Ginzelpreis 70 Heller. Redaktion und Verwaltung: Prag, I., Netazania 18. Telephone: Tagesredaktion: 26795, 31469. Tachtredaktion: 26797. Postichedamt: 57544. Juferate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 7. Jahrgang. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit. Die großen Knödel. Sonntag, 20. Jeber 1927. Generalstreit in Shanghai. Eine machtvolle Sympathielundgeburg für anton. London, 19. Feber. Nach den legten Meldungen aus Shanghai ist dort überraschend der Generalstreit ausgebrochen, der den Vormarsch der Südtruppen auf Shanghai unterstützen will. Die Arbeitergewerkschaft hat die sofortige Räumung Shanghais durch die Nordtruppen des Generals Sunschuansangs und durch die britischen Truppen gefordert. Ungefähr 60.000 Arbeiter befinden sich im Aus stand. Ein Drittel davon ist im ausländischen Konzessionsgebiet beschäftigt. Der Generalstreit erstreckt sich auf alle öffentlichen Betriebe. Post, Elektr zitätswerk und Straßenbahn werden durch Frei willige notdürftig aufrechterhalten. Der Stret macht sich am stärksten in der Chinesenstadt be-merkbar, wo die Wasserwerke und die Straßenbahn vollständig st liegen. **** Halten wir uns um Gotteswillen nicht für dumm, wenn wir anständig bleiben." So sagte knapp vor dem formellen Eintritt der Deutschbürgerlichen in die Regierung der christlichsoziale Senator Dr. Medinger in einer Versammlung in Trautenau. Sei es, daß er. die Macht der Versuchung, oder daß er seine Pappenheimer fennt, jedenfalls war er besorgt, die deutschbürgerlichen Parteien könnten bei der„ Anteilnahme an der Macht" auch Anteil an den anderen und nicht gerade reinen Dingen nehmen, die sich bei uns schon für so manchen aus dem Besize der Macht als für seine Moral nachteilig herausgestellt haben. Der einzig und allein im Vertrauen auf die Gnade der Die englischen Truppen in Bereitschaft| Der Zusammenbruch der Armee Suntschuanfangs Svehla, Kramař, Sramek und Hlinka unterShanghai, 19. Feber. Die Stillegung des wird durch die beim Auswärtigen Amte eingegannommene Schritt der deutschen Aktivisten in die Regierung hatte in ihm kein Vertrauen in Wasserwerkes als Folge des Generalstreits in der genen Telegramme bestätigt. französischen Konzession hat in einigen Stadtteilen dem Gelingen dieses waghalsigen Experimentes Wassermangel hervorgerufen. Alle brittgeweckt und er jagte sich, sehr zum Mißvergnü- fchen Truppen werden in ihren Quartieren gen seiner Parteifreunde: wenn schon Kopf und für etwaige Zwischenfälle bereitgehalten. Kragen ristiert werden muß, dann soll wenig- Das Shanghaier Freiwilligenforps stens die Ehre unverlegt bleiben. Die Mah- ist mobilisiert worden. Der Postbetrieb ist nung, die deutschen Regierungsparteien mögen gestört. reine Hände bewahren, schien ihm unter den einmal gegebenen Verhältnissen das Wichtigste zu sein:„ Bisher war es keine große Kunst, unbestechlich zu bleiben, denn wir hatten keinen Einfluß. Nun heißt es wachsam sein!?" Es wäre interessant, von Herrn Dr. Medinger eine offene Antwort zu erhalten, ob er jeßt nachdem die Geschichte der Kohleneinfuhrfcheine mo bie Tatsache der Anteilnahme der wirtschaftlichen Organisationen der Regierungsparteien an diesem Geschäft bekanntgeworden ist, noch an die reinen unbestochenen Chemnik, 19. Feber. Die Vereinigung der Hände der deutschen Regierungsparteien glaubt sächsischen Metallindustriellenverbände hielt am und ob er nicht vielmehr der Meinung ist, daß Freitag in Chemnitz eine Sigung ab, in der beseine, in die Form einer Warnung eingekleideten Prophezeiung noch früher als er es be- fchloffen wurde, die Metallarbeiter in Chemnih, fürchtet hatte, in Erfüllung gegangen ist. Wird Herr Dr. Medinger sprechen? Stürmische Szenen im Hafen. Jhang, 19. Feber.( Reuter.) Vorgestern wurde ein britischer Marineoffizier und ein amerifanischer Marinearzt von chinesischen Hafenarbeitern überfallen und mißhandelt. Ter Ueberfall ereignete sich während stürmischer Szenen, die sich im Hafengebiet abspielten, weil die chinesische Bevölkerung von Jschang die chi nesischen Hafenarbeiter hindern wollte, Waren eines englischen Dampfers zu löschen. Das brittLondon, 19. Feber. Wie Reuter von maßische Kanonenboot„ Cockchafer" landete eine Ab gebender Seite erfährt, ist in der diplomatischen teilung Matrosen, die die Ordnung wiederherstellLage in China feine Veränderung eingetreten. ten. Dabei wurden zwei Offiziere verwundet. Zusammenbruch der Armee Suntschuen angs. 150.000 Jächst the Metallarbeiter ausgeiperr. 3widau, Plauen, Dresden usw. Samstag mittags mit Arbeitsschluß auszusperren. Von der Aussperrung werden etwa 150.000 Arbeiter betroffen. * 000 Bezugs- Bedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post: monatlich Ke 16.vierteljährlich 48.halbjährig.. 96.192.ganzjährig. Rückstellung von Manustripten erfolgt nur bei Einfendung der Retourmarten. Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich rüh Nr. 43. Metternich- Svehla. Geschichtliches zur Verwaltungsreform. Der Entwurf der Verwaltungsveform, der dieser Tage durch die Tagesblätter der Deffentlichkeit bekannt wurde, läßt auf den ersten Blick die Ziele und Absichten der Regierung und ihrer Mehrheit erkennen. Die Selbstverwaltung wird erdrosselt, die Polizei mit Allgewalt ausgestattet und die Sprachbestimmungen benüßt, um der Staatssprache größere Geltung zu verschaffen. Es flingt wie Hohn, wenn im Artikel 4 des Entour fes über das Verwaltungsstrafverfahren gesagt wird: Die Bezirksämter sind berufen, die Würde der staatlichen und autonomen gewählten und ernannten Organe zu chi e n. Nachdem den autonomen gewählten Organen jede selbständige Regung unterbunden ist und sie zu Untergebenen des Bezirksleiters, bezw. Landespräsidenten herabgedrückt sind, nachdem ihnen kein Recht weiter, als das der Budgetaufstellung und dieses nur in der Theorie, belassen ist, wird von ihrer Würde gesprochen. Wenn das der vollzogenen Rechtsentziehung nicht noch blutiger Hohn. hinzugefügt ist, dann wüßte man nicht, was es sein sollte. Das alte absolutistische Desterreich hätte einen derartigen Verwaltungsreformentwurf nicht so ohne weiters der Oeffentlichkeit vorgelegt. Es ist wahr, daß kaum ein Staat soviel an seinen Ver waltungseinrichtungen herumreformiert hat, als Desterreich. Bis 1848 bestanden zehn Gubernien und eine leidlich gute Kreisverfassung( Böhmen haite 16 Kreise); der Kremsier Entwurf der Ver-faffung stellte die Kronländer wieder her und auf die Arbeitgeber einzuwirken, daß die anges wollte die Zahl der reise verringern, Dic drohte Aussperrung einstweilen unterbleibe, be- oftroyierte Verfassung 1849 änderte diese Verfas ziehungsweise rückgängig gemacht werde. Beide sung, trat aber nicht in Wirksamkeit. Die Reform Parteien haben ihr Erscheinen zu den neuen| 1849 und 1850 schuf Bezirkshauptmannschaften, fehr mächtige Kreise( in Böhmen sieben) und daBerhandlungen zugesagt. neben noch Statthalter; Prinzip der Einteilung war die nationale Abgrenzung. Am 31. Dezem ber 1851 wurde auch dieser Plan umgestoßen, Kreisregierungen und Bezirkshauptmannschaften wurden 1855 aufgelöst, Bezirksämter für Verwaltung und Rechtsprechung geschaffen, machtlose Streisämter. hergestellt und einem Statthalter ungeheuere Macht gegeben, das Prinzip der natio nalen Abgrenzung wurde aufgegeben. 1859 wurde die Aufhebung der Kreisämter beschlossen und durchgeführt. 1862 kam die autonome Verwaltung der Landesausschüsse, 1865 folgte die Reattivierung der Bezirkshauptmannschaften im Verordnungswege für einige Kronländer, 1868 im Gesetzgebungswege für alle. Die politische Streiseinteilung verschwand damit. Seither hat keine 0000 200000 0000000 Kommunisti che Methode. Paris, 19. Feber. Der kommunistische Abgeordnete Baranton, der aus der Partei au 3geschlossen wurde, jandte dem soziali Wenn das auch nicht geschieht, eines werstischen Tagblatt„ Populaire" einen den die Regierungsdeutschen nicht verhindern Brief zum Abdrucke, in welchem er die fönnen, nämlich, daß sich draußen in der Wäh Dresden, 19. Feber.( Wolff.) Das sach- Gründe für seinen Ausschluß anführt. Es ist dies lerschaft die Ueberzeugung von der wunder- fische Arbeitsministerium hat die Arbeit ein Zirkular in Maschinenschrift, das an 200 und das Vorbar raschen Akklimatisierung der geber und die Arbeitnehmer der Metallindustrie Parteigänger versandt wurde deutsch bürgerlichen Parteien an erneut zu Verhandlungen über die Arbeits- gehen der Pariser Kommunisten bei Die neuen Verhältnisse festjeßen wird. So zeitfrage auf Montag, den 21. d., nach Dresden den Senatswahlen verurteilt. Barananpassungsfähig sind sie, daß sie sich in allem geladen, um auf diese Weise schwere Erschütterun- ton führt an, daß die kommunistische, u maund jedem der von den früheren Regierungen gen des Wirtschaftslebens in Sachsen zu vermeiden. nite" es abgelehnt habe, seine Recht angewendeten übelberüchtigten Methoden be- Das Arbeitsministerium hat sich ferner bemüht, fertigung abzudruden. dienen. So oft bisher eine dunkle Affäre die 0990 0000 3000000000000 der„ Wige" unterschreibt; aud) dann nicht, wenn es sich zum Beispiel, um die Korrespondenz mit polnischer KohlenVertretern gruben handeln sollte." des deutschen Volkes zu verschachern, die in ihrer Zukunft Gemüter erregte, wurde noch immer das pro- ftellung" begnügt sich damit, zu erklären, daß| Susammenhang, aber trifft dies auch auf die bate Mittel in Anwendung gebracht: Gras die Zuteilung der Kohleneinfuhrscheine nicht führenden Personen dieser beiden über die Geschichte wachien zu lassen. Gewöhn- unmittelbar an die Parteileitung Störperschaften zu? Ein Blick in das Han lich dauerte es nicht lange, daß sich ein neuer geschieht; glaubt sie, daß sie dadurch der Ver- delsregister zeigt folgende Vor stands Skandal oder eine neue Gewalttat einstellte, antwortung für dieses schmußige Geschäft ent- mitglieder der vor einigen Jahren geOb darnach wirklich fein wie immer ge dann war man die alte Geschichte los, denn die hoben ist und kein Schatten auf die Partei gründeten„ Wige", Kredit- und Wirtschaftsarteter Zusammenhang" zwischen den KohlenZeitungen mußten sich dem neuen Greignis fällt, weil nicht direkt die Parteileitung, gemeinschaft, veg. G. m. b. H.: Emil Bobet, Abgeordneter der Deut einfuhrscheinen und den deutschen Regierungszuwenden und die Menschen, deren Empfinden sondern eine andere landbündlerische ystematisch abgeſtumpft wurde, hatten einen Organisation die unmittelbare Nußschen Christlichsozialen Volksparici, Reichenberg, Wie- parteien besteht, das wird die Bevöl. ferung entscheiden, es wird ihr jeden neuen Grund zur Emotion, der alte versant nießerin dieses ihr von der Regierung zuge- ner Straße 40. Karl Fritscher, Senator der Deutschen falls diese Frage vorgelegt werden. Die deutsche im Meere der Vergangenheit. Diese bewährte schanzten Handels ist? Weniger verschämt, Gefolgschaft Švehlas ist eben daran, die Braris ist die Hoffnung der Regierungsdeut- aber auch weniger vorsichtig hat die christ- Chriftlichsozialen Vollspartei, Zittau. Ludwig Ripka, Stadrat der Deutschen demokratischen und nationalen Grundrechte ichen. Parteiamtlich wurden von ihnen einige I ich soziale Partei ihren Zusammen- Christlichsozialen Bollspartei, Smichow, Königss mehr und minder dreiste Ableugnungen ver- hang mit den Kohleneinfuhrscheinen abzuleug straße 63. öffentlicht, sonst hüllen sie sich in Schweigen, nen unternommen. Sie hat zugegeben, daß Dr. Peter Kirsch, Generalsekretär da ist es für das Uebrige soll die Zeit besorgen, die schon den wohl nicht sie, aber die christliche Kredit- der Parteileitung der Deutschen Christlichsozialen hart bedrohte deutsche Bevölkerung gewiß von Interesse, Klarheit über die Beweggründe der Schleier der Vergessenheit über diese Unjau- und Wirtschaftsgenossenschaft Volkspartei, Prag, Slupy 14. Dr. Rudolf Schaffer, Chefredakteur herostratischen Taten ihrer Vertreter zu ge berfeit breiten wird. Die gelehrigen Schüler Wige" die Einfuhrscheine für polnische winnen. Die Meinung der landbündlerischen Švehlas werden sich täuschen, denn sie unter- Stohle erhält, doch sei daran gar nichts Uebles, der„ Deutschen Presse", Prag, Slupy 14. Die„ Wirtschaft", welche den Skandal des Heimat", der Abscheu über den Kohleneinschäben nicht nur das Gefühl der Moral der denn die Leitung der„ Wige" habe selbst erWählerschaft, sondern euch die Hartnäckigkeit flärt, daß zwischen ihr und dem Klub der Ab- parteimäßigen Handels mit Kohleneinfuhr fuhrschein- Skandal entspringe nur dem Neid jener Porteien, welche in dem Rujanmenhang geordneten und Senatoren der deutschen christ- scheinen aufdeckte, hat recht, wenn sie schreibt: über die großen dampfenden Knö von Geldgeschäften mit der Politik eine Gefahr lichsozialen Volkspartei kein wie immer Angesichts dieser mehrfachen Personal bel", welche die Braven und Arbeitsamen vorbe union fann man allerdings der Behauptung gejezt bekommen haben und ihre Einladung an für das öffentliche Leben erblicken. Die Parteileitungen der Landbündler und st eh e". Da fromme Katholiken, wie es die der Parteileitung beipflichten, sie habe in der die oppositionellen Parteien, sich doch auch zur der Christlichsozialen heben sich den Versuch Christlichsozialen sind, selbstverständlich sind, Frage der Einfuhrscheinbeschaffung für die Schüssel zu setzen, um der großen Knödel nach ge- vollbrachter Arbeit teilhaftig zu werden, ist ein der Beruhigung der über das Geschäft mit den nicht lügen, so wäre danach alles in Ordnung" Wige" feine Vermittlerrolle Sohleneinführscheinen entjeßten Wähler recht und haarscharf erwiesen, daß die deutschen spielt: denn wie man sieht, kann beispielsweise Beichen des robusten Appetits und Gewissens leicht vorgestellt. Die Landbündler stell- Christlichsozialen nur um Gottes Lohn Herr Dr. Kirsch, je nachdem wie er es braucht, der Regierungsdeutschen. Wir für unseren Teil ten fest", die Nachricht hinsichtlich der Zu- Herrn Svehla dienen, nicht aber um als Generalsekretär der Partei oder haben jedenfalls nicht die gerinaste Lust, an Kohleneinfuhrscheinen an für eine ihrer Organisationen ein monatliches aber als Vorstandsmitglied der dem Knödelessen, bei dem die Bäuche gefüllt teilung bon und verhandeln. Er werden, das Volk aber seiner Rechte entkleidet die Parteileitung(!) sei un Trinkgeld von etwa 400.000 Stronen zu be-„ Wige" auftreten richtig. Wie fnapp, furz angebunden und wie kommen. In der Tat: vereins- und genossen- braucht freilich in seiner Eigen wird, teilzunehmen, wir wollen vielmehr alles daß den Schmausenden die Dunkel! Nicht die Parteileitung! Welche schaftsgeseßlich besteht zwischen der Wirtschafts- schaft als Sekretär der Partei- tun, wazer dem Bund der Landwirte nahestehende Kör genossenschaft Wige" und dem christlichsozia- nicht zu wissen, was er in seiner großen Knödel im Halse steden perschaft aber doch? Die landbündlerische Fest- len Abgeordneten- und Senatorenklub fein Funktion als Vorstandsmitglied bleiben. gearteter Zusammenhang H Seite 2 Knödel für die Gewerbepartei. Die Genossenschaftstrantenfallen follen nicht nur dem Stenzel DantIchreiben schiden, sondern auch der Gewerbepartei Geld autommen lassen! grundlegende Neuerung mehr stattgefunden, nur Sprengeländerungen wurden vorgenommen, 1911 wurde eine Kommission zur Beratung einer Verwaltungsreform eingesetzt, die bei Kriegsausbruch 1914 ihre Tätigkeit einstellte. Das Ministerium Körber legte dem Abgeordnetenhause einen Ent wurf vor, nach welchem in Böhmen zehn Kreisregierungen errichtet werden sollten. Die Kreisvegierungen wären in allen Angelegenheiten letzte Instanz gewesen, in denen es die Statthalteret Erst kürzlich traf man unter den lahmen war. Die Körberschen Entwürfe wurden durch Argumenten, mit denen die Christlichsozialen den Bienerth nochmals vorgelegt. Stürgh hatte Raub der Selbstverwaltung der Krankenkassen zu dann noch Pläne, genaues hierüber ist nie bekannt beschönigen suchen, das älteste und infamste an, geworden. Nur so viel steht fest, daß Stürkgh das gegen die Krankenkassen der Arbeiter erhoben mit einigen Auserwählten des Deutschen National- wird: sie seien die Geldgeber der sozialdemokrativerbandes und des Polerklubs verhandelte und schen Parteien. Ohne den Schein eines Beweises angeblich durch eine§- 14- Verordnung eine Kreis- der Beweis für etwas, das nie geschah, ist ja einteilung in Böhmen schaffen wollte. War die- einfach nicht zu erbringen- aber selbst ohne den fer Willkürakt wirklich geplant, so ist er doch Schein eines solchen, warfen die Bürgerlichen den unterblieben und eine Vergewaltigung der Tsche- Krankenkaffen seit Jahrzehnten vor, sie seien chen wurde unterlassen. Was heute die tschechische Sozialdemokratische Finanzierungsanstalten. Wie Regierung unternehmen will, ist in der Form der Schelm ist, so denkter. Daß die Bürfaum besser als eine§- 14- Verord- gerlichen es für selbstverständlich halten, daß ihre nung und im Meritum weit schlechter Krankenkassen auch die politischen Parteien der als eine fe geplante Reform der po- Bourgeoisie finanzieren, beweist folgendes Rundlitischen Verwaltung. schreiben der Gruppenleitung der Genossenschaftsfrankenkassen an die bereits bestehenden Genossenschaftskrankenkassen: Durch die politische Verwaltung von 1848 bis 1868 durch alle späteren Vorschläge zicht sich wie ein roter Faden die Ansicht von der Aufrechte erhaltung oder Neuschaffung von Kreisen als einer mittleren Verwaltungsstelle, die keinen allzugroßen Umfang hat und doch leistungsfähig ist. Der jezige Entwurf fennt keine Kreise, er beseitigt die Bezirks- und Landesautonomie, denn alle schönen Worte von der Autonomie dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, daß der Landespräsident jeden Beschluß der Landesvertretung, des Landesausschusses oder der Landeskommiffion sistieren kann. Politische Anträge dürfen überhaupt nicht gestellt und nicht verhandelt werden, d. h. mit anderen Worten, die gewählten und er nannten Bezirks- und Landesvertretungsmitglieder haben das Maul zu halten. Der Landespräsident, die Berichterstatter, die Schriftführer, die Verifikatoren der Protokolle, die Beamten, die an den Sizungen teilnehmen, bedienen sich der Staatssprache. Die deutschen Vertreter haben allerdings das Recht, Anträge. Anfragen und Beschwerden in deutscher Sprache einzubringen, in das Protot morden solche Erklärungen jedoch mur in tschechoslowakischer Uebersegung aufgenommen. Der der tschechischen Sprache Unkundige kann somit nie kontrollieren, ob seine Anträge usw, richtig protokolliert sind und ob die Uebersetzung in die tschechoslowakische Sprache dem deutschen Sinne entspricht. Analog sind die Bestimmungen für die Bezirke. In Bea zirken mit mehr als 50 Prozent Deutscher werden Berichte, die in tschechoslowakischer Sprache erstattet sind, ins Deutsche übersetzt, ebenso erfolgt neben der tschechoslowakischen Protokolliezung auch die deutsche. Daß diese Bestimmung nicht in allzu vielen Bezirken Anwendung wird finden können, dafür wird schon die Geometrie bei Svrengeländerung der Bezirke sorgen. Mit einem Worte: Die Selbstverwaltung wird der Staatsverwaltung vollständig geopfert, die Position der Deutschen wird verschlechtert, die Staatsbürger zu Untertanen degradiert, die mit dem Prügelpatent beherrscht werden. Die Demofratie ist beseitigt und allmächtig herrscht die Bürokratie. In Švehla ist Metternich lebendig geworden. a. r. Gruppenleitung der Genossenschaftskrankenkassen im Landesverbande deutscher Krankenkassen Böhmens. Sehr geehrte Schwesteranſtalt! digung nicht an die Personen, sondern an die Gewerbepartei als solche zu leisten verpflichtet sind, da immerhin ganz wesentliche Ausgaben von dieser Bartet für unsere Angelegenheiten bestritten wurden, daher wir zur Refundierung verpflichtet erscheinen. Ueber die Art und Weise, aus welchen Mitteln der Betrag entnommen wird und in welcher Höhe, müssen wir jeder einzelnen Anstalt überlassen, da sich dieser Gegenstand nicht schriftlich, sondern nur vertraulich untereinander behandeln läßt, da wir nicht wissen können, in wessen Hände der Brief in Zukunft kommen könnte. Wir glauben annehmen zu können, daß Ihnen diese Andeutung genügt und zeichnen in der Erwartung, daß unserem eingangs erwähnten Ansuchen rechtzeitig entsprochen wird, mit genossenschaftlichem Gruße. Ist es schon schamlos genug von einer pol tischen Partei sich auf Umwegen ,, Dankschreiben" Ausland. Wie Sie bereits aus den Tagesblättern ersehen Aufruf für eine General- Amnestie haben, ist es wiederum gelungen, unsere Auflösung zu vereiteln. Allerdings wird in den nächsten Monaten, wo die Novellierung des Gesetzes vom 9. Ottober 1924, S. d. G. u. V. Nr. 221, in Angriff genommen wird, wiederum ein schwerer Kampf entbrennen, da es dann gilt, den Bestand unserer Anstalten für eine Zeitdauer gesetzlich festzuankern. Es gilt dann nicht bloß die bestehen den Genossenschafts- und Gremialtrantenversicherungsanstalten zu er halten, sondern auch, wie es die Landwirtschaft bewilligt erhielt, so wird das Gleiche auch für die unsrigen Anstalten verlangt, und zwar in den Bezirken, wo eine Genossenschaftstrantenversicherungsanstalt besteht, soll eine Bezirks- Genossenschaftskrankenversicherungsanstalt errichtet werden. Es wird, bevor dieses Verlangen erreicht wird, noch sehr viel Arbeit und Aufklärungen durch die Genossenschaften und deren Verbände geleistet wer den müssen und bedürfen wir dazu auch in erster Reihe der verschiedenen parlamentarischen, deut schen und tschechischen Klubs. in Bolen. Gerichtet an Marschall Pilsudsti, an den Präsiden ten der Republik Polen, an die polnische Gesandtschat in England und an den Präsidenten des polnischen Sejmi. Sonntag, 20. Feber 1927. zu beftellen, so ist bei weitem schändlicher doch die offene Aufforderung zur Korrup= tion der Gewerbepartei, die sich natürlich ausreden wird, sie habe von den Knödeln, die man ihr da ins Haus schicken wolle, nichts gewußt. Der Stenzel wird ohne Zweifel den Ueberraschten spielen und erklären, daß die Genossenschaftskrankenkassen ganz ohne sein Wissen die Dankschreiben wie die Geldsendungen vorbereiten. Die Zumutung allein schon, die man der Partei stellt, für Geld den Sturmtrupp abzugeben, zeigt, was man in Gewerbefreizen von der Partei hält. was man in Gewerbefreien von der Partei hält. Es ist aber auch kaum anzunehmen, daß derlei Weisungen ohne vorherige Uebereinkünfte erlassen werden. Sehr richtig hat der Verfasser des Briefes, dessen entseßlches Deutsch ja den Vollblutgermanen, den echten deutschen Mann verrät, Gefahr gewittert und über die Art und Weise, wie die Krankerlassen das Geld aufbringen sollen, das für die Kassen der Stenzlpartei bestimmt ist, schriftlich nichts verraten. Er war aber doch zu unvorsicht'g. Das Gesagte genügt. Und hoffentlich nicht nur zur Kennzeichnung der Gewerbepartei und des ganzen Knödelakt vismus, sondern auch dazu, von kompeten ter Stelle den freigeb'gen Herrschaften fürs erste einmal das Handwerk zu legen! nischen Gefängnissen; viele davon sind zu 3, 5, 7 und mehr Jahren verurteilt megen politischer Propaganda von ganz legaler Art. Ungefähr die Hälfte dieser Gefangenen sind weniger als 20 Jahre alt, gehören zu einer oder der anderit der sieben Nationen, die das polnische Gebiet mitbewohnen und sind verurteilt wegen ihres Kampfes, ihre Sprache, ihre Schulen, ihre nas sionale Stultur und ihre Freiheit zu wahren. Als am 12. Mai 1926 Marschall PilDie Wiedergeburt der polnischen Republik, sudski die alte polnische Regierung niederwarf, der große Augenblick der Wiederherstellung natio- hoffte man, daß einer seiner ersten Schritte sein nalen Rechts und historischer Gerechtigkeit wurde würte. die unschuldigen Opfer der übewundein England, welches immer die größte Sympathie nen Regierung zu befreien, aber sie schmachten für das polnische Volk und deren heroischen noch immer in den Gefängnissen und jeder Tag Stampf für Freiheit und Unabhäng.gfeit hatte, bringt traurige Nachrichten ihrer fortwährenden herzlich begrüßt. Jeder in diesem Lande bewill- Leiden. kommte den Beginn des neuen freien Lebens in der jungen polnischen Republik. Es liegt im Interesse der polnischen Republik, daß wir, die Unterzeichneten, bitten, man möge eine allgemeine Amnestie für alle politischen Gefangenen gewähren. Die junge Republik hat ihr Leben unter sehr schwierigen Verhältnissen begonnen, überhäuft mit innern und äußern Problemen. Wegen seiner Das Schriftstüc trägt zahlreiche Unterschriften Geschichte eines erfolgreichen Kampfes gegen den Bedrücker, muß Polen in seiner heuer gewonne- enoltscher Politiker, darunter die Namen der Mitnen Freiheit allen Nationen Beispiel geben, in- glieber der Labour Party, S. N. Brailsford dem es allen Bürgern und all den verschiedenen und R. C. Wallhead. Bewohnern seines Territoriums volle Freiheit der politischen Meinungsfreiheit gewährt. Damit der mit dieser Aufgabe betraute Sturmtrupp, die Gewerbepartei bezie Umso bedauerlicher ist es daher, daß durch hungsweise deren parlamentarischen Vertreter, in dieselben Paragraphen desselben Gesetzes, durch ihrem Eifer für unsere Sache gestärkt wird, ist es die der Zar und die österreichischen und deutschen unbedingt notwendig, daß nach den Feiertagen ein Safer tausende Polen, die für die polnische UnDankschreiben von jeder Anstalt an den abhängigkeit und Freiheit fämpften, in die Ge- 00 bolländische Gulden Obmann, Abgeordneten Alois Stenfangenschaft geschickt haben, die neue polnische Re- 100 Reichsmart zel, gerichtet wird, worin auch namentlich der be- gierung tausende ihrer eigenen Mit 10 Belaas.. sonderen Tätigkeit des Herrn Abgeordneten Tichi bürger wegen ihres Kampfes um Demokratie, 100 Schweizer Franks 1 Pfund Sterling Erwähnung getan wird. bürgerliche Freiheiten und nationale Freiheit für 10 Lire die verschiedenen Nationen innerhalb der Gren- 1 Dollar zen des polnischen Staates ins Gefängnis 100 französische Franks geworfen hat. 100 polnische Bloth. 100 Schilling. Ebenso ist es notwendig, daß der Dank an die Kanzlei der Gewerbepartei des Senats gerichtet wird Auch würden wir empfehlen, heute schon darau zu denken, daß wir auch eine geldliche EntschäBerstanden?- Jawoblia!" Gespenst? Serbische Mil tärsatire Von Radoje M. Domanovič. Es nahte die Zeit, da ich meinen Militärdienst antreten sollte, aber ich bekam keine Einberufung. Frgendein patriotisches Gefühl läßt mich daher weder bei Tage noch während der Nacht zur Ruhe kommen. Ich gehe über die Gasse und mache nichts, als unausgesetzt die Fäuste ballen; wenn ich aber irgend so einem Ausländer begegne, knirsche ich mit den Zähnen, rolle mit den Augen und es foftet mich wirklich eine große Ueberwindung, nicht auf ihn loszustürmen und eine Wasche herunterzubauen. Wenn ich schlafe, träumt mir von nichts ant derent, als daß ich meine Feinde wiedermetele, das Blut einerweise für mein Vaterland vergieße und Rache, Rache, Rache nehme. Ich kann es vor Sehnsucht schon beinahe nicht mehr aushalten, meine Einberufung zu bekommen, cinzurücken, aber vergeblich ist mein Hoffen! Und dabei neuß ich zusehen, wie so viele mit Lärm und Geschrei in die Kasernen hineinstürmen; Ach, wie beneide ich sie um dieses große Glüd! Eines schönen Tages bekam ein Greis in der Nähe, der zufälligerweise den gleichen Namen trug wie ich, eine militärische Vorladung. Und was für eine ftrence noch dazu: es biest darinnen, daß er sich augenblicklich auf dem Blaßkommando einsinden möge, da er sich der Desertion schuldig gemacht habe. Was denn für eine Desertion, meint der Alte, ich hab doch drei Feldzüge mitgemacht, bin sogar verwundet worden, da sieht man noch die Narben! Das ist alles recht schön und gut, aber er muß sich dort und dort einfinden, lautet der Befehl. Also ging deer Alte aufs Militärkommando. Aber da kam er schön an. Der Kommandant warf ihn heraus. 6000 Männer und Frauen befinden sich gegenwärtig wegen rein politischer Delitte in polWer hat dich denn einberufen, du altes] mandanten rennen wird, um ihm die Ankunst brüllte er ihn an, und es hätte eines neuen Soldaten zu melden, und daß der nicht viel gefehlt, so hätte er noch Schläge be- Kommandant hinauseilen, mir auf die Schulter klopfen und zu mir sprechen werde: Schön, fomenm. Uebrigens, daß er keine bekam, führte ich wacker. wacker, Landsmann; also fomm!" Aber statt dessen sieht mich der Soldat voll nur auf den Umstand zurück, daß er so eine glühende Begeisterung für die Kaserne gezeigt Bedauern an, als ob er durch seinen Blick jagen hatte. wollte: Aber wahrlich, es ist doch ein Wunder, daß ,,, du Narr! Und du eilst noch dazu! Na ich selbst vor Sehnsucht, einzurücken, nicht när- warte. du wirst es schon bedanern!" risch wurde! Vergeblich trampelte ich mit den Diesen Blick verstand ich damals noch nicht, Füßen, bis mich die Fußsohlen schmerzten, wenn und deshalb wundere ich mich, daß er mich so ich zufälligerweise an Offizieren vorüberging, nur anstarrt. damit sie auf mich aufmerksam werden sollten, Lange Zeit wartete ich draußen vor der Tür. was ich für em herrlicher Soldat werden könnte Ich ging auf und ab, rauchte, setzte mich nieder, spuckte aber es war alles umsonst: ich bekam feine spudie aus, schaute zum Fenster hinaus, gähnte, Einberufung. plauderte mit ein paar Bauern, die gleichfalls warteten ,, und ich meiß wirklich nicht, was ich noch alles vor Langveile tat. Da wurde es mir denn doch zu bunt: eines schönen Tages set ich mich hin und schreib dem Militärkommando ein Gesuch, daß es doch die In allen Kanzleien wird angestrengt geGüte haben möge, mich als Soldaten anzu- arbeitet: man hört Lärm, Schreien, Schimpfnehmen. Ich schildere darin meine ganzen vater- worte. Fortwährend werden Befehle ausgegeben ländischen Begeisterungsflammen und endige mit und der ganze Gang widerballt beständig von: ,, Verstanden?" Jawohlja!" den Worten: Devi enturie. Prager Kurse am 19. Feber. Geld 1349.50 Ware 1353.50 . 798.10 802.10 467.75 470.75 648.50 6 1.50 163.22 164.4 147.30 148.7) 33 61 33.91% 132.133.20 59.19 59.69 590.593.374.75 380.75 475.. 478. 100 Dinar 100 Bengös ten eintreten," spricht er und wischt sich den Schweiß von der Stirne. Ich trete als erster ein. Der Kommandant sitzt hinter einem Tische und raucht eine Zigarre aus einer Spiße. ,, Guntag wünsch ich!" grüße ich ihn, eintrefend. ,, Was fällt dir denn ein?" schreit er mich mit solch einer furchtbaren Stimme an, daß ich vor Schreck fast in den Füßen zusammen fnicke; wahrhaftig, ich spürte es, wie meine Füße zu wanken begannen. Warum schreien Sie denn, Herr?" beginne ich, nachdem ich mich ein wenig gefaßt habe. Du willst mich belehren!! Marsch, hinaus!" schreit er noch heftiger und stößt mit dem Fuße zornig auf den Boden. Ich spürte, daß sich mir Kreise vor den Augen zu drehen begannen und es war mir, als ob meine vaterländischen Begeisterungsflammen mit kaltem Wasser abgekühlt worden wären, trotzdem aber hoffte ich, daß er schon anders werden würde. bis ich ihm sagen werde, was ich will. ,, Ach, verehrliches Kommando, wenn man es Kaum daß einigemal nacheinander das" Ich bin hergekommen, um in die Armee - sage ich stolz, voller Spannung, wüßte, wie mein Herz pocht, wie mein Blut in Berstanden?" Jawoblja!" ertönt war, bis einzutreten!" den Adern pulsiert vor heftigem Verlangen nach nämlich der Befehl vom Höheren zum Niederen und blicke ihm kühl ins Auge. dem langersehnten Augenblick, Verteidiger der und zum Jüngsten weitergegeben ist, da bemerke Aaaah, ein Fahnenflüchtiger, seht mal Krone und des teuren Vaterlandes, Verteidiger ich schon, wie der Soldat über den Gang aus her! So etwas brauchen wir nämlich gerade!" der Freiheit und des serbischen Altares zu einer Kanzlei läuft und in eine andere hinein- brüllt er und läutet. werden!" stürmt. Jetzt geht der Krawall wieder in dieser Eine Türe auf der linken Seite wird geöffnet Nachdem ich mein Gesuch so ausstaffiert anzlei los, und wieder erfcholl einigemal ein und es erscheint ein Feldwebel. Er stellt sich in hatte, daß jeder jagen mußte, es wäre beinahe lärmendes: Versterden?" Jawohlja!", das Sabtachtpositur, richtet den Kopf empor, glozt mit war ich zufriedenen von verschiedenen Stimmen geschrien wird, wie den Augen, legt die Sände an die Hofennähte, ein lyrisches Gedicht Sinnes und dachte mir, daß keine weitere Emp der läuft der Soldat aus der Kanzlei hinaus und tritt dann ein paar Schritte vor, trampelt mit fehlung notwendig wäre. stürzt in eine andere hinein. In diesem glücklichen Gefühle gehe ich hoffungeboll schnurstrads zum Kommando. Sönnte ich vielleicht mit dem Herrn Kommandanten sprechen?" frage ich den Soldaten, der vor der Türe steht. Ich weiß nicht," antwortet der Soldat nachlässig und zudt mit den Achseln. 11 Geh nachfragen! Und melde, daß jemand da ist, der beim Militär dienen will!" spreche ich zu ihm, in der Meinung, daß mich der Soldat lieblich anlächeln und sofort zum KomDa läutet es aus des Kommandanten Zimmer. Der Soldat läuft hinein. Von innen hört man irgendein halblautes Gebrumm und dann wieder Verstanden?" ,, Jawohlja!" Der Soldat kommt ganz erschöpft heraus und atmet tief auf, als ob er irgendeinen Schreck gebannt hätte, daß er alles glücklich erledigt hat. Wer will, fann beim Herrn Kommandan den Füßen derart, dak einem die Ohren fummen, bleibt wieder stehen, schlägt die Absätze der Stiefel vorschriftsmäßig gegeneinander und, als ob er versteinert worden wäre, stößt er wie ein Donnerweiter aus sich heraus: ,, Befehlen, Herr Oberst!" ,, Den da, den Dingsda, gleich abführen. kahl scheren, ausrüsten und dann einsperren! Versianden?" „ Jawohlja!" ( Schluß folgt.) Bonntag, 20. Feber 1927. Die Unternehmer Nordböhmens wollen die Textilarbeiter in den Kampf treiben. den. Ablehnung des Unternehmervorschlages durch die Arbeiter. tatsächlich liegen, richtig beurteilen und unseren oberwähnten Antrag rechtzeitig akzeptieren wer Im Auftrage der gesamten, den geündigten Lohntarifverträgen angehörenden Textilindustrie der Kreise Reichenberg und Rumburg: Dr. Ritter m. p. Mit solchen Mitteln also treiben die nordböhmischen Textilindustriellen die Arbeiterschaft in den Streik. Jeder urteile selbst! Sie wollen den Streit! Das Ende des Kamples der Tertilarbeiter in Prag. Teuerungsaushilfe nach dem Protokoll von 5. Mat 1926 zur Auszahlung gebracht. Bei der ersten Wochenauszahlung im Juli wird die zweite Hälfte der Teuerungsaushilfe ausgezahlt. Seite 3. Georg Brandes gestorben. Kurz vor Blattschluß wird uns gemeldet: Kopenhagen, 19. Feber. Der dänische Literaturhistoriker Georg Brandes ist heute abends nach 9 Uhr gestorben. 3. Diese Aushilfe erhält jeder ausgezahlt, der ant 14. Feber 1927 die Arbeit aufgenommen hat. 4. Eine Kündigung besteht nicht mehr. Zum Schluß steht noch ein Passus, in wel- Dänemark, und mit ihm die Welt, haben chem gesagt wird, daß der Arbeiter diese Bedin- einen der Größten verloren. Eine der herrlichsten gungen gelesen hat und mit diesen Bedingungen Gestalten unserer an Persönlichkeiten wahrlich einverstanden ist. nicht überreichen Zeit ist mit dem fünfundsechriglichkeit der Kommunisten verloren gegangen und Stämpfer geblieben ist bis zu seinem letzten AtemDer Prager Kampf ist durch die Ungeschick- jährigen Georg Brandes dahingegangen, der die Arbeiterschaft hat eine empfindliche Lohn- zug. Der Forscher und Kritiker, der Wahrheitseinbuße von zehn Prozent erlitten. Alle An- fucher und Ankläger Brandes hinterläßt ein rieträge der freien Gewertschaften fices Werf, aus dem noch Generationen lernen wurden abgelehnt und mit großen Worten werden. Epochemachend war sein sechsbändiges und Gesten die verfehlte Taktik der Kommunisten Werk Sauptströmungen in der Literatur des eingeschlagen. Der Prager Kampf hat nicht nur 19. Jahrhunderts". Bedeutung für die Tertilarbeiter in Prag, son- Das Wirken und die Verdienste Brandes dern deren Ausgang wird auch seinen Schatten werden von uns noch ausführlich gewürdigt in die übrigen Textilgebiete werfen. werden, Gine durchsichtige Schwindelfomödie der deutschen Regierungsparteien. Die Nationalsozialisten gehen ihnen natürlich auf den Leim. Wir haben bereits berichtet, daß die Textilunternehmer in Nordböhmen an die Arbeiterschaft und an die Gewerkschaften mit dem Vorschlage herangetreten sind, den bestehenden Vertrag auf ein volles Jahr unverändert zu verlängern. Gleichzeitig wurde berichtet, daß die Verlängerung erst dann Gültigkeit haben würde, wenn diesem Vorschlage alle Gewerkschaften und Vertragsfontrahenten zugestimmt haben würden. Der Vorschlag der Unternehmer war bis 12. Feber I. I 12 Uhr mittags, befristet. Er war als nichts anderes als ein agreffives Ultimatum aufzufassen. Es haben nun Samstag, den 12. Feber in Rumburg für den Kreis Niederland, Sonntag, den 13. Feber für das Vertragsgebiet Friedland und Dienstag, den 15. Feber für das Vertragsgebiet Reichenberg Konferenzen stattgefunden, auf welchen über den Unternehmervorschlag berichtet und Der Lohnkampf für das Prager Textilgebiet dazu Stellung genommen wurde. Alle drei Kon- ist in sich zusammengebrochen. Es sei ferenzen haben den Unternehmervor festgestellt, daß in den Prager Betrieben die schlag abgelehnt. Mittwoch, den 16. Feber Kommunisten die übergroße Mehr-wurden die Gewerkschaftsvertreter in die Arbeit- heit haben und daß sie infolgedessen dort ausgebertanzlei nach Rumburg und in die Arbeit schlaggebend find. Es handelt sich um den sogegeberkanzlei nach Reichenberg gerufen, um gnä- nannten tschechisch- ostböhmischen Vertrag, welcher digit eine Mitteilung entgegennehmen zu dürfen. sich über Mittel- und Ostböhmen erstrect. Im Es dauert hierzulande immer einige Zeit, schauen. Sie spielen eben mit verteilten Rollen. Es war weder eine Lohnverhandlung, noch eine Jahre 1926 wurde der Vertrag am 1. Janner ehe die Masse des Volkes politische Gefahren zur um dem Unwillen der Wähler ein Ventil zu Aussprache, sondern die Arbeitgebersekretäre teil- gekündigt und Forderungen gestellt. Für Prag Kenntnis nimmt. So ganz blind, wie die Knödel- schaffen, lassen die Herren Minister ein paar wilde ten lediglich mit, daß sie auf ihrem alten Vor- bestand eine zehnprozentige Großstadtzulage. Ben Aktivisten geglaubt haben, ist das Volk aber doch Männer los, die drei Wochen lang ,, Opposition" schlage beharren, daß bis Ende Feber ihre Vor- den Verhandlungen, welche im ersten Quartal nicht mehr und so bricht, allzu zeitig für die spielen können. Ist die Sache glücklich erledigt schläge anzunehmen sind und daß, um eine ruhige 1926 stattfanden, forderten die Prager Unterneh- Schuldigen, überall der Univille über die schänd die allerhöchst befohlenen Oppositionsmänner Produktion zu ermöglichen, die Verträge bis Ende mer einen Abbau der Zulage; als darauf nicht liche Zerstörung der letzten Reste der Selbstver- können ruhig der Abstimmung fern bleiben Feber 1927 abgeschlossen werden müssen. Falls eingegangen wurde, find die Prager Unternehmer waltung durch. Es ist begreiflich, daß sich ange- dann reichen sich die Todfeinde, die eben noch bis Ende Feber die Gewerkschaften keine Zustim- zum Schein aus dem Sdruženi( Arbeitgeber- fichts der einhelligen Ablehnung, den diese Re- auf der Bühne der Geschichte einander grimmig mung erteilen, wird ab 5. März die neunprozen- verband) ausgetreten. Seinerzeit erklärten die form" in den Massen der deutschen Bevölkerung befehdeten, hinter dem Vorhang die Hände. tige Sellerzulage nicht mehr zur Auszahlung ge- Kommunisten, daß sie sich mit den Prager Unter- findet, die Ministerparteien sich in ihrer Saut Die Nationalsozialisten nehmen die bracht. Der Arbeitgebersekretär, Herr Ritter, nehmern allein auseinandersehen würden. Für nicht mehr wohl fühlen. Sie greifen zu den Komödie natürlich ernst, oder sie tun wenigstens erklärte, es sei ein Fehler gewesen, daß fie eine das übrige mittelböhmische Gebiet, für annähernd lächerlich sten Mitteln, um den Sturm fo. Sie waren ja übel baran. Mit dem Bewußt dauernde neunprozentige Zulage bewilligt haben, 45.000 Arbeiter, wurde eine einmalige Aushilfe zu besänftigen, der sie über kurz oder lang doch sein beladen, den Aktivisten die Mauer weil in den anderen Gebieten nur einmalige Aus- in der Höhe von 100 bis 240 K im Mai 1926 hinwegfegen wird. De naive, oder auch im Stil- fein beladen, den Aktivisten die Mauer hilfen gegeben wurden und daß dort die Arbeit abgeschlossen und auch zur Auszahlung gebracht, len den blamierten bürgerlichen Parteien doch get a cht zu haben, versuchten sie in der letzgeber jederzeit in der Lage sind, der Arbeiterschaft während die Prager Unternehmer aus dem Ver- noch wohlgesinnte, Provinzpresse läßt sich viel ten Zeit besonders radikal zu schreien. Sie hatten alljährlich etwas zu bringen. Aus dem Austrage ausgeschaltet wurden und vertragslos blie- fach von den Manövern der Knödelpolitiker hinten beim Hause aufgepaßt, als die Herren vorn zum Knödelfraß einbrachen. Nun, da alles spruche des Herrn Dr. Ritter ist zu entnehmen, ben. Es dauerte lange Zeit, bis in Prag die Be- düpieren. Da taucht plötzlich das Gerücht auf, entdeckt ist, weisen sie mit Fingern auf die Erdaß die Zulage verschwinden soll und daß man wegung in ein altuelles Stadium kam. Die die Sprachenfrage der Länder werde in gerechtem tappten. Aber das größte Pech ist, daß es ihnen sich mit dem Gedanken trägt, auch wie in anderen Prager Unternehmer erklärten, daß sie einverstan- Sinne gelöst werden, die deutschen Parteien hät nicht gelingt, gegen die Bürgerlichen Opposition hät- tappten. Aber das größte Pech ist, daß es ihnen Gebieten jährlich einmalige Aushilfen zu gewäh- den sind, die zehnprozentige Zulage weiterzuzah ten„ Erfolge" bei der Abänderung der Vorlage ren, die allerdings bedeutend niedriger ausfallen len, daß sie jedoch die einmalige Aushilfe nicht ge- errungen( obwohl von einer solchen nichts ver- zu machen. Es kann niemand gegen seine Natur anfämpfen und die Natur der Hakenkreuzler würden, als die neunprozentige Zulage. Die währen können. Es wäre möglich gewesen, durch lautet), auch in der Frage der Militärdienstzeit treibt sie nun einmal zu den Kavitalisten. Alles Vorgangsweise der Unternehmer ist darauf be- einen Abschluß die zehnprozentige Großstadtzulage hätten die Pfaffensozialen Erfolge errungen, und Feuer war erloschen, es war kein Schwung in den rechnet, einen Kampf zu provozieren. zu erhalten, welche im Durchschnitt pro Jahr ähnlicher von den Christlichsozialen in die Welt Angriffen auf die geliebten Brüder. Wider Wilgegen 1000 K beträgt, allerdings hätten die Arbei- gesetzter Klatsch. len mußten sie den Kampf gegen die mafionster die einmalige Aushilfe von 100 bis 240 K Die mit allen Salben geriebenen Jesuiten verräterifchen" Sozialdemokraten bremsen, aber nicht erhalten. scheuen natürlich vor den schamlosesten Komödien hie und da fallen sie doch zurück. So hat der Durch die kommunistische Taktif kam es vor nicht zurück, um sich über Wasser zu halten. Wir Tag" mittent im Kampfe für die nationale Weihnachten zur Arbeitsniederlegung wegen der haben zu wiederholteranalen gezeigt, daß die Selbsterwaltung doch Muße und Raum, einen einmaligen Aushilfe bei der Firma Perutz, worauf Christlich sozialen in Schlesien ge- läppischen Artikel über den sozialdemokratischen die übrigen Unternehmer mit der Aussper- gen die Verivaltungsreform ,, fämpfen", sie in Schutzbund Desterreichs aus einem Bürgerblait rung gegen die Arbeiterschaft vorgingen. Als Prag aber widerspruchslos fressen oder noch abzudrucken, gewerkschaftliche Vertrauensmänner die Arbeiterschaft schon eine Zeit lang im Streife re ch ffertigen. Welche Rolle der Herr zu verhöhnen und zu beschimpfen, weil sie Mitstand oder ausgesperrt und ziemlich ausgehungert Busch ta dabei spielt, erhellt schon aus der Tat- glieder werben, und andere Taten" gegen uns war, versuchten die Unternehmer Streitbre- sache, daß er doch der Vertreter seiner Partei in zu vollführen, was anscheinend durchaus in der cher zu werben, was ihnen auch leider zum Teil der über die Regierung stehenden smieta" Linie feines nationalen Kampfes liegt. zu einem falschen Alarm an der ganzen Front. Ein neuer Sieb der nord böhmischen Tertilmagnaten. Troz Leuerung neun Brozent Lohn abbau ab 7. März 1927. Die Union der Textilarbeiter erhielt von den Textilindustriellen folgende herausfordernde Zuschrift: Abschrift. Kreis Reichenberg des Deutschen Hauptverbandes der Industrie, Reichenberg, Bräuhofgasse 5. An die Union der Textilarbeiter, Betrifft: Erneuerung des Reichenberger, Friedländer und Tannwalder Textilvertrages. Reichenberg. 17. Feber 1927. Ta/ T/ F/ M. gelungen ist. Es blieb nun den Kommunisten ist. Nun verdichten sich die Schwindelgerüchte Da kommt es den Nationalsoziali nichts mehr übrig, als Freitag, den 11. Feber die Parole auszugeben, daß alle Arbeiter die Arbeit Die Chriftlichsozialen verleugnen die Deutsche sten gelegen, daß die angebliche Palastrevoaufzunehmen haben. Die Firmen, welche zwei- Bresse" als Partetorgan( ein Mittel, das so alt lution, diese Komödie zur Täuschung der schichtig arbeiteten, erklärien jedoch jetzt, daß sie ist, wie diese Partei), sie streuen aus, in der Wähler, ihnen endlich wieder Bundesdie zweite Schicht nicht beschäftigen fönnen, son- Redaktion der Deutschen Presse" feien ein genossen im bürgerlichen Lager zu schaffen dern nur eine Schicht. Dadurch ist eine große schneidende Veränderungen" erfolgt, weil die scheint. Und man mag sich den Wert und die Anzahl von Arbeitern auf der Strecke geblieben. Schlesier gegen den Mayr- Harting und seine scheint. Und man mag sich den Wert und die Zum Teil tragen auch die kommunistischen Funt journalistischen Handlanger rebelliert hätten. Na- Kraft der nationalsozialistischen Opposition vortionäre an diesem fatastrophalen Zusammenbruch türlich rührt sich auch bei den Landbünde stellen, die sich an die Rockschöße der Mayer und des Kampfes die Mitschuld, denn der Kassier lern wieder die jagenhafte Opposi Hanreich, der Luschka und Ledebur hängt! Die der Prager Ortsgruppe hatte sich eben- tion", die von Mayer und Hanreich reprä- neueste nationale Ginheitsfront ist im Werden falls zuvor durch seine Frau und Tochter zur fentiert wird. Mit Luschka sollen von den Arbeit anmelden lassen. Dieser Schritt Christlichsozialen auch noch der Großgrundbesitzer und wie sie aussehen wird, kann jeder beurteilen, des Kassiers schaffte eine derartige Verwirrung edebur und Dr. Medinger( von dem es der den Theaterzettel liest. Bei solchen Darunter der Arbeiterschaft, daß nach Bekanntwerden noch am ehesten zu glauben wäre) mentern. In ſtellern weiß man alles voraus! dieses Schrittes in einem Toge sich fast sämtliche aufgeregter Weise bringt der„ Tag" die daß kein anderer Ausweg mehr vorhanden war, als einfach die Parole auszugeben, die Arbeit aufzunehmen. seinen Lesern zur Kenntnis. Bezeichnend ist die Haltung des Rudé Sehen wir uns die Revolutionäre im Balast Pravo" oder, besser gesagt, der kommunistischen der Knödelesser einmal an: Der Maher hat Leitung. Freitag, den 11. Feber wurde bereits zwar schon öfter gegen den Stachel gelött, er ist bom kommunistischen Sekretär Sykora die es aber auch, der den entscheidenden Zollantiag Parole zur Arbeitsaufnahme ausgegeben und stellte, durch den das große bürgerliche KnödelSonntag, den 13. Feber war im„ Rudé Bravo" essen eingeleitet wurde. Der Hanreich wird noch ein Bericht, in welchem in großen Lettern zwar als„ Bertrauensmann" Lodgmans von Das Wir bestätigen Ihr Schreiben vom 1. Feber 1927 und teilen Ihnen auftragsgemäß mit: Der Antrag, den wir Ihnen im Auftrage der gesamten, den gefündigten Lohnverträgen unterliegenden Tertilindustrie der Kreise Reichenberg and Rumburg am 31. Jänner 1927 übermittelten, ist bis hente von Ihnen nicht angenommen Arbeiter zur Arbeitsaufnahme gemeldet hatten, 10 Palastrevolution bei den deutschen Regierungsworden. er in diesem An dem Standpunkte, wie Schreiben ausgeführt ist, hält die Textilindustrie nach wie vor fest und erblickt in dieser unveränderten Berlängerung der gekündigten Lohnverträge den einzig möglichen Weg, um die Lohnvertragsfrage auf gütlichent Wege zu bereinigen. Sie wiederbolt daher hente neuerdings ihren Antrag vom 31. Jänner 1927 und ist bereit, bis zum 5. März 1927 die bisherigen Löhne weiter auszubezahlen. parteien" betont wurde, daß sich zwar einige Streitbrecher einigen Beuten in seiner Partei bekämpft, er ist Sollte jedoch bis 4.( pierten) März 1927, gemeldet haben, daß aber der Kampf nun- es aber, der die große Redeschlacht um die Zölle 12 Uhr mittags, die Unterfertigung der neuen mehr verschärft weitergeführt wer mit einer strupellosen Verteidigung der agrariLohnverträge int Sinne unseres Antrages von den wird. Dieser Bericht hatte jedenfalls noch Ichen Raubpolitik ausfocht. Der Zuschka fitt jämtlichen Vertragsteilen nicht erfolgt sein, hält den Zweck, daß die Sammelgelder aus den Orts- in der Osmička, die kaum ein Aufenthalt für sich die Textilindustrie der Kreise Reichenberg und gruppen noch nach Prag abgeführt werden sollten. nacensteife nationale Vorkämpfer sein dürfte und Rumburg nicht mehr an die Bestimmungen der Wenn draußen bekannt geworden wäre, daß der vom ehemaligen Grafen Ledebur wird man gekündigten Lohnverträge für gebunden und hat Kampf erfolglos abgebrochen worden ist, hätten ebenfalls nicht sehr viel revolutionären Mut verfür diesen Fall beschlossen, ab 7. März 1927 die jedenfalls die kommunistischen Funktionäre diese langen können. Bleibt der Medinger, der Verrechnung und Auszahlung der gesamten Stun- Gelder nicht mehr nach Prag abgeführt. Unter schon in Berlin sein Herz erleichtert und eingedenzulage, wie sie in den Lohnverträgen: d. d. folgenden Bedingungen erfolgte die Arbeitsauf- standen hat, wie Katzenjammerlich ihm bei dem Friedland, ara 5. November 1925, Reichenbe.g, nahme und jeder Arbeiter at einzeln diese Be- Gewerbe zumute ist. 5. November 1925, Rumburg, am 11. No- dinoungen vember 1925 und Tannwald, am 21. November müssen: 1925 festgesetzt ist, einzustellen. am Die Textilindustrie der Kreise Reichenberg und Rumburg ist sich der Tragweite ihres Schrittes voll bewußt. ist jedoch infolge der ganzen wirtschaftlichen Situation nicht in der Lage, anders zu handeln. Sie hofft aber, daß sie die Verhältnisse, wie sie für unsere Textilindustrie bei Arbeitsantritt unterschreiben 1. Die Löhne werden nach den Säten des oftböhmischen Vertrages festgesetzt, aber anstatt der bisherigen 10prozentigen Bulage wird nur bis 1. Juli 1927 eine 5prozentige zur Auszahlung gebracht, während die zweiten 5 Prozent ab 1. Juli 1927 ebenfalls in Wegfall kommen. 2. Bei der ersten Lohnauszahlung wird die Worin der Kampf" dieser deutschen Männer bestehen wird, deutet der„ Tag" ebenfalls schon an: Sie werden der Abstimmung fern bleiben. Süß ist es, fern zu sein von Geschäften", singt der römische Dichter und er mag wohl an solche Geschäfte gedacht haben. Wer die Politik des deutschen Bürgertums und der Knödelparteien im besonderen auch nur in den letzten give Jahren verfolgt hat, muß das Spiel durch # Aftuelle Schriften die jeder Arbeiter lesen soll: Karl Renner: nationale und das ökonomische Problem der Tschechoslowakei Preis 1.- Krone. Th. Dan: Gowjetrußland, wie es wirklich ist Preis 7. Kronen, Josef Hofbauer: 3m roten Wien Preis 4. Kronen. Diese Schriften sind durch alle Voltsbuchhandlungen, Kolporteure oder direkt von der Zentralstelle für das Bildun stesen, Prag II., Nekazanka 18, zu beziehen. ה!!! Beite 4 Zages- Neuigkeiten. Nur- Broleten! Von Ferry Schimm: l. Eine schlichte Begebenheit, die aber sehr viel Jagt; die flein und himmelschreiend ist. An sich und weil sie sich jezzi abgespielt hat, jetzt nachdem in jeden vorausgegangenen Jahrhundert im Kampf um Menschenrechte Blut floẞ; jetzt im Zeitalter der Demokratie. * Gde ist erst 17 Jahre alt, hat aber schon biel verfostet. Arbeiterkind- Fabriken- wenig Lohn nichts zum Effen dumpfe Stube! Jetzt ist er arbeitslos. Mit 17 Jahren. Weiß aber gut, was das bedeutet: Hunger! Aber Gde läßt fich nicht unterkriegen. Er weiß schon, daß es aus dem Elend einen Ausiveg gibt. Jenen, die siegesbewußt- den Weg eingeschlagen haben, hat sich Ede angeschlossen. Arbeitslos!„ Laufbursche gesucht!" Ede meldet sich.„ Sie sind heute schon der Zehnte, der diesen Posten haben will" so die volltönende Stimme des Chefs. Aber Sie gefallen mir. -Sind Sie fleißig? Können Sie viel in Sind Sie anstellig? " Sind Sie sauber? einem Tage besorgen? Sind Sie, können Sie.." Ede kann dieses Fragenwirrwar nicht schnell genug beantworten. Todt. Vielleicht nehme ich Sie auf." Gde froh Der Chef: Noch eins. Ist Ihr Vater auch fo ein fo ein Sozialdemokrat?" Natürlich." Stolz und freudig flingt es. ,, Und ich auch!" So?! Hm?- Im übrigen, was ich noch fragen wollte: Sind Sie mit dreißig Kronen Wochenlohn zufrieden?" ,, Aber da muß ich ja verhungern!" Danach habe ich Sie nicht gefragt. Arbeiten Sie mit dre ßig Kronen Wochenlohn?" Gde arbeitete nicht und girg. Jetzt ist er wieder arbeitslos, weil sein Vater ein Sozialcomotrat it und weil er bei 30 Kronen WochenJohn nicht berhungern will! * Ede will Sulz holen. Im Wald. Daß er wenigstens etwas zu tun hat. Mit zerrissenen Schuhen stapft er auf gefrorerer Straße. Kalter Wind schlechte Kleidung. Er friert. Auch die Gedanken sind öde: arbeitslos! arbeitslos! Weißt du, was das heißt? Hunderttausend ,, Wirds!? Wohin!?" Bonntag, 20. Jeber 1927. Bolt ist die einzige Quelle der gesamten Staats- 1 Der Tonfiszierte Notschrei. Die Kriegsinbas išman, welcher sich gleich darauf bei ihm eingewalt.) In der es sogar christliche Minister liden der Republik haben ein erschütterndes Bild fand. Infolgedessen telegraphierte Gendarmeriegibt. Das Volk ist die einzige Quelle der ihrer Lage in einem Plakate entworfen, das sie oberleutnant Metelka abends nach Znaim, den gesamten Staatsgewalt" und die Pro- an den Straßenecken der Stadt Prag und ander Sekretär Vojtěch nicht aus der Haft zu entlassen. wärts affichieren ließen. Während in der Pro- Die Familie Adam, Vater und zwei Töchter, wurvinz diese Plakate fast überall anstandslos neben den bereits in Freiheit gesetzt. den sonstigen üblichen Affichen hängen durften, hat der Rotstift des Zensors einen Tei dieses fürzlich die Rede des Wiener Genossen Brei Darin liegt eben der Unterschied! Wir haben Plakates in Prag konfisziert. Es handelt sich um ner widergegeben, in der er die große Säugeinen Passus, in welchem die Invaliden darauf lingswäsche Aktion ankündigte. In der hinweisen, daß der Staat die russischen Emigran- allernächsten Zeit nun schon werden die Mütter ten, fremde Staatsbürger, seit Jahren viel besser die Säuglingswäsche erhalten. Die Wäsche werden unterstützt, als seine zu Krüppeln geschossenen Jn- alle nach Wien zuständigen schwanvaliden, die zur Gründung der Republik ihr Blut geren Frauen bekommen, die sich in den letzvergossen haben. Das mit den russischen Emi- ten zwei Monaten der Schwangerschaft befinden. granten bleibt doch eine Tatsache, an der selbst Selbstverständlich nur dann, wenn sie Anspruch Die Konfiskation des Staatsanwaltes nichts darauf erheben. Die Frauen werden sich in einem ändern fann und worauf wir wiederholt hin- Jugendamt oder in einer Mutterberatungsstelle gewiesen haben. melden müssen. Das Jugendamt oder die Mutterleten werden von den Hütern der Verfassung geohrfeigt! Warum? Weil sie eben- Proleten sind, mit zerrissenen Schuhen herumlaufen und ich trotzdem erfrechen, irgendwo zu Hause zu sein. Habt ihrs gehört, Proleten? Vogelfrei seid ihr. Wenn ihr nicht für 30 Kronen in der Woche arbeiten wollt und noch dazu klassenbewußt seid, so kann man euch nicht helfen. Weil man überhaupt den Proleten nicht helfen will. Und wenn ihr nicht einmal soviel habt, euch die Schuhe slicken zu lassen, dann hängt euch auf. Denn zerrissene Schuhe sind gefeßwidrig. Tragen euch höchstens Ohrfeigen ein. Ein noch zu beschließender Paragraph wird heiBen:„ Auf offener Straße ist das Herumlaufen mit zerrissenen Kleidungsstücken verboten"( degradiert das Ansehen des Staates). Sabt ihrs gehört? Aber Kopf hoch! Proleten werden die Welt ändern! Daß die, die heute das Wort noch mit Verachtung aussprechen, zittern werden, wenn es, von Millionen Stim men gerufen, dröhnen wird:„ Wir kommen, wir Proleten!" Schiffstatastrophe auf dem Como- See gende hübsche Stelle: Als er noch Lehrer war in Gualtieri.... beratungsstelle werden die Säuglingswäsche der Kürzlich hat man in Gualtieri, wo Mussolini Frau durch die zuständige Bezirksfürsorgerin zuals Neunzehnjähriger die Stelle eines Volksschul- stellen. Die Frauen werden für die Wäsche natürlehrers bekleidete, im Schularchiv ein Schriftüdlich nichts zu zahlen haben. Die Erfahrung hat aufgestöbert, das Mussolini damals als Bericht gelehrt, daß vor allem die unbemittelten Mütter an den Bürgermeister der Gemeinde verfaßte. in den ersten Tagen nach der Entbindung nicht Darin findet sich nun unter anderem auch fol- wissen, wo sie sich rasch Säuglingswäsche auftreiben sollen. Die wenigen Ersparnisse, die die MutDie Disziplin habe ich immer mit den einfach Die Disziplin habe ich immer mit den einfach fer bielleicht während der Schwangerschaft geften Mitteln erlangt, indem ich die Anziehung und macht hat, gehen auf andre Sachen auf. Den Como, 19. Feber. Freitag abends ereignete das Interesse erweckte und darüber wachte. Was schwangeren Frauen und jungen Müttern wird sich in der Nähe der Schiffslandungsstelle in Como man mit Zwangsmitteln erreicht, das ist keine diese große Sorge nun von der Gemeinde ganz Disziplin. Sie unterdrückt die findliche Indivi- abgenommen. Die Mütter erhalten nicht nur ein schwerer Unglücksfall. Ein Schiff mit etwa 70 Pilgern an Bord, unter denen sich dualität und erzeugt traurige Gesinnung. Der Leh- Säuglingswäsche, sondern auch Bettrer muß die Ursachen des Uebels verhindern und die erste Säuglingspflege notwendigen Gebrauchswäsche, ein Badetuch und die sonstigen für sie beseitigen, um nicht schmerzlich unterdrücken zu auch der Bischof von Como, Msgre. Pagani, begegenstände. Diese Säuglingswäsche- Aktion ist müssen." fand, war von Lecco her nach Como unterwegs. Als das Schiff sich dem Ufer näherte, begann es schamrot werden wenn er dies tönnie. Dis fo recht den Unterschied zwischen sozialer und Wenn Mussolini das heute lieft, müßte er wiederum eine jener vieler Taten der Wiener wenn er dies könnte. Dis- ozialdemokratischen Gemeinde, die rasch zu sinken. Viele Pilger sprangen ins Wasser ziplin muß und kann nur ohne Zwangsmittel er sozialistischer positiver Arbeit und jenen reaktioer- recht den Unterschied zwischen sozialer und Der reicht werden, fagte er einst im Sinblid auf Schule nären christlichsozialen Bestrebungen beleuchten, und suchten sich schwimmend zu retien. Bischof, der an Bord geblieben war, konnte im und Kinder. Heute seufzt durch ihn ein Staat für die die Breitner- Hehe so typisch ist. Die und ein großes mündiges Volk unter Christlichsozialen laufen deswegen gegen die Wieletzten Augenblicke von einigen Personen, die furchtbarste m 3 wang, heute erzeugt ner Sozialdemokratie und ihren kommunalen Erschwimmend zum Schiff gelangten, gerettet wer- Mussolini mit allen Mitteln blutiofter Gewalt ponenten Breitner mit so besonderer Leidenschaftden. Etwa 20 bis 30 Personen sind ernst- iene ,, traurige Gesinnung" bei Millionen. die er lichkeit Sturm, weil hier die Tat zeigt. wie die lich verletzt worden. Ein Tater konnte ge einst als Volksschullehrer bei seinen dreißig oder Sozialdemokratie in der Praxis der Masse der vierzig fleinen Schülern vermieden wissen wollte. Unbemittelten und Duldenden hilft und weil sich borgen werden. 3 wei Personen werden So gründlich, aber auch so abscheulich wie Musso- gerade an solchen Fällen der Unterschied zwischen vermißt. Die Ursache der Katastrophe ist un- lini hat wohl noch keiner vom Freisinn zur fozialdemokratischer Volkswohlbekannt. Der Kapitän des Schiffes wurde ver- Tyrannei umgelernt. fahrtspolitik und dem christlich sozia haftet. Der Namiester Mörder, Filipin. hat be- len Dienertum für Rapital und fonntlich beim ersten Verhör erklärt, daß er gan Kapitalisten so sonnenklar erweist. allein und ohne von jemandem dazu angestiftet worden zu sein, den dreifachen Mord begansen 338 Zobesopfer der Grippe. Wie die Pfaffen mit Arbeitern umspringen! In der Vorwoche, in der Tschechoslowakei. habe. Dabei blieb er auch bei den folgenden Ein- Das Stift Admont, eines der reichsten vernahmen. Freitag nachmittags aber äußerte erlöster Deutschösterreichs, hat als eines der In der Woche vom 6. bis zum 12. Feber plötzlich, ohne daß ihn jemand zum Sprechen auf- eifrigsten Mitglieder des Unternehmerverbandes Arbeitslose? Kleinigkeit! wurden in der Tschechoslowakischen Republik im gefordert hätte:„ Wenn ich büzen muß, soll der Wald- und Landbesizer allen seinen alten ArSicht ja niemand! Nicht einmal der Staat! Der canzen in 3839 Gemeinden 63.338 Grippe- es der andere auch." Bei dem sofort ange- beitern, die bis April 1927 eine fünf- bis fünfsieht nur anderes. fälle( gegen 48.845 in der Vorwoche) gemeldet, ftellten neuerlichen Verhör wiederholte Filipin und vierzigjährige Dienstzeit aufzuweisen Salt!" Ede schaut auf. Vor ihm zwei davon 336 Todesfälle( 233). Stompliziert eine Behauptung über die Mitschuld einer zweiten haben, gekündigt, und so werden gegen 150 ForstSüter der heiligen Ordnung. Woher? Wohin?" waren 1260 Fälle, meistens mit Lungenentzün- Per on, nannte aber feinen Namen. Die arbeier mit 8. April brotlos. Brotlos ous dem einen Grunde, weil das reiche Stift Admont die Die Stimme klingt vorschriftsmäßig roh. Gde will dung( 1042). Das Anwachen der Grippefälle in Untersuchungsbehörde gab daraufhin die Weisung von der steiermärkischen Landesregierung herausfon fagen:„ ümmerts wen?" Ueberlegt aber. Der vergangenen Woche ist dadurch bedingt, daß daß der Sekretär Vojtěch, den man schon auf von der steiermärkischen Landesregierung heraus,, Nach Holz!" Wo- die Epidemie in bedeutendem Maße den we stfreien Fuß hatte sehen wollen, in Saft zu bleiben gegebene Landarbeiterverordnung mit dem Passus der Dienste sprämien umgehen will. her?"" Von zu Hause."„ Lüg' nicht. Wo Lichen Teil Mährens befallen hat, der habe. Dagegen wurden der Schloßbote Adam und hast du geschlafen?" Geschlafen? Ede denkt bisher verhältnismäßig frei war. Die Zahl der feine beiden Töchter aus der Haft entlassen. Was Der Arbeiterschaft, die bis jetzt teilweise christ nach: Guter Wiz? Geschlafen? Wo fann ich sonst Kranten in Mähren stieg infolgedeffen um 11.000. mit dem gleichfalls als verdächtig verhafteten ich organisiert war und zum Großteile schlafen als zu Hause.„ Zu Hause!" Hahaha! Auch aus der Slowakei werden um 864 Fälle Sorničet, dem Bräutigam des ermordeten Dienst- indifferent iſt, wurde dadurch zum Bewußtsein Zu kaufe? Du?? So ein Prolet will zu mehr gemeldet. Böhmen, Schlesien und mädchens geschehen wird, ist noch nicht entschieden. gebracht, wie Christlichsoziale und Pfaffen ihre hau'e" geschlafen haben" böhnt der Beamte. Starpathorußland zeicent demgegenüber Freitag nachmittags wurde der Mörder Filipin" soziale" Politik verstehen. Es sind ihnen die ,, Sterl, bu lüaft!" Zu Hause! Geschickt weicht einen Rüd gang auf. Sand in den Prager neuerlich verhört und erklärte, daß er zum Morde Augen aufgegangen und sie haben in zwei massenKrantenanstalten: Allgemeines Krankenhaus: vom angeftiftet worden sei. Der Sekretär Vojtěch soll stiert. Alten, in Wind und Wetter weißtaarigen, Ede einer Ohrfeige aus. 17. d. verblieben 26 Fälle, Zuwachs niemand, ent- ihn gedungen haben, gegen eine Entlohnung die bei schwerer Arbeit frumm gewordenen Arbeitern lassen zwei Personen, gestorben niemand, verblie- Familie Till zu ermorden. Er soll ihm versprochen sind die Tränen über die sonnverbrannten Baden So geschehen im Jahre des Heils Eintausend- ben am 18. d. 24; Weinberger Krankenhaus: vom haben. daß er ihm zur Flucht ins Ausland ver- geronnen, als ihnen der Referent nachwies. daß sind die Tränen über die sonnverbrannten Backen neunhundertsiebenundzwanzig. In einer demo- 17. d. verblieben 42, Zuwachs zwei, entlassen helfen werde. Filipin wiederholte diese seine Be- geronnen, als ihnen der Referent nachwies. daß fratischen Republ.f.(§ 1 der Verfassung: Das sechs, gestorben niemand, Stand am 18. d. 38. hauptung auch vor dem Untersuchungsrichter Dr. man sie nicht nur um die Dienstesprämien bringen will, sondern ihnen damit auch auf Jahre hinaus den sauer verdienten Urlaub Sendung. Sekretär F.$ ilmer: Entwicklung des deutschen entzieht. Einmütig baben sie erklärt, als AntGenossenschaftswesens. 17.50: Deutsche Sendung der Breffenachrichten, Zeitsignal. 18: Landwirtschaftsfunt. Die wort auf diesen Akt christlicher Nächstenliebe sich Grüblingsfaat 18.20: Das fünftige tfchechoslowakische Strafvon der christlichen Scheinorganisation abzuwenLuftspiel von Slabath. 20: Wie Preßburg. 22. Wie Prag. den und dem Land- und Forstarbeiterverbande Presburg, 300, 19.35: Slowakische Museen. 20; Gym beizutreten. phoniekonzert. hoben: Konzert Nr 4. 3. Figus- Bystry: Detvan. Ouverture. 22.15: Wie Brag. 22.30: Wie Brag. Rundfunk für Alle! Programm für morgen, Montag. Prag, 349. 11: Echauplattenmcftf. 11.40: Landwirt schaftlicher Rundfunk uns Reiternal 12 05. Mittagskonzert. 1. Flotow: Matrosen. 2. Urbach: Durch Halevys Opernguder. 3. 3amrzla: Gondoliere. 4. Bones: Der Beduine. 5. Hasler: Das alte Pferdetor 14. Börsennachrichten. 16.30: Sangmufit 17.30: Börsennach ichter und Hopfenmarfipreife. 17.45: tinderstündchen. 18: Birtrag: Modeschau. 18.15: Sendwirtschaftlicher Rundfunt 18 35: Deutic e Sendung. Bette: bericht une Tagesneuigieiten vom Breßbüro, hierauf: MUDr. E. Steinert. Frag: Die Malern und ihre Uebertragung. 19: Bortrng: Ueber die 2. Arbetter Olympiade 19.15 Borttag: Das gesellschaftliche Leben und der Tatt. 20: Wetterbericht und Beffenachrichten. 20.08: Stonzert. 1 Schubert Streichuntintett c- dur. 2 a) MendelsJohn- Bartholdy: Variations férieuses; 6) Liszt: Legende vom bl. angisfus 21: Beitfignal. Schaufbiel. Der Dieb ein Bhilofoph. 21.30: 2eichte Musik. 1. Kostal: Italienische Suite. 2. Provaznit. Vonbontönig. 22: Pepte Nachrichten bes Preßbäras Uebersicht der Tagesereignisse, Sport- und Theaternachrichten 22.15: Tanzmusik. Bünn. 441. 14 30: Prager Effeftenbörse, Wetterbericht, Breffenachrichten Sport und Theater. 17.15: Kinberede. 17,30: Deutiche Sendung Dr C. Srnfa 17.50: Deutfce enduna dr Preffen chrichten, Reiffignal. 18: Landwirtschaftsfunf 18.20: emde Holzarten. " " Deutschland. Königswusterhausen, 1300. 14.30: Ranbfrauen in der Hauswirtschaft 15.30: Soziale Erziehung. 16: Kunst des Sprechens. 16.30: Erziehungsberatung. 17: Schadfunt. 18: Auswahl der Kartoffelforten. 18.30: Englisch. 18.55: Wesen und Bedeutung der Reflame. 19.20: Chemie, Technik und Weltgeschichte 20.15. Uebertragung von Berlin, 484 Ernst Toller- Abend. 21: Stonzert. 22.30: Tanamunt. Breslau. 323. 16.30: Unterhaltungsfonzert. 18: Bum 250. Todestag Spinozas. 18.50: Berühmte Frauen der Vergangenheit. 19.25: Die Elektrizität im Haushalt. 20.05: Dichterstunde Ernst Weiß. 21: Moderne Musif. 21.55: Sechs tagerennen. Frankfurt, 429. 15.30: Jugendstunde. 16.30: Orchester tonzert. 17.45: 3um 250. Todestag Spinozas. 20.15: Biolinfonaten. 21.15 Beethoven- Abend: 2. Leonoren- Duberture. Klaviersonate op. 31, Nr. 2. 32 Bariationen. Bache aus der 6 Symphonie Am Hamburg. 395. 12.30: Mittagstongert. 14 05: Saus Tonsert. 16 15. Lustiges von Tieren. 18: Luftiger Wochenanfang. 18.30: Schachfunt. 19 10: 3it der Krebs heilbar? 20: St. Elmsfüer", een Speel von Beter Wertl. Teemuftt. 18: Die Hausdrogerie 18 20: Sportärztliche Beratungsstelle. 19.35: Wirtschaft und Recht 20.05: Junttechnif. 20.15: Tänze und Märsche. 22.15: Tanzmusit. Langenberg, 469. 13.30: Mittagskonzert. 17 Leipzig, 366. 16.30: Nachmittagstonzert. 19: Die Leip siger Meffe 19.30: Spinoza als Philosoph. 20.15: SpinozaGeier. 22.15: Wiener Mufit Stuttgart, 380. 13.10: Schallplatenkonzert. 15.50: Film funt. 16.15: Nachmittagskonzert 18.15: Jrische Märchen 18.45: Expreffionismus im Film 19 15: Bastelstunde, 20: Symphoniekonzert. Revolutionäre Shitf. Programm für Dienstag. 1400 recht. 18.40: Englisch. 19: Hörspiel Aus alten Reiten". Ein 1. Beethoven: Symphonie Nr 8. 2. BeetBudapest, 556. 16: Kindermärchen. 17.02: Orchester fonzert. 18.20 Radio- Amateurboft. 19: Die Geschichte der Aftrologie. 19.30: Bortrag in deutscher Sprache: Lebens. ernst und Lebensfreude. 20 30: Stammermusit. Zigeunermusik Jazz Band und Gefang. 16.45: Konzert. 18.15 Kinderstunde. 19: Tanz Daventry 1600. 12: Cuartett und Gesang. 14: Sertett mufit. 20.15: Schumanns Dichterliebe. 20 45: Stonzert. 21.45: Gefanasvorträge 22.15: Beethoven: 6. Symphonie. 22.35: Populäre Aloffifer. 23.45: Tanzmusik. 9tom. 449, 17.15: Konzert. 21: Theaterabend. Wien. 517. 11: Vormittagsmufif. 16.15: Aus Berdis Opern. 18: Das Haar und feine Pflege. 18.30: Grillparzer als Nobellift. 19.10 Esperanto. 19 30: Englisch. 20.05: Vorlesung Arnold Storff. 21.05: Lebar- Abend. Zürich, 494. 12.30: Echallplattenfonsert. 20: Zierabend. 21: Volkstümliches Konzert 22: Tanzmusir. Deutschland. Dieser Fall mag auch den Arbeitern in der Tschechoslowakei einen Begriff davon geben, wie es ihnen erginge, wenn sie sich der Pfaffenherrschaft nicht in den Weg stellen! Eine angenehme Influenza. Wie die Buda minifterium die am 21. Feber 1927 ablaufende tester Blätter melden, hat das uncarische Justiz Suspendierung der Strafe des Prin zen Windischgrät auf Ansuchen seines Verteidigers auf weitere zwei Monate verlängert. Prinz Windischgrätz wurde bekanntlich zwecks Vollführung einer schweren Operation in ein Sanatorium überführt, doch fonnte bis heute diese Operation an ihm nicht durchgeführt werden, weil der Prinz inzwischen an Influenza ertranft war. Königswusterhausen, 1300. 14.30: Freud und Leid als Erzieher. 15.30: Weg vom Jugendlichen zum Recht. 16: Ein Millionenraub. Die Blätter melden aus 17: Bibchologie des jugendlichen Menschen. Der heilige Augustin und wir. 18; starielle und Kartellgefeße. 18.30: Mailand: Bei Eintreffen des Turiner Zuges Svanisch. 18.55: Aegypten und der Sudan. 19.20: Beethoven wurde Freitag von der Bahnhofspolizei festgestellt, als Liederkomvoniſt. 20: Hebertragung von Berlin. 484. daß 27 im Postivagen befindliche Geldsäcke, Der 3a ewitsch", Operette von Lebar. Breslau, 323, 15.45: Kinderfreunde. 16.30: Moffomffii in denen sich ungeheure Summen aus Nachmittag. 18: Beethoven und feine Seit Stiftungsfeft", Schwant ben Kaerget. ländischen Geldes befanden, aufgerissen und be. Frankfurt 429. 15 30: Jugend stunde. 16.30: Neueraubt waren. Von den Dieben, die eine Mit Tanzmusit 17.45: Die Buddenbrods. 18.15: Die fünftliche lionenbeute gemach haben, fehlt bisher jede Spur. 20.10: Tas und natürliche Brut. 18 45: Der Aberglaube und feine Befämpfung 19.15: Altdeutsche Tafelmolerei. 19 45: Thomas Alva Edison. 20.15: Die Wildente" Schauspiel von Jofen. Hamburg, 395. 12.30: Mittagstonzert. 14.05: Saus fonzert. 16 15: Adolf Jensen- Nachmittag 17: Menschen und Werke der Zeit 18: Buntes Allerlei 18.50: Familienfuitur. 19.35: Das Blaue Band der Primadonna. 20: Operettenball. 13.30: Mittagsmufit. 17: Teemufit. 18: Schub vor dem Berufsverbrecher. 18.20: 3m märchenbunten Morgenland. 18 40: Antenne und Erde. 19.40: Die politischen Parteien in Amerita. München, 536. 12.30: Schallplattenkonzert 16.30: Nach mittagstonzert. 17.30: Der Hausfchwamm. 18.25: Arien Vortrag: 18.45: 3u Spinosas 250. Ladestag. 19.30: Beethoven Zum Todestage Spinozas. 18.50: Streiči: Komponist Feier: Jenaer Symphonie. Klavierkonzert c- bur. 7. ShinTofpišil. 19: Konsert. 1. Herold: Ouverture Ramba". rhonie. 22.10 Schachfunt 2. d'Albert: Zote Augen". 3. Schubert- Ghman: Ständen. 4. Seinete: Balfe romanticue. 5 Schenk: Mostau. 6. Rodert: Wiegenlieb. 20 Bieber. 20.30: Ronzert. Guf: Bolonaife. 20.40: Luftige Lieber. 21: Lanzamusif. 22: Wie Prag Presburg. 300 17.40 Die tunae flowafische giteratur, 2. Wagner Das 18: Konzert. 1. Rebbol: Aleine Suite. Meisterlieb aus den Meifte finger" 3 Buccini: tie aus Zurandot". 4. a) Mobaf: Gerruche: 5) Prochazka: Mignon 3. Matheson Burmester: Air. 6. ainor: Aus dem Sbflus: Brag. 349 11: Schallplattenmufit. 11.40: 3eitfignal und Chmbal und Geige. 7. Echubert: a) Romanze op. 3; landwirtschaftlicher Rundfunt. 12 05: Prefsenachrichten 12.15: 3) Miamiam& Staand gger: Böhmische Tänze. 9 Figus Mittagsfonsert. 1. Rossini: Der Barbier von Sevilla. OuberBiltry: Lied. 19 Mie Brünn. 20: i Prag 22: Wie Prag ture. 2. Getrás: Erinnerungen an Chopin. 3. Bačkař: Gold22.30: Bigeunermusit. föpfchen. 4. Prochaska: Spahis. 5 Sebet: Gouven'e o Mona Budavest 556. 16: Bortrag. 17.02: Deutscher gifa. 6. Siede Roter Moon. 7. Hašler: Luftiges Lied. 14: Sprachunterricht. 17 30 Ruffches Balalaita- Konzert. 18.30: Bö fennachrichten. 16.30 Rachmittagskonzert. 1, Ernečef: Radio Botschaft. 19.30: Iheaterchend Bigeunermusit. Sonate. 2. Dvorak: Arie des Markgrafen aus" Der Jato Davent h. 1600. 12: Quartett und Gefang 14: Droel biner". 3. Trnečer. Capriccio 4. Novotny: Lybisch Lieder. 17.30: Börsennachrichten. 17.45. Kinderſtündchen. fenzert. 16.15. Med des Trazer bon ales. 17 30: Tanzandivirtschaftlicher Rundfunt. 18.35: Deutsche Sendung 18.15: mujit. 18.15: Sinberftunde. 19: Konzert 19.45: OrchesterWetterbericht und Tagesneuigkeiten vom Broßbüro, bierauf: Yonzert. 20.45: Beliebte Ormesteritide. 22.30: Rebe des Prof. Dr. Otto& anta Frag: Zum 250 Todestag bon Brinzen von Wat 3. 22.45 Bunter Abend. 23 15: DichesterSpinoza. 19: Bortrag: Reparationen- interalliierte Schulden fantasie. 24: Zan musif. Sicherungsfrage. 19.15. Vortrag: Das Schuhwerk 19 15: Landwirtschaftlicher Vortrag auf Welle 1110 19.52: Wetterborausfage und Pressenachrichten. 20 Wie Brekburg. 22.15: Lekte Nachrichten des Preßbüros. Uebersicht der Tages: ereianiffe, Sport- und Theaternachrichten. 22.30: Zanamufir Brünn, 441. 14.30: Brager Effeftenbörse. Wetterbericht, Stuttgart, 380. 15.50: Bücherfunt. 16.15: Nachmittags Breisena hrichten Epert und beater. 17.15: Frauenfunt: fonzert. 18.15: Opfer. 19.15: Aegypten. 20: Der Mitabo", Wie soll ich meinen Haushalt einrichten? 17.30: Deutige Operette von Sullivan, Wunschabend. 97om, 449. 17.15. Sonaert. 20.4> Konzert. 16.15: Nachmittags: Wien 517. 11: Rormittagsmufit. must. 16.45: Nucendítunde. 17.50: Stunde mit Wozart. 19:„ Aida", Oper von Berdi Züri 494. 2.30: Schallplattenkonzert 15: 6013 fonsert. 183in me fit. 19.30: Getreideversorgung im faiferlichen Rom. 20: Orchesterkonzert. Tanzmusik. Langenberg, 469 Leipzig, 366. 12: Schallplattenkonzert. 16.30: ach mittagsfonzert. 17.30: Frauenrundfunt. 19: Kraftwagen und Reichspoft. 19.30: Die Anfänge der Gelbwirtschaft. 20.15: Das lockende Geld. 22.15: Zanzmusik. München, 536. 14.45: Franenstunde. 16: Nachmittags ronzert. 18 30: Operngefchichte. 19.15 Senff- Georgi- Abend. Kammermusif. 20.15: Juwelendieb Moransti. Der Oberste Gerichtshof in Wien hat die Nichtigkeitsbeschwerde des zu sechs Jahren schweren Kerkers verurteilten Julius Moransfi verworfen. Nach Abbüßung der Strafe wird sich Movanski wegen seiner JuwelenDiebstähle in Zürich und Prag vor den dortigen Behörden zu verantworten haben. Die gestohlene Geige. Dem in Paris lebenden amerikanischen Violinisten Andrist wurde kürzlich von Einbrechern seine fast fünfhundert Jahre alte Guarnerius Geige gestohlen. Vorsichtshalber ließen die Diebe auch die über fünfundzwanzigtausend Mark lautende Versicherungspolizze und das Attest über die Echtheit des Instrumentes mits gehen. Sonntag, 20. Feber 1927. Häuser zerstört wurden. Die neuen Zwanzig- Kronennoten. Die Drufferei hat dieser Tage mit der Verschickung der ersten neuen Zwanzig- Kronennoten an die Nationalbant begonnen. Bis Ende März dürfte ein genügender Vorrat hergestellt sein, so daß die neuen Banknoten im April in Umlauf gesezt werden können. Das Format dieser neuen Banknoten ist etwas flei ner als jenes der alten. Die gegenwärtigen 3wanzig- Kronennoten, von denen sechzehn Millionen Kč 66 „ Eine Einigungskomödie der Reformisten." Den Kommunisten schwimmen die Felle davon. Von gewerkschaftlicher Seite wird uns ge-[ kommunistischen Pressekorrespondenz für ihre falschen Behauptungen. Seite 5. Erstkl. amerik. Qualitätsschreibmaschine SMITH PREMIER vereinigt samtliche Errungenschaften aller Markenmaschinen und überragt durch: 46 Tasten 92 Schriftzeichen. Leichtesten Anschlag. Geräuschlosen Gang. Auf mäßige Monatsraten ebenso die beste amerikan. PORTABLEMaschine für Reise und Privatgebrauch. Einfache Umschaltung. Normale Walze. Vierreihige Tastatur. 4342 L.& G. HALPHEN PRAG, Mikulášská 22. Telephon 22305. BRUNN, Udolní 13. Telephon 4148. Indien bekämpft den Opiumhandel. Die in- 1 dische Regierung hat ein Defret erlassen, womit die weitere kultivierung von Mohn für Gewinnung von Opium in der Provinz Aimere Mervara ver boten wird. Die indische Regierung will nach und nach die Ausfuhr des Opium aus Indien definitiv verhin- schrieben: dern, mit Ausnahme von Opium für medizi nische Zwecke, und will diese Aktion im Laufe von Die ,, Roten Gewerkschaftler" aber gehen auf In der bolschewistischen Presse, im ,, Rudé zehn Jahren, cerechnet vom Jahre 1925, durch- Pravo", im Reichenberger Vorwärts" und den Grund. Sie wollen en deckt ha.en, daß die führen. Seit dem Vorjahre wurde die Opium in der Aussiger Internationale" giften sich Arrangeure der Konferenz" befürchten, es fönnausfuhr nur Personen gestattet, welche sich mit die kommunistischen Einheitsfrontler darüber, daß ten die Vorstände der Gewerkschaften auf diese einer Bewilligung der Regierung auswiesen. Heuer es ihrer Parclenfabrik nicht gelungen ist, die Ver- Konferenz wirkliche Anhänger des Zuja menwerden zehn Prozent weniger an diesen Bewilli- ständigung zwischen den beiden freigewertsd a t- schlusses entsenden. In dem Auffaze spr.cht man gungen ausgegeben werden, und die es Tempo will lichen Zentralen in der Tschechoslowakei zu stören. sogar davon, daß ein strenges Verbot erlaffen man so fortsetzen, daß im Jahre 1935 aus n einem langen Auffage, betitelt Eine worden sei, über die Konferenz in den p litischen Indien die leyte Opiumsendung hin- Einigungskomödie der Reformisten", machen die und gewerkschaftlichen Blättern zu schreiben und Moskauer Gewerkschafts- Strategen alle hand dieses Gebot sei bis auf vereinzelte Fälle einausgeht. An all diesen Erzählungen Aussetzungen an dem Einigungswerk. Insbeson- gehalten worden. Wieder Erdbeben in Serbien. Die Grazer dere hat es ihnen der Umstand angetan, daß die ist natürlich kein wahres Wort. Aus ihnen Tagespost" meldet aus Belgrad vom 19. d.: Die Kundgebung der beiden Landeszentralen ohne viel spricht der Aerger darüber, daß sich in den lezten Erdbebenivarte erhielt im Laufe des gestrigen Aufsehen einberufen und vorbereitet wurde. Monaten ein gewerkschaftliches Ereignis von Tages aus Mostar eine Nachricht über neue außerordentlicher Tragweite vollzogen hat. Es Die sogenannten Gewerkschaften der dritten ist die Wut darüber, daß alle Einheitsfrontparolen Erdstöße. Heute 6 Uhr 15 Minuten früh wurde in Mostar und Umgebung ein sehr starker Internationale lieben eben andere Methoden. Da der Kommunisten und die ununterbrochenen BeErbstoß wahrgenommen, durch den mehrere wird jede Zusammenkunft als geschichtliches Er- schimpfungen der freien Gewerkschaften nicht vereignis wochenlang vorher angekündigt und as mocht haben, diese Entwicklung zur Verständigung der Beginn einer neuen„ Etappe" der Weltrev- lu- aufzuhalten und daß die Arbeiter und Angestellten tion gepriesen. Eine gute und ernſte- Gewerk in den beiderseitigen Verbänden ihren Organisa schaftsarbeit aber spricht für sich selbst. Sie tionen treu geblieben sind. Man stelle sich einmal braucht teine marktschreierische Reklame um aut vor! Die Gewerkschaften des Odborné Sdružení denkende Arbeiter Eindruck zu machen. Sie be- Cestoslovenste und die Verbände des Deutschen zweckt nicht die Irreführung und Verwirrung der Gewerkschaftsbundes schaffen sich eine gemein ame arbeitenden Menschen, sondern ihre Zusammen- Landeszentrale, vereinbaren einheitliches und gefassung zu wirklicher organisatorischer Arbeit. schlossenes Handeln in allen gewerkschaftlichen, Und was da nur alles die kommunistische und sozialpolitischen Fragen und haben bei dieser Pressekorrespondenz wissen will! Sie will aus Aufarbeit feinen der kommunistischen Aufrufe zur stände der überwiegenden Mehrzahl der Gewerk- aufgedonnerten Beschlüsse kommunistischer Reichsberlaßlicher Quelle" erfahren haben, daß die Vor- Herstellung der Einheitsfront beachtet. Ueber alle schaftsverbände bis jetzt noch nicht einmal üer arbeiterausschüsse und bolschewistischer BetriebsAnkauf von Wäldern durch die Stadt Prag. die Beschickung der gemein amen Konferenz be- rätekongresse sind die freien Gewerkschaften zur Béla Bartók, der Komponist, der gestern Die Gemeinde Prag wird bei der Fürstlich Liechten raten hatten. Die Sekretariate der Ve.b n.e Tagesordnung übergegangen. Zu was für Gesteinschen Direktion anfragen, ob sie geneigt sei, mit sollen gar nichts näheres über die in Aussit ce- danken müssen da die Arbeiter in den abgesplit- abend im Neuen deutschen Theater er st der Gemeinde Prag zweds Verkaufes der Wälder nommene Kundgebung erfahren haben. So terten bolichewistischen Gewerkschaften fomne? aufgeführten einattigen Pantomime von Ričany, Cerny Kostelec und Jirny in Verhand- schaut", flagen die Boischewisten in dem Auffaße, Im Politbüro der kommunistischen Partei reiz Der wunderbare Mandarin", ist sicher lung zu treten. Gleichzeitig wird das Staatliche die Situation vier Tage vor der Abhaltung der man sich aber auch da zu helfen. Es wird ein- der profilierteste ungarische Neutöner und einer der Bodenamt ersucht, seinen Standpunkt zu einem Einigungskonferenz aus, welche ein Manifest fach die Verständigung der freien Gewerffa af.en markantesten musikalischen Charakterföpfe im intereventuellen Ankauf der genannten Wälder durch die herausgeben wird, das einen Marist in in der über eine gemeinsame Landeszentrale and i.er nationalen modernen Musikleben überhaupt. Mit Gemeinde Prag lund zu geben. Geschichte der Gewerkschaftsbewegung der Tsche- ein geschlossenes Vorgehen als Verdienst der kom- Recht hat man den heute sechsundvierzigjährigen Wieder ein geweihter Kinderschänder. In choslowakei bedeutet". Was für Sorgen sig da munistischen Partei hingestellt. Auf diese Weise Bartók als den persönlichsten, kühnsten und reifsten einen urgefunden Musiker seiner Nation, der auf Fischau an der Schneebergbahn wurde unter die Moskauleute im Politbüro in Prag und in wollen die kommunistischen Macher erreichen, daß zeitgenössischen Wusiker Ungarns" bezeichnet, als der Abteilung für Gewertschaftsspaltung machen, ihre Anhänger auch fernerhin die wöchentlichen Gendarmerieassistenz der Pfarrer Hermann Hilund wozu sie ihre Zeit verwenden! Sicher hat Aufrufe zur Einheitsfront ernst nehmen und den Grundlagen urwüchsiger heimatlicher Vollsgard wegen Sittlichkeitsvergehen mit Männern irgendein politischer Zellenbauer vergeblich ver- Gläubige bleiben. In den Reihen der fre en Ge- musit künstlerische Werte aufbaute und neue mujitalische Bahnen für sein neutönerisches Schaffen und Schulkindern verhaftet. Die Verhaftung rief in sucht zu erschnüffeln, wie die Konferenz am Sonn- werkschaften aber weiß man längst, was ben ihrem fand. Bartóks tonschöpferische Tätigkeit erstredie sich der Gegend das größte Aufsehen hervor. tag zusammengesetzt sein wird und das genügt der Gerede zu halten ist. bisher auf fast alle Gebiete der Tonkunst: Instru wwmentalwerke, Kammermusikstücke, Bühnenwerke, vor Wie verschieden die sexuelle Aufklärung auf Kin- allem aber zahlreiche Klavierkompositionen aus der wirkt, zeigen folgende buchstäblich wahre Ge- seiner tondichterischen Werkstatt haben dank der opferwilligen Initiative der Wiener Universchichten: Die Mutter müht sich im Schweiße ihres Ange- faledition den Weg in die Oeffentlichkeit gefichts ab, ihrem neunjährigen Töchterchen ohne funden. Die Pantomime Der wunderbare Not!! Herkunft und Werden der kleinen Kinder Mandarin", deren Uraufführung erst im vorigen Jahre in Köln stattfand, hat Bartók in den Jahren auseinanderzusehen. 1918 und 1919 tomponiert. Die tertliche und ferte dem Komponisten der bekannte ungarische inhaltliche Unterlage zur Pantomime lieDramatiker Melchior Langyel Eine Episode aus dem Dirnen- und Zuhälterleben wird im Umlauf sind, werden weiter im Umlaufe verbleiben und erst eine spätere Kundmachung wird bleiben und erst eine spätere Kundmachung wird das Erlöschen ihrer Gültigkeit festsetzen. 1 Schallan und Starosedl zusammengelegt. Der M Innenminister bestimmte mit Erlaß vom 9. ganz Calabrien alarmierende Nachrichten über Feber 1927 auf das Ansuchen der Ortsgemeinde strenge Kältewellen und ungeheuere Schallan in politischen Bezirke Teplit Schneestürme. In Sizilien hat ein furchtbarer Schönau, daß die Ortschaften dieser Gemeinde, Schneesturm die gesamten Olivenpflan Schallan und Starosedl, welche in eine einzungen fast vollständig vernichtet. zige Ortschaft zusammengezogen werden, nach ihrer Vereinigung Zalany, deutsch Schallan benannt werden. Wahre Geschichten. Im Eisenbahnwagen. Ungeduldig zappelt das Mädel von einem Beine aufs andere und unterbricht schließlich den Redeftront törichten Mutter mit den Worten: Weißt du, Mutter, draußen scheint die Sonne Ein Tornado in Nordamerika. Den letzten Mel dungen zufolge sind bei dem Tornado, der am DonJunge Arbeiter um mich herum, leider mit bür- ihrer nerstag und Freitag die Staaten Lousiana, Misgerlichen Abzeichen geschmüdt". sisippi und Alabama heimsuchte, 40 Perso= nen getötet und etwa 100 verlegt worden. Der Nachbar ein süßes" Geheimnis ins Ohr. Sachschaden ist bebeutend. In dem Berliner Hochverratsprozesse gegen die Kunst und Wissen. „ Der wunderbare Mandarin." Mit bekümmerter Miene flüstert einer seinem lo schön. Und überhaupt mußt du mir das alles auf in ihr bildlich dargestellt; das Wunder der nicht Ja, du host schon recht," versetzt der angebliche Erzeuger der verbotenen Frucht, haber, i woaß nimma, wann dös woar!" Ein Dritter versteht die Worte und sagt: " No, Hardel, deswegen brauchst nöt so trauci Buchbruckereibefizer Basista und sechs Genossen wurde sein! Der Steffel und i hamm's Dirndel doch am Konstantin Basista zu einem Jahre sechs Monaten selbigen Tag aa g'habt!" Festungshaft, Franz Basista zu einem Jahre Festung, Lindner zu neun Monaten Festung, Klopp, Schulz und Darnick zu zwei Jahren Festung und Otto zu ,, Sell woast i ganz g'nau!" tröstet ihn sein Teileinem Jahr sechs Monaten Festung verurteilt. Die Ang klagten hatten in den Jahren 1924 und 1925 haber, dös woar grod am selbigen Tog, wie die in ihren Buchdruckereien die Bürgerkriegs- Hundssperr' is aufg'hoben worden!" hefte, die seit 1913 vom Oberreichsanwalt beschlagnahmt waren, hergestellt. Ein Todesurteil, Jm Bischofsreuter Mordprozeß wurde der Angeklagte Otto Klein, der im Mai 1926 einen Dienstknecht im Schlafe erschossen hatte, zum Tode verurteilt. Kältewellen im Süden. Die römischen Blätter bringen nicht nur aus Sizilien, sondern auch aus bon Er konnte ein Weiteres nicht mehr vernehmlich sprechen, denn ein Kamerad, der Dritte im Liebes bunde", plazt heraus: g'wejen!" ,, Drum san mir sell'n Tag goar zu scharf Schallendes Gelächter der aufmerksam gewordenen Mitreisenden erstickten die weitere Unterhaltung. es nicht merken!" Sprach's und lief zum Sandhaufen! Ein gleichaltriger Junge, durch irgendwelchen Bufall in seinem sexuellen Interesse gereizt, hört staunend zu, wie ihm seine Mutter den Vorgang der Befruchtung an Pflanzen erklärt. Aber nun weiß ich immer noch nicht, wie die fleinen Rinder in den Leib der Mutter kommen!" Die Mutter schwitzt Blut! Mit irgendeiner Lüge will sie das wißbegierige Bürschlein nicht abspeisen. Schließlich verfällt sie auf den Ausweg: ,, Das ist ein medizinischer Vorgang. Den verstehst du jetzt noch nicht!" Der Junge, für den Augenblick zufrieden, ant wortet: ,, Weißt du, Mutter, das kann ich dir heute schon sagen: Wenn ich auf der Hochschule bin, studiere ich extra zwei Semester Medizin, nur um zu erfahren, wie die Kinder in den Mutterleib kommen!" Celtis. führt. Ein Schreibmaschinendeckel erregt höchsten der Zollbeamte seine martige Kantilene dagegen, Verdacht. Was mag sein hinterhältiger Besizer uns überhaupt rechnen Bullys zu den Luxushun darin verborgen halten? Ein anständiger Men'ch den und müssen verzollt werden. Das Objekt des brauch kein so anrüchiges Verstec. Vorsichtig pact der Zollbeamie jedes einzelne Päckchen aus dem Vapier, aber er findet nur belegte Butterbrote. Faunisch grinst der Besiper des Deckels:„ Ja lieber Herr. Stullen bleiben darin frischer." Sreites knurrt inzwischen beängstigend und trifft entschiedene Anstalten, seinen Platz zu verlassen und sich näher mit dem beamteten Herrn zu be chäftigen. Ein zweiter Zollbeamter hatte sich bereits eingefunden und auch den Pazkontrolleur interessiert die melodische Disputation. Man ist jetzt bei dem großen Duett angelangt. Jeder der beiden unmittelbar Beteiligten erstrahlt in blü hendſtem Stimmenglanz. Hin und wieder zuckt der sich kostbar, und nur der Stationsvorsteher draußen wird unruhig, weil die Abfahrtszeit drängt. Mit einem Male bemerkt eine Dame: Der Hund hat doch eine Steuermarke!" Der unverzollte Bully. Langeweile lagert schwer über dem Bahnhof Groß- Boschpol, der pommerschen Grenzstation am polni chen Korridor. Der Schnellzug Königsberg- Berlin Berlin steht bereits feit zwanzig Minuten beschäftigungslos und überDer Zug hält immer noch, Der Stationsvorflüssig herum, ein paar Reisende geben sich vor dem Bierausschant Haltung. Zug- und Lokomotiv- ſteher bewacht ihn auch in den letzten Minuten führer treiben angeregte Stonversation, und der unwahrscheinlich scharf. Auch in den Danziger Stationsvorsteher bewacht mit Argusaugen den Wagen ist ein verhältnismäßig milder Friede ein ein igen richtigen Schnellzus, den er am Tage ab gezogen. Da plötzlich erhebt sich in einem Abteil Ansatz u einer Beleidigung auf. Alle unterhalten von dieser Pflicht wütender Stimmaufwand, in den sich harmonisch zufertigen hat, und ist ganz Burchbrungen. In einem Garten neben dem Stell- ein wildes, protestierendes Bellen einfügt. Ein werkhause gedeiht eine Hühnerzucht. Ueberall Herr und ein Zollbeamter stehen sich mit krebswaltet ländlicher Friede. Nur in den beiden roten Gesichtern gegenüber und erproben Stärke Danziger Wagen herrscht wütende Emsigkeit und Ausdauer ihrer Stimmbänder. Auf einer Bäffe werden zerfuittert, Stoffer zerknüllt und Reisedecke hockt ein schwar er, zähnefletschender. Handtaschen durchwühlt: in beiden Wagen waltet Bully" und kokettiert mit der schönen, straff siyendie deutche Paß- und Rollkontrolle ihres fried- dent Ho'e des Beamten, lichen Amtes. " Ich habe gefragt, ob Sie lebende Tiere mit führen", donnert der Herr vom Zoll. Tie Stimmen brechen plötzlich auf ihrem Höhepunkte ab. Tiefe Stille tritt ein. Man schämt sich stumm. Tatsächlich: der Hund ist in Deutsch land versteuert worden, Niemand hat im Eifer des Gefechts darauf geachtet. In den Armen liegen sich Beide und weinen vor Rührung und Freude. Der Abfahrt des Zuges stehen keine Sin dernisse mehr im Wege. Martialische Zollbeamte aus altpreußischem Ja, Sie haben nach Schweinen und RinSchrot u. Korn bevölkern mit hinreißend liebenswürdigen Mienen Gang und Abteile. Ueberall dern gefragt, aber nicht nach Hunden." Triumphie werden die Gewissensfracen nach Tabat, Spiritu- rend blickt sich der zivile Herr um, und wohlmeiosen und ähnlichen Lurusartikeln gestellt. Inquifi- nendes Lächeln der Umstehenden applaudiert seitorische Blicke durchbohren die Reisenden, spähen ner kraftvoll geschmetterten Stretta. Uebrigens wegung. Gestrafft blickt ihm der Stationsvorsteher in die Stoffer und unter die Bänke nach lebenden habe er den Hund aus Deutschland mitgebracht. nach. Safen, Schweinen und Rindern. Artikeln, die ein Die Stimme schraubt sich allmählich zum hohen normaler Schnellzug nur ausnahmsweise mit sich C empor. Das sei aber nirgends vermerkt, sekt Langsam setzt sich der Schnellzug in BeFelix Scherret. zu ertötenden Liebessehnsucht ist ihr gedankliches Symbol. Drei Zuhälter, denen das Geld aus gegangen ist, zwingen ihr Mädel, Männer von der Straße ins Haus zu locken, um sie berauben zu können. Das erste Opfer ist ein alter schäbiger und geiziger Kavalier, das zweite ein schüchterner Jüngling; da sie aber beide kein Geld haben, werden sie von den Zuhältern rasch wieder an die Luft befördert. Erst das dritte Opfer, ein Mandarin, entspricht den Wünschen der drei Strolche; denn er hat nicht nur Geld, sondern auch reichen Schmuck bei sich. Dieser Mandarin in seiner grotesten, unheim lichen Erscheinung ist ein Symbol: Das Symbol der mit allen Mitteln zum Ziele strebenden und durch nichts zu ertötenden grenzenlosen und Wesen gewordenen Liebessehnsucht. So geschieht es denn, daß der Mord, den die Zuhälter an dem Mandarin, nachdem sie ihn beraubt haben, in Form des Erstickens, der Durchbohrung mit einem alten rostigen Schwerte und durch Erhängen nacheinander verüben, da keine Todesart Erfolg hat, zunichte wird an der übermächtigen ungestillten Liebessehnsucht des Mandarin. Erst als die Dirne ihre Furcht vor dent Mandarin überwindet und sich ihm ergibt, wird dieser erlöst; seine Liebessehnsucht ist gestillt und er tann an den früher erlittenen Mordwunden, die jetzt erst zu bluten anfangen, sterben. Bartóks Musik zu dieser ebenso grotesten wie gruseligen und brutalen Pantomime ist in erster Linie aufregend und nervenaufwühlend, wie es eben dem Milien und Inhalt des balladesken Stildes entspricht. In diesem Sinne ist sie von unglaublicher SteigerungsAn Kompliziertheit fähigkeit und Ausdruckskraft in thematischer, harmonischer und rhythmischer Hinsicht läßt sie nichts zu wünschen übrig, trotzdem neben atonalen Extravaganzen auch auffallend primitive tonale Stellen zu finden sind, wie in den zwei großen Tanzszenen. Auch die Instrumentation entspricht ganz dem Charakter des Werkes: Klavierglissandis von bohrender Eindringlichkeit, vor allem aber das Xylophon und verschiedentlich gestopfte Blechinstrumente spielen eine Hauptrolle in der Partitur. Das beste und in der Stimmung konzentrierteste Stüd der ganzen Pantomime ist das sie einleitende, in der Milieuschilderung überaus treffende Vorspiel. Ueber die Aufführung der Pantomime berichten wir gerne mit Worten des höchsten Lobes, denn sie zeigte wieder einmal die großartige Leistungsfähigkeit unseres deutschen Theaters, das Bartoks revolutio näres Musik- Mimodrama als zweite deutsche Bühne zu bringen imstande war. In erster Linie ist unter allen an der Durchführung dieser morfiffünstlerischen Tat Beteiligten Stapellmeister Hans Wilhelm Seite 8 Steinberg zu nennen, der die ungeheueren orchestralen'Schwierigkeiten der Bartok'schen Partitur in, — wie tpir uns sagen ließen,— drei Orchesterproben bewältigte und das Werk in einzigartiger svmphoni- scher Steigerung dirigierte. Neben ihm gebührt vor allem Prof. Max Temmler Anerkennung, der die Inszenierung und choreographische Einstudierung besorgt und«in in Farbe und Licht überaus eindrucksvolles, grotesk stilisiertes Bühnenbild gestellt hatte. In den beiden Hauptrollen der Pantomime zeigten die beiden Berliner Tanzkünstler Sascha L e o n t i e w Mandarin) und Anni Schwaninger Mädchen) ihr ganz großes Können als Meister des Ausdruckstanzes und der Gebärde. Bor der Bartok'schen Pau- tpmime wurde das Tanzdrama„Der Schleier der Pierette" von Jchnitzler-Dohnany neueinstudiert, aufgeführt, ein musikstilistisch von Lanner bis Richard Strauß orientiertes, mehr unterhaltendes als interessantes Opus, in dem di« beiden* Berliner Künstler ebenfalls die Hauptrollen inne hatten und das gleichfalls Prof. Semmler mit einfachen Mitteln stil- und geschmackvoll und mit ebenso schöner wie lebendiger Gruppierung der Tänze inszeniert hatte. Den Beschluß des Abends machten Solotäyze Sascha LemttiewS und eine Tanzszen« dieses Künstlers mit Anni Schwaninger. Das Theater war leider nicht so besucht, wie es das bedeutend« Musikereignis der„Mandarin"-Premi«re verdient hätte. Edwin Janetschek. Der 80. Geburtstag Karl SchönherrS wird Sonntag, den 27. d. M., in der Kleinen Bühn« mit einer Aufführung des„Weibsteufel" begangen. In den drei Rollen des Stückes sind Hermine Medelsky, Attila Hörbrgkr und Rudolf Stadler beschäftigt. Ensemblegastspiel Kurt Götz— Valerie von Martens:„Hokuspokus". Der bekannte Lustspieldichter und Charakterdarsteller des Deutschen Theaters in Berlin Kurt Götz.(,Z)»e tote Tante",„Menagerie", „Märchen^) gastiert mit einem eigenen Ensemble am Montag, den 28. Feber und Dienstag, den 1. März, im Neuen Theater. Zur Aufführung gelangt«ine neue Komödie von Kürt Götz„Was sollen wir spielen" oder„Hökuspokus". Unter den Mit- wirkendep, zu denen eine Reihe prominenter Künstler zählen, ragt neben Kurt Götz und Valerie von Martens, besonders der bekannte Berliner Komiker Hermann Vallentin hervor.(Abonn. an beiden Abenden aufgeh.) Kartenvorverkanf ab Montag. Neueinstudierung„Der Bogrlhändler"— Ehrenabend Ludwig v. d. Bruch. Für Sonntag, den 27. dS., .ist im Reuen Theater ein Ehrenabend Ludwig von dem Bruch angrsetzt, der in dieser Spielzeit sein vierzigjähriges Bühnenjubiläum begeht. Zur Aufführung gelangt in neuer Einstudierung Zellers klassische Operette„De r Bogelhandler". Der Jubilar spielt den Warn. In den übrigen Hauptpartien sind di« Damen Karst, Longquer, Hord und die Herren Bauer, Fleischmann, Koberg Schipperund Schaumann beschäftigt. MusikgLLestung Ernst Waigand, Spielleitung Ludwig v. d. Bruch l92—4). Neueinstudierung„Tiefland". D'Alberts Oper „Tiefland" wird Mittwoch neueinstudiert und teilweise neubesetzt in. den Spielplan ausgenommen. Die Martha singt zum crstenmalc Hella Toros; die übrigen Partien sind mit den Damen Kallina, Karst, Sommer und Scharf und den Herren Fuchs, Hermann. Macha und Schönberg besetzt. Musikalisch« Leitung Arthur Feinfinger, Spielleit. Hans Ludwig. Umberto Urbano gibt sein zweites Konzert am 22. d'im Radioiaal. Programm: Arien aus»^Lucia",„Dinorah".„Königin von Saba",„Barbier", „Ernani".„Faust" und Lieder. Polksprrise 6—25 K. Erica Morini gibt am 24. d. ein Konzert im Smetana'aal. Programm: Wienawski, Bach, Händel, Beethoven, Tartiui, Sarasate. , Molinari dirigiert am 3. und 9. März die Philharmonie. Spielplan des Reuen deutschen Theaters. Heute, Sonntag, 2'A Uhr, Arbeitervorstellung„Die Fledermaus", 7 Lhx: ,,D.«.r wunderbare Manda- r i n", ,„D e r S ch l«i e: her Pierette, Montag <88—4), 7 Uhr:„Das Schwalbennest", Dienstag(87t-3), 7 Uhr:„Der Schleier d«r Pi«- rette", ,O«r wunderbare Mandarin", Mittwoch(89—1), 7A Uhr:„Sieflanb", Donnerstag(90—3), 7% Uhr:„Das S chwalben- n e st", Freitag(91—3), 7J4 Uhr:„Ariadne auf Naxos", Samstag, 7 Uhr:„G a r t e n E d e n", Sonntag, 2% Uhr: ,Hch und du", 7 Uhr(92—4): „Der Vogelhändler", Montag, 7 Uhr abends: Hokuspokus" Spirlplan der Kleinen Bühne. Heute, Sonntag, 3 Uhr: ,^Die Flucht", TU Uhr:„Spiel im Schlo ß"; Montag„Fluch t", Dienstag„D i e neuen Herren", Mittwoch„Pünktlicher Eros",„Rokoko", Donnerstag„Spiel im Schloß", Freitag,Jartuffe— Zerbrochene Krug", Samstag„Oskar, laß dich nicht verführen!" Sonntag, 3 Uhr: ,^kopf oder Schrift", 7X Uhr«Der WeibsteufeI", Montag„Pünktlicher EroS",„Rokoko". * „Rout im Garten Eden" heißt die heurige Ber- anstaltung für den Pensionsfonds der Angestellten des Deutschen Landestheaters, die SamStag, den 5. März 1927 im Radiosaal, Weinberge, Fochovo tk., stattfindet. Ihre Mitwirkung im Mitternachtskabarett haben zugesagt: die Damen Bader, Barco, Toros und Wessely; die Herren Dr. Adrian, Fleischmann, Hagen, Horner, Hörbiger, Königsmark und Schipper. Die Klavierbegleitung haben die Herren Kapellmeister U l l m a n n und Singer übernommen. Conferencier ist Herr Königsmark. Regie führt Herr Stadlei. Di« dekorative Ausschmückung besorgen die Herren Oberinspektor Kotulan und Piperger. Anfang 9 Uhr abends. Kein« Maskenkostüme, nur Salon- oder Sommerkleidung. Kartenvorverkauf beim Portier des Neuen deutsch«» Theaters. Bestellungen von Logentrschen und Sitzen sind zu richten an Max Hönisch, Neues deutscher Theater, von 9—13 Uhr. BortrSse. „Dir ersten Jahre der Sowjet-Republik". Im „Verein für Volkskunde" im Deutschen Haus« hielt Prof. Dr. Gustav Jungbauer am 18. d. M. einen Vortrag über die kulturellen und sonstigen Verhältnisse in der Sowjetunion bis zum Jahre 1922. Der Vortragende, der drei Jahre in Rußland kriegsgefangen war und dann später, im Jahre 1921, als Delegierter der Reichstädter Reichsvrganisation zur Heimbeförderung tschechoslowakischer, vornehmlich sudetendeutscher Kriegsgefangener nach Rußland entsendet wurde, schilderte das Entstehen des Arbeiter- und Soldatenrates, seine eigene Tätigkeit um Gefangene, deren Heimsendung ost nur, weil sie Intelligenzler waren, hinausgeschoben und absichtlich verzögert wurde, heimzusenden, er entwarf auch Bilder von vielen Terrorakten der„Diktatur" des Proletariats gegenüber den Kopfarbeitern, die in ben«. ersten Jahren der Sowjetunion vielfach zu leiden hatten. Sogar Hinrichtungen in Kellern der Kasernen bei Nacht sanden nicht selten statt. Diesem Schicksal entging auch nicht ein« amerikanische Journalistin, Miß Herson, deren einziges Verbrechen darin bestand, aus Sensationsgier ohne Papiere als erste Journalistin russischen Boden betreten zu haben. Zahlreiche Dokumente, Bilder und Bücher, die der Vortragende herumreichen ließ, belebten di« ungemein interesianten Ausführungen Dr. Jungbauers. Leider war der Kreis der Zuhörer ein sehr kleiner. I. R. Bereinsnachrichten. „Krania". Wochenprogramm. Heute, halb 11 Uhr:„Lieblinge der Menschen", Kulturfilm. Montag, 8 Uhr:„Derbeutige Standder Farben pyorographie", mit 100 prächtigen llvrachom-Aufnahmen. Dr. Kurt Libora. Montag, 8 Uhr:„Lieblinge der Mensche n", Kulturfilm. Letzte Wiederholung. Dienstag, 8 Uhr:„NcuesvonBienenu.nd Kleiner Anzeiger 14 Wallern«» Fveat-Mübel Verkaufe wegen ttbersievlung 77'..1, 1 Heim, „_ schwarzes Kostüm, -■."Mt.., r-.~: BemSIde.'-Bittet, er. Küchen. Vteriennantg tifdi mit swckert, Marmor» allotöester«üte S Mlo-Post- AoschNI». Prof Wnwerka, dos« 1V0 Ni tret. Blenejiwirt- Prag I.. Perityn 14, 1. Diock. schatt Echwenle, Sieslomitz a. E. 4SSS ' Ueverkletvun-» für Daqien, Herren und Mn-< der auch noch Mab.* WÄ- Prag, Perlova 0, Mez-anin Steppvccten Dannenvecten Dekorationskissen' sowie deren Montage| in solider AuSsü-runv' Nm-! ,,.. arvetrun^ von Decken raschest liefert bUUatt in I-s-r Hol,- Einzige Detkenfahrik und. Stilarli»lSis Hammer. ■•”- schmtdt, MSbeserzeuger, Wat in Praa!. Mtchalsla Rr. 21, s«rn, B»dmerwatd. jKiferne Plc. -r—25— 1 Vianino Pe»ser-Lepp«me„sbi-e 5000 nr, L»avra-Mü. nur noch kurze Zeit, ati 7000 k« B»s-nd-rf-r Mignon 1S.000 K«. Alle ga- «tn groszcr V0't«n rallt i Crt aut„halten. Nenhelt: Perser Teppiche, iBolkspiauino,» Oktaven, 8730 ovaditN kein« enwlllchlt SB. Lorenz,«la. pra«n»0. seine L.na I-.uierra&rir. rrautenau. 4364 täten zu tief herab-! gesetzten Preisen. 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Freitag, 8 Uhr:„Städte und Menschen in der' Slowakei, mit Lichtbildern. Dr. Wilhelm Nemsny(Reu-Schmecks). Samstag, 3 Uhr:„Das große weiße Schweigen", Kapitän Scätts Todesfahrt zum Südpol, Kulturfilm. Dazu sämtliche Kurs« der„Urania-Bolks- hochschüle". Zu den Konzerten: Ross-Quartett, Jovita Fuentes. Wiener Philharmoniker, Dirigent Weingartner.(Sämtliche Beethoven'sche Symphonien.) Ffir.Urania-Mitgl Erm Karten zn allen Veranstaltungen, Mitgliedskarten-Erneuerung, Mitglieder- Neuanmeldungen täglich: Uranta-Biokasse, halb 10—1, und 3 bis 7 Uhr. Smetschkag. T. 20429. 4569 jBran>Urania>Rtno a. „Der Tänzer meiner Fran." Eine lustige Sache aus unseren Tanztagen! Willy Fritsch/ Marie Corda. Wran-Urania-Kino, täglich halb 6 und 8 Uhr. Smetschkäg. T. 20429. Sonntag, auch 3; Montag, nur halb 6 Uhr. -- Zentralverband der Angestellten in ST2> Industrie, Handel u. Verkehr, Sitz Teplitz- pSZw Schönau, Ortsgruppe Prag, veranstaltet SamStag, den 26. Feber, in Heines Winter- garten einen Masken- und Kostümball. Alle Privat- und öffentl. Angestellten herzlich willkommen. 4568 Aus der Partei. Jugendbewegung S. J„ Prag. Dienstag, den 22. d, M., AuS- schußsitzung im„Sozialdemokrat". Die Sitzung beginnt um 8-Uhr abends. Mittwoch, den 28. d. M-, Vortragsabend. BerbandSobmann Gen. Karl Kern aus Teplitz spricht über das Thema: fugend und Reaktion". Gäste herzlich willkommen. Kaust bei unseren Inserenten! dM 4267 vor Prager Volksbildungsverein„URANIA“ gibt tief erschüttert Nachricht vom plötzlichen Ableben seines langjährigen Buchhalters■• ADOLF HONIG der mitten in der Erfüllung seiner Berufsarbeiten am 18. ds. M. in seinem 64. Lebensjahre verschied. Die„Urania“ betrauert in ihm einen ihrer pflichttreuesten, aufopferndsten Mitarbeiter, dem sie stets ein bleibendes Angedenken bewahren wird. Die Einäscherung findet am Dienstag, den 22. Feber,'/,3 Uhr nachmittags im Krematorium statt. Prager VolksbUdungsverein „URANIA“.