MM *• McHn und Vrrwalluag, Prag, ll„ 7l»ka,lmka 11 Telephon«: Lagearedaktia«: 20795, 31460. »achkredaklioo: 26797. pofifcheckaml: 57544. M«att w«-« laut Taris MM berechnet. Lat»fieren GUschaNnngen prrlanachlah. 7. Zahrgmg. Zentralorgan der Deutschen sozialdemokatischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik. Dienstag. 1. MSrr 1827. Bezug»'Aebingllngev: Bei Zustellung in» hau»«der bei Vrzug durch dl» poft: monaUich.. Ki 16.— oieriellShrllch... 48.— halbfährig...., 96.— ganzjährig...... 192.— Rückstelluua von Manu- jkriolru«rfolgi nur bei Sin* fendüag der Ttelourm arten. erfttcuu mit rumayme Du Montag täglich IM Rr. S0. Aus dm Wege zu Berwaltnngssurrogaten. II, Die wirtschaftliche und soziale' Auswirkung der Berwaltungsresorm. Bon Franz KSgler. Man stelle sich nur den Umschwung vor, welcher hier bei der wirtschaftlichen und vor allem sozialpolitischen Seite des Aufgabenkreises der autonomen Bezirksverwaltungcn Hervorgemsen wird. In Böhmen sind beispielsweise 4390 Kilometer Straße in staatlicher Verwaltung und 30.000 Kilometer werden von den Gemeiirden und Bezirken verwaltet. Hiev hat sich die Initiative der Bevölkerung in den Ver. IretungSbezirken so stark zu entwickeln verniocht, daß es in einer ganzen Reihe von Bezirken zu einer folchen Verbesserung der Straßenwirtschaft kam, wie sie der Staat bisher nicht zu erreichen vermochte. Besondere Lobredner sind allerdings der Meinung, daß der Staat die bestgepflegtesten Straßen hat. Wer das deutsche Indu- st r i e g e b i e t i n B ö h m e n k e n n t, w e i ß, daß derStaat jeden Rekord hinsichtlich seiner Straßen mit den schlechtesten Bezirksstr aß en auf- »i m m t. Bon Vorbildlichkeit wird wahrscheinlich höchstens in der Umgebung von Prag die Rede sein können. Im ganzen nordböhmischen Siedlungsgebiete aber ist schon seit Jahren am Zustand der Staatsstraßen mit aller Dcutlicb» keit zu erkennen, wohin es fuhrt, wenn die Selbstverwaltung auf straßenwirtschaftlichem Gebiete ausgeschlossen wird, wenn der Wille der Bevölkerung zwar berücksichtigt werden kann, nicht aber muß. Eine Reihe von Bezirken ist' dein Staate in der Straßcnwirtschaft weitaus überlegen. Es sei hier nur an die Straßenwirtschaft des Bczirkes Tetschen erinnert, der eigene Schotterproduktion besitzt, seit dem Jahre 1923 24.195 Kubikmeter Schotter selbst erzeugte und davon mich den größten Teil mit eigenen Schotterlast- zügen verfrachtete. Während die Selbstkosten .eines Kubikmeter Schotters in der Eigenwirtschaft zwischen Ke 30.— und Ke 42.— je nach der Lage des Bruches schwanken, stellen sich die Selbstkosten des Schotters in den Brüchen, welche die staatliche Straßenverwaltung hat, nicht unter Ko 70.— für den Kubikmeter. Wenn also dos staatliche Schema im Verwaltungsbezirke Ätschen zur Anwendung käme, so hätten die Steuerträger dieses Ber- tvetungÄbezirkes für die selbsterzeugten 24.000 Kubikmeter Schotter nicht K6 840.000.—, sondern 1,800.000.— bezahlen müssen. Nur der Initiative des Bezirkes, seiner Vertreter und seiner Beamtenschaft, auf deren fachliche Qualifikation bei ihrer Auswahl besonderer Wert gelegt, wurde, ist es zu danken, daß sich die Stvaßenwirtschaft in dieser Weise zu entwickeln vermochte. Bei den Staatsstraßen trifft die Schuld der Vernachlässigung nicht den verantwortlichen Beamten, sondern-den Staat selbst, der diesem Beamten nicht die aus- reickwndcn Mengen des zur Straßenpflege erforderlichen Materials oder das zur Erzeugung und zum Ankäufe dieses Materials notwendige Geld m i t R ü ck s i ch i a u f a n d e r c staat- liche Bedürfnisse zur Verfügung stellt. Denn die gegenwärtigen Machthaber des Staates, für den Militarismus Milliarden bc-' anspruchen, so müssen alle, anderen Bedürfnisse zurückgestellt werden. Darin liegt eine sehr wesentliche Gefahr der.Verkümmerung der Aufgaben, welche jetzt durch die autonome Verwaltung zuin Nutzen nicht nur der Bevölkerung, sondern auch der Volkswirtschaft erfüllt werden. Was der Staat an seinen Straßen zu ersparen vermag, das zahlt die Volkswirtschaft an Betriebsmitteln, was sich die Auto- und Fuhrwerksbesther an Steuern oder Umlagen ersparens zahlen sie bei schlechten Straßen dem Mechaniker oder Professionisten für die' Instandhaltung der^Betriebsmittel. Es gibt allerdings auch solche Bezirke,' deren Verwaltungserfolge hinter einem Minimum weit zurückliegen. Das sind vornehmlich agrarische Bezirke. Das beweist aber nichts gegen die Selbstverwaltung. Das Bürgertum hat mehr als ein halbes Jahrhundert die Bezirke verwaltet und am Ende dieser Tätigkeit mußte es sich sagen lassen, daß cS die Lösung einer ganzen Reihe von Pro- bl e nt c n s ch u l d i g g e b l i e b e n i st. Es gibt eben bürgerliche Verwaltungen, die in der Fähigkeit, nichts zu lernen, jeden Rekord schlagen. Aber was das Bürgertum in den Bezirken nicht zuwege brachte, wird der in seinem Auftrage handelnde bürokratische Apparat noch weit weniger imstande sein. Der seinem Vorgesetzten verantwortliche Beamte wird nichts ohne oder gegen den Willen seines Vorgesetzten unternehmen, er sieht nur die Verantwortung gegenüber seinem Brotherren, dem Staate als Machthaber, nicht aber der Bevölkerung. Er ist auch dem Vertretungskörper, in dessen Bereich er arbeitet, nicht verantwortlich, sondern nux seinem Voigesetzten. Mit suchen schweren Mängeln muß die geplante Refonnie- vung der Vevwaltung das größte Mißtrauen der Bevölkerung auslösen. Der unmittelbare Zusammenhang zwischen der Verwaltungs- kövperschaft und den Bewohnern eines Bezirkes wich vollständig verloren gehen, die Reibungsflächen ober werden vergrößert, der Vcrwal- tungsdienst erschwert. Und in der sozialen Verwaltung? Die Bezirke haben auch auf diesem Gebiete in den letzten Jahren Neuschöpfungen ins Leben gerufen, die zwar in Deutschland schon seit Jahrzehnten bestehen, bei uns aber ahn« den Einfluß der Arbeiter in der Verwaltung wahrscheintich in einem Jahrzehnt noch nicht bestanden hätten. Die soziale F ü.r sorge ist fast nbevall ausgebaut worden. Man schuf Altersheime, K i n d c r c r h o l u n g s- Heime, Berufsbcratungs st eilen, W ö ch n e r i n n e n h e i m e, Schulärzte, orthopädische Fürsorge für die Kinder, Schulschwestern, führte Arbeitslosenaktionen durch, u n t e r» stützte in Not geratene Arbeiter durch Zuweisung von Lebensmitteln oder B e i st e l l u n g v o n K l e i- dern usw. Wie die Aufsichtsbehörden zu einigen dieser Einrichtungen stehen, beweist die Tatsache, daß der LandesverwaltungSausschus; in Prag an einen deutschen Bezirk die Anfrage stellte, ob die Schulschwcstcrneinrichtnng mit den Bestimmungen des 8 50 des Bezirksver- tretungsgesetzes in Einklang gebracht werden könne. Die Frage ist natürlich gleichbedeutend mit der Verneinung der Notwendigkeit durch die Aufsichtsbehörde in Prag, denn sonst hätte sie die Frage ja gar nicht gestellt. Statt also derartige Einrichtungen zß> fördern, die unterstellten.Verwaltungskörper zu ihrer Errichtung zu verhalten, denkt man „höherenoris" anRestriktionen der sozialen Einrichtungen. Die nach d"m Bezirksvcrtretungs- gesetze möglichen, allerdings bescheidenen Ansätze dieser sozialen Tätigkeit, für die es in der tschechoslowakischen Republik keine gesetzliche Norm gibt, wie etwa in Deutschland, werden ÄS das erste Ovfer der Vcvwaltungsreform stürzen. Solche Einrichtungen kosten Geld. Ihren unmittelbaren Erfolg sieht man nicht oder nur sehr schwach, auf keinen Fall aber in einem Jahre, sondern erst in viele.« Jahren a n dererböhten Volksgesundheit, an dem Rückgänge der Säuglingssterblichkeit, i m S in ke ij d er T u ber- k u l o s c n z i f f e r u» 5 i« b;• r SB c r in i n» d e run g d e r kö rpe rl ich ab no rm a le n Kinder und d a m i t a n d e r.E r h ö h u n g d e r M ö'g l i ch k e i te n, ins berufliche Leben e i n z u t r e t e n. Ten Erfolg eines Fericnerholungsheimes sieht vor allem der Bürokrat nicht und ihm sind alle Auf- wcndunaen, die dafür gemacht werden und iie nicht gering sind, zuwider. Der Staatsbeamte entstammt in der Regel nicht den Arbeiterkreisen, er. kennt die Bedürfnisse des Arbeiterlebens nur wenig, und wenn er'nicht mit sozialem Gefühle begabt ist, wird er auch gar kein Bedürfnis empfinden,.sich diesem Problem zU- ulwenden. Dabei machen die sozialen Em- richtungen stets'neue Sorgen, erfordern viel All Ile MIlkM Mell»>ll der MWMW« MM Jugendliche Arbeiter und Arbeiterinnen r Das Ergebnis der dcutsch-tschechisch.slowoli- scheu Büygerwgwmny ist wachsende Verelendung der arbeitenden Bevölkerung. Hunger und Arbeitslosigkeit. Unter Wirtschaftskrise und Teuerung leidet die arbeitende Jugend nicht minder als di« erwachsene Arbeiterschaft. Soweit die Arbeiter, jagend nicht arbeitslos ist, ist sie schamlosester Ausbeutung preiSgcgeben. Für die Lehrlinge gilt der Achtstundentag nicht mehr; das Ur- laubSgasetz wird von vielen Unternehmern mißachtet; die LehrlingSzüchterei steht in voller Blüte; der gewerbliche Nachwuchs ist ge- sunlcheitlich bedroht, er ist überlanger Ar. beitSzeit und Mißhandlungen auSgc. seht. Tie Staatsgewalt steht der wrrrschastlichen Versklavung und aestrndhvitlichen Schädigung der Arbeiterjugend nicht nur untätig zu, sondern un. terstüht die Bestrebungen des UtNernehmerNtins. Die Bürgevvcgievung hat den Soldatensold verkürzt und will die Verkürzung der Dienstzeit verhindern. Unter ihrer »Herrschaft haben sich die Zustände in der Armee in erschreckender Weise verschlechtert, die sich mehrenden Soldatenselbstmorde sind daftlr ein Ausdruck. Die geplante Abschaffu itg des SoldatenwahlrechtcS stempelt die Soldaten als Menschen minderen Wertes und verfolgt in Verbindung mit der Einführung des Landsturmes den Aweck, die proletarischen Parteien, denen die Stimmen der gegen ihre Vedran- gcr erbitterten Soldaten gehören, um diese Stimmen zu bringen. Die geplante Berwaltungsresorm will altdcttn Wrgehelwrttchkeitvm auch die politischen Rechte der Jugend beschneiden. Das Wahlalter für die Wahlen in die Bezirks- und Landetvertretunoen soll auf 21 Jahre erhöht werden. Dieser schändliche Plan, der jeder Begründung entbehrt und in seiner Brutalität nur noch von den metternichschen Polizeibestim« INN»gen deS Gesetzentwurfes über die Verwal» tuugsreform Übertrossen, wird, ist ein Schlag gegen die Demokratie, und ein Schlag gegen das allgemeine und gleiche Wahl» recht. Gelingt der Reaktion dieser Angriff auf die Demokratie, so wnd auch das gleiche Wahl- vecht sirr die Parlamentskörperschaften und die Gemeinden fallen. Die tschechoslowakische und deutsche soziolde« uwkratische Jugendorganisation, di« schon seit langem in gemeinsamer Kampffront stehen, rufen die pwlctarisch« Jugend dieses Lan- -des ohne Unterschied der Nation zum Widerstand gegen die schändlichen Absichten der Reaktion auf, die in ihrer Grundtendenz auf die Ein- führung des FascismuS absielen. Tie Proletarische Jugend hat die Pflicht, in dem schweren Abwehrkamvf gegen das brutale profitlüsterne Bürgertum in erster Reihe zu stehen und damit zu beweisen, daß ihr Freiheit und Recht Ideale sind, für die sie all ihre Bcacistenurg, ihre Opfer- freudigkeit und ihren KampfcSmut in die Schanze schlägt. So wie sich die beiden groben Verbände der Proletarischen Jugend zu gemomsaiuer Ab- wehr zusainmenfanden, muß sich die gesamte Ar» beiterjungend in den Verbänden der sozialdemo« kwiischen Jugend sammeln und sich mit ihrer Hilfe gegen d'.v Steigerung der Tyrannei zur Wehr setzen. Nieder mit der Reaktion! Nieder mit dem Militarismus! Es lebe das allgemeine, freie und gleiche Wahlrecht! Auf zmn Kampf! VONonnd vObor miädeZc(eshosiovenshc sirany socttlnC demokrailckt dilnlckt Sozialistischer Jugendverband für die deutschen Gebiete der Tschechoslowakischen Republik. Keine Zollerböbung ohne Neuwahlen! Wien, 28. Feber.(Eigenbericht.) Der Parteivorstand der österreichischen Sozialdemokraten erläßt einen Aufruf, der dagegen protestiert, daß die österreichische Regierung und die bürgerlichen Parteien den Zolltarif noch vor den Neuwahlen beschließen wollen. Die Arbeiter sollen fordern, daß dem Volke selbst Vorbehalten werde, bei den Neu- wählen über die Zolltarifnovelle zu entscheide». Sie sollen für die Forderung demonstrieren„Schuh d«n Kleinbauern und Landarbeitern ohne B?» lastung der Konsumenten und ohne Gefährdung unseres gewerblichen und industriellen Export-!" Zeit und viel Mühe. Alles Dinge, die den Kreis des Bürokratismus stören, die ihm zuwider sind und die bei ihm keine moderne Lösuna finden können. Wenn die Kraft der Initiative der Bevölkerung fehlt, wenn der Wille nicht da ist, die Fürsorgeeinrichtungen den Bedürfnissen der Bevölkerung und den modernen Erfahrungen anzupassen, dann sterben die gering cn Ansätze der soz ialen Fürsorge unbedingt ab. Damit aber wird die gesundheitliche Entwicklung der arbeitenden Bevölkerung aufs neue behindert. Gerade sie bedarf des gesellschaftlichen Schutzes am allermeisten. Wenn in der Fürsorge die Bürokratie entscheiden soll, wenn sic Krankenhäuser, Altersheime, Blindenanstalten, orthopädische Anstalten, Kindererholungsheime und ändere Einrichtungen der sozialen Fürsorge vevtvaltcu soll ohne Kontrolle durch die an oer Erhaltung dieser Einrichtungen unmittelbar interessierte Bevölkerung, vielfach ohne individuelle Eignung, so darf, man sich vorstellen, welche Wirkungen zum Nachteile der Bevölkerung zu er- warten sind. - Die Bezirke, die bis nun die Noüvendig- keit ihres Bestandes durchaus bewiesen haben, werden durch die Vevwaltungsrefovm zu lächerlichen Surrogaten derVer- waltung degradiert. Das muß sich natürlich unmittelbar in der Volkswirtschaft auswirken. Die sranzöfilchen Sozialisten ftir die RiMkehr zu Kreiswahlen. Berlin, 28. Feber.(Eigenbericht.) Aus Paris wird gemeldet, däh die Parteivertretung der So- zialistc» mit Zweidrittelmehrheit die Abgeordneten von der Verpflichtung für das Verhältnis. Wahlrecht einzutreten, entbunden und sie dafür verpflichtet hat, dem Regierungsentwurf zuzustimmen. Tiefer sieht Einzelwahltreise vor, enthält aber doch einige Verbesserungen gegenüber dem heutigen System. Das reine Verhältniswahlrecht dnrchzusctzen, bestand kein« Möglichkeit. Die Schäden und Nachtoile werden eines jahrzehntelangen Kampfes bedürfen, um beseitigt zu werden und um den Stand zu erreichen, den wir gegeMvärtig auf dem Gebiete der Sozialfürsorge haben. Diesen Kampf zu führen, ist unsere Aufgabe. Im Grundsätzlichen geht es um folgende Frage. Die Arbeiterschaft hat durch das allgemeine Wahlrecht in der öffentlichen Verwaltmrg einen starken Einfluß gelvonnen. Mit diesem Einflüsse werden die Besitzintcressen der Bourgeoisie bedroht. Das allgemeine Wahlrecht kann inan nicht vollständig beseitigen, man braucht die demokratische Fassade, will aber unter allen Umständen den Einfluß der Arbeiter verkürzen. Das erreicht man eben, indem man die Verwal- tungSkörper dem Einflüsse der Bevölkerung entzieht, ihre Befugnisse einengt und die der Bürokratie erweitert. Dadurch wird Gemeinde und Bezirk zu einem unbrauchbaren Werkzeuge für die Arbeiter, sie können mit der öffentlichen Verwaltung nichts anfangen, und dieser Zustand ist derselbe Effekt, den man mit der Fort- nahme des Wahlrechtes erreicht hätte. Die Herrschenden vergessen, daß sich die Entwicklung nicht aiifhalten läßt. Jede reaktionäre Maß- nahme löst die Kräfte zu ihrer Beseitigung aus. Die Sozialdemokratie wivd durch keine Verwaltungsreform niedergekämpft, sie ist nach jedem Angriff des Gegners machtvoller emporgestiegen..»' XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXKXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXJO Ml Dienstag, i, März 1927. Die aMviftifchen Erfolge. Den Chriftlichsozialen wird langsam schwül. Ein paar Monate»rochte eü ihnen gelingri«, ihre eigenen Anhänger über die traurige Wahrheit hin- tvögzutäuschcn, daß der eigentliche Inhalt und die eigentliche Bedeutung ihres MitrcgiercnS im Staate die soziale Reaktion ist, einige Monate mochten sie der doutschen Bevölkerung, der sie nationale Erfolge versprochen hatten, mit Gluck Godukd Predigen. Aber nun, da die Novellierung der Gauvcvfassung zur Verhandlung steht, di« Neuovganisicning der Politischen Verwaltung, deren engen Iu'sainiuenhang mit dem nationalen Prohlcin nr der Tschcchoslotvalei nienrand leugnen kann und wäre er auch deistsch-aktivistrsches Mitglied der tschechischen Reg!erungskoalit»n, heute sehen di« Ehrsstlichsozialen, daß sic mit bloßen Versprechungen keinen-Hund hinter dem Lscn hcrvorlockcn können und daher bemühen sie sich im Schweiße ihres AilgesichtS, positive Erfolge der Rdchr-Harring'schen Miuii'rerschaft aukuzeigen. Aber woher nehmen? Nirn, wenn man sie nicht finde»« kann, muß man sie eben erfinden. Dies mt die„Deutsche Presse" in einen« Leibartikel, dem man die Verlegenheit, aus der er errtstanden ist, deutlich anmerkr. Man lese nur, wie der arme Lobredner des LlktiviSinus sich w!n- det und dreht: .bekanntlich haben di« deutschen Regierungsparteien-ei der Frage der VeKvalmngSreform ihre Bedenken gegen di« Ernennung eine- Drittels der Bezirks- und LandeSvertretnngcn Immer Wieder betont. Im Motiverrbericht wird zu diesem Punkt di« Versickerung gegeben, daß die Ernennung„verhältnismäßig" erfolge» wird und jeder Jurist weiß, daß der Motive»bericht für di« Interpretation von maßgebender Bedeu. 1«Ng ist." TaS hört sich ganz schön an. Nur schade, daß vor wenigen Tagen am 13. Feber in der„Deutschen Presse" stand: ,Leider stehen diese Sätze aber nur im Mo- tiv«nbericht und eS muß daher wiederum be- :ont werden, daß ein« denrcntsprechende Verfügung anch im Gesetze selbst oder zumindcstcnS in einer Verordnung Platz finden muß. Wird diei der Fall s«in?" Bor 14 Tagen wollte sich also di«„Deutsche Presse" mit dem Motivciebericht nicht begnügen. Mik Recht, denn„jeder Jurist>vciß", daß der Mo- riveubcricht tvohl ein Hilfsmittel st»r d«e Auslegung dcS Gesetzes ist, aber keineswegs bindend für seine Anwendung und daß er daher nicht im Ent- fcrntesten ein« Ächewng des Anspruchs der Deutschen bedeutet. Der Erfolg der Aktivisten innerhalb der letzten 14 Tage scheint also darin zu bestehen, daß sie aus dLse Sichennm im Geseke« seist verzichten nnlßten. TaS Köstlichste aber ist, daß auch die Stelle im Motivcntbericht, auf die sich die„Deutsche Presse" beruft, gar nicht von der Verhältnis mäßigen Vertretung der Nationen handelt, sondert« von einem ange- «nessenen Verhältnis der Fachmänner für die Frage«! des Rechts, der Finanzen, der Volkswirtschaft, der sozialen Fürsorge, der Technik, des GcsundhcitSwestnS und der Kultur. Aber die„Tclltsche Presse" hat««och eine« Trost: „M a n e r k l 8 r t bereit» allgemein, daß auch offizielle Seiten erklären, daß dieses ErnrnnnngSrecht nicht sür nationale Awecke miß, braucht und nicht zi« Tschechisienmgozwrcken verwendet werden wird." Arme Leute kochen mit Wasser. Ter Portier-es Innenministeriums hat einem Journalisten gesagt(man erklärt) oder vielleicht auch einvnr Friseur(man erklärt ganz allgernein), daß ein Mknlsteriatkrat einem inkerveniercnde» christlichsozialen Al'geordnetc» gesagt hat stnan erklärt auch von offizieller Seite), daß die deuische» Regie« rungsparteici«, solange sie«hen in der Regierung sitze», bei den Ernennungen berücksichtigt werde«« sollen. Und da» soll ein so gewaltiger Erfolg fein, daß«narr au Aicheu und Wunder geglaubt hatte, — sagt die.^deutsche Presse"— lvenn zur Zeit der alluatiorwlen Koalition ein Kramak über ein solche» Gesetz referiert hätte, in dessen Begründung, wenn auch schüchtern(!) von der entsprechenden Verhältnisumßigkeit die Rede ist. Zerchen»»nd Wunder! Weiß der-Herr Redakteur der.Helitschen Presse" nicht, daß das VcrhältniSwablrecht, die gerechte Vertretung der nationalen Minderheit«» der große Schlager der tschechische«« Propaganda gewesen ist, mit-em sie vor aller Welt ihr« restlose nationale Gerechtigkeit dariun wollte? Ilm G a u g c s e h war deir'Deutschen die angeinessen« BertreNNtg tatsächlich gesichert, nanckich durch das Proportioualwahlrecht, da die Gau- und Bczirksvertretirngen alttzer den stimmberechtigten Beamte«», die uns ja«ich nach den« neuen Entwurf erhalte«« bleiben, nur getvählte Mitglieder zählen sollten.?llso ein«rein tschechisches Parlament, in tvelchem di« Deutschen nicht einmal als oppositionelle Kritiker zur Geltung kommen konnte», gewährleistete die verhältnismäßige Vertretung der Deutschen i» der« autono- «nen Körperschaften. Einer Mehrheit, die drei deutsche Parteien zu ihrem wesentlichen Bestandteil zählt, blieb eS vowebalten, diese BerhÄtniS« Mäßigkeit von den« guter« Willen und der gerechten Gesetzcö-AuSlegung der Regierung abhängig zu «nache««. Eine ganz bedeutende Verschlechterung deS geltenden Rechte», das ist in Wahrhert der aktivistisch« Erfolg. Ter zweite Erfolg, der mit vieler Mühe zu- anrmcnzuklaubcn war, ist die Hoffnung(!), daß die Sprachenverordnruig für die Landes- und Bezirksvertretunacir, die in ihrer heutigen, auf die lowakischen Verhältnisse zugespitzten Fassung ein- äch unmöglich ist, eilt wenig gemildert werden oll. ES kau«« sogar sein, daß irr dieser Richtung wirklich kleine Verbesserungen Platzgrcifcn werden. Dem«, eS wäre ja in der Praxis unmöglich, in Bezirke«« mit SV Prozent deutscher Bevöstevung den absoluten Vorrang der tschechischen Sprache mit allen feinen Konsequenz««« aufrocht zu erhalten. Daß man niat«nit all««« gegen di« eine tschechische Stimme, also auch mit den Stimmen der Christlichsozialen und der Gewerbepavtei, die von den Sozialdenwkraten vorgcschlagene Pro- testrofolutioi« angenommen. In der Entschließung wird auf die ungeheuren Gefahren der geplante«« Berwaltungsreform hingcwiesen, sie Protestiert ^egen der« Raub der Selbstverwaltung, gegen die Entrechtung der nationalen Minderheiten und gegen di« Verschärfung des absolutistischen Prügel- patentS. ES heißt schließlich: „Di« Stadlvertretung erwartet in Würdigung dieser Umstände von allen politsschen Parteien, daß sie in diesem Sinn« für eine wirkliche Reform der staatlich:» Verwaltung eintreten werden. Sollt«« sich aber politische Parteien finde«, die tm Sinn« des RegierungSantrages«in« Neuregelung Gesetz werden lassen, dir diesen Grundsätzen zuwiderlaufen, so hätten dies« di« Folge«, die durch di« Bedrohung der Selbstverwaltung und dir Verschärfung der nationalen Bedrückung, die daraus«atur- notwendig entstehen würde«, allein zu verantwort«." Hier haben also Christlichsoüale und Ge« werbeparteiler ihren eigenen Partei««« den Borwurf deS nationale»« Verrates gemacht! Ei«««n ähnliche«« Protest beschloß die Stadt- vertrctnna in Eger, die mst 32 Stintmen, bei fünf Enthaltungen, den sozialdemokratischen Protestanirag aunahu«. In Eger versuchten allerdings der Vertreter der Klerikalen und«in Stadtverordneter der Gewerbe- Partei gegen die Resolution zu polemisiere». Sie rieten den Teusschen, sich mehr auf das Bitten zu verlegen,«na«« werde dann bei der tschechischdeutsche»« Regierung mehr erreichen. Trotz de» Widerstandes der FraktionSführer stimmte ein Teil der christsichisozialen und gowerbeparteilichen Vertreter für die Protestresolution. Sehr bezeichnend ist der Protest der«näh- rischen Stadt Zwittau gegen die geplante Vergewaltigung der bürger- lichen Freiheiten. Diese Stadt Ist«Ine Hochburg der Klerikalen, die dort nicht Mr«in Drittel aller Gemeindevertreter haben, sondern auch von Herrn Senator F r i t f ch e r, einem leitende»« Mann der KnödeUDsg«, geführt werden. Fritscher entzog sich ztvax einer Auseinandersetzung in der Gemeindestube und sein« Leute enthielten sich der Abstim- «Nlrng, die übrige«« Parteien aber brachten ihren entschiedenen Protest gegen die klerikalograrischc „Refornr" zum Ausdruck. In der Kundgebung der Stadtvertretung heißt«s: „Der nationale Streit, durch tvelchen unser ganzes öffrutliches Leben vergiftet, die wirt» fchaftliche und kulturelle Entwicklung der Völker geheiuin« wird, soll in erhöhtem Maß« seine Förderung finden,«in« freie Betati. gung der MinderheitSnationen zur Unmöglichkeit lverden. Gegen diese beabsichtigten reaktionären Matz- nahmen und Verschlechterung«» unserer staotS» grundgesetzlich getvährleisteten Rechte und den da. init verbundenen' Gefahren für unsere Freiheit und unser BollSkum erhebt di« Stadtvertretunq energischen Protest. Sie protestiert gegen di« politische und nationale Entrechtung und Verfälschung der Demokratie; gegen beit kurzsichtige» und brutalen KlassenegoiSmuS der Herrschenden; gegen dir Verfälschung deS Gedankens der Selbswerwalning; gegen Gewalt- und Polizeiherrschast, bürokran- scher Willkür und politischer Rechtlosigkeit." Wo» im deutschen Volk Stimme zum Protest und Beruf zur freien Meinungsäußerung in sich fühlt, läuft Sturm gegen die schandbaren Pläne der Bürgrrkoalition. Einer so einmütigen Opposition, einer so geschlossrnen Ablehnung sah sich noch selten«ine herrschende Partei gegenüber. Die „Deutsche Presse" aber meint„Wer die Erfolge des AktiviSmu» nicht sieht, dem ist nicht zu Helsen" und hat recht: Wer dieseErfolge, diesen Verlust an jeglichem Vertrauen nach vier Monaten des Regierens nicht sieht, dein ist wirklich nicht zu helfen! Steife in den tzanvelsoerttags- Verhandlungen. Seit Monaten verhandelt die Tschechoslowa- kei mit Ungarn nnd Oesterreich über de«« Abschluß eine».Handelsvertrages. Da die Wirt- schaftlichcn Beziehungen zwischen den genannten drei Ländern sehr rege sind, ronnnt diesen Verhandlungen für die Förderung unsere» Wirt- sihastslebena große Bedeutung zu. Die Unterhändler kommen aber in den Verhandlungen nicht vom Fleck und augenblicklich droht der Abbruch der Verhandlungen mit Oesterreich. Auch in den Berhandkrngen mit UtMrn ist«in Abbruch durchaus im Bereiche der Möglichkeit. Für daS' tschechoslowakische Wirtschaftsleben wurde das eine Katastrophe bedeuten. Voi« dieser Einsicht sind aber, wie eS scheint, die Parteien der Regierungsmehrheit Nicht erfiillt. Die» geht aus dem Organ oe» Ministerprasidentei« dein„Benkov" hervor, m welchem sich ein Leitaufsatz mit den Handelsvertragsverhandlungen bc- Rund wo die Meinung vertreten wird, daß stige Abschluß der Verhandlung«« mit Ungar»«' viel mehr im Interesse der Ungarn gelegen Ae Frieda. Novelle 5 von Fritz Bondy. Der Weltkrieg n»uß über die Leinwand rasen, un» deut Drania des Mädchens zu einem guten Ende zu Holsen. Aber kein Umweg wird gebart. Man schlickt den Helden als Offizier mitten im Entsetze» deS Schützengrabens, dar««« wieder feine Gattin unlgebeu von einen» Schwarm Hofmacher; der Held schleppt sich schwcrvcrwllndct ans dem Gewühl eines Nückz««gs, bricht aber zusammen. In der gleichen Stunde erhört seine Frau einen ihrer Kavaliere. Der Krieg ist zu Ende; der Held gilt für tot, seine Gattin ist mit ihren« Liebhaber geflohen, daS arme Mädchen entschließt sich, den Buckligen zi« heiraten, der zu Geld gekommen ist. In der allerallerletzle»« Stunde taucht der Totgegla»«bte, beit Arm in der Binde, wieder ans. Um a««ch das letzte fonuclle Hindernis aus der Welt z«« schaffen, ist seine Gattin tödlich verunglückt, er kann dem armen Mädchen seine hochadlige Hand reiche». Abermals i«u«ß der Bucklige, der eben feine Braut zur Trauung holen will, mitansehen/ wie der Held das arme Mädche«» nach schicklichem Widerstreben an sich ziehen darf. Ganz gelöst von der Erschütterung verließ die Frieda das Kino. Draußc»« auf der duiiklen Straße ergriff Herr Lembke ihre«« Arm, und sie «n gingen ein« Weile schweigend>«ebe«winander. Plötzlich blieb die Frieda stehen. „Mein Gott", sagte sie,„ich weiß ja noch gar nicht, wo ich heute schlafe«» werde; ich habe - doch nicht einer« Pfennig." -Herr Lembke räusperte sich ein ivenig. »Missen Sie ivas, Fräulein? Zuerst wollen wir einmal Albendbrot essen. Das übrige wird sich schon finden." Herr Lembke fiihrte die Frieda«nieder in da» Restaurant, wo er sie kennen gelernt hatte. Er bestellte ein sehr üppiges Abendessen und eine Flasche Rotwein. Die schwarzen Fittiche deS Schicksals, die eben noch vor« der Leinwand her Friedas Laune verdüstert liattrn, sind gcschwun- deu,»«an erinnert sich ai« Chaplin und den graubärtigen Liftboy,-Herrn Lembkes Wesen wird immer weniger durch die Solidität seines dunkelgrauen Anzugs nnd iutNlcr mehr durch die leichtfertige Farbenpracht seiner seidene«« Masche be- stiimnt, und so verroht der Abend in fröhlichster Einigkeit. Un« zwölf, als man Miene«««acht, das Lokal zu schließen, sagt die Frieda: „Jetzt weiß ich noch immer nicht, wo ich heilte Nacht schlafen werde." Aber der Flasche Rotwein Ware«« ein paar Gläschen Künnnol gefolgt, und so kommt eS, daß die Frieda diese Worte mit feuchten, glänzenden Augen nnd einem glucksend:» Lachen sagt. V. „Was haben Sie d:nn da für ein neues Mädchen", fragte Frau Doktor Westphal nach der erste«« Begrüßung. „Eine Perle, liebste Frau Doktor, eine Nnchre Perle! Soo anspruchslos und dabei fooo fleißig!" „Na, da haben Sie aber Glück gehabt!" Fra«« Kruse war ganz begeistert:„Das erste Mal, daß Ich zufrieden sein kann. Sie wissen ja, ich habe doch kein ordentliches Mädchenzimmer, und dar»««,« wollte mir auch keine bleiben. Na ja, es ist ja schliiiM geweseir. Die Mädchen mußten immer auf einer Bank in der Küche sthla- fen. Aber denk«,« Sie nur, da habe ich unlängst bei Wertheim ein neues Pateuünöbel gesehen, bei Tag ist eS ein KüHentisch und für die Rächt klappt ina«« cs auf, da,m ivird ein richtiggehe««- drS Bett daraus." „Rein, wie praktisch! Das««»üsse«« Sie mir gleich nachher zeigen." „Und dabei gar»licht»euer! Bloß zwei Millionen hat eS gekostet. Heute kostet eS schon vier. Dmtor Rase»«ack meint wohl, es wäre nn- hygienisch; und eS ist ja auch wirklich nicht appetitlich, daß das Mädche«« i» der Küche schlafen muß, aber,»nein Gott, ivaS soll mar« Inn!?" Fran RechtSailwalt Wetzten betrat den kleinen Salm«, groß und stramm wie ei»« friederi- zianischer Grenadier. Sie war eine geborene von Pahltzow, Baier und Bruder war«»« kommandierende Gerierale gewesen, das alles verpflichtete. Mit ihr kam das kleine,«in wenig eingetrock. nete Fräulein vor« Lcsseirthiu, das ein Pensions- hauS in den« mückenberühmte«« Badeort Kitzerow besaß, und die bitten« Gefühle der neue»« Zeit gegenüber je nach Zahl, Art i«r«d Konsossion der Gaste abzustufen verstand. DaS neue Dienstmädchen genügte noch längere Zeit dem KorrversationStalettt der Damen. Doch konnte nicht auSbleiber«, daß die Dienstbotenfrage bei dieser Gelegenheit auch vor« allgemeine«» Gesichtspunkte«« erörtert wurde. Frau Kmse ivar erst zweieinhalb Jahre vcr. heiratet und geneigt, ihre Weltanschauu««g durch die lobenswerte Maxime„Riel,« Gott, so ein Dienstmädchen ist doch auch ein Mensch" irr milderem Lichte zu zeigen. Aber die ander«« Damen, die langjährige Erfahrung voi« dem Gegenteil belehrt hatte, verwiesen ihr daS streng, wenn auch ein wenig bemutternd. „Nein, nein, liebe kleine Frau Kruse", kommandiert« Frau Rechtsanwalt Wctzien,„mit solchem Gerede soll»«an gar nicht erst anfangen. DaS wäre ja noch schöner." „Die Dinger Werder« ohnedies alle Tag« • frecher", erklärte Fräulein von Lessenthin,„da hat doch unlängst meine Johanna alle Woche«in Bad verlangt. Irgend so ein Mädchen von einer jüdischen Sommerpartci hat sie aufgehetzt. Die hat behauptet, sie kriegte das bei ihrer-Herrschaft." Frau Doktor Westphal, die auch schon ein wenig von demokratischen Ideen angekrmrkclt lvar, meinte: „Ein Bad in« Monat habe ich»««einer Lina erlaubt, aber nicht mehr als zehn Zentimeter hoch heißes Wasser. Bei den Gaspreisen.. Frau Rechtsanwalt Wetzien sah das als eine übertriebene Konzofsio»r an. ,Menn ich an»nein Elternhaus zurückdenke ...! Da war doch noch die richtige Zucht! Anders wäre es gar nicht gegangen... Da war ja auch der Bursche meines BaterS... wem« so'«« Mädchen sich mit dmn eingelassen hat, gab«S einfach eine rechts und eine links nnd danir raus.. ,!" Damit stinmtte auch Fräulciu von Leffe««thin herzlich überein. Frau Kr»«se hatte, infolge ihrer noch nicht einmal drei Jahre dauernden Liebesersahrung auch in diese»» Punkte ein gewisses BerständniS. „ES kann ja fein, daß ich zu gut bin,«nein Ma«u« sogt das auch imnwr. Aber ich bettle, wen» so ei«« Mädchen die galize Woche gerackert hat, kann man ihr schon etwas Spaß gönnen. Meine Frieda hat eilten Bräutigam, der darf sie Sonntag nachmittags hier abhole««." „Was, de»« lassen Sie i««s Haus?" Die koni- mandicrcude Generalstochter und»schwester mußte den empört«»« Kopf lit die linke Hand legen. „Gott, ich sage...!" sekundierte Fräulein von Kessenchn«. (Fortsetzung folgt.) CeUc N. stmps-er verrrattungsresorm! Brünn, 28. Feber. Heute qhends fand im -chubertbund-Saale ein« sehr gut besuchte Der« sammlung unserer Partei statt, in der Genvsse Senator Nießner das Referat über die -erwaltungsreform erstattete. Er forderte zum sshärssten Kampf gegen dieses reaktionäre Mach» merk mit feinen unerhört brutalen Bestimmungen auf. Unter dem lauten Protest der Versammlung «gliederte Genoss« Nießner die einzelnen Be» slimmungen des neuen PrügelpatenteS und machte aus di« ganz« Größe der Gefahr ausmrrlsam, die tat Proletariat mit dieser verioaltungSreform droh«. Unter lebhaften Zurufen und stürmischen -cifall« macht« der Redner di« deutschen Re» elerungsparteien für das reaktionär« Ge» fttzverantwortlich und forderte die Arbeiter auf, für den unausbleiblichen Zahltag zu rüsten, ist al- in unserem. Das Blatt schreibt unter anderem:„Werden uns die Magyaren Schwierig- taten machen und sich unserer Industrie gegen« iiber absperren, können die Folgen dieser Handelspolitik nur sie treffen." ES wird dann weiter der Meinung Ausdruck gegeben, daß wir auf das ungarische Mehl verzichten und dafiir amerikanische- Mehl beziehen konnten. Wir glauben schon, daß eS den Agrariern nicht so unangenehm lväre, wenn di« HanoelSver- traa-verhandütngen mit Ungarn scheiterten. Di« Folge davon wär«, daß weniger ungarisches Mehl p nn- hereinkäme und das heimische Mehl infolgedessen im Preise steigen würde. Die Bevöl- Icruna hatte dann teureS Mehl»»nd Broi, ater die Agrarier hätten fette Profite. Tlbgesehen davon aber würde das Scheitern der Berhanolun- gcneine» schweren Nachteil für unser« Industrie bedeuten und die chronische Krise in der Industrie der Tschechoslowakei, die Masten, arbeit-losigkcit, die augenblicklich herrscht, noch der, Harfen. Dasselbe gilt von den Perhandlungen mit Oesterreich. Die Wirtschaftspolitik, die die lschcchostowakei in-en ersten Jahren der Nachkriegszeit gegenüber Oesterreich betrieben hat, hat p Folgen geführt, die fiir die tschechosloivakische Lirtslhaft von dauerndem Nachteil sind. DaS »igt sich beispielsweise an der Erzeugung von Alker in Oesterreich. Während in der ersten Zeit »ach dem Kriege mir neun Prozent des österreichischen Zuckerkonsums durch Jnlandserzeugung gedeckt werden konnte, ist di« Dcchmg jetzt durch Wdchnnng des Rübenanbaucs auf 45 Prozent St» Bedarfes gestiegen. Wen» die Entwicklung so i«iter geht, wird Oesterreich nicht nur aufhören, ilbnchmcr der tschechoslowakischen Zuckcrindustrie i» sein, sondern es tvird der tschechoslowakischen Klckerindustrie auf dcni Weltmarkt Konkurrenz , ie«iten. So steigert die Wirtschaftspolitik der Regie- - iingsmeyrheit die Krise in der Industrie und ver- «uert die Nahrungsmittel der Bevölkerung. Der 4. März. Unter dem Regime Mayr-Harting und Spinas. Die herrlich weit wir eS unter der Minister lcheft Mayr-Hartings und Spinas gebracht haben, zeigt das Verbot der März feier dunch den Str r n be r ge r B ci r k§ h au pt m a nu. ric Sra dl gemein de Starnberg hatte di« Abhalmng der Märzfcicr für den 8. März, rchmittags 2 Uhr, angczcigt nnd das Ersuchen MM, das Mitnehmen von schwarzumflorten Aininsfahnen und das Tragen von Vereins- abzeichen zu erlaulin, und weiter zu genehmigen, die Vereine von ihren Heimen i>r geschlossenem Zug zum Friedhof marschieren dürfen. Ter Stern- krgcr Bc.irkshauptmann aber verbot die Feier am 8. Mär; überhaupt, mit der Begründung, daß «it diesem Tage P o r b e r e i t u n gc n(!) f ü r di e G c b u.r.t S tags feie r des Präsiden' le« Masaryk getroffen werden müssen. Und er v e r b o t tveiter, daß beim Abhalten der Feier an einem anderen Tage Fahnen getragen und Berci nsa b;c i chc n angcsleckt werden, nnd daß im ge sch l o s se n e» Zug-um Friedhof marschiert wird. Die Steruberger Bevölkerung ist durch das«Verbot natürlich in Erregung versetzt, da sie sieht, daß die Ministcrschaft der Teutschbnr- aerlichen nicht einmal die Abhaltung einer Gedenkfeier garantiert. Daran ändert auch der llm- stand nichts, daß der BczirkLhauptmann die Zkb- haltung der Feier am Freitag, de» 4. März, unter den einschränkenden Bedingungen gestatten will. Di« Bevölkerung lök>! sich nicht vorschreiben, mann sie eine Feier abzuhalten hat. Es steht zu «rtvarten, daß schon i» den nächsten Tagen das Nrbot Gegenstand von Beratungen der Parteien sein wird. Unsere Genostcn verlangen, daß unter allen Umständen das Verbot aufgehoben, und daß Mn den Slernberger Bezirkshauptmanu, der sich solche Eigenmächtigkeiten schon öfters erlaubt hat, vorgegangen tvird. Gemeindewahlen in Fii-in. Bei den sonntägigen Gemcindewahlen in Zivi» erhielten die tschechischen Sozialdemokraten 2ll Slnnnien(ein Mandat), die Kommnuisten 277(zwei), eine zum erstenmale kandidierende, von den Kommunisten I akgespaltene Gruppe 7J G(fünf), die tschechischen! AatioMlozialisten 1089(sieben), die Gewerbetreibenden fünf, die Arbeiterpartei ein, die Nationaldemokraten neun, die. Klerikalen vier und die Agrarier zwei Mandate. Gegenüber den letzten t Parlamentstvahlcn haben die tschechischen Sozialdemokraten und die Agrarier einen kleinen Stim- inenzuwachs zu verzeichnen, tvährend National- I sozialislen und Natioualdemokrateu empfindliche Einbußen erkeiden. Am gewaltigsten aber ist der! durch die Spaltung herbeigeführtc Stinnnenrück I gong bei d«n Kommunisten, die fast zwei! Driitel ihrer Stimmen von 1925 derlore« When,\ Ungar« fingiert wieder eine„kommimiftische Beschwörung"! Budapest, 28. Feber.(MTJ.) Die Polizei- korrespondenz meldet: Die Polizei hat seit 28. Feber in Budapest und in der Provinz eine große Anzahl von Verhaftungen vorgenonimen, oa sie sestgestellt hatte, daß neuerlich eine das ganze Land nnifasscndc bolschcwistlsche Or- g«nlsation im Zuge ist. Diese Agitatio» er- streckte sich außer ans Budapest und Umgebung »och ans Debreczin, Miskolsz, Fünfkirchen, Szol- nok und Kaposvar. Ihr Leiter war Soltan S z a n t o, der während der Proletaricrdiktatnr in Ungarn neben Samuel! Letter des Wohnungs- amteS war. Salta» Szanto, ein Bruder des ehemaligen Bolkskommistär- für KriegStvefen Beka Szanto, wurde Sonntag früh auf der Flucht in einer G r c n; st a t i o n verhaftet. Außerdem sind sämtliche Mitglieder der bolschewistischen Organisation von der Polizei ergriffen worden, dar- unter einer, der in Budapest die Moskauer Gelder verwaltete, und ein anderer, der ans Rußland behufs Errichtung einer Druckerei in der Umgebung Bndapefts hieher geschickt worden tvar. Die ae- gesamte Leitung der ungarländischen Partei der jugendlichen Arbeiter wurde verhaftet. Derzeit befinden sich 50 leitende A g i t a t o r e n i n Haft. Soltan Szanto, der unter dem falschen Namen Josef Ezillag nach Ungarn gekommen tvar, and zahlreiche auf diesen Namen lautende Dokumente besaß, gab bei seinem ersten Berbör an, daß er über Betrauung Moskaus nach Ungarn gekommen sei, tvo er sich seit Mitte Jänner befinde. * Budapest, 28. Feber. Im Zusammenhang mit der Aufdeckung der kommnuiftischcn Verschwörung sind bis jetzt 72 Personen durch die Polizei verhaftet worden. Dir Kommunisteil planten die Ausbildung einer Sturmtruppe, die aiii 24. März, der Jahreswende der Proklamierung der Rätcdiktatnr, eine große Straßcndemonstratio» veranstalten und eventuell blutige Zusainuieiistöße mit der Polizei provozieren sollte. ES stellte sich heraus, daß Szanto auch in Oe st erreich einen Putsch für den 24. März plante. Um den Religionsunterricht ist das christlichsoziale„Volk" in Jägerndorf anscheinend sehr besorgt. Bekannilich l»al der K atecheten verein vom Schn! Minister Dr. Hadia gefordert, an den Mittelschulen, und-ivc.r in allen Klassen den Religionsunterricht einzuführen, die römisch-katholischen Feiertage al- Ferialtagc zu erklären nnd für den Empfang der Sakramente zjvei Halbtagr freizugeben. Das„Boll" erklärt die Meldung der Presse „in dre,sor F o r in" fiir unrichtig. Wohlgc- mevkt nur„in dieser Form", die Tatsache selbst bestreitet das Pfaffenblatt nicht: ganz im Gegenteil, gibt das„Volk" zu, daß sich-er Katechetenverein mit der Herbeiführung einer Aen-erung befaßt, ltnd nun erhebt das hochwürdige Blatt ein Lamento, welche Schwierigkeiten dem Kalr- cheten an den Volks- und Bürgerschulen bereitet werden. So werden Abteilungen gebildet, die Re, ligionsstundc» als soaenanme„Eckstunden" an den Schluß der Unterrichtszeit verlegt: aber„größer al- die mehr oder minder den technischen Schul« bewirb angehende»» Schwierigkeiten sirrd die Hammnissc, dir idem Religionslehrer-nrch den Geist des heutigen Schulbetriebes in den Weg gelegt iverden." Man bedenke nur:„Zivischeu-em Religions- unterrichie und den übrigen Nnterrichlsgegenstän- den besteht in der heutigen Schule gar kein Zu- scnnmenhaug. Oft genug komnrt es vor, daß kir änderten llnterrichtsfächern das Gegenteil von dem gelehrt wird, was in-er Religimrsstnnde vom-Katecheten als Glaubens. und Vernunft« ivahrheit dargelegt wird." And sie nicht die ivahren Opferlämmer, diese heiligen Katechet«», die uuschilldigen Opferlämmer unserer glaubens» rind darum sittenlosen neuen Zett? Was alber das „Volk" rrnd mit ihn« die übrige klerikale Presse nvu entdeckt zu Habei» vermeint, haben wir schon vor Jahrzehnten den Arbeitern immer und immer gesagt: Daß nämlich die Ergebnisse der freien Forschung— leider Gottrs'.— nicht immer mit der geoffenbarten Wahrheit, die die Kirche allein besitzt, und, genau dosiert, weiter gibt, übereinstimmt. An diesem Widerspruch ist jedoch die Wissenschaft nicht schuld. Wir ldibcu ebenso seil Jahrzehnteil immer ans daS gcwdezn tragische Moment aller bisherigen Erziehung nicht nur verlvioseii, das in dem schivercn Konflikte beruht, in dem daü Kind durch die offen zutage liegenden Widersprüche zwischen„Rcligionswahrheiten" und iveltlichcm Unterrichte verstrickt ist. Gerade die geistig regsamen Kinder iverden von Dualen des Zweifels hart gepeinigt.-Heute kouimt daS„Bolt" mit diesen»„Widerspruch", der naturgeniäß immer schärfer, immer unerträglicher iverden muß. Dann betoiit das„Volk" ganz natürlich, daß die Schule eine bürgerlich-sittliche humanitäre Moral verficht, im Gegciffatze;um hochiv. Katecheten, -em die Welt das Jammertal nnd nichts anderes ist, Durchgangsstation zum Hinnnelroiche. Im zweiten-Hauptstücke des Artikels beschäftigt sich das klerikale Blatt mit den„r e li. g-iösc n Uebu ngen". Es macht sich dabei der ärgsten Jesuiterei schuldig, indem es sagt, daß ainh in anderen Fächern„Uebniig" des Gelernten gefordert lverde. Ei, das ist seltsan«! Daß z. B. die.Kinder malen nnd zeichnen, rechnen, das Einmaleins üben, geometrische oder physikalische For. meln lernen, Jahreszahlen in stjeschichte sich einprägen, im Tirrnen den dlnsfall nnd die Bauch- welle lernen, ass das soll Gvund nnd Ursache sein, auch„religiöse"„U e b u n a e n" zu fordern? Sossen die Kinder ettva Rekordleistungen im Ab- beten des Rosenkranzes aufstessen? Richtet sich die echte Frömmigkeit wirklich darnach, ob einer stundenlang ans den Knien rutscht? Oder bedeutet das 'Verfahren der deutschen gut und wahrhaft christlichen Mgeorduvten nnd Senatoren, di« der „Osmiüka" angehörcn, die letzte Gipfelleistung religiöser„Uebung". Der„Vvlks"mann jedoch er- weist sich als ein gefinkelter Jchntenschülrr, wenn er schreibt, daß die„Unterdrückung" der Religion zuv Klage Anlaß gibt.„Keine Disziplin!" Gerade die heiligen Katecheten und Pfarrer können fast nie Schulzuchl halten—„Berrohima— Unsittlichkeit— arme Jugend!" Das ist echte Pfaf- serei, über Verwahrlosung nnd Verrohung ausgc- rechuet die Schule verantwortlich zn machen! Das ist die ständig wirderkehren-e niederträchtige böswillige Verleumdung, daß unsere Jugend verlvahrloster sei als früher. Und iveuu sie es trotzdem wäre, so schlüge di« Tatsack)« die geifernde» Pfaffen nur ins Gesicht. Warum hm denn die heilige Kirche, die doch tatsächlich anderthalb Jahrtausende alle Mack)t besaß, nicht daffir ge- sorgt, daß di« Quelle», die Ursache der Verwahr, losung— Rot, Elend, Schmutz— beseitigt wurden? Wenn tatsächlich die Jugend verwahrlost sein sollte, warum schafft P. 5 r a me k, der christlich geweihte Fürsorgeminister, nicht die Möglichkeit, der Bertvahrlosung zu begegnen, durch Errichtung von Anstalten, Schulen, Heimen? Warum bewilligten die„Christen" aller Nationen, die in-er Regierung sitzen, dem Herrn Udrkal, ausgereckmer dem Kriegsnlinistcr, ungeheure Sunniten zur beliebigen, konwossosen Verwendung? Ist das etwa„die religiös« Uebung"? 354 Millionen jährlich durch elf Jahr«, der Fürsorge zugvwendet, da ließe sich der Verwahrlosung prächtig entgegenwirken. Dann» aber geht es den Schwarzen doch gar nicht. Die frvnnne S«ele im„Volk" stößt den gcl. lenden Notschrei aus:„Entweder Religionsunterricht in unseren Schulen— und daun ordentlich nnd nicht-um Schein!— oder keinen Religionsunterricht— dann aber verlangen wir mit Vossem Recht nnd Vossem Ernst katholische Schulen!!!" Tas„Voss" hätte sich die setten. Lettern sparen können.'Auch ohne de»-Fettdruck ist allgenwin bekannt,-aß die-Herrschbegicr der Klerikalen grenzenlos ist. Ten„ordentlichen Religionsunterricht" fordern sie, den nämlich, wir er sestoelegt war durch das berüchtigte Konkordat, wie er bestand in der Gegenreformation, zur Zeit der Inquisition, der Husitenkriege, der Albigenserschlachten. Die.Klerikalen nisten. Die Arbottevschafi darf jetzt nicht gleichgültig, nicht teilnahmslos sein. Der Kulturkampf, von dem nicht gesprochen werden soss. Er hat nie geruht. Der Kampf gegen Pfafferiei, Intoleranz ist«in Teil des Klassen, kampfes, davon ist jeder Arbeiter überzeugt. In dieser Ucbcrzeugnrg tvird da- Gezeter des„Boss" niemanden beirren. Das Zentrum wird wieder schwarz. Berlin, 28. Feber.(Eigenbericht.) ES scheint heute schon sicher» daß die vereiNisi ung d«S Zentrum- mit der bayerischen BolkSpartei vollzogen wird. Zunächst soll«ine Arbeitsgemeinschaft gebildet werden. Dadurch tvird das Zentrum zur zweitstärksten ReichStagSfraktion. Dir Bereinigung ist von symptomatischer Bedeutung. DaS Zentrum tvar ein« republikanisch«, die bayerisch« Volkspartei ist eine monarchistische Partei. Die Verschmelzung kann auf die Haltung des Zentrums nicht ohne Folgen bleiben. Der Kurs des Zentrums geht immer weiter nach rechts? dadurch lverde»« die Arbeitermassen, die das rheinische Zentrum in seinen Reihen vireinigt, vor die Frage gestellt, ob sie»veiter in dieser Partei verbleiben können. Fiir die deutsch« Politik ergeben sich ans der Wandlung des Zentrums sehr weite Perspektiven. vor einem Kamm der österreichischen Landarbeiter. Wien, 28. Feber.(Eigenbericht.) Der Verband -er Land- unld Forstarbeiter hat kürzlich dem Verband der Großgrundbosiher angekündigt, daß er den Kosssktivvertvag kündige und hat einige Ber- besseriingen verlangt. Der Verband der Groß- ^rnndbesther hat die Verhandlungen bisher hin- anSgezogen und heute ist der alte Kosseklivvertrag a bgelaufen, so daß auf 5 0 GutShöfe n Niederösterreichs fein Vertrag besteht. Die Er- reglttlg der Landarbeiter ist sehr groß, der Verband fordert aber sein« Mitglieder auf, zunächst keine unüberlegten Schritte zu uniernehmen und die ge. werkschaftlichei» Weisungen abzuwarten. Warnt neWannte Mtan MIM Maa uni» Mau. London, 27. Feber.(Reuter.) Di« Antwortnote SowjetrußlaydS ist in Wendungen gehalten, die«nglischerfeits erwartet worden sind. Rian hatte»licht angenommen, daß die sowjet- russische Regierung irgend welch« Verantwortlichkeit für dir Propaganda zugeben oder sich irgendwie sonst eine Blöße geben»viird«. Diejenigen Anhänger der Regierung, die an her englischen Note Kritik grübt haben, weil sie zu milde sei, betrachten die russische Antwort als unverschämt nnd»verden eine» starken Druck ausliben, um die Annullierung des Handelsvertrages und den Abbruch der diplomatischen Beziehungen durch- zusetzen. * London, 28. Frber.(Reuter.) Staatssekretär dr« Aeußrrn Sir Austen Chamberlain erklärte, daß die brittsche Regierung auf die Sow- jctnote nichtantworten Werve. * Die britische Regierung hatte in einer Note, die sich stark von dein üblichen diplomatischen Ton entfernte, ihre alte»» Klagen gegen die Sowjetunion vorgcbracht. Im Vordergrund stand natürlich die vstasiatische Propaganda der Bolschewiki. An den Erklärungen verschiede»»«! kommunistischer Parteiführer»vnrde in polemischer Art Kritik geübt. Di« Note schloß mit der Drohung, England »vcrde die Beziehungen abbrechen uicd den Handelsvertrag kündigen, tvenn ihn» nicht Gen»lgtuung verschafft tverde. Die Antwortnote Tschitsck-erius befleißigte sich keineswegs einer größere»» Höflichkeit. In leicht ironischen» Ton»»acht sie sich über die englischen Befürchtungen lnstig, lehnt teils die Verantwortung fi»r die Aeußerui»gen kommunistischer Führer ab, teils stellt sie diese als harmlos hin. Die Note spricht zivar daS Bebauer»» über die schlechte»» Be- Ziehungen zn England aus kommt den Brite»» aber »venia entgegen. In beiden Ländern ist die ö s se»»t l i ch e Meinung stark erregt, in England hetzen die Diehards, der rechte Flügel der Konservativen, den.der Fascist Churchill führt, zum Brlkche, in Rußland scheinen den Meldungen nach die radikale»» Kommnnisteir an der Arbeit zu sein, uni die Regierung durch eine»» Druck seitens der Arbeitcr- maffeir zu einem forsche»» Vorgehen zu zwingen. Die Kriegsgefahr ist durch den Notenwechsel keinesfalls beigclegt. Rundfunk für Alle! Programm für morgen, Mittwoch. Prag, 340. 11; L-hallvlattemnusU. 11.40: CanemltlKMIt* licher Uluitbfunl und yeil|ignal. 12 OS:, Pr«NknoLrIo>ten. 12.16: IVlltla^>foiücrl. 1. HuBtt: Der etllr Gfilrfclofl. Dubcrtutc. 2. Malllari: Das VISckchen des Eremiten. 0. Nnnarlsche Rhapsodie Nr. t. 4. Nomsak: DollSNrd. Märchen. 6. Jensrn: Lrrrnadr. 0. kam«»: Marsch. 14: Därsennachrlchtrn. 10.30: flammermuhr. Smelana: 1. Irto S-moll, op. 16. 2. Mut meinem lieben. Quarte». 17 30; BSrleuuachrlchleu und chopseumarktprelfe. 17.46: Märchen. 18.16: Laudwlrt- schaftNcher Rundtunk. 18.36: Deutsche Denduno. Mellerbericht und TalieSnoullikelten vom PrebbNro, hierauf: deutsche Mibellerfenduiig. I. Re IS manu, Prag: Walt Wblttniau: »Inder ildamS.>0: Porlrag. Die Aussichten des lschechlschen Arbeiters In NSA. 10.16: Portraa 20: Wellerdoraussaae und Preslenachrlchteii. 20.08: Feierliches Noneerl. Smetana: 1. Quderture lNbnle. 2. Szene des Pkoniysl aus LtbuHe. 3. Böhmische läute: Polka a-moll. Die Henne, Furtanl. 4. aoilierwhautasje Ober böhmische BolkSIleder. 6. Bvlebrad. S. Sarka. 7. Blanlk. 8. Hvmnen. 21: getlNaiiak 22: gettslaual. Lehle Nachrichten des PrebbllroS,»teberslchl der Taaeserelli- niffe. Sportnachrichten. ThealernachrllOte». Artin», 441. 12.16: Reproduzierte Musik. ll.SO: Prager Esfektenbörse, Wetterbericht, Presse-, Idealer- und Cport- »achrlchlen. 17.16: SPndcheu slir die reifere Fuaend. Der erste Präsident der ölepilblik. 17.36: Deutsche Presseuach- richleu. 17.16: Deutsche Sendung. Dr. Wilhelm Mager. Brliun: lieber Duberkulose. 18: iieilangabe. Markt, lillS Pörsetiderichle. 18.20: Borirag. iluS Wiadiwoilok nach Prag. 10: Lrchesierkonserl. 1. Ouvertüre. 2.»Die Brandenburger in Böhmen". 3. Mele»Die Verkaufte Braut". 4. Mm MrereS» slraiid. Polka. 6. Mrie aus»Das Oieheimniö", 0. Ouvertüre »Die TeuselSlvand". 20: Wie Prag. 22:?,eitsignol. Presse- nachrichlen. Prrijbilrg, 300. 17.40: Mlchermlltlvoch-Titlen. 18: Nonzerl. I. Waldlensel: Polarstern. 2. Mozart: Ouvertüre Ti tu», 3. TelibeS: Eoppelta, l. Reimer: Talra, Matra. Aatro, Siede: tzutermezzo. 10.0L: Slowakischer Sprachkurs sitr Ungarn. 20: Wie Prag. 22.16: Tauzmujik. Davrutrh,>000. 12: vnarleit und lsesang. 11: Orchester- saniert. 17: Liiarlelt. 18.16: KInderllunde. 10: Orgeidortrag. 20.16: Nladierfonaten von Mogart. 20 46: Nlavterobend. 21.16:»Ter Spieker-, Oper. 23: SoNslenabend. 2t: Tanzmusik. »lam, 41t». 14: Orchelierlonreri 17.16: Jazz-Band 20.48: Iiilernalioiiale Musik. Budapest, 660. 10: iUnderinärchan.»7.16: ENrnphonle. koligert. 10: Historischer Vertrag. 20.30: Nammermiisik. 21.40: Oekononi»scher Borirag Wien, 617. ll: SlorinillagSiiinlik. 10.16: SlachmIilagS- koiuert. 17.06: Tiergeschichten. 18.06: ksetdgerniisrsau. 18.30: Grillvarjer und die SiieltiUeralur. 10: Urimzöiisch. 10.30: tktiglisch. 20.06:»Der arme Spielmann", Modelle von Griii- Parier. 21.15: Nämmermusik von Beethoven. Leichte ikbend- muslk. gürich, 401. 12.30: Schallplattenkonzert. 16: Orchesterkonzert. 10: SchaIIPlallenko»»eri. lv.no: Paganini, der TeilfeiSgeiger. 20: Italienische Musik. 21: Heitere Schweizer lieber. Dcutschlanv. vitulgotouve,Nausen, 1300. 12: Ibranjvslsch. 16.30: ikitt- heUskurzschrilt. 10: Kunst und lkrztehung. lü.30: Englisch. 17; Die svälen Sonaten Beetbovenö. 18: Technischer Lehrgang Mr Facharbeiter. 18.30: kkuglisch. 18.16: Wirlschaltliche Nukunst des britischen Weltreiches 10.20: Der iiluteil der Deutschen an der iiutdechuna der Erde 20.80t Uebertragiina von Berlin, 484. Die deutsche Erzählung. 21.30: Rede des Reichskanzlers Algrx. 22.30; Tanzmusik. BreSlau, 323. 10.30: UnlerhaliungSkonzerl. 18: MuS Dächern der Zeit. 18.60: LabrnSkuntt und LevenSgiück.»0.20: Num 100. ÄoburtSlag VoitaS. 20:„Missa solomuIS" von Beethoden. tziranlsnrt, 420. 16.30; Anrede der Äugend. 10.80: Dorodin-Uonzert. 17.46; MuS dem henllgen Bolivien. 18.16: Zchnieiken und Riechen. 16.30: Neuere Seelensorschung. 10: »Der Vreischiih", romantische Oper von Weber. vamburg, 306. 14.06: HanSIonzert. 10 lör Mrie» und Lieder. 10.30: Tanztee. 18: HanSkonzert. 18.60: Mu» aiten niederländischen Thronike». 20:»Rokoko in Ritzebssitel" Lina- spiel von Schessler. Tanzmusik. Laugenberg, 400. 13.30; Mlilaarionzeri. 1060: tlouzert. 18: Mscherniitnvoch. 18.20: Die Werbung durch da« Schau. seniler. 18.40: Die Ltsckllottdltnguug de« Boden». 10.16: Die neue Lehrerbildung. 10.36: Probleme neuzeitlicher Jiedulirie- arbeit; 20.16:»Luäiser", Mhsterlenspiel von Waaenfeld. Tanzmusik. Leipzig, 300. 12: Miliag»musik. 10.30; MSrchenlieder. 10: Issaiislsage. 10.16: Der Wiener jlongr-h. 20.16: Svinphonie- konzert. 22.26: ttuukbrelli. München,«30. 12.80: Nlttch Hitilen» kehle Tage. IN: Olachniitlagssonzert 17; Tliinde der Äugend. 10.30: Kammer: Musik. 21: Memento homol 21.36; Harmouiuinkonzert. Stuttgart, 380. 13.10: Echailvlaiienlonzerl. 14.30: Ktnder- slnnde. 10.16: MachnlittagSkouzert. lki.16: tlornelta ÄoeUie. >8.46: i?mpsangsso>allllngeu. 20: Hitinphotiiekonzeri. Händel; tkoneerlo groita. Ditlersdr'rs; Symp-onie il-dur.»IRift Lara Sanipso»", Trauerspiel von Lettin» DttnSkag, i. März ivn. Tagesneuigfekten. Vorfrühling. In tiefe« Züa«« atmet di« Rächt. Durch di« Walder und Felder geht das Stöhnen des Sturme«. De« Sturme« Zeichen verkündet den Frühling. Ku« grauen Wolken webt sich der Frühling das Kleid, Aus Sturm und Tosen steigt die Anmut dev Lenzes, Au« Sturm und Wetterwolken steigt die Zukun auf! LorfrühlingSsturm, bereit« den Weg! Du wsendrr Rufer in dunklen Nächten vorfrühlingSstnrm, erwecke, erweck«....! I. L. Die Polizei ist immer unschuldig. Ter Fall der Gretel Machan. Die Sozialdemokraten im Bremer Stadtparlament hatten wegen des viel besprochenen Falles -er Li sbeth Kolonial, alias Gretel Mach a n, ein« Interpellation an den Stadtsenat eingebracht. Nach eineinhalb Monaten hat oer Senat gcamwortct, natürlich mit einer Pauschalentschul- -igung für die angegriffenen Behörden, für Polizei und Acute. Daß die Lisbeth Kolomak das Buch „Pom Leben getötet" nicht selbst geschrieben hat, steht heute nach dem Geständnis ihrer Mutter st st. Aber ernst« Psychologen und literarische Fachmänner sind sich darüber einig, daß die Mutter, die wenig gebildete Frau eines Schusters, die Begebenheiten» die sic erzählt, nicht erfunden haben kann. ES steht ziemlich zweifelsfrei fest, daß Frau Kolomak den Roman ihrer Tochter nach den Erzählungen und Aufzeichnungen des Kindes nieder- aeschrkcbcn hat, daß er inoirekt wenigstens eine Sclbstbioaraphie des unglücklichen Mädchens ist, I das von Polizeib»omten und Bütteln, Aerzten und Pflegern zu Tode kuriert und gequält wurde. Der Bremer Senat hat sich an die Beschuldigten gewandt und die haben natürlich abgestritten, soweit abstreiten läßt, wo eine Tote als Ergebnis der sitienpolizeilichen'Tätigkeit imnierhin ein lmiteS Zeugnis darstcllte. Aber die Beschuldigten(und nach der Meinung der breiten Oeffentlichkeit wohl auch die Schuldigen) taten mehr, sie brachten Beweise bei, tvclch schlechte„Frauensperson"(wie es in der Anitssprache der Sittenpolizei heißt) die Gretel Niachan gewesen sei. Das Mädchen habe nämlich -ei'. Polizisten gestanden, daß sie mit zwei-Herren intim verkehrt und von einem nachher ein Geschenk empfangen habe. Als das Mädchen schon tot, ja spater als das Tagebuch schon erschienen war, habe man Erkundigungen eingezogen und herauSgebracht. daß die Gretel Machan öfter Verkehr gegen Geld gepflogen habe und daß die Mutter der Kuppelei verdächtig sei. Worauf eine tüch. tige Staatsanwaltschaft, die der deutschen Justiz Ehre machen will, die Voruntersuchung gegen Frau Kolomak«ingeleitet und einen.Haftbefehl erlassen hat. Tas hat man davon, wenn man sich gegen die Polizei wehrt! Sie weist eilten« dann erst recht die Verbrechen nach, deren sie einen vorher nur fälschlich beschuldigte. Ter gereizte, zur Rache aufgestachelte Polizist ist furchtbarer als der nur amtspflichtgenläß einschreitende. Der amttzhan- delitde Polizist kann zwar falsch verdächtigen, aber Kleine tzandwerlek'lSefchlchien. Sin Psissikus. Der alt« Glajermeister HinrichSmeier war oft mit seinem Glaskasten umerwegS, um in d:n Dörfern die zerbrochenen Fensterscheiben durch neu« zu ersehen. Er konnte stets damit rechnen, daß man ihn auf dem Bauernhof, wo er gerade zur Mittagszeit Weill«, gastfreundlich zum Essen einlud. Nur bet dem Großbauer Harri Knutzen geschah daS nicht. Tenn Knutzens waren„bannig nerig". HinrichSmeier beschloß, mdlich bei Knutzen- ein Exempel zu statuieren. Er richtete eS so ein, daß er gerade zur Mittagszeit in der großen Knutzen» schen Eßstnbe an den Fenstern zu tun hatte. Während er eifrig an den zahlreichen Fensterkveuzen di« Verkittung auSbeffer:«, wurde das Mahl aufgetragen und Bauer, Bäuerin, Kinder und Gesinde setzten sich zu Tische. HinrichSmeier aber ließ man ruhig weiterkitten. DaS einzige, wozu Bauer Knutzen sich aufschwang, war di« Feststellung:„Feines Wetter heute, Meister!" HinrichSmeier hielt die Hand ans Ohr, tat als ob er schon ein wenig schwerhörig sei und ant» wartet«:„Nein, nein, ich danke, Ich habe schon gegessen!" Da schrie Knutzen:„Ich sagte, es ist schöne« Wetter heute!" HinrichSmeier antwortet«:„Nein, ich danke wirklich, ich habe schon zu Hause gegessen." Da blöckte Knutzen:„Du lieber Gott, Meister, kannst du denn gar nicht mehr hören! Ich mein«, et ist heul« schönes Wetter!" „Na-", sagt« der Glaser,„wenn'S Nötigen denn gar kein Ende hat, dann bin ich so frei." Und damit ergriff er einen Stuhl, letzte sich mit an den und hieb ein, daß di« Augen der sparsamen Bäuerin seltsam groß dabei wurden. Ein Jahr später versuchte HinrichSmeier bei gleicher Gflegenheik die Wiederholung seines Tricks. Aber KnutzenS waren setzt gewitzigt. Als er sich mit einem heuchlerischen„Na, wenn'S Nötigen dem kein End« hat", an den Tisch setzte und in die Schublade griff, waren kein« LöW darin, und Frau Knutzen sagt« « keynÜat sich ost mit der falschen Beschuldigung. Der rn seiner Ehre gekränkte Büttel aber findet den Beweis, kost« es was immer. Und da man di« arme Gretel Machan nicht nur nach dem elenden Tode, den ihr die Salvarfan-Saniariter bereitet haben, zur Hure stempeln, sondern auch noch die überlebende Mutter ins Kittchen bringen kann, scheint die Rechtfertigung der Polizei und der ihr assistierenden und ohnehin in jedem Fall sakrofank. ten Medizin gerettet. Man sollte zwar glauben, daß sich an den Tatsachen nicht eben viel geändert habe. Daß ein Mädel, die aus Unverstand nach Berlin durch, brennt, dort auf die Polizei geschleppt, brutal untersucht, von den Behörden»geschlechtlich aufge» klart" wird und nut einem schweren seelischen Defekt nachhause zurückkohrt; daß ei» Mädel, die ein oder zwei Liebschaften hatte, oufgegriffcn, mit schweren Geschlechtskranken, asten Prostituierten, mit deklassiertem Lunipcuproletariat wochenlang zusammengespertt wird; daß ein Kind sich im Spital unter ärztlicher und polizeilicher Aufsicht eine Ansteckung holt; daß«in Kind oder doch ein halbe« Kind in viehischer Weist durch endlose Sal- varsan-Jnjcktionen vergiftet wird— das sti eine .Kulturschande, ein Dcirkmal scheußlichster Zustände, eine grauenhafte Offenbarung der„bete humaine", der Bestie im Menschen, die der.Kapi- taliömuS erzeugt und mästet, ob jetzt dieses Mädel im streng kriminellen Sinne eine Jungfrau oder schon eine„solche" war. Weit gefehlt! Weil die Ällachan, die vielleicht das war. ums man so ein leichtes Mädel nennt die vielleicht als ein derartig„leichtes Mädel" aus Berlin zurückkam, jedenfalls aber nicht schlechter war als Hnnderttarrstnde und Millionen anderer Mädchen. die in dieser Zeit der NachkricgSgrcuel heranwachsen, weil sie nicht nur das tat, was alle die anderen eben auch machen, sondern dann von einem Herrn ein Gescheit! bekam, vielleicht von ein paar-Herren Geschenke bekam, Ivar sic eben eine Dur. Und gegen die ist alles erlaubt. Und tveil die Mutter, die dieses leicht« Mädel, daS ihr doch so lieb war. wie einer andern Mutter daS brave Kind, vergötterte, weil sie mütterlich, verzeihend, menschlich war und dem toten, vergifteten Kind das rührende Grcih'cdicht widmete, ist sie eine Kupplerin. Die Polizei ist unschuldig wie immer, hat sich sogar ein Verdienst erworben, denn„es war nur a H>lr". Wer wird gegen die Polizisten, denen er morgen ausgelirfert sei» kann, wer tvird gegen die Aerzte, die ihn morgen vorS Mester bekommen können, einen Widerspnkch wagen? Sic sind die immer Unschuldigen, die immer Gerechtfertigten, die allmächtigen Gebieter über Wohl und Wehe der Mitmenschen, die wahren Götterlieb- linge einer entmenschten Zeit. Furchtbare Faml'ientragSdie tu B.'Leipa. SamStgq, den 26. Feber,-> ereignete sich in B.-Leipc» eine furch: bare Bluttat. Als an diesem Tage die beiden Töchter des Oberkondukteurs P l a ß zum Mittagessen heimkamen und die elterliche Wohnung betraten, fanden sie ihr« Mutter in ihrem Blute am Fußbciren liegend t o t vor. Entsetzt riefen sie Hilst herbei, und nach längeren» Suchen fand man auch den D a t e r in einen» Schuppe»» erhängt auf. Plaß hatte seine Frau n» i t e i»»c m K ü ch e n hammererschlagen und dann sich selbst erhängt. Familicnzwistigkeiten dürften die Ursache fromm, die Mahlzeit wäre ihm zwar herzlich gegönnt, aber«S sti leider kein Löffel mehr da. Da antwortete der alte PfistikuS:„Ach, dai »nacht nichts, ich habe mir«Inen Löffel mikgebracht", holt« darauf einen Löffel aus der Tasche und hieb «In, daß di« Augen der sparsanien Bäuerin größer und größer wurden. * Lackierer find notwendig. Gäbe es kein« Lackierer, so könnte auch nichls lackiert werden; könnte nichts lackiert werden, so hätten auch mein« Gegenstände keinen äußeren Alan;; hätcen manche Gegenstände keinen äußeren Glanz, so sähe man ihr« innerliche Erbärmlichkeit; iähe man ihre inner« Evbärmtlichkeii, so machte niemand krumme Rücken; krumme Rücken sollen aber gemacht werden: ergo muß ei auch Lackierer geben. (GlaSbrenner.) * Dick« Lust. Der alle T ö p s« r Meiner» sollte im Dchlas- zmrmer der Gnädigen den Ofen nachsthen. MS er mit seine»» Lehrjungen anrückl«, rief die Frau deS Hauses ihrer Kammerzofe zu: „Lisbeth, nehmen Sie meine Schmuckfachcn fort und verschließen Sie st« gehörig i»n Nebenzimmer!" Der ast« Meiner» verzog keine Miene. Er nahm nur seelenruhig Uhr und Kette von seiner West« und Vie Geldbörse aus seiner Hosentasche, gab sie dem Lehrjungen und sagt«: »Mvl, bringe diese Sachen schirell nach Haust, hier ist dicke Lust." * Ei» kundig«» Thebanrr. Geheimrat Bergmann, der bahnbrechend: Chi- rurg, hatte in seinem Vorgarten den Hauptweg mit Kleinpflaster belegen lasst». Als die Arbeit fertig war, zeigt Bergmann auf die Sandschicht, die di« Steinsetzer wie üblich auf den» Pflaster hatte»» liegen lasten und meinte scherzend, ob dies« Schicht etwa Pfuschereien verdecken soll«. Der schlagfertig« S t e i n s« tz m e I st e r erwiderte:„Herr Geheimrat, man sieht, Sie kennen L«»t« jenug, di« schlecht« Arbeit mit Erde zuzudeckeu pfl^en."‘' Vieser entsetzlichen Bluttat, bst in der Stabt ungeheures Aufsehen erregte, sein. Tie beide»» Töchter des Ehepaares stehen in» Alter völi 17 uuld 15 Zähren. Der Straßenkehrer. Wart! Wenn d» nichts lernst, wirst du Straßenkehrer! Schreckt« dich nicht .fo dir Mutter, als du noch in die Schul« gingst? — In der fünften Bolksschulklaffe? Und»vie»vor eS daun i»» der Quarta des Realgymnasiums? Tu flogst zlvar heraus, weil du deine» Mitschü- lcriuucn aus holdergliihcndcr Jungenlieb« Tinte auf die Waschkleider aegoffen hast, weil du den schlummernden Droschke»»pstrden Niespulver»>» die Nase riebst und sie dann scheu die Straße ent- lang stürzlen; aber du bist heute trotz den» kein Straßenkehrer geworden— sondern sitzt in feine»» Kaffees und»nächst verschwiegene und clcgame Geschäfte.— Doch der Straßenkehrer? Seht wie er inüoc mit seinen» Bese»» hii» und her schweift, al» täte cr'ü im Schlast— er kann cs! er saun das Kehre»» so aut, daß rS aussieht, als ob er dabei schliefe. Trinen» Besen cntgeht nichts— kein Zigarrenstummel, kein Knopf, kein Geldstück, keine wcggeworstne Spitze! Der Straßenkehrer hat Liebe für das Kleinste, er hebt es ungenicrl auf, putzt«S am Aerurel rein und steckt es ein— —— dann greift fein harter unerbitterlichcr Besen wieder wie immer die armen Kotlachen an, daß sie quallend entflieh«»» wollen— aber er ist herzlos— sie muffen gurgelnd in die tiefen Kanäle fchieße». Er hat Zeit— kann denken— kann philosophieren, aber er muß sein Geschäft verstehen, ja sogar eine Schulung, eine Probezeit durchwachen, gleich ist man nicht Meister im Straßenkehren.— Aber man kann a»»ch über ihn denken— philosophieren! Ter, welcher nichts gelernt hat— entging diesem geschmähten Beruf, wurde Kaffeeschieber, das trifft mau auch in» Schlast, dafür ist mancher Doktor unter die Straßenkehrer gegangen, der arbeitslos war,— er hat seinen aeistigei» Beruf mit einem körperlichen »»»getauscht! Was»var er denn anderes, als ein geistiger Straßenkehrer! Gleicht die Kirnst, die Wissenschaft, die Politik»richt einer entsetzlich durch Kot verschlammten, vcrbürgcrtei» Straße? Sind die Dichter, di« Denker, die Sozialisten nicht uncr- bitstrliche Wahrhcitssuchcr? Ist dieses Suche» noch Wahrheit nicht ebenso verpönt, ebenso schwic- rig, wie das Reinigen der Kotlachen? Und wenn man dabei einmal eine Idee: eine weggeworfcne Zigarre findet— so hatte sie bestimmt wer ange- rancht! Ja, armer Prolet, der di« Straße, armer Intelligenzler, der das Denke»» kehrt, reicht euch di«-Hände, ihr seid beide arme Straßenkehrer, beide verlacht— wenn ihr lernt, wenn ihr denkt, wenn ihr ringt— bleibt ihr cs bestimmt«»»er Leben lang— nichts lernen muß man! Die Mut- ter hat Unrecht: dann bringt mai» es weit! —rb— Der Rußlandreisende Schenk— Gewerk« schasto-„Von»e". Wie uns gemeldet»vird, ist in der Vorwoche Schenk nach Komotau berufe»» worden, um-ort die Sekretärstclle beim Interna, lionalen Allgewevkschaftlichen Verband« anzutrr- ten. Die Eignungsprüfung für ei»,en kommunisti- chen Gewcrkschaftssekretär»vird-Herr Schenk be- liniin» bestehe»»»»nd so dürfte seinen« Ava»»cemeni zum„Bonwn" nichts mehr im Wege stehen. Auch in der OrganisationSspalterci ist er beschlagen. Wenn die Anstellung Schenke»atsächlich erfolgte, dann wird ihn» wohl seine U c b e r st u n d e n. Methode und die Spaltung in der ostböhmi- schen Arbeite»bewcgung bei der höchsten Stelle hoch aiigerechnet worden sein. Die Etrich- arbei ter hätte»» zu diefer Anstellung milzutvi- len, daß sich Herr Schenk als guter U e bc r st u n- denarbeite»: in diesem Betriebe Verdienste erworben hat»md den Rekord erreichte. Sonst predigen die Kommunisten die Einheitsfront, auf der anderen Sekte aber wird Spaltunasarbcit mit Sekretärposten belohnt. Auch als Frcldenker- obmaun hat Sche»»k seine Pflicht getan: er sand sich mit de»» Schtvarzen in der Einheitsfront zusammen, wenn cs g e g e n d i c S o z i a l. dem okraten notwendig war. Wir sind übrigens»»«»»gierig,»vie sich Herr Schenk in seiner neuen Eigenschaft fühle»»vird, denn noch in der letzte»» Zett hat er fest auf die Sekretäre ge^impft und erklärt, daß die Arbeiter keine brauchen. In Ostböhmen hat-Herr Schenk schnell abgewirtschaftet»»nd so dürften seine Bäume auch in Wcstböh- men nicht in den Himmel wachsen. Dir Soldatenselbstmorde. Freitag niorgcns erschoß sich in K r e m s ia r der Soldat des 3. In« fanteric-Regiments Alois K r y d l c r. Krydlcr sollte dafür bestraft werden, daß er bei einer wegen Subordinationsverlchung auferlcgten Haft den Arrest in einer Weise vcrnnreinigi hatte, die — wie die amtliche Mitteilung besag!— seine Gleichgültigkeit gegen die Strafe und ein« Verhöhnung der Armee z»»n» Ausdrucke bringe» sollte. Welche Strafe de» Soldaten in den Tod getrieben hat, wird nicht gesagt. Furchtbar« Typhuscpidcmie in Afrika. Eine verheerende Typhusepidcmie, die bi» zur Stunde nach vorsichtiger Schätzung mindestens 600.000 Opfer gefordert haben fall, durch sieht den dunklen Erdteil von Westen nach Osten; der Too hält in einem Gebiet, das sich über 5000 Kilometer erstreckt, furchtbare Ernte. Die Seuche, die langfa»»» und schleichend vordringt, kon»mt ans den britischen Besitzungen in Wcstafrika, aus der Gegend des Niger»md des Tschadsees. Zum ersten Riale ist sie in Waoai vor nunmehr sechs Jahren festgestellt worden. Tie genaue Ziffer der Todesfälle «st nicht bekannt; Einzelangaben möge»» einen Begriff von dem Wüte»» des Typhus vermitteln: in Btni sind ihm 50.000 Riemchen erlegen, eine Zahl, die in Kalo an» Niger noch weit übertroffen wird. Im September des vergangene»» Jahres hatte die Serlche Darfur im angloäghptischc»» Sn- j dan erreicht, Zur Zeit wütet sie in dep Bezirk»» von Zalingei, Nyala, Kvbkebia; di« Behörden vm: Zalingei melden schon jetzt 10.000 Tote bei einer Bevölkerung von 45.000 Seele»». Außerdem vcr- »mistet di« Epidemie den mittleren Sud.il». Druckfehler. Ter Verfasser unseres Leitartikels vom Sonntag ist der Genosse Franz Kögler, dcffcn Namen durch einen Druckfehler zu K ö p l e r entstellt»vovden war. Einbruch in da» Jglauer KreisgerichtSgebäude. In der'Nacht auf Sonntag drangen Räuber ii» da- KreiSgerichtSgebäudc in Jglau ein und erbrachen eine kleine Kassa, au» welcher sie etlva 800 K in barem und verschiedene, dort deponierte Goldsachcn, u. a. ein.Halsband im Werte von etwa 1000 K, enlwcndetcn. Die Räuber'hatten«S auf die bekannten tvertvolleu Miniaturen der Palffy-Aannn- lung abgesehen, welche aber anderswo verwahrt sind. Die Räuber versuchten hierauf, in das Steueramt cinzudringcn, wurden jedoch verscheucht und entflohen. Die Gendarmerie verfolgt ihre Spur. Im Riesengebirge erfroren. Bor einige»» Togen »nurdc au» Großen Teiche im Rieseirgcbirge eine Leiche gefunden. Ans den bei ihr Vorgefundenen Papiere»» ging hc»vor, daß der Tote der sei» dem 28. Jänner vermißte kaufmännische Ange, stellte Erich Hoffnung aus Charlotten bürg ist. Ter Zustand und die Lage der Leiche ließen erkennen, daß Hoffmann vom Wege abgc kommen ist, sich hingolegt hat und dabei erfroren ist. Ein gewaltsamer Tod von fremder Hand fft au», geschlossen. Tie Bergung der Leiche von der Fund stelle»var sehr schwierig. Holbneun-Uhr-Schnlbeginn an den Volksschulen auch im Sommer. Do» Unterrichtsministerium gib» iii eine»« Erlaß bekannt, daß die Verordnung über den späteren Schulbeginn auch im Sommer Halbjahr weiter ihre Gültigkett behält. Der Erlaß bezieht sich nur auf die Volksschulen, ho» alko für Mittelichuken und Lehrerknidnngsanstallen keine Geltung. Ein Schloßbrand. Durch einen Brand, der Freilog»md Samstag im Schloß des Großgrund bcsitzcrs Johann Dobkensky in Cholsbvf gevniie! hat, wurde» äußerst wertvolle Gegenstände, wie Bilder und Antiquitäten an» dem 16. Jahrhundert, teils vernichtet, teil« stark bc schädigt. Auch die wertvolle Bibliothek wurde in Mitleidenschaft gezogen. Der Schade»vird aus rund 2.5 Millionen Krone» geschätzt. Zollbeirügereien. Bei einer Prager Ko»' »nissionsfirma, Pollak u. Co., wurden große Zollbctvügereien bei der E i n f»l h r von Delikatessen aus dem Ausland entdeckt, durch die daS Zollärar einen Schaden von unxc- ähr 200.000 Kronen erleidet. Die beiden Firnis »nhaber wurden verhaftet. Mcsscwohnunge».— Unentgeltliche deutsche Bisa. Die Wohnungskanzlei der P r a g c 2! u st ermess e in Prag I, Altstädter Rathaus bittet ehe ten» um Bekanntgabe aller für Messegäst« anläßlich der 14. Prager Frühjahrsmesse(20—27. März 19271 obgebbaren Zimmer. Da ein großer Zustrom von Meffebesuchern erwartet wird und die der Messelci- tung zur Verfügung gestellten Hotelzimmer map auSreichcn, wird eine möglichst große Anzahl von Privatziininern benötigt.— Laut den getroffenen Vereinbarungen»verden die reichSdcuilchen Paßäin- ter den Besuchern der 14 Prager JrühjahiSmcis' (20—27. März 1927) unentgeltliche Dnrchreisc-Vv> erteilen, falls außer dem Reisepässe eine Messelcgili- »Nation vorgclegt wird, auf der durch die ofsiziellcu Vertreter der P. M. M. im betresfeudcn Lande bestätigt wird, daß der Inhaber der Messelcgitimation tatsächlich zur Prager Mess« fährt. Neber diesen Vorgang sind olle zuständigen Behörden, beziehungsweise Vertreter der Prager Messe informiert. Georg Brandes üver Jean Faures. Die bei Kurt Wolff in München erschienene deutsche Ausgabe des Romans „Komödiantengefchichle" von Ana- »ole France enthält als Einleitung eine sehr eingehende, fein« Würdigung des Dichters auS der Feder des soeben verstorbenen Georg Brandes. Wir veröffentlichen daraus nachstehend einen kleinen Abschnitt, der das Auftreten von Jean JaureS als Redner in einer Pariser sozialistischen Versammlung schildert. Als Jaures reden sollte, wurde die Estrade neben ihm geräumt, denn er brauchte sie in ihrer ganzen Länge. Die Beredsamkeit des großen Sv- zialisten ist echt katholisch. Er erinnert an die außcrordentlichsten Kanzelredncr in den Kirchen Neapels. Er ist Südländer wie sie. Und wie sie braitcht er eine geräumige Tribüne, wo der Redner auf und ab gehen, still stehen, sich nach rechts und links drehen und wenden kann. Er hat eine Stimme wie die Posaune dc» jüngsten(Berichts. Sobald er dci» Mund öffnet, »nacht der Metallklang die Feilster des Saales unter der Decke klirren. Er gebraucht diese Siimlne nicht eben»nit sonderlicher.Kunst; er dämpft sie nicht einmal anfangs, ivendet fast gar kein Crescendo oder Diminuendo an, ist vom ersten bis zum letzten Augenblick Ernst und Lei« denschaft. Sogar in einem Saale, der sechstausend Menschen birgt, wirkt seine Stimme deshalb als zu stark für den Raun», ruft nicht feiten einen störenden Widerhall hervor. Man würde ihir besser hören, lven» er sich mehr schonte. Uebri- gcnü hat er die Fähigkiten eines Schauspielers. Er geht wie ein Sturmbock mit gesenktem Kops auf einen unsichtbaren Feind los. Oder er beugt sich mit ausgebreiteten Arme»» vor und steht mit einen« Ruck wieder gerade. Oder er«nacht llch klein, sinkt zusammen, fast als»volltc er sich niederkauern, und steht mit einem Satz« auf. Er redet sich»varm; zuletzt ist sein Gesicht in Schweiß gebadet. Sei»»« Form ist Pathos; streitbares>»nd menschenliebendes Pathos. ,Svz. Pressedienst, «tarfffög, 1. Mörz WST. H Gelte«. Gerichtssaal. Die Wral des HakenkreurSers. Bolkswirtschaft. Mrelkengemeinschast MWig-Union und Siemens lölas-A-T. Durch die DageSpreffe wird bekannt, da» die Mühlig-Union Glasindustrie, deren Aktienkapital 8g Millionen Kronen betragt, vor dem Abschluss« eines Abkommens mit der Neusattler Meder« lassung der Siemens GlaS-A.-G. steht. Als Zweck dieser Bindunq wird angegeben, das, dadurch die gegenseitigen Interessen gefördert werden sollen. Ueber die bisherigen Verhandlungen wird gleichzeitig bekann^egcbcn, daß aller Wahrscheinlichkeit nach die Mühlig-Union ihren Beitritt zu der bereits bestehenden Interessengemeinschaft zwischen Siemei!S-Glas-A.-G. und Sirahlauer Glas-A.-G. vollziehen wird. Die erweiterte Interessengemeinschaft, die nttn durch den Beitritt der Mühlig- 1lnion-A.-G. geschaffen werden soll, ist immerhin »in« ganz beachtliche Gründung. Soll doch durch die Schaffung dieser engen Bindung das Aktienkapital von Siemens-GlaS und Stmhlau auf zusammen 16 Millionen Mar? erhöht werden, anderseits will mich die Mühlig-Union ihr Aktienkapital um zehn auf 10 Millionen LL erhöhen. Die Mühlig-Union ist ein tschechoslowakisches Nnternehmen und der deusschen Siemens^A.-G gehören die Glasfabriken in Neusattl bei Elbogen. Durch die Interessengemeinschaft dieser drei Firmen soll wahrscheinlich iede Schleuderkonkurrenz der beteiligten Firmen am Weftmarft vermieden werden. Mühlig-Union muß 80 bis 85 Prozent seiner Produktion bei Vollbeschäftigung exportieren, und auch die beiden deutschen Firmen sind mit ihrer Produktion zum großen Teil auf den Export angewiesen. Wenn nm in der Form der Interessengemeinschaft die Koickurrenz ouSgeschaltet wird, werden alle Beteiligten nur gewinnen. Anderseits ist ev auch möglich, daß durch diese enge Bindung betriebstechnische Vereinfachungen herbeigeführt werde>r, die sich letzten Endes in einer Rationalisierung der Produktion äußern. Auf jeden Fall wird die Interessengemeinschaft den beteiligten Aktiottären Vorteile bringen, während auf der anderen Seite die Arbeiterschaft der in Frage kommenden Betriebe keinen Gewinn davon haben wird. SSrderuvg des Exports in Oesterreich. Die österreichische Regierung hqt den wirtschaftlichen Körperschaften«inen Entwurf eineü GcfttzeS über die Förderung der österreichischen Ausfuhr nach der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken zur Begutachtung übermittelt. Der Entwurf richtet sich nicht nach den Vorschlägen der Wiener Arbeiterkammer, er berücksichtigt nicht die in Deutschland gemachten Erfahrungen, sondern er beschränkt die Kreditgewährung an die Industrie nttr auf den Fall, daß ein österreichischer Lieferant in Rnßlattd dadurch einen Verlust erleidet, daß der russische Vertragsteil seine Pflicht nicht voll oder überhaupt nicht erfüllt. In diesem Fall tritt auch nicht, wie in Deutschland, eine Garantie in dem Sinn ein, daß dem Lieferanten der Verlust, den er erlitten hat, erseht wird, sondern er erhält nur ein D a r- lohen in der Höhe von sechzig Prozent der nicht bezahlten Schuld. Dieser Kredit ist in zehn Jahresraten zurückzahlen und im Jahr mit zwei Priuent unter dem jeweiligen Zinssatz der Nationalbank zu verzinsen. Damit ein Unternehmen diesen Kredit«Halte, umß eö seine Geschäfte mit Rußland vor dem Abschluß einer Rußlandkom- missio» unterwerfen, die aus Vertretern der beteiligten Ministerien der Länder, vier Delegierten der Handelskammer» und nur einem Vertreter der Avbeitevkammern znsammetMfetzt sein soll. Nur wenn diese Kommission einem Geschäftsabschluß zugestimmt hat, wenn von ihr eine Dar- lehenSzusage gegeben worden ist, damr wird der Kredit bei einem Verlust gewährt. Der Gesetz- Di« Frage klingt vielleicht zunächst etwas lächerlich, aber bei näherer Untersuchung wird man durch di« unerwartete Feststellung überrascht, daß cS laut Gesetz eigentlich gar keinen richtigen und eindeutig:» Schöpfer eines Filmwerkes gibt. Ans daS Fikinmanuskvipt als solches bezieht sich zwar daS Autorenrecht, das mit Ausnahme Amerikas fast in allen Kultiirstaate» Geltung hat, aber nur deshalb, weil ja auch ein Frlmlibretto im Gninde genommen «in schriftstellerisches Werk ist. Dieser Schutz bezieht sich also auf daS Libretto, aber nicht auch auf daS Filmwerk, daS nach diesen! gedreht worben ist. Der Librettist kann also schlechthin nicht als Autor eines FilmeS angesehen werden. Doch der eigentliche Schöpfer einer"FilmeS, der Regisseur, ist laut Gesetz auch nicht der rechtliche Autor seines Erzeugnisses, da ihn« kein Recht zugestanden wird, seine Schöpfung vor Umarbeitung, Kürzung, anderer Betitelung und sonstigen Aenderungen zu schützen. Diese rechtliche Lücke ist» ur darauf zurückzuführen, daß sich daS Filmwesen erst Im Lauf« der letzten Jahr« zu einer richtigen Industrie und zu einem nicht nur in künstlerischer, sondern auch in wirt- schaftlicher Hinsicht nicht zu unterschätzenden Knust- zweig entwickelt hat. Man bedenke, daß zum Beispiel in dem sprichwörilich industriereichen Amerika sich die Filmindustrie an vierter Stelle befindet; inan kam sich daher fo ungefähr«In Bild davon»lachen, welche— besonders für unser« Verhältnisse— Ausmaße dieser Zweig des modernen Kapitalismus an» genomvien hat. Um so erstaunlicher ist«S also, daß di« rechtlichen Bestimmungen für einen so ungeheueren Industriezweig, wie es das Filmgewerbe heute entschiede!; ify zang gewaltige Lücken guswei- In einer am 88. d. M. beim Tetschner Bezirksgericht durchgeführten Gerichtsverhandlung wurde der nationalsozialistische Abgeordnete Leo Wenzel wegen einer Ehrenbeleidigung zu 50 Kronen GeÜstraf« und zur Tragung der Kosten verurteilt. Daran wäre an und für sich nicht sehr viel. WaS aber diesem Prozeß ein« besondere Bedeutung gibt, daS sind soft?« Ursachen und die Begleitumstände, unter denen jene Beleidigung, die dem Urteil zn- grnnde liegt, erfolgte. Zum Verständnis für unsere Leser müssen wir in kurzen Zügen die Vorgeschichte des Prozesses schildern. Im Feber 1923 wurde in der Haiiptversamm« lung deS BezirlsgotverbcgenosseufchaftSverbandeS für den politischen Bezirk Tctschen neben drei anderen Gewerbetreibenden auch der Kohlenhändler H. aus Bodenbach zum Revisor bestellt und die Revisoren beauftragt, eine Revision der Bücher vorzunehmen. Der Obmann des Bezirksvcrbandes war der Abgeordnete Wenzel. Die Revision der Bücher erfolgt« und in der im Oktober 1925 erfolgten konsti- i tnierenden Sitzung des Ausschusses erstattete über Beschluß der Revisor H. Bericht über daS Ergebnis der Revision. Der Revisionsbericht stellte fest, daß > in den Büchern bezahlt« Rechnungen z w e i- mal eingetragen waren, daß Beträge für Dinge unter Ausgabe gestellt waren, die den Verband nichts angingen, nnd anderes mehr. Herr Abg. Wenzel, dem als Obmann diese Dinge außerordentlich unangenehm waren, wollte in der unverkennbaren Slbsicht, den für ihn ungünstigen Eindruck deS Revisionsberichtes zu verwischen, den Revisor H. in den Augen der AuSschußmitglieder herabsetzcn nnd zog ans der Tasche«in Schriftstück hervor, mit den Worten,— er(Wenzel) habe hier«in Schriftstück, nach dessen Inhalt es fraglich sei, ob H. berufen sei, an der Gebarung deS Bc- zirkSverbandeS Kritik zu üben. Dieses Schriftstück tvar ein laienhaft gemachter Auszug anS einer Strafkarte. Wenzel gab dieses Schriftstück weiter, so daß es mehrere Personen lesen konnte». Dadurch fühlte sich H. beleidigt und strengte gegen Wenzel die EhrenbeleidignngSklage an. Rach anderthalb Jahren wurde nun die Verhandlung zu End« geführt, die nicht anders als mit der Verurteilung Wenzels enden konnte. Zeugt es nun schon an und für sich von einer recht soitderbarcn Moral, wenn jemand einen anderen, nm ihn in de» Augen seiner'Mitmenschen herabzufetzen, eine verbüßte Strafe zum Borwurf cntwurf der Regierung sieht auch vor, daß sich die L ä n d e r an de» Krediten beteiligen: 25 Prozent des GesamNverte» der Lieferung sollen dem Land, in dem der wirtschaftliche Schwerpunkt des liefernden Unternehmens liegt, beigestcuert oder garantiert werben. Ta hn gan'en Kredite von höchstens sechzig 0>rozent gewährt werden, bedeutet daß, daß der Bund im ganzen fünfunddreißig Prozent des Wertes der Lieferung als Kredit beistellt. Lee Achtstundentag in Frankreich. Bedingte Ratifikatton des AchtstundentagUberein- kommens durch den französisckM Senat. In seiner Sitzung vonl 10. Aebcr d. I. stimmt« der französische Senat der bedingten Ratifikation des internationalen Ne herein kommens über die Arbcitsdaucr in geiverblichen Betrieben zu. Das Uebereinkommen tvurde bekanntlich von der ersten internationalen Arbeitskonferenz zu Washington im Jahre 1919 beschlossen und beschränkt die ArbeitSdauer in gewerblichen Betrieben auf acht Stunden im Tag und 18 Stunden in der Woche. Der Enttvurf wurde im Juli 1925 von der Ilhaeordnetenkamnier einstimmig angenommen, s«n>, daß unter anderem noch nicht einmal die gründ-1 legendste Frage, wer eigentlich der gesetzliche Autor eines Filmes ist, durch irgend- welche gesetzlich« Bestimmungen gelöst tvurde. Einige- male wurden im Ausland von verschiedenen Seiten Anlauf« gemacht, eine Klärung dieser Frage anzustreben, aber es ist immer bei den Versuchen ge- blieben, di« nie«in positives Ergebnis gezeitigt haben. Wir konnnen auf diese Angelegenheit deshalb,yit sprechen, weil dieser Tage ein Vorkommnis in Film- Pvag«in Gerichtsverfahren nach sich ziehen dürfte, daS— hoffentlich!— endlich einmal eine klare Entscheidung bringen wird, ob ein Film den rechtlichen Autorenschutz genießt wie etwa ein Buch oder ein Mhnenstück und wer eigentlich als der Antor eines Filmwerkes anzniprecheu ist. Der nüchterne Tatbestand ist folgender. Das Prager Bio„Beseda" spielte.die eben verflossene Woche ein Toppeiprogramm,«inen amerikanischen nnd den tschechischen Film„DaS Maimärchen". Ganz abgesehen davon, daß di« Vorsührung eines Zweiscksiager- ProgranmieS an und für sich«in Unfug ist, da die einzelnen Filme meist ideell entwertet Werbe», tveil das Publikum einesteils ganz unwillkürlich zwischen bei» beiden vorgeführten Filmen Vergleiche zu ziehen sich bemüßigt fühlt, anderenteils zwei hinter einander Vorgefühvte Filme nicht so recht aufgenommen wer- den können, ganz abgesehen davon, daß durch dies« Praxis die anderen Kinos, die nur eine» Film zu spielen pflegen, natürlich" ntateriell geschädigt Werden, hat das Aibspiele» ztooier Programme gewöhnlich auch noch zur Folg«, baß man die Filme, um sie in der üblichen Zeit abspielen zu können, entweder sehr rasch vorsschren muß, wobei natürlich sowohl di« Kopie als auch der Zuschauer leidet, oder daß man sie einfach durch entsprechende Schnitte kügzt. Da«S n»möglich gewesen Wäntz innerhalb einer Stunde den macht, fo fft di« Handlungsweise Wenzels im konkreten Falle besonders bedenklich. Die seinerzeitige Verurteilung deS H. erfolgte nämlich keineswegs Wege» eines ehrenrührigen Delikte-, sondern im Zusammenhänge mit Dingen, die teilweise ihren Ursprung in den Verhältnissen der Umsturzzeit hatten nnd politischer Natur waren. Es Wurden damals an die 60 Personen verhaftet und nach monatelanger Untersuchungshaft abgenrteilt Unter den Verurteilten befand sich nicht nur H., sondern auch ein prominenter Parteigenosse und bekannter Abgeordneter der deutschen nationalsozialistischen Partei. Dieser nnd H. waren in der Zeit ihrer Hast sogar durch längere Zeit Zellengenossen. Kein gesitteter Mensch aber wird einen von den Verurteilten Wegen ihrer Strafe als moralisch minderwertig anfehen, geschweige denn ihre Verurteilung dazu benützen, sie in ihrem Ansehen zu schädigen. Das blieb dem.Herrn Abgeordneten nnd Bizebürgermeisler der deutschen nationalsozialistischen Arbeiterpartei, Herrn Schmiedemeister Leo Wenzel, Vorbehalten; dazu reichten seine moralischen Qualifikationen gerade noch aus.' Dabei war der Grund der Verurteilung des H. dem Herrn Abgeordneten nicht unbekannt, wie ihm auch nicht unbekannt fein konnte, daß sein engerer Partei- und Klubgenosse desselben Deliktes wegen verurteilt Worden war. Trotzdem aber ist er nicht davor zurückgeschreckt, in demagogischer Weise einen unantastbaren Menschen in seiner(ffjrc zu kränken. Als CntschuldignngSgrund für diese unglaublich niedrige Handlungsweise kann nicht einmal feine von uns keineswegs überschätzte Intelligenz geltend gemocht Werden; denn Wer eS versucht, sich auf unbekannten Wegen Einblick in eine Strafkarte zu verschaffen, der muß sich auch der Trag- weile seiner Handlungsweise bewußt gewesen sein. Wir fragen in aller Bescheidenheit die Parteileitung Iber Nationalsozialisten, Was sie zu der Handlungsweise ihres Abgeordneten sagt? ES handelt sich nicht um ein einfaches, der Oeffcntlichkeit unbekanntes Parteimitglied, sondern um«inen Mann, der die höchste Funktion bekleidet, die eine Partei zu vergeben hat. Schweigen müßte hier als eine Billigung der Ehrabschneidung betrachtet werden. Wir können unnwglich glauben, daß die Partei- leilung der Nationalsozialisten stillschweigen kann, es teure dies eine Verleugnung eines ihrer Fichrer, der mit H. einer politischen Sache Wegen im Kerker soß. wobei nur die eine Bedingung gestellt wurde, daß die Ratifikation in Kraft tritt, sobald auch Deutschland ratifi'iert hat. In der SenatSsitzung vom 3. Dezember 1926 stand ein Abänderungsanlrog zur Verhandlung, wonach die Ratifikation erst wirksam werden sollte, nachdem auch folgende Staaten dem Uebereinkommen beigetreten waren: Deuffchland, Belgien. Großbritannien, Italien, Polen Tschechoslowakei und Schweiz. In dieser Fassung wurde der Entwurf dem zuständigen Ausschuß vorgelegt, wonach er am 10. Feber wieder vor das Plenum kam. Der Ausschuß empfahl, das Iitkrafttreten der Ratifikation von dem erfolgten Beitritt Deutschlands und Großbritanniens abhängig zu machen. Die R-sierung unterstützte diese Fassung. Nach ausgiebiger Diskussion wurde der vmn Ausschuß vorgeschlagene Wortlaut mit 279 Stimme» gegen eine Sfimme angenommen. <3e$toffcn! Xraget Bet Jeder«Beleseneett«Stier Vartesavzesrtzen I weit über 3000 Meter langen Film„DaS Maimärchen" abzuspielen, hat die Kinolettung das Bild- Werk einfach um einige hundert Meter verkürzt den Zuschauern vovgeführt. Karl A n t o n, der Regisseur des FilmeS, ha« nun dagegen Stellung genommen, daß der Film ohne sein« Erlaubnis und ohne sein Wissen zerschnitten tvurde. Er ist der Meinung, daß einig« der entfernten Szenen die Handlung unlogisch und unverständlich machen und lehnt zmn Schutz« feiner NmnenS und seiner Arbeit jede künstlerische Verantwortung für ein derartiges„Machwerk" ab. Er beabsichtigt, gegen dir Bertoaltnng des BioS„Beseda" gerichtlich einznschreiten, um ein für ollomal ein gerichtliches Urteil zu erwirken, das eindeutig bestimmen Würde, in tvelchem Sinne nnd Ausmaß daS Gesetz den Schuh eines Filmwerkes Vorsicht. Unser« Gerichte Werdet» daher in der nächsten Zeit vor ein« ebenso interessante wie Wichtig« Aufgabe gestellt Werden. Die gerichtliche Entscheidung deS vorliegenden Falles hat natürlich für die Filmbrauche auch für di« Zukunft die allergrößte Bedeutung und man kann daher mit vollem Rechi. daranf gespannt sein, Wi« dieser Streit enden Wird. Für den logisch denkenden Laien dürfte die Frage allerdings einfach zu lösen sein. Selbstverständlich ist der Schöpfer des FilmeS der Regisseur, denn er ,st für die endgültige Verfassung seines Filmes verantwortlich, da ja alle anderen Faktoren(also der Librettist, der Architekt, der Operateur ustv.) unter seiner Ober- leituug arbeiten und er dies« gemeinsame Arbeit aller erst in«ine endgültig« Fassung bringen muß. Ebenso klar ist«s, daß man ohne. Wissen des Regisseurs an seinem Film kein« eigenmächtigen Schnitte vor- nehnien darf und daß dieser unter solchen llmständen nichts anderes tmr kau», als di« künstlerische Verantwortung abzulehnen. Aber das Gesetz soll enl- scheiden, wo das Recht zu suchen ist, Argus. Kunst md Willen. find SchSede« W Saite. Aufführung der Tragödie„Der WeibSteu- f e l" in der Kleinen Bühn«. Seit die großen Naturalisten, die alle mn 1862 geboren wuÄen, ihr siebentes Lebensjahrzehnt antraten, will eS in der deutschen Literatur der Jubiläen kein End« nehmen. Trifft eS einen wie K a r l S ch ö n h e: r, so kaiut•~icut zufrieden sein, denn>vas immer der Anlaß sei, des dichterischen Schassens Dchönherrü gedenkt mau gern. Er ist einer der seltenen Dichter, in denen noch das Büit Shakespeares in inächtigen Strömen rauscht, die weniger der Zeit als den Zeiten gehören. Richt, daß sie in Form und Itchalt ge- sncht, klassisch nnd überzeitlich wären— der gewollte Neuklassizismus ist so kläglich gescheitert, >vie die gewollte Neuromantik—! Gerade Schände rr hat wie Gerhart Hauptmann, tief ins volle Mettischenleben gegriffen, das ihn umgab. Aber mancher, ter es interessant fand, konnte es den Bielen, zu denen der Dichter sprechen soll, nicht interessant machen. Schönherr ist eS gelungen. Er kleidet sein« Figuren nicht in griechisch« Gewän der, er stellt kein« überirdischen Schatten nnd sprechenden Symbole auf die Bühne, fondern eckte, urwüchsige AlpeNbauevn. Und doch werden der alte Grutz nnd die Bauen: aus„Glaube und Heimat" noch leben, lvenn von manchen Neutönern nur noch die literarischen Lexika berichten werden. Uralte Konflikte gestaltet Schöicherr tragisch oder komisch, wie sei» Genius eS will. Aber wie «r sie gestaltet, daS läßt sich nicht aualysiren und kleinlich bekrittln, daß ist das große,, erhabene Geheimnis seiner Kunst. ES ist zur vollen Entfaltung gekommen in der Komödie„Erde", in „Glaube nnd Heimat", im,MeibS- tenfe l". In anderen Dramen hat die Problematik des moderne» Leberts den Dichter nicht Herr werden lassen über den gewählten Stoff. DaS deutsche Theater feierte Schönherr mit einer außerordentlich guten Aufführung des „Weib Sten fei". Es Wird schwer eine Bühne zu finden sein, die diese Auffichrnng überträfe. Fran Medel.sky gibt dein Weib, diesem bauernhaft wilden Sinnengeschöpf, das ein ins Rustikale übersetzter Wedekini scher Erdgeist von größtem Forntat ist, jenes glutvolle Leben, das der Jllttsion deS Dichters vorgeschwebt haben mag. JüdeS Wort ist wohl erwogen und kommt doch aus denr Nacherleben des Augenblicks, jede Bewegung ist sauberstes technisches Können und doch orgamsch dem künstlerischen Erlebnis der Rolle entsprungen..'Nicht minder gut ist daS ,/Flascheninanberl" Stadlers. Und dieser vorzügliche Schauspieler, der zu den bestell Vertretern deS Volksstucks und der Posse gehört, spielt seit Jahren seichte Operettenrollen! Attila Hörbigers Fässer" hat nicht ganz die klassische Vollettdung seiner Partner erreicht, bringt fiir dies« Rolle aber alle« mit, was sie braucht. DaS Haus war schütter besetzt. Die Erschienenen konnten einen wirklichen Theaterabend buchen, der tiefste Leidenschaften aufwiihlt und klärt. Dem Sechziger Schönharr gegenüber aber hat matt den egoistischen Wunsch, eS möchten ihm auch rm siebenten Jahrzehnt noch Würfe >vi« in den vergangenen gelingen! E. F. Ehrenabend Ludwig van dem Bruch. Bühnenkünstler, die bei der Hast, Ungeregeltheit und aufreibenden Unbeständigkeit ihres Berufes eine vierzigjährige Dienstzeit erreichen und dabei noch in ungebrochener geistiger und körperlicher Frische ihre künstlerischen Ausgaben erfüllen, gehören zu den Seltenheiten. Ein Künstler dieser seltenen Art ist der Tenorbuffo Ludwig van dem Bruch am P r a g e r D e u t f ch r n Theater, zu dessen vierzigjährige!» BerufSjubilänm am Sonntag Carl Zellers Operette„Der Bogelhänd- ler" zur Neu-, Fest- und Benesiz-Aussüh- rung gelangte. Bruchs Neigung zur Gesangskunst und znnt Theater äußerte sich schon in den Jüng- lingSjahren; denn er sand in seiner Geburtsstadt Brünn nicht»ur Zeit, neben den Handelsschulstudien Unterricht im Gesang nnd in der Schauspielkunst zu nehnren, sondern seine künstlerischen Kräfte auch schon bei Dilcttantenansführnngen zu üben. Kaum zwanzig Jahre alt ist Bruch bereits als Eleve an der deutschen Bühne seiner Heimatstadt Brün t tätig. Bon dort ans folgte er einer Berufung an daS damalige Hostheater in Altenburg als lyrischer Operntenor. Stach zwei Jahren erfolgreicher Tätigkeit auf dem Gebiete der Oper wendet sich der Künstler der Operette zu. Sieben Jahre Wirkt er als Operettentenor in Berlin, absolviert zahlreiche Gastspiele in Deutschland, komntt im Jahre 1900 nack Hamburg, ivo er bis zum Jahre 1900 verbleibt, und lrttd schließlich nach erfolgreichem Gastspiele in Strauß' „Walzertraum" von Angelo Neumann an daS Prager Deutsche Theater engagiert. Aber der vielbe- gehrte Operettentenor läßt sich nur vorübergehend an di« P'ager Bühne fesseln; zunächst folgt er einem Rufe Direktor KarczagS an das Theater.tn der Wien in Wien, tun im Jahre 1912 abermals nach Berlin zu gehen. Erst im Jahr« 1911 folgt van dem Bruch einer nenerlichen Berufung an das Prager Deutsche Theater durch Direktor TeweleS. Ludwig van dem Bruch hat in den dreizehn Jahren feiner ztveiten Prager Tätigkeit eine llnsumme künstlerischer Arbeit geleistet. Denn van dem Bruch ist«in Künstler, der sich durch tingewöhnliche Vielseitigkeit auszeichnet. Er ist als Tenorbusso Inder Oper ebenso vorzüglich>vie als O p e r e t t e n t e n o r, als R e g i s s e u t ebenso ausgezeichnet wie als S ch a ü- Fräulein Klug genießt ihr Leben. Sie plagt sich nicht mit Rumpeln und Reiben, und läßt Radion arbeiten. Radion allein? Ja! Waschet so: •Löst Radion in kaltem Wasser auf, gebt die vorher eingeweichte Wäsche hinein, laßt 20 Minuten kochen, schweift aus!' Wäsche rein und blendend weiß I Reiben und Rumpeln ist unnütze Plage, ruiniert Wäsche und Hände und- wird man tielleicht schöner davon? Radion bleicht durch Sauerstoff! Garantiert frei von Chlor und anderen schädlichen Chemikalien. Schont die Wäsche! „Freut Euch des Lebens, Radion wäscht allein!“ ®®®®®®®®®®®®®®S® Der Heuiigen Nummer liegt ein Erlag« schein zwecks Einzahlung der Bezngögeblihr bei. Wir machen besonders dnrauf aufmerk» kam, dag die Zahlung unter demselben Namen geleistet werden muss, unter welchem der versand der Zeitung erfolgt. Die Bezugsgebühr betragt monatlich 16 K, vierteljährig 48 K, halbjährig 9G li, ganzjährig 192 K und ist stets im vorhinein zu entrichten. Der Abonne» nrentSbetrag mutz bis spätestens 19. d. M. in uuserem Besitze sein und ersuchen wir, dies zu berücksichtigen, damit keine Unterbrechung>n der Zustellung etntritt. ®®®®®®®®®®®®®®®® spieler. Sn kam eS und komm! es, daß dieser außerordentlich fleißige und vielseitige Künstler ein« zuverlässige künstlerische Stütze unseres Theaters wurde und auch heute noch ist. In der oder jener künstlerischen Eigenschaft oder Täligleil ist er fast aus jedem zweiten Thcotcizrittl zu finden. Wer Bruch in seinen Opernpartieu Hörle, weiß, wie grundmusikalisch und stilsicher er als Opernsänger ist, »vcr ihn in der Opcreue sah und hörte erfreute sich stets seiner liebenswürdigen, immer von bester Spiellaune getragenen Darstellung, wer ihn Regie führen sah, weiß, wie sorgfältig und liebevoll der .Künstler sein szenisches Amt versah. Wollen wir aber rin vollständiges Bild der vielseitigen und um» sangreichcn Tätigkeit vait dem Bruchs geben, so müssen wir auch seine Berdienst« als Gesangspädagoge anführen; eine große Zahl von Sänge» rinnen und Sängern,— Berujskünsllcr sowohl als auch Dilettanten,— danken ihm ihre gründliche mnsikalisti>e und gesangslünsllerischc Ausbildung. lieber die Ausführung des„Bogel- Händler" selbst ist zu berichten, daß sie eine in jeder Hinsicht sestmäßige war Wir haben selten an unseren» Theater eine io animierte, vo>» rhythmi- 'chem Schwung und fröhlichster Spiellaune erfüllte Opcretlcnvorstellung mitgemacht wie diese. ZcllerS aus der guten, alten Opc»ettenz?it flammender„Bo- gelhändler", dieses melodienrciche, musikalisch hoch» wertige.und oft den echten Singspielton streifende, beste und bekannteste Werk seines öchöpsers, wirkte denn auch in seiner mustergiltigen Neueinstudierung wie eine Premiere. Ten Löwencrfolg des Abends trug natürlich der Jubilar selbst davon, der di« große und dankbare Nolle des Vogelhändlers Adam gab; erstaunlich jugendlich unö lebhaft in der Darstellung,. gesanglich mit unglaublicher Stimmfrische und mit ganz außerordeutlitlier Eharakterisierungs- kunst im Bocirage Mit Recht wurde der Künstler und Jubilar stürmisch gefeiert: llnzählige Lorbeerkränze, Blumen, zwei reichbcleyte Tische mit Gaben waren die äußeren Zeichen, für die sich van dem Bruch von der Bühne anS bedankte; das Orchester brachte ihn» nach seinen Taukesivorten einen Tusch. Für den allgemeinen glänzende»» künstlerischen Erfolg dieses Opcrelten-Ehreuabcnds hat sich der Jubilar aber in erster Linie bei seinen»nitwirkenden Kolleginnen und Kollegen zu bedanke»», die durch- »vegS ihre besten Kräsie eingesetzt hallen. Namentlich Fra»» Else Lord ü» der Partie der Brieschristl zeigte wieder eininat oll ihr ganzes, großes Können als temperamentvolle, ist! der Nolle lebende Schauspielerin i»i»d auch den hohen stimmlichen Anforderungen. ihrer Partie großartig gerecht werdende Ge- sangSiünstlerin. Schade, daß Operetten-Festabrrrde wie dieser nicht zn de>« Negelmäßigleite» unseres Theaterbctriebcs gehören lönncn! e. j. Aenderungen im Opernrepertoire. Wegen an- dauernder Erkrankung des Herrn Theo Hermann muß Mittwoch statt„Tiefland"„Der fliegende Holländer"(95^-8) und Freitag statt der Puecini-Einakter„I i g a r o S Hochzeit"(96—4) Gegeben tverden. Deutsche Akademie für Musik und darftelleude Kunst in Prag. Beethoven feier Montag, bei» 7. März, um 7A Uhr abend«, im Mozarteum. Spielplau des Neuen Deutschen Theater». DieirStag(94—2), 7M Uhr:„Der zerbrochene Krug",„Tartu ffe". Mittwoch(95—3), halb 8 Uhr:„Der fliegende Holländer. Donnerstag, 1% Uhr:„Garten Ede n". Freitag (96—4), 7 Uhr:„Figaros Hochzeit". Samstag(97—1), 7 Uhr:„DaS Schwalbennest". Sonntag, 11 Uhr: Deutscher Singvrrcin; 2'A Uhr: Arbeiter-Vorstellung:„Der zerbrochene Krug",„Tar- tust«"; 7 Uhr:„Ros« nkavalie r". Montag (98—2), 7 Uhr:„Die Fledermaus". Spielplan der Kleinen Bühne. Dienstag:„Oskar, laß dich nicht verführen!" Mittwcch: ,A>ie Flucht". Donnerstag:„Spiel im Schloß". Freitag:„Dover—ColaiS". Samstag: ,Toni". Sonntag, 3 Uhr:„Oskar, laß dich nicht verführen"; TA Uhr:„Toni". Montag:„Dover —C alai Aus der Bartel. Ausweis|Lr den Monat Feder 1827. Die erste Zahl bedeutet Parteifvnd», die eingeklammert« ZcntralwahlfondS: Bodenbach 4290(1500) K, Brünn 2610(870) K, BudweiS 335(100) K, Karlsbad 8520(2700) K, LandskroiErulich 300(100) K, MieS 1200(400) K, Prag 431.25(143.75) K, Preßburg 70 K, Reichenberg 600(200) K, Sternberg 2460(750) K, Teplitz» Saaz 3600(1200) U, Trautenau 1650(550) U, Troppa»» 960(320) K. Der Film. Max Reinhardt, der in Hollywood da» Boll- möllersche„Mirakel" inszenieren sollte, kchrt nach Europa zurück, ohne den Film gedreht zu haben. «ereinsnachdchte«. Freier Radiobuud, Zweigstelle Brog. Morgen Mittwoch, um acht Uhr abends im Verein deutscher Arbeiter, Prag II., Smekkogassc 27, Klitbabend. Turne« und Wort. Bürgerlicher Sport. Fußball. 23:0(10:0) lautet das Ergebnis, welches die Amatenrmannfchaft des Prager DIE. gegen Hakoah erzielt«. Das Spiel selbst entbehrte jeglichen sportlichen Wertet. Die Prager Hakoah hatte gogen den noch ziemlich untrainierten DFC. trotzdem nicht viel zu sagen; das Spiel wickelte sich von» Anfang bis zum Schluß ai»f der.Hälfte der Gäste ab. Ein Urteil über die Fähigkeiten des einen oder anderen Spielers von» DFC.»vollen wir erst dann abgeben, bis di« Mannschaft gegenüber einen stärkeren Gegner antreten wird. lieber Hakoah selbst sagt das Resultat mehr als genug.—en— AFK, BrSoviee gegen Sparta 2:2(0:1). Das erste Ligaspiel, das der Amerikafahrer in diesem Jahre absolvierte, endete für die Sparta gar nicht bewunderungswürdig. Die Zuschauer, di« aus den Wrschowitzer Platz gepilgert waren, nm einen Kampf»im di« Punkte zu erleben, tvnrden von Seiten der Sparta arg enttänscht. Rur die Wrscho- witzer kämpften unverdrossen und tvaren auf die Erzielung eine! für sie günstigen Resultates bedacht. Sparta hatte in diesen» Treffen deutlich gezeigt, daß auch sie nicht verschont bleiben wsrd, einen Niedergang zu erleben. Die Wrschowitzer halten viel mehr vom Spiel und nur das fabelhaft« Glück dcS Sparta- Tormannes verhindert« manchen Erfolg. Schieds richter Dlabac hatte diesmal einen schlechten Tag und seine Fehlentscheidungen trafen di« Wrschowitzer am meist««. Da« U»»entschied«n ist in bezug der gezeigten Leistung der Wrschowitzer nicht am Platze..—kl. Slavia gegen Viktoria Littkov 3:3(2:1). In diesem Ligaspiel« bewies Biktoria, daß ihre Leistungen der letzten Wochen einwandfrei waren und war auch an» Sonntag der Slavia in manchen Belangen etwas überlegen. Nur einig« schwache Augenblick« auf Seite der Viktoria— und Slavia war zur Stelle und konnte»nüheloS Tor« erzielen. Kurz vor Schluß de- Spieles, al« Viktoria mit 3:2 in Führung lag, gelm»g e« Pur durch Solo den Ausgleich zu erzielen. Beiderseitige Anstrengungen, um bei» Sieg zu erzielen, änderten bis zum Abpfiff nicht« mehr. Teplitzer FK. gegen Sparta KoiUle 5: g(4:6). Bis jetzt ist tatsächlich noch kein Prager Klub streich tum Teplitz zurückgekrhrt. Sonntag war«n di« Ko» srhirscher Spartaner di« Leidtragenden, di« obendrein noch auf«ine» mit zahlreichen Wassewümpein bedeck- ton Platz(pieken mußten. Di« Teplitzer trat:« ohne Sima an, der wieder zur Prager Sparta zurücKehrt. Der beste Mann der Gäste toar der Torntann. MMewmg« aur de» PadMa». Das Beste für Ihre Augen liefert Optiker 2)eutsch, 3?rag, Qraben 25, SCI, SBatar. WM Weitere Resultate. Prag: Nuselity SK. gegen 6AFC. 1:2(0:2), Lrgajpiel; Sportbrüder gegen AFK. Karlin 11:0(4:0), DBC. Sturm gog. Olym- Pia Nusle 2:4(2:1), SK. Liberi gag. Union Likkod 6:4, Lechie Karlin geg. Lechie Smichow 7:1(4:0), Oechoskovan Koitike gegen Slavoj VIII 8:3(4:1), Hagrbor g. Karlinskn spart. t«am 3:1.— Kladn o: SK. gegen Atetesr VIII(Prag) 4:3(0:1).— P il- s e»t: Viktoria gegen Doudlevee 4:5(3:4), Olympia gegen Rokycany 3:3, SK. gegen Sparta 2:3(1:2). — Pardubitz: SK. gogen AFK. Chrndim 5:0. — BudweiS: DFC. gogen Smichow Pilsen 5:0 (4:0).— Brüy: SK. Most gogen Schwalbe 8:2 (1:1).— Karlsbad: Sparta gogen DFK. Ma- rionbad 11:0(6:0)— Komatsu: DWk. gegen DFÄ. Dux 10:2(4:2).— Auksig: THK. gegen DfB. Mariaschein 9:2(4:2).— Bodenbach: SpBg. gegen BSC. Zittan 9:4(5:4).— Nest»« >n i tz: Teplitzer FK.<2. Profi) gogen Seskh Lev 5:2 (2:1).— Grottau: DFK. Reichender,I gegen SK. 11:0(5:0).— Reichenberg: Fns.-Reg. 44 geg. RSK. 8:3(4:1).— Schreckenstein: Spovt- brsider gogen Garnisonself Theresienstadt 3:3(2:3). — Brünn: Lidrnic« gegen DS.K. 9:0(4:0), Dior. Slavia gegen SK.-Hodolany 9:0(4:0), DDB. geg. Binohrady(Prag) 5:2(3:1).— P r e ß b u r g: 6SK. Bratislava gegen ASK. Soprony 7:0(2:0), Ligeti gegen Bluniemhal 2:1(1:0), Rapid gegen Donaustadt 8:1(1:0), PTC. geg. Kabelfabrik 3:0, Makkäbea geg. TörekveS 2:2(1:1).— B u d a pe st: Hungaria gegen WAE. Wien 3:0, Kispesti gegen 3. Bezirk 4: 2, FTC. gegen Nonrzvti 3:2, Sabaria geg. Bastya 4:0, Ujpost gegen 83er FC 7:2.— W i e n: BAC. gegen FAC. 2.: 2, Hakoah gegen Vienna 3:2, Sporkkkiib gegen Rapid 4:1, Austria gogen Slovan 1:0, Simmering geg. RudoliShüzel 3:0.— M ü n- chen: Wacker gegen SC. Stuttgart 5:2, Kicker« Stuttgart gegen Badern 8:1.— Nürnberg: ASB. gegen Pfeil 4:0.— Fürth: H»Ag. gegen FDP 1903 Mainz 8:0(4:0).— Frankfurt: 1. FE. Mrniberg geg. FSB. 3:3(2:3).— S a ar- brücken: 1860 München gegen FB. 4:0(2:0).— Bahre»k'th: BfN. Finch gogen 1. FC. 4:3.— Dresden: Sportklub gogen Viktoria 4:0.— Berlin: Hertha BSE. gogen, Union 93 6:1, Ten- nir-Bpvufsia gogen Wacker 04 12:0, Vorwärts gog. ToSmmtia 5:1.— Köln: KfR. gegen Arminia Bietlefetid 1:7,— Bremen: Viktoria Hamburg gegen SB. 11:2.— Hamburg: HSV. gegen Altonaer SB. 19:1, St. Pmcki gegen Unia« 3:1, Altona 1893 gogen.Horn 12:1.— Belgrad: Beo- gradsti SK. gogen Wacker(Wien) 3:2(2:1).— England(Liga): Westbramwich gegen The Wed- nesdoy 2:2, Bolton Wanderers gegen Manchester United 0:1, Cardiff City gegen Shestield United 1:3, Arsenal gegen Burnley 6:2, Westham United gogen Bury 2:1, Newcastle United gegen Liverpool 2:1,.Huddersfield Town gogen Everwn 0:0, Aston Billa gegen Derby County 5:2, Blackburn Rover« gogen Leeds United 4: 1, Birmingham gegen Tottenham Hotspurs 1:0. Schwimmen. FrouzSstsche Schwimme» in Deutschland. An» Sonntag starteten zum ersten Mol nach dem Kriege französische Schwimmer bei einem Meeting in Magdeburg. Rademacher besiegte im 100-Meter- Brustschwimmrn in der Zeit 1:17.8 den französischen und englischen Meister Bouvier, welcher 1:20:1 beitätigte. Im Wasserballspiel unterlagen die Franzosen den Hellenen mit 11:1(5:1). Internationale« Hallen-Tchwtmmeu in Leipzig. Nachstehend di« Resultate: 8X100 Pttttr Freistil, 2. Senioren»: 1. Berliner SV. 88 3:25.8, 2. Wasser, frounde Spandau 3:26. SenioreirsprinMn: 1. Baumgarten(Drejdrn), 2. Riepschlager(gätz), 3. K»»yt (Stern Magdeburg), 4. B. Jegiersky(Wolffen), 5. BalaSz(Hagibor Prag). 100 Meter Freistil: 1. Hem- rich(Poseidon Leipzig) 1: 02(deutscher Rekord), 2. Goldberger(Hakoah Wien) 1:07.2, 3. Getreuer(Ha- gibor Prag) 1:10. 200 Meter Freistil für Damen: 1. Frl. Lehmann(Poseidon Dresden) 2:50.4(deutscher Rekord), 2. Frl. Löwy(Hakoah Wien) 3:08, 3. Frl. Schmidt(Undine Rheydt) 3:10. 100 Meter Rücken für Damen: 1. Frl. Behring(Sttrn Magdc- bürg) 1; 33.2, 2. Frl. Biene nfckld(Hakoah Wien) 1:37.8, 3. Frl. Wotitziky(Hogibor Prag) 1:47. 100 Meter Freistil, 2. Senior:«: 1. Otto(Berlin 98) 1:06, 2. Seck(Stern Magdeburg) 1:07, 3. Ächten- stciir(Hakoah Wien) 1:07.4. 200 Meter Brust: 1. Dornheim(HSV. 78) 2: 592, 2. Pöckel(Wasser, freunde Spandau) 2:59.3, 3. Dorfmüller(Sanitat (Rheydt) 3:02.6.. Wasserballspiel«: Stern Leipzig gegen Hagibor Prag 11:4(9:2), Poseidon Leipzig gegen Hawah«Wie»») 6:2(5:0». Wintersport. Evensen Weltmeister im EiSschMllanfen. Di« in TammerforS abgehaltene Weltmeisterschast im Eisschnelläufen brachte«inen einwandfreien Tieg Evensen über den früheren Weltmeister Thunberg. Di« Wertung lautet: 1. Evensen, 2. Thunberg, 3. Carlsen, 4. Larsen, 5. Skuttnabb. 1500 Meter: 1. Thunberg 2:241(neuer finnischer Rekord), 2. Evensen 2:86.3, 3. Larsen, 4. Skuttnabb, 5. Aor- pelaa. 10.000 Meter: 1. Evensen 18.08, 2. Carlsen 18:06.1, 8. Skuttnab 18:34, 4. Thunberg 18:36.4. 5. Larsen. Di« russischen Läufer nahmen an den Retinen nicht teil. Ei-Hockey. Mailand: Viktoria Dtontreal gegen EHE. Davos und St. Moritz komb. 18:0, HC. Mailand gegen HC. Cortina 7:1. * Londhockey. Antwerpen: Länderwettkampf Holland gegen Belgien 0:0., Herausgeber Dr. Ludwig Czech. Verantwortlicher Redakteur Dr. Emil Strauß. Druck: Deutsche ZritungS-A.-G., Prag. Füx den Druck verantwortlich: O. tzyl ik DRUCK- U. VERLAGSANSTALT GESELLSCHAFT MIT BESCHRANKTES HAFTUNG IIIICIIWIHIIHHHinilllllllin!IIHinillllllllllllllllllllllllllllllHII|||||l||||lil1|t1|lll!l!|||IIH|HIHHIIt!IP:' empfiehlt sich den p. t. Behörden. Vereinen. Orga nlsationen. Oemeinden und Kauflenten zur Herstellung von Drucksorten wie: Tabellen. Büchern. Broschüre«. Zeitschriften' Zirkularen. Mitgliedsbüchern. Elnladun- MR. Plakaten. Flugschriften. Fakturen. Briefpapieren usw. In solider und rascher Ausführung. 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