Gingelpreis 70 Seller. Redaktion und Verwaltung: Prag. H., Nelazanta 18. Telephone: Tages redattion: 26795, 31469. nachtredattion: 26797. Poftichedamt: 57544. Juferate werden lant Tarif billigt berechnet. Bei öfteren Einfaltungen Preisnachlaß. 7. Jahrgang. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit. Samstag, 16. April 1927. Bezugs Bedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post: monatlich. vierteljährlich Ke 16.B halbjährig 48.96.ganzjährig. 192.Radftellung von Manustripten erfolgt nur bei Einfendung der Refourmarken. Ericheint mit Ausnahme des Montag täglich früh Nr. 90. Sprengt die Gruft der Reaktion! Das Feft der Auferstehung, das in diefen| Weg zu menschenivürbigem Dasein versperrben. I tausendfachem Mord nicht zurück, um sich das tiefes menschliches Erbarmen, wem ge es näher Tagen in allen Kirchen gefeiert wird, erinnert Buerst in wilden Verzweiflungsaften, dann ergiebige Ausbeutungsfeld Ostasiens für alle als dem Proletariat, das selber seit Jahrzehn das kämpfende Arbeitervolk an seine eigene immer mehr in organisierter Form 3ufunft zu sichem. Sein Papst und fein Biten seinen ſteinigen Leidensweg geht! Doch Passionsgeschichte. Tragisch und er- machte das Proletariat seinen elementaren. Wi- schof steht auf, um gegen diese Schändung des nicht in ferne Vergangenheit braucht es sich zu greifend ist das Leiden des legendären Zimmer- derstand gegen die kapitalistische Unrechtsord- Christentums zu protestieren. Nur das inter- verjenfen, um den Kreuzweg eines Gemartermannssohnes, welches das Christentum in den mung geltend. Heute rennt es aber nicht mehr in nationale Proletariat erhebt seine Stimme für ten wieder erschüttert zu durchleben. Die un Mittelpunkt seiner Osterfeier stellt. Aber was blinder Wut und Empörung gegen seine Unter die gemarterten Brüder in China. Gemessen mittelbare Gegenwart bietet soviel ergreifendes bedeutet die Tragif eines erschütternden Ginzel- brücker an, sondern in planvoller Ordnung an diesen Vorgängen wirft daher der österliche proletarisches Leid, daß fein Herz so weit und schicksals gegen die Massentragödie der schaffen- stürmt es Schanze um Schanze des Ausbeuter- Menschlichkeitsdusel des Bürgertums wie ein feine Seele so groß sein fann, es zu umfassen. den Menschheit in den vergangenen Jahrhun Unsere Gedanken weilen in diesen Tagen bei derten und Jahrtausenden. Kann menschliches den Helden und Märtyrern des proletarischen Empfinden dieses Meer von Not und Dual und Befreiungskampfes. Ehre den zahllosen Opfern Jammer überhaupt erfassen? des Fascismus, die in den Folterkammern des weißen Terrors ihr Leben aushauchten. Ehre dem Helden Matteotti, der in den Händen der Schergen Mussolinis unbesiegt gestorben ist. Gruß den tapferen Brüdern, die in den Depor tiertenhöllen Italiens, in den Todesgefängnissen Rumäniens, in den Kerkern Ungarns, Spaniens, Bulgariens dahinschmachten. Ihnen, den toten und lebenden Märtyrern des Sozialismus gilt unser stärkstes Mitempfinden, unser Ostergruß voll Dank und Bewunderung! Söldner und Beamte Roms follen einen jüdischen Volksprediger, der ihrer Herrschaft gefährlich erschien, als„ König der Juden" verhöhnt, zum Tode verurteilt und gefreuzigt haben. Das ist der überlieferte Inhalt der Kirch lichen Osterhandlung, die an Stelle des uraltvolkstümlichen Frühlingsfestes trat. Die alten Römer waren in der Tat harte Gebieter in den croberten Provinzen und es entspricht der geschichtlichen Wahrheit, daß sie jeden Versuch einer Auflehnung mit unerhörter Grausamkeit begegneten. Das haben auch jene unglücklichen Völferschaften erfahren, die in die römische Sklaverei verschleppt wurden, aus der sie sich unter dem heldenhaften Führer Spartakus mit dem Schwerte befreien wollten. Der Aufruhr der Sklaven wurde blutig niedergeworfen. Spartatus erlitt mit tausenden seiner Genossen den Kreuzestod. Gewalt und Racheburst siegten über das Flare Recht der Unterdrückten. Und diese Art der Lösung gesellschaftlicher Probleme war feineswegs eine Besonderheit des heidnischen Altertums." Wie ist doch den lei b eigenen Bauern im Mittelalter verfahren worden! Gar nicht zu reden von ihrer wirtschaftlichen Lage, die sich durch nichts von dem Jammerdasein der antiken Sflaven unterschied. Wehe ihnen, wenn sie sich nicht bis aufs Blut ausbeuten und ohne Widerstand von einer Horde adeliger Prasser zusammenschinden ließen. Geköpft, gerädert, gevierteilt oder mit dem Feueriode bestraft wurden die Bauernrebellen, die sich unter Berufung auf das Evangelium gegen das unchristliche sündhafte Gewaltregiment der weltlichen und geistlichen Grundherrn auflehnten. Mit Zustimmung, ja oft jogar unter aktiver Beteiligung der Kirchengewaltigen wurden die Bauernaufstände niederMIT UNS DAS VOLK MIT UNS DER SIEG! " Wenn auft nicht überall in blutiger Form, so ist doch in jedem Lande die Reaktion un ermüdlich am Werke, das Proletariat in neue Fesseln zu schlagen. Hand in Hand mit der fortgesetzten Bedrohung seiner politischen Rechte geht der Angriff auf die sozialpolitischen Errungenschaften, geht eine raffinierte Verschär fung des Ausbeutungssystems. Seht doch die Berkörperung des kapitalistischen Versöh nungsgeistes" in unserer Bürgerregierung an! Wo ist das Christentum, wo ist das soziale Gewissen dieser Parteien, die mit Zöllen und Verbrauchssteuern die Not der Kurzarbeiter, den Hunger der Arbeitslosen furieren? Nun feiern auch die Herrn Aktivisten den österlichen Frieden, nachdem sie zuvor die Sprengpatrone an das allgemeine Wahlrecht gelegt, ihre Schlingen auf die demokratischen Rechte des Staats, bürgers ausgeworfen und dem Kriegsgotte alle seine Wünsche befriedigt haben. Nach der feiertäglichen Erbauung soll es frisch- fröhlich an die Demolierung der Sozialversicherung gehen. All Das arbeitende Volk möge sich mit der Eufenntnis wappnen, daß der entfesselte Selassen. egoismus der Großbourgeoisie feine moralischen Hemmungen fennt, und daß ihr kein Mittel zu schlecht ist, um zum Ziele der völligen Versfla bung ihrer Herrschaftsobjekte zu gelangen. Was aus anderen Ländern seine düsteren Schatten geworfen, mit Blut und Feuer geführt. Der tums, das Ziel einer neuen freien Gesellschafts-| 5 I u tiger Sohn auf die Wirklich wirft, die Aufrichtung einer offenenfasciWohlstand der Klöster und Bistümer war ja ordnung leuchtend vor Augen. fcit. Solange die Politik des Imperialis- st ischen Gewaltherrschaft, fann auch auf der Fronarbeit der Bauern begründet und Schon hat die Arbeiterklasse ein gutes mus die Welt beherrscht, solange auch bei uns bei uns noch zur Luisache werden, wenn die so ist es begreiflich, daß in den deutschen Stüd ihres Leidensweges durchschritten," doch zu Lande immer neue Rüstungskredite und Arbeiterklasse nicht zuvor mit gesammelter Kraft Bauernfriegen ein so hervorragender Stirchenleh ihr Märtyrertum wächst in dem Maße, als der Militärgesetze haufenweise beschlossen werden, dem reaktionären Fastnachtssput ein Ende berer wie Melanchton die göttliche Einrich- Tag ihrer siegreichen Auferstehung heranrüdt. solange fann und darf die Arbeiterklasse an veitet. Und dennoch: Es foftet sie nur einen getung" der Leibeigenschaft verteidigt hat und für Sohngericht, Folter und Kreuzigung ist die leßte feinen Osterfrieden glauben und muß eine waltigen Rud neuer Stampfentschlossenheit, die ihre Aufrechterhaltung eintrat. Die Leiber zahl- Zuflucht der Herrschenden bis in unsere Tage Friedensideale reinhalten vor der Berührung Kerkermauern der Kapitalsherrschaft loser Märtyrer des sozialen Befreiungskampfes geblieben. Die Kapitalistenklasse, die ihre mit den kapitalistischen Heuchlern und Phari- sprengen und mit dem Glanze neuer Siege ihre Beiniger zu blenden! bededen die Straße, die zur Aufhebung der Herrschaft in den Grundfesten wanten sieht, fäern. Aber nicht nur im Kriege offenbart sich die Leibeigenschaft führte. Nicht das Walten christ- scheut selbst vor den Gipfelpunkten heidnischer In Kerkern und Grüste wollten sie die licher Nächstenliebe, sondern der Druck wirt Grausamfeit nicht zurück, um ihre Wacht zu ganze Bestialität des Sapitalis- Freiheitssehnsucht der arbeitenden Menschheit chaftlicher Notwendigkeiten haben retten. Millionen Menschen sind auf den m us. Mitten im sogenannten tiefsten Frie- bannen, doch der Tag der Auferstehung ist ihr diese fluchbeladene Einrichtung hinweggefegt. Schlachtfeldern des Weltkrieges für ihre Herr- den" gilt ihm das Menschenleben einen Pfiffer- gewiß. Längst geben sich die Unterdrückten nicht Mit dem Aufkommen des industriel- schaftsinteressen verblutet. Millionen Ueber- ling! wenn es seine Macht- und Profiigelüfte mehr mit der stillen Dulderrolle zufrie Ien Rapitalismus gelangte die arbei- lebender sind als die Schlachtopfer des durchzujeßen gilt. Eine breite Blutjpur bezeich- den.. Das moderne Proletariat jucht sein Seil tende Menschheit zu einer neuen Kreuzweg- nächsten Krieges außersehen, den neues net den Weg der europäischen Reaktion und des in fämpferischer Tat. Und heute stehen den Ge. station. Das raffinierte System der Lohn- Wettrüsten und neues Räntefpiel zu entfesseln Fascismus. Haben die reaktionären Mord- walthabern nicht mehr zügellose Haufen empör fnechtschaft läßt wohl dem Arbeits droht. Daß die Warnungen und Befürchtungen buben in Deutschyland nicht die besten ihrer ter Sklaven oder Bauern gegenüber wie ehedem. menschen einen Schein persönlicher Freiheit, der sozialistischen Stviegsgegner wohlbegründet Gegner hinweggeräumt? Haben die österreichi sondern eine wohlgerüstete Millionenarmec beraubt ihn aber der Früchte seines Schaffens find, erweist sich in den Tagen, da von der an- schen Hafenkreuzler und Frontfämpfer nicht geistig gewedter und vortrefflich geschulter und verdammt ihn zu ewiger Armut. Unter deren Hälfte der Erdkugel neuer Schlachtenlärm ununterbrochen zuletzt in Schattendorf Kämpfer. Stäufer als Eis und Stälte ist de -die sozialdemokratischen Frühling. Stärker als der Kapitalismus wir neuer Hülle wucherte das alte soziale Unrecht herüberflingt. Um des Profites und der Vor- im Burgenlande der Besitzordnung, in der der ungeheuere rechte eines Häufleins fremder Kapitalisten Vertrauensmänner als Zielscheibe für ihre auch der Befreiungsdrang der arbeitende; Schwarm der Arbeitsbienen für das verschwen- willen, muß sich das Vierhundertmillionenvolk meuchlerischen Schüsse ausgesucht? Haben die Menschheit sein, wenn er einmal in allen Ser derische Wohlleben der fleinen Zahl fauler der Chinesen in schrecklichem Bürgerkriege zer Sänge- und Folterchristen Horthungarns nicht zen und Sirnen der Ausgebeuteten entflamin Drohnen sorgen muß, dafür nur Not, Verach- fleischen. Die Kanonenschlünde englischer und ebles Proletarierblut in Strömen vergossen? ist. An fie, an die Leidenden und Bedrückte tung und Entrechtung als Lohn empfangend. amerikanischer Seriegsschiffe verfünden Was aber sind alle diese Mord- und Schand- der ganzen Welt wendet sich die Osterbotide Deter Wieder bäumte sich die Menschenwürde der Ge- gegen Fremdherrschaft und schandlose taten die Serrschaftdesfascistides Sozialismus. fnechteten auf, wieder stürmte das um Glück derung revoltierenden Kulis die Grundfäße der schen Grauens in Italien, gegen jenes tieund Freude betrogene Arbeitsvolf gegen seine fapitalistischen Zivilisation. Die scheinheilig- rische Schreckensregiment, das ein ganzes Volk waffenstroßenden Sflavenhalter an, die ihm den fromme Bourgeoisie Englands scheut vor zehn- ans Kreuz geschlagen hat? Gdles Mitgefühl, Leidet tein Unrecht mehr! Vereinigt euch gegen jede Tyrannei! Sprengt die Gruft der Realtion! Seite 2. Menschheits- Ostern. Samstag, 16 April 1927. Das fozialistische Proletariat glaubt trot tann vorläufig trotz Bölferbund und M6- stände. Krise des Friedens, Krise der Weltvirt ritstungskonferenzen nicht gesprochen werden. schaft, Krise der Demokratie und des Paríamen- allem an ein Auferstehen aus den Niederungen An uralte heidnische Frühlingsfeste an- Fortschritte hat nur die Verhebung der Völker tarismus, der Währungen, des geistigen Lebens des Elends und der Unterdrückung, an ein gemacht, verschärfte Gegenfäße rücken die Ge- und des Arbeitsmarktes, in allen Teilen der Menschheits- Ostern! Reiner Saat noch fnüpfend, ist das Osterfest entstanden. Wunderglaube der Erlösung ist in ihm versinn- fahren eines nächsten Zusammenstoßes in be- Welt Unruhe und Gärung. Wir leben in einer waren die Frühlingsfröste erspart. Alle Wider bildlicht. Völker schmachteten in Banden, harte fchen Konfliktsstoffe gefährden die aufstrebt und das Alte nicht weichen will. In wirken nur, uns an die große geschicht. bildlicht. Völker schmachteten in Banden, harte drohliche Nähe. Nicht nur die ost asiati- Beit des Uebergangs, da das Neue wärtigkeiten, Gefahren und Rückschläge beFron lastete auf ihnen, Hunger, Knechtschaft, ruhige Entwicklung, auch in Europa ist solchen Zeiten bemächtigt sich oft auch jener, bie liche Aufgabe der Arbeiterklasse, Unwissenheit machten ihr Leben freudlos und Sprengpulver in reicher Fülle aufgehäuft, das längst erkannt haben, daß das Alte zum Ab- Wegbereiterin und Bahnbrecherin öde und ließen ihre Sehnsucht ausschauen noch ein unbewachter Funke zur Explosion bringen sterben reif ist, lähmender Pessimismus, denn einer neuen Zukunft zu fein, zu dem Messias, dem einen und einzigen Mann, fann. Der Kriegsfrieden von Veres liegt im Wesen einer solchen Zeit, daß Fort- mahnen. Wie schwer und opferreich unser Weg der kommen werde, um sie zu befreien. Noch sailles hat Europa mit seinen heutigen 35 fajvitte nur sehr langsam erzielt werden können. auch geworden ist, der Glaube an den Sozialis immer haben Kleinmut und Wunderglaube eng Staaten balkanisiert, viele der durch den Diktat- Leider sind in einer gärenden Zeit wie der mus als den Erlöser kann aus den Herzen der beieinander gewohnt. Diese niederge- frieden bewirkten Gebietsveränderungen wider- heutigen, manche entwurzelte und unsicher proletarischen Massen nicht mehr verschwinden. tretenen Völler hatten nicht den sprechen den unabweisbaren Lebensbedingungen schwankende Menschen leicht geneigt, falschen und diese ehemals trägen Maſſen haben sich in Glauben an die eigene Kraft. In der betroffenen Staaten. Alle sogenann- Aposteln, welche mit Methoden wie" nationale" Bewegung gefeßt, zielbewußt und unaufhaltsam, der Einfalt ihres Herzens, im heißen Durst ten Friedensbündnisse bienenim- oder„ proletarische" Diftatur mit einem stets neuen Zuzug erhaltend. Noch mögen viele nach Erlösung konnten sie sich nur dazu auf- mer nur dem Kriege, alle Rüstun- Schlage die franke Welt heilen wollen, zu Leidensstationen unserer harren, wir wissen schwingen, an die Rettung, die ihnen der Him- gen bereiten die nächste Metelei folgen. Klares Erkennendessen, was doch: Menschheits- Ostern, die Aufmel senden werde, zu hoffen. Sehet kein Stein vor. Unheimlich wie die militärischen Rüstun ist, flares Wissen über die Kampf- erstehung und Befreiung der vom wird auf dem andern bleiben! Aber der von gen wächst auch das wirtschaftliche möglichkeit und über das Ziel, ist Sapitalismus gepeinigten Krea Gott gesandte Erlöser wird in drei Tagen den Rüsten der Völker gegeneinander. daher heute dringender notwen- tur wird kommen! Tempel wieder aufbauen, herrlicher denn je! Statt eines Europa der Handelsverträge und dig als je. gewordener Wille. ,, An ihren Früchten follt ihr fie erkennen!" Das Programm der Chriftlich fozialen im Lichte ihrer Regierungspolitik. Die Partei ist eine nationale deutsche Partei. Sie steht auf dem Boden des Selbstbestimmungs rechtes des deutschen Volkes. Sie fordert demnach für das erbansässige deutsche Volk in Böhmen volle Freiheit der Entwicklung und bekämpft alle ungerechten Eingriffe in deffen Rechte und Wohngebiete. Sie verlangt für das deutsche Volk gesicherte Selbstverwaltung und die volle politische Gleichberechtigung mit allen andern Völkern im Staate Was sagen Sie dazu Herr Justizminister?! All unsere Erniedrigung, auch den Tod, wird wirtschaftlichen Zusammenarbeit, sehen wir ein er auf sich nehmen dann aber kommt er Europa der starrend hohen Zollwieder, dann kommt sein Reich der Herrlichkeit, mauern und der Zollfriege vor uns. das ewig währen wird! Die Ausgestoßenen Das Leid aber, das die Folge dieser Wahnsinns und Enterbten haben dank der sozialistischen politik ist, trägt allein die Arbeiterklasse aller Lehre erkannt, daß ihr irdisches Schid: Länder: trägt es als Arbeitslosigkeit, Lohnfal ein Klassenschicksal ist, und daß drückung, Ausbeutung der Arbeitskraft. ihre Erlösung erarbeitet, erkämpft werden muß, von ihnen, den Bedrückten, selbst. Sie wissen, daß die politische und soziale Die Entwicklung der europäischen VerhältErlösertat nicht das Werk eines nisse der Nachkriegszeit hat auch zu einer un- Als im Jahre 1919 die christlichsoziale Par- schön der Reihe nach zitiert. Da zieht gleich der Einzelnen sein kann und fein geheueren Verschärfung der Klassentei wie der sagenhafte Vogel Phönig aus den Punkt 2 mit magischer Gewalt die Blicke auf sich: 2. Nationale Ziele. Wunder sie zu bringen vermag, gegenfäße geführt. Das Bürgertum sicht Schladen ihrer Kriegs- und Hungerpolitik verjüngt emporsteigt, hatte sie das dringende Bedürfsondern nur ihr eigener zur Tat die Gefahr einer beschleunigten Auseinander- nis nach einem zeitgemäßen Programm. Es war setzung der Klassen heraufsteigen und es steht nötig, die Brücken zur fündenschweren Vergangendieser Gefahr nicht untätig gegenüber. In heit abzubrechen und mit neuen Reklameschildern Der klassenbewußte, denkende Proletarier England, in Deutschland, in Frank- vor die Oeffentlichkeit zu treten. Am 28. Sepfeiert sein Frühlingsfest daher nicht zu Ostern, eich, überall hat sich das Bürgertum mit tember 1919 hat sich die christlichsoziale Partei sondern am 1. Mai. Die Feiertage der Oster- Hinwegjezung über alle Parteiunterschiede, für Böhmen ein Programm gegeben, im Novem zeit sind ihm nur Anlaß zur Selbstbesinnung mengeballt, in der Tschechoslowakei Schlesischen Vertrauensmännern der Partei angegegen die Arbeiterschaft zusamber wurde dasselbe Programm von den mährischzur Umschau. Und wahrlich, nie gab es noch hat nicht einmal der alte nationale Streit zwifchien es als kleine Broschüre und wurde wahrnommen. Von Hilgenreiner kommentiert, ereine Zeit, welche diese Selbstbesinnung so notwendig machte, wie die heutige. Ueberall zeigen schen deutscher und tschechischer Bourgeoisie ihren scheinlich, da es nur 40 Heller loftete, bald ver- Wir wollen nicht vom Boden des Selbstsich chaptische Merkmale, die den Zusammenschluß zu hindern vermocht. In worfen und beiseitegelegt. So dürfte es gekom- be stimmungsrechtes reden, aber die Oesterreich will soeben die geeinigte christ- men sein, daß die christlich sozialen Füh- Selbstverwaltung des deutschen Volkes Blick verwirren, Merkmale der lichsozial- Hakenkreuzlerisch- jüdische Front der rer nicht die leiseste Erinnerung an hat unter dem christlichsozialen Regime auch keine 3errüttung und Auflösung. Das Neue führt mit dem Alten einen erbitterten Reaktion in Neuwahlen den Einfluß der So- das Programm bewahrt haben und daß der nennenswerten Fortschritte gemacht. Sollte etwa Stampf. Bald ist es, als wollten die Lebens- zialdemokratie brechen. Ueberall das gleiche Mayr Harting wahrscheinlich selbst Todesdrohun die Länderreform, die das deutsche Volt feime einer neuen Zeit aufgehen, bald wieder Biel: der Staat soll zum alleinigen Machtinstru- gen gegenüber nur behaupten könnte, er habe vollends entrechten will, die uns in Böhmen und rein vergessen, was 1919 als Programm der Mähren der Zweidrittelmehrheit der Tschechen scheint alles im faulenden Moder der Vergan- ment der beſitzenden Klassen gemacht werden. christlichsozialen Partei beschlossen wurde. Ge- unterwirft, die in jedem deutschen Bezirk die Willgenheit untergehen zu wollen. Die Welt ist Die Kapitalistenflaffe fürchtet, daß die Arbeiter- fchicht das am grünen Holze, jo darf es nieman- türherrschaft tschechischer Bürokraten an die Stelle voll der drohenden Gefahren, Europa starrt schaft auf dem Wege der demokratischen Ent- ben wundern, wenn die Wähler das Programm autonomer Verivaltung treten läßt, die Erfüllung mehr denn je in Wassen. Eben da die Oster- widlung in heute schon absehbarer Zeit zur auch für nichts achteten und längst vergessen der Forderung nach nationaler Selbstverwaltung glocken fünden:„ Der Herr ist erstanden!", Herrschaft gelangen fönnte, darum scheut fic haben, was man ihnen einst versprochen hat. Im fein!? Da die Forderung, die sich hier nur auf jubeln die Nationalisten aller Länder über die nicht davor zurück, die Kulissen der bür Gegensatz zu den Führern dürfte aber bei den Böhmen erstrect, auch auf Mähren und Schlesien ergebnisloje Tagung der Kommis gerlichen Demokratie niederzureißen. Geführten und ganz besonders bei den Genasführ- ausgedehnt wurde, gilt nicht einmal die Ausrede, sion des Völferbundes zur Vor- Die Zahl der Länder mit offenem Faten manchmal der Wunsch erwachen, das Pro- die Beseitigung des deutschen Schlesiens sei schon bereitung der Abrüstungskonfe- fcismus ist wohl noch beschränkt, aber, wie gramm von 1919 wieder einmal zu Gesicht programmatisch vorgesehen worden. zu bekommen. Da dies im normalen Wege Hilgenreiner tut in dem Rommentar renz. Eine neue Beſtätigung der Ueber- gerade das Beispiel der Tschechoslowakei zeigt, bes Ankaufs der Hilgenreinerschen Broschüre nicht ein übriges, um den nationalen Charakter feiner zeugung, daß es im Zeitalter des Kapitalismus das Bürgertum versteht es, sich auch mit dem so einfach gehen wird, wollen wir den Neugie- Partei zu erhärten. In Not und Tod stehen feine Abrüstung gibt, so lange sie nicht von verhüllten Fascismus zu behelfen. rigen zu Hilfe kommen und das Wichtigste aus wir zu unserem großen deutschen Volke. der Not und vom Druck der Völker erzwungen Es zerstört bis auf die äußere Fassade das dem Programm der christlichsozialen Partei zum Wie tönnten wir anders?"- Eben, wind. Wozu sich die Geheimdiplomaten und Gebäude und errichtet im Innern in der Form allgemeinen Besten aus dem Dunkel unverdienter Mayr- parting hat es bewiesen, daß sie wie weiMilitärsachverständigen der europäischen Mächte einer brutalen Mehrheitsherrschaft ihre schran- Bergessenheit ans Licht unserer, von der Gloric land Luther hier stehen und nicht anders können als mutige Deutsche sein! Ja der Herr nur verstehen wollen, das ist nicht Abfenlose Macht. Professor Hilgenreiner versteigt sich zu dem Sat: rüstung, sondern nur Umrüstung, Um,, Troß allem, was geschehen, ist es ein Glüc stellung auf die neue Kriegführung, auf den und eine Ehre ein Deutscher zu sein." Kvieg der Technik, des Gases, des Giftes und gen, In diesem Punkte dürften nach dem ersten der Luft. Von einer Sicherung des Friedens biet, Halbjahr christlichsozialer Regierungspolitik dic Die grinsende Fraße. Roman von Victor Hugo. 30 Aus dem Französischen übersetzt von Eva Schumann. * Bevwvirrend ist die Fülle der Erscheinundie auf uns einstürmen. Es gibt kein Gedas nicht im Zeichen der Krise Was wäre ich ohne ihn!" Sie waren unbeschreiblich glücklich. Aus ihrer Hölle machten sie den Himmel; so groß ist, Liebe, deine Macht! Dea hörte Gwynplaine lachen. Und Gwynplaine fah Dea lächeln. Mayr- Sartings bestrahlen und von den Segnun gen christlichsozialer Regierungskunst erfüllten, Tage ziehen. Wo immer man dieses Programm faßt, ist es so interessant, daß ein Faust seine Freude dran hätte. Um aber die Ordnung nicht zu stören, sei [ verlangt. Aber Gwynplaine war unruhig gewor- ,, Es ist weise, dem Wagen Aphrodites in die den, denn er hatte begonnen zu lieben; und er Räder zu fallen. Sie lieben sich zu sehr. Das kann war standhaft. Von diesem Augenblick an hatte er Unannehmlichkeiten mit sich bringen. Beugen wir sich neben Ursus auf den Boden gelegt. Im Som- dem Brande vor dämpfen wir diese Herzen." mer, wenn die Nächte schön und warm waren, Und wenn Dea schlief, sprach er zu Gwynschlief er draußen mit Homo. Als Dea dreizehn plaine, und zu Dea sprach er, wenn Gwynplaine So war die höchste Glückseligkeit erreicht, die Jahre alt war, hatte sie sich noch immer nicht den Rüden wandte: vollkommene Freude am Leben war Wirklichkeit dreingefunden; oft sagte sie am Abend:„ Gwyn- Dea, du mußt dein Herz nicht so start an Damit das möglich wurde, durfte die Schöne geworden. Das geheimnisvolle Problem des plaine, tomm zu mir. Da kann ich besser schlafen." Gwynplaine hängen. Nur in einem andern zu den Entstellten nicht sehen. Dieses Glück bedurfte Glückes war gelöst. Und von wem? Von zwei Radtheit empfindet, wer sich nadt ſicht. Sie leben, ist eine gefährliche Sache, und Selbstfucht jenes Unglücks. Die Vorsehung hatte Dea blind clenden, unseligen Menschen. fannte die Nadtheit nicht. Manchmal geschah es ist eine gesunde Wurzel des Glücks. Die Männer gemacht. Diese Liebe war von unvergleichlicher Rein- daß Dea, als sie schon ein junges Mädchen war, entgleiten den Frauen. Und schließlich fann Gwynplaine und Dea gehörten zueinander, heit. Dea wußte nicht, was ein Kuß war, trotzdem auf dem Bett ſitend, ſich die langen Haare Gwynplaine sich mal verlieben – er hat so viel und diese beiden rührenden Herzen beteten sich sie ihn vielleicht ersehnte; denn die Blindheit, vor fämmte; ihr Hemd war halb herabgeglitten und Gwynplaine sich mal verlieben- er hat so viel gegenseitig an. Ein Nest und zwei Vögel, das war allem die Blindheit einer Frau, kennt teine enthüllte die taum angedeuteten Linien ihres Erfolg! Du kannst dir gar nicht vorstellen, wieviel Erfolg er hat!" ihre Geschichte. Sie hatten sich eingefügt in das Träume; und wenn sie auch zittert vorm Nahen Frauenkörpers; und dann rief sie nach Gwyn,, Gwynplaine, allzu große Gegenfäße taugen große Gesetz, nach dem sich die Menschen gefallen des Unbekannten, so haßt sie doch die Träume nicht. plaine. Gwynplaine wurde rot, senkte den Blid, und suchen und finden. Ihn, Gwynplaine, machte die erschauernde Ju- wußte nicht, was tun vor dieser unbefangenen nicht zusammen. Zuviel Häßlichkeit auf der einen So war der Haßz betrogen worden. Die Ver- gend nachdenklich. Je berauschter er sich fühlte, Nadtheit, stammelte ein paar Worte, wandte sich Seite und zuviel Schönheit auf der andern, das muß nachdenklich stimmen. Mäßige deinen Eifer, folger Gwynplaines, wer sie auch sein mochten, die desto zurückhaltender wurde er; er hätte alles ab, bekam Angst und lief davon! rätselhafte Feindseligkeit, woher sie auch fommen wagen fönnen mit dieser Gefährtin seiner frühesten So verlief diese Idylle, umschlossen von einer mein Junge. Begeistere dich nicht allzusehr für Dea. Glaubst du wirklich, daß du für sie bemochte, sie hatten ihr Ziel verfehlt. Einen Ver- Jugend, mit ihr, die weder die Sünde noch das Tragödic. Licht kannte, mit dieser Blinden, die nur eines zweifelten hatten sie machen wollen, und einen fah auf Erden: daß sie ihn anbetete. Aber ihnt Ursus sagte zu ihnen: stimmt bist? Aber so sieh dir doch deine Mißgestalt Glücklichen hatten sie gemacht. ,, Liebt euch nur, the dummen Tiere!" und und ihre Vollkommenheit an! Ihre weiße Haut! war, als stehle er, was sie ihm gegeben hätte. Voll er sagte weiter: Ihr Haar! Ihre Kirschenlippen! Ihren Fuß! So lebten diese beiden der eine durch den sanfter Trauer ergab er sich darein, sie zu lieben Und gar ihre Hand! Ihre Schultern sind von andern. Die beiden Waisen, die Sieche und der wie eine Himmlische, und das Bewußtsein feiner Streich spielen; ich werde sie miteinander ver- end, sie geht, und Licht strahlt von ihr aus! Und Nächstens werde ich ihnen einen schlimmen einer föstlichen Rundung, ihr Gesicht ist hinrei Ungestalte, hatten einander. furchtbaren Häßlichkeit wurde zu erhabener Scham. heiraten." Gwynplaine und Dea waren dankbar. Sie waren immer beisammen gewesen. Deas wie ernst sie redet mit diesem entzückenden Ton Urfus erklärte Gwynplaine die Theorie der der Stimme! Und zu denken, daß sie eine Frau Wäre Dea nicht blind gewesen, hätte sie dann Sindheit war mit Gwynplaines Senaben- und Liebe; er sagte zu ihm: ist! Sie ist nicht so dumm, ein Engel zu sein. Sie wohl Gwynplaine geliebt? Und wäre Gwynplaine Jünglingsalter zusammengefallen. Seite an Seite Liebe; er sagte zu ihm: nicht entstellt gewesen, hätte er dann wohl Dea waren fie herangewachsen. Lange Zeit hatten sie Feuer entzündet? Erst nimmt er die Frau, dann und beruhige dich." Biebe- weißt du, wie der liebe Gott dieses ist Schönheit in der Vollkommenheit. Sag dir das geliebt? Wahrscheinlich hätte sie von dem Unge im selben Bett geschlafen, denn die Hütte war ben Teufel dazwischen, und obendrauf den Manu. stalten ebensowenig wiffen wollen als er von der feineswegs geräumig; die beiden Kinder auf der Ein Streichholz, das heißt ein Blick- und alles Blinden. Welches Glück für Dea, daß Gwynplaine Seiste, Ursus am Boden- so war es eingerichtet. lobert in hellen Flammen." so gräßlich war! Welches Glück für Gwynplaine, Bis eines Tages Dea war noch klein- Gwyn- lodert in hellen Flammen." - klein- Gwyndaß Dea blind war! Auf wundersame Art waren plaine erkannte, daß er erwachsen war; bei dem sie einander nötig das lag zutiefft in ihrer Liebe. Manne hatte sich die Scham zuerst geregt. Er Gwynplaine rettete Dea, Dea rettete Gwynplaine. hatte zu Ursus gesagt:„ Ich will auch am Boden Gwynplaine hatte nur einen Gedanken: schlafen." Und am Abend hatte er sich neben dem Was wäre ich ohne fie!" alten Mann auf der Bärenhaut ausgestreckt. Da Dea hatte nur einen Gedanken: hatte Dea geweint und nach ihrem Bettgenossen Ein Blick ist nicht einmal nötig", sagte Gwynplaine im Gedanken an Dea. Und Ursus erwiderte: Du Dummtopf! Glaubst du denn, Seelen hätten Augen nötig, um sich anzusehen?" Ein andermal sagte Ursus vor sich hin: Und nach solchen Worten loderte die Liebe zivischen Gwynplaine und Dea noch höher empor, wie einer, der sagen würde: und Ursus wunderte sich über seinen Mißerfolg ,, Sonderbar, ich kann noch so viel Del ins Feuer gießen, es will nicht verlöschen." ( Fortfezung folgt.) Samstag, 16. April 1927. Meinungen geteilt sein. Die Ehre, ein Boltsgenosse der Aktivisten zu sein, ist mindestens umtritten, das GIüd, unter ihrer Herrschaft zu leben, scheint mehr der Ueberzeugung gewichen u sein, daß kein Hund so länger leben möcht". Nach einer nochmaligen Empfehlung der Selbstverwaltung befennt Hilgenreiner: ,, Wir wollen die nationale Einheitsfront; in nationalen Fragen darf es nur eine Fahne, nur eine Losung geben. Schulter an Schulter müssen alle Deutschen von Rumburg bis Breßburg, von Eger bis Teschen zusammenstehen, ein Gedanke, ein Wille und eine Faust." Wer in den letzten Monaten nicht geschlafen bat, wird sich dem Gedanken nicht verschließen Tönnen, daß die Christlichsoigalen zur Verwirt lichung dieser Parole das Menschenmögliche getan haben. Was nie zuvor erreicht war, im Rampfe gegen die Verwaltungsreform wurde es Wirklichkeit: von Rumburg bis Breßburg, von Eger bis Teschen standen die Deutschen zusammen gegen die Verwaltungsreform Mayr Hartings und weit über ein halbes Tausend Mas fenversammlungen, der Protest hunderter Gemeinden und fast aller deutschen Bezirke, die Annahme der sozialdemokratischen Refolutionen durch hunderttausende Deutscher bewiesen, daß nur eine Fahne und nur eine Parole galten. Nur mißgünstige Konkurrenten können bestreiten, daß den Christlichsozialen die Einigung des deutschen Bolles unter der roten Fahne, mit der Pa role der Sozialdemokratie mißlungen ist. Das hat Hilgenreiner vorausgesehen, als er wie Kaiser Wilhelm gestand, er kenne nur Deutsche und feine Parteien. Doch weiter im Programm: 3. Junerpolitische Ziele. Die Wahl der Volksvertreter für alle öffent. lichen Körperschaften( Nationalversammlung, Kreis. vertretungen, Gemeinderat, Handels-, Gewerbe-, Arbeiter, Landwirtschaftskammern, Krankenkassen usw.) hat auf Grund des allgemeinen gleichen Ber hältniswahlrechtes aller großjährigen und vollberechtigten Staatsbürger beiderlei Geschlechts statt. zufinden. Es ist ja allgemein bekannt, daß auf dem Wege zu diesem innerpolitischen Ziel von der christlichsozialen Regierung ganz Erkleckliches geleistet wurde: die Beseitigung des Soldatenwahlrechtes, die Hinauffehung der Altersgrenze in den Landesvertretun gen, das Ernennungsrecht der Regierung in Landtag und Bezirksvertretung, die geforderte Ernennung der Krankenkassenvorstände sind verheizungsvolle Anfänge. Die Einschränkung des Gemeindewahl rechtes wird chestens erfolgen und wird von der Deutschen Presse" in mustergültiger Propaganda vorbereitet. Angesichts dieses entschiedenen Bekenntnisses zur Demokratie fonnte Hilgenreiner nicht anders, als sein demokratisches Herz ausschütten: Im Herzen muß die Demokratie sißen, aus dem Herzen stammt der rechte Demofratengeist." Ein Blick in das goldige Demokratenherz des Hilgenreiner nimmt noch das folgende wahr: ,, Nicht Polizeizwang, sondern Bürgergeist und Pflichtgefühl muß allen Richtschnur sein. -- Wo aber jeder sich am Gesetz vorbeizudrücken sucht und erst von der Polizei zur Erfüllung seiner Bürgerpflicht herbeigeholt werden muß, da ist das Volk zur Demokratie nicht reif." Das muß nach reiflicher Ueberlegung MayrHarting in unserem Falle festgestellt haben, sonst hätte er doch nicht den Bürgergeist Hilgenreiners mit dem Prügelpatent beantwortet, das mit der Demokratie des Herzens und der Tat" verflucht wenig zu tun hat. Einige Selemigkeiten verdienen Beachtung. So wird im Abschnitt 4, Punkt 2, die Einrei hung der Lehrer in die Rangstlassen der Staatsbeamten gefordert. Im Vorjahre aber wurde mit christlichsozialer Unterstützung die Parität der Lehrer beseitigt! Daß Deutsch" das erste Wort auf der Fahne der Christlichsozialen ist, muß derselbe Hilgenreiner nochmals betonen, der nach den Novemberwahlen in den Jubelruf ausbrach ,, Katholisch ist Trumpf" ausbrach. Im Abschnitt 5 werden die Christlich sozialen direkt sozialistisch: Der Aktivisten Glück und Ende. 1. Das Wählervolk in guter Ruh träumt einem neuen Frühling zu. AKTIVISMUS HEIL! HEIL! HEIL! FROLICHE OSTERN AK 3. Und ohne Rögern, eins, awei, drei, legt er ein schönes Kududsei. 5. Doch als die Brut dann ausgereift, ein andres Lied der Vogel pfeift. SOZ. DEM PART 7. Der läßt es sich nicht zweimal sagen. er faßt den Kudud gleich beim Kragen. Sonn- und Feiertagsruhe sind den Bedingungen der verschiedenen Betriebe anzupassen." 0000 20,000 20,00 2. Indes zum frohen Osterfest der Kudud sucht ein fremdes Nest. KTIVISMUS- AKTIVIS 4. Mit vorlaut freudigem Geschrei Begrüßt man jeßt das Osterci. Soz. DEM. 6. Das Nest zu säubern von dem Feind, Ruft er sich einen stärkern Freund. HINAUS! 8. Er rupft ihm tüchtig das Gefieder, der Vogel kommt sobald nicht wieder! Seite 3. Deutsch- bürgerliche Auferstehung! Von Johann Polach. Mit der Feier des Auferstehungsfestes verband das junge Christentum in den ersten Jahrhunderten seiner Geschichte an der Stätte feiner ältesten Gemeinde, in Rom, die Sitte, die unter den Verfolgungen der Heiden Abgefallenen( lapsi), die ihren Abfall bereuten, wieder in Gnaden auf zunehmen. Zwar begrüßen einander die frommen. Christen am Ostersonntag nicht mehr, wie in den. alten Zeiten, mit Osterfuß und mit dem Zuruf: ,, Er ist auferstanden", aber das Hallelujah des frommen Senatspräsidenten ist in besonderem Sinne ein Gruß an diejenigen, die vom Glauben an die Vortrefflichkeit des tschechoslowakischen Staates abgefallen waren und nun durch den Ein tritt in seine Regierung und durch fanatische Befolgung aller Gebote ihrer Reue und Geneigtheit zur Besserung einen so überzeugenden Ausdrud verliehen. Hoffen wir, daß auch über diese reutigen Sünder der oberste Herr und Gebieter die richtige Freude empfindet. Die Einkehr der Parteien des deutschen Bürgertums, ihre Auferstehung zu einem Staatsvolke verdient es, als ein Wunder gepriesen zu werden. Daran lassen es insbesondere diejenigen nicht fehlen, denen ihre eifervolle Mitwirkung bei der Versöhnung mit Staat und Regierungssystem der Tschechoslowakei die Erhebung in den Ministerrang gebracht hat. Dr. Spina nannte die Bildung der deutsch tschechischen Bürgerregierung ein- Naturereignis( wie bescheiden!), er sprach vom Aufgeben der deutschen Opposition als von einer stum men, aber umso entschlosseneren Tat. Durch die Eingliederung in eine festgefügte, ausgesprochen bürgerliche Regierung hätte das deutsche Volf wieder festen Boden unter den Füßen erhalten und sei berufen, in den Hauptfragen der Wirt schaft und an der Besserung der nationalen- Stellung mitzuschaffen. Es ist wohl etwas fühn, die in den deutschen Regierungsparteien vertretenen deutschen Besitzgruppen das deutsche Volk sehen zu wollen, dagegen wäre es nicht überflüssig gewesen zu zeigen, inwieweit die Berufung, an der Besse rung der nationalen Stellung der Deutschen mitzuschaffen, erfüllt worden sei. Statt darüber etwas Stonfretes zu sagen, gießt Dr. Spina seinen ganzen professoralen Spott über einen gewissen Prozentsatz der Deutschen und Tschechen, der nicht im stande sei, umzulernen" und den der entwicklungsfähige und entwicklungsfreudige Minister mit dem ehrenden Namen die ewig Gestrigen" benennt. Die rednerischen Lorbeeren des agrarischen Dr. Spina lassen natürlich den christ lichsozialen Dr. Mayr- Sarting nicht schlafen. Auch er findet, daß sichs für die Deutschen in der Tschechoslowakei und insbesondere im tschechoslowakischen Regierungsflima leben läßt. Doch die großen selbstbewußten Worte aus ministeriellem Munde dürfen uns nicht hindern, die Illusionen der Aktivisten" mit der Wirklichfeit zu fonfrontieren und zu zeigen, was die Arbeiter, was die deutschen Arbeiter erreicht haben, seitdem wir mit der tschechisch- deutschen Bürger regierung begnadet sind. Begonnen hat es mit der Schaffung der figen Agrarzölle. Diese haben wohl den großen Agrariern reichen Gewinn gebracht, den Arbeitern aber verteuertes Brot, verteuerte Kartoffeln, Erhöhung der sozialen Not. Sie hatten im Gefolge eine Versteifung der handelspolitischen Verhandlungen mit den Nachbarstaaten, Rüdgang von Ausfuhr und Einfuhr, eine in ihren fünftigen Ausmaßen unberechenbare Drosselung der Produktion, eine Fortdauer der beängstigenden schleichen den Krise. Mit feinem der Nachbarstaaten sind unsere wirtschaftlichen Beziehungen hoffnungsvoll. Die deutschen Agrarier, die deutschen Christlichsozialen, die deutschen Gewerbeparteiler dürfen sich rühmen, bei diesen ersten Taten der wirtschaftspolitischen Reaktion mitgetan zu haben. Was dann folgte( Stongrua, Erhöhung der Zuder- und Spiriiussteuer, Baugesez, Militärvorlagen), war gewiß geeignet, das Fundament der bürgerlichen Regierung zu befestigen, aber auch zugleich die Vorzeit, Ersaßreserve für die Söhne der deutschbürgerlichen Parteien in die Regierung die stellung zu befestigen, daß mit dem Eintritt der Großbauern, haben wir das alles nur geträunt? jozialen und politischen Verhältnisse des größeren Das paßt zu den Bestrebungen nach Abbau it in den letzten Monaten nicht vielmehr die Teiles des deutschen Volkes der Arbeiterschaft der Sozialversicherung, nach den fieri- Wiliz eingeführt worden?! Hier ist ein Wun- und des Mittelstandes eine dauernde Verschlech talen Bemühungen, die Dienstboten und Land- der, glaubet nur! Der Paulus ist zum Saulus terung erfahren haben. Was aber im Schoße der Die Enteignung und Vergemeinschaftung von arbeiter um ihre Versicherung zu bringen, wie geworden und wenn Wilhelm II. diese Dinge nächsten Zukunft ruht( Steuergeseße, VerwalProduktionsmitteln, insbesondere der Naturschätze die Faust aufs Auge. Aber nicht minder luftig aufmerksam verfolgt hat, dann fehlt in seinem tungsreform, Novellierung der Sozialversicherung), und Verkehrsmittel, ist gegen Entgelt nimmt sich der folgende Abschnitt aus, in dem die Tagebuch sicher nicht das Zitat seines hochseligen wird den Ruhmestitel der deutschbürgerlichen überall da zulässig, wo sich die Einzelwirtschaft für Kriegsverlebten mit Versprechungen be- Großvaters: Welche Wendung durch Gottes Mitarbeit an der Hemmungslos gewordenen Realdas öffentliche Wohl als schädlich erweist." dacht werden. Sie fonnten an dem Abzug von Fügung!" tion noch erhöhen. Nun wir verzichten gern auf die Mithilfe 150 Millionen, den man bei ihrem Budget machte, Worte wie Taten, Programm wie Die tschechische Bourgeoisie wird es der deutder Christlichsozialen bei der Enteignung der Pro- bereits feststellen, wie streng sich die christlichsoziale Wirklichkeit, der Plan zur Tat wie ichen nicht ersparen, den vollen Preis für den Einduktionsmittel. Das an die Zeitverhältnisse ange- Partei an ihr Programm hält. Im Abschnitt 8 die Tat selbst, so sollte es wohl nach der Mei- tritt in die Regierung zu zahlen und die deutsche paßte Programm hat hier übers Ziel geschossen. wird der Ruf nach demokratischer Selbst nung ehrlicher Menschen sein. Hier ist alles Bourgeoisie hat schon jetzt den Beweis erbracht, Uebrig blieb nur die konsequent durchgeführte verwaltung aufs neue erhoben und der verkehrt wie im Hegeneinmaleins. daß man sich auf sie verlassen fann, wenn es die Enteignung der avbeitenden Massen allerdings„ schädliche Zentralismus" ebenso wie die„ störende Außer den Forderungen nach der Wiederherstel- Bekämpfung der deutschen Arbeiterschaft gilt und ohne Entgelt. Unbestritten erfolgreich endete der Doppelverwaltung" bekämpft. Im Staatshaus- lung der firchlichen Macht gibt es in diesem Pro- ici es auch um den Preis des Verzichtes auf die Stampf um folgende programmatische Forderung: halt sind die„ indirekten Steuern( Auf- gramm kein Wort, das nicht durch eine Tat Lü-„ heiligen Rechte des deutschen Voltes". Dic „ Die staatlichen Lieferungen sind in der Regel lagen auf Verbrauchsgüter) tunlichst zu be- gen gestraft würde. Kein Versprechen wurde Schande der Zustimmung zum Verwaltungsim Wege der Genossenschaften zu vergeben." schränken"! Die Zuckersteuer und die erfüllt, keine Parole wahr gemacht. Das gerade reformentwurf war allerdings so groß, daß man Hier ist aber auch der Einfluß des heiligen 3ölle sind eine so gründliche Bekämpfung der Gegenteil des Versprochenen taten sie, Lug und die Verhandlung über das saubere Werk ins DunHier ist aber auch der Einfluß des heiligen Berbrauchssteuern, das sich hier jedes Wort über Betrug am Volke war die Politik einer fel geheimer Verhandlungen bringen mußte, daß Geistes unverkennbar. Denn menschliches DenProgrammtreue erübrigt. Aber das Beste kommt Partei, die sich christlich nennt. Jesus von Naza- man auf den Zeitpunkt geminderter Aufmerksamfen konnte weder die Schaffung der Koh wie überall, so auch hier, zum Schluß: reth muß geahnt haben, welcher Art seine Nach feit als den zur Ueberrumplung geeigneten Augenleneinfuhrscheine noch die Gründung„ Sie( die christlichsoziale Partei) weist den folger" fein würden, als er über seine Stirche blid lauert. Die tschechischen und deutschen Realder Wige" im Jahre 1919 voraussehen! Militarismus in feder Gestalt ufagte: An ihren Früchten sollt ihr sie tionäre, die sich zu dem schönen Bunde zusammenDurchaus zeitgemäß ist auch eine Reminiszenz an rid. Die zur Aufrechterhaltung der öffentlichen ertennen! Lüge und wieder Lüge war alles, gefunden haben, hoffen dies Gesez, das einen dem Abschnitt: Sicherheit erforderliche Wehrmacht soll nach dem was sie sprachen und druckten, nur ihre Taten, Rückfall in die schlimmsten Zeiten des altöſterrei7. Oeffentliche Fürsorge. Milizsystem ausgebaut werden." ihre Früchte zeugen von ihrem wahren Charakter. chischen Absolutismus bedeuten, die PolizeiherrDie staatlich geordneten Versicherungen für Es ist kein Druckfehler und kein Möge jeder, der ihn erkannt hat, dazu schauen, schaft stabilisieren, die Art an schwer erkämpfte Krankheit und Unfall sind auf alle Angestellten Versehen, fein frommer Stindertraum und daß es nicht zu spät werde, bis alle ihn erkannt politische Grundrechte anfeßen, die nationale Ünund Arbeiter auszudehnen, die Versicherung für feine Fata Morgana. Schwarz auf. weiß steht es haben. Steine beffere Osterparole fönnte ange- terdrückung der der Minderheitsvölker verewigen Alter, Invalidität und Arbeitslosigkeit ist für diese im Programm, Abschnitt 10. In jeder Gesichts der schamlosen Verkehrung aller Verspre- würde, doch noch unter Fach zu bringen. alle zu erreichen. Einzubeziehen sind auch Gewer- sta lt haben sie den Militarismus zurückgewiesen, chungen zu Flüchen, den Massen gegeben werden betreibende und Kleinbauern, Hausangestellte, aber der bezaubernden Persönlichkeit Udržals als das Wort, das Voltaire der Pfaffenherrschaft land- und forstwirtschaftliche Angestellte und Heim fonnten sie sich unmöglich entziehen. Sanonen- entgegenschleuderte: arbeiter. Die gesetzliche Arbeitszeit sowie die fonds, Rüstungen, 18monatige DienstTilgt sie aus, die Infame! Um an der Herrschaft der Bürgerregierung, die sich immer flarer zu einer Herrschaft über die Arbeiterschaft entwidelt, teilnehmen zu können, sind die deutschen Regierungsparteien entschlossen, Selle Genossen und Genossinnen! ihr oftmals verkündetes Bekenntnis zur nationalen gen, es sei ihnen um das Wohl des deutschen Vol- 1 Autonomie preiszugeben und den Namen des deut- fes" zu tun, Glauben schenken, da sie dies Wohl schen Volkes mit der untilgbaren Schmach zu be- um schnöder Gruppenvorteile willen schon einmal Der Parteivoustand der Deutschen soziala decken, um niedrige Vorteile zu verraten, wofür preisgegeben haben? Wird nicht die Verachtung, demokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslofämpfen zu wollen, sie so häufig vorgaben. Die die sie dann auch auf tschechischer Seite erfahren wakoschen Republik beruft für die Zeit vom deutschbürgerlichen Regierungsparteien müssen werden und die der schlaue Regierungschef in seine 7. bis 9. Mai 1927 daran erinnert werden, daß die Mehrheit der deut- fünftigen Pläne mit hineinfaltuliert haben dürfte, den schen Wähler nicht in ihrem Lager steht, daß dies der notwendige und verdiente Lohn solcher Handnicht einmal am 15. November 1925 der Fall war. lungsweise fein? Ja, die Zahl derer, in deren Namen sie die Politik Als Parteitag provisorische Tagesordnung der Parteivorstand vor: Fürwahr, die deutschen Regierungsparteien des Verrates an den Lebensinteressen der Deut- hätten, wenn es ihnen um mehr als schnöde Par- ein. Die Beratungen beginnen am Samstag, den schen üben, hat sich seitdem noch verringert. Herr teivorteile ginge, viele gute Gründe, ihren Eintritt 7. Wai um 10 Uhr vormittags im Dr. Spina schlägt mit seinem Worte von dem in die Regierung einer Prüfung zu unterziehen gewissen Prosentsatz" der Wahrheit ins Gesicht. und die wayren Motive ihrer bisherigen Regie- Neptun- Saal in Teplitz- Schönau. Wenn, wie es so deutlich ist, weder die deutsche rungstaten einzubekennen. Sie werden es nicht Schule, noch die deutschen Arbeiter und Angestell- tun und es fällt uns auch nicht ein, dies von ihnen ten, noch die kleinen Bauern durch die bürgerliche zu erwarten. Sie sind ja auf ihrem rich a Regierung zu ihrem Rechte kommen, wenn der igen Wege", wenn sie unter Preisgabe irre- schlägt ganze Erfolg dieser Regierungsteilnahme sich auf führender Ideologien, mit denen sie soviel kostbare Die bekannten moralisch fragwürdigen Vorteile Zeit verloren haben, nunmehr zu ihrer Klassenreduziert, kann das der Weg sein, um eine ehrliche politik zurückkehren, wenn sie das Fest ihrer poliAnnäherung der auf dem Boden des Staates lebentischen Auferstehung als deutsche Regierungsparden Bölfer vorzubereiten? Kann, wiewohl fich teien im tschechoslowakischen Nationalstaat geniedie deutschbürgerlichen Nutznießer des von ihnen ßen wollen und es aufgeben, die anderen über ihr ermöglichten Regierungssystems so sehr an die wahres Wesen, über die wahren Motive ihres poliMacht flammern, nicht der nächste politische Wind- tischen Handelns zu täuschen. Sie sollen nur dem stoß das politische Gebäude niederreißen? Wer Buge ihres Herzens folgen. Auch dieser Zug des wird in Zukunft dann ihren erneuten Beteuerun- Herzens" ist ihres Schicksals Stimme". Zum Parteitag der tschechischen Sozialdemokratie. Aus dem Bericht. • besto stärker werden die Kommunisten. In Heute tritt im Gemeindehaus in Prag der Böhmen, Mähren und Schlesien erhielten die Parteitag der tschechischen Sozialdemokratie die Kommunisten nur 660.444, die Sozialdemo sozialdemokratischen Parteien 958.813 Stimmen, sammen. Auf der Tagesordnung befinden sich außer Berichten Referate des Abg. Meißner über die Innenpolitit, des Sen. Soutup über die Internationale, des Abg. Stivin über die Revision des Barteiprogramms und des Abg. I am pl über joziale und Wirtschaftsfragen. Der Parteitag wird am Samstag, Sonntag und Monrag tagent. Die deutsche sozialdemokratische Arbeiterpartei in der tschechoslowakischen Republit wird durch den Abg. Gen. Taub, die reichsdeutsche Sozialdemokratie durch Gen. Adolf Braun vertreten sein. Der gedruckte Bericht, den die Parteivertretung dem Parteitag vorlegt, ist ein starker Band von etwa 350 Seiten mit vielen statistischen Tabellen und eindringlichen graphischen Dar stellungen, der reichhaltiges Material über die soziale Zusammensetzung der Bevölkerung, die Ergebnisse der Parlamentswahlen von 1920 und 1925, die Organisation der tschechischen Sozialdemokratie, die Gewerkschaften, Genossenschaften und Arbeiterkulturorganisationen enthält. Einiges daraus sei hier mitgeteilt. In der Tschechoslowakei beträgt nach dem Bericht die fratie hat also hier um ein Drittel mehr Stimmen erhalten als die Kommunisten. Ganz anders ist das Bild in der Slowakei: 65.772 sozialdemokra tischen Stimmen stehen 198.111 fommunistische gegenüber, die Kommunisten sind etwa dreimal so stark als die Sozialdemokraten. In Karpathorußland wurden für die Sozialdemokratie 18.183 Stimmen abgegeben, für die Kommunisten Stimmen abgegeben, für 75.668, also etwa viermal so riel. Die zweite bemerkenswerte Wahlstatistik betrifft das Stimmenverhältnis der bürgerlichen und sozialistischen Parteien. 1920 wurden für die bürgerlichen Parteien 3,362.058 Stimmen abgegeben( 52 Prozent aller Stimmen), 1925 aber 4,513.454 Stimmen( 63.34 Prozent aller Stimmen). Dagegen entfielen auf die sozialistischen Parteien 1920 insgesamt 3,092.179 Stimmen( 48 Prozent), 1925 jedoch nur 2,593.957 oder 36.66 Prozent. Die Bürgerlichen haben demnach rund 1.15 Millionen Stimmen gewonnen, die Sozialisten eine halbe Million verloren. Der Anteil der Bürgerlichen an der Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen ist um 11 Prozent gestiegen, der der Sozialisten um den selben Prozentsatz gefallen. Was die Organisation der tschechischen Sozialdemokratic betrifft, zählt die Partei 114.853 Parteimitglieder, hievon 18.822 Frauen und 4630 Jugendliche. Der Zuwachs gegen 1923( 99.810) beträgt 15.143 oder 15 Prozent. In derselben Zeit ist die An zahl der Organisationen von 2256 auf 3022 ge stiegen. Gewerkschaftlich organisiert sind 56.326 oder 49 Prozent aller Parteimitglieder; genossenfchaftlich 37.783 oder 33 Prozent. Konfeffionslos find 34.239 oder 30 Prozent. Arbeiterbevölkerung 6,279.857, das sind 46 Prozent der Gesamtbevölkerung. Auf die anderen Berufe entfallen 7,333.315 Angehörige, das find 54 Prozent der Einwohner. Von den Arbeitern sind in der Industrie tätig: 3,411.591( einsch. d. Angeh.) oder 25 Prozent der Bevölkerung. Von den Wahlkreisen in den historischen Ländern weist den stärksten Prozentsaz an Arbeitern Laun auf( 63 Prozent), den schwächsten Ung. Hradisch( 40 Prozent). In der Slowakei bilden die Extreme Neutra mit 46 Prozent und Staschau mit 30 Prozent, in Sarpathorußland entfallen auf die Arbeiterbevölkerung 31 Prozent. Der Anteil der industriellen Arbeiter an der Ge- Nach der Klassen und Berufszugehörigkeit samtbevölkerung beträgt in der Republik 25 Pro- find 47 Prozent der Parteimitglieder Industriesent, in den historischen Ländern am stärksten arbeiter, 6 Prozent landwirtschaftliche Arbeiter, in Laun( 44 Prozent), am schwächsten in Ung. 4 Prozent kleingewerbliche Arbeiter und 10 ProHradisch( 19 Prozent). In der Slowakei beträgt zent Arbeiter öffentlicher Betriebe, zusammen 67 der Durchschnitt 11 Prozent, in Karpathoruz- Prozent Arbeiter. 7 Prozent sind Kleinlandwirte, 4 Prozent Gewerbetreibende, 3 Prozent öffentliche Angestellte( öffentliche Arbeiter und Angestellte daher 13 Prozent), anderen Berufen gehören 19 Prozent der Parteimitglieder an. land 5 Prozent. Was die Wahlergebnisse vom November 1925 betrifft, sind zwei Zusammenstellungen von Interesse: Zunächst das Verhältnis der Stimmen, welche die Parteien der zweiten und dritten Internationale 1. Konstituierung des Partettages: a) Wahl des Präsidiums, b) Festsetzung der Geschäftsordnung und der Tagesordnung, c) Wahl einer Mandatsprüfungs- und einer Vorschlagskommission. 2. Berichte: a) des Parteivorstandes, b) des Parteikassiers, c) der Kontrolle. 3. Die politische und wirtschaftliche Lage. 4. Die Erziehung des sozialistischen Nach wuchses. 5. Erhöhung des Parteibeitrages. 6. Aenderungen des Organisationsstatutes. 7. Wahl des Parteivorstandes, der Parteis kontrolle und der Beratungskörperschaften. 8. Allgemeines. Udber das Delegierungsrecht zum Parteitag bestimmt der§ 23 des Organisationsstatus folgendes: Samstag, 16 April 1927. Parteifetretariat, Prag II., Nelajanta 18, aut er. folgen, die Wohnung wird beim Streissekretariat in Teplit Schönau, Theresiengasse 18, angefordert. Prag, am 25. Feber 1927. Mit Parteigruß: Blatny Fanny, Karlsbad; Dr. Czech Ludwig, Brünn; Hadenberg Theodor, Prag; Dr. Heller Carl, Teplitz; Hofbauer Josef, Prag; Ia tid) Wenzel, Prag; Jok! Hans, Troppau; Rögler Franz, Bodenbach; Seremser Heinrich, Teplių; Nießner Wilhelm, Brag; Paul Glse, Dux; Pohl Adolf, Turn- Tepb; Pöll Leopold, Aussig; Schaffer Gusti, Karlsbad; Schäfer Else, Reichenberg; SchloßnidI Hieronymus, Sternberg; Schweichhart Josef, Bodenbach; de Witte Gugen, Karlsbad. Genolfinnen! Im Einvernehmen mit dem Parteivorstand der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterparte: beruft das Frauenreichskomitee für den 5. und 6. Mai 1927 die Frauenreichstonferenz nach Teplitz- Schönau, Kurhausveranda ein. Die Beratungen beginnen am 5. Mai 1927 um 6%( 18%) Uhr nachmittags. Als provisorische Tagesordnung wird vorgeschlagen: 1. Konstituierung. 2. Berichte. 3. Die politische und wirtschaftliche Lage und die Aufgaben der arbeitenden Frauen. 4. Jugendfürsorge und sozialistische Erziehung. 5. Eventuelles. :: Gentäß§ 20 des Organisationsstatutes der Zur Teilnahme an Parteitage sind berechtigt: 1. a) Je drei Delegierte jeder Bezirksorganisation. Bezirksorganisationen, deren durchschnittlicher Markemunsatz für männliche und weibliche Partei- Partei sind zur Teilnahme an dieser Tagung bemitglieder pro Monat mehr als 2000 Stück beträgt, rechtigt: haben das Recht, für jedes weitere 1000 einen Dele Die Bezirks und Kreisorganisationen durch je gierten zu entfenden. Bruchteile über 500 werdem eine Delegierte. als voll gerechnet. b) Je ein Delegierter jeder Lokalorganisation, deren durchschnittlicher Markemumsatz für männliche und weibliche Parteimitglieder pro Monat mehr als 300 Süd beträgt; für je weitere 300 Mitglieder hat die Lokalorganisation Anspruch auf einen weieren Delegierten, bis zur Höchstzahl von drei Delegierten. c) Die Grundlage für die Berechnung der Zahl der Delegierten bildet der Markenumsaz im Ge schäftsjahr, über das am Parteitag berichtet wird. d) Bei außerordentlichen Parteitagen gilt als Grundlage der Berechnung das letzte abgelaufene Geschäftsjahr. e) Die Wahl der Delegierten erfolgt in Bezirksfonferenzen und, soweit die Vertreter der Lokalorganisationen in Betracht kommen, in Vollversammlungen. Das Wahlverfahren wird durch die Statuten der betreffenden Organisation geregelt. In diesen Statuten muß auf eine entsprechende Beschichung des Parteitages durch weibliche Parteimitglieder RüdSicht genommen werden. 2. Je drei Delegierte jeder Streisorganisation. Das Wahlverfahren wird durch die Statuten der betreffenden Organisation geregelt. 3. Die Mitglieder des Parteivorstandes, der Stontrolle und die Sekretäre des Parteivorstandes. 4. Bier Delegierte des Klubs der Abgeordneten utid zwei Delegierte des Klubs der Senatoren der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei. 5. Zwei Delegierte des Frauenreichstomitees. 6. Zwei Delegierte des sozialistischen Jugendverbandes. 7. Je ein Delegierter der von einem Parteitag eingesetzten Körperschaften und des Reichsvereines der Stinderfreunde. 8. Je ein Delegierter der Redaktionen der vom Parteitag anerkannten Parteiblätter. 9. Zwei Delegierte der Zentralgetverkschaftskommission. Dent Bericht, der sonst noch eine Fülle von Material enthält, kann sorgsame Bearbeitung 10. Je ein Delegierter der der Zentralgewerkinsbesondere im statistischen Teil nicht abgeschaftskommission angeschlossenen Zentralverbände sprochen werden. und ihrer Fachblätter. 11. Zwei Delegierte des Verbandes Deutscher wirtschaftsgenossenschaften., * erhielten. In der Republik überhaupt wurden für die deutsche und tschechische Sozialdemokratie 1,042.768, das sind 14.67 Prozent aller Stimmen Ueber den Verlauf des Parteitages werden abgegeben, für die Kommunisten 934.223, das find wir in der Mittwochnummer unseres Blattes zu13.15 Prozent. Je weiter man nach Osten kommt, Isammenfassend berichten. Die handelspolitischen Schwierigkeiten men. Auch Rumänien wird in der nächsten wachsen! Zeit an die Tschechoslowakei mit der Forderung nach einer Revision des Handelsvertrages heranDer Ablauf des österreichisch- tschechoslowaki treten, da das rumänische Parlament vor kurzem schen Handelsvertrages wird, wie die Lidové einen neuen Zolltarif beschlossen hat. Da auch mit Noviny" melden, auch für die Verhandlungen, die Ungarn und Jugoslawien die Verhandlungen gegenwärtig mit Deutschland geführt werden, noch immer nicht abgeschloffen sind, droht die Genicht ohne Einfluß bleiben. Die deutschen Unter- fahr, daß wir mit einer ganzen Reihe von Nachhändler wollten den Abschluß des österreichisch- barstaaten in. den vertragslosen Zustand kommen. tschechoslowakischen Handelsvertrages abwarten, Das ist der Beweis des völligen Versagens unweil ja infolge der Meistbegünstigung die Oester- ferer Handelspolitik. reich gewährten Vorteile auch Deutschland zugute gefommen wären. Die deutschen Unterhändler Konferenz tschechisch- sozialdemokratischer Lehrer glauben nun, daß es zwischen Cesterreich und der und Professoren. Donnerstag fand in Prag eine Tschechoslowakei doch über kurz oder lang zu einem Konferenz tschechischer sozialdemokratischer Lehrer Berivage kommen wird und wollen sich deshaid und Professoren statt, in der Professor Weaves nicht sehr beeilen, weil sie ja der Tschechoslowakei über das Verhältnis der Intellektue la für die Herabseßung gewisser Zölle auf deutsche len zur Sozialdemokratie, Abgeordneter Waren Konzeffionen machen müßten, die ihnen Beneš über die kulturpolitischen Fragen nach Abschluß des Vertrages der Tschechoslowakei referierte. Nach längerer Debatte wurde eine Entmit Desterreich ohne jede Entschädigung von selbst schließung angenommen, in welcher die Schul- und in den Schoß fallen würden. Die Folge des Zoll- Kulturforderungen der tschechischen Sozialdemotampfes mit Desterreich wird auch die Verlang fratie zusammengefaßt werden. Zum Vorsitzenden samung der Verhandlungen mit Deutschland sein der Professoren und Lehrerorganisation der tsche und es wird auch mit Deutschland in nächster Zeit chischen Sozialdemokratic wurde ebermals Pronicht zum Abschluß eines Handelsvertrages font- feffor Mares gewählt. 12. Ein Delegierter des Zentralorganes des Verbandes Deutscher Wirtschaftsgenossenschaften. ferenten. 13. Ein Vertreter der Freidenferorganisation. 14. Die vom Parteivorstand berufenen ReZugelassen sind nur solche Delegierte, der in den Bunften 9 bis 18 genannten Organisationen, die Parteimitglieder sind. Die Mitglieder des Frauenreichskomitees und bie weiblichen Abgeordneten. Der Parteivorstand und die Klubs der Abgeordneten und Senatoren durch je zwei Vertreter. Jene Bezirksorganisationen, die durchschnittlich per Monat mehr als 1000 Frauenmarfen umfeßen, haben das Recht, auf je weitere 1000 un gefeßte Frauenmarken eine Delegierte zu entfenben. Bruchteile über 500 gelten als voll. Mit Parteigruß: Für das Frauenreichskomitee: Die Vorsitzende: Die Sekretärin: A. Perthen. F. Blatny. Eine frohe Osterbotichait für die Großgrundbefizer Teilweise Aufhebung der Wälderbeschlagnahme. Nach Mitteilungen der Pr. Pr." sehen die Richtlinien des Bodenamtes zur Durchführung der Wälderreform große Erleichterungen für die Großgrundbesitzer vor. Die kleineren Waldomplere" bis zu 1500 Hektar sollen ganz aus der Beschlagnahme entlassen werden, wobei das Bodenamt noch über die Bedingungen der Freigabe Verhandlungen pflegen will. Wit den Eigentümern von mehr als 1500 Settar sind zunächſt informative Verhandlungen" geplant, um ihre Forderungen in Sachen des Waldausmaßes und an anderem Boden zu ermitteln, der ihnen definitiv bleiben soll". Das klingt ja recht hoffnungsvoll auch für die großen Waldbefizer. Die Verlautbarung läßt durchblicken, daß auch dieser Gruppe mehr als das gefeßlich übernahmsfreie Minimum( bis 500 Hektar) bleiben soll, und zwar ,, mit Rüdsicht auf die Erfüllung jener Aufgaben, denen der Eigentümer weiterhin nachkommen muß"( Pensionslaften, Patronatspflichten, Erhaltung von Naturdenkmälern und Kunstschäßen usw.). Nach amtlicher Ueberprüfung der diesbezüglichen Forderungen der großen Waldbefizer beabsichtigt das Bodenamt unter Berücksichtigung der öffentlich- rechtlichen Bedürfnisse und der Ansprüche aller gefeßlich qualifizierten Bewerber die Pläne für die Durchführung der Wälderreform auszuarbeiten. Auf Grundlage dieser Pläne wird mit den betreffenden Großgrundbefizern neuerdings einzeln verhandelt werden, damit sie womöglich durch ein freiwilliges lebereintommen die zur Uebernahme beantragten Waldflächen abtreten. Ueber die Art der Verwendung der entDie Vertreter der in den Punkten 8, 10 und 12 eigneten Waldflächen werden nur geheimnisvolle genannten Blätter, sowie die in dem Punkte 14 Andeutungen gemacht. Zuerst sollen neue Wirt schaftseinheiten geschaffen und dann erst Genannten haben bloß beratende Stimme. Jene Abgeordneten und Senatoren, die nicht falls wird damit die Frage: Verstaatlichung oder das Zuteilungsfubjekt ermittelt werden. Jeden Delegierte des Parteitages sind, haben die Pflicht, Bergemeindung der Wälder auf die lange Bant am Barteitag mit beratender Stimme teilzunehmen. geschoben. Nicht ausgeschloffen ist aber, daß das Gemäß§ 29 des Oncanisationsstatutes müssen Bodenamt die neuen Wirtschaftseinheiten so bil selbständige Anträge der Parteimitglieder mindestens det, daß sie dann viel besser für den Staat, als drei Wochen vor dem Parteitage dem Parteivorstand zur Uebergabe an die Gemeinden oder Gemeindeschriftlich übermittelt werden. Der Parteivorstand verbänd reignet sind. muß diese Antäge, ebenso wie die von ihm selbst Wie weiter versichert wird, wird im Zuge gestellten Anträge vor dem Stattfinden des Partei- der Wälderreform ein neues definitives tages veröffentlichen. Nach§ 31 können Aenterungen des Organiſa- Existenz der Betroffener Afſet ette hier bit tionsstatutes und der Höhe der Mitgliederbeiträge werden. nur auf einem vom Parteivorstand gestellten oder von Das Bodenamt hat also sehr viel Wasser in einer Organisation bei ihm mindestens sechs Wochen feinen Wein gegossen und verspricht den Großvor dem Parteitage eingebrachten Antrag vorgenom- ivaldbesitzern die schonendste Behandlung. Wären men werden. Solche Anträge sind mindestens vier die von der Bodenreform betroffenen Arbeiter, Wochen vor dem Parteitage bekanntzugeben. Angestellten und Kleinpächter nicht ebensoviel EntDie Anmeldung der Telegierten hat bei bent gegenkommens wert? Eming, 16. pl 1927. Der Fall Ude. Christentum und Politit, to muß über kurz oder lang scheitern. Aber er ist politischen" Kreise, die Schüßenhilfe der kathofteine reine Persönlichkeit, er ist auch als Politiker fchen Kirche für den Rothschildschen Hausprälaten Christ. Ihm gegenüber kann sich der Sozialis- gegen den Christen Ude den die hündisch feige mus mit der Stichhältigkeit der christlichen Argu- liberale Presse, die Seipel die Stiefel leckt und an den Nöten der Zeit auseinandersetzen. Einem möchte, den„ Narren in Christo" nennt be mente, über die Frage nach dem besten Wege aus Ude, daß Gott erbarm," Freisinn" auslassen Seipel gegenüber fann er nur auf die abgründige weist aber auch, daß heute ein Bekenntnis Verlogenheit einer Politik verweisen, die sich zu den Ideen des Christentums un christlich nennt und, wie gerade der Fall be bevereinbar ist mit der Zugehörigkeit weist, vom Christentum weltenweit entfernt ist. zur katholischen Kirche, der Magd des Die Stellungnahme der rein kirchlichen un- lausbeuterischen Kapitalismus. Ein Beobachter, der auf dem Mars oder auf m Monde den österreichischen Wahlkampf verfolgte, der den Kampf zwischen der Sozialdemotratie und der antimarxistischen Einheitsliste los gelöst von den vielen Fragen, um die es in diesem Stampfe geht, losgelöst von Mieterschutz und Fürforgepolitit, Bankinteressen und Voltsinteressen, Breitnersteuern und Seipelsteuern, betrachten fönnte, der müßte den Eindruck haben, daß in Desterreich zwischen Christentum und Atheismus, zwischen fatholischer und antichristlicher Welt anschauung der entscheidende Kampf entbrannt sei. Und er könnte sich nun gar nicht erklären, warum einer der erbittertſten Gegner des christlichen Führers Seipel der Professor der katholischen Theologie an der Universität Graz, Führer der wirtschaftlichen Ständepartei, Dr. Ude ist. Und doch ist der Kampf zwischen Seipel und Ude im Grunde fast so verständlich wie der zwischen Breit ner und Seipel. Es ist der Kampf zwischen Christentum und unchristlicher Weltanschauung, es ist innerhalb der nichtsozialistischen Front die große Auseinandersetzung zwischen christlicher und zwischen Klerikaler Auffassung der Politik. Der überzeugte Christ kann sich, so sollte man meinen, der Politik gegenüber in zweifacher Weise einstellen. Er fann sie seitab liegen lassen nach dem bekannten Christuswort„ Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist und Gott, was Gottes ist", er lebt dann nur der Vorbereitung auf das erhoffte, ja mit Sicherheit erwartete, Jenseits und seine ewige Glüdseligkeit, die kein irdisches Glück ihm erfeßen könnte; oder er hält das Christentum für eine Heilslehre, die auch auf Erden Glück und Frieden schaffen soll, dann muß er im Sinne der jozialen Heilslehren des Christentums wirken. fra. Neuerlicher Abbau deutscher Staatsangestellter! Auch ein Erfolg der deutschen Regierungsparteien. Wie dem Karlsbader„ Volkswille" aus El| der Dienstpragmatif erfüllt haben. Dieser Abbogen berichtet wird, erhielten in den letzten Tagen fat lautet:„ Ein Beamter ist von Amts wegen eine große Anzahl deutscher Staatsangestellter in den dauernden Ruhestand zu versetzen, wenn folgendes Schreiben: die Gesamtbeurteilung seiner Qualifilation durch drei aufeinanderfolgende Jahre nicht entspre chend" gelautet hat." Präsidium der Finanz- Landes Direktion Prag, amt... in... Hernn... Nachdem Sie bei der Reparaturprüfung in der Staatssprache, abgehalten ant(......) mit allen Stimmen nicht entsprechend" Klassifiziert wurden, haben wir die Absicht, dem Finanz Ministerium vorzuschlagen, daß Sie nach den Bestimmungen des Art. 66, Pt. 1 der Reg.- Verord. vom 3. Feber 1926, Art. 17 Sig. d. G. 1. V. und des§ 80, Abs. 1 der Dienstpragmatik, in den dauernden Ruhestand versetzt werden. Gegen diese beabsichtigte Pensionierung können Nun haben aber diese Staatsangestellten ihre beherrschung der Staatssprache mit gut" bestan Prüfung immer mit sehr gut", bzw. wegen Nichtden und sie wurden auch bei der Prüfung mit fehr gut", bzw.„ gut" qualifiziert. Da also nic mand unter ihnen ist, der mit nicht entsprechend" qualifiziert worden ist, ist dieses Abbauattentat noch dazu gesetzwidrig. die tiefbeschämende Tatsache eingetreten, daß unter Es ist also für die Deutschen in diesem Staate teien deutsche Staatsangestellte, die ihren Dienst Mithilfe und Duldung deutscher Regierungspar Weiſe ER Bette D. Mussolini und sein König. ( Notenkraker, Aursterdamt.) Sie nach§ 82 der Dienſtpragmatik innerhalb 14 in tadellofer Welje versehen, um ihre Exiſtenz ge- Glück muß man haben! Tagen Einwendungen machen. bracht werden sollen. Und das ohne jede gesetzliche Begründung! Für den Präsidenten: Dr. Maresch m. p. Interessant ist die Tatsache, daß die Mehr- So also schaut die erfolgreiche Arbeit der Ak zahl aller fener Staatsangestellten, welche dieses tivisten an: In der Zeit, da deutschen Minister Schreiben erhielten, die Verpflichtungen nach dem im Kabinett igen, baut man deutsche Staatsim obgenannten Bescheide zitierten§ 80, Abs. 1 angestellte ab! Tichangkaischets Verrat. Ein Aufruf der kommunistischen Internationale. Der Prälat Seipel, und was sich sonst noch christlichsozial nennt bei uns wie anderswo, tun weder das eine noch das andere. Sie führen weder ein dem Jrdischen abgewandtes Leben der flösterlichen Einkehr und Vorbereitung auf das Jenseits, noch versuchen sie das Leben der Men schen im Sinne der christlichen Ideen zu refor mieren. Sie treiben Politik im Interesse der Besitzenden, sie besorgen die Geschäfte der Bankiers und Industriebarone, sie sind die Moskau, 15. April.( Taß.) Die kommuni Moskau, 15. April.( Taß.) Die. ,, Prawda" Wortführer der Bourgeoisie im Klassenkampf. stische Internationale veröffentlicht einen Aufruf, hebt hervor, daß Tschangkaischek ein chinesischer Nicht als Christ, sondern als Hausprälat der in welchem Tsch anglaischer als Verräter der Cavaignac geworden ist. Er und seine Anhänger Rothschild und Sieghart, der Boel und Castiglione chinesischen Revolution, als Verbündeter der Jm- ion geworden. Tschangkaischer erhebt sich gegen sind der Mittelpunkt der nationalen Kontrerevolut fordert Seipel die Aufhebung des Mieterschutzes, perialisten und als Feind der Arbeiterbewegung die Revolution in einer Reihe mit Tschangfolin. die Einstellung des Wiener Wohnbaues, die Auf laffung der Fürsorgeanstalten der Kommune. Nicht und der kommunistischen Internationale erklärt Er spielte bereits früher einmal auf die Möglich aus christlicher Nächstenliebe, sondern aus kapitali- wird. Der Aufruf verweist auf die sich voll- feit an, sich mit dem letzteren zu verständigen. Der stischer Solidarität faniert Seipel die verkrachten ziehende Vereinigung der kapitalkſtiſchen Kräfte in der gesamten Geschichte des chinesischen FreiUmsturz in Schanghai zieht eine neue tiefe Furche Banken mit dem Gelde, das er Arbeitern und gegen die chinesische Revolution und die Sowjet- heitskampfes. Tschangtaifchet hat die Massen herSeleinbauern abgepreßt, das er den Angestellten union und fordert die Werftätigen der ganzen Welt ausgefordert, welche diese Herausforderung anund die unterdrückten Böller auf, gegen die Vorbereitung eines neuen Weltkrieges zu protestieren, die Beförderung von Waffen und Truppen zu verhindern sowie die Zurückziehung der Truppen aus China mit allen Mitteln zu verlangen. vom Lohne vorenthalten hat. Gegen diese Art christlicher Politik ist Professor Ude aufgetreten und gegen diese Verhunzung des Christentums predigt er das reine Evangelium, in einem seltsamen Gemisch urchristlicher Reform ideen mit modernen politischen Methoden. Ude war ursprünglich Lebensreformer ohne politischen Anstrich. Er prebigte gegen den Alkohol, gegen das Fleischeffen, gegen den Lurus. Aber selbst Die Antwort der Kantonregierung. harmlose Predigten brachten ihn mit der christlichsozialen Partei in Konflikt, die ja in der Nezen Linie entbrannt und die Selerisei läßt alle Wahr | nehmen werden. Die kommunistische Partei Chinas wird sich noch fester in dem revolutionären Suomintang zusammenschließen, sie wird noch beharrlicher neue Sträfte sammeln und über die Schanghaier Niederlage zum endgültigen Siege schreiten. Ein erlauschtes Bahngespräch zwischen Spina und Mayr- Harting. Unser L. G. Berichterstatter hatte dieser Tage das Glück, den beiden deutschtschechoslowakischen Ministern Spina und Mayr- Harting, die man doch sonst nicht einmal bei wichtigsten Parlamentssitungen ( selbst bei der Halleluja Sibung des Senates fehlten sie!) zu Gesichte bekommt, auf einer deutschböhmischen Station zu begegnen. Der Gedanke, bei dieser Gelegenheit irgendwie ein Gespräch der beiden Helden und Retter des deutschen Volkes zu erlauschen, war na türlich ungeheuer verlockend. Der Zufall wollte es, daß in dem Zug, in den die bei den Minister cinstiegen, das Abteil neben dem Ministercoupé leer war. Rasch entschlossen stürzte der unanständig Neugierige in dieses Abteil, erklärte dem Schaffner, daß er we gen dringender Arbeiten ungestört zu bleiben wünsche, verschloß die Tür, zog die Gardinen vor und einen großen Bohrer aus der Aktentasche und trieb in die Wand, die ihn von den Ministern treunte, schnell und geräuschlos ein Lauschloch. Das dauerte immerhin so lange, daß der Zug inzwischen in die nächste Station einfuhr. Gerade da aber gelang es dem Lauscher, die ersten Gesprächsfeßen aufzufangen. Mayr: Herr Kollega, wollen Sie nicht auch ,, horté párty" faufen?" lernen." Mayr:„ ,, Aber bitte, wollen Sie sich doch um landbündlerischen Organisationsgebieten und über Der Zaniboni- Prozek. Spina: Dante, nein. Aber es ist fabelhaft, Hantau, 15. April. Der Außenminister was für Fortschritte Sie im Tschechischen machen!" Verhör des Polizeispitzels Quaglia. gierung Ramel nach Start Strauſens scharfem Wort der Kanton- Regierung, Tschen, schlägt in seiner Mayr: Und ich staune, woher Sie in dieser ein„ start alkoholhältiges Kabinett" hatte. Man Antwort auf die kürzlich von den fünf interessier- Rom, 15. April. Gestern wurde im Atten Situation die Laune zu solchen Wizzen nehmen!" schritt gegen Ude mit einem bischöflichen tatsprozeß gegen 3aniboni der Rechtsanwalt Spina:„ Na, nichts für ungut aber ernstRebeverbot ein. Des Kardinal Bifft ist Seiten Mächten in Angelegenheit der bekannten und Journalist Quaglia, der bei dem ganzen lich, Herr Kollege: Sie sollten sich doch für unsere pels Mann, wie Seipel der seine ist und wie beide Zwischenfälle in Nanking überreichten Note vor, Attentat die Rolle des Agent probacateur gespielt Staatssprache mehr interessieren. Ich fann Ihnen die Männer des Industriellenverbandes sind. Man daß der Zwischenfall von einer inter- hatte, als Hauptzeuge einvernommen; er trieb Ude nur noch stärker ins Lager der Politiker. nationalen Kommission unter- natürlich gegen beide Angeklagte belastend aus. doch nicht in jeder Ministerratssißung ununterunter- natürlich gegen beide Angeklagte belastend aus. brochen den Dolmetsch machen! Sie! önnten jetzt Als die christlichsozialen Banken frachten und die Der Anwalt Zanibonis, Casinelli, erklärt zu Börsengeschäfte der Stödler, Buresch und Rin- sucht werde. In der an die Regierung Großnächst namens ſeines Klienten, daß dieser aus- doch wirklich Ihre Vorlesungen an der Universität telen, der Aberbach und Gottesmann und der De- britanniens und der Vereinigten Staaten adres- drücklich darauf verzichte, zu den Aussagen einstellen oder brauchen Sie das Geld so drin chanten Prisching und Gimpl aufflogen, wandte sierten Antwort heißt es, daß die Kriegsschiffe Quaglias Stellung zu nehmen, da er zu wissen gend? und in der so freiwerdenden Zeit tschechisch sich Ude mit dem heiligen Zorn des Affeten gegen dieser Mächte das wehrlose Nanking glaube, daß dieser Mann, den er für seinen die Schandwirtschaft, die das österreichische Volt im Zeichen einer christlichen" Regierung zur bombardiert haben". In der Antwort Freund gehalten habe, nichts weiter war Melfiuh der Börsenjobber macht. In wenigen an Großbritannien und Frankreich wird von dem entzieht darauf dem Anwalt erregt das Wort Uebrigens ist mir und meiner Partei die ständige als ein Provokateur. Der Vorſivende meine Privatangelegenheiten nicht so sehr bemühen! Wochen war eine politische Partei aus dem„ Bombardements des wehrlosen und nimmt Quaglia in Schutz. Bevormundung und Kommandierung durch die LandBoden gestampft, deren Programm eigentlich Schamienviertels" gesprochen. Quaglia sagt nun aus, daß Zaniboni bündler schon zu, dumm! Schließlich fehlt Ihnen damur, ude" heißt. Mit dem Namen dieses wahren scheinlich wird auf die Schießereien im Jahre das bewußte Werkzeug der Freimaurer war, die zu doch jede Berechtigung und Sie werden sich sehr Christen kämpft sie gegen die falschen Christen sich seiner bedienen wollten, um Mussolini aus irren, wenn Sie glauben, daß unsere Politik sich in Seipels und Piffls. Der Kampf ist auf der gan- 1925 angespielt. Sonst ist der Wortlaut der Antworten dem Wege zu räumen und dann die Erbschaft den Wahlziffern nur der Christlichsozialen auswirken Minen gegen Ude springen. Man will ihm die gleich, unter anderem heißt es darin, daß es zu anzutreten. Wiederholt habe er Zaniboni vor dem wird. Was mir meine Vertrauensleute aus einigen General Capello gewarnt, der die Fäden der Kandidatur verbieten, man hat ihm, wie er in ähnlichen Vorfällen wie in Nanking so lange Verschwörung in den Hängen hatte. Quaglia schil- bie Mißstimmung dort berichten, ist für Sie gerade einer Wiener Versammlung erzählte, Geld ge= boten, wenn er in die Einheitsliste eintrete. Tommen werde, als nicht Verträge auf Grund- dert nun mit Pathos, wie er an Zaniboni ge Aber der Widerpart Seipels, den man etwas lage der Gleichberechtigung bestehen. Tschen fügt fettet gewesen sei; er mußte ihn weiter verfolgen, nicht sehr angenehm." zu erfahren, was man tatsächlich vorhatte, Spina:„ Aber bitte, das ist doch unsere übertrieben mit Savonarola verglichen hat, ist zum Schluß hinzu, daß er eine Verantwor= selbst auf die Gefahr hin, selbst Schwierigkeiten Sorge. Und dann seien Sie doch nicht bei jeder Ge nicht fäuflich, dieser Christ ist aus anderem Holz tung für die Ereignisse in Nanking nicht an- mit der Polizei zu haben. Erst in den letzter legenheit so empfindlich! Mit dieser Empfindsamkeit geschnitzt als der Pfarrer Gimpl oder der SalzTagen vor dem Attentat will er die Polizei ver- geben Sie immer nur den Gerüchten neue Nahburger Erzbischof Rieder, der in Hirtenbriefen für erkenne. ständigt haben; er war es auch, der die Zimmer rung, daß die orientalische Weichheit Ihres Wesens ſein, der stampf endet, mit tein, daß die bie Stapitaliſten agitiert. Din it welchen Mitteln Rheinlandräumung und Kolonial- in dem Hotel aussuchte, von denen aus Muſſo- kein Zufall ſei. Laſſen Sie diese fleinen Eiferlini gut zu sehen gewesen wäre. Quaglia hat die Kirche dem. unboimäßigen Prediger christlicher sogar die Schritte zwischen dem Fenster und dem süchteleien und fangen wir mit der Symbiose bei Ideen zu Leibe rüden wird. Es ist das erstemal, daß in so schroffer Form ein Vertreter des wahren Deutschlands nächste Forderungen. Palazzo Chigi, von dessen Balkon aus Mussolini uns selber an!" Mayr:„ Aber ich bitte Sie, verschonen Sie Christentums den pfäffischen Soldknechten der Paris, 15. April. Das„ Journal" erfährt sprechen sollte, ausgemessen! Bourgeoisie entgegentritt. Niemand vermöchte Die weiteren Aussagen des Spitzels be- doch wenigstens uns mit dieser Phrase, die die Dumheute zu sagen, ob ude zu Streuze kriechen oder ob von seinem Berliner Korrespondenten, daß die lasten den General Capello, der angeblich nach men nicht verstehen und die Gescheiten eben längst er, den Weg bis zur letzten Stonsequenz, zur Los deutsche Regierung sogleich nach Beendigung der dem Attentat Leiter der Wilitärdiktatur werden als Phrase erkannt haben! Was haben wir Christ. lösung von einer Kirche gehen wird, die mit Arbeiten in Königsberg, Küstrin und Glogau auf sollte, die den Fascismus hätte ablösen sollen. lichsozialen denn schon von der ganzen Symbiose Christus nicht mehr das Geringste gemein hat. Grund des Artikels 431 des Versailler Friedens- Capello hätte zunächst die finanzielle Sicher gehabt? Die Zölle, die Auslieferungsgeschkchte, die Die Ideen Udes selbst sind nicht so weltfremd vertrages die Abberufung der Offupationstruppen stellung Zanibonis versprochen, dann aber be- Militärg'schichten, die Verwaltungsreform- alles bauert, ihm fein Geld geben zu können, da der geht schließlich auf unsern Budelund utopisch wie die meisten Ideen christlicher aus dem Rheinlande fordern werde, was der deut- dauert, ihm kein Geld geben zu können, da der geht schließlich auf unsern Budel-, ich, trau' mich Großmeister der Freimaurerloge es ablehne, ein ja in leine Versammlung mehr... Reformer vor ihm. Die sozialen Heilslehren des Spina:„ Das Karlsbad können Sie halt Christentums sind auf einem anderen Boden ge- sche Botschafter in Paris von Hoesch dem Mini- Unternehmen zu finanzieren, für das noch keine nicht verwinden... Aber denken Sie doch an die wachsen als der moderne Sozialismus, sie haben ster des Aeußern Briand bereits angekündigt Vorbereitungen getroffen seien. Am 3. Oktober wohl ihren ethischen, nicht aber ihren praktischen haben soll. Auch werde in der nächsten Zeit, wahr habe Capello Quaglia beauftragt, er solle Zant- Rongrua, an die Kohleneinfuhrscheine – ist das Wert behalten. Ude versucht in seiner„ Reinheits- scheinlich schon während der Juni- Tagung des boni den Rat geben, den Attentatsplan zurüd- nichts? und schließlich muß man eben Opfer brinzustellen, da darüber etwas bekannt geworden front" eine Anpassung jahrtausendealter Jdeen an die Gegenwart. Da er die dialektische Wirkung und Völkerbundrates, die deutsche Regierung die For fei. Quaglia habe Capello geraten, persönlich gen als Partei, wenn man der Gesamtsache des den ethischen Wert des Klassenkampfes nicht er derung nach Zuteilung eines Kolonialmandates mit Baniboni zu sprechen, habe dann aber die Bürgertums dienen will.. Polizei in Kenntnis gesetzt. fennt, ist seine Politik auf kurze Frist gestellt und an Deutschland stellen. Man nun mandat. " Mayr:„ Na, jetzt hören Sie aber auf, mir po RTTE litische Aufschlüsse zu geben. Bei den LandbändTern decken sich Bejizz- und Parteiinteressen eben weit eher als bei uns, das brauche ich Ihnen ja nicht erst zu erzählen. Aber wenn wir den kleinen Leuten nicht bald irgend etwas bringen, wenigstens in nationaler Hinsicht, so..." Spina: Herr Kollega, mit Ihnen ist wirt Tich schwer zu verhandeln. Es kommt mir tatsächlich vor, als ob ich Ihnen die großen Gesichtspunkte unserer Politif immer von neuem wieder farlegen müßte. Vergleichen Sie doch die bürgerliche Situa tion, ja insbesondere die Situation der Kleri talen..." Mahr: Bitte, Herr Großagrarier..." Spina: na also der Christlichsozialen von ... 1919 und heute..." Mahr: Und morgen?" Horthy und Pilsudſti auf der Königsuche. ,, Bedaure, das ist das Beste, was wir derzeit auf Lager haben." Arbeiter- Frühling. Nun der Frühling wieder ins Land gekommen ist und sich überall fündet, überall Lichter anzündet auf Bäumen und Sträuchern und in den Herzen der Menschen, damit sie ihn besser finden mögen, erfüllt es mich mit tiefer Trauer und unsäglicher Wehmut, daß es so viele, viele Men'chen gibt, für die der Frühling nur im Kalender steht, die seiner befeliçenden Gegenivart nicht inne werden fön nen. ihr Aermsten der Armen, denen selbst die Freiwunder der Natur verwehrt sind, weil euch euer Geschick und Los verdammt, ihnen zu entflie hen. Im Morgengrauen eilt der Arbeiter zur Fabrit, wenn noch Nebel und Dunst dem sehnsüch Spina:„ Das ist Ihre Sache. Die Sohe tig schauenden Auge das Bild der sich neu schmüIhrer Presse. Wissen Sic, ich will Ihnen nicht denden Bäume und Sträucher verhüllen und nahetreten, aber die Deutsche Presse" ist wirklich zum Kozen. Das ist eine geistige Dede..." Schleier über die neuergrünten Rasenflächen und Mayr:„ Na, das ist doch wirklich unerhört. anlagen gebreitet sind. Spät am Abend kommit er folett aufgepußten Blumenbeete der städtischen ParkSie haben es notwendig, über unser Blatt zu schimpfen. Ich habe mir ein Verzeichnis der Zeit- heim, müde an Körper und Seele, unempfänglich artikel der„, and post" in den leßten Monaten für alle Frühlingsreize, die der sinkende Tag Grau anlegen lassen. Ich zitiere aus den Kopf: Abessy in Grau verschwimmen läßt. Nichts hört der Arnien, Mexiko, Hinterindien, Irland, Acgypten, beiter von, der überschwenglichen Frühlingsmusik Afghanistan, Albanien, die ukrainische Frage, in Wald und Feld, die Taufende gefiederter Sänger Italiens Landwirtschaftsagen's, haben's da viel aus überquellender Kehle mit Jubeltrillern in den leicht auch irgendwelche Begünstigungen Simmel tragen. Nur die Melodie der Arbeit, das bei der Einfuhr solcher Artifc!?" ewig eintönige Summen der Waschinen flingt an sein Dohr, das Hämmern und To'en der Arbeit, ſein Dohr, das Hämmern und Tosen der Arbeit, einer Arbeit, die in Geld umgesetzt, bestimmt ist, den Frühling der Reichen zu verschönern. Spina: Ja, da haben Sie recht. Ich habe blöden Leitartikel gesprochen, die ich als Brager Schnittware zu bezeichnen pflege. Aber wissen Sic, der Mann hat eine Verlegung an der rechten Hand und chann nicht schreiben..." auch mit dem Redakteur schon mehrmals über diese ( Beiderseits herzliches Gelächter.) Andere Musikwunder des Frühlings offenbaren sich dem Arbeiter, wenn er abends von der Arbeit heimkehrt, den Staub aus den Kleidern schüttelt und sich ans offene Fenster setzt, um die würzige Frühlingsluft ein Weilchen zu genießen, den Frühling zu fühlen, ihn wenigstens zu ahnen. Diese Musik Frühlingswunder bieten ihm seine glücklicheren Mitmenschen, die tagsüber dem glüdlicheren Mitmenschen, die tagsüber dem Frühling ins Antlitz schauen können, um ihn am Abend in Begeisterung zu lobpreisen. Denn der nur die Herzen, sondern auch Türen und Fenster. Lagesneuigkeiten. Samstag, 16 April 1927. gemeinwohl über das eigene, Kleinlich egoistische Interesse stellen. Und dabei besteht der Arbeiterund Bauernstaat bereits über ein Jahrzehnt. Zu Gonntagmorgen in der Irren- einem Arbetter- und Bauernſtaat gehört vielleicht anftalt. Bon J. Reismann. Mit Stern im Sichelmond weicht eine Nacht voll Sorgen, morgen. Auf grauem Himmel graut ein trüber Sonntag Im Zimmer singt am Nachtstuhl jemand Operetten melodien, Indes die Wärter einen andern in den Waschraum ziehen. Ein Kind schlucht leise in dem Nebenzimmer, Von nirgends kommt ein Sonnenstrahl, ein Hoffnungsschimmer. Der Pfeifenqualm und Zigarettenrauch füllt bald den Gang, Auf dem wir wandern müssen, wandern stundenlang. Das welle Blattlaub und das abgemähte Rasengrün Läßt auch von draußen keine Hoffnung in die Seele Wozu noch Gloden der Kathrinenkirche Klagen: Ein Sonntagmorgen, wieder sinnlos, zwedlos tots geschlagen! Entnommen einem Zyklus„ Gedichte aus einem tschechischen 3rren baufe". sich'n, doch mehr als ein Defret, das den Kapitalismus abgeschafft erklärt und dabei das Land und seine Arbeiter und Bauern blutsaugerischen Vampyren des internationalen Rapitals ausliefert. Beispielgebende Kleinarbeit. Ein Genosse der Lokalorganisation, Wiesen bei Salbstadt ging vergangenen Sonntag werben. Von Haus zu aus, von Stube zu Stube und konnte bei diesem Gang 14 Parteimitglieder gewinnen. 12 Genoffinnen und zwei Genossen wurden als Mitfämpfer in unsere Parteiorganisationen geführt. Betternwirtschaft. Die Sowjetpresse weist auf die enorme Entwicklung der Vetternwirtschaft in den Sowjetinstitutionen hin. Nach der Mitteilung der" Prawda" vom 30. März wurde die Feststellung gemacht, daß im Statistischen Sentralamt Weißrußlands unter den 176 Ange stellten nicht weniger als 55 in nahen verwandt schaftlichen Beziehungen zueinander stehen, wobei ciner dem anderen dienstlich untergeordnet ist. Ein Fremder könnte bei dieser Behörde nur fchwerlich Anstellung finden. Dasselbe berichtet die Prawda"( vom 3. April) über den Verwaltungsapparat des Seweroles"( Nordwald) in Archangelst. Dort sind unter 150 Angestellten 50 miteinander verwandt; unter diesen sind zahl. reiche Brüder, drei Paar Väter mit Söhnen, zivei Ein fo'ch ausgehungertes Menschenmaterial ist nirgends sonst Baar Mütter mit Töchtern usw. anzutreffen... 66 Aus der Erklärung der Assentkommission in Ronsperg. Staate und noch mehr unserer segensreichen" Ein beschämendes Zeugnis wurde unserem Regierung durch die Assentkommission in Rons perg ausgestellt. Die Herren der Assentkommission erflärten, ,, daß ein solch ausgehungertes Menschenmaterial nirgends anzutreffen ist und es ihnen leid tut, den einen oder anderen davon als ,, tauglich" zu erklären, da diese Menschen schon bei der geringsten Anstrengung zusam= menbrechen müssen." Die Organisation für Urlaubsreisen in Bodenbach veranstaltet heuer folgende Reisen: Vom 14. bis 16. Mai: Prag- Brünn- Mazochahöhlen, vont 24. Juni bis 3. Juli: Deutsche Schweiz telmeer- Reise. Man verlange ausführlicher ( Alpenreise), vom 22.- 28. Juli: Studienfahrt nad wien, vom 8.- 22. August: 3.Italien- MitProspekt gegen 3 K Rüdporto von der Urlaubs. Reise Organisation, Sin Bodenbach E., Poststraße 813-2. Eine Niederlage des D. H. V. Bei den gestern stattgefundenen Betriebsausschußwahlen in der Brünn- Königsfelder Maschinenfabrik erlitt der D. H. B. trotz aller betriebenen Propaganda und trotz den schmählichsten Mitteln, deren er sich im Wahlkampfe bediente, eine glänzende Niederlage. Von den 272 Daran knüpft der Berichterstatter der„ Zu- Wohlberechtigten gaben 244 ihre Stimme ab. Die funft" folgende bezeichnende Bemerkung: Ja, freie Gewerkschaft der Einheitsverbände der PrivatHerr Minister Spina, Sie können stolz auf ihre und öffentlichen Angestellten erhielt 135 Stimmen ſegensreiche" Tätigkeit als deutscher Arbeits- und drei Mandate( früher zwei), die Jednora jou minister" sein. Ihre Tätigkeit hat mit dazu beige- fromych uredniku a zřigenen 72 Stimmen und zwei tragen, daß es nicht nur verhungerte Eltern, son Mandate( früher zwei), der D. H. V. 37 Stimmen dern auch verhungerte kinder, ver- und fein Mandat( früher eins). Die Angestellten hungerten Nachwuchs in ihren agra- haben bei dieser Wahl bewiesen, daß sie die Herrrischen deutschen Gebieten gibt. Sie schaften vom T. H. B. richtig einzuschätzen wissen haben bisher, troh unseren Petitionen und lauten und ihnen die richtige Abfuhr erteilt. Silferufen feinen Finger gerührt, um die Arbeitslosigkeit in diesem Gebiete zu be feitigen. Sie haben aber durch die Zölle zur Verteuerung der Lebensmittel mit beigetradurch ihre Mitwirkung zu Beinerhaufen gewordenen Menschen den Staat vor dem eventuell aus Deutschland einbrechenden Feind!! schüßen sollen, zu welchem Zweck sie die berüchtigten Militärgefeße und den Rüstungsfonds geschluckt haben. jo gen und können nun nicht verlangen, daß diese Mahr: Und wenn so ein bäuerlicher" Redafteur wirklich einmal zur Feder greift, so fällt das so aus wie bei der Heimat". Wem verdanken wir denn schließlich diese ganze Knödelge ganze Knödelge schichte, die den Sozialdemokraten Stoff für ein paar Jahre liefert!?" Esperanto und Radio. Fast alle bedeutenden Radiostationen der Welt geben bereits Esperantolehrfurſe oder senden in dieser Sprache. Einige Esperanto für die ausländischen Hörer. Dic von ihnen haben Wochendarbietungen ganz in Statistik zeigt, daß vom ersten Jänner 1923 bis iegt 112 Stationen in 24 Staaten Esperanto in ihr Programım aufgenommen haben, sei es Unterricht oder Vorträge. Es sind dies: Auſtralien 3, Desterreich 2, Tschechoslowakei 1, Dänemark 3, Spina: Herr Stollega, das mit der Preffe Frühling und die Begeisterung für ihn öffnet nicht Bir gratulieren Ihnen zu derartigen Erfolgen" Finnland 1, Frankreich 3, Deutschland 27, Spagilt für Sie und uns gleich. Die Stimmung dazu brauchen wir andere als Parteiblätter. Aber natürlich heißt's auch da: Opfer bringen Darüber wollte ich schon längst mit Ihnen reden; wir müssen da irgendwie zu einem Schlüssel für die Aufteilung der Lasten gelangen. Ah, wir sind ja schon knapp vor Prag! Ich bitte Sic, kommen Sie morgen früh zu mir hinüber, ich möchte mit Ihnen über die Abfassung des neuen Wemorandums gegen die Sozialversicherung sprechen, das wir dann von den Orts- und Bezirkspartei stellen an unsere Klubs ſchicken lassen. Natürlich und da geschicht es denn, daß der frühlingsleere Arbeiter wenigstens die Loblieder auf den Frühling hört. Frühlings Zoblieder, die ihm zur Qual iver den müssen, wenn er seiner eigenen Frühlingsnot gewahr wird. Ueber ihm im Hochparterre wohnt eine feine Dame; die sucht ein Frühlingslied um das andere hervor, um es auf dem Klaviere mit hysterischer Begeisterung herunter zu hämmern, daß den lieben Nachbarn nur ja kein Ton davon verloren geht. Nebenan im Hause wohnt ein liebeskvanter Tenor; der hoffi, durch seine frühlingsfrohen Gesänge das Herz der schönen Nachbarin frühlingsweich und sich wohlgesinnt stimmen zu fönnen. Seine Stimme flingt fett, wie er wohl ( Beiderseits herzliches Gelächter.) selbst auch sein mag, ihr Luödeludes Tremolo verrät Genußsucht und Faulhoit, Gegenüber in einem Mayr: Nein, morgen fann ich wirklich nicht feudalen Privathause, das der nüchternen Zinspontan"." kommen. Ich war diese zwei Reisetage ohne Sa trament der Buße. Morgen muß ich unbedingt beichten gehen." Frömmel..." sächlich. Die Hauptsache: wir bleiben am Ruder. Und wer weiß, ob nicht eines festen Wiannes Stom munion das beste Mittel gegen das kommunistische Manifest ist?" auf Stosten der Angehörigen ihrer Mutternation." nien 5, Holland 2, Ungarn 1, Italien 1, Japan 8, Kanada 4, Lettland 1, Meriko 2, Norwegen 1, Rumänien 1, Rußland 8, Schweden 2, Schweiz 2, Uruguay 1, Amerika 16. Die noch nicht vollstän dige Statistit weist schon für nur 30 Stationen in Europa 660 Sendungen auf. Bodenbach a. E. Gegen die Verwaltungsreform! In der am 3. April stattgefundenen Gemeindevertretungsibung in Außergefild wurde die von unserer Pavici cingebrachte und durch Genossen Praschl Jeder gewinnt an Körper und Geist bei Teilbegründete Resolution gegen die geplante Verwal- nahme an den Ferienfahrten der Urlaubs. Die Reise- Organisation Bodenbach u. zw.: Vom 14.- 16. tungsreform einstimmig angenommen. Gemeindevertretung von Böhmischdorf( zehn Mai: Brag- Brünn- Mazochahöhlen. Vom 24. Junt Sozialdemokraten und fünf Landbündler) hat bis 3. Juli: Deutsche Schweiz( Alpenreise). Bom gleichfalls in ihrer Sitzung am 3. April 1927 cine 22-28. Juli: Studienfahrt nach Wien. Vom 8. his von unseren Genossen beantragte Protestresolution 22. Auguſt: 3. Italien Mittelmeer- Reise. Verlanger gegen die von der Regierung geplante Verwal- sofort ausführlichen Prospekt gegen K 2. Portotungsreform einstimmig zum Beschluß cr- rückschluß von der Urlaubs- Reise- Organisation, Sis hoben. Die Sowjets auf dem Kriegspfad. Unserm Die Todesopfer der Brünner Eisenbahn- üdböhmischen Streisblatt wird aus Staab gefatastrophe werden heute in Roſſi beerdigt. Am schrieben: Stommunistische Plakate tündigen für Grabe spricht Genosse Rouček für die tschechische Sonntag, den 3. April, am Ringplay in Staab Sozialdemokratic. Im Befinden der übrigen eine Wassenprotestversammlung" an, zu der der Verletzten, von denen noch 20 in der Brünner abgetakelte Generalſtäbler Neurath aus ReiLandeskrantenanstalt liegen, ist allgemein eine chenbera als Stellvertreter des Armecoberkomman Besserung eingetreten. Der Arbeiter Foral wurde dos angekündigt war. Offensichtlich hat aber das gestern aus dem Strankenhaus entlassen. Feldtelephon versagt, denn die Armee kam nicht, dem Kommandierenden schon lange zur Stelle Bergmanns Osterfest. Nach Meldungen aus obzwar das ganze Unterkommando von Staab samt war. Da man schließlich sah, daß man ohne die Massen nicht protestieren kann, begab sich der aus zirka 15 Mann bestehende Offiziers. und um faserne einen herausfordernden Stnix zu machen scheint, gibt eine verliebte Jungfrau einem fenster promenierenden Stuten ein Separationzert, weil Spina:„ Ja, ist das wirklich wahr, was sich der Frühling endlich Gelegenheit gibt, den Gefühlen wenigstens in dieser Form freien Lauf zu lassen. man da allgemein erzählt, daß Sie täglich beichten Eine Geige schlucht;- eine Flöte klagt der gehen? Wenn das einmal die Sozi erfahren, haben Dämmerung ihr Liebesleid im Frühling. Auch fie neuerlichen Grund, über Sie und die„ drückende rauschende Orchesterklänge drangen an das müde Last" unserer Schuld herzufallen, die Sie durch Ohr des Arbeiters; sie fommen aus der Neben- Oklahoma Chiy( Vereinigte Staaten) ist in einen gaffe, wo ein geschäftstüchtiger Wirt den Frühling Mayr:„ Herr Kollega, ich verbiete mir ganz bei Tanz und Wein feiern läßt. Alle diese Job Teil der Grube Henriette" Wasser eingedrungen. energisch diesen Ton..." gefänge auf den Frühling hört der frühlingsarme 26 Bergarbeiter sind ertrunken. Spina:„ Na, na, lieber Doktor, es war nicht Arbeiter; auch das frühlingshungrige Ziehharmo- Aus dem Sowjetparadiese. Der Reichenber so bös gemeint. Schließlich ist ja das alles neben- nifajpiel des muusikalischen Arbeitsbruders von ne- ger Vorwärts" brachte dieser Tage großauf die Feldposttelephonleitung zu reparieren. benan. Nun weiß er es wenigstens gewiß, daß es gemacht die Mitteilung, daß zwei hohe SowjetErdbebenkatastrophe in Chile. Von einem Frühling ist, daß der Frühling nicht nur im Sta- beamte sich von Stonzessionsinhabern haben be= lender ſicht. ste chen lassen und deshalb zum Tode verur- schweren Erdbeben ist die Gegend von Santiago, teilt worden sind. Die Konzessionäre, bzw. ber Hauptstadt Chiles sowie der Stüstenstadt Bal Es wird ihm bang und weh zumute, das deren Bevollmächtigte, erhielten Gefängnis- pavaisio heimgesucht worden. Auch der benach. May r: ,, Ausgezeichnet, Doktor Spina, ausge. Tohu Wabohu der Frühlingsmusik der Glücklichen strafen. An die darf die volle Strenge des barte Küstenstrich soll unter den Folgen des Be und Reichen stiehlt ihm sogar sein eigenes beschei- sowjetrussischen Gesetzes nicht heran sie sind bens stark gelitten haben. Am stärksten ist Santiago zeichnet, wirklich ein ausgezeichneter Witz. Den denes Schein Frühlingsglud am Fenster; er muß Vertreter des Großfapitals, das der Einladung selbst betroffen, wo viele Häuser eingestürzt, andere werde ich mir merken.". es schließen, um Ruhe zu finden und Seelenfrie- Tschitscherins folgend, sich in Rußland bereichern schwer beschädigt worden sind. Durch das Beben ( Der Zug ist in den Masarykbahnhof eingefahren, den. Dann träumt er nachts vom Musik- Frühling darf, und zwar ungestraft. Doch nicht deshalb sind zahlreiche Brände entstanden, deren die aufgeder Lauscher verstopft das Bohrloch mit einer alten der Natur, der ihm ebenso gehört wie den andern, halten wir die Tatsache fest, daß in Rußland Kor- botene Feuerwehr nur schwer Herr werden konnte. Nummer der Deutschen Presse", geht harmlos, mit besseren Menschen, den er sich am Sonntag von ruptionisten, wenn sie nicht zufällig Konzeffionäre Die Zahl der Toten wird mit über 50, die der Ver gespielter Ahnungslosigkeit und scheinbar, ohne die Finken und Meisen, Amseln und Lerchen und allen sind, totgeschossen werden. Vielmehr ist die Tat- wundeten einstweilen mit mehr als 100 angegebe:. beiden Minister zu kennen, zum Waggonausgang. den anderen lieben Frühlingsfängern Gottes so fache festzuhalten, daß in dem Rußland von heute Da auch das Glektrizitätswert zum Teil zerstört Im Vorbeigehen sicht er noch, wie Wahr seinem gerne künden lassen möchte, wenn wenn das solche Korruptionsfälle überhaupt möglich find. wurde, ist nahezu die Hälfte der Stadt ohne Licht Ministerkollegen eine Visitenkarten zeigt, auf der große Frühlingswunder geschähe, daß sich sein spär- Denn einmal ist in Rußland, wie der Vor- und Strom. Auch die Telegraphenverbindungen sind Exzellenz und Gattin Gemahlin zum Tec ein- licher Lohn einmal verdoppeln würde, ein einiges wärts" seit sieben Jahren unaufhörlich verkündet, vielfach unterbrochen. Da die heftigen Erdstöße sich) mal, um dem lieben Frühling mit Frau und Kind der Kapitalismus abgeschafft, somit die Ursache mehrmals wiederholten und auch am Donnerstag Wahrscheinlich werden dort des sudeten einen Besuch in Wald und Feld abstatten zu aller Storruption beseitigt. Und zum zweiten müf- morgen noch nicht völlig aufgehört hatten, herrscht deutschen Volkes Fröhliche Ostern" gefeiert werden!) E. J. sen doch hohe Funktionäre der Sowjeis selbst unter der Bevölkerung eine große Panik. Tausende schon sittlich so gefestigt sein, daß sie das All- von Personen sind landeinwärts geflüchtet. Osterlied. Nun will alles auferstehn, alle Himmel stehen offen; durch die jungen Herzen gehn: Frühlingsahnen, Zukunftshoffen. Jeder Kerm drängt nun zum Licht, dränge du zu freiem Leben, jede Scholle, die zerbricht, muß dir Raum und Nahrung geben. Dränge in den hellen Tag, Iaß verwehn die dunklen Sorgen und in deinen Arbeitstag Strahlt die Sonne jeden Morgen. Baision. Von H. Bräm. Erich Grisar. Mühsamt schritt ich bergan. Stein Stern noch Licht durchdrang die Nacht. Es war die Nacht vor Ostern. Hart am Wege saß eine Seele und bot mir Gruß. " Was hast du gelitten, daß du nicht zur Ruhe kommen fannst?" frug ich sie. OSTERN 1927 Fürchte dich nicht!" lächelte ihr Mund, ich flage nicht. Ich preise mein Leben!" Chitrakarna, das Kamel. Und doch hast du mehr gelitten als viele, Aus dem Englischen des Henry Francis, übersetzt die ich klagen hörte." Ich weiß nicht, ob mir Unrecht geschah, ob mir das Wort gebrochen ward, ob Neid und Falschheit an meine Schritte sich hefteten, ob Roheit mich kränkte, ob Lieblosigkeit mich schmerzte, ich sehe auf dem Pfade, der hinter mir liegt, fast eitel Sonnenschein; die Schatten, die dazwischen spielen, erhöhen den Glanz meiner Lebens straße nur." Und doch war es anders", wimmerte mein Herz. Hast du mich je klagen gehört, mein Kind?" ,, Alle Menschen haben nur Güte von dir er fahren und auf deinem Gesichte erstrahlte der Widerschein der Seelenruhe. Dein Mund war nicht geformt, zu klagen, nur zu ſegnen. Ein edles Wort hast du mir als unschätßbares Gut auf die Lebensreise mitgegeben: ,, Alles Leid, das uns die Menschen zufügen, hat mit ihrem Wesen nichts zu tun; alle Menschen möchten gut sein. Aber die unnatürlichen Ver hältnisse, unter denen wir leben, machen Seele und Leib krank, so daß wir irren und andern und Ich habe Unrecht gelitten, Falschheit und uns Schmerz zufügen. Dazu gefellen sich ebel, welche die meisten Menschen aus tieferen LebensNiedertracht der Menschen. Ich flage an!" Am Dornbusch saß eine zweite Seele:" Ich allein unsere Krankheiten heilen kann, heißt Liebe. Am Dornbusch saß eine zweite Seele:„ Ich ſtufen immer noch mitschleppen. Der Arzt, der habe mein Herz gleich einer jungen Rose arglos Gehorche nur ihren Befehlen! Aber nicht jene geöffnet, aber Regen und Hagel sind darüber hin- flägliche Güte meine ich, die aus dürrem Herzen gegangen, Frivolität und Roheit haben es zerzaust und zuletzt gebrochen, Schmerz und Bitter- einige Wohltätigkeit austeilt, sondern die tätige Liebe, welche int fleinen und im großen aus dem unerschütterlichen Glauben an die wirkliche Bru derschaft aller Menschen quillt und deren erhabenes Ziel am Ende des sozialen Zeitkampfes- an dem vir alle aktiv teilzunehmen verpflichtet sind steht." feit zurücklassend. Ich tlage an!" Ausblickend sah ich weglang der Höhe zu viele Seelen warten. Durch die furchtbare Finsternis schimmerten sie in sanftem Lichtschein. Ich habe falsch Gericht erlitten, ich flage an!" schlug es jetzt an mein Ohr. Schmerzhafter wurde mein Gang. Flüsternd raunten die einen ihre Slagen, hart wie Hammerschläge erschollen diejenigen anderer. Mir ward die Trente gebrochen, ich flage an!" " Ich hielt mein Manneswort und ward das für geschunden an Leib und Seele, auch ich flage an!" Mein Sohn, bist du auf dem Wege zur lichten Osterhöhe oder stehst du in der Sarnacht als Knecht der Schuld Wache am Kreuze der Gerechtigkeit? Hast du das Gut, das ich dir anvertraute, gemehrt oder vermindert?" . Brennend stürzten die Tränen aus meinen Augen und ich mußte an meiner Mutter Seele wir vielen, wir wurden um Mammons einen Halt suchen, wie ich einſt als Kind bei ihr willen um Straft und Leben gebracht, im Maschi- Schutz fuchte. nengerassel, im Krankenbette, im Striege. Wir Mutter, ich habe dein Kleinod nicht ver flagen an!" schenkt oder in der Truhe der leblosen Erinnerun An ihnen allen vorbeischreitend, kam mir gen berborgen; aber öfters wurde ich schwach, eine einsame Seele entgegen und drängte sich nahe bann verlor ich es und mußte es wieder suchen." an meine Brust: " Ich hatte meinen Blick nach Sternen und Sonnen gerichtet. Sonnen und Sterne haben die Menschen mir zerstört, bis ich blind ward und die Hoffnungslosigkeit mich vorzeitig ins Schattenreich entführte. Fürwahr, ich flage an!" Wie Bäche rannen die Stlagen zu mir hin; von der Leidenschaft, die sich und andere zerstört, von der Dummheit, welche die Welt verheert, meldeten die Unglückseligen. ,, Siehe zu, daß du es nie mehr verlierest; denn wisse, so lange in deinem Herzen nicht die Ostersonne aufgeht und der Ostergeist seine Flügel erhebt, muß ich in der Leidensnacht auf dich warten und meine und deine Seele finden keine Ruhe. Aller Mütter Seelen warten auf den Ostergang ihrer Kinder!" ,, Gib mir deinen Segen, Mutter!" ,, Gehe hin, mein Sohn, sei ein Mensch!" Ihr Schatten verschwand. Unter dem Apfelbaum, der seine Knospen schon zu den wundersamen, rötlichen, duftenden In eine selige Melodie hüllte der Frühlingswind den Apfelbaum. Blüten schwellte, wartete die Seele meiner Mutter. von Siegfried Bernfeld. Der Höfling sagt: Irgendwo las ich einmal, daß sich drei in die Macht über das Kamel teilen werden: der Löwe, die schwarze Krähe und die hinterlistige Syäne..." Der Rajah fragt: Wie war das?" Der Höfling erzählt: Tief im Dschungel hauste ein mächtiger Löwe. Seine Untertanen waren eine Strähe, ein Tiger und eine Hyäne. Als sich die drei eines Tages an den Ufern des Nerbudda ergingen, begegneten sie einem Lahmen Kamel, das eine Karawane zurückgelaffen Sie fragten das Kamel: Sag', Bruder, wo her kommst du?" hatte. Das Ramel hatte manieren und gab eine höfliche Antwort. mit uns kommen und ein treuer Untertan unfeSierauf fragte die Syäne: Willst du nicht Das Ramel zögerte nicht lange und schloß res mächtigen Königs werden?" sich seinen neuen Freunden an. Der wohlwollende König nahm das Kamel ihm, daß es hinfür geborgen sei. auf, gab ihm den Namen Chitrakarna, und sagte Der dritte Mond war vergangen und der Regen strömte unaufhörlich nieder. Die Untertanen, die ausgezogen waren, ihres Königs Nahrungssorgen zu mildern, tamen unverrichteter Dinge zurüd, Nichts fand sich. Der Nerbudda war aus seinen Ufern getreten und hatte alles Landreich überschwemmt, in seinen Fluten waren Pflanzen und Tiere ertrunken. Der König begann zu kränkeln und jeder Tag ohne Nahrung brachte ihn dem Tod näher. Die schwarze Krähe und die Hyäne kamen also überein: Wir müssen Chitrakarna töten, um unseren König am Leben zu erhalten. Wir werden Chitrafarna unter irgendeinem Vorwand in einen Hinterhalt locken und du, Tiger, als der stärkste von uns dreien, wirst das übrige beforgen... Was haben wir übrigens mit diesem Schwachtopf gemein?" Aber der Tiger sagte: " Das mach ich nicht! Chitrakarna ist unser Gast. Wir wollen das Gastrecht nicht verleßen..." Darauf gab die arglistige Strähe zur Antwort: ,, Der Zweck heiligt die Mittel. Es gilt, das Leben unseres großen Königs zu erhalten. Was haben wir von dem einfältigen und gewöhnlichen Kamel, das sich nur von Dornen nährt? Sein ganzes Leben ist ohnedies mit nichts anderem ausgefüllt als mit Arbeit und Hunger. Was ver schlägt's also, wenn wir ihm in Hinkunft das erfparen? Dant wird unser Lohn sein!" Und die Syäne sagte: Darauf traten die drei vor den Thron des Königs. Der König fragte fie: Habt ihr Nahrung?" Die Krähe frächzte: ,, Mächtiger König! Der Regent hat alles erfäuft!" Dann fragte der Löwe die Syäne: ,, Du bist verschlagen, Hyäne! Vielleicht kannst du mir raten, wie ich mich vor dem Hungertod rette?..." jagte: Die Hyäne sann nicht lange nach, sondern ,, Wir wären aller Sorgen unt dich, mächti ger König, überhoben, wenn wir die Macht hätten..." ,, Welche Macht?" fiel der Löwe der Hhäne ort. ins ihm die Strähe ins Ohr. Die Macht, Chitrakarna zu töten!" fäuselte Der König tat bieder und gab darauf mit gutgespielter Entrüstung zur Antwort: Nein, meine Lieben! Das Leben Chitra habe Chitrakarna Schutz und Beistand versprofarnas fann ich euch nicht überantwortett. Jch eines Stönigs unwürdig. Aber im übrigen tut, was chen, ich fann mein Wort nicht brechen. Das wäre euch gefällt. Ich bin euer König!" Die Krähe sagte salbungsvoll: ,, Mächtiger König! Du brauchst nicht selbst Hand an Chitrakarna zu legen. Wir haben einen Plan, einen ganz feinen Plan und Chitrafarna wird uns alle nähren..." Der König tat, als hätte er nicht gehört. Die Krähe holte das Kamel vor den Thron des Löwen und begann alſo: boten, Nahrung aufzufinden ,, Mächtiger König! Wir haben alles aufge umsonst! Aber ich will dir einen Beweis unserer unverbrüch lichen Treue und Hingabe liefern. Hier, mein Sönig, nimm mein Fleisch ich kann dich nicht länger hungern sehen!" Aber der Löwe sagte salbungsvoll: Schwester, lieber laß ich mein Leben, als daß ich eine solche Tat auf mein Gewissen lade..." Und eine innere Stimme räſonierte: Pah, die Krähe- lächerlich! Ein solch zaun dürres Ding! Proft Mahlzeit!... Die Hyäne machte das nämliche Angebot: Mächtiger König! Schön ist der Tod für dich! Nimm mich!" ,, Niemals!" sprach der Löwe. Und eine innere Stimme versah diesen Aufruf mit der Fußnote: Prost, Mahlzeit! Ein solches Stinktier! Nein, mir wird übel, wenn ich bloß daran denke!" Auch der Tiger, der nicht ahnte, daß die Krähe und die Syäne das Spiel abgefartet hatten, dachte sich: Wenn du nicht als Feigling gelten willst, dann darfst du nicht hinter den anderen zurüdstehen. Und fragte laut: Herr, vielleicht findet mein Anbot Gnade vor deinen Augen!" Aber der Löwe sagte: ,, Nein, Bruder Tiger, du bist mir der Lieb ſten einer dein Tod wäre mein Tod!" Und machte sich innerlich die Notiz: Ja, sein Tod wäre mein Tod! Der Kerl glaubt wahrscheinlich, daß ich auf den Kopf gefallen bin. Ich weiß, daß, noch ehe ich sein Anbot annehme, ich ein Sind des -Todes bin. Er spränge mir an die Gurgel hr wißt, daß die Schlange ihre eigene Tiger, tu, was dir die Krähe rät!" Ich erschrat im Grunde meines Wesens. Auch Jm Osten glühte der Tagschein. du!" schrie mein Her; in unendlicher Vein." Süß, Eine Amsel erfüllte die Welt mit dem Gold ihres Brut frißt. Also zaudere nicht länger, Bruder wie einst in Sindesjahren, fühlte ich als Antwort ihren Stuß auf der Stirne. Liedes Und es war das Lied der Verheißung! Vom Millionär. der die Sonne Sie sicher verzeihen, wenn ich Sie nach Ihrer er nicht einem Menschen glauben, der einen Auch den Herrgott werde ich mir laufen und gestohlen hat. Märchen von Jiří Wolfer. niemand von ihr erfahren darf. Deshalb werden ärztlichen Untersuchung hinrichten lasse. Ich glaube feinem Menschen um so weniger einer menschlichen Zunge. Die Geschichte von König Midas hat mich gelehrt, gründlicher zu sein als Auf der Welt lebte einst ein gewaltiger Miler. Uebrigens wird Ihrer Frau eine verhältnis lionär. Es geschah, daß er in seinen Händen allen mäßig hohe Pension aus meinen Kassen ausgeReichtum der Erde anhäufte. Es gab nichts, das zahlt werden und Ihre Kinder werden auf meine er jich nicht hätte gönnen fönnen. Er wohnte im Rosten studieren." schönsten Schlosse und alle Leute dienten ihm. Der Arzt merkte, daß feine letzte Stunde geschlagen hatte. Denn ungeheuer war die Gewalt dieses Mannes zu töten. Meine Lebenskräfte fliehen schnell," sagte weiter der Millionär. Handeln Sie rasch!" Er zog sich aus und stand vor ihm nackt und glich halb einer zerquetschten Semmel und halb einem ausgehöhlten Bahn. Der Millionär glaubte dem Arzt. Wie sollte| nichts mehr geben wird, das nicht mein wäre. Schritt vor dem Tode war. Er fragte nur noch: werde ihn zu meinem Sekretär machen. Ich Wissen Sie nicht, wie teuer die Sonne sein werde jung sein, schön, unsterblich und am reichsten. Wer ist mir im Weg? Ich kann die Erde vergewaltigen wie ein Weib, und sie wird froh denn die sein, daß sie vergewaltigt wurde Frauen haben gern starke und unbändige Männer. Sip- hip! fann?" Die Sonne ist allen Menschen teuer. Mög lich, daß sie einent billiger ist." Als der Arzt zu Ende gesprochen hatte, wurde er abgeführt und hingerichtet. Der Witwe wurde ein Scheck auf eine anständige Summe eingehändigt, den Waisen fast neue Schulbücher, zwei vollkommen erhaltene Lineale aus den Stanzleien des Millionärs und eine Schachtel für die Federhalter mit der Aufschrift: Lerne, o Sohn, weise zu sein! Der Millionär dachte inzwischen nach, wie am billigsten die Sonne herunterzuholen sei. Er ließ ungeheuere Gerüste bauen. Hunderte von Ingenieuren stellten einen großartigen Kranich auf. Baumeister arbeiteten an den Plänen des Gebäudes, in das die Sonne gebracht und mit dem Millionär und seinen Geschwüren eingeschlofsen werden sollte. Millionen Arbeiter aus allen Bändern der Welt hämmerten; nicht deshalb, um die Sonne herunterzunehmen, sondern um Weib und Stinder zu ernähren. Inzwischen erwachten die Menschen aus dem Traum. Sie wunderten sich sehr, daß die Sonne nicht mehr schien. Am Himmel flaffte nur eine große, rote Wunde, die die Feuerwehrleute und Anstreicher vergeblich zu löschen oder zu verstrei chen suchten. Die Leute scharten sich zusammen und riefen: Wo ist die Sonne? Wer hat uns die Sonne genommen?" Die Wachleute machten mit elektrischen Lampen Ordnung. Es war das eine schwere Arbeit! Die Leute waren wie kopflos und vergeblich würde man sie zur Ruhe und zum Auseinandergehen aufgefordert haben. Der Millionär ließ alle Lichter anzünden. Hunderttausend Buster flammten an den Eden, in den Kaffeehäusern, Bars und Kabaretts. In der Vorstadt leuchteten drei traurige Lampen und in den Dörfern zog man aus den vermoderten Truhen geweihte Kerzen und schaute einander bestürzt an. Aber der arme Millionär war frank. Seine Strankheit war nicht einmal so schlimm als widerlich. Ueber den ganzen Körper wuchsen ihm eklige gelbe Geschwüre, die während des Tages näßten und in der Nacht entsetzlich brannten. Es war das eine häßliche Strankheit so häßlich, daß sich selbst der Millionär ihrer schämte und sie deshalb Den Arzt ergriff Glel. Wie komme ich dazu, in leider aus feinen Stoffen und in Betten mit dachte er sich, wegen seiner Geschwüre getötet zu feinenen Polstern zu verbergen suchte. Sein Vermögen wuchs beständig, aber seine werden- ich, der ich vollkommen gesund bin. Strankheit wuchs auch. Er war besorgt, daß der Feder Mensch hat die Macht, den andern Men" usicblog die Wagen angreifen werde. Das fürch- schen zu töten. Hat er sie- werde auch ich sie tete der Reiche am meisten. Wenn er auch alle haben. Gut ich werde ihm eine Arznei anraten, Stellen an seinem Störper gut verhüllen fonnte die ihm vergeblich teuer kommen wird. Gnädiger Herr," sagte er, ich weiß eine - das war die einzige, die unverhüllt bleiben mußte, wenn er leben, herrschen und verdienen Arznei für Ihre Strankheit. Sie ist um so besser, In einer Nacht, die finsterer var als ein wollte. Der franke Millionär beschloß, einen Arzt da Ihr allein sie nur Euch verschaffen könnt. Sie zu rufen. Bisher hatte er feinen um Rat gefragt, brauchen Sonne. Aber nicht nur das Bißchen verstodtes Herz- holten die Leute dem Millio ja nicht einmal einen zu sich gelassen, denn er das die übrigen als Almosen bekommen wollte nicht, daß jemand erfahre, wie arm er brauchen die ganze Sonne, Sie haben ein unge- när die Sonne vom Himmelsgewölbe herunter, eigentlich ist. Er fürchtete, die Leute, die ihn um heueres Vermögen und ich dente, daß Sie sich ließen sie in das ungeheuere Gebäude und versein ungeheueres Glück beneideten, würden dafür auch die Sonne von der Himmelstuppel in schlossen sie mit Eisenbetonmauern und StahlDer Millionär rechnete: wenn ich gesund Auf der Welt war Finsternis und der Millio sich über seine Strankheit freuen und würden sich Ihren Palast schaffen können. Wenn Sie sich platten. Nicht ein Strahl drang durch. glücklicher fühlen als er. Man urteilte, da er das allein mit ihr auf einige Zeit einschließen wer meiste Geld habe, müsse er auch das meiste Glück den, wenn Sie allein aus der Nähe ihrer heil- när freute sich, daß ihm alles geglüdt war. In fein werde, werde ich aus der Sonne Helios" haben. Die übrigen Leute urteilten auch so, wenn bringenden Güte teilhaft werden- werden Sie der Finsternis wird nicht einmal Gott erkennen, Bünder erzeugen, Salbe für die Sonnverbrannten sie auf seine schönen Kleider, Autos und auf seine aus dem Sonnenbad nicht nur vollständig gesund, dachte er sich daß die Sonne weg ist. Und es Sonnin", und alles, was sich daraus machen sondern auch unsterblich herausgehen. Es ist das wird nicht bei der Sonne nur bleiben; ich werde läßt. Ein tüchtiger Mensch kann leicht reich wer Bequemlichkeiten sahen. Und er rief den besten Arzt und sagte ihm: die einzige Arznei, die ich Ihnen empfehlen fann. auch alle Sterne wegtragen und werde sie zu mei- den. Wie bin ich froh, daß darauf niemand vor Herr Doktor untersuchen Sie mich gut und Denn auf Sie ist die Krankheit der ganzen Welt nen Schätzen geben. Sie werden mein sein, wie mir gekommen ist. Aber die Leute in den Städten raten Sie mir, was ich fun foll, um gefund zu gekommen. Die Sonne aber ist die Gesundheit meine Wertpapiere, die in der Ego"-Bant liegen. wurden mehr und mehr verwirrt. Sie stießen anBald wird es geschehen sein, daß es überhaupt einander wie scheues Vieh. werden. Meine Krankheit ist so widerlich, daß der ganzen Wlt." Sie Es entstand Verwirrung, die schwarze Fledermäuse unterstützten, die, man weiß nicht wo schon müde, denn die Nacht dauerte zu lang. her, kamen. Die Huren auf den Straßen waren smb aus wär's mit mir. Nein, neinfo dumm bin ich wahrhaftig nicht!" würde: Arvie Aspinalls Weduhr. Von Henry Lawson. rührte. warten wollen; ich kenne ste- tas wird die der Johannisallee fichtbar, mit Ausnahme eines Firma Grinder Bros anfangen, wenn ich frant Schimmers vom Südlichen Kreuze und ein paar bin? Macht nichts, Mutter, ich werd' trotzdem Sternen ringsherum. Es war eine, wie Damen aufstehen. Reich mir die Weckuhr, Mutter!" zu sagen pflegen, entzückende Nacht", wenn man Henry Lawson, geboren 1867, ist Sie reichte ihm die Uhr und er begann fic fic vom Hause des Firmenchefs Grinder, der Australiens populärster Graufzuziehen und die Zeiger zu richten. Grindervilla, aus betrachtete mit ihren mond zähler und Versdichter. Die nachstehende Da ist irgendetwas mit der Glocke nicht übergossenen Terrassen und den sanft gegen das Stizze ist einer Sammlung von Stizzen in Ordnung", murmelte er, sie ist schon zwei Meer abfallenden Gärten, und ihren Fenstern, entnommen, die in Sydney unter dem Nächte schlecht gegangen, aber ich will es doch die für eine Ostertanzunterhaltung erleuchtet Titel„ Where the Billy Boils" erschienen. versuchen. Ich werde den Alarmzeiger auf fünf waren, und ihren Empfangsräumen, in denen Während eines dieser Jahre erschien in einer richten; da bleibt mir genügend Zeit mich anzu sich eine exklusive Gesellschaft drängte, und wo Tageszeitung eine Notiz darüber, daß ein Schuß leiden und rechtzeitig dort zu sein. Ich wünschte eine der reizenden und gebildeten Töchter eine mann einen fleinen Buben um vier Uhr mor bloß, daß der Weg dorthin nicht so weit wäre." auserwählte Gästeschar mit einer pathetischen gens auf den Stiegen in Grinder Bros- Fabrik Er hielt inne, um ein paar Worte, die rings Rezitation( über einen Straßenfehrer) zu Tränen an einem regnerischen Morgen schlafend angetrof- ums 3ifferblatt eingrabiert standen, zu überlesen: fen hatte. Beitlich auf und zeitlich nieder, Mit der Weckuhr aber war irgend etwas Der kleine Bub erklärte, daß er in der FaStärkt und träftigt alle Glieder!" nicht in Ordnung, oder Frau Aspinall hatte sich brif arbeite und sich gefürchtet hätte, zu spät zu Er hatte den Vers oftmals zuvor gelesen und geirrt mit dem Aufziehen, denn die Glode läutete fommen; er begann um sechs Uhr zu arbeiten der Rhythmus und Reim desselben hatte auf ihn fürchterlich durch die Stille der Nacht. Sic er. und war augenscheinlich sehr verwundert darüber, Eindruck gemacht. Er wiederholte ihn immer und wachte mit einer erschrockenen Bewegung und lag daß es erst vier Uhr war. Der Schußmann immer wieder, ohne sich über den Sinn oder die ein Weilchen stille, da sie der Meinung war, daß untersuchte das kleine Pädchen, welches das er- Philosophie dieser Zeilen viel Gedanken zu Arvie aufstehen würde; aber er rührte sich nicht. schrocene Sind in seiner Hand hielt. Es enthielt machen. Niemals wäre es ihm eingefallen, etwas Sie wandte sich mit weißem, erschrockenem Aneine reine Schürze und drei Schnitten Brot mit Gedrucktes anzuzweifeln und dieses hier war gesicht gegen das Sofa, wo er lag, das Licht Sirup. eingraviert. Aber jetzt schien ihm mit einem der einsamen Laterne am Pflaster der Allee Das Kind erklärte ferner, daß es aufgewacht Male ein neues Licht aufzugehen. Er studierte draußen fiel durch das Fenster herein, und da wäre und gedacht hätte, es sei schon spät, und den Satz ein kleines Weilchen lang, und dann las bemerkte sie, daß er sich nicht gerührt hatte. daß es nicht seine Mutter weden und nach der er ihn laut ein zweites Mal. Er ließ ihn dann Wieso hatte ihn die Uhr nicht gewedt? Er Zeit fragen wollte, weil sie Wäsche gehabt hatte. ſtillschweigend noch einmal durch seinen Kopf schlief doch immer so leicht! Arvie!" rief sie; Es hatte nicht auf die Uhr geschaut, weil sie teine gehen. feine Antwort. Arvie!" rief fic abermals, und haben". Es gab keine andere Erklärung, als daß Mutter!" sprach er plöglich, ich denke, er in ihrer Stimme mischte sich ein Klang des Vor es die Mutter erwarte, damit sie ihm sage, wie lügt." Sie stellte die Uhr auf das Regal, widelte wurfs mit dem des Schreckens. Arvie gab keine spät es sei und wie viele andere kleine Stinder- ihn auf seinem fleinen Sofabett ein und löschte Antwort. chen seiner Art hatte es ein maßloses Vertrauen das Licht aus. Chitrafarna war durch den Opfermut der drei bis zu Tränen gerührt. Ganz besonders die Großmut des Königs war ihm nahe gegangen. Einem solchen Köng dienen, ist wahrer Gottesdienst! Chitrakarna wollte mit seiner Untertanentreue und Hingabe, mit seinem Opfermut und feiner fönigsfreundlichen Gesinnung nicht länger hinter dem Berge halten, trat vor, und sagte mit tränenerstidter Stimme in der Erwartung, daß fein Anfinnen mit ähnlichen, von königlicher Gnade zeugenden Worten jürückgewiesen werden Mächtiger König! Ich kann nicht anders - auch ich will dir mein Leben zum Opfer bringen!" ,, Brav, Chitrakarna!" lobte der König. Aber faum, als der Löwe gesprochen hatte, war die Krähe und die Shane über das arme Ramel hergefallen, rissen ihm die Flanke auf und bereiteten ein fönigliches Wahl. Als sie alle um den Braten Chitrakarna jagen, sprach der König: Ihr habt gegen meinen Willen gehandelt! Ich hab' das nicht gewollt! Aber ich will euch ver geben!" Und verschlang die größten Bissen. Die unverbrüchliche Freundschaft des mächfigen Königs, der schwarzen Strähe und der ränte. schmiedenden Hyäne, hat sich bis auf den heutigen Tag erhalten. Denn irgendwo las ich einmal, daß sich drei in die Macht über das Kamel teilen werden: der Löwe, die schwarze Krähe und die hinterhältige Das Snäblein hieß Arvie Ispinall, bitte schön, wach und ihre Gedanken beschäftigten sich mit Arvie lag hier am Rüden, mit gefalteten Händen in die Unendlichkeit der mütterlichen Weisheit. Die Mutter schien zu schlafen, doch sic lag Sie erhob sich und begab sich zunt Sofa. mein Herr, und wohnte in der Johannesallee. ihren Sorgen. Ihren Gatten hatte man eines Arvie lag hier am Rücken, mit gefalteten Händen in seiner beliebten Schlafstellung; aber seine Tages tot aus der Arbeit heimgebracht, ihr älteEin paar Tage später teilte das erwähnte ster Sohn lam lediglich zu ihr, um sich bei ihr Augen waren weit geöffnet und starrten empor, Blatt unter Bezugnahme auf den rührenden aufzuhalten, wenn er ohne Arbeit war, ihr zwei- als ob sie die Decke und das Dach durchdringen Vorfall", der fürzlich gemeldet wurde, mit großer ter Sohn, der sich in einer Stadt niedergelassen wollten, bis zu jenem Plazze, wo Gott wohnen Genugtuung mit, daß eine wohltätige Dame der hatte, tam gleichfalls für sie nicht in Betracht; Gesellschaft unter ihren Freunden eine Substrip- und der nächste, der arme, zarte, fleine Arvie tion zu dem Zwecke eingeleitet habe, für den klei- strengte sich mannhaft an, zu helfen, und verhäne... Der Fall China. Beinliche Sache mit den Chinesen: Sind doch immer so zahm gewesen, Haben sich so brav geduft Und fein bißchen aufgemudi, Wenn man ihnen ins Gesicht gespuct! Aber freilich, es mußte fo kommen: Der Bölferbund hat sie verdorben; Er hat das Pack glatt für voll genommen Jetzt ist alle Ehrfurcht erstorben; Aller Respekt vor Zivilisation, Vor weißer Kulturnationen Sulturmission Sein Vater war verstorben. nen Stnaben, den man schlafend vor dem Fabriks tore der Firma Grinder Bros gefunden hatte, eine Weduhr anzuschaffen. soll. Oh, mein Gott!" stöhnte sie auf. Uebersetzt von J. R. Die Heiligung der Presse. brachte ſein junges Leben bei Grinder Bros, zu Die Zeitung im Dollarlande. einer Zeit, da er noch in die Schule gehörte; und fünf hilflose, jüngere Kinder schliefen im NebenEtwas später wurde bekanntgegeben, daß im raum; dann endlich gedachte sie ihrer mühseligen Zusammenhange mit dem rührenden Vorfalle die Lebensarbeit, Fußbodenscheuern von halb fünf Die irdische Vertretung des lieben Gottes Weduhr bereits gekauft und der Mutter des Kna- bis acht, und dann begann ihr Tagewerk, Wäsche wird immer zeitgemäßer. Sie legt ein Vorurteil ben ausgefolgt worden war, die von Dankbar- waschen, wobei ihre Kinder der Gasse dieses nach dem anderen gegen die moderne Entwicklung Ist mit den Zöllen und andern Fellen davon- teitsgefühlen geradezu überwältigt gewesen sei. Elendsviertels überlassen blieben, weil sie an eine ab und macht sogar ihren Frieden mit der Preſſe, geschwommen. Auch wurde aus einer andern Quelle festgestellt, lebersiedlung nicht denken konnte und auch keinen indem sie diesem Teufelswerk auf Kirchenfen daß die letzte Schilderung start übertrieben war. höheren Mietzins zu bezahlen in der Lage war. stern huldigt. Der rührende Vorfall wurde in einer anderen Arvie begann während des Schlafens zu Notiz behandelt, welche keinen Zweifel darüber sprechen. ließ, daß die wohltätige Dame der Gesellschaft Kannst du nicht einschlafen, Arbie?" niemand anderer war als die reizende und ge- fragte sie. Ist deine Rehle ausgetrodnet? Stann bildete Tochter des Chefs der Firma Grinder. ich etwas für dich tun?" feiertage, an welchem Arvie Aspinall mit einer Es war zu vorgerückter Stunde am letzten Osterschweren Erkältung im Bette lag. Es war gegen neun Uhr und der Verkehr in der Johannesallee. war im bollen Gange. Diese Kerle bilden sich weiß Gott ein, Eine eigene, daseinsberechtigte Firma zu sein. Unerhört von diesen Tröpfen: Sie wollen selbst den Rahm abschöpfen Von der Milch ihrer eigenen chinesischen Stuh Was sagt die weiße Stulturwelt dazu? Wir sind ja immer für Fortschritt und Freiheit Aber das galt doch für uns und nicht für Unfre Parole: Ordnung muß sein: gewesen, Chinesen! Was mein ist, behalt ich, und was dein ist, ist weit" beffer," sagte Arvie. Der Zuder mit dem Es wird wahrhaftig nichts übrigbleiben, 11m den Gelben die Flausen zu vertreiben, . Als die militärische Erefution, Sie wissen schon: eine Operation mein. An Haupt und Gliedern an Hirn und Herz, Ein heilsamer Eingriff mit der Schärfe des Schwerts. Stommt der Patient auch nicht davon Der fluge Arzt friegt doch den Lohn: Er nimmt ihn sich schon. Mufti Bufti. Darum ließ der Millionär Plakate auffleben und Leitartikel in die Zeitungen geben. ... ENDLICH FINSTERNIS! DER URFEIND BEZWUNGEN! DER GROSSARTIGSTE BEWEIS MENSCH: LICHER OPFERWILLIGKEIT. Schon seit Beginn der Welt wurden die Menschen you dem größten Tyrannen gepeinigt, der je geschaffen wurde von der Sonne. Am meisten von allen Ständen trug ihre grausame Willfür der Stand der arbeitenden Menschen auf seinen Schultern. Millionen fielen, bei ihrer Arbeit er griffen, von ihren vernichtenden Strahlen. Aerzt lich ist versichert und statistisch nachgewiesen, daß bolle ,, Es steht besser, Mutter. Ich befinde mich Essig nimmt den Schleim und dieser lästige Susten schwindet." Er hatte in den folgenden wenigen Minuten einen derartigen Anfall, daß er nicht sprechen konnte. Als sich sein Atem wieder einstellte, sagte er: Ob es besser oder schlechter sein wird, ich gehe morgen auf jeden Fall in die Arbeit. Richte die Uhr, Mutter!" Ich werd' ein Kind hinschicken, damit es ihnen bestelle, daß du krank seist. Sie werden dich sicher ein oder zwei Tage entschuldigen." " Das ist nicht gebräuchlich; sie werden nicht Traume, aber es will mir nur wie ein Augen" Ich möchte gerne schlafen", sprach er im blid scheinen, bevor bevor-" ,, Bebor, bevor was, Arvie", fragte sie rasch, in Angst, daß er irre geworden sei. Bevor der Weder läutet!" Er sprach aus dem Schlafe. Sic stand leise auf und richtete den Weder auf zwei Uhr. Er kann jetzt ruhig schlafen," sprach sie flüsternd zu sich selber. " Alsbald setzte sich Arvie auf und sagte hastig: ,, Mutter, ich dachte, daß die Wecuhr geläutet hat!" Dann, ohne eine Antwort abzuwarten, legte er sich ebenso plößlich wieder nieder und schlich ein. Der Regen hatte aufgehört, und eine glänzende Sternenkuppel wölbte sich über dem Meere und der Stadt, über dem Proletarierviertel und dem Billenstadtteile, für alle die gleiche und dieselbe; aber wenig war davon für die Hütte in | 2och, damit niemand schauen könne, Tann be- wirst nicht das Glück aller ertragen! Du hast nicht gann er sich auszuziehen. für deines genug. Die Sonne brannte. Wie das himmlisch wärmt, dachte sich der Millionär. Große Kraft dringt in mich ein. Alles Ungesunde wird verbrannt und in reines Metall umgeschmolzen werden. Ich werde wie ein junger Gott herausgehen. So vielen Leuten hat die Sonne Glück und Gesundheit gegeben. An mir ist es, die Summe dessen zu nehmen, wenn ich alle übrigen beseitigt habe. Oh, was für ein uner meßliches Glüd es ist, das Glück aller nur auf sich zu bringen. Die Sonne brannte. Es war etwas sehr heiß. Aber es schadet nicht. Nur, daß mir der Rücken start schmerzt. Und der Stopf. Und der Wund, die Augen, die Brust, die Füße. 100%( in Worten: hundert Prozent) Menschen, die unter der Sonne geboren wurden, auch unter ihr gestorben sind. Dieser Willkür Ach die Hize ist unerträglich. Sie verherrschaft wurde ein Ende bereitet. Der bekannte zehrt mich von innen und von außen. Es scheint Menschenfreund, Herr Letter Millionär mir, daß ich zu Asche werde. Nur noch eine Weile ( wer würde sich nicht auf seine seltene Bereit- aushalten. Dann gehe ich weg. Ich gehe weg und willigkeit erinnern, mit der er die Frau und die springe in einen falten Fluß. Ich suche mir eine stinder des tragisch gestorbenen Arztes X. sicher- Geliebte aus Gis. Jch zerschmelze sie in meinen gestellt hat!), ließ sie auf eigene sosten vom Armen. Ich werde am stärksten sein, am reichsten, Himmel herunternehmen. Die Arbeit ist dank sei- unsterblich. Ich bin schwach, arm und alles ner übermenschlichen Opferwilligkeit geglüdt und schmerzt, wie wenn ich sterben würde. Nein, ich die Sonne ist verschwunden. Ein undergängliches halte es schon aus. Ich werde gehen. Vielleicht war das schon genug. Ich werde gehen ich fliehe ich fliege... Andenfen ist ihm sicher. Verlangen Sie Prospekte! Die Sonne brannte. Der Millionär stürzte nieber. Es blieb von ihm nur ein Häuschen Asche, nicht größer als ein eisernes Zwei- Groschenstüd. Ein kleines Häuschen prahlerischen Elends. Das Gebäude, das er sich für seinen Hochmut bauen ließ, wurde sein Katafalt und die Sonne, die sein frankhafter Ehrgeiz gestohlen hatte, war eine große Sterze bei seinem Leichnam. Niemand weinte. * Und die Sonne brannte. Die New Yorker Kathedrale St. John the Divine( Heiliger Johannes) soll ein Mosaiffenster zu Ehren der Presse bekommen, dessen Herstel lungsfosten in Höhe von von rund 240.000 Dollar amerikanische Zeitungen aufbringen wollen. Der gründend: zuständige Bischof W. T. Manning erklärte be... Diese Huldigung ist die nationale Anerkennung des guten Einflusses, den die Presse auf das Schicksal von Millionen ausübt. Sie soll verhindern, daß die Männer, die an der Fundamenten der öffentlichen Meinung bauten und weiter bauen, hinfort ungechrt und unbesungen vergessen werden..." Ausgezeichnet. Durch farbige Kirchenfenster fällt das Licht der Wirklichkeit gebrochen und vers klärt in den Tempel des Herrn. Das gibt Stimmung, und Stimmung ist die Hauptsache. Kirche und Presse erkennen sich auf dem Gebiete ihrer Erzeugung fortan als ebenbürtig an. Wer aber zahlt die Kosten? ** Das geheiligte Geschäft. Selbstverständlich gilt der Dienst der Zeitung den öffentlichen Interessen, der Allgemeins heit und ihrer Belehrung. Sonderinteressen fennen die großen Meinungsfabriken nicht einmal dem Begriffe nach. So kostet z. B. die Samstagnummer der New Yorker Times 5 Dollarcents. Sie liefert dafür bedrucktes Papier, das einen Selbstkostenpreis von 12 Dollarcents beansprucht. Und dennoch bringt dieses Geschäft" soviel ein, daß es einen Wolfenfraßer von 17 Stockwerken braucht und die Arbeitskraft von etwa 3000 Angestellten verschleißt. Den Druck besorgen 80 Rotationsmaschi Sie, brannte so, daß sie bald alle Wände durchgebrannt hatte. Und sie stürzten zusammen, nent. wie wenn sie auf Sand aufgebaut worden wären. Die Bilanz ist sehr aktiv. Zwei Drittel des Sie fielen in die Erde, ähnlich den Schwarzfünft- Beitungsumfanges werden nämlich für Inserate lern, die nach dem Fluche verschwinden. Die verbraucht. Die bringen das Geld und decken die Sonne schleuderte ihre Glut nach allen Seiten. Differenz zwischen Selbstkosten- und VerkaufsSie lag auf dem grünen Rasen wie ein goldener, preis plus Gewinn. ungeheuerer Ballon. ( Alles im öffentlichen Interesse und zum Vorteil der Leser, die selbstverständlich unparteiisch aufgeklärt werden.) Die Leute freuten sich. Es handelte sich jetzt nur darum, wie die Sonne wieder an den Himmel schaffen, damit alle sie sehen und alle durch sie sehen. Die Lente crivogen und berieten. Auch die Saturday Evening Post( Samstagabendpost), die illustrierte amerikanische Mammutwochschrift, pflegt die allgemeinen Interessen und mauert an den Fundamenten der öffentlichen Meinung durch Inserate. Eine Seite foste: zwifchen 5000 und 16.000 Dollar und muß für gewöhnlich monatelang vorher bestellt werden. Wer in 2.7 Millionen Exemplaren der Saturday post das tut und zahlen kann, wird mit seiner Ware Wer trägt uns die Sonne wieder auf das Himmelsgewölbe? Es tamen dazu auch zwei Stinder. Es war das Mariechen und Pepi. Vielleicht waren fie aus Vršovic, vielleicht aus Smichov, Die die Licht hatten- lafen es durch schwüren und vernichteten Augen lief bis zur Der arme Bettler mit den verbrannten Ge- aber sicher waren sie von irgendivo. Wir werden sie dorthin tragen," sagte Pepi: und beruhigten sich die, die keins hatten blieben weiter unruhig. Viele alte Weiber( die Tür. Wehe! Der glühende Schlüssel inar ange- Ich habe oft den Leuten Stoffer von Bahnhof über die Staaten ausgelobt. schon 20 Jahre blind waren) jagten: es fommt schwollen im Schlüffelloch, so daß sie selbst nicht getragen. Unlängst habe ich einem Herrn einen cinmal Gott öffnen würde, wenn er auch wollte. So großen getragen das Ende der Welt. daß sich alle wunderten. Wehe dem Liebhaber der in der Finster- Vergeblich rüttelte er mit ihm, vergeblich Das wäre schön, daß ich die Sonne nicht ertrüge!" Mariechen und Pepi trugen die Sonne auf nis seine Liebe verlor. Er fand sie nicht mehr. riß er mit ihm hier waren feine Diener, Bes Unterdessen entfernte der Reiche all seine rater und Arbeiter hier war er allein, wie den Himmel. Dienerschaft und ging zur Sonne. Als er in das sein Herz allein war in der abfaulenden Brust, Stommt zum Mittagessen zurück nach Haus!" ungeheuere Gebäude hineingegngen war, sperrie wie seine Augen allein waren in der Schichte ihnen die Mutter nach. er jest zu, nachdem er sich noch überzeugt hatte, von Eiter und Schmerz. ob die Wachen mit Revolver und Bajonetten alle Der Millionär erbebte. Sein Störper bäumie Eingänge gut bewachen. Den Schlüssel ließ er in sich auf wie ein Baum im Sturm. Mensch, du rief -M Wir fommen zurüd, wir kommen zurück!" Und sie kamen zurück. ( Autorisiieric Uebersetzung von B. Schwa b.) 1911 berinferierte man in den Vereinigten Staaten rund 250 Millionen Dollar, 1920 bereits über 600 Millionen. Für 1925 schäßt man das amerikanische Inseratengeschäft auf etwa eine Milliarde( Dollar natürlich). Kein Wunder, daß alle Gewalten sich vor der Macht bedruckten Papiers Leugen. Zumal, wenn es selbst für ein Inserat in Stirchenfensterform eine Viertelmillion Dollar bezahlen kann. Samstag, 16. April 1927. Die Deutsche Landeskommission File Rinberu mb Jugendfürsorge in Böhmen hält am 14. und 16. Mai 1. J. in Teplig Schönau ihren dies. jährigen ordentlichen Vertretertag ab. Samstag, den 14. Mai, beginnend um 3 Uhr nachmittags, werden die sapungsgemäßen Verhandlungspunkte erlebigt. Um 8 Uhr abends findet im Monopoltheater Eine Abgeordnete unserer Partei er: I hören, aber ich kann das Eintrittsgeld von zwei ein Begrüßungsabend statt. Sonntag, den 15. Mai, hielt dieser Tage von einem alten Partei oder vier Kronen nicht erschwingen. Ich be beginnend um 9 Uhr vormittags, tommen folgende genossen einen Brief, der in der Hauptsache neide den Hund bei reichen Leuten Themen zur Verhandlung: 1. Aufbau der Jugendder Allgemeinheit zugänglich gemacht wer- um seine gute Rost. fürsorge in Sachsen. 2. Nach welchen Grundzügen den soll. Der Genosse schreibt: Ich stelle nun die Frage an das Abgeordne gestalten wird die Gesundheitsfürsorge für die Ich habe 62 Jahre lang, mit Einrechtenhaus, an die Regierung, an die Menschheit: deutsche Jugend? Mit dem Vertretertage wird auch nung der Lehrzeit von 1861 bis 1922, als Fein Saben wir über 65, über 70, ja 80 Jahre alten deutsche Jugend? Mit dem Vertretertage wird auch schlosser teils bei der Drehbank, teils beim Fein- Saben die Abhaltung eines Deutschen Frauentages" und Arbeitsinvaliden gar keine Hoffnung einer Berufungsvormündertagung" verbunden, für Schraubſtod, ununterbrochen fleißig gearbei- mehr in bezug auf das Sozialver welche folgende Gegenstände zur Beratung gestellt Stellung und hatte mir dort ein ansehnliches ich durch die Inflation um meine Ersparnisse fam? welche folgende Gegenstände zur Beratung gestelltet. Von 1914 bis 1922 war ich in Sachsen in icherungsgesch? Bin ich schuld daran, daß werden: 1. Wie schaffen wir die Grundlagen zur Marfvermögen-9400 Mart- cripart. Wäh sind wir alten Arbeitsinvaliden schuld daran, Mitarbeit der Frauen in der Jugendfürsorge? 2. rend der Inflation verlor ich alles bis auf den daß wir bei der Verteilung der Glücksgüter über3. Die Frauen und Mütter in der sozialen Gesetz los, wendete ich mich an meine Heimatsgemeinde daß wir arm geblieben sind. Will man uns Alten gebung. Zu gleicher Zeit findet im Hotel Altes Schönlinde, wo man mich ins Armen- den Bettelstab bis ans Lebensende in Rathaus" eine Berufsvormündertagung haus brachte. Seit dem Jänner 1923 bewohne der Hand lassen, hat man kein Erbarmen, feine mit folgenden Verhandlungsgegenständen statt: 1. ich nun ein fleines Zimmer( eine sogenannte Nächstenliebe? Der begüterte Mensch kann sich Der jeßige Stand in der Entwicklung der Berufs- Belle) mit einem Fenster, bekomme Beheizung und wohl gar nicht hineindenken, wie unſereiner bormundschaft in Deutschland und die daraus für täglich 43 Heller Armengeld. Ich habe eine Toch das Tätigkeitsgebiet der Deutschen Landeskommission ter, die an einen Glasmaler in Steinschönau ver für Kinderschutz und Jugendfürsorge in Böhmen zu heiratet ist und die mich von dem Wirtschaftsgeld, Man sehnt sich nach dem Tode und doch stirbt beachtenden Erfahrungen. 2. Stand der Blutproben das sie von ihrem Mann erhält, nicht unterstüßen Man jagt mir allgemein: Machen Sie sich nur man nicht. und deren gerichtliche Bedeutung. 3. Allgemeine fann. Mein Sohn ist Rafeur in Böhmisch- Kam feine Soffnungen auf die Sozialversicherung, die Aussprache. nis und hat selber um das liebe Durchkommen zu Gefeßesnovelle ist ad acta gelegt, dazu hat man fämpfen. Er unterstützt mich ab und zu mit zehn fein Geld." bis zwanzig Kronen. Ostern im Armenhaus. Ein Brief, den alle Gegner der Sozialversicherung lesen mögen! Unwetter in Maroffo. An der nordafrikanischen Mittelmeerküste hat ein orfanartiger Sturm in Maroffo und Algerien gewaltige Schäden verursacht. Besonders groß sind die Verheerungen in den Säfen, wo zahlreiche Schiffe schwer beschädigt wurden oder teilweise fanken. Im Hafen von Calla Que mado find 20 Metrosen ertrunken; im Hafen von Melilla sind vier Dampfer gestrandet und zahl reiche Kleinere Schiffe gesunken. Auch ein Sospitaldampfer und ein englischer Dampfer gelten als verloren. Fast überall find die Hafenanlagen und die den Hafen benachbarten Häuser stark in Mitleiden. schaft gezogen worden. Die Fernsprechleitungen sind weit und breit zerstört. Die Funkstation be: Oran ist ein gestürzt. Im Innern des Landes herrschen Schneestürme, durch die die Verpflegung der spanischen Truppen stark gefährdet ist. Große Verluste sind an Rindvich und Pferden zu beklagen. Die Anzahl der Toten und Verwundeten wird auf über 100 geschätzt. Auch die benachbarten südspanischen Provinzen haben unter den Stürmen sehr gelitten. Das gilt sowohl für die Gegend von Cartagena wie von Algeciras. In der Gegend von Malaga sind in den Weinbergen ungeheure Verwüstungen angerichtet worden. Die spanische Regic rung hat zur Linderung der Not einen Aufruf erlaj sen, in dem die Katastrophe als ein nationales Unglüd bezeichnet wird. Sizewelle in Rumänien. Nach Meldungen aus Bukarest wird Rumänien gegenwärtig durch eine Sizewelle heimgesucht, deren Temperatur mindestens 15 Grad über der durchschnittlichen Jahrestemperatur liegt. Im Schatten herrschen 30 Grad, in der Sonne bis zu 45 Grad. Unversehrtes Stahlgerüft des New Yorker Hotels. Die New Yorker Brandkommission und das Bauunternehmen, das den Wolkenkratzerbau des Netherland- Hotels errichtet, haben nach der Löschung des Brandes festgestellt, daß zwar die Holzverkleidung der oberen Stockwerke des Gebän des, dem stundenlangen Brande zum Opfer gefalRundfunt für Alle! Programm für morgen, Sonntag. Alter und leben muß. Beite 7. Der typische Vertreter des englischen Kons fervatismus Außenminister Chamberlain. ( 2'ere nouvelle, Baris.) Ich bitte Sie und alle sozialdemokratischen Novellierung des Sozialversicherungsgesetzes ins dem Gebiete weiblicher Geistlicher Preußen beret Abgeordneten mit besten Grüßen, sich für die 24. April in Berlin stattfindet. Thüringen ist auf Zeug zu legen. Erringen Sie etwas für uns alte, vorangegangen und hat in Meiningen und Jena arme Leute." bereits seit 1923 Frauen als Vikare eingestellt. wieviel bei den jetzigen Preisen ein Mensch zur Werte Genossin, Sie werden ja sicher wissen, einfachsten Lebenshaltung benötigt. Um mich zu fattigen, brauche ich wöchentlich 23 Kronen. Ich habe schon vier Jahre lang feinen Tropfen Bier oder sonst ein geistiges Getränk genossen, Fleisch für gutes Gelingen. tenne ich nur dem Namen nach. Gerne möchte ich hie und da einen wissenschaftlichen Vortrag an 000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000 Besten herzlichen Dank im voraus. Glück Karl Winfche, Schönlinde, Armenhaus. Exzesse bei der Durchführung der Boden reform in der Slowakei. In Ryban in der Slowakei kam es jüngst bei der Durchführung der Bodenreform zu Streitigkeiten. Um einen dortigen Großgrundbesitz bewarb sich die Gemeinde und len ist, daß aber das Stahlgebäude selbst völlig Eisenbahnerlos. Auf der Berliner Stadtbahn dem Minister Tiso wurde beim Bodenamt ver unbeschädigt geblieben sei. Die Hotelleitung zeigt wurde ant Donnerstag vormittag der Bahnarbeiter sprochen, daß die Gemeinde dieses Grundstüd tatdaher an, daß die für den 1. Oktober vorgesehene Franz Sanfen von einem D- Zug überfahren. jächlich erhalten werde. Indessen wurde jedoch Eröffnung des Hotels trotz des Brandes keine Ver Hansen tat zwischen den Bahnhöfen Charlottenburg der Grundbesitz parzelliert, wobei den Zuteilungs zögerung erfahren wird. Ms Folge des Brandes und Savignyplatz bei einer Gleisbaustelle Dienst fommissären Gendarmerie beigestellt wurde. Bei wird man sich allerdings entschließen, in die ober als Sicherungsposten einer Arbeiterkolonne. Als er der Aufteilung kam es nun zu einem Zusammen sten Stockwerke Wasserbehälter für die Feuerwehr einem Stadtbahnzug auswich, übersah er infolge stoß, bei welchem drei Personen verwundet wurden. einzubauen. des Rauches den gleichzeitig herankommenden D- Zug Er wurde von der Maschine erfaßt und auf der Stelle getötet. Feuer in einem Kinderheim. In Woronesch in Lettland brach in einem Kinderheim Feuer aus, bas sich so schnell ausbreitete, daß neum Kinder den Tod in den Flammen fanden, während vier andere nur mit schweren Verletzungen gerettet werben fonnten. Eine Altion gegen die Fett- und Fleischpreistreiber? Wie die tschechischen Blätter melden, hat das Verpflegsministerium angesichts des raichen Ein wandernder Berg. In der Nähe des fran Ansteigens der Fettpreise das Wucher bekämp zösischen Dorfes Ponzin hat sich von dem Berge fungsamt beauftragt, die Ursachen dieser Eroberhalb des Dries eine Felsmaße von 5000 Sfcheinung festzustellen, da nach Ansicht des Minibikmetern losgelöst, wodurch nicht nur Teile des steriums eine Preissteigerung jeder Begründung Ein Jahr Gefängnis für einen fahrlässigen Dorfes, sondern vor allem auch die bedeutende Eisen- entbehrt. Gleichzeitig sei gegen eine Anzahl von Chauffeur. Der Autoführer Emil Janja, der fürgbahnlinie Lyon Marseille und die neben ihr laufende Fleischhauern die Anzeige wegen Preistreiberei erlich das schwere Autounglück bei Kudowa verschuldet Landstraße bedroht werden. Mehrere Häuser musstattet worden. hat, bei dem sieben Menschen getötet und 58 schwer ten bereits geräumt werden. Die Prager Zentralschlachthalle soll heuer rennverlegt wurden, wurde vom großen Schöffengericht Weibliche Vilare in Preußen? Der preußische viert werden, damit sie den Anforderungen wenigin Glatz wegen fahrlässiger Tötung in Tateinheit Stirchensenat beabsichtigt, das Amit einer sogenann mit fahrlässiger Störperverlegung und Vergehens en Vilarin" zu schaffen. Diese weiblichen Theo. ſtens so lange genüge, bis der Bau einer neuen gegen das Kraftfahrgesetz zu einem Jahr Gefängnis logen sollen jedoch von der Gemeindepredigt und Zentralschlachthalle zustande kommt. Ein Betrag, und 300 Mark Geldstrafe verurteilt. der Verwaltung der Sakramente ausgeschlossen blei von 3,600.000 K ist für die Arbeiten präliminiert. Großfeuer auf einem Rittergut. Auf dem. Rit ben und lediglich zu Bibelstunden, zur Lehrtätig. Es soll eine Fleischmarkthalle mit Kühlräunten tergut Meiersdorf in Mecklenburg fielen das seit im Kindergottesdienst und zur Seelsorge an ber errichtet werden. Wann es zum Bau der neuen Herrenhaus und sämtliche Wirtschaftsgebäude bis weiblichen Jugend und in Frauenabteilungen der auf den Pferde- und Schafstall einem Großfener Krankenhäuser und Gefangenenanstalten Verwen- Schlachthalle kommt, welche etwa 200 Millionen dung finden. Die Entscheidung wird in einer außer Baukosten erfordert würde, hängt vom Ausbau der ordentlichen Generalsynode fallen, die am 23. and Kommunikation von Běchowitz nach Maleschitz ab. zum Opfer. 36 Stück Rindvich sind in den Flammen umgekommen. ant fel. 15.18: Märchen. 16: Oftergloden. 16 15: Erinnerung Philo vom Walde. 17 30: Naniittagsfonzert. 18.50: Ofterbräuche in Echlefien, 10.20: Schangba, Manila, SongTong und Kanton. 20: Wie Berlin. 22 15: Konzert. Frankfurt, 420, 8: Morgenfeier. 11.30: Wie fich die Stin ber zum Onkel Doftor verbalten. 12: Mittagsfonzert. 15: märchen. 16: Nachmittagsfonsert. 19: Hebertragung aus dem Opernhaus: Turandot", Oper von Puccini. sinderstunde. 18: Quartett. 10.15: Sieber von Sugo Wolf. 19.15: Bunter Abend. 21.35: Militärfonzert. 22.35: Tang muftf. Rom, 323. 13.30: Stonaert. 17.15: Slavierfonaert. 21: Abenbfongert. Wien, 517. 11: Philharmonisches Konzert. Beethoven: Luverture aur Namensfeir. Dvorá!: Waldesrube. Rondo. Wagner: Siegfried Idyll. Brudner: 6. Symphonie. 15.30: admittagsfonzert. 18.05: Bon Teling über Santau nach 15.30hanghai. 19: Uebertragung aus der Staatsoper:" Der Boftillion von Lonjumeau", fomische Oper von Adam. Hamburg, 395, 9.15: Morgenfeier. 11.30: Stonzert. 12.30: Dr. Funt, ber Ingenieur. 13.05: Drefterfonaert. Guntheinzelmann. 16.05: Nachmittagsfonzert. 17 05: Edhiet ser Fabrien eines Humoristen. 17.30: Rachmittagsfonsert. über Goethe. 11.20: Deftertime Shrit. 12: Chortongert. 13: Stammermusif. 15: Sdjad). 16: Land und Leute in inu lanb. 17: cemufif. 19:" Zannhäuser". Sandlung von Wagner. Surim. 404. 13: mittagsfonzert. 15.30: Nammittags fonzert. 20: Amor im Süribiet. 21.20: Unterhaltungslongert. Deutschland. burg. 395. Die Grüblingsfahrt nach Befterland. 20: Nönigswusterhausen, 1250. 16: Uebertragung von HamTaucher und Flugzeug. 21.30: Sylter Surfabarett. Frauenians. Bullerion: Sextett. 14.30: Die Gefichte der Berlin, 484. 13.10: Die Stunde der Lebenden. Weill: deutschen Feldpoft. 16: Wie Hamburg. 19.30: Das Wochen ende in der humoristischen Dichtung. 20: Wie Hamburg. Zangmulif. Deutschland und das Auslandsdeutsatum. 20: Wie Breslau, 316. 12: Blasmufif. 16: Wie Sambura. 19.20: wald zur Tatra. 4. Ralph: Foxtrott Serenade. 5. Drigo: Berenade und Balfebofton aus Barletins Millionen". Brünn, 141, 12.15: Reproduzierte tufif. 11.30: Effe tenbörse, Wetterbericht, Breffenachrichten, Sport und Thea ter. 17.15: Frauenfunt: Das Serbieren. 17.35: Deutsche Breffenachrichten. 17.45: Deutfce Sendung. Ing. 2. 23 alter: Die Wafferfräfte der Ifchemhoffowafel". 18: Reitzeichen. Landwirtschaftlicher Bericht: Die Steuerreform". 18.15: Bortrag: Aus der alten Soule". 18.35: Englifa. 19: Wie Brag. 10.15: Sonaert. 1. Roffini: Ouverture Wil belm Tell". 2. Strauß: Die Fledermaus. 3. Fuči!: stomische Bolla. 1. Borodin: Notturno. 5. Fondielli: Zana aus„ Glo conda". 6. Gucif: Leviten. 7. Mendelssohn: gomzeitsmarim. 20: Beethoven und die Kunstzeit in Wien. 20.45: Die Streu ver- Sonate. 21.15: Weber: Adagio und Rondo aus dem rebu Sonsert f- bur für Gagott. 21.30: Balalajla Orchester, 22: Preßburg, 300, 17.20: Bortrag. 17.15: Vortrag. 18: Stongert. 19: Wie Fraa. 19.15: Balalaifa Drefter. 20: Hebertragung aus dem Slow. Nationaltheater: Ronzert bes Budapest, 556, 16: Jugendstunde. 17: Nachmittagston. gert. 18.20: Bortrag. 19: Bortrag. 20: Abendveranstaltung. Tanamufit. Brag, 349, 9: llebertragung aus der Kreuzberron firche: 1. trenn: Messe c- dur. 2. Picka: Motette. 5. Führer: Ofterhymnus..6. theinberger: Osterlieber. 10: gandwirtschaftlicher Rundfunk 11: Matinee. 1. Lifat: Con folation Nr. 2. Krand: Panis Angeltens( Weninger). 3. Dbořa!: 3mci biblifae Lieber. 4. Dvorak: Largo eus ber Symphonie Nr. 5. 5 Novat: 3n der sirche. 12: Rundfunk 20: Funfschall und Rauch. Tanzmusit. für bandel und Gewerbe 17: Tanamufif. 1. Seller: Befeba. Langenberg, 469, 9: Worgenfeier. 11: Eine Viertelftunde 2. Strauß: Derafönigin. 3. Lanner: Sofbälle. 4. Raffa: Befeda. 5. Hermann: Bolfa, Galopp. 6. Goldfoell: Ginge! 7. Kollo: 3m alten Bodffal. 8. Benes: Original Java. 9. alman: Oh, Bajadere. 18. Deutsche Sendung Wet terbericht und Tagesneuigkeiten, hierauf: S. Komregg. 2eipzig, 366, 8.30: Drgelfonzert. 9: Morgenfeier. 11: Mitglied des deutschen Landestheaters. Lieber von Frans Osterfeier. 15.30: Funtheinzelmann. 16: Symphoniekonzert. Schubert: a) Frühlingstraum; b) Der Wegweifer; c) Dic 20.15: Frühlingsweisen 22.30. Tangmufif. Arabe; b) Die Stabi; e) Der Leiermann. Am Klavier: Blasensembles. 22: Wie Prag. Wuchen, 536, 11: Glodenfpicl. 11 30: Konzert. 15: .mid. 18.30: Bortrag: Entioidlang der Fadbe. Ofterbafengeschichten. 15.30: Nachmittagsfonzert. 17.05: Wilwegung in den letzten drei Jahren". 20 30: Leichte tusif. helm Bauer- Stunde. 17.50: Dfterwunder. 18.20: Stanfileririo. 1. Rebbal: Der faule Gans. 2 Gueit: Donaufagen. 3 Stom 20.15: Ein Spiel von der Auferstehung des Herrn. 22.10: gaf: a) Die Lautenspielerin: b) Galopp. 4. Leopold: Sha Tanzmusit. bion. 21: Luftfpiel: Matus: Gelene. 21.39: onzert. 1. Sme Hamburg. Stuttgart, 380, 12: Tapmusif. 13.10: Schallplattenmufif. tana: Die bertaufte Braut. 2 Dvořal: Zwei Arien aus„ Die 15: Die Räuber und Ritter romane 15.30: Funfbeingel. Geisterbraut". 3. ibid: Sarfa 4. Dvořaf: Arie aus Der mann. 16.30: Bieber und Duette. 18.15: preaftimandlun Jafobiner". 21: Seifignal. 22: Settfignal. 22.30: Septe gen und Rundfunt. 18.45: Erinnerungen an Oftalien. 19.15: Nachrichten des Preßbureaus, lebersicht der Tagesercigniffe, Die spesielle Relativitätstheorie. 20: Beethoven- Stammer Sportnachrichten. mufit: Biolinfonate Nr. 3. Bier Lieber. Streichquartett op. 18, Brünn, 411, 8.30: Landwirtschaftlicher Bericht. Die Nr. 1. Die brei Punkte", Luftspiel von Sche. Bererbungsgefeße und die Bienensucht". II. 9: Wie Prag. * 10: matinec. 1. Bizet: Marfa) alte der Oper" Carmen". 2. Abam: Ouverture Benn ia) ein stönig wär". 3. Puccini: Madame Butterfly"." 4. Bopper: Bapillon. 5. Becce: Sou benir be Capri. 6. Bayer: Die Buppenfee. 17: Nachmittags. Brag, 319, 10: Landwirtschaftlicher Rundfunt. 11: Ma. fonaert. 1.Carstens: Der Greibettstarf. 2. Afcher: Baltinee. 1. Reima: Streichquartett. 2. Strejci: Divertimento ser. 3. Blaaw: Die Spielbose 4. Kalman: Warasdin aus für Blasinstrumente. 3. Smetana: Streichquartett d- moll. Gräfin Mariza" 5. Fall: Walzer aus Rofe von Stam 12: Rundfunt für Sandel und Gewerbe. 17: Tanamufif. bul". 6. Golliwell: Radio- Shimmy. 18: Deutfche Sen- 18: Deutfd) e Sendung, Wetterbericht und Tagesneuia. bung: Brof. W. Regula: zieder 19: Konzert: 1. Sine. Tetten vom Breßbüro, hierauf: Stinderarzt Dr. J. Bietf. tana: Selaviertrio g- moll. 2. Noval: Slowakische Lieber. Wie schütze ich mein Kind vor Rachitis, 18.30: Bor3. Dvořal: Sonatine. 20: Hörspiel:„ Der Streit der trag:" Die Arbeiter und Sübflawien. 19: Vortrag. Schmiede". 20.30: ic Prag. 21: Sciffignal. 22: Wic Brag. 20.30: Wetterboraussage und Breffenachrichten. 20.40: Bunter Abend. 1. Blasmusit. 2. Tamburizza- Chor. 3. Presburg. 300, 9: Wie Prag. 11: Bic Brag. 17.15: baslers Führer durch.Prag. 4. Tamburizza- Chor.. Bortrag: Die Säuglingsbygiene" 17.50: Stompofitionen Blasmufit. 21.30: Schauspiel: Bit- suneticth: 28as cinft bon Fucir. 20.30: Bie Prag. 21: Seitfignal. 22: Wie war". 21: Seitfignal. 22: Scitlignal. 22.02: Leste Rach Brag. richten des Breßbüros. Uebersicht ber Tagesereignisse, Sportnachrichten. 92.15: Schallplattenmufit. Daventry, 1600, 13: Quintett und Gefang. 15: Quar tett und Gefang. 16: Stonzert, 17.15: Kinderstunde. 18: Tanamufif. 1915: Bieber bon Sugo Wolf, 19.45: stabier Frankfurt, 129. 12: Drefterfongert. 17: Samaneropeen „ Die Wahrsagerin" bon Gind. Surad zur Natur" bon fonsert. 20: Shimphoniefonsert. 21.20: Der Sultan von Müller. Die Weinprobe" von Warfaner. 20: Wie amava", fomische Oper von Cellier. 22.30: Revue. 23: burg. 21.30: Stabarett Abend. Jazz Band, Zanamufit. Budapest, 556 9. Gottesdienft. 10: Sochamt. 12: Orgel Longert. 15.30: Landwirtschaft. 16: tinderlieder. 17: Stu bentenliebe". Operette. 20.30: Sonsert. 22: Sigeunermufif. Zangmufi!. Programm für Montag: Brünn, 111. 11: Wic Brag. 12.15: Mittagskonzert. 1. Rinde: Rico. 2. Fétras: Phantasie aus Delibes- stompofitionen. 3. Tschaikowffii: Balfe de Gleurs. 4. Anran: Daventry, 1600. 15.30: Oftett. 17.30: Stinbergottesdienst. " Die Puppe". 17.15: Rinderſtündchen. 17.35: Deutfc 18.30: Gottesdienst. 19.45: hmnentonzert. 21.20: Saint- Bressenachrichten. 17.45: Deutsche Senbuna. Dr. E. Saens- Abend. Stethola: Die Pfarrkirche St. Jalob in Brünn. 18: Landwirtschaftlicher Rundfunt. 18.20: Bortrag. Das Photo graphieren. 10: Stonzert. 1. Wagner: Diverture" Die meistersinger von Nürnberg". 2. Saint- Saens: Samson und Dalila 3. Linde: Die Bajadere. 4. Delibes: Suite aus Shivia". 5. Mofalowfti: Ein spanischer Tanz. 20: Luftige Reaitationen. 20.30: guftige Resitationen und zieder. 21: Tanamufir. 22: Wie Prag. Rom, 323, 10.30: Kirchenmufif. 17: Konzert. 21: Die beimliche Ebe". Oper von Cin aiofa. Wien, 517, 10 Chortonzert. 11: Symphoniekonzert. Mozart: Duverture Zauberflöte". Beethoven: Kelabierton zert es bur. Wolf- Ferrari: Duverture Die neugierigen Frauen". Schubert: Ehmphonie cbur. 1.30: Doftor und Apotheker" Kammeroper von Dittersdorf. 18: Gin Spazier gang in New Yorf. 18.50 Kammermufit. Doorat: Streich quartett cs- bur 19.30: De Compr.gnon", Luftspiel von L'Arronge. Deutschland. Königswusterhausen, 1250, 9: Hebertragung von Bertin, 484, Morgenfeier, 12 Turmmufit 13 10: Oterfpaziergang aus Gauft". 15.30: Märden. 16.30: Unterhaltungsmufit. 20: Das Dreimaberlhaus", Singspiel nach Schubert. Breslan, 316, 9.30: Oltergloden. 9.35: Gestmufil. 11: Morgenfeier. 12: Ofterspaziergang aus" Gauft". 14.45: Rät Breßburg. 300. 11: Wie Brag. 17.45: Die Arbeit im Obstgarten. is: Monzert. 1. Woldteufel: Sirenenzauber. 2. Flotow: Cuverture Martha. 3. Urbach: Aus Mozarts Reich. 4. Boccherini: Menuett. 5. Siede: Im Lager. 19.05: Aus dem Gebiete der literarifchen ritit. 10.25: labier fongert. 20.30: 2ic Brag. 21: Beitſignal. 22: Wie Prag. 22.30: Uebertragung aus dem Café Reboute. Budapest, 536. 10.30: omamt. 12: Symphonicfonzert. 15.30: Landwirtschaftsfunt. 16.15: Kindermarojen. 17.30: Nachmittagstonzert. 20: Stongert. Tanamufi?. Daventry, 1600. 13: Orgelfonaert. 15: Zanater. 17.15: Langenberg, 460. 13. Stammermusif. Boccherini: Streich quartett. Spohr: Biolinduo. Haydn: Lerchengunriett. 16: Meister Effchart. 17.30: Teemufir. 19: Erzählungen von Toftoj. 20: Das Apostelfpict" von Mar Mell. 21.30: Efterfonaert. 23.15: Langmuir. 2eipsta, 366. 12: Musikalische Stunde. Schjelderup: In Baldurs Bain. Mraczef: Lieber. Slavierquintett. 16.30: Luftiger Nachmittag. 18.30: Grundlagen der Afforblehre. 19: Empfindungs- und Bewegungsspiele. 19.30: Seiteres aus merifa. 20.15: Oberfächfifcher Boltslieberabenb. 22.30: Zanzmusif. München, 536. 12: Brudner: Streichquintett. 15.30: Wolfstüd und Bolfsfied. 16: admittagsfonsert. 17.30: „ Parsifal", ein Bühnenweib eftfviel von Wagner. Stuttgart, 380. 11: Smallplattentongert. 16: 1inter. haltungsfonaert. 18.15: Bilder aus den deutschen Wald. 20. Bolkstümliches Ormesterfonsert. Programm für Dienstag. Wrag. 340, 11: Echallplattenmufif. 11.40: Seitfignal und landwirtschaftlicher Rundfunt. 12.05. Breffenachrichten. 12.15: Mittagsfonzert. 1. 3. Buiffoni: Antigone. 2. Stasvaret: Traum nad dem Ball. 3. Dvorffy: Wer wei es? 4. Siebe: Ständchen. 5. Rofen: Ich hab sich fchon genug. 6. Walden: Der stuk. 7. Malh: Der Bufare. 13.15: Rundfunt für Dan bel und Gewerbe. 13.30: Börsennachrichten. 16.45: Börsen nachrichten und Hopfenmarktpreise, 17: Echallplattenmufif. 18: tinderstirndchen. 18.15: Die Dichtfunft im Alten Gefer. 18.30: Deutsche Sendung: Wetterbericht und Tagesnenia feiten vom Breßbureau, hierauf: Dr. A. Mobius, Rübed: Smuld u. Frieden( antäklich des Int. Erziehungsfonareffes). 19: Landwirtschaftlicher Rundfunf. 19.15: Vortrag: II..Ar beiter- Olympiade. 19.15: Landwirtschaftlicher Bortrag. 19.30: Bortrag: Ostereier. 19.15: Bortrag: Esperanto. 20.30: et terborousfage und Preffenachrichten. 20.10: Konzert. 1. Bo robin: In der mittelafiatifmen Steppe. 2. Schäferlieber. 3. Chaminade: a) Romantische komposition; b) Gabotte. 21.10: Mufit der Fapuaner in Neu- Guinea. 21.50: Leichte eufif. 1. Beblif: a) Du bist die Eingiac; b) 3m böhmi Imen Baradies. 2. Netras: Lustige Puppen. 21: Beitsignal. 22: Seitfignal. 22.02: Leute Namrichten des Breßbureaus, Uebersicht ben Tagesereignisse, Sportnachrichten, Theater nagrichten. 22.15: Leichte Musif. 3. Labffy: Vom Böhmer Rom, 323, 13.30: stongert 17.15: Tanzmusif. 20.15: Leichte und Operettenmufit. Wien, 517, 11: Bormittagsmufif. 16.15: Nachmittags fongert. 17.10: Sabara und Sudan. 15.10: Die Bundes bahnen und die Geitwomen. 18.20: Das große Rondo. 19.10: Esperanto. 19.30: Englifa) 20.05: Defferreichischer Stomps niftenabend. Sürim. 494, 12.30: Emallplattenfongert, 19.30: Gauf ler und Sirfusleute. 20: Boltstümliches Symphonicfonzert. Deutschland. Königswusterhausen, 1250, 16: Chinefifche Jugend und chinefifche Schulen 16.30: Graiebungsberatung. 17: Reichs Staaten und Raumpolitif. 17.30: Die Hauptregein der Logif. 18: Aus der Praris des Mietfchöffengerichtes. 18.30: 6 nifd). 18.55: 3um 15. Todestag Darmins. 19:30: Ueber tragung aus Berlin, 184,„ Die Jüdin", große Oper bort Saleby aus der Städtiſajen Oper Charlottenburg. Breslau, 316, 12.20: Smallplattenfonzert. 15.45: Mär chen. 16.30: Unterhaltungsfonsert. 18: Die beutfchen Waler bichter. 18.50: Seele und Seelenleiben. 20: Lieber und Duette. 21: Balzerabend. Frantfurt, 429, 15.30: Jugendstunde. 16.30: Ouverturen von Suppe. 18.15: Frauenstunde. 19: Schach. 20.15: Rama mermufit. 21.15; Bortrag. Neue Schallplatten. Homburg. 395, 12.30: Mittagsfonsert 14.05: boug fonzert. 16.15: Momir und Tragifomif. 17: Waldemar Bon fels. 18: Gemütliches Beifammenfein 18.50: Körperfuftur. 19.10: Die Mufit der Rothäute. 20: Sum Gebämtnis Ro bert Garbes. Langenberg, 169, 13.05: Rittagsfonzert, 17: Teemusik. 18.10: Was jedermann von der Bost wiffen muh. 18.35: Der Deteftorempfänger. 20.05: Sunficonir. 20.10: Bollswirtschaftliche Grundbegriffe. 20.30: 3ofef Blaut- Abend. Leipzig, 366, 12: Emailplattenfonsert. 16.30: Stongert. 17.30: Die Tätigkeit der Sozialbeamtin. 19: Der Werbegang des Norddeutschen 2lohd. 19.30: Wie Berlin. 22.30: Tanamufif. Wünchen, 536, 14.45: Grauenstunde. 16: Ouvertüren. 18.30: Die stennzeichen unseres globalen Seitalters. 19.30: am unterbrei burch Nordamerika. 21.05: Gin Zag an ber Drobbant. 21.35; Rieberftunde. 22 20: Die Schlager ber Saifon. Stuttgart, 380, 13.10: Schallplattenfongert 16.15: Ram mittagsfongert. 18.15: Die amerikanische Frau. 18.45: Albin Egger- Liens. 10.30: Bic Berlin. Ostern in den Prager Wärmestuben. Ein regnerischer Gründonnerstag, trüb und ich glaube, er machte, in bessere Kleider gesteckt, traurig, als wollte er andeuten, daß die arme manchem Intellektuellen" im Aussehen Stontur Menschheit, die arbeitslos, heimlos in den Stra- renz! Er spricht schon gescheiter, politisch geschulBen der Großstadt friert, noch nicht auferstanden ter! Auch er ist arbeitslos und dies schon ift führte mich in eine der wenigen Prager feit einem halben Jahr! Geht er, wie Wärmeftuben. Wenn man mit der Straßenbahn- er fagt, zu Baba um Arbeit, so verlangt dieses Sinie 5 oder 10 bis zur„ Balabinka", kurz hinter humanitäre" Unternehmen von ihm Kaution! Sieben, hinausfährt, sieht man unweit der Halte Auch ihm ist die Mutter frühzeitig gestorben und stelle der Straßenbahn unterhalb des grünbewach er hat eine ähnliche Jugend mitgemacht, wie der senen Bahndannes ein fleines braunes Holz- erste Fall. Betteln wollen diese jungen Mene häuschen. Abenteuerliche, in ihrer mitunter start schen nicht gehen, das ist in ihren Augen Schande, vorgeschrittenen Berwahrlosung Mitleid heifchende und dann, sagt der junge Schuster, geben die Geschöpfe umschleichen das Haus wie lichtscheue Leute doch nur denen, die durch deutlich sichtbares Alter, Gebrechlichkeit und Jammer Teichter Mit leid erregen. Wenn aber ein Junger kommt, dann heißt es:„ Du bist gesund, geh und arbeite!" Raben. Lerne, fobiel du kannst!" sig Ko auf biefe Welse ertvorben Hat, sicht er eint Samstag, 16 April 1927. Auf dem Boden liegt in tiefem Schlaf nach Baustein weiter!" Rednerisch begabt drängt die mehrtägiger Bugfahrt eine Karpathorussin, schön, fer Mann den armen Instinktmenschen unlogische, babei schmutzig und verlaust, mit zwei süßen, bösartige und verbitterte Folgerungen auf. Auch friedlich auf und ab atmenden Kindern, die ihr er war einmal jung und wurde enttäuscht und entsetzliches Geschick gar nicht ahnen. Der Mann, ein Arbeitsuchender, bettelt den Obolus für das verdorben. Nachtasyl zusammen. Welch grausam ironische Folie ist dieses Bild zu Jrea, die für den Preis ihres Leibes in Autos fährt und pelzbekleidet ifft! Eine Frage aus Schicksal: Warum ist diese Liebe, die aus der Mutter und den zwei kleinen gerade. zu glüht, nicht von ein bißchen Liebe und Sonne begleitet?. Ich werde auf einen leidenden Mann mit Krüden aufmerksam; Fall Eins sagt von ihm: „ Der redet nicht, ist älter, hat Schmerzen, ist der Aevmste.. In der Frauenabteilung. Asylgenofsinnen Bei den Frauen Klingt alles gütiger, milder, schwächer, doch auch da hört man mitunter drobe Töne, auch da bisweilen ein Aufbäumen. Die Jungen haben ein wirksames Mittel, wie eine Was schon ant Aeußeren auffällt, ist die fagt:" Den Herrn auf dem Wenzelsplatz!..." Fensterlosigkeit des Baues, denn große Fenster Und wenn dann Burschen kommen, die weniger bieten als er, dann geht es eben auch. Neun von sparen zu wenig Wärme. An der Einrichtung ist zehn Frauen wählen diesen Ausweg. Besonders alles wohlfeil und man merkt, daß sie unter dem Grundsatz geschaffen ist:„ Nur ja recht geringe Der dritte Fall ist den beiden ersten ähnlich. eine" rea", die fiebzehnjährig, bloß mit einem Kosten!" Etwa fünf Meter hoch, teilt sich das Nur ist es diesmal ein Ziegeleiarbeiter. Er hat Hemd und einigen Feten bekleidet, hergekommen Haus in zwei quadratische Räume von schätzungs- eine andere Ansicht:„ derne, was dit lernen var, fam ſich jüngst in neuem Staate zeigen: weise zehn Wieter Breite. Zwei fleine Sammern fannst, Arbeit kann man dir geben, aber auch wie- Feine Batistiväsche, Seidenstrümpfe, moderner dienen für den Wärter, der von der Stadt einge der nehmen, was du im Kopfe trägst, das hast Filzhut, Pelz, Schirm, Lackschuhchen, alles das febt ist, und für einen Serd, auf dem die Wärme- du für ewig!" Gewiß, das ist eine Binsentveis- für geschenkte oder gestohlene 6000 K!" Jeden bedürftigen( natürlich auf eigene Kosten) Essen heit, aber man muß bedenken, daß sie sich ein jun- falls fährt sie heute im Auto, beneidet von ihren aber wieviele von ihnen, wärmen dürfen. Die beiden quadratischen Haupt ger Arbeiter bewahrt hat, der den ganzen Tag räume dienen getrennt für Männer und Frauen. Beit hat, auf unmüße Gedanken zu konumen, der die ihr folgen, enden im Spital an Syphilis! Wenn man diese mit einem Tisch, einigen Sesseln fich tagsüber in einem„ Loche" aufhalten muß, und einem kleinen Eisenofen, der eine starke Site in dem sich, im Gegensaße zum bereits erwähn ausströmt, ausgestatteten, vom Gebrauchsschmut tent Studentenheim in Sloup feine einzige Zei geradezu überladenen Räume mit dem vom christlichen Vereine YMCA., und der YWCA. eingerich teten schönen Studentenheim in Sloup vergleicht, so entschuldigt der Umstand, daß dies" nur" Wärmestuben sind, nichts daran, daß man, ohne den mittellosen Studenten nahezutreten, für den armen Arbeitslosen nicht auch so viel Fürsorge aufbringt, wie für den jungen Intelligensler. Die Arbeitslosen füllen diese Warmestuben, solange jie offen sind, da sie mit Ausnahme des neuen Nachtasyls in Wysotschan die einzigen Stätten sind, wo sie sich aufhalten können. Ein Gewirr von Stimmen schlägt an dein Ohr, wenn du eintrittst. Da hoden sie auf jenen Parkstühlen, die Wände entlang, die im Sommer den Bürgersfrauen zur Muße im Freien dienen. Die besonders Erfrovenen fauern um den Ofen herum, da stehen sie in zwei, drei Gruppen im Raume herum, der durch wenige Oberlichter nur spärlich Licht erhält. Zunächst unterscheidet man gar nicht, was für Menschen hier fißen, nur der Geruch von motrigen Kleidern, Fußschweiß und ungereinigtem Atem schlägt einem entgegen. Ich spreche die Gruppe am Ofen an. Drei junge Menschen und ein vierter mit böse und bitter stechenden Augen wenden sich mir zu. Als sie wissen, wer ich bin, löst sich ihre Zunge. Eine traurige Jugend. Noenigen. Von Jiří Wolfer. tung befindet, fein einziges Buch, feine einzige Beschäftigung sich diesen ans Nichtstun widerwillig gefesselten Menschen bietet. Wie käme aber Dies ist nicht Faustens spukerfüllte Stube, wo die auch der Bürger darauf, zu denken, ein ArbeitsSeele bangt verwundert; loser brauchte was zu wissen, zu erfahren, zu Ein Roentgenapparat ist's mit Magie vom zwanzig lernen. Mögen sie in den paar eben einmal be sten Jahrhundert. stehenden Warmestuben hausen gleich Ratten oder Die ultravioletten Strahlen dringen durch das Fleisch, Läufen. Mögen sie des Sommers, oder wie Fall die Muskeln, Häute, eins erzählte, auch gar des Winters auf den Flie- und Klar wird wie ein Chifferbrief der Körper aller en schlafen, was tuts! Leute. An einem Tisch hoden zwei bei einem selbst- Denn hente, wo der Körper und die Seele eins, wird gezeichneten Damespiel, ein Friseur betätigt sich und am ersten Blick, an den Leidensgenossen, einige noch Hoffende füh- Ob einer für das Leid geboren ward, ob für das ren Fachgespräche, einige ganz Berlumpte- be Glüd. sonders ein Verbrechergesicht darunter fällt aufzeigen, wie tief man trotz dieser Rettungsstatio- als hätt ich Blei in der Brust und Schlangen im Herr Doktor, mir ist gar schwer zumute, nen" sinken kann! Ein Konfuser. Binte. Mit den lenchtenden Strahlen meinen Körper er schließe, fionen, Ein Sechsundvierzigjähriger wendet sich mir was drin zu sehen, damit ich es wisse." zu: Er ist schon abgebrüht, hat dreizehn Jahre sterker hinter sich( angeblich politisch) und erzählt,„ Deine Lunge ist's, Arbeiter, die ich hier sche, daß er die Menschbestie" nicht einmal für wert Den Ruß der Fabrik, den Rauch in der Nähe, hält, in diesem Asyl zu hocken. Er ist schon ganz Den Lärm der Maschinen, die sausenden Transmisberbittert und fährt fort: Seine Schwägerin sei als armes Kind von der Straße aufgelesen wor- Das Leiden der Armen, das hör ich drin wohnen, den und durch einen Zufall reich geworden hätte Deine Lunge ist's, Arbeiter, die ich hier sehe, fie die ganze Familie prozeßweise über die Ohren Von Hunger zerfressen, der Tuberkulose ihr Wehe, Der erste Fall ist ein junger Mensch mit gehauen. Er wendet sich wie ein Redner an die und sterben mußt du!" ziemlich solidem Aeußeren. Er ist bereits zwei jungen Leute und donnert sie mit starker Stimme Krankheit und Tod, schwer find sie zu tragen, Monate arbeitslos. Ein guter, weicher in Grund und Boden:„ Jeder Kerl kann arbeiten, Doch muß ich noch Schwereres in mir haben, Zug um seinen Mund macht ihn sympathisch. wenn er nur will! Aber er foll sein Brot nicht mit den Strahlen den Körper tiefer erschließe, Was er eigentlich ist, das heißt, was er gelernt in der Ferne fuchen, wenn er zu Hause feins hat! Was brin zu sehen, hat, ist nicht zu ermitteln. Er hat, wie alle hier Diefe Uličnici( Pausebengels) jedoch laufen in die ganz ähnlich, eine traurige Jugend hinter sich. berfluchte Großstadt, weil es ihnen( Na hnoji Als er zwei Jahre alt war, starb die Mutter. auf dem Miste, d. h. zu Hause im Dorse) nicht„ Dein Herz ist's, Arbeiter, das ich jetzt sehe, Verwandte erzogen das Kind. In seinem sieben- paßt, wenn sie mal aus gewesen sind und des Ein Same, zertreten von schrecklichem Wehe, ten Jahre stirbt die Stiefmutter und das Kind strengen Aten" wegen im Walde schlafen mis- Steimend für eine Welt voll Wärme und Wonne, kommt in die Rorrektionsanstalt Lieben. Dort fen. Sie möchten halt gar zu gerne Po cihelnách Weib, einem frohen, Kind und Kollegen, entläuft er und fängt nach verschiedenen bergeb- se váleti s mrchamy"( sich in den Ziegeleien mit Für die sich die Hände ums Brot gerne regen, Ein Mahl dann auf Tischen in strahlender Sonne. Tichen Versuchen immer wieder ein neues Hand- den Dirnen wälzen). werk an, darunter auch Schusterei, um zuletzt von Dein Herz ist's, Arbeiter, das ich hier sehe, Ein Herz, das leichter läge begraben, feinem Onkel auf die Straße gesetzt zu werden, Alls ohne Liebe gelebt zu haben." nachdem er, wie er mit Stolz bemerkt, bei ihm ausgelernt hat. Die Art, wie er von der gestorbenen„ Maminka" spricht, und der Stola, den er von seinem Ausgelerntsein herleitet, sprechen für seine Trenherzigkeit. Daß, Doktor, ich's wisse!" " Als Fall Eins fast unter Tränen seine Ar beitsnachweise hervorzieht, widerspricht der Auf geregte mit ganz unlogischen Argumenten. Ich höre ihn noch lange im Raume schreien. Alle Doktor, dies alles ist längst mir bewußt, Gegenreden schreit er mit seiner Stierstimmte nie- Doch tiefe durchleuchte, erschließ' meine Bruſt, der und erzählt zum Schlusse folgendes konfuse Was am tiefsten mir fißt, bedrückend mein Leben! Geschichtchen:„ Der, welcher seine Arbeit antritt, Am tiefsten, Doktor, sprich, sichest du was? Du bist gesund, geh und arbeite!" macht es oft so! Er läßt sich morgens 5 Kč Vor- It's einmal herans, muß die Erde erbeben!" Der zweite Fall: Schuster von Profession. schuß geben, gabelt dann Schinken mit Brot, mit Am tiefsten, Armer, gewahr' ich den Haß!" Jungenhaftigkeit spricht aus seinem Gesicht und| tags wieder 5 Kč, abends ditto und bis er zwan Uebersetzt von K. N. R. Dfterbräuche. Osterhase und Osterei altheidnische Gebräuche. Wie kommt der Oster hase zum Osterei? Was blieb noch von den alten Osterbräuchen in ein Grab legen, um es am Ostermorgen wieder fachen Vorstellungen eine bedeutende Rolle als Weltherauszuholen. Diese christlichen Spiele und Ge- entstehungsursache. Bräuche sind überlebt und beweisen durch ihre Ueber- Aus diesem altheidnischen Branch entwickelte lebtheit, daß auch christlich Eingewurzeltes langjam sich langsam die eingebürgerte Sitte des sich Beentwurzelt werden kann. Beschleunigen wir diesen schenkens. Prozeß mit der völligen Abwendung von der christlichen Symbolik des Osterfestes! Wie kommt aber der Osterhase zum Osterei? Wie wenig wissen wir noch darüber! Gelehrte streiten sich darüber, ob der Osterhase den huschenden Sonnenstrahl versinnbildlichen oder ob er das Sinnbild der Fruchtbarkeit sein soll! Langsam will man sich zum letzteren Gedanken bekennen, weil er auch logisch zum Wesen des altheidniswen Oster eis gehört! Also sehen wir in dem Osterhasen nichts anderes als das Symbol der Fruchtbarkeit! Was noch geblieben ist? Fragt die Kinder, die sich nicht auf das christ übrig? Was wissen wir heute noch von den alten liche Osterfest freuen, die nicht an den auferstandenen Osterspielen, dem Wettlauf der Apostel zum heiligen Christus denken, ach nein, sie denken Tag und Nacht Grabe, den Auferstehungsszenen? Wenn wir nicht an den Osterhasen aus Schokolade und alte Bücher, verstaubte Scharteten mühselig durch an die buntbemalten Ostereier! Osterlesen, dann erfahren wir darüber herzlich wenig, hase und Ostereier sind geblieben! weil diese Osterbräuche längst aus dem Bewußtsein Ganz Kirchenfeindliche Genossen fragen oft, ob Kinder fümmern sich ja wenig um die Symbolik des Volkes verschwunden sind. Wenn auch hier und sie ihren Kindern überhaupt einen Osterhasen schen- des Osterhasen und des Ostereies, wenn sie nur reich. dort noch Menschen, die in entlegenen Gegenden fen dürfen: nehmen sie doch an, daß Osterhase und lich mit Schokoladenhäschen und bunten Eiern beleben, etwas von ihren aften Bräuchen übernom- Osterei Symbole der christlichen Kirche sind! Falsch: schenkt werden, und wir Erwachsenen fümmern uns men haben, so weiß aber der übergroße Teil des heidnische Gebräuche sind es, die schon unsere eigentlich auch sehr wenig um den Ursprung dieser Volkes nichts von diesen alten vergessenen Bräuchen. alten Germanen so gut tannien wie etwa die alten Gebräuche: nicht ganz richtig, denn viel Sinnvolles Selbst die Osterfeuer sind uns unbekannt. Chinesen und Inder! Auch hier übernahm lönnen wir daraus entnehmen. Wir können feststelGewiß: Wir wissen, daß manche Frühlingsfeuer die christliche Kirche heidnisches Kullen, daß unsere Vorfahren treffende Symbole für ehemalige Osterfeuer waren, sich langsam im Laufe turgut! Seid unbesorgt, freidenkerische Eltern, Leben und Wirklichkeiten finden konnten, in bildhafte der Zeit wandelten und nun ganz ihre alte Beden- und gebt euren Kindern ruhig den Osterhasen und Form brachten und so ständig an dem Weltbilde auf tung verloren. In einzelnen Gauen Deutschlands die Ostereier, sofern ihr euren Kindern in der jeti ihre Art mitarbeiteten. brennt man heute noch nachts ein großes Feuer und gen Notzeit überhaupt etwas schenken könnt, denn Schon deshalb ist das Sinabtauchen in die Up läßt dabei den falten Winter in den heißen Flam- die Sitte, Ostereier zu verschenken, geht auf die sprünge solcher Gebräuche nicht unwesentlich, well Verehrung der altgermanischen Göttin Ostara, der man der Kirche manches Herrschaftsgebiet streitig Und gar die christlichen Gebräuche? Spenderin des aufsteigenden Lichtes, zurüd. Erwa- machen, weil man immer nachweisen kann, daß kirchWer erinnert sich noch ihrer? Sie sind vergessen und chendes Leben sollte diese altheidnische Göttin sym- lich- christliche Feste und Symbole aus heidnischem sollen auch vergessen bleiben: feiner will sie mehr bolisieren und deshalb opferte man ihr Eier, weil Seulturgut stammen und erst darauf aufbauend zu men umfommen. Es ist Ostern, ein Fest, das dem Manne gift, der gesagt hat, die Füchse haben ihre Löcher... aber des Menschen Sohn weiß nicht, wo er sein Saupt hinlegen soll!" Vielleicht denkt das Bürgertum, das dieses Fest mit Pomp feiert, an die Menschen, die heute kein Dach über dem Kopfe haben, jenes Mannes Freunde waren, und doch nicht eine Spur der Wirkung seiner 2000 Jahre alten Lehre verspüren. Es wäre nicht so schwer, ihnen zu helfen, wie man meint. Ein paar nicht für unnüße Dinge hinausgeworfene Tausender fönnten ihnen wenigstens ein Heim bieten, wo sie eine solche Beschäftigung, billigstes Effen, Bad und alles Zugehör fänden, wie es Menschen gebührt. Damit wäre zwar nicht der Not abge. holfen, aber doch eine Kulturschande gomildert. Dr. Färber. Die neue Großjugendherberge in München.. Wer in den letzten Jahren nach München gekommen ist, wird besonders in der Hauptreise zeit bitter geklagt haben über die unzulängliche Herberge, die dort in der Entenbachstraße in Be trieb war. Im Dezember 1925 ging die Leitung des Ortsausschusses daran, das große Problem der Münchner Herberge zu lösen. Mitte Dezember 1926 fonnte sie schon ihr neues Heim in Betrieb nehmen. Nach den Urteilen Sachverständiger ist hier etwas Ganzes geschaffen worden. Jeder Luxus ist vermieden, um nicht dem ganzen Werk zu schaden. Vorhanden aber ist alles, was nach dem heutigen Stand des Herbergswesens erwünscht erscheint. malen Wanderverkehr dienen, zugleich aber auch Das neue Münchner Heim soll sowohl dem nor höchste Belegung ermöglichen, um die Ueberflutung Münchens mit Jugend in wenigen Monaten bewältigen zu können. Räumlich ist das Heim vorzüglich ausgedacht. Jm Parterre die Wohnung des Herbergsvaters mit Anmeldeschalter in der Eingangshalle. Ebenfalls noch zu ebener Erde befindet sich ein Vortragssaal, der bei Großbetrieb als Speisesaal fir große Gruppen Verwendung findet. Stimmungsvoll ausgemalt, dient er während der stillen Zeit den Münchner Jugendgruppen für Veranstaltun gen aller Art. Ein großer Flügel und ein Har monium find vorhanden. Außerdem besteht für auswärtige Gruppen, wie auch für die Münchner Jugend Gelegenheit, die Oper des National theaters auf telephonischem Weg übertragen zu hören. Im ersten Stock befinden sich zwei Schlafräume für Einzelwanderer. In den weiteren Stockwerken sind jeweils vier Schlaffäle und drei Tagesräume untergebracht. Im vierten Stad endlich zwei Schlafsäle, drei Tagesräume und zwet fleinere Wohnungen für das Herbergspersonal. Auf allen Stodwerken sind genügend Abotgelegenheiten, in jedem Schlafsaal Wascheinrichtung mit laufendem Wasser, in jedem Tagesraum lau fendes Wasser und Kocheinrichtung. Alle Räume find elektrisch beleuchtet. Durch das ganze Haus besorgt ein elektrischer Speisenaufzug die Vermitt lung von den einzelnen Stockwerken zur Küche, bzw. umgekehrt. Im Kellergeschoß sind untergebracht: die Zentralheizung, die eine dauernde Benüßung der Herberge ermöglicht, eine Warmwasserbereitung für Küche und Bäder, zwei Brausebadanlagen, der eigentliche Keller, eine moderne Waschanlage und endlich die große Gemeinschaftstüche. Die Ver pflegungssätze werden so niedrig wie möglich ge halten. Eine ausreichend große Anlage für die Herstellung von Selterswasser versorgt alle Herbergsgäste mit billigem Getränk. Die Tagesräume sind für eine Anzahl von 500 Besuchern ausreichend. Die Schlafsäle fassen durchwegs etwas 20 bis 24 Lager. Daß eine Teilung der Geschlechter durchgeführt wird, bedarf kaum der Erwähnung. Das neue Münchner Heim, das nicht allein der eigentlichen Jugendwanderbewegung dient, sondern auch den Schul- und Exkursionsgruppen, ist durch eine günstige Straßenbahnverbindung nach allen Stadtteilen leicht erreichbar. Der Zweigausschuß Südbayern ist mit der Schaffung dieser Großjugendherberge München bahnbrechend vorausgegangen. Die Stadt München, der bayrische Staat und das Reich haben ihn bei seinen Bestrebungen tatkräf tig unterstützt. Die Einrichtung des Heimes und feine innere Organisation dürften als vorbildlich anzusprechen sein. Parteigenoffin! Parteigenoffe! ist Deine Tochter Dein Sohn schon in den Reihen der fozialistischen Arbeiterjugend, ist sie( er) schon Mitglied des heraufbeschwören, feiner will mehr das Messelaufen man darin den feinsten Ausdruck des keimenden Le- dem wurden, was uns heutigen Menschen als christ- Sozialistischen Jugendverbandes?" in der Narwoche, keiner auf den„ Judas ein- bens spürte. Im Ei sahen die alten Völker symbol- lich kirchlich erscheint. schlagen und teiner will mehr das Serenz Christi haft die Form der Welt und es spielte in ihren ein Samstag, 16. April 1927. JAROSLAV BILEK ROCERIE MIN BARVY LAKY STETCE PARFURBRIS Vorstadtbild. Volkswirtschaft. Vertragständigung in der Flachsindustrie. Troß guter treten. kommen. Seite 9. nommenen Verhandlungen bes Verbandes der Banken mit den Vertretern der Beamten. Der Ich schlenderte die Nusler Palackystraße die gefähr 5 Meter lang und 3 meter breit, die Küche Grund zum Stocken der Verhandlungen bildet der immer kleiner und immer unreiner werdenden ist beträchtlich kleiner. Diese dreifache Familie Starrsinn der Vertreter des Bankenverbandes, Säuschen entlang, an Läden vorbei, denen man habe sich nun nicht vertragen, die Polizei fei ge= die unter anderem folgende Forderungen aufanmertte, daß sie dem Verlangen einer verarmten holt worden, aber sonst sei nicht zu flagen, die Lohnforderungen von 15 Prozent. Bevölkerung entsprechen. Besonders die Fleischer übrigen 6-10köpfigen Familien führten ein stellen: Die Beſtimmungen für das Dienstverhält läben: ein schmuziges, fast lederartig vertrocknetes ordentliches und gottseliges Leben auch in Konjunktur niedrige Löhne. itis neu aufgenommener Beamten, von denen eine ganze Reihe der Dienstpragmatik fernerhin nicht Fleisch liegt auf den mit schmußiggelbem Wachs cinem Zimmer und einer Küche. Ich machte noch ner Verband fündigten am 1. April gemeinsam werden. Definitive Beamte sollen im Falle von Die Union der Textilarbeiter und der Brün- unterliegen sollen, sollen wesentlich verschlechtert fuch verkleideten Brettern, Fleisch, das schon faft einige Anmerkungen über die Dürftigkeit des einmonatig den Lohnteil für die Flachsindustrie Auflösung von Filialen oder Bankfusionen gekün in nichts mehr daran erinnert, daß es Speiſe iſt, Aussehens dieser Häuser, fragte nach den Verhält- und stellten eine zeitgerechte Lohnfor de digt werden können. Das automatisme Avance dem man aber dafür das Leichenhafte anmerkt, nissen in diesem Viertel! Eine Zeit dachte meinerung von 15% auf die weniger abgebauten ment foll verschlechtert werden. Die Beamtenschaft Läben, in denen ganz nach der Manier der alten liebe Hausmeisterin nach, wie sie mir helfen öhne. Die durch die Einführung der Lebensmit soll auch bei der Durchführung der Steuerreform Judenstadt ein penetranter Kampfergeruch den könnte und plötzlich bekamen ihre Augen einen telzölle verursachte Teuerung einerseits und gefchädigt werden, indem sie die Einkommensteuer Atem zerdrüd, die schon fast auf der Straße be- verschmitzten Schimmer:„ Wenn Sie was beson die am allerniedrigsten Löhne in der sowie die sozialen Beiträge selbst zu zahnen hätten. ginnen; die alte abgetragene, oft sehr vertretene deres wissen wollen, so gehen Sie erst dorthin, Schuhe, von Herrschaften abgelegte Anzüge, Water- fie zeigte links), dann dorthin( rechts ab) und Flachsindustrie andererseits, machen es der Arbei- Die Ortszulagen, welche der Beamtenschaft in proofs, Joppen, die kein halbwegs gekleideter bann geradeaus! Dann kommen Sie direkt vor terschaft unmöglich, an den Löhnen vom Jahre gewiffen Orten gezahlt werden, sollen abgebaut Mensch mehr anziehen würde, auf großzbuchstabigen ein Haus! Den Berberák", das ist Ihnen ein 1925 weiter festzuhalten. Der von den Unterneh- werden. Falls die Verhandlungen scheitern, werZetteln als wahnsinnige Gelegenheitsfäufe anbie- Saus! Sage ich" Ihnen!"" Wieso?" wagte ich, mern während der jahrelangen Strife in der den die Bauben hiefür die Verantwortung tragen. ten, dann Geschäfte, die sich den Titel Delikatessen den Redeſchwall der ehrenwerten Dame zu unter- Flachsindustrie um 45 Prozent abgebaute und läden anmaßen, aber außer ein, zwei verstaubten brechen." No, Sie werden selbst sehen," antwor- durch die steigende Teuerung weiter entwertete Melnifer Weinflaschen, in denen vielleicht nur tete sie mir, das sind so Sachen! Ein riesiges Haus Lohn erreicht Essig ist, einigen halbverfaulten Bananen und ist es, mit vielen Fenstern, mnoho partáje( viel Die Zentrale der Unternehmer. Sämtliche cinem Ragout aus Fruchtgelee, ordinären Brali Barteien) and was die Hausbesitzerin ist, die faum 65-70 Prozent des Vorkriegslohnes. Arbeitgeberorganisationen der Tschechoslowakei sind in einer sogenannten Sonförderation nees und verzuckerten Orangenschalen, die sich Verkäuferin im Haus, ist Ihnen das eine Ber- Während die Arbeiter in den langen Nachtriegs- zusammengefaßt, die alle deutschen und tschechi son! No, der alte Franz( Kaiser Franz Josef I. jahren unter den niedrigsten Löhnen, bei gesund- schen Spitzenorganisationen vereinigt, und zwar von Oesterreich) ist ein Habr( Ausdruck für Fet- heitschädigender Arbeit, samt ihren Familien an sowohl der Landwirtschaft, der Induſtrie, des Schmarrn) dagegen, also, wer von den Körper und Gesundheit schwer gelitten haben und Handels, der Banken, sowie verschiedener Ge Parteien nix in Ihrer Hökerei nimmt, fliegt raus sich bis heute noch nicht erholen konnten, hatten werbeorganisationen. Im neugewählten Ausschu aus dem Haus! unbarmherzig, sage ich Ihnen, die Firmen nicht nur ein sorgenfreies Austom- find Delegierte aller dieser Organisationen verna, ich will nix gesagt haben, poroučim se, guten men, jondern verdienten und ersparten sich noch Morgen," fagte sie und verschwand. Als ich schnel- ungeheuere Summen an Urlaubsgeldern von den Lohnabzüge für den Streiftag der Berglen Schrittes vor das Haus„ Herberát" fam, Arbeitern. Die niedrigen Löhne in der Flachsintraute ich mich zuerst in den Höklerladen gar nicht dustrie gehören zu den niedrigsten Löhnen der arbeiter? Wie das„ Pravo Lidu" meldet, haben hinein, denn das Geficht der Besitzerin schien mir ganzen Welt überhaupt, und können sich diese die Grubenbesitzer überall Verzeichnisse jener zu wenig einladend. Ich zog es vor, in der Spe- Firmen auf die Bezahlung ihrer Arbeiter nichts Bergarbeiter anlegen lassen, die an dem Demonlunte des Nachbarhauses Erkundigungen einzu einbilden. Diese schlechte Bezahlung nimmt nicht ziehen, die recht und schlecht das bot, was eine nur dem Arbeiter jede Arbeitsfreude und Liebe ſtrationsstreit am 24. März teilgenommen haben. Vorstadtspelunke bieten kann: saure Gurken, rus- zum Arbeitsplatz, sondern schädigt auch den allge- In einer Kundmachung teilen die Grubenbesitzer fische Sardinen, sogenannte Pepřenky, zur Er- meinen Handel im Gebiete auf das furchtbarste. mit, daß den streikenden Arbeitern der Tag, an höhung des Durstes, und in verschiedenen Fla- Während die Arbeiter aus diesem Strifenelend dem sie nicht gearbeitet haben, vom Urlaub abschen, die hochmütig: Curaçao, Sherry Brandy, nicht herauskommen, an ihrem Leben überhaupt Dieses Vorgehen der Vanille, Allasch, und so fort bezettelt sind, im schon verzweifeln, haben die Firmen schon seit gezogen werden wird. Grunde aber ein und dasselbe Geföff" bieten, Monaten eine Hochkonjunktur zu verzeichnen. Bergbaubesitzer wäre unerhört und wenn die nämlich den für den armen Mann so billigen und Der Abruf des Garnes übersteigt die Produktion Grubenbesitzer tatsächlich diese Absicht haben, kann daher so gefährlichen Fusel Cert, ein rotbraunes und es müssen nicht nur die Lieferfristen ausge- es leicht zu einem ernſten Konflikt im Bergbau Teufelswasser von satanischen Wirkungen. Da die dehnt, sondern auch Bestellungen zurückgewiesen Beute sehr mißtrauisch waren, tauten fie erst auf, werden. Auch die Garnvreise sind in der leßten als ich, der mit einigen Arbeitern Mittag speiste, 3eit gestiegen und dürften kaum den Höhepunkt Großbritannien und das Washingtoner Achtmich als Genoffe zu erkennen gab. Während das erreicht haben. Es wäre zu wünschen, daß mit dem stundenübereinkommen. Die Zeitschrift Indu Nuster Mischung" nennt, in Grüße, Buzmittel billige( 6 K), schlecht und recht zubereitete und Steigen der Preise der Bogen nicht überspannt ſtrial and Labour Information"( herausgegeben " Sidol" und Schmierseife ihr Hökerladendasein reichliche Essen gereicht wurde, hörte ich von wird, damit die Kundschaft befriedigt bleibt und vom Internationalen Arbeitsamt) brachte jüngst nicht verleugnen können. Bis zur Unkenntlichkeit den schlechten Zeitläuften, den schlechten Geschäf ein Rückschlag vermieden werden kann. Das An- einen ausführlichen Bericht über die Verhand verstaubte Eisenwarenläden, mit Revolverblättchen ten und der Konkurrenz. Nusle, zum großen Teil zichen der Flachspreise dürfte gegenwärtig die lungen betreffend die Ratifizierung des Washingund Effektenlotterielofen beklebte Trafifenhäus- auch Michle, neben Zizkow und zum Teil Stoši Situation nicht verschärfen, da die Firmen in die toner Arbeitszeitübereinkommens, die im briti chen, Eierläden mit aufgestapelter Ware vervoll- und Lieben, sind die stiefmütterlichst behandelten fem Jahre ziemlich mit Flachs eingeded fein sol schen Abgordnetenhause stattfanden. An der Deständigen das seltsam unordentliche Bild, das diese Arbeiterviertel! Alles ist auf den Arbeiter und die len. Es wird an den Firmen liegen, auch einmal batte hatten etwa 30 Abgeordnete teilgenommen, Straßenzüge bieten. Ein faunt nennenswerter glückliche" Zeit feines Gewinnes aufgebaut. Die der Arbeiter zu gebenfen und eine Regulierung die sich fast alle zugunsten der Ratifizierung ausVerkehr bietet zweierlei Wesen Gelegenheit, die Preise sind für bürgerliche und Großstadtbegriffe dieser Hungerlöhne endlich vorzunehmen. sprachen, ohne jedoch zu sagen, taß sie sofort und schmußigen, mit Papierresten, Bananen- und nicht groß. Eine Wohnung( 3: mmer und Küche) vorbehalilos stattfinden solle. Gegen den Schluß Orangenschalen verunreinigten Straßen gefahrlos fosten 130 K vierteljährlich, ein Berberát der Verhandlungen erklärte Mr. Betterton, Parzu bevölkern: den Kindern und den Kazen. Wo- 1000 K jährlich, ein Untermieter, als solche funlamentarischer Sekretär im Arbeitsministerium, her sie kommen, weiß man nicht recht! Jedenfalls gieren sieben Studenten, auch Maurer, Bäder, Für diese Branche wurde von der Union daß die Regierung einen Ausschuß zur Prüfung find sie mit anbrechendem Frühling da, die Kin- ommis und andere Berufssorten, zahlt monat der Tertilarbeiter die außervertragliche Forde der ganzen Angelegenheit einsetzen werde, um der, die auf der Straße Ball spielen und Stugert", lich für eine Schlafstelle ohne Frühstüd 25 bis jenes weltberühmte Spiel, das eine ältere und 45 K, mit Verpflegung pro Tag 20 bis 30 K. rung überreicht, die für die Zeit vom November chestens zu einem Schluß zu kommen. In Befestere Tradition hat, als jede staatliche Institu- Man darf aber nicht denken, das seien verständige b. 3. bis April d. J. ausbezahlte Teuerungs- antwortung einer Anfrage betreffend bedingte aushilfe weiterhin für die Zeit der Ratifizierung, sagte der Arbeitsminister, tion! Da stehen oder hocken sie an allen Eden Volkspreise; nein, das sind die höchsten Möglich- Teuerung in Monatsraten auszu bezahlen. tie Regierung werde diese Möglichkeit in Erund„ tucken" mit gebogenem Fingerknöchel fleine leiten, mehr können die Leute einfach nicht er- Auch in dieser Branche ist der Geschäftsgang gut, wägung ziehen. wertlose weiße, graue, rote, blaue, grüne Stüglein pressen, und diese Preise ruinieren die Menschen! aus gebranntem Ton in die mit den Fingern ge- Wir wissen, was den einfachen Menschen ins so daß beim gegenwärtigen Geschäft, das die Fir grabenen Löcher zwischen den Pflasterrillen und Gasthaus, zum Alkohol treibt, aber nirgends men machen, die Aushilfe ohne weiteres weiter wer am gefchidtesten kantiert, darf die meisten macht sich die Unverschämtheit der spargelkopf- bezahlt werden kann. Sollte über diesen VorStügelchen gewinnen, die so für die Kleinen unge- artig aus dem Boden schießenden Gasthäuser- schlag eine Einigung nicht möglich sein, dann heuere eingebildete Werte bedeuten und in ihnen Spelunken so Konkurrenz wie hier! Auf knapp wird die Vertragsfündigung folgen müffen. Sabsucht, Gier, Sinn für Betrügerei, mit einem einen halben Kilometer Straßenzüge entfallen Worte kapitalistisches Interesse entfachen; andere hier 16 Gasthäuser, so hängt hier alles vom Arbeiblasse und unterernährte Kinder sieht man schüchter ab, hat er Arbeit und Geld, atmen die Wirte, Wo bleibt die Gewerbebehörde? tern in Müllstätten nach altem Emailgeschirr und die Geschäftsleue auf, hat er feins, dann Seit sechs Wochen marschieren, wie wir dem sonstigem Zeuge wühlen; größere wieder zur Ge- um einige der bedeutendsten Fabriken, die das fahr der Passanten mit fleinen Peitschen die be- Gebiet beherrschen, zu nennen:„ Eta", eine Holzarbeiter" entnehmen, taglich zehn Sträflinge rühmten rosa oder grünen Prager Holzkreisel, Aktienmolkerei Dubsfy, eine Glasfabrik und eine ntit einem Aufseher zum Holzplatz der Firma " Kača" genannt, treiben oder Ball spielen! Wie Weberei beherrschen den fleineren Geldumlauf, Batschef( Möbelfabrik) in Reichenberg, die mit viele von ihnen werden ihren Vater faum tennen sind die Lebensadern dieses Viertels! Erst jetzt Taglöhnerarbeiten beschäftigt werden. Wenn die lernen? Man sieht so viele Mädel, so viele Men- wagte ich, um ein besonderes Beispiel zu finden, Leser nun erfahren werden, daß so eine Arbeitsschen, denen man anmerkt, daß sie die Not zur nach dem Berberák" zu fragen, Herberat? Ja, traft außer einigen Zigaretten mir neun HelWertlosigkeit abgestempelt hat: billiges Fleisch, das ist ein Haus des Schredens!( Der Wirt freute er die Stunde Lohn erhält, dann verden arme, bedauernswerte Dinger, die ihr bißchen fich offenbar, mal tüchtig tratschen zu können), so sie begreifen, aus welchen Gründen die Firma Blüte und Jugend nicht teuer verkaufen dürfen. ungefähr um 1900 hergebaut, damals hatte man nicht arbeitslose, unbescholtene Arbeiter an Stelle Sinter all dieser versteckten Erotit lauert Elend also noch lein Interesse an Licht, Luft und ge- der Sträflinge beschäftigt. Es darf auch niemanund findet just seine Fronisierung in den alljähr- räumigen, hygienischen Arbeiterwohnungen, ge- den wundern, wenn durch diese Vorgangsweise Fasson Gordon" von Kč 98.- aufwärts, englich immer gleich wiederkehrenden Osterauslagen hörte es erst einem gewissen Herber( daher der die organisierte Arbeiterschaft erregt wird und eine lische Mäntel Fasson„ Renda" von Ke 115.- aufdes einzigen Konditors der Straße: einigen ver- Name), der es jenem Tyrannen verkaufte, der als folche Methode als eine Handlung bezeichnet, die wärts, Covercoat Mäntel Fasson Rufus" von staubten roten Ostereiern, einem blödsinnig starr Söferin die zitternde Einwohnerschaft zwingt, unter anständigen Menschen verurteilt werden Kö 185.- aufwärts, Seiden- Mäntel Fasson„ Ragudenden Osterhasen, Dingen, die eine lebenslang arme Dirnen, Zubälter, ein paar verhungerte muß. Wenn Unternehmer eine Arbeitsleistung mon" von Ke 295.- aufwärts, Kasha Mäntel, bis unerreichte Sehnsucht der umwohnenden armen Studenten, sonst Maler und Tramwayfondut- brauchen, dann sollen fie arbeitsbereite Arbeiter hinunter auf Seide gearbeitet, Fasson Romulus" Broletarierkinder bedeuten. Stein Zweifel, auch teure, bei ihr einzukaufen! Auf die Frage nach ihr, verwenden und einen Lohn dafür bezahlen, für von Ke 445.- aufwärts, garant. orig. Englischediese Gassen haben ihre Poesie und ihre Romantit, gab der Wirt Ausflüchte: sie lebe von den Schul- den ein Arbeiter auch arbeiten kann. Die Ver- Mäntel Fasson„ Rialto" von Kč 395.- aufwärts, aber sie behalten sie nur folange, als man nicht ben, die das arme Volt macht! Die Wohnungen wendung von Arrestanten ist eine englische Steſtüme gefüttert Fasson Luna" von Kč 185., Covercoat- Kostüme Fasson Lea" von mit scharfen Augen ihren Mißverhältnissen auf den wie ich mich selbst überzeugte, sind klein und zum erhöhte Ausbeutung von Menschen, Ke 425.- aufwärts, Smoting mit Bepita Rod, auf Grund fiebt. Aber der Raum binter den Kulissen Teil so dunkel, daß tagsüber Licht gebrannt werdie auf einen öffentlichen Arbeitsplatz nicht ge- Seide gearbeitet, Fasson„ Lady" von Kč 490.- aufreizt. Ich öffne schüchtern eine Tür zu einem der den muß, die Einwohnerzahl in den einzelnen hören. Andererseits aber ist auch die AufsichtsHöfe: windgeblähte blaue, gestreifte, graue Unter- Zimmern übersteigt alle Grenzen, 16 bis 25 Lente behörde von dem Vorwurfe nicht frei, daß fie die wärts, einfärbige Kleider Fasson„ Klara" von hosen, nasse Wäsche, ich schließe wieder, in einem pro Zimmer, und im Jahre 1925 soll dieses fürch- behörde anderen Hofe steht ein fechzehnjähriges Mädel ferliche Haus 2000 Seelen beheimatet haben! Ich Intereffen der Bevölkerung nur einseitig schüßt. dos" von Kö 345.- aufwärts. Einzig bei Buich, nuit nadien Beinen und lacht mir unverschämt zu konnte diese Angaben des Wirtes nicht näher nach Statt der bestehenden Arbeitslosigkeit durch Be- Damen und Badfisch Konfektionen bei Busch, und in einem dritten Soffe treffe ich eine alte prüfen, aber der ehrliche Schrecken, der sich in den schaffung von Arbeitsmöglichkeiten zu steuern, detail, Prag, Přilopy 27( Mitte des Grabens, jogen. Sausmeistrová" in weißem Kopfuche, mit dickem Gesichtern dieser armen Leute ausdrückt, spricht verden Arrestanten auf Arbeit geschickt, für die Großer Bazar) nur 1. Stod, feine Schaufenster! Bauche, eine Warze auf der knollenhaften Nase, noch deutlicher als alle diese Zahlen! Dann fah der Unternehmer sich den Lohn eines ordentlichen Ostermontag geschlossen. irgendwie in dem verwilderten Vorstadtleben, ein ich mir das Haus an. Der Sof ist ein mehr früb- Arbeiters und Versicherungsbeiträge erspart. DaStück Alt- Prag. Sie sieht mich in ein intimes feliges als romantisches Gemisch von Vorstadt- gegen erhebt die Arbeiterschaft Einspruch und stellt Gespräch, nachdem ich durch einen angemessenen schmuß, modernen Zeitmomenten( Radioantennen) an die Behörde die Anfrage, ob sie diesem UebelObulus jedes Mißtrauen beseitigt habe. Auf die und ein wenig abgehärmter Natur, einem oster- stande abhelfen und auch die Arbeiterschaft als Frage, in was für eine Gegend ich denn gefom- frohen, blästertreibenden Frühlingsbaum mit ten wirtschaftlich schwächeren Teil im Wirtschaftsmen sei, antwortet sie mir, in die ärmste Arbeiter Starhaus, dem eine niederträchtige Ironie von prozeß entsprechend schüßen will. gegend, die man sich hier in Prag denken föunte! Bawlatschen mit ungezählten Türen: WohnungsDieses, ihr Saus, sei gan; brav, es sei auch nicht löchern, Kindergeschrei. roben Weiberstimmen, Kritischer Stand der Verhandlungen flüß, seine Ursachen, Verhütung, Heilung Rmt. 35, zu überfüllt. nur eine Partei bestehe aus Vater, nackten Füßen und Elend, Elend, entschlichem Mutter, Sohn. Schwiegertochter, Tochter, Schwie- Glend gegenüberstand! Auf dem Hofe spielten ein gersohn, diese bewohne ein Zimmer mit Küche paar lichtentbehrende, arme Kinder, ich wurde von ( wie ich später herausbekommen habe, existieren einigen Lenten angeschrien, ich hielt es nicht mehr fast keine anderen Wohnungen als solche, die aus aus und floh! Bimmer und Küche bestehen). Das Zimmer ist un-xb-. Juteinduftric. Sträflinge als Lohndrücker. Mitteilungen aus dem Publikum. Das Beste für Ihre Augen liefert Optiker Deutsch, Prag, Graben 25, Kl. Bazar. FEINSTES SPEISEFETT Polarin Unsere Reklame- Fassons. Wasserdichte Mäntel Kč 98. aufwärts, Seiden- Kleider Fasson ,, niKluge Ehetast gros& en 4689 Bücher. Die Frauenfrankheit- ihre ehandlung und Frauen verlangen im eigenen Interesse folgende ( 12 Abbildungen) Rmf.-.40, Die Beschränkung der Kinderzahl( 13 Abbildungen) Rmk. 50, Der Weißin den Banten. Warum gibt es so viele kranke Frauen( 13 AbbildunDie beiden Bantbeamtenorganisationen haben gen) Rmt. 50, Porto- Unkosten, 1 Buch Rmt.-30 foeben ein Flugblatt herausgegeben, in welchem jedes weitere mehr Rmt.--. 20. Wiederverkäufer gef. jie Miteilung machen von dem kritischen Stand Horo Verlag: Dresden- A. 19, Mosenstr. 24, Deutschder bekanntlich vor einiger Zeit neuerlich aufge- land, Sachsen. Postschecktonto Dresden 28702. 4690 Cefte 10. Samstag, 16 Abril 1997. TRAGET KEINE KRAGEN MEHR ohne Marke Glodcke DL LA MAISON CLOCHE DEPOSE TRAGET KEINE HEMDEN MEHR Turnen und Sport. ohne Feigl's Patentmanschetten Ein Länderkampf finden. Darum gilt es: hinein in die Ar- Hamburg Nirnberg- West gegen Lorbeer- Hamburg bettersportvereine! Das tommende Ge- aufeinander, und siegten die Nürnberger mit schlecht wird den Sport nicht mehr als einen Lugus, 4: 1( 3: 1) verdient. Nürnberg- West tritt uun sondern als eine Notwendigkeit ansehen, ohne den DSV. Dresden, dom Bundesmeister gegenüber und auch weitere geistige Fortschritte nicht erreicht wer- wird dieses Spiel voraussichtlich in Dresden statt. den können. Denn der Sport ist für den arbeiten finden. Unser Tip für den kommenden Bundesmeiden Menschen ein Jungborn, aus dem er immer ster lautet DSV. Dresden. wieder neue Spanntrast, neue Freude an seiner gegen Rußland soll heuer stattfinden. Im GeräteArbeit schöpft! wettkampf der Städte Leipzig, Nürnberg, Magdeburg qualifizierten sich die Städte in vorgenannter Reihen. folge In Nürnberg wurde ein Hallensportfest veranstaltet, dem 3000 Buschauer beiwohnten. Ueber 500 Wettkämpfer traten an ipf. Ausgebeutete! Die bürgerliche Bresse fteht im Golde Curer Ausbeuter In die Hand des Arbeiters das Arbeiterblatt. Ausschreibung. Installationsarbeiten für das Hauptgebäude ( Interne Abteilung) d. i. Waffer, Zu-, Abflußund Klosettleitung, Feuerlöscheinrichtung, sowie sanitäre Einrichtungsgegenstände. Der Wert der Leichtathletit. Jederzeit kann man sie sehen die Leicht athleten. Sie haben nur ein Lächeln dafür, wenn andere verwundert über ihr sportliches Treiben den Kopf schütteln. Aber leider sind es noch allzu wenige, die die Bedeutung dieses Sportzweiges er. fannt haben. Jede körperliche Uebung, vernünftig betrieben, ist von Wert. Von besonderer Bedeutung Internationale Sport- Chronit. sind jedoch gerade diejenigen Sportarten, deren Endzwed ist, den Körper zu Höchstleistungen zu befähi- Tschechoslowakei. Der Arbeiter- Turn- und Sportgen. Es ist eine edle Aufgabe, die uns von der verband( Sit Aussig) beteiligt sich an der Reichs. Belgien. Die belgische Leitung hat die besten Jbatur verliehenen förperlichen Fähigkeiten bis zu gesundheitswoche mit allen proletarischen Organisa Fußballspieler Luxemburg 3, die gewerkschaftlich ihrer höchsten Vollkommenheit auszubilden. In die tonen. Der Tag ist der 7. Mai.- Der Verband organisiert sind, zu einem Spiel eingeladen. Man fer Beziehung verdienen besonders die verschiedenen nimmt an dem Prager Verbandsfeste der tschechi hofft, anschließend daran zur Gründung einer Arden Krankenhausneubau, Bezirk Aussig, folgende Die Bezirksverwaltungskommission bringt für Arten der Leichtathletik die weitestgehende Unter- schen Genossen gleichfalls aktiv teil. In den Strei- beitersportbewegung in Luxemburg zu schreiten. Arbeiten zur öffentlichen Ausschreibung: stüßung. Sie werden in freier Luft betrieben und fen fanden in den Wintermonaten Kurse für Win- Ter Termin des Länderspieles Belgien gegen gewöhnen den jungen Menschen, wenn er es mit tersport, Turnen und für die Vereinserzieher statt. Deutschland ist der Pfingstmontag. Der Stampf seinem Sport ernst nimmt, an eine regelmäßige An der organisatorischen Ausgestaltung wird um wird in Antwerpen ausgetragen. Ein Spiel gegen Lebensweise, in der alle Ausschweifungen verpönt unterbrochen gearbeitet.- Turnspieler wie Fuß die Provinzmannschaft von Brabant soll am glei find. Sie kräftigen Muskeln, Herz und Lunge und baller stehen sich allwöchentlich im Serienlampf und chen Tage in Brüssel stattfinden.- Die Gewerk. machen den fleißigen Jünger zu einem gefunden, auch in Freundschaftsspielen gegenüber. In der schaftssportbewegung fast in Belgien festen Boden. arbeits- und lebensfreudigen Menschen. Internationale rangient der Verband besonders im Lithographen, Handelsangestellte und die S. N. vom Die Pläne können in der Kanzlei der BezirksAber auch noch nach der moralischen Seite Wintersport mit an erster Stelle. Im internationa. E. P. T. T. haben Sportabteilungen gegründet und verwaltungskommission Aussig, Große Wallstraße 21, ist der Sport von schäbenswertem Nugen. Wer ein len Spartenausschuß führt der Verband den Vorsiv den Arbeitersportverbande angegliedert. ab 19. April 1927 in der Zeit von 10 Uhr vormit guter Springer, ein guter Läufer ist, oder in der der Turnspiel- und Wintersport- Sparte. Pflege der Athletik hervorragende Störperkräfte ge- piele im Raffball und Handball dürften bei ber Holland. Der noch junge Niederländische Arbei. tags bis 1 Uhr mittags eingesehen werden. Offertunterlagen sind daselbst gegen Erlag der Eigen. wonnen hat, wird sich in dem Gefühl, andern Men- Prager Veranstaltung zur Austragung gelangen.ter- Sportbund veranstaltete am 3. April sein erstes tosten zu erhalten. schen überlegen zu sein, ein nützliches Selbstbewußt. Das Fußballtreffen gegen Deutschland findet am 28. internationales Treffen. Eine Ringergruppe des Die Bezirksverwaltungsfommission behält sich fein aneignen, eine würdige Männlichkeit. Der Sport Auguſt in München statt. Anfangs August finden Freien Sportvereins Essen traf sich mit der Arnhat ihn daran gewöhnt, sich an Aufgaben heran- in Aufsig die Gerätewettkämpfe um die Bundeszuwagen, die vielen anderen zu schwer oder gar un- meisterschaft statt. Die vom Verband abgehaltene Wintersportveranstaltung und auch die Beteiligung bei den Kämpfen der Nachbarverbände waren für den Verband immer erfolgreich.- Der nächste Verbands. tag findet Ostern 1928 in Karlsbad statt. Das zweite Bundesturnfest ist für 1930 geplant. Die DTJ.( tschechischer Verband Prag) hat jetzt ihre ganze Tätigkeit auf das in Prag stattfindende Verbandsfest eingestellt. lösbar erscheinen. Die Athletik oder der Sport sollte deshalb stets unter dem Gesichtspunkte betrieben werden, daß die moralische Schulung des Menschen mit der förperlichen gleichen Schritt halten muß. Nur dann kann der Sport seine segensreichen Wirkungen voll entfalten. Länder Man fann mit Genugtuung feststellen, daß es heute an sportlichen Arbeiter Vereinigungen nicht Deutschland. In der Vorschlußrunde um die mehr fehlt, in denen diese Gesichtspunkte Beachtung Fußball- Bundesmeisterschaft trafen am 10. April in Ausschreibung. Die Stadtgemeinde Seestadtl, politischer Bezirk Komotau, bringt hiemit die Verpachtung sowie auch den eventuellen Berkauf des Stadthotels in Seestadtl zur Ausschreibung. 4602 Bewerber, welche entweder für die Pachtung oder für den Kauf des Stadthotels Interesse haben, wollen ihre Offerte, welche verschlossen sein müssen, bis zum 14. Mai 1. J. beim gefertigten Amte abgeben. Offerte für die Pachtung des Stadthotels müssen mit der Aufschrift„ Stadthotel Pachtung". solche für den Kauf des Stadthotels mit der Aufschrift„ Stadthotel Ankauf" versehen sein. Die Verpachtung dauert 6 Jahre. Anbote für die Pachtung oder den Kauf des Stadthotels müssen das Höchstanbot des Pachtzinses oder des Kaufpreises enthalten. Bewerber, welche auf die Pachtung reflektieren, haben eine Kaution in der Höhe von 25 Prozent des Pachtschillings, welche verzinst wird, nach erfolgter Buteilung zu erlegen. Die Gemeinde behält sich die freie Wahl unter den Offerten vor; sie ist nicht an das höchste Offert gebunden und braucht auch gar kein Offert berücksichtigen. Bürgermeisteramt Seestadil, am 14. April 1927. Der Bürgermeister: Richard Nürnberger e. h. Verlangen Sie in jeder Verkaufsstelle des Konsumvereinas SELCHWAREN der Firma HEGNER& Cie., PILSEN Selchwaren der Fa. HEGNER& Cie., PILSEN, SIND DIE ALLERBESTEN! BAUARBEITEN des Kleinsiedlers Mit vielen Abbildungen u. Skizzen Antiquarisch... statt Kč 36.nur Kč 24.VOLKSBUCHHANDLUNG Kremser& Co., Teplitz Schönau. 1927 DAS CORONA- JAHR JEDER, DER NOCH KEINE SCHREIBMASCHINE FUR SEINEN PRIVATBEDARF BESITZT, SOLLTE SICH JETZT DIE VOLLKOMMENE AMERIK. PORTABLE SCHREIBMASCHINE € 295 CORONA MODELL 1927 MIT RADSCHALTUNG ANSEHEN U. KAUFEN GIBIAN& CO.. 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Bezirksverwaltungskommission Aussig. am 15. April 1927. Der Vorsitzende: Rudolf Müller. PARIS IN PRAG Nr. 3 dieser Serie: Nr. 4 dieser Serie: Damen- Mantel RAFAEL" Damen- Mantel ROSTAND' aus Seiden- Ottoman, auf Seido gearbeitet, Kragen und Manschetten apart geputzt, sehr gefällige Façon Kč 645'nus feinstem Seiden- RipsPapillon, bis hinunter auf Crepede Chine gearbeitet, reich mit Cordonet- Fransen geputzte Kimono- Façon, nach einem Pariser Original- Modell Kč 1280° Salon- Ausführung- Fabriks- Preise. BUSCH Příkopy ( Mitte des Grabens) 27 Großer PRAG( Mitte des Grabens) Basar Tol. 248-17. Auch mittags geöffnet. Besichtigung frel. Keine Schaufenster. Nur I. Stock Eingang im Hause, auch nicht innen im Hause. erste Stiego rechts. Unseren P. T. auswärtigen Kundschaften geben wir die Möglichkeit, UMSONST NACH PRAG zum Einkauf zu fahren. Wir vergüten nämlich bei einem Einkauf von mindestens Kč 500.-............ 1 Fahrt III. Klasse Personenzug vom Wohnsitz des Käufers nach Prag, bei einem Einkauf von mindestens Kč 900-............ 2 Fahrten II. Klasse Personenzug ( Her und Rückreise) bei einem Einkauf von mindestens Kč 1.400.-.......... 2 Fahrten III. Klasse Schnellzu: ( Her- und Rückreise) bei einem Einkauf von mindestens Kč 2.500.-.......... 2 Fahrten II. Klasse Schnellzu, ( Her- und Rückreise) Die Einkaufssumme kann sich aus mehreren Stücken zusammensetzen( z. B. Mantel und Kleid Pelz und Kleid), der Einkauf muß aber auf einmal erfolgen. Die Fahrtvergütung gewähren wir nur gegen Vorlegung einer mit Photographie versehenen- amtlichen Legitimation, au ler der Wohnort ersichtlich ist, also Reisepaß, Bürgerlegitimation( hingegen nicht Konskrip. fionsbogen u. dgl.). Die Fahrtvergütung wird vom Kaufpreis in Abrechnung gebracht. Unsere Preise sind wie bekannt- fest, auf jedem Stück deutlich ersichtlich und für jedermann leich. Diese Fahrt- Vergütung gilt für ganz Böhmen, Mähren und Schlesien. Bei Orten ohne Bahnstation wird die Vergütung von der nächsten Bahnstation an gerechnet. Kunden aus der Slovakei und Karpatho- Rußland vergüten wir die Fahrt ab slovakisch mährischer resp. slovakisch- schlesischer Grenzstation- sonst zu gleichen Bedingungen wie oben. Der bisherige Nachlaß auf Beamten Legitimationen hat mit dieser Fahrt Vergütung nichts zu tun und wird separat gewährt. Unser riesiges Lager gibt Ihnen die Gewähr, daß Sie das Gewünschte in jeder Prefslage und für jede( auch extra große oder starke) Figur stets fertig vorfinden werden. Sie nehmen daher mit de Fahrt nach Prag nicht nur keine Kosten, sondern auch kein Risiko auf sich und können even tuell noch am selben Tag nach erledigtem Einkauf nach Hause fahren. Unsere Aktion ,, UMSONST NACH PRAG" ist nicht auf eine bestimmte Zeit beschränkt, sondern gilt ständi Größtes Unternehmen der Branche in der Republi Volks- Abtellung. Salon- Abtellung. Pelz- Abtellung. Trauer Abnis 46 3393 Samstag, 16. April 1927. Kunst und Wiſſen. Opern- Gastspiele. Auf der Suche nach einem Dramatischen Tenor, der vor allemt ein tüchtiger Selbentenor im Wagner'schen Sinne sein soll, aber auch im Stande sein muß, die lyrisch- dramatischen Bartien der Opernliteratur( Florestan, Eleazar, Brophet, Rhadames usw.) erfolgreich zu singen, ber infolgedessen eine Reduzierung des kostspieligen Opernenselbles gestatten würde, hat die Direktion bes Deutschen Theaters am Donnerstag den einst gefeierten Wagnersänger Karl Jörn als Tannhäuser in Richard Wagners gleichnamiger Oper auf Anstellung gastieren lassen. Der Tenor, den unser Theater und unser Publikum braucht, ist Rammersänger Jörn nicht. Zwar besitzt er nod) immer erstaunlich viel Stimme, versteht sie außer ordentlich geschicht zu verwenden, singt mit vorbild licher Wortdeutlichkeit in der Deklamation und zeigt im Spiele den vielerfahrenen Welttenor, aber ungetrübten Genuß vermag sein Gesang nicht mehr zu bieten; denn die Stimme flingt verbraucht und hat nicht mehr den richtigen Schmelz, während die asthmatische und flüchtige Phrasierung des Sängers selbst dem Hörer Unbehagen bereitet. Serr Jörn würde also taum in der Lage sein, seinen Play an unserem Theater als viel un doft verwendbarer Repertoirfänger richtig auszufüllen; umso weniger, als der Ausdauer seiner Stimme enge Grenzen ge zogen find. Als Landgraf Hermann debütierte in Der Film. bieser Tannhäuser"-Aufführung noch ein zweifer Iven: 5. Symphonie. Zweiter Abend: Bach BranSängergast auf Anstellung, Herr Ad. Boffin. Ist denburger- Konzert, Schubert: Unvollendete", Tschaidieser Sänger im Stande, eine völlige Wandlung fowski: 4. Symphonie. feiner äußeren Erscheinung( Maste!) vorzunehmen und als Darsteller unendlich viel zuzulernen, dann ist er der geeignete Nachfolger unseres dermaligen. Bassisten Horner; denn er besitzt eine selten schöne, flangvolle und namentlich in der Tiefe ergiebige Baßſtimme, der es auch nicht an Wärme fehlt. Aber auch allgemein musikalisch und gefangstechnisch müßte Herr Bossin noch um etliche Grade reifer und sicherer werden. Neu besetzt war diesmal auch die Rolle des Hirtenknaben, den Frau Barco nicht nur entzückend bildhaft darstellte, sondern auch prachtvoll musikalisch und intonationsrein sang, -cf. Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. Samstag( 130-2), 7 Uhr:" Don Juan", Sonntag, 2% Uhr:„ Der Garten Eden"; 7 Uhr: Wiener Blut". Montag, 2% Uhr: mik Chocolate"; 7 Uhr( 132-4): Nacht in Benedig". I Garten Eden". Sonntag, 3 Uhr: Spiel im Spielplan der Kleinen Bühne. Samstag: ,, Der Schloß"; 7% Uhr„ Trigie". Montag, 3 Uhr: Tartüffe",„ Der zerbrochene rug"; 7% Uhr: Spiel im Schloß". Die Berliner Philharmoniker( 96 Künstler) mit W. Furtwängler geben am 17. und 18. Mai in der Luzerna zwei Konzerte. Programm des ersten Konzertes: Weber: Euryanthe", Debussy: zwei Nocturnes Strauß:„ Don Juan". Beetho MARKEN und TYPEN unserer Lieferungsund Lastwagen Auto Skoda Kombinierte& Lieferungswagen: L& K Mod. 110 7/20 PS. komb. mit PerSpielplan der Lichtspieltheater bis inkl. 21. d.M.: Bran Urania- Rino( beutsches Kino):„ Der Schlafwagenkontrolor". Adria:„ Schach der Zarin". Alma:„ Fedora". Avion: Der kleine Jockai". Belvedere:„ Unsterbliche Liebe". Beseda: Irrende Seelen". Helios: Unsterbliche Liebe". Hvězda:„ Schach der Zarin". Illusion: Die Tochter der Fremdenlegion",„ Unsterbliche Liebe". Julis:„ Ein Kutscher nach Paris". Kapitol:„ Der Mann aus Stahl". Koruna:" Der kleine Jockei". Lido:" Jrrende Seelen". Lucerna:„ Der galante König". Orient: Liebesstunden". Passage:„ Bastard". Radio:„ Der Mann aus Stahl". Světozor: Ihre große Nacht". Berantwortlicher Redakteur Dr. Emil Straus Herausgeber Dr. Ludwig Czech Drud: Deutsche Zeitungs- A- G., Brag. Für den Drud verantwortlich: O. Holit Seite 11. Erstkl. amerik. Qualitätsschreibmaschine SMITH PREMIER vereinigt samtuche Errungenschaften aller Markenmaschinen und überragt durch: 46 Tasten 92 Schriftzeichen. Leichtesten Anschlag. Geräuschlosen Gang. Aut mäßige Monatsraten ebenso die beste amerikan. PORTABLEMaschine für Reise und Privatgebrauch. Einfache Umschaltung. Normale Walze. Vierreihige Tastatur. 4942 L.& G. HALPHEN PRAG, Mikulášská 22. Telephon 22305. BRÜNN, Údolní 13. Telephon 4148. Hypoteční banka česká ( früher Hypothekenbank des Königreiches Böhmen) PRAG II., Havličkovo nám. LANDESANSTALT Postscheckamtkonto 9.888. Telegrammadresse: Hypoteční banka. DARLEHEN in 5% und 6% Pfandbriefen auf in Böhmen liegende Realitäten und Zinshäuser. Der ursprünglich festgesetzte Zinsfuß der Darlehen kann nicht erhöht werden. 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