Einzelprets 70 Seller. Redaktion und Verwaltung: Prag, I., Netazanfa 18 Telephone: Tages redattion: 26795, 31469. Ragtredattion: 26707. Postichedamt: 57544. Inferate werden laut Tarif billigft berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 7. Jahrgang. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit. Donnerstag. 8. September 1927. Bezugs Bedingungen: Bei Justellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post: monatlich.... Kč 16.vierteljährlich 48.halbjährig.... 96.ganzjährig. 192.Rüdstellung von ManuStripten erfolgt nur bei Einfendung der Retourmarten. Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich frülb Nr. 210. Mieter, seid gewarnt! Für Völkerverständigung und Selbstbestimmung Ein Jahr meritaniſcher Kirchenftreit. der Nationen. 8ur Attion Rothermeres. Der Parteivorstand hat in seiner gestrigen Sitzung folgendes Kommuniqué beschlossen: Der Parteivorstand der deutschen sozial demokratischen Arbeiterpartei stellt fest, daß die Aktion des Lord Rothermere, des typischen Exponenten des englischen Kapitalismus und Imperialism us, keineswegs aus dem Geiste der Demokratic und der Selbstbestimmung der Völker und des Kampfes gegen die Unterdrückung der Minori. täten hervorgegangen ist, sondern lediglich den Zwed verfolgt, das fascistische Regime Ungarns, in welchem der englische Imperia lismus eine seiner festesten Stüßen erblickt, zu kräftigen und im Bestande zu sichern. Hiebci verfolgt sie, wie aus den letzten Berlautbarungen des Lord Rothermere hervorgeht, deutlich die Tendenz einer neuen Einfreifung Deutschlands durch Schaffung eines auf England, Frankreich und Italien gestützten Blocks und wird dadurch zur Quelle neuer Kriegsgefahren und kriegerischer Verwiclungen. Aus diesem Grunde will unsere Partei mit den Schritten des Lord Rothermere, der zu den gehässigsten Gegnern des internationalen Sozialismus zählt, nichts gemein haben. Wieder geht die Meldung durch die Presse, daß in den Kreisen der tschechisch- deutschen Roalition Anträge auf Aufhebung des Mieterschutzes vorbereitet werden. Diesmal soll gründliche Arbeit geleistet werden: mt dem Ablauf der Geltungsdauer des Mieterschutzgesches, das ist am 30. März näch ten Jahres, soll der Mieterschuß überhaupt aufgehoben werden. Auch die Regierung bereitet, so heißt es, für die Herbstsession des Parlamentes eine Novellierung des Mieterschutzgejezes vor, die praktisch so aussehen soll, daß sie der vollständigen Beseitigung des Mieterschutzes gleichkommen wird. Mancher mag sich vielleicht mit dem Gedanken beruhigen, daß dies nur Zeitungsmeldungen sind, aber Tatsache ist, daß der Sektionschef im Ministerium für so= ziale Fürsorge, Herr Subišta, dem das Wohnungswesen unterſtellt ist, schon anfangs Juli im Prumyflovy Věstnik" in einem Artikel den bevorstehenden Abbau des Mieterschußes angekündigt hat. Nach seinen Mittei= lungen soll noch im Herbst von der Regierung ein neues Baugesetz vorgelegt werden, an dem im Ministerium gearbeitet wird, das mit den noch vorhandenen Resten des Mieterschutzes aufräumen soll. Nach Kubištas Darstellung soll wohl das Kündigungsrecht der Hausbesitzer vorläufig bis auf weiteres eingeschränkt bleiben, dagegen sollen die der Hinaufschrau bung der Mietzinse gesezten Schranken fallen, vorerst bei den gröjeven Wohnungen, doch auch bei den kleine= ren und sogar bei den allerkleinsten Wohnungen soll der Hausbesizer das Recht erhalten, einen angemessenen" Mietzins zu berlangen, hinter welcher Redensart sich natürlich die Absicht verbirgt, den Hausherren zu er lauben, auch den kleinen Mietern die Daumschrauben anzulegen. Den wahren Inhalt der vorbereiteten Vorlage wird man nicht jeßt, sondern zu einem anderen Zeitpunkt erfahren, und zwar nach den Gemeindewahlen, und man fann sicher sein, daß von dem Aussall dieser Wahlen die endgültige Gestaltung der Frage des Mieterschutes abhängt. Ob Fortbestand, teilweiser Abbau oder Beseitigung des Mieter- coo Diese Feststellungen ändern jedoch nichts an der Tatsache, daß das Problem der nationalen Minderheiten eine Quelle der schwersten Gefahren für ben internationalen Frieden ist und daher allen sozialistischen Parteien die Pflicht auferlegt, an seiner Lösung zu arbeiten und durch ihren Kampf den Weg für das friedliche Zusammenleben der Völler und die Sicherung der Rechte der nationalen Minderheiten freizumachen. Die Beseitigung des nationalen Unrechtes und die Herstellung der Selbstbestim= mung der Völker kann einzig und allein das Werk der Arbeiterklasse sein. In diesem Zusammenhange sei festgestellt, daß der im Gang befindliche Abwehrkampf der in der Tschechoslowakei herrschenden Klassen mit der Unterdrückungspolitik, die sie den nationalen Minderheiten, also nicht bloß den Magyaren gegenüber betreiben, im Widerspruch steht. Daher ist es begreiflich, daß die Aktion des Lord Rothermere gerade in der Tschechoslowakei als Bedrohung empfunden wird. Darum erheben wir in diesem Augenblicke neuerlich unsere warnende Stimme und verlangen, daß das immer wieder zurückgestellte Minder heiten problem, an dessen Verzettelung nunmehr auch die deutschen Aktivisten mitschuldig geworden sind, der endgültigen Lösung zugeführt wird. Unsere Partei wird unserem Programm und den Beschlüssen der Parteitage gemäß nach wie vor den Kampf um Bölkerverständigung und Selbstverwaltung der Minderheiten auf diesem Boden fortführen und hofft, in diesem Kampfe nicht allein zu stehen, sondern auf die Mitwirkung des Proletariats der anderen Nationen rechnen zu können. Merito, Ende August.( Eig. Bericht.) Merito, das Land der Kirchen und des flies ßenden Petroleums, hat in diesen Augusttagen ein denkwürdiges, in seiner reichen Geschichte beispiellos dastehendes Jahr abgeschlossen. Ein Jahr ist es her, daß Merikos 5000 Stivchen verTassen stehen, Merifos Priester ihren Pflichten nicht mehr nachkommen. Ein Jahr, feit auf Anordnung der hohen Geistlichkeit Religionshandlungen in Mexiko aufgehört haben und das religiöse Leben einer Bevölkerung, die zu mehr als 90 Prozent katholisch ist, äußerlich sein Ende gefunden hat. Seit einem Jahre ist der megi tanische Kulturkampf", feit Jahrzehnten latent, in eine Phase atuten Kampfes eingetreten. Jm Frühjahr 1926 erschen wie ein Blitz aus heiterem Himmel eine Erklärung der megifanischen Kirchenfürsten gegen die kirchlichen Bestim mungen der Verfassung des Jahres 1917; man wollte nicht mehr und nicht weniger als eine Ver fassungsänderung. Diese Erklärung, zu der kein direkter Anlaß vorlag, mußte um so befremdender wirken, als sie gerade in die beginnende Auseina andersetzung mit den Vereinigten Staaten über die Petroleumgesetzgebung fiel und von der megi fanischen Regierung als geweihter" Dolchstoß in den Rücken empfunden werden mußte. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten Kurzerhand enischloß sich die Regierung Calles, die religiösent Verfassungspunkte, die bisher nicht viel mehr als tote Buchstaben gewesen waren, voll anzuwenden und entsprechende Ausführungs- und Straßbestima mungen zu erlassen. Der wesentliche Punkt diefer ,, ley reglamentaria" war die verlangte Registries rung der Geistlichen bei den städtischen Behörden. Dazu erflärte tie Kirche, eine solche Maßnahme widerspreche ihrer Autorität und käme de facto der Anerkennung der mexikanischen Regierung als der höchsten Gewalt in Religionsfragen gleich: damit wäre die religiöse Freiheit bedroht und der Bestand der allem selig machenden" Kirche in Mexiko ernstlich gefährdet. Im Gegensatz dazu hat die Regierung immer wieder betont, sie handle bei der Inkraftsetzung dieser Bestimmungen nur schußzes, diese Frage werden in indirekter Wähler von der Sozialdemokratie hat für alle den der Möglichkeit zu berauben, ihre sozialWeise die Wähler selbst zu beant- arbeitenden Stände bittere Folgen gezeitigt politischen und humanitären Pflichten gegen- im Sinne der Verfassung; nichts liege worten haben, jedenfalls steht fest, daß die und weitere drohen sich einzustellen. nein, über den unbemittelten Volksklassen zu erfüllen. ihr ferner, als der Kirche Hindernisse bei der tschechisch- deutsche Regierungskoalition sich mit die bürgerlichen Parteien haben nicht„ ver- Alle wurden beteilt: Großkapitalisten, Pfaffen, Ausübung religiöser Funktionen in den Weg zu der Absicht trägt, gegen den Mieterschuß einen fagi", wenigstens nicht darin, ihre Mat Agrarier und Militaristen, dem arbeitenden Ausübung religiöser Funktionen in den Weg zu entscheidenden Schlog zu führen, der um so Macht dazu aus zunüßen, die Reichen Volfe aber wurden neue Lasten aufgebürdet, legen. Da feine Seite nachgab, odnete die Herärger ausfallen wird, als sich die bürgerlichen noch reicher, die Armen noch är mer neue Fesseln für seine Niederhaltung geschmie- archie die Einstellung aller religiösen Alte an, Barteien durch die Abstimmung der Wähler zu machen. Diejenigen, die geglaubt haben, det. Die Mieter dürfen sich nicht wohl von dem jesuitischen Gedanken geleitet, mit bei den Gemeindewahlen ermutigt fühlen eine Wahl jei keine jo bedeutsame Sache, und wundern, wenn nun auch sie an die der Entziehung geistiger Nahrung" die Massen sollten. die der stumpfsinnigen Meinung huldigten, es Reihe kommen sollen, denn auch die gegen die Regierung aufzureizen und sie so zum Nun steht also, wenn nicht im letzten jei schließlich gleichgültig, wer gewählt werde, Hausbesitzer wollen einen fetten Happen ec- Emlenken zu zwingen. Aber diese Erwartung ist Augenblick noch alles geschieht, um die Gefahr die haben alle Ursache, ihre Sturzsichtigkeit bitter befchen, solang der Anteil an der Macht" den bisher bitter enttäuscht worden. abzuwenden, auch den Mietern in Aussicht, daß zu beklagen, denn sie hat sich an ihnen und deutschbürgerlichen Parteien die Möglichkeit daInteressierte Streise versichern der Welt nasie den Irrtum der November wah- ihren Klassengenossen bitter gerächt. Die Ver- zu gibt. türlich immer wieder, dieser Sul urkampf" fet len des Jahres 1925 teuer bezahlen, schiebung des Kräfteverhältnisses, durch irrege- Die Aufhebung, ja auch nur die weitere dem merikanischen Volle von seiner Regierung nachdem sie schon als Konsumenten und Steuer- führte proletarische Wähler herbeigeführt, hat Aushöhlung des Mieterschußes in der gegen- aufgezwungen worden; die Bestimmungen der zahler Tribut dafür entrichten mußten. Im die Etablierung einer rein fapitalistischen Bo- wärtigen Zeit ist eine schwere Gefahr, sie würde Verfassung dienten nar der Krebeinng der indiNovember 1925 sind viele der Leute, die ei- titik ermöglicht, und alle Gesetze, die seither für Hunderttausende eine direkte Kata- viduellen Freiheit und insbesondere der Schinäs gung dafür besiken, auf Schlagworte hineinzu- beschlossen wurden, tragen den fapitalistiihen it rophe bedeuten. Gewiß wird bald wieder chung der fatholischen Kirche. Wer den Dingen fallen und blind durch die Welt zu gehen, den Stempel. Christlichsoziale, Landbündler und irgend ein Professor wissenschaftlich" beweisen, tiefer auf den Grund gegangen st, weiß, um bürgerlichen Parteien auf den Leim gegangen, Gewerbeparteiler trugen kein Bedenken, dem daß die Aufhebung des Mieterschutzes sozial was es sich bei dieſem 75jährigen latenten Stampf haben sich durch die Lüge, die Sozialdemokratie Militavisumus Milliarden zum Fraße zuzuwer- und volkswirtschaftlich notwendig sei im zwischen Regierung und Stirche in Meriko hans habe„ versagt", täuschen lassen und haben den fen, aber dieselben Parteien zetern über die Striege hat uns ja diese Sorte Professoren auch eine Neuauflage dessen, was mit dem Jahre 1837 bürgerlichen Parteien in den Sattel geholfen, zu hohen Lasten" der Versicherung der arbei- bewiesen, daß Sägeipäne das zuträglichste eine Neuauflage dessen, was mit dem Jahre 1857 welche die ihnen zugefallene Macht dazu benüß- tenden Menschen für den Fall der Krankheit, menschliche Nahrungsmittel sind- aber wie Jahre angenommene merikanische Verfaſſung die ten, um sie den Interessen der Besitzenden eines Unfolles und des Siechtums im Alter, bei den heutigen elenden Lohn- und Gehalts enormen Kirchengüter in Merito, die bis dahin dienstbar zu machen. Die Wähler spielten viel- und sie stürmen gegen die schwer errungene einkommen hunderttausende Mieter im Falle fast zive: Drittel des gesamten nationalen Terri fach die Rolle des Diebsopfers, das dem Dieb Sozialversicherung an. Den Rüftungsfabrifan- der Vernichtung des Mieterschußes ihr Leben teriums umfaßt hatten. Gewarnt durch Erfah die Leiter hält. Die Gelegerheit war günstig, ten und Kapitalisten gesteigerte Profite, den Ar- weiterfristen sollen, das wird den Kopf eines rungen in vergangenen Jahrzehnten, schränkte wer weiß, ob und wann sie wiederkehrte, doher beitern Schußlosigkeit gegenüber allen Wechsel- solchen Wissenschafters" nicht beschweren. Das diese Verfassung die Tätigkeit der katholischen beeilten sich tschechische, deutsche und slowakische fällen des Lebens, das ist der Inhalt der Wohnungselend ist ein zum Himmel schreien- irche im Lande scharf ein und legte ihrer AftiBesißvertreter, sich zu einer Einheitsfront gegen deutschbürgerlichen Politik, die nach den ver- des, die Erwerbsverhältnisse weit unter dem vität auf politischem und Erziehungsgebiet straffe die Arbeiter, Angestellten, Beamten, Gewerbe- hängnisvollen Neuwahlen sich ermutigt fühlte, Vorkriegsniveau- bedarf es noch weiterer Zügel an. Die Folge war der Ausbruch der Religionsfriege. Am Ende blieb Juarez, der Betreibenden, Kleinbauern und Mieter zusammen- die letzten heuchlerischen Masken fallen zu Gründe gegen eine Maßregel, welche geradezu fieger Maximilians, auch Sieger über die Kirche zuschließen. Nationale Belange, deutsche Volks- lassen. Eine der ersten Taten der Sieger" ein Attentat auf das Obdach der und seyte die Verfassung in die Tat um. gemeinschaft, christliche Grundsäke, Schuk der war, den Großagrariern die Aushungerungs- Menschen wäre! Von der Einsicht der bürDann schlug das Pendel nach der anderen Gewerbetreibenden alles wurde als lästiger zölle, den Pfaffen die Erhöhung der Songrua gerlichen Parteien haben die Mieter nicht zu Seite. In den 34 Jahren der Diktatur Diaz Plunder über Bord geworfen und der heilige und den hohen Offizieren die Erhöhung ihrer erwarten. Seßen sie sich nicht unter Führung wurden die Religionsartikel der Verfassung völlig Profit des Kapitals auf den Piedestal erhoben. Gehalte zuzuschanzen, dafür haben sie die Ge- der Sozialdemokratie selber zur Wehre, wird achtlos gelassen. Die Kirche hatte bald auf Kosten Die Abwendung eines Teiles der proletarischen meindeautonomie beschnitten, um die Gemein- ihnen bald nichts übrig bleiben, als die Neue. der Massen ihre frühere Stellung wieder erobert. 1 delt. Was wir heute erleben, ist eigentlich nur Bette Wichtige Parteiberatung Die Arbeiter- Radio- Internationale in einer Berliner Konferenz gegründet. und ein internationales Komitee ge wählt. das die Aufnahmebedingungen und die Statuten auszuarbeiten, zugleich aber auch die Donnerstag, 8. September 1927. Inland. Beneš gegen Gajda. Von Genf aus sendet Minister Beneš der schechischen Presse eine ausführliche Widerlegung der Gerüchte, die Gajda immer wieder über Vor Eingehen in die Tagesordnung wurde einmütigersten Vorsitzenden des Deutschen Arbeiter- Radio- praktische Arbeit der Internationale aufzunehmen den Plan eines sozialistischen Oktrois", eines Ba Prag, 7. September. Der Parteivorstand der Deutschen sozial- Eine Konferenz der organisierten Arbeiterdemokratischen Arbeiterpartei hielt heute unter dem Radiohörer tagte am 2. und 3. September im Vorsiße des Genossen Dr. Czech eine Sigung ab. Gewerkschaftshaus in Berlin unter Vorsiz des eine Kundgebung anläßlich der Hin. mart, Deutschland, Holland, Dester- linien angenommen. Dieses Komitee feßt sich mit berfassungswidrigen Umsturzes, für den ihn mordung Saccos und Vanzettis beschlofreich, Rußland und die Isch e ch'osIowa- dem Recht der Kooptation aus je einem Vertreter Benes angeblich zu gewinnen suchte, ausstreut Tschechoslowa fen, die wir an anderer Stelle veröffentlichen. Ge- lei( diese durch Genossen Goldschmidt und von Deutschland( Ba ake) der Tschechoslowakei und hartnädig wiederholt. Beneš erklärt, daß er mit Gajda niemals vertrauliche Inoffe Czech begrüßte den nach längerer Krankheit durch den tschechischen Genossen Hokeš). Der ur-( Goldschmidt) und Oesterreichs( Novot Gespräche und nie irgendeine Unterhaltung sprünglich vorgesehenen russischen Delegation war ny) zusammen. Der russische Vertreter hatte die genesenen Genossen Leibl mit herzlichen Worten. Die Einreiſeerlaubnis von der Deutschen Botschaft gorderung gestellt, daß auch die russischen Arbei- über innere Politik geführt habe. Er sei auch Hierauf erstattete Genosse Dr. Czech den in Moskau nicht erteilt worden. Ein in Berlin fich ter- Radioamateure, die 170,000 Mitglieder zähl ihn immer nur bei offiziellen Anlässen und nie mit ihm allein gewesen, sondern habe Innerpolitischen Bericht, in welchem er die aufhaltender Russe war mit der Stellvertretung ten, in diesem Komitee vertreten seien. Die For- Empfängen gesehen und flüchtig gesprochen, woStellungnahme der Partei zu allen aktuellen Pro- betraut. Auf eine Intervention des Auswärtigen derung wurde von den anderen Ländern abge- für er bei jeder Unterredung Zeugen anführt. Amtes wurde die Einreiseerlaubnis nachträglich lehnt. Von der deutschen Delegation stimmte der Er habe Gajda seit langem mißtraut und habe blemen darlegt. In diesem Zusammenhange wurde erteilt, doch konnte die russische Delegation zu den eine Delegierte für, der andere gegen den Antrag andere vor ihm gewarnt, also sicher nicht gemäß dem Antrage des Referenten der Standpunkt Verhandlungen nicht mehr rechtzeitig eintreffen. Der Russen. Daraufhin erklärte der russische Dele- baran gedacht, ihn zu seinem Vertrauten zu der Partei zur Aktion des Lord Rother. Begrüßt wurde die Konferenz durch Genoffen gierte, fich weitere Erklärungen vorbehalten zu machen. Alle Enthüllungen über den gemere in einem Beschluß präzisiert, den wir gleich. Crispien für die Sozialistische Arbeitern müssen. Sit der Internationale ist planten Staatsstreich habe sich Gajda ersonfalls an anderer Stelle zum Abdrud bringen. Anternationale, durch Graßmann für die Ge- Wien, internationaler Sefkretär der Genosse No nen, und zwar erst, nachdem seine Affäre ruch werkschafts- Internationale und durch den Reichs- votny. Die Delegierten verpflichteten sich, in ihren bar wurde. Das gehe deutlich aus der Angabe schließend daran berichtete Genosse Dr. Heller Genosse Dr. Heller tagsabgeordneten Rosenbaum für die kom- Ländern dafür einzutreten, daß für die Inter eines Datums hervor, das den besten Beweis über die Tagung der Interparlamentari- munistische Reichstagsfraktion. Nach Entgegen- nationale ein jährlicher Beitrag von fünf Pfennig gegen Gajda liefere. tři brny berief sich auf schen Union, an welcher er in Vertretung des nahme eingehender Berichte über den Sand der für das Mitglied erhoben wird. Die Zahl der auf eine Unterredung mit Beneš vom 9. April 192. Klubs teilgenommen hat. Zur Sigung der Exeku- Bewegung und die Gesetzgebung in den einzelnen der Konferenz vertretenen organisierten Arbeiter in der Beneš ihm Miteilung von dem Oftrot tive der Internationale wurde Genosse nationale einstimmig beschlossen 20.000 Ländern wurde die Gründung der Inter- Radiohörer beträgt, von Rußland abgesehen, etwa plan gemacht haben soll. Diese Unterredung habe Taub delegiert. Das Präsidium wurde beauftragt, tatsächlich, wenn auch nicht mit diesem Inhalte stattgefunden, Gajda behauptet nun, Stribrny gegen die Auslieferung des politischen habe ihm von dieser Unterredung mit Beneš be Itlings öblös bei den zuständigen richtet, als er Stribrny als seinem vorgesetzten Stellen einzuschreiten. Heeresminister über Benešs Pläne referierte. Nun war aber Střibrny nur bis Mitte März Minister und konnte in einem Gespräche vor seiner Demission nicht erzählen, was Beneš ihm nach seiner Angabe erst am 9. April verraten haben soll. Hat Gajda andernfalls erst später mit Stribrny gesprochen, so ist es wieder unwahr, daß er ihm dienstlich berichtete, denn dann hätte Abrechnung mit den Kommunisten in Edinburgh. Scharfe Sprache gegen die Zerstörer der Arbeitereinheit. Niederlage der Fraktionsbildner. Schmähliche Genosse Taub erstattete ein eingehendes Refe rat über die Vorbereitung der bevorstehenden Ge. meindewahlen und unterbreitete Vorschläge für die organisatorische und agitatorische Führung des Kampfes. Nach reger Debatte, an der sich die Genossen Schweichhart, Kremjer, Joll, Nowy, Berlin, 7. September.( Eigenbericht.) Auf| schen Spaltungsarbeit erkannt hat und nicht er nicht mit dem Minister, sondern nur mit dem Blatny, Strauß, Jaksch, Kuplent, Völzl, Heller, dem Gewerkschaftstongreß in Edin- gewillt ist, der Tätigkeit der Fraktionsbildner Abgeordneten Stříbrný geredet. Beneš sieht in Vorbach, Aksamit, Hackenberg, Wiener, Deutsch, Kir- burgh fam es anläßlich der Behandlung der weiter ruhig zuzusehen. Besonders scharf zog den diesen widerspruchsvollen Angaben den Beweis pal, Krejči, Czech, Schäfer und Müller beteiligten, Minderheitsanträge der mit den Kommunisten Trennungsstrich zu den Kommunisten der Berg für die Unwahrheit der Angaben Gajdas und wurden die Vorschläge des Sekretariates genehmigt. einandersehungen, bei denen die vedentendsten digem Gegensatz zu dieser eindeutigen Stellungwurden die Vorschläge des Sekretariates genehmigt. Sympathisierenden Fraktionen zu heftigen Aus- arbeiterführer Herbert Smith. In merkwür- Stribrnys erbracht. Gewerkschaftsführer und vor allem die radikalen, nahme, die auch im Abstimmungsergebnis zum als Kommunistenfreunde geltenden, eine sehr Ausdud kommt, steht die immer noch unflare Scharfe Sprache gegen die Spaltungsversuche und Haltung des Generalrates in der Russenfrage, Manöver der Kommunisten führten. Der Verlauf doch ist im Verlaufe des Rongresses auch in dieser des Kongresses zeigt deutlich, daß man in Eng- Sinjicht eine Klärung zu erwarten. land den zerstörenden Charakter der kommunistiNach Erledigung einiger administrativer Angelegenheiten wurde die Sigung geschlossen. Als dann im Jahre 1910 die große Revolution ausbrach, hatte ebenfalls niemand mehr Zeit, auf das Religionsproblem zu achten. Erst im Jahre 1917 entsann man sich seiner wieder und nahin die religiösen Bestimmungen der alten Ver- Edinburgh, 7. September. Auf dem Gefassung in das neue Verfassungswert, und zwar werkschaftskongres billigten die Delegierten von in verschärfter Form auf. Dennoch blieb es erst 3,746.000 Arbeitern die vom Gewerkschaftsrat geden Präsidenten" Calles vorbehalten, die Verfassung auch in diesem Belange durchzusetzen und troffene Verfügung, wornach alle Gewerkschaften der Welt zu beloeisen, daß man hierzulande be- sich von der kommunistischen Bewegung der Minmüht ist, ein für allemal die Vorrechte herrschen- derheit loszusagen haben. Die Minderheit, die der Klassen zu beseitigen. dagegen stimmte, vertritt 148.000 Arbeiter. Staatspolizei auch in Zeplik und Turn? Was fagen Spina und Mayr- Harting dazu? Die Senatoren Genosse Dr. Heller und Jarolim haben an den Minister für öffentliche Arbeiten Prof. Dr. Spina und an den Justizminister Prof. Dr. Mayr Harting folgende Interpel lation durch das Präsidium des Senates übermitteln lassen: Antrag 140.000 Stimmen abgegeben. Dabei wurde an dem Beschluß erinnert, daß die Ve geschlossen hatten oder Mitglieder aus Sektionen triebsräte, die sich der Minderheitsbewegung andieser Organisation aufnehmen, nicht anerkannt werden sollen und ihnen nicht bewilligt werden Mit dem 1. Jänner 1928 sollen die Ortssoll, an irgend einer unter dem Schuße der Trade Unionen unternommenen Aftion teilzunehmen. polizeien in Teplit- Schönau und Turn durch die Staatspolizeiersett In katholischen Kreisen glaubt man, daß die Neue Urteile über Julidemonstranten. in benen die Staatspolizei besteht, mit dieser gewerden. Die Erfahrungen, welche jene Städie, Neuwahlen des nächsten Jahres manches zu Gunsten der Kirche ändern werden. Nach alle- London, 7. Sept.( AR.) Bei der Debatte Wien, 7. September( Eigenberich). Heute macht haben, sind nicht verlockend. Viele hundem, was in Meriko vorgefallen ist, muß man über den Minderheitsantrag auf dem Kongreß haben wieder einige Prozesse wegen der Juliererg- dert deutsche Polizeibeamte sind um sich solchen Behauptungen gegenüber steptisch ver- der Trade Unionen fanden die Kommunisten feine nisse vor dem Schöffensenat stattgefunden. Die ihr Brotgebracht, durch tschechische Beamte halten. Jeder Präsident wird heute in Meriko andere Unterstüßung als nur diejenige einer klei- Verhandlung gegen einen Studenten, der in die ersetzt worden. Wie die Städte Auffig, Reichengezwungen sein, für die Durchführung der nen Gruppe ihrer Anhänger. Zahlreiche Redner, Universität woll'e, aber von der Polizei gehindert berg und Karlsbad beweisen, ist das VerhältVerfassungsbestimmungen zu sorgen darunter Herbert Smith, der Vorsitzende der Berg- wurde und deshalb wegen Auflauf angeflag: war, nis zwischen der Bevölkerung und und den veränderten Tatsachen unseres Jahr arbeiterverbände, und der Kongreßjekretär Ciprine, wurde vertagt. Eine zweite Verhandlung der Staatspolizei ein schlechtes, iſt hunderts voll Rechnung zu tragen und wenn auch sprechen sehr scharf gegen den Ursprung und die wegen Auflauf endete mit einer Freispre es zu Vorkommnissen gekommen, die tief bedauergerade auf merikanischem Boden das Propheten Ziele dieser Bewegung und gegen die Personen, chung, da kein Beweis für die Behauptung der lich sind, und an denen nach Ansicht der Bevölke fum der undankbarste Beruf ist, so fann man doch die darin arbeiten. Bei der Abstimmung über Bolizei vorlag zwei wegen öffentlicher Gewal rung die Staatspolizei die Schuld trägt. Wir eines mit voller Sicherheit sagen: Die Rückkehr zu den Antrag, daß der von der Sell'on des Gene- tätigfeit Angeflagte wurden, der eine zu zwei, haben nun den Einfluß der beiden verren Minialten Zeiten, alten Herren und alten Systemen ralrats eingesandte Bericht zurückgeschickt werde, der andere zu drei Monaten Serter verur- ster gewiß niemals derart überschäßt, daß wir ist heute nicht mehr ohne weiteres möglich. wurden für den Antrag 3,746.000 und gegen den teilt. glaubten, es werde ihnen gelingen, die bereits 16 Der Rachen. Querschnitt durch ein Beben. Von eta Selinger. Sie waren sehr geizig und wurden doch immer fetter. Sie gönnten einander nicht, was unter dem Nagel Playz ka te und nicht das Weiße im Auge. Aber anderen gönnten sie es noch went ger. Und so warfen sie ihren Neid, ihren Geiz, ihre M: ßgunst und Satgier zusammen, und die Schlauheit, die sie mitbekommen, und waren nun trefflich gerüstet alles, was ihnen zu Händen tam, zu rupfen, zu scheren und, wenn's not tat, zu schinden. Lange währte es nicht, daß sie sich vertrugen, und der Ael'este mit seinem Sasenmaul suchte ein ander Quartier. Er wußte auch. wo es zu finden war. Hatte er nicht dem alten Bienertnandl zwanzig harte flingende Silbergulden geborgt, als dessen Tochter mit ihren Kindern an der Seuche gelegen? Und war ihm nicht dafür das Häust mit dem Webstuhl und allem Inventar verpfändet worden? Es war alles rechtens, wenn er nahm, was ihm zutam. Oder sollte er mit seinem Weib vielleicht hinter der Hecke liegen? Es war alles rechtens. Der Nandl brauchte Von den zünftigen Webern im al'en Bier-| bei ihm liefern mußten. Wenn er die faulen, vertel, von den Bönhafen draußen auf den Dörfern stäubten Lider von den blassen, schwimmernden verhandelte kein einer mehr seine Ware auf eigene Augen zog und mit merkwürdigem Schmaßen die Sand. Alles werkte für die großen Müller. Bunge über der wulstigen Unterlippe hin und Die fraßen und breiteten sich aus. Längst her rollte, dann wußte eine jede, was ihr bevors hatten sie ihren Häusern Stockwerte ausgesetzt und stand. Er vergriff sich sogar an Kindern. Die die un'eren Räume als Lager eingerichtet. Beim Mütter ball'en zornbebend die Fäuste, dabei Aeltesten lag die fertige Ware in schweren un- mußt es bewenden. tadeligen Stücken, drüben im andern Haus war das Carn aufgestarelt wartete in dicken Bündeln auf flinke dünne Kinderfinger. Sie breiteten sich aus und wurden noch feister und fetter, schleppten schwer an ihren schieren Wänsten die jetzt erst zu ihnen paßten, jetzt wo sie die großen Müller hießen. Daß manch einer scheel sah und hinter ihnen ausspuckie, was verschlug ihnen das? Ihnen war der Neid aller andern und ihr eigener dazu noch immer wohlauf gediehen. Allein nur Frau Einaug blieb dürr wie ein Stecken. Sie geizte noch immer sich und den Sippen den Bissen vom Munde weg obwohl es teinem ihres Blutes je zugute kommen würde. Denn ihr Schoß blieb ungesegnet. Des Nandl schöne Leinwandbleiche war umgebrochen worden, aufgewühlt bis tief hinein in die Erde. Von dem langgehegten famtenen Raser war kein grünes Gräslein mehr zu erspähen. Feste breite Fundamente wurden eingefeßt. Maurer Zimmerleute, Sandlanger waren rüstig m Werke, die Aufseher kommandierten mit lauter Stimmen und mußten deshalb den Hals sehr oft anfeuchten, der fremde Ingenieur lief mit seinen langen stelzigen Schritten auf und nieder, steckte feine spitige Nase in alle Winkel und hantierte mit allerhand Maßen, brauchte fleißig Lot und Senkblei und rechnete nach langen Tabellen, als baue er ein Haus über dem tüdischen Ozean, grad wo er am tiefsten. den Webstuhl nicht mehr seit er vollends blind geworden. Er saß nur davor und weinte aus seinen leeren Augen. Die Tochter hatte draußen hinter der Kirche ihr Quartier bezogen und die Kinder trieben sich verlauft, roßnäfig und zerlumpt vor Zwei waren verheiratet, Anton der Aelteste, fremden Türen herum. Der Spittel war das beste und Lorenz, der Dritte. Nicht mit Webermädeln, für den Alten und die Jungen. wie es unter den Webersleu'en Brauch. Wo sich So tam er zu seinem Haus, das so übel nicht ein Armutlein zu dem andern auf den Strohjack war als alles geputz und frif gefalk: worden. legt. Der eine hatte eine Oberländer Bauers- mit zwei Stuben, zwei Kammern, dem Ziegentochter gefreit... Se hate freilich nur ein Auge, stall und dem freundlichen Garten mit der grodafür aber auch ein Hasenmaut und Kisten und ßen schönen Leinwandbleiche. So kam er zu dem Rasten waren voll. Die quide Frau Pepi aber schenkte ihrem schönen alten Stuhl auf dem schon des Nandl Des andern Weib war, was man dortzulande Aelterrater so manches feine und feingemusterte dicken Lorenz alle neun Monate eine Tochter. Sie einen Pfaffenbalg nennt. Sie war hübsch und Stück geweb hatte. Einen gröberen hatte er da- nudelte ihre Leben, wie die Stopfgänse und verquidlebendig und über ihre Reize hinaus hatte heim, mit dem jüngsten Bruder zusammen. Den gaß auch sich selber mitnichten. Die Weberkinder, fie der geistliche Herr Vater gar preislich mit nahm er herüber ins neue Gewese und den Bru- die von lieblichen Düften angelockt, an ihre Türe weltlichem Gut ausgestattet. Das Hasenmaul war farg und konnte sich der dazu. Bald radte und klapperte es in beiden bet'eln famen. jagte sie weg. Sie wußte, es war der armselig kraftlosen Menschenhand. Wo man ein Unding, Hälsen Genüge zu tun. Und sie ermahnte sie, wider ihre Gelüfte: hundertfachen würde und vollends aufräumen Gutschmäce bringt Bettelfäde." Der Zweitälteste, Eduard, ging nun auch auf die no igen Armitschkerin rundum noch so oft Tönnte mit dem alten dummen Meisterdünkel, der Freiersfüßen. Auch er hatte eine gefunden. die ibre Mängel famt ihrem runden Hintern voll- ſtick und sie um höheren Lohn hadern ließ. Hier, wo ein halbwüchsiges Kind Besseres leisten würde, lötig vergolden lassen konnte. Nun war nur noch der Nazl unbeteibt. als der tüchtigste Weber an seinem Stuhl. Sie Aber der war als rechter Bock in des Herrgotts würden schon zu Streuze kriechen, o wie brav würden sie kriechen! Blumengarten gesetzt. Reine Dirn war sicher bor seinem plump- tappigen Zugreifen am wenigsten die Spulmädel und die jungen Weberfrauen, die schwer bequemen, von seinen Schäßen mitzutei len, um es durch Schlund und Gurgel zu jagen. Die Schwieger gönnte sich, nach geistlicher Art, gern ein Gu'sel und gönnte es auch ihrem Mehl fad von Mann. Darüber hinaus war die christliche Liebe zu Ende. nicht faul und spulte, was die Pfeifen hielten. Die Brüder drüben fonn'en's nicht vubig befehen. Sie kauften auch einen zweiten Stuhl und weberten wie besessen drauf los. Solange alle sechs im selben Häust wohnten, Sie hatten sich langsam rundherum gefressen. fagte man ihnen nach. wenn einer ein Reſtlein Auf jedem Häuft stand ihr Geld und heckte Bins Effen beiseite stelle. dann sveie er drauf damit und Zinseszins bis ihnen das Ganze verfallen. es die andern nicht nähmen. Man faqte aber auch, Aller barten Arbeit Segen floß allein in ihre fie fräßen es trotzdem, wenn sie es fänden, Scheuer. Die Mauern wuchsen und immer höher hob sich das Gebäude: die neue Fabrik. Jawohl, fie bauten eine Fabrit wo man mit Maschinen spinnen und weben würde, anstatt mit ( Fortsetzung folgt.) Donnerstag, 8. September 1927. bestehenden staatlichen Polizeikommissariate zu be- 1 feitigen. Wir haben aber doch die Ansicht gehabt, daß der Einfluß der beiden Herren Minister soweit reichen wird, die Errichtung neuer Staatspolizeikommissariate in deutschen Städten zu ver hindern. Selbstverständlich ist es uns bekannt, daß Die Staatspolizei dem Ministerium des Innern untersteht, und daß somit auch die Errichtung neuer Kommissariate durch dieses Ministerium erfolgt. Immerhin handelt es sich um eine für die gesamte deutsche Bevölkerung, insbesondere aber für die betroffe nen Orte so wichtige Angelegenheit, daß wir glaubten, daß deutsche Minister, auch wenn sie andere Ressorts verwalten, nicht ohne weiteres der neuerlichen Verdrängung deutcher Beamten vom Arbeitsplatz, der neuerlichen Bedrängnis der deutschen Bevölkerung überhaupt, ber neuerlichen Einschränkung der Selbstverwal hung ruhig zusehen werden. Vielleicht ist die Angelegenheit der Aufmertfamkeit den Herren Ministern entgangen, wenn auch anzunehmen ist, daß diese doch von ihren Barteigängern pflichtgemäß auf das drohende Unbeil aufmerksam gemacht wurden. Da nun aber die Absicht des Ministeriums des Innern flar ist, fragen die Interpellanten die beiden deutschen Minister: Sind sie bereit, ihren Einfluß dahin geltend au machen, daß die Einrichtung der Staatspolizei in den Städten Tepliz- Schönau und Turn unterbleibt? Wenn ihr Einfluß dazu nicht hinreicht, find fie wenigstens bereit, dafür zu sorgen, daß mindestens die von den beiden Städten derzeit angeftellten Polizeibeamten in den Staatsdienst übernommen werden, und zwar ohne Rücksicht darauf, ob sie die Staatssprache beherrschen oder nicht? Wo das„ Prager Tagblatt" sich anstrengt. Es ist ein geheilig er Brauch im Prager Tag blatt", daß der Leitartikel die erste Spalte nicht überschreiten darf. Wie groß auch der Geist sei, der hier seine politischen Bekenntnisse ablegt, er muß sich auf genau eine Spalte Borgissatz einschränken und nur zu den heiligsten Festen werden Ausnahmen gemacht. Eine solche bedeutet der Artikel eines hochmögenden Herrn R. K., der im ,, Tagblatt" immer dann zur Feder greift, wenn es gilt der Regierung einen besonderen Liebesdienst zu erweisen. Man hat noch nie gehört, daß das Prager Tagblatt für die Interessen der Sudetendeutschen mit großem Geschütz zu Felde gezogen wäre, aber wenn es etwa gilt, den Anschluß Defterreichs zu bekämpfen oder die tschechischen Grenzen zu sichern, dann muß Herr R. R. aus rüden und er nimmt souverän zwei Spalten für den Leitartikel in Anspruch. Nach allen Regeln journalistischer Kunst wird Kollege Rothermere widerlegt. Nicht vielleicht, daß das„ Tagblatt" aus einem begreiflichen demokra tischen Gefühle von Rotbermere abrückte, nicht daß es dessen ehrliche Absichten seiner Gesinmung wegen bezweifelte, das fällt einem demokratischen Bla't nicht ein. Aber Rothermere hat die chechischen Staatspapiere fonterminieren wollen und da erwacht die Loyalität der tschechoslowa lichen Staa sbürger Prager Zunge genau so wie einst bei der Ausrowerung Deutschlands durch Kronenbefizer. Obwohl in dem Artikel gegen Gelöbnis an den Bahren Saccos und Banzettis.. Der Parteivorstand hat in seiner gestrigen Sißung folgenden Nachruf und Aufruf beschlossen: Die deutsche sozialdemokratische Arbeiterschaft in der Tschechoslowakei trauert mit den Arbeitern aller Nationen und den rechtlich fühlenden Menschen der ganzen Welt um Sacco und Vanzetti, die edlen Opferschurkischer Klassenjust i z. Die sudetendeutschen Arbeiter haben mit steigender Angst und in schmerzlichem Vangen der beiden einfachen Arbeiter siebenjährigen Ledensweg verfolgt, der sie durch die Kerker des Klassenstaates zur Justizmordmaschine des Klassenstaates führen mußte, weil Sacco und Banzetti die ganze Arbeiterllasse, ihr Freiheitsichnen, ihr Unabhängigkeitsstreben, tödlich getroffen werden sollten. Der Mord an Sacco und Vanzetti, den zu verhindern das Proletariat noch nicht stark genug war, hat die Arbeiterklasse der ganzen Welt schwer getroffen, aber er hat ihr auch in furchtbarer Klarheit gezeigt, daß es innerhalb der kapitali stischen Gesellschaft leine Gerechtigkeit für die Arbeiter gibt. Der Mord an Sacco und Vanzetti ist ebenso wie das blutige Witen der Wiener Polizei am 15. Juli Symptom der Entmenschlichung der Welt durch den un. seine Herrschaft bangenden Kapitalismus, er ist aber auch ernste Mahnung an das sozialistische Proletariat, zum Kampfe gegen dieses System, daß seine Fundamente nur noch mit dem Blute Unschuldiger zu filten vermag, alle Kräfte auf zubieten. Der Parteivorstand der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowalischen Republik weiß, daß er dem Willen der gesamten deutschen Arbeiterschaft des Landes Ausdrud gibt, und er weiß sich der Zustimmung aller rechtlich fühlenden und denkenden Menschen sicher, wenn er gegen den Mord an Sacco und Vanzetti feierlich Protest erhebt. Der Parteivorstand ist Dolmetsch der Empfindungen der Arbeiter, er ist Verkünder ihres Willens, wenn er als Gelöbnis der Arbeiterklasse an den Bahren Saccos und Vanzettis die feierliche Erklärung abgibt, daß die deutschen Proletarier in der Tschechoslowakei aus dem Gedächtniß an diese teuren Toten immer wieder neue Kraft, neue Zuversicht und neue Entschlossenheit schöpfen werden für den Kampf um eine gesellschaftliche Ordnung, in der das Menschenleben das heiligste aller Güter sein wird. Polens Sicherheitspatt. Warschau, 7. September. Kommenden| in den letzten Tagen lebhaft besprochenen polniSamstag reist nach Genf der Vorstand des Völschen Initiative bekanntgegeben. Der polnische terbund- Departements im Außenministerium, Resolutionentwurf geht von einer Empfehlung Graf Tarnowski, der neue Instruktionen der letztjährigen Völkerbundversammlung auf der polnischen Regierung für die polnische Dele- erweiterte Anwendung von Schiedsverträgen gation beim Völkerbunde mitbringen wird. Die ähnlich den in Locarno abgeschlossenen aus, und Abreise des Ministers Zaleski wird zwischen erklärt dann den Krieg als außer den Gesetzen dem 10. und 15. d. M. erfolgen. Der Vertreter stehend". Mit dieser Formel werde an eine Verder polnischen Regierung wird dem Völkerbunde vollständigung des Art. 15 des Völferbundpaktes das polnische Projeft cines allgemeinen gedacht, der in einem Konfliktsfall, über den nichtangriffspaktes anläflich des Be- kein einstimmiger Spruch des Völkerbundrates ginnens der Abrüstungsdebatte vorlegen. erreicht werden fann, den Mächten die Berech Seite 3. Tages- Neuigkeiten. Feierabend.*) Noch einmal feucht es brüllend auf. Dann hält das tausendstimm'ge Ungeheuer seinen Atem an. Gleich schmutzgen Maden follern müde Menschen aus den Toren der Fabrik; rennen, fliehen, sehen sich nicht im. Die Säle werden still. Dunkelheit wächst in den Räumen auf. Türen schließen sich. Herrisch schreiend fällt ein Lichtschein über Hof und Straßen. Auf dem Mast, der wie ein Kohlenstrich auf dunklem Grunde in den Abendhimmel ragt, flammt eine Lampe auf: ein Zyklopenauge brennt Dächern, Toren auf dem Rücken. Mählich stirbt der Schrei des Tags. Schweigend lauert die Fabrik. Hauchzart, schneidend grell nur flirrn die Ketten, die das Ungeheuer an die Menschen bindet, die ihm jeden Tag entfliehen, doch wiederkehren morgen, alle Tage. Rotten binden sie, nie gesehn, doch jedem gegenwärtig: Hunger!! Sans Sonheiser ) Aus des Verfassers demnächst im Berlage der scheinendem Gebich: buche„ Wir Arbeiter". Druch und Verlagsanstalt„ Borwärts" in Troppau er Der alte Genoffe. Ich bin ein alter Genosse," sagte Herr Meier, und schimpfte am Wirtshaustisch fräftig auf die Partei. Denn dazu hatte er als alter Genosse natürlich das Recht. Ich bin ein alter Genosse." sagte Herr Meier in engem Kreise. Aber die Demonstrationen der Arbeiter sah er sich vom Gehsteig aus an, er schämte sich vor Vorgesetzten und bürgerlichen Freunden, mit der Masse zu marschieren. Ich bin ein alter Genosse," sagte Herr Meier.- Aber er abonnierte eine bürgerliche Mit Rücksicht auf die ungenauen Nachrichtigung zur Ergreifung solcher Maßnahmen gibt, Zeitung, denn man muß auch andere Meinun ten, welche in der Presse über das polnische die ihnen für die Verteidigung ihres Rechtes not- gen fennen lernen". Und seine Frau las den Projekt aufgetaucht sind, wird seitens des Außen- wendig erscheinen. Courths Mahler- Roman in 300 Fortsetzungen. ministeriums folgendes Kommuniquee veröffent- Ueber die neue polnische Formel fand am licht: Die polnische Delegation beim Völkerbund gestrigen Spätabend auch bereits ein Gedankenwird der Völkerbundversammlung das Projekt austausch zwischen der englischen und der franeines allgemeinen Nichtangriffspattes zur Er- zösischen Delegation statt." wägung und Debatte vorlegen. Dieser Paft würde gewissermaßen eine Ergänzung des Völferbundpaktes bilden, der bekanntlich die Mög lichkeit des Krieges in' den internationalen Be Berlin, 7. September( Eigenbericht). Aus zichungen nicht vollkommen ausschließt. Der all- Genf wird gemeldet, daß die Locarnomächte gemeine Nichtangriffspakt würde auch für solche nur gemeinsam die polnische Note beantworten Staatenoffen sein, welche dem Wölferbunde nicht werden. Morgen wird Boncour für Frankreich, angehören. Der Paft würde selbstverständlich gegen niemanden gerichtet sein und lediglich den Bwed verfolgen, das gegenseitige Vertrauen der Nationen zu stärken, die allgemeine Sicherheit zu begründen und auf diese Weise den Einfluß und die Autorität des Völkerbundes zu steigern Berstimmung der Kleinftaaten. dann Chamberlain für England und übermorgen Stresemann für Deutschland sprechen. Chamber lain hat zwar Einwände gegen den polnischen Blan, dürfte sie aber fallen lassen, um den holländischen abzuwürgen. über dem holländischen Projekt ruf in den Krei Die ablehnende Haltung der Mächte gegensen der kleinen und mittleren Staaten große ErRothermere der Raum der einen konventionellen Spalte um 100 Prozent überschritten wird, werden ganze sechs Zeilen der Frage gewidmet, Genf, 7. September.( Wolff). Der Führer bitterung hervor. Sie richtet sich nicht nur ob es in diesem Saate nicht doch manches zu ver- der polnischen Delegation, Sofal, hat gestern gegen England. sondern vor allem auch beffern gäbe, um die nationalen Minder- abends Briand und später in einer besonderen gegen Deutschland. weil man annimmt, heiten zufriedenzustellen. Aber die sechs Zei- Besprechung den Vertretern der Kleinen Entente daß ohne deſſen Unterſtützung der Block der len genügen, die Frage jo gut wie zu verneinen. und einiger baltischer Staaten den Wortlaut der Großmächte nicht aktionsfähig wäre. Man fragt sich nach solchen Beweisen regierungsfreuer Gesinnung, wozu die Regierung sich die loftspielige„ Prager Presse" hält, da das„ Tag- Parteitag der österreichischen Genoffen. bat:" wahrscheinlich bill ger arbeitet und wozu die Prager das„ Tagbla't" lesen da ihnen die reichhaltigere Presse" doch dasselbe bietet. Eines der beiden Blätter wird über furz oder lang über flüssig werden. Ich bin ein alter Genosse. sagte Herr Meier. Aber seine Kinder schickte er natürlich" nicht in die sozialistische Jugendorganisation, fon dern in„ beffere" Gesellschaft, in den deutschnationalen Turnverein. Herr Meier war ein alter Genosse, nachdem er aus der Mitgliederliste gestrichen werden mußte, weil er die Beiträge nicht bezahlte. Aber die ihn gerau fannten. meinten, er fei überhaupt nie ein Genosse gewesen. ( Aus der Freundschaft".) Hilferufe der„ Glory“. New York, 7. September.( Reuter.) Der Dampfer„ Transsylvanien" fing einen drahtlosen Silferuf des Flugzeugs„ Old Glory" auf, das sich allem Anscheine nach auf 15 Grad 50 Set. westlicher Länge und 41 Grad 15 Set. nördlicher Breite befand. Es weht ein scharfer Westwind. Tas Parlament Fat nämlich beschlossen, daß von dem ganzen Versicherungsgesek nur die Ver= Hamburg, 7. September. Wie die deutsche Wien, 7. September.( Eigenbericht.) Der icherung der sogenannten alten Arbeitslosen in raft treten soll, die nur zwei Drittel der Arbeits- Seewarte zu den„ SOS"-Rufen der„ Old Glory" fofenunterfüguna ausmacht, so daß den aften bemerkt, befindet sich das Flugzeug in einem fri Arbeitern ein Drittel ihrer Unterſtükung geraubt tischen Gebiet, wo falte Luftmassen vom Pol her werden soll. Um dieses Gefeß entsprechend zugegen den Aequator vorstoßen. Es herrschen dort ändern, so das Barlament aufammentreten. Tas schwere Windstöße bei starken Regenfällen. Verlangen wurde bereita beim Brödinm gestellt und das Marlament dürfte voraussichtlich Ende nächster Woche zusammentreten. sozialdemokratische Parteivorstand hat beidh oifen, den ordentlichen Va te tag für den 29 Ottober nach Wien einzuberufen. Ferner beschloß der Parteivorstand, den sozialdemokratischen Fraft ons vorstand au beauftragen, die Einberufung des Parlaments zu verlangen, um die Frans der Altersrenten der alten Arbeitslosen zur Sprache bringen zu können. Rundfunt für Alle! Programm für morgen, Freitag. Brag, 319. 10.50: Bormittagsfonsert 11 35: Landwirt. 17: Nachmittagsfonzert 18: Musifvortrag. 18.15: Deutsche Eendung. Wetter Mianon aus der Oper Mianon". Weber: Mesitatib und Arie aus der Oper Der Freifchig". Mozart: Cazone aus her Over Figaros Gochzeit" Schubert. La feienata. Berdi: der Oper" Eu hanibe". Schumann: Die Lotosblume. Vara: Duetto aus der Oper" Troubadour". Beber: Nomanze aus Souvenier d'un roffianol. Bizet: Seauebilla und Duetto aus der Over" Carmen". Glud: Arie aus der Over apbiaenie auf Touris". Ed.mann: Frühlingsnacht. Tofti: Serenade. Bufoni: Reverie paftorale. Adam: Rondo aus der Over Ter Bräuer von Preston". Budaveft. 556. 17 45: Blaeunermufit. 20: Deutscher Abenb. 92: Echallplattentonzert. Wien, 517, 16.15: Nachmittagskonzert. 19.20: Gehör. lefetu fus. 20.05: Bopuläres Orcheffertongert." Bürich 588, 20: Deutscher Abend( Richard Wagner). London, 7. September. Der dem Flugzeug „ Old Glory" zu Hilfe eilende Dampfer Carmania" meldet durch Funkspruch, daß sich das Flugzeug nach seiner Schäßung 355 Stilometer vom Kurs der Carmania" entfernt befinde. Die " Carmania" hofft, die„ Old Glory" etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang zu erreichen. New York, 7. September. Der Dampfer „ Transylvania" meldet, daß er in einem Umfreis von 30 Meilen vergeblich nach der Old Glory" gesucht habe. Der Dampfer wird seine Nachforschungen fortsetzen. Die Christlichsozialen als Anschlukfeinde. Die " Deutsche Preffe" beschäftigt sich mit unserer Feststellung. daß die deutschen Aktivisten nach Benes's Zeugnis wackere Anschlußseinde geworden sind und tut so, als ob davon nirgends in der Welt als bei uns die Rede gewesen wäre. Mittlerweile wird ein offener Brief des Deutschnationalen Brunar, in der Bohemia" an Herrn Spina gerichtet, die schwerhörige Be schwester wohl darüber belehrt habent, daß der Verrat der Aktivisten auch am österreichischen Deutschtum die Deutschen hierzulande nicht ganz falt läßt. Natürlich ver- schaftlicher Rundfunt. 12: Breffenad) idten. 12 10: dall sucht die„ Deutsche Presse" einer Rechtfertigung plattenmufif. 16: Uebertragung von ber Auto- Ausstellung. wie immer auszuweichen und den Spich umzuiäri, 1014. Konzerte Polonaife; drehen. Sie beschuldigt neuerlich Otto Bauer, 5 o 60 ungarische Abaplodie. 3, Rubinstein: Ballet fich als Anschlußfeind bekannt zu haben. Nun mufif aus de: Overder Damon 4. Maffenet: robias. wurde in der großen Anschlußdiskussion die Bauers Artikel im„ Kampf" vor einigen Monaten heraufbeschworen hatte, von Seiten aller anständigen Parteien und Zeitungen- es fanden sich Jogar unter unseren bürgerlichen Blättern welche, muffalfifchen Gattungen. 16. Das nerbbie Stimb. 10 30: Dante, wen aber hat die Neuzeit? Weshalb die anständig waren der Artikel Bauers so aus- et: Das Lied von der Glode. Rezitation. 3 rabms: Stonzert fala u. ib- e Grenzen. 15. Die Unfallaefabr Lei efefir Anlagen bangt ihr, mutlose Herzen, daß unsere Zeit fängelegt, wie er gemeint und von Bauer selbst inter- b- bur op. 77 für Geige und Orcheſter. A manerer ble namen Alber mergerlos geblieben ist? Das„ Prager Tagblatt" pretiert worden war, als Bekenntnis zum An- Brometheus. Resitation. 6. Strank: Zod und Berflärung: Merate. 20 30: Berlin. 484 Deutscher Abend. 22.30: In vom 4. d. M. belehrt euch eines Besseren! Unsere fluß unter allen Bedingungen. Es mag sein, Symphoniſche Dichtung op. 24. 22: Revie Nachrichten des den Bergen. große Gegenwart erfreut sich der ZeitgenossenBreslau, 323, 10.15: Deutscher Abend. 22.15: Behn 22.15: Sebnchaft eines Poeta commercialis"! Das Insera daß es Trottel gibt denen die einfachsten Gedan- B: chbüros. 22.20: 3iacunermuis rünn 441. 12.15: Echallprattenmufir. 17.15: Kinder Minuten Esperanto. lengänge nicht verständlich sind, wahrscheinlicher ede. 17.33: Denije Treffenachrichten. 17 45: Deut Frankfurt, 429, 20: Orcheſterfonaert. 32: Deutscher lautet so: ist es aber doch, daß in solchen Fällen böser Wille de Genbung. Brof Dr. W. Regulas cieber bon woll Gamburg, 305, 20: Der Maschinenstürmer. Anscht. die Hauptrolle spielt. Die„ Deutsche Presse" denkt jedenfalls nicht daran, der Wahrheit die Ehre zu Breslau, 323, 20.15: Deutscher Abend. 22.15: Zehn Jeben und verleumbet Bauer als Anschlußfeind. Presburg, 300. 17.45: Konzert, Sumperdind: Sänfel auf bis 24: Konsert. Leipsin 306 19: Die deutsche Reichsbahn in ibrer Mit dieser Methode wird sie aber nicht darüber und Gretel". Grieg: Couvenir Bach); Grüblingserwachel hinwegkommen, daß die Christlichsozialen dem Lacombe: Frühlingstimmung, ibney; Geifba". 1845: nationalen Verrat, den sie durch die Verwaltungs- 19.20 Die Widiafel des Einlagerus von Kartoffeln form begangen haben. noch den an den Deut- 19.35; Schallplattenmufit, 20: 28ie Brag. 22.20: Wie Brag. Boet. 21: Unterhaltungstonsert. 22.15: Wigtige Buntnam. hen Desterreichs hinzufügen, Deutschland. bericht und Tagesnengfeiten vom Brehbüro bierauf: 20.40: Mesitationsftunde. 21 30: Deutsche Spieloper und entre landwirtschaftl. Sendung. Heinrich Schmidt alle rett. Oberfach at der deutsch Seftion des Landesfulturrates in Böhmen: Der Gausgarten. 1. Teil, 18 45: Landwirtinaft areß in stockholm. 10.15: Das Werf Jar. Durych3 20: ellerborausiage und Breffenachichten. 20.10: then licher Rundfunt. 19: nternationater Genoffenschafts- Ston Ein Dichter unserer Zeit. Jede Zeit bat ihren Dichter und Sänger. Das flassische Alte Königswusterhausen, 1250, 15: Einführung in die tum hatte seinen Homer, das Mittelalter seinen deutscher funft. 1. Beethoven: Dub. Coriolan". 2 Schil Schulfundliche Fragen in Dialogform. 17. Di Temperaturture und Schluft zene aus" Tristan und folde". 5. Debmel: für Fortgeschrittene 19.20 Wiffenschaftlicher Vortrag für Brahms, Lifat, Gounod und Delibes. 18: Landwirtschaft. licher 18.20: Die mäbische Schriftstellervereini übertragung. 19.15: G. Puccini:" Boheme" 22: Wie Prag. una. 18.45: Bie Staa. 10:" Ginführungen: Abend. Ronger, beutigen Geſtalt. 20.15: Bon deutschem Geift. 22.15: Tang Wie Prag. 19.05: Siowafifcher Sprachfurs für Deutsche. mufif. Kaschau, 1870. 19: Eine Erinnerung an Jaroslav Brchlicky. 19.20: Soliften Konzert. Thomas: Romanze der München, 536, 19.10: Sportwochenschau. 19.30: Der arme richten. Stuttgart, 380, 20: Drchesterkonsert. Reklamegedichte ( Bersgeschichten usw.) in deutsch. und tschechischer Sprache liefer: prompt und billig begabter und versierter Spezialist. Gefl. Anfragen unter„ Poeta commer. cialis 2003-9" an die Verw. d. Blattes. 5 Bette 4. Der neueste Ozeanflug. Das Flugzeug Ord Glory", das am 6. de. einen Ozcanflug ange. treten hat, ähnelt dem Flugzeuge Byrds, der ,, Amerika", hat jedoch nur einen Bristol- JupiterMotor von 450 SV. Die Spannweite der Tragflächen beträgt 65 Fuß, die Länge des Flugzeuges 46.5 Fuß. Die Gasolintants faffen 1120 Gallo nen. Das Flugzeug führt Radio- Empfang und Sendegerät mit. Seine Tragflächen sind goldfarbig angestrichen, der Untergrund silberfarben. Nationalsozialistische Sekretäre organisieren den Streitbruch. Die Organisation des Streifbruchs gerichtlich nachgewiesen. ,, Die Herren Sefretäre Rudolf Fischer und Ernst Augsten haben mit der sozialdemokratischen Gewerkschaft in Sandau bet Böhm. Leipa gemein schaftliche Versammlungen abgehalten und einen Streit beschlossen. Am 7. Mai wurden den Arbeitern 5 und 7 Prozent von den Unternehmern angeboten, was aber von den Führern Fischer und Augsten gemeinschaftlich mit der sozialdemokratischen Gewerkschaft abgelehnt wurde. Donnerstag, 8. September 1927. Stromstärke vorgenommen würde, wie wenn das Todesurteil von einem amerikanischen Gericht gesprochen wor den wäre, zweitens eine Anzahl amerikanischer und europäischer Wissenschaftler und Aerzte der Hinrichtung beiwohnen, drittens die amerita nische und die europäische Presse als Kontrolle der Oeffentlichkeit vertreten sein sollen, viertens die Am 14. November 1925 hat der Arbeiter| wurde, hat das Bezirkskartell der freien Gewerf Johann Emanuel of e, der bis dahin Obmann schaften die obige Erklärung im ganzen Bezirk der nationalsozialistischen Gewerkschaft deutscher Braunau platatieren lassen. Arbeiter" war, im Internationalen Metall- Augsten und Rudolf Fischer klagten nun anwesenden Aerzte zu dem Zeitpunkt, wo sonst die arbeiter"( Romotau) eine Erklärung veröffent die verantwortlichen Funktionäre des Kartells, Obduktion einsehen würde, alle erdenklichen WieDie Findigkeit der tschechoslowakischen Bost licht, in der er das Verhalten der gelben Gewerk die Genossen Schön, Rober, Rambauste. und so derbelebungsversuche machen sollen, bis das Leben wird durch folgende Fälle illustriert, die uns ein schaft, deren wahres Wesen er erfannt hatte, an- nebenbei der Sicherheit halber auch den Hofe. wieder eingetreten oder auch der Tod einwandfrei Genoffe aus berhennersdorf mitteilt. Er schrieb prangerte. In dieser Erflärung hieß es über die Gegen den letzteren ließ das Gericht die Anklage erwiesen ist. Er beansprucht weiter freie Reife an den Heimarbeiter Franz Dörre Nie- nationalsozialistischen Sefretäre Fischer und fallen, gegen die Genossen Schön als Vorsitzenden nach Amerika und, da er Familienvater fei, eine der Ehrenberg, Nr. 132". Trotzdem in Augsten: und Stober als Schriftführer des Kartells zogen Entschädigung. Zerstörung eines wertvollen Kunstwerkes. In dem kleinen Orte die richtige Hausnummer andie zwei Hafenfrenzler, nach durchgeführtem Be Genossen an der Sache der Abteilung für religiöse Runst auf der großen gegeben war, und der Mann allein mit seiner weis, daß die beiden Familie das kleine Häuschen bewohnt, war der Schulelos sind, die Klage zurück und wurden zur Berliner Kunstausstellung ist in der vorletzten Nacht Post der Adressat, unbekannt" und die Karte Bezahlung der Kosten von rund 1400 Kronen das überlebensgroße Bildwerk„ Der Gefren. fam, nachdem sie auch nach Altehrenberg gewanverurteilt. Nach viermaliger Verhandlung vor sigte" von dem Bildhauer Josef Thorat umge dert war, an den Absender zurück. Der Postmeidem Schöffengericht Königgräß fam es mun Mitt- stürzt und vollständig zertrümmert worden. Es be. ster zur Rede gestellt, hat es nicht einmal der woch, der: 24. August, nach fünfeinhalbstündiger steht die Möglichkeit, daß die Figur heruntergefallen Mühe wert gefunden, deshalb ein Wort der EntVerhandlung zum Urteil, das Fischer unbedingt ist, weil das Wachs an einigen Stellen brödelig geschuldigung zu sagen. Es ist eben geschehen", das haben wollte und mußte: Genosse Rambauste worden war. Andererseits ist jedoch auch nicht die war seine ganze Rechtfertigung. Weiter legte wurde von der Anklage der Uebertretung wider Vermutung von der Hand zu weisen, daß die Aftuns der Genosse eine Zeitungsadresse vor, aus der die Sicherheit der Ehre, begangen durch die figur von kunstfeindlichen Fanatikern zerstört worersichtlich ist, daß der Sozialdemokrat", statt nach Presse, freigesprochen, und die Augst en den ist. Eine Untersuchung des Vorfalls ist eingeOberhennersdorf, nach Sandau bei B.- Leipa geund Fischer zur Bezahlung der leitet worden. Der Künstler hat einen sehr großen wandert ist. Das ist schon öfter geschehen, so Prozeßkosten, die so ungfähr 7000 Kronen Schaden erlitten, weil das Kunstwerk mit der Hand daß der Genosse die Zeitung anstatt nachmittags Plößlich an diesem Tage schlossen die Herren ausmachen werden, verurteilt. Das trau geschaffen wurde, also kein Modell vorhanden ist. mit der 5 Uhr Poſt, erst andern tags mit der zwei- Fischer und Augsten mit den Herren Industriel- rige Gesicht, das Fischer machte, als ihm Durch die Versicherung der Ausstellungsleitung ist ten Frühvost oder gar erst mit der Nachmittags- len einen Vertrag ab über die gebotenen Pro- fein Anwalt sagte, daß ein Freispruch erfolgt fet, der Verlust nur zum geringsten Teile gedeckt. post erhalte, weil von den tschechischen Postbeamt- zente und erklärten den Streit als beendet... wäre für jedes Wiyblatt geeignet gewesen. Wie wäre für jedes Wipblatt geeignet gewesen. Wie Wirbelstürme und Ueberschwemmungen in on. ten das Oberhennersdorf" in einen fal- Am 15. Juni schämten sich die natio- hätten die Hafenfrenzler gebrüllt, wenn Ram- galizien. Das ostgalizische Hochwassergebiet wurde schen tschechischen Namen überfest nalsozialistischen Mitglieder und bauste verurteilt worden wäre, wie hätten sie es am Montag von schweren Wirbelstürmen heimwird und dann anderswohin wandert. weigerten sich, als Streifbrecher zu ausgeschlachtet, daß der Fischer samt dem Augsten gesucht. Dabei find 18 Personen getötet und 96 arbeiten, worauf am 16. Juni Herr Sekretär„ Ehrenmänner" seien und nun erhalten sie vom Säuser zerstört worden. Di: Gesamtzahl der Todes. opfer bei der Ueberschwemmungskatastrophe ist da Rudolf Fischer in einer geheimen Versammlung Gericht attestiert, daß diese mit auf 500 gestiegen. Auch in der ganzen Bukosagte, daß sie die Arbeit aufnehmen müssen, nach wina ist der Dnjepr über die Ufer getreten und hat dem die Streikunterstützung eingestellt wird. Die reite Landstriche überschwemmt. Gleiche Hochwasser. in Aufsig geworbenen Streifbrecher wurschäden sind auch in Südbessarabien eingetreten. den von den Funktionären der na Der Eisenbahnverkehr dürfte dort etwa eine Woche tionalsozialistischen Gewerkschaft lang gesperrt bleiben. Eine Anzahl von Ortschaften begrüßt und ihrem Ziele zugeführt. am Dnjestr sind vollkommen weggeschwemmt wor den. Dadurch find 50.000 Menschen obdachlos geworden. Unangenehme Aehnlichkeit. Der Umschlag des von Harry Domela veröffentlichten Buches über feine Abenteuer, auf dem das Bild des Prinzen von Preußen dem Bilde Domeles gegenübergestellt worden war, ist, wie die B. 3. am Mittag" meldet, nunmehr auf Antrag des Vertreters des Prinzen gerichtlich beschlagnahmt worden. Ueber die Einziehung und Vernichtung des Buchumschlages wird vor dem Amtsgericht Charlottenburg im objektiven Verfahren demnächst verhandelt werden. Betriebsunglück. In einer Maschinenfabrik in der Budapester Szent Laszlo Straße ist Diena tag abends ein schnell rotierender schwerer Schleifstein geborsten. Ein Bruchstück schlug die Mauer des Gebäudes durch und fiel auf die Straße. Das andere Bruchstück traf einen ArBis zum 13. Juni führten beide Gewerf schaftsgruppen den Kampf einheitlich, weil die Ueberzeugung vorhanden war, daß mehr zu erreichen sei. Sekretäre der nationalsozialistischen Gewerkschaft deutscher Arbeiter", die Mitglieder ihrer Organisation durch Einstellung der Streilunterstützung zum Streifbruch gezwungen haben. Die Handlungsweise der Herren Fischer und Zum Schluß sei nur noch gesagt, daß Fischer Augsten ist eine solche, welche von jedem anstän- bei den Verhandlungen den unpolitischen Charaf digen Arbeiter nicht scharf genug getadelt werden ter seiner„ Organisation" hervorzukehren bemüht Begetariertagung. Wir werden um Aufnahme fann, indem sie ihre Mitglieder zum war und nicht zugeben wollte, Satenfreuzler zu Streifbruch zwingen... sein. Nicht unerwähnt foll bleiben, daß Fischer folgender Mitteilung ericht: Sonntag, den 11. Sepeinen ganz annehmbaren Vergleich haben fonnte, tember findet im Gasthof Belvedere" in Elbden er aber ablehnte. Nun, uns ist es richt. Wenn leiten bei Arnsdorf- Tetschen die diesjährige aber die Herren deutschen Gewerkschafter" noch Herbsttagung der Sudetendeutschen und Sächsischen beiter am Kopfe und tötete ihn auf der glied der hakenkreuzlerischen Organisation, deren nisation der Streitbruch organisiert grund a. Elbe.) Beginn der Referate 10 1hr bor. Hier wird also von einem ehemaligen Mit einmal zu bestreiten wagen, daß in ihrer Orga- Vegetarier statt.( Bahn- und Schiffsstation NiederStelle. Ein anderer Arbeiter wurde schwer ter wahres Wesen aufgezeigt. Als dann der genannte wurde, dann werden wir sie stets auf dieses mittags. Nachmittags Ausflüge in die Umgebung. Alle Vegetarier und Freunde reformistischer von den Hakenkreuzlern in neueste Urteil des Schöffengerichtes Königgräbebensweise, auch solche, die es erst werden wollen, Braunau in Ostböhmen als Sefretär angestellt veriveisen. letzt. Mord und Selbstmord. Der Vogt Stein vom Dominium Rosenau im Kreis Liegnitz hat in der Nacht zum- Dienstag seine beiden Kinder, von denen das eine erst wenige Wochen und das andere 1% Jahre alt war, in einem Teich ertränkt und sich dann von einem Eisenbahnzug überfahren lassen. vorbei. Schmach und Schande allen jenen Führern, welche ihre Mitglieder verkaufen und verraten und zu Streifbrechern erziehen." Sekretär Fischer traut, obwohl seine Vorgeschichte bekannt war. Seit einigen Tagen ist nun der frühere Eisenbahnassistent wiederum nach Unterschlagung von 4000 Wark flüchtig geworden. sind eingeladen. 33786 Die Brillanteu des Schüßenkönigs. Der Bristol- Kanal durchschwommen. Zum ersten Male ist es der erst 20jährigen englischen Schwin Aus Berlin wird geschrieben: merin Kathleen Thomas gelungen, die zwölf eugVor einem Jahr waren einem hiesigen KaufEin Bulle greist ein Metorrad an. Bei Gieß lishe Meilen lange Strecke des Bristol- Stanals von mann, der in der Hohenzollernstraße wohnte, fortmannsdorf in Schlesien fuhr ein mit drei Per- Penarth in der Grafschaft Glamorgan nach sonen besetztes Motorrad an einer großen Bichherde Weston super mare in der Grafschaft Stuhl. Aus& openhagen wird allen Ernstes erst ein größerer Brillantring, dann eine Platin an in der Grafschaft Be Nur ein Biertestündchen im elektrischen gesetzt Wertgegenstände gestohlen worden; ein Bulle so unruhig daß er gegen das Motorrad Diese Leistung gewinnt infolge der starken Gogen- meldet: Der dänische Schriftsteller Barfod soll Bolizei ſtand vor einem Rätsel. Die Gattin des Durch das Geknatter des Motors wurde merset in siebeneinhalb Stunden zu durchqueren. Der folgende schlechte Scherz mit dem Tode ge- fette mit Brillanten und noch andere Juwelen. Die rannte. Alle drei Personen wurden durch den wuch ſtröntung einen ähnlichen Wert wie die Durch seine Bereitwilligkeit erklärt haben, sich von den Bestohlenen lag im Krankenhaus und Zutritt zur tigen Anprall vom Motorrad heruntergeschleudert. schwimmung des Aermelkanals. Bisher hatten zahi amerikanischen Behörden im elektrischen Wohnung hatten nur der Hauswart Frit Horn und Ein Oberſefundaner erlitt dabei so schwere Ver- reiche bekannte Schwimmer erfolglos versucht, den Stuhle hinrichten zu lassen, damit die seine Frau, die aber schon seit fünf Jahren in Dien. in der letzten Zeit in ganz Skandinavien erörten des Kaufmannes standen und über jeden Ver. Er hat sich anders besonnen. Ein Eisenbahn- terte Frage einwandfrei geflärt werde, ob die dacht erhaben schienen. Erst als der Kriminalpolizei assistent der Kölner Straßenbahn war von einiger elektrisch Singerichteten nur einen Scheintod er- mitgeteilt wurde, daß Frau Horn einmal einen Beit nach Unterschlagung von etwa 100.000 Mari leiden, bas heißt also, erst unter dem Messer des wertvollen Brillantring getragen bätte, sah man ſich nach Frankreich geflüchtet, später jedoch, als ihm die sezierenden Arztes sterben, oder ob der elektrische das Pförtnerchepaar näher an. Mittel ausgegangen waren, fehrte er nach Köln Stuhl fatisch durch augenblickliche Tötung eine zurück und stellte sich freiwillig. Nach Abschluß der so humane Todesart darstellt, wie es von ameri Veruntersuchung war er wieder in Freiheit gesept fanischer Seite behauptet wird. Barfod knüpft an worden. Er fand sofort bei guten Bekannten eine das Angebot die Bedingungen, daß erstens die Stellung U. a. wurde ihm auch eine Kasse anver- Hinrichtung in der Weise und mit derselben Ichungen, daß er bereits nach kurzer Zeit starb. Verhaftung der amerikanischen Bombenattentäter? Die Polizei in Brocklyn verhaftete am Dienstag in der Verfolgung des Bombenanschlages auf das Gebäude des Obersten Gerichtshofes sech Personen. In den Wohnungen der Verhafteten wurde eine Menge halbfertiger Bomben und Werk zeuge zur Herstellung der Bomben gefunden, auf denen verschiedene Stationen der Untergrundbahn eingezeichnet waren. Bristollanal zu durchschwimmen. Die geheimnisvollen Patronenhülsen. Zunächst fand man nichts, aber die Polizei suchte weiter. Horn, der in einem Schüßenverein iſt und sogar Schüßenkönig war, pflegte in seiner Wohnung stets eine größere Anzahl von Patronen aufzubewahren. Vor einiger Zeit hatte er eine Schachtel mit Patronen Verwandten zur Aufbewah Das also ist der Dank für meine Zärtlich- redlich zu arbeiten, denn stehlen kann er einmal rung übergeben, da die gefährlichen Dinger angeb feit. Ich habe sie nicht auf hohe Veträge ver- nicht. lich in seinem Hause nicht sicher waren. Die Polizei Geschichte einer Verlorenen.fichert, ich nahm sie nicht auf Bergpartien mit, Vielleicht aber war er gar fein Dieb, untersuchte nun diese Kiste und machte eine merkum fie in die Felsenschlucht hinabzustoßen, wie fondern ein einfacher, ehrenwerter Spigel, der würdige Entdeckung: Die Patronen enthielten nicht Jahrelang waren wir unzertrennlich: ich das heutzutage bei Eheleuten üblich. Ich hing sich einbildete, meine Aktentasche sei voll gefähr mehr Pulver und Blei, sondern das batte Horn und sie. Täglich in der Früh nahm ich sie unter mit Liebe an meiner fleinen Brünetten, stopfte licher Umsturzpläne, explosionsbereiter Höllen entfernt und dafür in die Hülsen zerbrochene den Arm, und abends führte ich sie heim. Sie alles, was nur hineinging, in sie. Um Mißver- maschinen oder Bomben. Er tat nur seine Pflicht, wertvolle Goldiachen und Brillanten war eine kleine Brünette, mollig, schier rundlich. ständnissen vorzubeugen: es handelt sich um indem er fich der Aktentasche eines verdächtigen getan. Nun war es klar, weshalb er die Patronen Sie schmiegte sich an mich, und ich preßte sie an meine kleine, braunlederne Aktentasche, die ein Subjekts kurzerhand bemächtigte. Ich bitte ihn vorläufig nicht mehr in seiner Wohnung haben mein Herz. Ich lebe im Wahn, wir fönnten nicht unbekannter Täter im Kaffeehaus mitgehen taufendmal um Entschuldigung, wenn ich ihm wollte. Es war nicht schwer, festzustellen, daß die ohne einander leben. Und nun hat sie mich den ließ. Verzweiflung padt mich, wenn ich daran eine Enttäuschung bereitete. Das Leben ist voll zerbrochenen Rostbarkeiten aus der Wohnung des benoch treulos verlassen... Oder bin ich es etwa dente, daß der Diebsberuf von solchen Stümpern Enttäuschungen, wie meine Attentasche voll stohlenen Kaufmannes stammten. selbst, der sie verlassen hat? Ich will ihr ein paar ausgeübt wird, denen sogar meine Aktentasche unnüßer Wische. Eine Woche nach dem Diebstahl Tränen nachweinen. Lebe wohl. geliebte Freun- eine ersehnenswerte Beute scheint. So ein Dieb meldete ich mich als Verlustträger im Fundamt, Diebstähle verübt zu haben. Aber schließlich legte Troydem leugnete das Ehepaar Horn, die din, ich werde dich nie vergessen! wird es bestimmt zu nichts bringen. Troßdem in der Annahme, daß die Aktentasche, nachdem die Frau doch ein Geständnis ab. Allerdings Es kam so, daß wir uns an jenem ver- vermute ich in ihm einen gutmütigen Mense, en sich ihre absolute Wertlosigkeit herausgestellt will sie alle Sachen ohne Wissen ihres Mannes ge hängnisvollen Abend nach kurzem Familienzwist von sanfter Art, weil er bis jetzt feine Straf hatte, doch abgegeben wurde. Im Fundamt war stohlen haben. Das fann aber nicht stimmen, weil ins Kaffeehaus begeben hatten. Sie hätte mich maßregeln gegen mich ergriff, der ich herrenlos nichts über den Verbleib meines Schaves der Brillantring auch von Horn getragen worden gern arbeiten gesehen. Machte mir bittere Vor- und unbeauffichtigt eine vollgestopfte frentar he bekannt. Er wurde dort nicht gesichtet. Ein würfe, daß wir den ganzen lieben Tag bei einem liegen ließ, darinnen außer wertlojen Papieren lebendiger Karpfen ist zwar gefunden worden, Schmudſtüde, deren Reste nicht in den Vatronenwar. Frau Horn behauptete ferner, daß sie die schwarzen Kaffee vertrödeln Wohin wird das und einer Menge Zahlungsaufforderungen des dieser aber war mit meinem braunledernen, führen? Gehe nicht ins Café, warnte sie mich, Exekutionsdienstes nichts enthalten war. Der beweglichen Archiv nicht zu verwechseln. Es hülsen waren, in eine größere Zigarettenschachtel da hast du einen Bogen Papier, sex' dich an den neue Befizer meiner Aftentasche kann mir füglich geschehen allerdings Wunder, und es ist nicht getan und aus Furcht vor Entdeckung in den Sanal geworfen hätte. Schreibtisch und schreibe. Justament nicht, bange- verargen, daß ich so unaufmerksam war und ganz ausgeschlossen, daß sich meine Attentasche machen gilt bei mir nicht, wie immer siegte ich meine Aktentasche nicht mit Wertpapieren, in einen lebendigen Karpfen verwandelt hätte. Der Fischzug der Polizei. auch diesmal, und wir gingen in die Burg des Industricaftien und Primawechseln beschwerte. Die Ranzlistin aber war nicht geneigt, mir Nun ließ die Kriminalpolizei den Kanal durchMüßigganges, deren Terrasse von Lichterglanz Wenn ich mich recht erinnere, hat mir ein Er befagten Karpfen auszufolgen, der mich einiger- suchen. Von einem Motorboot aus wurde ein gro erhellt war. Ich vertiefte mich in die Lektüre von finder unlängst die Beschreibung einer epochalen maßen für meinen Verlust getröstet häire und bes Net ausgeworfen, das man durch das Wasser Reitungen und sie ließ sich wortlos auf einen Entdeckung übergeben, mit der Bitte, ich möge den ich ebenso unter den Arm hätte nehmen 30g. Neugierige blieben in Scharen stehen und beSessel neben mir nieder. Sodann kamen- Be- sie in der Zeitung besprechen. Das Elaborat fönnen wie einst meine Aktentasche. obachteten das immerhin seltsame Schauspiel eines kannte und ich fette mich an ihren Tisch hinüber, befand sich mit den übrigen Papieren in der Nun ist es schon einen Monat her, daß ich„ Fischzuges“ im Landwehrkanal. Allerdings erleb unbefümmert um sie, die einsam auf ihrem Aktentasche. Vielleicht fann der Herr Langfinger meine treue Kameradin, die Stüße meines ten sie eine Enttäuschung, denn außer zerrissenen Plaze blieb. Es braucht nicht gefagt zu werden, davon Gebrauch machen und als berühmter Er- Lebens, verloren habe. Sie war schon ver- Stiefeln, Spiralfedern von Matraßen, verrosteten daß ich sie nach einer halben Stund, als ich finder seine Karriere machen. Ueberdies hatte nünstiger als ich. und mit Entfeken denke ich Stochgeschirren und dergleichen mehr wurde nichts zurückgekehrt war, nicht mehr vorfand. Sie war ich Notizen über unterschiedliche Themen in daran, sie kätte sich vielleicht selbständig gemacht nefangen. Daß es die Veranstalter des„ Fischzuges" verschwunden, fort. Ein Kellner hatte bemerkt, meiner Aftentasche aufbewahrt; ich möchte ihn und geht jetzt allein in die Redaktion: Genossen, auch gar nicht auf Fische abgeichen batten, sondern daß fich ein fremder Herr an meinen Tisch gefeßt ersuchen, sie aufzuarbeiten. Für das eine blut- ich habe einen wirklich interessanten Artikel auf nichts Geringeres als eine Schachtel mit hatte. Er hatte eine Schale Kapuziner genommen arme Thema des Abhandenkommens meiner gebracht.... und sich nach der letzten Blauen erkundigt. Mit der Aftentaiche hat er vor mir zehn ausgezeichnete letten Tramway aber waren beide durchgebrannt. Auffasstoffe bekommen. Er möge versuchen, Eugen Sainal. Schmucksachen, das wußten die Neugierigen ja nicht. Der von der Polizei ersehnte Fang ist aber aus geblieben. Donnerstag, 8. September 1927. G. Kurzemer. 2. Gerichtssaal. Kraft Entschloffenheit und Mut durch Spiel und Sport! Werde Mitglied im Arbeiter- Turn- u. Sportverband! unbescholtene Bauarbeiter zu monatelanger Kerkerstrafe verurteilt. monatlich verschärft, wobei sich das Gericht noch eine bedingte Verurteilung vorbehielt. Sette 5. fängnis zusammenkommen, weil sie sich nach einem Igen und Vertragslohn erfolgt die Fortschung der Steine gebüdt haben und ein Stein gar 70 Benti- ungefeßlichkeiten und Vertragswidrigkeiten. Daß meter entfernt vor einem Wachmann zu Boden fie!, diese, sich fast auf allen Staatsbauten einstellenden wenn sich die Wachleute überhaupt recht entsinnen und wiederholenden Ungesetzlichkeiten Aufsehen erkönnen, was jeder halbwegs zurechnungsfähige regend und Nachahmung herausfordernd wirken, Mensch bei einer Menge von 300 Demonitranten ist begreiflich. Denn wenn auf Staatsbauten der als sehr zweifelhaft ansehen muß, und das Gericht gesetzliche Achtstundentag, die Schutzbestimmungen, ſtellt einem der Verurteilten, bei dem so ein en der Vertragslohn so mißachtet werden, wie es feyliches Strafausmaß gerade den gegenteiligen Er Regel geworden ist, darf es niemand wunderfelg. feineswegs eine Besserung, sondern eine Grnehmen, daß die Achtung vor den Gesetzen der bitterung gegen die bürgerliche Gesellschaft und Republik immer mehr schwindet. gegen ihr Rechtssystem zur Folge haben muß, nicht cinnal einen Verteidiger zur Verfügung! Alle Angeklagten weinten, als man sie aus dem Gerichtssaale führte. Ach ja, die Liebe.... Prag, 7. September. Die 22jährige Kellnerin Franzista Flanderfa, ein hübsches Mädchen, das den nettesten Eindruck macht, steht heute vor dem EinzelNach Paragraph 34 der zitierten Regierungsverordnung werden alle Unternehmer, die Staatslieferungen oder staatliche Bauarbeiten zur Ausführung übernommen haven, verpflichtet, die Arbeiterschutzbestimmungen und den Vertragslohn zu beachten und einzuhalten. Nach demselben Paragraphen hat die vergebende Behörde das Nonpflichten und gesetzlichen Bestimmungen einbält. trollrecht, ob der Unternehmer diese Vertragsrichter DLGR Sitta. Sie war am 7. März d. 3. Von diesem Kontrollrecht ist wohl kaum jemals ins Kaffeehaus des Alois Pavliček in Prag VII der Ungefeßlichkeiten vom deutschen Bauarbeiter Gebrauch gemacht worden. Anzeigen die wegen gekommen, wo der Kellner Franz Toman beschäfverband an die verschiedenen Ministerien gemacht und den Kellner gefragt, ob er es ernst meine und die angezeigten Mißstände blieben bestehen. das Verhältnis mit ihr lösen wolle. Als ihr der Geliebte leine befriedigende Antwort erteilte, zog sie Diese Konsequenz erstreckte sich auch auf die einen Revolver und feuerte- nicht nach dem wenigen deutschen Baumeister, die durch irgend Rezepte der Frau Grosavescu, sondern nach dem einen„ Zufall" Staatsbauten zur Ausführung erGebote eines unglücklich liebenden Herzens einen hielten. Auch die deutschen Unternehmer blieben Schuß gegen die eigene Brust. Zum Glück drang ungestört, wenn sie in ihrem bekannten Sparsinn das Projektil in das Fischbein ihres Micders, prallte auf die Erfüllung der Gesepes- und Vertragspflich dort ab und sie erlitt feinerlei Verlegung. Heute en gegenüber den Arbeitern vergaßen. Und es hatte sie sich vor dem Richter wegen Uebertretung muth offen gesagt werden, die deutschen Baunach§ 431 und gegen das Waffenpatent zu vermeister leiden an dieser Vergeßlichkeit nicht minder antworten. Sie wurde zu K 20.- Geldstrafe verwie ihre Herren tschechischen Kollegen. Ein beurteilt und wollte das Geld gleich erlegen. Es hat sonders krasser Fall dieser Vergeßlichkeit ist jetzt zahlen," sagte der Richter.- Und die Sache ging erhalten. Für die Firma gelten natürlich nebst Zeit, bis Sie die Aufforderung bekommen, zu in Komotau zu verzeichnen. Die Baufirma John hat die Ausführung der Gagistenhäuser übertragen torium wartete der junge Mensch, um dessentwillen auch noch in einer anderen Art gut aus. Im Audi den Gesetzen auch die Bestimmungen der Regiesie sich erschießen wollte Kaum daß sie auf dem Arbeiten. Dies ficht die Baufirma John aber in rungsverordnung über die Lieferung ſtaatlicher ihr einen Kuß, dann noch einen und wieder einen Gang herauskommt, padt er sie um die Hüfte, gibt feiner Weise an. Auch sie pfeift auf die Gesetze der und als Teute dazukommen, die das Pärchen lächelnd Republik und die übernommenen Vertragspflichbeguden wollen, hängt sie sich in ihn ein und glüdten. Es handelt sich ja nur um Arbeiter. Am 5. v. M. hat das Lohnschiedsgericht in Prag die lich verlassen sie beide zusammen das unfreundliche Gerichtsgebäude. Es ist zwar schon September, die Bauunternehmer des politischen Bezirkes Komotau, die sich bisher beharrlich weigerten, den TarifTage sind aber noch immer sehr schön und draußen im Freien ist auch jetzt noch für eine glückliche Liebe vertrag anzuerkennen und die wochenlang den Areines Strafgerichtes... urteilt, den Vertrag einzuhalten und die vertraglichen Löhne zu zahlen. tigt ist. Dort hatte sie sich zu einem Tiſche gefeht wurden, blieben in der Regel unbeantwortet, und Ein Jugendlicher Bauarbeiter ohne Ex- Ollo- Verteidiger. Prag. 7. September. Der Prozeß, der heute vor dem Senate des OLGR. Dobr. Souče! gegen drei jugendliche demonstrierende Bauarbeiter Wenn der Obgenannte noch durch die Aussicht attfindet, muß selbst in demjenigen, der jeder Ar- auf die unbedingte Verurteilung halbwegs glimpflich beiterbewegung fernsteht und nur halbwegs Ver- davonkam, so muß man das Urteil gegen die beiden tändnis und Mitgefühl für Jugend hat, die ern- Jugendlichen, die dann vor dem gleichen Senate teſten Zweifel und Bedenken erweden. Es handelte ſtanden, geradezu als fürchterlich ſtreng bezeichnen. sich wieder um die berüchtigten Steinwürfe" gegen Der 21jährige Jan Kopřiva wurde von dem die hochlöbliche Polizei, die wir ja aus allen Ver- Wachmann Wenzel Valenta verfolgt und jammlungen, Demonstrationen und Prozessen zur verhaftet. Der junge Bauarbeiter gibt an, daß er Genüge fennen. Es war ein Prozeß, in dem drei überhaupt nichts mit den Demonstranten zu tun jugendliche streikende Bauarbeiter, darunter ein 18- hatte, sich wohl einmal büdte, um sich sein Schuh. jähriger Knabe, wegen öffentlicher Gewalttätigkeit, bandl zu richten, auch nicht im Zuge marschierte, entschieden ein geeigneterer Ort als im Rorridor beitern die Vertragslöhne vorenthalten haben, vers Volkswirtschaft. Gesetzesverächter. Widerießlichkeit gegen die Wache und Auflauf" ver- sondern weit hinter demselben war. Der Wachmann urteilt wurden und wo Polizisten als Krongeugen aber gibt an, daß er im Zuge vorne war und einen und als einzige Zeugen gegen diese jungen Stein warf. Auf den Einwand des Ex- offo- VerteiMenichen auftraten und sie auf lange Monate in digers, wie es möglich sei, in einer Gruppe von den Kerker brachten Am 8 August d. J. fand in 300 Menschen gerade den Angeklagten zu erkennen, Brichowitz im Weinberger Bräuhaus eine Versamm- sagt der Wachmann unter Eid aus, daß er sich lung von etwa 300 streifenden Bauarbeitern statt, unter 300 Demonstranten!- das Gesicht" gemerkt die dann in geschlossenem Zuge vom Versammlungs- habe. Der 21jährige Mensch wird, weil er sich als orte zogen Die Prager Polizei war gegen sie in 17jähriger Bursch den Diebstahl von drei Karpfen Die deutschen Bauhandwerker, insbesondere harlem Wadeaufgebot ausgerüdt, ja jogar ein mit zuſchubben tommen liek, in bier wonaten die deutschen Baumeister, beklagen sich seit Jahren Bolizisten besetztes Militärauto war gegen die strei- ich weren Rerters verurteilt, mit zwei bitter darüber, daß sie bei Vergebung von staatlenden Arbeiter moboliſiert worden. Angeblich for. Fasten monatlich unbedingt, seine Bitte lichen Arbeiten in deutschen Gebieten nicht berückderten die Polizisten die Leute zum Auseinander um Strafaufschub wird abgeschlagen, weinend wird" chtigt werden. Tatsache ist, daß die Arbeiten fast geben auf. Der Revierinspektor Ed Vrane! will er vom Gerichtsdiener wieder in den Kerker gerhört haben daß der 22jährige Maurer Wenzel schleppt, wobei er wiederholt beteuert:„ Der Wachausschließlich an nicht ortsansässige tschechische FirBaňa den Ausruf getan haben soll: Burschen, mann hat gelogen, man verlangt von mir, daß ich men vergeben werden. Diese Art der Vergebung wendet euch mit Steinen gegen sie!" Weiters will eine Sache eingestehen soll, an der ich nicht beteiligt ist durch die staatspolitische Einstellung bedingt. at gesehen baben, daß sich der Angeklagte um einen war" Stein gebüdt habe Daraufhin verhaftete er den " Den deprimierendsten Eindruck aber machte die Daran hat auch die Tatsache nichts geändert, daß jungen Menschen und legte zur Beglaubigung" Verurteilung des achtzehnjährigen, unbe- dem Ministerium für öffentliche Arbeiten, welches feiner Anzeige einen großen spißen Stein bei. icholtenen Bauarbeiters Franz Toman, dem das die meisten Staatsbauten zu vergeben hat, ein Vaña stellte entschieden in Abrede. daß er sich in Gericht nicht einmal einen Er- offo- Ver- deutscher Professor als Minister vorsteht. der von dem Polizisten heute unter Eid bestätigten teidiger beizustellen für notwendig fand. Der Mit den tschechischen Unternehmern, die da geschilderten Weise benommen hätte. Vom Richter Knabe sagt aus, daß er sich nicht schuldig fühle und dranken in den deutschen Gebieten Staatsbauten aufgefordert. lieber zur Milderung des Urteils den leineswegs einer Widerießlichkeit gegen die Wache aufführen, hat der deutsche Bauarbeiterverband Sachverhalt einzugestehen erklärte der Arbeiter, daß beging. Unter Tränen erzählt er. daß er als der schon manchen Strauß auszufechten gehabt, wird man doch von ihm nicht verlangen fönne, daß er Aelteste von sechs Kindern noch für fünf jüngere noch manchen auszufechten haben. Die Mehrzahl eine Tat zugebe die er nicht begangen habe. Sein Geschwister zu sorgen habe Der unter Eid einver- der tschechischen Unternehmer pfeifen auf die ArVerteidiger, der ihm er offo beigestellt war, sprach nemmene Wachmann gibt an, daß er fah, wie der heiterschutzbestimmungen. Ebenso auf die bauverbon den armen verführten Arbeitern, die von ge Angeklagte einen Stein warf. der etwa 70 Benti traglichen Bedingungen, welche die Baumeister im wiffenlosen Leuten zum Streik aufgehetzt werden, meter vor ihm auf den Boden fiel Und wie lautete Sinne der Regierungsverordnung vom 17. De nachher aufgeregt und für ihre Taten nicht verant das Urteil gegen den bisher unbescholtenen Knaben: zember 1920 Slg. Nr. 667, übernehmen müssen. wortlich sind". Dies sollte der Milderungsgrund auf vier Monate ichweren Rerfers un Bei der Arbeitsaufnahme beginnen die Ungesetz fein! Der Arbeiter sitt feit einem Monate in Haft bedingt mit zwei Fasten monatlich! Nun lichkeiten. Ortsansässige deutsche Arbeiter werden und erhielt eingerechnet der Haft fünf Monate werden diefe Kinder mit Dieben, Räubern und aller nur ausnahmsweise und nur in geringer Zahl beloweren Rerters zwei Fasten hand Schwerverbrechern zum ersten Male im Geschäftigt. Beim Achtstundentag. SchutzbestimmunForel 80 Jahre alt. Dem Forscher und Sozialisten ein Wort des Dant: 8. Rauschende Feste gehen über viele unserer Beitgenossen. Man erinnert sich ihres 50. Geburtstages, feiert ihren 60., rüstet zum 70. und weiß nicht mehr, wohin mit den vielen Ehren. Une in vorne, dem fle nen. föstlichen Weintädtchen füdöstlich des Genfer Sees, da lebt ein alter, weißbärtiger Herr, ein Profeffor, dessen Rante weit über die Grenzen des Städtchens, der Schweiz, ja Europas gedrungen ist, dessen Bücher gelesen werden um heißen Süden Italiens und alten Norden Standinaviens, im Westen und Often Europas, in Amerika ust. Dieser Professor heißt: August orel. Sat ein Mensch jedoch erfahren, daß dieser Holen wir das Versäumte nach. Gederfen wir des Mannes, der jahrelang als Professor in Zürich lebte und wirkte, der sich einen großen Namen machte als Ameisen forscher, als Philosoph auf seine Zeitgenossen einwirfte, nud besonders bekannt wurde durch seine populärwissenschaftlichen Aufklärungsschriften. Mögen Tausende nichts von dem greifen Forscher wissen, nicht wissen, daß er unzählige Arten von Ameisen erforschte, ihr Leben studierte, beobachtete, mögen sie auch nichts wissen von dem Psychiater, aber fast alle fennen fie fein großes Aufklärungswert, tas als Volkeausgabe erschien, und das diesen Tausenden von Menschen die Quelle neuer Lebensfreudigkeit wurde, aus der sie wieder neuen Lebensmut schöpften, das ihnen ein großes und bisher verschwiegenes Problem enthüllte: Die feguelle Frage"! Raum, daß es einen Menschen gibt, der nicht einmal in dieses Buch hineing schaut hätte, gleich die Herr in vorne, dieser weißbärtige Profeffor gültig ob als Lernender oder Lehrender. sie alle Dr. Auguſt Forel, am 1. September, geistig and zehrten von den Gedanken und Ideen eines örperlich sehr rüftig, feinen 80. Geburtstag Mannes, der sein Herz fühlen und schlagen ließ, friert hatte? Feste rauſchen vorüber. Ozeanfire- für die Armren und Bedrückten, für die Menschen, Erwerben angehimmelt unt Nelly Grofavescus die sich in sozialer und sexueller Not befanden. Remoiren werden gelesen, aber vergessen bleibt Wir alle wissen, wie bedeutsam dieses Buch einer 80. Geburtstag eines weltberühmten Gelehr schlug in die ersten Jahre unserer Jugend, Bweiten, der ſtill und einsam und zurückgezogen in fel klärte, Aengſte uns raubte, Freude gab, und einem Schweizer Städtchen lebt. mur feinen For eine Anschauung, die sich abwandte von falscher Kungen hingegeben, und still lächelt über die Scham und Prüderie. late Geschäftigteit der Welt. Deshalb diesem Manne einen Glückwunsch zu seinem 80. Geburtstag. der still und ruhig gefeiert wurde im fleinen Streis der Familie. Die Baufirma John war bei der Verhandlung am 5. v. M. durch Baumeister Beschta vertreten. Das Urteil ist auch für die Firma John rechtsgültig. Beachtet hat es die Firma bis heute och nicht. Am 5. d. M. erschien vielmehr Herr Oskar John aus Komotau beim Lohnschiedsgericht in Prag und teilte Herrn OLGN. Dr. Marte vant mit, daß er das Urteil, troßbent es rechtsfräftig ist, nicht anerkenne. Dieser Borgang ist der Gipfel der Unverfrorenheit und Frechheit eines urteil ist der Firma John Wurscht. Ganz offen wird erklärt, wir machen was wir wollen. Wir lassen uns weder durch Gesetz noch durch Vertragspflicht noch durch ein Gerichtsurteil in der willfürlichen Ausnüßung der Arbeiter stören. Profit ist der Leitstern der Firma John, mögen dabei auch Gesetz, Vertragspflicht, Gerichtsurteil und Manneswort flöten gehen. Mögen dabei auch die Arbeiter um tausende Kronen Lohn betrogen werden. Was sagt zu der loyalen Firma John der Minister für öffentliche Arbeiten, Herr Professor Spina? Wird er dafür Sorge tragen, daß dieser öffentliche Standal beendet, daß die Firma John in Romotau zur Beachtung und Einhaltung der Gesetze, Vertragspflichten und des Gerichtsurteiles verhalten wird? Wird er veranlassen, daß sämtliche, seit Baubeginn um den Vertragslohn betrogenen Arbeiter, den von der Firma John zu Unrecht vorenthaltenen Lohnteil nachbezahlt erhalten? Herr Minister, Sie haben jetzt das Wort: Nach Paragraph 34 der Regierungsverordnung vom 17. Dezember 1920, Sig. Nr. 667, haben Sie das Kontrollrecht über alle durch Ihr MiniUndankbar wären wir, wollten wir uns sterium vergebenen Staatsbauten. Ueben Sie dies nicht seiner erinnern, doppelt undankbar, wo wir ses Kontrollrecht aus und Sie werden nicht bloß wissen, daß Professor Forel ein alter, ihrem geliebten deutschen Volke, sondern insbesonbewährter, forsch zugreifender So- dere der Regierung, der Sie so treu dienen, einen zialist, Genosse ist, der schwere Kämpfe großen Dienst erweisen. Sorgen Sie, Herr Miauszufechten hatte. während seiner Professoren- nister, insbesondere dafür, daß die Arbeiter der zeit, feiner Tätigkeit an der Universität. Man Firma John zu ihrem gefeßlichen Rechte kommen. vergaß es ihm nicht, daß er, der berühmte Wenn es der Firma John in Nomotau auch weiAmeifenforscher, der große Ethiker. sich zur Soterhin gestattet bleibt. ihre hier geschilderte Auszialdemokratie bekannte, für die Idee beutermethoden auf den Staatsbauten fortzusetzen, des Sozialismus kämpfte, nicht als dann bleibt nur die eine logische Folgerung übrig. dozierender Professor, sondern als Kämpfer, und daß nicht bloß die Ungesetzlichkeiten, sondern auch der ein waderer Führer der Schweizer Sozial- der Lohnbetrug gutgeheißen wird. Ob dadurch demokratie wurde. das Ansehen des Staates gehoben wird, soll Herrit Wird er vielleicht deshalb vergessen? Trotz Minister Spina zur Beurteilung überlassen bleiben. seiner unstreitig großen Verdienste? Vergeßt ihn, der alte Forel freut sich doch nur darüber, uns aber laßt dem alten Manne in vorne, dem versteckten Städtchen am Genfer See, einen Gruß fenden, als Beweis unserer Treue und Gesinnung. Devijenturie Prager Kurse am 7. September. 100 holländische Gulden Geld Ware 1849.25 1855.25 · 800.30 804 30 468.00 471.00 649. 5 652.05 163.42 164.62 182.80 184.20 33.60 83.90 181.70 132.90 59.17 59.67% 589.15 592.15 875.50 378.50 478.75 476.75 1 Pfund Sterling 100 Lire 1 Dollar Er kämpfte für die soziale Befreiung 100 Meiamart. der Arbeiterklasse. Mittel war ihm das Wort und 100 ein die Schrift. Er kämpfte gegen den Alkoholi 8-100 Schweizer Frants mus. Er wurde der anerkannte Führer der Abftinenten. Sie danken ihm. Und sein Kampf galt dem Mudertum. Wer je die sexuelle Not empfand, gedenkt ffll und eindringlich des 80jährigen Forel, der verdient, genannt und gefeiert zu werden. 100 franzöttiche Frants 100 Dinar 100 Bengös 100 polnische Bloth K. D. 100 Schilling.. ,, Freut Euch des Lebens, Radion wäscht allein!" Annie Klug Fräulein Klug genießt ihr Leben. Sie plagt sich nicht mit Rumpeln und Reiben, und läßt Radion arbeiten Radion allein? Ja! Waschet so: Löst Radion in kaltem Wasser auf, gebt die Wäsche in die Radionlösung, laßt 20 Minuten kochen, schweift aus)" Wäsche rein und blendend weiß Reiben und Rumpeln ist unnütze Plage, ruiniert Wäsche und Hände und wird man vielleicht schöner davon? Radion ersetzt die Rasenbleiche Garantiert frei von Chlor und anderen schädlichen Chemikalien. Schont die Wäsche! RADION Ges. m. b. H.- SCHRECKENSTEIN. Wasche Wäsche ohne 24.L Waschen& RADION wascht allein! Kunit und Willen. Gonderausstellung im Rudolfinum. Dr. Gerhard Färber. Mitteilungen aus dem Bublitum. Die verblüffende Reinigungskraft des neuen unerklärlich, daß sie fürchten, Radion könnte scharfe Waschmittels Radion ist unseren Hausfrauen so Zusätze enthalten und der Wäsche schaden. Diese Befürchtung ist vollständig grundlos! Die fast an Zau ber grenzende Reinigungskraft des Radion iſt dadurch bedingt, daß es mehr als 65 Prozent einer Spezialfeife enthält, welche den Schmus löſt. Außer dem entwickelt Radion beim Kochen Sauerstoff, der die Wäsche in ebenso unschädlicher Weise bleicht, wie dies bei der Rasenbleiche erfolgt. Das also ist die Lösung des Radion- Zaubers! im Wald. Gaßlers Bilder bieten eine äußerste Ver-| Uraufführung von„ Seidenstrümpfe", 1. Oesterreich beginnt mit dem Rüsten zum Bun bindung seelischer Gestalten mit den schönen Gesetzen Gesellschaftskomödie aus dem Englischen des Cyril desfest 1929 in Nürnberg. Der Arbeiter Turn- und der Form und der Farbe. Das verbindet ihn mit Harcourt von Sil Vara. Samstag:„ Miß Cho- Sportbund, Deutschland wird 1929 in Nürnbergs Franz Maser el natürlich nur geistig, der ja ein colato". Sonntag, den 11. September nachmit Mauern sein 2. Bundes Turn- und Sportfeſt veran Holzschneider ist, der aber auch die Tiefe des seeli- tags um 3 Uhr:„ Ein besserer Herr" Abends: stalen. Unübertroffen stehen seine bisherigen großen schen Gehaltes ermessen hat, die uns eine junge Mal Seit jeher war es das Schwerste, den UnverSeidenstrümpfe". Alle Abendvorstellungen Veranstaltungen in organisatorischer Hinsicht und bildeten die tostbarsten Güter der Malerei nahezu nierenden Bild von Spießern und Strüppeln, entfunst bietet. Leider ist wenig da, außer einem faszi beginnen um halb 8 Uhr. was Massendarbietungen anbelangt da. Das erste bringen. Ja es war, wenn man von einer oberfläch Bundesses: 1922 in Leipzig hat in der schon große Turnveranstaltungen gesehenen Stadt alles bis da lichen Inhaltsdeutung absah, fast unmöglich. Des- schieden Blätter, die ihrer Nebensächlichkeit wegen halb hatten die Maler der modernsten und extremnicht zu den Hauptwerken Maserels, des ersten hin dagewesene in den Schatten gestellt. Das Aus. sten Richtung fein Glück bei den Proleten, schon des- Romandichters, mit dem Griffel in der Hand, geland hat den deutschen Arbeiter- Turnern und Sporthalb nicht, weil sie lubiſtiſche, futuriſtiſche oder egen Farben, der andere mit eigentümlich vereinfach hören. Bourquet, Coubine, der eine mit starlern nachgeeifert. Die großen Feste in Wien und pressionistische Formen nicht zu deuten wußten. Prag find da ür Zeugnis Jezt richtet alles seine Formprobleme, Farbenprobleme existieren für Proten Linien, der eine Maler, der andere Zeichner, Aufmerksamkeit nach Nürnberg! Die ausländischen Arbeiterturner und Sportler wollen dabei sein, sie leten nicht bewußt. Andererseits kann es auch pas- füllen die Säle der Sonderausstellung im Rudolfi fieren, daß auch Maler des proletarischen Milieus, num. Es blieb Joseph Gaßler vorbehalten, den wissen, daß ganz Großes geboten wird. Der Kreis wie George Groß oder Käthe Rollwig aus Eindrud mit Franz Maser el vollwertig zu teiNiederösterreich, Burgenland, Steiermark und einem Gefühl heraus abgelehnt werden, das nach len, die Macht der Farbe jedoch ganz für sich zu be daß Sparmarfen für Nürnberg ausgegeben werden, Kärnten teilt in einem Aufruf seinen Vereinen mit, Befriedigung schreit, aus dem Gefühl heraus, schön halten. sein zu wollen, oder nennen wir's anders, aus der Bedarf ist zu melden. Von vornherein ist mit der Sehnsucht nach idealistischer Darstellung, die Verdis„ Aida", mit deren Aufführung am einem Massenaufmarsch der österreichischen Genossen natürlich in der Vorwärtsentwicklung verankert ist. Dienstag das Opern- Ensemble des Prager Deut zu rechnen 5041a Wenn Proleten Spelunken und Elendsfiguren etwaschen Theaters seine Tätigkeit in der neuen der Stä: he Stollwiy ablehnen mit dem Urteil:„ So Spielzeit wieder aufnahm, gab Gelegenheit, einige find wir nicht so entspricht das einerseits der neu verpflichtete träfte fennen zu lernen, Wahrheit, da in den Kollwis'schen Sachen ja eine darunter mehrere, die ohne vorheriges Probegastspiel ( fünstlerisch... notwendige) realistische Uebertreibung verpflichtet wurden, was beweist daß die leitenden steckt, andererseits dem viel stärkerem Verlangen der Stellen des Theaters von deren, Publikum und Profeten:„ So wollen wir nicht sein". Aus diesem Kritik zufriedenstellenden fünstlerischen Leiſtungen Grunde lehnen die Broleten etwa einen Maser el überzeugt waren. Zunächst stellte sich uns in Dr. nich: ab. Auch der Mährer Franz Gaßler, von Robert Koliso ein neuer Mann am Dirigen dem ein proletarisches Paris( Marcel Say) sagen tenpulte vor. Kein Zweifel, daß dieser Kapel! Yonnte un grand peintre" steht, was Motive an- meister Praxis und Routine besigt. Um an unſe. langt, dem proletarischen Weien sehr nahe. Dirnen, rem Theater aber erfolgreich bestehen zu können, mulation des Napitals. Verlag für Literatur und Po- dentichen Vereinen V. Bucharin: Der Imperialismus und die AkkuBühne suchen müssen, um rhythmischen Schwanfundarins iſt eine Bolemit gegen Roja Luxemburgs wird er noch mehr Fühlung mit Orchester und litik, Berlin SW. 48. Das vorliegende Büchlein Bugen und Tempoverzerrungen wie diesmal zu entSpelunkenmotive, Liebende. Gatten, das alles aus proletarischer Umwelt zu wählen, fällt heute nicht mehr schwer, aber es neu zu beleben! Und das bring: Joseph Gaßler. Er hat eine wunderbar fein schwingende Seele und einen sprechenden Pinsel! Er erzählt nicht mehr das krasse Elend, sondern den tiefen Schmerz über das Elend! Wenn man ein Bild ansicht, wie das, auf dem zwei Liebende- oder zwei Gatten Proleten, aneinandergedrückt stehen, mit hangenden Köpfen, Lippen und Augen von Liebesgefühl zitternd, und wenn der Künstler auf grau| gehen. Auch ist der Musiker Kolisko mehr auf af Literatur. Wunderlich, Verlag R. 2. Prager, Berlin 1927. Die Der kommende Hochkapitalismus. Von G. Interessen der verschiedenen Gesellschaftsklassen in Broschüre eines Juristen, der den Ausgleich der dem durch Kartelle und Trusts charakterisierten Sochkapitalismus mit stärkerer jozialpolitischer Gesetgebung für die Arbeiter sicht. E. St. luffassung vertrat, daß der Kapitalismus zu feiner Die Affumulation des Kapitals", in dem diese die Ausbreitung folonialen Neulandes bedarf und daß dieses Streben nach Erwerben bisher nichtkapitali lismus sei. Diese Meinung haben schon vor dem stischer Gebiete der eigentliche Inhalt des ImperiaWeltkriege Otto Bauer und Rudolf Hilferding bekämpft. Auch Bucharin hält im Sinne Hilferdings den Imperialismus für die Bolitik der bürgerlichen Staaten im Zeitalter des Finanztapitals E. St Lurnen und Sport. Dem Arbeiter- Turn- und Sportverband( Aussig) wurde von der Jary der Reichsgesundsheitwoche an= fäßlich der Veranstaltungen der N.-G.-W. der Preis für die Abteilung„ Störperkul Preis für die Abteilung„ Körpertul. tur" zuerkannt al fresco- Wirkungen bedacht als auf gerundete Gradationen, mehr der phlegmatischen Ruhe ergeben als der Leidenschaft und Efstase Ta Kapellmeister Dr. Kolisko übrigens in der„ Aida" noch allzuviel musi talische Tradition von seinen Vorgängern am Pulte übernommen hat, wird erst eine von Grund aus von getöntem Hintergrund mit findlich einfachen Stri- ihm selbst bewirkte Neueinstudierung( etwa der chen etwas wie eine Fabrik andeutet, verstehen wir Wildschüß" am Sonntag) ein Endurteil über seine tief... Es ist geradezu unerhört, mit welcher welt- fünstlerischen Qualitäten gestatten Bei dieser aus umfassenden Poesie er das arme Gattenpaar auf die gezeichnet besuchten„ Aida" Aufführung waltete zum gebrochene Farbenfläche hinpinselt! Die Frau ist ersten Male Prof. Semmler feines Amtes als schwanger und biegt den geistig vechärmten Kopf Opernregisseur. Das gegen früher wesentlich fast überirdisch nach rückwärts- die Augen, die geänderte szenische Bild bewies, daß Semmler ge Lippen, die Nüstern des Mannes fühlen mit. Oder willt ist, zu arbeiten und unserer Oper auch in die beiden Liebesbriefe lesenden Wäscherinnen mit szenischer Hinsicht neue Impulse zu geben. Als ihrem vor Gefühlen sprechenden Ausdruck! Die nur Oberpriester Ramphis lernte man unseren neuen in den Augen frierenden Dirnen vom Regenasphalt seriösen Magnus Andersen kennen; einen Paris', das alles läßt uns in einen Zustand der Rüh- Künstler, der nicht nur über eine schöne, volltönende rung fommen, wenn wir die Liebe sehen, mit der und modulationsreiche Stimme verfügt. sondern auch der malende Künstler das Innenleben der Proleta- als Darsteller zu interessieren weiß Leider sind rier empfangen hat. Wenn wir genau sein wollen, seinem wohlgepflegten Organ in der Höhe enge so müssen wir das eben Besprochene als die gestal. Grenzen gezogen, so daß es zweifelhaft ist, ob der tende Fähigkeit des Künstlers klassifizieren. Aber wie Sänger auch höher geschriebene Vaßpartien( Wagner. wenig Maler treffen derlei wirklich in Form und schen vor allem) gewachsen ist. In der Rolle der Farbe umzuseßen, es bleibt bei ihnen dichterisch" Priesterin ließ sich erstmals Frl. Hanna Kra ( welcher Ausdrud unter Malern als Tadelswort mer hören, deren auffallend helle Singweise auf gilt), es bleib: bei ihnen also gedanklich, be- eine typische Soubretten stimme hinweiſt Befreundet sich nicht mit den Farben, wird nicht bild- sonderen tünstlerischen Genuß bereitete das Wiederhaft; bei Joseph Gaßler jedoch ist es gerade die auftreten des Heldonbaritons Jos. Schwarz Farbe, die er mit der scheuen Feinnervigkeit des als Amonasro. Liebenden wählt, die den großen Ausdruck seiner Malereien( denen schon der Inhalt absolute Experimente verbiete:) schaffen! Slug verbindet er gebrochene Farben zu einer achromatischen Gestaltung des Hintergrundes und erst, wenn er den Mittelpunkt des Bildes malt, das Gesicht, die Hauptglieder, den Augenausbrud der wichtigen Gestalten, schließt er Tristan und Isolde heute um 6 Uhr( 223-3) im lebungshalle mit den Ausmaßen von 60 mal Die Bundesvorstandssigung des finnischen Arbeiter- Turn- und Sportbundes wählte den Genossen Mitola als Mitglied in das Internationale Büro. Der Genosse Enne trat am 15. August das Amt des Sekretärs für den Verband an Deutschland haben neun Arbeiterturner ihr Leben Bei den Hochwasserschäden im Erzgebirge in eingebüßt Der Bundesvorstand des Arbeiter Turn. und Sportbundes bewilligte zur Linderung der Not für die geschädigten Vereine 5000 Mark und erließ einen Aufruf zur allgemeinen Sammlung unter den Genoſſen! Traget bei jeber Gelegenheit Euer Barteiabzeichen! Zur Schulanzüge für Jünglinge 14-18 Jahre, für Kinder u. Knaben 3-13 Jahre enorme Auswahl. Schutzmarke HIRSCH" PRAG Železná 14 Gemeindewahl! Die Leipziger Bundesschule hat einen Spiel. Sportplay bekommen. 10 Minuten von der Schule entfernt ist der Streitteich. Er war bisher öffentlicher Spielplay. Das Gelände ist nunmehr der Arbeiter- Turn- und Sportschule auf Erbpach: durch den Rat der Stadt Leipzig übergeben worden. ügung steht, beträgt rund 30 000 Quadratmeter. Der Flächeninhalt, der der Bundesschule zur VerEs ist geplant das Gelände wie folgt einzuteilen: Fußball mit einer Rundbahn von 400 Me2 große lebungsfelder für Handball und ter Lauflänge. Eine 100 Meter Gerade wird daneAusgabe des neuen Abonnements für die bis ben gelegt. Sprung gruben und Wurfherigen Abonnenten bis einschließlich Sams. pläße sind ebenfalls vorgesehen. Auf einen weite. Gin tag, den 17. d. M., an den Tageskassen. Anmel- ren Geländeabschnitt, der der. Arbeiter Turn- und bungen neuer Abonnenten werden eben. Sportschule auf Pachtvertrag übergeben worden ist, falls bereits jett entgegengenommen. Tennispläte angelegt. Eine ―ct. werden 3 25 Meter ist vorgesehen. Sie lebungshalle soll die Möglichkeit geben, daß zu jeder Witterung und jeder Jahreszeit Spiel und Sport durchgeführt werden können. Es ist selbstverständlich, daß zu dieser moderheiten gehören. Sigungszimmer und Aufenthalts. nen Sporthalle Bade- und Waschgelegenund Aufenthalts. sich gewissermaßen auf und holt an Farben heraus, was er in sich bat. So sehen wir die Liebenden Grou in grau im Abend stehen und nur lezte Tagesschimmer ihre Gesichter erleuchten! Die Gatten find fast aus mystischen Farben gesponnen, die Dirnen ha en grelle und ausgeführte Gesichter, fura, es 3eig( 222-2). Sonntag, den 11. September nach räume werden den Bau vervollständigen. Ein Waldmacht den Eindruck, als ob diese musizierenden Farben des Mittelpunttes auf dich springen wollten. Dabei verbindet sich alles fein seelisch! Dieses leuchtende Rosa in den Gesichtern der verschämten Waschmädchen, dieses Gelb auf den Haaren eines Kindes Neuen Theater. Morgen, Freitag, die erste Wiederholung der neu einstudierten Oper„ Mastenball"( 225-4), Anfang 7 2hr. Samstag, den 10. September Premiere: Volpone oder der Tanzums Geld" nach Ben Jonson von Stephan mittags um balb 3 Uhr: Gräfin Mariza"; abends um 7 Uhr neueinstudiert:„ Wildich ü"( 228—4). Kleine Bühne: Heute Hasenclevers Komödie: Ein besserer Herr". Morgen, Freitag, dic ipfel, der von der Arbeiter- Turn- und Sportschule auf Pachtvertrag noch beantragt, und dessen Zusage schule, sowie einer Stibahn versehen werden. sehr wahrscheinlich ist, soll mit einer WaldM. S. Die Aufgaben und Forderungen der freien Gemeinde. Nachschlagebuch für alle Gemeindefunktionäre. 6 Kronen. Volksbuchhandlung in Teplit- Schönau önigstraße 13 ( birelt genüber dem never Staditheater). Hühneraugen Hornhau beselligt in einigen Tagen nur VITEK'S ,, Anticornein" Eine Flasche Kč 6Zu haben in Apotheken u. Droge rien. Allein echt von Fr.Vitek& Co..Prag! Vodičkova 33. Herausgeber: Dr. Ludwig Czech Berantwortlicher Redakteur: Dr. Emii Straub. Druck Deutsche Zeitungs- Aktien- Gesellschaft in Prag. Für den Druck verantwortlich: Otto Soltk. Prag. Die Zeitungsmarkenfranfatur wurde von der Post- u. Telegraphen direktion mit Erlaß Nr. 127.451/ VII/ 27 am 14. Mai 1927 bewilligt.