Einzelpreis 70 Seller. Rebaffion und Verwaltung: Prag, II., Nefazanta 18. Telephone: rit. Τα Nach Po Jnfera billigh Einsch 7. Jahrgang. Gosialdemokrat Dělnická akademie, I I Praha Hybernská 7. 23H 70 en sozialdemokratischen Arbeiterpartei choslowakischen Republit. Mittwoch, 23. März 1927. Alles für den Militarismus! Angriffe auf das Fremdenviertel. Wenige Wochen sind erst verflossen, seitShanghai, 22. März.( Reuter.) Nordtruppen, deren Zahl auf mehrere Hundert Mann geschätzt wird, haben die Drahtverhaue des nördlichen Teiles der internationalen Niederlassungen von Schanghai durchbrochen und find durch Seitengäßchen, die bloß schwach von den britischen Streitkräften besetzt waren, cingedrungen. Die Verluste der Ausländer betragen, soweit bisher bekannt ist: drei Engländer getötet, 14 schwer verwundet, ein Japaner und ein Portugiese verletzt. Von einer Abteilung Kanton- Truppen wurde ein britischer Panzerwagen umzingelt. Die Mannschaft, von der etwa acht Mann schwer verwundet wurden, mußte fich sofort unter Zurücklaffung des vollausgerüsteten Panzerwagens in die innere Stadt flüchten. Bezugs Bedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post: monatlich.... Kè 16.olerteljährlich 48.96.192.halbjährig ganzjährig. Rüdstellung von Manustripten erfolgt nur bei Einfendung der Retourmarten. Erscheint mit Ausnahme bes Montag täglich früh Nr. 69. änderung der Militärstrafordnung, über die der Klerifale Myslivec referiert. Es handelt sich in der Hauptsache um die Abänderung von Disziplinarstrafen durch Vorgesetzte, die AbErmäßigung von Strafen durch zuerkennung eines Teiles der Gebühren und die Aberkennung der Charge bei Gagisten, welche sich vor ihrer Ernennung eines bisher verborgen gebliebenen oder verjährten Verbrechens schuldig gemacht haben. Die Mehrheit beschließt dann im Sinne des Präsidialantrages, die Debatte über alle fünf Militärvorlagen gemeinsam abzuführen. Als Redezeit werden 45 Minuten festgesetzt. dem deutsche Landbündler, Christlichsoziale und Feuergefecht mit Abteilungen der Schantungtruppen.- Tote auf beiden Seiten. schaffung der Wahl der Disziplinarausschüsse, die Gewerbeparteiler ihr unbegrenztes Vertrauen zur Staatsführung und ihre Ergebenheit für ben tschechoslowakischen Militarismus dadurch zum Ausdruck brachten, daß sie für den Rüstungsfonds stimmten. Auf elf Jahre hinaus haben sie der jeßigen und allen kommenden Regierungen jährlich 315 Millionen bewilligen geholfen, die für außerordentliche Rüstungszwede bestimmt sind, und keine Rücksicht auf Die Fortdauer der Wirtschaftsnot hat sie abzuhalten vermocht, der Bevölkerung diese neue, furchtbare Last aufzuladen. Keinen Mann unb feinen Groschen dem tschechoslowakischen Militarismus, das war noch bis vor Jahresfrist die Parole derselben deutschbürgerlichen Parteien, denen heute nichts teuer und wertvoll genug ist, um es nicht auf dem Altare des Gößen Militarismus zu opfern. Eben sind sie wieder daran, dem zur Herrschaft gelangten Militärgeiste neue Opfer zu bringen, Opfer auf Kosten bes Volkes und sogar auf Kosten der eigenen Wählerschichten. Nicht weniger als fünfmilitärische Vorlagen stehen auf der Tagesordnung des Abgeordnetenhauses und für alle werden die Vertreter der deutschen Regierungsparteien Nach einer späteren Meldung versuchten Truppen aus der Provinz Schantung abermals, in die internationale Konzession einzudringen. Zuerst wurden 200 Mann dieser Schantungssoldaten entwaffnet, worauf ihnen der Zutritt in die Konzession gestattet wurde. Gleich darauf aber versuchten 700 Mann Schantungstruppen, mit Gewalt in die internationale Niederlaffung einzudringen, und eröffneten auf die britischen Soldaten das Feuer, die dieses sofort erwiderten. Hiebei sielen 20 Schantungfoldaten. Auf britischer Seite gab es zwei Verwundete. Die verwundeten Chinesen und Briten wurden von den internationalen Ambulanzen des Noten Kreuzes ins Krankenhaus gebracht. Die Wehrvorlagen vor dem Parlament. * Die undankbare Aufgabe, den Wahlrechtsrauban den aktiven Soldaten einschließlich der Gagisten zu rechtfertigen, nahm der Agrarier Dr. Kralik auf sich, wobei er all die abgedroschenen Schlagworte von der notwendigen Ents politisierung der Armee bis zum Ueberdruß wiederholte und die schrecklichen Gefahren an die Wand malte, die durch die Beibehaltung des Soldatenwahlrechtes entstehen fönnten. Der Nationaldemokrat Spa è ef referierte über die Verlängerung der Präsenzdienstzeit. Er gab direkt seiner Freude Ausdruck, daß ,, all die idealistischen und pazifistischen Bestrebungen nach Einführung eines Milizsystems überwunden" seien und daß man das Kadersystem beibehalten habe. Die 18monatige Dienstzeit müsse beibehalten werden, da sonst die Armee für einen fünftigen Konflikt nicht die Kampffraft haben könne, wie sich das die Koalition und die Verbündeten wünschen. Damit ist also Englis droht wegen Differenzen über die Grundsteuer mit der Demission. Prag, 22. März. Das Abgeordnetenhaus Grundsteuer auf keinen Fall akzeptieren will. offen zugegeben, daß in dieser Frage der franbegann heute die Beratung der jünf Militär- Englis soll jogar mit seiner Demis ösische Generalstab kommandiert vorlagen, über die die Debatte gemeinsam ab- fion gedroht haben. Nach einer anderen und die Koalition, namentlich aber die dent geführt werden wird; die sechste Vorlage über Bersion hat er die Entscheidung über die Höhe schen Regierungsparteien, diesem Kommando die Erfahreserve wurde heute im Drud verteilt der Grundsteuer dem Ministerpräsidenten über- ohne Widerrede Folge zu leisten haben! Nach und dem Wehrausschuß mit zweitägiger Frife affen. Die Borausfagen der Stoalitionspresse, daß einem Vergleich mit anderen europäischen Staazugewiefen. Die Referate der Berichterstatter die Steuerreform sehr bald zur Verhandlung im ten, namentlich aber mit Rußland, kommt der Wenahmen fast drei Stunden in Anspruch. Die Plenum reif sein werde, scheinen sich also nicht ferent zu dem Schluß, daß auch noch die 18monaSigung verlief bis auf kleinere Zusammenstöße zu erfüllen. tige Dienstzeit für eine ordentliche Ausbildung zu des Kleritalen Myslivec mit den Kommunisten wenig fei! Klassisch war die Schlußbemerkung, im allgemeinen ruhig und interejselos. Mittwoch daß das Parlament heute nicht mehr in den Fehler Zu Beginn der Sigung, die mit halbstündiger berfalle wie die revolutionäre Nationalversamm und Donnerstag wird die Debatte for gefeßt; sollte bis dahin die Abstimmung noch nicht be- Verspätung um halb 4 Uhr nachmittags eröffnet lung, und daß es daher im Gesetz keine Frist festendet sein, so wird sich das Präsidium in einer wurde, leistete der Mandatsnachfolger des zum seye, von wann ab- unter der Voraussetzung eigenen Sißung mit der Frage beschäftigen, ob Gesandten in Berlin ernannten Dr. Choalkowsky, eines genügenden Kaders an Unteroffizieren zur Abstimmung auch der Freitag heranzuziehen der Profeffor Wenzel Dolezal aus Melnik, den die 14monatige Dienstzeit einzuführen sei. Nach ist, der in der Slowakei als Feiertag gehalten Abgeordneteneid. wird, oder ob die Abstimmung auf die nächste Der Siyung lag der bereits veröffentlichte ReWoche verschoben werden soll. gierungsentwurf über das jährliche RekrutenkonWährend der Sißung wurde im Hause be- tingent, die Ersayreserve und einige Aenderungen fannt, daß es innerhalb der Koalition. die die des Wehrgesetzes sowie ein Antrag vor, die RegieDifferenzen wegen der Erwerbssteuer und der rung möge für den Bau eines Messepalastes in Grundsteuer bereinigen solle, zu schweren Aus-| Brag eine Baugarantie bis zum Betrage von 45 einanderseßungen der Agrarier mit dem Finanz- Millionen Kronen übernehmen. Den ersten Punkt der Tagesordnung, auf der minister Dr. Englis gefommen sei, da dieser dieser Rede müßte man eigentlich der Koalition. auf den Knien danken, daß sie nicht gar wieder auf die zweijährige Dienstzeit zurückgreift! die niedrigen agrarischen Steuerfäße für die die fünf Militärvorlagen stehen, bildet die Ab- lich über die Rüstungen der andern und stellt die Ueber die Festsetzung des Friedens präsenz standes referiert abermals der Abgeordnete Myslivec, der mit einer Polemik gegen Masaryks fürzliche Aeußerung beginnt, daß der europäische Friede mindestens auf 90 Jahre gesichert sei. Dann verbreitert er sich ausführ schöne Theorie auf, daß man das Pulver trocken und das Gewehr zum Schuß bereit belten müsse. Zum Zertifikatistengesetz referieren Spacek für den Wehrausschuß und Navratil für den sozialpolitischen Ausschuß. Letzterer sucht mit wenig Glück die schweren Bedenken der Privatangestellten zu zerstreuen, denen in den ausgedienten Unteroffizieren gefährliche Konkur renten erwachsen; der Hinweis darauf, daß sich diese Bestimmungen erst nach sechs Jahren auswirken würden, ist wenig tröstlich. willig und militärfromm die Härde erheben. Nach der ersten soll die nach dem Wehrgeses cb 1. Oftober 1926. in Kraft tretende 14monatige Dienstzeit auf zwei Jahre hinaus um vier Monate verlängert werden, die zweite setzt den Friedensstand der tschechoslowakischen Armee vom 1. Oftober 1927 mit 140.000 Mann feſt, durch die dritte Vorlage soll an die Schaffung einer Evjazzreserve geschritten, nach der vierten den Angehörigen der Armee und der Gendarmerie das Wahlrecht entzogen werden, und die fünfte betrifft die Unterbringung der länger dienenden Unteroffiziere. Der Militarismus schüttet das Füllhorn seiner Wünsche aus und der Inhalt ist nichts weniger als duftend. Es wird noch Gelegenheit genommen werden, die einzelnen Posten des vorgelegten militärischen Wunschzettels ausführlich zu besprechen, der den Deutschbürgerlichken als Befehl erscheint, dem sie sich nicht nur nicht zu widersetzen wagen, sondern dessen Berechtigung und Nüßlichkeit sie sogar zu begründen und zu beweisen suchen. Ein Blick auf diese Vorlagen aber genügt, um festzustellen, daß sie allesamt den Zweck haben, dem eriremiten Militarismus, zu dienen. Das geschieht nicht etwa in einer Zeit höchster und afuter Kriegs- deutsche Gemeinden tschechisiert worden. Welches für die deutschen Angestellten und Arbeiter, songefahr, sondern inmitten einer Zeit, die erfüllt Pech aber, daß die tschechischen Regierungs dern auch für die deutschen Gewerbebesizer von ist von schönen Neden über die Notwendigkeit macher den Deutschbürgerlichen auch durch diese den schwersten und schädlichsten Folgen sein der Abrüstung! Und die Deutschbürgerlichen Rechnung einen Strich machen! In dem Be wird. Es ist dies der Regierungsentwurf bericht des Verfassungsausschusses wird nämlich treffend die Unterbringung der län dienenden Unteroffiziere. Herr Udržal kommandiert im Auftrag der festgestellt, daß zur Zeit, als das Soldaten ger dienenden Unteroffiziere. Generäle: die militärische Dienstzeit muß auch wahlrecht geschaffen wurde, die militärischen Dieſer Entwurf geht weit über das alte österweiterhin 18 Monate betragen und die Deutsch- Formationen ausschließlich aus reichische Zertifikatiſtengesetz hinaus, denn er bürgerlichen vollführen den Befehl, ohne mit Tschechoslowaken zusammengesetzt wa- will nicht bloß wie dieses den länger dienender Wimper zu zucken. Frankreich, bisher das ren. Damals fonnte es als Mittel zur Tiche den Unteroffizieren Anspruch auf eine Anmilitärische Vorbild der Tschechoslowakei, macht chisierung dienen, seither besteht aber die Armee stellung im Staatsdienst verleihen; es soll Abstriche an seinen Heeresausgaben und setzt zu einem guten Drittel aus Soldaten de utihnen auch ein Drittel sämtlicher Stellen zu der vorläufig fast ein Dußend Redner vorgemerkt sind. Der tschechische Nationalsozialist die Dienstzeit auf zwölf Monate herab, um, scher Nationalität, denen doch auch das im Dienste der öffentlich- rechtlichen Korpora- spatny verweist auf die ungerechtigkeit, daß wie der Kriegsminister Painleve sagte, seinen Wahlrecht genommen wird! Um zu verhindern, tionen und Anstalten und sogar ein Drittel der man einerseits die Dienstzeit verlängere, dafür Friedenswillen zu befunden und soviel Leute daß das Soldatenwahlrecht zu nationalen Ent Stellen bei allen fonzessionierten Unternehmun- aber auf der anderen Seite für 8000 Ausals möglich für Industrie und Landwirtschaft rechtungszwecken mißbraucht werde, hätte doch gen und Betriebe offengehalten werden. Der erwählte eine Erfaßreserve mit nur dreimonatiger freizugeben. Unsere Landbündler und Christ vollkommen genügt, zu bestimmen, daß die An- deutsche Arbeiter und Angestellte wird noch Dienstzeit schaffe. Den Wahlrechtsraub an den lichsozialen aber hausieren mit dem Argument, gehörigen der Armee in ihrer Heimatsgemeinde schwerer als bis jetzt Arbeit finden können, Soldaten bezeichnet er als den ersten Durchbruch die achtzehnmonatige Dienstzeit sei notwendig, wahlberechtigt sind, aber der Bürgertoalition denn der Unternehmer wird ihm den länger der Verfassungsgefeße, die wahre Ursache sei nur um die Arbeitslosigkeit einzuschränken! Wo- geht es doch nur um einen Anschlag auf die dienenden, meist tschechischen Unteroffizier bei der peniſche Schrecken vor dem Stimmrecht der nach die Frage gestellt werden müßte: warum politischen Rechte, dessen erstes Opfer eben die der Stellenbejeßung vorziehen müssen. Aber Militärpersonen. Redner ruft unter dem Beifall seiner Klubkollegen der Mehrheit zu: Wenn nicht gleich die dreijährige Dienstzeit einführen Soldaten sind, und es geht ihnen darum, den auch den deutschen Gewerbetreibenden stehen ihr euch nicht fürchtet, dem Soldaten und die Stärke der Wehrmacht verdoppeln, da- Militarismus der letzten Reſte ſeines früheren schöne Zeiten bevor, zu denen ihnen soeben die das Gewehr in die Hand zu geben, dann dürft ihr auch euch nicht davor mit die Arbeitslosigkeit ganz verschwindet? Es demokratischen Charakters zu entkleiden. Welche Regierungsdeutschen verhelfen! Alles für den Militarismus! Unter dieser zurückschrecken, ihm auch den Stimma ist wohl der Gipfelpunkt der Heuchelei, die Unverfrorenheit, zu behaupten, die Abschaffung Liebedienerei für den Militarismus als eine des Soldatenwahlrechtes sei eine Konzession an Devise wird in den nächsten Tagen die Tätig- zettel in die Hand zu drücken! An den sozialpolitische Maßregel hinzustellen. die Regierungsdeutschen! Allerdings, so wie feit der deutschbürgerlichen Schleppträger des Gagisten werde direkt eine lebenslängliche poliDiese Heuchelei ist nicht die einzige. Den diese, sehen auch alle anderen von den Zoll- Herrn Udržal stehen. Wahrhaftig, treuergebe- tische Kastrierung vollzogen. Nach ausdie die Aufhebung des Soldatenwahlrechtes für Soldaten soll das Wahlrecht genommen werden, deutschen erzielten„ onzessionen" aus! Besonders trefflich nimmt sich die Be- ihren er konnten er und feine Generäle bei führlicher Würdigung der fataſtrophalen Folgen, flugs begründen die Deutschbürgerlichen diese Besonders trefflich nimmt sich die Be- ihren Militarisierungsplänen nicht finden, als die tschechischen Minderheiten haben werde, kommt reationäre Maßregel mit – nationalen Grün- rufung auf die notwendige Wahrung deutscher es dieſe deutschen Knödel- Aktivisten sind. Den Redner zu dem Schluß, daß die Gefeßentwürfe den und holen die alte abgeleierte Walze ihrer Interessen in einem Augenblicke aus, da die entsprechenden Dank werden die militärfrom- den Geist der Armee bedrohen und den StaatsDeutschtumretterei hervor. Sie rühmen sich der deutschbürgerlichen Heuchler sich anschicken, men Deutschbürgerlichen aber schon noch ernten: gedanken überhaupt untergraben. Teilnahme an der Entziehung des Soldaten einem Gesetzentwurf ihre Zustimmung zu von ihren heutigen Herren und Die Debatte wird hierauf abgebrochen und wahlrechtes, denn durch dieses seien manche geben, der in nationaler Beziehung nicht nur Wählern! machen dabei die Mauer! von den Hierauf wird die Debatte eröffnet, 3eds Zuweisung von Vorlagen an die Aus-| Diese schönen Titulaturen der Regierungsbrüder,| Novelle III des Sleinpächtergesetzes und die damit schüsse nach fünf Minuten die sonst durch dick und dünn miteinander gehen, verfolgten Absichten gehen aus der angeschlossenen Begründung hervor. Die Antragsteller schlagen dem Abgeordnetenhause die Ergänzung des Kleinpächtergesetzes durch folgende Novelle vor: eine zweite Sißung eröffnet. Die Vorlage über die Ersapreserve wird dem Wehrausschuß mit zweitägiger rist zugewiesen. Dann wird noch das Bauförderungsgefes in zweiter Lesung angenommen und eine Reihe von Refolationen erledigt, wobei die oppositionellen durchwegs der Ablehnung verfallen. Nächste Sigung morgen Mittwoch um zwei Uhr nachmittag. Inland. Der Zenfor des Herrn Mayr- Harting gehört zu jenen treuen Dienern ihrer Herrn, die ihnen an den Augen ablesen fönnen, was ihr Herz erfehnt. Vergangenen Sonntag sind nicht weniger als fünf sozialdemokratische Zeitungen, und zwar der„ Sozialdemokrat"( Prag), der „ Nordböhmische Volksbote"( Bodenbach), die " Volkszeitung"( Komotau), der Volksfreund" ( Brünn) und das„ Volksrecht"( Aussig), der Konfislation verfallen, weil sie eine Notiz Wehr haft machen" abdruckten, die sich mit der Frage der Abwehr des Fascismus befaßte. Es wurde in dieser Notiz gezeigt, wie nur ein geistig und physisch wehrhaftes Proletariat in der Lage ist, die Offensive der fascistischen Bourgeoisie aufzuhalten, die mit allen Mitteln, Presse, Kino, Terror und blutiger Gewalt das Proletariat niederzuhalten strebt. Dabei kam auch die Rede auf den republikanischen Schutzbund in Desterreich und da griff nun der Zensor hilfreich ein. Da der republikanische Schutzbund dem Seipel im Inland gemug zu schaffen macht, soll er wenigstens im AusTand nicht genannt sein. Mayr- Harting muß doch seinem Freunde in der Kutte zeigen, daß er auch ein starker Mann ist, der mit den Proleten schon fertig wird. Gegen die Wehrhafimachung der Bourgeoisie bat die Zenjur natürlich nichts einzuwenden und gegen die Arbeiter fönnte noch so offensichtlich gehept werden, es würde feinem Büttel einfallen, die öffentliche Ordnung gefährdet zu sehen. Aber die Arbeiterschaft hat fein Recht, sich zu wehren und wenn sie nichts anderes als die geistige und förperliche Ertüchtigung der Arbeiter fordert, der Zensor des christlichsozialen Justizministers weiß, was feines Amies ist. Landbündler und Christlichsoziale. schließt: „ Wenn sie diese Art von„ Politik", auf die jeder ehrliche Mensch mit Verachtung niedersicht, wicht verschmähen, bann charakterisieren fie fich jelber." Dem Kreisobmann des Bundes der Landwirte, Serrn Reif, wird gesagt: ,, Werter Kollege! Ihre Taktik ist sein! Im Blatte schweigen sie, um sich von uns die gefürchtete Polemik zu ersparen, dafür arbeiten sie mit ,, pertraulichen" Rundschreiben in um so gemeinerer Weise unter der Decke, in der Hoffnung, daß wir nichts erfahren und sie ungeschoren bleiben" daß die dicke Freundschaft plötzlich in die Brüche gegangen ist? Die Kreisleitung des Bundes der Landwirte hat für das sogenannte unpolitische Blatt, die Südböhmische Volkszeitung" in Budweis eine Werbeaktion eingeleitet und an die Orts- und Bezirksleitungen ein Rundschreiben versandt, das auch vom landbündlerischen Abgeordneten Platzer unterzeichnet war. In dem Rundschreiben kommen die Landbündler sogar darauf, daß die Seelsorgegeistlichkeit sich in den Dienst der christlichsozialen Partei gestellt hat, daß die christlichsoziale Partei unkontrollierbare, sowie mit dem Volkswohl mitunter oftim Widerspruch stehende Ziele verfolgt und daß getrachtet werden muß, an Stelle des Landboten", der durchwegs landvolks- und bauernfeindlichen Zwecken dient, das Blatt der Landbündler zu beziehen. Das Rundschreiben ist vom Kreisvorsitzenden- Stellvertreter und vom Abgeordneten Player unterschrieben. Der Berichterstatter des christlichsozialen Landboien" läßt auch sein Schreiben veröffentlichen, welches noch ärger wie die eingangs zitierten Beschimpfungen ausfällt. Er sagt: Was ist denn da so Furchtbares geschehen, „ Ich glaube Sie werden dieses Schriftstück, welches bodenloser Geschäftsneid und Baß geboren und welches in sinuloser, lügenhafter und verleumderischer Weise ehrliche und strebsame Konkurren bekämpft, vollinhaltlich abdruden, dannit unsere Parteigenossen sehen, mit welchen Mitteln auch fo genannte deutsche Mittelstandsparteien fämpfen und welche Charakterlosigkeit, sogenannte deutsche Männer, ja sogar Abgeordnete unterschreiben." der So geht es dann weiter und es heißt u. a.: ,, Dieses Sudelblatt erinnert mich lebhaft an die nleberträchtigte Wahlzeitung" des Bundes der Landwirte" und haben es gewiß diefelben Loute berbrochen." In einem Nachsatz wird dem Abgeordneten Landbündler, dem Herrn Platzer, gesagt: „ Herr Abg. Platzer kann vielleicht ein tüchtiger Abgeordneter sein, aber wenn er so ein Schriftstück unterschreibt, kann ich ihn niemals als einen ehrlichen Deutschen betrachten." Wahrlich, die Freundschaft unter den Regierungsbrüdern ist in Südböhmen sonderbar. Da find die Herren in Prag, die zusammen die Kohleneinfuhrscheine nehmen, schon gesitteter. Aus Südböhmen wird uns geschrieben: Die füdböhmischen Landbündler gehören mit ihrem Kreisobmann Reif zu dem sogenannten lerifalen Teil innerhalb des Bundes der Landwirte. Um so auffallender ist es, wenn gerade in Südböhment zwischen Landbündlern und Christlichsozialen ein heftiger Rampf entbrannt ist. Im christlichsoziaJen„ Landboten" vom 19. März 1927 ist nämlich ein Artikel mit der Ueberschrift„ Eine schmutzige Geschiäre. Die niederste Kampfesweise, angewen det von den Moldavialeuten und vom Bund der Landwirte gegen den Landboten" erschienen, in welchem den Landbündlern unter anderem folgen Für die langjährigen Kleinpächter. des entgegengeschleudert wird:„ niederträchtiges, offenbar von schmußiger Konkurrenzangst bittier Wir fordern schleunige Beendigung des Einlöses tes Vorgehen", berlogne schmutzige Kampfesberfahrens. weise, die zu niedrig ist, als daß ein Abgeordneter Für die Rechte der langjährigen Kleinpächter, seinen Namen dazu hergeben könnte", infamer deren rechtmäßige Ansprüche durch die Praftifen Angriff von Seelsorgsgeistlichkeit"," Gemeine", des Bodenamtes gefährdet sind, tritt ein im Abge..ichtige Agitation"," üge",„ Eigenlob stinkt", ordnetenhause überreichter Antrag der AbgeordBrotneid"," Schmähschrift, wundert Euch nicht, neten Leibl, Schweichhart und Genossen wenn jeder anständige Mensch sagt: Pfui Teufel". ein. Der Antrag bezweckt eine Abänderung der Die grinsende Fraße. Roman von Victor Hugo. 12 Aus dem Französischen übersetzt von Eva Schumann. Die Schiffbrüchigen wußten nicht, wo sie waren. Der Nebel hatte sich verdichtet. Die Wellen wurden furz. Ohne es zu ahnen, näherten sie sich der Küste von Aurigny. Dieses Wirrwarr von Riffen und Klippen, durch Wogen und Nach: umhüllt, erſchien den Schiffbrüchigen als ein einfacher schwarzer Strich am Horizont. Wie ein gespannter Bogen den Pfeil entsendet, so trieb der Nordost das Schiff gegen die Nordspitze von Aurigny. Das war verhängnisvoll, denn au dieser Stelle befand sich eine sogenannte„ Schwinge". Eine Schwinge" ist eine Strömung gefährlicher Art. Ein Stranz von Trichtern in Untiefen erzeugt im Waffer einen Kranz von Wirbeln. Läßt einen der erste los, so schlingt einen der nächste ein, hat die Schavinge einmal ein Schiff geschnappt, so rollt es von Wirbel zu Wirbel, bis ein spiter elfen den Rumpf aufschneidet; dann unentrinnbarer wurde der stets abnehmende A6-1 stand; sie berührten den Saum der Schwinge". Der erste Trichter, der sie packte, würde sie hinunterschlingen. Noch eine Welle überquert, und alles war aus. Plötzlich wurde die Barke wie von einer Titanensaust nad rückwärts gestoßen. Die Welle bäumte sich unter dem Schiff, überschlug sich und warf das Wrack in ihrer Schaummähne zurück. Unter der Gewalt dieses Stoßes trieb die Matutina an Aurigny vorbei. Sie war wieder auf offenem Meer. Von woher war ihr diese Hilfe gekommen? Vom Wind. Der Wind war umgeschlagen; auf den Nordwind war der Südwind gefolgt. Der Südwind begann als Wirbelsturm. Schiffbrüchige haben stets nur Henkersknechte zu Selfern. Wie eine Tote an den Haaren, so wurde die Matutina an ihrem spärlichen Takelvert aufs offene Meer hinausgerissen. Es war Hilfe hne jedes Mitleid. Bei dieser groben Behandlung durch den Befreier ging die Barke ganz aus den Fugen. Sie verlor alle Form unter dem Aufprall der Wogen und dem wild sich überstürzenden Gischt. Jeder auf dem Schiff dachte nur an sich; alle Klammerten sich feft, so gut fic fonnten. Nach jeder Sturzielle waren sie überrascht, die andern alle noch vorzufinden. Plöglich konnten sie aufaimen. Der Orfan hatte sich jäh gelegt. Tommt das geborstene Schiff zur Ruhe, das Sin terteil bebi fich aus dem waffer, das Vorderteil firkt, der Strudel volienber fein Kreisen, das Sinterteil versinit, und alles schfickt sich wieder. Eine Schaumlache breitet sich aus, und man sicht auf der Wafferoberfläche nur hier und da ein paar Blasen, die von dem ersticien Atmen unter Was- mehr. Die rasenden Trompeten der Luft schwie. fer aufsteigen. Wie sollten sie diefes Vorgebirge uurschiffen? Kein Ausweg. Jetzt sahen sie die hohe Felsspitze von Aurigny vor sich aufsteigen. Jede Welle vergrößerte den Felsen im Näherkommen; immer Es brauste weder Südwind noch Nordwind gen. Die Windhose verschwand vom Himmel, ohne vorherige Abschwächung, ohne Uebergang, als sei sie selbst plötzlich von einem Strudel verschluckt worden. Sie war verschwunden. Floden erschienen wieder statt der Hageltörner, Langsam begann der Schnee zu fallen. § 1. Der durch das Gesetz vom 1. April 1921 Slg. d. G. 11. 2. Nr. 166( 3. Novelle) in das Gesetz 318/19 eingefügte§ 30 b wird durch nachfolgende Bestimmung ergänzt, welche die Bezeichnung Abfayz ( 2) erhält: Mittwoch, 28. März 1927. Barteitage. Zürich, 21. März.( J. J.) Der Parteitag der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Sollands findet am 16., 17. und 18. April in Utrecht, Dudegracht 245, statt. Der 24. ordentliche Parteitag der Sozialistis schen Partei Frankreichs wird vom 17. bis zum 20. April in Lyon stattfinden. Auf der Tagesordnung steht außer den üblichen Berichten die Frage des Verhältnisses der Sozialistischen Partei zu den bürgerlichen Parteien und der kommunistischen Partei. ,, Wenn das Bodenamt die gesetzlich begründeten Ansprüche der Pächter binnen der Frist von 8 Jahren nach Stellung des im Absay( 1) erwähnten Am 17. April findet in Wien der ParteiAntrages nicht oder nicht zur Gänze befriedigt, so tag der Tschechoslowatischen Sozial tritt hinsichtlich des ganzen Anspruches oder seines demokratischen Arbeiterpartei in Sesterreich unbefriedigten Telles die Zuständigkeit des im§ 12 statt. Der Parteitag wird sich mit der Beratung bezeichneten Gerichtes wiederum cin, welches das eines neuen Parteiprogrammes zu befassen haben. Verfahren von Amts wegen oder auf Antrag eines Der vorliegende Entwurf schließt sich im wesent Anspruchwerbers fortzuseßen hat." lichen dem Linzer Programm der Desterreichischen Sozialdemokratie an, mit der die tschechische Sp zialdemokratie in Desterreich in engster Stampfgemeinschaft steht. Eine besonders ausführliche Darstellung erhielt der Abschnitt, der sich mit dem Nationalitätenprogramm der Partei befaßt. § 2 In jenen Fällen, in welchen die Antragstellung des Bodenamtes vor der Stundgebung dieses Ge feyes erfolgt ist, endet die Frist am 30. Juni 1928, sofern sie nicht nach§ 1 später enden würde. § 8. Dieses Gesetz tritt mit rückwirkender Kraft ab 27. April 1921 in Wirksamkeit. Seine Durchführung wird allen Mitgliedern der Regierung aufge tragen. Begründung. Am 17. und 18. April wird in Königs. hütte, Wolfshaus, ulica 3, Maja, der Landesparteitag der Deutschen Sozialistischen Arbeiterpartei in Polen stattfinden. Der Brünner Kommunistenprozek. Wie die Jglauer Soldaten behandelt werden. Regierungsparteien, durch ihre Stellungnahme zu Die durch das Gesetz vom 1. April 1921 in das zeigen, ob sie für die Rechte der Kleinpächter einGesetz über die Sicherstellung von Boden für Klein- treten, oder den Verschleppungsmanövern des pächter eingeschaltete Bestimmung des§ 30 hat Bodenamtes die Mauer machen wollen. Bedurch die Praxis des Bodenamtes dazu geführt, daß fonders der Herr Abgeordnete Zierhut, das ganze Gesetz für viele Kleinpächter unwirf- ber feinerzeit als Oppositionsmann den Eisensam wurde. Das Bodenamt hat nämlich die ihm steiner Pächtern in ihrem Rechtskampf vollste auferlegte Verpflichtung, die Ansprüche der Klein interſtüßung versprochen hat, hätte nun als Repächter zu erfüllen, einfach sabotiert. Ein ge gierungsmann Gelegenheit, sein Wort einzulösen. radezu klassisches Beispiel hiefür ist der Fall Eisenstein, in welchem etwa 200 Stleinpächter durch das Bodenamt jahrelang hingehalten wurden. Sie haben bis heute den ihnen nach dem Gesetze gebührenden Boden nicht erhalten. Um solchen Mißbräuchen wirksam entgegenzutreten, muß das Brünn, 22. März. Im Prozeß gegen die Buteilungsrecht des Bodenamtes an eine be- vierzehn angeklagten Soldaten des Iglauer In stimmte Frist gebunden werden, inner fanterieregimentes wurden heute die übrigen Anhalb deren es seiner gefeßlichen Verpflichtung nach geklagten einvernommen. Ihre Aussagen ergaben zukommen hat, eine Frist, die im vorliegenden An wieder sehr wenig Belastendes. Sie hatten nämlich trag sehr reichlich mit 5 Jahren bemessen wird. beinahe nichts anderes getan, als über die skandaDa die Bodenreform zum größten Teil bereits löse Behandlung geschimpft, die ihnen in der durchgeführt ist, mußte das Gesetz mit rüd wir Rajerne zuteil wurde, und sich u. a. darüber auftender Kraft ausgestattet werden, damit die gehalten, daß man den Soldaten die Länge Fälle, welche die Antragsteller im Auge haben, er ihrer Kopfhaare mit dem Zollstab faßt werden fönnen. Dabei wird die 5jährige Frist maß und einen Soldaten, weil seine Haare unt für jene Fälle, in welchen sie nach der im§ 1 vor einen ganzen Millimeter(!) zu lang geschriebenen Berechnung schon abgelaufen wäre, waren, auf sieben Tage einsperrte! Charakteristisch bis 30. Juni 1928 verlängert, gewiß ein genügen ist, daß die meisten Angeklagten überhaupt keine der Zeitraum für das Bodenamit, alte Unter Stommunisten sind. Einer bekannte sich als lassungssünden wieder gutzumachen, so weit Deutschnationaler, während ein anderer organies noch möglich ist. Wenn das Bodenamt die ihm fiertes Mitglied der tschechischen klerikalen Turner gesetzte Frist fruchtlos verstreichen läßt, tritt das ist. Die kommunistischen Zeitungen, die bei den gerichtliche Verfahren wieder ein, denn Soldaten aufgefunden wurden, wollen fie auf der ohne diese Sanktion wäre die beantragte Aenderung Bahn oder durch die Post erhalten haben; sie hät des Gesetzes wirkungslos. Da vielen Kleinpächtern ten sie jedoch gar nicht gelesen; die meisten kenn die nötige Gesetzeskenntnis mangelt, die zur wirkten sie schon aus dem Grunde nicht lesen, weil sie samen Verfolgung ihrer Ansprüche nötig ist, be- nicht tschechisch verstehen. stimmt der Entwurf, daß das Gericht berechtigt Morgen beginnt das Zeugenverhör. sein soll, das Verfahren auch von Amts wegen wie. der aufzunehmen." Unfallversicherung! So lauten im Wesentlichen der Antrag und Die Agrarier für die Aufhebung der seine Begründung. Aus dem Wortlaute geht her. vor, daß damit einigen hundert Kleinpächtern zu ihrem guten Rechte verholfen werden soll. Namentlich der skandalöse Fall Eisenstein könnte bei Gefeßwerdung des Antrages in fürzester Zeit bereinigt werden. Es liegt nun an den deutschen Stein Auf und Ab mehr; die See wurde ruhig. Dies plögliche Aufhören ist eine Eigentüm lichkeit des Schneesturmes. Alles beruhigt sich, selbst die Wegen, die nach gewöhnlichen Stürmen oft noch lange in Bewegung bleiben. Noch ein paar Minuten hatte die Barke nur noch schlafende Wässer um sich. 3u gleicher Zeit denn das Ende gleicht dem Anfang ließ sich nichts mehr unterschei den. Was unter den Strämpfen der Wetterwolfen erkennbar geworden, wurde wieder trübe und un deutlich; fable Umrisse schwammen und lösten sich auf, und das Düster des Unendlichen umhüllte wieder das Schiff. Immer enger um. schloß diese Mauer aus Nacht die Matutina. Die Barke war wie auf dem Grund eines höllischen Brunnens. die Alles war Schweigen, Frieden, Blindheit. Blanken des Schiffs. Die Granatenhülle, Noch ein paarmal schlug die See furz gegen welche als Laterne diente, schaufelte nicht mehr am Bugspriet auf und ab und sprißte keine Feuertropfen mehr in die Wogen. Dicht und weich fiel der Schnee. Sein Riff hörte man mehr schäumen. Totenstille. Die tschechische Agrarpartei beabsichtigt in den nächsten Tagen der Nationalversammlung einen Antrag auf Novellierung des Gesezes über die Sozialversicherung vorzulegen, in welchem auch die Regelung der Unfallversicheming Giner der Matrosen, der Nordbaske namens Galdeazun, war in den Schiffsraum hinunterg gangen, um Taue zu holen; er fam wieder herauf und sagte: in Der Schiffsraum ist voll." " Voll was?" fragte der Führer. Boll Wasser", antwortete der Matrose. Der Führer schrie: Was soll das heißen?" " Das heißt," erwiderte Galdeazun ,,, daß wir einer halben Stunde untergehen." Im Kiel war ein Riß. Es war ein Led ontstanden. Wann? Das hätte feiner zu sagen vermocht. Das Wahrscheinlichste war, daß sie an die „ Schwinge" geraten waren. Sie hatten einen heimtückischen Messerstoß versetzt bekommen. Wo war dieses Led? Man konnte es nicht sehen. Die Wassermenge, die den Schiffsraumt füllte, verbarg diesen Spalt. Das Schiff hatte ein Unmöglich, es aufzufinden, unmöglich, es zu verLoch im Bauch, irgendwo, unter der Wassertracht. stopfen. Man hatte eine Wunde und konnte sie nicht verbinden. Uebrigens drang das Wasser nicht sehr schnell ein. Diese Ruhe nach all den bitteren Kämpfen und Nöten war für die Unglücklichen eine unans fprechliche Wohltat. Es war ihnen zumute, als würden fie plöblich nicht mehr auf die Folter ge- das spannt. Sie fühlten sich unsagbar beruhigt. Es war ganz klar: sie waren dem Sturm entkommen, dem Gischt, dem Wind und seinem Wüten; sie waren gerettet. Jest waren alle Aussichten günstig. In drei oder vier Stunden mußte es hell werden, dann würde irgendein vorüberfahrendes Schiff sie bemerken und aufnehmen. Sie sagten sich:" Diesmal ist es:: Ende." Plöyly sterften sie, daß es in der Tat zu| Ende war. Der Führer schrie: " Wir müssen pumpent." Galdeazun antwortete: Wir haben keine Pumpe mehr." " Dann", erwiderte der Chef, müssen wir Land erreichen." ,, Wo denn, Land?" " Ich weiß nicht." " Ich auch nicht." ,, Nimm du das Steuerruder." Wir haben kein Steuerruder mehr." " Dann bauen wir uns eins zurecht aus dem ersten besten Balfen. Nägel her. Einen Hammer. Schnell die Werkzeuge!" Wir haben keine Werkzeuge mehr." ( Fortsetzung folgt.) Mittwoch, 28. März 1927 Seite 3. | Tagesneuigkeiten. vorgesehen ist. In dem Antrag, der vont reaf- 1 fionarſtem Geiste erfüllt ist, verlangen die Agrarier, die Unfallversicherung solle überhaupt beseitigt und durch die Bestimmung im Sozialverficherungsgesetz erjetzt werden, daß im Falle der Jugoslawien stimmt der Untersuchung durch eine gemischte Kommission zu. Invaliditat infolge eines Unfalles für den Anspruch auf Invalidenrente der Ablauf der 150- Paris, 22. März.( Savas.) Der italienisch-| Jugoslawien kriegerische Vorbereitungen treffe, wöchigen Wartefrist nicht notwendig ist. Danach jugoslawische Konflikt scheint auf dem Wege der Wahres sei. würden also fleinere Unfälle, wenn sie nicht im Lösung zu sein. Der jugoslawische Gesandte in Sinne des Sozialversicherungsgesetzes die volle Paris, Spalajlovič, bestätigte heute dem Invalidität nach fichy ziehen, überhaupt nicht ent- französischen Außenminister Briand, daß seine Reschädigt werden und euch Witwen hätten nach gierung der internationalenEnquete an der serbisch tödlich verunglückten Arbeitern Anspruch auf die albanischen Grenze zustimme, die die in Belgrad Rente nur dann, wenn sie selbst invalid sind, wie aftreditierten Militäratjaches der ausländischen dies im Sozialversicherungsgesetz vorgesehen ist. Regierungen durchführen würden und deren Zweck Bisher werden nach Recht und Billigkeit auch es wäre, festzustellen, was an der Behauptung, daß für fleinere Unfälle soweit sie Folgen hinterlas fent, welche eine Einschränkung der Arbeitsfähig feit bedeuten, Entschädigungen geleistet und die Entspannung im im Balkankonflikt?! Besserung. * Da der Grundsaß einer Enquete jeßt von beis den Seiten anerkannt wird es scheint nicht, daß italienischerseits Einwendungen dagegen erhoben werden- lönnen die direkten diplomatischen Verhandlungen zwischen der italienischen und jugofla. wischen Regierung über das ganze Balkanproblem beginnen. *** Idealismus. Die Geschichte, die hier erzählt wird, ist buchstäblich wahr, fein Wort ist dazu erfunden. War da in Ostböhmen eine Streisparteischule, an der nur Frauen teilnahmen. Eine davon er zählte mir auf der Heimreife ihr Schicksal. Die Frau hat vor zwei Jahren ihren Mann verloren, der im Alter von erst dreißig Jahren starb. Sie blieb zurück mit zwei Kindern, denen das jüngere beim Tode des Vaters nicht älter als 21 Wochen war. Nun galt es den Stampf um den Lebensunterhalt aufzunehmen, hatte doch der Verstorbene, der gleich seiner Frau einer Arbeiterfamilie entstammte, nichts hinterlassen. Die Frau selbst war mit ihrer Familie verfeindet, weil diese christlichsozial war und es unserer Genoffin Verhältnis zwischen Italien und Südslawien niemals verzeihen konnte, einen Sozialdemokraten glaubt er, daß von den alarmierenden Mitteilun- geheiratet zu haben. Auch von da war eine Hilfe sei der Wille Europas, den Frieden zu erhalten, Witwe und Mutter zweier fleiner gen der Presse viel abzuschreiben sei. Jedenfalls nicht zu erwarten. Aber auch Arbeit war nicht zu bekommen, sechs Monate war die überaus stark und gegen einen Friedensbrecher Kinderarbeitslos. Das Unglück wollte es würden alle Völke vorgehen. noch, daß das ältere Rind sich beim Santieren mit temperamentvolle Abrechnung mit den Deutsch Arbeit und schuftet nun täglich um den fürstlichen Genosse Breitscheid hielt dann eine Spiritus eine Brandwunde zuzog, die bis heute nicht ausgeheilt ist. Endlich fand die arme Frau nationalen, die früher die Erfüllungspolitif bc- Stundenlohn von 2 K, sie erhält also 16 K im lämpften und jetzt in der Erfüllung weiter gehen Tag. Davon lebt nun die Familie. Die Frau als jemals eine der früheren Regierungen. Der Ausgang der jüngsten Verhandlungen in Genf Wohnung aufräumen, kochen, die Kinder anzichen muß jeden Tag um halb 5 Uhr früh aufstehen, die sei gewiß nicht so, daß das deutsche Volk zu und zu einer Familie schaffen, welche die Kinder friedengestellt werden könne. Insbesondere ver- beaufsichtigt. Dafür muß etiva 30 K alle 14 Tage misse man den Abbau der Besayung und einen bezahlt und außerdem muß den Kindern das Essen Fortschritt in der deutsch- französischen Annäherung. von der Mutter mitgegeben werden. Abends, Es sei aber bezeichnend, daß die Deutschnationalen wenn die Genoffin aus der Arbeit fommt, müffen sich mit diesem bescheidenen Ergebnis zufrieden die Stinder abgeholt, es muß ihnen das Nachtmahl geben und dem Kabinett ihr Vertrauen befunden. Erklärungen Stresemanns im Reichstag. Abs jei zu befürchten, daß die Deutschnationalen bracht werden. Dann muß die Geplagte noch Ab- Es sei zu befürchten, daß die Deutschnationalen gegeben und schließlich müssen sie zu Bette gerechnung Breitscheids mit den Deutschnationalen. die gleiche Politik betreiben würden wie im fliden und allerlei häusliche Arbeiten verrichten. Berlin, 22. März.( Eigenbericht.) Bei der Jahre 1925, als sie aus innerpolitischen Gründen Gewiß ist dies nicht das Los einer einzigen die Außenpolitit Stresemanns unterstüßten nur Witwen haben den Anspruch auf die Rente ohne Auch Reuter meldet eine entscheidende früber bekannt geworden ist. In bezug auf das jede Einschränkung. Der agrarische Antrag bedeutet eine solche Verwegenheit, daß sich kein Mensch im elten Oesterreich getraut hätte, an so etwas zu denken. Wir glauben nicht, daß troß erfährt, daß in der italienisch- jugoslawischen Krise London, 22. März. Das Reutersche Bureau der bürgerlichen Regierungsfoalition fich eine Mehrheit für einen solch unverschämten Antrag, wegen Albanien nach dem allgemeinen Eindrnd der einen Faustschlag ins Gesicht der Arbeiter in London eine entscheidende Besserung lasse bedeutet, finden wird, aber der Antrag der Lage eingetreten sei. Es verlautet, dar ein lebzeigt, von welcher brutalen arbeiterfeindlichen Ge haster Meinungsaustausch zwischen den in Beinnung die Macher der Partei des Herrn Mini- tracht kommenden Regierungen im Gange ist. sterpräsidenten erfüllt sind. Aus Genf berichtet Reuter: der Eindruck in Plaidoyer auf mildernde Umstände. Wenn Völkerbundskreisen sei, daß die italienisch- jugoslaeint ertappter Spizbube vor Gericht steht und weder wische Schwierigkeit durch die Mäche geregelt und ein noch aus fann, plaidiert er auf mildernde Um nicht vor den Wölferbund gebracht werden würde. stände, spielt er sich auf den Harmlosen, halb Schuldlosen oder gan; Unschuldigen hinaus. Ganz ähnlich benimmt sich jeßt der klerikale Abgeordnete Krumpe. Am 20. März„ vernichtete" er in Barnsdorf am Streistag der Schwarzen zuerst die verfluchte Opposition derart, daß sie nun wohl mausetot ist. Dabei sprach er von der politischen Sertrottelung der anderen, nicht seiner PerGegen einen Friedensbrecher würden alle Voller vorgezen." fon oder seiner Anhänger. Die böse Oppofition Beratung des auswärtigen Etats im Reichstag zu dem Zwecke, wirtschaftliche und finanzielle Vor- Profetarierin, sondern vieler, die vom Leben nichts wolle die braven deutschen Regierungsparteien ie gräßlich! vernichten. Dann kam das Blai- hielt der Reichsaußenminister tresemannteile für die hinter ihnen stehenden agrarischen doyer auf mildernde Umstände:„ Der deutsche eine Rede über die außenpolitische Lage. Seine und schwerindustriellen Kreise herauszuschlagen. Einfluß ist noch sehr geringin der Re- Ausführungen enthielten nichts, was nicht schon Rundfunt für Alle! Hopfenmarktpreife. 17.45: Kinderftlindchen. 18: Gröffnung Die Debatte wird morgen zu Ende geführt. Rom, 449. 17.18: Jass Banb. 20.45: Orchefterfonaert. und Fluch des Geldes. Wunfabend. haben als Unglück, Plage, Mühsal, Not und Elend. Aber das Bemerkenswerte an diesem Fall ist, daß die Genossin, die Arbeiterin, Mutter, Sindergierung." Von 157 Regierungsabgeordneten feien nur 30 Deutsche, davon 13 Christlichsoziale. erzicherin und Hausfrau zugleich ist, die vom Es sei Demagogie, diese 13 oder 30 für alles verLeben hart mitgenommen wurde, auch in der Arantwortlich zu machen. Dabei spricht man sonst Wien, 517. 11: Bormittagsmuft. 16.18: Nachmittags. beiterbewegung tätig ist und nichts mehr ersehnt, immer davon, gegen den Willen der deutschen ReTongert. 17.50: mitteilungen aus den Bunbestheatern. gierungsparteien könne Švehla absolut nichts 18: Bobin am Sonntag? 18.30: Bien aur Beit Beethovens. als sich weiterbilden und lernen zu können. Sic 20.05: 19: Sersfrankheiten und Beruf. 19.30: Englisch. Programm für morgen, Donnerstag. machen! Wie mans halt braucht. Dann meinte war eine eifrige Schülerin auch in der ParteiSumbboniekonzert. Borobin: Steppenffiaze. Dvokal: Die Van Krumpe, der Ex- Prinzenerzieher und Besitzer Brag, 349. 11: Schallplattenmusik. 11.40: Landwirtingsbere. Bieber. Weber: Konsertstück. Schubert: Shm schule, sie will weiterlernen und das Gelernte im 12.05: Breffenac phonie b- moll. des päpstlichen Segens, jene, die schreien, man fchaftlicher Rundfunk und Zeugnal. Zürim, 494. 12.30: Ballplattenfonsert. 15: Orchester Interesse ihrer Klaffengenossinnen in Partei und richten. 12.15: Whittagsfonzert. 1. Offenbach: Ering Ra hätte zu wenig erreicht, könnten das ändern, wenn labu. Ouverture. 2. Buccini: Madame Butterfly. 3. con fonsert. 16: Tanamufif. 17.30: Frauenftunde. 19.30: Segen sie sich den deutschen Regierungsparteien an cavallo: 20: Griebrich Ring bend. 21: Gewerkschaft verwerten. Trotzdem die Zeit, da sic Intermezzo und Serenade aus„ Bajazzo". 4. Strauß: Quadrille und Bolfa. 5. Nikolajebffy: Muir schläft, nur furz bemessen ist die häuslichen Arschlössen und damit den deutschen Einfluß in bofe. 6. Gucif: Unter der Admiralsflagge. 14: BörfenDeutschland. beiten und elterlichen Pflichten bedingen frühes diesem Staate stärkten. Daß diese„ böfliche" Ein- nachrichten. 16.30: Zanamufif. 17.30: Börsennachrichten und ladung an die Opposition politisch ein Unsinn ist, bes andels- Rundfunks. 18.15: Landwirtschaftlicher Hund Rönigswusterbausen, 1300. 14.30: Raffecforten und ihre Aufstehen und spätes Schlafengehen- widmet sich verschlägt Serrn Strumpe nichts. Die fonfervative funt. 18.35: Deutſche Sendung. Wetterbericht und Subereitung. 16: Die afabemischen Berufe. 17; WeltpoliMehrheit könnte die sozialistische Opposition ge-: 3. 3ermann, seipsia: bettere Resitationen. Sponif. 18.55: Schleswig- bolfteins Erhebung. 19.20: Aus Zagesneuigkeiten vom Breßbüro, biccauf: Deutfche Arbeite: fche Stunde, 17.30: Bismards auswärtige Poltti. 18.30: die Frau noch der Bewegung und ihrer Ausbildung. rade brauchen! Man sieht, wie verlegen Herr 19: Borirag: ueber die amerikanische Frau, 10.15: Franfchleswig hoffteinifden Dichtungen. 20.30: Hebertragung von Strumpe ist, wenn er di evolksfeindliche Haltung der öfifch. 20: Wettervorausfage und Breffenachrichten. 20.08: Berlin, Konzert. 1. Arizkovsky: Lieb. 2. Smetana: Lieb. S. Dvoraf: Tanamufi. Schwarzen rechtfertigen soll. Er hilft sich seinen as Gaftmabl. 4. a) Dvokal: Slawischer Zang: b) Sebeit: genügsamen Wählern gegenüber damit, daß er died. 5. Fibich: Stille Nacht. 6. Foerster: 2 Lieber. 7. Euf: fleine und allerkleinste Interventionserfolge als b) Burieste. 9. Boffslieber. 21: Seitfianai. 22: Seitfignat. politische Riesenerfolge ausschreit. Sein Verfah- 22.02 2ette Nachrichten des Breßbüros, ren, mildernde Umstände für sich und seine Partei Brinn, 441. 12.15: mittagsfongert. 14.30: Effetten zu erbetteln, verfängt bei uns natürlich nicht. Un- borte, etterbericht, Breffenachrichten, Sport und beater. umstößlich ist und bleibt die Tatsache, daß nie Vente Prellenachrichten. 17.45: De Hilde Gen und niemals eine derartige voltsfeindliche buna. Dr. Tirala: Ueber das Grebsproblem, 15: Seit Bolitif gemacht werden könnte, wie es jetzt der 18.15: Bort: ag: Griegs 100 Geburtstag 19: Sörfpiel. fianal. Landwirtschaftlicher Bericht. Biologifcher hus. Fall ist, wenn nicht die deutschen Regierungspar- Das entfcheibende Naket Luftspiel von Checchi. 20: Wie teien ihre Stimmen um weniger als 30 SilberPresburg. 300. 17.40: Bortrag. 18: Stonzert. 1. Cui: linge hingegeben hätten. Sie allein tragen gegen- Cantabile. 2. lefchendorff. Thema mit Variationen. über der deutschen Wählerschaft die vollste 8. Jeremias: Lieb. 1. Fueif: Bolta comique. 5. Beller: Berantwortung. Von dieser wird sie keine menify. 20: ie Brag. 22: Wie Brag politische Beichte lossprechen. Genossen! Traget bei jeder Gelegenheit Euer Bariciabzeichen! Montenegrinifches Wiegenlied. 9. Ent: a) Liebeslied; lebersicht ber Zageßereigniffe, Sport- und Theaternachrichten. 17.15: Frauenfunt: Plus der Geschichte der Tracht. 17.35: Bran. 22: Wie Brag. 484. Beethovens Whufi! su„ Egmont". 22.30: Breslau, 323. 12.20: allplattenfonsert. 16.30: Nach mittagstonert. 10.85; Der braditi are Spiegel ber auf faifomffif: 2. Chmpbonie. 22.40: Sanamufir Frankfurt, tur. 20.15: Symphoniekonzert. Mabler: 1. Symphonie. 429. 13.30: Brüblingsmatinee. 15.30: beutfcher Bortragsabend. 21.15: Beethoven", ein Spiel von Friedrich Paipert. 32.30: Tanamufit. Jugendstunde. 16.30: Beethoven Nachmittag. 20.15: Nieber Hamburg, 395. 130: Mittagsfonsert. 14.05: Gaus Als die Genossin mit ihrer Erzählung zu Ende war, war ich tief ergriffen und mußte an gesichts dieses starken Idealismus einer Proletarierin an die Einfalt derer denken, welche davon reden, daß die Sozialdemokratie die Arbeiter nur für materielle Genüsse empfänglich mache. E. St. fonaert. 16.15: De: Tang in der Dichtung 17: Rinber fongert. 18: Balaertee. 19.10: Die afrikanische Schlaffrant beil. 20:„ Der Nobelpreis", Luftspiel von Bergmann. Sozialdemokratischer Erfolg in einer Zanamufit. Langenberg, 169. 13.30: Schallplattenfonsgert. 16.15: Beethoven- Nachmittag. 18.10: Die Religion Beetbobené. 10.40: Gutes Deuifc. 20.15: Antigone", Tragödie bon Eepbolics, 22.35: Lieder zur Laute. 23.10: Tanamufit. Leipzig, 366. 12: Zange. 16.30: Nachmittaefonzert. 19: Bilder aus dem memelaebtet. 19.30: Deutfchland und meve d'un soir. 6. Smetano: Wen Stern. 19.05: o das Auslandsdeutschtum. 20.15: Operettenabend. Ondaveft, 556. 16: Sendwitchaftlicher Rundfunt. 17.02: Drowfierfonzert. 18.20: front faló bend. 19: 11ebertragung aus dem Oper: Laus. Tangmufir Danentry, 1000. 12: ita forrt. 14: Schalplatten Tonaert. 16: henblicb. 17: Ronseil. 18.15: Ainderftunde. 100 Duartet, 20.15: Alabierfeunten ben Beethoven. 20.45: Bunter Abend, 22.20: Ein Abend in Bath. 23.40: Wümmen, 536. 12.30: Schallplattenkonzert. 16:„ Die lebte mobifanerin", inaaifomische Gefchichte von Elmechow. 16.30: Monzert. 17.30: 28ie die Bienen miteinander reden. 19: Seitere borlieber. 10.30: Arabifae ufir 20: Unter baltungsfongert. Stuttgart. 380. 15.10: Schallplattenkonzert. 16.15; Nachmittagsfongert. 18.15: Dramaturgic. 18.45: Der Nambi gegen die Infektionsfrankheiten. 20:„ Die beiden Schüßen" fomische Oper von Lorking. Reichenberger kommunistischen Versammlung. Wir haben bereits ausführlich über den Abschluß der Lohnbewegung der nordböhmischen Tertilarbeiter berichtet. Dadurch, daß die Kommun sten die Lohnforderungen zurückgezogen haben, mußte auch die Union der Textilarbeiter auf das Stompromiß eingehen. Die Stommunisten sind nun vor der Arbeiterschaft bloßgestellt und versuchen ihr feiges Auskneifen vor den Unternehmern durch allerlei Versammlungsmanöver zu verschleiern. So haben sie im Reichenberger Gebiet die NachLeuten, denen es egal ist, ob die Schale brasiliani| Dame( eine Porzellanfigur), die, im tiefsten Ne- richt verbreitet, daß alles, was der Unionssekretär Genoffe Zimmer in einer Gewerkschaftsversammfcher Santos, die sie dort bekommen, enva gar gligé, nur mit einem äubchen bekleidet, in einer lung erzählt habe, Lüge sei und ihn eingeladen, in Die Prager Fühjahrsmelle. Santos as Java, Sumatra oder- Gott be Badewanne ſizt. Schade, daß das schwarze, Torf einer Sommaniſtenverſammlung zu erscheinen, hüte!-gar aus Mokka ist. Das gleiche gilt für bad die Neugier beim Nähertreten enttäuscht wobei sie freilich nicht damit gerechnet haben, daß Die 14, Internationale Frühjahrsmesse findet den Stand, wo man einen guten Teller Starfiol- man sicht nichts die Polizei hat also feinen Genosse Zimmer ihre Einladung annehmen werde. dom 20. bis 27. ds. in den Mefferäumlichkeiten fuppe mit und ohne Suppenwürze vorgeſetzt be- Grund, vielleicht unnötig aufgeregt zu ſein, jo Als nun Genosse Zimmer vor einigen Tagen in und am Ausstellungsplat: in Brag VII. statt. kommt, um den„ Unterschied" zu fonstatieren. Der gar in Ungarn könnte der Sittlichkeitsminister der kommunistischen Versammlung, in der der komGestern wurden die Redaktionen aller Blätter von Stand ist gut besucht, viele Leute, solche die sich darob ruhig schlafen. Der Zentralverband der munistische Gewerkschaftssekretär Mai Bericht der Preskanzlei der Prager Mustermesse ersucht, so einen Telfer Tuppe leisten können und auch Hoteliers zeigt in einem Spezialpavillon viele erstattete, erschien, wirkte das auf die Anwesenden einen Berichterstatter dorthin zu entsenden, wel- solche, die es vielleicht heute nicht können, sind moderne Neuerungen für den Gasthausbetrieb. geradezu sensationell. Wie ein Lauffener ging es chem Wunsche alle Redaktionen auch wir an der Qualität der Suppenwürze da start inter- Daß die Kunst nach Brot geht, erfahren wir nicht durch den Saal, daß Genosse Zimmer da sei, so nachfamen. Sicherlich haben es die Herren von effiert. Also haben die Warenmessen doch manch nur aus Leffings Emilia Galotti", von dem daß der Referent sogar eine Weile seine Ausfühder Messe gut gemeint, sie wissen, daß die Presse mal auch einen guten Zweck. Schade, daß eine Maler, sondern auch von dem tschechischen Maler, rungen unterbrechen mußte. Der Herr Mai erdas Instrument iſt, die breitere Ceffentlichkeit auf Eintrittsfarte gekauft werden muß, es gäbe in der zwischen Fleischschneidemessern, ungarischer zählte nun, daß der Rückzug vor den Unterneh ben Warennuistermarkt, denn dies ist eine Meffe. Prag für diese beiden Pavillons noch mehr Leute, Salami und Suppenwürfeln feine Gemälde in mern notwendig gewesen sei, faselte vom Kräfteaufmerksam zu machen. Wenn wir auch vom die dafür Intereffe" haben! Was noch auffällig einem eigenen Stand ausbietet. Sonst gibts noch verhältnis zwischen den Klassen, von der Reaktion Standpunkt einer sozialistischen Weltanschauung ist? Na, vor allem die Sachen, die man selber Stand neben Stand. Du verläßt die Messe, den und vergaß ganz gegen seine sonstige Gewohnheit cus die Messen als nichts anderes als ein neu sehr gut brauchen könnte: feine Schreibmaschinen Kopf voll mit tausend Eindrücken, hinter dir auf alle Phrasen von der Welirevolution. Nun zeitliches Ergebnis des fapitalistischen Wirtschaftsim amerikanischen Bavillon zu Preisen, daß einem meldet ein Radiolautsprecher schreiend, daß die kam Genosse Zimmer zu Worte, welcher mit aller prozesses, als Reklameinstitute und fliegende Privatmann das Blut vor Angst ins Gesicht Chinesen Shanghai plündern, während auf der Schärfe an dem Verhalten der Kommunisten in Warenbörsen, als straftproben der Konkurrenz schießt, photographische Apparate, Motocykles, die anderen Seite ein Grammophon den Neapolita- der nordböhmischen Lohnbewegung Kritik- übte und fähigkeit einzelner Unternehmen auffassen, so wol dir ein Fräulein gratis demonstriert, schließlich die ner Manella mia", von einem Heldentenor ge- das Auskneifen der kommunistischen Gewerkschaf len wir doch gerne fonstatieren, daß die Aussteller Bäderausstellung. Alle Bäder der Tschechoslowakei, fungen, auf der Walze laufen läßt, was schanter ten entsprechend charakterisierte. Er sprach dank weder Nesten noch Personal scheuten, ihre Pro- Karlsbad, Marienbad, Franzensbad, Podiebrad, lich dazwischen tönt. Vor dem Ausgang läßt über die Einheitsfront, wobei er erklärte, daß die butte hier in das beste Licht zu setzen, zu demon- Viſtany, Luhačovice, Trencfin- Teplitz. Strbske Gajda alte Nummern seines Leibblattes Risita Union bereit sei, nicht nur die Einheitsfront, jon ſtrieren, mit Flugzetteln, Prospetten, Kostproben Bleso, Joachimsthal, Belehrad, Gräfenberg, Dar Stráž gratis unter die Meſſebesucher verteilen ins Gedächtnis zu prägen. Wir heben als beson- fau, Groß- Boffin, Freiwaldan, Johannisbad, und das Blatt beginnt mit einer Presberichtigueg, bere Attraktionen bervor: Das brasilianische Pa Buckmantel, Karlsbrunn, Allt Schnecks, u. a. die es einrüden mußte:" Smutný Obrázet". Das lais, wo Produkte Brasiliens ausgestellt sind und haben hier Propagandamaterial hergesandt( enva Geſamturteil: Diese Messen sind, da sie nichts bor allem Staffee und Tabak auffallen. Allerdings 100 Bäder). Bělohrad erklärt anschaulich an einer anderes fein wollen und auch nichts anderes vor ift dieses Palais wegen noch etwas anderem starf eingewidelten Figur, wie wohl es tun mag, wenn geben, ein modernes Propagandamittel des Got beſucht;& the nor eine Schale echten man Rheumatismus hat und dann dort die Kur" les Merkur, im Gegensatz zu den anderen„ Mes Santostaffee gratis vorgesetzt. mit aufrichtiger durchmacht. Leider gibt kein Bad die Mittel an, fen", die im Namen Gottes zu einem Propaganda Freude fonstatieren wir, daß sich die Besucher die die Mittel zu erlangen, diese heilbringenden Mit- inittel für den Preßfonds der Klerikalen enüvür J. Reismann. er Salle nicht bloß aus faufträftigen Fachleuten tel auch als lubemittelter genießen zu können. digt werden. hir Santosfaffee zusammensetzen, sondern auch aus Sübsch ist unter dem Propagandamaterial eine dern auch die Einheitsorganisation wieder herzustellen, wenn es die Kommunisten auf Grund der Bedingungen der Union ehrlich und aufrichtig meinen. Die Rede des Genossen Zimmer war von großem Beifall begleitet, der sich am Schluffe seiner Ausführungen besonders steigerte. Dic kommunistischen Textilarbeiter haben nun die Wahrheit über die abgeschlossene Lohnbewegung gehört und es ist zu wünschen, daß fie auch ben entsprechend handeln. Der Protest des fleinen Landvolts. Soweit uns vorläufig Berichte vorliegen, nahm dieje Versammlungsaktion einen erfolg reichen Verlauf. Obwohl die Einladungen erst in den letzten Tagen hinausgingen, war der Besuch mit wenigen Ausnahmen glänzend, vielfach übertraf er sogar unfere höchsten Erwartungen. Die in das Gebiet konzentrierten Referenten bes wärtigen Regierungsmehrheit beschlossene Erhöhung der Verbrauchssteuern, namentlich der Zuckersteuer und die Verlängerung der 11 m jassteuer auf weitere drei Jahre bedrohen die Lebenshaltung der arbeitenden Landbevölkerung auf as schwerste. Dazu kommt noch die Milliar. denverschwendung für Rüstungszwede, welche ebenfalls vom Volfe gezahlt werden muß und die die Hauptursache der heutigen Ueber steuerung in diesem Staate ist. Ebenso fann jich die Landbevölkerung mit dem Regierungsent wurf über die Verwaltungsreform nicht einverstanden erklären, well fie am meisten unter tem Beamtenhochmut zu leiden hat. Die Verfammfung fordert daher die uneingeschränkte Anteilnahme der Bevölkerung an der Ver. waltung, bolle Bewegungsfreiheit für die schon bestehenden Selbstverwaltungsförper und die Gewährung der nationalen Autonomie. Weiter fordert sie bei der Durchführung der Steuerreform die Einführung eines Eristenzminimums, bis zu K 14.000.- Jahreseinkommen, auch für die Kleinlandwirte und Handwerker, die nur von ihrer Arbeit leben. Das fleine Landvolf hat auch wic die Versammelten ausdrücklich hervorheben- fei. nen Anteil an der maßlosen Heße gegen die Sozialversicherung, cs for dert im Gegenteil die Einführung der Unfall, versicherung für alle Land- und Forstarbeiter und eine ausgiebige Fürsorge für die Kriegsopser. Als meitere Forderung erheben wir den Ruf nach Erneuerung des geschlichen Kleinpächterschußes und nach einer gc. rechten Durchführung der Bodenre form. Für diese Lebensfregen der arbeitenden Landhevölkerung wollen wir in den Reihen unses rer freien Berufsorganisationen und der sozialbe. mokratischen Partei den Kampf aufnehmen und bis zum fiegreichen Ende fortführen." Die Sprachenpraris der Prager Preffe" ist| wohl das komplizierteste unter den vielen verwikfelten Sprachenproblemen der Republik. Da hat es schon mit dem Namen sein Häfchen. Während der im Hause der„ Prager Presse" eingemietete 30 jozialdemokratische Landvolksversammlungen im Pilsner Wahlkreis. Radiosender das Wort Prag nicht mehr verträgt Ein erfolgreicher Borstoß in die agrarischen Hochburgen. und nur die Meldung Hier Radiojournal Braha" dent Aether übergibt, ist die Berausgeberschaft der Vergangenen Samstag und Sonntag Zeitung, die doch die mittelbare Sausherrin dieser fanden in Südböhmen 30 Demonstra Dependance des Außenministeriums ist, so bertionsversammlungen der Landbe. bohrt nationalistisch. daß sie von dem unzulässigen völkerung gegen das großagrarische, großfapiTitel„ Prager Presse" nicht abgeht. Dagegen talistische und reaktionäre Regierungsinitem in die. würde wahrscheinlich das Wort Wenzelsplay fem Staate statt. Der Protest der Kleinbauern oder Graben nicht durch die Rotationsmaschine und Häusler, sowie der Land und Forstarbeiter der Praha- er Presse gehen, ohne daß die richtete sich vor allem gegen den unerträglichen Balzen zerbrächen, denn in Praha gibt es laut Steuer drud, die Steigerung der MilitärBrager Presse nur Přikopy und das Vaclav lasten und gegen die geplante Verwal ité namesti. welcher Wirrwarr bei dieferungsreform. Sprachenpraris entstehen fann, beweist die Messenummer der illustrierten Beilage zur Praha- er Breffe. Die bringt etwa auf der ersten Seite ein Bild, von dem wir im Titel erfahren, daß er Aus der hohen Tatra" stammt, das aber im Untertitel Popradské pleso dem Ausländer kaum sagen dürfte, ob der See, der Berg, oder das Hotel gemeint sei. Inserierende Badeorte bleiben einsprachig deutsch, Kleinbauernverbandes und des agrarpolitischen die weniger oder nichts zahlen, oder für die nur die staatliche Bäderverwaltung inferiert, sind dop pelsprachig. Und doch sollte sich die Praha- er Presse ein Gewissen daraus machen, daß nun zwar alle Welt erfährt, daß Karlsbad Karlovy Vary" und Marienbad ,, Marianife lazne" heißen, daß aber Franzensbad und Teplitz Schönau nur mit den verdeutschten Namen bekannt werden. In Königgräs ist zwar das Velke namesti, das doch wahrhaftig nicht fleiner würde, wenn man es Großer Blas hieße, unübersehbar, dagegen gibt es in der, natürlich nur Hradec Kralovy genannten, Stadt doch einen Weißen Turm". Von dem Schlachtfeld von 1866 wird zwar ein Bild reprodusiert, aber es ist fraglich, ob der Ausländer, der nie etwas von der Schlacht bei Hradec Kralove gehört hat, weiß, daß es sich hier um die Schlacht bei Sadowa( oder bei Stöniggräß) gehandelt hat. Sind dann noch die Titel verhoben, so ist das Matheur fertig. Die Burg Bösig gibt es nicht, tet wurde. sondern im Gegensatz zu dem noch anerkannten Edhredenstein nur eine Burg Bezděz, dagegen trefen wir in Bardubice ein Werner- Haus" ein Jonas baus" und gleich neben dem Pernštynské samefti" ein ,, Grünes Tor". Vom Orbis- Verlag, dem Bruder der Prager Presse aber wird gar berichtet, daß er sich in Prag XII. befindet. Nur schade, daß auf dent Bilde die viersprachige Aufschrift der Buchhandlung nicht sichtbar ist, die auf dem deutsch sein wollenden Schild das im Dette schen leider noch unbekannte Wort„ Antikwariat" enthält! Ein Bjarrer, der kein kirchliches Begräbnis will. Aus Wiener- Neustadt wird gemeldet: Wie Bereits berichtet wurde, ist Sonntag um 11 Uhr nachts der Pfarrer von Fischau an den Folgen seines Selbstmordversuches im hiesigen Allgemei nen Stranfenhaus gestorben. In einem an die Gendarmeric gerichteten Schreiben teilte Pfarrer Silgarth mit, daß er in Wien bei seiner vorgefeßten Kirchenbehörde war, dortselbst jedoch sehr ungnä dig empfangen wurde und nicht jenes Verstehen gefunden habe, das er erwartet hat. Er bittet, daß Dr. Mayer Günther von einer Obduktion seiner Leiche Abstand nehmen wolle, da er sich mit einer großen Dosis Veronal vergiftet habe. Da er selbst bei Lebzeiten immer gegen eine firchliche Einseg nung der Selbstmörder gewesen sei, so bitte er auch von einer Einsegnung seiner Zeiche Abstand nehmen zu wollen. Sein letzter Wunsch sei, im Fried. hof in Fischau begraben zu werden, und zwar wünsche er, im Friedhof neben dem Mausoleum begraben zu werden. Sein Siein, kein Streuz, fein Aktionsausschusses der Partei behandelten in den Versammlungen die wichtigsten Daseinsfra gen der arbeitenden Landbevölkerung, wobei sic an der Hand eines reichen Tatsachenmaterials die Bundes der Landwirte an den Interessen seiner schwere Versündigung, namentlich des Wählerschaft feſtſtellten. In den meisten Verjammlungen waren auch Parteigänger der Landbändler und der Gewerbepartei zugegen, die mit opfschütteln von den voltsfeindlichen Taten ihrer Abgeordneten Kenntnis nahmen. Höchste Entrüstung erweite insbesondere bas Berhalten der deutschen Regierungsparteien in der Frage die Militärfredkte und der Dienstzeitver. längerung. Desgleichen die einzelnen Bestimmungen der Berivalningsreformvorlage, die mit Zustimmung der deutschen Minister dem Parlament unterbrei In den Versammlungen wurde einmütig Die Versammlungen fanden fast durchwegs folgende Resolution angenommen, die der wahren Gesinnung des fleinen Landveiles Aus- rer Agitation nur unvollkommen erfaßt werden. in Orten und Gebieten statt, die sonst von unsedrud gibt: Darum ist die geleistete Aufklärungsarbeit von ,, Die tagende Versammlung des fleinen Land- doppelter Bedeutung. Die Menschen in den volkey hat mit Empörung vernommen, daß die einfachen Dörfern draußen, wissen gegenwärtige Regierungsmehrheit ber vielfach gar nicht, was im Staate deutschen und tschechischen Agrorier, Christlichozias und im Parlamente wirklich vor len und Geweikepar ciler bestrebt ist, einen aus. geht. Und im Bewußtsein dieser Tatsache glau schlichlich gegen das arbeitende Bolt geben die Landbündler munter drauflos fündigen z richteten Rechtsfurs im Staate einzuführen. Die im schweren Existenzkampfe stehenden Klein landwirte und Häusler, sowie Landarbeiter und Dienstboten haben kein Interesse an der grofagrarischen Golfpolitif, die feiner zelt unter der Führung Hohenblums nur Unheil und Verderben gezeitigt hat. Die von der gegen gebrachten Beschwerde des Vereines Deutsches Haus" in Prag gegen die von der politischen Lan desverwaltung ausgesprochene Enteignung eines Großteils des Kasinogartens zugunsten der Probuttenbörse stattgegeben. Die Entscheidung der politischen Landesverwaltung wurde als ungeset lich aufgehoben. Ein Arzt von seiner Frau erschlagen. Eine furcht bore Eifersuchtstat spielte sich in der Nacht zum Sonntag in Berlin ab. Der proftische Arzi Dr. Otto Singermann wurde nach voraufgegan genen Streitigkeiten von seiner 27 Jobre alten Gat tin Erika durch Beithiche und Messerstice lebensErdhügel möge die Stelle bezeichnen, wo sich seine gefährlich verlegt. Außerdem brachte die rabiate Ga tin ihrem Manne noch einen Schläfenschuß bei. leste Ruhestätte befindet; er bittet auch, den Tag und die Stunde seiner Beerdigung nicht bekannt- Frau Singermann versuchte sich dann mit Veronal zugeben. Er richet an alle, die ihn liebgewonnen das Leben zu nehmen. Dr. Singermann ist bereits haften und ihm gut gesinnt waren, am Schluß einige Stunden nach der Operation seinen schweren feines Briefes die Bitte, für sein Seelenheil ein Verlegungen erlegen. Die Tat geschah aus Eifersucht. Gebet zu verrichten. Anschließend an den Brief Energisches Eingreifen des Berliner Polizei war dann von seiner Hand eine kleine Stizze ge- präsidiums. Aps Anlaß der von den Berliner zeichnet, die den Ort bezeichnete, an welchem er im Safenfreuglern am Sonntag verübten Ueberfälle Friedhof zu Fischau begraben zu werden wünscht. auf Stommunisten auf dem Bahnhof in Lichterfelde Eine Liebestragödie in einem Brünner und später im Berliner Westen auf harmlose Vorort. Der 60jährige Wachter Ignaz Rucka Spaziergänger hat der Berliner Polizeipräsident aus Brünn, der Beziehungen zu der 47jährigen alle Maßnahmen getroffen, damit sich derartige Witwe Marie Herrmann unerhielt, ſuchte Vorfälle nicht wiederholen. Es wird gecent alle Montag die Herrmann in ihrer Wohnung in dem Polizeibeamten eingeschritten werden, die bei den Brünner Vorort Recfowitz zu überreden, ihn zu Vorfällen versagten und die Passanten nicht ge heiraten, doch lehnte die Herrmann ab. Rucka nügend gegen die Safenfreusler geschützt haben. og plößlich im Verlaufe des Gesprächs einen Gestern abends nahm die Polizei in zwei Saten Revolver aus der Tasche, schoß zunächst auf die freuzlerversammlungen Durchsuchungen nach WafHerrmann und richtete dann zwei Schüsse gegen fen vor. In der einen Versammlung wurde ein sich. Er starb gestern früh im Brünner Spital; Totschläger und ein leerer Patronenrahmten gedie Verletzungen der Herrmann sind ganz leichter funden, dessen Besizer feit estellt wurde, weil er an den Exzessen in Lichterfelde teilgenommen hatte. In der zweiten Versammlung fand man eine Pistole und einen Trommelrevolver und vers schiedene andere Waffen. Es ist zu erivarten, daß bis auf weiteres alle Umzüge der Völlischen in Berlin verboten werden. fönnen. Wir werden ihnen das Spiel noch gründ ich bersalzen! Diese Bersammlungsation war erst der Anfang unjeres großen Aufflärungswerkes unter der Londbevölkerung, welches dafür sorgen wird, daß die Wahrheit über die Schandwirtschaft der Regierungsparteien bis in das letzte Dorf, bis in den entlegensten Weiler dringt! 2304 Mittwoch, 28. März 1927. biersia fehlen noch; die Gefahr ist also noch nicht beseitigt. die Ausräucherung des Grippeteufels. Bekanntlich wurde der Ballan von der diesjährigen Grippe welle besonders heftig heimgesucht. Nun ist die Bevölkerung der dortigen Gegenden natürlich noch sehr rückständig und so konnte es geschehen, daß die Einwohner von Nozibazar zu einem mittelalterlichen Mittel griffen, um die Grippe, die in ihrem Orte viele Opfer gefordert hatte, zu ver treiben. Eines Tages verfantmelten sich Männer und Frauen in Scharen vor der Torffirche, hörten zuerst einen Gottesdienst an und dann ging es auf dem Stirchenplatz los. Flintenschüsse frachten, in Salven und einzeln. Böller donnerten, Frauen aber schichteten in den Straßen Berge von Stroh auf und steckten sie in Brand. Bald war das Dorf von einer Rauchwolfe umhüllt, als ob es zur Gänze in Flammen stünde. Ausrüdenden Feuerwehren aus der Nachbarschaft wurde bedeutet, daß es sich um kein Brandunglück, sondern um eine Abwehraktion gegen die Grippe handelt. Den ganzen Tan über und bis tief in die Nacht hinein dauerte die Schießerei an und lohte und qualmie das Stroh, dann fehrten die Bewohner in ihre Sütten zurück. Sie sind über eugt, daß ihre Methode geholfen hat, denn angeblich sind seit Der Austreibung des. Grippeteufels feine Stranf heitsfälle in Novibazar mehr vorgekommen. Wiederaufnahmeverfahren im Prozek Sotra'ss. In der Schule haben wir gelernt, daß der weise Sokrates nicht nur mit der bösen Kanthippe gestraft war, sondern am Abend seines Lebens zum ode durch den Giftbecher verurteilt worden ist. Das hat sich vor zweitausend Jahren abgespielt. Die Geschichte hat den antifen Gerichten unrecht gegeben und Sokrates ewig gesprochent. Troßdem läßt diefer etwas verjährte Justizmord den Athe ner Rechtsanwalt Parado pulos nicht ruben. und er hat vor einigen Tagen beim obersten Gerichtshof von Griechenlang um Wiederaufnahme des Verfahrens angesucht, denn die Ehre Griechen lands verlangt es, daß die Unschuld des Sofrates durch richterlichen Spruch festgestellt werde". Der brave Mann besteht auf feinen Baragraphen und will das Ehrenschild Hellas' absolut reinwaschen. Sollte es dem Herrn Paradopulos entgangen fein, liegender Zeit mehr als einen politischen Juſtiz daß gerade Griechenland in evas näher zurückmord auf dem Gewissen hat? Frauenverfaus in Frankreich. Ein französischer Bauer haute nach Meldungen aus Boris seine junge Frau au einen Freund für 20.000 Franken verfauft. Bald berene er den obgeschlossener Handel, wenig. itens soweit es sich um den Verlust der Frau h belte. Als er diese dem Freund wieder abspenstig maden wollte, hat ihn dieser erschlagen. Von einem Löwen zerfleischt. Der ungarische Sportmann Grof Ladislaus Hunyady ist vor furzer Seit in Gebiete des Nil das Opfer eines lingluds geworden. Ein Löwe, den er verwundet hatte, stürzte sich auf ihn; ehe Hunyadns Begleiter ihn befreien fonnte, hatte er so schwere Verlegungen erlitten, daß er noch einigen Stunden starb. zu greifen versuchte. Schmied war auf die Straße Ein vierzehnjähriger Schüler von einem Namt. geeilt, um einen Wachbeamten zu holen, und joh. wie der Bursche ein weißes Stuvert in den Sammel. raden erstochen. In Kannstatt wurde der viertehn foften warf. The der Bechbeamte zur Stelle mar, Jahre alte Schüler Otto Ruepp von einem gleich. war der aumaßliche Dieb schen verschwunden. Um trigen Schüler nach einem vorausgegangenen Streit iom auf die Spur zu lommen, hatte Schmied jofort in die Serzeegend gestochen. Der Berleste starb furs die Aushebung des Sommelfastens verfügt und neben nach der Einlieferung in das Krankenhaus. Ter mehreren Briefen mit farbigen Muverts nur mei mit Täter ist der noch nicht fünfzehn Jahre alte Schüler meißen Ruperts ocfunden, von deren eines in ber Ein berheerender Wirbelwind. Aus Saint. Größe desjenigen, das der Bursche hineinmarf, war. Als Abfender war Wiener, Floßgaif, bezeichnet. Terous wind berichtet: Ein Tornado, der hauptsäch Brief durfte nicht geöffnet werden, doch forschte mon ich Green Forest heimsuchte, hat dort von Hun nun nach einem Wanne nomens Wiener, da men deiten Häusern die Dächer herabgerissen. Die Kirchen einen Zusammenhang mit dem Diebstahl bermuters, jird in Krankenhäuser umgewandelt worden. In einer Sort tilz. Die Erhebungen an der Adresse ergaben, daß ein Mirche werden die Toten aufgebohrt; bis jest wurden Josef Biener tächlich im Hause Floßgois Nr. 3 sechzehn Leichen dort niedergelegt. Viele zerstörte durch vierzehn Tage hindurch gewohnt hatte. Nach Säufer gerieten Brand. Es wurde kein Versuch der nun erfolgten Verhaftung des Diebes in den unternommen, die Flammen zu befämpfen. Vostämtern wurde durch die Gegenüberstelling feft. Der Weltuntergang. Im Berliner Börsen. gestellt, daß Wiener der Mann war, der der Frau Courier" lejen wir: Der bekannte polnische Astronom in die Tasche zu greifen verfucht hatte. Außerdem Professor Toppich hielt jüngst in einer Proving wurden ihm weitere Diebstähle in den Boſsämtern stedt einen volkstümlichen Vortrag. Der Gelehrte Weintraubengasse und Schwarzipanierstraße nachführte aus, daß infolge des langsamen Erfaliens gewiesen. der Sonnenstrahlen einst der Tag herankommen Der Tod in der Tube. Turch einen merf- werde, on dem jedes organische Leben auf Erden würdigen Zufall ist London zweimal nacheinander untergehen müſſe. Die Katastrophe jei nach etwa durch Diebstähle von Proberöhren, die tod 17 Millionen Jahren zu erwarten. Aus der Reihe bringende Stoffe enthielten. in Aufregung verfeßt der Zuhörer stürzte eine junge Damme an das Vor worden. Jüngst stahl ein Tieb aus dem Automobil tragspult und rief ganz erschrocken aus:„ In wieviel eines Balteriologen, das vor dem Krankenhaus Jahren wird dieses Ereignis eintreten?"„ Voraus, hielt, eine Sandtasche mit Broberöhren. Vier da fichtlich in 17 millionen Jahren," wiederholte von waren leer, zwei enthielten harmlose Bazillen, der Vortagende.„ Gott sei Dank," sagte aufatmend eine jedoch war mit Typus bazillen, eine die Interpellantin, ich hatte schon in 7 Mittio. andre mit Reimen des Maltafiebers, einer nen Jahren verstanden." gefährlichen Tropenkrankheit gefüllt. Wenn die beiden Tuben geöffnet wurden, fonnten sie gan; Louiffar fam es zwischen den Angestellten einer Wegen einer Ente getötet. In der Gemeinde don verseuchen. Die Polizei fuchte fieberhaft nach Dampfmühle nomens Ambrus Német und Ludwig den Röhrchen. Sie fand sie nach zwölf Stunden alan wegen einer Ente zu einen Streit. Safan im Buschwerf eines Gartens. Der Dieb hatte sie ergriff hierbei eine Sade und schlug den Német offenbar enttäuscht weggeworfen, nachdem er die nieder. Dieser erhob sich jedoch trotz seiner schweren Handtasche geöffnet hatte. Vier Tuben waren zer- Verletzung, ergriff eine Art und schlug auf Szalan brochen: aber zum Glüd gerade die leeren. Einige los, bis diefer tot zusammenbrach. Originelle Ausjorschung eines Diebes. In Tage darauf verschwand ein Rafet mit meihun mehreren Wiener Bostämtern sind in der letzten derivierzig Tuben, die Novarsenobillon, ein arsenit Vor den Augen der Gattin ertrunten. Aus Prek Zeit im Parteienraum, namentlich bei größerem Gehaltiges Medifanrent, enthielten, auf dem Trans- burg wird berichent: Sonntag nachts eveignete sich Explosion in Ludwigshafen. Montag gegen dränge, Taschendiebstähle vorgekommen. Am port ins Londoner Krantenhaus. Auch diesmal bei der Propellerstation ein Unfall, dem ein Men. 22 Uhr entstand in dem Kohleverflüssigungsbetrieb 14. d. wurde nun im Postami Produktenbörse in der haben die Diebe die Beute, mit der sie nichts an- schenleben zum Opfer fiel. Der jung verheiratete der 3. G. Interessengemeinschaft)-Farbenindu- Taborstraße der 26jährice pestenlose Josef Wiener, zufangen wußten, weggeworfen. Man fand eine Kraftivagenfenfer Karl Trownicek wollte mit seiner strie infolge Defektwerdens einer Leitung eine Ex- Floßgaije, der wegen Taschendiebstahls schon vorbe Anzahl der Tuben in den Händen kleiner Kinder, Fron auf dem letzten Propeller die Donau übersetzen. plosion, bei der 12 Arbeiter verlegt wurden. Zwei firaft und aus Lesterreich abgeschafft ist, bei einem die natürlich feine Ahnung von der Gefährlichfeit Der Propeller befand sich bereits in Bewegung und Arbeiter, deren Verlegungen erheblicher Natur Diebstahl ertappt und auf originelle Weise eines des vermeintlichen Spielzeugs hatten. Dreitausend bloß Trawnicek fonnte ihn erreichen. Als seine Frau sind, wurden in das Krankenhaus gebracht. Die Diebstahls im Postam: Porzellangasse überwiesen. Bolizeiacenten wurden ausgeschicht, um die ver- jedoch am Steg zurüdblich, wollte er zurüdspringen, übrigen famten mit leichteren Verlegungen davon. 2m 15 Feber hatte der Oberoffizial Hermann mißten Proberöhrchen zu suchen. Sie gingen in wobei er ins Wasser fiel. Wiewohl Hilfe sofort zur Der Prager Kasinogarten freigegeben. Nach Schmied sich die Leute, die im Parteienraunt ftan- dem Stadtteil von Haus zu Haus, um die Kinder Stelle mar, verschwand der Unglüdliche in den Flu sechsstündiger Verhandlung hat das Oberste Ber- den, angeichen, weil in diesem Postamt schon mehrere auszufragen. Außerdem wurde das Publikumm durch ten. Die Frau wollte in ihrer Verzweiflung Selbst. waltungsgericht unter Vorsiz des zweiten Prä- Tajchendiebstähle vorgekommen waren. Da hatte er das Radio von der Gefahr verständigt. Visher ist mord begehen und konnte nur mit Mühe daran gesidenten Diwald der durch Doktor Karl Fuchs ein- bemerkt, wie ein Bursche einer Frau in die Tasche es gelungen, zweihundert Tuben zu finden, aber hindert werden. Natur. Notlandung des Wien- Berlin Flugzeuges. Das auf dem Rückfluge Wien- Berlin befindliche Berkehrsflugzeug hat gestern nachmittags um halb 2 Uhr auf dem samm des Erzgebirges bei 3inn wald eine Notlandung vornehmen müssen. Pas sagiere und Führer sind unverleßt. Die Passagiere werden mittels Eisenbahn die Fahrt nach Berlin fortsetzen. mittwoch, 28. März 1927. Gerichtssaal. Ein feines Waisenhaus. Prag, 18. März 1927. Vor dem OLGR. Souček anden zwei Frauen, Libuša B. und ihre Freundin Blažena S., unter der Anklage des Diebstahls, ber leichten Rörperverlegung und der widernatürlichen Unzucht. Frau Libuša war Das bürokratische Labyrinth. paradies bezeichnend ist, I'm Juli waren es glüdlich zwei Seite 5. [ ben Angeklagten: Wenn ihr mir sagt, wo die Sachen verstedt sind, gebe ich euch zehn Millionen. Vorf.: Das wäre ein Vorschlag, des Annehmens wert. Wie äußern sich die Herren Angeklagten da. Die zudten nur mit den Achseln. Boltswirtschaft. In der ruffiſchen„ Prawda" vom 29. Jund Staatsanwälte. Kurz gesagt, mit dieser Sache Jänner finden wir folgende föstliche Ge beschäftigten sich dreißig Instanzen in Moskau, 34, schichte, die für die Zustände in dem Sowjet- Nishnij- Nowgorod, alle oder fast alle dreißig In Sch. und H. zu je zwei Jahren schweren Der Senat hat die Angeklagten schuldig befunden, stanzen anerkannten Mironoffs Schuldlosigkeit, anerkannten, daß seine Entlassung unberechtigt sei erkers, die Marie 2. wegen Teilnehmung be Berwalterin des Waisenhauses in Vel. Jahre, daß das Moskauer Wolga- Schiffahrte und man ihn wieder anstellen müsse, aber Wiro- dingt zu zwei Wochen strengen Arrestes verurteilt. trusy, ihre Freundin Blažena, Kranten- fontor mit den zwei vom Dienst entlassenen Ar- off wurde bis zum heutigen Tage nicht wieder fchwester, wohnte auch im Waisenhaus. Die Ber- beitern Tjerechoff und Mironoff prozeffierte. Die angestellt. Mit andern Worten, der gesamte Gewalterin stahl Lebensmittel, die sie einem gewissen Umstände und der Grund der Entlassung find Josef Pospisil zuschanzte, sie schlief mit der Kranken- ziemlich unklar. schwester in einem Bette, wo sie sich gegen§ 129 b) vergingen, außerdem wurden die dort untergebrach ten Kinder, Knaben bis zu vierzehn Jahren, mittels einer Rute mißhandelt. Die Verwalterin Libuša B. wurde wegen Diebstahls(§ 171,§ 178 des St.-G.-B.) und Unzucht mit einer anderen Frauensperson zu brei Monaten schweren. Kerkers, bedingt auf drei Jahre, verurteilt, ihre ehemalige Freundin Blažena B. von der Anklage freigesprochen. Bom Gericht freigesprochen! Gras, im März. jährigen Kampf mit dem Schiffskontor für die richtsapparat war zu schwach, um aus dem zweiWiederherstellung der Rechte der Arbeiter als Sieger hervorzugehen. Es vergingen anderthalb Jahre, der Streis war geschlossen, und der Weg begann von neuem. Die Sache Tjerechoff und Mironoff ist sehr interessant, nicht nur ihrer Sachlage, sondern auch der Form wegen; sie ist eine ganz typifche Ar beitssache, die sich anderthalb Jahre hinzieht und einen unglaublichen, für diese Sachen aber ganz gesetzwidrig entlassenen Menschen, der im Laufe Jetzt aber versehen Sie sich in die Lage des gewöhnlichen Gerichtskanzleiweg gegangen ist. zweier Jahre gezwungen ist, durch Inanspruch Dieser Weg macht tatsächlich die Ver- nahme der Gerichte und anderer Institute sich teidigung der elementaren Rechte feine angegriffenen Rechte wieder herzustellen! ber arbeitenden Klasse unmöglich. Er geht von einem Gericht zum Die Unfallversicherung der Landarbeiter. Seit einer Reihe von Jahren führen die sozialistischen Parteien den Kampf darum, daß die Unfallversicherung auf alle in der Band- und Forstwirtschaft tätigen Arbeiter erstreckt werde. Nun Am 20. Juli 1925 wurde Mironoff als für andern, er sucht keine neue Anstellung, denn soll diese Frage in nächster Zeit parlamentarisch die Arbeit untauglich entlassen, nach einem Mo- bestenfalls hofft er auf Grund der Gesetze seine behandelt werden, aber in einer Weise, die den nat wurde die Entlassung vom Rayoninspektor alte zurückbekommen zu können, zweitens weil ihn schärfiten Protest der Land- und Forstarbeiter herwiderrufen. Der älteste Inspektor des Wolga- auch feiner annehmen will, da er im Laufe der vorrufen muß. Die Agrarier wollen die Unfallve Gin Bauer steht vor Gericht. Stumpf und ver- bassins, an den die Administration appellierte, Sahre( nicht Wochen) jeden dritten bis ständnislos stiert er in den Gerichtssaal hinein. Wo- schloß fich der Meinung des Rayoninspektors an. fünften Tag aufdem Gericht zu tun hat.ficherung der Land- und Forstarbeiter in der Weise gu man ihn nur hierher geschleppt hat? Und diese Der Hauptarbeitsinspektor des NKPS. in Moskau Es ist noch gut, wenn er auf Grund der gericht durchführen, daß durch eine Novellierung des GeAufmachung! Richter, Staatsanwalt, Schriftführer, fand Mironoffs Entlassung unbegründet und un- lichen Beschlüsse sein Gehalt für diese„ Bummel". fetes über die Sozialversicherung sich die 150Verteidiger. Vor dem schwarzen Talagen der Richter gerecht. Vom Narkomtrud( Volkskommissär für tage, wochen und-jahre erhält. Aber das kommt wöchige Wartezeit auf die Invalidität, die aus und dem rot eingesäumten Stragen des Staatsan. Arbeit) wurde die Aussage der drei sanktioniert. nicht immer vor, und dann muß der Kläger im einem Unfall hervorgeht, nicht bezieht. Der vom waltes ist ihn doch ein wenig bang. Aber das macht Jetzt gab es keine Möglichkeit mehr, um zu wahren Sinne des Wortes darben. Er verkauft Unfall Betroffene würde in diesem Falle nur dann dod) nur die Umgebung. Angestellt hat er doch nichts. Er, appellieren, aber Instanzen sind ja bei seine Sachen, wird bettelarm und verzweifelt und Unfall Betroffene würde in diesem Falle nur dann der Matthias Put, Bauer vom Schelchengraben, kann uns Gott sei Dank genug da, und wenn ergibt sich lebten Endes, indem er die Klage auf eine Rente bekommen, wenn er vollinvalid_im doch gar nichts angestellt haben. Wo kämte denn die man die Sache geschickt macht, dann führt man gibt und sich eine Anstellung sucht, um nicht Sinne des Sozialversicherungsgesetzes wäre. Cine Welt hin, wenn er... Nein, das Ganze ist nur ein den Menschen in ein bureaukratisches des Sungertodes zu sterben. geringere Invalidität würde nach dem Antrag der Irrtum. Sein Grund, seine Wirtschaft müssen bestellt Babyrinth, aus dem er sich später nicht mehr Wohin führt das? Es führt zu dem, was Agrarier überhaupt nicht entschädigt werden und werden. Davon hängt die Fülle des Geldfädels ab. herausfindet. Lenin mit den Worten bezeichnete: Formell Aber Knecht und Magd, sie lassen sich nicht mehr bis Ungeachtet der Beschlüsse der drei ältesten Ar- richtig, aber im Grunde genommen Verhöhnung." auch Witwen nach tödlich verunglückten Arbeitern zum letzten Blutstropfen ausbeuten. Die haben eine beitsinspektoren und des Narkomtruds wurden Wir fönnen folgendes feststellen, daß wir ein ein hätten nur dann einen Rentenanspruch, wenn sie Organisation oder wissen, daß es eine solche gibt. Tjerechoff und Mironoff nicht wieder angestellt. faches, deutliches und dem Arbeitenden seine selbst invalid wären. Daraus ersicht man, daß Sieman hätte es vor zehn Jahren nicht für die Sache kam vor das Volksgericht und wurde Rechte garantierendes Gesetz haben. Jedoch ver- dieser Antrag vollkommen ungenügens ist, weil möglich gehalten begehren auf. Und das Arbeits- bort sechs mal verhandelt, danach fam sie vor sagt die Anwendung des Gesetzes und vich, daß dem Bauern gehört? Darauf muß man das Gouvernementsgericht und wurde dort dreimal feine Verteidigung oft vollständig, da der Mensch nach dem geltenden Unfallversicherungsgesetz auch ochtgeben. Denn„ steht einem so ein Tier um, muß beraten, darnach ins höchste Gericht und zwei- dabei in cin bureaukratisches gaby- fleinere Unfälle entschädigt werden, insoferne die man in den Geldfod greifen. Das Vieh muß man mal verhandelt; in den Intervallen beschäftigten rinth fommt, aus den es teinen Ausweg Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt wird, und Witven schonen. Was bleibt also so einem Bauern noch übrig, sich mit der Sache die Rayon, Gouvernements mehr gibt. Darüber muß man nachdenken. auf jeden Fall Anspruch auf die Rente haben, Die DESKOMMUTATOR10000000000 Land- und Forstarbeiter müssen also gegen diese bis sie zusammenbrechen und irgendwo„ umstehen". I ließ mir die Karten aufschlagen, um vielleicht dadurch Lösung entschieden auftreten und mit Hilfe der Wavum also flagt man gerade ihn an? auf die Spur der Einbrecher zu kommen. gewerkschaftlichen und politischen Organisationen Nur feine Sorge, es geschieht ihm nichts. Dic Bors.: Und was hat sie ihnen geweisjagt? Gerichtsärzte stellen nämlich fest, daß zwischen dem Zeuge: Leider nichts.( Seiterheit.)- Bors.: Freilich die Ausdehnung des Unfallversicherungsgesetzes auf Verhalten des Angeklagten und dem Tode seiner nicht, denn sie war ja die Mutter der Gelieb, die in der Land- und Forstwirtschaft Tätigen anFrau ein ursächlicher Zusammenhang mit Sicherheit ten des Einbrechers! Streben. nicht festgestellt werden kann. Also fann Mathias Es wurde vom W. aber auch ein Wächter deWie fein Sohn in den Krieg zog, gab er ihm But wegen des Verbrechens gegen die Sicherheit des stellt. Schon am Tage nach dieser Bestellung wird Lohnbewegung im tschechischen Textilarbeiterfolgenden Segen" mit auf den Weg: Wann s' dir Lebens nicht verurteilt werden. Und die Auflage wieder eingebrochen. Erst beimt sechsten Einbruch geUnd die Anlage wieder eingebrochen. Erst beint sechsten Einbruch ge gebiet Ostböhmens. Die Gewerkschaftsorganisatio an' Hagen wegschießen oder an Arm, brauchst glei wegen Vernachlässigung eines Kranten seitens einer lingt es der Kriminalpolizei, des Diebes habhaft zu gor net 3' kommen; i lann di dann zur Arbeit eh Angehörigen ist zu spät erhoben worden Dieses werden. Es war dies der von dem Fabrikanten ein- nen haben im tschechischen oftböhmischen Gebiet net mehr brauchen." So stand er zu seinem Sohne. Delift ist bereits verjährt. Des Gericht mußte Mat- gefette Wächter, der zwanzigjährige Josef Sch. Er den Stollektivvertrag gekündigt und die Forderun I'm Frühjahr 1926 erkrankte seine Frau Cäcilia. hias Put freisprechen. Kopfschüttelnd entfernt sich hat die Diebstähle zusammen mit seinem Freunde H. gen nach einer Lohnerhöhung von zehn Heller pro Strant sein? Das tammt sich ein Knecht, eine Magd der Bauer. Er hat von der ganzen Verhandlung nur ausgeführt. Seine Geliebte Marie 2., die Tochter der Stunde und Erhöhung der Teuerungszulage um daß leisten, die wirft man dann hinaus, wenn es su lang war nach feiner Ueberzeugung doch selbstverständlich. einen geftoflenen Brillantring getragen. Ihre Mut. 20 Prozent aufgestellt. Die Vereinigung der Unterurit dem er schalten und walten kann, so wie in der guten, alten Zeit"? Die Familie, Weib und Kind. Wenn sich schon vieles geändert hat in den letzten Jahren, in den Familienverhältnissen so eines Bauern ist alles beim alten geblieben. Die Familienmitglieder kann man ausbeuten, mehr als das Gesinde, mehr als das Arbeitsvich. Das hat denn der Matthias Puy gründlich getan. " Fast wie im„ Biberpelz". dauert. Aber die Frau? Nein, das gibt es nicht. Matthias But läßt nicht nur keinen Arzt rufen, er um auszubeuten, dazu ist er ooch auf der Welt. swingt die fiebernde Frau, schwerste Arbeit zu leisten. Was zum Teufel braucht er Familienmitglieder, die nicht arbeiten fönnen? Die Krankheit werde er ihr schon austreiben. Er setzt sie auf Hungerbiät. Am 22. März schleppt sich die totfranke Frau au Nach barsleuten. Weinend und fast verzweifelt fagt ste, daß sie nicht mehr leisten kann, was der Mann von ihr verlangt. Da verständigt man ihren Vater, ber nimmt sie zu sich. Zehn Tage später ist sie tot. Der Bauer wird angeklagt wegen Bergehens gegen die Sicherheit des Lebens und wegen Vernach lässigung eines Kranken von seiten feiner Ange hörigen. Nun steht er vor Gericht und grübelt: Warum hat man ihn eigentlich angeklagt? Wo er hinblickt, werden die, die nichts besitzen, ausgebeutet. So lange, Dem Frühling entgegen. hinaus in ter, die dem Fabrikanten über die Diebe nichts zu wahrsagen wußte, hat ihr aufgetragen, den Ring ihrem Bräutigam zurückzugeben. nehmer hat sich bereit erklärt, die Verhandlungen hierüber am 24. März aufzunehmen. Devilenturie. Prager Kurse am 22. März. In einer Schöffenverhandlung hatten sich Josef Bei dem Maschinenfabrikanten W. in Wfen ist sch. und Albert S. wegen Diebstahls und Marie ganz kurzer Zeit sechsmal eingebrochen worden. 2. wegen Diebstahlsteilnahme zu verantworten. Das erste Mal am 20. Juli. In später Nachtstunde, der Fabrikant kehrt eben nach Hause zurüd, unter anderem: Ich habe Sch. für sein Wächteramt Der als Zeuge einvernommene Fabrikant sagt kommen ihm Diebe, reich bepad: mit Bündeln und sehr gut bezahlt. Da ruft der Angeklagte dazwis Wäschestüden, entgegen. Wie fie feiner anfichtig werfchen: Wie fönnen Sie das behaupten? Seuge: 100 Reichsmart 100 holländische Gulden den, flüchten sie und entkommen. Schon zwei Tage Na, haben Sie sich denn nicht jede Woche 1eber- 00 Belgas. später wird aus der Wohnung ein Fahrrad gestohlen. Stunden zum Lohn ausgerechnet?- Das muß der 100 Schweizer Frants Einige Wochen später wird zum dritten Male ein Angeklagte schließlich zugeben. 1 Pfund Sterling gebrochen. Jezt wird dem Fabrikanten die Sache uns 100 Vire. 1 Dollar heimlich. Was macht er? Er hat es in der Verhandlung gegen die Diebe selbst gesagt: Nach dem dritten Diebstahl ging ich zu der mir als Wahrsagerin empfohlenen Frau und -Zum Schluß gab es noch eine heitere Episode: Der Fabrikant, der nur einen kleinen Teil der ihm gestohlenen Sachen zurückerhalten hat, wollte von den Einbrechern den Rest erlangen, insbesondere die auf 7000 S. geschäßten Wertpapiere. Er wendet sich zu schon etwas neigte, trat ich aus dem Walde und schaute hinüber auf die großen Auen jenseits des Flusses. Und wirklich ich täuschte mich nicht wie ein ganz zarter grüner Schleier lag es über den Tausenden von uralten Weidenbäumen. un gibt es kein Zagen und Bangen mehr. Mit jedem Tage wächst unsere Sehnsucht, aber auch unsere Hoffnung: es geht dem Frühling entgegen. 100 französische Frants 100 Dinar 100 Rengös 100 polnische Bloth. 100 Schilling. Gelb Ware 1849.50 1855.30 800.804.468.621 471.62% 647.62% 60.6 1/2 163.40 164.60 153.17% 154.57% 38 61 88.91% 18.90 133.10 59.16 59.63 589.62% 592.624 876.50 879.50 474.87 477.37% Eltern leiden und die nichts anderes vor sich sehen als denselben harten dornenvollen Weg, den ihre Eltern gehen mußten. Ich sah die endlose Masse Arbeitsmenschen vor mir, die ein Leben lebtnicht wert, Leben genannt zu werden- freudlos sonnenlos. Und wie weggewischt war der lichte Frühlingszauber, der sich um mein Herz gesponnen. ich Leben. Fast schien es mir, als tönnte ich das Kreisen der frischen Säfte fühlen. Und die älteren Triebe waren übersät von jilbrigen fleinen Wenn es wieder Frühling wird- was ist Stäbchen- Weidenfäßchen- kleine, erste Vor ez doch für ein vielgesungenes, altes Lied- da boten des kommenden Blühens! Ganz gegen öffnen wir Menschenkinder alle unsere Herzen meinen Willen brach ich ein Aestlein ab, um es und lassen die ersten Strahlen der jungen Sonne nach Hause zu tragen und mich wei er seines Anin sie hineinfluten. Und da ist wohl keiner unter blides zu freuen. Da jab ich dicht neben meinem uns, der darinnen nicht wenigstens ein klein- Fuß etwas kleines Weißzes stehen ein Schnee- So trat ich den Heimweg an, voll Freude im Da fuisterte in meiner Mappe ein Blatt winziges Fledchen sände, das sich nach Sonne glödchen, das seinen Kameraden vorausgeeilt war, Herzen. Als ich die äußersten Straßen der Stadt Papier. Ich nahm es heraus und las: Proleund ihrer Wärme sehnte. Wenn uns der Winter um ein Menschenkind zu beglücken. Andächtig durchwanderte, sah ich aus alten, halbverfallenen tarischer Frauentag.- Tag der arbeiauch noch so weh getan, und wenn wir auch noch neigte ich mich hinunter zu dem lieblichen Glöck Häusern schmale, blaffe Gesichter blicken. Das tenden Frauen. Da wurde es wieder Licht in so trübe Tage erlebten, mit dem ersten goldenen lein, das unbekümmert um den rauhen Wind, ganze Arbeiterviertel war belebt. Als wäre ein mir. Wieder wuchs meine Hofnung und Sonnenstrahl teimt etwas in uns auf, das uns der noch über die Felder strich, aufrecht dastand, Bienenschwarm ausgeflogen, furrte und zirpte es stärker wurde sie so stark, daß ich weiß:- sie bas Leben wieder schön und lebenswert erscheinen als wollte es trobig sagen: Ich habe ein Recht in den engen Gaffen. Alles eilte hinaus an die wird nimmer weichen, sie wird wachsen, bis sie läßt: die Soffnung. Und mit dieser schönen, da zu sein, donn es geht dem Frühling entgegen. Sonne. Die Mütter trugen ihre Stinder hinaus mich zur Erfüllung geführt. Unser Leben ist füßen Hoffnung im Herzen ziehen wir dann Weiter ging ich, hinein in den Wald. In den in den lachenden Tag, Fenster wurden aufgemacht, nicht mehr sonnenlos, licht- und freudlos wie es irgendwohin wo sie von keinem Zweigen der Bäume war es noch sehr still. Nur um den Sonnenstrahlen freie Bahn zu schaffen, bisher gewesen. Wir brauchen nur die Hände Sauch gestört wird, wo sie wächst und stärker eine Schar trähen ließ sich auf einem Baume in den fleinwinzigen Gärtchen arbeiteten einige auszustrecken nach der Sonne-- und sie wird wird in die Natur, ins Freie. nieder. Doch diese Stille war nur scheinbar. Männer und die Frauen hatten den Waschtrog unser. Wir brauchen nur wollen und unsere Un einem jener ersten, warmen Vorfrüh zwischen den Stämmen großer, mächtiger Bäume hinausgestellt in den Hof und wuschen dort ihre Sehnsucht wird sich erfüllen. Wir brauchen musr Tingstage, die uns das Seuer geschenkt, bin ich bemerkte ich etwas, das ganz Leben zu sein schien. Wäsche. anstatt, wie sie es im Winter tun mußten, Vertrauen in unsere Kraf zu haben, wir brauchen hinausgewandert aus der Stadt, geradewegs Ein schlankes, von rosa Blüten überfätes Bäum im Wohnraum. Ringsum war lautes, frohes Willen zunt Kampf zu haben über die Felder, dem Walde zu. Die Ader chen Seidelbast, und auf den winzigen Blüt Leben; und dies alles durch einen einzigen herr- den wir siegen. So dürfen wir den proleteri schollen waren noch nak und schiver und flebben chen wahrhaftig ein Bienchen! Liebkofend lichen Vorfrühlingstag.- diese Sonnensehn, schen Frauentag feiern. Er gehört uns arbeitenfich an meine Sohlen, daß ich Mithe hatte, vor- ftrichen meine Blide über das füße Frühlings- fucht in all den Menschen! Wie ist sie doch das den Frauen. In seinem Zeichen wollen wir wärtszukommen. Zwischen den Schollen aber bilbchen, das eigentlich in diese große Stille und allernatürlichste, das allerschönste im Leben unseren Willen zum Leben, unseren Willen zum bemerkte ich, wie ganz sein und zart grüne ſpiße Einsamkeit nicht recht hineinzupaffen schien. Beim und doch- wie selten ist uns das Sillen dieser Kampf um Sonne für alle Menschen befunden. Gräslein herausguckten. In einer tiefen Furche Weitergehen aber sch ich, daß das blühende mächtigſten Sehnsucht beschieden. Meine Be- Wir dürfen unseren Tag im schönsten Vorfrühfab ich gar einen jungen Löwenzahn, dessen Blätt Bäumchen nicht ganz allein war, sondern noch danken wanderten zu all den Arbeiterfrauen, die lingsmonat feiern. Feiern wir ihn als Symbol shen von einem garten Gelb schon in ein faftiges Stameraden hatte. Vereinzelt blidten an ver Tag für Tag und Jahr für Jahr hinter der unserer heißen, mächtigen Sonnensehnsucht, die Grün übergingen. Drüben, über den Feldern, schiedenen Stellen die zartrofa Blüten durch die Maschine stehen, Sklaven einer herz- und gewis- frohe Zuversicht im Herzen: Wir sehen dem standen große, alte Weidenbäume, deren Aeste grauen Stämme und am feuchten Waldboden fenlosen Geſellſchaft, zu all den Arbeitsmännern, Frühling, dem Frühling der Völfer entgegen... fich weit herunterneigten, so daß ich mich einer fch ich ein zitterndes, kleines Blümchen stehen, beren Rüden vorzeitig gebeugt von jahrzehnteaufmerksamen Betrachtung der jungen Triebe hin- ein blaues Anemonchen, daß mit seinem Stommen langer, schwerer schlecht belohnter Arbeit, zu all geben konnte. Unter der braunroten Haut fühlte auch etwas verfrüht war. Als die Sonne sich den Kindern, die an dem furchtbaren Elend ihrar -W -ONTO Erna Haberzett l. Seite 6. Mittwoch, 23. März 1927. Frauenbezirkskomitee der Deutschen sozialdemokratischen Bezirksorganisation Prag. Freitag, den 25. März, abends 8 Uhr, im Saale des Gewerkschaftshauses, Prag I., Perštyn, Internationaler Frauentag Rezitationen, Gesang- und Klaviervorträge und Referat über die Bedeutung des Frauentages. tag: opf oder Schrift". Sonntag, 3 Uhr: ,, Garten Eden"; 7% Uhr:„ Pünktlicher Eros", Postamt". Montag:„ Toni". Aus der Partei. Arnau,( Bezirkskonferens) Die Ronfe. renz, bie letzten Sonntag abgehalten wurde, wahm einen äußerst prächtigen Verlauf. Obwohl durch die Abtretung der Parteiorganisationen von Hohenelbe an die selbständige Bezirksorganisation eine Reihe von Delegierten ausfielen, war die Konferens sehr gut besucht. Genosse Bittner eröffnet mit einem kurzen Gedenken der im letzten Jahre von uns durch den Tod geschiedenen Mitglieder die Konferenz. Die Bibliotheken für Organisationen, Bereine, Gemeinden, Gewerkschaften, Schulen usw. werden zwedent sprechend zusammenge stellt, sowie ergänzt, von der Bolfsbuchhandlung verſchiedenen Kommiffionen wurden gewählt, dann Ernst Sattler, sprach zum ersten Punkt der Tagesordnung ,, Bericht Genoffinnen und Genossen! Agitiert für einen über die Tätigkeit des Sekretariates" Genosse Stro. zahlreichen Besuch. Literatur. Im chinesischen Teekessel brodelt und focht es. Die neue Nummer von Lachen Links warnt alle fremdländischen Mächte, sich die Finger zu verbrennen. Auch die deutsche Politik findet in guter Satire und Illustration eingehende Würdigung; so u. a. das Reichsgerichtsurteil gegen den kommunistischen Buch handlungsgehilfen wegen Vorbereitung zum Hochwerrat, die Vorlage über die Neuregelung der Arbeitszeit und der Reichsschulgesetzentwurf des Herrn von Kendell. Lachen Links kostet pro Nummer 25 Pfennig. Zu beziehen durch jede Volksbuchhandlung und Postanstalt oder direkt vom Verlag J. H. W. Diet Nachf. Berlin S. W. 68, Lindenstraße 3. Man verfange Lachen Links an allen Zeitungskiosken und Postanstalten. Kunst und Wiſſen. Beethoven- Jahrhundertfeier: Heute Egmont". Die erste Festvorstellung anläßlich des hundertsben Todestages Ludwig van Beethovens. Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. Mitt. woch( 112-4), 6% Uhr:„ Egmont". Donnerstag ( 110-2), 7% Uhr:„ Cardilla c". Freitag( 113 -1), 7 Uhr:„ Der Diktator". Samstag( 115 -3), 7% Der Vogelhändler". Karlsbad. Genossin} Du darfst Dir täglich, auch wenn Du Familie und einen großen Brichtenfreis au erfüllen bast eine Biertelftunde für Dein Bartelorgan erübrigen kannst bles erreichen wenn Du Dir Deine Brit so eintelift baß ein tebes Ding feine Beit. und auch die Settung ibre Biertelliunde bat. unter Deinen indifferenten Arbeitskolleginnen oder als Frau in Deinem Kreise auf. flärend und in sosialisti. fchem Sinne Dich betätigen mußt um bles zu fönnen, auch wann einmal eine Stunde für ein qutes Buch bel. Ausgehend von dem Bericht der letzten Zusamm ntenbunft entvollt der Redner ein Bild über die Arbeit in den einzelnen Ortschaften und im Bezirke mährend des vergangenen Jahres. Weiter schilderte der Redner unser Verhältnis zu den übrigen prole. tarischen Bestrebungen hauptsächlich zur Jugend. und der Meinbauernbewegung im Gebiete. Längere Zeit beschäftigte sich Genosse Strobel mit der Abnahme unserer Parteipresse und mit der Gewinnung der Frauen als Mitglieder. Nach einer lurzen Debatte ourde die Entlastung der Bezirksleitung beantragt und angenommen. ,, Unsere Partei und ihre nächsten Aufgaben" ist das Thema, über welches Genosse Krejci aus Trautenau in überaus temperament sollst voller Weise referierte. Die Zeit sei für unsere Wer. bung um die Hirme der Arbeiter günstig, da aus den Vorfällen der letzten Monate die Arbeiterschaft ihre Lehre ziehen müsse. Unter stürmischem Beifall appel. Tierte der Redner an die Genossen in den Ortschaften, schon heute aufklärend unter die Massen zu treten, um den Gemeindewahlkampf vorzubereiten. An das Referat, daß einen tiefen Eindrud hinterließ, schloß sich keine Aussprache. Genossin Abgeordnete Blatny aus Karlsbad schilderte nun die Arbeit unserer Ge nossen im Parlamente und betonte, daß der Kampf für die Interessen des Proletariates nur dann wirf fam geführt werden könne, wenn sich die Volksver treber auf die starken und mächtigen Organisationen der Arbeiterklasse bevufen können. Es müsse daher die Aufgabe jedes Arbeiters sein, für die Geschlossenheit und für die Aufklärung Sorge zu tragen. Die Wahlen in die Bezirksleitung ergaben die einstimmige Annahme der vorgeschlagenen Genossen. Zum letzten Punkte besprach Genosse Strobel die kommende Maifeier und gab den Delegierten Anregungen. Die den. Zusammenfassend erklärte er, die Delegierten heurige Feier müsse überall wirksam vorbereitet wer Gehörten handeln, dann werden wir bei unserer mögen im Sinne der gefaßten Beschlüsse und des nächsten Konferenz wieder über einen Aufstieg im überaus wirkiame Propa. Bezirke zu berichten haben. Genosse Bittner schließt ganda is heute dem moder. nun, mit Dankesworten an die Erschienenen die nen Geschäftsmann in der Anzeige Spielplan der Kleinen Bühne. Mittwoch: ,, Adieu Mimi". Donnerstag:„ Spiel im Schloß". Freitag: Mi Chocolate". Sams. Konferenz. Turnen und Sport. Kommunistischer Joealismus! richters war, da der Ball den linken Verteidiger nur am Körper berührte. Das vierte Tor für Krochwitz In Norwegens Hauptstadt Oslo hat es gro- wurde in der 31. Minute erzielt. Ein ebenfalls sehr ßes Aufsehen erregt, daß der der Moskauer Sport zweifelhafter Elfmeter terhalf Rumburg zum zweiten internationale angeschlossene Norwegische Arbeiter- Tor. Wenn wir den Spielverkauf gerecht beurtei sportverband den beiden besten bürgerlichen nor len wollen, so muß gesagt werden, daß die beiden wegischen Schlittschuhläufern, Ballerngrud und Mannschaften sich in der Spielstärke fast gleidh stehen. Evensen, das Angebot gemacht hat, gegen ein Vergessen darf aber nicht werden, daß die Rumbur jeftes Gehalt von 5000 kronen im ger die körperlich schwächere, aber im Zusammenspiel Jahr in den Arbeiterschlittschuhllub überzutreten. die bessere Mannschaft wor. Nur fehlen ihnen ein Die beiden bürgerlichen Läufer haben das cder zwei Torschüßen, die jede sich bietende Gelegen Angebot nicht nur abgelehnt, sondern es heit ausmüßen. Auffallend bei beiden Mannschaften, auch zur Verhöhnung des Arbeitersporiverbandes besonders in der ersten Halbzeit, war das ruhige in die Deffentlichkeit gebracht.- Werden die ruf Spiel Jeder Spieler war bei der Sache. Stein übersischen Arbeitersportlerkommandos", mit denen flüssiger Zuruf störte und unter den Zuschauern Deutschland, Desterreich usw. schon beglückt wour fonnte man des österen hören: Solche Spiele lassen den, nach ähnlichen finanziellen Gesichtspunkten wir uns gefallen. Das ist wirklicher Sport, zusammengestellt? Fürwahr, merkwürdige Arbeitersportler! Arbeiter port. Rumburg, 20. März. Von der Fußballabteilung des Arbeiter- Turn- und Sportvereines Vorwärts" waren die Krochwitzer 1a und die 2. Mannschaft zur Austragung von Freundschaftsspielen angefordert worden. Durch die Absolvierung der Serienspiele im Bodenbacher Kreise konnte der Kreismeister Krochwitz nicht erscheinen und trafen daher die 2. und 3. Mannschaft von Strochwit in Rumburg ein. ATS. Rumburg 2 gegen ATS. Kroch. wis 30: 4. Die Seimischen hatten Anstoß, mußten aber sofort den Ball an die Strochwiter abgeben und diese übernahmen die Führung. Durch ihr trefflich vorgeführtes Zusammenspiel waren sie stets überlegen. Die Rumburger machten zwar die größten Anstrengungen, doch wurde jeder Angriff durch die Aufmerksamkeit der Strochwiber zunichte gemacht. Die 2. Mannschaft muß sich sichere Ballbehandlung und ein besseres Zusammenspiel angewöhnen. Schiedsrichter Turngenosse Mann leitete das Spiel einwandfrei. Ein großer Wangel ist es, daß im ganzen Be. zirke, vielleicht auch im Streise, nur zwei geprüfte Schiedsrichter vorhanden sind. Es sind dies die Turngenossen Mann und Souček, beide vom Rumburger Verein, welche die Prüfung in Zittau i. S. mit gutem Erfolge bestanden haben. Es wäre hoch an der Zeit, daß sich die Leitung des 4. Streises in dieser Frage etwas besser bemühen möchte. hm. aus der Arbeiterbücherei auerübrigen wiffen 1 Ein guter Sozialist kann nur der sein, der fleißig die Arbeiter- Bücherei benützt! Eine n die Hagegeben Sie wirft am meisten in Blät. ter der organ. Arbeiter und arbeitet für ihn, ohne daß er große Auslay'n hat, und das wichtigste Erfolg hat sie immer! Vitella Delikatess MPM Onkel Boby bekämpft nach wie vor das immer noch herrschende unbegründete Vorurteil gegen Margarine. Jeder Hausfrau empfiehlt er an Stelle der teueren Teebutter zum Kochen, Braten und Backen nur VITELLO Delikateß- Margarine zu verwenden. Vitello hat denselben Geschmack, dasselbe Aroma und die gleiche Ausgiebigkeit wie Teebutter und ist dabei auch noch billiger. Darum fort mit ihrem unbegründeten Vorurteil! VITELLO Raffball am 20. März. Teplit- Settenz| witz. Sieger: Krochwitz 3: 0. Schiedsrichter Tg. Ia gegen Eichwald in Teplig. Sieger Teplit Settens. Storch, Buschauer 100, Playverhältnisse sehr gut, Resultat 16: 1. Schiedsrichter Fuchs, Platzverhält Witterung günstig. Aeußerst schnelles Spiel beider nisse ziemlich gut, Witterung gut. Tepliß- Settenz Mannschaften. Blitzschnell wechseln die Spielphafen. das ganze Spiel hindurch überlegen. Troß der hohen 1. Tor für Krochwitz ist das Ergebnis der 1. HalbNiederlage hat Eichwald den Mut nicht verloren und zeit. In der 2. Halbzeit setzt sich Krochwitz im Kar sein Bestes geleistet. Spielverlauf äußerst fair.biter Spielfelde fest. Diese wehren sich aufs äußerste. Freundschaftsspiel. Teplip Setten; Ib gegen Eich Trotzdem lönnen aus 2 schönen Würfen 2 Tore erwald in Teplit. Sieger Teplit Settenz. Resultat zielt werden. Sehr gut Karbiy Tormann. 13: 3. Schiedrichter Hilgert, Plasverhältnisse ziemlich gut, Witterung gut. Sehr flottes Kombinationsspiel. 3n begrüßen ist der ruhige Verlauf des Spieles. Eichwald ist sichtlich bestrebt, für sich mehr herauszuholen, kommt jedoch schwer an den Probstau schlägt Sobochleben 14: 2. Starbiz 1 gegen Krochwitz 1 Jugend in Kroch). Kreis heran. Allen Genossen und Genossinnen empfehlen sich zur Herstellung Fußball vom Sonntag, den 20. März. In sämtlicher Drucksorten -Falle Bihanken: Gleichheit" Weiskirchlitz Ia gegen Bihanken 4: 1; in Budmantel: Budmantel gegen Union" Teplin 2: 2( Serie); in Dug: Dug I a gegen Ladowi Ia 4: 0( Seric); in Pihanken: Weisfirchliß Ers. gegen Pihanden Ers. 5: 0. Neudorf ia gegen Krochwiz la in troch wi. Sieger: Strochwib 10: 2, Eden 8: 3. Schiedsrichter Turngenosse Wirthgen. Zuschauer gegen 200. Krody wis greift an und fann im schönen Zusammenspiel bis zur Halbzeit 6 Tore erzielen. Das Spiel der Neudorfer ist nicht gefährlich. Die Angriffe tamen felten über Krochwißer Half. In der 2. Halbzeit zieht Neudorf an und erzielen aus Elfmetern und einem Durchbruch 2 Tore. Hierauf setzt Krochwiß ein. Neudorf eine junge Mannschaft, wird durch Training noch viel leisten. Besonders zu loben ist die große Ruhe der Neudorfer. Schiedsrichter gut.( NächATS. Numburg la gegen ATS. Krochwib 2 2: 4( 1: 1). Beide Mannschaften führten den zahlreich erschienenen Zuschauern ein schönes Kombinationsspiel vor. Rumburg in der ersten Halbzeit den s Spiel Byhanken gegen Serochwip in Strochwig blawen Farben überlegen konnte in der 22. Minute am 27. März. Rumburg 1 gegen Strochwitz 1 in die Führung übernehmen doch gelang es den Kroch Rumburg, Sieger Krochip 4: 2, Eden 5: 6. wißern, drei Minuten vor Halbzeit den Ausgleich Blatzverhältnisse: Weicher Boden, Witterung günstig. herbeizuführen. In der 18. Minute der zweiten Im schönen fairen Spiel erkämpfte sich Strochwit Halbzeit gelang es der Krochwitzer linken Verbin- einen schönen Sieg. Schwerer war das Spiel der 2. dung, bei einem Gedränge vor dem Rundburger Tor, Bis Halbzeit stand es 1: 1. Erst in der 2. Halbzeit einzusenden und somit die Führung zu erzielen. Die fonnte sich Strochwiß den Sieg erringen, nachdem 24. Minute brachte gegen die Rumburger einen Elf- Rumburg dem Tempo der Krochwitzer Spielweise meter, welcher eine Fehlentscheidung des Schieds- nicht gewachsen waren. Schiedsrichter gur. GARTHER G.M.D.M Herausgeber Dr. Ludwig Czech Verantwortlicher Redakteur Dr. Emil Strauß. Drud: Deutsche Zeitungs- A- G., Prag. Für den Drud verantwortlich: O. Holit Kleiner Anzeiger 00000000 100 Lederkleidung für Damen, Serren und Kin der auch nach Maß. Itin, Bran. Perlova 6. Mezzanin. Emaillierte Steppdecken Daunendecken Deforationstiffen fowie deren Montage in foliber Ausführung. Um arbeitung von Deden raschest Vereinsabzeichen Einzige Deckenfabrik Stampiglien Stautschut, Metall alle Grabu ren, chem. grab Schilder, billigst b. Bernb. Intrau, Grain Prag 1. Michalsta Nr. 21. Eiserne Zür. veur, Prag, Relajanta nr. 9. Schmücket Euer Heim Wallerner Ideal- Möbel mit klassischen Vorbildern ichönen Menschentums, freuet Guch an solchen Doliefert billigft in jeder Sola und Stilart fumenten Alois Hammerneuzeitlicher Nordböhmische Druck- u.Verlags- Anstalt Gärtner& Co., Bodenbach a. E., emblichít 23. Lorena, Selaüber hundert prächtigen G. m. b. H. Großbuchdruckerel, Stereotypie. 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