Ginzelpreis 70 Heller. Redaktion und Verwaltung: Prag. 11, Nelajanta 18. Telephone: Tagesredattion: 26795, 31469. Rachtredaktion: 28707. Poftihedamt: 57544. Juferate werden laut Tarif bidigt berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 7. Jahrgang. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit. Sonntag, 3. April 1927. Gegen die Zerstörer der Der Kampf um die Sozialversicherung. Sozialversicherung. Gestern hat cine bedeutsame Tagung in Brag stattgefunden, die Warnung und Protest an die Regierung und ihre Parteien war, ein außerordentlicher songreß der Gewerf fchaften. Dieser Kongreß war von den Zentralen der Gewerkschaftsorganisationen einberufen, hinter denen Millionen gewerkschaftlich organisierter Arbeiter und Angestellter stehen. Er beschäftigte sich ausschließlich mit der von ben Regierungsparteien geplanten Verschlechte rung und Unterminierung der Sozialversiche rung. wenn Manifestationstongreß der Gewertichaiten. Ein Signal zur Abwehr der sozialpolitischen Reaktion. Die Angriffe der in der gegenwärtigen Regierung vertretenen Bürgerparteien auf die Sozial versicherung rufen immer mehr den geschloffenen Widestand der gesamten Arbeiter und Angestellten der tschechoslowakischen Republik hervor. Um nun für das Vorgehen der arbeitenden Klaſſe ein die großen Gewerkschaftszentralen des Landes heitliche Richtlinien aufzustellen, hatten eine Tagung nach Prag einberufen, die gestern auf der slawischen Insel stattfand. es werden Zeiten kommen, wo die Herren froh sein werden, wenn die Gewerkschaften mit ihnen reden werden. Seute müssen wir uns dessen bewußt sein, daß die Angriffe der Reaktion sehr weitgehende find und wir dürfen sie nicht unterschäßen. Die herrschenAngriffe der Reaktion sehr weitgehende find und vergessen, daß das Unverständnis der Besitzenden den Klaffen der tschechischen Nation mögen nicht vor 300 Jahren zur Schlacht am Weißen Berge geführt hat. Die Arbeiterschaft wird nicht dulden, daß das soziale Unrecht siegt. Als weiter Referent spricht Abgeordneter Genosse Schäfer. Bezugs Bedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post: monatlich. Kè 16.vierteljährlich halbjährig ganzjährig... 48.• 96.192.Rüdftellung von ManuStripten erfolgt nur bei Einfendung der Refourmarten. Eriheint mit Ausnahme bes Montag täglich früh Nr. 79. Was die bürgerlichen Parteien machen ist ein Treubruch ohnegleichen, denn sie haben das Co. zialversicherungsgesetz mitbeschlossen, ein Gesetz, das durchaus nicht alle Hoffnungen der Arbeiter erfüllt hat. Das Gesetz darf nicht verschlechtert werden, denn dies ist ökonomisch ganz unbegrün det. Wenn die Agrarier von sozialen Lasten spre chen, so muß dem mit aller Schärfe entgegengehalten werden, daß die Agrarier durch die Zölle für die Lasten der Sozialversicherung mehr als entschädigt wurden. In der Genosse Debatte spricht zunächst Sa is( Jnt. Allgew. Verb.). der Mindestmaß dessen enthalten ist, was die Arbeiterbarlegt, daß im Sozialversicherungsgesetz das spricht zunächſt Sa i& Gut. Allgen. Berb.), der schaft braucht. Der Kampf der Arbeiter muß der Verbesserung des Gesetzes gelten. Den Schluß Das Wert der Sozialversicherung ist fei- um halb 11 Uhr namens der Einberufer Abgeord In dem überfüllten, großen Saale eröffnete seiner Rede benützt der Redner zu mehr oder we neswegs hervorgegangen aus dem Willen einer neter Tayerle die Tagung in deutscher und niger versteckten Angriffen auf die anderen Gerein sozialistischen Regierung. Es beruht auf tschechischer Sprache und gab bekannt, daß es der werkschaften. einer Vereinbarung aller in der früheren Koali- Zweck des Kongresses sei, die Forderungen der Die Arbeiterschaft darf nicht überrascht sein Für die Privatangestellten spricht Abgeordne tion vertretenen Parteien, und nicht nur die Versicherten zu formulieren. Er schlug zu Vor von dem Angriff des Bürgertums. Das Bürgerter Klein, der erklärt, daß die Privatangestellten bürgerlichen Parteien der damaligen Regie- fitenden der Tagung Němečet, Tuma und Ro- tum nüßt die Verschiebung der Machtverhältnisse entschieden die Verbesserung des Penſionsversiche rungsmehrheit, sondern auch jene der Opposii- scher vor, deren Wahl einstimmig erfolgte. Der aus und will jene Errungenschaften abbauen, die rungsgesetzes verlangen. Im Kampfe um die Sotion, also auch die Landbündler, Christlich- Borsitzende Němeček gibt hierauf bekannt, daß an unter dem Druck der organisierten Arbeiterilaffe zialversicherung werden die Angestellten den Arfozialen und Gewerbeparteiler, haben, diesem Kongreß außer den Delegierten der den zustande gekommen sind. An der wütenden Seße beitern Solidarität halten. auch ungern und nach mannigfachen Verschlep- Vertreter der Ministerien für soziale Fürsorge, del in der Gesinnung des tschechischen Bürgertums Gewerkschaftszentralen angeschlossenen Verbände, gegen die Sozialversicherung mag man den Wanpungsversuchen, für das Sozialversicherungs- öffentliche Arbeiten und Gesundheitswesen, der erkennen. Als das Sozialversicherungsgesetz gegesetz gestimmt, haben sich sogar ihrer Zustim Zentralfozialversicherungsanstalt des Klubs der schaffen wurde, wurde es von den tschechischen mung, die sie als einen Beweis ihres jozialen tschechischen sozialdemokratischen Abgeordneten bürgerlichen Parteien als eine Notwendigkeit hinVerständnisses erklärten, gerühmt. Sau aber( Johanis) der deutschen sozialdemokratischen Ab- gestellt. Sie haben damals gesagt, daß sich eben die war die neue Bürgerfoalition geschlossen, als geordneten( Taub) und des Klubs der tschechi besitzenden Klassen des tschechischen Volkes von jo alle bürgerlichen Parteien gegen das Gefeß, das fchen Sozialisten( Spain) sowie aller Kranten zialen Rücksichten leiten lassen. Heute reden diese leider die Merkmale eines Stompromisses mit fassen Verbände teilnehmen. Die Kundgebung soll Parteien ganz anders und es iſt ein förmlicher der bürgerlichen Engherzigkeit träg:, loszugehen ein Protest von mehr als einer Million organis Wettlauf im Kampfe gegen die Sozialversicherung begannen. An der Spipe der Beye gegen die fierter Arbeiter sein, gegen die Bestrebungen des entstanden. An diesem beteiligen sich auch Hepe Bürgertums, welches die Absicht hat, der Arbei Sozialversicherung, die nur zu einem Zeile dem terschaft die Errungenschaften der Sozialversiche alt und siech gewordenen Arbeitssklaven gibt. rung zu rauben. was er nach einem Leben der Mühe und Plage zu fordern berechtigt ist, stehen die Agrarier und natürlich, die an Borniertheit unübertrefflichen Als erster Referent spricht Abgeordneter Taherle. rungsanstalten. Die Brutalität der Agrarier, die deutsch- bürgerlichen Parteien, die ihren tschechischen Klassengenossen zeigen wollen, daß sie im Kampfe gegen jede soziale Reform verläßlich find. Jarolim führt aus, daß nichts die sozialpolitische Reaktion so grell beleuchtet, wie die Tatsache, daß der heutige Kongreß notwendig geworden ist. Erst neun Wionate besteht die Sozialversicherung und noch 27 Monate werden vergehen, bevor die erste Alters- und Invalidenrente ausbezahlt werden wird. Dennoch wird schon jetzt eine Verschlechte rung des Gesetzes geplant. Aber die sozialpolitische Realtion fonzentriert sich nicht auf einen Punkt, fie macht auf allen Gebieten des sozialpolitischen Lebens sich bemerkbar. Auch die Bergarbeiter sollen in den Kreis der sozialen Verschlechterung cinbezogen werden. Redner bespricht die Ursachen der Krise der Bruderladen und hebt hervor, daß die Geldentwertung im Kriege auf ein Zehntel des das vorhandene Kapital von 120 Millionen durch wertes reduziert wurde. Trotzdem die Bergarbeiter ein halbes Prozent des Kohlenpreises als Prämie bezahlt haben, sollen sie jetzt eines Teiles Statt daß man die Erfahrungen, die man in den wenigen Monaten des Beſtandes des Sozialversibenützt, will man das Gesetz verschlechtern. Die cherungs- Gesetzes gemacht hat, zu verbesserungen unternehmer stellen die Sache so dar, als ob sie zu ſehr belastet werden, aber sie vergessen, daß ihr Beitrag aus der Arbeit des Arbeiters stammt. Geder erworbenen Anrechte einfach beraubt werden. verwirklichen, dann wäre dies eine Vernichtung während Staat und Unternehmer aus der Stohdes Einflusses der Versicherten auf die Versicherten. lemproduktion ungeheure Gewinne gezogen haben, aber je ärger fie es treiben, umso cher wird der wollen sie sich jetzt ihrer Pflicht gegenüber Widerstand auch jener Arbeiter erwachen, die heute jenen, welche den Reichtum geschaffen haben, entnoch gleichgültig sind. Wir müssen alle Kräfte in Bewegung setzen, ziehen. Während der Staat verfrachte Banken laden nichts hergeben. Der Demonstrationsstreit alle unsere Organisationen in den Kampf führen, faniert, will er für die Sanierung der Bruderum die Absichten der Unternehmer zunichte zu der Bergarbeiter vom 24. März war ein Signal, machen. Beweisen wir, daß wir start sind und von die Bergarbeiter werden alle Mittel anwenden, gleichem Willen beseelt. Wenn wir so vorgehen, gleichem Willen beseelt. Wenn wir so vorgehen, werden die Bäume der Regierungsparteien nicht um den Stampf siegreich zu beſtehen. in den Himmel wachsen. Als letzter Referent spricht Abgeordneter Tučny. Gewerbeparteiler, dis das Seil des Gewerbe- Er führt unter anderem aus: Auf allen Seiten standes ausschließlich in dem Recht auf schran- mehren sich die Anzeichen der Reaktion, die es instenlose Ausbeutung der Arbeiter und Lehrlinge besondere auf die Sozialversicherung abgesehen und in der Befreiung von allen sozialen Ver- hat. Den bürrerlichen Parteien geht es zunächst pflichtungen erblicken. Ihnen folgen Schritt auf um die Abschaffung der Altersversicherung für die Schritt die klerikalen Parteien aller Nationen, Jugendlichen und Hausgehilfinnen, die Verschlech darunter die deutschen Christlichsozialen, die terung der Strankenversicherung und die Beseitigt es dem Stapitalisten ihre Bestrebungen zu das Wort„ christlich" in ihrem Firmenschild gung der Selbstverwaltung der Sozialversiche noch immer nur als Fürsorge für die Beſizen- weldre die Sterntruppe der Reaktion bilden. zeigt den aufgefaßt haben: Die Macht, welche dem ich insbesondere in deren Bestreben die Schwan Bürgertum durch die neue Regierungsmehrheit gerschaftunterstützung einzuschränken. Dabei muß zugefallen ist, will es nun rücksichtslos an- festgestellt werden, daß wir durchaus nicht die wenden, um die Vereinbarungen, auf denen vollkommenſte Sozialversicherung in Europa ha die Sozialversicherung beruht, zu brechen und ben, insbesondere sind uns andere Staaten durch das ohnehin unzulängliche Gesetz in einer Weise die Arbeitslosenversicherung voraus. Für das Mi zu verschlechtern, daß es für die Arbeiter. und litär gibt der Staat mehr aus als für die ganze Angestellten fast wertlos wäre. Dieselben Bar Soziale Fürsorge. Das empörende ist, daß die teien, welche dem Militarismus soeben nene, Herren von der Regierungsmehrheit bei der Noungeheuere Opfer dargebracht haben, behaupten, vellierung der Sozialversicherung mit den Gewerkschaften nicht reden. Aber Industrie, Gewerbestand und Landwirtschaft fönnten die Lasten der Sozialversicherung nicht tragen. Feinde der Sozialversicherung soll auch für die auch unter der Arbeiterschaft für ihr Verlangen Das Verlangen der in der Regierungs- Hausgehilfinnen die Versicherung zwecklos jein, nach Herabsetzung der Beiträge Stimmung zu mehrheit international organisierten Arbeiter- da sie im Falle ihrer Verheiratung alle An- machen. Erst zahlen die Unternehmer den Ar feinde geht dahin, eine Reihe von Gruppen Sprüche verlieren. Dem ist entgegenzuhalten, beitern wahre Hungerlöhne, dann juchen sie sich aus der Sozialversicherung auszuscheiden, so daß nicht alle Hausgehilfinnen eine Bevjorgung auch noch der Verpflichtung, die wahrlich nicht die Lehrlinge bis zum 17. Lebensjahr, die in der Ehe, geschweige eine Versorgung für ihr zu hohen Beiträge für Versorgung im Alter Hausgehilfinnen und die in der Landwirtschaft Alter finden. Die eingezahlten Beiträge zu entziehen! Die Sozialversicherung kann feinen Anvorübergehend beschäftigten Personen. Die Zahl brauchen ihnen aber gar nicht verloren zu gehen, der versicherten Lehrlinge beträgt 240.000, die denn sie fönnen nach ihrer eventuellen Ver- fpruch auf Vollkommenheit erheben, es hasten der in der Häuslichkeit beschäftigten Versicher- heiratung durch Zahlung eines Beitrages von ihr sicher Mängel an. Heute aber, wo die kurze ten 134.000, und vorübergehend in der Land- zehn Kronen jährlich ihren Anspruch sichern. Dauer des Beſtandes der Sozialversicherung wirtschaft beschäftigte Arbeiter und Arbeiterin- Warum gerade die Hausgehilfinnen fein Recht eine Ueberprüfung dieser Unzulänglicyfeiten nen gibt es ungefähr 200.000. Dadurch würde auf Versorgung im Alter und im Falle ihrer ausschließt, ist es, von allem andern abgesehen, mehr als eine halbe Million aus der Versiche- Invalidität haben sollen, wird kein sozial oder zumindest verfrüht, an eine Novelliſierung des rung ausgeschieden werden. Für alle diese auch nur menschlich. fühlender Mensch einschen Gesetzes schreiten zu wollen. Der herrschenden Gruppen halten die bürgerlichen Parteien die können. Ebenso sinnlos und grausam ist es, Reaktion handelt es sich aber auch gar nicht um Versicherung überflüssig. Aber ist etwa der wenn man den in der Landwirtschaft vorüber eine sachliche Prüfung und Feststellung wirkjugendliche Lehrling nicht oft denselben Ge- gehend Beschäftigten das Recht der Versicherung licher Mängel und Härten, sondern nur darum, fahren der Arbeit ausgesetzt, wie der erwachsene aberkennen will. Ist nicht das Los dieser Wen- um jeden Preis das soziale Fürsorgegesetz zu niemals zerstören. Die Arbeiterschaft kann und darf Arbeiter? Es ist keine allzu seltene Erscheinung, schen, die dazu verurteilt sind, niemals zerstören. Die Arbeiterschaft kann und darf daß auch Lehrlinge auf dem Schlachtfelde der dauernde Arbeit zu finden, an und für sich diesem Tun ihrer Feinde nicht ruhig zusehen. Arbeit für ihr ganzes Leben zu Strüppeln wer- erschütternd. Sollen sie, diese äumsten Opfer Die Tagung der Gewerkschaften ist ebenso wie den und sie haben doher gewiß wie jeder andere der kapitalistischen Geſellſchaftsordnung, auch es der eintägige Demonſtrationsstreit der Berg Anspruch auf eine Invalidenrente. Durch die noch für dieses traurige Lebensschicksal durch arbeiter war, eine vor der Gesamtheit Ausscheidung der Lehrlinge unter 17 Jahren Entzug des Rechtes auf eine Alterspension be- der Bevölkerung erhobene Gin iprache gegen die gewissenlosen würden aber auch die anderen Arbeiter ge- straft werden.! Hand in Hand mit der Heße gegen die Quertreibereien der bürgerlichen schädigt werden, denn sie hätten notwendigerweise eine Erhöhung der Beiträge und Herab. Versicherungspflicht der obgenannten Gruppen Parteien, sie ist aber auch eine feßung der Versorgungsansprüche im allgemei- noht die Heße gegen die Beitragserhöhung und ernste Mahnung und Warnung an zur Folge. Nach der Behauptung der hiebei juchen die Gegner der Sozialversicherung die Regierung! nen Auch Lane( tschech. Nat. Soz.) spricht gegen die Verschlechterung der Bergarbeiter- Versiche rung. Für die Angestellten sprechen dan noch Hajet ( Rom.) und Bergmann für die im Deutschen Ge. wertschaftsbund vereinigten Angestellten- Verbände. Letterer erklärt; daß die Angestellten ohne Rücksicht darauf, was fommen werde, Schulter an Schulter mit den Arbeitern im Stampfe gegen die Berschlechterung der Sozialversicherugu stehen werden. Je schlechter die Sozialversicherung für die Arbeiter, desto schlechter Kranken- und Pensionsversicherung für die Angestellten. Die Zeiten sind vorbei, wo man dem Ange stellten einreden konnte, es gehe ihm umso besser, je schlechter der Arbeiter bezahlt werde. Die Angestellten verlangen eine gute und wirkliche Pensionsversicherung, an der Jahren herumnovelliert wird. Die ganze Novellierung aber hat die Pensionsversicherung vers schlechtert, nicht weniger als 95 Prozent der Angestellten sind unterversichert. Die Angestellten brauchen Renten, von denen sie leben können. 3um Schluß erhebt der Redner schärfsten Protest gegen das jüngst vom Abgeordnetenhause beschlos sene Zertifikatistengeset. Das wäre nicht einmal webel den Staat regiert hat. im alten Preußen möglich gewesen, wo der FeldEs sprechen noch gegen die Verschlechterung der Bergarbeiter- Versicherung Nosek( Rom.) und Budil( Verb. d. Bergarb.), womit die Reihe der Redner erschöpft ist. Die den Teilnehmern gleich zu Beginn der Tagung in tschechischer und deutscher Sprache vorgelegte Resolution, die wir an anderer Stelle veröffentlichen, wird hierauf einstimmig und unter großem Beifall zum Beschluß erhoben und C ic k a ic Bette 2. Sonntag, 3. April 1927. Fa'ciftische Frechheiten gleichzeitig der Antrag genehmigt, die Refolu-, den, mit den Lebensinteressen der Arbeiterschaft 6. Die Altersgrenze für die Altersrente tion möge vom Präsidium und dem Referenten nicht zu spielen. Ein großer Kampf setzt ein zweist auf das 60. Lebensjahr herabzuseßen. dem Ministerpräsidenten und dem Minister für schen der Arbeiterschaft und dem Regierungssy 7. Die Arbeiterunfallversicherung Rom, 1. April. In einem Leitartikel telli foziale Fürsorge überreicht werden. stemt dieses Staates. Dieser Kampf muß aus die ist zu reformieren und auch auf die Land- und Forst Lavoro d'Italia" mit, daß die italienische Regicfem Saale hinausgetragen werden in die Masse arbeiter auszubehnen. der Arbeiterschaft. Sieranf schließt der Vorsitzende Tuma die Tagung mit dem Hinweis darauf, daß es der einmütige Wille der Arbeiterschaft sei, sich gegen die Damit war die ernste und würdige Tagung Anschläge der Reaktion zur Wehr zu setzen. Von beendet, die als Auftakt des Kampfes der Arbeiteridefem Kongresse aus müsse der Ruf zum schaft gegen die Reaktion und insbesondere gegen Kampfe ergeben. Es müsse auch die War- die frechen Anschläge der Herrschenden auf die nung an die Herrschenden ausgesprochen wer- Sozialversicherung anzusehen ist. Die Forderungen der Arbeiter und Angestellten im Rampfe um die Sozialversicherung. Der am 2. April 1927 gemeinsam abgehaltene Gewerkschaftstag weist mit allem Nachdruck alle Angriffe zurüd, mit welchen die Gegner bestrebt sind, das nützliche Werk der Sozialversicherung herabzu feben und alle Bestrebungen, die darauf abzielen, es noch zu verschlechtern. Die Gewerkschaften und die Arbeitnehmer haben das Gesetz über die Sozialversicherung vom 9. Oktober 1924, wenn es auch einige Mängel aufweist, als ein Zeichen der Anerkennung der sozialen Pflichten des Staates und der Gesellschaft gegenüber den alten arbeitsunfähigen Arbeitern angesehen. Die Vertreter der Versicherten haben bei der parlamentarischen Durchberatung des Gefeßes eine Reihe von weitgehnden Zugeständnissen gemacht, um nur das gemeinsame Wert der Sozialversicherung zu der größten Entrüstung der Versuch der Parteien ermöglichen und sicherzustellen. Es muß daher mit der neuen Regierungsmehrheit, über die Vereinbaung einfach zur Tagesordnung überzugehen, zu rüdgewiesen und gegen das Streben nach Verschlechterung des Gesetzes in materieller und organisatorischer Be III. In der Versicherung der Privatangestellten verlangt der Kongreß: 1. Die Reform der Pensionsversiche rung ist mit aller Beschleunigung als höchst dringend durchzuführen. 2. Der Umkreis der Versicherten ist streng zu begrenzen, wobei die erworbenen Rechte zu berücksichtigen sind. rung auf der internationalen Arbeitskonferenz feinerlei Heze gegen die fascistischen Syndikate und ihre Vertreter dulden werde. Sollte diesmal die internationale Arbeitskonferenz auch nur einen einfachen Protest von seiten der im Auslande weilenden italienischen Sozialisten gegen die fascistischen Arbeitervertreter annehmen, würde die italienische Regierung offiziell bein 3. Die Einkommensgrenze ist mit min- Völkerbunde vorstellig werden und sich weigern, bestens Kč 80.000.- jährlich festzusetzen. Beiträge an das Bureau international du travail 4. Die Altversicherten sind den Neu zu zahlen. Zum Schlusse verlangt der Beitartikel versicherten gleichzustellen. die Entlassung des früheren sozialistischen Abgeordneten Cabrini aus dem Beamtenstande des Bureau international du travail. Die bei der praktischen Durchführung der diverIV. In der Bergarbeiterversicherung sen Gesetze auf dem Gebiet der Sozialversicherung gesammelten Erfahrungen beweisen neuerdings, daß lehnen wir jede solche Reform der Versicherung ab, der Ruf nach der einheitlichen Sozialversicherung welche eine Verschlechterung der Ansprüche der Proder Arbeitnehmer für den Fall der Krankheit, des visionisten bedeuten würde, welche obedies sehr beUnfalls, der Invalidität und des Alters allzu beschränkt und herabgesetzt wurden. Wir protegründet war. Die Zersplitterung der Organisation stieren auf das entschiedenste gegen der Sozialversicherung verteuert nicht nur dieselbe, die Herabsetzung der Rente jener Bergsondern setzt auch ihre Leistungsfähigkeit herab. arbeiter, die sich bereits im Stande der Proviſioniſten Unter Verüdsichtigung der allerdringendsten Be- befinden, sowie ihrer Angehörigen. Desgleichen dürfnisse der Sozialversicherung stellen wir folgende protestieren wir gegen die Beschneidung der erworbenen Rechte der aktiven Mitglie Forderungen der der Bruderladen und gegen die beabsichtigte Verauf: schlechterung der Witwen- und Waisenversicherung. Demgegenüber fordern wir: I. Allgemeines: Inland. Die tschechischen Krankenkassen für den Schutz der Sozialversicherung. Freitag fand im Prager Repräsentations aus eine außerordentliche Tagung des Zentralverbandes der tschechischen Krankenkassen statt, die sich vor allem mit den Anschlägen der Bürger1. Die Selbstverwaltung in allen Instituten der Versicherung. 1. Das Bruderladen- Gesez ist zu novel. toalition auf die Sozialversicherung befaßte. Der 2. Die Aenderung der bisherigen finanziellieren, damit die fälligen Renten in der bisherigen Stongreß war von 90 Krankenversicherungsanstal auf Grund des Gesetzes vom 9. Oktober 1924 aufge- Rechte der Mitglieder, ihrer Frauen und Kinder hanis ergriff der frühere Fürsorgeminister Gelen Grundlagen, sowohl der Versicherung, die Höhe zur Auszahlung gelangen, die erworbenen en mit 230 Delegierten beschickt worden. Nach der Begrüßung durch den Abgeordneten Iv= baut ist, als auch die, welche auf dem Gesetze über unberührt bleiben. Der Aufwand iſt aus den Mit- nosse Dr. Winter das Wort. Er wies vor allem die Pensionsversicherung der Privatangestellten teln des Staates und der Grubenbesitzer zu decken. auf die Rolle der Krankenkassen im Kampf um basiert, lehnen wir ab. 2. Zur Ausarbeitung der Anträge auf Regelung die Schaffung und Durchführung der Sozialverder Bergarbeiterversicherung und seiner Sicherstel- sicherung hin, zeigte auf, wie die psychologischen lung sind auch die Betreter der Gewerk- Widerstände in einzelnen Kreisen der arbeitenden schaften der Bergarbeiter und Vertreter Bevölkerung, die man übrigens überschätzt hatte, der Gewerkschaftszentralen zuzuziehen. zu beseitigen sind, und stellte dann einige For Der Kongreß verdolmetscht diese Forderungen derungen auf, die von den Kassen wie von der der Arbeiter und spricht zugleich auch den Wunsch Arbeiterschaft erhoben werden müssen. Eine Noaus, daß die Verwaltung der Sozialen Institute, vellierung des Gesetzes liege im Sinne der Arinsbesondere der Krankenversicherungsanstalten, den beiter, die schon während der Verhandlungen gea Versicherten mit Verständnis entgegenkommen und nug Konzessionen machen mußten und eine Verdas Gesetz, soweit dies in ihrer Macht liegt, in der befferung des Gesetzes verlangen müssen. liberalsten Weise auszulegen. 3. Die Wahlen in die Sozialversicherungsinstitute. insbesondere in die Bezirkskrankenversiche ziehung der schärfste Protest eingelegt rungsanstalten sind unverzüglich auszuschreiben und burchzuführen. Zugleich protestieren wir auf das werden. Diese Bestrebungen sind umsomehr zu ver- entschiedenste gegen die Ernennung von Verwalarteilen, als über die Wirkungen des Gesetzes nachtungskommissionen dieser Institute. der kurzen wit des Bestandes ein abschließendes 4. Der Nongreß fordert die unverzügliche und Urteil nicht abgegeben werden kann. Es ist eine Verkennung aller sozialen und staatlichen Notwen- hinreichende gesetzliche Versorgung der PerDigkeiten, wenn jetzt der Versuch unternommen wird, sonen über dem 60. Lebensjahre, welche irgendwelche Aenderungen des Gesetzes vorzunehmen durch das Gesetz vom 9. Oktober 1924 aus der Verund die sozial bedrüftigsten Schichten aus der Versicherung der Arbeiter ausgeschieden wurden. sicherung auszuscheiden. Eine derartige Absicht fann nur aus engherzigster, furzsichtiger, parteigehäffiger Einstellung erfließen, deren Verwirklichung den gan. zen Sinn der Sozialversicherung, die in erster Linie dem Schutze der sozial und wirtschaftlich Bedürftigsten dienen soll, in das Gegenteil umkehren würde. Wir erklären mit allem Nachdruck, daß wir die Sozialversicherung feineswegs als ein Wert ansehen, das nicht verbesserungsbedürftig wäre, sondern, daß wir vielmehr festhalten müssen, daß die Arbeiter schaft mit vielen Bestimmungen des Gesetzes nicht einverstanden ist. Das Streben aller, die also die Sozialversicherung ernstlich wollen, muß dahin gerichtet sein die Mängel des Gesetzes, soweit sie sich gegen die materiellen Rechte der Mitglieder richten, soweit sie eine Einschränkung der Selbstverwaltung bedeuten zu beheben.. 5. Das freie Vermögen der Sozialversiche rungsinstitute ist einzig und allein nur in gemeinnüßigen Unternehmungen anzulegen. Die Aufsicht des Finanzministeriums über die Wirtschaft der Zentrale der Sozialversicherung ist zu beseitigen. II. In der Arbeiterversicherung verlangen wir: 1. Die Strantenunterstützung ist vom 1. Tage der Erkrankung angefangen zu gewähren. Desgleichen ist die Krankenunterſtüßung auch für die ersten zwei Sonntage zu gewähren, wenn die Krank heit nicht länger als 14 Tage dauert. 2. Es sind neuerdings erhöhte Lohnklas sen einzuführen, damit der Anspruch auf eine höhere Unterstützung dem Versicherten garantiert werden fann. 3. Die Krankenversicherung ist zu vereinigen und insbesondere soll von weiteren Bildungen neuer Strankenkassen der Landarbeiter Abstand genommen werden. 4. Der Anspruch auf die gesetzliche Unterstüßung der Wöchnerinnen ist auch den Frauen der Ver sicherten zu sichern. Die Vertreter der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter vertreten in Berücksichtigung der Aufgaben der Sozialversicherung die Auffassung, daß die Selbstverwaltung in den Institutionen der Sozialversicherung einzig und allein die Gewähr für eine Prosperität der Sozialversicherung zu bieten bermag. tieren. 5. Den Witwen ist in der Sozialversicherung der unbedingte Anspruch auf die Rente zu garan neben dem Ofen. Der Wolf machte sich daran, Die grinsende Fraße. diefe Hand zu leden. Roman von Victor Sugo. 20 Aus dem Französischen übersetzt von Eva Schumann. Als der Junge den Wolf in der Sütte er blidte, widelte er sich aus dem Bärenfell heraus di und stellte sich aufrecht vor die Kleine hin, die noch im tiefste Sch.ummer lag. to: Ursus hatte gerade die Laterne wieder an ur ihren Haken gehängt; schweigend und langsam Do schnallte er seinen Gürtel m dem Arztbesteck los sch und legte ihn auf ein Brett. Er blickte ins Leere ur und schen überhaupt nichts zu sehen. Irgend etivas bewegte ihn tief. Endlich brachen feine Gedanken wie gewöhnlich in lebhaften Worten Le hervor. Er rief: 31 „ Die hat es nun sicher gut. Tottot." Er bückie sich, legte eine Schaufel Torf auf ci und murmelte vor sich hin, vährend er den w Ofen schirte. op ,, Das war ein schweres ac Arbeit, sie zu ist finden. Die unbekannte Bosheit hatte sie zwei Fuß tief im Schnee vergraben. Ohne Somo, der y mit seiner Nase so deutlich sieht wie Christoph bi Kolumbus mit seinem Geist. stünde ich jetzt noch dort und wühlie ir Snee herum und spielte Verstecken mit der Toten. Wie alt sie war! Ich de hab die Sand angefaßt wie Stein. Und das Schiave gen in ihren Auger! Wie fann man nur so töricht fein, zu sterben uno ein Kind zu hinterBlaffen! Das wird fein az ießt zu dritt in diefer Schachtel zu haufen. Eine nette Ueberraf bung! Also bäte ich jet Famile! Suraen und Mädel." Während Ursus so vor sich hin redete, 33 br id 5 er Homo an den Ofen herangeschlichen. Die Hand ch der schlafenten Kleinen hing aus der Kiste heraus 2 So sanft leckte er sie, daß die Kleine nicht aufwachte. Ursus drehte sich um. Recht so, Somo. Ich bin der Vater, und du bist der Onkel." Dann wandte er sich wieder seiner Beschäftigung zu, die dem Philosophen so wohl ansteht: das Feuer zu schüren; er fuhr fort in seinem Selbstgesvräch: Also abremacht. Annahme an Kindesstatt. Wir stellen an die Nationalversammlung und die Regierung das Verlangen, den Forderungen, die wir erhoben haben, die notwendige Beachtung zu schenken und dafür Sorge zu tragen, daß das Rechtsempfinden der Bevölterung nicht in seinen Grundfesten erschüttert wird. Wir warnen davor, daß die parteiischen und egoistischen Standesinteressen der zeitweisen Regierungs- und Parlamentsmehrheit mehr Verständnis finden sollen, als die sozialen und wirtschaftlichen Interessen der breiten Schichten der Bevölkerung. Von den sozialistischen Klubs der Nationalversamm lung erwarten wir, daß sie die angeführten Forde rungen akzeptieren und in den gesetzgebenden Körperschaften verteidigen und unterstützen werden. Den Arbeitern, Angestellten und Beamten rufen wir zu: Seid ständig bereit zur Verteidigung Euerer Rechte! Die Bestrebungen nach der Verschlechterung der Sozialversicherung fied nur ein Bestandteil des systematischen Angriffes der vereinigten Reaktion auf die Arbeiterklasse. Beachtet die Weisungen der Gewerkschaften und laßt nicht zu, daß in diesem Staate die foziale Reaktion über das soziale Verständnis und die Gerechtigkeit siegt! Ursus erzitterte von Kopf bis zu Füßen. ,, Du lachst, sag ich." Dann schüttelte er das Kind in seinen Armen, voll Wutoder war es Mitleid? und fragte heftig: Wer hat dir das getan?" Das Kind antwortete: Ich weiß nicht, was Ihr meint." Ursus fragte weiter: Seit wann hast du dieses Lachen?" " Ich bin immer so gewesen", sagte das Kind. Ursus drehte sich nach der Kiste um und sagte und Homo scheint übrigens ja ganz einver- halblaut: standen." Er richtete sich auf. Möchte wissen, wer die Verantwortung trägt für diese Tote. Die Menschen? oder..." Er blickte ins Leere, und seine Lippen murmelten: ... oder du?" Dann neigte er den Kopf wie unter einer schweren Last und sprach weiter: „ Die Nacht hat sich die Mühe gemacht, diese Frau zu töten." Als er sich wieder aufrichtete, fiel sein Blick auf das Gesicht des Knaben, der ihm zuhörte. Barsch fuhr Ursus ihn an: ,, Was hast du zu lachen?" " Ich lache ja gar nicht", antwortete der Junge. Wie ein Stoß ging es durch Ursus hin; er starrte das Kind an, schivieg eine Weile und sagte: ,, Dann bist du fürchterlich." In der Nacht war es in der Hütte so duntel gewesen, daß Ursus das Gesicht des Jungen noch nicht gesehen hatte. Der helle Tag zeigte es ihm. Er legte dem Kind beide Hände auf die Schultern und fah es an mit stets wachsender schmerzrbewegier Spannung. " Lache doch nicht so!" sagte er. ..ch fache nicht". erwiderte das Kind. Ich dachte, dieses Geschäft würde nicht mehr betrieben." Vom Kopfende des Bettes nahm er ganz behutsam, um die Kleine nicht aufzuwecken, das Buch, das er ihr als Kissen unter den Kopf ge= schoben hatte. Schlagen wir's nach", murmelte er. Es war ein Folioband, in weiches Pergament gebunden. Er blätterte mit dem Daumen, hielt bei einer bestimmten Seite inne, legte das Buch ganz aufgeschlagen auf den Ofen und las: ..... De Denasatis. Da haben wir's." Und er fuhr fort: ,, Bucca fissa usque ad aures, genzivis denudatis, nasoque murdridato, masca eris, et ridebis semper.*) Das ist es." Und er legte das Buch auf eins der Bretter und murmelte: ,, Eine Geschichte, der man besser nicht auf den Grund geht. Bleiben wir an der Oberfläche. Lache, mein Junge." *) Wenn die Backe gespalten ist bis zu den Ohren, die Zähne entblößt sind und die Nase breit gezogen ist, wirst du eine Maske sein und immerfort grinsen. Die Novellierungsforderungen der Bürgerparteien laufen aber auf einen Anschlag gegen das Gesetz hinaus und dieser Angriff muß rechtzeitig abgewehrt werden. Der Kongreß nahm dann vier Resolu= tionen an, in denen die Forderungen der betont die Notwendigkeit der Gesetzesverbesserung Strantentassen genau formuliert werden. Die erste unter Ablehnung der Novellierungsanträge, an denen die Mehrheitspar= teien arbeiten. Die zweite Entschließung hebt Die Forderungen der Krankenkassen hervor und jetzt fene Forderungen zum Ziel, die bei der para lamentarischen Beratung des Gesetzes fallen ge= lassen wurden, die dritte setzt sich für die Beschleunigung des Ersayes an die Krankenkassen durch die Zentralfozialversicherungsanstalt ein und die vierte enthält Forderungen administrativer und organisatorischer Natur. Beginn der Wälderreform. Prager Blätter. meldungen zufolge, fand am Freitag eine Einung des Verwaltungsausschusses des Vodenamtes statt, wobei Präsident Voženilet über die Durchführung der Wälderresom referierte, welche schon in nächster Zeit in Angriff genommen werden soll. Das kleine Mädchen erwachte. Ihr., Buten Morgen" war ein Schrei. ,, Vorwärts, Amme, gib ihr die Brust", sagte Ursus. Die Kleine hatte sich aufgefeßt. Ursus nahm die Flasche vom Ofen und steckte sie ihr in den Mund. In diesem Augenblick ging die Sonne auf. Gerade hob sie sich über den Horizont. Ihr rotleuchtender Strahl drang durchs Fenster und traf gerade das Gesicht des fleinen Mädchens. Die Augen des Kindes blickten starr in die Sonne und warfen zwei Spiegeln gleich die purpurne Rundung zurück. Aber Augen und Pupillen blieben unbewenlich. Sich da," sagte Ursus, sie ist blind." 3weiter Teil. Auf Befehl des Königs. Erstes Buch. Ewig gegenwärtig ist die Vergangenheit; In den Menschen spiegelt sich der Mensch. it In jenen Zeiten ging eine alte Erinnerung um: die Erinnerung an Lord Linnäus Clancharlie. Baron Linnäus Clancharlie, ein Zeitgenosse Cromwells, war einer, der übrigens sehr wenig zahlreichen Patrs von England, die sich für die Republik erklärt hatten. Diese Stellungnahme mochte ihre Gründe haben und läßt sich allenfalls auf dem augenblicklichen Sieg der Republik erklären. Es war ganz einleuchtend, daß Lord Clancharlie auf der Seite der Republik stand, solange die Republik die Oberhand hatte. Aber nachdem die Revolution vorübergegangen und die parlamentarische Regierung gestürzt war, hatte Lord Clancharlie seine Haltung nicht aufgegeben. ( Fortjegung folgt.) Sonntag, 3. April 1927. Seite 3. Bordem Bruderkrieg im Kanton- Lager? Die albanische Gefahren- internetden Centigenoffen, to ſpicerit, er Reuter meldet die Ablegung Tichang- Kai- Schets.- Fortschritte der Südberöffentlichen. London, 2. April. Zn der Meldung des Neuterschen Büros, daß General Tschangkaitscher von der Kantoner Regierung der Funktion des Oberkommandanten der Südarmee enthoben wurde, erfährt ,, Daily Expreß": ,, Tschangkaitschek hat diese Maßnahmen der Kantonregierung geahnt und feine Generäle ein berufen, um einen Umsturz vorzubereiten, durch welchen alle kommunistischen Führer aus China ausgewiesen werden sollen. London, 2. April. Daily Mail“ zufolge dürfte die gemeinsame Note, die von Großbritannien, Amerika und Japan unverzüglich an die Kantonregierung gesandt werden soll, folgende Forderungen enthalten: Verhaftung und Bestrafung aller, die an den in Nanting begangenen VerSchanghai, 2. April( Reuter). Schanghai und brechen beteiligt sind, finanzielle Entschädigung für Nanking sind jetzt fest in der Hand der Süd- das Leben der Getöteten und für die anderen Ber armee, deren Fahne sich den Weg nach Norden sonen zugefügten Verletzungen, sowie für den zum Gelben Fluffe bahnt. Die Vorhut der Süd- Schaden an fremdem Eigentum, Entschuldigung armee hat bereits Fenjang, das ettva 25 Meilen von feiten der Kantonbehörden einschließlich der von Penpu entfert ist, erreicht, wo die Shantung Offiziere, welche die Truppen befehligten, sowie fräfte fonzentriert sind. Kleine Abteilungen sollen die Ehrenbezeigung vor den Nationalflaggen der bereits bis hinter Penpu vorgedrungen fein. i Mächte durch die Katontruppen. Wie der Befitbürgerblock im Reiche herrschte weder Freiheit der Presse noch der Dr. regiert. quelle. ganz außerhalb der Vorstellungsvelt dieser hinteviväldlevischen so spiegelt sich auch in den Köpfen der herrschenden Schicht, der Feudalherren Mittelalbaniens, deren Dolmetsch Ahmed Beg Zogu ist, sehr Von Hermann Wendel. eigenartig. Der Staat ist für sie höchstens ein In einer Straße der Vorstadt brennt es, und Mittel, i hre verelendeten Bachtbauern in einem Aufs Haar genau so ist es noch heute. Die armee. Die Großmächte fordern Genugtuung für Ranting. Schanghai, 1. April( Renter). Es verlautet,| Ausländische militärische Fachleute sind der Mei- der Magistrat sitzt gemütsruhig beieinander und Zustand zu halten, der der Reibeigenschaft näher daß der Oberbefehlshaber der nationalistischen nung, daß der Vormarsch der Südarmee vor berät über die Zusammensetzung und Ausrüstung kommt, als einem anderen Arbeitsverhältnis. Truppen Tschanglaischek von der nationalistischen Sutschaufu auf starken Widerstand stoßen wird. Der Feuerwehrabteilung, die das Löschen zu über Aber auch iese Hinterfassen der albanischen Regierung des Oberbefebles enthoben worden ist. Sutschaufu liegt ungefähr 280 Kilometer nord- nehmen bat so ist im Augenblick das Ver- Grundherren in ihrer Zurückgebliebenheit und Die Kantoner Regierung beabsichtigt, ein Stom- westlich von Nanting und ist eine wichtige Eisenhältnis der Großmächte zu dem Streitfall Berftlabung sind ganz ungeeignet, die den Staat muniqe über die Vorkommnisse in Nanking zu bahnkreuzungsstation, die südlich nach Nanfing, wischen Italien und Südstawien tragende Klaffe abzugeben. Eine Freibauernschaft nördlich auch Tientsin und westlich nach Lunghai wegen Albaniens. Zehn Tage sind verstrichen, aber, ein Bürgertum fehlt. So konnte ein ernſter führt. Es handelt sich um einen so wichtigen strawegen tegischen Bunkt, daß ihn Tschangsolin entweder feit die ersten Alarmnuse ertöntem, und Wirk Foucher wie Thopia seinen Eindruck von der um jeden Preis halten muß oder auf seine domi- fames ist nichts geschehen. Den in Belgrad an- Wirkung der Staatsgründung im Lande dahin zu nierende Stellung in Nordchina wird verzichten fachaungskommission an die albanische Grenze zu einheitliche Wille eines Volkes zu sehen, das feint geregten Gedanken, eine internationale Unter- sammenfassen:„ Nirgends war der staatenbildende müſſen. Fast die Hälfte der Nordarmee Tschang- entsenden, hat man glücklich fallen lassen und ver- nationales Ideal der Berwirklichung nahegebracht solins gräbt sich bei Sutschaufu ein. fatcht jetzt, die italienische und südslawische Regie sicht: die historische Bedeutung der seiner harven ung zu unmittelbarer Aussprache an einen Tisch den Aufgabe war im Bolte umbemerkt geblieben." zu bringen. Hoffentlich gelingt es, che irgendwo ein Gewehr losgegangen ist. Bom Völkerbund äußeren Attribute des Staates wie Fabne, Wapin diesem Zusammenhange zu reden, ist Verpen und Briefmarken fehlen Albanien zwar nicht, legenheit. aber dahinter steht nichts, was einem euroväAber selbst wenn der Konflikt, nach dem es ischen Staatswesen auch nur von fern gliche. jetzt in Europa brenzlich riecht, glatt und gütlich Nichts etiva ist lächerlicher als die Nachricht, die beigelegt wird, ist mur Zeit gewonnen, sonst nichts. diefer Tage durch die Presse ging, daß in Albanient Bleibt alles beim Alten, so fann auch der prophe- zwölf Jahrgänge Reservisten" einberufen wor tisch Unbegabte mit Sicherheit voraussagen, daß den feien, denn in einem Lande ohne Standesüber kurz oder lang an der gleichen Stelle die ämter, ohne Bezirkskommandos. ohne StammFlamme abermals emporzüngeln wird. Ob es dann rellen, ohne allgemeine Wehrpflicht, mit 99.99 glückt, sie zu löschen, weitergreifen wird, entzieht sich jeder menschlichen Reservist und Einberufung? Nur eine rüdsichtsoder ob sie verderblich Prozent Analphabeten, was heißt da Jahrgang, Berechnung. Wenn dabei der Patt von Tilos durchgeführte Bauernbefreiung verrana als Quelle des Uebels bezeichnet wird, so möchte den Rohstoff eines Staatsbolts gibt er in bor Tat dem Mussolinismus die Ge zu schaffen, wie es in allen anderen Ballanstaaten Dr- legenheit, wann immer es ihm beliebt, einen der Fall ivar, aber zu einer durchgreifendent ganisation, noch Freiheit der Rede. Henderson geht dann auf die letzten unga 1926 führt von Rom eine Zunte nach Tirana, fucht, die Bachtbauern aus Ohnmacht unfähig. Balfantrach hervorzurufen; seit dem November Agrarreform find die Grundherren aus Selbst Ueberall die gleiche Methode. rischen Wahlen ein, wobei er seine Stritik mit einer Reihe von Zitaten aus konservativen fie in einer gefüllten Pulverkammer endet. Was auch Parlament! Was Verfassung! Was Berlin, 2. April.( Eigenbericht.) In der heu- Blättern belegt. Er wendet sich gegen Bethlen Es sind denn schon Vorschläge aufgetaucht, dem Republik! Ahmed Beg Zogu stützt ganz wie ngen Reichstagssigung wurde trotz dem entschie- wegen der Verfolgung des Abgeordneten Peyer Bertrag, durch den sich Italien einseitig zum ein Feudalheer des Mittelalters seine Diktatur denen Einspruch der Sozialdemokraten beschlossen, und stellt fest, daß sich sein Telegramm besonders Protektor Albaniens aufwirft, seinen Stachel zu auf feine Gefolgsleute aus den Gauen Mati und die Erhöhung der Hauszinssteuer um gegen den gegen den Mißbrauch des Aus- nehmen, indem Südslavien ihm als ziveiter Dibra und ist im übrigen um so eher bereit, die je 10 Prozent am 1. April und am 1. Oktober na hm3; u stan de 3 gerichtet habe. Henderson Bürge der Unabhängigkeit des Shtipetarenlandes Souveränität" feines Staates, Stüid für Stüd durchzuführen, was eine neuerliche Erhöhung der schließt mit folgenden Worten: Ich hoffe, daß beitritt. Aber damit wäre nur ein wadliges Pro um dreißig Silberlinge, an die Italiener loszuMieten zur Folge hat. Bethlen die Appelle und Proteste, die ihm aus visorium geschaffen, das, wie eftva von 1864 bis fchlagen, als die öffentlichen Einkünfte marr sidern Die füddeutschen Staaten, insbesondere der ganzen Welt zukommen, mit offenent Ohr 1866 das Konkommium Preußens und Dester- staff zu fprudeln. So lange in einem so geschich Bayern, errangen einen großen Erfolg durch hört. Kein Politiker an verantwortlicher Stellung reichs in Schleswig- Holstein, die Seine neuen teten sozialen Erdreich dieses politische Systemt die Zuweisung größerer Beträge aus der mischt sich gern in die Angelegenheiten eines an bedrohlichen Zwiespalts in fich trige. Auch liegt wurzelt, bleibt Albanien ein Zanfapfel ziviBiersteuer an die Bundesstaaten. Das Reich dern Landes, ohne genügenden Anlaß zu haben. der Eiterherd tiefer, als daß er mit Aenderung schen Rom und Belgrad, eine Beute des italieni verzichtet auf etwa 40 Millionen Mark jährlich Aber wo politische und wirtschaft von ein paar Paragraphen eines papiernen Ver- fchen Imperialismus, ein internationa zugunsten der Länder. Der preußische Minister- liche Freiheit nicht mehr existiert, trages zu beseitigen wäre. Denn der wahre ler Gefahrenherderster Ordnung. präsident erhob scharfen Protest gegen dieses Vor- kennt die moralische Verantwortung der Demo- Quell des Uebels ist, ohne Umschweife Was also tun? Um die europäischen Machtgehen. Er verwies vor allem darauf, daß Preu fratie feine Landesgrenzen mehr. Sie muß den gesprochen, die Selbständigkeit", die Sou- und Eroberungspolitik vom Balkan auszuschalten, Ben vom Reiche fast nichts zur Gutmachung der jenigen helfen, die sich selbst nicht helfen können. veränität", die" eigene Staatlichkeit habe ich seit 1912 die Aufteilung Albaniens unter Seriegsschäden erhalten habe, während die weniger feine Nachbarn Serbien und Griechenland verbetroffenen füddeutschen Staaten große Summen As auf der Londoner Konferenz von 1913 fochten; auch Karl Kautsky näherte sich dieser erhielten. die Großmächte, genauer: der österreichische und Lösung, als er während des Weltkrieges zu der In erster Lesung verhandelte der Reichstag aber ein schlechter Finanzminister. der italienische Imperialismus, die sich damit das Erkenntnis lam, daß es vorderhand unmöglich sei, das neue Arbeitszeitgefey, das eigentlich London, 2. April. Der Daily Chronicle" and für später auf Eis zu legen gedachten, die aus Albanien einen modernen selbständigen Staat eine Neuauflage des alten ist und den Unterneh fordert angesichts des Budgetdefizits von etwa Gründung des albanischen Staates beschlossen, zu machen. Heute freilich ist eine Aufteilung des mern wieder zahlreiche Handhaber zur Durch- 36% Millionen Pfund Sterling den Rücktritt schlugen die wenigen Kenner der Frage entsetzt Landes nicht mehr durchführbar. Aber eine an brechung des Achtstundentages gibt. Für die So- des Schatzkanzlers Churchill, weil es ihm die Hände über dem Kopf zusammen. Denn dere dringende Notwendigkeit: daß Albanien zialdemokraten sprach Graßmann, der er nicht gelungen sei, die Ausgaben herabzusetzen und nirgends in der Welt gebrach und gebricht es feiner eingebildeten„ Souveränität" entkleidet und flärte, daß die Arbeiter und Angestellten um so Ersparnisse zu erzielen. Auch andere liberale so an Bausteinen und Mörtel für einen lebens- it nter die Verwaltung des Völker heftiger für die Wiederherstellung des Achtstun- Blätter wie„ Daily News“ und„ Westminster fähigen Staat wie in diesem Gebiet, das bis 1912 bunde& gestellt wird! dentages eintreten würden. Die Unternehmer Gazette" werfen der Regierung Extravaganz vor. Die verwahrloseste Provinz der europäischen Türkei Aber nichts hindert die Sozialdemo und die Bürgerparteien mögen den Aufruf der Gewerkschaften gegen die Ueberstundenarbeit als eine letzte Warnung auffassen. Henderson antwortet Bethlen. Ein eisriger Fascist Devisenturie. Prager Kurse am 2. April. .. 100 holländische Gulden London, 1. April. In der Zeitung seines 100 Reichsmart Wahlkreises veröffentlicht Henderson eine 100 Belgas. ausführliche Antwort an Bethlen. Er stellt 100 Schweizer Frants 1 Pfund Sterling zunächst fest, daß die ungarische Regierung eine 100 Lire faum verhüllte Form von Diktatur i Dollar darstellt, die ebenso leicht in einen habsbur- 100 französische Grants gischen Absolutismus zurückverwandelt 100 Bengos werden könne, wenn die Rückkehr des habsburgi- 100 polnische 3loth. schen Prätendenten möglich wäre. In Ungarn 100 Schilling. Rundfunk für Alle! Programm für morgen, Montag. Bras, 319. 11: Schallplattenmufir. 11.40: Landwirt fajafilicher Rundfunk und Beitsignal. 12.05: Preffenach richten. 12.15: Wittagsfonzert. 1. Suppe: Boccaccio. 2. Bačkař: humoreste. 3. Michaels: Julista. 4. Urbach: Swei fwäbische Tänze. 5. Maly: Jm Lichterglans. 6. Fall: Josef, ach, Josef. 7. Potužnit: Lieb. 13.30: Börsennadi richten. 16.45: Börsennachrichten und Hopfenmarktpreise. 17: Nachmittagsfongert. 18: Kinderſtündchen. 18.30: Dentiae Sendung. Wetterbericht und Tagesneuigkeiten vom Breßbüro, bierauf: your bro: bieten: Benioffenschaftliche Großeinkaufs gefelliwafien. 19.15: Borirag: Heber Gesellschaftsformen. 19.30: Landwirtschaftlicher Rundfunt. 20: Pressenachrichten und Wettervoraussage 20.08: Wie Brünn. 21: Beitfignal. Schauspiel: Proben aus Rostands Chanteclair". 21.30: Leichte Muftr. 1. Ubt: An ille. 2 Piftaček: Blüten aus ber Tatra. 3. Soufa: Manhattan Beach. 22: 3eitfignar. 22.02: Leyte Nachrichten des Breßbüros, lebersicht der Lagcsereignisse, sport- und Theaternachrichten. 22.15: Reproduzierte Tanamufi! 100 Dinar. Gelb Ware 1848.75 1854.75 798 40 802.40 vo Albaniens! war. Die Gemmanen und Gallier zur Zeit tratie, mit dieser Forderung wegweisend vorCäsars standen in vielem auf einer höheren anzugehen, denn nichts an ihr widerspricht dem Sulturstufe als die Stämme Nordalba- Wesen des Sozialismus. Zum Teufel ginge nur niens, die, hinter den Wällen ihrer Hochge- das Recht" eines Dubends mittelalterlicher birge verschanzt, bis auf diesen Tag die Gentil- Feudalfamilien, ihrem eigenen Volk das Fell über verfassung der Urzeit bewahrt haben; in ihnen die Ohren zu ziehen; dieses Volk atmete dankbar 468.62% 471.62% sah Friedrich Engels vor zwei Menschenaltern auf, wenn ihm das schwere Joch des Feudalismus sehr wenig für die Zivilisation vorbereitete Bar- vom Naden gewälzt würde und fünftigen Konbaren, die jede benachbarte Regierung wegen flitten von der Art des jetzigen wäre ein Riegel ihrer räuberischen Gewohnheiten in strengster vorgeschoben. Internationalisierung militärischer Unterwerfung halten müsse, bis Albaniens sollte deshalb auch die Parole der der industrielle Fortschritt in den umgebenden am Sonntag in Paris zusammentretenden Erefu Gebieten ihnen Beschäftigung als Wasserschöpfer tive der Internationale sein. oder Holzhauer geben wird. Ziegt der Begriff 648.75 651.75 163.45 164.65 159.50 160.90 83 61% 38.91% 182.133.20 59.28 59.78 589.87 376.90 592.87 879.90 474.62% 477.62% Daventry, 1600. 14: Orgelfonsert. 16.45: Konzert. 20.15: Slabierfonsert. 20.45: Bunter Abend 22.35: Sertett. 24: Zanamusit. Rom, 440. 17.15: Stongert. 21: Symphoniekonzert. Wien, 517. 16.15: Nachmittagsfonzert. 17.10: Interef fante Lebenserinnerungen. 18.10: Die Briefmarte als Sammelgegenfiand. 18.40: Karl Edwindler. 19.10: Der lebensfünfiferische Wert des Sumors. 20.05: Stonzert akademie. Zeitgenöffifche österreichische Komponisten. Bürim, 494. 15: Stonzert. 20: Bläfer- Stammermusif 21: Orchefterfonzert * Deutschland. des Königswusterhausen, 1250. 14.30: härtung Säuglings. 16: Biele des neusprachlichen unterrichts. 16.30: Erziehungsberatung. 17: Cad. 18; Rubinenbau und Verwertung. 18.30: Englifc. 18.55: Bureauorganisation. 19.20: Gedanken über das Wochenende. 20.15: Uebertragung von Leipzig, 366. Brahms- Abend: Tragische Duverture. Doppelfonzert. 4. Symphonie. 22.15: Zanzmusif. Berlin, 484. 15.30: Berufsfrau oder Ebefrau? 17: Nachmittagskonzert. 18.15. Tenifche Plauderei. 18.40: Im Zeitalter des Barod. 19.05: Großstädtisches Menschentum. 10.30; Die Arbeit des Kellners, 10.55: Im Reiche des Kleinbetriebes. 20.30: Franz Werfel- Abend. 21: Kammermufil. Brabms: Klaviertrio c- moll. Schubert: Klaviertrio Breslau, 323. 16.30: Stonzert. 18: Simmelsbeobach tungen im April. 20.05: Wilhelm v. Scholz aus eigenen Werfen. 21.05: Opernabend. rantiurt, 429. 15.30: Stunde der Jugend. 16.30: Orchefterfonzert. 18.15: Probleme des Genoffenschaftswefens, 19: Beethoven- Geier: 6. Symphonie. 5. Symphonie. Schallplattenmusir. Brünn, 441. 12.15: Mittagskonzert. 14.30: Effekten- 6- bur. 22.30: Langmuir. Börse, Wetterbericht, Brejienaar ayten, Sport und Theater. 17.15: Stinderſtübchen. 17 55: Deuife Preffenachrichten. 17.45: Deutsche Sendung. Ing L.& rand: Die GeHeimniffe der Cheops- Pyramide. 18: Zeiifignal. Landwirts fchaftliche Nachrimien: Gärten im efpril. 10: Konsert. 1. Gabe: Luftfpielouverture. 2. Daning: a) Präludium: b) Die Einfamfeit. 3. Veber Gram: Romanze für Geige und Orchester, op. 5. 4 Nielsen: Sahnentanz aus der Oper masterabe". B. Glaß: Grüblingslied. 6. Senriques: Bolund. a) Der Traum des Lebens: b) Elfentanz; c) Bolunds Klage; b) Duverture. 20: Wäbrische Komponisten. Janačet: 1. Das Tagebuch bes Verschwundenen. 2. Märden". 3. Lieber. 4." Im Nebel". 21: Zanzmusit. 22: Wie Brag. . Presburg, 300. 17.40: Sana Gregor: Aus eigener Brofa. 18: Konzert. 1. Wieniawfti: Violinkonzert. 2. Bach: Gonate. 3. Svendsen: Romange. 19.05: Die Macht bes guten Wortes in der Erziehung. 20: Wie Brünn. 21: Wie Frag. 22: Wie Brag. Budapest, 556. 16: Vortrag. 17.02: Schallplattenmuftr. 18.10: Deutfd). 18.35: Fun nachrichten 19.30: BeetJoben- bend; Biolinkonsert, V. Symphonic, 22.20; 3igenzermuf Samburg, 395. 16.15: Lautenlieber. 17: Qiteratur und Sport. 19.25: Uebertragung aus dem Stadttheater: Fidelio", Oper von Beethoven. 22.30: Psychologie des Brandstifiers. Der Langenberg, 469. 13.05: Mittagskonzert. 17: Teemusir. 18.10: Fragen der Sugiene. 19.20; Dia Pentairon- Röhre. 19.45: Bolfswirtschaftliche Grundbegriffe. 20.10: deutsche Schäferhund als Blindenführer. 20.30: Konzert. 22.30: Zanamufir. München, 536. 12.30: Schallplattenmufir. 16: Meife bilder aus Andalusien, 16.30: Nachmittagskonzert. 19.30: Liszt Albend: Totentanz. Fauft- Symphonie. 21.50: Wesen der Schach- Fernpartic. Stuttgart, 380. 15.50: Lettisch- litauifche Märchen. 16.15: Nachmittagskonsert. 18.15: Schauspielerporträts, 20: Volkstümliche brit. 21.30: 2Ute Meister. Programm für Dienstag. Soz. Pressedienst. frische. 10: Funfnachrichten. 19.15: Das ungarische Ned. 21.30: 3igeunermusik und Zanzmusir. Daventry, 1600. 14: Ronaert, 16: Elementarmusif. 10: 2650: Tanamufit. 20.15: Selavierfonzert. 20.45: Revue, Tanamufir. Mom, 449. 17.15: Rongert. 21:, Theaterabend. Wien, 517. 16.15: Nachmittagsfonzert. 18: Jurpfen und Bieberimpfen. 18.30: Matfäferbekämpfung 10.10: Efpe ranio. 19.30: Englisch. 20.05: Beethoven Sonaten. 21.05: Bolfslieberabend. Süri, 494. 20: Symphoniekonzert. * Deutschland. Prag, 349. 11: Edhallplattenmufit. 11.40: Landwirt schaftlicher Rundfunk und Seitfignel, 12.05: Preffenac richten. 12.15: Mittagskonzert. 1. Nielsen: Orientalischer Marsch. Indischer Tans. Chinesischer Tanz. Nigger- Tanz. 2. Grieg: Beer Gynt. Morgenftimmung. Afes Zob. Anitras ans. 3. Badoc: Phantasie über ungarische Lieber. 4. Derbsen: Liebestango. 5. Weiß: Leocadia. 6. Labffy: Olympiade. 13.15: Rundfunt für Handel und Gewerbe. 13.30: Börsennachrichten. 16.45: Börsennachrichten und Hopfenmarktpreise. 17: Konsert. 1. Strauß:„ Tod und Berklärung". 2. Strauß: Lento aus dem D- moll Konzert. 3. Marr: Menuett. 4. Subah: Scenes de la Czardas. 5. W. Ippolitow- Iwanow: Staufafifche Suite. 18: RinderKönigswusterhausen, 1250. 16: Gestaltung deutscher Stündchen 18.15: Vortrag: Konftantin, der Philosoph. Dichtungen durch das gesprochene Wort. 17: Wefen und 18.30: Detfche Sendung. Wetterbericht und Tages derden bes Staates. 17.30: Logisches Denken und praf neuigkeiten vom Breßbüro: bierauf: Emil Slabra: Mofifches Leben. 18.30: Evanif. 18.55: Wilhelm Junker und berner Berkehr in Nord- Afrika. 10. Bortrag: Die Melall. Emin Bafcha, 19.20: Das deutſche Kunfilled bis Schubert. arbeiter. 19.15: Bortrag: Ueber Gefellſchaftsformen. 20.30: Hebertragung von Bersin, 484. Fröhliche Stunde. 19.30: Landwirtschaftlicher Rundfunt. 20: Breffenachrich 21.30: Drabilofer Empfang ferner Stationen. ten und Wettervorausfage. 20.08: Luftiger Abend. 1. Fall: Breslau, 323 15.45: tinderstunde 16.30: unterbal Buppenmäbel. 2. Quartett. 3. 9. Stubins: Bler moderne tungstonzert. 18: Erfindungen und Entdeckungen. 19: Erb Zänze. 4 Chansons. 5. Quartett. 21.15: Mezitation. 21.45: liche Belastung der feelifchen Schichten. 20 15: Alltagsfomö Leichte Musir. 1. Leopold: Schmetterlingsspiel. 2. Strauß: bien von Courteline. 22.30: Tommi rüblingsstimmen. 3. Saster: Bolta. 21: Beitfianal. 22: Reiffignar. 22.02: Revie Nachrichten des Breßbüros, eberficht der Tagesercigniffe, Sport- und Theaternachrichten. 22.15: Tanamufir. Brünn, 441. 12.15: Mittagstonzert. 14.30: Effertenbörse, Weiterbericht, Breffenachrichten, Sport und Theater. 17.15: Frauenfunt. Neue Streiber aus alten. 17.35: Deutsche Breffenachrichten. 17.45: Deutfce Sendung. Dr. 2 offda: leber die Befchaffung des Saatgutes aum rüblabr. 18: 3eitfianal. Landwirtschaftliche Nachrichten. 18.20: Vortrag: Der Anfang der Suffitenoffenfive vor 500 Jahren. 18.40: Englifc. 19: Konzert. 1. Saint- Saens: Die gelbe Prinzeffin. Ouverture. 2. Goldmark: Lieb ber Braut aus Bauernhochzeit". 3. Leoncavallo: Bhantafie aus 3aza". 4. Abenia: Serenade aus Granada. 5. Mufforaffii: Drei Tänze. Terfifcher Zans. Ruffischer Tans. Muffischer Tanz aus" Boris Godunow". 20: Rablo- Revue. 21: Abenbkonzert. 22: Wie Bran. Breßburg, 300. 17.40: Die Beheutung der landwirt fchafilichen Sparfaffen und ihre Aufgaben. 18: Stonzert. 1. Marši!: Liebe. 2. Schäffer: Die Bost. 3. Schubert: Der Erlkönig. Ständchen. 4. Samrzla: Gondoliera. 5. Bymetal: Dämmerung. 6. Smetana: Arie aus Dalibor". 7. Ast: Gute Nacht. 8. Schumann: Die zwei Grenadiere. 9. Bolfs= lieber. 19.05: Die Bergwerksfragen. 20: Wie Prag. 21: 21: Zeitfignal. 22: Wie Prag. Budapest, 856. 11: Schallplattenmufit. 16: Jugendvor trag. 17.02: Ronasyt. 18.20; Kinderschuß und Sommer Frankfurt, 20, 5.30: Jugend: unde. 13 30: Reue anaflager. 18 45: Stunde der Frau. 19: Der Mensch als Steifcbberbraucher. 20: Wie Stuttgart. 21.30: Chorkonzert. 22.30: Tanzmuifir Samburg. 395. 16.15: Norbifche Stunft. 18.50: Säug linasabmnaftir. 19.10: Toft, Telegrabbie und Wirtschafts leben. 19.35: Polizei und Straftfahrzeug. 20: Lieber und frienabend. Tanamufir. Langenberg. 469. 13.30: ittagskonzert. 17: Opern arten. 18.10. under ber Zechnif. 18.35: Der Detektor empfänger. 19.40: Das Parteifyftem der Vereinigten Staaten. 20.15: Chorkonsert. Leipzig. 366. 16.30: Nachmittagskonzert. 17.30: Die Frau als fosiale künftlerin. 10.30: 3m Reiche des Emirs von Budara. 20.15: Selterer Abend. 21 30: Uebertragung aus dem Nationaltheater Weimar: Rofanna". Oper von Peterfa. München, 536. 14.45: Stunde der Frau. 16: Nach millanstonzert. 17.15: Das Wesen des Sprachfunfiwertes, 19: Bom Sybhur zum Streuzworträtsel. 19.30: Seitere Chorlieber. 19.50: Bibiana und Ferruccio", ein Preis räffelfpiel. 20.20: Ouverturen von Roffini. 21.05: Welt politifcher Monatsbericht. 21.35: Orchefterfonzert. Stuttgart, 380. 15.50: Warenkunde. 16.15: Mad mittagsfonsert. 18.15: Berständigungsmitte: im Bienenne. 19.15: Das beutsche Buch im Ausland. 20: Symphonic fonsert mit Juan Manen. Brahms: 4. Symphonic, Lalo; Symphonic Espagnole. Grotestenabend. Seite 4. Lages- Neuigkeiten. Der Sprung ins Wasser. Der Vorgang spielte sich folgendermaßen ab: Ein Bettler stand auf der Brücke.- Stun denlang liefen die Sente achtlos an ihm vorüber, weil er sich, anstatt in das helle Licht, ängstlich Sonntag, 3. April 1927. niemand fehen. Man war stolz darauf, ein Leben| Bratislava organisiert. Ihr Führer Ludwig Sa f- 1 verein ,, Vorwärts" unter ständiger Verfolgung erhalten zu haben. Und als eine abgehärmte Ar- ner wurde gestern bei Stiavnit aufgegriffen. Er beiterfrau, die ebenfalls zusah, die traurigen Worte ist ungarischer Staatsangehöriger. sprach:„ Das arme Luder hätte man auch lieber sterben lassen sollen!", da trafen sie von allen aufmerksam. Seiten empörte Blicke, und scharfe Entoegnungen machten sie auf die Roheit einer solchen Bemerkung Gott, ich meinte ja man bloß", entschuldigte in einen dunklen Winkel gestellt hatte und weil er, sie sich verlegen. ,, Weil nun mit ihm das ganze ſtatt mit weintlicher Stimme auf fein Elend anf Glend doch wieder von vorne losgeht." Damit merksam zu machen, schweigend une seine abgedrückte sie sich schüchtern. riffene Müte binhielt. Nachdem der Bettler mehrere Stunden ver geblich geftanden hatte, begriff er endlich die Zwed losigkeit seines Turns und feste die Mütze, ebenso schweigend, wieder auf. Einice Minuten stand er noch auf demselben Fleck und blickte gedankenlos hinüber, wv- faum hundert Wicter von ihm entfernt Glanz, Licht und Lärm war. Dann wandte er sich plöslich mit leichenfahlent, starrem Gesicht von den Schauspiel ab, erkletterte das Steinerne Brüdengeländer und ließ sich mit einem Laut, der wie ein trockenes Aufschluchzen flang, vornüber in die schwar schimmernde Tiefe fallen... Hierauf geschah etwas Merkwürdiges. Während sich bisher keine Seele um ihn gefümmert hatte, ja von den vielen Vorüberhastendeu laum einer ihn auch nur bemerkt hatte- in dem furzen Augenblic, da er auf dem Brüden geländer balancierte, jahen sie ihn plötzlich alle. Der bekannte tausendstimmige Schrei erscholl. Autos und Straßenbahnen ſtockten. Und erschrodene Menſchen ſchrien:„ Zu Hilfe! Retter! Da ist eben einer ins Wasser gesprungen!" Im Handumdrehen slich die Brüde einer Theatergalerie, die von leidenschaftlich erregten Zuschauern befest war. An beiden Ufern drängten ſich die herbeiſtrömenden Neugierigen. Zwei Polisifien, die ebenfalls urplößlich auftauchten, sprangen in den Rettungskahn, der am Fuße einer schmalen Steintreppe angefettet lag, und stießen jich, wie die Wilden arbeitend, auf den Fluß hin aus. Und oben auf der Brücke sorgte ein dritter Polizist dafür, daß die nötige Ruhe und Ordnung bewahr: blieb, vor allem aber dafür, daß der Verkehr durch den aufregenden Zwischenfall nicht allzu störend gehemmt wurde. Es herrichte eine große Erreaung und ein allgemeines Durcheinander. Es hatte plötzlich den Anschein, als wäre das Leben jenes armen Men schen, der soeben hier ins Wasser gesprungen war, um es loszuwerden, von einer unersetzlichen Kost barkeit. Angstvoll starrte alles auf die dunkle Wasserfläche hinab, ob der Körper des Selbstmörders nicht noch einmal auftauchen würde. Und da war feiner unter den Hunderten, der nicht era zitterte bei dem Gedanken, daß das Rettungswerk möglicherweise vergeblich bleiben könnte. Bange Minuten verstrichen. Wan lauschte mit angehaltenem Atem. Und dann erhob sich ein lautes Freudeugeschrei! Man jah, wie unten auf dem Wasser die Pofizisten sich weit aus dem Kahn herausbogen und cine schwarze schwere Last zu sich an Bord zogen. Sie haben ihn!" rief man sich gegenseitig zu und freute sich von Herzen, als ob man persönlich das Rettungswerk vollbracht hätte. Zebt er noch?" Ja, er lebt noch", flang es von unten herauf. Und eine ungebeure Befriedigung verbreitete sich, daß das armselige Opfer dem selbstgewählten Tod noch einmal entrissen worden war. ... Man überschüttete die beiden Polizisten, die den triefenden Körper über die Steintreppe heraufschleppten, mit Lobsprüchen. Man sah aufmerfiam zu, wie sie den Bewußtlosen lang auf der Erde ausstreckten und die vorgeschriebenen Belobungsversuche mit ihm anstellten, und das Ganze war ungeheuer interessant und spannend. Da kam der Rettungswagen und holte den Bettler ab, um ihn ins Spital zu schaffen. ten ein paar abgerissene Gestalten aus der sich ... ,, Recht hat die Alte doch gehabt", murmel langsamt wieder zerstreuenden Menge.„ Der Tod ist doch heutzutage das einzige, was man sich noch selbst aussuchen darf, wenn es gar nicht mehr gehen will." Ja, so sprachen sie. Aber es waren auch bloß so ein paar Proletarier, die von der Heiligkeit und unverleßlichkeit des Menschenlebens natürlich feine Ahnung hatten und nur nach ihrem dummen Verstande urteilten.... Peter Polter. Unser Frauentag in Reichenberg. der Polizei wirkte. Winkler war Mitbegründer vieler Gewerkschaften, einer der Gründer und langjähriger Obmann des Arbeitergesangvereines Olmüß, 2. April. Samstag nachmittag fam Liebesfreiheit", durch lange Jahre hindurch auch die Gendarmerie dem vierten Stomplizen der Räu- Direktionsmitglied der Krankenkasse. Am Don berbande, die den Ueberfall auf die Agrar- und nerstag, den 30. März fand das Leichenbegängnis Industrialbant in Groß- Bytča unternahm, füdlich auf dem Blumentaler Friedhof in Preßburg unter von Waagbistrig in der Nähe der Gemeinde Draußerordentlich starker Beteiligung der Arbeiter love auf die Spur. Gegen Abend überfie er in schaft statt. Genosse Heinrich St al mar hielt im dem Walde zwischen Popradna und Marykova den Namen sämtlicher Organisationen, ganz besonders Förster, von dem er mit Gewalt Rod, Weste und ut erzwingen wollte. Der Täter wurde bisher nicht ergriffen, doch ist angesichts der getroffenen Fall sein wird. Maßnahmen zu erwarten, daß dies chestens der Der ergriffene Räuber Matej Markt hat einen& opfi chuf und einen chenteIfchuß oberhalb des Knies. Er ist 21 Jahre alt und arbeitete zuletzt in den Siemens Schudert Werfen in Bratislava. Die letzte Zeit war er jedoch beschäftigungslos. Sein Verhör brachte bisher feine wesentlichen Ergebnisse. # Heute um 17 Uhr trafen in Groß Bytča die Eltern des Räubers Bihodna ein, die mit Ludwig Hafner, dem Führer der Räuberbande fonfrontiert wurden. Sie erkannten ihn als Räu ber und Betrüger und erhoben gegen ihn die Be: Aus Reichenberg wird uns geschrieben: Am 30. März fand im festlich geschmückten Saale der schuldigun daß er ihren Sohn verführt und ums Vereinshalle der diesjährige Frauentag statt. Die cbent acbracht habe. Der Doppelmörder Safner Versammlung wurde bei sehr gutem Bebesitzt höhere militärische Ausbildung und ist un garischer Oberleutnant. Er war schon such von der Gen. Brabet eröffnet. Das Thea einmal aus der Tschechoslowakischen Republik aus tevorchester trug dann unter der Leitung des Ge- gewiesen und wurde mehrfach bestraft. Er wird nossen Schwarz ein klassisches Stück vor. Das unter anderen vom Be- irksgerichte Zelezovice in Referat erstattere Abgeordnete Genoffin stirpal, der Slowakei steckbrieflich verfolgt. oft von Beifallskundgebungen unterbrochen. Stürmischer Beifall lohnte ihre Ausführungen am Der Schöpfer des gleichen Wahlrechts in Schluffe. Die Sozialistische Jugendgruppe brachte Dänemark gestorben. Im Alter von 83 Jahren dann einen Sprechchor von Ernst Toller zum ist der liberale Führer der dänischen Bauerulinken, Vortrag, welcher von der Versammlung mit be- Klaus Berntsen, gestorben. Mit ihm ist geisterter Zustimmung aufgenommen wurde. Zum eine der marfantesten Erscheinungen des politi Schluß wurde von den Theatermusikern wieder schen Lebens in Dänemark dahingegangen. Auf ein klassisches Stüd gespielt. Es fann gesagt der Insel Fünen als Sohn eines Bauern geboren, werden, daß dieser Frauentag feit der Spaltung erkämpfte Berntsen die Emanzipation des Bauern der sozialdemokratischen Partei im Reichenberger ums von Großgrundbesis. Als liberaler Abgeord Streise eine der besten und schönsten Veranstaltun neier wurde er Innenminister und legte als solcher gen unserer Partei gewesen ist ein Zeichen, ein Zeichen, 1912 die Verfassungsreform vor, durch die alle baß es in Reichenberg vorwärts und aufwarts Wahlrechtsbeschränkungen aufgehoben wurden. In geht. Die„ Tischgesellschaft", wie sie seinerzeit im diesem Verfassungskampf fand er in der SozialVorwärts" benannt wurde. ist wieder zu einer demokratie einen besseren Bundesgenossen, als in bedeutenden, aktionsfähigen Bewegung gewachsen. feiner eigenen Partei. In sozialen Fragen geriet Alle Teilnehmer des Frauentares gingen voll be- er allerdings sehr oft mit der Sozialdemokratie friedigt und begeistert aus der Versammlung nach hart zusammen. Denn er war und blieb Bauer, Haufe, zu neuer Arbeit und zu neuem Kampf. stolz auf seinen Boden, dem Industrie und In dustrioproletariat und dessen Probleme fremd blieben. zirk * Auch der Frauentag in Görsdorf( Besirt Straßau- Grottau), der gleichfalls am 30. März stattfand, war sehr gut besucht. Die Feier wurde von einigen Musikfreunden mit wirfungsvollen musikalischen Vorträgen eingeleitet. Hier auf brachten die Arbeiterfänger von Grottau und Görsdorf den prächtigen gemischten Chor Seid gegrüßt, Genossen, alle" zum Vortrag, welcher mit großem Beifall aufgenommen wurde. Den Vorfitz führte Genosse Seidel; das Referat erstattete unter starkem Beifall Abgeordnete Genoffin Frene Sirpal. Anschließend gelangten der Männer chor Erwachen der Geister" und mehrere Musik stücke noch zum Vortrage. Ein drittes Mitglied der slowakischen Bande gefangen. aber im Namen der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei, deren Mitglied Winkler gewesen, die Grabrede, in der er die Verdienste des Verstor benen um die Preßburger Arbeiterbewegung wür digte. Die vereinigten Gesangvereine fangen den ergreifenden Chor Wieder ein Streiter faut aus unseren Reihen..." Hunderte rote Nelfen deckter das Grab, in dem ein braver Genoſſe, ein tapferer Vorfämpfer der sozialdemokratischen Pewegung für immer ruht. Ein tschechischer Nationalpark. In der letzten Prager Stadtratssigung stellte der Stellvertreter des Primators, Dr. Stala, einen Antrag, eine Kommission möge für die nächste Sigung des Stadtrates einen Plan ausarbeiten, in welcher Weise der schon vor einiger Zeit aufgetauchte Plan, aus der Sarta einen Nationalpari u machen, ausgeführt werden könnte. Das ganze Tal soll mit Wald bepflanzt werden. Die Komi misfion hätte auch einen ungefähren Voranschlag über die Stosten der Bewaldung zu machen. Da der Regulierungsplan in diesen Tagen ausgelegt wird, wäre es möglich, daß die Vorbereitungsarbeiten noch heuer aufgenommen werden. Der Der Senat in die Strafa- Alademie? Senat muß, wie die Prager Abendzeitung" mel det, sein bisheriges Gebäude der Landesver. retung überlassen. Er ist nun auf der Suche nach einem neuen Gebäude und dem Präsidium des Senates iſt nun der Vorschlag zugegangen, über den Ankauf der Straka Akademie in Verhandlung einzutreten. Die Afademic werde schon durch das Vorhandensein eines großen Situngssaales für die Zwecke des Senates geeignet Die Adaptierungsarbeiten würden enwa fünf Millionen ronen in Anspruch nehmen. Dritter Deutscher Juristentag. In den nächsten Tosen werden die Einladungen zum Dritten Deutschen Juristenrage, der zu Pfingsten in Reichenberg stattfinden wird, an die Juristenfchaft ergehen. Das Generalsekretariat des Deut schen Juristentages, dem nur ein unvollständiges Adressenmaterial zur Verfügung stand, macht aus. drücklich aufmerksam, daß das Recht der Beteiligung Generalsekretariat der Ständigen Vertretung, Brag I, cm Juristentage nicht an eine individuelle EinTabung gebunden ist. Tadung gebunden ist. Alle Auskünfte erteilt das Abgeordnetenhaus( Rudolfinum). cen wird aus Tofio berichtet, ein heftiges ErdWieder ein Erdbeben in Japan. Den Zeitun beben sei gestern gegen 6 Uhr vormittags in ganz Westjapan verspürt worden, und zwar in den Ueberfall auf einen russischen Redakteur. Auf gleichen Gegenden, die anfangs März durch schwere Erdstöße verwüstet wurden. Die Bewohner der Redaktion der in Berlin erscheinenden russischen feien panifartig geflüchtet. Verlufie an Menschen- Zeitung Rul" überfielen zwei ehemalige russische Offiziere den leitenden Medakteur und mißhandelten leben werden jedoch nicht gemeldet. ihn mit Stöden Durch das Eingreifen von Kollegen wurden sie zur Flucht gezwungen. Bei dem Ueber. fall handelt es sich nicht um polirische um sondern un religiöse Meinungsverfchic. denheiten, die innerhalb der russischen Kirche Berlins onsgebrochen sind. Gräberfunde in Mähren. Die„ Moravské Noviny" melden aus Austerlitz, daß bei Straßenreparaturen bei Kobeřiß im Austerlißer Bezirt durch Zufall eine heidnische Grabstätte aus dem 8. Jahrhundert nach Christus und nicht weit da von ein Hockergrab mit ziemlich erhaltenem Geschirr gefunden wurde. Das Alter des letzteren Das älteste Schiff. Die dänische Galeasse, vel. Prüfung dieser Funde ist der Archäologe Ober- schwedischen Säfen verkehrt, dürfte das älteste fahwird auf 3000 Jahre geschäßt. Zur vorläufigen hol m", die gegenwärtig noch zwischen dänischen und lehrer Al. Procházka aus Černčín eingetroffen. rende Schiff der Welt überhaupt sein. Sie ist näm Bu geeigneter Zeit werden zwecks Erforschung der lich 1776 gebaut worden. Ein ähnliches Alter hatte Begräbnisstätte die notwendigen Ausgrabungen der schwedische Schemer Götalejon", der aber vorgenommen werden. während das Weltkrieges das Opfer einer Mine Ferdinand Winkler gestorben. Aus Preßwurde. Aber auch dieses Schiff hatte es immerhin burg wird burg wird uns berichtet: Dienstag den 29. auf 155 Jahre gebrachy. Drudsehler. Der tschechoslowakische Delegierte Alter von 62 Jahren. Der Verstorbene war seit beim Internationalen Arbeitsamt, Hoda č, ist dort Jahrzehnten in der Arbeiterbewegung tätig und nicht, wie ein Drudfehler in unserem gestrigen Telebekleidete viele Funktionen. Er war ein Stämpfer gramm behauptete, Arbeitervertreter, sondern Verder alten Garde, die noch im Arbeiterbildungs- treter der Arbeitgeber- Gruppe. nassen Kleider des Selbstmörders, fejn graues, urde in durch März d. J. starb Genoffe Ferdinand Winkler im Die nahe Laterne beleuchtete die zerfumpten, eingefallenes Gesicht, und enthüllte graufam das ganze, unfagbare Elend dieses Unglücklichen, das ihn getrieben hatte, den Tod zu suchen. Aber gerade das wollte in diesem Augenblick Johannes Brahms. Dem vierten auf der Spur. Sillein, 2. April. Heute vormittags wird gemeldet, daß in der Nähe von Waag- Bistriß ein brittes Mitglied der Räuberbande von Velfa Bitča aufgegriffen wurde. Der Räuber, der durch einen Schuß verwundet wurde, gefängnis in Trenčin überführt. Das vierte Mit glied der Räuberbande wird von 120 Gendarmen verfolgt. Nach Berichten des Gendarmeriekom mandos in Sillein wurde die Räuberbande in allem scheidet, ist die rein schöpferische Straft im Erfinden und Gestalten, in der Tiefe und Weite des Schauens, in den Horizonten des Willens und Denkens. Was bei Beethoven unvergleichbar, ist bei Brahms hoher Anerkennung wert. Beet hoven ist ein Genie, Brahms eine ungewöhnliche Begabung, die mit ihren Kräften vorbildlich wucherte. Noch sind unsere Herzen entflammt von jenem unfaßbaren menschlichen und fünstlerischen Vermächtnis, das im Zeichen hundertjähriger Erbschaft uns Beethoven als einen der größten Musiffchöpfer feiern ließ, und schon wird der auf den 3. April fallende 30. Todestag eines In ihrer Bedeutung für die Entwicklungsges anderen deutschen Meisters- Johannes schichte der Musik unterscheiden sich diese beiden Brahms Verpflichtung. seiner und seines sünstler so: Beethoven, wurzelfest und mit beiden Werfes zu gedenken Nicht allein die runde Zahl Füßen auf traditionellem Boden, saugt die Gei verflossener Jahre, vielmehr die gewonnene Diftigkeit seiner Zeit mit ihren Freiheitsideen unstanz zwischen seinen und unseren Tagen, die zwei bewußt in sich, wird sich ihrer fraft feines Geistes Beitabschnitte mit anderer Gesinnung und Geistig bewußt, macht sie sich in fämpferischer, persönlifeit scheidet, gibt über die äußere Veranlassung cher Selbstentscheidung zu eigen und beseelt als hinaus die tieferen Gründe unserer Betrachtung Revolutionär des Geistigen das Vorhandene, und die Möglichkeit der objektiven Wertung. Da übernommene, mit neuem Ausdrucksgehalt. Meis die Erscheinung Beethovens in uns allen lebendig sterlich und unerhört zuchtvoll gestaltend, steigert ist, wird sich an ihr Brahms um so deutlicher er er die übernommene Form( Sonate, Sinfonie) flären Viel haben beide gemeinsam: beide ent- auf technisch unüberwindbare Höhe. Er erfüllt das stammen dem Volte, aus Muliferfamilien, deren Gestern und eröffnet das Morgen fein Werk aber unerbittlicher Existenzkampf schon die Jugend ist in seiner Kraft, Tiefe, und gebundenen Frei zwingt, mitzuverdienen; beide begannen ihren heit ewig ein Seute. Anders Brahins. Sechs Beg als Klavierspieler, beide blieben einfam, ohne Jahre nach Beethovens Tode( am 7. Mai 1833) Schicksalskameradin, ohne Kinder, und starben in Samburg als Sohn eines Kontrabassisten ohne Freund: beide waren sentimental sche Natu- geboren, wächst er heran in einer Zeit, wo die ren, die die Formen der Musik mit persönlichem reine, von Beethoven erivedte Blüte der Roman Erlebnisinhalt ausfüllten. also Ausdrudsmusiker tit sich schon der sengenden Mittagshöhe nähert. waren; beide lebten ohne hervorragendes äußeres Weber und Schubert find tot; allein SchuAmt, ganz ihrem Schaffen( die kurze Zeit, die mann( in seinen Liedern und Klavieriverken Brahms als Dirigent in Detmold, Sam noch nicht der drohenden romantischen Zersetzung burg und Wien erlebte, bleibt jeweils nur verfallen) wahrt ursprünglichen Sinn. Men Episode im äußeren Sch d'alswege); beide hatten delssohn begegnete dem Barockriesen Bach die ethische Saltung in Leben und Schaffen wie und erfror an dieser Größe zur konservativen auch in Volksverbundenheit gemein. Was sie vor Formstrenge. Fortschrittsgeist lebte und wirkte allein im Weimarer Streise um 2iszt, dem| Zusammenfassung dessen, was das Schicksal der Wagner, der Vollender, entwuchs. Hier erlebic Musik von der Hochblüte der vorflassischen mehr. die Romantif ihre Hochblüte und Uebersteigerung, stimmigen Vokal- und Instrumentalfunft bis zur die zum Verfall führte, die den Subjektivismus Beethovens nicht mehr einer Gemeinschaftsidee unterordnete, in' Selbstbetrachtung frank und volksfremd wurde und Kunst aus sich und für sich selbst pflegte. Brahms, zuerst im Banne Schumanns, von dent er wie von Bach und Beethoven nach haltig beeinflußt wurde, schloß sich niemandem ant. In Gefühl und Weltanschauung ist er Romantiker, in Formbewußtsein und mit dem Verftande lassiter". Bei ihm ist das für die Romantit typische Zurückschauen und Zurückgreifen auf das. Mittelalter mehr als nur literarisches Prigramm: Uebernahme von technischen Dingen, infolge von nebereinstimmung mit seiner Weltanschauung, wie ihn fein Wesen, seine Triebfräfte und sein Schaffensvermögen vor allem zum Bütten. Bewahren, Sammeln, bestimmten. Wiendelssohn hat Bach wiederentdeckt; Brahms aber gibt in feinem Werfe die Brücke von Bach zur neuen Zeit. Niemand wahrte Beethovens Erbe so wie er, nicht im Worte, in Aufführungen, fondern in seiner Musik selbst, wo das Beispiel Beethovens fortiebt, seine Technik, sein Wesen, sich aufs innigste mit Brahms' persönlicher Note verbindet. Nannie Hans von Bülow einmal die Erste Sinfonie von Brahms die Schute" ( von Beethoven), so war damit natürlich fein Werturteil gegeben, da jeder Vergleich hier unmöglich ist, sondern es war darin einsichtig gesagt, daß hier eine Erbschaft durch eine ähnlich bestimmende Art angetreten war. Brahms ist die gewaltige und harmonische Hochblüte der Romantit( ihre Auflösung noch nicht einbeziehend) bestimmte. Das gilt für dic absolute Musik, denn Brahms schrieb keine Oper.) Darüber hinaus liegt sein schöpferisch Originelles, Eigenwertiges, nicht in einer neuen Form oder neuen Gesinnung, sondern in seinem individuel len, persönlich reizvollen, überzeugenden Selange, der das Dunkle, die Wonne der Schwvermut", eine verhaltene Leidenschaft rein und klar und tiefehrlich und gekonnt ausspricht. Herbstlich wie seine ganze Erscheinung ist seine Musik, oft dunfel verbrämt, herb und feusch wie sein Mensch fiches, wie ein reises Alter, das nur selten, und dann auch nur müde, kaum merflich, lächelt. Nicht iene hymnische Begeisterung, mit der ihn Schus mann der Welt vorstellte, doch auch noch weniger jenes Nießsche- Wort von der„ Melancholie des Unvermögens" haben heute noch für ihn Bedeutung und Sinn. Mit uns verbunden ist er durch den Vater der Moderne, Max Reger, dem er den Boden bereitete und die Brücke von Bad und Beethoven über den Abgrund Wagner baute. Er ist uns verbunden durch innerlich bewegende und in ihrer herbstlichen Schönheit beglückende Musik, als getreuer Verwalter und Seger unseres echten alten Volksliedes. In seinen vier Sinfonien, seinem„ Deutschen Requiem", seiner Kammermusik und vor allem in feinen Liedern, wurde er uns zum„ lass fer", dessen klar erkannte, große, wenn auch nicht größte Bedeutung auch dieser neuen Zeit selbstverständlich ist. Walter Berten. Sonntag, 3. April 1927. " Rosemont in fchwarmerisches Bieber Die Gefährdung des Prager Kranken- ebause tündige und an ben operattien „ Rosenmontag.“ Liebes. paa hatte sich ant Freitag vor Berliner Schwurgericht unter der schweren Anklage des ge- hausbetriebes durch Sparmaßnahmen on den Aerzten. meinschaftlichen Totschlages zu verantworten. Zwischen einem 25 Jahre alten Schlosser und der älteren Frau eines Postbecmmten war ein Liebesverhältnis entstanden, das infolge der Veranlagung des Mannes einen inunter schwärmerischen Charakter bekam. Prag hat, wie wir bereits burz berichteten, durch Die Direktion des Allgemeinen Krankenhauses in Die Bekanntschaft war in einem Theaterverein geeine Buschrift die klinischen Asistenten und Sekunschlossen worden, der Mann der Frau war mit der darärzte mit Berufung auf eine RegierungsverordFreundschaft durchaus einverstanden. Sehr bald aber nung am 30. März verſtändigt, daß sie ab 1. April Logte die Frau dom Freunde über ihren Mann und die Verabfolgung der Verpflegung unter den ihre Ghe. Das nahm sich der Freund so zu Herzen, bisherigen Modalitäten einstellen daß er von dem Manne die Freigabe der Frau verwird. Bisher bildete die von der Direktion des Tante ,, um sie zu heiraten. Das lehnte der Mann Stranderhauses Krankerhauses verabsolgte Verpflegung einen ab. Allmählich reifte nun bei der Frau die Absicht, wesentlichen Bestandteil ihrer Begänge, während die aus dam Leben zu scheiden. Ihr schwärmerischer Assistenten für Frühstück und Mittagessen ein gerin Freund verlamme jedoch, daß sie ihn dann unbedingt ges monatliches Pauschale zu entrichten hatten. Auf mitmehnten müsse. Darüber war die Frau freudig Grund der oben genannten Bestimmung steht es den bewegt und sie veranstaltete an einem Montagabend, Aſſiſtenten und Sekundarärzten frei, vom Krankenals der Mann Nachtdienst hatte, eine Abschiedsfeier baus die Verpflegung nunmehr gegen Bez Glung zu mit Seft, Roen und Kerzen.„ Unser Rosenmontag" beziehen. Die schechischen und deutschen Aerzte haben stand auf einam hinterlassenen Zettel. Die Frau einmütig den Vayug des Eſſens gegen Bezahlung ab tötete dann durch einen Schuß ihren drei Jahre lehnt und werden sich außerhalb des Krankenhauses alten Knaben, worauf der Freund sie in den Arm verföſtigen. Infotredeſſen wird das Kranten mahm und zuerst cauf sie und dann auf sich einen hans um die Mittagszeit ohne Aerzte Schuß abgab. Die Verlegungen waren swar schwer, fein. Welche Folgen das für ſchwerkwinke Patienten, aber beide sind wieder geneßen. Das bittere Ende namentlich solche, die dringend operativer Hilfe beham men nach in Form der Anklage. Kleine Chronit. Seite 5 Scheintod und Yoghaschlaf. Kliniken nur drei, an den nicht operativen Kliniken mur je zwei Assistenten ihre Dienstwohnung belassen. Darous folgt, daß die Assistenten gezwungen sind, jeden zweiten bezw. jeden dritten Tag berücksichtigt, daß die Assistenten unabhängig von die das Denken und Sterben des Menschen, ist auch den Nachtdienst zu versehen, ein Umstand, Immer wieder tauchen Meldungen auf, die von der enorme physische Anforderungen stellt, wenn man der Bestattung Scheintoter wissen wollen So alt wie täglich im Dienste sind und obendrein noch einen amerikanische Novellist Edgar Allan Poe hat einfem Nachtdienst überdies mindestens zwölf Stunden die Angst vor dem Lebendigbegrabensein. Auch der großen Teil ihrer dienstfreien Nächte wissenschaft- mal die Angst vor dem bedrückenden Traume des licher Arbeit widmen müssen. Alle diese Maßnahmen scheintot Begrabenen geschildert. Geht man den haben augenscheinlich den Zweck, das viele Millionen Fällen nach, die hier und dort in den Zeitungen betragende Defizit des Krankenhauses durch Ver- erscheinen, so findet sich fast immer eine plausible ringern, wiewohl die Aerztekosten sicherlich einen der Schauer der Sensation aufhebt. Nach den Fortschlechterung der materiellen Lage der Aerzte zu ver- Erklärung, die nüchtern, aber auch befreiend die geringsten Posten des Krankenhausbudgets darstellen, schritten der medizinischen Wissenschaft und der Berwobei man ganz davan vergißt, daß hunderte völlig vollkommnung der Untersuchungs- und Heilmetho unbezahlter Externärzte Arbeit leisten, ohne welche den kann man heute die Vorstellung des Scheinder Krankenhausbetrieb mit den wenigen bezahlten todes nur noch ins Reich der Fabel verweisen. Aerzten nicht aufrechtzuerh Iten wäre. wegen des wachsenden Betriebes, der komplizierteren Fall des Scheintodes besprochen, bei dem ein Arzt In medizinischen Blättern wurde kürzlich ein und zeitraubenderen Untersuchungs- und Behand. beschuldigt worden war, er habe einen Lebenden belungsmethoden, die die fortschreitende Wissenschaft graben lassen. Ein Förster, der während der Daner mit sich brinet, eine größere Zahl besolbeter Aerzte seiner Strankheit ohne ärztliche Behandlung war, anzustellen, werden nech den wenigen bezahlten Aerz; starb und wurde vier Tage später beendigt. Kurz ten Gehaltsabzüge gemacht, die fast die Hälfte nach dem Begräbnis tauchte das Gerücht auf, der ihres minimalen Gehaltes betragen. Da Förster sei lebendig begraben worden. Ein Gehilfe bei handelt es sich fast durchwegs um fachlich best. des Totengräbers hatte beim Versenken des Sarges werden, wie sich die Lage der Krankenha3- an verantwortungsvollster Stelle, also Männer, die schien. Diese Nachricht wurde, wie olles GrauenBei dieser Gelegenheit muß darauf hingewiefen qualifizierte Aergte im Alter von 30 bis 40 Jahren, en Klopfen gehört, daß aus dem Sarge zu lommen ärzte von Tag zu Tag verschlechtert für ihre Arbeit zumindest ein Eristen minimum be- volle. sofort von der Bevölkerung des Ortes geIm Jahre 1925 wurden anläßlich des Beamten anspruchen können, Aerzte, die sich jahrelang als un glaubt. Man grub den Sarg aus, öffnete ihn und abbaues auch mehrere Assistentenstellen ausgelassen, beste Externärzte ausbilden mußten, che sie diese wiewohl die Frequenz on Kranken sich gegenüber der Anstellung erhielten. Alle bisherigen Eingaben und der er bestattet worden war. Nichts sprach dafür, Zahl der vor dem Kriere behandelten Patienten um Bemühungen der Aerzte um Befferung dieser mate- daß der„ lebendig Begrabene" erſtict war: kein ein Vielfaches vermehrt hat. riel umenträ lichen und unwürdigen Stellung blie- trabzeichen und keine Bißwunde war vorhanden. Vor wenigen Wochen wurde den im Kranten. ben erflolos. Stein anderer Stand härte unter die- Erst als man den Sarg abermals versenkte, stieß aufgetragen, die Bedienerinnen, welche in feine Pflicht getan. Durch die jüngste Verordnung Gruft lagen Knochen von früheren Beiseyungen, auf privatrechtlichem Dienffverhältnisse den Aerzten gegen ist aber die Lage der Krankenhausärzte geradezu die der Sarg beim Aufstellen gestoßen war. Der entsprechende Entlohnung das Aufräumen der Woh unerträglich und ihre durch die früher geschilderten Arzt war gerechtfertigt, aber das Märchen vom nungen besorgten, zu entlassen. Gleichzeitig Umstähden hervorgerufene Erbitterung erheblich pe Scheintyde war wieder aufgelebt und hielt noch wurde von Seiten der Direktion je sedys Aerzten steigert worden. Die Aerie werden sich neuerlich wochenlang die Gemüter der Einwohner des stillen eine Bedienerin zugewiesen, wofür ihnen von ihren an die vorgesetzten Behörden und Aenderung dieser, ohnehin färglichen Monatsgehalt ein wesentlicher Be- sowohl den Interessen der Aerzte als eich der Kran: trag abgezogen wird der Pro: est der Aerzte gegen Der Bro: est der Aerzte gegen fen zutviderlaufenden, daber unsozialen Berordnun diefen Eingriff in private Rechte und der Hinweis, gen wenden. Es ist zu hoffen, daß die Behörden daß diese Maßnahme der Direktion für die Aerzte die Ungwednäßigkeit der getroffenen Maßnahmen das Signal zum Ausgraben zu geben. Man darf Wir wurden um Aufnahme folgender Zeilen mit den schwersten Unomnehmlichkeiten verbanden fei, einsehen und diese Verfügungen aufheben werden. zugeben, daß diese Auffassung vom holden Schein des hatte nicht den geringsten Erfolg. Ferner wurden. Ansonsten wäre zu befürchten, daß eine ernste Krife Optimismus umstrahlt ist und auch einer gewenige Tage später einem Teile der flinischen Aim Krankenhausbetriebe eintreten würde, die unab- wissen Komit nicht entbehrt stenten die Dienstwohnungen im Kranfcbbare Folgen haben könnte. Radioverbindung nach Grönland. Der dänischen Rundfundgesellschaft ist es nach langen Versuchen gelungen, eine regelmäßige Funkverbindung mit Grönland herzustellen. D durch ist es mum möglich geworden, die wichtigſten Neuigkeiten der Welt täg lich auf dem Funkwege nach Grönland zu geben, während ihre llebeumittlung bisher 20 Tage er forderte. Während der fünf Wintermonate war inunterbunden. dürfen, haben wird, ist laum abzusehen. - fand den Toten unverändert in der Stellung. in folge des Eises überhaupt jede Schiffsverbindung baufe wohnenden Assistenten und Sefundarärzten fen unleidlichen Verhältnissen so lange schweigend man auf die Ursache des Klopfgeräusches In der Die Vereinigung der Tierfreunde in Prag veranstaltet einen Vortrag Professor Lessings am 7. April im Mozarteum über Mensch und Tier". Karten bei Wetzler, Truhlař, Cizinecký svaz und an ber Abendkassa. enfucht: Eingesendet. In eigener Sache. Gerichtsjaal. Die„ Deutsche Presse" brolyte in ihter Nummer vom 26. März einen Artikel über mich unter denn Titel„ Der Freidenlerapcstel Svenn". Dieser Artikel strost von Uwahrheiten. Gleich eingangs steht eine Unwahrheit über mein Kommen nach Nordböhmen. Nicht deshalb bin ich gekommen, weil meine Vorträge in Desterreich nicht mehr ziehen, sondern weil Aus einer Praner Bar. man mich gerufen hat. Ich mußte eine Einladung Prag, 2. April. Also Stammgast in der Bar meiner mährischen Genossen abschlagen, weil ich ge- ,, Ronvift" in Brag zu sein, das muß sich jedermann, rabe jetzt in Desterreich ſtark bensprucht bin. Es ist und selbst der reichste Lebemann, wohl überlegen. eine glatte unwahrheit, daß ich meine Eltern amter Denn die Rechnungen, die dort präsentiert werden, Tränen bas, Priester zu werden, daß ich nach Gras sind am Ende gleich mit ein paar diden Nullen geseg, um mir angeblich meine kranken Eltern zu schmückt. Dies sollte auch ein Fabrikant Sarel unterſtützen, daß ich dabei mein Kind somit Kindes- Raras erfahren, der Lieferant für Weinhändler ist murrer mit nach Graz genommen hätte. Es ist wei- und daher auch„ beruflich" solche Lokalitäten auf ter eine unwahrheit, daß man mir mit dem Aus- sucht. Er bestellte sich da neulich einmal für sich schluß aus dem Benediktinerorden gedroht habe und und seine Gesellschaft, die aus drei Stöpfen bestand, daß ich im Buwenland ein Lotterleben geführt hätte, vier Flaschen guten Champagner. Als man den so daß alle bathellischen Vereine mit mir gebrochen Wein ausgetrunken hatte, ließ man sich noch drei härten. Es ist eine Unwahrheit, daß ich irgend welche Flaschen Cognac bringen, Zur besseren Verdauung!" fremde Ger für mich verwerdet hätte und ich ver- meinte der Herr Fabrikant witzig. Und dann jedem weise darauf, daß ein christlichsozialer Gemeinderat noch eine Tasse Schwarzen!"- Weshalb denn nicht? von Mattersburg, der mir einen ähnlichen Vorwurf Wenn man Fabrikant ist und sich's leisten lann? gemacht hatte, in Wien beim Berufungsgericht u" Zahlen, Herr Ober!" fünf Tagen Arrest verurteilt worden ist. Bitte sehr, bitte gleich, Euer Gnaden, macht Es ist eine Verdrehung, wenn von einem mehr- neuntausend Katschee zusammen!" maligen Konfessionswechsel die Rede ist. Nach mei- Das nächste, was der Herr Fabrikant tat, nach nem Stirchenaustritt mußte ich, aus formalen Grün- dem er sich von einem scheinbaren Ohnmachtsanfall den, für kurze Zeit altkathelich werden, um nach erholt hatte, war, daß er dem Herrn Ober eine den sehr veralteten Eherechtsbestimmungen Defter. Watsche als Gegenrechnung präsentierte. reichs eine lerale Ehe eingehen zu können.. Die Die Watsche scheint ebenso kräftig gewürzt ge gleiche Verdrehung geschicht mit den Briefen an wesen zu sein wie die Champagnerrechnung, denn der Herr Ober stürmte stante pede zum Arzt, der meinen letzten Chef, die zu einer Zeit geschrieben eine dreitägige Arbeitsunfähigkeit Straft seiner Un wurden, wo ich nach meinem Kirchenamstritt noch eim Ringender war, einer, der sich flare Gewißhei: terschrift bestätigte. Herr Prochazka erledigt seine Geschäftsreisen nur mit Automobil. Verläufer von Losen. Sieht man diese Leute an den Prag, 2. April. Herr Alois Prochazka ist ein Prager Straßenecken stehen und hört sie sich heiser schreien, um so ein Los, dessen Ziehung„ morgen" ist bei den Vorübergehenden anzubringen, dann denkt man unwillkürlich: Welch ein trauriges Los, von dem Ertrage des Verkaufes solcher Lose leben 34 müſſen! Städtchens in Bann. Sehr pessimistische und erfinderische Menschen sind aus der wahnsinnigen Angst vor dem Lebendigbegrabensein auf die absurde dee lassen, um beim Erwachen auch noch im Grabe selbst verfallen, sich Klingelleitungen in den Sarg legen zu Bom wissenschaftlichen Standpunkte aus unterscheidet man innere und äußere Ursachen und den psychisch bedingten Scheintod. Zu der ersten Stategorie zählt man die Fälle, die auf die völlige Erschöpfung lebenswichtiger Organe zurüdzuführen find. Die Mehrzahl solcher Erscheinungen sind relatib einfach festzustellen und zu beheben. Viel schwieriger, aber auch zugleich viel interessanter sind die haben. In diese Gruppe gehört auch der MoghaErscheinungen des Scheintodes, die seelische Ursachen Willenskonzentration und Energie und durch lange schlaf der indischen Falive. Durch eine ungebeure Uebungen erreichen es die Falire, daß sie sagelang begraben werden können. Diese für uns unbegreif lichen Leistungen lassen sich nur durch Selbsthypnose erklären. Auch uns ist es im Zustande der tiefsten Hypnose möglich, vollkommen leblos zu scheinen und gegen Schmerzen unempfindlich zu sein. In der Medizin spielt ja jetzt nicht nur bei Nervenkrankhei ten, sondern auch bei chirurgischen Eingriffen die Sypnose eine nicht geringe Rolle. sterben! Der Film. Die schöne Zeit der jungen Ltebe betitelt sich ein Lustspiel von Hans Sturm, das in Berlin auf die Leinwand gebracht wird. Für die Hauptrolle wurde Lilian Harvey in Aussich genommen. Fatty Arbuckle, der vor Jahren ziemlich be. Gerichtsverhandlung in Amerita unmöglith machie, Herr Alois Prochazka nimmt die Sache nicht so schwer wie ein gedankenvoll vorübergehender Pasfant. Erstens stellt er sich nicht an die Straßenede mit seinen Losen, sondern besucht direkt PrivatperDie Angst vor dem Scheintode, das Mystische sonen, und zweitens würde ihm das Herumlaufen der Wunsch der Menschen nach Spannung und Senund Grausame, das dieses Problem in sich birgt, auch müde Beine machen, daher findet er schon andere Mittel für seine Aquisitionsreisen. Wozu bat fation, aber auch die tiefste menschliche Eigenschaft, der Herrgott die Automobilfabriken geschaffen? das Mitleid, werden Nachrichten von der Bestattung Sicherlich nur, damit sie Automobile erzeugen! Und Scheintoter immer den geeigneten Nährboden geben. wozu gab der Herrgott ein paar Leuten den Einfall, In Wirklichkeit ist die Diagnostik jep so genau daß eine Autotransportgesellschaft ins Leben zu rufen? der Tod einwandfrei festgestellt werden kann Aber Nur, damit sie Leute herumfahren! Nun, und die troß alledem wird das Märchen vom Scheintode nicht Autotaxi, die an den Straßeneden in ganzen Kolonnen aufgestellt sind? Sind die vielleicht nur zum Ansehn da? Das weiß doch jedes Baby bereits, zum Herumfahren sind sie da. Also mietete Herr Prochazka zuerst einen Wagen bei der Prager Autotransportgesellschaft und vereinbarte 3 K für den Nun aber erstattete der Fabrikant selbst die An- Kilometer. Der Chauffeur, welcher den schönen Na verschaffen wollte. Freidenker im strengsten Sinne seige wegen Wuchers. Der Herr Ober revanchierte men Hannibal Rehok führt, führte ihn sieben Tage des Wortes genommen, wurde ich erst ein Jahr nach sich mit einer Strasanzeige wegen leichter Körper- lang durch die Städte der Republik und wieviel gibt meinem Austritt und seit jener Zeit halte ich erst verlebung, Ehrenbeleidigung und Verdienstentgang. es deren nicht in unserem Staat! Herr Prochazka meine Referate. Ebenso vornehm ist es, die aus Vor dem Bezirksgerichte Prag II. unter dem Vor- besuchte nicht alle, er fuhr bloß 700 Kilometer herparteitaktischen Gründen auferlegte Reserve des sozial- size des OLGR. Švambera fand die Verhand- um. In Prag gab er dem Chauffeur Hannibal eine demokratischen ,, Linzer Tagbl." zu erwähnen, aber den lung statt. Der Fabrikant erklärte, daß ihn die Anweisung auf die Českomoravska banka wederen Artikel, der von diesem Blatte noch Ende Rechnung, die nicht einmal spezifiziert war, in der und drückte ihm noch ein Trinkgeld seperat in die Juli 1926 über mich geschrieben und in dem ich artige Aufregung gebracht hatte, daß er dem Ober vand. Mit dem Schein, lieber Hannibal, gehen gerechtfertigt wurde, nicht zu bringen. Ich bedaure eine normale Shrfeige" dafür herunterhaute. Der Sie zur Bant und lassen Sie sich Ihre Forderung es, daß der christlichsoziale Abgeordnete Erwin 3a- Ober behauptete, daß die Chrfeige nicht normal, son- bort von meinem Konto auszahlen! Servus! Sie licek ſich dazu hergegeben hat, aus schon längst ver- dern so stark gewesen sei, daß er jogar blutete. Der sind ein prächtiger Wagenführer! So gut bin ich ficerten, unsauberen Quellen zu schöpfen. Man wirft Over berief sich auf die Zeugenschaft des Hotelpor noch nie im Leben gefahren!" Natürlich fannie kein mir vor, daß ich nicht klage. Erstens habe ich, den tiers und eines Baßfängers, die dabei anwesend Mensch in der Bank einen Herrn namens Alois Gemeinderat geklagt, der mir finanzielle Unregel- waren. Der Hotelportier wußte sich an nichts zu Prochaska. mäßigkeiten vorgeworfen hatte und ich habe im Jän- erinnern. Der Baßfänger singt inzwischen wo anders Dann mietete Herr Prochazka ein Auto vom ner dieses Jahres Pater Dr Fialer in Wien geflogt, und ist nicht auffindbar. der mich einen Lügner und Verbrecher genannt hat. Der Richter vertagte die Verhandlung bis die Leider ist der Prozeß noch nicht zu Ende. Zeitungen Wucheraffäre gegen den Kellner erledigt ist und der flage ich grundsätzlich nicht, weil bei Zeitungsklagen Bassist aufgefunden würde.- Natürlich hat der nie etwas Positives zu erzielen ist, sondern die Herr Fabrikant inzwischen die neuntausend Kronen gegnerischen Zeitungen nur Geschäfte mit solchen bezahlen müssen. Prozessen machen. Ich stelle die Gegenfrage, warum Dazu bemerken wir, daß das Prager Nachtleben hat man mich nicht geklagt, wenn in meinem Leben geradezu eine Schmach für diese Stadt bedeutet, „ dunkle Geschichten" zu finden sind? Weinstube neben Weinstube, Stundenhotel neben Ich werd: mich durch diesen Stamps nicht ab- Stundenhotel, ein bei Nacht in Prag ankommender sein. Er sandte bloß ein Protokoll aus der Belle halten lassen, dem Volle die Wahrheit zu sagen Mich leitet das Bestreben, das durch Seirchentum und Kapital unterdrückte schaffende Volt frei zu machen. Bei dieser cruster Arbeit gilt aber das Wort: Nur die Wahrheit macht uns frei! Anton Krenn- Wien, ( chenuals röm.- bath. Priester). Fremder ist gezwungen, im Park zu nächtigen, weil die Hoteliers ein Zimmer bei Nacht zehn bis zwan zigmal an Pärchen abgeben. Neuntausend Kronen in einer Nacht verpraßt, soviel, als ein Arbeiter taum in einem Jahr verdient! Man kann sich aus diesem kleinen Ausschnitt aus dem Prager Nachtleben ein Bild machen, wie es in den Vars zugehen ntag. Chauffeur Solc. Der verlangte 4 Kč für den Stilometer. Das spielte bei Herrn Prochazka keine Rolle. Er fuhr mit ihm bis nach Iglau. Hier verschwand er ohne Auto. Endlich erwischte ihn die Polizei. Das Kreisgericht Iglan verurteilte ihn zu acht Monaten schweren Kerkers. Natürlich konnte er bei der Prager Verhandlung wegen der ersten 780 Kilometer nicht anwesend des Iglauer Striminals, daß das eine zivilrechtliche Angelegenheit ſei und nicht vor den Senat bes Strafgerichtes gehöre. Der Prager Senat unter dem Vorsitze des D.- L.G.-R. Bouček war anderer Meinung. Man fügte Herrn Prochazka noch weitere fünf Monate schweren Kerter hinzu, damit er sich von den anstrengenden Autoreisen genügend erholen möge. lannte dice Filmkomiker, den im Jahre 1921 eine trondem er erwiesenermaßen völly unſchuidig war, eine ganze Reihe von Lustspielen verpflichtet wurde. auch seine Gattin Doris Deane wird in Berlin filmen. fommt diesen Sommer noch Deusschland, wo er für Zelnits neuer Film. Friedrich Beinit bat die Aufnahmer zu dem Film„ Die Weber" nach dem bekannten Bühnenstüd Gerhart Hauptmanns begonnen Ais Hauptbarsteller des Strikes wurder veröffentlicht: Paul Wegener, Dagny, Ser. va e s, Wilhelm Dieterle und Theodor Loos. Die glühende Gasse, ein Roman von Paul Rosenhayn, wird in Berlin verfilmt werden. Ein neuer Königs- Film. Der Regisseur Friedrich Feher dreht für die National einen Film Die Liebestragödie des Serbenkönigs mit Alexander und Draga Maschin" Wagba Sonja in der Hauptrolle. Ein Chopin- Film, Henry Roussel beabsich tigt in der nächsten Zeit einen Chopin- Film zu drehen, dessen Manuskript Frankreichs bekanntester Filmdichter Henry Dupuy Mazuel, der Verfasser des Filmes„ Das Wunder der Wölfe" und des bisher bei uns noch nicht vorgeführten Filmes Der Schachspieler", verfaßt hat. Geite 6. Sonntag, 3. April 1927. Die Osterfeiertage stehen vor der Tür ist Ihre Frühjahrsgarderobe noch unvollständig? Unsere unerhört reiche Auswahl in modernsten, preiswerten Frühjahrs- Kleidern u. Mänteln, Komplets, Blusen Unsere Maß- Abteilung und Schlafröcken. Unser neuer, künstlerisch ausgearbeiteter, illustrierter Katalog Un sere Mode II- Abteilung nach Pariser Vorbild redigiert, Frühjahr Frühjahr- Sommer 1927 in Tiefdruck durchgeführt gegen Einsendung von Kč 3stehen Ihnen zur Verfügung gegen Einsendung von Kč 3Wir wollen Ihnen nicht einmal verkaufen wir wollen Sie dauernd bedienen! Ratenzahlung durch Bankhaus Bauer Praha, Pařížská 28. BON- TON, PRAHA Josef Wiener& Co., Václavské nám. 55, Ecke Lützowova Harold Lloyd nach Europa. Der bekannte ameri. fauische Komiter Harold Lloyd plant einen Film, der in Deutschland, England, Frankreich und Italien gedreht werden soll. Die Fabel des Filmes wird gegenwärtig bis in alle Einzelheiten ausge. arbeitet. Lilian Gishs neuester Film, den sie unter der Montag, den 4. April 1927, abends 8 Uhr, im Hörsaale der Deutschen Technik, Prag I., Hus, gasse( Hörsaal 20) allgemein zugänglicher Regie von Victor Sjöström drehen wird, betitelt Lichtbildervortrag sich„ Wind". Bolenblut" im Film. Carl Laemmle batte Das neue Wien" Regiebeitrag 1 Krone. im Vorjahre durch die Prager Filiale der Universal Vortragender: Genosse Josef Hofbauer, Prag. von Oskar Nedbal die Verfilmungsrechne der Operette Polenblut" abkaufen lassen. Die Operette wird nun in Amerika unter dem Titel„ Er, der die Frauen fannte" auf die Leinwand gebracht werden, und zwar mit Jwan Mozuchtn und Lya de Putti in den Hauptrollen. Kunft und Wilen. " Derselbe zeigt die gewaltigen Leistungen unserer deutschösterreichischen Genossen in der Gemeinde Ratenzahlung durch Bankhaus Bauer Praha, Pařížská 28. 13 Uhr, Gastspiel Traute Carlsen: Großfürstin„ Tartüffe“ und„ Der zerbrochene Krug". und Zimmerfellner"; 7% Uhr, Gastspiel Urania- Klassiker- Borstellung im Neuen Deutschen Traute Carlsen:„ Eifersucht". Montag, Gast- Theater, Samstag, den 9. April, halb 3 Uhr nach Spiel Trause Carlsen:„ Großfürstin und Zim. mittags. Mit der ersten Abendbesetzung. Besonders ermäßigte populäre Urania- Preise. Logen: 20 bis 40 K. Sipplaye: 3 bis 9 K. Karten Urania Bio Nassa und in den Schulen. 4636 merfellner". Vereinsnachrichten. „ Urania". ., Wran- Urania- Kino". Wien, wie es weint und lacht". Ein wahres Lebensbild! Prachtig dargestellt von Mädi Chri film. In die Heimat Andreas Hofers! Prachtvolle rida Richter usw. Wran Urania- Kino. Heute halb 11 Uhr:„ Südtirol", Kulturreise it i ans, Frip Greiner ein Echter vom Grund! Landschaftsbilder! Historische und kulturelle Rüdente 3, halb 6 und 8 Uhr. Smetschtag. Tel. 20429. blide! Wiederholung: morgen, Wontag, 8 Uhr. Witgl. Erm. „ Eltern und Kinder".( Ueberreste mittelalterWien.- Genoffinnen und Genoffen! Agitiert licher Erziehung), Dr. Frib Wittels( Wien), Mon Aus der Partei. für einen zahlreichen Besuch dieses Lichtbilder tag, 4. d., 8 Uhr. Sehr empfehlenswert die Ratschläge vortrages! Mitteilungen aus dem Bublifum. Rasha- Mäntel, ganz auf Seide gefüttert, sehr elegante Facon Rollo" à Ke 445.- nur bei Busch, Damen- und Badfisch Konfektion en gros und en detail, Prag, Vřilopy 27( Mitte des Gra bens, jogen. Großer Bazar) nur 1. Stock, Eingang im Bause leine Schaufenster. 4673 Gastspiel Traute Carlsen:„ Die Großfürstin und der Zimmerkellner".-„ Eifersucht." Traute Carlsen wird in der kommenden Woche zum erstenmale vor das Prager Bublifum treten. Sie beginnt ihr Gastpiel in der Suloinen Bühne Mittwoch als Großfür. stin Xenia in der omnisanten satirischen Komödic Beethoven- Abend im tschechischen Nationalthea ter. Der festlichen Fidelio" Aufführung am Beethoven- Tag( 26.) hat das tschechische Nationalund Staatstheater am Freitag einen zweiten Beethovenabend folgen lassen, bei dem das Oratorium Christus am Selberg" das Ballett„ Die Geschöpfe des Prome theus" zur Aufführung gelangten. Beide Werke stammen aus der ersten Schaffenszeit Beethovens, verraten also noch wenig von der elementaren Größe des Musiktitanen. Eher noch zeigt die Ballettmusik zu den„ Geschöpfen des Prometheus" in mancher vorahnenden Einzelheit den eigenwilligen und heroischen Zug Beethovens. Der„ Prometheus" fand bei feiner Uraufführung am 28. März 1801 mehr Teil nahme beim Publikum als bei der Fachkritik; von dem Oratorium ,, Christus am Delberg" hat Beethoven selbst nicht viel gehalten, die Schöpfung dieses Werkes sogar bedauert. Beide Werkte fommen heute die Großfürstin und der Zimmerfell. übrigens nur ganz selten zur Aufführung; nicht ein- ner" von Alfred Savoir Die übrigen Hauptrollen mal der schönen und formal prächtigen Prome der Novität sind mit Erni Hrubesch und den Herren theus" Ouvertüre begegnet man im Konzertsaale. Brouer, Hörbiger, Jansch, Reinhardt, Mayer, SchauVon diesem Seltenheitsstandpunkte aus war es mann und Veit besetzt. Spielleitung: Felix Knüpfer. jedenfalls sehr zu begrüßen, daß das tschechische Die Komödie wird Donnerstag, Freitag und Soun Nationaltheater gerade diese Werke zur zweiten teg nachmittag wiederholt. Samstag abends tritt Beethovenfeier gewählt hatte, weil man ihrer szeni Traute Carlsen im neuen Theater als Jelena Nikolaschen und vollständigen Wiedergabe in einem Bier- jewna in Arzibatschews Schauspiel„ Eifersucht" teljahrhundert kaum einmal teilhaftig wird. Opern auf. Die übrigen Rollen sind mit den Damen Ba chef Ottokar strčil hatte den Werken eine aus gezeichnete, ebenso saubere wie ſtillvolle musikalische Ausführung zuteil werden lassen. Die stimmungsvollen Bühnenbilder und die fünstlerisch sorgfältige izenische Ausstattung, die namentlich im Christus am Selberg" von eindrucksvollster, den überirdischen Charakter der Handlung betonender Art war, stammDonnerstag neueinstudiert„ Eine Nacht in Vc. ten von Blastislav Hoffmann( dem Smetana-- nedig". Nach der„ Fledermaus" und dem„ Vogelhändler" wird nunmehr als weitere klassische Ope Inszenierungsfünstler unseres deutschen Theaters) und Ferdinand Pujmann. In den Hauptrollen ette Johann Strauß'„ Nacht in Venedig" in der beiden Werke zeichneten sich aus: Wenzel Novat der erfolgreichen neuen Bearbeitung von Erich ( ein schon der äußeren Erscheinung nach glaubhafter Wolfgang Korngold im Spielplan erscheinen. Die Prometheus), Ottokar Maral, Frl. Norde- Neuinszenierung leitet Direktor Alfred Hurtig nova, Kozlitova, Stepantova und Cerna, Herr Linka( Petrus) und die Herren Bohan, Müller und Famira als Satiren. Der Eindruck und Erfolg der Werke beim Publikum war außerordentlich. ―et. der, Frey und den Herren Breuer, Hörbiger, Hölzlin, Fischer- Streitmann, Renner, Reinhardt und Ströhlin besetzt. Spielleitung: Max Liebl. Sonntag, den 10., wird Eifersucht" in der Kleinen Bühne als Abendvorstellung gegeben. hat man denn in Prag noch zu wenig Regisseure? d. Red.) vom Stadttheater in Aussig a. G., die musikalische Neueinstudierung Kapellmeister H. W. Steinberg. In den Hauptpartien sind die Damen Love( Ciboletta), Schiller( Annina), LonTrizi.( Kleine Bühne.) Cosmo Samil gauer( Agricola), Ondra( Barbara) und die Herren 1on hat ein Lustspiel geschrieben: amerikanisches Adrian( Quido), Fleischmann( Pappacoda), Kober Milieu, brauchbare Publikumsschlager, so bißchen( Caramello), Bauer( Delacqua), Czubor, Ludwig und amerikanischer Wert; so bißchen Fruchtkonserve; Schaumann beschäftigt. Erste Aufführung Donnersleicht verdaulich, gut zu essen, bißchen süß, die aus- tag( 122--2). gegessene Büchse wird des Stücke weggeworfen. Der Einfall Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. einer verzogenen MillioSonntag, 2% Uhr: Arbeitnehmer- Vorstellung:„ Der nentochter, als sie ihre Familie nachts in der Woh Vogelhändler"; 7 Uhr abends:„ Schwal nung eines mondainen Malers erwischt, wo sie nicht bennest". Montag, 7 Uhr, Ensemble gastspiel Sturt hingegangen ist um etwa von verbotenen Früchten G3 B: Hokuspokus". Dienstag, Ensemblezast zu essen, sondern nur aus Laufemädelromantik, sich spiel Sturt Göy:„ Sokuspokus". Mittwoch, als Gattin eines Afrikaforschers auszugeben. Dann 7½ Uhr:„ Cardillac". Donnerstag, 7 Uhr, nengeht alles wie von selbst, man heiratet zuletzt wirk- einstudiert:„ Nacht in Venedig". Freitag, lich. Die Regie Hölzlins hat einen beſtimmen 7 Uhr:„ Fidelio". Samstag, 2% Uhr, UraniaTon festgehalten, der den Durchschnittsfiguren eine menschliche Wärme einhauchte, nicht ohne eine gewisse Feinheit außeracht zu lassen, die in Konver sation und Mäßigung der Karikatur wohltuend wirkte. Paula Wessely spielte heute eigen, mandh mal hatte man den Eindruck: Wessely muß eben Wessely sein, ist verpflichtet dazu, das Gespenst der Manier droht also auch ihr, aber dann hatte sie Vorstellung: Tartuffe" 3erbrochener Strug"; 7½ Uhr, Gastspiel Traute Carlsen, neneinstudiert:„ Eifersucht"( 126-2). Sonntag, nachni. 7 7½ Uhr: Nacht in Venedig"( 125-1). Montag, Uhr, Arbeiter- Vorstellung: Figaros Hochzeit"; Uhr:„ Ariadne auf Naxos"( 128-4). Spielplan der Kleinen Bühne. Sonntag, 3 Uhr: Montag, BantMomente, wie den Schluß des zweiten Aktes und life"- Zerbrochener dén des dritten, die eine gewaltige Darstellungstraft in ihr zeigten, die gar nicht noch ganz entmidelt ist. Man fonnte sie schluchzen sehen! Senüpfer ist sehr fein dem allzubilligen bloßen Ton des soge nannten brutalen" Mannes ausgewichen und gab dafür Herz und wirkliche Eleganz! Ströhlin, bru besch, Rösner, Medelsfy), Breuer, Monati lösten ihre episodischen Aufgaben sehr nett. -rbbeamten: Serug". Dienstig: Miß Chocolat". Mittwoch, Gastipiel Traute Carlsen, Premiere: Großfürstin und Zimmerteliner". Donnerstag, Gastspiel Traute Carlsen:„ Großfürstin und Bimmerfellner". Freitag, Gastsipel Traute Carlsen: Großfürstin und 3immerfell. ner. Samstag:„ Miß Chocolat." Sonntag, und Erfahrungen eines so erfahrenen Fachmannes tennen zu lernen. Jeder wird etwas Beherzigenswertes mit nach Hause nehmen. Karten 12-4, Wit glieder 10-3 K. „ Das trockene Amerika und das nasse Europa", E.. ohenthal, Montag, 4. d., 8 Uhr. Ueber das Für und Wider der Weinungen. Karten 4-2 K. Die Fremdenlegion", Emil lavka, Dienstag, 5. d., 8 Uhr. Authentischer Bericht eines gewesenen deutschen Fremdenlegionärs. Karten 6-4 K. Jugendbewegung. S. J. Prag.( Monatsprogramm für April.) 6. Vortrag des Genossen Dr. Emil Franzel, Thema:„ Die Weltanschauung des Bürgertums". 9. Frühlingsfeier. Gemeinsam mit den tschechi schen Jugendlichen. Ort und Zeit wird noch bekanntgegeben. 13. Spielabend und Probe zum 1. Mai. Kulturelle und literarische Beziehungen der 20. Monatsversammlung mit Vortrag des GeDeutschen und Tschechen", Prof. Dr. Partus. Drei Thema:„ Die Bedeutung Vortrage. Beginn: Freitag, 8. d., 8 Uhr. Germanossen Schönfelder, 10 K. Einzelfarten 5, Witgl. 4 K. nische und slawische Welt". Rurskarten des 1. Mai für die Jugend". 27. Gruppenabend und Probe zum 1. Mai. BÖHMISCHE UNION- BANK PRAG. 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