Einzelpreis 70 Seller. Redaffion und Verwaltung: Prag, 11., Neta ✓ Soz demokrat Telep 795, Rachtatti Poßfamt: 57544 Jnferate werden laut Tarif billigt berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 7. Jahrgang. II. Zentralorgan de Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowatischen Republit. Die Schuhfeßen Švehlas. Švehlas. Donnerstag, 29. September 1927. Bezugs Bebingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Bost: monatlich olerteljährlich ... Kč 16.48.halbjährig ganzjährig 96.192.Rüdstellung von ManuStripten erfolgt nur bei Ein fendung der Retourmarten. Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich rüb Nr. 228. Erregieren, das sollte wohl heißen: Seid brav,[ Stunden anwinselten, doch nicht böse zu sein.! die Fortsetzung der Verhandlungen über einige für stimmt für alles, was man Euch vorlegt, dann sie würden nie mehr so etwas tun. Es wäre uns lebenswichtige Fragen." wird man schon sehen.... Jetzt waren die eine falsche Annahme, wenn jemand glauben Damals wollte also nicht einmal Herr Aktivisten schon verbandelt und bemakelt, hatten wollte, die deutschen Regierungsparteien seien Spina sich auf die mündlichen Zusicherungen sie doch bei der Verhandlung der Zollvorlage sich über die Tragweite dieser Gesetze im Un- des Referenten über die Verwaltungsreformalle miserablen Sitten der früheren allnativ- flaren gewesen, denn Minister Spina war vorlage sich verlassen, sondern wollte es schwarz nalen Stoalition nachgemacht und einige oppo- es selber, der beispielsweise gegen die Ver- auf weiß haben, damit den deutschbürgerlichen ſitionelle Abgeordnete dem Staatsanwalt aus- waltungsreform mit folgenden dent- Parteien nicht einstmals das se a inszeichen geliefert, was blieb ihnen also anderes übrig, würdigen Worten seine schweren Bedenken den aufgedrückt werde. Eine Zustimmung zur Verals Kuschen und Weiterdienen, vielleicht fielen versammelten Landbündlern vortrug: waltungsreform ohne alle bindende Zusicherun dann doch vom reichbesetzten Tische einige Nun auf mich hat das Referat 3ier- gen erschien selbst ihm als Totengräberei, Brocken für das deutsche Volk ab. hut den Eindruck des Ungewissen ge- aber was geschah? Die Regierungsdeutschen macht und den, daß zuviel Ermächtigungen erhielten feinerlei Zusicherung, noch fanden darinnen sind... Mag Kramar noch so seriös ihre ultimativen Forderungen Gehör. Abund mannhaft sein, niemand kann dafür einstehen, ob nicht einmal die Verhältnisse stärker als der ſtimmen oder raus, kommandierte Švehla und Einfluß Kramar sein werden. Was ich schwarz die Helden schwenkten ein. Aus Furcht vor auf weiß habe, das kann ich vertreten, dem Hinauswurf ließen sie sich nach dem Worte wenn es dann andere später brechen, sind diese die Spinas das Kainszeichen ausdrücken und Rechtsbrecher und diese tragen dann das Kains- verrichteten die ihnen aufgetragene Totenzeichen. Wenn man uns aber vorwirft, das gegräbereiarbeit. Herr Spina hat es schicht mit eurer Zustimmung, sind wir für richtig vorausgesehen: das Kainszeichen die Zukunft festgelegt. Das eine ist sicher, des schändlichsten Verrates wird daß wir zu Mißtrauen in diesen 10 Jahren alle Ursache haben... Die Reform muß so sein, daß wir nicht Gefahr laufen, einmal den Vorwurf zu riskieren: Ihr seid selbst bei dieser Totengräberei gewesen... Ich will nicht gleich die letzten Konsequenzen gezogen wissen, sondern gehen! Auch diese Hoffnungen schlugen fehl, denn nun machte Herr Švehla die deutschen Regie rungsparteien, da sie sich ihm auf Gnade und Ungnade mit gebundenen Händen ausgelieferi hatten, buchstäblich zu seinen Fußfeßen. Mit jener Schlauheit und Moral, die in Hostivař zu Hause ist, hielt er sich die tschechischen Nationalsozialisten in der Reserve, damit seine deutschbürgerlichen Lakeien niemals das Gefühl bekommen, sie seien unentbehrlich. Mit dieser Peitsche trieb er sie vorwärts, immer tiefer in den Sumpf hinein, jagte sie von Abstimmung zu Abstimmung, ohne ihnen oft auch nur genügend Zeit zu lassen, um die Zustimmung ihrer Parlamentsflubs einzuholen. So konnie der Abgeordnete Hanreich in der Brünner Versammlung die köstliche Geschichte erzählen, er habe eines Tages auf seinem Tische im Varlamentssitzungsinal unter anderen zur Abstim mung vorbereiteten Geseßen die Vorlage betreffend das Gemeindefinanzgesetz gefunden, ohne daß der Klub der Landbündler vorher zu der Vorlage Stellung genommen hätte. Und als er den Abgeordneten Windirsch, den den deutschen Regierungsteil. nehmern unaustilgbar anhaften und sie werden der Verantwor tung für ihre Taten nicht eutDie„ Mobilisierung“ der KPC. natür diesen Versuch nicht unternommen. Und das ist ihr großes historisches Verbrechen!" Daraus nun schließt Sorb: „ Die Sozialdemokraten reden also den ridständigen Arbeitern und Kleinbürgerlichen Massen ein, daß sie zwar auch nur im Kabinett, d. h. durch Teilnahme an der Regieræng, für die nationalen Forderungen fämpfen", aber infolge ihrer Prinzi vientrene" auch et to as, zumindest die Autonomie, durchseßen werden." Jeßt, vor den Gemeindewahlen, hat der deutsche Aktivismus ein begreifliches Verlangen, feine zerschundene und zerschlissene Reputation neu aufzubügeln und darum schwingen, obwohl bis auf die Knochen blamiert, jeine Wortführer bas Redebein, um, wie gerissene Jahrmarktvufer, jeine jagenhaften Erfolge zu rühmen. Es gehört schon mehr als Mut und Verwegenheit Sazu, jezt noch, da nicht nur die vollständige Erfolglosigkeit der bürgerlich- aktivistischen PoTitik erwiesen ist, sondern, da der Aktivismus dem sudetendeutschen Volke schwere Wunden geschlagen hat, als Lobspender dieser Politik aufzutreten, aber die aktivistischen Bankerotteure bringen es mit der Verzweiflung Ertrinkender fertig. Hinter der Dreistigkeit, mit der sie ihre abgefeierten Sprüchlein vortragen, und hinter dem künstlich zur Schau getragenen Selbstbewußtsein grinst der öde Katzenjammer und das Schuldbewußtsein, aber was bleibt übrig. als die aus Dummheit und Streberei über nommene Rolle weiterzuspielen, denn das Eingeständnis des Fehlschlages des deutschaktivistifchen Experimentes würde nicht nur den an ihm beteiligten Parteien eine schwere Wunde schlagen, es würde auch seine Führer aus dem politischen Leben hinaus jagen. Man weiß, daß dieser Augenblick früher oder später fominen muß, aber den Verantwortlichen und persönlichen Nuznießern des Sensationelle leninistische Thesen im„ Vorwärts". Aktivismus ist es um der lieben Pfründen und der schönen großen Knödel wegen lieber, wenn Wir tapitulieren, denn wir find überzeugt! er später kommt, so spät als möglich. In dieser Situation find die Enthüllungen, Ginpeitſcher des landbündlerischen Klubs, fragte, mit programmatischen, oft auch nur der VerlegenIn der Presse ist es üblich, das neue Jahr welche die dem Spinaschen Aktivismus ab- warum die Vorlage nicht einer Klubfizung vor- heit entsprungenen Artikein einzuleiten. Die kom trünnig gewordenen Abgeordneten Mayer gelegt wurde, meinte Wirdirsch:" Unsere munistische Presse geht in diesem Brauche soweit, und Hanreich machen, für die Enthüllten Stellungnahme ergibt sich doch auch das jüdische Neujahr einzubeziehen. Denn äußerst peinlich. Der Aktivismus behauptete aus der Tatsache, daß zwei un fein anderer Anlaß als dieses hohe Fest, kann die und sagt es heute noch, daß er allein die un- erer Leute auf der Ministerbank Redaktion des„ Vorwärts" veranlaßt haben, am fehlbare Methode zur Lösung des nationalen ben!" Wenn man von der Rolle, welche 27. September die letzte Seite des fürzlich verProblems fenne, während alle anderen sich als die Regierungsdeutschen als„ Gleiche unter größerten Blattes fast zur Gänze mit einem Anstümperhaft erwiesen hätten. Ohne die geringste Gleichen" neben Svchla, Kramař und Sramet fifel des Herrn R. Korb zu füllen, der sämtliche Gegenleistung für das deutsche Volk zu ver- pielen, nichts wüßte, als die eine Aeußerung, deutschen Parteien unter seine leniniſtiſche Lupe nimmt; und Gerechtigkeit muß sein langen, ohne alle Sicherungen,.boten sich die so hätte man schon vollen Aufschluß darüber, lich fallen für die bürgerlichen Parteien insgesamt drei deutschbürgerlichen Parteien dem Herrn daß sie dort untertänig und gänzlich machtlos zwei Spalten, für uns allein fünf Viertel Spalten gang erst an. Bis hieher war es kinderleicht, dem Švehla zur Ergänzung seiner zertrümmerten den" Gleichen" gegenüberstehen. Das Ge- kostbarer„ Vorwärts" Satz ab. Parlamentsmehrheit an und vertrauten sich, meindefinanzgesetz ist ein für die Gemeinden Aber der Aufsatz Korbs ist ein Suriosum, auf seine Hochherzigkeit und Mildtätigkeit in höchstem Maße verhängnisvolles Gejeß. ist eben wirklich ganz auf die Feststimmung zuge bauend, blindlings seiner Führung an. Damit denn es nimmt ihnen jede finanzielle Selbschnitten, unterscheidet sich von den meisten an glaubten sie das Pulver erfunden zu haben, ob- ständigkeit, aber die Führer des Aktivismus deren kommunistischen Artikeln, und deshalb wolwohl doch im alten Desterreich allerdings halten es nicht einmal für notwendig, ihr Gelen wir ihm einen größeven Raum widmen. Denn unter weniger demütigenderen Umständen folge darüber zu informieren und es über seine während die kommunistische Polemik sich uns auch die Tschechen in der Regierung und Par Meinung zu befragen. Was braucht man eine gegenüber sonst zweierlei Methoden bedient, entweder des Schimpfens oder des Lügens( beides lamentsmehrheit waren, ohne daß dadurch die Stellungnahme des Klubs, die Hauptsache ist. tann natürlich auch kombiniert werden), müht fich Frage des nationalen Ausgleichs ihrer Lösung er stimmt gehorsam für alles, was auf den der Storb ab. sa chlich zu polemisieren. In seinem einen Schritt näher gerückt worden wäre. Wie Regierungstisch gelegt wird, denn zwei der af- armen Stopf muß ein furchtbares Chaos walten, überschlugen sich die deutschen Regierungspar- tivistischen Führer siyen ja auf der Minister durch langjährigen Genuß von Moskauer Aufteien vor Freude, als Švehla im Parlamente bank! Oder ein anderer Fall: im Voranschlag rufen und Thesen leicht erklärlich, und aus diesem das Wort von den„ Gleichen unter sind hundert Millionen Kronen Chaos wird nun ein abstruser Gedankenziczac Gleichen" sprach! Professionaler Dilettan- für tschechische Minderheitsschu- geboren, den man nur einigermaßen ordnen muß, tismus hatte, wie der Abgeordnete Mayer in en eingestellt, für den zu stimmen den deut- um den Unsinn, der sich hinter der Phrase verder bekannten Bvinner Versammlung sagte, alle schen Aktivisten zugemutet wird. Sie verlangten birgt, ganz klar zu sehen. Korb stellt zunächst wahrheitsgemäß fest, daß Trümpfe aus der Hand gegeben, und die deut daher, mehr als bescheiden, daß zwanzig Mil wir deutsche Sozialdemokraten die Bürgerlichen, schen Regierungsteilnehmer waren damit zu lionen für deutsche Minderheitsschulen bewilligt und besonders die Aktivisten, schon in zahl gnädig geduldeten Dienern herabgesunken. Die werden. Bereitwilligst wurden ihnen die zwan- reichen Auffäßen angegriffen" haben, erste Gelegenheit, zu prüfen, was glatte Worte zig Millionen versprochen, gegeben daß wir uns gegen die Entpolitisierung der Wah- rungsparteien die Stimmen abfan und sogar Versprechungen in der Politik dieses aber nicht. Zuerst wurden aus den zwanzig len wenden und die Parole von der roten Gegen wollen, um sie wieder den RegieStaates wert sind, erhielten die Aftivisten schon achtzehn Willionen, dann fünfzehn, dann war meinde mehr heit"( soll wohl heißen Gemeinde. rungsparteien zuzuführen, daß wir im Juni 1926, che sie noch formell der Re. überhaupt nichts mehr zu hören, denn mitt wirtschaft) in die Massen werfen. Und nun also mit ihnen G'vatter, G'vatter, leih mir die gierungsmehrheit angehörten, bei der Verhand- lerweile hatten die Regierungsmamelucen den hält Herr Storb über uns Gericht. Also erstens: Scher" spielen. Und Korb fährt, da er uns nun ,, Das Bestreben der Sozialdemokraten geht an unserer schwachen Stelle gepackt hat, fort: Tung der Staatsbeamtenvorlage. Als Gegen Voranschlag genehmigt und erst mit Ach und dahin, unter der deutschen arbeitenden Bevölkerung die Illusion zu erwecken, als würleistung zu dieser Vorlage sollten ihnen gewisse strach erhielt schließlich der Deutsche Kulturverden durch Stimmenabgabe für die Sozialdemo nationalpolitische Konzefsionen gemacht werden, band statt zwanzig Millionen ein Trinfkraten die reaktionären Anschläge auch in nadie sie sogar auf einen Bogen Papier auf geld von 30.000 kronen. Der Schuhfeßen tionalpolitischer Hinsicht verhin schreiben durften, auf den zur Befräftigung aber gab sich zufrieden und diente weiter. dert werden." auch die tschechischen Abgeordneten Hodač, und Es folgten die Militärgejeke, der RüStaněk ihre Unterschriften setzten, aber auf stungsfonds, die Steuerreform und die Verwährend Korb uns anscheinend nur auf diesem Bogen stehen die Forde- waltungsreform mit dem erneuerten Prügel- wirtschaftlichem Gebiete Erfolge zutraut. rungen noch immer, die Regierung hatte patent, der Auslieferung der Selbstverwaltung Dann aber zitiert er aus einem unserer Leitartikel sich aus den Aktivisten einen guten Tag ge- an die tschechische Bürokratie und der Verschlech die Sätze: macht. Das war unter Černy; als Švehla wic- terung des Wahlrechtes für die Landes- und der einmal ans Ruder kam, glaubten die so Bezirksvertretungen. Geduldig wie Schuhsetzen bitter Getäuschten: vielleicht ist der verläßlicher ergaben sich die Parteien Spinas, Mayr- Harund verlangten von ihm, ohne Rücksicht auf die tings und Stenzels in ihr Los, ließen sich gemachte Erfahrung, etwas Schriftliches. Svehla treten wie eben richtige Schuhfeßen. Bei der Sprit fand es aber viel zu fad, sich mit ihnen soweit Steuerreform wagten sie gewisse Forderungen einzulassen. lehnte alles Schriftliche ab und sagte zu stellen, aber Herr Svehla tanzelte jie thnen: Erst müßt Ihr Euch etwas erregieren! wie Schulbuben ab, worauf sie ihn drei Aber damit fängt der schwierige GedankenKorb zu folgen. Aber jetzt! Man höre: „ Daraus geht klar hervor, daß die Toalitionsbereiten deutschen Sozialdemokraten sich mit ihren Brüdern im tschechischen Lager des= halb nicht einigten, weil sic, wie ihre Brüder, die Ausgabe übernommen haben, die national rückständigen und dem herrschenden Regime unzufriedenen Anhängerscharen der anderen Parteien einzufangen, um sie durch Versprechungen ( wie Eintritt in eine Koalitionsregierung, welche weitere reaktionäre Vorstöße verhindert), wieder dem Einfluß des herrschenden Systems zuzuführen." Soweit da etwas flar ist, müßte es das sein, daß wir uns mit den tschechischen Genossen geeinigt hätten, uns noch nicht zu einigen, damit wir die national rückständigen( wohl die rückständigen nationalen?) feinbürgerlichen Schichten einfangen können, was die Kommunisten natürlich nie taten! Nicht ganz so tlar ist schon der andere Gedanke, daß wir den Regie. ,, Der sogenante politische Kampf der deutschen Sozialdemokraten bedeutet also nicht einen wirklichen Kampf gegen die herrichende Reaktion und imperialistische Kriegspolitik, gegen die nationale Unterdrückung, sondern nar eine Spiegelfechterei mit bem Ziel, die unzufriedenen Elemente der deutschen Parteien aufzusaugen. Darum sind auch ihre Hauptparolen im Wahlkampfe mehr dem Wettkampfe mit den akti vistischen Parteien angepaßt." „ Jetzt geht es nicht mehr um die Methode, jetzt geht es um das Prinzip. Nicht über den Das kann man nun den Kommunisten Weg, sondern über das Ziel unserer nationalen wirklich nicht nach sagen. Von ihnen weiß Politik werden wir in wenigen Wochen abzu- man seit 1923, daß sie den Wahlkampf stimmen haben." grundsäßlich nur gegen die Sozial„ Die aktivistischen Parteien konnten als Bar- demokratie führen. Ob sie so ganz darauf teien der Regierungsmehrheit, als Parteien, die verzichten, die unzufriedenen Elemente anderer im Kabinett vertreten sind, den ersten Versuch Parteien aufzusaugen", ist weniger sicher. Intermachen, die Autonomie zu erkämpfen. Sie haben essant und neu ist es aber, daß die Kommunisten Geite 2.mida nun uns geradezu einen Vorwurf daraus machen, I solchen Veitstängen eines moskolitisch erleuchteten| gegen sie hat man denn wirklich schon das daß wir gegen die Bürgerlichen fämpfen. Sie sehen Hirns bewahren muß: ist das wirklich der Irrenhaus gegen uns mobilisiert? einen Verrat nun schon darin, daß wir das Bür- kommunistischen Weisheit leßter Der Herr Korb, von dem wir endlich ergertum bekämpfen und irregehende Arbeiter dem Schluß? Besteht das einzige Argument fahren haben, wie eine fachliche fommunis Sozialismus gewinnen. Denn der„ Stimmenfang" der Kommunisten gegen uns in dem Vorwurf, daß stische Polemik aussicht nämlich so, daß; besteht doch bei uns darin, daß wir den Menschen, wir gegen die Bürgerlichen tämpfen? man alle Moskauer Götter bitten möchte, im Indeffen Stimme uns zufällt, vorher von unseren Wenn man das nicht schwarz auf weiß lieft, glaubi tereffe des gefunden Menschenverstandes der WähAnsichten überzeugen, ihn also zum Sozialisten man es nicht, und darum haben wir wörtlich ler lieber wieder die alte Methode einzuschlagen machen. Nun stellt Korb fest, daß wir die Ein- zitiert, was der Korb uns vorivirft. Wir fämpfen frönt sein Werk mit dem stolzen Wort: heitsfront fabotieren( das sollen wir nämlich auch gegen die Bürgerlichen, wir fämpfen nicht gegen wieder nicht), und daß wir keine außer jic, wir wollen den Aktivisten Stimmen rauben, parlamentarischen sämpfe" führen. wir wollen ihnen Stimmen zuführen, wir führen Wir brauchen wohl nur an unsere Kampagne einen radikalen Kampf, raufen uns, saugen Stimgegen die Verwaltungsreform und an die klägliche men auf, wir führen keinen Kampf, wir kämpfen " Aktion" der Kommunisten, die hinter uns her nicht gegen die Kommunisten, wir kämpfen doch trabten und ein Duyend Versammlungen abhielten, in denen sie gegen uns schimpften, zu er innern, um dieses Argument zu erledigen. Natür lich dienen wir der ,, internationalen Kriegspolitit" und der Reigen" der Reaktion ist somit ge= schloffen. Die tommunistische Partei dagegen - ,, mobilisiert". Das Wort fehrt täglich in der Kapetschistenpresse wieder und fehlt natürlich bei Korb nicht. Was sich die Kommunisten dar unter vorstellen, werden wir wohl nie erfahren. Wohl aber erzählt uns Korb, was die Kommunisten nicht tun. Sie machen keine Verspre chungen! Bewahre, nur die Kleinigkeit der Weltrevolution haben sie uns versprochen und so ein wenig Paradies, aber sonst versprechen sie nichts. Erlogen ist Korbs Behauptung, daß wir feine Erweiterung der Gemeinde rechte fordern, Herr Korb hat wohl unseren Wahlaufruf gelesen, und weiß, was wir fordern. Die fommunistische Partei also aber das muß man im Wortlaut genießen: „ Die kommunistische Partei benützt den Wahlkampf in den deutschen Gebieten nicht wie die deutschen Sozialdemokraten zur Rauferei mit den bürgerlichen Parteien um Stimmen, sondern nüßt ihn aus zur Mobilificrung der arbeitenden deutschen Schichten die Drosselung der Gemeindeautonomie, gegen die nationale Unterdrückung, gegen das gegen die nationale Unterdrückung, gegen das reaktionäre System überhaupt und damit gegen die imperialiſtiſchen Kriegsvorbereitungen. Damit lämpft sie gleichzeitig auch gegen die der Regierung beabsichtigte Trennung der arbeitenden und klein bürgerlichen Schichten, kämpft jie um ihre legale Existenz und führt die Massen in den Kampf zur Ueberwindung des herrschenden Systems, zum Kampf für die Schajfung der Arbeiter- und Bauernregierung!" Da legft dich nieder! Wir raufen nur um Stimmen, und noch dazu mit den Bürger lichen, sie aber mobilisieren, und natür lich gegen uns. Sie kämpfen um die legale Existenz, aber auch schon um die Arbeiter- und Bauernregierung, wir raufen uns mit den Bür gerlichen. Welche Kinderkrankheit der Arbeiter bewegung! Das hat man vor 80 Jahren gemacht, mit den Bürgerlichen gerauft. Heute mobili siert man. Nach siebenjähriger Dauermobilisierung ist man dann soweit, um die legale Existenz" fämpfen zu müssen. Und obwohl man natürlich um Stimmen nicht steht, ja es geradezu menschewistisch findet, wenn man den Bürgerlichen Stimmen wegnehmen wollte, verhindert man doch die Trennung der fleinbürgerlichen und arbeitenden Schichten". 34 Aber allen Ernst es, den man selbst bei Der Rachen. Querschnitt durch ein Leben. Von Berta Selinger. Liese sah um sich und griff flink alles auf, was ihr nötig war. Sachverständig fuhr sie mir der Zunge in die Masse, um die Temperatur zu prüfen, die Färbung und Härte entscheidet, spritzte ihre Bleche sein säuberlich, immer vier auf einmal und scheeste damit ins heilige Grab, als sei ihr der Leibhaftige auf den Fersen. Sie sog den erfühlten Pfropfen aus der Beutelhülle und spuckte ihn schwungvoll unter sich, denn der lauwvavme, füße Brei wird rasch jedem zum Ekel. Das Ausfangen war zwar„ verboten", auch das Lecken an der Masse. Aber sie taten es natürlich alle, weil es die schnellste und sicherste Art war, mit der Arbeit voran zu kommen. Affordarbeit und sanitäre Rücksicht! Ihr könnt ebensgut verlangen, daß der Wolf, den Hungersgier zwickt und zwackt, das Häslein verschone aus sanitärer Rücksicht". „ In diesem Sinne werden wir deutschen Kommuniken im Gemeindewahlkampfe unsere Pflicht erfüllen!" mag sein, aber von den Wählern werden jie dann einen Korb bekommen! Die Gorgen des Sir Nonald Macleay. Donnerstag, 27. September 1927. Inland. Die Böde als Gärtner. Aktivisten wahren den deutschen Besitzstand" in den Gemeinden. Das deutsch politische Arbeitsamt versendet an die Presse ein se o mmuniqué, in dem der einstimmige Beschluß der Parteienvertreter des Bundes der Landwirtę, der Christlichsozialen, Deutsch demossa. ten, Nationalparteiler und last not least der Nationalsozialisten mitge teilt wird, it be rall dort zu koppeln, wo auch nur eine tschechische Liste eingereicht wird. In besonders gefährdeten Orten werden die genannten Parteien Einheitslisten bilden, wobei aber unter der Sammelfirma die einzelnen Parteienbeziehungen anzubringen sind. Das ist durchaus erfreulich, denn so wird doch schwarz auf Worum fich der Prager Gesandte Sr. britischen Majestät tämmert. weiß nachgewiesen werden, daß da und dort Na Herr Hodža, Unterrichtsminister des lichen Wohl des Staates und der großen tionalsozialisten und Klerikale, Deutschnationale und Agvarier auf einer Liste kandidieren. Als Bürgerfabinetts, hat neben seiner Minister- Mehrheit seiner Bürger dienen, fönnen motiv der neuen Einigkeit wird das Interschaft noch einige Ehrenämter. Er ist nicht nur Regierung und tschechoslowakische esse an der Erhaltung des deutschen der Wahleinpeitscher der Agrarier in der SlowaNation nach ihrer Meinung wie Herren Besißstandes" vorgeschützt. fei, zu welcher Würde ihn eine langjährige Von Seiten der aktivistischen Parteien Schulung im alten Ungarn( wo er allerdings im eigenen Hause( Beifall) mit Vertrauen nicht zur herrschenden Nation gehörte) befähigt, er die Lösung dieser inneren Fragen fortsetzen gemäß ist es eine zwar äußerst freche, aber durchaus erwartete Demagogie, sich zu Schüßern des ist auch Vorsitzender der Britischen Gesellschaft den Richtlinien, die sie sich selbst gegeben haben, deutschen Besitzstandes aufzuwerfen, von seiten für die Tschechoslowakei. Nach den politischen und können sich gestatten, nicht informierte der Negativisten und ihrer Anhängsel aber Manieren des Herrn Hodža würde man zwar Kritik, die diese Politit vielleicht erwedt, 31 ist es schlechthin eine Charakterlosigkeit, schließen, daß er sich nehr für den Osten als für jenen den Kredit zu leihen, den sie im höchsten übersehen." den Westen, mehr für den Balkan als für London Grade nötig haben, wenn sie die nationale Firma interessiert, aber der Schein trügt eben oft. Hodža Dieses Votum des offiziellen Vertreters überhaupt aushängen wollen. Es ist wieder so fühlt sich als Wahlverwandter englischer Lords Englands soll natürlich eine Antwort an wie 1925. Als damals kein Mensch mehr den und wenn nicht Shakespeares, so jedenfalls ge- Rothermere darstellen und wurde von der Klerikalen und Landbündlern glaubte, daß sie wiffer Shakespearescher Gestalten. In seiner tschechischen Presse auch so kommentiert. Die nationale Interessen vertreten und jedermann von Eigenschaft als Süter der britischen Kultur in britische Regierung mochte immerhin das Be- dem Einheitsfrontschwindel überzeugt war, spran der CSR. hat Hodža den Prager englischen Gedürfnis empfinden, sich gegen Rothermere zu gen die Nationalsozialisten ihnen helfend zur Seite, sandten Ronald Macleay bei einem Diner äußern. Sie hätte es aber anders tun müsschlossen mit ihnen einen feierlichen Burgfrieden nach Kräften angestrudelt. Der geschmeichelte sen. Und ob Macleay mum im Namen seiner und legten ihre Germanenfaust dafür ins Feuer, Vertreter des englischen Imperiums aber fühlte Regierung oder für sich sprach, auf jeden Fall daß die Aktivisten treue deutsche Männer seien. fich durch Hodžas Anrede veranlaßt, eine Lob war das, was er sagte, taktlos und alles Seute, da auch der Hund eines ehrlichen Deutschen hudelei auf die Tschechoslowakei und die Regen- andere als eine Antwort auf die Rother es sich überlegen würde, von den Aktivisten ein ten, die sie lenken, vom Stapel zu lassen. Nun mere- Aktion. Denn, wenn man Rother- Stück Brot zu nehmen, sind die„ oppositioverwehrt ihm niemand, über den Staat, in dem mere fagte, er solle nicht in Dinge dreinreden, nellen", die nationalen deutschen Parteien Regierung lebt, eine gute oder schlechte Meinung weit eher von einem offiziellen Vertreter Eng leute auf der Gasse zu zeigen und ihnen das Zeug er als exterritorialer Vertreter einer fremden die er nicht versteht, so kann man füglich dasselbe gern bereit, sich in Gemeinschaft der Regierungszu haben. Die Frage ist nur, ob er sie so unge- lands verlangen. Macleay ist wahrscheinlich nis auszustellen, daß sie ehrenwerte Männer find. niert und so präzisiert äußern darf, wie der Ansicht, daß die Tschechen als„ Herren im Nachdem die Aktivisten das Menschenmögliche er es tat. eigenen Sause" jich ebenso aufführen müssen, wie getan haben, um die deutschen Gemeinden ihrer Der Herr Macleay fand es zunächst eher die englischen Imperialisten sich in der ganzen Freiheit zu berauben, nachdem sie der Regierung natürlich, daß die Lenker unserer Republik„ einer Welt aufführen, die sie ja als ihr eigenes das Ernennungsrecht in Ländern und Bezirken fortschrittlichen Ideenschule ange aus ansehen. Und was den Indern und zugestanden haben, das diese unter die Diktatur hören, welche, obwohl fortschrittlich und Somalis recht ist, das muß wohl den Sudeten- tschechischer Beamten bringen wird, und die Geliberal im besten Sinne des Wortes, den deutschen und Magyaren billig sein. Aber diese meinden wieder der Willkür der Bezirkspaschas Wert des weisen konservatismus wür Ansichten soll der britische Gesandte gefälligst für unterworfen haben, erinnern sie sich ihrer natiodigt, welche das Privateigentum und die sich behalten! Was würde England dazu sagen, nalen Mission und wahren den deutschen„ Beindividuellen Bestrebungen betreffen". Jetzt wenn ein fremder Gesandter in London feine is stand". Da kann es sich wahrlich nur um wissen wir wenigstens, was man in England Ansichten über die Zustände des britischen Zustände des britischen ben Besitstand handeln, der ein Stand der für eine fortschrittliche Ideenſchule hält und was Reiches zum Besten gäbe? Die öffentliche Mei- deutschen Besitzer aller Kategorien ist. Diesen man dort unter weisem Konservatismus ver- nung würde sich dies wahrscheinlich selbst dann Besitzerstand, diese Befitbürgerklasse, steht! Es scheint so eine Kombination von verbitten, wenn ſich diese Ansichten durchaus mit die haben die bürgerlichen Parteien immer einSvehla, Hodža, Keramař und Sramek zu sein, die den ihren deckten. Die oppofitionellen Stimmen trächtig geschützt und die werden sie mit oder ohne sich in England in der Synthese Baldwin Chur- würden aber ganz energisch gegen einen sch I e dyt Stoppelung auch jetzt wieder schüßen, ein Herz chill- Lloyd George ausdrückt. Bis hieher könnte unterrichteten oder übelwollenden und eine Seele von Mayr- Harting bis Krebs. man die Auslassungen des Sir Ronald für eine Diplomaten auftreten, der sich anmaßie, fonventionale Schmeichelei, getragen von einer ihnen die Leviten zu lesen. Nur der durch die naiven Untenntnis gewisser nicht unwichtiger Rothermere Affäre noch gesteigerten GroßmannsDinge, halten. Aber er kam dann auf die Bo- sucht gewisser tschechischer Kreise und der Eitelkeit denreform zu sprechen und sagte nun: der jungen Staatsmänner der tschechischen Bourgeoisie ist es zuzuschreiben, daß Macleay bei den Herrschenden Beifall erntete. Wären sie sich des Ernstes ihrer Funktionen bewußt, sie würden nicht um das Lob des Herrn Macleay geizen, son dern selbst empfinden, daß derlei ungehörig und eine Mia chtung des Staates ist, in dem es sich zuträgt! ,, Diese weitergreifende Reform kann aber nicht durchgeführt werden, außer mit Opfern, und manch mal auch mit einer gewissen, vielleicht unaus weichlichen Härte; aber im Bewußtsein dessen, daß die angewandten Mitte! dem schließ mal scharf aus:„ Wird's nu balde?" Da legten sie leise maulend das Häfelzeug, die Stridstrümpfe in ihre Taschen, stopften den letzten Brotbissen in den Mund und gossen das Neigl falten Kaffee nach. Dann schoben sie sich hinaus, hoften im Vorraum die Massekapseln von den Gestellen, und, schon wieder fröhlich geschwätzig, zogen sie paarweise über den Hof, mit lindem Schlenkern die schweren Zinkpfannen zwischen sich schwingelud, als läge ein Kind in der Wiegen. Das Kommuniqué hat einen Schlußabsatz, der folgendermaßen lautet: 3. Die oben genannten Parteien fordern auf, den Wahlgang sachlich und mit Vermei dung jeder überflüssigen Schärfe zu führen. Das heißt wohl so ähnlch wie die Christlich sozialen, die schon in den ersten Tagen des Wahlkampfes beim Götz- Zitat angelangt find oder wie der Herr Sarg, der den Ehrgeiz ha!, sämtliche Schimpfworte, die in seiner egerländihörig, daß die Mädl nicht schafften; aber als die Anna damit kam, der Kühlfeller tauge nichts und müsse instand gebracht werden, gingen sie stodtaub und pflockstumm von dannen. dem Rudel der Kameradinnen heimgetrabt fam.| Sommersiyz gekommen, fuhren vormittags im Sich an solch einem feinen Wetterchen zu ärgern, Jagdwäglein vor und schnüffelten allerweil in an einer solchen Augenfreude, an einem solchen den Arbeitsräumen herum. Sie fanden es ungeHerzenstrost, niemalen hätte sie das für möglich gehalten. Und jetzt erging es ihr so, der strah lende Sonnenschein wurde ihr zum bitteren Aergernis, fie fonnte ihn faum mehr ersehn ohne stillen Zorn und Haß. Wenn die ersten Morgens strahlen ihre Nase fißelten, empfing fie sie schon mit Verwünschungen. Eines Tages wurde ein feiner Wagen in den Hof futschiert mit einem zeiferigelben Diener drauf. Etwas dickes erhob sich, die Brüder Chefs In der Kochstube, ganz erfüllt mit dem Ja, es war ihnen hart. Die goldene Wärme, öffneten erst den Schlag und dann weit und liebedicken, zuwideren Dunst heißer Schokolade, huschte die so breit und reich herniederfloß, verðarb ihnen voll ihre Arme, der Zeisig schob sachte von hinten der liebe Gott wie ein Frrwisch zwischen den Woche um Woche den Lohn, und der war jetzt in nach, und es wälzte sich heraus und stand da, Kesseln hin und her und frächyzte seine Befehle, der flauen Zeit ohnehin farg. Im Kühlfeller, dem fein geputzt, auf seinen zierlichen Beinchen, und und danach verteilten die Arbeiter die Masse nach langen, finsteren Felsengewölbe, wärmelte es, im Arm hielt es ein weißes, läffendes Hündlein, Qualität und Gewicht in den Kapseln. Die Mädl daß die Masse in den Formen kaum gerann, ge- das sicher schon in mancher Menschenbrust Morddrängten zusammen wie eine Serbe Gänse, schweige daß sie gar erstarrte. Der elende Venti- gelüfte erweckt hatte. ticherten und warsen lachende Blicke nach den lator furrte, rasselte und ächzte und spektakelte geMännern oder schnitten Fraben. Einer und der nugsam, um seinen guten Willen zu beweisen. audere schlängelte sich in ihre Nähe, bückte sich Aber die Luft blieb träge und wie tot und fühlte rasch, um in eins dieser Frauenbeine zu fueifen nicht. oder bohrte den Ellbogen in eine weiche Hüfte. Der liebe Gott schaute wie ein Ungewitter danach hin, und der Arbeiter, eben noch feck und angriffe Ihren Nachbarinnen war Bozena bald über. lustig, klappte zufammen und verzog sich. Der Meister cam, um der Anna die große Die Frida, die außer in geistigen Dingen ein bisst tapsig und ungelent war, sah das für Zwanzig- Kilo- Kapfel tragen zu helfen. Die einen neuen Tort an. Anna, der prächtige Staanderen trabten hinterdrein, nunmehr sehr bewendig fraß und bohrte der Verdruß über die un merad, freute sich:„ Ich habs doch immer gefocht, dachtsam; denn die feinere Masse schnappte leicht Sie fin e Lyder," und die anderen erkannten es über den Rand, und der Verlust wurde ihnen an oder taten doch so. Der Meister brummie vom Lohn abgerechnet. noch, aber gnädiger, und dem Laboranten bleckte sie einfach die Zunge raus, wenn sie ihn beim Glopen erwischte. Der liebe Gott riß die Türe zur Formerstube auf, und nachdem der Meister seinem Vorgesetzten gravitätisch die pflichtschuldige Reverenz gemacht, fommandierte er schneidig: Masse holen". Die Mädl zögerten und verhielten sich noch, ihre Mit tagspause war nicht zu Ende. Er schante noch ein Bozena hatte das Pech, beim Wegsetzen aus ihrer Stapfel einen mächtigen Blaaz auf die Flie sen zu schwappen. Aber der Meister war weg, so schaufelten sie einträchtig, die Frida inbegriffen, alles wieder hübsch hinein, und es war vielleicht mehr als vorher drin gewesen. Es war das herrlichste Sommersonnenwetter morgens um sechs, wenn Bozena sich auf den Weg machte und abends um sieben, wenn sie mit Poß bloß auf, Hübsche," sagte die Anna, gibt's e Frass'n. Die Chefin kommt, die fette Sau, dreihundert Pfund wiegt ſe und fein is se, na, doß is flor wie dicke Tinte. Gellehe ihr dohiere?"" Die andern gaben ihren Senf dazu, und dann schoben sie alle an der Wand lang ins heilige Grab, und die dort keine Unterkunft fanden, blieben im Vorderkeller und schlugen Formen aus und hechelten dabei die holde Dame ordentlich durch. Die Mädl fümmelten müßig herum, der Sonnenschein reizte zu allerhand Possen, sie liesen in den Fluß, schmissen sich mit schweren Steinen, bis sie pudelnaß waren, sprizten und unkten sich und lachten und kreischten. Aver inDie war einstweilen auf die Formerei zuge is vertreidelte Zeit, fie reckten und zerrten die watschelt; denn die steile Außentreppe zum Kontor paar Märklein spinnwebdünn aus, damit sie konnte sie nicht erklimmen, und im Hofe war's überallhin reichen sollten, trapsien und sparten zu heiß.„ tude, fucke, wie' n Orsch schmit," und rechneten daran herum, aber es wurden ihrer hatte die Emilje eben entzicht ausgerufen, da nicht mehr. So wurden sie reizbar, raunzten ein- ftand sie auch schon mit Gatten und Schwager, ander an und stritten sich um die besseren Plätze dem lieben Gott und dem Meister devotest im Geim Kühlfeller, und eine jede nahm es der anderen folge, mitten in dem Vorderkeller. übel, wenn die ein halbes Pfund mehr anschreiben " Jo, ihre Mutter hot' n Bums, und doderkonnte. In der Pralinenstube und in der wech'n hot se Geld wie Drack," erzählte die lange Packerei schimpften sie, daß die dreckigen Former Lina aus dem heiligen Grabe, wo sie ihre Bleche nicht arbeiten wollten. Und die blieben den umsetzte. Sie hatte den Ventilator ausgeschaltet Feinen da droben nichts schuldig. So brütete und nicht aufgepaßt, daß ihre scharfe Stimme nun Frau Sonne eitel Zwietracht aus. allzu lant durch den Keller klang. ( Fortsegung folgt.) Die Brüder Chefs waren auf ihren Donnerstag, 29. September 1927. fchen Heimat an deutschnationalen Stammtischen Seite 3. gang und gabe fein mögen, in einem eigen Die Bürgerparteien wollen die Eisenbahnen Rundfunk für Alle! unterzubringen. verschachern. 11 Programm für morgen, Freitag. Stalenderreform. 19.15: Ondřiček: 2 Lieder. 3. Haydn: Kleines Trio. 4. fifcher. 21.30: Hörspiel. Sedlaček:„ Apache Bonot". 22: Preßburg. 22.15: Theaternachrichten. 22.20: Wie Brünn, 441. 12.15: Schallplattenmufif. 14.30: Prager Effelten. 17.15: Sinderede. 17.95: Deutsche Pressenachrichten. 17.45: Deutiche Sendung. Prof. Dr. Gustav Knöpfer: Heber die Chemie der Wild). 18: Soitfignal. Landwirtschaftsfunt. wie Brag. 19: Rongert. 1. Saydn: Symphonie B- dur. 2. Moleber Hopfen. 18.20: Vortrag. Orchideen und Stafteen. 18.45: sart: Arte aus igaros Sochzeit". 3. Schumann: Träumerei. Schubert: Aus„ Die schöne Wüllerin". 5. Weber: Aufforderung zum Tanz. 20: Soliftenkonzert. 1. Blodet: Konzert für Flöte. Weiß: Slavenlieber. 3. a) Ruffa: Nocturno, b) Lvovsty: Elegie. 4. Novat: Mährische Lieder. 5. Klicka: Konzertphantasie..6 Bymetal: Lieber, 1: Blasmujit. 23: Wie Brag. tenbörse, Wettervoraussage, Breffes, Sport und Theater Heftige Auseinandersehungen auf dem Landesparteitag der Tschechischkleritalen. Wir haben Prag, 349. 10.50: Bormittagskonzert. 11.35: Sandwirtschafts. bereits dieser Tage der Vermutung Ausdruck ge funt. 12: Beitfignal. Preffenachrichten. 12.10: Schallplattenmujit. 13.15: Rundfunk für Industrie, Handel und Gewerbe. 12: geben, daß es auf dem Landesparteitag Ser Das Regime des Herrn Najman ist unfähig und ratlos.- Unsere Börjennachrichten. 16.45: Börsennadhbten und Hopfenm Tschechischklerikalen Böhmens zu Auseinander Bahnen find attiv.- Die Wähler mögen entscheiden! preise. 17: Kammermusit. 1. Foerster: Streichquartett. 2. Sut: Streichquartett. 18.05: Mufifvortrag. 18.20: Deutsche Cen jebungen zwischen der Opposition und der Par dung. Wetterbericht und Tagesneuigkeiten vom Preffebüro, hier. teileitung fommen wird. Dies ist nun tatsächlich In Paris wurden, wie die ,, Nová Doba" be. im alten Oesterreich. In Desterreich gab fenberger, Brag: Saupt- und Nebenzwede der Kunstdin. auf: Landwirtschaftliche Sendung: R. R. C. Jug. Rudolf et geschehen. Der Generalsekretär der Partei, Ab- richtet, die Verhandlungen, welche zwischen den es auf einen Kilometer Eisenbahn zwölf Ange- gung im Serbfte. 18.45: Landwirtschaftsfunt. 19: Bortrag: Die geordneter Stašef, sowie der Listenführer der Vertretern des tschechoslowakischen Eisenbahn- stellte, jetzt aber weniger als elf Angestellte.. Durchsiale Tätigkeit in der Region Sanemirjaftsfunt auf Welle Partei bei den Prager Gemeindewahlen, Inge- ministeriums und einem amerikanischen Konfor internationale Fachleute ist aber festgestellt worden, 1110. 20. Wettervorausfage. Breffenachrichten. 20.10: Benes's nieur Dost a lef, haben es durchgesetzt, daß die tium, das sich um die Pacht der tschechoslowakischen daß elf Angestellte auf einen Kilo Blasmui. 20.30: Bunte Stunde. 1. Pitt. 2. Zieber u. ChanAbgeordneten Mazanec und Myslivec in Staatsbahnen bewirbt, beendigt, die Verhand- meter das Minimum darstellen, um ions. 6. Amabet: Suite campestre. a) Sonnenuntergang; b) m die Liste der Kandidaten für die Wahl ins Exelungen sind ergebnislos verlaufen. Die Ameri- einen geregelten Eisenbahnver- walbe; o Abendläuten; d) Saltarello, Seitfignal. kutivkomitee der Partei nicht aufgenommen faner wollten zuerst wissen, was an den tschechokehr aufrecht zu erhalten. Und von der zeste Nachrichten bes Preisebüros, Uebersicht der Tagesereignific wurden. Die Abstimmung wurde von großem slowakischen Eisenbahnen zu verdienen ist und da guten Bezahlung der Eisenbahner sollen die Re- und Sportnachrichten. Krawall begleitet. Auf dem Kongreß herrschte nach den Pachtpreis beſtimmen. Von Investitionen, gierungsparteien nach all den Abbaugesetzen und eine sehr erregte Stimmung. Man wird ja wohl von Verpflichtungen gegenüber dem Staat und knapp vor dem Inkrafttreten der Systemisierung bald Einzelheiten darüber erfahren, seinen Bedürfnissen oder gegenüber den Ange- lieber gar nicht reden. stellten der Bahnen war keine Rede. Die Ameri Was aber die Rentabilität der Bahnen faner batten nichts anderes im Sinn als aus den betrifft, ist festzustellen, daß die Eisenbahnen jähr tschechoslowakischen Bahnen recht große Pro- lich ungefähr 130 Millionen Reingewinn an den fite zu schlagen. Staat abführen. Dazu kommt noch die Abgabe für Der ungünstige Verlauf der Verhandlungen den Personenverkehr, die 1925 über 80 Millionen mit den Amerikanern hat aber die Regierungsbetragen hat, die Fahrkartensteuer, deren Ertrag London, 28. September. Den Blättern zu- parteien in ihrem Bestreben, die Bahnen an eine sich auf 180 Millionen belaufen hat, die Trans folge erklärte der Sekretär des Bergarbeiterver- Rapitalistengruppe zu verschachern, nicht abge- portsteuer im Betrage von 530 Millionen und die bandes, Cook, die Bezirksorganisatio- schredt. In den nächsten Tagen sollen die Ver. Frachtenabgabe im Betrage von 6.5 Millionen, nen der Bergleute hätten sich übereinstimmend handlungen mit einem englischen Finanz- zusammen 797 Millionen. Dabei ist zu bedenken, dahin ausgesprochen, daß die gegenwärtigen fonfortium beginnen. Die Engländer bieten als daß Poſt- und Militärärar den Eisenbahnen längst Vereinbarungen mit den Gruben- Pachtschilling 150 Millionen Pfund Sterling, das nicht das bezahlen, was die Eisenbahnen für sie leisten. besitzern gekündigt werden sollten. find 24 Milliarden Kě. Diesen Betrag würden I'm nächsten Monat werde die Angelegenheit vor die Engländer der Tschechoslowakei dafür borgen, den Vollzugsausschuß kommen. daß ihnen die Staatsbahnen für so lange Zeit in Verwaltung gegeben werden, so lange die Schuld nicht aus den Erträgnissen der Bahnen bezahlt sein wird. Freilich will die Gesellschaft noch einige Milliarden außerdem verdienen. Zu den Verhandlungen soll es unmittelbar nach den Wahlen kommen. Telegramme. Vor einem neuen Bergarbeiterlampf in England. Drohender Verkehrsstreit in Berlin Streifbeschluß der Straßenbahner. Schlichtungsverhandlungen. - Neue Die Politiker der Regierungskoalition erflären, daß die Verpachtung der Eisenbahnen mit Rüdsicht auf die große Zahl der Eisenbahnangestellten und ihre hohen Löhne begründet ist. In Wirklichkeit gibt es heute verhältnismäßig weniger Eisenbahnangestellte als Breßburg, 300. 17.45: Rongert. 1. Beethoven: Klavierfonate Sm jüßen Bann von Deinem Blid. c) Gott ist mein Hirte. d) op. 110. 2. Dvokat: a) Tot ift's in mancher Menschenbruft. b) in den Waffern. 3. Zichaikowitij- Streisler: Sumoreste. 4. Strauk 0) Rube, meine Seele. b) Neber mein Saupt, 5. Stricta: a) M orientale. 18.45: ie Prag. 19: Towatischer Sprachkurs fir Deutsche. 19.15: Landwirtſchaftliches. 19.30: Schallplattenmuji. batros. b) Wiegenlied. 6. Rimitij: Korjatow- Kreisler: Danje 22: Wie Prag. 22.20: Sigeunermusif. Rafchau, 1870. 19: Lügenbaftigkeit der Rinder. 19.15: PreffeLiszt: Oh, quand je dors. 3. Fauré: Liebeslied. 4. Fauré: Wiegenited. B. Javornicky: Serenade, 6. Bizet: Baftorale. 7. Gounod: nachrichten. 19.20: Soliften- Stonzert. 1. Delibes: Coppélia. Serenade. 8. Fauré: Der Wanderer. 9. Fauré: Das Geheimnis. tionallieder. 13. Fauré: Zora. 14. Fauré: Beim Gebet. 15. Dal matische Nationallieder. 16. Figus- Bystry: Zwei Lieder. 17. Faué: Nocturno, 18. Kovařović: Arie. 10. Händel: Rinaldo. 11. Javornicky: Gruß. 12. 2 Dalmat. NaBudapest, 556. 17.15: Sigeunermusif. 18.45: Bekämpfung der die Position der Regierungsparteien bei den Wah Es besteht tatsächlich die Gefahr, daß, wenn len nicht stark erschüttert wird, unsere Eiſen bahnen an eine fremde Kapitalistengruppe verschachert werden, und daß dann die Eisenbahner werden arbeiten müssen, damit die Kapitalisten in London oder New York aus den tschechoslowa Zubertulofe. 19.15: Literarischer Wettbewerb. 20.30: Stonzert. tischen Eisenbahnen Gewinne ziehen. Ja, noch 22.30: Sigeunermusit. Wien, 517. 11: Vormittagsmufit. 16.15: Nachmittagsfonzert. mehr, die gesamte Bevölkerung würde 18: Wochenbericht für Fremdenverkebr. 18.25: Was ift eine der Willkür einer fremden kapita- Symphonie? 19: Schlangen als Haustiere. 19.30: Die Zentenar ist en gruppe preisgegeben sein. Die Zürich, 588. 12.30: Schallplattentonzert. 17.10: Tanzmufif. Gemeindewahlen bedeuten daher auch einen Kampf 20: Ruffife Musif. 21.10: Französische Operetten und Schlager. dafür, daß die tschechoslowakischen Eisenbahnen nicht zum Ausbeutungsobjekt fremder Kapitalistengruppen werden! feier Como. 20.05: Stralit- bend. 21.05: Brahms- Abend. Deutschland. Rönigswusterhausen, 1950. 15: Erziehungsberatung. 16: Der Durst unser Freund und Feind. 16.30: Schulkundliche Fragen. 17: Rembrandts echidjal. 18: Ueberjeeflugvertebr. 18.30: Eng2 lijd. 18.55: Wie lieft man den Handelsteil einer Zeitung? 19.20: Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzte. 20: Uebertragung von Berlin, 484. Stein unter Steinen", Schauspiel von Sudermann. Breslau, 323. 12.15: Schallplattenkonzert. 16.30: Mus fomiBerlin, 28. September.( Eigenbericht.) Der schon seit einigen Wochen bestehende Konflikt zwischen den Angestellten und den Leitungen der Berliner Verkehrsbetriebe droht jetzt in einen offenen Kampf umzuschlagen. Die Direktion der Straßenbahngesellschaft hatte sich bisher hart näckig geweigert, die vom Personal gestellten For derungen anzuerkennen, welche zumindest in bezug auf die Arbeitszeit die Gleichstellung mit den übrigen städtischen Angestellten verlangten. Nunmehr wurde unter den Straßenbahnern eine 11 ronflikt beizulegen, da ein Streit das Berliner denburgs, die das Deutsche Reich außenpolitisch abstimmung darüber durchgeführt, ob man Wirtschaftsleben außerordentlich stark schädigen schwer geschädigt hat, im deutschnationalen Par- 22.30: Cine Stunde bei Gilbert. teilager aufgesetzt worden ist. Diese Tatsache sich mit den bisher gemachten Zugeständnissen würde. zufriedengeben oder in einen Streit eintreten solle. Auch bei der Omnibusgesellschaft und bei dürfte noch wesentliche innerpolitische Folgerunt Das Ergebnis war eine überwiegende der Untergrundbahn dürfte es zu einem offe- gen haben. Die Sozialdemokratie wird auf keinen Mehrheit für den Streik. Von 11.867 en Kampf kommen, wenn es nicht gelingt, Fall zugeben, daß die Außenpolitik Deutschlands Stimmen lauteten 11.178 für den Streit und nur mit den Straßenbahnern eine Verständigung her- von den Deutschnationalen gemacht wird. Im 663 Stimmen waren für die Fortführung der beizuführen. übrigen hat Graf Westarp weiter erklärt, daß der 80. Geburtstag Hindenburgs am 2. Oktober dazu Arbeit. Somit ist die von den Gewerkschaften benützt werden müsse, um für die deutschnationale gespannt, ob Hindenburg sich diesen Versuch der Deutschnationalen gefallen lassen wird, seine Perfon zu Parteizweden zu mißbrauchen. für einen Streitbeschluß geforderte Dreiviertel- Die Die Tannenberg- Rede von Weftarp Bartei eifrige Werbearbeit zu leisten. Man iſt mehrheit ganz erheblich überschritten worden. Morgen abends treten die Funktionäre der Straßenbahner zusammen, um die letzten Vorbereitungen für den Streit zu treffen; auch der Zeitpunkt des Beginnes wird festgesetzt werden, wobei es sich aber nur um eine furze Spanne von 24 oder 36 Stunden handeln kann. Es ist somit anzunehmen, daß Freitag, spätestens Samstag die Berliner Straßenbahn zum Stillstand kommt. inspiriert. Schivere innerpolitische Auswirkungen zu erwarten. Berlin, 28. September.( Eigenbericht.) Auf einer Führertagung des Landesverbandes Potsdam der deutschnationalen Volkspartei hatte Graf We starp behauptet, daß der Wortlaut der Hin denburgrede in Tannenberg sowohl vom ReichsDer Schlichter von Groß- Berlin hat beide kanzler als auch vom Reichsaußenminister geneh Parteien für morgen mittags zu einem letzten migt worden sei. Graf Westarp fügte hinzu, er Einigungsversuch eingeladen. Es wird angenom- wolle nicht von der Rolle sprechen, die er selber men, daß auch das Reichsarbeitsministerium in gespielt habe, damit diese Rede zustandekomme. letzter Stunde den Versuch unternehmen wird, den i Es steht also fest, daß die Tannenberg- Rede HinEmil Zola. Zu seinem fünfundzwanzigsten Todestag am 29. September 1927. In mannigfachen Kurven verläuft die Geltung, die Dichter und Werk in Welt und Nachwelt er fahren. Sente maßlos überschäßt und morgen ver gessen, heute unverdient verachtet und morgen zu Abreise der deutschen Delegation aus Genf. Genf, 28. September. Die deutsche Delegation hat heute abend die Rückreise nach Berlin angetreten. Zur Verabschiedung hatte sich der deutsche Untergeneralsekretär Dufour Feronce, Generalkonsul Aschmann und eine Reihe von Deutschen Pressevertretern am Bahnhof einge funden. fchen Opern. 19: Beitlupenbilder aus Oberschlefien. 19.30: Wech felbeziehungen zwischen Wufik und Leben. 20.15:„ Das höhere ye ben". Romödie von Sudermann. Frankfurt, 429. 18.30: Neue Schallplatten. 16.30: Nachmit 19: Gegenwart und Zukunft der deutschent Muff. 19.30: Der tagskonzert. 17.45: Aus Mozarts Briefen. 18.30: Radioftunde. Kreislauf des Blutes. 19.45: Fortfchritte in Biſſenſchaft und Technif. 20.05: Filmwochenschau. 20.15:„ Die Ehre", Schauspiel von Subermann. Hamburg, 395. 12.25: Mufitalischer Schulfunt. 14.05: Saus rau am Teetildi. 19.25: Der Wilchertrag. 20: Das Glück im tonzert. 16.15: Enting aus eigenen Werfen. 17: Das Hochofen wert. 17.30: Sochzeitsgebräuche bei Negervölkern. 18: Für die Binkel", Schauspiel von Sudermann. Tanzmusit. 17: ngendiunt. 17.30: Die Winterreise" von Schubert. 18.30: Langenberg, 469. 13.10: ittagskonzert. 16.30: Rinderfunt. Sudermann Abend. 19.50: Berufsprobleme der Frau. 20.15: Probleme des Bogelzuges. 20.45:„ Wasif und Atif", Puppenspiel von Kneip. Tanzmusit. Leipzig. 366. 12: Schallplattenfongert. 16.30: Nachmittags. fonzert. 19: Wegner aus eigenen Werfen. 20.15: Orchesterkonzert. Mozart: Symphonie D- dur. Arie aus Figaros Hochzeit". Wan nter: Siegfried Jdyll. Elfas Traum. Gebet der Elisabeth. Strang: Bürger als Edelmann. 4 Lieber. 22.15: Funtbrett. München, 536. 14.45: Frauenstunde. 16.30: Nachmittagstonzert. 19: Buddhas Leben und Persönlichkeit. 19.30: Symphonietonzert. Bortfiewitsch: Klavierkonzert. Schumann: 1. Symphonie. 20.40; berabend, Stuttgart, 380. 12.30: Schallplattenfonzert. 16: Aus dem Reiche der Frau. 16.15: Nachmittagskonzert. 18.15: Ruliur des Butas: Der Zauberlehrling. Debussy: Nocturno. Mahler: wieder Gesprächs. 19.15: Sudermann- Abend. 20: Symphoniekonzert. eines fahrenden Gefellen. Schumann: 2. Symphonic. quarts" auch eine Familie als Beispiel des Staats genommen. Die Rongon- Macquart sind das zweite Staiserreich. Mit dem Staatsstreich des Louis Bonaparte werden die Rougon- Macquarts in Plassans groß, auf den Trümmern der niedergeworfenen Revolution von 1848 errichten sie ihre Herrschaft, und mit dem Zusammenbruch des Kaiserreiches, mit der Schlacht bei Sedan, gehen sie unter. Aus dem arbeitenden Bolt stammen sie, durch alle Stände verzweigen sie sich. Minister und Straßendirnen sind unter ihnen, zaghafte Träumer und cherne Bauerngestalten, Wissenschaftler, Künstler und Pfaffen. Diese Familie steht unter einem unentrinnbaren Gesetz, Die Vererbung aller Stunst verankert, in der aufreibenden, unermüd-| Schmutz der bürgerlichen Welt ausgedeckt wurde mit[ schen, wie sie gehen und reden, wie sie sich gebärden, lichen Arbeit, die Krone aber, das Werf, allen Stür- der sittlichsten Absicht, die es gibt, mit der nämlich, wie sie leben, auch er blickt in hre Seelen und legt men ausgesetzt, die es zerzausen und knicken wollen. ihn aus der Welt zu schaffen, da zog das Schlagwort Triebfräste bloß. Aber diese Triebträfte sind nicht Raum aber verlief je eine Surve to scharf, jo bom ordinären“ Zola nicht mehr: es mußte ein im Ginzelnen gewachſen, ſie haben alle eine gemein so steil, so unruhig wie die Emil 3ola s. Als der in anderes herbei. Konnte man ihm nicht mit mora same Quelle, aus der sie fließen, und diese Quelle Baris 1840 geborene, in Südfrankreich aufgewach. Iischen Bedenken beikommen, so versuchte man es ist die Gesellschaft. Das unterscheidet den Na sene Ingenieursjohn jich neben der Brotarbeit für eben mit ästhetischen. Wie war dieser Natura- turalismus Emil Zolas von dem der andren. Beitungen färgliche Stunden zu dichterischem Schaf lismus Zolas doch veraltet, hieß es. Eine tote Lite-! Vererbungstheorie und materialistische Gesell fen abipart, bleiben seine Werke erit mißachtet. Aber raturrichtung! Wer kann das denn heutzutage noch schaftsbetrachtung sind die beiden Scheinwerfee, mit einen so zähen Arbeiter wie Emil Zola fann Miß- lesen? Gewiß, der Naturalismus war überlebt. Aber denen er das Leben durchleuchtet. Was die Vererbung erfolg nicht entmutigen. Im Stillen arbeitet er war es darum Zola auch? Der Naturalismus, den jim kleinen ist, in der Familie, das ist die gesellschaftweiter. Es wächst das große Werk, das sein Leben er selbst mitſchaffen geholfen, war nur eine zeitbe- liche Entwicklung im großen, im Staat. Darum hat ausfüllen sollte, der gigantische Zyklus der Roudingte Form, in der er seine Gesellschaftskritik ge- er in seinem größten Werk, in den„ Rougon Macgon- Macquart". Die ersten Bände schon machen staltete. Diese Kritif, ihre soziologische Schärfe, ihr Zola berühmt. In einem Augenblick fast wird er monumentaler Aufriß mußten bestehen bleiben, auch ins Licht europäischer Bedeutung emporgehoben. wenn die ästhetische Form ,, Naturalismus" überivun Block um Block des großen Baus werden behauen den war. Diese Kvitik war ein Spiegel der Zeit. Aber nicht nur im Reich des Geistes will er Kämpfer Das Wert Emil Zolas ein historisches Dokument. für Wahrheit und Gerechtigkeit sein. Auch in der Seinem ureigensten Wesen nach war Emil Zola, grausamen Wirklichkeit. Vom Schreibtisch steigt er der die Formel des Naturalismus aufgestellt hat, auf die Rednertvibüne, wirft sein d'accuse" in eingestandenermaßen ein Romantiker. Aber wie kein die Wogen der großen Erregung und gibt damit dem andrer fühlte er, daß gerade in seiner Zeit roman Dreyfuß- Prozeß die entscheidende Wendung tische Neigungen nur Privatangelegenheiten bleiben Als der Prozeß durchgekämpft, fehrt er wieder an durften, und der großen Dichtung andre, ganz andre den Schreibtisch zurück. War er doch auch dort. immer Aufgaben gestellt waren. mitten im Leben, immer mitten in der brandenden, Das neunzehnte Jahrhundert ist das Jahrhun tosenden Wirklichkeit. In der Arbeit stirbt er, in dert der Naturwissenschaften. Der Menschengeist wie die menschliche Gesellschaft unter einem der verzehrenden, leidenschaftlichen Arbeit, die der dringt tiefer und tiefer in die Geheimnisse der Natur unentrinnbaren Gesetz steht. Leitstern seines Lebens gewesen. Nun sinft die Kurve, ein, enträtselt sie, enthüllt sie. Wo gefürchtetes Dun- verbrecherischer Anlagen lastet auf der Familie, die so jäh aufgeschnellt, rasch in die Tiefe. Solange fel, angſtvolle Ahnung gewesen, ishafft die Forschus wie auf der Gesellschaft die unaufhaltbare( Esthinter dem großen Werk, das die Gesellschaft durch flare Gewißheit. In diesem Taumel wird der Wiersch widlung des Kapitalismus lastet. Was das wa. leuchtete und anklagte wie nie zuvor eine Dichtung, des neunzehnten Jahrhunderts übermütig. Er wähnt, ſter im Störper der Familie ist, ist das Geld im Störder lebendige Mann stand mit seiner flammenden der Natur auch die letzten Schleier weggerissen zu per der Gesellschaft. Hemmungslos toben sich die LeiBeredsamkeit, konnte man seine Arbeit wohl ver- haben. Als ein entschleiertes Ideal betet er sie an denschaften in den Rougon- Marquart aus, Wachtleumden, aber nicht negieren. Nun wähnten die, die Als eine Besiegte erhebt er sie aufs Piedestal. Gegen gier, Sinnentaumel, Mordlust. Hemmungslos toben er angegriffen, mit seinem Leib auch sein Werk be- stand alles Denkens und Forschens, wird sie auch sie sich im zweiten Kaiserreich aus: Machtgier, die graben zu können. Mit den verschiedensten Argumen Gegenstand der Kunst. Kunst ist es, die Natur, die Bachanale des goldberauschten Paris, der Mordten versuchte man den mißliebigen Anfläger der Ver Wirklichkeit, abzuschildern. Aber diese Abschilderung rausch des deutsch- französischen Kriegs. Die Zeche, brechen der kapitalistischen Gesellschaft zum Schweikann auch äußerlich bleiben. Das ist der landläufige die das Bürgertum macht, muß aber das Proletaria! gen zu bringen. Man hieß ihn einen Zeitenschinder, Naturalismus". Man guckt der Wirklichkeit die sicht bezahlen. Erst blutet es in der Fron des Friedens der Schmutzwerke zur Befriedigung der niedrigsten baren Eigenschaften ab, und stellt sie dar. Man zeich für das Bürgertum in den Bergwerken, auf den Lüsternheit schrieb. Es gelang auch für eine Spanne net die Menschen, wie sie gehen und reden, wie sie Aeckern, in den Fabriken, dann blutet es auf den Zeit, den reinsten Vorkämpfer der Reinheit als einen sich gehaben, man versucht auch, in ihre Seelen zu Schlachtfeldern, um dann, heimgekehrt, in den Bruden Gipfeln des Ruhms emporgehoben, so sichen Stribenten hinzustellen, der um der Freude am blicken und Triebkräfte ihres Tuns bloßzulegen, aber derkämpfen der Kommune nochmals für das BürgerKünstler und Seunstwerk in der Zeit, hilflos der Miß Verbrecherischen und Lasterhaften willen sich seine man begnügt sich in den allermeisten Fällen mit einer tum, für den Besiß, bluten zu dürfen. Mit anheimgunst und Scheelsucht, dem Unverständnis und Klein. Stoffe aus dem Gebiet des Verbrechens und Laſters analytischen Darſtellung des Einzelfalls. Dieser licher Präzision schildert Zola diesen Zersehungsprogeist ausgeliefert, mit den Wurzeln im Muttergrund holte. Als man aber doch erkannic, daß hier der Naturalismus ist Zola fremd. Auch er schildert Men- zeß in Familie und Staat. Die großartige Architek UN Emith Tole Seite 4. Tages- Neuigkeiten. Bist Du's? Der größie und bedeutendste Mensch in der fozialistischen Bewegung ist unbekannt. Man fennt ihn höchstens im Streise der wenigen, mit denen er arbeitet. Weder ſicht man seinen Namen, noch fein Bild in den Zeitungen. Er redet nur wenig, noch weniger schreibt er. Er fällt auch nirgends auf. In den Versammlungen hält er sich meistens im Hintergrund auf und denkt nach über das, was da vorne gesagt wird. Wenn er gestorben fein wird, wird sein Name nicht in der Geschichte verzeichnet sein. teten ihm die Dichterworte: Sei ganz, was Deine Pflichten fordern, Was diese große Zeit begehrt! noch immer 60 Leute, die troß höchster Gefahr deutschen Bevölkerung, insbesondere an der ar nicht ausziehen wollen. Die Bergungsarbeiten beitenden deutschen Bevölkerung, durch das sind dadurch erschwert, daß ein Teil der Rete Gesetz über die Verwaltungsreform begangen wortungsbootc, die von Bregenz und Hard nach den ist. Erfolgreiche Rettungsarbeiten schweizerischer Pioniere. : Donnerstag, 27. September 1927. Explosion in einer Radioröhrenfabrik. In einer Radioröhrenfabrik in Hamburg explodierte gestern früh ein großer Behälter mit Spiritus. Drei Personen sind schwer und drei leichter verletzt. Telephon, Liebe, Wahnsinn. Das Telephot „ Mein Liechtenstein gebracht wurden, durch den wieder Herr, schent uns einen König und wenus holten Anprall an die Mauern beschädigt ein schechischer ist! Die Festtagspredigt" der ist eine Erfindung des Teufels, es schaltet Semund unbrauchbar gemacht wurden." Deutschen Presse" am Mittwoch( so was gibt's mungen aus, äußere und innere: Entfernung Seute sind von Chur 200 schweizerische Sappeure bort jeden Sonn- und Feiertag) beginnt mit schützt den Wienschen nicht mehr vor allen seinen angefommen und wurden in Schellenberg unter folgenden Sätzen: Bedrängern, und jeder Stimmung der Liebe, der Ehrfurcht vor einem Volfe, dessen Christiani Freundschaft, der Langeweile, die an einer halben gebracht. In beftem Einvernehmen mit den öster reichischer Truppen sind die Schweizer damit be sierung anhebt mit dem Martyrium zweier Weit Stunde Straßenbahnfahrt vielleicht zugrunde fchäftigt, die Dammlücke bei Schaan mit Jaschinen glieder seines Fürstenhauses. Heil einem Volfe, ginge, dient willig das Telephon. Die Zeit, die Su schließen. für dessen Wohl Könige ihr Leben einseßen. Dadurch gewonnen wird, daß man telephonisch Solche Führer mußt du deinem Boike tausenderlei erledigen kann, was früher einen wieder schenken, heiliger Wenzel, die den Weg, einen Brief erforderte, sie geht verloren Aber darauf kommt es ihm auch nicht an. Gang zur Kirche wagen, auch wenn das Leben dadurch, daß man sich den Weg, den Brief in Er will nur arbeiten für die große Sache, die er Buchs( Rheintal), 28. September. Dent damit in Gefahr gerät. neunzig von hundert Fällen erspart hätte, daß die für die gerechteste angesehen hat. In dieser Arbeit schweizerischen Pionierdetachement ist es gelungen, Wir wollen dem geweihten Schmock, der do in Möglichkeit, fie zu befriedigen, neue Bedürfnisse wird er niemals müde, niemals verzagt, was im- den von Hochwasser bedrohten Einwohnern von der Deutschen Presse" pathetisch und geschwollen zeugt. Das alles kann sich zum Irrsinn steigern mer sich ihm entgegenstellt. Raftlos geht er sei Ruggelb tatkräftige Hilfe zu leisten. Das Militär seine Albernheiten ablagert, feine große Beden wie jüngst in New Yorf. Ein junger Mann nen Weg und läßt die siebenmal Weisen schwäßen. arbeitet unter den schwierigsten Verhältnissen. Bis tung beimessent. Aber ein fleines hübsches Bc namens Jad Jameson war in ein junges Denn er weiß, daß sein Streben früher oder später zur Stunde find 40 Personen gerettet. Man verweisitüd über die monarchistische Gesinnung Mädchen verliebt, aber sie fonnte dicke Männer doch Früchte tragen wird. mutet, daß sich noch etwa 50 bis 60 Versonen deutscher Christlichsozialer düntt uns diese Wen- nicht leiden, und er war did. Sie sagte ihm das. Seine Beträge zu zahlen, hält er als oberste in den überschwemmten Häusern befinden. Zwei zeliade doch. Daß damit sich verbindet gefühlvolle was half es? Liebende sind erschüttert, wenn die Pflicht und sicht darauf, daß auch die andern Ge. finderreiche Familien je 8 bis 10 Personen Mastdarmtouristik nach jener tschechischen Seite, Geliebte sagt:„ Ich will nicht!" aber nach zehn nossen ihre Pflicht erfüllen. In feiner Versamm rufen jetzt noch um Hilfe. Von ihrer Sabe die für solcherlei Dinge empfänglich ist, sei nur Minuten glauben sie, alles sei ein Mißverständnis, ein quälender Irrtum gewesen: vielleicht war die Lung fehlt er. Wenn die Sonne am Himmel em konnten die Leute nur wenig retten. Großvich nebenbei festgehalten. porsteigt, sieht man ihn zur Arbeit gehen. Wenn und Pferde mußten vorläufig noch im Stall ver Die Lehrkanzeln für Nationalökonomic im Solde gerade schlecht gelaunt, vielleicht hat fie etwas andres gemeint, vielleicht... Früher cin die Mittagsstunde gekommen ist, verschwendet er bleiben, damit zunächst die Rettung der Leute vor Dienste des Unternehmertums. Vor wenigen die Stunde nicht mit nußiosem Geschwäß. Man sich gehen kann. Der Stand des Waffers ist um Jahren wurde der Sekretär des tschechischen in mal schrieb man einen zehn Seiten langen Brief, sieht ihn, wie er versucht, bei dem gleichgültigen 30 bis 10 Zentimeter zurüdgegangen. Die Strö duſtriellenbundes, Dr. Hodač, zum Profeffor cinen zweiten fünf Seiten lang, einen dritten drei Kollegen Interesse für seine Ideale, für seine mung ist dagegen aleich start geblieben. In all der Nationalöfonomic an der tschechischen Technik Säße lang, und niemand war verpflichtet, die Lebensaufgabe zu erweden. Er hat immer eine gemeinen stehen Häuser und Ställe noch etwa in Brag ernannt. Wir haben damals entschieden Briefe zu öffnen, zu lesen; heute mischt sich das Broschüre oder ein Flugblatt oder einen Zeitungseinen Meter unter Waffer. Die Einwohner von dagegen Stellung genommen, daß die Lehrfanzeln Telephon in die Angelegenheit und stiftet Berwirausschnitt bei der Hand, um seine Argumente be- Gamprin und Schaan find alle gerettet worden. für Nationalökonomie zum Monopol des Bürger rung, Nervosität ohne Ende. Mister Jameson fräftigen zu können. Werden Flugblätter ver- Auf der Seite des Schallenberges sind auch ums gemacht werden. Auf deutscher Seite ist batte das Mädchen verlassen, Hölle im Herzen, breitet, nimmt er seinen Paden und läuft ven österreichische Pioniere mit den Rettungsarbeiten nun dasselbe Streben wahrzunehmen. Dieser nach zehn Minuten aber begann er wieder zu hofHaus zu Haus, treppauf, treppab und verteilt alle beschäftigt. Tage ist nämlich der Beamte des Bankhauses fen, und schon bot sich stumm und lockend eint mtit Ueberlegung. Er fennt seine Kundschaft", Betscher, Dr. O. Engländer, zum ordentlichen Telephon ihm an. Ein Anruf, und irgendwo, denn er besucht sie seit Jahreit. Konstanz, 28. September. Der Wafferftand Brofeffor der Nationalökonomie an der deutschen fern und nah zugleich, die Stimme des Mädchens. In seiner Missionsarbeit für die Sache, der des Bodensees befindet sich weiterhin im Steigen. Universität ernannt worden. Die Regierung er- War das wirklich Ihr letztes Wort?" er sein Proletarierdasein geweiht hat, vernachläs Seute Morgen betrug der Wasserstand in der Kon nennt zweifellos Hochschulprofessoren nicht nur, letztes Wort". Erschütterung, Auflegen, Schlußfigt er weder Weib noch Kind. Durch Wort und ſtanzer Bucht 5.7 Meter. Er war also um 70 Zen- damit sie Vorträge halten, sondern auch wissen und nach einer Stunde der nächste Anruf. So ging Tat zeigt er ihnen die Schönheit, die Gerechtigkeit, jtimeter höher als am Sonntag. Tas Wasser befchaftlich arbeiten. Durch die Ernennung das weiter, tagelang, wochenlang, wurde zur Ledie Hoffnungsfreudigkeit des sozialistischen. Evan- ginnt bereits die Ufer zu überfluten und hat sum ordentlichen Professor müßte nun Herr Dr. bensgewohnheit, zum Laster, wie Morphium oder geliums. Durch ihn besteht, durch ihn erhält sich zwischen Radolfzell und Konstanz schon den Bahn Engländer aus den Diensten des Bauthauses Rofain. Am frühen Morgen, am späten Abend, die Bewegung zum höheren Aufstieg des arbeiten damm erreicht. In Krenslingen find die Ufer Petschet scheiden. Das fällt ihm aber gar nicht zu jeder Tages- und Nachtzeit telephonierte Jad den Volkes. Wenn die großen Männer und Führer promenaden und die Safcumauern schon ſtellen ein, sondern er bleibt, wie wir erfahren haben, Jameson das Mädchen an, stellte die ewige Frage, längst vergessen sein werden, er wird im Andenfenweise überspilt. Am schwersten sind die tiefer weiter Beamter dieses Bankhauses und wird seine wie ein gespenstischer Automat, verlor die Geduld derer weiterleben, die sich des Segens der neuen gelegenen Ortschaften am Untersee mitgenommen. freie Zeit, die er nach seiner Ernennung zum nicht, ließ die Hoffnung nicht schwinden: die Ruhe Universitätsprofessor der wissenschaftlichen Arbeit des Mädchens war hin, ewig tönte das höllische und besseren menschlichen Gesellschaft erfreuten werden. Denn er ist der große Mensch der großen Selbstverwaltung oder Fremdherrschaft. Unter widmen follte, weiterhin dem Banthaus Petschek Klingeln in ihrem Ohr, ewig fühlte sie sich von Sache. Auf seinem bescheidenen Lebenspfade leuch diesem Titel hat der Parteivorstand eine Broschüre zur Verfügung stellen. Es ist dies ein Mißbrauch, der Stimme des Unsichtbaren verfolgt. Schließlich, herausgegeben, der angesichts der kommenden Ge- der da mit der Lehrlanzel für Nationalökonomie als es für sie feinen Schlaf, feine Entspannung an der deutschen Universität getrieben wird, wo mehr gab, wollte sie ihre Wohnung aufgeben, in meindewahlen besonderes aftuelles Interesse zufontmt. Nach einer furzen Einleitung über die der afkademische Senat der deutschen Univer- einen andern Stadtteil übersiedeln, ein Zimmer fität die Verpflichtung hätte Stellung zu nehmen. mieten, in dem es fein Telephon gab Verwaltungsprobleme des alten Desterreich wird wir sind neugierig, welche Saltung das Pro rechtzeitig noch erfuhr sic, daß ihr Geliebter ins die Politik der allnationalen Stoalition, insbeson fessorenfollegium der deutschen Universität zu Irrenhaus eingeliefert wurde. Dort dere im Hinblick auf die Reformen in der öffent. diesem Falle einnehmen wird. tobte er so lange, bis man ihm einen Telephonlichen Verwaltung charakterisiert und sodann das Die Dittatur des Zuderfartells. Die Zuder apparat zur Verfügung stellte natürlich ohne Gesetz über die Verwaltungsreform einer ein- induſtriellen behaupten stets, daß der Zuderhan Anschluß. Und so sißt er nun und telephoniert gehenden Stritif unterworfen. Schließlich wird aus del in der Tschechoslowakei frei ist. Wie es sich Tag und Nacht, Tag und Nacht, stammelt Liebesführlich die Schuld der deutschen Regierungspar- damit verhält, haben wir schon vor furzer Zeit erflärungen, verschwendet ſein Herz an einen Die Wafferkatastrophe. ieien an dem Schandwerk dargestellt und zur darzulegen Gelegenheit gehabt, als wir nachwie- Apparat, der feinen Kontakt mit der Welt hat. Frage der Verwaltungsreform überhaupt positiv Feldkirchen, 28. September.( AN.) Trotz der in einem Kapitel Stellung genommen, dos betitelt fen, daß die freigegebene Zudermenge zu gering Niemand hört, was er sprichter aber glaubt, Sprengung des Bahudammes bei Bendern hat ist„ Der Weg der deutschen Arbeiterflasse". Diet, und daß die Zuckerindustriellen bemüht sind, er sei mit der Frau verbunden, die irgendwo lachi die Gewalt des Wassers nicht nach Broschüre ist ungemein aufklärend und es enty- durch Knappheit der Vorräte eine Verteuerung und flirtet, und tanzt, und glücklich ist, daß er hervorzurufen. Wie der Zuckerhandel in Wirklich sie nicht mehr belästigen fann. gelassen. Die Gemeinde Ruggelb ist immer fängt daraus jeder eine Fülle von Erkenntnissen feit unfrei ist, wollen wir nun heute an einem noch schwer bedroht. Drei Säufer und und Antwort auf eine Reihe von Fragen, die für zweiten Beispiel farlegen. Die Abnehmer des Druckfehlerberichtigung. Der letzte Sak in mehrere Siedlungen wurden von den die Zukunft der deutschen Gemeinden und Bezirke Suders müssen den Fabrikanten Schlußbriefe unserer gestrigen Notiz über„ Hakenkreuz und Fluten weggeriffen. Auch gestern konnte in den nächsten Jahren von entscheidender Beden geben, wonach es der Zuckerraffinerie freisteht, Sowjetstern" ist durch einen Druckfehler um seinen Ruggelb nicht vollständig geräumt werden: 200 tung find. Gerade, weil die Broschüre so fachlich welche Sorten sie liefern will. Wian bestellt bei Sinn gekommen. Nicht davon, daß Hakenkreuzler Personen wurden nach Schellenberg gebracht. In gehalten ist, wird jeder Leser daraus den Eindruck spielsweise Würfelzucker, der Raffinerie fällt es und Kommunisten hinter unserer Front„ marschicden überschwemmten Häusern befinden sich jedoch empfangen, welch ungeheures Verbrechen an der aber ein, Sristallzuder zu liefern und man muß ren" wollten wir sprechen, sondern von ihrem das, was man gar nicht bestellt hat, annehmen. Infolge der Schlußbriefbestimmungen ist man" Marodieren". den Zuckerfabriken wehrlos ausgeliefert. Das tritt jetzt besonders dadurch zutage, daß in den Fabri450 Kilometer in der Stunde. Leutnant Webster über seinen Rekordflug. Kristallzuckers liegen, der um 16 Heller teurer ist, als der im Inland konsumierte. Die FabriLondon, 28. September.( AR.) Der Fliegerfen liefern nun diejen teuereren Zuder und die leutnant Webster, der Sieger im Wettfliegen Konsumvereine beispielsweise müssen diesen Ver- um den Schneider- Pokal, erstattete heute in lust tragen, weil sie den Zuder nicht teurer ver- einem Interview, das in der„ Daily Mail" erfaufen können. Die Fabriken liefern auch in schienen ist, Bericht über seine Eindrücke, die er Stilokartons, was viel teurer ist und auch diese während seines Fluges hatte. Er erreichte eine Art von Zucker muß man übernehmen, ja jogar Stundengeschwindigkeit von 450 Kilometer. Da Rohzuder wird geliefert, wenn es der Fabrit be- das Schutzglas durch Rauch geschwärzt war, liebt. Um diese den Konsumenten schwer schädi mußte sich Webster in der Weise orientieren, daß genden Tatsachen fümmert sich keine Regierung. er den Kopf ein wenig hinausneigte. Dieses Die Regierung läßt einfach das Zuckerkartell Hinauslehnen durfte aber nur ganz minimal schalten und walten, wie es will. Die Vorgänge sein, da sonst der ungeheure Luftdruck dem auf dem Zudermarkte sind das stärkste Argument Flieger jofort den Kopf weggeriffen hätte. Auch für die Notwendigkeit der Kartellkon- die Hand durfte er nicht über das Schuhglas hin trolle, welche die deutschen sozialdemokratischen ausstreden, da sie sofort im Gelent gebrochen worAbgeordneten erst unlängst im Gewerbeausschuß den wäre. Die Geschwindigkeit war so ungeheuer, gefordert haben. daß sich der Flieger weit vor den Pylonen genacht auf Sonntag fick sich auf der Bahnstrecke um das Flugzeug rechtzeitig wenden zu können. Selbstmord einer Zwölfjährigen. In der legte Zeichen auswählen und merken mußte, nächst dem Klattauer Bahnhofe die zwölf Jahre Seine Gedanken waren so auf den Flug fonzen triert, daß er eines der durch Fahnen gegebenen vom Zuge überfahren und wurde getötet. Die Ur- Signale übersehen hatte, mittels welcher den fache dürfte darin gelegen sein, daß das Mädchen Fliegern über den Verlauf des Fluges Bericht ohne Wissen seiner in einer Fabrit beschäftigten gegeben wurde. Er rechnete damit, daß der Flug Mutter verschiedene Waren in einem Modegeschäft die siebente Wendung vornahm, sah er auf die in 50 Minuten absolviert sein werde. Als er auf Stredit faufte. Als nun die Mutter, die von Uhr, und als er konstatierte, daß er erst 15 Minuten flog, befürchtete er, daß er sich beim Laß hell die Glut, die heil'ge, lodern, Und läch'le, wenn sie Dich verzehrt. Und wenn im Kampf die Jahre schwanden; Sei stolz auf Deines Hauptes Schnee: Du hast in Reih und Glied gestanden Mit den Soldaten der Idee! 1 emp tonik der zwanzig Bände schichtet Granitwürfei auf kraft, die schafft und schafft, die„ Wahrheit", der Granitwürfel und läßt die beiden Grundpfeifer, die Inbegriff alles jittlichen menjdlichen Strebens, die die Parallele zwischen Staat und Familie bildet, Arbeit", die Achse allen Lebens, der Quell allen immer deutlich hervortreten. Die fünstlerische Form Werdens. Und die Gerechtigkeit", das Fun- fen große Vorräte für das Ausland bestimmten der Gesellschaftsschilderung im umfassenden Moman- dament jeder sittlichen Gemeinschaft. Von der Ar zyklus hat Zola von Balzac übernommen, dem ne beit an diesem Werf berief der Tod den Dichter starf von der Romantif beeinflußten Stritifer feiner Emil Zola am 28. September des Jahres 1902 ab. Zeit. In diese Tradition strömt die subtile Behand Ein Vierteljahrhundert ist seit dem Tode Zolas fungstechnik psychologischer Einzelheiten ein, die verflossen. Und er ist lebendiger denn je. Das maat Flaubert gelehrt hat, und mit diesem Werkzeug wiro nicht nur, daß indes eine Klasse zu Bedeutung angenach der biologisch materialistischen Methode der g wachsen ist, die Emil Zolas Werk als soziologije waltige Blod gemeißelt, den das soziale Problem bes Arbeit zu werten versteht; das Bürgertum selbst, das zweiten Raiserreiches darstellt. So wurde das große ist die tragische Fronic seines Stampfs gegen 3ola, Epos von Aufstieg und Untergang der Rougon- Mac- verhilft ihm heute wieder zu größter Aktualität. quart, dieses erste große soziale Epos der Weltliter: Unheimlich ist die Aehnlichkeit zwischen dem zweiten tur, dessen be eutungsvollste Strophen die Romane Kaiserreich und dem heutigen Deutschland. Die „ Geld"," Nana",„ Germinal"," Totschläger"," Erde" Reaktion in Frankreich nach 1848 und die in Deutsch und Zusammenbruch" sind. land nach 1918 gleichen einander auf ein Saar. Heute Unerbittlich werden die Kräfte enthüllt, die leben in Mitteleuropa die Rougon- Macqart, die zwangsläufig zum Niederbruch der Familie, des Aasgeier der Revolution, die Emportömmlinge, die Staats führen mußten. Dennoch ist Emil Zola fein Nachkriegsgewinnler, die Reaktionäre aller Farben. Bessimist. Da webt ja, über allen Untergang, jene die auf den Gräbern der gefallenen Revolutionäre unfaßbar herrliche, unbeugjame und untenkbare ihre Tresors errichten und sie von den Bajonetten Macht, die wir Namr nennen, die Göttin des Jahr bezahlter Mörderbanden ſchüßen lassen. Heute wird hunderts, das vermeintlich entschleierte Geheimnis. in Mitteleuropa das Gefichter wieder groß, das das Die Natur lägi aus dem Zusammenbruch nenes Le- zweite Kaiserreich zugrundegerichtet. Pfaffen und ben sprießen, in ewiger Wiederkehr aus den Trüm- Generale gehen Arm in Arm mit den Finanzherren und alte Bürgerschülerin Anna Heimert aus Klattan mern von gestern das Sein von Morgen feimen. Industrierittern, Kirche und Militarismus jind Mutter und Kind, Sinnbild ewiger Erneuerung, Stüßen und Hort der sozialen Dicaftion; heute hat sind der Ausklang des Romanzyklus. Das Leben Deutschland seine Drenfuß Prozesse, die durchzu triumphiert über alle Mächte der Zerstörung. lämpfen ihm ein Zola fehlt. Das Leben erneuert sich nicht nur, es entwideft Ein fanatischer Arbeiter, ein unerbittlicher Stri sich auch vorwärts. In den„ Rougon- Macquart" titer der Gesellschaft, ein großer Gestalter sozialer Lündet den Sozialismus ein schwacher Träumer, Probleme und Entwicklungen, ein Dichter auch, der verkündet ihn gerade dort, wo der Kapitalismus mit tiefster Kenntnis der menschlichen Seele die GeTriumphe feiert, in dem Finanzroman„ Das Geld" stalten seiner Zeit durchleuchtete, in Anwalt der Aber im nächsten Zyklus, in den„ Drei Städten" Gerechtigkeit und Wahrheit, ein Stünder des Sozia ( Rom",„ Paris", Lourdes") wird die Botschaft schon lismus, wie das neunzehnte Jahrhundert in den weitergetragen, die Geschichte eines Priesters ent Dichtungen wohl keinen zweiten besaß das war widelt, der vom Glauben zum Forschen, von der Emil Zola. Daß diese seine überragende Bedeutung Blindheit zum Sehen geführt wird. Und die Zusam- heute, ein Vierteljahrhundert nach seinem Tod, heller menfassung seines Zukunftsveltbilds wollte Zola in und eindringlicher aufscheint als je, ist die vernich feinem letzten, unvollendeten Zyklus geben: in den tendste Abrechnung, die ein Emil Zola je hätte Bier Evangelien". Ueberschau über die Kräfte sollte einen Gegnern halten können, und die schönste Recht das Werk sein, die die neue Welt gebären und be- fertigung seiner vielbekämpften dichterischen Tat. herrschen werden: die Fruchtbarkeit", dic UrFrizz Rosenfeld, Wien. der Firma eine Mahnung zur Zahlung erhielt, der Tochter offenbar heftige Vorwürfe machte, verließ diese Samstag abends die Wohnung und verübte einige Stunden später den Selbstmord. Zöhlen geirrt hatte und eine Runde zu wenig geflogen fei. Darum flog er noch eine Runde, Drei italienische Anarchisten, die am 26. war wie ein Backofen erhitzt und Webster war um sicher zu sein. Der Rumpf des Flugzeuges August an dem Bombenattentat in sehr froh, daß er das Flugzeug verlassen konnte. Juan les Pins beteiligt gewesen sein sollen, Nach dem Fluge war Webster eine Zeitlang sind verhaftet worden. völlig taub, obzwar er während des Fluges Massenfleischvergiftung. Seit Sonntag find feinen besonderen Lärm hörte. Obzwar die Flug nach einer Meldung des„ Sofalanzeigers" aus fonkurrenzen eine große Nervenanspannung er Hohenmölsen( Provinz Sachsen) und Nachbar- forderten, wirfte die erreichte Geschwindigkeit orten über 100 Personen an Fleischver- doch in feiner Weise schädlich auf den Flieger ein, giftung erfrankt. In Hohenmölsen ist ein der sich am Ende des Fluges in derselben guten Todesfall zu verzeichnen. Körperverfassung befand wic am Anfang. Donnerstag, 29. September 1927. 4081 Bette 5. Hühner Schematiſche Darftellung der Vitello- Erzeugung augen Hornhaut beseitigt in einigen Tagen nur VITEK'S „ Anticornein" Eine Flasche Kč 6-. Zu haben in Apotheken u. Drogerien. Allein echt von Fr.Vitek& Co., Prag. Vodičkova 33. Bur Gemeindewahl! Die Aufgaben und Forderungen der freien Gemeinde. Ein Nachschlagebuch für alle Gemeindefunktionäre. 6 Kronen. 2 3 9 1 Rohwaren( Milch, Speisefett) 2 Kirne( Butterfaẞ) 3 Kasten mit Eiswasser 4 Transportwagen 5 7 6 5 Multiplex 6 Tellerkneter 7 Packmaschine 8 Fertige Vitello= Würfel 9 Fahrbarer Transportkran 00 Volksbuchhandlung in Teplitz- Schönau stönigstraße 13 ( birekt gegenüber dem neuen Stadttheater). Kleine Chronit. Die spinale Kinderlähmung Gerichtssaal. gangen zu haben. Es war dem Regimentsarzte auftragen. Als Eingangspforte kommt die Nasengefallen, daß eine überaus große Anzahl Soldaten schleimhaut in Betracht, ebenso als Ausgangsöffnung an Fußgeschwüren erkrankte. Man untersuchte zuerst für Ansteckungen. Im Blut scheint der die Krankdas Schuhwerk der Soldaten, das keinerlei Anhaltsheit vermittelnde Stoff nur ganz vortbergehend anwesend zu sein, dagegen in der Milz, im Darm so Theatergarderobier und Lehrmädchen punkte lieferte. Im Marodenzimmer wurde dann durch die Wärter festgestellt, daß die Soldaten ihre wie an verschiedenen Stellen des Zentralnervengehört zweifellos zu den furchtbarsten Kinderkrank- systems. Prag, 26. September. In der Theatergasse in Verbände lockerten und sich die Wunden stets wieder heiten. Ohne jede erkennbare Ursache flackert die der Nähe des Neuen Deutschen Theaters befindet mit einer aus Essig und Kräutern bestehenden Salbe Eine erfolgreiche spezifische Behandlung der Krankheit plötzlich an verschiedenen Stellen eines Strankheit ist gegenwärtig noch unbekannt. Alle sich ein Modesalon, deſſen Mivinhaber der 50jährige einrieben, welche Einreibung auf der Haut ein GeLandes auf, so in den Jahren 1903 bis 1905 in Versuche, auf dem Wege der Impfung oder Immun- verheiratete Garderobenchef des Deutschen Theaters schwür hervorrief. Einige Soldaten hatten ſich ſogar Norwegen, 1908 in Niederösterreich und der Steier- nisierung die Lähmung zu behandeln, sind bisher ge- in Prag, Ferdinand F., iſt. In dem Salon sind eine Entzündung des Mittelohrs künstlich beigebracht. mart, 1909 in Schlesien, Pommern und Westfalen. scheitert. Sehr auffallend ist, daß die meisten Kin- zwanzig Mädchen angestellt. Einmal kam der Herr Das Militärgericht verurteilte daher die Angeklagten, Garderobier in den Modesalon und ehe sich's das u. zw. den Soldaten Georg Babič zu drei Monaten, Die Krankheit beginnt meist mit Magen- und der offenbar unempfindlich sind gegen die Erkran- nette Schneiderlehrmädchen Marie T. versah, fühlte Peter 3oIdoš zu einem Monat, Jan Silimoe Darmerscheinungen, oft auch mit Erbrechen und kung, da die Epidemien niemals solche AusdehnunFieber, fast immer mit Schweißausbruch. Diese An- gen erlanger wie bei anderen ansteckenden Krant- fie einen saftigen Stuß auf ihren Lippen. Was sollte net zu drei Monaten, Stefan Agost a zu drei sie tun? Ein junger Mann wäre ihr wohl lieber Monaten, Wassil Lemak, Wassil Orszaga und fänge dauern manchmal nur wenige Stunden und heiten. In den meisten Fällen lassen sich die übriges seht dann das zweite Stadium ein, das durch aus- bleibenden Lähmungen durch Massage und Ortho- Witchef und dann: wegen eines Stusses braucht man drei Soldaten wurden freigesprochen. gewesen, aber schließlich und endlich ist es der Herr Wassil Czis mar zu sechs Wochen schweren Kerkers, gedehnte Lähmungen bezeichnet ist. Es kann also pädie mehr oder minder vollständig zurückdrängen, vorkommen, daß das Kind gesund zu Bett ging und völlige Ausheilung ist nicht häufig. Gelegentlich ist am nächsten Tag gelähmt war. Fast immer ist der Verlauf ganz harmlos und in einzelnen Fällen wenigstens ein Bein, häufig sind beide Beine be- glaubt man jogar, gesunde Krankheitsstoffträger troffen, ober auch ein Arm, eine Gesichtshälfte, die nachgewiesen zu haben, die nie Lähmungen hatten. Blase und andere Organe können betroffen fein. Dr. L. F. Diese Lähmungen gehen später zurück, doch bleibt fast stets irgend ein Teil dauernd gelähmt, und davin sind die furchtbarsten Schäden zu sehen. Die Sterblichkeit ist verschieden, sie kann bis 25 Prozent betragen, sie fann auch nur menice Prozente ausmachen, als Mit tel wird zehn Prozent angenommen. noch nicht zur Beichte zu gehen, nicht einmal in das Kloster von Emaus! Aber Herr F. hatte mit dem Naschen Appetit auf mehr bekommen. Als das Mäder einmal in einen Nebenraum ging, um einzuheizen, nahm er die günstige Gelegenheit wahr und eilte ihr nach. Was dort los war, weiß man wicht, aber etwas mußte dort los gewesen sein, denn die Staatsanwaltschaft klagte plöslich den Garde robenchef auf das Verbrechen der Verleitung zur Unzucht ac Sittlichkeit antic der vortliche des Cine abgebaute Größe vor dem Strafgerichte. Prag, 26. September. Herr Fr. S. Frabša war einmal eine Größe. Solange er noch ein ,, Bratr" der tschechischen Nationalsozialisten war. Alle Posten Wind und Lungentuberkulose. Die Frage nach und Pöstchen kamen ihm da zugeflogen. Unter seiner der Bedeutung des Klimas für Entstehung und VerLeitung stand auch das so herrlich verwaltete Frrenlauf der Lungentuberkulose ist neuerdings in Frankwesen in diesem Staate. Wie es da zugeht, wurde reich Gegenstand eingehender Beobachtungen ge= an anderer Stelle schon wiederholt berichtet. Aber wesen. Es stellte sich dabei heraus, daß derjenige OLG. Ed. Souček durchgeführten Verhandlung„ Bratr Frabsa" hatte noch andere Funktionen. Er Als sicher erscheint, daß die Kinderlähmung an Teil der Bevölkerung, der„ starten regenbringenden wurde der Angeklagte nur wegen des Verbrechens gab eine Revue" Bahranični Zajmy" heraus. Für steckend ist, doch muß vermutet werden, daß die und vorherrschenden Winden" ausgesetzt ist, wesent- der Einschränkung der persönlichen Freiheit und des diese stellte ihm ein Beamter des Außenministeriums direkte Ansteckung durchaus nicht die einzige, viel lich mehr unter Lungentuberkulose zu leiden hat als Vergehens gegen die öffentliche Sittlichkeit schuldig eine Abhandlung über Komensky zur Verfügung. leicht nicht einmal die wichtigste Quelle der Krank- die anderen, die in windstilleren Gegenden leben. erkannt, gegen die öffentliche Sittlichkeit, weil Inzwischen gabs einen Krach und Herr Frabsa gab heit ist. Man kann die Krankheit leider bis heute Bei der erstgenannten Gruppe ist die Häufigkeit der die Tat in einem allen zugänglichen Naume geschah nun gegen seine Partei ein eigenes Wochenblatt hernoch immer nicht chemisch bekämpfen, man kann sie Erkrankungen an Lungentuberkulose weit höher, die und daher Ferdinand F. zu drei Monaten aus. Wie erstaunte der Autor des Artikels über nicht sereologisch nachweisen, sondern nur durch Sterblichkeit ungleich bedeutender, dagegen ist die schweren Kerkers unbedingt verurteilt. Der Komensky, als er seine Abhandlung im Wochenblatte Uebertragung auf Affen, was natürlich im allgemei Zahl der Heilungen viel geringer als bei der zweiten Staatsanwalt meldete gegen dieses Strafausmaß die des Herrn Frabša las, das Herr Frabša, der sich nen nicht als Methode in Frage kommen wird. Nach klimatisch günstiger gestellten Kategorie. Vor allem Berujung an. Rosenau tommt vielleicht eine sehr verbreitete scheint die Statistik dafür zu sprechen, daß weniger Fliege, der Wadenstecher( Stomogys calcitrans), die Feuchtigkeit als die Wirkung des Windes in Frage. Alle Anstrengungen, den Erreger der ausschlaggebend ist. Starke und häufige Winde Krankheit zu entdecken, waren bisher vergeblich. Doch lösen schädigende Abkühlung und Ermüdung des hat man aus Hirn und Nückenmark von Menschen Organismus aus und setzen auf diesem Wege die und Affen, die der Strankheit erlegen waren, Kul- Widerstandsfähigkeit des Körpers gegen die Tuberturen hergestellt, die die Krankheit auf Affen über- kulose herab. Theresienstadt. Von Bruno Holfeld. Jälter geworden. Nur wenige. Wir waren die ersten, die jüngsten Jahrgänge ,... Die Fraße des Krieges war uns damals noch fremd. So gingen wir leichter durch das dunkle Tor der Kaserne. Die Kaserne steht noch, hier muß das Fenster unseres Zimmers sein, des großen Zimmers, das unser dreißig oder vierzig aufnahm. Ich muß nicht erst die Augen schließen, das Bild ist in mir lebendig. Da fißen wir jeder auf unserem schwarzen Stoffer und harren mit der Neugier unserer zwanzig Jahre der Dinge, die nun fommen werden. Laute Munterfeit erfüllt den Raum. Keiner weiß, wem das schwarze Los bestimmt ist, keiner denkt daran. Gitarre, Laute, flotte Lieder. Sie sind gute Schmeichler, sichere Besänftiger. So ließ man uns gewähren und so famen wir über die ersten Tage hinweg. Zehn Jahre ist es her, daß ich das legiemal den Weg gegangen bin, der, wie viele andre im alten Desterreich, ein Schicksalsweg der Soldaten gewesen ist, den Weg von Leitmerit nach Theresienstadt. Wenn man über die Elbebrücke drüben ist und den letzten Gruß in die weite Welt der Elbe geworfen hat, umfängt einen eine Rastanienallee, die Blicke werden durch Gebüsch und Wälle gefesselt und dann ist man auch schon in den Fängen der alten Festung eingeschlossen. Zehn Jahre. Mir ist es, als wäre es gestern, heute früh gewesen. Mir wird es warm unter der Rappe, das Vergangene wird gegenwärtig. In Wo seid ihr geblieben, die ihr damals mit allen Einzelheiten. Dieser Baum winkt und jener mir auf dem harten Strohfad laget? Freund droht, jeden inzelnen kenne ich. Böse Gespenster Standera, du ernster blonder Träumer? Stundenwachen auf, sie grinsen mich an, als wäre ich mit lang wandelte ich mit ihm auf den offenen Hallenschuldig, daß sie alle, jeder Baum, jeder Strauch, gängen der Kaserne. In ihm war eben die Leis Maulwurfhügel, als Schußziel genommen wurdenschaft wach geworden, er träumte sich weit weg den, wenn sie nicht gerade Deckung waren, als in eine stille Stube, in den traulichen Schein einer wäre die ganze Welt nur eine große, schreckliche Zimmerlampe. Der Name eines jungen Weibes Schießbude gewesen. lag ihm auf den Lippen. Bielleicht ist er damit Die zehn Jahre sind vergessen, ich gehe über ein Jahr später, im Auguſt 1915, in Jialien geden berüchtigten Leitmerißer Sessel, über den ge- fallen. Und du, toller Alexander Sander, du fürchteten Ererzierplatz wie ehedem, und da ist Wirrkopf, der du so herrlich auf der Laute spieltest. schon das gähnende Tor der großen Infanterie Du machtest uns alle so froh und mußtest selbst faserne, das mich fast genau vor dreizehn Jahren so fürchterlich sterben, an einem Bauchschuß in aufgesaugt hat mit so vielen andern. Wir waren russischer Kriegsgefangenschaft. Und da war noch alle um dreizehn Jahre jünger. Mich schüttelt die[ einer. Den Namen haben die Jahre aus der Erinnerung. Nicht alle sind die dreizehn Jahre Gedächtnistafel gelöscht, aber seine Gestalt steht D, welche Lust Soldat zu sein! Vilfen, 25. September. Vor dem Divisionsgericht hatten sich neun karpathorussische Soldaten des Inf. Reg. Nr. 1 in Böhm. Budweis zu verantworten, den Versuch einer Selbstverstümmelung bevor mir. Er war der einzige, um dessen Mundwinkel dunkle Falten strichen. Ahntest du, daß du der erste sein wirst, der, kaum in der Stellung in Polen angelangt, auch schon ins Herz getroffen dahinsinken werdest.. im frischfröhlichen Strieg? Und zu Hause wartete eine Braut, du warst ja der älteste von uns. Dreißig, vierzig waren wir in einem 3im mer. Jeder ein Einzelschicksal, zusammen ein Stück Menschheit. Frohe Jugend, kaum der Schulbank entwachsen. Grausam wurde uns mitgespielt. aus einem„ ,, Bratr" in einen feindlichen Bruder seiner früheren Partei verwandelt hatte, jetzt redigierte, während es dem Beamten nicht einfiel, in das Lager des Herrn Frabša herüberzuschwenken. Herr Frabša hatte sich wegen Verlegung des Autorrechtes vor dem Senate des OLGR. Pudil zu verantworten. Er wurde zu drei Wochen Arrest bzw. 300 Kronen Geldstrafe verurteilt. und Kameradschaftlichkeit erhellte manches, und die Gewohnheit natürlich, die tückische Feindin der Menschheit, ließ die Bitternis nicht voll schmecken. Aber heute in der Erinnerung, da auf dem Exerzierplay in jeder Pappel ein Direktionspunkt von damals lebendig wird, da hinter jeder Ahorngruppe wieder der Feind verborgen erscheint, da jeder Strauch wieder als Artilleriemastierung in das Gedächtnis tritt, heute, wo die Erinnerung wieder frisch wird an eine Zeit, wo das Schießen als die Funktion des Menschen. galt, wo jeder Das war also das Fenster unseres Zimmers, Pflasterstein in der Erinnerung von den Schritten aus dem wir so oft auf die Straße hinabfahen. der ausziehenden Marschbataillone: viderhallt, da Auf dieselbe Weinstube, die heute noch dasteht; sie ist auch der trügerische Schein der wenigen Son hat dieselben schmutzigen Vorhänge wie einst und nenstrahlen von damals vergessen und kalt fährt hinter ihnen lauer: wahrscheinlich dieselbe schale die Erinnerung an die Wirklichkeit über den fäufliche Liebe, die damals uns im Fenster oben Rücken. zuzwinkeric. Wich ekelt vor dem Anblick dieser Ich wollte in Theresienstadt über Nacht bli schenßlichen Liebes" nester, dech mehr aber vor ben. Ich kann nicht, ich fände einen Schlaf in die der Erinnerung, daß wir damals mit gierigem fen Mauern. So gehe ich nach dem freundlicheren Verlangen in die Fenster der„ Liebes❝stätte gloß Leitmeriß. Wenn mein Junge aber einige Jahre ten. Wir waren jung und eingesperrt, tagelang älter sein wird, werde ich wieder kommen mit ohne Beschäftigung. So wurden wir zu Helden" ihm. Dann werde ich ihm von der Elbebrücke herangebildet. Wie sagte uns später einmal der das grüne Gartenland um Leitmerih zeigen und Oberst im Kasernenhof? Ihr seid der Stolz des ihm die lockenden Kegel des böhmischen MittelVaterlandes, ihr seid junge Grenadiere! Unser gebirges weisen, die Radebeule, den Lobosch, den Regiment wurde das Grenadierregiment genannt. Millischauer, das blaue Band des fernen ErzgeNicht etwa, daß nicht auch die Sonne in birgskammes; dann werde ich ihm von den Ta unsere Staſerne gelacht hätte, auch dann noch, als gen erzählen, wo ich vergeblich nach Freiheit auf der Krieg schon seine Schatten auf die Stafernen Diesen Bergen ausspähte, und dann werde ich mit warf, als die erſten Verwundeten, Ruhrkranken ihm über diese Kegel und Kämme wandern und zurückkamen und Schauderhaftes erzählten. Die dann wird er wissen, wofür er zu leben hat. unbesorgtheit unserer Jugend war noch zu stark ,, Einst Mühe und Plage- jetzt fröhliche Tage!" Annie Klug Fräulein Klug genießt ihr Leben. Sie plagt sich nicht mit Rumpeln und Reiben, sondern läßt Radion die Arbeit tun. Radion wäscht allein! Löst Radion in kaltem Wasser auf, gebt die Wäsche in die Radionlösung, laßt 20 Minuten kochen, schweift aus!" Wäsche rein und blendend weiß! Reiben und Rumpeln ist unnütze Plage, ruiniert Wäsche und Hände und wird man vielleicht schöner davon? Radion das ideale Waschmittel schont die Wäsche! RADION Ges. m. b. H.- SCHRECKENSTEIN. Nasche Wäsche Waschen& ohne RADION Wascht allein! Kunst und Wissen. Elektra. ( Neueinstudiert und neninszeniert im Neuen Deutschen Theater.) E J. Mitteilungen aus dem Publikum. Mitteilungen des Vereines für Geschichte der Deutschen in Böhmen. 65. Jahrgang, Heft 1-2. Das neue Heft der angezeigten Mitteilungen enthält unter anderem einen Nachruf für den verstorbenen Professor Ottokar Weber, einen Bericht über den Turnen und Sport. Deutsche Schwerathleten in Südrußland. Auf ihrer Fahrt durch Rußland hat die deutsche Mannschaft keine Niederlage erlitten. In sechs Kämpfen Kapellmeister Steinberg wurden verdienter- greiflich, daß diese Einrichtung als mustergiltig empmaßen stürmisch gefeiert. funden und die freie Betätigung der Selbstverwal tung eifersüchtig gehütet wird. Nicht so bei uns, in Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. einem Nationalitätenstaate! Hier haben die sogeErziehungsfragen im Arbeitersport. Der Hel Donnerstag( 237--1), 7% Uhr:„ Volpone" Frei- nannten deutschen Regierungsparteien singforser Kongreß hat sich auch mit Er. tag( 240-4), 8 Uhr: Eleftra." Samstag, 7 Uhr: die Selbstverwaltung ruhig Staatsbeziehungsfragen befaßt und sein Büro beauf" Oriow." Sonntag, 11 Uhr: Kammermusit; amten ausgeliefert, obzwar sie wissen muß- tragt, dem nächsten Kongreß ein Programm der Strauß' Mujittragödie 2½ Uhr: Maskenball"; 7 Uhr: Herbst- ten, daß die Pläne der Regierung über die Abhän- sozialistischen Turn- und Sportbewegung vorzulegen. „ Elektra" erfuhr am Dienstag im Neuen Deut- man över." Montag( 1-1), 7% Uhr:" Gyges gigkeit der judetendeutschen Selbstverwaltung von Der Drang nach förperlicher Betätigung bei der Arschen Theater cine durch Kapellmeister und sein Ring." schechischen Beamten zur Zentralisierung, das heißt beiterjugend und den Arbeiterkindern legt den ArbeiSteinberg bewirkte, glanzvolle Neuaufführung, Spielplan der Kleinen Bühne. Donnerstag: Bertschechung gehen. Wirkliche sudetendeutsche Selbst- tersportverbänden die Pflicht auf, nicht nur für die deren besonderer Wert darin lag, daß das Werk zum„ Seidenstrümpfe." Freitag:„ Bunbury." verwaltung im Rahmen eines national- tschechischen törperliche, sondern auch für die geistige und politi erstenmale durchwegs mit unseren eigenen Samstag: Seidenstrümpfe." Sonntag, 3 Staates ist unmöglich, so sagen die Tschechen und die sche Schulung das Nötige zu unternehmen. Diese Opernkräften gegeben wurde. Denn bisher Uhr:„ Ein besserer Herr"; 7% Uhr:„ VunDenn bisher Uhr:„ Ein besserer Herr": 7% Uhr: Bundeutschen" Regierungsparteien beeilen sich, ihnen Schulung soll im Einvernehmen mit der Sozialistimußten wir immer gerade für die wichtigste Rolle bury." Montag, Bankbeamten I:„ Schers, zuzustimmen. schen Arbeiterjugend- Internationale und der Sozia listischen Erzieher- Internationale geschehen. Das des Werkes, die Titelheldin Elektra, fremde Kräfte Satire, Fronie und tiefere BedenInternationale Büro wurde beauftragt, Verhandlun ausleihen, zuletzt die vorzügliche Leipziger Kammer- tung." gen mit diesen Organisationen einzuleiten. jat. sängerin Aline Sanden. Hoffentlich bleibt Strauß„ Elektra" dem Spielplan unserer Oper nun dauernd erbalten, denn sie ist vielleicht des Meisters reifstes, sicher sein in der Konzeption einheitlichstes und stilistisch geschlossenstes Bühnenwerf Unglaublich ist es auch, wie Strauß gerade in dieser Musiktragödie immer neue, unerhörte Steigerungen findet, wie er Gleftras Seelenbild in grandiofer Eindringlichkeit musikalisch zeichnet und für den Spott, die Rachsucht und den Wahnsinn, wohl aber auch für die Gefühlsmomente des unglücklichen Mäd chens gleich erschütternden Ausdruck findet. So läßt uns Strauß' Musik mit der armen, für den Tod des Vaters auf Rache sinnenden Elektra fühlen, macht uns ihren Schmerz um den vermeintlichen Verlust des Bruders begreiflich, läßt uns ihren Spott und ihre Jronie gegenüber der buhlerischen Mutter verstehen und reißt uns schließlich zu erschütternder Teilnahme hin, wenn sie ihre Rachesehnsucht durch die unerwartete Rückkehr des Bruders als Rächers endlich gestillt sieht, in wahnsinnige Venzücung verfällt und stirbt. Die darstellerisch und gesanglich gleich schwierige Partie der Elektra hatte diesmal unsere hochdramatische Sängerin Frau Susanne Jicha Hausfrauenerlösung: Die Kinder sollen lernen bekömmlich und wohlschmeckend die ganze Familie leinerer Beiträge, bzw. Buchbesprechungen. Als Beidie Wohnung soll in Ordnung sein das Essen si storitertag in Breslau und eine Reihe nett und sauber gekleidet. Diese und noch viele andere Sorgen hat die Mutter des Hauses. Ist es nicht lage zu dem Heft iſt eine solche für Archivwesen, eine Erlösung, wenn ihr wenigstens die Sorge des Musealwesen und Denkmalpflege erſchienen. Waschtages genommen wird durch ein Mittel das Zeit und Arbeit spart und bei dessen Verwendung die Wäsche äußerst geschont wird, da jedes Rumpeln und Reiben entfällt? Das Zaubermittel heißt Radion"! Kaufen Sie noch heute ein Paket zur Probe. Literatur. 5041a Demokratie und Selbstverwaltung. Von Spectator. Just zur Zeit, als sich die Mehrheitsparteien äübernommen. Ihr dankt man es sicher in allererster anschichten, die Selbstverwaltung durch das GemeinLinie, daß dieser Opernabend zum großen Erlebnis definanzgesetz und die Verwaltungsreform abzuwurde. Denn sie gab eine schauspielerische grandiose, würgen und tschechischen Polizeiorganen auszuliein der Mischung von Wahnsinn und Rachsucht unfern, ist im Verlage G. D. Bacdecker- Essen eine glaublich realistische, in der Modulationsfähigkeit des Schrift unter obigem Titel erschienen. Sie nennt Ausdruces und Gefühles erschütternde Elektra, die sich selbst ein Entwurf zum Deutschen Staate" und in der Wiedersehensisene mit dem totgeglaubten Bru- hat den Gießener Staatsphilosophen Dr. Ernst Sor der Orestes und in der Schlußszene der Tragödie effer zum Verfasser. ihre gewaltigen Höhepunkte hatte. Auch gesanglich Horneffer untersucht zunächst das Wesen der war Frau Jicha eine über jedes Lob erhabene und Demokratie überhaupt und ihr Verhältnis zur deutihrer Aufgabe in idealer Weise entsprechende Elektra. schen Geschichte. Was das Verhältnis der deutschen Wer trotz stimmlicher Ermüdung so beglückend schön Geschichte zur Demokratie anbelangt, so findet Horzu singen vermag wie Frau Jicha in der wunder- neffer die moderne Demokratie in der Selbstvervollen Erkennungsszene mit Orestes, ist im höchsten waltung der deutschen Städte längst verwirklicht und Maße und Sinne Meister seiner Stunft zu nennen verlangt die Ausdehnung dieser Verfassung der Neben Frau Jicha behaupteten sich vor allem Frau deutschen Städte, die bekanntlich auf den Freiherrn Reich. Dörich als ſtimmlid; glänzende Chryfo- von von Stein zurückgeht, auch auf die Landgemeinden, themis und Frau Schwarz als in Maske und Dar- soweit dies nicht schon jetzt der Fall ist, wie in RheinStellung ausgezeichnet wirkende Stlytämnestra. Josef land und Westfalen. Die größte Gefahr für die DeSchwarz als Orestes, Paul Helm als Buhle mokratie erblickt aber Horneffer im ernannten und Aegisth, Magnus Andersen als Pfleger, Schön seinem Streise nicht verantwortlichen Landrate und berg als alter Diener, Stefanowicz als junger verlangt, genau wie die Bürgermeister der Städte, Diener und die Damen Sommer( als Aufseherin) vom Kreistage auf eine entsprechend lange Amtsund Kallina, Swoboda, camer, Rhone daner gewählt werde; dadurch werde der Landrat und Schulz Eisenlohr( als Mägde) ergänzten aus einem Statsbeamten zum Organ der Selbstver das ausgezeichnete Ensemble dieser Opern- Neuein- waltung gemacht, die Landgemeinden würden so erst studierung. Stapellmeister Steinberg hat mit in den Kreis der Selbstverwaltung und der Demodieser„ Elektra"-Aufführung neuerdings fein großes fratie eingegliedert. Sievon verspricht sich Horneffer Talent als Operndirigent geoffenbart. Es ist ihm in weiterem Verlaufe eine Verstärkung des Dranaes zum deutschen Einheitsstaate, dessen bundesvor allem ganz hervorragend geglückt, den dramatischen, sich ewig steigernden und überhizenden Chastaatliche Form er für überholt häft. rakter der„ Elektra" Musik festzuhalten und diese Musiftragödie als gewaltiges sinfonisches Tongebände aufzu- aven. In diesem Bestreben ging er allerdings mitunter so weit, daß er der Sänger auf der Bühne vergaß und von hrem stimmlichen Aufwande Unmögliches verlangte. Die überaus stilvolle und im Sinne der antiken griechischen Tragödie des Sophokles bewirkte Neuinszenierung des Werkes hatte Oberregisseur Prof May Semmler besorgt; er zeigte auch in den Details und chorischen Aufgaben erlesenen Geschmack und die Gove, das Szenenbild wirksam zu beleben. Das gut besuchte Haus stand ganz im Bonne der als besonderes Ereignis wirkenden Elektra"-Aufführung; Frau Jicha und Es ist interessant, daß sich im Deutschen Reiche immer mehr Stimmen vernehmen lassen, welche für den Ausbau der vollen Selbstverwaltung eintreten und dies in einem Einheitsstaate! In der Tat verdankt Deutschland nicht nur seinem Lehrer seinen Aufstieg in den Vorkriegsjahren, sondern auch seinem beamteten Bürgermeister, der als gewähltes Haupt der Gemeinde von der Parteien Haß und Gunst be wahrt seines Amtes welten fonnte. Es ist daher beHerausgeber: Dr Ludwig C3: ch Berantwortlicher Redakteur Dr Emii Strauß. und Deutsche Reitungs- Aktien efellſchaft in Brap Für den Drucht verantwortlich Otto Solih. Brag direktion mit Erlaß Nr. 127.451/ VII/ 27 am 14. Mat 1927 bewilligt. Die Beitungsmarlenirantatur wurde von der Voft- u. Telegraphen DIE Vereinsnachrichten. Touristenverein„ Die Naturfreunde", Prag. Samstag, den 1. Oktober, Abf. 16.20 Wilsonbhf. nach Hostimic. Sonntag: Wanderung am Kamm des Brdywaldes. Laubwald. Fernsicht. Nur gute Fußgänger! Fahrpreis K 14.-. Führt: Strnad. Sonntag, den 2. Oktober, Abj. 7.48 Wilsonbhf. nach Duhrinoves- Schloßpart Pruhonic. Näch Sonntag nach B.- Brod- Kičan. Vereinssten Samstag nach Nollendorf. Nächst en abend Mittwoch, den 5. Oktober, Café Nizza. brachten es die Deutſchen zu fünf Siegen und einem Unentschieden. Das Alter des Fußballspieles. Nun hat ein amerikanischer Gelehrter, vielleicht war es auch ein Manager eines großen Fußballklubs, entdeckt, daß die Indianer von Santa Barbara das Fußballspiel bereits 12.000 Jahre vor Christus eifrig betrieben haben. Es kommt ja schließlich auf ein paar Tausend Jahre nicht an. Dem aufmerksamen Beobachter manches Fußballspieles wird es nicht entgangen sein, daß man sehr oft sich des Eindruces nicht erwehren kann, als ob dicier Sport auf Barbaren zuruckgeht. in das Heim des tlassenbewußten Urbeiters gehört d. Zentralorgan. der Deutschen sozialdemokr. Arbeiterpartei " Sozialdemokrat" Bau- Ausschreibung. Zahl: 3598. Die Bezirksverwaltungskommission in Eger schreibt hiemit folgende Bauarbeiten zum Neubau eines Bezirkssiechenhaufes in Eger aus: 1. Erdarbeiten. 2. Maurer, Beton, Versaßarbeiten. 3. Steinmeßarbeiten. 4. Zimmermannsarbeiten. 5. Massive Decenkonstruktionen. 6. Dachdeckerarbeiten. 7. Spenglerarbeiten. 8. Ranalisierung. Die diesbezüglichen Unterlagen, die allgemeinen Bedingnisse, Kostenanschläge und Baupläne liegen in der Zeit vom 1. bis 10. Oftober 1927 in der Bezirkskanzlei in Gger in der Zeit von 8-12 Uhr vormittags zur Einsichtnahme auf, woselbst auch mündliche Aufklärungen eingeholt werden können. Alle erforderlichen Unterlagen, vor geschriebenen Drudforten und Baupläne können in dieser Zeit in der Bezirkskanzlei gegen Erlag eines Betrages von 200 Kronen behoben werden. Die ordnungsmäßig gestempelten Angebote sind versiegelt, mit der Aufschrift: Bezirkssiechenhaus in Eger" versehen, bis 10. Oftober 12 Uhr mittags bei der Bezirfsverwaltungskommission in Eger einzubringen. Jeder Anbotsteller hat bei der Offertabgabe als Sicherstellung 5 Prozent der Anbotsumme in Sparfaffabüchern oder Wertpapieren( Kreditbriefen) bei der Kassa der Bezirksverwaltungskommission in Eger zu erlegen. Ausdrücklich wird darauf aufmerksam gemacht, daß es den Anbotstellern freisteht, wo dies zulässig ist, neben der vorgeschriebenen Ausführung auch Einheitspreise für variierende Abote zu stellen. Alle weiteren Arbeiten wie: Tischler, Schlosser, Austreicher, Glaferarbeiten, Bligschußanlagen, Fußböden, weiters die Zentralheizungs, Wasserleitungs-, Licht und Straftleitungs-, Wasch und Stochküchenanlagen sowie elektrische Aufzüge werden gleichzeitig ausgeschrieben und haben die Firmen ihre Adresse bis zum 10. Oktober der Bezirksverwaltungsfommiffion befannizugeben, damit ihnen alle Unterlagen nach Fertigstellung derselben, sofort zugesandt werden können. Von den Offerenten sind alle Unterlagen unterfertigt an die Bezirksverwaltungs Commission( bei Offertlegung) wieder zurückzustellen. Die Bezirksverwaltungsfommission behält sich die Bergabe nach freiem Ermessen vor, ohne an das niedrigste Aubot gebunden zu sein. Sie kann den Bau zur Gänze vergeben, oder einzelne Teise ausscheiden, schließlich auch alle Aubote ohne Angab von Gründen ablehnen und eine neuerliche Bauausschreibung vornehmen. Eger, am 27. September 1927. Der Amisdirektor: Dr. Anton Becher. Der Vorsitzende: Muton Deistler.