Zanzmusik. Wohnräur:: e vermietet ist, ferner in allen Stair- 4. Zicherepin: Dret Lieber. 5. Scheravow: Batlowa, 22: Thomson fam gestern in einer Rede auf die Leipzig, 366. 12: Mittagsmufit. 16.30: Nachmittagsouten. Die Opposition verweist darauf, daß hie- niffe, Sport- uro Theaternachrichten. bericht der Tagesereitonaent. 18.05: Lefeproben. 19: Fantastit des Barod. 19.30: Erklärungen gewiffer sozialistischer Füh Brünn, 441. 14.30: Prager Effettenbörse, Wetterbericht, gans. 22.45: Tanzmusif. Vortrag Wildgans. 20.15: Dies irae", Tragödie von Wild- rer zu sprechen, die gesagt hätten, daß sie, wenn durch namentlich die Landgemeinden in der Nähe von Industrieorten geschädigt werden, die bisher Bressenachrichten, Sport und Theater. 17.20: Märden. 17.40: Kultur- Wochenübersicht. 18: 3eibangabe. München, 536. 14.45: Frauenstunde. 16: Nachmittags- es zum Kriege fäme, ihr bestes tun würden, um mir der medrigen Hausklassensteuer unterstanden. nadwichten. 18.10: Landwirtschaftlicher Rundfunt: Die Bieb- fontsent. 19: Fm Kampf mit Saien. 19.35: Die fingende die Zusammenziehung britischer Truppen zu berGenosse Sch weich hart macht darauf aufmert versicherung, 18.25: Vortrag: Aus dem Leben der schwim- Ctille. 20: Voltssymphoniekonzert. hindern, Thomson sagte, wenn sie das täten, dann menden Eisberge. 18.40: Englisch. 19: Rongest. 1. Guppé: Stuttgart, 350. 13.10: Schallplattenfonzert. 15.50: us würden sie an die Mauer gestellt und erschossam, daß durch diese Bestimmung die Wohnungs- Ouverture„ Ein Banditenstreich". 2. 20dam: Postillon von dem Reiche der Fraut. 16.15: admittagskonzert. 4. Dvořaf: Ottilie Wildermuth. 19.15: Rationalisierungsbestrebungen sen werden. Es ist gut, wenn sie das von vornnot nur noch verschärft werden wird; auch hier onjumean. 3. Carafate: Romance Andaluza. zeigt sich der Klaffengeist des Gesetzes, das hum- 7. Noval: Sieber. 20.10: Barna: Suftiger Anzeiger im heutigen Theaterbetrieb, 20: Symphoniekonzert. Reziherein wissen. " Schauspiel. Die Fee." 18.45: Seite 4 Tages- Neuigkeiten. Das Stadion des II. Arbeiter- Turn- und Sportfestes in Brag. Der Attivismus und die großen Knödel. der Die Erflärung, mit der die Saager agrarische Heimat" die korruption Agrarier durch Kohleneinfuhre scheine entschuldigt, bringt zweifellos eine neue Note in die sudetendeutsche Politik. Die Leute, die sich bisher gegen die aktivistische Politik hautnädig sträubten, werden nun einsehen, daß sie doch aus sehr idealen Motiben geführt wird. Die Heimat" sieht die Dinge von einem höheren Standpunkt, sie gibt sich nicht mit kleinlichen Ausreden ab. Die Kohleneinfuhrscheine find eben ein gerechter Arbeitslohn, den mir der blaffe Neid den waderen Affivistent itbelnehmen kann. Wer könnte sich einem Argument wie diesem verschließen: ,, Das ist to wie mit den Leuten, bie statt zu arbeiten, beim Bauer mittags zum Fen fter hineinsehen und über die großen Knödel murren, die brin am Tisch die onte deren Arbeiter, die ihr Tagwerf getan haben, gur Munde führen." wollen: Schüssel." 包 Σ I. O. Donnerstag, 17. Feber 1927. Marie nach Alifau zur Tante und die siebenjahrige Albine um Tabat. Der dreijährige Sohn Josef lag in der Wiege und der fünfjährige Starl spielte beim Tisch. Bednar gab dann jemer Schwiegermutter den Auftrag, das Schmutzwasser auszuleeren. Raum hatte diese die Türe hinter sich geschlossen, trat Bednař zu dem kleinen Karl und tötete ihn durch einen Schuß in die Schläfe. Hierauf erschoß er auch den Knaben in der Wiege und löschte die Lampe aus. Die Schwiegermutter eilte herbei und fragte, was geschehen sei. Sic war der Meinung, er hätte die Lampe zerschlagen. Aber nichts", war seine Antwort. Im jelben Augenblice feuerte er einen Schuß gegen sich selbst ab und stürzte leblos zu Boden. Bednar und der fleine Josef waren sofort tot. Karl lebte noch, starb aber während des Transportes in das Krantenhans nach Wesseli. Es wird angenom men, daß Bednař zu dieser Verzweiflungstat die Trauer um seine verstorbene Gaffin und eine Krankheit trieb, an der er seit längerer Zeit litt. Er konnte daher auch nicht fobiel arbeiten, um den 2ebensunterhalt für sich und seine se ch stöpfige Familie zu berdienen. Seine Arbeitsgenossen hatten schon int Jänner eine Sammlung eingeleitet, um dem armen Menschen zu helfen. Mit diesem Gelde fuhr Bednar am 31. Jänner nach Prag, besuchic Dagegen fönnte man allerdings eimvenden, daß noch das Grab seiner Frau und kaufte den Revoldie Leute, die die großen Knödel essen, nicht ver. In einem Schreiben, das er zurüdließ, bai immer gearbeitet haben, auch wenn sie manchmal er, ihn in einem gewöhnlichen Sarge mit den im Bauernhouse am Tische sitzen, und daß die beiden Kinder zu begraben und das Grab weder Hungerleider, die zum Fenster hereinsehen, nicht Ein wirklich großzügiges Projekt wird von dem seberen Ede, des Stadions, das zweite unten links, mit einem Kreuz noch mit Blumen zu zieren, sonimmer Faulpelze sind. Um aber schon bei dem tschechoslowakischen Arbeiter- Turnverband verwirk- ecleichtern für die Zuschauer den Zustrom. Die süd- dern nur mit Gras überwachsen zu lassen. Sinnt zu bleiben, den die Agrarier ihrer Rechtlicht. Er errichtet für sein diesjähriges Turn- und liche Tribüne trennt den llebungsplatz von den Die Wiener Arbeiterschaft will hören, was fertigung geben, was haben sie also für se vrn Sportfest, die II. tschechoslowakische Arbeiter- Olym- Sommelplägen und Ankleideräumen der Turner und der Kunschaf zu sagen hat! Die Wiener ChristŠvehla gearbeitet, daß sie so große StnöArbeiter- Olym- Sammelplägen Švehla gearbeitet, daß sie so große Snö piabe, welche in den Tagen vont 2. bis 6. Juli in Turnerinnen, joivie von den Räumen für die bei der lichsozialen haben für heute abends in die Volks def dafür befon.men? Es muß eine wahre Biechsarbeit sein, die mit solch einem Fres Brag stattfinden wird, ein eigenes Stadion. Mit Festszene Mitwirkenden( die ganze Front vor dem balle des Rathauses eine Versammlung einberu Biechsarbeit sein, die mit solch einem Fresjen belohnt wird. Der Švehla ist schließlich auch ein dem Bau, bessen Plan die Bausektion des Fest Tore links hinauf). Der Antritt der Turnertolonnen fen, in der der bekannte christlichsoziale Sosifreffer Agrarier und die Bauern sind meist nicht sehr ausschusses unter der Leitung der Genoffen Ing. Al erfolgt durch zwei Ectore der Südfront des Turn- Stunfchaf über die sozialdemokratische RathausAgrarier und die Bauern sind meist nicht sehr Novy und Arch. M. Kutil ausarbeitete, soll Ende plates. Der inmitten der Südfront unter dem herrschaft" sprechen will. Da nun Kunschat erst freigebig mit ihren Knödeln. Wenn er seinen leicht auf dem Bilde findlich Taglöhnern solche Spectuöbel borsett, März begonnen werden. Der Bau wird auf dem Mujitpavillon fürzlich der Wiener sozialdemokrati müssen fie schon tüchtig auf seinem Acer geschuf Plateau der Betřin- Höhe aufgeführt, auf Grund- gelegene dritte Eingang ist für den Antritt der auschen Gemeinde vorwarf, daß sie gegenüber tet haben. Man muß sich allerdings wundern, daß ſtücken, welche die Gemeinde Prag für Turn- und ländischen Turner bestimmt. Das Gelände an der den Arbeitern und Angestellten zu die sonst so tnidrigen Zöllner mit ihren fetten Sportivede widmete und die hiezu auf Staatsfosten Oft und Westfront bient teils für verschiedene Gefreige big" ist, weil sie ihnen zu hohe stnödeln so freigebig sind und andere mitbeteiligen bergerichtet wurden. Unser Bild stellt das Zukunfts- bäude, wo die Besucher sich erfrischen können, im Löhne und Gehälter zahle, haben die Wiebild des Stadions vor, welches insgesamt eine Fläde unteren Teil für Spielplähe, für Fußball, Wolley- ner Arbeiter natürlich das Bedürfnis, von Herrn bon 327.000 Quadratmetern einnehmen wird. Der ball und Wurfball, für die Zeltlager der Scouts der Kunschat Näheres über seine Meinung bon Bielleicht wird aufgetan, wenn rechtzeitig an- Turnplak( in der Mitte des Bildes) allein mißt DTJ und die Brandstätten der Lagerfeuer. Der den Arbeitern zu erfahren. Diesem Wunsche gepocht wird. Man kann ja noch mehr wir 30.000 Quadratmeter, faßt auf einmal 10.000 Tur- garte Bau wird als Provisorium aus Holz her- der sozialdemokratischen Arbeiter lich Tagwerk verrichtende Arbeiter ner, und ist von einer leichtathletischen Bahn um- gestellt und einen Aufwand von 1,500.000 kronen haft folgend hat nun die Wiener Parteileitung branchen und solche bekommen selbstverständ- jäumt, die 700 Meter lang ist. Tribünen und Rund- erfordern. Das Stadion bildet nicht nur durch seine die gesamte Arbeiterschaft der Stadt aufgefordert, lich dann die größten Knödel aus der gänge, rings um den quadratförmigen Turnplatz Ausdehnung und architektonische Gliederung, sondern in der Kunschat- Bersammlung voll gelegen, foffen zusammen 100.000 Zuschauer. Der vor ollem dadurch, daß es durch die Opferwilligkeit abfig zu erscheinen. Was das heißt, wenn Daß der Švehla noch mehr solche Kerle braucht, Haupteingang sum Stadion ist auf dem Birde rechts tausender Arbeiterhände errichte: wird, schon an und die Wiener sozialdemokratische Arbeiterschaft in wie der Spina und der Mayr- Harting oben ersichtlich. Er führt zu der nördlichen Haupt für sich ein großes Wert der Arbeiter Olympiade. feiner Erläuterung: Herr Kunschaf wird eine bicl ihrer ganzen Masse aufmarschiert, bedarf wohl welche sind, das ist leicht zu glauben. Daß fich tribine und givei weitere Tore, bas erfte ganz in der ater noch mehr Knödelidealisten finden, zehntausendköpfige Zuhörerschaft haben, wie sie die für ein Knödelgericht dem Švehla zu Willen ihm wahrscheinlich in seinem ganzen Leben noch jine, das muß man ernstlich bezweifeln. wandten des Paares flar zu Tage: Frau Groja[ tierte Kleider sehen und Foxtrott tanzen wird), nicht zuteil wurde. Und er wird endlich an die Wem man böswillig sein wollte, könnte bescit berfolgte ihren Gatten feit langen mit wie wärs, wenn die Heroen, statt großartig zu lassen herankommen, die er über die Ziele der 3 mon die Freude der Agravier über ihre großen wahnsinniger Eifersucht. Grofavescu hätte am schreiben: Prag für die Slowakei" ein Heim, ein christlichsozialen Bolitif aufklären" lann. Natür Stredet auch damit trüben, daß man sic an das Tage des Unglüds nach Berlin fahren sollen, wo Nachtainl, für solche nach Brag kommende flowalich haben die Christlichsozialen jetzt vor dieser Sprichwort von dem Bauer erinnert, der die er für ein längeres Gastspiel an der Staatsoper tische Stinder ins Leben rufen würden? Ein Ort ihrer Versammlung einen Heidenrespekt, denn größten Erdäpfel hat. Es fann in diesem verpflichtet war. Seine Gattin wollte sich die Mit- dafür wäre sehr bald gefunden und außerordent- es ist klar, daß sie dort nur verspielen können. Be alle leicht auch für die Knödel stimmen; wie reise erzwingen. Es tam zu einer vielstündigen lich dazu geeignet. Im Palais Kramar gibt es zeichnender Weise zetert und wehflagt auch die on den überhaupt den Tag nicht vor dem Auseinandersetzung, die schließlich mit einem liberale Presse Wiens, vor allem die Neuc Abend loben soll. Es ist sehr wahrscheinlich, daß Schuß, den Frau Grosavescu aus einem Revolver Freie", über den geplanten Aufmarsch der sozialWähler dort, wo der Švehla mit no abfeuerte, und mit dem sofortigen Tode demokratischen Arbeiterschaft zur christlichsoziolen Versammlung, den sie, die Verteidiger und Rus del aufgewartet hat, eben deshalb Roßknödes Künstlers endigte. Die Täterin befand sich nach nießer des christlichsozialen Regimes, unter Bedel bereithalten, um den braven Arbei dem furchtbaren Geschehen in fassungsloser AufDer Apostel Paulus und der Bubitopf. Ein rufung auf die„ Demokratie" und die ,, Versamin tern, die ihr Tagewert im Dienste des Fascismus regung und fonnte vor dem Komissariate nur an verrichtet haben, eine würdige Belohnung zufom- geben, fie hätte zum Revolver gegriffen, weil er holländischer Friseur wollte einen Damenfrisier- lungsfreiheit" zu gerne verhindern möchten. Aber men zu lassen. mich so gequält hat". Sie wurde dem Inquisiten salon einrichten, um durch Schneiden und Zu- die Furcht der Christlichsozialen und das GeWie immer sich die agrarischen und chriftlich spital, die beiden fleinen Kinder Grofa- rechtstuben, von Bubitöpfen fein Einkommen zu raunze der Bürgerlichen aller Schattierungen gibt fozialen Wähler zu den Knödeln stellen, mit denen bescus seiner in Wien lebenden Schwester über- bergrößern. Da er aber nicht nur ein unterneh dem Treffen in der Volfshalle erst den rechten mungsluftiger Geschäftsmann, sondern auch ein Auftakt. ter Ativismus honoriert wird, wir wünschen auf geben. Grofovescu- Rumäne von Geburt jeden Fall ,, Gesegnete Mahlzeit"! dessen früher tragischer Tod weit über Wien hin- strenggläubiger Anhänger der holländischen reforcus Aufsehen und Mitleid hervorrief, war seit mierten Stirche iſt, die auf die unbedingte Auto1925 an der Staatsoper engagiert und hatte sich rität der Bibel schwört, forschte er in den heiligen Der Namiester Mord. als strahlender Tenor die Gunst des Publikums in Büchern nach, was sie über den Bubikopf sagen. Sekretär Vojtěch und der Bräutigam des Wien und überall dort, wo er als Gast auftrat, und siehe, er fand im elften Kapitel des ersten ermordeten Dienstmädchens, Sonničet, mur erjungen. Im Vorjahre sang er in einer" Aida"- Briefes des Apostels Paulus eine Stelle, die bis den Dienstag dem Kreisgericht in 3naim über- Vorstellung am Prager Deutschen Theater unter her sämtlichen Theologen, die sich mit Modefrastellt. Gegen sie beide richtet sich noch immer der großem Erfolg den Rhadames. Wie die Wie- gen zu beschäftigen haben, entgangen war: Hauptverdacht, die Mordtat begangen zu haben ner Polizeikorrespondenz mitteilt, hat Fräulein oder doch um ihren Hergang zu wiffen. Beide Olga Grofabescu, bei der Zeugeneinvernahme ausleugnen aber Schuld oder Weitschuld und stellen gefagt, daß ihre Schwägerin ihr gegenüber schon jede Verbindung mit der Ermordung des Ehe- einige Male in ihrer Erregtheit erklärt habe, sic paares Till und des Dienstmädchens Kořen ent- werde ihren Gatten noch erschießen, eine Drohung, schieden in Abrede. Das Rätsel ist also noch immer die die Zeugin jedoch nicht ernst genommen habe. angelöst. Bis jetzt ist es auch der Gendarmerie Da andererseits niemand gesehen habe, wie sich noch nicht gelungen, das Mordwerkzeug zu fin- Frau Grosavescu in den Besitz der Waffe gesetzt Es schien dem Friseur, nachdem er diese Und wieder ein Soldatenselbstmord! Der Solden. Wenn Horniček wirklich der Täter oder auch hat, und da sie selbst hierüber jede Auskunft vermur misschuldig sein sollte, so hatten die Verbre- weigert, besteht die Möglichkeit, daß sie sich schon Worte des Apostels gelesen hatte, daß es nicht ge- dat des Fliegerregimentes Nr. 2 in Olmüb, chers allerdings Zeit genug, die Spuren zu ver- im Verlaufe des zweistündigen Streites der Waffe stattet sei, die Frauen der Haare zu berauben, die Josef Jedlička schoß sich in selbstmörderischer Abbemächtigt habe, mit der Absicht, ihren Gaffen zu ihnen nach Gottes Willen zur Zierde und zum sich in die linke Brust. Er wurde mit schweren erschießen, und, wenngleich erregt, so doch mit Schleier dienen sollen. Um sich aber doch nicht Verlegungen nach Brünn ins Divisionsipital geeinem gewiffen Vorbedacht die Tat verübt hat. etta unnötigerweise ein Geschäft entgehen zu laj- bracht. Ein großes Erdbeben? Deshalb wurde sie noch in der Nacht unter der sen, das weniger schriftgelehrten Friseuren guten Angelica Balabanoff. Einige Blätter, darunt Die Staatsanstalt für Geophysik teilt unter Beschuldigung des Gattenmordes verhaftet und ins Gewinn einbringt, wendete er sich an den reforter die ,, Prager Presse" und die„ Lidové Novinh", mierten Prediger R. Fernhout mit der Frage, ob bringen die Nachricht, daß Genoffin Angelica dem 16. ds. mit: Die Apparate der Staatsanstalt Inquisitenspital eingeliefert. die Kirche ihm erlaube, erwachsenen Mädchen und Balabanoff gestorben sei. Die Lidové Noviny" für Geophysif verzeichneten heute um 2 Uhr 47 Raftelbinderbuben. Nun haben wir stati Ehefrauen das Haar abzuschneiden und ihnen schließen der Meldung jogar eine lange ausführ Minuten 16 Sekunden früh ein großes Erdbeben eines Ministeriums für die Slowakei, das angeb Bubiföpfe zu frisieren. Die Synode beriet über liche Biographie der durch ihre Vortragsreise u fatastrophalen Charakters in einer Entfernung lich nur ein Ministerium pro forma war, einige die Frage, und sie stimmte den religiösen Beden- der Tschechoslowakei bekannten Genoffin an. Die von ungefähr 8.700 Stilometer. Die Apparate ver- flomatische Minister. Aber trotz all der Herren, ten des Friseurs vollkommen zu. Aber sie gab Nachricht ist zum Glück unrichtig. Bei der verzeichneten das Beben durch volle vier Stunden. Die jetzt in den Ministerautomobilen durch die ihm zugleich einen Rat, wie er dem lieben Gott ftorbenen Balabanoff handelt es sich nicht um Ebenso wurde auch das Erdbeben in der Herzego- Straßen rafen, gehen die Rastelbinderbuben wei ein Schnippchen schlagen und, ohne fein Gewiffen unsere Genoffin, sondern um eine 84jährige Frau, Ipina bom 14. d. M. von den Seismographen der terhin bettelnd durch die Straßen der großen, zu beschweren, den Verdienst, der sonst Ungläu- die in Leningrad lebte und nun verstarb. Staatsanstalt für Geophysik, u. zw. um 4 Uhr 45 unbarmherzigen Stadt. In den kalten Nebel- bigen zufallen würde, einstreichen könne. Er solle Minuten 12 Sekunden früh verzeichnet und das abenden stehen die Büblein an den Straßeneden, einfach stillschweigend voraussetzen, daß seine Der fünftägige Londoner Zentrum in einer Entfernung von 850 Kilometer bei den Brüdenpfeilern, mit zerfetzten Kleidern, Bubitopfkundinnen aus Gesundheitsrüd Nebel, der größte und am längsten dauernde feit festgestellt. Das Beben hielt 30 Minuten an. mit zerrissenen Schuhen, ungewaschen, verwahrichten fein langes Saar tragen wollen. Der den letzten 25 Jahren, hat sich gestern nachts geloft, mit ein paar Drahthältern in der Hand und fromme Friseur folgte diesem Rat und Gottes lichtet. Die Verluste der Schiffs- und der EisenTragischer Tod des Wiener Operntenors Gro- bitten:„ aufen Sie doch, Herr!" Die meisten Segen ruht, wie behauptet wird, auf seinem Da- bahngesellschaften die einerseits durch die Einstel jabescu. Der 32jährige Tenorist der Wiener Leute gehn stumpf vorbei, nur hin und wieder menfrisierfalon. lung des Verkehrs und andererseits durch Zusam menstöße verursacht wurden, wobei eine Reihe Staatsoper, Trojan Grofavescu, ein hoffnungs- erbarmt sich einer und schenkt so einem Rinde, das Ein Vater erschießt seine Kinder und sich. von Schiffen gesunken ist, sind bedeutend. boller Künstler, der in der Bühnenwelt bereits meist noch schulpflichtig ist, einen Backschisch. einen hochgeachteten Namen hatte, wurde Diens- Wie wärss, wenn Herr Kramar, der jetzt einen Aus Wittingau wird berichtet. Der Mühlenarbei- Themse- Flusse allein, wo während der ganzen tag nachmittags, in feiner Wiener Wohnung von Repräsentationstanstee mit Herrn Pater Slinka ter Josef Bednar in Franzensthal bei Wittin- Beit an 100 Schiffe genötigt waren, Anfer zu der eigenen Gattin erschossen. Das zusammen gibt( ein Diener Gottes ist der Protet gau hat zwei seiner Stinder und sich selbst erschos- legen, werden die Verluste auf 1 Million Pfund Motiv der Tat liegt nach den Aussagen der Ver- for eines so fündigen Vergnügens, wo man dekoll- fen. Er sandte vorher seine 12jährige Tochter Sterling geschätzt. wischen. gewiß Zimmer, in denen sich so was glänzend einrichten ließe! Und Pater Slinfa fönnte den Raum gleich einweihen, wenn er schon wegent des Balles in Prag ist. In einem Auswaschen! Urteilet ihr selbst: ist es schicklich, daß ein Weib unbedeckt zu Gott bete? Lehret euch nicht selbst die Natur, daß, wenn der Mann ein langes Haar trägt. es ihm zur Unehre sei; wenn aber das Weib ein langes Haar trägt, es ihr zur Zierde sei? Denn die Haare sind ihr zum Schleier gegeben. 301 ,, Ein beze chnendes Wahlergebnis". Unter die fem Titel meldete Mittwoch die christlichsoziale Deutsche Presse" einen„ hristlichen Ta batarbeitersieg" bei den Betriebswah len in 3 wittau. Der„ Sieg" besteht darin, daß die Christlichfotzialen 273 Stimmen, deutsche und tschechische Sozialdemokraten zujanimen Stimmen erhielten. Das heißt: es ist alles beim alten geblieben, so wie früher haben die Christlichsozialen je vier Mandate inne. So sieht das ,, bezeichnende Wahlergebnis" und der christliche Tabafarbeitersieg" aus. Es ist na türlich nicht daran zu denken, daß die„ Deutsche Presse" ihren Lesern diese Wahrheit mitteilen wird! Londoner Nebel. Am Donnerstag, 17. Feber 1927. Seite 5. Heiteres. rumänischen Gewerkschaften. Die beident Organi Professor Heinrich Grünfeld erzählt folgende heftigste. Seit einiger Zeit sind jedoch erfationen bekämpften sich längere Zeit auf das Anekdoten: Schießen, Fechten mit dem Messer, Stehlen, Gebrauch von Einbrecherwerkzeug und was noch ein rechter Reiter, der mit seinen 60 Jahren schon auf große Bandit alles fönnen muß. Vor allem war der handlungen eingeleitet, um die Einigkeit der Erfahrung in seinem Berufe zurückblicken fonnte, flüchtig geworden. Unterwegs starb er plöglich. In zustellen. Die Rolle der Gewerkschaften ist be Ein Bankbeamter war mit einer großen Summe Gewerkschaftsbewegung in Rumänien wieder herdarauf bedacht, für Nachwuchs Sorge zu tragen, und seinen Papieren fand man eine legiwillige Ver- fonders bedeutend in Transsylvanien, im Banat hatte eine richtige Werbeorganisation geschaffen. Da fügung: er wollte verbrannt werden. Ein Bekann- und in der Bukowina. Die Verhandlungen wurman aber auch in diesem Beruf mit Theorie allein ter erfundigte sich bei der Verbrennungsgesellschaft, den im November 1926 fortgesetzt und eine nichts anfangen kann, wurden auch in der Haupt- ob die Verbrennung nicht billiger berechnet werden Ginigkeit ist in Aussicht. Bande allmählich die ganze Gegend terroristerte. Wie jache praktische Uebungen abgehalten, wodurch die könne, da der Mann schon durchgebrannt sei. fortschrittlich der Leiter des Unternehmens war, erEin gefährlicher Hochofenbrand. Nach der Unterricht eingerichtei; Unterrichtsgegenstände waren 1 Oberschlesischen Volksstimme" erfolgte Dienstag nachts in Bobrek bei Beuthen ein Hochofenbrand und infolge Roheisendurchbruch eine Explosion. Das durchgebrochene Roheisen bahnte sich einen Weg in den mit Wasser gefüllten Bleikanal, wodurch sich Gase bildeten, die eine weitere Explosion berurfachten. Infolge Waffermangels entstanden drei weitere Explosionen verbunden mit einem Niederschlag von glühenden Mauernstücken. Durch die herumgeschleuderten Mauerstüde wurden neun Arbeiter teils schwer, teils leicht verlegt, infolge der Explosion ist mit einer 14tägigen Stillegung des Hochofens zu rechnen. gibt sich daraus, daß zu seinem Inventar jogar eine vollkommene Felbtelephonausrüstung gehörte, * über die langweilige Sonntagsruhe. Er sagte, man Ein Engländer unterhält sich mit einer Dome fönne an solch einem Sonntag nur speierlei tun, Die Narren werden nicht alle. Der österreichische und Bridge spiele er leider nicht. Bund der Männerrechtler hat in seiner letzten Sigung beschlossen, an Charlie Chaplin ein auf Grund seiner Cheerfahrungen in Amerita einen wie die Firma Strawolisti steht?" Begrüßungsschreiben zu richten und ihn aufzufordern, Zu spät.„ Hallo fönnen Sie mir fagen, Bund der Männerrechtler zu begründen. Gleichzeitig eher fragen müssen- jetzt sitzt je!" Hätten Ste wurde Chaplin eingeladen, nach Wien zu komment und einen Vortrag über amerikanische Männerrechte zu halten. Ein seiner Bursche. Der in Proznit befchäftigte Franz Loubal aus Drahowit hat im Verlaufe von drei Jahren verschiedene Metallbestandteile im Werte von über 10.000 Stronen in der Fabrik gestohlen und zum Teile verkauft, zum Teil in feiner Wohnung eingelagert. In der Wohnung Loubals fand man auch eine große Anzahl von Munition, Granaten, Handgranaten und einige Militärgewehre. Unangenehme Memoiren. Zizi 2ambrino, die Diese Waffen hat Loubal während des Chaos ber Umsturatage aus Olmützer Kasernen entwendet. morganatische euste Frau des Prinzen Carl von Während der Untersuchung ist man auf ein weiteres Rumänien, will in Paris ihre Memoiren veröffent lichen. Am rumänischen Königshof soll darüber große Verbrechen Loubals gekommen. Vor zwei Jahren Aufregnug herrschen, da man für das Königshaus nötigte Loubat seine damals dreizehnjährige und die Hofgesellschaft einen Standal befürchtet. Am Togter durch Drohungen und Mißhandlungen, meisten bangt önigin Maria selbst vor Bloß ihm zu willen zu sein und setzte diesen berstellungen durch die Memoiren. brecherischen Verkehr durch längere Zeit fort. Die gerichtliche Anzeige ist erstattet worden. Elisabeth und ihre drei Bräutigams. In Buda Volkswirtschaft. Die Gewerkschaften in den Ballanländern. Nachtriegsjahren In Jugoslawien wurde in den ersten die Gewertschaftsbewegung durch die fommunistische Agitation sehr gehemmt. 1920 waren in den Bergwerfen 11.230 Arbeiter In Griechenland fand 1920 gleichfalls eine Spaltung in der Gewerkschaftsbewegung Durch die Spaltung verlor er die Mehrzahl ſeiner statt. Der allgemeine Gewerkschaftsbund hatte bis 1920 in 350 Organisationen 170.000 Mitglieder. Mitglieder, so daß er 1925 nur noch 60.000 Witglieder hatte. Aber im April 1926 wurde im Pyräus ein gemeinsamer Kongreß abgehalten, auf dem beschlossen wurde, die Einheit der griechischen Gewerkschafteit wieder herzustellen. Gleichjeitig wurde jede Verbindung ntit den Kommut nisten grund ählich abgelehnt. Die neue Gewerkschaftsbewegung verfolgt eine Politik der reinen Sachlichkeit, die nur den griechischen Gewerkschaftsinteressen dienen soll und allen politischen Parteien gegenüber ihre absolute Unabhängigkeit wahrt. Ebenso wurde grundsätzlich der Anschluß an die Amsterdamer Internationale beschlossen. Die endgültige Entschei dung hierüber wird auf dem nächsten panhellent schen Kongreß fallen. Mord aus Rache. Vor einigen Tagen wurde bei Neutra der 26jährige Buchbindergehilfe Muttina auf bestialische Weise ermordet. Nunmehr haben die Nachforschungen der Gendarmerie zu einem Ergebnis geführt. Eine Frau gab an, daß ihr ein vorbestrafter Mann bekannt sei, der in Neutra wohnt und wiederholt gegen jemanden Rache schwur, der seine Frau verführte. Die Zeugin vermutete, daß die Rache dem Muttina galt. Auf Grund dieser Aussage forschte die Gendarmerie einen gewissen Georg Henzi aus, einen gewefenen Jauer Sträfling. Die Unterkunft hatte der 31jährige aus Neu- Chotta( Währen) stam mende Johann Janas, ein ebenfalls vorbestrafter Mensch, gegeben. Beide wurden verhaftet und in die Gendarmeriekaserne gebracht. Janas hat bereits eine achtjährige Kerkerstrafe wegen verschie dener Verbrechen verbüßt und war Mitglied einer Räuberbande, die lange Zeit hindurch in der WestSlowakei ihr Univeſen trieb. Im Verlaufe des munistische Partei und die Gewerkschaft aufgelöſt Reingewinn 31.5 Millionen, Verhörs stellte es sich heraus, daß Janas den erhatte, erflärte das Zentralfomitee, in politischert mordeten Muttina kannte, und zwar aus dem Dingen strenge Neutralität wahren zu wollent. tionalbant veröffentlicht ihre erste Bilan; für 1926, Brag, 16. Feber. Die Tschechoslowakische NaIllauer Kerker, wo Muttina eine giveijährige Trotzdem gab es in den folgenden Jahren Strafe verbüßte. Muttina, der früher den Kerker dauernde kämpfe zwischen den beiden welche in der am 24. ds. stattfindenden Generalverließ als Janas, wurde von Janas beauftragt, der Nacht zum Dienstag, suchten in Berlin eine Richtungen. Seit 1925 aber fand eine allmähliche bersammlung zur Vorlage gelangen wird. Die seine Frau aufzusuchen, um ihr verschiedenes mitzuteilen. Muttina tam auch dem Wunsch seines Frau und zwei Männer von Dach des Nachbarhauses Annäherung statt, die im Oftober 1925 zu einem Bilanz weist einen Reingewinn von 31 519.247 der beiden Gewerkschaften Kronen aus, der einer Verzinsung des Aktienkapitals Zellengenoſſen nach und besuchte die Frau des in das Stadtvogteigefängnis zu gelangen. Eine Zusammenschluß. Janas. Zwischen Mattina und Frau Janas ent- Polizeistreife entdeckte jedoch die verdächtigen Ge- führte. Die neue Organisation trägt den Namen( 406.8 Millionen) mit 7.45 Prozent entspricht. stand denn eine Liebschaft, von der Janas Kennt- stalten und nahm sie fest. Das Verhör ergab, daßllgemeiner jugoslawischer be its bund". In politischen, religiösen und Große Tegiilfusionen in Deutschland. nationalen Angelegenheiten wurde strenge Neutradität proffantiert. Der jugoslavische Gewerkschaftsbund ist Mitglied des JGB. terschaft in givei Gewerkschaften geteilt: die Allge In Bulgarien war bis 1924 die Arteibeſt hatte sich ein Bauprokurist mit einem 17jährigen organiſient, 1924 nur 723 Bergarbeiter, 1923 wa- meine Gewerkschaftsunion der Arbeiter, die der ihm manches im Benehmen der Braut nicht ganz 2900. Von den Lederarbeitern waren nur 400 und die Allgemeine Gewerkschaftsunion der ArMädchen, Elisabeth, verlobt. Nach einiger Zeit schien ren 100.000 Solzarbeiter organisiert, 1924 mur Amsterdamer Internationale angeschlossen ist, geheuer zu sein. Also ließ er sie durch einen Detektiv organisiert. Insgesamt waren 1924 28.000 Arbei beiter, die der Moskauer Internationale ange beobachten. Das Ergebnis war die Feststellung, daß ter organisiert. Seit dem Jahre 1926 ist schlossen ist. Ende 1922 zählte die erfte Union nur Elisabeth noch einen Ingenieur und einen Kaufmann bie Gewerkschaftsbewegung wieder 17.600 Witglieder, während die zweite über zum Bräutigam hatte. Außerdem besuchte das viel im Aufstieg begriffen, und zwar hatten 34.000 Mitglieder in 19 großen Verbänden besaß. seitige Mädchen in den Abendstunden eine Nähschule. die Eisenbahner früher 2678 Organisierte, im Aber seit den großen kommunistischen Unruhen Bei deren Zeiterin sprach der Bankprokurist September 1926 dagegen 5661 Mitglieder. Der vom Januar 1924 hat die Moskauer Gewert Bräutigam vor. Es wurde ihm rasch zu verstehen Zentralverband der Angestellten hatte am 1. fchaftsunion sehr viel von ihrem Mitgliedsbestand gegeben, daß er in der Nähschule die Bekanntschaft junger Mädchen machen könne. Er schilderte der Januar 1926 nur 1940 Mitglieder; jezt hat er verloren. Die Amsterdamter Gewerkschaftsunion Beiterin das Mädchen seiner Wahl und für den etwa 5000. Daraus ist zu ersehen, daß die jugo- zählte damals nur 14.800 Mitglieder, hat aber in nächsten Tag wurde ein Rendezvous ausgemacht. Der flamische Arbeiterbewegung heute gut int Gange den letzten Jahren ihre Zahl auf über 40.000 stei Bräutigam setzte sich aber mit den beiden anderen ist. 1922 schlossen sich die Arbeiter im Allge- gern können. Sie wurde besonders gestärkt durch Berlobten des Mädchens in Verbindung und alle meinen Jugoslawischen Arbeits den Beitritt der Gewerkschaft der Landarbeiter, drei erschienen in der Nähschule zum Stelldichein. bund zusammen, der eine sozialistische Tendenz die über 23.000 Mitglieder zählt. Bei diesem Anblick ergriff Elisabeth die Flucht. hatte. Die kommunistischen Arbeiter dagegen orgaDaraushin ereignete sich das Seltsaniste: die drei nisierten sich im Zentralfomitee der jugoslawischen Bräutigams gerieten gegeneinander in Zorn und Arbeiter. Da kurz vorher die Regierung die Kom beschimpften sich; sogar Ohrfeigen wurden ausgeteilt. Die Folge war ein Rattenschwanz von Beleidigungsklagen, die jetzt vor einem Budapester Gericht ausgetragen werden. nis erhielt. Als Janas aus dem Kerker kam, soll er laut Aussage der Zeugin wiederholt erklärt haben, daß er mit Muttina abrechnen werde, weil dieser seine Frau verführt habe. Janas bestreitet dies, doch hat die Gendarmerie festgestellt, daß er knapp vor der Ermordung Muttinas diejen öfter Mißglückter Befreingsversuch einer Braut. In eine Gefangenenbefreiung beabsichtigt war. Der Plan ging bon der Frau aus und galt der Befreiung ihres Bräutigams, der im Gefängnis faß. Die beiden Männer hatte sie gedungen. Alle drei waren mit aber keine Stelle gefunden, von der aus sie sich auf Striden, Feilen und Stahlägen ausgerüstet, hatten A rder Gewerkschaftsbewegung durch ein neues Gese In Rumänien wurde die Entwicklung Bilanz der Nationalbank. Jm Konzern der Norddeutschen Wollfämmegroßer Teil der deutschen Wollindustrie vereinigt Fabriken in mehr als einem Dußend Orten beist, und der neben zahlreichen Beteiligungen eigene rei und Kammgarnspinnerei in Bremen, in dem ein aufgesucht hat, um mit ihm einen Einbruch in das Dach des Gefängnisses herablassen konnten. Ver- erleichtert, das die Autonomie der Berufsge- treibt, erfolgt eine bedeutende Veränderung. Die bat. geben wartete daher der Bräutigam, der Bescheid wußte, auf die Befreier. Gendarmerie nimmt an, daß Janas den Muttina werkschaftsbund hatte vor seiner Auflösung im befiz umgewandelten Beteiligungen an der Sächfinach Nitra- Joanfa lockte und ihn auf dem Wege „ Die Illustrierte Reichsbannerzeitung" unter Jahre 1920 über 200.000 Mitglieder. Jufolge des fchen Wollgarn A. G., vormals Tittel und Krü dorthin ermordet hat. Janas dürfte Helfer gehabt scheidet sich von allen übrigen illustrierten Blättern, Generalstreits und der kommunistischen Unruhen ger, Leipzig- Plagii, der Kammgarnspinnerei haben und man vermutet, daß einer von ihnen weil sie neben aktuellem Bildermaterial wertvolle wurden alle Gewerkschaften in Rumänien auf- Wernshausen, der Wollhaarfämmerei und SpinHenzl ist, den Janas im Hühnerstall verborgen, politische Aufsähe und Abhandlungen aus den ver gelöst. Erst nach einem Jahre konnte man an nerei A. G., Hainichen in Sachsen und der Hamschiedensten Wissensgebieten bringt, bor allem aber, den Wiederaufbau der Gewerkschaften gehen. Nach burger Wolffämmerei in Wilhelmsburg. haben Cine Diebesschule. Mit der fortschreitenden weil sie den Kampf für die Republik zu ihrer Auf einem Bericht des Allgemeinen Gewerkschafts- diese Werke jetzt zur Fusion mit dem Norddeutschen Dyganisation der staatlichen Polizeigewalt muß sich gabe gestellt hat. Aus der neuen Nummer 2 eriväh- pats betrug die Gesamtzahl aller Mitglieder im Wolltämmereitonzern reif gemacht. Die vier Werke auch das Banditenwesen umstellen und genau so, wie nen wir folgende Beiträge: Friede, Arbeit, Brot; September 1924 mehr als 52.000. Der Gewert werden mit der Norddeutschen Wollkämmerei und die Polizei für ihre Beamten besondere Kurse ein Hans Höschen: Christentum, Sozialismus, Verfasschaftsvat beschloß außerdem den Anschluß der Stammngarnspinnevei verschmolzen. Zu diesent richtet, muz auch die Diebeszunft auf eine gute fung; H. Löffler: Das blühende Braunkohlenberg rumänischen Gewerkschaften an die Gewerkschafts- 3wede wird das Kapital der Muttergesellschaft von Schulung Wert legen. Es ist deshalb kein Wunder, werk und das sterbende Dorf; Karl Karstädt: 30 internationale von Amsterdam. Gleichzeitig 33 2 um 16.8 auf 50 Millionen erhöht. Die 12.000 wenn die russische Polizei dieser Tage eine hann Heinrich Pestalozzi; F. Brodt: Fasching usw. wurde beschlossen, daß keine kommunistischen Mit Mann starfe Belegschaft des Konzerns erfährt eine Hochschule für das Banditentum aus. Die Illuftrierte Reichsbannerzeitung fostet pro Num glieder der neuen Gewerkschaftsorganisation an- bedeutende Vergrößerung. Für das Jahr 1925 heben konnte. In der Nähe von Wladimir hatte ein mer 25 Pfg. Zu beziehen durch jede Volksbuch gehören fönnen. Ein Teil der kommunistischen Ar- wurden 4 Prozent Dividende verteilt; der AbWaldwärter in seinem Forsthaus einen regelrechten handlung. beiter schuf einen sogenannten Einheitsrat der schluß für 1926 liegt noch nicht vor. Das Radiofluidum. derlich tief eingedrungen, weshalb sollten dent Radio nicht Kräfte innewohnen, die sich auf alles, was mit ihm in Berührung fommt, in irgend einer Form auswirken! Unruhe hatte ihn erfaßt und er vermochte kaum den Abgang semer Gäste zu erwarten, um das von Dr. Wißig behandelte Thema mit seiner Ehehälfte weiterzuspinnen. sie ihr Leben an seiner Seite nicht voll auslebe,| Reichweite seines Apparates fiel es Heberlein| fing an, um sich zu bangen. In das geheimnis. erübrige sich dazu doch nichts anderes, als mit nicht schwer, die diesen Vortrag vermittelnde volle Dunkel des Radiogebietes war die Wissenihm so lange wach zu bleiben, bis der letzte Ton Welle zu erhaschen und alle Anwesenden hörten schaft, seiner Erkenntnis nach, bislang nicht sondes Lebens, das ihm durch seinen Apparat ver- dem bis zu Ende zu, Heberlein mehr aus Höflich mittelt werde, verklungen sei. feit gegenüber seinen Gästen, als aus eigenem Bedürfnisse nach Erweiterung seines auf dem behandelten Gebiete genug lückenhaften Wissens. Dieser Vortrag befaßte sich mit dem Problem der Eimvirtung elektrischer Ströme auf die Wet terlage und der Rückwirkung des Radio auf die atmosphärische Gestaltung und Bewegung und bot nachfolgend Anlaß zu einer kritischen Betrach tung des Gehörten durch die um Heberleins Radioappavat Vereinten. Von Adolf Stall( Kladno). Archivar Heberlein hatte seinen KristallDazu aber war Frau Archivar Heberlein apparat nach und nach zu einem Sieben- Lampen nicht zu bewegen. Jedem ehelichen Zwiste abhold Apparate ausgebaut und war in sein Werk und und einfachen, schamhaften Wesens, vermochte sie in das durch dessen Vermittlung immer reichhal- diesen Ausführungen ihres Mannes obendrein tiger Gebotene derart vernaret, daß er bis in die keine ihn überzeugenden Argumente gegenüber zu tiefste Nacht hinein alle freien Stunden vor seinem stellen und wartete so vergeblich und immer länRadioapparate zubrachte und alles andere um sich ger auf eine günstige Aenderung dieses ihr von herum, amt meisten aber seine weniger kunst- Tag zu Tag unerträglicher werdenden Zustandes. sinnige und wissensdurstige, dafür um so mehr für Der Born ihrer ehelichen Freuden versiegte stänhausmütterliche Betätigung, Ordnung und aus dig mehr und mehr und die rosigen Wangen giebige Nachtruhe eingenommene Ghehälfte Cillt Frau Cillis begannen im Harme ihres Herzens langsam blaß zu werden, bis sie ihren seelischen Druck endlich nicht länger mehr ertrug und ihr quälendes Leid ihrer Jugendfreundin, der Gattin des Hausärztes Dr. Wizig, anvertraute. Und Frauenlist und Männerklugheit schufen auch hier Rat und brachten Hilfe. bernachiaffigte. Je länger Heberlein bei seinem Radioapparate wach blieb und ihn besaß, um so mehr Ursache hatte seine Ghegesponstin, sich über das Brachliegen und beängstigende Schwinden der Mannestraft ihres Lebensgefährten zu beklagen, von der sechs gesunde, wohl auch vorden überwiegend der mütterlichen Obsorge überlassene Kinder bisher beredtes Zeugnis ablegten. Disfrete Vorwürfe, die Seberlein deshalb zeitweilig von seinem molligen Frauchen anzuhören bekant, fuchte er stets mit dent Bemerken lachend abzu tun, der Schlaf sei bekannteriveise der Bruder des Todes und er babe als ihr Lebensgefährte zwar die Pflicht a'if sih genommen, sein Leben, leines megs jedoch seinen Schlaf mit ihr zu teilen. Obenbrein läge es in ihrem eigenen Verschulden, wenn Eines Abends ließ sich Dr. Wißig mit seiner Frau unter dem Vorwande bei Heberleins zu Besuch melden, er wolle als Nichtabonnent de angekündigten fernen Radiovortrag eines als Naturwissenschaftler berühmt gewordenen Studienkollegen lauschen und fand so leicht Zutritt zu dem seit Ausbruch seines Radiofimmels sonst von der Nachtmahlszeit an bis zum Frühstücstische für die Mivelt verloren gegangenen Diener der neuten Gottheit. Bei der bereits erlangten Pragis und großen Mit nachdenklicher Miene hörte Heberlein, wie nach der durch Dr. Wißig zwar erdachten, doch mit Nachdruck vertretenen Meinung ärztlicher Autoritäten der Einfluß des Radio sich, je nach der individuellen Veranlagung, oft fördernd, doch nicht selten auch nachteilig auf das Nervensystem und Geistesleben, wie auch auf den Gesundheits zustand und insbesondere auf das Geschlechtsleben der ihm dauernd huldigenden Menschheit überträgt und insoferne fallweise abnormale Zustände schafft, als es das gesamte Lebensbild und die Rebensbetätigung manches seiner Jünger und Verehrer vollkommen verändert. Dies sei die Wirkung eines dem Radio innewohnenden unbefannien Fluidums. Heberlein fielen dabei die Vorhaltungen feiner Ehegesponstin ein und er begann an den ernsten Worten Dr. Wigigs feinen eigenen Zustand und sein Verhalten abzuwägen. Und er Frau Cilli aber zog sich nach dem Aufbruche des Besuches, da ihre gewohnte. Stunde angebrochen war, in das Schlafgemach zurück und zwang so ihren aussprachelüsternen Gemahl, wollte er fie noch wach antreffen, ihr auf dem Fuße zu folgen, statt, wie gewohnt, bis zum Mitternachtsgíodenschlage bei seinen geliebten Radioapparate zut verweilen. Und die nachfolgende Aussprache hatte den Nur zivei von ihr so heiß ersehnten Erfolg. Stunden früher, wie gewohnt, hatte sich Hebersein dem Einflusse des Radio entzogen und sich dabei die Ueberzeugung geholt, daß schon bei furzfristigem Ausschalten das dieser geheimen Straft ausströmende und hinsichtlich seiner individuellen Veranlagung auf ihn einvirkende Fluidum seine nachteilige und die Harmonie mit Frau Tilli störende Wirkung auf ihn verloren baite. Er legte sich von nun an beim Radioabrarat weise Beschränkung auf und seine glücklich lächelnde Gattin langte bei einem fiebenten träftigen Sprößlinge an. Seite 6 5. Kongres des Pan- amerikanischen Gewerkschaftsbundes. Der Pan- amerikanische und der merikanische Gewerkschafsbund sowie gewerkschaftliche Landesorganisationen von Salvador, Honduras, Nikaragua, Peru, Ekuador, Guatemala, Columbia, Venezuela, Cuba( Eisenbahner), Puerto Rico und der dominikanischen Republik angehören, wird in diesem Jahre, am 18. Juli, in Washing ton, seinen 5. Kongreß abhalten, der sich u. a. mit 1 der Frage der Schaffung straffer nationaler Föderationen befassen wird. Devisenturie. Prager Kurse am 16. Feber. 100 holländische Gulden 100 Reichsmart 100 Belgas. 100 Schweizer Frants 1 Pfund Sterling 100 Lire 1 Dollar 100 französische Franks 100 Dinar 100 Bengös 100 polnische Bloth. 100 Schilling are Geld 1349. 1355.798.10 802.10 468.6212 471.621/ 647.75 6 0.75 163.25 164.45 145.67% 147.07% 2 33.61 33.91% 132.20 133.40 59.19 59.69 590.12 593.12% 374.75 380.75 474.62% 477.62% Gerichtssaal. Betrug mit Kriegs n eihen. Brag, 16. Feber. Heute wurde der schon eine Woche dauernde Prozeß wegen schwindelhafter Manipulationen beim Austausch von Kriegsanleihe gegen die IV. Staatsanleihe zu Ende geführt und das Urteil gefälle: Die Angeklagten Direktor- Stell verireter Rudolf Fischl( Industrialbant) erhielt drei Jahre schiveren, durch Fasten verschärften Kerfer, Prokurist Rudolf Hornig zwei Jahre, die übrigen Angeklagten Disponent Ceita, Diret tor Benno Freund( Neuhäusler Sparkassa), der Kaufmann Eugen elveby, Prokurist Karl mola und die Inhaber eines Bankgeschäftes Hein rich Klecanda und Karl Melichar wurden i freigesprochen. Es handelt sich um eine Schädigung des Staates von ca. vier Millionen Kč. OGR. · sladit leitete die Verhandlung, StA. war JUDr. Trost. Wohnungsschwindel, das alte Lied! Prag, 16. Feber. Johann Cent, geb. 1890, ein pensionierter Wachmann in Wschowik, und beweis dahin anzutreten, daß er und sein Bruder) am Tage der Tat nach Neiße gefahren waren. Die Angaben der beiden Brüder über diese Reise waren jedoch vollkommen widersprechend. Am Tage nach dem Lokaltermin in Neiße hat sich der Bruder das Beben genommen, indem er sich aus dem zweiten Stock des Untersuchungsgefängnisses stürzte. Kurz zuvor hatte er dem Untersuchungsrichter erklärt: Der Bump, der Schuft, hat mich auf dem Gewissen!" Ein Steuerbeamter, der während der Tat an der Wohnung Kochmanns flingelte, wurde von dem Bruder des Angeklagten auf dem Flur empfangen mit der Erklärung: Herr Kochmann wird gerade elektrisiert." Dabei steht fest, daß Kochmann in Breslau nie elektrisiert worden ist. Zu dem Prozeß find insgesamt 90 3eugen geladen. Der Angeflagte bestritt bei seiner Bernehmung alle Behaup tungen der Auflage in ruhigem und sachlichem Tone. Kleine Chronit. Mäusemillionen in Kalifornien. In dem Kerngebiet in Kalifornien befindet sich eine Niederung von 12.000 Heftar, die ursprünglich einmal ein See mar und jezt mit Grasflächen und Anpflanzungen bedeckt ist. In diesem Gebiet macht sich in den letzten Monaten eine furchtbare Mäuseplage bemerkbar. 40 Millionen dieser geschäftigen Nagetiere haben sich hier versammelt, weißfüßige efldmäuse, kleine Hausmäuse und die balifornischen Eririemäuse, die halb fo groß find wie Ratten und doppelt so gefräßig. Diese Tiere begannen nun im vergangenen Novem ber eine geheimnisvolle Wanderung, indem sie die Felder mit einem lebendigen Teppich bedeckten, sich über die Wege und Straßen verbreiteten und sogar in Säufer eindrangen, aus denen die Bewohner flüchteten. Wo dieses Riesenheer der Mäuse hintam, fraß es alles auf, zuerst das Getreide in den Schen nen, dann die Vorräte in den Häusern, Gummireifen und Lebersachen, kurz alles. Die Farmer gruben breite Gräben und füllten sie mit vergif tetent Korn. Tausende von Mäusen starben, aber Zehntausende rückten nach. Eulen, Habichte und andere Raubvögel griffen das vorrückende Heer an und rissen weite Lücken in die Reihen, die sich aber fofort wieder füllten. Bataillone von Kayen, die gegen sie losgelassen wurden, gaben bald den Mäusefang auf und wandten sich voll Gkel ab. Da baten die unglücklichen Farmer das Ackerbauamt um Hilfe, und nun ist ein Sachverständiger mit einem Heer von Helfern an der Arbeit, die Mäuse durch Austreuung eines Giftes gu beseitigen, das für die Vögel harmlos ist. Man hofft, das Kerngebiet in einem Monat von dieser beispiellosen Plage befreit zu haben. Der Film. Der große Bluff die Zwillingsbrüder betitelt fich der neueste Harry Biel- Film. Dirnentragödie, ein Bühnenstück von Wilhelm Braun, wird von der Pantomin verfilmt werden. Mapy Christians neuer Film heißt Sotel Bouleward". Außer ihr sind in dem Stück noch beschäftigt: Dagny Servaes, Erna Morena, Günther Hadant, Paul Otto; die Regie führi Dr. Johannes Guter. feinte Ehehälfte Božena, waren heu.e wegen Herauslodens von K 2600.- von der Privaten Marie Albrecht angeklagt. Sie gaben vor, aufs Land zu übersiedeln und verlangten K 12.000.- Abtre turpsgebühr. Nach langem Handeln einigte man sich auf K 10.000. Aber es fiel dem Cenk nicht ein, zu übersiedeln. Diese Sache ereignete sich vor fast einem Jahre. Heute fand vor dem Dreirichtersenate des CLGR. Geisler die Verhandlung statt, die jedoch trop fast eine Stunde dauernden Beratung des Gerichtshofes nicht beendet wurde, obgleich nachgewiesen ist, daß Cenk die Summe tatsächlich erhielt, mit seiner Gattin in drei Tagen berjubelte. Das Leumundszeugnis von der Polizei über den entlassenen Wachmann beiagt 1. a., daß er roh, unverläßlich, beirunten war und gerne Exzesse provozierte. Der Gerichtshof beschloß, daß noch zwei Zeu- Betrogene Betrüger betitelt sich ein neuer Film, gen einer Bauf, wo sich der Cent angeblich Geld der in Berlin auf die Leinwand gebracht wird und ausleihen wollte, einvernommen werden. Wir dessen Manuskript Frau Roja Porten, die Schwester würden nur wünschen, daß alle Prozesse, nicht bloß, der bekannten Filmschauspielerin Henny Porten, gewenn es sich um einen entlassenen Bachmann han- schrieben hat. Delt, mit einer solchen Gründlichkeit behandelt wir Paul Leuis erster amerikanischer Film trägt den den. Sill. Dr. Stibral protestierte gegen die Titel„ Die Kaze und der Kanarienweitere Berschleppung des Verfahrens durch die bagel". Der Film wurde für die Universal neue Zeugeneinbernahme. Die geschädigte Frau aber inszeniert, muß jest bereits zur fünften Einbernahme, hat oußer dem Schaden noch die Advokatenspesen und den Aerger! Die tolle Lola, eine Operette von Gustav Kabelburg, wird von Richard Eichberg in szeniert werden. Die weibliche Hauptrolle trägt die entzückende Lilian Harvey, in den männlichen find Hans Junkermann und Harry Salm is Donnerstag, 17. Feber 1927. isan in die Krapfen Ceres der Bergnügungen" des gut fituierten Bürgertums. Ausbacken Kunst und Wissen. In der Hauptrolle Maria Corda, eine dem Tanzwahnsinn ergebene junge Ehefrau, durch deren Leichtsinn die Ehe fast zerschellt. In den übrigen Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. Heute, Rollen Michal Bartony( heute schon in Amerika), Donnerstag( 85-1), 7 Uhr: Garten Eden". Willi Fritsch und Livio Pavanelli. Argus. Freitag( 86-2), 7% Uhr: Ariadne auf Zwei Offenbach- Filme. Die Berliner Terra hat die Vorarbeiten für zwei Filme Orpheus in der Unterwelt" und Die schöne Selena" mit freier Benutzung der Klassischen Werte von Offenbach begonnen. Literatur. Hans Otto Henel: Eros im Stacheldraht ( Freidenfer Verlag, Leipzig- Lindenau). In den ficbzehn Liebes- und Lebensläufen will H. O. Henci einen fleinen Ausschnitt zu dem entjeglichen Bilde des großen Kriegsgreuels beisteuern. Auch das umfangreiche Buch wäre ja nur eine winzige Kostprobe aus der Hölle des vierjährigen, täglich laajendfach erlebten Entmenschtseins ganzer Nationen. Auf feinem Gebiete hat der Krieg aber so furchtbare Verheerungen angerichtet wie auf dem der Erotik und Sexualität. Hier wurde die Welt tatsächlich aus den Angeln gehoben, aus Familienbätern wurden Bestien, aus Müttern hemmungslose Mänaden, aus Mädchen willenlose, iustlose Bazillenträger, auf dem Fleischmarkt der Feldbordelle den nicht minder enmenschen Männern verkauft. In fiebzehn padenden, oft das = Magos". Samstag, 7 Uhr:„ Der wunderbare Mandarin", ,, Der Schleier der Bierette". Sonntag, 2½ Uhr, Arbeiter- Vorstel. lung: Die Fledermaus"; 7 Uhr: Der wunder bare Mandarin"," Der Schleier der Pierette". Montag( 88-4), 7% Uhr: Das Schwalbenne fi". Spielplan der Kleinen Bühne. Heute, Donnerstag: Ostar, Taß dich nicht verführen". „ Das Postamt". Freitag: Rarneval", „ Tartuffe", Berbrochener Samstag: Rrug". Sonntag, 3 Uhr: Iucht"; 7 Uhr: Spiel im Schloß". Aus der Partei. Sozialdemokratische Studentengruppe. Freitag, den 18. Feber, 8 Uhr abends, im Arbeiterverein Diskussionsabend. Zurnen und Sport. Bom Arbeiter- Turn- und Sportverband Innerste auswühlenden Erzählungen, die nichts als Kreisturs für Männerturnen V. Kreis. Der Tatsachenberichte sein wollen, hält Henel das fest, Kurs beginnt am Samstag, den 19. Feber L J. nach. mas feiner zurückwünschen sollte. Als Erzähler hat mittag 2 Uhr. Ort: Aussig, Realschule! Senel nicht ganz die straffe Form und die Kraft, Schluß des Kurses: Sonntag, den 20. Feber, 6 Uhr das Letzte un menschlich tierischer Leidenschaft zu abends. Die Kursteilnehmer werden dringend ersucht, gestalten, die wir in Bruno Vogels Büchlein„ Es sich beim Gen. Alois UIImann, Aussig, Marklebe der Krieg!" finden. Aber Henel will nicht fünt play 11, anzumelden, damit für Quartier vorgesorgt lerisch gestaltetes Leben, er will Tendenz ichen, eine werden kann! Die Meldungen aus dent 1., 4., 5., 7. Tendenz allerdings, die durch die rein wahrheits- und 8. Bezirke fehlen noch; diese mögen umgehend -Gragemäße Erzählung erreicht wird und teiner Betonung eingesendet werden! oder Ausschmückung bedarf. Das Büchlein verfr. dient weiteste Verbreitung. Breslover Mordprozeß. Am Dienstag began vor dem Schwurgericht Breslau ein mit großer beschäftigt. Spannung erwarteter Doppelmordprozeß. Adolf Menjou, der unübertreffliche Filmjatiriter, Angeklagt ist der Versicherungsbeamte August hat seinen Vertrag mit der Paramount erneuert. Rollet, der aut 29. April 1926 gemeinsam mit Er hat jährlich vier Filme zu drehen, wofür er die ieinem ingwischen verstorbenen Bruder den Fisch Kleinigkeit von 300.000 Dollar erhalten soll. händler och mann und dessert Tochter Elfriede Jeanne d'Arc, die Jungfrau von Orleans, die vorfäßlich und mit Ueberlegung zwecks Beraubung erst unlängst durch das Bühnenstück von Bernhard ermordet haben soll. Die tödlichen Wunden waren shaw wieder lebendig wurde, soll nun wieder einmit einem Küchenbeil und mit einer großen Schere mal im Film Leben erhalten. Selbstverständlich in mit ungewöhnlicher Roheit beigebracht worden. Die Frankreich, wo der Film von dem Regisseur Marco Zat wurde entdeckt, als die Feuerwehr wegen eines de Gastyne, den Schöpfer des Filmes„ Die Zimmerbrandes erschien. Die Mörder hatten un Schloßherrin von Libanon"( nach dem mittelbar nach der Tat die Wohnung in Brand Roman von Pierre Benoit) inszeniert werden soll. Friedrich Jafsch: Das Haus mit den gestedt. Der ermordete Kochmann lag in seinem Bett, Ein neuer Kriegsfilm. Der französische Regisseur Steinfiguren( Verlag L. Heege, Schweidnis). an das er injolge einer Rüdenmarksverlegung im Seon Poirier hat den Plan gefaßt, einen Kriegs- Wie in seinen Erstlingswerken verleugnet Friedrich Striege seit sieben Jahren hilflos gefesselt war. Die film unter dem Titel„ Verdun, Bision der Jatsch auch heute als Erzähler nicht den Lyriker, Tochter lag tot in Nebenzimmer. Die Anklage baut Geschichte", herzustellen. Der Film soll getreulich der dieser judetendeutsche Dichter im innersten Wesen fich lediglich auf Indizien auf. Rollet ist unbestraft, 39 Jahre alt, verheiratet, Vater von zwei an historischen Stätten gefilmt werden, und zwar bleiben wird. Das epische Gebiet muß ihm, wie bestraft, 39 Jahre alt, verheiratet, Vater von zwei unter Mitwirkung von ehemaligen Frontkämpfern. gerade die feine Erzählung„ Das Haus mit den Kindern und hat es im Kriege zum Zeutnant und Die Sache ist sehr großzügig in Angriff genommen Steinfiguren" beweist, nicht verschlossen bleiben. Sie zum Eisernen Streuz 1. Klasse gebracht. Der Angetlagte bestreitet jede Schuld. Er und sein Bruder worden; und der Zwed? Will man die Verdun- Hölle, wird kaum zur breiten Romantunst ausreisen, uns geklagte bestreiter jede Schuld. Er und sein Bruder wo tausende und abertausende Menschen elend zu aber manche schöne Novelle bescheren. Wo die Sprache sind aber bereits am Tage nach der Tat als mut- grundegegangen sind, als abschreckendes Beispiel sich vom Allzu- lyrischen befreit, zeigt sie Straft und maßliche Mörder verhaftet worden. Die Brüder Roller tannien die Famille Kochmann aus Ober- filmen? Oder als eine Verherrlichung franzöfifchen Schwung im Erzählen, die an ganz große Borbilder, vor allem an Stifter, erinnern. Die Erzählung Schlesien. Acht Tage vor der Tat waren die beiden ſelbſt, ein tragisch gesehenes Alltagsschicial, ist von einer Romantik durchglüht, die bei allem Hang t Brüder in der Wohnung Kochmanns, um eine Versicherung abzuschließen. Der Vorsitzende hielt dem Rückblickenden, Weltfernen, aus gesunden Steinten Angeklagten vor, daß er vor und nach der Tat in ichießt. Die Symbole sind tief erfaßt, ohne alle der Nähe des Tatortes gesehen wurde. Auch seien bei Banalität gestaltet, die Charakteristik der Personen ihm 280 Mart gefunden worden, ein Betrag, der Urania- Kino in Prag.„ Der Tänzer meiner wie die gange Grundstimmung der Erzählung ist mit der geraubten Summe übereinstimmt. An dem Frau". Wir haben diesen Film seinerzeit schon be- streng skulpturenhaft durchgeführt, nur im Erleben Bapiergeld befanden sich Spuren von Blut und sprochen. Es ist eine anspruchslos, aber flott ge der Landschaft wird der Dichter malerisch. Man liest Fischschuppen; an der Hose Kolleks wurden ebenfalls brachte Gesellschaftskomödie nach dem Bühnenstück diese Erzählung mit Spannung und Anteilnahme, Blutflede festgestellt. Die Untersuchung ergab, daß von Armoni und Bousquet. Technisch ist der vor allem aber mit dem Gefühl, einmal nicht die Täter Gummischuhe anhatten. Auch das trifft auf Film sehr sauber gemacht( Regie Alexander Literatur, sondern Dichtung zu gedie Brüder Kollet su. Rollet juchte einen Alibi Corba), inhaltlich eine wohl unbewußte Beruffung nießen. National Heldentums? Thomas Edison, der Erfinder der Stinemato Thomas Edison, der Erfinder der Kinematographie, feierte dieser Tage, wie wir schon an anderer Stelle des Blattes berichtet haben, seinen 80. Geburtstag. fr. Herausgeber Dr. Sudwig Czech Verantwortlicher Redakteur Dr. Emil Strauß. Drud: Deutsche Zeitungs- A- G., Brag. Für den Druck verantwortlich: O. Holit AAAAA AAA Anglo- Elementar Versicherungs- Aktiengesellschaft in Wien Direktion für die tschechoslowakische Republik empfiehlt sich zum Abschluß von Feuer-, Unfall, Haftpflicht-, Einbruch-, Transport-, Pferde- und Vieh- Versicherungen zu kulanten Preisen. Volleingezahltes Aktienkapital 8 Million en. Bargarantiemittel in der Republik über 25 Millionen. Bureau Reichenberg, Bahnhofstraße Kr. 19. E 192