netpreis 70 Seller. Rebaftion und Verwaltungs Prag. II., Nelajanta 18. Telephone: Legesredaktion: 26795, 31469. Ragtredattion: 26797. Boßtihedamt: 57544. Juferate werden laut Tarif billigt berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 7. Jahrgang. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit. Samstag, 17. September 1927. Bezugs Bebi.gunge Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post: monatlich vierteljährlich halbjährig ganzjährig. Ke 16.48.96.192.Rüdstellung von Manuftripten erfolgt nur bei Einfendung der Retourmarlen. Ericheint mit Ausnahme des Montag täglich früh Nr. 218. Die peinlichen Gemeinde- Ein Antrag Boncour in der Abrüftungs- Die Wahlen in Südflawien wahlen. fommission. lichkeit geben, die Erfüllung der Forderung zu ermöglichen, die Graf Bernstorff immer wieder vorbringe. Er lehnte den Gedanken eines fonfinentalen Genfer Paftes ab, denn die Universa lität sei unerläßlich. Trotzdem könne man Europa, das besonders gefährdet sei, mehr im Auge haben. Von Hermann Wendel. In den Flitterwochen der Ghe zwischen In welch ganz anderem Zeichen zogen vor Deutsch- und Tschechischbürgerlichen bedeuten zweieinhalb Jahren die großen südslawischen Genf, 16. September. In der heutigen Vor- J bie bevorstehenden Gemeindewahlen eine un mittagssigung des Abrüstungsausschusses brachte Rede des schwedischen Delegierten Sandler, die serbischen Radikalen siegessicher in geVorangegangen war eine sehr wirksame Barteien in die Wahlschlacht! Hier marschierten angenehme Erscheinung. Gerade jetzt, da sich der französische Delegierte Paul Boncour den an der erst Abrüstung forderte, um eine gewisse ich itsch, dessen langer Bart wie eine Fahne schlossener Kolonne hinter dem greisen Paschon eine überreiche Bilanz der unheilvollen gekündigten Entschließungsantrag ein. Gleichheit herzustellen. Graf Bernstorff Tätigkeit der Bürgerfoalition ziehen läßt, und In diesem Resolutionsentwurf wird der Völker- stimmte den Ausführungen Sandlers in wenigen voranflatterte, und holten sich faſt die absolute biese sich anschickt, ihren Untaten weitere folgen bundversammlung der Abschluß von Schieds- Säßen wärmstens zu. Mehrheit in der Stupschtina. Dort leitete der zu lassen, können die Regierung und ihre Bar- friedliche Regelung aller Streitigkeiten sicherheit fei eine unerläßliche Vorausseßung der Abgerichtsverträgen empfohlen, die eine Paul Boncour erklärte dann, die Sicher Führer der Kroatischen Bauernpartei, teien ein politisches Votum der Wähler nicht stellen und zwischen allen Ländern gegenseitiges rüstung für die meisten Staaten, und nur die brauchen. Eine Regierung, welche so tief in Vertrauen herstellen würden. Gleichzeitig wird Verwirklichung dieses Wunsches könne die Mögdas wirtschaftliche, politische, nationale und der Rat gebeten, den Abrüstungsausschuß damit fulturelle Leben einschneidende Maßnahmen zu beauftragen, einen Vorentwurf zur Begrendurchführt wie die gegenwärtige, muß natürlich zung und Verminderung der Rüstungen und die immer darauf hinweisen können, daß hinter Maßnahmen zu prüfen, die geeignet sind, allen ihr die Mehrheit steht, das heißt nicht nur die Staaten die notwendigen Sicherheitsgarantien zu Mehrheit der Gewählten, sondern auch jene geben, um ihnen die Festlegung der Höhe ihrer der Wähler. Ueber eine Mehrheit im Par- ternationalen Abrüstungsvertrag zu erlauben. Die Rüstungen auf niedrigster Ziffer in einem inlamente verfügt der Oberregisseur der Koalition Versammlung ist der Ansicht, daß diese Maßnah Garantien dem Grade nach, ohne daß diese des. Es gebe auch eine Unterschiedlichkeit der wohl noch, aber sie ist sehr dürftig geworden men entweder in einer Angleichung der einzelnen halb an sich an Wert einbüßten. Jede Garantie und beträgt, seitdem sich die ungarische Natio- Sicherheitspafie, oder in einer systematischen An- fei besser als nichts. malistengruppe Szent- Ivanys von der Gemein- wendung der Völkerbundstatuten, eder schließlich Er forderte schließlich, daß die Sicherheit schaft mit den deutschen Aktivisten losgelöst hat, in einer elastischeren Gestaltung des Genfer Pro- durch die Arbeiten des vorbereitenden Ab ganze vier Stimmen. Es gehören schon aktivi- tokolls gesucht werden können, die den Signatar- rüstungsausschusses ausreichend gewährleiſtet sei, ganze vier Stimmen. Es gehören schon aktivi- mächten unabhängig von den allgemeinen Balt- wenn die Abrüstungskonferenz ihre Arbeiten auf tische Moralbegriffe und Svchlasche Vorstellun- verpflichtungen die Anpassung ihrer Obliegenhei nehme. gen von Demokratie dazu, mit einer solchen ten an die mehr oder weniger eng: Solidarität Der Vorschlag Paul Boncours wird hier Mehrheit der Gesamtbevölkerung Gefeße auf gestattet, die diese Mächte je nach ihrer geegra-| alfgemein als Versuch gewertet, das Gegeneinanzuoktroieren. Weit figlicher noch ist die Frage, phischen Lage mit den verschiedenen Nationen ver- dvirken der verschiedenen Vorschläge zur Ab wie es denn um die Mehrheit der Wäh- bindet. rüstungs- und Sicherheitsfrage zu vermeiden. ler steht! Im November 1925 hat eine Mehr→ Dinghofer( deutschnational), zum Justizmiaditsch, aus seiner Gefängniszelle die Opera tionen seiner Truppen und heftete ebenfalls den chitsch's Tod die radikale Partei einem bedenklichen Zersetzungsprozeß anbeimgefallen, der sie Sieg an seine Fahnen. Jetzt iſt nach Pa um ihr nacktes Leben bangen läßt, und da Raditsch furz nach jenen Wahlen aus einem„ Republikaner" ein Monarchist, aus einem Unnachgiebigen ein Opportunist wurde, hängt der Lorbeerfranz, den er sich immer wieder selber bestätigt, schäbig und zerschliffen um seine Stirn. Wenn ferner 1925 die Stammesgegensäße: Serben wider Kroaten aufeinanderprallten und die Losungen: Sie Zentralismus! Hie Föderalis mus! über das Blachfeld hallten, so ritten diesmal nur mehr die Selbständigen Demokras der zentralistischen Staatsgestaltung vor: damit ten Pribitschewitsch's das Steckenpferd gelang es ihnen, zur Not ihren Befitstand von 23 Mandaten zu behaupten. Als ihre Gegenspieler traten, für eine föderaliſtiſche Lockerung des Staatsgefüges werbend, der kroatische Block tralismus und Föderalismus, da ihnen feit lanund die montenegrinische Partei auf; jenem fielen glücklich zwei, dieser ein Parlaments fitz zu. In der Tat, was schiert die Wähler Zenheit der Wähler allerdings so gestimmt, daß der Justisminister des Herrn Gastiglione. I ben, obwohl Abgeordnete in offener Parlaments sich die jetzige Soalition bilden fonnte, aber fisung ihre Zeugenschaft für bestimmte Fälle an- gem die Wirtschaftskrise höllisch auf den Nägeln feither ist vieles geschehen, vielen durch ver- Wien, 16. September.( Eigenbericht.) Jnt boten. Dbibnbgbhbobfbebr erscheine daher unge- brennt; ihre Lösung als Wahlparole hätte die logene, falsche Wahlparolen Getäuschten sind Nationalrat wurde heute der bisherige Leiter eignet, die Rechtspflege von dem Schimpf der Massen leidenschaftlich gepackt. Aber davon war die Schuppen von den Augen gefallen, sie haben der Justizverwaltung, Minister ohne Portefeuille Parteilichkeit zu befreien. nur in den Kulissen die Rede; breit über den Vorben an ihnen verübten ungeheueren Betrug nister gewählt. Die Sozialdemokraten stimmten dergrund der Bühne warf ein unheimliches polizu durchschauen Gelegenheit gehabt. We I che nicht nur gegen Dinghofer, sondern gaben durch Für die Einheit der Kuomintang. tisches Problem seinen Schatten: die Diktatur. Veränderungen in der politischen Rieger auch eine Erklärung ab, in der dar Nicht mit Unrecht gilt der Ministerpräsident Schanghai, 16. September.( Reuter.) Nach Wukitsche witsch als Handlanger von StreiGesinnung, in der politischen 3u auf verwiesen wird, daß die Strafrechtspflege, einer Reihe unoffizieller Beratungen, die in der fen, die entweder ehrlichen Gemüts an die Heilsſammenſezung der Bevölkerung insbesondere die Anklage- Instanzen deutlich eine internationalen Konzession abgehalten wurden, wirkung des Belagerungszustandes bei ökonomihat sich seitdem ergeben? Hat die empörende Parteilichkeit erkennen lassen, deren jebige Parlaments mehrheit über Quelle nur in der obersten Leitung der Justiz versammelten sich geſtern abends einige Führer Gründen nach dem Ruhm Mussolinis und Brimo haupt noch die Mehrheit im Volfe? verwaltung gesucht werden kann. Das Versa- der Kuomintangpartei in Nanking, um über die de Riveras gelüftet, denen auf jeden Fall der in Auf diese Fragen hätten die Gemeinde- gen der Anklagebehörden gegenüber großen Kapi- Vereinigung der drei Sektionen des der Verfassung festgelegte Parlamentarismus im wahlen Antwort geben können, obwohl bei taliſten wie Castiglione und dem Direktor Stuomintang, und zwar der Sektionen von Han- Wege ist. Die Abschaffung des Proportionalwahl ihnen verschiedene andere Einflüsse sich geltend politischer Bersönlichkeiten wie dem Expreſſer kau, Schanghai und Nanking, zu beraten. machen, als bei Parlamentswahlen. Die Kleri- Weiß, sei auf ein Einverständnis der Staatsan- Es wurde ein 20gliedriger Ausschuß ernannt, falen behaupten, daß der Teufel das Weih- wälte mit dem Juſtizdepartement zurückzuführen. der die Aufgabe hat, eine Formel auszuarbeiten, wasser fürchte, doch was ist diese Angst gegen- Auch in dem Kampf gegen die wahren Juliverüber jener, welche die Regierung und gewisse brecher, die in der Polizeidirektion siten, habe die auf deren Basis diese Vereinigung durchzuführen Barteien vor einer Feststellung des po- Anklagebehörde versagt und feine Antiage erho- wäre. litischen Willens der Bevölke der Auferbrotwerfe oder gegenüber den Freunden cos schen Strifen glauben, oder die es aus anderen rechts und die Einführung eines Oberhauses steht zunächst auf ihrem Programm, und um für diese Pläne eine gefügige Mehrheit zu gewinnen, löfte Wukitschewitsch die Skupſchtina auf. Was ihm vorschwebe, war die„ bierte Partei", ein Sammelsurium aus Ueberläufern aller Parlamentsgruppen, das unter dem letzten Obreno witsch den Wandschirm für das despotische Retung empfinden! Sie fürchten, die Gemeinde- groß zu nennen, aber sie wäre für die Regie- schließen, so daß die Wahlen viel von ihrem gime Wladan Djordjewitsch's abgab. Zu diesem Ende war freilich nicht an die wählen könnten ein böses Gerichtsurteil für vungsparteien mit einem wichtigen Vorteile allgemeinen Charakter verlieren würden, und zermürbung mehrerer Parteien zu denken, die in ihre Sünden und Verbrechen werden. Zudem: verbunden. Aktivisten und Negativisten zu da hunderte anderer Gemeinden, die seit dem den ehemals habsburgischen Gebieten so unerschüt ihr, der werftätigen Bevölkerung schädliches einem unentwirvbaren Mischmasch vereint, das Jahre 1923 wählten, ohnehin nicht mitwählen, terlich stehen wie der Zentrumsturm in DeutschBrogramm ist noch lange nicht erschöpft, die hätte zur Folge, daß sich die deutschen Akti- wäre das Bild der politischen Stimmung der land. Wirklich verlor Raditsch, trotzdem sein Spinasche Symbiose hat ihren Slassenegoismus visten wenigstens die Widersacher im bürger- Wählermassen verwischt. Warum die Städte Anschen täglich fadenscheiniger wird, dank der feineswegs gestillt. Sie ist daher durchaus nicht lichen Lager vom Halse geschafft hätten und mit eigenem Statut nicht mitwählen sollen. ist mangelnden Aufklärung der kroatischen Bauernmassen von seinen 68 Mandaten nur 8. Die darauf begieria, öffentlich feststellen zu lassen, eine Teilung der Wähler in Gegner und An- ganz unerfindlich, denn was hat das eigene bosnischen Moslems fehrten mit 16 statt daß ihr der Boden unter den Füßen hänger des Aktivistenschwindels verhindert wer- Statut mit der Festsetzung des Wahltages zu mit 15 Abgeordneten wieder, und der christlichberloren gegangen ist. Die Sozialver- den würde. Der Plan hat im Augenblick feine fun! Der Grund liegt darin: die Regierung sozialen Slowenischen Volkspartei fiesicherung verschlechtern, den Mieterschuß beseiti. Aussicht auf Verwirklichung, aber er ist befürchtet, daß die politische Umgrup- len 21 statt 20 Siße zu. Da die Moslems im Pargen wie fönnte sie sich an solche und ähn- zeichnend für die Angst der deutschen Ante- pierung der Wähler gerade in den lament mit den Demokraten, deren Führer Maliche Aufgaben wegen, wenn ihr bei den Ge- nehmer an der Macht", ihre herostratischen größeren Städten optischa msicht. rinkowitsch dem Kabinett angehört, eine meindewohlen bestätigt würde, daß sie ihr Zaten vor der Wählerschaft verantworten zu bariten zum Ausdrud fommt, und Gruppe bilden, und ein vor den Wahlen abgeLeben verwirkt hat und fein faftische 3 müssen. daß sich dann leichter errechnen ließe, daß die schlossener Pakt die flowenischen Christlichsozialen zur Teilnahme an der Regierung verpflichtet, darf Recht mehr beiißt, dem Volke Ge- Nun glaubt man eine andere und, wie gegenwärtige Regierungskoalition ein Mehr- ukitsche witsch die Erfolge dieser Parteien febe zu geben! Die Regierung bemüht sich man hofft, bessere Methode, Klarheit zu verheitsrecht ausübt, das ihr tatsächlich nicht mehr bis zu einem gewissen Grade auf der Habenseite also unter dem Einflusse der Parteien, einen hindern, gefunden zu haben. Man läßt die zukommt. seines Hauptbuches eintragen. Ausweg aus dem Dilemma zu suchen. Wie Wähler völlig im Unflaren darüber, wann Es steht schlecht um ein System, das zu kommen wir um die veinlichen Gemeindewah die Wahlen sein werden, lanziert Ge- feiner Stüßung zu solchen Mitteln greifen muß. tümliche Wahlkampf zwischen den beiden vorwielen herum, ohne daß dabei zum Ausdruck vüchte in die Zeitungen, als Wahltermin jei Aber mechanische Mittel haben noch nie den gend serbischen Parteien, Radikalen und Demolommt, wie die Wählerschaft über uns denft? ein Sonntag in der zweiten Hälfte Oktober Gang der geschichtlichen Entwicklung auf die fraten, ja, recht eigentlich im Innern der Das war besonders für die Regierungs- oder gar erst anfangs November in Aussicht ge- Dauer aufzuhalten vermocht. Der armjelige radikalen Partei ausgefochten. In so deutschen die große Sorge. Lange Zeit nommen, aber ebenjogut kann die Entscheidung Trick soll verhindern, die Welt sehen zu lassen, ziemlich allen Wahlkreisen fandidierten Radikale wurde das Problem ventiliert, ob es vorteilhaf- für den 9. oder 16. Oktober fallen. Bei dies daß die Bürgerblockregierung nicht mehr im witsch gegen Erben Paschitsch, in manchen im gegen Radikale, Trabanten Wukitscheter wäre, die Wahlen an einem oder, inser Regierung muß man auf alle Namen der Mehrheit des Volfes unser aller Bezirken verzeichnete man vier radikale Listen! Gruppen zerleat, an mehreren Lagen gefaßt sein, und sie hat es sicher auf das Schicksal bestimmt, über kurz oder lang muß Der Wahlterror der Regierung, deren Faust diesburchzuführen. Dann hatte ein christlichsozialer le berraschungsmoment abgesehen. diese Tatsache trotz alledem zum Ausdruck fom mal noch schonungsloser als sonst niederfiel, fegte Schlaufopf folgenden Königsgedanken: die bür Der Glou aber ist, daß die Regierung mög- men. Je fürsorglicher sich diejenigen, die sich am 11. September die meisten Kandidaten diegerlichen Parteien mögen gegen Sozialdemo- lichst viele der größeren Städte an namenlos schwer am Volfe versündigt haben. ser Fronde weg, aber alle Gewalt vermochte nicht fraten und Kommunisten eine anti marri- den allgemeinen Wahlen nicht teilneh das zu erwartende Wahlbild zu retouchieren zu hindern, daß die Radikalen, rund 30 Mandate verlierend, Haare ließen, und die Demokraten fische Einheitsfront bilden und den men lassen und den Wahltermin in diesen suchen, um so deutlicher müssen die Werktätigen Dawidowitsch's von 36 auf 63 anschwellend, Wählern einreden, bei den Gemeinde- Städten auf vorläufig unbeſtimmte Zeit hin- im Staate erkennen, daß die Gemeindewahlen, einen großen Erfolg buchten. Da Raditsch wahlen habe die Politik nichts zu ausschieben will. Sie will die Städte mit eige- wenn nur alle ihre Pflicht erfüllen, ein wegen politischer Unzurechnungsfähigkeit für keine fuchen. Die Gefahr, welche eine solche Ein- nem Statut und noch eine Reihe andere Städte, Dolch stoß ins Herz des heutigen Koalition in Frage kommt, bilden freilich die 111 heitsfront für die Marristen brächte, wäre kaum mit Ausnahme Prags, von der Wahl aus- System 3 sein können! Radikalen immer noch den Kern einer Regierung, Im wesentlichen wurde daher dieser eigen dite 2. mierenden Kommunist en befämpft, die in Serbien zur Sefte erstarrt sind und in Kroatien Inland. Samstag, 17. September 1927. fchäbigen Gegenwart wegen, Vergangenheit und Zukunft einer Idee verraten haben." Anschließend ist die Meinung über bie mit den Demokraten, Moslems und Christlich-| Republikanische Arbeiter und Bauernpartei firfozialen 201 von den 315 Abgeordneten der Stup fchtina, vielleicht auch noch die 6 Deutschen und ben Ungarn, umfaßte und so eine Zwei den wilden Mann des kroatischen Nationalismus Erziehung zu christlichen Tugenden lers Ammeſtierung abgedruckt, der Annesischbrittelmehrheit hinter sich hätte. Die ſpielen. In Belgrad, wo noch eine dritte soziali- Gin Strafnachlaß ist nach Meinung hat also gar nicht daran gedacht, die Attiviſten Frage ist nur, inwieweit Dawidowitsch, tische Liste auftauchte, zählten die Sozialdemodem doch ein ehrlich demokratisches Herz in der fraten von 18.742 abgegebenen Stimmen gerade der, Deutschen Presse eine Charakter- im Unflaren über den Unterschied zu laffen, den charaktervoller Brust schlägt, geneigt ist, im Gefolge Wuki- 321, in Agram von 19.520 nicht mehr als 467, cher Dankbarkeit und dem unwandelbaren Betschewitsch's die Kammer zum Schleppen- in Laibach von 10.101 nur 438 in den drei Ein Leser macht uns auf einen Artikel auf- fenntnis zu einer Ueberzeugung macht. Die träger einer unverantwortlichen Stamarilla herab wichtigsten Städten des Landes also knapp 1200 merksam, der vor einiger Zeit im Blatte Mayr Moral von Kohlenschein- Beziehern zwürdigen. sozialdemolatische Wähler! Hatten hier die RomDas ist für die nächste Zeit Südslawiens po- munisten einigen Vorsprung, so fielen in einer Sartings erschien und tatsächlich volle Beachtung ist das allerdings nicht! Die glauben allen Ittisches Problem, auf deſſen Lösung die Arbei- industriell entvidelten, einer wirklichen Arbeiter verdient. In dem Blatt des österreichisch deut- Ernſtes, die Welt sei voller Halunken, die um ein terklaffe leider ohne jeden Einfluß sein wird. stadt, wie dem steirischen Marburg, auf die So- schen Volksbundes, das sich den Kampf für den Linsengericht ihre Ueberzeugung verraten und für Fielen bei den Wahlen von 1925, als nur die zialdemokraten 1527, auf jene nur 412 Stimmen. Anschluß zur Hauptaufgabe gemacht hat, war die Brosamen vom Ministertisch„ Vergelt's Gott" stammeschauvinistischen Parolen zogen, die Klas- Die drei Arbeiterparteien, die sich auch in Steier- ein Artikel von Dr. Richard Wischler erschie- fagen. Noch pikanter aber als die Moral der fenparteien glatt unter den Tisch, so zeigte sich mark befehdeten, verzeichneten in diesem Wahl- nen, der die Politik des Attivismus unter dem diesmal eine kleine Wandlung. Der Landkreis, der in seiner sozialen Struktur ganz mittel- Titel„ Eine traurige tschechoslowakische Tat Christlichsozialen, die eine Schuftevei als selbit. wirte bund verdoppelte seine Mandate von 4 europäisch ist, mit einem Zuwachs von insgesamt sache" behandelte. In dem Artikel wird die ver- verſtändlichen Tribut des Dankes fordern, ist die räterische Politik der Aktivisten der verdienten Auffassung, Mayr- Harting tomme auf 9, und auch die Arbeiterſtimmen nahmen zu. mehr als 6000 Stimmen einen schönen Erfolg räterische Politik der Aktivisten der verdienten Auffassung, Aber unheilvolle Zersplitterung wehrte einem und hätten, geeint, mühleos drei Mandate erobert. Kritik unterzogen und gesagt, Deutschböhmen überhaupt ein Verdienst an der halbwegs durchschlagenden Erfolg. Die Sozial- So aber zieht nur der Sozialdemokrat Petejan, habe drei Schläge gegen sein Existenzmini- Amnestie zu. Mafaryf bat die Ammestie anläh demokraten, deren Presse und Organisation der 6515 Stimmen auf seine Liste vereinigte, als mum erlebt, das Verfassungsoftro, das lich seiner Wahl erlassen, sie war bescheiden ge für einen in breiter Front geführten Wahlkampf einziger Arbeitervertreter in die Stupichtina ein, Sprachengeset und die Verwaltungs- nug, und wäre unter jedem anderen Justizminizu schwach sind, wurden überall von den als die feit 1925 sozialistenrein" war. reform. Der letzte Schlag sei mit Einwilligung ster auch erflossen. Daß der Herr Mayr- Harting, der Aktivisten geführt worden. der doch absolut einflußlos ist wo es fich Die kommunistischen Bluffs. Die Reichenberger Kommunisten und die nordböhmische Kreisgewertſchaftskonferenz. Am vorigen Sonntag, den 11. September zur Tagesordnung überzugehen, dafür einer Enttagte in der Vereinshalle" in Reichenberg die schließung zuzustimmen, in der die VereinbarunStreisgewerkschaftskonferenz für das nördliche gen der beiden freigewerkschaftlichen LandeszenBöhmen. An ihr nahmen im ganzen 116 Genos- tralen über die Schaffung einer gemeinfasen und Genossinnen teil, davon waren 94 Delegierte von Ortsgruppen, durchgehends Arbeiter und Arbeiterinnen aus Betrieben, 12 Kommis sionsmitglieder, von denen die meisten ebenfalls im Betriebe stehen und 10 Verbandsvertreter ohne Stimmrecht. men Landeszentrale begrüßt wird und worin es heißt, daß wer wirklich ernste gewerkfchaftliche Arbeit leisten wolle, sich den freien Gewerkschaften anschließen müsse. Der Antrag des Berichterstatters gegen die kommunistische Resolution wurde mit allen gegen 14 Stimmen und die von ihm vorgeschlagene Resolution nachher mit allen Stimmen angenommen. Der kommunistische Antrag für die Rußlanddelegation erhielt auch nur 14 Stimmen. Die„ Deutsche Presse" beschäftigt sich nicht etwa um Dinge handelt, die den Deutschen mit tem Artikel Wischlers, ohne diesen oder die schaden der z. B. selbst behauptet, er habe mit Zeitschrift, in der jener erschien, zu nennen, läßt der Tatsache der Hinrichtungen nichts zu tun, natürlich die beiden ersten Schläge gelten, will irgendeinen Einfluß auf die Amnestie überhaupt aber den dritten nicht in der Verwaltungsreform, oder auf die des ehemaligen Sekretärs der sondern im Gaugeses sehen. Auf diese faule deutschböhmischen Landesregierung Mischler, geArgumentation einzugehen, lohnt sich natürlich habt haben könnte, ist eine Vorstellung, so nicht. Dagegen ist die Moral interessant, die pikant und lächerlich, daß man darüber das fierifale Blatt aus der Affäre zieht. Es selbst die Schäbigkeit einer Moral vergessen schreibt: tönnte, die sich den politischen Gegner mit einem Gnadengeschent kaufen möchte! ,, Der Artikel in der erwähnten Berliner Zeit. schrift entbehrt auch durch die Person seines Verfassers nicht einer gewissen Pitan- Grbauliches von der„ nationalen terie. Der Verfasser, der mit allen Regiſtern Oppofition" gegen den Knödelattivismus gegen die Verwaltungsreform und die deutschen Man wird in diesem Gemeindewahlkampf Minister loszicht, der es dem Justizminister förmlich zum Vorwurf macht, daß er Justizminister ist, nicht deutlich genug darauf hinweisen können, daß Gleich bei dem Punkte„ Berichte" setzten die ist von eben diesem deutschen Justizminister im jede Stimme, die zwar den Aktivisten verloren tommunistischen Teilnehmer der Geheurigen Jahre auf Grund der Juli- Amne- geht, aber den Nationalsozialisten oder werkschaftskonferenz mit ihrem Vorstoße ein, stie von der Strafverfolgung und dem hinter ihm Deutschnationalen zufällt, als Votum zu dem sie im Auftrage der kommunistischen Parerlassenen Steckbriefe befreit worden, welche im gegen die Schandpolitik der Knödelaktivisten tei verpflichtet waren. Ihr Wortführer war der Jahre 1921 über ihn verhängt worden waren. Istwertlos ist. Jeder Stoß, der sich der Waffen Vertreter der Metallarbeiter- Orteguppe in Reidas nicht ein netter Beweis von Verständ. des nationalen Flügels des Bürgertums bedient, Troßzdm schreibt der Reichenberger Vor- nis und Dankbarkeit?" wird ein Stoß ins Leere sein, denn der natio chenberg Hoffmann. Mit großer Mühe hatte wärts" vom 15. September 1927 in einem mehr Die Pifanterie wäre da wohl nur in den feit und Beruf verloren, einen politischen Kampf nale" Flügel des Bürgertums hat längst Fähig. er 20 Unterschriften für seinen Antrag auf Schaf fung der Einheitsfront mit allen pro- als drei Spalten langen Artikel( überschrieben sonderbaren, echt jesuitischen Ansichten des wirklich auszufechten. Man braucht nicht auf die letarischen Organisationen, ohne Un- Was wollen die Spalter?"), daß auf der Kreis- Ministerblattes zu finden. Denn, gefeßt den wirklich auszufechten. Man braucht nicht auf die geſetzt terschied der politischen Anschauung und der Na- gewerkschaftskonferenz die„ revolutionäre“ Oppo- lich dem Stummert zu danken, das seit einem die deutschnationalen Versuche, sich dem Aktivisterschied der politischen Anschauung und der Na- gewerkschaftskonferenz die„ revolutionäre" Oppo- Fall, Dr. Mischler hätte die Amnestierung wirk- Bundesgenossenschaft zwischen Aktiviſten und Nation, zusammengebracht. Ein zweiter Antrag rich fition nahezu die Mehrheit erlangt hätte. Von Jahr Minister spielt, fann einem anständigen mus anzubiedern, zu verweisen, um gerade in tionalsozialisten im Deutschen Verband" und auf tete sich gegen die Stellung der Zentralgewerkschaftskommission zu der neuen Arbeiter- 94 Ortsgruppenvertretern haben 80 die kommu- Menschen, einem ehrlichen, gesinnungstreuen der unmittelbaren Nähe der Wahlen die knieDelegation nach Rußland. Als Soffmann nistischen Anträge abgelehnt und nur 14 dafür ge- Publizisten seine freie Meinung um eine der unmittelbaren Nähe der Wahlen die kniein der Debatte über den Bericht des Kreissekretärs stimmt. Der Vorwärts" aber erzählt seinen Le- Amnestie feil sein? Das ist doch eine weiche Haltung der Nationalen zu erweisen. Dieser Tage fonnte die aktivistische Presse Genoffen Waniek das Wort nahm, beschränkte er fern, daß die kommunistische Richtung beinahe die famose Moral, die von einem Menschen versich lediglich darauf, diese beiden Anträge zu ver- Oberhand auf der Kreisgewerkschaftskonferenz ge- zum Schuften werden, weil ihm eine persön- Senators Jesser und einen des Deutſchnatio langt, er solle zum Verräter seiner Ueberzeugung, einen Artikel des nationalsozialistischen reidigen, wobei er nur einige schüchterne Bemerzum fungen über die reformistischen" Gewerkschaften habt hätte! Nach Erledigung des Berichtes des liche Gnade" erwiesen wurde? Dr. Mischler hat nalen Roberg zitieren, die beide den Aktivisten machte. Er erhielt aber gleich eine treffende, Kreissekretariates war überhaupt von den Kom- in seinem Artikel selbst die Evwiderung vorweg- nach dem Maule reden und gegen die„ Miesvon der überwiegenden Mehrheit munisten auf der Konferenz nichts mehr zu hören, genommen, in dem er schreibt: macher" zu Felde ziehen, die das schwere, große der Konferenz mit stürmischem Bei nur bei der Abstimmung über eine Entschließung Werk" stören, das mit der aktivistischen Aera befall aufgenommene Abfuhr durch die gonnen habe. Während Jung und Krebs sich Genoffin Ullver, einer Fabritsarbeiterin, die zur Sozialpolitik in der Tschechoslowakei stand ein in Stampfparolen überschreien und so tun, als bei der letzten Lohnbewegung der Textilarbeiter kommunistischer Vertreter der Metallarbeiterortswollten sie in dem kommenden Wahlkampf der Nordböhmens die 3 wieschlächtigkeit und gruppe auf und erklärte, daß er und seine AnhänWelt eine Haren ausreißen, singt Senator JesSinterhältigteit der kommunistiger der vorgeschlagenen Resolution zustimmen. ser das Lob der Knödelpolitik. Dieser Jesser verschen Gewerkschaftler genügend kennen steht allerdings nichts von Politik, hat nie etwas In der Redaktion des Vorwärts" ha: man von den konkreten Fragen des, politischen Kampfes Es machten zwar in der weiteren Aussprache sich entweder über die Zusammensetzung der Streisverstanden, daß er aber fortwährend so reden und noch einzelne Kommunisten Anstrengungen, ihre gewerkschaftskonferenz ordentlich anlügen lassen fchreiben darf, wie er es seit Jahresfrist tut, ist Partei zu verteidigen und als verläßlich bei Ver- oder man sucht vom Vorwärts" absichtlich den für den schwankenden Charakter seiner einbarungen hinzustellen, aber Eindruck fonnten Partei bezeichnend. jie damit feinen erzielen. Der Berichterstatter der Besern das Gegenteil von der Wahrheit einzuStreisgewerkschaftskommission, Genosse Waniek, reden, damit sie glauben, es gehe mit der kommubeantragte, über die fommunistische Resolution nistischen Eroberung der Gewerkschaften vorwärts. gelernt hat. 24 Der Rachen. Querschnitt durch ein Leben. Von Berta Selinger. Božena schritt ins Stadtl hinunter. Schritt über den Ring, wo die Bürger mit ihren Frauen auf den Türschwellen saßen und die lieben Nächſten ein wenig hechelten. Sie ging dahin mit ihren jungen, frischen Schritten, und die Abjabe ihrer fleinen Schuhe flapperten flint über das Pflaster. Und sie trank das Leben und nahm es auf mit allen Sinnen. Sie meinte die Blätter der Bäume atmen und wachsen zu hören und zu verſtehen, was die Luft sprach. Sie lächelte in den Himmelsraum hinauf und war froh und warm. Und wußte nicht warum. Wenn sie( die Aktivisten) etwa die Verhin derung von Unrecht an einigen deutschen Lehrern ( sie verhindern aber gar fein Unrecht, sondern Fügen den Lehrern cher neues zu, siehe den Fall Riedl! Anm. d. Red.) die Amnestierung einzelner politischer Delinquenten als nationalen Ausgleich in die Wagschale werfen wollen lieber sollte tschechischer Justizterror in Permanenz bleiben, als diese deutsche Dankbarkeit für Danaergeschenke! Auch kein Gefühl privater Dankbarkeit könnte Gar der deutschnationale Dr. Roberg weiß den Zorn und Schmerz jedes Sudetendeutschen sich vor Begeisterung über die nationalen Fort darüber hinweghelfen, daß deutsche Minister, einer schritte nicht zu fassen, jubelt über den reichen die Glieder tunkten ihr, als sei sie ein steinalt| Bäderstadt. Noch war es ja nicht die Zeit der Weib. Schwer tappte sie sich ins Bewußtsein fremden Gäste. Alle die Häuser, die im Sommer zurück. Zwei steile Falten standen zwischen den sind wie ein lustiger Taubenschlag, standen gries Brauen: Ich muß fort," dachte sie ,,, ich muß fort." grämig da und dachten:„ Pah, es lohnt ja doch nicht, die Augen aufzumachen," und hielten die Am Morgen ging sie um die Zeitungen. Fensterläden mürrisch verschlossen. Dann meinte Wissen Sie's schon, Freiln Köchin?" fragte die die Sonne eines Tages, nunmehr wäre es an alte Postmeisterin, unser Herr Pfarrer wird der Zeit, sich ernstlich um die alte Erde zu füm wieder versetzt. Nach Leitmerip. So ein Glück! mern. Und sie schickte ein paar feine Strahlen Heut früh ist das Telegramm dagewesen." Sie finder auf Keundschaft. Die fanden es ergötzlich bog sich zudringlich über den großen Tisch herüber da drunten und brachten Tag um Tag mehr und verzog hämisch das zahnlose Maul:„ Na, da Gespielen mit. wird uns die Freiln Köchin wohl auch bald verTassen?" manieren, und sie wollten es nicht leiden, sie seien an feinen Umgang gewöhnt. Ein Graf hat in meinen Armen geruht," lispelte der breite Lehnstuhl und schlug, gleichsam selig verschämt, die Augen nieder. Aber der Klopfer machte sich nichts aus schwärmerischen Erinnerungen, und die Bürste wurde recht tölpelhaft unverschämt, warf sich in die Brust:„ Wir sind auch wer," daß die Borsten sich spreizten und noch mehr kratzten. Auch die Spinnen hatten ihr Leid. Sie konnten den längsten Faden spinnen, trotz einer alten Großmutter; aber sie wurden doch hinausgekehrt. Nun wurden doch die Fenster aufgerissen, Selbst die Allerkleinste, Feine, die das Niedlichste Božena ging heimwärts und dachte daran da ordentlich Luft in die muffigen Shiben war, was man sich denken konnte. Sie tat eine und ihr war, als läge es ewigkeitsfern hinter Strömte. Junge Mädel fletterten auf den Ge- weite Reife, um sich zu retten, vom Spiegel bis und ihr war, als läge es ewigkeitsfern hinter simsen und wuschen die Rahmen und putzten die nach der anderen Wand. Und dort verkroch sie ihr, wie sie einmal geglaubt hatte, die Blätter der Bäume atmen und wachsen zu hören und sich hinter dem Gobelin, aber sie wurde doch entdeckt und getötet. zu verstehen, was die Luft sprach. Und sie war taub gewesen für das, was die Vom Schlosse famen fünf, sechs Forstadjunk- Menschen gemein über die Straße sich zuschrien. ten. Sie lachten vergnügt und riefen: Ah, die Sie hatte warm und froh emporgelächelt, Freiln Köchin! Süß d' Hand!" und machten eine mitten hinein in den Himmelsraum. Rette quer über den Weg, um das Mädl zu necken. Und war blinden Auges gewesen, als sie mit Das stand vor ihnen mit seinem strahlenden Ge- Fingern zeigten und Steine aufhoben. sicht: Lassen Sie mich durch, lassen Sie mich Die Zeit stand stille, wie die Luft über durch!" einem toten Sumpf. Der Herbst wollte nicht Der lange Prihoda neigte sich herüber: fommen, und dann fäumte wieder der Winter Geben Sie mir einen Stup." Sie stand or solange. Auf Boženas lichter, junger Stivne stan ihm und lachte und hörte kein Wort, was er den die steilen Falten, und nicht mehr wie fremde sprach.„ Geben Sie mir einen Ruß." wisperte Gäste. Und manchmal flog brennende Röte darer wieder und griff ihr in den Schopf. über hin, als sitte sie die Pein der Scham für Du bist doch kein Pfarrer," jagte einer die Menschen um sie her. Dann neigte sie das halblaut, und im gleichen Augenblick hob Božena Haupt, aber sie weinte nicht. die Hand und schlug mitten hinein in das junge Gesicht, das sich zu ihr neigte. Es war fröhlich gewesen und gutmütig fed, jetzt verzerrte es sich zu einer Fraße. Pfaffenbraut!" zischte er und gab den Weg frei. Wie sie heimgekommen, das wußte sie nicht. Jetzt faß sie auf dem Bettrand, und Und dann wurde es wieder Weihnachten. und als das neue Jahr aus weißen Tüchern winkte, schnürte sie ihr Bündel. :: Bleierner Nebel löschte den Sternenschimmer aus und verhängte das Licht der Sonnen. Graue, langweilige Febertage waren über der alten Scheiben so blank, so blank, daß die vermeinten, die ganze Welt draußen müsse neugewaschen sein, weil sie alles so gut sehen konnten. Auf der Straße, auf den Höhen, in den Korridoren wurden Möbel geklopft. Ach, wie seufzten und knackten die alten Sprungfedern, aber da war kein Erbarmen. Junge Fäuste waren am Werke. Feine seidene Stuhlfräuleins standen neben dicken Plüschmadams und rümpften die Nase über die Nachbarinnen, die seien so plump und unmodern und sie röchen so gewöhnlich. Und die diden Madams waren schon rot und grün and blümelbunt vor Aerger über den albernen Hochmut und den schnippischen Fürwitz, doch standen sie ruhig und selbstbewußt auf ihren derben gedrehten Beinen. Sie hatte ihren Stols, guten, eigengewachsenen Hausmannsstols, den das geschnörkelte, zerbrechliche Zeug da nicht aufweisen konnte. Da kam der große Gleichmacher, der geflochtene Klopfer, über den wollplüschenen Dünket und die seidene Einbildung. Er schlug, und nach ihm famt die Bürste und fraßte. Da ächzten sie und stöhnten selbander, das seien ordinäre PöbelUnd wie schlecht erging es den Fußböden. Sie wurden mit heißem Wachs begossen, das benahm ihnen ganz den Atem. Dann wurden sie grob gerieben. Und sie kommen nichts tun als stilliegen und sich mit Füßen treten lassent und zum Trost ein wenig glänzen. Der Diener agte:„ So, min sind sie glatt wie ein Spiegel." da bildeten sie sich ein, sie seien Spiegel und setzten vornehm- gläserne Mienen auf. Mitten in diese Leiden und Leidenschaften, die die Welt nicht kennt, weil die Dichter sie nicht besingen, wurde Božena nun hineingestellt. Als fie in das große Hotel trat, flopste ihr das Herz: Wie wird es wohl werden?" Wie wird es wohl werden?" und ihre alte Menschenfurcht kam über sie. Und die ward nicht geringer, als sie vor der gestrengen Verwaltevin stand, die mit fugelrunden Gulenaugen und einemt ansehnlichen Schnauzbärtlein begabt war.. Alle vierzehn Nothelfer! Was konnte die fragen. ( Fortsetzung folgt.) Samstag, 17. September 1927. Kinderfegen im deutschen Handwerkerstande, als ob der uns hülfe, trumpft auf, als ob das Sudetendeutschium weiß Gott welche Wachtstellung crobert habe und liefert am Vorabend der Wahlen den Schädlingen des deutschen Volkes Zitate. Diese Politik wird endlich ja auch beim nö delessen enden, und wer sie unterstützt, tut den Aftiviſten fein Leid an. Eine Zeitungsente. Das„ Wahlkompromiß" der tschechischen und deutschen Sozialdemokratic. Gestern brachten neuerlich schechische Blätter, und zwar wiederum die schon fürzlich der Lüge gestrafte Reforma" und dann die Lidove Roviny" nie Nachricht, eine gemeinsame Sigung der schechischen und deutschen Sozialdemokraten habe sich mit dem Vorgehen bei den Gemeindewahlen befaßt. Wir stellen fest, daß eine folche Situng nicht stattgefunden bat, und daß keinerlei Vereinbarung getroffen wurde. Die Inrichtigkeit der Meldinsen erweist sich schon dadurch, daß in den letzten Tagen weder die Führer der tschechischen Sozialdemokratic noch die unserer Partei überhaupt in Prag anwesend waren." Podhajfty Generalinspektor der Armee. Amilich wird gemeldet: Der Präsident der Republik genehmigte als oberster Befehlshaber der gesamten Behrmacht durch ein Dekret vom 14. September 1927 die Errichtung des Generalinspektorates der tschechoslowakischen Wehrmacht und ernannte mit 1. Mai 1927 General Alois Podhajsky zum Generalinspektor. Zugleich jetzte er durch ein befonderes Dekret dessen Kompetenzen und Aufgaben fest. Zum Landeskommandanten in Brünn ernannte der Präsident der Republik General Sergei Wojcechovsky, den bisherigen Kommandanten der 9. Infanteriedivision. Zelegramme. 27. faster! Willst Du diese finnlose bürgerl. Rekordjägerei? Nein! Du betreibi: Leibesübungen um Deiner Gefundheit willen. deshalb melde Dich an in Arbeiter- Turnu.-Sportverband Drei Wochen in Mostau. Eindrücke eines Sozialdemokraten. Seite 3. Tages- Neuigkeiten. Die Ein Schuß in's Helle. Ein hungriger Mund zuviel. Eine erschütternde Kindertragödic. ( Notiz in der„ Prager Abendzeitung" vom vom 15. September 1927.) ... werden wie hier, unweiger lich und ohne Rüdsicht auf das Bortefeuille des Papas oder des Gatten erliegen müssen. Was das Saus... und schillernd, seien es fost bare Abendmäntel( ein zauber hafter Brofatmantel mit Fuch se scrbrämung oder ein gleifender Goldmantel mit Hermelin, dessen fünftige Trägerin den blassen Neid aller Geschlechtsgenossin nen auf sich Faden wird), seien es Belze von wunderbarer Weichheit und Feinheit... ( Noti; Kunstwerke des Modellhanjes E. R." im Prager Tagblatt v. 16. Sept. 1927.) Saison" steht vor der Tür. Die Zeit der Bälle und Wohltätigkeitsfeste. Herbst und Winter bringen das gesellschaftliche Leben in Gang und die oberen Zehntausend müssen zu Glanz und Repräsentation gerüstet sein. Der Winter steht vor der Tür. Das Proletariat in den Städten sieht sich der Not und der Wir haben gestern über die Blamage| scheidungen. Ein einfacher Anzug foftet in Ruß fich Gedanken machen, wie es den Unbilligkeiten Säfte preisgegeben und es darf in banger Sorge berichtet, die sich die Kommunisten in dem land nach unserem Geld 400 Schilling. einer elenden Existen; durch schmale Kost und Falle des Genossen Dr. Otto Friedlän sehr schlecht. Ziver Familien wohnen oft ge Jung( erit fünfzehn Jahre!) darf darüber nachDie Wohnungsverhältnisse sind on troben will. Auch ein fleiner 15jähriger der holten. Genosse Friedländer hatte benug in einem Raum, nur durch einen Kreidestrich denfen, wie es feiner Wutter schwer gemacht wird, kanntlich in einer Versammlung der Bergetrennt. Die Zahl der Erwerbslosen, die eine sich und ihn zu erhalten. Da geht er furz entliner Jungjozialisten über seine Rußlandfchr niedrige staatliche Unterstübung erhalten, be- fchloffen in den Wald und schießt sich eine Revol. reise berichtet. Er ist als Sozialdemo trägt ungefähr eine Million. verfugel in den Stopf. Für einen Moment zu Befrat zurüdgefommen. Hier ein Auszug Das russische Elend wird aber den Arbeiter wußtsein gelangt gibt er auf Befragen als Grund delegationen", die von Spikenleistungen zu aner habe bemerft, seine Mutter könne ihn nicht aus seinem Berliner Bericht. Spikenleistungen geführt werden, nicht gezeigt. mehr erhalten und es für besser gehalten, it sterGenosse Dr. Friedländer, dem in Rußland Und dieses Elend zeigt sich in der grauenhaftesten ben, als ihr weiter zur Last zu fallen. private Dolmetscher zur Verfügung standen, be- Art im Riesenbeer der elternlosen Wie man hört, langt es in diesem Fall nicht Beschliffe der reichsdeutschen Sozial- richtete im Anfang seiner Ausführungen von der und obdachlosen kinder, die von Betauf den fleinsten Bissen Brot und man fann sich Demokratie. starten propagandissischen Straft, die das neue telei, Diebstahl und selbst von Prostitu- andererseits vorstellen, wieviel Glend vermieden Rußland bei allen möglichen und unmöglichen tion leben. Gegen dieses Elend geschieht nichte, werden fönnte, würde man diejenigen zur LinBerlin, 16. September.( Eigenbericht.) Gelegenheiten entfaltet. So begrüßt zum Beispiel dagegen werden von der Sowjetregierung nnderung der Not nach allen Regeln der Menschlich Der Parteiausschuß der SPD., der heute zu einer den aus Deutschland Einreisenden an der russi gezählte Gelder für Propaganda- feit heranziehen, die unweigerlich und ohne Rüd Tagung zusammengetreten war, nahm zunächst schen Grenze ein großes Tor mit der Inschrift: we de ausgegeben. Während die Reklamehelden ficht auf das Portefeuille des Papas oder des Gat den Bericht über die Situng der internationalen Proletarier aller Länder, vereinigt euch!"; die der Weltrevolution in allen Ländern ihren Unfug ten erliegen müffen" den Lockungen der Schönheit Erefutive in Brüssel zur Kenntnis. Er beschloß gleiche Inschrift fann man aber auch auf hierauf in der Woche vom 16. bis 23. Oktober Tintenfässern lesen. Viele Gebrauchsgegenstände, generation heran, deren Ausrottung durch jener Millionen von deren Erwerb das Elend breistiften, wächst in Rußland eine Verbrecher und des Luxus. Die Besitzer und Besißerinnen wieder eine Werbeaktion für Partei und die in den vergesellschafteten Unternehmungen Gewaltmittel die russischen Bauern ernstlich forter Waffen herrührt. Prejse abzuhalten. Die Konferenz befaßte sich hergestellt sind, zeigen Sammer und Sichel" als dern. Lichtblide weist Rußland nur in we weiter mit dem Entwurf eines Reichschul Schutzzeichen des Staates. Plastisch und farbig nigen sozialen Einrichtungen auf, goldstrahlende Leben der Reichen. Der Fünfzehn Der Schuß des Fünfzehnjährigen traf das gefeß es, den die Regierung vorlegen will und was das Bild, das der Referent vom Moskauer die allerdings in anderen Ländern auch nicht un- jährige flagt eine Gesellschaft an, die leine anderen der im Widerspruch mit der Verfassung steht. Straßenleben zeichnete, in dem neben stimmungs befannt sind. Die Sozialdemokratie will alles tun, um die Ge- starken Eindrücken( darin sind die Russen Meister) Sorgen fennt als durch den Besitz eines gleißen schwerdung dieses Entwurfes zu verhindern. Die Aermlichkeit und Dürftigteit Die einzelnen Fabriken, die zu Trusts zusammen schlechtsgenossinnen zu erregen, die sich keinen sol Ferner wurde befchloffen, rechtzeitig alle Vor- fchlecht ernährt er Menschen auffallen. geschlossen sind, arbeiten nach dem Prinzip der chen Lurus leisten können. Und als Argument bereitungen für die kommenden Reichstags- Denn die soziale Lage der arbeitenden Bedarfswirtschaft. Kein leitender Kommunist hat seiner Slage bringt er sein Leben zum Opfer dar, wahlen zu treffen und jetzt schon einen besonderen Massen ist in Rußland alles andere ein höheres Gehalt als 225 Rubel im Monat, um das Leben seiner Mutter,( einer GeschlechtsKampffonds zu schaffen. Schließlich sprach sich als gut. Genosse Dr. Friedländer hat viele während die technischen Direktoren bis zu 750 genoffinnin jener in Gold und Hermelin) wenn der Ausschuß gegen die Entsendung von Ruß- Fabriken befucht, die fast ausschließlich von Rubel verdienen. Der Privathandel ist mit nicht erträglicher, so doch leichter zu gestalten. Man landdelegationen aus. sogenannten Berufsrevolutionären" geleitet wer Steuern belegt, die ihn fast erdrücken und darum kann daraus ersehen, daß nicht immer„ Pelze von den, das heißt von Männern, deren Zuverlässig, forrupt machen. forrupt machen. Die Bauern, die nicht gewunderbarer Weichheit" nötig sind, um den feit in einem jahrzehntelangen illegalen Kampf nügend Land anbauen, sind mit ihrer Lage fet- Reid zu erregen; ein Biſſen trockenen Brotes gegen den Zarismus erprobt ist. Die Fabriken fann ein Leben fordern, nur weil eine Geschlechtsnegswegs zufrieden, doch ist von ihnen arbeiten mit einem veralteten Maschinenpart, für feine aftive Opposition zu erwarten. Die Unter- genoffin nichts zu essen hat. Wenn das ModellWien, 16. September.( Eigenbericht.) Die handen ist. Dabei wird bis zu 90 Prozent vollständig und in ihren Ausmaßen für jeden berſtellt, in seiner Notiz erwähnt, daß es die Meideſſen Neubeschaffung bisher kein Kapital vor drüdung der Meinungsfreiheit ist haus, das diese kostbaren Pelze und Gewänder Internationale Stommission zur Abwehr des im Akford gearbeitet. Die Löhne sind er Jascismus hat an den litanischen Staatspräfi- fchreckend niedrig. Einschließlich der Ueberstunden, tid luft liegt über dem Lande, Nichtrussen unerträglich. Geistige sen der„ Modedamen" nach Paris überflüssig macht und bedeutende Summen dadurch im Indenten metena ein Telegramm folgenden von denen zwei pro Woche erlaubt sind, ver erwaltungsbureautratie, die nur land festhält und dieses Geld unter Angestellten dient ein Fabritsarbeiter 50 bis 52 Rubel im Verwaltungsbureaukratie, die nur Monat. Nach unseren Geldverhältnissen sind das vor Cheschließungen und scheidungen halt machi, 170 Schilling. Die Kauftraft des Rubels ist aber gegenüber den Gegenständen des täglichen Be barfes etwa um die Hälfte gesunken, was teilweise durch soziale Erleichterungen wettgemacht wird. Letztere hinzugerechnet, kommt aber fein anderer Reallohn als 140 bis 160 Schilling für den Monat heraus. Hochqualifizierte Arbeiter ver dienen 150 bis 200 Rubel im Monat. Die Mieten find nach dem Einkommen gestaffelt; bei ihrer Festsetzung fallen aber nicht selten ungerechte En Gegen die fascistische Rachejuftis in Litauen. Inhaltes gerichtet: „ Die Internationale Kommission zur Abwehr des Fascismus verlangt im Namen der Humanität die Einstellung der unmensch lichen Hinrichtungen und sonstigen Strafmaß nahmen, die gegenwärtig in Litauen aus fascistischer Nachsich verübt werden. Deutsch, Heinz." Ein ähnlich lautendes Protesticlegramm hat auch der Bundesvorstand des republikani schen Schug bundes, der heute in Wien tagte, an metong gerichtet. Das Urteil gegen Zurati. Rom, 16. September. Der Führer der Unitarier- Partei Turati wurde wegen seiner gehei= men Abreise in das Ausland in contumaciam zu 10 Monaten Gefängnis verurteilt. Sozialpolitischer Rongreß. Rundfunk für Alle! Programm für morgen, Sonntag. Prag, 349. 9: Landwirtschaftsfunt. 10: Wie Brünn. 10.30: Zanamufif. 11.15: Regimentsmusif. 13: Rundfun für Industrie, Sandel und Gewerbe. 15: Stonzert. 16: Fußball- Watch Tschechoslowakei- Defterreich. 16.45: Mufit. 17: Fortſegung der Uebertragung des Zußball- watches. 17.45: Vortrag: Der internationale Gewerkschaftstongres in Baris. 18: Deutsche Sendung. Wetterbericht und Tagesnenigkeiten, hierauf: Grl. Bilde Raabe, Witglied des Aluffiger Stabitheaters, Auffig: Lieder. Am Klavier: Napellmeister Herrmann Noe, Teplib. 19: Wie Bränn 22: Beitfignal. Leute Nachrichten des Preßbüros Uebersicht der Tagesereignisse, Sportnachrichten. 22.15: Theaternach riten. 22.20: Tamamufit. Brünn, 441. 9.30: Landwirtschaftsfunt. Kunstdüngung Marie Engelmann, Prof. Karl Frobler Wien, 16. September.( Gigenbericht.) Auf dem sozialpolitischen Kongres; wurde heute nach dem Referate Professor Devinats die Debatte über die sozialpolitischen Folgen der Rationalisie der Biefen und Weiden im Herbft. 10: Orgelfonzert. rung abgeführt. Als einer der ersten Debatte- Mozart: Bhantafie f- moll. 2. Haydn: Arie aus" Die Schöpfung". 3. Boß: Traueraug 10.30: Stonzert 15: Nach redner sprach Dr. Emil Strauß( Prag), der mittagskonzert. 16: Wie Brag. 18: Deutsche Sendung. die Notwendigkeit der Rationalisierung der In- tlavier). 1. Strauß: Lieder und Arie aus Ariadne auf dustrie der Kleinstaaten betonte, die sonst mit den aros 2. Wagner: Arie der Elifabeth aus" Tannbäufer" großen Staaten nicht Schritt halten könnten. Für 10: Einführung zu der Overette„ Der Liebesfuß. 19.15: lebertragung aus dem Brünner Nationaltheater Der die Arbeiter müsse die Rationalisierung höhere Liebesfuh" von Provazni! 22: Wie Brag. Söhne bringen, da die höhere Intensivität der Arbeit und ihre größere Rentabilität auch bessere Bezahlung verlange. Für die deutschen Gewerk schaften sprach Tarnow, für die österreichischen Arbeitnehmer Dr. Palla. Noch einer! Dublin, 16. September. Der Hauptmann Machintosh ist zu seinem Ozeanflug nach New York aufgestiegen. Preßburg, 300. 11: Promenadenkonzert. 1. Chopin: Polonaise a- dur. 2. Rossini: Ouverture Semiramis". Phantasie aus" Faust". 5. Besely: Der Traum des LegioSavon: Andante aus der 6. Symphonic. 4. Gounod: närs. 6. Sperber: Stofatenmaria. 15.30: Vortrag. 15.45: Einfluß der einen Waldungen auf die Preisbolig Wie Prag. 18: 19: Brünn 22: Brag. Stafau, 1870. 11.30: Promenadentonzert. 19: Land. wirtschaftsfunt. 19.15: Landtoirthaftliche Berichte. 20: Beitfignal. 19.2: Luftiger Abend. Budapest. 556. 9: Schönbeitspflege. 10: Gottesdienst. 11.30: Bibelstunde. 13: Landwirtschaft. 15: Für die Kinder. 16.15: A mafamod", Lustspiel von Seltab. 18.30: Aus alten Operetten. 20: Historischer Vortrag. 20.30: Klawier fongert. 22: Tanamuiffe Daventry, 1604. 15.30: Slammermusif. 17.30: Mindergottesdienst. 20: Glodengeläut. 21.15: Befpermusir. Rom, 450. 10.30: Stirchenmufif. 17.30: Konzert. 21.10: Ernani", Oper von Berdi. ift schlimm. Alles in allem ist die soziale Lage Rußlands eine schlechte. Wenn es Rußland nicht in abseh barer Zeit gelingt, vom Ausland auf dem Wege der Streditgewährung Kapitalien zu erhalten, wird es neuen wirtschaftlichen Erschütterungen aus gesetzt sein. Das Rußland von heute ist kein Para dies und feine Hölle, aber ein Schattenreich, in dem die arbeitenden Massen ein schweres Leben führen. Bien, 517 10: Orgelvortrag. 11: Symphoniekonzert. Brabms: ifademische Feftouverture, Rachmaninow: Klavier fonzert. Beethoven: 6. Symphonie. 16: Naomittagsfonzert. 18: Triftan und folde" von Wagner. 3ürim, 588. 11: Vormittagstonzert. 19.30: Kammer! mufif. 20: Bach Abend. 21: Orcheſterfonaert. Deutschland. und Lieferanten zirkuliert so ist nur zu bemerten, daß der soziale Zweck gleich Null ist, weil der Angestellte bestimmt nichts davon hat den Rußen hat wieder nur der Reiche. Der soziale Zweck dient hier nur der Reflame. Aber das Elend des Lebens spricht für sich selbst. Mit Reflame braucht man es nicht zu höhnen. Es greift zum Revolver und trifft ins Belle! Die„ Saison" steht vor der Tür! Glanz und Reichtum werden in tausendfachem Licht erstrah fen in Theater, Konzerten und Bällen. Der Winter steht vor der Tür. Der Prolet friert und hungert! Wir stehn auf der Wacht! Der Igel. Nachschrift. Taß der Selbstmord in Wien erfolgte und die gegenübergestell' e Notiz ein MoKönigswusterhausen, 1250. 9: Uebertragung aus Bertin, dellhaus in Prag betrifft fut nichts zur Sache. 484. Morgenfeier. 11.30: Einweihung des Tannenberg Rationaldenfmals. 15.30: Märchen. 16.15: Jugendphilatelie. Das Glend des Proletariats ist an feine geogra 17: mittagsfonger. 18.30: Zach. 19: Frauen umphische Lage gebunden. Beachtenswert ist dagegen, Goethe. 10.30: Gosiale Inftinfie bet zieren und Menschen. daß der Bericht über den Selbstmord knapp 10 20.30: Jofeph Blaut- Abend. 22.30: Tanzmufit. Breslau, 323. 10.30: Morgenfeier. 15: Mätfel. 15.10: 3eilen umfaßte, während für das Modellhaus Rofenzucht im stleingarten. 15.20: Märchenstunde. 16: Nach mittagsfonzert, 17.30: Edad). 18: Biederftunde 10: In ber 31vei Drittel einer Spalte verwandt wurde. peruanischen Sochebene. 19.30: Die ruffifde Seele. 20 15: Ulica Jubilee Gingers. 22.15: Tanzmusi. der Ingenieur. 13.05: Stonzert. 14: Funfbeinzelmann. 15: Bölferbund und Gesundheit. 17: Maroffo von bente. 17.30: nicht wahr, Frankfurt. 429. 8: Morgenfeier. 11: Das unverstandene Langsam, aber sicher ind. 15: Für die Jugend. 16: Konzert. 18: Bolfsbilbung. Herr Spina? 20: Frankfurter Seilung. 20.30:„ Der Carneval in Rome, Operette von Job. Strauß. Tanamusif. Samburg, 395. 9.15: Morgenfeier 12.30: Dr. Gun: Die tschechischen Gemeinden nehmen zwar Briefe Bunter Funf. 16: Ein Atelierbefum bei stolbe. 16.30 mit französischer, nicht aber Briefe mit deutscher Nachmittagskonzert. 19.25: Schweizer Fabrien eines 3.30 iften. 20: Undine". Over von Lorking. Tanzmusif. Langenberg, 469. 9: Morgenfeier. 10.40: Eine Biertelſtunde über Goethe. 11: Die mehrteiligen Liebformen. Funtlitereatur. 16: Rheinisches Flugturnier. 18.15: ar arethe". Oper von Gounod. Tangmufit. Leipsin, 366. 8.30: Drgelfonzert. 9: Morgenfeier. 11: Adresse an. Wir erhalten folgende Mitteilung aus ver: äßlicher Quelle: ,, Viele tschechische Gemeinden und Behörden nden Briefe mit deutscher Anschrift uneröffnet" ufitatifine Stunde, 12: Leonardo da vinci ale maenieurd, so das Magistrat Prag, die politische 12.30: Das bellenifch: Subentum. 16 30: Stomifches und Tragikomisches. 18.30: Grundlagen der Afforblehre. 19: Wandernde Geschichten. 19.30: bemie und Naturerfennt nis. 20.15:" Der Opernball". Operette von Senberger. 23: Tanzmus. München, 536. 11: Glodenſpiel. 12: Standmuftr. 15.30: uartett. 16.30: te Kunde von Wein. 17: Liebe und rompetenblasen, 18: Bom Rhein. 19.15: Die Subrette. 19.15: Bruder Straubinger", Operette von Ehsler. Bezirksverwaltung Laun u. a. Ein Bürgermeister amt hat nun einen Brief mit der französischen Adresse Magistrat Prague" versehen. Die ser Brief wurde vom Adressaten anstandslos genommen." Solche Episoden bedürfen keines RommenStuttgart, 380. 11.30: Morgenfeler. 13.15; Salls; aber sie selbst werden hoffentlich dem Komplattenmusif. 15: Eöne Frauen. 15.30: Märchen 16: mentar zu den kommenden Wahlen einverleibt Unterhaltungsfongert. 18.15: Kalenderreform. 20: Kirchenmufit. 21: Seiterer Abenb. werden! Bette& Soldatenselbstmorde ohne Ende!, Samstag, 17. September 1927. Devisenturie Prager Kurse am 16. September. Mesenhinrichtung in Megifo. 38 Räuber ge- Profeffor Dr. R. Nonnenbruch Nachfolger des hängt. Nach einer Meldung aus Nogales berich Profeffors Dr. Jaksch- Wartenhorst. Professor NonWir lesen im„ Trautenauer Echo": In den tete das Personal eines in Guayamas( Hafenstadt nenbruch, über dessen Ankunft in Prag wir berichtet Tod aus Furcht vor einer mehr mona- am Golf von Kalifornien) im Staate Sonora an haben, ist Donnerstag abends in Brag eingetroffen. tigen Gefängnisstrafe ging Donnerstag gekommenen Zuges, es habe 38 Leichname Die gestern vormittags geführten Verhandlungen 100 holländische Gulden früh, gegen 3 Uhr, ein Soldat der hiesigen Garni- von Männern gezählt, die an Bät haben zu einem erfreulichen Abschluß geführt, jo 100 Reichsmart.. son. Der im blühendsten Alter stehende Wehrmann men und Telegraphenstangen an der daß Professor Nonnenbruch sein Ami in Brag am 100 Helgas erschoß sich in der Nähe der Militärbaraden Eisenbahnlinie im Staate Nayarit gehängt 1. Jänner 1928 antreten wird. Bis zu seiner Anauf den Erbenfeldern mit seinem Dienstgewehr worden waren. Es wird angenommen, daß es sich funft wird der bisherige Chef der zweiten medizini und war auf der Stelle tot. Am leßten Montag um fürzlich gefangengenommene Räuber schen Klinik, Professor Jakich Wartenhorst, die Klinik soll er vom Militärgericht in Königgräß wegen handelt. weiterleiten. Professor Nonnenbruch ist außerordent Ruhe störung und Wachebeleidi licher Professor der Universität Würzburg und gegen martia Leiter der internen Abteilung des städtischen gung verurteilt worden sein. Stranfenhauses in Frankfurt an der Eder. Eine Woche ohne Soldatenselbstmord ist fast schon ein Ereignis! Diesmal folgen die Meldun gen einander noch schneller. Es ist entsetzlich, wie niele Menschen just während ihrer Militärdienstzeit den Freitod wählen. Die Häufung dieser Selbstmorde bestätigt deutlicher als andere, daß etwas faul ist im Staate Dänemark. Uebrigens lassen alle Schilderungen von Reservisten über ihre Erfahrungen bei den Waffenübungen erfene nen. daß der tschechoslowakische Militarismus immer unheimlicher wird. Es ist hoch an der Zeit, mit unserem grundsätzlichen Stampf gegen den Militarismus den Kampf zu verbinden gegen die gefährlichen Auswüchse, die hierzulande immer mehr wahrzunehmen sind. Es fann fein Zufall sein, daß so viele junge Männer gerade in jener Veriode, da man sie zu mustergültigen Patrioten erziehen will, diesem Vaterland und dem Leben freiwillig Ade fagen! Polizeilich gebändigtes Laster. Unser Chemnitzer Parteiblatt vom 6. ds. bringt als drolligen Beweis für den sächsischen Polizeigeist, das Verzeichnis jener Handlungen, die das„ Regulativ, das Prostititutionswesen der Stadt Zwidau betreffend", allen Frauenspersonen verbietet, die ,, der gewerbsmäßigen Unzucht überführt oder verdächtig sind". Nach§ 3 und einem Nachtrag zum Regulativ ist den Prostimierten, also auch den nur verdächtigen, verboten: 1. das Herausschen aus den Fenstern der Wohnungsräume, das Siehen vor, an oder in der Haustüre, 5. der Berkehr in Restaurationen, Gasthöfen und Konditoreien, 6. der Besuch des Theaters, 7. der Besuch des städtischen Bades, 7a. das Zusammengehen, Zusammenstehen und Zusammenfißen auf den Straßen, Pläßen und Promenaden, bei Festlichkeiten, Tanzvergnügungen usw., 8. das Tragen aufjafliger Kleidung, Der Gesamtschaden im galizischen Hochwassergebiet. Auf Grund einer Schäßung des Hilfsansschusses für die von den jüngsten Ueberschwemmungsfatastrophen in Ostgalizien betroffenen Bea zirke wurden in der Wojwodschaft Stanislau gegen 300 Gemeinden und 9 Städte überschwemmt. Die 10 Gesamtverluste in 14 Bezirken übersteigen 10 Millionen Zloth. Bei den Katastrophen famen 52 Versonen ums Leben, 39.000 Familien von denen mehr als 1000 ihr gesamtes Eigentum verforen haben, haben materielle Schäden erlitten. In der Woiwodschaft Lemberg wurden insgesamt in 18 Bezirken 500 Gemeinden überschwemmt. Dort haben gegen 14.000 Familien materielle Schäden erlitten. In der Woiwodschaft Tarnopol wurden in 4 Bezirfen insgesamt 29 Gemeinden überschwemmt. In Westgalizien wurden in der Woiwodschaft Krakau in 7 Bezirfen im ganzen 123 Gemeinden überschwemmt. Die materiellen Schäden betragen dort über 1½ Millionen Zloty. Die Hilfsaktionen werden fortgesetzt. 100 Schweizer Frants 1 Bfund Sterling 100 Bire 1 Dollar 100 französische Franks 100 Dinar 100 Bengös 100 polnische Sloth 100 Schilling. Geld arc . 1849.51 1355.51 801 75 804.75 468.80 471.80 649.12% 652.12% 2 163.53 164.78 188.17% 184.57% 2 33.60 33.90 131.78 182.98 59.19% 59.69% 2 588.70 591.70 875.82% 878.82", 474.87% 477.871 Von der Deutschen Universität. Die Instription Hauptrolle, zum ersten Mal als begabter und erfolg. für das Wintersemester dauert vom 24. September reicher Regisseur von sich reden gemacht. bis 8. Oktober. Nach diesem Termin, jedoch nur bis Eine energische Großmutter. In einem StäriEnde November, fann in berücksichtigungswürdigen ner Provinzblatt begegnen wir folgender tragiko. Ende November, fann in berücksichtigungswürdigen Fällen eine Nachinftription auf Grund eines Gemischen Notiz fuches und nach Erlag einer Staatsabgabe von 50 K bewilligt werden. Ausländer haben bei der Inffription den von der Polizeidireftion in Brag vidierten Reisepaß vorzulegen. Die amerikanische Hißewelle. Daily Telegraph" berichtet aus New Yorf: Die Higewelle in Chicago dauert bereits den vierten Tag an. 25 Todesfälle werden gemeldet. Die Schulen find geschlossen, die Raufläden stehen leer. Der Wassermangel verursacht ernste Ungelegenheiten. Die Dummen werden nicht alle. In der Gegend von Liebenthal( Schlesien) fuhr dieser Tage ein Mann auf einer Zyklonette bei ffeinen Landwirten Wildwest in Deutschland. Auf der Strecke vor und erbot sich, gegen Entgelt die Vichställe zu Bebra-- Eichenberg( Pr. Hessen) wurden von einer entheren und gestörte Familienverhältnisse in aus 3 Personen bestehenden Bande in der letzten Ordnung zu bringen. Der Schwindler berechnete Zeit schwere Güterzugberaubungen verübt. Die sein munderfames Wirken nach der Zahl der Mor Täter sprangen nachts auf die an einer starken gen, die die Kunden ihr eigen nannten. Er sand Steigung der Strede langsam fahrenden Züge, eine ganze Anzahl Leichtgläubiger, die feine Dienſte öffneten gewaltsam die Türen und warfen die in Anspruch nahmen. Außer dem Geld erbeutete öffneten gewaltsam die Türen und warfen die Frachtgüter aus dem Zuge, die dann mit einem der Mann, der als ein vorbestrafter Sugo Krause bereitstehenden Fubrwerf in Sicherheit gebracht festgestellt wurde, auch mehrere Stüde Vich, indem wurden. Die Eisenbahnfriminalpolizei hat mun- er den Landwirten erklärte, ihre Kuh müsse auf mehr den Haupttäter, den 21jährigen Händler einige Tage in einen anderen Stall, da sonst ein Pforr aus Braunhausen, sowie einen Helfershel- Familienmitglied sterben müsse. Der Schwindler fer festgenommen. Nach dem dritten Täter wird wurde verhaftet. noch gefahndet. Man fand auf dem Grundstück des Pforr und im Walte vergraben ganze Fässer und Kiften mit Wein, Stoffballen und anderen Frachigütern. Ermordung eines Müllers. In dem tieinen Torfe Glienide südlich des Scharmügelfees 3. das Umhertreiben am Bahnhofe, auf den ( Mart Brandenburg) wurde in der Nacht zum DonStraßen, Promenaden und Bläßen der Stadt fps soneistag de: 44 41 Jahre aite Mühlenbesiyer Emil wohl zur Tageszeit als auch ganz besonders zur Bahnunfall in Eger. Freitag um 2 Uhr nach Marker in seiner Mühle ermordet. Der Wül Abendzeit vom Beginn der Straßenbeleuchtung an, mittag ereignete sich auf dem Bahnhof in Eger er hatte sich am Abend nochmals in ſeine Mühle 4. der Besuch öffentlicher Monzerte, der Wiliein schwerer Berkehrsunfall, dem ein Menschen begeben, die etwa 300 Meter von seinem Wohnhaus tärmachtparaden( fang, lang ist's her!) usw., leben zum Opfer fiel. Ter Führer der Lokomo- en: fe.nt liegt. um noch zu arbeiten Als die Fran tive 91667 der Reichsbahndirektion Regensburg, um 6 Uhr morgens erwachic, stellte sie fest, daß der Wilhelm a fihrter, bayrischer Staatsange- Wann nicht zurüdgefehrt war. aß Mann nicht zurüdgefehrt war. Sie begab sich zur höriger, rangierte mit seiner Lokomotive einen ühe und entdeste gieich bei den Stufen eine große Schnellzugswagen 3. Klaffe, wobei er infolge falfcher Weichenstellung in den leeren Raum der Drehscheibe fuhr und einen Meter tief mit der Lokomotive abstürzte. Die Lokomotive grub jich tief in den Zementboden der Drehscheibe ein und der Maschinenführer wurde im Führerraum der 10. das laute Singen, Musizieren, schallendes Lokomotive arg verstümmelt. Außerdem erfitt er Gelächter in ihren eigenen Wohnungsräumen(!), durch ausströmenden Dampf schwere Verbrühun 12. das Fahren in offenen Droschken oder gen, so daß er nach wenigen Minuten verschied. Stutschen. Der Weichenwächter Johann Renner, ebenfalls Aber damit nicht genug. Die armen Freu- Angestellter der bayrischen Reichsbahn, wurde in denmädchen", die in dem Regulativ charakteristi Bempahrung genommen. In der Station Voischerweise immer als rauenzimmer" bezeichnet tersreuth auf der Strecke Eger- Fleißen gerit der verden, fönnen nach dem völlig unbeschränkten Eisenbahnangestellte Gustav Storndorfer beim Ermessen der Polizeibehörde noch weiteren Be- rangieren zwischen die Puffer und wurde geschränkungen unterworfen werden. Was da tötet. eigentlich noch in Frage fommen fönnte, ist eigent lich nicht recht begreiflich. Soffentlich verbietet Autozusammenstoß. Freitag nachmittag ſtic man ihnen nicht auch noch das Bezahlen von Ben in Burg bei Magdeburg ein deutsches und Steuern und den Besuch der Zwidauer Stirchen. ein tschechoslowakisches Auto mit solcher Wucht aufeinander, daß beide Wagen vollkommen zertrümmert wurden. Der Lenter des tschechoslowa Liſchen Wagens, der in Unkenntnis der deutschen Verkehrsvorschriften falsch ausgewichen sein soll, Fliegerabiturz. Wie die" Politika" aus Serzegnovi( in der Bocche di Cattaro) meldet, stürzte afſtern dort ein Sydroplan aus einer Höhe von 80 Wieter ab. Sämtliche Infaffen, fünf Militärflieger, fanden im Meere den Tod. wurde schwer verletzt. --- Blutlache. Nach kurzer Zeit fand die Frau, zusamt men mit einigen herbeigerufenen Arbeitern, die Leiche des Müllers om Abhang des Mühlenhügels in einer Erdvertiefung unter einem Bund Stroh verbeat. Die Spuren ergeben deutlich, daß der Müller unter der Türe seiner Mühle überfallen und ermordet wurde. Soweit die von Berlin herbeigerufene Kriminalpolizei bisher feststellen fonnte, ist der Müller durch drei Schüsse, anscheinend aus einem Infauteriegewehr, tödlich getroffen worden. der eine Schuß hat die Schlagader durchgerissen, der andere das Geficht durchbohrt, so daß der Tod jehr rasch eingetreten ist. Von den Tätern fehlt einst weilen jede Spur. Auch steht noch nicht fest, ob es sich um einen Raubmord handelt oder ob der Mül ler zufällig mit den Verbrechern in seiner Mühle zusammensticß und dabei über den Haufen geschossen burde. Erwiderung auf eine Abgängigkeitsanzeige. Herrn Taschwerga, Simmermeister in. Berau, hat es beliebt, in der Folge vom 13. August der„ Visfacher Zeitung" zu veröffentlichen, daß ich abgängig bin, obgleich ihm damals genau bekannt war, daß ich wegen seines Verhaltens mir gegen. über den bisherigen gemeinsamen Wohnsis verlassen mußte. Ich teile daher den geehrten Lesern, die sich durch obenerwähnte Anzeige des Herrn Taschwerg irreleiten ließen, mit, daß ich mit meinen Enfeffindern in einem Luftfurort Kärntens aufhalte, wo ich jedenfalls bis zur Beendigung des Scheidungsverfahrens verbleiben werde. Ursula Taichwerg, Zimmerei, Sägewerfs- und Reoli jäten nt it befizerin. Ward jemals eine Abgängige" so springlebendig Gemahl so grimmig über die Schnauze fährt? befunden wie diese Großmutter, die dem Herrn Das Testament im Reisefoffer. Am 13. Juli wurde bei der Gepädaufbewahrungsstelle des Hauptbahnhojes in Villach ein neuer brauner Reiseoffer deponiert. Da dieser Koffer bisher von niemandem abgeholt wurde, entschloß sich die Bahnverwaltung. den Koffer gewaltsam zu öffnen, um die Adresse des Besitzers zu finden. Zwei Bahnbeamte öffneten in Gegenwart eines Gendarmeriebeamten den Stoffer. Das Schloß war auffallenderweise nicht versperrt. Im Kosser befanden sich verschiedene Damenkleidungsstüde, Toilettegegenstände und eine Geldtasche mit einem Inhalt von 42 Schilling. Außerdem fand man eine versperrte Solstifte, die Lebensmittel verschiedener Art, wie Kaffee, Tee, Buder und einige Kochgeräte enthielt. Und mitten unter den Lebensmitteln war ein Zettei, auf dem folgende Worte standen:„ Dies alles soll für die Armen verteilt werden. Aber alles für die Arnten." Der Gendarmeriebcamte war cifrig bemüht, irgend etwas zu finden, das Schlüsse auf die Persönlichkeit der Bejizzerin des Koffers zugelassen hätte; es war jedoch alles vergebens, nicht einmal eines der vielen Stleidungsstüde war mit einer Merke versehen. Es macht den Eindruck, als hätte die Frau alles besci. tigt, was zu ihrer Ausforschung dienen könnte. Das Schicksal der Unbekannten ist in undurchdringliches Dunkel gehüllt. Der Koffer wird in den nächsten Tagen von der Bahnverwaltung versteigert werden, weil die Lagergebühren auf andere Weise nicht hereingebracht werden fönnen. Der Rest des Erlöses dürfte der Gemeinde Villach zur weiteren Verfügung übergeben werden. Ein Neunzigjähriger. Am Sonntag vollendete der Wiener Radierer William Unger, dessen nach Rembrandt und anderen großen Meistern Tod nach der Premiere. Der junge Filmregii Wertschäßung erfreuen, das neunzigste Lebensjahr. gefertigten Blätter sich in der Kunstwelt einer hohen scur Bruno Rahn, dessen Film Kleinstadtsünde" Der österreichische Bundespräsident Sainisch hat mit Asta Nielsen in der Hauptrolle am Dienstag ihm aus diesem Anlaß das große goldene Ehrenzei in Berlin seine Uraufführung erlebte, erlitt infolge cheint der Republik Defterreichs für besondere Dienste der Aufregung einen Nervenchock, an dessen Folgen er verlichen. Professor Unger stammt aus Hanno in der Nacht zum Donnerstag geſtorben ist. Rahn ver und ist auch Ehrenmitglied der Berliner hatte vor einem Jahr mit seinem erfolgreichen Film und Münchener Alfabemic. „ Dirnentragödie", ebenfalls mit Asta Nielsen in der seiner Studien in Düsseldorf und München siedelte er 1872 nach Wien über und hat dort seit dem seine verdienstvolle fünstlerische Tätigkeit aus geübt. verlesung fragte das angebetete Haupt", ob„ Späne"| Eggers. Rugler war Kunst- Geheimrat, immer Der„, Tunnel über der Spree." produktiven Mitglieder führten den schönen Ramen verfaffer fanm halbwegs anerkannt. Da wären, Späne waren literarische Beiträge. Die sehr offiziell; er wurde respektiert, aber als Dramen Heyse war Zu seinem hundertjährigen Jubiläum afulaturen", während die anderen lassiter" noch sehr jung, als er dem„ Tunnel" angehörte. Er tituliert wurden. Wer ein Gedicht vorlesen wollte, fegte wenig Wert auf die gute Meinung über ihn, Literarische Fehden sind nicht mehr an der setzte sich an ein von zwei Kerzen feierlich über- respektierte auch sticht ein Urteil bloß deshalb, weil Tagesordnung: sie gedeihen nicht in der politischen strahltes Tischchen. Das Urteil faßten die Anwesenden der Mund, der es sprach, von einem weißen Bart Atmosphäre der Gegenwart. Vor hundert Jahren, meist furz:„ Verfehlt!" Jedes Jahr feierte man ein eingerahmit war. Ueber zehn Jahre gehörte Fontane als die Erschütterungen der Befreiungskriege verebbt Wartburg Sängerfest und dem Sieger im Wett- dent„ Tunnel" an und war das am meisten beistenwaren und die Flammenzeichen von 1818 noch nicht dichten wurde ein Ehrenbecher überreicht. Auch ernde Mitglied des Vereins. In diesem Rahmen heraufdämmerten, hätte man Zeit und Wuße für Fontane bekam einmal einen Ehrenbecher; er belas er zum erstenmale seinen Archibald Dou literarische Plänteleien, die Zeitungen füllten und zeichnet ihn als ein wahres Monstrum von Häßlich glas" vor und erntete stürmischen Beifall. Swischen Gesprächsstoffe für die schöngeistigen Tees lieferten, feit". Später drückte man dem Sieger ganz pro- ben Herwegh'schen" der ersten Zeit und den frei. sich sogar mit Vorliebe in die zärtlichen Liebesbriefe saisch ein Geldstück in die Hand. heitlichen Gedichten der 48er Jahre liegt die Zeit, der romantisch angehauchten Menschen einschlichen. Die Statuten verboten jede politische Debatte. in der Fontane seine Stoffe aus der brandenbur Einer der hißigsten literarischen Kampfhähne Troß der vielen hohen Offiziere bewegte das Gros gischen Geschichte nahm. Gedichte wie„ Der alte war M. G. Saphir, der Redakteur der„ Schnell- der Mitglieder sich nicht in der Sphäre der Kreuz- Derfflinger" oder„ Der alte Zicten" fanden in die post". Um sich junge, drauflosschreibende und hono- zeitung". Fontane tonnnte es bei seinem Eintreten jem Kreise begeisterten Widerhall. rarlase Mitarbeiter und Witstreiter zu gewinnen, in den„ Tunnel", wenige Jahre vor der März Revo- Unter dem Tunnelnamen ans Sachs" gegründete er 1827 den„ Tunnel über der lution, sogar wagen, seine ganz auf Freiheit gehörte der biedere Bäcker und spätere StadtwachtmeiSpree", dessen prosaischer Name„ Berliner ſtimmte Zyrit vorzutragen, ohne Anstoß. zu erregen.. ſter Goldammer dem Tunnel an, dem die große Sonntagsverein" war. Zu den Studenten Ein anderer Paragraph der Statuten bestimmte, daß Ehre zuteil wurde, ein Stück aus der eigenen Feder und jungen Staufleuten gesellten sich bald Schan- jedes Tunnelmitglied sich einen besonderen Namen aufgeführt zu sehen. Einer, der seine äußeren, d. h. spieler, Leuinants, Aerzte. So wurde der zuerst streit zulegen oder dulden müßte: eine sinnreiche Bestim- wirtschaftlichen Verhältnisse nie in Ordnung bringen bare Tunnel" ein Verein dichterischer Dilettanten. mung, die gesellschaftliche Vorrechte aufhob und den konnte, war Georg Hesekiel. Er wußte sich in Bir würden uns heute nicht mehr daran erinnern, Ton zwischen den Mitgliedern auf eine natürliche Geldverlegenheiten aber immer zu helfen. Fontane wenn sich nicht mit der Zeit wieder eine Unwand- Basis ſtellte. Ohne diese Brücken wäre es auch wohl sagte auf einem Abendgange einst zu ihm:„ Es geht lung vollzogen hätte. Wirkliche Dichter wie on unmöglich gewesen, einen Minister von Mühler mir ja mehr als bescheiden, aber ich würde nicht tane, Storm, Hense traten ein, und nun bekam neben einen braven Bäckermeister zu setzen, oder den sonderlich darunter leiden, wenn ich nur dann und der„,„ Tunnel" den Charakter eines Dichtervereines, Profeſſor und Geheimrat se ugler und Rudolf wann einen Pump zu Stande bringen könnte. Das der im literarischen Leben Berlins Rang und Löwenstein, den Redakteur des„ Kladdera- kann ich aber nicht. Ich habe kein Talent dazu, ich Bedeutung gehabt hat. datsch" unter einen Hut zu bringen. bin zu ungeschickt." Gott erhalte dir diese Unge Zum Tunnelheiligen und Schußpatron wählte Die Berühmtheit des Tunnels war lange Graf schicklichkeit", war die rührende Antwort. man Till Eulenspiegel. Der Präsident des Strach wiß, der als jung, frisch, gesund und ein Heute besteht der Tunnel" nicht mehr. Nur die Bereins hieß das angebetete Haupt"; ein„ Stiefel- wenig übermütig geschildert wird. Sein Tunnelname literarischen Niederschläge aus seiner Glanzzeit sind Inecht" gehörte als Symbol des Weltschmerzes zum war Götz von Berlichingen". Auf der Rückerhalten. Am interessantesten weiß Fontane über Inventar. Die sonntäglichen Sigungen fanden in reise von Italien starb er, 25 Jahre alt. Die pro- den Tunnel" zu plaudern in seinem Buche Von irgendeinem Lokal statt. Nach der üblichen Protofoll- fessorliche Gruppe bildeten Kugler, Heyse und zwanzig bis dreißig". Strätner. Eine üble Wette. In Hofgeismar bei Staffel gingen mehrere junge Leute, eine Wette ein, bei der einer von ihnen sich verpflichtete, in einem Bug einen Liter Branntwein auszutrinken. Nachdem er etwa die Hälfte hinuntergestürzt hatte, sant er tot vom Stuhl. Hunderttausend Rilogramm Fische aus stäblischen Abwässern. Die Abwässer der Großstädte enthalten Dungſtoffe von ungeheurem Werte. Sie gehen zu meist verloren, weil man die Abwässer gewöhnlich in die Flußläufe leitet. Einige Großstädte aber, die in ihrer Nähe keine größeren Flußläufe haben, leiten schon heute die Abwässer in Rieselfelder, wodurch die in den Abwässern enthaltenen Sungstoffe gerettet und nutzbar gemacht werden. In einigen Jahren verschlammen aber die Rieselfelder. Vor furzem wurde nun in der Biologischen Versuchsanstalt in München ein Verfahren ausgearbeitet, das die Ableitung der städtischen Abwässer in Fischteiche und dadurch ihrer Nußbarmachung für die Fischzucht ermöglicht. In Bayern find schon einige solche kleinere Anlagen im Betrieb. Nun ist aber jest, wie die Umschau" berichtet, in München eine solche Anlage im Entstehen, die die größte ihrer Art ſein wird. die Stadt München hat bisher ihre Abwässer in die far geleitet. Infolge Ausbaues der mittleren Isar fraftwerke müssen aber jetzt die Abwässer auf andere Weise abgeleitet werden und die Stadt hat sich zur Anwendung des Fischteichverfahrens entschlossen. Dafür ist eine Teichfläche von 230 Hektar nötig. Da nach den bisherigen Erfahrungen die Fischteiche jähr lich für je einen Seftar 500 Kilogrammt Fische er geben, werden die 230 Heftar Abwässerteiche für die Stadt München jährlich mehr als hunderttausend Stilogramm Fische in einem Wert von mehr als zmeihunderttausend Mark einbringen. Samstag, 17. September 1927. Was die Prager Polizei nicht sehen will! Ein Genosse schreibt uns: Aus der Partei. Jugendbewegung. Kunst und Wissen. Einer, der mit der Kehle tausend Kronen in der Minute verdient! Eine Prager Konzertdirektion er jucht uns um Aufnahme folgender Mitteilung: Titta Ruffo, der am Freitag, dem 28. d. M. ein einziges Konzert im Lucernasaal geben wird, erhält für dieses Auftreten eine derartige Gage, daß er sich pro Minute 1000 Kč ,, ersingt". Eine derartige Gage hat nicht einmal Caruso jemals erhalten, und sie wird nur noch erreicht von denjenigen Fiedor Schaija pins. Seite 5. Turnen und Sport. Deutscher Arbeiter- Turn- u. Sportverein, Prag. Einladung zu der heute, Samstag, 17. September, um 8 Uhr abends im„ Lidovy Dum", Prag II., Hybernergasse, stattfindenden Turn- Akademie unter Mitwirkung der tschechischen Turngenossen In den Pausen konzertiert das Quartett des Genossen Zvonecky. Am Klavier: Genosse Hugo Berger. Regie: Genosse Mollik. Eintre: 5 K& Zu zahlreichem Bejuche ladet alle Freunde der freien Turnbewegung ein Der Ausschuß. Länderspiel Zschechoslowakei gegen Desterreich am 24. September in Aussig und am 25. September in Karlsbad. fälligertvelfe verurteilt werden mußten, als sich die 1 chinesischen oder japanischen Herren zur Verhandlung einfanden, arme Proletarier, Menschen in zerrissenen Kleidern mit bleichen Gesichtern, ein Häuflein von Zu einer traurigen Berühmtheit haben sich in jenen zehntausend Arbeitern, die seit Wochen einen S. J. Prag. Hente, Samstag, um halb 7 Uhr Prag unter den Augen der Polizei einige„ Nacht- fast übermenschlichen Kampf gegen ein sicherlich auch abends im Speisesaale der Gec., Fügnerovo nam. 4, lotale" ausgebildet. Fast alle Tage, totsicher aber in China tan bekanntes Ausbeutungssystem leyte Sprechchorprobe. Wir ersuchen dringend, pünktSonntag vormittags, spielen sich in der Alt- führen und die Herren exotischen Rechtsgelehrten lich zu kommen. Nach der Probe gehen wir gemeinstadt, Stonviktská, Michalská und Umgebung, die von der Richgkeit der chinesischen Philosophenweis- sam zur Akademie des Arbsiter- Turn- und Sportberlichsten Szenen ab. Die Streitigkeiten heit:„ Die Erde ist die gleiche überall", auch in vereines. Coung, den 18. 1., Banderung. Treff der meist angetrunkenen Gäſte mit dem„ Hotelier", unserem Lande und Senatsjälen, überzeugt werden punkt um 10 Uhr früth bei der Endstation der 3er dem Kellner oder dem Portier der dortigen Beisel konnten, ist eine besondere Laune des Schicksals ge- Elektrischen in Michle. ( Stará Krčma und Stará Pani) locken Hunderte wesen, weshalb uns auch beim Anblick der Herren Neugierige auf die Straße. Sämtliche Fenster Chinesen Zuschauer und unserer verurteilten Bauder Nachbarschaft sind besetzt, aber der„ Arm der arbeiter der naheliegende Vergleich mit den„ Kulis" Ordmung" ist weit und breit nicht zu erblicken. einfiel. Daß aber der Herr Staatsanwalt, um zu Selbst laute Rufe nach„ patrol" und" policajt", die beweisen, daß er ein richtiger, guter, ordnungshalbe Stunden lang und länger erschallen, führen liebender Staatsanwalt" ist, angeblich eine Berufung felten Wachleute herbei. Kommt doch einmal eine gegen das Strafausmaß wegen des Aufmerksam Bolizeipatrouille, so ist stets der Gastwirt mit seinem machens einer höheren Instanz auf sein Fernbleiben Versonal im Recht und der Gast wird zur Fest- einreichen will, halten wir für ein bloßes„ Gerichtsstellung seiner Personalien mit zur Wachstube ge- Couloir Gerücht". Sollte es aber tatsächlich der Fall nommen oder aber mindestens sehr unhöflich von den sein, dann ist dies eine Repressalie, die es verWachleuten aus der Nähe der„ polizeilich geschützten dienen würde, daß die Vorgesetzten des Herrn StaatsSpelunken" entfernt. In letzter Zeit ist es öfter vor- anwaltes, den wir übrigens nicht einmal mit Namen gekommen, daß Wachleute ohne Pendrek"( wahr- nannten, tatsächlich seiner Tätigkeit mehr Aufmerkscheinlich Stammgäste der„ Stará Krema" Konvikt samkeit widmen, denn er würde dadurch nur besfá), sich auf Seite des„ Hoteliers" stellen und bei weisen, daß er ein für die Not des Volkes verständ energischer Verwahrung der betroffenen Gäste über nisloſer Mann und ein Feind des Proletariates iſt, ihr Verhalten sich aus der Schlinge zogen, indem von dem 10.000 Menschen seit Wochen hungern und fie angaben nicht im Dienst zu sein! Trotz Ein- darben, um einen Kampf gegen die Ausbeutung zu gaben der Bewohner der umliegenden Grundstücke führen. In diesem Falle würden wir nicht Anstand bei den Prager Behörden, wird diesen schon jahre- nehmen, den Herrn Staatsanwalt namentlich der lang bestehenden skandalösen Zuständen in der Aufmerksamkeit seiner Vorgesetzten zu empfehlen, da Hauptstadt der Republik fein energisches Salt ge- wir nicht die Interessen der Staatsanwälte, sondern boten. Ein trauriges Bild, zumal wenn man be- die eines Arbeiterblattes auch im Gerichtssaal zu ver. denkt, daß oft noch sehr junge Mädchen der Gasse" treten haben. Dagegen bleibt es den Blättern der mit ihren Fünf- Minuten- Verchrern die Hauptan- Prager Bourgeoisie vorbehalten, in ihren Referaten ziehungsquelle dieser berüchtigten Nachtlokale bilden. alle Namen der Chinesen, die im Auditorium saßen, Wie lange noch müssen die aus der nächtlichen Ruhe ihren Lesern getreulich mitzuteilen, dagegen über die Die bisherigen Abonnenten werden höflichst erund Sonntagsstille aufgeschreckten Bewohner sich die seit einigen Tagen fast täglich stattfindenden Versucht, ihr Abonnement noch im Laufe des heutigen ses meist den ganzen Sonntagvormittag währende urteilungen streifender Bauarbeiter bis heute nicht Tages zu erneuern, da eine weitere Reservierung ruheſtörende Lärmen mitten in der Hauptstadt ge- eine Beile zu berichten und auch weiterhin das ihrer Logen und Sippläge mit Rüdsicht auf die zahl( beltbahns( Norb( sien)( steben)( Straßenbahn( St. Bett) fallen lassen? Wie lange noch drüdt eine hochlöbliche Schmus- und Lesebedürfnis ihrer Leserschaft durch reichen Neuanmeldungen nicht möglich ist. Für die Prager Polizei geenüber solchen skandalösen Kultur- Wiedergabe komischer Episoden aus dem Gerichts neu eintretenden Abonnenten erfolgt die Kartenbildern beide Augen zu? saale, die sich nie ereignet haben, zu befriedigen, ausgabe erst ab Samstag, den 24. d. M. auf Stosten Unglücklicher, die dagegen wehrlos jind Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. und noch dazu in den Kerker gesandt werden!! Samstag, 7 Uhr:„ Der Walzertraum". SonnJ. R. tag, 2½ Uhr:„ Vasantasena"; 7 Uhr:„ Der Walzertraum". Montag( 231-3), 7 Uhr: ,, Maskenball". Kleine Chronit. Kanadische Hundepost. Die fanadische Postverwaltung hat neueroings einen regelmäßigen Dienst nach dem Norden des Landes und den bewohnten Inseln des nördlichen Eismeeres eingerichtet. Was Technit nicht zu vollführen vermochte, leisten die braven Hunde. Die Post wird nämlich, wie die Zeitschrift Hundesport und Jagd" berichtet, in Zukunft ab Alberta mit Hundeschlitten nach dem 1800 Meilen entfernten Atiavit an der Mündung des Mackenzieflusses geschafft. Ueber die gewaltigen Einöden und ewigen Schneefelder geht es längs der Flüsse Athabaska, Slave und Mackenzie, ohne daß dem Schlitten je etwas anderes begegnete als wilde Tiere und Schnee und Eisstürme. Am Tage leuchtet die matte, arktische Sonne, des Nachts der Mond, wenn nicht Nordlichter ihre Farbengluten ausstrahlen lassen. Und unter dem Horizonte Heulen die Wölfe und laaern des Unfalls, der Mann und Hunde in ihre Fänge spielen fann. Mitteilungen aus dem Publikum. Das Beste für Ihre Augen liefert Optiker Deutsch, Prag, Graben 25, Kl. Bazar. FEINSTES SPEISEFETT Polarin Das Konzertunternehmen hofft natürlich( und nicht ohne Berechtigung), daß jezt erst viele kommen werden, um das Wundertier zu sehen und zu hören, bas mit seiner Kehle soviel verdient. Es ist aber nachgerade widerwärtig, wie diese Schaljapins, Ruf fos und Bohnen mit ihrem Pfunde wuchern. Ihre hohen Gagen bedingen Eintrittspreise, die natürlich nur Besitzende bezahlen können. Dadurch werden sie zu Sängern der Bourgeoisie und dem Proletarier, mag er noch so kunstsinnig sein, fällt es schwer, Sympathien für diese Kunstwucherer zu finden. Spielplan der Kleinen Bühne. Samstag: Scherz, Satire, Ironie und tiefere Be deutung". Montag: Seidenstrümpfe". Vereinsnachrichten. Freier Radiobund, Ortsgruppe Prag. Jene Mitglieder und alle Genossen, die die Prager Radio- und die übrige Messe zum halben Eintrittspreise( 5 Kč) besuchen wollen, mögen sich bis spätestens Dienstag mittags in der Verwaltung des„ Sozialdemokrat" bei Genossen Hellmich melden und dort den Betrag erlegen. Die Eintrittskarten können dann ab Mitt woch früh ebendort behoben werden. Der Film. Auf dem Rad um die Welt. Im April 1925 trat der junge schwedische Student Bertil Huldt eine Reise auf dem Fahrrad an, die ihn rund um Programm der Prager Lichtspielbühnen. die Welt bringen sollte. Jest nach 28 Monaten Urania( deutsches) Kino:„ Ein Rutscher nach Paris." ist er wieder nach Stockholm zurückgekehrt, wo Lido:„ Der Mann mit den zwei Pistolen." ihm von Freunden des Fahrradsports ein feierlicher Adria:" Das Königsliebchen." O'Brien, Virg. Valli. Empfang bereitet wurde. Im ganzen hat er 42.900 Alma:„ Das Geheimnis ihrer Herkunft." LiebesKilometer zurückgelegt und ist dabei durch 53 verroman. Die verkaufte Frau." Adolf Menjou. schiedene Länder geradelt. In Indien nahm Huldt die Gelegenheit wahr, sich an einem Fahrrad- Wett- Avion:„ Der Zigeunerbaron." bewerb zu beteiligen und drückte dabei die Zeit für Belvedere:„ Der Halunke." Drama mit A. Menjou. 100 englische Meilen von 8.49 auf 7.29 Minuten Beseda:„ Grogt, der König des Lachens." Unter herab. In Amerika wurde er allgemein der„ schwe Freunden." dische Winking" genannt. Er erzählte, daß er die Helios: Roman einer Pflegerin."„ Lieb' mich und schlechtesten Wege in den Balkanländern und die die Welt ist mein." besten in Indien und den Vereinigten Staaten Hvězda:„ Ein echter Amerikaner." D. Fairbanks. angetroffen habe. Gerichtsjaal. Der weiße Adler." Julis:„ Prinzessin Bubikopf." Kapitol: Sergeant O'Hara." Lon Chaney. Koruna: Sergeant O'Hara." Lon Chaney. Louvre:„ Sergeant O'Hara." Lon Chaney. Lucerna:„ Es war." J. Gilbart, G. Garbo,& Hanson, Orient:„ Der Zigeunerbaron." Passage: Wenn sich der Storch irrt." Zimmer des Feldkuraten, der den Bauer allein läßt, und bleibt der Bauer schön ruhig sitzen, bis die Gräfin ihm sagt: dort um die Ecke mußt du laufen, damit du in das Freie kommst dann lachen doch nur, die Hühner. Daß zum Tode Verurteilte so frei herumgehen und herumsiyen dürfen, fann man auch dem dümmsten Kinopublikum der Welt nicht einreden. An sich ist der ganze Stoff dieses Filmes unfilmisch, faum ein einziger wirklich wichtiger Teil der Handlung wird im Bilde gezeigt; alles wesentliche müssen die Personen einander in langen Titeln erzählen. Sie ſizen, sie stehen, sie reden. Das ist tein Film. Was dem Buche an dramatischer Straft fehlt, will es durch sentimentale Wirkungen ersezen. Der Bauer füßt seine Heimaterde, ein Kind fragt den Vogel, ob ihm auch talt sei. Dieses Kind friert mitten im schönsten Sonnenschein. Dem Landschaftsbild nach muß es in diesen Szenen Sommer sein. Doch dies sind schon Fehler der Regie. Es ist nicht anzunehmen, daß die Anfertiger dieses Films ernstlich daran gedacht haben, ihr Erzeugnis in das weitere Ausland zu verkaufen. Wenn man aber einen Film für den Bedarf im engeren Umkreis macht, dann darf man wiederum nicht die Gloriette als das Landhaus eines polnischen Herrn zeigen. Ueberhaupt ist der Film in der Primitivität der Regie nicht mehr zu übertreffen. So hat man in " Chinesische Rechtsgelehrte beaugenscheinigen tschechische Kults". Prag, 16. September. Unsere vorgestrige Notiz unter diesem Titel hat, wie wir erfahren, so manches fromme Gemüt in Wallung gebracht. Zunächst soll Radio:„ Es war." J. Gilbert, G. Garbo, L. Hanson. von dem betreffenden Staatsanwalt, von dem Světozor:„ Es war." I Gilbert, G. Garbo, L. Han. wir berichteten, daß er bei Beginn der Verhandlung jon. gesucht werden mußte, seitens seiner vorgesetzten Behörde eine Aufklärung verlangt worden sein. Wir Der österreichische Film„ Die Beichte des Feld- den allerersten Anfängen der österreichischen Filmhören darüber, und nehmen es auch mit Verſtänd- turaten" oder das Feldgericht von Gor- industrie gearbeitet, als man mit dem„ Traum eines nis für diese Situation zur Stenntnis, daß der Herr lice" leidet wieder unter dem Erbfehler der meisten Reservisten" patriotische Hochgefühle entflammen Staatsanwalt angeblich aus einem dringenden Be- österreichischen Filme: unter dem unmöglichen wollte. Von einer fünstlerischen Bildkompoſition dürfnis ausnahmsweise bei der Verhandlung nicht Drehbuch. Da hat man nicht nur eine unwahr feine Spur, der Schnitt ist sprunghaft und abgerissen, gleich anwesend sein konnte, und wir sind wirklich scheinliche und verworrene Geschichte verfilmt, son- die Aneinanderreihung der Aufnahmen derselben weit entfernt davon, dem betreffenden Staatsanwalt dern sie auch dramaturgisch so ungeschicht angepact, Szene in den verschiedenen Einstellungen ganz zudeshalb ein Staatsverbrechen zur Last legen zu daß sich kaum die Verfasser und der Regisseur, auf fällig und dilettantisch. Von den Darstellern kann wollen auch ein Staatsanwalt ist eben nur ein feinen Fall aber das Publikum auskennt. Ein nur Karl Noll zufriedenstellen, der wirklich ausMensch und kann ein notwendiges Bedürfnis wie Pfarrer erzählt seinem Amtsbruder, was ihm jemand drucksvoll spielt; alle andern bleiben in starrhafter jeder andere Sierbliche empfinden also wir hoffen, erzählt hat, der ihm erzählt hat, was ihm jemand Steifheit stecken. Die Photographie ist in den Außendaß er seiner vorgefeyten Behörde gegenüber schon erzählt hat, und so fort bis in das tausendste Glied. aufnahmen ganz flau und unplastisch, in den Atelierdie entsprechende Rechtferiigung finden wird. Es lag und zudem erzählt dieser Pfarrer auch noch aller- aufnahmen beffer. Die Bauten sind guter Durchauch nicht in unserer Absicht, dem Herrn Staats- hand Dinge, die er gar nicht erfahren haben kann, schnitt. Beinahe lächerlich gerieten die Bilder aus antwalt die vorgesetzte Behörde auf den Hals hetzen die ihm niemand erzählt hat, weil sie dazu zu unbe- dem Felde. Wenn man keine Striegsszenen drehen zu wollen, in unserer Notiz handelte es sich bloß um deutend sind. Die dramatische Verknotung des kann, aus materiellen Gründen oder aus andern, das Erfassen der für den Unbezeiligten höchst komi- Films soll darin liegen, daß ein Militäranditor den dann soll man's eben sein lassen. Aber so ein gemütichen Situation, daß ausgerechnet an einem Tage, Retter seines eigenen Kindes zum Tode verurteilt. liches Hin- und Herlaufen einiger Komparsen auf da man Chinesen übrigens sollen es Japaner Nun verurteilt er ihn aber gar nicht aus eigenen einer Wienerwaldwiese wird niemals den Feldgewesen sein, wie uns nachträglich mitgeteilt wurde Stücken zum Tode; der böse Mann, der den Tod des herrenstand eines hohen Kommandanten vorstellen - daß gerade in dem Momente, wo man den Gästen Bauern will, ist ein ganz anderer. Dramatisch wäre tönnen. Alles in allem: ein unbrauchbares Buch, aus dem fernen Osten eine„ Repräsentations Ge- die Fabel, wenn der Offizier, den Robert Valberg unzureichende Regie, Ueberschätzung der eigenen richtsverhandlung" zeigen wollte, die Sache nicht spielt, der harte und unerbittliche, der Vater des Sträfte. Von diesen alten Mängeln wird sich die flappte, denn warum der Herr Staatsanwalt nicht Stindes wäre, nicht aber der milde und gutmütige, österreichische Filmindustrie bald freimachen müssen, gleich erscheinen konnte, wußte doch niemand im den Hans Marr spielt. Führt man dann aber wenn sie es mit ihren oftmals beteuerten AufAuditorium. Daß gerade streikende Bauarbeiter zu- diefen zum Tode verurteilten Bauern in das offene stiegssehnsüchten ehrlich meint. f. r. Die Ankunft der Wiener Genossen zu dem Länderspiel ist nun bekannt geworden. Die Wiener treffen am 24. September um 11.31 Uhr vormittags in Aussig ein. Als Reiseleiter wurde der Verbandsvorsitzende Genosse Deutsch( nicht Julius Deutsch) bestimmt. Begleitet wird die Mannschaft außerdem wahrscheinlich von den Genossen Dr. Julius Deutsch oder Prof. Tandler. Unsererfeits wird alles vorgefehrt, um den Wienern den Aufenthalt so angenehm als möglich zu machen und auch den Beweis zu liefern, daß wir auch auf sportlichem Gebiete unseren Mann stellen. Die Aufstellung der Wiener ist wie folgt: Brudner ( Weſtbahn) Matanschek Mattes ( Weſtbahn)( Donaufeld) Fri 1 ( Bieben) Wagner Lehnhardt ( Sturm 14)( Weſtbahn) Swoboda Dorfner Frit 2 Haberbauer Meißner Ersatz: Lenz( Aspangbahn) und Rotter( Westbahn). Die Aufstellung unserer Mannschaft wird in den nächsten Tagen bekanntgegeben werden. Herausgeber: Dr. Ludwig Czech. Verantwortlicher Redakteur: Dr. Emii Strauß. Druck: Deutsche Zeitungs- Aktien- Gesellschaft in Prag. Für den Druck verantwortlich: Otto Holik. Prag. Die Zeitungsmarkenfrankatur wurde von der Boft- u. Telegraphen direktion mit Erlaß Nr. 127.451/ VII/ 27 am 14. Mai 1927 bewilligt. NWK Welle Sportwollen Matador Pullover Alpia. Gisela Ariadne führend in Güfe und Farben. BezugsquellenNachweis durch: NWK Neudeker Wollkämmerei & Kammgarnspinnerei A6 in Neudek. GROBER Anglo- Elementar Versicherungs- Aktiengesellschaft in Wien Direktion für die tschechoslowakische Republik empfiehlt sich zum Abschluß von Feuer-, Unfall-, Haftpflicht-, Einbruch-, Transport-, Pferde- und Vieh- Versicherungen zu kulanten Preisen. Volleingezahltes Aktienkapital 8 Million en. Bargarantiemittel in der Republik über 25 Millionen. Bureau Reichenberg, Bahnhofstraße Nr. 19. 8192 DRUCK- U. VERLAGSANSTALT GESELLSCHAFT MIT BESCHRANKTER HAFTUNG empfiehlt sich den p. t. Behörden, Vereinen, Organisationen. Gemeinden und Kaufleuten zur Herstellung von Drucksorten wie: Tabellen, Büchern, Broschüren, Zeitschriften. Zirkularen. Mitgliedsbüchern, Einladungen, Plakaten, Flugschriften. Fakturen. Briefpapieren usw. in solider und rascher Ausführung. Setzmaschinenbetrieb und Rotationsbetrieb. 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