Egefpreis 70 Heller. Redaffion und Verwaltung: Prag. II., Nelajanta 18. Telephone: Sages redattion: 26795, 31469. Ragtredattion: 26797. Poftfchedamt: 57544. Inferate werden laut Tarif billigt berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 7. Jahrgang. Sozialdemokrat Schulreform. Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit. Zur selben Zeit, da die österreichische Sozialdemokratie von rechten Donnerstag. 4. August 1927. Bierjährige Pause im Flottenbau. Ein japanischer Vermittlungsvorschlag. und linken Arbeiterfeinden als ein geschlagenes New York, 3. Auguit.( Reuter.) Staatssekre=| viel hänge davon ab, ob sie imstande sein würden, Seer hingestellt wird, hat sie einen großen tär Kellog ist augenblicklich dabei, den japa- ihn umzudrehen. Erfolg errungen. Die bisher versuchs- nischen Vorschlag einer genauen Prüfung zu weise durchgeführte Schulreform. ist unterziehen in der Hoffnung, daß dieser VorGesetz geworden, die Volksbildung wird schlag zumindest die Grundlage für ein Abin Oesterreich auf ganz neue Grundlagen ge- rommen über eine vierjährige Flottenbaupause tellt. Die Reform hat natürlich nicht den bilden werde. Umfang, den ihr die Sozialdemokratie Der japanische Vorschlag, dessen Kernpunkt Sinne des Linzer Programms geben würde. wäre sie an der Macht; fie greift natürlich eine Art Moratorium im Schiffsbau ist, nicht so tief in das gesamte Bildungswesen ein, sicht ein zeitweiliges Abkommen bis zur Reviwie Glödel es in seinen Reformplänen vor- fion des Washingtoner Vertrages im Jahre 1931 gesehen hatte. Aber die österreichische Schul- vor. Seitens der amerikanischen Delegation reform führt im Prinzip doch jene Ideen wurde gestern erklärt, die Japaner hielten gegendurch, die unter der Ministerschaft Glöckels zu wärtig den Schlüssel der Lage in Händen, und leitenden Grundsäßen des Reformnwerkes gemacht wurden. Auf die vierklassige VolksBolts Coolidges Verzicht nur ein Manöver? schule wird in ganz Desterreich, so wie es New York, 3. Auguſt.( Reuter.) Der Ent bisher in Wien versucht wurde, die Haupt- schluß des Prsidenten Coolidge, daß er im Jahre schule folgen. Der Name dieser Schule, aus 1928 nicht zum drittenmale als Präsident der der Maria- Theresianischen Schulordnung ent- Republik fandidieren wolle, hat in amerikanischen nommen, ist fast das einzige Zugeständnis, politischen Kreisen eine ungeheuere Sendas den Christlichsozialen in dieser Frage gesation hervorgerufen. Personen aus der nächsten Umgebung des macht wurde. Aber, ob Hauptschule Präsidenten sind der Ansicht, daß dieſe ſeine oder Allgemeine Mittelschule, wie Erklärung seine Kandidatur im Jahre 1926 Glöckel diesen Typ nannte, an die Stelle der definitiv unmöglich macht. Dies aber ist alten Bürgerschule tritt jedenfalls eine moderne feineswegs die Ansicht des größeren Teiles der und vor allem eine umfassende Bildungsan- Presse und der Politiker, die Gelegenheit hat stalt, die Gemeingut des Volkes, und nicht ten, während der letzten Monate unmittelbar Privileg der Besitzenden, sein wird. Jeder mit dem Präsidenten in Verbindung zu treten. Schüler, der das Lehrziel Volksschule erreicht Diese Politiker und Journalisten famen zu der Ansicht, es sei nicht ausgeschlossen, daß dieser hat, wird in die Hauptschule aufgenommen, de- Entschluß des Präsidenten eine sehr feine ren Lehrplan sich von dem der alten Bürger- politische Berechnung ist, und daß der schule nicht nur methodisch, sondern auch in der Präsident seine Gegner in der republifanischen Auswahl der zu lehrenden Fächer unterschei- Bartei auf diese Weise enthüllen will. Diese Per det. Die Hauptsache wird so eingerichtet sein, fonen find überzeugt, daß Coolidge sich eine sehr daß sie im allgemeinen die gleiche Bil- feste Basis schaffen wird, wenn er gezwungen dung vermittelt wie die Unterschule. stunden war nicht bekannt, ob ein Fortschritt in Genf, 3. Auguft. Bis in die späten Abend den Verhandlungen erzielt und ein Stompromiß gefunden wurde, das den Mißerfolg der Marine hüllen würde. Von verschiedenen Seiten wird abrüstungskonferenz wenigstens teilweise verzwar eine neue Verschiebung der für Donnerstag 15 Uhr anberaumten Plenarsizung vorgeschlagen, doch zeigt sich Widerstand dagegen, da infolge des ablehnenden Standpunktes Amerikas zu den japanischen Vermittlungsvorschlägen eine wei tere Verzögerung der Konferenz als gegenstandslos angesehen wird. sein wird, auf allgemeines Ersuchen des Landes zum drittenmale das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten zu übernehmen. Wenn er es übernimmt, wird er dies offensichtlich gegen seinen Willen und gegen seine Absicht tun. Hoover Präsidentschaftskandidat. London, 3. August. Der New Yorker Korrespondent des„ Daily Telegraph" berichtet: Wenn Coolidge bei den nächsten Präsidentenwahlen nicht wieder fandidieren würde, würde nach Ansicht vieler Personen der Handelssekretär Hoover sein Nachfolger werden. Panit an der New Yorker Börse. Bezugs- Bedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post: monatlich.... Kč 16.vierteljährlich 48.halbjährig.... 96.ganzjährig. 192.Rückstellung von Manustripten erfolgt nur bei Einfendung der Retourmarken. Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früb Nr. 181. Deutsche Unternehmer. Der Deutsche Hauptverband der Industrie als Arbeitgeberorganisation im Jahre 1926. Der Deutsche Hauptverband der Industrie gibt in seinem Bericht über die Tätigkeit im Jahre 1926 ein sehr umfangreiches Bild über seine Einflußnahme auf die Gestaltung der Arbeits-, und stellung über die abgeschlossenen Verträge in den Lohnverhältnisse in den Betrieben. Aus der Aufletzten Jahren ist ein bedeutendes Sinken der Vertragsabschlüsse festzustellen. Verträge abgeschlossen: 1922 1923 1924 1925 1926 Für Arbeiter. 591 501 371 609 351 Für Beamte. 61 49 34 44 13 In dem Bericht wird vor allem darauf verwiesen, daß der Verband sein Hauptaugenmerk darauf richtete, Lohnerhöhungen sowie auch Zuwendungen an die Arbeiterschaft zu ver hindern. Es werden eine Anzahl von größeren Bewegungen angeführt, durch welche Lohnerhöhungen erzielt werden sollten, die Unternehmer jedoch auf Weifung des Verbandes auf ihrer Ablehnung beharrien. In einer Reihe von Industriezweigen wurden sogar Lohnabbane durchgeführt. Wenn es den Arbeitern im Bauberufe nicht gelungen wäre, Lohnerhöhungen durchzusetzen und auch die Landwirtschaft keine Lohnerhöhungen bewilligt hätte, so wäre, nach der Erklärung des Verbes, der Lohnabbau in viel stärkerem Maß Ausdruck gelangt. Der Lebensmittelinder sand nach den Feststellungen des ſtatiſtiſchen Staatsamtes im Jänner 1925 auf 899, um im Juli auf 916 zu steigen. Er senkte sich jedoch int Dezember desselben Jahres auf 873, uni bis zum Dezember 1926 neuerdings auf 912 zu steigen. Der Verband gibt also selbst zu, daß sich die Lebensverhältnisse wesentlich verteuert haben, und trotzdem wurde die ablehnende Haltung gegenüber Lohnerhöhungen eingehalten. New Yort, 3. August. Infolge der Erklä rung des Präsidenten Coolidge, daß er bei der nächsten Präsidentenwahl nicht kandidieren Der Verband gibi selbst zu, daß, als in der werde, fam an der heutigen New Yorker Börse zweiten Hälfte des Jahres 1926 die Lebenskosten ein starker Rüdgang der Kurse der Wertpapiere die vorjährige Höhe erreicht hatten, durch die Einzum Ausdruck, der den Charakter einer Banif führung der Sozialversicherung und die Eintreiannahm. bung der Einkommensteuer für die Arbeiterschaft wwwwwwww eine Verschärfung der bisherigen Verhältnisse entMeine Uebergang aus der Bürgerschule fast unmög- ſtand. Trotz dieses Umstandes wurde der bislich ist, wir kennen natürlich keine Arbeiter berige Grundsatz, die bestehende Lohnhöhe nicht zu mittelschule und auch keinen Schultyp, überschreiten, und auch der Arbeiterschaft, soweit dieselbe nicht durch Vertrag oder Gewohnheit zuhalbwegs modern zu nennen wäre. der gestanden wurden, teine Aushilfen zu gewähren. Es ist ein direktes Verbot an die Mitgliedsfirmen ergangen. Damit wird vor allem erreicht, daß proleta- eine moderne Schule zu schaffen, die der Wisrische Kinder aus der Hauptschule, deren Ve- senschaft den gebührenden Raum jreigibt und juch mit feinen befonderen Opfera fá die die konfessionelle Erziehung auf ein erträgliEltern verbunden ist vor allem nicht ins Maiz einschränkt. Der Sturm der klejozialistischen Gemeinden. die für kostenlose rikalen Reaktion ist abgeschlagen. Oesterreich Was auch auf anderen Gebieten zu beLehrmittel forgen unmittelbar in die ber hat eine Schule, die, als ein Stompromis zwi- merken ist, gilt ganz besonders auf dem der mittelschule übertreten fönnen, wenn fie se- fchen Sozialisten und Bürgerlichen natürlich Stulturpolitif: Oesterreich hat wirklich In allen ihren Wirtschaftsberichten lagen fähigt sind und die Eltern das finanzielle nicht unserem Ideal gleichkommt, die aber auf einen„ Umsturz" erlebt, eine geistige die Unternehmer darüber, daß die KonsumfähigOpfer zu bringen imstand: sind. Bon Ser der Höhe der Zeit steht. In einer allgemeinen Umstellung der Menschen, Oesterreich ist eine feit der Bevölkerung start gesunken sei und da zweiten Selasse der vierklassigen Hauptschule an Aera der Reaktion, wenige Wochen nach dem Demokratie, ist trop der flerifalen Regierung durch der Absatz der Industrie gedrosselt werde. wird unobligat eine Fremdsprache gelehrt. so blutigen Massaker von Wien, konnte die öster- ein fortschrittliches Land; die Tschechoslo- Troydem die Unternehmer im verflossenen Geschäftsjahre, wie aus den veröffentlichten Bilandaß auch der sprachliche Unterbau für die Mit- reichische Sozialdemokratie als opposi- wakei aber ist die Fortsetzung des die Fortsetzung des zen ersichtlich ist, bedeutende Gewinne erzielt telschule gegeben ist. Nun werden nicht alle tionelle Partei der Regierung eine alten Oesterreich, sie hat nur die Far- haben, lehnen sie alle Forderungen der Arbeiter Schüler der Hauptschule befähigt sein, das Schulreform aufzwingen, deren Gesetzwerdung ben und Embleme geändert, nur an die Stelle ab, und tragen dadurch zur NiederhalLehrziel zu erreichen, das den besten Schülern von der flerifalen Presse mit süß- saurem Ge- der schwarz- gelben die tschechische Herrenschichte tung der Konsumfähigkeit der Begesteckt ist. Deshalb wird die Sauptschule in ſicht quittiert wird. Eine Saat ist gefät, die gesetzt, ihr Geist ist aber der des Habsburger- völkerung bedeutend bei. Sogar in zwei lassen zügen geführt, einem für erst in Jahren aufgehen wird, deren frucht staates. Im Heerwesen, in der Verwaltung, Füllen, wo der Unternehmer bereit wäre, solche die befähigten Schüler und einem anspruchslo- baren Ertrag wir aber heute noch gar nicht in der Stulturpolitik traben wir immer noch Zuwendungen den Arbeitern zu machen oder jeren für die Minderbefähigten. Gewisse Ge- absehen können. im alten Geleise, treten wir die Spuren ihnen die Löhne zu erhöhen, wird dies, wie aus dem Berichte hervorgeht, von der Unternehmergenstände werden gemeinsam, andere geson- Will man aber die Größe dieser Errun österreichischer Bürokraten aus. organisation untersagt. dert unterrichtet werden. Auch aus dem aenschaft der österreichischen Genossen ermes- Eine der Ursachen unserer Rückschritt- Bemerkenswert war der Versuch, zum Zwede zwiten Klaſſenzug der Hauptschule wird aber fen, so mag man nur zum Vergleich lichkeit ist der nationale Kampf, der des Streifschußes, die gesamte Textilinduder Uebertritt in die Mittelschule möglich sein, unsere Schulreform" heranziehen. jeden Fortschritt hindert, der vor allem im ſtrie in eine Zentralstelle zuſammen zu fassen, um peil auch für besondere Ueberleitungs- Seit Jahren, genau solange, wie man in Schulwejen erst bereinigt, durch eine wirkliche in allen 114 Vertragsgebieten von einer Stelle lajien aejorgt ist. Oesterreich systematisch für die Schulreform Schulautonomie beigelegt werden müßte, che aus die Entscheidungen zu treffen. Bisher entDie Mittelschulen werden sämtlich arbeitet, wird bei uns in der stümperhaftesten man an eine großzügige Schulreform für alle ſcheiden diese Gebiete in ihrem Wirkungsfreise achtklassig sein, auch die bisher sieben- Weise laboriert. An eine großzügige Reform Nationen des Staates denken könnte. Eine selbständig. Die Beratungen, welche zu diesem 3wvede gepflogen wurden, führten jedoch infolge Die erste Fremdsprache zu denken, hat man überhaupt nicht gewagt, andere und schwerer wiegende Ursache unseres der verschiedenen Meinungen, die in den Kreiſen ( Latein oder eine moderne Sprache) beginnt nie wagen können, weil auch die sozialistischen Elends ist aber die 3errissenheit der der Textilindustriellen vorherrschten, zu keinem in der zweiten Klaffe, die zweite erst in der Schulminister an die Kompromisse mit den Arbeiterklasse, die sich bei uns unter Resultat, aber trotzdem wurde der ArbeitgeberObermittelschule; nur das humanistische Gym- ferifolen acbunden waren. So hat man da den gütigsten Konstellationen nicht jenen Ein- hauptstelle ein größerer Einfluß auf die Entschei nasium beginnt mit dem Griechischen schon eine Stunde gestrichen, dort eine angeflickt, fluß sichern fonnte, den die einige öster- dungen bei den Lohnforderungen der Arbeiterin der vierten Klasse. Aus dem Lehrplan der Gutachten eingeholt, damit dann das Gegen- reichische Arbeiterschaft unter den schaft eingeräumt und es hat sich derselbe bei den bon Glöckel zu Versuchszwecken eingeführten teil gemacht werden konnte, die Lehrpläne ungünstigsten Voraussetzungen auf die Gesetz- Bewegungen der Tertilarbeiter schon sehr beDeutichen Mitteli chule werden einige in Sleinigkeiten geändert, unbrauchbare Lehr- gebung nehmen kann. Ob Regierungspolitik merkbar gemacht. Die Aussperrungen dürften dawertvolle Elemente übernommen, so vor allem mittel approbiert, aber an dem Geist der oder Opposition, erscheint angesichts des öster besonders die Textilindustrie auf den Absatz unter der erweiterte Deutschunterricht. Besonders schule hat sich nichts geändert. Ganz reichischen Beispiels faſt als nebensächliches den breiten Kreisen der Bevölkerung besonders attbedeutungsvoll ist die Einführung von„ Ar- abgesehen davon, daß man das deutsche Problem der Arbeiterklasse; die Hauptsache, gewiesen ist, und die Hebung derselben, eine wichbeitericulen", Abendkursen, die dem Schulwesen, das auf einer hohen Stufe das entscheidende Moment ist, daß die ge- tige Voraussetzung für die Entwicklung der Indumanuellen Arbeiter auf den Besuch einer Hoch- stand, durch Sperrungen und Drosselungen amte Kraft der einigen Arbeiter- stric darstellt, was der Tertilfabrikant Liebieg aus schule vorbereiten sollen. an seiner Entwicklung gehindert hat, geschah klasse eingesetzt werden kann, wenn es um Reichenberg in einem Artikel in der„ Bohemia" Ueber die Einzelheiten der Reform wer- auch für das übrige Schulwesen nichts," was wichtige Dinge geht. Gegen eine solche Macht selbst erklärte, bemüht man sich jedoch andererseits, den ja auch bei uns pädagogische Fachleute eine geistige Auffrischung bedeuten würde. iſt ſelbſt Seipels schwarzer Block schwach und die Löhne der Arbeiter niedrig zu halten, und nachzu Worte kommen: der Geist des Geet- Wir haben noch immer die alte und ganz un- unser Bürgerblock wäre es nicht minder. Eine es ist jedenfalls ein moderner, ein genügende Bürgerschule, wir haben weder zerrissen nd uneinige Arbeiterklasse wird ozialer Geist. In das Bildungsprivileg Begabtenklaisen noch solche für Minderbegabte, mit keiner Taktik Erfolge erringen können, die der Besißenden ist Bresche gelegt. in einem von wir haben an den Mittelschulen die Fremd- denen der österreichischen Genossen gleich Meritalen beherrschten Lande ist es gelungen, sprachen schon auf der Unterstufe, so daß ein kommen. mit in engem Zusammenhange stehen. Obwohl dem die Preise im allgemeinen steigen, die Konsumfähigkeit der Bevölkerung noch mehr herabzudrücken. Da könnten die Unternehmer, die ihren Arbeitern so oft von den Leistungen der Arbeiter in Amerika erzählen, von den dortigen Unterneh mern sehr viel levnen. Sie wollen jedoch nur auf Seite 2. Der einen Seite die amerikanischen Leistungen, I beitszeit im Betriebe zur Gänze ausnüßt. Dies den Deutschen geholfen werden. An diesen Spruch ohne jedoch auf der anderen Seite auch die moder- Ausbeutung des Lehrlings ist den erinnert man sich, wenn man in dem Berichte nen Produktionsmittel zu schaffen, und weigern Fabrikanten wichtiger als seine fach liest, wie sich die Organisation der deutschen Unfich, auch den Arbeitern durch hohe Löhne jene liche Entwicklung. Bei den Lohnverhand- ternehmer bemüht, den Aufstieg des deutschen Rauftraft zu verleihen, die den entsprechenden Ab lungen flagen sie dann über die geringe Qualifi- Arbeiters zu hindern und seine ohnehin sehr färgsatz der Industrieprodukte sichern. In dieser Rich fation des Ausgelernten, dem sie nur einen nie- lichen Rechte zu fürzen. Da wird mit keinem tung müßte der Deutsche Hauptverband auf seine deren Lohn zahlen können. Wort darauf verwiesen, daß der deutsche Arbeiter Mitglieder Einfluß nehmen. stellen. Auch bezüglich der Ueberstunden war ein deutscher Volksgenosse sei. Ganz klar geht Der Unternehmerverband wendet sich auch es den Unternehmern möglich eine Verschlechte- daraus hervor, daß die Unternehmer das Klassengegen die Bindung der Tarifverträge. rung durch eine oberstgerichtliche Entscheidung interesse weit über das allgemeine Volksinteresse In den Jahren nach dem Umsturz waren es die durchzusetzen. Nach der bisherigen Praxis, die Unternehmer, die besonders die Notwendigkeit der auch im Sinne der Auslegung des Ministeriums Einhaltung der Tarifverträge betonten. Sie stel- für soziale Fürsorge geübt wurde, gehörten die len sich jedoch jetzt auf den Standpunkt, daß der Ueberstunden zu der Arbeitszeit, die im EinverTarifvertrag eine bestimmte Bewegungsmöglich nehmen mit der Arbeiterschaft zu regeln ist. Das teit befigen muß, und dem Unternehmer das Recht D. G. entschied jedoch anders und es wurde dazuzugestehen ist, mit dem einzelnen Arbeiter auch für durch dem Ueberstundenmißbrauch Tor und Tür denselben ungünstigere Vereinbarungen zu treffen. geöffnet. Sie wollen die Möglichkeit bekommen, auf diese Weise die Tarifverträge auszuschalten und durch ihren wirtschaftlichen Einfluß den Arbeitern un günſtigere Bestimmungen aufzunötigen. Wie bei folchen Auffassungen der Grundsatz der Vertragstreue noch aufrecht erhalten werden soll, das bleibt ein Rätsel. Wenn jedoch die Arbeiter einmal eine Vertragsbestimmung nicht strenge einhalten, so schreien die Unternehmer sofort von Vertragsbruch, während sie sich jedoch bemühen, in der oben angeführten Art den Vertragsbruch in ein System zu bringen und zur Regel zu machen. Leider hat das O. G. durch eine Entscheidung den den Unternehmern diese Möglichkeit erleichtert, indem es derartige vom Vertrage abweichende Sonder vereinbarungen als rechtskräftig erklärte. Die Arbeiterschaft muß daraus erkennen, daß sie auch in der Zukunft, vielleicht noch stärker als bisher, nur durch starfe organisatorische Kraft und durch Kämpfe, ihre Interessen gegen die Unternehmer wird durchsetzen können. Inland. Als Ersatz für das Arbeitsbuch wurden von der Unternehmerorganisation sogenannte Abtehrſcheine eingeführt. Es besteht die Absicht, Die tichechische Sozialdemokratie diese Einrichtung noch mehr auszubauen und eine vollständige Kartothek der Arbeiter, die alles Wis- und die Regierung. senswerte von den Arbeitern enthält, anzulegen. Die Möglichkeit der schwarzen Listen soll dadurch gefördert werden. Vor einigen Tagen erregte der Inhalt einer Unterredung, welche der Vorsitzende der tschechi Ein großer Raum wurde in dem Berichte den schen Sozialdemokratie, Abg. ampl mit einem gewerkschaftlichen Organisationen Redakteur unseres franzöfifchen Bruderorgans gewidmet. In sehr eingehender Weise beschäftigt Populaire" hatte und in dem die Möglichkeit fich der Bericht mit der kommunistischen Gewerf einer fünftigen Teilnahme der tschechischen Sozial schaft. Dabei fetzt folgendes in Erstaunen: Der demofratie an der Regierung erörtert wurde, eine seẞt Internationale Allgewerkschaftsverband, der bei gewisse Aufmerksamkeit und die verschiedensten jeder Gelegenheit die anderen Organisationen zu Auslegungen wurden den Worten Sampls gegeBerichte auffordert, unterläßt es vollständig all- ben. Zu dem Interview äußert sich nun die vom Sehr interessant ist der Teil des Berichtes, jährlich einen genauen Bericht über seine Ge- Abg. Bechyne herausgegebene„ Nova svoboda" der die Tätigkeit des Verbandes bezüglich der Ein- fchäftsgebarung zu veröffentlichen. Die Ceffent- und wir wollen angesichts der führenden Stellung haltung fowie Auslegung sozialpolitischer lichkeit ist daher nur auf die einzelnen teilweisen dieses Politikers innerhalb der schechischen SozialBese be schildert. Das Betriebsausschuß Verlautbarungen angewiesen. Sonderbarerweise demokratic seine Meinung unseren Lesern wiedergesetz hat für die Unternehmer seine Bedeutung ist jedoch die Unternehmerorganisa- geben. Bechyně führt aus: fast ganz verloren. Sie führen eine Reihe von tion über die Rassagebarung sowie Beispielen an, wo es ihnen gelungen ist, für die über die internen Vorgänge des J. Arbeiterschaft ungünstige Entscheidungen sowie A. V. ganz genau unterrichtet. Sie Auslegungen des Betriebsausschußgefeßes zu erbringt Mitteilungen über interne Vorgänge in der gielen. Beim§ 1154 b mußten sie jedoch erfahren, Gewerkschaft, die nur den sehr Vertrauten bekannt daß die Gerichte ihre Auffassung, daß ambulatorische Behandlungen als Stranfenfälle zu bezeich nen und dementsprechend zu behandeln sind, nicht geteilt haben, sondern jeder einzelne Fall als perfönliche Verhinderung zu betrachten ist. Sehr ausführlich wird die Urlaubsfrage behandelt. Auch hier werden eine Anzahl Entscheidungen angeführt und es wird dem Streitfall, der über den Urlaubsanspruch 1925 in der Metallindustrie Nordwestböhmens entstanden ist, besonder: Aufmerksamkeit geschenkt. Zum Schlusse wird zum Beweise der Richtigkeit der Unterneh merauffassung auf die Abhandlung des Dr. Egon Weis in der Brünner Juristenzeitung verwiesen. Es ist ja befannt, wie die beiden gleichen Schlüsse entstanden sind und der Ausdruck der Hoffnung, daß die obersten Richter das Gutachten dieses Fachmannes nicht unbeachtet lassen werden, zeigt gan; deutlich, welche Absicht damit verbunden war. Durch dieses Gutachten, an dessen Entstehen die Unternehmerorganisation wohl mitgewirkt haben dürften, sollten die Richter beeinflußt werden. fein können, über welche selbst die Mitglieder nicht genau orientiert werden. Sie bringt aber auch eine sehr genaue Uebersicht über die Gebarung der kommunistischen Gewerkschaft, die bisher noch nirgends veröffentlicht worden ist. Selbst über die Höhe der Subventionen sind die Unternehmer orientiert sowie über den Kampffonds, für welchen die Mitglieder einzahlen; sie weisen genau nach, wieviel Prozent jede einzelne Seftion zu diesem Kampffonds beigetragen hat. Es wird auch darauf verwiesen, daß etwas über 55 Prozent der Gesamtausgaben nur allein für die Verwaltung ver ivendet worden sind. Es ist dies gewiß ein sehr bezeichnetes Merkmal für eine revolutionäre Gewerkschaft, welche sich den Kampf als ausschließ liches Ziel gesetzt haben will. Der Unternehmerverband weist an der Hand von beschlossenen Leitfäßen der kommunistischen Kongresse nach, daß das Entscheidungsrecht in dieser Gewerkschaft nicht die Gewerkschaft, sondern die kommunistische Partei hat. Die Unternehmer beflagen sich immer über Aus dem Bericht ist zu entnehmen, daß der den mangelnden Na ch witch s gelernter Arbei- Deutsche Hauptverband neben der Wahrung, der ter. Es ist wohl unbestritten, daß nicht nur die allgemeinen wirtschaftlichen Interessen seiner MitLehre im Betriebe, sondern auch der Besuch der glieder, seine Hauptaufgabe in dem Fortbildungsschule von großem Einfluß auf die Stampfe gegen die wirtschaftliche Qualifikationsentwicklung des Lehrlinges ist. Die Besserstellung der Arbeiter sowie auch Unternehmer stehen auf dem prinzipellen Stand- gegen den Arbeiterschutz und die sozialpolitische vunkt, daß der Unterricht in der Fortbildungs- Gesetzgebung sicht. Trotzdem die Teuerungsverschule erst nach der Arbeitszeit erfolgen soll. Der hältnisse im Laufe dieses Jahres sich noch weiter Lehrling soll also nach der Arbeitszeit ermüdet, in ungünstig entwickelt haben, ist eine Aenderung in der Schule lernen, so daß er für die Aufnahme des der Stellung zur Lohnfrage nicht zu beobachten Lehrgegenstandes vollständig unfähig wird. Das und in der Sozialpolitik werden ununterbrochen berührt den Unternehmer nicht, sondern ihm ist Angriffe gegen die erworbenen Rechte der Arbeinur darum zu tun, daß der Lehrling seine Ar- terschaft geführt. Den Deutschen kann nur durch 11 Frau Giselas Che. wie sie, sie wollte aufstehen, hineilen zu beiden aber sie hatte die Kraft nicht dazu. Dabei quälte sie der Gedanke, das Gesicht des Arztes zu kennen. Wenn sein Blick auf ihr ruhte, empfand sie eine unerklärliche Erregung. An den Abend in der Oper dachte sie nicht. Donnerstag, 4. August 192. falls fompromittieren will. Wenn die Gemeindewahlen für die Opposition günstig ausfallen wer den, werden die Sozialisten verlangen, daß die Na tionalversammlung aufgelöst werde. Und erst, wenn auch die Wahlen in die Nationalversamm lung die Machtverteilung zwischen den einzelnen Parteien entsprechend änderten, würden wohl die Sozialisten über ihre Teilnahme in der Regierung verhandeln. Wir glauben, daß in diesem Falle nicht mehr zwei sozialistische Parteien verhandeln würden, die tschechoslowakische Sozialdemokratie und die Nationalsozialisten, sondern daß drei sozialistische Parteien verhandeln würden: auch die deutschen Sozialdemokraten. Erst diese Zusammen. fassung der Kräfte würde vermutlich den Sozia listen eine genügende Garantie und genug Einfluß innerhalb des neuen Kabinetts geben, aus dem vermutlich automatisch gerade jene Parteien hinausgingen, welche sich am meisten an der antisozialistischen und antifulturellen Heze beteiligt haben. Es handelt sich nun darum, ob die Kundgebung des Vorsitzenden der Sozialdemokratic in tatsäch lichem Gegensatz mit dieser Konzeption sich befindet. Unserer Ansicht nach wurde diese Kundgebung ent weder unrichtig übersetzt oder unrichtig ausgelegt. Als die Sozialdemokraten in Opposition gingen, erklärten ste, sie täten es deswegen, um in die Regierung zurückzukehren; sie hatten allerdings eine Regierung im Sinne, in der sie sich in nützlicher Weise zur Geltung bringen könnten. Der Vorsitzende der Sozialdemokratie tut in dem Ausspruch, der ihm zugeschrieben wird, nichts anderes, als daß er an den grundsäglichen Standpunkt erinnert, durch den sich die Opposition der Sozialisten von der Opposition der Kommunisten unterscheidet. Es wird einfach gesagt, daß die Partei nicht grundsätzlich gegen die neue Koalition sei, aber daß sie nur dann in die Koalition eintreten, wenn sie genügend Garantie ihrer Stärke haben werde, die es ihr ermöglichen wird, die Forderungen der Arbeiter durchzusetzen. Wenn Abgeordneter Sampl sagt, daß die Partei in die Regierung so bald als möglich eintreten werde, sehen wir nicht ein, warum man das so auslegen muß, daß die Partei schon am 1. August in das Kabinett neben Herrn Sramet, Herrn Tisso und mit denjenigen eintreten werde, welche die Sozialversicherung novellisieren wollen. Abgeordneter Hampl hat offenbar unter dem Eindruck der Erfolge der Olympiade wohl seine Meinung ausgesprochen welche übrigens nicht nur seine Meinung ist, daß die Stärkung der Partei so rasch fortschreitet, daß die Partei bald genug stack sein werde, damit sie für den Sozialismus mehr in der Regierung als in der Opposition leisten fönne. Unserer Meinung nach wurde der Anzspruch des Abgeordneten Hampl von den einen unrichtig und von den anderen nervös ausgelegt. Schwerlich wäre es möglich, diese Frage einem Fremden, der unsere Verhältnisse nicht fennt, anders zu beantworten. Und der fachliche Stern des Vorfalls: die Unterredung des Abgeordneten Hampl mit dem französischen Journalisten war gut dazu, daß die Sozialdemokraten auf allen Seiten feststellten, daß sie der Meinung sind, es werde erst mit einer besiegten Regierung verhandelt werden. Abgeordneter Hampl, der Vorsitzende der Sozialdemokratic, hatte in den Tagen der Olympiade eine Unterredung mit dem Redakteur des sozialistischen Populaire". Das Interview wurde nun jetzt abgedruckt und das tschechoslowakische Preßbüre zitierte daraus einige Säge, welche sich durch die gewohnte Vorsicht der Kundgebungen des Vorsitzenden der Sozialdemokratie auszeichnen und welche gerade deswegen allgemeine Aufmerksamkeit erregten. Der Kern der vermeintlichen Aussprüche ist der: Sobald wir fühlen werden, daß wir genug start sind mit Nuten die Interessen unserer Klasse zu vertreten, werden wir die Vertretung verlangen, welche uns gebührt". Einige Zeitungen haben aus diesem Interview, dessen Authenzität bisher nicht geprüft ist, die Geneigtheit der Sozialdemokratic herausgefunden, sofort in die Regierung einzutreten, vermutlich in der Annahme, daß die Olym piede zur Genüge die Stärke der Sozialdemokratie dargetan habe. Aber das Zentralorgan der Partei „ Pravo Lidu" becilte sich mit dem Dementi und in derselben Spalte, in der es einen Abschnitt aus dem„ Populaire" zitiert, wird redaktionell verkün det, daß die Partei an den Eintritt in die Regierung nicht denke und daß nichts geschehen sei, was die Marschroute verändern könnte, welche die Füh rung seitens der letzten Parteivertretung erhalten habe. Wenn jemand mit der Regierung verhandelt, wird augenfällig für alle Fälle gesagt, verhandelt er bloß für seine Person, beziehungsweise alademisch. Ist das Dementi des Zentralorgans sehr energisch, dementieren noch energischer die Provinzblätter. Die Pilsner„ Nova Doba" spricht an drei Stellen die Meinung aus, daß das Interview nicht authentisch sei. Der Proßnißer„ Hlas Lidu", den in den Ferien Abgeordneter Gerst leitet, geht noch weiter und erklärt, daß die Partei auch dann in die Regierung nicht eintreten werde, wenn die Ge- Rom, 3. August.( Stefani.) Der Papst hat meindewahlen für sie noch so günstig ausfallen heute den tschechoslowakischen bevollmächtigten würden. Man fann annehmen, daß die Sozialde- Winister Dr. Krofta und Winisterialrat Romokratie tatsächlich sich mit dieser Regierung feines- st o či( in besonderer Audienz empfangen. Diese Ausführungen des Abgeordneten Bes chyně machen vielen combinationen, die in den letzten Tagen in verschiedenen Zeitungen angestellt wurden, ein Ende. Da der genannte Abgeordnete bei der Unterredung Sampls mit dem französischen Journalisten anwesend war, können die oben wiedergegebenen Ausführungen als eine Ergänzung und Klärung des Interviews angesehen werden. Berhandlungen mit dem Vatikan. erklärte, die Ungeduldige nach Hause zu beglei-[ Scheiben der Straßenlaterne nieder. Bernstein ten. Willenlos, kaum noch fähig sich vor dem hatte den Kragen hochgeschlagen und sah mit zu Umsinken zu bewahren, ließ sich Gisela die Treppe fammengefniffenen Augen den Frauen nach, wie hinab zu dem wartenden Wagen führen. sie mit kleinen, hüpfenden Schritten den Wasserlachen des Pflasters zu entgehen suchten. Als Gisela, bevor sie die Hauseinfahrt erreichten, sich gegen ihren Willen, noch einmal untwandie, be merfte fie, wie der Arzt, die Zigarre im Mundwinkel, mit der Hand den Hut tiefer in die Stirn drückte, und zu Fuß in entgegengesetzter Rich tungeilig die Straße hinab ging.--5. Sapitel. Roman von Carl Otto Windecker. Geräuschlos glitt das Gefährt durch die „ Die Erzählungen Ihrer Frau Schwester abendlichen Straßen. Blißartig zuckten die Lichhaben mich schon vor einiger Zeit veranlaßt, mich Bernstein und Elena Audet verhandelten ter an den Scheiben vorüber und warfen zitnach der Vergangenheit Ihres Gatten zu erfun fange. Gisela, die aufmerksamer geworden war, ternde Reflexe in die Gesichter der Schwestern, digen. Ich habe feste Beweise in Händen, daß schien es, als wehre sich Elena gegen einen Vor- die sich schweigend von den Federn des Autos schon der Vater Herrn Dr. Brunners, an Para- schlag, den ihr der Arzt machte. Als sie be- wiegen. Dr. Bernstein hatte auf dem Rücksitz Iyse, d. i. Gehirnschwund starb. Es liegt nahe, merkten, daß Gisela nach ihnen hinübersah, bra- Platz genommen. Wenn die Lichter vorüberzud daß auch Ihr Gatte, gnädige Frau an einer er chen sie das Gespräch ab, und Elena trat zur ten, fab Gisela wie seine dunklen Augen nach erbten Tabes leidet, wenn auch in einer recht Schwester zurück, voller Zärtlichkeit ohne Wärme, ihr starrten. Unwillig wandte sie sich der Straße frühen Auswirkung, die leicht durch eine Infet voller Sorge, die etwas Gefahrvolles in sich zu. Hendrik Solms stand im Arbeitszimmer der tion in jüngeren Jahren zu erklären ist... Er zu bergen schien. In das Gedränge des Platzes vor dem Redaktion und pfiff ein kleines lustiges Lied vor sprach in dozierendem, ruhigem Ton, nichts Man hatte Gisela veranlaßt, zum Abendbrot Hauptbahnhof heulte das Horn des Wagens. Wie fich hin. Höchst angenehme Gedanken beschäftig ließ darauf schließen, daß ihn möglicherweise ein zu bleiben. Wie unter fremden Willen, war sie eine dunkle Flut ergoß sich über die Treppe des ten ihn. Er überraschte sich selbst, wie er, zu selbstanderes Interesse als das des Arztes veranlaßte, geblieben, gepeinigt von der Ungeduld, nach Schumanntheaters die Menge der Menschen, die gepfiffener Melodie die schwierigen Charlestonsich mit dem Fall zu beschäftigen.- Es ist Hause zu kommen. Mit einem Gefühl, das ihr die letzte Vorstellung verließen. In der flam- schritte probierte, die er am Abend zuvor in der meine Pflicht als Arzt, und als Mensch, Sie das Herz zerschnitt, aß sie die kleinen belegten menden Helle der Lichtreklame standen wartende Weinflause zum ersten Male gesehen hatte. Aber gnädige Frau vor einer unvermeidlichen Kata Brötchen, trank den duftenden Tee, und konnte Automobile vor den großen Hotels, ein Ge- plötzlich hielt er inne, der Roman seines strophe zu warnen, und wenn es sein muß, doch ihre Gedanken nicht losreißen von ihrem wühl eilender Menschen pulste an Sinos und Freundes war ihm eingefallen. mit Gewalt behüten, che es zu spät ist...!" Kind, das hungernd zu Hause lag, mit bleichen Cafés vorbei unter den Bäumen der Kaiser- Eifrig suchte er auf seinem Schreibtisch, auf Erst jetzt bemerkte er, daß Gisela ihm gar- äckchen und Armen, so mager, so schrecklich straße. dem sich Briefe und ungeprüfte Manuskripte nicht zuhörte. Er biß sich auf die Lippen, mager.― " Nach kurzer rascher Fahrt hatte das Auto- häuften, endlich hielt er das dicke Heft in der beugte sich dann vor, so daß sein Gesicht ganz Weder Schwester noch der Arzt sprachen noch mobil Giselas Wohnviertel erreicht. Der Arzt Hand. Und während er sich an seinen Arbeitsnahe vor dem ihren war, und wiederholte fug- weiter von Hanns Brunner. Gisela war ihnen ließ in einiger Entfernung halten, elastisch sprang tisch niederließ, erinnerte er sich der Worte, die gestiv: Ihr Mann ist frant er ist dankbar dafür. Und vielleicht machte es gerade er auf den Bürgersteig. Das anmeldende, ge- Hanns Brunner über seine Arbeit gesagt hatte, frant!" dieses nicht unabsichtliche Schweigen der Bei- wohnheitsmäßige Hupen des Chauffeurs unter- und er konnte sich eines kleinen, drolligen SeufGisela schüttelte nur leise und eigenwillig den, daß sie nun selbst, über das oft so eigen brach er mit einer zornigen Bewegung: zers nicht enthalten.. den Kopf. Ganz deutlich sah sie nun Hanns jun tümliche Wesen ihres Mannes nachzudenken, und Wollen Sie denn alle Köter der Nachbar- Spielerisch, den Bleistift in der Hand, blät ges, jet so vergrämtes Geficht vor sich, den zu zweifeln. Klein, zusammengefauert faß schaft aufwecken?" terte er über die ersten Seiten der Einleitung fleinen dunklen Schnurrbart, den sie so oft in sie in ihrem Sessel, den verlangenden Blick, der Mit einem entschuldigenden Achselzucken hin, die kleine lustige Charlestonmelodic übermütiger Zärtlichkeit gefüßt, feine seine Lip- ihr der junge elegante Mensch gegenüber zu- wandte er sich zu Elena Audet. Auch diese preßte summte noch in seinem Kopf, aber ein paar pen die träumerischen Augen. warf, bemerkte sie nicht. die Lippen zusammen. Worte in einem flüchtig gelesenen Absatz fesselten So war es doch zu spät geworden, als Gi- Mit einer Hast, die zu seinem bisherigen Be- ihn mit einem Wale, er las die Zeilen nochsela endlich aufbrach. Sie war müde, ihr Ge- nehmen in eigentümlichem Stontrast stand, ver- mals-las weiterversenkte sich immer mehr Dr. Bernstein stand auf. Mit einem bezeich- ficht sah zerfallen aus, und alt, Ihren miß- abschiedete sich der Arzt von den Frauen. Die in das Werk seines Freundes,- die Spannung nenden Blick auf Gisela schritt er zum Fenster. trauischen Blick, den sie dem Arzt zuwarf, als Bärtlichkeit, mit der er versuchte Giselas Hand des Geschriebenen, das Lebenswahre der ErzähElena Audet folgte ihm. Beide sprachen leise, er ihr schmeichelnd sein Automobil für den zu küssen, irritierte diese, sie zog die Hand lung hielt ihn in Banner merkte nicht wie die ( sifela hörte nicht hin. Sie dachte an Hanns, an Heimweg zur Verfügung stellte, parierte Elena zurück. Elena lächelte seltsam. Zeit verging. Horst, dem kleinen Jungen, der so blond war Audet, indem sie sich überraschend schnell bercit In dicken Strichen fiel der Regen vor den ( Fortsetzung folgt.) Hanns ist nicht frank!" sagte sie leise, wie ein Kind. Tonnerstag, 4. August 1927. Unwiffende Schwäßer. Spina begeistern sollen. Insbesondere in a a 31 Tagblatt unter dem Titel„ Ertrablatt" erhat die Regierung einen ganzen Konzern von scheinen, und zwar wird gleichzeitig eine tscheDer Wiener Berichterstatter der„ Prager Zeitungen geschaffen, die zu billigem Preisechische Ausgabe mit gleichem Inhalt unter dem Breffe" hat es unternommen, die wenigen Leser wozu sind denn die Steuern da? an die Be Titel„ Nové Listy"( Neue Zeitung) heraus Dieses Blattes über die sogenannten österreichi- völkerung abgegeben werden. Nun versucht die gegeben werden. Herausgebet und verantwort ichen Parteigarden" zu informieren. Seine angeb- Regierung in Reichenberg dasselbe. Vom licher Redakteur ist ein bisheriger Beamter des lich streng objektive Darstellung" entwirft von 15. Auguſt an wird in Reichenberg ein neues tschechoslowakischen Preßbüros. der Behrorganisation der österreichischen Sozialdemofratic folgendes Bild: Internationaler Gewerkschaftstongreß „ Der republikanische Schußbund, eine sozialdemokratische Gründung des Abg. Dr. Deutsch, entstand furznach dem 1 m st urz und hatte die Aufgabe die damals noch gefährlichen Der Konflikt Brown- Oudegeeft vor dem Ausschuß. Reste der habsburgischen Monarchisten im Zaune au halten. Die staatliche Autorität lag noch sehr im trag des Vorstandes des Internationalen Gewerf Berlin zu verlegen, jedoch haben die deutschen Paris, 3. August.( Eigenbericht.) Auf An-| denen Seiten ist angeregt worden, den Siß nach argen und es beſtand bei den ungarischen Reſtau- schaftsbundes, der heute früh zu einer Sizung zu Gewerkschaftsvertreter große Bedenken, diesen rationsversuchen des Karl Habsburg die Gefahr, fammengetreten ist, beschloß der Kongreß, die An- Wünschen stattzugeben. Es wird wesentlich von daß beim Gelingen dieses Planes in Ungarn Dester gelegenheit Brown- Oudegee it der Kommis- dem Ausgang der Untersuchung abhängen, ob der reich automatisch in den Kreis dieser monarchisti- ion I zu übergeben, die all diese Fragen, auch die Siß des Internationalen Gewerkschaftsbundes in schen Bestrebungen einbezogen werden könnte. Der Frage des Anschlusses der Russen, zu Amsterdam verbleiben wird. republikanische Schutzbund bewährte sich bei diesen behandeln haben wird. Die übrigen Kommissio Gelegenheiten sehr gut und leistete auch rechnen traten heute gleichfalls zu Beratungen zu biel Exiprießliches, als die Kom mu sammen. nisten in Oesterreich sich zu organi fieren begannen und eine Gefahr für die Der Kongreß hat sich bis auf Freitag ber Republik zu werden drohten. Das nach dem Um- tagt, weil morgen auf Einladung des französischen stur; verängstigte Bürgertum war sehr froh, daß Gewerkschaftsbundes ein Ausflug nach Versailles bier eine Institution bestand, die stattfindet, wo auch ein Bankett veranstaltet wird, Oesterreich von dem Schidial eines um das 25jährige Jubiläum des Bestandes des Bela Run- Regimes bewahrt hatte. Internationalen Gewerkschaftsbundes feierlich zu Es ist eine unbestrittene Tatsache, daß nur der begehen. Schutzbund der von Budapest versuchten Kommunisteninvasion Paroli bot." Die strenge Objektivität" dieses famosen Berichterstatters zeichnet den Schutzbund nicht so, wie er wirklich ist, sondern so, wie ihn vielleicht Die Bourgeoisie gern haben möchte. Schon die Behauptung, daß der Schutzbund furz nach dem Umsturze gegründet wurde und daß er mit der Abwehr der Budapester Kommunisteninvasion irgend etwas zu tun hatte, ist ein grober fachlicher Irrtum. Jedes politische Kind in Wien und Oesterreich weiß, daß der Republikanische Schutzbund erst im Jahre 1922 errichtet wurde, und zwar nach der Besitzergreifung des Burgen landes durch Oesterreich, bei der erst die ständige Gefahr magyarischer Einfälle erkannt wurde. Seither hat sich die sozialdemokratische Wehrorganifation nur mit der Niederhaltung der batenfrenzler und Fronttäm p ferbanden beschäftigt. Eine antifommunistische Schußorganisation fonnte er niemals fein, weil er Anfangs auch Kommunisten als Mitglieder zählte, die dann allerdings ausgeschieden wurden. Das ist die Wahrheit über den deutschösterreichischen Schutzbund. gründliche Reorganisation im Internationalen Es scheint schon jeßt sicher zu sein, daß eine Gewerkschaftsbund vorgenommen wird und daß die Stellung von Brown oder von Oudegeeft je nach dem Ausgang der Untersuchung nicht haltbar sein dürfte. hat folgenden Tatbestand: Brown zitierte einen Der Konflikt zwischen Brown und Oudegeest Brief, den Oude geest den Führern der GeSeite 8. Lages- Neuigkeiten. Es lebe die Weltrevolution! Eine bequeme Scharfmacherparole in Sowjetrußland. Aus der Sowjetpreffe eine richtige Vorstellung von der wahren Stimmung der russischen Arbeitermassen zu gewinnen, ist nicht ganz leicht. Offiziell ist alles in bester Ordnung, und danach richtet sich, auch die Presse. Nur ab und zu wer den hier Stimmen laut, die es uns ermöglichen, Trnd", vom 19. Juli bringt einen Bericht aus nen. Das Zentralorgan der Gewerkschaften, die wahren Züge des heutigen Rußland zu erken Wladimir, in dem folgender Vorfall von der Fabrif 3. Internationale mitgeteilt wird: ,, Bekanntlich gibt es in den Betrieben viel Reibereien wegen der mangelhaften technischen Vorbereitung der Arbeitsintensivierung. Solche Mißstände in der Fabrik 3. Internationale waren es, die, vom Betriebsrat geduldet, die Empörung der Weber hervorriefen. Auf Empfehlung des Betriebsrates wandten sich die Arbeiter an den Direktor mit einer Beschwerde. Und was tam? Der Direktor ließ die Weberin Petrowa zu sich kommen und drohte ihr mit dem Ge fängnis. Der Weber Klinow wurde, ebenfalls in das Direktionszimmer bestellt. Und es wurde ihm nahegelegt, etwas mehr zu schwei der Webereiabteilung zu dieſen Dingen Stellung nahmen, brüllte der Direktor:„ Es lebe die Weltrevolution!" So drückt man sich bei uns mit nackten Fragen um schmerzliche Pro bleme herum, die die Masse bewegen. Und man kommt so um das Vertrauen der Massen." Der allgemeine Eindruck auf dem Kongreßwerkschaftsbewegung Jouhaux und Mergen". Als nun die Weber in der Versammlung über die persönliche Debatte war sehr depri tens gesandt und in dem Oudegeeft geschrieben wird auf Eifersüchteleien und auf ein eigenmächficht, sich unserer Bewegung anzuschließen, und mierend. Die Angelegenheit Brown- Oudegeeft haben foll: Die Russen haben die offenbare Ab tiges Handeln von Brown zurüdgeführt. Allge- deshalb ist es an der Zeit, zum Gegenangriff mein wird angenommen, daß eine gründliche Re- vorzugehen." medur notwendig ist und vorgenommen werden muß. Es ist ernsthaft davon die Rebe, den Siß des Büros zu verlegen. Von verschie Der Ausschluß Troßtis und Sinowiews unabwendbar. Der offizielle Beschluß noch diese Woche zu erwarten. solchen Brief erhalten zu haben; Oudegeeft Zouhaur und Mertens bestritten, einen bestreitet die Genauigkeit des Zitates. Der melancholische Ton des letzten Sabes des Berichtes läßt wohl darauf schließen, daß der ganze Vorfall für den gerissenen Schuft, der seine Seri feine unangenehmen Folgen hatte. Der dem Herrn Vorbereituniker auf diese Weise zum Schweigen bringt, weiter Fabriksdirektor gelungene Versuch, die berechtigten lagen der Arbeiter über sein verbrecherisches Verhalten durch ein Hoch auf die Weltrevolution verstummen zu lassen, mutet wie eine Satire auf das heutige Rußlandan. flärte, er habe bereits die gewohnten Vorbereitun gen für die Hinrichtung getroffen. Demgegenüber jind informierte Kreise der Meinung, daß das Urteil nicht vollstreckt und die gefeßgebende Körperschaft Maſſachuſetts Schritte unternehmen werde, um eine Revision des Prozesses vorzu nehmen. Was der Tag so bringt. Mostau, 3. August.( Eigenbericht.) Das Plenum des Zentralkomitees der kommunistischen Partei und des Kontrolllomitees, das die Untersuchung über das Verbleiben Tropfis und Der Gouverneur demissioniert. Sinow jews im Zentralfomitee feinerzeit be- London, 3. August.( Savas.) Der Gouverneur Der Wiener„ Tag" bringt in einer seiner antragte, hat am Sonnabend feine Tagung be des Staates Massachusetts, der bekanntlich die letzten Nummern ein Bild von einem etwa 70 gonnen. Die Beschlußfassung über Troßli und Affäre Sacco Vanzetti untersucht und am Mon Tage währendem Hungerstreif in Kansas Sinowjew ist noch in dieser Woche zu erwarten. tag eine dreistündige Unterredung mit dem Vor-( U. S. A.). Da liegen Männer auf dem SteinDie Opposition vertritt ihren Standpunkt mit sisenden des Gerichtes hatte, welches die Todes boden, an denen Wiederbelebungsversuche gegrößtem Nachdruck, es herrscht aber fein Zweifel darüber, daß die Mehrheit in dieser Angelegenheit der Parteileitung folgen wird. Ein charakteriſti scher Artikel der„ Prawda" seht auseinander, im Falle des Krieges werde gewiß die Opposition ihre Spaltungstätigkeit fortjeßen und für die Verteidigungsfähigkeit des Landes eine Gefahr bilden. strafe über die beiden Anarchisten verhängte, soll nach einer Meldung des„ Daily Expreß" heute abends feine Demiſſion geben. Der Gouver neur sollte in der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag die endgültige Entscheidung über das Schicksal der beiden Anarchisten treffen. Jcht möchten sie auch die Kleinbauern beschwindeln. Der Reichenberger„ Vorwärts" verichtet, daß eine am 30. Juli in Karlsbad stattgefundene Versammlung die Forderung nach Entsendung einer Rußlanddelegation durch den Zentralverband der deutschen Kleinbauern und Häusler erhoben hat. Seine Gruppe des Verbandes der Kleinhäusler( nicht einmal den richtiAntisemitismus als Geschäft. Offizielle Stimmungsmache. gen Namen fennen diese Agrarfachleute!), feinen Berlin, 3. Auguſt.( Eigenbericht.) Vor arbeitenden Bauern darf es geben, der diesen Mostau, 3. August.( Taß.) Das Büro des Be Seschluß nicht unterstüßt" meint der Vor- Vereines Alter Bolschewifen" veröffentlicht einen einem Berliner Schöffengericht wird ein wärts", der sich damit die Kommandogewalt über Aufruf, in welchem es verlangt, daß die Oppo- trugsprozeß verhandelt, in dessen Mittelpunkt die deutsche Steinbauernbewegung anmaßt. Wir fitionsführer aus dem Zentralfomitee der kom wieder einmal der deutschnationale Reichstagsfennen das Lied, wir fennen aber auch die Ber- munistischen Partei ausgeschlossen werden und abgeordnete Bruhn steht. Dieser Mann gibt faffer. Die Herrn vom Politbüro möchten ihren der gesamten Opposition die ultimative Forderung ein antisemitisches Wochenblatt„ Die Wahrheit" Delegationsschwindel zur Abwechslung einmal gestellt werde, sich bedingungslos den Be mit der Landbevölkerung probieren, offenbar in schlüssen der Partei zu fügen. In dem Aufrufe heraus. Ende 1926 erschienen dort mehrere der Hoffnung, daß sich dort noch einige Dumme werden alle Parteimitglieder aufgefordert, die Artikel, die sich gegen den Brauereidirektor Jakob finden, die darauf hineinfallen. Und so nebenbei Zentralinstitutionen der Partei vorbehaltlos zueitel aus Frankfurt richteten, der auch in wellen sie in der Bewegung des fleinen Landvolkes unterstützen und sich den Oppositionellen ohne Berlin Interessen hat. Eine der Gesellschaften einen fleinen Spaltungsrummel inszenieren, nach Rücksicht auf ihre Stellung und ihre ehemaligen dem die Kommunisten ihre Unfähigkeit selbst ein- Verdienste um die Revolution energisch zu wider sehen, sich eigene Landvolksorganisationen schaffeßen. jen zu können. Nun, wenn die Herrschaften Sehnsucht nach einem neuen Fiasto haben, sollen fie es nur probieren. Unsere geschlossene Kleinbauernbewegung, die durch feinen agrarischen Terror zu brechen war, wird auch mit den Spaltungsagenten des Politbüros fertig werden. Unter der aftivistischen Regierung. Bereits bisher hat die Regierung Sahr für Jahr Millio en hinausgeworfen für Blätter, welche die Be völkerung für die Politik der Herren Svehla und Rundfunk für Alle! Programm für heute Donnerstag. Prag, 319. 11: Schallplattenmusif. 11.45: Landwirtschaftsfunt. Beitfignal. Preifenachrichten. 12.10: Mittagsfonsert. 13.15: Sundfunt für Suduſtrie, Handel und Gewerbe. 13.30: Börsen hrichten. 16.15: Börsennachrichten und Hopfenmarktpreife. 17: Rachmittagsfonzert. 18.10: Borfrog. Turiftit im Rahmen der Rörperentwidlung. 18.15: Deutsche Sendung. Wetterbericht Tagesneuigkeiten vom Breisebüro, hierauf: Rudolf Balla bene, ehemaliges Weitglied des deutschen Landestheaters in Prag: Regitationen. 18.45; Landwirtschaftsfunf. 19: Vortrag: Die auswirtschaft und Familie in den Bereinigten Staaten. 20: Settervoraussage und Preffenachrichten. 20.10: Lustiger Abend. 1. Blasmujif. 2. Tamburizzachor.. Lustige Lieder. 4. Tamburizzaor. 5. Blasmufit. 21: Bortrag: Die Theaterausstellung in Magde burg. 21.15: Unterhaltungsmufit. 1. Sabity: Bom Böhmerwald bis zur Tatra. 2. Behlif: a) Du meine Einzige. b) Aus dem böhmischen Paradies. 3. stalph: ortrott- Serenade. 4. Lustige Suppen. 5. Drigo: renede und Valie- Boston. 6. Fetras: Im febenten Dimmel. 7. Brovazuif: Bonbon- König. 8. Bo unit: Der Tambour fiant. 2: Scifional Der Trager Sternwarte. Leute Nachrichten des Breßouros, uebersicht ber Regesnenigfeiten und Spo: tnachrichten. 22.15: Theater. nachrichten. 22.20: Tanzmusif. Unmenschliche Folterqualen. Sacco und Banzetti in der Todeszelle. Boston, 3. August.( Reuter.) Sacco und Vanzetti, die zum Tod: verurteilt wurden und am 10. d. M. hingerichtet werden sollen, wurden in das Gefängnis in Charlestown geschafft. In diesem Gefängnisse verbringen alle zum Tode Verurteilten ihre leßten Tage." Der Gefängnisverwalter cr= verkehr, Touristi! und Sport. 19.35: Bortrag: Probleme der modernen Kunst. 20: Wie Prag. 22.20: Wie Prag. Rafchau, 1870, 19: Vortrag. 19 15: Preffenachrichten. 19.20: Konzert. Haydn: Quartett Nr. 20. Daventry, 1600, 12: Quartett 13: Schallplattenfonsart. 16: Abendlied. 17.15: Kinderstunde. 18: Tanzmusit. 19.15: Sonaten von Beethoven. 19.30: Symphoniekonzert. Beethoven: 5. Eym phonie. Adelaide. Chorpbantajic. 20.45: Tanzmusif. 21.20: Warionettentheater. 21.35: Militärfonzert. 22.30: Tanzmusif. Rom, 449, 21.10: Ronzert. des Herrn Feitel zahlte daraufhin 1500 Warf für einen Annoncenauftrag und außerdem 400 Marf einem Inseratenvermittler, um auf diese Weise die Einstellung der Angriffe zu erreichen. Bruhn soll in dieser Angelegenheit als Zeuge einvernommen werden. Daß er bei seinem Blatte solche Methoden befolgen läßt, ist schon längst bekannt wenngleich er es bisher immer verstanden hat, die Verantwortung hie für von sich abzuwälzen. Programm für morgen, Freitag. Brag, 319. 11: Vormittagskonzert. 11.45: Landwirtschaftsfun. 12: Seitfianal. Breffenachrichten. 12.10; Schallplatten Budapest, 556, 11: Schallplattentonzert. 17.05: Dichester muff. 13.15: hundfunk für Induſtrie, Sandel und Gefonzert. 19.15: Ungarischer Liederabend. 20.30: Stonzert.werbe. 15.30: Borfennachrichten. 16.45: Börsennachrichten 22.15: 3igeunermufir. und dopfenmarfipreife. 17: Nachmittagskonzert. 1. Kostal: banifahe Suite. 2. Bouffit: Trio. 3. Roob: Böhmische Sumoresfe. 4. Leopold: Aus der alten und neuen Welt. Rozheti: Stratomiat und Walzer, 18: Bortrag: Ueber die Entwidlung der Turnübungen. 18.15: Deuifmeen dung. Wetterbericht und Tagesneuigkeiten vom Preßbüro, bierauf: Seinrich Schmidt, Oberfachrat der deutschen Seftion des Landestulturrates, Brag: Das Einkochen von Obit im Sansbalte. 18.45: Landwirtschaftsfunt. 19; and wirtschaftlicher Vortrag auf Welle 1110. Bortrag: Inter nationale Arbeiter Sommerschulen und deren Bedeutung. 19:50: Strylow: Die Entelin. Sörspiel. 20.30: Wie Brünn. 21: Stonzert. 1. stéler: Epanische Luftfpielouverture. 2. Gabriel Wiarie: Suite carnevalefque. 3. Caibulfa: Tanz der Zwerge. 4. Strauß: Wo die Sitronen blüben. 5. Iva nowici: Bolfa- Mazurfa. 6. Strauß: Ruffischer Marsch. 22: Seitfignal. Leute Nachrichten des Preßbüros, Ueberfich: der Tagesnenigfeiten und Sportnachrichten. 22.15: Theater nachrichten. 22.20: Schallplattenmufit. Wien, 517, 11: Vormittagsmulif. 16.15: Nachmittagskonzert, 18: Ausflugsspiele und Reisepläne. 18.15: Seiligenkreuz und Umgebung. 18.45: Die Pflicht, Sport zu betreiben. 19.15: Esperanto. Zürich, 588, 20: Sprechkünstlerisches Ziel. 21.30: Volfstüm licher Abend. Deutschland. Königswusterhausen, 1250: 14.30: Inländische Lebensmittel im Auguft. 15: Ernährung mit Rücksicht auf Berufe. 15.40: Rochanweisungen und Speisefolgen. 16: Psychologie und Bäba. aogit der Leibesübungen. 17: Bon den Formengefeben der mufit. 17.30: Schubert Ronzert. 18.30: panific. 18.55: Schit mann- gieder. 20.30: Uebertragung von Verlin, 481, ibn Abend. 21.15: Crfönigs Tochter", Ballade von Gade. 22.30: Tanzmusif. Breslau, 316. 20: Dichter als Weltfabrer u. Vagabunden. 21: Rammerfonge: 1. mozart: Streichquartett b- dur. Andrege: Biretorio mod. Soon: eireichquartett debut. 5.30: Sans Brünn, 111. 12.15: Reproduzierte Musir. 14.30: Prager Effettenbörse, Wetterbericht, teffenadhichten, Sport und beater. 17.15: Rinderede. 17.35: Deutfche Breffenachrichten. 17.45: Deutfche Sendung. Prof. Reisler: Goethe und die frauen. 18: Beitfianal. Landwirtschaftliche Nacrioten. 18.20: Bortrag: 2. Stonarek ber flawischen Geograpben und Etnographen in Polen. 18.45: Wie Prag. Brünn, 441. 12.15: Wittagskonzert, 11.30: Brager Effettenbörſe, Wetterbericht. Breitei riisi, Sport und Theater. 17.15: Frauenfunt: Wie ich mit der Nähmaschine umgehe. 17.35: mufif. Deutsche Preffenachrichten. 17.15: Deutsche Sendung. Bro Frankfurt, 429, 20.15: Symphoniekonzert. Weber: Ouverure 10: Konzert. 1. Biodet: Ouverture„ Im Brunnen". feffer Dr. C. Both ter 17, tirbeiterimalt. 18:„ Oberhönberg Beittätte Racht. Dvorat. Aus der neuen Seifignal. Landwirtschaftlicher Bericht. Was ein guter Bichelt. ter wiffen foll. 18.20: Vortrag: Aus Belgien zum Bal Samburg, 395, 19.15: Von Bolemäus bis Ropernifus. 19.40: en leer. 19: Stonzert. 1. Suber: Duverture. 2. Bizet: Wandrinu 20: Hamburger Werthumer, Tanımulit. Suite Ariefieune. 3. concavallo: Za Bobeme. 4. Chabrier: Langenberg, 469, 19.15: Aftrologic. 19.40: Gutes Deutsch. Cipagna. 5. Meyerbeer: Der Badeltans. 20: Stonzert. 1. Loelve: 20: Stonsert. 22.45: Seitere Blaudereien. 4. Schumann: Zwei Grenadiere. 5. Chopin: Ballade as- dur. 20.15: Opernabend. Der Erlkönig. 2. Liszt: Petrarca Sonett. 8. Sür: Phantafic.; 6. Molique: Andante. 7. Schubert: Lied. 8. Liszt: An ber Quelle. 21: Ronzert. 22: Wie Prag. gripsig, 366, 19: Die Entwicklung Dresdens zur Großstadt. München, 536, 19.20: Weltpolitischer Monatsbericht. 20: Uebertragung der Salzburger Festspiele: Mozart- Abend. Stuttgart, 380, 20.15: Orchesterkonzert. 21.30: Der Dicb", Breßburg, 300, 16: Landwirtchaftsfunt, Produktenbörse und Marlibericht. 18.15: Klavierfonsert. 19.20: Vortrag: Fremden- Stüd von Bernstein. 2. Dvorats, Sutte 3. Eutelana:„ Das Geheimme". 4. Moor: Ballettmufit aus Ausflüge des Gerrn Broučef". 5. Fibich: Sarfa. 20: Görspiel. Der Streit um minna. Luftspiel von Fudir. 20.30: Stonzert. Bolkslieder. 21: Wie Prag. 22: Wie Brag. Breßburg, 300. 17.45: Sonzert. 1. Smetana: Das Ge beimnis. 2. Dvorak: Sumoresfe. 3. Offenbach: Orpheus in der Unterwelt. 4. Puccini: La Bohème. 5. Brahms: Ungarifcher Tang Nr. 5. 18.45: Tie Brag. 19.15: Chocole: Organisation des Berfauses von Seilpflanzen. 10.30: Elo wafischer Sprachfurs für Deutsche. 10.50: Wic Prag. 20: Wie Brünn. 21: Wie Prag. macht werden, so ein Ende muß immer hübsch in die Länge gestreckt werden. Das Bild trägt die Unterschrift ,, wie gut es ihnen gehen muß“. Als der Bilderredakteur des Tag" das schrieb, muß es in seinem Innern Nacht gewesen fein. Soll man das Dokument niedriger, ihn aber aufhängen? Nein. Wir wollen uns nicht über Dinge erregen, die im Grunde typisch sind. Das Unterbewußtsein des Bourgeois reagiert bei dem Worte Hungerstreif nicht auf Streif, sondern auf Hunger. Der Bourgeois reagiert nicht auf das Abstrakte, sondern auf das Materielle. Nicht auf das Psychische, sondern auf das Physische. nerven. Der Blick reicht nicht in die Tiefe der Nicht mit dem Sirn, sondern mit den WagenDinge, sondern nur in die Tiefe des Tellers. Polirit, Wirtschaft, Religion sind eine Frage der Verdauung. Selten kann einer aus seiner Stlasse heraus, niemals das Unterbewußtsein aus ihm. Sie ist nur völliges Mißverständnis. Sie ist schon Die Unterschrift des„ Tag" ist nicht Hohn. Beschränktheit. Als die Wiener bürgerlichen Blät ter nach den Ereignissen des blutigen Freitag sich darüber aufregten, daß die Arbeiterzeitung" nicht den Ruf nach bedingungsloser Versöhnung ausitieß es war dasselbe Wißverständnis, dic felbe Befchränktheit. Sie sehen die Welt aus der stubseffelperspektive. Man kann davon über zeugt sein, daß sie selbst in ihre Kirchen demnächst Slubfejjel einbauen lassen werden. Denn sie rufen Gott nicht, wie es in der Bibel heißt, aus der Tiefe der Täler, sondern aus der Tiefe der Teller- wie gut es ihnen gehen muß! Erich Gottgetreu. Rajdhau, 1870. 19: Die Chemie in der Gauswirtschaft. 19.15: rellenachrichten. 19.20; Coliften Konzert. 1. Gaydn: Bioloncello Stonzert d- dur. 2. Novotny: Slowafifche Lieber. 3. stomaat; a) Adagio; b) Adagio regligiofo. 4. Sutra: Liebesengel. 5. Bogel: Stimmen aus der Seimat. Budapest, 556. 18: Militärfonzert 20: stompofitionsabend stazaczay. 21.45: Sigeunermuir. Mom, 449. 21.10: Stonzert. Wien, 517, 11: Vormittagsmufit. 16.15; Nachmittags fonzert. 18.30: Wochenbericht für Fremdenverfebr. 18.45: Tas Lebensproblem. 19.15: Der Hausgarten im Auguft. 20.05: 3m weißen Rößt". Luftspiel von Blumenthal und Stadelburg. Zürich, 588, 20: Sprechfünstlerischer Stil. 20.40: Soli tentonzert. 21.10: Rezitationen. 21.40: Mendelssohn: Sommernachtstraum. Deutschland. Königswusterhausen, 1250. 15: Braris der Garten arbeitsfdule. 16: Schattenfeiten der Sommerzeit. 16.30: Studentische Wirtschaftsarbeit an den Hochschulen. 17: Was die Landstraße erzählt. 17.30: Infeltänze auf Fehmarn. 18: stampf acgen Roft. 18.30: Enalifd). 18.55: Einführung in die Boilofopbic. 19.20; Wiffenfchaftlicher Vortrag für Pergie. 20.30: Uebertragung von Berlin, 484. Symphoniefonzeri. Mendelssohn: Sebriden- Ouverture. Lalo: Cello fonsert. Dooraf: 3. Symphonic, 22.30: Wanbolinentonseti. Breslau, 317. 20: Wie Samburg. Frankfurt, 429. 19: Die Universität Tübingen. 19.30: schau über Wiffenfchaft und Technif. 10.50: Filmwochen ( chait. 20: Der deutsche Feftfbielgebante. 20.30: Macbeth" von Shakespeare. 23.30: Seiterer literarifeber Abend. Samburg, 395. 19: Für die Frau am Teetisch. 19.25: Die Nicas. 20:„ Die sauberflöte", Ober bor wozart. Tausfunf. Langenberg, 469. 19.40: Die Frau als faufmännische Angestellte. 20: Lieder zur Laute. 21: Deutsche Roman tifer. Tangmufif. Leipzig, 368. 19: Unter den Matacos- Indianern. 19:30: Ueber das Wesen des Romantischen. 20. 15: Romantit in der deutschen Oper. München, 536 19.15: Besuch im Finanzministerium. 20: Dominit Löscher Abend. Stuttgart, 380. 19.15: i Auto und Motorrab auf der Landstraße. 20: Wie Frankfurt. Bette& ... lernt Hans nimmermehr. ... Vor allem müsse man trachten die Jugend wieder an Autorität zu gewöhnen. Dazu sei eines der be sten Mittel die Wehrpflicht." ( Rede des Landbündlers Bichl im österreichischen Nationalrat.) Die Wiener Ereignisse sind vorüber; man sprach und schrieb darüber je nach Herz und Gesinnung; man nahm für Augenblicke die Larve ab und, was man da vom Bürger in jeglicher Schattierung zu sehen bekam, war nicht gerade hübsch und zeigte nur neuerlich wie Unrecht man tut, ihn im Stampf zu parbonieren. Auch Herr Bich I sprach. Sprach, daß ihm der Mund davon überging, da sein Herz wohl in Erinnerung schwelgte an die feligen goldenen Zeiten, da man nicht das„ Waul" auftun durfte, weil es soviel„ Autorität" gab und man in Anbetracht ber Autorität" dick verdiente. Was Krieg und Menschenleid einen schon angeht, haben Einem die Herren Landbündler ja zur Genüge gezeigt. Und nun sind diese Zeiten vorüber. Für manches Land mehr, jur manches weniger. I In Desterreich sind diese Zeiten ein wenig mehr vorüber. Es ist eines der glücklichen Länder, das feine allgemeine Wehrpflicht hat, dafür aber den großen Schulreformer Glöde I. Ich glaube Herr Bichel, daß die Autorität des Herrn Glöde der Jugend zuträglicher ist als die der Feldwebel und Oberleutnants. Die Autorität, die der Ju gend, in den von Glöckel reformierten Schulen gelehrt wird, ist die Achtung vor dem schöpferischen Menschen; ist die Achtung des Menschen als fostbarstes Artgeschöpf, das heißt als schöpferisches Wesen; woraus wiederum die Verachtung für den Nuznießer des Militarismus. Zündhütchen und Patronenfabrit vormals Sellier& Bellot: Dividende 35 Prozent, die Reserven doppelt so groß als das Aftientapital, eine geheimnisvolle Bilanz. Donnerstag, 4. August 1927. Die Einheitsfront in der KPD. Ein Drittel der kommunistischen Reichstagsfraktion ausgeschieden. Berlin, 3. August.( Eigenbericht.) In der fommunistischen Partei häufen sich neuerdings wieder Austritte und Ausschlüsse. Heute muß dic ,, Rote Fahne" mitteilen, daß der kommunistische Die Wirtschaft" widmet der Bilanz der| Verfasser des Geschäftsberichtes so zynisch war, Reichstagsabgeordnete Bohla, der in obengenannten Munitionsfabrik nachstehende unter dieser Munition auch solche für Men= deutschland gewählt wurde, aus der Partei aus beachtenswerte Betrachtung: getreten ist, weil er sich mit der Gruppe Ruth schenjagd zu verstehen. Fischer- Maslow solidarisch erklärt. Damit hat die Auch die Vorräte zeigen eine Steigerung, fommunistische Reichstagsfraktion ein volles Drit und zwar von 8.5 Millionen auf 9.4 Millionen. tel ihrer ehemaligen Frattionsstärke von 45 Wann Das Aktienkapital ist unverändert, die eingebüßt. Weitere Austritte dürften noch folgen. Majorität ist im Portefeuille der Böhmischen Industrialban f. Die Reserven haben in Roßbach haben an das Unterrichtsministerium der Bilanz für 1926 die Höhe des Aktienkapitales eine Eingabe mit dem Ersuchen um Errichtung überschritten, durch die Dotierung aus dem Ge- einer tschechischen Mittelschule in Eger gerichtet. winne für 1926 erreichen sie sogar die dop- In der gleichzeitig überreichten Dentschrift wird pelte Söhe des Aktienkapitals, nämber Hoffnung Ausdruck gegeben, daß die erste lich 18 Millionen Kronen. Eine Bankschuld besteht natürlich nicht, im Gegenteil, die Gesellschaft Staffe dieser Mittelschule bereits mit dem 1. September I. 3. eröffnet wird, damit die tschechi verfügt über ein ansehnliches Bankguthaben. schen Wittelschüler nicht in entfernte Schulen geGewinn- und Verlustkonto. schickt werden müssen." ( In Tausenden Kronen.) Eine Gesellschaft, die ihre gefährliche Erzeu gung auf besonders geheimnisvolle, aber, wie gleich gesagt werden muß, sehr erfolgreiche Art betreibt, ist die Sellier& Bellot A.-G. Obgleich die Aftien des Unternehmens an der Börse gehandelt werden, wird mit der Bilanz auf sehr merkwürdige Weise umgegangen. Es hat schon Jahre gegeben, wo sie der Aktionär, der es verfäumt hat, die Generalversammlung zu besuchen, überhaupt nicht zu Gesicht bekommen hat, und auf Fragen pflegt der Direktor der Gesellschaft, Riedl, wenn überhaupt, so meist eine negative Antwort zu geben. Immerhin auch eine Antwort, mit der man schon manches anzufangen weiß. Saben: Fabrikationsgewinn. Zinsen... Der Grund für diese Geheimnisträmerci ist@ 6II: denn offensichtlich. Das Unternehmen lebt Allgemeine Regie on Steuergeldern, die auf dem Umwege Steuern über die Liquidatur des Kriegsministeri- Feuerversicherung ums in die Kaffen der Sellier& Bellot A.-G. wandern, und da will es vermutlich jedes Aufsehen mit den Preisen, die ihm das Kriegsministerium zahlen muß, vermieden wissen. Es wäre daher vielleicht nicht unangebracht, wenn sich dieses Ministerium um diese Dinge befümmern würde, da an ihnen weder das staatsfinanzielle, lier& Bellot hat Riesengewinne. Bilanz. Ein englisches Militärflugzeug in die Donau 1926 gestürzt. Aus Binz wird gemeldet: Dienstag 3.440 abends ist ein englisches Militärflugzeug in Com 1.285 merberg, Gemeindegebiet Aschach, infolge Heiß298 laufens des Motors in die Donau gestürzt. Das Flugzeug war mittags in London gestartet, um 17.847 nach Indien zu fliegen. Von den Insassen, zwei 502 Fliegeroffiziere der Rocol Air Force, ist der eine leicht, der zweite schwer verletzt. Beide werden Natürlich läßt sich aus den Ziffern des Ge- bis zur Transportfähigkeit des Schwerverletzten in winn. und Verlustfontos so viel wie nichts her- Aschach in ärztlicher Behandlung bleiben. Das auslesen. Charakteristisch ist aber, daß es nur Flugzeug ist ein Militärdoppeldecker Typ Samfer borsich mit einem Rolls Royce Motor mit 700 Horsley aus einent Bruttogewinn von lionen Kronen einen Reingewinn von Donau und schwer beschädigt. 13.3 Millionen Kronen, also sage und schreibe: Vierundachtzig Prozent her 1926 auszumirtschaften. Eine Munitionsfabrik ist also 275 auch in heutigen Zeiten eine Goldgrube, Vom Gewinne: ist, Menschen als Zerstörer des Menschen, wie uns noch das öffentliche Interesse zu leugnen ist. Sel- einer Munitionserzeugung 178 Pferdefräften. Es ist gegenwärtig noch in der der Typ im Offizier entgegentritt, resultiert. Gewig sind nicht alle Offiziere Zerstörernaturen" - aber die Ausnahmen bestätigen nur die Regel. Gleichgültig aber, ob der Offizier so oder so ist, Soll: ein Lehrer für die Jugend ist er nicht und die Grundstücke Wehrpflicht ist kein Erziehungsmittel. Oder glaubt Gebäude Herr Bichl, daß es auf die Jugend erzieherisch Maschinen wirft, wenn der Oberleutnant bei der Koffervijite, Kassa eine Photographic betrachtet und den Eigentümer Wechsel des Bildes fragt: Was ist das für eine Sur?" Effekten und der Betreffende sagt:„ Das ist meine SchweDebitoren fter." Alle Entschuldigungen fönnen die Erzie- Borräte hung" nicht gutmachen, die da vor sich ging. Der Mann, der das fagte, genoß Autorität" nicht Haben: wahr? An solche Autoritäten soll man die Jugend wieder gewöhnen? Man sagte vielleicht, der on ist ,, rauh aber herzlich". Schmerzlich ist es, solchen Ton hören zu müssen. ( In Tausenden Stronen.) 1925 275 2.088 8.481 1.758 3.960 115 71 40 83 8.169 8.488 14.851 9.354 Tantiemen.. Vortrag. 53 9.000 . 7.462 Aktienkapital Reserven Reingewinn ohne Vortrag. 4.248 9.020 Dividende in Kronen Dividende in% . 83 60 70 30 35 . 379.752 .210.291 ? 142.564 Vergiftung durch verdorbene Sardinen. Wic die Blätter melden, sind Dienstag in Wien drei Bersonen mit Vergiftungserscheinungen nach dent Genusse von verdorbenen Sardinen ins Krankenhaus gebracht worden. Dortselbst sind zwei der felben noch im Laufe der Nacht gestorben. Dia dritte befindet sich in Lebensgefahr. Autounglück. Mittwoch morgens ereignete sich in Stoppenberg( Kreis Essen) ein schwe= res Automobilunglüd. Ein Opelwagen der Zeche Hibernia" fuhr mit großer Geschwindigkeit in den Vorderteil eines aus der Richtung Gelsenkirchen kommenden Straßenbahnwagen. Der Autolenker, der Sohn des Generaldirektors von Velsen aus Herne, war sofort tot, während der Neffe Kč des Generaldirektors sowie Bergassessorr Reus 3,150.000.- aus Gelsenkirchen mit schweren inneren und 8,979.170.17 äußeren Verlegungen dem Krankenhaus in Stops. 142.564.44 penberg zugeführt werden mußten. Die Dividende fonnte dem Ergebnisse entsprechend erhöht werden. Nun ist inter9.000 effant, daß die Gesellschaft eine detaillierte Angabe über die Verwendung des Reingewinnes verwei13.326 gert. Befannt ist nur folgendes:" Dividendenerfordernis Dotierung der Reserven Gewinnvortrag Zusammen... 12,271.734.61 Der verfügbare Reingewinn beträgt Der verfügbare Reingewinn beträgt so daß die Verwendung des Restes per 1,264.471.37 ungeflärt ist. Von ihm müssen die Tantiemen bestritten werden, deren Höhe anzugeben sich die Direftion weigert. Die Tanticmen fönnen aber schwerlich von 380.000 K im Vorjahre auf den erwähnten Betrag angestiegen sein. Sollte es sich um einen ,, Dispositionsfonds" handeln? Jedenfalls sind solche Vorkommnisse geeignet, das Mißtrauen zu der Verwaltung erwachen und stärken zu lassen. ww Schweres Unwetter in der Schweiz. Diens Die Investitionsfonti zeigen eine Er hat keinen Sinn, jemandem, der über ansehnliche Erhöhung. So werden Gebäude mit haupt die Wehrpflicht als Segen empfindet, solche 3.5 Millionen Kronen gegen 2.1 Millionen KroDinge zu sagen. Die Zeit, die Menschen, die Gronen, Maschinen mit rund 4 Millionen Kronen zen und die Kleinen, darüber zu belehren, blieb gegen 1.8 Millionen Kronen im Vorjahre bewernicht ungenüßt, aber was Hänschen nicht lernt, tet. Da im Geschäftsbericht von Investitionen 13,536.205.98 tag nachmittags wurden verschiedene Teile der Schweiz von schweren Unwettern heimgesucht, lernt Hans nimmermehr. nicht die Rede ist, müßte man annehmen, daß es so besonders die Gegend von Montreux, am Gens Hönschen, soll es diesmal schon in Dester- sich um eine Aufmertung im Sinne der Steuer fer See, das Gebiet von Bern, das Emmental, reichs Schule gelehrt bekommen; wenn dann ein reform handelt. Stark gewachsen sind die Schuld das Berner Oberland sowie auch Teile der NordHans aus ihm geworden ist, dann wird er hofner, die mit 14.4 Millionen Kronen gegen 8.2 und Ostschweiz. Die Simplonlinie war zeitweifentlich, selbst bei mangelndem Fleiß, soviel ge- Millionen Kronen im Vorjahre bilanziert werden. lig in der Nähe von Montreux unterbrochen. lernt haben, um Autorität von„ Autorität" unter- Die Staatslieferungen sind also Auch der Zugsverkehr zwischen Bern und Luscheiden zu können: um den Unterschied zwischen offenbar recht ansehnlich gewachsen. zern, Spie; und Zweisimmen war mehrere Stun Respeft vor der Persönlichkeit, und Kadervergehor Allerdings, wenn man dem Geschäftsbericht Glau den unterbrochen. Gegen Abend konnte der Verjam vor der Unperfönlichkeit, sogleich zu bemerken, ben schenfen wollte, würde es sich nur um Jag d. fehr wieder hergestellt werden. Ueberall haben damit ihm nicht jeder von der Schönheit und Nüz- munition handeln, es wäre denn, daß der schwere Sagelschläge die Kulturen zum Teile völ lichkeit des Soldatenums zu erzählen braucht, was lig zerstört. Zahlreiche Häuser wurden schwer beer, der Haus, nicht selber davon weiß. Und wenn schädigt. An vielen Orten war auch der Telephon uns Jungen, noch einmal einer mit der militär- Aber Herr Wutte ist siegesgewiß: Mit Straf-| Im Frühjahr war sie zur Fortbildung nach Ber- und Telegraphenverfehr unterbrochen. rädagogischen Weisheit von dazumal gelaufen anzeigen( es ist eine gegen ihn erstattet worden), lin übersiedelt. Hier unterhielt sie nicht nur ein Schwerer Autounfall. Gestern früh stürzte cin fomnit, der muß sich darauf gefaßt machen, von sagte er, werde man ihn nicht schrecken. Wie Liebesverhältnis zu einem Studenten, sondern Auto, in dem der englische Militärattaché in Budauns, aus Gewöhnung an die Autorität, die Worte sollte er sich auch fürchten, da er doch weiß, daß sie knüpfte auch gleichzeitig engere Beziehungen pest Major Parry in Begleitung von zwei ungarian den Kopf zu bekommen:„ Schönen Dank, mein der deutschvölkische Juſtizminiſter den Staats zu drei reichen älteren Herren an. fchen Offizieren zur Besichtigung einer MilitärBerr, wir sind darüber unterrichtet. Ein junger anwalt rechtzeitig zurückrufen wird, denn wie wird von ihnen zahlte ihr ein verheirateter Berliner übung fahren wollte, in der Nähe der Hauptstadt Efel ist ein Efel, aber ein alter Efel ist ein Ochs!" der deutschnationale Justizminister einen Betrü- Fabrikant nicht nur öchentlich 700 Warf, aus bisher unbekannter Ursache in den StraßenDer Igel. ger verfolgen lassen, der ein Völkischer ist! er hinterließ der Freundin, als er mit seiner graben und prallte an einen Baum. Sämtliche InUnter den vielen erstaunlichen Dingen, die in die Frau eine mehrmonatliche Auslandsreise unter- jassen wurden aus dem Auto herausgeschleudert und ser Generalversammlung zur Sprache tamen, ist nahm, auch einen check in beträchtlicher Höhe. erlitten mehr oder minder schwere Verlegungen. auch die Geschichte einer Jagd: man verübelte Ausgerüstet mit dieser Summe, bezog sie mit Major Barry, der schwere Verlegungen erlitten hat, es Herrn Wutte, daß er in Admont eine Jagd ihrem Herzensfreund, dem Studenten, in einer wurde von der Rettungsgesellschaft in ein Sana sind die beiden Refordflieger Loose und Ri. Jahrlich) die Köflacher Gesellschaft bezahlen mußte. 3immern und lebte herrlich und in Freuden, bis Gehirnerschütetrung und fleinere äußere Verlegun Dessau, 3. August. Heute früh um 5 Uhr 52 gepachtet hatte, deren Kosten( 18.000 Schilling Pension am Surfürstendamm eine Flucht vont torium überführt. Er erfitt einen Schädelbruch, Dazu bemerkte Herr Dr. Wutte launig, wie es sich das Geld in furzer Zeit alle war. Dann verſtic; mit je einem Silfsflieger mit Junkers ein vom Justizminister gedeckter Schieber ge- schwand sie und fand bei einem anderen reichen sen, doch ist sein Zustand nicht lebensgefährlich. Die Maschinen und Junters Motoren auf dem Des- statten darf: Freund, einem Villenbesitzer in Bad Pyr- ungarischen Offisiere sind mit leichteren Verlegun fauer Flugplaß zu einem Angriff auf den von Ich bin ein schwer gelenksleidender Mann und mont, Unterfunft. In ihrer Begleitung befand gen davongekommen, während sich der Chauffeur Amerila gehaltenen Weltreford von 51 Stunden fann eine solche Jagd selbst nicht ausüben. Aber sich auch hier der Student, der mit ihr im Hotel schwere Verletzungen zuzog. gestartet. Dabei wurde die neue 3ementstartbahn ein Konzern wie Pojazi braucht eine solche Zimmer an Zimmer wohnte. Bei einem der zum ersten Male mit Erfolg benüßt. Die MaschiIm Zeichen der nationalen Versöhnung! nen freuzen zwischen Dessau und Leipzig und führen Betriebsstoff für 5 Stunden mit sich. Junkermaſchinen versuchen einen Dauerreford. Loose war gezwungen, auf dem alten Flugs plaz in der Nähe der Junkerswerfe in Dessau eine Notlandung infolge Vergajung des Magneten vorzunehmen. Die Maschine wurde leicht beschädigt. Jagd, um sich Beziehungen zu jafnächtlichen Schäferstündchen in der Villa mischte Was unter der tschechisch- deutschen Regierung noch fen. Es ist gar nicht so abnormal, daß große sie dem älteren Herrn ein Betäubungs- immer möglich ist, welche Dokumente der KulturGesellschaften Jagden besißen, um dort mit hochmittel in den Wein und entwendete ihm im schande Chauvinisten ungerügt setzen dürfen, begestellten Persönlichkeiten Fühlung Schlafe eine größere Summe. Auch die Schlüssel weist der Besitzer des großen Podoler zu nehmen. Im Kriege haben einige ganz nahm sie an sich. Weit ihrer Hilfe stattete der Schwimmbades, der heuer wie früher seine hervorragende Geschäftsleute eine mätresse ge Student der Billa einen Besuch ab und eignete Tafel Mluvte česky!" ausgehängt hat und fauft, die sich als Witwe ausgab und der eine Woh sich einen wertvollen Herrenpelz an, während der dazu eine zweite Riefenaufschrift Nezapomeňte, nung eingerichtet wurde. Diese suchte Verbindung Besitzer mit dem Mädchen im Kurpart lustwan- že jste v českém závodě a v české Praze!"( Verzu den maßgebenden Persönlichkeiten des delte. Mit der Beute fuhr das Paar zurüd nach geßt nicht, daß ihr in einem tschechischen UnterDer Dzeanflug als Geschäft. Kriegsministeriums und hatte damit auch Erfolg. Ich frage Sic: Hat die Wohnung der Berlin. Als auch dieses Geld verjubelt war, nehmen und im tschechischen Prag feid!) Obwohl Paris, 3. August. Einigen Nachrichten zufolge Direktor bezahlt oder die Gesellschaft? So che mußte der dritte ältere Freund, der in Rathe- der Wirt damit anzudeuten scheint, daß er auf sind zwischen Lewine und Drouhin UnstimmigDinge machen sich von selbst bezahlt. now beheimatet ist, dran glauben. Sie stattete den Besuch Deutscher, sei es Prager oder feiten aufgetreten, weil sich Lewine zu dem AmeDie Jagd hatte sich also für die Stöflacher auch ihm einen Besuch ab, sorgte auch bei ihm für in- und ausländischer Gäste, wie auch auf den rifafluge angeblich einen neuen Flieger, u. zw. einen Engländer, auswählen will. Ta er jedoch von selbst bezahlt gemacht". Man lud hochge- einen festen und tiefen Schlaf, und als er wieder Besuch jener nichtdeutschen Ausländer, die es das erwürfnis nicht selbst herbeiführen will, stellte Persönlichkeiten", nämlich Miniſter und aufwachte, fehlte ihm vom Finger ein Brillant- versäumt haben, rechtzeitig tschechisch zu lernen, fei er bestrebt, Drouhin von dem Fluge dadurch Sektionschefs ein, nahm mit ihnen Fühlung", ring im Werte von 2000 Mart. Statt deffen ent- nicht reflektiert, iſt bisher fein Fall be: abzuraten, daß er ihm für den Flug Paris- New forrumpierte sie und machte sie für die Wutteschen; deckte er hinter einem Bilde ein Fläschchen, dessen fannt geworden, daß er die Entgegennahme von Dort blog 1.000 Dollars bietet, während Lewine, Braftifen gefügig: es war nicht so sehr Jagd auf Inhalt eine morphiumhaltige Flüssigkeit Geld aus den Händen Deutscher oder anderer war. Dieser dritte Freund traf das Mädchen nach Nichttschechen abgelehnt hätte. Ein kritischer Beobfalls er selbst den Vertrag aufheben würde, Drou- Wild wie auf korruptions gönner einiger Zeit in Berlin und ließ sie verhaften. Bor achter wird ja bald finden, daß dieses„ tschechische hin eine Entschädigung von 100.000 Frank zah- Die Liebesabenteuer der Kunstmalerin. Vor Gericht war die Angeklagte geständig, weigerte Unternehmen" nicht zum geringsten aus deutschen einem Berliner Schöffengericht hatte sich eine sich aber, den Namen ihres Herzensfreundes zu Mitteln gespeist wird, weil der chauvinistische Bes 20jährige bildhübsche Kunstmalerin wegen Dieb- nennen. Das Gericht ließ äußerste Wilde walten fiber in seiner Konsequenz nicht soweit geht, den und erkannte lediglich auf 6 Monate Ge- Abschluß von Geschäften mit Deutschen zu verfängnis unter Anrechnung von 3 Monaten weigern und weil diese selbst auch nicht die Würde untersuchungshaft und Gewährung einer Be- aufbringen, dem Chauvin in Schwimmhosen entwährungsfrist für den Rest der Strafe. währungsfrist für den Rest der Strafe. len müßte. Wozu ein völkischer Schieber eine Herrschafts- stabls zu verantworten. Ihre Taten streifen jagd braucht. In Graz fand Freitag die General- napp am Schwurgericht vorbei. Die Angeklagte bersammlung der Graz- Köflacher Eisenbahn- und ist die Tochter eines Essener Fabrika nBergbaugesellschaft statt. In der Versammlungen und hat eine sorgfältige Erziehung im lamen deren Schweinereien zur Sprache, deren St I o st er genossen. Zu ihrer künstlerischen Ausfich Herr Wutte, der frühere Präsident der bildung als Malerin besuchte sie von ihrem 17. Gesellschaft, in startem Maße schuldig gemacht hat. Lebensjahre ab die Kunstakademie in München. Tschechisierungssorgen. Die tschechischen Minderheiten in Eger, Asch, Bad Königswart, Tepl, sprechend zu antworten. Wo bleibt aber der Einfluß der Deutschen in der Regierung, der, wenn nicht mehr, doch das vermögen sollte, die deutsche Nation bor indirekten Beschimpfungen zu Schüßen?! Donnerstag, 4. August 1927. Prager Kurse am 3. August. Gelb 100 holländische Gulden 1851.50 100 Reichsmart. Ware 1857.50 800.75 100 Belgas. 468.25 1 Bfund Sterling 100 Schweizer Frants 649.75 804.75 471.25 652.75 163.85 164.55 100 Bire.. 188.80 184.70 1 Dollar.. 88.60 100 franzöfifche grants 181 80 100 Dinar. 59.22 100 bolnische Zloty 100 Bengos. 100 Schilling 588.12% 376.12 33.90 133.00 59.72 591.12% 379.12 474.00% 477.00% Eine lehrreiche Erfurfion. Irene Kirpal- Aussig. tigt: die Brühlsche Terrasse, das Georgentor, das Schloß, die Oper, die Frauenkirche und der weltberühmte Zwinger. Genosse Hahnwald verſtand es, den Genoffinnen in furzen Umrissen das Wissenswerteste von der Entstehung der Stadt bis zu ihrer jeßigen Entwicklung zu erzählen, und zeigte die architektonische und fünstlerische Geschlossenheit der Stadt auf. 10 11: 0 Seite 5 herrlicher Sternenhimmel mit Mond und allen Blaneten. Ist das möglich, daß dies alles künstlich ist? So wirren die Gedanken in den meisten Köpfen der Besucher. Doch schon fliegt ein leuch tender Pfeil vont Jupiter zum Saturn, von Wie alljährlich veranstaltete auch heuer die Neptun zum Uranus, von der Venus zum Mars Frauenfektion des Bezirkes Ausfig eine Erfursion. und Merkur. Der Pfeil umkreist den großen, Während bei den früheren Exkursionen die Genos den kleinen Wagen, die Leier, die Wega, den sinnen in erster Linie unsere Eigenproduktion in großen, den fleinen Bär, den Fuhrmann und Neratovi besichtigten und dann Reisen in verandere Sternengebilde mehr. Der Direktor des schiedene Städte, so Bodenbach( Besichtigung unfePlanetariums, Herr Sturt stießmann erklärt und rer Buchdruckerei), Brix( Besichtigung des we erläutert den Sternenhimmel, den Kreislauf der matoriums), Karlsbad, Prag usw. machten, statMit dr Rafierklinge der Gattin den Hals durchteten diesmal 51 Genoffinnen unseren Dresdner Planeten und die Teilnehmer siten gebannt und Ihnitten. Aus Berlin wird berichtet: Ein furcht Genoffinner einen Besuch ab. Eine Reife in das Genoffe Arno Benning für eine Stunde in die lichen Erklärungen des Vortragenden, alder Aus der heißen Sonne führte uns dann der horchen den wissenschaftlichen, doch leicht verständ mares Verbrechen wurde in den Morgenstunden des Ausland birgt doppelten Reiz in fich; diese Freude fühlen Räume der Stulpturensammlung, des wird langsam hell, die Sonne steigt auf und der Dienstags in einer Berliner Borstadt aufgedeckt. wird aber erhöht, wenn man so liebe Aufnahme„ Albertinums". Er griff aus der Fülle der bort fünstliche Sternenhimmel iſt nur unſeren Blickes, Der Friseur Warnede hat in der Nacht vom findet, wie sie die Dresdner Genoffinnen und Gevorhandenen Plastik etwa ein Dußend Kunstwerke doch niemals unseren Gedanken entschwunden. Montag auf Dienstag im Verlaufe eines Streites nossen unseren Exkursionsteilnehmern zuteil fozialen Inhaltes heraus. Nunstwerte sind immer Ein Wunsch befeeft alle: Könnten doch alle Geseine Frau durch mehrere Schnitte mit der Rasier werden ließen. Die Vorbereitungen wurden vom ein treuer, wenn auch oft schwer lesbarer Spiegel nofsinnen dies sehen! tlinge am Sals getötet. Als heute früh der Gehilfe Sekretär der Parteiorganisation Genossen der gesellschaftlichen Zeitlage. So befinden sich Friseurs zum Leben fam, fand er ihn noch ge- Sander auf das gewissenhaftefte getroffen. Die inmitten der aristokratischen, ganz aufs„ Schöne" der Vorsitzenden der Frauengruppe Genoſſin Eine furze Ansprache des Gen. Sander und loffent. Er wartete eine Zeitlang und ging dann Bartei, die Genossenschaft und die Verlags- und ausgehenden helleniſchen Kunst plötzlich( kurz vor Noad, furze Worte der Anerkennung und des n die Wohnung des Meisters, in der Meinung, daß Druckgenossenschaft der Volkszeitung" waren in Beginn der christlichen Zeitrechnung!) zwei aus- Dankes an unsere Gastgeber durch die Genossin tiefer ertranft ſei, umt bie Schlüssel zum Geschäft ſere Gastgeber. Dei Besichtigungsplan war plan gesprochen naturalistische Köpfe, Typen armer, stirpal und schon drängten sich um die Aussiger" polen. Als auf sein Läuten und Klopfen nicht mäßig organisiert, daß unsere Genoffineteit, verbrauchter, ausgebenteter Menschen: Die sozialen die Dresdner Quartiergeber. 3u viel Drattat stöffnet wurde, verſtändigte er die Nachbarn, und der er Tagen, die sie in Dresden verweilten, Boraussetzungen für den Einbruch des Chriſten zu wenig Auffiger". Und doch wollte jeder Gaft es wurde nach einem Schuhmann geschiedt. Die sehr viel besichtigen konnten. tums in die Antife werden sichtbar. Daß neben geber einen ausländischen Gast mit nach Hause Wohnungstür wurde aufgefprengt; die Eintretenden weg. Im acht Uhr früh in Dresden angelom im 19. Jahrhundert soziales Stunstschaffen einher- man von einander. Am nächsten Tage versam Mit dem ersten Zuge ging es von Aufsig der wissenschaftlichen Formung des Sozialismus nehmen. Müde, doch voller neuer Eindrücke schied Um fanden Frau Warnede auf dem Bette in emer rie men, wurden wir von vielen Dresdner Genos geht, ist nicht überraschend. Die Genoffinnen melten sich die Genofsinnen zur Besichtigung der faen, zum Teil schon eingetrodneten Blutla che finnen empfangen. Ein herzliches„ Freundschaftlernten als markantesten Vertreter Constantin Druderei der Volkszeitung" und der Parteilokaliegen. Die ſofort verständigte Mordkommiffion und Willkommen" als erster Gruß. Und die wie unier kennen. Sein„ Denkmal der Arbeit", itäten. Mächtige Rotationsmaschinen und Flachftellte fest, daß die Frau durch zwei bis drei thefe Freundschaft wurde wahrlich auch gleich geschlos das„ Grubengas", seine Arbeitergestalten geben pressen arbeiteten mit Windeseile und im Nu lagen 2chnitte mit einem Weffer, die bis an die als fen, als wenn sich schon alle vorher gefanni hät- neben der Schwere, dem Leid, der Fron der Arvor uns tausende gedruckte Blätter, Zeitungen, wirbel reichen, getötet worden ist. Neben dem ten. Nun ging die Wanderung los, durch die Pra- beiter der Arbeit vor allem ihre Würde, Heilig Broschüren, Einladungen, Plakate, wie durch Zau Bett fand man dann ein blutiges Rasiermesser, mit gerstraße mit ihren Prachtläden, die manche Gefeit, Größe. Seine Arbeitertypen sind Gestalt berband hergestellt. Die Genossinnen wollten sich dent die furchtbare Tat verübt wurde. Als einziger noffin in Staunen versetzten, über den Ring nach gewordener Klassenstolz, von dem uns so viel gar nicht von den Ungefümen trennen. Beim ge Täter kommt der Mann der Ermordeten in Betracht, dem Rathaus. Nach der Besichtigung des Rathau- nottut. Die Problematik der Gegenwart findet meinsamen Mittagessen im großen Saale des Laut Aussagen des Gehilfen und der Nachbarn lebte fes mit feinen märchenhaft und lugusiös eingerich ihren Ausdrud bei Rodin( Chernes Zeitalter Wolfshauses hielt der Direktor des Parteinnter das Chepaar in Unfrieden. Die Fran war auf ihren teten Sibungs, Feſt- und Empfangsfälen und der der Denter" u. a. m.). Schwer gebunden, doch nehmens Genosse Sein eine herzliche Ansprache. Mann, der ein großer Schürzenjäger ist, sehr eifer- berühmten Silberkammer ging es mit dem Fahr- halb erwacht, im heißen Ringen um die erlösende Entstehung und Werdegang der Zeitung und der füchtig. Am Samstag hat überdies eine in seinem stuhl in die höheren Regionen auf den hundert Idee stehen seine Menschen vor uns, wie wir alle, Parteidruckerei wurden von ihm geschildert. InterFriseursalon angestellte Gehlfin den Dienst gekün- Meter hohen Turm des Rathauses, um Dresden gedankenvoll und tatenarm. Bor Max Klingers effant war auch für die Genoſſinnen zu hören, daß digt und damit begründet, daß der Meister sie fort- bon oben" sehen zu können. Ein Meer von bun" Drama" fand die geistige Linie, die von der für die in der Druckerei beschäftigten Arbeiter und hährend mit Liebesanträgen verfolge. Die Gattin Sander erklärte und zeigte den Genoffinnen alles Fortseyung ins Allgemeingültige, Reinmensch- Altersversicherung errichtet wurde, so daß der über ten Häusern, faſt unübersehbar. Und Genosse Selaffengebundenheit des Arbeiters ausging, ihre Arbeiterinnen nebst der staatlichen auch eine eigene geriet darüber in große Aufregung und fiberschüttete Sehenswerte. Dann fauste der Fahrstuhl in die fiche: Güte und Kraft, die Waffen der fämpfenden 60 Jahre alt gewordene Versicherte dann eine den Mann mit Vorwürfen. Am Abend vor dem Tiefe und das beklommene Gefühl, das sich man- Menschheit gegen das Schidfal. Der Kampf gegen Rente von 30 bis 50 Mark( 240-400 Kč) zuſam Mord hörten Nachbarn, daß sich das Ehepaar cher Genossin beim Auf- und Herunterfahren be- das Leid ist ewig und wird nie mit dem vollem men mit der staatlichen Versicherung erhält. Die heftig stritt. Im Verkaufe dieses Streites mächtigte, wich einem freudigen Aufatmen, als Siege enden. Aber er veredelt, verjüngt, erhebt Versicherungsbeiträge für die eigene Versicherung dürfte Warnecke seine Frau auf das Bett geworfen sie wieder unten" auf festen Boden standen. und trägt somit überall, auch bei eventuellen werden von der Druckerei gezahlt. Aufmerksam und mit dem Rasiermesser getötet haben. Der Mann Die Straßenbahn brachte uns dann nach ift abgängig. Er dürfte das Haus noch in der Nacht Konsumverein„ Vorwärts". Eine fleine Ruhe- Niederlagen, schon ein Stück Sieg in sich. Em horchten alle den intereffanten Ausführungen des por trop alle dem!" Damit fand die Füh Genossen Hein zu. Den Abschluß der Exkursion sofort nach der vollbrachten Tat verlassen haben, pause, eine gute Stärkung und dann ging es an ohne daß jemand feinen Weggang bemerkt hätte. Die Besichtigung des Verwaltungsgebäudes, des ung ihren Ausklang, mit diesen Worten endete bildete die Besichtigung des Zoologischen Gartens. Man glaubt, daß er Selbstmord begangen habe. Hauptlagers der Mühle, der Zentralbäckerei des bannt standen die Genossinnen noch lange vor den einem Käfig zum anderen und bewunderten die Genosse Henning seine Ausführungen. Wie ge- Stundenlang wanderten die Genossinnen von Eine angenehme Gaststätte ist das auch von Konsumvereines. Was unsere Genoffinnen fahen, ſteinernen Wienschen, denn Genoffe Henning lehrte„ Riefenmenagerie". vielen auswärtigen Gästen besuchte deutsche Restaurang ihnen nicht nur Bewunderung und Achtung fie die wahre Stunst mit kritischen Bliden zu bemnt Goldenes Kreuzel" in Prag. Ein ab, sondern, was das Wichtigste fit, volles Ver Genosse berichtet uns, deß er sich genötigt fah, das vereinen; es stählte die genossenschaftliche Treue. trauen zur Eigenproduktion und zu den KonsumLokal zu verlassen und seine Bestellung rückgängig Alle Räume find groß, luftig, swedentsprechend zu machen, weil er sich nicht ansehen und anhören eingerichtet, die Betriebe mit den modernsten Mawollte, wie der reſolute Herr Wirt mit seinen Anschinen ausgestattet. Nach der Bewirtung durch gestellten umspringt. Die grössten Schimpfworte( so den Konsumverein hielt der Leiter dieser Instiungefähr von Luder" aufwärts), Androhungen von tutionen an die Teilnehmer eine Ansprache. Ein Frügeln und bedenkliche Ausätze zur Ausführung furzer geschichtlicher Rückblick, ein Ueberblid über solcher Drohungen reihen sich in ununterbrochener das stete Wachsen nicht nur der Eigenbetriebe, Folge aneinander. Für das bourgeoise Publikum sondern auch der Mitgliederzahl und des Umfat und Couleurstudententum, einen Teil der zes überzeugte unsere Genossinnen von der seAreuzel Besucher ausmacht, mag das ja ein gut gensreichen, leistungsstarken Wirksamkeit der nationales Schauspiel sein, das den teutschen Man- Konsumgenossenschaften. men zum Pilsner Bier eine gute Begleitung erscheint, Nach einer furzen Ansprache der Genossin für die anständigen Gäste aber ist ein solches Be Stirpal wurden unter fachmännischer Führung nehmen eines Wirtes einfach unerträglich. Wie uns des Redakteurs Genossen Hahnwald besich der Genosse erzählt, beschwerten sich einige Gäste, die sicher feine Sozialdemokraten waren, ebenfalls Nach dieser Statistik erkennen wir, daß nahezu| Staaten von Amerika nun auch durch Produk- in der der Grundsatz aufgestellt wird: Gleiche über das rüde Benehmen des Wirtes, der es an- vier Fünftel der gesamten Arbeiterschaft in tionsrückgang an Bedeutung als' Goldproduzent Löhne für gleiche Arbeit. Zur Erreichung dieses geblich Abend für Abend so treibt. unferem Staate nicht einmal das Minis verloren haben, gelang es ihnen doch, ihre Ston- Bieles müsse man trachten, alle Frauen gewerkAusflugszüge in die Prager Umgebung. Am mum des der Einkommensteuer unter- trolle über die Goldproduktion Kanadas, Mexikos, schaftlich zu organisieren. In einer FriedensSonntag, den 7. dz., verkehren nachstehende Aus- liegenden Verdienstes bezieht, das Mittel- und Südamerikas zu stärten. Andererseits resolution protestierte schließlich die Konferenz flugszüge in die Prager Umgebung: Von Wein- heißt, daß nahezu vier Fünftel unserer Arbeiter- hat England durch die Lena- Goldfields- Gesellschaft gegen jede Politik, die zu einem neuen Striege berge nach Čerčan, Abfahrt 8.45 Uhr, Rückkehr schaft mit ihren Familien an Unterernährung Einfluß auf die russische Goldgewinnung be- führen fönnte. 18.20 Uhr, Fahrspejen 9,40 K. Von Smichow nach Karlstein, Abfahrt 5.45 Uhr, Nüdfehr 17.48 Uhr, " Abfahrt 9.20 Uhr, Rüdfehr 20.01 Uhr, Fahrpreis leidet. Fahrpreis 6.60 K. Von Smichow nach Řevnic, Die internationale Goldproduktion. 5.60 K. Von Wyjotschan nach Celatowi( zwei Die Goldproduktion der Welt ist während 3üge), Abfahrt 5.30 und 8.55 1hr, Rüdfchr 17.52 des Strieges und in den ersten Nachkriegsjahren und 20.30 Uhr, Fahrpreis 5 K.- Fahrkarten von dauernd gesunken und erreichte im Jahre 1922 Donnerstag bis Samsteg in den Magistratskanzleien ihren tiefsten Stand. Von da ab begann die Probon Weinberge, Smichow und Wrschowiß und beim duftion dauernd zuzunehmen, wie folgende zu Fremdenverkehrsverband beim Pulverturm. sammenstellung zeigt: Produktion in kg Produktion 1912-100 Volkswirtschaft. 1912. 1922 • • . 701.379 . 480.620 1923. . 553.360 1924. . 591.942 1925. . 592.841 1926. • · . 600.397 100.0 68.5 78.9 84.4 84.5 85.6 trachten. Und dann kam allzu bald der Abschied von unferen uns so lieb gewordenen Dresdner Freun Unter dem Eindruce des Gehörten und Geden. Am Bahnhof fand sich eine große Anzahl sehenen plauderten die Genofsinnen in ihrer von Genofsinnen ein. Der Abschied wollte fein Freizeit, die sie bei einer Jause unter schattigen Ende nehmen. Die Genofsinnen drängten sich zu Bäumen vereinigte, nod) lange, lange. Dann ge den Waggonfenstern, um noch einmal einen Hänmeinfames Abendessen, doch zuvor eine photo- bedruck zu wechseln. Die Dresdner machten uns graphische Aufnahme und dann der Besuch der auch den Abschied gar zu schiver. Zwei Tage und Sondervorführung des Planetariums mit doch welches Erlebnis. Zwei Tage der Freude, Vortrag des künstlichen Sternenhimmels. Ein ungetrübter Freude, losgelöst von den Alltagsfor= freisrunder hellichter Raum, der viele hunderte gen, zwei Tage bei lieben, gastfreundlichen MenMenschen faßt. Mittels eines Verdunklungsschen, die mit uns eines Sinnes sind, die gleich apparates wird langsam künstliche Dämmerung uns an einem Werke arbeiten. Und dann vollte bis zur vollständigen Dunkelheit herbeigeführt. der Zug aus der mächtigen Bahnhofshalle. Die Sonne, die eine Million dreimalhundert Freundschaft!" und auf Wiedersehn in Aussig!" tausendmal so groß ist als die Erde, steigt auf flang es immer wieder. Weiße Tücher wurden und vollzieht ihren täglichen Lauf. Ihr folgt ein geschvenft, manche heimliche Träne unterdrückt. kommen. Die Bleiweißfrage, Der Rüdgang in der Goldgewinnung in den Jahren 1915 bis 1922 erklärt sich durch den ManWegen seiner Einwirkungen auf die Geeine unmittel gel an Arbeitern und Kapital bare Auswirkung des Weltkrieges. Dann spielt fundheit der Malerarbeiter wurde das Bleiweiß aber neben einer Reihe von währungstechnischen bekanntlich zum Gegenstand eines internationalen Uebereinkommens gemacht, das die ArbeitsMomenten die sogenannte Goldentwertung eine Rolle. Das Sinten der Kauftraft des Goldes fonferenz von 1921 beschloß. Diese Maßnahme findet seinen Ausdruck in einer allgemeinen Preis hat jedoch die Erörterungen über die Bleiweißerhöhung, die durch Jnderzahlen, z. B. durch den verwendung nicht beendet, die vielmehr weiter Großhandelsinder, meßbar ist. Während sich die gehen. Deshalb ist auch eine neue Schrift des betitelt La Preise aller anderen Waren erhöhen, bleibt der Internationalen Arbeitsamtes, Goldpreis unverändert. So beträgt der gefeßliche céruse" von zeitgemäßem Interesse. Die Schrift Goldpreis in den Vereinigten Staaten seit der wurde in der Abteilung für Gewerbehygiene ver Vorfriegszeit ununterbrochen 20,67 Dollars pro faßt, die von Professor Luigi Carozzi geleitet Unze( 31,1 Gramm) Gold. Steigen die wird. Man findet darin Angaben sowohl medizi anderen Warenpreise, während der Gold- nischer wie technischer Art, welche sich auf die Die letzte Nummer des„ Anzeigers" der preis feſtbleibt, dann bedeutet das sintende Frage der Bleiweißverwendung in den verschie Tabelle über die Einteilung der Versicherten in als das Dreifache des Zuwachses in den letzten betriebe, die sich in einer verringerten Erzeugung Gefahren die Bleiweißverwendung im letzten Bentral- Sozialversichemingsanstalt brachte eine Rentabilität für die Goldgewinnungs- benen Ländern beziehen. Außerdem wird ein Ueberblick über die Streitfragen gegeben, welche die einzelnen beſte Grandmeſſer für die Arbeiterlöhne in unfe- Hälfte der durchschnittlichen Zunahme in dem wächst die Rentabilität, womit eine Steigerung Jahrhundert hervorrief. Schließlich wird der rem Staate, denn es handelt sich um 2,302.314 Jahrfünft von 1904 bis 1908( 34.640 g.). Arbeiter als Versichere. Hierin sind Versicherte Die Zunahme der Goldgewinnung seit 1923 aus allen Fächern und Industriezweigen einbe- entfällt hauptsächlich auf Afrita zogen. Nach dem Verdienste sind die Versicherten Europa. Für die afrikanische Broduktion Internationaler Arbeiterinnentongreß. Malergewerbe besprochen. in 10 Klaffen eingeteilt, und zwar folgender- kommt besonders die südafrikanische Union in Gin Dokument der niedrigen Löhne in der Zschechoslowakei. maßen: Steffe 1. 10.4. 14. 5. 18.6. 22.7. 22.50 Lohn Personen 1 Die Zunahme in den Jahren nach 1922 beträgt durchschnittlich 15.679 8g. Das ist mehr ==== der Goldproduktion verbunden ist. Vor dem Stattfinden des augenblicklich Wert einer gesetzlichen Regelung, wie sie in manchen Ländern besteht und andererseits des absoluten Verbotes der Bleiweißverwendung im Marktpreise für die Verrechnung des Getreides Frage( Anteil an der Weltförderung 1912= 40.4 tagenden internationalen Gewerkschaftstongreſſes der landwirtschaftlichen Arbeiterschaft Böhmens im Prozent, Anteil 1926= 51.6 Prozent). Dagegen in Paris hat am 30. und 31. Juli gleichfalls in August 1927. Vom Landesarbeitsamt in Prag wird big 6.- K 217.998= 9.47% haben die Vereinigten Staaten von Amerika in Paris ein internationaler Gewerkschaftsfongreß August 1927. Vom Landesarbeitsamt in Prag wird 14.92% ihrer Bedeutung als Goldproduzent eingebüßt der Arbeiterinnen stattgefunden, der sich in der amtlich verfausbart: Die Durchschnittsgetreidepreise 20.64%( Anteil an der Weltförderung 1912= 20 Prozent, Hauptsache mit dem Problem der Heimarbeit auf der Prager Produktenbörse im Monate Juli beschäftigte. Eine in dieser Frage angenommene 1927 betrugen beim Weizen 243 K, beim Korn 309.210 13.43% 1926 11.3 Prozent). 259.860= 11.29% Von den acht wichtigsten Goldproduktions- Entschließung fordert die Abschaffung der Heim- 225 K, bei der Gerste 183 K. Jm Sinne des§ 7, 181.931= 7.90% gebieten der Welt liegen nicht weniger als fünfarbeit als einer vom sozialen und gewerblichen III. 2. Abs. der„ Richtlinien" sind diese Preise als 120.835= 5.25% m britischen Machtbereich. Der Anteil Standpunkt aus verwerflichen Erscheinung. maßgebend für den Monat August 1927 für die 4.11% des britischen Reiches an der Weltausbeute stieg Außerdem wurde über die Bedeutung der Verrechnung des Vertragsgetreides betm Abverkaufe 3.51% denn auch von 62 Prozent im Jahre 1912 auf 70 Frauenarbeit in der Industrie ge- oder Reluieren desselben zu betrachten, sofern der 218.287 9.48% Prozent im Jahre 1926. Wenn die Vereinigten sprochen und eine Entschließung angenommen, Marktpreis als Grundlage dient. = 6.10." " 14.. " " 18." "! " 22." 25.50 " 28.50 8. 28.50 " " 31.50 9. " " 10. " 31.50 34.50 und mehv 34.50 80.837= " -" . Bette 6 * Turnen und Sport. Drei mal 10 Gebote. Der Mensch der Großstadt, der tagein, tagaus eingepfercht zwischen den Mauern nur halb leben lann, hat viel mehr als die Bewohner des Landes das Bedürfnis nach Licht, Luft, Sonne und Wasser, um seinem Körper die Gesundheit zu erhalten. Eines aber hält viele davon ab, sich die Genüsse der Natur ganz zu verschaffen: die Unkenntnis der Beherrschung und die Ausnügung der Naturkräfte. Wie viele mußten ein Bad im Fluß, See oder Teich mit ihrem Leben bezahlen? Wieviele haben infolge eines Sonnenbrandes tage- oder wochenlang frank gele gen? Hier gilt es, helfend und aufklärend beizuspringen. Die Beachtung folgender Gebote bewahri bor Schaden. Katholische Bilderftürmer. Donnerstag, 4. August 1927. Schlaflosigkeit, Nervosität und allgemeine Unruhe sind oft langwierige Folgeerscheinungen eines über. Die Bernichtung eines Kunstwerkes.ie weibliche Anmut und Mißmut Duisburgs triebenen Sonnenbades. 8. Nehme nie ein Sonnen. nicht weniger, vielleicht kann man da was an bad nach einer starken Mahlzeit, weil dies sonst Nicht überall in der Welt herrscht soviel einen starken Blutandrang zum Magendarmkanal katholische Sanftmut wie etwa in Wien, neuer Grazie abguden. wo sich die Priesterregierung damit begnügte, Aber, was ist denn das, die Gesichter der hervorruft. Dasselbe gilt auch für Frauen und Mäd. ohne selbst einzugreifen, ihren Schober auf das Betrachter werden länger und länger? Fast so chen zur Zeit der Regel. 9. Beschließe jedes Sonnen. Volt von Wien loszulassen. In Duisburg, lang wie die unwahrscheinlich langen Glieder bad mit einem kurzen, kalten Schwimmbad, zuminin Westdeutschland zum Beispiel, haben katholi nadten Frau. Denn dieser Lehmbrisk hat best aber mit einer falten Körperabwaschung. 10. sche Fäuste selber Ordnung gemacht und nicht sie alle miteinander einfach hineingelegt. Das Sollten fich trotz der Insehaltung dieser Sonnenerst fremde Hilfe in Anspruch genommen. Frei ist ja gar keine Frau, das ist ja ein hundsdürres badregeln irgendwelche Beschwerden, die Du auf das lich: dort waren's nicht hundert tote Menschen, Klappergestell. Nichts Mollertes zu sehen, nichts, Sonnenbaden zuvüdführeft, einstellen, so suche einen die auf der Walstatt blieben, sondern bloß ein woran man sich halten kann, nichts Irdisch- Arzt auf, der dir dann weiter helfen wird. J. Schoppöln. Bildverk, eine Plastit, die dran glauben Ueppiges, nur unendlich zarte Linien, ein auch, fein Mädchenleib, nur eine Mädchenseele, mußte. ganz in Anbetung, ganz ins Göttliche aufgelöster Geift. Nein, für so was soll sich Duisburgs sittenſtrenge Männlichkeit und Weiblichkeit in ein feruelles Räuschchen gestürzt haben? Nem, so eine Gemeinheit. Die Frau wirkt ja gar nicht erotisch, die Frau- das ist ja einfach eine Schweinerei! Was hat die Jungmannen des tatholischen Vereinshauses Duisburgs so in Wallung gebracht, daß sie zu Bilderstürmern 10 Gebote der Gelbstrettung! wurden? Man wird es etwa begreifen: die Duis 1. Berne Schwimmen, Springen und Tauchen. burger Spießer haben sich an einer Figur ber 2. Beachte und befolge die Baderegeln. 3. Bewahre gangen, die Symbol einer from men, einer bet allem, was dir im Wasser zustößt, Ruhe und christlichen Seele sein sollte. Der große PlaBesonnenheit. 4. Bei eintretender Ermüdung gebe stiker Lehmbrud, zu seines Kunstwerks Unzur Rückenschwimmlage über und zwar zum Rüden heil ein gebürtiger Duisburger, war gestorben paddeln. 5. Hebe nie die Arme über Waffer. 6. Bei und die Leitung des Duisburger Museumis zerauftretenden Hindernissen versuche zu Tauchen. 7. brach sich den Kopf, wie man den dahingegangeAuftretende Krämpfe versuche durch Erzeugung von nen, berühmten Mitbürger der weniger berühmt Gegendrud auf die betreffenden Muskelpartien zuten Stadt zum höheren Ruhm der Stadt am bebeseitigen. 8. Bei Verwicklung in Schlingpflanzen sten ehren fönnte. Die ganze Gemeinde Duisvermeide jegliches Zerren und Reißen und versuche, burg war in freudiger Erwartung, endlich eindich rückwärtsbewegend, aus den Schlingpflanzen mal sollte auch von ihr in der Welt geredet werherauszukommen. 9. Klettere nie von der Seite in den. Ist doch ein famoser Kerl gewesen, der ein dir zu Hilfe eilendes Boot, sondern stets am Lehmbruck, daß man ihm jetzt so schöne Reklame hinteren Teil. 10. Folge stets den Anweisungen der für Duisburg machen kann., dir zu Hilfe eilenden Personen. 2. Die Baderegeln! 1. Bade nicht mit lerrem, aber noch viel weni. ger mit vollem Wagen oder nach starkem Alkoholgenuß. Ersteres verursacht Schwindelanfälle und Ohnmachten, letzteres Unwohlsein, Erbrechen und Herzklopfen. Zwei Stunden nach einer starken Mahlzeit ist der beste Zeitpunkt zum Baden. 2. Bade nicht, solange das Herz infolge raschen Gehens, Laufens, Radfahrens und dergleichen start anschlägt. Schwere Erkrankungen oder ein Schlaganfall können die Folgen sein. Bei normaler Herztätigkeit darf man ruhig von der warmen Brause weg oder nach einem Sonnenbade ohne Gefahr ins kalte Was ſer gehen. 3. Bade nur kurze Zeit, wenn du dich nicht wohl fühlſt. Blutarme Menſchen begnügen sich ebenfalls mit einem kurzen Bade. 4. Kühle dich vor dem Bade nicht zu sehr ab, indem du ausgekleidet lange Zeit untätig herumstehst. 5. Rauche nie während, oder kurz vor oder nach dem Bade, sonst schädigst du deinem Körper mehr, als du für ihn Gutes beim Baden herausholen wolltest. 6. Der Schwimmer gehe mit Kopfsprung ins Wasser, der Nichtschwimmer tauche aber mindestens einmal ganz unter. 7. Man gewöhne sich daran, beim Betreten des Schwimmbeckens stets durch den Mund, und welche Krankheiten am Gehör hatten, sollen nie Aber welche Reklame? Endlich haben sich die Duisburger Kunstgötter geeinigt, Lehmbruds Plastik Die Kniende" soll aus der Abgeschiedenheit des Museums geholt und in dem großen Tonhallengarten aufgestellt werden, im Mittelpunkt des städtischen Lebens und Treibens. Zustimmung der Gemeindevertretung. Beifall der Zeitungen, Beifall auch des Publikums, das nicht ahnt, wie bald sein Beifall jäh ins Gegenteil umfippen wird. „ Die Kniende." Die Rache der Enttäuschten. • Da also des Künstlers nacktes Weib nicht so aussah, wie es sich die Duisburger Frommen geträumt hatten, da dieses naďte Weib also nicht so aussah wie die Frauenzimmer, die der Duisburger in den Zeitschriften, Magazins, Witzblättern und wenn er sehr verwogen ist in Bars und Nachtlokalen sucht und findet, da dieses nackte Weib echte Sunst war, pörte sich der Chor der Enttäuschten in einem förmlichen Sklavenaufstand. Zunächst erschienen zur Kaffeezeit zwei züchtige Jungfrauen von zusammen 89 Jahren und bedeckten ihre unwürdige Schwester schamthaft mit einem Laten, worauf ihnen starker Applaus bezeugte, daß sie damit die Sittlichkeit Duisburgs gerettet hatten. Noch aber stand des Meisters Figur, noch kniete die nackte Frau und fündete ihr Evangelium: Mein Reich ist nicht von dieser Welt der Begehrlichen, des Freßsacks und der Lügner. Weg mit ihr, weg mit dieser Herausforderung an des guten Bürgers Wohlantständigkeit! AP Deutscher Arbeiter- Turn- und Sportverein Prag. Aussig Fahrer Achtung! Zujammenkunft am Samstag, 3 Uhr nach mittags im Schalterraum des Masarykbahnhofes, Abfahrt 3.20 Uhr. Marken für ein Drittel Fahr. preisermäßigung fönnen noch beim Genossen Tetenta bezogen werden. Nachzügler fahren Sonntag, den 7. ds., früh 6.12 Uhr vom Masarykbahnhof. Bereinsnachrichten. Touristenverein„ Die „ Die Naturs BRISTEN- VER freunde", Prag. Sonntag, den FATURFREUND 7. August, nach Liboch- Schelejen. Abfahrt 6.20 Denisbhf. Führer gewählt. Samstag, den 6. August, ab 2½ Uhr Zusammenfunft in der Blichover Badeanstalt.- Macocha, Fahrt vom 18. bis 15. August. Ermäßigte Fahrt und Eintrittspreise, Nachtlager ca. K 120.--. Jeder Interessent, auch Nichtmitglieder, anmelden. Nächster Vereinsabend am Mittwoch, den 10. August, Café Nizza. Auskünfte daselbst. Nächste Tour nach Lissa a. Elbe- Iser. Herausgeber: Dr. Ludwig Czech. Also im Tonhallengarten, gerade an der Donnerstag nachts schlich ein Dußend Mit- Verantwortlicher Redakteur: Dr. Emil Strauß. Hauptstraße des Ortes. Der Verlehr ist noch glieder des Katholischen kaufmänni- Druck: Deutsche Zeitungs- Aktien- Gesellschaft in Prag. lebhafter als sonst. Jeder will das Kunstwertschen Verbandes zum Katholischen die Für den Druck verantwortlich: Otto Holik, Prag. gesehen haben und vor allem jede! Gerüchte fer Art gehört eben unbedingt der Staufmann Sie Seitungsmarkenrantatur murde von der Boft. u. Telegraphen haben ja schon früher an die tenschen Ohren der zu Lehmbrucks Plastik, ein paar Rucker, Art- direktion Erlaß Nr. 127.451/ VII/ 27 am 14. Mai 1927 bewilligt. Duisburger Gerechten geschlagen, daß die Figur hiebe, Steinwürfe und unten lag das Mistfolossal na dt sei. Na, woll'n a mal seh'n. In vieh, zerschmettert war die Figur, mitten aus- Genossin! der Tat, dieses kniende Mädchen ist überaus dürfeinandergebrochen. Die Moral derer, die enttig bekleidet. In Duisburgs Ehrbarkeit gibt's ja ansonsten mehr Flanell und Barchent, als des Spießers Lustanteil behagen mag. Warum nicht mal' ne Abwechslung? Die ältesten Jahrgänge von Ehemännern drängen sich um die Statute und geöffnetem Fenster etwa eine Viertelstunde Frei zwar recht tief zu atmen. 8. Personen, die irgend beginnend, a) deinen Körper kalten Abwaschungen das Schwimmbecken betreten, ohne sich vorher einen unterziehst und anschließend gut abfrottierſt, b) bei mit Del durchtränkten Watteprophen in das krank ge- übungen vornimmst, selbstverständlich mit vollstänwesene Ohr zu stecken, um das Eindringen von Wasser zu vermeiden. 9. Noch beendetem Bade kräften verrichtete nach Möglichkeit mit unbekleidetem big entblößtem Körper. 2. Deine häuslichen Arbeitig abfrottieren, rasch anziehen, und zwar fange man, Körper, damit er sich an die freie Luft gewöhnt. um nicht in Schweiß zu geraten, unten an( zuerst Dasselbe gilt für deine Freizeit, die du im Hause Strümpfe, Beinkleider, Schuhe, dann erst Hemd zubringst. 3. Mit Beginn der warmen Jahreszeit usw.). 10. Nach dem Bade begebe dich auf Schu- gewöhne deinen Körper auch draußen an die freie sters Rappen nach Hause. Luft, jedoch etappenweise: erst Arme und Beine und mit der Zeit den ganzen Körper. Dadurch eignet sich dein Körper eine bedeutend stärkere Reaktionsfähig. feit gegenüber äußeren Einflüssen an. 4. Vermeide 3. 10 Gebote zum Sonnenbaden. 1. Bereite deinen Körper dadurch auf Sonnenbaden vor, daß du allmorgens, schon im Frühjahr täuscht waren, daß ihre Moral nicht in Gefahr geraten war, war endgültig gerettet. Stein ergernis in der Welt und Duisburg der Retter der Zivilisation Europas. Die Stadt ist jetzt doch berühmt geworden... bei den nun folgenden Sonnenbädern die Stunden des starken Sonnenbrandes, im Hochsommer die Stunden zwischen 11 und 3 Uhr mittags. 5. Schlafe Du darfst Dir täglich, auch wenn Du Familie und einen großen Brichtenfreis au erfüllen bast, eine Viertelstunde für Dein Barteiorgan erübrigen] kannst dies erreichen, wenn Du Dir Deine Belt so eintellft, baß ein tebes Ding feine Beit, und auch die Beltung ibre Biertelstunde bat. unter Deinen indifferenten Arbeitskolleginnen oder als Grau in Deinem Kreise auf. flärend und in sozialisti. fchem Sinne Dich betätigen! mußt nie in einem Sonnenbade; schwere Erkrankungen ren können, sind die Folgeerscheinungen einer dermit Hautverbrennungen, die eventuell zum Tode füh sollst artigen unsinnigen Tat. 6. Halte deinen Körper beim Sonnenbad durch Spiel und Sport in ständiger Bewegung, auf daß die guten Wirkungen des Sonnenbades deinen ganzen Körper und nicht nur einzelnen Partien zugute kommen. 7. Dehne ein Son nenbad nicht über die Zeit von einer Stunde aus, da dies deinem Körper nicht erträglich ist. Hautverbrennungen, Kopfschmerzen, Schwindelanfälle, um dies au tönnen, auch ban:: und wann einmal eine Stunde für ein gutes Buch aus der Arbeiterbücherei auerübrigen wiffen 4681 Hühneraugen Hornhaut beseitigt in einigen Tagen nur VITEK'S ,, Anticornein" Eine Flasche Kč 6-. Zu haben in Apotheken u. Drogerien. Allein echt von Fr.Vitek& Co., PragII. Vodičkova 33. Das Erlebnis des Departement- en: Swesdulin, Kulakewitsch, Nedojechow und Atem des Todes fühlen würden, sie würden nicht- Pique. Die wirklichen Staatsräte sind bei direktors. Eine Groteske von Anton Tschechow. In einer trüben, düsteren Herbstnacht fuhr der Direktor des Staatsdepartements Andrej Stepanowitsch Perfolin aus dem Theater nach Hause. Er saß in seinem Wagen in Gedanken ver sunken und dachte nach, welch ein Nußen das Theater bringen fönne, wenn man ausschließlich ,, moralische Stücke" spielen würde. Als die Equipage vor dem Departement vorbeifuhr, wo er Direktor war, schaute er unwillfürlich hinauf und dachte, daß er in diesem Haus das Steuer führe: Auf einmal bemerkte er voll Staunen, daß zwei Fenster, die auf die Gasse führten, hell beleuchtet waren. In diesem Raume befand sich das sogenannte Journalzimmer. ,, Arbeiten sie noch immer an der Jahresbilanz?" dachte der Dierektor. Vier Beamte... und sind noch immer nicht fertig... Man wird glauben, daß ich meine Beamten zwinge, bis in die tiefe Nacht zu arbeiten... Das muß man abstellen. Ich werde hinaufgehen und sie nach Hause Schiden. In den 4 Beamten erkannte er feine Untergebe-| gestorben war, aufgetaucht wäre, wenn sie den schulbildung- Caro und die der Nationalbanf Pisulin. " Zum Teufel, was spielst du da aus?" rief Swesdulin empört, schaute böse seinen Gegner an. Kann man denn so spielen? Ich habe in der Hand Dorofejew, Stepanow mit Frau und Jerfafow und du spielst Stofeitin aus? Jeb fiben wir ohne zwei Stiche. Du hättest die Partie mit Pogantin eröffnet! würde Bogantin ausspielen und Pisulin hat PerNa schön," brummte der Partner, ich foin in der Hand." dachte Persolin, ich verstehe das nicht." ,, Weshalb nennen sie meinen Namen?" die vier Beamten aus. Pisulin mischte die Karten, teilte sie unter Nationalbank!" " Zwei Stiche... Finanzdepartement..." Ohne Trumpf!" Sm... du hast feinen Trumpf? Gouvernementsverwaltung! Wenn schon sterben dann in allen Ehren. Das letzte Mal blieb ich bei der Volksbildung ohne Stich. Jetzt habe ich mit der Gouvernementsverwaltung Pech..." ut sich. Ich begreife kein Wort", sagte der Direktor Ich begine... Zuerst kommt der StaatsPersolin ließ die Equipage halten, stieg aus rat... wirf einen Titularrat ohne Sekretär auf und ging zum Amt. Die Haupteingangstür war den Tisch..." geschlossen, aber die Seitentür, die in den rück- ,, Aber woher. Ich beginne mit Persolin!" wärtigen Traft führte, stand offen. Der Direktor„ Macht nichts... wir stechen deinen Pertrat ins Haus und ging durch die Hintertreppe folin. Wir haben ja Rybikow." ins Amt hinauf und stand bald vor der Türe des„ Ihr werdet kaum drei Stiche haben. Beig Journalzimmers. Die Tür war ein wenig geöff- die Fran Persolina." net. Der Direktor schaute ins Zimmer hinein und Du brauchst nicht die alte Schachtel zu versah etwas ungewöhnliches: Sinter dem Tisch, stecken!" so blaß geworden sein, wie in dem Augenblick als uns Aß, die Staatsräte Könige, die Frauen Persolin ins Zimmer trat... Nedojechow bekam der höheren Bamten die Damen, die Hofräte vor Schreck Nasenbluten, bei Sulakewitsch begann die zehn usw.... Ich zum Beispiel, bin diese es im Kopf zu hämmern und die beiden anderen Kavte eine simple drei, denn ich bin ein kleiner Beamten zitterten wie Espenlaub. Die Spieler Beamter." warfen die Starten weg, erhoben sich langsam, schauten sich gegenseitig an, ließen dann die ich bin ein Aß?" Stöpfe sinken... Einen Augenblick herrschte im Journalzimmer Totenstille... „ Jetzt begreife ich", sagte langsam der Direktor eure Vorliebe für die Bilanz... also so sieht sie in wirklichkeit aus.... Gesteht auf der Stelle, was habt ihr gemacht?" „ Exellen", sagte zitternd Swesdulin ,,, wir haben nur einen Moment Photographien angeschaut.... Haben eine fleine Ruhepause eingeschaltet..." Sm", bemerkte lächelnd der Direktor ,,, also " Jawohl Eyellenz, Kreuz- Aß und Ihre Frau Gemahlin ist die Kreuz- Dame." ,, Das ist originell... Wollen wir ein Spielchen?... Der Direktor zog den Mantel aus und setzte sich lächelnd zum Tisch. Die Beamten ließen sich auf seinen Befehl- zögernd nieder und das Spiel begann... In der Früh, als der Diener fam, um das Journalzimmer aufzuräumen, blieb er, wie an gewurzelt, auf der Schwelle stehen. Der Direktor des Departements stand blaß, übernächtig da, hielt Nedojechow am Kopf und rief erregt: Der Direttor erwiderte fein Wort, schritt auf den Tisch zu. Auf dem Tisch lagen keine Starten, sondern tatsächlich Photographien. Diese Photo graphien waren vom Karton abgenommen und auf gewöhnliche Kartenblätter aufgeklebt. E3 Du konntest nicht Schepelow ausspielen, waren sehr viel Photos da. Als Perfolin die Kar- weil du wissen mußtest, was ich in der Hand habe. ten flüchtig durchschaute, bemerkte er die Abbil- Swesdulin hatte Ribytow und Frau, drei Gym dungen seiner Frau und vieler bekannter Be- nasiallehrer und meine Frau, Nedojechow drek amter und Funktionäre. aus der Nationalbank und die Hofrätin Jwa nowa. Du mußtest die Partie mit Kryschin beginnen!" Also los", sagte er in strengem Tone, was habt ihr da gespielt?" „ Exellenz, ich habe den Titularrat ausgespielt, weil ich glaubte, daß Sie einen wirklichen Staatsrat in der Hand haben..." „ Erellenz, wir haben nur..." " Unsinn, was habt ihr gespielt? Sweidulin erkläre mir alles... Ich habe alles gesehen und gehört... Ich habe gehört wie du mit Rybikow ,, Mein Lieber, das darf man nicht denken... geschlagen hast... Na, was stehst du da. Sprich Das ist kein Spiel... So spielt ein Schuster, aber ich werde dich nicht auffressen!" fein Beamter. Wenn Kulakewitsch mit dem HofSwesdulin stand ganz verlegen da, traute rat von dem Gouvernementsdepartement gegan der mit Aften, Dokumenten, Rechnungsschiebern ,, Sie beleidigen meine Frau... das ist zu sich nicht den Mund zu öffnen, als er aber bemert- gen ist, so mußtest du den Staatsrat von der Natibelegt war, sa zen beim Lampenscheine stark," dachte Persolin.„ Da muß man tabula te, daß der Direktor sich räusperte und eine böse onalbank auf den Tisch werfen, denn du wußtest, 4 Beamte und spielten Karten... rasa schaffen." Miene machte, raffte er die Starten an sich, mischte daß er Natalja Dimitriewa auch hat... So hast Sie waren ganz in ihr Spiel vertieft. Die grünen Er öffnete die Tür und trat ins Journal- fie, legte sie auf den Tisch und sprach langsam du alles verdorben... Ich werde es dir gleich Lampenschirme beleuchteten geheimnisvoll ihre zimmer ein. und bedächtig: beweisen... Seßen wir uns meine Herren, und Exellenz, jedes Photo hat seine Bedeutung. spielen wir noch eine Partie..." Wie in einem Startenspiel, sind auch hier 52 Star- Sie schickten den verblüfften Nasar fort, ten und 4 Farben. Die Beamten der Staats- setzten sich zum Tisch und das Spiel begann von bevivaltung entsprechen Herz, die der Gouverneuem... nementsverwaltung- Kreuz, die der VolksGefichtszüge. Ihre Art zu spielen, machte sie noch Wenn vor den Beamten plötzlich der Tenfel berdächtiger. Nach ihren Ausrufen fonnte man in eigener Person erschienen wäre, so würden sie annehmen, daß sie irgend ein Kartenspiel spiel nicht so erschrocken sein, als in dem Momnt, wo ben... aber sie drückten sich so sonderbar aus. sie ihren gestrengen Direktor vor sich sahen... baß Bersolin ganz verlegen vor der Tür stand. Wenn vor ihnen ihr Kollege, der im vorigen Jahe