angelpreis 70 Seller. Redaktion und Verwaltungs Prag, I., Nelajanta 18 Telephone: Sages rebattion: 26795, 31469. Tagtrebattion: 26707. Poftihedamt: 57544. Jaferate werden laut Tarif billigt berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 7. Jahrgang. Sozialdemokrat Rekordtaumel. Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit. Donnerstag., 23. Juni 1927. Bezugs Bedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post: monatlich.... Kň 16.oierteljährlich halbjährig ganzjährig. 48.96.192.Rückstellung von Manustripten erfolgt nur bei Einfendung der Retourmarken. Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh Nr. 145. machen wird, sie hat unter der Herrschaft des Falle zeigt der Kapitalismus fein Interesse.[ raub an den 21 bis 24jährigen fanttioniert, entKapitalismus auch eine Stehrseite. Nicht nur, weich furchtbares, Tod und Verderber bringen spann sich eine lebhafte Debatte, an der alle Ver Die Ozeanflieger Chamberlin und Lewiné daß unter ihr die Fähigkeit, Entfernungen des Instrument das Flugzeug ist, das hat der treter der Opposition teilnahmen. merden heute in Prag feſtlich und wahrscheinlich Arbeitskraft eine gesteigerte Menge von Gütern schwachen Begriff davon gab, was es in der denn, wie die Senatswahlen zeigen, wirkt sich die rascher zu überwinden und ohne Erhöhung der Strieg bewiesen, der aber doch nur einen fich feinen übertriebenen Hoffnungen hingeben, Meißner erklärt der Koalition, sie möge auch mit allem Jummel, in dem sich sowohl chte Sportbegeisterung, Freude über den Fort- u produzieren, dazu führt, Arbeiter und An- Zeit der Gifigaje in einem nächsten Striege Heraufsetzung des Wahlalters in den Wahlergeb zu hritt der Technik, als auch nationale Eitelkeit hat der Stapitalismus auch viele der Errungen Klassen in erster Linie, wenn sie sich die För- Nachweis der Seßhaftigkeit in früheren Auf gestellte überzählig und arbeitslos zu machen, werden kann. Daran denken die herrschenden nissen nur unbedeutend aus. Der ausdrückliche biegeln werden, enrpfangen. Die tschechoslowa- schaften der Technik, nicht zuletzt das Flugzeug, derung des Flugzeugwesens angedeihen lassen. enthaltsorten sei eine Verschlechterung gegenüber Fiche Regierung ließ sich kein Bemühen ver- statt in den Dienst des Fortschrittes in den Der industrielle Kapitalismus erblicht schließlich dem Gefeß über die ständigen Wählerlisten, das drießen, die Flieger zu beſtimmen, sich auf ihrer Dienst der Vernichtung und der Zerstörung auch in dem Ozeanflug nichts anderes, als die nur verlangt, daß der Wähler„ It ach Möglich; europäischen Triumphreise auch in Prag feiern laffen, und als der Besuch auszubleiben gestellt. Der Triumph des Menschengeistes, der in ten. Man beachte nur die Einigkeit, mit der Gelegenheit zu vielfachen Schikanen geben. rohte, war man nicht wenig verschnupft". Der der ungeheueren Enrwidlung des Flugwejens man auch bei uns den Refordflieger- Rummel Möglichkeit der Steigerung seiner Machtabscheit" die Richtigkeit seiner Behauptungen durch Tatsachen erweise: die neue Verschärfung werde Sport- und Rekordtaumel hat die Menschen seinen Ausdruck findet, die augenblicklich ihre dem Geiste und der Sache des Militarismus erfaßt, und keine Hauptstadt will in der Reihe höchste Krönung in dem Ozeansing erfahren dienstbar zu machen sucht! Schon will man erblickt in der Vorlage eine weitere Ber Genosse Hadenberg derer fehlen, denen Gelegenheit geboten ist, ihre hat, er wird heute auch bei uns bejubelt werden. zwei Offiziere der tschechoslowakischen Armee fchlechterung des Wahlrechts, und zwar in mgeheuere Begeisterung über die Leiſtung der Und doch sollten die Menschen, die vom Reford- nach Amerifa fliegen lassen, und der Reford- erster Reihe durch die Hinaufſetzung der Alters beiden Transozeanflieger zu äußern. Chamber- taumel erfaßt sind, nicht übersehen, daß der taumel fol! Sazu berükt werden, um durch Geldgrenze vom 21. auf das 24. Lebensjahr. Es iſt lin und Lewiné, Namen, die noch vor drei Kapitalismus nicht gewillt ist, die Flugtechnik fammlungen für den Bau eines geeigneten die bisher begangen wurden. Dazu kommen die Wochen niemand kannte, sind heute von Neapel in den Dienst des Friedens und der Gerechtig- Flugzeuges die Bevölkerung zu schröpfen. Der verschärften Bestimmungen über die Seßhaftigkeit. das eine der reaktionärsten Taten, His Stockholm, von New York bis Yokohama, feit zu stellen. In erster Linic ist das Flug- Rekordiaumel und Sportenthusiasmus sollen Redner führt Klage über die mangelhafte Führung rund um den Erdball herum, in aller Mund. zeug für ihn ein Instrument der Vernichtung die gesuchte Gelegenheit werden, die Luft- der ständigen Wählerlisten, bemängelt, daß die Wohin die Flieger kommen, steigert sich der und Zerstörung, und je höher dessen Vervoll- rüstungen populär zu machen. Auch wir wissen einjährige Seßhaftigkeit in anderer Form als Jubel zur Ekstase. Die offizielle Welt ladet sie kommnung steigt, ein um so furchtbareres. Ent- die Heldeniat der Weltmeerflieger zu würdigen, früher aufrechterhalten wird, und verlangt zu Gaſte und überhäuft sie mit Auszeichnungen. weder dient eine Erfindung, ein Fortschritt der aber wir dürfen nicht blind dafür sein, daß die Streichung der Schaftigkeit Alles drängt, die jungen Flieger zu sehen. Steigerung des Profits oder er vermehrt das man die Sportbegeisterung der Wassen für nicht überhaupt. Ebenso war es vor kurzem mit Lindbergh in Arsenal der Mordwaffen in jedem anderen i reine Zwecke auszunüßen ſucht. Paris, dessen Glanz aber, da Chamberlin einen neuen Reford geschlagen hat, bereits im Verblajjen ist. Wer weiß, ob dieser Rekord nicht bon demnächst überboten wird, dann kann die Welt wieder den neuen, bis nun unbekannten Helden feiern.... Auch die tschechischen Juristen gegen die Berwaltungsreform! werfen uns in die Zeit der fürchterlichsten Unterdrückung der Polizeistaaten zurüd. So ist das Urteil juristischer Fachleute, nicht nur deutscher, sondern auch tschechischer, über den Gefeßentwurf, dem die Aktivisten so begeistert zustimmen, vernichtend. Es bleibt bei dem Wahlrechtsraub. die Altersgrenze nicht geändert.- Die sonstigen Aenderungen bedeutungslos. gehoben ist. die Gegen die Streichung des Soldatenwahlrech tes protestieren die Genossen Hackenberg und Patejdl. § 5( passives Wahlrecht) erhält ebenfalls eine neue Fassung: demnach wird statt der ursprünglichen dreijährigen eine zweijährige Seßhaftigkeit in dem betreffenden Lande gefordert. Genosse Hackenberg verlangt die Streichung der Bestimmungen über die Seßhaftigkeit und eine Herabsetzung der Altersgrenze für das paffive Wahlrecht auf 24 Jahre. Die Beratung gedich noch bis zum§ 30, worauf die Debatte auf Donnerstag vormittags vertagt wurde. Zur Charakterisierung der Ausflüchte, Sektionschef Bobef und Berichterstatter Stra mař zur Verteidigung der Altersgrenze gebrauchten, jei nur die ganz ernsthafte Behaup tung des Herrn Settionschefs angeführt, ein 21. jähriger fönne noch nicht die genügenden Erfah Im Parlament erschien vorgestern eine Ab- beantragten Fassung angenommen wird, und die rungen darüber haben, ob man im Bezirk ein ordnung der Advokatenkammer für Böhmen, ge Deputation verlangte, daß dieser Artikel Krankenhaus vergrößern, Brücken banen müffe Der Ozean ist zur Rennbahn geworden. führt vom Präsidenten Dr. Stumpfe und völlig geändert oder überhaupt gev." Zum Heldented fürs Vaterland ist er aber Ahn im Flugzeug in fürzester Zeit zu über den Advokaten Dr. Karol und Dr. Klouda. itrighen werde, schon mit 18 Jahren reif genug! Gleichzeitig queten, gift heute als höchstes Verdienst. In latenkammer entfendet, die Samstag stattgefun- mer wird verlangt, daß die Regierungsvorlage die ständigen Wählerlisten von der ReDie Deputation war von einer Sigung der Advo- In dem Memorandum der Advokatenkam fündigte Dr. Bobef an, daß auch das Gesch über der Lat: sportlich betrachtet ist es ein Ereignis, den hatte und in der eine Diskussion über die Fachleuten zur Abgabe eines Gutachtens über gierung werde vereinfacht werden. Man welches das Wort von dem großen Teich" zur Verwaltungsreform abgeführt worden war. Die wiesen werde. Die Denkschrift, welche die Tepu lann sich schon lebhaft vorstellen, was da wieder Wahrheit gemacht hat. Eine Strecke, zu deren Deputation brachte ie ernſten Befürchtungen der tation überreichte, beschäftigte sich eingehend mit für Verschlechterungen zum Vorschein kommen Zurüdlegung in früheren Zeiten viele Monate juristischen Kreise ob des Wirrwars zum den einzelnen Bestimmungen des Gefeßent werden! notwendig waren, nach Erfindung der Dampf- Ausdruck, den der Regierungsentwurf hervorwurfes, weist auf die ungeheuren Gefahren hin, Bei Paragraph 4 wird der zweite Abjazz, der hiffahrt mit den schnellsten Schiffen noch immer rufen wird, wenn er Gesetz werden wird. Die die aus seiner Annahme entstehen, und führt aus, den Soldaten ursprünglich das Wahlrecht in der wa zehn Tage, fann, das beweist Chamberlins Advokatenkammer hat eine ganze Menge Argu daß einzelne Bestimmungen den geltenden Be- Gemeinde ihrer dienstlichen Zuteilung sicherte, Lat, mit dem Flugzeug in kaum zwei Tagen mente gegen den Artikel 10 zuſammengetragen, ſtimmungen zuwiderlanfen, unflar und unbe ausgelassen, weil ja mittlerweile das Solwo durchquert werden. Was Lindbergh, und nach o gejagt wird, daß das Verwaltungsverfahren ſtimmt sind. Die Beſtimmung des Absatzes 4 des datenrecht schon im Paragraph 1 ausdrücklich auf durch Regierungsverordnung geregelt werden Artikels 10, so wird wörtlich gefagi, ihm Chamberlin- Lewiné, vollbracht haben, es wird, und wo unverhältnismäßig hohe Strafen it sicher vorläufig ein Gipfelpunkt fühnsten festgesetzt werden. Die Deputation erklärte dem Rutes, ihr Flug ein Sieg der Technik und des Minister des Innern, daß die Vorlage eine Menschen über den Raum. Die Kontinente ich were Belastung für die Bevölke find einander nähergerückt und auf bisher un- rung bedeute, deren Rechte verfürzt werden. geahnte Verkehrsmöglichkeiten eröffnen sich ver- Die Advokatentammer warnt im letzten Augen heißungsvolle Ausblicke, nichtsdestoweniger blick besonders davor, daß der Artikel 10 in der tellt der Flug über das Weltmeer vorläufig nur einen Reford dar, er ist eine Gipfelleistung. bon der noch nicht gesagt werden kann, ob sie den Ausgangspunkt eines den wirtschaftlichen Notwendigkeiten dienenden Flugverkehrs bilden wird. Soweit sind wir noch lange nicht. denn felbst in den Grenzen, in denen gegenwärtig Prag, 22. Juni. Der heutigen Sihung des Nach Beginn der Sizung wurde zunächst das Privatflugweien dem Verkehr dient, steckt Berjajjungsausschusses lag die Vorlage über die noch die Ueberschrift und die Einleitungsformel noch in den Kinderschuhen und ist kaum Wahlordnung in die Bezirks- und Landesver- des Verwaltungsreformentwurfes genehmigt und mehr als Lurus und Sport. tretungen vor, die formell ebenfalls nur eine eine Resolution 3ierhut angenommen, welche Novelle zur Gauwahlordnung darstellt. die Regierung auffordert, die Voriage über die Immerhin: die Möglichkeit der Bezwin- Die Paragraphe über das aktive und Verwaltungsgerichtsbarkeit in den Bezirken und ung des Ozeans durch das Flugzeug ist er- passive Wahlrecht wurden zwar von der Mehr- Ländern schon in der nächsten Zeit vorzulegen. Der volkswirtschaftliche Ausschuß beschäftigte piesen, aber rechtfertigt das kühne Wagnis der heit abgeändert, doch sind die Aenderungen absolut Dann schritt man zur Beratung über die sich in seiner gestrigen Sißung mit dem am tebesmutigen Flieger die großen Worte und unzureichend. Das Hauptunrecht, die Herz Wahlen in die Bezirks und Landes- 31. Mai abgeschlossenen Handelsvertrag mit Undie den aufschung des Wahlalters auf 24 vertretungen. Der§ 1 hat nach dem Ab garn. Die umfangreiche, 320 Seiten umfassende an die Gefeierten jetzt allenthalben aufsteigen? Jahre, bleibt bestehen, ebenso die ein- änderungsantrag der Mehrheit folgende Fassung: Vorlage, mit ihren fast 1000 Tarifposten war den jährige Seßhaftigkeit für das aktive Wahlrecht, nur„ Das Recht, die Mitglieder der Landesvertre. Tag vorher aufgelegt worden, woraus allein schon Der Flug mag eine Etappe auf dem Wege der daß die Schhaftigkeit in einer und derselben Ge- tungen zu wählen, gebührt allen Staatsbürgern zu ersehen ist, welch geringes Gewicht die RegieMenschheit bedeuten, sich die Naturfräfte dienst- meinde erst für die fekten drei Monate verlangt der Tschechosiowatischen Republik ohne Unterschied rung auf die Prüfung dieses so überaus wichtigen bar zu machen, aber ist es auch richtig, darin wird. Diese Frist tann sich aber noch um ein des Geschlechtes, welche am Tage der Auflegung Werkes durch den Senat legt. Der Berichterstatter schon die Möglichkeit gegeben zu sehen, die weiteres halbes Jahr verlängern, da all dieſe der Wählerverzeichnisse das 24. Lebensjahr über Roskony machte es sich besonders leicht. Von schritten, ihren Wohnjiv in einer Gemeinde des den Mitgliedern der Regierungsparteien sprach Menschheit zu einer höheren Kulturstufe empor- Fristen bis zur letzten Auslegung der ständigen betreffenden Landes mindestens drei Monate, zu Miller( Nationaldemofrat) einige nichtssagende zuführen? Gewiß, der Ozeanflug könnte in Wählerlisten gerechnet werden, die nur halbjährig rüdgerechnet vom Tage der Auflegung der Wäh. Säße. Von den deutschen Regierungsparteilern beciner menschlicher, vollkommener organisierten erfolgt. Das Soldatenwahlrecht wird auch hier aus ferverzeichnisse, haben, und die nachweisen, daß sie zog diesmal Tscha pek die stumme Stallwache. Gesellschaft ein geschichtliches Merkzeichen drücklich aufgehoben. Das passive Wahlrecht wenigstens weitere neun Monate in irgend einer Die Debatte wurde von der Opposition bestritten. menschlichen Fortschrittes sein, doch die fapi wird immer noch an eine zweijährige SeßGemeinde des Landes sich aufhieiten, die ferner Es sprachen Subka( tschech. Nationalsozialist), talistische Gesellschaftsordnung hat noch jeden haftigkeit in dem betreffenden Lande gebunden, durch dieses Gejeg vom Wahlrechte nicht ausdrüd Betrif( tschech. Sozialdemokrat), Sturc( Stont technischen Fortschritt statt zum Segen, zum während die ursprünglich verlangte Seßhaftigkeit lich ausgeschlossen sind und nicht zu jenen Per- munist) und von unserer Partei Genosse o ia tj. luche für einen großen Teil der Menschen ge- in ein und derselben Gemeinde allerdings wegfällt. jonen gehören, die auf Grund des Gesetzes vom Dieser behandelte in längerer Rede unsere Hanwandelt. Auch ist sie, den Beweis völlig dafür Die Debatte, in der die Opposition heftig 8. April 1927 über das Soldatenwahlrecht nicht dels und Wirtschaftspolitik, zeigte die Unfruchtbarkeit unserer gesamten Handespolitik und übte guldig geblieben, daß eine Verringerung des gegen die schwere Verschlechterung des Wahlrechtes Die im Militärdienste, bei Striegsleistungen an der Vorlage scharfe Kritik. An der sinkenden Raumes, eine Kürzung der Wege der Menschen protestierte, erledigte die ersten drei Hauptstüde oder in der Kriegsgefangenschaft verbrachte Zeit Einfuhr aus Ungarn, dem mangelnden Aufstieg and Völker zueinander, zur bestmöglichsten Dr- über das Wahlrecht und die Wählbarteit, über die unterbrich: nicht den Wohnsiz." ganisation des menschlichen Zusammenlebens Wahllommissionen und das vorbereitende Wahlunserer Ausfuhr dorthin, den großen Schwanverfahren. Der morgigen Sigung bleiben zur Er- Zu diesem Paragraphen, der gegenüber der fungen der Handesbilanz, den verheerenden Wirführen muß. Die Entwicklung der Technik, die ledigung noch vorbehalten die Paragraphen 31 neben vielen anderen Wunderleistungen viel bis 79 über die eigentliche Wahl, sowie die Wahlen leicht schon in absehbarer Zeit die rajche Ueber- in die Bezirksvertretungen und die allgemeinen querung der unendlichen Wasserwüste des Bestimmungen. Dzeans zu einer sicheren Verkehrsgelegenheit| wählen tönnen, Der Handelsvertrag mit Ungarn. Volkswirtschaftlicher Ausschuß des Senates. ersten Faffung lediglich bezüglich der Seßhaftigkeit tungen der agrarischen Schutzölle wies er das eine kleine Verbesserung aufweist( es wird nicht Verfehlte unserer Vertragspolitik auf. Er tadelte mehr einjährige Seßhaftigkeit in ein und derselben es, daß den Beratungen zwar die Unternehmer, Gemeinde verlangt), sonst aber den gänzlich um die Handels- und Gewerbefkammern, die agraribegründeten und verfassungswidrigen Wahlrechts- schen Hochschutzöllner, nicht aber die Vertreter der Seite 2. Die Dzeanflieger in Budapest. Budapest, 22. Juni.( MTZT.) Die„ Colum bia" ist mit den amerikanischen Ozeanfliegern Chamberlin und Levine an Bord um 10 Uhr 30 Minuten aus Wien fommend, auf dem Matthias felder Flugplay gelandet. Nach der offiziellen Begrüßung bestiegen die Flieger die geschmückten Kraftwagen und fuhren in Begleitung ihrer Frauen durch die Hauptstraßen der Stadt in das Hotel Gellert". Auf den beflaggten Straßen wurden die Flieger von einer dichten spalierbildenden Menschenmenge enthusiastisch begräßt. Polizeimaßnahmen für den heutigen Empfang in bell. Scharfe Oppofition in den Reihen der Christlichsozialen! Gegen die tapitalistische Seipel. Donnerstag, 28. Juni 1927. nicht mit einer bloß fchroffen Abwehr des Sozialismus. Wir gewinnen sie nur mit wahrhaft sozialer und durchaus apostolischer Gesinnung, die es uns auch zum Bewußtsein bringt, daß der Arbeiter das Opfer einer völlig unchriftlichen durchaus nicht gottgewollten" Gesellschaftsund Rechtsordnung ist, an deren Umgestaltung zu arbeiten Pflicht eines jeden Ratholis len ist." Das christlichsoziale Zentralorgan ist gestoungen, die Anklagen, die der christlichsoziale Pfarrer Neishenberger gegen die sozial- reaktionäre Politit Der Partei erhebt, menigstens teilweise wiederzugeben! tapitalistische Politit der Christlichsozialen.- Angriff auf Das alles steht also wahrhaftig in der„ Deut. Gegen die ervonierte politische Betätigung der Geistlichen! fchen Bresse". In demselben Blatt, das Pfarrer Reichenberger hat schon zum Grenzlinie zwischen Kapitalismus und Christene vedenkenlos und ohne Skrupel allt arbeiter 1. Mai in einer Reihe christlichsozialer Blatter tum so scharf als möglich sichen. Das scheint mir feindlichen Maßnahmen und Geseze einen Artikel veröffentlicht, in dem er in scharfer noch viel wichtiger als die Betonung, daß sich Chri- des letzten Jahres verteidigte, das der lauWeise gegen die klerikaten Wiz- stentum und Sozialismus wie Feuer und Wasser teste Rufer im Streite gegen alle gegenüberstehen. Der Kapitalismus ist nicht die sozialpolitischen Errungenschaften Die Prager Polizeidirektion teilt mit: Anbräuche des Christentums, gegen die läßlich der heutigen Ankunft der Ozeanflieger Berquidung von Gott und Geldjad gottgewollte Weltordnung. Er ist der größte Feind ist, das für die furchtbarsten Auswüchse des realdes Christentume. Er hat die Waffen aus der tionär fapitalistischen Sturses in der Tschechoslowa werden Fußpolizei, berittene Polizei, Polizei mit und für eine Reihe von politischen und sozialen Motorrädern und Gendarmen auf allen zum Forderungen auftrat, die wirkliche soziale Po Forderungen auftrat, die wirkliche soziale Po Kirche herausgeführt. Wir müssen jeden Schein fei Argumente sucht. Die christlichsoziale Politik Flugfeld in Gbell führenden Straßen und Wegen litik, Abbau des Militarismus u. a. im direk der Berbindung mit ihm meiden, ob er sich Bür hat sich nicht nur, wovor Reichenberger warnt, sowie auf dem Flugplay selbst umfangreiche ten Gegensatz zu dem standen, was die christlich gerblod eber Einheitsfront gegen den Sozialismus mit der sozialen Reaktion verbunden, sondern die Sicherheitsnahmen treffen. Die zum soziale Partei täglich, insbesondere in ihrer die- oder anders nennt. Unser Blas ist auf Seite des christlichsoziale Bolitie ist selber die Verkörperung Flugplatz zu Fuß Gehenden dürfen nur den ober- gierungspraxis, tut. Wir haben damals diese Ge- arbeitenden Wolfes, ist in der Front der Kämpfer biefer sozialen Reaktion. Wenn einer nur die halb klicom führenden Weg durch die Parkanlage danken Reichenbergers, der ein Ver- gegen die Ausbeutung, gegen die Verstlavung des Wegitrede betrachtet, die Mayr- Harting und benüßen, da die von Wisotschan nach Gbell trauensmann der Chriftlichsozialen und Volkes. Es kommt eine neue Ordnung... Es die Seinen im letzten Jahre zurückgelegt haben führende Straße nur dem Wagenverkehr vor- Generaldirektor des fatholischen wäre von unabsehbaren Folgen für die Kirche, und die durch folgende markanteste Meilensteine Zölle, Songrua, behalten wird. Der Zutritt zum Flugplatz wird Volksbund" ist, ausführlich wiedergegeben wenn fie fich zum Hüter der kapitalistischen Wirt gefestzeichnet ist: schaftsweise machen wollte, so wie nacrtei! Steuerreform, Sochzüchtung des WiTite. auf Ersuchen der Flugplaydirektion dem brei und im übrigen erklärt, abwarten zit wollen, was ernster Wiener Seelsorger die ori sut it 8. Verwaltungsreform, Angriffe teren Publitum nicht gestattet, da wohl aus diesem Herifalen Ube werden solle. der Betrieb auf dem Flugplatz wegen der Postsung Seipels bei den Testen Wahlen, auf die Sozialversicherung wer nach flugzeuge nicht eingestellt werden kann und da feelforglich gefehen, ein schwerer Wingriff Betrachtung dieser Denkmäler flerifaler Realtion mit auf den Artikel Reichenberger sich im Falle einer leberfüllung des stößt, der traut seinen Augent nicht. Saß für ent Flugplatzes leicht ein Unglüd ereignen stehen da schärfte Anklagen und furchtbare Verurteilungen alles chriftlichsozialen Wirtens, des fich ja in der Berteidigung des Kapitalismus als der gottgewollten Ordnung erschöpft, das das Christentum zu einer der Hauptfäulen des Stapi talismus macht und das ein ungeheures Maß von Schuld an der weiteren Ausbeutung und Verfilavung der arbeitenden Menschen in diesent Staate frägt. fönnte. Gewerkschaften beigezogen werden, und zeigte als charakteristisches Merkmal des neuen sozialen Geistes der gegenwärtigen Regierung, daß zwar die Ansprüche der Unternehmerschaft und der Banken in den auf Gegenseitigkeit beruhenden Bestimmungen scharf präzisiert, dagegen die Intereffen der fremden Angestellten und Arbeiter in einer durchaus unzulänglichen und nichtssagenden Weise behandelt werden. Schließlich sprach er noch über die Höhe der einzelnen Zollposten, durch welche die Jutereffen des von der Industrie leben ben Teiles der Bevölkerung zugunsten der agrarischen vernachlässigt und der Umstand, daß wir in so hohem Maße ein Industriestaat sind, über fehen wird. Der Regierungsvertreter Dr. Friedmann bemühte sich in längeren Ausführungen die Kritik unferes Redners zu entfräften, fonnte aber trop feiner vielfach intereffanten Mitteilungen den Eindruck, im wesentlichen vorbeizureden, nicht verwischen. Nun taucht der weiße Rabe Reichenberger neuerdings auf und unter Umständen, bie darauf schließen lassen, daß er auf so manchen anderen Schwarzen beträchtlich abgefärbt hat. Die ,, Deutsche Presse". das Zentralorgan der Christlichsozialen, bringt nämlich in der Diens tagnummer in einem Leitartikel außerordentlich Verspätete Waigedanken" Reichen bergers, die als Fortsetzung seines ersten Auffates zu betrachten sind, deren Inhalt aber noch weit beachtenswerter ist. In der Einleitung, die die Redaktion dem Artikel voranstellte, macht fie die Feststellung, daß der erste Artikel Reichenbergers in den weitesten reisen Beachtung fand" und eine enge Zuschriften auslöfte, teils zustim mende, teils entfette". Das Entfeßen dürfte wohl auf Seiten derer gewesen sein, die für die christlichsoziale Politik verantwortlich sind; durch die vielfache Zuftinumung aber findet das Wunder seine Erklärung, daß die„ Deutsche Preffe" mun die weiteren Aeußerungen Reichenbergers und noch dazu an leitender Stelle abdruckt. Denn die vielseitige Zustimmung zu den Ansichten Reichenbergers bedeutet Oppofition gegen die parteiführung und diese inzwischen wohl angeschwollene oppositionelle Strömung wird eben auch auf die Deutsche Presse" Druck ausgeübt haben. Die Deutsche Preffe" hat es nicht Um die Bergarbeiterversicherung. gewagt, diesen Artikel zu unterschlagen und sie In der am 21. Juni 1. J. in Prag stattge- muß es wahrscheinlich schon als Erfolg buchen, fundenen Sitzung der foalierten Bergarbeiterverwenn ihr nicht daraus Schwierigkeiten entstehen, bände wurde über die Sanierung der Bergarbei- daß sie den Artikel gekürzt wiedergibt, was sic terversicherung verhandelt. Nach den Presse- und unter Bedauern" mit Raummangel zu entschulanderen Berichten ist anzunehmen, daß die Re- digen sucht. Dieselbe Nummer der„ Deutschen gierung trotz des einhelligen Widerstandes der Preffe" enthält aber spaltenlang so viel unaffuelBergarbeiter auf den in der Sißung der Wirt- len Schmarren, daß die wirklichen Gründe der schafts- Minister vom 9. Feber d. J. befchloffenen Kürzung um so deutlicher kenntlich werden. Aber Grundfäßen beharrt, laut denen die selbständige felbst das, was die„ Deutsche Presse" doch mußte Bergarbeiterversicherung aufgehoben werden soll lassen stahn, ist übergenug. Hier ein Auszug: und die Bergarbeiter unter schwerer Schädigung sowie in der Kranken- als auch in der Invaliden-, Alters- und Witwenversicherung in die Sozialversicherung zu überführen sind. Die Sigung traf die zur Abwehr der bisherigen Ansprüche und Rechte der Bergbau- Versicherten nötigen Maßnahmen. „ Ich halte es für Christenpflicht immer uber wieder zu betonen: Jeder Mensch hat sein Anrecht auf ein menschenwürdiges Dasein, auf einen ausreichenden Lohn, auf eine gesunde Wohnung, auf genügende Erholung. Und wenn es der Sozialismus ist, der diese Forderungen aufs stellt, so handelt er eben in diesem Falle christlich. Wir müssen dann nach meinem Grachten die Ivar. Es ist wohl ohne weiteres flar, daß die Politi Fer fich mit der Aufstellung von sozialen Programs men und Ferderungen nicht begnügen biefen, son dern daß sie mit allem Nachdruck für die Gefekwerdung diefer Forderung sich einsetzen müssen, besonders die chriftlichen Politiker jeber Nation, jeber Vortei. Die soziale Reaktion ist eifrig am Werke, die sozialen Errungenschaften der letzten Zeit wieder abzubauen. Man braucht nur gelegentlich die Auslassungen über die So talversicherung, Betriebsausschüsse, über die Belastung der Wirtschaft usw. git Tefen. Werbinden sich chriftliche Politiker mit der sozialen Reaktion, mit den Klaſſenkämpfern aus dem Lager des Rapitalismus, fo swingen fie die christlichdenkende Arbeiterschaft, sich nach einer att deren politischen Vertretung umzusehen oder treiben sie in das Lager des Sozialismus. Unter diesem Gesichtspunkt darf man wohl immer wieder auf die ungeheure Verant wortung der christlichen Politiker hinweisen... In diesem Zusammenhang gehört auch die Forderung, daß der Priester im einzelnen Orte nicht der Exponent einer politischen Partei werden darf... Reichenberger fagt:„ Es fomtatt eine neue Ordnung!" Aber seine führenden Parteigenossen lassen ihre Kolonnen täglich Sturm laufen gegen alle vorgeschobenen Posten dieser neuen Sibuung und die„ Deutsche Presse" verhimmelt alle, die am schärfiten gegen die Träger der neuen Ordnung losgehen! Die Deutsche Presse" betetzu Seipel wie zu ihrem Gott, er ist das Borbild der Mayr- Sarting und Silgenreiner, den Seipel hat die„ Deutsche Breffe" wegen seines allerdings elend mißlungenen Einheitsfrontzuges gegen die Arbeiter Dis thyramben gewidmet und mun mitß diefelbe Deutsche Breffe" im eigenen Leitartikel sich von einem ihrer Parteigenossen sagen lassen, daß Setpels Lofung ein schwerer Wißgriff war! Es ist für mich ein freudiges Bewußtsein, daß in weiten Streifen der Gedanke sich durchsetzt, daß wir durch kein göttliches und fein firchliches Gebot verpflichtet sind, die gegenwärtige Wirtschaftsords nung, die in ihren Wirkungen herzlos und graus sam, unchriftlich und heidnisch ist, zu verteibigen daß aber ein göttliches Gefeß jedem Mensch das verbürgt was er zur Erhaltung seines Lebens Wie Peitschenhiebe nujen die Worte Reichen bedarf und daß es eine himmelschreiende bergers gegen die chriftlichsozial: Parteiführung. Sünde nennt die Arbeitskraft eines Une wir würden gerne folch ein Führeraeficht Mitmenschen zur eigenen Bereiche- fehen, wenn ihm die Worte aus parteigenössischem rung auszubenteu... ich will statt vieler Wunde unterfommen: Die soziale RealZeugen auf die Ausführungen des Jesuitenpaters tionist eifrigam Werke, die sozialen Frodl verweisen, der, wie ich, sich die Frage stellt: Errungenschaften der letzten Bett Wie gewinnen wir die Seele des Arbeiters? Er wieder abzubauen... Verbinden sich gibt folgende Antwort: Wir gewinnen die Seele christlichsoziale Politiker mit der sozialen Reaktion, des Arbeiters gewiß nicht, wenn wir um fie agita fo swingen sie die chriftlichdererde Arbeiterschaft torisch werben. Wir gewinnen sie nicht mit weh- in das Lager des Sozialisnnus." leidiger Barmherziakeit und mitleidig herablassen- Sier hat Pfarrer Reichenberger den Nagel den Wohltaten. Wir gewinnen sie auch auf den Stopf getroffen. Wahrscheinlich hat er Reichenberger, selber Pfarrer, tritt gegen die exponierte politische Betätigung der Geistlichen, im eingelnen Orte" auf, während die christlichsoz'ale Partei doch gerade in den Priestern ihre verläglich ent ertrauensmänner heranzuziehen ver. standen hat! Erinnerungen aus der Arbeiter mal ein Ende und ging durch. Ohne Geld und sagen der Arbeiterschaft das Mark aus den Von dort gings nach Olmüv. Preran, Göding, bewegung in Mähren und Böhmen. Der fürzlich verstorbente Gen. Florian Gröger, der die letzten Jahrzehnte in Stärnten gewirkt hat, hat furz vor feinem Tode seine Lebenserinnerungen niederge ſchrieben. Wir entnehmen dieser Darstellung die Schilderung der Lehrzeit des Verſtor benen, welche diefer in Braunſeifen in Mähren verbracht hat, sowie die Erzählung von seinem Wirken als jozialdemokratischer Redakteur in Brüg, und Struman. Lehrze't. Kämpfe gegen die Teutschradikalen in Böhmen. war ich meinem Peiniger ausgeliefert. Drei stand es in der Handweberei, in der ich beschäftigt| schaft und ging denselben Tag bis Sternberg. Monate vor Ablauf der Lehrzeit machte ich der war. Heberlange Arbeitszeit und schlechte Lohne wo ich auf der Verpflegsstation übernachtete. Kleider wanderte ich nach meinem Heimatsdorf, Stiochen. Die Fabrikanten gabent das Itoh- Lundenburg bis Floridsdorf bei Wien, wo ich immer in beständiger Angst, von Gendarmen ge- material an die Zwischenmeister und diese ver- an einem Samstag abends hungrig und halb fangen und ins alte Joch gesteckt zu werden. arbeiteten es mit Gehilfen und Lehrlingen zur erfroren anfam. Mein Meister ließ mich ungeschoren, viel wäre fertigen Ware. Der Gefelle bekam 60 Kreuzer ja doch nicht mehr aus mir herauszupressen ge- vom Lohngulden, 40 Streuzer blieben dem„ Meiwefen. Nun begann eine neue Sorge. Ich hatte fter". Dafür stellten die Meister das Werkzeug bei, feine Reisedokumente und ohne Lehrbrief wollte ließen den Gesellen unterm Dachboden ſchlafen non mir fein Arbeitsbuch ausstellen. Schließlich und gaben ihm für 7 Strenger Mittagessen und Das Jahr 1899 brachte die§ 14- Verordnun erhielt ich es aber doch und nun fühlte ich mich für 4 Streuzer Staffee zum Frühstück. Brot und gen der Regierung Thun- tal, betreffend die glücklich. War ich doch frei geworden und konnte Butter fansie sich der Gefelle selbst. Wie das Erhöhung der Zuderſteuer. Darüber war die mir anderwärts Arbeit suchen. Ich ging nach Mittageffen um 7 Streuzer aussah. läßt sich den Arbeiterschaft furchtbar empört und sie brachte Eskau und fand dort Arbeit als einenweber, ken. Gearbeitet wurde in der Regel von 5 Uhr ilren berechtigten Uumut in großen Demonstra wobei ich freilich viel nachlernen mußte. früh bis 9 Uhr abends. Die Arbeit war feyr tionsversammlungen zum Ausdruck. Dies führte Die Entwicklung anstrengend und trug einem guten Webergesellen häufig zu blutigen Zusammenstößen mit Gens die Woche im Durchschnitt 3 Gulden ein. Ich darmerie und Militär, von denen das Blutbad zum Sozialdemokraten. verdiente aber oft viel weniger, weil mein Drga in Graslit und anderen Orten beredtes Zeugnis Sier bekam ich die erste sozialdemokratische nismus zu schwach war, um die schwere Arbeit ablegt. Die Fanghunde der Polizei wurden auf Ich kam im Jahre 1885 zu einem Haus- gektüre in die Sand: den Brünner„ Volksfreund" auf breiten Webstühlen leisten zu können. Sonn- die Arbeiter geheßt und viele brave Genoffen weber nach Braunfeifen in Nordmähren in die und den damals in Brünn herausgegebenen tags ging ich in den Wald und las Zeitungen, mußten in die sterker wandern. Daneben ents Lehre. Mein Meister war ein Lehrlingsschinder Oesterreichischen Arbeiterkalender, die ich eifrig Bücher und Broschüren. Gar zu lange hielt ich falteten die Deutsch radikalen unter der Führung erster Klasse. Er selbst bat nie gearbeitet, drei las. Dadurch gewann ich Einblick in die Arbeiter es aber in Oskau nicht aus. Ich ging nach St. S. Wolfs eine rührige Tätigkeit gegen die bis vier Lehrbuben mußten ihm und seiner bewegung. Ich wurde Witglied des Fachbereins Braunfeifen und erlernte dort die Damaftiveberei Sozialdemokraten. Was da an Gemeinheiten Familie das Brot verdienen. Die Verpflegung der Textilarbeiter in Eblend( jetzt Waldheim), in einer Möbelfabrik. Da verbreitete sich im gegen die Arbeiterschaft geleistet wurde, spottet war ganz ungenügend, so daß ich immer Sunger fam öfter in Versammlungen und fing an, die Städtchen die Nachricht, in Neufeld an der Leitha jeder Beschreibung. Der Soldknecht der Fabris hatte. Die Arbeitszeit währte von 5 Uhr früh wirtschaftlichen Verhältnisse und das Programm( Ungarnt)- heute Burgenland – sei eine Jute- fanten, Franko Sicin, zog von Ort zu Ort und bis 9 Uhr abends mit einer einstündigen Wittogs der Sozialdemokratie zu begreifen. Verschiedene weberei gebaut worden und diese suche Arbeiter. nok ganze Kübel von Ünrat über unsere Partei pause. Gelernt habe ich natürlich nichts. Für Broschüren, die teils von Deutschland, teils von Das war für mich die reinste Freudenbotschaft. und deren Vertrauensmänner. Als die Arbeiter meinen Lehrmeister war die auptfache das Ler- Wien und Brünn kamen und die ich mit Eifer Auf diese Weise konnte sich mein Berzenswunsch, in Saas einer solchen Stein- Verfam- nlung beis dienen, damit er faulenzen fonnte. Webstbei mußte verschlang, regten mich zum Denken an. Die in die Welt hinauszukommen, erfüllen. Ich schrieb wohnen wollten und ihnen der Eintritt in das ich noch die Arbeiten einer Dienstmagd besorgen Befreiung der Arbeiterklasse aus den Feffeln des sofort an die Fabrik und einige Tage später hatte Versammlungslokal verweigert wurde, stürmten und auch als Kindermädchen stand ich häufig in Sapitalismus erschien mir wie eine Offenbarung. ich schon die Nachricht in den Händen, baß ich sie die Tore und verschafften sich gewaltsamen Berwendung. Meine Lehrzeit betrug drei Jahre. Freilich waren die Sozialdemokraten damals jeden Tag eintreten kann. Deur Reisegeld wurde Zutritt. Sie wurden angeklagt und in achttägiger Es waren Jahre eines wahren Wartyriums. Ich schlecht angeschrieben. Unverstand und Sklaverei nicht gefchickt. Das war freilich eine böse Sache, Verhandlung vor dem Brüger Kreisgericht zu mußte alle Gemeinheiten ruhig ertragen, denn wo hielt die Wehrzahl der Arbeiter von der soziali- denn es war winter, mein Schulzeug und die schweren Sterterstrafen verurteilt. Ohne ein Wort follie ich mich denn beschweren? Vom Lehrlinge- itischen Bewegung fern. Die wenigen Genossen Kleider in sehr schlechtem Zustande und mein der Klage verbüßten sie ihre Strafe und arbeiteten fchuh war damals noch keine Rede, die im Auf- wurden ausgelacht, verspottet und verfolgt. Die Barvermögen bestand in 16 Streuzern. Aber all dann um so eifriger für die Partei. Das war fladern begriffene Arbeiterbewegung wurde durch wirtschaftlichen Verhältnisse der nordmährischen das machte mir nicht viel Kopfzerbrechen. Aut Opfermut! brutale Polizeifäuste niedergeschlagen. Hilflos Textilarbeiter waren miserabel. Am schlimmsten 20. Jänner 1890 begab ich mich auf die Wander1 ( Schluß folgt.) ין( er in 5. C= i 73 Donnerstag, 23. Juni 1927. Seite 3. Rüftet zum Kindertag noch einiges mehr zu diesem Punft gefagt, was zu veröffentlichen der Deutschen Presse" doch unerträglich war. Vielleicht hat Reichenberger es direkt ausgesprochen, daß die christlichsoziale Partei sich bereits vollständig mit der sozialen und politischen Reaktion eins weiß und daß die Flucht in das Lager des Sozialis= mus bereits eingetreten ist. Diese Flucht ist unaufhaltsam und darIt 1 it an wird auch Pfarrer Reichenberger, selbst wenn de 9 e S t 3 3 Der Kampf in der Seidenindustrie. Die Italiener in Frankreich Die Seidenindustriellen überschwemmen die Arbeiter mit ihren Flugblättern. Die Schuld am Ausbruch dieses Rampfes soli den Gewerkschaften zugeschoben werden. und zwar sofort nach dem 18. Juni, ja sie waren Von Kurt enz. Nizza, Mitte Juni 1927. Frankreich zählt etwa eine Million Italiener. Davon wohnen in Leon 50.000, im Südosten, oberhalb des Mittelmicers, 50.000, in Paris Wir haben bereits über die Ursachen des Verhandlungen die Arbeit aufnehmen würde, sich 150.000, im Often 150.000 und am Mittelmeer es ihm und noch anderen des fleritalen Lagers Stoufliftes in der Seidenindustrie berichtet und die Unternehmer ins Faustchen lachen und dann 100.000, während die übrige halbe Million in xm ihre antikapitaliſtiſche Weinung ernſt iſt, festgestellt, daß eigentlich die Unternehmerbeſchlüſſe einfach nichts mehr bewilligen würden. Die ganz Frankreich verstrent lebt. Seit Jahr und Nichts ändern. Denn die christlichen Arbeiter der beiden Arbeitgeberverbände deutscher und Unternehmer glaubten, die Arbeiterschaft wäre so Tag sucht Winssolini diefe Million Italiener zu und vielleicht auch Pfarrer Reichenberger- wer- tschechischer Zunge den Anlaß zu diesem unaus naio, um sich in diese Falle locken zu lassen. So bearbeiten, weil er, nicht mit Unrecht, hier die den erkennen, daß es unsinnig ist, auf eine weichlichen Kampf in der Seidenindustrie gegeben bald die Arbeit aufgommen worden wäre, stärfte Gefahr für seine Blutherrschaft vermutet. Wandlung der christlichsozialen Partei zu hoffen. haben. Die Seideninduſtriellen wenden sich nun, hatten die Unternehmer beim Verhandlungstisch Denn alle Antifascisten flüchten nach der gaſtSie folgt ihrem innersten Gesetz als fon- um ihren ungerechten Angriff zu verdecken, mit feinerlei Zugeständnisse gemacht und die ganze lichen französischen Erde und gründen hier in der servative, an der bestehenden Ordnung festhaltende Flugblättern an die Arbeiterschaft, in welchen sie Bewegung wäre zur Lächerlichkeit herabgesunken. Verbannung unter fümmerlichen Verhältnissen Partei, wenn sie dem Kapitalismus diefer heuchlerisch einreden wollen, daß die GeDie Gewerkschaften haben erklärt, daß sie ihre neue Heimat. Italien ist heutzutage so sehr Sie kann nicht anders, weil sie sonst werkschaften aus Konkurrenzrüdsichten den Kampf von aller Welt isoliert, daß die Flucht aus dem c den Ast absägte, auf dem sie sißt. Bekämen die in der Seidenindustrie verschuldet haben. Wir verhandlungsbereit sind, Lande des Schreckens zu einer Pflicht für jeden Arbeiter in ihr die Oberhand, so hätte sie eben schen uns deshalb gezwungen, auf das letzte herAntifascisten wird. aufgehört, das zu sein, was sie ist: die erzrealtio- ausgegebene Flugblatt zu antworten: segar bereit, die Vertrauensleute für den zweiten Mussolini läßt es sich sehr viel Geld fosten, närste politische Schußtruppe der Ausbeutung, der 1. Die Löhne in der Seidenindustrie waren oder dritten Tag telegraphisch zu den Verhand in Frankreich herumzuspionieren und auch noch lapitalistischen Privilegien, des kulturellen Rück in der Vorkriegszeit und auch heute nie solche, lungen einzuberufen. Wahrend dieser Zeit sollte die Freude an der zweiten Heimat den Flüchtlingen hritte auf dem Boden der Demokratic. daß sie die Arbeiterschaft befriedigt hätten und weder der Streit noch die Aussperrung aufge- zu verderben. Früher hatte Mussolini vier Arten Die„ Deutsche Presse" überschreibt Reichen daß eine anständige Lebenshaltung der Seiden- hoben werden. Wenn der gute Wille zum Ver- Bolizei: die fascistische, die Polizei des Innenbergers Ausführungen mit dem grotesk wirkenden arbeiterfamilien garantiert gewesen wäre. Viele handeln und zur Beilegung des Konfliktes seitens miniſters Federzoni, die politische Bolizei und Titel: An die Arbeit!" Wer die jüngste Seidenarbeiter blieben weit unter dem Durch der Unternehmer bestanden hätte, so hätten sie schließlich die Militärspionage unter Leitung des Bergangenheit und die Gegenwart der christlich schnittslohne und nur einige gut qualifizierte diesen Vorschlag afzeptieren müssen. Der gute Außenministeriums. Nach dem letzten Attentatssozialen Partei und ihrer politischen Arbeit fennt oder bevorzugte Arbeiter verdienten etwas mehr. Wille bestand eben nicht und aus diesem Grunde versuch setzte der Duce eine Polizeieinheit durch. und nun Reichenbergers Ansichten gelesen hat, der Der Lohnabbau, der im Jahre 1922 durchlehnten sie es ab, während des Kampfes EiniDenn vorher arbeiteten die verschiedenen PoliTann dieses An die Arbeit!" wirklich nur als gungsverhandlungen zu führen. Der Vorschlag seinem Bezirk so viel Sensation und Geld wie zeien gegeneinander. Jeder Beamte hatte aus einen Appell an die Arbeiter und alle anderen geführt wurde, war ebenso ausgiebig, wie des Zentral- Gewerbe- Inspektorates beinhaltete proletarischen Menschen hinnehmen, soweit sie in allen anderen Industrien und betrug über diefelben Forderungen wie die der Herren Unter- möglich herausschlagen wollen, und das wurde doch zu teuer. Bis zu 10.000 Franken( 1700 noch in der chriftlichsozialen Partei stehen und 30 Prozent. nehmer und hätte auf einem Umwege dieselbe bleiben wollen, ihre Führer davon zu Die Behauptung der Seidenindustriellen, daß die noch weiter: Sie erklärten, daß sie bereit seien, Wirkung ausgelöst. Die Gewerkschaften gingen Spione! Mart) pro Monat zahlte er imanchem der jagen, soweit sie aber außerhalb der Nach Löhne gegenüber der auftraft der Vorfriegszeit bei den telegraphisch einzuberufenden Verhandläuferreihen des Bürgertums stehen, aufJetzt untersteht das gesamte italienische zuräumen mit der christlich so um durchschnittlich 30 Prozent gestiegen sind, belungen ihre Forderungen zu ermäßigen. Auf die Polizemvejen mit Einschluß der Militärpolizei nur zialen Partei, die nach den Erklärun- ruht auf einer frisierten Berechnung. In Wirksen Vorschlag gingen die Seidenindustriellen aber noch der fascistischen Polizei. Die hat daneben gen Reichenbergers längst das Christentumlichkeit ist keine Steigerung vorhanden, wie fälsch nicht ein, ein Beweis, daß sie nicht verhandeln lediglich Informatori", das heißt Leute, die beim Nachrichtendienst zu helfen haben. Die mit dem Kapitalismus und den lich behauptet wird." sozialen Geist mit der antifozial- 2. Die Einführung der I. Ortsflasje für Mähr.meisten Informatori" arbeiten am Mittelmeer iten, reaktionärsten, arbeiterfeind Trübau sollte nur dann erfolgen, wenn die Ar- striellen wollen. Sie wollen gegenwärtig feine auch in Paris tätig. Sie alle unterstehen den Es ist zu durchsichtig, was die Seidenindus in den antifascistischen Streisen. Verschiedene find lichsten Gesinnung vertauscht hat! beiterschaft in die Bertragsverschlechterungen, Berhandlungen führen und ſpekulieren auf die faſciſtiſchen Auslandsgruppen, also meiſt den welche von den Seidenindustriellen gefordert Wiedereröffnung der Betriebe und glauben, daß italienischen Konsuln in Frankreich. Geld und wurden, einwilligt und einen Vertragsabschluß dann die Seidenarbeiter ohne Weisungen der Geffrupellose Mittel spielen für die italienische tätigt, welcher verschiedene Verpflichtungen und werkschaften ihre Betriebe füllen werden. Diese Regierung feine Rolle beim Versuch, über die Der Schwerpunkt in privaten linterredungen. Berichlechterungen enthält, damit sie dann den verfehlte Hoffnung dürfte ihnen allerdings arge antifascistische Bewegung genau unterrichtet Genf, 22. Juni.( S. D. A.) Die wirklichen§ 82 der G.-D. zur Entlassung anwenden können. Enttäuschung bereiten. jein, immerhin ein Zeichen dafür, welch be Unterhandlungen der Vertreter der drei großen Betreffs der Spulerlöhne ist das Entgegen Seemächte finden außerhalb der eigen lichen fommen fo minimal, daß eigentlich nur ein ganz Nationalsozialisten für den Betrieb Herzfeld und einem so mächtigen Apparat tritt man nur dann 6. Der Vertragsabschluß der tschechischen rechtigte Angst sie vor den Antifascisten hat. Wit Stonferenzfizungen statt. Während die techmischen geringer Teil der Spuler berücksichtigt werdenisch in Bradito bedeutet einen schweren Fehler, gegen eine Bewegung auf, wenn man fie fo ernſt Sachverständigen ihnen obliegen, statten die Dele- follte. Die Frage der Minderleistungsfähigen nimmt, daß man in ihr den ſiegenden Gegner ergationsführer einander Besuche ab, bei denen sie wäre durchaus nicht in dem Sinne geregelt wer kennt. Und so hat Herr Mussolini ſeine elenden Die tatsächlichen Anschauungen ihrer Partner zu den, daß sie die Arbeiterschaft befriedigt hätte. Spikel von Marſeille bis Menton in jedem klei ergründen suchen. Gibson hat'e am Mittwoch vormittags eine erste private Unterredung mit Die zweiprozentige Erhöhung des Alforddem Führer der japanischen Delegation Admiral zuschlages würde für viele Arbeiter pro Saito. Woche nur K 2.60 betragen haben Die Seenbrüftung. In japanischen Streifen scheint man geneigt, in diesem Schritte des amerikanischen Delega- und wenn in einem Atem biezu gefagt wird, tionsführers einen Versuch zur Annäherung zwi- daß eine Durchrechnung der Akkordjaße nicht schen dem Standpunkte Amerikas und demjenigen erfolgen sollte, so weiß die Arbeiterschaft aus Japans zu erbl den. Erfahrung, daß bei neuen Artfeln sie niemals diese zwei Brozent erhalten hätte, weil die Kalfulationsbasis die Möglichkeit bietet, um zwei Prozent weniger, ja sogar noc) niedriger zu falkulieren. Die Trade Unions gegen die russische Hinrichtungspraris. wollten. welchen diefe Organisation begangen hat. Gelinde gesagt, ist die tichechische nationalsozialistische Organisation der kämpfenden Arbeiterschaft den Rücken gefallen. Es sei betont, daß früher nen Ort. Hunderte fascistische Agenten laufen an die gut deutsch gesinnten Seidenindustriellen es der Riviera herum. Allein in Nizza gibt es ihrer immer abgelehnt haben, die tschechischen National- 400. Nur 100 davon haben eine Arbeit, die übrifozialisten zu Berhandlungen zuzulaffen. Gegen gen 300 sind verkommene Subjekte, die sich in wärtig, nachdem ihnen das finanziell müßt, ihnen das finanziell müßt, den Spiel- und Tanzhöllen herumtreiben und in rücken sie den tschechisch nationalen Freuden von der Gnade Mussolinis leben können. Selbst in der antifascistischen Arbeitervereinigung Bruder an ihre tren deutsche Brust. Der Abschluß für Gradsko wurde bis Ende hat Mussolini überall seine Spigel. Militär- und November 1928 getätigt. Die Organisation ver- politische Spionage haben sie zu treiben. Nizza pflichtet sich segar, daß die Arbeiterschaft die jählt 10.000 taliener. Außer den 400 Agenten sind Fascisten da noch einige Banfangestellte, leberstunden leisten wird und gleichzeitig ver Stonjulaisbeamte und Staufleute, die aus wirts pflichten sich die Arbeiter zu einer Schichtarbeit schaftlichen Rücksichten ihr Volf verraten oder ohne jede bessere Entlohnung. Dieser Vergern bald einen Orden auf ihrer Brust schen rat der tschechischen Nationalsozta möchten. isten fann nicht schwer genug angeprangert werden. Aftion hat den Kampf ausgelöst, sondern der prinzipielle Beschluß der beiden Unternehmer verbände ist die Ursache des schweren Kampfes in der Seidenindustrie. London, 22. Juni.( Renter.) Der General rat des Kongresses der Tradeunion und der Voll3. Diese ganz unzulänglichen Zugeständnisse zugsausschuß der Arbeiterpartei haben eine Re- wollten die Unternehmer mit der Verpflichtung solution angenommen, in der sie erklären, daß erfaufen, daß Ueberzeit und Schichtarbeit geleistet Diesem Gesindel stehen die italienischen jie zwar die Schwierigkeiten und die Gefahren, werden muß; Schichtarbeit selbstverständlich noch Lintsparteien in geschlossener Front gegenüber. die aus der politischen Lage der Sowjets ent- ohne jede Mehrbezahlung. Es sei festgestellt, daß 7. Wenn die Unternehmer der Arbeiterschaft Da ist die Gruppe der„ Lavoratori italiani", die springen, und die berechtigte Entrüstung der nicht die Gewerkschaften die Ber- den Brotkorb noch höher hängen wollen, wenn in Paris von Philippo Turati geführt wird, da Sowjets über die Ermordung Wojkows anerken handlungen abgebrochen haben, son sie ihr demütigende Verpflichtungen aufzuerlegen sind die Marimalisten, ferner die Mitglieder der nen, daß aber die in der Süßung vertretenen Bern die Unternehmer waren es, welche gedenten, so war die Arbeiterschaft eben gezwun- Italienischen Liga für Menschenrechte umer Delegierten es als notwendig ansehen, gegen auf die Anfrage des Genossen Zimmer, ob das gen, den Kampf zu führen und selbst dann noch Luigi Campolonghi( Nizza). und die„ Republikadie Politik der Sowjets zu prote- ihr äußerstes und letztes Angebot sei, einfach zu führen, wenn auch die Unternehmerorganisa nische Partei" unter Natoli( Nizza). Sie arbeiten stieren, die unschuldige Personen erklärten, ja, das ist das äußerste, mehr können tion beschließt, unter feinen Umständen Lohn alle gemeinsam zur Erledigung der fascistischen hinrichten, welche mit dem an Wojtow ver- wir nicht bieten. Auf eine derartige Antwort erhöhungen zuzulassen. Nicht irgendeme politische Spione in Frankreich und zur Befreiung und übten Worde nichts gemein haben. war allerdings die Arbeiterschaft nicht gefaßt und Rettung ihres Heimatlandes. Ihr Organ ist die Die Delegierten sind der Ansicht, daß jede als die Unternehmer fluchtariig den Verband Vagina italiana"( talienische Seite") der olitif, die einen Mord mit einem Word beant- lungsfaal verlassen hatten, haben die Gewerkschaf französischen Nizzaer Linkszeitung„ La France de artet, teine anderen als fatorophale Folgen ten das Angebot nochmals überprüft und sind zu Nice", ferner Avanti"( Paris, 50, Rue Labat) für die Sowjets haben fönne und sie hoffen fest, der lieberzeugung gefommen, daß unter derartigen Daß die Unternehmer sich dauernd mit Flug und La Liberta"( Die Freiheit"), die im glei daß schließlich in Sowjetrußland die Brattifen Umständen es unmöglich ist, bettelnd an die blättern an die Arbeiterschaft wenden und ihnen chen Verlag wie der„ Avanti" erscheint. Seit einider Hinrichtung von Personen wegen abweichen- Unternehmer heranzutreten, um eventuell die diese per Post ins Haus zusenden, beweist, daß sich gen Tagen ist in Paris eine neue italienische antider politischer Üeberzeugung aufhören wird. Verhandlungen weiterführen zu können. die Herren Seidenindustriellen schuld bewuß! fascistische Tageszeitung entstanden: Dovere" ( 170, Rue de Charenton). Wieviel Spitzel sind in fühlen und alles aufbieten, um durch verschiedene Die Unternehmer haben die LohnverhandDas Ministerium Bratianu. lungen in Brünn selbst abgebrochen Redewendungen die Ursache des Kampfes den Ge- deren Redaktionen? Steiner weiß es anau. Nur Bukarest, 22. Juni.( Rador.) Die wertschaften in die Schuhe schieben zu fönnen. mit alleräußerster Vorsicht können die ehrlichen Regierung setzt sich folgendermaßen zusammen: und sie allein tragen die Schuld an dem Aus- Die Tenerung ist troß gegenteiliger Behauptun Gegner des Fascismus in Frankreich arbeiten. Ministerpräsident und Minister des Aeußern- bruch des Kampfes. Nicht den Gewerkschaften gen vorhanden, sie ist eingetreten und die Seiden- Wenn man da oft ungeduldig nach deren Erfol gen fragt, darf man die ungeheuren Schwierig J. Bratianu; Juneres- Duca; Finanzen hat die Besonnenheit gefehlt, sondern die Seidens arbeiterschaft führt einen gerechten Kampf gegen feiten, die sich ihrer Arbeit für ihr Bolt entgegen Vintila Bratianu; Staatliche Güter und industriellen waren es, welche unüberlegt und die Unternehmerbeschlüsse und gegen die Aushun- feiten, die sich ihrer Arbeit für ihr Volk entgegentürmen, nicht unterschätzen. Landwirtschaft Argetoiano; Unterricht vorzeitig das Verhandlungslokal verlassen haben gerung ihrer Familien. Rein Arbeiter nehme Angelescu: Stultus apedatu; Justiz und sie allein müssen sich die Folgen zuschreiben. ohne Weifung der Organisation, falls die Betriebe - Stelian Popesco; Gesundheitswesen- 4. In dem Moment, als die Seidenindu- wieder eröffnet werden sollten. die Arbeit auf, Inculez; Arbeit Lupu; Verfehr Diſtriellen die Arbeiterschaft zum außersten Stampfe sondern der geschlossene Widerstand der Arbeiter Weil Vandervelde mit Mussolini nichts tu tun mitriu; Krieg- General Angelescu; zwangen, bestand eine gegenseitige Konkurrenz wird die Seidenindustriellen eines anderen behaben will. Deffentliche Arbeiten Nistor; Handel und zwischen den Gewertschaften nicht mehr, denn lehren. Industric Der Kampf wird von allen beteilig Rom, 22. Juni. Giornale d'Italia" bemerkt Marzec. ten Gewerkschaften einmütig ge Augenblicklich werden in Brünn in der San- zu der Abschiedsaudienz des italienischen BotMilitärische Vorbereitungen Albaniens? führt. delskammer über die Beilegung des Konfliktes fchafters in Brüssel, derselbe werde vorlaufig nicht London, 22. Juni.( Savas.) Die Blätter ver- 5. Die Unternehmer verlangten bei den am Verhandlungen gepflogen. Das Ministerium für ersetzt werden. In politischen Streifen bedauere öffentlichen eine Meldung, derzufolge Albanien 13. d. stattgefundenen Einigungsverhandlungen foziale Fürsorge und das Handelsministerium man sehr die feindselige und unvorsichtige Haltung Militärabteilungen nächst der jugoslawischen in Brag, daß zuerst die Kampsbandiungen ein- haben die beiden streitenden Parteien zu einer des belgischen Außenministers, der bei jeder GeGrenze konzentriert. Italienische Schiffe feien mit gestellt werden müssen, bevor sie verhandlungs- Einigungsverhandlung eingeladen, welche gegen- legenheit gegenüber Italien die Rücksichten ver missen lasse. Dies habe den derzeitigen Zustand dem Transport von Munition nach den albani- bereit seien. Jeder Arbeiter weiß, daß in dem- wärtig noch nicht beendet sein dürfte. zwischen Italien und Belgien geschaffen. schen Häfen beschäftigt. selben Moment, da die Arbeiterschaft vor den neue Italienisch- belgische Spannung. Seite 4. Deutschlands Sitz in der MandatsTommission ficher. Einstimmige Ansicht des Völkerbundrates. Genf, 21. Juni. Die Meldung der belgischen Telegraphenagentur über die Erklärung Vanderveldes, wonach die Frage der Zuteilung cines yes in der Mandatskommission an Deutschland noch nicht entschieden sei, ist geeignet, zu Mißverständnissen Anlaß zu geben. In der Sigung des Völkerbundrates vom 16. Juni wurde auf eine Anregung des Generalsekretärs des Bölferbundes der Manda skommission die eine stimmige Ansicht des Rates übermittelt, Deutschland einen Sip in der Mandatskommission zuzuteilen. Da die Ernennung des deutschen Mitgliedes durch den Rat zu erfolgen hat, ist damit, wie auch der Präsident des Ra es hervorhob, die Frage bejahend entschieden. Tagesneuigkeiten. Nummel. Großer Nummel in Berlin, Denn es kommt der Chamberlin! Ein Gerenne, ein Gejage! ' Det passiert nich alle Tage! Steigt in New York in die Lüfte Und in Rottbus aus der Kiste!" Großer Rummel in Berlin! " Ja, det is der Tschamberlin!" Großer Rummel auch in Wien! ,, Heute spielt der Chamberlin!" Maiern, Müllern, Franzen, Kaspern Alle rennen sie nach Aspern! Aeroklub und hohe Tiere Stehen firamm in dem Spaliere. So was hems noch gar net g'ichng! gibt halt nur an' Tidhämberleng!" Und in Pagdu meine Güte Steht der Rummel erst in Blüte. Ncht nur, daß man sich begeistert, Daß der Mann die Lust gemeistert Hier wird auch das Bier gerüstet Nach dem Chamberlin schon dürftet. Hier erreicht er großten Ruhm, Steigert er den Bierkonsum! R. N. Achbumm. Donnerstag, 23. Juni 1927. Bolle Gleichberechtigung der Lausitzer Wenden. Feststellungen der sächsischen Regierung. Scheidemanns Luxuspferde. Die Verleum| legenheit dazu, um sich an feinem eigenen Berr dung sozialdemokratischer Politifer ist überall die bild zu erfreuen, um zu erkennen, wie sehr es Lieblingswaffe der Rechtspresse. Die Berliner stimmt, trotz aller Entstellung, da eben das ChaDeutsche Zeitung" hat neulich folgende Ge- rakteristische übertrieben. das Marfante hervor schichtszahl" veröffentlicht: gehoben wurde, so daß das Bild richtiger ist als 1920. Philipp Scheidemann lauft zwei Lugus viele Menschen auf die Karikaturen, die man von fischen Landtage kant heute die wendische Frage die schärffte Photographie. Es sind aber auch sehr Berlin, 22. Juni.( Eigenbericht.) Im fäche pferde für den Betrag von 54.000 Mark. Die Volkszeitung für die Oberlaufit" hat ihnen macht, sehr böse. Jest hat sich in Sachsen ausführlich zur Sprache. Die Regierung er fich an den Genoffen Scheidemann gewandt, ob ein Gericht gefunden, das der Meinung iſt, man flärte, ſie ſei von jeher bemüht gewesen und er sich nicht gegen diese Verleumdung wenden könne durch eine Karikatur beleidigt werden, nicht werde auch weiterhin bemüht sein, die den wenwolle. Sie hat die folgende Antwort Scheide- ctwa, wenn sie etwas besonders Boshaftes ent- difchen Staatsangehörigen eigentümlichen und manns erhalten: Scheide- häft, das der Zeichner erfunden hat, sondern bloß nützlichen sprachlichen und kulturellen Werte au „ Es handelt sich um eine der tausend Lügen, der da dent Spott der Menge preisgegeben wurde, ligung der Wenden in sozialer oder politischer Be dadurch, daß der Herr Bürgermeister von Meißen, erhalten und zu entwideln. Eine Benachteis die über mich verbreitet werden. Natürlich habe so did bargestellt wurde, wie er in Wirklichkeit zichung sei weder festzustellen noch zu befürchten. ich Pferde ebensowenig jemals getauft, wie Rit nicht ist. In Meißen meint man, daß es ehren- Seit der Begründung des ersten wendifchen Sokotergüter und Schlösser, die ich in allen neutralen rührig ist, dick zu sein, oder zumindest eine Ehren vereins im Jahre 1920 habe die Zahl dieser VerStaaten Europas besigen soll. Besessen habe beleidigung, wenn man diese Tatsache ausspricht. eine in den letzten Jahren nicht unerheblich zugeid) freilich, wie ich zugestehen muß, einmal Der Bürgermeister sei ohnedies fchon did genug, nommen und es beständen jest 20 folche Vereine ich ein Pferd, das sind jetzt aber schon mehr als urteilte der Amtsrichter, da sei es ganz unzu mit mehr als 500 Mitgliedern in Sachsen. Die 35 Jahre her. Das Pferd wurde mir zu Weihlässig, ihn noch dicker zu machen, denn so müsse Wen den genießen vollkommene nachten geschenkt und war von Holz. Da es sich nicht von der Stelle bewegte, wenn ich darauf riti, ihn jeder für einen Pfarrer halten. Das Partei- Gleichberechtigung als deutsche soll wie mir meine Mama später oft erzähli blatt in Meißen, das das Verbrechen begangen Staatsbürger und unterlie hat mein Interesse für den edlen Traber sehr Bürgermeister kann nun darauf verweisen, daß Bei jeder Behörde im wendischen Gebiete müffe hat, muß also 50 Mark Strafe zahlen. Der Herr gen feinen Ausnahme vorschriften. gerichtsordnungsmäßig feitgestellt wurde, er sei mindestens ein der wendischen Sprache mächtiger Ein Gefängnis als Nationaldenkmal. Cerar sehr did, aber doch nicht so dick. Die fächsis Beamter vorhanden sein. Die gesamte wendische bantes hat bekanntlich einen großen Teil seines fchen Pfarrer haben erfahren, daß es eine Belei Bevölkerung in der Laufis betrage nach der Zähunsterblichen Don Quichotte im Gefängnis gedigung darstellt. wenn einer so dargestellt wird, lung von 1925 71.029 Personen. Dovon ent schrieben, und man fennt auch den Ort, wo der daß man ihn für einen der Ihren halten fönnte. fallen 42.804 auf Preußen, der Rest auf Sachsen. Schöpfer der spanischen Nationaldichtung die un- Das ist der Erfolg dieses Urteils. Und der Serr cox00000000000 freiwillige Muße fand, seinen Helden den Ritt Bürgermeister ist berühmt geworden. Mit ihm durch dies irdische Jammertal beginnen zu lassen. Die Stadt Meißen. Ganze Scharen von Fremden Es ist ein Haus in Armagafilla del Alba, das bis- werden jetzt hinströmen, getrieben von dem her einem Madrider Geschäftsmann gehörte. Drange, zu erfahren, wie die also der BürgerDieses denkwürdige Gefängnis ist nun von der meister von Meißen wirklich ist. spanischen Regierung zum Nationaldenkmal erschnell erloschen sein." flärt worden und soll vom Staate angefauft werden. Wie sie die Religion mißbrauchen. In Klein Höflein bei Retz( Nieder- Deferreich) ist kürzlich eine schlichte Bäuerin zur Beichte gegangen. Im Beicht stub jaß der Geistliche, der an die Frau folgende Frage richtete: Wie baben Sie gewählt?" Die Frau gab die einzig richtige Antwort: Sohwürden, das gehört doch nicht zur Beichte, das ist meine Sache!" Der Pfarrer ließ aber nicht loder und fragte noch unverschämter: Wie werden Sie das nächstemal wählen?" Nun wurde der Frau die Fragerei zu dumm und sie sagte ihm ins Gesicht:„ Wieder rot, wie das lestemal!" was tat der Pfarrer? Er schickte die Fran weg, indem er ihr fagte:„ Gehn Sie nach Hause, ich kann Sie nicht lossprechen. Geiobt sei Jesus Chris ſtus!" Er stand auf und entfernte sich, die ver dußte Frau zurüdlassend, die nun deutlich erfahren hat, wie die Religion mißbraucht wird. Gebet der Bankdirektoren um Frieden. In der Generalversammlung des Verwaltungsrates der Böhm. Unionbank wurde u. a. aciagt, daß der Strassenkampf eine„ büfe Erbschaft des Strieges" jei und daß die Unionbant leider genötigt war, für die sozialen Forderungen der Beamten und Auge stellten aufzukommen. Redner hoffie aber, daß eine Periode des wahren Friedens fommen werde, die fich für die Aktionäre in einer günstigeren Weise auswirken werde. Auf Deutsch heißt das: die Bank herren glauben, auf Kosten der Beamten und Angestellten noch mehr Dividenden einfadein zu können, wenn es ihnen gelingt, den Sozialismus aufzu halten. Die Periode des„ wahren Friedens" itellen sie sich als ein noch größeres Auäbenten der Dienſt nehmer vor. Die Antwort auf diese Arrogan; des Verwaltungsrates fann nur eine ftreffere Organisaion der Beamten sein! nach Wien. 4 Tage Aufenthalt. Führungen. Bejich tigungen, Exkursionen usw. Ausflug zur Ragalve. nach Schönbrunn und Kobenzl. Rückfahr über Brünn, Besuch der Macochahöhlen.) Letter Mefde. tag für beide Reisen 2. Juli. Verlangen Sie sofort von der Urlaubs Reise- Organisation Bodenbach a. E. Vater und Sohu auf der Totenbahre. Der Gastwirtssohn Xaver Waller, der am Sterbetage seines Vaters, des Realitätenbefisers Peter Waller in Ober. schwer verunglückte, ist nach Einlieferung in eine andorf, infolge Zusammenstoßes mit einem Lastanto münchener Stfinit den Verlegungen erlegen. Am Unglüdstag brach auch in der Scheune des Anwesens Waller& ener aus, dem sie zum Opfer fiel. Klinik Einer, der vom Geldzählen reich wurde. Geizhälfe follen keine größere Leidenschaft fennen, ausführlichen Prospekt gen 2 K Bortoritdichluß als in ihren Geldhaufen zu wühlen und ihre Schäße immer wieder zu zählen. Wenn einer so reich ist, daß er ganze Zimmer mit Goldſtüden oder, was moderner ist, ganze Kassenschränke mit Banknoten und Attien anfüllen kann, dann kann er sich ja auch ruhig das Vergnügen leiſten, seine Tage mit dem Betrachten und Registrieren diefer Reichtümer zu verbringen. Er versäumt nichts, denn Geld hat ja in unserer Welt die Eigenschaft, von selbst mehr zu werden, dank der Arbeit der Profetarier. Daß so einer aber durch das Geldzählen reich würde, fann man doch nicht behaup ten. Noch weniger reich werden gewöhnlich die Menschen, deren Beruf es ist, fremdes Geld zir zählen. Das Gehalt eines Banffaffiers ist wirklich nicht danach angetan, dem Beamten zu einem Millionärsleben zu verhelfen. Ein deutscher Student hat aber jeßt eine Maschine konstruiert, die imstande ist, selbsttätig artgeld und Banknoten zu zählen. Eine amerikanische Gesellschaft hat ihm für das Patent in den Vereinigten Staaten nicht weniger als sechs Millionen Dollar geboten, die deutsche Reichsbank für das deutsche Patent mehr als anderhalb Millionen Marf. Der junge Mann wird also Gelegenheit bekommen, seine Maschine auch für den Privatgebrauch ordentlich arbeiten zu laſſen. Ermäßigte Eisenbahn- Halbjahrslarten für Geschäftszeifende und Provisionsvertreter. Der„ Bund der Vertreter und Reisenden, Sis Tepliß Schönau, Seilerstraße 1," hat mit der Aufnahme von Beſtellungen ermäßigter Halbjahreskarten für seine Mitglieder begonnen. Es wird ersucht, die Bestellungen raschestens vorzulegen. Schlacht bei Alpern 1927. Die Dzeanflieger in Wien. 3660 Polizisten zu Fuß, 270 Berittene, 600 Mann Infanterie, Rettungsgesellschaft, Fener wehr, Ohnmachtsanfälle, Ohrfeigen, Fußtritte und ein Winister im Bratenrod Außerdem ein ödes Feld von verwahrlosten Alleen flankiert, in Ausbeutung von Eingeborenenkindern in Britisch der Mitte die großen grotest geformien Barrels Südafrika. Eine englische Studienfommission berich für die Flugzeuge. Ueber das Ganze Gewittertet über Mißstände bei der Beschäftigung von Ein fchwüle, dann Strichregen in bekannten Salzgeborenenkindern in Süd Rhodesia. Danach burger Format. So sah der Flugplaß von Aspern besteht dort die Möglichkeit, Kinder von Eingeborenen aus, als die Wiener die Ozcauflieger erwarteten. Wien wie immer gemütlich- harrte scher unter dem Schein eines Lehrverhältnisses zu beschäf tigen und sie dabei gründlich zu überanstrengen und zend und klatschend zum zweitenmal auf auszubeuten. Eine Gesetzgebung von erſt ziemlich Eine Gesetzgebung von erst ziemlich die Bezwinger der Lüfte aus dem goldenen Westen. neuem Datum hat diese Möglichkeit geschaffen und der Kommissionsbericht empfiehlt zu ihrer Unterbin dung eine Ansiedlung von Familien außerhalb des Wohnbereiches der Eingeborenen. Der Gouverneur und die Verwaltung von Süd Rhodesia werden in dem Berichte scharf tritisiert. Was sie mit dem Zuder treiben! Wie wir dem„ Pravo Lidu" entnehmen, wird un Finanzministerium eine Herabsetzung der Zudersteuer erwogen. Diese Nachricht fönnte in Sonsumenterkreisen die Hoffnung auf eine Serab fetzung der Zuderpreise erregen, um so mehr, als auf dem Weltmarkt die Zuckerpreise fallen. Angesichts der konsumfeindlichen Politik der heutigen Regierungsmehrheit muß man aber sehr daran zweifeln, ob die Herabfeßung der Zuckersteuer auch zu einer Verbilligung des Zuckers führen wird. Es scheint, daß die Regierung mit der Herabsetzung der Zuckerstener den Zuckerfabrikanten zu Hilfe tommen will. Diese sollen nämlich an den französischen, englischen und amerikanischen Bör sen infolge des Serabgleitens der Weltmarktpreise viele Millionen verloren haben eine Zuder fabrik im mittleren Böhmen hat allein 70 Mill. Stronen verspekuliert und die Regierung will ihnen dadurch helfen, daß sie die Zuckerstener herabsent, daß aber der Preis des Zuders derselbe bleibt. Es sollen also die Konsumenten durch höhere Buderbreise die Spefulationsverluste der tschechoslowakischen Zuckerfabriken wettmachen. Wie die ist der Bürgermeister von Melkßen? Das ist ein so unerhörtes Anfinnen des reaktio- Wenn ein Mann im öffentlichen Leben steht und nären Finanzministers Englis, daß diese Pläne oft von Zeitungen und Zeitschriften farifiert der Regierung den heftigsten Widerstand der wird, dann erhebt sich für ihn mitunter die Eine Reise nach dem sonnigen Italien vom 8. Zuckerfonsumenten, das ist der gesamten Bevölke große Frage: Soll ich also mit dieser Art von bis 22. August veranstaltet die Urlaubs- Reife OrgaPopularität zufrieden sein oder nicht? Es gibt nisation, Siz Bodenbach, und zwar Venedig, Florenz, rung hervorrufen inüßten. recht viele Menschen, die es sich ganz gern ge- Rom, Neapel, Pompej, Capri, Vesuv, Dampferfahrt fallen lassen, farifiert zu werden, weil die Stari nach Patres, Raguja, Trieit. Gleichfalls eine Stu fatur das einzige Porträt ist, das wirklich popu- dienfahrt nach Wien vom 22. bis 28. Juli.( Abfahrt lär wird. Aber sicher gehört eine gewisse Ueber- lab Prag nach Linz, Donaufahrt durch die Wachau Großer Brand in Dimliz. Olmük, 22. Juni. Kurz vor Mitternacht meldeten in Olmüz Signale der Fabrikssirenen den Ausbruch eines großen Brandes, deffen Feuergarben bald in der ganzen Stadt sichtbar wurden. Den ersten Nachrichten zufolge ist in der Špačefschen Sägemühle in Pawlowiz, cinem sehr umfangreichen Objekt, ein Brand zum Ausbruch gekommen. Rundfunk für Alle! Programm für morgen, Freitag. Prag, 349. 10.50: Schallplattengrufit. 11.35: Landwirtschaftt. Rundfunt. 12: Zeitfignal der Prager Sternwarte, Preffenach richten. 12.10: Mittagskonzert. 18.15: Rundfunk für Handel und Sommt, fommt nicht... 20 Schilling auf Tomtntt nicht, 5 auf fommt." Ein findiger Stopf schlug im Gedränge durchnäßter und verschwis der Leiber ein förmliches Wettbüro auf und schrie mit rotem Kopf die Wettsummen aus. Vor der murrenden Menge, der man das Betreten des Flugplayes untersagt hatte, standen imposant Gewehrpyramiden und Soldaten in Feldadjustic rung. Polizisten in Paradeuniform boxen die Gaffer nieder, die sich vordrängen wollten. Mitten in diesem Tumult furri plötzlich etwas über die Menge.„ Die Flieger!" Ein wirrer Knäuel. Ein Kind schreit in Todesgefahr. Es waren tatsächlich Chamberlin und Levine, die von sieben Flugzeugen begleitet, 18. Orcheſterfonzert. 19.15: Sonaten von Veethoven. 20.15 niedergingen. Offizielle Reden wurden über sie 15.50: Rinderfonzert 16.45: Gefangstonzert. 17.15: Kinderstunde. Stonzert. 21.05:" Carmen". Oper von Bizet, 2. 2( ft. 22.10: Bire Led", hantasie mit Mufit von Wright 23: Tangmufit Rom, 449. 17.45: Stonzert. 21.10: Stonzert. Wien, 517. 11: Vormittagsmufit. 16.15: Rachmittagskonzert. 17.45: Wochenbericht für Fremdenverfebr. 18. Die Sounenjinster. zöfifch. 19.30: Englifch. 2005: Bolkstümliches Konzert. nis vom 29. Juni. 18 30: Defterreichischer Bollshumor. 19: FranZürich, 401. 12.30: Wittagsfonzert. 16: Schallplattenkonzert. Gewerbe. 13.0: Börsennachrichten, 16.45: Börsennachrichten, opteret zieberabend. 17.20: Rinderstunde. 20: Elektrotechnische Reuheiten. 20.30: ei up.. 2. Jones: Geifha, 3. trans: Ein Balzertraum. 4. Bieb Yer: Der Fremdenführer. 5. Nedbal: Maridh aus Die feuiche Eufaune". 18: Mufitvortrag. 18.15: Deutfche Sendung. Wet terbericht und Tagesnenigkeiten vom Breßbüro, bierauf: Ing. Deutschland. Königswusterhaufen, 1250, 15: Einheitsfursfchrift. 16: Ginausgegossen. Die Presse konnte sie nicht hören und protestierte mit lauten Pfuirufen; gerade, als der würdevolle Herr im Bratenrod seine Be grüßungsworte begann. Pfui!" klang es noch einmal. Man wußte nicht, galt dieser Empörungsruf dem Minister, der Polizei, den Flie gern oder einem rücksichtslosen Herrn, der sich) gerade durch seine Ellbogentechnik unangenehm Heeresmacht die Polizei ordnend Unordnung. bemerkbar gemacht hatte. In Stärke einer Chamberlin sagte nichts. Außer den BanaliEin interessanter politischer Prozeß bereitet sich, wie die Troppauer Volkspresse" berichtet, in Schlesien vor. Der leiter de Staatsanwalt Dr. Glos des Troppauer Landesgerichtes hat gegen den Redakteur Wilhelm Fischer der„ Deutschen Post" wegen der in diesem Blatte gegen ihn gerichteten ungerechten beleid genten Angriffe eine Anklage eingebracht. Es werden auch führende Politiker der deutschnationalen Partei wie Dr. Brunar, Dr. Schollich und Advokat Dr. Neußer vernommen werden. Es sollen auch Korrespondenzen einiger deutschnationaler Brünu, 441. 12.15: Saltplattenmufit. 14.30: Prager Effet Politiker vorgelegt werden, welche diese Politiker tensorfe. Wetterbericht. Breifenachrichten, Sport und Theater. bei Gelegenheit verschiedener Strafprozesse an 17.15: tinberede. 17.35: eutich Brefienachrichten. 17.45: den ersten leitenden Staatsanwalt deutiche Schriftum ut Deittelalter. 18: Zeitfignal. Landwirt. Deurice Sendung. Prai. Dr. S. etinet: Das indeien Dr. Glos privat richteten. Auch politi- schaftsfunt. Die Fortpflanzung der Pflanzen. 18.20: Vortrag. sche Persönlichkeiten aus Wiähren sowie hoch- ih. 19: Stonjert. Dvorak: Slavierquintett A- Dur. 20: Wie Prag. stehende Persönlichkeiten aus Militärfreisen des Breßburg. 300. 17.40: Die flowakischen Wälder. 18: Konzert Zu dem Empfang waren insgesamt nur 800 alten Desterreich werden, so hört man, als Zeugen maljer. Derisline 7. Steobal:„ Mont Marchen unit ärchen" bichte. 20.15; ufitatiide Arabemte, 22.15: Jazmulde Schalplattenfonzert. Walzer. 4. Grieg: Ich liebe dich. B. Grieg: Erotica. 6. Bendix: zert. 19: Bachs Aunit der Fuge. 10.30: Die Bedeutung berg: Nichtoffizielle erschienen. In Aspern wurde eine auftreten und Zeugenschaft darüber ablegen, welzweite Schlacht geschlagen, die die Polizei ge chev Mittel sich gewisse volitische Parteien schon etras: Maridh aus" Carmen". 19.30: Stowafficher Sprachfurs 18.30: Die bleibe ich ichlant? 19: Der Kraftfahrzeugverfehr. 8. Conner: Schönbrunner Walzer. 9. Sertomis: Serbitlied. 10. winchen, 5, 14.45. Frauenitunde, 16: Rachmittagskonzert. wann. Was bei ihrer Üebermacht fünf Poliunter Desterreich gegen Dr. Glos bedienten, wie für Deutsche. 20: Wie Prag. 19.30: Liederſtunde. 20.15:" Hamlet". Trauerfpiel von Shateisten gegen einen Gast nicht verwunderlich er gewisse Prozesse, die das Interesse dieser ge Raschan, 1870, 19.30: Bortrag. Preffenachrichten. 20: Ueber- speare. wiffen Partei berührten, in Neutitschein alslibor. tragung aus dem Slowakischen Nationaltheater. Smetana: Da Stuttgart, 380, 13.10: Schallplattenkonzert. 16: Aus dem ist. Die Empfängepassion der Ozeanflieger ist Reiche der Frau. 16.13: Nachmittagskonzert. 18.15: Dramaturgie. aber noch lange nicht zu Ende, es folgen noch Untersuchungsrichter und in Olmütz als StaatsBudapest, 556. 16: Kindermärchen in d: utier Sprache. 20: Chimphoniekonzert. Mozart: Ouverture Cost fan tutte". viele, biele Reden, gut, daß sie nicht Deutsch antvalt- Stellvertreter leitete. 17.05: Militärfonzert. 20.30: Orchestertouzert. 22: Nachtmufit. Mendelssohn: 4. Synipbonic. 21: Rösides Geist", Komödie von Daventry, 1000. 12.30: Orgelfonzert. 13: Mittagskonzert. Sirschfeld, verstehen... A. Queld. bolf& fienberger, Brag: Cinfcitiafeit und Bielieitigkeit wandfreies Trintwaffer auf dem gande. 16.30: Die Sunft des bei der Stunfidüngung. 18.45: Landwirtſchaftlicher Rundfunt. 19: Sprechens. 17: Die Alven, 17.30: Richard Wagner als Broblem. Vortrag. Gefchichtliche Entwidlung der Stfaverei. 19.15: Vortrag 18.30: Englifch. 18.55: Das deutsche Meise und AusstellungsUeber die Vorbereitungen zu 1000. Todestag d. bl. Wenzel, wefen. 19.20: Wirtschaftlicher Vortrag für Aerzte. 20.30: Hebertäten, die alle Interviewten bei solchen Anlässen 19.50: Landwirtschaftl. Bortrag auf Welle 1110. 20 Betterbericht tragung von Hemburg. 395. Niederdeutsches Boltsfeſt. Tanzmusik. zuite. 2. Shameau: a) betis, b) Aquilon et Aritori. 3. Zully: Konzert. 18.45. Wafferiport und Waſſerpolizei. 19: Stundenge. Träume... Ich freue mich sehr... ich hoffe..." und Breffenachrichten. 20.10: Französische Mufif. 1. Rameau: Berlin, 484. 12 Stundengeläut. 15.30: Frauenfragen. 17: fagen pflegen. Wien, die Stadt meiner Gavoite. 4. Campra: Silene 5. berubini: Webca. Sub 21: laut. 19.10: Das Arbeitszeitproblem, 19.35: Das Band der weit: Das sagen einmal alle so, damit die öffentliche Beitignal. Ueber den ferbifchen Nationalgeiſt. 21.15: Hörspiel. europäischen Völker. 20.30: Turn- und portabend. 22.30: Aus Ogrizovic: Frühlingsmorgen. 22: Seitſignal. Leute Nachrichten flaffischen Operetten. Meinung etwas zu meinen hat. Weshalb hätten des Breßbüros, Uebersicht der Tagesercignifie, Sportnachrichten. 22.15: Theaternadsrichten. 22.20: Schallplattenmufit. Breslau, 316. 12.20: Schallplattenkonzert. 16.30: Secbilder. Die armen Empfangenen auch etwas Geistreiches 19.10: Relicunfitten. 19.30: Von der Sonnenwende. 20.10: Lieder fagen sollen? Sie fächelten und ihre Frauen mit. ftaube. 21: Mach dir nichts draus!" görbild von Rania. Frankfurt, 420, 12: Glockenspiel. 13: Schallplattentonzert. Dann bestiegen sie, von hysterischen Backfischen Wandolinentonzert. Brudner- Abend. Unterhaltungsmufif. 18.15 ndien, 18.45: Knut Samjun. 19.45: 100 Jahre Alumiumfreischt, ein Auto und fuhren ins Hotel Im num. 20.05: Film- Wochenschau. 20.15: Violinfonaten. 21.15: perial. Wo fic weiter lächelten und die nicht italicher Sunstwerte. 10.10: Shulen. 20.40: Deutsche Ro- schnarren lassen mußten. Langenberg, 469. 13.05: Wittagskonzert. 16.30: Kinderfunt. endenivollenden offiziellen Redemühlen weiter17: Jugendfunt. 17.30: Nachmittagsfonzert. 18.30: Verständnis mantiker. Langmujit. Aug. Fresnel, der Begründer der modernen Optif. 18.40: Eng. 1. Mozart: Cofi fan tutte. Suv. 2. Buccini: Tosca. 3. Strauß: Donnerstag, 28. Juni 1927. Seite 5. Gerichtssaal. Der Prozeß Grosavescu. Die Frau des Wiener Staatsopernfängers, die ihren Gatten erschoß. Vor einem Wiener Schwurgericht begann am Mittwoch der Prozeß gegen Frau Nelly Grosavesen, die am 15. feber ihren Wann, den beignnten Tenor der Wiener Staatsoper Lurent Grosavesen, erschossen hat. Grofavescit wollte an diesem Tage auf ein längeres Gastspiel nach Berlin reifen, wo er an die Staatsoper verpflichtet worden war. Die Fran wollte unbeding: die Reise mit machen, während der Künstler aus persönlichen und tünstlerischen Gründen die Reise allein unternehmen wollte. Darüber kam es beim Packen der Koffer zu heftigen Auseinandersessungen. wobei die Frau plöß. lich einen Schuß abgab, der den sofortigen Tod des Mannes zur Folge haue. Frau gibt die Tat ohne weiters zu und erklärt, dazu berechtig: gewesen zu sein. Sie verteidigt sich damit, daß der Wann mehrfach die eheliche Trene gebrochen hätte und in Berlin von einer Nebenbuhlerin er wartet worden sei. Sie selbst, eine geborene Wie. nterin, hatte als Frau eines früher österreichischen, jey: rumänischen Hauptmanns vor etwa drei Jahren den neuen Tenor zum ersten Mal kennen gelernt und sehr rasch ein Verhältnis mit ihm eingegangen, das zur Scheibung ihrer ersten Ehe und zur Beirai mit dem Künstler führte. Von Anfang an quälte sie ihren Mann jedoch mit ununterbrochenen Eifer juchtsszenen. * Wien, 22. Junt. Unter dem Vorsize des Vizepräsidenten des Landesgerichtes Hofrates Dr. Aichinger begann heute der auf vier Tage anbe raumte Schwurgerichtsprozeß gegen Frau Nelly Grosavescu. In der vom Staatsanwalt Tuppy vertretenen Anklage wird nach Schilderung der Mordtat, über deren Gergang die Aussage der ein zigen Augenzeugin, Frl. Olga Grofa ve sent, vorliegt, das Verhältnis zwischen Nelly Grosavesen und Trajan Grojavesen geschildert und Frau Nelly als selbstfüchtige und herrschfichtige Natur bezeichnet. Frau Grosavesen versucht, wie es in der Anklage heißt, den wahren gegen sie sprechenden Sachverhalt zu verschleiern. Die von ihr behauptete Erinnerungslosigkeit für den Augenblick der Tat sei, wie auch aus dem gerichtlichen Gutachten hervorgeht, nicht anzunehmen, weil sie sich an alle Ilmiſtände unmittelbar vor dem Schuß zu erinnern weiß. Aus ihrer ersten Darstellung gehe hervor, daß sie mit Vorbedacht handelte und die Absicht hatte, ihren Mann zu töten, denn es ist nach der Sachlage ausgeschlossen, daß sie die Pistole erst im letzten Augenblick während des Streites mit ihrem Gatten aus dem Wäschekasten heraus. gesucht und dem Etui entnommen hat. Die flare Vesinnung der Beschuldigten zur Zeit der Tat gehe auch daraus hervor, daß sie die Waffe zum Schuß in dem Moment erhoben und losgedrückt haben muß, als ihr Mann sich gerade entfernen wollte. Es sei auch gewiß, daß Trajan Grosavesen vorher die Waffe in Hand Frau nicht kann, leberzeugung, daß ihr, wenn sie ihren Mann aus Eifersucht erschieße, nichts geschehen werde. Nach dem Gutachten der Sachverständigen sei die Angeflagte weder geistestranf, uvah geistesschwach. Sie ist zwar erblich belastet, von Kindheit auf nervös exaltiert und von großer Gemütsreizbarkeit und daher als psychopatisch minderwertig zu bezeichnen. Sie habe aber die Tat weder aus Sin nesverwirrung noch aus einer geistigen Erfrantung, sondern aus Eifersucht, Born und Rache begangen. gewesen sei, bis sie Grosavesen in einem Wiener Café fennen lernte. te. Die in der Antlageſchrift enthaltene Behauptung, sie hätte noch während ihrer ersten Che ein Verhältnis mit Grosavesen gehabt, fet eine unverschämtheit. Grojavesen habe jie gebeten, seine Frau zu werden. Sie habe feinen Grund gehabt sich scheiden zu lassen, denn sie habe ihren Mann geliebt. Allmählich habe sie Grosavescu lieben gelernt und ihren Mann gebeten, sich scheiden 31 lassen, womit sich dieser schließlich einverstanden erflärte. Devisenturie. Prager Kurse am 22. Juni. 100 holländische Gulden 100 Reichsmart. 100 Welgas. 100 Schiveiser Frants 1 Bfund Sterling. 100 ire.. 1 Dollar. 100 franzöfifchie Frants. 100 Diar 100 Vengos. 100 dulling.. 100 polnische Bloth 2010098600806 Gelb . 1850.75 Ware 1856.75 798.802.488.25 471.25 647.7 650.75 168.87 164.57% 189.92% 191.821. 38.61 38.91 181.75 182.9% 59.12 56 02 587.50 500. 876.478.50 879.476.50 vesen Witteilungen machen foll, beginnt jie wieder Als die Angeklagte über ihr Cheleben mis Groja boit zu weinen und zu schluchzen. Sie erffart, ihre Eye mit Trajan fet eine Liebesheirat gewesen, doch fci fie bald nach der Chefchliehung von Grofasescu geschlagen worden. Dann erklärte Frau Grojavesen schreiend, fic habe am Ausgang des Prozesses gar fein Interesse, sondern nur daran, die Wahrheit zu fagen. Es folle hier darüber geurteilt werden, ob vescu, daß sie sich in feiner Richtungslung getriebener Mensch sei. Bei WortZu Beginn ihres Verhöres erklärt Fran Grosa fie eine Verbrecherin oder ein zur Verzwei wohl, zwei Engel auf einmal und der Mirko, der schuldig bekenne. Sie gibt dann eine Darstellung wechseln mit ihrem Manne habe es oft Faust- Winfikanten!.. ihrer ersten Ehe und erklärt, daß sie solange glüdlich schläge gegeben. 42 3engen beantragt. Die Staatsanwaltschaft hat die Ladung von den man vom Nachbartische herbeigerufen hat... Mirko, ist das nicht ein schöner Name, Mirko und dann die Milada... Herrgott, Milada, bei dir ist man wirklich schon im Eldorado und jetzt tommt noch die Karla... ach, Stavla, Karla, jaliebe Freund, ist auch dabei, und wein, spielts Als sich der Herr Bursit zum Zahlen anschidte, es war gegen 11 Uhr vormittag, nachdem er die mißte er den Tausender. Das achtzehnte Kind[ in feiner Mutter. in Wut und dann sich' ich für nichts ein... Ich ganze Nacht in der Weinstube zugebracht hatte, verbin das achtzehnte Sind meiner Mutter!" Prag, 20. Juni. Vor dem Straffenate unter Vorsigender:„ Segen Sie sich dort ruhig Man holte die Polizei und die Damen waren, dem Vorsive des OLGR. Koželužet steht der 1891 auf die Bank nieder, die Sengin erfdeine!- Sind der Meinung, daß Mirko einen verdächtigen Griff geborene Chauffeur Josef Soukup aus Weschowiy.Sie die Schwester des Angeklagten? Sie haben im gegen die Tasche des Herrn Bursik geführt habe, Ein baumlanger Mensch mit breiten Schultern und Sinne des Gejeyes das Necht, sich der Zeugenausbestimmt wußte man es nicht, aber man glaubte... Riefenhänden. Er ist angeklagt ,. seiner Schwester sage als Verwandte zu entschlagen." Die Polisci notierte sich die Adresse der beiden Božena Wolf 4000 Stronen unter dem Vorwande Tamen, Wilada Svanila und Karla Sanusova, und herausgelockt zu haben, daß er das Geld zum Aussette den Herrn Wirto hinter Schloß und Riegel. löfen eines von ihm verfesten Autos benötige. Als die Schwester ihn um Rüderstattung des Betrages mahutte, soll er ihr eine Ohrfeige versetzt, sie zu Boden geworfen und verletzt haben. Ein ärztliches Zeugnis bestätigt eine leichte Störperverlegung. Also zwei Strafdelikte auf einmal: Beirng und leichte Körperverlegung. Der Richter verlicht aus den Schriften, daß der Mann schon einmal wegen öffent licher Gewalttätigkeit bedingt verurteilt worden ist Vorsißender:„ Bekennen Sie sich schuldig?" Angeflagter: Berr Rat, ich war fünfzehn Jahre am Meere!" Vorsigender: Bekennen Sie sich schuldig?" Angeklagter: Herr Rat, ich war fünfzehn Jahre Matrose!" Vorsitzender:„ Das ist recht schön von 3hnen, aber ich frage Sie, ob Sie sich schuldig befennen?" Angeflagter:„ Serr Rat, wenn ich in Wut fomme..."( Tas Zimmer dröhnt unter dem Klange der Stimme des Mannes.) Vorsitzender:„ Wenn Sie in Wut kommen, dann müssen Sie sich göhmen, sonst werden Sie ein gesperrt, verstehen Sie..." Angeflagter: Herr Mat, ich hab' im Krieg einen Schuß in den Stopf bekommen, ich bin das achtzehnte Kind, das meine Mutter gehabt hat, wenn ich in Wut komme, dann steh' ich für nichts cin..." Vorsitzender: Sie müssen sich beherrschen, da der samt sicher die Nowerviewegung gemacht genau so wie jeder aubere, denn wenn Sie folche hätte Aus allem jei zu schließen, daß die Auge Sachen machen, werden Sie eben eingesperrt. Wie flagte nicht bloß die Absicht gehabt haben kann, ihren steht die Sache mit den K 4000-> Mann aus Zorn envas zu tun, sondern daß es ihre Angetlagter: Berr Rot, das hat das Absich: war, thn zu töten. Uebrigens erklärte Weibsbild bloß ans a che getan, ich hab' thr ste öfters, daß ite thren wann erschie ohnedies schon die Sälfte zurüdgezahlt!" zen werde, wenn sie ihm auf eine Un-( Schreit so, daß das ganze Zimmer dröhnt.) trene tomme. Trajan Grosavesen hat seinen Vorsitzender( sehr ruhig):„ Nun, wir wer Freunden von solchen Drohungen seiner Gattin er den die Zengin hören!" zählt und sich vor ihr gefürchte:, umſomehr, als sic tatsächlich sowohl gegen ihn als auch ihren ersten Gatten gewalttätig geworden war. Die Mordtat stehe im Einklang mit ihrem gewalttätigen he mmungslosen Charakter und finde außerdem noch eine gewisse Erklärung in der von ihr schon einige Wochen vor dem Mord vor Zeugen geäußerten Zengin die der Wann vorher als ein Weibs. bild nannte, das aus Rache gegen ihn so handelte): „ Ich werde gegen meinen Bruder nicht aussagen!" Nach kurzet Beratung zieht sich der Gerichtshof zurück und verkündet den Freispruch des Angeflagten mit Rücksicht darauf, daß die Hauptzengin fich der Aussage entschlagen hat. Vorsigender:„ Diesmal sind Sie so davon gekommen, weil Ihre Schwester auf die Zeugenansjope verzichtete, aber ich rate Ihnen, laffen Sie sich das eine Lehre sein, wenn Sie nicht mit dem Sriminal Bekanntschaft machen wollen.." Angeklagter:„ Ich dank schön, Berr Rat, ich hab' balt ein bissert zuviel Energien in mir..." Vorsitzender: Die überflüssige Energie verwenden Sie zur Arbeit, verstehen Sie?" Angeflagter: Sie haben ja recht, Serr Rat, aber ich glaub' troßdem, nicht einmal der liebe Serrgott wird mich mehr ummodeln, wenn ich in Wut femm'!"( Das achtzehnte Kind seiner Mutter und seine Schwester verlassen zusammen ben Saal.) Im Gidorado. Er lengnete. Und sah heute io aus wie ein ganz anständiger Mensch, der nicht wußte, wie er in eine joiche Schlamaftit bineingeraten war. Zenginnen waren die beiden Damen. Sie erinnerten sich auf nichts mehr genau, wie die Sache war. Wein Gott, seit soviel Tagen soll man sich noch erinnern? Und wer weiß, wie die Sache tatsächlich war, weisen Sände fich in die Hosentaschen des Herrn Burfit verirrten! Der Richter sprach den Kroaten daher mangels Beweisen frei. Boltswirtschaft. Um die gewerkschaftliche Freiheit. Ein Eingeständnis der Ohnmacht. nationalen Arbeitskonferenz ist nicht Der Ausgang der Beratungen der Intera sehr erfreulich. Es ist zwar gelungen, das Mantöver der Unternehmer zu durch freuzen, das Prag, 20. Juni. Eldorado ist ein Nachtlokal in darauf hinauslief, die Beseitigung der Koali Prag. Die Begebenheit, die sich dort zutrug und tionsfreiheit, wie sie besonders Jialien durchgeden Kroaten Mirto Savie vor den Einzelrichter führt hat, aber auch in Ungarn und Rumänien CLGM Svoboda unter der Anklage des versuchten de facto durchgeführt ist, als mit dem Teil 13'des Diebstahls brachte, spielte sich aber in dem genannten gofale am hellichten Tage, am Vormittage ab, Friedensvertrags in Uebereinstimmung stehend während der schönste Junisonnenschein vom Himmel zu erklären. Denn die Abfassung des Fragebogens, berablachte. Es muß dort eine wirklich fustige Gesell- der den Regierungen zugeschickt werden sollte, ichaft gewefent fein. Man fant um 10 Uhr abends war dexart, daß selbst das fascistische Italien eram Tage vorher in diefe Bar und man unterhielt flären fonnte, die„ Anerkennung des Grundsayes sich dort so gut, daß man es nicht für nötig fand, überhaupt nach Sause zu gehen. Dan jaß und trant und Damen waren auch dabei. Und der Herr Bursit, der eine goldene Stette trägt und 1000 K in der Brieftasche hat, die er den Wustern im Lokale zeigt, Der Zweck der Behandlung dieser Frage wird auch zum Tische gerufen. Herrgott, noch ein durch die Arbeitsfonferen; war aber gerade, die mal, ist doch die Welt likhtig. Wein, Weiber, Länder, die die gewerkschaftliche Freiheit der Gefang und Musik... Nun, ist das Leben viel Arbeiter mißachten, zur Annahme eines Ueberleicht nicht wert, gelebt zu werden? Man ist doch einkommens zu veranlassen, das die Gewerknur einmal jung und einmal ist bekanntlich) Feinschaftsfreiheit sichert. Dieser Zwed ist nicht ermal... Ja, die Zeit vergeht wirklich im Fluge, reicht worden. der Freiheit des gewerkschaftlichen Zusammenschlusses", die der Friedensvertrag als„ dringend erforderlich" hält, sei auch in Italien gegeben. Angeklagter: Serr Rat, mich wird nie. mand ummodeln, nicht das Frauenzimmer draußen und nicht das Gericht und nicht einmal der liebe Herrgott. Ich war 15 Jahre am Meere und dann in Amerika und dort hätt' ich wer weiß was werden sie rauscht dahin, laum, daß man es merkt, besonders Bemerkenswert an den Verhandlungen ist fönnen, wenn ich meine Wut beherrschen gekonnt beim Weine und am Schoße so liebe, zarte Mädchen die unverbrüchliche Solidaritat der hätt', aber wenn mich jemand reist, komm ich eben und gar wenn so ein lieber Freund dabei ist, unternehmervertreter aller Länund habe davon feine Ahnung: aber alles andere,| mei Vel; verloren gehen. Der Teufel soll ihn Der Spithimbine Bolizeihund. stimmt schon. Führen Sie mich. Richten Sie holen." Von Michael Soschtschenko. Beint Kaufmann Jeremias Babkin ist ein Schuppenpelz geschippt worden. Der Staufmann Jeremias Babkin fluchte. Es ist ihm schade um den Belz, verstehen Sie. „ Diefer Pelz," sagt er, var ziemlich gut, Bürger. Schade. Ich scheue fein Geld, aber den Verbrecher werde ich herauskriegen. Dann werde ich ihm in die Schnauze spucken." Und dieser Jeremias Babkin ruft einen Polizeihund. Stommt so ein Mann, im Repi, Wadenbinden um seine Hosenbeine, und hat einen Hund bei sich. Ein braunes Etel von einem Hund mit spiziger Schnauze und dazu unsympa thisch. " Dieser Mann wies sein Hündchen auf die Fußspuren bei der Tür, sagte" Pa" und ging etwas beiseite. Der Hund schnüffelte in der Luft, schaute mit seinem Auge auf die Menschenmenge -natürlich war ein großer Boltsauflauf- und plötzlich geht er zu der alten Fiokla aus Nummer 5 und schnüffelt an ihrem Rock herum. Die alte Schachtel macht sich ins Bolsac wühl. Der Hund an ihren Rod. Die Schachtel beiseite, der und ihr nach, greift die alte Schach tel am Rodzipfel und hält fest. Die Alte fällt aufs Senic, gerade vor dem Polizisten. Ja," sagt ste ,,, ich bin hereingefallen, ich gestehe es zu. Und, fagt fic, fünf Eimer Dru sen, das stimmt, und der Apparat, das stimmt auch. Alles, sagt sie, ist in meinem Badezim mer. Führen Sie mich auf die Polizei." Nun, das Volt, kein Wunder, staunte. Und der Pels," sagt sic, ich weiß nichts mich." Nun, man führte die alte Schachtel weg. Wieder nahm der Polizist, seinen großen Sund, wies ihn auf die Fußspuren bei der Tür, sagte Ps" und ging etwas beiseite. Der große Sund gloste die Leute an, schnüffelte in der leeren Luft, und, plöglich, kommt er an den Bürger Hausverwalter. Der Hund ist aber schon wieder da, stellt sich vor den Kaufmann und webelt mit seinem Schwanz. Der Kaufmann verliert seine Haltung. Er stellt sich beiseite. Der Hund folgt ihm nach. Geht an ihn heran und schnüffelt an seinen Galoschen. der mit dem fascistischen Terroregime Mussolinis. Alle juristischen Spitfindigkeiten, die aufgeboten wurden, um diese Tatsache zu verhüllen und der Deffentlichkeit Sand in die Augen zu strenen, fönnen nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Abfassung des Fragebogens so vorgenommen wurde, um den Vertretern Italiens zu ermög lichen, ihre Zustimmung zu geben. Die gegelverkschaftliche Freiheit follte durch ein„ Gemeinwohl und durch Gesetze beschränkt werden, Der Kaufmann blökte und erblaßte. die jede Regierung selbst bestimmt. Der ArbeiterNun," sagt er, Gott sieht die Wahrheit, fchaft soll also nicht die Freiheit des gewerkschaft. wenns schon sein muß. Ich, fagt er, ich bin bern die Regierungen sollen im Namen der„ gelichen Zusammenschlusses gesichert werden, son Und der Belz, werkschaftlichen Freiheit" das Recht haben, Leute, selbstbewußte Bürger. Ich,"" fagt er, ich meine Brüder, gehört nicht mir. Diesen Bel, bioſe Freiheit zu erbroffeln. Binden Sie mich," sagt er, Ihr braven ein Hundsfott, ein Gauner. diese habe die Wafferzinsen gesammelt. Aber das Geld sagt er, habe ich meinem Bruder abgezwadt. Die Menge ging auseinander. Und der habe ich zu meinem Privatvergnügen verpust." Daß ich weine und jammere!" Sausverwalter her und machten sich daran, ihn beschnüffeln. Er padt zwei oder brei Männer, Nun fielen natürlich die Mieter über den große und hatte feine Zeit mehr, die Luft zu zu binden. Und unterdessen kommt der und die ihm gerade in die Quere fallen und hält zum Bürger aus Nummer 7 und zupft an feinen fie feft. Hosen herum. Der Hausverwalter erblaßt und fällt auf den Rücken. Der Bürger erblaßt nn fällt auf die Erde. „ Schuldig," fagt er, schuldig. Es ist wahr," jagt er, ich habe in meinem Arbeitspaß das Jahr ausgefrigelt. Jch, sagt er, ich Hengst, follte beim Wilitär dienen und' s Vaterland verteidigen. Statt deffent wohne ich in der Nummer fieben. Verbrauche von Staat die elektrische Energie und genieße sonst noch von allen möglichen Gemeindediensten. Baden Sie mich! Das Volk verlor seine Fassung. Was für ein merkwürdiger Hund, dachte es. Diese beichten ihre Sünden. Der eine hat die Staatsgelder bei den Starten vertant. Der andere hat seine Gattin mit dem Bügeleisen gestreichelt. Der dritte sagte etwas, das ich gar nicht wiederholen fann. Das Volk lief auseinander. Der Hof wurde leer. Es olteben nur der Hund und der Bolizist. Nun macht sich der Bund plößlich an den Polizisten und webelt mit dem Schwanz. Der Polizist erblaßt und fällt hin vor dem Hunde. bekomme, jagt er," für Ihre Hundefost drei Beißen Sie mich," sagt er, Bürger. Ich Und der Kaufmann Jeremias Babkin blin. bekomme und behalte zwei für mich." Geld aus der Tasche und gab es dem Polizisten. mich gedrückt von diesem Sündenbabel. zelte mit den Augen, schaute umber, nahm das Was weiter war, weiß man nicht; ich habe Bring," sagt er, deinen Hund zu den Uebertragen aus dem Russischen von Niguet, Schweinehunden. Von mir aus, sagt er, foll Ist dieses Manöver auch durchkreuzt worden, so haben die reaktionären Regierungen, die dem wie vor die Freiheit, diefen Bertrag als einen Vertrag von Versailles beigetreten find, nach eben Papier" zu behandeln, soweit er die Rechte und Freiheiten der Arbeiter betrifft. Die Saltung der Unternehmer ist lehrreich. Tiefe haben damit öffentlich bekundet, daß sie auf jeden Fall folidarisch sind, daß ihr Internationalismus jede Probe besteht. Sie haben damit aber auch eingestanden, daß die Beseitigung der geverffchafilichen Freiheit für die Unterneymer das Ideal ist. Daß viele Regierungen sich auf die Seite der Unternehmer schlugen, ist nicht weiter verwun derlich. Wenn der Gegenangriff des Faschismus abgeschlagen wurde, so bleibt boch der Mißertrages von Versailles die Freiheit des gewert folg, entsprechend den Bestimmungen des Verschaftlichen Zusammenschlusses sicherzustellen. Die Internationale Arbeitsorganisation hat sich als unfähig erwiesen, eine ihr durch den Vertrag zugewiesene Aufgabe in Angriff zu nehmen. Seite 6. Literatur. Bereinsnachrichten. VEREIN Touristenverein„ Die Naturfreunde", Prag. Sonntag, den 26. Juni: 1. Partie Unhošt- Lodenice Srbsko. Abfahrt 6 Uhr Maj.- Bhf. Fahrpreis K 10.-. Stramme Tour. 2. Par tie Unhošt, Waldpartie ins Kačak tal, zurück nach Unhost. Mäßige Tour. Abf. 7. Maj. Bhf. Fahrpreis K 8.80. Führer zu wählen. DIE NATURFREUTE Amerita- Reise deutscher Gewerkschaftsführer. Zweite Auflage. Berlin 1926 Verlagsgesellschaft des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes, G. mt. b H., Berlin 14. Im Herbst 1925 unternahmen etnige Funktionäre des Allgemeinen Deutschen Gewersjachftsbundes eine Reise nach Amerika, um sich an Ort und Stelle ein Bild der Wirtschaft und des sozialen Lebens der Vereinigten Staaten von Nordamerika zu machen. Dies war notwendig geworden, weil vorher viele Industrielle Studienreisen nach Die Ortsgruppe Groß- Prag des ArbeiterAmerika unternommen hatten und die Ergebnisse Abstinentenbundes in der Tschechoslowakischen Repu dieser Studien zu erhöhter Ausbeutung der deutschen blik hielt Dienstag, den 21. Juni im Bildungsverein Arbeiter verwendet wissen wollten. Die Funktionäre deutscher Arbeiter ihre Vollversammlung ab. Der des Allgemeinen Deutschen Gewertschaftsbundes Geschäftsführer Genosse Dr. Armin Klein berich fönnen nun aus ihrer eigenen Anschauung heraus tete über die Tätigkeit im abgelaufenen Vereinsjahre. derartigen kapitalistischen Bestrebungen entgegen- Die Ortsgruppe Prag hat trotz der Schwierigkeit der Donnerstag, 23. Juni 1927. der Parteiorganisationen, die Gewinnung mener Mit- Diese beiden Unglücksfälle haben ihre Ursache in glieder, besonders der Frauen, die Zuführung der der Unvorsichtigkeit der Springer. Gerade Kinder zu den Kulturorganisationen, ferner über die beim Springen müssen die Uebungsleiter ihre ganze notwendigen Vorarbeiten zu den Gemeindewahlen. Aufmerksamkeit der Wasserfläche schenken. Den Seine Ausführungen wurden mit Beifall aufgenom- Springern selbst muß erhöhte Achtsamkeit vor dem men. Ein Konferenzteilnehmer schilderte die Zustände Abspringen anerzogen werden. Die vollständige Bein dem Betrieb Lanhammer und verweist herrschung des Körpers ist für jeden Springer oberauf die niedrigen Löhne der Arbeiter dieses Betrie- stes Gesetz und letztes Ziel. bes, die bei einer Arbeitszeit von täglich durchschnittlich 13 Stunden in fünf Tagen 57 Kronen verdienen. Die Kon ferenz nimmt mit Empörtrag diese Witteiltag zur Kenntnis and wird veranlassen, daß die Gewerbebehörde auf diese Zustände aufmerksam gemacht wird. Die Konferenz beschloß weiter, heuer ein Bezirksfest obzuhalten. Am Samstag den 25. Juni mittags findet in Fleißen eine öffentliche Versammlung gegen die Regierungsparteien statt. internationale Sozialdemokratic wurde die Konferenz beendet. Turnen und Sport. Das Wasserspringen soll in erster Linie den einzelnen zur völligen Beherrschung des Körpers und seiner Glieder erziehen. Was gewaltsam darüber hinaus eine hemmungstose Steigerung erfährt, tſt nur geeignet, dem Wasserspringen und dem gesunden Sport im allgemeinen zu schaden. Das möc Wassersportler beherzigen, die dem Wasserspringen huldigen. Olympiade in Prag. treten, was für die deutschen Gewerkschaften gewiß Bropaganda auf hiesigem Boden genug erfreuliche Mit dem Lied der Arbeit und einem Soch auf die Zur 1. tschechoslowakischen Arbeiternicht ohne Bedeutung ist. Dadurch nun, daß die Erfolge erzielt. Ein Antrag, das Hauptaugenmerk Teilnehmer der Reise ihre Eindrücke schriftlich nieder- der Werbetätigkeit zuzuwenden und die Anschaffung gelegt haben, können auch die Gewerkschafter anderer geeigneter wirkungsvoller Plakate bei der BundesLänder die Erfahrungen der gewerkschaftlichen leitung in Teplitz Schönau zu befürworten, wurde Amerikafahrer verwerten. Das Buch umfaßt fol- angenommen. In den Ausschuß wurden die alten gende Hauptabschnitte: Die Wirtschaft der Vereinig- Funktionäre wiedergewählt. Mit einem Schlußwort ten Staaten, Aus dem sozialen Leben Amerikas, der Vorsigenden Genossin Deutsch wurde die VerDie Gewerkschaftsbewegung in den Vereinigten sammlung geschlossen. Staaten. Daß das Buch innerhalb furzer Zeit in zweiter Auflage erschienen ist, ist der beste Beweis, daß es elnem lebhaften Bedürfnis eines Teiles der deutschen Leferweit entspricht. E. St. Baugenossenschaft der Bank- und Sparkassenbeamten G. m. 6. H. Heute, 8 Uhr abends, im Spic geljaale des Deutschen Hauses, 17. ordentliche Vollversammlung. Legitimation und Stimmzettel mit bringen. Kunst und Wiſſen. Gefahren beim Wasserspringen. Weitere Meldungen aus dem Ausland. Zu den bereits gemeldeten ausländischen Delegationen sind in den letzten Tagen neue hinzugekommen, und zwar nach einer Depesche aus Klausenburg zufolge werden 20 bis 30 Sportler des rumänischen Arbeiter- Sportverbandes unter Führung des Verbandsvorsitzenden So schön und beliebt, wie gerade das Wasser- Dr. A. Lucian an der Prager Arbeiter Olympiade springen, dieser turnerische Zweig des Wassersports, teilnehmen. Auch aus Lemberg wurde eine 50gliedrige ist, so oft wird dieser Sport leider mit Artistik und Turner Expedition gemeldet. Zirkuskunst verwechselt. Dem Nervenkitel des gro Verkauf von Fahrkartenblocks der Elektrischen Ben Kindes Publikum wird dabei allzu leicht sport- Straßenbahn. Vom 26. Juni bis 7. Juli gelangen Der Sprung von der Bühne. Auf dem deutschen liche Moral und Zieljeßung geopfert. Das übrige auf der Prager elektrischen Straßenbahn FahrkartenBüchermarkt, unter dessen massenhaften Produkten besorgt die Sensationslisternheit des bürgerlichen blocks zu 6 Kč, bestehend aus sechs Starten, zum sich derzeit nur wenig Wertvolles findet, ist ein Sports und der vürgerlichen Bresse. Gewissenlose Verkauf. Eine Fahrkarte berechtigt zur Fahrt in Büchlein erschienen, das unseres Grachtens außer Geschäftsmacherei und unsportliche Propaganda allen Wagen der elektrischen Straßenbahn zum Ziele ordentliche Schäßung verdient:„ Der Sprung von haben schon manches Todesopfer gefordert. So ist( das ist das Stadion) in der kürzesten Richtung und ter Bühne", eine Erzählung von Fritz Bondy, der Todessprung des Schwimmers Lambert mit einmaliger Umsteigberechtigung. Der Vorververlegt vom berühmten Reclam Verlag in Leipzig. Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. im Altonaer Hafen ein unerhörter fan fauf dieser Blocks erfolgt in allen Remijen der elekDer Autor( mit dem wir unsere Leier vor wenigen Donnerstag( 184-4), 7% Uhr:„ Ein besserer das für den bürgerlichen Sport. Selbst der trischen Straßenbahn, bei den Schaffnern im Wagen, Monaten durch den Abdruck seiner hübschen Novelle Herr." Freitag( 187-3), 7 Uhr:" Figaros Verbandsschwimmwart des Deutschen Schwimm- auf dem Stadion in den Tagen der Olympiade und „ Frieda" bekannt machten) zeigt sich in dieser Er- Hochzeit." Samstag( 189-1), 7 Uhr: Altverbandes, Binner, mußte im Deutschen Schwimmer in den Tabaktrafiken. Normal kostet eine Fahrkarte rählung als eines der vielleicht stärksten und origi- Heidelberg." Sonntag( 190-2), 7 hr erffären:„ Die Nachricht von dem Todessprung des 1.20 Ke und werden daher auf diese besondere Benellsten epischen Talente des heutigen Deutschland: Rastelbinder." Montag( 188--1), 7½ Uhr: Bademeisters Lambert, der im Altonaer Hafen aus günstigung die auswärtigen Besucher der Arbeiterdem berühmten Chargenspieler eines Wiener Thea Ariadne auf Naxos." 58 Meter Höhe in die Elbe sprang, tlingt völlig Olympiade aufmerksam gemacht. ters kommt in der Maske eines Bettlers, den er in einem Stücke zu spielen hat, der Einfall, diese Vih„ Oskar, laß dich nicht verführen". Frei- artig frivoles Spiel mit dem Leben, daß Spielplan der Kleinen Bühne. Donnerstag: unglaubhaft. Ein solches Unternehmen ist ein dernenfigur in eine Figur des wirklichen Lebens zag:„ Der gefällige Thierry." Samstag: man den Verunglückten nicht einmal bedauern kann. verwandeln. Während der letzte Akt der Komödie„ Wette." Sonntag, 7½ Uhr:„ Ein besserer Soiches Tun iſt nicht mehr Wut, sondern Tollheit. auf der Bühne ohne den dazugehörigen Bettler zu err." Montag: Kopf oder Schrift." Möge der verhängnisvolle Ausgang Warnung sein Ende geht, hat dieser schon seinen ersten Auftritt für andere Wagehälse. Mit Sport hat solcher Uneben als Bettler auf der Bühne des Lebens hinter sinn nichts zu tun; wir müssen Leute, die in dieser sich. Er spielt seine Rolle in der Komödie des Lebens, Weise der Sensationslust der Majse frönen, mit in die er verstrickt wird, so ausgezeichnet und findet aller Deutlichkeit als nicht zu uns gehörig, ablehnen." dieses Schauspiefertum so interessant, daß er sein Sehr wahr gesprochen. Die Arbeitersportler werden bühnenmäßiges Episodistentum vollkommen aufgibt, Die Bezirksfonferenz Wildstein fand Sonntag, solche Gedanken immer als vernünftig bezeichnen um die Welt zu einem Bretteriheater zu machen und den 19. Juni statt. Der Bezirksvertrauensmann Getönnen. Aber was geschicht mit Lamberts Verein, nun dort als Hochstapler Hauptrollent zu spielen, um nosse Langhammer berichtete, daß die Bewegung der dieses Schaustüd inszenierte und dabei ein Gederen bombenhafte Wirkungen ihn sowohl alle Helden sich im Aufsteigen befindet. In Schneden schäft mit dem Verkauf von Postkarten mit dem des Theaters als auch die Träger großer Rollen wurden in den letzten Wochen allein 40 neue MitBildnis des Springers trieb? Und wenn dieser im wirklichen Leben beneiden müssen. Es ist erglieder gewonnen. Wenn auch nicht in dieser er. Sprung gelungen wäre? Dann wäre er als beispielgözlich mitzuerleben, wie der Komödiant, der jetzt freulichen Form, so ist die Zunahme von neuen Par loser Heldenmut gepriesen worden und alle bürger- choslowakei seinen dritten ordentlichen Kongreß im erst die richtige Sphäre gefunden hat, die ganze Welt teimitgliedern in den übrigen Organisationen doch lichen Sportblätter und Tageszeitungen hätten sich Bürgerlichen Brauhaus in Smichov. Der Kongreß zum Narren hält, wie er dem Leben ein prächtiges bemerkenswert. In Flußberg fanden die wah. verpflichtet gefühlt, den Mann gebührend zu feiern. wird sich mit Organisationsangelegenheiten und mit Stück Humor und einen würzigen Schuß Satire bei len in die Ortsvertretung statt und unsere Partei Aus Wien kom vor kurzem eine weit erschüt- der Novellierung des Theatergesetzes befassen. mengt, und am ergößlichsten, wie er, der Berufs- eroberte vier Mandate, um drei mehr als bei der ternde Nachricht. Ein 19jähriger Gymnasiast, der ichauspieler, schließlich auch noch den Schauspieler, letzten Wahl. Die Kommunisten haben in diesem als Gast die Uebungsstunde eines Schwimmvereins Radio im Dienste des Arbeitersports. Bekanntalso sich selber, spielt. Bondys Erzählung, die Orte mehr als die Hälfte ihrer Vertreter eingebüßt. besuchte, sprang derart unvorsichtig vom Dreilich spielt am 2. Juli eine Russenmannschaft man als eine der besten Anekdoten der neuesten Die Maifeier war besonders stark besucht und zeigte, Wieter- Sprungbrett, daß er direkt auf einen eben in Leipzig und am 10. uli in Samburg. Die Literatur bezeichnen kann, verschafft dem Leser zwei daß die Arbeiterschaft des Bezirkes Wildstein hinter vorbeischwimmenden jungen Mann aufschlug. Da er Norddeutsche Rundfunk A.-G.( Norag) hat sich beüberaus vergnügliche, durchaus nicht seichte Stunden, der sozialdemokratischen Partei steht. Nach kurzer mit dem Magen auf des Schwimmers Stopf fiel, zog reit erklärt, das Hamburger Spiel zu überregt zum Nachdenken an, iſt in einem ausgezeich- Debatte berichtete Genosse Langhammer über den er sich schwere innere Verlegungen zu. In der Nacht tragen. Außerdem wird der Film und die Zeitlupe neten, flüssigen Deutsch geschrieben und wird ins- Beschluß der Kreisvertretung, ab 1. Juli ein Wo- darauf ist er gestorben. Vor einigen Jahren er in Aftion treten. Arbeiter- Radiofreunde haben also besondere alle jene mit großer Befriedigung erfüllen, chenblatt erscheinen zu lassen, welcher Beschluß eignete sich ein ähnlicher Fall in Berlin, wo ein Gelegenheit, das Russenspiel am 10. Juli durch das die Sinn haben für die Romantif der Gegenwart. von mehreren Diskussionsrednern lebhaft begrüßt Wassersportler beim Springen einem Schwimmer auf Radio zu verfolgen. L. G. wurde. Genosse Novy, sprach über den Ausbau die Wirbelsäule fiel. Kleine Chronit. Bom ohrenbetäubenden Lärm. Wir alle wissen es, daß unsere Ohren auf überlante Geräusche eine sehr mißvergnügte Antwort zu geben pflegen. Besonders die hohen, schrillen Tene, wie eben der Pfiff einer Lokomotive, sind es, die im Ohr zunächst einmal eine sehr unangenehme Empfindung hervorrufen. Im Anschluß daran kommt es dann zu einem Nach flingen des Tones, der unser Gehör getroffen hat, und am Ende haben wir noch längere Zeit das Gefühl, als ob unser Gehör weniger klar, als ob es verschleiert wäre. Aus der Partei. taub= ließ 2. Arbeiter- Olympiade. Nach den letzten Meldungen 14.000 Teilnehmer aus dem Pilsener Gan zur aus dem Pilsener Gau( 3. Kreis DTJ.) haben sich 14.000 Teilnehmer nach Prag angemeldet. Darunter find 10.000 Turner( Männer, Frauen, Zöglinge) und außerdem werden über 700 Personen in ihrer Tracht erscheinen. Die Teilnehmer werden mit elf Sonderzügen nach Prag befördert. Das Prager Altstädter Rathaus wird an den Olympiade Tagen abends festlich beleuchtet sein und eine Sehenswürdigkeit für die ausländischen Gäste bilden. Kongreß der Arbeiter- Theater- Dilettanten. Am 3. und 4. Juli veranstaltet der tschechische Verband der Arbeiter Theater- Dilettantenvereine in der Tiche. Neues Naturfreunde- Heim in der Pfalz. Die Ortsgruppe Kaiserslautern der„ Natur Meist aber leidet das Gehör durch eine Lärm[ wickelt. Aber die beiden ältern waren freunde" eröffnete zu Pfingsten ihr erstes neuerbauattace nur in geringerem Maße. Es kommt zu stumm. Nur beim jüngsten waren Sprache und tes beim im& insterbrunner Tal, einer Abeiner fleinen Hörstörung, die wir erst irgendein Gehör in Ordnung. Wie ist das gekommen? Die zweigung des wegen seiner Naturschönheit bekannten mal feststellen, ohne daß wir uns der Lärmschä- beiden tauben Kinder sind in der lärmenden Karlstales unterhalb Trippstadt. Völlig abseits von digung bewußt wären, die sie hervorgerufen hat. Schlosserwerkstätte ihres Vaters aufgewachsen; der Unruhe des Alltags, mitten im tiefsten Frieden Im Getöse der Großstadt gibt es mehr als denn anfangs war die Familie sehr arm, die des Pfälzer Waldes, erhebt sich das stattliche dreigenug von solchen Ursachen, die unser Thr mit Mutter mußte in die Arbeit gehen, und so lich geschossige Haus, das, abgesehen von den Maure Lärm ,, betäuben" können. Manche dieser Ursachen sie die Kinder beim Vater. Beim dritten sind und Zimmererarbeiten, das freiwillige und unentkönnten wir entbehren, ohne daß ein Mensch aver ging es den Eltern schon besser; die Mutter geltliche Werk der Kaiserslautener Gewerkschafis ihnen nachweinen würde. Nur ein Beispiel: das fonnte zu Hause in der Wirtschaft bleiben. So follegen ist. Das vor allem für längere Urlaubszeit Pfeifert unserer Schaffner, ein heute vollständig blieb auch das jüngste in der Wohnung und war berechnete Heim vermag bis zu 150 Personen zu be entbehrliches Marterinstrument. So ein gellender vom Lärm der Schlosserwerkstätte verschont. Es herbergen, besitzt neben den Maſſenquartieren eine Signalpfiff ist für einen ahnungslosen Fahrgast behielt sein Gehör und lernte sprechen. Seine Ge- Reihe einer, sehr behaglich eingerichteter Zimmer nicht nur vom musikalischen, sondern auch vom schwister aber mußten zeitlebens dafür Zeugen mit einem und mehr Betten, Bad, Krankenzimmer, gesundheitlichen Standpunkt ein sehr peinliches Er- sein, welch großen Schaden der Lärm dem Mien- Bücherei, Dunkelfammer und repräsentiert einen lebnis, wenn der Betroffene sich auch der mögli- schen bringen kann. Ju ganz ähnlicher Weise wie die schrillen chen Folgen für sein Gehör nicht bewußt ist. Töne wirfen aber auch Detonationen auf unser Pfeift da so ein Schaffner mit der ganzen HeftigOhr, besonders auch Schüsse, die in der Nähe ab- feit seines Pflichtgefühles lang, laut und ener gefeuert werden. Man denkt da mit Empörung gisch und das Ohr des Fahrgastes ist nicht an die verflixten Schießprügel, mit denen unsere mehr ganz das, was es einmal gewesen ist. herrschaftlichen Sonntagsjäger ihren Angestellten im grünen Rock die Shren volldröhnen- und Telephoniſtinnen durch ungeduldige Anrufer und wenschen da, die ein Stückchen des kostbaren häufig ruinieren. Blißschläge, Explosionen und nicht zuletzt die elektrischen Entladungen beim Te ineinläuter" ist in der Oeffentlichfeit schon erör ein paar Tage, bis die meisten der Glücksucher, unangenehme Erschütterungen. Die Mißhandlung der Ohren unserer armen tert, aber noch wenig beachtet worden. So warte endlich, telephonierender Mitbürger, schone, sic", sie wird sich sicher melden. Das Elend auf den Diamantfeldern. In Transvaal sind neue Diamantfelder entdeckt worden. An dem ersten Tag der Konzessionserteilung waren schon dreißigtausend Bodens erwerben wollten. Aber es dauerte nur hatten, es sehr bedauerten, in diese Unglücksgegend Daß aber solche überlaute Schalleinwirkun geraten zu sein. In der unwirtlichen Gegend gen dem Gehör auch wirklichen Schaden bringen, Die Lärmschädigung als Berufskrankheit fin waren nämlich schon in den ersten Tagen ungefähr steht außer Zweifel. Eine vielfache Erfahrung den wir in der bekannten Schwerhörigkeit der dreißig Menschen an Hunger und lehrt es, und auch in Versuchen, die mit Tieren Seſſelschmiede und der Schlosser. Diese Schwer- Durst zugrunde gegangen. Weder die ( Meerschweinchen) angestellt wurden, ist dieser hörigkeit bildet sich in dem sich täglich wieder Regierung noch das private Kapital hatte irgendLäumschaden bewiesen worden. Durch die heftigen holenden Lärm der Arbeit allmählich aus und wie ausreichende Maßnazmen getroffen, um für Schalleinwirkungen, die mit Gewalt unseren ist unheilbar. Wird aber der Lärmberuf aufgege- die Zufuhr von Lebensmitteln und Trinkwasser inneren Hörapparat treffen, werden die feinen ben, dann schreitet sie selten weiter fort, das Gehör zu sorgen. Für eine Handvoll Mais und ein kleines Berzweigungen des Hörnerven im Innenohr, in wird nicht mehr schlechter. Ohrenleidende müssen der Schnede, zur Entartung. zur Verkümmerung aber von vornherein von der Wahl eines solchen gebracht. Diese feinen, nervösen Saiten nehmen Lärmberufes abschen. Glas Waffer mußte weit mehr bezahlt werden, als ein Arbeiter als Taglohn erhielt. Es hat darum eine wahre Massenflucht aus dem Elendsgebiet eingesetzt. Tausende Menschen, die ihr letztes Geld für diese Landteile hergegeben haben, sind ruiniert. Sicher wird das Großkapital nun für einen Pappenstiel die Felder auftaufen und so aus dem Elend der verhungernden Menschen Shrenarzt erzählt. Alle Kinder waren gut ent- Gold münzen und Diamanten erzeugen. Die Schallwellen auf. sie bringen unser Gehör- Je jünger der Mensch, desto empfindlicher ist instrument zum Erklingen. Wenn so eine zarte sein Ohr gegen großen Lärm. Die Gehörorgane Saite aber zu heftig erschüttert wird, so muß sie der Stinder müssen also ganz besonders davor be darunter leiden. Eine Taubheit, die sich auf die hütet werden. Sehr lehrreich ist da die Geschichte Wahrnehmung der hohen Töne erstreckt, ist die einer Familie mit drei Kindern, die ein Wiener Folge folcher alustischer Schädig: 1. Wert von rund 60.000 Mark. Herausgeber: Dr. Ludwig Czech Druck: Deutsche Zeitungs- Aktien- Gesellschaft in Prag. Verantwortlicher Redakteur: Dr. Emil Strauß. Für den Druck verantwortlich: Otto Solik. Brag. Nieder mit den Sozialdemokraten! von W. Bracke Kč 1Die Vernichtung der Sozialdemokratie durch den Gelehrten des Zentralverbandes deutscher Industrieller Kč 1Argumente geg. den Sozialismus Kč 2.50 3 Schriften zusamm. bezogen für KC 3Volksbuchhandlung KREMSER& CO.. 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