Ginzelpreis 78 Heller. Redaktion und Verwaltung: Prag... Nefazanta 18. Telephone: Tagesrebattion: 26795, 31469. Machtrebattien: 26797. Poftichedamt: 57544. Inferate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 7. Jahrgang. Mai- Nummer. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowatischen Republit. Samstag, 30. April 1927. Bezugs Bebingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post: monatlich vierteljährlich ... Kė 16.48.halbjährig.. ganzjährig. 96.192.Radftellung von Manu( tripten erfolgt nur bei Einfendung der Retourmarten. Erschein mit Ausnahme des Montag täglich früh Brüder, zur Sonne, zur Freiheit! Tiefe, drückende Nacht lagerte durch Jahrhumberte auf der Welt der Arbeit. Durch ein Tal des Fluches und der Tränen trugen Generationen der Schaffenden ihre schwere Bürde dahin. Harte Fronpflicht verbannte die Werkfreude der Millionen, deren schwielige Hand den Acker pflegte, der Erde Tiefen nach Schäßen zerwühlte und über alle Länder und Meere hinweg den kostbarsten Daseinsgütern ihren Weg zu den Reichen bahnte. Des Mammonismus ungeschriebenes Gesetz befahl: Du, Arbeitsmensch, hast die Pflicht, dein ganzes Leben, Tag für Tag, jeden Funken deiner Kraft, jede Regung deines Geistes willig für das Wohlergehen deiner Herren und Gebieter zu opfern! Im Herrschaftsreich des Mammon verleiht nur der Besitz ein Anrecht auf Sattiein, auf freundliches Wohnen, auf Muße und Zerstreuung. So war es und so blieb c im Verlaufe ganzer Epochen der Menschheitsgeschichte: Oben auf den Höhen des Lebens lustwandelten die Auserwählten, ihnen blühte Kunst und Wissenschaft, ihnen strahlte der heitere Glanz der Sonne, ihnen grünte der Frühling, reiften die Früchte des Herbstes. Kaum ein Schimmer dieser Freuden erhellte das Schicksal des gedrückten Werkvolfes, das in die Hölle der Armut gestoßen ward, damit es dort seinen Unterdrückern den Himmel auf Erden erschaffe. Immer größer wuchs die Masse der Ausgebeuteten an. Der werdende Kapitalismus jesselte Mann und Frau und Kind an die Maschinen. Die Fabrik wurde zum steten Gefängnis der gewaltig anschwellenden Zahl von Proletarier- Slaven, die in der grauen Trostlosigkeit des Vierzehn- und Sechzehnstundentages verfümmerten. Als der Stapitalismus sich anschidte, mit seiner ungebändigten Profitfucht die ganze Menschheit in ewige Sflaverei zu beugen, da flammte ein Bliß durch die Finsternis. Was die Heerscharen der Rechtlosen bisher dumpf gefühlt und empfunden, verkündete ihnen in flammenden Worten die Grundschrift des wissenschaftlichen Sozialismus: Die Arbeit ist die Trägerin, die Erhalterin. die fünftige Gebieterin der Welt! Proletarier aller Länder vereinigt euch!" Dieser weltgeschicht liche Fanfarenruf leitete ein neues Nr. 100. den Ruhe war seine erste Parole. Die Forde- Arbeiterschaft zu verteidigen hat, jede neu er- steigert, die Leuerung unerträglich verschärft. rung des Achtstundentages, ob ihrer Kühnheit oberte Bastion öffnet neue Quellen des Idealis Mit frivoler Hand greift sie nach den politi von manchen Proletariern zaghaft begrüßt, von mus und der Begeisterung. Der letzte Wahl- schen Rechten und den sozialen Errungenschaf= den Gegnern höhnend abgetan, heute ist sie ver- kampf in Oesterreich, wo die Arbeiter geradezu lien der Bevölkerung. Am 1. Mai, dessen wuchtiger Aufmarsch die Krönung unjerer fraftvollen Abwehr gegen die Verwaltungsreform und der Aus gangspunkt unseres Abrechnungskampfes gegen das deutsche Zollbürgertum fein wird, wird die Arbeiterklasse auf diese verbrecherische Politik eine weithin vernehmbare Antwort geben. Der 1.Mai wird eine Manifestation des lodernden Kampfwillens der Arbeiterschaft sein und ihrer Entschlossenheit, die reaktionäre Regierungsmehrheit niederzuringen. Nicht nur politisch, sondern auch geistig und fulturell ist das Proletariat emporgestiegen seit dem denkwürdigen Pariser Sozialistenfongreß des Jahres 1889, der den 1. Mai als Weltfeiertag der Arbeit proklamierte. Das Bildungsprivileg der Herrschenden ist längst ge= brochen. Eigenes Schrifttum, eigene Lehrer und Schulen vertiefen die iozialistische Ueberzeugung der Majsen, führen ihr Wissen, ihre Erfenntnis auf immer stolzere Höhen und Gipfel. Die fulturelle Vorherr ichaft des Bürgertums wanft unter den kühnen Vorstößen einer neuen Arbeiterkultur. Große Bildungsund Sulturorganisationen führen die Proletarier heraus aus den Sterkerzellen des Klerikalismus, des Alkoholismms in das Reich der Kunst und Musik in den göttlichen Tempel der freien Natur. Turner, Wanderer, Kinderfreunde, Freidenker, Jugendliche, Sänger, Arbeiterabſtinenten, alle diese treuen Kulturpioniere haben nebeneinander. ihre Fronten aufgerichtet, wo sie die Giftschwaden fapitalistischer Körperund Seelenverseuchung abwehren. So ringt sich der wachgerüttelte Riese Profetariat aus der Finsternis der Barbarei empor, irrend. Strauchelnd, aber doch mit sicherem Instinkt den richtigen Weg findend: Näher zum Licht. Was durch Jahrtausende der unerfüllic Traum der reinsten und ebelften Geister war. wird vor unseren Augen zur Wirklichkeit: Die Vermählung von 9Biffenichaft, Arbeit und Kultur. Die heute lebende Generation des Sozialismus ist durch Jahre schrecklichster Entbehrung geschrit ten, sie hat den Sapitalismus auf dem Söhevvufte seiner Verbrechen fennen gelernt. Und doch ist ihr Zeitalter ein. Er weckte das schlummernde Kraft- und Selbstgefühl der Arbeiter- wirklicht. Der Maifeiergedante selbst, den vor mit Löwenmut das Ausbauwert des roten Wien| Schicksal eir glüdlicheres zu nennen gegen das klasse, löste ihren Tatwillen, ihr troßiges Frei- faum zwei Jahrzehnten noch übermütige Fabri- verteidigten, hat es bewiesen, daß mit der Größe Erleben früherer Generationen. Sie taumelt heitsbegehren aus. Die Idee der Schicksals- und fanten und engstirnige Polizeigeister ausrotten der Aufgaben und Gefahren auch die sittliche nicht mehr im Dunkel der Unwissenheit, ionStampfesverbundenheit des Proletariats rang wollten, hat sich sieghaft durchgerungen. Das Kraft und die kämpferische Leidenschaft des dern ihr Auge grüßt schon das erste Morgenrot ungeſtüm nach Gestaltung. Sie wurde ihr in Bürgertum, das ihn nicht aufhalten fonnte, Proletariats wächst. Härtere Kämpfe, heißere der Wienschheitsbefreiung, der uns jeder erste der Weltfeier des 1. Mai. Ein mächsucht ihn heute durch Nachahmung zu ver- Schlachten gegen die kapitalistische Reaktion Maientag näherbringt. Ihr ist das Glück betiger, berauschender Gedanke liegt darin, an fälschen, bekennt aber damit nur ein, daß der stehen uns noch bevor. Doch das verleiht uns ichieben, die großen Entscheidungsschlachten voreinem Tage, zu gleicher Stunde die Hoff- proletarische Weltfeiertag ganze Staaten und den unerschütterlichen Glauben an den Endsieg. bereiten und schlagen zu dürfen und die neue nungen und das Zukunftswollen des fämpfen Völfer in seinen Bann gezogen hat. Neuen daß noch riesenhafte Seräfte in der arbeitenden Welt des Sozialismus in schöpferischer Aufbauden Weltproletariats zu vereinigen. Getragen Zielen gift der Maiaufmarsch des Proletariats! Menschheit schlummern, die von Mai zu Mai arbeit zu begründen. So mögen dieser Maivon dem Troß und der Zuversicht einer aufVon Mai zu Mai steigert sich die Wucht neu erweckt und gestählt werden. feier vovanleuchten die fühnen, hoffnungsfrohen steigenden Klasse hat der Maifeiergedonke in des Selaffenkampfes. Neue Gruppen, neue In einer Zeit voll Bedrängnis und schwer- porte aus dem Kampflied unferer Jungen. feinem Sieceszug Band um Rand erobert. Der 1. Mai manifeftiert den unaufhalt famen Aufstieg der Arbeiterffeffe. Acht Stun den Arbeit, acht Stunden Erholung, acht Stun Bataillone stoßen zu den Schlachtreihen des ster Not begeht die Arbeiterklasse unseres Sozialismus, aber auch der Kapitalismus bietet Staates diesen Maientag. Eine gewissenlose feine letter Reserven auf. Mit jedem Jahre Bürgerregierung hat mit ihrer Politik die vermehren sich die Errungenschaften, die die Arbeitslosigkeit vermehrt, den Lohadruck geBrüder, zur Sonne, zur Freiheit, Brüder, zum Lichte empor! Hell aus dem dunklen Vergangnen, Leutet die Zukunft hervor! Belle 2 Der erste Mai. Von Emile Vandervelde, belgischer Außenminister. Camstag, 30. April 1927. Weltwirtschafts. 130 Jahre, für 40 Jahre unwahrscheinlich, linternationale und bis dahin darf man hoffen, daß die Kräfte tonferenz beginnen. Bon sozialistischer Seite des Friedens endgültig die Oberhand gewinnen wurde sie angeregt, Sozialisten aus aller Welt werden über die Macht des Hasses." werden an ihr teilnehmen, werden das gewaltige Wenn solche Worte von einem Manne wie Material über die Wirtschaftszerrissenheit der drohenden Zusammenbruch Es sind noch keine zehn Jahre her, daß man erfreulichen Aussichten. Folgt daraus, Masaryk tommen, verdienen sie Beachtung. Sie Welt, über den den legten Kanonenschuß des Weltkrieges abge- wie manche behaupten, daß wir vor einem neuen sind eine Antwort an diejenigen, die das Gespenst Europas und die wahren Ursachen dieser Er feuert hat, und schon beginnt man wieder vom allgemeinen Kriege stehen? Ehrlich gesagt, lehne des drohenden Krieges an die Wand malen, um scheinung vermehren. Aber darüber kann schon nächsten Krieg" zu sprechen, nicht etwa in ich es ab, das zu glauben, mindestens soweit es Rüstungen zu betreiben, die eines Tages den heute kein Zweifel bestehen, daß die Konferenz zwanzig Jahren, in zehn Jahren, sondern gleich, sich um Europa handelt. Krieg unvermeidbar machen würden. Aber sie zwar unsere Kenntnis vom Chaos der kapitalisti nicht in Nicaragua, in Mexiko oder in China, In den Jahren nach dem deutsch- französischen sind auch ein Appell an die Arbeiter, sich dafür fchen Weltwirtschaft bestätigen und erweitern sondern in Europa. Krieg von 1870 hat es mehrfach Beunruhigungen einzusehen, daß ein unsicherer, schwankender, auf wird, aber den Willen derjenigen nicht bestimmend Die Sowjetregierung erklärt sich bedroht und gegeben. Dann haben sich die Dinge wieder ge- Ermüdung und Erschöpfung beruhender Friede beeinflussen wird, welche die Macht der Kapita glaubt sich vielleicht bedroht. Italien und Süd- legt. Die Gemüter haben sich beruhigt, verhält abgelöst wird durch einen wirklichen, ge- listentlaffe zu ihren internationalen Dimensionen jlawien rüsten. In Belgien oder in Frankreich nismäßig beruhigt, und es bedurfte langer Jahre wollten, eroberten Frieden, den sich erweitert haben. Die Entbindung der Elemente der Weltwirtschaft vom kapitalistischen Schoße, stellt man als Anzeichen aggressiver Absichten das mehr als 40 Jahre che ein neuer Zusam- die Völfer erzwungen haben. Die Frage, die gegenwärtig in der Welt auf ihre Befreiung aus der kapitalistischen Hörigkeit, gewiß ungewöhnliche Anschwellen des Reichs menstoß materiell, finanziell und moralisch mög wehrhaushalt in Deutschland hin. Die Büros ich wurde. Es ist ebenso nach den napoleonischen geworfen wird, ist die folgende: Wer wird dem die Umstellung der fapitalistischen in eine ſoziader Internationalen von London und Amsterdam Kriegen gewesen und im allgemeinen nach allen anderen überlegen sein, der Sozialismuslistische Weltwirtschaft wird durch die Konferenz, halten gemeinsame Zusammenkünfte ab; und großen Seriegen, die nahezu gleichmäßig Sieger oder der Krieg? Wenn der Sozialismus auf der die Herren über die Produktionsmittel nahezu überall veranstalten die sozialistischen Bar- und Besiegte erschöpft zurücklaffen. Präsident stark genug wird, wird er den Krieg zu verhindern dominieren werden, selbstverständlich nicht herbeiMasaryk, der unlängst durch Genf fam, hob wissen. Wenn der Krieg vorher ausbricht, wird geführt werden. Diese Aufgabe geht über die teien öffentliche Versammlungen, in denen man mit Recht diesen Bunft hervor:„ Damit ein Brand er den Sieg des Sozialismus nicht verhindern, fittliche" Kraft der bürgerlichen Gesellschaft auf die bevorstehende Gefahr hinweist und wo man die Arbeiter ermahnt, unverzüglich energische ausbricht, bedarf es zündbaren Stoffes. Das alte aber die soziale Revolution wird sich dann erheben hinaus, die doch nicht den Aſt absägen wird, auf europäische Saus hat 1914 gebrannt. Das ist ein aus den Ruinen einer zusammengebrochenen i den sie sitzt. Maßnahmen zu ergreifen, um deit Strieg zu ver- Grund dafür, daß es nicht abermals während der vilisation. Wir wollen deshalb auf den Sozialishindern, der auszubrechen droht. Jahre brennt, die kommen. Weit mehr noch als mus setzen und gemeinsamt den 1. Mai feiern zu= 1870 und nach 1815 bleibt ein großer Krieg für I gunsten der Arbeit und des Friedens! Bürgerliche„ Völkerverbrüderung“. Von Johann Polach. Und schließlich das Jdyll der bürgerlichen Völkerverbrüderung, Paneuropa. Unstreitig ist der Schöpfer dieser Be wegung ein ehrlicher und aufrichtiger Friedensfreund. Das hindert nicht zu erkennen, daß eine europäische Völkerorganisation, die England und Rußland aus Europa ausscheidet, im wesentlichen alles beim alten läßt, daß sie, neue Konflikts möglichkeiten schaffend, objektiv konterrevolutionär Daß die gegenwärtige Situation in Europa mindestens in einem gewissen Grade diese Beunruhigungen und diese vorbeugenden Maßnah men rechtfertigt, dem möchte ich nicht widerspre= chen. Aber um meine Auffassung ganz auszusprechen, so glaube ich doch, daß der Pessimismus der großen Deffentlichkeit geringer wäre, wenn cs nicht in allen Ländern Leute und Parteien gäbe, die ein Interesse daran haben, diesen Pessi- Die sozialistische Internationale erwuchs aus[ Experimenten macht, wie gering sind die wirk- wäre, wenn sie überhaupt mehr wäre als eine mismus zu schüren. Auf der anderen Seite frage der flaren Erkenntnis der Schicksalsgleichheit der lichen friedensichernden, völkerverbindenden Er- Utopic, für die sich wohlwollend auszusprechen ich mich, ob man in den Kreisen der äußersten Proletarier in der bürgerlichen Welt. Sie erfolge. Dem Völkerbunde halten sich nach den von ganz anderem Geiste beseelten bürgerLinken, wo man gegen den Krieg agitiert, wo man weiterte den Umfang ihrer Geltung mit der Ver- wie vor die Vereinigten Staaten und Räterußland lichen Anhängern feinerlei Schwierigkeiten macht. es so hinstellt, als ob er unmittelbar vor dem tiefung dieser Erkenntnis. Hatte sie so Wurzel fern. Auch der mit Fanfaren begrüßte Eintritt und Paneuropa wird eine Utopie bleiben. Das Ausbruch stehe, wo man von der Mobilisterung und Nährboden in den ökonomischen Grund- und Deutschlands hat die Unfruchtbarkeit dieser Rör- wird noch deutlicher, wenn man die wohlwollen des Proletariats für den Generalstreit spricht, Entwicklungstatsachen der kapitalistischen Wirt- perschaft nicht behoben, hat diese Stätte leerer den Bekenner der paneuropäischen Idee in ihrer nicht Gefahr läuft, das Spiel der Militärparteien schaftsordnung, so gelangte sie doch auch darüber Rhetorit und diplomatischer Intriguen nicht zu politischen und sozialen Saupttätigkeit betrachtet, in ihrem Streben nach neuen Rüstungen zu spie- hinaus zu einem idealen Eigenleben. Für die Be- ändern vermocht. Von den in der Nachkriegszeit ihr moralisch- politisches Verhalten nachprüft. len, wenn man einer an sich notwendigen Propa fenner des Sozialismus wurde die Internationale entstandenen neuen Brandherden in Südosteuropa, Auf dem Boden des Kapitalismus kann eine ganda den Charakter eines übertriebenen Alarm zum stolzesten Ausdruck ihres erhabenen Zieles, in Asien, in Mittelamerika, vermag die erlauchte rufes gibt. Es genügt in der Tat, gewisse natio zur deutlichsten Bekundung ihrer Entschlossenheit, Gesellschaft in Genf bis heute keinen zu löschen. der Idee ernsthafter Bölterversöhnung, ehrlicher nalistische Zeitungen zu lesen, um sich darüber für die Erreichung des Zieles die besten Kräfte Wie ein Hohn auf den Sinn eines Völkerbundes Friedensliebe dienende bürgerliche Völkerverbrü Rechenschaft zu geben, daß man auf die allgemeine einzusetzen. In der unverwelklichen Schönheit der klingt es, wenn die Vertreter von Staaten, die derung nicht gedeihen. Rein System von Bünd Beunruhigung spekuliert, um mit Anträgen auf Maifeier, die nach mehr als einem Menschenalter daheim gegen den Nachbar rüſten, im hohen Rate nissen und Verträgen, das kapitalistische Staaten Militärkredite zu kommen und die Opposition zu nichts von ihrer Bedeutung verloren hat, findet nebeneinandersißen und die Komödie der Weltrechtfertigen, die man jedem Vorschlag auf Be- der Gedanke der proletarischen Böllerverbrüderung befriedung weiterspielen, ohne den ernsten Willen, miteinander schließen, darf uns darüber täuschen, grenzung der Rüstungen macht. Unter diesen Um- feine eindrucksvollste Versinnbildlichung. ohne die Straft, diese Befriedung herbeizuführen. daß eine Harmonie aller Interessen der auf dem ständen ist es erforderlich, daß alle diejenigen, die s Nun beginnt auch die Bougeoisie mit inter- Ein Peitschenhieb ins Gesicht wirklicher Friedens Interessengegensatz aufgebauten, in ihrem Kerne die öffentliche Meinung aufzuklären vermögen, nationalen" Gebärden. Sie ändert die Ideologie, freunde ist es, wenn Englands Vertreter in Genf, disharmonischen kapitalistischen Gesellschaft wider sich bemühen, die Oeffentlichkeit die Dinge so mit der sie zwecks Täuschung der nichtkapitalisti- die den Fascismus, diese blutrünstigste und kriegssehen zu lassen, wie sie sind, ohne die Gefahren schen Welt ihre wahren Interessen zu verhüllen lüsternste Reaktion, gegen die Demokratie in aller spricht. Die Zerrbilder von Völkerverbrüderung der gegenwärtigen Stunde zu unterschätzen, aber sich genötigt fühlt, mit der Erweiterung und Aen- Welt liebevoll begünstigen und fördern, in der und Internationale, zu denen die kapitalistische auch nicht zu überschätzen. derung dieser Interessen selbst. Diese Ideologie Stadt des Völkerbundes Friedensschalmcien Welt in ihren imperialistischen Antrieben hinnimmt gegenwärtig, da immer neue Beweise von blasen. Wenn man die Bilanz der ersten Monate die der Unrentabilität der friegerischen Methoden der gedrängt wird, müssen die Bestrebungen eines aufUnd nun die Abrüstungskonferenz, ſes Jahres 1927 zieht, muß man erkennen, daß kapitaliſtiſchen Rivalität geliefert werden, da die dies ſeinen im Völlerbund ſizenden Bätern aus richtigen internationalen Willens, wie er dem man nicht viele Anlässe zur Freude Verschlechterung des kapitalistischen Geschäftes dem Gesichte geschnittene Stind. Die Tagung des Sozialismus innewohnt, verſtärken. Die Feier findet. Die Angelegenheit mit Albanien dürfte durch die Völkerverhehung so notorisch ist, eine vorbereitenden Abrüstungsausschusses hat das des 1. Mai ist neben der inneren Sammlung und schließlich doch noch durch diplomatische Be international schimmernde Richtung. allerflügste Resultat gezeitigt. Der Artikel 8 des Besinnung für unsere nächsten und dringendsten sprechungen ins Gleis kommen. In bezug auf Damit wird freilich für die historischent Materia- Völkerbundvertrages fah eine allgemeine Herab- Aufgaben in besonderem Maße der Manifestiedie deutsch franzöfifchen Beziehungen gibt es seit listen nur deutlich, daß der Eintritt des Kapitalis febung der Rüstungen vor. Der Erfolg nach so rung unseres unbeirrbaren Willens zur SchafThoiry cher einen Rückschritt als einen Fort- mus in die letzte Phaſe ſeiner möglichen Ent- vielen Jahren des Böllerbundbestandes iſt darin schritt. Der alte Gegensatz zwischen England und wicklung- Herrschaft des Finanzfapitals, Expan- gelegen, daß nunmehr die Vertreter der kapitalisti- fung einer gesamtproletarischen Internationale Rußland erscheint wieder unter neuen Formen. fion über die Grenzen des Staates- cine inter- fchen Staaten nicht einmal den ersten Schritt zur gewidemt. Der Weg zur Einigung der Völker im Das gefährliche Zusammengehen der Nationalis nationale Ideologie der imperialistischen Wirt Verwirklichung dieser Bestimmung, den Rüstungs- Zeichen der Friedlichkeit, mit dem Ziele eines alle sten Chinas und der imperialistischen Mächte" lichkeit zwangsläufig schafft. Es ist aber durchaus stand der Länder zu überwachen und an Ort und Rivalitäten außer der fulturellen ausschließenden droht jeden Augenblick" sich zum Tragischen zu nicht überflüssig, die verschiedenen internationalen Stelle Untersuchungen anzustellen, zu tun im Gesellschaftsorganisation, für über die sozialistische wenden. Der Völlerbund, der natürlich soviel Verbrüderungen, mit denen der Kapitalismus die stande sind, nicht imstande sind zu verhindern, daß taugt wie all diese zusammengesetzten Körperschaf- Schaffung länderverknüpfender Trusts und Non- die Großen und die Kleinen lustig weiterrüsten, Internationale. Diese steht in Kampfstellung ten, fühlt sich zum Handeln zu schwach und zu gerne begleitet, auf ihre moralische und sonstige die Zahl der Soldaten gegenüber der Vorkriegs- zur bürgerlichen Gesellschaft, deren gespalten, und in der sogenannten Abrüstungs- Haltbarkeit zu prüfen. Um nur einige dieser Ver- zeit vermehren. Ja nicht einmal ein Abkommen versöhnende, mit untauglichen Mitteln gemachten, fonferenz sind viele mehr darauf bedacht, Bor- brüderungsexperimente zu nennen, sei erinnert an über ein Verbot des chemischen und bakteriologi- von innerer Unaufrichtigkeit begleiteten Versuche wände zu finden, um nicht abzurüsten, als for Bölkerbund, allgemeine Abrüstung, Weltwirtschen Krieges, fiber ein Verbot des Gebrauches nur die Ueberzeugung in uns verstärken: Die meln, die wenigstens eine Begrenzung der Rüschaftskonferenz, Paneuropa. von Flammenwerfern und Giftstoffen konnte zustungen ermöglichen. Wie groß ist der Lärm, den die bürgerliche stande gebracht werden. wirkliche Versöhnung der Völker All das eröffnet uns für die Zukunft keine Presse mit diesen überstaatlichen internationalen Einige Tage nach dem 1. Mai wird die bedeutet das Ende des Kapitalismus. Die grinsende Grate. Roman von Bictor Hugo. 39 Aus dem Französischen übersetzt von Eva Schumann. Erfolg macht nicht beliebt, besonders nicht bei denjenigen, welchen er Ruin bringt. Selten liebt der Verspeiste den Verspeiser. Die grin jende Frage" war ganz entschieden das große Ereignis des Jahrmarkts. Unter den übrigen Gauklern herrschte große Entrüstung. Die steigenden Einnahmen der Green- Box hatten sofort zuilfe. ein Sinfen der Einnahmen bei allen übrigen Den Gauflern schlossen sich die Geistlichen Schaustellern zur Folge. Alle Spaßmacher, alle an. Die grinsende Fraße" hatte auch den Pre Gaukler, alle Possenreißer beneideten Gwyn- digten Abbruch getan. Nicht nur die Jahr. plaine. Der hat Glück gehabt mit seiner Tier- marktsbuden, auch die Stirchen blieben leer. Die fraße."" Gautlerinnen sahen wütend ihre hüb- Pfarrer der fünf Stirchspiele beklagten sich beim schen Kinder an und sagten, auf Gwyuplaine Bischof von London, der sich wiederum bei Ihrer weisend: Wie schade, daß du kein Gesicht hast Majestät beklagte. derlich, von den Possenreißern als religionsschän dend zur Anzeige gebracht. Homo war also der Vorwand. völker die Bewohner der Green- Box genügten sich selbst ihm von den Ränken und Klagen an hoher Stelle und hielten sich von allen entfernt. Dieser Tomberichtete, er sprach mit Gwynplaine nicht da Jim- Jack machte den Eindruck eines angesehenen Bestand ein wirklicher Vorwand? Bot die von, denn er wollte die heitere Ruhe der VorRaufboldes ohne Anhang und Freunde, eines Green- Box einen Angriffspunkt dar? Javohi. stellungen nicht durch besorgte Gedanken stören Draufgängers und Rädelsführers, der plötzlich Worin bestand ihr Verbrechen? Sie hatte einen lassen. Wenn ein Unglüd kommen sollte, so erauftaucht und ebenso plötzlich verschwindet. Wolf. In England ist der Wolf ein Geächteter. fuhr man es immer noch früh genug. Der gegen Gwynplaine entbrannte Neid gab Der bellende Hund wird zugelassen, nicht der Einmal jedoch glaubte er dieser Vorsicht zu= sich wegen der paar Ohrfeigen von Tom- Jim- heulende Hund. Die Geistlichen der fünf Kirch- widerhandeln zu müssen- und zwar aus VorJack noch nicht geschlagen. Da das Geschrei nichts spiele von Southwart wiesen in ihren Eingaben sicht; er hielt es in diesem Falle für richtiger, genutzt hatte, wandten sich die Schausteller vom auf die zahlreichen Verordnungen des Königs Gwynplaine zu beunruhigen. Freilich handelte Tarrinzeau- Feld mit einer Bittschrift an die Be- und des Parlaments hin, die den Wolf für vo- es sich nach Ursus' Meinung um eine viel ernstere hörde. Das ist der übliche Gang der Dinge. Ge- gelfrei erklären. Sie beantragten die Einkerke- Sache als die Nänke von Jahrmarkt und Kirche. gen einen lästigen Erfolg wird zuerst die Menge rung Gwynplaines und die Beschlagnahme des Eines Tages, als sie dabei waren, die Tageseinlosgelassen, dann ruft man die Behörden Wolfes oder wenigstens ihre Ausweisung. Es sei nahme zu überzählen, hatte Gwynplaine einen zu eine Frage des öffentlichen Interesses, der Sicher- Boden gefallenen Heller aufgehoben und in heit der Vorübergehenden, und so weiter. Gegenwart des Wirts Vergleiche angestellt zwis schen dem Heller als Sinnbild der Not des Volkes Ursus hatte durch den Wirt von diesen Um- und seiner Prägung, die im Bilde Annas den trieben Wind bekommen. Es beunruhigte ihn Schmaroßerglanz des Thrones darstellte; es war sehr, denn er fürchtete diese beiden Strallen. eine bös flingende Rede. Diese Worte, von MeiPolizei und Gericht. ster Nicleß wiederholt, hatten sich so weit herumEr fing an zu bereuen, daß er nach London gesprochen, daß sie auf dem Umweg über Fibi und gekommen war. Vinos wieder zu Ursus zurückfanden. Er geriet Im Streit wider die vereinte Macht der in große Aufregung. Aufrührerische Reden, Maje Gaukler und Geistlichen kam der armen Green- ftätsbeleidigung! Er wies Gwynplaine scharf Box nur ein Umstand zu Silfe freilich ein in zurecht. Gwynplaine war die Henne, die goldene Die Geistlichen beriefen sich auf die öffent England sehr mächtiger Umstand: die Lässigkeit ,, Nimm dich mit deinem vorlauten Maul in Eier legt. So ein unerhörtes Wunder! Es war liche Ordnung. Sie traten für die verletzten Ge- der Gemeindeverwaltung. In England ist Gleich acht. Es gibt eine Regel für die Großen: nichts nur eine Stimme in all den Buden: voll Be- feße ein und ließen die Rehtgläubigkeit beisette. gültigkeit Schuß. Solange der Scherif der Graf tun; und eine für die Kleinen: nichts sagen. geisterung und Erbitterung, mit knirschenden Das war boshafter und geschickter. Denn es war schaft Surrey, zu der Southwart gehörte, nichts Wie ich höre, hast du über den Heller geschwätzt Zähnen blickten die Gauffer auf Gwynplaine. die Zeit des Herrn Locke, der erst vor ein paar unternahm, fonnte Urfus frei atmen und Homo und jenes erhabene Bild gelästett, kraft deren wir Bewundernde Wut ist Neid Dann heult die Monaten gestorben war, und der Skeptizismus beruhigt schlafen; so lange erhöhten diese Aufein- uns auf dem Markt einen gesalzenen Herings Wut auf. Sie versuchten die Aufführungen zu hielt seinen Einzug dungen nur den Erfolg. Die Green- Beg fam schwan kaufen können. Sei auf der Hut und stören, pfiffen, grunzten, brüllten auf Verabre Auf diese Art wurde die Green- Box von zwei dabei nicht schlecht weg – im Gegenteil. Es nimm Vernunft an. Wisse: auf Missetat steht dung. Das veranlaßte Ursus, einige Volksreden Seiten angegriffen: von den Gauklern im Na- siderte ins Publikum durch, daß Ränke gesponnen Strafe. Du lebst in einem Lande, wo ein zu halten, und gab dem Freunde Tom- Jim- Jack men der Bibel, von den Geistlichen im Namen würden. Das machte die grinsende Fraße" nur Mensch, der ein dreijähriges Bäumchen absägt, Gelegenheit, ein paar tüchtige Faustschläge auszu der Polizeiverordnung. Auf der einen Seite der noch populärer. Beifall zu spenden, der andere friedlich zum Galgen geführt wird. Wer in der teilen, die die Ordnung wiederherstellten. Diese Himmel, auf der andern das öffentliche Wegege- ärgert das ist füß; besonders wenn dieser Westminster- Halle einen andern schlägt, der wird Faustschläge Tom Jim- Jacks trugen ihm die setz, wobei die Geistlichen das Wegegesetz und die andve" die Behörde ist. Immer größere Zu- auf Lebenszeit eingekerkert und sein Hab und Gut Aufmerksamkeit Gwynplaines und die Achtung Gaukler den Himmel beschirmten. Von den schauermassen strömten dem besiegten Chaos" zu. wird eingezogen. Ursus' ein. Uebrigens nur aus der Ferne, denn Pfaffen wurde die Green- Box als verkehrshin- Ursus behielt für sich, was Meister Nicleß ( Fortfegung folgt.) wie der da!" Ein paar prügelten ihre Kinder Die Klage der Gauffer war damit begründet, aus Zorn darüber, daß sie schön waren. Mehr| daß die Religion geschändet werde. Sie bezeich als eine hätte ihren Sohn á la Gwyuplaine" neten Gwyuplaine als Zauberer und Ursus als hergerichtet, hätte sie nur das Geheimnis gekannt. gottlos. Samstag, 30. April 1927. Der 1. Mai der Andern. Der revolutionäre Weltfeiertag als alter deutscher Feittag" und als Marien ag. lung Kulturverderber Militarismus. Auch eine Maibetrachtung. 262, in Japan auf 327, in Deutschland von Nordamerika auf 919 Einwohner. Je auf 577, in den Vereinigten Staaten geringer das stehende Heer, desto geringer die Geld für fulturelle und soziale Zielfeßungen. Um Ausgaben für unproduftive Zwecke, desto mehr welche gewaltige Summen es fich bei den Ausgaben für den Militarismus handelt, sei daran gezeigt, wie groß der Aufwand für das Ministe rium für nationale Verteidigung in den Staatsvoranschlägen von 1918 bis 1927 war. trugen die Militärausgaben: Seite 3. Für das Geld, das da für den Militärismus nußlos verpulvert wird, könnten Krankenhäufer, Säuglings- und Kinderheime, Erholungsanstalten Tuberkuloseheime, Schulen aller Art gebaut, eine umfassende soziale Fürsorge geübt werden, der Staat könnte die Hilfsbedürftigen wirklich betreuen, er könnte auf viele indirekte Steuern verzichten, die Lebensmittel und Indu stricartifel fönnten billiger sein, die Menschen fönnten wirklich menschlich wohnen, das Gespenst der Arbeitslosigkeit müßte sie nicht schrecken kurz die arbeitenden Menschen könn ten ein ganz anderes Leben führen als heutzutage. Mit dem ersten Mai, den wir heuer begehen, unsere Maifeier zur mächtigen Rundge- fren des Bestehens der Republik zehn Milliarden ist der Zeitpunkt gekommen, an dem es aufzuräu- bung gegen Bürgerregierung und in den Rachen geworfen hätte, dann hätte man men gilt, mit den bürgerlichen Schwindlern, die Reaktion, aber auch gegen lassenver noch immer eine halbe Million Wohnungssuchenuns den ersten Mai jahrzehntelang verhöhnt rat und Schändung des ersten Mai durch die der mit 150.000 Wohnungen befriedigen können. haben, die jeden Arbeiter verfolgten, aus dem Be- Marodeure des Klaffenkampfes werde. Sie soltrieb warfen, der den ersten Mai festlich beging len nicht ungestraft unseren ersten Mai, der beitslofen gibt der Staat im Jahre 1927 Oder ein anderes Beispiel: Für die Ar Der nationalsozialistische" ag" verkündet erkannten. Wir sind überzeugt, daß unsere Ge- verhöhnt haben, indem sie an diesem heiligen rismus heuer statt 1685 Millionen nur 1585 Milund die 1919 plötzlich die Bedeutung des 1. Ma: unser bleibt troy Safentreu; und Marientag, zehn Millionen Ke aus, wenn er für den Milita ant der Spitze des Blattes, daß wie alljähr- nofsen heuer allerorten dafür sorgen werden, daß Tage ihre Banner des Verrates hißten! lich" so auch heuer in einer Reihe von OrtenLionen ausgäbe wahrlich auch das wäre genug es sind dem ,, Tag" zufolge 30, also etwa ein Sech- fönnte er den Arbeitslosen zehn ftel der Anzahl unserer Maifeiern national mal so viel geben als jetzt, der Arbeitsfozialistische Maifeiern stattfinden. Man muß schon sagen, die Hatenkreuzler machen als proleta lose wäre wirklich geschützt. rische Partei Fortschritte. Noch vor wenigen Jah ren mußte den getreuen Mannen des Krebs wochenlang vor dem ersten Mai auseinandergesetzt werden, daß die Nationalsozialisten beileibe nicht In den letzten Kriegsjahren, in der Verzweif[ Ungarn auf 235, in Großbritannien auf den proletarischen Weltfeiertag begehen, sondern ng der Menschen über die lange Dauer des den 1. Mai als alten deutschen Fest- Sungers und der Not, hielt eine Hoffnung die Völkermordens, über das grauenhafte Elend des tag" feiern. Heute begnügt man sich schon mit Menschen aufrecht: daß der Strieg, der 1914 beeinem schlichten wie alljährlich", das andeuten foll, daß eine so alte proletarische Partei wie die bag die Zeit des ewigen Friedens heran nahe, da gonnen hatte, der letzte aller Kriege sein werde, Nationalsozialisten die Maifeier als etwas Selbst man die Kanonen und Gewehre vernichten werde. verständliches ansieht. Aber selbst zur Zeit, da die Aber diese edle Hoffnung, welche die Menschen in Nationalsozialisten schon den alten deutschen Fest ihrem Herzen verwahrten, hat getrogen. Und sie tag begingen, verfielen sie ab und zu in ihre alten tutte trügen, weil mit dem Ende des Krieges Gewohnheiten. So haben sie seinerzeit, als die nicht zugleich das Ende jener Gesellschaftsordnung Eisenbahner am Ersten Mai einen ziveistündigen gefommen war, aus deren Schoßze immer wieder Streif veranstalteten, die Weisung ausgegeben, zu Striege geboren werden. So lange die Macht in arbeiten. den Staaten in Händen einer profitlüsternen Wie war es aber erst, bevor der 1. Mai Bougeoisie gelegen ist, die um ihres Gewinnes ein tschechoslowakischer Staatsfeier, halber auch entschlossen ist über Berge von Leichen tag war. Da stand er bei den Völkischen feines schreiten, so lange wird die Welt einem Bulverwegs in dem Ansehen wie heute. Da hieß es in faß gleichen, in das nur der Funke zu fallen völkischen Zeitungen jo in der Troppauer„ Neuen braucht, um es zur Explosion zu bringen Zeit" in der Deutschen Volkswacht", der erste wie es in jenen letzten Julitagen 1914 der Fall Mai solle auf feinen Fall durch Arbeitsruhe ge- war, da die Raschheit der sich folgenden, überfeiert werden, denn er sei keine Sache der Arbei- stürzenden Ereignisse uns den Atem raubte. terschaft, sondern nur eine Machtfrage der Sozial- So ist auch heute Europa vom Rüstungsfieber demokratie. Die Neue Zeit", die heute noch das geschüttelt, gleichwie vor dem Weltkrieg. Die Hakenkreuz in Schlesien vertritt, nannte die Mai- Träume der Abrüstung sind zerstoben, die harte In Wirklichkeit waren allerdings die Ausfeier einen„ Mu mpi" und sprach von„ Mai- Tatsache der Aufrüstung ist Wirklichkeit. Die gaben für den Militarismus noch größer als feierschwindel der Sozialdemokraten. Na Ausgaben der Menschheit für den völfermorden 19 Milliarden, denn gewisse Ausgabenposten türlich fehlte es auch nicht an Beschimpfungen den Militarismus sind heute größer als in der der Genossen, die man als Trunken bolde Borkriegszeit. Die Ausgaben der vier Großmächte: und aufbrüder hinstellte. Frankreich, Italien, Großbritan nien und Vereinigten Staaten von Als aber der verhaßte nationale Gegner, als Nordamerita für militärische Rüstungen be die Tschechen den 1. Mai zum Staats- trugen: feiertag machten, um ihm den revolutionären Charakter zu nehmen, da waren die National sozialisten gleich dabei! Nun war es von Kra mars Gnaden ein alter deutscher Volksfeiertag und weil Svehla es erlaubte, 1913 1923 1926 933 Millionen Dollar . 1743 1768" .. 1768 " 1918 1919 1920 1921 1922 1923 . 1924 1925 1926 202,642.174 Kč 1740,166.602 1212,154.250 2368,830.110 3118,864.222 2775,137.132 2299,973.630 1815,435.000 1935,402.500 1685,060.000 " " " " " " " 1927 Summe 19153,662.620 Kč So ist der Militarismus in der Tschechoslowafei ein Stulturhindernis, ein Semminis des fozialen und fulturellen Aufstieges der Arbeiterklasse. An dent Tage, der der Befreiung der Arbeiterklasse gilt, lasset uns daher den Schwur erneuern, den Stampf gegen den Militarismus so lange zu führen, bis wir dieses starke Hindernis der Kulturentwicklung des Fortschritts des Menschengeschlechts, diese drohendste Gefahr für die menschliche Stultur, aus dem Wege geräumt haben! Denkerworte. Rudolf v. Jhering. im Budget des Ministeriums für öffentliche Ar- Alles Recht in der Welt ist erstritten worden, beiten( Straßenbauten an der Grenze, Kasernen jeder Rechtssag, der da gilt, hat erst denen, die sich bauten als Investitionen!) und des Eisenbahn ihm widerschten, abgerungen werden müssen. ministeriums( strategische Bahnen) dienen eben- i falls dem Militarismus und bewirken, daß die Militärausgaben der Republik seit ihrem Bestande weit über 20 Milliarden oder 15 bis 20 Prozent ihrer Gesamtausgaben( 116 Milliarden) betrugen. Wieviel Werke der Kultur, der sozialen Fürsorge, der Hebung der Volksgesundheit, der Die Stärke der stehenden Heere dieser vier Linderung menschlichen Elends, der geistigen beging man nun die Maifeier. Wie alljährlich" Staaten betrug: heißt es nun und von einem Hirn, das mit einem Hafenkreuz vernagelt ist, fann ja auch niemand verlangen, daß es sich bei dieser Feier an den Mumpit" der Vorfriegsjahre erinnere! 1913 1923 1926 .. 1,613.000 Mann . 1,681.000 1,821.000" Das ist doch nur der alte Dreck, Werdet doch gescheiter; Tretet nicht immer denselben Fleck, So geht doch weiter! Goethe. Weist nur die Menschen in den Himmel, wenn Fortbildung der Menschen hätten für diese ge- ihr sie um alles Jrdische königlich betrügen wollt! waltigen Summen geschaffen werden können. Man denke an die Wohnungsnot, einem der schreiendsten Uebel unserer Zeit. Noch immer Wohnen Hunderttausende von Menschen in dump Wohnung. Wie viel Lebens-, Che- und KinderScume. Das eben ist der Fluch der Macht, daß sich Dem Willen, dem leicht widerruflichen, Ein Arm gleich beut, der fest, unwiderruflich Die Tat ankettet. Nicht ein 3chntteil würd Ein Herr des Bösen tun, müßt er es selbst Mit eignen Händen tun. Es heckt sein bloßer Gedanke Unheil aus, und seiner Knechte Geringster hat den Vorteil über ihn, Daß er das Böse wollen darf. Heinrich v. Kleist,„ Die Familie Schroffenstein." Die Christlich sozialen lieken nicht Gerade die Sieger im Weltkrieg, die Völler lange auf sich warten. Die Lorbeeren der Hafen friede und Abrüstung als ihr Stricgsziel verfünfen Löchern, Zehntausende haben überhaupt keine frenzler ließen sie in der Walpurgisnacht nicht det haben, haben Verrat an ihrem Programm glüd, Gesundheit und Leben ist cank der Wohgeübt so wie die Bourgeoisie bisher immer schlafen. Auch sie mußten den 1. Mai feiern und alle ihre idealen Ziele veraten, alle ihre Bespre- nungsnot zerstört worden. Wie sind die Menschen da es eines Anlasses bedurfte, entdeckte man, daß von diesem gräßlichen Uebel gequält und gepeinigt der Mai ja als Marienmonat gilt, unter Ausnut chungen gebrochen hat. worden. Und wie viel Wohnungen hätten für zung der sentimentalen Stimmung junger MädDie Tschechoslowakische Republif das Geld, das Kanonen, Maschinengewehre, Gaschen die Kirchen in den Abendstunden mit den An hat an dieser allgemeinen europäischen Aufrüstung masfen und all das Teufelswerk gekostet hat, gedächtigen bei den Mariensegen füllt, daß also der nicht nur teilgenommen, sondern sucht es womögbaut werden können! Rechnet man, daß eine 1. Mai natürlich als Marientag gelten müsse. lich den meistrüstenden Staaten gleichzutun. In Wohnung, bestehend aus Zimmer und Küche, der Tschechoslowakei entfällt ein einen Kostenaufwand von etwa 60.000 Kč er Bei den Christlichsozialen hat die Begeiste- Soldat des stehenden Heeres auf heischt, so rung für den jalonfähig gewordenen 1. Mai nach- 93 Einwohner. Uebertroffen werden wir gelassen, seit sie in der Bürgerfoalition find. Nun darin nur von Frankreich und Rumänien, haben sie es nicht mehr nötig, nun sind sie ja am wo ein Soldat auf 75 bzw. 84 Einwohner entfällt. Ziel. Aber gerade dieser erste Mai sollte sie recht n allen anderen Ländern ist das lebhaft daran erinnern, daß sie nicht ungestraft stehende Seerim Verhältnis zur Ein die Arbeiterpartei gespielt haben, daß sie bis auf wohnerzahl geringer. So entfällt ein Der hungernde Mensch hat ein natürliches AnBerhunzung der Maifeier durch ihre Kerzelweiber Soldat in Jugoslawien auf 98, in Polen Wäre dies geschehen, es gäbe hente fein recht auf das Brot seines Nächsten; dieses Recht ist feste unser Feste nachahmten, daß sie die Arbeiter auf 107, in Italien auf 186, in Oesterreich Wohnungsproblem mehr. Aber selbst so tief begründet, daß es allen positiven Eigentumsbelogen und benogen heben. lauf 218, in Rußland gleichfalls auf 218, in wenn man dem Militarismus in den neun Jah- gesehen weit vorausgeht. Kardinal Manning. Mein erster Mai. Von Viktor Adler. hätten für das Geld, das der Militarimus in Ser Tschechoslowakei seit 1918 verschlungen hat, mehr als 300.000 Wohnungen für mehr als cine Million Wohnungssuchender gebaut werden können. mit seiner Lage zufrieden sein, aber sieben Achtel Von der Masse der 3ivilisierten mag ein Achtel sind unzufrieden. Die große Masse ist nur auf die körperliche Arbeit beschränkt, ihre Beschäftigung ist indirekte Sklaverei, eine Qual, von der sie sich zu befreien wünscht. Charles Fourier. ich überhaupt diese kurzen Arreststrafen niemals Parlament, unsere Presse stand unter der heit hat heute kein höheres Interesse, als die proals Martyrium empfunden habe. Troß mancher Guillotine der Konfislation und der ausnahms letarische Bewegung, als insbesondere die Abphysischer Unbequemlichkeit habe ich damals und gesetzlichen Siftierung; unsere Vereine wurden fürzung der Arbeitszeit." Dann wurde als Prospäter im Arrest Stunden der Ruhe, der Sammunter unsäglichen Schwierigkeiten ganz langsam gramm vorgeschlagen: Vormittags Versamm lung, ja Erhebung erlebt, die ich zu meinen besten und allmählich erst wieder aufgebaut, unsere Ver- lungen, nachmittags Erholen im Freien und weiDie erste Maifeier 1890 habe ich nicht im Erinnerungen zählte. Aber je näher der 1. Mai fammlungen waren dem Belieben jedes Polizei- ter hieß es: Die Genossen sehen, unsere VorPrater miterlebt, sondern im Wiener Landesge- heranrüdte, desto unruhiger wurde ich, bis sich idioten preisgegeben; jede Art von Manifestation, schläge sind einfach, durchführbar und gewiß sehr richt, Zelle 32, im ersten Stock. Es war ein ein- die Erregung zu einer fast unerträglichen Span wie sie in gejitteten Ländern möglich und üblich harmlos, fein Streit! Donnerstag, am samer Tag, einsamer als jeder andere in den vier nung steigerte. Das kann nur der ganz verstehen, ist, fonnte in Desterreich durch den Ufas jedes 1. Mai, ist Arbeiterfeiertag, aber Freitag, ant Monaten, die ich damals abzusißen hatte, aber ein der miterlebt hat, was für uns jene erste Mai- Bureaufraten vereitelt werden. Und doch waren 2. Mai, ist jeder wieder in seiner Schwißbude, Tag der tiefsten Aufregung, die ich auch heute noch feier war, was sie für das Proletariat Oesterreichs gerade damals alle Vorbedingungen für eine ge- früher gewiß als der Herr Chef an diesem Tage, in mir zittern fühle, wenn ich an ihn denke. bedeutete... ivaltige Manifestation gegeben, für eine Manife der müde ist von der„ Erholung." Also ganz Natürlich war es mir recht unlieb, gerade am Seit dem Hainfelder Parteitage war die Dr- station nicht allein der Partei, sondern darüber friedlich. Aber, warum sollen die Arbeiter 1. Mai nicht draußen sein zu können und es war ganisation der Partei rasch gewachsen, unsere hinaus: des Proletariats. Es war eine nicht ihren Feiertag haben?"- Und von der recht sonderbar, daß es so fam. Denn Herrn Hol- Breffe gewann an Verbreitung und Einfluß, die Zeit des Erwachens, des Dranges. Der lange Stunde an, da dieser Aufruf erschien, ging eine zingers Ausnahmsgericht hatte Bretschneider und Absurdität des Ausnahmszustandes und seiner brach gelegene Voden nahm hungrig die Saat große, von Tag zu Tag wachsende Bewegung Juni wegen anarchistischer mich schon am 27. of fälligen a holterung wurde täglich augen auf, die von der Sozialdemokratie ausgestreut durch das ganze Reich. Sunderte von Versammstrebungen abgeurteilt. Der Oberste Gerichtshof fälliger. Da holte die Staatsweisheit zu einem wurde. Wir waren über alle diese dummen und lungen mit der Tagesordnung:„ Achtſtundentag ließ sich allerdings bis zum 7. Dezember Zeit, um entscheidenden Schlag aus. Dem„ Anarchisten- boshaften Quälereien der Staatsgewalt, über alle und 1. Mai" wurden einberufen und wirkten, das Urteil zu bestätigen, aber noch immer hatte prozeß", den sie uns anhängten, folgte die Ein- diese unsäglichen Borniertheiten der bürgerlichen wenn sie verboten wurden, fast noch mehr, als ich die Hoffnung, rechtzeitig die Strafe antreten zu stellung der„ Gleichheit" auf dem Fuße. Aber Presse hinausgewachsen. Die Arbeiterschaft war wenn sie stattfinden konnten. Ein Flugblatt über fönnen, um in der zweiten Hälfte April wieder vier Wochen später hatten wir für ein neues im Begriff zu erwachen; es bedurfte nur des An- den Achtstundentag fand massenhafte Verbreitung. auf freien Fuß zu kommen. Ich urgierte die Zu- Blatt: die Arbeiter- Zeitung" gesorgt und ſtan- rufes, des Appells, daß es sich erhebe, sich als Täglich erhielten wir Nachrichten aus Orten, wo stellung des Urteils, aber je mehr ich drängte, den als Delegierte der österreichischen Sozialdems Ganzes, als fämpfender Körper, als eine Einheit, es sich nie gerührt hatte, daß Vorbereitungen für desto länger dauerte es, und erst am 24. Jänner fratie im Saale der rue Rochechouart in Paris als Klasse gegen alle anderen Klassen fühle und die Maifeier im Gange seien. Wahrhaft rührende kam ich in den Besitz des Schriftstückes. Wir waren beim I. Internationalen Sozialistentongreß. Als den lähmenden Traum seiner Ohnmacht abstreife. Briefe von ganz naiven, von der Bewegung bisdamals überzeugt, daß die Trägheit des Amts- wir unsere Sände erhoben, um für den Antrag des Dieser Weckruf mußte für uns in Desterreich her unberührt gebliebenen Arbeitern aus den entschimmels im Dienste höherer politischer Absichten Genossen Lavigne zu stimmen, für die Veranstal- die Maifeier sein. Wir haben wie so oft aus der ferntesten Winkeln des Reiches zeigten, wie unser ſtehe. Aber ich fonnte nun nichts anderes nun, tung einer großen, einheitlichen Manifestation der furchtbaren Not eine fruchtbare Tugend gemacht, Weckruf in die Weite gewirkt, wie er das rechte als ein paar Wochen Sirafaufschub fordern, um Arbeiter aller Länder", die am 1. Mai stattfinden und weil wir nicht simpel manifestieren konnten, Wort zur rechten Stunde gewesen. wenigstens an den Vorbereitungen zur Maifeier, und der Forderung des Achtstundentages gewidmet gerade darum haben wir dem Tag die Höhe einer Und mitten in dieser fieberhafien Agitationsmeinen Anteil nehmen zu können, und Ende Feber sein sollte, da sahen wir einander ins Auge Weihe gegeben, die unerreichbar war für alle arbeit mußte ich ins Loch! Zwar war ich von mußte ich ins Loch. ich sehe noch Bopp und Hybes, neben denen ich Verbote und Schikanen. Am 29. November ver- der Welt nicht völlig abgeschnitten. Ich durfte Es war meine erste Saft und sie fiel mir nach stand fragenden Blickes, was wir in unserem fündete die Arbeiter- Zeitung" die Parole:„ Der außer der Wiener Zeitung" die alte" Preffe" den ersten Tagen der Anpassung wahrhaftig nicht armen Desterreich mit diesem Beſchluſſe würden 1. Mai 1890 soll der internationale Arbeiterlesen, ein feither verschwundenes, sehr" solides, schwer. Ich hatte mir, was ich übrigens auch machen können? Der Kongreßbeschluß besagte: feiertag werden. An diesem Tage soll die Arbeit hochoffiziöses Blatt, und bei gelegentlichen Bespäter bei allen Rüdfällen prinzipiell tat, die Ein- un jedem Lande sollen die Arbeiter die Mani- überall ruhen, in Werkstatt und Fabrik, im Berg- suchen meiner Frau und meiner Freunde erfuhr zelhaft als Begünstigung erbeten und durchgefeßt. festation in der Weise veranstalten, welche die werk wie in der dumpfen Kammer des Haus- ich manches, was in der Welt vorging, erfuhr, und da ich Bücher batte und als„ Politischer" Geseve und Verhältnisse daselbst bedingten, bezie- webers. Der Tag soll heilig sein und heilig wie mit dem Wachseit der Maibewegung im bürüberdies täglich für 1 Gulden und 5 Kreuzer aus hungsweise ermöglichen." Was war in Dester- wirklich wird er dadurch, daß er den höchsten Ingerlichen Publikum, in der bürgerlichen Presse, speisen durfte, war meine Lage nicht schlecht. Wie reich möglich?? Wir hatten keine Vertreter im teressen der Menschheit gewidmet ist. Die Mensch- ia offenbar auch in den„ maßgebenden" Re & Die industrielle Revolution und die Arbeiterschaft. Neue Aufgaben der Gewerkschaften. Was die Arbeiterschaft von heute vor diefent grausamen Schicksal, vor dem Verlust all der gro Samstag, 30. april 1927. hen Errungenschaften, die mit dem Blut unferer Der Parteitag Väter und aller derjenigen, die in dem grausamen Völkermorden gefallen, erkauft worden sind, Seit dem Weltkriege, da sich die Völker| beitswoche erhoben.) Die größeren Gefahren, die bewahren kann, sind einzig und allein starke OrEuropas zerfleischten und dabei ungeheure wirt für den Arbeiter durch fahrbares Band, andere ganisationen. Wenn der Einfluß der Sozialdeschaftliche Werte des klassischen Erdteils der mechanische Verkehrse nrichtungen und den in- motratie im Staate und der Gewerkschaften in der menschlichen Kultur vernichtet haben, hat sich das tensiveren Arbeitsprozeß hervorgerufen werden, Wirtschaft stark sein wird, dann wird es möglich wirtschaftliche Schwergewicht der Welt nach den müssen das Verlangen nach größerem Schutz vor sein, den großen Umwälzungsprozeß der kapitaVereinigten Staaten von Nordamerika vollzogen. Unfallgefahren hervorrufen. Die Rationalisierung listischen Wirtschaft zu einer Erhöhung der LeVon dort aus gehen jene Bestrebungen aus, darf aber vor allem nicht eine Erhöhung der Pro- bens- und Kulturlege der arbeitenden Klassen durch welche wirtschaftlich und technisch eine Um- fite, sondern eine sichtbare Preissentung, eine auszunüßen, die Arbeiterschaft kampffähiger zu gestal ung der Produktion herbeigeführt und so Steigerung des Absatzes und damit auch die Wie machen und uns so dem großen Ziele zu nähern, die Lebensdauer der kreuken fapitalistischen Wirt- dereingliederung von Arbeitslosen in die Be- eine Gesellschaftsordnung zu erkämpfen, in der schaft verlängert werden soll. Welche Wirkung triebe mit sich bringen. Den Gewerkschaften wer- aller wirtschaftlicher und technischer Fortschritt werden die neuen industriellen Methoden auf die den eine Reihe von volkswirtschaftlichen und sozum Wohle der ganzen Menschheit sich auswirArbeiterschaft haben, welche Aufgaben erwachsen zialen Aufgaben gestellt, deren Lösung für die ken wird. daraus den Gewerkschaften? heutige Arbeitergeneration Schicksalsfrage Seien wir uns dessen am 1. Mai, der uns Vor etwa hundert Jahren haben die Arbeiter Europas eine ähnliche industrielle Revolution mitgemacht. Die großen technischen Erfindungen jener Zeit haben auch damals das Antlitz der Erde verändert. Die Maschine trat ihren Siegeszug an, an die Stelle des Handwerks trat die Industrie. Für die Arbeiter waren die Folgen katastrophale. Nicht nur wurde die Arbeitszeit verlängert, wurden nunmehr auch Frauen und Kinder brutaler Ausbeutung aus geliefert, tausende Menschen wurden arbeitslos, die Maschine verdrängte die Hände". Es gab feine Organisation, welche den hilflofen Arbeiter vor dem grauenhaften Elend geschützt hätte. Verzweiflung packte die Arbeiter und sie erhoben 1844 in Reichenberg die abgezehrten Hände, um die Maschinen zu zertrümmern, denen sie alle Schuld an unerträglicher Not zuchrieben. Sollen vir as 1927 den Maschinenstürmern von 1844 gleichtun und uns dem Fortschritt der Technik entgegenwerfen, weil dieser vom Unternehmertum mißbraucht wird, um die Arbeiter fester ins Joch zu spannen? wird bereits am Freitag, den 6. Mai, um 18%, Uhr eröffnet. Gegen die Gewerkschaftsbill. Der Feldzug der Arbeiterpartei eröffnet. London, 29. April. Heute wurde der große Feldzug der organisierten Arbeiterschaft gegen Die Gewerkschaf svorlage der Regierung auf einer Konferenz in London eröffnet, an der Vertreter von nahezu vier Millionen Arbeitern teilnahmen. gegen extreme Maßnahmen war. Ein zu der bor liegenden Entschließung eingebrachter Abänderungsantrag, durch den der Generalrat des Gewerkschaftstongresses ermäch igt werden sollte, nötigenfalls einen neuen Generalstreit vorzubereiten, wurde abgelehnt. Die Entschließung, in der zum geschlossenen Widerstand gegen den strupellosen Versuch der Regierung, die Arwurde angenommen. beiterbewegung zu zerstören", aufgerufen wird, deutet. Wir müssen es verhindern, daß die Ar- Tag der Freude und der Selbstbesin- Die erste Abstimmung zeigte, daß die Mehrheit beiterschaft ein so jämmerliches Los trifft, wie in der industriellen Revolution der ersten Hälfte des nung zugleich ist, eingedenk! 19. Jahrhunderts. Der erste Mai der Freiheit. Von Paul Faure, Paris. | E. St. Sozialdemokratische Reichstonferenz. Wahlfonds. Reststimmenmandate. Ob nun durch Zufall oder mit Absicht festge- Der schwächste Windstoß schien es auslöschen zu jetzt, jedenfalls ist dieses Datum, der erste Mai", tönnen. Doch es hat weiter und immer heller ge ein glücklich gewählter Tag, an dem auf den brannt und erstrahlt heute wie die Maiensonne. gleichzeitigen Aufruf der sozialistischen und der und unter seinen Strahlen erwacht der ungegewerkschaftlichen Internationale hin, die Arbei- heure Wald der Menschheit zu neuem Leben, wie ter der ganzen Welt die Hoheit der Arbeit preisen die Wälder draußen in der Natur. Dieses Licht und ihren glühenden Willen zum Frieden laut ist der Sozialismus. In ihm liegt die Hoffnung Wien, 29. April( Eigenbericht.) Heute fand verkünden. auf eine beffere Zukunft und das Heil alles im Favoritener Arbeiterheim die sozialdemo fratische Reichskonferenz statt, die sich mit dem aus! Vor kurzem noch schien die Natur auf im Welch ein Glanz strahlt von diesem Symbol Uebels. Die Arbeiter, denen um ihre wirtschaftliche, Ergebnis der Wahlen beschäftigte. Es wurde z mer abgestorben. Die eisigen Winternächte hat geistige und seelische Freiheit zu tun ist, müssen nächst beschlossen, die Sammlungen für den ten Wald und Flur in ihr Bahrtuch aus Nebel den Rapitalismus in Stücke schlagen und in Bahlfonds noch einen Monat fortzusetzen. und Schnee eingehüllt. Und da steigt jetzt plög- ihrem Lande die Herrschaft des Sozialismus auf- Dann wurde beschlossen, daß die Genoffin Adel lich aus den geheimnisvollen Tiefen der Erde errichten. So werden sie zugleich auch eine wirtheid opp. die zweimal gewählt ist, das Grazer unter den wärmeren Strahlen der Sonne fieg- same und dauernde Lösung der Friedensfrage ge- Mandat erhält und auf das Wiener Mandat verreich der Saft der Erneuerung auf. Der Wald funden haben. Wohl dürfen wir, ja müssen wir sichtet. Ueber die Reſtſtimmenmandate wurde erwacht und hebt an, zat singen; der Boden bricht alles daran seßen, um den Kapitalismus zu beschlossen, daß das Mandat in Niederösterreid) auf vor den kleinen grünen Salmen, die bis in den schwächen; solange dieser aber überhaupt noch be- mit dem Genossen Duda, dem Vertreter der Sommer zu den goldenen Achrenfeldern empor- steht mit seiner unvermeindlichen Gefolgschaft des sozialdemokratischen Kleinbauernorganisation, be wachsen und den Menschen das heilige Brot Imperialismus, des Länderhungers und der ihm sebt werden soll. Das Reſtſtimmenmandat in bringen werden; die Reben erschauern wie trun- wefenseigenen Bügellosigkeit, wird er immer eine Oberösterreich erhält der Genosse Janicki, fen von der Frucht, die sie in sich tragen; alles furchtbare Gefahr und ein gewaltiges Sindernis der Vertreter der sozialdemokratischen Staats beamtenorganisation. Das Reststimmenmandat schmidt sich mit neuer Schönheit und leuchtet in für den wahren Frieden bilden. blauem, sonnigem Licht. Darum müssen wir die internationalen in Steiermart erhält Gen. Hammerstorfer, Freundschaftsbande enger und fester knüpfen, der Vertreter der Organisation der Land- u. Forstweg den Geist der Kameradschaftlichkeit mehr noch genland erhält are tov, der Vertreter der darum müssen wir über die Landesgrenzen hin- arbeiter und das Reststimmenmandat im Bur als bisher pflegen und die in uns liegenden burgenländischen sozialdemokratischen KleinKräfte und unsere politischen und seelischen Ein- bauernorganisation. Mit Ausnahme des Genossen flüsse mehren und erhöhen. Janidi waren die anderen bereits im früheren Parlament Abgeordnete. Biegt nicht in alledem der Sinn und die Bedeutung unseres sozialistischen Arbeiterfestes, das wir am ersten Mai feiern? Der soziale Winter der Menschheit: das ist der Haß und der Krieg, die Umvissenheit und die Senechtschaft. Wenn man unser armes Menschen geschlecht in seinen Ketten schmachten sicht, möchte man verzweifeln. Es scheint, als müsse das hoffnungslose Wort, das Dante über den Eingang zur Hölle schrieb, auch über den Toren unserer Städte stehen. Saben wir nicht schon etwas zustande gebracht? Geht nicht ein endloses Hoffen durch alle Völker, je mehr und je schneller der internationale Sozialismus vorwärtsschreitet. Bald wird Europa und wird die ganze Welt, dank unserm Werk, die neue Zeit herauffommen sehen, den ersten Mai der Freiheit, des Wohlergehens und des Friedens. Rußland revidiert seine Stellung zum Bölkerbund. Entsendung eines Beobachters nach Genf? Ranting von den Ruffen besetzt? tet aus Nanting: Beamte der Schanghai- Nanking London, 29. April. Morning Post" berich Eisenbahn erklärten, daß 2000 Russen und 7000 Mann Schantung- Truppen im Be zirk Pukau die Verteidigungslinie von Ranking durch brochen und d: Stadt gestern früh besetzt hätten. Die Truppen Tschanglaischets zögen sich zurück.( Der Berichter statter fügt hinzu, daß die obige Weldun mit Vorbehalt aufgenommen werden müsse.) ,, Daily Mail" meldet aus Schanghai: Die Kommunistenregierung befindet sich in ernster Gefahr innerer und äußerer Angriffe. In der Provinz Sonan südlich des Jangise habe eine Bewegung zur Vertreibung der Russen eingesetzt. Die sozialistische Arbeiterbewegung war nie mals die Feindin des technischen Fortschritts. Im Gegenteil! Wir streben die Entfaltung der tech nischen Wiſſenſchaften an, um die Maffenprodut tion steigern und dami: die materiellen und Stul turbedürfnisse der Menschheit beffer befriedigen zu fönnen. Wogegen wir mit aller Straft kämpfen iſt vielmehr, daß die Errungenschaften der Natur und Ingenieurwissenschaft nur einigen wenigen in Form des Unternehmergewinnes zugute kommen. Soferne die Rationalisierung der Industrie die Qualität der Produkte erhöht und ihren Preis verbilligt, werden wir sie fördern, sofern sie aber die Arbeitslosigkeit vergrößert, die Arbetsintensität ohne ein entsprechendes Entgelt verstärkt, die Arbeiter noch mehr versflavt als bisher, werden wir uns zu wehren wissen. Die Rationalisierung der Industrie, die erst in Amerite eingefeßt hat, dann insbesondere nach Deutschland hinübergegriffen hat und nun auch in der Tschechoslowakei Fuß faßt, tann von den Organisationen der Arbeiter nicht übersehen wer den, sondern die historische Aufgabe der Gewerkschaften ist es, in dieser gewaltigen Aber inmitten der Nacht hat ein Licht, industriellen Umgestaltung die Inflackernd und schwach zunächst noch, aufgeleuchtet. teressen der arbeitenden Klasse zu schützen und die Rationalisierung aus einem Versuch der Kapitalisten, sich zu bereichern, in einen wirklichen geschichtlichen Fortschritt der Wirtschaft umzugestalten, die Rationalisierung nicht dem Sondervorteil einiger Monopoltapitalisten sondern dem Allgemeinwohl dienstbar zu machen. Wenn die neuen industriellen Methoden Paris, 29. April.( Eigenbericht.) Der Bes So will der„ Temps" wissen, daß in Mostau eine höhere Arbei sintensität verlangen, dann schluß der russischen Regierung, an der Welt die Absicht bestehe, auch zu der vorbereitenden müssen die Gewerkschaften für höhere Leistung wirtschaftstonferenz teilzunehmen, wird Abrüstungstonferenz, die im Herbst ihre auch einen höheren Lohn fordern. Die größere hier als Symptom für eine bevorstehende Wen- Tagung wieder aufnehmen soll, einen Vertreter zu Intensität der Arbeit muß eine Verkürzung der dung in der internationalen Poli- senden, und daß man darüber hinaus in den fühArbeitszeit nach sich ziehen.( Der Amer kanische tit Rußlands mit Genugtuung begrüßt. Man renden Sowjetkreisen bereits in Erwägungen barGewerkschaftsbund hat auf seinem lebten Kongreß glaubt, Anhaltspunkte dafür zu haben, daß die über eingetreten sei, Rußland zunächst durch einen zu Detroit 1926 die Forderung nach der fünf- Sowjetregierung eine gründliche Modification Beobachter ständig in Genf vertreten zu lassen. tägigen, 40 Arbei sstunden umfassenden, Ar- ihrer Haltung zum Völkerbund vorbereite." gierungskreisen die Furcht austam, daß dieser nicht einen Augenblick. Aber für mich gab's schneider berichteten, unsere tausend Ordner seien 1. Mai eine Art von jüngstem Tage sein werde, manche bange Momente. Die Haft bringt wohl parat, mußten sie mir aber auch erzählen, daß zum mindesten ein Tag der Schreckensherrschaft für jeden hie und da Stunden der Depression, im Prater die Drähte, die die Nasenpläze_um= und der Plünderung. Daß in dieser wahnjin- wie man sie ja auch draußen hat, die aber in fäumen, entfernt wurden, damit die Kavallerienigen Angst eine Gefahr lag, war flar. Alle Zu- der Einsamkeit schwerer überwunden werden. Da pferde bei der eventuellen Attade nicht stürzen. sammenstöße, alle Strawalle, alles Blutvergießen rannte ich wohl stundenlang auf und ab und er- und ich selbst, so oft ich am 1. Mai in die Kanzlei ist noch viel öfter durch die dumme Furcht der wog alle Möglichkeiten. Allerdings, jede Woche geführt wurde, hörte von draußen den Schritt der Behörden als durch ihre Brutalität herbeigeführt ging die Bewegung höher, und alle Zumutungen Soldaten, und erfuhr, daß alle Tore des Landesworden, Daß die Maifeier im Polizeisiun harina der Behörden, nachzugeben, das Programm ein- gerichtsgebäudes selbst geschlossen gehalten, daß los" sein werde, glaubte man uns von Tag zu zuschränken, wurden höflich, aber entschieden ab- Die ganze Justizwache und alle Aufseher ton Tag weniger. Der Schrecken war dem Bürgertum gelehnt. Die Arbeitsruhe würde umfassend sein, signiert seien. Ich lachte über die Dummheit, in die Glieder gefahren und nahm im April ganz das war ja klar; und als die Zeitungsfeber be aber das Lachen kam mir nicht vom Herzen, denn unglaubliche Formen an. Um ein Beispiel anschlossen, daß fie feiern werden, war entschieden, ich wußte, wie gefährlich solche Dummheit werzuführen: Der Wiener Wissenschaftliche Slub, eine daß auch der Eindruck nach außen auf das große den konnte... Mittag fam Bretschneider auf Störperschaft, in der so ziemlich die obersten Schich- Bublikum ein bedeutender sein werde; daß es eine Minute, beruhigte mich über den Verlauf der ten der Intelligenz vereinigt waren, beschloß, seine feine Zeitungen gibt, ist ein Hauptmerkmal des Versammlungen und steckte mir seine Marschorder gewohnte Frühjahrsreise abzusagen, weil man Feiertages. Aber wird die Polizei nicht provo- und ein Maizeichen zu- das ich dann oben in doch am 1. Mai nicht Weib und Kind im Stich sieren? Werden unsere Genossen taltes Blut be- der Belle ansteckte, wenn der Waftl" weit vom laffen konnte. Andere wieder entschlossen sich, vor wahren? Und wenn die Versammlungen ver- Gudloch war- bas war ein langer, langer dem gefürchteten Tage mit ihren Familien aus boten werden? Muß es dann nicht zu Zusammen- Nachmittag und spät abends hörte ich end Wien zu flüchten. Dabei heste die bürgerliche ſtößen fommen? Und wie wird's draußen in der lich Signale, die mir sagten, daß das Militär in Presse in allen Tonarten, und als es anfangs Provinz werden, auf heißem Boden der Kohlen- die Alserkaserne einrüde... und gegen 10 Uhr April in einigen Ottakringer Branntweinschenken reviere? Und dann wollen die Unternehmer uns noch famt mein Aufseher und berichtete, er habe New Orleans, 29. April. Heute wurde zur zufällig zu ein paar Exzessen des Lumpenprofe einreden, die Maifeier sei kontraktbruch"! Es es ganz sicher erfahren: es ist alles ruhig abge- Rettung der Stadt der Podhras- Damm absichtlich tariats lam, woran die Arbeiterschaft, wie offiziell ist ja Unsinn, aber wird das nicht doch da und laufen und großartig foll's gewesen sein! gesprengt. Durch diese Maßnahme werden 5000 zugegeben wurde, ganz unbeteiligt war, stieg in dort die Arbeiter einschüchtern?... Da setzte ich Früh tonnte ich's dann in der Zeitung lesen Leute von ihrem Besitztum vertrieben. Bei der Regierungskreisen die Einberufung der Refervi- mich denn hin und schrieb und schrieb polemi denn bei jener ersten Maifeier haben unsere Räumung spielten sich engreifende Szenen ab. Insten; jedenfalls sollte das Militär konsigniert und fierie und argumentierte; so lange Artikel habe braven Setzer zwar kein Abendblatt gemacht, aber folge der Sprengung des Dammes wird ein Gealle Läden gesperrt werden. Am Morgen des ich weder vorher noch nachher geschrieben; und um 9 Uhr abends gingen sie das Morgenblatt biet von 450.000 Acres neu überschwemmt, wo1. Mai noch war in der„ N. Fr. Presse" zu lesen: dann schrieb ich Aufrufe und verfaßte Instrut feßen, das die frohe Botschaft brachte... auch durch Sachwerte im Betrage von zwei Millionen Die Soldaten find in Bereitschaft, die Tore der tionen. Heute kann ich's ja gestehen, daß es mir mir in meine Zelle... Dollar vernichtet wurden." Hoover, der von CooHäuser werden geschlossen, in den Häusern wird gelang, manches Produkt dieser Gefängnisarbeit Dann aber wußte ich: eine Entscheidungs- lidge zum Diktator mit unbegrenzten Vollmachten Proviant vorbereitet, wie vor einer Belagerung, ins Freie zu schmuggeln, so daß ich doch auch schlacht ist gewonnen, nun ist der Ausnahme zur Bekämpfung der Hochwasserkatastrophe ernannt die Geschäfte sind verödet, die Kinder wagen sich etwas beitragen kannte zu dem großen Werke. zustand tot! Noch mehr: Nun ist das Proletariat worden ist, drahtet an das Rote Kreuz, daß der nicht auf die Gaffe, auf allen Gemütern lastet der In der letzten Aprilwoche hatte ich fast täg- Desterreichs erwacht, es ist zum Bewußtsein seiner geplante Hilfsfonds von fünf Millionen Dollar Drud einer schweren Sorge...." lich Besuche. Es war entschieden: unser harter Straft gekommen und steht am Beginn feiner selbst zur Binderung der allerdringlichsten Not Aber so gefährlich diese blödsinnigen Angst- Schädel hatte gesiegt, die Versammlungen waren Bahn, bie zu gehen es keine Gewalt mehr hin- stände nicht ausreiche. Im Anschluß an den Aufereffe waren, es war nichts zu befürchten, wenn nicht verboten, die Polizei hatte sich entschlossen, dern wird Und der zweite Mai war mein ruf Coolidges hat das Rote Kreuz bisher drei die Feier gelang. Die Glücklichen, die draußen einigermaßen vernünftig zu sein und uns ge- frohester Tag während jener ganzen Saft! Millionen Dollar für diesen Fond sammeln waren und mitarbeiten konnten, die zweifelten währen zu lassent. As mir Popp und Bret-Das Chaos in China. London, 28. April. Reuter berichtet aus Schanghai: Die Lage in dem von den Nationali ſten beherrschten China außerhalb Schanghais wird täglich gespannter und verww.celter. Aus Honan wird gemeldet, daß die Nationalisten nach einem Gefechte mit den Nordtruppen zurüdgeworfen.orden seien. Im Bezirke von Santau herrscht große militärische Tätigkeit. Die Beschlagnahme von Silber berührt das Geschäft in Santau in verhängnisvoller Weise und durch Schließung chinefischer Firmen werden tausende Arbeiter er werbslos. Die Japaner dehnen allmählich ihre Verteidigungswerte bis zu den äußersten Grenzen ihrer Konzession aus. Die Nachristen aus Kiukiang über den Einmarsch zahlreicher auf dem Rückzug befindlicher Trupven werden als Bestätigung der Berichte angesehen, daß schangkaischek den Yangtse aufwärts auf Hankan vormarfchiert. Dammsprengung bei New- Orleans. tönnen. Samstag, 30. April 1927. Das Gündenregister des Bürgerblocks. Der Mißtrauensantrag vor dem Plenum.- Genose Dr. Czech beleuchtet die reaktionären Taten Zaten und Pläne der Regierung. Prag, 29. April. Der Budgetausschuß des Abgeordnetenhauses hat in einer Nachtfißung, die erst um 3.15 Uhr früh zu Ende war, die Abstimmung über die Steuerreformvorlage und die hiezu eingereichten 1622 Abänderungsanträge zu Ende geführt. Ein amtlicher Bericht der Parlaments forrespondenz hebt rühmend hervor, daß von 292 Abänderungsanträgen, die angenommen wurden, jogar 43 oppositionelle Anträge gewesen seien. Ohne Rücksicht auf die begreifliche Erschöpfung der Ausschußmitalieder, die die zwölffiündige Abstimmung mit sich brachte, wurde schon um Seite B. Dazu kommt noch ein ganz interessantes Moment: Nach einer Darlegung der„ Sudetendeutschen Tageszeitung" werden größere Garnisonen lediglich in 39 deutschen Gemeinden unterhalten. In diesen Garnisonen waren alles in allem 16.914 Soldaten, barunter 11.724 tschechische untergebracht, die das tschechische Element dieser 39 Gemeinden im Durchschnitt um ein Zehntel verstärkt haben. Diesen 11.724 tschechischen Soldaten, denen nun das Wahlrecht genommen werden soll, stehen nahezu 80.000 bis 100.000 Soldatenwähler zur Nationalversammlung und in den Gemeinden gegenüber! handlung des Mißtrauensantrages der lichen Mitteln gekämpft hat, die Verfassung für Opposition, für den Genosse Dr. Czech immer und ewig und unabänderlich und unverbesserGründe in Sülle und Fülle beibrachte. Es war lich zu erffären. ihm nicht schwer, an Hand der einschlägigen Ver- Mit der Logik dieser Darlegungen will ich fassungsbestimmungen den Verfassungsbruch der mich nicht weiter auseinanderseßen. Doch wenn dem Regierung troß aller Gegenargumente der Sto- auch so ist, dann hätten die beiden deutschen Regie- An diesen Ziffern läßt sich plastisch das Ausmaß der alition eindeutig nachzuweisen. In packenden Wor- rungsblätter gut getan, ihre Ratschläge rechtzeitig Entrechtung und des Unrechts beurteilen, das mit ten legte er zum Schluß den erzreaktionären Cha- und schon im Vorjahre an die Adresse der führenden deutscher Hilfe an den Soldatenwählern begangen rakter der Bürgerblockregierung dar und zeigte die Männer ihrer Parteien zu richten, die sämtlich in wurde! unheilvollen Folgen auf, die sich daraus insbeson- der vorjährigen Weißtrauensdebatte als Redner auf dere für die arbeitende Bevölkerung dieses Staates marschierten und sich in leidenschaftlicher Weise zu Verfechtern und Verteidigern der Verfassung auf 9 Uhr früh wieder mit der Beratung der Vorlage ja nicht anders zu erwarten war, stimmte die Wie es bei der augenblidlichen Konstellation warfen. über die Finanzgebarung der Selbst Mehrheit den Mißtrauensautrag mit 142 Stim- für uns niemals ein heiligtum; fie sollte es aber Die tschechoslowakische Verfassung war und ist verwaltungstörper begonnen. Die Beratung blieb allerdings in einer Debatte bei Para- presse über diesen„ Sieg" wäre aber höchst wir wurden, als die Verfassung gemacht wurde, nicht men gegen 105 nieder. Ein Jubel der Regierungsfür die sein, die sie geschaffen haben. graph 1 steden und mußte schließlich auf morgen unangebracht. Der Antrag hat mit dazu beige- gefragt; wir tragen für sie feine Verantworfich aus der Bestimmung der§§ 9 und 14, die für vertagt werden. Die Beratung der Steuerreform im Plenum wird Dienstag beginnen; für die Debatte sind nicht wettiger als 60 Stunden- pro Redner je eine Stunde vorgesehen. Am 12. Mai soll bereits die zweite Lesung vorgenommen und die Vorlage jodann noch an den Senateausschuß weitergeleitet werden. Am 13. Mai beginnt dann der vierzehnttägige Burgfrieden vor der Präsidententschl. Das Hauptinteresse der heutigen Sigung, die jonst wieder einge Ileinere Vorlagen und Immunitäten erledigte, konzentrierte sich auf die Ver** Die Tagesordnung der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses, die um drei Uhr nachmittags begann, umfaßte nicht weniger als 23 Punkte. Die Vorlage über den proviorischen Wälder. schuß, die sicher eine größere Debatte hervorgerufen hätte, wurde von der Tagesordnung abgejetzt, um die Abwickelung der übrigen Punkte zu ermöglichen. Zur Aufhebung der Beschlagnahme von Großzgrundbesitzen in der Slowakei, die überdies mit der Bodenreform nichts zu tun hat, sprach der tschechische Sozialdemokrat Bečko, der sehr nach drücklich gegen die Durchführung der Bodenreform in der Slowakei unter dem Regime der Hlinkapartei protestiert. Dem Senat wurde die Frist zur Verhand lung der Abänderungen zum Berggesetz um drei Monate verlängert. ergeben. hat Für uns find überhaupt Verfassungen bürgerlich kapitalistischer Staaten tein Gegenstand der Anbetung. Genosse Dr. Czech wendet sich nun der weitern Frage zu, ob das beschloffene Gesetz tatsächlich mit der Verfassung kollidiert oder nicht, und verweist auf den Minoritäten bericht, der die Verfassungs widrigkeit unter Anrufung der einschlägigen Verfaijungs und Gesetzesvorschriften in aller Klarheit dargelegt. Die Behauptung des Berichterstatters, wornad; das Wahlrecht auch noch das Erfordernis der ,, übrigen Bedingungen der Wahlord11 t g" aufstellt, die rechtliche Begründung für die Beseitigung des Soldatenwahlrechtes ergibt, ist durchaus unzutreffend. Selbst einer der zent Dr. Joachim, hat in einer Pressepolitik aus drücklich zugegeben: Schlaf zu rütteln und ihr ein richtiges Bild tragen, die gesamte Oeffentlichkeit aus dem ung. davon zu geben, weisen die heutige Regierungsmehrheit alles fähig ist; er hat damit seinen 3wed vollauf erreicht. Hoffentlich werden schon was Verfassungen und Verfassungsfragen sind, das juristischen Witarbeiter an der Verfaſſung, Herr Dodie Gemeindewahlen im Herbst untrüglich beweisen, daß die Mehrheit, die sich heute im Parlament noch das Vertrauen abstimmen lassen einmal jo lar und prägnant und padend aufgezeigt: lann, nicht mehr die Mehrheit des Volkes hinter sich hat, und dann wird auch die Zeit gekommen sein, um auch diese Regierung Svehla ihren Vorgängern nachzufchiden." * Die Aussichtslosigkeit“ unseres Antrages. Ferdinand Lassalle ,, Verfassungsfragen sind ursprünglich nicht Rechtsfragen, sondern Machtfragen. Die wirkliche Verfassung des Landes cristiert nur in den realen Machtverhältnissen, die in einem Lande bestehen. Geschriebene Verfassungen sind nur dann von Wert und Dauer, wenn sie der Ausdruck der wirklichen in der Gesellschaft bestehenden Macht. verhältnisse sind." Der Herr Berichterstatter meint, daß unsere Wir haben uns hinsichtlich des Wertes der ganze Aktion nicht so sehr der Sorge um die Unver- Verfassung niemals irgendwelchen Illusionen hinge leßlichkeit der Verfassung entspringe, als vielmehr geben. Troß alledem fällt es uns nicht im Traume politischen Erwägungen, und die deutschbürger ein, die Verfassung, deren Strenge wir in vollem fiche Regierungspresse sekundiert ihm, indem sie auf Maße zu tragen haben, einfach der Willkür der herr die völlige Aussichtslosigkeit und Wertschenden Klassen zu überantworten und uns ihrer im losigkeit unseres Antrags verweist. Demgegen Kampfe des Proletariats um die Macht im Staate über sei festgestellt, daß der politische Charafter nicht ebenfalls zu bedienen. unserer Rundgebung feinen Augenblid zweifelhaft gewesen ist; er liegt im Wesen dieser Aftion. ergibt sich auch die Aussichtslosigkeit der Aktion aus der gegenwärtigen Ronstellation von felbft. „ Aussichtslosigkeit" ist, solange die Regierungstoalition auf festen Grundlagen steht, zu neun Zehnteln das Schidjal jedes oppositionellen Schrittes. Gerade in diesem Falle können wir dies mit ganz besonderen Nußen tun und können der Arbeitertlasse aufzeigen, wie die kapitalistischen Parteien aller Nationen vor keinem Mittel zurüdschreden, wenn es gilt, ihre tachtpositionen in dem Augenblick noch fester zu verankern, in dem sie sich in ihrer Herrschaft bedroht fühlen. Das Goldatenwahlrecht. Der Regierungsantrag, der das Zettelbankgeset teilweise abandert und einen Be- Auch die deutschen und tschechischen Parteien, die sind von der ersten Stunde an für die Erteilung des Und nun zum Soldatenwahlrecht. Wir richt über die Verhandlungen zwischen dem Staat früher einmal der Opposition angehörten, haben wahlrechtes an attive Militärpersonen eingetreten. und der Nationalbant gibt, ruft gleichfalls eine während ihrer damaligen oppositionellen Wirksamkeit Die Soldaten bringen dem Staate durch Erfüllung turze Debatte hervor. Se reibich erklärt, daß in ganzen Zentnermengen Anträge pro- ihrer Dienstpflicht so schwere Opfer, daß die Erteider Vertrag mit der Nationalbaut eine weitere buziert, die ebenso wie unser Mißtrauensanirag Vergrößerung des entscheidenden Einflusses des lung des Wahlrechtes an sie und somit des Mitbe von Haus aus dem Tode geweiht waren. War Brivat- und Banffapitals auf das ganze Geld- nicht die im Dezember 1925 überreichte Minister selbstverständliches stimmungs und Kontrollrechtes im Staate als ein und Kreditwesen und damit auch auf den Staatsantlage, in deren Stopfe die Abgeordneten selbstverständliches Acquivalent er fredit bedeutet. Der Deutschnationale Dr. Rosche slinta, Dr. Spina, Dr. Luscha stol; paraachtet werden muß. erhält nachträglich von dem Referenten Matoubierten, gleichfalls zur Aussichtslosigkeit verurteilt, šef eine gute Zensur, weil er über die von Rašin geführte Wirtschaftspolitik sehr fachlich gesprochen habe. Dann kam der Kernpunkt der heutigen Tagesordnung, der Bericht des Juiativausschusses über den Mißtrauensantrag des Genoffen Dr. Czech. zur Verhandlung. da sie mangels eines Ministerverantwortlichkeitsgesetzes überhaupt nicht geamishandelt werden fonnte und daher schnurstrads in den Papierkorb wanderte? Doch das Kurioseste ist wohl, daß; genau dieselben Parteien, die sich heute über unsere angeblich demagogischen Aktionen sittlich entrüsten, noch vor Jahresfrist selbst einen Mißtrauensantrag gegen ihren jeßigen Regierungschef Švehla überreichten und daß zur Begründung dieses Antrages die heutigen zwei deutschen Minister Dr. Spina und Mayr- Harting neben fünf anderen Referent der Ausschußmehrheit war der ihrer Klubgenossen höchstpersönlich ausrückten, Tschechischtleritale taset; er wirft der Minderwodurch sie sich den schärfsten Tadel ihrer heuheit vor, daß für sie nicht Besorgnisse um die Vertigen tschechischen Regierungskollegen holten. fassung, sondern politische Gründe maßgebend seicu, und führt dann die bis zum Ueber- Uebrigens hat es mit der„ Aussichtslosig druß bekannten spisfindigen Argumente an, mit te it" von parlamentarischen Aktionen so sein eigenes denen die Kronjuristen. Der Koalition den Ver- Bewandnis. Am 16. März 1926 wurde nach drei fassungsbruch verschleiern wollen. tägiger Verhandlung die Abstimmung über den Mißtrauensantrag durchgeführt und die Ablehnung des Antrages mit 155 gegen 103 Stimmen festgestellt. Das Parlamentsprotokoll registriert, daß die Verlautbarung dieses Abstimmungsergebnisses von der Mehrheit mit großem Beifall aufgenommen wurde. Als Referent der Ausschußminderheit erſtattete Genosse Dr. Czech sodann ein mehr als einstündiges wirkungsvolles Referat, das wir nachfolgend im Auszug wieder geben: Und 24 Stunden darauf war dieselbe Regierung bereits eine veritable Leiche und weitere 24 Stunden darauf das Beamtenkabinett konstituiert! Dank der gütigen Unterstützung der Regierungspreffe aller Zungen hat unser Mißtrauensantrag den Gegenstand eingehendster politischer Erörterun Ich will damit nicht sagen, daß der damalige Sturz gen gebildet, die Oeffentlichkeit nach langer Zeit wie der Regierung durch den Mißtrauensantrag herbei. der einmal ordentlich aufgerüttelt und damit allein geführt wurde, dagegen aber den Regierungsparteien schon seinen Zwed erreicht. Da uns das Schidial in Erinnerung bringen, daß die Mathematit des Antrages keinen Augenblick zweifelhaft sein allein die Schicksale von Regierungen und Regierungssystemen fonnte, stimmt! nicht be= Aus den Soldaten durch Entziehung eines der wichtigsten staatsbürgerlichen Rechte einen Staatsbürger zweiter Güte machen zu wollen, das bedeutet einen schweren Rückfall in die militäristische Vorkriegsära. Darum sind wir immer für das Soldatenwahlrecht eingetreten und setzen uns gegen den Raub dieses Rechtes mit Entschiedenheit zur Wehr. Das Unerhörte aber ist, daß die deutschen Regierungsparteien bemüht sind, ihrem reaktionären Standpunkt ein nationales Mäntelchen umzuhängen und daß sie sich sogar zu Anklägern gegen jene deutschen Parteien aufwersen, die den Raub des Soldatenwahlrechtes bekämpfen. Sie selbst gaben in einem unbewachten Augenblick zu, daß es bei der Entziehung des Soldatenwahl rechtes den Tschechen vor allem darum zu tun sei, sich eine möglichst tschechisch eingestellte Armee zu sichern. Wörtlich schreibt die christlichsoziale„ Deutsche Presse": ,, Wenn heute das judetendeutsche Volt den Fall des Soldatenwahlrechtes begrüßt, wenn jeder vernünftige Tscheche aus an dern Gründen dafür stimmt, so ist d'es ein erfreuliches Zeichen einer fortschreitenden gesunden Entwicklung." ,, Es ist möglich, daß in den Bemühungen, die die Verfassung zum Gegenstande hatten, an unter geordnete, mehr formale Bedingungen, wie die Eintragung in die Wählerliste, gedacht wurde, aber es wurde das im Gesetze nicht ausgesprochen und maßgebend ist eben nur der Text des Gesetzes." In ähnlicher Weise, wenn auch mit andern Schlußfolgerungen äußert sich auch das christlich. foziale Zentralorgan: ,, Man könnte einwenden, daß die Abschaffung des Soldatentvahlrechtes zwar nicht dem Wortlaute, aber dem Geiste der Verfassung widerspricht. Darauf ist zu erwidern, daß jedes Gesetz- foll es nicht, wie Goethe sagt,„ Unsinn" werden mit dem Geiste der Gegenwart ausgefüllt werden muß. Selbst ein au sich gutes Gesetz kann sonst im Wandel der Zeiten zur Qual des Volkes wer den und aus Recht Unrecht machen. Werden denn nicht alle anderen Rechtszweige des Gesetzes mit dem Zeitgeist erfüllt?" Darauf ist einfach zu antworten, daß es wenn die Darlegungen der Deutschen Presse" richtig sein sollten nur darauf ankommt, was dem Zeitgeist entspricht und ob namentlich die wirtschaftliche und politische Reaktion des deutsch tschechischen Bürgerblocks dem„ Geiste der Gegenwart" und dem Landes entspricht. Willen der großen Mehrheit der Bevölkerung des Unsere Partei ist der festen Ueberzeugung, daß die deutsche christlichsoziale Partei wenn nicht schon in einem früheren Zeitpunkt so doch sicher bei den kommenden Wahlen einen Kursus über den Zeitgeist" erhalten wird, vor dem ihr Hören und Schen vergehen wird. Wenn ich übrigens die Wahl zwischen dem Text des Gesetzes oder dem Geiste des Gesetzes in christlich jozialer Interpretation habe, dann verzichte ich, ohne auch nur eine Sekunde zu schwanken, sofort auf den christlichen Geist und entscheide mich für den flaren Text des Gesetzes. Der Auftakt zu weiteren Wahlrechtsverschlechterungen. Mit dem Essen kommt der Appetit. Mit der Wahlrechtsnovelle des Jahres 1924 hat die Attade auf das allgemeine Wahlrecht begonnen, in der Be seitigung des Soldatenwahlrechtes, in der Hinaufsehung des Wahlalters und der Seßhaftigkeitsfrist sowie in der Einführung des Ernennungsrechtes für das Landtags und Bezirkswahlrecht ihre Steigerung gefunden und soll nun durch einen Frontalangriff auf das Gemeindewahlrecht ihre Krönung erhalten. Schon haben unzweideutige Erklärungen des Abg. Stramař und einer ganzen Reihe tschechischer und deutscher Abgeordneter die Verwirklichung dieser Absichten in die unmittelbare Nähe gerückt. Dies alles ist ein Signal an die Arbeiterschaft aller Nationen, an die ganze freiheitliche Deffentlichkeit, sich zum schärfsten Widerstand gegen das Wahlrechtsattentat der Regierung zu rüsten, für diesen Kampf alle verfügbaren Kräfte zu mobilisieren und dadurch die reaktionären Absichten der Regierung zunichte zu machen. Deutsche und Tschechen stürzen sich auf das Soldatenwahlrecht und bringen es jeder aus andern Gründen zu Fall und das soll ein Zeichen einer fortschreitenden gesunden Entwicklung" sein! In Wirklichkeit aber wurde das Soldatenwahlrecht von der deutschen und tschechischen Die Folgen des Bürgerblods. Bourgeoisie in vollster Einmütigkeit aus denselben, und zwar vornehmlich auch reatDoch der Raub des Soldatenwahlrechtes allein tionären Gründen beseitigt. Die deutschbür ist es nicht, der zur Einbringung des Mißtrauensgerlichen Parteien registrieren es allerdings als einen antrages führte. Seit nahezu einem Jahr hält der wollten und konnten wir von vornherein nichts großen Erfolg, wenn wie es in ihrer parlamen- deutsch- tschechische Bürgerblock das wirtschaftliche und tarischen Erklärung heißt dem Mißbrauch geanderes herbeiführen als die Rechtswidrigkeit steuert wird, der vielfach zur Beeinflussung der Ge- Schon die Wirtschaftskrise mit allen ihren BegleitBehind eben des Landes unter ſeinem Druck. des Vorgehens der Regierungsmehrheit plastisch meindewahlen im deutschen Gebiete getrieben wurde. erscheinungen haben die Lebenshaltung der arbeitenaufzuzeigen und den Widerstand der Bevölkerung Aber um diese Mißbräuche zu beseitigen, bedürfte es den Menschen auf das denkbar niedrigste Maß schier gegen ihre reaktionären Absichten zu mobilificnicht des Raubs des Soldatenwahlrechts, da die bloße bis zur Unerträglichkeit herabgedrückt. Wiederherstellung der ursprünglichen genügt der international organisierten Kapitalistenren. Das ist auch tatsächlich im vollen Maße aber auch in deutschen Regierungstreisen und ihrer Gemeindewahlordnung und die Verwei- klasse dieses Landes noch immer nicht, denn sie hat gelungen Presse findet man es befremdlich, daß deutsche ſung des Soldatenwahlrechtes an das frühere Domi- trotz des schwersten Notstandes der arbeitenden Beund gerne nehmen wir dafür die Jubelrufe der Re- Parteien für die Unverleßlichkeit der Verfassung il des Soldaten vollauf ausgereicht hätte, um der völkerung eine ganze Reihe verhängnisvoller Maß gierungspresse über unser schmähliches Fiasto, gerne eine Lanze brechen. Schon hat die Deutsche Land- skandalösen Verwendung tschechischer Soldaten als auch die persönlichen Anrempelungen in Stauf, die poſt" für die Antragsteller den Spiznamen der„ Ver- Wahlmilitär ein Ende zu machen. für einen Teil der tschechoslowakischen Journalistit faffungstreuen" geprägt und die christlichsoziale so charakteristisch sind. Presse jagt, daß sich kein Deutscher zum unentwegten Unsere Stellung zur Verfassung. Man tut im tschechisch- bürgerlichen Lager fürchterlich entrüstet darüber, daß just wir uns zu Verfechtern und Verteidigern der tschechoslowalischen Verfassung auswerfen, Gegen den Mißtrauensantrag wurde eine ganze Verteidiger der Verfassung aufwerfen sollte, denn Reihe von Einwendungen und Anwürfen erhoben, was immer er dann in der Zukunft sagen wird, man mit denen wir uns nun auseinandersetzen wollen. müßte ihm vorhalten, daß er selbst mit allen erdentDas, was sich die Deutschbürgerlichen als„ Erfolg" buchen, ist also in Wirklichkeit eine Schändung der Demokratic, cine politische Beraubung Hunderttausender von Soldaten, ein großzügigst angelegtes Täuschungsmanöver. nahmen getroffen, so die Wiedereinführung der Lebensmittelzölle, die Erhöhung der indirekten Abgaben und Spiritus-, 3udersteuer etc., durch die der gesamten Bevölferung der Brotkorb noch höher gehängt wurde. Sie hat dem Lande durch die Bewilligung eines Milliardenrüstungskredits nene schwere La ften aufgebürdet und durch die unmittelbar vor der Verabschiedung stehende Steuervorlage der Arbeiterschaft ganz unerträgliche Opfer auferlegt in einom Augenblid, in dem die Stenerlasten der besitzenden Klassen in so enormer Weise abgebürdet werden. Doch auch damit will sich der kapitalistische Bürgerblock nicht bescheiden und geht nun auch noch daran, an den Fundamenten der sozialen und jozialpolitischen Gefeßgebung zu rütteln, den Achtstundentag zu beseitigen, die Sozialversiche rung zu verschlechtern, die Arbeitslosenfürsorge weiter zu verderben, das Betriebsrätegeseß un= schädlich zu machen und die Arbeiterschaft und das Land in der sozialpolitischen Entwicklung um Jahrzehnte zurüdzuwerfen. Eine ähnliche Rüdentwicklung bereitet der deutsche- tschechische Bürgerblock auch auf polis tischem Gebiete vor. unter der gemischtnationalen Regierung das bis straute, weil sie in wirtschaftlichen] herige tschechische Regierungssystem auswirkt und Fragen absolut nichts Ieifte; sie fönne intensiver als bisher seinem Ziele zustrebt, aus zwar reaktionäre Gefeße verwirklichen, aber nicht dem Nationalitätenstaat einen fünstlichen Natio- bie elenden Verhältnisse verbessern, unter denen nalstaat zu machen. Die Deutschnationalen könn die Produktion und die breiten Volksmassen zu ten beim besten Willen nicht die Früchte erkennen, leiden haben. Wenn jetzt im Parlament eine zu die die neue politische Idee dem deutschen Volke fallsmehrheit gegen uns entscheidet, so ist das getragen hat. Unter keiner anderen Regierung schon nicht mehr die Mehrheit des wären aber die Wehrvorlagen, die Verwaltungs- Volkes. Die Abstimmung ist das Urteil der reform und die Steuerreform möglich gewesen. in ihrem Rechtsgefühl Verletzten und eine WarDurch diese Vorlagen hat die Regierung die Ver- nung für alle Zukunft. faffung verlegt und sich selbst außerhalb des gesetzten Rechtes gestellt. Mag auch das Miß irauensvotum abgelehnt werden, so hat es doch die Gelegenheit gegeben, die Verhältnisse aufzuzeigen, wie sie in Wirklichkeit liegen, und war deshalb willkommen, Stašek hält sodann unter ziemlichem Lärm das Schlußwort, das sich wieder in juristischen Tüfteleien erschöpft. Sodann wird, wie zu erwarten war, von der Mehrheit mit 142 gegen 105 Stimmen beschlossen, über das Mißtrauensvotum zur Tagesordnung überzugehen. demokratisch gewählt!" Aber auch Intel. lektuelle besuchten wir vielfach mit Erfolg. So be. zwangen wir die vielen Dutzende Stockwerke mit pfauchendem Atem aber leichten Gemüts." Wenn sich die wundervolle Schlagkraft einer Partei mit solcher Begeisterung der Arbeiter ver mählt, dann ist es begreiflich, daß die Angriffe der Reaktion an diesen Hindernissen elend zevschellen müssen. Genosse Ausobsty*. Mittwoch abends verschied in der Redaktion des Grazer Bruderblattes Arbeiterwille" der Redakteur Genosse Alois Ausobsky; cin Schlanganfall raffte ihn hinweg, als er eben mit der Abfassung eines Artikels über den Wahlsieg der Patel( dtsch. Nat. Soz.) erklärt, daß sich bis Partei beschäftigt war. Bis zum letzten Atemzug her an dem System, das früher auch die deutschen hat er so der Partei und der gesamten Arbeiter Regierungsparteien bekämpft haben, nichts geän Durch den Ausbau des militaristischen Systems, dert habe. Die Beseitigung des Soldatenwahlten Steuern bereits im Drud verteilt. Sie um angeschlossen hatte. Ausobsky, der im Feber 1863 Juzwischen wird die Vorlage über die direk flasse gedient, der er sich schon in jungen Jahren durch die Verlängerung der Militärdienstzeit soll rechtes ist nur ein Kapitel in der Verwirklichung faßt einen stattlichen Band von 479 Seiten und in Wien geboren wurde, war ursprünglich Stod die Herrschaft der kapitaliſtiſchen Bourgeoisie fest jener Absichten, welche die Verschlechterung aller enthält in der Begründung, eine Uebersicht über drechsler und organisierte mit Hueber, Reumann, veranfert, durch Aufrichtung einer auf die unbe- Bolfsrechte anstreben. Alle unsere Erfahrungen die Steuersysteme in den anderen Staaten. Eine Schrammel und anderen früh eitig die Gewerk schränkte Herrschaft der Bürokratie gestellten Ber- rechtfertigen es, daß wir auch gegenüber den er formelle Sigung, die für Samstag geplant war, schaftsbewegung der Drechsler. Später wurde er waltungsreform sowie durch Verschärfung der Bolineuten Rabinett Svehla im crustesten Mißtrauen um diese Vorlage, die die Nummer 1000 trägt. Geverfchaftsbeamter in Graz und sprang öfter zeigewalt des Staates das bürgerliche Re- verharren. gime gesichert, durch Verschlechterung und allverteilen zu fönnen, erübrigt sich nunmehr und als Ersaymann in der Redaktion des Arbeiter. mähliche Beseitigung des Wahlrechtes der Einfluß der Agrarier Dr. Stefanek, machte bezüglich der der Tagesordnung erledigt. Der einzige Redner der Mehrheitsparteien, es werden daher auch noch die restlichen Punkte wille" ein, wenn die leitenden Genossen wegen der Arbeiterklasse definitiv beseitigt werden. cines Artikels oder einer Rede eingesperrt waren. Verfassungsmäßigkeit der Soldatenwahlrechtsvor Der mittlerweile gegenstandslos gewordene Als die ersten Wahlen nach dem allgemeinen lage das interessante Geständnis, daß die Wis- Sandelsvertrag mit Desterreich, zu dem der Wahlrecht stattfanden, wurde er ins Abgeordneten senschaftler darüber verschiedener dritte Zusatzvertrag zur Genehmigung vorgelegt haus gewählt. 1912 tam er nach dem Wahlfieg Meinung seien, es gäbe überhaupt fein Ge- wird, gibt dem der Grazer Genossen als erster Sozialdemokrat in setz, das so flar wäre, daß es nur eindeutig aus Desterreich überhaupt als Vizebürgermeister in die gelegt werden fönnte. Unsere Verfassung sei viel Grazer Gemeindestube. In dieser Stellung hatte er während des Krieges und noch nach dem UmStadt Graz zu tragen. Nachdem die Partei die Halen( Kommunist)) erklärt, daß seine Partei Zum Schluß wird unter ziemlicher Inter- Bürgermeisterstelle in Gra; erobert hatte, blieb er Die Verfassung des Staates, die Geschäftsordnung zu einer bourgeoisen Regierung Vertrauen habe; eſſelosigkeit noch der Handelsvertrag mit der weiter geschäftsführender Stadtrat und arbeitete des Barlamentes, die Bodenreform, der Beamienie werde sich nicht mit der formalen Abstimmung Schweiz erledigt und sodann noch Immuni- unermüdlich als Redakteur des„ Arbeiterwille" und abbau, die Schulpolitik und die Sprachenverordnung begnügen, sondern die Einheitsfront des arbeiten tätsfälle vorgenommen. Um 10 Uhr abends wird auch in der politischen und gewerkschaftlichen Be den Boffes zur Beseitigung den Volkes zur Beseitigung des bürgerlichen die Sigung geschlossen. wegung. Mit seiner Witwe und fünf Kindern Regimes organisieren. trauert die gesamte Partei und die Arbeiterschaft Desterreichs an seiner Bahre. Dabei hat sich in den Verhältweffen der Min derheiten dieses Landes auch während des neuen deutsch- tschechischen Regimes nichts geändert; weit und breit ist von der schon so oft verhei Benen Besserung der Atmosphäre" nichts Greifbares zu spüren. Alle die frassen Uebelstände, die die heutigen deutschen Minister noch während der letzten Mißtrauensdebatte in so beredten Worten geschildert haben, bestehen auch heute noch ungeschwächt fort. jind um mit Herrn Justizminister Mahr- Harting zu sprechen auch heute noch weithin ragende Denkmale einer zielbewußten Unterdrückungspolitik, deren abstoßender Charakter nach der Auffassung des Herrn Justizministers noch dadurch gesteigert wird, daß sich die Gesetze in ihrer Ausdrucksweise und Begründung einer Verlogenheit schuldig machen, die eines Macchiavell würdig wäre. Nach wie vor besteht die Verfassung, die nach der Auffassung des Herrn Ju stizministers nahezu die Hälfte der Bevölkerung zu Bürgern zweiter Klasse macht; nach wie vor haben mir die parlamentarijche Geschäftsordnung, die, wie Herr Minister Professor Mayr Harting in der Mißtrauensdebatte barlegte, nicht bloß jede Opposition wehrlos macht, sondern auch durch ein erfünsteltes Sprachenrecht der Opposition jede sachliche Arbeit unmöglich untacht. Nach wie vor dient die Bodenreform, nad) Auffassung des Herrn Justizminis sters nicht etwa sozialpolitischen Zweden, sondern beschränkt sich im Wesen darauf, den Bodenbesitz wieder als Großgrundbesitz in den Händen meniger Bevorzugter des Staatsvoltes zu fonzentrieren, sic ist also um mit den Worten des Herrn Justiz ministers zu reden sozialer Volksbetrug und nationale Vergewaltigung. Nach mic vor bleibt, wie der Herr Justizminister meinte, der Betrug und das Verbrechen des Beam tenabbans bestehen, der darin besteht, daß er deutsche Beamte wahllos auf die Gasse wirft. Nach mie vor dient die Schulpolitik nach der Auffassung des Herrn Ministers nicht der Stultur, sondern dem Volksverrat und der Unkultur. Nach wie vor bleibt und zwar völlig unverändert- die Sprachenverordnung bestehen, die der Herr Justizminister heute selbst handhabt und die ihn in seiner damaligen Rede zum Ausruf veranlaßte: „ Einer Regierung, die für uns nur die tscheGenossen Schweichhart zu radikal, was die Opposition reaktionär" die Gelegenheit, die ganze Wirtschaftspolitik unse nenne, sei nur die Wiedergutmachung jener Fehrer Regierung einer scharfen Stritit zu unterzic- sturz die schwere Sorge um die Ernährung der ler, die damals geschehen seien. hen. Wir werden darauf noch zurückfommen. Nächste Sigung Dienstag, den 3. Mai um Pit( tsch. Soz.- Dem.) führt an, daß seine Partei der Regierung namentlich deshalb miß- hafb 10 Uhr vormittags. Tagesneuigkeiten. Der erste Mai. Don Diktor Hánek Stürme verstummten, Gewitter verzogen, Lüfte erfüllt mit Deilchenduft, Grasmück zirpt im Haine droben, Blütenknospen, Frühlingsluft! Ueber der Stadt erglänzt die Sonne, Liebesträume, Sehnsucht, Wonne, Lebensfreude, flüchtige Tage, Schönheitsräusche, vergessene plage! Tausendfarbig Kastanienalleen, Alle Dinge neu gesehen, Jedes Herz erobert bald Süßer Umsturz ohn Gemalt. Mai der Liebe, mai der 3arte, Bruderschaft weicht alles Harte, „ Tat ich weh dir? Sprich!- Derzeih! Handschlag, neue Freundschaft sei! Alle Pracht vom ganzen Jahr Trägt der grüne mai im Haar, Liebe jubelt, Sorgen weichen, Bruderfeiern, Händereichen! Aus dem Tschechischen aut. Uebersetzung von J. R. XXXX sind Schranken aufgerichtet zwischen dem geistigen und dem manuellen Arbeiter. Der 1. Mai aber follte sie vereinen in gemeinsamem Stolze, im gemeinsamen Willen zu neuen Siegen. Der Tag der Weltverbrüderung des Proletariats soll ein Tag der Verbrüderung auch zwischen den verschiedenen Schichten des Proletariats ein, er soll die Bürger einer neuen Welt ohne Unterschied des Rodes, den sie tragen, zu Stampf, Bekenntnis und Gelübde einigen. Die Trauerfeierlichkeiten finden Samstag nachmittags in Graz statt, worauf die Leiche sur Einäscherung nach Wien überführt wird. Die Blumenpracht von Liffe. Wenn man von Hollands Blumenfeldern spricht, die sich zwischen Haarlem und Leiden, weit in das Land hineingreifend, an die Dünen. fette der Nordsee schmiegen, so denkt der Fremde zuerst an das liebliche Haarlem. Dagegen ist Lisse, die Perle des Blumenlandes, fast nur in der engeren Heimat bekannt. Aber gerade Lisse ist e schönen Sonniagen im Frühjahr das Ziel von Hunderttausenden von Menschen, die mit EisenDer Geist des 24. April. bahn, Tampfstraßenbahn, Autobus, eng zujam mengepfercht, oder in gewaltigen RadfahrerAus dem Briefe eines Wiener Arbeiters. schwärmen und nicht enden wollenden Reihen Von dem prächtigen Geiste der Wiener Ar- von Autos aller Modelle hierher eilen. Amsterbeiter, der sie in der siegreichen Wahlschlacht gegen dam, Haag und Rotterdam, die drei größten die bürgerliche Einheitsfront beseelte, zeugen die Städte des Landes, führen hier alle, die unter der folgenden Stellen aus dem Schreiben eines Be winterlichen Einpferchung gelitten haben und sich triebsrates, das nach dem Wahltage an ein Mit- nach Licht, Sonne und fröhlichen Farben sehnen, glied unserer Prager Redaktion gerichtet wurde. zu einem ungezwungenen Frühlingsfeste zu Zuerst fommt eine treffende Kennzeichnung der bürgerlichen Geistesarmut bei der Wahlagitation. Der Genosse schreibt u. a.: choslowakische Sprachenverordnung kennt, bringen der 1. Mai und die geistigen Arbeiter.ieben unserer Wahlschlager auf ihre Art zu topic Nach wie besteht Regierungssystem, das trot" Auf raje por befoot has toniertifier Clemente vor dem 1. Mai einen großen und herrlichen sich nicht im mindesten geändert hat und das der Sica der Arbeiterklasse brachten, haben mit der Herr Justizminister damials als System der Gewalt der Zahlen bewiefen, daß der Sozialismus Oligarchie, Autonomic und Tyrannie in den Reihen der geistigen Arbeiter marschiert. bezeichnete. Nach wie vor haben wir die Regierung Die 120.000 neuen Wähler, die in Wien ihren Svehla vor uns, die der Herr Justizminister Stimmzettel für die Partei der Schaffenden abdamals als ,, die Regierung des bedingten Ehrenwortes" apostrophierte. So lautete die Anklage vor Jahres. frist von dieser Stelle herab aus dem Munde eines Mannes, der heute ein sagen wir- Machtfaktor in diesem Staate geworden ist und die Möglichkeit haben müßte oder sich hätte sichern müssen, irgend etwas an den von ihm so gegeißelten Verhältnissen und Weißständen zu ändern. Doch in Wirklichkeit ist alles beim alten geblieben und manches und vieles jogar beträchtlich schlimmer geworden. Bei dieser Sachlage bedürfte es wahrlich nicht erst des Rants des Soldatenwahlrechtes, um unseren Mißtrautusantrag zu begründen. Diejem System gegenüber, das für die Bevölkerung nur aalglatte, von Vollsfreundlichkeit triefende Worte und Verheißungen hat, das aber politisch nud wirtschaftlich realtionär bis auf die Knochen ift, gibt es nichts als schärfstes Mißtrauen und schonungslosesten, erbittertsten Rampf; ihm gegenüber gilt das Wort, das Ferdinand Lassalle dem Absolutismus zudachte: Rein Rompromiß, sondern den Daumen aufs Auge und die Knie auf die Ben". Lebhafter Beifall lohnte das Referat des Genossen Dr. Czech. Nach ihm sprach der Deutsch nationale Reibl, der konstatierte, daß sich auch gaben, sind ohne Zweifel zum großen Teil Kopfarbeiter, zum großen Teil auch wirkliche geistige Arbeiter, geistige Schöpfer neuer Werte. Der Aufruf, den 40 mutice Intellektuelle vor den Wahlen an die Wiener Bevölkerung richteten wird noch nach Jahr chnten als Dokument der eroken Wandgeistigen Arbeiter vollzogen hat. lung genannt werden, die sich in den Köpfen der Vor Jahrzehnten waren es wenige weiße Raben, die sich als geistige Arbeiter zur Sozialdemokratie befannten. In den feltensten Fällen stica ein Proletarier vom besißlosen, kulturlosen Arbeiter zum Intellektuellen auf und aus den Reiben des Bürgertums famen nur zögernd Intellektuelle zu der revolutionären Partei, die den Haß und den Hochmut der Herrschenden zu er tragen hatte. Scute licht hinter uns eine große Schövserische Periode des Sozialismus. in der er seine staatenbildende Kraft, feinen aufbauenden Geist erwiesen hat. Dem Bankrott des Kapitalismus steht gegenüber das große Hilfs- und Heilswerk, das der Sozialismus überall leistet, dem Stulturverfall des Bür ertums steht gegenüber der ungeheure fulturelle Aufstieg der proletarischen Masse, der Ratlosigkeit des Kapitalismus stehen gegenüber die flaren Programme so ialistischer Rukunftsarbeit. Für den geistigen Arbeiter, der sich seiner Mission bewußt ist. der sein Talent nicht nüßt, um der schlechten Sache zu dienen, muß es heute eine Lust sein, Sosialist zu sein. Und dennoch besteht noch immer eine Kluft, sammen. „ Die Wiener Luft ist heute noch vom Wahl fieberbazillus" übervoll, fein anderes Gesprächs thema ist möglich, wohin man auch kommt, Haus nummern und Blanken, Plastersteine und Dachfirste schreien einem Wahlschlagworte ins Gesicht. Be Schönheit und Erhabenheit der wieder erwachenherrscht ist aber das ganze Stadtbild vor allem von und für den sozialdemokratischen Stimmzettel. ein gewaltiger Feuerbrand aus Urzeiten unserer Es den Natur. Hier glüht ein Feld tiefdunkelrot wic ist fabelhaft, was diesmal die Partei an Propaalten Mutter Erde. Dort wieder labt uns ein ganda geleistet hat. Den Bürgerlichen ver ging der Atem. Ihre einzige Stunst war die, ganz dunkles Blau wie flarer Nachthimmel in tenenloser Winternacht. Wieder an anderer ren und das hat dann dementsprechend ausgesehen! Stelle jubelt heiteres Gelb in die sonnige Luft fat, und wenn aran noch so objektib darnach ſuchen Frühling mutet eine gewaltige Pflanzung weißer Nicht ein einziges halbwegs sinnreiches Wahlpla- hinein, und wie ein vergessenes Schneefeld im wollte! Da war ein Aufruf, in dem die Sansbe yazinthen an. Die sanften Farbentöne der Tuljizer erklärten, alles in der Welt wäre ihnen pen sind wahre Züchtungswunder. Den westlichen wünschenswert, nur nicht die Aufhebung des Mie orizont aber, grenzen vielfach die hohen, teilterschußzes!... Ein anderes Plakat zeigt ein weise baumbestandenen Dünenfetten wie ein fer. rotes Meer im Sturm. Es symbolisiert die Breit- nes Gewitter ab. ner- Steuern. Darinnen versinkt die ganze Welt: Inmitten dieser Pracht liegt Lisse, an seinem Geschäftsleute, Intellektuelle, Angestellte, Arbeiter schlanken Kirchturm schon von weitem fenntlich, --Mitten drin ein weißer Rettungsring, auf flirgt dieses Wort zunächst befremdend, aber die dem„ Einheitsliste" steht. Auf dem Rettungsring Blumenzucht ist hier längst zu einer Induſtrie postiert ein blonder Germane, der die Fahne der geworden, die viele Tausende von Menschen ers Republik hochhält. Er stiert in den blauen Himmel hinein, anstatt daß er wenigstens einen der nährt. Von hier aus wandern die wertvollen Bluarmen Ertrinkenden die Hand zur Rettung böte. menzwiebeln in fast alle Kulturländer der Erde, - Gin anderes stark verbreitetes Plakat: Ein Staund jede Ausfuhrerschwerung trifft die fleißigen mel, darunter. steht„ ch wähle noch rot". Und son eine gewissenhafte und hingebungsvolle, daBewohner dieser Strecken, die während der Saidantit waren tatsächlich die Wahlschlager der Ein- bei keineswegs leichte Arbeit für ihre Pfleglinge, heitsliftler so ziemlich zu Ende. Daneben die Blumen, verrichten, hart. Nur die wenigsten unsere Platate mit hunderten Argu. der besonders an den großen Feiertagen hierher menten, eines schlagender wie das eilenden Hunderttausenden von Fremden gedenken Gewiß beginnen die Blumenfelder bald hinter Haarlem und dehnen sich fast bis vor die Tore der alten Festung Leiden aus. Wie mit dem Lineal sind die Felder eingeteilt, und Hyazinthen, Tulpen und Narzissen singen den trunkenen Augen durch ihre reiche Farbenpracht schönheitsein stilles, aber desto eindringlicheres Lied auf die andere." Und nun eine Schilderung des letzten Rin- ganze Bracht nicht vorhanden sein würde. An der zahllosen arbeitsamen Hände, ohne die diese gens um die Wähler: solchen Tagen ist der Fremdenverkehr so über,, Meine gestrige Tätigkeit war so wie vor drei wältigend, daß man sich noch längst nicht geni Jahren, die eines Schwerarbeiters. Ich habe mich gend darauf eingestellt hat. Namentlich der Fußfreiwillig als Schlepper" zur Verfügung gestellt gänger wird auf den häufig engen Landstraßen und zwar dort wo es gewöhnlich am meisten an wischen Feldern, wo Autos und Fahrräder Kräften mangelt: In der inneren Stadt. Durcheinanderquirlen, schüßende Fußwege und Jedenfalls habe ich mir damit das interessanteste zum Rasten einladende Bänke vermissen. Dennoch und auch unterhaltendste Tätigkeitsgebiet ausge ist der Anblid von Liffes Frühlingsblumenschmud sucht. Auch da konnte ich mich persönlich über ein Erlebnis, das über manches Beschwerliche mit einen schönen Fortschritt überzeugen: Die gutem Sumor hinweggehen läßt. So vergänglich Dienstmädchen, bei denen wir vor vier diese ganze bunte Pracht auch sein mag, so einJahren noch schwere Arbeit hatten, zigartig ist sic doch, und wenn der Niederländer wählten diesmal schon fast durch wegs stolz von Holland op zijn Mooist"( Holland im rot. Und besonders hübsch war das bei einem lieblichen Gewande) beim Gedenken an Lisse und Mädel, die vor ihrer Gnädigen" erklärte: seinen Blumenprunk denkt, so kann man ihm un,, Selbstverständlich habe ich sozial eingeschränkt zustimmen. Bgm. Samstag, 30. April 1927. Der Arbeitstag. Bon Karl Marg. Seite 7. Im Segelfing von der Zugspike. Der Flieger Ubeth ist gestern vom Abhange. des Schnecfernerkopfes auf der Zugspitze um 10 Uhr 33 mi nuten vormittag mit dem Alpenjegler Münchener Illustrierte" gestartet und hat, obwohl der Interparlamentarische Union. Geftem torm toas fand im Parlament eine Plenarversammlung ber Interparlamentarischen Union statt, an der in Bertretung unseres Rubs die Genoffen Dr. Czech und Dr. Heller teilnahmen. Gen. Dr. Heller brachte einen Antrag ein, worin das Präsidium aufgefordert Was ist ein Arbeitstag? Wie groß ist die Schraute des Arbeitstages, bestimmt umgekehrt Aufwind fehlte, mehrere prächtige Kurven über wird, in Ausfühung des Beschlusses des Kopen Beit, während deren das Kapital die Arbeitskraft, die größte, täglich mögliche Berausgabung der Ar- dem Startplatz und über dem pensee ausge hagener Kongresses vom Jahre 1923 megen der Ein- deren Tageswert es zahlt, konsumieren darf? Wie beitstraft, wie frankhaft, gewaltsam und peinlich führt. Sodann steuerte er in der Richtung Ehr fetung paritätischer Kommissionen zur weit fann deren Arbeitstag verlängert werden auch immer die Schranke für die Rastzeit des Arwald( Tirol), wo er nach mehreren Schleifen und friedlichen Lösung der Streitfragen zwischen den Na- über die zur Reproduktion der Arbeitskraft selbst beiters. Das Kapital fragt nicht nach der Lebens- einem 25 Minuten dauernden Flug glatt auf einer tioner an die Regierung und die parfantentarischen. notwendige Abeitszeit? Auf diese Fragen antwor- dauer der Arbeitskraft. Was es interessiert, ist ein Wiese landete. Die Ueberfliegung der Zugspite Subs heranzutreten und namentlich Tettere au er- tet das Kapital: Der Arbeitstag zählt täglich volle sig und allein das Maximum von Arbeitskraft, das durch deth wird in der sportlasen Welt als fuchen, einen Antrag auf Einsetzung solcher paritä 24 Stunden nach Abzug der wenigen Ruhestunden, in einem Arbeiter flüffig gemacht werden fann. großes Ereignis angesehen. tischer Kommissionen bis spätestens zum Ende der ohne die die Arbeitstraft ihren rneuerten Dienst Es erreicht dies Ziel durch Verkürzung der Dauer Frühjahrssession ihre Zustimmung zu erteilen. Die absolut versagt. Es versteht sich zunächst von selbst, der Arbeitskraft, wie ein habaieriger Landwirt ge gefehrie Gustav Barth, Bäder in Fleißen, unterMordversuch. Der kürzlich vom Militär heimfem Antrage opponierten die tschechischen Parteien daß der Arbeiter seinen ganzen Lebenstag hindurchsteigerten Bodenertrag durch Beraubung der Bo hielt mit Theodora Wunderlich in Landwüst ein und verlangten, daß vor der definitiven Stellung nichts ist außer Arbeitskraft, daß daher alle seine denfruchtbarkeit erreicht. nahme vorerst eine Umfrage bei den einzelnen Klubs disponible Zeit von natur- und rechtswegen startzufinden hätte. An der Debatte beteiligten sich Arbeitszeit ist, also der Selbstverwertung Produktion von Wehrwert, Einsaugung von Die fapitalistische Produktion, die wesentlich Liebesverhältnis, welches das Mädchen löfte. Barth lauerte nun dent Mädchen im Walde auf me neben den Genossen Dr. Heller und Dr. Czech die des Kapitals angehört. Zeit zu menschlicher Bil Mehrarbeit ist, produziert also mit der Verlänge. wirgte es so lange ant Halfe, bis es bewußtlos Tiegen sschechischen Genossen Tomasef, Winter ind Stivin dung, zu geistiger Entwicklung, zur Erfüllung so- rung des Arbeitstages nich nur die Verfümme blieb. Barth hiel: das Mädchen für to: und entomte eine Reihe von bürgerlichen Parlamentsmitialer Funktionen, zu geselligem Verkehr, zum rung der menschlichen Arbeitstraft, die ihrer nor- fernte sich. Als das Mädchen nach längerer Bewußt gliedern, die durchwegs ihrons grundsäßlichen Be- freien Spiel der physischen und geistigen Kräfte, malen, moralischen und physischen Entwicklungslosigkeit erivadite, schleppe es sich mühsam nach denken gegen das Meritum des Autrages Ausdrud selbst die Feierzeit des Sonntags- und wäre es und Betätigungsbedingungen beraubt wird. Sie Danse. Die Verletzungen des Mädchen sind schwere. gaben. Schließlich kam der Beschluß zustande, daß im Lande der Sabbatheiligen reiner Firlefanz! produziert die vorzeitige Erschöpfung und Abis- Barth würde verhaftet und dem Kreisgerichte Eger über den Antrag Dr. Heller erst in einer nach- Aber in seinemt maßlos blinden Trich, seinem tung der Arbeitskraft selbst. Sie verlängert die Inuf von sechs Wochen einzubemufenden neuerlichen Werwolfsheißhunger nach Mehrarbeit überrenni Produktionszeit des Arbeiters während eines ge- Ein dreister Juwelenraub. In den Uhren- und Tagung des Plenums der Interparlamentarischen das Kapital nicht nur die moralischen, sondern gebenen Termins durch Verkürzung seiner Lebens Juwelengeschäft von Andreas Huber in Berlin nnion zu beraten und bis dahin die Aeußerung auch die rein physischen Mazimalschranken des zeit. unternahm am Mittwoch nachmittag zwischen 3 und sämtlicher parlamentarischen Slubs über ihre Stel. Arbeitstages.. Es usurpiert die Zeit für Wachsium, Der Wert. der Arbeitskraft schließt aber den 4 Uhr ein vornehm auftretender Herr, der sich als lungnahme zu dem Antrage einzuholen sei." Entwicklung und gesunde Erhaltung des Körpers. Wert der Waren ein, die zur Reproduktion oder Graf ausgab, einen dreisten Raubversuch. Er freier Luft und Sonnenlicht. Es fuickert ab an der find. Wenn also die naturwidrige Verlängerung für Geschenkzwede zu laufen. Als er feine Wahl Es raubt die Zeit, erheischt zum Verzehr von zur Fortpflanzung der Arbeiterklasse erheischt wünschte eine Uhr im Werte von etwa 2000 Mark Mahlzeit und einverleibt sie womöglich dem Pro- des Arbeitstages, die das Kapital in feinent maßgetreffen hatte, bat er die Verkäuferin, das wert duktionsprozeß selbst, so daß dem Arbeiter als blo- lofen Trieb anstrebt, die Lebensverio der ein volle tid der Kaufpreis sollte 2100 Mark be Bem Produktionsmittel Speisen zugefeht werden, zelnen Arbeiter und damit die Dauer ihrer Artragen in einen Briefumschlag zu legen, um es Talg oder Del. Den gesunden Schlaf zur Samm das Eingehen größerer Verschleißkoſten in die Re- versuchte er, den Umschlag mit der Uhr als Zuhal wie dem Dampftessel Stohle und der Maschinerie beitskraft verkürzt, wird rascherer Erfaß nötig, also vorläufig auf furze Zeit aufzubewahren. Gleichzeitig lung. Erneuerung und Erfrischung der Lebens produktion der Arbeitskraft, gau; wie der täglich gegen einen anderen umzutauschen und ergriff mit traft reduziert es auf soviel Stunden Erstarrung, zu reproduzierende Wertteil einer Maschine um der Bente die Flucht. Die Verkäuferin eilte jedoch als die Wiederbelebung eines abfolut erschöpften fo größer ist, je raicher fie verschleißt. Das Sapital susammen mit einem Angestellten des Geschäftes dem Organismus unentbehrlich macht. Stait, daß die scheint daher durch sein eigenes Interesse auf Flüchtling nach, der auf einen Autobus gesprungen normale Erhaltung der Arbeitskraft hier die einen Normalarbeitstag hingewiesen. war. Hier fonnte der Räuber jedoch festgenommen xxxxx und in das bestohlene Geschäft zurückgebracht werden, wo er von der Polizei in Empfang genommen wurde. Der Prozek Gajdas gegen den Major Kratochvil und den früheren Diener Gajdas Solow iew soll nach einer Meldung der„ Nar. Pol." wieder aufgenommen werden. Der Verteidiger beider Angeklagten, Dr. Bouček, hat Berufung gegen das Urteil eingelegt und eine Reihe von gegen das Urteil eingelegt und eine Reihe von neuen, Gajda belastenden Dokumenten angeboten, Jene Dokumente, deren Ueberlassung an das Be girtstericht im ersten Prozesse abgelehnt wurde, sollen auf Wunsch dem Gerichte übergeben werden. Weiterhin erklärt sich Dr. Bouček bereit, den Beweis für die Unglaubwürdigkeit einiger von Gajda geführter Zeugen antreten zu wollen. Dem Antrag Dr. Boučeks foll entsprochen und die Aften an das Bezirksgericht zurückgestellt werden. Der neue Prozeß fann allerdings erst nach Schluß XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX gu geschehen könnte. XXXXXXXX eingeliefert. vor Reisen nach Italien. Folgender Aufsatz ist der ArbeiterZeitung" entnommen und stammt aus der Feder des Genossen. Ellenbogen. Einen Satz aus diesem Artikel müssen wir unforen Lesern allerdings mit Rudjicht auf die tschechoslowakische Zensur unterjchlagen. mittags mit durchschnittener Kehle und Pulsadern| Röhren in die Stadt Reykjavik zu leiten und auf in einer flachen Grube verscharrt aufgefunden. diese Weise eine natürliche Zentralheizung zu schaf Der Täter iſt ein Ausländer, der einen gefälsch Außerdem war das Gesicht der Toten mit Lysol über- fen. Die Quellen liefern im Jahr ungefähr zehnten az bei sich trug. Seine Persönlichkeit muß erſt der Gerichtsferien im Herbst stattfinden. schüttet und dadurch völlig entſtellt. Der Wordver- Williarden Liter Heißwasser. Während der sechs bis noch feſtgeſtellt werden. Eine wadere Tat. Mittwoch fiel bei Nera acht lenkte sich sofort auf eine ebenfalls in Steinach: stündigen Ueberführungsdauer wird sich das Was to wit ein etwa dreijähriges Knäblein bed wohnende Frau Orch, die seit längerer Zeit fer voraussichtlich im 20 Grad abfühlen, so daß es Warnung in die Hochwasser führende Elbe und wurde sofort mit dem Mann der Getöteten ein Liebsverhältnis immer noch heiß genug ist, um auch während sehr von den Wellen ergriffen und fortgetrieben. unterhielt. Das Liebespaar hatte gemeinsam den felter Tage in besonders kalter Wintern eine genü Durch das Lärmen der Augenzeugen dieses Un- Plan ausgehecht. Am Donnerstag früh um 1 Uhr gende Heizung zu ermöglichen. Von größter Beden glücksfalles wurde auch Genosse Rudolf erstattete der Wann der Eumordeteu die Anzeige beitung wird diese Anlage auch für die Verpflegung Simon herbeigerufen, der als Beamter des der Polizei, daß er seine Frau vermisse. Sahr rasch der Bewohner werden, denn es können durch die heiBaubüros der Großeinkaufsgesells fonnte festgestellt werden, daß die Vermiste mit Ben Röhren gewaltige Gewächshäuser geheizt werden, schaft bei den Adaptierungsarbeiten an den Ne- Frau Orch zum Morcheljuchen in die Vermißte mit in denen es möglich sein wird, das bisher schlende ratowißer Nähvmittelwerfen beschäftigt ist, in des- war, wo beide Frauen noch zusammen gesehen wur. Gemüse auf diesem iufruchtbaren Lande zu erzeugen, sen Nähe sich das Unglüd abspielte. Rasch ent- den. Nach anfänglichem Leugnen gab die Verhaficte und zwar in Massen und zu sohr billigen Preisen, schlossen sprang Genosse Simon, ohne vorher die Tat zu, zumal auch das Stüchenmesser, mit dem denn die Heizung für die Gewächshäuser ist ja völlig auch nur die Kleider abzuwerfen, in Frau Kempa ermordet wurde, der Frau Orch gehört. kostenlos. Die Westen der Heizung werden nämlich den reißenden, kalten Strom und es gelang ihm, Auch der Ehemann der Ermordeten wurde verhaftet. bereits vollständig von der Bevölkerung getragen, bic mirklich unter vieler Mühe, das Kind zu retten. Zentralheizung einer ganzen Stadt durch vulkant. Durch diese Art der Heizung billiger thre Stuben Diese wackere Tat verdient umsomehr der Erwäh- sche Kräjic. Reykjavil, die Hauptstad: Islands, warm erhält, als es jemals durch Kohlen und Holz nung, als Genosse Simon erst vor vierzehn Tagen wird voraussichtlich in furzer Zeit eine Heizung er sich einer Blinddarmoperation unterzogen hatte. halten, wie sie keine andere Stadt der Welt aufzu Unfall des Paris- Prager Schnellzuges. Wel Opfer ihres Berufes. Eine Assistentin weisen hat. Es werden hier die durch vulkanische bungen aus Straßburg zufolge kam es dort zu des Fleckfieberforschers Dr. Kuczynski vom Kräfte erzeugten heißen Quellen Islands dazu vereinem Zusammenstoß zwischen einer Verschubgar Pathologischen Institut der Berliner Charite, der wendet, für ganz Reyljavif eine Zentralheizung fünf Neifende leichte Verlegungen, fonn nitur und dem Pariser Expreßzuge. Siebei erlitten selbst an led fiebererkrankung in Lem- schaffen. Island ist bekanntlich durch die große Anbera darniederliegt, hatte sich beim Deffnen einer zahl seiner Vulkane es gibt hier 29 Bulkane, darten jedoch ihre Reise fortsetzen. Ampulle, die Dr. Kuczynski von seiner For- unter 7 noch tätige-- und seiner heißen Quellen Nähe von Stielce( Polen) war dieser Tage SchauDas Gefängnis zum„ Veiligen Kreug" in der schungsreise nach Berfin oeschickt hatte, a nt in ausgezeichnet. Die berühmtesten unter ihnen sind die plas blutiger Vorgänge. Fünf Schwerverger verlegt. Nach der angeblichen Ansteckungs- Geiser, in denen die heiße Wassersäule bis in eine brecher, denen es gelang, aus der Zelle zu ent zeit von zehn Tagen erfrankte sie und ist nun Söhe von mehr als 30 Meter steigt. Das Wasser hat fommen, verbarriladierten sich, da die Flucht aus unter Erscheinungen des Fleckficbers gestor- hier in der erreichbaren Tiefe des Kanals eine Tem- dem Gefängnis mißglückte, in der Wohnung eines ben. peratur von 127 Grad. Neben diesen berühmten bei Aufichers. Es entspann sich hierauf eine längere Die Prager Straßenbahn am 1. Mai. Wie Ben Quellen gibt es noch eine große Anzahl ande- Schießerei zwischen den Verbrechern und der wir bereits gemeldet haben, haben die Organisa- rer, die sich in der Nähe von Reykjavik befinden mit Wache, wobei ein Aufseher getötet und einer tionen der Pracer Straßenbahner beschlossen, den einer Temperatur von über 100 Grad. Ein gewaltider Banditen verletzt wurde. Nachdem sich die Ver1. Mai durch Arbeitsruhe zu feiern. Der Berger technischer Plan ist von dem Minister Thorlation brecher eine ganze Stunde gehalten hatten, er waltungsrat der Prager Straßenbahn jedoch, dem ausgearbeitet worden, um diese heißen Quellen durch gaben sie sich. vont reaffionären Eisenbahnministerium angedroht wurde, es werde in diesem Falle einen Regierungskommissär einsetzen, der den Verkehr am 1. Mai erzwingen werde, hat den Beschluß gefaßt, vormittags den Verfehr einzustellen, jedoch nach mittags um 2 Uhr in ge: sohntem Umfang wieder fahren. Die Straßenbahner jedoch halten an ihrem Beschluß fest und sind unentivegt ent schlossen, den 1. Mai durch vollkommene Arbeitsruhe zu feiern. In einer Kundmachung erklären die Vertreter der Organisationen, auf ihrem ursprünglichen Standpunkt zu beharren, der in der geheimen Abstimmung von 90 Prozent der Straßenbahner gutgeheißen worden ist, und fordern zur ganztägigen Arbeitsruhe am 1. Mai auf. Freitag und Samstag finden große Versammlungen der Prager Straßenbahner statt, in denen über 10: Stonzert Smetana:: Meine Seimat. 16.30: Wie Bran. die ganze Angelegenheit berichtet werden wird. 17: Nachmittagstonzert. 1. Basler: Unfere goldene Republik. 2. Nedbal: Der faule Sans 3. Fibich: Poem. 4. boint: Milch für die Säuglinge der Arbeitslosen in Sumoreste. 5. Smetana: Die verlaufte Braut 6 Bacfar: Slowakischer Tanz. 18: Deutsche Sendung. Marie Wien. Die Ninder der Arbeitsinjen erhalten von Reimann( Gesang). 1. Mozart: Stonzertarte. nun an die Aktion ist vorläufia für sechs Mo- Wolf: Lieder 3. Reger: Wiegenlied. 4. Sumperdind: Die Perche. 19: Nonzert. 1. Stwoch: Liod. 2. Dvoral: Der nate gedacht, wird aber sicher ausgedehnt werden, Bauer, ein Schelm. Duverture 8. Broben aus tschechischer bis bessere Verhältnisse eintreten- von der Ge- Sozialvefie. 4. Guretana: Swei Witwen". 20.15: Sürſpiel. Die Antiquitätensammlerin von Bil- Kunsticky. 21: Wilt meinde Wien eine Nahrungszubuke in der Form fartonsert. 22. Wie Prag. Preßburg, 300. 11: militärfonzert. 12: Stonzert. manu. 16.05: Bunter Jun. 17.30: aointianstongeri von Milch. Und zwar die Säualinae bis zu sechs 1. fchaitowftii: Das war im Frühling. 2. Glazunod: as 19.30 Gefchichte id Entmidlung des Briefes. 20: Sturm" Monaten einen halben Liter, von einem halben sich bes Tronbobouts. 3. Sandel: Sonate für Oboe. vont hatefpeare. Tonsmusif. gangenberg, 469. 9: Morgenfeier, 11: Sine Biertel bis zu einem Jahr einen ganzen Liter Milch täg- faifoiffi: uriner die Zehnsuot rennt.#impinene. 5. Bopper: Orientalische Serenade. 6. Rozfosnh: Notturno. Stunde über Goethe. 12.30: Sternfmau int ini. 13: Mando lich. Damit werden die ärmsten Frauen von einer 16.30: Tie Brag. 17: Schallplattenmufif. 17.30: Landwirtinentongeri. 16: Smafanellvertfampf. 17: Seitere Dialefi fchaftlicher Vortrag. 17.15: Bortring. 18: Seongert. 1. Sachs: de. 17.10: Was ist ein Suitwert? 18: efen ber schweren Sorge befreit. Die Gemeinde Wien hat Concertino. 2. Malat: Als wir Abschied nahmen. 3. Weher: difmen ufif. 20: Borfampt. 21;„ Die lustigen Weiber mit einigen großen Molkereien und dem Arbeiter turbante e Rondo Ongareffe. 1. Temmerfomann: Cavating. von Windsor." Oper von Nicolat. Lamamuſir. 5. Benol: Die Sterne. Chvala: D, wie schön bift but. Lonsumverein einen Vertrag abgeschlossen, daß an inbria): Die welle Blume. 19: ic Prag. 21.10: Bic Die neueiten Fortfahritte in Phyfir mub eanif. 11.30: Frauen, die sich mit Anweisungen der Mutter Brünn. 22: Wie Brag Stafchau, 1870. 19.30: Babaf: Stulturarbeit der Arbeiter. Der meuf im Stampf und Lichce viel. 12: Sammermufit. gegenwärtigen Italien invisch. Was dem genannberatungsstellen ausweisen, tostenlos das be- 20: Konzert. 1. Smetana: Arie aus„ Die Teufelswand" 15: Fußballspiel. 19: Lebenslauf und Lebensdauer. 19.30: len Herrn vassiert ist, kann jeden Tag jedem ananierta: zieder. 3. Rubinstein: Gtube four. 4. Raff: Briede und Bölkerbund. 20.15: Chorkonzert 22.30: zberu Italienreisenden genau ebenso oder stimmte Maß Milch ausgefolat wird. Die Nebenbuhlerin ermordet. Die 42. Jahre alte aus Traviata". 7. Smetana: Arie aus„ Dalibor". München, 536. 11: Godenſpiel. 12: Sommermusir fogar noch ärger geschehen. Es ist wicht. alle 0. Framl: Liebeserklärung. Sarburger: Fuge ind Allegro. Bindemith: Streichquartett. Fremden vor dem Betreten Italiens Shefrau Emilie des Straßenwärters Steam pa aus S. Jolinet: Im Frühling, 17.30: Edrammel Teraeft. 19:" Aida", Oper bou Berdi. zu warnen, wenn sie nicht Leib und Leben Steinbeck bei Wriezen( Prov. Brandenburg) wurde 10. ibi: am Abend. 11. Slowakische Lieber. 21.30: Schan 1.30: Opernpoantalien. 17 eblon plattenmufif. Budapest, 556 9.15: Schönheitspflege. 10: Gottesdienst. Stuttgart, 380, 11.30: Worgenfeier. 13.10: Schall Freiheit, Hab und Gut vistieren wollent. am Mittwoch) in dem benachbarten Leuenberger Forst 12: Bollstümliches Orcheſterfongert. 13.15: Landwirtschaft platiemansit. 15.30: Suntecingelmann. 18.10; Liebe. 18.35: Ermordet. Die Leiche wurde am Donnerstag vor- licher Bertrag. 16; svindermärchen. 16.45; Leichte Dreier Schillerfeler. 20: Bunter Abeno. Rundfunk für Alle! mifif. 18.20: Gurlovies lanbob Luftspiel von geresen 21: Sport. 21.20: Sigeunermufif. 23: Zanzi Daventry, 1600. 15.30: eyes Drchefterfongeri. 20: Gottesaient 21.50: Stonzert. Disser Tage erschien bei mir ein Mann, der so wie viele andre Länder auch Jialien bereist hat; ein Mann, der von seinen Renten lebt, po litisch gar nicht orientiert ist, ein Schriftsteller ung erfolgreicher Erfinder, wenn man ihm überhaupt irgendeinen Beruf zumessen fann. Er hielt fidh längere Zeit in Genua auf, wo er mit einer hervorragenden Persönlichkeit der wissenschaftlichen Welt bekannt und befreundet wurde. und' chrieb dort über Aufforderung dieses Gelehrten sowie eines Mitgliedes des Muffolinischen Stabinetts ein Gutachten über die Lebensmittelteuerung in ta lien und die Mittel zu ihrer Abhilfe, eine Arbeit. die ihm lebhafte Anerkennung von dem genannten Miniſter für Volkswirtschaft, ferner dem Unter staatssekretär für Marine und andern Leuten der wiſſenſchaftlichen Welt eintrug. Der Mann war also offenbar politisch ganz ungefährlich und unverdächtis. Von Genua begab er sich nun nach Rom, um seine Studien in den dortigen Biblio. thefen fortzufchen. Einige Tage nach seiner Anfunft wurde er von der fascistischen Quästur er griffen, nach furzem Verhör ohne irgendeine An flage in den Arrest gesteckt und dor: fünf Monate mit acht Perfonen zusammen, unter ihnen Räuber, Diebe. Wörder, Päderasten und Leute ähnlichen Stalibers, gefangen gehalten. Er mußte es dort ansehen, wie einige dieser Eingeferterten 21 Tage auf einem cifernen Bett unbeweglich gefeifelt gehalten wurden, in deisen Mitte sich ein Loch befand, durch das die Unglücklichen ihre Notdurit verrichten mußten. Siebzehn Perfonen sind nach feinen AnKönigswunerhausen. 1250. 9: Hebertragung von Bertin, aaben so gefesselt achalten worden, vier davon Stimme der Erde". a) Wiegenlied; b) Stimme der Naat. 151. Morgenicier. 11.30: Der at it aclommen. 18.10 find gestorben, viele schwer trans acworden, da 5. Jeremias: Medynia Glogonoffa. 6. Spilta: Die Sochzeit. Stunde der gebenden, 11.30; 2irifmaftspolitische Probleme 7. Gersbth: seubla ban. 20 40: Res. 21.10: Wie in der Briefmarfenfunde. 15: 2oritren und Zorfull. fie den Gebrauch der Arme und Beine beinahe richten des Krekbüros. Uebersicht der Zagesercigniffe. Sport crite Walpurgisnant", vallade von Mendelssohn. 21.30: verloren haben. Nach Beendigung dieser Tortur wurde er ohne weitere Formalitäten an die Grenze nachrichten. 22.15: Theaternachrichten bracht und aus dem Lande geiagt. Vorher wurde ihm seine gesamte Korresponden; weg enommen und fein Sab uns Gut wurde ihm, nachdem eine Anzahl Gegenstände gestohlen und andre im Werte Equllag. 12: Der Mai ift gefouenen. 15.30: ia perliminbe. von 30.000 Lire ruiniert waren, zurückgegeben. 16.30: Nachrittaasfonsert. 20.30; stabierabend. 21.30: Seine Fraac, was er denn begangen habe, wurde Cellofonzert. 22.30: Jazz Band. Samburg, 305. 0.15: Mongenfeier. 11.30: Platinuit. von den behördlichen Organen britst dahin beant12.30: Dr. Sunt, der Ingenious. 13.00: Conntagstonzert wortet, sie hätten feine Verpflichtung, darüber 14.30: Schadt. 15: Rimard Dehmel. 15.30: Funtbeinzel Austunft zu geben uns mit den Worten:..Wir verfahren mit allen so, ohne Gründe angeben." Seine bisherigen Verine, sein Recht zurückzuerlangen, sind vergeblich gewesen. Erst in den letzten Tagen hat er seine Bricke zurückbe. fommen. Der Vorfall ist für die Rechtsustände im Programm für morgen, Sonntag. Prag. 340. 9.45: Start der Stafette der 11. Arbeiter Olympiade. 10: Landwirtschaftlicher Rundfunt. 11: Matinée. Dvoraf: 1 Swei routantische Stüde, 2. Lieber. 3. Sertelt. 12: Rundfunk für Sandel und Gewerbe 16.30: Bortrag: musif. 18: Deutfche Senduna. Wetterbericht und Tages Der Arbeitstag. Die Arbeiter und der 1. mai 17: Zanz nestafeiten, hierauf: Stabtphyfities Dr. Th. Gruffa, Auffig: Wohnungsfürsorge obenan. 19: Eangerchor. 1. Sme tana: Lieb auf dem Meer. 2. Bomačta: Talas. 3, strieľa: 4. Arman: Mus dem Zylius„ Die der grausame Goft. Italienische Wufir. Rom. 323. 10.30: Sicher mufi. 17: 3033 Band. 21: Wien, 517. 11: Symphoniekonzert. 16: Nachmittaas fonzert. 18.05: Bortrag. 15.30: Piter der Grethel. 20: Abendkonzert. Zürich. 191. 11: Stonzert. 18: gefouert. 15.30: 29.20; Schallplattenmusif. Nachmittags fonaert. 20; Stammermusic. 21: Drawferfonzert Deutschland. Brünn. 22: Zeitfignal ber Brager Sternwarte. Leyte Nam. 15.30: Märchen. 16.30: Unterhaltungemufit. 20.30: Die Brünn, 441. 9.30: Bortrag: Das Fest der Arbeit Rigaudon 5. Chaminade: Ali: de balette. Liebesbriefe. 22.30: Zangmuff. Breslau, 316. 10: Schadh. 11: Morgenfeier. 12: Beet boven stammermusif: Etreichquartett op. 18, Nr. 5, pp. 132 und op. 18, Nr. 4. 11.15: Rätfei 15.15: Märchen, 16: Lebar- stonzert. 18.15: Studenten in alter Seit. 19: Deutfo angentinische Wirtschaftsbeziehungen. 20: Der Wai ift ge Fommen. 22.5: Sanamufit. rantiurt, 129. 8: Morgenfele: 11.30; Der erste Leipzig, 306, 8.30: Orgelfonzert. 9: Morgenfeier. 11: 6. Berii Aric mifif. le& Judentod in Wien. 3ur Geschichte der habsburgischen Privatschatulle. Samstag, 30. April 1927. Herzogliche Gnaden, an deffen Stuhl fie einDer Mensch und der Paragraph. zeln vorüber mußten, waven über all das sehr Die nachfolgenden beiden feinen Ge verwundert und ließen sie noch einmal zur Taufe schichten stellen eine wortgetreue Ueberfordern. Aber sie fpien nach dem Herzog. Da warf setzung aus der Moskauer Prawda“ man fie auf den Stoß, trattierte sie übel, schmiß dar. Sie enthalten also authentische und dabei jo eindrucksvolle Kulturschilderungen, brach in der Wiener Judenstadt ein Feuer aus. io heute die Häuser Judenplay 7 und 8 siehen. An einem Sabbatabend im Jahre 1406| lein aber auch in der Synagoge, die dort stand, Feuer in das Stroh und 212 Jüden sein ver brunnen wie Zunder". daß jeder Kommentar überflüssig erscheint. Fromme Hand durfte stundenlang nicht dagegen In der Synagoge lagen sie wirr durcheinan Das Volk von Wien aber blieb an Ort und SPD. In diesen Tagen war ich in einer rühren, und sowie das Hornwerk von St. der, Männer, Weiber und Kinder. Und jeden Stelle, auch als der Herzog, dem die bratenden Moskauer Apotheke Zeuge der folgenden Szene: Stephan seinen Feuerruf heulte, strömten die Tag kam ein Minorit, ihnen den wahren Glau- Leiber zu sehr stanken, gegangen war, es barrie Gegen Abend wurde in die Apotheke ein Mann Studenten in hellen Haufen aus ihren Bursen, ben zu predigen, in einem fragwürdigen Hebräisch. geduldig, bis die Afche ettvas kühler geworden, mit einem verrenkten oder gebrochenen Bein her ließen Aristoteles und Xenophon, schnallten ihre Aber die Judenpest blieb halsstarrig, so daß her- dann aber drängte sich alles herbei, um den Juden eingebracht; er war bleich, stöhnte und ließ sich breiten Ochsenzungen um, steckten den dreifan- zogliche Gnaden einen Wutanfall hatten und be- schatz zu suchen. Und sie fanden tatsächlich ganze traftlos, fast ohumächtig, auf die Chaiselongue in tigen Misericordiadolch hinten ans Gefäß und in fahlen, alles, was jüdisch und unter 15 Jahren, Slumpen geschmolzenen Silbers und Goldes, viele der Ecke nieder. Der Arzt schnitt den Stiefel auf einem Hui rannten alle Fakultäten zur Juden- zu packen und ins Taufbecken zu stecken. Der Edelsteine, denn all das hatten die Juden in ihren dent verletzten Fuße auf, holte Verbandsstoff und stadt. Alle Wunderburgen", in denen gerade die richtige Glaube ließ sich dann noch mit Ruten Leibern verborgen gehalten. Gar mancher Wiener ein Fläschchen aus der Handtasche hervor; der Bettler ihre falschen Glieder abschnallten, leerten erhärten. Vorwißige Knechte raunten davon den wurde für sein Leben reich durch diesen JudenFeldscher oder Sanitäter, der zusammen mit ihm sich und auf einmal wimmelte es zwischen Flam- Juden zu, als sie ihnen die Suppe in die Syna- schat. hereingekontmen war, zog aus einer Tasche ein mengepraffel und dumpfem Häusersturz von goge brachten. Und in selbiger Nacht, bereits Dann aber ging auch der Herzog davan, seis Blatt Papier und einen Bleistift. Er tat das Plünderern, die der Juden Gewandfeller aufbra halb wahnsinnig, warfen die Juden Lose. Den nen Profit zu machen. Jegliches Judenhaus war schnell und besorgt, mit der Miene eines Men- chen, und als sich aber ein Jüd Mut machte und Rabbi Jonas traf es, fie alle mit einem schartigen sein und er belohnte seine Getreuen vielfach da schen, der die Hauptrolle bei einer Sache spielt. versuchte, sich dawvider zu stellen... da schlug Messer abzustechent. mit. Schon am 12. April 1421, genau einen MoDer Arzt bestrich den Fuß mit Salbe und fing man ihn tot, was in jener Zeit nichts Außerge nat nach der Verbrennung, schenkte er seinem au, einen Verband anzulegen. Der Mensch stöhnte wöhnliches war. Den anderen Juden aber wurde getreuen Hans dem Musterer, Bürgermeister zu gequält und bis sich die Lippen blutig. Der Sani- nichts mehr Uebles getan, mur daß in einem Nu Wien, Haus und Gärtlein, gelegen in der Judentäter aber stand da mit dem Papier, schrie dem ihre Teppiche zerstört waven", so schrieb es 150 gaffen, was weiland von Jonas dem Steuß, Kranken ins Ohr und leckte den Bleistift an. Jahre später der jüdische Chronist Josef haunserem Juden, an uns gekommen ist". Ins Stohen. gesamt löste der Herzog aus dem Verkauf des Judengutes 11.722 Pfund Pfennige, was ungefähr 169.000 heutigen Schillingen entspricht. Also ,, vallo, Bürger! Ihr Familienname? The Alter? Ihre soziale Abstammning? Ihr Beruf?" ,, Dachdecker", fam es stöhnen aus dem Munde des Verunglückten, während er trampshaft mit den Fingern im Diwan wühlte. ,, Dach o Gott!" ,, Wo arbeiten Sie? Ihre Anstellung? Die Nummer Ihres Verbandsbuches? Hallo, hören Ste?" Dem Kranten wurde übel. Man ließ ihn auf ein Fläschchen riechen. Der Sanitäter beugte sich srwartend über ihn und hielt den Bleistift wieder bereit. Raum hatte der Stranke die Augen ge öffnet, und wieder gestöhnt, da schrie der Sanitäter abermals:„ Sind Sie verheiratet? Das wie bielte Mal erleiden Sie einen Unfall? Hallo!" Ich dachte, daß er jetzt unbedingt fragen werde, was dieser Mensch vor der Feberrevolution getrieben habe; ob er feinen Rang in der alten Armee hatte, und was für sittliche Ansichten seine Großmutter vertrat in der Zeit, als Otschakoff und die Strint erobert wurden. Ich dachte weiter, selbst wenn man einen sterbenden Menschen halten, ihm sogar Kampfer einsprißen müßte, werde man erforschen, ob er nie vorbestraft gewesen ist Seine Exzellenz", der Herr Herzog, hatten davon große Fatalitäten. Bei der Plünderung 77438 für den ewig geldbedürftigen Herzog nicht sehr viel. Es war aber das Gericht so schlau gewesen, sowohl durch gelinde wie strengere Marter, bon ben Juden genaue schriftliche Belege über ihre christlichen Schuldner herauszupressen, und sobald die herzogliche Kammer die Schuldbriefe und und was für Immobilien er besigt, was feine varen nämlich zum großen Teil auch die Pfänder Er tat es. Unvorstellbar die Szene. Des Judenbücher" hatte, war sie sogleich hinter den Frau, die Eltern und die Verwandten bis zur der Christen, die die Juden in ihren Stellern hat-| Nachts in der finsteren, engen Synagoge, dem hriſtlichen Gläubigern her, denn herzogliche Gnadritten Generation befigen. Das Eine steht fest, ten, zum Teufel gegangen und alle Welt war längst entiveihten, vom Kot der Gefangenen ver den waren doch der Rechtsnachfolger der Juden. daß man ihm nicht eher zu sterben gestatten wird, außer sich. Viel hat man jedoch nicht wieder zu- pesteten Raum. Wie sie beim Schein eines klei- und unbarmherzig hieß es zahlen, bis auf den bevor nicht alle Rubriken der Enquete ausgefüllt stande gebracht, denn die Hochschuljugend brauchte nent Dellämpchens starben, der nächste mit einem letzten Pfennig. Welche Summen der Herzog auf worden sind. Wenn er ganz zuletzt, feinen Geiſt mir zu schwören, daß sie nichts mitgenommen. Lumpen dem Vordermann immer den Mund ver- diese Weise eintrieb, entzieht sich jeder Kenntnis. aufgebend, erleichtert die Augen schließen wird, an fuchte nicht nach. stopfte, daß die Wachen keinen Schrei, fein Rö- Ja, die Stammer zog sogar Häuser und Felder dann wird man ihn noch fragen, das wievielte Damals lagen die Habsburger in ständigen cheln vernähmen. Bis dann der rasende Greis der Judenschuldner, die bereits dem Gläubiger Mal ihm dieses" passiert sei. Sind Sie schon viegshändeln miteinander. Daher brauchten sie sie alle mit Del angoß, anzündete, dann auch fich verfallen waren, ein, bevor noch die Juden branneinmal halb So ist die Macht des Papierchens wäre immer wieder Geld. Im Jahre 1411 fam der erstach, und erst stinkender Rauch, der durch die ten, schon ein Jahr früher, womit klar ist, warum es möglich, daß ein Mensch stürbe, ohne die Spunge Herzog Albrecht V. zur Regierung, nach Rißen der Tir brang, die Senechte ahnen ließ, die Juden auf alle Fälle brennen mußten. es möglich, daß ein Mensch stürbe, ohne die Spu einem Chaos von Navalen, das seine beiden On was drinnen geschehen. Seitdem sind mehr als fünfhundert Jahre ren von Fragebogen und Paragraphen zu hinter ren von Fragebogen und Paragraphen zu hinter- fel gegen ihn geschaffen, und das erste, was dieser laffen? Die ganze Wienerstadt brauste auf gegen die vergangen, viel Wasser die Donau hinabgefloffen. junge Fürst brauchte, war natürlich wieder Geld. Juden, die so schändlich gehandelt und die See- Die Judenverbrennung in Wien ist vergessen wor Im Gouvernement Wolodga, im Dörfer preßte es in den folgenden zehn Jahren seinen len ihrer unschuldigen Stindlein mit sich in die den, von Jud und Christ, so gründlich vergessen chen ogiblowo, hatte sich ein zweijähriges Mädchen mit einem Span ins Auge gestochen. Schröpfungen des Herzogs gewißigt, ließ die Ju- in der Himmelspforten ruchbar wurde, haben von Horodenta, als Franz Josef, der Nachkomme Juden rücksichtslos aus. Durch die barbarischen Verdammnis gezogen. Als die Geschichte aber worden, daß in den neunziger Jahren die Juden Das Auge schwoll sofort an, träute und begann benschaft fein Geld mehr sehen, schrie feit 1417, viele Juden nach der Tause geschrien und man einem Triumphbogen, den sie ihm errichteten, fol jenes Albrecht, durch ihr Städtchen fam, auf auszufließen. Das sind wurde ins Strankenhaus daß fie feinen Heller mehr habe, durch den Brand führte sie feierlich vor den Herzog, dem das wohl daß sie feinen Heller mehr habe, durch den Brand führte sie feierlich vor der Herzog, dem das wohl einem Triumphbogen, den sie ihm errichteten, fol gebracht, das sich im Dorfe Griasowe, zvanum alles gekommen sei, und borgte sich das Geld gefiel und der sie beschenkte. Den Halsstarrigen genden Jargonvers schrieben: sig Werft vom Heimatdorf entfernt, befand. Der Arzt untersuchte es in der Ambulanz, wusch und verband das Auge und sagte, daß das Kind drin gend eine sofortige Operation benötigte und deshalb gleich in der Klinik belassen werden müßte. Es stellte sich aber heraus, daß das Kind nur dann ins Krankenhaus aufgenommen werden fönnte, wenn man erſtens die Bescheinigung brächte, daß es tatsächlich aus einer Bauernfami lie stammte und zweitens die Bestätigung dafür, daß die Steuern für diesen Bauernhof" bezahli worden seien. Die vor Aufregung halb verrückt gewordene Mutter lief in der Stanzlei von einem Registrator zum andern, schwor bei allen Heiligen, daß die Steuer ihres Gehöftes schon vor Weihnachten bezahlt worden wäre und bat, daß man doch auf ihre verarbeiteten Hände schauen möchte, um zu erkennen, daß sie wirklich eine Bäuerin und feine Gutsbesitzerin oder Generalsfrau wäre. Sie weinte, drohte und flehte abwechselnd und war bereit, jeden, der ihrem Kinde das Augenlicht retten würde, auf den Knien darum zu bitten. Umsonst war ihr Flehen. Geben Sie das Papier!! Sie nahm das Kind und ging wieder zwanzig Werft zurück ins Dörfchen, um die Befcheinigungen zu holen. Im Dorfe bekam sie die Bescheinigung, aber darauf stand: Ohne Stemaber zeigte man es immer mehr. Schließlich baten sie fußfällig, sie töten oder verjagen zu las sen, die von Wien trieben es zu arg mit ihnen. Worauf der Herzog sagen ließ, eines von beiden würde er tun. Am nächsten Tag, den 12. März 1421, er schien Albrecht V. vor dem Gefängnis und ließ alles vor auf die flandrischen Samt Gasse treiben. Ganz in ,, Unter Deines Rosses Hufen, Ist dem Moische git zu schlufen..." Siegfried Weyr. Der Bräutigam. Von Arkadij A wertschenko. ( Nachdruck verboten.) Ein junger Mann lernte eine hübsche junge Dame, eine sehr elegante Erscheinung mit dent modernsten Bubifopf fennen, machte ihr auf Tod und Leben den Hof, und da er selbst ein fescher Kerl und ausgezeichneter Tänzer war, so verliebte sich auch die junge Dame in ihren Verchrer und eines schönen Tages wurden fie Braut und Bräutigam So was kommt alle Tage vor. Am nächsten Sonntag, als die Verlobung offiziell proflamiert werden sollte, wurde der Bräutigam zu einem Mittagessen zu den Eltern seiner schönen Braut geladen. Der junge Mann erscheint in Smoking, nagelneuen Ladschuhen. Die neuen Schuhe drücken furchtbar. gefleidet, umgeben von seinen Bogenschützen in ihren blinkenden Harnischen, einen Bijamapfel vor der Nase die Juden stanken zu sehr, sah er sich alle an, zweiundneunzig Männer und hundertzwanzig Weiber. Den schöneren Frauen ließ er die Lumpen abreizen, betrachtete sie von allen Seiten und ließ sie fragen, ob sie sich taufen lassen wollten. Als sie nidyt wollten, zuckte herzogliche Exzellenz" die Achsel und ritt davon. Die Juden aber stick man in Leiterwagen und fort ging es durch die Straßen der Stadt, die ganz leer waren. Noch hofften manche. Aber als sie auf der Gänsweide an der Donau anlangten, da wußten sie es. Gerade dort war es, wo heute die Weißgerberlände mit ihren Zinshäusern, Kinos und Restaurants liegt. Damals weite Flächen, mit furzem Gras bestanden. Während des Essens streift er heimlich einen pel nicht gültig." Nach dem Stempel mußte ins sur Bezahlung der Steuern ostentativ von ChriSchon drängte sich ganz Wien dort. Alle Schuh ab... in diesem Moment ergreift der Raynfomice der Dörfer gefahren werden. Der sten, was alles den Herzog höllisch verdroß. geistlichen Orden, der Klerus mit Kirchenjahnen Hund, der unter dem Tisch lag, den Schuh, läuft Vorsitzende war mit dem Petschaft verreist, und und brennenden Kerzen, die Universität, die davon. Da holte der Herzog zu einem entscheidenden Zünfte, in der Mitte des Herzogs Hoheit auf einem fonnte nicht gleich ein anderes Gespann aufgetrie. Schlag aus. Alsbald lief das Gerücht durch das Silappfessel, umſprungen von seinen Windspielen, Tisch stürzt um, die Schüssel mit heißer Suppe Der Bräutigam erschricht, springt auf, der ben worden, das das müde Pferdchen ablöste. Land, daß der Jüd Ischroel" zu Enns das aller- und auf langen Bänken die adeligen Damen in fällt auf die Schwiegermutter. Unterdessen wurde es Nacht. Am folgenden Mor- teuerste Gut erbärmlich geschändet, Hostien in ihren wappengeschmückten wallenden Gewändern. gen war das des Stücke geschnitten und gesamter Judenschaft zum Es war ein schöner Vorfrühlingstag, am eine Säule mit einer teuren Vase um. Dann gibt Der Bräutigam läuft dem Hund nach, wirft alle Juden ausgehoben Knapp am Ufer der Donau man mußie warten, bis er wiederkehrte. Dann Bescheinigung konnte den Strüppel in einen ge= ressen gegeben habe. Und am 23. Mai 1420 blauen Simmel trieben viele blaue Wölkchen und er dem Schwiegervater einen Stoß mit dem Fuß, funden Menschen verwandeln. Das ist die graufige, erschütternde grenzen gelinden Frag" gefragt wurden. Nach einem Strohmandeln, Pech und Wachs. Staum erblickte Schwiegervater hatte eine Prothese. Und wie der und in die Stadttürme geworfen, wo sie mit der aber erhob sich ein langer Holzstoß, bedeckt mit der Bräutigam ihm einen Schuh ausziehen. Der un lofe Macht des Paragraphen. Es ist noch gut, onat hatte man herausgebracht, wer wirklich ben die Judenschar, da warf sie sich auf die Erde Bräutigam anzieht- fällt er um und hält in der fonnte überhaupt erblinden oder vielleicht sogar gar kein Geld mehr hatte, jagte dies erbärmliche und schrie zu Adonai in seltsamer Sprache, er- Bräutigam anzicht- fällt er um und hält in der terben, nur weil ihm das Papierchen fehlte, oder und verdrießliche Bolt auf etliche Donauplätten, schrecklich zu hören für die Christenheit, zu Gott Hand einen künstlichen Fuß. Inzwischen steht der weil die Nummer und der Stempel auf der fal welche man ohne Ruder nach Ungarn„ hinabrinschen Seite des Papiers stand. Es ist grauenhaft! nen" ließ. Man hat von diesem Volk nie mehr am der Freimann mit seinen Knechten, streute Bräutigam stürzt auf den Hund, entreißt ihm den veil die Nummer und der Stempel auf der fal- empor, der so stumm und unerreichbar blieb. Da Hund auf der Schwelle und schaut zu. Der Was ist der Mensch? Der Paragraph ist die etwas gehört. den Juben Schwefelpulver in Haar und Bumpen Schuh, und als er dann sieht, welches Unheil er Hauptsache! Der Paragraph muß ausgeführt Hierauf schritt man daran, die zurückbehal- und als er sie ausließ, begannen sie zum ver- angerichtet hat- trachtet er, so rasch als möglich tenen Sapitalisten in Ruhe und gemächlich abzu- wunderten Entsetzen aller, wie sämtliche Chroni- zu verschwinden... foltern, ihnen die Juwelen aus den Därmen zu fen berichten zu tanzen und zu springen wie Und so wurde durch einen Hund das Glüc ichen, denn sie liebten es, sie im After zu ver- ein David vor der Bundeslade und also näherte zweier liebender Menschen ein für alle Mal zer bergen. Man hielt sie in den Gewölben des sich der schreckliche Zug dem Stoß, vor welchem stört... Schergenhauses bei der Himmelpforte, ein Häuf: schon die Fackeln rauchten. werden. Jetzt folgendes: Der Paragraph ist kunstge recht ausgeführt, aber der Mensch, der lebendige Mensch ist nicht mehr da. Was ist teurer? Berechtigte Uebersetzung von Maurice Hirschmann. Samstag, 30. April 1927. Bette 9. Arbeitslos! dient, hat fleißig Sand gebaggert und ist bereits sieben Monate ohne Verdienst. Er klagt am meisten darüber, daß er keine Wohnung hat. Dic zwei Stronen für die Nocletárna( Wysotschaner Ein Wanderbursch. Er ist in Deutschland gewesen, hat es der verstedten Eden des Masaryfbahnhofgebäudes Bist du schon Mitglied der „ Kinderfreunde?" tvenn nicht, dann tritt bei. Freundschaft!" Der Katarrh. Typen und Studien unter Arbeitssuchenden. Schon von weitem steht man die wenig ein- doten; der Bauch ist proßig heruntergedrückt, eine haben sie Paragraphen, gegen Geldfälscherei haben Nachtashl) bringt man nicht auf, gegen Diebstahl Parteigenoffin! Parteigenoſſe! Ladenden Räume des Arbeitsamtes des Prager dide Uhrletie von Schmiedeeisengröße umspannt ſehen, wo man bleibt!" Bloß einmal in der Magistrats; sie sind durch Ansammlungen War ihn und außerdem trägt er einen Stragen anno e Baragraphen und gegen Mord auch, da läßt tender gekennzeichnet, von denen so mancher schon 1879 famt Strawatte. Ebenso wie die Uhrkette fich also nichts machen, da heißt es also des Nachts äußerlich die Humanität der menschlichen Gesell Double" ist, erkennt man auch seine zwei Sera- ganzen Zeit hat er Freitag, Samstag 90 Kč ver fchaft widerlegt, die für ihn zu sorgen vorgibt. wattennadeln auf den ersten Blid als Gablonzer dient. Unter den Arbeitslosen fallen die verschiedensten Ware. Man lacht noch dröhnend zu seinem let Typen auf. Man sieht neben alten, in Dienst ten Wit, als er plötzlich in fomisch gespielter ergvanten Arbeitern, die sich für diesen Gang zum Herrengeste einen fleinen Budligen herbeigeholt Arbeitsamt das Beste, was sie besigen, angezogen und ihn wie ein„ Nobel- pán" anſchnauzt: kreuz und quer durchzogen und lobt die dortigen haben, auch solche, die schon länger auf der Straße Bepičků, přines párty!" Der fleine Budlige ft Serbergen, in denen er abgestiegen ist. Er zeigt liegen und von ihr angezogen haben, die nicht verlegen: Woher das Geld?"" Nimmt ihm seine mir einen„ Wanderschein" in denen viele solche nur oft so zerlumpt sind, daß sie selbst der Bühne Uhrkette!" Douby nato"( Schwämme drauf Nachtlager abgestempelt sind. Er stammt aus für ein Gorfi- Stüd zu übertrieben wirken, son- Schmarrn). Die fannst du nicht einmal verfeben! Jiein, ist Waife, wurde in der Heimat schlecht dern auch, abgesehen von den abgerissenen Knöp Aber das hat der Bepit nur gewollt. Er lächelt behandelt, hielt es zuletzt nicht aus, weil der fen, Spagaten und Sicherheitsnadeln, mit denen breit und gefällig, er faun noch, hat noch, braucht Stundenlohn von 1.50, 1.70 höchstens zwei Stro- gewandert. Sier in Prag nimmt mich fein Stuiſie ihre unreinen Fußlappen, leberwürfe und nicht wie andere seine Uhrfette, feine Krawatten helt zu klein war, um das Leben zu fristen. So scher, weil mich niemand tennt und weil ich so Mäntel verknüpfen, im Gesicht, an den Händen, nadeln oder gar seinen Anzug, feine Stiefel zu lange er noch Geld hatte, ging das Leben an, da zerlumpt ausschau, daß man sich nicht reinigen am ganzen Körper die übelste Verwahrlosung verkaufen, zu verschen, er greift mit seinen uns wohnte er in Zizlov als Schlafbursch bei einer kann, das verstehen sie ja nicht! Jo, to je friticfej zeigen. Wieder andere, Handarbeiter von geschlachten Fingern in die Westentasche und hoft sahlreichen Familie für den Preis von 20 Kro život!" draußen, bringen einen Geruch von Evde mit, die eine Reihe von Kronen hervor:„ Da, Peperi, nen pro Nacht. Nach 14 Tagen lag er aber auf Der Chauffeur. Arbeit: mit fotbedeckten Stulpenstiefeln, Leder Neidisch guden die anderen Hungergestalten auf oder trottete nach Lieben und nächtigte in der 15-18 war ich eingerüdt, dann ſtand ich ohne einen von ihnen kommen wie vom Ader, von der lauf, da hast du einen Sechser für den Weg!" der Gasse und so versteckte er sich nachts in die Ich war vor dem Krieg Chauffeur, von hofen, ungewaschenem Gesicht und Händen, fenn- ihn. zeichnen sie ihre Kenntnis der Feldarbeit schon ,, Gleich gebe ich es zurück!" dunklen Höhlung eines verlassenen Ziegeleigebäu- jeden Heller, ohne jede Arbeitslosenunterstübung außerlich), andere wieder haben gelbglänzende des: da, wurde Maurer, lange Zeit war ich darnach Sonntagsschuhe und ihren Sonntagsanzug an- lich zusammengehaltener Arbeiter, wohl ein Monsie einen nicht einmal in Ruhe! Kdepak! Wenn der Ziegelei angestellt und dann, dann hat mich Bart, werschlossen steht ein älterer, noch ziem- Auch da mußte man acht geben! Da ließen wieder arbeitslos, wurde dann aber bei Herget in gezogen; aber sie können doch das treuherzig- teur oder so etwas ähnliches vor der Glastür der einen der četnik( Gendarmt traf, war man einfach die Ziegelei verschluckt; ich ging, als ich weggejagt tolpaschige des Handmenschen nicht verleugnen. Die Jungen haben Dorfburschengesichter, die " Cefarna" und ein anderer Arbeitsloser spricht geliefert; einmal gossen sie aus der oberen Dach wurde, in die nächste Ziegelei und von da sank Alten sehen aus, wie Illuſtrationen aus einer auf ihn ein! Eine dem Pepik ganz entgegen lude Schmußwasser auf mich, ein andermal nah ich von Stufe zu Stufe, hahaha, zehn Romanc Geſchichte des Bauerntrieges. Dann gibt es auch seiche suppe" Das weißt dit, ich war immer ein men ſie ſogar die Beitſche! Und Arbeit? Das könnten Sie von mir schreiben!" geſetze Type: wieder Typen, die man am treffenſten„ pražs ieder, ich bin ein Ehrenmann!" Er sagt es mit arbeiter nur dann Arbeit geht, wenn er eine rechtlicher Mann, das weißt du, das weiß ein wissen Sie wohl, daß die Baumeister einem LandBepif" benennen fonnte: Burschen, frech, hübsch, einer Geste von Leuten, die an ihre Beteuerungen pečena hujička( gebratenes nsert) oder ein Stilo feineswegs zerdrückt durch die Not, die sie betrof nicht mehr glauben. Ein auffallend farrierter, Butter, eine Wandel Eier bringt, nicht?". fen hat, an„ Tiegermüßen", Urfetten, Gablonzer gelber Mantel, schwar; grau gemischtes gelbaar, Brunfnadein, Perlmutterknopfiveſten und anderen ein zerfägtes Gesicht, angstvolle Augen, herab schwarz- grau Monturitüden erkennbar; jederzeit zu Scherzen hängende trodene Lippen charakterisieren ihn, an bereit, geben sie die lebendige Unterhaltung ganzer den Füßen trägt er statt Stiefeln Säde. Der ter vernehmen, ein lebhafter humorbegabter Sterl! Ja diese soziale Polizei!" läßt sich ein Drit Gruppen ab, manchmal aber auch ihre Be Monteur will sich von ihn befreien, borgt ihm Ich werde Ihnen ein Motiv geben, wenn Sie fäftigung, wenn sie z. B. Nießpulver streuen, oder fünf Kronen:" Gleich gebe ich es dir zurück!" schreiben wollen! einen anderen Schabernak aushecken. Zum Schluß Dann fagbudelt diese Armesündergestalt zur eigentlich von uns Arbeitslosen? Ich bin also fünf Kronen:„ Gleich gebe ich es dir zurück!" schreiben wollen! Was denkt sich die Polizei feien noch Typen erwähnt, die wegen ihrer Mert Glastür hinein! Er ist Vater von drei Kindern auch arbeitslos, mehr als ein halbes Jahr, das würdigkeit den anderen Leidensgenossen auffallen, und schon lange arbeitslos, auch dem Alkohol ver- ift gar nicht interessant! Was ich da neulich erdas find Intellektuelle, Gutangezogene", junge, fallen, niemand behält ihn lang. arbeitslose Bürger, die hier voller Scham umher lebt habe, also ich gehe durch den Riegrát( Rieger stehen, scheinbar unbeteiligt hin und herschleudern, Ueber eine ins Wasser Gesprungene. part) und setze mich auf eine Bank! No, Abend mit ihren Snickerbockers, tadellosen Stehkragen, I Shimmyschuhen zu verbergen suchen, daß sie Wasser ist sie hineingesprungen, wie ein Sad, no und hinten auch einer, also aufpassen und ich tu erzählen mir die, welche auf einen laut fchuar. Ich fange gerdae die letzten Sätze auf:„ Ins wars und legen wollt ich mich nicht; aber denk' ich mir, počkej Tondo, da is' vorne ein Wachmann Scut hat er wieder Sanktus getrunken", so nichts anderes find als Profeten. und die Leute haben sie herausgezogen!" ,, Wie ist es gekommen?" so wie ein Lufták und beschau mir die Natur. chenden Betrunkenen mit blutunterlaufenen Gespräche. " No, sie sprang übers Geländer und eine hat weil er nicht wußte, daß ich Geld in der Tasche ritus sanftus, aber nicht jener Spiritus sanftus, Aber der Wachmann hat mich doch mitgenommen. Augen zeigen.„ Santtus" heißt soviel wie Spi Wenn man eine Zeit lang in der„ Cefarna", gesagt, als man sic fischte: warum sieht ihr jie gehabt habe und ich habe nichts gesagt! No, fic der in den Kirchen verschenkt wird, sondern jener im Wartesaal gesessen ist, einem ehemaligen Larau? Wißt ihr, ob es ihr recht ist? Gebt ihr hätten sehen sollen, was der Kommissär für Augen für die Aermiten der Armen: Brennfpiritus für den, der wie zum Hohn der Passanten unter Aus- die zwei Klačky( Spitzname für Ste) für die lagenfenstern eine Auslese fümmerlicher, von der Waulna? No, fonceně, dann haben sie fie rausgemacht hat, als ich 25 Stronen rauszog, den Rüf die ausgepichtesten Gurgeln der ärmsten VerNot angefressener Menschen zur Ansicht bietet: gezogen und der Policajt přaštil ji s Pendrefem voll Steinen schläft, flagt jedem in bewegten Worlorenen. Dieser Mann, der jetzt wie ein Sad Seht her! Eine schöne Insektensammlung; alle přes palizi,( hieb ihr mit dem Pendret über den Stufengrade vom optimistisch Hoffenden bis zum Kopf), daß es gespritzt hat und davon ist sic erten sein Leid. Fast ein Jahr arbeitslos, hat der dumpf Verzweifelnden, vom Trunkenbold bis zum wacht!" Frierende in den Wintern, die er auch nachts auf welt und arbeitverachtenden Vagabunden sind Was wars? Eine Sure? Nein, eine ganz der Gasse verbracht hat, sich das Saufen an hier vertreten. Ein Nebel von Staub und stidiger Alte schon, an der war nichts mehr dran, wird gewöhnt. Bis 10 Uhr hält er brav aus, dann Luft hüllt die Hockenden, Umherstehenden und wohl eine Bettlerin gewesen sein, aber es hätte wird er schwach und gießt eine Sodawasserflasche Schlafenden ein. Der Boden ist von den vielen fönnen eine Sure sein; warum nicht? Geht es Brennspiritus herunter. Stofftiefeln beschmuzi, verdreckt, die Atmosphäre den Mädeln besser als uns? Was sollen fie ftidig. Kleine Gruppen unterhalten sich an- machen, prosim? Arbeit ist nicht, also auf den gelegentlich. Gesprächsfezzen fliegen durch den Strich mit ihnen! Und bei der tontrolla" sollen fietscheftovat" Warum sollen sie also nicht ins Wasser springen? So tönt es durcheinander. Raum.. Tauschhandel. Eine Gruppe besteht aus einem„ Verängern" und seinen Interessenten". Der„ Veräußerer" hat ein verschlagenes Gesicht, einen elenden, zer riffenen Mantel und ist ganz gran vor Hunger; man muß Mitleid mit ihm haben, denn man Ein Schlauer. fonit hätte ich sicher wegen Herumiungerns fel, den der Bendrecar bekommen hat! Saha, 14 Tage sitzen müssen!" Ein Kritifer". Ein armer Kerl, der ein sehr schmußiges Hemd, sonst nur einen blauen Rod ohne Stnöpfe, eine Hose vom elendsten Tuche hat und ganz un rasiert ist, mischt sich jetzt ein: Ich war Suischer auf einem Gut bei Melnit, dann hab' ich im Dienst Regma"( Rheuma) gefriegt und wurde weggejagt; ja es ist ein fritisches Leben! Striticfou bidu jsem měl( das Wort„ kritisch" leitet er anscheinend von Strise" ber) und žádnej mě nevzal, tak jsem se dal světem, feiner hat mich genommen, Er hat bei der Moldau- Elbegesellschaft ge- so hab' ich mich halt der Welt gegeben", d. h.: Der Sandarbeiter. Ein beffer gekleideter, schmalbrüstiger, junger Mann erzählt mir eine nicht zum ersten Mat gehörte Geschichte von einer Kranfenfassa( Zižkov), die sich auf einen falfchen Strankheitsbefund hin nen: To je tatáref, můj Mils", hatte ihm der geweigert hatte, ihn als Lungentrant anzuerfenerste behandelnde Arzt gefagt! Das ist bloß ein die Anerkennung des flinischen Bescheides: TuKatarrh, mein Lieber!" Vier Wochen hat er um berkulose fämpfen müſſen! Die Arbeitslosig feit, das ist auch so ein bloßer Katárel am Staatsförper. ,, Nesta zase pil Sanktus!" Es ist 12 Uhr, der Stadtpolizist weist mit Earschen Worten die Wartenden in den Saal; der Taumelnde droht stumm und gefährlich gegen die Tür... Entsetzliche Menschenschau! Und das Bürgertum weiß nichts von ihr, oder will nichts wissen, betäubt sich nur mit einem gefühllosen und verständnislosen:„ Eigene Schuld" Dr. Färber. sieht, wie er gerade zu verzweifelt, wie jene Angst Eine Predigt des Frühlings.ine Arbeiter die wüße ab und wiſchte sich endlichen Weere? Ich will Euch auch nicht zur der Streatur über ihm ist, die den Menschen zum Irrsinn treiben, thn aber auch zum Verbrechen verleiten fann. Während er mit dem Munde vor Hunger ständig Schludbewegungen macht, greift er in die zerfranzte Tasche, holt ein schmieriges Wattefnäues hervor und beginnt mit zitternden Fingern auszupaden. Ein Zigarettenanzünder, gefaßt in Katzenauge"( einem beſſeren Achat), fajt ungebraucht, kommt zum Vorschein viel leicht ist es ein Geschenk oder ein Andenken, vielleicht hat es ihm ein Zufall in die Hände gespielt. Er hält das glitzernde Ding in Händen, während die Intereffenten zwar ihr Verlangen nach diesem paradní foufet"( Paradestückchen) nicht zurück halten können, aber doch noch zuwarten, um den Preis zu drücken. Endlich fragt ein besser angezegener Handarbeiter mit einem von Bauern abgegudten Mißtrauensblid: „ Taf co?"( Also was?")„ Co to má stát?" Ich schickte ihnen freundliche Sonnenstrahlen, um sawere Arbeit zu erleichtern. Ta nahm mit einem Fluche den Schweiß von der Stirne. Dann ging ich ungesehen wieder fort; aber der Fluch brannte mir im Herzen und ich wußte mun, warum es mir immer schwerer wird, Freude unter den Wienschen, unter den arbeitenden Men schen zu weden. beiser erfahren, als unter den mächtigen Stronen der alten Waldbäume oder am ewig lebenden un Gehalten für junge Arbeiter. Einsamkeit verlocken. Eure Straft und Eure Begeisterung gehören dem Kampfe für Recht und Ich bin der Frühling; Ihr fennt mich feit Freiheit; aber woher wollt Ihr immer wieder langer Zeit. Wie vielen bin ich nicht bekannt und frische Straft und neuen Wut nehmen, wenn nicht wie viele lieben mich! Jedesmal, wenn ich wie aus dem Quell, der nie versiegt, dessen unerschöpfder erscheine und unter meinen Tritten die ersten schüchternen Blumen ersprießen, quillt mir ein liche Fülle den Wüden stets neue Erfrischung Strom von Liebe aus Millionen Menschenherzen lebt habe: daß die Arbeit, die Segen für alle Wen ihrer wahnsinnigen Haft, woher sie gekommen Das ist das Schlimmste, was ich bis jetzt er spendet? Wahrhaftig, die Menschen vergessen in entgegen. Manche meinen es besonders gut und schen sein sollte, zu einem Fluche geworden ist. Wie und wohin sie gehen. Sie alle sind aus dem aber ich habe schon so manches verziehen; ich ver- Maden gelegt und drückt Ench nieder, daß Ihr furzer Zeit dahin zurückkehren. Hier ist ihre Seidichten mich an. Sie singen nicht immer schön; ein hartes Joch wird sie auf Euren jungen Schoße der Natur erstanden und werden nach zeihe auch das; denn ich bin ein Kind der Freude meiner Sonne flucht und mich. Euren guten mai und ihre Ruhe, das unversiegbare Reservoir und möchte überall Freude weden. Nichts ist mir Freund, nicht mehr erkennt. Ihr habt feine Zeit neuer Straft und Schönheit. so sehr zuwieder als verdrießliche Gesichter. Das mehr, den Frühling zu grüßen und feine Luft Das Leben in den großen Städien ist ent. macht meine ewige Jugend. Eigentlich bin ich ja mehr, zu singen; aus Eurem Wunde höre ich seßlich. Die Luft ist did und raucherfüllt; die schon sehr alt; aber davon merit Ihr nichts und mehr Seufzer als Gesang. Und wenn die harte, Straßen sind schmutzig und voller Geise, das die ich merke auch nichts davon. Trotzdem will es mir freudlose Woche mit ihrer Arbeitsqual vorbei ist Nerven zerstört. In den engen Häusern wohnen und Ihr habt Euren fargen Lohn in der Tasche, viele Menschen beieinander und können häufig dann hebt sich sachte auch in Eurer Brust, scheu, von ihren Fenstern aus nicht einmal den Himmel ( Was soll das fosten?") Und dann findet das Gespräch durch zwei wie ein verfolgtes Tier, der Wunsch nach Freude, ſehen. Armut und Strautheit und Laster und auf nach Lebensgenus. Ach, ob ich Euer stürmisches der anderen Seite maßlose Verschwendung. Wir Säße ein Ende: Sorunu padesát" heißt der eine: Drängen verstehe! Und dann sibt Ihr am Sonn- selber wird der Einzug unmöglich gemacht. Wo trone fünfzig)"( Das Ding ist unter Brüdern tage in rauchigen und dumpfen Kneipen bei Bier follte ich zwischen den hohen grauen Säufern auch 14-20 Stronen wert) und der zweite:„ Dht' ja musim koupit touser Chleba, nic jsem nejed čtyři und Tabatsqualm und vergeßt für einige Stuncin sonniges Pläßchen finden für meine Lieblinge, Und Ihr? Seid Ihr nicht auch jung? den, was gestern war und morgen sein wird. Und die Blumen? Ach nein! Die Großstädte sind dni,"( Ich muß doch ein Stückchen Brot laufen, warunt freut Ihr Euch nicht, wenn ich fomme? die Lieder, die dort zu Zeiten gesungen werden, schredlich. ich habe vier Tage nichts gegessen!". Der Kaufluſtige nidt nur dazu und jetzt erst einmal Warum habt Ihr das Kinderlachen so früh ver- find noch mißtönender, als die der schlimmsten seßt fein neuerworbenes Feuerzeug in Brand: es geht lernt? Antwortet mir! Oder soll ich Euch selber Frühlings, bichier". nicht, ein anderer springt zu und bietet mit find die Antwort fagen? Aber ich scherze nicht; es ist mir bitterer Ernst lichem Humor ein brennendes Streichholz ant, Vor einigen Tagen ging ich um die Morgen uut Euch. Darum möchte ich Euch eines zu be fein Nebenmaun prägt den Ausdruck: Trápidlo" zeit in den Hofplaß einer großen Fabrit. Es war denken geben: Seht, ich bin doch wahrlich fein ( Quälgeist). Dann stedt der Interessent sein eine Eiſengießerei. Viel zu tun hatte ich dort nicht; Trappist und Sittenrichter; bin selber jung! Aber Feuerzeug ein, zahlt, der Verkäufer pact sorglich in einem Winkel des Hofes lag ein flener Rasen- cines weiß ich: Es gibt edlere Freuden, als sie feine Watte weg, der auf ist abgeschlossen. fleck und zwischen den verwilderten Grasbüscheln bei Bier und Wein zu finden sind. Warum geht schliefen noch meine kleinen Lieblinge, die Marien- Ihr nicht Sonntags zu zweien oder mehreren hinPepičtů, přines párty! blümchen. Die mußte ich wecken. Während ich un- aus in die Natur? In Wald und Feld und Der Wortführer hat eine größe, schöngewach gesehen und unverkannt über den Hof ging, Haide? Zu Fuß oder zu Rab? Seid überzeugt, ich fene Jungengestalt, er stedt in einem neuen Anfchaffien etwa zwanzig junge Arbeiter eine schuivere bin als unsichtbarer Gast in Eurer Mitte! Jugend den frischgepußten Sinaflu" ciferne Welle in das Fabrifsgebände. Sie feuchten stedt an und es müßte wunderlich zugehen, wenn ( Schuhen) trägt er noch die Verlmutterknöpfe, wie unter der großken Last und riefen sich ab und zu es mir nicht gelänge, Euch die Brust zu weiten die historischen Bepici". Breitspurig sitt er da entmunernde Worte hinüber. Ihre Gesichter und und das Auge klar zu machen. Was Freiheit ist und erzählt nicht wiederzugebende zotige Anet- Hände waren von Ruß und Staub geschwärzt. und Schönheit und Kraft, wo wolltet Ihr das ſcheinen, als ob ich in meinem Jahrtausende langen Leben nicht soviel verdrießliche Menschen auf der alten Welt gesehen habe, als in der letzten Zeit. Nur mit den Kindern bleibt's immer das felbe: Sie springen und singen und tanzen Rirgel reihen heute wie vorzeiten. Darum liebe ich auch die Kleinen. Freilich bin ich nicht töricht, von Euch zu verlangen, die Städte für immer zu merden; Ihr tönnt es nicht und Ihr dürft es nicht. Um Euer selbst willen nicht. Die großen Städte bieten Euch Gelegenheit, Euch mit Gleichgesinnten zu gemein samem Stampfe zu vereinigen. Aber ich weiß auch, daß dieser Kampf unacheure Summen an Kraft verschlingt und darunt rufe ich Euch zu: Stommt zu mir! Ich habe Freuden, denen keine Meue folgt, ich schenke Euch frische Kraft für die fommende Arbeit und freudigen Mut für den fommenden Stampf Ich bin der Frühling. Und dies ist meine Bredigt, gehalten vor jungen Arbeitern. als in den Lüften der Sturm sauſte und auf den Feldern die junge Saat feimte. Brand. Mklt Ser Aammtt. Eine lustige Geschichte ans Südafrika. Don Paul Veiland, Kopenhagen. Das war in einen» Dorf in Südafrika, zu jener Zeit, als die Nachrichtei» vo» Goldfunden und Dianiantfunden in Transvaal sich so häuften, daß ei»» Fieber selbst den ruhigste»» holländischen Farmer ergriffen hatte. Dazu die Hitze, ach die Hitze. Vielleicht war sie schuld daran, daß der niittclaltrige Mensch an dem Ecktisch des DorfrcstanrantS plötzlich in sein WhiSkhglas hineinstöhnte;„Ein Vermögen! Eil» Vermögen lveg!" Er tauchte den Finger in das WhiSkyglaS, malte einen hoffnungslosen Whiskystrich auf die roh« Holzplatte des Tisches und wiederholte, laut und wehmütig:„Einfach weg!" Der alte dicke Bure Blvem, der am Nebentisch sich mit seinem Nachbar Straaten gerade lang»nid breit darüber unterhalten hatte, daß das ganze junge Volk zu de»» Goldminen laufe, und ein Farmer,. der von früh bis abends sich mit fernem Rindvieh herumärgere, ain beste»» täte, die Bude zuzumachen, horchte auf bei dem Worte„Ver»nögen". Er fnhr lauernd mit den Fingern durch seinen Spitzbart und schielte z»l dem Fremden hinüber. Straaten reckte den dünne« Hals und versuchte, sein ansgcdörrtcs lederne» Gesicht in ein paar Falte»: 3» legen, war er freundliches Lächeln zu nennen pflegte. Ausnahmsweise verfing auch dieses freundliche Lächeln, indem der Fremde es mit eine»» schwer- rnntigen Kopfnicken beantwortete. Das gab Straaten Mut. Er schob sich zu dem Fremden hin und fragte ihn heimlich:„Wo ist ein Vermögen?" Der Fremde sah ihn verständnislos an. Bloem hatte sich nmgedreht und nickte eifrig:„Ja, ja, Vermögen". Da schien der Fremde z»isan»menzuschrecken, er warf einen Blick in die Runde, einen Blick, der so deutlich dar»»m bat, ihn nicht z»l beobachten, daß alle Farmer, die die kleine Stube der Schenke füllten, aufincrksa»»» wurde». Und dann begann er: ,„Ja, meine Herren,»venu Sie cS dv»h gehört haben... fatale Sache, wenn man laut vor sich hinspricht. Aber das ko»»»n»t davon, wenn man zchntansend Pfund verliert." „Zehntausend Psnnd", stieß Bloem hervor, seine wasscrblanen Augen aufrcißcnd. »Za, zehntausend Pfund. Das zehrt, meine Herren, das nimmt mit, das gibt einen Knacks, vielleicht noch n»ehr, wenn man ih»i richtig ver- kailft hätte, aber lassen»vir das." Aber Bloem ließ nicht, und»venu Bloem nicht ließ, ließ Straaten erst recht nicht, denn dann witterte er immer ein gutes Geschäft. Bloem bestellte ein Glas Whisky für den Frem- den, Straaten riß dem Kellner die Flasche aus der Hand und schenkte selbst ein. Und er legte ihn» mitfühlend die Hand auf die Schulter und »rüstete ihn:„Verdammte Geschichte das. Kenne das aus eigenen Erfahrungen. Wenn man fo'n Aktienpaket kauft, und nachher war der Agent ein Schurke." „Ach, Aktien. Es war der schönste Diamant, den ich je gescheit habe. Und er war»neiner, rechtmäßig geerbt. Die verda»n»ntc Bahnstation." Bloem prustete ein lautes Lachen heraus, ein gewaltsames, abwehrendes Lachen. Denn er hatte bemerkt, daß nicht nur er und nicht nur Straaten, den mau ja nm» einmal intincr wie eine Klette an sich hangen hatte, den Tip hörte»», sondern, daß von allen Tische»» gespitzte Ohren hinüberlauschten. Er wollte den Fremden gerne heraus- haben. Er stand ans und meinte: „Na, ja, so pflegt'- zu gehen. Die ifNR Mister, wolle»» Sie nicht einmal meine Kühe ansehen, die sind auch Diamanten wert." Aber der Fremde wehrte mit einer traurigen Handbetvegung ab, und Straaten blieb auch stier»»nd steif sitzen, damit rechnend, daß Bloem nun eigentlich hina»»8gehe»» müsse zu seinen Kühen und er allein die Geschichte zu Ende höre»» würde. Er begann:„Wen»» die Bahnstatio»» nicht zn weit von hier ist—" „ES war Kapstadt, und ich wollte den Diamanten mitnehmen, Herr, nach Europa, denn da zahlt inan ja das Doppelte für so en» Ding wie hier, Herr. Mein Vater, der oben in den Minen starb, hatte ihn hinausgeschm>»ggelt, indem er ihn hinter seinem Glasauge versteckt hatte. Und in seiner Todesstunde sagte er mir, daß ich hinter seinem Glasauge den Diamante»» finden würde. Ist waS dabei, Herr, ist»vaS dabei, wenn ein armer Minenarbciter den man mit Rizinusöl und allen Schikane»» untersucht, den vollgefresiencn Grnbenbarone»» in Lo»,don einen Diamanten unterschlägt, den er doch schließlich selbst gesunde»» hat?" Grunzendes Beifallsgemurmel von allen Tischen zeigte dem Fremden, daß er hier die richtige Stelle bei bei» Buren getroffen hatte. Die Wunde vorn Transvaalkricge war noch nicht verheilt und der Haß gegen die Londo»»er Geldleute schlug bei jeder Gelege»»heit in Hellen Flammen enipor. „Aber so eine Akticn-Gesellschaft paßt a»»f, meine Herren, und wie passe»» sic auf. Weiß der Teufel, wodllrch sie a»»f den Gedanken gekommen sind, daß»nein armer Vater einen ihrer Diamanten besitzen könnte... Genug, von dem Moment an, wo ich meine»» Vater verließ, f»"»hlte ich mich von ihren Spitzeln beobachtet." „Kennen wir. Aber wenn Sie den Diamanten in Sicherheit bringen wollen", bot sich Bloem mit pfiffigem Lächeln an. Der Fremde schüttelte den Kopf und rückte näher an die beide»» Hera», fortfahrend in seiner Erzählung:„Ich hab ihn ja nicht mehr, da»»nten, wie ich in Kapstadt aufs Schiff gehen will, da sehe ich so einen Spitzel beim Zollbeamte»» stehen. Na, und den Diamante»» zu verzollen, hatte ich natürlich keine Lust. Denken Sie sich meine Situation, meine Herren, vor mir der Hafen und das Schiss, hinter und neben mir der Güterbahnhof und die Personenzüge und der Zollbeamte »md der Spitzel kommen gerade auf mich zu. Was sollte ich t»»n?" Ob jemals die Farmer so still in ihrer Schenke gesessen hatten? Ma»i hörte von dra»»ßen das Wiederkauen deS BiehS, man hörte die dicken, fchtvarzen Fliegen»"»ber den Schnapsen an der Theke summen, man hörte beit dicken Bloem vor Erregung keuche»».— Der Fremde sprach»veiter: „Da rangierte ans den» Gleis neben mir ein Gäterzug heran, eine Lore hinter der anderen, mit braunen Säcken geladen. Ich ran, ein Griff und der Diamant lag in dem einen Sack, lind dann ging ich in den Wartesaal und paßte a»«f, bis an der Tür ein Gewühl entstand, und ich hatte auch wirklich das Schwein, de»» Spitzel abzuschütteln. Aber als ich endlich nach einer Stunde auf Umwegen mich auf den Perron zn- rückschleiche— meine Herren, meine Herren, ein Vermögen, sag' ich." „War oer Zng etwa weg?— ahnte Straaten, der Schlauste von allen. Der Fren»de nickte schrnerzvcrloren. „Ja,«S war ein Güterzug»»ach Clarfon- teein." „Glarfonteein? Das ist ja»mscr Nest," tobte die ganze Stube durcheinander. Und Bloem fragte, zitternd vor Erregrrng:„Braune Säcke, sage« Sie?" „Ja, braune Säcke mit blauen» Kreuz darauf. Ich tverdc tvohl nichts davon Wiedersehen. Ein Vermögen, n»eine Herren, ein Vermögen. Nnn bin ich natürlich hierhergcreist, aber ich habe den Güterz»»g noch nicht gesehen, Sie, meine Herren?" ES tvar, als»värc eine Bombe geplatzt. Der dicke Bloem duckte sich wie unter einem Schlag. Straate»» bemühte sich vergebens, ei»» Aafglim- men in seinen Augen z»r verbergen, die an der Tür Sitzenden drängten hinaus, wie gejagt, aber keiner antwortete auf die Frage. Denn Buren sind ehrlich und sie lügen nicht. Aber plötzlich schiene»» sie alle festznstellen, daß die Kühe draußen so nnhcii»»lich brüllte»», dem» selbst Straaten mußte de»»» Fremden die Hand geben »»nd hinanseile»», und Bloem, als er seine»» Freund sich drücken sah, entsann sich plötzlich, daß er ja mit der großen Braune»» zum Tierarzt wollte, und war weg. Der Fremde schie»» das alles nicht zi» merken. Er nippte r»»hig an seinem Whisky, er machte melancholische Augen»md als die Stube leer tvar, begatt» er der schtvarzen Aufwärterin hi»»ter der Theke ein einlaoendes Lächeln zu senden. Immer einladender w»»rdc das Lächeln und die stupS- näsige Schwarze war auch nicht so, und sie schien de»» Fremden doch mehr zn interessieren als sein verlorenes Vermögen und der Gütcrz»lg mit den Säcken mit den blauen Kreilzcn. Niemand sah ihl» an jenem Tage a»»f dem Gütcrbahnbof, und weil er nicht dorthin kam, sah er airch nicht, wie dem Agenten an» Bahnhof die Säcke, die für ih»» abgcladen wurden, in» Handumdrehe»» abgckauft wurden. Spät am nächste»» Morgen erhob sich der Fremde, ging zur Tclegraphcnstation»»nd telegraphierte: „Smith& Co., Kraftfuttergesellschaft, Kapstadt: Futter Blankreuz ausverkauft, sofort tveitere Waggons auf Bahnstrecke Kapstadt— Klarfontccin—JohnSbörk—Blomfontcein. Ihr Reisender." Wende.« Bo»» Felix Riemkästen. Es war ein Mann, der arbeitete zchi» Stun- den täglich, ja zwölf Stunden. Aber cs war a»»ch ein Werk, das zu schaffen herrlich ist. Er wurde davon nicht müde, sondern eher frisch. Tausende von Hande» regten sich, tuen» sei»» Wille es wollte. Biel Geld floß ihm dafür zu, viele Menschen beugte»» sich vor ih»n. „Die Arbeit ist ein Segen", sagte dieser Man»» mit innigster, guter Ueberzeugung. Und für seine große»» Pläne brauchte er immer mehr Menschen, immer mehr Altsführende, immer weiteres„Material." Aber der Man»» in» Werkelanzug, der täglich acht Stunde»» an der Maschine seine.Handgriffe tat, bis er ganz dumm»uw leer und ausgehöhlt war— dieser Mann mit einem kleinen Lohn«nd engen Kreise, der spie aus und sagte: „Die Arbeit ist ei» Fluch, denn sie zerbricht mich und versaut mein Leben." Und sprach weiter: „Ich will ein Mensch sein und kein Material. Wenn ihr eure hohen Türme aus nichts anderem ai bauen wißt als a»»s zerstörtem Mensch e n g l ü ck, so sind eS nicht Türme des Ruhms, sonder»» der Schande, denn sie lästern Gott, wenngleich sie allerdings die Industrie loben." So erfand sich die Grenze des Möglichen. Alle, die nicht leiben, begehren weiter. Aber der Leidenden sind z»r viele. Die Zeit liegt in Krämpfen. Künftige Form tvill gehöre»» werden. gefällt werden kam». Ter Mörder kam glimpflich davon, die schuldige Mmter bekam ihre»» gerecht er- »vogenen Anteil. Daß sie im Kerker versucht haben soll, die schwerkranke, todgeweiht Tochter zu einem „Geständnis" zu bewegen, würde mir dafür sprechen, daß die Tochter nichts zn gestehen hat, sondern zugunsten der wahren Schuldigen auf dem Sterbebette ein Geständnis erfinde»» sollte. Man hat eine fchtvangere Frau lzirn» Tode ver- »»vterlt, im Kerker eittlbinden, ein Weis:»» in die Welt setzrn lassen, dem wohl kein Mensch ein günstiges Horoskop zu stelle»» wagt. So»manfechtbar dieses Urteil rein juristisch sein mag, so tvenig Sinn heute oder jemals eine Naimifrollmrg dos Prozesses»vahr- scheinlich hätte, so unmenschlich war es. Unter den der breiteren OesfenMchkeit bekannt gewordenem, be- dcnt»»ngSvoll«ren Urteilen, die von den Gerichten der Republik gefällt wnrdrn, war dies das härteste. Nur blattlose Paragraphenreiter, pathologische Frauenhasser oder Frauen selbst, die sich aus den Mistiger» und nwralischen Fesseln einer Welt, in der die Frau Jahrtausende Sklavin»var, nicht befreien konnten, »norden mich am Grabe der Hanika den Trumpf ans- fptelen, daß hier der Gerecht sLet» ein Opfer Mbracht wurde.> Wir habrn noch lanM nicht den letzter» Rest Barbaren tutm von Nirs abgestreift. Wir haben nach immer Gesetze, di« den Henker in Bewegung setzen können, wir haben Kerker, die im Bereia» mit der Tvberku« lgse den Henker zur vollen Zufriedenheit grausamer Richter«»setzrn, wir haben Gerichte, die dem Grimd- satz huldigen„Fiat Justitia, pcrcat Inimanltas"(Es walte Gerechtigkeit, auch»vrnai die Menschlichkeit dabei»zugrunde geht). Ob Hilda Hanlka di« letzt« schwängerte Fran war, gegen dte man«in Todesurteil fällte? Ob dieser Prozeß der letzte war, kn dem der Mörder mit so viel Erfolg seine Schuld anf ein« An- stifterin wälzen konnte; in dem die Gasse urteilte, bevor der Gerichtshof bas letzte Wort sprach? Hoffen wir immerhin, daß die Gesetzgeber, die Richter und die Erzieher«ns diesem Prozeß lernen, Unrecht nicht durch wärmende Exempel, sondern durch vorbildliche Toten zn bekämpfen. Homo. Begnadigt und hingerichtet. Bor kurzem» tauchte in d:n Zeitungen das Gerücht auf, Hilda H a>1 i k a solle ihres schwere»» Lungenleidcus wegen aus der Strafanstalt entlassen! werden. Nun»neidet dir Franenstrwfamstalt üeph — und diesmal dürft« es fick nicht um»«inen Jrr» tnni handeln— daß Hilda Hanika im Kerker ge- stoNbrn dsk. Der Tod dieser Fran ruft noch einmal, bevor sie verscharrt und vergessen wird, die Erinnerung mi den größte» Senfationsprozeß zurück, den die Republik bisher erlebt hat, und jene-.itsationS- presse, die damals so glänzende Geschäfte mochte, wird mit Bcdamrn feststellen, daß»vir doch noch wenig amirrikmiisicrt sind und daß siib nur alle halbdntzend Jahre einnml ans Menschenleid so viel klingend« Münze Wagen läßt,»vie das im Prozeß Hanika der Fall wär. liegen Hilda Hanika»mirde seinerzeit ein Todesurteil gefällt. Die Verwandlung in dl« im» achsehbar lange Kerkerstrase war keine Begnadigung, sondern für die tüberknlöse Fran mir ein Hinausschieden der Hinrichtung. Don Hoffnungen und von Verzweiflung mög.'n die Jahre im Kerker, dieses RinMii. nm das bißchen Leben, das man in zwei Jahrzehnten vielleicht doch noch in Freiheit würde genießen können, erfüllt gewesen sei». Wird daS tückische Änngenleidcn den Scharfrichter ersetzen, wird ein Wunder das wuchernde lleibel bezwingen und einer noch lang: nicht alten Fran einmal die To« zur Freiheit, zum Leben össn.'i»? Das Schichäl war nicht milder als die Mcnsch.m: und warum fallt« der blind« Zufall di« Bind: ablegeii, dort, tvo die Menschen cS nicht taten? Warum»vohl sollte die grausam« Macht, dir in dir Zauberformel JPT(je« bannt ist, vor» Mitleid mrd Gnade walten lassen,»vo Geschworene, Richter und die Meute entmenschter Gaffer, dl« von der Gasse ans eebiclcrisch das Todesurteil forderte, nur Paragraphen sahen, in die sich ein leichtsinniges, vielleicht auch schlechtes, sicher rin verdevbtes Geschöpf verstrickt hatte. Die Schöffengerichte fällen jährlich«in« ganze Reih« milder Urteile in Fällen, wo erwiesener- oder eingestandenermaßen Ätord vorliegt, Hilde Hanika hat weder gestanden, nock konnte ihr bündig nach- gewiasen werdcn, daß sie die Urheberin des Mordes am Kapitän Hanika war. Der Mörder«belastete sie. Und dem Mörder glaubte das Gericht. Der junge Bursche, der nun einer, vielleicht als Lohn für den Mord versprochenen, vielleicht nur durch unüberlegte Andeutungen in Aussicht geftellten, vielleicht nrer nm ei»»«r, als Emgel» flir eine»» erwünschten Dienst, den er der schönen Kusine zn leisten glaubte, erhofften Liebesstunde willen, dem Kapitän Hanika tagelang nachrciste, nm ihn schließlich feige, meuchlings zu ermorden, kam billig davon. Er halte die Stjnrpa« chien mif seiner Seite mrd die Gasse, die sich in Mheimsden cvo tischen»»nd bestialischen Instinkten in dem Einzelfall dieser Ehe»ind ihrer getvaltsainen Lösung erkannt fiihlte, forderte ihren Barrabats. Wer glaubt nicht einem»mrekfen jungen Burschen gern, er habe mrter dem dämonischeir Einfluß einer Fran gestanden? Welche, mit den Vorurteilen der Jahihlinderte beladene, mit allen Laskern, di« nmn ihrem Geschlecht durch Knechtschaft auer.zog, belastete Frau würde nicht gern glauben, daß di« schöne«, erfolgreichere(sieschlechtsgenessrn eine gemeine Verbrecherin sei? Wie immer sich di« An-teilie an der Mordschuld im Falle Hanika verhielten, sicher war der Mörder mehr als nur die willenlose Hand, dte den Schuß abfeircrte, sicher hat die Kupplerin, dir ihr« Tochter in dies« Eh« stürzte, die Engelniacherin, die Ihrem Kind nicht den geringsten moralischen Haft bieten konnte, die ihn« das Mechieste Vorbild war, das eirf.'r unglücklich vechelrgtetcn Fran erstehen kann, ihr vollgerni-telt Mas; Anteil an der Schuld. Wer konnte aus dem Lügengewebe der Pvozeßaus» saMN ergründen, in wicviel Stunden alltäglichen Gesprächs der Mordplam entstand tm Widcrspidl ber scheinbar harmlosen Stichwort«,»ver»nag eruressen, wacher von den Dreien, die es planten und auSfichr» trn, das Verbrechen zuerst gewollt,»ver dir anderen »«erführt haben,»ver von ihnen verfiihrt worden sein uiag. Da sich das Gericht zum Freispruch nicht entschließe» konnte, mußte es vcvurteflen und die Lotterie der Paragraphen warf für Hilda Hanika, die der Anstiftung znm Gattenmorde für schuldig erkannt »vnrde, die höchste Strafe auS, die hei uns überhaupt GamAafi, 80. AM 1927. Volkswirtschaft. Ser erste Mak«nd die Straßenbahner. . Seit dem bekannten Erlaß des Eisenbahn- Ministers Stkibvny von» Jahre 1926, noch tret» chon» den» Stvaßeirbahnperloual das Recht genommen werde»» soll, bett Weltfeiertag des Proletariats dlrrch Albeitsrnhe mitfeiern z»r können, benrichen sich eitrige Direktionen! ans dieser Angelegenheit eine PreftigesraM zu mach«»». Alljährlich wird mm vom Eisenbahnmiiristc- riuin dieser Erlaß erneuert, uny automatisch ver- suchet» einige Direktioncn die Vergewaltigung der Vertrauensleute. Eine ganz besondere Uebnng darin besitzt bereits die Direktion Drescher in T e p l i tz. Kurz vor dem 1. Mai werden die Ver- trauenSleute zum Rapport bestimmt und in die Za»ige geirommen. Der alte Herr D«scher spielt sich alfacntcin gern auf den„Christenmeilschen" hinaus. Bei der Beratung in der Maifrnge mit bett Vertrauens- (entert verspürt man aber nichts vou» christlichen Mitgefichl. In seiirer bekannten christlichen Strenge verweist er zuerst auf feil« Verpflichtung als getreuer Untertan gegenüber der oberbehöro- iichcn Verfügung. Wie ihm aber die Vertrauens- leute der» Standpunkt des Personales p»r Feier des 1. Mai auScinandergeseht haben, dann sitzt der kaltherige. unbarrnherzige Unternehmerver- kreier im Sessel. In seinem bekannten, langsam bedächtigen, kaltblütig uird trockenen BcfehlStone erfolgt nun seine Verfügung. Nicht»m Sim« der ministerielle»» Entscheiditng, der in den Hinweis auf die verkehrstechnische Notwendigkit zum Aus« druck konmtt, wird die Frage behandelt, nein, der Wille des Unternehmers, daß eben nicht gefeiert »vcrde»» darf, versucht sich durchzu ringen. Im In- teresse des GeldsackcS befiehlt er den Verttrmens- leutcn, das Personal einzuschüchtern und macht diese verantwortlich dafiir, wenn daS Personal entgegen seinem Willen anders entscheide»»»md handeln sollte. So wie der alte Herr in Teplitz seine Macht die Bedienstete»» fühlen läßt und dein Personal die Feier des 1. Mai verbietet, so betätigen sich sein« beide»» Sprößlmge in Gablonz und Brüx. Die jimgen Herren Ingenien« wollen sich Loch die Spo«»» verdienen. Pfeifen eS doch schm» die Spatzen von den Dächern, daß der Herr HauSmam» in Gablonz und der-Herr Louthner in Brüx j»»»lge»» Anwärtern auf den Direktions- Posten Platz machen werden. Bis zum Iah« 1925 haben die Straßenbahner dieses Staates den 1. Mai gefeiert. Nach Herablange»» des zittierten Erlasses haben die Direktionen fast überall mit den Personalvertretern »»»Handelt und«S ist bisher nirgends ä>» ernste»» Disseven.zen gekommen. In den Großstädten ist trotz deS Erlasses der 1. Ma» gefeiert worden. Ausgerechnet die Direktionen d«r drei Schnackerl« bahnen Gablonz, Teplitz und Brüx habe»» versucht unter Anwendung allerhand Emschüchtermigen und Drohungen, das Personal z»r vergewaltigen nnd.zur Ticnstlcistnng am 1. Mai zu zwingen. DaS ist bezerchneud und verdient der Oefsent« lichkeit bekannt gemacht zu werden. Die gesamte Oeffcntlichkeit möge nun einmal urteilen über diese Herren, die sich sonst bei anderen Anlässen gern« als„Patent-Deutsche" präsentieren. Der Hochmut dieser Herren, die sich als echte Deutsche freiwillig zum Büttel des tschechoslowakischen Eisenbahnministeriums herabwürdigen, ist zu brechen, wenn die OesfenMchkeit sich des Straßen- bahnPersvnalS annimnrt. Der 1. Mai steht im Zeichen der Demonstra- ! tioi». ES muß als eine direkte Hcra»lSforder»mg und Provokation aller demonstrierenden Parteien empfmrden werden, weim sich ausgerechnet diese drei deutschen Divoktionen einbilden, dos Straßen- bild am 1. Mai durch ih« Funkenkutschen verschönern zn wollen. m»r um öfferrtlich zu zeigen, daß sie die Macht haben, ihr Penfonal an diesem Tage einzulspanne»» und rücksichts dara»»f losfahren können. An der Oeffentlichkeit liegt es, diese»» Herrschaften beizubringen, daß sie der Würde deS Tages den entsprechenden Respekt bezeigen. Wem» es in den tschechische»» Großstädten geht, daß dort a,n 1. Ma» kei»» Straßenbahnwagen die Feier des TageS stört, m»»ß es auch in de»» deutschen Provinzstädten möglich sein. vom Internationalen Arbeitsamt. Auf du Tagesordnung, der am 25. Mai beginnenden Internationalen Arbcitskonfcrenz steht u. a. die Frage der Gewerkschastsfreiheit. Das Internationale Arbeitsamt bereitet einen Bericht über daS Gesa mi Problem und die pevsönliche»» Rechte der Berufsverbände, sowie einen Entwurf des Fragebogens vor. Verhandlungen im polnischen Kohlenbergbau. In Dombrowa-Gornica fand am 28. April eine Konferenz der Bettreter des Kohlenindustrielle»»- Vevbar»deö und der Delegierte»» der Bergarbeitergewerkschaft statt, in welcher die Frage der von den Industriellen geforderten Lohnherabsetzung und der Kündigung des Kollektivvertr grS für den 1. Mai besprochen nrde. An der Konferenz nahm der staatliche Arbeitsinspektor in dem Dombrauer Jndustrierebier teil, dem es.'ing, die Industriellen zu bewegen, die Bergarbeiter- löhrjx fiir April nnveränidert zu belassen. In den erste»» Massagen werden nvne Bcr" rndlungen betreffs Abschlusses eines ne»»en Kollektivvertrages nnd Festsetzung von neuen Lohnsätzen ausgenommen werden, Gaming, 30. Apr 1927. Aussperrung in Norwegen. Die Aussperrung weiterer 25.000 Arbeiter ist borläufig verhindert worden, indem für die Pavierindustrie ein vorläufiges Abkommen getroffen urbe, das jedoch mit 14tägiger Frist gekündigt werden kann. Die Löhne werden um acht Prozent herabgefeßt, die übrigen Vertragsbestimmungen bleiben unverändert. Da neuerliche Verhandlungen bor dem staatlichen Schlichtungsamt wiederum er gebnislos verlaufen sind, beſteht wenig Aussicht auf eine Beilegung sämtlicher Arbeitskonflikte. Die drohende Aus perrung von 30.000 Ar beitern in der schwedischen Sägewerks- und Zellu lofenindustrie ist abgewehrt. Es wurden eine Erhöhung der Stundenlöhne um zwei Dre und einige Berbesserungen der allgemeinen Bestimmungen er zielt. Der neue Vertrag gilt für zwei Jahre. Mitteilungen aus dem Publikum. Seidene Gummimäntel in Schottisch- Carreau bon 225 K, Gummimäntel in modernen Bastellfarben von 155 K aufwärts, in allen auch Ertragrößen nur bei Busch, Damen- und Badfischkonfektion en gros und en detail, Prag, Příkopy 27( Mitte des Grabens, jogen. Großer Bazar), nur 1. Stod, erfte 1710 Stiege rechts teine Schaufenster. Das Beste für Ihre Augen liefert Optiker Deutsch, Prag, Graben 25, Kl. Bazar. FEINSTES SPEISEFETT Polarin ben in den einzelnen Familien auskommen fann simmer mehr vont Mutterfand trennen, wodurch auch Diefer Häuptling La Ring ist sehr einflußreich, und der politische Zusammenhang gelodert wird. Der seinem Wirfen war es hauptsächlich zuzuschreiben, daß Bestand des englischen Weltreiches ist aber nicht nur die Führer der Kopfjäger gelobten, allen ihren Ein- von innen, sondern auch von außen bedroht, it. zip. fluß einzusetzen, um weitere Menschenepfer zu ver- vor allem durch die drei Weltmächte Japan, die hindern. Vereinigten Staaten und Rußland. Das Büchlein, das 47 Seiten zählt, ist lesenswert. Literatur. ihren Anfängen bis zur Gegenwart". Erster Band, Richard Lipinski:„ Die Sozialdemokratie von Verlag J. H. W. Dietz Nachf., Berlin, 1927. In zwei Bändchen, wovon der erste bereits vorliegt, versucht Genosse Lipinski die Entwicklung der So zialdemokratie Deutschlands von ihren Anfängen bis zur Gegenwart darzustellen. Es ist nicht leicht, nach dem klassischen Werke von Mehring fich noch mals daran zu machen, die Geschichte der deutschen Sozialdemokratie zu schreiben. Wer das Buch Meh rings gelesen hat, wird die Mängel des Büchleins von Lipinski empfinden. Das vorliegende Werk ist nicht einheitlich aufgebaut, die Entwicklung der deut schen Arbeiterbewegung erscheint nicht als eine ge schlossene Linie, der Stoff iſt ſtellenweiſe geistig nicht durchdrungen und beschränkt sich häufig auf die Auf zählung von Tatsachen. Größeren Nußen wird schon das zweite Bändchen haben, da Mehring in seiner Darstellung bekanntlich nur bis zum Ende des So zialistengesetzes 1890 gelangt ist. Als Tatsachenfammlung wird man jedoch auch das erste Bändchen öfters zu Rate ziehen fönnen. E. St. England am Scheidewege, von Georg Engelbert Gr a f. In der vorliegenden Broschüre schildert Genoffe Graf, der auch in unserem Organisationsgebiet durch Vorträge bekannt ist, die Lage und die Zufunftsaussichten des englischen Weltreiches. Er gibt zunächst eine Darstellung des Umfanges der engli schen Roloialmacht und der Beziehungen der Kolonien zum Mutterland, und gelangt zu dem Ergebnis, daß sich die englischen Kolonien wirtschaftlich Gerichtssaal. Eine noble Firma. E. St. hechverehrte Damen, schneider Ihnen die Firma Prag, 28. April. Die elegantesten Mikados, Vohl am Brückel!" Mit so einer Ankündigung schickt diese Firma einen Menschen, den sie zu einem Reklameständer entwürdigt hat, durch die Prager Gassen. Mit Ekel und Abscheu wendet man sich von folchen Plakaten, wo ein junger Mensch durch den schäbigsten Reklame- und Kommerzgeist derartig prostituiert wird, um als lebendes Reklameschild für einen Haarschneider zu dienen. Doch daß es eine noble Firma ist, sieht man auch bei der Tür, wo ein livrierter junger Bub, angezogen wie ein Harlekin in einem Rasperltheater, als Türaufreißer angestellt ist. Wie fein aber die Firma sein muß, das hörte man erst heute im Gerichtsaale. Die Friſeuſe Anastasia St., 20 Jahre alt, war angeklagt, svei Damen aus dem Handtäschchen 150 K byv. 230 K gestohlen zu haben. Die Angeklagte gab den Diebstahl zu, weil sie bei der Firma Pohl einen Wochenlohn von fage und schreibe 27 K ( iebenundzwanzig Kronen) bezieht und verhungern müßte!! Der Richter OLGR. Svo. boda mußte sie mit Rücksicht auf das Geständnis zu zwei Monaten bedingt verurteilen.„ Die elegantesten Bubitöpfe, hochverehrte Damen, schneidet die Firma Pohl am Brüdel!" merkt euch diesen Namen gut! Turnen und Sport. Sport und Fußpflege. WN. Es wird vielfach übersehen, daß Leibes übungen, in übertriebenem Maße ausgeführt, für den Körper schädlich sind. Die Wustein, die hauptsächlich hier in Frage komen, dürfen nur bis zu einen gewissen Grade in Tätigkeit gefeßt werden. Mit dem Erreichen des Höhepunktes, der sich durch Müdigkeitsgefühl kenntlich macht, ist auch die individuelle Sportleistung zu beenden. Die Ausbeutung des Konsumenten durch Ratenzahlungen. Der Prager Privatbankier Karl Bauer liefert Kauflustigen Anweisungen, auf Grund deren sie in bestimmten Geschäften Waren laufen können. Diese Anweisungen werden in Raten bezahlt, so daß also nach einer gewissen Zeit der Kauflustige in den tatsächlichen Besitz der Ware gelangt. Wie aber der skonsument tatsächlich bewuchert wird, zeigen die Bedingungen des Raufes. Ein Stredit in dieser Form kostet dem Räufer bei einem Wareneinkauf im Betrage von K 1000. 60 Stronen für ein halbes Jahr, der Berkäufer aber. der die Ware liefrt, muß an das Banthaus 15 Prozent, das sind 150 K bezahlen. Es gewinnt daher das Baufhaus beim Einkauf von Waren im Werte von 1000 K nicht weniger als 210 K, was natürlich niemand anderer bezahlt als der Käufer selbst. In Teplitz haben nun eine Reihe von Firmen, wie wir der Freiheit" entnehmen, beschloffen, einem solchen Kreditsystem nicht beizutreten, weil die Waren durch solche große Abgaben verteuert werden müßten. Da das amerikanische System des Kaufes auf Stredit nicht nur in Deutschland, sondern auch bei uns immer mehr und mehr eindringt. müssen die Käufer trachten, sich vor den schädlichen Folgen dieses Systems, das nicht nur darin besteht, daß man tener lauft, sondern daß man sich auch Verpflichchen tungen aufbürdet, die einen gegebenenfalls vollfommen ruinieren können, zu schüßen. Devisenturie. Prager Kurie am 29. April. 100 holländische Gulden 100 Reichsmart. 100 Helgas... 100 Schweizer Frants 1 Bfund Sterling 100 Qire. 1 Dollar 100 französische Frants 100 Dinar 100 Bengös 100 polnische Bloth. 100 Schilling. Bei allen Sportübungen werden Fuß und Bein hauptsächlich in Anspruch genommen. Selbst verständlich muß bei jeder Erkrankung der unteren Egtremitäten deren Anstrengung, also auch jeder Sport unterbleiben. Damit steht aber keineswegs in Widerspruch, daß zur Nachbehandlung bei Fuß und Beinoperationen eine orthopädische Gym na st it empfohlen wird. Hier ist der Patient amter ständiger fachmännischer Beobachtung und die Uebun gen find forgsam auf Kräftigung und Wiederherstellung des schadhaften Organs eingestellt. Es ergibt sich, daß Sport und Fußpflege nicht nur im engsten Bujammenhang stehen, sondern daß der Sport ein wichtiges Teilglied der gesamten Fuß- und Beinpflege ist. Gegen die übrigen Ursachen, die bei der großen Mehrzahl aller Badenfälle in Frage kommen, gibt es zwei wirksame Mittel: Schwinnen lernen und Aufklärung der Jugend. Frauen erleiden im Gegen fats zu Männern fast nie Unfälle, weil sie das Schwimmen ordnungsmäßig und von Grund aus erlernen. Die sogenannten tüchtigen Schwimmer, die an den verbotenen Stellen Herzschlag" bekamen, konnten nämlich nur schlecht schiviummen und find des. halb einfach ertrunken. Die jungen Leute versuchen leider allzu oft in jugendlichem Tatenbrong, aud). im Wasser mehr zu wagen, als ihre Kräfte leisten önnen und fommen dabei ums Leben. Ingendein eines Hindernis macht sie unsicher. Plöglich fällt ihnen die Gefahr der sogenannten ,, berbotenen" Gewässer ein, sie bekommen Angst, machen hastige Bewegungen, schlucken Wasser und verlieren die Sicher heit, sich über Wasser zu halten. Die Jugend muß deshalb durch Aufklärung davon abgebracht werden, michr zeigen zu wollen, als fic fann. seine Sicherheit und seine Schwinan, ähigkeit. Wo wenig Schwinumgelegenheit vorhanden und das Baden überall verboten ist, müssen naturgemäß Unglüdsfälle häufig sein; denn wer, obwohl des Schwimmens fundig, selten badet und nur aus. nahmsweise einmal an einem heißen Tage ein FlußDen neuesten Forschungen der orthopädi bad nimmt, kann sich über seine Leistungsfähigkeit Wissenschaft ist es in der Hauptsache ebenfalls sehr täuschen. Weil er nicht in der llebung zu danken, daß die überaus häufigen Fälle von abgeblieben ist, tritt schmelle Erschöpfung ein. Sie nonmblem Fuß und Bein, auch bei Erkrankungen. nimmt ihm, zusammen mit der plöglich eintretenden verhältnismäßig rasch ihre Heilung finden. Ein Angst vor dem ungewohnten, verbotenen Badewasser, großer Teil der Fußleiden sind Berufskrankheiten. Es ist daher zu deren Verhütung auf die rich. tige Fußpflege ein besonderes Augenmerk zu richten. Aber auch der normale Fuß braucht eine sorgsame Beachtung, um die täglichen Anstrengungen nicht in eine Erkrankung ausarten zu lassen, Vor allem ist auf richtig gebautes Schuhwerk zu sehen. Die Fußknochen müssen bequem Play finden, ohne dabei erva hin und her zu schlottren. Der Abjazz darf nicht zu hoch gearbeitet sein, damit der Fuß beim Gehen und Stehen die richtige Lage hat. Bei 877.87% 380.37 vorwiegend stehender Beschäftigung und im jugendlichen Alter, wo die Fußgelente und Knochen schwach und noch im Entwidlungszustande sind, und während der Schwangerschaft, wo das Störpergewicht übermäßig rasch zunimmt, find Schnürschaftstiefel und Einlagen zur Stüßung des leicht sich verändern. den Fußgewölbes zu empfehlen. Geld Ware . 1849.121855.121/ 798.20 802.20 468.75 471.75 648.75 651.75 163.45 164.50 179.70 181.10 33.61 33.912 182.188.20 59.23 59.73 588.87 591.87 474.70 477.70 Kleine Chronit. Die nötige Uebung im Schwimmen und die erforderliche Sicherheit in Wasser können sich alle Sportfreunde in den Arbeiterschwimmvereinen erwerben, die auch im Herbst und Winter in Schwimmhallen regelmäßige Uebungsstunden abhalten. Die Ruberer, Ranufahrer und Segler, die schlecht oder noch nicht schwimmen fönnen und darüber streiten, welcher Ergänzungssport getrieben werden soll, müssen sich jetzt im Arbeiterschwimmberein ausbilden lassen. Für sie ist die Erlernung des Schwimmens die beste Un allerhütung in ihrem Sport. Wer nicht einmal schwimmen kann, soll sich nicht als Sportsmann ausgeben. In Orten, wo Schwimmhallen, aber keine Arbeiterschwimmvereine bestchen, müssen die ArbeiterTurn- und Sportvereine Schwimmkurse einrichten, denn die ordnungsmäßige Erlernumg des Schwimmens ist der sicherste Schutz gegen Ertrinken und Badeunfälle. EREIN ,, Naturfreunde", Prag. Am 7. Das Friedensgelübde der Kopfjäger. Die HäuptAußerdem ist beim normalen Fuß ein regel linge der Nagastämme in Nord- Birma, die als Stopf- mäßiges warmes Fußbad sehr angebracht. Es jäger berüchtigt find, haben sich vor den Mitgliedern ist besonders nach großen Ansterngungen, nach Geder britischen Amisklavereimission eingefunden und waltmärschen und Sportübungen am Playze, denn es ein feierliches Gelübde abgelegt, daß sie die Kopf erhöht die Beweglichkeit des Fußzes. Zur Regelung jägerei und Menschenopfer aufgeben wollen. Diese der Blutversorgung von Fuß und Bein dient eine Stämme, die Schlangen als ihre höchste Gottheit ver- öfters vorgenommene Massage. ehren, glaubten, die Wut der göttlichen Tiere nur daMarktschreierisch durch Reklame angepriesene durch besänftigen zu können, daß sie ihnen die Schä- Fußpflegemittel sind von der Hand zu weisen. Die del von Menschen darbringen. Es ist gewiß ein Bei allein richtige Fußpflege kann nur unter fachmän- nach Dauba. Sonntag morgen dann weiter Ruine chen der fortschreitenden Zivilisation, wenn die Fühnischer Leitung mit besonderer Berücksichtigung Altperstein, Hirschberger Seen, Schloß- Ruine Bödes einzelnen Falles vonstatten gehen. Dr. Fr. DIE DE 11. 8. Mai Vereinsfahrt nach Lisoch. Wanderungen in die in pollster Blüte stehende Umgebung Am ( Schloß Widim, Kokořín). Samstag geht bereits eine Partic www rer dieser primitiven Wilden jetzt ihren guten Willen so feierlich bezeigen. Die merkwürdige Versammsig. Zusammentreffen mit den hier weilenden Dresdner Naturfreunden, die mit Sonderzug Jung wurde von einer Expedition einberufen, die Die Badeunfälle des Sommers. dieses Gebiet besuchen. Nach Liboch ermäßigte unter der Leitung von T. P. Dewar in diesem un wegsamen und noch unerforschten Gebiet bis tief ins Die Tatsache, daß jährlich Tausende von Menschen Fahrt( hin und zurüd 16 K). Partie Dauba- Hirsch berg inkl. Nachtlager fommit ca. auf 45 K. Fin Innere vorgedrungen ist, um das Ende der Sklaverei bei dem Baden uns Leben kommen, muß zur Schaf den sich sechs Personen ein, so wird von Liboch cine und Sepfjägerei herbrizuführen. Voniyang im sung von Unfallverhütungsmaßnahmen drängen. Partie ins Elbtal abgehen. Abf Samstag 14.40 Kaschingebiet drangen sie, vielfach durch Regen und Alber das vielfach geforderte Babeverbot in Flüssen Wilsonbf., Sonntag 6.40 Denisbf nach Berkovic. Gewitter gehemmmt, über eine vom Urwald bedeckte und Seen außerhalb der Badeanstalten ist als ÜnIm Juni, zu Pfingsten: Fahrt nach TurGebirgskette zum Namyungstha- Fluß vor und befallverhütungsmaßregel abzulehnen. Die Unfallur nau, Partten längs der Iser: Kleinskal, Burg riofen die Häuptlinge nach einer größeren Ansied- sachen sind nicht Herzschlag der Schwimmer, weil sie Friebstein, Höhe Stopanina, Riegersteig u. a. m. Lung von 20 Häusern, Ngalang Ga, zusammen. Dret an verbotenen Stellen baden, wie immer berichtet Im August, 14. u. 15., in die Macocha. ErTage lang kamen die Häuptlinge aus der Umgebung wird. Derzschlep bekommen Herzkrante und alte mäßigte Fahrt und Eintritt, sowie Nachtlager. An zusammen, hauptsächlich auf Veranlassung eines Leute. Die Verunglückten waren aber fast immer dieser Partie können sich auch Gäste beteiligen. Nagahäuptlings, den die Mission schon früher für junge Männer. Zur Verhütung wirklicher Fälle von In die Tatra fahren die Aussiger und Bruünner sich gewonnen hatte eser hane einen Fall der Heusschlag müßten Vorsichtsmaßregeln von Sport- Gruppen, lettere auf acht Tage. Leichte und schwere Burrache schon vorher auf friedlich: Weise beigelegt ästen aufgestellt und am Beginn der Badezeit über- Touriſtit. Auskünfte( bei Portobeilage) Ortsund damit gezeigt, daß man auch ohne ewiges Mor all bekanntgegeben werden. gruppenleitung Prag II., Fügnerovo nám. 4. DANT 1. Mai Seite 11. Die Hukunft der Genoffen schaftsbewegung liegt in der genoffenschaftlichen Eigen produktion. Fördert Darum den Absatz der " GEC" Produkte! Erhaltlich in allen KonsumVereinen!! GEC H Wette a Gamstag, 30. April 1927. TRAGET KEINE KRAGEN MEHR ohne Marke Glocke DE LA ATSON CLOCHE DEPOS TRAGET KEINE HEMDEN MEHR Kunſt und Wiſſen. Bizets Oper„ Carmen" bescherte uns am Don. erstag einen spanischen Originalgast in der Titelcolle, Frau Bianco Sad un vom Theater in Bareetona. Das angekündigte besondere Ereignis war dieses Auftreten einer spanischen Original- Carmen nicht. Wirklich Besonderes zeigte Frau Sadun nur in vein stimmlicher Hinsicht, da sie eine Kontraalt stimme von ganz ungewöhnlicher Tiefe une männ licher Klangfarbe besitzt. Aber schon um die gesangstechnische Ausbildung dieser phänomenalen Stimme ist es schlecht bestellt; denn ihr fehlt die Ausgeglichen. heit in den Registern, was um so unangenehmer fühlbar ist, als Frau Sabun die tiefen Tone mit reiner, heraufgezogener Bruststimme singt. Auch der halfie, gequetschte Tonansatz der Sängerin ist ein bedauerlicher gesangstechnischer Mangel. Als Schauspielerin hat Frau Sadun nur insoferne Persönliches 6 bieten, als sie die Carmen wirklich als derberes, kokettes und frivoles Fabriksmädel gibt. Aber im übrigen ist ihr Spiel vorwiegend Pose, die sich gerne in den Vordergrund drängt, allerdings mit einer ansehnlichen Desis echten, raffigen Temperamentes. Be. richten wir noch, daß diese Carmen als Tänzerin ver. sagte, sich dagegen als Virtuosin im Gebrauche der Castagnetten zeigte, so haben wir das Bild ihrer fünstlerischen Leiſtung vollständig gezeichnet. Das Theater war auffallend schwach besucht, wohl hauptlich aus dem Grunde, weil das Publikum durch schlechte Erfahrungen mit derartigen Sensations. Gastspielen sleptisch geworden ist. Der eigentliche Genuß dieser Carmen"-Aufführung war die darstellerisch liebreizende und gesanglich beglückende Micaela Frl. Kwartins. -. ohne Feigl's Patentmanschetten Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. Sams tag, 7% Uhr: Fidelio". Sonntag geschlossen. Montag( 144-4), 7½ Uhr:„ Tosca". Abenteuer. Das Weib siegt immer" Lustspiel. Lucerna: Werther". Orient: Die Geliebte Seiner Hoheit" Lustspiel. Passage: Der Vater der Sünderin" Drama nach technisches Können und Sicherheit des Idioms ver- des Nibelungen" bilden, die für den 21. 22.,| Koruna:„ Die Bahnräuber der Königsschlucht". langt, bietet gerade die Orska in der Rolle der liebe- 25. und 29. Mai angesezt ist. Spenden, umschwärmten und nie geliebten Stufine auch eine sauber herausgearbeitete Charakterstudie. Wenn sie zum Schluß sentimental wird, ohne das Stück zu verkitschen, zeigt sie am besten, wie groß die schauspielerische Leistung bei dieser anscheinend so sicheren„ Bombenrolle" ist. Breuer, der als Neu besetzung neben Olden und Fray trat, hielt sich nicht schlecht, läßt aber gerade neben der Orska den letzten Schliff vermissen, der auch in so leichten Stüden keiner Rolle fehlen darf. fr. Spielplan der Kleinen Bühne. Samstag, 7% Uhr: „ Spiel im Schloß"; 10 Uhr:„ Meine fine aus Warschau". Sonntag geschlossen. Montag: Karussel". Der Film. Spielplan der Prager Lichtspieltheater. Wran- Urania- Kino:„ Der heilige Berg". Lido- Bio:„ Babinsky". Maifestspiele im Deutschen Theater. Der Spielplan für den kommenden Montag bringt eine Reihe von Festspielabenden, welche am 9. Mai eine ita lienische Opernſtagione unter der Leitung des italienischen Dirigenten Maestro Egisto Tango mit einer Aufführung Rossinis„ Barbier von Sevilla" einleiten wird. Mittwoch, den 11. Mai, geben die italienischen Gäste Verdis„ Rigoletto" Adria:„ Monsieur Beaucaire" Rudolf Valentino. und Samstag, den 14., den„ Troubadour". Avion: Die lustige Witwe". M. Murray, J. Gilbert ( b. aufgeh.) Kartenvorvert. ab Sonntag. Als Belvedere:„ Der Schlafwagenkontrollor" H. Liedtke. nächster Abend im Rahmen der Maifestspiele ist eine Beseda:„ Mizi mit dem Bubikopf" Colleen Moore. Schiller- Feier vorgesehen, die eine von Leopold ,, Wehe, wenn sie losgelassen" Henny Porten. Stramer geleitete Neueinstudierung und NeuinszeHvězda:„ Die Geliebte Seiner Hoheit". Lustspiel. nierung von„ Fiesto" mit Jakob Feld= hammer vom Deutschen Volkstheater in Wien in Illusion: Ihre große Nacht".„ Das Mädchen der der Titelrolle bringt. Den Abschluß wird die 3flische Aufführung von Richard Wagners Ring Herausgeber Dr. Ludwig Czech. Verantwortlicher Redakteur Dr. Emil Strauß Drud: Deutsche Zeitungs- A.- G., Prag. Für den Drud verantwortlich: O. Holit. BOO Deutscher Theatergarten in Prag. Gastspiel Maria Orsta: Dic Rufine au 3 CAFFEE RESTAURANT Warschau". Mann hätte Frau Orska diesmal lieber in einer stärkeren Rolle gesehen, ihr großes dramatisches Können in einem Stück genossen, das die Entfaltung einer künstlerischen Persönlichkeit gestattet. Denn dazu ist Verneuills hübsches Lustspiel trop der gelegentlichen Seitensprünge in das Gebiet des Problemdramas, zu nichtig. Aber niemand wird der Kusine aus Warschau gram sein, weil er ihr zum soundsovieltenmale begegnet, wenn sie in der Maske und mit dem liebenswürdigen Geplauder Maria Orskas kommt. Ueber die sprachliche Leistung hinaus, die in diesem für eine Rumänin geschriebenen Stüd Verneuils stark in den Vordergrund tritt, die feinsten Nuancen, starkes Unsere Volks- Erzeugnisse Imprägnierte Mäntel Art ,, Gordon" Englische Mäntel Art. ,, Renda" Covercoats Art.„ Rufus" Seldenmäntel Art.„ Ramon" Garbardin- Mäntel mit Futter Art. Raul" Englische Mäntel, gar. echt Art.„ Rialto" Kasha- Mäntel, ganz auf Seide gearbeitet, Art. „ Romulus" Engl. Kostüme, gefüttert Art.„ Luna“ Covercoat- Kostume Art. „ Lea" Smoking- Kostüme mit 1. Mai: Eröffnungs- Konzert bei günstiger Witterung 15 Ufir nadimittag. Um ferneren gütigen Zuspruch der P. T. Gäste bittet Gottlieb Hora mit Frau, Cafetier,.Elektra". VERSICHERUNGEN aller Art schließen Sie am vorteilhaftesten mit der VOLKS- VERSICHERUNG ČECHOSLAVIA“ PRAG II., KRAKOVSKÁ 5 ( im eigenen Hause) ab. von Kč 98- aufw. 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Der Kriegsfilm der Ufa, der unter dem Titel „ Der Weltkrieg" zur Vorführung gelangt, ist in einer der letzten Sigungen des Lampe- Ausschusses als Lehrfilm anerkannt worden. Wan wird ja sehen! Film„ Die große Parada", der erschütterndste Ein amerikanischer Filmerfolg. Der Metro. Kriegsfilm, der je gedreht worden ist, und der in Prag fast ohne Beachtung vorgeführt wurde, hat im A st or Theater in New- Yort, in seinem Urauf führungslino, jeden Reford geschlagen. Der Film ist bisher volle 71 Wochen gezeigt worden! Tie Metro hat aus diesem Erfolg eine Einnahme von über 1.3 Millionen Dollar. Glanz und Elend der Kurtisanen, der vielgelesene Roman von Honoré de Balzac, wird von der Emelka verfilmt werden. Die Regie führt Manfred Noa, in den Hauptrollen ist ut. a. auch Paul Wegener( als entsprungener Mörder Collin und falscher Marquis d'Herera) beschäftigt. MARKEN und TYPEN unserer Lieferungsund Lastwagen Auto- koda zu günstigsten Ratenzahlungsbedingungen! 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