Nr. 282. Abonnements- Bedingungen: M Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illustrirter SonntagsBeilage ,, Die Neue Welt" 10 Pig. BoftAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Gingetragen in der Post BeitungsPreisliste für 1898 unter Mr. 7576. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 15. Jahrg. Die Insertions- Gebühe beträgt für die fechsgespaltene Kolonels zeile oder deren Raum 40 Pfg., für Beretus- und Bersammlungs- Anzeigen, sowie Arbeitsmarkt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochentagen bis 7 1hr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr. vormittags geöffnet. Ternsprecher: But I, Mr. 1508. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Benth- Straße 2. " Freitag, den 2. Dezember 1898. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. eben Franz Josef I. Gewähr der dynastischen Macht. Er nimmt dem Bürgerthum heißt, eine seit Jahrhunderten systematisch verdummte, jede Möglichkeit politischer Erziehung und Entwickelung, macht nicht nur geistig, auch moralisch kastrirte Bevölkerung, 3um fünfzigjährigen Regierungs- Jubiläum. es unempfänglich für die Schädigung seiner eigenen Interessen, für Recht und Sittlichkeit in Bewegung zu setzen, Wien, 30. November. giebt es ganz in die Hände skrupelloser Geschäftspolitiker, die die Resultate der langen, ungehinderten Pfaffenherrschaft Es ist nun einmal schon herkömmlich, solche Jubiläen ihre Gesinnungslosigkeit, ihre Käuflichkeit, die von jeder Re- anzugreifen, während diese Herrschaft noch in vollster gekrönter Häupter als geschichtliche Ereignisse, wenigstens aber gierung mit Erfolg benutzt werden kann, so noch als Prinzip. Blüthe! Und fast ebenso einzig in ihrer Schwierigkeit wie vom geschichtlichen Standpunkt zu feiern. Dieser geschichtliche als nationale Taktik anpreisen dürfen. Zwei Drittel aller der Kampf selbst, sind die Umstände, unter denen er zu Standpunkt ist aber der eines Veranstalters sogenannter Abgeordneten sind für jede Regierung zu haben; da sie aber führen: nicht nur muß jeder Schritt Boden in heißer, unhistorischer Festzüge. Vergangenheit und Gegenwart, die das Glück haben, sich auf neun Nationalitäten zu vertheilen, ermüdlicher Arbeit einem heimtückischen, hartnäckigen Gegner ganze überwältigende Fülle von Ereignissen und Ver bleiben im Gewirr des nationalen Haders ihre kleinen privaten abgerungen werden, der Boden selbst muß auch erst tragfähig und änderungen, die das Leben eines Volkes in einem so großen Geschäftchen unbemerkt. haltbar gemacht werden. In allen Ländern haben die ArZeitraum aus nacheit, was Großes und Erhabendes geschehen, Das unabhängige Italien, das unabhängige Polen, das beiter- Organisationen dem Ansturm der Feinde stand zu halten; das Genie der Denker, das Werk der Erfinder, der Künstler einige freie Deutschland, das unabhängige Ungarn- das aber man ist wenigstens sicher, daß sie nicht auf Flugsand errichtet und Dichter schaffende Phantasie, Feldherrnruhm und soldatische alles stellte seine Anforderungen an Oesterreich, die mit viel find. Der jungfräulichen Erde ward einmal in schönem, Tapferkeit, großer Männer persönlichstes Wirken und der Blut beseitigt werden mußten. Nationalitätenhader, aber treffenden Gleichniß die große indifferente Masse verglichen, größeren Menge hastiges, unaufhörliches, unzerstörbares beileibe kein echtes, modernes, freiheitliches Nationalgefühl: aber die sozialdemokratischen Pionire der Kultur in Oesterreich Schaffen all das schreitet da, malerisch angeordnet, hie und das lehrte das Bombardement von Strakau und Lem erreichen ihn erst durch unwegsamen, schier undurchdringlichen da ein kleinwenig drapirt, vorüber und macht seine respekt berg, der Krieg in Ungarn, die Tragikomödie in Frank- Urwald. So ganz ohne alle Vorarbeit seitens der bürgerbolle Verbeugung vor der erlauchten Hofgesellschaft, die das furt. Je weiser und fortgeschrittener ein Volt, je mehr lichen Klassen, so ganz ohne Unterstützung und doch, sie Schauspiel recht anerkennend betrachtet. Das ist dann das Nationalgefühl bei ihm aufgehört hat, literarischer Sport, arbeiten und arbeiten weiter und es fehlt nicht an Erfolgen. das Zeitalter Wilhelms des Großen", der englischen Viktoria, Traum und Verlangen von einzelnen zu sein und sich zu Und diese Erfolge berändern von grund auf das Zeitalter Franz Josefs I. Es ist gut, das eine oder andere lebendigem Bewußtsein des Volkes entwickelt hat, desto ge- das Wesen der österreichischen Politik. Man Bild, das die Arrangeure im freudigen Eifer vergessen dürften, fährlicher diefes Nationalgefühl, am allergefährlichsten das dente nur: Auf den Gegensatz zwischen Bauer und Gutsherr, festzuhalten. deutsche. Es ist ein untrügliches Zeichen, daß die Geier wieder auf die vollständige Stumpfheit der galizischen Bauern war Eidbruch und Mord, ganze Ströme dampfenden Blutes, über Oesterreich freisen oder, was dasselbe ist, daß die Reaktion die traditionelle österreichische Politik in Galizien gezerstörte Städte, entsetzliches Weh einer harmlosen und loyalen zum Sprunge anfeßt, wenn man Deutschland zu fürchten begründet, die mit Hilfe der Bauern jede freiheitliche Bevölkerung: so endet das Jahr 1848, verläuft das folgende. ginnt und die russische Freundschaft lockt. Da wird irgend ein Regung im Lande niederhielt. Und heute? Heute Der alte Mann, der heute sein Jubiläum feiert, ist unschuldig feiner Soup geplant, wenn Schwarz- Gelb wieder einmal geht durch dieses Sklavenland ein heimliches Sehnen an alledem: ein achtzehnjähriger Knabe war er damals, ein Trumpf wird. Die Stimmung der Armee ist ein zuverlässiger nach Licht und Freiheit, was sich den erschreckten Machthabern rechter Prätorianerkaiser, auf den Schild gehoben von mentern- Gradmesser: Das deutsch- österreichische Bündniß findet in freilich als unheimliches Drohen ankündigt, und eine Ahnung den Generalen, als Mündel betrachtet und behandelt von dem Offizierskreisen fast gar keinen Anhänger mehr, und das eigent- dessen, was bevorsteht, geht durch die Streise selbst der ältesten unheilvollen Hanswurst mit der Diktatormaske Windisch- liche Offiziersblatt, ein von der Regierung gezahltes und wie Parlamentarier, also 3yniker, wenn der sozialdemokratische grätz. Aber das gehört doch zu Franz Josef's Regie selbstverständlich, das anrüchigste Tageblatt Wiens, hezt seit Vertreter Galiziens seine merkwürdige, flanimende Beredsamrung mindestens ebenso gut wie die Entwicklung des öster- Jahr und Tag gegen dieses Bündniß. keit den Leiden seines unglücklichen Landes widmet. reichischen Verkehrsnetes seit dieser Zeit oder dergleichen. Windischgrät, so meinte er selbst, so wurde auch ge- Die Rechnung stimmt ja vollständig: der nationale Hader, Und die Männer, die ihn erzogen und ihn umgaben, ver glaubt, war der Retter der Monarchie; die Stumpfheit der die Unfähigkeit der Bourgeoisie, bis auf eine Wenigkeit fehlten wohl nicht, ihn auf die verschiedenen Auslegungs- großen Massen, die den Lebensfragen, die die Revolution auf das Proletariat. Es wird wohl noch längere Zeit dauern, ehe Methoden eines kaiserlichen Eides aufmerksam zu machen. warf, theilnamslos und verständnißlos gegenüberstanden, war die österreichischen Staatsmänner, die sich ohne Abwechselung Er fani auf den Thron, um Ferdinand den Eidbruch die Voraussetzung der ganzen Rettungsaktion. Die Pfaffen- immer mit demselben Schema beholfen haben, auch für zu ersparen. Der Nachfolger ist also nicht an den herrschaft, die die Massen stumpf erhält, die Aristokraten- diese neue Erscheinung einen Platz in ihrem System ausfindig Verfassungseid des Vorgängers gebunden. In seiner Thron- Herrschaft, die die Massen zum Gehorsam drillt: welche Lehre gemacht haben werden. Es sähe der vollständig unfähigen rede erklärte er, am Konstitutionalismus festhalten zu wollen, fonnte dem Sohne des erzkatholischen Hauses Habsburg, Klasse des Feudal- Adels, die in Oesterreich regiert, zwar ähnseine Minister gaben wiederholt diesbezügliche Versicherungen seit Jahrhunderten in den Händen der Pfaffen und gut Freund lich, diese Thatsachen einfach ignorirend, einen Streich zu verabam 7. März 1849 wurde der konstituirende Reichstag mit den mächtigen Bauernschindern, leichter begreiflich sein? suchen; wenn nicht augenblicklich, so doch für den Fall eines auseinandergejagt, eine Verfassung oftroyirt, diese aber Ende Erbärmlichkeit des Bürgerthums und nationaler Hader auf Thronwechsels. Der reiferen Einsicht Franz Josef's aber Dezember 1851 aufgehoben sie war übrigens nie in Aus der einen Seite heißt Pfaffen- und Adelsherrschaft auf der man ist ja schließlich nicht ohne allen Nußen 50 Jahre führung gebracht worden- und der nackte Absolutismus anderen Seite. Das unglückliche Desterreich genießt beide Staiser- wird sich gewiß, läßt er an seinem Jubeltage die wieder eingeführt: der Kaiser ist also nur durch den direkten Segnungen in reichlichstem Ausmaße. Vergangenheit an seinem Auge vorüberziehen, folgende ErEid im technischen Sinne gebunden. Er ist aber auch nur an Also wäre alles beim Alten geblieben? und die 50 Jahre, wägung aufdrängen. Als man Ferdinand beseitigte, um den bloßen Wortlaut dieses Eides gebunden. Seit mehr die seit dem 2. Dezember 1848 verflossen, spur- und eindruckslos ihm den formellen Eidbruch zu ersparen, bestieg ein für den als einem Jahre, wird Oesterreich absolutistisch regiert, das für Oesterreich geblieben? In gewissem Sinne: Ja! Als Herrscherberuf erzogener, seit langem dem Bolte als zuParlament, nur um dem Wortlaut der Verfassung zu genügen, in den Märzstürmen der Koloß des Metternich'schen Systems fünftiger Herrscher bekannter Monarch den Thron, an dessen mit den thönernen Füßen der feudalen Verwaltung und dem Person viele aufrichtige Freunde des Fortschritts warme Schmachvolles Versagen des Bürgerthums zeigte der Aus- bureaufratischen Wasserkopf in Stücke barst, der alte Patrimonial- Hoffnungen knüpften: schließlich wurde ja gang der Revolution. Wie es matt und ohne rechte Begeisterung staat, das zusammenhanglose Aneinanderreihen verschiedenster geistes schwache Epileptiker Ferdinand durch den jugenddie letzten Phasen der Revolution mitgemacht, wie es zum Nationalitäten, auseinanderging- da war das große Problem fräftigen, an Leib und Geist gesunden Franz Josef Schlusse, als die Revolution die letzten Kräfte anspannte gestellt: einen Staat zu schaffen, einen Staat, der diese ver- ersetzt. Franz Josef, als Kaiser zugleich der oberste Herr zum Kampfe auf Leben und Tod, feig davongelaufen war schiedenartigsten Elemente harmonisch vereinigen könne. Was seines Hauses, wird sich kaum verhehlen, daß die Popularität oder nackten Verrath geübt hatte, so troch es jetzt voll hündischer diese schwierige Aufgabe noch zu erschweren schien, ihre seines vermuthlichen Nachfolgers wohl kaum eine damalige Demuth zu den Füßen des Siegers, feierte die Befreier Stomplikation mit auswärtigen Angelegenheiten, ein gefähr- Belastungsprobe aushielte. Verfassungsbruch mit Windischgrät und Fellacic, lieferte ein Heer freilicher Krieg, war umgekehrt das Mittel, die Lösung verlangen oder ohne Thronwechsel bedeutet heute in williger Spione, lechzte nach dem Blute der heldenmüthigen zu können: Radetzky's Siege in Italien waren der An- Oesterreich die Revolution. Stämpfer der Revolution die Gutgesinnten möchten alles fang vom Ende der Revolution. Aber das Problem Das ist das geschichtliche Verdienst der österreichischen gehängt haben", mußte selbst Windischgrät flagen, blieb ungelöst bis auf den heutigen Tag. Die Sozialdemokratie, die tröstende Versicherung, die sie den Völkern und illuminirte, als der Kremsierer Reichstag auseinander Existenz fragen Oesterreichs sind noch immer Desterreichs als Jubiläumsgabe darbringen kann. gejagt wurde. Auf dieses Bürgerthum ist kein Verlaß, weder ungelöst. im Guten noch im Bösen: das lehrten die Schranzen dem jungen Herrscher. Dem Sieger gehört es und wer ihm Ruhe und die Gelegenheit des Profitmachens verbürgt, es ist kein Wenig zahlreich war das österreichische Proletariat vor ernster, zu fürchtender Gegner. Aber ebensowenig ein zu fünfzig Jahren, gefesselt doppelt in den Banden materiellen verlässiger Freund. Hoch Kaiser May!" riefen die Wiener und geistigen Elends. Was es besaß, war das unveräußerliche hinter dem Wagen Franz Josef's her, als er nach den geschichtliche Erbtheil seiner Klasse: der revolutionäre Instinkt Der Zar soll sich im Gespräch mit einem englischen unerhörten Niederlagen des Jahres 1866 durch die Stadt und die opferbereite Hingebung. Als die Frühlingsstürme Politifer über den Abrüstungsvorschlag also geäußert fuhr. Fremd sind diesem Bürgerthume die politischen durch das Land gingen, da barst die Decke, die harten Winters Kämpfe, die politischen Interessen: die allereinfachsten Kraft ihnen über Herz und Geist gezwungen, und unwiderVoraussetzungen modernen Staatslebens sind in Oesterstehlich, jauchzend, nach Leben verlangend und Leben verreich nicht erfüllt, der kulturfeindliche Zeitungsstempel, heißend, stürmte die revolutionäre Fluth einher. Seiner selbst, das jeden ehrlichen Schriftsteller in Verzweiflung bringende seiner eigenen Zwecke noch nicht bewußt, konnte dieses Proledie Juſtiz forrumpirende objektive Verfahren, tariat nur die Schlachten anderer schlagen, mußte sein revodas skandalöse Verbot der freien Kolportage- sie bestehen lutionärer Instinkt von anderen geweckt und geleitet werden. nicht nur heut, es ist auch gar keine Hoffnung vorhanden, sie Als der Winter kam und alles Leben erstarrte, da war auch in absehbarer Zeit los zu werden. Das Bürgerthum versteht des Proletariats revolutionäre Kraft verbraucht; gehorsam den Kampf um Preßfreiheit nicht, das Parlament, sein vertroch es sich in die Höhlen, aus denen es die warme MärzParlament, wird niemals diesen Kampf führen, geschweige ihn sonne gelockt hatte, und wurde hier vergessen, wie es siegreich beenden. Politische Debatten, Debatten um seiner selbst zu vergessen schien. Vom Proletariate politische Rechte, sind nur zu finden in Perioden, wo der haben Franz Josef's Lehrer ihm nichts zu nationale Stampf besonders wüthend tobt, und die Argumente fag en gewußt. Und nun steht es heute in Oesterreich als dann sind die Sigungsprotokolle, daß die Minorität von heute mächtiger Faktor der Politik dar! Der Politit, als des geals Majorität von gestern der Regierung ebenso zu Diensten heimnisvollen, nie mit Sicherheit zu bestimmenden Webens und gestanden, wie die Majorität von heute, und daß diese doch Wirkens in der Geschichte der Völker und Reiche während nicht so dumm sein werde, nicht ein gleiches zu thun. die bürgerlichen Parteien nur die Politik, die in den Kouloirs einberufen. und " Aber eines hat sich verändert: das sind die in betracht kommenden Kräfte. Deutsche gegen Czechen, Polen gegen Ruthenen, Ungarn des Parlamentes, in den Vorzimmern der Minister gemacht gegen Serben und Rumänen- das war das Bild, das wird, kennen. Nun steht das als Sozialdemokratie organisirte Desterreich 1848 darbot. Das aber auch die Grundlage, auf Proletariat als der Faktor da, dem die schwierige Aufgabe der die Kontrerevolution baute. Nun war der Thron des zukömmt, die bürgerlichen Parteien Oesterreichs zu erziehen jungen Knaben nothdürftig wieder zusammengeleimt, und er und die unendlich wichtigere Aufgabe, die Massen der öfterempfing die Lehre: Der Kampf der Nationalitäten ist die sicherste reichischen Völker zu erziehen! Niemand ahnt, was das haben: Politische Neberlicht. Berlin, den 1. Dezember. Der Zar über die Abrüstung. der Ueber drei Punkte wünschte ich, daß die Mächte fich ins Einvernehmen setzten. Erstens fönnten sie sich, bis auf weitere Abmachung, verpflichten, ihre Rüstungen nicht zu vermehren, sondern höchstens in gutem Zustande zu erhalten und selbst zu vervollkommnen. Zweitens: nach Ablauf von fünf Jahren würden die Mächte in einer neuen Konferenz sich über die Aufrechterhaltung des neuen Prinzips aussprechen und dann vielleicht eine neue Periode festsetzen. Und drittens würden sie über ihre Haltung gegenüber Kriegsdrohungen und Kriegsaussichten schlüssig werden. Das ganze soll überhaupt wie ein gwei tampf behandelt werden. Wenn zwei Personen sich mit den Waffen in der Hand messen wollen, so werden vorerst die Tragweite der Beleidigung und die Duellbedingungen berücksichtigt. Jeder wählt also seine Startellträger; und diese wenden sich dann zuweilen an einen Unparteiischen, der das entscheidende Wort spricht. Ebenso würde es sich mit den Mächten verhalten. So hätten in der Faschoda Angelegenheit zum Beispiel England sich an die Ver einigten Staaten und Frankreich an Rußland gewandt. Den Vereinigten Staaten und Rußland fällt dann die Aufgabe zu, den beiderseitigen Standpunkt zu beleuchten und ihr Urtheil darüber auszusprechen. Sollten die Unparteiischen aber nicht zu einem einstimmigen Ergebniß gelangen, so würden sie sich an einen neuen Schiedsrichter, z. B. den Kaiser Franz Josef, wenden; er säße über die Urtheile der Unparteiischen zu Gericht. Vielleicht würde auch dessen Ausspruch nicht befolgt werden; jedenfalls aber wäre da durch kostbare Zeit gewonnen, und die Gegner hätten Muße, sich die Folgen eines feindlichen Zusammenstoßes zu überlegen." Es mag dahingestellt bleiben, ob sich der Zar so aus gesprochen hat, wie sein Interviewer mittheilt. Hat er sich fo ausgesprochen, so muß man ihm lassen, daß er die Schriften der bürgerlichen Friedensfreunde nicht ohne Erfolg gelesen hat. Sind derartige Friedenspsalmeien aber schon bei den bürgerlichen Predigeru männlichen und weiblichen Geschlechts nichts als utopisches Gerede, so erscheinen sie im Munde des Zaren vollends lächerlich. Wollte Rußland ernstlich eine Vermehrung seiner Rüstungen unterlassen, so müßte es zuvörderft Einrichtungen schaffen, welche den übrigen Völkern Garantie bieten, daß es sein Wort auch wirklich halten wird. Bisher fehlt jede genauere Kontrolle über die Stärkeverhältnisse der russischen Armee, wie sie in parlamentarisch regierten Ländern besteht. M gehälter mit 900, M. beginnende Stufenfolgen vorgesehen. Bei den s Sonst werden Statistifen aufgestellt, wenn irgend welche Dinge Reichs Eisenbahnen treten für den fehlenden pensionsfähigen erforscht werden sollen, in denen man ohne das Mittel der Wohnungsgeldzuschuß 120 M. hinzu. Die Aufbesserung könne fich Statistit nicht klar sehen kann. Die Herren Hausagrarier wissen daüberhaupt nicht auf den durch die Reichstags- Resolutionen vor gegen schon ganz genau, wie die Sache zusammenhängt, und sie gesehenen Rahmen beschränken; deswegen werden gleichmäßig auch wollen nur eine Statistit zusammenbringen, durch die das, was sie verschiedene Unterbeamten- Stellungen, die wegen erforderlicher be- jetzt schon wissen, auch bewiesen wird. Wir meinen, daß die sonderer Schulung oder Befähigung schon jetzt mit etwas höheren Mißstände auf dem Gebiet des Wohnungswesens so allgemein be kannt sind, daß sich die Hauspafchas Mühe und Kosten ihrer Statistik Gehältern ausgestattet sind, zur Aufbefferung mit vorgeschlagen. Daß der Meichstag den Herren Staatssekretären die gewünschte ruhig sparen konnten. Ueberzeugen werden sie mit ihrer GewaltErhöhung ihrer Gehälter für so lange verweigert hat, bis auch die statistit niemanden. Gehälter der Unterbeamten erhöht würden, ist also nicht ohne Wirkung geblieben. Ausrüstung mit Schnellfeuergeschützen. Noch vor Abschluß Im fibrigen tönnen wir getrost unsere Freude darüber aus, des Jahres werden, wie die Schles, Voltsztg." erfährt, auch die sprechen, daß es den einzig und allein auf sozialdemo- Feldartillerie- Regimenter der Armee, welche das neue Schnellfeuerteatische Anträge zurückzuführenden, wiederholt in den letzten geſchüz bis jetzt noch nicht in Händen hatten, damit ausgerüstet und somit die gesammte Feldartillerie mit dem Schnellfeuergeschütz verbeamten und weiterhin den gesammten linterbeamten ein weniges Refruten bei allen Regimentern mit dem neuen Geschüß zu erfolgen Jahren gestellten Refolutionen endlich gelungen ist, den Post- Unter- sehen sein, so daß die Ausbildung der im Oktober eingetretenen von dem zuzuwenden, was ihnen längst schon von Rechts wegen gebührt. vermag. Und Schiedsgerichte sind gewiß eine löbliche Einrichtung. a Eich bei dem Errungenen zu beruhigen und von nun an die Bald nach Einführung des neuen Schnellfeuergeschüßes dürfte Aber wie die Worte des Baren selbst zeigen, Schiedsgerichte Hände in den Schooß zu legen, wäre aber verkehrt. So z. B. macht sich die Nothwendigkeit" ergeben, ein noch schneller feuerndes Gekönnen Kriege hinausschieben und unnöthige Kriege ver- die Regierung mit den vom 1. April nächsten Jahres in traft tretenden schütz einzuführen. hindern. Doch die tiefen wirthschaftlichen Interessengegensätze aufbefferungen erst einen halben Schritt. Da die jest beſchloſſene Erhöhung Gegen das jchtge Garnifquirungssystem wendet sich auch der kapitalistischen Staaten können durch juristische Instanzen nimmermehr beseitigt werden. Und gerade Rußland's fapitalistische Ausdehnungspolitik im Orient und in Ostasien ist ein Hohn auf die schönen Worte des Zaren. * Deutsches Reich. ing Wieder in Berlin. GHI für einen Theil der Beamten der Postfchaffnerklaffe gar keine Erhöhung, fondern nur eine Beseitigung der ihnen durch das Altersstufengesetz zu gefügten hädigung( Herabfezung des Anfangsgehalts von 900 auf 800 M.) darstellt, so wird es Sache bes Reichstages sein, die Regierung zu veranlassen, daß allen seit dem 1. April 1895 angestellten Unterbeamten( Postfchaffnern) das ihnen seitdem zu wenig gezahlte Gehalt nach gezahlt werde. od 196 tahan die Deutsche Tagesztg.". Sie hat bei dem beständigen„ Leutemangel" in den östlichen Theilen Preußens nun auch entdeckt, daß die jeßige Verschickung der Rekruten frisch vom Lande weg in die großen Garnisonstädte eine andentfremdung der aus& gedienten Soldaten zu Wege bringt. Die Zeitung schreibt: Eins hat die Heeresverwaltung ja in dankenswerther Weise gethan. Sie hat sich bemüht, die entlassenen Reservisten dem Lande und der Heimath wieder zuzuführen. Diese Bemühungen würden aber leichter und erfolgreicher sein, wenn man sich ent schlösse, mit dem Grundsatze der Zusammenpferchung der Regimienter in den großen und größeren Städten zu brechen. Neue Bataillone und Regimenter müssen möglichst in fleinere Städte ländlicher Umgebung gelegt werden. Dann tritt die Land- und Heimathsentfremdung der Soldaten gar nicht ein. Sie behalten die Beziehungen zur Heimath, deshalb bleibt auch der Zug dahin lebendig. Sie freuen sich, wenn sie heimkehren können, und bleiben nicht in den Städten hängen, " Bismarck und das Sozialistengesetz. Es gehört zu den Eigenthümlichkeiten des allgermanischen Heros, der fast zum Sinu Die Reichshauptstadt hatte heute Gelegenheit, in Konkurrenz mit bild deutscher Kraft geworden ist, daß kein Mensch der Weltgeschichte Damaskus zu treten, jener berühmten Stadt, da man noch weiß, so viel von seiner schlechten Gesundheit gesprochen und geschrieben was begeistert sein heißt. Das deutsche Kaiferpaar zog heute Mittag hat, wie Fürst Bisnard. Auch sein 20 Mark- Buch ist voll von in Berlin ein. Es fehlte weder an Publikum, noch an Fahnen, und Betrachtungen über seinen Gesundheitszustand, und bei solcher Gedie glänzenden Uniformen erinnerten stimmungsvoll an die orienta- legenheit erfahren wir auch etwas über das- Sozialistengefeß. Die sche Farbenpracht, von der die Märchen erzählen, während die welthistorischen Gedanken und Erinnerungen über dieses Wert seines Allongeperrüden der Piqueure wieder ins Abendland zurückführten. staatsmännischen Genius beschränken fich, soweit wir sehen, auf die Am Brandenburger Thor richtete Bürgermeister Belle, der in folgenden Säße:" Unmittelbar nach meiner Rückkehr nach Berlin So gewiß bei dem Arbeitermangel auf dem Lande auch noch Gesellschaft der Stadtverordneten Vorsteher und einiger Stadträthe hatte ich die Vorlage des Sozialistengesetes im Reichstage zu ver- fchr viele andere Grinde mitsprechen, so gewiß trägt doch das erichienen war, cine Ansprache an das Kaiserpaar, die magistrats- treten und fand dabei die Erfahrung bestätigt, daß die oratorische Garnisonirungssystem einen großen Theil der Schuld an dieser landfreifinnig, d. h. fromin und submissest war. Leistung auf der Tribüne eine geringere Nervenanstrengung erfordert wirthschaftlichen Stalamität. Aber gerade in diesem Punkte dürften die Der Kaiser sprach in seiner Erwiderung seinen besonderen Dant als die Korrektur einer langen, schnell gesprochenen Rede, deren Herren Agrarier bei der Regierung, die sonst agrarischen Wünschen nur aus, daß man sich von dem patriotischen Empfang durch das schlechte Wortlaut an leitender Stelle vertreten werden soll. Während allzu zugänglich ist, einmal ausnahmsweise kein Entgegenkommen finden. Wetter nicht habe abhalten lassen. Er versicherte, daß seine so schöne einer solchen Korrettur tam bei mir eine feit Monaten vorbereitete Denn es liegt ein wohlerwogenes Prinzip zu grunde, wenn die Reise voll mächtiger Eindrücke auf den Gebieten der Religion, der Nervenkrisis körperlich zum Ausbruche, glücklicherweise in der frischen, gefunden und politisch ganz indifferenten Jungen der oftKunst und der Industrie gewesen sei." Das Eine aber fann ich leichteren Form der Nesselsucht." Die Nesselsucht pflegt sonst zu den elbischen Fluren in die Garderegimenter der Hauptstädte gesteckt Ihnen fagen, daß wir überall den deutschen Namen lächerlich- lästigen Unannehmlichkeiten zu gehören, von denen man werden, um dort nicht nur die Hüter des deutschen Rheins, sondern in allen Ländern und allen Städten geschäßt und ge- nicht spricht. Dennoch gehört die Erwähnung diefes Falles zweifellos eventuell die Bekämpfer und Vernichter des inneren Feindes" zu achtet gefunden haben, wie nie zuvor. Ich hoffe, daß dies in die Aften der Geschichte. Denn da Nesselsucht als Folge einer fein- und wenn die politisch vielleicht schon infizirten Söhne der so bleiben wird und daß unsere Reise dazu beigetragen Idiosynkrasie sich einzustellen pflegt, so ist aus dem Auftreten dieser großen Städte in die kleineren und weit entfernten Grenzgarnisonen haben möge, der deutschen Energie und deutschen Thatkraft neue Erscheinung gerade zur Zeit der Beschäftigung mit dem Sozialisten abgeschoben werden. Die aus der Stadt stammenden jungen Leute Abfaßgebiete zu eröffnen, und daß es mir gelungen ist, gefeß zu schließen, in welchem Gemüthszustand er sich damals tehren nach Absolvirung der Dienstzeit in die Städte zurück, und die daran mitzuwirken, unter den Völkern den Frieden zu befestigen." befunden hat. Das Sozialistengeset als Idiosyntrasie Söhne des Landes bleiben in allen möglichen Stellungen da. Aber Den kommerziellen Zwecken der Fahrt ins heilige Land hat der Freilich ist solche Deutung der Handlungsweise Bismarck dies alles wird die preußische Regierung nicht veranlassen, in dieser Kaiser also offenbar seine vornehmliche Rücksicht angedeihen lassen. allzu günstig, und wir vermuthen, daß der verschämte Angelegenheit zukünftig anders zu verfahren. Um hierin eine Eine ganz besondere Auszeichnung hatte der Kaiser Herrn Hinweis auf diese gesundheitlichen Motive seiner Staatsrettung in Aenderung zu erzielen, bazu wird selbst der agrarische Einfluß und Kirschner zugedacht. Schon hatte man den Bürgermeister in den die Reihe der zahlreichen Versuche einzuordnen ist, die Schuld an der Leutemangel" auf dem Lande nicht ausreichen. Verdacht gebracht, seine Bestätigung sei deshalb so lange ausgeblieben, Mißerfolgen fremden Einwirkungen zuzuschreiben. Wenn's nicht die weil sein Rüdgrat nicht den gebührenden höfifchen Bau befäße. Kollegen oder die Kaiſerin sind, die Bismarck's Pläne durchkreuzten, Kieler Beitung" vont 30. November aus verschiebenen Gegenden Ueber neue Ausweisungen in Schleswig- Holstein wird der Davon kann nunmehr keine Rede sein, nachdem man den Grund der so müssen es eben die Nerven sein. Verzögerung kennt. Der Kaiser wollte persönlich in einem hervor- Uebrigens fucht Bismarck sich nicht nur von dem Sozialisten- berichtet: Aus Alsen wurden siebzehn Dienst boten mit ragend feierlichen Augenblick die Bestätigung übermitteln. Das ge- gesetz zu entlasten, sondern er spricht auch von den Attentaten in 24 stündiger Frist ausgewiesen. Im Kreise Hadersleben wurden schah heute in der Ansprache, in der der Kaiser die Hoffnung aus einer Weise, die man leicht als eine anarchistische Ver- ebenfalls sechs Dienstboten und ein Arbeiter, der versprach, daß das städtische Gemeinwesen unter Ihrer Leitung herrlichung der Propaganda der That auffassen fönnte. heirathet ist und vier Kinder hat, mit 24 stündiger Frist ausauch weiterhin segensreich sich entwickeln werde". Er erzählt nämlich, daß Mitte der fiebziger Jahre gewiesen. Aus der Gemeinde Hagenberg auf Alfen schreibt man, die geistige Empfänglichkeit des Kaisers int Auffassen daß die deutsch gesinnten Gemeindemitglieder im Begriff anderer und Entwideln eigener Vorträge schwerfälliger funktionirte. find, einen Antrag an Oberpräsident v. Köller einzureichen, er möge Das Nobiling'sche Attentat aber veränderte diesen Zustand. Der die Ausweisungsordre an den Hofbesizer N. Schmied und Familie Kaiser ward freier und lebendiger; er geruhte sogar zu scherzen: zurücknehmen. " Nobiling hat besser als die Aerzte gewußt, was mir fehlt: ein Auch diese Nachrichten bestätigen wieder, daß, wie Herr derweilcu wurde die öffentliche Meinung durch alle Mittel der weisungen einfach dreingeschlagen wird. Wen der Schlag trifft, den tüchtiger Aderlas". So scherzhaft betrachtete man die Sache, und v. Köller übrigens selbst vergnüglich zugab, bei den AusStorruption aufgeregt, um das aufwärts strebende Proletariat zu trifft er. Der Zweck ist, Furcht zu verbreiten und einzuschüchtern. Statt dessen wird man nur immer mehr Haß und Erbitterung zeitigen. Es ist somit nicht nur die kaiserlose, sondern auch die schreckliche oberbürgermeisterlose Periode vorüber. Die Agrarier in der Klemme. did Graf zu Dohna undladen, Provinzialvorsitzender des Bundes der Landwirthe, hat im Auftrage oftpreußischer Bündler ein Bundes der Landwirthe, hat im Auftrage oftpreußischer Bündler ein Schreiben über die Landarbeiterfrage in den östlichen Provinzen an den Oberpräsidenten Grafen v. Bismarck gerichtet. Darin wird gebeten, es möge der dauernde Aufenthalt bon russisa- polnischen Arbeitern gestattet werden. Es heißt daselbst: " Die Arbeiternoth ist auf dem Lande jetzt eine noch schwerere Kalamität als der mangelhafte Bollschutz der ländlichen Produkte. Die Millionen, welche für Meliorationen und anderweitige Hebung der Landwirthschaft ausgegeben wurden, find fortgeworfenes Kapital, wenn nicht genügende Arbeitskräfte zum Betriebe der Wirthschaft vorhanden sind. B Der naturgemäße Ersatz würde nun sein, wenn aus dem Osten frische Arbeitskräfte unserer Provinz zuftrömien würden. Diesen natürlichen Zufluß hat man aber abgegraben durch das Verbot der Seßhaftmachung von russisch polnischen Arbeitern. Sollte es nicht möglich sein, in begrenzter Anzahl unverheirathete russische jüngere Landarbeiter hier einheimisch zu machen? Man könnte zur Bedingung machen, daß diefelben bei ihrer Naturalisirung sich mit deutschen Mädchen verheirathen und sich in deutschen Gegenden niederlassen. Man könnte ferner für bie Zahl dieser Leute ein Marimum für jeden Kreis festiegen. Es müßte als ein trauriges Zeichen für unsere deutsche Kultur angesehen werden, wenn dieselbe durch Einwanderung einiger tausend polnischer Landarbeiter gefährdet würde. Im Gegentheil darf man hoffen, daß diese Elemente durch ihren Verkehr mit den Deutschen in ein oder zwei Generationen germanisirt sein werden. Die große Zahl gut deutscher Männer mit gut polnischen und anderen slavischen Namen tann wohl als der beste Beweis dafür angesehen werden." Recht drollig ist die Zumuthung, daß den polnischen und russischen Arbeitern, die bereit sind, für unsere Junter zu arbeiten, vorgeschrieben werden solle, wie sie sich verheirathen sollen. Einen feudaleren Gedanken hätte auch ein Stumm nicht erfinden können. Doch dies nebenbei. Wichtiger ist, daß durch das Schreiben des Grafen zu Dohna der Bankrott der Germanisirungspolitik er wiesen wird, welche die preußische Regierung zu ihren höchsten Aufgaben gerechnet hat, welche die preußische Regierung mit rücksichtsloser Härte durchgeführt hat und der unser chauvinistisches Agrarierthum stets zugejubelt hat. Erst in diesen legten Tagen frohlockten die bündlerischen Blätter über die Dänenausweisungen aus Schleswig- Holstein durch Herrn v. Köller. Im Namen des Deutschthums und seiner Erhaltung wurde jede noch so schroffe Maßregel gebilligt. Und siehe da jetzt fordern dieselben Agrarier die Einführung tausender polnischer und russischer Arbeiter, deren Verjagung und Fernhaltung bisher als höchstes Ideal preußischer Staatspolitit galt. Gehaltsaufbefferung der Unterbeamten. fnebelit. Zentrum und Militärvorlage. Die„ Germania" macht folgende Ausführung: Die Früchte der Köller'schen Versuchspolitik" äußern sich aber auch bereits in wirthschaftlichen Schädigungen deutscher ReichsSie( die Mittheilungen) liefern einstweilen den Beweis, daß die angehöriger. Was eine Anzahl Berliner Geschäftshäuser an sich Militärvorlage jich im großen und ganzen nur mit Schaffung der erfahren mußten, nämlich, daß dänische Firmen ihnen ihre Kundschaft noch fehlenden höheren Verbände, mit einer fleinere Regimenter abjagten, ist jetzt, wie die Königsb. Hartung'sche Beitung" mittheilt, und mehr Brigaden schaffenden zweckmäßigeren Organisation dortigen Firmen widerfahren. Ihre Offerten wurden seitens der der Feldartillerie und mit Errichtung der längst entbehrten Tele- dänischen Firmen zurückgewiesen mit dem Hinweis, Daß graphen Truppen begnügt- Buntte, bezüglich deren unsere Nachbarn fie beabsichtigen, jede geschäftliche Verbindung mit bereits vorausgeeilt sind und hinsichtlich deren die Militärverwaltung Deutschland abzubrechen. Der Reichstag wird alfo wohl auf die Zustimmung aller rechnen kann, welche die Sicherheit nicht umhin können, sich mit dem schneidigen Vorgehen des ehedes Reiches in einer Leistungsfähigen, zweckmäßig organisirten maligen Bolizeiministers zu befassen. Armee erblicken." Nach den Ausführungen der„ Germania" zu urtheilen ist das Bentrum also bereit, die Militärvorlage anzunehmen. Gegen die Rabatt- Sparvereine ist unter den fleinen Handelund Gewerbtreibenden schon seit langem eine Agitation im gange. Wie anders einst und jetzt. Einst scharfe Kritik an der Militär- Am Mittwoch ist nun, wie berichtet wird, eine Abordnung des Bundes vorlage der Regierung, jezt vorbehaltlose Zustimmung zu einer der Handel- und Gewerbtreibenden und des Zentralvereins selbstganz bedeutenden Erhöhung der Friedenspräsenz und des Budgets. ständiger Gewerbtreibender vom Handelsminister empfangen worden. Neubefehung höherer Verwaltungsstellen. Die Köln. 8tg." versichert, daß in den allernächsten Tagen eine Reihe höherer Stellen nen befegt werden dürften, andererseits aber auch für diese nächste Beit der Rücktritt mehrerer Regierungspräsidenten infolge Strankheit oder hohen Alters bevorstehe. stolam Die Mittheilung vom bevorstehenden Abgang des Herrn von utanus wird von mehreren Seiten bezweifelt. Gegen die Sonntagsruhe. Die Berliner Neuesten Nachr." schreiben: " Die einzelnen Bundesregierungen sind schon vor längerer Beit zu eingehenden Erhebungen und Berichten über die Wirkungen des Gesetzes über die Sonntagsruhe veranlaßt worden. Dieses gefanumelte Material soll dem Reichsamt des Innern zur Grundlage für etwaige Abänderungen des Gesetzes oder seiner Ausführungsbestimmungen dienen. Besondere dringliche Anträge der betheiligten Interessenten sind, soweit dies zulässig ist, schon jetzt im Berivaltungswege berücksicht worden." Der Minister ließ Die Deputation überreichte im Namen von 26 Vereinen eine Eingabe betr. die Rabatt- Sparvereine. sich eingehend über die thatsächlichen Verhältnisse, sowie über die Wünsche der betheiligten Kreise, welche die Stellung dieser Vereine unter das wirthschaftsgenossenschafts- Gesez, sowie Heranziehung derselben zu den städtischen und staatlichen Steuern beantragen, Bericht erstatten, und ersucht um Einreichung ſtatiſtiſchen Materials, aus dem sich eine Gesammt- Uebersicht über die Schädigung des Handels durch die Rabatt- Sparvereine ersehen lasse. Der Minister versprach eine gründliche Prüfung der Angelegenheit, sowie der etwa zu ergreifenden erforderlichen Maßregeln. Eine bezügliche Denkschrift ist bereits in Vorbereitung und soll demnächst dem Handelsminister zugehen. sibi So sehr wir uns auch frei wissen von einer Ueberschätzung der Rabatt Sparvereine können sie doch wesentliches zur Sebung der Lage der Arbeiterklasse nicht beitragen, so möchten wir doch feststellen, daß der Beweggrund für das Vorgehen des Bundes der Gewerbetreibenden lediglich der Konkurrenzneid ist. AufStein Zweifel über die Bedeutung diefer Erhebungen und fällig ist auch das freundliche Entgegenkommen des Ministers. Materialsammlungen. Der Unternehmer Machtgebot fordert eine Wünschen der Arbeiterschaft gegenüber pflegt man zugeknöpfter weitere Durchlöcherung der schon so dürftigen Sonntagsruhe der zu sein. Arbeiter. Und die Regierungen gehorchen. Ueber den Kirchenbesuch und die staatlichen Maßregeln, denWohnungsnoth. Mehr als je werden gegenwärtig wieder die selben zu befördern, äußert sich der bekannte Sozialpolitiker LandFragen der Wohnungsnoth und der eventuellen gesetzlichen Abhilfs gerichtsrath Kulemann in der„ Braunschweigischen Landesmittel dagegen erörtert. Besonders die Frage eines Reichs- zeitung". Sulemann untersucht, unter welchen Gesichtspunkten aus Wohnungsgejeges wird in weiteren Streisen erörtert. Das können religiösen Gründen grundsäglich ein Eingriff in die persönliche Freisich die deutschen Hausagrarier natürlich nicht gefallen lassen. Sie heit der Arbeit und des Vergnügens zulässig ist und kommt zu dem machen bekannt:" Der Zentralverband der deutschen Haus- und Schluß: Wieder wird in der Münchener Allg. Ztg." ein Stück des Etats Grundbesigervereine will durch eine eigens durch die Hausbefizerbekannt gegeben, und zwar handelt es sich diesmal um die Unter- vereine aufgestellte Statistit der Regierung den Nachweis er beamtengehälter. Nach diesen Mittheilungen hebt der Gesezentwurf bringen, daß, vielleicht von vereinzelten Fällen abgesehen, eine für die Feststellung des Reichshaushalts- Etats 1899 bezüglich der Wohnungsnoth, besonders bezüglich fleiner Gehälteraufbesserung hervor, daß nach dem im Vorjahre erfolgten Wohnungen, nicht besteht. Diesen Nachweis hält der Abschluß der Aufbesserungsbewegung noch einzelne Wünsche Zentralverband um so mehr für nothwendig, als die Behauptung von Wünsche Zentralverband um so mehr für nothwendig, als die Behauptung von theils des Reichstags, theils der einzelnen Berivaltungszweige einem Mangel an fleinen Wohnungen von gegnerischer Seite dazu ver zu berücksichtigen bleiben. Den Resolutionen des werthet wird, die Erbauung von Miethhäusern durch Genossenschaften zu Reichstages wegen Erhöhung des Endgehalts der Landbrief- befürworten, zumal die heutige Strömung in der Sozialpolitik diesen träger von 900 auf 1000 m. und wegen Erhöhung des Anfangs Bestrebungen sehr zu statten kommen würde. Es werden daher alle sages in der Postschaffnerklasse auch für die seit dem 1. April 1895 deutschen Haus- und Grundbefizer- Vereine aufgefordert, in un Angestellten von 800 auf 900 m. hat der Bundesrath für 1899 a u- anfechtbarer" Form der Regierung gegenüber den Gegenbeweis zu gestimmt. Gleichzeitig find in allen Verwaltungen statt der Ge- erbringen und mitzuwirken an der Aufstellung einer diesbezüglichen hälter von 700-900., wie bei den Landbriefträgern, folche von Statistit, wogn die Unterlagen vom Zentralverbande jezt zur Aus 700-1000 2. und statt der mit 800 M. beginnenden Unterbeamten gabe gelangen." " Ich kann hier keinen anderen Gesichtspunkt finden, als den, daß jeder Staatsbürger das Recht hat, gegen eine Verlegung seiner religiösen Gefühle geschützt zu werden... Es liegt mir daran, festzustellen, daß jedenfalls ein anderer Gesichtspunkt, der bisher die Grundlage der gefeßlichen Regelung gewesen ist, grund. fäßlich abgelehnt werden muß, nämlich der, daß es Sache des Staates sei, den Kirchenbesuch künstlich zu fördern." Diesem Standpunkt entsprechend kommt der Verfasser zu dem Schluß, daß freilich alles zu verbieten sei, was eine unmittelbare Störung des Gottesdienstes bedeuten würde, darüber hinaus aber niemand in seinen Arbeiten und Verguügungen zu beschränken. So wären wohl z. B. Tanzmusiken im Orte wahrend des Gottes dienste s oder auch öffentliche Umzüge als störend zu bezeichnen. Doch meint er weiter: Spanien. Kommunales. 1 .2as trifft aber nicht zu, wenn es sich um Veranstaltungen außerhalb dieses Wohnbezirkes handelt. Zieht ein Verein oder eine sonstige Gesellschaft am Sonntag Morgen in den Wald, so 30. November geschrieben: Heute wird von Havana aus an Bord Die Gebeine des Kolumbus. Aus Madrid wird vomi Stadtverordneten Versammlung. bag man nicht behaupten können, daß das, was sie dort treibt, des Dampfers„ San Augustin" das Grabdentmal des Kolumbus 34. Sizung vom Donnerstag, den 1. Dezember, das Gefühl der übrigen, insbesondere der Kirchengänger verletzt." nebst allen Steinplatten und Einfriedigungsstücken nach Spanien nachmittags 5 Uhr. Das ist alles fehr richtig. Aber im Zeitalter der Winckerei wird eingeschifft. Zur Ueberführung des Sarges mit den Gebeinen wird mittheitung, daß die städtischen Behörden beim heutigen Einzuge Vorsteher Dr. Langerhans eröffnet die Sigung mit der Herr Kulemann mit seinen Ansichten sehr wenig Glück haben. Gilt ein spanisches Kriegsschiff nach Havana entsandt werden. esbod gegenwärtig, als eine der wichtigſten Regierungsmarimen, welcher Stadt Spaniens die fünftige Ruhestätte für die Ueberreste des Kaiſers durch eine Deputation vertreten gewesen sind und der dem Volfe die Religion zu erhalten". 3n gunsten dieses Grund- des großen Seefahrers errichtet werden soll, ist noch nicht ent- Bürgermeister Kirschner eine Ansprache gehalten hat. fazzes muß sich das" Wolk" eben auch einige polizeiliche Schuh- schieden. riegeleien zu gunsten des so schwachen Kirchenbesuches gefallen Lajjen. belehrt Die sogenannten Italien. In Gegen die Ertheilung von Religionsunterricht in Kleinkinder- Schulen wendet sich ein Erlaß des Posener Ober- diskutirte die Kammer die Antwort- Adreſſe auf die Thronrede. Die Aus Rom wird uns, d. d. 28. November, geschrieben: Heute präsidenten Freiherrn von Wilamowig- Möllendorf. Danach soll in bedeutendste Rede war die des Genossen Andrea Costa, der sich diesen Schulen von einem förmlichen ſyſtematischen Religions- scharf gegen die Bezeichnung von„ Verführern und Verführten" aunterricht abgesehen werden, da die Ertheilung eines solchen über wandte. den Zweck dieser Anstalten hinausgehe und geeignet sei, die noch Verführer haben organisirt und nicht in schulpflichtigem Alter stehenden Kinder zu überanstrengen. thätigkeiten gekommen. Der Ausbruch des Volkes war spontan nirgends ist es durch sie zu Unordnungen und Gewalt Der Erlaß hebt besonders hervor, es dürfe nicht geduldet werden, ein Ausgruch der Verzweiflung. Von„ Verführten" zu reden, ist ein daß Kinder deutscher Nationalität in Kleinkinder- Schulen Religions Faustschlag ins Gesicht der Thatsachen. Costa forderte mit leidenunterricht und sonstige Unterweisung in polnischer Sprache schaftlichem Nachdruck die volle und ganze Amnestie. Nicht Gnade, das geschehen und das nicht auf Seiten der Opfer gewesen. sondern Amnestie, das heißt Vergessen Vergessen des Unrechts, ferenz hat wohl einen Zweck, jedoch keinen Sinn. Von der Anarchistentonferenz sagte er: Die Kon Man will die anarchistischen Verbrechen unterdrücken. Gut. Die Verbrechen soll man unterdrücken, wenn es möglich ist. Aber welcher Unterschied ist zwischen anarchistischen und gemeinen Verbrechen? erhalten. Es handelt sich bei diesem Erlaß wohl mur um die sogenannten Spielschulen oder Kindergärten, und zudem ist das Hauptmotiv der Verfügung ein national- politisches. Es soll nämlich verhindert werden, daß die Kinder deutscher Eltern mit der polnischen Sprache bekannt gemacht werden. Im übrigen ist der genannte Oberpräsident ein sehr frommer Herr, und an eine Verminderung der in unseren Volksschulen eingeführten religiösen Dressur ist nicht zu denken. Im zweiten Berliner Landtags- Wahlkreise wurde am Mittwoch Abend in der Versammlung der freifinnigen Wahlmänner im Buggenhagen'schen Saale mit 357 von 663 abgegebenen Stimmen der Stadtverordnete Karl Goldschmidt zum Kandidaten proklamirt. Außerdem erhielten Stadtv. Rosenow 147, Reichstags- Abg. Fischbeck 111 und Stadtv. Hugo Sachs 51 Stimmen. Somburg v. d. Höhe, 1. Dezember. Amtliches Wahlresultat. Bei der Landtags- Ersakwahl im Wahlkreise Obertaunuskreis- Frankfurt a. M.( Land)( 10. Wiesbanden) wurde Ober- Landesgerichtsrath Dr. Göschen Frankfurt a. M.( natl.) mit allen 196 ab gegebenen Stimmen gewählt. = Ankauf der Karolineninseln? Was hat ein Verbrechen mit der Politik zu thun? Wer Verbrechen für die Politik auszunuzzen sucht, stempelt sich selbst zum politischen Verbrecher. Und was die, als anarchistisch bezeichneten Gewaltthaten einzelner betrifft, so sind es die Thaten von Menschen, die durch Noth und Arbeitsmangel aus dem Vaterland getrieben waren. vielleicht Die Anarchistenkonferenz ist einfach lächerlich und die Regierung hat sich mit Schmach bedeckt, indem sie dieselbe nach Rom berief. und entfesselte die Heiterkeit der Kammer durch die scharf Herr Belfour, der Ministerpräsident, wußte nichts zu antworten finnige Bemerkung, daß eine" mäßige" Amnestie ganz nüßlich wäre, weil dadurch Menschen Ansammlungen" in den Gefängnissen verhindert würden!-Inzwischen tagt die Anarchistenkonferenz weiter. Die Mitglieder sind sehr schweigsam; allein unter vier Augen geben sie das Fiasko zu. = Die Blätter veröffentlichen eine lange Denkschrift der Herren Krapotkin, Grave und anderer Gelehrten des Anarchismus, die sich darin die höchst überflüssige Mühe machen, zu zeigen, daß die italienische Regierung vom Anarchismus falsche Begriffe hat. In Rimini sind die politischen Berbrecher Turati, de Andreis, Der„ Boff. 8tg." wird aus London folgendes telegraphirt: Der Berliner Berichterstatter der„ Daily News" erfährt, die Meldung, Deutschland beabsichtige, die Karolinengruppe mit Ausnahme der einen an Amerifa als Kohlenstation abzutretenden Infel zu erwerben, sei richtig. Sollte Spanien gewillt sein, Malatesta, Cacavelli, Chiesi, Stomussi und Serpiori zu Gemeindedie Inseln an Deutschland zu einem vernünftigen Preise zu verräthen gewählt worden. faufen und sollte Deutschland die Ueberzeugung gewinnen, daß feine Berwickelungen aus einem solchen Geschäft entstehen, werde es abgeschlossen werden. Die deutsche Regierung würde indeß in feinem Falle etwas thun, was die deutsch amerikanischen Be ziehungen trüben oder auf den Widerstand Englands stoßen tönnte. Ausland. Die Karlistengefahr in Spanien. Eine halbamtliche Mittheilung aus Madrid erklärt die um Laufenden Gerüchte über massenhafte Einschmuggelungen von Waffen für unrichtig. Alle Führer und Agitatoren der karlistischen Partei in den nördlichen Provinzen würden sehr scharf bewacht, und es feien bisher nur bei einem Agitator zehn neue Gewehre gefunden und beschlagnahmt worden.. Gleichwohl fieht auch die Regierung die Lage als eine sehr ernste an, da Mittheilungen darüber eingegangen find, daß Vertreter des Don Carlos mit ausländischen Waffenfabriken in Unterhandlung stehen. Charakteristisch für den Ernst der Situation ist die folgende Privatdepesche, welche die Bossische Zeitung" erhält: Alle nach außerhalb bestimmten Drahtmeldungen über die Karliſtenbewegung unterliegen neuestens einer so scharfen. 3 ensur, daß die un abhängige telegraphische Berichterstattung geradezu unterbunden ist. Zusammenbruch des zentralamerikanischen Bundes. Aus New- York meldet das Reuter'sche Bureau": Ein Telegramm aus Managua besagt, die Begründer der Vereinigten Staaten von Zentralamerika erklären die Großrepublik von Zentralamerifa für aufgelöst. Nicaragua und die anderen Staaten nehmen wieder den Charakter als vollkommen selbständige Staaten an. Der Friede scheint bisher nicht bedroht. Der Zusammenbruch des Bundesplanes wird folgendem Vorgange zugeschrieben: Die Truppen von Honduras hatten vergeblich versucht, den Aufstand, der in San Salvador gegen den Abschluß des Bundes mit Honduras und Nicaragua ausgebrochen war, im Auftrage der Leiter der Bundesbewegung zu unterdrücken. Depeschen. aus San Francisco melden, daß General Regalado, der die Präsidentschaft von San Salvador an sich gerissen habe, Aranjo zum geschäftsführenden Minister eingesetzt habe. Die Regierung sei nunmehr in den Händen der Revolutionspartei. Desterreich- Ungarn. " Afien. Bombay, 30. November. Wie hierher berichtet wird, hält der Mullah die Berge besezt, welche die Straße Bandschkora- Tichitral beherrschen, und bedroht dadurch den Verkehr auf dieser Straße. Es geht das Gerücht, er beabsichtige Tschatdaca und Malakand anzugreifen. Von den Philippinen. Nach einer Meldung der Agence Havas" aus Madrid sind dort Nachrichten von den Philippinen eingetroffen, denen zufolge die Aufständischen die amerikanische Herrfchaft zurückweisen würden; sie würden die Amerikaner bis aufs äußerste bekämpfen und wollten 10 000 Mann spanischer Truppen als Gefangene zurückhalten, um sie zu zwingen, gegen die Amerikaner zu kämpfen. Neue Pestnachrichten. gastar wird amtlich bestätigt. Die Nachforschungen nach dem Das Auftreten der Beulenpest in Tamatave auf Ma da Rund um Tamatave sind Quarantänemaßnahmen getroffen. Die Ursprung ihres Erscheinens auf Madagaskar sind bisher ergebnißlos. Epidemie ist dortselbst stationär; sie ergreift besonders die Ein geborenen und verschont die europäischen Ansiedler. fident des Quarantänerathes habe berichtet, daß bei Ankunft des Die Londoner" Daily Mail" meldet aus Kairo, der Prävon Bombay kommenden Dampfers Caledonia" in Suez ein Sanitätsoffizier einen Eingeborenen an Bord entdeckte, welcher Symptome von Beulenpest zeigte, und noch einen anderen Bestverdächtigen. Beide Personen seien isolirt worden. Partei- Machrichten. In den Ausschuß wegen der Errichtung einer neuen Realschule im Hansaviertel sind auch die Stadtv. Dupont und Wernau gewählt; dem Ausschuß für die Vorlage betr. die anderweite Vergehört u. a. auch der Stadtv. Herzfeld an, wendung der Zinsen aus dem Fonds für gewerbliche Ausstellungen Zu der Vorlage des Magistrats wegen Anerkennung einer Anzahl Bureauhilfsarbeiter als Gemeindebeamte sind zahlreiche Petitionen eingegangen, darunter auch anonyme so unverschämten und unanständigen Inhalts, daß der Vorsteher von der Verlesung Abstand nehmen zu müssen erklärt. 12 Jahre mit 97 Stimmen wieder gewählt. Zum Kämmerer wird der bisherige Kämmerer Maaß auf gebracht worden, an den Magistrat folgende Anfragen zu Bom Stadtv. Preuß ist am 1. November der Antrag einrichten: Seit dem 24. Oktober find die Rektoren mehrerer hiesiger Gemeindeschulen von den Schulinspektoren angewiesen worden, einigen Lehrerinnen das Ordinariat, welches sie feit 22 bezw. 19 und 16 Jahren vorwurfsfrei führen, abzunehmen und sie nicht mehr als Klaffenlehrerinnen zu beschäftigen, weil diese Lehrerinnen jüdischen Glaubens sind und sich in ihren Klaffen teine genügende Zahl von Kindern desselben Bekenntnisses befindet. 1. Ist dem Magistrat bekannt, auf wessen Anordnung die Schulinspektoren gehandelt haben? dem 2. Stehen weitere ähnliche Maßregeln in Aussicht? 8. Billigt der Magistrat dieses Vorgehen? Eventuell: 4. Was will der Magistrat thun, um jene Maßregeln rückgängig zu machen, oder falls, er dazu nicht die Macht hat, wie will er diefen Lehrerinnen eine weitere ersprießliche Wirksamkeit und ein mit ihrer persönlichen Würde vereinbares Ausharren im städtischen Schuldienste ermöglichen? Gegenstand die folgende Resolution beantragt: Nachträglich haben dieselben Antragsteller am 10. November zu Die Versammlung wolle den Magistrat ersuchen, dafür Sorge zu tragen, daß den ohne ihr Verschulden gemaßregelten jüdischen Lehrerinnen eine ersprießliche Wirksamkeit und ein mit ihrer persönlichen Würde vereinbares Ausharren im städtischen Schuldienste ermöglicht werde, eventuell durch Versehung an die höheren Mädchenschulen und, wenn nöthig, durch Beurlaubung bis zum Eintritt entsprechender Vakanzen. Infolge der weitschichtigen Erörterungen, welche sich an den neuen Elektrizitätsvertrag angeknüpft haben, ist auch diesem Gegen stand das Schicksal widerfahren, daß seine Erledigung seit einer Reihe von Wochen im Rückstand geblieben ist. Stadtv. Hermes beantragt Ausschußberathung. Wir Stadtv. Dr. Preuß: Vor drei Jahren habe ich bereits durch einen ähnlichen Initiativantrag Ihre Aufmerksamkeit auf eint System von Maßregeln der Regierung gegen die Freiheit der städtischen Schulverwaltung gelenkt. Die härtesten derfelben betrafen das konfessionelle Gebiet, und mit einer der atutesten haben wir es hier zu thun. Die Angelegenheit ist absolut feine spezifisch jüdische, es handelt sich nicht um die Rechte einer ganz fleinen Minorität, welche zu tausendfährigen schlimmen Leiden noch diese Nadelstiche hinnehmen muß. Alles in allem handelt es sich nur um etwa 100 jüdische Lehrpersonen, die in ganz Preußen an öffentlichen Vollsschulen angestellt sind. Aber es stehen große Prinzipien, Rechts- und Kulturfragen hier zur Erörterung, es Von dem ganzen System find diese konfeffionellen Maß handelt sich um Geist und Freiheit der städtischen Selbstverwaltung. wieder aufgelebt, jenes System, dem sich schon vor dreißig regeln nur ein Theil. Das alte System Mühler scheint Jahren Gneist in dieser Versammlung entgegenwarf. stehen mitten drin in einem konfeffionellen Kampf, hervorgerufen Leffing's, sondern seines Gegners, des Hauptpastors Gözze, wird durch den Geist der Regierungsmaßregeln. Nicht mehr im Geiste heute die Schulverwaltung geführt. Die Beiten eines 28öllner scheinen wiedergekehrt. Genau dasselbe, was heute die Regierung vertritt im Buntte der Konfessionalität der Volksschule, hat schon vor 30 Jahren Herr v. Mühler vertreten, und über das Mühler'sche System ist doch das Urtheil der Geschichte gesprochen. Herr Bosse hat 1895 in dem für die jetzigen Maßregeln grundlegenden Erlasse ganz dasselbe erklärt, was Herr v. Mühler 1869 erklärte; nicht blos Religion, sondern auch die andern Lehrgegenstände, Literatur, Bei den Stadtverordneten- Wahlen in Solingen erhielten Geschichte 2c., könnten nur konfessionell gelehrt werden. Ein Schulin der 3. Abtheilung unsere Kandidaten David Wed, Ernst rath Scheibert, der damals Herrn v. Mühler noch zu übermühlern 185 Stimmen. Die„ Fraktion Schumacher" hatte ebenfalls Grammatit, Mathematit ze. aus. Dahin muß tonsequent auch der Forkert und Ernst Bollengraben 144, 141 und bestrebt war, dehnte den Begriff der Konfessionalität auch auf Kandidaten aufgestellt; dieselben erhielten Stimmen: Emil Erlaß des Herrn Bosse von 1895 führen. Wahrscheinlich will Heßner 295, Karl Eickhorn 274 und Georg Schumacher, der be- man allmälig vorgehen und vertraut, daß der erste Schritt Aber schon Gneist es mit deren Hilfe auf 462 Stimmen. Auf die bürgerlichen Kan- hat ausgeführt, daß dieser Begriff der Konfessionalität scheitern müsse zeichnenderweise auch von den Bürgerlichen aufgestellt war, brachte die andern schon nach sich ziehen werde. didaten fielen Stimmen: David Röttgen 556, Karl Lütters 472, an der Jdee des Schulzwanges, der allgemeinen Schulpflicht. Darum Hermann Happ 446, Guft. Pfaffroth 287. Das Ergebniß der Wahl ist auch die Volksschule nicht auf dem Grunde der Konfessionalität ist, daß die lettgenannten vier Bürgerlichen und von der Fraktion aufgebaut, sondern auf der politischen Gemeinde. Das Lehramt Schumacher" Georg Schumacher und Emil Heßner sich einer Stich dieser Volksschulen ist aber ein öffentliches Amt, welches jedem wahl zu unterziehen haben. Wie man uns aus Solingen schreibt, ohne Schranke der Konfession zugänglich sein muß. Unter diesem wird die Parole der Parteigenossen voraussichtlich sein: Nieder mit Gesichtspunkt ist das Vorgehen der Schulbehörde auch den Renegaten! grobe Verfassungsverlegung. Das Volksschulgesetz des Grafen Zedlig hat die Entrüstung des Volkes hinweggefegt; jetzt In Mainz wurde der Parteigenosse Landtags Abgeordneter geschieht viel Schlimmeres durch Restripte und im Geheimniß der pH. Haas mit 3359 Stimmen in die Stadtverordneten Aften. So gut wie die höheren Lehranstalten werden die VolksBersammlung gewählt. Von 11 781 Stimmberechtigten nahmen schulen aus öffentlichen Mitteln erhalten; sind die ersteren In Preußen Deutschland haben sich die Berather der Krone 6803 an der Wahl theil. Im Jahre 1895 betrug die Zahl der nicht konfessionell und das hat Herr Bosse im Abgeordnetenhause nicht zur Empfehlung eines solchen vernünftigen Amnestie- Erlasses Wahlberechtigten 10 798, die der Abstimmenden 5405. Unsere Partei ausdrücklich anerkannt-, so sind es die letzteren auch bei feierlichen Begebenheiten des taiserlichen Hauses aufgeschwungen. hatte diesmal für die 21 zu erneuernden Mandate der Hälfte nicht. Seit 1894 ist blos eine einzige jüdische Lehrerin angestellt Dafür werden bei uns bestrafte Schuyleute und ähnliche Staats- aller Mainzer Mandate überhaupt 11 Barteigenossen und worden( Sört, hört!). Die letzte Maßregel aber, die dem Recht wie 10 Bürgerliche aufgestellt. Davon tamen 1 Parteigenosse und der Billigkeit zuwiderläuft, kann unmöglich mit den Interessen der stügen fast alltäglich begnadigt. 4 Bürgerliche durch, lettere mit 3228-3516 Stimmen. Das Kartell, Religion begründet werden. Es kann doch nicht jede der davon bein dem sich die Nationalliberalen, Freifinnigen, Demokraten und troffenen Damen ein Cato im Weiberrod sein; menschlich begreiflich Paris, 1. Dezember. Der Senator Fabre beabsichtigt für den Ultramontanen zu dem zwed zusammengefunden hatten, den Sieg ist es, wenn sie unter diesem Eindruck das Licht von Damastus erFall, daß der Kaffationshof sich bezüglich des Prozesses Picquart der Sozialdemokratie zu vereiteln, mußte sich mit 16 Mandaten be- blickt( Heiterkeit). Sie gab bisher jüdischen, fie giebt nach 4 Wochen vollständig passiv verhalten sollte, eine neue Interpellation einzu- gnügen. Die Kandidaten des Kartells wurden mit 8292-3822 Stimmen Quarantäne vielleicht christlichen Religionsunterricht; und das alles vollständig passiv verhalten sollte, eine neue Interpellation einzugewählt; ihr Sieg ist also nichts weniger als glänzend, ganz ab- im Namen der Religion!( Sehr gut!) Der Miniſterabsolutismus bringen. Es verlautet, ein anderer Senator beabsichtigt darüber zu interpelliren, weshalb das Amtsblatt jene Stelle der Rede Dupuy's gesehen davon, daß ihnen 4 Blätter agitatorisch zur Verfügung im Unterrichtswesen hat ja freilich selbst einem Bismarc fortgelassen habe, in welcher es heißt, der Staffationshof besize standen. hindernd im Wege gestanden. Es giebt aber doch über der preußischen Verwaltung ein Reichsgefeß, welches die Gleichberechtigung der Konfeſſionen ausspricht, und schließlich muß, wenn alle Stränge reißen, die Stadtverordneten- Versammlung mit einer Petition den Reichstag um Schutz gegen die Maßnahmen der preußischen Regierung anrufen. Auch als bloße Demonstration könnte das eines großen Eindrucks im deutschen Volte nicht verfehlen. Die Taktik des Magistrats in dieser Sache ist nicht die richtige gewesen. Mit Wohlwollen" ist diese Frage nicht mehr zu behandeln. Wohlwollend" ist auch der Kultusminister und unter all diesem WohlBrüssel, 30. November.( Frantf. 8tg.") Im Arbeitsministerium wollen geschehen die schlimmsten Rechtsmißbräuche. Auch hier hat wird eine Revision des Gesetzes von 1887 über die Industrieder Magistrat wieder geglaubt, dilatorisch verfahren zu müssen, und Arbeiterkammern vorbereitet werden. Man wünscht die Bu 1 Monat Gefängniß wegen Beleidigung eines Hotel feine Vorstellungen an das Provinzial- Schulkollegium sind lediglich bisher sehr geringe Wirksamkeit derselben als Einigungsämter bei befizers wurde vom Schöffengericht in Erfurt der Parteigenosse eine Bittschrift. Nicht um eine Galgenfrist für ein paar Lohnstreitigkeiten zu verstärken. Da man aber vor dem Neu- Rudolph, Redakteur an der Tribüne", verurtheilt. Er hatte Damen handelt es sich, sondern um die größten Prinzipienfragen. Seeländer System, das den Aussprüchen der Einigungsämter während des sogenannten Bierkrieges mitgetheilt, daß die boykottirte Mit dem Standpunkt, daß die jüdischen Lehrkräfte das Interesse 3wangscharakter verleiht, zurückschreckt, so sei auch von einem Büchner'sche Brauerei außerhalb Erfurt's Abfaz suche. Sie sei dabei der christlichen Kinder schädigen, ist überhaupt nicht zu pattiren. reformirten Gejez nicht allzuviel zu erwarten. Das Ministerium nicht wählerisch, denn sie wolle ein Restaurant in Gotha erwerben, Noch jezt aber muß vorgesorgt werden, daß der Anblick einer groben beabsichtige, bei dem Unfallversicherungs- Gesez in der auf das eine andere Erfurter Brauerei schon wegen Ueberschuldung Rechtsverlegung, wie er barin liegt, daß Lehrerinnen, welche 22 Jahre Kammer die Vertrauensfrage zu stellen und keinesfalls die verzichtet habe. Der betreffende Hotelbefizer fühlte sich dadurch gelang das Ordinariat ordnungsmäßig geführt haben, wieder als hilfa von den Sozialisten und den Christlich- Sozialen geforderten weiter schäftlich geschädigt. lehrerinnen in die Schule kommen, den Schülern erspart bleibt( Wiedera gehenden Verbesserungen anzunehmen. Holte Zustimmung.) Zu einer solchen Vorsorge kann man ja niemand Amnestie. Die Wiener Zeitung" veröffentlicht ein Handschreiben des Kaisers an den Justizminister Dr. v. Ruber, in welchem er anläßlich des Regierungsjubiläums volle Amnestie für Verbrechen der Majestätsbeleidigung oder der Beleidigung von Mitgliedern des kaiserlichen Hauses, die bis zum 2. Dezember d. J. begangen sind, ertheilt, und nach welchem 548 anderen Sträflingen der Rest der Freiheitsstrafe erlassen wird. diskretionäre Gewalt. Frankreich. In dem Dorfe Seidau bei Baußen befinden sich seit der letzten Der Untersuchungsrichter Jolly, der die Untersuchung gegen die Gemeinderathswahl, wo wieder ein Mandat gewonnen Madame Palmier führt, hat seine Arbeit beendet und beantragt, wurde, nun alle drei Mandate der Unansässigen in den Händen der Madame Palmier wegen des bekannten Revolverattentats vor das Sozialdemokratie. Schwurgericht zu stellen. Der Kassationshof nahm heute das Verhör Picquart's wieder auf und wird dasselbe wahrscheinlich heute zu Ende führen. = Belgien. Der Gemeinderath des hefüschen Dorfes Mühlheim am Main besteht jetzt aus 10 Sozialdemokraten und nur 2 Bürgerlichen. Noch im Jahre 1892 unterlagen wir mit unseren Kandidaten. Das Dorf hat etwa 3000 Einwohner. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. gingen, und darum habe ich meinen zweiten Antrag ein- Stadtv. Canitätsrath Dr. Neumann hält ebenfalls eine Die Aussperrung von Arbeitern seitens italienischer gebracht, der einen Weg der Abhilfe zeigen soll. An den höheren Rechtsverlegung für vorliegend. Die Edulen, an welchen die Ver- Unternehmer zu dem Zwecke, von der Regierung ein zu Mädchenschulen sind viel mehr jüdische Schülerinnen, aber seltsamer- fügung zur Durchführung gelange, müßten ja Pflanzstätten des geständniß zu erzwingen, ist, wie unser italienischer Korrespondent weise keine jüdische Lehrerin; wahrscheinlich ein Zufall.( Heiterfeit.) Antisemitismus werden und so zur Verbreitung einer derartigen schreibt, in Italien durchaus nichts Seltenes. Wie jetzt die ZündholzEinen Grund für Ausschußberathung sehe ich nicht ein, die Sache moralischen Best beitragen, zur selben Zeit, wo die Regierungen fabrikanten ihre Arbeiter ausgesperrt haben, um die Zündholzsteuer liegt flar; es würde auch damit nur die Wirkung eines sofortigen zur Abwehr der Bubonenpest gemeinsame Schritte vereinbarten! zu Fall zu bringen, so haben auch schon früher audere Unternehmer, einhelligen Beschlusses beeinträchtigt werden. Bitten und Flehen Stadtschulrath Bertram bemerkt noch, daß gewisse Ver- besonders die Besizer der berüchtigten Schwefelgruben in Sizilien, hilft hier nichts, die Kluft ist unüberbrückbar, der Kampf ist uns fassungsbestimmungen zur Zeit noch nicht in faktische Geltung ge- die Arbeiter ausgesperrt, um sie zur Verzweiflung und zu Ruheaufgezwungen.( Lebhafter Beifall.) treten sind, so die Mitwirkung der Gemeinden bei der Stellen störungen zu treiben, damit die Regierung gezwungen werde, die befeßung. Die Beurlaubung im Interesse des Dienstes" sei ein geplanten Steuern wieder zurück zu nehmen. höchst bedenklicher Vorschlag. Stadtv. Prezel hält an seiner Auffassung des Falk'schen Erlaffes von 1875 feft, obwohl er ihn nicht zur Stelle hat. Christen- Lehte Nachrichten und Depelihen. thum und Deutschthum sei aber nicht zu trennen. Stadtv. Cassel protestirt gegen die letzten Ausführungen. Damit schließt die Debatte. Persönlich lehnt Stadtv. Preuß den ihm vom Stadtv. Prezel bezüglich eines in Roth gerathenen Lehrers gemachten Vorwurf entschieden ab. Er habe den Betreffenden materiell unterstützt und beim Magistrat zur Unterſtügung empfohlen.( Hört! hört!) Die Anträge werden darauf einem Ausschuß überwiesen. Die übrigen Berathungsgegenstände werden vertagt. Schluß nach 91/4 Uhr. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Stadtv. Hermes: Auch in der Schuldeputation theilt man im wesentlichen die Anschauung des Antragstellers. Der Magistrat hätte die Verfügung ohne Remonstration nicht ausführen sollen, auch wenn es sich blos um drei jüdische Lehrerinnen handelte, schon weil kein Mittel unversucht gelassen werden durfte, die Rechte Der Bundesrath hat in seiner heutigen Plenarsizung folgende unferer Schuleinrichtungen bis zum Aeußersten zu schützen. Jezt werden nur drei Lehrerinnen davon betroffen, fünf Monate Entwürfe zum Reichshaushalts- Etat für 1899 genehmigt: betr. das später aber schon 36; die sämmtlichen jüdischen Lehrkräfte belaufen Auswärtige Amt, die Reichsdruckerei, die Verwaltung des Reichsfich nur auf 54. Die Verfügung geht also unzweifelhaft darauf aus, heeres( mit einigen Aenderungen), die Verwaltung der kaiserdie jüdischen Lehrkräfte überhaupt aus unsern Volksschulen zu verbanen. lichen Marine( mit einigen Aenderungen), die Verwaltung des Gouvernements Kiautschou, die Reichspost- und Telegraphenverwaltung, Mit der Anstellung ist das Ordinariat aufs engste verknüpft, denn es werden so viel Lehrpersonen angestellt, als Klassen vorhanden die Verwaltung der Eisenbahnen( mit einigen Aenderungen) und find. den allgemeinen Pensionsfonds. Den zuständigen Ausschüssen Gerade die erziehliche Thätigkeit, die Hauptfunktion des werden überwiesen die Gesetzentwürfe wegen Feststellung des ReichsPädagogen, stützt sich hauptsächlich auf die Einrichtung des Haushalts- Etats für 1899, wegen Aufnahme einer Anleihe für die Ordinariats; die Entziehung desselben bedeutet eine Charakterisirung als Lehrperson zweiter Klasse. Zwecke der Verwaltung des Reichsheeres, der Marine und der Reichs( Zustimmung.) Evangelische Eisenbahnen und wegen Verwendung überschüssiger Reichs- Einnahmien Eltern haben sich nicht über jene drei sehr verdienten Lehrerinnen beschwert; geheizt gegen die jüdischen Lehrerinnen hat freilich die aus dem Rechnungsjahr 1899 zur Schuldentilgung; ferner die leberantisemitische Presse. Die drei Damen find von der Maßregelung haben, bemühen sich im Norden Berlins einzelne Leute, unsere 1896/97 und 1897,98, der Entwurf von Beſtimmungen über die Achtung, Bauarbeiter! Wie wir in Erfahrung gebracht fichten über die Einnahmen und Ausgaben der Schutzgebiete für 1895.96, so schwer betroffen, daß sie nervös erkrankt und zur Unterrichtsertheilung zeitig unfähig sind. Die Votation derselben ist seinerzeit bedingungslos Kollegen irre zu führen. Die Betreffenden betreiben die Gründung Sammlung von Saatenstand- und Erntenachrichten und der Entwurf erfolgt, es müßte also doch die Stadt mitzureden haben, wenn aus von Klubs, die dazu angethan sein sollen, den Verband der Bau-, von Grundsäßen für die Besetzung der Subaltern- und Untersolchen rein äußerlichen Gründen ihnen ein solches Unrecht zugefügt aus diesen Kreisen die Kollegen aufgefordert, ihre Verbandsbücher anwärtern. Dem Entwurf eines Gesetzes wegen Feststellung des Erd- und gewerblichen Hilfsarbeiter zu schädigen. Vielfach werden beamtenstellen bei den Kommunalbehörden u. f. w. mit Militärwird. Volle Remedur würde nur die Zurücknahme der Verfügung nebst Sammelfarte zu vernichten, um dem Klub beizutreten. Zwei Haushalts- Etats für die Schutzgebiete auf das Rechnungsjahr 1899 schaffen. Aus allen diesen Erwägungen scheint Ausschußberathung unserer Verbandskollegen, Teichmann und Engling, legten wurde die Zustimmung ertheilt und schließlich über eine Reihe von geboten. Unsere simultanen Schuleinrichtungen müssen erhalten bleiben, da sie allein den Bedürfnissen der Zeit und der Weltstadt dagegen Verwahrung ein, was zur Folge hatte, daß sie deshalb ge- Eingaben Beschluß gefaßt. entsprechen.( Beifall.) maßregelt wurden. Der Vorsitzende dieser Klubs ist der Bauarbeiter Oskar Schulz, in Berufskreisen gut bekannt. Wir wünschen dem Klub viel Glück zu seinem Unternehmen, werden aber auf ihn ein wachsames Auge haben. Erwarten wollen wir nur von unseren organisirten Kollegen, daß sie sich nicht beeinflussen lassen, und an dem festhalten, was unsere Organisation geschaffen hat. Die Lohnfommission. J. A.: W. Noad. Deutsches Reich. M Erfurt, 1. Dezember.( Privattelegramm des„ Vorwärts".) Dem Ausgwiesenen asert ist auf dem Regierungspräsidium mitgetheilt worden, daß die Ausweisungsverfügung gegen ihn vorläufig wieder aufgehoben ist. Stadtschulrath Bertram schickt voraus, daß gegen die jüdischen Lehrerinnen nicht das mindeste vorlag noch vorliegt, was mit jener Lehrerinnen nicht das mindeste vorlag noch vorliegt, was mit jener Zwangsmaßregel in Verbindung zu bringen wäre; es handle sich eben um eine 3 wangs maßregel, daher lasse sich auch von einem Angriff auf ihre persönliche Würde infolge desselben nicht sprechen. Bremen, 1. Dezember.( W. T. B.) Die Rettungsstation Cur ( Widerspruch.) Eine der Damen sei übrigens an einem Halsleiden erkrankt.( Unruhe.) Prinzipiell sei er mit den Ausführungen haven telegraphirt: Am 1. Dezember wurden von der in der der Vorredner im wesentlichen einverstanden. Gegen die Zeiten von Der Zentralverband der Zimmerer beruft zum 22. März 1899 Norderelbe gestrandeten norwegischen Bark Morwig", Kapitän Gneist sei man im Gebiete der Simultanschule doch erheblich weiter die Generalversammlung nach Berlin ein. Auf der Tagesordnung Tobiassen, mit Salz von Hamburg nach New Castle bestimmt, zchn gekommen. Schwankungen fänden auf diesem Verwaltungsgebiete wie steht neben sonst Geschäftlichen die Frage der Arbeitslosen Unter Personen durch das Nettungsboot der Station Elbe( Leuchtstff 2) gerettet. auf allen andern statt. Die Abhilfevorschläge des Antrags Breuß seien stügung. nicht zweckmäßig; die Beurlaubungen und Versegungen könnten Köln, 1. Dezember.( B. H.) Die Köln. 8tg." schreibt zu der Bei der Gewerbegerichtswahl in Plauen siegte die Liste aus diesem Anlaß nicht verfügt werden. Man müsse sehen, ab der Gewerkschaften. Der gleiche günstige Erfolg ist aus Geis- Nede des Grafen Thun:" Nicht sowohl in reichsdeutschen als vielman auf anderem Wege durchkomine. Erst um Weihnachten herum ingen zu melden; auch hier drang die Liste der Gewerf mehr in österreichischen Blättern ist der Meinung Ausdruck gegeben, daß das Bundesverhältniß zwischen Deutschland und Oesterreich durch werde die Schuldeputation nach Maßgabe des dann festzustellenden schaften durch. Bedürfnisses sich mit bestimmten Abhilfevorschlägen zu befassen haben. Das Gewerkschaftskartell in Dresden hat einen gedruckten die Rede des Grafen Thun eine schwere Erschütterung erlitten habe Der vorgesetzten Behörde den Dienst verweigern, fönne man nicht ohne Geschäftsbericht für das verflossene Geschäftsjahr herausgegeben. und in seinem Bestande gefährdet sei. Wir möchten damit sagen, die Borbedingung, daß eine offenbare Gesetzesverlegung verlangt Demnach sind zur Zeit im Startell 15 500 Arbeiter, welche 53 gewerk- daß in diesen Bemerkungen die Tragweite der betreffenden Rede Wenn eine Vereinigung in 20 Jahren zum wird. Er sei der Vollstrecker der Verfügung, weil er es sein müsse. schaftlichen Organisationen angehören, durch 71 Delegirte vertreten. sehr überschätzt wird. Der Magistrat würde sich durch solchen Widerstand aufs schwerste Die Gefaminteinnahme beirug 1046 M., die Gesammtansgabe 644 22. besten zweier benachbarter Länder bestanden hat, dann geht sie nicht Das Verhältniß zwischen Deutschberfündigen. Die Vocation gebe keinen Anspruch auf ein Ordinariat. Es find unter anderem durch 34 000 Flugblätter drei größere Aktionen so leicht in die Brüche. und Oesterreich sieht seine Stärke namentlich in dem Die Versammlung folle nicht aus dieser Frage einen neuen Streitpunkt inszenirt worden, und zwar für den Streit der englischen Maschinen- land mit dem Magistrat schaffen, sondern einträchtig mit ihm vorgehen. bauer, für die Wahl zur Orts- Krankenkasse und gegen das Posa- Umstande, daß es nicht dem einen Staate einseitig Vortheile Gehe man über den gesetzlichen und fattischen Zustand in den An- dowsky'sche Rundschreiben. Außerdem wurden Versammlungen und gewährt, sondern daß diese Vortheile beiden Staaten zu gute Wir wollen teine arithmetische Berechnung aufstellen, trägen hinaus, so werde von einem Einfluß der Gemeindebehörden Sigungen zahlreich abgehalten. Das Gewerkschaftskartell ist ein fommen. auf das innere Leben der Schule bald überhaupt nicht mehr die sehr achtunggebietender Faktor in der Arbeiterbewegung Dresdens welcher der beiden Theile mehr giebt und welcher der beiden Theile Rede sein.( Große Unruhe.) geworden. mehr empfängt, wir glaubent aber, daß man in Oesterreich die großen Vortheile, welche dieser Staat aus dem bisherigen Vertragsverhältniß gezogen hat, nicht verkennen wird." Frankfurt a. M., 1. Dezember.( B. H.) Die Frantf. 8tg." meldet aus Konstantinopel: Wie England und die Vereinigten Staaten von Nordamerika hat nun auch Italien der Pforte eine Note überreicht, in welcher die endliche Regelung der Schadenersatz- Ansprüche für die italienischen Staatsangehörigen, die bei den Mezeleien von 1896 Es handelt sich dabei um die getödtet wurden, gefordert wird. Sunume von 16 000 Pfund. Wie die oben erwähnten Mächte erklärt auch Italien, daß es sich in diesen Angelegenheiten zum letzten Mal an die Pforte wende. " Stadtv. Prezel: Ich kann der Sache die Bedeutung nicht bei- In Gera ist durch Vermittelung des Gesellenausschusses von messen, die ihr die jüdischen Mitglieder der Versammlung geben. Es handelt der Innung der Bauhandwerker die Zusage erlangt worden, daß am fich zunächst blos darum, daß den jüdischen Lehrerinnen, welche feine 1. Januar n. 3. im Baugewerbe die zehnstündige Arbeitszeit ein dischen Kinder in ihrer Klasse haben, das Ordinariat genommen geführt werden soll und vom 1. April ab ein Lohnzuschlag von 2 Pf. werden soll; erst zum 1. April nächsten Jahres sollen nur pro Stunde den Arbeitern gewährt wird. Der Gesellenausschuß solche jüdischen Lehrerinnen ein Ordinariat beibehalten, welche bekam von einer Maurerversammlung weiter die Weisung, für die mindestens zehn jüdische Kinder in ihren ihren Klassen haben. Nacht- und Wasserarbeit einen Lohnzuschlag von 10 Pf. pro Stunde Eigentlich handelt es sich überhaupt blos um eine einzige zu fordern, sowie für Einführung besserer Baubuden zu wirken. Lehrerin; die Antwort des Magistrats spricht von sechs, und heute Zum Streit der Feilenhauer in der Maschinen- und Feilenist von drei die Nede. In der Zwischenzeit seit Einbringung des fabrik in Ammendorf bei alle wird uns berichtigend mitgetheilt, Antrages find nun ganz sonderbare Schiebungen vorgekommen, Ver- daß nicht sämmtliche Arbeiter am Streit betheiligt sind, sondern nur segungen von Lehrerinnen und Herausnahme und Umschulung von die Maschinen- und Handfeilenhauer haben wegen Maßregelung Wien, 1. Dezember.( B. H.) Bezüglich der Nede des Minister. Schülerinnen.( Lärm.) Der Schulrath wird genau wissen, dreier Kollegen die Arbeit eingestellt. präsidenten Grafen Thun über die Ausweisungen von Oesterreichern daß ich das Richtige treffe.( Stadtschulrath Bertram verneint. Wegen Lohnabzüge haben 50 Arbeiter beim Bau der Waffer- aus Preußen schreibt das„ N. W. Tagebl.":" Graf Thun hat uns gewiß Heiterkeit.) Ich kann es nicht für richtig finden, daß die Schul- werte in Harburg die Arbeit eingestellt Die Ausführung der nicht zu seinen Vertheidigern bestellt, dennoch halten wir ung Seputation, um die Ausführung des Erlasses zu umgehen, solche Arbeit ist der Firma Masch u. Forster, Charlottenburg, übertragen. aber für verpflichtet, zu sagen, daß, wenn in Berlin die Auffassung Störungen des Unterrichts mitten im Semester vornimmt.( Unruhe herrscht, als hätte Thun bei der Beantwortung der Interpellation über und Lachen.) Redner Der Streit auf der Samuelsglückgrube ist nach eintägiger die Ausweisungen österreichischer Unterthanen in irgend einer führt dann einen Fall an, 111 Dauer beendet. Die Direktion hat von der Einführung der Weise Absichten gegen das deutsche Bündniß gehabt, dies der welchem ein städtischer Lehrer, der sich in einem thatsächlichen Rothstand befand, neuerdings von der Schulbehörde Neuerung, die den Streit veranlaßte, abgesehen. Diese Neuerung Wirklichkeit absolut nicht entspricht. Es muß daher als muthwillige drangsalirt worden ist, weil er sich schließlich an den Kultusminister hätte zur Folge gehabt, daß die nominelle achtstündige Schicht that Schaffung eines unnützen und schädlichen Streites erscheinen, wollte drangfalirt worden ist, weil er sich schließlich an den Kultusminister sächlich zu einer zehnstündigen geworden wäre. Der Streit betraf man die Diskussion über die Antwort Thun's in solch gereizter Weise gewendet und von diesem eine Unterstützung von 300 M. erhalten nur die unter Tage arbeitenden( 600) Bergleute der Grube, die inshabe; der betreffende habe sich vorher auch an Herrn Preuß ge- gesammt ca. 1100 Arbeiter beschäftigt, darunter 200 weibliche. Be- verlängern, wie es durch die deutschen Blätter geschieht." wendet, ohne daß dieser in diesem Falle einem brennenden figer der Grube ist die Sozietät S. Beuthen u. Comp. und die Berg- Betheiligung der Aktionäre die Generalversammlung der Wiener Wien, 1. Dezember.( W. T. B.) Heute fand unter sehr starker Nothstand abzuhelfen sich verpflichtet gefühlt hätte.( Lärm.) Thatsächlich habe schon der Minister Falt 1875 verfügt, daß die werksgesellschaft G. v. Hinſche's Erben. Repräsentant ist der Berg- Betheiligung der Aktionäre die Generalversammlung der Wiener Berg- away- Geſellſchaft statt, in welcher über die Anträge des jüdischen Lehrkräfte kein Ordinariat haben dürften. Seitdem seien werks- und Hüttendirektor Menzel in Birkenhein bei Beuthen. viel zu viel solche Lehrer mit Ordinariaten betraut worden; und Berwaltungsrathes zum Zwecke der Auflösung derselben und Die Entstehung der Erde unter polizeilicher Ueber: Bildung einer neuen Bau- und Betriebsgesellschaft für städtische dafür verdienten auch das Provinzial- Schulkollegium und der Kultus- wachung. Am Sonntag Abend hatte das Gewerkschafts- Straßenbahnen in Wien abgestimmt wurde. Es waren 49 175 Stick minister einen Vorwurf. Jetzt solle die Kultur in Gefahr fein, tartell in Schwerin einen wissenschaftlichen Vortragsabend Aktien zu dieser Versammlung hinterlegt und ca. 130 Aktionäre an weil die preußische Regierung endlich darangehe, auch die Christen arrangirt, der sehr zahlreich besucht war. Reichstags- Abgeordneter wesend. Die Anträge des Verwaltungsrathes wurden mit allen gegen zu schützen?( Gelächter.) Es sei furchtbar und entfeßlich, wenn jüdische Emanuel Wurm aus Berlin sprach über die Entstehung der Erde. 115 Stimmen angenommen, womit die Umwandlung zum elektrischen Lehrerinnen christliche Schülerinnen unterrichten.( Wiederholtes Lachen.) Pünktlich bei Beginn des Vortrages hatten sich auch nicht weniger Betriebe gesichert erscheint. Die besseren jüdischen Kollegen in der Versammlung sollten doch diesen als fiinf Polizisten vor dem Saaleingang eingefunden und begehrten Paris, 1. Dezember.( W. T. B.) Die Bureaus der Kammer Standpunkt theilen. Der Antisemitismus habe mit der Sache nichts Einlaß. Der Vorsitzende des Gewerkschaftskartells verbat sich, weil zu thun; man wehre sich nur dagegen, daß christliche Kinder von er den Saal für den Vortrag gemiethet hatte und nur gegen den wählten eine Kommission von 33 Mitgliedern zur Prüfung der Juden erzogen werden sollen. Das Vorgehen der Be- Erlös von Karten den Zutritt gestattete, auf grund seines Hausrechts Einkommensteuer- Vorlage des Finanzministers Peytral. Die Mehrhörde sei lediglich eine Nothwehr gegenüber dem Ueber das Eindringen der Polizeibeamten in den Saal; der Stadtwacht- heit der Kommission verhält sich der Vorlage gegenüber ablehnend, handnehmen des jüdischen Einflusses.( Große Unruhe; Rufe: meister erklärte jedoch, er habe höheren Befehl" und sei amtlich obwohl sie von der Nothwendigkeit der Verbesserung des SteuerBlech! Stuß!) Soweit würde doch wohl selbst diese Versammlung beauftragt, dem Vortrag beizuwohnen, und hörte trop des Protestes systems überzeugt ist. Ferner wurde eine Kommission von 33 Mitgliedern zur Prüfung der Unterrichtsvorlagen gewählt. Die Vor nicht gehen, den betroffenen jüdischen Lehrerinnen unberechtigte Be- mit seinen Beamten bis zu Ende den Vortrag an. borzugungen zuzuwenden; es würde sich vielleicht ein allgemeiner Wollte man vielleicht in dem Vortrag Erörterung politischer lage, welche den Universitäten das Unterrichtsmonopol gewähren Entrüstungssturm erheben.( Erneute Heiterkeit.) Durch die Angelegenheiten erblicken? So ganz unrecht hätte die Polizei in will, wird von der Mehrheit der Kommission bekämpft; der Staat Annahme eines derartigen Beschlusses würde sie höchstens dazu ihrer Annahme nicht gehabt, denn von Umsturz ist in dem Vortrag soll aber gewisse Garantien haben, namentlich hinsichtlich der Auswahl und Ernennung der Lehrkräfte. beitragen, die Zahl der privaten Mädchenschulen zu vermehren. Die viel die Rede gewesen. Freunde des Antrages follten doch die Sache in Volksversammlungen arbeiter- Zeitung" schreibt: Die Lohubewegung der Bergleute. Die„ Berg- und Hütten- Paris, 1. Dezember.( W. T. B.) Der Senat nahm einen An vorbringen, dann würden sie eines Andern belehrt werden. An die Kameraden im Ruhrgebiet! trag Constans' an, wonach das Gesetz von 1897 betreffend AufStadtschulrath Bertram: Es handelt sich lediglich um Die Lohnforderung ist von uns den Zechen zugesandt worden. Mag hebung der geheimen Untersuchung auf die Militärgerichte Anwendung Marcère brachte einen Abänderungsantrag ein, ein einziges Fräulein, welches Studirens halber auf ein Jahr nun die Antwort ausfallen, wie sie will, mag auch gar keine Antwort finden soll. beurlaubt ist und eine Vertretung durch eine jüdische Lehrerin er- tommen, auf jeden Fall findet noch vor Weihnachten ein Delegirten- dahingehend, es solle die geheime Untersuchung im Falle halten hat. Verschiebungen von Kindern sind überhaupt nicht vor- tag statt, wo endgiltig in der Lohnangelegenheit Beschluß gefaßt nationaler Gefahr aufrechterhalten bleiben. Freycinet bekämpfte gekommen. Die Fall'sche Verfügung hat Herr Pregel ganz mißver- wird. Jeder Ort muß auf diesem Delegirtentag vertreten sein. Diesen Antrag, den er für unzulässig erklärte. Es seien ja doppelte standen, 1875 ist die Frage des Ordinariats gar nicht berührt worden. Unsere Vertrauensleute weisen wir hiermit an, für eine schleunige Garanticen gegeben, da die Nation und die Armee innig mit ein Stadtv. Cassel meint, daß in einem Puntte Herr Prezel Beschidung des Tages Sorge zu tragen. Schleunigst ans Wert! ander verbunden seien. Schleunigst ans Werk! ander verbunden seien. Der Antrag wurde mit 196 gegen nicht ganz unrecht habe: die Versetzung von Lehrkräften mitten im Ort, Lokal und Zeit des Delegirtentages geben wir rechtzeitig an 52 Stimmen abgelehnt. Waldeck- Rousseau brachte einen Antrag Semester sei ein Uebelstand. Aber er sollte sich doch an die Behörde dieser Stelle bekannt. ein, welcher bezweckt den Artikel 445 der Strafprozeß- Ordnung dahir halten, die die Verfügung erlassen, und an Herrn Brezel selbst, der durch Der Vorstand des Berg- und Hüttenarbeiter- Verbandes. abzuändern, daß dem Kassatioushofe das Recht zustehen soll, die Verfeine Agitation sehr viel dazu beigetragen habe, daß sie erging. Ausland. tagung aller Strafverfolgungen zu verfügen, welche einer eingeleiteten Die Haltung der Schuldeputation und des Magistrats lasse in dieser Französische Streits im Oktober. Das Arbeitsamt ver- Revision Hindernisse bereiten könnten. Waldeck- Rousseau verlangte, Frage seit längerer Zeit die nöthige Entschiedenheit und Festig- zeichnete für Ottober 27 Streits mit 5146 Theilnehmern. In dieser für seinen Antrag die Dringlichkeit. Der Justizminister Lebret sprach feit vermissen; er habe erst nach halben Jahre Zahl sind die Theilnehmer des großen Pariser Ausstandes nicht ein- fich gegen die Dringlichkeit aus, da hierdurch dem Gesetze der remonstrirt und den Versuch Versuch eines Widerstandes gegen begriffen. Das Arbeitsamt giebt die Zahl der Pariser Streitenden Charakter eines Gelegenheitsgesetzes gegeben würde. Hierauf wurde Den Antisemiten nicht an die Verfügung gar nicht erst gemacht. aus welchem Grunde, wird nicht gejagt. Im Oktober die Dringlichkeit mit 113 gegen 113 Stimmen abgelehnt und die als dem tertius gaudens dürfe man das Schauspiel eines des verflossenen Jahres gab es 23 Streits mit 3635 Theilnehmern. Sigung geschlossen. Zwistes mit dem Magistrat nicht geben, sondern man müsse sich im Die Durchschnittszahl der Oktober- Streits in den letzten fünf Jahren ist es dem russischen Gesandten gelungen, zwischen dem Negus Rom, 1. Dezember.( B. H.) Nach Depeschen aus Massautah Ausschuß zu verständigen suchen. beziffert sich auf 24. Von den 27 Streits des diesjährigen Oktober Ein Schlußantrag wird abgelehnt. erstredten sich nur 8 auf mehrere Unternehmungen. Ursachen der Menelik und Ras Mangascha eine Versöhnung herbeizuführen. Stadtv. Friedemann ist von den Ausführungen des Stadt- Streifs: neunmal wurde eine Lohnerhöhung gefordert, einmal eine Konstantinopel, 1. Dezember.( W. T. B.) Heute Nachmittag schulraths sehr enttäuscht. Nicht mit wohlwollendsten Absichten, nur bessere Vertheilung des Lohnes, viermal Abwehr gegen eine Lohn- ist der Pforte von den Dragomans der vier Mächte die Notifikation mit Thaten sei hier weiterzukommen. Der Stadischulrath übersehe herabsetzung, in einem Falle wurde um eine Lohnherabjezzung neben einer betreffend die Ernennung des Prinzen Georg von Griechenland zum doch ganz das Reichsgeseß von 1869 über die Gleichberechtigung Verkürzung der Arbeitszeit gekämpft, in drei Fällen um die Wert- Oberkommissar von Streta überreicht worden. Die Notifikation ist der Konfessionen. Auch gebe es doch eine Beurlaubung im stättenordmung, in drei Fällen um Personalfragen u. a. m. Ausbegleitet von einer Note, in welcher erklärt wird, die vier Mächte Interesse des Dienstes", und tömme nicht von dieser in einem so gang von 19 im Oktober und 8 vorher begonnenen Streits: 4 Er würden die Interessen der öffentlichen ottomanischen Schuld auf außergewöhnlichen Falle Gebrauch gemacht werden? Kreta wahren. folge, 13 Ausgleiche und 10 Mißerfolge. Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin Drud und Berlag von Max Bading in Berlin. " Hierzu 1 Beilage u. Unterhaltungsblatt. It. 282. 15. Jahrgang. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Freitag, 2. Dezember 1898. Nr. Der Erfurter Beleidigungsprozeß. Sabinetsordre ließ er Salve Auf Es sollen dann die Stadtverordneten vernommen werden, ob und Junkerthum in Preußen" sprechen wird. Nach dem Vortrag über den Polizei- Inspektor Mezler Beschwerden im Stadtverordneten- folgt gemüthliches Beisammensein. Kollegium eingebracht worden sind. vernommen, der zugiebt, daß wiederholt Klagen vorgekommen sind, Zunächst wird der Oberbürgermeister Dr. Schmidt darüber Die Kreuzzüge Ueber den weiteren Verlauf der Gerichtsverhandlungen vom Mittwoch erhalten wir aus Erfurt folgende Mittheilung: Auf Wunsch des Staatsanwalts giebt der Bürgermeister daß vor etwa einem Jahre Polizei- Inspektor Mezler zu ihm nehmen sich auf dem Papier und in der Legende sehr hübsch aus, Dr. Schmidt eine Uebersicht über die bekannten Vorgänge und die gekommen sei, um mit Rücksicht auf die vielen Klagen über ihn um in Wirklichkeit aber waren sie sehr wenig genußreich und, auch ab= Thätigkeit der Polizei. Er hält das Vorgehen derselben an den feine Pensionirung zu bitten. Dann hat der Oberbürgermeister den gesehen von dem mörderischen Schwerte der Sarazenen, sehr Krawalltagen für korrekt. Ebenso sei der Regierungspräsident Stadtverordneten vertrauliche Mittheilung gemacht, doch ging man ungesund. Hize, Staub, Mangel an aller gewohnten Bequemlichkeit damit einverstanden gewesen. auf die Pensionirung nicht ein. spielte den Kreuzfahrern arg mit, und nur wenige kehrten bekanntlich Kommissar Gay giebt eine Darstellung der Vorgänge. Die Es folgen mun höchst wichtige Aussagen der Stadtverordneten zurück. Den neuen Kreuzfahrern scheint es in mancher Beziehung Frage des Vertheidigers, weshalb sich die Menge am Zirkus herum- Kämmerer, Möller und Wolf, die dem ganzen Prozeß erst nicht viel besser ergangen zu sein als den alten. Nur daß sie, so trieb, beantwortet er dahin, daß dies allgemein in Erfurt Sitte sei. berichten. Morgen werden wir die für die ganze Würdigung der das wird man erst später erfahren. Jest wissen wir blos, daß die das richtige Gepräge geben. Wir können heute nur kurz darüber viel wir wissen, alle zurückgekommen sind. In welchem Zustande, Ueber die Ursachen der Krawalle äußert sich Kommissar Gay, Krawalle daß die hiesige Presse icharf gegen die Polizeischriebe, bringen. Der Stadtverordnete stämmerer giebt auf Befragen und Strapazen solch unappetitliche und abstoßende Dinge erzählen, höchst bedeutungsvollen Aeußerungen ausführlich glücklich Zurückgekehrten von Staub, Sonnengluth, Schweiß, Schmutz auch die Sozialdemokratie treffe ein Theil der Schuld. Rechtsanwalt eine freut sich, daß man dem Kommissar Gah der Wertheidigung zu, daß er nach den Krawallen mit dem Ober- daß jedem die Lust vergeht, als moderner Kreuzfahrer nach Palästina die Abgabe eines Gutachtens gestattet habe. Er schließe daraus, bürgermeister eine erregte Unterhaltung hatte, in deren Verlauf der zu ziehen. Besonders schlecht scheint die Fahrt dem Herrn Superdaß er ebenfalls Zeugen nach ihrem Gutachten fragen dürfe. Oberbürgermeister ihm sagte: Sie sehen ein, wie es ge- intendenten Vorberg( aus Schöneberg) bekommen zu sein, der Generalmajor von Kröcher äußert sich über die Thätigkeit Lommen ist, würden Sie damals nicht gegen die sich an frommer Stätte" von seinem Durchfall bei der Reichstagsder Polizei ähnlich wie er es bei früherer Gelegenheit gethan. Die Pensionirung Megler's gesprochen haben, so wahl zu erholen hoffte, jedoch nur eine Wiederholung- wenn auch wäre es so schlimm nicht gekommen." erlebte, Polizei hätte nicht einen Grad gelinder auftreten dürfen. in etwas veränderter Form feines damaligen Mißgeschicks Veranlassung der Vertheidigung giebt der Zeuge es ausdrücklich zu, fratie die Schuld trage, sondern der Umstand, daß die Polizei ihrer Schwestern und Brüdern seinen heiligen Jammer und Katzenjammer Stadtv. Möller ist der Meinung, daß nicht die Sozialdemo- und am vorigen Montag einer Gemeinde von mitfühlenden daß anfangs die Leute den Eindruck harmloser Neu- Aufgabe zur Vermeidung solcher Vorkommnisse nicht gewachsen ge- enthüllte. Appetitlich war es nicht. Aber in mancher Beziehung gieriger machten. Polizei- Inspektor Meler schilderte ausführlich die Vorgänge wesen sei. interessant. So erfuhren wir z. B., daß in Jerusalem( oder war's am 25. und 26. Mai. Nach den Vorschriften einer Stadtv. Wolf giebt auf Befragen der Vertheidigung zu, daß Damastus?) die Herren Vorberg und Genossen( auf Kosten des von der Waffe Gebraucher zum Regierungspräsidenten gerufen worden Sultans) in eins der besten Gasthäuser einquartirt wurden, aber gar machen, nachdem er eine Hilfe seitens des Militärs deshalb sei, der ihn gebeten habe, in der betr. Stadt- feine Bedienung hatten, sich selbst das Wasser holen und die Betten abgelehnt habe, weil ihm der kommandirende gesagt habe, berordnetensizung im Sinne des Oberbürger machen mußten, weil, wie der Wirth- nach dem erbaulichen Bericht daß die Abgabe einer zweiten Die meisters zu sprechen, mit Megler würde es sich der Kreuz- 8tg."- achselzuckend erklärte: Alle Italiener, Häuser des Friedrich Wilhelmsplayes zerstören bann später schon machen. die er eingestellt hatte, für die Dauer der Anwürde. Erst als ihm die Beamten gemeldet, daß vom Publikum Das Urtheil, das uns in später Nachtstunde telegraphisch mit wesenheit des Kaisers eingesperrt worden waren. aus auf sie geschossen worden, habe er die Weisung gegeben, auch zu getheilt wird, lautet: Redakteur Rudolph wegen zweifacher Natürlich als" Anarchisten". So mußte der fromme Durchfallsschießen. Was viele gute Worte nicht vermochten, das hätten einige Beleigigung unter Zubilligung des§ 193 zu einem Monat Ge- kandidat von Schöneberg unter der Anarchistenhatz schwer leiden! Revolverkugeln gethan: das Publikum zerstob wie Spreu. Am fängniß, se appe wegen einfacher Beleidigung zu 100 Mark Geld- Der arme Herr Superintendent! Ob seine Reise- Abenteuer wohl eine 27. Mai( dem Tage nach der Revolverattacke, D. B.) habe sich die erzieherische Wirkung auf ihn gehabt haben? Hoffentlich theilt er Polizei auf Wunsch des Präsidenten von Brauchitsch in der Turnhalle seine Erlebnisse der römischen Anarchistenkonferenz mit. Vielleicht zurückgehalten. Das Publikum sei ruhig gewesen, nur als einzelne lernt sie etwas türkische Pragis. Beamte, um Befehle zu empfangen, den Platz überschritten hätten, fei wieder gelärmt und auch mit Steinen geworfen worden. Ihm Eigenartige Grundsäge befolgt das Reichsamt des Innern die Direktion der städtischen Straßenreinigung schon seit längerer Ueber geringe Brauchbarkeit der ,, Asphaltburschen" flagt ( Megler) sei es gegen den Strich gegangen, sich in Reserve bei der Aufnahme der Produktions- Statistit. Die Fragezu halten, während draußen eine renitente Menge wogte. Er habe bogen für die Müllerei werden nämlich feineswegs an alle Betriebs- Beit. Die Zahl dieser jugendlichen Straßenreinigungs- Arbeiter iſt sich deshalb einige Mal unter die Menge begeben. fich gezeigt habe, ſei ſie ſtill gewesen und anseinander- der Genauigkeit besteht, nöthig wäre. In einem Schreiben, das dem Ver- lezten Jahren nicht weiter vermehrt worden( feit 1895 find es un inhaber verschickt, wie das für eine solche Statistik, deren Werth gerade in daher, trop fortdauernder Ausbreitung des Asphaltpflasters, in den gestoben und hätte nur gewagt, ihm nachzulaufen. Da aber andere bande kleiner Müller in den Regierungsbezirken Hildesheim, Erfurt und verändert 200 geblieben) und soll auch bis auf weiteres nicht Beamte verlegt worden seien, habe er auf Räumung des Kassel vom Reichsamt des Innern zuging, begnügt fich das genannte Deputation pro 1897/98 giebt dieser oft wiederholten Klage Blazes mit Gewalt gedrungen. Der Regierungspräsident Amt damit, Auskünfte zu verlangen, die für die einzelnen Gegenden, habe nicht gewollt, habe die Entscheidung der Frage aber Größenklaffen und Betriebseinrichtungen als typisch gelten tönnen". hältnißmäßig wenig Fällen dauernd bei der Straßenreinigung. schließlich dem Oberbürgermeister überlassen. Dieser habe die Das mag ja nun eine sehr bequeme Methode sein, zu einer Pro- Meist geben sie die Arbeit nach kurzer Zeit wieder auf und es Näumung genehmigt, die in drei Minuten ohne jeden Widerstand buktionsstatistit zu gelangen, aber wissenschaftlichen Werth hat fommt oft vor, besonders im Sommer, daß frei werdende Stellen vollzogen worden sei. sie nicht. nicht gleich wieder besetzt werden können, weil keine Bewerber da sind. Gegen die Verschickung von Waisenkindern nach Oftelbien Der Wechsel ist so groß, daß im Durchschnitt jede der 200 Stellen im erklärte sich eine Voltsversammlung in Frankfurt a. M. Nach Jahre 7-8 mal neu besegt werden muß! Sonderbarerweise ist in dem Referat Dr. Quard's, das durch die Armenvorsteher Bau- den Berichten der Straßenreinigungs- Deputation bisher nie etwas mann und 2. Opificius ergänzt wurde, nahm die Versammlung über die Ursachen der Unbeständigkeit der Asphaltburschen zu finden einstimmig eine Resolution an, worin es heißt: Die Versammlung gewesen. Hätten die Burschen überhaupt keine Lust zur Arbeit, so erhebt lauten Widerspruch gegen den von hiesigen Armenamt mit würde das gewiß mit Nachdruck hervorgehoben. Vermuthlich ereinem Kolonisationsverein in Bosen geschlossenen Vertrag, wonach arme scheint ihnen der Lohn( 1,60 M. pro Tag) zu gering im VerFrankfurter Kinder an die russische Grenze verschickt werden sollen. Dieser gleich zu der zu leistenden Arbeit und der„ militärischen" BehandVertrag, den andere Städte mit nationalliberaler Verwaltung zu lung, und bei vielen von ihnen dürfte die Arbeit geradezu über schließen sich geweigert haben, liefert arme Kinder in die bekannten ihre Sträfte gehen. Man wird durch die Klagen der Straßenfulturwidrigen ostelbischen Verhältnisse mit minderwerthiger Er- Reinigungs- Deputation unwillkürlich an die Selagen der Agrarier nährung, Ausbildung und Schule und entzieht sie den in allen Be- über Leutenoth" erinnert. Hier wie dort sind die Ursachen ziehungen höheren Stulturzuständen im Westen." ziemlich dieselben. Als im Jahre 1880 die ersten Asphaltburschen Zum Schluß werden die städtischen Behörden aufgefordert, so eingestellt wurden, rechnete die Verwaltung besonders auf Meldungen schnell wie möglich von dem Vertrag zurückzutreten. von Söhnen ihrer Straßenreinigungs- Arbeiter. Aber gerade in diesen Verwaltung, die die Lage ihrer Arbeiter gern als durchaus günstig Arbeiter zu werden, stets am geringsten gewesen. Das sollte der Kreisen ist die Neigung, Asphaltbursche und später StraßenreinigungsWo er Es wurde mun eine Anzahl Entlastungszeugen vernommen, die im allgemeinen dieselben Aussagen machen, wie in der Schwurgerichts- Verhandlung. Gemeinde- Meltester Kramer hielt die Vorgänge auf dem Friedrich Wilhelmsplatz nicht für Ansammlungen. Schuljungen hätten wohl gejohlt, wenn die Schußleute anrückten. Er selbst sei auch fast niedergeritten worden, obwohl er ruhig seines Weges ging. Kaufmann Wunder befundet, daß die Ansammlungen so start waren, daß die Vornstehenden garnicht ausweichen konnten, weil die hinten stehenden Personen sie nicht durchließen. Photograph Kesselring will einen Schußmann gesehen haben, der zwedlos mit dem Säbel umherfuchtelte und anscheinend ganz fonfus war. Wertführer Simon bekundet ähnliches. Er hat die Ueberzeugung gewonnen auf grund von Einzelfällen, daß sich das Publikum zerstreut hätte, wenn sich die Polizei zurückgezogen hätte. Auf Berichterstatter 8iegler hat die Hauerei der Polizeibeamten einen wider wärtigen Eindruck gemacht. Strafe. Boziales. vermehrt werden. wiederum Ausdruck. Die Burschen bleiben nur in Lehrer Gothe reproduzirt sein Erlebniß mit dem Polizei- Giebichenstein bei Halle, der dieses Jahr ein halbes Prozent In der Generalversammlung des Konsumvereins in fergeanten Flucke, der ihm auf die ruhige Frage: Was ist denn weniger Dividende als im vorigen Jahre, aber immer noch eigentlich los? geantwortet hat, indem er mit dem Säbel zun 13/2 pet. vertheilt, hielten sich einige Redner über die angeblich hinstellt, doch zu denken geben. Schlagen ausholte:" Ich will Ihnen gleich zeigen, was los ist". Dabei lenne Flucke ihn ganz genau. Pastor Köhler macht wieder seine eminent entlastenden Aussagen, wonach das Publikum eine abwartende Stellung eingenommen habe. Irgendwelche Zusammenrottungen hat er nicht wahrgenommen, statt dessen ein sehr scharfes Vorgehen der Polizei. Die Leute wurden von beiden Trottoirs gedrängt, theils durch berittene Polizeibeamte, so daß sie gar nicht wußten, wo sie bleiben sollten. Polizeibeamte famen ohne Ursache auf ahnungslose Leute zu und hieben auf sie ein. Am Donnerstag sah er überhaupt keine Ansammlungen, sondern nur ruhige Leute, die ihres Weges gingen. Pastor Fahren tamm hat sich auf die Aufforderung der Polizei, den Platz zu räumen, sofort zurückgezogen und würde dies auch bei den anderen Leuten schon aus Klugheit für das beste gehalten haben. Er hat wohl einige catilinarische Personen, sonst aber durchweg anständiges Publifum gesehen. " 1 berzu hohen Gehälter der Verkäuferinnen auf. Die Berliner Fleischpreise. Im Oftober 1898( beziv. 1897) Verkäufer erhalten monatlich 50-60 M. Der Verein besteht fast war im Kleinhandel der städtischen Markthallen der Durch ausschließlich aus Arbeitern. Das„ Volksblatt für Halle" liest mum schnittspreis( pro Pfund in Pfennigen, aus den höchsten und insbesondere dem einen Redner, der die Gehälter der Verkäuferinnen niedrigsten Preisen der 13 Detailhallen berechnet) für Rindfleisch: nicht etwa wegen ihrer Niedrigkeit, sondern wegen ihrer Höhe eine Filet 99( 101), Keule, Oberschale oder Schwanzstück 71( 71), Bruft " Echande" genannt hatte, derb den Text und sagt dann: Zur 64( 63), Bauch 55( 56); für Kalbfleisch: Keule oder Rücken 76( 78), Ehre der Mehrzahl der Mitglieder und vor allem der Verwaltung Brust 68( 67), Schulterblatt oder Bauch 62( 62); für Hammeldes Giebichensteiner Konsumvereins sei es gesagt, daß sie der fleisch: Keule oder Rüden 70( 70), Bruft oder Bauch 61( 61); artige Auslaffungen auf das schärffte mißbilligt und ihrer Miß für Schweinefleisch: Rücken oder Rippespeer 81( 82), Schinten billigung auch in der Generalversammlung energisch Ausdruck ge- 70( 69), Schulterblatt oder Bauch 66( 64); für Speck 76( 75); für geben hat. Aber daß diese Aeußerungen überhaupt fallen tomten, geräucherten Schinken 106( 103), ausgeschnitten 145( 43); für ist bezeichnend, wohin die öde Dividendenjägerei bereits geführt hat. Schweineschmalz 57( 60). Die Preise waren gegenüber denen vom Derartige Vorkommnisse beweisen immer wieder aufs neue, auf Oktober des Vorjahres bei Rind-, Kalb- und Hammelfleisch theils welch falschem Prinzip das Konsumvereinswesen aufgebaut ist. So höher, theils gleich hoch, theils niedriger, bei Schweinefleisch, lange mit dem Prinzip der Dividenden vertheilung nicht Speck und Schinken fast ausnahmslos( aber nicht sehr be überhaupt gebrochen wird, werden die Konsumvereine stets eine trächtlich) höher, bei Schweineschmalz erheblich niedriger. Dabei Menge Elemente in ihrer Mitte zählen, die um einiger Groschen ist aber zu beachten, daß die Fleischpreise schon 1897 im Steigen willen es fertig bekommen, sich fortgesetzt flatschende Ohrfeigen zu waren. Sie haben augenscheinlich im Kleinhandel bereits diejenige verseßen." Grenze erreicht, über die hinaus eine weitere Steigerung bedenklich Wegen der fortgesetten Bau- Einstürze in Kaiserslautern soweit einschränken würde, daß der Gewinn ohnedies auf ein wäre, weil sonst die weniger kauffräftige Bevölkerung den Verbrauch hatte das Bezirksamt an die Stadtverwaltung die Aufforderung ge- Minimum herabsänke. Vergleicht man die 1898 er Preise nicht mit richtet, eine städtische Baukontrolle einzuführen. Darauf denen von 1897, sondern von 1896, so waren die Oktoberpreise im Erfurt, 1. Dezember. ist vom Stadtrath beschlossen worden, im nächsten Frühjahr einen Als erster Beuge wird in der heutigen Sigung Bureau- Hilfe- tüchtigen Polier anzustellen, der die Baustellen zu be- Jahre 1898 mit einer einzigen Ausnahme höher als 1896, und arbeiter Serbe, der sich freiwillig gemeldet hat, vernommen. Er gehen und zu überwachen hat. Die Kosten dieser Ueberwachung war meist recht erheblich. Nur Rinderfilet war um 1 Pf. billiger, Die Kosten dieser Ueberwachung dagegen waren theurer z. B. Rinderfeule um 3 Pf., Kalbsbruft um befundet, daß er in der Andreasstraße Menschenansammlungen sah. haben die Bauherren zu tragen. 4 Pf., Hammelbrust um 4 Pf. u. f. w. Beim Schweinefleisch Es flegen Steine aus dem Luisenthal( Plaß beim Gerichtsgefängniß) Arbeiter effe hat gesehen, wie ein vor ihm gehender Mann, der nichts gesagt und gethan, von einem Bolizeibeamten ohne Ursache über den Ellbogen geschlagen wurde. Damit schließt die heutige Sigung. Morgen sollen noch einige Zeugen, darunter vier Stadtverordnete, bernommen werden. Dann beginnen die Plaidoyers. doch nie. darüber: Die Affordarbeit der Kopisten im fächsischen Justiz- war die Preissteigerung noch bedeutender. Rücken und Rippespeer auf die Polizeibeamten. Darauf wurde ein Polizeisergeant abgeschickt, ministerium ist durch eine Verordnung vom 23. November d. 3. waren um 7 Pf. theurer, Schinken um 7 Pf., Schulterblatt und worauf furz hinterher Polizeikommissar Neufels mit Leuten anrückte, abgeschafft und an deren Stelle fester Gehalt eingeführt worden. Bauch um 10 Pf.( von 1896 bis 1898 von 56 Pf. auf 66 Bf. ge und von Zivilisten mit dem Ruf„ Generallaus" empfangen wurde. Wie aus den Angaben der Sächsischen Arbeiter- Beitung" zu schließen stiegen, um 18 pet.); ferner Speck um 8 Pf., geräucherter Schinten Er will gesehen haben, daß Leute Steine" handrecht" schlugen, um ist, stehen sich dabei die Stopisten aber schlechter als vordem. um 9 Pf., ausgeschnitten um 6 Pf., Schweineschmalz im 1 Pf. nachher damit zu werfen. Am letzten Tag sah er Leute, die sagten: um Wir wollen mal sehen, ob uns die Polizei von hier wegjagt. Er giebt 20 Jahren an 52,50 M., jedoch nur dann, wenn sie zur vollsten abgelaufenen Geschäftsjahre zwölfmal in Thätigkeit; einmal erfolgte 17-19jährige Kopisten erhalten monatlich 45 M. Gehalt, von Das Einigungsamt des Berliner Gewerbegerichts trat im auf Befragen zu, daß nicht nur Arbeiter, sondern auch bürgerliche Leute, so ein Assistenzarzt, von der Zufriedenheit des Vorstehers arbeiten. Das genannte Blatt bemerkt die Anrufung nur von einer Seite, ohne daß der Gegner fich ihr Bolizei angefahren wurden und daß auch bürgeranschloß, und dreimal riefen beide Theile an. Von den großen liche Leute sagten: es ist eine unverschämtheit, sich eine Vorstellung machen können, wie ein junger alleinstehender theiligte, Dauer zwei Wochen), Ob die Herren Ministerialräthe oder der Justizminister selbst Streits des Vorjahres seien erwähnt: der der Maurer( 2000 Bedaß die Polizei so vorgeht, das war früher Mann, von dem schließlich auch noch eine saubere anständige( 729, 61/2 Wochen), der der 6-700 Arbeitnehmer aus der Beder der Eisenformer Aftenhefter Stod hat privatim geäußert, daß er gesehen hat, fann? Wir können uns nicht denken, wie das möglich zu machen Einigungsamt erwähnt des„ Bauschwindels", dessen Beseitigung zu Kleidung verlangt wird, mit dem geschilderten Gehalt auskommen fleidungsindustrie( Dauer 5 Tage). Der Bericht über das wie Megler geschlagen hat. Er ist deshalb von der Vertheidigung ist. Ein derartiger Lohn schützt gerade vor dem Berhungern, zum einer brennenden Frage geworden sei, in folgendem: Die raffinirten geladen, wiederruft aber seine Aussagen. Seine Frau habe ihm ge- Leben aber reicht er nicht aus. Freilich, überraschen kann das Manipulationen vieler Bauunternehmer und ihrer lichtscheuen Hintersagt, daß er sich wohl getäuscht habe. Schneidermeister Müller ist Mitglied der Sanitätskolonne. Borgehen des Justizministeriums, im Grunde genommen, nicht. männer, durch deren Betrügereien in Arbeiter- und HandwerkerEs ist die alte Tattit, an unrechten Orten, an den Löhnen derer, Er wohnt in der Andreasstraße, ist durch den Lärm vor das Haus Arbeiter und unteren Beamten, zu sparen. Gerichtsdiener, Schreiber treten immer wieder in neuen Formen hervor. Wir geben zu, daß treisen wirthschaftliche Verheerungen fortlaufend angerichtet werden, gelockt, wo er jemand stark blutend bemerkte. Sein Lehrling, der und andere Unterbeamte können ein Lied davon singen. Frei- es oft recht schwer ist ihm nachgelaufen war, erhielt ebenfalls sofort eine Verlegung. die Verhandlungen vor unserer Baufammer Auf eine Reihe weiterer Zeugen wird verzichtet. gewordene Stellen werden einfach offen gelassen, dafür aber müssen Polizeikommissor Gay soll aussagen, ob Pappe als Leiter bie, welche nach dem Alter zur festen Anstellung gelangen sollten, zeigen dies die Frage der Arbeitgeber Qualität des noch Jahre als Hilfsdiener fungiren, damit man ihnen die höheren Beklagten zu entscheiden. Einerseits fehlt anscheinend jedes der Bürgerversammlung geäußert hat, die Aeußerungen des Ober- Gehälter nicht auszuzahlen braucht und tüchtig sparen tan, was vertragliche Band zwischen dem Arbeiter und dem Herrn der arbeit bürgermeisters seien nur ein Wahlmanöver". Er entsinnt sich sich aber das Justizministerium seinen Kopisten gegenüber leistet, Arbeitgeber, während endlich derjenige Arbeiter, mit dem allein der andererseits gerirt sich der lettere gleichwohl in jeder Weise als dessen aber nicht genau mehr. Frau Stam mig, Blafatankleberin, hatte Blafate erhalten übersteigt doch wohl alles bisher dagewesene." Herr der Arbeit persönlich verhandelt hat, den er als Unternehmer der ganzen Arbeit ansieht, seiner ganzen sozialen Lage und der speziellen Lohnabrede gemäß sich selbst nur als Arbeitnehmer betrachtet." So fömme das Gewerbegericht oft dem klagenden Baudie übrigen wurden vorläufig im Auftrage des Plakatfäulen- Zweiter Wahlkreis. Am Sonntag Abend 61/2 Uhr wird bei arbeiter nicht zu seinem rechtmäßig verdienten Lohn verhelfen. Es befizers zurückgehalten und erst in Gemeinschaft mit dem Aufruf 8ubeil, Lindenstr. 106, eine öffentliche Bersammlung für Männer sei daher der Entwurf eines Reichsgejeges, betreffend die des Oberbürgermeisters angeklebt. und Frauen abgehalten, in der Genosse Lantow über Volksschule Sicherung der Bauforderungen, allseitig mit Freuden zu begrüßen. mit der Aufschrift: Jeder Arbeiter, der auf seine Ehre hält, bleibt abends dem Friedrich- Wilhelmsplay fern. Der sozialdemo tratische Vertrauensmann." Sie hatte davon erst vier angeklebt, Lokales. GOUGHO Zum Schluß bespricht der Vorsitzende des Gewerbegerichts, p Assessor Dr. v. Schulz, die bereits angeregte Frage der ErAus den Nachbarorten. Inicht beeidigen. Die drei Zeugen befunden übereinstimmend, daß tveiterung der Stompetenz der Gewerbegerichte das Gesetz vom Arbeiter- Bildungsvereins zur Kenntniß, daß die nächste Bersammlung barer Nähe als aufmerksame Zuhörer beigewohnt Johannisthal- Nieder- Schöneweide. Den Mitgliedern des sie der Unterredung zwischen Hahn und Schulz in unmittel 29. Juli 1890 müsse dahin ergänzt werden, daß diese Gerichte auch bei Rau in Johannisthal stattfindet. über Entschädigungsansprüche, haben. Hahn habe weder die Bemerkung von dem Nachtwächter Die aus Verweigerung oder Verzögerung der Aushändigung des Spandau. Heute, Freitag, in der Zeit von 10 bis 1 Uhr und gemacht, noch gesagt, wenn Schulz nicht eintrete, gebe es was raus. Arbeitsbuches oder Zeugnisses 2c. hergeleitet werden, ferner 3 bis 8 Uhr findet die Stadtverordneten Ersazwahl statt. Von Wenn er das gesagt, hätte es ihnen nicht entgehen können. Während über Ansprüche der Arbeiter auf Herausgabe des Krankenkassen- unserer Seite ist der Genosse Töpfermeister August Schröer der Bernehmung blickt insbesondere der Landgerichtsrath Neumann buches, der Quittungskarte, der Legitimationspapiere, des Handwerks- als Kandidat aufgestellt werden. Parteigenossen! Es liegt voll- die Zeugen mit lächelndem Geficht an. Der Vorsitzende fordert nun zeugs 2c. In Oesterreich, woselbst das deutsche Gesetz als Vor- fommen in Eurer Hand, unserem Kandidaten zum Siege zu ver- den Staatsanwalt auf, sich über die Beeidigung der drei Zeugen zu bild gedient habe, sei die Zuständigkeit der Gewerbegerichte in dieser helfen, sofern Ihr alle, Mann für Mann, am Wahltische erscheint äußern. Staatsanwalt: Es liegt kein Grund vor, dieselben Weise bereits geregelt, ja, man sei über die angedeuteten Grenzen und Eure Stimme für Schröer abgebt. Rüttelt die Säumigen Rüttelt die Säumigen Werthe für den Staat, durch schnelle Justiz, wie die Gewerbegerichte in der Bildung begriffen, und zwar bezüglich der kommenden Stadt- gejagt, wenn er dem Verbande nicht beitrete, dann giebt's was' raus. sie üben, die Massen der Unzufriedenen au ber stoch weit hinausgegangen: es gehörten dort auch Streitigkeiten auf und führt sie nach dem zuständigen Wahllokal. Nur dadurch, nicht zu beeidigen. Der Bertheidiger beantragt, diefelben wegen Kündigung, Räumung 2c. von Wohnungen in Arbeiterhäusern daß wir alle unfere Straft einfeßen, wird es nur möglich sein, den zu beeidigen. Das Gericht verkündet nach kurzer Berathung vor die Gewerbegerichte, die endlich auch zuständig feien für alle Arbeiterkandidaten durchzubringen und so die Interessen den Beschluß, die drei Zeugen nicht zu beeidigen, da sie der bei Handelsgewerben zu kaufmännischen Diensten verwendeten Ber- der Arbeiter in umferer Stadt wirksamer als bisher zu fördern. An Mitthäterschaft verdächtig seien. sonen". Diese Bestimmungen halte man auch hier für einen großen die außerhalb Spandau's beschäftigten Arbeiter, welche in der dritten Der Vertheidiger erklärt hierauf, daß er das Mandat Segen und würde es mit Freuden. begrüßen, wenn unser Gesetz auch Abtheilung wahlberechtigt sind, ergeht noch besonders der Ruf, sich niederlege und verläßt den Saal. Nach dem Plaidoyer des dahin eine Erweiterung erführe, daß die Handlungsgehilfen so einzurichten, daß sie noch vor 8 Uhr abends in ihrem Wahl- Staatsanwalts erkannte das Gericht auf einen Monat Gefängniß. in der Verfolgung ihrer Rechte aus dem Arbeitsvertrag vor die lokale sind. Die Wahl wird in sechs Lokalen vollzogen, welche in Es ist nicht abzusehen, welchen Vortheil es hat, daß dergleichen Gewerbegerichte gewiesen würden zumal fortgesezt zahllose bem gestern Abend von uns verbreiteten Flugblatt näher bezeichnet Sachen vor die unabhängigen Gerichte tommen. Ein polizeiliches Stompetenzkonflikte aus der Frage entständen, ob die betr. Partei als find. Barteigenossen! Alle Mann auf den Posten! Vorwärts zum Strafmandat würde wahrscheinlich auf 20 M. Geldstrafe lauten, wenn Handlungs- oder Gewerbegehilfe anzusehen sei. Abgesehen davon, Stampfe! wäre es aber auch sozialpolitisch von nicht zu unterschätzendem ein Maurer anzeigt, sein Kollege habe ihn Nachtwächter genannt und Der Dreibund gegen die Sozialdemokratie ist in Rigdorf verordnetenwahlen, welche bereits ihre Schatten vorauszuwerfen be ginnen. Wenn es gegen Der Hokuspokus der Frau Heidfeld, die s. 8. vom Schöffenlang auf das Urtheil warten, ohne der Noth in die Arme getrieben bürgerlichen Parteien oft ein Herz und eine Seele, und so haben gericht zu drei Monaten Gefängniß berurtheilt worden ist, beschäftigte zu werden. Man möge das österreichische Gesetz sich nunmehr hier sich denn auch in Nixdorf der Grundbefizer- Verein, der kommunale instanz. Die Verhandlung zeigte, wie weit verbreitet in der Stadt der in der Berufungs Die Kompetenz- Erweiterung der Gewerbegerichte halten auch gemeinsam den Kampf zu führen und den Arbeitern soviel Stadt- es macht, unter Ausnutzung dieses Umstandes ein ganz gemächliches Reformverein und der Bürgerverein zusammengefunden, um Intelligenz der Aberglaube noch ist, und wie wenig Schwierigkeiten wir für nothwendig. Unter dem Treiben der Stümmlinge wird diese verordnetenmandate wie nur möglich abzujagen. In den nächsten Leben zu führen. Frau Heidfeld ist eine Wahrsagerin wunderbar“, die Forderung allerdings kaum verwirklicht werden. Wir zweifeln auch Tagen findet eine vertrauliche Zusammenkunft der Heerführer statt, den Menschen aus den Starten die Butunft prophezeit und auch sonst nicht daran, daß der Verfasser des Berichts es mit seiner Hoffnung um eine Einigung in der Kandidatenfrage herbeizuführen. Zweifellos allerlei Künste ausübt und Träntlein zusammenbraut, um leicht auf Verminderung der Massen der Unzufriedenen ehrlich meint. wird der Wahlkampf sehr heiß werden, denn auch die Rixdorfer gläubigen Menschen in den verschiedensten Lebenslagen Hilfe und Abgesehen davon, daß heute in gewissen Kreisen weit mehr Neigung Parteigenossen rüsten sich mit aller Macht und haben, wie ge- Stettung für allerlei leiblichen und seelischen Verdruß zu bringen. vorhanden ist, die Masse der Unzufriedenen durch blaue Bohnen als meldet, bereits die Wahl eines Wahlkomitees vollzogen. Sie hoffen Eine Spezialität von ihr ist die ihr angeblich inne wohnende durch soziale Reformen zum Schweigen zu bringen, erscheinen uns mit Zuversicht, eine nicht unerhebliche Anzahl Mandate zu erringen Stunft, ungetreue Liebhaber, die ihre Bräute verlassen haben, die Ursachen der Unzufriedenheit so tief liegend, daß diese heutigen -tros des Dreibundes und deren Helfershelfer.isgull in Tags außerordentlich nothwendige Tugend auch bei Verwirklichung wieder in die Arme derselben zurückzuführen. Hatte sie sich der gemachten Vorschläge kaum an Kraft einbüßen wird. zum Vorbild nehmen. Die wegen Meineids erfolgte Verhaftung des früheren mit einem solchen Falle zu befassen, dann machte sie ihren Was an der Elektrizität verdient wird. Die StadtRestaurateurs Schulz aus der Berlinerstraße zu Rigdorf erregt dort Hokuspokus mit einem so theatralischen Applomb, daß der gemeinde Charlottenburg hat sich für ihr Elektrizitätswerk u. a. die bedeutendes Aufsehen. Sch. war in einem von seiner Frau an- felige Fauft bei dessen Anblick gewiß ausgerufen haben würde: Nein, Große Berliner Straßenbahn als Abnehmerin gesichert. Diese hat gestrengten Ehescheidungsprozesse für den schuldigen Theil erklärt fage nur, was soll das werden? Das tolle Zeug, die rasenden fich jetzt bereit erklärt, spätestens vom 1. April 1900 an die Energie Frau verurtheilt worden. Obgleich er hierzu in der Lage war, genug!" und zur Zahlung einer jährlichen Unterhaltungssumme an seine Geberden, der abgeschmackteste Betrug, sind mir bekannt, verhaßt Da spielte das 7. Buch Mojis eine geheimnißvolle Rolle, für die auf Charlottenburger Gebiet liegenden Strecken von der erklärte er doch, unbemittelt zu sein und die Unterhaltungssumme Froschschenkel und Taubenherzen sollten ihren Bauber ausüben und Stadt zu beziehen. Laut Vertrag bezahlt die Gesellschaft für die Kilowattstunde 10 Pf., mit Rabatt durchschnittlich 9 Pf. Die Berlin an seine Frau nicht zahlen zu können. Er leistete auch auf Betreiben schließlich wurde aus dem Kräutlein Komm zu mir", welches in seiner geschiedenen Frau den Offenbarungseid. Durch eine Geliebte Wahrheit der gute alte Ehrenpreis( Veronice officinalis) war, ein Charlottenburger Straßenbahn dagegen hat sich zur Abnahme von des Sch., welche dieser verabschiedet hatte, erfuhr nun die geschiedene Trant gebraut, der unfehlbar die Wirkung haben sollte, daß Energie aus den städtischen Werken nicht verstanden; sie hat erklärt, Frau, daß ihr ehemaliger Gatte Hausbefizer sei und auch mehrere die Ungetreuen als reuige Sünder zu den liebeschmachtenden daß sie die Elektrizität auf ihrem eigenen Straftwerke zu dem tausend Mart sicher angelegt habe. Nachdem die Behörde von diesem Mädchen zurückkehren würden. Ein Mädchen, welches mit Selbstkostenpreise von 5,2 Pfennigen für die Kilowattſtunde Sachverhalt Kenntniß erhalten hatte, ist Sch. verhaftet und in das einem Grenadier recht böse Erfahrungen gemacht hatte, herzustellen im ftande sei. Man hofft in Charlottenburg noch untersuchungsgefängniß zu Moabit übergeführt worden. In diese ging in der Verzweiflung zu Frau S. und unterwarf die Gesellschaft für Hoch- und Untergrundbahnen zur Entnahme Affäre dürften noch weitere Personen verivickelt werden. sich dem Hokuspokus, ohne irgend einen Erfolg zu erzielen. von Elektrizität von der Stadt für die auf Charlottenburger Gebiet liegenden Theile der Unterpflasterbahn veranlassen zu können, Zu dem Spandauer Raubmord wird noch folgendes mitgetheilt: Der Ungetreue lehrte nicht wieder, ebenso wenig aber auch bas Gelb, welches das Mädchen für Taubenherzen, Frosch Da anzunehmen ist, daß die Charlottenburger Elektrizitätswerke die Die Polizei hat zur Ermittelung des Thäters die umfassendsten Anord- schenkel und andere Allotria der Angeklagten in den Schooß Energie zu demselben Selbstkostenpreise herzustellen vermögen, wie mungen getroffen. Bunächst ist ein Trupp Zigeuner, der am Dienstag den geworfen hatte. Das Schöffengericht stand feiner Zeit den die Berlin- Charlottenburger Straßenbahn, so tann man ermessen, Spandauer Pferdemarkt befucht hatte, am Berlassen der Stadt gehindert Künsten der Angeklagten so steptisch gegenüber, daß es fie welch ein vorzügliches Geschäft die Stadt mit ihren Werken machen worden; dieselben wurden unter polizeiliche Beobachtung gestellt, Sodann wegen Betruges zu 3 Monaten Gefängniß verurtheilte. Hiergegen wird. Daffelbe gute Geschäft, nur noch in ungleich größerem Maß ist die Vernehmung aller derjenigen Personen, Fuhrleute, Handels- legte die Angeklagte Berufung ein und suchte die Straffammer zu stabe, hätte Berlin bei einer Verstadtlichung der Elektrizitätswerte leute 2c. verfügt worden, die auf derselben Strecke wie der Ermordete überzeugen, daß sie das von der Zeugin bezahlte Geld redlich durch machen können. Dank der Majorität der Stadtverordneten- Ver- Dienstag abends und nachts gefahren sind; sie wohnen allesammt ihre Bemühungen, den Sinn des jungen Vaterlandsvertheidigers zu sammlung, die in ihrer unergründlichen Weisheit für die Annahme in benachbarten Dörfern und bringen landwirthschaftliche Produkte erweichen, verdient habe. Necht erbaulich war die Bekundung der des Vertrages mit den Berliner Elektrizitätswerten gestimmt hat, nach Spandau, Charlottenburg und Berlin. Der Kutscher aus Aufwärterin der Angeklagten, daß es in deren Empfangszimmer fällt der schöne Verdienst nunmehr den Herren Aktionären der Limum, welcher dem Wagen des Rühle kurz nach zehn Uhr wie in einem Taubenhause hin und her schwirre, daß oft vor Berliner Elektrizitätswerke zu, und die Bürgerschaft hat das Nach- unweit der Stadt begegnete, hat auch in der mondhellen nehme Damen stundenlang auf die Angeklagte sehen! Nacht auf der Chaussee einen Wanderer gesehen, der in der Richtung warten und legtere viele und schöne Geschenke Auf der Potsdamer- und Viktoriabrücke wird zur Zeit das des Nühle'schen Fuhrwertes weiterging und dieses bald darauf er von ihren Klientinnen erhalte. Ja, die Beugin Postament der Siemensgruppe durch Holzbekleidungen zu einem reicht haben dürfte. Dieser nächtliche Wanderer ging in gebüdter verrieth sogar mit einem Ausdruck der Ueberzeugung, daß Modell hergerichtet, nach dem bei gut ausfallender Wirkung später Saltung vorüber, so daß der Kutscher ihm nicht ins Gesicht sehen an der Sache doch etwas dran sein müsse", da die Andie Poſtamente aller vier Gruppen umgeändert werden sollen. Be- fonnte. Ein Milchwagenkutscher aus Schönwalde, der die Strecke geklagte selbst schon jahrelang einen jungen Mann so stark an kanntlich ist das Bostament vor Aufstellung der Figur erhöht worden, noch kurz vor 11 1hr paffirte, hat das Rühle'sche Fuhrwerk bereits ihre Person fefiele, daß er immer wieder zu ihr zurüdtehre, so oft und nun soll auch das Obergesims, wie durch die jetzt weiß angehaltend gesehen, will auch bemerkt haben, daß Rühle ohne Kopf- er auch schon weggeblieben sei. Diese Thatsache gab dem Rechtsstrichene Bretterverkleidung angedeutet wird, noch eine andere Form bedeckung auf dem Wagen lag. Er ist aber nicht abgestiegen, sondern anwalt Dr. Schops Veranlassung, die Freisprechung der Anerhalten, während das Untergefims, entsprechend der Erhöhung des durch Spandau nach Berlin weiter gefahren. geklagten zu beantragen, da diese offenbar selbst an die Kraft ihrer Postamentspfeilers, wie die Holzbekleidung zeigt, ebenfalls erhöht Wunderwerke glaube. Der Gerichtshof hielt aber, wie der Vorderwerden soll. richter, das ganze Gethue der Angeklagten für faulen 8auber" und erkannte deshalb auf Verwerfung der Berufung. " Die Umwandlung der Berliner Bäckerinnung Germania in eine freie Innung" erfolgte gestern durch die Annahme des dem neuen Handwerkerorganisations Gesetze entsprechenden Innungsstatuts seitens der Generalversammlung. V Der Großhandel mit Weihnachtsbäumen, der bisher auf einem Gelände an der Dresdener Bahn stattfand, ist wegen Bebauung dieses Geländes mit Genehmigung des Militärfistus nach dem Tempelhofer Felde an der Großgörschenstraße neben dem Matthäikirchhof verlegt worden. Der Weihnachtsmarkt, der auf dem Actonaplay, Belle- Alliance- Platz und in der Gneisenaustraße abgehalten wird, ist in diesem Jahre einen Tag fürzer als sonst, da ber 11. Dezember, an dem er sonst eröffnet wurde, auf einen Sonntag fällt. In einer Badezelle des Charlottenburger Krankenhauses erhängte sich gestern ein Artist, der wegen einer BellengewebsEntzündung die Anstalt aufgesucht hatte. Der junge Mann war zum Militärdienst ausgehoben, hatte sich aber zur zweiten Musterung nicht gestellt und fürchtete nun, als unsicherer Kantonist eingezogen zu werden. Aus Templin bringt Wolff's Telegraphenbureau zu dem fürzlich gemeldeten Eisenbahnunfall folgende Nachricht: Zur Berichtigung einiger von verschiedenen Seiten gebrachten unzutreffenden Nach richten über den Eisenbahnunfall auf der Neubauftrede Templin Prenzlau vom 26. v. M. wird amtlich folgender Thatbestand mitgetheilt: Der Unfall ereignete sich beim Ausrangiren von Arbeitswagen aus dem nach Templin zurückkehrenden Arbeitszuge gegen 6 Uhr nachmittags auf der 9 kilometer von Zemplin entfernten Haltestelle Kreuztrug. Hierbei stieß die Lokomotive mit zwei beEin Zusammenprall zwischen einem Mannschaftswagen der festen Mannschaftswagen mit einem dritten gleichfalls befeyten Feuerwehr und der elektrischen Straßenbahn erfolgte Mannschaftswagen zusammen. Es entgleisten hierdurch zwei dieser Mittwoch Abend an der Ede der Charlotten- und Schüßenstraße. Wagen, wobei 12 Arbeiter der Unternehmer mehr oder weniger, Während ein Straßenbahnwagen der Linie Behrenstraße- Streuberg jedoch nicht lebensgefährlich, verletzt wurden. Die Untersuchung istratie. Danach kennzeichne sich der Arbeiter- Bildungsverein in die Charlottenstraße entlang gefahren tam, saufte ihm, aus fofort eingeleitet worden. pot prometed pizzal Gerichts- Beitung. Wie ein Maskenball auf öffentliche Angelegenheiten einwirkt. Der Parteigenosse einze war als Vorsitzender des Arbeiter- Bildungsvereins zu zehoe des Vergehens gegen die SS 2 und 13 des Vereinsgesetzes beschuldigt, weil er bei der OrtsPolizeibehörde tein Statuten- und Mitgliederverzeichniß des Vereins eingereicht hatte. Heinze machte geltend, daß er zur Erfüllung des polizeilichen Verlangens nicht verpflichtet sei, da der Verein nicht bezwecke, auf öffentliche Angelegenheiten einzuwirken. Er diene nur reinen Bildungszwecken. Schöffengericht und Landgericht verurtheilten jedoch den Angeklagten zu einer Geldstrafe. Die Straftammer führte begründend aus: Es sei festgestellt, daß auf einem Mastenball des Vereins atvei Damen mit rothen Schärpen und mit Fahnen erschienen seien, die die Worte als Inschrift hatten: Schutz der Es handle sich Arbeit!" und" Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. dabei unzweifelhaft um eine Berherrlichung der Sozialdemo Izehoe als ein solcher, der auf öffentliche Angelegenheiten ein wirken wolle. Der hiergegen eingelegten Revision gab das der Schüßenstraße tommend, ein Mannschaftswagen der Feuer- Für industrielle Zwecke hat ein auswärtiges Finanzkonsortium ammergericht gestern nur zum theil statt. Das Urtheil wehr, welcher nach einer Uebung von der Hauptwache in dieser Tage ein Gelände von etwa 200 Morgen in der Gemarkung wurde aufgehoben und die Sache zur nochmaligen Verhandlung in der Lindenstraße nach Hause zurückkehrte, in schnellstem Tempo Heiligensee, Amtsbezirk Tegel, an der Berlin- Kremmener Bahn, und die Vorinstanz zurückgewiesen. Der Präsident führte aus: Die Beentgegen. Die Führer beider Wagen hatten das vorschrifts- an der Havel für 1/2 Millionen Mark erworben. antwortung der Frage, ob ein Verein auf öffentliche Angelegenmäßige Beichen mit der Klingel gegeben, doch fie konnten ihre Fahrheiten einwirken wolle, gehöre zu den thatsächlichen Feststellungen, zeuge nicht mehr zur rechten Zeit zum stehen bringen, so daß fie in die in der Revisionsinstanz nicht anzufechten seien. In dieser Be wuchtigem Stoße farambolirten. Ein Feuerwehrmann wurde durch ziehung müsse es bei der Vorentscheidung ver den gewaltigen Anprall vom Wagen geschleudert und gerieth unter mda bleiben, da die betreffende Feststellung ohne Rechtsdie Hufe der Pferde; er hat glücklicherweise nur Verlegungen leichte irrthum erfolgt sei. Die zweite Justang müsse in Natur davongetragen. Der Vorderperron des Straßenbahnwagen in Bur Naturgeschichte der bürgerlichen Juftiz. ist durch den Zusammenstoß start beschädigt, der Führer sowie die Der Maurer Rudolf Hahn, ein 19 jähriger, unbestrafter junger dessen noch nachprüfen und feststellen, wann der Verein einem Verein im Sinne im Sinne des§ des§ 2 des Vereins Personen auf dem Vorderperron sind aber nicht verlegt worden, so Mann, war von seinen Kollegen auf einem Bau in Adlershof u daß der Wagen bald darauf seine so jäh unterbrochene Fahrt fort- als Baudeputirter gewählt. Er hatte sich gestern vor der gesetzes geworden sei und ob Heinze zur fraglichen Zeit schon das Amt des Vorsitzenden bekleidet habe. Sei letzteres der fegen konnte. zweiten Straffammer des Landgerichts II wegen versuchter Nöthigung Fall, dann hätte er das Statut und das Mitgliederverzeichniß einUrania. Im Anschluß an den Vortrag des Herrn Dr. G. Naß„ Das und Beleidigung des Maurers Starl Schulz aus Stöpenick zu verreichen müffen; fei er aber erst später Borsigender geworden, damn Bier", welcher heute( Freitag) im Hörsaal der Urania stattfindet, werden am antworten. Dieser wurde als Zeuge sofort beeidigt und sagte dann wäre er nur zur Ertheilung einer geforderten Auskunft verpflichtet Sonnabend resp. am Sonntag Exkursionen zur Schultheiß- Brauerei und Weißbier- Braueret von Gebhardt veranstaltet werden. aus, Hahn habe ihn gefragt, ob er im Verband sei. Er habe gewesen. Je nach der Feststellung wäre Angeklagter dann zu verDie Treptow- Sternwarte bleibt wegen der jetzt günstigen Mond- erwidert, er gehe nicht in den Verband, und darauf habe Hahn ge- urtheilen oder freizusprechen. Eine schöffengerichtliche Korrektur hat die polizeiliche Aus beobachtung mit dem Riesenfernrohr Donnerstag, Freitag und sagt, dann würden die übrigen Maurer nicht mit ihm arbeiten. Sonnabend, vom 1.- 3. Dezember, ausnahmsweise bis 12 Uhr nachts Soweit stimmt die Aussage mit den Angaben des Angeklagten überein. legung des Vereinsgefezes erfahren, auf gruntd welcher der Präsident geöffnet. Die elektrischen Straßenbahnen fahren bis Mitternacht nach Der Vorsitzende: Welchen Zweck hat der Verband? Beuge des Verbandes der Gast- und Schankwirthe für Berlin und UmTreptow, so daß auch die letzten Besucher bequem Berlin wieder erreichen Maurer Schulz:„ Gar feinen 3wed, blos den Leuten das gegend, Nümann, sowie der Gastwirth Wiefe ivegen Uebertretung 53 Geld auszuziehen." Dieser Bemerkung folgt ein lautes des Vereinsgefeges mit Strafmandaten bedacht worden waren. In der Deutschen Gesellschaft für volksthümliche Naturkunde handelte sich um eine im Wiese'schen Lokale stattgehabte, polizeilich spricht am Montag, ben b. Dezember, abends 8 Uhr, im Lachen der Mehrzahl ber Mitglieder des Gerichts. nicht angemeldete Delegirtenjigung des Verbandes. Im prinzipiellen Bürgerfaale des Rathhauses Herr Prof. Dr. Blate vout fgl. 8oologischen Man drückte dem Zeugen seine 8ustimmung auch durch Intereffe war der Verbandssyndikus, Rechtswalt Dr. Schöps, be= Institut über Tiefsee Organismen und die deutsche Tiefsee- Expedition"( mit entsprechende Geberden aus. Der Vorsitzende meint nun, auftragt worden, auf Rechnung des Verbandes die Angelegenheit Demonstrationen). Am darauf folgenden Montag findet ein Besuch der tgl. der Zeuge habe noch nicht alles ausgesagt. Beisiger zum gerichtlichen Austrag zu bringen. Derselbe hat denn auch vor Borzellanmanufaktur in der Wegelystraße statt. Theater. Die Direktion des Schiller: Theaters theilt uns be- Landgerichtsrath Neumann: Sie fürchten sich wohl? dem Schöffengericht ein obfiegendes Erkenntniß erftritten. Bliglich der volksthümlichen Kunstausstellungen mit: Für Sonntag, den Wir werden Sie schüßen." Nunmehr der Zeuge Schulz: Gericht nahm nach erfolgter Beweisaufnahme als erwiesen an, daß 25. Dezember( 1. Weihnachts- Feiertag) hat die Neue Freie Boltsbühne die„ Der Maurer Kleber sagte, Du kannst den Nachtwächter in der betreffenden Delegirtenfizung feine öffentlichen Angelegen gejammten 360 Starten, die überhaupt ausgegeben werden, übernommen. holen, der die Sache zu Protokoll nimmt. Darauf sagte der An- örterung gelangt seien, daß die Sigung daher einer polizeilichen heiten, vielmehr nur Angelegenheiten des Schankgewerbes zur ErDie Direktion sorgt ini allgemeinen dafür, daß beim Eintritt noch Starten zu haben find, eine Ausnahme ist nur für den Weihnachts- Feiertag und die geklagte: Mit einem Nachtwächter arbeiten wir nicht zusammen. Anmeldung nicht bedurft hätte. Die Angeklagten hätten sich daher Steue Freie Boltsbühne gemacht worden. Im Schiller Theater wird die Wenn Du nicht in den Verband eintrittst, dann giebt's was raus." feiner Uebertretung des Vereinsgefezes schuldig gemacht, und seien erste Aufführung von Wiltens Voltsstück„ Ehrliche Arbeit" Freitag, Der Angeklagte bestreitet diese Aussage entschieden. Es demzufolge von Sirafe und Kosten freizusprechen. Den 9. Dezember stattfinden. Philipp Langmann's Drama Bartel Turafer" folgt die Vernehmung der Maurer Klinger, Kleber Wegen Uebertretung der Konfektionsarbeiter.Verordnung wird heute noch einmal wiederholt. Im Olympia Theater wird und Kasparid, welche auf Antrag des nächsten Mittwoch Nachmittag 312 Uhr zum ersten Male das Weihnachts: des Angeklagten vom 31. Mai 1897 war der Inhaber eines Konfettionsgeschäfts, märchen Dornröschen" gegeben. geladen waren. Der Vorsitzende erklärt, er werde dieselben zunächst Her Krause, angeklagt worden. Und zwar warf man dem Angeklagten Tönnen. " " = " Das Amerika bor, daß er vier Arbeiterinnen in den hinteren Räumen feines Ge- der für Heer und Flotte nöthigen Mittel aus den Taschen der an den von 259,08 m.) 1876,24 M., die Ausgabe 1693,89 M., es bleibt ein schäfts eines Sonnabends noch nach 5½ Uhr mit Näharbeiten be- indirekten Steuern am stärksten betheiligten Profetarier fließt, so fühle die Bestand von 182,83 M. Nachdem auf Antrag der Revisorin die schäftigt habe. Das Landgericht als Berufungsinstanz sprach indeffen Proletarierfrau den Steuerdruck am empfindlichsten, denn jede Erhöhung Versammlung Frau Wengels entlastet hatte, wurde sie als Verden Angeklagten frei, nachdem es festgestellt hatte, daß er haupt- der indirekten Abgaben und die dadurch bedingte Vertheuerung der trauensperson wiedergewählt. sächlich Maßarbeit für Kunden anfertigen läßt und die Lebensmittel zwinge die Hausfrau, ihren Kindern die Bissen noch Arbeiterinnen mit Reparaturen beschäftigt, während Arbeit spärlicher, wie sonst zuzumessen. Redner erinnert dann an die Ver- Versammlung ab. Genosse Grempe sprach in einem interessanten Die Posamentiere hielten am 22. November ihre regelmäßige auf Vorrath" nur in der stillen Geschäftszeit vorkommt. ftimmung, welche auf handelspolitischem Gebiet zwischen Deutschland Bortrage über:" Die Fortschritte in der Technik und die Lage des Das Gericht nahm an, daß unter diesen Umständen nur und Amerika herrscht, und lediglich verschuldet sei durch unsere Handwerks". An der Diskussion betheiligten sich Berger, von einem Handwerksmäßigen Betriebe geredet werden könne, und Junker, die mit ihrem Verlangen nach möglichster Er- tianewiz, Schein und Müller. Unter anderem wurde führte aus, die Verordnung des Bundesrathes sei deshalb nicht aus schwerung der Einfuhr bon Maſſen bone. in zuwenden, da sie nur auf Betriebe Anwendung finde, in denen Repressalien veranlaßt haben. Auch das sei eine Angelegenheit, die theilt werden, in welcher die Eltern aufgefordert werden, au hervorgehoben, daß vor der städtischen höheren Webeschule Zettel verKleidungsstücke in Massen angefertigt würden. Die hiergegen auf die Lebenshaltung der Proletarierfamilie von großem Einfluß Töchter die Handarbeit in der Posamenterie erlernen zu lassen. eingelegte Revision wurde gestern vom Kammergericht mit der Bes sei und deshalb auch die Frauen lebhaft intereffire. Stein Schlag in der Versammlung wurde dem entgegengehalten, daß die Mädchen gründung verworfen, daß das Landgericht die Bundesraths- werde gegen den Mann geführt, den nicht auch die Frau mittrifft. in der Branche kaum so viel verdienen, um sich ernähren zu können. Verordnung mit recht nicht angewendet habe, weil das Für die Proletarierin gebe es also teine besondere Frauenbewegung. Sierauf verlas der Kassirer die Abrechnung vom Stiftungsfest. Diese Krause'sche Geschäft ein Maßbetrieb und nicht ein Großbetrieb sei. sondern für fie gelte es, fich der Bewegung des Proletariats an ergab eine Einnahme von 80 M. und eine Ausgabe von 123,80 M. es sich der des aus OF Joggingin verfammlungen. gemeinsam mit dem Manne zu erkämpfen. Niemand, der auf den 28. November eine Versammlung anberaumt, in der nach einen Schöneberg. Der Verein der Schuhmacher hatte am Namen eines gebildeten Menschen Anspruch macht, könne heute beifällig aufgenommenen Vortrag unter Verschiedenem über die Eine sehr stark besuchte Volksversammlung, von der weib- sei. Ihre Fähigkeiten seien eben so hoch, wie die der Männer. Mißstände in der Schuhfabrik von Rosenthal u. Groß debattirt in der Koppenstraße. Saal und Gallerien waren bis auf den letzten Frau denen der Männer inzweifelhaft nicht nachstehend. Auf das Defen, welche fast nur mit Lederabfällen geheizt werden. Natürlich lichen Vertrauensperson einberufen, tagte am Mittwoch bei Keller und was namentlich die Politik betrifft, so seien die Fähigkeiten der wurde. Unter anderem bemängelt man die Heizvorrichtung in dem Raume, wo die Stepperinnen arbeiten. Es befinden sich dort zwei Raume, wo die Stepperinnen arbeiten. Es befinden sich dort zwei Blazz besetzt. Genosse Liebknecht, der bei seinem Erscheinen Regieren verstünden sie sich mindestens so gut wie die Männer. Defen, welche fast nur mit Lederabfällen geheizt werden. Natürlich von der Versammlung, in der auch die Frauen sehr zahlreich ver: Das bestregierte Land Europa's, England, werde von einer Frau schlimmer wird der Zustand dadurch, daß die Oefen oft wegen zu ge Zand Ciro paging but wie die stämmer: entſteht durch diese Verbrennung, ein übelriechender Dunst. Noch treten waren, mit lebhaften Hochrufen begrüßt wurde, sprach über regiert, und wenn wir an stelle der Monarchen lauter Monarch in nen schlimmer wird der Zustand dadurch, daß die Oefen oft wegen zu ge das Interesse der Frauen an der Reichstags- Session. Nachdem der hätten, so wäre das gewiß gut für die Monarchie und für die ringer Zugluft den Rauch in den Arbeitsraum entweichen laffen. Es wude beshalb allſettig gewünscht, daß dieſem unerträglichen Redner die Ursachen dargelegt hatte, welche das weibliche Geschlecht Völker. Die Frau hat das Talent zu herrschen ohne es merken zu lebelstand abgeholfen wird. zu seiner gegenwärtigen politischen Rechtlosigkeit herabgedrückt haben, lassen, während der Mann durch brutale Manieren zum Widerspruch erörterte er den Unterschied zwischen der bürgerlichen und proletarischen und Widerstand aufreize. Auch auf die Verwaltung verftünden Frauenbewegung. Die erstere sei ein Emanzipationskampf des unter die Frauen sich vortrefflich. Und in den Proletarierfamilien hat die drückten Geschlechts, welches für sich dieselben Rechte fordert, welche Frau fast ausschließlich die Verwaltung. Redner erinnert dabei an eine die Männer bereits haben. Die Bewegung der bürgerlichen Frauen frühere Aeußerung, daß die Mutter einer Proletarierfamilie mehr Finanz- Freitags abends von 7/2 bis 8 1hr abgehalten. Die juristische Sprechstunde wird Dienstags, Donnerstags und sei eine berechtigte, aber beschränkte. Die proletarische Frauen- genie beweisen nuuß, als Herr von Miquel. Warum soll die Frau nicht bewegung dagegen habe nicht die Emanzipation der Frau zum auch eine gute Gesetzgeberin sein? Darum fordern wir für B. R., Mühlheim. Wir können diese Kasse nicht empfehlen, weil wir wed, sondern die Emanzipation des Proletariats. die Frau alle politischen Rechte. Aber die Frauen dürfen nicht M. K. 20. Kajenn mit Betonung der letzten Silbe und schwacher Die Proletarierin, die unter dem Druck des Kapitalismus unthätig sein. Sie müssen selbst Hand anlegen und theilnehmen an Aussprache des t. Gine Abhandlung über die Fabrikation des Spiegelebenso schwer zu leiden hat, wie ihr männlicher Klassengenosse, führe dem Befreiungskampfe des Proletariats. Das sind sie sich selbst glases tann im Briefkasten nicht gegeben werden. Fehlendes Quecksilber mit diesem gemeinschaftlich den Kampf für die Befreiung der schuldig, das sind sie den Männern schuldig, deren Aufgabe erschwert läßt sich nicht ersetzen, der Spiegel muß vollständig neu überzogen werden. Arbeiterklasse aus den Fesseln des wird, wenn die Frauen gleichgiltig bei oder gar sie am Posen, Gewerkschaften. Ihr Eingesandt ist so garnicht zu verWas den Neichstag Kampf zu hindern suchen. Die Frau mtampfen, damit der werthen. Geben Sie doch den Sachverhalt der Generalkommiffion der Ge betrifft, und das Interesse, das die Frauen an der nächsten Sieg rascher errungen wird. wertschaften bekannt. Eeffion habe, so sei zunächst das Zuchthausgesetz zu nennen, Der Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Fräuwelches die Wirkung haben soll, das Koalitionsrecht der Arbeiter lein Ba a der und Frau Ihrer wiesen auf die agitatorische illusorisch zu machen. Wir würden also im Reichstage cinen Kampf Thätigkeit der proletarischen Frauen hin und bemerkten, wenn zu führen haben um die Erhaltung des Koalitionsrechts, und an dieselbe sich in der Oeffentlichkeit nicht so bemerkbar mache, diefem Kampf haben die Frauen dasselbe Interesse wie die Männer. wie die bürgerliche Frauenbewegung, so liege dies daran, daß die Es könne der Frau nicht gleichgiltig sein, wenn ihr Maun wehrlos Behörden den Proletarierinnen alle möglichen Schwierigkeiten der Gewalt des Kapitalisten ausgeliefert werde, wenn man sein be- machen, während die bürgerlichen Frauen sich ungehindert organisiren rechtigtes Streben nach Verbesserung seiner Lebenslage gewaltsam und bewegen können. Eine Resolution im Sinne der Aus- Swinembe. 759 SS unterdrücke und die Aufforderung zum Streif, dem letzten führungen des Genossen Liebknecht wurde einstimmig angenommen. Samburg Mittel Ciebiecht wurde einstimmig angenommen. Danburg im gewerkschaftlichen Stampf, mit Zuchthaus be 762 SS Frau Bengels berichtete hierauf fiber ihre Thätigkeit als Wiesbaden 766 NW strafen wolle. Im Hinblick auf die Mehrforderungen Vertrauensperson. Es haben im Laufe des Jahres in Berlin neunGs im des München 767 23 des Militär- und Marine Etats bespricht der Redner die Schädlich- zehn öffentliche Versammlungen, fieben Sonntags- Versammlungen Wien 767 23 feit und Gefährlichkeit der Kolonialpolitik, er weist auf die ständige und ein wissenschaftlicher Vortrag stattgefunden. In der Umgegend Wetter- Prognose für Freitag, den 2. Dezember 1898, Striegsgefahr hin, welche der Bestand eines großen stehenden Heeres von Berlin wurden 11 Versammlungen abgehalten. Während der Bunächst wärmer, vorwiegend trübe mit Niederschlägen und frischen mit sich bringt und führt aus, daß die Frauen ein doppeltes Inter- Reichstagswahl find 2000 Broschüren und ein Flugblatt verbreitet westlichen Winden, nachher aufflarend und etwas fühler. esse haben, den Militarismus zu bekämpfen. Da der größte Theil worden. Die Einnahme betrug( einschließlich eines alten Bestandes sollte sich jede Proletarierin aniitalismus. Nach langem, schwerem Leiden ent: schlief fanft meine liebe Frau, unsere gute Mutter Therese Löffka, geb. Selke, fm 41. Lebensjahr. Dies zeigen tiefbetrübt an 25126 Die trauernden Hinterbliebenen. Fried, Löffka nebst Söhnen. Danksagung. Hiermit fage ich allen Stollegen und Kolleginnen der Firma Siemens u. Halske( Berliner Wert) sowie dem Deutschen Metallarbeiter Berband für die zahlreiche Theilnahme bei der Beerdigung meines Mannes meinen herzlichsten Dant. 25116 Agnes Neye. Danksagung.[ 25066 Allen Freunden und Bekannten smus, Dicer Steiegsing Stampf zu hindern ſuchen, Briefkasten der Redaktion. ihre geschäftliche Grundlage nicht kennen. 3) Witterungsübersicht vom 1. Dezember 1898, morgens 8 1hr. Stationen Berlin Barometer stand mm Windrichtung Windstärte Wetter Temp. n. 6. 5° 4° R Stationen ſtand mm BarometerWind: richtung Windstärke 2 Haparanda 743 NO 4 Petersburg 762 23 0 Cort 1 Aberdeen 746 SW 1 Paris 765 758 WSW Gheiter 5 bedeckt 2heiter 1 bedeckt 3 wolfig 2 heiter 4 Achtung! Puher! Achtung! Allgemeine Yolks- Krankenkasse ( E. H. No. 126.) Wetter Temp. n. C. NOSI 15°.= 4° R. 4 wolfig 3 3616.bed. 2h1b.bed. 3 Regen 10 2 Berliner Wetterbureau. Fast neues Fahrrad ist billig zu vertaufen. Kosin, Georgenkirchstr. 66. 3 M. Photogr. Camera. 3 M. Best. App. f. Schüler, Anf., Liebh.2c. bei Sonntag, den 4. Dezember, vormittags 11 Uhr, int Lokale der Am 23. Dezember 1898, nachmittage 3 Uhr, Müllerstr. 174, I.: F. W. Bernstein, Leipzig- Li, Harkortstr. Arminballen, Kommandantenstraße 20: IN Mitglieder- Versammlung Außerordentl. Generalversammlung. Für 30 Mark Tages Ordnung: I. 1. Diskussion über die vom Vorstand und Ausschuß vorgeschlagene Beitragserhöhung. 2. Vereinsangelegenheiten. Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines ied en Mitgliedes, in dieser Versammlung zu erscheinen. 135/13 Der Bevollmächtigte. Achtung! Maurer. Achtung! Am Sonntag, den 4. Dezember er., vormittags 10 1hr, im Lokal Englischer Garten, Alexanderstraße 27c: Sen benie Ordentl. Mitgliederversammlung fagen wir für Theilnahme am Be Dant. Ww. Foth nebst Söhnen. Danksagung. Berlins und Umgegend. besteht aus der Gesammtheit der stimmberechtigten Mitglieder. Tagesordnung: 25046 1. Aufhebung der Beschlüsse der außerordentlichen Generalversammlung vom 14. Oftober 1898, 2. Vorlage der erneuerten Sagungen zur Ge nehmigung. 3. Verschiedenes, vom Vorstand vorzuschlagen. Der Borstand der Allgem. Volts- Krankenkasse(. S. 126). Der Borsitzende: G. Schiele. fertige Hochfeine Anzüge nach Maß, für 36 Mart feine Winter Paletots nach Maß, für 8-12 Mart feine Hosen nach a Riesenstofflager Krausenstr. 14. I( fein Laden). Unseren verehrt. Mitgliedern erlauben wir uns 100 humoristische wiederholt die ganz ergebene Mittheilung zu machen, daß die 24766 Post- Witzkarten umsonst, Auszahlung der Spargelder Svabniß neu. 8 th me 656 des Vereins zur Wahrung der Intereffen der Maurer in der Zeit vom 1. bis 15. Dezember cr. in Tagesordnung: 1. Vortrag. 2, Distuffion. 3. Vereinsangelegenheiten. unserem Bureau, Fehrbellinerstr. 88, werktäglich von 9-11 vormittags und 3-6 nachmittags erfolgt. Der Vorstand. Verband der Sattler und Tapezirer. Für die herzliche Theilnahme bei 130/2 der Beerdigung meines lieben Wannes und unseres guten Vaters Carl Schmiedecke, insbesondere der Deputation fowie den Stollegen der Firma Carl Beermann, fagen unseren innigften Dant. 2815b Die trauernden Hinterbliebenen. Orts- Krankenkaffe für den Gewerbebetrieb der Kaufleute, Handelsleute und Apotheker. Da die zum 22. November d. J. einberufene Generalversammlung in ihren Sigungen vom 22. und 29. 5. M. die festgefekte Tagesordnung nicht vollständig erledigen konnte, hat sie fich vertagt und findet die Fortfegung der Verhandlungen am Freitag, den 9. Dezember 1998, abends 92 Uhr, in ber Berliner Ressource, statt. Kommandantenstr. 57, Tages Ordnung: Weitere Berathung und Beschluß: faffung über Buikt 6 der bisherigen Tagesordnung: Antrag des Vorstandes auf Aenderung des Statuts und der Ver haltungsregeln für erkrankte Mitglieder." 25086] Berlin, den 30. November 1898, Der Vorstand. à Pfb. Dderbrucher Gänse 50. 65 31. hat man in größter Auswahl in der Gesundbrunner M Zentral Fleischhalle fowie Gänsellein, Leber, Liesen, Gänse fleisch und Gänsepötelfleisch. Sämmt: liches aubere Fleisch verkaufe ich noch 1 5 u. 10 Bf. billiger als wie in ben Markthallen und gebe gutes Ge wicht. Für große Auswahl und gute Waare ist stets geforgt. Sonnabend, den 3. Dezember, abends 9 Uhr: Derlammlung im Englischen Garten, Aleyauderstraße 27 c. 1. Bortrag ber Genoſſin Ottille Baader über:„ Die gebung der Cages. Drinung; Arbeiterklaffe fhr eigenes wert ſein," 12. Disiuifion. 3. Wahl ber schiedenes.- Die Frauen find zu dieſer Berſammlung ganz besonders ein Delegirten zur Bezirkskonferenz für die Proving Brandenburg. 4. Vergeladen. Gleichzeitig ersuchen wir die Kollegen, recht pünktlich zu erscheinen, damit die Versammlung punkt 9 Uhr eröffnet werben kann. 157/10 Der Vorstand. Zentralverband der Zimmerer Deutschlands( 3ahlstelle Berlin). Sonntag, den 4. Dezember, nachmittags 5 Uhr: Zwei Bezirks- Versammlungen mit Frauen. Für den Norden im Lokal des Herrn Wernau, Schwebterstr. 23. Tagesordnung: Vortrag des Fräulein Baader. Für den Osten im Lokal des Herrn Panten, Frankfurter Allee Nr. 174. Tagesordnung: Vortrag der Frau Mesch, Nach dem Vortrag in beiden Versammlungen: 261/13 Gemüthliches Beilammensein. Die Kameraden in diesen Bezieten werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. Verband der Bau-, Erd- und gewerblichen Hilfsarbeiter Deutschlands( Zahlstelle Berlin L.) Am Sonntag, den 4. Dezember, vormittags 10% Uhr, in Feuerstein's Salon( oberer Saal): Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: elegenheitenberatung resp. Anträge zum Berbandstag. 2. Verbands Die Ortsverwaltung. 43/3 25146 Produktiv- und Einkaufs- Genossenschaft Juh. Jul. Radloff, Prinzen Allee Nr. 2-6. Gard., für Radfahrer. Die ordentliche Mouats Versammlung findet am Montag, den Betten, Stores, Bache, affelbeden. 5. Dezember, abends 8 Uhr, im„ Englischen Garten", Alleganber Anzüge, Sosen, ftraße 27 e, statt. Winterpaletots, Regulatoren, Re montoiruhren, Overnalfer vert. ſpotts Zähne 2 M. Pfanbleihe Neanderstraße 6. [ 2513b] Der Vorstand. 10 Jahre Garantie. 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Hierauf: Die Sünden der Frauen. Anfang 72 Uhr. Central. Die Geisha. Anf. 71/2 Uhr. Luisen. Berliner Raten. Anfang 8 Uhr. Belle Alliance. Der Pfarrer von Kirchfeld. Anfang 8 Uhr. Oftend. 8 11hr. = Onkel Jonas. Anfang Friedrich Wilhelinstädtisches. Die Geheimnisse von London. Anfang 8 Uhr. Alexanderplatz. Auch ein Fall Grünenthal. Anfang 8 Uhr. Parodie. Tugend. Anfang 8 Uhr. Urania. Taubenstrasse 48-49. Naturkundliche Ausstellung. Täg: lich geöffnet von 10 Nhr vor mittags ab. Eintritt 50 f. Abends 8 1hr: Abwechselungsweise„ Die Urzeit des Menschen" und„ Quer durch Desterreich". Juvalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 11hr: Stern warte, Operntelephon. Apollo. Spezialitäten- Borstellung. Anfang 72 Uhr. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Feen Palast. Spezialitäten Vorstellung. Passage Panoptikum. täten- Borstellung. Speziali Schiller Theater ( Wallner: Theater). Freitag 8 Uhr: Bartel Turaser. Sonnabend 8 Uhr: Das vierte Gebot. Sonntag Na ch m. 3 Uhr: Kabale und Liebe. Sonntag Abend 8 Uhr: Das Lumpengesindel. Ostend Garl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Abends 8 Uhr: Zum 18. Male: Onkel Jonas. Boltsstück mit Gesang in 5 Aften von Oskar Klein. Musik von Alb. Wiecher. Im Tunnel von 7 1hr an Frei: Konzert. Vorzugs Billets haben Giltigkeit. Morgen: Dieselbe Vor: Von 6 Uhr ab: Théâtre variété. Neu! Lebend! Keine Illusion! Das FlammenWeib vom Stamme der Wambutti, Heute 25 Pf. Entree, Geöffnet v. vorm. 9 bis abds. 10 Uhr. Castan's Panopticum. Die SIOUXINDIANER sind da! Metropol- Theater. Behrenstr. 55/57. Dir. Rich. Schultz. Freitag: Bumi 15. Male: Kaufhaus Gebr. Leyser Wienerstrasse 64, und Gräfestrasse 21, Ecke Lausikerstraße. Ecke Dieffenbachstraße. Elegante Herren- Paletots 24,-, 20,-, 17,-, 12,- und 10,50 Mk. Knaben- Paletots 12,-, 9,-, 7,50, 5,-, 4,- und 3,- Mk. Herren- Zugstiefel( Rohleder) 5,75 und 4,75 Mk. Damen, Herren- und Kinder- Filzschuhe von 78 Pf. an. Kleiderstoffe( Roben) 9,-, 7,50, 5,70, 2,70 und 1,50 Mk. 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Circus Renz- Riesen- Tunnel. Direktion: J. M. Hütt. Täglich: Grosses Konzert der Hauskapelle unter Leitung des Musikdirektors Herrn Otto Görner und Extra ſtellung.- Sonnabend, nachm. 3 Uhr: Spezialitäten- Vorstellung Erste Kinder Weihnachts- Vorstellung: Bibi, der Gänsekönig. Soun tag Nachmittag: Die Grille. unter Regie des beliebten Humoristen Gustav Kluck. Das neue großartige November: Programm. Luisen- Theater Anf. Wochent. 6 Uhr, Sonnt. 5 Uhr. 34. Weichenbergerstraße 34. Abends 8 Uhr: Berliner Raketen. Sonnabend Nachm. 3 Uhr: Die Räuber. Abends 8 Uhr: Die Schuld der Schuldlosen. Donnerstag, den 15. Dezember: Mit hoher Genehmigung Sr. Ercellenz des General- Intendanten der königl. Schauspiele Herrn Grafen von Hochberg unter gefälliger Mitwirkung des fgl. Schauspielers Herrn Adalbert Matkowsky zum Besten der Weihnachtsbescheerung der Aermsten der Armen des Louisenstädtischen Bezirkes Zum 1. Male: Reau oder Genie u. Leidenschaft Kean: Herr Adalbert Matkowsky. Lustspiel in 5 Aufzügen frei nach dem Französischen des Aley. Dunias( Bater) von Ludwig Barnay. Thalia- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Der Hypothekenschuster Posse mit Gesang in drei Atten von Leopold Ely. Musik von Cornelius Schüler. Anfang 71% Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Central Theater • Direktion: José Ferenczy. Die Geisha oder: Eine japanische Theehaus. Geschichte. Operette in 3 Atten v. Sidney Jones. Morgen und die folgenden Tage: Die Geisha. Sonntag, 4. Dezember, nachm. 3 Uhr, zu ermäßigten Preisen: Entree Wochent. 10 Bf., Sonut. 30 f. Reichshallen. Stettiner Sänger ( Mehjel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl, Schneider und Schrader.) Zum Schluß, neu: Pepita vor Gericht. Neuestes Ensemble von Meysel. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Borvert. 40 Pf. Num. Balfont 75 Pf. Balton- Loge 1 M. Orchefter: Loge 1,50 M. Fremden- Loge 2 M. Tageskaffe 11-1 ühr. Reichshallen Restaurant. Täglich Konzert. Entree frei. Apollo- Theater. Mlle. Rosalia Lambrecht Lucas. Grete Gastani 2c. Anfang an den Wochentagen 8 Uhr. Sonntags 6 Uhr. Bons haben Wochentags Giltigkeit. Feen- PalastTheater Burgstr. 22. Burgstr. 22. Neues Dezember- Programm. Ueberlé, Afrobatentruppe. Hugo Schulz, Romifer. Wienecke, Zwerg- Theater. Gebrüder Teylors, Excentrics. Der erfolgreiche Mimiker Carl Jörgensen. Sensationell! Fürst Bismarck vom Jüngling bis zum Alten in Friedrichsruh. Neu! Das Neu! Blumenmädchen vom Hacke'schen Markt Boltstück m. Gesang v. Eißner. Clodewig Nelke: Wilh. Fröbel. Carl Werner: Rich. Winkler. Anfang 7/2, Sonntags 6 Uhr. Vorverkauf Vorm. v. 11-1 Uhr. Alcazar- Theater Dresdenerstr.52/ 53.City- Passage. Direktion: Richard Winkler. Neu! Neu! Neu! Tante Preziosa. Gr. Posse mit Gesang in 3 Aften von S. Haber und H. Wilfen. Musik von R. Bial. In Szene gesezt von Otto Wendt. Dazu: Auftreten des gesammten neu engagirten Künstler: und Spezialitäten- Personals in ihren Glanznummern. Anfang: Wochent. 7 Uhr. Entree: Wochentags 30 Pf. • Sonntags 61/2 Uhr. Sonntags 40 Pf. Borzugsbillets haben Giltigkeit. CIRCUS BUSCH Freitag, den 2. Dezember: abends 72 Uhr: Humorist. Vorstellung. PERSIEN. Gr. Manege Schaustück in 5 Aften, inscenirt vom Dir. Paul Busch. Besonders hervorzuheben: Der Sprung des Prinzen Mirza Schaffy aus der Höhe der Circuskuppel ins Wasser. Außer dem Auftreten des Herrn Franz Gebhardt, Ritter 2c., bisheriger Chef der t. t. spanischen Hof- Reitschule in Wien auf dem Lippizaner Hengst Con versano". 4 Fuchshengste als Thurm springer, wovon der Hengst, Casimir" den Sprung mit verbundenen Augen kurzes Gastspiel ausführen wird. Die amerit. Freunde, und höchst komisches Intermezzo des Gigerl Clowns Alfred Daniels mit seinem Manon. 14 DebutsSchnellphotographen. Operette in 3 Atten von Rich. Genée. Anfang 72 Uhr. Morgen Sonnabend 72 Uhr: Parade- Gala- Vorstellung. Renommirtes Fabrikat. MACHT T STARK GESCH. Beste Zuthaten. EINIGKEIT GESETZL SCHUHFABRIK ERFU UTSCHE Wir empfehlen: 7 Herren- Zugstiefel, gewaltt, Spezialität,... 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