Mr. 281. Abonnements- Bedingungen: Abonnements-Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags= Nummer mit illuftrirter Sonntagss Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Poft Beitungss Preisliste für 1898 unter r. 7576. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 15. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Koloneis setle ober deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen, sowie Arbeitsmartt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Ternsprecher: Amt I, Mr. 1508.1 Telegramm Adresse: Bozialdemokrat Berlin". Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Bezugs- Einladung. Donnerstag, den 1. Dezember 1898. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. hängigkeit der malaiischen Bevölkerung vom spanischen Joch beiden Inseln betrug in den Jahren vor dem Aufstand zirka gekämpft und begehre für sich selbst nur eine Stohlenstation. 8 Millionen Mark jährlich- ein starker Konkurrent, dessen Am 1. Dezember 1898 beginnt ein neues Abonnement auf den Dann wurde aus dieser bescheidenen Kohlenstation die Bai Mitbewerb dazu führen muß, daß der englisch- deutsche Absatz „ Vorwärts" mit Unterhaltungsblatt und der illustrirten Sonntags- Beilage „ Die Neue Welt". Im Unterhaltungsblatt bringen wir im kommenden Monat eine größere humoristische Erzählung von Alfred af Hedenstjerna: ,, Die Badereise der Familie Hellvik." Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure sowie unsere Expedition, Benthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennigen frei ins Haus für den„ Vorwärts" mit Unterhaltungsbeilage und der illustrirten Sonntagsbeilage Die Neue Welt". Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Bestellungen zum Preise von 1 Mark 10 Pfennigen für den Monat Dezember entgegen.( Eingetragen ist der„ Vorwärts" in der Post- Zeitungsliste für 1898 unter Nummer 7576.) Die Redaktion des Vorwärts". " Eine neue Kolonialmacht. von Manila mit einigen niedlichen Dependenzen, darauf ganz dorthin bedeutend zurückgeht. Ueberdies aber gewinnt die Luzon und schließlich der ganze philippinische Archipel. Vor Union in ihren Erwerbungen eine außerordentlich günstige ungefähr acht Wochen schien es allerdings, als wolle ein Basis für ihre Konkurrenz auf dem mittel- und zum Theil Rückschlag eintreten. Der von den Philippinen zurückgekehrte auch auf dem südamerikanischen Markt. Schon in den letzten General Merritt machte über die dortigen Verhältnisse, den Haß Jahren ist Englands Ausfuhr nach dem spanisch- sprechenden unter den verschiedenen Stämmen, die Anzahl der Aufständischen Amerika gegenüber dem wachsenden Export der Verdie politische Stimmung auf Luzon, Mittheilungen, die in einigten Staaten dahin beständig zurückgegangen; bor der amerikanischen öffentlichen Meinung einen theilweisen Um- allem aber haben die letzteren Erfolge auf dem Kapitalschwung bewirkten. Die Aufständischen hieß es, feien einer marft errungen. In Chili, in Peru, in Columbien, in amerikanischen Annektion wenig günstig gesinnt, so daß eine Argentinien, in Merito, überall dominirt das Yankee- Sapital, Besetzung und Pazifizirung des Landes nicht nur die ständige von jenen kleinen Staaten wie Costarica und Honduras ganz Unterhaltung einer Philippinen, sondern auch enorme Geldmittel erfordere. als eine Satrapie der Familie Aſtor. bedeutenden Heeresmacht auf den zu schweigen. Das letztere Ländchen ist ja heute kaum mehr Doch derartige Bedenken konnten die auf den Handels- Und ähnlich wird sich voraussichtlich das Verhältniß in verkehr und den Absatz nach Ostasien spekulirenden Ostajien stellen, sobald erst die Union sich auf den Philippinen Interessenten der großen Eisenbahn- und Schiffsgefell häuslich eingerichtet haben wird, und sie für die dort geschaften, der Eisenbahnen- und Eisenbahnen- und Stahl- Syndikate nicht wonnene Ausbeute von Kolonialprodukten einen Absatz auf schrecken, und als die Havemeyers, die Morgans, Spreckels, dem ostasiatischen Markt suchen muß. Auch dort, in China Carnegies u. f. w. mit ihrer weiten Gefolgschaft sich und Japan, haben in den letzten Jahren die Vereinigten crustlich für die Annektion der Philippinen ins Zeug legten, Staaten beständig an Terrain gewonnen, speziell was den da war das Schicksal der über dreihundert Jahre im spanischen Absatz von besseren Baumwollen- und Metallfabrikaten sowie Besiz gewesenen Inselgruppe entschieden. Solche honnete die Lieferung von Materialien für den Eisenbahnbetrieb dem konnten die Macher der republikanischen Partei und Gesellschaft mit ihrem enormen Einfluß für sich einzufangen, anbelangt. Es ist schon heute zweifellos, daß England nicht in ihr Sachwalter, der sehr ehrenwerthe Herr Mac Kinley, nicht Deutschland, sondern in den Vereinigten Staaten der Hauptwiderstehen. fonfurrent in Amerika wie in Ostasien erstehen wird, und Allerdings nicht viel neigennütziger hat sich die spanische zwar nicht nur auf dem Waarenmarkt. Die Vereinigten Bourgeoisie eriviesen. Als beim Ausbruch des tubanischen Staaten sind der aufsteigende Stern; zwischen ihnen und EngAufstandes die Sozialisten und Föderalisten für Reformen land wird sich in erster Linie der Kampf um die wirthschaftund für Gewährung einer Art Autonomie an die Ein- liche Ausbeutung jener Gegenden abspielen. Damit eröffnen Nach der von uns bereits mitgetheilten Meldung der geborenen eintraten, als sie dan später, um einer Einmischung sich jedoch auch zugleich ernste Aussichten auf eine weitere Agence Havas" haben nun doch nach langem Sträuben die der Union die Berechtigung zu nehmen, die Unabhängigkeits- Komplikation der politischen Verwickelungen; denn es ist ziemlich spanischen Mitglieder der Pariser Friedenskommission die von erklärung Kuba's verlangten, da wurden sie einfach verlacht. sicher, daß diese wirthschaftliche Rivalität beider Kolonialden Vereinigten Staaten gestellte Forderung der Abtretung Konservative, Liberale, Republikaner schimpften in sonst un machte auch ihren Ausdruck in einer politischen Gegenüberder Philippinen und des Sulu- Archipels angenommen. Zwar gewohnter Eintracht über die„ Vaterlandslojen", die Spaniens stellung finden wird, wirthschaftliche Interessenfragen be fehlen noch die offizielle Bestätigung und die näheren Anwerthvollen Besitz weggeben wollten. Die Hauptorgane der stimmen heute die politische Haltung. Zwar heißt es jetzt gaben über die Vertragsbestimmungen, doch ist an der That- letzten beiden Parteien, der Imparcial", der„ Liberal", der noch in den gegenseitigen Freundschaftsversicherungen beider fache selbst, daß Spanien sich entschlossen hat, in das über- Pays", der Progres" trieben es sogar am ärgsten. Und Mächte, sie hätten in Ostasien die gleichen Interessen, und müthige Verlangen der nordamerikanischen Union zu dabei vermochten diese nach Besit maßgebenden" Schichten sicherlich trifft das heute zu, aber wie lange noch? Die willigen, nicht mehr zu zweifeln. Schon vor einigen der spanischen Bourgeoisie, als der Krieg begann, sich nicht zu Vereinigten Staaten haben nur so lange ein Interesse an Tagen berichtete der gutinformirte Imparcial", daß den geringsten Opfern, zu der geringsten Hintenansehung der Politik der offenen Thore", als es sich für sie noch nicht lohnt dahingehende Instruktionen von Madrid aus an Montero ihrer persönlichen Interessen verstehen. Selbst das Zu und noch nicht ihren Bedürfnissen entspricht, bestimmte AbsatzRios, den Leiter der Unterhandlung auf spanischer Seite, geständniß, daß fünftig die Söhne der Reichen sich nicht mehr gebiete mehr oder minder allein für sich in Anspruch zu nehmen. abgegangen feien; und was sollte Spanien auch machen? vom Militärdienst sollten freifaufen können, mußte den patrio- Gleich schon nach Unterzeichnung des interimistischen Friedens. Seine Hilfsmittel sind völlig erschöpft, eine Flotte, mit der es tischen Herren erst durch eine energische Agitation im Lande vertrages zwischen Spanien und der Union hat der frühere nordamerikanische Angriffe abwehren könnte, ist nicht mehr vor abgerungen werden. deutsche Gesandte in Peking, M. v. Brandt, in einem Auffazz handen, und überdies herrscht im Lande theils blinde apathische Doch das sind Dinge, die der Geschichte angehören und der Deutschen Revue" die Ansicht ausgesprochen, daß die Ergebenheit in das Schicksal, theils die frivole Neigung, das die, so charakteristisch sie für die Großbourgeoisie und die wirthschaftliche Rivalität zwischen England und den Vereinigten Unglück des theuren Vaterlandes" zur Förderung dynastischer moderne Gesellschaft sein mögen, vor der Wichtigkeit der Frage Staaten in Ostasien voraussichtlich später auch zur politischen Herrschergelüste und kapitalistischer Sonderinteressen auszu zurücktreten: Welche Folgen wird die Festsetzung der Union Rivalität führen wird, und so wenig wir uns sonst in der nügen. So wie heute die Verhältnisse liegen, hätte in Westindien und Ostasien haben? Zunächst unzweifelhaft Beurtheilung mancher Fragen mit ihm eins wissen, in diesem Spanien doch die Vereinigten Staaten nicht hindern eine Vermehrung des stehenden Heeres und der Marine und Punkte dürfte er recht haben. können, sich des Philippinen- und des Sulu- Archipels zu be- damit die Einführung des Militarismus nebst seinen oblimächtigen. Nun steckt es wenigstens dafür 20 Millionen gaten Begleiterscheinungen. Um seine Herrschaft den wider Dollar ein, ungerechnet die Entschädigung, die es für die strebenden Bevölkerungen Suba's und der Philippinen aufzuKarolinen erhalten soll. Allerdings bleibt die Frage der zwingen, muß es dort ein größeres Heer unterhalten. Bislang tubanischen Staatsschuld offen; und ob nicht die Vereinigten betrug die Heeresstärke nur 25 000 Miann, nun soll sie nach dem Staaten am Ende gar einen Theil der an Spanien zu zahlen Antrage des Kriegsministers auf 100 000 Mann erhöht werden, den Entschädigung als Deckung für diese Schuld einbehalten, und das ist nur die erste Rate. Weitere Erhöhungen werden In wenigen Tagen tritt der neue Reichstag zusammen. das muß erst noch abgewartet werden. Bescheidenheit ist keine in Kürze folgen, sobald nur erst die bekannten unvorher Die ersten Aufgaben, die ihm die Regierungen stellen, sollen Tugend des amerikanischen Charakters. gesehenen Fälle" eintreten oder der gereizte Heißhunger der sein: Bewilligung einer nenen, sehr bedeutenden Vermehrung amerikanischen Kapitalisten nach Erweiterung des Solonial- des stehenden Heeres und Mehrbewilligungen für die besitzes verlangt. " " " Kolonien. Politische Mebersicht. Berlin, den 30. November. Die Militärvorlage. W borMit diesem schon in den letzten Wochen vorauszusehenden Abschluß endet eine Tragikomödie, die auf beiden Seiten die agirende Bourgeoisie in einer Beleuchtung gezeigt hat, Immerhin ist das noch nicht das Wichtigste. Von viel Der vom Reichstage früher stets zurückgewiesene Plan, wie sie selbst der ärgste Verächter der heutigen tapi größerer Bedeutung ist der Vortheil, den die amerikanische das Heer fortdauernd entsprechend dem Wachsthum der Betalistischen Gesellschaft nicht erwarten konnte; vielleicht Industrie und der amerikanische Handel durch die Eroberungen bölferung zu vermehren, soll jetzt durchgeführt werden. Es nicht gebührt sogar den amerikanischen Epigonen der einst erlangen werden: ein Vortheil, der sich bald genug in einer ver- sollen mur Neu Organisationen, Bildung zweier für ihr Selbstbestimmungsrecht kämpfenden Ansiedler der stärkten Stonkurrenz der Union auf dem mittel- und südamerika. neuer Armeekorps und Reformirung der Artillerie 2c. Neu- England- Staaten, was Rücksichtslosigkeit, brutale Erwerbs nischen wie auch dem ostasiatischen Markt benterkbar machen wird. wodurch Kosten für zahlreiche neue Offiziersstellen, Kommangier und ſtrupellose Aufopferung von Menschenleben für Dabei ist es durchaus gleichgiltig, ob Stuba, Portorico und danturgebäude, Kasernen, Ererzierpläge entstehen egoistische Zwecke anbelangt, die Palme des Ruhms. Immer der philippinische Archipel direkt dem Besitzstand der Ver- genommen werden, nein es soll die Friedenspräsenz wiederum mehr hat sich mit näherem Bekanntwerden der Einzelheiten einigten Staaten eingegliedert werden, oder ob ihnen in ganz erheblich erhöht werden. des kubanischen Aufstandes gezeigt, daß wenn auch die eigent- irgend einer Form eine Art politischer Sondergestaltung zu- Bei der lezten großen Militärvorlage des Grafen Caprivi lichen Ursachen der kubanischen Insurrektion in den Miß gestanden wird; denn wirthschaftlich werden sie zum Ver- wurde von den militärischen Fachleuten versichert, daß damit ständen der spanischen Verivaltung zu suchen sind, doch die einigten Staaten- Gebiet gehören. Gegen eine Konstituirung ihre letzten Wünsche erreicht sein würden. Und jetzt, nach Unterhaltung der Bewegung und ihre Neuentfachung, sobald dieser Besitzungen als selbständige Zollgebiete würden sich wenigen Jahren, stehen wir vor einer neuen großen Vorlage. sie zu erlöschen drohte, auf das Konto eines engeren Kreises sofort die Kapitalisten auflehnen, die den kubanischen Aufstand Man sehe folgendes Bild. Die Heeresstärke der deutschen amerikanischer Interessenten zu setzen sind. Allen voran der unterhalten und das Eingreifen der Union provozirt haben, Armee betrug für Friedenszeit: Betheiligten am dann der amerikanischen wie auch die handeltreibende weiße Bevölkerung Kuba's Zuckertruſt, dann der Die Absicht Besizer der südkubanischen Eisenminen, der respektablen und Portorico's. des Zuckertrusts bei Herren Carnegie, Rockefeller 2c., sowie der am Frachtverkehr seinen Agitationen gerade, ja freie Zuckerin Westindien betheiligten Schiffsgesellschaften. Damit diese einfuhr von Kuba und Portorico zu erlangen, um den Herren von den Zolllasten befreit werden, damit ihr in Handel mit Rohrzucker völlig zu monopolisiren und den tapitalistischen Anlagen auf Kuba steckendes Stapital prosperirt Rübenzucker zurückdrängen zu können. Ebenso wollen die und sich neue Anlagemöglichkeiten bieten, deshalb mußte die Nordstaaten der Union sich für ihre Industrie- Erzeugnisse in Mann gefordert werden, ist noch nicht sicher. Nach den AnJetzt foll eine abermalige Erhöhung eintreten. Wie viel fubanische Insurrektion unterhalten, deshalb auch unter den den neuen Kolonialgebieten einen gegen den auswärtigen frommen Segenswünschen des hochwürdigen Gauklers Jrr Wettbewerb geschützten Absahmarkt sichern, während anderer- gaben der Allg. 3tg." darf man mit 13770 Mann Sollten, was wahrscheinlich ist, die Unterland die nordamerikanische Expedition nach Stuba unter- seits die meisten Produzenten und Händler der Inseln sich rechnen. nommen werden, um die unter dem rohen Druck der von einer Einverleibung in den amerikanischen Zollverband offiziere dabei nicht eingerechnet fein, so tommen wir Spanier feufzende Perle der Antillen zu befreien" und eine wesentliche Steigerung des Preises der einheimischen zu einer Forderung von nicht weniger als dort die amerikanische voltsthümliche Freiheit" zu begründen. Kolonialprodukte versprechen. war 1872 1875 1881 1887 1890 350 000 Mann 401 659 427 274 468 419 486 983 " " " " 1893 557 093 . " 16 000 Mann. Und dasselbe Schauspiel frömmelnder Heuchelei wieder- Werden aber Kuba und Portorico dem amerikanischen Zoll- Hierbei ist Bayern, das die entsprechende NeuorganiHolte sich, als die Annektion der Philippinen in Frage kam. gebiet angeschlossen, so erwächst dort dem englischen und sation erst später durchführen soll, nicht eingerechnet. Auch Zuerst hieß es auch hier, die Union hätte für die Unab- deutschen Handel die deutsche Ausfuhr über Hamburg nach Einjährig- Freiwillige, Offiziere, Aerzte 2c. sind in den obigen Zahlen nicht einbegriffen. Rechnet man diese ein, so würde] nach Durchführung der Neuorganitation unser stehendes Friedensheer jedenfalls das 6. Hunderttausend überschreiten. Und die Kosten! An fortlaufenden Aus gaben werden durch die neue Vorlage, abgesehen von Bayern, fast 14 Millionen nöthig werden. Ganz außer ordentlich werden die einmaligen Ausgaben sein. Also ein weiteres ungeheures Anwachsen des Budgets für das stehende Heer. Dabei find aber die fortlaufenden Ausgaben bereits seit 1872 um mehr als das Doppelte erhöht worden. 1872 betrugen sie 250 Millionen, im letzten Etatsjahr 512 Millionen. Da nun auch Marine, Pensionsfonds und Zinsaufwand borzüglich zu militärischen Zwecken aufgenommene Reichsschuld im stetigen Wachsen begriffen sind, so wird das Deutsche Reich nach Durchführung der jetzigen Vorlage nicht für die mehr viel von 1000 Millionen Mark Zur sozialistischen Einigung in Frankreich so wird Man kennt die russische Freundschaft. Durch Rußlands uns aus Paris geschrieben ist soeben ein weiterer Schritt Intriguen wurde Griechenland verhindert, Streta zu besetzen. gethan worden. Wie früher mitgetheilt wurde, hatte das Durch Rußlands Intriguen wurde Griechenland in den unWachsamkeits- Komitee" eine streng begrenzte Aufgabe. Mit feligen Krieg mit der Türkei getrieben. Jetzt empfängt dem Verschwinden der unmittelbaren Gefahr eines Staats- Griechenland das, was es aus eigener Straft zu erreichen verftreiches hörte die Thätigkeit des Komitee's auf. Zudem hindert wurde, von der Gnade Rußlands. brachte es der Charakter dieser Organisation mit sich, Rußland ist der Hauptgewinner bei der jezigen Lösung daß fie verschiedene, nicht eigentlich sozialistische der Kretafrage. Elemente umfaßte, worunter Vertreter antiparlamentarischer Für Kreta dürfte endlich eine Zeit der Erholung von Richtungen, und andererseits unabhängige" Sozialisten, die jahrzehntelangem Ariegsbrand tommen. Doch wer weiß, wie teiner bestimmten Organisation angehören. Auf Initiative lange der Friedenszustand dauern mag? Unverändert der sozialistisch- revolutionären Arbeiterpartei( Allemanisten) ist dauern die Gegenfäße fort zwischen den Großmächten, deren nun Wandel geschaffen. Das Wachsamkeitskomitee ist aufgelöst jede einen möglichst großen Einfluß auf den Orient und worden. An dessen Stelle tritt eine ständige gemein auf den Weltverkehrsweg nach den asiatischen Meeren a me Vertretung der vier sozialistischen verlangt, insbesondere der Gegensatz zwischen Rußland Landesorganisationen"( Guesdiften, Allemanisten, und England. Diese beiden Mächte, dazu Frankreich und Blanquisten und Poffibilisten. Diese Vertretung hat die auf- Italien haben jezt gemeinschaftlich Streta pazifizirt. Thre tauchenden Fragen in bezug auf eine gemeinsame Attion zu Gemeinschaft aber ist die Gemeinschaft der Raubthiere, deren berathen, und zwar auf grund eines imperativen Mandats seitens feines dem anderen einen Bissen gönnt. Und so wird denn der betreffenden Organisation. Jede Organisation behält sich die der fette Bissen Kreta, die reicher Erträge fähige und das jährlicher Gesammtausgaben für den Militarismus ent- selbständige Entscheidung vor. Was die unabhängigen Sozialisten östliche Mittelmeer beherrschende Insel noch oft und leicht fernt sein. betrifft, so werden sie eingeladen, sich zu einer gemeinsamen genug zum Bantapfel der europäischen Friedensnationen" Die arbeitenden Klassen werden sich gegen Organisation zusammenzuschließen, um an der ständigen Ver- werden. diese neuen Anforderungen des berberb- tretung sich betheiligen zu können. lichen Militarismus aufs schärfste zur Wehr Die gemeinsame Vertretung wird in der Resolution mit dem 5 in der Resolution mit dem feten! treffenden Ausdruck bezeichnet: Komitee der sozialistischen Annäherung"( comité de rapprochement socialiste). Es handelt sich, in der That, vorerst um eine Annäherung. dba jede einzelne Organisation nicht nur ihre bisherige Schon seit einiger Zeit deuteten mancherlei Anzeichen Autonomie vollständig wahrt, sondern auch bei jeder gemeindarauf hin, daß der Dreibund erschüttert ist. In Oesterreich- famen Aktion sich die Entscheidung vorbehält, dem Komitee Ungarn gewinnt das Slaventhum mehr und mehr die nur die Befugnisse der Vorberathung einräumend. Hoffent Herrschaft und damit die Neigung, näher an die Seite Rußlich werden sich aber daraus mit der Zeit eugere lands zu rücken. Diese Neigung wurde unterstützt durch die und verbindlichere Einigungsformeln entwickeln, wie aus Gestaltung der Verhältnisse auf dem Balkan. Während früher dem provisorischen Wachsamkeitskomitee sich das stän die Balkanderhältnisse dauernd einen Gegensatz zwischen dige Annäherungskomitee entwickelt hat. Zunächst muß rath" verhört werden müsse, wurde vom Vorstand mit der BeRußland und Desterreich- Ungarn bildeten, haben sich seit etiva man auf die Stellungnahme der unabhängigen Sozia- gründung abgewiesen, daß mit dieser Angelegenheit der„ Ehrenrath" Jahresfrist die beiden Staaten über ihre Einflußsphären auf listen gespannt sein. Bei den großen Meinungsunterschieden rathe betrieben und das geschehe nicht blos in Seidlig, nichts zu hun habe. Diese werde vielmehr vom fönigl. 2anddemi Balkan verständigt. in den Reihen der Unabhängigen ist es nämlich eine schwierige fondern überall, wo die Sozialdemokraten überhandIm gleichen Maße, wie sich Oesterreich- Ungarn und Aufgabe, sie in eine gemeinsame Organisation zusammenzunehmen". Rußland einander näherten, ging eine Annäherung zwischen bringen. Es sei nur erinnert, daß der auf der äußersten So deutlich, wie in diesem Falle, ist wohl noch nie zugegeben Deutschland und England vor sich. Das von den Stürmen sozialistischen Liuken stehende Jaurès, wie der auf der worden, daß die Kriegervereine nur die Werkzeuge der Landräthe des Nationalitätenhabers zerrissene Oesterreich- Ungarn ist kein äußersten Rechten stehende Millerand zu den„ Unabhängigen" find und auch nichts anderes sein wollen. Der Vorstand und der ficherer Bundesgenosse mehr. Ist doch der Sprachenstreit be- gehören. „ Ehrenrath" haben nichts zu sagen, der Herr Landrath„ verfügt". reits in die Armee eingedrungen. Wie viel werthvoller ist da lub er verfügt" den Ausschluß, nicht, weil der Mann fozialEnglands Riefenseemacht! es genügt, daß der Frevler Mitglied eines Fachvereins ist und desdemokratisch gewählt hat dafür sind keine Beweise da, sondern wegen sozialdemokratisch gewählt haben tönnte. mad 205 Die Zerbröckelung des Dreibundes. Die Regelung der Kretafrage. Trotz aller Proteste Die Sprache, welche der österreichische Ministerpräsident des Sultans wird Prinz Georg von Griechenland sich nun Graf Thun am Dienstag in der Ausweisungsangelegenheit mehr nach Kreta begeben und die Verwaltung der Insel vor dem Reichsrath führte, war nicht die Sprache eines übernehmen. Freundes. Die Schärfe mit der er sich gegen Preußen wandte, Der offiziöse Petersburger Regierungsbote" theilt die wirfte allenthalben überraschend. Die Neue Freie Presse" Hauptbedingungen, unter denen die Verwaltung dem Prinzen sagt dazu: von den vier Mächten übergeben wird, mit. Dieselben lauten: Der oberste Kommissar erhält eine temporäre Vollmacht auf drei Jahre zur Pazifizirung Kreta's und zur Organi sation der Verwaltung der Insel. Der Kommissar erkennt die Souzeränetätsrechte des Sultans auf Kreta an. Seine erste Sorge wird sein, im Einvernehmen mit der Volksversammlung die autonome Verwaltung herzustellen, welche die Sicher heit der Person und des Eigenthums garantiren soll, gleichwie die religiöse Freiheit aller Kreter ohne Unterschied der Konfeffion. Er hat sofort zur Gründung der Gendarmerie oder der lokalen Miliz zu schreiten, welche die Ordnung auf der Jusel bewahren soll. Für die anfängliche Organisation der Verwaltung der Jusel weisen die vier Mächte die erforderlichen Mittel an. Der Regierungsbote" sicht die Zukunft der Jusel sehr vertrauensvoll an: Die Antwort schlage gegenüber der prenßischen Staatsregierung einen Ton an, der zwischen Staaten, die in normalen völkerrechtlichen Beziehungen zu einander stehen, nicht gewöhnlich, zwischen Staaten aber, die im engen Bündnißverhältniß zu einander sich befinden, nur dam verständlich ist, wenn die Absicht besteht, entweder auf das Ende dieses Bündnißverhältnisses vorzubereiten oder der Abneigung gegen dessen Fortbestand Ausdruck zu geben. Darüber täusche man sich nicht, daß, wenn zwei Staaten einmal gegen einander von Verlegung des Völkerrechts und von Retorsion zu sprechen anfangen, das Bündniß zwischen ihnen die längste Zeit bestanden hat". Wenn nun auch die Verschiebung der europäischen Machtberhältnisse seine tieferen Ursachen hat, so ist doch sehr bedauerlich, daß einzelne deutsche Regierungen durch unnöthige, überharte Ausweisungspraktiken den slavischen Machthabern in Desterreich nur allzu berechtigten Anlaß zur Klage gegeben haben. Noch steht der Dreibund auf dem Papier. Aber wie lange noch wird er für die thatsächliche Politik des Deutschen Reiches sowie der beiden anderen bisherigen Bundesgenossen maßgebend sein?. Bismarck über das allgemeine Wahlrecht. Die Verleihung der Rechte der autonomen Verwaltung an das Kretervolk unter dem Schuße und der obersten Leitung des Prinzen Georg ist der Beginn eines neuen Lebens für die Kreter; fie wird ein für allemal den periodischen blutigen Ereignissen einen Damn feßen, welche die Ruhe im Oriente störten und den allgemeinen Frieden ununterbrochen bedrohten." Deutsches Reich. Der dolus eventualis im Kriegerverein. Seidlig bei Landsberg a./W. erhielt vom Vorstand folgendes Ein Mitglied des Patriotischen Wehrvereins" zu Schreiben: „ Nach Verfügung des königl. Herrn Landraths zu Landsberg a./2. vom 16. Oftober werden Sie, da Sie dem Maurer verein angehören und anzunehmen ist, daß Sie bei der letzten Reichstagswahl sozialdemokratisch gewählt haben, aus dem hiesigen Patriotischen Wehrverein ausgeschlossen." Der Einwand des Betroffenen, daß er doch erst vom„ Ehren" Die Kriegervereine machen der Justiz gefährliche Konkurrenz in der Amvendung des dolus eventualis. Zum Schaden wird es der Sozialdemokratie gewiß nicht gereichen, wenn man dergestalt gewerkschaftlich organisirte Arbeiter So mancher wird ohne weiteres mit ihr in Verbindung bringt. darans ersehen, daß in den Augen aller Welt auch in denen föniglich preußischer Landräthe die sozialdemokratische Partei die Partei der Arbeit ist, die alleinige und berufenste Vertreterin ihrer Interessen. Für diese Aufklärungsarbeit können wir den Herren Landräthen nur dankbar sein. ,, Berliner Bewegung"+ Das Leibblatt des Herrn Stöder, die antisemitische Zeitung Das Volt", wird vom 1. Januar ab nicht mehr in Berlin, fondern in Siegen in Westfalen erscheinen. In Siegen ist bekanntlich Stöcker diesmal in den Reichstag gewählt worden, aber, wie das Volt" meint, werden die Christlich- Sozialen keinesfalls wieder siegen, wenn dort nicht ein christlich- soziales Preßorgan dauernd ericheine. Das ist die endgiltige Bankerotterklärung der einstigen Stöckerfchen Herrlichkeit. Einst wurde stolz von der„ Berliner Bewegung" gesprochen und heute ist diese Bewegung so matt geworden, daß sie nicht einmal mehr ein Blatt in der Reichshauptstadt unterhalten fann. Noch vor einigen Monaten suchte Stöder durch einen VortragsDer Regierungsbote" schließt mit der Versicherung, daß zyklus die Berliner Bewegung neu zu beleben und wieder in die Rußland die freundschaftlichsten Empfindungen zu dem ottoöhe zu bringen. Es ist vergeblich gewesen. So geht der Ruhm der Welt dahin! manischen Reiche hege. Konservative Nüpelet. " " " W Schon rüstet sich die Opposition für ihre bekannten„ großen" Etatsreden; die Mappen der oppositionellen Führer sind jeden falls reichlich mit Belastungsmaterial" gegen die Regierung gefüllt. In der Borwärts Buchhandlung rechnet man ficher bereits auf einige Broschürenreden des vielseitigen Herrn Bebel, und mancher neugewählte Genosse" wird die Zeit faum erwarten fönnen, um im Reichstage sein Licht möglichst hell leuchten zu lassen. Würde das Parlament schwach besetzt sein, so hätten die Sozialdemokraten ziemlich freie Bahn für ihre Ausnutzung der Rednertribüne; es ist also schon aus diesem Grunde nothwendig, daß die Reichsboten gleich von Anfang an so zahlreich wie möglich erscheinen. Die Konservative Korrespondenz", der die herrschende Realtion Bahnen, in denen sie einer unbekannten Zukunft entgegenlaufen, noch lange nicht reaktionär genug ist, und die nicht eher zufrieden nicht geglättete Eisenschienen haben. Jedes große staatliche Ge- sein wird, als bis jeder Gegner der Junkerpolitik zur Zwangsarbeit meinwesen, in welchem der vorsichtige und hemmende Einfluß für die Junker verurtheilt, und der Gesammtarbeitsertrag der Besitzenden, materiellen oder intelligenten Ursprungs, verloren des Volks, mit Ausnahme des zum Leben Nothwendigsten den geht, wird immer in eine der Entwickelung der ersten franzöfifchen Junkern zur Verfügung gestellt ist, hat Angst vor dem Reichstag In den Gedanken und Erinnerungen" des Fürsten Bismard Revolution ähnliche, den Staatswagen zerbrechende Geschwindigkeit und möchte den sozialdemokratischen Abgeordneten von vornherein heißt es: gerathen. Das begehrliche Regiment hat das auf die Dauer ein Schloß vor den Mund legen. Nach einigen albernen Bemerkungen " Ich habe nie gezweifelt, daß das deutsche Volt, sobald es durchschlagende Uebergewicht der größeren Masse. Es ist im Interesse über den Brachtbau" des Parlaments( das nach Junkerbegriffen besser einsieht, daß das bestehende Wahlrecht eine schädliche Institution sei, dieser Masse selbst zu wünschen, daß dieser Durchschlag ohne ges in einem Pferdestall untergebracht wäre) und über die Weisheit start und flug genug sein werde, sich davon frei zu machen. Kann fährliche Beschleunigung und ohne Zertrümmerung des Staats- der Parlamente, die allerdings nicht die Weisheit des Pferdevolks ist, es das nicht, so ist meine Nedensart, daß es reiten könne, wenn es wagens erfolge. Geschieht dies letztere dennoch, so wird der fagt das Junkerblatt: erst im Sattel fäße, ein Jerthum gewesen. Die Annahme geschichtliche Kreislauf immer in verhältnißmäßig furzer Zeit zur des allgemeinen Wahlrechts war eine Waffe Dittatur, zur Gewaltherrschaft, zum Absolutismus im Kampfe gegen gegen Desterreich und weiteres zurückführen, weil auch die Massen schließlich dem Ordnungsbedürfniß Ausland, im Stampfe für die deutsche Einheit, zu unterliegen, und wenn sie es a priori nicht erkennen, so sehen sie gleich eine Drohung mit lezten Mitteln im Kampfe gegen es infolge mannigfaltiger Argumente ad hominem schließlich immer Stoalitionen. In einem Kampfe derart, wenn er auf Tod und wieder ein und erkaufen die Ordnung von Diktatur und Leben geht, sieht man die Waffen, zu denen man greift, Cajarismus durch bereitwilliges Aufopfern auch des berechtigten und die Werthe, die man durch ihre Benutzung zerstört, nicht an; und festzuhaltenden Maßes von Freiheit, das europäische staatliche der einzige Rathgeber ist zunächst der Erfolg des Kampfes, die Gesellschaften vertragen, ohne zu erkranken. Ich würde es für ein Rettung der Unabhängigkeit nach außen; die Liquidation und Auf- erhebliches Unglück und für eine wesentliche Verminderung der besserung der dadurch angerichteten Schäden hat nach dem Frieden statt- Sicherheit der Zukunft ansehen, wenn wir auch in Deutschland in zufinden. Außerdem halte ich noch heute das allgemeine Wahlrecht den Wirbel dieses französischen Kreislaufs geriethen." nicht blos theoretisch, sondern auch praktisch für ein berechtigtes Prinzip, So zu lesen in den Gedanken und Erinnerungen". sobald nur die heimlichkeit beseitigt wird, die außerdem Was hier über das allgemeine Wahlrecht gesagt wird, ist nicht einen Charakter hat, der mit den besten Eigenschaften des germani- neu. Daß das Reichswahlgefez eine Waffe gegen Oesterreich war schen Blutes im Widerspruch steht. Die Einflüsse und Abhängigkeiten, und der Köder, mit dem das deutsche Volt unter die preußische die das praktische Leben der Menschen mit sich bringt, find gott Pickelhaube gelockt werden sollte, das war von Bismard wiederholt gegebene Realitäten, die man nicht ignoriren fann und soll. Wenn schon gesagt worden und lag außerdem für jeden denkenden man es ablehnt, fie auf das praktische Leben zu übertragen, und im Menschen auf der Hand. Daß Fürst Bismard die revolutionäre legteren den Glauben an die geheime Einsicht Aller zum Grunde Natur und Kraft des allgemeinen Wahlrechts zu würdigen wußte und legt, fo geräth man in einen Widerspruch des Staatsrechts mit den für sich ausnutzen wollte das war ebenfalls bekannt. Er glaubte Realitäten des menschlichen Lebens, der praktisch zu stehenden aber auch, jeden Augenblick die Geister, die er gerufen, wieder Friktionen und schließlich zu Explosionen führt und theoretisch los werden zu können. In diesem Puntte hat er sich unzweifelhaft nur auf dem Wege sozialdemokratischer Berrücktheiten lösbar ist, geirrt. Und gerade die Sozialdemokratie ist es, die seine Bes deren Anklang auf der Thatsache beruht, daß die Einsicht großer rechnungen durchkreuzt hat. Daher sein Haß gegen sie. Massen hinreichend stumpf und unentwickelt ist, um sich von der Auch daß Bismard das allgemeine Wahlrecht, und namentlich Rhetorit geschickter und ehrgeiziger Führer unter Beihilfe eigener die geheime Stimmabgabe als Rompensationsobjekt, So das Junkerblatt. Unverschämter ist niemals die Knebelung einer Begehrlichkeit stets einfangen zu lassen. Das Gegengewicht dagegen z. B. für Gewährung von Diäten betrachtete, ist nichts Neues, Minoritätspartei gefordert worden. Die ganze Rohheit des Junkerthums, liegt in dem Einflusse der Gebildeten, der sich stärker geltend fondern privatim und öffentlich wiederholt von ihm ausgesprochen dem geistige Waffen" nicht zu Gebot stehen, kommt in dieser frecen machen würde, wenn die Wahl öffentlich wäre. Die größere Be- worden. Bumuthung zum Ausdrnd. Das Junkerblatt macht sich damit aver sonnenheit der intelligenteren Selassen mag immerhin den materiellen Auch das kann nicht überraschen, daß Bismard von etwaigen nur lächerlich, denn die parlamentarische Lage ist eine solche, daß Untergrund der Erhaltung des Befizes haben; der andere des Exzessen" des allgemeinen Wahlrechts einen Rüdfall in den eine Vergewaltigung der Sozialdemokratie im Reichstag gar nicht Strebens nach Erwerb ist nicht weniger berechtigt; aber für die Cäsarismus und die Diktatur ertvartete. Es kann um so mehr möglich ist. Was die Bemerkung über das kaum noch meor Sicherheit und Fortbildung des Staates ist das Uebergewicht derer. weniger überraschen, als Fürst Bismard, durch das Beispiel zu erniedrigendere( sic!) Niveau" des parlamentarischen Tons an die den Besitz vertreten, das nüglichere. Ein Staatswesen, dessen Napoleon's III. geblendet, das allgemeine Wahlrecht wesentlich in geht, so hat das Junkerblatt leider nicht unrecht; allein wer ist es Regiment in den Händen der Begehrlichen, der novarum rerum ber Hoffnung, dasselbe zu cäsaristischen und Dittaturzwecken miß- benn, der einen so rohen Ton im Reichstag eingeführt oder richtiger: cupidi, und der Redner liegt, welche die Fähigkeit, urtheilsloje brauchen zu tönnen, eingeführt hat. einzuführen versucht hat? Das Junkerblatt lese einmal die stenoMassen zu belügen, in höherem Maße wie andere befizen, wird Als er 1863 das preußische Dreillaffen Wahlsystem das graphischen Berichte der legten Reichstags- Sessionen und es wird stets zu einer Unruhe der Entwickelung verurtheilt sein, der so ge= elendeste aller Wahlgefege" nannte, schwebte ihm schon finden, daß die Redner, auf welche jene Bezeichnung paßt, fait wichtige Massen, wie staatliche Gemeindewesen sind, nicht folgen die cäfaristische Dittatur Napoleon's auf grund des allgemeinen ausschließlich den beiden konservativen Parteien fönnen, ohne in ihrem Organismus geschädigt zu werden. Schwere Wahlrechts als politisches Ideal vor. und deren antisemitischem Anhängiel zugehört Massen, zu denen große Nationen in ihrem Leben und ihrer Ent- Daß wir Sozialdemokraten ihn gehindert haben, sein Jbeal zu haben. Oder find die Kardorff, Stumm und Konsorten etwa widelung gehören, tönnen sich nur mit Vorsicht bewegen, da diel verwirklichen, das hat er uns niemals verziehen. über Nacht Sozialdemokraten geworden? " In der vorigen Session verfuhr das Reichstagspräsidium der Sozialdemokratie gegenüber vielfach mit einer unbegreif lichen Langmuth und trug dadurch dazu bei, daß die Bes rathungen durch endlose Reden beschwert und in die Länge gezogen wurden. Es ist ihm auch die Schuld beizumessen, daß der parlamentarische Ton gerade in den legten Seffionen auf ein taum noch mehr 8 1 erniedrigenderes Niveau gesunken ist. Hoffentlich wird der Personalwechsel im Präsidium die Abstellung dieser sehr beklagten Geschäftsführung zur Folge haben. Eine energische Handhabung der Präsidiaigewalt, die dabei immer eine wohlwollen de bleiben könnte, würde sehr viel dazu beitragen, daß die Arbeiten im Reichstage rascher fortschreiten und die Debatten in weniger gereiztem Ton geführt werden. Also ein gewaltiges Anschwellen des Etats für jebe unferer Kolonien! Der Kolonial: Etat. Die Münchener Allg. 8tg." theilt jest| Durchführung jener Borschläge eine Berminderung berl Aud auch aus dem Kolonial- Etat einiges mit: zweijährigen Dienstzeit selbst vom Standpunte des demokratische Antrag auf Errichtung einer staat 20. November.( Gig. Der.) Der fozial. Der Etat soll in Einnahme und Ausgabe festgesetzt werden für heutigen Militarismus möglich ist. lichen Lungenheilstätte, der seinerzeit mit allen gegen das afrikanische Schuhgebiet auf 8495 500 m., für Würde man dazu unnöthigen Ehrenwachtdienst, unnöthigen 2 Stimmen von der zweiten Kammer angenommen wurde, hat die das Schutzgebiet von Kamerun auf 1713 400 M., für das Paradedrill zc. befeitigen, so tönnte ohne jede Schwierigkeit eine Bustimmung der Hochgeborenen Herren der ersten Kammer leider Schutzgebiet von Togo auf 804 100 2., für das süd sehr bedeutende Verkürzung der Dienstzeit vorgenommen werden. nicht gefunden. Diese haben, offenbar der ablehnenden Haltung der westafritanische Schußgebiet auf 7 540 000 M., Regierung zu liebe, Wasser in den Wein der zweiten Kammer gefür das neu hinzutretende Schußgebiet von Neu- Guinea Um wieviel theurer Fleisch und Getreide infolge der gossen, und sich damit begnügt, der Regierung zu empfehlen, die auf 732 000 M. Durch eigene Einnahmen der Schußgebiete werden bekannten agrarischen Gesetzgebung und Verwaltungspraxis im ne Frage einer ernsten Erwägung zu unterziehen". Demgegenüber hiervon gedeckt im ostafrikanischen Schußgebiete 2 510 000 m., in lande als im Auslande find, das zeigen die förmlichen Bilgerzüge, hat der zuständige Ausschuß der zweiten Rammer beschlossen, nicht Kamerun 780 000 m., in Togo 550 000 W., im südwestafrikanischen die fast an der ganzen deutschen Grenze täglich ins Ausland gehen, nachzugeben. Der soeben erschienene Bericht führt aus, daß bloße Schutzgebiete 570 000 m. und in Neu- Guinea 75 000 m. um in fleinen Raten Lebensmittel herüber zu holen. So wird zum Erwägungen" nicht mehr am Blaze sind, vielmehri.fchleunigste Das ostafrikanische Schutzgebiet ist somit in seinen Ein Beispiel der Kattowiger 8tg." aus Laurahütte geschrieben: Aufnahme des energischsten Stampfes gegen diese Krankheit durch nahmen mit 350 000 m. höher veranschlagt, bedarf aber auch Infolge der immer steigenden Preise für Fleisch 2c. wächst die als baldige Vorlage über Errichtung einer Landesanstalt zur eines um 2 180 300 m. erhöhten Reichszuschusses, für die Bahl der die ruffische Grenze täglich überschreitenden Personen von Pflege tubertulös tranfer unbemittelter Personen dringend ge anderen Schutzgebiete stellt sich das Verhältniß von eigenen Tag zu Tag. Schon vom frühesten Morgen fann man hunderte boten ist, und zwar nicht blos im Interesse der tuberkulös Einnahmen und Reichszuschuß gegenüber dem Jahre 1898: von Menschen erbliden, die ins russische Nachbargebiet wandern, Kranten, sondern auch im Interesse der mit der Krankheit Kamerun+150 000 m. beziv.+169 300 M.; Logo+0 um dort ihre Einfäufe zu machen. Selbst Leute aus Königshütte, nicht behafteten Personen". Demgemäß beantragt der Ausschuß bezw.+254 100 M.; südwestafrikanisches Schutzgebiet+ 170 000 M. Beuthen, Scharley, Rattowig u. f. w. wandern alltäglich zu Fuß einstimmig, die zweite Rammer wolle auf ihrem früheren Beschluß bezt.+2 369 400 M.( vorzugsweise zur Fortführung der Eisen- nach Czeladz und lassen sich durch einen täglichen Weg von unbeharren. Das wird aller Voraussicht nach auch geschehen und bahn und des Telegraphen von Swakopmund nach Windhoek be- gefähr 10 Kilometer nicht abschreden. Nach der Vorschrift dürfen es steht zu erwarten, daß die neuen Minister schon aus Klugheitsstimmt), für Neu- Guinea infolge Uebernahme der Landeshoheit Die Leute einführen: Entweder 5 Pfund Fleisch und 7 Pfund gründen dieser Sache wegen feinen Stouflift heraufbeschwören. Giebt durch das Neich+ 75 000 m. beziv. 657 000 M. Mehl oder 5 Pfund Speck und 7 Pfund Mehl u. f. w. Der Sie Regierung nach, dann wird wohl auch die erste Kammer nichts Preis für 1 Pfund Fleisch beträgt in Königshütte ungefähr mehr dagegen haben. Hoffen wir, daß Hessen sich den Ruhm er60 Bf., während ein normal gerechnetes Pfund Fleisch aus Czeladz wirbt, der erste deutsche Staat zu sein, der die Bekämpfung der nur 30 Pf. toftet. ,, Herr v. Köller und der ,, Vorwärts" unter dieser Marke Tuberkulose mit staatlichen Mitteln auf großem Maßstab angreift! Man begreift es wohl, daß die Leute bei ihren meilenweiten polemijiren einige konservative Blätter gegen unsere Auslassung, daß mühseligen Grenzwanderungen die deutschen Zustände als ganz be- die Errichtung von tunstgewerblichen 2ehrateliers, In Darmstadt plant man, auf allerhöchste Anregung hin", fich der Reichstag sicherlich mit den Köller'schen Ausweisungen besonders angenehme und humane empfinden müssen. schäftigen werde. Die Deutsche Tagesztg." z. B. meint, den die in Verbindung mit der technischen Hochschule stehen und von Reichstag ginge dieser Gegenstand nichts an, er gehöre vor den Organisation der Landgemeinden. Aehnlich den Städten namhaften Künstlern geleitet werden sollen. Man hofft dadurch, Landtag. wollen jetzt auch die Landgemeinden eine ganz Breußen umfassende Darmstadt zu einer Pflanzstätte für angewandte Kunst zu machen, Necht habe, sich mit den Ausweisungen zu befaffen. Da die neueste bestehende Verband altpreußischer Landgemeinden in die Hand ge- plane im Interesse der Veredelung und Berallgemeinerung des Die Gegner irren fich, wenn sie meinen, daß der Reichstag kein Organisation ins Leben rufen. Die Agitation hierzu hat der schon wie es zur Zeit nur München ist. Die Kammer wird um Bewilligung der erforderlichen Mittel angegangen. Man kann dem Waffenausweifungspraris dazu geführt hat, uns Schwierigkeiten nommen, dessen Wirkungskreis sich bereits auf mehrere Provinzen unstgewerblichen Geschmad's schon zustimmen. Vorher aber müßte gegenüber dem Auslande zu bereiten, ist es allerdings Sache des erstreckt. In jeder Provinz soll alljährlich ein Landgemeindetag ab- die Regierung in einer anderen, vorerst viel wichtigeren VolksbildungsReichstages, hierüber ein Wort zu reden. Und es wird das aller- gehalten werden, wo die schwebenden Fragen zur Verhandlung frage nachgeben, nämlich in der Frage der Uebernahme sämmtlicher dings ein sehr ernſtes, der junkerlichen Reaktionspolitik sehr un- kommen. Ein allgemeiner Landgemeindetag wird am 10. Dezember Volksschullasten auf den Staat. Auch dieser von sozialdemo angenehmes Wort sein. in Berlin stattfinden, es sollen u. a. die Mittel und Wege zur Herbei- tratifcher Seite gestellte Antrag hat eine große Kammermehrheit Wenn die Deutsche Tageszeitung" diefe Gelegenheit benutzt, führung eines engen Busammenschlusses sämmtlicher Landgemeinden hinter sich, und es ist der Regierung bei der Budgetverhandlung erum unsere Redaktionsführung in gehässiger Weise zu besprechen, so der Monarchie berathen werden. begreifen wir den Haß der Deutschen Tageszeitung" gegen das flärt worden, Neubewilligungen für das höhere Bildungswesen Blatt, welches die gemeingefährliche Politit seiner agrarischen Ein leibhaftiger Prinz gegen Ausnahmegesche- das ist werden in Zukunft verweigert, bis diese nächſtliegende und nothHintermänner aufs schärfste bekämpft. Und Dr. Dertel, der ödeste der Kreuz- 8tg." denn doch zu start, und so tann sie denn auch die wendigste Forderung erfüllt ist. aller Sonntagsnachmittagsprediger, ist sicherlich der legte, der über durch die Zeitungen gehende Nachricht, nach welcher der Prinz Die badische Kammer wird wegen der Reichstagseröffnung, Redaktionsführung zu reden berechtigt ist. Alexander von Hohenlohe, der Sohn des Reichskanzlers, die bekanntlich am 6. d. M. erfolgt, bereits am Montag, den 5., zusich bei den letzten Reichstagswahlen wiederholt gegen Ausnahme- fammentreten. gefeße ausgesprochen haben soll, taum glauben. Die Kreuz- 8tg." wünscht, daß die Sache im Reichstage zur Sprache gebracht werde. Nun, die gute Kreuz- Tante mag sich beruhigen. Wie wir fürzlich mittheilen konnten, hat der Prinz vor den Wahlen derartige Aeußerungen wohl gethan, nach den Wahlen aber hat er, wie wir ebenfalls mittheilten, als Bezirkspräsident die Gründung eines Arbeitervereins in seinem Amtsbezirk nicht genehmigt. Die Kreuz- Beitung" wird doch zugeben, daß es weniger darauf ankommt, was man vor den Wahlen sagt, als vielmehr darauf, wie man nach den Wahlen handelt.Das fünfzigjährige Jubiläum feiner Verfassung feierte am Dienstag, den 29. November der Staat Lübeck. Der Senat und die Bürgerschaft, so wird aus Lübeck geschrieben, versammelten sich zu einer Festigung. Die Stadt prangt im Flaggenschmud, die Bureaus der Behörden sind geschlossen, auf dem Marktplatz findet ein Festkonzert statt. Auch der preußische Staat wird in wenigen Tagen das fünfzig jährige Jubiläum seiner Berfassung feiern können, aber nicht feiern. Am 5. Dezember 1848 wurde die zur Vereinbarung einer Verfassung nach Berlin berufene preußische Nationalverfanimlung auseinandergesprengt und eine Verfassung oftroyirt. Das man aus Anlaß dieser glorreichen Erinnerung in Preußen Feste feiern wird, glauben wir nicht. Eine schärfere Bewachung der italienischen Arbeiter beabfichtigt gegenwärtig die badische Regierung. Die„ Nordd. Allg. 3tg." berichtet darüber: nahme: geftern Chronik der Majestätsbeleidigungs Prozesse. Der Schlächter Julius Mauer zu Berlin wurde vom Landgericht I Berlin wegen Majestätsbeleidigung zu neun Monaten Gefängniß verurtheilt. Ma u er hatte in angetrunkenem Zustande auf der Straße allerlei Unfug getrieben. Auf der Wache, wohin er von einem Schußmann gebracht worden war, hatte er Schmähreden gegen den Kaiser ausgestoßen. Die Untersuchung gegen den verantwortlichen Redakteur der„ Fränk. Tagespost", Genosse Gg. Gärtner in Nürnberg, wegen angeblicher Majestätsbeleidigung, die in einem aus dem„ Simplicissimus" abZu den Ausweisungen aus Nordschleswig hat vor kurzem gedruckten Gedicht: Im heiligen Land" erblickt wird, ist abauch eine Versammlung deutscher Arbeiter in Christiania geschlossen. Genosse Gärtner ist vor das Schwurgericht am LandStellung genommen. Folgende Resolution fand einstimmige An- gericht Nürnberg verwiesen und wird am Montag, den 5. Dezember gegen ihn verhandelt werden. " Die heutige Versammlung deutscher Arbeiter in Christiania Wegen Majestätsbeleidigung wurde in geheimer Sizung vor der spricht ihre Entrüstung über die von der preußischen Polizei er- Chemniker Straffammer der Tapezirergehilfe Alfred Arthur folgten Ausweisungen aus. Sie erklärt diese Ausweisungspolitit Schneider zu 6 Monaten Gefängniß verurtheilt. als eines Kulturstaates unwürdig und gegen das Wölferbe= den Ausweisungen troffenen Länder zu Repreffalien greifen sollten, durch die viele Gristenzen deutscher Arbeiter im Auslande vernichtet würden, wäre die Regierung dafür verantwortlich. Wir protestiren gegen das brutale Regierungssystem der preußis befreienden Sozialdemokratie an das deutsche Volt, alle Hebel in schen Polizei und appelliren im Namen der internationalen, völkerBelegung zu sehen, um die Regierung zu veranlassen, die Ausweisungen sofort einzustellen. Ausland. Oesterreich- Ungarn. Wien, 30. November. Die„ Neue Freie Preffe" meldet aus: ein Ausgleichsprovisorium mit Verlängerung des Status Budapest: Graf Thun und Baron Banffy haben sich heute auf quo geeinigt. Frankreich. " Der Die badische Regierung hat unlängst den ihr unterstehenden Behörden die scharfe Anwendung der Fremden polizei zur Pflicht gemacht. Diese Aufsicht wird sich, wie jetzt weiter bemerkt wird, namentlich gegen die im Badischen sich auftroffenen recht verlegend. Falls die von haltenden Italiener zu richten haben. Größere Strenge fann hier nur von Nußen sein und dazu dienen, Weiterungen und Trübungen der Sympathie, die man im Volt den braunen Söhnen des Südens entgegenbringt, zu vermeiden. Man hat bemerkt, daß unter den Arbeitern, die durch Bahnbauten, Straßenbauten und Legung von Arbeitern, die durch Bahnbauten, Straßenbauten und Legung von Wasserleitungen in immer neuen Schaaren angelockt werden und jezt auch als Maurer und Steinhauer ausgedehnte Verwendung Das Herrenhaus genehmigte den Handels- und Schifffahrts. finden, häufig schlechtere Elemente vertreten sind, als in früheren Jahrzehnten; so sollen manche zweifelhafte Existenzen zuwandern, vertrag mit Japan. Der Berichterstatter v. Jnama- Sternegg verdie von ihren eigenen Heimathsgemeinden auf einfache Art ab auf der Insel Alsen hatten sich dieser Tage einige junge Leute sagte, Desterreich, welches an der gegenwärtigen Bertheilung großer Germanisirung im Gerichtssaal.( Eig. Ber.) In Norburg wies auf die Bedeutung des Vertrages für Oesterreich, indem er geschoben find, indem man sie mit Reisegeld für das Ausland wegen Singens verbotener dänischer Lieder" vor dem Schöffengericht Weltgebiete nicht betheiligt sei, habe großes Interesse an der Erbersah. Diese Elemente, in denen man die braven, stillen und zu verantworten. Als sie zu Beginn der Verhandlung den Vorschließung des ostasiatischen Handelsverkehrs. nüchternen Arbeiter, als welche die Zureisenden früher galten, igenden, Amtsrichter Dr. Hahn, wegen Befangenheit ablehnten, da nicht wiedererkennt, kommen häufig mit den Polizeibehörden in derselbe Vorsitzender der Alsen'schen Abtheilung des Deutschen VerKonflitt, Streitigkeiten mit Einheimischen und untereinander find eins für Nordschleswig ist, welcher sich die gesellschaftliche Be- Paris, 29. November.( Eig. Ber.) Die Affäre Picquart an der Tagesordnung. Gegenüber diesen unfriedlichen Elementen fämpfung des Dänenthums zur Aufgabe gejezt hat, äußerte der vor der Kammer. Die Kammer scheint mit unheilbarer Feigist ein scharfes Durchgreifen der Behörden gewiß am Platz und Amtsrichter zu dem Ablehnungsantrag wörtlich:" Sie verderben heit geschlagen zu sein. So prompt sie den chauvinistisch- militaristiladet nicht das Odium auf sich, das dem Einschreiten der Polizei sich hierdurch nur das Wohlwollen des Richters. fchen Strönungen gehorchte, so hartnäckig sträubt sie sich gegen die gegen ruhig ihrem Beruf nachgehende Ausländer anhaftet. Ich werde die Sache doch verhandeln. Sie ver nun überhandnehmende öffentliche Empörung ob des vorbedachten Ob die von italienischen Arbeitern begangenen anarchistischen" berben sich nur das fröhliche Weihnachtsfest oder Justizverbrechens in Sachen Picquart. Nachdem sie monatelang in Attentate die Ursache zu dieser Stellungnahme der badischen wie Sie es nennen glädelig Jul". Sprach's und ver- nachdrücklicher Weise die ohnehin schemenhafte Theilung der GeRegierung zu den italienischen Arbeitern ist, wissen wir nicht. urtheilte die Angeklagten. walten" durch fortwährende Eingriffe verlegt hatte, um die Jedenfalls hieße es die Masse der armen italienischen Arbeiter doch Generalstäbler und Esterhazy zu retten, verschanzt sie sich falsch beurtheilen, wenn man einen großen Theil von ihnen im Ver- Die Zustände in der Privat- Irrenanstalt zu Kropp in jetzt mit dem Schlaumeier Dupuh hinter der„ Theilung der Gewalten", dachte der Gewaltthätigkeit hätte und es wäre unseres Grachtens Schleswig, welche von Pastor Pauljen geleitet wird, werden von um den Justizmord an Picquard vollbringen zu lassen. Daß in eine große ungerechtigkeit, wenn man unter den Ausschreitungen Dr. Willms, der bis vor kurzem in der Anstalt thätig war, im Wirklichkeit die Theilung der Gewalten im gegebenen Falle garnicht einiger weniger die Gesammtheit der eingewanderten italienischen Zentralblatt für Nerven- Heilkunde und Psychiatrie" sehr abfällig in Frage kommen kann, das beweist schon das Eintreten des Senats Arbeiter leiden lassen und ihnen alle möglichen Schwierigkeiten be- fritifirt. Dr. Willms berichtet, daß die Zellen theils in einem für die Bertagung des Prozesses Picquart. Das Vertagungsrecht reiten wollte. überaus traurigen Zustande seien, feuchte Verließe steht auf grund des Militärkoder dem Kriegsminister zu. mit dünnen Fenstern, ant denen fich die die Kranken Eine Interpellation über den Arbeitermangel die sozialistische Abgeordnete Millerand hat das in der gestrigen Sitzung fündigt jezt bereits der Zentrumsagrarier Szmula für die nächste Hände zerschneiden, wenn sie tobend dagegenschlagen. Durch schwarz auf weiß bewiesen. Und Dupuy selber mußte das BertagungsLandtagssession an. Er schreibt in der„ Neisser Zeitung":" Da die ungenügende Ventilation mancher Zellen entstehe ein recht des Kriegsministers anerkennen. Er setzte aber gleich hinzu, voraussichtlich die Noth um ländliche Dienstboten und Arbeiter im scheußlicher Geruch. Einige Zellen liegen tiefer als der Erdboden, daß die Regierung von diesem Rechte keinen Gebrauch machen werde. fünftigen Jahre noch größer sein wird wie im ablaufenden, beab- entgegen den Regierungsbestimmungen, und werden häufig trotz Der von ihm verschwiegene wahre Grund davon liegt auf der Hand: fichtige ich gleich nach Eröffnung des Landtages abermals an die ihrer Feuchtigkeit belegt. Als die Staats- Frrenanstalt in Schleswig die Regierung hat nicht den Muth, ihren Untergebeden Zurlinden tönigliche Staatsregierung dieserhalb eine Anfrage zu richten und überfüllt war, wurden etwa 70 Kraute nach Kropp übergeführt und unter das Gesetz zu beugen. Aber Dupuy würde sich selbst verleugnet haben, wenn er nicht ersuche zu diesem Zwecke ganze Gemeinden oder einzelne Dienst- und in faum fertige Häuser gesteckt, den feuchten Zement fonnte man Arbeitgeber, mir bei zeiten das erforderliche Material hierzu durch noch nach Wochen mit den Fingern von der Wand wischen. Die dem„ Einerseits ein verschämtes Andererseits" hinzugefügt hätte. allgemeine Schilderungen der Leuteverhältnisse, durch Angabe der Shiveſtern des Pflegeversonals seien ohne jegliche Schulung Er deutete also an, daß der Staffationshof sehr wohl die Bertagung Anzahl der fehlenden Dienstboten und Arbeiter, die sich schon heute und ungenügend für ihren schweren Beruf ge des Prozesses Picquart erzwingen könnte, wenn er die Äkten Picquart zum Zwecke der Dreyfus- Revision einfordern wollte. Dann Dr. Willms schließt seine Schilderung mit folgenden Worten: wäre die Regierung, jeder eigenen Verantwortlichkeit überhoben, Wir empfehlen Herrn Szmula, zugleich Material zu sammeln über die Löhne, die Wohnungsverhältnisse, die persönliche Be-" Es handelt sich hier nicht so sehr um die Persönlichkeit des Pastors ohne weiteres bereit, den Beschluß des obersten Gerichts aushandlung der Landarbeiter und Dienstboten, welche bei seinen Paulsen, dem jedes Urtheil über diese Verhältnisse abgeht, sondern zuführen. Freunden, den schlesischen Zentrumsmagnaten, in Arbeit stehen. vertraut, ohne die nothwendige Kontrolle zu üben, ob auch den vereint mit der fläglichen Furcht der Kammer vor den Zurlinden darum, daß die Regierung 180 Krante geistlichen Händen an- Die Doppelseitigkeit und Doppelzüngigkeit dieser Erklärung, Unnöthige Arbeitsleistungen der Soldaten. Im Militär- Aerzten ihre von der Regierung zugewiefene Stellung gewährleistet und Konsorten, haben der Regierung eine Mehrheit von 487 gegen Wochenblatt" spricht ein attiver Hauptmann die Meinung aus, daß ist. Den Aerzten ist es nicht möglich, daß nöthige Maß von Berufs- 73 Stimmen eingebracht. die Abkommandirungen möglichst beschränkt werden sollen. Für die freudigkeit zu behalten, wenn ihnen auf Schritt und Tritt Hindernisse Picquart's Schicksal und mittelbar der Abschluß des Konflikts Erreichung dieses Bieles macht er 11 Vorschläge: in den Weg gelegt werden. gelegt werden. aber an der ganzen zwischen in Wirthschaft gang des Staſſationshofes. Der Senat, falls er auch auf seinen 1. An fielle der jest aus der Truppe abtommandirten Köche Geschichte it, daß biestranten unter viefer Wirths aft guiden Zivile und Militärgewalt liegen ſomit mummeſt ür der sollen Kochfrauen gehalten werden; 2. die Truppen sollen ihr Noth und nicht das erhalten, was ihnen Pflicht und Interpellationen beharrt, kann daran nichts mehr ändern. Dupuh hatte Safernement nicht selbst bewirthschaften, sondern die Garnison Wissenschaft zukommen lassen sollen." sich nicht verrechnet, als er es vorzog, zuerst den Kammer- Interverwaltung soll die Bewirthschaftung übernehmen; 3. die Kantinen follen grundsätzlich verpachtet und nicht selbst bewirthschaftet werden; Eine Polizeirazzia in Hannover. Die Hannoversche Polizei pellanten Rede zu stehen. follen grundsäglich verpachtet und nicht selbst bewirthschaftet werden; hat am Mittwoch, wie uns mitgetheilt wird, 25 Arbeiter wegen wefen. Der Umschwung der Oeffentlichkeit hat sich in dem Gang Bei alledem ist doch die Kammerdebatte nicht ganz fruchtlos ge5. das Brot beim Proviantamt und die Postpacete sollen nicht nehr von Mannschaften der Truppen in Empfang genommen Berdachts anarchistischer Umtriebe" verhaftet. Die Polizei der Verhandlungen deutlich gezeigt. Den antisemitisch- chauvinistiwerden; 6-9. die Arbeiten zur Erhaltung der Schießstände hatte es bei ihrem staatsretterischen Werke sicher eilig, fie ließ and auf den Bataillons und Regimentskammern, das Waschen der einzelne der Arbeiter, die von der Arbeit fort verhaftet wurden, nicht schen Polterern ist die Lust vergangen, durch wüstes Geheul jedes einmal den Rock wechseln. Wort der Wahrheit zu übertäuben. Sie sind in die Defensive ge sollen nicht mehr von Mannschaften der Truppen übernommen Es ist anzunehmen, daß die ganze Aktion zu nichts zerlaufen drängt und müssen verhältnißmäßig ruhig die Geißelung der FälscherDenn die Verhaftung soll nur geschehen fein, weil die Be- bande anhören. Noch lehrreicher ist es, sich die neu erſtandenen werden; 10. aktive Mannschaften sollen nicht mehr als ErnteDer gestrige JuterArbeiter abkommandirt werden und 11. in jedem Storpsbezirk ist treffenden Leser des" Sozialist" und des" Simpliciffimus" feien. Antläger des Militärklüngels anzuschauen. ein Soldaten- Genesungsheim zu errichten, um erkrankte Soldaten dürften bald nachfolgen und die Polizei hat sich wieder einmal um- mit Hilfe Rochefort's erlangt hat. Und der zweite noch fenfationellere" Einige find bereits wieder freigelaffen worden. Die übrigen pellant war Charles Bos, ein Muster der jesseljägerischen Politiker der sein Pariser Mandat in den letzten Wahlen möglichst schnell wieder gesund zu machen. Der Militärschriftsteller ist der Meinung, daß nach Durch sonst bemüht. Antläger war Boincaré, der hoffnungsvolle Staatsmann der Bourgeoisa. führung seiner Vorschläge die zweijährige Dienstzeit bei- Harburg, 30. November. Bei der Landtags- Eria- republikaner, der ein ganzes Jahr hindurch seinem Gewissen Schweigen behalten werden könne. wahl im 7. Wahlbezirke des Regierungsbezirks Lüneburg wurde auferlegte, seinen Mund hermetisch verschloß und mit der terrorisirten nach amtlicher Feststellung der Geh. Ober- Regierungsrath Schweden patriotischen" Mehrheit für den Generalstab votirte. Erst gestern died( natl.) mit 194 von 246 Stimmen gewählt. Der Gegentandidat machte er die Entdecku g, daß das Schweigen derjenigen, die ein Amtsrichter Hottendorf( B. d. L.) erhielt 52 Stimmen. Theilchen der Wahrheit kennen, eine Feigheit sei". Beiläufig, eine übersehen läßt, zu übersenden." Leibwäsche und die Arbeiten in den Dekonomie- Handwerkerstuben Da aber feststeht, daß trotz der gegenwärtigen zahlreichen Neben beschäftigungen der Soldaten die zweijährige Dienstzeit für die Ausbildung der Truppen vollauf genügt, so ergiebt sich, daß durch die bildet. wird. " im Ausland. buchstäbliche Wiederholung des Ausdruces, den unser muthiger Genosse| Beisiger der Schiedsgerichte zu wählen hatten, außer diesen auch die Erfolg gehabt zu haben, denn es hat bisher auf den Bauten, wo Jaurès schon vor neun Monaten gebraucht hatte, in seiner gerichtlichen Beijißer der örtlichen Rentenstellen und die Vertreter der Arbeit- weiter gearbeitet wurde, an Material nicht gefehlt. Mussage im Prozeß Zola, d. h. zu einer Zeit, wo zu einer offenen geber und Arbeitnehmer im Anstaltsvorstande, also alle Beisizer In Bielefeld befinden sich die Former der Firma Kramer Stellungnahme ein ungewöhnlicher Wuth gehörte. Schließlich hat wählen, welche für die Invaliditäts- und Altersversicherung als Ausstand. fich auch Barthon zum Zeugen der Wahrheit aufgeworfen, indem er Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer besonders zu bestellen sich den Erklärungen und Enthüllungen Poincaré's rückhaltslos an- sind.( Im Reichs- Versicherungsamt fungiren für die Invaliden- In Krefeld find die Weber in mehreren Fabrifen in den Are ichloß. Der Wind hat eben gründlich umgeschlagen und mit versicherung die für die Unfallversicherung gewählten Beisiger.) stand getreten, und haben in einigen Betrieben die Kündigung ein ihm die Windfahnen. Für diese Regelung, die zunächst den Vorzug der Einfachheit gereicht. Man wendet sich in der einen Fabrit gegen das Zweistuh. Poincaré's Enthüllungen bieten zwar nichts neues und Durchsichtigkeit für sich hat, sprach insbesondere der Umstand, system, während die Arbeiter einer anderen Firma eine Lohnerhöhung für diejenigen, die die Dreyfus Affäre unbefangen und gründlich daß die Ausschüsse sich als Wahlförper für die Schiedsgerichts- bon 10 pet. verlangen. Bei zwei Firmen sind fleinere Differenze. verfolgt haben. Sie werden aber einen großen einen großen Eindruck Beisiger durchaus bewährt und diese Beisitzer das volle Vertrauen beigelegt. machen auf die weitesten Kreise, Lugpreſſe des Generalstabes standen. Der er fing Banne der insbesondere der Versicherten gefunden haben. Es ist deshalb nicht Dreyfus Prozeß er zu besorgen, daß, wenn ihnen fünftig auch die Wahl In Mailand, Turin und Moncalieri ist gegenwärtig unter weist sich nun nach dem unverdächtigen und unwidersprochenen der Beisitzer für die den bisherigen Schiedsgerichten in Organi Zeugniß eines Mitgliedes des damaligen Kabinets Dupuy als ein fation und Zahl etwa gleichartigen Rentenstellen übertragen wird, eigenthümlichen Umständen eine Aussperrung der Zündholzarbeize: Komplott, das der Generalstab gemeinsam mit dem Kriegsminister, hieraus irgend welche Unzuträglichkeiten entstehen, oder daß die Bei- erfolgt. Der italienische Finanzminister beabsichtigt nämlich eine EGeneral Mercier, ohne Vorwissen der Regierung zusammengeschmiedet siger der Rentenstellen weniger vertrauenswürdig erscheinen würden, höhung der Zündholzsteuer einzuführen und hat mit diesen Ma hat. Dagegen war in das Komplott eingeweiht die antisemitische wie die Schiedsgerichtsbeisiger. Auf besondere Verhältnisse innerhalb nahmen den ganzen Haß der Fabrikanten auf sich geladen. Die, e " Libre Parole". Aus diesem Blatte haben die zivilen Minister zuerst eines einzelnen Rentenstellenbezirts läßt sich bei der Wahl durch haben nun, um die Regierung zum Nachgeben zu zwingen, ihre die zwei Wochen vorher erfolgte Verhaftung des Dreyfus erfahren die Ausschüsse ebenso Rüdsicht nehmen, wie schon bisher bei Arbeiter ausgesperrt. Welche Ausdehnung die Aussperrung gewinner Zweitens bestätigt Poincaré seinerseits, daß zur Zeit des Dreyfus- der Wahl der Schiedsgerichts- Beisiger; die Novelle sieht überdies por, wird, ist nicht abzusehen, allgemein ist in der Arbeiterschaft eine Prozesses keine Rede war von„ geheimen" Aftenbündeln, daß das daß die Beisiger der Rentenstellen in deren Bezirk und mindestens große Erregung darüber, daß auf ihrem Buckel der Kampf mit der Bordereau das einzige Anklagematerial war. Die fürchter zur Hälfte an deren Siz oder in deren nächster Umgebung wohnen Regierung ausgefochten werden soll. lichen„ Geheimaften" find eben spätere Erzeugnisse der Fälscherbande. müssen. Dazu kommt, daß die Wahl der Ausschußmitglieder in erster Drittens vernichtet Poincaré im voraus das eventuelle Falschzeugniß Reihe den Vorständen der organisirten Krankentassen obliegt, des Kapitäns Lebrun- Renanlt in bezug auf die famosen„ Geständ- welche ihrerseits von den Kassenmitgliedern( Versicherten) nisse" des Dreyfus. Lebrun- Renault, sofort von Dupuy, den und deren Arbeitgebern in getrennten Wahlgängen gewählt Invaliditäts- und Altersversicherung. Die Summen der damaligen Ministerpräsidenten, zur Rede gestellt, leugnete, irgend werden. Auch die auf kleinere Bezirke beschränkten Hilfskaffen sollen Beitragsrüdzahlungen an weibliche Versicherte, welche Geständnisse von Dreyfus entgegengenommen zu haben. Und fortan zum Ausschuß wahlberechtigt sein, wenn sie in das System Sie eine Ehe eingehen, nimmt stetig zu. Die heirathsluftigen Dupuy gestand die Richtigkeit dieſer wie der übrigen Enthüllungen der Krankenversicherung fich haben einreihen lassen. Es fungiren Mädchen thun aber nicht immer gut, den Anspruch auf NidPoincare's durch sein Schweigen ein. Ein Ehrlichkeits- deshalb die Versicherten, soweit sie Mitglieder derartiger Krankenkassen Das Gesetz fennt nämlich auch die muster, dieser Dupuy! Während des Zola- Prozesses sprach sind, geradezu als Urwähler für die Vertretung ihrer Gruppe im Ausschusse gahlung zu erheben. er sich bekanntlich in Jaurès' Gegenwart über die Fabel der Ge- und vermögen hierdurch ihre berechtigten Interessen an dessen Zusammen- freiwillige Versicherung, und es ist den weiblichen Ver ständnisse genau so aus, wie Poincaré in der gestrigen Kammer- fegung zu wahren. Ein System von direkten allgemeinen Wahlen sicherten, die eine Ehe eingegangen sind, in recht vielen Fällen fizung. Als aber Jaurès diese Erklärungen an die große Glocke nach Art des gewerbegerichtlichen sei unter diesen Umständen hier ou rathen, das Versicherungsverhältniß freiwillig fortzusetzen. Mit hängte, da versuchte Dupuy eine freilich halb wieder hinuntergewürgte fachlich nicht angezeigt, und zwar um so weniger, als auch die der Erstattung der Beiträge fällt jeder Anspruch auf Rente fort. Zahlen Ableugning!.. oberste Spitze der Arbeitervertretung, nämlich die im Reichs- jedoch die weiblichen Versicherten auch nach ihrer Verheirathung, soweit Heute erinnert Jaurès in der„ Petite République" an die Er- Versicherungsamt mitwirkenden Arbeitervertreter, aus Wahlen hervor sie nicht sowieso infolge versicherungspflichtiger Thätigkeit der Zwangsversicherung unterworfen sind, für mindestens 12 Doppelmarken zu flärung Dupuy's, daß Lebrun- Renault in seiner Gegenwart auch vor geht, die nach demselben System erfolgen. 28 f. jährlich 3,36 M. oder etwa 1 Bf. täglich, so erhalten sie sich dem General Mercier die Dreyfus Geständnisse abgeleugnet hätte. den Rentenanspruch und sorgen für die Zukunft. Nach dem großen Das ist eine Antwort auf die gestrige Erklärung des unverbesserlichen Cavaignac, der sich für die von ihm aufgepäppelte Geständniß- Legende Umfange, den die Rückforderung der Beiträge in der letzten Zeit angenommen hat, scheint es, als wenn die Möglichkeit der freiwilligen auf den General Mercier berief. Versicherung in den Kreisen der weiblichen Versicherten nicht genügend bekannt wäre. Paris, 30. November. Die Kund gebungen zu gunsten Picquart's dauern fort. Gestern Abend durchzogen mehrere Hundert Studenten das Quartier Latin unter den Rufen:„ Es lebe Bicquart! Es lebe Zola!" Die Demonstranten zogen sodann vor das Gefängniß, um Picquart eine Ovation darzubringen, sie wurden aber von der Polizei daran gehindert. Der„ Matin" theilt mit, in juristischen Kreisen sei man der Ansicht, der Kassations hof werde sich nicht veranlaßt sehen, die Vertagung des Prozesses gegen Picquart herbeiguführen. Der Kaſſationshof werde den Anschein vermeiden, als ob er dem Kriegsgericht einen Streich spielen wolle; außerdem habe er durchaus keine Lust, die Geschäfte der Regierung zu besorgen und derselben aus der Verlegenheit zu helfen. Falls der Kaffationshof die Aften betreffend Picquart verlange, werde er dieselben vor dem 12. Dezember dem Kriegsgericht zurückerstatten. Italien. Gewerkschaftliches. Berlin und Imgegend. Soziales.!! Zum Streit über die Verwaltung der Orts- Krankenkassen. Herr Eugen Richter hat die ihm von uns zu theil gewordene Ab- Zum Schutze der Arbeiter auf Neubauten hat der Magistrat fertigung über die dreiste Unterstellung. die er gegen die Verwaltung von Firth in Bayern eine ortspolizeiliche Vorschrift erlassen, der Orts- Krankenkassen verübte, damit beantwortet, daß er eine neue wonach der Bauleiter oder wenn ein solcher nicht vorhanden ist, Behauptung aufstellt, die niemand prüfen kann, da sie keinen Anhalt bietet. der Bauherr bei jedem Neubau einen Arbeiter oder Polier dem Wir hätten von dem Geschwäß nicht Notiz genommen, wenn die Angriffe Magistrat namhaft zu machen hat, dem die Verantwortung des Herrn Eugen Richter nicht einen äußerst günstigen Boden in für die Innehaltung der Bauvorschriften überder Konservativen Korrespondenz" gefunden hätten. Herr Engen tragen worden ist. Richter behauptet nämlich, daß die Beamten einer Kasse im Regierungsbezirk Frankfurt a. Q. ihre Stellung mißbrauchen, um Bau von Arbeiterwohnungen. Vom Gemeinderathe der die Mitglieder der Kasse zu zwingen, Partei- Anhänger der Sozial- Stadt Mülhausen i. E. wurde der von unseren Parteigenossen demokratie zu werden. Der große Lügenpeter in der Freifinnigen Bueb und side I gestellte Antrag, zum Zwecke der Erbauung von Zeitung" ist vorsichtig genug, feine Angaben recht umbestimmt zu Arbeiterwohnungen eine Anleihe von 200 000 M. aufzunehmen, mit halten. Weshalb verschweigt er den Ort, wo Ansiefe grevelthat von großer Mehrheit angenommen und gleichzeitig eine Kommiff der Stadt gesegt, die die Frage untersuchen soll, ob die Bauten von der Stadt oder von Privaten zu übernehmen seien. den Beamten begangen wurde? Echließlich fabulirt sich Herr Nichter auch noch zusammen, daß auf dem Mond sozialdemokratischer Terrorismus sein Wesen treibt. Deutsches Reich. Regelung des Ausverkaufs- und Versteigerungswesens Die Bewegung zu gunsten der Amnestie aller politischen Dazu schlägt sie vor, wünscht die Handelskammer in Hannover. Gefangenen wird immer allgemeiner. Nachdem der Gemeinderath von Mailand vorangegangen, sind die einer ganzen Anzahl Wer hindert freiwillige Arbeit? Die Mittheilungen über das freiwillige und Zwangsverkäufe nicht in einem und demselben Lofal und nicht in derselben Zeit vorgenommen werden dürfen, Städte gefolgt und haben sich für die Amnestie ausgesprochen. So angeblich verübten Terrorismus seitens Streifender oder sozial ferner daß jämmtliche Versteigerer vereidigt werden und über die hat sich der Gemeinderath von Russi( Kreis Ravenna) einstimmig demokratisch gesinnter Elemente in der Arbeiterschaft Arbeits- freiwilligen Verkäufe genau Buch zu führen haben derart, daß anwesend waren Kleritale und Moderirte für eine allgemeine willigen" gegenüber bilden jegt in der Unternehmerpresse ein be- zu verzeichnen sind: der Name des Verkäufers der Waaren, der Amnestie erklärt; die Gemeinderäthe von Ravenna, Reggio liebtes Thema. Eifrig wird das Material zusammengetragen, um Grund des Verkaufs, die Art und etwaige Fehler der Waaren. Bei Emilia, Mistrella 2c. sandten Resolutionen an das Parlament auf dem Scheiterhaufen der Zuchthausvorlage das Koalitionsrecht zu der Ankündigung der Versteigerung 2c. sollen diese Bunkte bekannt und die Ministerien, worin die Anestie aller seit der Mai- verbrennen. Zu den vielen Beweisen, daß es gerade die Untertrawallen wegen politischer Vergehen Verurtheilten und Angeklagten nehmer sind, die Terrorismus ausüben, die arbeitswillige Elemente gemacht werden. Speditionsfirmen sollen keine Versteigerungen be gefordert wird. In Turin und Venedig haben sich aus An- an freiwilliger Arbeit hindern, möge noch folgender hinzukommen. Ichicken dürfen, sondern die Waaren, an die sie das gesetzliche Pfandhängern aller Parteien zusammengesetzte Komitees gebildet, welche Im Frühjahr 1897 standen die Kieler Tischler im Streit zur Er- recht haben, und nur solche, unter Angabe der Gründe selbst verdie Agitation zur Herbeiführung der Amnestie leiten sollen. ringung einer neufstündigen Arbeitszeit und eines Stunden- teigern lassen. Versteigerungen auswärtiger Waaren sollen von der Gemeinde besteuert werden. Diese von allen Parteien getragene mächtige Bewegung zeigt lohnes von 40 Pf. Von dem damaligen Streit herrührend ist jetzt wohl deutlich, wie wenig die brutalen Urtheilssprüche der Kriegs- ein Schriftstück in unsere Hände gekommen, welches folgendermaßen gerichte mit dem Empfinden des Volkes übereinstimmen. Kiel, den 14. April 1897. England. lautet: M werden. Tehte Nachrichten und Depelihen. In der Versammlung am 13. d. M., in welcher 68 Arbeitgeber Bergarbeiterstreik und Kriegsmarine. Die großen Berg anwesend waren, wurde folgendes beschlossen: 1. Die Beschlüsse der Frankfurt a. M., 30. November.( W. T. B.) Der Fernsprech arbeiterstreits scheinen der englischen Admiralität große Besorgnise Arbeitgeber im Tischlergewerbe vom 2. April d. J. strenge aufrecht verkehr zwischen Frankfurt und Basel wird am 5. Dezember eröffnet eingeflößt zu haben. Um der Einwirkung fernerer Streits auf die zu erhalten, nämlich bei zehn Stunden Arbeitszeit einen Durch Thätigkeit der Flotte nach Möglichkeit vorzubeugen, hatte die schnittslohn von 38 f. pro Stunde zu zahlen u. j. w. 2. Es Budapest, 30. November.( B. S.) Das Abgeordnetenhaus hat englische Admiralität in diesem Herbst verfügt, daß von mun an in hat jeder Arbeitgeber sofort eine Liste derjenigen Gesellen, welche heute die Theilnahme an der Jubiläumsfeier mit 179 gegen den Kriegshäfen riesige Kohlenvorräthe unterhalten werden sollen. Die Arbeit eingestellt haben, bei dem Obermeister der Tischler- Innung 29 Stimmen beschlossen. Mit Nein stinimte nur die UnabhängigkeitsEs sind dementsprechend für Portsmouth allein 200 000 Tons. Lafferenz. Mühliusstraße 16, einzureichen, und zwar ist anzugeben: partei. Wales- Kohlen beschafft wurden, die nach Beendigung des Streits jo Vor- und Zunahmie und möglichst auch Wohnung der Gesellen. Diese schnell geliefert worden, daß am legten Oftober nur noch Liste der streifenden Gesellen wird jedem Arbeitgeber umgehend zu12 000 Tons an der gewünschten Menge fehlten. Jezt sind weitere gestellt. 3. Streikende Gesellen dürfen während des Streits von 87 000 Tons bestellt worden. Es heißt jedoch, daß die Unter- feinem anderen Arbeitgeber eingestellt werden, es sei denn, daß er bringung dieser Massen einige Schwierigkeit bereite. a Moral." Moral in der Politik. von seinem Arbeitgeber eine Bescheinigung beibringt, daß dieser wegen Arbeitsmangel oder wegen Einstellung anderer Gesellen keine Arbeit für ihn hat. Die Vorstände der Tischler- Jumung und der Bauhütte. Angesichts der kommenden Zuchthausvorlage dürfte auch dieses Schriftstück der Kieler Jmmungsfrauter noch aktuellen Werth haben. Paris, 30. November.( B. H.) Der„ Temps" fündigt die demnächſtige Verlobung des Prinzen Georg von Griechenland mit der Prinzessin Viktoria, einer Tochter des Prinzen von Wales, an. Mercier Paris, 30. November.( B. H.) General Mercier hat gestern in Mans eine Ansprache an etwa 500 Offiziere des vierten Armeeforps gehalten, defien Kommando er in den nächsten Tagen niederlegen wird, weil er die Altersgrenze erreicht hat. auf die Angriffe aut kam bei dieser Gelegenheit auch sprechen, denen die Armee seit längerer Zeit ausgesetzt ist, und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Armee aus dem gegen sie geführten Feldzug fiegreich hervorgehen werde. In der Sächs. Arbeiter- 8tg." schreibt Genosse Parvus einen bandwurmlangen Artikel unter dem Titel„ Possibilismus und Radifalismus". Mit dem Schluß dieses Artikels, der von der Moral in der Politik handelt, müssen wir uns einen Augenblick beschäftigen. In den„ Bremer Nachrichten" wurden am Sonnabend Nachdem uns der Schreiber versichert hat:„ Es graut einemt, wie 21 Sezer entlassen, weil sie sich weigerten, zur Buchdrucker- Paris, 30. November.( W. T. B.) Beim Beginn der heutigen oft man jezt in der Partei auf moralische Erwägungen stößt," be Prinzipalskaffe einen Beitrag zu steuern. Der Fall gewinnt eine Sigung der Progressistengruppe sprach sich Barthou über seine hauptet er:„ Gegen die Artillerie- Vorlage durfte nicht agitirt besondere Beachtung, weil gegenwärtig in der bürgerlichen Preise so Haltung in der Montagssigung der Deputirtenkammer aus und werden, weil man sich durch ein Versprechen gebunden hat viel über den Terrorismus der Arbeiter gefaselt wird. Jedes fleine unbedeutende Vorkommniß in Arbeiterkreisen wird von gewiffen fagte, er habe von seiner Erklärung nichts zurückzunehmen und habe feiner Pflicht und seinem Gewissen gehorcht. Er habe in seinem Mit dieser Behauptung, spricht Parvus eine offenfundige Un- Preßorganen mit Vorliebe zu einer großen That gestempelt, um wahrheit aus. Nie und nirgends ist ein solcher Beschluß gefaßt, gegen die Arbeiter die gehässigsten Anklagen zu schleudern, hier übt ein eigenen Namen gesprochen und er behalte sich vor, bei geeigneter Die Partei drückte darauf wohl aber ist auf dem Hamburger Parteitag im Lichte vollſter Unternehmer in ganz rücksichtsloser Weise auf die Arbeiter den Druck Gelegenheit nochmals einzugreifen. Oeffentlichkeit der Sachverhalt dargelegt worden. Bebel hat damals aus, Beiträge für eine Kasse zu leisten, für die die Arbeiter keine Barthou von neuem ihr Vertrauen zu seiner politischen Leitung der Progressistengruppe aus. darauf hingewiesen, daß er im Plenum namens der Fraktion sich Sympathie empfinden. Neber diesen Terrorismus wird man, vers gegen die Artillerie- Forderung erklärt habe, in der Kommission geblich ein Wort der Mißbilligung in bürgerlichen Preßorganen aber habe der Kriegsminister verlangt, daß die Stommiffions- finden. Aber der Druder der Bremer Nachrichten", Herr Schinemitglieder sich verpflichten sollten, von den Verhandlungen mann, steht nicht allein da in diesem Vorgehen, auch die Firma über die Details militärtechnischer Art nichts an die Oeffentlichkeit Johannes Ordemann und Söhne, Drucker und Herausgeber des zu bringen, Diese Zusage sei bei dieser wie auch bei anderen ähn Bremer Courier", verfährt ähnlich wie Herr Schünemann. lichen Gelegenheiten gegeben, und, wie es für Ehrenmänner selbst- Dort erhalten die um Kondition anfragenden Gehilfen den Bescheid, verständlich, auch gehalten worden. daß, wenn sie den Beitrag an die Prinzipalskasse entrichten wollen, sie dauernde Kondition erhalten können. " 1 Wenn Parvus die Erfüllung eines solchen Ehrengebotes als eine leere Efelshaut erscheint, die man sich umthut und die selbst den schönsten Geist und den kenntnißreichsten Kopf vollkommen un fenntlich macht", so ist das eine Auffaffung, über die wir uns unferen Lefern gegenüber nicht erst mehr auszulassen brauchen. Konstatiren wollen wir aber, daß nie eine Zusage gegeben wurde, gegen die Vorlage nicht zu agitiren, und daß sowohl im Parlament wie in der Parteipresse und in zahllosen Versammlungen unser ablehnender Standpunkt erörtert wurde. Wenn Barbus jezt das Gegentheil behauptet, so mag das seinen Moralbegriffen ent sprechen, steht aber mit der Wahrheit in schroffstem Widerspruch. Aus der Juvaliditäts- Versicherungs- Novelle. Wiederum werden auf dem Wege stüdweiser Berhöferung einige Theile der Invaliditäts- Versicherungs- Novelle bekannt gegeben. Da die Materie für die Arbeiter von höchstem Interesse ist, so müssen wir uns wohl oder übel diesem von der Regierung zugelassenen unwürdigen Verhältnisse anpassen, um die Leser über die geplanten Neuerungen zu unterrichten. " Der Zuzug von Tischlern und Poltrern nach Bergedorf ist streng fernzuhalten, da bei der Firma Bergedorfer Holzwerke( Inhaber Wille) Differenzen entstanden sind. In Magdeburg haben die Schneider beschlossen, den von der Lohnkommission ausgearbeiteten Tarif zur Geltung zu bringen. Der Tarif fordert einheitliche Löhne und die Einführung der Betriebswerkstätten. Die Durchführung der Forderung ist zum Frühjahr geplant. Die apezirer berlangen in einer Buschrift an die Junung die Einführung der 91/ 2stündigen Arbeitszeit. Auf ,, Sammelsglück", einer bei Beuthen O./G. gelegenen Bink- und Bleierzgrube, ist ein us stand am 28. d. M. entstanden, dem sich nur 12 der 300 Arbeiter nicht angeschlossen haben. Veranlassung dazu war angeblich die verschärfte Durchführung einer mißliebigen Bestimmung der Arbeits- Ordnung. Paris, 30. November.( W. T. B.) Die spanisch- amerikanische Friedenskommission beschäftigte sich in ihrer heutigen Sigung mit der Abfassung der drei ersten Friedensartikel betreffend die Abtretung Kuba's, Portorico's und der Philippinen, über welche die Kommission im Brinzip Uebereinstimmung erzielte. Bordeaux, 30. November.( W. T. B.) In den letzten aus Bilbao hier eingetroffenen Zeitungen wird von dortigen Umtrieben Wie es darin heißt, sollen in der der Karlisten berichtet. Umgebung Bilbao's verschiedene Vorsichtsmaßnahmen getroffen sein und namentlich die Klöster überwacht werden. Ferner wird erwähnt, daß die Bilder Don Karlos' und Don Jaime's unter Briefumschlägen verbreitet werden. In der Provinz Castillon habe sich bei Alcalá eine kleine Bande gebildet, welche von der Gendarmerie verfolgt werden. In Karlistischen Kreisen behaupte man, der Prätendent verfüge über gewisse Hilfsquellen. Die Blätter bes stätigen indeß, daß feine Anleihe zu stande gekommen ist. Loudon, 30. November. Nach einer Meldung des„ Neuter'schen Bureaus" aus Tamatave( Madagaskar) vom 25. d. M. sind dort mehrere Fälle von Beulenpest vorgekommen. Brüssel, 30. November.( W. T. B.) Die soeben vom Rongo ein getroffene Boft bringt die Nachricht, daß Major Henry am 16. Juli Lado besetzt habe. Bombay, 30. November.( Meldung des„ Reuter'schen Bureaus.") Nach den letzten Berichten von der Grenze hat dort die Ansammlung von Anhängern des Mullah bedeutend zugenommen. Zu dem Streit der Flensburger Bauarbeiter wird von den Unternehmern mit Hochdrud gearbeitet. Unser Kieler Partei- Guatemala, 30. November.( W. T. B.) General Regelado, Ueber das Wahlverfahren für die Ehren Organ ist in der Lage, den Wortlaut eines Zirkulars an die Ziegeleien der sich zum Diktator in San Salvador aufgeworfen hat, verlangt ämter der Invalidenversicherung wird mitgetheilt: zu veröffentlichen, in dem diese sich verpflichten wollen, kein Material unter Kriegsdrohung von den Staaten Honduras und Nicaragua als Nach der Novelle zum Invalidenverfcherungs- Gesez follen an die Maurermeister zu liefern, welche die Forderungen der Ge- Präsident von San Salvador anerkannt zu werden. Berwickelungen die Ausschüsse der Versicherungsanstalten, welche bisher schon die jellen bewilligt haben. Die Bemühungen der Herren scheinen feinen find zu befürchten. Berantwortlicher Redakteur: August Jacobeh in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. aid attendinged and Nr. 281. 15. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 1. Dezember 1898. 512 Wandlungen in den anglo- irischen Parteiverhältnissen. anglo- amerikanischen Freundschaft um ihre Ausbeutung durch das für die 3. Klasse behauptet, aber trotz lebhafter Agitation ist ein treulose England handelt, daß sie den Ruin der amerikanischen Un- Rückgang der Stimmen eingetreten. Das Wahlergebniß in den abhängigkeit( Demokratie) bedeuten würde. Natürlich macht er damit einzelnen Streisen ist folgendes: getla, mind you auf die amerikanischen Berufspolitiker, soweit sie nicht ohnehin Jm 1. Wahlkreise, der inneren Stadt, erhielten unsere Gegner der Annäherung an England sind, wenig Eindruck; um so Kandidaten Dietrich und Bosse 929 und 931 Stimmen, die London, den 28. November. mehr Verstimmung aber hat seine Agitation bei den Kandidaten des Kartells 1396 und 1400. Die Beziehungen zwischen den englischen Liberalen und den englischen Liberalen erregt die feit langem für die anglo- Im 2. Wahltreise, dem Nordkreis, fielen auf die Sozial Trischen Rationalisten find seit längerer Zeit schon ziemlich unfreund- amerikanische Freundschaft schwärmen. Sie hat deren Bereit- demokraten Schau weder, Kohlisch und Geyer je 1155, liche. Aeußerlich betrachtet, ist es der Parteihader unter den ren schaft, sich für Homerule in Unkosten zu stürzen, auf den auf Doege als Erfagmann 1099 Stimmen und auf das Kartell 1480, selbst, der zu den Berwürfnissen zwischen ihnen und den Liberalen Rullpunkt herabgedrückt. Bisher waren es jedoch nur Lotalgrößen, 1480, 1545 und 1475. geführt hat. Erst stellten die von John Redmond geführten die sich mit der Eingangs erwähnten Ansicht hervorwagten, leßten Jm 3. Wahlkreise, dem Ostkreis, wurden unsere Kandidaten Barnelliten beziehungsweise Independenten Tremung von den Montag aber hat einer der Hauptführer der Partei, Sir Henry gewählt: Gastwirth Schönherr mit 2550, Maurer Ja co b mit 2544 Liberalen als Parole auf, dann machten Tim Healy und Fowler, der im letzten liberalen Ministerium Staatssekretär für und als Ersaymann Konsumvereins- Geschäftsführer Gottschalg feine Anhänger ihre Opposition gegen die zu John Dillon stehende Indien war, in einer Rede vor seinen Wählern offen erklärt, man mit 2541 Stimmen, während die gegnerischen Kandidaten 1839, 1348 Mehrheit der Nationalpartei unter dem Motto: los von der müsse erst eine ehrliche Probe mit dem neuen irischen Lotal- und 1342 Stimmen erhielten. liberalen Knechtschaft", und schließlich sahen sich der Konkurrenz verwaltungs- Gesez machen, bevor Homerule von neuem eine Frage Jm 4. Wahlkreise, dem Südwestfreis, wurden unsere halber auch die Dilloniten veranlaßt, ihre Unabhängigkeit von den der praktischen Politik werden könne. Eine ganze Anzahl liberaler Kandidaten, die Konjumvereins- Geschäftsführer Bock und Fell. Liberalen bei allen möglichen Gelegenheiten verlegend hervorzukehren. Blätter hat dieser Erklärung zugestimmt, voran das" Daily mit 2855 und 2860 Stimmen gewählt. Die bürgerlichen Kandidaten Auf liberaler Seite aber hat, je stärker die Spaltung unter den Jr Chrouicle". Legteres hat freilich, nach einer fulminanten Eins erhielten 1549 und 1536 Stimmen. Tändern fich zeigte, um so michr die Ueberzeugung Bahn gebrochen, sendung von Davitt, in der mit Vergeltungsmaßregeln seitens Im Vergleich mit den Wahlen der früheren Jahre ist das daß mit Homerule als Feldgeschrei die Masse der ihnen abwendig der inischen Wähler für den an Irland begangenen„ Berrath" Stimmenverhältniß folgendes: b gewordenen englischen Wähler nicht zurückzugewinnen und es daher gedroht wurde, mit der Erklärung eingelenkt, es habe dub sid 1. Wahlkreis( innere Stadt), verkehrt sei, fich für eine Bewegung ins Zeug zu legen, deren Ver- mur jagen wollen, gerade die Probe auf das irische Lokalverwaltungsgod, dia 1894 1895 1896 1898 treter einander selbst in heftigster Weise befehdeten. Wobei zu be- Gesez werde die Nothwendigkeit eines irischen Parlaments beweisen. und Sozialdemokratie 1168 1081 1035 merken ist, daß ein großer Theil der englischen Liberalen mehr der Aber es bleibt sonst dabei, daß wer bei der nächsten Wahl Homerule Kartell. 1849 1187 1518 Moth gehorchend als dem eigenen Trieb sich mit Gladstone zu an die Spize des liberalen Programms stellen wolle, in cin Narren2. Wahlkreis( Nordkreis), Homerule bekehrt hatten. Sie akzeptirten es als eine Sache des haus gehöre. Und Einsendungen aus den Reihen der ParteiPrinzips" und der politischen Nothwendigkeit, aber nicht ohne mitglieder gaben diesem Gedanken noch kräftigeren Ausdruck. JedenCozialdemocratic 1250 ein geheimes Grauen vor den möglichen Folgen eines National- falls ist der Riß zwischen den Liberalen und den irischen Nationa parlaments in Dublin. listen heute größer wie je, und wenn es auch nicht an vermittelnden Stimmen fehlt, so sicht es doch nicht so aus, als ob er in nächster Zeit geheilt werden sollte. Er dürfte sich vielmehr zunächst noch erweitern. Dieses Grauen haben nun die Jren in den letzten Jahren nach Kräften zu nähren verstanden. Je mehr Homerule durch den Gang der Ereignisse in den Hintergrund der praktischen Politik gedrängt wurde, um so mehr traten die tiefen inneren Gegensätze zwischen den irischen Nationalisten und den englischen Liberalen zu tage, sowohl was die kirchlichen und wirthschaftspolitischen, als was die Fragen der Reichspolitik anbetrifft. Politik か な Kartell • 1345 929 1396 in 1224 1306 1155 1165 1692 1480 1018 3057 2754 8181208 2550 1841 2855 3. Wahlkreis( Ostkreis). Sozialdemokratie 8114 Kartell. 4. Wahlkreis( Südwestkreis). " Sozialdemokratie 2917 2907 2764 Startell 1398. 1125 1668 1549 Die Wahlbetheiligung betrug im Jahre 1896 611/2 pct., diesmal " Was aber wird seine Wirkung auf die englischen Parteiverhält nisse sein? Bisher spielten die Irländer abwechselnd die eine der großen englischen Parteien gegen die andere aus. Wollten sie das fortsetzen, so müßten sie wohl oder übel die Liberalen bei den Die Gegensätze in der Kirchenpolitik find durch die Thatsache an- Wahlen unterstützen, damit diese wieder in die Lage kommen, als 58 pt. gezeigt, daß die Irländer Katholiken, die englischen Liberalen zumeist mögliche Regierungspartei zu zählen. Dies um so mehr, als die Nach der„ Leipz. Voltsztg." find unsere Stimmen gegen die Freikirchler find. Solange es sich nur erst um Bollendung der religiösen Konservativen vorhaben, mit einent Gesetz zur Vereinfachung der 1896 er Wahl um 360, die bürgerlichen Stimmen um 480 zurüdEmanzipation der ersteren handelte, waren die protestantischen Gegner Wählereintragungen eine zahlengerechte Neuvertheilung der Barla- gegangen. Seit der 1894 er Wahl, die zum ersten Mal unter dem der englischen Staatskirche ihre natürlichen Alliirten. Heute aber mentsfiße zu verbinden, was eine Verminderung der nationalistischen Dreillaffenwahlsystem vorgenommen wurde, hat sich unsere Stimmenkämpfen die Katholiken im britischen Reich nicht mehr für ihre Freiheit, Sike im nahezu den vierten Theile bedeuten würde. Die Liberalen zahl aber um die bedeutende Ziffer von 953 vermindert, während sondein für Privilegien, vor allem hinsichtlich der Schulen. Es ist durch Stimmen für die Tories zu bestrafen", hätte wenig Sinn die Gegner um 140 Stimmen zugenommen haben. wiederholt im Vorwärts" gezeigt worden, wie da die Gegenfäge und bedeutete für die Liberalen wenig Gefahr. Für jede irische Die Leipz. Voltsztg." erklärt, die Ursachen dieser Verschiebung zwischen den katholischen Irländern und den gerade in der Schul- Stimme, die sie so verlören, gewönnen sie in manchen Bezirken lägen nur zum theil in den Wohnungsverhältnissen und in dem frage so empfindlichen englischen Liberalen aufeinander platten. zwei unionistische Stimmen zurück. Wirthschaftspolitisch sind die Gegensäge zwischen englischen Sudeß es giebt in England noch eine dritte Partei. Eine Bartei, Sinausdrängen der Arbeiterfamilien nach den nicht zum Stadtgebiet Wohnorten.uch Liberalen und irischen Nationalisten fast noch größer. Die ersteren die bisher kein Faktor in der englischen parlamentarischen Bofitii gehörigen Wohnorten. 1 such a d find in der Hauptfache eine Partei der städtischen Demokratie, die var, aber langjam dem Ziele zustrebt, ein solcher zu werden: die Aus Wolgast an der Beene wird uns mitgetheilt: Jm Monat ihren Anhang auf dem Lande heute mehr in den Seihen der Land- fozialistische Partei. An ihren bisherigen Wißerfolgen bei Parla- Oftober sprach hier der Parteigenosse Adolf Hoffmann aus arbeiter und den Lohnarbeitern der Judustriedörfer( Bergarbeiter) mentswahlen hatte die Gegnerschaft der Irländer, die in England Berlin in einer Boltsversammlung über Das moderne Raubritter als bei den Pächtern findet. Die Irländer find vorwiegend eine über einen ziemlichen Prozentjag grade der Arbeiterftimmen ver- thum". Nach dem Vortrage tramiten zwei Freifinnige ihre Neugier Lauern beziehungsweise Pächterpartei, wenn auch geführt von fügen, einen bedeutenden, in einzelnen Fällen den entscheidenden nach dem Zukunftsstaat" aus, wobei einer sich zu dem Vorwurfe Literaten, Advokaten und allerhand städtischen Gewerbetreibenden. Antheil. Die jüngsten Gemeindevertretungs- Wahlen haben min in verstieg, wir dehnten unsere Reden immer absichtlich so lange aus, So radikal fie sich unter dem Einfluß der ersteren und ihrer ganzen vielen Orten den Sozialisten sehr erheblichen Stimmenzuwachs damit den Gegnern keine Zeit bleibe, sich auszusprechen. Da die Tradition gebahren, so konservativ sind sie meist in ihrem Wesen. gebracht( die ersten Telegramme, die nur den Wechsel der Mandate Versammlung um 11 Uhr geschlossen werden mußte, versprach HoffWäre die nationale Frage nicht im Wege, so würde die Mehrheit von meldeten, haben dies ganz ungenügend erkennen lassen), und gerade mann, daß er wiederkommen werde, um die Diskussion fortzusetzen. ihnen das willige Gefolge einer englischen Agrarpartei abgeben. Chnehin in West Ham bei Loudon, wo 1895 die Irländer durch ihre Ab- Dies geschah in voriger Woche. Um mm den Freisimmigen Gelegen haben sie unbedenklich zugestimmt, als die gegenwärtige fonfervative ftimmung Keir Hardie's Wiederwahl verhinderten, haben die Sozialisten heit zu geben, ihr Licht in vollem Glanze leuchten zu lassen, ersuchte Regierung, mit dem neuen irischen Lokalverwaltungs- Gefeß oder in diesmal einen geradezu verblüffend glänzenden Erfolg erzielt. Nachdem der Vorsitzende der Bersammlung gleich bei Beginn derselben alle daffelbe eine Liebesgabe von jährlich 14 Millionen Mart für die eine Stichwahl ihuen noch fünf Mandate gebracht hat, bilden ihre Vertreter Gequer, die glaubten, in letzter Versammlung zu furz gekommen zu irischen Landlords einflocht. Einzig Michael Tavitt als alter jest die Mehrheit im Gemeinderath- die erste städtische Vertretung sein, sich zunächst zum Worte zu melden. Aber niemand rührte sich, radikaler Landreformer lehnte fich dagegen auf. Aber Davitt hat Englands, die von Sozialisten erobert worden ist. Schlagen sich auch die erwähnten beiden Freisinnigen nicht, trotzdem sie anwesend fich wohl eine Weile einbilden können, das Mundstück der irischen die Irländer auf ihre Ecite, so sind der englischen Sozialdemokratie waren. Nun begann Hoffmann seinen Vortrag über das Thema: Panern zu sein, er war es aber thatsächlich mir in der Phrase, die bei der nächsten Parlamentswahl eine ganze Anzahl Mandate fast Unsere Gegner und der Zukunftsstaat. Der Beifall, den die Auser wörtlicher nahm als sie. In einer fürzlich erschienenen Biographic absolut sicher. führungen unseres Genossen fanden, mußte die beiden Freisinnigen Parnell's wird folgende Unterhaltung zwischen dem verstorbenen und die übrigen Gegner wohl überzeugt haben, daß die Wolgaster ungekrönten König von Irland" und Davitt erzählt, die sehr drastisch den Arbeiter die Mängel des Gegenwartsstaats viel zu gut durchschaut Unterschied zwischen beiden Politikern illustrirt. Parnell hatte Gladstone's haben, um den freisinnigen Liraden zugänglich zu sein, denn in der 1886er Homerule- Bill mit dem, für die irischen Bauern behufs Ablösung Bause nach dem Vortrag nahmen die Herren Abschieb auf französisch. ihrer Bachtgüter ausgeworfenen Reichsvorschuß afzeptirt. Das war Polizeiliches, Gerichtliches 2c. in Davitt's Augen im Widerspruch mit allen Reden Parnell's über die gerechte Expropriation der irischen Landlords zum Prairie werth", und er interpellirte ihn heftig, was zu folgender AnsDavitt:„ Aber wie in aller Welt würden Sie sich nach allen Ihren Reden weigern können, das ganze Bodensystem von Grund aus anzugreifen? Wenn Sie in einem irischen Parlament Staatssekretär wären, wie würden Sie sich angesichts diefer Reden bertheidigen können? Was würden Sie thun?" gehabt. " So kann die neue Wendung in der irischen Frage leicht eine große Bedeutung für die sozialistische Bewegung in England er langen, zumal eine Fraktion der mit der jckigen Parteiführung unzufriedenen Radifalen die alten Anhänger Bradlaugh's eben falls start nach den Sozialisten hin gravitirt. Bestimmtes läßt sich um so weniger jagen, als erst abgewartet werden muß, wie sich die - Der kommissarische Landrath in Templin, Kreisdeputirter andern irischen Parteiführer äuferu. Zavitt, der immer den Sozialisten zuneigte, auch wenn er sie bei Wahlen aus Parteitaktit. Arnim, bat intern 25. November eine Bekanntmachung er belampite, ist, wie schon angedeutet wurde, mir bei einem für 1899, der geeignet sei, in religiöser und jittlicher Beziehung lassen, laut welcher der Märkische Landhote". Voltskalender Theil der Irländer populär; die Redmonditen und Healyiten ergernis zu erregen", auf grund der$$ 56, 10, und 42a der Gesind ihm nicht sehr gewogen und trotz des wesentlich fonservativen Zuges diejer Gruppen haben sie bech ebenfalls viele werbe- Ordnung vom Handel im Umherziehen und vom KolportageArbeiter hinter sich. Der Nationalismus läßt es bei den Irländern handel ausgeschlossen wird. Die Ortspolizeibehörden und Gendarmen zu feiner gesunden Parteibildung kommen. Ansätze zu einer( im crucht der genannte Herr, Uebertretungen dieses Verbotes zur Strafe zu bringen". Es ist natürlich bombensicher, daß Herr weiteren Einne) konservativen Bauernpartei verbinden sich mit v. Arnim und feine Konservativen Slaffengenossen an dem sozial städtisch radikalen Elementen zu wunderbaren Mischungen. Die demokratischen Kalender Aergernis nahmen. Auf den Inhalt der religiöse Frage bringt ein weiteres Clement der Verwirrung hinein. Bekanntmachung näher einzugehen erübrigt sich schon deshalb, weil Solveit aber der Einfluß Davitt's reicht, ist es nicht unmöglich, daß der Märkische Landbote" vorwiegend gratis au die Bevölkerung er fortan konsequent für die Sozialdemokratie in die Wagschale gePartei- Nachrichten. vertheilt wird. " Barnell: 8u allerft Sie einsperren lassen. Barnell war der Mann, nach diesem Rezept zu handeln, und er hätte wahrscheinlich die Masse der Bauern dabei hinter sich Ganz in ähnlichem Sinne hat neulich John Redmond für die bevorstehenden Wahlen zu den neuen irischen Lokalverwaltungs- worfen werden wird. -Zur Zeit der Reichstagswahl in Torgau übergab unser törpern an seine Partei die Parole ausgegeben, sich ja nicht prinzipiell Parteigeuofie Sietisch dem ständigen Platatankleber Kretschmar gegen die Wahl von Landlords zu erklären. Je mehr Landlords aufrichtig mitarbeiteten, die Verwaltungen erfolgreich zu gestalten, um Plakate zum Ankleben nebst einem Exemplar zur Einreichung bei Fer Polizei. Kretschmar erledigte seine Aufgabe. Nachts 3 Uhr so beffer. Die nationale Sache Jrlands könne dadurch nur gewinnen. Erörterungen über die Taktik. Auf Auer's Frage, ob in machte Kickisch, gewigigt durch frühere Erfahrungen, einen RundDie irische Bewegung verliert in der That immer mehr den dem Engels'schen Vorschlage zur Frage der Bewilligung der gang durch die Stadt und fand alle Plakate in bester Ordnung an Charakter eines ernsthaften, sozialen Kampfes; der Kampf zwischen Dampferlinien Subvention Kompensationspolitit à la den Säulen. Troßden waren am frühen Morgen die Platate Bächter und Landlord hat, außer in einzelnen Grafschaften, seine Seine" stecke oder nicht, erwidert Konrad Hänisch in der abgerissen. Niemand konnte Auskunft geben, wer der Abreißer Schärfe völlig eingebüßt und ist in das Stadium der gewöhnlichen Mannheimer Volksstimme" u. a. wie folgt:: getwefen war. Kiekisch erlich nun im Kreisblatt cine Bekannt Brozeßhändel getreten. Die irischen Landgeseze haben ihre Wirkung Kompensationspolitit- wenn man einmal an diesem Worte machung, worin er 10 M. Belohnung auf die Ermittelung des Thäters nicht verfehlt.") festhalten will mag in dem Engels- Liebknecht'schen Vorschlage feste, den er als legel" bezeichnete. Durch die Annonce fühlte Indeß bei politischen Kämpfen beherrscht die Tradition die stecken: nie und nimmermehr aber Stompensationspolitik fich der Gendarm Nieme beleidigt, der die Plakate abs Sprache der Parteien meist noch lange nachdem die Natur der à la Heine. Kämpfe fich verändert hat. Ohne Unterschied der Partei fallen die geriffen hatte. Dieser klagte und Kickisch wurde vom Schöffengericht Der Unterschied liegt in den Tauschobjekten. Weder zu 20 M. Strafe verurtheilt, Vor dem Landgericht als Berufungsirischen Nationalisten bei allen möglichen Gelegenheiten in die Engels noch Liebknecht würden je mals daran gedacht haben, für instanz gab der Gendarm zu, daß er einen speziellen Auftrag zum Sprache zurüd, die in der heroischen Periode ihrer Bewegung in die Vergebung öffentlicher Arbeiten an Arbeitergenossenschaften u. f. w. Abreißen der Platate nicht gehabt hatte; er glaubte aber richtig Uebung war. Der( Anglo-) Sachfe" ist der Feind, und jeder Feind Kanonen einzutauschen. Sie würden es niemals gethan Englands ist der Freund. So wurde abwechselnd den Buren, den haben, weil sie wohl gewußt haben, daß durch iebe gehandelt zu haben, weil bei der Erjahwahl im Jahre 1897 jede Beber Landrath Wiesand in Zwethau zu ihm gesagt Amerikanern( in der ersten Periode des Venezuela Konflikts), Muß- willigung irgend einer Militärforderung die Machtmittel des hätte, er solle folche Blatate abreißen. Das Landgericht land zugejubelt und ward jetzt Frankreichs Spiel in Egypten von tapitalistischen Klassenstaates vermehrt würden, weil es ihnen erkannte trotz dieser Sachlage unserem Genossent Kiekisch nicht Irländern mit Hochs begrüßt. Bei vielen ist es nur noch liebe niemals zweifelhaft gewesen ist, daß ist, daß auch das beste den Schutz des§ 193 zu und verwarf die Berufung, wobei es ausSitte, an deren Eruft sie selbst nicht mehr glauben. Andere finden Volksrecht" durch jede bewilligte" Kanone" aufs schwerste führte: Das Wort Flegel sei eine Beleidigung und der Gendarm fich indeß merklich schwerer in die veränderte Situation. Michael bedroht ist. Stanonen gegen Wolfsrechte eintauschen wollen, das ist Rieme habe sich beim Lesen der Annonce sagen müssen:„ Der Flegel Davitt z. B. hat bei Gelegenheit des Venezuela- Handels den ganzen genau daffelbe, als wollte ich einem Feinde einen scharfgeschliffenen bist Du!" Diefe Logit ist durchschlagend, ändert aber unseres Er Einfluß aufgeboten, den er von aller Zeit her in den Bereinigten Dolch geben, mir aber dafür von ihm eine Geldbörse einhandeln. achtens nichts daran, daß man Kiekis, dem der Gendarm zugeStaaten hat, um gegen Zugeständnisse an England Stimmung au Was würde mein Feind thun? Er würde mir den Dolch auf die standenermaßen 15 Blafate abgerissen und dadurch nicht nur Schaden machen, und er bemüht fich auch jetzt wieder mit ber Brust sezenund erklären: Höre, Freundchen, jest giebst Du mir an Geld bereitet, sondern auch ein staatsbürgerliches Necht gezweifeltem Eifer, die Amerikaner zu überzeugen, daß es fich bei der die Börse wieder heraus und Deine Uhr dazu." schmälert hatte, den Schutz des§ 193 hätte zuerkennen müffen. Wir In Hannover erklärte in einer Versammlung des Wahlvereins find gespannt, was die Revisionsinstanz, die Kiekisch anrufen will, *) Einige Zahlen werden in dieser Hinsicht nicht ohne der Parteigenosse Rauch gegenüber kritischen Aeußerungen der zu dem Urtheil des Landgerichts sagen wird. Interesse sein. Bis März 1895 find in 803 243 Fällen, Sächsischen Arbeiter- Beitung": Seine Landtags- Kandidatur bei denen zusammen es sich um über 9 Millionen Acres im Kreise Linden sei eine rein sozialdemokratische geLand handelte, die Pachtsätze gerichtlich( auf grund des Glad- wesen, bei der Bündnisse und Kompromisse mit den Oppositions stone'schen Landgesetzes von 1881) festgesetzt worden, wobei die parteien auch nicht die geringste Rolle gespielt hätten. Bachten durchschnittlich um 20,9 pet. reduzirt wurden. Es ist heute gar leine feltene Erscheinung, daß ein Bächter, der ein Gut mit gerichtlich festgesetzter Bacht aufgeben will, sich von seinem Nach folger eine Rente in Form einer Abstandssumme zahlen läßt, Die Einlagen in die Post- 2c. Sparkassen haben sich seit 1881 bei einer Abnahme der Bevölkerung von über 10 pet. um mehr als rdoppelt, sie sind von 76 Millionen auf 154 Millionen Mark, die Einlagen in die Banken um 180 Millionen Mark gestiegen, der Viehstand hat sich um 1 Million Stück vermehrt. Die Auswanderung nimmt ab. 1897 zeigte Jrland zum ersten Mal wieder eine Bebölferungszunahme. Allerdings erst eine ganz leine", aber es scheint doch, als wolle die Niobe der Nationen langfam Fett ansehen. falen erhielten unsere Parteigenoffen Schmidt, Bleuger und Bei der Stadtverordneten. Wahl in Lüdenscheid in WestFisher 887, 294 und 192 Stimmen, was gegen früher einen starken Stimmenzuwachs bedeutet. Schmidt und Pleuger kommen in Stichwahl. Beleidigungs- Prozeß Aus Erfurt wird uns vom 30. November darüber berichtet: ans Anlaß der Maikrawalle. Sente früh 9 Uhr begann vor der hiesigen Straffammer ein Beleidigungsprozeß gegen die Genossen Redakteur Rudolph und In Wismar in Mecklenburg haben die Wahlen zum Bürger Berichterstatter Pappe, der aus Anlaß der Maitrawalle entstanden ausschuß in der 3. Abtheilung für unsere Partei vielversprechend ist. Rudolph soll durch Veröffentlichung von vier Artikeln in der begonnen, indem im ersten Bezirk von 4 Kandidaten der sozial- Tribüne" und Pappe durch Leitung einer Protestversammlung demokratischen Lifte 3 gewählt wurden. den hiesigen Oberbürgermeister Dr. Schmidt beleidigt Bei den Stadtverordnetenwahlen in Leipzig hat, wie schon haben. Die Artikel wiesen in scharfer Sprache die Aeuße mitgetheilt, unsere Partei im 8. und 4. Wahlkreise ihre Mandate rungen des Oberbürgermeisters in öffentlicher Stadtverordnetensizung. (n denen er der Sozialdemokratie die Schuld an den Krawallen zu- Ichneb, zurück. Svie Vertheidiqung liegt hauptsächlich in den Händen des Rechts- emwalts A-olfgang Heine- Berlin, ferner in denen deS RechtS- auwalls Anderseck- Erfurt. Der Angesagte Rudolph destreitet, die Absicht gehabt zu Z, J,"', r•n Oberbürgermeister beleidigen zu wollen. Die ganzen ™-1 rr'etc!1 e'"e Zurückweisung der nach seiner Meinung falschen Ausfassung des Oberbürgermeisters gewesen. „.Angeklagter Pappe will die unter Anklage stehenden Aeußramgen in anderem Zusammenhang gebracht haben. Rechtsanwalt Heine begründet im Einzelnen den von ihm ge- wunlchten Ilmfang der Beweisaufnahme. Der Oberbürgermeister habe m ähnlicher Weise wie das hiesige amtliche Blatt der Sozial- demokratie die Schuld zugewiesen; es sei festzustellen, welchen Ein- druck dies in der Stadtverordneten-Sitzung gemacht; ferner, dafc der Oberbürgermeister wissen mühte. dah die beiden Polizeibeamten M e hier und B r e h m e durch ihre Unbeliebtheit nicht die qeeig- nctcn Beamten für die an den Mai- Abenden vorgekommenen Un- rilhen sein konnten, und der Oberbürgermeister deshalb doppelt wenig Ursache hatte, der Sozialdemokratie die Schuld zuzuschreiben. Erster Staatsanwalt Wippermann hält es nicht für Sache des Gerichts, zu entscheiden, ob die Polizei anders hätte handeln tonnen, und ob bei einem anderen Vorgehen der Polizei der Aus- gang anders gewesen wäre. .Rechtsanwalt Heine entgegnet, dah man gerade forschen müsse. mcht ob die Polizei rechtmähig. sondern ob sie zweckmäßig ge- handelt hat. Dann wurde nian erkennen können, wer die Schuld trage. Es handele sich ja nicht um Nachweis, daß Aufruhr statt- gefunden habe, sondern ob die Sozialdemokratie die Schuld daran trage. � Der Gerichtshof beschließt über den Umfang der Beweis- aufnähme, daß den von der Vertheidigung gestellten Anträgen nach- zugeben sei. Der Staatsanwalt behält sich daraufhin vor, noch eine größere Anzahl Zeugen zu laden, fodaß sich der Gerichts- Hof unter Umständen ans mehrtägige Tagung oder auf Vertagung einrichtet. Oberbürgermeister Dr. Schmidt wird zunächst als Zeuge ver- nommen. Er giebt zu. in der Stadtverordneten-Sitzung die Aeuße- rung gethan zu haben, daß durch die Agitation der Sozialdemokraten der Nährboden für derartige Krawalle geschaffen sei; er will nicht behauptet haben. daß die hiesige sozialdemokratische Partei die Krawalle angestiftet habe, er glaube im Gegentheil, daß die Krawalle den Sozialdemokraten sehr ungelegen gekommen seien. Staatsanwalt: Sollte Ihre Erklärung gegen die vorhergegangenen Aeußernngen der„Tribüne" gerichtet sein?— Ober- b ü r g e r m e i st e r: Ja.— Uokales. Die Verwendung der Schnlhöfe als Spielplätze, die wir seit vielen Jahren gefordert haben, wird jetzt von zwei ganz verichiedeiien Seiten als wünschenswerth bezeichnet, von den Haus- besitzern(Verein„Nord- West") und vom„Komitee für die Ferien- kolonieen". Das„Komitee für d i e F e r i e n k o l o» i e e n" hat in der That das Recht und hatte vor allen Dingen schon längst die Pflicht, dieser Furage näher zu treten. Es bemüht sich— wenn auch mit nur geringem Erfolg und keineswegs nur aus Gründen der Humanität— der proletarischen Jugeiid eine gefundheitsördernde und geistig anregende Erholung zu verschaffen. In dieses Programm gehört ganz selbstverständlich auch die Be- schaffung geeigneter Spielplätze hiuein. Welches Recht haben aber die Hausbesitzer, sich mit der Spielplatzfrage zu befassen? Sind sie es nicht gerade, die die spielenden Kinder von ihren Höfen und selbst von den Bürgersteigen vor ihren Häusern ver- treiben? Für die Hausbesitzer hat die Befürwortung der Ver- Wendung der Schulhöfe als Spielplätze keinen anderen'Grund und keine andere Bedeutung. als daß sie sich dadurch ihren Kampf gegen die spielende Jugend zu erleichtern hoffen. Der„Bund der Berliner Grundbesitzer-Vereine" will die vom Verein„Nord-West" ge- gebene Anregung unterstützen. Es wäre eine seltsame Ironie, wenn es den Hausagrariern gelänge(und bei dem Einfluß, den sie auf die städtische Verwaltung ausüben, ist das gar nicht unmöglich), die Frei- gäbe der Schulhöfe endlich durchzusetzen. Dann hätten die Berliner Kinder ihren Todfeinden doch endlich einmal etwas Gutes zu danke». Für die bisher ablehnende Haltung, die die S ch u l d e p u t a t i o» dieser Sache gegenüber einnimmt, wurde früher die angebliche Störung der Rektoren durch die spielenden Kinder als Grund an- geführt. Jetzt heißt es, man befürchtet eine Verunreinigung der Schul- Höfe durch die Kinder. Bekanntlich wird seit vielen Jahren auf den Höfen von 3 Doppelschulen„versuchsweise" unter Aufficht technischer Lehrerinnen gespielt. Aus den Schuldeputations-Berichten. in denen diese„Versuche" alljährlich erwähnt werden, ist nicht zu ersehen. ob die Kinder thaffächlich jemals durch Störungen oder Verunreinigungen lästig geworden find. Warum die Aus- dehnung der„Versuche" auf eine größere Anzahl vou Schulen, die in mehreren früheren Berichten angekündigt wurde, hinterher unterblieben ist, darüber haben sich die späteren Berichte leider nicht geäußert. Ueber die Erfahrungen, die an anderer Stelle mit dem Spielen auf dem Schulhofe gemacht worden sind, liegen ausführliche Mittheilungen vor in einem Bericht, den Herr Jul. Goldacker, Turnlehrer des Friedrichs- Gymnasiums und deS Friedrichs- Realgymnasiums, in der„Monatsschrift für das Turn- Wesen" veröffentlicht hat. Auf dem hinter dem Real- ghmnasium gelegenen(von beiden Anstalten benutzten) Turnplatze wird vorn,ittags geturnt, während die übrigen Klassen wissen- schastlichen Unterricht haben. Ein Theil der Turnstunden wird dem Spiel gewidmet, wobei der ganze bis an das Schulhaus reichende Platz benutzt wird. Obwohl dabei in ungezwungenster Weise gelärmt werden darf, haben die iviffenschaftlichen Lehrer nichts dagegen ein- zuwenden. Wird der Lärm zu arg, so schicken die Lehrer nicht einen Boten hinaus, um Ruhe zu fordern, sondern„es ist vor- gekommen(sagt Goldacker), daß die Herren lieber auf einige Minuten die Fenster schließen ließen, als die Unterbrechung des Spiels zu ver- langen". Den ruhebedürftigen Gemeindeschul-Rektoren kann das zur Nachahmung empfohlen werden.— Dem„Komitee für die Ferien- Kolonien" wünschen wir bei seinen Bemühungen mehr Erfolg, als es seiner Zeit der Berliner„Verein für Familien- und Volks- erziehung" hatte, der schon vor dreißig Jahren die Freigabe der Schulhöfe forderte und sich(ebenso, wie es jetzt das„Komitee für Ferienkolonien" thnt) zur Beaufsichtigung der spielenden Kinder durch freiwillige Helfer erbot,_ Der Prozcfi gegen Landauer hat für den Fall Ziethen eine ähnliche Bedeutung, wie seiner- zeit der Prozeß gegen Zola für den Dreyfus-Fall. Herr Landauer hat auf grund unanfechtbaren Zeugnisses einen der Belastungs- zeugen ini Ziethen-Prozeß, den Polizeikommissar G o t t s ch a l k, der Fälschung von Beweis st ücken angeklagt. Wird der Beweis erbracht, so ist die Kette der Jndizienbeiveise, auf grund deren Ziethen von den Geschworenen veruriheilt ward, durch- krochen und die Wiederausnahme des Ziethen-Prozesses muß erfolgen. Unter solchen Umständeu könnte vielleicht gefragt werden, ob es bis zum Austrag des Prozesses gegen Landauer nicht besser wäre, jede Aktion zu gunsten Ziethews ruhen zu lassen. Allein der Einwand ist nicht stichhaltig. Zunächst weiß man nicht, wann der Prozeß zur Verhandlung gelangt; bisher haben die Behörden eine so außerordentliche, von der sonstigen.Schneidigkeit" seltsam ab- stechende Langsamkeit entwickelt, daß gar nicht abzusehen ist, wann der Prozeß stattfinden wird. Und den unschuldig ver- urtheilten Ziethen noch unbestimmte Zeit warten lassen, das wäre ja grausani. Und ferner ist der Appell an die öffentliche Meinung auch für den Prozeß gegen Landauer jedenfalls von Stutzen. Die öffentliche Aufmerksamkeit ist erweckt und damit eine Garantie für die Ermittelung der Wahrheit geschaffen. Der Bertheidiger des Herrn Landauer wird Justizrath Sello sein. Der' Name ist eine Bürgschaft dafür, daß der Prozeß aus die Höhe der Sache, um welche es sich handelt, gehoben werden wird. Inzwischen hat die Zahl der Mitglieder deS Ziethen- Komitees wieder einen beträchtlichen Zuwachs erfahren, und jeder Tag bringt neue Beitrittserklärungen.— Fabrikation von Wilhelms-Denkmälern. Die Berliner Bildhauerschaft ist— so schreibt ein Berichterstatter— neuer- dings über Vorgänge erregt, welche ein grelles Licht darauf werfen, wie gegenwärtig Denkmäler„gemacht" werden. Es ist bekannt, daß die Gießerei der beiden Brüder Gladenbeck von der Berliner Bild- Hauer-Vereinigung boykottirt wird, weil sie trotz aller Aufforderungen der schaffenden Künstler, trotz aller Verfügungen des Ministers fort- fährt, alte Modelle fabrikmäßig für Denkmalszwecke auszubeuten. Jetzt hat die Gießerei ein Verfahren eingeschlagen, welches der Errichtung künstlerischer Denkmäler geradezu Hohn spricht. Sie kaufte in dem Uhrengeschäft von Felsing die K e i l'sche Reiter st atue Kaiser Wilhelm I. in Zinkguß. Es ist das ein gewöhnlicher Handelsartikel, der, in Sturz form gegossen, zu ganz billigem Preise zu haben ist. Diese Arbeit vergrößert die Gießerei in rein mechanischer Weise und macht Denkmäler daraus! Professor Keil würde natürlich gegen ein derartiges Verfahren so energisch wie möglich protestirt haben; seine Wittwe aber, beiläufig eine notorisch sehr reiche Dame, gestattet diesen Mißbrauch gegen Zahlung von 500 Mark für jede solche' Vergrößerung. Diese Vergrößerung geschieht durch mechanische Kopirmaschinen, die so unzuverlässig arbeiten, daß Differenzen von Handbreite entstehen. Die Kopirmaschinen sind wohl eine Arbeitshilfe für geschulte Bild- Hauer bei der Bewältigung großer Massen, aber natürlich nicht in der Hand von Arbeitenr(Tagelöhner werden hierzu verwandt!!), welche keinen Blick für die entstehenden Fehler haben und sie noch weniger korrigiren können. Es liegt auf der Hand, daß niemals auf diese Art ein Kunstwerk zu Tage gefördert werden kann. Nichts- destoweuiger hat mangelndes Verständniß es bereits zu Wege gebracht, daß vier Städte, Jnowrazlaw, Bernburg, G log au und Ulm, mit solchen„Denkmälern" beglückt werden sollen. Eine Statistik. Unter den Mitgliedern der Berliner j ü d i- scheu Gemeinde giebt es, dem soeben erschienenen Gemeinde- Wähler-Verzeichniß zufolge, nicht weniger als 716 Aerzte, darunter 4 Geheime Medizinalräthe, 14 Geheime Sauitätsräthe und 61 Sauitätsräthe. Die Zahl der Rechtsanwälte jüdischen Glaubens beträgt 362, davon führen 21 den Justizrathstttel. Dem juristischen Berufe gehören außerdem an 20 Amts- und Landgerichlsräthe, 5 Anitsrichter, je ein Staatsanwalts-Sekretär. ein Amtsgerichts- sekretär und ein Landgerichtssekretär. Im Staatsdienst stehen ferner 45 Professoren, darunter 2 Geh. Regieningsrälhe, 15 Privatdozenten, 26 Gymnasiallehrer, 1 Geh. Legationsrath. 3 Regieningsrälhe, 3 Rech- nnngsrüthe. Im Baudienst sind 15 Regierungsvaumeister und 3 Regierungsbauführer, im Kommunaldienst 5 Stadträthe, 2 Stadt-Bau- meister, 2 Magistrats-Assessoren, 1 Syndikus, 1 Standesbeamter, 2 Magistratsbeamte, 1 Registrator und 1 Sieuerausseher thätig. Dem Postfach gehören 11, dein Eisenbahnfach 4 Genieindemitglieder an. Die Kunst vertreten 34 Musiker und Komponisten. 22 Maler, 17 Schau- spieler, 4 Theaterdirektoren, 2 Bildhauer und 1 königlicher Tänzer. Von wissenschaftlichen Berufen sind ferner zu erwähnen 83 Architekten und Baumeister, 39 Chemiker. 59 Apotheker. 43 Rektoren und 36 Schriftsteller. Unter den glücklichen Juhabenl von Titeln befinden sich 7 Geh. Kommerzienrärhe, 24 Kommerzienräthe, 4 Kom- missionsräthe, 6 Konsuln und 4 Generalkonsuln auswärtiger Staate» und 1 kaiserlich russischer Kollegienrath. Geschenke von Kunsttverken an die Stadt. Die Stadt- verordneten Ladewig und Genossen haben in der Stadtverordneten- Versammlung folgenden Antrag eingebracht:„Wir beantragen: den Magistrat zu ersuchen, der Versanimlung eine Vorlage dahin zu machen, daß bei Zuwendungen von Kunsttverken an die Stadt Berlin vor der Annahme die Deputation zur Entscheidung über die Ver- Wendung der für Kunstzwecke bewilligten Gelder gehört werde." Die Allgemeine Berliner Omnibus- Aktien-Gesellschaft führt am Donnerstag, 1. Dezember, auf der Linie Kreuzberg (Viktoriapark)— Stelliner Bahnhof 5 Pfennig-Theilstrecken ei». Anfhcbnng der Sonntagsruhe zur Weihnachtszeit. Der Polizeipräsident theilt mit: Für den Betrieb des Haiidelsgewerbes an den drei letzten Sonntagen vor Weihnachten gelten in Berlin folgende polizeiliche Bestimmungen: 1. Im Handelsgewerbe, jedoch mit Ausschluß der Bank-, Wechsel- und Lotteriegeschäsie. dürfen abweichend von der allgemein festgestellten sonntäglichen Be- schäftigungszeit Gehilfen. Lehrlinge und Arbeiter an den drei letzten Sonntagen vor Weihnachten, dem 4., 11. und 13. De- zember dieses Jahres von 8—10 Uhr vormittags und von 12—8 Uhr nachmittags beschäftigt werden. Der Verkauf von Back- und Konditorivaaren. von Fleisch und Wurst, der Milchhandel. und der Betrieb der Vorkosthandlungen ist an den genannten drei Sonntagen ebenso wie an den übrigen Sonntagen schon vor Beginn der allgemeinen Verkaufszeit und zwar von 5 Uhr morgens ab zulässig. 2. Von dem allgemeinen Verbot der Beschäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern im Handelsgewerbe ain 25. De- zember, deml 1. Weihnachtstage werden, soweit der Gewerbe- bettieb in offenen Verkaufsstellen stattfindet, ausgenoininen: a) der Handel mit Milch, mit Back- und Konditor- Maaren sowie mit Kon- fittiren während der Zeit von 5 bis 10 Uhr vormittags, und von 12 bis 2 Uhr nachmittags, b) der Handel mit Fleischwaaren während der Zeit von 5 bis 10 Uhr vormittags, c) der Handel mit Kolonial- waaren, mit Vorkostwaaren. mit Brennmaterialien, mit Bier und Wein, mit Tabak und Zigarren während der Zeit von 8 bis 10 Uhr vormittags, 6) der Handel mit Blumen während der Zeit von 7 bis 10 Uhr vormittags und von 12 bis 2 Uhr nachmittags, e) der Handel mit Druckichriften auf den Bahnhöfen während der Zeit von ?>/, bis 10 Uhr vormittags, k) die ZeitungSspcdition während der Zeit von 4 bis 9 Uhr vormittags. 3. A m 26. D e z e m b e r, dem 2. Weihnachtsfeiertage, finden lediglich die allgemeinen Vorschriften über die Feststellung der Zeit zur Beschäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern im Handelsgemerbe Anwendung. Tie Glätte des ASphaltpflastcrs in den letzten Tagen hat den„Fachverein Berliner Droschkenkutscher" zu dem Beschluß'ver- anlaßt, wegen Ausdehnung der Asphaltwäsche in den Berliner Straßen auf den Monat November bei der Direktton der städtischen Straßenreinigung vorstellig zu werden. In der letzten Zeit ivar bei feuchter Witteniug der Asphalt sehr häufig mit einer dichten Schmutz- decke überzogen, die so glatt war. daß weder Menschen noch Thiere sich auf derselben halten konnten und besonders die Pferde zahlreich zu Falle kamen. Da nun das Abwaschen deS Asphalts, welches in der bekannten Weise durch Sprengwagen und Gummischieber bewirkt wird, wie immer, auch in diesem Fahre bereits am 31. Oktober ein- gestellt worden ist, so hörte der Mißstand erst auf, als die Schmutz- decke unter dem Einfluß trockenen Wetters von selbst eingetrocknet ivar. Der genannte Fachverein ist nun der Meinung, daß bei an- haltend milder Witterung die Asvhaltwä'che auch den Monat No- vember über fortgesetzt werden könne. Zwangsinnung. Das Polizeipräsidium theilt mit: Der Ober- Präsident zu Potsdam hat unterm 15 November d, I. angeordnet, daß zum 1. April 1899 eine Zwangsinnung für das Sattler-, Riemer- und Täschnergewerbe in dem Bezirke der Gemeinden Berlin, Blumberg. Charlottenburg. Lichtenberg(mit Friedrichsberg). Friedrichshagen, Großbeeren, Malsdorf Manendorf. Marienfelde, Marzahn, Mühlenbeck, Nieder-Schönhaujen, Pankow, Reinicken- dorf, Rixdorf, Rummelsbnrg, Schöneberg, Segefeld, Steglitz. Stralau, Treptow, Tegel, Trebbin, Vogelsdorf, Weißensee, Deutsch- Wilmersdorf und Zehlendorf mit dem Sitze in Berlin errichtet werde. Bon dem genannten Zeitpunkte ab gehören alle Gewerbe- treibende, welche das Sattler-, Riemer« und Täschnerhandwerl be- treiben, dieser Innung an. Zugleich ist zu demselben Zeitpimkte die Schließung der zur Zeit hier bestehenden„Vereinigten Sattler-, Riemer- und Täschner-Jnnung" angeordnet. Im Zeichen deS Verkehrs. Heute werden von 12 Uhr mittags ab die Plätze am Opern- und am Zeughause, die Schloß- brücke, die Schloßfreiheit, der Lnstgarten und die Kaiser Wilhelm- Brücke für den Fahrverkehr auf unbestimmte Zeit polizeilich gesperrt werden. Warum? Am Mittag soll in dieser verkehrsreichen Gegend vor dem Kaiser eine Parade abgehalten wprden. Der Parade soll ein Einzug des Kaisers vorangehen. Ties Ereigniß will das Magistratskollegium benutzen, um Zeichen der Loyalität von sich zu geben. Am Brandenburger Thor soll die Ab- ordnung der städtischen Behörden Wilhelm II. einen„Willkommens- grüß der Stadt Berlin" darbringen. Uns freut, daß die loyalen Behörden dies Werk allein verrichten und nicht, wie dies in Potsdam bei der Rückkehr aus Jerusalem geschehen, die kleinen Kinder in Gesellschaft nehmen. Ueber den Empfang des Kaisers in Potsdam berichtet das„Verl. Tagebl.": � Die Kinder der oberen Klassen der Potsdamer Schulen hatten bei de» Empsangsseierlichkeiteii an der Spalierbildung theil genommen und standen zum theil am Bahnhof, zum theil auf der Langen Brücke. Es war recht naßkalt, und die Kinder ftoren, da sie über zwei Stunden auf der Straße verbleiben mußten. Der Kaiser hatte, wie berichtet, gleich bei seiner Ankunft in Potsdam im königlichen Warte- salon Ministerrath abgehalten. Etwa eine Stunde hatte bereits die Konferenz gedauert, als die Kaiserin in der Thür erschien und zu ihrem Gemahl gewendet ausrief:„Es wird Zeit, daß wir zum Schloß fahren, die Kinder auf der Straße frieren." Durch daö Geständnist des Raubmörders Albert Wegeuer ist jetzt auch der letzte Zweifel geschwunden, daß er allein die Rosina Kaiser in der Zionskirchstraße ermordet hat. Er habe, wie er an- giebt. nur die Absickit gehabt, den Rentner Roller zu berauben. Er habe aber zunächst die ihm wohlbekannten Räume der Roller'schen Wohnung durchsucht und sich dann an die Oeffnung des eisernen Geldschranks gemacht. Hierbei sei er von Rosina Kaiser über- rascht ivorden. Sie habe laut aufgeschrien, worauf er sie gewürgt habe. Als sie dann laut um Hilfe gerufen, habe er sie mit einem Meißel niedergeschlagen, darauf habe er nochmals die Wohnung durchsucht, daiin den Ueberzieher genommen und sich, weil er von der Vordertreppe Geräusch gehört habe, durch den zweiten Treppenaufgang nach hinten entfentt. Erst auf der Straße habe er bemerkt, daß er einen fremden Ueberzieher, den des Predigers Roller, erfaßt hatte. Den Diebstahl bei diesem habe er schon gleich nach seiner Entlassung aus der Fuhlsbütteler Strafanstalt geplant, und er sei deshalb nach Berlin gekommen. Die Zeit, den Sonntag Nach« inittag, habe er deshalb gewählt, weil er annahm und von früher wußte, daß dann niemand in der Wohnung anwesend und alle Be- wohner in der Kapelle beim Gottesdienst versammelt seien. Den Einbruch in die Kapelle hat Wegener ebenfalls eingestanden. Eiubri'ichc in Möbelgeschäfte sind im Südosten der Stadt in letzter Zeit wiederholt vorgekommen. Gestohlen wurden werthvolle Spiegel und zwei Nähtischchen aus echtem Nußbaum; unter den Platten, die zum Aufklappen eingerichtet sind, befanden sich die Nummern 5759 und 5754. Personen, welche über den Verbleib der Sachen Angaben machen können, wollen sich im Polizei- Präsidial- gebäude Zimmer 37 park, von 9 bis 1 Uhr melden. Auf die Er- Mittelung der Thäter ist eine Belohnung ausgesetzt. Von einem jähen Tode ereilt wurde der Magistratssekretär Krause aus Berlin, der gegenwärttg bei der 12. Kompagnie des in Wittenberg garnisonirenden Infanterie- Regiments Nr. 20 seiner Militärpflicht als Eiiijährig-Freiwilliger genügt. Der junge Mann wurde plötzlich von einem Herzschlage getroffen, so daß augenblicklich der Tod eintrat. Durch Selbstmord hat der 38 Jahre alte Magistratskanzlist Ernst Erbrecht aus der Flottwellstraße 3 seine junge, kaum sechs Wochen bestehende Ehe ivieder gelöst. Erbrecht heirathete am 18. v. M. Die Ehe scheint von Anfang an unglücklich gewesen zu sein. Vorgestern kehrte die Frau nach einem heftigen Streite zu ihren im selben Hause wohnenden Eltern zurück. Gestern Nachmittag erhängte sich Erbrecht in seiner Wohnung. Ein Bruder, der bei ihm wohnte, fand ihn auf. Der Polizeipräsident giebt bekannt: In der Straffache gegen v. KriegSheim und Gen. wegen Betniges werden alle diejenigen Personen, welche an den Mitangeklagten Kaufmann(Agenten) Arthur Wißmann noch Forderungen haben, ersucht, sich, soweit sie nicht schon polizeilich oder gerichtlich gehört sind, zu den Akten ü. E. I 175, 98 schleunigst beim Herrn Untersuchungsrichter am kgl. Landgencht I zu melden. Sichcrheitszustände i» der Hauptstadt des PolizcistaateS. Die„Nai.-Ztg." berichtet: Wie es mit der öffentlichen Sicherheit in dem mit vollem Recht übel berüchtigten Scheunenviertel bestellt ist, davon giebt ein Ueberfall Zeugniß, der in der vorletzten Nacht gegen den Grünkramhändler H. aus der Weydingerstraße verübt worden ist. Als er gegen 12 Uhr auf dem Heimwege durch die völlig menschenleere Linienstraße kam, erhielt er plötzlich an der Ecke der Weydingerstraße vou hinten mit einem Knüppel einen Schlag über den Kopf, so daß(er bewußtlos zusammenbrach. Als er wieder zu sich law, lag er in einem Hausflur und entdeckte den Verlust seiner Uhr und seines Portemonnaies. Mit Mühe schleppte er sich nach Hause und mußte sich sofort in ärztliche Behandlung begeben. Ueber die Festnahme eiucö LottcrickollekteurS erfahren wir folgendes: Der Kaufmann Wilhelm Suckow aus Neustrelitz vertrieb von Berlin auS nach Baden. Württemberg und Bayern Prospekte und Bezugsscheine zur 246. Mecklenburger Lotterie in großen Mengen. Polizeilich ivar er in Berlin nicht gemeldet, doch hatte er zum Schein in der Skalitzerstraße eine Wohnung gemiethet, die er jedoch nie auf« suchte. Tie eingehenden Bestellungen und Werthsendungen nahm er auf dem Postamte 33 unter seiner Adresse entgegen und übermittelte sie seinem eigentlichen Austraggeber, dem Lotterieloosehändler Max Beck in Rostock. Die von Suckow ausgesandten Prospekte lassen bei flüchtigem Durchlesen in dem Leser die Annahme aufkonimen, daß der Spieler durch den Bezug eines Looses für 22 M.(Betrag für die erste Klasse) die Chance hat. einen größeren Gewinn, event. bis 500 000 M., zu gewinnen. In dem Prospekte ist auch lediglich von einer großen Geldlotterie die Rede; das Schreiben läßt nicht erkennen; daß es sich um die sechsklassige Mecklenburger Lotterie handelt. Trotzdem sind sämmtliche Haupt- gewinne der sechs Klassen im Prospekte anfgeuommen. Luckow, dem der Boden unter den Füßen zu heiß wupde, hatte bereits einen Auslandspaß erwirkt, wurde aber noch vor seiner beabsichtigten Flucht in dem Augenblick festgenommen, als er auf dein Postcunt 33 eingegangene Gelder erheben wollte. Da er noch von Baden her 3 Mönate Haft wegen Lotterievergehens auf dem Kerbholz hatte, ist er nach dem Amtsgericht Walldüren(Baden) gebracht. Täglich laufen zahlreiche Anzeigen gegen Luckow wegen Betrugs bei der hiesigen Polizei ein. Selbstmord wegen Arbeitslosigkeit. In einem Stadibahn- zug hat sich am Dienstag Abend ein aus Oranienburg gebürtiger 25 Jahre alter Ofensetzer Hermann Seefeld erschossen. Der junge Mann benutzte vom Zoologischen Garten aus de» Zug Nr. 1713, der um 9 Uhr 52 Min. auf?em Lehrter Bahnhofe eintrifft. Als er sich aus der Strecke zwischen dem Bahnhof Thiergarten und Belle- vue allein in einem Abtheil befand, jagte er sich eine Revolver- kuael in die rechte Schläfe. Ein Fahrgast im Nebenabtheil machte auf der Station Bellevue Anzeige. Man nahm den Schmer« verwundeten nach dem Lehrter Bahnhofe mit, weil man ihn hier besser unterbringen und mit ärztlicher Hilfe versehen konnte. Ein Arzt, der denselben Zug benutzte, nahm sich seiner zunächst an; ein zweiter Arzt wurde aus der Chantee geholt. Ihre Bemühungen hatten jedoch keinen Erfolg; der junge Mann starb den Aerzten unter den Händen. Verschiedene Papiere weisen darauf hin, daß Seefeld zuletzt in der Schweiz und Süddeutschlaiid gearbeitet hat. Für Berlin hatte er eine Empfehlung nach der Iberlegt wurde. " wegen = seine ein E3 führung gekommen. Das Bild, das sich dem Beschauer auf den so Aug, vorhanden ist und die Zahl der Arbeiternicht ausreicht, würfe, die ihnen seitens der Anklage über ihre Geschäftsführung her Mittenwalderstraße. Seine Bemühungen, hier Arbeit zu bekommen, 1, Groß- Lichterfelde an der Bahn Berlin- Halle" in:" Groß- Lichter- I Scheinen aber keinen Erfolg gehabt zu haben. Als seine Mittel bis felde- Ost" und der Stationsname Groß- Lichterfelde" an der Bahn diese zurechtweisung zu Gemüthe führen wird? Wir wollen es ab Ob das Landgericht des oberschlesischen Industriebezirks fich auf wenige Pfennige aufgezehrt waren, verfekte der junge Mann Berlin- Magdeburg" in" Groß- Lichterfelde- West" geändert. reine Uhr, faufte vom Erlös einen Revolver, den er mit 6 scharfen warten. Wie auch das zweite Urtheil ausfallen möge, für die Soziala Batronen lud, und erschoß sich. Ueber einen muthmaßlichen Raubmord wird aus Spandau demokratie bedeutet die Affäre Dylong einen bei der Agitation im Gestern Vormittag fand in der Seifenfabrik von Spiel- richtsvollzieher Petras und der Auftionator Runtuß mittels Fahrradsen Gewinn! mitgetheilt: Am Mittwoch, morgens gegen 4 Uhr, tamen der Ge- armen Oberschlesien außerordentlich ausnutzungsfähigen moralihagen, Nostizstr. 30, eine Explosion statt, bei der ein Arbeiter von Velten nach Spandau zurück. Ungefähr 3 Kilometer vor der Rabatt- Sparvereins- Schwindel. Die Vorstandsmitglieder Stadt, auf der nach Schönwalde führenden Chaussee, in der Näh des Hausfrauen- Sparvereins", Mechaniker Paul Steinte, Stauf ber Durch einen herabfallenden Stein ist am Mittwoch Morgen der Kronprinzenbucht“ stießen sie auf einen Zeiterwagen, ber mat mann Richard Hartwich und Emil Pävelt standen gestern der Töpferträger Otto Tonice aus der Malplaquetstr. 12 auf einem einem Pferde bespannt war und sich anscheinend zwischen den Bäumen unter der ter der Auflage der Untreue vor der neunten StrafBau in der Hussitenstraße nicht unerheblich am Kopf verlegt worden. festgefahren hatte. Auf dem Wagen lag ein Mann, der aus kammer des Landgerichts I. Angell. Steinke hatte seinerzeit Der Verunglückte wurde in der Unfallstation verbunden. Ursache des Unfalls schreibt T. dem Umstande zu, daß die Fassaden- Radfahrer führten den Wagen mit der Leiche nach Spandau und Wirksamkeit Die mehreren Kopfwunden stark geblutet hatte; er war todt. Die den Hausfrauen- Sparverein Wedding" begründet, der großer Höhe der: Unkosten rüstung nicht ordnungsgemäß angebracht war. meldeten den Vorfall der Polizei. Diese stellte fest, daß der Todte stellen mußte. Dieser Verein hatte eine Zahlstelle int Unglücksfälle im Straßenverkehr. Vor dem Hause Friedrich der 52jährige Handelsmann Wilhelm Nühle aus Paaren im Kreise Moabit und aus letterer ging dann ein selbständiger HausfrauenKarl- Ufer 2 wurde vormittags der Arbeiter Ludwig Scheunemann Ofthavelland war, der seit einer Reihe von Jahren Heu und Stroh Sparverein hervor, bei welchem Steinke das Amt des Vorſtehers, durch ein Fuhrwerk überfahren und am Rücken erheblich verletzt.- nach Berlin bringt. Dienstag Vormittag war er mit einer Fuhre Hartwich das des Schriftführers und Bätzelt das des Rendanten beg den Nachmittags lief in der Lothringerstraße die sehr kurzfichtige Heu nach Berlin gekommen und nachts befand er sich auf der Heim- versah. Diese Rabatt Sparvereine verfolgen bekanntlich den Zwee, Hospitalitin Marie Schulz gegen eine Droschke, gerieth unter die fahrt. Unterwegs ist der Mann vermuthlich ermordet und beraubt die Hausfrauen zum Einkauf ihrer Haushaltungsbedürfnisse bei be Räder und erlitt erhebliche Verlegungen am Kopfe und an beiden worden: er hatte den Erlös der Heufuhre, vierzig Mart, bei sich; stimmten Lieferanten zu veranlassen, die gleichfalls Mitglieder des Unterschenfeln. In der Emdenerstraße wurde nachmittags die das Geld fehlt. Vereins sind und sich dazu verstehen, beim Einkaufe ge dreijährige Tochter des Schneidermeisters Richard Hartwig von Aus Rigdorf. Zu den Stadtverordnetenwahlen wollen auch wisse Prozentfäße als Rabatt zu gewähren. Die Hausfrauen erhalten den Pferden eines Kohlenwagens umgestoßen und durch Huf- die Ultramontanen mehrere Kandidaten aufstellen. Um die Wahl bei jedem Einkaufe Sparmarken, welche die Höhe des Einkaufs an tritte am linken Unterschenkel schwer verletzt. Kutsche wurde abends der elfjährige Sohn des Arbeiters ein Kompromiß schließen. Durch eine derselben zu sichern, will diese Partei mit einer anderen Partei zeigen; diese Marken werden gesammelt und am Jahresschluß der Erhängt hat sich am Mittwoch Morgen darauf entfallende Prozentsaz von der Vereinskasse baar ausgezahlt. Barthel in der Großbeerenstraße überfahren und am Auge die Frau Minna Przynara, Kopfstr. 43, wohnhaft. Vorher hatte die Die Angeklagten waren auf zehn Jahre" gewählt" worden, nach sowie am Oberschenkel erheblich verlegt. Vor dem Hause Unglüdliche den mißlungenen Versuch gemacht, sich die Pulsadern dem Vertrage sollte ihnen aber im Falle der Auflösung des Vereins Bülowſtr. 61 wurde abends der vierzehnjährige Glaſerlehrling Gustav der Hand aufzuschneiden. Frau P. soll die beklagenswerthe That vor dieser Zeit das Vierfache ihres Gehalts ausgezahlt werden. Nach Leopold von einem Hausdiener zu Boden gestoßen und gerieth unter begangen haben, weil ihr Ehemann sich von ihr scheiden lassen§ 14 des Statuts gehört zu einer Auflösung, daß 3/4 aller Mitglieder die Räder eines in demselben Augenblicke vorüberkommenden Omnibus. wollte. Der Knabe trug einen Rippenbruch davon und wurde nach dem Kopfftr. 22, wohnhaft, ein mit Milchtannen beladenes und mit einem einzuberufenden Versammlung sollte dann erst der AuflösungsAm Dienstag Nachmittag ward dem Milchhändler Karl, schriftlich darum einkommen mußten. In einer vom Vorstanie Elisabeth- Strankenhause gebracht. In der Nacht zum Mittwoch braunen Wallach bespanntes Fuhrwerk gestohlen. Bisher hat man antrag berathen und in einer außerordentlichen Generalversammlung erlitt die Handelsfrau Bertha G. in der Rosenthalerstraße dadurch weder vom Fuhrwerk, noch von dem Thäter eine Spur ermitteln endgiltig darüber beschlossen werden. Die Angeklagten wurden nun eine schwere Verlegung der Zehen, daß ihr eine von zwei Arbeitern tönnen. beschuldigt, ohne Rücksicht auf diese statutarische Bestimmung in transportirte Pferdebahnschiene auf den rechten Fuß fiel. Aus Wilhelmsberg wird uns berichtet: Eine ungewöhnlich geführt zu haben, um eigensüchtigem Interesse die Auflösung des Vereins Eine hiftorische Volkstrachten- Ausstellung" ist in dem lange Arbeitszeit ist in der Berliner Dampf- Talg- Schmelze von der vierfachen Summe ihres Gehalt 325 Rovember 1897, auf diese Weise in den Besiz Borsig'schen Palais in der Voßstraße hergerichtet worden. zu Das Pförtte, Hergt u. Ko. in Wilhelmsberg an der Tagesordnung. soll nämlich in ziemlich formloser Art Unternehmen, dessen Ertrag zu milden Zweden bestimmt ist, erfreut Die Arbeit beginnt morgens um 7 Uhr und währt mit den den Lieferanten mitgetheilt worden sein, daß sie die Mitglieder zu sich vornehmer Urheberschaft. Carmen Sylva, die außer ihrem üblichen Baufen oft bis 10, 11, auch 12 Uhr nachts. Des Sonn- einer am 29. November stattfindenden außerordentlichen GeneralBeruf als Schriftstellerin auch noch das Amt einer Königin von tags müssen die Arbeiter regelmäßig 7-12 Stunden arbeiten. Diese versammlung einladen möchten. In dieser Versammlung soll mun Rumänien versieht, hat sich des von ihrer fürstlichen Mutter ausgedachten außergewöhnliche, unmenschliche Anspannung der Arbeitskräfte wird die Mehrheit die Auflösung beschlossen haben, weil angeblich ein Planes angenommen und nicht allein felber Hand mit angelegt, dadurch bedingt, daß das an einem Tage gelieferte Quantum Defizit vorhanden gewesen sei. Der Vorstand erklärte den Verein sondern auch eine Reihe fürstlicher Kolleginnen veranlaßt, durch Talg noch an demselben Tage verarbeitet Hergabe von Geschenken zum Gelingen des Werkes beizutragen. damit die Waare nicht dem Verderben ausgesetzt wird. Die noth- allen Dingen werden muß, für aufgelöst und beanspruchte bei der Regulirung bor So ist denn der Quantität nach eine außerordentlich reichhaltige wendige tägliche Arbeit könnte zwar in kürzerer Zeit geleistet werden, mäßig festgesette Gehaltssumme, die er für sich zurückbehielt. die für den Fall der Auflösung vertragsAusstellung zu stande gekommen. Ob aber die Qualität des Ge- wenn der Fabrikant einige Arbeiter mehr einstellen würde, oder Die Angetlagten mußten zugeben, daß der Auflösungsbeschluß botenen vor der ernsthaften Kritik bestehen kann, das ist wenn er einen Kühlraum angelegt hätte, in dem der nicht an dem nicht den Anforderungen des Statuts entsprach, behaupteten aber, daß eine andere Frage. Der auf Veranschaulichung der Trachten felben Tage zur Verarbeitung gelangende Talg vor dem Verderben die Abstimmung sicher eine Dreiviertel- Mehrheit der Anwesenden und Mode- Eigenthümlichkeiten ausgehende Plan ist nämlich geschikt werden könnte. Da aber eine solche Einrichtung nicht für die Auflösung ergeben habe. Sie bestritten auch andere Bor durch Aufstellung Ileiner bekleideter Puppen zur müssen entsetzlich lange Arbeitszeit inneersten Anblick bietet, ist entzückend; man glaubt sich in die Weih- halten. Nur an den Tagen, wo wenig Talg geliefert wird, Gerichtshof den Angeklagten Steinte zu vier Monaten Ge macht wurden. Auf grund der Beweisaufnahme verurtheilte nachtsabtheilung eines riefigen Spielwaarenmagazins verfegt. Auf dürfen die Arbeiter früher Feierabend machen. Es ist nichts seltenes, fängniß und 600 M. Geldstrafe, Hartwich und Bäßelt zu je langen Tischen reiht sich in bunter Aufstellung ein kleines, dummes daß auf einen Arbeiter wöchentlich bis 90 Stunden entfallen, ja es drei Monaten und 400 beziv. 300 M. Geldstrafe. Buppengejicht an das andere, und jedes Figürchen ist in planvoller fommit auch vor, daß einzelne Arbeiter mehr als 100 Stunden in Die erneute Verhandlung gegen Ella Golz, die Geliche Sauberkeit verschieden von seinem Nachbar gekleidet. Der Katalog ber Woche machen. Damit die Arbeitszeit autreffen belehrt uns darüber, daß Eystem in dem Werke steckt und daß Unternehmers gründlich ausgenutzt werde, sind in den Wänden des verstorbenen Oberfaktors Grünenthal, fand gestern vor der ernen von der egyptischen Königstochter aus dem Jahre 1500 v. Chr. Gucklöcher angebracht, durch welche die Arbeiter von AufStraffammer des Landgerichts I statt. Bekanntlich war die Golz bis zur Radlerin des Jahres 1898 n. Chr. fast alle historischen passern unbemerkt beobachtet Epochen vertreten sind. Sobald wir uns hierüber unterrichtet haben, Warum lassen sich die Arbeiter derartiges gefallen? werden. Man wird fragen: wegen versuchten Verbrechens gegen das, teimende Leben zu einer Run, Gefängnißstrafe von drei Monaten verurtheilt worden. Sie beerfahren wir auch, daß in einer fast noch schöneren Gruppirung die es fehlt ihnen leider das nöthige Solidaritätsgefühl. Der ruhigte sich bei dem Erkenntniß und trat die Strafe sofort an. Der Bolts trachten deutscher, holländischer, schwedischer, französischer, Lohn für die Arbeitsstunde beträgt nur 25 Pf., unter diesen Uniständen Bater ließ, indessen durch Rechtsanwalt Dr. Coßmaim für feine spanischer und besonders rumänischer Landbewohner wiedergegeben werden sich die Arbeiter, namentlich die Familienväter, genöthigt minderjährige Tochter Revision einlegen, die insofern von Erfolg 1. Es verſteht fich am Stande, daß die wohl zu tauſenden vorhandenen ſchen, die verlangte Neberarbeit zu leiſtert, da sie ja hierdurch den getrönt war, als das Meichsgeridt bie Söhe bes extamien Straig Puppen und Kostbarkeit der Kleidung unzureichenden Verdienst erhöhen und sich nicht der Gefahr aus maßes bemängelte und Sache zur nochmaligen Verhandlung unerreicht dastehen. So wurde uns berichtet, daß die Anfertigung fezen, bei Verweigerung der Ueberstunden ihre Arbeit ganz zu ver die Vorinstanz zurückwies. iner Gruppe, die ein Gala- Gespann darstellt, nicht weniger als lieren. Die lange Arbeitszeit muß um so nachtheiliger für Be OCO M. gekostet hat. Auch die historische und ethnologische Trene Arbeiter sein, als die Beschäftigung in der Talgschmelzerei nichts Kleidung ist gewiß nicht anzuzweifeln. Aber des figt alles so weniger als angenehm ist. stvoll adrett, das giebt sich in so steifer, gimperlicher Zierlichkeit, sie es eben nur bei ausgestellten Puppen möglich ist. Und wenn man Das mit der liebenswürdigsten Geduld und Hingebung ausgeführte Detail zer Bekleidung bewundert und es zur Illusion gebracht hat, dann zaft einem beim Aufblick die umfangreiche Monotonie der gleich- Der Kampf, den die oberschlesische Gerechtigkeit gegen be- Borsiz des Landgerichts- Direktors Weinmann begann gestern giltigen, pausbädigen Puppengesichter wieder in die Wirklichkeit fannte Anhänger der siegreich vordringenden Sozialdemo- die Verhandlung gegen den Kaufmann Max Schwarz aus zurück. Mit vollem Recht werden uns die Aussteller antworten, ratie führt, hat nachgerade Formen angenommen, die selbst von Bukarest, der beschuldigt ist, seit dem Anfang der achteine unn jebem taxis hazu reichen würde, ar y bebe, fericit sie nicht zu den Bechenbefizern ze gehören, siger Jahre durch eine fortgesette Handling große Kopf das Gepräge fünstlerischer Individualität zu geben für hochbedenklich gehalten werden. Es will schon viel be- Bahl faufmännischen Firmen der Textilbranche um Aber ebenso wenig werden sie bestreiten können, daß der erwähnte deuten, daß in diesen Tagen selbst das Reichsgericht sich ge- bedeutende Sunnnen geschädigt zu haben, indem er durch Mangel nur mit Mühe dem Gedanken Raum läßt, daß man es zwungen geschen hat, für das Ansehen der Justiz dem neuerdings Vorspiegelung falscher Thatsachen einen Irrthum erregte. statt mit einer anmuthigen Spielerei mit einem ernsthaften Wert sehr bekannt gewordenen Landgericht Beuthen gegenüber in Die Sache schwebt seit Anfang 1897. Der Angeklagte ist am zu thun habe. Die Ausstellung wird gewiß jedermann mit Ver- Ausdrücken einzutreten, die, wenn sie von einem oppositionellen 4. März 1897 in Untersuchungshaft genommen worden. Ursprünglich gnügen betrachten; noch weit mehr aber als uns Großen muß fie Blatte gebraucht wären, höchstwahrscheinlich eine erfolgreiche war die Beschuldigung, wonach der Angeklagte in größtem Umfange dem kleinen Volk zur Freude gereichen. 810 Anklage wegen Richterbeleidigung nach sich gezogen hätten. Schiebungen zu ungunsten seiner Gläubiger gemacht haben soll, eine Feuerbericht. Mit Beginn der Weihnachtszeit ist die Saison Parteigenoffe, der Kolporteur Johann Dylong in Königs die Thätigkeit des Angeklagten gebracht sein sollten, schwoll au einer handelt sich unt den monströsen Fall, daß unser ganz ungeheure und die Summen, unt welche deutsche Firmen durch der Schaufensterbrände angebrochen. Deren waren in der Nacht hütte am 23. September d. J. wegen Verbreitung eines Wahl- Riesengröße an. zum Mittwoch nicht weniger als vier zu verzeichnen und zwar Flugblattes zu anderthalb Jahren Gefängniß verurtheilt stellte, als er gegen eine Bürgschaft von 10 000 M. aus der Haft Der Angeklagte bestritt jede betrügerische Absicht und Friedrichstraße 62, Invalidenstraße 14, Eisenbahnstraße 41 und Seydelstraße 32. Nach Schönhauser worden ist. In dieser Erfüllung feiner Agitationspflicht sollte unser entlassen worden war, mit Hilfe der Rechtsanwälte Hugo Sachs Allee 74 erfolgte ein Alarm, weil hier Stroh und Eiertiften in Parteigenosse sich der Verächtlichmachung von Staatseinrichtungen und Dr. Schwindt einen sehr umfangreichen Entlastungsbeweis Brand gerathen waren. Alte Jafobstraße 181 war ein schuldig gemacht haben. Der Jnhalt des in polnischer Sprache ab auf, der nach seiner Behauptung flar erweisen solle, daß er, der Zimmerbrand zu beseitigen, bei dem Kisten, Gardinen und Möbel gefaßten Flugblattes, das im Mai dieses Jahres von Dylong selbst ein Opfer widriger Verhältnisse geworden, als reeller Kaufeingeäschert wurden. Wegen eines Fußbodenbrandes erfolgte ein verbreitet wurde, weicht ant Schärfe durchaus nicht von mann sich mit allen Kräften bemüht habe, seinen Verpflichtungen Ausrüden nach Alte Jakobstraße 78. Reinickendorfer- bielen anderen ab, auch war es garnicht von Dylong ver- gerecht zu werden. Die Verhandlung soll 3 Tage dauern. Das Endstraße 22 hatte Holzwolle Feuer gefangen, das aber noch im Ent- faßt worden. Trotz alledem erkannte das Landgericht von Beuthen ergebniß werden wir unseren Lesern mittheilen. stehen beseitigt werden konnte. In einer Lampenfabrik Dre 3- darin die Zoll- und Steuer- Gesetzgebung, die Gefinde- Ordnung und Maximilian Harden gegen den Redakteur der Preußischen Jahrauf die erwähnte hohe Strafe. Nach Annahme des Landgerichts sind Die Beleidigungsklage, welche der Herausgeber der Zukunft" denerstraße 97 brannten Mittwoch Mittag verschiedene Regale, der Reichstag durch Behauptung unwahrer Thatsachen verächtlich bücher", Prof. Dr. H. Delbrück angestrengt hat, wird am 6. d. M. und Fennstraße 1 ging um dieselbe Zeit ein Bett in der Küche in Flammen auf. gemacht worden. Auf die Revision des Angeklagten hob das Reichsgericht am 28. November das Urtheil auf und verwies die vor dem hiesigen Schöffengericht, Abtheilung 147, zur Verhandlung Sache an das Landgericht zurück. Aus der Begründung dieser Entscheidung ist, wie die Reichsgerichts- Korrespondenz" berichtet, folgendes hervorzuheben: daß Aus den Nachbarorten. Gerichts- Beitung. Die erneute Verhandlung, die unter Ausschluß der Oeffentlichs geklagten zu 3 Monaten Gefängniß, da die Gesichtspunkte, welche felt stattfand, endete wiederum mit der Verurtheilung der Ans den früheren Gerichtshof geleitet hätten, dieselben geblieben seien. Die 3 Monate seien durch die erlittene Untersuchungshaft als ver büßt anzusehen. des Vor der achten Strafkammermann Berichts I unter gelangen. " " " zu verantworten. Sie sollen während des letzten Holzarbeiter- Streits reproae B stand in hentiger Straffammerfisung gegen den Ans Halle a. S. wird uns vom 29. November berichtet: Ein Aus dem Reiche des Herrn v. Oppen. Aehnlich wie gegen den Gastwirth Lindenhahn geht der Amtsvorsteher von Alt- Glienece Das Urtheil enthält soviel unfertigteiten, daß es soll nach der Reichstagswahl im Monat Juli als Redakteur des Reichstags- Abgeordneten Adolf Thiele zur Verhandlung an. Er auch gegen den Saalbefizer Schmauser in Adlershof vor. Dieser Wirth wagt nämlich gleichfalls, seinen Saal auch den Arbeiter- nicht aufrecht erhalten werden konnte. Das Urtheil läßt zunächst Boltsblatts" den Polizeisekretär Gebel in Zeiß durch drei über das bereinen zur Verfügung zu stellen. Als nun der Statklub„ Grand jeden Aufschluß darüber vermissen, ob das Landgericht selbst sich Wesen und Vorgehen der Kriegervereine veröffentlichte Artikel bemit Bieren" am legten Sonntag ein geselliges Beisammensein bei über die Grenze zwischen der Behauptung von That- leidigt haben. Zeuge Gebel, als Vorsitzender des Kriegervereins Herrn Schmauser veranstalten wollte, wurde dem Klubvorsitzenden die Abhaltung des Vergnügens nach bekanntem Schema untersagt; dem meint, jedes einzelne Mitglied habe sich beleidigt gefühlt, aber nur der Kritik resp. dem Ausspruch eines Urtheils er habe Strafantrag gestellt. Der Staatsanwalt beantragte eine sachen und Wirth Schmauser aber wurde die Hergabe seiner Näume bei 50 m. tlar geworden ist. Es sind doch Bedenken möglich, daß Gefängnißstrafe von zwei Monaten; der Gerichtshof erkannte Strafe verboten. unter dem, was die Vorinstanz als Behauptung bon aber auf 240 M. Geldstrafe event. 48 Tage Gefängniß. 48 Der Klub war viel zu sehr an Ordnung gewöhnt, um sich durch Thatsachen auffaßt, nur allgemeine Urtheile zu verstehen Wegen Streifvergehens" hatten sich vor dem Schöffen das erlassene Verbot in der Abhaltung seines privaten Ver- find. Wiel bebentlicher ist die Feststellung des subjektiven gericht& irth 3ivei Arbeiter, die Schreiner Rie der und Dehmel, gnügens stören zu lassen. Hatte der Vorsitzende doch den Saal für den Abend gemiethet, sodaß nicht einmal dem That bestandes. Hier ist nur festgestellt, der Angeklagte Arbeitswillige beleidigt resp. bedroht haben. Gegen Nieder beГобав Wirth geschweige denn dem Amtsvorsteher ein Recht zu hätte wissen müssen, daß die von ihm verbreiteten antragte sogar der Amtsanwalt Freisprechung, gegen Dehmel jedoch stand, sich in das Vergnügen der Privatgesellschaft hinein zu mischen. Thatsachen unwahr seien. Dies schien auch dem von Herrn v. Oppen abgeschidten Gendarm Diese Feststellung schließt den einen Monat Gefängniß, Das Gericht erfamte in beiden Fällen einzuleuchten, der den Saal betrat, trobem er auf der Thür die Verdacht nicht aus, daß das Landgericht eine bloke& ahrringsten Anhaltspunkt für ein Verschulden der Angeklagten ergaben. auf Freisprechung, da die angeführten Beweismittel nicht den ges Aufschrift Geschlossene Gesellschaft" las, und dann zunächst die Wirthin lässigkeit für ausreichend gehalten hat. Bei der Steuergesetzfragte, wo sie den Erlaubnißschein zur Hergabe des Saales habe. Der gebung ist zwar das Wissen des Angeklagten angenommen worden. Slubvorsitzende ersuchte beim Anhören dieser Frage die Wirthin mit Dies kann aber das Urtheil nicht tragen, zumal bei der Entschiedenheit, dem Gendarmen nichts über ihre privaten Beziehungen zu den Anwesenden mitzutheilen, dem Beamten exorbitant hohen Strafe- das Landgericht Bosen hat aber bedeutete er, daß er nichts in dem Saale zu suchen habe. wegen Verbreitung desselben Flugblattes nur auf 100 M. GeldNach einigen Einwendungen schien der Gendarm dies auch ein strafe erkannt noch andere Momente maßgebend ge= zusehen, denn er entfernte sich bald aus dem Raume. Als dies wefen fein müssen. Bedenklich ist die Annahme, daß der fleine Intermezzo beendigt war, nahm das Vergnügen, wie nebenher Reichstag, soweit Geseze als beschließt, mitgetheilt sei, seinen ungetrübten Fortgang. Staats- Ein- Hamburg Da Herr v. Oppen, was wir auch nebenher bemerken, dem richtung angesehen worden ist, während eine folche nur Berlin Gastwirth Schmauser nachträglich eine auf 50 m. lautende Straf in dem Bestehen der gesetzgeberischen Körperschaft gefunden werden München Wiesbaden berfügung ins Haus geschickt hat, so dürfte dem Gastwirth zum tann. Was endlich die Verächtlichmachung von Anordnungen der Wien Ueberfluß binnen furzem die Rechtmäßigkeit seines Vorgehens noch Obrigkeit betrifft, so kann das Gesetz nur dann Anwendung finden, bom Gericht bestätigt werden müssen. Station Groß- Lichterfelde. Am 1. Jamar t. J. wird, wie wenn es sich um wirklich existirende Anordnungen der Winden; nachher Trübung und geringe Niederschläge. die tgl. Eisenbahndirektion Berlin bekannt macht, der Stationsname Obrigkeit handelt. er Witterungsübersicht vom 30. November 1898, morgens 8 1hr. Stationen Barometer fland mm Windrichtung Windstärke Wetter Temp. n. C. 5° 4° R. Swinemde. 754 SSO 2wolkig 755 NNW 2 bedeckt 755 Still Nebel 757 SW 1 bedeckt 4 Schnee 754 SSO 2bedeckt 756 N23 9 76) Stationen stand mm Winds richtung Windnärke 3 Haparanda 756 Still 4 Petersburg 760 SSD 6 Cort 759 WSW 5 Aberdeen 750 S 0 Paris Wetter Temp. n. E. bedeckt.7 49ebel 3 Regen 1 7 2 wolfig 1 759 N 2 Dunst Wetter Prognose für Donnerstag, den 1. Dezember 1898. Etwas fühler, zunächst ziemlich heiter bei schwachen südwestlichen Berliner Wetterbureau. G Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, 1. Dezember. Opernhaus. Hänsel und Gretet Die Puppenfee. Anfang 72 Uhr Schauspielhaus. Auf der Sonnen feite. Anfang 7½ Uhr. Deutsches. Hamlet. Anfang 71/2 Uhr Berliner. Zaza. Anfang 712 Uhr. Lessing. Im weißen Rößt. Anfang 72 11hr. Residenz. Mamselle Tourbillon Borher: Der Küchenjunge. n: fang 7 Uhr. Neues. Hofgunst. Anfang 72 Uhr. Westen. Der Freischüß. Anfang 7 Uhr. 40 Thalin. Der Hypotheken Schuster. Anfang 7 Uhr. Schiller. Das vierte Gebot. Anfang 8 Uhr. Metropol. Die Blumen Mary Hierauf: Die Sünden der Frauen Anfang 72 Uhr. Central. Die Geisha. Anf. 71 Uhr Luisen. Die Regimentstochter. An: fang 8 Uhr. Belle Alliance. Die Stedinger. Anfang 8 Uhr. Oftend. 8 Uhr. Ontel Jonas. Anfang Friedrich Wilhelmstädtisches. Die Geheimnisse von London. Anfang 8 Uhr. Alexanderplat. Auch ein Fall Grünenthal Anfang 8 Uhr. Parodie. Tugend. Anfang 8 Uhr. Urania. Taubenstraße 48-49. Naturkundliche Ausstellung. Täglich geöffnet von 10 Uhr vor mittags ab. Eintritt 50 Pf. Abends 8 Uhr: Abwechselungs weise Die Urzett des Menschen" und Quer durch Desterreich". Juvalidenstraße 57/62. Täglich $ abends von 5-10 Uhr: Stern: warte, Operntelephon. Apollo. Spezialitäten Borstellung. Anfang 7/2 Uhr. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Feen Palaft. Spezialitäten Bor ftellung. Passage Panoptikum. Spezialis $ täten Vorstellung. Schiller Theater ( Wallner Theater). Donnerstag 8 Uhr: Das vierte Gebot. Freitag 8 Uhr: Bartel Turaser. Sonnabend 8 Uhr: Das vierte Gebot. Urania Volks- Theater Freie Volksbühne. Taubenstrasse 48/49. Abwechslungsweise Die Urzeit des Menschen and Quer durch Oesterreich. Im Hörsaal: Experim. u. Projekt.- Vorträge Invalidenstr. 57/62: Tagl. Sternwarte. Passage- Panopticum. Von 6 Uhr ab: Théâtre dra variété. New! Lebend! Keine Illusion! Das FlammenAnd it Weib 22 vom Stamme der Wambutti. Castan's Panopticum. Die SIOUXINDIANER sind da! Olympia- Theater Karlstr.( Circus Renz) Karlstr. Täglich 8 Uhr abends: Mene Tekel Berliner Ausstattungsstück. Morgen: Dieselbe Vorstellung. im Welt- Restaurant Dresdener: Strake 97. Dir.: A Kolig. Art. Leiter: A. Runge Täglich: Gr. Theater: und Spezialitäten. Vorstellung. Neu! Signora Maccaroni Neu! Original- Bosse mit Gesang. Urtomiich! Urfomisch! Urfomisch! enfationell! Majestät kommt! Anf.: Wochent. 8 Uhr, Sonnt 6 Uhr Bons haben Giltigkeit. Mähr's Theater Oranienstr. 24. Täglich Spezialitäten und Theater: Vorstellung. Amor! Burleste mit Gesang und Tanz. Brothers Alexander, Sulba Lucas. Grete Gastani 2c. Anfang an den Wochentagen 8 Uhr Sonntags 6 Uhr. Bons haben Wochentags Giltigkeit: Alcazar Theater Dresdenerstr.52/ 53.City- Passage. Direktion: Richard Winkler. Neu! Neu! Neu! Tante Preziosa. Gr. Posse mit Gesang in 3 Atten bon S. Haber und Wilfen. Musik von N. Bial. In Szene gesetzt von Otto Wendt. Dazu: Auftreten des gesammten neu engagirten Künstler: und Spezialitäten- Personals in ihren Glanznummern. Wochent. 72 Uhr. Anfang: Sonntags 6% Uhr. Wochentags 30 Pf Entree: Sonntags 40 Pf. Vorzugsbillets haben Giltigkeit. W. Noack's Theater Brunnenstr. 16. im Sonntag, den 4. Dezember, nachmittags 23%, Uhr: II. Abtheilung IV. Abtheilung Lessing Theater: Im Friedrich Wilhelmstädt. Theater: Nora. Nächsten III. Abtheilung Nora. Liebelei. Lumpenbagasch. Sonntag: V. Abtheilung Liebelei und Lumpenbagasch. Mitglieder zur VI. Abtheilung können sich in allen Zahlstellen Der Vorstand: G. Winkler. melden. [ 231/5] Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Morgen, Freitag, abends 8%, 1hr, bet Cohn, Beuthstr. 20-21: Sitzung der Ortsverwaltung. Die Beitragfammiler werden ersucht, in dieser Sigung zu er 109/18 Auf verschiedene Anfragen zur Mittheilung, daß die Tischler Wehnert, dem Verbande angehören. icheinen. nicht Charlottenburg. Unsern Genoffen Wilhelm Bredlow und Albert Rave gratuliren wir zum heutigen Tage, wünschen, daß sie lange leben und im Siebenten sich wader quälen, auch heute viel zum besten geben.[ 24986 Die Genossen aus dem Siebenten. Nachruf! Am 21 November verstarb nach langen Leiden unser lieber Kollege, der Gürtler Clemens Jaeck an der Proletarier- Krankheit im Alter von 23 Jahren in seiner Heimath Birkholz bei Friedeberg. 24956 Ehre seinem Andenken! Die Bolirer von Spinn u. Sohn. Wir empfehlen unseren Lefern die Wochenschrift Räthel, Bauer und Hilger, welche bei Fort u. Kretschmar arbeiten, In Freien Stunden. Achtung! Achtung! Steinarbeiter! Am Sonntag, den 4. Dezember, mittags 122 Uhr, im Lokal Englischer Garten, Aleganderstraße 27c: Romane u Erzählungen für das arbeitende Volk. Preis pro Heft nur 10 Bfg. Mit dem 27. Seft begann der überaus spannende Roman: Die Armen und Elenden. Bon Victor Hugo. Jalustrirt von J. Damberger. Heft 48 wird für nächsten Oeffentl. Dersammlung. Jahrgang ber spannende oman Tages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Fritz Zubeil über:„ Unsere Bewegung einst und jetzt" 2. Distusfion. 3. Gewerkschaftliches. Zahlreichen Besuch erwartet 172/18 Der Vertrauensmann. Achtung, Bauarbeiter! Wir machen nochmals darauf aufmerksam, daß das Bureau nicht mehr Neue Friedrichstraße 20, sondern Neue Jakobstraße und Inselstraßen: angekündigt: Die Töchter des Südens. Man abonnirt bei der Expedition dieses Blattes oder bei der Poft( Postzeitungsfatalog für 1898 Nr. 3612.) Wer will Ede bei Rothenburg, Juhaber Ratke, Amt VII 9 2728 fich billige Weihnachts- Geschenke befindet. Wir ersuchen die Kollegen, felbiges zu beachten. Achtung! Nr Die Lohnkommission. 40/12 Orts- Krankenkasse Achtung! der Maschinenbau- Arbeiter und verwandten Gewerbe zu Berlin. Sonntag, den 4. Dezember, vormittags 10 Uhr, im Feen- Palast, Burg und Wolfgangstraßen: Ecke: taufen? Durch Einkauf von großen Posten a. Auktionen u. v. Konkurs: massen verkaufe ich von heute ab: Bochelegante Winter Baletots Sohenzollern und von 9 M. 50 Pf. an. Pelerinen Mäntel von 5 M. 25 Pf. aut. Kaiser Mäntel und Joppen zu Circus Renz- Riesen- Tunnel. Seute Donnerstag, den 1 Dezember: Heute Donnerstag, den 1 Dezember: Große allgemeine Mitglieder- Versammlung. Leder Arbeitshofen 311 2,35 97. In Saus und Braus. Direktion: J. M. Hütt. Täglich: Grosses Konzert der Hauskapelle unter Leitung des Musikdirektors Herrn Otto Görner und Extra Spezialitäten- Vorstellung unter Regie des beliebten Humoristen Gustav Kluck. Das neue großartige November: Programm. Anf. Wochent. 61/2 Uhr, Sonnt. 5 Uhr. Entree Wochent. 10 Pf., Sonnt. 30 f. Luifen- Theater Reichshallen. 34. Reichenbergerstraße 34. Abends 8 Uhr: Die Regimentstochter. Stettiner Sänger Baudeville in 4 Aften von F. Blum Marie: Anna Müller. Freitag: Berliner Raketen. Schwant in 3 Atten von B. Jacobson. Sonnabend, ben 3. Dezember, nachmittags 3 Uhr: Schüler- Vorstellung zu besonders ermäßigten Preisen: Die Räuber. Ostend Carl Weiß- Theater. D Gr. Frankfurterstr. 132. Abends 8 Uhr: 8um 17. Male: Onkel Jonas. Boltsstück mit Gefang in 5 Aften von Ostar Klein. Musik von Alb. Wiecher. Jm Tunnel von 7 Uhr an Frei Konzert. Vorzugs: Billets haben Giltigkeit. Morgen: Dieselbe Bor: ftellung. Sonnabend, nachm. 3 Uhr: Erste Kinder- Weihnachts Vorstellung: Bibi, der Gänsekönig. Sonn tag Nachmittag: Die Grille. A Central Theater Direktion: José Ferenczy. Die Geisha oder: Eine japanische Theehaus: Geschichte. Operette in 3 Atten v. Sidney Jones. Morgen und die folgenden Tage: Die Geisha. Sonntag, 4. 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Dezbr.: Drittes grosses Promenaden- Konzert, ausgeführt von der Kapelle des Kaiser Franz Garde Grenadier Regiments unter Leitung des Musildir. John. 14 Debuts: 14 Debuts Anfang 7% Dhr. Original: Bosse mit Gesang und Tanz in 3 Aften von Jacobsohn u. Hahn. Mufit von Michaelis. Nach der Lanzkränzchent. Vorstellung: Feen- PalastTheater Burgstr. 22. Burgstr. 22. Neues Dezember- Programm. Ueberlé, Afrobatentruppe. Hugo Schulz, Romifer. Wienecke, Zwerg- Theater. Gebrüder Teylors, Excentrics. Der erfolgreiche Mimifer Carl Jörgensen. Sensationell! Fürst Bismarck vom Jüngling bis zum Alten in Friedrichsruh. Neu! Das Neu! Blumenmädchen vom Hacke'schen Markt Vollstück m. Gesang v. Eißner. Clodewig Nelke: Wilh. Fröbel. Carl Werner: Rich. Winkler.. Anfang 7/2, Sonntags 6 Uhr. Vorverkauf Vorm. v. 11-1 Uhr. CIRCUS BUSCH Donnerstag, den 1. Dezember: abends 71/2 Uhr: F Sport- Abend. E PERSIEN. fcheinen. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. med. Friedeberg. 2. Aufstellung der Ver: treter für 1899. 3. Bericht der Elfer Kommission und Ergänzungswahl der selben. 4. Verschiedenes 2497b Pflicht eines jeden Mitgliedes ist es, in dieser Versammlung zu er: Die Elfer- Kommission. J. A.: Paul Bauer. 2520* Wichtig für jede Hausfrau! Eine praktische u. nützliche Haushaltungsmaschine ist eine Prima mit Wringmaschine besten Weichgummiwalzen und stellbaren Druckfedern Dieselben liefert auch auf Theilzahlung E. Krieg, SO., Staligerstraße 136. SO., Wrangelstraße 118. W., Leipzigerstraße 112. Unsinn ist viel Geld für Garderobe auszugeben, man erhält auch zu billigen Preisen gute und elegante Sachen, wenn man nur die richtige Quelle fennt. Wir empfehlen: Herbst- und Winter- Paletots ist 8, 10, 12, 15, 18, 20 bis 24, die feinsten auch mit Seidenfutter 25, 27, 30 Mt. Jaquet- und Rock- Anzüge jent nur 10, 12, 15, 18, 20, 24 bis 27, Prachtexemplare 30, 33, 35 Mt. Stoffhosen von 3, 4, 5, 6, 8, 10, 12 Mt. prima. Japuets, Haus- und Jagd- Joppen mit warmem Futter von 4.50 wt. an. 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In seinen Ausführungen der bisherige Bevollmächtigte itfin in längerer Darstellung bes behandelte der Redner in eingehender Weise die Schäden des Mili- kannt, daß einige Vorkommnisse in den letzten Wochen, für welche er tarismus, wobei er darauf hinwies, daß die fortgesezten Rüstungen verantwortlich gemacht werde, sein ferneres Verbleiben als Beamter und die beständige Verstärkung der Armee und die dadurch bedingte des Verbandes unmöglich machen und er deswegen seinen Posten Ueber die weiteren Gerichtsverhandlungen, deren Abschluß wir nngeheure finanzielle Belastung des Volkes zur unbedingten Er- niederlege. Hieran schloß sich eine kurze Debatte. Per Akklamation bereits gestern gemeldet haben, geht uns aus Erfurt noch folgender schöpfung der wirthschaftlichen Kräfte der Nation führen muß. Er wurde sodann Nät her als erster Bevollmächtigter gewählt. Durch Bericht zu: erinnerte daran, daß das jährliche Heeresbudget auf ca. 700 Millionen die Wahl Näther's mußte die Wahl eines zweiten Bevollmächtigten Es sind 49 Zeugen geladen, die zum theil schon in der Mark angewachsen ist und daß seit dem Jahre 1872 über 16 Milliarden vorgenommen werden, da dieser bisher den Posten bekleidet hatte. Schwurgerichts- Verhandlung ausgesagt haben, so der Oberbürger- Mark dem Militarismus geopfert werden mußten. Hinzu kommt noch Diesen Bosten anzunehmen erklärten sich die Mitglieder Schlegel meister Dr. Schmidt, Generalmajor v. Kröcher, Pastor der außerordentlich wirthschaftliche Nachtheil, daß durch den und Mohricke bereit. Bei der Wahl wurden 1083 Stimmzettel Köhler und eine große Anzahl von Polizeibeamten. Militarismus mehrere Hunderttausend Männer, und zwar die ge- abgegeben, hiervon entfielen auf Schlegel 562, auf Mohricke 410. Die Angeklagten bestreiten sämmtlich ihre Schuld, des Aufruhrs fündesten Elemente der Nation, der nothwendigen Gütererzeugung zersplittert und unbeschrieben 111 Stimmen; demnach ist Schlegel will sich besonders niemand schuldig gemacht haben. Der Ober- entzogen und ihrem Beruf entfremdet werden. Obwohl man am als zweiter Bevollmächtigter gewählt. Alsdann hielt Nät her das bürgermeister Dr. Schmidt präzisirt die Aufgabe der Polizei an Ende der Leistungsfähigkeit angelangt sei, werden immer noch Referat über die Einführung der Arbeitslofemunterstützung", welches den Aufruhrtagen dahin, daß sie das„ im höchsten Grade renitente weitere Pläne zur Vermehrung des stehenden Heeres entwickelt und indeß der großen Unruhe wegen zum theil unverständlich blieb. Es Publikum" auf dem Friedrichs- Wilhelmsplay gemäß ihrer eine Erhöhung der Friedenspräsenz gefordert, durch welche die wurde beschlossen, später eine Mitgliederversammlung mit demselben Instruktion, also den Umständen entsprechend auch durch Gebrauch Lasten der steuerzahlenden Bevölkerung noch erheblich vergrößert Thema einzuberufen und in dieser die Diskussion zu eröffnen; desder blanken Waffe, niedergehalten hatte. Am ersten Abend seien nur werden. Der Referent, der sodann das Friedensmanifest des Baren, gleichen in sämmtlichen noch stattfindenden Bezirksversammlungen die verfügbaren Polizeibeamten hierzu beordert gewesen, an zweiten in dem alles zugegeben wird, was die Sozialdemokratie von jeher diese Angelegenheit auf die Tagesordnung zu setzen. Abend kamen noch die vom Regierungspräsidenten befohlenen Gen- behauptet hat, auf seine Ursachen und Wirkungen erörtert, darmen hinzu. beleuchtete im weite Die Gefahr, die durch die in Der Verband der in Holzbearbeitungsfabriken und auf Auf die Ladung des Zirkusdirektors Deite wird verzichtet. Waffen starrenden Völker geschaffen ist und die nichts Holzplätzen beschäftigten Arbeiter( Filiale I und II) hielt am Polizei- Inspektor Meler weist dem Zirkusbefizer viel Schuld weniger als eine Gewähr für den Frieden bietet. Er 28. November eine Mitgliederversammlung ab, in der ein Reglement zu, der durch seine Reden gegen die Polizei das Publikum erst verwies hierauf auf die Machtverhältnisse und politische Stellung zur Debatte stand, nach welchem bei einem wöchentlichen Extrarecht auffässig gemacht habe. Was in den aufreizenden der verschiedenen Staaten, auf deren industrielle Entwicklung und beitrag und einem einmaligen Beitrag von 50 Pf. den Mitgliedern Reden der Stadtverordneten und in der Presse über deren Bestreben, an der Auftheilung der Erde theilzunehmen, in sich eine Strankenunterstützung gewährt werden solle. Jedes Mitglied die Schuld der Polizei gesagt sei, treffe nicht zu. neue Absatzgebiete zu schaffen. Nachdem der Redner sich noch über sollte nach der Vorlage verpflichtet werden, die erforderlichen BeiRechtsanwalt Scheich el fragt den Zeugen, ob man in den die unfruchtbare Kolonialpolitik Deutschlands geäußert hatte, die dem träge zu zahlen bei Verlust der Mitgliedschaft. Nach längerer Dismaßgebenden Kreiſen Erwägungen darüber angestellt habe, den deutschen Volke ungeheure Kosten verursacht und deren eventuelle fussion wurde die obligatorische Einführung der Krantenunterstützung Zirfus eventuell am Abend des zweiten Krawalltages zu schließen. späteren Vortheile nur einige Kapitalisten genießen werden, unterzog abgelehnt. Der Vorstand erklärte, daß eine solche Kasse ohne Wenn man die Nothwendigkeit davon nicht eingesehen habe, sei das er das System des stehenden Heeres in allgemeinen einer sehr Obligatorium nicht bestehen könne und zog demgemäß das ganze ein Beweis, daß die Polizei selbst der Meinung war, am 26. Mai treffenden Kritik. Der Redner kommt zu den Schluß, daß die Justi- Reglement zurück. Unter Gewerkschaftlichem wurde besonders auf würden sich die Krawalle nicht wiederholen. Ferner wäre dann auch tution des stehenden Herres bald sein Ende erreicht hat und der Militaris- die Wichtigkeit der Organisation hingewiesen, und die Nothwendigein stärkeres Polizei- Aufgebot umöthig gewesen. Der Zeuge Megler und Oberbürgermeister Schmidt be- mus an seinem eigenen Systemt zu grunde gehen wird, und das desto feit der Agitation nach dieser Nichtung hervorgehoben. früher, je mehr die Sozialdialdemokratie an Ausbreitung zunimmt. stätigen, daß Erwägungen stattgefunden. Mit dem Hinweis auf die Nothwendigkeit der Beseitigung des Rechtsanwalt Heine fragt, warum der Zirkusdirektor auf stehenden Heeres, an deffen Stelle die Volkswehr zu schaffen ist und geregt über die Polizei fein konnte, da sie doch gerade nach mit dem Hinweis, daß es keine bessere Bürgschaft s..r den dauernden Ben Aussagen des Polizei- Inspektors den Zugang zum Zirkus Frieden giebt, als die Demokratisirung der Gesellschaft und der freigehalten habe, Deike also eher der Polizei hätte dankbar sein Staatseinrichtungen, schließt der Redner seine mit stürmischem Beifall aufgenommenen Ausführungen. Eine Diskussion über den Vortrag Darüber vermag der Zeuge keine Auskunft zu geben. Die wurde nicht beliebt. Nachdem der Vorsitzende noch zum Anschluß Gemeindevertreter dafür erklärt. Die städtische Verfassung werde Zeugen Polizeikommissare Hay und Brehme bestätigen im allan den Wahlverein und zum Abonnement des Vorwärts" aufgemeinen die Aussagen des Polizei- Inspektors Megler; Schneider- gefordert hatte, erfolgte der Schluß der gut besuchten Versammlung meister König weiß nichts Erhebliches auszusagen; auf die übrigen mit einem begeisternden Hoch auf die Sozialdemokratie. Zeugen wird verzichtet. Es folgen dann die Einzelvernehmungen, die sehr lange dauern, aber nur wenig wichtigere Einzelheiten zu tage fördern. So waren zwei der Angeklagten durch Schüsse in den Oberschenkel verwundet worden, zwei andere waren durch Säbelhiebe zusammengehauen worden. können. deren In Rigdorf tagte am Dienstag eine gut besuchte Volfsversamm lung. Zunächst sprach Thomas über die bevorstehende Einführung der städtischen Verfassung für Rigdorf. Da dieselbe, ebenso wie die damit verbundene Ausscheidung aus dem Kreisverband Bedingungen Redner eingehend erörterte für die Gemeinde Rigdorf von Vortheil sei, so hätten sich auch die sozialdemokratischen voraussichtlich am 1. April nächsten Jahres in fraft treten, und für diesen Fall hätten spätestens im Februar die Stadtverordnetenwahlen stattzufinden. Pflicht unserer Parteigenossen sei es, schon jetzt die Vorbereitungen zur Wahl zu treffen Die Fleischthenerung behandelte Dienstag Abend der Reichs- und dahin zu wirken, daß die Vertreter der dritten Wählerklasse aus tags- Abgeordnete Dr. Miller Sagan in einer Versammlung des unseren Reihen hervorgehen. Die Versammlung setzte ein WahlWaldeck- Vereins im Neuen Klubhause, Kommandantenstraße. Er fomitee ein, bestehend aus folgenden Genossen: Regerau, stützte seine Ausführungen auf die neueste antliche Statistit, der Ostermann, Hoppe, Slein, Nitschke, Hupfer, zufolge seit Einführung der Grenzsperren die Schweine- Einfuhr von Münzer. Hierauf erstatteten die gegenwärtigen Gemeindevertreter 860 000 Stück im Jahre 1892 auf 89 000 Stück im Jahre 1897 Bericht über ihre Thätigkeit. Reseran ließ alle wichtigen zurückgegangen sei. Dementsprechend habe, namentlich im letzten Anträge, die während des letzten Jahres die Gemeindevertretung Jahre, eine ungesunde Preissteigerung des Fleisches Platz gegriffen und beschäftigten, Revue paffiren und erörterte die Stellung unserer und sei der Doppelzentner Schweinefleisch seit 1896 von 75,50 M. auf der gegnerischen Vertreter zu denselben. Ostermann besprach 114 M. gestiegen. Unter solchen Verhältnissen werde es dem Ar- das Schicksal, welches der von unserer Seite gestellte Antrag auf beiter unmöglich gemacht, sich die erforderliche Fleischnahrung zu be- Einführung von Schulbrausebädern gehabt hat. Derselbe ist bereits schaffen. Zurückzuführen sei die Fleischtheuerung unter allen Um im Jahre 1896 von unseren Vertretern gestellt, später in der Geständen auf die Grenzsperre. Für diese liege aber meistens umso meindevertretung angenommen, aber infolge des Widerstandes des weniger ein Anlaß vor, als die gesperrten Grenzen in Wirklichkeit Schulvorstandes nicht durchgeführt worden. Weiter begründete der gar keiner Seuchengefahr ausgesezt seien. Auch im Innern des Redner die Nothwendigkeit der Einsetzung von Schulärzten. In der DisLandes werde man das Auftreten gewisser Seuchen nie ganz fussion wurde besonders die Erwerbsthätigkeit der Schulkinder besprochen, verhindern können. Da jedoch gegen epidemische Viehkrankheiten und den Gemeindevertretern empfohlen, auch auf Beseitigung dieses mancherlei Heilmittel Jimpfung u. dgl. vorhanden seien, be- Mißstandes nach Möglichkeit hinzuwirken. Thomas besprach einige stehe kein hinreichender Grund für eine so strenge Absperrung unserer Gemeinde- Angelegenheiten. Er führte unter anderm aus, die ErGrenzen gegen das Ausland. Eine solche sei mir dort zu recht richtung von Bedürfnißanstalten, die für Nixdorf eine NothwendigDer Gerichtshof zieht sich gegen 8, Uhr abends zur Berathung fertigen, wo wirklich Ansteckungsgefahr vorliege. An der Debatte feit sei, werde mit der Begründung abgelehnt, es sei dafür kein zurüd. Um 94 Uhr verkündet der Vorsitzende, Landgerichts- Direktor betheiligte sich außer dem Reichstags- Abgeordneten se opsch und Raum vorhanden. Wenn es sich aber um Errichtung eines Dents Rieß, folgendes Urtheil: Die Angeklagten Wizmann, Dr. Wiemer auch ein Fleischermeister aus der Kommandanten- mals handele, dann scheue man sich nicht, ein Schulgebände abzureißen, Drehmann, Trenkel, Ludwig, Gorsboth, Kominski straße, der- nach seinen Ausführungen nach 25jähriger Selbständig um Platz zu schaffen. Zu nothwendigen Einrichtungen, von welcher ( vertheidigt von Heine), Großhain, Dörle und Kruppe teit ein Opfer der hohen Fleischpreise geworden ist, da er bei einem Seite sie auch beantragt werden mögen, hätten unsere Genossen sind freigesprochen; der 16jährige Meister ist zu 1 Jahr, Umsaße von 70 000 m. noch mit Verlust arbeiten mußte und deshalb stets ihre Zustimmung gegeben. Wenn aber von unserer Seite AnStollberg zu 9, Gaßmann, Alburg, Carius und fein Geschäft aufgab. träge gestellt werden, die durchaus begründet und berechtigt sind, 3abel zu je 8 Monaten verurtheilt wegen Aufruhrs; In einem Beschlußantrage, der dem Reichstage übermittelt werden dann würden sie von den bürgerlichen Vertretern niedergestimmt. Mathäsius erhält wegen Beleidigung eines Polizeifergeanten soll, protestirte die Versammlung gegen jede künstliche Fleisch- Nach Schluß der Diskussion wurde folgende Resolution angenommen: 4 Monate Gefängniß. Die Versammlung erklärt sich mit dem Bericht der sozialdemo fratischen Gemeindevertreter einverstanden und fordert dieselben auf, unentwegt zum Wohle der Einwohner Rigdorfs weiter zu In seinem Plaidoyer rechtfertigt der Staatsanwalt die Energie und das scharfe Vorgehen der Beamten; betreffs der einzelnen Angetlagten beantragt er bei zwölf derselben auf Schuldig, bei vieren auf Freisprechung zu erkennen. Für den jugendlichen sechzehn jährigen!) Angeklagten Meister beantragt er ein Jahr Gefängniß, bei den anderen überläßt er dem Gerichtshof die Höhe des Strafmaßes. Rechtsanwalt Schneichel weist die Harmlosigkeit feines Klienten nach, von aufrührerischer Gesinnung oder gar Bethätigung sei nirgends eine Spur gewesen. Es seien wohl radaulustige Trupps vorhanden gewesen, aber der vom Gesetz verlangte wille zum Widerstand war nicht vorhanden. Rechtsanwalt Heine unterstützt diese Ausführungen. Bei feinem Klienten treffe keines der Merkmale des Aufruhrs zu. Wenn verurtheilt werde, so bitte er im Gegensatz zum Staatsanwalt um recht milde Strafen. Soziale Rechtspflege. Gegen die Entschädigungsklage des Tapezirers Sch. wandte der Malermeister Knof vor dem Gewerbegericht ein, er habe mit Recht den Kläger ohne vorherige Kündigung entlassen. Sch. habe bei einer Arbeit, die er privatim ausführte, seinen, des Beflagten, Kleister verwendet. Die Kammer III nahm dies als erwiesen an und wies die Klage mit der Begründung zurück, daß sich Sch. einer Entwendung schuldig gemacht und damit nach§ 123 der Gewerbe- Ordnung einen Grund zur sofortigen Entlassung gegeben habe. Auf die Menge des verbrauchten Kleisters tomme es nicht an. Der Beklagte hatte den Werth des entwendeten" Klebestoffes auf 10 Pf. geschätzt. vertheuerung, die den größten Theil der Bevölkerung schwer schädige zu gunsten der Agrarier. wirken. Arbeiter Bildungsschule. Luisenhof, Buckowerstr. 9, II. Donnerstag: Eine Mitglieder- Versammlung des Verbandes der in der Kürschnerbranche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen, die am 21. November tagte, hörte einen Vortrag des Genossen agner über„ Volksbildung und Klassenbewußtsein." Der Referent Gesegestunde. Zivilprozeß, Handelsrecht, insbesondere das neue Recht unterwarf die Uebelſtände, die mannigfach in deutschen Volksschulen der Handlungsgehilfen, Strafrecht, Strafprozesse, ev. Gewerberecht. Vorvorherrschend sind, einer treffenden Kritik und zeigte an einigen Bei- tragender: Rechtsanwalt Roth. Beginn der Vorlesungen pünktlich um spielen, welch' geringe Mittel für Kultur und Bildung gegenüber den 9 Uhr abends bis 10 Uhr. Die reichhaltige Bibliothek ist an den Untersehr hohen Ausgaben für Militarismus verwendet werden. Den richtsabenden von 8 bis 9 Uhr geöffnet. Mitgliedsbeitrag monatlich 25 Pf., trefflichen Ausführungen des Referenten schloß sich Peters in der Unterrichtsgeld per Fach und Kursus( zehn Abende) 1 M. Alle Zuschriften sind an den Vorsitzenden Hermann Lammé, Tempelhof- Berlin, BerlinerDiskussion an. 4. Dezember, eine öffentliche Bersammlung im Englischen Garten Dieffenbachstr. 30, zu senden. Bekanntgegeben wurde, daß am Sonntag, den straße 36, Geldsendungen an den Kassirer H. Königs, Berlin S. 59, Der Vorstand. stattfindet, der ein geselliges Beisammensein folgen wird. ( Fortsetzung.) Eingelaufene Druckschriften. Einige Worte über Vegetaris= Notizen: Verminderung der Zugkraft durch Freitags abends von 72 bis 8½ 1hr abgehalten. Die juristische Sprechstunde wird Dienstags, Donnerstags und Schlauberg.„ Mich"! Eine stark besuchte Versammlung der Droschkenkutscher, Wegen angeblichen Kontraktbruches verweigerte der Unter- Bericht über die Lohnbewegung entgegen. Nach den Ausführungen die am Dienstag in der Norddeutschen Brauerei tagte, nahm den nehmer Mohr dem Arbeiter St. den rückständigen Lohn in Höhe von der Referenten nütter und Schulz ist die Bewegung wie des 17. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt desselben heben wir hervor: Bon der„ Neuen Zeit"( Stuttgart, Diet' Verlag) ist soeben das 10. Seft 17,55 M. St. flagte darauf beim Gewerbegericht und bisher im Fortschreiten. Die Firma Ehlert und mehrere kleine Ausweisungen. Das böhmische Staatsrecht und die Sozialdemokratie. machte geltend, er habe die Stellung bei Mohr nur aufgegeben, Fuhrherren haben bewilligt, so daß wieder 110 Kutscher nach den auf- Bon K. Kautsty. Das schweizerische Fabrifgesetz nach zwanzigjährigem weil ihm dieser statt 18 Mark nur 8 Mark Habe zahlen wollen. Er habe geglaubt, Beklagter wolle ihm die 10 Mark gestellten Forderungen fahren. Schulz führt ferner noch an, daß auf die Bestande. Von Otto Lang.( Schluß.) abziehen. Herr Mohr betonte demgegenüber, er habe thatsächlich lagen der Unternehmer, fie müßten bei dem neuen Tarif den Betrieb mus. Von Hans Kurt. 18 Mark auf den Tisch gelegt, worauf der Kläger sofort erklärt einstellen, nicht viel zu geben sei, da viele Fuhrherren, die mit vier Pneumatifräder.- Seuilleton: Aeſthetische Streifzüge. Von Franz Mehring. habe, das Geld nehme er nicht, Beklagter solle ihm seine Papiere Wagen angefangen hätten, sich im Laufe der Jahre bis zu zwanzig und fünfunddreißig Wagen erworben hätten. Gerade diese großen geben. Vielleicht habe der Kläger das Zehnmarkstück nicht gesehen. Das Gericht verurtheilte den Unternehmer, die 17,55 Mark an St. Fuhrherren seien die hartnäckigsten; die kleinen sähen es eher ein, daß die Kutscher bei dem jezigen Verdienst keine Familie ernähren Briefkasten der Redaktion. zu zahlen. Zur Begründung wurde ausgeführt: Ein Kontraktbruch könnten. Viele Fuhrherren behaupten, wegen der schlechten Kutscher Wir bitten, bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchstaben oder eine Zahl lei nicht anzunehmen. Es komme hier die Bestimmung des§ 124 der Gewerbe- Ordnung in betracht, wonach ohne vorherige Kündigung nicht bewilligen zu können. Es sei ihnen zu erwidern, daß sie anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll und die letzte beim letzten Streit diese großgezogen hätten, also mit Abonnementsquittung beizulegen. Fragen ohne solche werden nicht beantund vor Ablauf der vertragsmäßigen Zeit die Arbeit niederlegen ihren Lieblingen auch zufrieden fein müßten. Wenn wortet und schriftliche Antwort wird nicht ertheilt. tönne, wer seinen Lohn nicht in der ausbedungenen Weise erhalte. Die jetzige Lohnbewegung auch für die Kutscher glücklich verlaufe, so Wenn es richtig wäre, daß Herr Mohr dem Kläger 18 27art an- sei es doch wahrscheinlich, daß sie im Frühjahr zu einem Generalgeboten habe, dann wäre es unerfindlich, weshalb der Kläger das streit gezwungen würden, da die Fuhrherren die Absicht haben sollen, Geld zurückgewiesen habe. Es bliebe nur die Annahme übrig, daß bann nichts weiter als 40 pct. zu zahlen; aus diesem Grunde hätten St. die 10 Mart übersehen habe. In einem solchen Falle wäre es die Kutscher allen Grund, die Kräfte zu sammeln und sich zu sellschaft. Adresse erfahren Sie durch jeden Schaffner. B. 119. Wenden Sie sich direkt an das Bureau der betreffenden Ges jedoch Pflicht des Beklagten gewesen, die Sache durch Fragen organisiren. Nach einer lebhaften Diskussion, ob an der Forderung, P. J. Biethen ist zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurtheilt aufzuklären. 30 pCt. bei einer Einnahme über 10 M., ftrifte festgehalten werden solle oder nicht, wurde die schon in den früheren Versammlungen Wetzel 12. Jst uns leider nicht bekannt. M. M. 7720. In 15 Jahren, sofern feine Unterbrechung der Ver angenommene Resolution einstimmig angenommen, die bejagt, J. K. 100. Jedenfalls versuchen Sie es mit daß 1,50 M. Lohn, 25 pCt. von der Einnahme und 30 pt. bei jährung stattgefunden hat. einem Antrag. Marie. Ein Strafantrag fann hierfür nicht gestellt Die Parteigenoffen des ersten Berliner Reichstags: über 10 M. Einnahme gefordert werden sollen. Die Kutscher von werden. Wolff. Legen Sie Berufung an das Schiedsgericht gegen den Wahlkreises hatten sich am Dienstag Abend in Cohn's Lokal, Schielte wollen zunächst die Forderung stellen. Sen ütter giebtnoch abweisenden Bescheid ein.. M. 42. 1. Aus welchem Grunde ver Beuthstraße, verhältnismäßig zahlreich versammelt. Auf der Tages- bekannt, daß manche Kutscher kontraktlich verpflichtet wären, noch zu weigern die Eltern die Einwilligung? 2. Sie meinen vermuthlich Wanderordnung stand ein Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Dr. Herz- fahren, da ihnen die Livree geliefert worden sei. Das zeige den Gewerbeschein. Vom 21. Jahre ab. 3. Nein. 4. Polizeipräsidium. 9. Ja. feld über„ Die Weltlage". Die Versammlung mußte, da der Re- niedrigen Stand des Droschkentutscher- Gewerbes. Ferner wurde ge- C. K., Linienftr. Nach Aussage des Betreffenden ja. Ob aber in ferent nicht erschienen, vertagt werden. Nach der Wiedereröffnung warnt, vor, der gesetzlichen Kündigungsfrist die Arbeit niederzulegen, Wahrheit, ist damit noch nicht feſtgeſtellt. 2. Es ist der Klageweg zu be= durch den Vorsitzenden Mörschel wurde ein vom Genossen da die Kutscher sonst vor dem Gewerbegericht zur Verantwortung schreiten. Halensee. 1. Nein. 2. Nein. 3. Ja. 5. 4 Jahre.- G.. 104. Während des ganzen Tages haben Sie dazu das Recht. I 37. Jeder Herzfeld eingelaufenes Schreiben verlesen, in welchem er ent- gezogen werden könnten. Mit einem Hoch auf die Arbeiterbewegung der 3 Personen erbt ein Drittel. Modenwelt. Da Sie Ihre Einwilligung schuldigend mittheilt, daß er verhindert sei, das Referat zu halten. Schloß die stattliche Versammlung. nicht ertheilt haben, haften E. K. Ja. en Sie nicht.- P. 16. Da ein anderer Referent nicht zur Stelle war, mußte die Versammlung Der Metallarbeiter Verband hielt am 27. November im. M. 2. 999. Es kann die Scheidungsklage eingereicht werden. geschlossen werden. " Feenpalast" eine außerordentliche Generalversammlung ab. Auf der.. Sobald der Unfall angemeldet ist und die betreffenden Erhebungen beendet sind. P. 3. Unt was für eine Unterstüßung handelt es sich? Eine Volksversammlung für den sechsten Wahlkreis tagte Tagesordnung stand: 1. Neuwahl des ersten Bevollmächtigten. Wiederholen Sie aber Ihre Anfrage sodann noch einmal. 8. 10. Ja. am Dienstag im Swinemünder Gesellschaftshaus. Kriegsgefahr 2. Die Einführung der Arbeitslosen Unterstüßung im Deutschen Kuhmagd. Die Angelegenheit ist schon in Nr. 273 von uns behandelt Friedensbürgschaft lautete das Thema, über das der Reichstags- Metallarbeiter Verband. Zum ersten Punkt der Tagesordnung gab worden. Versammlungen. 0 worden. Hamburger Engros- Lager A Jandorf& Co. C. Spittelmarkt 16-17. SW.Belle- Alliancestr 1-2. రా Den geehrten Inhabern unserer Rabatt- Sparbücher zeigen wir hierdurch ergebenst an, dass die Auszahlung des Rabatts am Donnerstag, den 1. December, Freitag, den 2. December, Sonnabend, den 3. December, Sonntag, den 4. December stattfindet, und bitten wir, die Beträge geft. in Empfang nehmen zu wollen. Beim Monatswechsel empfehlen sich folgende Partei- Speditionen: = Berlin vierter Wahlkreis 0.: Robert Wengels, Fruchttraße 30, Hof II.- SO.: Friz Thiel, Staligerstr. 35 v. part. Sechster Wahlkreis( Moabit): Karl Anders, Salzivedeler: Straße 8, part. im Laden.- Wedding und Oranienburger Vorstadt: Emil Stolzenburg, Wiesenstraße 14. Gesundbrunnen: Wilhelm Gaßmann, Grünthalerstr. 64/ 65.- Rosenthaler Vorstadt und Schönhauser Vorstadt: Starl Mars, Kastanien Allee 95/96. Charlottenburg: Gustav Scharnberg, Schillerstr. 94, v. 1 Treppe. Deutsch- Wilmersdorf: Frau Kübler, Sigmaringenstr. 34, mud Frau Heinemann, Sigmaringenstr. 35.( Hier ist auch die„ Brandenburgische Bolls- Zeitung" zu erhalten.) Rixdorf: Ostermann, Ertstraße 6. Schöneberg: Wilhelm Bäumler, Belzigerstr. 59, Seitenflügel part. Johannisthal- Nieder- und Ober- Schöneweide: Otto John, Ober- Schöneweide, Siemensstraße 7, Zigarrengeschäft. Annahmestellen: Nieder- Schöneweide: Karl Weber, Zigarrengeschäft. Johannis: Friedenau- Steglitz:. thal: Senftleben, Restaurateur. Berusee, Kirchstraße 15 in Friedenau. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz: S. Mohr, Düppelstraße S, und Fr. Scheithase, AhornStraße 15a. Baumschulenweg: Godel, Baumschulstr. 32 v. III. Außerdem ist fämmtliche Parteiltteratur, sowie alle wissenschaftlichen Werte dort zu haben. Auch werden Inserate für den Vorwärts" entgegen genommen. Um genaue Angabe der Adresse wird dringend gebeten. Bitte ausschneiden! Kinderwagen- Hans August Götze, Berlin N., Brunnenstr. 145, Ecke Rheinsbergerstrasse. 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