Einzelpreis 70 Seller. Redaktion und Berwaltung, Prag, 11., Nelajanta 18 Telephone: Tagesredattion: 26795, 31469. Nachtredaktion: 26707. Postichedamt: 57544. Inferate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 7. Jahrgang. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit. Brüchiger Beton. Das stolze Wort eines Koalitionsfeldherrn, daß die heutige Regierungsmehrheit auf Beton begründet sei, wird man fünftig nur mit starker Einschränkung gelten lassen dürfen. Es gibt nämlich je nach dem Mischungsverhältnis zwischen Sand und Zement guten und schlechten Beton; solchen, an dem der schärfste Meißel zerspringt und anderen, der unter den Fingern zerbröckelt. Das Betonfundament der herrschenden Bürgermehrheit scheint aus einer mageren Mischung zusammengesetzt, denn sonst könnten die Koalitionsbaumeister nicht bei jedem Windstoß vor dem Einsturz des Gebäudes zittern. Sonntag, 7. August 1927. Bezugs Bedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post: monatlich vierteljährlich Kč 16.48.halbjährig ganzjährig. 96.192." Rüdstellung von Manuftripten erfolgt nur bei Einfendung der Retourmarken. Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich irib Nr. 184. Bombenattentate in Amerita. Zwei Untergrundbahnhöfe im New Yorker Zentrum zerstört.- Der Der Broadway verwüstet. Weitere Attentate in Philadelphia und Baltimore. Die Rache der Anarchisten. New York, 6. August. Heute kurz vor Mitternacht ereigneten sich in vier New Yorker Untergrundbahnhöfen, und zwar im Stadtzentrum zwischen der 23. und 33. Straße, Bom= benexplosionen. Die Explosion an der 28. Straße war so heftig, daß am Broadway die Fenster in sechs Häuserblocks zertrümmert und in den nahegelegenen großen Hotels viele Personen aus den Stühlen geworfen wurden. Auf den Untergrundbahnhöfen wurden einige Perjonen verleßt. Einige von ihnen haben schwere Verletzungen davongetragen. In den wegen der Explosion angehaltenen Zügen brach eine Panik aus. Baltimore, 6. August. Hier ist heute früh der Versuch gemacht worden, das Haus des Bürgermeisters durch eine Bombe in die Lust zu sprengen. Während sich der Bürgermeister gerade außerhalb der Stadt aushielt, befanden sich seine Gattin, seine Kinder und andere Angehörige im Hause. Die Bombe explodierte in der Nähe der Beranda, die zerstört wurde. Verletzt wurde niemand. New York, 6. August. Als sich die Aufregung über die Explosionen auf der Untergrundbahn gelegt hatte, tras hier aus Philadelphia die Meldung von einer neuen furchtbaren Explosion ein. Dort hat ein unbekannter Tät er um Mitternacht eine Bombe in das Kellergeschoß einer Kirche geworfen. Die Bombe hat sämtliche Kirchenfenster zerstört, ein Loch in die Grundmauern der Kirche gerissen und einen B and verursacht, der indessen bald gelöscht werden konnte. Die Explosion rief in dem vornehmen Wohnviertel, in dem die Kirche gelegen ist, große Bestürzung hervor. Anschlag gegen die Wohnung Fullers. Paris, 6. August. Wie der ,, Matin" aus New York meldet, hat die Bostoner Polizei eine junge Frau in dem Augenblice verhaftet, in welchem sie die Mauer der Wohnung des Gouverneurs Fuller, welche sie in Brand steden wollte, mit Petroleum übergossen hat. Einzelheiten. * In der Nähe der St. Patricks- Kathedrale wurde ein Mann, der sich verdächtig benommen haben soll, von der Kriminalpolizei verhaftet. Eine Untersuchung gegen ihn wurde eingeleitet. Er hat zugegeben, Anarchist zu sein, bestritt jedoch, in die Explosionsangelegenheit verwickelt zu sein. New York, 6. August. Das Attentat gegen die Presbyterianerkirche in Philadelphia ist zweifellos darauf zurückzuführen, daß der Geistliche am leßten Sonntag über den Fall Sacco und Bauzetti predigte und den großen Radikalismus" in scharfen Worten verurteilte." In Boston sind bisher feine Explosionen erfolgt, doch hat ein Chauf feur am Montag abends der Polizei eine Anzahl von Dynamitpatronen übergeben, die er im Auto gefunden habe. * Mobilisierung der Polizei. In den verflossenen Tagen haben wir schwere Angst ausbrüche der Regierungspolitiker um das teuere Leben der Bürgerfoalition erlebt. Der Vorsitzende der tschechischen Sozialdemokratie, Genosse ampl, hat nämlich einem ausländiichen Zeitungsmann gegenüber die Meinung vertreten, daß die deutsch- tschechische Bürgermehrheit nicht bis zum jüngsten Tage regieren werde, und daß sie beizeiten wieder von New York, 6. August. Die gesamten Poeiner anderen Parteienkonstellation abgelöst lizeikräfte in Stärke von 14.000 Mann sind heute werden könnte. Diese Aeußerung wurde vom tschechischen wie vom deutschen Bürgertum über früh plößlich zum Schuß der öffentlichen Gebäude, Bahnstationen, Museen und Börsen moGebühr aufgebauscht und bildet für die Zeit bilisiert worden. Aehnliche Vorsichtsmaßder Hundstage einen ausgiebigen Diskussionsnahmen wurden auch in anderen Städten erstoff in der Presse. Die deutschen Aktivistengriffen. blätter läuteten Sturm gegen die angeblich beObwohl vielfach die Vermutung geäußert vorstehende Sozialisteninvasion auf die Miniwird, daß die beiden Bombenanschläge auf die sterbänke, Kramarsch überwand seine alte Abdaß sich die Besucher von Theatervorstellungen Untergrundbahn als Protest gegen die Verund sonstigen Darbietungen noch nicht auf dem urteilung Saccos und Vanzettis aufzufassen sind, neigung gegen deutsche Interviews und bejchwor in der„ Reichenberger Zeitung" seine New York, 6. August. Die Polizei teilt mit: Heimwege befanden. Am meisten hat der hat sich die Polizei ihrerseits noch nicht über die Broadway gelitten, wo die Fenster der mutmaßlichen Motive der Anschläge geäußert. nichtslawischen" Mitbürger, in den kapitalisti- Infolge der Hestigkeit der Explosion in dem Un- Häuser zerstört wurden und die Auslagen auf die Der einzige Anhaltspunkt, der sich in den Händen tergrundbahnhof an der Kreuzung der 28. Straße ichen Belangen mit ihm weiter Schulter an und Tourth Avenue wurden anfänglich vier Straße geſchleudert wurden. Die Polizei umstellte der Polizei befindet, ist eine kleine Eiſentiste, an Schulter zu streiten, das Abendblatt der„ Na- Explosionen vermutet. Es ereigneten sich jedoch sofort die in Mitleidenschaft gezogenen Häuſervier- der noch starker Nitroglyzeringeruch bemerkrodni Liſty" erhob händeringend die Frage, nur zwei Explosionen, bei denen mindestens eine tel und suchte nach Verdächtigen. was aus dem tschechischen Nationalstaat wer- Person getötet und über zwölf verletzt wurden. station Broadway, 28. Straße, war so groß, daß Die Gewalt der Explosion auf der Tiefbahnden solle, wenn„ so radikale und angriffslustige Die Vermutung, daß sich noch weitere Explosionen eine 15 Zoll dide Betonmauer gesprengt wurde, Auch in Argentinien Bomben. Deutschnationale, wie es die deutschen Sozial- ereignet hätten, wurde auch durch die allge- deren Trümmer die vier Bahngeleise der Strede Buenos Aires, 6. August. Die Bedemokraten sind, Einfluß auf die Staatsange- meine Verwirrung und Panik ver- verschütteten. Die Wiederaufnahme des Bahn- richte über den Verlauf des Generalstreiks zur legenheiten erhalten würden"- furzum„ At- ursacht, die noch dadurch vermehrt wurde, daß in betriebes ist nur nach Wegräumung der etwa 5 Sympathie für Sacco und Vanzetti sprechen von oeſchäftsgebäuden die Einbruchs- betragenden Schuttmenge möglich. Durch Gewaltakten aus dem Innern des Landes. tivisten halt's ent z'jamm"! schallte alarmgloden durch die Erschütterung in Tätigkeit die Explosionen wurde nicht nur der Üntergrund In Pergamino, in der Provinz Buenos Aires, es gleichzeitig durch die Prager und Reichen- gefeßt wurden. berger Gassen. bahnverkehr unterbrochen, sondern auch der Stra- wurde eine Bombe vor ein Automobilgeschäft ßenbahnverkehr. Der Broadway war in der Nähe geworfen. Die Schaufenster wurden zertrümBei dieser Gelegenheit joh man erst, wie New York, 6. August. Zwei Stationen an der Explosionsstelle mit Glassplittern und mit mert. Eine weitere Bombe wurde. auf eine Eisenunsicher sich die Bourgeoisie troß ihres inter- der Hauptstrecke der Untergrundbahn sind durch Waren bedeckt. Sieben Personen wurden ver- bahnstrecke geschleudert, richtete jedoch nur unbenationalen Bündnisses auf dem Throne fühlt die Bombenanschläge vollständig zerstört worden. leßt. Die Polizei nahm Absperrungen vor, um deutenden Schaden an. In den Straßen fanden und wie sie bei dem bloßen Gedanken an den Daß sich verhältnismäßig wenig Unfälle zugetra- Plünderungen der in Mitleidenschaft gezogenen Demonstrationen statt. Die Ladenbefizer wurVerlust ihrer heutigen Machtpositionen von gen haben, ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, Läden und Banten zu verhüten. den gezwungen, ihre Läden zu schließen. den Fraisen geschüttelt wird. Und besonders 000 bar ist. die deutschen Aktivisten denken mit Schrecken in der Bevölkerung immer mehr ausdes sozialistischen Abrechnungs| parteien entspringt ja nicht zuletzt dem Bean das Ende ihrer Miniſterherrlichkeit. Sie Bodenverlieren. Das gilt in Sonder- kampfes gegen die Bürgermehr- wußtsein der schmalen Begrenzung ihrer Herrerblassen bei der bloßen Vorstellung, daß sie heit für die deutschen Regierungsparteien, die heit die Umgestaltung der poli- schaftsdauer. Sie wissen ganz genau, daß späeines Tages ihre Parteilokomotiven wieder nicht nur die lose gebundenen Mitläuferscharen tischen Machtverhältnisse in der testens nach den nächsten Parlamentswahlen statt mit zerrissenen Programmen und Kohlen- schon längst abgestoßen, sondern auch in den Republik sein muß. Dies um so mehr, die Periode der arbeiterfeindlichen Stonjunkeinfuhrscheinen mit dem Begeisterungsfeuer Stern ihrer Gefolgschaft Zweifel, Mißmut und als das Bürgertum seine heutige Vormachtstel- turgesetzgebung zu Ende sein wird, und daß ihrer Anhänger werden heizen müssen. Und Verwirrung hineingetragen haben. Dem Koa- lung nicht den realen Stärkeverhältnissen, son- dann die Zeit vorbei ist, wo der Bund der was sonst noch auf dem Spiele steht! Exzellenz litionspartner folgjam alle seine Wünsche zu dern einer Reihe von Glücksfällen Landwirte für Agrarzölle und Subventionen Mayr- Harting müßte wahrscheinlich eine Ma- apportieren und dafür außer einigen Klassen verdankt, unter denen wohl der größte die Tat die politischen Kardinalforderungen des ganzen rienbader Sommerresidenz auflassen, sein vorteilen nur Fußtritte und Demütigungen sache ist, daß die Arbeiterklasse durch die un- Volfes verschachern kann, wo die ChristlichioParteifreund im Senat müßte vielleicht die einzuheimsen, das mögen wohl rüdgratlose glückselige Spaltung politisch mindestens ein zialen für ihre Stifts- und Pfaffeninteressen den deutschen Sozialdemokraten gestohlene Kleber aushalten, das erträgt aber auf die Dauer Drittel des Einflusses verloren hat, der ihr die wirtschaftliche Eriſtenz ihrer ArbeiterwähBizepräsidentenstelle zurückgeben, Herr Bier- feine Partei. Die sozialreaktionäre Politik auf Grund ihrer zahlenmäßigen und wirt- ler feilbieten dürfen und wo sich jeder potenhut würde auf dem Neuerner Bahnhof nicht der Bürgerregierung trägt dazu bei, immer schaftlichen Stärke gebührt. Besonders kraßzierte Niemand von der Gewerbepartei an die mehr mit Reiterkavalkaden abgeholt, Herr neue Berufsgruppen abzustoßen, die früher ein kommt dies im deutschen Volke zum Vor- sozialpolitischen Errungenschaften des ProleSpina nicht mehr von weißgekleideten Mäd- ergiebiges Rekrutierungsfeld der Zollmehrheit schein. Es ist ein durchaus unhaltbarer Zu- tariats ungestraft mit Demolierwerkzeugen then bewillkommt und am Ende soll gar die waren. Der Wahlgang, bei dem die Bevöl- stand, daß eine Nation, deren Hauptgeltung heranwagen darf. Haltestelle Nieder- Ebersdorf wieder aufgelas- ferung zum erstenmal ihre Meinung über auf ihrer hohen industriellen Entwicklung be- Die Herrschaftsdauer des arbeiterfeindlisen werden, die dem Herrn Böhm zuliebe er- Agrarzölle, Kongrua, Rüstungsmilliarden, ruht, in der Politik durch die rückständigsten chen Besitzbürgerblocks abzukürzen und der öffnet wurde. Von den verlorenen Reſtgütern Dienstzeitverlängerung, Lohnsteuer und man- Dorfpolitiker, Zünstler und Pfaffen repräsen Arbeiterklasse wieder zu einer ganz zu schweigen und von den Miniſterroden, ches andere allgemeine befunden wird, kommt tiert wird. Die Sudetendeutſchen sind wirt vollen Sicherung ihrer Eristen z= die dann kein Mensch mehr lesen würde, weil bedenklich näher. Also soll der brave Bürgerschaftlich in erster Linie ein Induſtrievolt, interessen zu verhelfen, ist daa sie eben nur Professorenweisheit wären. und Bauer mit dem Gespenst des sozialistischen der sozialen Schichtung nach vorwiegend ein Ziel unseres Kampfes in allen Wenn's selbst der Kramarsch sagt, muß es Regierungsterrors hinter die aktivistischen Volk von Arbeitern, Angestellten und Klein- ommenden politischen Entschei wahr sein, daß das judetendeutsche Volk mit Parteizäune zurückgescheucht werden. So möch- bauern. Diese naturgegebenen Tatsachen müs- dungen. In welcher Form namentlich wir den zwei aktivistischen. Ministern auch seine ten die Bürgerblockpolitiker die naturnotwensen über furz oder lang wieder in der politi- deutschen Sozialdemokraten die wiedergewonheiligsten Güter verlieren würde... dige Auseinandersetzung der Klassen der Wäh- schen Machtverteilung zum Ausdruck kommen. nene Macht zur Geltung bringen werden, darNun, so groß die Versuchung ist, das lenschaft als bürgerlich- sozialistisches Fangerl In dem Maße als die deutsche Arbeiterklasse über sollen sich die Gegner vorläufig nicht die Treiben unserer Zollbürger von der heiteren spiel rund um die Ministersessel vorführen! ihre organisatorische und politische Zerrüttung Köpfe zerbrechen. Wir werden auch dann den Seite zu nehmen, so sehr ist es notwendig, die Inzwischen ist von tschechisch- sozialdemo- übemvindet, wird sie wieder als Schicksals Weg finden, den uns das marristische Protieferen Hintergründe dieser Haltung zu durch- kratischer Seite Klargestellt worden, daß die trägerin der Nation zur Geltung gramm vorschreibt, jenen Weg, der in gerader leuchten. Was die Bürgerblockpolitiker mit Kundgebung Sampls keineswegs als Ausdruck kommen und damit wird auch die Episode der Linie zur Befreiung der arbeitenden Menschso großer Unruhe erfüllt, ist keineswegs die ge- unbedingter Koalitionsbereitschaft zu werten bürgerlich- aktivistischen Vorherrschaft abge- heit und zum Sturz der kapitalistischen Ordlegentliche Aeußerung eines sozialistischen Par- ist, und wir unterstreichen mit aller Deutlich schlossen sein. nung führt. beiführers, sondern ihre Erkenntnis, daß sie feit die Auffassung, daß das oberste Ziel Der reaktionäre Eifer der deutschen Zoll 4 Seite 2 Proteft der argentinischen Rammer. Buenos Aires, 6. August. Die Abge= ordnetenkammer beschloß, an das Washingtoner Parlament das Ersuchen zu richten, zugunsten der zum Tode verurteilten Sacco und Ban zetti einzuschreiten. Gin Generalftreit aller Verbände der Gewerkschaftsinternationale? Paris, 6. August. In der Nachmittagsfißung des Kongresjes der Amsterdamer Internationale teilte Jouhaug mit, daß die in der Angelegenheit Sacco und Banzetti in die amerikanische Botschaft entsandte Delegation vom Sekretär empfangen wurde, der erklärte, daß er den Protest dem Leiter der Gesandtschaft übergeben werde. Nach dieser Mitteilung machten einige Delegierte den Vorschlag, daß zum Zeichen der Sympathie für Sacco und Vanzetti in allen Ländern, die in der Internationale vertreten sind, ein Protest generalstreit organisiert werde. Hierauf wurde ein Vorschlag Jou haug angenommen, diese Angelegenheit dem Vollzugsausschuß der Internationale zu überlassen, der unverzüglich zusammentreten wird. Berbot der Protefttundgebung in Paris. Die amerikanische Botschaft scharf bewacht. Paris, 6. Auguft. Der heutige Kabinetts rat beschloß, sämtliche zugunsten Saccos und Vanzettis veranstalteten öffentlichen Manifestationen und Umzüge zu verbieten. Dieses Berbot gilt besonders für die vom Ausschuß für die Verteidigung Saccos und Vanzettis für morgen beabsichtigte öffentliche Rundgebung, an bie fich ein Umzug anschließen sollte. Die amerikanische Botschaft und die übrigen Dienststellen der amerikanischen Regierung wer den im Hinblick auf den Fall Sacco und Vanzetti scharf bewacht. Sen'e vormittag ist außer der Delegation des Internationalen Gewerkschaftskongresses eine Delegation der Internationalen Roten Hilfe auf der amerikanischen Botschaft erschienen, um für die Befreiung Saccos und Vanzettis einzu treten. Am Montag Entscheidung Fullers? Boston, 6. August. Der Sekretär des Gouberneurs Fuller erklärte, der Gouverneur werde über die Position, in der er um Einleitung eines neuen Prozesses in der Sache Sacco- Vanzetti ersucht wird, erst am Montag entscheiden. Der deutsche Deanflug. Die beiden Maschinen startbereit. Dessau, 6. August. Nachdem die beiden für den Ozeanflug bestimmten Maschinen noch einmal gründlich überprüft worden sind, wurden sie heute von den unferswerfen den Auftragge bern zur Verfügung gestellt. Im Laufe des Tages fanden eingehende Besprechungen statt, in denen die Nutzbarmachung der technischen Erfahrungen des Dauerfluges erörtert wurde. Außerdem weilt der Sachverständige Dr. Shilkopf von der Hamburger Flugwarte augenblicklich in Dessau. Die meteorologischen Besprechungen sind aber am Spätnachmittag noch im Gange, so daß der Zeitpunkt des Abfluges noch nicht feststeht. 14 Frau Giselas Ehe. Roman von Car! Otto Windecker. Eine Frau? Die Schrift war ungewöhnlich, - so als sei sie verstellt.„ Mein süßer Hanns!" lautete der Juhalt des Schreibens, ich bin untröstlich. Warum bist du heute nicht gefom men? Läßt dich denn deine Frau nicht zu mir? Oder war es nur eine Laune von dir, Gestern warst du noch so lieb---". Weiter las Gisela nicht. Eine furchtbare Be flemmung schnürte ihr das Herz. Also darum war Hanns Brunner oft so spät erst gefommen? Die Zweifel jagten die einsame Frau. Die Datum angabe des Briefes war abgerissen. Das Kuvert nicht zu finden. Eine Frau also? Und alles Büge, was er gejagt? Ein wilder Zorn trieb ihr erneut die Tränen in die Augen. Mit zitternden Händen zerriß sie den Brief. Schlußlitung des Gewerkschaftsfongreffes. Die Frage des Giges und des Gefretärs dem Ausschuß überlassen. Gaffenbach übernimmt interimistisch die Leitung. ude geest scharf gegen Brown und wies dabei Paris, 6. August.( Eigenbericht.) Der inter-| Text hervorgeht. das Oudegeest beabsichtigt hatte, nationale Gewerkschaftsfongreß ist heute zu Ende die Voraussetzungen und Bedingungen über den gegangen. In den letzten Debatten wendete sich Eintritt der Ruffen zu figieren. In ähnlichem die gegen ihn gerichteten Beschuldigungen zurück. Der von Brown verlesene Brief sei ihm seit zweieinhalb Jahren bekannt gewesen, er habe aber seitdem nichts dagegen unternom men. Noch eine halbe Stunde vorher habe ihm Brown versichert, daß zwischen ihnen beiden kein Gegensatz bestehe. In der heutigen Vormittagssigung erstattete. Mertens den Bericht der 7. Kommission über die wirtschaftliche Lage der Arbeiter. Internationale Gewerkschaftsbund wiederholt Er weist darauf hin, daß seit dem Jahre 1920 der Borschläge gemacht hat, wie die Wirtschaftsfrise sowie das Chaos, das durch den Krieg und die Friedensverträge entstanden ist, geregelt werden muß. Die Regierungen haben sich dem gegenüber taub gestellt. Die Genfer Weltwirtschaftskonferenz, die hauptsächlich auf Drängen des 3. G. B. zustande gekommen ist, hat in ihren Vorschlägen nicht alles aufgenommen, was der J. G. B. und die angeschlossenen Gewerkschaften verlangt haben, aber unser Einfluß ist unverkennbar. Die Entschließung der Kommission wurde einhellig angenommen. Darauf teilt Jouhaux mit, daß die amerikanische Botschaft sich bereit erflärt habe, eine Delegation des Kongresses zu empfangen, die ge= gen die Hinrichtung Saccos und Vanzettis proteftieren wird. mit den Im Namen der ersten Kommission, die sich Finanz- und Personalfragen zu befassen hatte, berichtet Genoffe Gras; mann. Die Kommission schlägt vor: Der Siß des J. G. B. soll grundsäglich nach einem anderen Lande verlegt werden. Der Ausschuß tritt möglichst bald zusammen und beschließt, wo sich der neue Siß des Bundes befinden soll. Die Kommission ficht davon ab, einen bestimmten Termin hiefür festzusehen, ist aber der Meinung, daß die Angelegenheit möglichst bald geregelt werden müsse. Die Kommission schlägt weiters vor, in Zukunft nur einen Generalsekretär zu bestellen. Im Hinblick auf die augenblickliche Lage wird davon abgesehen, bestimmte Kandidaten in Vorschlag zu bringen. Es wird vielmehr gewünscht, daß der Ausschuß des J. G. V. auch den General sekretär wählt. Bezüglich der übrigen Sekretäre schlägt die Kommission vor, daß der Ausschuß auch deren Zahl und die Personen bestimmen soll. Für die Zeit bis zur endgültigen Bestimmung des neuen Sekretärs und des Sizes wird Genosse Sassenbach beauftragt, die Geschäfte interimistisch zu führen. Die Kommission beantragt ferner, bei der jetzt üblichen Regelung der Beiträge zu bleiben. In der Angelegenheit Brown- Oudegeest hat die Kommission in langen eingehenden Beratungen, die," wie Graszmann bewerkte, einer dreimaligen Achtstundenschicht gleichkommen, eingehend die Sachlage geprüft. Der ominöse Brief lag im Original nicht vor. Die Kommission fam nach eingehender Prüfung und Befragung von Oudegeest und Brown zu der bereits angedeuteten Auffassung, daß es sich hier zweifellos um einen willkürlichen Ueberise zungsfehler handle, da aus dem weiteren Der Arzt war klug genug, in zarten, liebenswürdigen Worten von dem Abwesenden zu sprechen. ,, Er ist, wie ich höre, gesund und wohl auf, gnädige Frau", sagte er. Ich glaube, daß er sich mit der neuen Umgebung ausgeföhnt hat. Dabei macht es tut mir unjäglich leid, es Ihnen sagen zu müssen seine Krankheit rapide Fortschritte..." Bonntag, 7. Augu Graszmann betonte, daß diese Differenzen kein Anlaß sein dürften, das Gebäude des J. G. B. zu erschüttern, und daß durch solche unter geordnete Zwischenfälle die Aktionskraft des J. G. B. in feiner Weise beeinflußt werden darf. Wahlen. Sierauf schritt der Kongreß an die Wahl der Sinne wird die Stelle betreffend Sicks behandelt. sechs Mitglieder des Vollzugsausschusses. Nach Die Schlußfolgerungen der Kommission lauten: einem Zwischenfall, der von der englischen Dele Die Kommission bedauert sehr, daß Brown gation hervorgerufen wurde, welche sich gegen die die zahlreichen Gelegenheiten, das Schreiben in von der Schweizerischen Delegation vorgeschlage den Sigungen des Borstandes und Ausschusses des nen Kandidatur des englischen Delegierten Sids J. G. B. zur Sprache zu bringen, vorübergehen verwahrte, unterwarf sich diese und widerrief die ließ, ohne in der Zeit von mehr als zweieinhalb Kandidatur. Nichtsdestoweniger wurde bei den Jahren seine Einwände zur Geltung zu bringen Wahlen Hicks mit 69 Stimmen in den Vollzugs und hiebei loyal auf eine Beseitigung der voraus ausschuß gewählt. Als weitere Mitglieder des gefekten Fehler zu dringen. Sie bedauert. Vollzugsausschusses wurden gewählt: Jouhaur daß Brown den Kongreß durch die Verlesung Kongres durch die Verlesung( Frankreich), Mertens( Belgien), Leipars einiger nicht nachgeprüfter Stellen des Briefes, die Deutschland), Masden( Dänemart) mit 69 zu falschen Schlußfolgerungen führen mußten, Stimmen und Tayerle( Tschechoslowakei) mit überrascht hat. Die Kommission ist der Meinung, daß Fehler in untergeordneten Fragen der Taktik Sodann hielt Jouhaug die Schlußrede, in und persönliche Meinungsverschiedenheiten besei- der er die Arbeit des bisherigen Sekretärs Oude tigt werden müssen, um so jede Hemmung der geest würdigte und betonte, daß ihm das VerAktionsfähigkeit des J. G. W. zu beseitigen. Sie trauen der Internationale bewahrt bleibe. Seine erwartet von dem Rongreh paffende Maßnahmen, Worte wurden mit lebhaftem Beifall aufgenom um so eine Atmosphäre des Vertrauens in die Leitung zu schaffen, die die Gewähr für einen gedeihlichen Fortschritt der Gewerkschaftsinter nationale bietet. Inland. Volksvertreter oder Lakaien der Regierung? Die Rechte der Parlamentarier. Es war unter der Diktatur des Grafen Stürgth, zur Zeit ärgster Willkürherrschaft der zivilen und militärischen Behörden in Desterreich 59 Stimmen. men. Hierauf wurde der Kongreß geschlossen und die Delegierten schieden unter Absingung der Internationale. rung und insbesondere auf die Verwaltung beseitigt wird, weil diese Einwirkungen weder in der Verfassung noch im Gesetze begründet ist und ihre Duldung nur einem Verzicht der Regierungen auf die primitivsten Rechte der Staatshoheit und Staatsgewalt zuzuschreiben ist. Das ACK. hat diese Berichte zur Kennt nis der Militärkanzlei Sr. K. u. St. apost. Majestät, des K. u. K. Kriegs. ministers und der K. u. R. Regierung gebracht und den Ministerpräsiden ten aufgefordert chestens Maßnahmen zur Sanierung der Mißstände hinsichtlich des Vor. gehens gewisser Abgeordneter und der merkwürdigen Haltung der Beamtenschaft zu treffen. Gleichzeitig hat das AOK, angeordnet, daß persönlich: Interventionen von Abgeordneten in militärischen Sachen furzerhand abzuweisen sind." es gab feine Geschwornengerichte, feine Preßfreiheit, fein Parlament, feine Versammlungsund Redefreiheit, es gab nur den Stürgkh und das D., das Armee- Ober- Kommando des Erzher3ogs Friedrich. In dieser Zeit, da man in Oesterreich das Parlament als eine längst überlebte Einrichtung einsah, als der Stürgkh selbst harmlosen Profefforen verbot, auf die Tagesordnug wiffenschaftlicher Sitzungen Verfassungsfragen zu setzen, und sich darauf einrichtete, für ewige Zeiten mit dem§ 14 zu regieren, erließ einmal mit Datum Daß sich ein Armeekommando, das den vom April 1916 das AOK. einen Reservat- Scharfrichter dauernd beschäftigte und die Solda erlaß, der sich mit dem Rechte der Abge- ten selbst zu Senfern erzog, daß sich eine Regieordneten, sich der Untertanen des Grafen rung, die vom Parlament ein für allemal nichts. Stürgfh und des Erzherzogs Friedrich anzuneh- mehr hören wollte, eine Einmischung in ihre dunk men, befaßte und dieses Recht natürlich verneinte. len Geschäfte verbaten, ist eigentlich nichts befonderes. Was sagt man aber zu einem Erla ß, den das Ministerium für Volksernäh= rung unserer Republik vor kurzem her ausgab und der es leider unterläßt auf seinen Rechtsvorgänger" aus der Kanzlei des glorrei chen Butterschiebers Friedrich Habsburg zu ver weisen. Da heißt es: Er lautete: „ Das Kdo. der SW. Front hat dem AON. wiederholt darüber berichtet, daß Abgeordnete sich außerhalb des Parlamentes zu Vermittlern, Anwälten und nicht verfolgbaren Vertretern der Bevölkerung gegen behördliche Maßnahmen und zu Organisatoren für den Widerstand unzufrie dener Elemente herabwürdigen. Dabei wurde darauf hingewiesen, daß Ein griffe von Abgeordneten in die Verwaltung seit Jahren geduldet werden, weil sich niemand sic! zur Auffassung bequemen kann, daß ein Abgeordneter außerhalb des Parlamentes nur ein Bürger wie jeder andere Bürger ist, und daß Abge. ordneten in der Verwaltung gar kein Einfluß zusteht. Das Kdo. hat auf Grund deser Erfahrun gen das AON. gebeten, es möge seinen Ein. fluß dahin geltend machen, daß die schädlichen Einwirkungen der Abgeordneten auf die BevölkeWenn der Eingelieferte tatsächlich gesund sein sollte, wie Sie glauben, dann ist es doch gänzlich ausgeschlossen, daß sein Bleiben hier von Dauer ist. Die Kranten stehen unter ständiger ärztlicher Kontrolle..." Aber Solms blieb und ließ sich nicht durch diese matte Feststellung befriedigen. Geheimrat Born, dem dieser Besuch allmählich lästig wurde, Gisela starrte vor sich hin. Hans war alfo fuchte im Tagebuch unter den letzten Einlieferunzufrieden? Er war nicht wie sie verzweifelt gen nach dem Namen Hanns Brunners. über die Tvennung?? Ah welche Gedanken. Hier," sagte er nach einer Weile, den Finger Se rechnete mit ihm, wie mit einem gefunden auf den Namen des Patienten..."," Ginlieferung Menschen, Aber der Brief, J. war die am 28. November. Krankheitsbefund: GehirnUnterschrift gewesen. Sie saß und grübelte, schwund, Lähmungsblödsinn infolge ererbter Tawährend sie gedankenlos, in der kleinen Porzellan- bes-tasse löffelte. Gehirnschwund? Aber das ist doch unmöglich, Herr Geheimrat. Ich habe eben Arbeiten Herrn Brunners geprüft... Für einen Augenblick frafen sich die Augen Elena Audets mit denen des jungen Arztes. Vergeblich hatte der Redakteur versucht, Zutritt zu seinem Freunde zu erlangen. Wir fönnen feinerlei Garantie übernehmen!" hatte ihm der Portier der Anstalt gesagt. Aber man entsprach seinem Wunsch, mit dem Chef des Hauses sprechen zu wollen, und führte ihn in deffen Arbeitszimmer. " *** mein lieber Herr", unterbrach ihn der Chef" mt erhobener Stimme", ich fann Ihnen nicht mehr sagen, als diese nackten Tatsachen, die auf Grund eingehender Untersuchungen seitens des Abteilungsarztes niedergelegt sind! ,, Solms antwortete nicht mehr. Er sah die Zwecklosigkeit weiterer Bemühungen an dieser Stelle ein. Er erhob sich und ging nach kurzer Verbeugung und einigen fonventionellen Worten des Danks. Die letzten Strahlen der Novembersonne lagen auf tem rotem, in gotischem Stil gehaltenen Backsteingebäude der Jrrenanstalt. Solms wandte um, brandig rot, wie flammend lag das Gebäude hinter ihm. In den Fenstern zuckten die Reflere des Sonnenlichts. In der letzten Zeit mehren sich beträchtlich die Fälle, daß sich Staatsbeamte und andere Angestellte in Sachen ihres Dienstes mit Anliegen unmittelbar an Abgeordnete wenden. Derartiges Vorgehen widerstrebt den geltenden Dienstesvorschriften, besonders dem§ 27 der Dienstpragmatik, nach welchem der Angestellte alle Wünsche und Beschwerden in dienstlichen Angelegenheiten im Dienstwege beim vorgefekten Amte vorzubringen, habe. Die Vorstände aller Abteilungen werden aufgefordert, daß sie von diesem Verbot alle AngestellStahl, hart gefroren in der ersten Rälte, zeg der Weg den Affenstein wie die Erhöhung heißt, auf der die Irrenanstalt liegt, hinab. Weit unten die ersten hohen Häuser des Reuterwegs, an den Seiten leere Gärten mit den Holzhüt ten und Lauben der Kleingärtner. Unbeschreibliche Trostlosigkeit bot dieses Bild. Noch einmal wandte sich Solms nach dem weits läufigen Gebäude der Psychiatrischen Selinik um, aber das rote, flammende Haus war bereits hinter den hohen Bäumen seines Parks ver schwunden. Nur noch das Gartentor war zu sehen, und der gewundene Kiesweg, der in die Unendlichkeit zu führen schien. Frau Gisela weigerte sich zuerst, Hendrik Solms zu empfangen. Ungeduldig faß der Redak teur auf dem Flur Elena Audets Wohnung. Nach endlosen Bemühungen war es ihm gelungen, den Aufenthalt Giselas zu ermitteln. Als ihm die Zofe den abschlägigen Bescheid überbrachte, nahm er eine Karte aus seiner Tasche und schrieb einige Worte darauf. Gisela faß in einem eleganten Kleid der Schwester in ihrem Zimmer. Rasch hatte sie sich, als Frau, an den Komfort gewöhnt, der sie nun wieder umgab. Die Pflege ihres Aeußeren, die sie so lange hatte entbehren müssen, richtete sie auch seelisch wieder auf. Vielleicht war es sogar ein leichtes Abrücken von der Vergangenheit, daß sie den Freund ihres Gatten zuerst abgewiesen hatte. Nun saß sie auf der Ottomane, die Karte des Redakteurs in der Hand. Jetzt erst bemerkte sie, daß sie die Tür offen gelassen hatte, und Huth, der Hausmeister, mit einem sonderbaren Grinsen in ihrem Rahmen stand. Als er ihren Blick benerite, drehte er sich schen, und grüßte. Grüßt: noch einmal dann Hendrik Solms sah sich einem großen, breit verschwand er. Gisela achtete nicht darauf. schultrigen Herren gegenüber, der nach einer furSie haftete fort. Efel und Verachtung trieben zen Bewegung auf einen Stuhl wies. Ruhig hörte siz. Und doch, als nun der Schlüssel im Schloß er den Worten des Redakteurs zu. Gott wie oft lese klirrte, da stand einen Augenbick der Herz- famen Freunde oder Verwandte zu ihm, um ihm fchlag ſtill." -War das nun doch das Ende? ihre Ueberzeugung zu sagen, daß der oder jener Elena Audet begrüßte die zurückkehrende eingelieferte Patient, doch bestimmt nicht geistesSchwester mit sichtlicher Genugtuung. Gisela gestört sein könnte. merkte es nicht. Sie brach in haltloses Schluchzen Ich wehrte mich vergeblich gegen den Ver- Solms ging müde, in Gedanken versunken. aus, als sie ihres kleinen Kindes ansichtig wurde, dacht, daß irgendwelche Hintergründe bei dieser Der Verdacht der plößlich in ihm aufgetaucht war, ,, Hab'' die Ehre, füß' die Hand!" Hendrik das nun, welcher Gegensatz mit roten Angelegenheit im Spiele find! fagte Solms zum beunruhigte ihn, obgleich er zugeben mußte, Solms vergaß seine Wiener Liebenswürdigkeit Bäckchen und trozig verzegenem Mündchen, in Schluß. Ich meine, daß irgendwelche Personen feinen greifbaren Grund zu diesem Verdacht zu nicht. Es ist eine traurige Angelegenheit, die einem kleinen weißen Zimmer in einem Metall- an dem Verschwinden Dr. Brunners ein gewisses haben. War es nicht möglich, daß diese Krant mich zu Ihnen führt, ein wenig schöner bettchen lag. Interesse hatten heit, durch die Not und Entbehrungen tatsächlich laß des Wiedersehens nach unsere ,, Aber ich bitte Sie, lächelte Geheimrat zum Durchbruch gekommen war? Oder täuschten gen in Wien!" Born und strich über seinen langen weißen Bart. sich die Aerzte? Zum Tee fam, wie jeden Tag, Dr. Bern ftein Giselas erste Frage galt ihrem Mann. Und ,, Glauben Sie, daß Hanns kraut ist?" stand darauf. Gisela nidte entschlossen der wartenden Zofe zu. ( Fortseßung Sonntag, 7. August 1927. ten sofort verständigen und sich eine eigenhändig von balette Unterſchrift box, jedem Angefielen beinte über die wesentlichen Bestimmungen der schaffen. Sämtliche Unterschriften müssen 3 Tagen beim Präsidium einlaufen." der Steuerabzüge aus dem Lohneinkommen und den Dienstbezügen. Selle [ wird eine amtliche Druckforte herausgegeben und die Gemeindeämter und sonstigen Behörden find verpflichtet, den Lohnempfängern diesen Nachweis Der Zweck dürfte hier wie dort der gleiche auf Verlangen unentgeltlich auszustellen. Solange fein. Es handelt sich den Urhebern beider Erlässe ein derartiger Nachweis nicht erfolgt, wird bein natürlich nicht darum, Korruptionen zu verhin Mit 1. August 1927 soll der Steuerabzug[ gelt, Entlohnungen für Ueberstunden( auch pro sonenstand in der Familie unberücksichtigt ge Steuerabzug der erhöhte, zu berücksichtigende Per dern denn die gab es im seriege und die find für das Jahr 1927 oder bei der folgenden ersten jentuelle Zuschläge für dieselben), wenn sie vom lassen. Erweist die Bestätigung, daß der Lohnheute so einfach nicht aus der Welt zu schaffen Lohnauszahlungswoche durchgeführt werden. Der Arbeitgeber getragen werden. es handelt sich unserem Minister natürlich unternehmer ist verpflichtet, den Steuerabzug bei empfänger schon vor dieser Zeit hätte begünstigt nicht darum, die Abgeordneten der Regierungspar jeder Lohnauszahlung ohne amtliche Aufforde- dem Abzug gehören jedoch nicht jene Zuschläge, vorgelegt hätte, fann die Rückzahlung der zupiel In die Grundlage der Steuerbemessung zu werden können, wenn er die Bestätigung fofort teien an der Förderung ihrer Günftlinge zu hin- rung vorzunehmen, ganz gleich, ob es sich um Ar die für außerordentliche( d. h. außer der regel eingehobenen Beträge durch den Arbeitgeber er dern, sie werden nach wie vor ungestört inter- beiter, Werkmeister, Angestellte oder Beamte han mäßig festgesetten Arbeitszeit an Sonn- und folgen, wenn der Ueberschuß Kč 2 überste venieren dürfen. Man will lediglich die oppo- delt, außer wenn der Dienstgeber laut Dienstver Feiertagen geleistete Arbeit) gezahlt werden. Der jedoch im selben Kalenderjahr abgezogen wurde, fitionellen Abgeordneten daran hin- trag die Steuer für seine Angestellten oder Ar- Grundlohn gehört jedoch auch in diesem Falle in dem die Bemessungsbehörde die Zustimmung bern, gegen geschehenes Unrecht aufzutreten oder beiter aus eigenem bezahlt. geplantes Unrecht zu vereiteln. Gerade die immer als Grundlage für den Steuerbezug. Gemäß§ 17, Nummer 6 und§ 76c des zur Ermäßigung erteilt hat. Daher ist die Nud Staatsbeamten sind ihrer politischen Ge- nenen Gesetzes über die direkten Steuern Sig. Abzugspost und fann für die Steuerbemeffung aber nicht für vorherige Jahre. Die Arbeiter Der Ersatz für Dienstauslagen bildet teine zahlung nur für das letzte Kalenderjahr möglich, sinnung wegen, sind ihrer Nationalität wegen 76/1927 bilden bei der Steuerbemessung die Bei nicht einberechnet werden. Die Finanzverwaltung müssen daher jede Erhöhung des Personenstandes heute mehr als je verfolgt und werden oft um träge für Krankenkassen, Unfalls und Invali hat jedoch angefündigt, für diese Bezüge Richt sofort melden. ihre Existenz gebracht. Im Dienstwege fön- denversicherung usw. feine abrechenbaren Bosten, linien herauszugeben, inwieweit sie für die nen sie zu ihrent Recht nicht kommen, sofern der Steuerträger sie über die festgesetzte Stenerbemessung und deren Abzug einzubeziehen tige Abschlagszahlung bekommen und dann nach Bei Affordarbeitern, welche eine steuerpflich weil ihnen eben im Dienstwege Unrecht zu Quote der Entlohnung hinaus für seine Arbeiter find. Dagegen ist aber jest schon sichergestellt, daß Fertigstellung ihrer Arbeit den restlichen Akkordgefügt wurde. Sie wenden sich naturgemäß an und Angestellten bezahlt hat, d. h. falls der Ar- der Wert der vom Arbeitgeber gewährten Dienstlohn austezahlt erhalten, ist die Steuer derart zu Die gewählten Volfsvertreter um Hilfe. Die Ge- beitgeber für seine verficherungspflichtigen Ar- und Arbeitskleider, Silfsmaterialien und Gerät bemteffen, daß der verdiente Gesamtallord durch fahr, daß ein Standal offenkundig würde, zwingt beiter und Angestellten die Steuer nicht vom Lohn schaften, soweit der Dienstnehmer diese Gegen so viele Wochen dividiert wird, als die Afford dann manchmal die Behörden, die Rechtslage wie. abzieht und sie aus eigenemt bezahlt, so fann er stände zur unmittelbaren Ausübung seiner Bearbeit gedauert hat und von diesem errechneten derherzustellen. Aber das pakt ihnen eben nicht. Diese Auslagen bei seiner eigenen Steuerbemeffung schäftigung benötigt, nicht in die Grundlage der Divisor ist dann die Steuer auf Grund der Darum soll das Verbot die Beamten einfchüchtern nicht in Abzug bringen. und den Abgeordneten gegenüber eine Handhabe Der Artikel 16 b) der Durchführungsbestim sind. Außerordentliche Zuwendungen, z. B. treffenden Lohnempfänger schon auf Grund der Steuerbemessung in den Abzug einzubeziehen Tabelle in Abzug zu bringen. Wurden dem beschaffen, auf Grund derer jeder Polizeibüttel fie mungen des Steuergesetzes jetzt aber fest, daß Schenfungen, auf welche der Lohnempfänger fei Abschlags: ahlungen regelmäßig Steuern abge wird aus seiner Stanzlei weisen fönnen. diese Bestimmungen erst am 1. Jänner 1932 in nen Rechtsanspruch hat, bilden fein steuerpflich zogen, so sind diese abgezogenen Steuern schon mit Wag sein, daß die Verfassung feine Grund- Kraft treten, so daß bis zu diesem Zeitpunkt fotiges Einkommen. Tage für Interventionen bietet, aber sie waren nie wohl die sozialen Beiträge( Stranten, Unfall und zu berücksichtigen und nur der Steuerrest fann in zu beseitigen, da eben der Wähler in seinem natür Invalidenversicherungen usw.) sowie auch die Säßen, welche für die Stranken- und Unfallverstimmten Zeiträumen ausgezahlte Beträge, z. B. Die Naturalbezüge fönnen nur nach den Abzug gebracht werden. Auf regelmäßige, in be lichen Rechtsempfinden von dem erwählten Bolts Einkommensteuer, die der Dienstgeber für seine sicherung festgesetzt sind, bewertet werden. Kjährige Suartiergelder, Anschaffungsbeiträge u. vertreter, dem einzigen erreichbaren Menschen, den Angestellten bezahlt hat, als abrechenbare Abdgl. bezieht sich diese Bestimmung nicht. die Polizei nicht sofort auf Grund des Prügelzugsposten bei der Bemessung seiner eigenen EinArt des Abzuges nach§ 30. patents einsperren, den die Aerzte nicht beim ersten fommensteuer bilden. Bei Gehaltsempfängern, deren Höchstgrenze Widerstand gegen die Amtsgewalt ins Irrenhaus Falls der Arbeitgeber bis spätens 31. Juli deren Bruttocinnahme wöchentlich Ke 193.- oder bei monatlicher Auszahlung Ke 1963.Der Abzug erfolgt bei allen Lohnempfängern, dauernd bei wöchentlicher Auszahlung Kč 458.schicken tönnen, Hilfe erwartet. Schon die alt- 1927 sich jedoch verpflichtet hat, dieſe ſozialen Ge übersteigt. Er unterbleibt jedoch, wenn die ab übersteigt, muß ein Pauschalabzug in folgender römischen Volfstribünen hatten als wichtigstes bühren( Kranken-, Unfalls und Invalidenver zugspflichtige Einnahme nachfolgende Höhe Söhe erfolgen: Recht das jus intercedendi", das Recht einzu- licherungsbeiträge), Einkommensteuer usw. aus nicht erreicht: ichreiten, wenn einem Bürger Unrecht geschah. eigenem zu leisten und für den Arbeitnehmer zu Von den ersten 20.000 K Ginfommen 20 Prozent Wenn man den oppositionellen Abgeordneten das bezahlen, so bestimmt der Artikel Punkt c) weiwöchentliche Auszahlung 193 222 246 289 453.01 von den weiteren 50.000 K Einkommen 5 Prozent Zu versorgende Familienmitglleger von den weiteren 30.000 K Einkommen 10 Prozent Recht nehmen wird, sich ihrer Wähler anzuneh ters, daß diese Posten und Beiträge auch nach menatliche Auszahlung 837 959-1063 1250 1963.01 men, dann zerstört man, die letzten Bindungen dem 1. Jänner 1932 weiterhin als abzugspflichtige zwischen Volksvertreter und Wahlkreis, dann Posten von seiner eigenen Einkommensteuer zu so wird auch der verstorbene Ehegatte bis zur Der Rest bildet den abzugspflichtigen Bezug Zit der Lohnempfänger Witwer oder Witwe, nach der Steuerstala. raubt man dem Wähler das Verständnis für die gelten haben. Dauer der Wiederverheiratung, aljo während der mäßigen Bezügen bei jeder Auszahlung, je nach Die Steuer ist grundsätzlich von den regelDemokratie, denn daß er nur darum zur Wahl- Für alle Gehalts und Lohnempfänger ist urne gehen soll, daß dann acht Osmicka- Mitalie- die Abzugspflicht von den Bezügen gemäß§ 30ganzen Witwver- oder Witwenschaft, wie ein Fa dem ob sie wöchentlich oder monatlich vorgenom fürzten Verfahren durchzuführen und gilt als Durchführungsverordnung die Bezahlung eines des Steuergeseyes grundsäßlich nach dem abgemilienmitglied gezählt. Als vorübergehende Erhöhung bezeichnet die endgültige Regelung die Erfüllung der Steuerschuldigkeit. Bei Gehalts- und Lohnempfängern jährigen Wohnungsbeitrages, eines Neujahrs mit höheren Bezügen bedeutet der Abzug nach geldes oder eines Anschaffungsbeitrages oder per § 36 des Steuergesetzes hingegen nur eine vorentuelle Zuſchläge, für vorübergehend geleistete läufige Zahlung der Steuern, die erst im nachleberzeit. Für diese angeführten Fälle ist daher Abgeordneter Anton Dietl( Prag) 100, Otto hinein im ordentlichen Veranlagungsverfahren eine Steuer nicht zu entrichten. Hingegen beWem hat der Unternehmer die Steuern Wolch( Wusleben) 10, M. Deutsch( Prag) 100, 20- endgültig bemessen werden. zeichnet die Durchführungsverordnung als dauabzuführen? Tolcrganisation Schwaz bei Bilin( Sml. Nr. 218) 74, ernde Erhöhung z. B. die Vorrüdung in höher Lolalorganisation Sellnig( Sml.-Nr. 223) 62, Lokal Woraus seßen sich die abzugspflichtigen Bezüge entlohnte Stategorien, höhere Lohnstufen oder am Monatsende zu fummieren und dieser Betrag Die Steuerabzüge aller Lohnempfänger find 219, VI, zusammen? höhere Bezüge durch eine Gehaltsvorridung, als ist bis zum Ende des nächsten Monates durch den Bezirksorganisation Auffig( Sml.-Nr. 6) 300, G. G. Aus Dienstbezügen, und zwar: vereinbarter eine dauernde Erhöhung und daher als abzugs Arbeitgeber an die Staatsfasse abzuführen. Bei in W.( Sml.-Nr. 261) 103, Ortsverband Goffengrün Lohn oder Gehalt, Zulagen jeder Art, Remunera pflichtig. Insofern dauernde Ermäßigungen ein Unternehmern, die eine besonders große Anzal ( Sml.-Nr. 246) 76.50, Lokalorganisation Butschirn tionen, Afford- und Stücklöhne und alle anderen treten, gilt vorhergesagtes in entgegengefester Art. von Arbeitern und Angestellten beschäftigen, to ( Sim.-Nr. 266) 164, Wellmann, Gastwirt( Taschwiß) wie immer benannte im vorhinein festgefeßten Bei Schwankungen der Bezüge sind die Erhöhun- durch das Steueramt gestattet werden, daß 20, Transportarbeiterverbe der Straßenbahner Bezüge in Geld oder Naturalien sowie allen angen sowie Ermäßigungen als vorübergehend an monatliche Pauschalbeträge im voraussichtlic Auffig( Sml.-Nr. 1900) 43.50, Transportarbeiterver- beren den Lohnempfängern aus ihrem Dienstver- zusehen. Wenn daher ein Affordarbeiter vorüber Durchschnitt der zu leistenden Monatszahlung band der Straßenbahner Auffig( Sml.-Nr. 1901) hältnisse zukommenden Genüffen: Prämien, Pro- sehend, d. h. nur manchmal das steuerpflichtige führen, daß jedoch die Verrechnung der Abzüge. 89.50, Lolalorganisation Schöbriß( Sml.-Nr. 50) 96, visionen u. dgl. Selbst Ruhe und Versorgungs Einkommen erreicht, so ist ihm keine Stener ab- letzten Monate des Steuerjahres genau verrech Deutscher Wufilerverband, Ortsgruppe Auffig( Sml. genüsse, d. s. Pensionen aller Art der gewefenen zuziehen. und alle Reste längstens bis Ende Jänner de Nr. 1808) 292.10, Lotalorganisation Reindlig( Sml. Dienstnehmer oder ihre Witwen und Waisen, Sehr wichtig für die Lohnempfänger ist die nächsten Jahres bezahlt werden müssen. Die Ein Nr. 55) 109.50, Bergarbeiter Hohenstein( Sml.-Nr. wenn sie vom Dienstgeber oder aus Raffen und Bestimmung der Durchführungsverordnung, daß, zahlung dieser Steuern erfolgt auf das Postschea 1845) 112.50, Transportarbeiterverband der Straßen Versicherungsanstalten herrühren, in welche der insolange feine Ermäßigung des Steuerabzuges fonto der Finanzbehörde 11. Instanz, auf beson bahner Oberbau( Smt.-Nr. 1857) 130, Bezirkslon Arbeitgeber gleichzeitig Versicherungsbeiträge ge eintritt, solange derselbe bei der Steuerverwaltung deren vierteiligen Erlagscheinen: diese sind unent sumberein Aujiig 600, 9. St. 5, Gen. Mattl( Auig) leistet hat, einschließlich der Naturalbezüge. nicht eine Bestätigung des erniedrigten Einkom geltlich bei der Steuerverwaltung erhältlich ober 50, Gen. Frötschel( Auſfig) 5, Fabritsarbeiterverband Die Steuerbemeffung erfolgt auf Grund des mens vorlegt. Er hat daher selbst bei erniedrigten fie fönnen auch bei den Postämtern fäuflich, er Auffig( 1. Rate) 200, Transportarbeiterverband Set-§ 30 des Steuergesetzes von den Bruttobezügen Bezügen bis zur Vorlage dieser Bestätigung die worben werden. tion Straßenbahner Aufsig 50, Fabritarbeiterverband ohne jeden Abzug. höhere Steuer zu entrichten. Die zu versorgenden Der Unternehmer ist verpflichtet, jedem ArAussig 500, Abgeordncter Adolf Pohl( Turn- Tepliß) Within gehören also auch in die Grundlage Familienmitglieder, durch welche sich das steuerbeitnehmer nach Auflösung des Arbeitsverhält 100, Summe des 5. Ausweises K 3.651.60, Summe für die Bemessung des Abzuges beispielsweise pflichtige Einkommen erhöht, ist dem Unternehmernisses eine Bestätigung über die gezahlte Steuer der ersten vier Ausweise K 20.235.90, Gesamtsumme auch: Wohnungs und Kinderzulagen, Entgelt durch eine Bestätigung nachzuweisen. Für den einzuhändigen. Außerdem ist der Unternehmer nach§§ 1154 und 1155 a. b. G.-B., Urlaubsent Nachweis dieses zu versorgenden Personenstandes verpflichtet, jedem Ärbeiter und Angestellten bis der souverän regieren, das wird der Mann aus dem Volle taum einsehen. 5. Gammelausweis für die Opfer der Unwettertatastrophe. organisation Prohn( Smml. VII,) 259,| K 23.887.50. 5. Gammelausweis für die Opfer der Wiener Ereigniffe. Rundfunt für Alle! Programm für morgen, Montag. Breslau, 316. 19.20: Deutsche Dichtungen in der Tschechoflowakei. 20: Sudetendeutscher Abend. Frankfurt, 429, 19: Wie schreiben die verschiedenen Bölker? ganze Stronen ausdrückt oder ist durch die Zahl men wird, abzuziehen. Wenn der abzugspflichtige Jahresbetrag der Einkommensteuer sich nicht in der Auszahlungstermine nicht teilbar, so wird er auf den nächsten, durch die Zahl der Auszahlungstermine teilbaren Betrag herabgesetzt. Die deutsche Ballade. 20.30: Uebertragung von Berlin, 481.| fomffij: In den flaren Nächten.. Einfam. 6. Kreisler Symphoniekonzert. Faure: Belleas und Melisande. Liszt: Dante Liebesfchmerz. 7. Berdi: Arie aus Rigoletto". 8. Borodin Fantasie. Rienitij- storfalom: Scheherezade. Die schlafende Fürstin. 9. Denza: Ei vous l'aviez compris 21: Regimentsmufit. 22: Wie Prag. 22.20: Wie Breßburg. Breßburg, 300, 17.15: Stongert. 1. Smetana: Die be faufte Braut 2. Berbi: Troubadour. 3. Wascagni: Caballer rufticana. 4. Roffini: Der Barbier von Sevilla. Ouvertur 18.45: Wie Frag. 19.20: Erziehungsanstalt für blin taubſtumme und schwachfinnige Kinder in der Glowar 19.40; Die Bodenreform vom rechtlichen Standpunkt a 20: Nie Brag. 22.20: Tanzmusfif. Brag, 349. 11: Schallplattenmufit. 11.45: Landwirtschafts- 20.15: Wo? Programm für Dienstag: Stafchau, 1870. 19: Vortrag. 19.15: Breffenachricht Bosnische Liebeslieder. 3. d'Ambrofio: Canzonetta. 4. 19.20: Soliften Monzert. 1. Sinding: Adagio. 2. Sacerovi robfih: Lieber. 5. Breдoby: Erinnerung. 6. Stačeri Lieber. 7. Drbia: Serenade. 8. Stacerobity: Lieder. Daventry, 1600. 15: Quartett. 16 Stonzert. 18.45: musit. 19.30: Operettenabend. 21.35. Orchestertonzert. 2 Mom, 449. 21.10: Konzert. Wien, 517. 16.15: Nachmittagsfonzert. 18.30: Anicqu einfacher Gartenteiche. 19: Reifen einft unb icut. 10.3 Efperanto. 20.05: Fra Diavolo". Tomische Oper von fube Zürich. 588. 20: Italienischer Abend. 21: Mandoline fonzert. 21.40: Operetten und Schlager. 22.20: Tanzmu Otto Walch( Wusleben) 30, Abgeordneter Dietl ( Prag) 100, M. Deutsch( Prag) 100, Deutscher Musiterverband Ortsgruppe Anifig( Sml.-Nr. 103) funt. 12: 3eitfignal. Preffenachrichten. 12.10: Mittagsfonzert. Hamburg, 395. 20: Bölsche aus eigenen Werfen. 21: Zurüd 118.10, Bergarbeiter Sohenſtein( Smi- Nr. 140) do: di nambur marktpreise. 17: Kammermusit. 1. Mozart: Sonate B- Dur. 2. Langenberg, 469. 19.20: Gestalt und Bewegung im dichte 259.50, Städt. Straßenbahn, Oberbau, Transportarb. ovat: 3bojnicka". 3. Grieg: Conate Dur. 18.05: Rundfuntzischen Kunstwert, 19.50: Mein Kind, mein Erzieher. 20.45: ( Sml.-Nr. 3584) 131, Fabritarbeiterverband, Orts- für Jubuſtrie, Handel und Gewerbe. 18.20: Deutsche Sen. Orchesterkonzert. 22.10: Tanzmusit. gruppe Schredenstein( Sml.-Nr. 129) 200, Trans- auf: Dr. Za!, Prag: Die Krisis im Wiederaufbau. 18.45: fation des Obitablages. 20.15: Der Better aus Dingsda". OpeLeipzig, 866. 19: Was will die Volfsbühne? 19.30: Organi bung. Wetterbericht und Tagesneuigkeiten vom Preisebüro, bier. portarbeiterverband der Straßenbahner Auffig( Sml.- Landwirtschaftsfunt. 19: Vortrag. Die freiw. Feuerwehr. 20: Wet rette von Runnele. 23: Tanzmusit Nr. 89, 88, 87) 344.65, Gen. Kraus( Auſfig) 10, Be- Ronzert. 1. Büffer: Kleine Suite. 2. Noval: Bier Lieder. 3. dien von Fischer:„ Eintracht ernährt" und„ Der Herr Doftor". tervorausfage 1. Pressenachrichten. 20.10: Regimentsmufit. 21.20: München, 536. 19: Symbolit des Ringes. 20: Zwei Romo zirkskonsumverein Aufsig 400, Gen. Mattl( Ausfig) Dascagni: Cavalleria rusticana. 4. Jugoslawische Lieder. 5. Re- 22.15: Schach. Stuttgart, 380, 19.85: Verlaufsfunft. 20.15: Unterhaltungs- Tanzmusif. 50, Gen. Frötschel( Aussig) 5, Fabrilarbeiterverband ger: Reigen. 22: Zeitfignal. Leste Nachrichten des Breffebüros, Uebersicht der Tagesereignisse und Sportnachrichten. 22.15: Thea- fonzert. Rosegger- Abend. Ortsgruppe Aujiig( 1. Rale) 800, Bezirksorganisa ternachrichten. 22.20: Tanzmusik. tion Aufsig( Sml.-Nr. 76) 200, Ortsverband Tetschen Brünn, 441. 12.15: Schallplattenmusif. 14.30: Brager Effet500, reisgewertschaftskommission Tetschen 500, Fa- tentbörie, Sport, Theater und Brelienachrichten, 17.15: Rinderede. 17.85: Deutsche Preisenachrichten. 17.15: Deutsche Brag. 319. 11: Vormittagstonzert. 11.45: Landwirt britarbeiterverband, Ortsgruppe Krischwip 250, Fa- Sendung. Prof. Dr. Al. oft ner: leber die Dolomiten. 18: fchaftsfunt. 12: Seilfianal. 12.10: Schallplattenmufif. 13.15: brilarbeiterverband, Ortsgruppe Bodenbach 250, Ju- Zeitsignal. Landwirtschaftsbericht. Die Gärten im Auguft. 18.20: Rundfunk für Induſtrie, Sandel und Gewerbe. 13.30: Bör Vortrag. Die Nacht auf der Lokomotive. 19: Sörspiel. Der gute fennachrichten. 16.45: Börsennachrichten und Sopfenmarti gendorganisatie Ebersdorf 30, Ortsverband Gossen- Kommiffär", Stomödie von Courtelin und Levy. 19.30: Ronzert. preife. 17: Macmillagskonzert. 1. Schubert: Alphonso und grün( Smil.-Nr. 2000) 72.50, Lokalorganisation Lang- 1. Benet: Suv.„ Die Najaden. 2. Delibes: Suite aus Lalme". Estrella. Ouverture. 2. Smetana: Zwei Witwen. 3. Weber: 3. Gounod: Phantasie aus Faust". 4. Godard: Canzonnetta. Der Freifchib". 4. Urbach: Wagners Heldenbuch. 5. Wagner: lamniß( Sml.-Nr. 2054) 24, Lofalorganisation Put- 3. Kalman:„ Der Bigeunerprimas". 20.30: Quftige Lieber. 21: Siegfried Joylle. 18: Vortrag: Ueber das Barometer. 18.15: Deutsche Sendung. Wetterbericht und Tagesnenig Schirn( Sml.-Nr. 2033) 102.50, Abgeordneter Adolf Tanzmusit 22: Wie Prag. feiten vom Breßbüro, bierauf: Baul enteri, Prag: Breßburg, 300. 16: Landwirtschaftlicher Funf. 18.15: Stonzert. Pohl, Turn- Teplic 100, Bezirksorganisation Haida Grundlage zur mufifalischen Stultur im Zeitalter der Re1. Haydn: Klaviertrio. 2. Beethoven: Klaviertrio. 19.20: Slowa naiffance, 18.45: Landwirtschaftsfunt. 19: Vortrag: Ueber ( Sml.-Nr. 1457) 60.50, Frauenfektion Weipert 50, tische Literaturneuheiten. 19.40: Die Bedeutung der Mustermesse die Waffertonriffit. 19.15: Vortrag: Die Internationale Lolalorganisation Reischdorf 50,&. I. Fellinghauer für die heutige Landwirtschaft. 20: Wie Prag. Union der latholischen Gymnaften. 19.15: Landwirtschaft Raschau, 1870. 19: Rezitation aus den Werken moderner licher Vortrag auf Belle 1110. 20. Wettervorausfage und ( Weipert) 20, Vezirfsorganisation Bodenbach 500, Summe des 5. Ausweises K 1.757.75, Summe der er Dichter. 19.15: Preffenachrichten. 19.20: Konzert. Breffenachrichten. 20.10: Görspiel. Qutabff: Die Liebe ift Fibich: Quartett D- Dur. mein Vergeben". 20.40: Bunter Abend. 1. Buiffon: Antigone. Daventry, 1800, 15: Ronzert. 18.45: Quartett. 19.30: Orche 2. Dvořat: Bier ferbifche Lieber. 3 Delmas Boph: Berceuse ersten vier Ausweise K 35.763.60, Gesamtsumme fterfonzert. 21.35: Sändel Stonzert. 23: Tanzmusik. bu Souvenir. 4. a) Zfchaitomiti: Serenade melancholique: K 40.521.35. Rom, 449. 21.10: Leichte Mufit. b) Schubert: Die Biene. 5. Razef: Sumoristisches Quartet. 6. Botfelteder. 7. Gabriel Marie: Euite fantastique. 22: 3ett ignal. Lebte Nachrichten des Breßbüros, llebersicht der Lagesereignisse und Sportnachrichten. 22.15: Theaternach riien. 22.20; Wie Ereßburg. Wien, 517. 16.15: Nachmittagskonzert. 18.30: Eroberung von Ihr mäset u Beru. 19.30: Jubiläumsausstellung in Gjöbl. 20.03: Volkstüml. Ronzert. 3ürich, 588. 20: 8wed eines Zoologischen Gartens. 20.30: Ronzert. 21.30: Unterhaltungskonzert. Genossen! ausgelegt 14. Die Berbreitung unserer geitung agitieren. Gegt euch überall für unsere Parteipsesse ein. In das Heim des Arbeiters gehört die Arbeiterpresse. Darum, Genoffen u.Genoffinnen agitiert Deutschland. Bränn, 411. 12.15: Wittagsfonaert. 13 30: Brager Effeftenbörse Breffenachrichten, Sport und Theater. 17.15: Frauenfunt. Gartenmöbel. 17.35: Deutsche Breffenach ridien. 17.45: Deutsche Sendung Difp. n. idi: Ter Rönigswusterhaufen, 1250. 12: Englisch, 14.30: Ernährung Ernterfolg durch die richtige Düngung 18: Seitfignal. Laub mit Rüdicht auf das Geschlecht. 15: Berschiedene Einmachverfah wirtschaftsbericht: Die Ganfernte. 18.20: Borirag: Die Elo ren. 15.40; Rochanweisungen und Speisefolgen. 16.30: Ergic- afei. 18.15: Wie Brag. 10: Rongert. 1. Mozart: Quartett bungsberatung. 17: Jacob Burdbard: Feier. 18. Weltpolitische b- moil. 2. Mendelssohn: Lieber. 3. Schubert; Quartett Stunde. 18.30: Englisch. 18.55: Psychologie des Verkäufers. 19.20: a moll. 1. Meyerbeer: Arie aus„ Die Afrikanerin". 5. Tfchai Deutschland. Königswusterhausen, 1250. 12. Franzöfifch. 15: fämpfung des Saufteufels in früherer Zeit 16: Die Bebes tung der Landfarte, 17: Grenzen des Naturerfennens. Raffenhygiene und secht. 18.30: Evanifch. 18.55: Borcari Feier. 20.30: Uebertragung von Berlin, 484. Sur un baltung. 21: Lenau- Abend." Breslau, 316. 19.20: Bon wunderbaren Ländern. 19. Geschichte großer Vermögen. 20.15: Der Rundfunk in und Urteil der Zeit. 22.30: Bunte Stunde. Frankfurt, 429 19.15; Der Aufbau des Gebiffes. 10. Schach. 20.15: Cellofonzert. 21.15: Stammermufif. ed plattentonzert. Hamburg, 395, 19.35; Die Klangwelt des Orchelt 20: Dentine Sausmufir. Tangmufif. Langenberg, 469. 19.15: Was der Bürger von der Mona lifation wiffen müßte. 19.40: Europäische Wietallwirtschaf 20: Der Arbeiter im neuen Deutschland. 20.15: Sombie der Liebe" von Jöfen. Leipzig. 366. 19: Perfonen und Briefverfebr vor 100. Sabren. 10.30: Die deutsche Norblüfte als Wandergebiet 20.15: Willis Frau", beiteres Familienftüd von Reiman und Schwart. 22.15: Tanzmusik. München, 536. 19.30: Sabierfonzert. 20.30: Der Mens im Raften", Esene von Robitschef. 21.10: Bithertonzert Stuttgart, 380. 19.15: Gefchichte der Siebenbü Sachfen. 20: Unterhaltungskonzert. Wunschabend. Ende Feber des nächsten Jahres eine Bestätigung für das verflossene Steuerjahr über die Höhe der Abzüge einzuhändigen. Der Unternehmer haftet gegenüber dem Staat für die Steuerabzüge, deren rechtzeitige Verrechnung und Abfuhr der zurüc gehaltenen Beträge persönlich. Zuwiderhandelnde, welche die Steuer nicht rechtzeitig abführen, könbis zu 30.000 Kč außer den allgemeinen Stafbestimmungen bestraft werden. Verfahren bei Streitigkeiten. Ergeben sich Streitigkeiten zwischen dem Arbeitgeber und Lohnempfänger über die Durchfüh rung des Steuerabzuges, so entscheidet die Steuerverwaltung, in deren Dienstsprengel der Unternehmer seinen Wohnsiz hat. Bei Berufungen entscheidet endgültig die Finanzlandesdirektion, bafo. die Finanzdirektion. Der Unternehmer ist verpflichtet, über alle frankenversicherungspflichtige Angestellte und Arbeiter Lohnlisten zu führen. Diese Lohnlisten sind brei Tage nach Ablauf eines jeden Steuermonates ber Steuerverwaltung zu übermitteln, in deren Amtsbereich sich die Krankenkasse befindet. Von der Vorlage der Führung der Lohnlisten und jene Arbeitgeber befreit, die nicht mehr als zwei Lohn empfänger beschäftigen und die nicht mehr als Kč 23.550.- verdienen. Ferner sind befreit Flößer, die land und forstwirtschaftlichen Unternehmungen für ihre nicht mehr als zwei Monate beschäftigten Saisonarbeiter. Wir haben versucht, die Bestimmungen der Durchführungsverordnung einigermaßen zu er läutern, damit die Arbeiterschaft zumindestens die wichtigsten Bestimmungen fennt und sich darnach inrichten fann. Tages- Neuigkeiten. Gacco! Banzetti! Zwei Namen find heute dem Weltproletariat heilig und teuer Und brennen in allen Unterdrückten als freifendes Fener: Sacco- Banzetti! Sieben Jahre wartet auf sie der Stuhl mit den elektrischen Schlägen, Um fie verbrannt in die stumme Reihe der Märthrer zu legen, Sacco- Vanzetti! Das Standbild der Freiheit von New York ist cin Schandbild geworden, Amerikas Antlitz trieft von Blut aus scheußlichen Denkt an Chicago! Morden: Die Bibel, das Schedbuch, das Del und der Stahl, Mister Ford und der Weizen: Oh wie fie fromm find und heuchelnd sich spreizen, Die Herren der Welt! aten Ländern, im Westen, Osten, Süden und Norden stehn die Profeten, le find wach, die einmal von Willtür und Blutgier getreten Und brüllen: Sacco! Vanzetti! bei Worte versteht auch der Kuli, Mongole, Indianer, Malaic, Zwei Worte und furchtbare Menschheitsschreie: Sacco! Vanzetti! nach den Mörderzellen: Zwei unschuldige Männer, zum Sterben gebracht Allen Henkern der Welt wird unser Gebrüll in in den Herzen gellen: Sacco! Vanzetti! Max Barthel. Feuer in einem Alpengasthof. Drei Personen vermißt. Die Leiche der Vörösmarty gefunden. Lokalaugenschein am Tatort. Prag, 6. August. Die Kommission, die in Begleitung Siforstys an den Ort unweit Tschirmersee entsandt worden war, wo nach Siforstys Angabe die Leiche der Vörösmarth vergraben worden sein soll, hat im Laufe des gestrigen Tages einige Funde gemacht, die für die Aufklärung des Verbrechens von Bedeutung zu sein scheinen. Es wurden nämlich Haarsträhne, Haarnadeln und sogar drei Knochen gefunden, doch fonnte nicht mit Bestimmtheit festgestellt werden, ob diese Funde mit dem Verschwinden der Vörösmarth in einem Zusammenhang stehen. Wie die Polizeikorrespondenz meldet, wird der Lokalangenschein fortgesett werden, bis nähere Einzelheiten befannt geworden sind, die man offenbar aus den Verhören mit den Beschuldigten zu erfahren hofft. * Sonntag, 7. August 1927. Französische Schauermärchen über angebliche deutsche Rüstungen. Paris, 6. August. L'Avenir" druckt den Text eines angeblich geheimen Berichtes des Oberkommandanten der Offupationstruppen Guillau mat an den Kriegsminister Painlevé ab. In dem Berichte soll der General erflären, daß auf Grund der von seinem Generalstabe eingezogenen Informationen die deutsche Regierung einen Plan durchführe, dessen Ziel die Schaffung militärisch ausgebildeter Korps im besetzten Gebiete ist, welche sich im gegebenent Augenblicke rasch den Oklupationstruppen der Alliierten entgegenstellen könnten. Außerdem sollen an der Grenze des besetzten Gebietes selbst, in Köln, Frankfurt und Karlsruhe, drei Stützpunkte errichtet werden, welche die Konzentrierung von drei mächtigen Lufteskadres ermöglichen. Schließlich hebt General Guillaumat her Ueber den Verlauf des Lofalaugenscheins Eine zweite Expedition von Gendarmen wird gemeldet: rückte gleichzeitig durch das Tal des Flüßchens Am 5. ds. famen mit der Zahnradbahn Pra- Mlynice vor, das bei Bazsecz in die Weiße Waag vor, daß sich die Tätigkeit Deutschlands namentger Polizeibeamte mit Siforffy nach Tschirmer- mündet und unter Krivany, wo die Vörösmarty lich im Jahre 1926 seit dem Zeitpunkte entfaltet see, wo sie der Gendarmeriekapitän Sameternik erdrosselt worden sein soll, vorbeifließt. Die haben, in welchem der deutschen Regierung seiund zwei Gendarmeriewachtmeister erwarteten. Untersuchungen in Tschirmersee haben ergeben, ens der Alliierten Zugeständnisse gemacht wurKurz vor zehn Uhr vormittags marschierten sie daß michalto in Begleitung zweier den. Herren und einer Dame hier gesehen worden war. Der Prager Polizeikommissär Jo2715 Die Ermordete. in der Richtung der Katschovin- Quelle zu dem See entfernt liegt. Sikorsky, der keine besogenannten Podbansko, der vier Kilometer vom die Führung durch die Wiesen. sonderen Zeichen von Aufregung gab, übernahm wwwwwww M www sef Augustin, der mit Siforsfy nach Tschirmer Geldsadpresse über den lassentam ps; gibt see fam, hat festgestellt, daß Michalko in der Nacht es aber etwas, was mehr zum Klaffenhaß reizen auf den 27. Juli im dortigen Hotel Jiskra allein, muß, als solche flaffenmäßige Beleidigung aller in der Nacht auf den 29. Juli zusammen mit Siforsky übernachtet hat. Je mehr sich die von Sikorsky geführte Expedition dem Orte näherte, wo seiner Behauptung nach der Mord begangen worden war, desto nervöser wurde er, und als man nach vierstündigem Marsch auf der sogenannten Michallo Wiese anfam, erflärte er, sehr müde zu sein, und weigerte sich, weiter zu gehen. Kapitän Same ternit fab sich genötigt, ihm zu drohen, er werde ihn nach Vazsecz führen, wo ihn jedermann kennt, da er sich oft in Begleitung Michalkos dort aufgehalten hat. Das machte Eindrud; denn Sikorsky gab sofort wieder logische Antworten und setzte den Weg fort. Arbeiter? Es bricht sich Bahn nur das, was qut. In Sulzbach in Bayern gibt es ein Raufhaus für Ausrüstungen", dazu bestimmt, die äußeren Merkmale vöffischer Gesinnung zu verschleißen. Die Preisliste, die das Kaufhaus herausgibt, beginnt, um alle Dichter und Denker anzulochen mit einigen schönen Versen: Es bricht sich Bahn nur das, was gut; Beim Einkauf mußt du daran desfen; Vor Billigkeit sei auf der Hut, Es kann dir niemand etwas schenken! Leben ist billig, das Vaterland aber teuer. Da Wahrhaftig, es wird uns nichts geschenkt, das gibt es in strenger Rangordnung, Waffenröcke aus Gegen Mittag sticß eine der suchenden Mannschaftstuch. aus besserem Mannschaftstuch Gruppen am Rande eines Wasserlaufes auf und aus prima Offizierstuch, Knöpfe nach Wunsch. cine Strähne dunkelblonden Haa= Stahlhelm, Jungdo, Werwolf oder ganz glatt." Da gibt es ferner, in völfischer Rechtschreibung, res, in der eine Haarnadel stedte. Alsbald Brecheshofen", und swar, Brecheshosen", und zwar,» sinniger Untertam noch eine weitere Haarnadel zum schied, elegante Form" für Mannschaften und Vorschein, dann Bruchstücke eines Schenkelschneidige Form" für Offiziere. Außerdem Roch Inochens, dessen Provenienz allerdings noch geschirre fast ungebraucht"( für Mannschaften) und wie Aluminium"( für Offiziere). Aus nicht feststeht. welchem Material die Kochgeschirre erzeugt sind, wwwwwbie ,, wie Aluminium" aussehen, wird verschwie fenbeamten, der nebst vielen anderen Gästen aus verschiedenen Banken anwesend war, sagte die stärkste Mithilfe der Gewerkschaft zu. Mit dem Kopf in die Kreissäge. Nach einer Blättermeldung aus Erfurt geriet in Westhausen ein Minenbefizer mit dem Kopf in eine reisfäge. Der Kopf wurde ihm vollkommen zerschnitunter Absolventen der Handelshochschule) und daß beispielsweise einzelne, die über 30 Jahre alt sind und mehr als 10 Jahre Praxis haben, ein Einkommen von monatlich ca K 1500.- mit sämtlichen Zulagen erhalten. Es ist klar, daß das normale Avancement nur eine allmähliche Annäherung an eine entsprechende Höhe des Einkommens bedeutet. Dieses Avancement beträgt ten. mit allen Zulagen 672 K jährlich und wurde Was so ein Schnapshändler alles verlangt. heuer trotz dieser Geringfügigkeit nur einer Min- Wir lesen im Prager Tagblatt" vom 5. August derheit der Angestellten zuerkannt. Trotz Verbo- d. J. nachstehendes Inserat: tes der sogenannten Dienstinstruktionen war es notwendig, offen die internen Angelegenheiten der Bank soweit sie die Direktoren betreffen, zu behandeln. In der Hospodarska Politika" Nr. 34 wird in einer Besprechung der Bilanz der Böhm. Stommerzialbank angeführt, daß die Regie 70 Prozent des Bruttogewinnes ausmacht gegen 50 Prozent unserer mittleren und auch der Großbanken. Beide Referenten betonten, daß die Ursache hievon in der abnormalen Zahl der Direk toren, namentlich der obersten liegt. Die Bank hat brei Oberdirektoren(!). Ist es schon verwunderlich, daß diese Bank drei leitende Direktoren hat, so muß es um so mehr auffallen und Suche für meinen Likörausschank ein intelligentes Fräulein, Böhmisch und Deutsch, Maschinenschreiberin und buchführungskundig be vorzugt. In freier Zeit wird auch Haushaltungs. arbeit verlangt. Anträge samt Ansprüchen bei freier Station sind mit Zeugnisabschriften und Referenzen zu richten unter Verläßlich" D. 8-202. Also der Schnapshändler verlangt von dem Mädel nicht allein, daß sie das Gebräu jedem Trunkenbold in der Butike fredenzen soll, sondern auch, daß sie noch die Bücher führen, beide Landessprachen, Maschinenschreiben und gar, wenn sie dann noch einen freien Augenblick hat, in der Familie des Ausbeuters mit Haushaltungsarbeigen; auf den Glanz fommis an und nicht auf den Stoff. Neben Beilpiden, Infanteriespaten und Müßen ,, laut Vorschrift mit Schild, Riemen usw." werden auch Seitengewehre und lebungswurfförper wie Handgranaten( neue Erfindung) inferiert. Schließlich bietet die Firma den deut fchen Männern schen Männern Bierzipfel in SchwarzweißrotCouleur und Weinzipfel" an, die Bierzipfel für Mannschaften, die Weinzipfel für Offiziere. Was aber ist die beste Werbereklame"? Was„ bestelle ieder zum Verteilen an Freunde"? Die- es sieht aus wie ein richtiger Fahrschein! " dic Wien, 6. Auguft. In der vergangenen Nacht berechtigte Stritif erregen, daß der erste von ihnen ten leisten soll. Söher geht die Frechheit eines pan ist von einem Erdbeben heimgesucht wor Beit findet, um in den einzelnen Abteilungen reifarte nach Jerusalem, gültig ab jeder deutschen Station, nicht übertragbar, hin und nicht wieder zurück!" Das ist wißig, das ärgert die Juden! Und kommt dazu noch der große Verfaufsschlager, das aufsehenerregende Buch: Der zweite Weltkrieg 1927-1933, Stüd 20 Pfennig", dann ist die Sache komplett. So ausgerüstet, mit prima Offizierstuch, Knöpfen nach Wunsch, Brecheshosen in schneidiger Form, Kochgeschirr wie Aluminium. Müßen nach Vorschrift, Sandgranaten( neue Erfindung) und Bier- oder Weinipfel, find fie bereit, in den neuen Weltkrieg zu siehen. Es bricht sich Bahn nur das, was gut... Erdbeben in Japan. Das nordwestliche Jait der zumeist von Reichsdeutschen besuchte Gaſt Die Erderschütterungen sind die heftigsten, Lotteriebeamte, die ihre Lose gewinnen las die seit 30 Jahren in dieser Gegend wahrgenom of" Bum Hirschen" im Holzgau im Lechtal ab- herumzuspazieren und die Beamten aufzuhalten sen. Zwei bei der preußischen Generallotterie- men worden sind. Die Eisenbahn und telegra ebrannt. Das Feuer griff mit so großer Schnel- und zu schifanieren, statt, wie man bei seiner direktion beschäftigte Beamte haben Lose der phischen Verbindungen sind unterbrochen. gleit um sich, daß unter den vielen Fremden Stellung und seinen Bezügen erwarten sollte, preußisch- süddeutschen Klassenlotterie gespielt, ob- Fukushima sind mehrere Säufer eingestürzt. In ne Panik entstand. Zahlreiche in den oberen sich den Geschäften zu widmen. Die Bankdirekto- wohl ihnen dies streng verboten ist. Der. Um Mehrere Personen sollen verlegt worden sein. Die todiverfen untergebrachte Gäste sprangen, meist rengehalte find bekanntlich sehr hoch. Dazu wurſtand, daß auf diese Lose erhebliche Gewinne ent- Erschütterungen wurden auch in Yokohoma verr mit einem Hemd bekleidet, aus dem Fenster, den von den drei Oberdirektoren nach der Gefallen sind, hat Anlaß gegeben, der Angelegen- spürt, n fich zu retten. Dabei erlitten drei Damen und neralversammlung große Summen beheit nachzugehen. Wie dem amtlichen PreußiHerren Verlegungen. Eine Dame brach hoben.( K 344.000.-) Auf der anderen Seite schen Pressedienst von zuständiger Stelle mitgeZwei Mädchen vom Personal und werden die größten Schwierigkeiten gemacht Bi teilt wird, sind die Beamten zunächst ihres Am Gast werden vermißt. Das gesamte MoDas gesamte Mo- fanzüberstunden zu bezahlen( K 3.- bezw. 6.- tes enthoben worden. Die weitere Untersuchung far und das Gepäck der Fremden ist vernichtet. per Stunde) namentlich in den Filialen, wo bei- liegt in der Hand der Staatsanwaltschaft, welche spielsweise den Beamten einer Filiale der Be- die Beamten vorläufig hat fest nehmen he Juntersmaschine hat mehr als trag von K 255.- geschuldet wird. Diese Gelder lassen. 7000 km zurückgelegt. wird die Beamtenschaft eintreiben müssen, even- Wie sie von den Arbeitern sprechen. Im tüell gerichtlich. Die Berichte der Referenten wurden von lärmenden Zwischenrufen gegen die leitenden Funktionäre der Bank begleitet, na mentlich als man erfuhr, daß einem der Direk toren, den die Personalfommission zum Abba vorgeschlagen hatte und dessen Unfähigkeit be kannt ist, von der Bank 50.000 K MehreinfomUnerhörte Zustände bei der Böhm. Kom- men angeboten wurde, damit er bleibe. Seine erzialbant. Aus Banibeamtenfreisen wird uns Unfähigkeit zeigte sich in dem Schaden, den er schrieben: Am 3. August fand um acht Uhr der Bank in seiner ihm zugeteilten Stellung zuDie Besucher von inländischen Bevroren werden vom Verband der tschechoslowakischen Väder und ends im Sigungssaale des Odborovy dum" fügte. Und da getraut sich die Bankleitung die e außerordentliche Versammlung sämtlicher Beamten in Bausch und Bogen der Unfähigkeit Mineralquellen darauf aufmerksam gemacht, daß zur Angestellten der Böhm. Kommerzial- zu zeihen. Aus dem Verlaufe der Versammlung selbst keine Ahnung von der bodenlosen Ge- unbedingt erforderlich ist, daß die Besucher bei der Erlangung einer Eisenbahnermäßigung bant in Brag statt. Die Versammlung war trotz ist zu ersehen, daß sich in der Böhm. Kommer meinheit, die in diesem Saß stedt. Er ieo! eben Staffe der Abfahrtstation beim Kaufe der Fahrkarte ber ungünstigen Zeit sehr gut besucht, was eine zialbank Verhältnisse und Tendenzen einnisten, ganz in der bürgerlichen Dentweise, die in dem eine amtliche bestätigte Anweisung verlangen Folge der großen unzufriedenheit der Angestell- die für jedes Unternehmen ungesund sind. Die Arbeiter einen verächtlichen. Wienschen fiett, dem müssen.( Druckforte, Breis 20 Heller.) Ohne diese len ist. Es referierten der Vorsißende und der Personalkommiſſion bringt vorläufig diesen Aus- nichts Gutes zuzutrauen ist, kein Wunder, daß Anweisung darf keine Badeverwaltung eine„ BadeBorsigendestellvertreter der Personalkommission, zug der Oeffentlichkeit zur Kenntnis. Gleichzeitig diefe Leute es für ganz richtig, ja wünschenswert bestätigung", die bei der Rückreise zu einer 50prozendie in den Banten die Betriebsausschüsse ersetzt. übergibt sie diese Angelegenheit ihrer Gewerk- halten, daß man das Arbeiterpad auch gelegent- tigen Fahrpreisermäßigung berechtigt, ausstellen. Die Ca den Referaten entnehmen wir die nachfol- schaft, da dies alles schon den Rahmen einer blo- lich niederknallt, und daß sie finden, daß die Anweisung und die Badebestätigung müssen dem genden Stellen: Die Beamten sind so gezahlt, en Institutsangelegenheit übersteigt. Der Vor- Durchsehung von Arbeiterforderungen gegen die Zugspersonal stets auf Verlangen vorgewiesen daß die Anfänger monatlich 600 K beziehen( dar- fitzende des Verbandes der Bank- und Sparkas- lauten Sitten verstößt". Da entrüftet sich die werden. Berlin, 6. August. Wie aus Dessau mitgeteilt hd, hat die Junkersmaschine 33 2" auf ihrem kfirefordfluge bei einer aus Brennstoffersparnis sinden herabgeminderten Durchschnittsgeschwin gfeit von 135 Kilometer insgesamt mehr als 100 Stilometer zurückgelegt. Wiener Hubertus- Verlag erscheint St. Hubertus", Illustrierte Zeitschrift für Jagd, Stynologie und Schießwesen. Die Julinummer diefer Zeitschrift enthält einen Auffay Giftlegen und Fallenstellen" von Oswald IrIwed. Darin heißt es: Das Grundelement des Jägers ist und muß Ehrlichkeit sein. Er ist eine Vertrauens per son und kann daher nie mit einem Ar= beiter oder Gewerbegehilfen auf gleiche Stufe gestellt werden wie einmal der un rühmliche Versuch gemacht wurde. Der Mensch, der das schreibt, hat offenbar Erdrutsch beim Passieren eines Zuges. Samstag morgens rutschten auf der Strede Berlin- Breslau zwischen Frankfurt a. d. Oder und Finlenheerd etwa 350 Stubikmeter Boden aus der bergfeitigen Böschung und verschütteten das Geleife Berlin- Breslau auf etiva 30 Meter, ge= fuhr. Der Beginn der Rutschung wurde sofort rade als ein Leerzug an dieser Stelle vorübererkannt und der Bug durch schnelle Bremsung angehalten. Die Lokomotive und acht Wagen gingen über die Rutschstelle hinweg, während die nächsten vier Wagen durch den abrutschenden Boden zur Seite in das Geleise Berlin- Breslau Unfall angerichtet wurde, ist unbedeutend. Pergedrückt wurden. Der Sachschaden, der durch dent fonen sind nicht verletzt worden. Sonntag, 7. Auguft 1927. Ein irrfinnig gewordener Erfinder. Ein angeb " In Männerſtrafanſtalt Bory. licher Dr. Georg Mery, der Erfinder einer nach der thm benannten Ultafrequenzlampe, die für die Verfuche der Bildübertragung von großer Wichtigkeit sein foll, der sich seit einigen Wochen in Budapest aufhielt, überfiel in der Nacht seine von ihm getrennt lebende Frau in ihrem Schlafzimmer und erzwang von ihr die Herausgabe eines Geidbetrages im Werte von 9000 Mark, den die Frau am gleichen Tage von einer Bank abgehoben hatte. Dabei fam es zu einem verzweifelten Stampfe zwischen den beiden Ehegatten, bis herbeieilende Verwandte der Frau die Gatten trennte. Dr. Mery wurde festgenommen und auf Grund eines ärztlichen Zeugnisses in die Budapester staatliche Frrenanstal: eingeliefert. Er gibt vor, Professor an der Charlottenburger Tech nischen Hochschule zu sein, doch ist dort ein Mitglied des Lehrkörpers, das diejen oder einen ähnlichen Namen trägt, nicht bekannt. Von J. Reismann. ( Schluß.) ich das Bild wenigstens an mein Herz drücken fann. Ja, wenn ich meine Familie bei mir haben könnte, dann läge mir nichts an meiner Freiheit. Aber mein Weib und meine Kinder liegen mir am Herzen. Und 22 Monate soll ich noch in einer Zelle bleiben, 6 Meter lang und 3 Meter breit, mit einem Stuhl, einem Tisch und einem Stroh= jack auf einem Gestell als ganzen Haushalt. Liebes Weib, bist Du gesund? Ja, zwei Jahre verheiratet und schon wieder getrennt, auf so lange Zeit? Warm habe ich gerade Dich unglücklich machen müssen, gutes Weib, verzeihe es mir! Wenn mir jemand helfen könnte, wenn ich wieder nach Hause zu dem Kinde dürfte! Ich bin schlecht daran, den ganzen Tag allein, da kann ich so viel spekulieren und gehe ich in die Gemeinschaft, dann muß ich 36 Monate machen, das wären 14 Monate mehr als in Einzelhaft. Und 22 Monate allein in einer Zelle, das ist etwas für einen Familienvater..." Seite 5. VERLANGET UEBERALL VOLKS ZUNDER SOLO A.S.I Ein paar erläuternde Worte zu der von Dr. Roči erwähnten Sträflingsfürsorge, wenn der Kočí Sträfling die Anstalt verläßt. Es existiert ein Verein mit dem bezeichnend schönen Namen Nový Zivot",(„ Neues Leben"), der dem Sträfling durch materielle Unterſtügung und durch Hilfe zur Erlangung einer Stelle in den ersten Tagen nach dem Verlassen der Anstalt beisteht. Dieser Verein, von dem die Oeffentlichkeit leider nicht sehr viel weiß, benötigt natürlich Mittel. Herr Dr. Koči, welcher der Vorsitzende des Vereines ist, hat v. J. eine Ausstellung der Arbeiten der Sträflinge auf der sozial- hygienischen Ausstellung der Stadt Pilsen veranstaltet. Er zeigte mir einen Raum, in welchem er eine Reihe von Ein schwerer Eisenbahnunfall ereignete fich am Sträflingsarbeiten, die individuellen Charakter Freitag nachmittags auf dem Bahnhof BerlinZehlendorf an der Strecke von Berlin nachtragen, vereinigt hat. Es sind außer Bedarfsge Botsdam. Ein von Berlin nach Potsdam fab- genständen wie Korbstühlen u. ä. Sachen, ganz render Güterzug stieß auf einen Güterwagen, der entzückende Gegenstände darunter, so ein Puppen, spieltheater für Kinder mit Puppen, Brotknetegerade entladen wurde und an der Lagerrampe von reien, darunter eine sehr schöne Schatulle, Ge Zur Erklärung der sogenannten Ginzelhaft den Arbeitern zu weit vorgeschoben war. Dabei geriet mälde usw. Hoffentlich findet sein Bemühen, durch diene, daß diese im Sinne des Gesetzes vom der Lokomotivführer des Güterzuges, der auf dem eine Sachlotterie oder durch Schaffung einer eige- 1. April 1872 nach einer Probezeit von drei Mo Trittbrett seiner Maschine stand, zwischen den Güternen Verkaufsstelle in Prag dem Vereine so eine naten eine Strafverkürzung um 1 Drittel bewirkt, wagen und die Lokomotive und wurde durch den Zusammenprall getötet. Auch drei Wagen des Güter- ständige Einnahmsquelle zuzuführen, recht bald doch darf der Häftling nicht länger als drei Jahre Verwirklichung. Auf meinen Einwand, daß die in Einzelhaft sein und muß dann in die Gemeinzuges und ein Bretterschuppen, auf den die führer- Sträflingsarbeit eine Gefährdung des Gewerbes fchaftszelle kommen. Die Einzelhaft wird so verlose Maschine fuhr, wurden stark beschädigt. und der Arbeiter bedeuten könnte, erwiderte der standen, daß der Sträfling entweder die ganze Direktor, daß die Sträflinge nicht arbeiten, um Beit über in einer Zelle ist, auch während des den Handwerkern und Arbeitern das Brot weg- Tages, und hier die ihm auferlegte Arbeit erledi zunehmen, sondern weil Müßiggang aller Laster gen muß und mit den anderen Sträflingen nur Anfang wäre; das Bedenken wegen der Konfur in der Schule, beim Spaziergang und eventuell In anderen Dofumenten, die alle rührend renz könnte durch Einhaltung des Marktpreises zum Gottesdienst zusammenkommt, aber nicht mit menschlich sind, bitten die Gefangenen um Sprachfür Bedarfsartikel gegenstandslos werden, bei ihnen sprechen darf, oder daß er mit andern in bücher Toussaint- Langenscheidt, Berlin, um ſtudieLurusgegenständen, fünstlerischen Arbeiten würde der Werkstatt gemeinsam arbeitet und dann über ren zu fönnen, meist erlaubt ihnen die Direktion ja ohnedies nur ein Liebhaberpreis in Betracht Nacht in die Einzelzelle zurückgebracht wird. Die den Empfang eines solchen Buches. Verzagtheit fommen. Dr. Kočí erklärt, daß man für die Ginzelzellen in Bory( 387) find alle besetzt, da spricht oft auch aus diesen Briefen, viele tragen Sträffinge wenigstens soviel brauche, um ihnen nach Ansicht der modernen Kriminalpsychologie ich mit dem Gedanken, wegen des Ehrverlustes. nach der Entlassung zur Gründung einer neuen die Einsamkeit und die Vermeidung des Unt ins Ausland zu gehen, meist ist es Rußland, wo Existenz die Möglichkeit zu geben, also etwa in ganges mit den anderen eine moralische Beeinfie ein neues Leben beginnen wollen, eine Stelle der Art eines Vorschusses, u. zw. feine Almosen, flussung des Sträffings cher bewirken sollen.( Bei aus einem solchen Briefe sei hier auch wörtlich zitiert: sondern eine n'a mhafte Summe, daß der Frauen ist dies ganz ausgeschlossen, weil sie getSträfling wirklich ein neues Leben beginnen testrant würden; daher existiert keine Einzelbaft für Frauen.) Inwieweit bei Männern die Einzelhaft einen vollen Erfolg für eine Wandlung ver bürgt, wird die Praxis hoffentlich beweisen. Ob das Goethewort:„ Die schlechteste Gesellschaft läßt dich fühlen, daß du ein Mensch mit Menschen bist," nicht gerade hier doch seine Berechtigung hat? Ein gefährliches Großfeuer brach am Freitag vormittags in einer chemischen Fabrik im östlichen Stadtteil von Berlin aus. Das Feuer war in einem größeren Arbeitsraume der Fabrit, in dem leicht brennbare Stoffe lagerten, anscheinend durch Schadhaftigkeit eines mit Gas geheizten Trocken ofens ausgebrochen und hatte sich schnell ausgebreitet. Mit Hilfe von drei Löschzügen wurde der Brand nach einer halbstündigen Tätigkeit der Feuerwehr auf seinen Herd beschränkt. Der durch Versicherung gedeckte Sachschaden, der durch die Zerstörung wert voller Maschinen entstanden ist, beträgt mehr als 20.000 Mark. Drei verirrte Alpinisten gerettet. Am 31. Juli hatten drei junge Touristen sich bei der Besteigung fönnte. der Nordwand des Haindelkar- Turms so weit ver. Von der inneren Einrichtung der Strafan irrt, daß sie sich weder vor noch rückwärts bewegen stalt soll diesmal nicht berichtet werden, da sie sich fonnten. Eine Rettung von Verirrten ist in diesem mit dem bereits beschriebenen im wesentlichen Gebiete im allgemeinen wegen der platten Schluch- deckt, eine Belle sieht genau so aus wie die andere. ten und handbreiten Steige nur sehr selten möglich. Es gibt unter den Häftlingen heitere und auch Die drei Touristen verbrachten auf einem schma- wieder sehr verzagte, ganz apathische Häftlinge, len Gefimje aneinandergepreßt sißend drei Tage welche die Aussichtslosigkeit, je wieder einmal und zwei Nächte in Erwartung einer Rettungs- über eine lachende Sommerflur zu wandeln, in expedition. Schließlich gelang es der Admonter die traurigste, dumpfe Gemütsstimmung versetzt Rettungsmannschaft unter Leitung des Bergführers hat. Für jene Leute ist wohl das Lichtbild, daß den Mathias Gindl, der schon bei mehr als hundert Sträflingen gewährt wird, eine große Frende, die gefährlichen Rettungsaktionen mitgewirkt hat, nach Direktion zeigt vor allem Bilder, in welchem die langwieriger und lebensgefährlicher Rettungsarbeit menschliche Arbeit gewertet wird, Bergwerke, Fadie drei Verirrten aus ihrer verzweifelten Lage zu brifen, damit die Sträflinge sehen, wie hart die befreien. Arbeiter draußen um den Bissen Brot zu fämpfen Hungerstreit im Rigaer Zentralgefängnis. Un haben. Die Zellenbewohner haben genug Bücher ter den politischen Gefangenen im Rigaer Zentral- zur Verfügung, in einer Zelle fah ich bei einem gefängnis ist ein Hungerstreit ausgebrochen, dem Insassen ein ruffisches Lehrbuch, Hefte und Belich bald darauf auch die Striminalverbrecher an- letriftif. Der tschechische Abstinenzverein treibt hier schlossen, so daß zur Zeit etwa 130 Säftlinge die fleißig Propaganda, der Rauchentzug wird jetzt Annahme von Nahrung verweigern. Ferner haben durch die Sträflinge vielleicht leichter ertragen, fich auch 34 im Termingefängnis untergebrachte weil die Antitabafligen bereits vom letzten Kon politische Gefangene dem Hungerstreit angeschlossen. Der Streif richtet sich gegen die neue Gefängnis. ordnung, und wird als eine kommunistische Mache angesehen. Bezeichnend ist, daß ein in Sowjetruß land erscheinendes lettisch- kommunistisches Blatt schen vor einiger Zeit scharfe Angriffe agen jene Gefängnisordnung gerichtet hat. In Regierungs freisen erwartet man einen schnellen Zusammenbruch dieses Hungerstreifs, zumal da die Gefängnis ordnung inzwischen ein Abänderung zugunsten der Gefangenen erfahren hat. Heiteres. " Ins Innere" gegangen. greffe ihre Flugblätter bis in die letzte Zelle der Strafanstalten geschickt haben. Auch über die modern eingerichtete Küche mit Bürstenreint schalen, Bad mit 44 Duschen usw. will ich keine gungsapparaten zur Reinhaltung der Menage überflüssigen Worte des Lobes verschwenden, die hier wirklich angebracht wären. Die Kranfenzahl ist gering, im ganzen waren elf Leute als frant gemeldet und natürlich überwiegend Tuberkulose. Ein typischer Sträflings- Stranfer war auch dort: ein Onanist, der ganz entkräftet durch die vielen autoerotische Befriedigung wahrscheinlich dem Untergange geweiht ist. Dies sind die wunden Punkte der Strafanstalten: Sexualleben und Strafvollzug. " Für den Unterricht der deutschen Sträffinge Weit draußen vor einer einsamen Stelle der hat die Strafanstaltsdirektion Bürgerschuldirektor westafrikanischen Flachfüste hatte der Dampfer den Johann Storch, den früheren Bezirksschul zur Unterſtüßung seines Amtsbruders hergeschickten inspektor von Neudef, gewonnen. Direktor Storch Missionar ausgebootet und durch kräftige Matrosen- findet hier für die ihm angetanen Kränkungen in arme durch die Brandung an Land gerudert. Dort boller Singabe an die schöne Aufgabe, feine ethisaß schon mit gütigen Triefangen und ungewöhnlich schen Grundsätze und völferversöhnenden Ansich fettem Bauch im europäisch afrikanisierten Staats- ten in die Herzen der Ausgestoßenen der menschornat der Oberhäuptling, umgeben von seinen lichen Gesellschaft zu pflanzen, eine teilweise GeHaremsweibern und Würdenträgern. Grinsend be- nugtuung. Aber es ist hier nicht die Stelle, den grüßte er den neuen Theologen. Dann fragte dieser, Fall aufzurollen, obgleich ich der vor Jahren da er die Sprache vorher ein wenig gelernt hatte: Fall Storch" aufzurollen, obgleich ich der vor Wo ist denn, o Häuptling, mein lieber Jahren ein ähnliches Schicksal wie Storch teilte, Amtsbruder?" vielleicht ein schlimmeres, vollauf für die Verbit terung dieses Mannes Verständnis hege. Direktor Storch besorgt auch die Briefzensur und es fann ihn daher nur freuen, daß die zahlreichen Sträf lingsbriefe an ihre Angehörigen wiederholt seinen Unterricht als einzigen Lichtblick in ihrem freud losen Dasein" bezeichnen. Unter der oft geradezu rührenden Sträflingsforrespondenz, die mir in Abschrift zur Verfügung steht, sind einige psycholo Siſch intereſſante Dokumente, von denen hier Da zeigte der Negerberrscher vielfagend auf seinen Bauch und sagte befriedigt:„ Der ist ins Innere gegangen." Leichtgewicht. Nahrungsmittelhändler: Wissen Sie, mein Sohn, der mir früher im Laden half, ist jetzt Boxer geworden. Er hat übrigens schon eine Meisterschaft gewonnen." Kunde:„ Ach, das war ohne Frage die Meifterschaft im Leichtgewicht." Der Schlafwandler. einige wiedergegeben werden: Wie ein Sträfling glücklich wäre, wenn sich die Familie zu ihm bekennen würde, besagt dieser Brief: ,, Liebes Weib, wie waren die Weihnachten bei Euch? Haben die Kinder Freude an ihrem Bäumchen gehabt oder hast Du ihnennichts beschert? Hören Sie mal, Frau Schmidt," so sagte sehr Ich bin am Heiligen Abend am Fußboden gelegen ernst der Herr Pfarrer,„ ich sah zu meinem Er- und habe weinend an Euch gedacht. Du staunen, daß Ihr Mann mitten in der Preglaubst nicht, liebes Weib, wie mir zu Mute war. digt die Kirche verließ. Das ist doch ein Jetzt weiß ich erst, wie das ist, wenn man von Weib und Kind getrennt ist. Ich bitte Dich, berecht eigentümliches Verhalten!" fuche mich einmal und bringe mir mein Annerl " Ach, Herr Pfarrer, er wird alt. Er wandelt mit, vielleicht fannst Du Dich mit den Kindern wohl im Schlaf." photographieren lassen und es mir senden, damit Ein charakterischer Brief eines Sträflings nach A. R. im Karlsbader Bezirke: ,, Jaja, Rudl, 12 Monate ist kein Pappenstiel und ich habe es wirklich genug. Ein Tag wie der andere, eine Woche wie die andere, diese Gleichförmigkeit, wäre ich Jahre hier, ich müßte verrückt werden. Ein Trost für mich und ich darf wohl sagen, für alle Deutschen sind noch die Vorträge, die alle 14 Tage stattfinden, doch im beson deren muß sich jeder glücklich schätzen, dem die Erlaubnis zuteil wird, die deutsche Schule zu besuchen. Es sind die einzigen Stunden, wo man wirklich vergißt, daß man ein Gefangener ist. An diesem Unterrichte nehme ich auch teil, es sind mir die liebsten Stunden..." Nachstehend der Brief eines Sohnes an seine Mutter: ,, Liebste Mutter, hätte ich Deine guten Lehren befolgt, könnte ich heute ein freier Mensch sein und Dich wenigsten an Deinem Krankenlager besuchen und eine Kleinigkeit zur Linderung Deines Leidens beitragen. So bin ich durch meine Schuld daran gehindert und kann nur in Liebe Deiner gedenken und Dir vom Herzen wünschen, daß Du wieder gesund werden mögest. Ich hoffe, Mutter, daß troß meines früheren Leichtsinnes, der den Verlust meiner Freiheit zur Folge hatte, noch eine Zeit kommen wird, wo Du an mir, liebe Mutter, noch Freude erleben wirst. In diesem traurigem Hause der Weltabgeschlossenheit hatte ich Gelegenheit, über meine Vergangenheit nachzudenken und ich bin zur Einsicht gefommen, daß es auf diese Art nicht weitergehen kann. Ich habe teures Lehrgeld zahlen müssen, zwei Jahre Freiheitsverlust. In der ganzen Zeit habe ich mich mit der Frage befaßt: " Wie kann ich meine verlorene Ehre wieder finden?" Ich habe mir fest vorgenommen, dieses Ziel wieder zu erreichen. Ich will beweisen, daß die Leute, die mich für meine Jugendstreiche aus der menschlichen Gesellschaft ausgestoßen haben, an mir hart gehandelt haben. Es genügt, wenn man die Freiheitsstrafe erdulden muß. Nach der Entlassung soll man jedoch wieder in den Besitz seiner Ehre kommen, da der Verlust der Freiheit leichter zu verschmerzen ist als der Verlust der Ehre. Ich will meine ganze Willenskraft aufbies ten, damit ich wieder ein nüßlicher Mensch werde und Dir, liebe Mutter, Freude mache. Im März ist meine Strafe zu Ende und ich werde dieses traurige Haus mit dem festen Willen verlassen, nie mehr seine Schwelle zu überschreiten.." Ein Brief eines Sträflings, der in seinem Unglück das Glück hatte, daß sich die Familie zu ihm bekannte und ihn besucht hatte: ,, Liebes Weib, glaube es mir, wenn ich Dir sage, daß Du mich zum letztenmale in einem solchen Hause besucht hast, für mein Leben will ich nicht mehr dorthin kommen. Es wird nicht mehr lange dauern, nur noch 10 Wochen, und ich fehre zu Euch zurück. Dann werde ich Dir alles Gute vergelten und wir werden beide zusammen arbeiten und sorgen. Lieber will ich mir die Hände blutig arbeiten, als noch ein mal in ein solches Haus fommen. Ich freue mich schon hente auf das Wiedersehen und dann werden wir ein Leben führen, wie es sich für einen anständigen Menschen gehört und gebührt. Ich muß Dir mitzuteilen, wie ich sehr erfreut war, als te Dich und unseren Knaben bei unserem letzten Besuche erblickte. Alle Tage sehne ich mich nach Euch und immer denke ich an Euch, was Ihr jetzt macht und wie es Euch geht. Ich hoffe, daß ich das Ende glücklich erwarte, und unser ganzes Leben lang werde ich mich nie mehr von Euch trennen." ... Du hast recht, lieber Bruder, das alte Jahr war kein gutes und das neue wird es auch nicht sein. Ich trage mich auch mit feinen Illusionen und denke immer noch an eine Auswanderung, z. B. nach Rußland. Was meinst Du? Selbstredend erst allein. Für Deinen lieben Trost, bei Dir wieder eintreten zu dürfen, danke ich Dir von Herzen, rechne aber nicht auf mich, denn ich brächte Dir mit meinem befleckten Namen nichts Gutes und dann ist mir das Geschäft verleidet. Bleibe ich in der Tschechoslowakei, so suche ich mir ein. nenes Arbeitsfeld, womöglich unter anderem Namen, ferne der Heimat..." Und zum Schluß, da es nicht möglich ist, im Rahmen eines Aufsatzes mehr zu zitieren und for che Briefe als Buch ausgabe sicherlich auch viel Leser anziehen würden, der Brief eines Arbeiters an feine Leute im Falfenauer Bezirke: „ Das kommt alles vom Nicht lesen ... mir, der ja so wenig Hoffnung hat, hinauszukommen, kann es ja gleich sein, aber ich dachte Edis Kinder, daß die einmal aufgeklärter sein sollen, als wir es waren. Ich wollte Euch zum Lesen ancifern, denn ich wollte haben, daß Ihr Euch aus der alten Tradition herausreißt, daß der Arbeiter keine Bildung brauche, wo man das Kind brav heißt, wenn es in einem Winkel gesessen ist und sich nicht gerührt hat. Was gäbe ich, wenn ich im Besitz von zwei so schönen Stindern wäre wie Edi oder sie wenigstens erziehen helfen könnte. Richtige Liebe zur Familie und zu den Kindern bekam ich erst seit einm halben Jahre, ja, ich muß sagen, daß ich mit ganz ande ren Gefühlen urteile, seitdem uns hier ein deutscher Lehrer alle 14 Tage einen Vortrag im sozialen Sinne hält. Dieser Lehrer, namens Storch, ist eine Seele von einem Menschen, in dessen Nähe man das Gefühl hat, als stünde man unter einem besonderen Schutz, und mit Sehnsucht warte ich immer auf den Sonntag, wo er uns mit seinem vom Herzen gut gemeinten Vortrage auf Tage lang unsere schweren Stunden erleichtert...". Ob also das neue System Dr. Kočis, die Sträflinge human zu behandeln und zu bilden, Erfolge zeitigt? Eine fleine Episode, über die viel leicht andere hinweggehen würden, will ich aus eigener Erfahrung berichten. Ich trat in das Strankenzimmer der Tuberkulosen, lauter schwertrante Bettlägerige. Ich nahm aus meiner Tasche ein paar Stirschen heraus, um sie unter den Stranken- Mördern und Schwerverbrechern aufzuteilen. Stirschen, ein seltener Genuß in einem Zuchthause! Als die Stranten merkten, daß ich die Stirfchen verteilen wollte, riefen sie mir einstimmig abwehrend:„ Nicht uns geben Sie es, aber dem alten Mann dort, der braucht's am dringendsten!" Ich trat an das Bett des Alten, er dankte mir, indem er mir mit seinen wachsgelben Fingern die Hand drückte: Sirschen, ach Seirschen, ich hab mir so einmal Kirschen gewünscht, der Herr Pfarrer hat sie mir versprochen, aber..." Man erspare mir, meine Gefühle zu schildern, die ich empfand, als der totfranke Verbrecher auf den für sie so seltenen Genuß von ein paar Seirschen zugunsten des ältesten, schwerkranken Verbrechers verzichten fah, als mir, aus jener sogenannten ſittlichen Welt kommend, wo jeder für sich den besten Blaß zu erhaschen sucht und sich dabei mvralisch dünft, im Zuchthause von Schwerverbrechern durch einen unscheinbaren und doch so vicifagenden Vorfall neuerlich ein Beweis erbracht wurde für die Wahrheit des glaubenerfüllten Wortes: " Der Mensch ist gut." Seite 6. Boltswirtschaft. Lohnbewegung der Bauarbeiter in Prag. Der kommunistische J. A. V. macht wieder einmal eine Lohnbewegung. Diesmal hat der J. A. V. bie Bauarbeiter Prags auserkoren. Durch die betannte tommunistische Lohnpolitik soll noch eine Arbeitergruppe de Niederlage zugeführt werden. Am 27. v. M. rief ver J. A. V. die Bauarbeiter nach mittags 4 Uhr zu einer Versammlung nach Smichow auf. Der Aufforderung folgte nur ein Bruchteil der Arbeiter. Insbesonders fehlten viele der gelernten Arbeiter, die bei Lohnbewegungen im Baugewerbe immer die Ausschlaggebenden sind. nicht von Kommunisten, sondern vom Deutschen Bauarbeiterverband gemeinsam mit dem Zentral verband der Bauarbeiter und Bau- und Keram arbeiterverband errungen worden. Die Prager Lohnverhältnisse sind eine Gefahr für diese Bezirke. Prag sollte in den Bauarbeiterlöhnen führend sein. Bis her ist es dies nicht. Dies ist die schwere Schuld der Kommunisten. Daß die Prager Bauarbeiter das Recht auf eine erhebliche Lohnerhöhung haben, ist durch den Vergleich erbracht. Diese Erhöheng wird Wirkli.hkeit werden, trotz des Widerstandes der Baumeister, Widerstandes der Baumeister, wenn sich die Prager Bauarbeiter von ven kommunistischen Phraseuren trennen und zu positiver Gewerkschaftsarbeit zurüdkehren. Kunst und Wissen. Turnen und Sport. Sportbericht der Fußballabteilung des Arb.- Turn- und Sportvereines Vorwärts" in Rumburg vom 23. 7., 24. 7., 30. 7. und 31. 7. 1927. 23. Juli in Rumburg gegen Neugersdorf 5: 1 für Rumburg. 24. Juli in Reichenberg, Rumburg gegen Johannestal I, 3: 2 für Rumburg. 24. Juli in Reichenberg. Rumburg I gegen Graphische Elf, 4: 1 für Rumburg. 24. Juli in Reichenberg, Rumburg II gegen tomb. Johannestal 2: 6. 24. Juli in Reichenberg, Rumburg II gegen Reichenberg II 2: 4. 30. Juli in Rumburg I gegen Krayan I, 2: 1 für Rumburg. 31. Juli in Rumburg Jugend gegen Jugend Baußen i. S. 0: 0. 31. Juli in Sebnitz II gegen II, In der Versammlung wurde wohl fleißig und fräftig auf die reformistischen Sozialverräter ge schimpft, und als besonders positives Ergebnis be Kleine Bühne heute und morgen letztes Aufrichtete das„ Rudé Právo", daß einer derselben von treten Resi Langer- Herbert Königsmark. Rest den empörten Arbeitern hinausgetragen" wurde, Das Referat des Referenten Janda Hang auch anger beschließt ihr Gastspiel in der Kleinen Bühne durchaus nicht revolutionär. morgen. Heute bringt sie außer dem einattigen Sing- 31. Juli in Rumburg I gegen Groß Dubrau Am 4. d. M. war wieder eine Versammlung. spiel,& elig und Galathea" zum letztenmale i. S. I, 4: 0 für Rumburg. 2: 3 für Diesmal war Janda noch weniger revolutionär ,,, Die fromme Helene". Weiter gelangt hente außer es wird seine Mitteilung, daß vom J. A.V. die Strandrevue Glüdliche Reise" zur Auf- Sebnitz( abgebrochen). das Ministerium für soziale Fürsorge gebeten und führung. Herbert Königsmart wird hiezu wieersucht wurde, intervenierend in den Lohnkonflikt einzugreifen, als revolutionäre Tat gewertet. Der der seinen Epilog Liebling, tomm nach J. A. V. wird aber mit solchen Taten die gerufenen Hirschberg mit mir...!" bringen. Anfang Geister nicht los. Die Bauarbeiter Prags wollen 8 Uhr. nun sehen, was der J. A. V. kann, denn es ist den Arbeitern ja tausendmal gesagt worden, daß sie nur revolutionär zu sein, nur Mitglieder des J. A. V. zu werden brauchen und alle Notwendigkeiten und Wünsche würden in Erfüllung gehen. Ein Teil der Prager Bauarbeiter hat sich durch diese Phrasen betören lassen. Aber trotz der Betörung wollen die Irregeführten nun Taten sehen. Dem Referenten Morgen Abschiedsabend Refi Langer Herbert Königsmart. Morgen findet in der Kleinen Bühne das letzte Ensemblegastspiel von Rest Langer statt, die diesmal Grotesken von Christian Morgenstern bringen wird. Weiter gelangt an dem Abschiedsabend das einaktige Singspiel ,, Wenn die Soldaten kommen" und die einaktige Strandrevue ,, GIüdliche Reise" zur Aufführung. Der Wran- llrania- Kino". Liane Haid, Schünzel, Werner Kraus, Konrad Veidt in dem deutschen Meister- Großfilm:" Lady. Hamilton". Das berühmte historische Liebespaar, Lord Nelson und die aus kleinsten Verhälmissen, nach hunderterlei Abenteuern, emporgestiegene Lady Hamilton. Wran Urania Kino. Heute 3, halb 6 und 8 Uhr. Smetschkagasse. Telephon 20429, Literatur. Sonntag, 7. August 1927. Der Film. Der Prinz von Wales als Filmftar. Anläßlid des Waffenstillstandtages wird in diesem Jahre von Pathé ein Film herausgebracht werden, in dem auch der Prinz von Wales( der englische Thronfolger) in einer Rolle mitwirkt. Die Aufnahmen hiefür fanden bereits vor wenigen Wochen in den Pathé Ateliers in London statt. Se. Hoheit sollte aber auch bei dem Geschäft bleiben: ,, Vom Leben getötet" wird verfilmt. Das Buch Vom Leben getötet", Bekenntnisse einer Fünfzehnjährigen, wird verfilmt werden. Mit den Aufnah men zu dem Film ist bereits begonnen worden. Hoffentlich werden die Aufnahmen mehr sozialkritisch als kriminalistisch- sensationell aufgezogen. Vergrößerung des Berliner Film- Seminars, Das Berliner Film- Seminar, dessen Hauptaufgabe darin besteht, Lehrkräfte im Unterricht und in der Vorführung von Filmen vornehmltch für Schulen und andere Unterrichtszwede heranzubilden, soll eine erhebliche Vergrößerung erfahren. In dem großen Neubau in der Levezzowstraße, in dem das Kleist. Lyzeum, eine Frauenschule und ein Kindergarten untergebracht werden, soll der rechte Flügel des Baues von der Stadt für das Seminar reserviert bleiben. Laboratorien, Hörsäle, Bibliotheks- und Arbeitsräume werden die Möglichkeit bieten, die Unterrichtsziele des Seminars auf eine größere Vasis zu stellen. Janda schien es in dar Versammlung deshalb auch Abend bringt auch das letzte Auftreten von Herbert Eine sozialistische Literaturgefchichte./Städten bis über 25 Prozent beträgt, wovon 10 Pro. höchst ungemütlich zu werden. der Montag, den 8. d. M. soll nun eine neuerliche Sirschberger Strand" vom Publikum verab Versammlung sein, und zwar um 10 Uhr vormit- schieden wird. tags. Der festgesetzte Beginn der Versammlung kann Ab Dienstag Ensemblegastspiel Armin Springer als Streikbeginn angeſchen werden. Die Verſamm in der Kleinen Bühne. Dienstag zicht in die Kleine lung ist nur von den Kommunisten einberufen worBühne ein neues Ensemble ein. An seiner Spizze den. Die foalierten Verbände haben mit der Einberufung nichts zu tun. Die Mitglieder dieser Ver- steht Armin Springer von der Wiener Komiter Bühne ,, Max und Morit". Armin Springer bringt bände haben die Weisungen ihrer Vorstände und ein Wiener Ensemble mit, mit dem er die Schlager Vertrauensmänner abzuwarten. Ob den Baumei seines Repertoires spielen wird. Für den Einfüh stern die Taktik der Kommunisten besonders imporungsabend am Dienstag find die Ginakter" Der 3apfenstreich"," Der König" und Billys Erbschaft" angesetzt. Das Programm ist für Jugendliche nicht geeignet. Anfang 8 Uhr. Kartenvorverkauf für den ersten Abend ab Montag in der Deutschen Auskunftsstelle im Deutschen Haus, Příkopy 26( 9-1, 3-6 Uhr), beim Bühnenportier des Neuen Deutschen Theaters und bei M. Truhlař, Vaclavske nam. 58, und Palais Koruna. nieren wird, muß abgewartet werden. Wenn die Kommunisten die Prager Bauarbeiter in den Streif treiben, müssen dieselben mit heftigstemt und ausdauerndem Widerstand rechnen. Herausgeber: Dr. Ludwig Czech. Der Film in Nordafrika. Das Lichtspielwesen in Nordafrika stedt heute im wesentlichen noch in den Anfängen seiner Entwicklung. Die meisten Filmtheater gibt es in Algier( 110), Tunis( 25) und Marokko( 25). Die Eintrittspreise sind ziemlich hoch: sie betragen in den einfachsten Kinas 1 bis 2½ Fr., in den größeren Theatern fogar 4 58 6 Fr. Die ganze nordafrikanische Filmindustrie wird gehemmt durch die hohe Lustbarkeitssteuer, die in den zent auf den Staat, 10 Prozent auf die Stadt und In Kürze erscheint im Verlage J. S. Dieb 5 Prozent auf die Armenkassen entfallen. IrgendNachfolger G. m. b. H. die erste Literaturgeschichte, eine nennenswerte einheimische Produktion besteht die den Versuch unternimmt, die gesamte deutsche nicht. Der größte Teil der Filme iſt französischen Dichtung im Zusammenhang mit ihren Ursprungs; dann folgen Amerika und Deutschland, ökonomischen, gesellschaftlichen und Italien und Schweden. politischen Bedingungen dazustellen. Das Wert, das sich bescheiden eine„ Stizze" nennt, aber weitaus mehr ist, stammt aus der Feder von Dr. Verantwortlicher Redakteur: Dr. Emil Strauß. Alfred Kleinberg( Karlsbad). Auf vierein. Drudi: Deutsche Zeitungs- Aktien- Gesellschaft in Prag. halbhundert Seiten führt die Darstellung vom Chor- Für den Druck verantwortlich: Otto Solik. Brag. gesang der alten Germanen bis zum Expressionis- Die Zeitungsmarkenfrankatur wurde von der Post- u. Telegraphen mus der jüngsten Vergangenheit und weist in flarer direktion mit Erlaß Nr. 127.451/ VII/ 27 am 14. Mai 1927 bewilligt. historischer Gliederung nach, wie sich aus der öfonomisch gesellschaftlichen Struktur der einzelnen Epochen die ihr gemäße Form dichterischen Schaffens ent wickelt. Besonders die Kapitel, die den Widerschein revolutionären Geschehens in der Literatur auf zeigen, sind Kabinettstücke moderner/ Ge schichts betrachtung, wie wir sie bisher auf Auftreten Herbert Königsmark. Es war von Resi Langer entschieden eine glückliche Idee, in den dem Gebiete der Dichtung nur in vereinzelten MonoRahmen ihrer Gastspiele auch den jugendlichen graphien kannten. Ueberall werden die sozialen VorRomiker unserer Bühne, Herrn Königsmark, einzu- aussetzungen der Epoche mit Recht der eigentlich reihen. In der vorgestern stattgefundenen Auf- literarisch historischen Betrachtung vorangestellt. Da führung unterhielt der junge Künstler das Publikum bei wird nirgends etwa die lebendige Dichtung in In den Bezirken Aussig, Bensen, Bilin, durch seine Stegreiftomik ganz ausgezeichnet. Königs das Protruftesbett einer Syſtematik gespannt, ſonBöhm. Kamnit, Böhm Leipa, Dux, mark bewies auch durch ein paar Kompositionen, daß dern auch Wegweiser wie Außenseiter der schöpferiGablon; a. N. Saida, Sainspach, Starer viel Talent zur Parodie besitzt. Er hat in seiner schen Kunst kommen durchaus zu ihrem Recht. biz, Krabau, Reichenberg, Schluckenau, ganzen Art etwas von der Originalität des verTannwald, Teplit, Tetschen, Warns storbenen Heinrich Eisenbach. Wenn er dieses Genre dorf, 3widan K 5.34. Also um 59 Heller mehr. weiter pflegen würde, könnte er sich unter richtiger In den Bezirken Asch Brüy, Eger, El- Leitung im Rahmen von Kleinkunstaufführungen, bogen, Falkenan, Grasliz, Karlsbad, Sabaretten sehr bald sowohl als Autor wie als DarKomotau, Neudet, surgebiet Marien- steller einen Namen machen. Er müßte sich allerdings bad, Stadt Saa; und im Bezirk Weipert davor hüten, der Gefahr des Komikers mit der aus K 5.15. Dieser Stundenlohn wird demnächst eine gesprochen jüdischen Note zu unterliegen, wie es eben Erhöhung erfahren. Jetzige Differenz 40 Heller. In bei Eisenbach, bei Viktor Fronz u. a. der Fall ist, der zweiten und dritten Lohnklasse des Reichenberger seine Bühnentätigkeit kann ihm entschieden sehr Vertrages werden K 5.04, respektive K 4.81 an nüßlich sein, dieser Einseitigkeit nicht anheimzufallen. Stundenlohn gezahlt. In der zweiten Lohnklasse des Jedenfalls scheint der Kabarett- Conferencier KönigsKarlsbader Vertrages K 4.80. Diese Löhne sind mark durchaus zu liegen. J. R. Die Baumeister bauen auf die durch die Kommunisten herbeigeführte Zersplitterung unter der Arbeiterschaft. Wenn irgendwo geschlossenes Vorgehen und Einigkeit notwendig ist, so bei den Bauarbeitern in Prag. Nicht gleich in einem zweiten Orte können sich die Baumeister so herausfordernd gegenüber den Arbeitern benchmen, wie in Prag. Nicht gleich anderswo werden so niedrige Löhne gezahlt wie hier. Der Stundenlohn eines Maurers in Prag beträgt K 4.75. Fünfmal am Abend... Von A. C. Nor. .. Aut. Uebersetzung aus dem Tschechischen von J. Reismann. Die Abende dufteten nach Sommer. Das Betreide war im Reifen. Da tamen Soldaten ins Dorf. Sie fragten nicht viel, sondern kamen einfach. Es waren Soldaten der tschechoslowakischen Armee. Sie famen nicht, um zu stehlen. Sie famen, um eine fünftägige feldmäßige Uebung abzuhalten. Fünfmal am Abend hatten dann die Soldatci eine sogenannte Nachtübung. Es war in einem kleinen Bergdörflein, das wenig von der Welt wußte. Rote Schreie während der Dunkelheit des Abends, zuvor vor der Ankunft der Soldaten lockende und perlenartig lächelnde- am er-Das Werk wird Anfang September fertig vorliegen. Die geschichtliche Darstellung wird von 28 Bildtafeln auf Kunstdruckpapier begleitet. Die Bilder sind dem Kunstschaffen des Zeitabschnitts entnommen, den sie jeweils illustrieren, und sollen die sozial- und kulturgeschichtlichen Ausführungen durch die Anschauung unterstüßen. Auch dieser neuartige Versuch einer Verbindung von Bild und Wort in einem volkstümlich wissenschaftlichen Werk erscheint uns besonderer Beachtung wert. BÖHMISCHE UNION- BANK PRAG. Telephon- Nr. 220-5-1, 237-4-1, 299-4-1, 305-2-4. Depeschen: UNIONBANK PRAG. www wwwwwww Aktienkapital Kč 200,000.000. Reservefonds Kč 136,750.000. Filialen: Asch, Bratislava, Braunau, Brünn, Freiwaldau, Friedek i. Schl., Gablonz a. N., Graslitz, Hohenelbe, Jägerndorf, Karlsbad, Königinhof a. E., Marienbad, Mähr.- Ostrau, M.- Schönberg, Neutitschein, Olmütz, Proßnitz, Reichenberg. Rumburg, Saaz, Teplitz- Schönau, Trautenau, Troppau. 4488 Verlangen Sie in leder Verkaufsstelle des Konsumvereines SELCHWAREN der Firma HEGNER& Cle.. PILSEN Selchwaren der Fa. HEGNER& Cle., PILSEN. SIND DIE ALLERBESTEN! Friz Red- Malleczewen: Sif, das Weib, das den Mord beging.( Drei Masken- Ver. lag, München.) Endlich ein Roman! Unliterarisch, rissen. Am anderen Ende des Dorfes braute nur stilistisch, nicht aber in der Durcharbeitung des ein greites. Die Soldaten ließen ihre Rafeten Stoffes etwas angetränkelt von der Literaturpest der steigen. Sie hatten eine Schießübung. Am Hohl- Beit. Man fühlt schon nach den ersten Seiten, daß ivege ratterte ein Maschinengewehr. An einer hier ein Erzähler am Werke ist, der noch Gestalten anderen Stelle stöhnte ein zweites. Roh pfeffer erschaffen, mit wenigen Worten Menschen lebendig ten die Gewehre dazwischen. Es waren starte machen, Schicksale zum Erlebnis bringen kann. Ohne Schüsse und ganz in der Nähe.( Ein Maschinen- daß er sich der Mittel peinlich handwerksmäßiger gewehr stand sogar im Dorfe beim Brücklein Milieuschilderung bediente, zeichnet er mit kräftigen des letzten Gebäudes es konnte sogar irgend Strichen das chaotische Bild einer zerrissenen Zeit. einen verspäteten Wanderer oder Neugierigen Selten wurde das Elend der Großstadt nicht verwunden.) Starke Schüsse aus der Nähe. Die einfach das elende Leben der Proletarierviertel, sonMädchen bebten vor Entzücken. Die Burschen dern die furchtbare Gequältheit der unter Millionen fnirschten dagegen mit den Zähnen: Trotteln verlassenen und ins Chaos versinkenden Kreatur-damit meinten sie die Soldaten( man verzeihe es so wie hier zu einem dichterischen Bekenntihnen, aber sie nahmen ihnen ihre unschuldigen nis. Das amerikanisierte Berlin erscheint in seiner Mädel weg und bitte sehr, nach zehn Ühr grotesten Verquidung mit altpreußischem Kommiß, während der Nacht.) die vom Geiste des Korpsstudententums erfüllte Staatsmaschinerie Preußzens wird in ihrer Bastard. gemeinschaft mit der Welt der Schieber und Inflationshyänen lebendig, die südamerikanische Metropole Buenos Aires tritt uns wie eine apokalyptische Phantasie, eine Hölle für sich, entgegen. Zwischen alles triumphierenden Mächten einer entseelten Welt wird das Ein Gewerkschaften, Schulen zelwesen, der reine, gefühlsstarke Mensch, hier eine usw. werden zwedent. ergreifend charakterisierte Frauengestalt, hilflos zersprechend zusammenge mahlen.- Gewisse Stileigenheiten häufen sich manchmal in lästiger Fülle, etwa die Umschreibung ftellt, sowie ergänzt, aller aussagenden Sätze mit es geschieht, daß" die schleppende Wiederholung des ciniettenden ,, da", die Anwendung des Partizips der Vergangenheit statt der Mitvergangenheit. Aber ungeachtet dieser Eigenheiten ist auch die Sprache reich, plastisch und wirklich dichterisch. Auf die literarische Magerkost unserer Zeit genossen, ist dieser Roman berauschend wie schwerer Wein. fr. Die ganze Gemeinde zitterte, und so mancher Erwachsener und auch Unerwachsener bei derlei Geschlechtes war während der Nacht wach, hinter dem Dorfe, um zuzuhorchen, zuzusehen. ſten Abend, als die Soldaten kamen, wurden ſie Militärmanöver statt. Das war noch nicht dageheiser und rauh. Mit Scham verschlossen die Mädchen am ersten Tage ihre Türen. Die Burschen verbargen ihre geballten Fäuste in den Tafdjen. Denn es fanden hier ja so eine Art Ileiner wesen. Es gab hier ein kolossales Erstaunen. Nur ein wenig später, als die Soldaten bereits fort waren, begann irgend so ein brummiger Landwirt auf die zu wettern und zu fluchen, die ihm das Getreide vor der Ernte zusammengestampft hatten. Hans und Franz sahen dann am zweiten Abende bereits die Mariechen und Hannchen mit den Soldaten herumsteigen. Um zehn Uhr wurde Auch begann irgend so ein Zungendrescher um die Soldaten geblasen. Nach zehn Uhr wollte herumzuquatschen, daß in einiger Zeit( man Mädchen schon draußen weilen. Die Bur- sprach selbstverständlich von neun Monaten), daß fchen, rauhe Dorfrüpel, ungehobelte Sterle, ball- so mancher dann es bedauern wird und daß ten in den Taschen die Fäuste. es die Mädels sein werden und daß es ihrer genug sein dürften man solle nur abwarten. man werde schon sehen. Am dritten Abende wurde die Finsternis des späten Abendes durch ein Lichtbündel zerden naturgewaltig, bämonisch über seg. Bibliotheten für Organisationen, Vereine, Gemeinden, von der Bolfsbuchhandlung Schöne, weiche Hände erzielen Sie nur durch Benützung von „, PANAX" Toilette- Vaseline. Wirkt speziell Jach dem Wasser. Feinst part glöckchen. 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