Einzelpreis 70 Heller. Redaktion und Berwaltung, Prag, I., Nelajanta 18 Telephone: Tagesredattion: 26795, 31469. Nachtredattion: 26797. Postichedamt: 57544 Jnferate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlah. 7. Jahrgang. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit. Die Niederlage der Christlichsozialen. Mittwoch, 19. Ditober 1927. Unser Wahlerfolg. Bezugs Bedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post: monatlich.... Kè 16.olerteljährlich halbjährig.. ganzjährig 48.96.192.Rüdstellung von Manustripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken. Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich rüb Nr. 245. Alle Berichte, die nachträglich einliefen, bestätigen neuerdings den allgemeinen Fortschritt unserer Partei. Unser gestriger zusammenfassender Bericht ist| bauern und Häusler hinzu, so beträgt unser Ge noch durch einige ebenfalls zusammenfassende winn 700; diesem steht ein Verlust von 140 StimDaten zu ergänzen und außerdem ist noch einiges men gegenüber, so daß das Facit ein Gewinn Wichtige von jenen Daten nachzutragen, die erst von 560 Stimmen ist. Die Christlichsozialen Dienstag in unseren Besitz gelang.en. Zunächst bedarf es noch eines weiteren Hin weises auf den verlieren gegen 700 Simmen. Also auch hier ein Rud nach links, empfindliche Verluste der flerifalen Regierungspartei. sie acht Jahre einer immerhin besseren Ver- Wie bescheiden die Herrschaften geworden sind!( meindewahlen empfangen haben, recht zugangenheit ab. Mit den Lebensmittelzöllen, die Lemberg ist noch in unserm Besiz." Die er- frieden, aber wir versprechen ihnen, nur den großen Grundbesißern Vorteile brachlittene Niederlage ist ihnen nicht groß genug. alles zu tun, damit bei den näch ten und nebenbei auch gewissen Banken und Wir dagegen sind fürs erste mit dem Verräter sten Wahlen dieser Lohn ein noch Industrieunternehmern Ueberprofite zuschanz- John, den die Christlichsozialen bei den Ge- ausgiebigerer werde. Die munteren Reden, welche die Gemeinde- ten, fing es an. Nicht einmal die Landbündler wahlen begleiten, sind alle auf den Ton ge- brachten soviel an Eifer und Begeisterung für stimmt: die Unsrigen haben, gesiegt! Obwohl die Aushungerungszölle auf wie die ChristlichDie Flaven Ziffern in deutlich erkennbarem jozialen. Es winkte der Judaslohn der KonGegensatz zu dieser Behauptung stehen, heucheln grua, und um der Erhöhung der Pfaffengehalte doch, mit einziger Ausnahme der aufs Haupt willen brachten sie alle jozialen und menschlichen geschlagenen tschechischen Nationaldemokraten, Skrupel zum Schweigen. Sie, deren Führer alle bürgerlichen Parteien Zufriedenheit. Daß Verkünder des christlichen Sittengesetzes sind, die deutschen Christlich sozialen ge- fochten in der ersten Reihe der Volksausſiegt haben, das wagt allerdings nicht einmal wucherer, leugneten mit der Hartnäckigkeit ein pfäffiſch- klerikale_ Verlogenheit zu behaupten, gefleischter Lügner jede verteuernde Wirkung aber in der Hoffnung, daß die auf fast 7000 ber Zölle, um nur die Kongruaerhöhung in Gemeinden verstreuten Wahlergebnisse ein ab- Sicherheit zu bringen und den Verkündern schließendes Bild erschiveren werden, wagen sie eines besseren Jenseits zu einem behaglichen es, ihren Schäflein einzureden, der General Wohlleben im Diesseits zu verhelfen. Dasselbe Wahlausfall in der Stadt Aussig. stuvm gegen die deutschen aktivistischen Parteien taten sie bei der Erhöhuna der Zuckersteuer, die jei„ fläglich zusammengebrochen" und es gebe den Zucerbaronen viele Millionen in den nim- Dort hat sich unsere Wählerzahl von 1925 daher keine Aenderung des bisherigen Kurses mersatten Schlund warf, während die arme auf 1925 und 1927 von 5287 über 6195 auf 6553 in Regierung und Mehrheit". Welches erhabene Näherin ihr bißchen Staffee weniger verfüßen bewegt. Also von Gemeindewahl zu Gemeinde Maß von Selbstverleugnung! Die eigene Bar- konnte. Dabei fand jede gegen die Opposition timmen. Dagegen ist die Zahl der christlichwahl eine Zunahme von nahezu 1300 tei, das traurige Schicksal, das ihr bei den im Parlamente verübte Gemeinheit und Ge- sozialen Stimmen in Aussig von 1923 bis jeßt von Wahlen bereitet wurde, alles ist Nebenjache; walttätigkeit, die ungeteilte Zustimmung der 1991 auf 1488, also um 500 Stimmen gejunten. Stellungnahme der Landbevölkerung zur Politik als Hauptsäche will der Partei Mayr- Hartings Chriſtlichsozialen, als ob nie vorher deren statastrophal ist in Aussig die Niedererscheinen, daß die Regierung von dem Ver- Wortführer gegen solche, die Demokratie verlage der Deutsch demokraten, die übri dammungsurteil der Wähler nicht schon morgen höhnenden Methoden, erzürnte Reden gehalten gens in der Provinz auch anderwärts, beispielshinweggefegt wird was doch auch niemand hätten! Es fam immer ärger, immer stärker weise in Teplit, schwere Verluste erlitten, die aber Von den Einzelresultaten, die uns gemeldet erwartete und daß ihr Führer den heißgefehrte die christlichsoziale Partei ihre Voits in Aussig von 3155 auf 1819 Stimmen hinunter- werden, heben wir hervor, interreichenliebten Ministerstuhl nicht sofort zu verlassen und Arbeiterfeindlichkeit hervor. Militärgesetze, gingen. stein, wo wir 78 Stimmen und drei Mandate braucht. Der Troft, daß uns Herr Mayr- Har- Rüstungsfonds, Verlängerung der militärischen in den Gemeinden des Aussiger Bewir in sieben Gemeinden zwölf nene Mandate cr Zum Teil sehr schöne Wahlresultate sind auch gewannen, ferner den Bezirk Winterberg, in dem ting vorläufig erhalten bleibe, der das christ Dienstzeit, Steuerreform, Gemeindefinanzgejekirfes zu verzeichnen, so unter anderemt in oberten. Seit 1923 find unsere Stimmen von 1755 liche Volf so wunderbar führt, ist mager, aber und Verwaltungsreform eine sette des Großpriesen, Serbib, Hohenstein, auf 1915 und 2091 angewachsen. es ist eine Beruhigungspille, die der über das Berrates, doch die Christlichjozialen ſchmiele in priefen. Sobomlebeto infere auf ihre Partei niedergegangene Donnerwetter beten an ihr unermüdlich. Durch Lügen und feld und Schwa den. In Türm's find unsere verdußten christlichsozialen Anhängerschar eingegeben wird, um sie nicht der Verzweiflung entgegenzutreiben. 1 Stimmen von 1032 über 1153 auf 1348 gestiegen. Snteressant sind die Vergleichsziffern 1923, 1925 1927 in Sale sel. Sie betragen für unsere Par tei 7, 97, 235. Bezirk Lobositz. Bezirk Komotau Im Bezirk Landskron haben die Wahlen in zehn Gemeinden, aus denen uns Berichte vorliegen, mit einem schönen Erfolg für uns, und zwar mit einem Slimmengewinn Dabei handelt es sich lediglich um Landge bon 315 feit den Parlamentswahlen abgeschlossen. meinden, also ein deutliches Zeichen für die des Bundes der Landwirte und der Chriſtlichsozialen. Schlesien. Den gestern gemeldeten Resultaten ist noch hinzufügen, daß wir außerdem noch schöne Erfolge in den Gemeinden Freistadt, würbenithal, Hennersdorf, Olbersdorf, Katharein, Spachendorf, Johannisthal und Sofchialfowitz erzielten. Jn Altstadt bei Wagstadt ist unsere Wählerzahl seit 1925 von 46 auf 143 gestiegen. In schechisch Teschen erhielten wir zusammen mit den tschechischen Sozialdemokraten fünf Mandate. In Groß- Olbersdorf seit 1925 einen Stimmenzuwachs von 121, weit mehr als das Toppelte. In Wag st a dt erhielten wir ein Plus von 100 Stimmen und sieben Mandate, die tschechi schen Genossen drei Mandate, in Groß Gioffersdorf stieg unsere Stimmenzahl seit 1925 von 129 auf 206. Leugnen, durch den Rummel von Katholiken tagen und den Appell an die Religiosität glaubten sie ihre Getreuen in eine Dunstwolfe ein Wir werden demnächst eine kleine Zusam- zwhüllen, die sie das verübte Unrecht nicht mehr menstellung darüber bringen, wie es den bis zum fchen lassen sollte. Dazu die christlichsozialen Wahltage auf hohem Roß sißenden Christlich- Pläne für die Zukunft! Verschlechterung der In Wopparn, wo wir 1923 nicht fandi sozialen erging. Da hilft kein Vertuschen und ohnehin unzulänglichen sozialen Gesetzgebung, dierten, erhielten wir vier Mandate, die wir Leugnen. Das waren Hiebe, die sitzen. Und Vernichtung des Mieterschußes, Einschränkung dem Bund der Landwirte abnahmen. außer denen, die sie appliziert bekamen, wird es der politischen Staatsbürgerrechte, Verklerikali In Wellhotta nahmen wir bei erstmaliger niemanden geben, der leugnen wollte, daß es sierung der Schule- das alles zusammenge- Standidatur den Kommunisten ein Mandat ab, wohlverdiente waren. nommen war jogar für die nach dem klerikaien in Tschischkowitz gewannen wir neitt Die deutsche Bevölkerung in der Tschecho- Ererzierreglement eingedrillten christlichjozialen Mandate und 348 Stimmen, die tschechischen slowakei ist konservativ, wenigstens in dem Arbeiter zu viel an Zumutung und sie beant- Sozialdemokraten drei Mandate und 101 Stimme. Im Sinne, daß sie auf äußere Vorgänge nur lang- worten sie damit, daß sie der Partei des virsam reagiert. Nicht leicht entschließt sie sich, tuojen Heuchlertums bei den Gemeindewahlen Handlungen und Maßnahmen der Regieruna, den Rücken kehrten. haben wir, wie die Gesamtübersicht ergibt, in den wie das in anderen Ländern geschieht, mit einer Die christlichsoziale Partei hat in ihren 22 Gemeinden, in denen wir fandidierten, 23 politischen Umorientierung und Umgruppie Reihen eine Sicvolte erlebt, doch sie kann wenen Mandate gewonnen, die bürgerlichen Parteien 24 Ueber den Wahlerfolg im Karlsbader rung zu beantworten. Wenn dies dennoch in des Schlages, den sie erhalten hat, niemanden Mandate verloren. Das eine Mandai gewinnen Kreis solchem Maße wie gegenüber den Christlich anklagen, als sich selbst. Sie ist heute völlig die se ommunisten( die nach der Meinung sozialen geschicht, dann muß Vieles geschehen unter die Vormundschaft der Bischöfe geraten. Bofition streitig machen!). Zu den 400 Stimmen des Vorwärts" uns in Nordwestböhmen unsere schreibt der„ Volkswille" unter anderem: sein, Vieles auf die schafsgeduldigen christlich Neben diesen führen die abgetakelten ehemaligen no 23 Mandaten, die wir im Wahlkampf neu sozialen Wähler eingewirkt haben. In der Tat: Adeligen in ihr das erste Wort. In den weiten eroberten, kommen noch drei Mandate hinzu, die erst mußte die Partei viele Sünden verüben alten ihrer Stutte wollte sie alle Selassen und wir durch Wahlübereinkommen neu gewannen. und sich gründlich wandeln, ehe sich ein Teil Stände einschließen, doch in der Praxis ist sie ihrer Wähler wandelte und erbost gegen sie nur die Partei aller Arbeiterfeinde und strebt I'm stimmte. Wer bis zu ihrem Regierungseintritt nur nach diesem Ruhm. Einstmals mögen in die Christlichsozialen nur nach ihrem äußeren ihren Reihen Männer gewesen sein, die das wo nur in sieben Gemeinden gewählt wurde, sind Gehaben beurteilte und ihre Vergangenheit Großfapital bekämpften, heute fühlt sie sich leoig- gleichfalls durchwegs sozialdemokratische Erfolge nicht kannte, dem wäre nie eingefallen, daßlich als Schüßerin und Zutreiberin diefes Groß- u buchen; so ein Stimmengewinst von 21 in dieje Partei ein dem Militarismus bedenken- topitals, des unbeschnittenen und des beschnit- Loosch, von 121 in Klostergrab, von 102 in La los Gut und Blut der Völker opferte und die tenen. Der Christengott hat für sie an Reiz Auch die Bezirke Oberleutensdorf Bestie Krieg als deren Jungbrunnen verherr- verloren, seitdem„ Gott Nimm", wie die Afti- und Postel- berg melden durchaus befriedigende lichte. Jeder Zoll an ihnen schien demokratisch, vistenknödel zeigen, von ihr auf den Thron er- Resultate. im Parlamente waren sie unter den Protestlern hoben wurde. Ihre Hauptaufgabe erblicken die gegen die das demokratische System verfäl- Lippenbetenner des Christentums in der schende und vergewaltigende alltschechische Ko- schmutzigsten Bekämpfung der Sozialdemokra- Aus dem Bezirk Joachimsthal wird abschlie alition. Sozial suchten sie gar die Sozialdemo- tie, der Partei der Enterbten und Ausgebenießend gemeldet, daß wir dort mit Ausnahme von fraten zu übertrumpfen, freilich, das war dem ten, und im Dienen bei den Geldiäden, wobei Gottesgab und Merkesgrün überall Stimmen gewannen. Unser Zuwachs beträgt 101, Kundigen klar, nur deshalb, weil sie in der sie den Raubcharafier der kapitalistischen Welt während die Bürgerlichen 202 Stim bürgerlichen Mehrheit der alleschechischen Stvali- mit den Geboten und Lehren der Bergpredigt men( seit den Parlamentswahlen) verlieren. tion die beste Gewähr dafür sahen, daß ihre in Einklang zu bringen suchen. Ihr ver- Bemerkenswert ist, daß die Kommunisten dort, foziolen Alliren keine Aussicht auf Umjeßung logenes Doppelspiel hat sich bei wo sie feine eigenen Standidatenlisten aufstellten, der Herrschaft gewesenen Regierungsparin die Tat hatten. An dem Tage, da der Herr den Gemeindewahlen an ihnen an ihre Anhänger die Aufforderung herausgaben, Mayr- Harting nach Topoltschan fahren durfte, geräch t. dowitz. Bezirk Dug Westböhmen. leere Stimmzettel abzugeben! Wie sich das auswirfte, zeigt die Gemeinde Oberbrand, wo uns zwei Stimmen auf das sechste Mandat fehlten. riß die christlichsoziale Partei mit einem Was sich am 16. Oktober vollzogen hat, ist Schlage ihre Verkleidung herunter und präsen- nur ein Anfang. Das Strafgericht wird bei tierte sich als das, was sie nach dem Grundzug den nächsten politischen Wahlen, wenn erst einIm Bezirk Braunau thres Wesens immer gewesen ist: als die Partei mal der Anfang der Schäden, die der von den haben wir in den 29 Gemeinden, in denen wir derienigen Kirche, die sich bevusen fühlt, den Chriftlichsozialen unterſtüßte Aftivismus" an auch 1923 fandidiert hatten, seit der letzten Parla Reichen und Mächtigen gegen die Armen und gerichtet hat, sichtbar werden, ſeine Fortjeßung mentswahl 450 Stimmen gewonnen. Rechnen wir Niedrigen beizustehen. Die christlichsoziale Rar- finden. Die Christlichsozialen trösten sich damit, auch die Stimmen, die auf eine Arbeiterliste" tei wurde Regierungspartei, und damit streifte der Attivismus jei nicht weggefegt" worden. abgegeben wurden, und die Stimmen der Klein„ Die deutsche sozialdemokratische Arbeiterpartei, die den Stampf gegen die volksverräterische, volksausbeutende und vom Ar beiterhaß triefende Politik der gegenwärtigen Ricgierungsparteien in Klarster und entschiedenster Weise geführt hat, geht mit dem Bewußtsein redlich erfüllter Pflicht aus diesem Wahlkampfe her vor und die bedeutenden Stimmengewinne, die sie erzielen konnte, find ein Be weis dafür, daß weite Volksfreise diese Tätigkeit unserer Partei auch zu würdigen verstanden. Trotzdem die größten Städte Westböhmens Karlsbad und dessen große Vororte, Asch, Eger und andere mehr nicht gewählt haben, troßdent die größten Industrieorie, wie Altrohlau, Meierhöfen usw. von der Wahl ausgeschaltet waren, sind für die Listen der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei im Karlsbader Kreise weit über dreitausend Stimmen mehr abgegeben worden, als bei der letzten Parlamentswahl. In einer ganzen Reihe von Landgemeinden konnten die Gegner unserer Kandidatenliste nicht einmal mehr ihre eigene entgegenstellen, in einigen Landgemeinden ist es uns gelungen, die bisher dort an teiler aus dem Sattel zu werfen, und ohne die wüste, buchstäblich vor nichts zurückschreckenden Hetze der Kommunisten gegen unsere Partei hätten wir hier den Regierungsparteilern eine noch ganz andere Abfuhr bereiten können. ( Es ist ja bezeichnend für die Art, wie die Kommunisten in Westböhmen arbeiteten, daß sie ihre schmußigen Pamphlete gegen die Sozialdemokratie selbst in solchen Orten verbreiteten, wo gar keine fommunistische Wahlbewegung vorlag und die kommunistische Agitation deshalb ganz klar, ein Sette 2. * wetttwom, 19. Oktober 1927. Die Nationalsozialisten haben ihre Positionen durchwegs, trop des fonzen trischen Angriffs der Gegner, bc. hauptet" so deutig und restlos ein Dienst für die Regierungs- So kommt das Prager Tagblatt" zu dem voller zu nehmen. Er verheißt also feinen Schäf parteien war. Doch darüber und über den son- Schluß, daß sich die Regierungsparteien immer- lein, daß sich jetzt der große 1 m schwung im stigen Kampf gegen uns, den die Kommunisten hin behauptet haben und die„ Bohemia" hat im gegnerischen Lager vollziehen werde und führten, wird ja noch weiter zu reden sein.) In großen und ganzen den Eindruck": Viel hat müsse. Nun würden sich nämlich alle zum einer Reihe von Orten haben die Kommunisten sich nicht geändert." Und sie begründet das gleich Aktivismus befehren. Mit dieser, wirklich starkes Das ist zunächst einmal nicht richtig, dann zum erstenmal Kandidaten aufgestellt, und es ist damit, daß zu wenig große Städte und zu viel Gottvertrauen verratenden Soffnung schließt der frägt man sich aber vergebens, wer den, onihnen auch gelungen, darauf solche Leute in Dörfer gewählt haben. Das mag schon bis zu klerikale Wahlbetrachter seinen Siegesbericht, den zentrischen Angriff" unternommen haben größerer Zahl einzufangen, denen man mit Wort- einem gewissen Grade richtig sein, aber die Her wir noch nach Gebühr illustrieren werden. soll, da man sich eher erinnert, von den Nationalradikalismus imponieren fann; sie haben diese ren in Brag werden sich daran gewöhnen müßStimmen erhalten, trotzdem weder im Staate noch fen, daß die politischen Entscheidungen Die Agrarier wollen den Klerifalen[ ozialisten nicht eben viel gehört zu haben. Die fämpfenden Gruppen ließen sie ziemlich beiseite= in irgendwelchen Gemeinden auf eine kommuni in Deutschböhmen in den Dörfern fallen nichts nachgeben und da sie ja vorsichtig genug liegen und wenn wir einen oder den andern notſtiſche Leistung hätte hingewiesen werden können; und daß fünf Induſtriedörfer mit je 2000 Gin- waren, in den Städten die Gewerbepartei vor- wendigen ted brief gegen sie erließen, jo bei solcher: Wählern wüste wat eber, das witſte Gewohnern eben zusammen weit mehr ausmachen zuschieben, auf dem Lande die Wahlen nach Tubedeutet das noch lange feinen großen Angaff schimpfe, das sie für Radikalismus" halten, ge- als ein Landstädtchen mit 4000 Bewohnern. Nur lichkeit zu vermeiden, haben sie es sogar etwas nügt, um ihnen einen kommunistischen Stimm muß man die Wahlergebnisse der Dörfer zu lesen leichter, von Erfolgen und von der siegreichen auf eine Partei, die fich doch nachgerade von zettel in die Hand zu drücken. Daß trozdem in verstehen und dazu gehört schon ein Stid poli attivistischen Idee" zu reden. Natürlich verschwei- selbst zu erledigen beginnt. Gern hätten wir erfahren, wie sich die Hervielen Bezirken ihr Stimmenzuwachs hinter dem scher Geographie, die gewisse Prager gen sie, daß im Egerland fast nur gisten ren Krebs und& arg persönlich zu dem WahlZuwachs neuer sozialdemokratischer Journalisten nicht im Kopfe haben. Würde man er Mayer- Gruppe kandidierten, der V. Stimmen zurückblieb, ist angesichts der oben an- in Prager bürgerlichen Redaktionen die politischen d. 2. aber von der Bildfläche verschwunden ist. ergebnis stellen. Der eine hatte etiva zwei Monate geführten Tatsachen um so erfreulicher. Kräfteverhältnisse des judetendeutschen Gebietes Daß die deutschen Sozialdemokraten vor der Wahl prophezeit, daß die Regierungsparteien Stimmen an die Nationalsozialisten, wir wirklich kennen, dann würde man in der„ Bo- Fortschritte erzielt haben, gibt die teien Stimmen an die Nationalsozialisten, wir welche an die Kommunisten verlieren, daß also hemia" nicht nur ein Snistern im Gebält", son- Landpost" zu. dern bereits ein bedeutendes Krachen vernehmen diese und die Nationalsozialisten die eigentlichen und im„ Tagblatt" bei aller Konvenienz gegenSieger sein würden. Es ist nun etwas anders ausgefallen! über den Regierungsparteien nicht zu behaupten wagen, diese hätten ihre Position behauptet. Alle haben gefiegt! aber die Wenigsten belegen es mit Zahlen. Wären diese Wahlen Parlamentswahlen Die Deutsche Presse" ist natürlich oder wenigstens allgemeine Gemeindewahlen ge- außer Rand und Band. Es scheint, daß man in würden auch die jesuitischen Erklärungen den Schwammerin serviert hat und daß die Folgen weſen, die eine umfassende Statiſtik zulassen, jo der Redation am Montag ein Gericht giftiger deutschen Regierungsparteien nicht darüber hin fich nun in vierspaltigen Katastrophentiteln weghelfen, daß sie eine schwere Niederlage erlit äußern. Da heißt es: St Famos aber ist ihr Leitartikel„ Der Aktivismus auf dem Marsche". Da wird erzählt, die Zunahme der deutschen Stimmen in Prag fei Der andere, der Herr Karg, hatte die Soein Verdienst des Aftivismus, weil erst unter zialdemokratie in seiner blumenreichen, egerlän seiner Herrschaft die Deutschen sich wieder zu Bischen Sprache als ein„ trepierendes Pferd" an ihrer Nation zu bekennen wagen. Ganz abgesehen von dem haarsträubenden Blödsinn, der in der eredet, das vor dem Verenden noch einmal aus ferung würde sich bei einer geheimen Wahl ein- den Eindruck schaffen könnte, daß ihn ein Roj Annahme liegt, gerade eine großstädtische Bevöl- chlage. Wir hatten ihn gewarnt, sich nicht einem Irrtum hinzugeben, der ihn leicht am Wahltage Roß schüchtern lassen, hätte also erst deutsch zu wählen gewagt, seit der Spina regiert, müßte man doch aber über seine Gefühle nach Entgegennahme der getreten habe. Vermutlich wird sich Herr Karg cher vermuten, daß der Ak'ivismus die Deutschen und auch aus dem Wust und Wirrwar der vieten haben. Wir werden die Mühe nicht scheuen Der Generalfturm gegen die deut- abschrecke, sich zu ihrer Nation zu bekennen, die Wahlmeldungen ausschweigen. len Zahlen, die vorläufig vorliegen, das statischen aktivistischen Parteien kläg derartige politische Früchte zeitigt. Ergänzt werden stisch flare Ergebnis erheben. Die bürgerlich zusammengebrochen. die Auslassungen der landbündlerischen Siegeslichen Parteien denken natürlich gar nicht daran, Keine Aenderung des bisherigen Kurses in berichterstatter durch ein vorbildlich denhaf ihren Anhängern und den Lesern ihrer Blätter Regierung und Mehrheit. tes Verzeichnis einzelner Resultate, aus dem der Leser sich so gut wie nichts über den Ab- Marsch des Aftivismus nehmen fann, was ja der Zweck der Uebung ist. ein klares Bild des Wahlergebnisses vorzusetzen, Das psychologische Moment für den Aftivismus sie sind im Gegenteil herzlich froh, daß sie durch ungenaue Wiedergabe der Wahlrejul günstig. Unter den Siegern fehlen nicht die kom munisten, die ja' atsächlich im deutschen Gebiet Fortschritte gemacht haben und in vielen Orien am Erfolge beteiligt sind. Wenn sie aber vom siegreichen Vormarsch der PC." sprechen, follten sie doch einmal nachrechnen, ob nicht das Ergebnis für das ganze Staatsgebiet, schloſſen, für sie eher ein Anlaß zur Trauer als die schechischen und slowakischen Gebiete einge zur Freude ist. Wir wollen uns mit den kunſtund den exakten Analyſen nicht aufhalten, die bei vollen Fleißaufgaben leninistischer Muſterſchüler den Kommunisten prompt aufmarschieren. Es iſt natürlich geradezu lächerlich einfach zu be Gewinnung von Arbeitern. Will man schon raten, von Kleinbürgern, das der Kommunisten auf der so kann man ebensogut das Gegenteil anneh men, denn der Prozentsatz bürgerlicher Radila das die Wähler auch, die sich nächstens noch weni- instis und Ideologen ist bei den Stommunisten chimsthaler Gebiet hatten die Kommu ger als diesmal auf die Deutſchnationalen ver- reichlich groß. Nur ein Beispiel: Im Ivalassen werden, niften in allen Gemeinden, in denen sie nich: tandidierten, die Abgabe leerer Stimmzettel empfohlen. Das wurde tatsächlich vielfach befolgt und führte zu Stimmen- und Manda'sverlusten der Arbeiter. Wir fragen: Können es flassen bewußte Proletarier gewesen sein, die eine reaktionäre Parole befolgten und nach einem Rezept, das wir immer für ein bürgerliches Monopol hielten, die Sache der Arbeiter schädigten?! tate, durch Weglassen und Totschweigen Hier ist in einem Titel alles beisammen, was an Angst und frecher Aufschneiderei geleistet wichtiger Gebiete ihren Lesern ein möglichst un werden kann. Auf die Falschmeldung von dem gnügen sich im allgemeinen damit, Muſterbei Die deutsch nationalen Blätter beflares Bild vorführen können, damit diese dann ,, kläglichen zusammengebrochenen" Generalangriff gezwungen sind, das zu glauben, was die Zeitung folgt gleich zur Beruhigung für Stohlenausfuhr- piele einer schlampigen und unwissenden Bericht als Kommentar dazulügt. Neben den bewuschein- Bezieher und Restgutbesitzer die Nachricht, legen sein können. Die Sudetendeutsche erstattung zu bieten, die den Aktivisten nur geten Fälschungen stehen Urteile bürgerlicher daß sich nichts ändern werde( weil die Regierung Tageszeitung" bringt einen Artikel, der Blätter, die es einfach nicht besser wissen, eben, durch die Gemeindewahlen belehrt, wahrebenjogut am Monde geschrieben sein könnte, die die außerſtande sind, aus den Wahlergebnissen, scheinlich nicht an die Ausschreibung von Neudie ihnen zum Teil nur und meist ohne Berivahlen denkt!). Und endlich kommt für die Ker Abwehr" z. B. behauptet, daß wir Verluste an haupten, unser Wachstum beruhe auf dem Zulauf gleichszahlen bekannt werden, richtige Schlüiffe zu zelweiber, die sich darunter eine Art Wahrsager nach links abbrödeln! Mit einer solchen Presse die Kommunisten erleiden und daß unsere Reihen ziehen, die hilflos den Angaben gegenüberstehen und dann auf gut Glück, wobei der Wunsch kunststück vorstellen mögen, die geheimnisvolle und einer solchen Opposition wird man den Aki der Vater des Gedankens ist, eine Wahlbetrach Botschaft, daß das psychologische Moder Vater des Gedankens ist, eine Wahlbetrachment tung austellen. So wenig wir uns das wirfungs- en für den Aftivismus günstig" sei wenn vismus nicht umbringen. Glüdlicherweise wiffen volle Mittel entgehen lassen wollen, das in der schon sonst nichts mehr für ihn günstig ist. Nach nadien Wiedergabe von Zahlen besteht, die für solcher Vorbereitung kann dann der Siegesbericht sich sprechen, so nötig ist es doch auch, die Stom Lemberg noch in unserem Besis") schon sehr mentare der verschiedenen Parteien Revue Fassie gedämpft beginnen: ren zit lassen, um an der Hand der gefälschten oder dem Unverständnis entspringenden Berichte zu zeigen, wie unsinnig die meisten Behauptun gen sind, die, wenn sie schon nicht gerade einen eigenen Sieg erlügen, so doch ein Resultat erhal ten, nach dem schlechthin alle Wahlwerber gesiegt haben. ,, Wenn man bedenkt, mit welchen ( folgen jieben normale, Zeitungszeilen) dann kann man mit Stolz und freudiger Genug tuung feststellen, daß Wegfegen wollten die Gegner -nnd doch steht die Front-Da und dort ein Mandat eingebüßt-Wenn man eine genaue Bilanz sieben könnte, so würde sich ergeben;--- daß noch ein beträchtlicher Ueberschuß zu unseren Gun sten verbleibt." Die einzigen, die ihren Wißerfolg schüchtern zugeben, sind die National jozialisten. Sie hat der verdiente Lohn für ihre schäbige Unterstützung des Aktivismus er reicht, sie haben überall, wo die Wähler nicht durch irgendwelche lokale Ereignisse befangen waren, Stimmen und Mandate eingebügt. Ihr Mißerfolg in Aussig in Brür, in Leipa, in Zwittau, ihre fatastrophale Niederlage in Südböhmen, Eine Gruppe für sich bilden Prager zeigen ihnen, daß die Zeiten vorbei sind, da hem So erheben alle Parteien, auch jene, die zwis Blätter, für die zweierlei charakteristisch ist. mungslose Demagogie, wüstes Schimpfen und ichen den Zeilen zugeben müssen, daß sie geschla Sie glauben entweder immer noch das gilt vor politisches Rowdytum einer größeren Zahl von gen find, Anspruch darauf, als Wahlsieger zu gelallem für das„ Tagblatt"- Prag sei auch für Die„ Deutsche Presse" denkt natürlich nicht Wählern imponierte. Der Tag" begnügt sich ien. Es wäre nußlose Arbeit, mit Leuten, die das deutsche Gebiet der Nabel der politischen Er entferntesten daran, die Bilanz wirklich daher mit einem schlichten Titel„ Die Gemeinde bewußt lügen, über den Wahlausgang zu polemi eignisse, außerhalb Prags gebe es nichts Wich zu ziehen, um so mehr aber werden wir es wahlen" und stellt nach Art der Amtsblätter im jieren. Es genügt, die 3 ahlen sprechen zu siges, und die das ganze Wahlergebnis demgemäß inn und den Klerikalen ihren leberschui" Untertitel zunächst den ruhigen Verlauf" lassen und wir werden, soweit uns das Ma'enach dem Ausfall der Wahlen in Prag beurtei gewissenhaft vorrechnen! Durch den echt flerikalen der Wahlen fest, Da die Nationalsozialisten hier- rial an Vergleichszahlen zugänglich wird, unsere len. Sind sie aber, wie die„ Bohemia", vom Trost„ Wenn man bedenkt( es mag zulande immer zu den kleinen Parteien zählten, Lejer in ausreichendem Maße über die tatsäch engstirnigen Prager Lokalpatriotismus schon immerhin Leute geben, die es tun, die meisten war der ruhige Berlauf der Wahlen eigentlich nie lichen Ergebnisse des 16. Oktober informieren. etwas bekehrt, dann versuchen sie wieder, über werden aber nicht bedenken, sondern nur die gefährdet. In der Einleitung zu dem sehr ge- Die Arbeiter werden aus den Zahlen ersehen, Dinge zu urteilen und in Dinge hineinzureden, Resultate sprechen lassen), ist der Streiter des fiebten Bericht stellt das Blatt des Krebs wer die Wahlschlach: gewonnen, von denen sie einfach keine Ahnung haben. Herrn Mayr- Sarting soweit, das Maul wieder' fest: verloren hat! 6 Die Attentäter. im die von der Gesellschaft Ausgestoßenen hatten sich so felbst ein Geſetz geschaffen, ein Gefeß, das ſo kon: servativ war, wie die Gesetze draußen in der Welt: daß der älteste Kunde ihr Richter sei, vor den Richtern der Welt. Eva auf. Eva auf. ging er zu dem Buschen und sagte ihm leise ein| den Schläget des Geigers taumelte. Zuschauer Das würde aber doch ein anderes Leben sein. paar Worte ins Ohr. Der war ganz flein auf hatten sich eingefunden. Fragwürdige Gestalten, Es brauchte ja teiner richtig zu wissen, und wer einmal und noch erstaunlicher war: er ging. doch niemand nahm für Edwin Parkei. Er galt erfuhr es denn? Wenn er vorsichtig war, fein Da fühlte Lonner, daß hinter dem Uebüsch nichts in ihren Sere fen. Sie lachten, als Lonner Mensch. So zog er die Divne an sich und flüsterte: Novelle von Otto Bernhard Wendler. eine Macht stand, eine Macht, die er noch nicht va beim Arm griff und mit ihr verschwand, Ich bleibe." fannte. Und alle die alten Kunden an den Tischen während Edwin Flüche unterher rief. ,, du." Ein hagerer Mensch fiel ihm auf, der sich umber, die so eifrig gespielt hatten, waren aufge- Du könntest doch immer bei mir bleiben", auf das Klavier lehnte und zusah, ab und zu auf Nach einer Stunde schon stand die blonde den Klavierspieler einsprach, der dann heftig nickte, ſtanden, als der lebüsch zu dem Burschen trat. flüsterte trunkenselig die blonde Eva, als sie in Er hatte ein Glas in der Hand, das der dicke Wirt Daß sie die Fäuste ballten, das hatte er auch ge- ihrer fleinen Stammer standen und sich füßten. Nach einer Stunde schon stand die blonde beim Vorübergehen immer voll goß. Der Fremde wahrscheinlich deswegen, weil der Uebüsch seit wieder an dich heran: vagen. Und bei mir haft du sehen. Sie wären dazu gesprungen. Sicher. Und Er ist ja feige, der Edwin, und wird sich nicht tranf in hastigen, tiefen Zügen. Immer drehte er Ich will noch verdienen," flüsterte sie, eine Zigarette in der Hand. Nie hatte Lonner, felbft Jahrzehnten hier ein- und ausging, mit jedem es doch besser, als so auf der Landstraße herum damit wir morgen etwas Nettes zu effen haben in früheren Zeiten, einen Menschen so vollendet von ihnen einmal ein Stück Wegs gezogen. Und siegen Ich verd.ene ichon genug für zwei" und ein wenig feiern können." Lonner räkelte sich rauchen sehen. In den Tanzpausen trat immer Was du für Hände haft", murmelte fic, als faul im Bett und war bald wieder eingeschlafen. Conner ihre kleider nahm und ihren schlanken und hocherfreut war er, als Eva ihm am anderen Leib streichelte. Morgen zehn Mark zusteckte. Ja, das war doch Wie mich die Mädels beneiden würden, wesentlich einfacher. Am Abend gingen sie wieder wenn du mein Freund wärst", fiüsterte sie, als sie ins Paradies. Der lebisch saß an seinem alten im Bett lagen. Playz. Prüfend musterte er den Lonner und seine In Lonner tobte ein Kampf. Es war drau- Braut". Man sah es ihm an, daß er gleich Be ßen noch immer kalt und der Dred iſt die Welt scheid mußte.„ Ich hätte es nicht getan, Conner," des Bettlers und nichts haßte er so. Doch das fagte er später zu ihm.„ Es ist ein schäbiges Gehier war auch Dreck. Er hatte gestohlen, gewißwerbe, ein sehr schäbiges, ich hätte es dir nicht Er bereute es auch nicht. Er war fein Büßer. Hatte keine Anlage dazu. Er hatte gebettelt bis Ströten sind alle. Doch will ich in der Nähe zugetrant. Ich muß morgen wieder los, meine heute, nun, das taten viele. Betteln war doch bleiben. Der Fritz hat etwas läuten hören." immer nur em Zeichen dafür, daj; man arm war, Lonner erkundigte sich nach dem Peddig. vielleicht faul, aber Betteln war kein Zeichen, daß lebisch wußte nichts. Er wäre am Abend auch man schlecht war. Und nun Zuhälter werden? Das war wohl doch ein voller Schritt nach unten. mit einer losgezogen, aber die wäre ohne ihn Das würde seine Rückkehr nach Hause wohl für wiedergekommen, vielleicht, daß er sich Arbet suche. Auch mit Edwin, dem alten Freund Evas, traf er an diesem Abend zusammen. Sie vers ständigten sich schnell. Edwin hatte sowieso schon eine andere so nebenher gehabt. Es wäre mit Eva doch bald ausgewesen. Und in der Kneipe, in der Blumenstraße, da träfen sie sich immer. Sie machten da ein kleines Spielchen. Er solle man auch kommen. Er würde sich sehr freuen. So war alles in Ordnung. Eva sang und lachte in einem fort. Es famt vom Wein. Sie hatte noch nicht oft welchen getrunken und da Edwin wohl heute doch nicht kam, vielleicht war er in seiner Stammkneipe am Gewinnen, feßte ſie ſich Conner auf den Schoß. Da der sich etwas widersetzte, wurde sie immer stür mischer und flüsterte ihm zu, er solle nutkommen und er brauche nicht zu zahlen. eine üppige, koloffal geschminkte Dirne zu dem Mann und sprach auf ihn ein. Er schüttelte jedesmal den Stopf und lächelte dazu spöttisch. Sie warf dann den Kopf in den Nacken und fiel einem breitschultrigen brutalen Burschen, der sie zu jedem Tanz holte, förmlich an den Hals. Eva bemerkte fein Intereffe und erzählte. Das wäre einmal ein sehr reicher Mann gewesen. Er solle Bücher geschrieben haben, aber seine Frau hätte nicht zu ihm gepaßt und da hätte ihn die Lolott gekapert. Es wäre sonderbar gewesen, wie er an dem Mädchen da, dieser geschminkten Person, gehangen habe. Er wäre dann geschieden worden Lonner hatte auch kein Geld mehr. und sei jetzt avm, weil das Geld wohl seiner Frau Und er selle doch mun gleich kommen. gehörte. Immer noch gehe er mit der Lolott. Sie Da gingen fie. betruge ihn mit dem Burschen mit dem sie immer Natürlich war es Edwin, der Freund Evas, tanze. Er wisse es, aber er käme wohl nicht los auf den sie am Eingang stießen. Eva schrie leicht von ihr. Da gab es auf einmal Strach. Der auf und da wußte Edwin schon Bescheid. Fremde, der unmäßig getrunken hatte, war in den" Verdammie Dirne!" brüllte er, das konnte Streis geinrungen und hatte die Lolott dem Bur- ich mir schon denken, sich einen antrudeln und schen entrissen, als der gerade ihren Hals füßte. dann Liebe. Wo bleibt da das Geschäft?" Die Lolott lachte frech auf und der Bursche schlug Er packie Eva am Arm, am sie wieder ms den Fremden. Offensichtlich war er der Stärfere. Paradies zu schleppen. Sie wehrte fich nur leicht. Conner, der aufspringen wollte, wurde von Eva Aber Lonner, erregt durch den Wein, hielt sie fest festgehalten. Auch stand schon ein anderer zwi- und schlug dann auf Edwin em. Die Burschen schen den Beiden: der Ulebisch. Er faßte den packteit sich. Lonner blieb zu seinem eigenen ErFremden und führte ihn an seinen Tisch. Dann staunen Sieger. Eva jubelte, als Edwin unter machen und mich ab und zu richtig lieb haben, du." immer unterbinden. Gab es verächtlichere Kerle wie diese Freunde der Dirnen? Die aus dem Körper der Geliebten Kapital schlugen? War er mun soweit? Oder follte er lieber weiter fastend durch die Dörfer ziehen und harte Brotkanten mißmutig zerbeißen? „ Ich habe an manchen Tagen schon 30 bis 40 Mark heimgebracht", flüsterte Eva, die sich fest an ihn schmiegte. Du müßtest dich nur recht fein ( Fortsetzung folgt.) Mittwoch, 19. Oktober 1927. Es geht vorwärts! Die Zahlen sprechen. Wenn die Statistik der Gemeindewahlergebnisse vom 16. Oltoebr vollständig burchgearbeitet vorItegen wird, dürfte es den bürgerlichen Parteien schiver fallen, auch ihren gläubigen Anhängern gegenüber die Fabel von einem Wahlerfolg, einem Halten der Positionen aufrechtzuerhalten. Es wird sich dann zeigen, daß die Sozialdemokratie in einzelnen Gebieten sich wieder der Stärke von 1919 nähert, daß nur die Spaltung Schuld daran trägt, daß die Zahlen von 1919 und 1920 noch nicht wieder erreicht sind. Schon heute zeigen die Vergleichszahlen, soweit sie vorliegen, ein starkes Wachstum der Sozialdemokratie feit 1923 und 1925. Die Gegner lommen um die Sprache dieser Zahlen nicht herum. Wir führen im folgenden eine Reihe von Gemeinden an, aus denen uns sämtliche nötigen Zahlen zugänglich sind und die einen schönen Aufstieg der Sozialdemokratie zeigen. Das Wachstum an Stimmen in diesen Gemeinden ist ein unverkennbares Symptom des Aufstiegs der Partei, die wieder zur großen, umfassenden Marenpartei des arbeitenden Volkes wird und die proletarischen und halbproleta rischen Schichten, die noch im bürgerlichen Lager standen oder 1923 dorthin zurückgekehrt waren, organisiert und für den Klassenkampf gewinnt. In den nüchternen Zahlen, die wir anführen, stedt unendlich viel mühevolle Arbeit unserer Genossen in den Organisationen, aber sie sind uns Beweise, daß eine gleich op ferfreudige Tätigkeit uns in wenigen Fahren entscheidende Siege bringen muß. 1923 1925 1927 Aigersdorf . 518 527 550 Stimersdorf Liber 75 102 127 325 198 806 Auffig 5287 6159 6558 Lobenstein 195 198 247 Vabutin 41 48 91 Losdorf 434 474 511 Barten 188 179 249 M.- Altstad: 157 159 283 Bensen 737 909 948 Mähr. Lotfchnaut 269 871 Bernsdorf 407 430 156 Maltheuern 120 142 158 Biela 690 764 879 Markersdorf 306 276 854 Vinsdorf 159 206 287 Marschendorf I. 329 841 869 Biwana 116 118 195 Marschendorf II. 116 144 173 Bodenbach 3728 3279 8987 Marichendorf IV. 88 108 138 B.- Kamnik 635 807 801 Mertendorf 169 169 203 Braunau 517 569 655 Mittelgrund 588 605 709 Brownsdorf 77 98 182 Mödriv 207 248 Brausdorf 265 82 888 Moldan 67 96 104 Brüsan 169 228 Natschung 178 183 251 Brür 1498 1854 1945 Neubistriv 424 Buchbergsthaf 186 58 280 Neurohlan 239 217 300 Bürgstein 819 875 147 Nonfatti 780 814 824 Choticschan 407 107 551 Non- Titschein 1847 1611 1917 Einsiedel 471 252 520 Niederebersdorf 288 888 449 Feldsberg 46 110 Nieder- Ramnik 346 378 478 Freiheit 232 217 881 Niedergrund 171 Friedersdorf 102 128 Nieder- Preschlau 885 369 Gabersdorf 151 162 176 Nürschan 231 183 299 Gartig 221 299 Ober Altstadt 902 893 932 Gersdorf 152 151 178 Ober- Rammig 245 278 292 Geidenstein 188 152 198 Olbersdorf 286 281 823 Graslig 2496 2429 2597 Barschnit 415 426 561 Greifendorf 270 850 Basset 145 199 Groß- Briesen 267 268 806 Petersdorf 194 92 262 Groß Ullersdorf 878 404 426 Bihanten 554 582 628 Großwühlen 187 205 230 Pihl. 171 196 225 Grünfas 869 444 489 Polig 659 611 748 Halbstadt 314 241 854 Brödlig 832 901 904 444 551 605 Raatsch 106 165 Hauptmannsdorf 802 297 878 Reichen 207 160 229 Heinzendorf 159 225 226 Reigelsdorf 55 21 89 Hermsdorf 899 896 142 Riegersdorf 489 512 596 Hermersdorf 421 469 511 Rodowin 193 185 221 Sertine 311 879 112 Rosenthal 112 142 Hochpetsch 78 66 108 Schallan 182 223 251 Sohenfurth 163 Schatlar 638 562 700 Hoschialfowit 100 143 Scheiba 210 242 249 Sottowies 96 103 120 Schemel 126 142 Johannesthal 265 851 Schönborn 157 168 206 Johnsbach 132 164 171 Schönwerth 252 237 809 Kamnitz- Neudorfel 138 168 166 Schweden 251 311 482 Staplit 199 283 Schwoifa 59 90 Statharein 175 154 242 Sebastiansberg 291 217 821 Rottwit 8182 326 498 Seifersdorf 10% 78 160 Steinboden 91 85 117 Setten; 560 159 613 Kleinwöhlen 208 218 252 Söhle 488 427 488 Stönigswald 421 819 543 Spachendorf 177 265 287 Rosolup 290 287 854 Sporig 415 495 601 Kradrob 227 222 289 Steingrin 133 156 176 836 817 408 Starben 91 149 Krischwis ناة Zu Heinrich von Kleists 150. Geburtstag. Von Sofie Lazarsfeld. Am 18. Ottober 1777 begann das Leben des größten Dramatikers deutscher Sprache, der ihr meiſtumstrittener Dichter blieb, bis zum heutigen Tage. Sein Leben wie sein Schaffen sind noch immer Gegenstand heißester Distuifionen, unsere Zeit und in dieser wieder das letzte Jahrzehnt hat sich immer intensiver mit ihm beschäftigt, immer mehr sich ihm zugewandt, ihn beſſer verstanden oder doch zu ver ſtehen gesucht. Es ist kein Zufall, daß gerade wir, die mir so viel stürzen sahen, was für Ewig und Unan tastbar gegolten hatte, uns sehr nahe fühlen Einem, der mit Gewalt des Genius, ohne es zu wollen oder zu wissen Althergebrachtes, das bis dahin une: schüttert war, überrannte. In ihm verkörpert sich die Abwendung von der harmonischen Berallge meinerung der klassischen Weimarer Sprache und die Zuwendung zur Persönlichkeit, zur Wirklichkeit der Seele. Und diese Umkehr geschicht mit einer Erstmaligkeit und Einmaligkeit der Sprache, die auf wühlend und zermalmend ist. Kein Wunder, daß die Hüter der Tradition, die Verfechter des so war es einmal und so muß es bleiben" erschreckt sich von ihm abwenden als von Bedrohung ihrer selbstg: nügsamen behaglichen Empfindungswelt, in der es so schön festumvissene gewohnte Gesetze gibt, die ihre Brauchbarkeit nie zu beweisen brauchten, weil sie nie erprobt wurden. Es geht dort zu wie im Lesebuch; der Feldherr ist mutig, der Herrscher ist gut und weise, die Frauen haben ihre zugewiesenen Kategorien, und alles lauft die gebahuten Geleise. Im Leben ist es anders? Was fümmert uns das Leben, traurig genug, daß es dort so wenig harmonisch) zugeht, aber die Kunst, unsere Sunst, die wollen wir doch davon rein erhalten. Das ist von Goethe bis in unsere Zeit der Einwand aller Suchei Seite 8. 170 168 283 Unter Wernersdorf 95 77 259 Teplit 2490 3238 3292 Voitsdorf I. 121 167 Tetschen 1149 1148 1497 Weigelsdorf 182 198 265 Tichlowitz 149 207 269 Weitersdorf 301 819 436 Topfowin 169 171 204 Wekelsdorf 45 142 134 Tschernotin 45 12 58 Welhotta 116 141 Trautenau 1361 1634 1929 Wennstadt 278 347 857 1158 1032 1818 Wiese 130 64 160 2684 2407 2918 Wiesenberg 295 314 858 102 48 122 Wistris 186 658 631 104 100 133 Würbenthal 672 409 682 85 87 91 Buckmantel 638 652 723 189 208 251 150 152 181 Zwittau Zwug . 1275 1429 1585 282 175 298 Türmis Turn Tuschkan Illig Unola Unter- Langendorf Unter- Wefelsdorf Rach den Gemeindewahlen. Tschechische Pressestimmen. Mit vollem Recht hebt das Zentralorgan der tschechischen Sozialdemokratie den Rud nach lints im allgemeinen und den Sieg der So zialdemokratie im besonderen hervor. Das Blatt schreibt: Die Wählermassen haben den Marsch nach links angetreten. In unseren politischen Verhält nissen sind plösliche Sprünge und Verschiebungen ausgeschlossen, aber die Tendenz der fünfe tigen Entwicklung zeichnet sich bereits genug deutlich ab. Der Mißerfolg der sozialistischen Richtungen vom Jahre 1925 be ginnt sich auszugleichen. Was uns mit besonderer Befriedigung erfüllt, ist die entschiedene Stärkung der tschechoslowaki schen Sozialdemokratic in allen Gebieten der Republik von der rumänischen Grenze bis in den Westen. Die Sozialdemokratie- daran kann niemand zweifeln ist eine ständige und wach sende Kraft im tschechoslowakischen Leben. Seit dem Jahre 1925 sind wir in unge wöhnlichem Maße gewachsen. Unsere Erfolge brachten uns keinerlei„ politische Lage", es sind dies feine Konjunkturerfolge, sondern die Frucht gesunder Ideen und guter Arbeit. Ebenso betont das Blatt den Sieg der deutschen Sozialdemokratic." Schreibt: Es Las Bild der Wahlen wäre nicht vollständig, wenn wir nicht mit einigen Zeilen auch die Situation im deutschen Lager zeichnen würden. Vor allem teilen wir unseren Lesern die freudige Nach rich: mit, daß die deutsche Sozialdemokratie aus dem Wahlkampf einen entschiedenen Sieg davon trägt. Sie hörte auch nach den Mißerfolg von 1925 nicht auf, eine große und ernste Partei zu join; nun ist es sicher, daß sie sich zu rascher Stärkung und zu Einfluß entwickelt. Auch das„ Národní Osvobození", welches zunächst betont, daß die tschechische nationalsozialistische Partei noch besser abgeschnitten hätte, wenn sie nicht die Truzkandidatur der Stribrnylente gegen sich gehabt hätte, gibt den Erfolg der Sozialdemokratie zu. Für die Auffassung der Sommunisten ist charakteristisch, daß ihr Zentralorgan, das Rude Pravo" weniger vom Siege der eigenen Partei als von der Niederlage der Regierungsparteien spricht. Am 16. Oktober wurde die Zoll- Mongrua Mehrheit gerichtet und abgeurteilt. Die Zahlen des Wahlergebnisses sprechen es aus, daß auf dem ganzen Gebiete des Staates, in den tschechischen, slowakischen, deutschen, ukrainischen und polnischen Landstrichen die Regierungsparteien besiegt wurden. Die bürgerlichen Blätter schreiben naturgemäß sehr zurückhaltend. Die schivankende Haltung der nationalen Arbeitspartei, welche nunmehr zum erstenmal in einer Reihe von Gemeinden durch ihre Vertreter einzieht, ist am besten aus Rachstehendem erkennbar. Das Blatt schreibt nämlich: Es wäre ein politischer Fehler, wenn die Gemeindewahlen andere politische Folgen hätten, als die Erkenntnis, daß jede Politik der Isolierung Ausschließlichkeit der Aussperrung und des Boy fotts bei unseren Verhältnissen ein Lugus ist, der wir uns nicht erlauben fönnen und daß die Türe jeder ehrlichen demokratischen Partei ohne Unterschied geöffnet sein muß. Der„ Narodni Politita" bleibt nichts anderes übrig, als sich damit zu trösten, daß ja an den Verhältnissen im Parlament nichts geändert wurde: Heute ist es schon llar, daß die gegenwärtige Richtung unserer Junenpolitik bleibt, daß kein Grund vorhanden ist, weder die heutige Majorität noch die heutige Richtung der Regierung fit ändern. Die„ Narodni Listy" entschuldigen die Niederlage der Nationaldemokraten mit der ge ringen politischen Reife der Wählerschaft. Das Blatt erzählt da: Knapp vor den Wahlen schrieben wir, daß der Ausgang der Wahl auch ein Maßstab der poli tischen und staatsbildenden Reife der Wählerschaft sein werden. Man kann nicht sagen, daß diese Reife bereits in vollem Maße erreicht wurde. Es bleibt noch ein großes Stüd politischer Erziehung, welche den tschechischen staatsbildenden Parteien vorbehalten bleibt." Wohin die Entwicklung bei den Sozialisten geht, zeigt zweifellos das Wachstum der tschechoslowakischen und deutschen Sozialdemokratie, ein Wachstum, das größer ist, als man erwartete. Die Sozialdemokratie siegt durch ihre reale positive Politik und das ist das wert- Dazu ist nur zu bemerken, daß eben die polis vollste an ihrem großen Erfolge, den man als tische Erziehung, welche die bürgerliche Regie einen dauernden ansehen kann. Die Kom- rungsmehrheit den Wählern durch ihre reaktion munisten haben bei weitem den per- nären Taten hat angedeihen lassen, den Ruck der zentuellen Zuwachs der Sozialdemo- Wählerschaft nach links zur Folge gehabt hat und fratie nicht erreicht. In den sonntägigen daß, wenn diese Erziehung der sich staatsbildend Wahlen hat es sich gezeigt, daß das kommunistische nennenden Parteien weiter anhält, bei den Wachstum aufhört. Die Kommunisten haben ihren nächsten Wahlen dieser Rud noch Höhepunkt überschritten; sie haben allen Grund, entscheidender nach links ausfallen mit Befürchtungen in die Zukunft zu schauen. wird. Kleistgeguer gewesen, Goethe formuliert es selbst| strömte in seinen Werken, nicht haushichit mit sich mit den Worten: es gäbe ein Uuschönes in der Natur, ein Beängstigendes, mit dem sich die Dichtkunst bei noch so funstreicher Behandlung weder befassen, noch aussöhnen könne. Das ist der Einwand all jener Satten, die sich nich: aufrütteln lassen wollen, weil ihr Lebensplan das nicht verträgt, weil sie in sich beschlossen, abseits der Gemeinschaft, geizig hütend was sie besiven, sich nicht erschüttern lassen dürfen, wenn sie nicht gewahr werden sollen, wie fein, wie lebensabgewandt ihr Leben ist Wir finden diese Einstellung auf allen sosialen und geistigen Stufen. Wenn der preußische Leutnant die wunderbar menschliche Erschütterung bei Aublich des offenen Grabes des Prinzen von Homburg als unstandesgomäße Feigheit" hochmütig ablehnt, wenn Gundolf die Penthesilea als vor jedem Vernunf: oder Naturgeses ungeheuerlich" und ohne Anteil an den Ideen und Gesetzen des bisherigen Menschen tames" bezeichnet, wenn Goethe, der fleine Halbtalente, auch wenn sie ihm in ihrer Wesensart ganz fremd waren, mit oft gerühmter„ fördernder Milde" behandel: hat, gerade Kleist gegenüber eine Verständnislosigkeit bewies, die sich öfters in eine: fast unwürdigen Art manifestierte, so sind das nur gradu elle Unterschiede, die Wurzel ist die gleiche. Es wird in allen diesen Fällen unbewußte Abwehr geübt gegen ein gewaltiges Fremdes, das festgefügte Grenzen einzureißen droht. Das egozentrische Lebens siel, sich selbst ganz unversehrt zu erhalten, foste auch die andern was es wolle, weist dem Bewußtsein oft ganz unbekannt, die richtigen Mittel und Wege zur Erreichung dieses Zieles. Goethe, der tiefe Henner alles Seelischen, hat dies auch an sich selbst erkannt, er sagte von sich:„ Ich kenne mich zwar nicht selbst genug, um zu wissen, ob ich eine wahre Tragödie schreiben könnte, id) crschrede aber bloß vor dem Unternehmen und bin beinahe überzeugt, daß ich mich durch den bloßen Versuch zerstören tönnte." Und nun tam se teist, den nichts zurück hielt, sich unbedenklich zu verschwenden, der ganz aus und sich restlos verschenkte, der all das fonnte und alles tat was für Goethe jenseits der eigenen Grenze lag. Da genügte es nicht mehr, in weiser Erkenntnis sich selbst zu hüten, da mußte in unbewußter Auf führung dieses Sichselbstbewahrenwollens auch noch zerstört werden, was dieses Ziel bedrohte. Das tat Goethe und ist damit wie heute garnicht mehr bezweifelt wird, zum letzten entscheidenden Anlaß für kleifts tragisches Ende geworden. Wohl muß unterschieden werden zwischen Anlaß und Grund. Der Grund lag tief in Sleist selbst, lag in dem ganzen Gang seiner Entwicklung, und es hätte auch ein anderer Anlaß die Auslösung hervorrufen können. Wir können Kleists Leben und sein Schaffen uur verstehen, wenn wir die Erkenntnis und die Forschungsmethoden der modernen Seelenlehre zu Silje nehmen. Dann wird uns vieles flar, was uns in seinen Werken, besonders in der Gestaltung seiner Frauenbilder, sonst bofremden mag. durch far geworden, durch sein Leben wie durch seine Werke geht dieser Zug, ins Riesenhafte gesteigert im Michael Kohlhaas, wo das beleidigte Rechtsgefühl, so far und eindeutig sein Rechtsanspruch auch erwiesen ist, ein ganzes Land in Not und Aufruhr stürzt, weil es doch nur den Anspruch des des Einzelnen vertritt entgegen den Interessen der Allgemeinheit. Viele Aussprüche in Briefen und Werken verweisen darauf, daß Kleist den Bug zur Gemeinschaft fühlte, und nur den Weg nicht sand. Auch sein starkes Nationalgefühl ist von hier aus zu verstehen, er suchte diesen Zusammenschluß weil ihm der größere Menschheitsumfassende verschlossen war, der Rahmen gestattete nicht, dies ausführlicher zu belegen, es ist an anderer Stelle geschehen.*) Es ist interessant zu verfolgen, wie dieser Mangel, ihm selber unbewußt, in seinem Leben wie in seinen Werten überkompensiert wird durch die überall durchbrechende Forderung nachh absolutem blinden Vertrauen, das an Unterwerfung Schon der Entwicklungsgang seiner Jugend gibt grenzt, nach einem fast übermenschlichen Vertrauen, uns reichliche Aufschlüsse. Nach vier Mädchen als das kaum gewährt werden kann und dadurch dessen erster Junge einer jahrhundertalten Striegerfamilie Versagen und das daraus erfolgende Mißverst- hen geboren war er den doppelten Schäden einer Er- die meisten Beziehungen scheitern oder schwer geziehung ausgesetzt, die einerseits den ersehuten schädigt werden. Als kleines äußeres Symptom für Stammhalter in ihm verwöhnte und andererseits diese Einstellung finden wir auch in Kleists dramamit höchstgespannten Erwartungen an seine Lauftischem Dialog gegenseitiges Mißverstehen als Spanbahn berantrat. Viele Stellen in seinen Briefen nungsmoment besonders häufig vor, sowohl in geben uns Anschluß darüber, daß diese unswed fomischen, wie in tragischen Szenen, mäßige Anleitung seiner Jugend ihn unsicher und mutlos und daher untüchtig für die späteren Auf gaben des Lebens gemacht hat. Er zeigt auch in allen entscheidenden Situationen, bei Berufswahl und Liebeswahl, die typischen neurotischen Züge des Ent mutigten, der weder Vertrauen zu sich selbst, noch Vertrauen zum Mitmenschen hat, was ihn jeglicher Bindung abhold und schwer einfügbar in eine soziale Gemeinschaft macht. In diesem abseits der Gemeinschaft" ist die Leben verwurgelt. Tragir von kleifts gesamten Vieles was bisher unverständlich schien ist uns daSeiner Braut gegenüber tritt das herrische Verlangen nach bedingungsloser Unterwerfung start hervor, verbunden mit einem zweiten typisch neurotischen Zug, dem Bestreben, von dem erwählten Partner einen solchen Grad der Vollkommenheit zu verlangen, daß dieser unter dem geforderten Waß zurückbleiben muß und so das für jeden seelisch ungesicherten Menschen ersehnte Moment eintritt, fich ohne eigene Verantwortung aus einer schon eingegangenen Bindung wieder lösen zu dürfen. Und *) Jahrbuch der Sleistgesellschaft 1926. Seite 4. Tages- Neuigkeiten. Wahlfieg der norwegischen Sozialdemokraten. Warum denn so zurückhaltend? Der mitteldeutsche Streit. ittwoch, 19. Oktober 1927. treten des Geistlichen, der im Ovnate war, brachte in der Stathedrale eine riesige Verwirrung hervor. Als dies der Organist bemerkte, ließ er die Orgel mit voller Straft ertönen. Als die Panik etwas nach gelassen und etwa 1600 Personen die Kathedrale verfassen hatten, war es Bischof Barnes möglich, seine Predigt zu halten, in welcher er versuchte, eine Art Versöhnungsstandpunkt zwischen der modernen Wissenschaft und dem Glauben zu empfohlen. Auch eine Amnestic. Wie der Polizeipräsident in Berlin onläßlich des Hindenburg Tages begangen fehrsvorschriften, die von auswärtigen Automobilisten wurden, nicht verfolgt. Strafverfügungen, die bereits Rechtskraft erlangt haben, werden von dieser Anordnung nicht betroffen. beim Gottesdienst in der berühmten St. PaulsKathedrale in London ereignet. In dem Augenblick, als der Bischof von Birmingham, Dr. Barnes, der als Verteidiger der Darwinschen Theorie belanni Das tonservative Kabinett hat seine Mehrheit verloren. ist, in Begriffe war, eine Predigt über das Thema Drei Wochen lang hat der Reichenber Kopenhagen, 18. Oltober.( Eigenbericht.); auch noch das Ergebnis aus der Hauptstadt Oslost die Schaffung des Menschen das Ergebnis eines ger, Vorwärts" so wie auch die übrige kom- Die Neuwahlen zum Storthing in Norwegen haben aus. Die Stimmenzahl der Arbeiterpartei wird blinden Wiechanismus oder das Eraconis einer medimunistische Presse einen fabelhaften Vernich tierenden Straft?" zu halten, trot in das überfüllte tungsfampf gegen die deutsche Sozialdemokratie nach den bisher vorliegenden Nachrichten der sich daher noch wesentlich vermehren, Rechten eine starke Niederlage gebracht; das Die bisherigen Ergebnisse, die etwa zwei Stirchenschiff der Rektor des Londoner St. Michaelgeführt. Die Herren waren so im Zuge, daß sie darüber das Bürgertum vergaßen. Wir haben conservative Kabinett hat seine Drittel des Gesamtresultates umfaffen, find fol- Stollegs Reverend Webster, gefolgt von einigen Pricdiesen Stampf mit Interesse verfolgt und er- Wehrheit verloren. Die vereinigte Argende: Rechte 20.434 Stimmen( bei den legten stern, ging auf die Rangel zu und verlas mit mäd) nun die höfliche Anfrage an den beiterpartei und die Bauerupartei haben schon Wahlen insgesamt 34.575), Bauernpartei 54.530 tiger Stimme eine Anlage, in welcher er im Namen „ Vorwärts": Wie ists ausgefallen? Die Diens nach den einstweilen vorliegenden Ergebnissen( 48.689), Liberale 42.739( 49.678), fozial. Gottes und der Gläubigen den Bischof Barnes bevom flachen Lande mehr Stimmen erhalten als de motratische Arbeiterpartei 49.644 fchuldigte, durch sein fezerisches Wirken die Lehren tagnummer haben wir zwar sehr aufmerksam ge bei den letzten Wahlen im ganzen. Dagegen bleiben( 32.892), Kommunisten 2790( 4668). und die Sakramente der Kirche mit Füßen zu treten. lesen, darin aber nur die wiederholte Bedeutung die Kommunisten hinter ihrer bisherigen Stim Die Arbeiterpartei dürfte zehn, die Bauern- Hierauf forderte er den Erzbischof auf, den Bischof gefunden, daß die Kommunisten sich beinahe ju Tod gefiegt haben. Tatsächlich mußte der Vor- menzahl zurüid. Es fehlen noch die Wahlergeb- partei drei Mandate gewinnen. Die Konservativen Barnes aus der Kirche auszuschließen. Das Aufwärts" doppelt so viel Bescheidenheit besiken, als nisse aus den größeren Städten; namentlich steht verloren bisher schon sieben Mandate ihm eignet, wenn er sich im stillen Kämmerlein mit dem fommunistischen Wahlerfolg nur halb so viel freuen fönnte, als er durch fette Ueberschriften nach außen fundiut. Aber daß die deutschen Sozialdemokraten einen prachtvollen Wahlerfolg erzielten, verriet Der Reichsarbeitsminister hofft auf Beilegung im Berhandlungswege. der Vorwärts" niemandem. Die Freude beBerlin, 18. Oktober.( Eigenbericht.) Zur in insiger Fühlung stehe und die Hoffnung hege, hält er für sich. Wir, die doch noch Samstag so Beilegung des großen Streits im mitteldeutschen daß die bevorstehende Wiederaufnahme der Berbedeutsam waren, daß uns die kommunistische Brannkohlenbergbau sind die Vertreter der beiden handlungen zu einem günstigen Resultat führen Bresse fast ihren ganzen Raum widmete, werden Barteien für Donnerstag zu Verhandlungen nach werde; er wolle die Interpellation aber erst Ende von Berlin mitteilt, werden Uebertretungen der Ver nun fast gar nicht erwähnt. Wo es doch geschicht, Berlin geladen worden. In der heutigen Reichs dieser Woche beantworten, weil er hoffe, bis dahin spricht der„ Vorwärts"-von Niederlagen. tagsjifung erklärte der Arbeitsminister Dr. den Streit im Verhandlungswege beilegen 31 Das macht er so: Bei der Besprechung des Resultates von Prag freut er sich des tommu Brauns, auf eine sozialdemokratische Interpella- lönnen. tion über den Streit, daß er mit beiden Parteien nistischen Gewinnes von 4000 Stimmen, flag: aber nicht über den Verlust von drei Mandaten see**®************* ☺☺☺☺*** QUOذ ÛØυ0008005000000000000000000000 Filmbrand bei Dieterle. In der Wohnung des und verschweigt in der Besprechung vollends den wurde nicht angerichtet. Die in den schadhafien am 14. ds. infolge Blutvergiftung. Seine Frau Berliner Schauspielers Wilhelm Dieterle exploGewinn der tschechischen Sozialdemokraten( 6000 Wohnungen übernachtenden Leute flüchteten auferschoß aus Gram über den Verlust ihres Mannes dierte in der Nacht zum Montag, gegen 4% Uhr Stimmen, 3 Mandate). Dafür dichtet er den die Straße. am Samstag ihren fünfjährigen Sohn und dann morgens, ein Filmstreifen, wodurch in dem deutschen Sozialdemokraten einen Verlust von Zwei Mädchen erschossen. In Chicago fand sich selbst. Vor der verzweifelten Ta: traf jie Raum Feuer ausbrach. Dieterle und seine Frau er indem er( natürlich ganz man Montag die Leichen zweier erfchoffener Mäd die letzten Verfügungen bezüglich des Hauses, litten durch eine Stichflamme erhebliche Verunabsichtlich) die Parlamentswahlen des Prager chen, die aus dem Auto auf die Straße geworfen welches ihr Mann nach dem Vater geerbt hatte, legungen an beiden Händen und mußten ins Streises mit den Wahlen in der Stad Prag worden waren. Der Führer des Autos faß tot sowie betreffs der 70.000 K, auf welche er ver- Strankenhaus gebracht werden. Das Feuer konnte verwechselt. Oder er berichtet von„ bedeute u- am Steuerrad. Er litt an Schwindsucht und hatte sichert war. Das Begräbnis der drei Opfer fand nach zweistündiger Arbeit gelöscht werden, der Sachden Stimmenverlusten" in Falfurz vor der Tragödie versucht, einen seiner besten gestern unter massenhafter Beteiligung der Beschaden ist jedoch sehr erheblich. Dieterle wollte in kenan, wo wir de facto 1031 Stimmen seit Freunde zu erwürgen und. dürfte auch die beiden völkerung der Stadt und Umgebung statt. einem Housvorführungsopparat einen neuen Film 1923 und 1381 Stimmen seit 1925 gewannen. Mädchen getötet haben.. Zwischenstaatliche Rundfunkübertragungen. In begutachten. Oder der Vorwärts" bristet sich mit dem fom Warschau fand eine internationale Konferenz der Radfahrender Messerstecher in Berlin. In Bermunistischen Zuwachs in Böhm.- Leipa, Aussig Die todbringenden Schranken. Dienstag usw. ohne den weit größeren Gewinn der Sozial früh um 2 Uhr 25 Minuten überfuhr ein Güter und untendegeſellſchaften ſtatt, bei der die Prin- lin- Neukölln hat jich der Radfahrer, der sich seit einizug ant Bahnhof Essen Nord auf dem Bahnüber- ipe der Uebertragung von Rundfunkprogrammen ger Zeit besonders in der Nähe von Mädchenschulen auf dem Drahtwege in die ausländischen Stationen als Messerstecher unliebsam bemerkbar macht, aut Fortjeßung von Hamburg und Lodz" neunt gang Söllingstraße, deſſen Schranten nicht ge- vereinbart wurden. Der erste Versuch wird am 27. Montag morgen wiederum betätigt. Als ein 14jäh der Vorwärts" die Gemeindewahlen. Das schloſſen waren, das mit fünf Perſonen besetzte Oktober unternommen werden, u. zw. wird als erfie riges Mädchen auf dem Wege zur Arbeitsstelle die stimmt, und zwar in doppelter Hinsicht: hier wie Auto einer Gelsenkirchener Firma. Das Auto die Warschauer Sendestation einerseits nach Prag Auslage einer Buchhandlung betrachtete, verspürte dort große Erfolge der Sozialdemo- wurde eine Strecke weit mitgeschleift. Von den über Wien, andererseits nach Wien über Prag sen sie plüßlich einen Stich ins Gesäß. Während fraten, fleinere der Kommunisten, hier wie Insassen wurden drei Herren und eine Dame den. Später wird der Termin eines weiteren Verdas Mädchen hinfiel, fuhr der Messerstecher mit seidort Bericht des„ Vorwärts", die eben diese schwer verletzt, während der Chauffeur under- fuches festgesetzt werden. Wien wird über Prag nem Rade auf und davon. Wahrheit nicht nur auf den Kopf stellen, sondern leßt blieb. Zwei der Schwerverletzten sind nach nach Warschau, u. zw. einmal gleichzeitig nach Brag einen sozialdemokratischen Sieg in eine Schlappe ihrer Einlieferung ins Krankenhaus gestorben. und Warschau, senden. Der dritte Berjuch wird einer umdichten. V or den Wahlen Vernichtungskampf Der diensthabende Schrankenwärter erklärt, fein Simultansendung aus Prag nach. Wien und" Bac Vor gegen die Sozialdemokratic, nachher Tot- Signal zum Durchlaſſen des außerfahrplan- schau, der vierte der Sendung Warschaus nach Prag schweigen oder Ablengnen der Erfolglojigkeit mäßigen Sonderzuges erhalten zu haben. diefes Kampfes. Und schließlich erschöpft sich da mit ja überhaupt die Aufgabe der kommunisti schen Preffe. demokraten auch nur zu erwähnen. Eine gemeinsame Sigung der Präsidien der Nationalversammlung fand Dienstag vormittags statt. Nach Erledigung administrativer Angelegen heiten wurden auf Grund des Paragraphen 9 der Geschäftsordnung die Bestimmungen über die Bildung von Abgeordneten und Senatorenklubs in dem Sinne ausgelegt, daß ein Klub mit allen in der Geschäftsordnung vorgesehenen Rechten erst von mindestens vier Abgeordneten oder Senatoren gebildet werden kann. Ein Miglied der Nationalversammlung fann nur einem Stlub augehören. Nachbeben in Niederösterreich. Gestern früh wurden in Schwadorf( Niederösterreich) neuerlich zwei Erdstöße verspürt. Der erste war start und dauerte etwa zwei Sefunden. Größeren Schaden und Wien sein. Rundfunk für Alle! Programm für morgen, Donnerstag. Brag. 349. 11: Schallplattennufif. 11.35: Landwirtschafts. funt. 12: Seitfignal. Breffenachrichten. 12.05: Wittagskonzer 13.35: Börsennachrichten. 15.45: Mufitvortrag. Ueber die Frank furier Duffaustellung. 16: Sinberede. 16.20: Börjennachrichten und Hopfenmartpreise. 16.30: Nachmittagskonzert. 17.30: Bor Rundfunk für Industrie, Handel und Gewerbe. 18: Landwirt. Breffebüro, hierauf:. Wer, Salzburg: Ueber Rhythmrit und Kemal Pascha als Dauerredner. Aus Angora meldet Havas: Der Präsident Mustafa Zugszusammenstoß; auf dem Teplißer HauptRemal hielt im Parlamente eine fünf bahnhofe. Gestern früh, um halb 4 Uhr fuhr Stunden währende Rede, in welcher er die ein Laſtzug, der freie Fahrt hatte, in den TepGeschichte der letz'en Jahre und insbesondere die lizer Hauptbahnhof ein. Einige Waggons hatten trag. Ueber die heranwachsende Jugend in ben Schulen. 17.13: der Einberufung der Nationalversammlung nach bereits eine Weiche überfahren, als ein Rangier- idhaftsjunt. 18.15: Borttag. Erlie Dilfe bei Unfallen. 18.30: Angora im Jahre 1920 vorausgehenden Er- zug, der auf einem Nebengeleise von der ent- Denische Genbung. Wetterbericht und Tagesnenigkeiten von gegengesetzten Richtung kam, auf diesen Lastzug Ausdrud des Körpers. 19.30: tebertragung aus dem Smetanaeignisse gedachte. sticß, wodurch etwa vier Waggons schwer beschäfaat. Symphonisches Stonzert. 1. Strauß: Don Juan. 2. Sut: digt wurden. Die Aufräumungsarbeiten dauer- Nachrichten des Preßbüros, lebersicht der Tagesereignisse und Serenade. 3. Beethoven: Symphonie Nr. 7. 22: Seitfigual. Lente ten bis in die Mittagsstunden. Sportnachrichten. 22.15: Theaternachrichten. 22.20: Tanzmusik. Brünn, 441. 12.15: Mittagsfonzert. 14.30: Brager Effelten börse, Wettervoraussage, Breffe, Sport und Theaternachrichten. 15: Cine Stunde Frauenfunt. 1. Etwas über japanische Stinder. 2 Bendt: Nachtigallieder. 3. Zeitin: Aus dem Tagebuch der Kaufmanustochter. Vrchlicky: Rezitation. 4. leber Störperkultur. 18: Seitjignal. Deutsche Preffenachrichten, 18.10: cutime Die Ozeanfliegerin Miß Elder und Kapitän Saldeman sind von den Azoren nach Lissabon abgereist, von wo sie sich nach Paris begeben werden. Wiz Elder soll einen neuen Ozeanflug be absichtigen. Familientragödic. Aus Weißtirchen wird gemelde:: Eine erschütternde Familientragödie sand Montag durch das gemeinsame Begräbnis ihrer drei Opfer ihren Abschluß. Vor ungefähr einem Monate stürzte der 30 Jahre alte Beamte der hiesigen Firma Loser, Franz Reznieck von einem Wiotorrad und starb nach langem Strankenlager Stleist hat sich aus jeder Liebesbindung gelöst, weil dieser Worte, die aus der deutschen Sprache ein er in seiner seelischen Unsicherheit sich ihr nicht ge- Meisterinstrument von nie gehörter Herrlichkeit wachsen glaubte; er blieb nur bei der einen Frau, machen. Es ist nicht wahr, daß diese Sprache über die mit ihm in den Tod ging, weil der Tod keine trieben ist, denn lebertriebenheit liegt nur dort Bowährung verlangt; er konnte eine erotische Bevor, wo die diede mehr aussagt als sie enthält, hier sichung nur als beherrschend oder beherrscht, nie aber ist der Inhalt so roich, daß er selbst den überaber von gleich zu gleich empfinden. Dieser aus der dimensionalen Rahmen dieser Sprache noch zu sprenNeurosenlehre sehr bekannte Zustand dürfte miser- gen droht. Entsprechen seine Helden und Heldinnen schuldet worden sein durch eine organische Minder- auch nicht immer dem gewohnten alltäglichen, so wertigkeit der Sexualorgane, die ihn schwer belastet sind sie doch echt bis ins innerste ihres Wesens. hat. Stleist hat in joiner Penthesilea, die ja als Amasone gleichfalls unter einer förperlichen Minderwer tigkeit leidet, die Auswirkungen seelischen Stonstellation lang vor den Erkenntnissen unserer heutigen Seofenlehre mit unerhörter intuitiver Schöpferkraft deutlich gemalt. Benthesilica kann vielleicht überhaupt als das Ausschluß über Sleist gibt, wir finden dort wie in jenige Wert angoschen werden, das uns den meisten vicien seiner Briefe, besonders in seinen Todesbrie fen, wörtlich gleiche Wendungen, die wohl auch glei chen Gefühlen und Stimmungen entsprechen, er hat Und doch wird gerade gegen Penthesilen und es selbst auch einmal ausgesprochen;„ mein innerstes nächst ihr gegen das Kätchen von Heilbronn( nach stleiſts Worten ihr anderer Pol, ein Wesen das Wesen liegt darin,... der ganze Schmerz und Glanz meiner Secie." eben so mächtig ist, durch gänzliche Hingebung als jene durch) Hondeln", sie gehören wie das+ Die Geschichte meiner Seele, er hat sie geschrie und der Algebra zusammen"), immer wieder ben und sie ist uns verloren gegangen, wir müssen der gegen Stleists Schaffen überhaupt gebrauchte fie suchen und wiederfinden in seinen Brefen und Einwand erhoben: maßlose Uebertreibung in Vor- in seinen Werken. Wir finden sie manchmal getrübt wurf und Sprache. Daß ein Dichter, den das Leben durch Wirrnisse eines Lebens dem sie schlecht ausgeständig entmutigte, dem niemand Stütze und Halt rüstet gegenüber stand und unter dessen Last sie endgab, daß der den eigenen Zweifel in seine Fähigteilich zusammenbrach, aber wir finden ihren Glanz ten durch übergroße Leistungen seiner Gestalten niemals verdunkelt durch seine einzigen Gedanken, wettmachen wollte, ist selbstverständlich. Und bei der auch nur im mindesten klein, nicdrig oder irgend Stleist geschieht das mit einer von keinem anderen wie ſittlich abstoßend wäre. Wie können seine geierreichten Kraft der Ueberzeugung und des Gefüh ſtige Erscheinung nicht besser und schöner zeichnen les, mit einer so hinreißenden Gewalt der Sprache, als mit Sebbels Worten:„ Aber es gibt Geister von dieser aus Erz und Granit getürmten, dabei mit solcher Bedeutung, daß nur die Unverschämtheit vollendeter Anmut begnadeten Sprache, daß wir der die Dummheit sie zu loben wagt, Namen die feines seiner Worte vermissen möchten. Es ist nicht jedes gehorsamste Adjektiv, daß sich ihnen mit einem wahr, daß seine Geschöpfe unmenschlich fühlen und Räucherfaß und einem Fliegenwedel zur Seite stel handeln. Haben wir nur den richtigen Schlüssel zu len wollte, verzehren würden wir das Feuer, den ihrem Tun, dann sehen wir, daß es das allgemein trans, wenn jemand die Abgeschmacktheit beginge, Menschliche, das allgemein Giltige ist, das sie treibt ihm einen aufzusetzen. Zu diesen rechne ich Heinrich und bewegt, und tiefste psychologische Einsicht tritt von Sleift." uns aus jedem seiner Werke entgegen, aus jedem Blutiger Terror in Kroatien. Im Zusammenhang mit den letzten Wahlen in SS. werden furchtbare Einzelheiten über den Terror, der Entwidlung der Hausfarnideln. 18.10: Wie wir mit dem Ber größerungsglas den menschlichen Körper unterfuchen. 19: Englisch. 19.30: 23ie Brag. Prefburg, 300. 16: Landwirtschaftsfunt. 17.15: Stonzert. 1. Haydn: Quartett D- dur, op. 75, Nr. 5. 2. Beethoven: Quartett op. 18, Nr. 5. in Stroatien am stärksten war, bekannt: 300 ver- Sendung. Senator Johann Bollad. Die Schule der Zuhaftete Arbeiter und Bauern, die für den republi- funt. Probleme der Schulreformt. 18.25: Der Ursprung und die fauischen Arbeiter- und Bauernbund agitierten, wurde in nasse, nach europäischen Begriffen gan; unvorstellbare Marterzellen gezwängt. Der fungentrante und knapp nach einer Blinddarmopera- C- moll, op. 18, Nr. 4. 18.45: Borirag. 19.05: Fremdenverkehr, tion befindliche Arbeiter Okresa, der 50jährige Touristik und Sport, 19.30: Wie Brag. Rajdhan, 1870. 17.30: Promenadentonzert. 19: Der Mensch in Bauer Mata Persi, Kandidat des Rep. Arbeiter der Urzeit. 19.15: Breffenachrichten. 19.20: Konzert. 1. Tschai u. Bauernbd., cin Striegsinvalider wurden vom omftij: Duartett D Dur, op. 11. 2. Beethoven: Quartett A- Dur Wachtmeister Novkovic mit Gewehrkolben und Ochsenziemern blutig geschlagen. Der Arbeiter Balija Sandor wurde mit Füßen getreten bis er am ganzen Körper blutete, dem Arbeiter Meznaric wurden die Haare ausgerissen und die Lippen zerschnitten. Alle diese Mißhandlungen bezweckten, Aussagen zu erpressen, daß die Angeflagten der verbotenen fommunistischen Partei angehören. Vom Gericht wurden alle Angeklagten freigelassen, da leine Beweise gegen sie erbracht werden konnten. Budapest, 556. 11: Schallplattenfonzert. 15.10: Sigeuner musif. 16: Landwirtschaftlicher Bortrag. 18.15: Die Entwidlung sert. 22: Fangmujit. der Musikinstrumente. 19: Literarischer Wettbewerb. 20.30: Ston Daventry, 1601. 13: Quartett. 11: Schallplattenmufit. 16: Abendgottesdienst. 17: Quartett. 18.15: Sinderstunde. 19: Tanz 2.35: Konzert. 23.30: Tanzurufif. mufit. 20.15: lavierfonaien von Sandu. 20.15: Bunte Stunde. Rom, 450. 17.15: Tanzmusit. 20.10: Leichte Wujit. Wien, 517. 11: Vormittagsmufit. 16.15: Nachmittagstonzert. siele und Reisepläne. 18.15: Rembrandt. 18.45: Esperanto. 19: 17.50: Witteilungen aus den Bundestheatern. 18: Musflugs. Franzöfifch. 19.30: Englisch. 20.05: Bolkstümliches Orchestertonzert. 3ürich, 588. 12.32: Edjallplattenfonzert. 15: Nachmittags Yonzert. 16: Tanzmusit. 17.10: Kinderstunde. 20: Rossini Abend. 20.10: Arien und Boltslieder. 21.20: Stalienische Serenaden. Tanzmusil. Deutschland. Romantische 16.30: Amerifani statt der Lebenden. 19.55: Deutschland, das Herz Europas. 20.30: Die ersten Verjüngungsoperationen in Wien. Montag nachmittag wurden, wie die Wiener Morgenblätter melden, in einem Wiener Sanatorium rung von Robgemüse. 15: Dämpfen und Dünsten. 15.40: Stom Königswusterhausen, 1250. 12: Franzöfifch. 14.30: Aufbewah an einem 68jährigen und einem 70jährigen anweisungen und Speisefolgen. 16: Lichtbild und Film in der Patienten nach der Woronow- Methode Verjün- Bei den Deutschen in Australien. 18.30: Spanisch). 18.55: Die Schule. 16.30: Erziehungsberatung. 17: Unterhaltungsmufit. 18: gungsoperationen vorgenommen, wobei die Steim- Solsbringung in Sochgebirge. 19.20: Der Einfluß der Dichtung Brüsen eines Pavians, die Professor Woronow Symphoniekonzert mit Bohnen und Manen, Schumann: Duber auf das Stunfttlied. 20: Uebertragung von Langenberg, 469. zur Verfügung gestellt hatte, zur Uebertragung ture„ Lebensfreude". Zalo: Symphonie espagnole. rien von famen. Es waren dies die ersten Woronowaner. Bagner und Verdi. Brahms 2. Symphonic. 22.30: Operationen in Wien. Eine große Anzahl Wiener Berlin, 181. 12: Stundengelänt, 15.30: Schallplattentonzert. und ausländischer Aerzte, darunter amerikaniſcheider Sumor. 17; Unterhaltungsmulit. 18.30: Die merita, und engliſche, waren bei der Operation anwesend. Dienk der Menschheit, 19: Stundengeläut. 19.00: Zn der Wert. Die europäische Fahrplankonferenz in Prag. Symphoniekonzert. Mozart: Symphonic G- moll. Wahler: 4. Die Verhandlungen der Konferens wurden Diens Symphonie, 29.30: Tanzmusik. tag fortgesetzt. Das zu bearbeitende Material iſt rien. 18: Beitgemäße Wirtiwaftsfragen. 2015 Spent und sehr umfangreich; es liegen nicht weniger als 310 Sie dazu? 20.45: Snitrumentalfonzert. 22.15: Tanzmusil. Anträge auf Abänderung der Fahrpläne der inter- 16.30: Rene Operetten. 17.45: Stunde latholischer Weltanschau Frankfurt, 429. 13.30: Mittagskonsert. 15.30: Jugendstunde. nationalen Fernzüge und 227 Anträge auf Einfühung. 18.30: Wertstoffe und moderne Technif. 19.30: Stigoletto", yung direkter Wagen vor. Die in den Gruppenver- Oper von Berdi. Hamburg, 395. 12.30: Wittagskonzert. 11.05: Sausfonzert. handlungen erzielten Ergebnisse werden der Plenar- 16.15: Saustonzert, 17: Fünfuhrtee. 18: Vollstümliches Stonzert. versammlung zur Genehmigung vorgelegt werden. 18.55: Die Zähne in Sitte und Brauch der Bölfer. 19.20: Frauenfchaffen des 20. Jahrhunderts. 20.15: Volkstümliches Stonzert. Servorzuheben wäre der belgische Antrag, den Som- Tanzmusit. merfahrplan stets am zweiten Sonntag im Mai um Leipzig, 366. 12: Schallplattenkonzert. 16.30: Nachmittags9 Uhr in Straft zu setzen und gleichzeitig auch die 10.30: Grundfragen der Psychologie. 20.15: Schweizer Dichterabend. Sommerzeit in allen mittel- und westeuropäiichen Staaten einzuführen. Ein ungewöhnlicher Verfall, der ganz London in Erregung versetzte, hat sich Sonntag vormittags Breslau, 329, 12.15: Schallplattentonzert. 16.30: München, 536. 16: Nachmittagskonzert. 17.40: Geflügelzucht. 18.30: Triofonzert. 19.30: Geistige Fragen der Zeit. 20: Der junge Wagner. 20.45: Wagner- Abend. Stuttgart, 380. 12.30: Schallplattentonzert. 16.15: Wandoli lungsjahre. 20: Wie Langenberg, 22; Vortragsstunde. nenkonzert. 18.15: Dramaturgie. 18.45: Die Gefahr der Entwid. Mittwoch, 19. Oktober 1927. Seite 5 Volkswirtschaft. 1940 auf 2200 K. Der Mitgliederstand mit 9040| ist etwas gestiegen. Das eigene Betriebskapital der Genossenschaft beträgt 921.979 K, die EinDevi'enfurle Prager Kurse am 18. Oktober. 10 Belgas. 100 gire 1 Dollar 100 Schilling Der Finanzminister hat gesprochen! eine Stabilisierungs, Deflations- und Konsolidic- lagen der Mitglieder stiegen um 291.296 K auf rungsperiode ein. Diese Unterscheidung mag fub- 4,807.228 K. Beschäftigt find insgesamt 87 Per 100 holländische Gulden Dienstag, den 11. Oktober ist der Stadt jektiv ihre Berechtigung haben und es wissen die fonen. An Löhnen wurden ausgezahlt 1,126.188 Reichenberg großes Heil widerfahren, denn am Arbeiter, sowie der gesamte Teil des werktätigen Stronen, die sozialen Ausgaben betrugen 127.424 100 Schweizer Franks genannten Tage hat sich der Finanzminister der Volkes, daß jede dieser Perioden von ihnen schwere Stronen. Der Fahrpark besteht aus 3 Autos und Pfund Sterling schechoslowakei, Serr Dr. Englis, herbeige- Opfer gefordert hat. Ganz besonders aber 3 Paar Pferden. Der Verein besitt 9 Realitäten laffen, in den Mauern dieser Stadt über„ Die die Deflationsperiode, in der der( eine wurde jetzt noch gekauft) und zwei Bau 100 französische Frants finanzwirtschaftlichen Probleme Staat mit bösem Beispiel voran itellen. Die Bäderei weist eine ſtart aufteigende 100 Dinar der Tschechoslowakei" zu sprechen. Wenn ging und den Lohnabban durch Produktion von 762.609 Stilo Brot und 1,526.254 100 Vengos. deutsche Minister dieses Staates im tschechischen führte. Es dürfte noch in frischer Erinnerung Semmeln aus. Das Personal umfaßt 14 Leute. 100 polnische Zloty Teil der Republik Reden halten, liegt es naye, fein, wie zuerst die Bezüge und Löhne der Staats Verwendet wurden 55% Waggons Roggenmehl daß auch tschechische Miniſter in das deutsche Ge angestellten und Arbeiter herabgesetzt wurden und für Brot und 6½ Waggons Weizenmehl für biet gehen, um so mehr, da ja die besitzende Klaffe wie diesem Beispiele dann das gesamte Unter Gebäd. Zum Betrieb der 5 Doppelauszugöfen der beiden großen Nationen schon jedem Nationa nehmertum gefolgt ist. Durch diesen Lohn- und wurden 53% Waggons Koble gebraucht. Die lismus abgefchworen hat und nur darauf einge- Gehaltsabbau sollte in großzügiger Weise ein all Rückvergütung an die Mitglieder beträgt 593.939 stellt sind, ihre egoistischen Interessen auf Stosten gemeiner Preisabban herbeigeführt werden und Stronen. Ueber 60 Prozent des Bedarfs wurden der Arbeitermassen zu vertreten. wenn wir heute jene Periode überblicken, dann durch die Großzeinkaufsgesellschaft gedeckt. Ange hätte auch der Finanzminister dieses Staates alle fichts diefer glänzenden Erfolge Tonsumgenossen Ursache zu einem Befenntnis in dem Sinne, fchaftlicher Tätigkeit ist mir verwunderlich, daß daß wohl die arbeitenden Stände schwere Opfer gebracht haben, daß noch immer recht viele Verbraucher den Wert aber der Preisabban bei weitem eigener Versorgungsorganisationen nicht einsehen. nicht im selben Verhältnis erfolgt Veranstaltet war der Vortrag, den Herr Dr. Englis hielt, von der Reichenberger Handelsund Gewerbefanner. Es war zuerst geplant, diese Versammlung im eigenen Gebäude der Handelslammen abzuhalten, doch erwies sich bald, daß das cigene Lofal für den Andrang zu flein war. Es ift immerhin ein besonderes Charateriſtikum, daß das Interesse des deutschen Bürgertums an den Ausführungen eines tschechischen Ministers so groß ist, daß der Vortrag in den Imca Saal verlegt werden mußte. Mehr als 600 Besucher hatten sich eingefunden und darunter waren nicht wenig Industrielle sogar aus dem westböhmischen Gebiet anwesend. Es zeigt dies, daß die Finanz wirtschaft des tschechisch- deutschen Bürgerblocks von den Nutznießern der Produktion auch im deutschen Lager anerkannt wird, denn die Teilnahme so vieler Unternehmer an dieser Veranstaltung der Handelskammer erfolgte doch aus anderen Motiven als wie als bloßer Neugierde. Und wahrlich, soweit die Teilnehmer an diesem Vortrag aus dem Unternehmerlager stammen, konnten sie mit den Ausführungen des Finanz ministers, der fließend und verständlich in deutfcher Sprache referierte, sehr zufrieden sein, denn es ging daraus mit aller Deutlichkeit hervor, daß fich dieser Periode brutal die Autonomie der Selbstverwaltungsförper bernichtet Gelb 1354.25 Ware 1360.25 803 25 807.25 468.30 471.30 649.20 652.20 163.81 165.01 188.92% 185.32% 2 33.60 88.90 131.94 133 14 59.18% 59.68% 588.50 591.50 877.55 474.87 380.55 477.87% Haltung von Roggen stieg Roggenmehl bis um 4 K. Die übrigen Sorten blieben unverändert. Am Maismarkte war die Tendeng nicht einheitlich, doch gingen einzelne Sorten um 1 K zurüd. Eine weiter an dauernde flauere Tendenz infolge des größeren An gebotes wiesen Kartoffeln auf und büßten heute neuerlich bis 2 K ein. In Futtermitteln verteuerte sich Heu um 2 K. Am Samenmarkte konnte Naturflee die letzten Preise nicht behaupten und ging um 25 K zurüd. Das Gesamtgeschäft war auf einzelnen Gebieten heute ziemlich lebhaft. Es notierten Ein mitteleuropäisches Kaolinkonzern.e: Böhmt. Weizen, 78--81 Nilo, Brag 227 bis ist. Die Wirtschaftszahlen wurden wohl im Sinne Dr. Englis herabgesetzt, freilich nicht in gleicher Relation und was durch die brutalen unter Führung der West böhmischen Kao- 69-72 Kilo, Brag 226-229, Prima Gerste, Brag Wie der Prager Presse" berichtet wird, ist 230, 78-80 Rilo, Prag 222-226, böhm. Roggen. Maßnahmen der zweiten und dritten Periode her lin- und Chamotte werte ein großer mit 193--203, Werfantilgerste, Brag 186-192, böhmi. beigeführt wurde, ist bis heute noch nicht gutge teleuropäischer Kaolinkonzern, in Bildung be Safer, Prag 166-169, Auswahlgerste 205-212, macht. Wir erinnern nur an die schwere Wirtgriffen. Die Verhandlungen zwischen der West- Mais, jugoslawischer Bratislava 138-140, rumäni schaftskrise, in deren Gefolge an die Maffen böhmischen Kaolin- A.- G. und der Schattauer Tonicher, einförnig. Oberberg 134-136, La Plata, Tetarbeitslosigkeit und daran, daß im Monat Auguſt werfe A.-G.( bei Znaim) sind beendet, das Schat- schen 137-139, Weizenmehl OSH, 350-360, Weizen dieses Jahres noch immer 40.863 Arbeitslose ge- tauer Werk geht an die westböhmische Gesellschaft meht 340-350, Weizenbrotmehl Nr. 4 285–295. zählt wurden, die bei den öffentlichen Arbeitsver- über. Bereits früher ist eine Verbindung zwischen Roggenmehl 0/1 350-355, ungar. Grobmehl, Szob mittlungeanstalten gemeldet waren. Die vierte Periode, die Dr. Englis als Konnier Chamotte- A.- G. Die vierte Periode, die Dr. Englis als Kon der westböhmischen Gesellschaft und der Rafo- 380-385, amerit. Patentmehl, Tetschen 385-390, folidierungsperiode bezeichnet, findet ihren Ausier Chamotte A.-G. erfolgt, in diese Verbin Weisengrieß 370--380, Roggeneinheitsmehl 165 bis druck in der Herabsetzung des Zinssußzes. Daß in einbezogen werden. Diesem Kaolinkonzern sollen Tetschen365-870, Bruchreis, Tetſchen 240-270, Hirse dung soll nun auch die Zettlißer Kaolin-.- G. 170, Reis, Burma II., Tetichen 280-285. Moulmain, dann noch zwei bayrische, nahe der Grenze 320-335, Graupen 275--305, Erbsen, grüne 400 bis gelegene Werke, beitreten. Dadurch würde ein 475, gelbe 250-290, Viktoria 425-475, Linjen 320 den, der unter Führung der westböhmischen Stav- Sommerwide mitteleuropäischer Kaolinkonzern geschaffen wer- bis 400, Weißbohnen 190-210, Peluschte 220-240, 165-180, Winterwicke 850-450. Naturrotklee 1200-1325, Weißffee 700-1300, schwedischer Klee 1300-1500, Luzernffee, französischer 1800 Prager Produktenbörse.( Offizieller Be bis 1900, neuer Rotfice 850-925, Senf 300-350. richt vom 17. Oktober.) Die heutige Pro böhm. Mohn, blau 610-630. Leinfamen 250-280, duftenbörse war zahlreich besucht und das Geschäft Stimmel, böhmischer 620-650, holländischer 660 bis hatte im späteren Verlaufe den gewohnten Umfang 690, Epfartoffeln, weiße, Verladestation 26-28, GBund Intensität. Die Gesamttendenz des Getreide fartoffeln, gelbe, Berladeitation 29-32, Weizenkleie marktes gestaltete sich im Verlaufe zugunsten der Ver- 126-128, Roggentleie 126--128, Rapskuchen 165 bis fäufer, wobei Roggen, der sich um 2-3 K befestigte, 175, Leinfuchen 187--190, Walzblüte 120-125, Set, tenangebend war. Auch Hafer wurde zu festeren böhm., sauer, ungepreßt, Prag, 1927, 49-54, jüß, unPreisbedingungen gehandelt u. vertenerte sich meistens gepreßt, Prag, 1927, 59-62, faner, gepreßt, Prag, um 1 K. Der Stursaufstieg in Gerste setzte sich zwar 1927, 54-59, füß, gepreßt, Prag, 1927, 64-67, nicht fort, doch konnte dieselbe ansonsten die leßten. Roggenstroh in Bündeln, ungepreßt, Prag 49-52, festen Notierungen behaupten. Weizen wurde zu un- Futterstroh, gepreßt, Prag 37-39, ungepreßt, Prag veränderten Preisbedingungen gehandelt. Am Ge- 32-34, amerit. Fett, Tetschen 1380-1400, Gier, treidemarkte war die Umjaytätigkeit überhaupt am frische, böhm. und mähr. 48-50, slowakische 45-48, lebhaftesten. Am Wehlmarkt verbilligten sich Weizen- Ralfeier, böhm. und mähr. 44-45, flowakische 42 mehle bis um 10 K. Jm Einklange mit der festen bis 43, Gier, frische, polnische, sortiert 45-46. wurde, findet der Finanzminister im Interesse der Kapitalisten für gut, trotzdem dadurch Gelin- A.- G. stehen wird. meinden und Bezirke in ihrer Entvidlung um Jahrzehnte zurückgeworfen werden. In diesem der Finanzminister dieser Republif ganz als Teile feiner Ausführungen konnte der FinanzSachwalter der besitzenden Klasse minister sich eine Polemit gegen die sozialistischen fühlt. Es wäre zu wünschen gewesen, daß gerade Parteien nicht ersparen. Er verwies darauf, daß vor den Gemeindewahlen möglichst viele Arbeiter die Sozialisten so gern das Kapital konfiszieren Gelegenheit gehabt hätten, sich ebenfalls diefen möchten. Nun, er sei fein Sozialist und durch die Vortrag anzuhören, hätten sie doch dadurch er- Scrabschung des Zinsfußes treffe er doch das fannt, daß solange die politischen Verhältnisse in Stapital, indem er es verhindere. Wenn ein bezug auf die Zusammensetzung der Regierungs- Finanzminister eine solche Redewendung geMajorität sich nicht ändern, die breiten Massen braucht, dann blamiert er sich dadurch nur ſelbſt. aber auch nichts, rein gar nichts für sich zu er enn er meint, mit einer solchen Banalität die hoffen haben. Vielleicht hätte dies manchen ver sozialistischen Parteien wirklich zu treffen, dann anlaßt, die wenigen Stunden bis zur Gemeinde- irrt er gewaltig. Jedes Kind, das die Volksschule wahl in der Form zu benüßen, daß er auf feine besucht, könnte ihn darüber belehren, daß seine Massengenossen einwirkt, am Sonntag den rich Behauptung ganz unzutreffend ist und zeigt sich tigen Gebrauch von seinem Stimmzettel zu in dieser Bemerfung anderseits, daß auch ein machen. Professor der Nationalökonomie von sozialistischen Programmen und Theorien teine Ahnung haben muß. Turnen und Sport. Aus der finnischen Arbeitersportbewegung. Leichtathletik. Einleitend beschäftigte sich der Herr Finanz minister eingehend mit der objektiven und sub jektiven Tragfähigkeit der Einzelwirtschaft. Daraus Zum Schlusse seiner Ausführungen beschäf zog er dann den Schluß, daß auch bei der Ein- tigte sich der Herr Finanzminister furz mit den fommensteuer die fubjektive und objektive Trag- Steuergruppen, die er in direkte, Verbrauchs- und dieser Beziehung als Vorbild da. Die finniſchen Frauen arbeiten gerne und opferfreudig in ihrer Befähigkeit berücksichtigt werden mußte. Wenn nach Verkehrssteuern einicilte. Seinen Angaben nach wegung mit. Unseren Frauen also ein aufmunternder Steuerreform das Höchstausmaß der Einfom- ergibt die erste Gruppe 33 Prozent, die zweite Während der Anwesenheit in Helsingfors beim des Beispiel Unsere Frauen und Mädchen mögen mensteuer rund 25 Prozent beträgt, so hat dies Gruppe 30 Prozent und die letzte Gruppe 37 Pronicht in dem Grundsatz der subjektiven Leistungszent Anteil an dem gesamten Steuerertrag. Die Kongreß der Luzerner Sportinternationale hatten mehr als bisher nicht nur turnen, spielen und Sport fähigkeit seine Berechtigung, sondern in jenem der Belastung durch die Verkehrssteuern, die die Pro wir Gelegenheit schreibt Hans Gastgeb in der treiben, sondern audy an dem Aufbau und der Entobjektiven Leiſtungsfähigkeit; nach seiner Meinung duftion treffen, ist nach Ansicht des Finanzmini österreichischen Arbeiter Turn- und Sportzeitung widlung der Frauensportbewegung Anteil nehmen. auch über die finnische Frauensportbewe- Bei einer nächsten Zusammenkunft soll man den fin jei es eben notwendig, die nenbildungſters noch zu hoch und sie muß in der nächsten auch über die finnische Frauensportbewedes Kapitals nicht unmöglich zu Zeit noch abgebaut werden.„ Die Zölle für die gung verschiedenes zu hören. Der finnische Arnischen Frauen und Mädchen nicht mehr sagen müs machen, da dieses die größte Bedeutung für die Landwirtschaft sind infolge der allgemeinen Welt beitersportverband zählt bei einem Mitgliederstand sen, daß bei uns in Oesterreich die weiblichen techni Produktion hat." Daß diese Erkenntnis durchaus lage noch noiwendig und froßdem sie eine Ver- von 32.000 6000 Frauen und Mädchen, wobei die schen Leiter und Mitarbeiterinnen in der Sportnicht neu iſt, ſei nur nebenbei angeführt. Ander- teuerung der Lebenshaltung gebracht haben, be- Stinder nicht mitgerechnet sind. Im Vergleich zu bewegung sehr dünn gesät sind. feits ist diese These aber auch nur bedingt richtig, deuten fie eine gewisse Stärkung auch für unsere uns ist also der weibliche Mitgliederstand geringer und zwar solange, solange die besitzende Klasse Industrie. Die öffentlichen Lasten müssen noch als bei uns. Auch in Finnland sind die Frauen und an der Macht ist. Wenn der Herr Finanzminister Männer den gleichen Vereinen angehörig, haben aber weiter herabgesetzt werden und die Verfolgung Herbstwaldlauf der Arbeiter- Turner und-Sporteigene Abteilungen. Die dortige Sekretärin des fin- ter im Bezirk Dresden. Dieser fand Sonntag vormeint, dadurch allein nur der Sapitalsflucht dieser Finanzpolitif jetzt politische Tragfähigkeit zu steuern, so irrt er sich, genau so gut wie voraus, die der poſitiven Zusammenarbeit der nischen Arbeiter- Turn- und Sportbundes erklärte mittag in der Dresdener Heide statt und nahm durch diese Nebung auch das Nationalvermögen dieses Land bewohnenden Bevölkerung zu ver- uns, daß die Leitung in den Frauenabteilungen durch in allen seinen Teilen, gefördert durch das prächtige weg aus Frauen und Mädchen besteht und nur in Herbstwetter, einen harmonischen Verlauf. Rein nicht vermehrt wird. Unserer unmaßgeblichen danken ist." den seitensten Fällen werden Frauenabteilungen von sportlich gab es manchen interessanten Moment zit Es ist bezeichnend, daß auch die zahlreich erMeinung nach fönnten die größten Einkommen Männern geleitet. Es erscheint monatlich eine eigene beobachten und beweisen schon die erzielten Resultate mit einem viel höheren Prozentsatz besteuert wer schienenen Staatsbeamten genau so gut wie die den, ohne daß deswegen Kapitalsflucht zu verIndustriellen dem Finanzminister begeistert Bei Frauenzeitung, die von einer Frau geleitet wird. Die Qualität der ganzen Veranstaltung. Von den zeichnen wäre. Volkswirtschaftlich ist es eine be- fall spendeten. Von den Induſtriellen und ſonſti- Frauenfofte werden selten veranstaltet, zumeist ge- Gemeldeten traten etwa 90 Prozent( über 500) an. fannte Tatsache, daß nicht jene mit hoben und gen Stapitaliſten ist dies verständlich, hat sich doch meinsam mit den Männern. Interessant ist weiter, Die restlos erschienenen Berliner Gäste( zehn) konnhöchsten Einkommen die Wirtschaft eines Landes der tschechische Finanzminister als ganz im Dienste daß Mädchen unter 18 Jahren an Wettkämpfen nicht ten nur einen ersten Play belegen. Von der von befruchten, sondern der andere Teil der Bevölk diefer lasse stehend gezeigt. Warum sollen da teilnehmen dürfen, weil in Finnland von den Frauen drei Sportärzten ausgeführten Untersuchung profirung, der die geringen und geringsten Einkommen nicht dieſe deutschen Stapitaliſten ihrem tschechi selbst die Meinung verbreitet wird, daß es nicht gut tierten diesntal die Jugendlichen und die 2Alterssei, in den Perioden körperlicher Entwicklung an genossen und ist damit manchen eine wertvolle Anbezieht. Rapital allein vermehrt nicht den Reich- schen Sachwalter Beifall zollen. Anders ist es tum eines Landes, sondern dazu gehört die freilich bei den Staatsangestellten, die wirklich gar sportlichen Konkurrenzen teilzunehmen. Im Borsi regung auf den Weg gegeben worden. Männer: feine Ursache haben, dafür, daß ihnen ihr Gehalt Arbeitskraft des Volkes. Ist die Ardes Verbandes ist ebenfalls eine Frauenvertreterin. 10.000- Meter- Lauf: 1. Mattner( Berlin) 35: 31.5 Es gibt, wie schon erwähnt, eine eigene Frauen- Min., 2. Trepte( Sevmsdorf) 35: 34.5 Min.-- 5000beitskraft durch finanzwirtschaftliche Maßnahmen reduziert wurde, noch Beifall zu flatschen, um so des Staates vermindert, dann wird sich fehr bald mehr als aus den Worten des Finanzministers sekretärin, die den Arbeitsplan für die Frauensport Meter Lauf: 1. Wittag( Cotta) 16: 02.7 Min., 2. die Notwendigkeit ergeben, daß der Staat seine mit aller Denilichkeit hervorging, daß die Stonfoli bewegung und Arbeitskurse arrangiert und Nat- Rettig( Cotta) 16:52 Min. 3000- Meter- Lauf: Finanzwirtschaft reformiert. Daß es io ist, das dierungsperiode noch nicht abgeschlossen ist und schläge für die Frauenabteilung gibt. Finnland hat 1. Richter( Striesen) 9:40 Min., 2. Hesse( Neustadt) baben die letzten Jahre treffend bewiesen. daß noch nene Maßnahmen kommen werden, die 12.000 gewerkschaftlich organisierte Frauen, bei einem 9: 45.1 Min. 5000 Meter Lauf( 18-20 Jahre): Es ist bezeichnend, daß der Herr Fnanz wiederum auf Kosten der Lohn- und Gehalts Gesamistand von 70.000 gewerkschaftlich Organisier 1. 3ichornad( Pieschen) 16: 48.1 Win., 2. Matthes ten. Nachdem der finnische Arbeiter- Turn- und( Cotta) 17: 42.1 Min. 3000- Meter- Mannschaftsminister bei seinem Vortrage mit feinem tritischen empfänger gehen. Wort dem bedeutungsvollen Unterschied der direk Sportbund 6000 sporttreibende Frauen und Mädchen lauf: 1. Cotta 10: 10.1 Mint., 2. Schwimmer, Neuten und indirekten Steuern gedacht hat. Er bezählt, ist also die Hälfte der gewerkschaftlich Organi ſtadt, 10: 11.4 Min.- 3000- Meter- Lanf( 18-20 schäftigte sich ausschließlich mit Ausnahme der sierten auch sportlich tätig. Wie sehen da wir aus? Jahre): 1. Beyer( Löblan) 9: 59.1 Min., 2. Sause Einkommensteuer nur mit indirekten Zienern und Finnland hat bereits 20.000 politisch organisierte Ar-( Volfersdorf) 10: 09.9 Min.- Jugend: 3000Beigt sich hierin, beiterinnen. Es ist also fast ein Drittel davon in Meter- Lauf( 16-18 Jahre): 1. Mach( Cotta) 10: 15.6 den Arbeitersportvereinen tätig. Wenn wir da die Win., 2. Peikert( Radeberg) 10: 16.1 Min.- 1500österreichischen Zahlen betrachten, kommen wir schlecht Wieter Lauf( 14-16 Jahre): 1. Küttner( Ottendorf) weg. Wir erkennen aus diesen Ziffern, daß Finn 5: 05.6 min., 2. Säuberlich( Dresden- Süd) 5: 12.5 land nicht nur bei den Männern, sondern auch wei Min. 1000 Meter Lauf: 1. Hauptmann( Weißig) und dies auch in Zukunft zu tun gedenti. Und Konsumgenossenschaftlicher Fortschrittt. den Frauen als das Land des Sports bezeichnet wer- 3: 02.8 min., 2. Sengst( Cotta) 3: 05.9 Min. coch muß auch Herrn Dr. Guglis flar sein, daß den kann. Wir haben da noch viel Arbeit zu leisten. Altersklasse: 1500- Meter- Lauf( bis 35 Jahre): Die indirekte Besteuerung für jeden Staat die Die Leitung des Arbeiter- Konsumbereines in Erst bis auch bei uns die Frauen und Mädchen Tur- 1. Sarzer( Cotta) 5: 18.4 Min., 2. Schreiber( Neubedenklichste Steuer form ist, weil alle Bodenbach legt ihren Mitgliedern soeben den nen, Spiel und Sport nicht als Vergnügen auffas stadt, Schwimmer) 5: 19.8 Min. 1500- Meter- Lauf ndirekten Steuern letzten Endes auf die besiglose Tätigkeitsbericht für das letzte Geschäftsjahr sen, sondern als ernste Arbeit an der Gesundheit( über 35 Jahre): 1. Weser( Fortschritt) 5:51 Wein., Klasse abgewälzt werden können. Gerade in die( 1. Juli 1926 bis 30. Juni 1927) vor. Der unserer weiblichen Generation und dadurch an der 2. Hamann( Striefen) 6 Min.- Sportlerinem Punkte ließen die Ausführungen jede objek- Jahresumfaß stieg um 2,332.446 K( 14% Pro- Gesamtheit unseres Volkes, wird das Verhältnis nen: 1000- Meter Lauf: 1. Jentsch( Cotta) 3: 32.8 ive Stellungnahme vermissen. Der Referent stiz- zent) auf 19,888.775 K. Den größten Umsatz aller zwischen den Zahlen der politisch organisierten Franen Wein., 2. Tannert( Neustadt) 3: 39.4 Min. 6 × 100. zierte dann die gesamte tschechoslowakische Wah 1 Bertaufsitellen erzielte Biela mit 1,159.932 K. und Mädchen und der Arbeitersportler ein ähnliches Meter Waldstafette: 1. Cofta 1: 49.3 Mein., 2. Löbtau ungspolitik und teilt diese in eine defretalistische, Die Durchschnittslojung pro Mitglied stieg von werden wie in Finnland. Finnland steht also in 1:55 Min. daß die Finanzwirtschaft dieses Staates ausschließlich mit der indretten Besteuerung rechnet Gerade diese Versammung hat gezeigt, daß das deutsche Bürgertum die Forderungen nach nationaler Selbstverwaltung längst aufgegeben hat und sich auch die brutale Fremdherrschaft anderer bieten läßt, freilich nur dann, wenn diese Fremdherrschaft den Profit schützt und die Neubildung von Kapital, was gleichbedeutend ist mit der Ausbeutung der Massen, ungestört sichert. Seite 6. Mittwoch, 19. Oktober 1927. 13 ist die Listennummer für Die Ortswahl in Prag I- VII der Deutschen sozialdemokratischen Partei! Deutscher Arbeiter- Turn- und Sportverein Prag. Freitag, den 21. Oktober, um 7 Uhr abends: Ausschußsi yung im„ Sozialdemofrat". Tagesordnung: Turnsaalfrage. Turnen. Die Vereinsleitung. Geräteturner- Wettstreit Deutschland- Schweiz. Dieser Wettstreit, der Sonntag in Berlin, im vollbesetzten Mercedespalast, einem erstklassigen Lichtspieltheater, das 3000 Personen faßt, stattfand, nahm einen hochinteressanten Verlauf. Mit großer Auf merksamkeit wurden alle Uebungen am Barren, am Pferd, am Red sowie die Freiübungen verfolgt. Am Barren blieben die Deutschen nur mit wenigen Punkten zurück. Am Pferd jedoch errangen sich die Schweizer einen erheblichen Vorsprung. Am Reck waren bejde Mannschaften fast gleich. In den Freiübungen waren die Deutschen besser, sie konnten aber die Einbuße, die sie an Barren und Pferd erlitten, nicht wettmachen. Endergebnis: Schweiz 427, Deutschland 413 Punkte. Literatur. Praktisches Lehr- und Nebungsbuch der jlowakischen Sprache für den Schulgebrauch und Selbstunterricht. 2. Teil. Von Anton Macht.( 163 S.) Bibliothek der Sprachenkunde, A. Hartlebens Verlag in Wien und Leipzig. Das Lehrbuch, die Fortsetzung des im Vorjahre erschienenen 1. Teiles, bringt eine erweiterte Formenlehre, im Anschluß daran Lesestücke und Gedichte. Auch eine Phraseologie des Slowakischen ist beigefügt. Endlich sogar Muſterbriefe aus der Handelsforrespondenz. Eine kleine Auswahl jlowalischer Literatur vervollſtändigt den Band. Jeden falls also bietet das kleine Büchlein eine Fülle Stoff für jedermann, den Slowakisch interessiert.- Wir würden es allerdings für sehr angezeigt und bedrittes Bändchen als„ Slowakische Chrestomathie" mit einer gediegenen Auswahl ſlowakischer Literatur erscheinen laffen würde. In dem 2. Bändchen ist die Literatur doch etwas kurz weggekommen, auf Kosten der tschechischen Geschichte, weiche Artikel ganz gut weggelassen werden könnten. Warum ist nicht ein einziges der schönen slowakischen Märchen statt der tschechischen Geschichte aufgenommen worden? grüßenswert erachten, wenn der Autor noch ein Kunst und Wiſſen. „ Tosca" als Modenschau. Direktor Volkner vom Prager Deutschen Theater ist es diesmal nicht gelungen, die Richtigkeit der überschwenglichen Reflame Borankündigungen für Maria Ronsne3off zu bestätigen. Zwar kommt diese Sängerin wirklich aus Paris von der Komischen Oper bezie= hungsweise von der Petersburger Staatsoper, aber die Blütezeit ihrer Gesangskunst ist längst vorüber und, um sich ihrer Kunst wirklich freuen zu können, 15 tuli." ist die Liftennummer für die Ortswahl in PragWeinberge der Deutschen sozialdemokratischen Partei! hätte man ums ihre Bekanntschaft zehn Jahre früher Spielplan der Kleinen Bühne. Mittwoch: ,, Kuvermitteln müssen. Sicher war Maria Kousnezoff Ii." Donnerstag:„ Bunbury." Freitag, Suleinst eine bedeutende Gesangskünstlerin, wie die Kulturverband:„ Das Sprungbrett der Liebe." Samstag ,, Mi Chocolate" Sonntag, nachm.: ,, Das Sprungbrett der Liebe." Abends: Rutuli." Montag, Gastspiel Arnold Korff, neu: „ Die weiße Fracht." Aus der Partei. Deutsche sozialdemokratische Bezirksorganisation Prag. Donnerstag, den 20. Oktober, abends 8 Uhr im Gewerkschaftshaus, Prag I., Perštyn, Sitzung der Bezirksvertretung. Bestimmtes und pünktliches Erscheinen aller Mitglieder ist notwendig. Jugendbewegung. Sozialistischer Jugendverband, Ortsgruppe Prag. Einladung zu der am Freitag, dem 21. Oktober 1927, im Lidovy dum, Hybernergasse, stattfindenden Jugendfeier tur ihrer Stimm- und Atemtechnik und die Mustergültigkeit ihrer Phrasierung heute noch überzeugend offenbart; die Stimme selbst jedoch klingt stark verbraucht, scheppert in der Mittellage und gibt in der Höhe nur mehr scharfe, mit Anstrengung erzeugte und darum nicht immer ganz reine Töne her. Auch die Schauspielerin Kousnezoff hatte nichts befonderes zu sagen; sie gab die Tosca allerdings nach eige ner Auffassung, aber mehr kokett und raffiniert als mit natürlicher Leidenschaft und Anmut. Die besondere Manie dieser Floria Tosca war der ungewöhnliche Toilettenaufwand, dem zuliebe die Künstlerin sogar historische Rücksichten und stilistische Gründe beiseite ließ. Neben Madame Kousnezoff hatte unser eigenes Ensemble keinen schweren Stand. Dr. Adrian, der zum erstenmale den Cavaradossi fang, ging fast allzu verschwenderisch mit seiner schö nen Stimme um; wir empfehlen diesem ambitionier ten Künstler dringend gesangskünstlerische Selbstdisziplin, um der Gefahr eines allzufrühen Verbrauches seiner Stimmittel zu steuern. Den Mesner gab und sang zum ersten Male unser neuer Baßbuffo Herr Bandler; ganz ausgezeichnet charakterisiert in Maske und Darstellung, mitunter aber doch etwas gar zu übertrieben in der Pointierung. Die Neubesetzung des Pglizeiagenten Spoletta mit Mag Roller bewährte sich; nur auf noch mehr Wort deutlichkeit ist gerade in dieser Rolle Wert zu legen. Schwarz als Scarpia war diesmal indisponiert, so daß manche Stellen seiner Partie spröd und farblos flangen. Die musikalische Leitung der Oper lag diesmal in den Händen Kapellmeister Dr. Koliskos, abends im Verein deutscher Arbeiter Sprechchorprobe. der sich seiner Aufgabe mit ebenso viel Geichid wie Um 8 Uhr abends Monatsversammlung mit Vortrag Anstand entledigle, was bei den Willkürlichkeiten der des Genossen Dr. Emil Strauß über„ Das Ergeb. Zeitmaße Frau Kousnezoffs doppelte Anerkennung nis der Gemeindewahlen und die Arbeiterjugend." verdient. Spielleiter des Abends war Professor Kladnofahrer, Achtung! Wir treffen uns Semmler, der die Szene teilweise umgruppiert Sonntag nachmittags 2 Uhr beim Majaryfbahnhof hatte, nicht immer aber zum Vorteile der Bühnen- und kommen um halb 10 Uhr abends zurück. An vorgänge, wie im ersten Afte, wo es die Neuanord- meldungen nimmt bis heute abends Genosse Baier nung des Bühnenbildes mit sich bringt, daß in der und Genosse Lehnert im„ Sozialdemokrat" entSchlußszene alle mit dem Rüden gegen den zugegen. schauerraum und Kapellmeister stehen, so daß bei Ginseßen des Chores dieser wie auf Kommando Kehrt zu machen gezwungen ist. Das Theater war infolge des Mißtrauens des Publikums gegen übereifrige Theaterreklame nur mäßig besucht. -cf. Theaters. Durch die Schule zum Frieden. Schriften der deutschen Gesellschaft für sittliche Erziehung in Prag, Spielplan des Neuen Deutschen 1927. Bericht von Prof. Dr. Walter Flusser. Mittwoch( 14-2):„ Der Zarewitsch." Donners Das Schriftchen gibt einen Ueberblick über die Tätig tag( 15-3): Der fliegende Holländer." feit der internationalen Konferenz, die vom 16. bis Freitag( ohne Abonnement), Ensemble Gastspiel des 20. April in Prag tagte: er wiederholt in Kürze die Burgtheaters:„ Esther"-„ Die Sprache der einzeinen erstatteten Referate über Kriegsgeist im Vögel." Samstag( 16-4), neueinstud.:„ Ein Lehrbuche, Geschichtsunterricht, Lehrmittelaustausch. Sommernachtstraum." Sonntag, nachm., Rotes Kreuz, Schülerautonomie, Schüleraustausch, Kulturverband:„ Ein Walzertraum." Abends Esperanto. ( 17--1): ,, Elektra." Montag( 19-3):„ Boheme." Zwangsmulit. Von Vishnu R. Karandikar, aus dem Englischen übersetzt von J. Reismann. Irgendwo in einem der Täler des Himalaya befindet sich eine kleine Stadt, deren Beherrscher cinftmals ein junger Prinz wurde. Er war ein großer Freund von Musik und setzte es sich in den Kopf, daß die ganze Bevölkerung dadurch veredelt werden sollte, wenn sie während ihrer Gespräche Musik verwenden würde. So erließ er also eines Neujahrstages ein Dekret, mit welchem er anordnete, daß die ganze Bevölkerung, statt zu sprechen, zu singen habe, und daß jedermann, der nicht fingen wollte oder konnte, verbannt werden würde. Allerdings wurden sie in ihrer Tätigkeit durch die Dichter und Versschmiede unterstützt. Diese Leute wurden derartig stark in Anspruch genommen, um anderen aus der Verlegenheit zu helfen, daß ein ganz schwunghafter Handel mit Gefang einsetzte. Natürlich verlangten diese Musiker und Sänger, daß des Königs. Verfügung noch schärfer in Anwendung käme, und daß Gesangsagenten bestimmt werden sollten, die die Verpflich ung hätten, in der Stadt und am Lande herumzugehen und darüber zu wachen, ob alles Volk auch finge. Sie sollten befugt sein. jenen Leuten, die Gesangsunterricht wünschten, einen solchen zu er teilen, und ein wachsames Auge über jene Ungehorsamen zu haben, die des Königs Befehl zu um gehen suchten. Eintritt: K 5.-. Anfang: 8 r. Karten bei Optiker Deutsch, Graben, Kleiner Bazar und im„ Sozialdemokrat". DIE S. J. Prag. Heute, Mittwoch, um halb 8 Uhr Vereinsnachrichten. EUNDE Touristenverein„ Die Naturfreunde". Der nächste Vereinsabend findet nicht Wittwoch, sondern am Freitag im„ Lidový dum" statt. Teilnahme an der Jugendfeier. Wanderung laut Programm. Herausgeber: Dr. Ludwig Czech Verantwortlicher Redakteur: Dr. Emii Strauß. tuch Deutsche Zeitungs- Aktien Gefellschaft in Brag Für den Druck verantwortlich: Otto Holth, Prag Die Zeitungsmartenfrantatur murde von der Boft- u. Telegraphen. Direktion mit Erlaß Nr. 127.451/ VII/ 27 am 14. Wat 1927 bewilligt. Der erste begann mit ein paar Tönen einzusetzen und brach dann jäh ab. Der zweite führ in den Tönen fort, um weiterzusingen, aber sein Bemühen scheiterte. Da versuchte es der erste neuerlich, doch wieder ohne jeden Erfolg. So ging es eine ganze beträchtliche Weile schon zu. bis der König, über den ungewöhnlichen Aufschub wütend geworden, aufsprang und ihnen zuschrie: ,, So sagt mir doch, Ihr Dummtöpfe, was geschehen ist!" Einer von ihnen antwortete:„ Ein Löwe ist in den königlichen Marstall eingedrungen und hat Pferde umgebracht. Doch ich vermag nicht zu singen, und weiß daher nicht, wie ich es Eurer Majestät auf eine andere Weise zur Kenntnis bringen fann." Der Ministerpräsident vermied in äußerst staatsmännischer Stlugheit einen tätlichen Zusam Der König machte sich zur Tat bereit, stürzte Nun war wohl der Gesang als Kunst sehr menstoß zwischen den beiden streitenden Parteien, mit seinem Pfeile und Bogen hinaus, und fand gut und schön, aber es machte so manchem Be- und da er persönlich ein Feind jedweden Zwanges hier tatsächlich einen Löwen, der vier oder fünf seischwerden, während eines gewöhnlichen Gespräches urch den Staat war, mit Ausnahme der Eintreiner Lieblingspferde umgebracht hatte. Obgleich zu singen. Beispielsweise ein Fall: man hat sich bung von S.euern von anderen, so versprach er, der Monarch impulsiver Natur war, war er den mit seiner Frau zerzauft, weil das Essen nicht die verschiedenen Meinungen Seiner Majestät zu noch tapfer, und so tötete er den Löwen. Er wußte Gehör zu bringen. allerdings nicht, daß es ein Löwe war der auf Be ordentlich zubereitet war, oder nicht rechtzeitig, wenn man in ſein Amt gehen wolle, da kann man Der junge König war in dieser Beziehung hals- Wäldern zu dem Zwecke gefangen worden war, um Aber hier stieß er auf hartnäckigen Widerstand. fehl des Ministerpräsidenten in den königlichen wohl seinen Aerger durch die Musik wahrhaf.ig nicht so ausdrüden, als wenn man es durch die ſtarrig. Ich bin im Begriffe, aus meinem Stönig in den Marstall gebracht zu werden und hier eine Rede tut. Und es ist auch sehr wahrscheinlich, daß reich ein typisches Kulturfönigreich zu machen", Situation zu schaffen, um dem Könige die Untingfie, um sich zu rächen, schnurstracks zum Minister fagte er, und ich verlange die ſtrikteste Einhaltung heit der Verordnung, daß die ganze Bevölkerung, des Königs läuft und über einen einen ganz fal- meiner Verfügung." So blieb dem Ministerpräsi- anstata zu sprechen und zu plaudern, alles musides Königs läuft und über einen einen ganz falschen Bericht erstattet, und in einem solchen Falle denten nichts übrig, als sich, wenigstens für eine falisch auszudrücken habe, handgreiflich und flar was tut man dann? Also tam es, daß sich die Beitlang, mit seinem Gegenstande für erledigt zu zu beweisen. Bevölkerung durch diese Verfügung sehr beengt einen Ausweg zu finden, und war daher auch in zurück und betrauerte den Verlust seiner Lieblingsbetrachten. Aber er war dennoch entschloffcit, Der König kehrte in sein Gemach im Palaste fühlte und eine Deputation zum Ministerpräsider Anwendung seiner Wittel nicht sehr skrupulös. pferde, dann begann er seine Diener zur Rede zu denten entsandte. Und so weihte er ein paar seiner verläßlichsten Die- stellen, daß sie ihn nicht früher in Kenntnis gesetzt ner in einen Plan ein, den er zur Ausführung hatten. Aber, Eure Majestät", unterbrach ihn bringen lassen wollte.. der Ministerpräsident, die Leute wußten nicht. wie sie es singen sollten, und wenn sie es auch gewußt hätten, würden sie dazu eine Ghatika, das find 24 Minuten länger, gebraucht haben, um es in Tönen auszudrücken." Dort aber gab es nicht geringe Schwierig teiten. Die Deputation war verpflichtet, dem Minister ihre Beschwerden vorzusingen, und der Minister mußte einerseits wieder der Bevölkerung seine Sympathien beweisen, andererseits aber wie der des Königs Prestige und Würde wahren, und all dies in einem Liede zum Ausdrucke bringen. Und gerade da kam es zu einer Störung. Die Berufsmusiker tamen auch in einer Deputation, um dem Ministerpräsidenten ihren Dank da für auszudrücken, daß Seine Majestät das Singen so populär gemacht hatte. Noch niemals war eine solche Nachfrage nach Musik gewesen wie jetzt. Am nächsten Tage saß der Ministerpräsident nahe dem Könige in Darbar, um Staatsgeschäfte von größter Wichtigkeit beim Rhy.hmus der Tab la" und der Musik des„ Satar" zu erledigen, als ein Dienerpaar in die Darbarhalle hereingestürzt fam und aufgeregt zu singen begann. Sie schienen den Versuch zu machen, irgendein großes Unglück mitzuteilen, das geschehen war, doch war es ihnen nicht möglich, den Gegenstand flar auszudrüden, weil sie singen mußten. zurückziehen muß, denn ich habe nicht gewußt, daß Schön, ich sehe, daß ich meine Verfügung ich mit solchen Dummköpfen in meinem Volke zu tun haben werde", sprach jetzt der König und der Ministerpräsident nickte beifällig zu den weisen Worten seines gelehrten Herrschers. 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