Gingerprets 70 Seller. Rebaffion und Verwaltung: Prag, I., Nelajanta 18. Telephone: Tagesredattion: 26795, 31469. Nachtrebattion: 26797. Poßschedamt: 57544. Juferate werden laut Tarif billigt berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 7. Jahrgang.. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit. Ausflüchte der Schuldigen. Mittwoch, 6. Juli 1927. Krise der Seeabrütungskonferenz. In Anbetracht diefer sehr ernsten Meinungsverschiedenheiten herrschte heute in den Krei sen der Konferenz eine pessimistische Stimmung. Bezugs- Bedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post: monatlich.... Kě 16.vierteljährlich halbjährig ganzjährig. 48.96.192.Rüdftellung von Manustripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarten. Erscheint mit Ausnahme bes Montag täglich( rüb Nr. 156. Sozialdemokratischer Wahlfieg in Medlenburg- Strelih. Die Neuwahlen in Mecklenburg- Strelitz, die Das Wort ist ihnen in der Kehle stecken geblieben. Tagelang schlichen die Führer der Ernste Differenzen in der Unterseeboot- und Kreuzerfrage. deutschen Regierungsparteien während der Debatte über die Verwaltungsreform um die Prä- drei großen Seemächte ist in ein tritisches Ginigung nicht gekommen. Denn auch für diefe der Linken geendet, der vor allem dem starGenf, 5. Juli.( SDA.) Die Konferenz der behandelt wurde, ist es bis zur Stunde zu einer am Sonntag stattfanden, haben mit dem Sieg sidentenestrade herum, in der Hoffnung, einen Stadium getreten. Das am Schlusse der heu Schiffsklasse hat die britische Admiralität die Forten Stimmenzuwachs der Sozialgünstigen Augenblick zu erhaschen, um eine tigen Sitzung des technischen Komitees veröffent derung aufgestellt, daß die Zahl der einzelnen demokratie zu verdanken ist. Sie erreichte „ Erklärung" zu mehr reichte ihr Mannes- lichte amtliche Kommuniquee verbirgt nur schlecht Schiffe genau bestimmt werden soll, während die 15.138 Stimmen gegenüber 11.458 im Jahre mut überhaupt nicht aus vom Stapel zu die wirkliche Situation. Es ist Tatsache, daß die beiden anderen Mächte keine so weitgeheende Bin- 1923. Dagegen fielen die Kommunisten lassen. Einigemale hieß es, daß sich einer ihrer bereits am ersten Tage aufgetretenen Meinungs- dung eingehen wollen. Abgeordneten in die Rednerliste habe eintragen verschiedenheiten über die Art der Beschränkung lassen, aber immer wieder erwies sich dies als der Marinerüstungen im Verlaufe der Beein leeres Gerücht. Die Debatte ging zu Ende, sprechungen der Delegationsführer und in den Be ratungen der Sachverständigen nur in sehr aber nicht ein einziges von den Mitgliedern der wenigen Punkten beseitigt wurden. deutschen Regierungsparteien fand den Weg zur Der amerikanische Admiral Jones hat Tribüne hinauf, nicht ein einziges war zu be- heute bei einem Presseempfange offen zugegeben, wegen, zur Verteidigung ihrer Zustimmung daß es bisher in der Frage der Unterseebote wenigstens eine der fattsam bekannten aktivisti- nicht gelungen ist, zu einer Einigung zu geschen Stilübungen vom Papier abzulesen. Unter langen. Wie man vernimmt, hält die britische Mitwirkung dreier deutscher Parteien und nur Delegation nach wie vor an dem Standpunkte durch ihre Mitwirkung denn ohne diese hätte einzuteilen seien, wovon die eine die Boote von fest, wonach die Unterseeboote in zwei Kategorien das Ungeheuerliche nie geschehen können 600 Tonnen und die andere jene von 1600 Ton wurde ein Gesetz beschlossen, das die nationale nen zu umfassen habe. Ferner besteht sie darauf, Selbstverwaltung erschlägt, das den Staat zu daß die Bahl der Unterseeboote für jede der drei Mächte genau festzusetzen ist. Es wäre jedoch verfehlt, aus den zur Zeit bestehenden nicht zu leugnenden Schwierigkeiten schließen zu wollen, daß die ganze Marinctonferenz zum Scheitern bestimmt sei. Man erwartet im Gegenteile, daß es dem guten Willen und der im Laufe der kommenden Tage und Wochen eine Geschicklichkeit der Unterhändler gelingen wird, Einigung der verschiedenen Standpunkte herbeizuführen. Man spricht in orientierten Kreisen auch von der Möglichkeit, daß die drei Mächte von 10.342 auf 4122 zurüd. Aehnlich haben auch die Völkischen an Stimmen eingebüßt, die es nur noch auf 2666 gegenüber 4455 im Jahre 1923 brachten. Auch die beiden anderen Rechtsparteien büßten Stimmen ein. Die Deutschnationalen erhielten 10.304( 1923: 12.173), die Deutsche Volkspartei 2020( 1923: 2783). Die übrigen Stimmen verteilen sich auf die kleinen übrigen Stimmen verteilen sich auf die kleinen Parteien und Gruppen: Demokraten 3041, Hand505, Kleinlandwirte 1759. werker 4603, Hausbesitzer 1556, Wirtschaftspartei Deutschnationale, Deutsche Volkspartei und Bölkische haben zusammen also nahezu 5000 StimVölkische haben zuſammen alſo nahezu 5000 Stimmen verloren und sind damit ungefähr um ein Viertel zurückgegangen. Am stärksten ist der Verlust der Kommunisten, die rund 60 Prozent ihrer Wähler eingebüßt haben. entsprechend dem japanischen Vorschlage sich verDie japanische und amerikanische Delegation pflichten könnten, den status quo der Mächte gewollen nur die jedem Lande zustehende Gesamt genseitig anzuerkennen und sich weiter zu vertonnage der Unterseeboote festsetzen und den See- pflichten, bis zum Jahre 1931, dem Datum mächten die Freiheit lassen, innerhalb derselben des Zusammentrittes der im Washingtoner Ver Der neue Landtag wird sich voraussichtlich soviel Schiffe zu bauen, als es ihren besonderen trage vorgesehenen Marinekonferenz grundsätzlich Bedürfnissen und Wünschen entspricht. feine über das bereits bestehende Schiffsbaupro wie folgt zusammensetzen: Sozialdemokra grant hinausgehenden Schiffe zu bauen oder zuten 12( bisher 8), Kommunisten 3( 7), Demoerwerben. Auch in der Frage der Kreuzer, welche heute von dem technischen Komitee neuerdings Die Mörder von Schattendorf vor Gericht. Fraten 2( 2), Handwerker 4, Kleinlandwirte 1( 1), Deutschnationale 9( 10), Deutsche Volkspartei 1 ( 2), Hausbesitzer 1, Völkische 1( 3). Der Verfassungstag heiß umstritten. Die S. P. D. verlangt seine gefeßliche Festlegung als Feiertag. einem Polizeiinstrument und die Bevölkerung zu einem Objekt der Bürokratie macht, ein Gesetz, das mit einem Schlage die kühnsten Träume des tschechischen Chauvinismus erfüllt, das mit dem Raub eines wichtigen Stückes politischen Rechtes die Schädigung der sozialpolitischen Bestrebungen der Arbeiterschaft verbindet, das zugleich aber für das gesamte Sudetendeutschtum ein schwerer Schlag ist aber nicht ein einziger der deutschen Regierungsabgeordneten öffnete den Mund, um den Entschluß seiner Spießgesellen, für das Gesetz zu stimmen, zu verDie Angeklagten behaupten, nicht gezielt zu haben. teidigen. Draußen im Lande regnet es Proteste, durch die deutiche Bevölkerung geht eine tiefe Wien, 5. Juli.( Eigenbericht.) Heute be- Gastwirtes Tschar mann, und sein SchwiegerEmpörung, Gemeindevertretungen und der gann vor dem Geschworenengericht der Prozeß sohn, der 21jährige Hilfsarbeiter Pinter Berlin, 5. Juli.( Eigenbericht.) Jm RechtsDeutsche Juristentas erheben ihre warnende gegen die Frontkämpfer, die am 30. Jänner d. J. cruiert und wegen öffentlicher Gewalttätigkeit ausschuß des Reichstages wurde heute lebhaft um Stimme, sogar in den eigenen Reihen der in Schattendorf im Burgenlande Mit- unter Anklage gestellt. den Verfassungstag gefämpft. Die Sozialdemo Landbündler und Christlichsozialen gärt es, glieder des republikanischen Schußbundes überund Demokraten beantragten, fraten Beim Verhör gaben die Angeklagten zu, daß 11. August zur Erinnerung an die Schaffung der aber von den Lippen der deutschbürgerlichen fallen und zwei Menschen, den 40jährigen Kriegs- sie geschossen haben, behaupteten aber, nicht ge- Verfassung der deutschen Republik zum gesetzAbgeordneten kommnt nicht ein Wort, invaliden Esmartina aus Klingenbach und zielt zu haben und überhaupt nicht die Absichtlichen Feiertag zu erklären. Die Deutſchnatio nicht ein Laut. Ist es ein Rest von Scham, den Schulknaben Josef Größing getötet hat- gehabt zu haben, jemanden zu töten oder zu vernalen, deren Innenminister den Schutz der Ver Angit, die sie davor zurückhält. Auge in Auge ten. Außerdem wurden ein weiteres Kind und leßen. Morgen wird mit dem Verhör der Zeugen die Feier des Verfassungstages. Die deutsche vor der Opposition ihr aktivistisches Sprüchlein vier Erwachsene erheblich verletzt. Als Täter begonnen werden. Der Prozeß dürfte elf Tage Volkspartei will ihre Zustimmung nur geben, vorzutragen, an das niemand mehr glaubt, auch wurden drei Frontkämpfer, die beiden Söhne des dauern. der sie zum Schweigen zwingt? Nein, es ist die sie selber nicht. Und so stimmten sie, schweigend und stumm. ichen Feiertage. den wenn auch noch ein neuer Feiertag zur Erin= nerung an die Verfassung des faiserlichen(!) Deutschlands eingesetzt wird. Diese Forderung ist Erst am Tage nach der Verübung des Ver- stab für die Beurteilung der Schuld der Re- auf Kosten der Rechte der nationalen Minder- um so sinnloser, als nicht einmal das wilhel minische Deutschland an eine Feier der kaiserrates kam das vorbereitete Konzept einer„ Er- gierungsdeutschen. Nicht auf die Zahl der vor- heiten und dann schwefeln sie vom zähen rnd lichen Verfassung gedacht hat. Das Zentrum will klärung" ans Tageslicht, die im Verhandlungs- genommenen übrigens oft ganz bedeutungs- volksbewußten Ringen der Deutschen um die den Verfassungstag auf den Sonntag verlegen; jaal vorzutragen sich die deutschen Regierungslosen Abänderungen kommt es an, son- Mitregierung im Staate". Daß das Mit- wenn ein besonderer Verfassungstag eingeführt mamelucken gescheut hatten. Das Papier ist dern darauf, was das Gesetz heute regieren darin besteht, dem tschechisch- fascisti- werden sollte, verlangt das Zentrum die gleichbekanntlich geduldig und es hat noch eine an- no ch enthält, und auch darauf, daß ohne schen Herrschaftsgelüfte die Kastanien aus dem seitige reichsgefeßliche Festlegung der christ dere vom Standpunkt des bankerotten deutsch die Stimmen der Deutschbürger- Feuer zu holen und Habt acht zu stehen, wenn bürgerlichen Aktivismus lobenswerte Eigen- lichen die Herren Švehla und Černy Herr Cerny kommandiert, das ist eine AufDarüber fam es im Ausschuß zu heftigen schaft, es wird nicht rot, was immerhin auch dem paragraphierten Plan zur fassung vom Mitregieren, mit der die deutschen versuchten die ganze Frage auf den Herbst zu verAuseinandersetzungen. Die Deutſchnationalen dem abgefeimtesten Kohleneinfuhrschein- Deut. Er drosselung der Selbstverwal- Švehlahusaren allein bleiben werden. Der Hintagen, damit zumindest in diesem Jahre der Verschen beim Verlejen dieser mit allen Tatsachen tung niemals zur Gefeßeskraft weis darauf, daß die Verwaltungsreform nicht fajjungstag nicht offiziell gefeiert werde. Das in schreiendem Widerspruch stehenden Erklärung hätten verhelfen können. Sie sollen besser gemacht werden konnte, da die deutschen scheiterte an dem Einspruch der Linken und des hätte passieren können. Sie beginnt mit der mit den von ihnen abgeschacherten Härten und Regierungsparteien nur 20 Prozent der Bentrums. Die Reichsregierung schwieg sich ganz Behauptung, daß sich die deutschen Regierungs- Schärfen" nur in öffentliche Versammlungen Mehrheit darstellen", ist erſtens sehr aus, dagegen begrüßte der Vertreter der preußi parteien der Schwierigkeiten bewußt" sind, kommen, dann wird man ihre Verdienste schon windiger Natur, denn diese 20 Prozent hätten fchen Regierung den sozialdemokratisch demokrawelche die Verwaltungsreform und die dazu noch ins richtige Licht setzen, und dann wird vollkommen hingereicht, da 3 tischen Antraa. Die Verhandlungen wurden gehörige Wahlordnung beinhalten. Wir fl ich ihnen an der Hand dessen, was in dem Geseß Sch and werf zu Falle zu bringen, schlicklich auf Donnerstag vertant. bewußt? Für wen Schwierigkeiten? Darüber steht, ein Spiegel vorgehalten werden, der ihnen und zweitens besteht dieses Mißverhältnis der gleitet die Erklärung vorsichtig binweg. Um so und ihren Wählern feine Freude bereiten wird! nationalen Kräfte in der Regierungskoalition 70 Millionen- Anleihe der Stadt Berlin. geschwäßiger wird sie, um den Eindruck zu er- Der übrige Teil der unterbliebenen und doch andauernd. Wie soll da die Goffnung wecken, es sei gelungen, in mühevoller Arbeit erst nach der Debatte aufgetauten Erklärung ist Nahrung finden, daß es fünftig besser wird, dem ursprünglichen Entwurf einen großen Teil nichts als eine Frozzelei der nach allen daß die Regierungsdeutschen von einem Mitder Härten und Schärfen zu nehmen". Wer Regeln der Kunst getäuschten und betrogenen regieren als„ Gleiche unter Gleichen" mehr mit dem Londoner Schröder- Rotschildkonzern ein hieß sie denn außer ihrer Servilität, diese deutschen Bevölkerung. Wenn da beispielsweise Anlaß zu sprechen haben werden als bisher! Abkommen über eine Anleihe von 70 Millionen mühevolle Arbeit" zu verrichten! An dem der Satz steht, die Verwaltungsreform habe die Es sind armselige Ausflüchte, zu denen Mark abeeschlossen. Diese Anleihe wurde heute Scheusal des Entwurfes war nichts zu ver- Aufgabe,„ das judetendeutsche Volk der durch die Deutschbürgerlichen greifen müssen, um vormittags in London zur Zeichnung aufgelegt bessern, als chrliche?! nwälte ihres Volkes hätte Verfassung und Minderheitsschutzvertrag verüberhaupt etwas zu ihrer Verteidigung vorzu- und war nach fünf Minuten bereits dreimal es nur eines für sie geben dürfen: das bürgten Gleichberechtigung entbringen. Da wird der bisher landbündlerische überzeichnet. Dieser Erfolg ist nicht nur ein Schandwerk in Bausch und Bogen gegenzuführen", oder wenn es darin Abgeordnete Mayer mehr Glauben finden, der Beweis dafür, welches Vertrauen die deutsche zu verwerfen. Nicht was von dem Polizei heißt, die beste Sicherung in nationaler Be- nach der Abstimmung über die Verwaltungs- Finanzwirtschaft im Auslande wieder genießt. gesetz an„ Schärfen und Härten" abgehandelt ziehung sei das zähe und volksbe reform schrieb:" Seit gestern weiß sondern er bedeutet auch eine Anerkennung der wurde, intereifiert, sondern was an solchen wui fe Ringen der Deutsch en um die Švehla, daß er diesen Leuten alles Tätigkeit der Sozialdemokratie in der Berliner Schärfen und Härten darinnen stehen mitregierung in Staate", so ist das offener zumuten kann, und das wird er Stadtvertretung. Die Anleihe ist hauptsächlich geblieben ist! Daß die deutschen Regie- Sohn, mit dem die Regierungsdeutschen die auch weidlich ausnüßen." Das wird rungsvarteien durch ihre Minister den Entwurf Wählerschaft traftieren. Sie geben alles preis, und muß auch der letzte Wähler dieser Parteien zum Ausban des Verkehrswesens bestimmt und gutgeheißen haben und sich dann aufs Ab- machen die Staatsbürger zu Heloten einer erkennen. Dafür soll ausgiebig Sorge getragen gerade hiebei hat die Sozialdemokratic eine ganz handeln einließen, anstatt das Monstrum mit größenwahnsinnigen und fremdnationalen werden! besondere Initiative entfaltet, die die frühere bürgerliche Mehrheit sehr vermissen ließ. einem Fukstok abzutun, darin lieat der Maß- Bürokratie, stärken die tschechische Zentralgewalt In fünf Minuten dreimal überzeichnet. Berlin, 5. Juli. Die Stadt Berlin hatte Seite 2 Die Arbeiterolympiade. Mittwoch, 6. Juli 1927. Fünftampf der Jungturner. Internationaler Handball. Im Fünftampf der Jugendlichen, der einen Be. Aus dem Länderturnier im Handstandteil des Programmes der Olympiade am Mon. Desterreich gegen Deutschland 10: 3( 5: 0). ballspiel, das am Montag und Dienstag auf tag, dem 4. Juli, bildete, starteten 8 Mädchen, daDie turnerischen Vorführungen. Schöner gleichwertiger Kampf, bei dem wieder die dem Spartaplatz ausgetragen wurde, und an dem von 2 aus Lettland, und 40 Jungturner. Von den Dienstag nadymittag nahmen die turnerischen vorzügliche Technik der Oesterreicher die Oberhand sich Ländermannschaften aus Belgien, Deutschland mädchen siegten: 1. Fogele( Wettland) 453 Punkte; Vorführungen ihren Fortgang. Den Beginn er behält. Die Deutschen sind zwar schnell, vergeben öffneten Mädchen der DTI., die mit ihren aber sehr viele Chancen, durch ungenaues Schießen und Desterreich beteiligten, ging die österreichi 2. Rejhonová,( DT3) 428 Punkte; 3. Kriſtenová Reifenübungen, die rhythmisch sehr exakt vor und zu langes Zögern, während die Desterreicher sche Mannschaft verdient als Sieger hervor.( DTJ.) 388 Punkte; 4. Zalite( Lettland) 365 Punkte. geführt wurden. Dann folgten Vorführungen der durch blitschnelle Kombination und Schüsse ein Tor Bereits am Montag nachmittags zeigten die Oester Von den Jungturnern: 1. Herint( 3. Gau, Skauts, die mit ihrem Flaggenschwingen nach dem anderen erzielten. Schiedsrichter Lanzinger reicher im Spiel gegen Deutschland eine glänzende Bilsen) 671 Punkte; 2. Ausner( 8. Gau, Pilsen) 645 Technik, wunderbare körperliche Leistungen und eine Punkte; 3. Novák( 1. Gau, Prag) 620 Punkte; und Pyramidenstellen einen Ausschnitt aus( Prag) korrekt. meisterhafte Kombination. Es war ein Spiel, das 4. Boháč( 3. Gau, Pilsen) 618 Punkte. Es beteilig threm Leben und Treiben zum Besten gaben. Ein Wien gegen Zwickau 4: 2( 2: 2). Ein schönes, eine Spielkultur zeigte, wie wir sie wohl nur ganz ten sich ausschließlich Jungturner der DTJ. Figurenturnen der Wiener DTJ.( Turne- faires Spiel beider Mannschaften, das auch diesmal rinnen, Turner, Zöglinge) zeigte, daß die österrei die besseren gewannen. Schiedsrichter Schröder selten einmal zu sehen bekommen. Auf beiden Seiten ausgesuchtes Spielermaterial. Es war eine Frende, Freundschaftsabend der deutschen chischen tschechischen Genossen in punkto Leibesübun-( Berlin). ein Genuß, dem Spielverlauf folgen zu können. Hofgen ihren hiesigen Genossen um ein gut Stück vorfentlich trägt dieses Spiel mit bei, daß auch in Feftgäste. aus find. Die Uebungen der Wiener DTJ. waren unseren Reihen das internationale Handballspiel Gestern abends fand im deutschen Theatersehr sauber in der Ausführung, sowie auch die Temfreudige Aufnahme findet. Dienstag vormittags pris schon mehr dem neuzeitlichen Turnen angepaßt. Diese garten der von den deutschen proletarischen spielte Oesterreich gegen Belgien. Diese Organisationen Prags zu Ehren der deutschen Sie ernteten naturgemäß starken Beifall. Anschlie Veranstaltet am Montag, dem 4. Juli, vom Mannschaft war zu schwach, um den Desterreichern Gäste der Arbeiterolympiade veranstaltete FreundBend fand das zweite Auftreten der belgisch ent Genossen statt, die wiederum mit ihrer verblüf Zentralverbande der tschechoslowakischen Arbeiter- standhalten zu können. Die Desterreicher gewannen schaftsabend statt. Der Theatergarten war seit fenden Elastizität des Körpers bei den schwedischen Gymnastikübungen vielen Beifall fanden. Weiter folgten Uebungen von Turnerinnen der DTJ., die in zwei gesonderten Gruppen turnten. Die eine mit Flaggen( in den Staatsfarben), die ambere stellt Figuren. Wiederum betraten Turner den Play, und zwar jene des II. Kreises der DTJ. ( Brünn), die mit einem langen Stab Figuren stellten, die sich sehr schön ausnahmen. Die zweite Gruppe brachte Stabübungen( IX. Kreis, Přibram). Zum Schluß traten die tschechischen Jungturner zu einer Maffenübung mit Langen an Diese war sehr effektvoll, wirfte allein schon durch die Masse, gute Vorführung und in den diversen eingelegten Figuren, jotvie auch der Aufmarsch nichts zu wünschen übrig Ties. Die wassersportlichen Kämpfe. Die internationale Schwimm- und WasserballVeranstaltung fand Montag abends ihr Ende. Diesmal flappte die Organisation besser. In den einzelnen Entscheidungskämpfen gab es mitunter ganz schöne Kämpfe. Die Ergebnisse vom Montag: 400 Meter Brust( Männer, Finale). 1. Wodarek ( ASV. Wien) 6.42, 2. Bölke( Deutschland) 6.42.2, 3. Schuhmann( Deutschland) 6.44. 100 Meter Freistil( Männer, Finale). 1. Havlik ( ASV. Wien) 1: 08.1, 2. Dwořa!( DTJ) 1:09, 3. Capek( ASV. Wien) 1:11. 100 Meter Rüden( Männer, Finale). 1. Schulz ( Deutschland) 1: 17.6, 2. Gold( ASV. Wien) 1: 19.2, 3. Frohberg( Deutschland) 1: 28.6. 100 Meter Brust( Männer, Finale). 1. Wodaret ( ASV. Wien) 1.24.8, 2. Schwab( ASV. Wien) 1.25.8, 3. Strompaß( Deutschland) 1.29.2. 3 X 100 Meter Lagenstaffel. 1. ASV. Wien 4:01, 2. Deutschland 4: 06.3, 3. Tschechoslowakei ( DTJ.) 4: 14.2. Männer- Kunstspringen( 12 Springer). 1. Papke ( D.) 340 Punkte, 2. Schneider( De.) 338 Punfte, 3. Dvořal( DTJ.) 321 Punkte. Ein Reigen der Schwimmerinnen des Dresdener ASV. fand wiederum bei den Zuschauern reichen Beifall. Wasserball. Auffiger Verband gegen Tschechoslowakei( DTJ.) 4: 4( 3: 3). Die Aussiger durch zwei reichsdeutsche Schwimmer verstärkt, vermochten daher ein viel günstigeres Resultat zu erzielen, wie am Vortage. Ihr Tormann hielt auch manch schwierigen Ball, der den tschechischen Wasserballern den Sieg bringen sollte. Schiedsrichter Schneider( Wien). 1. Bei der Kavallerie der Fremdenlegion in Afrita! Von Emil Hlavla- Prag. Dem Verfasser dieser interessanten Artikelferie, einem Deutsch- Prager, gelang es vor einigen Monaten der berüchtigsten Internationales Nadwettrennen im Rahmen der Olympiade. A Die Belgier beim Bockspringen. тнимиро Radfahrer. Insgesamt beteiligten sich 27 Radfahrer wie sie wollten. Mit 23: 1 für Desterreich wurde in der I. Kategorie, 16 in der II. Kategorie und drei das Spiel vom Genossen Adank abgepfiffen. Radfahrerinnen in eigener Kategorie, sechs Teilneh mer fielen im Laufe des Rennens ab. Aus dem Auslande waren vertreten: England durch 6 Fahrer, Bolen durch 2 Fahrer, weiter Deutschland, Defter: Leichtathletische Veranstaltungen. reich und der Deutsche Radfahrerbund( Karbizz). In der I. Kategorie( 60 Stilometer) siegten: H. 1. E. Rogerson( England) 1:46:03; 2. R.. May ( England) 1: 46: 03,05; 3. T. Hirst( England) 1:51:16; 4. E. Deveney( England) 1:56:05; 5. Wünsch( Polen) 1:57:54; 6. Rotet( Polen) 1:59:04; 7. Bartoš( Tschechoslowakei) 2:00:39. In II. Sategorie( 40 Stilometer, für Touristen. fahrer): 1. Pojžáret( Tschechoslowakei) 1:25:15; 2. Sašek( Tschechoslowakei 1:27:06; 3. Gebauer( Dester reich) 1:27:47; 4. Adermann( Tschechoslowakei) 1:30:11; 5. Černit( Tschechoslowakei) 1:30:28. In der Kategorie der Radfahrerinnen( 20 Stilometer): 1. Čapková( Tschechoslowakei) 54:07; 2. Kojinová( Tschechoslowakei) 58:03; 3. Blažková( Tschecho-| slowakei) 1:07:49. Fünftampf für Sportler. 1. Esefey Sandor( Ungarn) 472 Bunfte; 2. Dach 1. Csefey Sandor( Ungarn) 472 Punkte; 2. Dach ( Schweiz) 377 Punkte; 3. Klein( Auffiger Verband) 368 Bunfte. Zehntampf der Sportler. 1. Fuchslocher( Deutschland) 860 Punfte; 2. Liška ( DTJ.) 763 Punkte; 3 Mayer( Oesterreich) 751 3 Mayer( Oesterreich) 751 Buntte; 4. Bauer( Deutschland) 746 Punkte; 5. Hugel ( Deutschland) 745 Puntte; 6. Kroc( DTJ.) 429 Punkte. Fünftampf der Sportlerinnen. 1. Kohrt( Deutschland) 429 Punkte; 2. Indersone ( Lettland) 409 Punkte; 3. Stibitz( Deutschland) 409 Punkte; 4. Jentsch( Deutschland) 386 Punkte; 5. Busch( Deutschland) 860 Punkte. Beginn um 8 Uhr abends überfüllt; es waren gegen 2000 Genossen und Genossinnen in festlicher Stimmung versammelt, als Genosse Jatsch im Namen der deutschen proletarischen Organisationen Prags den Abend mit einer Ansprache eröffnete. Nach ihm sprachen Gellert- Leipzig, Gast ge ba Wien, Müller- Aussig, Senator Soukup namens der tschechischen Sozialdemokratie und Calvin- Lettland. Nachher wurden verschiedene turnerische Vorführungen gezeigt; namentlich die Roten Fallen aus Wien fanden reichlichen Beifall. Der Abend, über den wir noch ausführlicher berichten werden, gehört mit zu den gelungenſten Veranstaltungen im Rahmen der Olympiade. Die Feier, zu deren Gelingen auch eine Rapelle durch Vortrag verschiedener Musikstücke beitrug, wurde mit der Internationalen eingeleitet und mit demfelben Liede auch in der zwölften Nacht stunde geschlossen. Bolen verhindert seine Minderheiten, an der Olympiade teilzunehmen. Nicht weniger als vier große Arbeiter- Sportdelagationen sollten aus Polen zur Prager Ohmpiade eintreffen. Nur eine von ihnen fand Gnade vor den Augen der polnischen Polizei und durfte, 54 Mann stark, die Grenze überschreiten. Dagegen wurden dem oberschlesischen( deutschent) Arbeiter Turn- und Sportverband, dem jüdischen Sportverband ,, Morgenstern" und dem ukrainischen Sportber band aus Oftgalizien die Pässe verweigert. Die Oberschlesier, mit denen Genosse Buchwaldt, der Vertreter Schlesiens im Sejm, kommen wollte, hatten un 68 Pässe, die Ukrainer um 106, die Juden um 30 eingereicht. Die drei Organisationen, die sich für die Teilnahme an der Olym piade seit langem vorbereitet hatten, mußten im letzten Augenblich die Reise aufgeben, weil die polnische Polizei die nationalen Minderheiten im teuern Vaterlande einsperrt. Saftmilderung für politische Gefangene. Paris, 5. Juli. Im heutigen Ministerrat entwurf über die Haftmilderungen für politische legte Justizminister Barthou einen GesetzGefangene vor, wie sie in derDeffentlichkeit besonders nach dem Hungerstreit kommunistischer Gefangener gefordert worden waren. Es wurde beschlossen, die Bestimmungen dieses demnächst dem Parlamente zugehenden Entwurfes schon jetzt dem Chefredakteur der„ Action Francaise" Pujo und der am Sonnabend verhafteten Telephonistin dieses Blattes, Frau Montard, zugute fommen zu lassen. eingeleitet hatte. Es wurden Leute zur Arbeit| da ich wußte, daß sich unser Konsulat in Straß-| dort erst erhielt ich die Adresse des tschechoslonach Frankreich geworben und nach dem Wort- burg befände, jedoch die Adresse nicht fannte, wakischen Konsulats! laut des Plakates sollte jenen Leuten eine herr- wandte ich mich gleich nach der Ankunft an einen Kurz vor Büroschluß schon traf ich vor dem liche Zukunft dort drüben" winken. Gratis und Gendarm, der vor dem Bahnhofe stand. Dieser Hause ein, in dem sich das Konsulat befand. Im franto sollten sie herüber und wieder zurück- musterte mich erst eine Weile sehr mißtrauisch, Haustor, auf der Stiege und im Vorraum gebracht werden, für Unterkunft und Verköstigung um mich schließlich an den nächsten Polizisten zu fauerten, standen und lagen eine Menge zerlumpwäre hinreichend vorgesorgt, der Verdienst sei verweisen. Der Polizist beäugelte mich noch miß- ter, zerfetzer Gestalten, die teils stumpfsinnig vor glänzend, kurzum, die bisherige Not hätte ihr trauischer und schien im Stillen Erwägungen dar- sich hinbrütend, teils erregt gestitulierend einen Ende, wenn sich der Geworbene für ein halbes über anzustellen, ob es nicht geraten sei, mich äußerst verwahrlosten Eindruck machten und mich oder ganzes Jahr Dienstzeit kontraktlich verpflich etwa gleich mitzunehmen". Schließlich entledigte neugierig umringten, als ich das Gebäude betrat. Armee der Welt, der Fremdenlegion, zu ten würde. sich der Hüter des Gesetzes derartig der Sache, Es waren Landsleute! Arbeiter, die vor kaum entrinnen. Seine Berichte bieten unseren Das Plakat wirkte. Massentransporte ver- daß er mich an das nächste Polizeikommissariat sechs Wochen erst auf Grund der AuswanderungsLesern Gelegenheit, das wahre Wesen dieser Organisation tennen zu lernen. Die Artikel Dienstloser Arbeiter gingen zu jener Zeit nach verwies. Dort überhörte man vorerst meine aktion nach Frankreich gekommen, bei Nacht und find um fo eftueller, als sich ein sehr Frankreich. Selbstverständlich wollte auch ich mir Frage und forderte in erster Linie meine Papiere Nebel von der Arbeitsstätte, an die sie kontraktlich so hoher Prozentsay Deutschböbgehen lassen. Begeistert stürmte ich denn auch vorzeigen, Auskunft über den Zweck meiner An- Diese Leute waren von ihren Arbeitgebern im eine solche günstige Existenzmöglichkeit nicht ent- zur Einsicht. Dann mußte ich meine Geldmittel gefettet, entwichen und hierher geflüchtet waren! men in der Legion befinder und weit- sofort auf das städtische Werbebüro und bat um funft geben und schließlich erklärte man mir, es wahrsten Sinne des Wortes ausgesaugt" wor verbreitete Phantasiegerüchte verlockender meine Aufnahme als Arbeiter. unverständlich zu finden, daß ich mit einer solchen den, und halb verhungert nach langen FußmärSache auf das Kommissariat käme, denn jeder schen, meist bei Nacht, um nicht von der GendarPolizist auf der Straße wäre im Besitz eines Ver- merie aufgegriffen zu werden, langten sie hier an, zeichnisses sämtlicher Konsulate. Beim nächsten schilderten dem Konsulatsbeamten in bewegten Polizisten hatte ich auch wirklich Glüd. Er über- Worten die Leiden, die sie hier haben erdulden " In welcher Stellung waren Sie zuletzt?" reichte mir nach einigem Suchen das Verzeichnis müssen, und baten um ihren Rüdtransport. Der Ich war Beamter bei der..." und bat mich, selbst darin zu suchen, da er die Beamte jedoch, wohl abgestumpft und solcher AufDraußen war ich! Es wäre verboten, ehe- Bezeichnung tschechoslowakisch" für unaussprech- tritte gewohnt, wies alle Bittsteller ohne Ausmeinen Abbanaktion auch meine Stunde schlug. malige Beamte als Arbeiter auf Transport zu lich fand. Ich suchte und suchte, schließlich bat ich nahme ab, da nach seinen Worten ihrer täglich Eines Morgens lag auf meinem Tisch ein Brief, senden. Doch war ich schon so in die Idee ver- den Polizisten, mir doch behilflich zu sein und fünfzig solcher Mann hieher kamen!" in dem mir die Direktion mitteilte, daß leider bohrt, in Frankreich mein Glück zu finden in nachdem ich ihm die geographische Lage, Grenze So sah es also in dem gelobten Lande mit der zu Betriebseinschränkungen gezwungen... mit jenem Lande, wo es Arbeit, gut bezahlte Arbeit und politische Entwicklung unseres Landes be- Arbeit aus. Am liebsten wäre ich wohl sofort zugrößtem Bedauern... und besten Wünschen für in Hülle und Fülle geben sollte, daß ich kurzer- schrieben, wies er triumphierend auf eine Stelle rückgefahren, doch mangelten mir bereits die das fernere Wohlergehen... ich entlassen hand beschloß, auf eigene Faust hinüberzufahren. im Verzeichnis, an der zu lesen stand, daß das Mittel zur Rückfahrt und schließlich auf meinen Art täglich das Heer der Unglücklichen ver- Ein würdiger, älterer Herr empfing mich. größern. Slavka hat übrigens in den ver„ Sie wollen also nach Frankreich als Argangenen Wochen über seine Erfahrungen beiter?" und Erlebnisse mehrere Vorträge in deutsch" Jawohl!" böhmischen Städten gehalten. Ich war als Beamter eines größeren Unternehmens in Prag tätig, als zur Zeit der allgesei. Nun trat ich ein in das große Seer der Nach altem Brauch" pumpe" ich nun alle meinet. u. t. österr.- ung. Konsulat" sich in der Meter- guten Stern vertrauend, beschloß ich, mich doch Leidensgenossen, der Arbeitslosen, und es begann Tanten, Verwandten und Bekannten zum wirk- straße befände, setzte aber gleich hinzu, er glaube hier um eine Arbeit umzusehen. Ich meldete dem jene trostlose Zeit der Arbeitssuche für mich, die lich letzten Male an, besorgte mir Paß und Visum nicht, daß ich es dort noch finden werde, do fich Konsulatsbeamten meine Ankunft, der mir gleich jeder Arbeitslose zur Genüge fennt.„ Erblich und landete auch schon eines Morgens in hier seit dem Kriege viel verändert hätte. Ich prophezeite, daß es mir in wenigen Wochen genicht belastet", war ich mit meinen Mitteln bald Straßburg, der Pforte Frankreichs, mit der dankte ihm höflichst für die erhaltene Auskunft nau so ergehen würde wie„ ienen"! Nachdem ich zu Ende. Tage, Wochen, Monde vergingen, ich festen Absicht, nur als gemachter Mann" wieder- und setzte meinen Weg fort. Ein Zivilist riet mir, noch einige Franken, um die mich die Armen zum war und blieb arbeitslos. In dieser kritischen zukehren! beim Hauptpostamt anzufragen. Dort erhielt ich Brottauf baten, verteilt hatte, verließ ich das Zeit wurde ich auf ein Plakat bei der städtischen Bewußt meiner Pflicht als Staatsbürger, die Auskunft, daß das Postamt kein Adreßbüro sei. Konsulat, und ich muß gestehen, daß mir nicht Stellenvermittlung aufmerksam, aus dem ich er- mich nach der Ankunft im Ausland sofort beim Um die Mittagszeit traf ich auf der Straße einen sehr behaglich zu Mute war nach den ersten Einsah, daß der Staat eine große Auswande nächsten Konsulat unseres Staates anzumelden, Briefträger, der mich gegen Entlohnung bereit- drücken, die ich in Frankreich gewonnen. rungsaftion unserer Arbeitslosen wollte ich dieser Pflicht gleich nachkommen, und willigst zum polnischen Konsulat führte. Und; ( Fortsetzung folgt.) Mittwoch, 6. Juli 1927 Uchechische Kinderfreunde. Cine Beratung anläßlich der Olympiabe. werben oder gar in Wegfall fommen. Das ist das wahre Gesicht der deutschen Regierungsparteien! „ durch Heranziehung der Versicherten zur Beitragsleistung zu den Aerzten und Medikamen tenkosten. Die Versicherten hätten auf Grund des Antrages der deutschen Landwirtschaft zu den Aerzte und Medikamentenkosten wie folgt beizu nen, für die dritte Ordination und den dritten Besuch 1 Krone. 2. Zu den Medikamentenkosten für das erste bis fünfte Medikament je 50 Heller." Das ist wohl eine der größten Niederträchtigteiten, die sich die Landbündler und der Zeit ihrer während ihrer Verräterperiode in der Regierung und der Zeit ihrer Liebesbeteuerungen zu Kramar geleistet haben. Seite 3. Arbeitertag in Neutitschein. 8000 Teilnehmer. Der Arbeitertag am 3. d. M. in Neutitschein der dritte in der Reihe der Arbeitertage des Kreises Troppau gestaltete sich zu einer machtvollen Demonstration der Arbeiterschaft des MähDer Bund der Landwirte" vertritt die In- abend der Veranstaltung kamen mit der Bahn, mit risch- Ostrau- Troppauer Kreises. Schon am Vortereffen der Grokagrarier und des Unternehmer Fahrrädern und anderen Fahrgelegenheiten hun tums, das beweist er mit diesen konkreten" Ge- berte auswärtige Genoffen in Neulitschein an, so meinheiten aufs neue. Diese Erkenntnis, welche daß die Vorfeier im Boltshause über1. Zu den Aerztekosten, wenn dieselben im Industrieproletariat veranfert ist, wird zum füllt war. In der Begrüßungsansprache konnte der 15 Prozent der Beitragseinnahmen übersteigen, energischen Kampf gegen die deutschen Regie- gofalvertrauensmann G. Samler den Abg. für die erste Ordination 3 Kronen, für den rungsparteien zufammenrufen mit der entschie Künstler aus Berlin, den Nationalrat und entschie- ofalvertrauensmann G. Samler den Abg. ersten Besuch 5 Kronen, für die zweite Ordina- denen Losung: Hände weg von der tion 2 Kronen, für den zweiten Besuch 3 Kro- Sozialversicherung!" tragen: Bilder von der Olympiade. Doch die Landbündler sind großzügig.„ Wenn schon, denn schon", denken sie und fordern weiter Die Werbekraft der Kinderfreunde- Bewegung eine Verbilligung hewährt sich nun auch bei den tschechisch eit Genossen. Schon bei der Reichstagung unserer Rinderfreunde in Karlsbad gab Genossin Karpištova die Erflärung ab, daß auch die tschechische Partei darangehen werde, eine eigene Er ziehungsorganisation zu schaffen. Am Dienstag, den 5. Juli, fand nunmehr im Sibungsjaale des tschechischen Volkshauses cine Beratung statt, bei welcher Genosse Mar Winter Wien vor führenden Genossen und Genossinnen der tschechischen Bruderpartei über die Ziele und Methoden der Kinderfreunde- Bewegung referierte. Genosse Winter gab in mehr als einstündiger Rede ein überaus wirkungsvolles Bild der österreichischen Kinderfreundearbeit, zciate, daß sozialistische Erziehung nicht nebenbei in anderen Vereinen, sondern nur durch cine eigene Organisation geleistet wer den könne und forderte die tschechischen Genossen auf. fich sobald als möglich dieses notwendige Instrument des Klassenkampfes zu schaffen. Die vorzüglichen Ausführungen des Genossen Winter fanden stürmischen Beifall. Genosse Sch weiter gab einen Ueberblick über den Stand unserer Kinderfreunde- Bewegung und sprach die Soffnung aus, daß recht bald tschechische und deutsche Ge nossen gemeinschaftlich an der Erziehung unseres vroletarischen Nachwuchses arbeiten mögen. Auch feine Worte wurden beifällig aufgenommen. Ge noffe Tomašek dankte im Namen der Verfammlung und gab die bestimmte Zusicherung, daß die tschechische Partei alles tun werde, um den Gedanken der Kinderfreunde- Bewegung auch im tschechischen Proletariat zu verwirk lichen. Auf eine Einladung des Genossen Winter, die tschechischen Genossen möchten einmal nach Wien fommen und sich von der dort geleisteten Erziehungs- und Fürsorgearbeit an Ort und Stelle überzeugen, gab Genosse Tomašek das Versprechen, daß eine Gruppe tschechischer Gentoffen Mitte August nach Wien kommen werde. Die weitere Einladung des Genossen Winter zur Beteiligung einiger tschechischer Kinder an der Ric. Ier Kinderrepublik wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen und gleich in der Versanumlung ein Teil der erforderlichen Mittel aufgebracht. Zusammenfassend darf man sagen, daß der gute Besuch, ganz besonders aber das lebhafte, ja begeisterte Interesse, das die Versammlung den Ideen der Kinderfreunde entgegenbrachte, zu den schönsten Soffnungen für die Zukunft berechtigt. Das Attentat auf die Sozialversicherung. Die tontreten" Wünsche der Agrarier. Das agrarische Blatt ,, Scholle" hat fürzlich einmal fonkrete Anträge der Landwirtschaft zur Novellierung der Sozialversicherung" aufgestellt. Hören wir, was das Regierungsblatt, das aus seinem Herzen feine Mördergrube macht, alles fordert"! Die Landbündler wünschen vor allem eine ,, Verbilliguna der Versicherung", da es den armen Großbauern, die sich jetzt eine Ravallerie" schaffen müssen, absolut nicht mehr möglich ist. die Beiträge aufzubringen. Und da soll in erster Linie der Streis der versicherungspflichtigen Bersonen eingeschränkt werden, und zwar so: ,, Ausschließung der Haushaltungsangehörigen... Ausschließung der Gele genheitsarbeiter in der Landwirtschaft, zu denen auch Personen gehören, deren durchschnittlicher Tagesverdienst 3 Kronen nicht übersteigt.( Das sind Löhne bei den Bauern. Wir danken für die Feststellung! Die Red.)... Ausschließung der jugendlichen Personen unter 17 Jahren( Lehrlinge), der weiblichen Personen unter 30 Jahren und der verhetrateten Frauen überhaupt aus der Invaliditäts- und Altersversicherung." Doch das war nur eine Einleitung. Es Tommt stärker. Die Landbündler verlangen eine Herabseßung der Beiträge und Leistungen. Wenn Freiübungen der Frauen der D. T. I. Stautlager auf dem Stadion. Gin feiges Bubenstüd. Ist der Ziefpunkt kommunistischer Polemit noch immer nicht erreicht? um jeden Preis, also auch um den Preis der verschärften Unterdrückung der nationalen Minderheiten und um den Preis der Einführung der bourgeoisen Diktatur ,, auf trockenem Wege". Die Kommunisten haben ein Flugblatt ausjekt ein Arbeiter nach 40jähriger Beitragslei- gegeben, in dem sie gegen die Verwaltungsreform stung ein Anrecht hat, bei Invalidität oder Alter Stellung nehmen. Obwohl wir der Ansicht sind, 375 Kronen im Monat an Rente zu bekommen, daß die Kommunisten sich sehr zu Unrecht als so soll ihm dieser geringe Betrag noch gekürzt Süter der Demokratie ausgeben und am wenig werden. Was hat so ein Agrarier für einen Besten berufen sind, die Arbeiterschaft im Kampfe griff, was ein Arbeiter zum Leben braucht, wenn um die Wiederherstellung jener Freiheiten zu Unter den bisherigen Spitzenleistungen komer( siehe oben) mit einem durchschnittlichen Ta- führen, die sie immer als einen Schwindel hin gesarbeitsverdienst von 3 K falfuliert! gustellen beliebten, freuen wir uns der vernünfti munistischer Schmußpolemit, stellt diese wohl den gen Einkehr und haben natürlich nicht das Ge- Gipfel dar. Sie läßt aber gleichzeitig erraten, ringste dagegen, daß die Kommunisten, ihrem daß man die Entwicklung der kommunistischen Programm untreu, für die Demokratie kämpfen. Moral zu früh an ihrem Tiefpunkt angelangt Aber in diesem Flugblatt findet sich folgende glaubte. Bisher haben die Kommunisten immer Stelle, die zu kommentieren, ihr beinahe zuviel hin Beweise unseres Verrates" vorgetäuscht, haben unter Hinweis auf Tatsachen, die sie wohl Ehre anzutun, heißt: verdrehten und entstellten, schlimmstenfalls er fanden, aber doch anführten, uns als Verräter beschimpft. Nunmehr stellen sie unseren Verrat ohne den Schatten eines Beweises einfach als Tatsache hin, lügen, ohne sich Mühe zu geben, ihre Lüge zu motivieren, und das gerade bei einem Anlaß, wo wir gefämpft und sie die Hände in den Schoß gelegt haben. Die„ Scholle" jagt wörtlich: Als automatische Folge der Herabseßung der Bersicherungsbeiträge müßte aber auch eine Einschränkung der Versicherungsleistungen erfolgen. Insbesondere bei der Krankenversicherung ließe sich cine Verbilligung erzielen durch Einschränkung der Schwangerschaftsunterstüßung." Arbeiterfrauen! Hört ihr die Stimme der Regierungsdeutschen? Jahrzehntelang hat die Sozialdemokratie für den Schutz der schwangeren Frau und der Wöchnerin gekämpft. Und dieser Kampf zeitigte den Erfolg, daß neben der Stillprämie an alle schwangeren Frauen, die krankenversichert sind, sechs Wochen vor der Entbindung die Schwangerschaftsunterstüßung und sechs Wochen nach der Entbindung die Wöchnerinnenunterstützung in der Höhe des vollen Krankengeldes zur Auszahlung kommt. Das soll nun, wenn es nach den Anträgen der Landbündler gehen würde, die die Arbeiterfrauen und Mädchen als Dirnen beschimpft haben, gekürzt Die sozlaldemokratischen Führer aller Nationen unterstützen in Wirklichkeit alle diese Pläne der Kapitalisten. Ihre Opposition gegen die Verwaltungsreform ist nur eine scheinbare, berechnet auf die Täuschung der ehrlichen proletarischen Anhänger dieser Parteien. Die sozialdemokratischen Parteien anerkennen nicht das nationale Selbstbestimmungsrecht. Die Führer dieser Parteien sind für die Stabilisierung des kapitalistischen Regimes General a. D. Körner aus Wien, die Senatoren Nießner, Polach und Jokl sowie den Abg. Seeger und eine starke deputative Vertretung der tschechischen Bruderpartei begrüßen. Der Sonntag brachte trübes Wetter. Nichtsdestoweniger kamen tausende auswärtiger Genossen von allen Seiten. Von Jägerndorf allein famen acht Autos mit Anhängewagen, ebenso von Troppau und anderen Orten. Der Festzug hatte eine imposante Länge; die Spitze des Zuges war längst am Stadtplatz angelangt, als das Ende die Alleegaffe beim Volkshause verließ. Am Stadtplate sprachen von zwei Tribünen, die von zahlreichen roten Fahnen flanfiert waren, die Genossen Joki, Polach, Künstler und als Vertreter der ischechischen Sozialdemokraten Genosse BI a ha. Von der zweiten Tribine die Genossen Seeger, Nicßner, Körner und der tschechische Genosse Sa brsula. An der Versammlung beteiligten sich, vor fichtig geschäßt, etiva 8000 Personen. Die Reden der genannten Genossen wurden durch lebhafte Zustimmungs- und Beifallskundgebungen unterbrochen. Zum Schluffe lohute stürmischer Beifall ihre Ausführungen. Alle Redner nahmen scharfe Stellung gegen die bürgerliche Reaktion, die sich überall breit macht. Die Demonstration kann daher auch als eine scharfe Verurteilung der gegenwärtigen deutsch tschechi fchen Roalitionspolitik aufgefaßt werden und sollte unseren Christlichsozialen als Mene tefel gelten. Das Volksfest am Nachmittage hatte leider unter der Ungunst der Witterung zu leiden. Trotz des wiederholt einsehenden Sprüh regens zogen aber tausende Arbeiter auf den Festplat. Die Arbeiterschaft Neutitscheins sowie die des ganzen Streises kann auf ihre Veranstaltung stol; fein. Sie hat neuerdings bewiesen, daß die sozial demokratische Arbeiterpartei die einzige Barter ist, die imstande ist, solche Massen auf die Beine zu bringen. Ausland. Aus der Chronit des Fascismus. Verhaftungen, Mißhandlungen.. In Turin wurden vor einigen Tagen im Betrieb Quarto a Mille vier junge Arbeiter von der Arbeit weg verhaftet, ohne daß der Grund der Verhaftung bekanntgegeben worden wäre. Bis jetzt fehlt jede Spur von den Verhafteten. Solche Verhaftungen in den Industriebetrieben werden immer häufiger. In Padua wurden die Arbeiter Bertoni und Padovani verhaftet. Sie wurden wegen ,, Ver schwörung" angeflagt. Diese Verschwörung" sieht so aus, daß sie vor einem Jahre mit mehreren Arbeitern, darunter Zacolli und Camporefi, die gleichzeitig verhaftet wurden, eine Zusammenfunft hatten. In Teramo wurden die Automi, Taddei, Tascaria verhaftet, weil sie im Jahre 1924( also vor drei Jahren!) kommunistische Flugblätter ver teilt haben sollen. Sie wurden schwer mißhandelt. In Trient wurden drei Arbeiter, in Gries bei Bozen 28 Arbeiter verhaftet. In Varese wurde ein angeblich fommunistischer Verein aufgedeckt", von dem die fascistische Presse nur zu berichten weiß, daß seine Witglieder als Abzeichen ein weiße Maus aus Email trugen. Als angebliche Mitglieder dieses aufrührerischen Vereins wurden verhaftet die Arbeiter: Frantini( 26 Jahre alt), Bäder; Croci( 21). Maurer; Goi Adelme( 28); Gvi Cesare( 22); Soi Italco( 25), Mechanifer; Chareux Giovanni( 25), Mechaniker; Larghi Enrico( 18), Wiaurer; Franzi Antonio( 24), Mechaniker; Broggi Marie( 26) Bianchi Marco( 22), Mechaniker; Crozi Angelo ( 24), Maurer; Diſtrieri Federigo( 21); Tamburini Cefare( 22), Bäder; Biotti Pietre( 22), Mechanifer; Memotti Carlo( 22); Caravatti Guido( 19), Mechaniker; Pastelli Pietre( 21), Schuhmacher; Gazotti Bruno( 20), Mechaniker und Wiaccazola Alessandre( 18 Jahre alt). In Bologna wurden vier Arbeiter, die Flugblätter gegen die Teuerung verteilt hatten, nachdem sie von Fascisten blutig geschlagen wor den waren, in Haft genommen. Vor das Ausnahmsgericht gestellt werden die vor furzem verhafteten und zur Deportation be stimmten Kommunisten Ascanio und Demenico Die Arbeiterschaft weiß, daß sie un- Ronconi, Inbastari, Pizza und Bernamenti, weil ter sozialdemokratischer Führung fie im Gefängnis(!) das Arbeiterlied ,, Banden großen Kampf gegen die Verwal- diera Rossa" gesungen haben. tungsreform geführt hat, sie bedarf unserer Beweise nicht, sie wird die kommunistische Gemeinheit nach Verdienst wür digen! fic In Mailand wurden zwei Arbeiter, weil, zur Feier des 1. Mai aufgefordert hatten, zu je einem Jahr Kerler verurteilt, zwei andere, die sich des gleichen Verbrechens schuldig gemacht haben, zur Deportation verurteilt. Seite 4 Deutscher Lehrertag in Leitmeriz. ren. In gleichem Maße muß die Organisation alles daran seyen, um ähnlich wie in Deutschland Einrichtungen zu schaffen für die geistige und berufliche Fortbildung der Junglehrerschaft. Rundfunt für Alle! Programm für morgen, Donnerstag. Rundfunt. 12: 8eitsignal, Breffenachrichten. 12.10: Mittagston Nachmittagsfonzert. 1. Dvoral: Streichquartett D- Moll. 2. Foer. tographie. 18.45: Landwirtschaftlicher Rundfunt. 19: Boxtrag. Rompofitionen. Wazurfa, b) Nocturno. 2. Straußrabal: Mirabeau und die franzöfifche Revolution( Cine Sonne. 18.45: Wie Brag. 19: Ronzert. 1. Mozart: Don Juan. Lagesneuigkeiten. Die leberkanonen des nächsten Krieges. Wir lefen in der großen englischen Zeitung Manscheſter Guardian": Eine amerikanische technische Zeitschrift, der ,, Scientific American", beschreibt die Ueberfanonen, Mittwoch, 6. Juli 1927. thren Räumen noch nie vernommen hatte, blies der kleine Sornift der Gruppe noch einen furzen Gruß, worauf die Roten Falken fröhlich, wie sie gefommen waren, wieder davonflogen. Der sel tene, frohe Besuch hinterließ bei den Empfängern ein warmes, herzliches Gefühl jener Freund schaft", die ihnen die lieben Proletarierjungen und mädels beim Scheiden zuriefen. Abgeordneter Maher gründet ein eigenes Blatt? Wie die Prager Preffe" meldet, trägt fich Abg. Mayer vom Bund der Landwirte, der bei der Abstimmung des Abgeordnetenhauſes über die Verwaltungsreform mit dem Abg. Hanreich gegen seinen Slub gestimmt hat, mit der Absicht, ein eigenes, gegen die Klub politik des Bundes der Landwirte eingestelltes Blatt zu gründen. Die Frage der Finanzierung sei noch nicht gelöst, doch soll das Tagblatt in der Drudere einer Prager Deutschen Tageszeitung gedruckt werden. Ant 4. Juli fand die Vertreterversammlung Nach dem beifällig aufgenommenen Referat des des deutschen Landes Lehrer Vereines in Böhmen Obmannes nahm die Vertretertogung eine Reihe ſtatt. Die Sigung war besucht von mehr als 100 von Resolutionen an, in denen die Forde Es ist ein Jammer, daß die Kriegs- und Vertretern der Zweigvereine aus den verschiedenen rung nach der Schulautonomic, nach endli. deutschen Gebieten Böhmens. cher Herausgabe der Durchführungs- Marineministerien der verschiedenen Länder so Nach einer Begrüßung durch den Obmann des verordnung zum Gehaltsgesetz der ſchweigſam ſind. Wären sie redseliger, so stünde es Ortsausschusses Fachlehrer Franz Bra Dienstpragmatit, nach Gleichstellung der besser um die Friedensbewegung in der Welt. datsch und Begrüßungsworten des Abgeord. Altpensionisten, Verbefferung der Bil- Denn es iſt ihr Geſchäft, Waffen zu erzeugen, die neten Schäfer, der in Vertretung des dungsmöglichkeiten der Lehrerschaft erho, mit der größtmöglichen Schnelligkeit und Sicher beutschen sozialdemokratischen Abgeord- ben und gegen die Sperrung weiterer Schulheit auf die größtmögliche Entfernung töten sollen. neten und Senatoren- Klub erschienen war, lassen sowie gegen die Auflassung der Der Weltkrieg war für sie nur ein Anfang, und wurden die Verhandlungen durch einen eingehenden deutschen Lehrerbildungsanstalten in sic sind pflichtgemäß schr eifrig damit beschäftigt, Bericht des Obmannes Rohn aufgenommen. Leitmeris und Trautenau protestiert den größtmöglichen Nußen aus der Menge un Er besprach die gegenwärtige Lage der Schulpolitik wird. Die Leitmeriser Anstalt bestand seit 1789, die schätzbarer Erfahrungen zu ziehen, die ihnen der im Allgemeinen, die pädagogischen Fragen der We. Trautenauer feit 80 Jahren! Krieg beschert hat. Sie und da gelingt es, enten genwart und die wirtschaftlichen Nöte des LehrerBlid in ihre Werkstätten zu werfen, der uns über standes. So verwies er darauf, daß der deutsche die neuen Fortschritte" unterrichtet. Eine schmöclische Trauung. In Berlin lie Landes- Lehrer Verein burch seine Vereinsaufgabe ßen sich gestern vormittags givei junge Paare, für das Jahr 1927-28, Der Wiederaufbau des bentdie was gang Besonderes haben und zei schen Schulwesens auf Grund der neuen Lehrpläne gen wollten, gleichzeitig bei einem und neuzeitiger Schulreformibestrebungen" der GeFluge tirchlich trauen. Die Maschine staltung des Unterrichtsbetriebes nach neuen Ge- Prog. 319. 10.50: Schallplattenmufif. 11.35; andmirtschaftl. die gegenwärtie als das Ergebnis von mehr als der deutschen Lufthansa, in der ein mit Rosenfichtspunkten Rechnung zu tragen gewillt ist. Fer ert. 18.15: Rumbfunt für Ganber umb Gemerbe. 13.30: Borfen. zehnjährigen Untersuchungen und Experimenten guirlanden und ein mit weißen Liner beschäftigte er sich besonders mit der Frage der nachrichten. 16.45: Börsennachrichten und Hopfenmarktpreise. 17: für die amerikanische Armee hergestellt werden. Lien geschmüdter Altar aufgebaut war, Schulautonomie. Der Unterrichtsminister fters Streichquartett& Dur. 18.05: Bertrag. Heber das Rauchen. Da gibt es Stücke mit Diotor- und Raupenantrieb, startete mit den beiden Paaren, dem Pfarrer Dr. Hodža hat in lester Zeit wiederholt auf die 18.20: Deutsche Zendung. Wetterbericht und Tagesneuialei die sich mit einer Geschwindigkeit von 45 kilo und zwei Trauzeugen um 10 Uhr 30 Minuten Schulautonomic hingewiesen, ohne aber genaue Anten vom Prezbüro, hierauf: Dr. Kurt 2bora: Alpine hometer in der Stunde fortbewegen fönnen, und flog zwischen der Kaiser Wilhelm- Gedächt haltspunkte zu geben, in welcher Richtung die Re Kohlenindustrie in der Zschechoslowakei. 19.15: Bortrag. leber liegerabwehrfanonen, die in der Minute 27 nisfirche und der sterkirche, auf welchem Flug gierung die Selbstverwaltung des Schulwesens 31 20.10: Suftiger Abend. 1. Blasmujif. 2. Tamburizzo- Chor. 3. Bad Poděbrad. 20: Bettervorausiage und Breffendrichten. gezielte Schüsse bis zur Höhe von 8000 Memege die beiden Trauungen vor sich gingen. gestalten gedenkt. Die deutsche Lehrerschaft steht aufustige Gesangsvorträge. 4. Tamburizza Chor. 5. Blasmujit. fer abgeben können, Aeroplane, die eine 4000 Orgelmusif von einem Schallplat dem Standpunkt, daß von einer wirklichen Selbſt 1. Chopin: a) pick to 1.5; nie. Pfund schwere Bombe tragen, deren Ladung eine tenapparat rahute die Feier ein. Nach etwa verwaltung des Schulwesens erst gesprochen werden Schütt: Transkription über den Balzer aus„ Fledermaus". Tonnte hocherplosiver Stoffe enthält, automatische halbstündigem Flug landeten die Neuvermählten fann, wenn jedes Bolf die Angelegenheit seiner Beitianal, ente richten des effebios, Infanteriegeschütze, die 120 chrapnellschuß wieder im Sentralhafen auf dem Tempelhofer Lagesereignisse und Sportnachrichten. 22.15: Theaternachrichten. Schule im Rahmen gesamtstaatlicher Gesetzgebung 22.20: Zangmufif. in der Minute mit einer Reichweite von mehr Feld. Der Pfarrer dürfte wohl außerordent selfft und allein regeln kann. Eine ledigliche BeiBrünn, 441. 12.15: Mittagstonzert. 11.30: Brager Effetten als zwei Kilometer abgeben, sechszöllige Kanonenlich honoriert worden sein, da er diesen beispiel börse, Wetterbericht, Breffenachrichten, Sport und Theater. 17.15: behaltung der nationalen Sektionen der Landes. Frauenfunt. Die Rhythmik im Sommer. 17.35: Dentide mit Raupenantrieb und einer Geschwindigkeit haft zuwideren„ modernen" Alt mitmachic. schulräte oder vielleicht eine weitergehende Utraqui reifenachrichten, 17.45: Deutsche Sendung. Gent. Ratin C. von 23 Kilometer in der Stunde, neuneinhalb fierung der Schulbehörden, find nicht jene Form, histor. Etiaze.) 18: Seitfignal. Landwirtfoaftlicher Bericht. Von zöllige Saubitzen mit gleichem Antrieb, Fliegerab Sie man mit dem Worte Selbstverwaltung des gefunden Sufen. 18.20: Bortrag. Sm and aufgebenen wehrmaschinengewehre, zu viert montiert, die Schulwesens bezeichnen kann. Der von der Regie Duverture. 2. Cornelius: Der Barbier von Bagdad. 3. Beetho 2000 chuß in der minute abgeben fün rung vorbereitete Entwurf zu einem Unifizierungsven: Romanze&-Dur, Romanze Dur. 4. Goldmark: Deinen, vierzehnzöllige Geschüße, die eine Fünf geier des Schulwesens enthält Bestimmungen, die Ouverture. 20: Stonzert. 1. Grieg: Lieder. 2. Chopin: Nocturns zehnhundertpfundgranate auf eine Entfernung von dem bisherigen Zustand grundsätzlich abändern. Des- Dur. 3. rand: Lemariage des roles. Godard: Ze souvien 33 tifonteter senden, sechzehnzöllige Geschütze, bei fetu. 4. Schubert Lift: Ave Maria. 5. Maifanet: Elegie. Was. Dieser Entwurf muß wohl nun umgearbeitet und cagni: Der Blumen Prophezeiung. 6. List Berdi: Rigoletto. denen das Geschoß mehr als eine Tonne wiegt den neuen Verwaltungsformen angepaßt werden 21: Bic Brag. und innerhalb einer Reichweite von 45 Kilometer und hiebei wären auch alle schädigenden Bestim Bortrag. Bezburg, 300. 16: Brobuftenbörse und Marktbericht. 17.30: 17.45: Sonatenabenb. 1. Focriter: Biolinfonate. jeden vierzehnzölligen Panzer durchschlägt. mungen auszuschalten. Auf einem Gebiete besaß die Grieg: Cellofonate. 18.45: Die Prag. 19: Janosils Shane. 19.20: Schallplattenmufif. 20: Bic Brag. Lehrerschaft im often Lesterreich das Recht der Wien, 517. 11: Bormittagsmujit. 16.15: Rachmittagskonzert. Selbstbestimmung, das war die Frage der Einfüh 17.50: Witteilungen aus den Bundestheatern. 18: Bilder aus rung neuer Schulbücher. Der deutsche Landes- Lehmuseums. 13: Ruberieben. 19.30: Ciperanto, 20.05: Aus dem bent Burgenland. 18.30: Croffnung des öfterreichiiden Radio rer Verein verteidigt dieiss Recht und lehnt jede luftigen Bien der Gaffmiener Zeit. 3ürich, 401. 12.30: Schauplattenkonzert. 16: Tenzmusif. 17.20: Monopolisierung des Schulwesens ab. Nur der freie Frauenstunde. 20.30: Franzöfifcher Komponistenabend. 21.20: Wettbewerb verbirgt der Lehrenschaft das Recht, unterhaltungsfonzert. aus den Bucherscheinungen für die Schule das beste auszuwählen. Rönigswusterhausen, 1250. 14.30: Abilen ber Säuglinge. Auf die Rechtsverhältnisse der Lehrer- 15: ie lebt die familie im Sommer. 15.40: Sochanmeijungen fdjaft eingehend, hob Obmann Rohn die un- und Speisefolgen. 16: Gemeinschaft im Geschichtsunterricht. 16.30: Das Tragische bei Baul Sense. 17: Die breizehn Bücher der haltbare Berhältnisse hervor, die dadurch entstanden heutigen Seele. 17.30: Moderne Sausmufil. 18.30: Stobiermufit bis Bach und Händel. 18.55: Die Landwirtschaft auf der Welt sind, daß durch das neue Gehaltsgesetz seit 1% wirtschaftsfonferenz. 19.30: Uebertragung von Berlin, 181.„ Die Jahren dos alte Disziplinarrecht außer Straft gemacht des Echidials", Oper von Berbi. Tongmufil. sent wurde, hingegen die Uebertragung der Dienstpragmatif auf die Bolks- und Bürgerschullehrer schaft bis heute noch nicht erfolgte, so daß alle Disgi plinarsöffe vorläufig in Schwebe sind. Es fehlt aber auch noch jede Durchführungsverordnung zu dem Gehaltsgesetze selbst. Neuerdings verlautet, daß durch einen Aban der Invalidenrenten die Mittel zur Aufbesserung der Bezüge der alten Ruheständler flüssig gemacht werden sollen. Eine solche Berquil fung lehnt die deutsche Lehrerschaft ab. Sie verlengt die endliche Gleichstellung aller Ruheständler chne Ausnahme. Seit 1921 vertröstet man die Kin. dergärtnerinnen mit der Herausgabe eines Gefeßzes über die Megelung ihrer Bezüge. Bis heute ist im mer noch nichts geschehen. Dann wendet sich b. mann Rohn der Junglehrerfrage zu. Endlich ist es dem denischen Landes Lehrer Verein gelungen, für seine stellenlosen Mitglieder die Arbeitslosenunterstütung nach dem Genter System durchzufüh chen am Herd. 5. Wagner: Die Meistersinger von Nürnberg. Deutschland. Breslau, 316. 12.15: Schallplattenfougent, 16.30: unterbal. Suell der Sprache. 19.35: Blid in die Seitz 20: Cyster- Abend. 22.30: Tanzmusit. tungsfonzert. 18: Schüßenbundesfest in Sindenburg. 19: Am Furchtbare Berzweiflungstat ciner Verlasse nen. In Mülheim erschoß eine mit einem Arbeiter zusammenwohnende Ehefrau ihre fic ben Jahre alte Tochter, erwürgte ihr neugeborenes Kind und erschos sich dann selbst, weil sie sich von ihrem Geliebten verlassen fühlte. Vorher hatte sie die Kinder mit Blumen geschmidt. Festlichkeiten mit zwanzig Toten. Chicago Tribune", schreibt, daß dic Massenansammlun Der Scientific American" weist, davon aus gen gelegentlich der Festlichkeiten zur Begehung gehend, darauf hin, daß das Kriegsministerium des Unabhängigkeitstages an verschie des ganzen Landes zur Herstellung der Rüstung schweren Unglüdsfällen führten. Es inſtande sein wird, die riesigen Induſtrieanlagen denen Punkten der Vereinigten Staaten ju heranzuziehen, deren Muster hier angeführt wur feien insgesamt 20 Personen ums Leben Den. Und in der ganzen Welt sind Striegs und gekommen, davon zwölf ertrunken, und acht Marinenministerien mit derselben Abficht beüberfahren. Ziemlich groß ist die Zahl der bei fchäftigt! den Feuerwerfserplosionen Erblindeten. Im italienischen Viertel von New Dort ereignete sich eine überaus heftige Ervlofica durch einen weggeworfenen, brennenden Zigare tenstummel, der in einen großen, mit Feuerwerfsförpern angefüllten Korb fiel. In einem anderen Stadtteil entstand durch eine aus einem ochbahnzug abgefeuerte Rafete in einer großen Brauerei cin Brand, der einen Schaden von 300.000 Dollars verursachte. Bei den öscharbei ten wurden drei Feuerwehrleute verwundet. Froher, seltener Besuch in der Zentralredof. tion. Gestern vormittags erhielt die Redaktion des„ Sozialdemokrat"" gans unerwartet einen lieben Besuch, den sie der Slympiade zu verban fen hat. Gegen zwanzig Rote Fallen" beiderlei Geschlechtes marschierten plötzlich, freundlich lachend und mit herzlichem Freund schaft!" in das große Redaktionszimmer. Ihr Führer stellte sie uns als die Olympiade Delega Hamburg, 395. 12.30: Wittagsfonzert. 16.15: Gesangsfonzert. 17: Tecstunde. 18: Für die Frau am 2cctifd). 18.50: Die Frau fion der Mährisch Schönberger Kin als Aftronomin. 19.10: Zurnen und Ghanajit für das kind. derfreunde vor, die einmal eine Redaktion 19.35; Wandertage in edinburg, 20; Blatfonzert, as in der Nähe sehen wollten. Die jungen Mädels 18.30: ie hieibe ich gefund. 18.40: Moderne Bölkerwanderun Frankfurt, 129, 12: Glodenspiel. 12.30: Wittagskonzert. 16.30: Nachmittagsfonzert. 19: Sport als Beruf. 19.00: Bie Berlin. Unterhaltungsmufit. Langenberg, 169. 13.05: ittagsfonzert. 17.30: Teemujif. gen. 19.15: tombau und Atomserfall. 19.40: Gutes Deutsch. 20.05: Allerlei Schelmengeschichten. 21: Balladenabend. Tanzmufif. Leipzig, 366. 12: Schallplattentonzert. 16.30: Nachmittags ferische Moment in unferer Sprache. 20.10: Kammermutif. Reger: Streichtrio Moll. fonsert. 19: Tarifvertrag für Privatangestellte. 19.30: Das schop München, 536. 12.45: Mozart Ronzert. 16: Gouner und Abenteuer im 17. Jahrhundert. 16.30: Sofiffentonzert. 18.30: Werden des deutschen Männergesangs. 10: Rammermusif. ran 20: Bunte Stunde. 20.35: Indianische Beifen. 22.10: Schach. Stuttgart, 380, 13.15: Schallplattenfonzert, 16: arenfunde. 16.15: Radniittagsfonsert. 18.15: Dramaturgie. 18.45:& fiegen. befämpfung. fenstein: Thema mit Bariationen. Zidhajfowitij: Trio Mof. und die kleinen Kerle ließen sich durch die Räume führen, es wurde ihnen erflärt, wie denn eigent fich eine Zeitung gemacht wird, dann besichtig. ten" fie auch Sefretariat und Administration. Sie verlangten das alles aber durchaus nicht um sonst. Sie stellten sich vielmehr, als sie den Zwed ihres Besuches erfüllt sahen, zum Chorus auf und versicherten uns mit ihren hellen. reinen Stinterstimmen:„ Wir sind jung und das ift schön!" Nach diesem Gesang, den noch dazu von solchen Sängern die Prager Redaktion in Ein politischer Mord, schwarzbeendeter Burschen marschierten auf der Hauptſtadi mit Fafciften. Der Mondul‍i, der das ja immer lebhafte und turbulente Bild des Zentrums bedenkliche Züge. Wilde Trupps zogen lärmend durch die Straßen, es fam zu hefber nicht seinesgleichen hat. figen Zusammenstößen und ich war Augenzeuge, Vor wenigen Tagen wurde aus Rom gemel wie ein solcher Haufe die Redaktion eines oppodet, daß Corvi, der Mörder des fasci- fitionellen Blattes( damals gab es das noch in it ischen Abgeordneten Casalini, frei Italien) stürmte, Schilder und Aushängetafeln gesprochen wurde. Der Fail selber liegt schon zerstörte. Der überwiegende Teil der römischen fast brei Jahre zurüd, die Wieldung über das Bevölkerung aber schien die Sache in verhältnis außerordentlich späte Urteil war knapp und blieb mäßiger Ruhe hinzunehmen. Allerdings, die im Allgemeinen wenig beachtet. Aber daß man Stimmung war beängstigend, man konnte sich, in Italien den Mörder eines fascistischen Depu- insbesondere als Fremder, feine Vorstellung datierten freispricht, ist doch wirklich nichts Alltäg von machen, was die nächsten Stunden und Tage liches! Es ist notwendig, sich damit zu beschäfti- bringen würden. Als ich mich um Mitternacht in die Ede eines gen, zumal die Caufa Cafalini mehr noch als andere italienische Ungeheuerlichkeiten der Ich stark besuchten Kaffeehauses auf der im Mittelten Jahre Licht wirft auf das fascistische System. punkt der Stadt gelegenen Piazza Colonna zu Vielleicht vermögen ein paar starfe persönliche rückzog, sah ich ständig in der Umgebung patrouilErinnerungen den Beweis dafür zu unterstreichen. lierende Carabinieri, Offiziere mit Dienstesabzei Es war am 12. September 1924, in Rom. chen und an vielen Tischen des Lokals chargierte Auf einem Nachmittagsausflug nach Ostia er- Fascisten, die eine Art Kriegsrat abzuhalten fchie reichten uns Extrablätter, deren schreiende Titel nen. Meine Eindrücke waren zu stark, als daß ich so wie die schreienden Austräger verkündeten, sie hätte bei mir behalten können und so schrieb daß heute der fascistische Abgeordnete Casalini in ich denn an Ort und Stelle einen furzen Bericht der Straßenbahn von einem Arbeiter namens an den„ Sozialdemokrat". Es war mir, offen geGiovanni Corvi ermordet wurde. Der Täter, der standen. dabei nicht ganz wohl zumute, da ich sofort verhaftet werden konnte, sei Kommunist während meiner Schreibarbeit wiederholt for und befenne, daß er den Word verübt habe, um schende, nicht sehr freundliche Blicke auf mir rudas Verbrechen an Matteotti zu rähen fühlte. Vielleicht aber habe ich mir das nur eingebildet. Jedenfalls kam ich unbehelligt ins Bett und mein Brief unbehindert nach Prag. chen. In fieberhafter Erregung fuhren wir sofort nach Rom zurück. Wie wird es dort aussehen, Ein pas Tage später, beim Begräbnis was werden die Fascisten tun, welche Wirkungen Casalinis, zeigte sich, daß Mussolini und die wird die unselige Tat, an der ich nicht zu zwei Seinen es sehr wohl verstanden hatten, die Stim feln wagte, in ganz Italien auslösen? mung zu heben". Eine regelrechte Fasci Nun, ich fand die Hauptstadt in weit gerinst en mobilisierung, die sich sicherlich nicht gerer Aufregung und Bestürzung vor, als ich er nur auf Ron beschränkte, wohl aber alles, was martel batte. Grit in den Abendstunden erhielt an Schwarzhemden in der Geschwindigkeit aufExplosion einer Feldküche. Als in Ratibor Schlesien) ein Kriegerverein in der Nacht zum Sonntag einen Wachtmarsch unternehmen wollte und dazu eine Feldküche mitführte, in der Erbsensuppe zubereitet wurde, riz kurz vor dem Abmarsch der Dampf den Deckel weg. Der fochende Inhalt des Steffels ergoß sich über die umstehenden Kinder und Erwachsenen, wobei über 25 Personen schwere Verbrühungen erfitten. Acht Kinder wurden so schwer verfest, daß sie ins Krantenhaus eingeliefert werden mußten; drei von ihnen schweben in Lebensgefahr. Die Schuld soll den Koch, einen Gastwirt aus strog, treffen, der die Schrauben des Kessels fahr. lässig geledert hatte fratiſchen Führer stärker als zuvor gegen MuffoRegierung und den Schwarzhemden wieder günftig maden! Den Prozeß gegen den Mörder sogman dann drei Jahre hinaus. Die Schlußverhandlung", so berich tet Genoffe Wilhelm Ellenbogen in der„ Arbeiter Zeitung", war aufs forgfältigste vorbereitet, die Richter und Geschworenen aufs vorsichtigſte ausgesucht worden. Das Tribunal funktionierte ausgezeichnet. Aufs peinlichste vermied der Vorſizende jede Frage, die dem Angeklagten das Geheimnis feines Entschlusses zu entreißen geeignet sein konnte, oder das Milieu zu untersuchen, in dem dieser Entschluß herangereift war. Es war eine in zahllosen Proben wohl einstudierte Komödie, jeder Statist stand an seinem vorherbestimmten Platz, die Regie Ilappte tadellos. Von Komplizen, von Auftraggebern, von politischen Ideen, von Umständen und Ursachen war feine Rede." zutreiben war, nach Rom dirigierte, bewirfte am matteottisieren", die Stimmung, die nach Begräbnistage eine wahrhafte Ueberschwemmung dem furchtbaren Verbrechen an dem sozialdemofich durch die ganze Stadt bewegte, erreichte sei lini und den Fascismus sich gerichtet hatte, der nen 3wed: es war furchterwedend, die vielen Tausend Söldner Dussolinis, mit finsteren Dienen und bis zu den Zähnen bewaffnet, einher sichen zu sehen. An der Spitze des Zuges mar schierte der Duce selber. Schen und verängstigt standen die Zuschauer, die sich den Anblick diefes Aufmarsches nicht wollten entgehen lassen. Jeden Augenblick fürchtete man eine Explosion. Und solche Entladungen, die doch auf fascistischer Seite sicherlich gewünscht wurden, blieben auch nicht aus. Wir selber mußten einmal, als die Menge, in deren Mitte wir auf der Piazza Venetia stan den, aus einem mir unbekannten Grunde plötz, lich in Unruhe und panifartige Stimmung geriet und wild auseinanderzustieben begann, in eine Seitengasse flüchten. Nach einer Weile wurde es aber in der Nähe des Zugs, der wohl eine Stunde dauerte, wieder ruhig und auch sonst kam es am Begräbnistage und an den Tagen nachher zu feinem größeren Zwischenfall, obwahl das ganze Also haben die eigentlichen Mörder Casalinis Stadtbild auch weiter besonderns start durch sich selber freigesprochen, als sie das freispre das massenhafte Auftreten der Fascisten äußerlich chende Urteil über Corvi fällten. beeinflußt blieb. Es braucht nun wahrlich nicht vieler Worte Erst ein wenig später befam man eine Ahnung mehr zu diesem Fall. Eine politische Partei hat davon, wieso damals der fascistische Rache- und einen ihrer Angehörigen, einen ihrer Abgeordne Blutdurst sich nicht, wie man doch befürchtet hatte, ten, ermorden lassen, um die Gegner zu beseine Befriedigung verfchaffte. Gan; flar aber lasten und die Empörung wegen früher begange sicht man erst heute nach dem nun gar nicht mehr ner Schandtaten einzuschläfern und auf die Opfer verwunderlichen Freispruch des Mörders. Corvi abzulenken. Das ist so ungeheuerlich, daß man es war von Fascisten für Geld und un- nicht glauben könnte, wenn es eben nion fafci ter Zusicherung der eigenen Strafftisch wäre. Nun sehe ich erst recht unauslöschlich losigkeit gedungen worden, Casa vor mir das Bild des Begräbnisses Casalinis, Iion i, einen unbedeutenden Menschen und Poli- in dem die Fascisten racheschnaubend gegen die tifer, zu ermorden. Auf diese Weise wollte verruchten Gegner das eigene Opfer eigener man die Atmosphäre in Italien ent- unerhörter Schandtat bestatteten. L. G. " Mittwoch, 6. Juli 1927. Doppelmord bei Bilin. Weil der Mörder zur Zahlung von Alimenten verurteilt wurde. Gerichtssaal. Ein Monftreprozeß in der Glowakei. Im Herbste dieses Jahres kommt der Prozek Todessturz im Leuna- Werk. Beim Bau eines] ber Deffentlichkeit. Die Veränderung soll so start Kesselhauses im Leuna- Werk bei Werseburg stürzten gewesen sein, daß nur die nächsten Freunde und Beam Montag ein 42 Jahre alter und ein 20 Jahre kannten in der jugendlichen Dame die gealterte Künstlerin von vorher wieder erkannten. alter Maler von einem 20 Meter hohen Gerüst ab Diplomatische Sorrespondenz erbrochen. Das Sonntag abends der 32jährige Pumpenmacher und fanden den Tod. Bereits in der vergangenen In der Ortschaft Radowesiz bei Bilin hat Woche waren vom selben Gerüst zwei Arbeiter eſtländische Finanzministerium hatte dieser Tage die Wenzel Safet aus Wut über die Verurteilung mit Londoner Banken abgeschlossenen Verträge über tödlich abgestürzt. eine Anleihe durch die estländische Gesandtschaft aufeiner früheren Geliebten, der jetzigen Bergzu einer Alimentationsverpflichtung gegenüber Höfliche Dokumentendiebe. Wie die Belgra- gesandt erhalten. An dem Briefumschlag befande arbeitersgattin Marie Martinowitz, diese der Breme" meldet, hat sich im Belgrader sich jedoch deutliche Anzeichen dafür, daß er unter- und deren Gatten überfallen, als sie in das Saus Balacehotel vor mehreren Tagen ein gebe im wegs geöffnet worden war. In welchem Lande dies der Eltern der Frau eintraten. Sajek drang in nisvoller Aftendiebstahl ereignet, der geschehen ist, steht noch nicht fest. Es soll nicht das das Saus ein und tötete durch Revolverschüsse bisher noch nicht aufgeflärt worden ist. In dem erstemal sein, daß amtliche Sendungen nach Estland die Eltern der Frau, während er Frau MartinoHotel hatte der ehemalige montenegrinische Mini- erbrochen worden sind. witz schwer und deren Mann leicht verletzte. ster und gegenwärtige Bevollmächtigte des früheren montenegrinischen Thron Daily Herald" berichtet unterm 29. ds.: Ein Ter noch in der Nacht beim Biliner Bezirksgericht, Ein Hund rettet seinen Herrn vom Feuertode. Nach der Tat flüchtete der Mörder und stellte sich folgers, Petrovic, Absteigquartier ge- rier, der gestern zeitig früh bei einem Feuer in wo er in Haft genommen wurde. nommen. Vor einigen Tagen stellte Petrovic East End( London) seinen Herrn aus dem Schlafe bei seiner abends erfolgten Rückkehr ins Hotel bellte, und ihm so ermöglichte, sich zu retten, wurde feit, daß ihm aus dem versperrten Zimmer fämt nachher an der Brandstätte tot aufgefunden. Das liche Dokumente, die sich auf privatrechtFener war in einem Wirtshaus in der NorthamptonAnsprüche der ehemaligen street ausgebrochen. Mr. Dufe, der Wirt, wurde montenegrinischen Dynastie beziehen, durch das fortgesetzte Bellen seines Hundes unten im entwendet worden waren. Der Umstand, daß Hause aufgewedt. Er öffnete die Schlafzimmertür weder Geld noch Wertsachen fehlten, beweist, daß und gewahrte zu seinem Entsetzen, daß die Stiege in gegen die Moldauer Zigeuner zur Verhandlung. An es sich den Dieben nur um jene Dokumente ge- Flammen stand. Er weďte seine Frau und die Magd, geklagt find 30 Zigeuner, denen 15 Morde zur Last handelt hat. Die Polizei hat sogleich eine ener- und mit nassen Handtüchern auf dem Kopfe gelang gelegt werden. Der Prozeßz dürfte etwa ein Biertelgische Untersuchung eingeleitet, doch iſt dieſe er- es den dreia Menschen, auf die Straße zu eilen. Die jahr dauern, die Anklageſchrift allein umfaßt mehr gebnislos geblieben. Vor zwei Tagen wurden Wirtsstube war vollkommen ausgebrannt. Als man als 40 Seiten. Den Geschworenen werden 2200 Frajedoch die gestohlenen Dokumente Petrovic' von das Fener gelöscht hatte, wurde der verkohlte Kör- gen vorgelegt werden, die allein 300 Seiten Bapie: den Dieben mit einem Entschuldi per des fleinen Terrierhundes gefunden. ausgeben. Es ist der größte Prozeß, der in der Tsche gungsschreiben mittels Post zuchoslowakei bisher zur Verhandlung kam. Interessatt rudgestellt. Ausflüglerzüge mit Verpflegung. Die Staats wird wohl die Lösung des Geschworenenproblems bahndirektion Brag- Nord teilt mit, daß der Aus sein, da man doch nicht erwarten darf, daß die Ein Manöver, bei dem es einen Toten und flugszug( mit Verpflegung und Führung), der am Geschworenen ein Vierteljahr den Verhandlungen zwanzig Berlebte gab. In den letzten Tagen Sonntag, den 10. Juli, von Brag nach Struman beinohnen fönnen, auch die Lösung durch Ersay Gewurden die Regimenter der Garnison in ischi fahren sollte, aus technischen Gründen nicht abgefchworene ist nicht gut möglich. Dazu kommt noch die new mehrmals von Divisionsgeneralen und fertigt werden kann. Die bereits gezahlten Vormert Schwierigkeit, daß Herr Wohlschläger in Pension Armeeinspektoren inspiziert. General Manu gebühren werden an der Tageskassa 14 auf dem gehen will, gerade, da ihm wahrscheinlich wieder äußerte sich über die Art, wie einige Soldaten Wilsonbahnhof zurückerstattet. Der Sonderaus- Arbeit geboten wird. Hoffentlich findet sich schnell mit Säbel und Lanze umgehen, unzufrie- flugszug nach Marienbad am 17. Juli wird genug ein Henker- Ersatzmann auch, damit alles im den und verfügte, daß das Regiment am nächsten verkehren( Preis K 85.--). Staate schön in Ordnung bleibt! Tage eine Reihe von Manövern und praktischen Instruktionsübungen vornehme. Gegen Abend hätte das Regiment, in zwei Gruppen geteilt, einen Ravallerieangriff ausführen sollen. Abteilungen stürzten gegeneinander zur Attake ps. Im Tale Buicanilor, und zwar bei der Ort haft Petricani gerieten sie aneinander und es Yam zum Kampfe. Plötzliches waren erst wenige Augenblicke feit dem Zusammentreffen der beiden Abteilungen vergangen hörte man verweifelte Schreie. Die Trompeter bliesen Parauf zum Rückzug und die Kampfhandlung wurde eingeſtellt. Nun wurde zu allgemeiner BeDie Wirbellturm. Von Arkadi A wertschenfo. Einzig berechtigte Uebertragung von Werner Peter Larsen. I. Die Röchin hörte es schellen, ging aus der Küche in das Vorzimmer hinaus und ließ Styrill Brewkow eintreten, der zu dem Hausherrn, Terentjew, zu Besuch fam. stürzung festgestellt, daß das Manöver auf dem Wege war, aus einer Waffenübung zu einem Brewkow war ein hochgewachsener Mann wirklichen Geme gel auszuarten. Auf dem mit lauter, lachender Stimme und lustigem Gelebungsfelde wurde ein Soldat getötet ficht, aus dem eine gerötete Nase und ein paar und verlegtem Seit vorgestern." Sie warf einen forschenden Blick auf die Männer und fragte dann mit gemachtem Gleichmut: Nun, und Sie, meine Herren, wie haben Sie die Zeit ohne mich verbracht?" Kyrill Brewkow hatte eigentlich die Absicht, der Wahrheit gemäß zu antworten, er habe den Gatten seit ihrer Abreise nicht gesehen, aber der erschien ihm dermaßen komisch, daß er nur, gelauernde Gesichtsausdruck Anna Ewgrafownas heimnisvoll lächelnd, hinwarf: " " Na, so... auf alle mögliche Weise.. " Ja-?" machte die Hausfrau mit einem Die Wware de strahlende Augen freuzfidel in die Welt schauten. schiefen Lächeln.„ Hm..." durch Stiche mit Säbel und Lanze beigebracht worden. Bei drei von ihnen sind die Verleßungen schwerer Natur und es besteht keine Aussicht, daß sie mit dem Leben da vontommen. Unter den Verlegten befindet sich auch ein Offizier. Hungerstreits politischer Gefangener in Jugoslawien. Wie„ Novosti" melden, sind im berüchtigten Belgrader Polizeigefängnis„ Glavnjace" die jugendlichen Arbeiter Cvetin Mihailovic und Petac Stolic in den Hungerstreik getreten mit der Begründung, daß sie sich entgegen den gefeßlichen Bestimmungen schon durch viele Monate in polizeilicher Untersuchungshaft befinden und verlangen die sofortige Einlieferung an das Gericht. Sie sind angeklagt, eine geheime Zeitung herausgegeben und verbreitet zu haben. Aus dem gleichen Grunde, weil er ebenfalls schon seit Monaten in Polizeiuntersuchungshaft ist und seine Einlieferung an das zuständige Gericht verlangt, ist in Zagreb der Gewerkschaftsfunktionär II fa Sumanovic in den Hungerstreit getreten. " Danke, Herr. Bitte näherzutreten." Salt, warte mal... Ohoho! Aber was ist denn mit dir, meine Beste, vorgegangen?!" Die hochrote Pelageja fuhr vor Schred zu sammen und erbleichte. ,, Sollte ich denn frant sein?" der sich nicht von früherher fennt, begegnet „ Aber um Gotteswillen! Wenn dir einer, er hält dich ja für ein Gespenst! Sollte man das wohl für möglich halten? Und so abgemagert, so heruntergekommen...!" Hände zusammen und lief laut tappend in die Die Köchin ächzte, schlug verzweifelt die tüche; Styrill Brewkow aber sah ihr lachenden Blickes nach und trat in das Wohnzimmer. Zum Empfang tam ihm der zwölfjährige Grischa entgegen. Guten Tag, Kyrill Jwanitsch," sagte er mit einer artigen Verbeugung.„ Papa wird so gleich erscheinen." Brewlow setzte eine ernste, betrübte Miene auf, schlich sich an Grischa heran und flüsterte geheimnisvoll: Saben Sie es ihm schon gestanden?" Er ließ sich in einen Sessel fallen und senkte übertrieben düster den Kopf. ,, Es tut mir leid um Sie, Grischanka. Apropos!"" wandte sich Brewfow an den Gatten. Gestern habe ich auch die Polin wieder geschen." Welche Polin?" " Nun, die du weißt doch... die Sta nislawa. Wir haben deiner noch gestern gedacht." Hierbei zwinkerte Brewkow dem Freunde bielsagend zu. Aber der Wink war völlig über flüssig, Terentjew kannte den übermütigen, pfiffigen Brewkow genau und hatte sich von Anfang an vorgenommen, ihn nicht im Stich zu lassen. Er warf ihm einen scheinbar erschrockenen Blick zu, drohte mit dem Finger und sagte: thrill! Du hast doch versprochen, den Mund zu halten!" " Den Mund zu halten?" sagte der.„ Nun ja, wenn ich doch aber weiß, daß Anna Ewgrafowna eine durchaus freidenkende Frau ist, die einen einen Seitensprung des Gatten ohne weiteres versteht und verzeiht? Um so mehr, als es doch nicht mal viel gekostet hat. Wie viel hast du eigentlich bezahlt? Hundertundvierzig?" " Ja, hundertundvierzig. Und zehn Rubel Trinkgeld." Die Frau saß da und blickte bald den einen, bald den anderen Spaßvogel an, um zuguterletzt auszurufen: ,, Ach, ihr schwindelt ja alle beide! Ihr wollt Um teinen Preis der Welt hätte Brewkow zugelassen, daß seine Spässe sich so mühelos aufDaß auch gerade Ihnen so eine Sache passieren mich bloß zum Narren halten!" muß!" ,, Was für eine Sache?!" „ Wir schwindeln?" sagte er.„ Nun, gut! Ja, Anna Ewgrafowna, wir wollten Sie in der Tat nur zum Narren halten! Legen Sie dem Gesagten teine weitere Bedeutung bei... Was wiegt ein Hochzeitsschmaus? In einem Dorf in Oberhessen fam unlängst einer auf die Idee, die Teilnehmer eines gewaltigen Hochzeits schmauses von und nach der Mahlzeit zu wiegen. So ſtellten sich die eßluſtigen Männer und Weiber, als sie anfamen, einer nach dem andern auf die große Wage und sorgfältig wurden die recht anfehnlichen Gewichte notiert. Dann ging's zu Tisch, und als ein paar Stunden später, tief in der Nacht, die zweite Wägung vorgenommen werden sollte, da hatte der Hausherr, der sich dieser Mühe unterzog, seine liebe Not mit den guten Leuten. Denn wenn sie auch gern bereit waren, ihm zu dem gewünschten Spaß zu verhelfen und sich wieder auf die Wage zu stellen, so war doch mancher schon so sehr aus dem Gleichgewicht geraten, daß er es nicht mehr zuwege brachte, ruhig auf dem Wägebrett stehen zu bleiben. So dauerte die Wägung geraume Zeit. Aber die Mühe verlohnte sich. Es stellte sich nämlich heraus, daß die Hochzeitsgesellschaft nicht weniger als fünfund sie b- im Kopf. zig Silogramm Gewichtszunahme zu Er zog den Kopf in die schmalen Schultern berzeichnen hatte. Die sogenannten schwachen ein, schlich sich still ins Kinderzimmer und mur Effer waren daran mit etwa je anderthalb Kilo- melte nur unaufhörlich einen Satz vor sich hin, er wußte selbst gramm beteiligt, die Schlemmer mit zweieinhalb, der ihm in diesem Augenblick, er wußte selbst drei und mehr. Dem, der am meisten gefressen nicht warum, in den Sinn kam: hatte, wurde zum Zeichen des Sieges ein Mein Vater im Simmel! In deine Hände Eichenkranz überreicht, den er sich auf den befehle ich meinen Geift!" Stahlkopf setzte, ehe er wieder zum Tische ging, um zur Feier einen kleinen Imbiß einzunehmen. " Die Sache eben, daß ich heute ihren Direktlären ließen. tor Ürugwajew getroffen habe. Nun," frage ich ihn, wie macht sich denn bei Ihnen der junge Grigori Terentjew?"" Hundsmiserabel," sagt er. Auf der Lehrerkonferenz ist beschlossen worden, ihn nicht zum Eramen zuzulassen!" Das ist die Sache, junger Mann!" Hätte Grischa ein wenig aufmerksamer hin geschaut, so hätte es ihm nicht entgehen können, wie die vollen Lippen Brewfows vor mühsam unterdrücktem Lachen bebten, während seine Augen wie Brillanten funfelten. Aber Grischa hatte in diesem Augenblick ganz andere Dinge II. Terentjew trat in das Wohnzimmer und Verjüngung einer Operettensängerin. Eine der umarmte seinen Gast. Alsbald erschien auch die bekanntesten Künstlerinnen in Budapest, die Frau. Operettensängerin Palmai, verehelichte Gräfin Sie war eine hagere Dame mit dünnge" Rinsty, hat sich vor kurzem bei dem Professor Ertel schnittenen Lippen und einer Frisur, die sich einer Verjüngungsoperation unterzogen. Seit Tagen turmhoch über ihre wachsgelbe Stirn erhob. gingen Gerüchte um von einem fabelhaften Erfolg Anna Ewgrafowna! Küß die Hand! Hoch der Operation. Am Sonntag zeigte sich die Künst- erfreut, Sie zu sehen! Sind Sie schon lange aus lerin zum ersten Male wieder nach drei Wochen in Moskau zurüd?" " Er schwieg ein Weilchen und wandte sich dann an Terentjew: Aber was die Morenita anbelangt, die Spanierin, so hast du wirklich recht gehabt!" Terentjew hatte Zeit seines Lebens weder eine Spanierin, viel weniger noch eine Morenita gekannt, dennoch zeigte er sich darüber, daß er recht behalten hatte, aufs höchste erfreut. ,, Siehst du," sagte er befriedigt. Ich wußte ja, daß es fo kommen würde!" Ja, ja," nidte Kyrill. Sie ist von dir ge radewegs zu dem Jongleur gefahren. Haha! Und was hat sie dir im Laufe des Abends nicht alles zugeflüstert und zugeschworen!" Die Gattin Terentjews saß steif und gerade, wie ein Blättbrett, gesenkten Blickes da.. Ist das ihr Ernst,.. meine Herren?" meine Herren?" fragte sie in unheimlich ruhigem Tone. ihren Gatten veranlaßte, sich zu ducken und ein Im Tonfall ihrer Stimme lag etwas, dus nervöses Lachen anzuschlagen. „ Ja, merkst du denn nicht, meine Teure, daß wir von Anfang an Spaß machen? Weder bin ich ausgewesen, noch habe ich während deines Fortseins Styrill gesehen. Ich habe die ganze Zeit über zu Hause gesessen... Seite 5. VERLANGET UEBERALL VOLKS ZUNDER SOLO A.SI Terentjew hatte geglaubt, hiernach werde auch Brewkow sogleich zu lachen beginnen und ihm helfen, seine Frau zu beruhigen. Aber Brewkow war nicht von solcher Art. ,, Gnädige Frau!" legte er sich ins Mittel. „ Er wird es ja nicht wieder tun, er wird sich ja bessern..." und ging, die Tür hinter sich zuwerfend, ins Anna Ewgrafowna stieß den Gatten von sich Schlafzimmer. und lachte aus vollem Halse unaufhörlich Kyrill Brewkow aber saß in einem Sessel wie ein Kind. III. doch auf! Nun laß doch die Dummheiten! Wir ,, Adjuta! Hör mal, Adjuta!?... Also mach haben doch nur Spaß gemacht..." Aus dem Schlafzimmer fam Schluchzen. Dann wurde es für eine Weile ganz still. in ihrem Rahmen erschien Anna Ewgrafowna Und dann ging unerwartet die Tür auf, und im Sut, einen Reisefoffer in der Hand. keine Wühe, mich aufzusuchen, denn es iſt ver" Ich reise zu meiner Tante. Geben Sie sich gebens. Und bereiten Sie Grischa vor; es ist mir zu schmerzlich, ihn jetzt zu sehen. Leben Sie wohl, Brewkow." geglaubt? Um Gotteswillen, wir haben doch nur sie zueilend. Saben Sie das denn allen Ernſtes ,, Aber, Anna Ewgrafowna," rief Kyrill, auf Spaß gemacht!?" Weg!! Genug." Sie wehrte den Gatten ab und schritt hocherhobenen Hauptes aus dem Zimmer( denn sic hatte sich bereits vor zehn Minuten vorgenom men, dies Haus hocherhobenen Hauptes" zu verlassen). Daß der Teufel dich hole, Brewkow," sagte Terentiem aufrichtig. Was willst du denn noch? Was suchst du noch hier?" . Was ich will?" schrie die Stöchin Pelageja" in der Tür.„ Ich will euch sagen, daß ihr famt und sonders Blutsauger seid! Einer arment Witive das Blut abzapfen und sie unter die Erde bringen das versteht ihr! Darauf seid ihr also aus? Das wollt ihr, ja? Ich bitte um meinen Lohn!" Ja, bist du denn närrisch geworden? Wer jaugi denn dein Blut?" Das weiß ich am allerbesten! Fremde reden ja schon davon... Sie sehen aus, wie ein Gespenst, Pelageja Wassiljewna," sagen sie ,,, Sie müssen totfrank sein.." Aber Ihnen- Ihnen ist das ganz egal die Hauptsache, ich racere mich für Sie ab! Süh, hüh!.." Raus mit dir!" brüllte Terentjew. ,, Da hast du dein Geld, da hast du den Paß und nun scher dich von dannen! Na... da soll euch doch alle miteinander der Satan holen!" Terentjew pacte seine Mühe, stülpte fie über die Augen und stürmte davon. Auch Pelageja erhob sich und ging. Vor dem Fortgehen jedoch machte sie Styrill eine tiefe Verbeugung und bedankte sich. Meinen gehorsamsten Dank, Väterchen! Wenigstens hast doch du dich der Witwe ange nommen!" Der erstaunte Kyrill kraute sich den Kopf, brummte etwas in den Bart und begann in dem verödeten Zimmer umherzuwandern. Der fleine Grischa famt auf Zehensvißen augeschlichen, erblickte Brewkow, sprang entsetzt zur Seite, warf irgendeinen Zettel auf den Boden und rannte wie besessen zum Ausgang. nach. He, wohin so schnell?" rief ihm Brewkow " Ich laufe weg! Nach Amerifa!" schrie Grischa, ohne sich umzuschauen. Kyrill hob den Zettel vom Fußboden auf und las: ,, An meinem Tod trägt niemand die Schuld. Schuld hat allein der Direktor Urugwajew. Ich fahre mit Mitja Kossych nach Amerika. Der Schüler der 2. Klasse Grischa Terentjew." Kyrill schlenderte noch ein wenig in der verlaffenen Wohnung umher; dann aber wurde es ihin zu langweilig. Hausknecht. Er zog sich an, trat hinaus, schloß die Tür von außen ab und übergab den Schlüssel dem „ Die Terentjes find ins Ausland verzogen," sagte er.„ Die gesamte Einrichtung haben fie dir für deine trenen Dienste hinterlassen. Gib dir auch ferner Mühe, Nikifor!" Und schritt fröhlich lachend über die Straße von dannen... Seite& Berufsberatung. Spielplan der Kleinen Bühne. Mittwoch: Deutsche Olympiade- Teilnehmer Mittwoch, 6. Juli 1927. Berufsberatungsstellen ebenfalls obliegen. Dafür| Peripherie der Gesellschaft, Ranner trug etwas zu dings wird dieser Achtstundentag durch Lohnherab. müssen alle offenen Stellen dorthin gemeldet start auf. Angesichts der Leistung Lili Baders sehungen, Ueberzeit und andere schlechte Lebensbe. werden. Dadurch würde tausenden Kindern und fragte man sich bedauernd, ob wir in Langers Stüd, dingungen für die Arbeiter bedroht. Im Jahre 1924 Von Heinz Ihme( Bodenbach). Arbeitereltern bedeutende Hilfe gebracht werden. das hoffentlich im Herbste wieder im Spielplan er hat sich das Internationale Arbeitsamt entschlossen, Vielen Arbeitereltern und jugendlichen Ar- Nur durch diese Einrichtungen wird man in der scheint, ein gleich gutes Annevl sehen werden. Der Weisungen über die Verwendung der Mußzezeit der beitern ist diese Einrichtung des Fürsorgewesens Frage der Berufswahl eine Aenderung vornehmen Zweifel gilt auch für manche andere Rolle und es Arbeiter herauszugeben. Die Erfolge zeigen sich in deshalb fremd, weil wir leider in diesem Staate können. Wieviele tausende junge ist zu bedauern, daß ihn anscheinend nur Kritik und allen Staaten durch eine steigende Pflege der körper. fast keine oder nur sehr wenig solche Einrichtun- Menschen haben infolge Unkenntnis Bublikum hegen, nicht aber die Direktion, die eine lichen und geistigen Kultur der Arbeiter. Diese Be gen haben. Es gibt nur sehr wenig größere der Eltern ihren Beruf verfehlt. Es so vielseitige und ebenso temperament- mühungen müssen fortgesetzt Städte, die hytte schon Berufsberatungsstellen be- wird notwig sein, daß gerade die Arbeiterschaft volle wie intelligente Sünstlerin so bessere Menschen zu schaffen. fr. Jaurès gewesen, dies ist auch die Ansicht Masaryks. sihen. Desterreich, das immer als ein armes diesem Problem mehr Augenmerk zuwendet als leichthin freigibt. Land bezeichnet wird, hat Berufsberatungsämter. dies bisher der Fall war. Die Berichte über die Die Flucht aus München. Infolge der kultur- Biele Fragen sind da noch zu lösen. Die einen glau Und wiederum ist es das rote Wien, das auch in Tätigkeit des Berufsberatungsamtes in Wien be- politischen Engherzigkeit, die seit einigen Jahren ben, daß das Ziel sein müsse, den künstlerisch schöp. dieser Hinsicht an der Spitze marschiert. Welche inhalten eine ungeheure Leistung. Einige wenige München eine zweifelhafte Berühmtheit verschafft, ferischen Menschen heranzubilden, die anderen, daß ungeheure Arbeit die Wiener bereits geleistet Beispiele sollen dies beweisen. Im Jahre 1925 wird nun auch der der Arbeiterschaft nahestehende erst nach getaner Arbeit jeder seiner Muße und Vorhaben, soll an anderer Stelle erwähnt werden. suchten 8505 männerliche und 5945 weibliche Dichter Karl Hendell die Stadt, in der er zwanzig liebe nachgehen solle. Die einen räumen der KörObzwar unsere jetzigen Staatsmänner und mit Jugendliche Rat und Silfe bei der Berufs- Jahre lang gelebt hat, verlassen und an den Boden- perkultur, die anderen der intellektuellen den Vorihr die übrigen bürgerlichen Parteien fein Ver- beratung. Im Jahre 1924 betrug die Anzahl see übersiedeln. Den letzten Anlaß für den Ent- rang ein, um die Mußezeit des Arbeiters danrit aus. ständnis für derartige nüßliche und notwendige der Gemeldeten 12.684 Jugendliche. Es ist dar schluß des Dichters bot das Münchener Verbot des sufüllen. Hätte Thomas aber gewußt, daß in Prag Einrichtungen haben, wird es doch notwendig aus zu ersehen, daß eine große Anzahl Beruf Reichsbannertages. eine Arbeiterolympiade stattfinden würde, wie er sie sein, daß wir uns mit dieser Frage einmal be suchender erfaßt wurden und daß die Inanspruch in dieser Art noch niemals sah und die ihn davon faffen, denn gerade zum Schulfch luz wird nahme 1925 bedeutend gestiegen ist. Offene Lehr Mittwoch, 7 Uhr( 199-3):„ Tannhäuser." nach Prag, dem Herz Europas, richten müssen, wie Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. überzeugte, daß die Augen aller andeven Staaten sich Die Berufsberatung aktuell. Wieterum fchließen stellen wurden 4342 männliche und 2216 weib Donnerstag, 8 1hr( 200-4):" Jonny spelt Arbeiter ihre freie Zeit auszunüyen verstehen, um sich die Schultore für viele tausende Arbeiter- liche gemeldet. Vermittelt und zugewiesen wur- Donnerstag, 18 finder für immer. Zu den übrigen Sorgen der den 2434 männliche und 1419 weibliche Jugend auf." Freitag, 18 hr( 201-1):„ Ein Stamel einen derartigen Grad von Diszipliniertheit und Eltern kommen neue hinzu.„ Was soll ich mein fiche. Auch hier zeigt es sich, daß das Amt geht durch das Nadelöhr." Samstag, 48 Stultur zu erlangen, dann hätte er einen Vortrag ühr( 202-2):„ Ariadne auf Nago 3." Sonne mit dem angesetzten Thema überhaupt nicht ver Kind lernen lassen?" fragen nun viele Arbeiter-| bemüht war, den Wünschen der Anwärter ente eltern. Es soll doch nicht auch Fabritsarbeiter gegenzukommen. Auf Grund von angelegten( 203-3): Dell am Lido." tag, 7 Uhr: ,, Adieu Mimi." Montag, 18 Uhr anstaltet. oder Hilfsarbeiter wie der Vater oder die Mut- Statistiken haben in Wien von allen mündigen ter werden. Alle Hebel müssen in Bewegung Volks- und Bürgerschülern 45.4 Prozent das gesetzt werden, um nur den richtigen" Posten Berufsberatungsamt aufgesucht. aufgesucht. Statist am Bustspieltheater." Donners für das Kind zu finden. Hat man nun dasselbe Man könnte diese Zahlen weiter fortseßen, doch tag: Garten Eden." Freitag:„ Ostar, laß endlich irgendwo als Lehrmädchen, Lehrling oder dürften schon die wenigen genügen, um die Not- dich nicht verführen." Samstag: Statist Praftifant untergebracht, beginnen neuerdings die wendigkeit dieser Einrichtung zu bestätigen. am Lustspieltheater." Sonntag:„ Ein Sorgen der Eltern, die sehr begreiflich erscheinen. Daß wir vorläufig wenig Aussicht haben, befferer Serr." Montag: Statist am ustMit dem Eintritt in die Lehre beginnt für derartige Aemter zu erhalten, beweist uns die die jungen Menschen ein neuer Lebensabschnitt. Kommende Verwaltungsreform für BeDie Zeit des Kampfes und der Enttäuschungen zirk und Gemeinde. Diese Verwaltungsreform, hält bei ihnen Einzug. Meistens sind es keine die ja jede Fürsorgetätigkeit erschlagen und un freudvollen Jahre, die der Lehrling oder das möglich machen wird, muß uns zu erhöhter Tätig Lehrmädchen erleben. Lange Arbeitszeit, fein feit bringen. Die Stadt Aussig hat auf AnLohn, Untertänigkeit und oft Mißhandlungen sind regung der sozialdemokratischen Vertreter bereits die Begleiterscheinungen, die nach den Begriffen eine Berufsberatung eingeführt. Unsere Aufgabe der bürgerlichen Moral zur Lehrzeit gehören. Das muß es sein, trop Verwaltungsreform, dahin zu Schlagwort, ehrzeit ist keine Serren arbeiten, daß möglichst in allen größeren Städten zeit" wird durch die traurigen Aussagen der oder Bezirken Berufsberatungsämter geschaffen Lehrlinge entsprechend beleuchtet. Es wird nicht werden. Dadurch erfüllen wir nicht nur unsere Rücksicht genommen, daß der junge Störper gerade Pflicht, sondern wir geben der Arbeiterschaft und in dieser Zeit alles erhalten muß und braucht, dem gesamten Volfe nur das, was unbedingt not was er zum gefunden Aufbau benötigt. Sich wendig ist. Der Sozialistische Jugendverband, körperlich und geistig ausbilden, soll der alleinige Vertreter der Arbeiterjugend, wird unsere Mindestforderung sein. As billige Arbeits- so lange dafür kämpfen, bis die Forderung nach kraft ist der Lehrling gerade gut genug. So Berufsberatung erfüllt ist. schaut die Lage der Lehrlinge in Wirklichkeit aus. Und zu diesen Uebeln kommen noch verschiedene andere, die aber zu vermeiden sind, wenn Berufsberatungsstellen vorhanden wären. Nach längerer Lehrzeit ergibt sich, daß der lernende Mensch eigentlich gar nicht in der Lage ist, den Beruf auszuüben. Es gibt da verschiedene Gründe, von denen ich einige anzuführen für notwendig halte, denn Berufswahl, Gesundheitszustand und förperliche Eignung müssen in Einflang gebracht werden. Kinder, die zu Krank heiten der Atmungsorgane, der Augen, der Nerven, des Gehörs usw. veranlagt sind, müssen besonders beobachtet und daraufhin untersucht Mittellung aus dem Bublifum. Olympiade- Besucher! Wiener Frühstück im Café Continental, Graben 17. 1 Tasse Kaffe oder Tee, 1 Ei, 1 Butter, 1 Semmel, 1 Portion Sonig oder Marmelade Ke 5.-. Kaffeehaus geöffnet von 6 Uhr morgens bis 1 Uhr nachts. Treffpunkt der Deutschen und Fremden. " Kunst und Wiſſen. 5000 spieltheater." Wran- llrania- Kino". Einziges deutsches Kino in Prag! „ Die Abenteuer einer Banknote." Was ein zehnmarkschein alles sich und erlebt bei seiner Wanderung durch die Großstadt! Familiengeheimnisse! Geschäftstrids! Erlaubtes und unerlaubtes! Dazu: Die beiden Ozeanflieger in Prag." Seute und morgen, halb 6 und 8 Uhr letzte Berführungen. Smetschkagafje, Telephon 20429. Vorträge. Ueber die Ausnüßung der Mußezeit der Arbeiter. Ueber dieses Theina sprach am 4. d. M. im Gregrfaale des Prager Repräsentationshauses über Einladung des tschechoslowakischen Sozialen Institutes der Direktor des Internationalen Arbeitsamtes in Genf, Genosse Albert Thomas. Nach einer Beten durch Genossen Dr. Winter hielt Thomas einen grüßung des Gastes und ein paar einleitenden Woreinstündigen Vortrag, der nicht nur inhaltlich, sondern auch rhetorisch das zahlreiche Auditorium in ſeinen Bann zwang. Der Vortragende erklärte die Forderung der Arbeiterschaft nach dem Achtstundentag als eine natürliche Folge der Entwicklung der Großindustrie, die sich überhaupt nie mit der Frage einer Mußzezeit der Arbeiterschaft und Art der Verwendung einer solchen Zeit befaßt hat. In der strikten Einhaltung des Achtſtundentages erblickt Thomas nicht bloß eine Notwendigkeit für die Arbeiter, sondern auch einen Nußen für das Unternehmen. AllerHerausgeber: Dr. Ludwig Czech. Berantwortlicher Redakteur: Dr. Emil Strauß. Peripheric." Die Neueinstudierung des werden, welcher Beruf für sie der vorteilhaftefte Volksstückes von Frant. 2 anger bestand in der ist. Und diese Prüfungen und regelmäßigen Einfügung einer neuen, aber recht unwesentlichen Untersuchungen sind von den Berufsberatungs- Szene, in der ähnlich wie in anderen Auftritten der ämtern durchzuführen, die natürlich nur von Bekenntnisdrang des Totschlägers elementar durchFachmännern zu leiten sind. Die Berufsberatung, bricht. Das wenig glaubhafte und den primitiv voltsdie in einem modernen Staat überhaupt nicht tümlichen Charakter störende Ende, der Mord an fehlen darf, soll die Berufswahl erleichtern und Annerl ist leider unverändert geblieben. Man hätte Druch: Deutsche Zeitungs- Aktien- Gesellschaft in Brag Für den Druck verantwortlich: Otto Solik. Prag. sichern und nicht dem Zufall überlassen bleiben. von der versprochenen Abänderung vor allem hier Nicht der Wunsch einer Person soll bestimmend eine Korrektur des Autors gewünscht. Gespielt wurde sein, welchen Beruf das Kind erlernen soll, in der alten Besetzung mit Fleiß und Hingabe. Eignung muß mitbestimmend sein. Die Zu- Rösner und Königsmark interessierten durch weisung zu den Lehrstellen soll natürlich den ihre gelungenen Typen zweier Menschen von der sondern die körperliche und geistige Sörbigers ſtarke Leiſtung ſtand im Mittelpunt, Schriften zur Zeit. Julius Deutsch, Wehrmacht und Sozialdemokratie. K 18. Kurt Geyer, Führer und Masse in der Demokratie. Eduard Helmann, Die sittliche Idee des Klassenkampfes, K 16Sein erster Blick fällt auf die Ersatztasse.„ Mutter, K21Wie der kleine Friß zum Lügner meine Taffe ist nicht ba!" Aber che noch die wurde. Heute hat Mutter Pudding gekocht. Frizz " Volksbuchhandlung, KREMSER& Co. Teplitz- Schönau. Theresiengasse 20. Die SCHNELLKÜCHE der 70 Rezepte, das Beste vom Guten, keines braucht mehr als 20 Minuten. Kč 10Mutter herbeikommt, erzählt Frib, stolz auf die Aeuigkeit das Gebot der Mutter hat er längst Von Henny Schumacher. vergessen Mutti Tasse hinneworfen, tanz Fritz ist zwei Jahre alt. Seine Eltern find taputt." Die Mutter hört dies und wirft ihrem ,, ehrbare Bürgerstente", die wissen, was sich schickt. mit der Mutter. Am Abend erhält Friß von Fritz einen bösen Blick zu. Der Vater schimpft Die Familie ist im Wohnzimmer. Es flin- Mutter Schläge, weil er gepest bat!" Friz gelt. Die Mutter ruft das Dienstmädchen: weint bitterlich. Er ist sich feines Unrechts be Auguste, daß du's weißt: wir sind nicht zuwußt. Sause!" Auguste weist die Besucher ab: Die Herrschaften sind nicht zu Hause." Einige Tage später. Frit spielt. Die Mutter kommt in die Küche, ſicht die füße Speise und Junggesellin ruft: rig, fomm mal schnell her." Frizz hat fährt mit dem Finger tief hinein. Fein, wie das feine Lust dazu. Er ruft zurück: Fizz is nich zu schmeckt! Wieder und wieder probiert" er. Da Haus." Das ist doch ein föstlicher Wis. Und was hört er die Mutter kommen. Sofort sieht sic, was für ein schlaues Kind der Friß doch ist! Sie ruft geschehen. Not vor Aerger mit dem Pudding den Vater und erzählt ihm die Geschichte. Und wollte sie heute vor ihren Gästen paradieren beide küssen ihren schlauen Friß. faßt sie Fritz beim Rock. Da stößt er, aus Angst Wieder ist eine Woche vergangen. Der Vater vor den kommenden Ohrfeigen, heraus: Mutti, VOLKS- BUCHHANDLUNG ist im Geschäft. Mutter und das Dienstmädchen die Tape hats tan! Die Tape hats tan!" Das machen das Zimmer sauber. Frizz läuft ab und ist der Mutter nun gar zu toll. Neulich hat der TEPLITZ- SCHONAU zu. Die Mutter ist ärgerlich, sie möchte spazieren Bub sie hineingelegt, als sie die Geschichte von gehen, und nun muß erst noch das Zimmer rein- der Kaße erzählen wollte. Heute will er sich damit gemacht werden! Sie fährt mit dem Wischlappen heranslügen. Es hagelt Phrfeigen.- Friß wird über die Möbel, flüchtig und hastig. Da: ein verstockt. Wenn er die Wahrheit sagt, friegt er Kelirren! Der Wischlappen ist am Henkel eiser Schläge. Wenn er lügt, kriegt er auch Schtige. feinen Porzellantasse hängen geblieben und hat Da Fritz von nun an schweigt, gilt er als fie auf den Boden geschleudert. Oh, herrjemine! verstocktes, d. h. ungezogenes Kind. Dies nimmt Und es ist Vaters Lieblingstasse! Auguste, das ihm jedes Vertrauen zu seiner Mutter. Von nun Aus dem Inhalt: Das Klein. darf mein Mann nicht wissen. Um alles in der an sinnt er nur mehr darauf, Schlägen zu ent- baus und feine Einrichtung. Welt nicht. Hörst du! Die Raße hat die Tasse gehen. In geschickten Ausflüchten wird er immer Der Steblungsplan. heruntergeworfen!" Und sie sammelt in Hast die flüger. Scherben. Mit 12 Jahren ist er ein ausgemachter LügFritz hat die Tasse fallen sehen. Daß du ja ner. Die Eltern jammern über ihr verdorbe nichts dem Vater sagst!" prägt die Mutter ihm nes" Kind. ein. Frizz nickt. Wenn die Mutter so erregt ist, Und wissen nicht, daß sie selbst die Schuld hat er Angst vor ihr. Zum Kaffee kommt der Bater nach Hause.[ tragen! Kremser& Co Theresiengasse 15-20, ermann Muthesuis Kleinhaus 11115 Kleinsiedlung Der Mufbau. Die Möglichkeiten. Gartenstädte u. Siedlungen. ( leber 400 Seiten) gebunden K 25'80. Boltsbuchhandlung Kremser& Co. Teplik- Schönau, Thereflengaffe 18-20. 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