Ginzelpreis 70 Seller. Redaktion und Verwaltung: Prag, II., Nelajanta 18. Telephone: Legesredaktion: 26795, 31469. nachtredattion: 26797. Postichedamt: 57544. Jaferate werden laut Tarif billigt berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 7. Jahrgang. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit. Samstag, 3. September 1927. Bezugs Bedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post: monatlich... Kč 16.vierteljährlich halbjährig ganzjährig.. 48.O 96.192.Rüdftellung von Manuftripten erfolgt nur bei Einfendung der Retourmarten. Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh Nr. 206. Gute Ernte- hohe Preise beiterfamilie, wie er vom ſtaatlichen Statiſtichoslowakei führen. Alle ſtatiſtiſchen Aufſtellun Der chriftliche Sozialismus Alle Nachrichten über die neue Ernte fouten günstig. Selbst der Präsident der Preßburger Handelskammer, Stodola, ein Parteigänger des Bürgerblocks, hat dies vorgestern in einer Rede zugeben müssen. Tatsächlich dürfte die neue Ernte in allen Ländern besser ausfallen als voriges Jahr, sowohl was die Menge als auch die Güte des geernteten Getreides betrifft. Insbesondere sind die Erträge gerade der wichtigsten, für die Volfsernährung in Betracht kommenden Getreideart ,, des Weizens, sowohl in dem größten Weizenausfuhrland der Welt, in Kanada, als auch in jenen Ländern, die besonders für die Weizeneinfuhr in die Tschechoslowakei in Betracht kommen, nämlich Ungavn, Rumänien und Südslawien, größer als im Vorjahr. Man sollte also glauben, daß wir angesichts der günstigen Ernte einer Zeit sinkender Getreide- und Brotpreise entgegengehen, daß die Bevölkerung billigeres Brot haben wird und sich so leichter wird ernähren können. Selbst bürgerliche Blätter, Jahre ist der Inder der Ausgaben einer Ar-| Eristenzkampf, den die Arbeiter in der Tscheschen Amt berechnet wird, um nicht weniger als gen, mögen sie vom Staat oder von bürger103 Punkte gestiegen, während die Löhne lichen Organisationen herausgegeben werden, sagen das Aushängeschild der christlichen BrotDer christliche Abgeordnete Greif ist sozugleichgeblieben sind. Gerade angesichts des lehren, daß in den letzten Jahren die Leistun verteurer, das dazu dienen soll, Arbeiter anzuStampfes der Bauarbeiter wird es interessieren, gen der Arbeiter gestiegen, die Löhne gleich- locken. Greif muß dem„ Arbeiterpoliti daß der amerikanische Maurer für einen Tages geblieben und die Preise in die Höhe gegangen ker" mimen, denn die romfrommen Herrschaften lohn von sieben Dollar 200 Kilogramm Korn find. Solche Verhältnisse kann die Arbeiter- brauchen die Stimmen der Arbeiter und da www erhält, während der tschechoslowakische für einen schaft nicht ertragen. Niemand kann ihr zu- Sunger, Arbeitslosigkeit, WohTageslohn von 40 Kronen nur 18 Kilogramm muten, mehr zu arbeiten, den gleichen Wohnungsnot und andere Dinge immerhin stärKorn bekommt, so daß also sein Lohn in Korn zu bekommen und sich weniger Lebensmittel da kere Argumente find, als wirkliches oder geheu berechnet, nur ein Elftel des Lohnes des ame- für faufen zu können. Gerade zur rechten Zeit bann und wann auch etwas von Arbeiter- und cheltes Christentum, muß der Herr Greif eben rikanischen Arbeiters beträgt. fommt den breiten Massen der arbeitenden Be- Sozialpolitik erzählen. Die selbst an den Verhältnissen anderer völkerung die Erfahrung, daß selbst bei gün- In der Festnummer der Volkspoſt" anläßLänder gemessenen unerhört hohen Getreide- stiger Ernte die Preise der Lebensmittel stei- lich des Statholikentages in Teplitz erzählt er nun preise in der Tschechoslowakei haben ihren gen. Die Bevölkerung hat im Monate Oktober in einem längeren Artikel„ Von der politi. Grund in den im Vorjahr zur Einführung ge- anläßlich der Gemeindewahlen die Möglichkeit, fchen zur sozialen Gleichberech langten landwirtschaftlichen Zöllen. Die ihr Urteil abzugeben über diese verderbliche, tigung". Bateien des Bürger blocks, welche der Er- die Lebenshaltung der Menschen bedrohende und gleitet recht seicht über dieses wichtige ProHerr Greif macht sich die Sache sehr leicht höhung der Zölle ihre Zustimmung gegeben Wirtschaftspolitik, sowie über die Parteien, die blem hinweg, dafür aber empfiehlt er zum Schluß haben, tragen die volle Verantwor- die Schuld tragen dafür, daß die Tschechoslo. tung für die hohen Preise der Le- wakei das Land des teuersten Mehles und bensmittel und damit für den schweren Brotes ist. deten kapitaliſtiſche Berläßlichkeit außer Frane Belgien lehnt die Franttireur- Enquete ab. Differenzen Vanderveldes mit den Ministerkollegen. Die Zage des Kabinetts gezählt? steht, fordern die Herabseßung der Lebensmittelpreise. So schrieben vor einigen Tagen die„ Narodni Liſty":" Es ist im Interesse der Gesamtheit, daß der Preisindex augenblicklich um einige Punkte heruntergeht, und das vor Außenminister Vandervelde fehrte heute Brüssel, 2. September.( Eigenbericht.) allem in den Nahrungsmitteln. Was die eigens aus Genf zurück, um an einem Minister Bauern am Meterzentner vielleicht weniger rat teilzunehmen, der sich mit der Frage der mit ebhalten, werden sie mit Rücksicht auf die gute Deutschland vereinbarten Enquete über Ernie voll dadurch ersetzt bekommen, daß sie den ranttireurtrieg in Belgien zu Antmehr verkaufen können." fang des Kriegs befassen sollte. Vandervelde fonferierte vor dem Ministerrat mit dem Ministerpräsidenten, konnte aber mit seinem Vorschlag Die Preisentwicklung auf dem Getreidemarkt scheint aber augenblicklich gar nicht dazu auf Veranstaltung dieser Enquete nicht durchangetan zu sein, eine Senkung der Getreide- bringen. Der Ministerrat lehnte die Enpreise erwarten zu lassen. In den Vereinigten quete, auf deren Veranstaltung Deutschland beStaaten und in Kanada, in den Ländern, die reits eingegangen ist, ab. Ueber die Gründe für die Festsetzung des Weltmarktpreises für dieser Ablehnung wird ein offizielles Kommuni Getreide entscheidend sind, wird die Organisa- que herausgegeben, in dem es ut. a. heißt: tion der Farmer und der Getreidehändler immer fester, es bestehen große Ringe( Corners), welche bestrebt sind, durch Zurückhaltung der Vorräte die Preise auf den Weltbörsen in die Höhe zu treiben. In der Tschechoslowakei aber sind die Preise noch weit höher als in den Vereinigten Staaten, trotzdem dort die Löhne bedeutend höher sird als bei uns. In Amerika bekommt der Farmer für 100 Kilogramm Korn rund 3.5 Dollar, das sind 115 Kronen, Ungarn 165 Stronen, in Deutschland 190 K, in der Tschechoslowakei 210 Kronen. Die Tschechoslowakei ist also das Land mit dem höchsten Getreidepreis. In den letzten Jahrer sind die Preise ununterbrochen gestiegen und sind, wie aus der nachstehenden Aufstellung hervorgeht, höher als nach der schlechteren Ernte des vorigen Jahres. Es fosteten nämlich Ende August 1926 Ende August 1927 in 100 Kg. Korn 100 Kg. Mehl Kč Kč 168 213 270 320 Auf Grund der Erklärung des belgischen Außenministers vom 13. Juli 1926, in der erklärt wurde, daß Belgien eine internationale Untersuchung über den angeblichen Frankti reurkrieg, selbst wenn sie verspätet erfolgen würde, zulassen werde, hat die Regierung des Deutschen Reiches ihren Gesandten in Brüssel am 22. Auguſt beauftragt, der belgischen Regierung mitzuteilen, daß Deutschland den Vorschlag einer Enquete annehme und darüber hinaus der belgischen Regierung die Ausdeh nung dieser Enquete auf alle Fragen des Kricges vorschlage. Der belgische Minister des AusDie Bötterbundstagung. Erörterung der Internationalen Pressekonferenz. wärtigen hat den Eingang dieser Mitteilung dem deutschen Gesandten bestätigt und mitgeteilt, daß er den deutschen Vorschlag dem näch sten belgischen Ministerrat vorlegen werde. Der belgische Ministerrat ist in seiner hentigen Sitzung übereinstimmend der Ansicht ge wesen, daß diese deutschen Vorschläge nicht angenommen werden könnten, obwohl sie aus einem Willen zur Besänftigung der internationalen Atmosphäre herrühren. Es erschien unzweifelhaft, daß unter den gegebenen Umständen eine Enquete die Leiden schaften übermäßig aufwühlen und Folgen haben würde, die dem gemeinsamen Wunsch der beiden Regierungen auf Pazifizie rung und Verbesserung der Beziehungen zwi schen den beiden Ländern zuwiderlaufen wür den. Der Minister des Auswärtigen wird die Gründe für sein Verhalten beim Völkerbund m Genf in Besprechung mit den Vertretern der Signatarmächte des Locarno- Vertrages befanntgeben. Vandervelde ist nach dem Ministerrat sofort wieder nach Genf abgereist. Eine Demission Vanderveldes ist wenig wahrscheinlich, anderer seits ist es aber eine ausgemachte Sache, daß has Leben des gegenwärtigen belgischen Stabinettes nur noch eine Frage der Zeit ist. die Weltpresse sei mit der Ergänzung der Arbeit der Staatsmänner betraut ständigung. und ist ja der ganze Zweck seiner Stilübung den Arbeitern bei den Gemeindewahlen christlichsozial zu wählen. Immerhin fommt der Herr Greif sehr im Gegensatz zu seinen mächtigeren Parteifreunden darauf, daß es elassengegensäße, daher auch Klassen, daß es Proletarier gibt Wo es aber Selassen, mit einander entgegen gesetzten Interessen, gibt, dort gibt es auch Se l'assentämpfe. Auch das gibt der Herr Greif zu, womit er abermals in Widerspruch mit den Anschauungen seiner Parteivorgesetzten gerät, die be= fanntlich den Klassenkampf als eine böse, das Bolf entzweiende und die christliche Sittlichkeit untergrabende Erfindung der Marristen" bezeich nen. Ja. der Herr Greif ist sogar entschlossen, den Klaffenkampf zu führen. Wie er das zu tun gedenkt, entspricht freilich durchaus den Grundsäßen des christlichen Sozialismus", d. h. den Anschauungen der Bourgeoisie. Hören wir doch, wie sich der Herr Greif in seinem christlichen Sozialismus die Neugestaltung der Dinge vorstellt: forderte eine große und energische Weiterverfol gung der Entschließungen durch den Völkerbund und stellte in bezug auf die Präambel der vorlie genden Resultate fest, daß sie eine feierliche Erflärung der Grundrechte der Presse" darstelle. Im Genf, 2. September. Im Mittelpunkt der weiteren Verlauf seiner Ausführungen führte heutigen öffentlichen Ratsigung stand die Erör- Stresemann n. a. noch aus, terung der internationalen Presse= fonferenz. Berichterstatter war infolge der Troßdem wir es also heuer nach den An- Abwesenheit Vanderveldes der belgische Senator und in ihrer Hand liege es, ob die Welt befriedet oder gaben selbst aus landwirtschaftlichen Kreisen de Brondere, der selbst Journalist ist. Der die Deffentlichkeit aufgereizt werde. Sie verfolge mit einer beſſeren Ernte zu tun haben, kostet Präsident der Pressekonferenz, Lord Burnham, das gleiche Ziel wie der Völkerbund: die Beres das Korn um 45 Kronen, das Mehl um 50 war, wie üblich, an den Ratstisch gebeten worden. Als nächster Redner sprach der englische Stronen mehr als im vorigen Jahr. Dabei be- De Broudere hob die Bedeutung der ſtehen alle Aussichten, daß auch die Startoffeln Problemte hervor, die verhandelt wurden, beglückim Preise nicht heruntergehen, denn das Fi- wünschte den Völkerbund zu seiner Initiative und nanzministerium hat für das heurige Jahr den Spiritusfabriken ein erhöhtes Stontingent be- sprach sich für die Wiederholung der Veranstalwilligt, wodurch der Berbrauch der Kartoffeln tung aus. Lord Burnham verband mit seinem in den Spiritusbrennereien um etwa 2500 Dank für die ihm zuteil gewordene Ehre die Feſt Waggons steigen wird. stellung, daß die Pressekonferenz eine erste offiwicht gelegt wird. Es ist selbstverständlich, daß angesichts der zielle Anerkennung der Presse darhohen Preise der Lebensmittel die Arbeiter- stelle, die damit zum ersten Male nicht über die schaft mit aller Straft bestrebt ist, ihre Lebenz- Hintertreppen, sondern über die Freitreppe in die haltung zu erhalten und die gestiegenen Preise Weltpolitik eintrat". Außenminister Chamberlain, der im besonderen die Bedeutung der Resolution über die sogenannte moralische A brüstung" hervorhob, in der die Verantwortlichkeit der Presse an der Verbreitung der Nachrichten betont und besonders auf die Vermeidung den Frieden gefährdender falscher Informationen GeNachdem sodann noch der französische Delegierte Paul Boncour und der japanische Dele gierte Baron Ishii den Bericht der Pressekonferenz günstig beurteilt hatten, wurde der Bericht vom Rate zur Kenntnis genommen. Nervenzerrüttung des Richters Thaher. durch eine Erhöhung der Löhne wettzumachen. Als erster Debatte- Redner gab ReichsaußenDie Bauarbeiter in Prog stehen in schwerem miniſter Dr. Stresemann den Empfindungen Kampfe um eine Lohnerhöhung und wir wer- Ausdruck, die das aufmerkſame Studium der Veröffentlichungen über die Konferenz und ihrer Ent- New York, 2. September. Aus Worcester im den es vielleicht auch bald mit einem Kampfe schließungen bei ihm ausgelöst habe.„ Es ist etwas Staate Massachusetts melden die Blätter, der der Tertilarbeiter zu tun haben. Wie berechtigt bedeutendes", so führte er aus, wenn die Ver- Richter Thayer sei ans Bett gefesselt. Er leide dieses Streben nach Lohnerhöhung ist, zeigt treter von 38 Staaten und von allen Zweigen der an Nervenzerrüttung und sei schwer frank nicht nur das Steigen der Lebensmittelpreise, Politit, die nicht immer gleiche Intereffen haben, wenn auch sein Zustand nicht hoffnungslos ist. wie wir es vorhin dargetan haben, sondern das sich zusammenfinden, um die Bedingungen für die Eine Verhandlung, die er leiten sollte, wurde Steigen der Preise überhaupt. Im letzten Durchführung ihrer Aufgaben zu erleichtern." Er vertagt. Die liberale Wirtschaftsordnung die Stlassenpolitik von rechts hat die Verelendung der Proletariermassen verschuldet. Sozialistische Regierungen fonnten zwar das politische Bild verändern. Die Proletarier sind heute im Vollbesitze ihrer politischen Gleichberechtigung. Allein in ihrem Ringen nach wirtschaftlicher Gleichberechtigung sind sie bis heute noch keinen Schritt weiter gekommen. Das Mittel des Klassenkampfes von links ist nicht geeignet, das falsche und verderbliche Wirtschaftssystem zu brechen. Man kann nicht den Teufel durch Belzebub austreiben. Wirtschaftliche Gleichbe rechtigung heißt, jedem in gerechter Weise das Seine am Wirtschaftsertrag zuerkennen. Solange einzelne wenige sich am Wirtschaftsertrage bereichern können, während ganze Volksschichten der Verelendung preisgegeben sind, und solange Diftatur der Einen über die Andern angestrebt wird, gibt es feine Gleichberechtigung. Wirtschaftspolitik, die nicht das Wohl aller Volfsfreise zum Ziel hat, sondern nur einseitiges Klasseninteresse zu wahren sucht, muß zum Stlassenfampf werden. Solange Stlassenfamps herrscht, ist die Verwirklichung einer wahren Volksgemeinschaft undenkbar, auf der allein ein gedeihliches und erträgliches Zusammenleben der Menschen aufgebaut werden fann. Also: Wir machen es nicht recht; und so wic von„ rechts" gemacht wird, ist es auch falsch, obzwar die Seipel, Feierfeil, Mahrarting und jeder Dorfkaplan gerade die gegenwärtige, also die kapitaliſtiſche Gesellschaftsordnung als die von Gott gewollte bezeichnen. Bleibt also nur noch übrig, daß Herr Greif sein Patent, wie er die soziale Frage zu lösen gedenkt, befannt gibt. Das tut er denn auch; nämlich: Wirtschaftliche Gleichberechtigung heißt, jedem in gerechter Weise das seine am Wirtschaftsertrag zuerkennen." Da liegt eben der Hund begraben. Herr Greif hätte sich ein Riefenverdienst um den christlichen Sozialismus" erworben, wenn er auch gejagt hätte, wie das möglich gemacht werden fönnte. Uebrigens werden ihm die Hakenkreuzler das Urheberrecht dieser Formel streitig machen, die ja auch die soziale Gerechtigkeit" predigen. Aber untersuchen wir einmal wohin logischer Weise die Konsequenz der Dinge, wie sie der Herr Greif zum Besten gibt, führen muß: Herr Greif findet also, trotz aller gegentei ligen Behauptungen seiner Parteivorgesetzten, daß das gegenwärtige Wirtschaftsſyſtem ein unge= rechtes ist und fordert wenigstens tut er so die wirtschaftliche Gleichberech Die richtige Antwort! Maffenaustritte aus der Seipelkirche in Wien. fich Samstag, 3. September 1927. ,, Deutschen fann nur durch Deutsche geholfen werden!" Heinere Gruppen in dem Bart auf der So Und deutsche Lehrer werden von deutschbürgerlichen Hezern brotlos gemacht. Die neuesten Erfolge der Attivisten. fieninsel, die sich zu einem Zuge zu formieren juchten. Die Polizei drängte sie aber beim Nationaltheater und vor dem Wenzelsplatz ab und zerstreute sie. Einige Fascisten begaben sich Wien, 2. September.( Eigenbericht.) Seit dann doch in die Goldene Gans", wo sie im dem 15. Juli ist als Folge des Verhaltens des Weinkeller fascistische Lieder erklingen ließen. Bundeskanzlers und Prälaten Seipel gegen über den Opfern der Schießereien eine große Es ist den Aktivisten bisher nicht gelungen, I nossen Riedl zur Strede bringen will, um nichts auch hier schritt die Polizei ein und beförderte die Fascisten aus dem Saale. Austrittsbewegung in der Wiener Arbeiterschaft ihre Knödelprotektoren zu irgend einem Zuge zurückſteht. Die Ortsgruppe Platten bei die Fascisten aus dem Saale. im Gange. Vom 20. bis 31. Auguft haben beim ſtändnis in nationalen Dingen zu bewegen. Nicht Searlsbad des Bundes der Landwirte Wiener Magistrat 2722 Männer und Frauen ein deutscher Staatsangestellter wurde wieder in( fo etwas gibt es nämlich in Platten, wo es teine Erforderniffe der Urkunden über Rechtsgeschäfte der Gemeinden. ihren Austritt aus der katholischen Kirche ange- den Dienst aufgenommen, nicht ein Unrecht, das wirklichen Landwirte gibt, sondern nur Häusler, meldet. Von diesen sind nur 56 der altfatholischen begangen worden war, wurde wieder gutgemacht. Kleinbauern, Wiesenbauern und fleine Gewerbeoder der evangelischen Kirche beigetreten, die Weil es also da nichts zu erreichen gab, haben treibende, die sich„ Agrarier" dünken) hat in einer übrigen aber tonfessions los geblieben. die deutschen" Bürgerparteien ihre Wünsche auf Eingabe an die Prager Schulbehörde die EntIm August ist die Zahl der Austritte auf 8330 ein anderes Ziel gerichtet. Kann man deutschen lassung oder mindestens Bersehung des Genossen gestiegen und seit dem 15. Juli sind es insgesamt Arbeitern und Angestellten nicht zu ihrem Recht Lang, der Lehrer an der Schule in Platten ist, 9769 Männer und Frauen, die allein in Wien verhelfen, so kann man sie vielleicht um ihr verlangt, und sie begründete" dieses Verlangen Recht bringen. Und wahrlich, da ist Svehla mit dem Hinweise darauf, daß Genosse Lang fein Knauser, und selbst Stramar hat wahrschein troßdem er Staatsbeamter"( Lehrer) ist, sich unlich nichts dagegen, daß diese„ nationalen" Wün- ausgefeßt als ein Gegner der gegenwärtigen tiche sche seiner klerikalen und agrarischen Mamelucken choslowalischen Regierung bemerkbar mache. erfüllt werden. aus der katholischen Kirche ausgetreten sind. tigung. Wirtschaftliche Gleichberechtigung aber muz logischer Weise zur wirtschaftlichen Gleichstellung führen. Wirtschaftliche Gleichstellung aber bedeutet Aufhebung der Klassen, der Klassen gegenfäße, ist das Ziel des Klaffenkampfes, der Sozialismus, wie ihn Marr und Engels verkündet haben und wie ihn der Herr Greif, wenn es ihm nicht zu beschwerlich ist, im Programm einer jeden sozialdemokratischen Partei finden kann. So haben also die bürgerlichen Parteien in Joachimsta I, woselbst sie sich schon seinerzeit einen traurigen Ruhm erworben haben, als sie die Einsetzung einer Verwaltungskommission der Ernennung eines sozialdemokratischen Vorsitzenden vorzogen, den Fachlehrer Riedl um feine Stelle gebracht. Er hat nichts verbrochen, als das allerdings unverzeihliche Verbrechen, Sozialdemofrat zu sein. Daß Genosse Riedl neben seinen Amtspflichten auch noch treu und rastlos der Sache der Arbeiterschaft gedient hat, daß er seine Kenntnisse als Bürgermeister in den Dienst der Sozialdemokratie stellte, das können ihm die waderen teutschen Helden nicht verzeihen. Und so haben sie seine Maßregelung durchgesetzt. Aber dem Herrn Greif geht es ja nur um die Gleichberechtigung, von Gleichst e I Inng will er nichts wissen. Die Gleichberech tigung aber verheißt er den christlichen Arbeitern in der Volksgemeinschaft". Diese aber -da verrennt sich der Herr Greif abermals völlig unbewußt, wie wir annehmen ist, so lange Selassenkampf herrscht, undenkbar. Herr Greif scheint eben auch keine blasse Ahnung vom Wesen des Klassenkampjes zu haben. Deshalb wirft er auch den Klassenkampf von„ lints" mit jenen von ,, rechts" so durcheinander und weil er eben damit nichts anzufangen weiß, deshalb will er eben seine Ruhe damit. Daß der Klassenkampf von rechts, Aber der Fall Riedl steht nicht mehr wie ihn Deutschnationale, Landbündler und die allein. Soeben erfahren wir von einem zweiPartei des Herrn Greif führen, der Erhalten Fall, der zwar erst ein Versuch ist, aber tung der gegenwärtigen Ordnung, als ein solcher hinter der Art, wie man den Gealso der Ausbeutung der einen durch die anderen, der Beherrschung des Proletariats durch die BeNatürlich wurden bei der Entlassung Riedls die gesetzlichen Bestimmungen aufs gröbste verlebt und der Fall kann keineswegs als abgeschlossen gelten. Man wird den Herren ihre nationale Arbeit, deutsche Volksgenossen maßregeln zu lassen, noch gründlich verleiden! Die Stadtgemeinde Türmiz hatte dem Bezirksgerichte Aussig, als Grundbuchbehörde, eine Urkunde über ein der Genehmigung des Bezirks ausschusses unterliegendes Rechtsgeschäft der Gemeinde, zur Verbücherung vorgelegt. In dieser vom Bürgermeister und einem Gemeinderate gefertigten Ürkunde war die vom Bezirksausschusse erteilte Genehmigung unter Mitfertigung zweier Gemeindevertretungsmitglieder ausgewiesen. Das Die Ortsgruppe des Bundes der Landwirte, Bezirksgericht Auffig wies das Grundbuchgefuch die hier die Rolle des Gendarmen übernommen deshalb zurück, weil die Genehmigung des Behat, macht auch nicht einmal den Versuch, dem zirksausschusses nicht in Urschrift auf der Urkunde Genossen Land irgendwelche dienstliche Vergehun- meinde Türmitz gegen diesen Beschluß des Bebeigesetzt war. Ueber den Rekurs der Stadtgegen oder Fehler nachzusagen, weil sie dies einfach zirksgerichtes Auffsig vom 30. April 1927, G. 3. nicht kann, sondern sie verlangt, die Brotlos 1206-27, hat das Streis- als Retursgericht Leitma chung eines deutschen Lehrers, weil dieser meriß unterm 30. Juni 1927, R. VIII 637-27, als Sozialdemokrat ihrem Treiben lästig wie folgt beschlossen: und gefährlich ist. Wir stellen diese Tatsache fest und verzichten für heute auf ein Kommentar. Wir überlassen es dem Volke, sich sein Urteil über solche Deutsche und über die so sichtbaren Erziehungserfolge der deutschaktivistischen Politik zu bilden. Daß die Arbeiterschaft geschlossen hinter den Lehrern steht, die solchermaßen zur Strede gebracht werden sollen, das wird den feinen Serrschaften und ihren Dienern noch sehr gründlich zum Bewußtsein gebracht werden! Es ist nicht ausgeschlossen, daß sich noch in anderen Fällen erweisen läßt, daß die Deutschbürgerlichen ihre Hand im Spiele haben, wenn gegen freiheitliche oder sozialistische Lehrer vorge gangen wird. Es soll ihnen fein Fall geschenkt werden, ihr Sündenregister wird feine Lücke aufweisen, das soll unsere Sorge sein! ſißklaſſen und var sowohl in politischer als Auflösung der fasciitischen Prager| uz im Staate herbeiführen will. Die auch wirtschaftlicher Beziehung, gilt, daß also die Bourgeoisie und die Partei des Herrn, Greif den Klassenfampf gegen die politische und wirtschaftliche Gleichberechtigung( und Gleichstellung erst recht) führt, das begreift allenfalls der Herr Greif noch, wenn er sich auch darüber nicht äußert. Daß aber der Klassenkampf von links" geführt wird, um die Stlassenunterschiede und Gegenfäße zu beseitigen, die Ausbeutung und Beherrschung der einen durch die andere klasse aufzuheben, also die klaſſen ſelber aufzuheben, daß sich in der klassenlosen Gesellschaft je de Diktatur, jede Beherrschung der einen durch die anderen von selber ausschließt, das zu begreifen, reicht das Fassungsvermögen des Herrn Greif offenbar nicht aus, Aber selbst wenn er es bemüßte er den Arbeitern sagen, die Marxisten haben recht und dann wäre es mit seiner christlichsozialen Abgeordnetenherrlichkeit vorbei. Aber wenn es auch der Herr Greif nicht verstehen und begreifen will, die Arbeiter verstehen es und sie wissen auch, wem sie die Zölle, die Mongrua, die Verwaltungsreform und vieles andere zu danken haben und am Wahltag werden fie ein Befenntnis ablegen, was sie von dem christlichen Sozialismus des Herrn Greif halten. 12 Der Radien. Querschnitt durch ein Leben. Von Berta Selinger. Die Puppe brannte lichterloh. Juchhe! Glei is er tot!" Er stinft ja schunn." Ob er das is?" zweifelte einer. Alle schrien und lärmten lachend durcheinander. Laßt uns für die arme Seele beten!" Eine plärrende Stimme begann eine Spottlitanei. Das verdroß die Frommen, sie wehrten schimpfend der Lästerung. ,, Bigotte Trottl!" schrie einer zu ihnen hin. Schon hoben sich ein paar Fäuste. Da stimmte ein Versöhnlicher das Bundeslied an: ,, Seil Wolf und Heil Schönerer, die Tschechen müssen naus," ,, die Tschechen müssen naus" fiel der Chorus begeistert ein; eine Stimme schmetterte hell dazwischen: ,, Die Roten bleiben do, die Roten bleiben do." Gleich tochte die Wut wieder auf. Juden fozi, roter Hund!"„ Sauluder!" brüllte es, geballte Fäuste, Snotenstöde fuchtelten in der Luft. Der Störenfried retirierte eilig. Noch einmal Mlang seine helle Stimme prophetisch: „ Die Roten bleiben do!" Hunger tut weh und ist ein schlechter Fürfprech der Bruderliebe. Darum hatten die deutschen Arbeiter die Böhmen jahrelang mit scheelen Augen befehn und ihrer zornig gespottet: Böhmischer Zoppaf, frist' n Deutschen' s Brut wag." Jugendorganisation. In Stattgebung des Refurses wird der angefochtene Beschluß aufgehoben und dem Erstgerichte aufgetragen, unter Abstandnahme von den gebrauchten Abweisgründen, über das Gesuch neuerdings zu entscheiden. Gründe: § 55 G.-O. für Böhmen bestimmt im Abſay 2, daß in der Urkunde, welche ein Geschäft betrifft, zu dessen Eingehung die Zustimmung des Ausschusses oder eine höhere Genehmigung erforderlich ist, außer der Unterschrift des Gemeindevorstehers und eines Gemeinderates, diese Zustimmung oder Genehmigung unter Mitfertigung von zwei Ausschußmitgliedern ersichtlich gemacht werden muß. Das bedeutet, daß in der Urkunde angeführt werden muß, daß die Genehmigung erfolgte, worüber die Unterschriften der zwei Mitglieder des Ausschusses den Beweis liefern sollen. Es ist nirgends vorgeschrieben, daß die Genehmigung in Original auf der Urkunde sich befinden muß, es genügt vollständig, wenn sie nur in der mit der vorgeschriebenen Anzahl der Unterschriften versehenen Urkunde angeführt sind. Dabei ist noch zu erwägen, daß im gegebenen Falle die Stadtgemeinde Türmiß im Kaufvertrage ein Grundstück lastenfrei erwirbt. Auch die Bestimmung des§ 94, Absatz 2, des Grundbuchgesetzes begründet die Abweisung nicht. Es mußte somit dem Rekurse stattgegeben werden und, weil in der Sache selbst nicht ent. schieden wurde, der angefochtene Beschluß aufgehoben werden." Gajda Affäre sei der Ausdruck der Schwäche der Regierung, die zu dieser Angelegenheit bisher Prag, 2. September. Die Polizeiforrespon- Straft aufbringen, um selber Ordnung zu schaffen, schweigt. Entweder werde die Regierung so viel benz meldet: In der Straffache des Ueberfalls auf oder den sozialistischen Parteien bliebe nichts Dr. Borel in Sazawa find bei der Untersuchung anderes übrig, als sich die notwendige Gerechtigumstände zutage getreten, die den begründeten feit zu erzwingen. Verdacht erweckten, daß die die Organisation Genosse Dr. Soukup verwies darauf, daß „ Omladina" der Fascistengemeinde in Groß- Prag gegen die Bestimmungen des Ge- sich die fascistischen Waffen richten sollen, der nach seinen Informationen der erste, gegen den eßes zum Schuße der Republik verstößt. In- Präsident fei; hinter ihm stünden aber Milfolgedessen wurde die Tätigkeit der„ Omladina" lionen Anhänger, die ihn schützen werden. Der der Fascistengemeinde in Groß- Prag von der Fascismus um Gajda herum sei nicht gefährlich, Polizeidirektion in Prag mit heutigem Tage ein- Fascismus um Gajda herum sei nicht gefährlich, wohl aber könne der Fascismus in den Aemtern gestellt und die Strafanzeige erstattet. und Behörden, in der Armee und in der Polize: Gegenfäße in der tschechoslowakischen Arbeieine Gefahr sein. Ein solcher Faseis tergemeinde. Während es noch vor kurzer Zeit us wäre eine Gefahr für die Rhieß, daß es im Lager der tschechischen Nationalpublik. Die sozialdemokratische Partei ver- sozialisten zu einer Versöhnung zwischen Stři traue auf ihre Arbeiterturner; um jeder Ueber- brny und Klosač tommen werde, scheinen die Die tschechischen Sozialdemokraten hatten raschung zuvorzukomen, müßten alle notwendigen Aussichten für eine Beilegung des Konfliktes zwis für Freitag abends eine gu: besuchte Versamm Vorbereitungen getroffen werden. schen den beiden genannten politischen Führern lung in das„ Lidovy Dum" einberufen, in der jetzt geringer geworden zu sein. In der nationaldie Genossen Sampl und Dr. Soukup über Die Fascisten hatten für Freitag abends sozialistischen Partei entbrennt der Streit von den Fascistenüberfall in Sazawa und seine poli- gleichfalls eine Kundgebung auf die Sofieninsel neuem und er überträgt sich im besonderen auf tischen Folgen referierten. Genoffe Hampl stellte einberufen, die aber verboten wurde. Ebenso die tschechoslowakische Arbeitergemeinde, jener ausdrücklich fest, daß das Attentat nicht das wurde eine daraufhin einberufene Mitglieder Gewerkschaftszentrale, die im engsten Einverneh Produk: einzelner Fanatiker sei, sondern daß die versammlung im Hotel Goldene Gans" auf dem men mit der nationalsozialistischen Partei arbeiTäter im Dienste einer Gruppe stehen, die den Wenzelsplatz verboten. Trotzdem versammelten tet. Der Sekretär der Arbeitergemeinde, Abgeord Gozialdemokratische Protesttundgebung im Lidovy Dum. Hunger tut weh, und Elend ist ein gar un-| Ueberrumpelung, die sich ihnen, vorzeitig lärguter Hausgefelle. Darum entliefen die Böhmen mend, in die Ohren setzte. in hellen Haufen der Robot für die Grundherren in die Fabrikstädte. Ihrer kläglichen Armut dünkt es dort schon halb ein Himmelreich. Sie machten sich schmal und duckten sich unter dem Haß, der sie empfing. Waren zutunlich und ein wenig falsch. Die Scholle hatte ihre Kraft verlangt vom Tagesgrauen bis in die dämmernde Nacht. So hielten sie es auch in den Fabrifen. Am Morgen die ersten durch das Tor und abends die letzten; lange nach Feierabend. Und am Sonntag die Messe und hernach ein paar Krügl Bier und Musik und Tanz bis zum Rehraus. Sie nahmen den Lohn, den man ihnen bot, und er langte. Schier ein Wunder, aber er langte. War ihnen ein Reichtum gegen das, was sie vom Grundherrn empfangen. Und schien er ihnen gering, so wußten sie im fremden Haus nicht Tür noch Tor, ihr Recht zu suchen. Doch hörten sie nicht das stete leise Bohren und Tiden und Klopfen im Holze, die das Tor brechen würden, sicherer als der polternde Sturmbock. Vielleicht hatten sie für den offenen Kampf Mut und Kühnheit des Löwen. Sicher aber mangelte ihnen die Klugheit der Schlange. Und der Fabrikherr fannte alle Schliche und Ränke und ließ seine Listen spielen. Der erste, allzu leichte Sieg saß ihnen wie heuriger Wein in den Köpfen; ein Räuschlein der Bruderliebe hatte auch die gepackt und beseligt und zum ersten schwachen Sturme mitge= rissen, die sonst keinen Bruder sehen, nur sich selber. Und sie sprachen sich unbekümmert- prahlmänlig zu, was die andern errungen, die Stil len, Verbissenen, Trotzigen, die niemals nur sich selber sehen. Die in Tagen der Freude den Uebermut, in Tagen des Leides die trostlose Feigheit jener andern tragen müssen. Noch waren sie alle einig und standen zusammen. Also mußten sie getrennt werden. Jene Gruppen, die schon den besten Lohn hatten, erhielten neue Zulage. Das verschärfte die Ungleichheit und weckte alte, eingeschläferte Mißgunſt. her an Schraubstock und Hobelbank schmal gemacht und geduct, so stapften sie jetzt breitbeinig in den Gängen auf und nieder und spielten raunzend den Herrn. Sie lernten im Handumdrehen, scharfe Büttel und Fronvögte zu sein. Vor kurzem hatten sie ja selber die kleinen Pfiffe und Kniffe noch geübt, mit denen der Arbeiter sich zuweilen die Schlinge lockert, um einen freien Atemzug zu tun. Immer konnten sie im rechten Augenblick zupakfen, um den Diebstahl einiger Minuten zu hindern. Sie lauerten und fläfften herum und stießen ihre schnüffelnden Schnauzen in alle Eden und Winkel, diese ganz fürtrefflichen Wachthunde. Am schlimmsten war es in den Frauensälen. Immer schon hatte der Fabrikherr die Abhän gigkeit der Arbeiterinnen schamlos mißbraucht, ihr Weibtum besudelt. Und seine Kreaturen hatten ihm treulich nachgeeifert. Jetzt setzte er seine willfährigen Huren als Aufseher in diese Säle. Klatsch und Zuträgerei wucherten geil empor, und die Gemeinheit brauchte kein Mäntelchen mehr, sich zu verhüllen. Rings um sie troch und braute Verachtung, und auch gelber Neid züngelte wohl zu ihnen empor. Von oben aber lachte ihn die Gnadensonne und drückte die Schwaden zu Boden. Die Söhne der Meister kamen in die Schreibstuben und wurden feine Leute. Die Töchter taten Serrendienst in ihrer Weise. Die Herren der rauchenden Schlote, der tanzenden Spindeln, der kreischenden Sägen, hielten sie in Gunst, diese trefflichen Fronwerker. Das stund ihnen an und sie spiegelten sich darin, findlich- stolz und mußten es mitunter findisch böse gegen ihre deutschen Kameraden. Die deutschen Händler klinkerten ihre Streuzer in den Sack und gaben ihnen die schlechtesten Neue Meisterstellen wurden geschaffen. Früwaren. Und als Fliegenleim schöne Worte, her hatte man sich die Antreiber aus der Fremde darein, heimatliche böhmische Worte, leere Worte, verschrieben. Jetzt griff man sie aus den eigenen unnüß wie taube Nüsse. Und mit feig lächeln Arbeitern heraus, aus denselben Leuten, die eben dem Gesicht, einen deutschen Schimpf als Zugabe. noch so prahlmäulig von Bruderliebe und Kampf trompeten, und blies ihnen ein, sie seien tüchtiger ter offen stand. und besser und verdienten darum ein besseres Los. Es war leichte Spreu, die so obenauf kam, Die Arbeiter hatten ein stolzes Werk aufgerichtet. Nun trauten sie, es sollte ewiglich wäh- ten die Kameradschaft ab und fangten und wühl- Aber noch floß drunten der Strom, start und Das ging ihnen ein wie Honigfeini. Sie ta- Gischt und Schaum, der auf den Wogen treibt. ren, und saß ihm doch schon der Wurm im Ge- ten sich in den fetteren Nährboden. Dünkel stieg ruhig, des Augenblicks erwartend, da er über die bälte und mahlte und zermahlte die trogige Kraft. aus den vollen Bäuchen in die leeren Köpfe und engen Dämme brechen würde. Sie waren wachsam gegen gewalttätige blähte und plusterte sie auf. Hatten sie sich frü( Fortsetzung folgt.) Etliche Meister wurden in die Fabrikleitung aufgenommen. Ihre erste Anordnung war, daß fortan alle Arbeit in Afford gegeben wurde und neuer, schlimmer Willkür Tür und Tor noch wei Samstag, 3. September 1927. neter Tute ny, hat schon auf dem Brünner Kon- Soldaten, welche die Grenze überschreiten sollten, bei Neu- Sandee überschwemmt. Die Eisenbahnek der Partei gezeigt, daß er mit seinen Sym- ebenfalls verhaftet werden müssen. Wie aus verbindung mit Neu- Sandec ist unterbrochen. pathien auf Seiten Stribrnys steht. Er hat dann diesem Sachverhalt zu ersehen ist, sind alle ach der Entscheidung des Stongreſſes geschwie Meldungen über ein Ultimatum gegenstandslos. gen, erhebt aber jest wieder im Fachblatt ser tschechoslowakischen Arbeitergemeinde seine Stimme und greift alle diejenigen scharf an, welche Deutsche aus Memel ausgewiesen. Suche den Wiedereintritt Stribrnys in die Par- Weil die Landtagswahlen für die Regierung tei ablehnen. In der Sigung des Ausschusses der tschechoslowakischen Arbeitergemeinde ist es wegen Nefes Artikels zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen. schlecht ausfielen. Memel, 2. September.( Eigenbericht.) Heute galizien ist die Ruhr epidemicartig ausgebroIn den Ueberschwemmungsgebieten in Ostchen. Von oberen Weichsellauf wurde nach Warschau das Serannahen von großen Wassermassent schaut einen Hochstand der Weichsel von etwa vier gemeldet. Für Samstag erwartet man in War Metern über dem Normale. Die Behörden haben entsprechende Maßnahmen getroffen, unt gebung durch die Weichsel zu verhindern. Seite 3. Tages- Neuigkeiten. Stigmatisierung. Von Hans Bauer. Allen offultistischen Berichten gegenüber ist geboten, aber pas wird nicht heißen dürfen, daß äußerstes Mißtrauen und äußerste zurückhaltung man alle mit dem Okkultismus zusammenhän nachmittags haben sämtliche im Memelgebiet Ueberschwemmung Warschaus und deren Umgenden Probleme überhaupt im vorhinein und Gajda und Beneš. Vor einigen Tagen gab wohnhaften deutschen Redakteure vom Kriegskom Gajda dem Berichterstatter der„ Kölnischen Zeimandanten den Befehl erhalten, das Memelgebiet rindiveg als indiskutablen Aberglauben abtun darf. Die Leichtgläubigkeit vieler Offultiften schafft nicht die Möglichkeit einer offultistischen Gajda dem Berichterderem bis zunt 5. September zu verlassen, da sie sonst Elf Arbeiter durch einen Sprengschuß Wissenschaft aus der Welt, die nichts zu tun hat d. getötet. behauptete, daß Beneš ihn hätte zu einem abgeschoben würden. Es handelt sich dabei um Shtroi verleiten wollen. Sodann wird in dem jene Redakteure, deren Ausweisung im Jänner die fachlich und nüchtern die Frage zu lösen Interview erzählt, er, Gajda, wäre mit dem Ge-.. über Einspruch der deutschen Regierung Rajjel, 2. September. Nach dem Rasseler unternimmt, inwieweit menschliche Willensneral Sneidarek zusammengekommen und von Litauen zurückgezogen wurde. Sie waren soit Tageblatt" wurden in einem Basaltsteinbruch in regungen auf direktem Wege körperliche Effekte välle ihm von der Unterredung mit Benes er dieser Zeit ohne formelle Aufenthaltsbewilligung der Nähe von Zimmersrode durch vorzeitige Ex- hervorzubringen vermögen. Es gibt eine Sug ählt, der einen sozialistischen Umsturz plane. Auf und konnten das Memelgebiet nicht verlassen, plosion eines Sprengschusses eine Anzahl Arbeiter geftion, es gibt eine Sypnose, es gibt Ahnungen: Siese Anschuldigungen Gajdas fommt nun das weil sie fein Visum befament. von den umherfliegenden Gesteinsmassen tödlich Es ist im Prinzip nicht einzusehen, warum es Narodni Osvobozeni" zu sprechen und erklärt, Es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß die getroffen. Elf Arbeiter, meist Familienväter aus nicht auch noch andere Fernwirkungen der feeli dak bereits durch den seinerzeitigen Brief des Ausweisungen in der Sitzung des litauischen dem nahen Wichelsberg, haben nach den bisher fchent Sträfte geben sollte, fogar solche, die sich Ministers des Aeußern an die Legionärgemeinde Kabinetts, in der das Ergebnis der Memeler vorliegenden Meldungen den Tod gefunden. Nämateriell äußern, und auch das vielleicht Die Behauptungen Gajdas widerlegt waren. Landtagswahlen besprochen wurde, beschlossen here Einzelheiten des schrecklichen Unglückes fehs vorläufige Unvermögen der Wissenschaft, fic Außerdem wandte sich das Blatt telephonisch an worden ist und nicht etwa nur eine Eigenmäch den General Snejdarek, der Kommandant in Ka- tigfeit des militärischen Kommandanten darschau ift, und dieser erklärte, niemals mit Gajda ſtellt. von irgend einem Oftroi gesprochen zu haben. Das Blatt bemerkt dazu, daß Gajda seine eigenen Pläne anderen unterschiebe. Telegramme. Bermikt! „ Sankt Raphael" spurlos verschwuden. len noch. Straferbedition gegen die Seeräuber. Shanghai, 2. September( Renter). Die britische Flotte ist gestern zu einer Expedition gegen die berüchtigten chinesischen Piraten in der Bucht von Bias in See gestochen. Das Hochwasser in Sitgalizien. Ruhrepidemie im Ueberschwemmungsgebiet Lemberg, 2. September. Bei Przemysl sind gestern die Flüsse San und Wiar aus den Ufern Aus Santau wird gemeldet, daß der chinegetreten und haben die Stadt Przemysl sowie die fische Dampfer„ Kutschau", der unter britischer Gemeinden in der Umgebung überschwemmt. In Flagge fuhr, gestern abends von Piraten in der Przemysl befinden sich das städtische Kranten Nähe der Windung des Sitiang überfallen haus, die Elektrizitätswerke, die große Arbeiter wurde. Zwölf Piraten unternahmen einen Kolonie und zahlreiche Straßen unter Waffer. Der Ueberfall auf den Dampfer und erschossen den Waſſerſtand des San nimmt ständig zu. In Rapitän und den Obermaschinisten, dessen Leich Ralusz wurde die dortige Stalifalzgrube über- nam fie ins Meer warfen. Das Schiff wurde schwemmt und ein Schaden von zirka einer Mill. dann nach Talping( in der Bucht von Kanton) Bloty angerichtet. gefchleppt, wo die Piraten Verstärfung erhielten. Sort raubien sie das Schiff vollkommen aus und nahmen die Bejagung und außerdem 100 chine fische Passagiere gefangen, London, 2. September.( AR.) Das fana dische Ministerium teilt mit, daß die ganze kana dische Küste bis 300 Meilen nördlich von Belleisle von der Flotte abgesucht wurde, daß aber von Gestern ging bei Neu Sandee ein fataſtropha dem britischen Flugzeuge St. Raphael" feine ler Wolfenbruch nieder. Der his Dunajec ist Spur gefunden wurde. Desgleichen ist feine aus den Ufern getreten und hat größere Gebiete Radionachricht eingelangt, wiewohl sämtliche Empfangsstationen den ganzen Tag und die Nacht hindurch sorgfältig nachforschen. Man ist der Ansicht, daß Flugzeug dem Atlan= tischen Ozean eine Rotlandung vornehmen mußte. Inzwischen hat sich das Weiter über dem Ozean bedeutend verschlimmert. Men den hel des eigens auf von meinem Arbeiter- Fußball- Länderlampf Tſchechoſlowatei – Deutſchland. Auch der„ Blaue Bogel" umgekehrt. Paris, 2. September. Heute früh um 6 Uhr 32 Minuten startete das Farman- Flugzeug der „ Blaue Vogel", mit Givon und Corbu an Bord, zum Fluge über den Ozean. Nach kurzem Fluge über dem Flugplatze Le Bourget verschwand das Flugzeug mit großer Schnelligkeit in der Rich fung zum Atlantif. Im letzten Augenblick wurde folgende Flugstrede bestimmt: Von Varis nach Lorient, entlang dem 47. Breitegrad, nach 100 Stilometer Flug zum 48. Breitegrad und hierauf in der Richtung nach Neufundland. Bis zur Küste wird das Flugzeug von zwei anderen Apparaten begleitet, von denen eines für Journalisten und Bhotographen reserviert ist. Beim Abfluge waren cin zahlreiches Bublifum und Vertreter der fransöfifchen Fliegerorganisationen anwesend. Um 9 litr 58 Winuten ist das Flugzeug wieder in Le Bourget gelandet. Der Blaue Vogel". ein Zweidecker, führte 9800 Liter Benzin mit, das für eine Flugstrecke ben GO Shunden ausgereich hätte. Jeder der beiden Flieger hatte einen Fallschirm und Rettungs ringe. An dem einen der Rettungsringe sind zwei Blechlaften von je 2 Liter Ausmaß mit Lebensmitteln und Getränken befestigt und an dem anderen Ring eine Leine, durch die ein Rettungsbeot aus Gummi terangeboli werden kann, das mit Silfe einer Flasche mit fomprimierter Luft aufgeblasen werben fann. Gin Emigrant in Ber Warschauer Sowjetgefandifchaft niedergefchoffen. Meijerstiche wegen Verweigerung des Einreisevijums. Warschau, 2. September. Heute gegen Mittag crfchien im Lofal der Sowjetgefandtschaft in Warschau in ruffischer Emigrant, der ein Rückvijum nach Sowjetrußione verlangte. Als man ihm das Visum verweigerte. gerief der Emigrant mit den zwei Dienern der Gesandtschaft in einen Streit, fürzte gegen den Konsularbeamten Schäfer mit gezüchtem Messer los und verlente ihm im Geficht. Als der Angreifer nach seiner Tat die Flucht ergriff. wurde er von einem Funktionär der Gefandtschaft nietergescheffen. Die Gerichtsbehörden werden in dieser Angelegenheit ein amtliches Sommuniquee herausgeben. Das sowjetrussische Gesandtschaftsgebäude, vor dem sich cine zahlreiche Menschenmenge angesammelt hat, wird von starten Bolizeipesten bewacht. Sonntag in München. Der Sonntag in München stattfindende schiden, insbesondere Deutschland, da man die Länderkampf findet in den Arbeitersportkreiſen lehthin' erlittene Niederlage wieder answeßen des In- und Auslandes ein sehr großes Juter will. Die Mannschaftsaufstellung beider Teams effe. Beide Verbände haben es fich angelegen fein fautet: lassen, ihr bestes Material in den Kampf zu 1 lassen, ihr bestes Material Tschechoslowatei Bartosch ( Ladowit) Seemann R. und O. ( Weiskirajfit) Schleger Fiedler A. Fiedler. ( Weiskirchliß) ( Strochwitz) Weber Bartel Müller Katrosthan Erlacher ( Weis( Lerchen-( Ladowitz) firchfits) feld) ( Weiskirchlitz) Mütlich Aschenbrenner Krause Trotschinsky Behne ( DSV.)( München)( Leippig( Adler( Burg) Stötteritz) Berlin) Hartmann Bogen Lindner ( Seipzig Woft) ( DSV. Dresden) Schaffrath Nieje ( DEV. Dresden) Tormann ( stellt Westdeutschland) Deutschland Wir sehen in der deutschen Mannschaft also doch, daß unsere Mannschaft ihr Bestes leisten ziemlich alte Bekannte. Die DSB. Leute sind uns und dem Gegner ziemlich gleichwertig sein wird. feine Fremden mehr, sowie auch die Leipziger. Besonders der Torschüße Krause und der schnelle Behne von Burg haben unserer Sintermannschaft Unsere Mannschaft fährt hente, Samstag um 4.15 Uhr früh von Teplitz ab. Als Ersatz fahren mit: Geppert( Weiskirchliß), Raß( Fischern), Star bischef Falkenau). schon manche bange Minute bereitet. Ueber dieses Spiel werden wir einen aus Wenn wir diesmal auch nicht mit Siegesführlichen Bericht unseres Sonderberichterstatters aussichten in den Kampf gehen, so glauben wir in der Dienstag Nummer bringen. Runblunt Hr Alle! Programm für morgen, Sonntag. 20: Wie Prag. boven: Cuv. zu„ Egmont". 3. A. Dvokat: Arie aus der Oper Rujalta". 4. 5. Capel: Phantafie. B. Smetana. 5. 3. Bieman: Marsch des 11. Juf. Reg. 15.40: Die Anfänge der menschlichen Kultur in der Slowakei. 16: Aus der Geschichte er slowakischen Wälder. 16.20: Uebertragung vom Fußballplay. 18.10: Tanzmusit. Rajchau, 1870, 11.30: llebertragung des Promenadefonzertes aus der Sokol Aulage. 19: Landwirtschaftlicher Rundfunk. 19.20: Lustiger Abend. Budapest, 556. 19.30: Ung. gieder mit Zigeunermujit. 21.30: Militärkonzert, 23: Schallplattenfonzert." übertragung. bündig zu erklären, fönnte so wenig etwas gegen sie beweisen, wie unsere Unkenntnis über das innerste Wesen der Elektrizität die Tatsache widerlegt, daß es sie gibt und daß wir sie m erzeugen und zu dirigieren verstehen. In diesem Sinne wird man sich auch von Therese Neumann, dem Wundermädchen von Konnersreuth", nicht mit der etwas billigen Redewendung wegwen den dürfen: das ist ja alles Schwindel! Vielleicht wird hier geschwindelt: Es ist beispielsweise wird hier geschwindelt: ganz unwahrscheinlich, daß Therese Neumann tatsächlich, wie sie angibt, monatelang nichts gegeffen und getrunken hat aber es dürfte nicht nur geschwindelt werden. Indessen, selbst wenn man die Stigmata der Therese Neumann, die fie an Füßen und Sänden, am Kopf und auf der Brust trägt und die jeden Freitag von neuem blutten beginnen, selbst wenn man diese Bundmale Chriſti als wahr unterſtellt und zugibt, daß nicht notwendigerweise, unter ganz anderen Stimmungsverhältnissen, auch in einem großstädtischen Strankenhaus eintreten müßte, was sich in einem weltfremden, von kirchlicher Atmosphäre durchwobenen Gebirgsnest ereignet, so legt der Fall wohl mancherlei Zeugnis ab für die Macht der dunklen und noch so unerforschten Gefühlsfräfte in unserem Innern, aber feines als solches ist noch fein Argument für die Rich für die überirdischer Offenbarungen. Das Leid figkeit dessen, um deffentwillen man leidet und das Nacherlebnis des Golgathaganges Christi spricht nur für die innerliche Besessenheit des Racherlebens, aber weder für noch gegen die Wahrheit der Evangelien und schließlich wäre, wenn hier nicht die mystischen Voraussetzungen und die einer Jahrtausende alten Doktrin fehlen würden, durchaus vorstellbar, daß bei einem besonders sensiblen Menschen sich auch die innerste Ergriffenheit über das grausige Schicksal der hin gemordeten Märtyrer Sacco und Vanzetti in Berbrennungsmalen an den Stromzuführungsstellen äußert. Was da in Konnersreuth vor sich geht, das ist kein Wunder" auch nicht, wenn es unerflärlich ist. Naturgesetze werden hier nicht wider legt, es wird nur der Hinweis auf noch unbefannte gegeben. Aber schließlich sind ja auch die uns bekannten Naturgesetze in ihren letzten Ursachen unerklärlich und wunderbar und alles. läuft auf einen Streit um Worte hinaus. Die Therese Neumann aus Konnersreuth febt in einer Welt der religiösen Gefühle und darinnen gibt es kein Wunder und Falsch, vom Standpunkt einer weltlichen Betrachtungsweise freilich ist sie weder eine Seilige noch eine Scherin, sondern ein frankes Menschenfind, dem Die affzu eifrige Leftüre fommen ist. Ginbruch in die Bernstädter Spartassa. Bodenbach, 2. September. In der Nacht vont 1. zum 2. d. Mr. wurde von den bekannten Einbrechern Franz und Willi Novotny und Franz Moraw in den Kassenraum der Wernstädter Spartasse eingebrochen. Als die Einbrecher an der Arbeit waren, wurden sie von Lenten bemerft, welche die Gendarmerie verständigten. Als die Gendarmerie erschien, gaben die Einbrecher mehrere Schüsse gegen diese ab, ohne jedoch zu treffen. Hierauf erwiderte die Gendarmerie das Feuer. Der eine der Einbrecher wurde in den Prag, 349. 10: Wie Brünn. Orgelfonzert. 10.30: Landwirt. schaftlicher Rundfunt. 11: Uebertragung von der Slamischen Infel. Oberschenkel getroffen und erlitt eine schwere 12: Rundfunk für Sandel und Gewerbe. 17: Stulturarbeit der Ar. Verletzung. Er wurde in das Tetschener KrankenDaventry, 1601. 15.30: Orchesterkonzert. 20.15: Gottesdiensthaus gebracht. Die anderen zwei flüchteten. Die beiter- tademie in der zufünftigen Saijon. 16: Uebertragung von der Schüßeninsel. 17.30: Wie Brünn. Deutsche Sendung. Rom, 450. 21.10: Sendeſpiel.„ Die Perlenfischer". Oper beiden Novotny sowohl als auch Moraw Wetterbericht und Tagesneuigleiten. bierauf: Frau 83 No. val, Brag; 1. Waldmann: Wegner Walzer, 2. Firank: Dibel- von Bizei. Dudel, 3. Strauß: Der Appel- Seppel. Am Klavier Friv Nowak. Wien, 517. 10: Orgelvortrag. Seb. Bach: Präludium und sind mehrfach mit mehrjährigen Sterkerstraßen 19.15: Gin Biertelstündchen Humor. 20: Nonzert. Nompositionen Fuge. Anton Brudner: Phantasie über Orgelthemen. 10: Ronzert wegen verschiedener Einbrüche vorbestraft. Ein von E. Grieg. 1. Im Serbst. Konzert- Duv. für großes Drch des Symphonieorchesters. 16.15: Nachmittagskonzert. 18.15: Trio op. 11. 2. Lieder mit Orcheſterbegleitung. 3. Konzert A- Moll für Abend. Tichailewity: Beethoven Op. 1, Nr. 3. 20.05:„ Auf Bedrifter Bruder der Novotny, namens Josef sist Slavier mit Orchesterbegleitung. 4. 4 norwegische Tänze für Or- fehl der Herzogin". wefter. 5. Drei Orcheſterſtüde aus„ Sigurd Jorfalfar". 1. Bor spiel, 2. Intermezzo, 3. Suldigungsmarsd). 21.20: Hörspiel. August Strindberg. Das Spiel mit dem Fener. 0: Zeitfignal. 22: Lette Nachrichten des Presbüros, llebersicht der Tagesereig niffe, Sportnachrichten. 22.20: Stonzert. Deutschland. gegenwärtig eine achtjährige Zuchthausstrafe ab. Willi Novotny wurde vor Jahresfrist in Altstadt von einem Gendarmen ebenfalls ange schossen. Rönigswusterhausen, 1250. Wie Berlin, 484. 9.10: MorgenPolnisch- litanische Süßlichkeiten. Brun, 441. 9.30: Landwirtschaftliche: Raubfant. 10: Orgel feier. 11.30: Big- Wufir. 15.30: Schulgeschichten. 17: Unterhalfonzert. 1. Fr. gifst: Phantasie und Juge. 2. Hugo Wolf: Geitungsmufit. 20.30: Fröhliche Unterhaltung. 21.15: Edvard GriegDen Kopf abgerissen. Kurz hinter Barcelona Ultimatum der polnischen Grenzpolizei. ftige Lieber. Gefang mit Orgelbegelitung. 3. Max Reger: Aus Abend. 22.30: Tanzmusif. Breslau, 323. 12: Symphoniekonzert. 16.30: Unterhaltungsstieg der Heizer des Schnellzuges Paris- BarceBehn Rompofitionen" op. 69. 4. Hugo Wolf: 2 Lieber. 10.30: Warschau, 2. September. Die polnische Tele- Symphonisches Stonzert. 1. F. Schubert: Duv. Rosamunde. 2. C. Ponzert. 20.15: Grieg Abend, 22.15: Tanzmusil. Frautfurt, 429. 16: 3ither- Abend. 19:" Carmen". Anschl. lona in dem Augenblicke auf den Kohlentender, graphenagentur teilt mit: Im Zusammenhange alo: Symphonie espagnole. 2. v. Beethoven: Symphonie Mr. 3. 4. C. M. Weber: Aufforderung zum Tanz. 15: Ueber- bis 00.30: Zanzmufit. als der Zug auf einen Eisenbahnviadukt gelangte, Hamburg: 895. 17.30: Rachmittagsfonzert. 20: Edvard Grieg mit den heute erschienenen Nachrichten über ein fragung vom Spielplat der mährischen Slavia in Brinn, 19: angebliches Ultimatum Bolens an Litauen iſt one:" Saliber per Biocombo. 3. B. Bien Gedächtnis. Anschl. Konzert, Wetter., Tages- und Sport- dessen Geländer oben durch querliegende Eisenfolgendes festzustellen: Das polnische Grenzschutz- Bizet: Arie der wicaria aus der Oper„ Carmen". 4. M. Tho Langenberg, 469. 13: Skammermusik. 19.30:„ Der Trouba- traversen verbunden ist. Der Heizer stieß mit solcher Heftigkeit an eine dieser Traversen, daß ihm forps in Wilna hat an den Chef der litanischen mas: Duv. zu der Oper Mignon". H. Ch. Gounod: Arie aus berdour nicht. bis 24: Konzert. Leipzig, 366. 8.30: Orgelfonzert. 16.30: Freuden und Leiden der Kopf abgerissen und weit weggeschleudert Grenzpolizei eine Erklärung gerichtet, in welcher per Fault". 6. 3. Difenbad): Bhant, aus der Oper Soff manns Erzählungen. 20: Konzert. 1. P. J. Tschaikowsky: Zwei im Enestand. 20.05: Aus dem Schaffen Anton Dvořals. 22.30: wurde, so daß er bisher nicht gefunden werden es heißt, daß, falls gitanen nicht binnen 48 zieder. F. Eicha. 2. Smetana: Klaviertrio G- Woll, 3. R. Wie Berlin. München, 526. 16: Kammermusikstunde. 20: Unterhaltungs- fonnte. Der Lokomotivführer konnte wegen groBhunden drei gefangengenommene pointfche Miti tim gleder, Zingi 3. Bertint, 21: Soviet, 22: 37 Stuttgart, 389. 16: Unterhaltungefonsert. 20: Bunter Abend. Ber Aufregung den Zug nicht weiterleiten. ärs freilassen wird, polnischerseits litauische| 1. 9. Wagner: Marsch und Symne aus„ Rienzi". 2, 2. b. Beel2. Bonchielli: Tanzmusit aus Gioconda". G. bienft. Presburg, 300. 11: Hebertragung des Promenadenkonzertes. Fonzert. Berte 4. Der Prozeß gegen Martin£ ecian. Samstag, 3. September 1927. Die Gemeindewahlgesete. Abschluß des Verfahrens. Beratung des Gerichtes. Das Urteil erfolgt heute. Im Anhang: Entscheidungen( Rechtsfäße) des Prag, 2. September. Der Zeuge Josef Hof- Betrüger Subaček verhaftet wurde, erzählte ihnen Obersten Verwaltungsgerichtes und Wahlgerichtes, cept, Geschäftsführer der Firma Humanic in Gö- dicker, daß in Olmuy in einem Wirtshause can famic Muster von Eingaben und Beschwerden on th ding, schildert die Beraubung des Unternehmens am im Kreise einer ganzen Räuberbande sisc. Das 31. Dezember v. J. Die Täter erbeuteten K 6000.- Lojungswort sei:„ Eine rote Rose!" Als de in Bargeld. Der Zeuge wurde ursprünglich selber als tamen, war niemand dort. Der Vorsißende fragt der Täter verdächtigt. Die Firma hatte ihm eine Lecian, ob er den Subaček kenne. Kaution von K 5000.- beschlagnahmt. Auf die An frage des Vorsißenden gibt Lecian durch Kopfniden zu, daß er den Raub begangen habe. Der nächste 3euge, der Wächter Ulrich Olbrich, schildert, wie am 23. April 1927, die letzte Nacht vor der Verhaftung Lecians, zwei unbekannte Männer in die Kanzlei des Kaufmanns Grin in Nentitschein eindrangen. Als er Lärm hörte und dorthin cifte, fielen vier Revolverschüsse. Zwei trafen ihn und terwundeten ihn schwer. Er fanf zur Erde nieder, die Männer flohen und feuerten nod: weitere vier Schüsse gegen ihn. Der Zeuge Novaf vom 3. Grenzjägerbataillon erzählt, daß sich Lecian von ihm Sofen auslich, in welchen Lecian dann desertierte. Lecian:„ Ich fenne ihn aus dem Gefängnis in Theresienstadt, habe ihn aber seit jener Zeit nicht nejchen. Jedenfalls hat sich der Subaček aus dem Gendarm einen guten Tag gemacht." Als nächster Zenge wird der Einbrecher Laiter aus Stojetein einvernommen, der aus der Haft des Divisionsgerichtes vorgeführt wird. Laiter er. zählte, daß ihm Lecian den Einbruch in die Molkerei in Rezamyslice eingestanden hatte. Sente leugnete es der Verbrecher. Lecian fängt bei der Aussage Laiters, zu lachen on. Das psychiatrische Gutachten über Lecion lautet, daß er erblich belastet sei, aus dieser Belastung seine dunklen Triebe stammen, daß er aber zurech nungsfähig gewesen sei, als er die Verbrechen Pecian:„ Er sagte mir, daß er auch zu deser beging. Sierauf ergreift der Vorsipende Oberst tieren beabsichtige."- 3eune:„ Mensch, daß sie beging. Hierauf ergreift der Vorsitzende Oberstleutjo lügen können, jagen Sie mir das in die Augen!" nant Dr. Sklenař das Wort, der auf die angehDer Zugsführer Schmied, der Pförtner des lich gesteigerte Kriminalität im Heere hinweist, weil Divisionsspitals, erzählt, daß ihm die Aufgabe ob sich im Gefängnis des Divisionsgerichtes mehr als fag, Lecian zu bewachen. Es wurde ihm erhöhte hundert gefährliche Verbrecher gegenwärtig in Haft aufmerksamkeit eingeschärft. Lecian sagte zu ihm: befinden. Er bittet daher um Aburteilung Lecians „ Und wenn Sie zehn Wochen zu mir ſteffen werden, im Sinne des Gesetzes. Der Verteidiger Dr. werde ich Ihnen doch entwäschen!" Tatsächlich sloh Schrott erklärt, daß ihm Lecian die Verteidigung Becian, als Schmied auf Urlaub war. Zeugen aus deshalb schwer mache, weil er ihm überhaupt keiner Holleschau schildern dort vorgekommene Einbrüche. fei Auskünfte gab, so daß er sich nach den Zengen Der Vorsitzende fragt Lecian, ob er in Holleschau aussagen sein Urteil konstruieren mußte. Er bittet im Falle der Verurteilung Lecians zum höchsten war /> Lecian:„ Warum soll ich das gerade gewesen Strafausmaße, daß dem Verurteilten Gnade erteili sein? Warum schiebt man mir olles in die Schuhe? werde, die sich Lecian in vollem Umfange verdiene. Habt ihr denn alle anderen Räuber festgenommen? Der Freitag ist der Beratung des Gerichtes vorWarum wälzt ihr alles auf mich?"-- Der Wachtbehalten. Dos Urteil wird heute im Laufe des Vormeister der Gendarmerie Strelec schildert, wie der mittags verkündet werden. M zu Paul Redfern, der vor acht Tagen in Brunsmid im nordamerikanischen Staate Georgis zat einem Flug ohne Zwischenlandung bis Brasilien cusgestiegen war, soll in der Nähe von Alamquer am Amazonenstrom gelandet sein Behörden. 160 Seiten. Gerade zur rechten Zeit wird mit der Heraus. gabe einer Sammlung der Gemeindewahlgefege ein dringendes Bedürfnis befriedigt. Die vor liegende Sammlung enthält die Gemeindewahl. ordnung in der Fassung der Gefeße vom 23. März 1920 und 14. Juli 1922, die Gesetze über die ständigen Wählerverzeichnisse, das Wahlrecht der Militär und Gendarmeriepersonen, sowie die Durchführungsverordnungen zu diesen Gesezen. Den Gesetzen, deren Wortlaut verläßlich aus dem tschechischen Urtext übersetzt wurde, ist eine Sammlung der bis zum Ende des Jahres 1926 erflossenen Entscheidungen( Rechtssätze) des Obersten Verwaltungsgerichtes Wahl gerichtes augeschlossen, wie sie bisher in deutscher Sprache nicht vorhanden ist. Weiter enthält die Sammlung Wuster von Eingaben, Retursen und Beschwerden on die Bes hörden, soweit sie bei Anwendung der Gemeindewahlgesche in Frage kommen, ein übersichtliches Inhaltsverzeichnis, sowie ein ausführliches Zach register ergänzen das Buch und machen das Nach. schlagen auch für den Laien einfach und bequem. Das 160seitige Buch in Taschenformat ist auf sehr gutem, holzfreiem Papier gedruckt und mit cinem festen Leineneinband, mit Golddrud, vornehm und dauerhaft ausgestattet. Durch seinen Inhalt wird das Buch für jeden öffentlichen Funktionär nicht nur zur Wahlzeit, sondern für den ständigen Gebrauch ein verläßlicher und unentbehrlicher Ratgeber sein. Der Preis des Buches beträgt K 15.--. Der geringe Preis ist nur möglich, weil das Buch in größerer Auflage hergestellt wurde Bestel lungen sind zu richten an: Das Parteisekretariat in Prag II., Nekazanka 18, und an die Parteibuchhandlungen. über 12.000 Meter Höhe das Gefühl gehabt zu haben, als ob sämtliche Glieder gelähmt seien. Er gab selbst zu, daß beim Abstieg sein Orientierungsfinu teilmeise gestört mar. Erfahrung mit den Staustufen- Wehren der] Lanalisierten Moldau und Elbe. Im Laufe der Jahre 1898 bis 1918 wurden im Bereiche des Flußlaufes der Moldau von Prag nach Melnik und der Elbe von Wielnif flußzabwärts 10 Staustufen errichtet. Die Wehre sind größtenteils Nadelwehre, nur einige sind Schüßenwehre. Im umgeklappten Zustande ist die Schiffahrt auf der Moldau für Schiffe mit größerent Tiefgang fast unmöglich. Im Intereſſe der Schiffahrt iſt es also notwendig, daß diese Wehre zeitlich im Früh jahre aufgeklappt werden und im Herbst so lang als möglich aufgestellt bleiben. Im Hinblick auf die Frühjahrshochwässer ist es aber gewöhnlich notwendig, die eben aufgestellten Wehre wieder umzuklappen. Beim Umflappen im Spätherbste ist wieder die Konstruktion durch plötzliches Einfrieren des Flußlaufes gefährdet. Die Nadeln dieser Wehre erforderten im Jahre 1923 einen Aufwand von ungefähr 150.000 K, im Jahre 1924 ungefähr 135.000 K, also recht beträchtliche Summen. Gegenüber diesen Nadelwehren sind die Schüßenwehre bedeutend wirtschaftlicher, da die Abnüßung der Schüßen verhältnismäßig flein ist. Der Jahresbedarf an Nadeln( ihr Verschleiß) beträgt 5-10 Prozent ihrer Gesamizahl. Bei der systematischen Durchführung der Elektrifizierung der Tschechoslowakischen Republik werden allmäh fich diese Nadelwehre durch mechanische Walzen wehre oder Stonch Wehre ersetzt.( Mitteilungen des öffentlichen technischen Dienstes, Seft Nr. 15.) Das Land der Hundertjährigen. Bulgarien, das bekanntlich keine größeren Sorgen hat, hat eine Enquete veranstaltet, um festzustellen, wie viel Hundertjährige in seinen Grenzen leben. Ob die bulgarische Regierung, wenn sie alle kennt, die Absicht hat, sic, die einmal bessere Zeiten gejchen haben, also revolutionärer Gesinnung verdächtig sind, irgendwie doch endlich zum Sterben zu bringen, wird nicht mitgeteilt. Man will sie borderhand nur statistisch erfassen. Nun ist das aber bei den Bulgaren nicht so leicht. Man kann sich vorstellen, daß es einer, der so hundert Jahre und mehr alt ist, mit dreißig oder vierzig Jahren auf oder ab nicht so ernst nimmt, und daß er, der nie ein Dokument lesen, geschweige denn etwa schreiben konnte, im Laufe der Zeit das Datum seiner Abstammung vergessen hat, nimmt auch nicht wunder. So fam es denn, daß dem bulgari Tours entgleift. Der Zugsführer wurde getötet. schen statistischen Amt gan; fabelhafte Ziffern ge- Der Sachschaden ist bedentend. Die angestellte nannt wurden. Die letzte Zählung der Hundert Untersuchung hat ergeben, daß es sich um einen jährigen fand im Jahre 1920 statt. Von 100.000 Sabotage aft handelt. Die Schienen sind geEinwohnern waren damals 268 zwischen 90 und lodert worden. Die Lokomotive, der Tender und 39 und 143 mehr als 100 Jahre alt: cine im der Postwagen wurden umgeworfen. Die fünf Unfall Fritt von Opels. Der bekannte Sports Vergleich zu andern Staaten ganz ansehnliche Pullmannwagen sind jedoch nur aus den Schiemann und Automobilindustrielle, Fritz von Opel, Zahl. Denn in Amerika bei Vergleichen zu Re- nen gesprungen. Außer dem Zugsführer, der ge erlitt bei einer Fahrt mit seinem Rennmotorfordzweden zicht man immer zuerst Amerika tötet wurde, find sämtliche Zugsbeamten und Reis boot auf dem Main einen schweren Unfall. Als Ein Glaßen- Kuß und seine Folgen. Ein„ ehe heron zählte man nur vier Hundertjährige fenden unverletzt. er an dem.Boot, mit dem er unlängst in Paris widriges Verhalten", das sich ein Fabrikant aus auf Hunderttausend. Die Enquete in Bulgarien Die verunglückten jugoslawischen Flieger nicht aus internationalen Kennen als überlegener Sieger dem Reiche während seines Aufenthaltes in Ber hat auch zu erforschen gesucht, warum die tot. Zufolge Wieldungen aus Feldkirch ist es den hervorging, eine neue Steuerung ausprobierte, in nach Meinung seiner Frau hatte suschulden Leute so alt werden. Ein Grund dafür ist bei den Aerzten des dortigen Spitals gelungen, die vorheriching sich das Boot im 70 Kilometer- fontmen lassen, führte zu einem nicht alltäglichen heutigen Zuständen in Bulgarien wirklich nicht zwei Tagen an der Isabellaspie erstarrt vorge Tempo. Fritz von Opel geriet dabei unter das Scheidungsprozeß. Nach der Rückkehr des Gatten jo ohne weiteres zu finden. Und da hat man her fundenen jugoslawischen Flieger, Pilot Leutnant fieloben treibende Boot. Hilfeboote woren rasch zur fand die Frau in seinem Smoking ein Taschentuch, ausgefunden, daß diese Leute erſtens Familien Pajevic und Oberstleutnant Sivorad Petro Stelle und konnten den Bewußtlosen retten, der sich das verdächtige rote Flecke aufwies. Stein Zweifel, angehören, deren Mitglieder schon immer sehr altic, ins Leben zurückzurufen. Diese Nachricht hat verhältnismäßig rasch wieder erholte. sic stammten von Lippenschminke. Also reichte geworden sind, daß sie zweitens sehr mäßig whne nach der vorhergehenden Feststellung ihres Todes Ehrenvolle Anhänglichkeit. Einer der bekann die Gemahlin die Scheidungsklage ein. Bei den Alkoholgenuß gelebt, spät geheiratet und wenig durch die Presse in der Belgrader Oeffentlichfeit testen und erfolgreichsten Berliner Striminaibcamien, Freunden der Familie fici allgemein auf, daß der Fleisch gegessen haben. Die bulgarische Regie größte Freude und Begeisterung hervorgerufen. Albert Dettmann, wurde dieser Tage beerdigt, hellagte Gatte dem Prozeß mit großer Ruhe entrung fan also wirflich nichts dafür... Unter der großen Trauergemeinde, die sich auf dem gegensah. Vor der Ehescheidungskammer erschien der Gemahl mit einem starken Zeugenausge Friedhof eingefunden hatte, befanden sich nicht nur viele Kollegen des Polizeipräsidiums, sondern zahl- hot: dem Conferencier eines Berliner Tanzpalastes, reiche Personen, mit denen Dettmann einst beruflich einem bekannten Komifer, zwei hübschen Tänzerin nen und drei Gästen des Tanzpalastes. Wit Hilfe in eine nicht gerade angenehme Berührung gekom men war. Aber vicle der Verbrecher, die Dett- dieser Zeugen wurde solgender Tatbestand erhärtet: mann einst unschädlich gemacht und ihrer Strafe zu Die Flede am Tajchentuch waren Lippenschminke. Diese stammte von einer der Tängerinnen. Um ihren geführt hatte, bewahrten diesem Beamten eine außer gewöhnliche Anhänglichkeit, weil er als Mensch von Tonzdarbietungen einen größeren Erfolg zu sichern, Ein betrügerischer Juwelier. Die Berliner ihnen hoch geachtet war. Denn Dettmann sette sich arbeiteten sie mit einem Zwischenspiel. Während des Kriminalpolizei hat den Staufmann Karl Traub immer wieder dafür ein, die Opfer seiner Tätigkeit Tanzes begab sich eine der Tänzerinnen zu einem der festgenommen, der einen Juwelengroßhandel mit von dem Wege des Verbrechens wieder in geordnete männlichen Gäste, der eine schöne Glake aufwies einem Sommissionsbüro betrieb. Den Anstoß zu Verhältnisse zurückzuführen. und verabreichte ihm einen Stuß auf den Schädel. dem Eingreifen der Behörden gab eine Anzeige Die allgemeine Heiterfeit steigerte sich jedesmal beEin Schaß gefunden. In der holländischen Proder Londoner Juwelenfirma Strauß u. Sohn, vinz Limburg stießen spielende Kinder in der senders, wenn die übrigen Gäste die Spuren, der die an Strous cine Forderung von 25.000 Marf geschminkten Lippen auf der leuchtenden Glaze festNähe des Ortes Heerlerheide etwa 20 Zentihatte und feine Dedung erlangen fonnte. Zwei Bariser Juvelenjirmen find um je 12.000 Mart meter unter dem Beden auf große Mengen Sil- ſtellten. Der beffagte Ehemann war an einem bermünzen, insgesamt 151 Stück, die nach der Abend das Opfer der Tänzerin. Natürlich versuchte geschädigt, zwei Antwerpener um 11.000 Warf. Ein Musikprosessor, der die Violine haß. Der Ludwig XV. und Ludwig XVI. stammen. Es find Prägung aus der Zeit der französischen Könige er mit seinem Toschentuch die Spuren des Kusjes Insgesamt belaufen sich die Bajjiva auf 183.000 ohne an die Frau Gemahlin zu denken- mög Marf. Traub hatte vielfach verpfändete wertvolle jüngste Musikprofessor Frankreichs, der achiund sogenannte französische Silberkronen mit dem Drei- lichst rasch zu beseitigen. Da alle Zeugen diesen VorSteine in betrügerischer Weise mehrfach weiter zwanzigjährige André Sarnette, iſt ſochen zum Leh- lilienwappen der Bourbonen, die bekanntlich einen gang becideten und ein Chemiker ausdrücklichſt be rer des Orgelspiels am Staatlichen Konservatorium hohen Silberwert haben. An der Fundstätte befand scheinigte, daß die roten Flecke der Lippenschminke Grenzseindschoji. Am Dienstag tam es an zu Paris ernennt worden. Sarnette heat über die fich früher ein großer Bauernhof, dessen Gebiet von der Tänzerin entsprechen, löfte sich der Prozeß in der serbisch- bulgarischen Grenze in Dragomaner Entwicklungsmöglichkeiten der modernen Musik sehr den Franzosen in der Nacht vom 7. auf den 8. He allgemeines Wohlgefallen und ein heiteres Frühſtüd Abschnitt zu einem Zwischenfall. Bei dem Zu- persönliche und fortschrittliche Anschauungen und hot bruar 1793 betreten wurde. Sehr wahrscheinlich hat auf, an dem olle Zeugen, einschließlich der Tän sammenstoß wurde ein jugoslawischer Soldat ge- erklärt, daß er alles daran sezen werde, als Hoch damals der Bauer, der bald nachher gestorben ist, zerinnen, teilnahmen. tötet. Tags darauf griffen die jugoslawischen Sol- schullehrer diesen neuen Entwicklungsmöglichkeiten seinen Silbervorrat an dieser Stelle aus Furcht vor Cine Straße der Zufunft". Als die Straße daten zu Repressalien und töteten einen bulga die Wege zu ebnen. Ich hasse die Violine", erklärte Erpressungen begraben. der Zukunft". die alle Anforderungen praktischer, rischen Bauern und dessen Tochter, der seine er, und ich verstehe nicht, warum man sie die Fleischvergiftung. In Brieg( Schlesien) erfrank- hygienischer Bauweise in sich vereinigen soll, wird Grundstüce auf serbischem Gebiete hat. Es Mönigin der Instrumente genannt hat. Mir crten über 40 Personen nach dem Genuß von die Rue Mallet Stevens in Auteuil bei Varis bewurde eine Untersuchung eingeleitet. scheint die Zeit nicht mehr fern, da man die spielen Fleisch- und Wurstwaren, die sie von einer Bauers zeichnet. Diese Straße, die eben vollendet wurde, den Musiker entbehren kann und das Gesamtorchester frau bezogen hatten, an schweren Vergiftungs- trägt ihren Namen nach ihrem Erbauer. Von außen nur noch eine große Maschine darstellen wird. Erst erscheinungen. Todesfälle sind allerdings bisher betrachtet, gleichen die Gebäude dieser Straße einer dann wird uns die beruhigende Gewißheit gegeben nicht zu verzeichnen. Die Frau, die die Fleischwaren Reihe von Fabriken, Warenhäusern oder Garagen. sein, die Partituren unserer Meisterkomponisten in vertrieben hat, konnte festgestellt und ihre Ware Aber von oben her. vom Flugzeug gesehen, erweden sie den Eindruck von Blumengärten; denn die Häu Im Munde eines Organiſten find das besonders be: Große Wehlbiebstähle in Berlin. Beobachtungen ser sind terrassenförmig gebaut, und ein jedes von merkenswerte Anschauungen, die seiner Lehrtätigkeit der Berliner Striminalpolizei führten zur Verhaf- ihnen besitzt sein eigenes„ Solarium", einen Raum, tung von nicht weniger als 38 Wehitutschern, der den Sonnenstrahlen offen steht, wo ein Garten mit berechtigten Bedenken entgegensehen lassen. Neue Ozcanflieger unterwegs. Die beiden die sich Diebstähle an der ihnen anvertrauten Ware angelegt werden fann und Sonnenbäder genommen amerikanischen Flieger Tully und Redcalfe hatten zuschulden kommen lassen. Sie fragten werden können, ohne daß neugierige Blicke der Nach find am Donnerstag morgen abermals auf dem während der Fahrt einige Pfund Michl aus den barn oder der Vorübergehenden eindringen könnten. Flugplatz von London in der kanadischen Provinz vollen Säcken und füllten das Diebesgut in leere Die eigentliche revolutionäre Tat des Architekten be Ontario zum Fluge nach Englands Hauptstadt Lon- Säde. Das gestohlene Mehl lieferten sie an einen steht darin, daß im Gegensatz zu den anderen Pariser don aufgestiegen. Die beiden Flieger wollen auf Bädermeister und einen Kaufmann. Auch der Säusern hier ein Maximum au Luft und Tageslicht Neufundland eine kurze Zwischenlandung vorneh Bäckermeister wurde festgenommen, der Kaufmann eindringen fann. Dies gelang demi Baumeister da men und dann sofort den Flug nach Croydon fort erlitt aus Angst vor der bevorstehenden Verhaftung durch, daß er au Stelle der bisher üblichen vertikal ießen. Ein zweites Flugzeng, mit den Fliegern einen Schlaganfall. sich erstreckenden Fenster solche in horizontaler Rich Miller und Wood an Bord, ist gleichfalls am Neuer Flugrekord. Der französische Flieger tung setzte. Dadurch wird der Ventilation der InDonnerstag morgen in Windsor( Ontario) zum Callizo erreichte bei einem Höhenflug die Höhe nenräume viel besser gedient und vor allem kann Flug ohne Zwischenlandung nach Windsor, der von rund 13.000 Metern und brach damit seinen das Sonnenlicht in breiten, ungehemmten Wogen Sommerresidenz des englischen Königs in der Nähe eigenen Weltrekord im Höhenflug von 12.444 durch die horizontal sich ausbreitenden Fenster ein. von London, ausgestiegen. der amerikanische Flieger Metern. Der Flieger erklärte nach seiner Landung, dringen. Langjam, aber sicher. Die Blätter melden cus London: Ein Brick, her am 30. November 1865, also vor 62 Jahren, in einen Bostfasten gegenürer dem französischen Botschaftsgebäude geworfen worden war, ist gestern an seinen BeStiamungsort, der foum zwei Stilometer von der afgobeitelle entfernt ist, ausgetragen wor den. berfauft. Beim Plädoyer vom Schlag gerührt. Bei der Verhandlung der Potsdamer Disziplinarstraffammer gegen zwei Oberlandjäger brach während des Plädoyers Rechtsanwali s och mann zu wie die„ B. 3." meldet, der noch jungen Anwalt getroffen. Der wirkliche Prinz flagt den Malil- Berlag. Wie die B. 3." berichtet, hat Prinz Wilhelm von Preußen den Matif Verlag verklagt, weil er sein Bild neben dem von Domela gebracht hat. Er fordert die Einstellung des Verfaufes des Buches, das Domela über seine Streiche als angeblicher Prinz geschrieben hat. Er beruft sich darauf, daß er nicht als eine der Zeitgeschichte angehörige Person zu gelten habe, aber auch wenn dies der Fall sei, müsse ihm das Recht am eigenen Bilde ebenso zugebilligt werden, wie seinem Großvater, dem Ertaiser Wilhelm, der das Verbot eines Staiserfilmes durchsetzte. Der Schnellzug Paris-- Bordeaux ist gestern Lurz nach Mitternacht in der Nähe von Joue les Ein Tizian und ein Holbein für die Nationalgalerie. Der vor furzem verstorbene Carl von Effingham hat den Londoner Museen einige kostbare Gemälde vermacht. Die Nationalgalerie erhält u. a. das Bildnis des Connerable von Bourbon von Tizian und das Porträt des Thomas Howard, 3. Herzogs von Norfolk, von Holbein d. J. Es sind dies zwei Meisterwerke des Bildnismalerei, die einen außerordentlichen Wert darstellen;' man schäßt ihn für beide Bilder auf mindestens 800.000 Diarf. Ein signiertes Bildnis Tizians bringt heutzutage auf einer Versteigerung zwischen 100.000 und 400.000 Mart, und erstklassige Bildnisse Holbeins sind noth ziel seltener und daher viel teurer. So wurde Holbeins Werl„ Die Gesandten" 1891 für 1,100.000 Mart für die Nationalgalerie angekauft. Auch der Tategalerie hat der Earl einige vorzügliche Porträts englischer Maler vermachi. Samstag, 3. September 1927. Tonnen. Deutscher Dampfer in Brand. Der Frachtdampfer„ Baterland" der deutschen Levantecinic in Hamburg ist im nordafrikanischen Hafen Cotto in Brand geraten. Baffagiere befinden sich nicht an Bord. Der Dampfer, der sich auf der Seim reise nach Hamburg befindet, hat 2.800 Register Das große Los gezogen. Das große Los der Breußisch- Süddeutschen Klassenlotterie ist am Mittwoch vormittag um 10 Uhr mit der Nummer 231.135 gezogen worden. Der Haupttreffer von 500.000 Mark fällt in der einen Abteilung nach Berlin, in der anderen nach Erfurt. In Berlin wurde das Los in vier Vierteln gespielt, so daß auf jeden Spieler rund 100.000 Mark entfallen. Die glücklichen Gewinner sind Kaufleute und die Tochter einer Witwe, die sich gegenwärtig auf einer Urlaubsreise befindet. In Erfurt wurde die Glücksnummer in Achteln gespielt, und zwar von kleinen Angestellten und Arbeitern, von denen jeder rund 30.000 Mark erhält. Am letzten Tage der Ziehung, bemt 16. September, fallen noch einmal 500.000 Mart auf den ersten Gewinn über 1000 Mark, der an diesem Tage gezogen wird. find. Gerichtssaal. Volkswirtschaft. ebenfalls Vertragsgebiet ist. Sefte B Davon Eine internationale Konferenz über die Kropf. frage fand auf Einladung des Staatlichen Gefund. heitsamtes der Schweiz in Bern vom 24. bis 26. Auguſt ſtatt, zu der weit über hundert Fachgelehrte Verhandlungen beim Lohnschiedsgericht diefer Horberung zu entsprechen, well the hobused erschienen waren. Für die Beurteilung des Kropfproblems, das im Hinblick auf die seit einigen Jah die Geltung des Vertrages auch im Romotaner Unter diesem Titel erschien im„ Sozialdemokrat" Bezirke zu fördern hoffte. She war aber auch ge nahme des Kropfes der Jugendlichen von ernſteſter gende Schlußfäße hatte:„ Bei der Verhandlung Arbeitnehmerorganisationen für den Fall der Ab. ren auch in Preußen beobachtete bedenkliche Zu- Nr. 185 vom 9. August 1. J. ein Artikel, der fol- nötigt, diese Forderung zu erfüllen, weil sich die Bedeutung ist, hat die Konferenz in Bern eine Reihe wurde auch festgestellt, daß der Arbeitgeberbund für lehnung ihrer Forderung die Ausscheidung eines neuer Gesichtspunkte und wertvolles Material gelie das Baugewerbe in Karlsbad beim Vertragsabschluß Bezirkes aus dem Vertrage auch ihrerseits vorbefert, dessen weitere Verarbeitung die preußische Me- und auch nachher eine etwas sehr, sehr sonderbare hielten. Dadurch es sollte dies der für unsere dizinalverwaltung unter Hinzuziehung der berufenen Rolle gespielt hat. Eine Rolle, die mit den allgemein Organisation immer schwierige Bezirk Asch sein Fachärzte bald in Angriff nehmen wird. Das Haupt- üblichen Ehr- und Moralbegriffen kaum in Einklang wäre aber der Wert des Vertragsabschlusses zweifelthema der Verhandlungen war die Prophylage( Vor su bringen ist." beugung) des endemischen Kropfes. Aus der Diskushaft geworden." fion ging hervor, daß die Ausichten theoretisch ziem durch diese Säße zu Unrecht angegriffen worden sei. Arbeitgeberbund in einer Ausschußſißung am 9. DeDer Arbeitgeberbund teilte dazu mit, daß er Es wird dann noch weiter mitgeteilt, daß der lich auseinandergingen. Praktisch waren die Teilneh- Seine Haltung während des Karlsbader Vertrags- zember 1926 beschloß, den Mugliedern des Noms mer darüber einig, daß die in der Schweiz, in Bay abschlusses, sowie auch nachher sei forrett gewesen. tauer Bezirkes den Austritt bis 31. Dezember 1926 ern und Desterreich durchgeführten Versuche mit Der Arbeitgeberbund stellte eine Darstellung des freizustellen, obwohl nach den Bestimmungen der jodiertem Salz sehr zu begrüßen seien und daß es wahren Sachverhaltes in der Angelegenheit in Aus- Sabungen der Austritt nur nach vorhergehender wünschenswert sei, diese weiter durchzuführen und sicht, und sprach dabei den Wunsch aus, daß nach halbjähriger Stündigung möglich wäre. auszubauen. Es wurde dabei darauf hingewiesen, daß Kenntnisnahme dieser Darstellung eine Richtigstel maten die Nomotoner Unterrehmer nun Gebrauch. die Befürchtungen der Bauernschaft, daß die Verabung der Schlußsäße von der Notiz vom 9. August Trotzdem schloß der Arbeitgeberbund am 20 Dezem reichung von jodiertem Salz an das Vich eine nach. 3. erfolgen möge. Die Darstellung ist nun vom ber 1926 den Vertrag mit dem Deutschen BauSegenverfolgung" in Bosnien. Der Aberglau- teilige Wirkung haben könnte, gar nicht zugetroffen Arbeitgeberbund eingelangt und kann dem geäußer- arbeiterverband und den übrigen foalierten Organi ven bosnischer Bauernweiber führte in Travnik zu einer Hegenberfolgung, deren Opfer eine Engten Wunsche Rechnung getragen werden. Auszugs- sationen ab, nach welchem der Komotauer Bezirk weise besagt die Darstellung folgendes:" länderi n war, die sich dort zum Besuch einer Freundin aufhielt. Bei einem Spaziergang im ,, Am 5. August 1. J. hat das Lohnschiedsgericht Auf Wunsch des Arbeitgeberbundes in Karlsbad Walde wurde die Fremde von einer alten Bäuerin in Prag über eine Klage des Deutschen Bauarbeiter ser deshalb festgestellt, daß auf Grund der VereinEine nette Ausrede. beobachtet, wie sie mit ihrem Photographen verbandes gegen 52 baugewerbliche Arbeitgeber des barungen sein Vorgehen gegenüber den Komotauer apparat Aufnahmen, vor allem auch von einhei Prag, 2. September. Der Vaclav Vesely Komotaner Bezirkes entschieden. Ueber die Vor- Unternehmern einwandfrei und korrekt sein mag. mischen Kindern, machte. Die Alte eilte ins Dorf aus Oset verfolgte die Anna Bernašef, mit der gänge bei dieser Verhandlung des Lohnschiedsgerich Ob dies aber beim Vorgehen gegenüber den Arbeiund alarmierte die übrigen Frauen mit der Angabe, er früher ein Liebesverhältnis unterhielt und die tes sind insbesonders seit Veröffentlichung eines terorganisationen ebenfalls zutrifft, kann ruhig zur daß sich im Walde eine Here Herumtreibe, die ihre ihm den Laufpaß gegeben hatte, mit Liebesanträgen. Artikels im„ Sozialdemokrat" vom 9. Auguſt 1927 Beurteilung der Oeffentlichkeit überlassen werden. Kinder verheyen wolle. Zahlreiche Frauen fielen mit Einmal lauerte er ihr auf, als sie gerade mit ihrem verschiedene Gerüchte im Umlauf, welche den Arbeit. Es sei wiederholt, die klare unzweideutige VereinStöcken über die Engländerin her und verletzten sie neuen Verehrer, einem gewissen Vitous, in den geberbund einer unkorrekten Handlungsweise in der barung war, entweder Komotau Vertragsgebiet oder schwer. Die„ Sexe", die nicht serbisch konnte, ber- Abendstunden des schönen Sommers am Rande des Frage der Mitgliedschaft der Komotauer Bau- im gegenteiligen Fall Asch ebenfalls vertragslos. mochte sich mit den Frauen nicht zu verständigen. Waldes lustwandelte. Plößlich tauchte der Vesely auf gewerbetreibenden bezichtigt. Zur Richtigstellung Der Arbeitgeberbund hat sich Asch als VertragsDie Behörden haben zehn der Frauen festgenommen. und rief:„ Já mám dvě kulky a ty budeš citit brzy dieser Gerüchte halten wir folgende Aufklärung für gebiet„ erworben", Komotan gilt für ihn aber nicht v sobě!" Dann hörte man zweimal etwas wie notwendig: mehr als solches. Daß hier etwas nicht in Ordnung Schüsse.( Die Bedeutung des Ausrufes ist:„ Ich Im politischen Bezirk Komotau konnte sich der geht, wird jedermann flar erkennen. habe zwei Kugeln und die wirst du bald in dir Arbeitgeberbund infolge besonderer Umstände nicht spüren!") Die Geliebte erstattete die Strafanzeige in der gleichen Weise durchsetzen wie in den übrigen wegen gefährlicher Drohung. In der heute vor dem Bezirken des Handelskammersprengels Eger. Die OLGR. Mrazek stattgefundenen Verhandlung ver- Komotaner Arbeitgeber betreiben seit dem Jahre teidigte sich der Angeklagte, daß es sich um einen 1922 eine eigene und eigenartige Lohnpolitik, welche Ländern Fortschritte zu verzeichnen. In FrantDie Berufsberatung hat in verschiedenen Scherz gehandelt hätte, da die Aeußerung durch ein im wesentlichen auf die Ablehnung jedes Kollektiv- reich hat der Präfekt des Seine- Departements Wortspiel in der tschechischen Sprache auch als derb- vertrages hinausging. Die Komotaner Arbeitgeber wie die vom Internationalen Arbeitsamt herobszöner Wiß aufgefaßt werden kann. Das Geräusch waren auch mit ganz geringen Ausnahmen nicht ausgegebenen Informations Sociales" berichten der Schüsse hätte er durch Klatschen in die Hände Mitglied des Arbeitgeberbundes. Bemerkt wird, daß die Aufmerksamkeit der Erzieher auf die Be hervorgerufen. Jedenfalls ist es eine nicht alltägliche in dem Kollektivvertrag vom Jahre 1920 der poli- deutung dieser Angelegenheit gelenkt. Es wird Ausrede, der sich da der Angeklagte bediente. Das tische Bezirk Komotan noch in das Vertragsgebiet vorgeschlagen, an jeder Volksschule einen AusDastische Gericht schenkte dieser Art von Verteidigung keinen einbezogen war. Im Jahre 1921 kam kein Kollektiv schuß für Berufsberatung zu errichten. Dem Glauben und verurteilte ihn zu zwei Monaten vertrag zustande, während der Vertrag des Jahres Ausschuß sollen angehören: Der Schuldirektor, Rerker. 1922 in der Aufzählung jener Bezirke, auf welche die interessierten Lehrer, die ärztlichen Aufsichtssich der Vertrag bezicht, den politischen Bezirk personen, ein Fachmann auf dem Gebiet der Be Komotan nicht mehr nennt. rufsberatung und je ein Vertreter der Arbeit. Kleine Chronit. Das Hotel für Fünfziger. Die Hotelbesitzer von heute finden eine besondere Schwierigkeit darin, es allen recht zu machen. Hente, wo überall die Jazz band herrscht und überall getanzt wird, können sich öltere Herrschaften in dieser allzu lebhaften und geräuschvollen Umgebung nicht mehr wohlfühlen. In England ist deshalb in letzter Zeit, besonders in den großen Bädern, eine neue Klasse von Hotels entstanden, in denen ältere Leute eine friedliche Unterfunft finden. In diesen Holets für Fünfziger" ist der Tanzsaal gegen alle Geräusche vollständig abgedichtet, so tak die Musik in den Gastzimmern nicht gehört werden kann. Die Zimmer für die älteren Gäfte liegen in demjenigen Teil des Gasthauses, der von dem Konzertraum und Tanzsaal am weitesten Eine gestörte StříbrnýBersammlung. Berufsberatung. ist. Hier befinden sich auch Lese- und Schreibzimmer des Herrn Stribrny veranstaltet durch Herrn Josef an die Organisation und an den Kollektivvertrag zu der Berufsberater statt. Es beteiligten sich 40 Insowie der Spielsaal. Die Temperatur der Straße. Sehr wissenswerte Feststellungen erfolgten durch den englischen Forscher Mariot auf Grund seiner Messungen über die Der Arbeitgeberbund bemühte sich seitdem un- nehmer und Arbeitgeber. Prag, 2. September. Die politische Partei" ausgesetzt, die Komotauer Mitglieder zum Anschluß In der Schweiz fand die 4. Konferenz Kuchta, Beamten im Statistischen Amte in Prag, bewegen. Bei einer in Komotau am 18. Juni 1924 tereffenten aus 13 Kantonen. Verhandelt wurde durch Herrn Josef Fort, Beamten im selben Amte, abgehaltenen Sitzung der Komotauer Arbeitgeber, über die leitenden Grundsätze der Berufsberatung und noch zwei andere Einberufer am 23. Juni von bei welcher der Sekretär des Arbeitgeberbundes über und über die praktische Seite der Lehrstellenve8 bis 10 Uhr abends im Narodni dum in Smichow die Notwendigkeit der Mitgliedschaft beim Arbeit mittlung. Temperaturen von auf der Straße befindlichen Ob eine Versammlung. Hier hielt ein Herr Svarc eine geberbund referierte, gelang es, eine größere Anzahl jetten. Die Wärmebeſtimmungen, die an ſehr war flammende Rede gegen Sowjetrußland. Ein paar der Komotaner Arbeitgeber für den Beitritt zu ge- tut zu Warschau, troß seines erſt furzen BeIn Polen hat das psychotechnische Juſtimen Spätsommer- und Frühherbsttagen in Straßen Lordons vorgenommen wurden, ergaben zum Bei- Zwischenrufe fielen und auch Ausrufe wie: Hoch winnen. Der Beitritt erfolgte jedoch unter der Bestchens, bereits 500 Schüler geprüft, deren Bespiel, an einem Augusttag um 2 Uhr nachmittags Herrn Stribrny ließen die Schreier durch die Polizei der Bezirk Komotan nicht automatisch in das Ver- gemeindliche Laboratorium für Psychologie in Lenin! Gs lebe Sowjetrußland! Die Ordner des dingung, daß durch den Beitrit zum Arbeitgeberbund rufsberatung besonders schwierig war. Auch das gemessen, daß sowohl das Asphaltpflaster wie auch feststellen. Es handelt sich um sechs junge Burschen, tragsgebiet einbezogen werden solle. Bei Abschluß Lod; entfaltet eine rege Tätigkeit. der Bürgersteig einer großen Straße die Temperatur lauter halbwüchsige Elemente, darunter sogar einen des Vertrages sollten vielmehr die Komotauer Mitvon 38 Grad Celsius und ein beteerter Wag 39 Grad In Deutschland liegt dem Reichstag Celsius aufwiesen, während die steinernen Treppen Schüler der Handelsakademie. Die Burschen hatten glieder über die Frage, ob der Bezirk Komotau in ein Gesetzentwurf über Berufsberatung vor. Er der Westminsterabtei nur 28 Grad warm waren. Im sich heute vor dem Einzelrichter OLGR. Sonka den Vertrag einbezogen werden soll oder nicht, ent- bezieht sich auf schulentlassene Kinder unter 14 Verlauf der gleichen Mejjung, die bei einer nahe der wegen des Vergehens gegen das Gesetz vom 12. scheiden. Würde die Mehrzahl der Mitglieder die Jahren, auf Jugendliche von 14-18 Jahren, Kathedrale gemessenen Schattenlufitemperatur von August des Jahres 1921, 3. 309, Abs. 4( Störung Einbeziehung in den Vertrag ablehnen, dann sollte sowie auf ältere Lehrlinge beiderlei Geschlechts ,. 33 Grad Celsius stattfand, wies aber ein eisernes einer Versammlung) zu verantworten. Das Straf der politische Bezirk Komotan nach wie vor in das die vor Vollendung des 18. Jahres in eine Lehre Treppengeländer nicht weniger als 43 Grad Celsius ausmaß ist mit einer Woche bis drei Monaten fest- Vertragsgebiet nicht einbezogen werden. Unter die- traten. auf. Eine Messung, die am nächsten Tag erfolgte, gesetzt. Alle Burschen sind bisher nicht vorbestraft fer Bedingung erfolgte somit der Eintritt der Mehrerstreckte sich auf Bodentemperaturen. Sie zeigte, daß und verantworten sich natürlich, daß sie es nicht zahl der Komotaner Arbeitgeber in unseren Arbeit. der Boden in einer stark beschatteten Parkallee 29 gewesen seien. Die einvernommenen Ordner sagten geberbund. 8 der 18 Gruppen des Generalrates der britiGrad Celsius warm war, in einem sonnigen Kies- nicht übereinstimmend aus. Der eine behauptete, Bei den Lohnverhandlungen für d. J. 1927, welche schen Gewerkschaften werden gegenüber den für weg dagegen 36 Grad Celsius, in einem Gemüsegar- daß es sich um gewöhnliche Zwischenrufe gehandelt im Dezember 1926 geführt wurden, wurde von den die Neuwahl dieser Körperschaft auf dem diesten betrug die Bodentemperatur, in der gleichen habe, der andere, daß eine Störung und Sprengung Vertretern der Arbeiterschaft die Forderung erhoben, jährigen Gewertschaftskongreß vorgeschlagenent Stunde gemessen, im Schatten ebenfalls 36 Grad der Versammlung beabsichtigt wurde. Der Richter den politischen Bezirk Komotau mit in den Vertrag Genossen feine Gegenkandidaten aufgestellt. Als Celsius, in der Sonne jedoch 43 Grad Celsius. Bei beschloß daher, die Sache zwecks Einvernahme neuer einzubeziehen, ohne Rücksicht darauf, ob die Komo- neuer Kandidat ohne Gegenkandidat wird von den Wärmemessungen von Holzzäunen ergaben sich Zeugen zu vertagen. Wenigstens erfährt die Def tauer Unternehmer dies wünschen oder nicht. Die den Bergarbeitern A. J. Cook an Stelle des am selben Tage Temperaturen bis zu 42 Grad Cel- fentlichkeit auf diese Weise, daß Herr Stříbrný eine Leitung des Arbeitgeberbundes, bzw. die Lohnver- jetzigen Mitgliedes Robert Smillie treten. Den fins. politische Versammlung einberufen hat. handlungskommission war von vornherein gewillt, zur Zeit im Generalrat sißenden Genossen Hids Tragödie. klugen Augen schauen mir verwirrt und traurig entgegen, halb Bitte um Entschuldigung, halb auch stiller Vorwurf: denn er meint, ich wisse nicht um feine junge Seele. Generalratswahlen in Großbritannien. In und Purcell der Gruppe Bauarbeiter und Holzarbeiter werden F. Kennedy( Bauarbeiter) und Wolstencroft( Solzarbeiter) gegenübertreten. Gegenüber Findlay, J. Rowan und A. B. Swales werden Chadwick und G. Parker treten. Gegen Ben Turner wird G. W. Jones kandidieren. Internationale Information. Dem vom Denn nur um Geld verkauft diese kapitalistische Gesellschaft alles, Bildung und Wissen genau so wie Perlenkolliers, Gesundheit, Margarine oder An drei Abenden in der Woche fommt ein Menschen. Und was hat der Staat getan, jechzehnjähriger Seberlehrling zu mir. Ein reich, Zu dumpfer Hoffnungslosigkeit wird oft die damit diese Werte, die in den Gehirnen unzähliger vielleicht ein hervorragend begabter Mensch, in ser Blick in mir: Vielleicht ist doch des Jungen Proletarierfinder schlummern, nicht zu Grunde dem die tragische Sehnsucht unserer Arbeiter- heldenhafter Ramps um sein Ziel vergebens, vicl- gehen, nur weil der Vater kein Bankkonto hat? 5.- 10. September tagenden Britischen Gewerkjugend nach geistigem Leben qualvoll flar schon leicht wird doch eines Tages die Macht der Ma Derselbe Staat, der mit den rohesten und gemeinschaftskongreß wird eine Resolution vorliegen, in bewußt ist. schine stärker sein als sein stolzes Ich will", und sten Mitteln die besißlosen Frauen zwingen will, der der Generalrat beauftragt wird, eingehende Als er die Volksschule verließ, da redete der es wird zersplittern zu einem müden„ Ich kann immer und immer wieder Kinder zu gebären in Informationen über folgende Fragen zu beschafLehrer seinem Vater zu, er solle ja den Jungen nicht mehr!" In dieser Stunde wird der Mensch dieses dreckige Dasein. Der Staat, dessen Sehn- fen: Entwicklung der internationalen Trusts und auf eine höhere Schule schicken, es wäre jammer- dann zerbrechen. jucht es ist, dem Kapitalismus wieder wie 1914 Kartells, Finanzpolitik solcher Körperschaften, schade, wenn.... Als aber der Vater fragte, wo Auf den Bänken der höheren Schulen, was eine Generation Jugendlicher zur Vernichtung in Löhne die sie in den verschiedenen Ländern in er als Kurzarbeiter, bei einer fünfköpfigen Familie, hocken da oft für trübselige Tröpfe, interesselos, Gas und Grauen zur Verfügung zu stellen, und ihren Betrieben zahlen und Lebensstandard ihrer das Geld dazu hernehmen sollte, da blieb der Leh- mit tiefem Widerwillen gegen jede geistige Tätig- der Milliarden jährlich zur Vorbereitung dieser Arbeiter, Produktionseinschränkungen, Preispolirer die Antwort schuldig, und der Junge tam in feit wie dankbar wären sie ihren Eltern, wenn nächsten Menschenschlächterei ausgibt. Wo blieb tik usw. die Lehre. Sein Wille zum Wissen flüchtete nun diese den Fluch der Schule von ihnen nähmen, das Motto„ Freie Bahn dem Tüchtigen!", das der Prager Produktenbörse.( OffisieIIer bom zermürbenden Stumpffinn des Tages zu mir, wenn sie ein Handwerk lernen dürften, in die Fa phrasenfrohen Republik als Wiegenlied gesungen Bericht vom 2. September.) Die heutige und es macht mir Frende, ihm von meiner( frei- brif gehen oder ins Büro. Doch die Eltern haben wurde? Ein Narr wartet auf Antwort. Produktenbörse bot trotz der schwachen Beteiligung lich schon recht schäbig gewordenen) Schulweisheit Geld, Geld!, fie fönnen sich es ja leisten. Und zu geben, was für ihn brauchbar sein könnte, und darum werden die armen Burschen durch die einiges von dem, was das Leben später mich Schule gequält, von Selasse zu lasse, bleiben fißen, lehrte. werden gepeinigt mit Nachhilfestunden und StraAn manchen Abenden aber fällt es ihm fen, um ihre Jugend betrogen... Und dabei genügte ein Teil, ein geringer Teil ein ruhiges Bild. Das Geschäft stagnierte meistens der Summen, die dem wahnsinnigen Moloch Mili- und etwas reger ging es nur am Getreidemarkte zu, tarismus in den Rachen geworfen werden, um der wo jedoch allgemein auf Grundlage der dienstägigen schmachvollsten Menschheitstragödie ein Ende zu Preise gehandelt wurde. Eine etwas festere Haltung machen und aus Tausenden unserer Arbeiterjun- herrschte in Hafer, die jedoch in den Preisen koinen schwer, Aufmerksamkeit und Denken wachzuhalten. Und tausende und abertausende von Prole- gens hochwertige Kulturfaktoren zu schaffen. Es Ausdrud fand. Mais neigte zu einer Vertenerung, Denn 9 Stunden am Tage nur die seelenmordende tarierkindern, in denen ungeheuere geistige Werte wäre unter ihnen nicht nur vielleicht, sondern doch blieben schließlich auch hier die dienstägigen Melodie der Maschinen, das macht müde. Und und Energien lebendig sind, die nußbar gemacht gewiß: ein Davin, Pasteur, Einſtein, Beet Notierungen in Geltung. Die Nachfrage nach Nleic ein Sechzehnjähriger hat noch so manchen schönen werden könnten für die Höherentwicklung der hoven... Freilich wohl auch ein Karl Marx oder war nicht so bedeutend, um eine Preisverschiebung Traum, den er leben will. So weh mir das Menschheit die müssen vor den Toren ihrer ein Liebknecht. Und das wäre natürlich eine Ge- herbeizuführen. Auf all den übrigen Märkten blietut, ich muß ihn dann anpoltern:„ Du, schlaf Sehnsucht stehen, weil der Vater nicht das nötige fahr für diese Geſellſchaft. ben die Dienstagpreise meistens nominell in Gelnicht!", er schricht zusammen, und seine großen, Geld hat, um den„ Bildungsgang" zu bezahlen. Bruno Vogel. tung. Seite 6. Kunit und Willen. „ Basantasena", das am Ende der vorigen Spielzeit neu einstudierte Schauspiel, gelangt heute zur ersten Wiederholung.( 219-3.) Die Operette„ Der liebe Augustin" geht morgen, Sonntag, bei aufgeh. Abonnement in Szene. Montag, den. September„ Der Orlow" mit Frau Schulz- Naostelberger.( 220-4.) Meine entzückende Frau" heute in der Klei nen Bühne. Sonntag, gelangt Sternheims Gesellschaftsfatire„ Die Hose" zur Wiederholung. Montag, den 5. September wird Hafenelevers Komödie ,, Ein besserer Herr" aufgeführt. unentgeltlich besichtigt werden. Literatur. Samstag, 3. Cember 1927. fulturelle Entvidlung nichts von dieser Richtung| Auswahl der Strecken besonders die Kurzstrede pfle des Fahrradsports, die Beteiligten schaden ihrer Gegen, wenn denn schon„ gerennfahrtet" werden muß, Rudolf Rocker: Die Rationalisierung der Wirt- sundheit, der Geschmack und die Ideale des Sport- möglichst auf die Gesundheit der Rennen fahrenden publikums werden verbildet und allen sittlichen Min- Sportgenoffen Rücksicht nehmen. Am gesündesten schaft und die Arbeiterklasse. 1927, Verlag Der berwertigkeiten, wie„ Schiebung", Geldgier usw., wie aber, und zugleich in fittlicher und kultureller HinSyndikalist", Fritz Kater, Berlin 634, Warschauer jeder Sport sie mit sich bringt, der der Rekordsucht, sicht am empfehlenswertesten ist das Radwandern, das Straße 62. Der Begriff der Rationalisierung wird bem Championtum offen steht, treten in Erscheinung dem, der Augen hat zu schauen, die Schönheit der in der vorliegenden Arbeit meines Erachtens zu oder bringen an den Sportsmann wenigstens die Natur eröffnet, feine Muskeln stählt, sein Wissen weit gefaßt. Roder versteht darunter die neuere Versuchung dazu heran. Ich gönne ja jedem, der vermehrt, und ihn fernýält von öder Rekordsucht, wirtschaftliche Entwicklung des Kapitalismus, die er sich ein Vermögen ,, er- renngefahren", erbogt, errun deren falsches Gold wir nur zu leicht mit unserer im übrigen zutreffend schildert. Dabei wird aber gen, erritten hat, seine daraus resultierende gute Gesundheit zu bezahlen haben. Dr. S. die ökonomisch- technische Seite der Rationalisierung Rage, aber ich bestreite, daß die Allgemeinheit und vernachlässigt. Die Polemik gegen den marristischen gerade der sporttreibende Arbeiter von dem allen Deutsche Arbeiter- Athleten in Rußland. In Sozialismus erklärt sich aus der syndikalistisch- anar- irgendwelchen Nutzen hat. Natürlich werden alle, Erwiderung eines Besuches russischer Arbeiterchistischen Einstellung des Autors. G. St. die meiner Meinung sind, nicht so hirnverbrannt Athleten beim deutschen Arbeiter- Athleten- Bund sein, dieser Richtung jede Existenzberechtigung abzuweilt gegenwärtig eine Mannschaft deutscher Schwerstreiten, aber den unseren rufen wir zu: Laßt euch athleten in Rußland. Das erste Treffen der beiden nicht blenden! Werdet nicht abwegig! Statt Rekorden Ländermannschaften fand in der Moskauer AusErtüchtigung aller! Statt dem Motorgerassel und stellungshalle statt. Es wurde in gwei Gängen nach geknalle des Schrittmachers die Freude an der den internationalen Regeln gerungen. Die deutsche Schönheit der Natur in Feld und Wald, in Berg Mannschaft gewann den Kampf mit 20: 8 Bunften. und Tal bei einer Radwanderung, die uns die Hei. Im vergangenen Jahre haben die Ruffen in mat erkennen läßt in ihrer Schönheit und unser Deutschland überlegen gefiegt. Seelenleben vertieft und veredelt. Der Film. Eugen Klöpfer spielt die Hauptrolle in dem deutschen Luther- Film, der von dem bekannten Filmdichter Hans Kyser inszeniert wird. NWK NWK WoLe AA Zephir Marke Taube Zarteste Zephirwolle zum Sticken u. Häkeln Die Taube bürgt für Güte Archäologische Sammlung der deutschen Univer fität. Das Dekanat der philosophischen Fakultät der deutschen Universität in Prag gibt bekannt, daß nach den Ferien die Sammlung des archäologischen Folgen der Hinrichtung von Sacco und VanInstitutes der deutschen Universität wieder öffent- zetti. In einem Kino der Pariser Vororte lief lich zugänglich ist; fie kann Samstag, von 8 fürzlich ein amerikanischer Film, in welchem eine bis 7 Uhr nachmittags und Sonntag von 9-1 Uhr Gerichtsszene vorkam. In diesem Augenblick erhoben sich Pfiffe und Zwischenrufe aus dem Publikum. Der Prager Sängerchor Typografia" nach Fuller wurde beschimpft; man ließ Hochrufe auf Aber vor allen Dingen ist es auch der Schaden Berlin. In Frankfurt a. M. hörte die„ Typografia" Sacco und Vanzetti steigen. Es gab einen derar- für die Gesundheit, den jedes übertriebene Ausüben der künstlerische Führer der Berliner Firma ,, Homo- tigen Standal, daß die Vorstellung abgebrochen des Zweiradsports mit sich bringt, der mich als phon- Company", Dr. Günther, ein Schüler Mahlers werden mußte. Daraufhin wurde der Film vom Sportarzt zu der oben gegebenen Einstellung zwingt. und einer der bekanntesten Berliner Musiker. Die Spielplan abgesetzt. Auf Grund dieses Vorfalles Und da eine Uebertreibung auch bei den Formen fer Tage unterschrieb die„ Typografia" mit dieser erhielten sämtliche Pariser Kinos vom Polizei des Zweiradsports möglich ist, wie sie seitens der Firma einen Vertrag, laut welchem sie im Novem- präfekten den Befehl, amerikanische Wochen Arbeiterradfahrervereine betrieben werden, so sind ber d. J. zwölf Chöre für die Schallplat- chauen nicht mehr vorzuführen. Auch die folgenden Ausführungen über die gesundheitlichen ten singen wird, u. gw.: die Staatshymnen, Chöre in der Schweiz, in Schweden und in Finn- Gefahren des Rad ,, rennens" ohnehin von Interesse von Aim, Dvořal, Fibich, Foerster, Janačel, Střička, and fanden ähnliche Protestkundgebungen statt. für unseren Radrennsport. Zunächst wollen wir die besonderen Gefahren erKunc, Křižovsky, Poforny, Smetana, Zich. Bei die In Genf wurden Kinos, in denen amerikanische jer Gelegenheit werden in Berlin zwei Konzerte Filme vorgeführt wurden, mit Steinen be wor- wähnen, die bei Unglüdsfällen diese meistens folgenfen. Sowjet- Rußland beabsichtigt einen schwerer machen und dem Radrennsport insbeson und auf der Rückreise in Dresden ein Konzert Boykott gegen sämtliche amerikanischen dere eigen sind. Zum ersten ist ein Sturz auf die veranstaltet. Außerdem veranstaltet der Sängerchor Filme. Bei uns ist es bisher ruhig, aber in der Asphalt- oder Zementbahn der üblichen Rennbahnen ,, Typografia" in Deutschland noch 4 Konzertreisen in folgenden Städten: Berlin, Cassel, Dresden, der hiesigen Filmbranche gegen Filmamerika er- Sandweg oder weichen Waldweg. Dazu kommt, daß fürzesten Zeit fann man einen gewaltigen Angriff sicher gefährlicher als ein Sturz in einem loderen Frankfurt a. M.( zweimal), Chemnit, warten. das Tempo des Rennfahrers durchweg ein solches Rarlsruhe, Leipzig, Mannheim, Mün ist, daß ein Sturz auf die harte Bahn nur zu leicht chen, Stuttgart und 3 widau. das Knochengerüst in Mitleidenschaft zieht und lebensbedrohlicher ist als der Sturz des Tourenfahrers. Ferner, die Nerven des Rennfahrers find in steter Anspannung; was das bei dem Wahnsinn des 6- Tage- Rennens bedeutet, braucht nicht weiter auseinandergejetzt zu werden. Welche Erholung hingegen bietet eine langsame Spazierfahrt durch den fühlen Wald!- Besonders zu erwähnen ist noch der gesundheitsschädliche Sitz des Rennfahrers, den er im Bestreben, der Luft einen möglichst kleinen Widerstand zu bieten, annimmt. Daß die ziemlich aufrechte Art des Sizes beim normalen Radfahrer gesünder ist, ist wohl ohne weiteres einleuchtend. Vor allen Dingen ist bei der übermäßig gebogenen Haltung des Rennfahrers eine nidung der Verdauungswege, auch der Blutwege unvermeidlich. Dabei ist aber an das Blutgefäßsystem beim Rennen cine erhöhte Anforderung gestellt! Daß daher unliebsame gesundheitliche Störungen durch diese Ueberlastung des Herzens nur zu leicht auftreten, ist eine leidige Tatsache. Ferner kommt bei den Dauerrennen hinzu, daß diese Ueberlastung des Blutkreislaufes auf lange Zeit hin ſtatthat. So ist es denn kein Wund, wenn mancher Rennfahrer frühzeitig infolge des Raubbaues, den er mit seinem Körper trieb, ins Gras beißen muß, falls er nicht schon durch einen Unglüdfall vorher starb. Ebenso wie der IN TEPLITZ- SCHONAU Blutkreislauf wird die Atmung stark beansprucht. Ein Grund mehr, die Rennhaltung als gesundheitsgefährlich festzustellen, denn sie gestattet nicht die Mitteilungen aus dem Publikum. Das Beste für Ihre Augen liefert Optiker Deutsch, Prag, Graben 25, Kl. Bazar. FEINSTES SPEISEFETT Polarin Der Film. Programm der Prager Lichtspielbühnen. Bran- Urania-( deutſches) Mino:„ Im weißen Rössel" Lido- Vio: Wolgajchiffer". Adria:„ Der Bettelpoet", C. Veidt u. J. Barrymore. Alma: Jim, der Eroberer". Nicht Tokettieren". Avion: Mata Hari". Magda Sonja. Belvedere: Frauenherzen". Beseda: Jwan, der Schreckliche". Hvězda: Unser Herr Feldkurat". Julis:„ Die versunkene Flotte". Kapitol: Mata Haci". Magda Sonja. " Koruna:„ Eine tolle Nacht". H. Liedtke, O. Oswalda. Lucerna: Dagfin, d. Schneeschuhläufer". P. Richter. Orient: Seine Hoheit, der Eintänzer". Passage: Lieb' mich und die Welt ist mein". Radio: Lieb' mich und die Welt ist mein". Světozor: ,, Lieb' mich und die Welt ist mein". Leuna. Turnen und Sport. Rad- Rennsport. Die Tatsache, daß ein sehr wichtiger Faftor in der Arbeitersportbewegung Deutschlands die Arbeiter Radfahrervereine sind, läßt es besonders gerechtfertigt erscheinen, wenn der Sportarzt sich zu diesem Punkte äußert. Gleich eingangs möchte ich meine persönliche Auffassung darlegen: Ich halte alle Wettstreite in der Geschicklichkeit: Kunst- Reigenfahren, Rabball für ebenso berechtigt, wie empfehlenswert und anstrebenswert. Auch das in Grenzen des Normalen bleibende Radrennen auf unseren Kunststraßen ist als eine Gelegenheit zu edlem Wettbewerb durchaus angebracht. Von besonderem Wert ist das Radwandern, besonders von der Familie oder dem ganzen Verein, bzw. einzelnen Gruppen unternommen. Vom Uebel aber ist der Radrennsport, der im Wahnsinn des 6- Tage- Rennens seine Krone findet, dessen Meister gefeiert werden wie Kulturväter. Ich muß bom ästhetischen, sportlichen und ethischen( sittlichen) Standpunkte aus diese Art von Radrennen ablehnen, das schon durch den ohrenbetäubenden Krach der Schrittmachermotorräder Nerventod ist für den Zu BezugsquellenNachweis durch Neudeker Wollkämmerei & Kammgarnspinnerei A: G in Neudek. GROBER DRUCK- U. VERLAGSANSTALT GESELLSCHAFT MIT BESCHRÄNKTER HAFTUNG empfiehlt sich den p. t. Behörden. Vereinen. Organisationen. Gemeinden und Kaufleuten zur Herstellung von Drucksorten wie: Tabellen. Büchern. Broschüren, Zeitschriften. Zirkularen. Mitgliedsbüchern, Einladungen. Plakaten. Flugschriften. Fakturen. Briefpapieren usw. In solider und rascher Ausführung. Setzmaschinenbetrieb und Rotationsbetrieb. TISCHLERGASSE NR. 6. ſchauer, wieviel mehr erst für den Fahrer! Dabei freie ergiebige Entfaltung des Brustkorbe in der Verbreitet den„ Bollsfreund!" will ich den Rennmeistern natürlich nicht ihren Atmung wie die aufrechte Haltung des TourenfahRuhm rauben, gebe auch zu, daß man anderer Ansicht rers, der die Hand nur lose an der Lenkstange liegen sein kann, ich persönlich aber glaube, daß der Rad. hat. rennfahrer, ob Berufsfahrer oder Amateur, auf fal- Darum an unsere Sportgenossen von der Radschem Wege ist. Die Allgemeinheit, insbesondere lerei die Mahnung: Rennen( b. H. Straßenrennen) das Proletariat, hat für seine sportliche Ertüchtigung fahren soll nur, wer ein gesundes Herz und eine geund seine darauf zu einem großen Teile basierte sunde Lunge. Und die Sportleitung sollte durch Herausgeber: Dr. Ludwig Czech. Berantwortlicher Redakteur: Dr. Emii Strauß. : Deutsche Zeitungs- Aktien- Gesellschaft in Prag. Druck: Für den Druck verantwortlich: Otto Solik. Brag. Die Beitungsmartenfrantatur wurde von der Boft- u. Telegraphen direktion mit Erlaß Nr. 127.451/ VII/ 27 am 14. Mai 1927 bewilligt. Monopolstellung in der Stickstoffproduktion und die weniger Dentfähigen eingefangen. In Die Bäder im Werke sollen die Men vor allem in der Produktion von Nitrophosca ton- Merseburg wurde ein Laden aufgemacht, der schen der Hölle der Rauchschwaden und Dämpfe, angebend und es ist zur Zeit dabei, im Umkreis unter dem hochklingenden Namen Industriekauf- des Rußes und Staubes wieder säubern. Doch Seine Geschichte, seine Arbeiter, seine Zeitung. feines engeren Machtbereichs eine Reihe von mann" vom Gelben Werkverein geführt wurde. sind bei den Bade- Einrichtungen noch manche Fabriken ins Leben zu rufen, die der Vorberci- Die Pleite blieb nicht aus. Im Werk selbst er- Schwierigkeiten zu beheben. In den Bädern, wo Wenn die Berliner Nachtzüge nach Mün- tung der Hilfsstoffe von Nitrophosca dienen. freuen sich die Mitglieder des Werkvereins der die Mehrzahl der Untergebrachten Tages- oder chen- Stuttgart und Frankfurt am Main Halle Leuna, der Fabrikgigant Mittel- Gunſt nicht weniger Betriebsführer. Mancher Normalschichter sind, ist das Baden schwierig und hinter sich haben, dann geht plößlich durch die Ab- deutschlands, beschäftigt heute bereits Tau- Gelbe ist heute nur auf Grund seiner Gelbsucht umständlich für diejenigen, die mit den ersten feile ein Recken der Köpfe- eine gigantische Zügen fortmüssen. Fabrik hebt sich aus dem Dunkel der Nacht. Taufende und Abertausende von Arbeitern. Am lieb Meister oder auf besser bezahltem Posten. Allmählich werden aber die Gepflogenheiten Wie Märchen aus Tausend und sende von Lichtern und Flammen, eine ganze ſten hätte die Werksleitung Leuna zu einer einReihe von Staminen und Silos- ein dampfendes igen großen Riesenfabrik gemacht. Man wollte der gelben Lieblinge auch den zum Teil wesens einer Nacht mutet das Wachstumsund rauchendes Ungeheuer schaut durch die Fen- Tausende und Abertausende von Arbeitern im verwandten christlichen Arbeitern zu viel. Diese tempo des Leuna- Werks an. und rauchendes Ungeheuer schaut durch die Fen- Wert in Baracken unterbringen. Allein nach den wenden sich mit Schrecken von diesen nationa- Monaten, seitdem die Gewißheit bestand, daß die Seit einigen ster des Nachtzuges. Was ist das", rufen die Neulinge unter den Reisenden, die die Strede wenig erfreulichen Erfahrungen, die man mit die- len" Arbeitern ab und meiden jede Arbeitsgemein- Verflüssigung der Sohle technisch durchführbar ist, Halle- Erfurt noch nicht gefahren sind.„ Leuna" ſem Fabrikkommiß machte, legte sich rasch die schaft mit ihnen. Die Folge ist, daß doch nach und bildet sich im südlichen Teil des Leuna- Werks eine lautet lakonisch die Antwort und wer auch noch basernierungswut. Leuna hat heute bereits seine nach mancher aus dem gelben Gefolge sich seiner Front der Arbeit. Ganze Stompagnien von so oft die Strecke passiert hat, der läßt sich doch Geschichte, seine Tradition und Revolutionsroman- Judasrolle bewußt geworden ist und abgebaut Arbeitern aller Berufe, vom Tiefbauarbeiter und ben überwältigenden Eindruck, der von den Fabrit- tit. Es stand ja in dem furchtbaren Jahre 1921, bat. Maurer bis zum Schlosser, Rohrleger und Feinriesen ausgeht, nicht entgehen und Schweigen im Jahre des kommunistischen Putschirrsinns, im Packende soziale Bilder aus dem mechaniker wurden manchmal mit halsbrecheriherrscht zumeist ein paar Minuten lang, während Mittelpunkt der Schießereien, Kanonaden und Arbeitsleben im Werk füllen die Leuna- scher Genauigkeit auf die Baustellen geworfen. der Schnellzug an der Riesenfabrik vorüberrast. Hölziaden. Beitung. Da ist ein Unglüdsfall infolge Bligartig schossen Bauten von ungeahnter Höhe Leuna ist ein Kriegskind, aber keines Leuna ist heute bereits eine fleine Arbei- Gerüstzusammenbruchs. Da ist die Probe- und Ausdehnung aus dem Boden. Mancher Bau, von denen, die in Hunger und Entbehrung auf- terwelt für sich. Kein Wunder, wenn die ausbildung für den Gastrieg", cine dessen Anfang am Abend beim Verlassen her gezogen wurden. Dieses Striegsfind hat sich wäh- Hand- und Stopfarbeiter des Werkes schon ihre ganz feine, neue Einrichtung des Werkes, die Arbeitsstätte noch nicht recht zu bemerken war, rend des Strieges und in der Nachkriegszeit über eigene Zeitung haben. Die Leuna- Bei- etwas genauer unter die Lupe genommen wird. stand an anderen Morgen bereits fertig da. Einer raschend gut entwickelt und herausgemacht. Zur tung" bringt in pacender Aufmachung. was die In der Nähe der Hydrierung nach der Bahnseite riß dem anderen förmlich das noch warme Produktion von Stickstoff wurde Leuna während Leuna- Arbeiterschaft unmittelbar interessiert und machen sich gelbe Rauchschwaden in der letzten Arbeitsstück aus der Hand, um ja seinen festgeset des Strieges aus strategischen und wirtschaftlichen angeht: Lohnfragen, Unfallfragen, hygienische Zeit bemerkbar. Man sieht die Arbeiter dort mit ten Termin einzuhalten. Gründen im Herzen von Mitteldeutschland er- Probleme, organisatorische Aufgaben. Da sind Respiratoren und Gasmasken herumlaufen und Märchen aus Tausend und einer Nacht werrichtet. Gesichert vor einem Zugriff des Feindes, z. B. die Gelben im Leuna- Wert. Auch univillkürlich tauchen die bekannten lieblichen Bilmitten im größten Braunkohlengebiet Deutsch auf dem Leuna- Werk gab es bis 1918 einen der von der Front: Unterstände, Schüßengräben, den hier Wirklichkeit. Auch wer nur im Schnelllands und inmitten der großen mitteldeutschen Gelben Werkverein. Als im Revolutions- Menschen- und Tierleichen auf. Als wenn die zug an dem Wirtschafts- und Arbeitsunder Landwirtschaft, wuchs Leuna an einem geradezu november der Wind umschlug, war die Sumpf- Welt an einer Stelle angezündet würde, schreibt Leuna vorüberrast, kann sich dem Zauber dieses 1921, Leuna- Zeitung", so quillt dort eine Qualm- gewaltigen Industriewerks nicht entziehen: er der stärksten Säulen der J. G. Farferlichen kommunistischen Putsch wuchs wieder der wolle nach der anderen aus den roten Gerüsten muß, wenn auch nur vielleicht für ein paar benindustrie. Vor allem in der Produktion Gelbe Werkverein und sammelte die Reihe der und Gestängen. Ein Regen schwarzen Rußes Minuten, daran glauben, daß die organisierten von Mischbünger hat es sich eine Weltstellung ge- Chamäleons und ähnlichen Gesinnungsgenossen, kommt nieder, gerade als ob der Aetna in der Arbeiter, die Ziverge der Sagenwelt, den Riefen schaffen, wenn auch sein Monopol in der Stickstoff- die wieder ihren Weizen blühen sahen. Mit dem Nähe wäre. Die Arbeiter im Wert haben sovie- Kapital überwinden und den Menschheitstraum produktion demnächst nach Ablauf der Patente Schlagwort: Durch billigen Einkauf zur Er- so schon genug Schmutz und Gestank einzuatmen, der freien Arbeit verwirklichen. etwas beeinträchtigt werden dürfte. Immerhin höhung des Reallohnes" suchte man die Dummen anscheinend sollen aber auch die Außenstehenden idealen Standort heran. Heute ist es eine pflanze verschwunden. Ab war dem fürch- die bleibt Leuna auch nach der Beseitigung seiner zu födern und mit billigem Kakao usw. wurden ihren Teil abbekommen.