Nr. 273. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags Nummer mit illuftrirter Sonntages Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PoftAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Poft BettungsPreisliste für 1898 unter Dr. 7576. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblaff. 15. Jahrg. Die Insertions- Gebilhe beträgt für die fechsgespaltene Kolonel zeile oder beren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen, sowie Arbeitsmarkt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Amt I, Mr. 1508. Telegramm- Adresse: Bozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Gewissensverkehrung. heim*), betitelt: Das Gewissen. Bargha jezt den Baseler Gelehrten vorführen. மம் Dienstag, den 22. November 1898. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. gemildert werden. Das lehrt die Geschichte der Sozialdemokratie heranreichen. Sie können da ferner Menschheit, in welcher das verkehrte Gewissen eine gewaltige lesen, daß der Sozialdemokratie nach ihrer Rolle spielt, denn kein Volk und fein Jahrhundert, ja teine Stimmenzahl eine Reichstags Vertretung von " Jedes politische Attentat ist der Ausdruck eines ver- Generation ist frei von furchtbaren Erscheinungen der Gewissens 108 Mandaten gebührt, daß also 52 Mandate, die fehrten Gewissens, welches, wenn auch nicht eine Rechtfertigung, verkehrung. Jedes große gesellschaftliche Unrecht so doch seine Erklärung findet in den ihm vorausgegangenen fezt sich in eine Gewissensverkehrung um und eigentlich den Sozialdemokraten gebührten, zu unrecht von allgemeinen Zuständen des Gesellschaftslebens." führt so zu einer furchtbaren Nache an der Gesell- anderen Parteien, und zwar namentlich von den Konservativen So lesen wir in einer jüngst erschienenen Abhandlung des shaft selbst." und dem Zentrum besetzt sind, namentlich infolge der jammerProfessors der Rechte an der Universität Basel Dr. 2. Oppen- beachtenswerthen Oppenheim'schen Broschüre im Auszug wieder Landwähler ein fünfzehnfach größeres Wahlrecht giebt, als Wir haben nicht die Absicht, den ganzen Inhalt der sehr vollen Wahlkreis- Eintheilung, die einem hinterpommerschen Wir glauben den Männern hinter und um Stumm und zugeben und Erörterungen darüber anzustellen. Es sei nur einem Berliner Wähler. Führt das gefälligst Euren Lesern die" Post" herum eine besondere Freude zu machen, wenn noch bemerkt, daß er als Beweise für die Entwickelungs- und auch vor, ihr Herren! wir ihnen, wie neulich den Grazer Professor der Rechte recht( b. H. die winzigen Anfänge zu einem solchen, die wir einigen Tagen vor dem Reichsgericht in Leipzig. Es handelte Vervollkommnungsfähigkeit des sozialen Gewissens das VölkerEin deutscher Landesverraths Prozeß spielte vor Oppenheim stützt sich auf die psychologischen Darlegungen von haben!) anführt, ferner die Bestrebungen der Weltfriedens- sich um eine ganz gemeine Spionen Affäre, eine jener Elsenhans,**) und untersucht Wesen, Ursprung, Entwickelung und Freunde zur Beseitigung des Krieges, endlich aber auch die Affären, die das Jahr zu Dußenden vorkommen und von Funktion des Gewissens und kommt dann auf die Veränderungen Bemühungen zur Lösung der Arbeiterfrage. denen die eine der anderen gleicht wie ein Ei dem andern. desselben, vor allen nach der schlimmen, der verkehrten" Hierzu heißt es in der Broschüre: Seite zu sprechen. Wie Geseze, Sitten und Anschauungen, so Beispiel( der Umgestaltung und Vertiefung des Gewissens). Religion Aus der Gegenwart bietet die Arbeiterfrage ein gewaltiges wir uns nicht wundern, da das Departement der militärischen Trotzdem wurde die Oeffentlichkeit ausgeschlossen- worüber ist natürlich auch jene Seelenkraft, die wir Gewissen nennen, und Moral haben früher die Wohlthätigkeit und die damit zusammen- Spionage für alle Staaten ohne Ausnahme eine partie honteuse der Umbildung und Wandlung fähig. Das Gesammtgewissen, hängenden Tugenden gelehrt, aber um die soziale Lage der unteren ist, das heißt eine Schmutzerei, deren jede Regierung dieser oberste Gerichtshof", wie Oppenheim einmal sagt, ist selassen haben sie sich ebenso wenig gefiimmert wie das Recht. Seitdem sich schämt, obgleich sie ihrer zu bedürfen glaubt. Weshalb also wandelbar. Aber auch das Gewissen einzelner und ganzer aber die Arbeiterfrage aufgetaucht ist, hat eine Veränderung statt- wir der Sache erwähnen, das hat einen anderen Grund. Gesellschaftsschichten kann sich von dem Gesammtgewissen gefunden. Moral und Religion haben ihre Lehren auf die soziale Keine der deutschen Zeitungen, die seit einem Jahr Ströme wesentlich differenziren. Frage ausgedehnt und das Gewissen der Menschheit hämmert von Dinte und Zentner von Druckerschwärze dazu verwandt Professor Oppenheim untersucht auch die Ursachen zu mit lauten Schlägen wegen des furchtbaren Elends, in haben, um die Ausschließung der Deffentlichkeit in einem solcher Gewissensverkehrung und er kommt dabei zu Resultaten, welchem die unteren Klassen ihr Dasein verbringen müssen. französischen Spionenprozeß gebührend zu brandmarken, Ist auch noch viel Sturm und die viel zu denken geben, aber genau mit dem zusammen- wegung und fennen wir auch ihr Ziel und Ende noch nicht, so hat auch nur mit einem Wort den Ausschluß der Deffent. Drang in dieser Bestimmen, was wir oft und oft über die nämlichen Dinge tann sie doch nicht mehr unterbrüdt werben. Es ist lichkeit in diesem, wie so ziemlich in allen deutschen Spionengeäußert haben. der Gesammtheit( mit den bekannten gewissen Ausnahmen!) die prozessen gerügt. Es bestätigt dies von neuem die alte Beobachtung, Hören wir, was der Baseler Gelehrte über Gewissens- unhaltbarkeit der bestehenden Zustände ins Gewissen getreten, und daß es weit leichter ist, die Wahrheit und das Recht in berbildung sagt: dieses Gewissen ruht und rastet nicht und läßt stets und ständig auf der Ferne zu sehen als in der Nähe. Und wir hatten ja " Ganz drastisch ist der Einfluß, den Ereignisse im Gemeinschafts- die Verbesserung der Zustände hinarbeiten..." leben auf das Gewissen der Massen haben. Die großen Epidemien schon des öfteren Gelegenheit, den Nachweis zu liefern, daß Ganz so hoffnungsselig und vertrauensvoll betrachten wir die Presse in politischen Ländern sich ihren Radikalismus für und der Krieg geben dafür belehrende Beispiele. Es ist bekannt, ja die Dinge nicht, und wir wissen gar wohl, daß es noch das Ausland aufspart, und ihren Servilismus nach Innen mit daß Epidemien gewissenlähmend auf Sie Der Schrecken des nahen Todes ist ein so furchtbarer, daß Un- die zurecht gerüttelt werden müssen. Massen wirken. biele, schlafende, rückständige und verkehrte Gewissen giebt, diesem Export- Radikalismus zu verdecken sucht. Die russische zählige jeden sittlichen Boden unter den Füßen verlieren und an immerhin schäzbar, daß hier ein tiefer als gewöhnlich denkender Frankreich so radikale Artikel, daß wir sie nicht radikaler Aber es ist uns Regierungspresse schreibt über England, Deutschland und nichts anderes denken als daran, im tollsten Sinnestaumel die kurze Frist noch zu genießen, welche der Tod ihnen schenkt. Und Jurist, der nichts weniger als Sozialdemokrat ist, ein so ver- schreiben könnten. Im Innern des Knutenreichs aber ist alles ebenso ist bekannt, daß der Krieg die Gewissen der daran ständiges Urtheil über brennende Fragen abgiebt. gut, edel und schön. Etwas von dieser russischen Art hat auch Betheiligten vielfach ab stump ft. Nach jedem großen Kriege, den ein Volt, sei es siegreich, sei es unterein sehr großer Theil der deutschen Presse, und zwar die liegend, durchgemacht, steigt die Zahl der Ver fortschrittliche und bürgerlich demokratische nicht ausgeschlossen. brechen, welche die Folgen eines gewaltthätigen Sinnes find, Gewiß ist der Ausschluß der Oeffentlichkeit in Spionenganz bedeutend. prozessen ein Schlag ins Gesicht des Prinzips der Oeffentlichfchädigungen u. f. w. sind diese Verbrechen. Diejenigen, welche die ,, Die kaiserlose, die schreckliche Zeit"-fie geht nun keit, das die einzige sichere Bürgschaft des Rechts und einer Schlachten geschlagen, haben sich eben bewußt und unbewußt daran zu Ende. Am Dienstag kommt der Kaiser in Pola an, dort unparteiischen Rechtspflege ist; aber wenn es das für Frankgewöhnt, den Werth fremden Lebens, fremder Gesundheit und verläßt er die„ Hohenzollern", fährt mit der Bahn nach reich gilt, dann natürlich auch für Deutschland. fremden Eigenthums geringer zu achten als vorher. Ihr München, wo er den Prinzregenten von Bayern sprechen Statt mit zwei Maßen zu messen und die Logik mit Sinn für fremdes Eigenthum( für Achtung fremden Eigen wird. Dann geht die Fahrt nach Karlsruhe zum badischen Füßen zu treten, ist es die Pflicht der freien Kritik, thums 1) ist ebenso geschwächt worden, wie ihr Mitgefühl und Großherzog. Ende der Woche wird der Kaiser wieder in anzuerkennen, daß der Ausschluß der Deffentlichkeit bei ihr Verständniß für die bürgerliche Friedensordnung. Auch ver- Berlin sein. wandelt sich beim siegenden wie beim besiegten Volk durch den Krieg Spionenprozessen sich aus der Art des Verbrechens selbst erTödtung, Körperverlegung, Sach- Be" Politische Meberlicht. Berlin, den 21. November. der Patriotismus vielfach in den Chauvinismus und dieser In München, so meint man, will der Kaiser über die giebt, an dem die Regierung des anklagenden Staats ebensolettere droht alle Forderungen des Gewissens hinsichtlich der Werthung noch immer unentschiedene Frage des obersten Gerichtshofes wohl betheiligt ist, wie die Regierung des Staats, dem der fremder Nationen zu ersticken." verhandeln, in Baden wird es sich vielleicht um den Fall Angeklagte angehört oder in dessen Interesse er sein schmutziges Interessant wird es den Gesinnungsgenossen der Post" Lippe handeln. In Berlin gilt es dann den Reichstag er- Handwerk geübt hat. Wir geben zu: die Regierungen gewiß auch sein, zu vernehmen, daß Professor Oppenheim die öffnen. Das politische Leben gewinnt wieder volle Bewegung. önnen den Spionagedienst, den sie alle gleichmäßig Duellfeuche unter die Gewissenverkehrenden Unsitten rechnet, Es hat sich ja allerlei Zündstoff aufgesammelt, was freilich ausgebildet haben, unmöglich der Oeffentlichkeit preisgegen welche seine einzige Hoffnung die bleibt, daß hoch nicht nur dann der Fall ist, wenn der Kaiser verreist, sondern geben. Allein folgt daraus, daß der Ausschluß der Deffentstehende Personen wiederholt ein der Unfitte entgegentretendes auch wenn er daheim ist. Die Stimmung ist jedenfalls bei lichkeit in Spionenprozessen zu billigen ist? Mit nichten! Der Beispiel geben". Wir fürchten nur, daß er dann lange auf seiner Heimkehr so, daß er einen Empfang à la Damaskus, vernünftige Schluß ist: weg mit dem System, aus eine Heilung der kranken Gewissen wird warten müssen. Er wie ihn einige profitlustige Lieferanten von Dekorationsstücken dem der Unfug des Spionagedienstes hervorgegangen ist; und schreibt: wünschten, gewärtigen könnte. In der Aera der Majestäts- weg mit der Politik. welche auf jenes System sich stützt. Das So gebieten uns z. B. Religion und Moral die Demuth und beleidigungs- Prozesse, in der Zeit des Falls Lippe, in Sicht der System ist das des Militarismus und der stehenden die Verzeihung des uns angethanen Schimpfes, und sie und das Kämpfe um 3uchthaus und Umsturzgesche ist der Heere, und die Politik die der Unterdrückung Recht verbieten uns den Angriff auf Leben und Gesundheit anderer Sinn selbst des Menschen. Aber wenn wir in gewissen Ländern leben und gewissen Bevölkerungstheiles zu ernst gerichtet, als daß man zum zu jedem Byzantinismus neigenden nach Innen und der Verheßung nach Außen. Gesellschaftskreisen angehören, so zwingt uns die Sitte( lies: Unfitte!) Feſtefeiern irgendwie Lust verspürte. Das ist es, was die Sozialdemokratie erstrebt, und unter den Zweikampf auf, wenn wir, was man so nennt, beschimpft fämmtlichen Parteien sie allein. worden nd. Und so mächtig ist gerade in diesem Punkte die Sitte, Ende. Wird nun auch etwas vom Geiste echter Menschenliebe, Die Fahrt ins gelobte Land der Christenheit geht zu daß sie das Gewissen bestimmter Kreise gradeau berkehrt, und in mancher Richtung an die bon Gerechtigkeit gegen die Schwachen und Enterbten in Stelle der allgemeinen Moral eine davon abweichende unser politisches Regiment Einzug halten? Standesmoral setzt. Denn da, wo der Zweikampf heimisch ist, wird Wahlstatistische Flunkereien. Die reaktionären Blätter er in vielen Fällen den Angehörigen der betreffenden Kreise zur Gewiffenspflicht ihr Gewissen und ihre Standesmoral drängen sie fonservativer und liberaler Richtung gefallen sich fortgesetzt zum Zweikampf, obgleich Religion, Moral und Recht sie davon ab- darin, auf grund der Berechnungen in der mehrfach genannten halten wollen." wahlstatistischen Broschüre von Dr. Adolf Neumann- Hofer 3 Auf Gewissensverkehrung führt Oppenheim auch die hervorzuheben, daß nur in zwei Wahlkreisen die Zahl der anarchistischen Attentate zurück; und diese Ursache sozialdemokratischen Stimmen mehr als die Hälfte der Wahlwieder sucht er zu begründen und abzuleiten, ohne freilich berechtigten ausgemacht habe, und knüpfen daran die alberne dem Uebelthäter daraus ein Entlastungsmoment zu machen. Folgerung, daß es möglich gewesen wäre, den SozialDiesbezüglich heißt es in unserer Broschüre: demokraten alle Mandate bis auf zwei zu entreißen. Ja, " Arbeiter- Zeitung" wird berichtet: Zum Bergarbeiterschutz. Der Rheinisch- Westfälischen Wegen Befreiung von den bergpolizeilichen Vorschriften betr. Berieselung der Grubenräume haben sich zahlreiche Zechen an das königl. Oberbergamt in Dort mund gewandt. Infolge dessen hat dieses eine besondere Kommission ernannt, welche die betr. Gruben befahren und feststellen soll, ob eine Kohlenstaub- Explosionsgefahr auf denselben- sei es infolge hinreichender natürlicher Feuchtigkeit in den Flögen, oder daß die Kohle zur Staubbildung überhaupt nicht neigt nicht vorhanden ist. Nur in diesem Falle wird den Anträgen der betreffenden Zechen vom Ober- Bergamt Folge gegeben werden. llebrigens haben die meiste Zechen mit der Anlage von BerieselungsEinrichtungen bereits begonnen, während einige wenige folche schon in Betrieb genommen haben. Die Höhe der Anlagekosten Wir wollen hoffen, daß darüber, ob in einer Grube die ist auf den verschiedenen Gruben eine sehr ungleichmäßige." Berieselung wirklich nicht nöthig ist, auch die Beleg schaften der Gruben gehört werden. die Gruben befährt, wird doch wohl kaum in jeden Winkel der Gruben kommen. Daß in einem Falle wie hier, wo es sich um die Verhütung von Unglücksfällen handelt, die Belegsicht auf die Zechenverwaltungen zu änern, darf man wohl, Lastet so meines Erachtens auf dem Träger des verkehrten manche versteigen sich sogar zu der Behauptung, daß die Gewiffens die ganze und volle Verantwortlichkeit, so zeugt die That- übrigen 54 Sozialdemokraten eigentlich zu unrecht im Reichsfache der Gewissensverkehrung doch in vielen Fällen von großen tage siten, indem sie es, ohne die Spur eines Beweises zu Eine solche Verkehrung deſsen, was die Gesellschaft selbst als bersuchen, als selbstverständlich hinstellen, daß alle Wähler, den" höchsten Richter anerkannt( b. i. des Gewissens), wäre nicht die ihre Stimme nicht abgegeben haben, Gegner der Sozialmöglich, wenn nicht schwere Mißstände sie hervorrufen würden. demokratie sind. Das ist, wie mehrfach ausgeführt, ganz Wie fürchterlich muß z. B. das Elend der Massen zweifellos falsch. sein, wenn eine Lehre, wie die von der Propaganda Wie dem aber auch sei, geradezu schamlos ist es von schaften den Muth haben werden, ihre Meinung ohne Rückder That begeisterte Anhänger finden tonnte. diesen Gesellen, angesichts der vorliegenden Wahlresultate bei Ueberall das kann man mit aller Bestimmtheit behaupten wo eine ihren Lesern den Glauben erwecken zu wollen, daß die Sozial- annehmen. allgemeinere Gewissensverkehrung vorliegt, trägt die Gesell demokratie ungerechterweise verhältnißmäßig zu start im schaft selbst eine drückend schwere Schuld und die Reichstage vertreten sei. In derselben Quelle, die oben anVerkehrung der Gewissen weicht erst, wenn die sie ver ursachenden Misst ände abgestellt oder doch wenigstens fratische Stimmenzahl größer ist als die der beiden konservativen jahr 1899 wird nach der Uebersicht, die dem Bundesrath vorliegt, geführt ist, können die Herrschaften nachlesen, daß die sozialdemoDie Etatsstärke des deutschen Heere e das Rechnungss *) Basel, Verlagsbuchhandlung v. C. Schwabe 1898. Barteien mit ihren sämmtlichen Anhängseln von Antisemiten, bereits von der„ Münch. Allg. 3tg." angegeben. Die Ziffern find **) Elsenhans, Wesen und Entstehung des Gewissens, eine Landwirths- und Bauernbündlern zusammengenommen, und fast genau dieselben wie die des Etats von 1898. Die Aenderungen daß auch alle vier liberalen Parteien noch lange nicht an die nämlich, welche der Militäretat durch die beabsichtigte Militär Psychologie der Ethit, Leipzig 1894. Deutsches Reich " 1 borlage erleidet, find bei den betreffenden Angaben noch nicht gekommen find. Vor allem das Reichs- Gesundheitsamt hätte Anlaß, I Straffammer des Landgerichts I. Der Arbeiter Karl Frande, berüdjiafigt. sich über diese Sorten von Bier" auszusprechen. der schon sechs Jahre im Arbeitshause zugebracht hat, hat einen Eine gesetzliche Festlegung der zweijährigen Dienstzeit will, wie die" Schles. 3tg." versichern zu können glaubt, die Regierung Herrn v. Podbielski ebenso verfolgt, wie seiner Zeit unter dem alten Er wurde zu zwei Jahren Gefängniß verurtheilt. nicht zulassen. Die Regierung werde nur in eine Fortdauer des Postchef Stephan. Als Herr v. Podbielski seiner Husarenlaufbahn nisse möglich sind! Die Organisation der Post- Unterbeamten wird jetzt unter Brief an den Kaiser gerichtet und darin Beleidigungen ausgestoßen. Provisoriums willigen und dieses wahrscheinlich auf abermals fünf entrissen und an die Spitze der Reichspost gestellt wurde, da gab er Eine herrliche Ordnung der Gesellschaft, in der solche VorkommJahre abmessen. Es sollen noch weitere Erfahrungen gesammelt sich als sozusagen liberalen Mann, und er erklärte, daß er den werden, ob auch die aus der zweijährigen hervorgegangene Land Organisationsbestrebungen der verschiedenen Beamtenschichten feine Kolonialetat bringen wird, gehört auch, wie mehreren Blättern anKoloniales. Zu den Ueberraschungen, welche der neue wehr dasselbe leiste, wie bei der früheren dreijährigen Dienstzeit. Schwierigkeiten bereiten werde. Kaum aber hatten die Unter gekündigt wird, eine Verstärkung der Schugtruppe in Ueber den Inhalt der Postreformen, welche nach Abschluß beamten einen nebenbei gesagt absolut patriotischen Verband ge- seamerun. der verschiedenen Konferenzen zur Vorlage an den Bundesrath aus- gründet, da begami auch von oben herab die Chikanirung dieses Verbandes, gearbeitet werden sollen, wird von verfchiedenen Seiten gemeldet, genan so, wie Stephan und Fischer den Postassistenten- Berband daß außer der Erhöhung des höchstgewichts der einfachen geschuthriegelt hatten. So wird gegenwärtig aus Hameln gentelbet, Striegsminister an sämmtliche Korpskommandanten einen Erlaß, in Wien, 21. November. Der N. Fr. Pr." zufolge erließ der Briefe von 15 auf 20 Gramm eine Herabsetzung des Orts- Brief- daß dort 25 Post- Unterbeamten gekündigt worden ist, von denen welchent angeordnet wird, sämmtlichen aktiven Offizieren bekannt zu bestellgeldes für den Berliner Stadtbezirk von 10 auf 5 Pfennig einige in zwei bezw. drei Jahren bereits pensionsberechtigt geworden geben, daß das Kriegsministerium gegen den Hauptmann Wiesner vorgeschlagen werden soll. Auch weitere Herabjegungen des Brief- wären. Der Grund für die Maßregelung war, daß die Betroffenen vom 75. Infanterie- Regiment die Einleitung der Untersuchung verportos im Ortsverkehr sind geplant. Die Privatposten sollen die mißliebige Beitung Der Post bote" gelesen haben. für den durch die Ausdehnung des Postregals auf die Be- Anders macht es Herr von Stumm auch nicht. Hier wie dort werden czechischen Neservisten von dem vorgeschriebenen Meldungsworthier" anlagt habe, weil er als Leiter bei den Kontrollversammlungen die förderung geschlossener Briefe ihnen entstehenden Ausfall durch die Arbeiter durch Hunger gezwungen, der Ausübung ihrer staats- dispensirte, durch welches Verhalten er sich eines inforrekten Beeine einmalige Entschädigung abgefunden werden. Im neuen Post- bürgerlichen Rechte zu entsagen. Ob dies einer großen Reichsbehörde nehmens im Dienst schuldig gemacht und einen großen Mangel an zeitungs- Tarif soll ferner nicht mehr allein der Abonnements- würdig ist? betrag einer Zeitung zur Grundlage für die Berechnung der Bost- Ein kleiner Krach ist wieder einmal in der freifinnigen einer be E gebühr gemacht werden, sondern auch das Gewicht, daneben auch die Volkspartei entstanden. Häufigkeit des Erscheinens einer Beiting. Die meisten dieser Reformen sind ja von der öffentlichen Meinung schon seit Jahren gefordert worden. Auch ist die oft gestellte Frage zu wiederholen, ob sich die Poftverwaltung denn nicht endlich auf dem Gebiet der Sozialpolitik, der Behandlung der An geftellten zu Reformen bequemen will. Unsere Vertreter im Reichsfage werden auch die Frage der Erhöhung der Unterbeamtengehälter im Fluß zu erhalten wissen. " Desterreich. wiejen habe. Ungarn. tgen Energie bewieſen habe. Es wurde nämlich der geschäfts- Budapest, 21. November. In der heutigen Sigung des Abman die Herren Eug. Richter, Dr. Miller, Fischbed, Kopsch und in der Henzi- Affäre gegen die Regierung, insbesondere gegen den führende Ausschuß dieser Partei neu gebildet und zwar wählte geordnetenhaufes tam es infolge neuerlicher Angriffe der Oppofition Dr. Müller Sagan. Diese neue Parteibehörde beschloß nun Landesvertheidigu. gs Minister Fejervary, zu derart stürmischen sofort eine geharnischte Resolution gegen gewisse auffässige Berliner Szenen, daß die Sigung zweimal unterbrochen werden mußte. Der Parteigenossen. Diese Resolution giebt der entschiedenen Miß- Abgeordnete Biro fandte seine Kollegen, den Grafen Johann Bicy billigung" Ausdrnd über die Art und Weise, wie in einzelnen und den Abgeordneten Nakoczi, zu Fejervary, weil letterer sich geBezirksvereinen vor dem Halleschen Thore in Verlin, die äußert hatte, daß Biro einer Partei angehört, welche anderen die sich der freisimmigen Volkspartei zurechnen", die Partei, ihre Ghre abschneide. Abgeordneten und ihre Leitung fortgejezt zum Gegenstande von an geblich ebenso gehässigen, wie wahrheitswidrigen" Angriffen gemacht werden. Die Herren haben ferner dem offiziösen Partei Organ, nämlich der Freisimmigen Zeitung" des Herrn Eugen Richter, ihre besondere Anerkennung" für die hiergegen gerichtete sachgemäße" Abwehr ausgesprochen. Eine spätere Depesche meldet: Der Sturm im Abgeordneten haufe dauert fort. Bisher wurde die Sigung fünfmal unterbrochen. um die Opposition zur Ruhe zu zwingen, beabsichtigt mán, die Sigung die ganze Nacht dauern zu lassen. Die Polizei hat die um faffendsten Vorsichtsmaßregeln getroffen, da Straßendemonstrationen befürchtet werden. Frankreich. tragen. Auch die diesjährige Novelle zum Juvaliditäts- Werfiche: rungsgefet, die demnächst dem Reichstage vorgelegt werden wird, enthält, ebenso wie die vorjährige, die Bestimmung, daß zu den bisherigen vier Lohntlassen noch eine fünfte kommen soll, für die jenigen Berficherten, deren Jahresarbeitsverdienst den Betrag von 1150 M. übersteigt. Es wird hierdurch höhergelohnten Arbeitern und Betriebsbeamten ermöglicht, gegen Entrichtung höherer Beiträge Hoffentlich sind die angedonnerten Barteigenoffen nun genügend eine höhere Rente zu erwerben. Die aus den gesetzlichen Bestim- zerschmettert, um von weiterer Opposition gegen die Parteigrößen Bur Dreyfus- Angelegenheit. Jutranfigeant" meldet, die mungen sich ergebende Lohnklaffe soll nun aber wie gegenwärtig so abzulassen. Ihr Vorgehen hatte darin bestanden, daß sie die ver- Regierung wiffe aus bester Quelle, daß die Kriminalkammer des auch fünftig nur den Mindestbetrag ergeben, welcher für den nöcherten manchesterlichen Magimen derer um Richter an einigen Stajjationshofes den Ministerpräsidenten Dupuy und den früheren einzelnen Arbeiter bei der Versicherung zu grunde gelegt werden Punkten zu durchbrechen strebten. Das konnte natürlich nicht un- Präsidenten der Nepublit, Casimir Perier, auf nächsten Mittmuß. Im Falle eines Einverständnisses zwischen dem Arbeitgeber und dem gefühnt bleiben, ibal and woch zum Verhör vorgeladen habe. Versicherten können Marken auch für jede höhere Lohnklasse verwendet Unser neulicher Artikel über die Weltlage und den Intransigeant" will auch wissen, es sei Befehl ertheilt worden, werden: der höhere Beitrag muß dami aber, ebenso wie der Beitrag in der Flottenschwindel liegt den Neuesten Nachrichten" noch immer im im Cherche- Midi- Gefängniß Borbereitungen für die Ankunft Dreyfus' an sich maßgebenden niedrigeren Lohntlasse, vom Arbeitgeber und Magen. Sie wollen nie gegen England gehetzt haben. Sie sollen zu treffen. dem Versicherten je zur Hälfte getragen werden. Die hieraus sich nur ihre eigenen früheren Jahrgänge durchlesen. Und um die deutsche Die Dreyfus freundliche Presse schreibt, beim Lesen der ergebende Mehrbelastung des Arbeitgebers hat in manchen Fällen Flotte der englischen ebenbürtig zu machen, verlangen sie blos eine Broschüre Esterhazy's gewinne es immer mehr und mehr das Zustandekommen der Vereinbarung und dadurch die für den halbe Milliarde. Das ist doch gar zu bescheiden. Oder kann den Anschein, daß diese Broschüre von Rochefort wenn nicht Versicherten wünschenswerthe höhere Versicherung berhindert. Die das Blatt wirklich nicht das Einmaleins? 3wanzig mal eine halbe verfaßt, so doch wenigstens torrigirt worden ist, da in der Broschüre Novelle zum Invalidenversicherungs- Gesez sieht deshalb, indem sie Milliarde das wäre zwar weniger bescheiden, fame der Wahrzahlreiche Ausdrücke enthalten sind, die den Stempel Rochefort's gleichzeitig die Befugniß zur Höherversicherung mehr hervorhebt, heit aber ein bischen näher. Ehe die Neuesten Nachrichten" uns eine Henderung insofern vor, als sie die Höherversicherung von der wieder in den Weg kommen, haben sie hoffentlich das Einmaleins fügen, daß die Untersuchungsaften betreffend den Oberst Picquart Zustimmung und Mitwirkung des Arbeitgebers unabhängig gelernt.Clémenceau deutet in der„ Aurore" an, Freycinet werde vermacht. Der Versicherte joll nämlich die Versicherung in einer höheren, als der gefeßlich für ihn maßgebenden Lohnklasse dem Kaffationshofe zur Kelarlegung der Affaire unterbreitet werden Ueber die Ausweisungen der holländischen Staats- sollen. stets beanspruchen können, wenn er die Mehr angehörigen aus Gronau wird offiziös berichtet, daß fich diese verfahrens gleich. Eine solche Verfügung käme der Einstellung des Straf tosten der Höherversicherung allein tragen will; auf holländische Militärpflichtige beschränkt hätten. Solche müßten Paris, 21. November. Die Meldung über die morgen vor der Arbeitgeber hat dann also auch im Falle dieser Höherversicherung nach den mit holland bestehenden Verträgen ausgewiesen werden. zunehmende Infreiheitsegung Picquart's bestätigt sich. nur den für den Versicherten gesetzlich maßgebenden niedrigen Bei Attentate? In Oberschlesien, in Gr. Chelm imibot erklärte mehreren Journalisten, der Kriegsminister habe trag zur Hälfte zu tragen. Einer besonderen Vereinbarung zwischen Streise Pleß, hart an der russischen Grenze, und in Sosnovice bereits den Befehl ertheilt, wodurch morgen Picquart in Freiheit dem Arbeitgeber und dem Versicherten soll es nur noch dann beim benachbarten russischen Industriegebiet sollen Attentate bor- fezen ist. Die Meldung, welche abends durch Ertra- Ausgaben der dürfen, wenn der Arbeitgeber auch den höheren Beitrag tragen soll. getonmen sein. Allzu häufig wird ja, wie man weiß, seitens der Arbeiter- Breslauer, dieses gegen einen Hüttendirettor Appelt( von der allen Boulevards wurde die Nachricht lebhaft diskutirt. In nationaJenes foll gegen einen jüdischen Kaufmann Blätter bekannt wurde, rief folosiales Aufsehen in den Straßen hervor. Auf bevölkerung von der Befugniß zur Höherversicherung nicht Gebrauch Huldschinsky'schen Röhrenfabrik) gerichtet gewesen sein. An beiden liſtiſchen und antisemitischen Kreisen werden für heute Abend Kundgemacht, und wir glauben deswegen nicht, daß die neue Bestimmung Nachrichten scheint nicht viel Wahres zu sein. In Gr.- Chelm ist das gebungen angezeigt. Morgen wird die Regierung über die In besondere Erfolge haben wird. Attentat bald mit einer Dynamitpatrone, bald mit einer Höllen- freiheitsetzung Picquart's in der Kammer interpellirt werden. Die Dee sonst ganz muckerische Evangelische Bund hat sich maschine ausgeführt worden. Trok der„ furchtbaren" Wirkung der Regierung wird jedoch an dem Beschluß des Kriegsministers fefteinmal als außergewöhnlich weitherzig erwiesen. Der so beritht Höllenmaschine, die im Schlafzimmer des Breslauer erplodirte, wurde halten, da der ganze Ministerrath, wie es heißt, sich mit dem Behalten, da der ganze Ministerrath, wie es heißt, sich mit dem Begewordene Graf Hoensbroech hatte wegen seiner bekannten Affären von den vier im Bimmer schlafenden Personen teine verlegt. In schluß einverstanden erklärt. die Aemter im Zentralvorstand dieses Bundes niedergelegt. Darauf Sosnovice soll es sich nach einer neuen Nachricht überhaupt nicht um Paris, 21. November. Der Staffationshof verhörte heute empfing der Graf ein Schreiben des Bundes, in dem es heißt: einen Hüttendirektor handeln, sondern um einen Polizeispigel, der Nachmittag die Generale Gonse und Roget. Man behauptet, Mit tiefem Schmerz haben wir die Erklärung Ihres Austritts von Schmugglern, die er öfters denunzirt hatte, etwas gar zu gründ- daß Pa ty de Clam morgen verhört werden wird, und zwar soll aus dem Zentralvorstande empfangen; aber dieser Schmerz lich verbauen worden ist. er sich hauptsächlich über die verschleierte Dame und über das war nur der legte Tropfen des bitteren Kelches, den wir für Sie und mit Ihnen getrunken haben. ૐ Eſt Aus Bayern wird der„ Frankf. 8tg." gemeldet, daß die rettende Dokument Esterhazy's zu erklären haben. diesem Entschlusse gekommen sind. Sie wollen nicht, daß hohen Bestrafungen der Beamten ein Ende machen will. Wir begreifen, wie Sie zubayerische Staatsbahn- Verwaltung den Klagen über die unausgesetzten der Präsident des Ausschusses eine wichtige Ansprache, in welcher er begreifen auch, daß wir es Ihrer wiederzufindenden Ruhe schuldig Genehmigung vorliegen. Nach diesem werden die Arreststrafen Brisson verlange, daß die Justiz unabhängig bleibe und keiner Ihretwillen ein Schatten auf den Evangelischen Bund falle. ir ministerium soll der Entwurf eines neuen Strafreglements zur erklärte, daß das Kabinet Dupuy ebenso wie das frühere Kabinet find, Sie für jetzt freizugeben. Außer stande, das Netz zu zerreißen, in das Sie verstrickt worden sind, können wir heute nichts ganz beseitigt. Auch sollen die Bestimmungen über die Suspendirung Politik unterworfen sei. Der frühere Minister Barthou erklärte weiter thun, als Sie des ungebrochenen Vertrauens zu verfichern, wendung Anlaß gaben, genauer präzisirt werden. Weibliche An- nicht gut heiße, da die Hauptpartei augenblicklich die progressistische bisher zu und Andas wir zu Ihrer des festen Glaubens, daß der Gott der Gerechtigkeit und der gestellte, wie beispielsweise die Frauen der Bahnwärter, welche im und nicht die radikale sei. Wahrheit Sie über kurz oder lang auch öffentlich wieder zu allen Ablösdienste verwendet werden, sollen nicht mehr mit Geld bestraft Paris, 21. November. In der heutigen Sigung der spanischEhren bringen und Ihnen bald die Freudigkeit zurückgeben wird, werden. Eine Rüge, Verwarnung oder Belehrung wird für angebrachter amerikanischen Friedenskonferenz boten die amerikanischen Delegirten sich an unseren Arbeiten weiter zu betheiligen. gehalten. Verhängung hoher Geldstrafen gegen Aspiranten, den Spaniern 20 Millionen Dollars für die Abtretung der Es ist wirklich ein Zeichen großer Duldsamkeit, daß der Evan- Diätare uno Taglöhner foll vermieden, Werkstattarbeiter sollen Philippinen. Die spanischen Delegirten haben sich ihre Antwort gelische Bund zur Wahrung der deutsch- protestanti höchstens mit einer Mark Geldstrafe belegt und gegen das Taglohn- vorbehalten und Juſtruktionen von ihrer Regierung erbeten. Die fchen Intereffe n" nichts darin findet, wenn ein Mitglied feines personal darf keine Strafverfehung erkannt werden. Ueberhaupt foll nächste Sigung der Kommission findet am Mittwoch statt. Zentralvorstandes durch die Zeitung eine reiche Frau sucht, das untergebene Personal den Eindruck gewinnen, daß der Vor- Paris, 21. Novbr. Der" Figaro" verzeichnet ein Gerücht, dem Deren Religion gleich giltig ist. Da rede man noch von gesezte mir ungern und nur dann straft, wenn auf anderem Wege zufolge die französische und italienische Regierung sich in theologischer Engherzigkeit und Muckerei! eine Besserung nicht erzielt werden kann. Frivolitätsstrafen bei bezug auf den Abschluß eines Handelsvertrages berständigt Gegen das„ Saccharingelichter" ruft die Wochenschrift für eingelegter Berufung sollen überhaupt nicht zur Anwendung ge- hätten, welcher in dieser Woche unterzeichnet werden solle. langen. Brauerei" die Arbeiter und die ärmeren Bevölkerungsschichten wieder Ueberwachung der Karlisten. Infolge Ersuchens der spani einmal auf, und Herr Professor Macrder- Halle spinnt diesen Faden Dienstzeit verlautet nichts. Und doch trägt gerade diefe allzu lange gewiesen worden, auf die in ihren Departements weilenden Karlisten Von einer gleichzeitigen Serabfezung der überlangen täglichen schen Regierung sind die Präfetten nahe der spanischen Grenze an in der Deutschen Tageszeitung" weiter. Dieses Aufrufes hätte es weiter nicht bedurft, denn die Sozial- Arbeitszeit die Schuld an den meisten der Fehler und Bergehen, die ein scharfes Auge zu haben, da dieselben einen Einfall in Spanien Demokratie hat im Reichstage die Verfälschung von Nahrungs- und führen. Immerhin ist die Absicht anerkennenswerth, wenigstens zu den mehr oder weniger ungerechten Bestrafungen vorbereiten sollen. Genußmitteln durch künstliche, nährwerthlofe Süßmittel mit am aller- mildere und verständigere Grundsäge bei den„ Bestrafungen" einzu schärfsten bekämpft und in dieser Beziehung viel torretter führen. Aus der größten deutschen Eisenbahnverwaltung, nämlich gehandelt wie der Deutsch freisinn, der hier zuletzt in eine der preußischen, verlautet derartiges nicht. ganz aussichtslose Sadgasse sich verrannt hatte. In der Kom mission hatten die Arbeitervertreter einzelne Anträge gestellt, die Die Aufpäppelung des Mittelstanded" wird auch von der weiter gingen, wie das schließlich fast einstimmig zur Annahme ge- bayerischen Regierung mit mütterlicher Sorgfalt betrieben. langte Gesetz. Wir wüßten also nicht, warum die Arbeiter einer bayerische Staatsregierung hat Anstalten getroffen, um Genossen Fortbildung des Gesetzes widerstreben sollten, wenn es seinen Zweden fchaften innerhalb der Innungen und Handwerker- Vereinigungen zum Zwecke der Beschaffung von Maschinen, Werkzeugen, gemeinfamen Arbeitsstätten, usnügung von Wasserkräften zu elektrischer Strafterzeugung und Beschaffung von Betriebsmitteln ins Leben zu rufen. Die Regierung giebt zu Werkzeugs u. f. w. Genossenschaften gering oder gar nicht verainsbare Borichüsse und stellt mäßige Zuschüsse zu Genossenschaften für Beschaffung von wirklich nicht genügt. es Dem Die Ob die Etenerzahler die Staatsmittel zu dem gwed zusammen bringen, damit sie zu zinslosen Darlehen an zweifelhafte Genossenschaften verwendet werden, erscheint uns sehr fraglich. der Wahl= Paris, 21. November. Im Budget- Ausschuß hielt heute Italien. Infolge der zwischen den Kabineten von Paris und Rom ausNom, 21. November. Die Agenza Stefani" meldet aus Paris: getanschten Erklärungen in der Angelegenheit des Zwischenfalls von Staheita Erklärungen, welche für völlig befriedigend angesehen werden find beide Kabinete übereingekommen, den Zwischenfall von jest ab als endgiltig erledigt anzusehen. dazu benngen, die beiderseitige Grenze genau festzusetzen, um eine We außerdem verlautet, werden beide Kabinete diese Gelegenheit Wiederholung jedweden Mißverständnisses zu vermeiden. Rußland. Eine Denkmals- Einweihung in Litthanen. Aus Peters burg meldet heute der Telegraph: Anläßlich der Enthüllung des Murawiew Denkmals in WiIn a feiern zahlreiche Blätter das Gedächtniß Murawjet's als des Vertheidigers der russischen Sache in dem nordwestlichen Gebiete und als den Pazifikator und Organisator desselben. Zahlreiche Kränze wurden vor dern Denkmale niedergelegt, und in Petersburg, Moskau und anderen Orten wurden gestern Seelen messen für Murawjet zelebrirt. Zu dieser Denkmals- Einweihung ersuchen uns im Auslande lebende Andererseits zeigen gerade die Beispiele des Brauerfachblattes, wie schwer es bei der Beweglichkeit und Findigkeit des heutigen Berkehrs ist, selbst anerkannte Mißstände einfach durch Gesezes paragraphen aus der Welt zu schaffen. Nach dem vorjährigen Gejezze durfte vom letzten 1. Oktober an Saccharin zur Herstellung von Bier nicht mehr benutzt werden. Damit glaubte man jogenannten Betriebsmitteln in Aussicht. Brauern das Handwerk legen zu können, die, wie man behau et, alte Biergeläger das Hektoliter mit drei Mark auftaufen, mit wahren Wasserfluthen verdünnen und dann dieses namenlose Gemisch fräftig mit Saccharin versehen, das dem Ganzen feinen Geschmad verleiht. Nach dem Brauerblatt helfen sich diese Württemberg hat jezt auch die zwei Nebengesetze, welche mit der Die Verfassungskommission der Ersten Kammer in " Pantscher" nun in folgender Weise: Anfangs schidte man hinter den Bierkutschern, die faccharin- Revision des Art. IX der Verfassung in Verbindung, stehen durch- litthauische Parteigenossen um Aufnahme folgender Zeilen, welchem berathen. Sie stimmt der Einführung freies„ bitteres" Bier an die Kunden verkauften, Saccharinmänner ouverte und des Isolirraumes im Wahllokal zu. Gin- Ersuchen wir gern Folge leiſten: her, die, sobald der Kutscher das Feld geräumt hatte, in Attion traten und mit ihren Tabletten drauf los pantschten. Jetzt macht verstanden ist sie ferner mit der Wahl der 21 Ersatzabgeordneten unerträglichen Bürde von Ausnahmegefeßen, Ausnahmegesetzen fogar man es schon viel bequemer und einfacher. Jest giebt man gleich für die aus der zweiten Kammer ausscheidenden Brivilegirten in dem rechtlosen Rußland, gehandhabt von der raubgierigsten die Pantschapotheke dem Kutscher mit, der die Tabletten entiveder von der Zweiten Kammer beantragt die Kommiffion die Bezirks- und ruchlosesten Horde zarischer Beamten. mittelst des Proportional- Wahlverfahrens. Abweichend Das ganze geistige den Kunden schenkt oder aber verkauft, das Stück für 2 Pf. wahlen und die Kreis- Proportionalwahlen am gleichen Tage vor dabei macht er noch ein Geschäftchen, denn 1000 Stück losten nur zunehmen. Ferner schlägt die Kommission wieder die Zulassung von Prof. Maerdersflgt diefer Schilderung noch hinzu:„ Wie dieses Borzugszeichen auf den Proporz- Wahlzetteln vor, um die Ver Geschäft seinen Mann lohnt, ist daraus zu ersehen, daß es unter theilung der auf die einzelnen Parteien fallenden Mandate in die diesen sogenannten Brauern solche giebt, welche bis 12 Wagen in Hände der Wähler zu legen. den Straßen der Arbeiterviertel umherfahren lassen und deren Jahres- Chronik der Majestätsbeletbigungs- Prozesse. Eine Majestätsumfat bis auf 20 000 hektoliter geschätzt wird. 19 Mart. Wir nehmen von diesen Mittheilungen zunächst Kenntniß, bis auch noch andere und vielleicht weniger parteiische Streise zu Worte beleidigung, die augenscheinlich nur den Zweck hatte, einem verwahr losten Menschen die Pforten des Gefängnisses zu öffnen und auf diese Weise längere Unterkunft zu gewähren, beschäftigte die erste Die Bevölkerung Litthauens schmachtet noch immer unter der und kulturelle Leben der Litthauer wird gewaltsam und brutal darniedergehalten. Derselbe Zar, der unlängst die ganze Welt durch sein humanes" Friedensmanifest in Erstaunen sette, ist am meisten für all das Elend, unter dem jezt das litthauische, polnische und andere Völker stöhnen, verantwortlich. Dieser selbe Friedensfürst" fest jetzt den jahrs zehntelangen Beinigungen und Verhöhnungen des litthauischen Bolles die Krone auf. In Wilna wird das Deutmal Mura wjew's eingeweiht, des gewaltthätigen Unterdrüders der litthauischen Voltsbewegung von 1863. Einige Tage vor dieser zynischen Feier der zarischen Regierung wurde von der litthauischen sozialdemokratischen Partei( über die Thätigkeit derselben brachte der Vorwärts" in Nr. 208 vom 6./9. 5. J. eine Korrespondenz) unter der litthauischen Bevölkerung, die zum größten Theil aus Land- und Industrie- Proletariat besteht, folgender Aufruf verbreitet: Litthauische Genossen und Genoffinnen! Nur noch wenige Tage und das Denkmal des Unterdrüders der revolutionären Bewegung ist enthüllt. " Jezt müssen die Reichstags Abgeordneten, welche Mitglied der ausgestoßen werden. Kommission sind, neu gewählt werden. Zwei Mitglieder, der freifonservative Merbach und der nationalliberale Siegle, werden ausscheiden, da sie nicht wieder zu Reichstags- Abgeordneten gewählt find. Ob weitere Veränderungen eintreten, wird wesentlich von den Beschlüssen der einzelnen Fraktionen abhängen. odned arroga Kampf um das Koalitionsrecht! Wozu ein Zuchthausgefch? gewerbe find die Hauptbetriebe, welche Gehilfen beschäftigen, von laffung Dr. Lütgenau's. Parteitafsirer Gers als Verleger 81 613 im Jahre 1882 auf 176 207 im Jahre 1895, b. H. um der Rhein.- Westf. Arb.- 8tg." gab folgende Erklärung ab: 115,88 pet. in 18 Jahren gestiegen. Noch stärker als die Zahl der Betriebe stieg die Zahl der beschäftigten Personen. Diese hatten in Dr. Lütgenau's ist nicht eine spezielle Angelegenheit des Dortmunder. Die Frage der Entlassung beziehentlich Wiedereinstellung dem genannten Zeitraum eine Steigerung von 206 015 auf 521 728 Wahlkreises, sondern eine solche der Parteigenossen des ganzen 132,26 pet. aufzuweisen. Verbreitungsgebietes der Rhein- Westf. Arb.- 8tg." und ihrer KopfWenn die stenographischen Berichte über die Vernehmungen zu blätter. Nun lagen die Dinge geraume Zeit so: Jm Dortfammengestellt sind, wird ein Bericht gemacht und wird dann die munder Wahlkreise war eine Gruppe von Barteigenossen vorhanden, Kommission ihre Vorschläge zur Abhilfe der Mißstände machen. die es unter allen Umständen mit dem Dr. Lütgenau hielt. Der unheimliche Widerschein verheerender Feuersbrünste, zahl Nachdem dann die Kommission den Bericht betreffend die Er- Jm Bochumer Wahlkreise, der eine Zahl von Abonnenten stellt, lose Galgen und unzählige in Kerkern schmachtende Opfer find behebungen über die Arbeitszeit in den Getreidemühlen endgiltig durch welche die Rhein.- Westf. Arb.- 3tg." erst lebensfähig und redte Beugen feiner Ankunft. 128 Erhängte, 9361 zu Bwangsarbeit festgestellt und einen Ausschußbericht über die Sonntagsarbeit im rentabel wird, war es gerade umgelehrt. Im Bochumer Wahlkreise war in fibirische Bergwerte Verurtheilte und 4096 nach den entlegensten Bro- Binnenschifffahrts- und Flößereibetrieb entgegengenommen, wurde eine Gruppe von Parteigenossen der Meinung, Dr. Lütgenau müffe binzen Rußlands Verbannte dies sind die Menschenopfer, nach den die Sigung geschlossen. nicht nur aus seiner Stellung entfernt, sondern auch aus der Partei eigenhändigen Aufzeichnungen des Verstorbenen. Die Konfistation von Kirchen, Klöstern, Gütern und Immobilien; die Belegung der Zwischen beiden Richtungen hat der Parteivorstand vermittelt, Landeigenthümer mit Kontribution als Entschädigung für die Ver und hätte der letzte Parteitag für das westliche Westfalen sich für luste der Regierung infolge des Aufstandes; das Verbot, Uebernahme der Rhein.- Westf. Arb.- 8tg." in den Besitz und Betrieb der lateinische Lettern in der litthauischen Presse zu gebrauchen; Parteigenossen des Verbreitungsgebietes entschieden, dann würde es, was gleichbedeutend mit dem Verbote jedweder litthauischen Presse ist; das Verpönen der litthauischen und polnischen Sprachen; als die Frage Lütgenau neuerdings wieder aktuell wurde, Sache der neuen Geschäftsinhaber gewesen sein, über die Entlassung oder die Verbannung derselben aus den Schulen; das Erschweren der Ausübung der beim litthauischen Volke gebräuchlichen religiösen a Weiterbeschäftigung Lütgenau's zu befinden. Nachdem aber durch ( fatholischen) Ritualien; das Untersagen den Litthauern und Bolen, den Beschluß des Parteitages der Parteivorstand weiter mit der in Litthauen ein Amt oder irgend eine Stellung zu bekleiden; die Verantwortlichkeit für das Dortmunder Geschäft belastet wurde, Auslieferung der ganzen Bevölkerung Litthauens der zügellofen denn sie werden mit" Streifverbrechern" schon jetzt auf eine Weise fertig. Dieselbe ging dahin, daß es der Parteivorstand einDie fächsischen Gerichte brauchen fein Buchthausgesetz, mußte er auch in der Frage Dr. Lütgenau's die Entscheidung treffen. Willfürherrschaft einer Bande zarischer Beamten 2c. 2c. Andererseits die polizeiliche Spigfindigkeit, die Bauern von die dem Unternehmerthum das Herz im Leibe lachen läßt. Da sollte-antwortung für die Thätigteit 2ütgenau's in stimmig und entschieden ablehnt, weiter die Ver der Leibeigenschaft zu befreien; dies ist das Resultat der Thätigkeit so wird uns aus Dresden geschrieben ein Maurer auf einem einer Parteistellung zu tragen. Die Gründe seiner Murawjew's. Die Aufhebung der Leibeigenschaft war schon durch Neubau eine Arbeit nicht vorschriftsmäßig ausgeführt haben und die Entschließung öffentlich darzulegen, lehnt der Parteivorstand im die provisorische revolutionäre Regierung proflamirt worden, und selbe deshalb noch einmal machen. Er that das nicht und es Partei- wie im persönlichen Interesse Lütgenau's ab. Wir feitens Murawjew und seiner Regierung war es nur ein Mittel, sich wurden ihm nebst einer Anzahl anderer Kollegen am nächsten Lohn- sind selbstverständlich gern bereit, wie ich dies erst auf dem letzten beim litthauischen Volke einzuschmeicheln, ihm als ein Freund und tage statt 45 nur 43 Pf. Stundenlohn ausgezahlt. Obendrein wurde westfälischen Parteitag ausdrücklich erklär thabe und wie es auch bei der Wohlthäter zu erscheinen. Leider ließ sich ein Theil der Bauern der betreffende aus der Arbeit entlassen. Nun traten sämmtliche jüngsten Neueinstellung eines Geschäftsführers wieder gehandhabt durch diese Wohlthat" Ruffifitations- und Gewaltpolitit jene leichtgläubigen Litthauer von dem Unternehmer gegenüber geäußert haben:„ Wenn Sie nicht tommiffton zu regeln, in der Frage Lütgenau muß der Vorstand aber Wohlthat" födern, obgleich schon infolge der Maurer des Baues in den Streit ein. Der Entlassene soll dabei wurde, alle irgendwie wichtigeren geschäftlichen Angelegenheiten gemeinsam und in Uebereinstimmung mit der jeweiligen Breßihrem findischen Optimismus gründlich turirt worden sind. Litthauische Genossen und Genossinnen! 45 Pf. Lohn pro Stunde zahlen, sorgen wir dafür, daß vier Wachen auf seinem Beschlusse beharren. In demselben Moment, wo die zarische Regierung sich selbst ber fein Maurer auf den Bau kommt." Dies war das ganze Ver göttert und anbetend in der Person Murawjew's den Triumph brechen des Mannes, eine Erpressung", wie sich der Staatsanwalt Der Unterdrückung des Freiheitsdranges der Litthauer feiert und ausdrückte. Und wegen dieser Aeußerung erfolgte eine Verurtheilung dadurch wiederum aufs neue beweist, daß fie uns gegenüber bei zu sechs Monaten Gefängniß, und man sollte es nicht für ihrer bisherigen Gewaltpolitik verharren will, in demselben Moment möglich halten!- zu dret Jahren Ehrenrechtsverluft. drücken wir, litthauische Arbeiter, Nachfolger der Revolution, unseren Beinigern und Unterdrückern die tiefste Verachtung für diese Bemerkt sei noch, daß der Angeklagte ganz entschieden bestritt, ihre zynische Verhöhnung selbst der aller elementarsten die Aeußerung in der von der Anklage behaupteten Form gethan zu menschlichen Gefühle und Voltsschmerzes aus. Unsere Gewalthaber haben; er habe sich noch viel harmloser ausgesprochen. Bier Entmögen denn erfahren, daß der Freiheitsdrang unter uns Litthauern lastungszeugen bestätigten das auch in der bestimmtesten Weise. nicht nur ungebrochen fortlebt, nein, in der legten Zeit hat sich Man bereidigte sie aber nicht und ihr Zeugniß war deshalb völlig auch das Klassen und Nationalbewußtsein mächtig entwickelt werthlos, während man drei Belastungszeugen, und zwar den bemud gekräftigt. bewußtem litthauischen Bolte, das sich aufgerafft hat, seine beschimpften Baues, alle brei alfo Bartei gegen den Angeklagten, Mit dieser neuen Kraft mit uns selbst treffenden Unternehmer, deffen Bruder und den Zimmerpolier des bürgerlichen und nationalen Rechte zu vertheidigen zarischen Beamten schon nicht so leicht fertig werben!. vollen Glauben schenkte. Es ist unseres Wissens das erste Mal, daß Und daher, Genossen und Genossinnen, wollen wir im Glauben man hier, wo man doch in bezug auf Gerichtsurtheile gegen Arbeiter an uns selbst und unsere Zukunft für unsere Ziele fämpfen. fo vieles gewöhnt ist, wegen Streifvergehen auf Ehrverlust er Wir wollen tämpfen um die Verbesserung unserer Lage; für völlige tannt hat. Der Bogen wird immer straffer gespannt, während das Selbstverwaltung für Litthauen; für Föderation mit denjenigen Unternehmerthum unter den Augen von Behörden und Gerichten die Nachbarvölkern, welche uns für unsere Autonomie und Freiheit Arbeiter ohne gefeßliche Schranten terrorisiren, schuhriegeln und maß Garantie leisten." regeln kann. Die Arbeiter sind in Sachsen vogelfrei. " Dänemark. - werden die t Partei- Nachrichten. Parteivorstandes nicht als richtig anzuerkennen, wollen fie Dr. Vermögen die Dortmunder Parteigenossen den Beschluß des Lütgenau auch fernerhin behalten, so ist das ihr gutes Recht, das wir ihnen nicht einen Augenblick streitig machen werden. Sie müssen dann aber auch die volle Verantwortung für ihre Beschlüsse überniffen des Dortmunder Geschäftes anbahnen. nehmen und schleunigst eine Aenderung in den EigenthumsverhältEs tann dies in verschiedener Weise geschehen. Nöthig ist nur, daß es nicht über die Köpfe der Parteigenossen des Verbreitungsgebietes der Nth.- Westf. Arb.- 8tg." und ihrer Kopfblätter, sondern im Einverständniß mit diesen geschieht. Wollten wir heute den Wünschen der Dortmunder Genossen entsprechen, so würden sich morgen die wieder auf den alten Fled. Parteigenoffen des Bochumer Wahlkreises erheben, und wir wären worden. nach, wenn sie den Beschluß des Parteivorstandes in Sachen Die Parteigenossen des Dortmunder Wahlkreises würden demLiltgenau's nicht billigen, einen außerordentlichen Barteitag für das westliche Westfalen einberufen und auf diesem die Parteigenossen von der Nichtigkeit ihrer Ansicht beziehentlich von der Nothwendigkeit der Uebernahme der Rh.- Westfäl. Arbeiter- Zeitung" in den Befiz die in solchem Falle der Parteivorstand im Bartei- Interesse fordern Die Kautelen, des Verbreitungsgebietes überzeugen müssen. müßte, habe ich auf dem letzten westfälischen Parteitage dargelegt. Der sozialdemokratische Gesetzentwurf betr. Landarbeiter Es sind auch dort keine Einwendungen dagegen, daß diese FordeAnsiedelung stand im dänischen Follething zur ersten Berathung. rungen nicht im Partei- Interesse vollauf begründet wären, erhoben Harald Jensen befürwortete den Antrag in ausführlicher und gediegener Darlegung. Darauf erhob sich Landwirthschaftspartei Bei den Stadtverordneten- Wahlen in Breslau ist unsere Ein anderer Weg wäre der, daß die Dortmunder Parteigenoffen minister age und erklärte, der Antrag sei ein Hinderniß für Partei unterlegen. In den 6 Bezirken, wo wir uns betheiligten, auf dem einzuberufenden Parteitage einen Beschluß herbeizuführen die Durchführung feines eigenen( bekanntlich absolut un- wurden von der 3. Klasse Stimmen abgegeben: 24. Bezirk: 626 tons, suchen, durch welchen fie berechtigt und ermächtigt werden, das brauchbaren) Antrages und er tonne sich daher nicht auf eine Be 14 lib., 153 fo3. 25. Bezirk: 489 lib., 495 lib.- tons., 187 und Geschäft für den Wahlkreis Dortmund allein zu übernehmen, brauchbaren) Untrages und er tonne fich daher nicht auf eine Be 133 503; 26. Bezirk: 419 tonf., 270 lib., 210 103.; 32. Bezirk: während die Parteigenossen des übrigen Verbreitungsgebietes fich handlung deffelben einlaffen. Unser Parteigenoffe Borg bj a era 508 flerital- tonj, 312 fons, 274 jo3 33. Begirl: 581 tonj., aller Theilnahme an der Verwaltung enthalten, und nur durch eine foz.; antwortete, der Minister hätte die ganze Sache durch sein hin- unb 251-103, 172 parteilose Stimmen; 34. Bezirk: 419 tonf., 328 lib., Breßtommiffion oder eine ähnliche Einrichtung ihre Wünsche oder Herschwanken zwischen dem Standpunkt des Folkething und dem des Landesthing völlig verplempert. Sein diesmaliger Antrag sei derart, daß die Erreichung eines Resultates völlig ausgeschlossen sei. Es munder Genossen unterbreiten. Beschwerden, die sie in Beziehung auf die Zeitung haben, den Dortbleibe daher nichts anderes übrig, als einen eigenen ganz neuen Entwurf einzubringen. Hierauf antwortete der Minister nichts. Ein Vertreter der Linken Petersen sprach sich für das Prinzip des Antrages aus, meinte aber, man solle doch erst sehen, wie weit man mit dem Antrag des Ministers täme. Der Entwurf wurde einem reich eingeschifft worden. Türkei. 208 103. in " Streifes die Stautelen allein erfüllen und die eventuellen Summen In diesem Falle müßten die Parteigenossen des Dortmunder aufbringen, die zur Uebernahme beziehentlich Führung des Geschäfts nothwendig sind. Die Volkswacht" bemerkt zu dem Wahlergebniß: Wie weit eine Zunahme der sozialdemokratischen Stimmen erfolgt ist, kann siffernmäßig nicht festgestellt werden, da die Bezirkszufammenfegung nicht nur durchgängig erheblich geändert wurde, sondern auch einige Bezirke neu hinzukamen, während andere Bezirke, wo wir zum theil wählten. Wir zählen in den sechs Bezirken, in welchen wir uns laffung Lütgenau's wegen mangelnder Gründe" für ungerechtfertigt eine erhebliche Stimmenzahl zu erwarten haben, diesmal nicht mit- Nach langer und theilweise stürmischer Debatte wurde die EntAusschuß überwiesen. betheiligten, diesmal 1366 Stimmen, während wir vor zwei Jahren erklärt, die Forderung der Wiedereinstellung Lütgenau's jedoch nicht Konstantinopel, 20. November. Wie aus Kreta gemeldet 10 Bezirken 1930 Stimmen hatten. Der 22. Bezirk( wo die gestellt. Wie aus Kreta gemeldet Wahl im Dezember vorgenommen wird), der uns mindestens 500 wird, wurden für drei Distrikte in der Provinz Kandia englische Stimmen gebracht hätte, würde unsere Stimmenzahl in den Block und Lehmann ersucht werden, ihre Stellungen an der Weiter fand ein Antrag Annahme, durch welchen die Genossen Offiziere zu Präfetten ernannt. Heute sind 1200 französische Soldaten zur Rückkehr nach Frank- fieben Bezirken auf ungefähr die gleiche Höhe gebracht haben, Rheinisch- Westfälischen Arbeiter- Zeitung" am 1. Januar 1899 ebenwie fie vor zwei Jahren in zehn Bezirken erzielt wurden, ein falls aufzugeben. Beweis, daß diesmal ein nicht unerheblicher Fortschritt in der Kanea, 21. November.( Meldung der Agence Savas".) Bring Getvinnung fozialdemokratischer Stimmen zu verzeichnen ist. Immerhin ersuchen, die Rheinisch- Westfälische Arbeiter- 8tg." den Genossen des Ein Antrag des Genoffen Päshold, die Parteileitung zu Georg von Griechenland wird seine Machtbefugnisse von hätte das Resultat ein befferes fein tönnen, wenn die größere Bahl Verbreitungsbezirtes zu übergeben, wurde in namentlicher Abstimmung den vier Mächten erhalten, zwischen denen hierüber eine Einigung der Parteigenoffen beffer auf dem Posten gewesen wäre und eifriger mit 18 gegen 16 Stimmen angenommen. erzielt ist. Rußland, Frankreich, England und Italien werden der mitgearbeitet hätte. In den Kreisen der Arbeiter findet man noch neuen tretenfischen Regierung je eine Million vorfchießen; eine bedauerlich große Verständnißlosigkeit für die kommunalen Delegirten der ländlichen Bezirke energisch gegen eine Aenderung im Mit Rücksicht auf diese geringe Majorität und da besonders die diese vier Millionen sollen von der ersten Anleihe zurückgezahlt Dinge, die doch auch das Lebensinteresse der Arbeiterklasse in Besigverhältniß protestirten, einigte sich die Konferenz nach erneuten sehr bedeutendem Maße berühren. Hier muß in der Folge heftigen Debatten auf einen Vermittelungsvorschlag, durch welchen eine eifrige und unausgesetzte Aufklärungsarbeit durchgeführt der Parteivorstand ersucht wird, für eine Versetzung der Genossen werden. Wenn wir, die wir in den zur Entscheidung Block und Lehmann bis zum 1. Januar 1899 Sorge zu tragen, wogekommenen Wahlen einen Sieg nirgendwo erwarteten, mit der gegen auf eine Aenderung im Verlage verzichtet werden soll. erzielten Stimmenzahl einen guten Fortschritt zu verzeichnen haben, so haben die Liberalen dagegen schwere Verluste, die Konservative Klerifalen, die mit der Parole Mache für die Landtagswahlen" in Stichwort hatte Genosse Liebknecht Bur Landtagswahl Betheiligungsfrage." Unter diesem im Vorwärts" vom ben Kampf zogen, erheblichen Erfolg zu verzeichnen. Nicht weniger 8. November eine Erklärung veröffentlicht, worin er ut. a. sagte: als drei liberale Stadtväter find ihren konservativen Gegnern Wer es für einen Parteitriumph hält, daß unsere Breslauer erlegen und weitere brei Liberale haben noch in zum theil wenig Genossen die Fortschrittler um ein Mandat baten und einen- abaussichtsvollen Stichwahlen um die bisher innegehabten Sige mit schlägigen Bescheid empfingen, der muß mehr als bescheiden sein; und wer der Partei zumuthen will, in ihrer Gesammtheit sich an Schweiß und Geld zu spenden, wie bei einer Reichstagswahl, der den nächsten Landtagswahlen zu betheiligen und mindestens so viel muß ein sehr fühner Mann sein." werden. Kanea( Kreta), 21. November. Die Ankunft des Prinzen Georg hierfelbft erfolgt in dieser Woche. Ab 25. November wird als Amts sprache auf der ganzen Insel das Griechische eingeführt. Afien. Offene Thür". Aus Shanghai wird vom 20. b. M. gemelbet. In einer Rebe, die Lord Charles Beresford hier auf einem Bankett hielt, trat er lebhaft ein für eine tommerzielle Allianz zwischen England, den Vereinigten Staaten, Deutschland und Japan auf der Basis der Integrität China's und der Politik der offenen Thür. Stonservativen zu ringen." " In Elmshorn war im vorigen Jahre, nachdem unsere Partei Die Kommission für Arbeiterstatistik genossen bei der Stadtverordnetenwahl drei neue Size erobert hatten, der Wahlzensus von 660 M. auf 1050 M. erhöht beendigte heute die Verhöre der Auskunftspersonen aus dem Gaste worden. Diefem Umstande ist es zuzuschreiben, daß bei der Stadt. wirthsgewerbe. Heute wurden vorwiegend Wirthe verhört, welche verordnetenwahl am 18. November d. J. die bürgerlichen Parteien Kellnerinnen beschäftigen, und waren ebenfalls Kellnerinnen und andere den Sieg davontrugen. Ihre beiden Kandidaten erhielten 380 und weibliche Angestellte erschienen, um mitzutheilen, wie sie beschäftigt 387 Stimmen. Die sozialdemokratischen Kandidaten blieben mit 247 und bezahlt werden. In den Gegenden, wo vorwiegend weibliches und 255 Stimmen in der Minderheit. Unter dem früheren Benjus Personal in Wirthschaften beschäftigt wird, hat dieses unter denselben würden sie wie uns gefchrieben wird mindestens 800 Stimmen mißlichen Verhältnissen wie die Stellner in anderen Gegenden zu erhalten haben. Der Freifinn", der im vorigen Jahre gegen Leiden. Durch die Pugarbeiten, welche in der Regel des Morgens die Erhöhung des Wahlzensus agitirt hatte, warf das Gewicht feiner ausgeführt werden, sind sie gezwungen, in der Frühe an der Arbeits. Stimmen für Berfonen in die Bagschale, die seinerzeit für die Erschäßendem moralischem Werthe errungen haben. Für uns steht im stelle zu erscheinen und des Nachts, wenn die letzten Gäfte nach Hause höhung des Zensus gestimmt haben. gehen, fönnen sie ihr Ruhelager aufsuchen. figen. Daß der Ruhetag auch im Gastwirthsgewerbe möglich ist, wurde In Aschersleben betheiligte fich unsere Partei zum ersten Mal von einzelnen männlichen sowie weiblichen Angestellten dadurch offiziell an den Stadtverordneten Wahlen der 3. Abbewiesen, indem sie mittheilen konnten, daß fie einen solchen be- theilung. An den Sieg war noch nicht zu denken, eine gute Wirkung hatte das Eingreifen der Sozialdemokratie aber schon darin, daß, Sowohl aus Stuttgart wie aus Straßburg wurde mitgetheilt, wie man zu fagen pflegt, Leben in die Bude tam. Die Wahl daß es dort Wirthschaften giebt, wo eine überzählige Sifskraft ein- betheiligung war bedeutend stärker als früher. Unsere Kandidaten gestellt ist, welche antreten muß, wenn das Geschäft besonders flott erhielten 69 und 70 Stimmen, die Gegner brachten unter Aufgebot aller Kräfte diesmal noch 217-448 Stimmen zusammen. geht, und in der Regel eine Person zu vertreten hat, die einen ganzen freien Tag hat. Bet der Stadtverordnetenwahl in Darmstadt erhielten die Bei vernünftiger Eintheilung würde sich in den meisten Ge- Kandidaten unserer Partei 1258 Stimmen( gegen 825 im Jahre 1895), schäften eine solche Einrichtung durchführen lassen, da Aushife- die Nationalliberalen 1347( gegen 1390 im Jahre 1895), die Bezirkspersonen bei normalem Geschäftsgang fast überall zu finden find. vereine 406( 560), die Antisemiten 253( 340) und die Fretsinnigen Der Gesetzgeber befindet sich dem Gastwirthsgewerbe gegenüber 82 Stimmen. Die Wahlbetheiligung betrug 48 pet. Die Zahl ber in der glüdlichen Lage, weil es sich hier nicht um ein niedergehendes fozialdemokratischen Stimmen ist gegen 1895 um die Hälfte geGewerbe handelt, wie es z. B. bei der Müllerei der Fall ist. In der stiegen, während die bürgerlichen Parteien zurückgingen. Die Frage, Müllerei befindet sich der Kleinbetrieb in schneller Abnahme und die ob Kandidaten unserer Partei gewählt find, läßt sich erst beautworten, bedrängten Kleinmeister suchen nicht selten den Arbeiterschutz für wenn das amtliche Resultat vorliegt. ihren Verfall verantwortlich zu machen. In allen solchen Fällen ist Eine außerordentliche Kreiskonferenz des Wahlkreises Die Regierung zaghaft, weil fie geneigt ist, den Arbeiterschutz als Dortmund, die am bergangenen Sonntag in Dortmund ab unerträgliche Last für die Unternehmer anzusehen. Im Gastwirths gehalten wurde, beschäftigte sich lange und eingehend mit der EntDarauf antwortete die Redaktion der Breslauer Voltswacht" in einem längeren Artikel u. a.: " Daß speziell in Breslau die Sozialdemokratie in die ausschlaggebende Stelle gelangte und von den Freifinnigen ein Mandat nicht triumph, aber doch auch noch keine Partei schande, und wir erbitten, sondern fordern konnte, ist freilich noch kein Parteiin Breslau selbst sind wohl am besten im stande, feſtſtellen zu fönnen, daß wir hier in der That einen Erfolg von nicht zu unterübrigen nach den Erfahrungen dieses Wahlkampfes fest, daß es der sozialdemokratischen Partei bei Einsegung aller Kraft in der That möglich sein wird, selbst aus eigener Kraft hier oder da ein Landtagsmandat zu gewinnen, und das zuſammen mit all den anderen günstigen Erfahrungen dieses Wahltampfes macht uns allerdings zu den sehr fühnen Männern" des Genossen Liebknecht, die der Partei zumuthen werden, in ihrer Gesammtheit sich an den nächsten Landtagswahlen zu betheiligen." Weiter meinte die Volkswacht", daß wenn diesmal die Partei geschlossen an den Landtagswahlen theilgenommen häfte, die Zahl der Mandate, die den Reaktionären von der Opposition abgenonimen wurden, dann wohl zehnfach höher wäre, ale fte jest ift. der Breslauer Boltswacht" einen Artikel, worin er zunächst bes Auf diese Erwiderung veröffentlichte Genosse Liebknecht in merkte, daß er das Breslauer Wahlergebnis weder als eine Parteifchande bezeichnet habe, noch es als eine solche betrachte, und dann stellte er an die Nedaktion der Volkswacht" folgende Fragen: 1. Wenn wir unsere Betheiligung im Partei Interesse für nothwendig halten, um die Junter zu besiegen, welchen Grund haben die Fortschrittler, uns ein Mandat abzutreten? Und 2. Ist es des Schweißes und der Opfer einer allgemeinen Wahlbetheiligung werth, für die Fortschrittler daß wir aus eigener feit Breslauer Volkswa ch t" u. a.: Kraft für uns fein Mandat erobern können, darüber herrscht Einige gegen den Marimalarbeitstag tam da zu tage. Die Gedanken", Wir betonen noch einmal: Die Bucheruder mögen ihre Abwehr 60-100 Wiandate zu erobern? wären wir dann noch eine die da verzapft wurden, waren so charakteristisch, daß wir noch aus- gegen Angriffe, die auf ihre Organisation erfolgen, in noch so selbständige Partei oder ein Anhängsel der Fortschrittspartei nicht führlicher darauf zurückommen werden. scharfe Form fleiden, wir bestreiten ihnen nicht das Recht dazu. einmal eine Fortschrittler- Schußtruppe? Und wäre es dann nicht besser, wir stimmten auch bei den Reichstagswahlen gleich für die Hierilber wird gemeldet, daß eine Befferung, welche durch die viel zielt, die Partei mit Bestrebungen der nationalliberalen Bresse zu Betriebseinschränkung der deutschen Kammgarnspinnerei. Aber wir weisen es entschieden zurüd, wenn diese Polemik darauf Fortschrittler? U. A. w. g." fach geübten freiwilligen Betriebseinschränkungen erwartet wurde, verquiden. Wollten wir denselben Weg beschreiten, dann hätten wir nicht eingetreten sei, sondern daß vielmehr trotz alledem sich in be- guten Anlaß, aus der Stellung einzelner Mitglieder dieser Organivorräthe angesammelt hätten, welche die vorbereitenden Schritte mauter hatten das Verbrechen begangen, sich auf eine Bank vor depr stimmten Sorten bei den verschiedenen Spinnereien größere Lager- fation noch ganz andere Schlußfolgerungen zu ziehen. ohnehin schon schlechten Preise noch mehr drücken. - Zwei Mitglieder des Streiffomitees der Flensburger gethan, um eine einheitliche erhebliche Betriebseinschränkung herbei Bahnhof hinzusetzen, um dort ankommenden fremden Arbeitern über zuführen; eine Versammlung der Kammgarnspinnereien findet bereits den Streif Auftlärung zu geben. Sie erhielten ein Strafmandat in in aller Kürze statt. Neueren Meldungen zufolge wurde eine solche Höhe von 6 M., wogegen sie richterliche Entscheidung beantragten. Einschränkung der Erzeugung und zwar von 20 pet. von einer in Bor dem Schöffengericht erlangten die Angeklagten Freisprechung. Frankfurt abgehaltenen Versammlung, in welcher zwei Millionen Spindeln vertreten waren, beschlossen. Auf Liebknecht's Ausführungen erwiderte die Redaktion der „ Wir wollen, die Gesammtpartei solle sich in Preußen felb ständig an den Landtagswahlen betheiligen, folle durch die Wahl eigener Wahlmänner versuchen, aus eigener Kraft Mandate zu gewinnen es ist eben nicht wahr, daß Einigkeit darüber herrsche, wir könnten aus eigener Kraft für uns te in Mandat erobern und solle, wo das nicht möglich, den Freifinn gegen die Reaktion unterſtügen, eventuell unter der Bedingung der Ueberlaffung von Mandaten an uns. Das ist alles. Wenn wir in dieser Weise vorgehen, dann hätten nicht die Freifinnigen uns, sondern wir die Freifinnigen in der Hand- das hat schon der Ausfall der jüngsten Landtagswahlen deutlich gemacht und die Herren würden Grund genug haben, uns die Abtretung einzelner Mandate nicht zu verweigern. Jedenfalls wäre in einer solchen Situation nichts weniger am Blaze, als die Behauptung, wir wären dann nur noch ein Anhängsel der Fortschrittler. Umgekehrt dürfte biel besser ein Schuh daraus werden. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. dan Die Arbeiter der Malzfabrik in Nienburg a. S. find ausständig geworden. Von ihrem ohnehin geringen Lohne wurden ihnen wöchentlich noch 1,50 m. abgezogen, die sie am Schlusse der Rampagne ausgezahlt erhielten. Die Arbeiter ließen sich das nicht mehr gefallen und verlangten die Auszahlung des vollen Lohnes. er nicht die ganze Stampagne aushielt, ging des einbehaltenen Lohnes verlustig. Da die Fabrikleitung der Forderung nicht entsprechen wollte, traten die Arbeiter in Streit. 12 Achtung, Stockarbeiter! Wegen Maßregelung befinden sich die Kollegen von der Firma Alphonse Ludwig u. Ko. und Richard Ludwig. Alexandrinenstr. 108, im Ausstand. Wir bitten alle Stod arbeiter und ebenfalls a die Schleifer aller Branchen, der Fabrik Wenn Liebknecht unsere Meinung, die Partei hätte schon dies mit Arbeitsangeboten fern zu bleiben. Bisher haben wir die erfreu- Die Mannheimer Bäcker haben auf einen an die Bäckermal bei umfassendster Betheiligung den Junkern 60-100 Mandate liche Thatsache zu verzeichnen, daß die großen Bemühungen des Herrn meister gesandten Lohntarif eine ablehnende Antwort erhalten. abjagen können, ein kühnes Rechenexempel nennt und darauf ver- Ludwig, der am Sonnabend feine Arbeiter eindringlichst warnte, Recht interessant ist dabei, wie die Herren Bäckermeister über weist, daß die Genossen in den aussichtsvollsten Kreisen fich fich dem Streik anzuschließen und die Streifbrecher zu be- Wohnungsverhältnisse sich auslassen. Es heißt in der Antwort: schon jest betheiligten, so bitten wir ihn nur, sich einmal nach den lästigen, erfolglos waren. Denn der erstere Rath wurde nicht befolgt Wegen den Wohnungsverhältnissen wurde in unserer legten vor den Thoren von Berlin liegenden Kreisen umzusehen, die alle- und zum Belästigen der Streifbrecher lag lein Anlaß vor. Die Generalversammlung vom 25. v. M. beschlossen, daß bis spätestens 1. April 1899 jeder Gehilfe sein Bett für sich allein in entsprechend fammt wieder den Junkern gehören, und zwar aus Gnaden der Agitationskommission. Sozialdemokratie. In Brandenburg und Pommern hätten wir den Deutsches Reich. ausgestattetem Wohnraume erhält. Sollten an einzelnen Stellen Junfern 18-20 Mandate, in Schlesien und den ostelbischen ProAn die Arbeiter Deutschlands! wegen Verabreichung von Wäsche und Reinhaltung der Betten und vinzen mindestens 14 Mandate abnehmen können. Und dazu kommt Die Arbeiter Remscheids find durch eine ganz wichtige Ver- Wohnräume Mißstände herrschen, so sind wir wie seither bestrebt, Abdie Provinz Sachsen, dazu kommen Hannover und Schleswig- anlassung von einem Theil des hiesigen Unternehmerthums in einen hilfe zu schaffen." Holstein, Hessen und Rheinland, wo überall Reaktionäre, junkerlich- Streit getrieben worden. Der Grund liegt nicht in Lohndifferenzen, Also bis zum 1. April 1899 denken die Bäckermeister doch schon den Zustand herbeiführen zu können, daß jeder Bädergeselle ein agrarische und andere, mit unserer Hilfe beseitigt werden konnten." Arbeitsdauer u. f. w., sondern in der Thatsache, daß den Arbeitern, den Zustand herbeiführen zu können, daß jeder Bäckergeselle ein Auf diese zweite Erklärung der Redaktion der Volkswacht" welche in der über 10 000 Mitglieder starken Allgemeinen Orts eigenes Bett erhält. Wie fürsorglich die Herren Meister doch auf veröffentlichte nun Genosse Liebknecht in demselben Blatt trantentasse versichert sind, das winzige Recht der Selbstverwaltung das Wohl der Gesellen bedacht sind. Allerdings lassen sie sich recht folgende Antwort: geraubt werden soll. Infolge des von einigen Mitgliedern des lange Zeit, eine so bescheidene Forderung zu bewilligen, wie sie die wortet haben. Statt einer Antwort wiederholen Sie zwei willkür: 30 Unternehmer eigene Betriebs- Krankenkassen gründen, nicht nur ihm eine eigene Schlafstätte zu gewähren, sofort erfüllen würde, ja " Lebhaft bedauere ich, daß Sie meine zwei Fragen nicht beant- hiesigen Fabrikantenvereins betriebenen Terrorismus wollen etwa Gesellen hier ſtellten. Sollte man es nicht für ganz selbstverständlich halten, daß jeder gesittete Mensch das Verlangen des Arbeiters, liche und zweifellos falsche Behauptungen. um dadurch die Arbeiter in vollständige Knechtschaft zu zwingen, Erstens die Behauptung, wir könnten durch allgemeine Bethei- sondern auch um die von den Arbeitern verwaltete Orts- Krankentasie ist es nicht überhaupt eine betrübende Erscheinung, daß solche ligung mindestens 60-100 Wahlfreife den Junkern abnehmen, eine zu zerstören. Einen weiteren 8wed verfolgen die Unternehmer Forderungen von den Arbeitern überhaupt gestellt werden müssen. Hoffnungsseligkeit, die jedem, der das durch Miquel verbesserte durch die Gründung von Betriebs- Strankenkassen, indem sie den Die Thatsache allein genügt, um sich ein Bild von den miserablen Dreitlassen- Wahlgesetz kennt, und der weiß, daß die aussichtsvollsten früheren Aerzten der Allgemeinen Orts- Strankenkasse, die bekanntlich Zuständen in den Bäckereien machen zu können. im September begonnenen, geradezu frivolen Streit verloren Bei den Gewerbegerichts Wahlen in Oggersheim Wahlkreise soeben die Betheiligung versucht haben, nur ein ver- haben, eine gesicherte Gristenz verschaffen wollen. Wir erleben hier( Nheinpfalz) siegte bei den Arbeitnehmern die von der Gewerkschaftswundertes Lächeln abgewinnen kann. Zweitens die Behauptung, wir könnten aus eigener Kraft das Schauspiel, daß dieselben Unternehmer, die den berechtigtsten tommission aufgestellte Lifte. Mandate erobern. Wenn das möglich wäre, dann hätten wir Streit der Arbeiter mit allen Mitteln bekämpfen, fich hier der ja den ganzen Streit nicht. Wenigstens nicht mit mir. streifenden Aerzte in wohlwollendster Weise annehmen. Die Arbeiter In Falkenan steht die Belegschaft des Bodener Kohlenwerks Denn ich war einer der ersten, vielleicht der erste in der Partei, der aber, die von jenen Aerzten durch Zeitungsartikel in unerhörtester im Ausstand, weil eine Anzahl der Arbeiter gemaßregelt werden für die Betheiligung an Landtagswahlen und an den Wahlen zu Weise beleidigt worden sind, sollen zwangsweise in die Behandlung sollte. Die vor kurzem gepflogenen Verhandlungen ließen eine Beianderen Vertretungskörpern mit beschränktem Wahlrecht eintrat, wo jener Leute zurückgeführt werden. Gegen diese Entwürdigung leging des Streits erwarten, da den Arbeitern Zusicherungen geimmer die Möglichkeit der Erringung eines Mandats, und sei es ihrer selbst wehren sich die Arbeiter auf das heftigste und haben geben wurden, die geeignet waren, die Differenzpunkte zu beseitigen. eines einzigen, aus eigener Kraft vorhanden sei. Aus eigener sich auch in etwa 30 Betrieben mit überwältigender Mehrheit Nachträglich hat jedoch die Direktion diese Zusage zurückgezogen, und Kraft das ist der Punkt. Wir tamen schon vor zwanzig gegen die Betriebskassen ausgesprochen. Dessen ungeachtet bleiben so wird der Kampf mit Energie fortgefegt. Jahren zu der Ueberzeugung, daß dies bei den preußischen der Absicht bestehen, die Betriebskassen einzuführen. Wie diese Herren die Unternehmer gezwungen durch den Fabrikantenvereinbei Landtagswahlen unmöglich sei. Und seitdem hat Herr Miquel das„ elendeste aller Wahlgefeße" noch beträchtlich„ elender" öffentlich betonen, wollen sie Herr im eigenen Hause sein, d. h. nicht gemacht. Wer irgend noch zweifeln konnte und Augen hat zu sehen, nur die Arbeitskraft des Volkes nach Belieben ausnügen, sondern der muß durch die Ergebnisse der letzten Wahl von seinem Irrthum auch willkürlich über den kranken Arbeiter verfügen. geheilt worden sein. bei Gegen diesen rohen Gewaltakt bäumt fich das ganze mensch durch die praktische Erfahrung bewiesen ist, kein Mandat von uns Menschen und nicht willenloſe Wesen in den Händen fanatifirter, un Wenn aber, was von vornherein absolut gewiß war und jetzt liche Empfinden der Arbeiterschaft auf! Die Arbeiter wollen freie erobert werden kann, so gestaltet die Frage sich so Soll die sozial- duldsamer Fabrikanten sein. Alle Versuche, auf gütlichem Wege die demokratische Partei aus Furcht vor den Juntern eine Wahl- Unternehmer von ihrem Borgehen zurückzuhalten, sind gescheitert. fampagne für eine uns prinzipiell feindliche Partei führen? Das 3000 Arbeiter sind durch die Gewissenlosigkeit jener Leute in den und nichts anderes ist die Frage, und diese Frage verneine ich aufs Streit getrieben, der mit aller Energie, im Bewußtsein, eine gute entschiedenste. Um Mandate aus der Hand der Fortschrittspartei Sache zu vertheidigen, durchgeführt werden soll. als Gnadengeschenk hinzunehmen, dazu ist mir unsere Partei zu gut. Deshalb, Arbeiter aller Orte, wenden wir uns ant Euch, Und ein Gnadengeschent wäre es, denn nach der Logit unserer Be- wiesene Solidaritätsgefühl jetzt zu erwidern! von der Remscheider Arbeiterschaft zu jeder Zeit be Haltet nicht theiligungspolitiker sind wir moralisch genöthigt, für die Fortschrittler wiesene Solidaritätsgefühl jetzt zu erwidern! zu stimmen, auch wenn sie uns nur den Zuzug von Arbeitern aller Branchen fern, sorgt auch für Mandat einräumen. Und so weitherzige Gemüthsmenschen, so ausreichende finanzielle Unterſtügung. Für die Unternehmer bildet ſchlechte Geschäftsleute sind die Herren Fortschrittler nicht, sich selber dieser Kampf nur eine Machtfrage, sorgt dafür, daß die Arbeiter wie soeben in Breslau- tein aus Sentimentalität oder Mitleid das Geschäft zu verderben. " das Sieger bleiben! Remscheid, 15. November 1898. = Ausland. Soziales. Arbeiter- Risiko. Auf Zeche Frankenholz in der RheinKohlenhunten zerquetscht. pfalz wurde ein Bergmann von zwei einander entgegengefahrenen wurde ein dort seit vielen Jahren beschäftigter Arbeiter von der In der Herder'schen Buch bruderei in Freiburg i. B. Transinission zermalmt. Aus Brüssel wird gemeldet, daß am Sonnabend Abend in St. Nicolas ein neugebautes Haus einstürzte, worin Arbeiter beschäftigt waren. Zwei derselben wurden als Leichen unter den Trümmern hervorgeholt, die übrigen find wahrscheinlich ebenfalls ums Leben gekommen. In der Raketenfabrit in Nikolajew in Rußland wurden durch eine Explosion 21 Personen getödtet und 5 schwer verwindet. Leke Nachrichten und Depeschen. ant. Die Redaktion der„ Volkswacht" erinnert mich an die auch von Hamburg, 21. November.( W. T. B.) An der Kreuzung der mir unterzeichnete Mai Erklärung der Fraktion gegen die JunkerDie Streitkommission. Johannes- und Schauenburgerstraße riß heute der oberirdische reaktion. Wozu auch erinnern? Keiner hat in dem. Wahlfeldzuge Gelder, Anfragen und sonstige Brieffendungen find zu richten Leitungsdraht der elektrischen Straßenbahn und fiel gegen die Eisenmehr in diesem Sinne gewirkt, als ich. Aus Angst vor den an Gustav Schneppendahl, Remscheid, Elberfelder- konstruktion des Schaufensters einer Kataostube. In dem mit Junkern unter die Rockschöße der Fortschrittspartei zu flüchten, das straße 32. Damen voll besetzten Laden erfolgten mehrere elektrische Eutheißt aber doch nicht das Junkerthuni bekämpfen. Die Redaktion Das Organ des deutschen Buchdrucker: Verbandes, der Tadungen. Es entstand eine große Verwirrung, zwei Damen erinnert mich, ferner an einen Ausspruch in meiner Vorrede zum" Correspondent", nimmt in einem Artikel über die Tarifbewegung wurden verlegt, Tische und Stühle umgeworfen und beschädigt. Leipziger Hochberrathsprozeß. Auch diese Erinnerung war über- Anlaß, eine Generalabrechnung mit der gesammten sozialdemo- Das Gerücht, daß mehrere Menschen getödtet seien, ist unbegründet. flüffig. Ich bin noch immer derselbe Mann", der mit anderen fratischen Parteipresse über ihre Haltung zur Buchdruckerbewegung Wien, 21. November.( W. T. B.) Der Ausgleichsausschuß Parteien zusammengeht, wenn das Zusammengehen" vorzunehmen. Ob die Redaktion dabei glaubt, daß sie eine gute nahm Artitel 2 des Zoll- und Handelsbündnisses nach Ablehnung Ser Partei würdig und nüßlich ist. Allein nimmermehr Bilanz ziehen wird, wollen wir nicht untersuchen. Unsere Partei- aller Abänderungsanträge unverändert Bei Artikel 3 war ich und nimmermehr werde ich sein für ein Zusammengehen" presse hat wie als Schlußergebniß der Abkanzelung gezogen fragte Abgeordneter Becher, ob Aussicht für das parlas mit anderen Parteien, das uns in die Dienste anderer werden kann nicht genügend Unterstüßung für die Bewegung mentarische Zustandekommen des Ausgleichs in Ungarn vorhanden bürgerlicher Parteien stellt. Da hört für mich, und ich bin der Buchdrucker gezeigt, und zwei sozialdemokratische Organe sei und was die Regierung andernfalls zu thun beabsichtige. ficher, auch für die Masse der Genossen, die blos taktische Frage auf haben sich sogar erlaubt, gegen die Bestrebungen der Handelsminister Dipauli erklärt: Was die Befürchtungen wegen und beginnt die Prinzipienfrage. Buchdrucker aufsässig zu werden. So find wir schon einen eines vertragslosen Zustandes betreffe, so sind dieselben beNun wir wollen uns jetzt nicht weiter ereifern. Im Verlauf Schritt weiter die gekommen mit unserer Polemik, am feitigt, wenn der Ausschuß und das Haus bis zum 1. Januar von fünf Jahren fönnen sich die, die noch nicht klar sind, die Sache 1. November im Vorwärts" gegen den„ Correspondent" erschien das Zoll- und Handelsbündniß annehmen, was seines Erachtens genugsam überlegen. Nur suche man nicht, wie das in Berlin ver- und für die am 19. November der„ Correspondent" das Wort findet, unschwer möglich sein dürfte. Heute sei Ungarn immerhin noch in sucht worden ist, die Partei zu überrumpeln. Der Stuttgarter auch sind die beiden Uebelthäter genannt. Num wir wollen uns mit der Berathung der Ausgleichsvorlagen vor Desterreich wesentlich Parteitag hat uns gezeigt, daß die überwältigende Mehrheit unserer der Vertheidigung dieser nicht beschäftigen, das mag den Be- voraus, indem dort die wichtigsten Vorlagen bereits in den AusPartei an dem proletarischen Klassenkampf- Stand theiligten selbst überlassen sein und schließlich entspricht ihr Stand- schüssen angenommen und für die Berathung im Plenum fertigpuntt festhält und, obgleich ich sonst nicht gern prophezeie, wage punkt nicht dem unsrigen; nur einiges zur Abwehr der gegen uns gestellt sind. Gerade das Zurückbleiben der Arbeit im öſterreichischen ich doch hier gegen Bebel eine Gegen- Prophezeiung, in dem ich schließe: gerichteten Liebenswürdigkeit, die wieder ganz von der alten Tonart Barlament habe den Stillstand der Berathungen in Ungarnt vielfach Besteht das heutige Dreiklassen- Wahlsystem noch bei der nächsten beherrscht wird, die ehedem im Blatt die Musik machte. Der bedingt.preußischen Landtagswahl, so wählt nicht die gesammte Sozial- Artikelschreiber will unseren Einwand nicht gelten lassen, daß jemand Budapest, 21. November.( W. T. B.)( Abgeordnetens bemokratie in Preußen- ich hoffe sogar: die gesammte Sozial- aus prinzipiellen Bedenken Gegner des Tarifs sein kann, ihm haus.. Fortsetzung.) Die Sigung wird um 7 Uhr. wieder demokratie in Preußen wählt nicht." find alle Tarifgegner Arbeiterfeinde. Nun so liegen die eröffnet und unter andauerndem Lärm der Opposition um wir wollen der Gewerkschaft teine bestimmte 28 wieder auf eine Stunde suspendirt. Die Minister verlassen, Bolts wacht" bemerkt Dinge nicht, dazu u. a., daß sie Liebknecht's Fragen flipp und flar beantwortet Haltung zu diesen oder jenen Fragen aufdrängen, aber unter Eljenrufen der liberalen Partei und Pfeifen der Opposition habe, und wenn er ihre Auslassungen nicht als Antwort gelten lassen die Gefahr hin, daß, wie im vorliegenden Falle, unsere Presse mit Wiedereröffnung der Sizung, welche wieder auf eine Stunde die Kritik an derselben müssen wir uns als Partei wahren, selbst auf den Saal. Diefelben Vorgänge wiederholen sich um 81/2 Uhr bei wolle, so müsse sie schon darauf verzichten, seine Fragen zu bewolle, so müsse sie schon darauf verzichten, seine Fragen zu be nationalliberalen Blättern in einen Topf geworfen wird. Wie sonder- fuspendirt wird. bar aber nimmt es sich aus, wenn das Blatt, das die Unabhängigkeit Zürich, 21. November.( W. T. B.) Der vor zwei Jahren In einer weiteren Erflärımg in der Volkswacht" erwidert der Gewerkschaften betont, vom sozialdemokratischen Parteitag verlangt, wegen Ermordung seines Töchterchens verurtheilte Bolliger wurde darauf Genosse Liebknecht, da die Redaktion anstatt seine Fragen er solle zur Streitfrage innerhalb seiner Gewerkschaft Partei ergreifen. von dem Schwurgericht freigesprochen. Die Kosten des Untersuchungszu beantworten, ihm nur willkürliche Behauptungen entgegensetze, Es wird in dem Artikel sodann weiter ausgeholt zum vernichtenden verfahrens sowie die Gerichtskosten übernimmt die Gerichtskaffe. so hätte eine Fortsetzung der Debatte keinen Sinu und er breche Schlage gegen die Reichstags- Abgeordneten, Redakteure, Gewert- Bolliger erhält eine Entschädigung von 8200 Franks. Der Fall dieselbe deshalb ab. Das letzte Wort habe weder er noch die Re- schaftskartell- Vorsitzenden und ähnliche Arbeiterführer, die erregte feinerzeit in Züricher Kreisen großes Aufsehen und beschäftigte daktion der Volkswacht", sondern die Partei zu sprechen. ihr Mandat mißbraucht haben und noch mißbrauchen, seither die öffentliche Meinung. Todtenliste der Partei. Eine treue Anhängerin unserer Partei, um durch Verdächtigungen des Buchdrucker Verbandes, dessen Paris, 21. Nov.( W. T. B.) Die Deputirtenkammer nahm mehrere Frau Gelhaus in Rehme in Westfalen, die unter dem Leitung wie seines Organs, und Förderung einer Gegenorganisation Anträge mit 492 gegen 43 Stimmen an, wonach für Preßvergehen, Sozialistengeset, als viele Familien ihres Ernährers beraubt waren, den Verband lahmzulegen. Zum Schluß kommt der Artikelschreiber sowie für Vergehen gegen das Vereins- und Versammlungsrecht für Unterstützung der Darbenden sorgte, wobei man sie wegen zu folgender Erkenntniß: Amnestie gewährt wird. In den Wandelgängen war ein Gerücht Rollettirens in Strafe nahm, wurde am 16. November zur letzten Wir sind jederzeit objektiv genug gewesen, nicht die Partei als verbreitet, daß Oberst Picquart erst nach Veendigung der UnterRuhe gebracht. Wohl an 1000 Personen gaben der braven Mit- solche für diese Dinge verantwortlich zu machen, wenn es aber in fuchung gegen Dreyfus vor das Kriegsgericht gestellt, inzwischen aber tämpferin das letzte Geleit. derselben schon so weit gekommen sein sollte, daß jeder von persön- voraussichtlich provisorisch in Freiheit gesezt würde. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. lichen Leidenschaften oder Gehässigkeiten erfüllte Mensch namens der Wegen Herumtragens von Plataten mit der Auf- Partei die Bekämpfung von Arbeitern oder deren Organisationen schrift, wählt Pfannkuch!", die der Angabe des Druders zum Prinzip" erklären kann, wenn eine Abwehr persönlicher Anund Verlegers ermangelten, hatten einige Parteigenoffen in griffe und Gehässigkeiten mit dem Ausschluß aus der Partei geMagdeburg Strafmandate empfangen, die auf je 20 W. Lauteten. ahndet und damit zur Parteisache gemacht wird, dann Sie riefen gerichtliche Entscheidung an, was den Erfolg hatte, daß berzweifeln wir an dem Glauben, in der sozial die Strafe auf je 1 M. herabgesetzt wurde. demokratischen Partei die Vertreterin unserer Interessen zu erbliden." 1 Die Redaktion der Breslauer antworten. " Unternehmer- Derbände. " = Wir werden kaum dazu beitragen können, daß bei dem Verfasser der Glaube an die sozialdemokratische Partei befestigt wird, denn schließlich verlangt er von allen Partei- Angehörigen stille Anerkennung der Taktik des Buchdrucker- Verbandes, dazu werden sich unsere Parteigenossen wohl kaum bequemen. Paris, 21. November.( W. T. B.) Das französisch- italienische Handelsabkommen ist heute Nachmittag 2 Uhr zwischen dem Grafen Tornielli und den technischen Delegirten der betheiligten Minister abgefchloffen worden; der Abschluß des Abkommens wird heute Abend durch Austausch von Briefen zwischen dem Minister des Aeußeren Delcassé und dem Grafen Tornielli festgestellt werden. Madrid, 21. November.( W. T. B.) Heute Abend findet eine Sigung des Ministerrathes statt, in der über die Arbeiten der Pariser Friedenstonferenz berathen werden soll. Washington, 21. November.( W. T. B.) Nach Meldungen aus Paris heißt es in der Antwort Amerika's bezüglich der Philippinen, Amerita beabsichtige, die Philippinen als offene Thür für den Welthandel zu erhalten. Der außerordentliche Verbandstag der deutschen Bäckerinnungen tagte am Sonntag hier in Berlin. Der ganze Groll des verzopften Innungsfrauterthums gegen den Arbeiterschutz, besonders Berantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin Drud und Verlag von Max Bading in Berlin. Hierzu 1 Beilage u. Unterhaltungsblatt. Nr. 273. 15. Jahrgang. Die Unfreiheit der Presse in Rußland. endung der Volkszählung( am 31. Dezember) aufgehoben worden. So- io weit Staum vorhanden iſt. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 22. November 1898. ( Schluß.) Zu den Behörden, welche die Zensur um Schuß gegen die Bresse angehen, gehört auch die Direktion der kaiserl. Theater. Man muß sich in der That nur darüber wundern, daß es diesen weisen Mandarinen bis jezt noch nicht eingefallen ist, dem Publikum zu berbieten, im Theater Beifall oder Mißfallen zu äußern und sich dadurch auf das Gebiet der Urtheile, die lediglich der vorgesetzten Behörde" vorbehalten sind, zu begeben. Die Armee darf keinem Verdacht ausgesetzt werden; über sie dürfen keinerlei Gerüchte umlaufen. Im Jahr 1886 wurde wahrscheinlich zu demselben Zweck vorgeschrieben, nichts über die transtaspische Eisenbahn zu Brucken. Ueberhaupt unterliegt die Ordnung, die in dem Marineund Militäramt herrscht, keinerlei Kritik. zählungskommission, und diese sonderbare Verfügung ist erst nach Voll- Koppenstr. 90; Gottfr. Schulz, Admiralstr. 40 a; sowie an der Kasse, = gar Mittheilungen über die Verhandlungen des Kongresses der I. Abtheilung, Sonntag, den 27. November, nachmittags Syphilidologen in Petersburg im Jahr 1897 durften nach ihrer Durchficht 23/4 Uhr, im Lessing Theater: Nora( Ein Buppenheim), von dem Direktor des Medizinal- Departements in der Presse er: Schauspiel in 3 Atten von Henrik Ibsen. Die vom Ausschuß gescheinen. Die Verfügung des Ministers, durch welche dies an- plante Revisor- Aufführung muß technischer Hindernisse halber für geordnet wurde, stützte sich auf den berüchtigten§ 140 des Zenfur- eine spätere Serie verschoben werden. gesezes; die Frage über die Syphilisverbreitung scheint demnach in III. Abtheilung: Liebelei und 2umpenbagasch Rußland als eine geheime Frage von Staatsbedeutung" angesehen am 27. November im Friedrich Wilhelmstädtischen zu werden. Theater. Nachzügler können nur, soweit Staum ist, einen StehBereits im Jahre 1891 wurden alle Nachrichten über das plat erhalten.( Siehe heutiges Inserat.) Cholera Unglück der Kontrolle des Medizinal- Departements Der Vorstand. J. A.: G. Winkler. unterstellt. Am 13. Juni 1892 wurde verboten, in der Presse Artikel zu bringen, die eine Beunruhigung der Gesellschaft erregen. Aber die Cholera schritt vorwärts, ohne auf die Strenge der Zenjur für ebenso unerläßlich gehalten werden, wie das liebe ReserveEine Palästinafahrt dürfte von den wahren Patrioten bald Rücksicht zu nehmen, und gleichzeitig mit ihrem Auftreten loderten lieutenants- Titelchen und der contra naturam aufgewirbelte Schnurrauch Unruhen auf unter der in geistiger Nacht dahinlebenden Be- bart. Ein hiesiges Montagsblatt, dessen Herausgeber sich beharrlich völkerung, die durch das ewige Lied von der öffentlichen Ruhe und zu den Gojims rechnet, behauptet nämlich, von seinem Spezialder obrigkeitlichen Fürsorge eingelullt war und sich plötzlich in der Berichterstatter folgende Mittheilung aus Da ni astus erhalten zu Macht des schrecklichen Unglücks sah. haben: Die Stadt Damaskus hat unserem Kaiser eine Huldigung ohne gleichen bereitet und foeben war es, daß der Kaiser zu Chakir Pascha, dem Chef der türkischen Suite, äußerte:" Ich möchte doch, daß meine Berliner mal sähen, wie hier ein Herrscher empfangen wird." Am 30. Januar 1896 wurde ein Zirkular erlassen, durch welches geboten wurde,„ keine Nachrichten zu bringen über den Mord und die Verwundungen, die am 29. Januar auf der Podolskajaſtraße Im Hungerjahr 1891 war der Presse nicht nur die Mög ( in Petersburg) von einem Kosaten des Kosakenregiments der Leib- lichkeit genommen, die wahren Dimensionen des Unglücks, unter garde seiner Majestät verübt worden sind, da die Verfügungen über dessen Last das Volk zusammenbrach, festzustellen, sondern auch nach das Nichterscheinen von Artikeln und Nachrichten, die das Leben den Ursachen dieses Unglücks zu forschen- sie durfte nicht einmal einzelner Heerestheile berühren, ihre volle Kraft bewahren." ohne spezielle Erlaubniß seitens der Behörden zu Spendeleistungen zu gunsten der Hungernden auffordern( Birkular vom 12. November 1891). Als die Krönungstatastrophe auf dem Chodinskyfelde zu Moskau ausgebrochen war, erfolgte sofort entwirft er denn auch in hübschen, von Patriotismus durchwehten Gewissenhaft, wie der Spezialberichterstatter nun einmal ist, eine Verfügung, über dieses Ereigniß keine falschen und über- Stilblüthen das Schauspiel, das des Kaisers Berliner„ mal sehen triebenen Nachrichten zu bringen, die mit den Berichten, welche im müssen". Regierungsboten erscheinen werden, nicht übereinstimmen"( Birkular vom 13. Mai 1896). in der Also die Regierung in ihrer gesammten Zusammenfegung vom Baren bis zum gemeinen Soldaten, vom Staatsrath bis zum KreisHauptmann, vom Minister bis zum Spigel ist mit einem Benfurnebel umhüllt, hinter dem man nichts sehen kann. Einen ähnlichen Nebel deckt die Oberverwaltung für Preßangelegenheiten über das öffentliche Leben. Auch über die Fragen, die das Leben verschiedener Voltsklassen berühren, ist die legale Bresse genöthigt, mehr zu schweigen als zu reden. Schon am Bei Beginn der Unruhen Schon das Publikum, das unterwegs den Zug begrüßt, äußert seine Freude darüber, daß Wilhem II. in einem der vorübersausenden 28. November 1888 wurde den Preßorganen, die ohne Präventiv Universität im Jahre 1896 verbot die Regierung, Mittheilungen 28agen sigt, nach dem Spezialberichterstatter überaus originell: " darüber zu drucken, bis eine neue spezielle Verfügung erscheint" ( Zirkular vom 20. November 1896). Im Jahre 1892 erfolgte das Verbot, Nachrichten über die angeblich bevorstehende Revision des Programs, die Verkürzung des Gymnasialkurses u. s. w. zu bringen, und nach vier Jahren wurde dies Verbot wiederholt. " " " Die Leute sind aus Leibeskräften vergnügt, in seltsamen flügelmännischen Geberden wiegen, drehen und wenden sie sich, ihre Arme gehen wie Windmühlenflügel, dann hüpfen, tanzen und singen sie ihre Volksweisen, in chromatischen Tonfolgen näselnd, plärrend, quiekend stundenlang, sich hinauf- und hinunterwürgend in dem monotonen Tonchaos." Observanz: " Die jungen Weiber und Mädchen in Libanon und in Damastus bringen, um ihrer Freude und ihrem Frohsinn überhaupt Ausdruck zu geben, vibrirende Kopftöne in den höchsten Tonlagen in choro hervor, das klingt wie Schellenklang, Taubengegirr ind helltönendes, melodisches Gewieh er, die Mädchen machen dabei das vergnügteste Gesicht von der Welt, aus den dunklen Augen blitt Lebenslust, Uebermuth und Intelligenz. tundgegebenen Freudenausbrüche immer noch nicht den Superlatis Nun bedenke man, daß diese in den höchsten Tonlagen in choro" des Entzückens bilden, mit dem in Damaskus ein Herrscher empfangen wird. " Bei dem eigentlichen Einzug durch die Triumphstraße ging es immer nach dem Spezialberichterstatter folgendermaßen zu: „ Ein dröhnender und von den Bergen schrecklich wiedertönender Kanonendommer erfüllte die Luft und hunderttausende, die dichtgeteilt die Wege einsäumten, erhoben ein Freudeng eschrei, jenes wiehernde Jubeln, Tosen, Toben, Jauchzen, Jascha- Rufen, das in solcher Mächtigkeit, Leidenschaftlichkeit wohl noch nie gehört worden ist. An der Damascener Fanatismus, der schon ungezählte tausende von Christen zum Opfer gefordert, konzentrirte sich zu einer Freudenkundgebung, die in ihrer Art etwas Ergreifendes und Fascinirendes hatte. Und so drängten über Militär und Polizei hinweg die Tausende hinter dem kaiserlichen Zuge her, Kavallerie, Infanterie, Wagen, Pferde, Kinder, Weiber, Greise ballten sich zu einem wunderlichen Chaos." zenfur erscheinen, vorgeschlagen, sich überflüssiger und leidenschaftlicher Urtheile über die städtischen Wahlen und die Regierung 3 maßnahmen, die sie regeln sollten, zu enthalten. Ant 7. Mai 1893 wurde es verboten, fünftig irgendwelche Artikel zu bringen über die Art und Weise, wie in dem Fall, daß die städtischen Wähler nicht alle Stadtverordneten gewählt haben, das Manto an Stadtverordneten seitens der Regierung vervollständigt Diese aus orientalischer Mannesbrust hervorbrechenden Gefühle Im Jahre 1890 schickte die Oberverwaltung mit Rücksicht auf find aber noch garnichts gegen den Patriotismus weiblicher Die Berichte über die Sizungen der Stadt- die umlaufenden Gerüchte, daß einige Personen die absurde und verordneten- Versammlungen fönnen auf grund des Zenfurgesetzes in dreiste Absicht haben, einen Protest gegen eine angebliche der Presse nur mit Genehmigung des Stadthauptmanns erscheinen. Unterdrückung der Juden zu erheben", an die Redaktionen Während die Zensurbehörde so aufs sorgfältigste die Inter- den Befehl, einen derartigen Protest nicht zum Abdruck zu bringen, essen und die Ruhe der höheren Klassen und mit der Drohung, im Uebertretungsfall ihre Organe zu verbieten. Personen schützt, die in der einen oder anderen Weise ihre Am 13. Oftober 1897 erfolgt die Verfügung, eine zeitlang keine Hand an das fiskale und gesellschaftliche Eigenthum gelegt haben, Artikel des Professors Gersewanoff über die techverhält sie sich gegenüber den Interessen und Bedürfnissen der Arnische Bildung zu bringen. Diese Verfügung, die erst am beiterklasse der landwirthschaftlichen wie 31. Dezember 1897, als die Frage über die technische Bildung schon der industriellen in hohem Grade feindselig. in hohem Grade feindselig. Im aus den Zeitungsspalten fast ganz verschwunden war, aufgehoben Jahre 1894 wurde unter dem Vorsitz des Gehilfen des Ministers wurde, ist um so bemerkenswerther, als sie nicht einen den Behörden des Junern, Sipjagin, ein besonderes Kollegium eingesetzt als verdächtig bekannten Schriftsteller betraf, sondern einen Mann, für Berathungen über die Auswanderung der Bauern aus der im Regierungsdienst den sehr geachteten Posten des Direktors ihren Heimathsorten; aber der Presse wurde befohlen, über des Eisenbahnen- Ingenieur Instituts inne hat. diese Berathung und ihre Resultate zu schweigen( Verfügung vom Am 4. Januar 1897 wurde der Einzelverkauf der Zeitung 5. April 1894). Desgleichen wurde am 2. Juli 1895 verboten, Utro" verboten; wieder erlaubt wurde er am 4. Februar. Zur irgend welche Nachrichten zu bringen über eigenmächtige Aus- selben Zeit wurde die erste Verwarnung der Zeitung„ Lutsch" wanderungen der Bauern, sowie über Maßnahmen, die aus ertheilt, deren Einzelverkauf zugleich verboten wurde. Am 10. Januar diesem Anlaß von der Regierung getroffen werden." Nicht weniger erfolgte die zweite Verwarnung an die Zeitung Chosjain"( der feindselig steht die Zenjur der Besprechung der Lage der Landwirth). Am 14. Februar wurden der Einzelverkauf des Fabritarbeiter gegenüber. Die in den letzten Jahren unter Grashdanin" und des Swjet", am 15. Februar der„ Glasnost" Sen städtischen russischen Arbeitern erstartte Bewegung kommt in den verboten; neu erlaubt wurde der Einzelverkauf dieser drei Zensurmaßnahmen flar zum Ausdruck.„ Mit Rücksicht darauf, daß Zeitungen am 16. März. Am 27. Februar wurde die Zeitung in einigen Zeitungen( den Peterburgstija Wjedomosti",„ Shu Minskij Listok" auf acht Monate verboten. Am 28. Februar erOtjetschestwa"," Nowoje Wremja") Artikel erschienen waren, die den folgte das Verbot des Einzelverkaufs der Zeitung Ruß"; neu erlaubt Zustand unserer Fabriken und das gegenseitige Verhältniß der wurde er am 8. Mai. Am 15. März wurde die Zeitung„ Samarstij Arbeiter und der Unternehmer behandelten," beschloß der Minister Wjestnit" auf vier Monate unterdrückt. Am 8. April erfolgte das des Innern, auf grund der§§ 140 und 156 der§§ 140 und 156 des Zenfur- Verbot des Einzelverkaufs der Nowosti"( erneuert am 8. Mai). und Preßgesezes: das Erscheinen solcher Artikel gänzlich zu Am 17. Mai wurde die Zeitung, Sibirskij Wjestnit" auf acht Monate berbieten, denn sie können, da sie in einer tendenziösen verboten. Am 20. Mai erhielt die Zeitung" Chosjain" die dritte Richtung geschrieben find oder falsche Thatsachen mittheilen, Verwarnung und wurde auf zwei Wochen unterdrückt; nach ihrem einen wesentlichen Schaden stiften." Die offensichtliche Absurdität Neuerscheinen wurde sie der Präventivzenfur unterstellt. Am 21. Juni des Vorwandes für diesen Beschluß verhinderte jedoch durchaus nicht, wurde die in lettischer Sprache in Riga erscheinende Zeitung Desnaja daß noch einmal am 8. Juni 1896 das Verbot wiederholt Lapä" auf acht Monate verboten. Desgleichen am 28. Juni der wurde, Artikel über Ruhestörungen in den Fabriken, sowie über das„ Odesstij Listot" auf zwei Monate; dieses Verbot wurde übrigens gegenwärtige Verhältniß der Unternehmer und der Arbeiter zu vor Ablauf dieser Zeit, nämlich am 21. August, aufgehoben. bringen. Die Wiederholung des Verbots war nöthig, um mit- Mit der zeitweiligen Abreise des Zensurchefs Solowjoff ins theilungen in der Presse über den großen Streit der Ar- Ausland trat für die Presse ein kurzes Athemholen ein; nach seiner beiter der Petersburger Textilfabriken, der im Rückkehr begannen von neuem die Wuthausfälle der Zensur. Am Frühling des Jahres 1896 stattgefunden hatte, zu verhüten. Es 10. November wurde der Zeitung Rufftij Trud" die erste war jedoch unmöglich, diesen Riesenstreit ganz todt zu schweigen, Verwarnung ertheilt für eine dreiste Ausdrucksweise über die Daher entschloß sich die Regierung zu einer anderen Tattit diesem orthodoxe Geistlichkeit." Am 14. November fand dieselbe Maßnahme Ereigniffe gegenüber. Nachdem sie im Regierungsboten" einen Anwendung gegenüber der Zeitung" Swjet", die einen Aufruf der fehr unvollständigen Bericht über den Streit gegeben hatte, schlug Warschauer Studenten in Sachen der sechs Professoren abgedruckt„ Berliner Tageblatt zu lesen: Renter's Spezialdienst meldet, daß Patriotismus. Zur Nachachtung für Berliner Patrioten steht im fie am 18. Juli 1896 den Redaktionen vor, in den Betrachtungen hatte, welche die Errichtung eines Denkmals von Murawjeff begrüßt Beirut für den Empfang des Kaisers die ganze Jahressteuer über diesen Gegenstand nicht aus dem Rahmen des im Regierungs- hatten. Am 15. November wurde den Zeitungen Mirowije boten" gebrachten Berichts hinauszugehen und mit der äußersten Otgolosti"," Syn Otjetschestwa"," Narod" und der in deutscher erausgabte. Bei ihrer Ankunft hatten die türkischen BegleitVorsicht die Mittheilungen zu benußen, die ihnen aus anderen Quellen Sprache erscheinenden St. Petersburger Zeitung", welche diese schiffe der deutschen Kaiserflottille teine Kohl en mehr. Niemand möglicherweise zugehen werden, sowie mit Vorsicht von der Be- Mittheilung des" Swjet" abgedruckt hatten, das Recht entzogen, Verleihung der Pascha würde als eine Art von Aufgeld hierzu wollte ihnen Kohlen auf Borg geben, bis ein Händler sich gegen die trachtung dieser Ereignisse... zu Schlüssen über die allgemeine private Anzeigen zu drucken; ein Recht, das ihnen erst am Lage der Fabrikarbeiter überzugehen." Da der Minister also nicht 29. November wiedergegeben wurde. Am 15. November wurde entschloß. im stande war, den Streit todtzuschweigen, so gab er wenigstens der auch der Einzelverkauf des„ Russtij Listok" verboten( neu erlaubt Die Ziethen Angelegenheit kommit mehr und mehr in Fluß. Presse zu verstehen, daß dies Ereigniß als ein harmloses zu betrachten am 15. Dezember). Am 29. November wurde das Drucken privater Von Tag zu Tag erweitert sich der Kreis derer, welche die Uebersei, das in keinem Zusammenhang mit der allgemeinen Lage der Arbeiter Anzeigen im Petersburgstij Listok", am 1. Dezember in den zeugung von der Unschuld des jetzt über fünfzehn Jahre im ſtehe und fast ganz zufällig sei. Aber bereits am 4. Januar 1897 Birshewija Wjedomosti" und dem Russkij Trud" verboten; diese 3uch thaus zu werden schmachtenden Ziethen gewonnen haben erfolgte eine neue Verfügung, keine Artikel und Notizen überhaupt Verbote sind am 15. und 18. Dezember wieder aufgehoben worden. und entschlossen sind, nicht eher zu ruhen und zu rasten, als bis das mehr über die Arbeiterfrage zu bringen. Die Presse wird also ge- Durch die Verfügung vom 7. Dezember verbot der Minister des Recht gesiegt hat und der schwere Justizierthum gefühnt ist. Und zwungen, die brennendsten Fragen des Voltslebens todt zu schweigen. Innern die Warschauer Zeitung„ Gazeta Polska" auf sechs Namen vom besten Klang in der Welt der Journalistit, Kunst, Sie soll ein passiver und stummer Zeuge der Raubzüge des Adels Monate. Am 10. Dezember beschlossen die Minister des Innern, der Literatur und Jurisprudenz sind unter denen, welche den Kampf und der Stadtväter, des Ruins der Dörfer und der schonungslosen Voltsaufklärung, der Justiz und der Oberprokurator des Synods, aufgenommen haben, und demnächst in die Oeffentlichkeit treten Ausbeutung der Fabrikarbeiter sein; sie soll den Kämpfen der die Monatsschrift Nowoje Slowo" gänzlich zu verbieten. Am arbeitenden Klasse um ihr Recht zusehen, ohne zu wagen, die Sympathie 13. Dezember wurde der Zeitung„ Sibir" die zweite Verwarnung für sie zum Ausdruck zu bringen, noch der gesammten Gesellschaft klar ertheilt. Am 18. Dezember wurde der Einzelverkauf des„ Utro" zu machen, wie entseßlich im Grunde ihre Lage ist. Mit gebundenen verboten. Endlich am 31. Dezember wurde die Zeitung„ Kasbet" auf Händen steht die legale Bresse dem Voltselend gegenüber, abseits acht Monate verboten. von dem kühnen Kampf, den die Arbeiterklasse hier oder da auf eigenes Risiko hin eingeleitet hat. " " städter wird eingestehen müssen, daß er, was Begeisterung betrifft, Der wahrhaft national gesinnte Theil des deutschen Reichshauptauch nicht entfernt an die Damascener tippen kann. Da muß man fleißig von den Vorbildern lernen. zahlreiche Schaaren solcher Patrioten, die sich's leisten können, studienWir zweifeln nicht daran, daß halber der syrischen Hauptstadt zueilen. Sie werden dort auch nach der Nückkehr des deutschen Kaisers genug Gelegenheit zum Lernen haben. Denn immerhin war Wilhelm II. den Damascenern doch nur ein fremder Herrscher, ein Monarch, von dem sie vorher in ihrem Leben kaum gehört hatten. Wie muß da erst die Begeisterung an den gewiß zahlreichen nationalen Festtagen in Damastus aufflammen! Wer aber ein Patriot ist und sich eine Orientreise nicht leisten kann, für den bleibt die Hoffmmg offen, daß der patriotische Orient zu ihm fomme. Wie wir hören, sind schon einige geschäftss gewandte Damascener unterwegs, um in Berlin eine patriotische rainirschule einzurichten. werden. Auch im Ausland fängt der Fall Ziethen an, Aufsehen zu erregen namentlich in Frankreich, wo der Fall Dreyfus das Gewissen der Nation geschärft und die Möglichkeit verhängnißvoller Justizirrthümer jedem offenbart hat. Im Jahre 1898 wer die Zensur noch strenger als im voran Geistesfreiheit und Geistesfreiheit ist zweierlei. Jm glid gegangenen. seligen Preußen haben wir sogar einen Minister für GeistesJm Jahre 1889 wurde verboten, die Protokolle derjenigen In den letzten drei und dreiviertel Jahren sind zu verzeichnen: freiheit. Wenigstens hat der preußische Kultusminister Bosse Sigungen der Börsenkomitees sowie der ökonomischen Gesellschaften 8 Fälle der Entziehung des Rechtes, in Zeitungen Privatanzeigen fürzlich auf dem Frenzelfest behauptet, ein solcher Mann zu zu veröffentlichen, in denen die Tariffrage behandelt würde. zu drucken, 19 Verbote des Einzelverkaufs von Zeitungen, 19 Fälle sein. Beweis, daß die Geistesfreiheit sich in Preußen eingehender In dem folgenden Jahr wurde verboten, etwas etwas über die zeitweiliger Verbote von Preßorganen, 7 Fälle von Ertheilung Aufmerksamkeit erfreut: das Strafgesetzbuch, Plößensee, das Empors, Getreidetarife zu drucken, solange der Presse darüber keine der ersten Berwarnung, darunter 2 an Monatsschriften und 5 an wuchern einer giftigen Orthodoxie, der Zwang gegen Dissidentens neue amtliche Verfügung zugehen wird", und im Jahre 1893 wurde Zeitungen, 2 Fälle von Ertheilung der zweiten Verwarnung finder, den Religionsunterricht zu besuchen, die Maßregelung vorgeschrieben, den doppelten Zolltarif ausschließlich unter einem an Preßorgane, 3 Fälle der Ertheilung der dritten Verwarnung mit jüdischer Lehrerinnen und manche andere ebenso liebliche Er wirthschaftlichen Gesichtspunkt zu betrachten, ohne die Vermuthung Unterstellung der betreffenden Organe unter eine Präventivzenjur, fcheinung. auszusprechen oder anzudeuten, daß ihm eine feindselige Tendenz und 3 Fälle vollständiger Unterdrückung von Preßorganen( der gegenüber Deutschland innewohnt. Im Februar 1894 erfolgte das Beitungen Russkaja Shifnj" und" Ardsagan" und der MonatsBerbot, über den Handelsvertrag mit Deutschland schrift" Nowoje Slowo". Wahrhaftig, wenn der Vater die Presse zu schreiben, so lange er im Staatsrath durchberathen wird". mit Ruthen züchtigte, so züchtigt sie der Sohn mit Storpionen. Die Presse muß infolge der Maßnahmen, die ihr gegen über getroffen werden, jedesmal schweigen, sobald eine wichtige allgemeine Angelegenheit in Angriff genommen wird. Als vor zwei Jahren die allgemeine Volkszählung vorgenommen wurde, verbot die Oberverwaltung durch die Verfügung vom Die Freie Volksbühne veranstaltet ihren zweiten 25. November 1896, in der Presse irgendwelche Nachrichten über die Projektionsvortrags- Abend am Mittwoch, den 23. NoThätigkeit der lokalen Volkszählungs- Kommissionen vor Bollendung vember, abends präzise 8 Uhr, in Keller's Festsälen. Dr. Wilhelm der gesammten Zählungsoperation in sämmtlichen Ortschaften, Meyer, früher an der Urania, wiederholt das Thema„ Um die Erde das heißt vor dem 1. Februar 1897, zu bringen. Das Zirkular von Bol zu Bol" mit 200 Lichtbildern. Entree für jedermann 25 Pf. bom 3. Dezember 1896 gestattete überhaupt das Erscheinen von Einlaßtarten auch für Nichtmitglieder bei: Beyer, Nachrichten, die auf die Volkszählung bezug haben, in der Presse nicht Veteranenstr. 13; Charlet, Ackerstr. 154; Zubeil, Lindenstr. 106; anders als mit Genehmigung des Bizepräsidenten der Ober- Volts- Böttger, Marheineke: Platz 11; Niemeyer, Weberstr. 19; Kothe, Lokales. Im barbarischen Japan ist man nicht so glücklich, ein Ministerium für Geistesfreiheit zu befizen. Zu welchen schrecklichen Zuständen dieser Mangel führt, zeigt eine Mittheilung, die wir unter Bücherbesprechungen versteckt in der frommen KreuzBeitung" finden. Dort heißt es in der Rezension eines Buches, welches das geistige und soziale Leben des japanischen Volkes bea handelt: " " Den religiös indifferenten Standpunkt der höher gebildeten Japaner bezeichnet wohl am treffendsten der große Staatsmann to mit den Worten:„ Ich betrachte die Religion als ganz unnöthig für das Leben eines Boltes. Wissenschaft steht hoch über dem Aberglauben, und was ist jede Religion, sei es Buddhismus, sei es Christenthum, anderes ala Aberglaube und deshalb eine Quelle der Schwäche für cin Bolt? Ich beklage die Tendenz zum Freidenkerthum und Atheismus, die in Japan fast allgemein Herricht, durchaus nicht, denn ich erblide darin teine Gefahr für die Nation." Möchte Herr Bosse sich nicht der Japaner erbarmen und Herrn to auf dem Ministersessel ablösen? Das deutsche Volt würde gehen. dem aldeher die Erlaubniß, den Anschlag über die Versammlung[ Die Stadtverordnetenwahl in Charlottenburg, welche dort am schwarzen Brett der Universität anzubringen, verweigert hat. geftern in der III. Abtheilung des 6. Wahlbezirks stattfand, fand Sehr schwere Verletzungen hat sich infolge unvorsichtigen nur eine geringe Betheiligung. Von 3994 eingeschriebenen Wählern umgehens mit einem geladenen Revolver in der Nacht vom Sonn gaben nach dem vorläufigen Wahlergebniß nur 745 ihre Stimme ab. abend zum Sonntag der Gastwirth Karl Gothmann, der Auf den Kandidaten der Liberalen, den Kaufmann Otto Gis. Andreasstr. 64, zugezogen. C. war, wie bereits gemeldet, in legter demokratie, unsern Barteigenossen Baul Hirsch, 206 Stimmen. Bächter der Bäckerherberge auf dem Grundstück der„ Concordia", mann, entfielen 589 Stimmen, auf den Kandidaten der Sozialgeit mehrfach von Zuhältern belästigt und bedroht worden; er frug C. war, wie bereits gemerset, Eismann ist somit gewählt. daher einen geladenen Revolver bei sich. Als er am Sonnabend Aus Nixdorf. Zwischen unserer Gemeindeverwaltung und dem nach Schluß des Geschäfts den Revolver ablegte, entlud sich das Kreise Teltow ist nunmehr der Vertrag wegen Ausscheidens Rirdorfs Geschoß und zerschmetterte ihm die rechte Hand durch etwa zwanzig aus dem Streise am 1. April 1899 formell abgeschlossen worden. Die Schrotförner. E. mußte nach Anlegung eines Nothverbandes noch wählerlisten für die Stadtverordnetenwahlen der zukünftigen Stadt nachts 3 Uhr das Krankenhaus am Friedrichshain aufsuchen und sollen bereits im nächsten Monat aufgestellt werden und die Wahlen dürfte nach Aussage der Aerzte zeitlebens die Beweglichkeit der Finger selbst sollen im Januar 1. J. stattfinden. Die Wahlen erfolgen, wie eingebüßt haben. bei den bisherigen Gemeindewahlen, in drei Abtheilungen, schon aus Mitleid mit Japan- gewiß gerne auf den Tausch einEin Opfer des Sozialistengefehes. Zu diesem Artikel, in dem wir am letzten Freitag das tragische Ende unseres Parteigenoffen Winter schilderten, wird uns von einem der damals Verhafteten geschrieben: Zur Richtigstellung möchte ich bemerken, daß nicht diensteifrige Spigel an dem traurigen Juli- Abend des Jahres 1887 etwas ausgefundschaftet hatten. Soviel Jntelligenz als hierzu nöthig ist. hat diese verächtliche Menschenforte wohl me an den Tag gelegt. Gs war, wie leider gesagt werden muß, ein Verräther aus den eigenen Reihen gewesen, ein Mann, der der Versuchung, die fich an so viele herangedrängt hatte, nicht zu widerstehen wußte. Die am genannten Tage versammelten Personen bildeten das Ein Zusammenstoß zwischen einem elektrischen Straßenbahn- und zwar hat jede Abtheilung 16 Stadtverordnete zu wählen. Unsere Zentralfomitee. Der Verräther hatte unter einem Vorwande seinen wagen der Linie Treptow- Dönhoffplatz und einem Omnibus der Genossen werden gut thun, bei Zeiten sich auf die Wahlen vorStellvertreter in die Sigung gesandt. Obgleich die Polizei einer Linie Hallesches Thor- Landsberger Thor trug sich gestern, Montag, auf dem ehemaligen militärfistalischen Terrain an der Hasenhaide zubereiten. Die Entwässerungsleitung zwischen den Grundstücken Großthat sicher war, war sie doch enttäuscht, denn es gelang ihr nur, vormittags um 10%/ 4 Uhr an der Ecke der Ritter- und Lindenstraße und der Nixdorfer Pumpstation ist nunmehr in allen Theilen fertigfieben Personen zu verhaften, während ihr doch acht Wann signalisiri zu. Der Omnibus, der auf den elektrischen Wagen auflief, als dieser gestellt worden. Von den auf der Südseite der Hafenhaide neuvon der Ritter in die Lindenstraße einbog, verlor seine Deichfel, Das hing so zusammen: Wir mußten stets auf ein außer die zertrümmert wurde. Personen wurden nicht verlegt, auch die erbauten 28 Wohnhäusern find 27 bereits an diese Leitung an ordentliches Ereigniß gefaßt sein und richteten es daher in jeder Pferde kamen unversehrt davon. Der Omnibus wurde durch Herbei- geschlossen worden. Nunmehr wäre es aber auch an der Zeit, die daß der Kassirer erst nach uns schaffung einer neuen Deichsel nach einer Viertelstunde wieder unhaltbaren Zustände auf dem Bürgersteig vor dem Turnplatz endlich den Versammlungsort verließ. So konnte denn auch an betriebsfähig gemacht. Die Fahrgäste, die darauf nicht warten wollten, zu regeln indem der Fiskus das für Verbreiterung des Bürgersteigs dem Unglücksabend, als nothwendige Terrain abtritt. A die in die Uniformen von erhielten ihr Geld zurück. Pferdebahnschaffnern gesteckten Polizisten bereits bei der Arbeit Furchtbar verbrannt ist Sonntag Nachmittag der Malermeister Der Selbstmordversuch zweier Schwestern verursachte am werden. Es ward ihm möglich, sich zu retten und die immerhin zustellen, hatte er Wachs und Terpentin auf die Kochmaschine gesetzt erhoben sich plötzlich von ihren Sißen und sprangen, einander an unserm Kassirer noch rechtzeitig ein Zeichen gegeben. Peschte, Elsasserstraße 16. Um eine Wachsfarbe Her Sonntag in Stralau Aufsehen. Baffanten bemerkten auf dem Waffer ein fleines Boot, in welchem zwei junge Mädchen saßen. Diese erhebliche Geldsumme, die er bei sich führte, in Sicherheit zu bringen. und sich schlafen gelegt. Die Masse war jedoch übergekocht und Bir sieben Berhafteten wurden nach dem nächsten Polizei- Revier- hatte die Küche in Brand gesetzt. Die zufällig in die Küche tretende der Hand haltend, in die eisigen Fluthen. Der Vorfall ereignete fich bureau transportirt. Dort gaben sich bei dem anwesenden Kriminal- Ehefrau des Peschke schrie um Hilfe, da sie bei den Be- vei Meter vom Lande entfernt; einem der Zuschauer gelang es, tommissar Schöne abermals Zeichen der Enttäuschung kund. mühungen, den Brand zu löschen, von den Flammen er- as Boot mit einer langen Stange zu erfassen und ans Ufer zu Erzählte die Häupter seiner Lieben und sieh, es waren faßt war. Dem herbeieilenden Ehemann gelang es zwar, ziehen. Schnell sprangen drei Männer in das Fahrzeug und es fieben. Lange währte unsere Freude leider seine Frau den Flammen zu entreißen und den Brand zu erstiden, gelang ihren vereinten Bemühungen, die beiden bereits unternicht. Als wir am nächsten Mittag vom Mollenmarkt, wohin man doch fingen dabei seine eigenen Kleider Feuer. Beide stürzten nun gegangenen Mädchen zu retten. Die Schwestern gaben an, durch uns in der Nacht gebracht hatte, nach Moabit ins Untersuchungs- hilferufend nach dem Ballon. Die mittlerweile erschienene Feuer- unglückliche Liebe zu ihrer That getrieben worden zu sein. 201 gefängniß geführt waren, fanden wir dort auch unseren Kassirer vor. vehr legte dem schrecklich verbrannten und bereits bewußtlos geworden waren. Zusammenkunft so ein, statt acht nur Man hatte ihn morgens früh aus dem Bette heraus verhaftet. Unsere Angelegenheit wurde von Staatsanwalt mit einer anderen Sache, in der ein Parteigenosse namens Ferkel schon am 24. Juni desselben Jahres verhaftet worden war, verbunden, und der Prozeß hieß offiziell Feckel und Genossen". Der Verräther wurde erst später entlarvt. Eine Polizeithat. Gewidmet von den Parteigenossen Berlins zum Andenken an den im Kampfe gefallenen Genoffen". Also stand, wie wir am Freitag berichtet haben, auf der Schleife des Kranzes zu lesen, der dem Andenken imseres am 16. November 1887 gestorbenen Parteigenossen Winters gewidmet worden war. Als das Grab inferes Vortämpfers am Freitag von einigen Genossen besucht wurde, fand man die Widmung nicht mehr vor. Die Polizei hatte die Schleife tonfiszirt. Warum? Darum. Auch die scharfsinnigfte Gesellschaftsstüze dürfte Mühe haben, für diese Polizeithat einen plausibeln Grund auszudenken. Unsere Parteigenoffen aber werden nicht verfehlen, die Konfiskation bei paffender Gelegenheit im agitatorischen Sinne zu verwerthen. Vielleicht kann dies gefchehen, wenn uns wieder einmal in üblicher Weise vorgeworfen wird, daß wir jeglichen Pietätsgefühls bar seien. wordenen P. einen Nothverband an und sorgte für seine Ueberführung nach dem Hedwigs- Krankenhause. Das Feuer zerstörte die Einrichtung der Küche, sowie der Schlafftube und komite erst nach längerer Löschthätigkeit beseitigt werden. Gerichts- Beitung. und anderen 9 unt= Die elende Lage der Gefangenenaufseher in der Gefangenenanstalt Plößensee wurde wiederum in einer Verhandlung Großes Aufsehen erregte am Todtensonntage der Selbstmord- beleuchtet, welche gestern vor der 1. Straffammer des Landgerichts II versuch einer jungen Frau bei den Bewohnern der Schönhauser Allee. unter dem Vorfiz des Landgerichtsdirektors Meerscheim stattfand. Gegen 9 Uhr morgens brach in der Fehrbellinerstraße die 26 jährige Aus der Untersuchungshaft wurde der ehemalige Gefangenen am Weinbergsweg, wohnende Wittwe Sputer plötzlich zusammen. Aufseher Otto Hermann vorgeführt, welcher beschuldigt war, jeit Bassanten trugen die Leidende in einen Hausflur, um ihr dort die dem Jahre 1895 mit Gefangenen Durchstechereien betrieben zu erste Hilfe angedeihen zu lassen. Die Erkrankte bat wiederholt, fie haben. Auf den Rath seines Vertheidigers, R.-A. Wronker, legte der doch ja ruhig sterben zu lassen, da sie nicht weiter leben wolle. Auf Angeklagte ein offenes Geständniß ab. Er sei im Jahre 1892 verder nächsten Sanitätswache wurden Vergiftungserscheinungen bei der eidet worden. Bis zum Jahre 1895 habe er sich abgesehen Patientin erkannt und dieselbe dann mittels Krantenwagens nach von einer Disziplinarstrafe von 30 m. nichts zu schulden einem Krankenhause geschafft. Wie die Sp. eingestand, hat sie am tommen lassen. Morgen eine Quantität Oleum getrunken, um ihrem Leben ein Ende mehrere Gefangene in Er hatte damals in dienstwilliger Weise zu bereiten. Die Unglüdliche hat ihre beiden Kinder kurz hinterlegteren hatten sich die Zeit durch Kartenspielen vertrieben. Erst einer Belle untergebracht und die einander in diesem Jahre durch den Tod verloren und war seitdem im Jahre 1895 feien mehrere Gefangene mit der Bitte an ihn schwermüthig. Am Morgen begab sich die Frau nach dem Fried herangetreten, er Geld, hofe, puzte dort die Gräber ihrer fleinen Todten aus und trant Briefen, Nahrungsmitteln, Schnupftabat möge für sie Besorgungen auf dem Nachhausewege das Gift, nachdem sie auf dem Friedhofe erlaubten Dingen übernehmen. Anfangs habe er sich ge Der Friedhof der Märzgefallenen im Friedrichshain war am an der Ausübung des Selbstmordes, wie sie ursprünglich be- weigert, aber schließlich habe er fich dazu bereit finden Nachmittag des Todtensonntags von einem zahlreichen Bublikum beabsichtigt hatte, durch den starken Verkehr, der daselbst herrschte, ver- laffen. Das Gehalt 900 m. nebst freier Wohnung- habe sucht. Allgemein hörte man heftige Tadel über die geringe Pflege, hindert worden war. nur noth dürftig ausgereicht, um ihn und seine Familie zu ernähren und da sei er denn der Versuchung unterlegen. Auf die Frage des Präsidenten, wieso denn die Gefangenen gerade den Muth gefunden hätten, sich an ihn zu wenden, erwiderte der Angeklagte:„ Herr Präsident, es war in Plößensee allgemein bekannt, daß die Beamten mit den Gefangenen Durchstechereien betrieben und da haben sie sich auch an mich gewandt." Der Staatsanwalt wies untersuchung, und ob es damit zu Ende sei, wäre noch sehr fraglich. In den darauf hin, daß dies der dritte Fall sei, der zur Verhandlung gelange, zwei andere Fälle befänden sich noch im Zustande der VorAtten befände sich eine Notiz aus dem Munde eines Mannes, der es wohl wissen könnte. Es heiße darin:" In Plögensee ist immer geschoben worden und wird auch weiter geschoben werden". Der Staatsanwalt richtete an den Angeklagten die Frage, worden. In einem Seitenwege unweit des Denkmalplates fanden Ein Kindesmord ist am Sonntag im Friedrichshain entdeckt spielende Kinder die Leiche eines neugeborenen Knaben. die man der Stätte angedeihen läßt; weder der Rundweg noch Der Zeigefinger der rechten Hand wurde dem Sohn des die Gräber zeigten, daß aus Anlaß des Todtensonntags und Buchbinders von Büller durch das Zuschlagen der Koupeethiir abdes zu erwartenden starken Besuches irgend etwas für deren gequetscht, als letterer mit seiner Familie am legten Sonntag den abends Instandsegung gethan worden ist. Wie berichtet wird, sind in letzter 6 Uhr 30 Min. von der Warschauer Brücke nach Lichtenberg fahrenden Zeit mehrere Grabsteine und Kreuze durch Bubenhände beschädigt Bug bestieg. Dem unglücklichen Vater ist sehr daran gelegen, daß worden. Das wäre ja kein Wunder. Haben doch Neueste Nachsich die Zeugen dieses Vorganges mündlich oder schriftlich in richten"," Staatsbürger- Beitung" und ähnliche Blätter mit Eifer für feiner Wohnung zu Lichtenberg, Margarethenstr. 10 part., melden. Zerstörung des Friedhofes plädirt. Da ist es denn leicht begreiflich, daß besonders eifrige Patrioten auf eigene Rechnung und Gefahr ein bischen in Grabschändung machen. but well Wie die Pietät gefördert wird. Einen wenig erfreulichen Der IX. Beobachtungsabend des Vereins von Freunden der Abschluß fand die Todtensonntag- Feier auf dem neuen Friedhofe Treptower Sternwarte" am Mittwoch, den 23. d. M., verspricht besonders der Elisabeth- Gemeinde an der Prinzen- Allee. Um 5 Uhr ließ der intereffant zu werden. Voran geht abends 7 Uhr ein Vortrag im Bürger: Kirchhofsinspektor das große Einfahrtsthor und eine der kleinen faal des Nathhauses. Dieser gilt der Feier des 25jährigen Jubiläums der Nach einer Ansprache des ersten Nebenthüren schließen. Nur das zweite fleine Thor blieb geöffnet. Entdeckung farbenempfindlicher Platten. Ein Gendarm bewachte es, damit niemand mehr den Kirchhof be- warte, über die Bedeutung der farbenempfindlichen Platten für die Vorsitzenden, Herrn F. S. Archenhold, Direktors der Treptower Stern trete. Auf diesem aber befand sich eine nach vielen Taufenden Astronomie", wird der Entdecker derselben, Profeffor Dr. H. W. Vogel, zählende Menge von Männern, Frauen und Kindern. Sie wollte Vorsteher des Photochemischen Laboratoriums der Königlichen Techni nach und nach den Heimweg antreten, während immer noch Leute tamen, schen Hochschule zu Charlottenburg, einen Vortrag mit zahlreichen um in legter Stunde die Gräber ihrer Angehörigen zu besuchen. Da Demonstrationen über die Entwickelung der farbenempfindlichen Verfahren niemand mehr eingelassen wurde, so sammelte sich auch draußen und des photographischen Naturfarbendruds" halten. Nach kurzem, zwang bald eine Menge an. In und an dem kleinen Thore, das jedesmal losem Zusammensein im Rathhauskeller vereinigen sich die Mitglieder bei gerade eine Person durchläßt, gab es mun ein fürchterliches Ge- flarem Wetter um 9 Uhr zu einer gemeinsamen Fahrt nach der Treptower dränge, aus dem sich wüste Auftritte entwickelten. Frauen fielen in Sternwarte, um daselbst mit dem großen Fernrohr den Mond und auf der oberen Plattform der Sternwarte die an diesem Abend zu erwartenden Ohnmacht, Kinder schrieen zum Erbarmen. Einige Männer ver- Sternschnuppen des aus dem Biela'schen Kometen entstandenen Schwarms suchten, das große Thor zu öffnen, die Gendarmen aber hinderten zu beobachten. sie daran. Viele nahmen mum den Ausweg über die Kirchhofsmauer. Troßdem dauerte es eine Stunde lang, bis sich der Friedhof geleert hatte. Der Inspektor entschuldigte sich damit, daß er niemanden mehr habe einlassen dürfe, weil er dafür verantwortlich sei, daß nichts zertreten werde. Kommerzienrath Bolle und seine Söhne. Die Herren Andreas und Johannes Bolle versenden, wie die Märk. Bolts- 8tg." mittheilt, ein Rundschreiben, datirt vom 12. d. M., worin fie mittheilen, daß ihnen ihr Vater, Herr Kommerzienrath C. Bolle, Inhaber der Meierei Bolle, ihre Stellung in der Firma zum 1. Januar 1899 gekündigt habe. der Firma 18 Jahre, in den letzten Jahren als selbst ständige Leiter des gesammten Geschäfts, thätig. Die Ursache der Kündigung ist im Rundschreiben nicht angegeben. ob Bei dem unumwundenen er mit anderen Dienstkollegen unter einer Decke geſtedt daß er einmal einem aus Wien stammenden Gefangenen einen Brief habe. Der Angeklagte verneinte dies. Er erzählte dann, von dessen Frau eingeschmuggelt habe. In dem Brief seien zehn Gulden gewesen, er habe das Geld gewechselt und dem Gefangenen bis auf vier Mark, die er für seine Bemühungen zurückbehalten habe, ausgehändigt. Für andere Gefangenen habe er Packete mit Wurst und anderen Nahrungsmitteln eingeschmuggelt und zumeist einen Theil des Inhalts für sich behalten. Geständnisse des Angeklagten erübrigte jede Beweisaufnahme. Gefängnißbeamten in Plößensee so viele grobe Dienstverlegungen vor Der Staatsanwalt bezeichnete es als betrübend, daß unter den gekommen feien, dergleichen unlautere Glemente müßten ausgemerzt Theater. Im Schiller Theater wird die Ausgabe der Abonne- werden. mentshefte für das 2. Quartal Ende dieser Woche geschlossen. Die Ausgabe geurtheilter Diensttollege Korth, ins Zuchthaus. Er beantrage gegen Der Angeklagte gehöre, ebenso wie sein bereits früher abder Abonnementshefte, die Billets für 6 verschiedene Vorstellungen enthalten, erfolgt in der Billet- Abtheilung des Schiller- Theaters und in der Traut ihn zwei Jahre sechs Monate Buchthaus und die wein'schen Buchhandlung, Leipzigerstraße. Wolzogen's Romödie Das üblichen Nebenstrafen. Der Vertheidiger suchte dem Angeklagten Lumpengesindel" wird heute wiederholt. mit Rücksicht auf sein offenes Geständniß und darauf, daß er ja nicht mit Anerbieten an die Gefangenen herangetreten, sondern von ihnen verführt worden sei, mildernde Umstände zu erwirten und der Gerichtshof folgte in dieser Beziehung seinem Antrage. Das Urtheil lautete auf 2 Jahre 6 Monate GeAuch wurde dem Angeklagten die Befähigung Aus den Nachbarorten. V Feuerbericht. Montag Abend 7 Uhr entstand och str. 37 jedenfalls durch unvorsichtigkeit in der Waschküche ein Dachstuhl brand, der einen Theil der Dachkonstruktion einäscherte und mittels Am Sonntag ging Rheins eines Rohres abgelöscht wurde. bergerstr. 73 das Pappdach über einer Gießerei in Flammen fängniß. Beide waren in auf. enn str. 3 wurde durch einen Geistesgestörten ein Zimmer zur Bekleidung eines Amtes auf die Dauer von fünf Jahren ab= brand vorsäglich veranlaßt, doch konnte legterer noch im Steime er- gefprochen. ftickt werden. Ein Schornsteinbrand veranlaßte einen Alarm nach Ju dem Radtke'schen Brandstiftungsprozeß wurde die Das ist erklärlich. Liegt doch der Kündigung eine etwas ungewöhn- Weidenweg 4. Sonnabend Abend war Staligerstr. 106 ein Verhandlung gestern wieder aufgenommen. Frau Radtke erschien liche Borgeschichte zu grunde. Im Bolle'schen Geschäft ist ein alter, Pferd von einem elektrischen Straßenbahnwagen überfahren worden. gesundheitlich wieder so gekräftigt, daß sie an der Verhandlung frommer Herr noch jeden Tag rüstig auf dem Posten. Obgleich schon dem Die herbeigerufene Feuerwehr befreite das schwer verlegte Thier wieder Theil nehmen fonnte, doch ist sie völlig apatisch und die Greifenalter nahe, bleibt er doch allen Untergebenen ein Vorbild an aus seiner Lage. Antworten, die fie mit leiser Stimme auf die Fragen des Vorjünglingsfrischer Ausdauer und Geschäftigkeit. Auch sein Herz schlägt fizenden giebt, lauten fast immer dahin:„ Das weiß ich nicht!" trop langen Wittwerstandes noch jugendlich frisch, und zwar, wie die Die Beweisaufnahme ist sehr umfangreich, aber auch sehr eintönig, δα es sich in jedem einzelnen Falle um die Frau eines der jungen Herren Bolle im heiklen Augenblick entdeckte, für eine im Hause beschäftigte Wirthschafterin. Das III. Abtheilung haben außer am geftrigen Montag auch heute, handelt, die die Feuerwehrleute und andere Personen, die 3n den Kommunalwahlen in Köpenick. Die Wähler der Befundungen der persönlichen Wahrnehmungen und Eindrücke gab, um im Jargon der guten, von Sittlichkeit triefenden Gesell Dienstag, von 3-7 Uhr ihrer Pflicht zu genügen. Ein großer Theil als die ersten an der Brandstelle waren, gemacht und gewonnen schaft zu reden, einen Skandal. " Der alte Herr muß aus dem der wahlberechtigten Bürger hat eine amtliche Einladung zur Wahl haben und um die Feststellung, wie und wo jeder einzelne der fünf Haufe heraus," hieß es, denn wenn die Geschichte mit der Wirth bis zur Stunde nicht erhalten. Wir ersuchen daher jeden Wahl- Brände ausgekommen ist. schafterin bekannt wird, muß jeglicher Respekt im Geschäft berberechtigten, auch ohne diese Einladung zur Wahl zu erscheinen; fundeten, daß das Verhalten der beiden Eheleute vor und nach Eine ganze Anzahl von Zeugen beschwinden." Es war alles vorbereitet, um den alten, anfangs wer etwa zurückgewiesen werden sollte, wolle sich beim Wahlkomitee den Bränden ein in That der mehrfacher Beziehung verdächtiges etwas fonsternirten Herrn abzuschieben. unserer Partei im Klein'schen Lokale melden, damit wir nöthigenfalls gewesen sei, Radtke versichert aber allen diesen ZeugenGerade noch zur rechten Beit fehrte aber, wie die frommen Söhne zu ihrem Echrecken bemerken mußten, bei ihm in der Lage find, Wahlprotest zu erheben. die Fassung wieder. Hatte Herr Bolle sen. sich doch selber mit dem tüchtigen, der Maßregelung ausgesetzten Mann identifizirt. Herr Treptow: Baumschulenweg. Die Barteigenossen werden noch Bolle schrieb den beiden Siebengescheidten furz und bindig, daß mals auf die heute Abend in Speer's Restaurant stattfindende Vollssie die Wirthschafterin als das zu respettiren hätten, was sie jetzt sei, bersammlung aufmerksam gemacht. Irrthümlich ist der Anfang der nämlich als die angetraute Gattin des alten Herrn. Versammlung im Inserat auf 81/2 Uhr angegeben. Die VerfammWollten sie solches aber nicht, so möchten sie sich als getünbigt lung wird wegen der jedenfalls eintretenden Polizeistunde" aber betrachten. So tam es denn, daß die beiden Söhne sich entschließen pünktlich um 7%, Uhr eröffnet. Zahlreichen Befuch erwartet mußten, am 1. Januar dem Geschäft ihres Herrn Vaters Valet zu jagen. Wir sind teine Freunde des Herrn Bolle senior. Aber das hindert uns nicht, sein Handeln in diesem Falle als brav und ehrens boll zu bezeichnen. in " J. A.: Das Wahlkomitee. " Der Vertrauensmann. Pankow. Der nächste Leseabend des Arbeiter- Vereins findet am Dienstag 29 Uhr in Störr's Gesellschaftshaus, Mühlenstr. 24, statt. Um recht zahlreiches Erscheinen der Mitglieder ersucht Der Vorstand. ausfagen gegenüber immer wieder seine Unschuld und bes hauptete, daß alles, was ihm als verdächtig untergeschoben werde, bei näherem Zusehen ganz natürlich sei. Der Vorsitzende beabsichtigte, falls es der Gesundheitszustand der Frau Radtte erlaubte, die Ver handlung gestern zu Ende zu bringen. Da dieses Ende vor später Nachtstunde nicht zu erwarten ist, werden wir das Urtheil morgen mittheilen. Versammlungen. Die Stuckateure nahmen in ihrer Mitgliederversammlung_am 14. d. M. die Abrechnung vom letzten Quartal entgegen. Rohr= bach erstattete folgenden Bericht: Die Gesammteinnahme betrug 920,60 M. Die 65 pCt. der Einnahme für die Hauptkasse betrugen abzüglich einer Ausgabe von 11,25 M. 625,25 M. Der Bestand der Kajie vom vorigen Quartal belief sich auf 102,20 m. und erreichten die Einnahmen der Lokaltasse die Summe von 386,19 M., die Ausgaben 275,73 M. Hierauf wurde zum Verbandstage folgender Der Vorstand. Antrag eingebracht: Wenn der Verbandstag gewillt ist, ein eigenes Bom Verein findirender Frauen werden wir ersucht, mit- Tempelhof, Mariendorf. Die Mitglieder des Arbeiter zutheilen, daß der Verein am Dienstag, den 22. November, Bildungsvereins werden ersucht, die heute Abend 81/2 Uhr bei Gerth, abends 8 Uhr, Mohrenstr. 47 eine Versammlung abhält, in der Tempelhof, Dorfstr. 18, stattfindende Versammlung recht zahlreich zu Herr Privatdozent Dr. Simmel einen Vortrag über Psychologische besuchen. Dr. Ratkowski spricht über die Bekämpfung der LungenGrundlagen des Pessimismus" halten wird. Wir kommen diesem schwindsucht mit Hilfe der geseglichen Bestimmung der InvaliditätsWunsche umsomehr nach, als der Herr Neftor Geheimrath Professor versicherung." Gäste find willkommen. " Deutscher Senefelder.Bund, Nixdorf. Sizung am Mittwoch, den 23. November, abends 8 Uhr, Hermannstr. 199 bet stramer. Briefkasten der Redaktion. Wir bitten, det feber Anfrage eine Chiffre( swet Buch faßen oder eine Sabt anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll und die legt Abonnements quittung beizulegen, Fragen ohne solche werden nicht beant wortet und schriftliche Antwort nicht ertheilt Die juristische Sprechstunde wird Dienstags, Donnerstags und Freitags abends von 7 bis 8 Uhr abgehalten. Wagner. Ihre Mittheilung ist uns nicht recht verständlich. Vielleicht fommen Sie gelegentlich zu uns. 2. P. 1. Uns nicht bekannt. Organ zu gründen, so ist Berlin der Ansicht, dieses nach Möglichkeit würde, und als ein nothwendiges Korrelat dazu die unentgeltliche zu unterſtüzen. Deiselbe wurde gegen 2 Stimmen angenommen. Lieferung von Lehrmitteln, deren Empfang heute noch als Ebenso find die Anträge von Leipzig wegen der Beitragsbefreiung eine Armenunterstützung betrachtet werde, aus welcher dann die und von Hamburg betreffend das Mankogeld der Filialkassirer zu politische Rechtlosigkeit des Arbeiters die Folge sei. Auch die schulunterſtügen. Die Versammlung bewilligte den streikenden Glas- ärztliche Aufsicht sowie die Verabreichung von Frühstück an hungernde arbeitern in Hildburghausen 50 Schultinber jei eine Nothwendigkeit und feien mit der Einführung Köpenick. Am 18. d. M. fand hier im großen Saale des dieser Dinge an vielen Orten gute Erfolge in bezug auf den Serin Slein eine äußerst gut besuchte Versammlung statt, in welcher Gesundheitszustand und das Interesse der Kinder am Vaul Singer einen mit reger Aufmerksamkeit den Vere Unterricht erzielt worden. Ferner jammelten aufgenommenen Vortrag über die Notenbiglett ner daß die Sozialdemokratie durch Ortsitatul ein Berbot ber theiligung an den Stadtverordnetenwahlen hielt. Referent führte gewerblichen Arbeit der schulpflichtigen Kinder herbeiführe. an, daß gerade die Arbeiterklasse an der Grringung von Stadt Die Sozialdemokratie verwirft alle indiretten Steuern, weil diese verordnetenmandaten ein sehr großes Interesse habe, da die Arbeiter, ungerechte find. Auch die Gewerbesteuer sei eine ungerechte Steuer, L., Dresdenerstr. 36. Wir haben wiederholt Auskunft im Briefwem sie sich nicht an solchen Wahlen betheiligen, benachtheiligt würden. Denn sie besteuere den Verfuch zum Broterwerb. fasten dahin ertheilt, daß derartige Vereine in redaktionellen Theil unseres Die politische Organisation der Arbeiterklaſſe ſei die sozialdemokratische auch als erste Thätigkeit der Stadtverordneten nach der Wahl Blattes nicht berücksichtigt werden können. Partei, die einzige Partei, welche die Befreiung der großen Maffe gleichsam als erstes Geschenk, sollten diese den Antrag auf Errichtung icolai. Wiederholte Einsendung ist in diesem Falle nicht nöthig, da des arbeitenden Volkes von dem Doppeljoch der politischen Unter- eines Gewerbegerichtes stellen.( Beifall.) Wenn nun die Parteidrückung und der wirthschaftlichen Entartung erstrebe. Das was uns genossen in Köpenick ihre Kandidaten bei der Wahl durchbringen, so ein ständiges Sigungslokal angegeben ist. Veröffentlichung erfolgt regelheute auf dem Wege der Sozialreform, der Schulfrage, dem Steuer- dürfe man doch nicht annehmen, daß dadurch alle von ihnen gestellten An- mäßig monatlich einmal. J. R. Alles unter 1-5 Gewünschte erfahren Sie im Feuerbestattungsweſen u. f. w. unseren Forderungen an die heutige Geſellſchaft ent- träge angenommen werden würde; das würden felten der Fall ſein; aber Berein, Brettelle. 5. sprechend geboten wird, müssen wir als eine Wegzehrung auf unserm die Anwesenheit solcher" Hechte im Karpfenteich" habe oft schon Gilsbach, Köln. Der Beschluß ist in Nr. 261 des Vorwärts" erWeg, den die Arbeiterklasse zur Befreiung ihrer selbst geht, betrachten. Schädigungen der Einwohner und Steuerzahler vermieden. Mit wähnt. Die Grundlage für die Erzielung einer vernünftigen Kommunal- einem lebhaften Appell an die Wähler, daß jeder an dem Tage der verwaltung wäre nun freilich die Durchführung des allgemeinen Wahl seine Schuldigkeit thun möge, schloß der Referent unter reichem Wahlrechts für die Kommunalwahlen; aber gerade hierbei seien sich Beifall der Versammelten. alle anderen politischen Parteien einig in dem Bestreben, das zu hintertreiben. Selbst wo die Landesgesetzgebung die Einführung für städtische oder Gemeindewahlen zulasse, selbst da feien es jogar freisinnige" Stadtverordnete gewesen, die sich mit aller Macht Dagegen sträubten oder die gar ihre Macht dazu benußten, um das bestehende Wahlrecht zu verschlechtern, damit das arbeitende Der Referent geht nun zu einer Besprechung der Schulverhältnisse über, er kritisirt besonders das Bestreben der Regierungen, die den Gemeinden in der Ertheilung des Unterrichts Vorschriften über die Art desselben machten, die Häufung religiöser Lehrstoffe, die Bevorzugung der Kinder der Befizenden u. s. w. Redner verlangt demgegenüber die Einheitsschule, die von der Sozialdemokratie erstrebt Volk aus Witterungsübersicht vom 21. November 1898, morgens 8 1hr Stationen Barometer stand mm Windrichtung Windstärke Wetter An der Diskussion, zu welcher auch die anwesenden Gegner aufgefordert wurden, betheiligten sich nur wenige Genoffent und einwesenden mit den Ausführungen des Referenten einverstanden erklärten stimmig wurde eine Resolution angenommen, in welcher sich die Anund sich verpflichteten, alle ihresträfte zur Stadtverordnetenwahl einzu- Swinemde. 766 WSW 3 wolfig een, um den Kandidaten der Sozialdemokratie zum Siege zu verhelfen. Hautburg wurde die Versammlung mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie Wiesbaden 768 geschlossen. München 767 8 Uhr im Restaurant Miegel, Stralauerstr. 57: Mitglieder Versammlung Deutscher Senefelder.Bund. Mitgliedschaft Berlin. Heute Abendien 771 SO und Vorstandsfizung. 161b.bed. 1 bedeckt Temp. n. C. 5° G. 4° R. Stationen Barometerſtand mm richtung Wind 25aparanda 748 S 3Petersburg 1 Cort 2Paris 766 26 768 SS 15lb. bed. 1 Aberdeen 769 763 93 2 heiter 1 T Windstärke Wetter 2 Regen 3polkenl 3beiter Temp. n. 6. 15° 6.= 4° R. 1 1625 766 SO 15lb. bed. 1Nebel Wetter Prognose für Dienstag, den 22. November 1898. Zunächst wärmer, vorwiegend trübe mit Niederschägen und mäßigen Verein selbständiger Fensterputer. Heute: Sigung Alte Jakob westlichen Winden, nachher etwas fühler. straße 54/55 bei Mehrwald. Berliner Wetterbureau. Heute und Morgen Deale Tapisseriewaaren. Vorgez. Paradehandtücher Nachttaschen " Kragenkasten gestickte " 2005 Cravattenkasten 38 Pf. 15.Pf. 5 Pf. 28 Pf. 75 Pf. Löffelkorb mit Einlage How i 12 Pf. Pelzwaaren. weiss Thibet- Garnitur: Muff, Kragen und Barret, ganz auf Atlas gearbeitet. Kanin- Muff Murmel Muff auf Atlas Oppossum- Muff Collier mit Kopf schwarz Barret d 3 M. 35 Pf. 32 M. 75 Pf. 99 50" 39 75, 1, 35 2 99 " 50" eLeinen. Circa 1000 rein Leinen TischGedecke für 6 Personen 011 99 für 12 99 à 5 M.- Pf. á 9 29 50" 30 Pf. Einzelne Stuben- und KüchenHandtücher Stuck Leinen und nach Gewicht à Pfund 1 M. 35 Pf. bestehend in Handtüchern, Tischtüchern, Servietten etc. Magazin A. Lubasch, Kommandantenstr. 44/ 44a. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, 22. November. Opernhaus. Don Quixote. An fang 7 Uhr. Schiller- Theater Ditend- Garl Weiß- Theater. ( Wallner Theater). Dienstag 8 Uhr: Das Lumpengesindel. Mittwoch 8 Uhr: Schauspielhaus. Nr. 17. Anfang Halemann's Töchter. 71 Uhr. Deutsches. Fuhrmann Henschel. Anfang 7 Uhr. Berliner. Die Großstadtluft. Anfang 71% Uhr. Leffing. Der Star. Anfang 72 Uhr. Residenz. Mamselle Tourbillon. Vorher: Der Küchenjunge. Anfang 7 Uhr. Donnerstag 8 Uhr: Bartel Turafer. Gr. 132. Bum 8. Male: Onkel Jonas. Boltsfuld mit Gefang in 5 Atten von Oskar Klein. Musik von Alb. Wiecher. Anfang 8 Uhr. Jm Tunnel von 7 Uhr an Frei. Konzert. Wittwoch und folgende Tage: Oufel Jonas. Mittwoch Nachm. Kinder- Vorstellung: Robert und Bertram. Luisen- Theater Thalia- Theater. 34. Deichenbergerstraße 34. Abends 8 Uhr: Extra Vorstellung zum Besten der pflichtiger Kinder, veranstaltet vom Berein der Schulfreunde der 29. bis 32. Schul- Kommission. Dresdenerstr. 72/73. Gastspiel Helmerding. Westen. Der Freischütz. Anfang Weihnachtsbescheerung armer fchul- Der Hypothekenschufter 7 Uhr. Neues. Hofgunft. Anfang 72 Uhr. Schiller. Das Lumpengesindel. Anfang 8 Uhr. Metropol. Die Blumen Mary. Hierauf: Die Sünden der Frauen. Anfang 72 Uhr. Central. Die Geisha. Anf. 7%, Uhr. Thalia. Der Hypotheken Schuster. Anfang 7 Uhr. Luisen. Die Schuld der Schuldlosen. Anfang 8 Uhr. Oftend. Ontel Jonas. Anfang 8 Uhr. Belle- Alliance. Napoleon. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Fregoli- Gastspiel. Anfang 8 Uhr. Alexanderplatz. Auch ein Fall Grünenthal. Anfang 8 Uhr. Urania. Taubenstraße 48-49. Naturkundliche Ausstellung. Täglich geöffnet von 10 Uhr vor mittags ab. Eintritt 50 Bf. Abends 8 Uhr: Abwechselungs weise Die Urzeit des Menschen" und Quer durch Desterreich". Invalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr: Sternwarte, Operntelephon. Apollo. Spezialitäten- Vorstellung. Anfang 72 Uhr. Neichshallen. Anfang 8 Uhr. Stettiner Sänger. Feen Palaft. Spezialitäten Vorftellung. Pafiage Panoptikum. Spezialis täten Vorstellung. Metropol- Theater. Behrenstr. 55/57. Dir. Rich. Schultz. Morgen und folgende Tage: Die Blumen- Mary Operette in 3 Aften von Landesberg u. Stein. Mufit von Karl Weinberger. In Szene gesezt vom Dir. N. Schulz. Hierauf: Die Sünden der Frauen. Die Schuld der Schuldlosen. Schauspiel in 5 Aften von Ad. Stolpe. Mittwoch: Berliner Raketen. Freitag, den 25. November: Benefiz für Anna Müller. Die Regimentstochter. Jeden Sonnabend Nachm. 3 Uhr: Schüler- Vorstellung zu besonders ermäßigten Preifen. Reichshallen. Stettiner Sänger ( Meyfel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röht, Schneider und Schrader.) Posse mit Gesang in drei Atten von Leopold Gly. Musik von Cornelius Schüler. Anfang 7 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Central- Theater Direktion: José Ferenczy. Die Geisha oder: Eine japanische Theehaus: Geschichte. Operette in 3 aften v. Sidney Jones. Morgen und die folgenden Tage: Die Geisha. Sonntag, 27. Novbr., nachm. 3 Uhr, zu ermäßigten Preisen: Der arme Jonathan. Operette in 3 Atten von E. Millöcker. CIRCUS BUSCH Dienstag, den 22. November, abends 7 Uhr: High life- Abend. Urania Taubenstrasse 48/49. Abwechslungsweise Die Urzeit des Menschen und Quer durch Oesterreich. Invalidenstr. 57/62: Tägl. Sternwarte. Taubenstrasse im Hörsaal: Experim. u. Projekt.- Vorträge Kunst- Schaubühne i.d. Urania, Invalidenstr. 57. Mittwoch, 23. Novbr., 8 Uhr: Moderne Karikaturen mit farbigen Lichtbildern. Castan's Panopticum. Neu!! Neu!! Lebendig begraben!! Alcazar Theater Dresdenerstr.52/ 53.City- Passage. Direttion: Nichard Winkler. Täglich: Bummelfrike. Volksstück mit Gesang in 3 AufPERSIEN.aligen von Jacobjohn und willen. Gr. Manege Schaustück in 5 Atten, inscenirt vom Dir. Paul Busch. Wiederauftr. von Britton. bes perfischen Prinzen mit dem Besonders hervorzuheben: Der Sturs Großartiges Programm. Tageskaffe von 11-1 Uhr. Reichshallen- Restaurant. Grosses Konzert d. Reichshallen- Orchesters Entree frei. Pferde von hoher Felsenklippe ins Waffer. Außerdemt: Auftreten des Herrn Franz Gebhardt, Ritter 2c., bisheriger Chef der t. t. spanischen Hofs Musit von Michaelis. In Szene gefegt von Otto Wendt. Dazu das ausgewählte OlympiaTheater. ( Circus Renz) Karlstrasse. Heute zum 53. Male: Anfang 8 Uhr Berliner Ausstattungsstück mit Couplets, ax MENE TEKEL Aufzügen und Koloffal Ballets in 3 Aften( 10 Bildern). Circus Renz- Riesen- Tunnel. Direktion: J. M. Hutt. Täglich: Grosses Konzert der Hauskapelle unter Leitung des Musikdirektors Herrn Otto Görner und Extra Spezialitäten- Vorstellung unter Regie des beliebten Humoristen Gustav Kluck. Das neue großartige November. Programm. Anf. Wochent. 61/2 Uhr, Sonnt. 5 Uhr. Entree Wochent. 10 Bf., Sonnt. 30 f. Apollo- Theater. Armand'Ary Dagmar Hansen, Sign Basalary Familie Agoust Robert Steidl und 16 hervorrag. Spezialitäten. Kasseneröffnung 6 Uhr. Anfang der Vorstellung 72 Uhr. Passage- Panopticum. Von 6 Uhr Théâtre variété bis 10 Uhr. Nur noch kurze Zeit: Der Storchmensch und das reichhaltige November- Progr. Mähr's Theater Feen- PalastOranienstr. 24. Täglich Spezialitäten und Theateralle Vorstellung. Amor! Burleste mit Gesang und Tanz. Brothers Alexander. Hulda Lucas. Grete Gastani 2c. Anfang an den Wochentagen 8 Uhr. Sonntags 6 Uhr. Bons haben Wochentags Giltigkeit. Volks- Theater im Welt- Restaurant Spezialitäten- Programm. Dresdener: Straße 97. Neu! Neu! Neu! Le cardo and Trepp, Music- Excentric- Comedians. Wochent. 72 Uhr. Reitschule in Bien. Die neuen Frei Anfang: Sonntags 6%, Uhr. heitsdressuren des Direktors Busch. Auftreten aller neuengagirten Reits tünstlerinnen und Künstler mit den besten Nummern ihres Repertoirs. Morgen Mittwoch: Persien. Entree: ochentags 30 Bf. Sonntags 40 Pf. Vorzugsbillets haben Giltigkeit. bless me put Dir.: A. Kolig. Art. Leiter: A. Runge. Novität! Sensationell! Novität! Sensationeller Erfolg! Die Circusfee. Operette von Felsch. Musit von Baselt. In Szene gejetzt von August Runge. Neu! Neu! Charles Wolff, Eugen Rosée, ber berühmte Tanzhumorist. der beste aller Mimiter. www Theater Burgstr. 22. Burgstr. 22. Großer Erfolg! Großer Beifall! Athletik Professor Theseus. Carl Jörgensen, der beste mimische Darsteller. Sensationell! Bismarck bom Jüngling bis Friedrichsruh. Toska's lebend. Bilder- Gallerie. Circus Püschel u. s. w. Nur noch kurze Zeit die erfolg reiche Gesangspoffe Rosen vom Norden. Anfang 7/2, Sonntags 6 Uhr. Vorverkauf Vorm. v. 11-1 Uhr. Kinderwagen- Bazar Max Brinner, Jerusalemterit. 42. Brunnenstr. 6, Großartige Auswahl on Kinder, Sports 1. Puppenwag., best. Fabrikat, billigst. Waterolu) gratis und franto. Theilzahlung gestattet. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 2. Berliner Reichstags- Wahlkreis. = Dienstag, den 22. November, abends 82 Uhr, im Lokal des Herrn Bickel, Hafenhaide Nr. 52-53: Versammlung Tages- Ordnung: Fischer. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. Zahlreichen Besuch erwartet 239/1 Maurer Berlins und Umgegend. Orts- Krankenkaffe Mittwoch, den 23. d. M., abends 8 Uhr, finden für das Barbiergewerbe. Dienstag, 29. November 1898, im 11/12, bei 4 öffentliche Versammlungen Ordentl.Generalversammlung in folgenden Lokalen statt: 1. Die Taktik der Partel. Referent Genoffe Richard 1. Süd- Ost, Süden u. Westen: Admiralstr. 18c bei Möhring. 2. Moabit, Wedding u. Charlottenburg: Beusselstr. 9 bei Fischer. 3. Norden, Pankow u. Weissensee: Schwedterstr. 2324 bei Wernau. 4. Osten, Friedrichsberg, Lichtenberg, Friedrichsfelde u. Rummelsburg: in der Germania- Brauerei, Frankfurter Allee 53. Tages Ordnung: is Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. = Dienstag, den 22. November, abends 81% 1hr, im Saale der Norddeutschen Brauerei, Chauffeestraße: 1899 Versammlung Tages Ordnung: = 1. Die verflossenen Landtagswahlen und was haben wir für Lehren daraus zu ziehen? Referent Genosse Wilh. Liebknecht. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. 248/1 für Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Vorstand beschlossen hat, Billets zur Sternwarte in Treptow auszugeben und sind dieselben = herauszugebende Sammelfarte. 2. Gewerkschaftliches.to 1. Beschlußfassung über die Aufhebung der Beiträge zum Streitfonds 1898, fowie über die für Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung ist das Erscheinen sämmtlicher Kollegen nothwendig. 264/8 Die Lohnkommission. J. A.: H. Metke. Großer Vortrag Damen und Herren im„ Nenen Naturheilverein" im Kösliner Hof, Berlin N., Röslinerstraße 8, W. Noack's Theater Brunnenstr. 16. Heute Dienstag, den 22. November: bei den Abtheilungsführern resp. Bezirksführern zu haben. Der erste Mittwoch, den 23. November, abends 8%, Uhr. Ginen Jur will er sich machen Diskussionsabend findet am Mittwoch, den 30. November, bei Trapp im Weddingpark statt. Zentralverein der Bildhauer Deutschlands ( Verwaltungsstelle Berlin). Am Dienstag, den 22. November, abends 8½ 11hr, im Restaurant des Herrn Spielberg, Köpenickerstraße Nr. 62: Derlammlung. Tages Ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Vortrag über:" Der Werth der Urabstimmung in den Gewerkschaften". Referent Herr P. Jahn. 3. Diskussion. 4. Ver schiedenes. 21/2 Herr Walther Rose- Berlin spricht über Hypnotismus. Entree 15 Pf. 1922236 Der Vorstand. Um zahlreichen Besuch wird gebeten. Central- Festsäle, Alte Jakobstrasse 32, ( neben Central- Theater). Empfehle meine Säle, 100-800 Personen fassend( mit Bühne), zu Fest lichkeiten, öffentlichen wie Vereinsversammlungen, Kommersen 2c. zu den toulantesten Bedingungen. [ 272*] Franz Müller. Oranien- Hallen Billets zur Urania" zum Vortrag am 27. November über:„ Die Urzeit des Menschen" sind noch bei den Kollegen Trautvetter, Strautstraße 28, und Am Moritzplatz. 0. Meyer, Engelufer 2b zum Preise von 60 Pfennig zu haben. Der Vorstand. Deutsch. Metallarbeiter- Verband ( Ortsverwaltung Berlin). Dienstag, den 22. November, abends 8 1hr, im Moabiter Klubhaus, Beusselstraße Nr. 9: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags Abgeordneten Fritz Zubeil über: Unsere Bewegung einst und jetzt."( 2. Dis tussion. 3. Verbandsangelegenheiten. [ 114/14 Mittwoch, den 23. November, abends 8 Uhr: im Lokal von Obst, Schöneberg, Grunewaldstr. 110: Versammlung für den Westen, Tempelhof und Schöneberg. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Scheffler über: " Was nüht uns eine Organisation"? 2. Diskussion. 3. Verbands: angelegenheiten. Die Ortsverwaltung. Verband der Zimmerer Deutschlands ( Bahlstelle Friedrichsberg und Umgegend). Am Mittwoch, den 23. November, abends 8 1hr, bei Ludwig Panten, Frankfurter Allee 173: Große öffentl. Versammlung Tages Ordnung: 1.„ Werth der gewerkschaftlichen Organisation". Referent Kamerad Kube- Charlottenburg. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Das Erscheinen sämmtlicher Zimmerer ist nothwendig. Der Vorstand. Freie Volksbühne. Morgen, Mittwoch, abends präzise 8 Uhr, in Keller's Festsälen: 2. Projektionsvortrag. Dr. Meyer: Um die Erde von Pol zu Pol mit 200 Lichtbildern. Entree, auch für Nichtmitglieder, 25 Pfennig. Billets sind nur zu haben bei: Beyer, Veteranenstr. 13; Charlet, Ackerstrasse 154; Niemeyer, Weberstrasse 19; Kothe, Koppenstrasse 90; Gottfr. Schulz, Admiralstrasse 40a; Zubeil, Lindenstrasse 106; Böttger, Marheinicke- Platz 11, und an der Kasse bei Keller, soweit Raum vorhanden. 231/4 I. Abtheilung am Sonntag im LessingTheater: Nora". III. Abtheilung am Sonntag im Friedrich- Liebelei und Wilhelmstädtischen Theater: Lumpenbagasch. Vorläufige Meldungen zur VI. Abtheilung werden in allen Zahlstellen angenommen.( Siehe auch unter Lokales). Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Dienstag und Mittwoch: Projektionsvorträge. Die Kollegen, sowie deren Frauen sind hierzu freundlichst eingeladen. Für den Osten: Dienstag, den 22. November, abends 8 Uhr, in Louis Keller's Festfälen, Koppenstraße Nr. 29. Vortrag über: China, Land und Leute"( mit 80 Lichtbildern). und Mittwoch, den 23. November, abends 8 1hr, im Lokal des Geren Oranienstr. 51. Am Moritzplatz. Inhaber: Hermann Scholze 63220* empfiehlt feine Säle den Vereinen zu Versammlungen und Festlichkeiten. Im unteren Saal täglich: Frei- Konzert. S Tagesordnung: 1. Wahl von 4 Mitgliedern und 2 Stellvertretern zum Vorstande für Arbeitgeber. 91/2 Uhr. 2. Wahl von 8 Mitgliedern und 4 Stellvertretern zum Vorstande für Kassenmitglieder. 102 Uhr. Generalversammlung 11 Uhr. 1 Protokollverlesung. 2. Wahl det Revisoren. 3. Abänderung der§§ 13 und 53. 4. Verschiedenes. 21116 Der Vorstand. Kitschmann. Orts- Krankenkasse der Steindrucker und Lithographen zu Berlin. Am Mittwoch, den 30. November cr., abends 82 Uhr, findet im Vereinshause, Sophienstr. 15, die II. ordentliche General- Versammlung Ginen Jug will er fich machen pro 1898 der Vertreter der ArbeitPoffe m. Gesang in 4 Aften v. Nestroy geber und der Kaffenmitglieder statt. Nach der Borstellung: Lanzkränzchen. Morgen Mittwoch: Wegen Privatfestlichkeit keine Vorstellung. Tages Ordnung: 1. Neuwahlen für den Vorstand. 2. Wahl des Ausschusses zur Prüfung der Jahresrechnung. 3. Abänderung des§ 56 des Statuts. 4. Verschiedenes. Berlin, den 22. November 1898. Der Vorstand. Concerthaus. Mar Stuhlmann, Vorsißender. Leipzigerstr.No.48. Achte Abänderung Täglich: Hoffmann's Quartett Algem. Orts- Krankenkaffe und Humoristen. Zum Schluß Jacques Offenbachs Operette Jufel Tulipatan. Die Handlung spielt 3000 Meilen von Blankenese, 180 Jahre vor Erfindung ONKORZOEZOZZO ber Belosipeben mit Dampfschraube. Fraget bei Eurem Droguisten nach ,, Karola" Lieblingsseife, die den Teint jugendfrisch und schön erhält. Vereins- Billets" für Wochentage mit erheblicher Preis: ermäßigung stehen den geschätzten Vereins Vorständen kostenlos zur Verfügung. Wedding- Park ophastoffe Pathar Müller- Strasse 178. anch Reffe in Rips, Damast, Crêpe, Phantasie, Gobelin und Plüsch spottbillig!( 61039* Proben franko! in allen Qualitäten zu Fabrikpreisen. Berlin S., Läuferstoffe Emil БЕНГІН RECH Lefèvre, HECH BERLIN P. Abromeit, Berlin SW., Blücherstr. 7, Eing. Bossenerstr Kränze, Bouquets, Topfgewächse. Guirlanden etc. Billigste( Markthallen) Breise bei geschmackvoller Ausführung. Kranzbinderei u. Blumenhandlung von 6150* Oranicnftr. Robert Meyer, s Nr. 158. Stempel Fabrik = vont No. 2. Mariannenstr. No. 2, Widmungs- Kränze, Guirlanden, BallJeden Dienstag: Jeden Dienstag: Norddeutsche Sänger Biegler, Woff, Hohenberg etc. zum Statut der gewerblicher Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins. Artikel I. Der§ 56 des Statuts erhält nach Biffer 11 folgenden Zuſay: Ziffer 12. Beschlußnahme über Er werb, Veräußerung und Belastung von Grundeigenthum, sowie über eine hierdurch bedingte Aufnahme von Darlehen. Artikel II. Borste Vorstehende Aenderung tritt mit dem Tage der erfolgten Genehmigung seitens des Bezirksausschusses in fraft. Berlin, den 18. September 1898, Der Vorstand. dog P. Loebe, Borsigender. Genehmigt. Berlin, den 28. Oftober 1898. Der Bezirksausschnk. ( L. S.) Kayser. 268/17 J.-Nr. 2305 ad 1993 Gew. II 98. Arbeiter- Gesangverein fucht Mitglieder( zweiter Baß bevor: zugt) zum Donnerstag, abends von Restaurant. 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