Einzelpreis 70 Seller. Redaktion und Verwaltung: Prag, II., Nefazanta 18. Telephone: Tagesredattion: 26795, 31469. Nachtrebaftion: 26797. Poßschedamt: 57544. Inferate werden laut Tarif billigft berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 7. Jahrgang. 1621 Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit. Der Zensor als Wahlhelfer Mittwoch, 5. Ditober 1927. Grauenhafte Zustände in der kommunistischen Partei. Enthüllungen eines Kommunisten. Feigheit und moralische Minderwertigkeit der Führer. Die Partei angeblich bis in die oberste Führung von Spionen und Polizeiagenten durchsetzt.- Smeral der Unterwürfige. Haken als Parteivorsitzender. Die südmährische Weinstube in Prag.Die Parteifinanzen. Wenn die Wähler den ganzen Umfang der Verrätereien und Verjündigungen der deutschbürgerlichen Regierungsparteien zu erkennen imstande wären, so würden diese schon jetzt von den schamlos Betrogenen mit Schimpf und Schande davongejagt werden. Druderschwärze wird wohl fässerweise verwendet, um Schuld in Verdienst umzulügen, und in den deutschbürgerlichen Versammlungen wird gelogen, daß fich die Balken biegen, aber das wäre auf die Dauer nußlos, denn auch das beste Pugmittel fann einen Mohren nicht reinwaschen. Daher muß der Polizeimann, der in dieser son- nistische Arbeiter aus der kommunistischen Partei In Jičin sind seinerzeit etwa 800 fommu derbaren demokratischen Republik das Univer- ausgetreten, welche nun Verbindung mit verschie salheilmittel gegen alle Krankheiten ist, helfend denen oppositionellen Elementen in der kommu einspringen. Unsere Partei hatte für die Genistischen Partei der Tschechoslowakei suchen und meindewahlen eine Reihe von Bildplakaten, ihre Bewegung marristische Opposition zehn an der Zahl, vorbereitet, auf denen die in der R. V. C. nennen. Der Führer dieser Art der Politik, die Taten und die Erfolge" Bewegung, Karl Gorovsky, hat nun eine Broder Regierungsdeutschen illustriert maren. Die schüre in tschechischer Sprache geschrieben, welche Platate, von Künstlerhand gezeichnet, sind zum nistischen Partei der Tschechoslowakei" erschienen unter dem Titel„ Der heutige Stand der Commit Teil satirisch, farikaturisch, zum andern Teil ist. In dieser Broschüre entwirft Gorovsly ein ernst und aufrüttelnd, und sie hätten zur Kennt Bild der Zustände in der kommunistischen Partci, nis der Naturgeschichte des deutschen Aktivis- das für sich selbst spricht. Im nachstehenden wollen mus, wie er von den Spinas und Mayr- Sar- wir einiges aus der Fülle der Anschuldigungen, tings praktiziert wird, mancherlei beigetragen. die da gegen die kommun stische Partei erhoben Eben darum ist die Staatsgewalt verkörpert werden, widergeben. Ueber die Führer wird da in einigen machtgewaltigen Leitern der poli- unter anderem gefagt: tischen Bezirksverwaltungen, gegen sie eingeschritten und hat ihre Affichierung verboten. Unsere staatliche Bürokratie weiß, was sie ben Parteien, die jeweils einen Bestandteil der Regierungsmehrheit bilden, schuldig ist. Der Eiser, den die einzelnen Bezirkspaschas entwickelten, war ein verschiedener. Einer verbot das AnFleben zweier diefer Plakate, ein anderer ließ fünf zur Affichierung nicht zu und im Trautenauer Bezirk waren es gar sieben, die in den Mugen des Zensors feine Gnade fanden. Der deutsche Aktivismus hot alio durch den Zensor eine ganz ausgiebige Wahlhilfe erfahren. Die Leute, welche heute in der tschechischen Sektion( der kommunistischen Internationale) herrschen, haben die Macht mit Hilfe radikaler Parolen ergriffen. Wie ist aber ihre Praxis? Sind sie links", auch ihrer Tätigkeit nach? Es hat in der Geschichte der Arbeiterbewegung leine untätigere und seigere Führung gegeben, als diese Ausrufer starker Worte. Während der ganzen Herrschaft ihrer Despotic haben sic nicht einen einzigen, und sei es den geringjien Erfolg errungen, sie haben die Arbeiterschaft von Niederlage zu Niederlage gejagt, sie haben für das arbeitende Volk nichts, wirli.d) gar gar nichts erreicht!... Sie sind ruhiger, als die Mumien im Dunfel ägyptischer Gräberselbst der liberale Bürger Bouček oder Stransky schlägt sich heute mutiger gegen den Fascismus, als das ganze Politbüro. Im politischen und öffentlichen Leben aller zivilisierter Staaten spielt die bildliche Satire eine wichtige und durchaus legimierte Roffe. Unsere Zivilisattion aber nimmt ihr gegenüber einen andern Standpunkt ein, in der stickigen Luft des herrschenden Polizeigeistes wird ihr die Afklimatisierung erschwert und man fann ruhig behaupten, daß Blätter. welche die politische und gesellschaftliche Satire pflegen, wie etwa der Simplizissimus", bei uns fein Ueber die moralische Minderwer langes Leben hätten, denn das neue Preßgejez der kommunistischen Partei wird folgendes gesagt: tigkeit der gegenwärtigen Führer Die Leute waren früher voll Kampjesmut, bevor sie ihre Kunst und ihren Geist durch die Pragis erwiesen haben die radikale Geste war ihnen nur die Stufe zur persönlichen Karriere. ständigkeit fehlt im Lexikon der deutschen Regierungsparteien gänzlich und schmunzelnd sehen sie zu, wie der Zensor ihre wackelnden Positionen zu stüßen jucht. Die Partei ist von Spionen und Provokateuren durchsetzt. Von nirgendwoher sind bisher soSumpf der Apparatschiti. viel Lumpen hervorgegangen, wie aus dem Es genügt, daß du ein ordentlicher Linker" bist, und alles ist dir verziehen! Es ist schon länger bekannt, daß im Vordergrund der Bewegung Lente stehen, die von Unternehmerverbänden bezahlt sind daß sich in der Führung der Partei Polizeiagenten häufen- daß unter den ersten Mitgliedern des Politbüros und den radilaisten Abgeordneten ein Mann befindet, der der tschechische Azewo ist. Bis wir die notwendigen Dokumente zusammenstellen und dieses Verbrechen enthüllen werden, wird die Arbeiterschaft mit Entfehen begreifen, wo hin sie geführt worden ist." Ueber die sklavische Abhängigfcit der Führer der kommunistischen Partei von Moskau erzählt der Verfasser der Broschüre folgendes: Die organisatorische und ideelle Ashängigkeit vom russischen Wagneten kommt in einem Karneval von Lächerlichkeiten zum Ausdruck V3 vor furzer Zeit amtierte in der Pra ger Zentrale ein Moskauer Instruktor", der die Post öffnete, die auswärtigen Sekretäre seiner großmütigen Inspektion unterwars, in souveräner Weise jede Kleinigkeit erledigte.... Aber nicht genug daran! Neben einem dauern den Sergeanten lam nach Prag jede Woche der Berliner Oberaufseher im lebten Jahre der Sinowjediade Manuilsky wobei Seine Hochwichtigkeit auch während der Woche telegraphisch besonders gerufen wurde, wenn es auch nur um eine solche Kleinigkeit ging, wie die Beschung eines auswärtigen Sekretariats. Welchen Umfang die geschilderte Unfreiheit angenommen hat, soll durch zwei Beispiele versinnbildlicht werden: Smeral schrieb vor seiner Abfahrt aus Moskau eine und der Staatsanwalt würden ihnen bald die Lebensgrundlagen entziehen. Bisher achtete man aber einigermaßen die Meinungsfreiheit Aufklärung über die politischen Handlungen| denn er ist selber ein Teilchen des Systems, das wenigstens in der Zeit der Wahlkämpfe, und und Geschehnisse auf der einen Seite mit Ge- hier geschildert ist und an dessen Festigung die der Zensor unterließ es, sich als Schiedsrichter walt unterdrückt werden! Aber der Begriff An- Bürgerblockregierung so eifrig arbeitet. Aber zwischen die um die Seele der Wähler ringenweit aufregender als Bild und Tert des Plakatz den Parteien zu stellen. Das ist auch heute ist doch die Wirklichkeit, aus der die noch Brauch in allen Staaten, wo es se etwas Darstellung und der Spruch geschöpft wurden! wie Demokratie und Freiheit gibt. In DeutschOder wenn der Zensor ein anderes Plakat beland, in Desterreich, in England, in Dänemark Unsere Bildplakate dürfen nicht ausgehängt trachtet, das einen Henker im schwarzen Geund anderen wird der Wahlkampf ebenio in werden, weil sie angeblich„ aufreizend" wirten! wande mit einer Maste im Gesichte abbildet, Versammlungen wie auf Plakatwänden und Der Zenjor hat in ihnen das Vorhandensein welcher ein liegendes Weib.mit einer phrygi Litfasfäulen ausgefochten, ohne daß die brutale des Tatbestandes des Vergehens nach Para- schen Müße würgt, so mag er sich„ aufgereizt" Hand des Zensors sich einmengen würde Der graph 300, Straf.- Gej., gefunden. Niemand fühlen, denn darunter steht die Aufschrift: reaktionäre Sturs der Bürgerblodregierung darf zweifeln, daß sich für das Verbot jedweder" Das ist die Verwaltungsreform", bei den anbricht auch mit dieser demokratischen Tradition. Aeußerung oder bildlicher Darstellung ein dern Menschen brauchte es nicht erst dieser Die Parteien der Regierungsmehrheit gebieten Paragraph finden läßt. Mit dem Paragraph Blafate, deren Gefühle wurden schon durch die durch ihr Vollzugsorgan, die Regierung, über 300, St.-G., allein ließe sich bis auf die re- Tatsache der Schaffung dieser Verwaltungsdie Bürokratie, welche das Maß der Meinungs- gierungsfremme Prager Presse" so ziemlich reform bestimmt. Der Zenjor ist, milde gesagt, freiheit in Händen hält, und diese Regierung| die gesamte Presse durch Konfistationen vom höchst einseitig; nicht die Vilder sind das Aufläßt ihre Organe die Macht, die ihnen die re- Erdboden wegkujonieren und es ginge dabei reizendste, sondern die Handlungen der deutaktionäre Gesetzgebung gewährt hat, gegen jeure durchaus„ gefeßlich" zu. Die deutschen Regie- fchen Regierungsparteien, welche diese Bilder gebrauchen, welche diesen Parteien unangenehm rungsparteien bleiben natürlich auch auf dem möglich gemacht haben. Daß die Parteien der Spina und Mayrwerden. Mayr- Harting und Spina sißen auf Boden der Gesetze", wenn sie sich durch den der Regierungsbank, da wäre es noch schöner, Zensor davor schüßen lassen, daß ihre Sünden Harting sich von der tschechischen Bolizeibürowenn die von ihnen geführten Parteien es sich und Verbrechen der Allgemeinheit bekannt ge fratie Wohlhelferdienste leisten lassen, spricht gefallen lassen müßten, auf den Anschlagfäulen macht werden. O, wir sind gut versorgt, wir für ihr schlechtes Gewissen und für ihre den Kontrast ihrer einstigen Worte und jetzigen haben Paragraphe für alles und jedes, auch Schwäche. Aber auch der Zensor wird ihnen Taten im Bild dargestellt zu sehen. Wozu ist dafür, daß politische Parteien, die sich beispiel- nicht helfen. Die Wahrheit marschiert, der man an der Macht", wenn man nicht eine los an ihrem Volke, an den Massen der Besitz Wahlkampf wird vieles zur Aufklärung und peinliche Erinnerungen und Betrachtungen wek- lojen vergangen haben, dafür nicht angeprangert Aufrüttelung der Wählermassen beitragen, und fende Wahlpropaganda zu verhindern imſtande werden dürfen. Der Zensor hat also unsere ob nun Spina, Windirsch, Silgenreiner und wäre! Die einfachste politische Anständigkeit Blafate aufreizend befunden. Wenn er auf Mayr- Sarting ihre Taten in rosigem Lichte würde wohl gebieten, der Wahlpropaganda einem der Plakate las:„ Aus Gruftgemoder verklärt erscheinen lassen, oder ob ihnen der freien Lauf zu laffen, denn wie soll der Wähler gespenstergleich steigt das Vergangene: Alt- Rotstift des Zenjors beizustehen jucht, die sich für seine Entscheidung ein Urteil bilben österreich. Bürokrat zugleich und Pfaff und Schande des Attivismus kommt doch an den können, wenn die Freiheit der Agitation, die Soldat", jo hat das an seine Nerven gerührt, Tag! " Bezugs Bedingungen: Bei Justellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post: monatlich olerteljährlich halbjährig ganzjährig. Kč 16.6 48.96.192.Rüdstellung von Manuftripten erfolgt nur bei Einfendung der Retourmarken. Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich rüb Nr. 233. Rede über die russischen Verhältnisse und die chinesische Revolution nieder und legte sie zur Genehmigung den jührenden russischen Männern: Stalin, Bucharin, Pjatnicki und Kuuji nen und anderen vor. Dann kehrte er nach Prag zurüd, las hier seine große Rede wörtlich in der Lucerna vor, ließ sie wieder wörtlich veröffentlichen und fandte den Abdrnd an Stalin, Bucharin Pjatnicki und Kuusinen jedem besonders mit beigelegten servilen Schreiben, in denen er die Tatsache hervorhebt, daß er nicht ein Wort mehr sagte, als er ihnen vor seiner Abreise bekanntgegeben hatte.... Haken ar= beitete in Moskau eine politische Resolution für den Parteitag aus, sandte sie dem Politbüro, dieses übergab das Elaborat Smeral zum Einrichten, der damit nach Berlin fuhr, damit es Kuusinen genehmige und nach dessen behördficher Genehmigung zog Smeral mit Kuusinen und der Resolution nach Prag. Nicht lange da nach lasen wir, daß der Parteitag spontan" und einmitig" die beantragte Resolution an genommen hat. Der Parteitag hätte allerdings ebenso spontan und einmütig" als politische Nichtlinien die Kundmachung über die Kontumazierung der Hunde in Čerčan angenommen, wenn irgend ein Kuusinen einen ähnlichen Ulas herausgegeben hätte. Daß der Herr Saten, der Vorsitzende der Partei, nur die Marionette in den Händen einer fommunistischen Pětka ist, dafür zeugt folgende Stelle der Broschüre: Die ganze Politik der Partei beforgen fünf Leute in der südmäh= rischen Weinstube: Jilet, Melichar, Dobrovolny, Safař und Bolen.... Diese Despotic endet geradezu in der Lächerlichkeit, wenn wir sehen, wie der Vorsitzende der Partei, Halen, nicht nur nicht den Mund öffnen darf, sondern sich nicht einmal über irgend eine Sache informieren kann. So hat er zum Beispiel den Wortlaut der Kandidatenliste der Mitglieder des Zentralexekutivfomitees erst auf dem Parteitag erfahren, während die Herren Jilet, Melichar, Dobrovolny, Safar und Bolen sie in der südmährischen Weinstube zusammengestellt hatten. Sehr interessant ist auch das, was Gorovsky über die Finanzen der kommunistischen Partei erzählt: Wie sieht das Jahresbudget der K. P. C. aus? Die Magimalzahl der Mitglieder ist 70.000. Davon zahlen etwa 20.000: 3 K monat lich, wovon die Zentrale 1 Kč bekommen soll, das sind jährlich 240.000 K. Die übrigbleibenden 50.000 Mitglieder zahlen Monatsmarfen zu 1 K, Savon sind für die Zentrale 30 Heller bestirunt, also insgesami 180.000 Kč. 240.000 und 180.000 jind 420.000 Kč. Allerdings erhalt von diesem Betrag die Zentrale faftisch nicht mehr als 250.000 Kč, da die Streissekretariate nicht nur der Zentrale die Beitragsquoten nicht entrichten, sondern sie behalten und außerdem auf alle mögliche Art Subventionen zur Erhaltung eigener Einrichtungen herausschlagen. Von den Abgeordneten und Senatoren( 61 Stück) hat die Zentrale je 1500 Kč monatlich. Die russische Jahressubvention beträgt nun 100.000 Rubel oder 50.000 Dollar. Das Gesamtbudget des Regimes der Appartschiki sieht folgendermaßen aus: Moskauer Regierung Prager Einnahmen Eigene Mitgliedschaft 1,700.000 Ké- 56% 1,098.000, 56% 250.000 8% Insgesamt 3.048.000 Kč-100% -" Bei der lumpenproletarischen Haltung der Apparatschiti ist es eine alltägliche Selbstvers ständlichkeit, daß ohne einen ordentlichen Ges winn gewisse Transaktionen nicht geschehen. So wurden zum Beispiel der Reichenberger Druderei eine Million Kronen gesandt, von denen jedoch nur 750.000 Kč angelangt sind. Der Leiter der dortigen Druckerei, Runge, wird vielleicht bis heute vergebens der verschwundenen Biertelmillion nachjagen, aber der angeführte Fall ist so typisch, daß wir fragen müssen, ob eine einzige Geldsendung in ihrer Gänze thrent Zwecke zugeführt worden ist.... Der Elandal diejes Zustandes kommt darin zum Ausdrud, daß die Herrschaften des Politbüros fich durch Abstimmung einen großen, besonderen Gehalt dafür zuschantzen, daß sie Mitglieder des Politbüros sind. Das ist ein Unikum, wenn Sette 2. Mitglieder der Exekutive dafür, daß sie nichts tun, noch besonders durch eine Funktionszulage ho= noriert werden! Wir glauben, daß es in der ganzen Welt keinen zweiten Exekutivausschuß einer politischen Partei gibt, dessen Mitglieder vezahit find. Und dabei füllen diefelben Lente ihre Organe mit lauter Aufforderungen: Arveter sammelt für den Preßfonds! Für die Note Hilfe! Für...! Selbst aber sammeln jie, aber .. in ihre eigene Tasche. Was für unwissende Leute sich in der Leitung der tommunistischen Partei umhertreiben, dafür folgendes Beispiel: Der Zentralsekretär der K. P. Č. in Ostran fragte mich vor einiger Zeit:„ Was ist das eigentlich eine Bruderlade?" Ich mache darauf aufmerksam, daß der Betreffende damals schon lange der Leiter der Bewegung im Ostrauer Bergarbeiterrevier war, wo die Bruderlabe die zentrale soziale Institution ist. Ein anderer zentrale soziale Inſtitution iſt. Ein anderer " Führer des Ostrauer Proletariats", Mitglied des Prager Politbüros und Legionär, Anton Rostal, fragte mich vor ungefähr einem Jahr: Wer ist das eigentlich, der Gewerbeinspektor?" Daß gerade in Ostrau, angesichts solcher Führer, die Bewegung zurüdgehen mußte, versteht sich von selbst. So gab es nach den Angaben Gorovffys Mitglieder der kommunistischen Partei im Oftrauer Gau 1921: 12.493, 1922: 6055, So entkommt ihr uns nicht! solche Liste eingebracht wird und daher der Wahlgang entfällt. Mittwoch, 5. Oktober 1927. haß, den gerade die Nationalsozialisten in den letzten Tagen in reichem Maße bewiesen haben, dazu hergeben, den Aktivisten ihre nationale Verläßlichkeit zu beglaubigen, werden aber wir Die bürgerliche Einheitsfront in den Gemeinden. die Abrechnung vorlegen. Sie sollen sich nur nicht einbilden, daß man einfach den Spieß umDie im„ Deutsch politischen Ar= drehen und dort angreifen könne, wo man selbst beits am t" vereinigten Parteien haben bei augegriffen wurde. Wir haben die hakenkreuzBeginn des Wahlkampfes den Beschluß gefaßt, Wo ist da also unsere Demagogie? lerischen Fanghunde der Besißbürgerklasse gestellt in allen Orten, in denen auch nur eine tschechische Gut, wir haben verschwiegen, daß man bei den und wir werden sie zu Paaren treiben, da soll Viste eingereicht wird, das heißt also in fast allen Stoppelungen auch an uns gedacht und ihnen die Berufung auf ihre nationale Oppogrößeren Gemeinden, zu koppeln, in beson chrende Einladungen für uns vorgesehen hat. fition" so wenig nüßen wie ihre Bundesgenossenders gefährdeten Gemeinden aber gemein- Wir fonnten das um so eher tun, als noch von schaft mit jenen Büttelparteien Kramařs, dic same kandidatenlisten aufzustellen. Den letzten Wahlen der grobe Schwindel in ihre deutsche Gesinnung-von allem Berganwir gaben diesen Beschluß inhaltlich wieder und Erinnerung ist, den die Deutschbürgerlichen mit genen abgesehen jüngstens dadurch betätigen, fommentierten ihn entsprechend. Wir verwiesen der„ Einheitsfront" trieben. Wir konnten die daß fie deutsche Wahlplakate von tschechischen darauf, daß nun in einer Reihe von Orten die Phrase von der Beteiligung der Sozialdemokraten Zensoren konfiszieren lassen!! bürgerlichen Parteien von den Klerikalen bis zu auch deshalb übergehen, weil unsere Stellung zu den Nationalsozialisten und von den Deutsch solchen Angeboten längst keinem Zweifel mehr Die Attion der Eisenbahner. nationalen bis zu den Agrariern in einer Front unterliegt. Uns wird man nicht bewegen, den vorgehen, daß sie in allen übrigen in einer Aktivisten einen Kreditbrief bei den Wählern Aus der Exekutive der loalierten EisenbahnerBurgfriedensgemeinschaft vereinigt sein würden. auszustellen. organisationen. Wir konnten dabei nicht unterlassen, die Haltung Worin haben wir also den nationalen Par Gestern den 4. Oktober I. J. sprach eine Abder jogenannten nationalen Oppositionsparteien unrecht getan, worin liegt unsere Dema ordnung der Exekutive beim Eisenbahnminister teien" gebührend zu fennzeichnen, die das Maul gogie? Sie, die während des Stampfes um die vor und forderte die Antwort auf die ihm fr- her Der Minister er nicht genug weit aufreißen können und dann mit Verwaltungsreform geschworen haben, das überreichten Forderungen. den aktivistischen Volksverrätern gemeinsame deutsche Volf über den Verrat der Attivisten auf flärte, daß er augenblidlich nicht in der Lage sei, Sache machen. Wir bekannten uns als Gegner zuffären, reichen diesen die Hand. Noch am diese Antwort zu geben, daß dies aber am ieder Padelei mit den Regierungsparteien. 20. August verkündete der deutschnationale Donnerstag, den 6. d. M., um 9 Uhr vormittags, Der Standpunkt, daß mit den Knödelparteien Volksruf": geschehen werde. Die Abordnung bezeichnete diegemeinsam deutscher Besitzstand" verteidigt Die Losung bei den Gemeinde- sen Zeitpunkt mit Rücksicht auf den am selben werden könne, ist geradezu absurd; nach der wahlen ist und bleibt: Die Chriftlichsozialen, Tage stattfindenden Delegiertenkongreß der Vernichtung der Gemeindeautonomic durch die die Gewerbeparteiler und die Landbündler find Eisenbahner als zu spät und forderte die AntAktivisten würde ein Bündnis mit ihnen die aus den Rathäusern und Gemeindestuben hinaus- wort noch für heute Mittwoch. Nach längerem Verhandeln wurde vom Minister die Antwort Schandtaten nur fanttionieren und was man an zuwerfen." deutschen Stimmen" gewinnt, kommt doch dem für Mittwoch, den 5., abends, zugesagt. Unterdrückungssystem Švehlas zugute. Aber schon die Gauparteitage Deutschnationalen und NationalDie Exekutive frat hierauf noch zu einer abend neuerlich zusammentreten und zur Antigung zusammen und nahm den Bericht über die Vorsprache entgegen. Sie wird Mittwoch 1923: 5329, 1924: 5811, 1925: 4821, 1926: 3720. Deutschpolitischen Arbeitsamt in Prag entstanden sich für das Koppeln mit den Aktivisten und In einem Artikel, der anscheinend in sozialisten in Mähren und Schlesien haben In fünf Jahren hat also die kommunistische Partei ist und zugleich in der deutschnationalen Abbei allen grundsäßlich" eigenen Listen für Ein wort des Eisenbahnministeriums Stellung nehmen. Tag" im Oftrauer Kreis Dreiviertel ihres Mitglieder standes verloren. 88 am ersten Tage 23 8 am zweiten Tage 25 8 am dritten Tage 14 am vierten Tage 8 Gine alte Wunde, erscheint, wird nun versucht, aus unserer StelWeiters nahm die Exekutive in ihrer gestriDie Demagogie liegt ganz auf der gen Sibung zu den Nachrichten einzelner Tageslungnahme zu dem Beschlusse der bürgerlichen Seite der nationalen Parteien, die blätter, als ob die Aktion der Eisenbahner von Parteien Kapital gegen uns zu schlagen. Wir sich als Gegner des Altivismus aufgespielt haben, den Kommunisten arrangiert wäre, Stellung. Unsere Genossen erinnern sich, wie auf dem seien auf„ demagogischen Jrrwegen" und oben jetzt aber in eine Front mit ihm treten und die Sie stellt ausdrücklich fest, daß diese Nachrichten Karlsbader Parteitag und nachher die Kommu- brein werde unser materialistischer Charakter Ablehnung einer Teilnahme von unserer Seite, tendenziöser Natur find, und zwar darauf benisten immer mit der Behauptung hausieren ge- enthüllt, der sich die Wahrung des deutschen Be über die sie sich ja nie einem Zweifel hingeben rechnet, die Oeffentlichfeit zu täuschen. Die Eregangen sind, daß in unserer Partei die Parteifistandes gleich als Schutz des Besiverstandes fonnten, nun als Wahlschlager benüßen wollen. futive erklärt, daß an der gegenwärtigen Aktion angestellten einen großen Einfluß haben, und vorstelle. Vor allem aber hätten wir verschwiegen, Schließlich ist Koppeln und Einheitsliften- Bilden alle in ihr vertretenen Eisenbahnerorganisationen die Entscheidungen der Mitgliedschaft zu sehr daß das Angebot auch an uns gerichtet war; es doch auch eine Frage der politischen Moral und solidarisch beteiligt sind. beeinflussen. Wie schaut es nun bei den domu jei klar, daß wir uns um die Entscheidung drücken des Reinlichkeitsgefühles. Die Nationalen wissen nisten aus. Darüber ein Bild des letzten Partei und uns nicht zum deutschen Bolte bekennen sehr gut, daß wir uns nicht dazu hergeben, mit tages der St. V. C., das der Verfasser der Bro wollen. Wir wollen also, obwohl die Inhalts den Aftivisten eine nationale Komödie zu spielen schüre entwirft. Es sprachen nämlich: angabe den Zweck vollkommen erfüllte, die beiden und sie als Schüßer des deutschen Volkes anzuer- die sobald nicht vernarben wird, ist für die Apparatschifi Nichiapparatschifi erſten Abfäße des seinerzeitigen Kommuniqués kennen. Die Nationalsozialisten und National- Stommunisten noch immer unser schlechtes wörtlich abdrucken( den dritten und letzten Ab parteiler wissen sehr gut, wer nationalen Ver- Verhältnis zu Hindenburg. Die ſatz zitierten wir schon seinerzeit im Wortlaut). rat" begeht, und noch vor wenigen Wochen ha- Hindenburgwähler fönnen sich nicht Es heißt in dem Kommuniqué: ben sie es auch laut ausgesprochen. Heute aber darüber trösten, daß die Sozialdemokratie vor möchten sie über unseren nationalen Verrat" zwei Jahren alles getan hat, um die Wahl des schreien, weil wir eine Gemeinschaft mit den ausgedienten Feldweibels zum Reichspräsidenten Henkern unserer Autonomie in Bezirken und zu verhindern. Erst fürzlich konnten wir dem. Gemeinden ablehnen, weil wir den Kampf um Vorwärts" eine direkt krankhafte Nervosiunser Recht nach der einzig richtigen Front hin tät in allen Dingen festellen, die Moskaus alte führen, gegen die Würger und Verräter im deut- Liebe Hindenburg betreffen. Der Geburtstag fchen Lager. Wir können durch das Nichtkoppeln ihres Erwählten versetzte die Kommunisten vielleicht ein paar Dußend Mandate an die neuerlich in ein wahres Hindenburg- Fieber. Tschechen verlieren, durch einen Wahlerfolg der Der Vorwärts" widmet mehr als eine Seite Attivisten, und eine moralische Unterstüßung dem Berliner Hindenburg- Rummel und beschäf2. Wo in besonders national gefährder Knödel- Platte könnte ihnen leicht Erfolge tigt sich auch in seinem Leitartikel mit der deten Orten mit Zustimmung der zustän- bringen verlieren wir in den Augen der Welt, indenburgfront". Der Clon des Artikels ist digen Parteistellen eine Einheitsliste auf- in den Augen der Tschechen und vor uns selbst gelegt wird, ist folgender Vorgang zu beobach das Recht, Autonomie zu verlangen. ten: Mit Rücksicht darauf, daß die Ergebnisse der Wahl für fünftige Stimmenzählungen von Be Artikels aufmerksam macht, daß es außer ma Wenn uns der Schreiber des demagogischen deutung sind, ist dem allgemeinen Liſtentitel teriellen Besitz" auch andersartigen, wie na j. B. Wahlgemeinschaft" oder ähnlichem fionalen und geistigen gibt", so fönnen wir ihm der Name aller jener Parteien beizufügen, welche nur antworten, daß wir eben diesen„ anderssich auf diese Liste geeinigt haben. Derselbe artigen" so wenig wie den materiellen Seite an überschreibt. Daß man dem Menschen HindenBorgang ist zu beobachten in jenen rein Seite mit Mayer- Hanreich verteidigen werden. burg, wie es in der Arbeiter- Zeitung" und im deutschen Gemeinden, in welchen eine Denen, die sich in ihrem fanatischen Arbeiter- Berliner Vorwärts" geschicht, Achtung zullen insgesamt 70 27 Die Zusammensetzung der Ausschüsse war folgende: Politische Kommission Appar.: 24, Nichtappar.: 6, Organisationskommission Appar.: 14, Nichtappar.: 0, Mandats- u. Diszipinarkommission Appar.: 5, Nichtappar.:8, Wahlkommission Appar.: 14, Nichtapparat.: 10. Und diesen Kongreß nannte das ,, Rude Pravo" das Parlament der Arbeiter. Wir müssen dem Verfasser der Broschüre die Verantwortung für das, was er anführt, über laffen. Trifft all das, was er erzählt zu, so bietet die Kommunistische Partei ein geradezu grandioses Gemälde der Verkommenheit. Dies ist um so beachtenswerter, als es von einem Mann entworfen wird, der vor furzem in der fommunistischen Partei selbst noch eine Rolle gespielt hat und der das Getriebe der kommunistischen Barici fennt. 39 Der Rachen. Querschnitt durch ein Leben. Bou Berta Selinger. 1. Es wurde zur Kenntnis genommen, daß alle vertretenen Parteien mit selbständigen Listen in die Gemeindewahlen eintreten. Die Parteien vereinbaren in allen Gemeinden, in wel chen auch nur eine tschechische Liste ein gebracht wird, die Pistenkoppelung vorzu nehmen, und raten den von ihnen in den einzelnen Orten vertreienen Parteien, auch die deutsche sozialdemokratische Arbeiterpartei zur Listenkop pelnug aufzufordern. sie doch nicht mit. Für die is dos nischt's Weib und der Besen gehören ins Haus," aber doch mancher von den Jungen zuweilen seine Braut. Die unflätigen Reden aber ließen sie nicht. eben soviel wie ich dohiere, hat se mir ins Gesicht gesacht, und mein ganzes Arbeitszeich hat se mir versaut, das frischgewaschne." „ Das hat der Herr Saupe ganz alleine getan," wehrte sich Bozena. Sie hatte sein frisches Arbeitszeug breit über die verschändete Wand gehängt. Ja, frech ist sie, daß hat der Herr Schmierle auch schon gesagt," der Chef blinkerte ihr belustigt zu,-„ aber Saupe, das ist doch auch eine Schweinerei, was Sie da treiben." Er deutete angewidert auf die Wand. War es verwunderlich, daß die Frauen, die Mädchen, immer wieder nur auf ihr Geschlecht herabgedrückt, auf den Ton der Männer einBozena fernte es aus dem rüden, unsaube gingen, ihn zuweilen noch unterboten? Lebensren Ton der Druder und Seger, an ihren frechen luftig waren sie mit ihrem heißen Blut, lebens Handgreiflichkeiten gegen die Arbeiterinnen, daß gierig. Musik saß ihnen heiß im Blut und trieb auch unter den Organisierten eine reinliche Gefie auf den Tanzboden und wirblig hinter die sinnung ein rar Ding war. Am Montag schoben Hecke. jie verfatert herum, mit glasigen Augen, zerrten Die Jugend verrauscht alles vertauscht! „ Herr Willich, daß ich das erläben muß!" ihre schmußigen Sonntagserlebnisse auseinander, Die grauen, einerleien Tage, Sorge, Zanf, Wochen Der Alte fuhr sich aufgebracht durch die Haarzot wieviel sie gesoffent, welches Mädel sie an den betten, Kindergeschrei, fleinliche, stumpfsinnige teln. Solange bin ich bei der Firma, der junge Zaun gedrückt, in den Graben geschmissen hatten. Arbeit, fleinliche, stumpfsinnige Erholung im Herr hatten noch nicht die erschten Hosen an, so Im Maschinensaal hatten einige ihre Bräute". Weibertratsch, Strankheit, Arbeitslosigkeit, Not, lauge hab ich alles recht gemacht, und nu muß Sich selber besudelnd, rissen sie ihnen die Kleider Berwürfnisse, ein erschöpfter, häßlicher Leib, der ich mir sowas sachen lassen und um so een vom Leibe, zerrten sie entblößt vor die wichern Mann geht seiner Wege; Glücks genug, wenn er Weibstück!" Er schüttelte drohend die Faust gegen den Kollegen: Die Mädel wollen's gar nich nur ins Wirtshaus geht und fäuft nicht nach Bozena, und die war nahe daran, ihm einen anders."„ Die Weibsleute brauchen das, die Hübscheren, Jüngeren sucht. Dies stand vor klitschenden Farblappen in die bleckenden Zähne sin zu nischt anderm nüße." ihnen als Erfüllung des Weibstums. Nein, es zu werfen. Dies eindeutige Wissen vom Weibe, das handgreifliche Begehren und Nehmen gab allem Gebaren der Männer Ton und Schwingung. Als Bozena im Sommer ihr erstes Geld verdient hatte, war sie hingegangen, um sich in die Partei aufnehmen zu lassen. Sie wolln sich wohl hier eenen Liebsten suchen?" hatte der Vorsitzende sie mit lüsternem Augenzwinfern gefragt. Sie fannie seinen Ruf und sparte die Antwort. Aber die andern Genossen wie war es ihnen tomisch und anmaßend erschienen, daß da ein junges Weib zwischen ihnen saß. Won fonn jo feen Wort mehr rede, mon muß ja bloßich aufpoffe, doß mer die Longhoorigen nicht beleidicht.' „ Und donn gehn se hin und schwäße olles aus." Jetzt waren sie halbwegs dran gewöhnt, daß da ein Stamerad neben ihnen saß vom andern Ge schlecht. Und wenn sie ab und zu den Mund auf tat, schmunzelte wohl ein Alter: Gucke da, die is gar nich so tummm." Ihre Frauen brachten war kein Wunder. daß sie schauderten und sich„ Aber Saupe!" begütigte der Junge, wir topfüber in den Strudel stürzten. Daß sie ihre wissen doch, daß Sie ein alter, treuer Arbeiter Jugend bent noch fühlen wollten, ihre heißen, sind, das haben wir doch erst im Sommer wieder frischen Leiber und das Begehren der anderen gesehen." Leiber, sei es auch nur auf dem Tanzboden und hinter der Hecke. natürlich ein Angriff auf die Sozialdemokratic. Die Arbeiter Zeitung" und der Berliner Vorbilde des Vorwärts" sei angeführt, daß der wärts" sollen Hindenburg verherrlicht ben. Nur zur Illustration der fühnen PhantasiegeBerliner Vorwärts" seinen Artikel ,, Das Fest der Andern" ledernen Schmierle nach. Sie wußte aber ganz gut, daß nicht ihre gute Sache gesiegt hatte, nur fie selber. Und eines Tages würde er ihr die Rechnung überreichen. ihr ein bitteres Aergernis war, deuteten sie in Schon wetzten sie die Mäuler au ihr. Was ein Glück um. Der junge Chef, die hübsche Arbeiterindas war ja so ein spannendes Kapitel aus den geliebten Schurdromanen. Und sie fühlten sich geschwollen als Afteure im Stück, obzwar es ihnen ins eigene, zudende Fleisch gebrannt war, wie dies rührende Kapitel im unbarmherzi gen, unromantischen Alltag zu endigen pflegte. und sie erwarteten schadenfreudig ja auch nur dies häßliche Ende. Den alten Chef hatte Bozena noch nicht zu Gesicht bekommen. Er lag unter Sprit und wurde vor respektlosen Blicken gehütet. Auch ohne ihn waren der Antreiber genug. Stunde um Stunde fraß die Kraft der Arbeiter und schied den goldenen Stot aus für die Herren. Hunderte bunter Bogen lösten sich, einer um den andern, facht von der Walze, wurden flink und sorglich aufgefangen, zwischen das weiche Fließ gebettet, vorsichtig zum " Ja," der Alte fühlte Oberwasser,„ und Trodnen gebreitet, gingen wieder durch die darum hätten der Herr Willich mir nich jowas Preſſe, fünf-, sechsmal, bis alle Farben aufge sachen sollen. Der alte Herr hätten es nich getan. druckt waren, kamen zu den Auflegerinnen, die half ihr die Flicßzbogen zurechtlegen, die zwischen Maschinenmeister Herr sein muß, folange er seine Magnesiamehl sanft wieder entfernt wurde und Der junge Chef stand neben Bozena und Der alte Herr wissen, daß an seiner Presse der sie mit zarten Rauschgoldblättchen bedeckten, in Die Reibestuben, wo vas Ueberflüffige mit feinem den neuen Druck kommen sollten. Der alte Saupe Arbeit gut macht. Und wenn er vielleicht een Magnesiamehl sanft wieder entfernt wurde und stand beiseite und knaupelte an seinen dünnen bissel danäben spuckt, das hat damit gar nischt zu wo der weiße Staub immerdar alles vermauerte. Lippen, und dann fiel er plößlich den Chef an: tun. Der alte Herr hätten mir recht gegeben und Die Bienen wimmelten emfig durcheinander, Herr Willich, nehm Sie mir bloß die Nene weg nich dem frechen Weibstück. Ich spude äben wie schleppten die Bogenbündel auf die Trockenböden und geben Sie mir een anderes Mädel." Der sah erstaunt auf:„ Aber warum denn, se mir ins Gesicht gesacht. Der alte Herr... een Streitbrecher, darum wär das so eklich, hat und wieder in andere Säle, sprangen mit Aufträgen, Antragen ins Kontor, zu den Zeichneri Saupe, ich dente, sie hat sich ganz gut eingelernt?" Dem Stronprinzenhaß des Jungen ward's und Lithographen und Schriftfebern und standen Ja, tumm is sie nich, aber so frech. Was die zuviel. Er ging achselzuckend zur nächsten Presse. Dann wieder an dem eiseren Moloch, an den gefür Neden führt und ein' übers Waul fährt und Als er Bozena im Vordersaal traf, lachte er doch. fettet sie dem großen Moloch dienten. widerbeißt, wenn man was sacht. Die bringts Wie spucke ich denn?"" Wie ein Ausbeuter!" noch ins Kittchen, das erläben mir noch. Sie is fagte sie trotzig. So eine Frechheit!" äffte er dem ( Fortseßung folgt.) Mittwoch, 5. Oktober 1927. und ein gewisses Pflichtgefühl nachsagen kann, Seite 3. lands übertönt werden von den offiziellen hindert nicht, daß man den Bolitiker Dindenburg Das deutsche Ausland über den Aktivismus. Sen" jener deutſchen Miniſter in bekämpft. Die Kommunisten halten es 1mgefehrt. Sie beschimpfen den Men schen Hindenburg, haben aber alles getan, um ihn in den Sattel zu heben. Unsere Gemeindewahlen ein Wolfsentscheid". Bersagt die sudetendeutsche Bevölkerung in diesem Kampfe, dann hat sie berfungen und vertan!" Prag, denen das Wahlergebnis Fundament zu Sause und Resonanz in der Welt geben fönnte. Die 400.000 udetendeutsche im Reiche, ohne Unterschied der Partei, die Die politisce„ Neutralität“ der Roten Hilfe. Es versteht sich von selbst, daß die Sowjetbotschaft am Geburtstage Hindenburgs geflaggt hatte und sich an allen Gratula Volksbundes, der Monatsschrift efterreich gehen die Sudetendeutschen zur 28 a turn c. den Oktoberwahlen in tiefer BeIm Organ des Desterreichisch deutschen Der Tag des Gerichtes näht. Im Stober Anschlußfreunde in allen Teilen der Welt, sehen lationen beteiligte. Sie überreichte ihm Deutschland", die ein überpartei- Die eriten Gemeindewahlen 1920 waren ein wegung entgegen." auch eine fünstlerisch ausgefertigte Glüdliches Rampfblatt für den Anschlußwunsch adresse. Dieses vernichtende Urteil über die aktivigedanten e und in Deutschland in allen re- flammender Protest gegen die Einverleihung itische man volitik zeigt, daß man dem Austones ist Schan Die Wahlen in den Zentralheilfonds aus- publikanischen Streifen, auch in denen des katho- in die Tschechoslowakei, gegen die Abtrennung nichts vormachen konnte, daß man in Deutschgeschrieben. Das heutige Amtsblatt veröffentreibt Dr. Richard Michler über die 1927 werden ein Boltsentscheid gegen folgen des Aktivismus auf sich hat. Es ist fischen Zentrums, Leser und Anhänger hat, von Deutschösterreich. Die Gemeindewahlen land sehr wohl weiß, was es mit den„ Gre licht eine Kundmachung des Innenministeriums, wodurch die Wahl der Mitglieder des Zentral Semeindewahlen in der Tschechoslowakei: die volksvergessenen Minister, jür aber auch eine deutliche Warnung für das fomitees des Heilfonds der öffentlichen Ange- Von Vassermann- ,, Dittator" ist die packende die nationale Selbstbehauptung und mittelbar deutsche Volf in der Tschechoslowakei. Das stellten sowie der Beisitzer der Schiedsgerichte für Schilderung, wie entnervend Minister für den Anschluß Oesterreichs an Deutschland Ausland erwartet mit Spannung die Entschei den 16. November d. 3. anberaumt wird. Es ſeifel auf Schwächlinge wirken. Ein sein. Bersagt die judetendeutsche dung der Sudetendeutſchen. Es wird einen Erwerden von den Mitgliedern der Bezirkskomitees Schulbeispiel dafür geben nun auch die Bevölkerung in diesem Kampie, dann hat folg des Aktivismus als den freiwilligen aus der Gruppe M zwölf Mitglieder und zwölf beiden judetendeutschen Minister Berzicht der Sudetendeutschen auf ihr Recht Erfaßmänner aus den Gruppen B. und 6 ie in der Brager Regierung. Sie haben alles vere verjungen und verian, dann werden ansehen, und vergebens würden wir Verständnis je sechs Mitglieder und Ersatzmänner gewählt. In sesjen, was sie in jahrelangem politischen Stampi ihre Silferufe an das Gewissen Europas, an für unsere Probleme in Deutschland suchen, die einzelnen Schiedsgerichte wählt Gruppe A gejagt, geschrieben, gefordert und versprochen die moralische Unterstüßung Deutsch wenn wir jetzt versagen! ein Mitglied und zwei Ersaymänner, die Gruppen hatten. Sie hören nicht mehr SudetendeutschB und C zusammen ebenfalls ein Mitglied und fands Notklage. Sie sind erhaben über solche wei Erjagmänner. Kandidatenlisten sind dem Querelen und wenden ihre ministerielle Sorge Vorsitzenden des Zentralkomitees des Seilfonds dem Ausbau des Staates im Sinne der Zentra in Prag II., Myslifova 8, spätestens bis 19. Of lijierung und Verpolizeilichung zu. Es ist töjttober einzureichen. lich, wie selbstzufrieden sie jüngst auf die Anllage Wir haben am Sonntag auf die unerhörten vom Montag, den 25. Jänner 1926 waren au der schwer um ihr nationales Dasein ringenden Zustände hingewiesen, welche bei der Roten wesend: Landova- Stychova, Stern, Atsamit, Mezl, Wolfsgenossen: Was habt ihr für uns und die Silfe herrschen und wie mit den Geldern der Cervinia, Křenova, Zapotocky, Staras. Daraus Autonomic getan?" in der Presse antworteten: Arbeiter gewirtschaftet wird. Dente wollen wir geht also hervor, daß alle Märchen, welche die Wir haben den Staatshaushalt in Ordnung ge- dem noch hinzufügen, daß es sich um eine rein Sommunisten den Arbeitern von der Neutralität seinen Freunden. Sudetendeutschland delt, daß die Macher der Roten Silfe lauter be entsprechen und daß die Roe Silfe eine Im Angesichte der lommenden Wahl wurde von zwei seiner führenden o fannte Führer der K. V. C. find. Nach dem Bro- ausgesprochen fommunistische Orentscheidung schwören die deutschen litiker verraten, die früher keine Gelegen- tokoll der Sigung der Roten Silfe vom 25. Noganisation ist, die den Zweck hat, der fom Kramařknechte, die bürgerliche Regie- heit verpaßten, den politischen Gegner als minder vember 1925 waren bei dieser Sibung anwesend: munistischen Partei Gelder indifferenter Arbeiter national zu verdächtigen! Muna, Zapotochy, Neumann, Aksamit, Czibulfa, zuzuführen. Alle, die in den erwähnten Protogierungsmehrheit sei nic antisozial Und wie im Wachtraum wandeln sie ihren Pfeffer, Spac, Vobořil, Klatt, Berau und Vee folfen als anwesend genannten fommuniſt i= gewesen. Die Arbeiter sollen am weg weiter. Gibt es für Benefch, den großen sielova. Laut Protofoll der Sigung des Zentralschen Führer sind für die LuderWahltag vergessen, wie man sie vor Deutschenhasser und geschäftigsten Konspirator der fomitees der Roten Silfe am 6. Jänner waren wirtschaft in der Roten Hilfe verfurzer Zeit noch beschimpft und Großen und Kleinen Entente, der Donan- kon- bei dieser Sizung anwesend: Muna, Zapotocty, antwortlich. Die Herren Stern, Neurath verhöhnt hat. Wir haben aber noch föderation und der Vorzugszölle, den Antagonisten Jilet, Stern, Neurath, Novat, Karas, Urban, und Pfeffer wird man in Bersammlungen fra deutscher Geltung im mitteleuropäischen Raum, Landova- Stychova, Křenová. Laut Protokoll der gen können, was sie mit den Geldern der Roten nicht vergessen, daß der Abgeordnete einen größeren Triumph, als jeßt in der franzö- Sitzung des Zentralvorstandes der Roten Hilfe Bilfe angefangen haben. Hans Tichi( Gewerbepartei) in fischen Preise erilären zu lönnen, daß seine Nifolsburg behauptete: Außenpolitik, insbesondere auch die Unabhängigkeit Oesterreichs be= ,, Das Gesetz über die Arbeits- treffend", bedingungslos auch von den beiden zwei Präsidentschaftskandidaten als Anstifter. lofenunterstützung ist nichts deutschen sehr loyalen" Kabinetiskollegen unteranderes als eine Unterstügung schrieben werde? Das heißt, daß sich der Verrat nun über die Grenzen hinaus auch auf Deutschder Faulheit“ österreich und sein Schidial erweitert. Herrn Benesch, den Ministersessein, der Eintracht im Kabinett zuliebe. Seht, die Arbeiterfreunde! Bracht Berraten werden fann man nur von Lommuniſtiſche Organiſation ban- der Roten Silfe erzählen, den Fatfachen nicht und wie sein Kollege, Abgeordneter Wagner( Bund der Landwirte) in derselben Versammlung den Ausspruch tat: Militärrevolten in Merito. bestätigt. Sinrichtungen. Wegifo, 4. Oftober. General Serrano ciner Die Regierung beherrscht die Lage. der beiden menternden Präsidentschaftslandidaten. Megilo, 4. Oftober.( Reuter.) Es hat den wurde nebst 13 seiner Anhänger von regierungss Anschein, daß über die megilanischen Präsident- treuen Truppen im Staate Morelos gefangen ge= schaftswahlen auf dem Schlachtfelde entschieden nommen, vor ein Striegsgericht gestellt, zum Tod: werden wird. Offiziell wird gemeldet, daß sich verurteilt und hingerichtet. Die Meldung über die leichzeitige Erelution Carlo Vidals, des früheren Aber das wurde endlich den braven Partei- die Generale Gomez und Ferrano, welche genossen zu viel. genossen zu viel. Es regnete Interpellationen. beide Präsidentschaftskandidaten sind, empörten Gouverneurs des Staates Chiapas ist bisher nicht Buerit wochenlanges Stillschweigen, dann eine und daß ihr Gegner, General Obregon, der Eine in Teras erscheinende Zeitung meldet ,, Das Sozialversicherungsgeberlegene Erklärung der Minister, jie hätten, ein Freund des Präsidenten Calles ist, bereit noch nicht offiziell Stellung genommen". Die ici, gegen sie zu lämpfen. In der Stadt Mexiko Die fei, gegen sie zu lämpfen. In der Stadt Merito aus Merifo, daß alle Offiziere der revoltierenden sez ist ein Gesetz zum Schuße tägliche Tatsache bleibt, daß fic offiziell revoltierten am Sonntag 800 Offiziere und Sol- Truppen, die bei Torreon den Regierungstruppen Schußzeitägliche cin Gefecht geliefert haben, hingerichtet wor= der Arbeitsscheuen und Lum- mabinett und Parlament allen Beneschmaß daten und ähnliche, wenn auch fleinere Unruhen ben find. Die Regierungstruppen bätten die Senahmen zustimmten, die der gewaltsamen Berpen". hinderung des Anschlusses dienen sollen „ Faulenzer, Arbeitsscheue, Lumpen" fowie dem Ausbau des Heeres, den Rüstungskrediten und der Verlän gerung der Dienstzeit. Der Gendarm Jetzt ist es Zeit, mit den seinen französischer Imperialisten muß beiser betvasinet Herren abzurechnen, die hungernde sein, wenn Desterreichs Unabhängigkeit beund alte Profeten beschimpfen, mit jenen droht und eine offizielle Stellungnahme dann von den loyalen Beneschministern( Minister Herren, die Arbeitslose und abgeraderie heißt wörtlich überseßt: Diener!) verlangt werden Arbeitsgreise mit dem ärgsten Gewird. Soweit hat es glüdlich die Symbiose mit jindel auf eine Stuje stellen. dem Prager Regierungsmilien gebracht! St detendeutschland ist verraten, nun fommt Desterheraus! Der 16. Oftober ist der Zag der Abrechnung mit den Arbeiter ballern und A beiterfeinden! Der Brief. Von Thella Merwin. rei daran! Ein Wiener Wißwort meinte einit, daß aus der antisemitischen Bewegung erit etwas werden fönne, wenn sich die Juden ihrer annähmen. Der schmußigen, im tiefsten unethischen Antianschlußphalang fehlte nur noch die Füh rung durch die Deutschen: Mayer und Spina. werden auch aus den Städten Torreon und Veracruz gemeldet. beilen an Zahl weit übertroffen. Fall alle Menterer seien in dem Gefecht getötet worden. Die Regierung des Präsidenten Calles er klärt, daß sie Herrin der Situation sei und die verantwortlichen Personen binnen 48 Stunden Sohaherablekungen in Italier. bestrafen werde. Präsident Calles hat eine Erklärung veröf fentlichen lassen, in der es heißt: Ich bin ent schlossen, die revolutionäre Bewegung der Generale Ferrano und Gomez ein für allemal zu unterdrücken. Beide sind Verbrecher. Die Regie rung wird sic befämpfen und vernichten. wurden gefangen genommen und die Soldaten Diktat des fascistischen Direktoriums. Mom, 3. Oktober. In einer Sigung des Diret toriums der fascistischen Partei teilte Turatti mit. dai; eine Herabfehung der Löhne in der italieniſe en Industrie ins Auge gefaßt werden müsse, am die Produktionskosten der Bewertung des Pfund Ster: ling mit 90 Live anpassen zu können. Mussolini er Die von Ferrans in Torreon entfesselte Menterei wurde nach dreiftündigem Kampie nie( lärte, er habe Turatti beauftragt, der Syndicatsdergeworfen. Sämtliche aufständischen Offiziere versammlung am nächsten Donnerstag die Bestim | mungen mitzuteilen, die für weitere Zohn'scrabſetentwaffnet. Alle werden vor ein Mtricgsgericht ge- zungen maßgebend sein sollen. Diese Lohnherabietstellt werden. Der Versuch zweier Regimenter in zungen würden für die einzelnen Industrien und Veracruz zu mentern, erfolgte auf Anstiften des Provinzen verschieden sein, jedoch mindestens 10 ProGenerals Gomez. jent betragen. ,, Was wollen?" Ich möchte dem Herrn was übergeben." ,, Na, geben S' nur her, stebl's Ihna net." Ich möcht's doch lieber selbst", murmelte Mann schüchtern. ,, Na, so was! Warten S' draußen." Sie 1 stand, zu und ließ sich dort nieder. Hinter diesen Deiner Füße gelauscht, die so fest auftraten wie zu früh, denn so große Herrschaften pflegen geVänken wölbte sich ein Rondell von Fliederbüimmer, trondem sie mich verließen. Ich habe wöhnlich spät aus den Federn zu kriechen. Taber chen, die in voller Blüte standen. Der Duft, der mein Leben nun ganz in Deine Hände gelegt, wartete er noch geduldig eine Weile. Dann ging hn im Augenblick umwogte, hatt: etwas füß Ernimm es hin und ſei gnädig. Denn nur um er ins Haus und fand gleich beim Eingang auf regendes, tief Berauschendes. Obzwar sich idyl Gnade fann ich noch flehen, hilflos, wie ich Dir einem Meffingschildchen den Namen: Sermlingen. Als der Mann um die Ecke schlenderie, sab iische Gefühle und poetische Stimmungen abzu überantwortet bin. Ich bereite nichts, möchte Er läutete ganz schüchtern und leiſe. Ein Stubener vor einem Bause enas Buntes auf dem Boden fumpfen pflegen, wenn man die Nacht in einer nichts ungesche ben machen. Nur manchmal frage mädchen mit einem Tablett in der Hand, auf dem liegen. Es war ein Lilabrief in einem langen. Obdachlosenherberge verbracht hat und mit lee ich mich, vo hinter den glatten, schönen Linien noch zwei Refte eines Frühstücks standen, öffnete vornehmen Format. Er bückte sich und hob das tem Magen auf einen Gelegenheitsverdienst Deines Gesichtes Deine Seele ahnt, welche Fülle ihm die Tür, musterte ihn geringschäßig und zarte Ding vorsichtig mit zwei Fingern empor, variet, lächelte der Mann doch einem Spaßen von Liebe und Singebung ihr dargebracht wird, fragte: als fei es etwas Gebrechliches. Ein zarter Duft paar zu, das inmitten dieser reizvollen Szenerie und ach, wieviel Schmerz trop meines Glüdes in stieg ihm angenehm in die Nase. Er blickte sich des Frühlings wie fede Straßenjungen Unfug mir aufgespeichert ist. Denn eine Liebe ohne schen um, zögerte einen Augenblick und steckte trieb. Dann verfiel er in ein dumpfes Dämmern. Schmerz, das erscheint mir jetzt, da ich in ihr Gedann den Brief, der geöffnet war, rasch in die Inmitten all dieser verschwenderischen Pracht, heimnis eingedrungen bin, wie ein Antlitz ohne Tasche. mit der die Natur jedes Jahr die Erde zu beflei- Augen..." usw. usw. Eine ,, Selene" war es, die der Es war ein wundervoller Mianmorgen. Nach en pflegt, sab der Mann doppelt armselig aus. so schrieb. einem finden, befruchtenden Nachtregen hatte sich Eine ehemalige Uniform, die im Frieden noch Was für schöne Worte diese vornehmen schlug ihm die Tür vor der Nase zu. Einige Mider Frühlingstag wie ein Zauber entfattet. Ein mehr hatte erduiden müssen als im Kriege, er- Herrschaften für das finden vevntochten, was muten später wurde die Tür wieder eufgemacht Meer von Farben, Duft und Licht betäubte die zählte die Geschichte eines einfachen, armen Le Sinz und Kunz ebenso zu machen verstanden! Sie und neben dem Stubenmädchen erschien ein hochSinne und über allem erhoben sich die Stimmen bens, das an der heißesten Front des täglichen hatten zu allen Genüssen des Lebens noch Schön- gewachsener, auffallend eleganter Mann, während der Natur-- Singen und Zwitschern wie ein Stampfes immer wieder neu eingesetzt wird. Das heit, ja, alles hatten ſie, Gesundheit, Reichtum, sich in einem Türspalt des Vorzimmers der Norf unsichtbarere berauschender Chor. Die Sonne stieg Geficht war uurasiert, ungewaschen, früh gealtert Genuß, Liebe. Der Mann versant in Nachdenken, einer noch jungen Dame zeigte. strahlend empor und mit einem hinreißenden La- und bleich, die Augen blickten rot umrändert. Es mußteganz angenehm sein, in so feinen Wor-„ Na, was wollen Sie denn, lieber Manu?" cheln grüßte der Himmel sein Wunderwerf. Ob- Trotzdem war in ihnen ein Zug von Intelligens, ten zu vernehmen, wie sehr man geliebt wurde. fragte eine sonore Wiännerſtimme jovial. wohl es früh am Morgen war, wandelten bereits der verriet, daß neben des Leibes Noidurft auch Eigentlich war das sehr unschön von dem jungen inige Liebespärchen in den Anlagen, die uralten, eine Seele ihr Recht verlangte. Der Mann, etwas verwirrt, antwortete in Manne, einen derartigen Brief zu verlieren, aber feinem schönsten Hochdeutsch: ewig neuen Worte flüsternd in einer unwidersteh- Als die zwei alten Frauen sich mit ihrer hoffentlich war er verliebt geg, dem redliche: lichen Sehnsucht nach Vereinigung, die diese gauze Laft entfernten und der Student noch immer ver Finder ein anständiges Trinkgeld zu verabfolgen: Stunde zu durchbeben schien. Ein junger Mann tieft blieb, bolte der Mann den Brief beraus und Der Mann fog mit Genuß den Duft des saß auf einer Bank und studierte, beide Hände bei betrachtete ihn neugierig. Er las die Adresse: seinen Parfüms ein. Was die reichen Leute alles den Ohren, als wollte er sich nicht stören lassen, Kurt Alfred Sermlingen, Großgrundbesitzer, dazu brauchten, um glücklich zu werden! Für das unter Vogelstimmenbegleitung in einem Buche. eine Straße im Cottage, die zu den allerfeinsten Geld, das so ein Fläschchen foſtete, konnte so Nebenan, auf einer Nachbarbank, ruhten zwei alte gehörte. Sich mal an, dieser noble Herr hatte den einer wie er wohl gut zwei Monate leben. Weiber mit ihrer Last von Körben aus. Sonst Brief verloren! Schen, als begehe er ein Verbre- Hoffentlich bekam er was dafür, daß er einen war niemand in dem kleinen Parke zu sehen. Die hen, zog er den Brief aus seiner Hülle und las: so füßen Liebesbrief aus dem Straßendred aufgehalbe Stadt schlief noch. Mein Alfred! Lange, nachdem von Dir feine hoben hatte. Der Mann, der den Brief aufgehoben hatte, Steuerte auf e ine dritte seere Bauf, die in der Nähe hente" einen Brief für Sie gefunden, der, wo ich „ Entschuldigen die Störung, ich hab' da glaube, für Sie wertvoll sein dürfte." Kaum hatte Herr Hermlingen einen Bück auf den Brief geworfen, als er über und über rot wurde, ihn hastig ergriff und in die Rocktasche verschwinden ließ. ,, So, dank' schön. Da haben Sie." Er suchte in allen Taschen, während das Stubenmädchen ihn mit einem unvergleichlichen Ausdruck betrach Spur mehr war, bin ich in unserem lieben Zim- Zwei Stunden später stand er vor dem Tor mer gesessen, lange habe ich noch dem Schritt der großer Billa. Es schien ihm aber immer noch tete. Da er nichts fand, warf er einen finsteren Ceite L Zinsfußerhöhung der Reichsbank. Berlin, 1. Oftober.( Eigenbericht.) Zientlich) überraschend hat heute die Reichsbant den Dis fontsaß von 6 auf 7 Prozent erhöht. Dieser Schritt wird mit der überaus starken Inanspruch nahme der Reichsbauf begründet, die den Zahlungsmittelumlauf außerordentlich erhöht hai. An der Börse entstand zunächst eine kleine Pa nit, die zu einer Reihe von Sursrit d gängen führte. Auch die Brivatbanfent setzten ihren Zinsfuß sofort in die Söhe. Allerdings hat man schon bisher bis zu 10 Prozent für furzfristiges Stapital zahlen müssen. Die Wirkung der Erhöhung wird wahrscheinlich die sein, daß wieder größere Auslandskapitalien nach Deutschland fließen werden. Die günstige Stonjunktur in der Industrie, wo man in der letzten Zeit bereits über Kapitalsmangel flagte, würde dadurch eine Neubelebung erfahren. Tages- Neuigkeiten. Wahlverfeln. Deutscher nationalsozialistischer Singiang. Jeder weiß, Ich bin' blieb'n, Was geschrieb'n, Diese Sozi Immerzu, Wie ich heiß. Meine Farbe Ist belonnt. Alle Leu:', Weit und brei. Sab'n mich so Stets genannt. Ich ertrug Diese Lug' Nicht mehr länger Ohne Bein, Doch lein Richter Und fein Dichter Wäicht mich jemals Davon rein. Gar nichts achtend, Todverachtend, Wälzte oft ich Mich im Dred, Doch die Kunst War umsunft, Denn die Grundfarb Ging nicht weg. Nur beim Bürger. Diesem Würger, Fand ich stets Meme Ruh. Viele Gulden, Manche Schulden Binden mich An ihn fest, Und das war, All die Jahr, Für uns Wad re Auch bas Beft. Jutter ichibern, Immer trillern, Wie die andern, Das ist sein, des der des ant du cn or al טן L 111 S Neue Waldbrände in Südfrankreich. Nach einer Meldung des Petit Barisien" aus Nizza ist in Trinite Victor ein neuer Waldbrand auss gebrochen. Erst spät in der Nacht konnte mit si Silfe der Feuerivehr aus Nizza sowie von Alpenjägern und Infantericabteilungen der Brand gelöscht fcht werden. Enva 20 Heftar Waldbestandes find wind, F. Offcher 1927. funft angenommenen allgemeinen Grundsätzen in Schurke. Man gebe ihm einen Ordert, er hat ihit Selbstmord eines Doppelmörders. In der Nach Cinkang zu bringen. verdient: in ihm verkörpert sich die ganze Politif vom Sonntag zum Montag hat sich in sto der Die internationale Zusammenkunft in Wien der Bethlen und Sorthy, die Politik des Terrors Doppelmörder Rudolfansen erhängt. Obwohl amt 29. und 30. September und 1. Oftober 1927 in Glacéhandschuhen, der höflichen Bestialität, er an eisernen Ketten lag, war es ihm gelungen, stellte fest, daß die tschechoslowakische Re der Niedertracht mit guten Manieven. Was int aus seinem Bettladen ein Tan anzufertigen. Hansen gierung bisher leider dem Ersuchen nichi es, daß namenloses Grauen sie vor dem Ge- hatte am Freitag einen Gefängniswärter mit einer her rachgekommen ist und sich nicht bemüßigt richtshof der Weltgeschichte anklagt: die mäch Rente, die er sich selbst angefertigt hatte, nieder die fühlte. die Versorgungsgesche ihrer Kriegsbeschätigen Gönner in England, die Diplomaten des geschlagen. digten einer durchgreifenden Novellierung zu unter Völkerbundes, jehen nur die Glacéhandschuhe 7500 Mark für eine Briefmarke. Bei einer w zichen und sie den internationalen Grundsäßen und fümmern sich nicht um die Morde, die man Briefmarkenversteigerung in Berlin erzielte eine off der Kriegsbeschädigtenfürsorge anzupassen. Sie mit ihnen beging. rumänische Moldau Marte, 81 Parale, bläulich, den stellt weiter fest, daß die Versorgung der tschechos Eine Wendung in der Untersuchung des Refordpreis von 7500 Warf. Auch die übrigen War ein flowotischen Striegsbeschädigten eine gänzlich fen diefer Serie brachten es auf ansehnliche Sum Tannwalder Mordes. Der Ingenieur nugenügende ist und nicht als men schenwürdig bezeichnet werden kann. men: 108 Barale, blau, 2500 Warf, 51 Barale, grün, Hausmann war bekanntlich vor einiger Zeit Sie warnt die Regierung der Tschechoslowakiin seiner Wohnung erschossen aufgefunden und 1200 Mart. Eine Hamburger ½ Schilling- Marfe nd faivars, erzielte 720 Mart, während sie mit 80 there ichen Republif vor der Absicht, eine Kürzung der seine Frau unter dem Verdachte der Täterschaft anschlagt war. Den höchsten Preis von deutschen augenblicklich äußerst nugenügenden Versorgung verhaftet worden. Nunmehr hat Frau aus. Marken erreichte eine wirttembergische 70 Strone mann, nachdem sie die Tat bisher geleugnet vorzunehmen, weil dies zu einer furchtbaren Sata Marke, violett, für die 2950 Mark gezahlt wurde. strophe in den Reihen der Kriegsbeschädigten füh hatte, ein volles Geständnis abgelegt. Sie hat bei der letzten Einvernahme erklärt, ihr Mann oren mitte. habe sie bei einem Streite mit dem Revolver bedroht. Als sie ihm die Waffe entreißen wollte, habe sich die Waffe entladen und Hausmann sei von dem Schuß tödlich getroffen worden. Notlandung eines Verkehrsflugzeuges. Das Kulturstaat, der die Tschechoslowatt- Berliner Tageblatt" meldet aus Hanau: Das sche Republir doch ist, gebührt." Flugzeug der deutschen Lufthansa D 597" mußte Rätselhafte Hilferufe. Das amerikanische auf dem Fluge von Berlin nach Frankfurt bei Auf der Tagung wurde für die Verbände anau eine Notlandung vornehmen, wobei der Marinedepartement gibt bekannt, daß die draht lose Station in Brooklyn ein Signal eines um der Tschochoslowakei der Vertreter des Bundes der Propeller und das Untergestell des Flugzeuges geStriegsverletzten, Bernhard Leppin, in den Vor brochen wurden. Die drei Passagiere, der Führer Silfe rufenden Flugzenges über dem Atlantischen Ozean aufgefangen hat. Alle Nachforschungen A stand entsandt. In der nach der Tagung stattge und der Monteur kamen ohne Schaden davon. endeten bis jetzt ergebnislos. Die Meldung scheint 75 fundenen Sihung des Vorstandes wurde der Die Frau erwürgt. Gestern nachmittag er eimas sonderbar, da sich, soweit bekannt ist, eben Franzose Leon Viala zum Präsidenten und würgte in der Laubenkolonie„ Taheim" in Berjeszt fein Flugzeug über dem Atlantic befindet. der Deutsche Bernhard Leppin mit zum Vizelin der 37 Jahre alte Arbeiter Rieger in einent präsidenten gewählt. Diese Arbeitsgemeinschaft, Wutanfall seine um sechs Jahre ältere Ehefrau. die ihren Sitz in Genf hat, zählt fast vier Weil- Die Fran hatte wiederholt die Absicht geäußert, lionen Mitglieder aus allen ehemals friegführen Mann und Kinder im Stiche zu lassen und einem den Staaten. anderen zu folgen, so daß es zwischen den Ehe Teuten häufig zu heftigen Streitigkeiten fam. Nach der Tat trug der Mörder die Leiche in das Best und stemmte ihr in die gefalteten Hände einen Zettel: Jch tat es aus Liebe zu dir. Tausend Grüße mit ins Grab." Hierauf rief er seine Kinder zusammen und brachte sie zu einem befreundeten Gastwirt, dann stellte er sich der Polizei. Wenn wir rasen, Nur mit Phraien, Fällt auch heut noch Mancher' rein. der Sie erwarte: von der Regierung und dem Barlamente der Tschechoslowakischen Republic, daß diese beiden Faktoren die Versorgung ihrer Kriegsbeschädigten ehestens so regeln werden, wie es sich für einen niedergebrannt. 111 A bo de ci ti ftürzt. Sonntag nachmittag sah ein Genosse, der den ge Zwei Wiener Naturfreunde im Gesäuse abge Versuch machte, über die Jahn- Zimmertroute das be Hochtor im Gesäuse zu besteigen, dann aber wegen fit des schlechten Wetters umkehren mußte, mic get no Touristen von dem Aufstieg über die Roßtuppentante fi obfitürzten. Er hörte ihren Aufschret, jah die fallen fi den Körper und die Steine, die ihnen nachjausten. 6 Die beiden müssen, nach dem Ort ihres Absturzes, den Tod gefunden haben. Es wurde feftaeftellt, daß fa es die Genossen Jara und Gößnitzer waren, die beide Mitglieder der Alpinistengilde der Naturfreunde gewesen sind. Eine Rettungsexpedition von acht Mit gliedern der Naturfreunde aus Wien ist aunterwegs, um die Verunglücien zu bergen. Rundfunt für Alle! Programm für morgen, Donnerstag. Brag, 319, 11: Ghallplattenmufif. 11.35: Landwirt Die dritte internationale Zagung der Saterlandes gebührt. Solche Prozesse haben bis- infolge des Sturmes, der eine Windstärke von 9 bis fafisfunf. 12: Seitfigual, Breffenachrichten. 12.05: Arbeitsgemeinschaft der Kriegsbeschä digten und Kriegsteilnehmerberbände über die Versorgung der Kriegsbeschädigten in der Tschechoslowaici. Mörder mit Glacéhandschuhen. Ein Mör der steht vor Gericht, ein Offizier des Horthy, ein Heros der Stonterrevolution nicht als Angeflagter, sondern als stläger. Oberleutnant St metty hat zwar ungezählte Verbrechen be gangen, von denen zweihundert und achtzig ihm nachgerechnet wurden, er hat sich felbst in Ungarn nicht sichergefühlt und ist nach Sturm an Nord- und Ostsee. Seit Sonntag Italien geflohen, aber, in seine Heimat zurüdabend toben sowohl über der Nord wie über der gefehrt, steht er nun als Kläger vor den Justiz Ditjee außergewöhnlich starke Stürme, die mehrfach veriefern, in seiner Mörderehre verletzt, eine beben Charakter eines Orfans annahmen und vielerleidigte Bestie. Angeflagt ist ein Redakteur, der ihm einige femer Schurtereien vorwarf, der so tattlos und unpatriotisch war, den zweihundert undachtzigfachen Verbrecher nicht so schonungsvoll zu behandeln, vie es notorischen Rettern des her immer damit geendet, daß ein Wahrheitsbeweis nicht zugelaffen und der Angeklagte verurteilt wurde; dieser Prozeß jedoch mußte vertagt werden. Der Angeklagte zeigte den Gerichtshof nämlich zwei Photographien, die darstellen, wie Semetty einen Mann eigenhändig an einen Baum fnüpfte ohne seine gepflegten Hände zu beschmutzen; denn diese Sände staten in Glace handschuhen! Auf die Frage, ob die Photographien richtig seien, verweigerte der Die internationalen Zusammenfünfte der Oberleutnant die Antwort; um den peinlichen Striegsbeschädigten und Kriegsteilnehmerverbände, Eindrud zu verwischen, brach man daher die Verwelche am 18. und 19. September 1925 und am handlung so bald als möglich ab.- Unbegreif30. September, 1. und 2. Oktober 1926 in Genf lich, daß der Horthy- Senfer sich nicht zu seinen taaten, hatten jich durch Entschließungen an die Heldentaten bekannte! War es nicht süß und Regierung der Tschechoslowakischen Republik, wie ehrenvoll, für das Vaterland zu morden, war es auch an die schechoslowakische Oeffentlichkeit ge- nicht ein lobenswertes Werk, Ungarn von Rebel wandt, auf die schwierige interiom gemacht, len zu säubern? Und konnte man ihm vorwerfen, in der sich diejenigen ihrer Staatsangehörigen be- er habe sich und seinem Stande etwas vergeben, finden, die durch den Reien ihrer Erwerbsfähigkeit er, der wahrlich mit Glace handschuhen zugriff oder ihres Unterhaltes beraubt worden sind und und seiner guten Erziehung selbst als Mörder der Hoffnung Ausdrud gegeben, daß die Regierung treu blieb? Er hat seine Sände nicht mit Blut der Tschechoslowakischen Republik bereit sein werde, befleckt, er brauchte sie nach der Exekution nicht in so schnell als möglich die Entschädigung der Kriegs- Stölnischwasser und nicht in Unschuld zu waschen, opfer mit den von der internationalen Zusammen- fer war ein wohlerzogener, gesellschaftsfähiger| Hilfe herbeikam. Die 3. Zusammenkunft der Arbeitsgemeinschaft. die Ende September bis Anfang hober in Wien tagie, nahm zugunsten der striegsbeschädigten der Tschechoslowakei folgende Entschließung einstimmig an: Blick auf den leberbringer und fogie, diesmal| Postillon d'amour machte sich dünn und drückte aber mit barscher Stimmie: Warten Sie einen Augenblid." Kaum war er in das Zimmer gegangen, als man deutlich folgenden Dialog zwischen ihm und einer Frauenstimme hörte: Was war das für ein Brief, Alfred, den der Mann gebracht hat?" „ Ein Geschäftsbrief, der mir abhanden gefommen ist." „ Ein Geschäftsbrief in Damenformat auf Lilapapier?" Ja, ein Zilageschäftsbrief. Was spionierst du ewig hinter mir her?" „ Na, so zeig' ihn doch, wenn nichts dran ift." Nein, eben nicht. Du sollst dir diese Sachen endlich abgewöhnen." Du glaubst wohl, ich bin blöd, ich laffe mir von dir Sand in die Augen streuen. Augenblic lich zeigst du den Brief, ich verlange es." sich in eine Ede, bis der andere vorüber war. Blößlich hörte er hinter sich rufen. Das Stubenmädchen stand unter dem Haustor und winkte ihm zu: Kommen her, Sie Unglücksrab! Sie sollen zur Guädigen." Gan; verduẞt folgte er dem Mädchen in ein fleines Paradies aus roter Seide, bunten Teppi chen, Bildern. Fayencen, Blumen. Gine ältere Dame faß beim Tische, eine junge Frau lehnte am Fenster. Die alte ermunterte ihn einzutreten, als er verwirrt an der Schyvelle stehen blieb. ..Laß mich mit ihm sprechen, Erna", sagte die alte Dame würdevoll, da die junge Frau Miene machte, den Mund zu öffnen. ,, Sie haben socben hier einen Brief abge geben, den Sie gefunden haben wollen?" Warum wollen? dachte der Mann. Er nichte. Dieser Brief war offen, nicht wahr?" Der Mann bejahte. Wit 1. Alifranzöfifche Paftourellen. 5. Micheli: Dritte Subsc Wetterbericht und Zagesneuigkeiten vom Breßbureau, hier orts schweren Schaden angerichtet haben. Besonders gelitten hat Hamburg und die Unterelbe. In Hamburg selbst hatte das Wasser am Montag mor gen eine Höhe von über 12 3off erreicht und war damit zur Sturmflut geworden. Aus Cughafen wird und 10 erreichte, Hochwasser gemeldet. Ein von Indien Gewerbe. 13.35: Börsennachrichten. 15.15. Bortrag: törper fommender holländischer Dampfer stieß in der Elb. 16.30: Naomittagsfonsert. 1. caffala: Cuto babió? 2. Glbu: 10: studerede: abboring. 16.20: Bürfen nachrichten. mündung mit einem Elbe Schiff zusammen, wobei franzöfifche Baftourenen. 3. Cilea: Abrienne econoren beide Fahrzeuge starke Beschädigung erlitten. Der 1. sonnenuntergang. 2 Mondschein Serenade. 3. Erwachen. holländische Dampfer founte jedoch den Hamburger der Zag. 4. Sonnenaufgana. 17.30: Deutiae Sendung. Hafen erreichen. Im Hafen wurden ein englischer auf: Schrifftelle: Johannes Iridil, Brag: Grundfür und ein amerikanischer Dampfer losgerissen und be- liche Gebauten über die Stunft und den fünfferlichen Schelli schädigt. Auf der Ostsee haben sämtliche Dampfer Frauen- Berufe. 18.30: Heber die Frankfurter Mufitausitel infolge des Sturmes Verspätungen erlitten. Die ung. 10.30: Hebertragung aus dem Emetana Fähre von Warnemünde nach Gedser gab am Sonn- bur Nr. Ill. 2. Mendelsfobn Variboibh: tus be: tag abend das Rotsignal des schwedischen Damp- ufit au Sommernachtstraum". a) Duverture; b) Not fers ,, Allegro" weiter, der infolge Maschinenſchadens 1. Symphonic. 22: Zeitfianal, Lehte Nachrichten des Brek in der Nähe von Bornholm hilflos umhertrieb. Zwei bureaus, Uebersicht der Tageserciquiffe und Sportnachrichten. dänische Bergungsdampfer haben sich auf die Suche nach dem Schiff gemacht, dessen Schicksal noch unge- Effettenbörse. Wettervorausfage, Breile. Sport und Thea wiß ist. Es handelt sich um einen Dampfer von 2660 Tonnen. Hund und Bulle. In Decheln bei Bad Ems hütete eine Frau mit ihrem Enkelkind das Vich. Blößlich stürzte sich ein Bulle in rasendem Lauf auf das Mind. Die Frau warf das Kind zur Seite und stellte sich dem Bullen entgegen, der sie zu Boden stick. In diesem Augenblick sprang der Hofhund den Bullen an und biß ihn so lange in die Nase, his Ja, das will ich, gnädige Frau", sagte er nach einem Blick in die Augen der Jungen. Erna?" st Dir schon so etwas vorgekommen, Die junge Frau machte eine ungeduldige Bewegung und antwortete: Warum sollte das nicht möglich sein? Es hat ihn eben nicht interessiert." teller 18: Landwirtschaftsfunt 18.15; Boxtrag: Ueber Saale. Symphonisches Ronger:. 1. Bach: Site furno: c) Scherzo. 5. vonneger: Paftorale d'été. 4. Jirat: 22.15: Theaternariaien. 22.20: Tangmufit. Brünn, 441, 12.15: Wittagsrongert. 11.30: Brager ternachrichten. 15: Eine Stunde für Frauen. 1. eber Bett 1. Corbah. 18: Seitfignel, Deutsche treffenachrichten. 18.10; Deutche Sendung. Senator Johann Bollad: Die Soule der Sufunft. Problem der Schulreform. 18.25: Blenenzucht im Oftober. 18.40: Natistiche und fünstlide Wafferbebatter. 19: Sade: Novelleiten. 19.30: 28ic Brag Brenburg, 300, 16: andwitifdaftsfunt. 17.35: Ston Aric aus" Carmen". 3. Areister: Cloches de Weinuit. mäte. 2. Fibich: Der Waffermann. 3. Dvoraf: Rieber. er avravit; brie aus Subroth". 2. Bizet: Bizet: Arte aus„ Die Berlenfifcher". 5. Zigus- Bhſtry: Sie gieden. Provaznif: Balfe joheute. Sue.ber trag. 18.55: Fremdenverkehr Lonriftit und Sport. 10.10: Truabfly: Drei Lieder. 8. Cul: vel icber. 18.95: 301 Schallplattenmufit. 19.30: Wie Brag. 22.20: 28ic ag Rafchau, 1870, 19: Die hohe Tatra. 19.15: Breffenam richter. 19.20: Stonsert. 1. Mozart: Quartett b bur. 2. Beet hoben: Quartett b- dur, op. 130. Budapest, 556, 11: Edhallplattentonzert. 17.30: Gym phoniefonzert. 18.50: Madiovorirag. 19.80: Erinnerung of hie Märthrer von Arad. 20: Esigetban vértanut". Drama von Joral. 22.45: Sigeunermuji. Daventry, 1601, 13: Quartett 14: Neue Schallplatten. 17: Quartett. 18.15; Kinderstunde. 19: Tangmufit. 20.15: Saydns Slavierfonaten. 20.45:„ Der Widerspenftigen Säh mung", von Ebatespeare, 22.35: Bortampf 21: tangmufit. Mom, 450, 17.15; Tangmufit. 20.10: Die tafehr des Unschuldigen", Romödie von Capus Wien, 517, 11: Bormittagsmufif. 16.15: Nachmittags Yongeri. 17.50; Witteilungen aus den Bundestheatern. 18: Wochenende. 18.20: Rembrandt in Amsterdam. 18.50: Esperanto. 19: Franzöfifa. 19.30: Englifch. 20.05: Buber mann- Geier. Zürid, 588, 12.32: Echallplattenfonaert. 15. Nachmittags. Abend. 20.40: Soliftenstunde. 21.20: Operettenabend. Glaube mir, da steckt was dahinter; sicher hat Alfred noch rasch mit ihm gesprochen. Dieser Satz wurde französisch gesprochen. Die junge Dame fonaert. 16: Zanamuli 17.10: Kinderstunde. 20: Dvořák aber schien alles Interesse an der lleberführung ibres schuldigen Gatten verloren zu haben, denn sie zuchte nur mit den Achseln. „ Sind Sie unten vielleicht meinem Schwie gerjohn begegnet?" Ist das der Herr, der mir den Brief abnahm? Nein." Während die Alte das Zimmer verließ, um noch das Stubenmädchen zu inquirieren, näherte „ Können Sie mir sagen, was in dem Briefe sich die junge Frau dem Arbeiter und sagte mit rascher Stimme: gestanden ist?" Das Stubenmädchen, das bei dem Manne im Borzimmer stehen geblieben war, schloß; eilig die offengebliebene Tür, und sagte ärgerlich: a, Sie fau mir a schöner Tepp. Was gehn denn Ihna fremde Korreschpondenzen an. Hätten Als der Mann zum Fenster sah, erblickte er den Brief net in an Sanal schnicißen fönnen? cin so ängstliches, vom Weinen gerötetes Gesicht fann Ihnen nur eines raten: Berzingen in dem sich eine flehentliche Bitte ausdrüdte, daß Ihna schleunigst und da haben S was für den er zum weiblichen Inquisitor gewendet, einfach ,, Nein, daß' kann ich nicht." Weg." jagte: „ Warum nicht?" fuhr die Alte auf. „ Sie sind wirklich ein braver Mensch. Sic haben wie ein Ehrenmann gehandelt." Damit fonnte er gehen. Im Hausflur stieg ihm warmer Kaffeegeruch in die Nase, ach, füßer und betäubender als das Parfüm des lila Briefes gewesen war, denn sein Magen fuurrte bedenklich. Es war ihm von einer jungen, schönen, eleganten Er drehte ungeschickt die Müße in den Hän- und reichen Tame in einem rosa Seidenpeignoir bestätigt worden, daß er, ein zerlumpter, posten lofer Arbeiter wie ein Ehrenmann gehandelt hatte, aber davon konnte er nicht satt werden. Und melancholisch schlich er in die Stadt zurück, wo vielleicht vom Tisch der Sorglosen ein Brosament für ihn abfallen würde. Sie griff in die Tasche und langte nach einent Geldſtück. Aber der Wann machte eine ablehnende Bewegung mit der Hand, bestürzt über diese unerwartete Wendung, und entfernte sich. In der den: ,, Weil ich ihn nicht gelesen habe." Straße blieb er einen Augenblick stehen und sal sich bedauernd um nach dem schönen Hause und„ Großer Gott, Mensch, Sie wollen mir doch den verlorenen Hoffnungen. Da sah er Herrn nicht wohl meismachen, daß Sie einen offenen Sermlingen aus dem Tor stürzen: Rot wie ein Brief, den Sie auf der Straße finden, nicht Strebs, mit funkelnden Augen. Der unglückliche lesen? Deutschland. Königswusterhausen, 1250, 11.30: allgemeine Grund lagen der Krantenfoft.' 15: Nationalisierung im Haushalt. beratung. 17: Unterhaltungsmulir. 18: Deutsche Wunt in Siebenbürgen. 18.30: Spanifa). 18.55: Steuerliche Fragen bes Bauernstandes. 10.20: Sugo Wolf. 20.10: Uebertragung bon Berlin, 181, Die Czardasfürstin", Operette von Salmon. 22.30: Tangmufir. 15.10: Sosanweisungen und Sheifcfolgen. 16.30: Craichungs Breslau, 323, 12.15: Schallplattenfonaert. 16.30: Bizet: Stonzert. 18.50: Deutsche Industriefogerne. 19.20: Unter vier Augen. 20.25: Bürger Emippel". Stomödie von Sternbeim. 22.30: Langmufif. rankfurt, 120, 13.30: Wittagsfonsert. 15.30: Jugend. tunde, 16.30: Sändel- Stonzert. 19.15: Die Sprechchoriiteratur. 20.15: Richard Strauß Abend. 21.15: Aus ocutfcher Broja. Samburg, 395, 12.30 Mittagsfongert. 14.05: Baus fonzert. 17: Fünfuhrtee. 18: Bolkstümliches Stonzeri. 18.35: " Figaros Hochzeit", tomifce Over von Mozart. Zanzmusif. Langenberg, 469, 13.10: ittagstonzert. 14.30: Wie bleib im gefund? 16.15: Was foche ich) in der nächfien Woche 17: Teemufif. 18: Die berbit. und Wintermode. 18.35: 2011 beim Raave. 19.15: Gutes Deutsch. 20: Der Sigeunerbaron". Operette von Johann Strauß. Tanzmusif. Leipzig, 366, 12: Echallplattenfonzeri. 16.30: Nachmit tagsfonjeri. 19.30 phyfitalisme Beobachtungen am Spiel jeug. 20.15: Das Nätchen von Seilbronn" von stleift. Münden, 536, 15.15: gebrfurs für Geflügelzucht. 16: Deutsche Künſtler in Rom. 16.30: Unterbauungstonzert. 19: Chöre. 20.15: Buddhas Lehre und ihre Entwidiuna. 20.15: Schallplattenfongert. 19.30: Sei nicht nachtragend. 19.15: Symphoniekonzert. Rifat: Klavierkonzert cs- dur. Brudner: 2. Symphonie. Stuttgart, 380, 12.30; Schallplattenfonzert. 16.15: Mad mittagstonaert. 18.15: Dramaturgie. 18.45: Die Gefahren der Entwidlungsiobrc. 19.15: Deutsche Büchereien. 21.15: Bunterr Abend. fr b Бо a A 99 6 " 27. Radh det wohl tgen, eine den Mittwoch, 5. Oktober 1927. Bölkerbund und Mädchenhandel wie bekommen kann. Ob fie das Geld behält der Woche frei, aber niemals am Sonntagabend oder an Sonn und Feiertagen." Der Zuhälter hat bis zu sechs Mädchen unter seinem Oberbefehl, die ihut, ohne Kenntnis der Landessprache und ohne jeden Anhalt, rettungslos preisgegeben sind. Kleine Chronit. Defterreichs größtes Kraftwerk. Seite 5 Ires Grabmal; man hat es erbaut, un dreihunderttausend Toten ein Denkmal zu setzen, dreihunderttausend namenlosen Toten, man hat es vor einigen Tagen feierlich eingeweiht. Pathetische Reden wurden gehalten, ein Bischof zelebrierte die Unmittelbar unter steilragenden Bergkulissen an Messe, die Marseillaise, für uns das Lied der Revolution, in Frankreich das Lied der hundertprodem uralten Völkerweg von Italien über den Brenzentigen Patrioten, erklang- dreihunderttausend ner nach Deutschland hat die moderne Technik einen Tote, anonymes Menschenmaterial. HunderttauDie Ausdehnung des Mädchenhandels läßt sich viele Jahrtausende schlummernden Bergsee zu Kraft send hat man schon früher begraben, hunderttausablenmäßig natürlich nicht genan ermitteln, rinß und Kultur spendendem Leben erwedt. Die ultra- send, deren Identität man feststellen konnte; vieraber, an der großen Zahl fremder Proſtimierter ge- marinblauen Wasser des Achensees wurden hunderttauseas waren es also, die mit ihrem mtessen, sehr groß sein. In Buenos Aires wur Blut, mit ihren Knochen rings um Verdun die den von 1921 bis 1924 jährlich 300 bis 400 Proiti innerhalb dreier Jahre so gebändigt, daß sie bei Erde düngten. Man fann es nicht fassen, man länderinnen. Unter Einrechnung der geheimen Bre- dem im Tal des Inn erbauten Kraftwerk 66 Mil- deln, in Skeletten, in den armen Ueberresten tuierte neu eingeschrieben, darunter 75 Prozen: Aus 10 Meter Absenkung durch felsgetriebene Stollen wagt es nicht, die Zahl, verkörpe in Totenschä besondere Ueberwachungsmaßnahmen ftituierten halten sich dort nach niedrigster Schäßung lionen Subitmeter Wasser liefern, aus denen hente menschlicher Körper, sich vorzustellen, aber die oder ihrem Zuhälter abgibt, geht mich nichts an. In fast allen europäischen Stulturländern beste Das Mädchen muß 10 Franken wöchentlich für die nien iner hen seit einigen Jahrzehnten als freie Vereinigungen ärztliche Untersuchung bezahlen. Sie hat einmal in eder die sogenannten Nationalkomitees zur Bekämpfung des Mädchenhandels. In den Jahren 1902 und 1904 Ziner wurden in Paris internationale Kongresse unter offizieller Beteiligung der Regierungen abgehalten, und im Anschluß an diese Kongresse kam es zu Ver Diar einbarungen zwischen den einzelnen Ländern, nach denen jedes Lard eine Zentralfte e zur Bekämpfung des Mädchenhandels errichten sollte, die mit den anderen durch eigenen Telegraphencode in Verbin dung steht. Gesandtschaften und Konsulate erhielten entsprechende Anweisungen; für Säfen und Grenz orte wurden angeordnet, und eine Kontrolle der Stellenvermittler wurde zugesagt. Außerdem verpflichtete sich jedes Land zur Auslieferung der Mädchenhändler und zum unentgeltlichen Rücktransport der Opfer bis zur Grenze des Heimatlandes. Dreizehn Staaten traten mit dieser Konvention bei. Sum rin, arfe, bet ichen new be tach izza Jen ind ht ben Der Weltkrieg hat diese wertvolle Kulturarbeit 106 Millionen Stilowattstunden Kraft und Licht gewonnen werden. - 1500 ausländische Prostituierte auf. Gin ähnliches grauenhafte Vision ist nicht zu bannen: Städte, in Aegypten. Zu den Ausfuhrstaaten gehören in Bild ergibt sich in ganz Süd- und Mittelamerika und Länder, halbe Erdteile, hat man ausgepumpt, endlose Menschentolonnen marschierten ununterbro erster Linie die Staaten Osteuropas, zu den EinDamit hat Oesterreich sein größtes Kraftwerk chen hinaus, endlose Menschenkolonnen verschlang fuhrstaaten Süd- und Mittelamerika, Kleinaften und evhalten. Es laufen vorerst drei Dynamos mit je eine Hölle, wie sie wüsteste Phantasie nicht träu Nordafrika. Ein reger Austausch sorgt für ständig 8000 PS zur Erzeugung von Bahnstrom und zwei men konnte und der Sinn, das Ende, die neuen Anreiz. Es gibt Bordelle, die ihre Insassinunterbrochen, und nach Friedensschluß fanden die nen nie länger als 14 Tage behalten. Die Sändler Industriestrom. In furzer Zeit liefern zwei weitere derttausend Menschen, deren Schicksal unbekannt, Maschinen mit je 15.350 PS zur Gewinnung von Rechtfertigung? Ein Grabmal für dreihun Mädchenhändler in der allgemeinen Entwurzelung, nehmen auf ihrer Reiseroute in der Regel einen Bid Drehsirommaschinen noch einmal 60.000 PS. Mehr deren Leben so bis zum Letzten erloschen iſt, daß Arbeits- und Ratlosigkeit ein ergiebiges Tätigkeits; adfurs, benußen Lofalzüge und fleinere Dampfer als zwei Drittel der erzeugten Kraft fließt durch fein Name, fein Schatten, nichts Persönliches sche feld für ihr schmußiges Gewerbe. Schließlich hat der und laufen in unbewachten kleinen Säfen an. Völkerbund die unterbrochene internationale Arbeit das Bayernwerk nach Deutschland, fast ein Biertel übrigblieb, nur die Lüge vom Heldentod und die wieder aufgenommen und zunächst ein Komitee sum fräftigt eindrucksvoll die von den Abolitionisten, d. h. ben Reift teilen sich Tiroler Städte, voran Innsbruck ein Senochenberg, über den, schonungsvoll, ein Dieser Bericht der Völkerbundskommission be braucht die Bundesbahn Junsbrud Salzburg, in alle Lügen, alle Phrasen zermalmende Wirklichkeit: Studium der einschlägigen Fragen eingesetzt. Das von den Vorkämpfern einer allgemeinen Abschaffung mit 8000 Stilowattstunden. Das ganze Werk benötigt Denkmal jich türmt. Menschenmaterial gen Amerikanische Institut für Sozialhygiene stellte der Prostitution als anerkanntes Gewerbe, vertreiene für den völligen Ausbau einen Kapitalaufwand von herrliche Baumeister, unübertreffliche Stiftler, int 75.000 Dollar zur Ermittlung von Art und Umfang Meinung, daß die Anerkennung als Gewerbe die 52 Millionen Schilling, die zu vier Fünftein ameri- die das Material ſo plan- und ſinnlos verwendes Mädchenhandels zur Verfügung. Der erste Teil relle des Wiädchenhandels ist, da die staatlich fontanischen Anleihen entstammen. Seute noch schaffen deten, daß es innerhalb weniger Jahre in einen des Ergebnisses dieser Ermittlungen, der zunächst sessionierten Bordelle den Mart: darstellen, der allein rund 500 Arbeiter an der Vollenduna, in den drei Haufen Staub und Asche zerfiel. Dreihunderttaubge: einen allgemeinen Ueberblick geben will, ist vor fur- den Handel anregt und ermöglicht. In den Ländern, Baujahren waren es zeitweise 1500. " send Menschen, was hätte aus ihnen werden fönden zem erschienen. In 28 Ländern sind 6500 Personen in denen die Reglementierung der Prostitution und nen, welche Fülle lebendigen Tuns, und was st das befragt worden, darunter allerdings 5000 Prosti die Bordelle abgeschafft worden sind, ist tatsächlich aus ihnen geworden? Das Ergebnis ihres tanegen tuierte, deren Angaben mit ganz besonderer Vorsicht auch der Mädchenhandel verschwunden und findet sendfältigen Lebens: ein Massengrab. Ihr gemeinwet nachgeprüft wurden. Nach dem üblichen Organisa nur noch im Durchgangsverkehr statt( Holland!). Die famer Name: eine sechsstellige Zahl. ante tionsschema ſteht an der Spive ein das Geschäft Rückständigkeit einiger Staaten gefährdet aber alle len finanzierender" Brinzipal"( siehe„ Fran Warrens übrigen, denn durch den Durchgangsverkehr für die ſten. Gewerbe" von Shaw), meistens ein reich gewordener Länder mit Bordellsystem fallen troß der Wathsam zes früherer Zuhälter, in deſſen Hand alle Fäden zu feit der Behörden hier und da doch auch immer wieDaß fammenlaufen, sodann der Zuhälter, der die Mäd der Töchter der fortgeschrittenen Staaten den Mäd die then ins Ausland verschleppt, und als dritte Person chenhändlern zum Opfer. die„ Madame"( Bordellwirtin), die in der Regel die Mit Frau oder Geliebte eines Prinzipals oder Zuhält: iſt und als seine Wirtſchafterin figuriert. Auch die beiden Männer üben ihr Gewerbe unter einem Dedberuf( Hotelbesiber, Luruswarenhändler oder dergl.) aus. Alle drei beſchäftigen eine große Anzahl von Agenten beiderlei Geschlechts. inde cgs 32 Staaten sind jetzt dank den Bemühungen des Völkerbundes der internationalen Konvention beige treten.„ Aber," so schließt der Bericht,„ alle Schutz. maßnahmen werden vergeblich sein, solange der moralische Tiefstand der Allgemeinheit die Nachfrage aufrecht erhält. Nur die Geziehung der Jugend bei derlei Geschlechts zu einem hohen fiitlichen Stand Als Beispiel für die Einträglichkeit des Gewer- punkte tann eine wirkliche Besserung herbeiführen." bes sei die Auskunft eines Prinzipals angeführt: Wir möchten diesen Worten noch hinzufügen, daß GeAls ich vor drei Jahren nach Buenos Aires winnung und Behauptung eines hohen sittlichen kam, hatte ich eine schwere Zeit durchzumachen. Dann gelang es mir, ein Haus zu eröffnen, das meine Frau leitete, und in 14 Monaten verdiente ich 60.000 Pefos. Diese legte ich in verschiedenen Häusern an, und nun habe ich ein festes und gutes Einkommen, und hen meine Frau braucht sich nicht mehr mit der Bewirt. schaftung des Bordells abzuquälen." Der Prinzipal hat weiterzweigte Beziehungen in allen Ländern und führt eine ausgebreitete Korrespondenz in einer Geheimsprache, in der er die Bestellungen auf die Mädchen entgegennimmt. Eine Bordellwirtin in Tunis Dizl 201 1111 per ten ceut ulic hier Sfat Reber ana Suite be: Not rat: reg ten. ager hea Bett bet. ten. 1 d: Tide rag ton CI: Der 301 10: cag. am ect alt ind ten. 15: Bab f. bes EIL. 50: 1124 alt. 05 beb bont 011. set: ier Standpunktes sehr wesentlich von den sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen abhängen werden, vor allemt von der Schaffung menschenwürdiger Wohngelegenheit für die heranwachsende Generation und von der Einführung eines Arbeitsiones und sonstiger Arbeitsbedingungen, die nicht bei den regeren, temperamentvoller gearteten Mädchen Abenteurergeli ften Vorschus leisten. XXXXX Gleich wie am Bau der bayerischen Kraftwerke bayerische Sozialdemokraten der unmittelbaren Nachkriegszeit ein Hauptverdienst haben, so ist auch die Schöpfung des Achensee Werkes im wesentlichen auf die unermüdliche Arbeit der öster reichischen Sozialdemokraten zurückzuführen. Der jozialdemokratischen Initiative in der Innsbrucker Stadtverwaltung ist es zu danken, daß 1919 die Stadt Innsbrud vom Stifte Fiecht, das Soziali sierung und Enteignung fürchtete, den Achensee samt den anliegenden Hotels und die Seedampfer um rund 3 Millionen Papierkronen faufte. Die hochwürdigen Herren im Stifte Fiecht, die sonst den Grundjat predigen, man foll feine Reichtümer jammeln, reute nach der Stabilisierung der Krone der Berkauf so sehr, daß sie ihren Abt Joseph derart drangfalierten, daß er schließlich in die Schweiz flüchtete, aus der er in späteren Jahren als kranker Mann zurückkehrte und starb. Drama auf hoher See. Auf dem französischen Frachtdampfer„ Beau Soleil", der sich von Le Havre auf dem Wege nach Zentralafrika befand, hat sich ein Drama abgespielt, das einstweilen noch start im Dunkeln liegt. An der Elfenbeinküste starb plöglich der erste Maschinist im Verlaufe weniger Stun den, anscheinend an einer geheimnisvollen Strankheit. Nachdem der Leichnam in das Meer versenkt war, setzte das Schiff seine Reise fort. Einige Tage später erschoß der erste Schiffsoffizier, vermutlich in einem Anfall von Geisteskrankheit, den Kapitän. Der Bordfunfer, der herbeieilte, wurde von ihm durch zwei Schüsse schwer verletzt. Darauf stürzte sich der Schiffsoffizier über Deck und verschwand in den Fluten. Das Schiff, das damit der Führung beraubt war, mußte die Fahrt unterbrechen und den nächsten Hafen anlaufen. Bolkswirtschaft. Der Plan der Stadt Junsbruck, den Achensee elektrisch zu nüßen, hatte angeiichts der trostlosen Wirtschaftslage Desterreichs unendliche Schwierig feiten zu überwinden und erst vom Jahre 1923 an, als der vor Jahresfrist leider verstorbene Sozialist Rapoldi zum Obmann des Verwaltungsausschusses des städt. Elektrizitätswertes gewählt wurde, ging- Prager Produktenbörse.( Offizieller Bc. die Sache vorwärts. Ein Jahr war notwendig, um richt vom 4. Oktober.) Die heutige Produktenmit Hilfe einer Züricher Bank die Finanzierung börse war sehr gut besucht und auch das Geschäft war sicherzustellen, so daß 1924 der erste Spatenstich am ziemlich lebhaft. Eine rege Nachfrage als auch AngeIhr müſſet an. Achensee- Wert erfolgen konnte. Am 19 September bot herrschte am Getreidemarkte. Die befestigte Tenausgesetzt 1927 wurde das Werk, nahezu vollendet, als ein denz der amerikanischen Märkte machte sich auch in Wunder moderner Technik feierlich seiner Bestim mung übergeben, sein völliger Ausbau ist nur noch eine Frage furzer Zeit. gab folgenden, als typisch zu wertenden Bericht über Genossen! thre Geschäftsführung:„ Das Mädchen muß im vor die Verbreitung unserer Zeitung agitieven. aus für Logis und Pension bezahlen, etwa 25 bis 50 Franken täglich. Daneben berechne ich natürlich noch Setzt eud) überall für unsere Parteipsesse Auslagen für Licht, Heizung und Wäsche. Der Be- ein. In das Heim des Arbeiters gehört die sucher bezahlt mir 5 bis 10 Franken für die Be- Arbeiterpresse. Darum, Genoffen u.Genoffinnen nukung bes Zimmers und das Geld für die Ge: entered agitiert tränke. Das Mädchen nimmi vom Besucher so viel, Bon den neuesten Schandtaten der Räuberbande. 000 Dreihunderttausend Tote in einem Grab. Ein Grabmal erhebt sich bei Verdun, ein ungeheuBrag in einer befestigten Haltung von Hafer und Gerste geltend, die höhere Preise erzielten. Gerste ging um 5 K und Hafer um 2-3 K in die Höhe. Gesucht wurden sowohl in Hafer als auch in Gerste vordere Sorten. Weizen konnte, obwohl das Geschäft auf diesem Gebiete ziemlich ruhig war, sich leicht behaupten. Für Roggen herrschte zu Beginn eine etwas flanere Stimmung vor, die sich jedoch im ahnungslose Kundschaft ins Bureau. Flugs späteren Verlaufe besserte, so daß auch Roggen die wurde auch sie, die doch mit dem Buch wirklich lebten Preise behaupten konnte. Am Mehlmarkte ver gar nichts zu tun hatte, gefesselt und gefnebelt und billigie sich Weizenmehl um 5--10 K, ungarisches an den Rand des Feuerchens gesetzt. Wie durch und amerikanisches Mehl um 5 K. Mais behielt, ein Wunder entgingen die zwei Menschen dem obwohl schwächer veranlagt, gleichfalls die letzten Tode durch Gebratenwerden bei lebendigem Leib. Preise bei. Kartoffeln wiesen bei geringem Intereſſe Den Stuflug- lan- Lenten aber wurde bis heute eine flauere Tendenz auf und verbilligten sich u fein Haar gekrümmt. Ihnen ist in einer Stadt 2 K. Von den übrigen Veränderungen wäre noch wie Neuvort eben auch Brandstiftung vor aller die Verbilligung von Weizen- und Roggenkleie um Oeffentlichkeit gestattet. fesselter Bestien geschieht, dann graut einem vor Unter dem Joch des Kutlur- Klan. einer Menschheit, die im zwanzigsten Jahrhundert noch so beschaffen ist. Da überfallen die Banditen einen Neger in Alabama und peitschen ihn, daß die Feßen fliegen. Was hat er getan? Gar Just wie zum Hohn auf amerikanische Ge nichts. Sie peitschen ihn nur auf alle Fälle, damit er gefügig ist, wenn sie nachher von ihm verlan rechtigkeit meldet sich gerade in den Tagen, da die gen, daß er ihnen seine Farm verkauft. Sie bre Märtyrer Sacco und Vanzetti hingemordet hen in Texas zu nachtschlafender Zeit bei worden sind, die Räuberbande des Kuflux- Klan einem reichen Pflanzer ein, reißen ihn, seine mit neuen Schandtaten, die beweisen sollen, daß Frau, seine Töchter, seine Arbeiter aus den Bet in Amerika die Justiz auch milde Saiten auf- ten und peitschen und peitschen. Warum? Damit ziehen kann, wenn es sich nämlich um wirtwirkten diese Stuflug- Stlan- Leute erfrechen, würde man in gen, wenn sie als Sklaven verdungen und seliche Mörder und Banditen handelt. Wessen sich die armen Teufel nachher nicht aufzumuden wa einem großen, straff organisierten, politisch und wungen werden, auf den Feldern des Kuflug wurde ebenfalls in diesen Tagen durch eine Stan Safer, Brag 164-167, Gerste, Auswahl 203-210, Slan von Sonnenaufgang bis Mittag und von 1 Durch und durch korrupt. Wie es mit den Zusammenhängen zwischen Stuklux- Stlan und Staatsmaschinerie beschaffen ist, 2 K zu erwähnen. Auf den übrigen Marktgebieten kam es zu feinen Preisverschiebungen. Es notierten in Kč: Böhm. Weizen, 78-81 Kilo, Prag 227 bis 230, 78-80 Silo, Prag 222-226, böhm. Roggen, 70-72 Svilo, Prag 224-227, Prima Gerste, Prag 192-202, Merkantilgerste, Prag 185–191, böhm. alaffäre des Gouverneurs von India Mais jugoslawischer, Bratislava 141-143, Mais follege des Herrn Fuller, der über Tod und La Plata, Tetschen 138-140, Weizenmehl OHH 355 na befannt. Dieser sympathische Mann, Amts rumänischer, fleintörnig, Oberberg 137-139, Mais parie- kollege ist überwiesen worden, vom Stuflux- Stlan 10.000 Nr. 4 285-295, Roggenmehl O/ I 346-351, ungar. Leben Saccos und Vanzettis zu entscheiden hatte, bis 370, Weizenmehl 845-355, Weisenbrotmehl Dollar angenommen zu haben. Die Sache kam Grobmchl, Szob 380-385, amerit. Patentmehl, Tet auf, als ein gestürzter Würdenträger des Stuflug schen 985-890, Weizengrieß 375-385, EinheitsKlan, der Raubmörder Stephenson, der eine roggenmehl 165-170, Reis, Burma II, Tetschen 280 Reihe sadistischer Verbrechen, hauptsächlich an bis 285, Moulmain, Tetichen 365-370, Bruchreis, Frauen, begangen, aber nicht deswegen, sondern Tetschen 240-270, Sirje 320-335, Graupen 275 bis Zetschen 240-270, Sirje 320-335, Graupen 275 bis 305, Erbsen, grüne 400--475. gelbe 250-290, WirIhr bis Commemuntergang zu arbeiten. Die Opfer hätten natürlich auch ohne Peitsche parieders. Unter Paironanz Duldung und Billigung ren müssen. Aber Dschingis Khan tut's nicht an her Staatsgewalt... Die Bestie hat auch geistige Intereffen. militäriſch ſo mächtigen Staatswesen einfach für so unmöglich, für einen Schauerroman halten, wenn es eben nicht so bitter wahr wäre. Es hat ja schon oft auch in anderen Ländern Banden gegeben, die durch ihr räuberisches Treiben den Schrecken des ganzen Volkes bildeten und aus ihren geheimen Schlupfwinkeln nicht ausgehoben werden konnten, weil ihre Vertrauensleute bis hinauf in die höchsten Staats- Doch was will man? Das Untier peitscht ämter reichten. Wir verweisen nur auf die Feme oder auf die italienische Maffia. Aber alle diese nicht nur, es brennt, sengt, foltert und tötet nicht wegen eines Streites mit dem Stuflux- Klan ins Zusamunenrottungen leiteten doch irgendwie ihre nur, es hat auch geistige Interessen". Es kontrol- Buchthaus hatte wandern müssen, als dieser Burtoria 425-475, Zinsen 320-400, Weißbohnen 190 Serfunft aus der Not und dem Elend der breiten liert segar die literarische Produktion Amerikas. bis 210, Peluschte 220-240, Sommerwide 165-180, Volksmassen ab, blieben mit diesen durch sozu Ein Verleger namens Blum hatte in Neuvort sche also auszuplaudern begann. Da erfuhr man so schreckliche Dinge, daß Winterwicke 350-450, Naturrotflee 1200-1375, fagen populäre Parolen irgendwie im Zusam- ein Buch des Titels Wedding"( Hochzeit) erschei menhang. Was man aber von diesem Stuflux- nen lassen. Es war eine Novelle, die dem Publi- felbst verrottete amerikanische Justiz nicht an Weißllee 700-1800, idwedischer See 1300-1500, Stukluy- Selanders Stlan hört, ist echt amerikanisch: ein Sumpf- fum recht gut gefiel. Nicht so dem Kutlux- Klan ders konnte, als den Herrn Gouverneur Jackson Luzerukice, französischer 1800--1900, neuer Rofffee gewächs des amerikanischen Schwerverdiener- oder vielmehr einem Konkurrenten des Verlegers, borthin zu setzen, wo auch schon sein Vorgänger 850-925, Zenf 300-350, böhm. Wohn, blan 610 tums, der amerikanischen Gentry, ein Produkt der der jo pfiffig gewesen war, den Kutlux- Klan für Mac Cray wegen einer Bestechungsgeschichte bis 630, Stümmel, böhm., neu 590-620, bolländi Storruption in allen Staatsämtern, Behörden die Sache zu„ intereffieren". Also bekam Herr fist: ins Zuchthaus. Der Bandit Stephenson fcher 640-670, Cßfartoffeln, weiße, Verlobestation und Gerichten. Nicht aus dem Volk ist die Ro- Blum einen Brief mit dem„ Befehl", das Bach hat enthüllt, daß er persönlich den Jackson mit 30-32, gelbe 32-36, Weizentele 126-128, Roo- enmantik" dieser Geheimgesellschaft von Mördern, aus dem Handel zu ziehen, da dem Stuklux- Klan 100.000 Dollar Bestechung veranlaßt hat, im tleie 126-128, Rapstuchen 165-175, Leintuchen 185 Sadisten und Einbrechern hervorgegangen, son- die Tendenz" nicht passe. Der Verleger nahm Staate Indiana nur noch Anhänger des bis 190, Malgblüte 120-125, Sen böhm., fouer, undern über das Volk gefekt als ein Zuchtmittel der den Brief nicht ernst, aber er sollte es bitter be- stuttur- Slan Bürgermeistern, gepreßt, Prag, 1927, 47–52, füß, ungepreßt, Prag, e Richtern und Geschworenen zu ma 1927, 57-60, faner, gepreßt, Prag, 1927, 52--57, jüß, Sundertprozentigen", so verderbt, gewalttätig Drei Tag: später erschienen am hellichten chen. Und Leute, die diesem Abschaum nahestehen gepreßt, Prag, 1927, 62-65, Roggenstroh in BünTage in seinem Bureau drei bewaffnete Strolche, oder von ihm abhängig find, waren es, die über dein, ungepreßt, Prag, 49-52, Futterstroh, gepreßt, banden den Verleger an einem Stuhl fest, schich- Sacco und Vanzetti zu Gericht gesessen sind. Prag 37-39, ungepreßt, Prag 32-34, amerit. Fett teten vor seinen Augen die ganze Auflage des Graut es dem amerikanischen Volfe nicht vor der 1380-1400, Gier, frische, böhm, und mähr. 48-50, Buches hoch und zündeten den Haufen an. Es Verdevonis, in die es der Uebermut seiner Dollar- flowakische 45-48, Stalfeier, böhm und mähr. 44 bis 45, slowakische 42-48, Eier, frische, polnische, gab ein rech: lustiges Feuer, aber dem Verleger magnaten hineinführt? wurde sehr schwül dabei. Zufällig kam eine 17. ja. 16: 35: fif. cib Bil 11". tit el 16: " 19: 15: 15: er: d) cent und ideenlos wie diese Hundertprozentigen" selbst. Beitschen, peitschen peitschen. Raub und Schinderei ist ja an sich schon nicht das höchste der Gefühle. Aber wenn es so ohne jeden ,, Grundsatz", so sinnlos wie das Wüten- entreuen. fortiert 45-46. Seite 6. Devisenturie Prager Kurse am 4. Oftober. 100 Meichsmart.. 10 Belgas. Geld 1350.50 Bare 1356.50 801 87% 805.87% 458.60 471.60 649.872 652.27 163.63 164.83 183.872 187.97 33.60 33.90 181.80 133 00 100 holländische Gulden 100 Schweizer grants 1 Biund Sterling 100 gire... 1 Dollar.. 100 Schweizer Frants 100 Dinar. 59.20 100 Bengös. 589.05 100 polnische Bloth 875.80 474.80 100 Schilling. Aus der Partet. 59.70 592.05 878.80 477.80 eutsche sozialdemokratische Bezirksorganisation Prag. Donnerstag, den 6. Oktober 1927, um 8 Uhr abends, im Gewerkschaftshaus, Prag I., Perštyn, Bezirksvertretungssigung. Bestimmtes Erscheinen aller Funktionäre notwendig. ** Jugendbewegung. S. J. Prag. Mittwoch, den 5. Oftober, unt halb 8 Uhr, im Verein deutscher Arbeiter, Gesangsund Sprechchorprobe. Pünktlich tommen! Sprech chortexte mitbringen! stelle, Dr. Hodann, ein offenes Buch kommt, daß auch mit der Prüderie und dem Gouvernantentum aufräumt, die wir von bürgerlichen Aerzten in derlei Werken gewohnt sind. Hodann will ,, Geschlecht und Liebe in biologischer und gesellschaftlicher Beziehung" darstellen und zerstört vor allemt das fromme Märchen, als wäre die Liebe von der feruellen Gleichstimmigkeit zu trennen. Damit fällt aber auch die weit folgenschwerere Behauptung, daß die Ehe in erster Linie auf Seelen. sympathie und Gleichstimmigkeit der Charaktere beruhe. Sehr drastisch zeigt Hodann, daß nur die Harmonie der Geschlechter im ureigensten Sinne des Wortes eine glückliche Ehe verbürgt. Er tritt daher für die Probe Ehe ein, so wie sie heute in dem„ Verhältnis vor der Che" tatsächlich ja in weiten Streifen schon besteht. Hodann beschäftigt sich aber auch in aller Offenheit mit den rein physischen Fragen der Ehe selbst. Die bürgerliche Aufklärungsliteratur übergeht diese Dinge, oder sie drückt sich um sie mit ein vaar medizinischen Jargonausdrücken, die dem Laien nichts sagen. Hier wird die Auffassung vertreten, daß über alltägliche Dinge und die seruellen Fragen find wohl die alltäglichsten, die es nur geben kann auch ausführlich und offen gesprochen werden Turnen und Sport. Streiflichter aus dem bürgerlichen Sportfumpf. Rada, der neue Wahlschlager. Mittwoch, 5. Oftober 1927. die Verhältnisse bei den bürgerlichen Verbän den besser kennen. Spielvoraussage Der Rüpel" Arne Borg. Bei dem bürgerlichen Schwimm- Länderkampf Die Strupellosigkeit, die unser Bürgertunt ausAm 9. Ottober 1927 spielt in Teplitz die zeichnet, wird bei Wahlen in derselben Weise immer „ komplette"(!) Sparta Mannschaft, von geoffenbart. So hat die Stribrny Partet in ber bei dem Länderspiel gegen Ungarn fünf bis sechs Prag den Mittelläufer der„ Sparta", Kada, auf Spieler mitwirken werden. Wir sind neugierig auf gestellt, in der sicheren Erwartung, damit recht viele die Reflameschlager des TF., der bis heute Fußballfanatiker zu födern. Nicht, daß wir einem seinem Anhang noch nichts von dieser Begebenheit Sportler seine politische Betätigung zum Vorwurf erzählt hat. Vielleicht sehen doch die vielen Besucher machen, aber hier dreht es sich nicht darum, Kada des TFK.- Playzes bald ein, daß sie ihr hohes Einals politische Leuchte erscheinen zu lassen, trittsgeld besser anbringen fönnten. sondern seine Popularität dient zum Gimpelfang. Zudem jetzt die Tätigkeit eines Gemeindevertreters vor allent soziales Empfinden vor. aus und dieses fehlt diesem Wahlwer ber zur Gänze. Professionalsportler, Kantineur am Deutschland- Schweden gab es einen von dem WeltSpartaplay, Sportredakteur beim Stříbrny Blatt refordschwimmer Arne Borg hervorgerufenen Zwiund zum Schluß noch Beamter im Gesundheitsmini- schenfall Der Schwede nahm seine deutschen Konfierium. Ein solcher Verdiener" kann schwerlich Furrenten nicht ernst und machte sie( oder sich?) durch für die Interessen der armen Bevölkerung in Frage eine besondere Schwimmart" lächerlich. Die„ Voskommen. Zudem wirft die ganze Angelegenheit ein fische Zeitung" schreibt darüber folgendes: bezeichnendes Licht auf die Arbeitsleistung dieses Mannes im Gesundheitsministerium. Es würde uns sehr interessieren, zu erfahren, unter welchen Bedingungen dieser Sportkapitalist die unzähligen und mit unter recht lange dauernden Reisen der„ Sparta" mitmachen fann? kann. Es ist damit ein entscheidender Schritt zum Bruche mit der herrschenden Prüderie getan, die fein Ding der Serualsphäre mit dem rechten Namen nennen will und für alles, was sie als verboten er. achtet, im besten Fall den lateinischen Ausdruck zu läßt. In Form von Zwiegeschrächen zwischen Arzt und Eheleuten, in Briefen, in Auskünften der Eheberatungsstelle gibt Sodann in wirklich allgemein verständlicher Weise Auskunft über alle Fragen. die heute gerade den Arbeiter und den kleinen Mann Die zweitklassigen Arbeitersportler. angehen, und mit denen sich vor allem Sozialisten Anläßlich unseres Auisiger Länderspieles hat sich Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. beschäftigen sollten. Eine Reihe von Ilustra- die Aussiger bürgerliche Presse unter Mittwoch( 3-3), 7 Uhr: Cavalleria iustitionen ergänzt sehr wirkungsvoll den Text. Führung des„ Sportredakteurs" Herrn Edel und Kunst und Willen. Literatur. Kapperarbeit seiner Kommilitonen einnimmt. So hat vor einigen Tagen ein Ausschußmitglied des Teplißer Fußballklubs, seines Zeichens Sutfabrikant, den Versuch gemacht, den Tormann unseres Weiskirch liter Vereines zu seinen Verein herüberzuholen. Wir bemerken- nur für Herrn Eckel, daß dieser Tormann für das Auffiger Spiel als Ersay aufgestellt war. Troydem hat der TFK. Verlangen nach ihm. Warum denn, Herr Edel? Sind Sie der Meinung, daß der TFK. zweitklassiges Material hat oder aufstellen will? - Der Versuch der Bürgerlichen, unsere Sportler schaft durch die Bürgerpresse schlecht zu machen, wird nicht gelingen, sondern damit werden nur unsere Sportler erst recht aufmerksam, wie wenig moral die bürgerliche Sportbewegung besint. cana", Bajazz0" Donnerstag( 44), 7 Uhr: Aus dem reichen Inhalt feien nur die folgenden eines Richie" gestattet, unsere Sportler zu „ Der Wildschuty." Freitag( 5-1), 7½ Uhr: Stapitel angeführt: Von der Kunst des Liebesverkehrs, lassifizieren. Es ist aber sehr bezeichnend, 3m weißen Rö" Samstag, 7% Uhr: Der Das Voriviel des Liebesverkehrs, Die Geschlechts. daß gerade die bürgerliche Sportwelt be. 3arewitsch." Sonntag, 2% Uhr:" Der Frei verbindung. Geburtenregelung. Die Abtreibungsstrebt ist, ihr Spielermaterial immer wieder aus dem ch" 7½ Uhr: Der Barewitsch" Montag frage, Schwangerschaft, Die Entbindung, Die Ge Arbeitersportlerlager zu ergänzen und sie ( 6-2) 7 Uhr:„ Cavalleria rusticana", schlechtsfrankheiten, Wienogamie, Gattenwahl. Alle dann sofort erstklassig" werden läßt. Vielleicht „ Bajazzo." Ansichten des Verfassers entspringen nicht einer theo gibt uns der Herr Sportredakteur, der seine BeweSpielplan der Kleinen Bühne. Mittwoch: retischen Spekulation, sondern vor allem der Ergung, ohne sie recht zu kennen, einteilt, wie es ihm Sprungbrett der Liebe." Donnerstag: fahrung, aber nicht der Erfahrung des Klinikers, angenehm ist, Auskunft, welchen Standpunkt er sur " Scherz, Satire, Ironie und tiefere der nur Krankhaftes ficht, sondern des volkstümlichen Bedeutung." Freitag:„ Die Hose." Samstag: Cheberaters, der in viele Surderte unglückliche Ghen Sprungbrett der Liebe" Sonntag, 3 Uhr: Einblick gewonnen hat, der manches, was als ab" Bunbury" 7% Uhr: Sprungbrett der normal gilt, als eine Regelerscheinung unseres Liebe" Montag: Seidenstrümpfe." Lebens erfannt hat, mancher einen Ursache, die große Wirkungen auslöst, auf die Spur gekommen ist und nun den Ausweg zeigen kann. Der Leser wird erstaunt ſein, wie oft er eigene Erfahrungen und Vermutungen bestätigt findet, wie oft ihm ein verblüffend einfacher Ausweg aus einem fomplizier. ten Problem eröffnet wird. Was uns Sozialisten an der Verbreitung dieses Buches doppelt interessiert macht, ist die aus jeder Zeile sprechende Tatsache. daß sein Verfaifer ein Sozialist ist. Ihm fehlt der Dünkel des bürgerlichen Mediziners, der feine Wissenschaft als ein Arfanum ansieht, dessen Geheimnisse dem Laien verschlossen bleiben müssen, der nur behandelt", nicht aufklärt. Sodann unterläßt es aber nicht und das ist ganz neu und überaus sympathisch an diesem Buch auf die ökonomische und soziale Bedingtheit aller Krisenerscheinungen des Sexuallebens hinzuweisen und gelegentlich auch zu betonen, daß nur die politische Stärkung der Arbeiterparteien uns eine moderne, den Bedürfnissen der Massen gerecht werdende Serualgesetzgebung bringen kann. Das Buch Sodanns, das wirklich eines jener Bücher ist, die wir dringend brauchten, sollte in feiner Arbeiter bibliothet fehlen. Wer die sieben Mark aufbringt, sollte es aber auch privat anschaffen. Es wird ihm ein chrlicher Freund sein.-nz-. Ein Buch, das wir brauchen. Dr. Max Hodann„ Geschlecht und Liebe", Greifen verlag zu Rudolstadt in Thüringen, 270 Seiten. So wenig die bürgerliche Welt imftande ist, die Widersprüche der kapitalistischen Wirtschaft zu lösen, ohne diese selbst pretszugeben, so wenig findet sie den Ausweg aus dem Labyrinth biologischer, segual hygienischer und„ jittlicher" Probleme, die ihr gestellt sind. Sie hilft sich mit der Lüge, der Prüderie, der Sittenpolizei. Sie tritt für die Unlöslichkeit und Heiligket der Ehe ein, obwohl sie sich längst bewußt ist, daß die Ein Ehe im Grunde nicht mehr existiert, sie stellt das Postulat der jungfräulichen Braut auf, obwohl längst die Aenderung der sozialen Stellung der Frau dieses Postulat entwertet, als einseitig und unberechtigt entlarvt hat. Das Bürgertum ist zwar nicht imstande, die Prostitution und die Geschlechtsfrankheiten zu beseitigen, aber es sucht mit sittenpolizeilichen Vorschriften und mucerischen Gesetzen eine Sittlichkeit vorzutäuschen, die ihm selbst am wenigsten liegt. Wohnungsnot und Uebervölkerung erzeugen täglich aufs neue Strankheit, Perversität und zwingen zur Fruchtabtreibung, die bürgerliche Gesellschaft hilft sich mit Strafparagraphen. Es ist deshalb von großer Bedeutung, daß aus der Feder eines sozialistischen Arztes und Sexualforschers, des Leiters der Berliner CheberatungsGerhart Hauptmann und Jugend. Herausgeber: Dr. Ludwig C3: ch Verantwortlicher Redakteur: Dr. Emii Strauß. Truch Deutsche Zeitungs- Aktien- Gesellschaft in Prag Für den Druck verantwortlich: Otto Solik. Prag Die Beitungsmarfenirantatur wurde von der Boft- u. Telegraphen direttion mit Erlas Nr. 127.451/ VII/ 27 am 14. Mai 1927 bewilligt. Arier, heraus! Innerhalb des Deutschen Wintersportverbandes( HDW.) raucht man schon längst teine Friedenspfeife mehr. Haben da ein paar reinrassige Arier aus dem DTV.( Deuticher Turnverband) den nichtarischen Mitglie dern des HDW. den Krieg angesagt und nun soll am 8. und 9. Oktober die Bombe in Leit merih plazen. Bei der Gelegenheit erfährt man aber auch sehr schöne Dinge, die sonst kaum das Licht der Deffentlichkeit erbliden würden. So erklärt der HDW., was er in Wirklichkeit ist: eine Ge meinschaft von Wintersport, während er die deutsche Turnerschaft als eine Ge meinschaft von Bierbankpolitik hinstellt. ( So zu lesen in der„ Bohemia".) Wenn wir dies sagen, behaupten die Gegner immer, wir seien aus Tendenzgründen so gehässig eingestellt. Nun hat aber ein echter Deutscher" gesprochen, und der muß doch ,, Die Schweden sind im Wasser feine Gegner für Deutschland. Hier kann nur ein Schwimmer etwas. Arne Borg, und diefer benimmt sich wie ein Rüvel Der Weltmeister" belant es fertia, den deutschen Meister aum Gespött der Anwesenden zu machen. Jeder weiß, daß Arne Borg eine vor. läufig noch nicht zu erreichende Ertraklasse dar. stellt. Darum schwamm Arne Borg in dem Kampf über 1500 Meter fast nur mit den Armen, wartete auf seine Gegner, unterhielt sich mit dem Publi fum. Und das nennt sich sportliches Verholten? War denn dieser Länderkampf notwendig? Bringt es Ehre, mit einem Gegner zu kämpfen, deſſen Amateureigenschaften zweifelhaft find?" Eine feine Sache, diefer bürgerliche Sport. Vorbild hinstellen... Und so was will man den Arbeitersportlern als Die niederländische Vereinigung der Naturfreunde hat einen guten Aufschwung genommen. Ihre Mitgliederzahl stieg um rund 50 Prozent. Sie veranstalteten eine Reihe Auslandsreisen, besonders in das deutsche Rheinland. Die Vereinigung besitzt ein großes Ferienlager mit 32 Häusern, das den niederländischen Arbeiterfamilier Ferienaufenthalt newährt Allen Genossen und Genossinnen empfehlen sich zur Herstellung sämtlicher Drucksorten GARTHER Nordböhmische Druck- u.Verlags- Anstalt Gärtner& Co., Bodenbach a. E. G. m. b. H. Großbuchdruckerel, Stereotypie Buchbindere!, neueste Setz- und Gleßmaschinen mit einer sages leistung von 509.000 Buchstaben, Rotationsmaschinen mit einer Tagesproduktion von 250.000 Zeltungen Fernsprecher Nr. 271 Postsparkassa Nr. 127 863. diesen Seelen, die ihn erkennen und grüßen, die er Werke? Vernimmt sein Ihr nicht den Wutschrei die die herrlichen Engelsworte in Hanneles Ein Wiener Genosse. Mittelschullehrer, senbet uns die folgende Betrachtung, die gleichermaßen von dem neuen Geist der Jugend wie der refor mierten Schule zeugt: wenn ich nur fünf Schüler in jeder Klasse habe, Himmelfahrt" begeistert und mit religiöser Andacht erfassen, so ist das Lohn, der reichlich lohnet! Es bedarf feiner Worte! Gerhart Hauptmann gehört unserer Jugend voll und ganz! Die Leidenschaften des Geistes, die Kämpfe der aufstrebenden, die Träume der genießenden Jugend, von den Leidenschaften, Kämpfen und Träumen unseres Dichters erzeugt. fie treffen nicht unmittelbar auf sein Herz zurüd. Und doch sind das die tiefsten Huldigungen! Sie wirken in das Leben unserer Jugend und verwandeln, was Arbeit, Gewissen und Genie formt, in jene Urfraft, aus der sich alles Zukünftige speist! So leot dieser verehrungswürdige Dichter vor allem in unserer Jugend, die ihn, wie es sich gebührt. als den großen Meister threr Zeit verehrt! Werke geführt werden. Er erkennt nicht die jun-| gewordene Tugend des Dichters nicht alle seine verivandelt hat und in denen er sich erfüllt. Wie der Unterdrückten und Beladenen! Sollen wir un mächtig fann die Lektüre von Hanneles Himmel- serer Jugend diese herrliche soziale Einstellung im fahrt" oder der Weber", der Versunkenen Gewande höchster Poesie vorenthalten? Sell nicht Glode" oder des College Cramton" diese jungen gerade in unserer mechanisierten Zeit wenigstens Geister aufschüren! Freilich muß der Lehrer durch bei der Jugend Gefühl, Begeisterung und LeidenWirklichkeitsdarstellung fesseln! Mit öden und schaft vorherrschen? Das Wesen unserer Jugend geisttötenden Inhaltsangaben und der langweili- ist nun einmal Opposition! Unsere Jugend will Das Rad der Geschichte rollt niemals rück gen Reproduktion der fünf Punkte dramatischer vor allem subjektif und eigenherrlich sein! Entwärts, neue Zeiten haben iroy alter Wunschbilder Steigerung wird nichts mehr erreicht! Wahre gleisungen fönnen nicht durch Drill und Formaaus der Vergangenheit, immer ein neues Gesicht. Wunder der Andacht und religiöser Weihe vermag lismus befämpft werden! Die Jungen von heute Auch unsere Jugend empfindet die Fesseln ange eine stimmungsvolle Stunde deutscher Dramen neigen wie die Aelteren zur mechanisierten Auflernter Schablonenarbeit drückend und sucht neue lektüre auszulösen. Der Vortrag ist bei richtiger fassung des Lebens! Die so oft verspottete ,, SeelenWege in der geänderten Struktur unserer Gesell- psychischer Disposition auch bei den schlechtesten fanierung" Seipels hat schon ihre innere Berech schaft. Welchen herrlichen Einblick in das ge- Sprechern noch immer gemütvoll, darauf fommt tigung, nur anders als er meint! Stem Gegenstand änderte Menschheitsbewußtsein unserer Jugend es in der Schule an, wir brauchen im Vortrag ist aber besser geeignet, die geistige une seelische gewährt die deutsche Dramenlektüre in unseren feine vollendet artikulierenden Kunstsprecher". Persönlichkeit des Schülers zu erfassen und aus oberen Mittelschulklassen! Ich habe den ersten schüchternen Versuch mit zubauen, als Deutsch an unseren oberen MittelWahrlich, ein neuer Geist erfüllt die alten Grillparzer gemacht: Des Meeres und der Liebe schulklassen! Ihr, die Ihr im Leben steht, wißt nicht. Schulräume! Ehrfurcht vor Goethe und Schiller! Wellen!" Das Stüd enthält erotische Slippen Jede Schablone bedeutet eine Gefahr! Der welche Saat dieser Künstler in die Herzen unserer Sie bedeuten nach wie vor Gipfelhöhen fünftle empfindlichster Art. Aber nach erfolgter psychischer Deutschunterricht muß im höchsten Sinne fünstler Jugend gestreut hat, wißt nicht, wie die Fülle rischer Vollkommenheit! Aber unsere Jugend will und geistiger Bereitschaft war der Effeft einfach risch erziehend und befruchtend wirken! Fort mit feiner Gefichte, die streitbare Wucht seines Willens, ihr Leben leben, nicht das ihrer Väter und Groß erhebend! Das feusche und noch unbefleckte Emp der dramatischen Analyse, mit dem langatmigen die blühende Kraft seiner Erkenninis, die Ueber väter. Wir stehen heute vor einer freien, schöpfe finden der Schüler stellt einen wunderbaren Bo- Aufdröseln von Poesie in Proja! Der Schüler fülle seines menschlichen Mit- Leidens wohltätig rischen und selbständigen Jugend, die der sozialen den für das Verständnis der sublimen Erotik in muß die Fähigkeit erlangen, selbständig den Weg wirkte für Jahrhunderte! Enge und Aengstlichkeit vergangener Generationen dieser Dichtung dar! zu den heiligen Quellen der Kunst zu finden! Kommt näher, Ihr Reifen und Abgeklärten, spottet. Da tut es not, den dramatischen Stünstler| Und erst Gerhart Hauptmann! Gibt Das Kunstwerk muß ihm kraft herangebildeter tretet ein in das von Euch so verachtete Klassen. zu finden, der diese jungen, begeisterten Seelen es einen Dichter, der die Wunden unseres zer- Empfindung zum höchsten Erleben und Genießen zimmer und freut euch mit mir an der Herrlich. mitreißt! Da vermag eine moderne Dramentet rissenen Gesellschaftskörpers besser darstellen werden! Damit ist aber nichts Neues gejagt! Sie feit des Eindruces, wie unsere Jugend, gebeugt türe nicht an Gerhart Hauptmann vorüberzu- föunte! Sind nicht seine Dramen am besten ge- muß mehr sein! Sie muß uns die Brücke zum über das Werk des Meisters, hinablauscht in die gehen! O, wüßte er, wie ungeheuer groß die eignet, unserer Jugend den Kontakt mit dem Le- Leben geben! Sie darf nicht bloßz olympischer Tiefen ihres eigenen Selbst und dort, umschauert Schar feiner 17 und 18jährigen Verehrer ist! ben, worauf es vor allem anfommt, zu erhalten. Von diesem Leben, das Gerhart Hauptmann in Soziales Mitleid! Ist es nicht jene einvon Ahnungen. Glanz und Gesichten, erwartungsvoll die geheimnisreichen und unausschönfbaren Bewegung setzt, fann er nur wenig wissen. Er zige und überwältigende Realität, die den Lebens Sträfte des Lebens fühlt. hört nicht die tausendmal tausend redlichen Ge- gang unserer Jugend vor allem beeinflussen soll! F. N. spräche in unseren Schulen, die um jedes seiner Soziales Mitleid! Erfüllt diese zur Leidenschaft Selbstzweck bleiben! Es wird so häufig über die Indolenz unserer Jugend geklagt, über ihre mangelhafte Bildung und Reife! Ja, warum geben wir uns nicht die richtige Mühe, diese Mängel zu bekämpfen? Und