Ginzelpreis 70 Seller. Rebaltion Prag. 11. Tele Tegesrevel 26795, 31463. Tit Del Ragtrebaftion: 26rez. Poftihedamt: 57544 Juferate werden laut Tart billigt berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 8. Jahrgang. Sozialdemokrat II. ernská ul.7. Jemiu eutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit. Dienstag, 31. Jänner 1928. Bezugs- Bebingungen: Bel Jußtellung ins Haus ober bel Bezug durch die Beft: monatlich... Kē 16.vierteljährlich balbjährig ganzjährig 48192. Radftellung von Men ffripten erfolgt nur bei fendung der Retourmarfen. bes tentag tri Nr. 26. Schlußtagung des sozialdemokratischen Kongresses. Referate Winters und Schäfers über Sozialversicherung und Sozialpolitit, Debatte, Beschlüsse.- Eine Eine Fest- und Kampfrede Soutups. De Wittes und Hampls Schlußwort. Nach dem Kongreß. schließen. Arbeiterschaft eine gewisse Enttäuschung unaus eine gute demokratische, soziale und kulturelle Verhältnisse jemandem anderen zu überlassen bleiblich gewesen. Was die Arbeiterschaft in all Politik herbeizuführen. Wenn aber auch die und sie dann zu kritisieren, sondern unsere Die Freude über den erhebenden und be- den trüben Jahren vorher ersehnte, das war Einstellung der deutschen Arbeiterschaft zum Pflicht ist es, das Problem selbst zu lösen, denn geisternden Verlauf des Verbrüderungs- Kon- nicht bloß ein gemeinsamer Kampf um eine Staate, der dem tschechischen Volke die Siche zur Lösung der nationalen Frage sind in erster gresses der sozialdemokratischen Parteien unseres aktuelle Forderung, um die Erreichung eines rung der nationalen Freiheit gebracht hat, eine Linie die Sozialisten berufen. Und in der geBandes wird in den Herzen aller Zeilnehmer einzelnen politischen Zieles. Sie wollte und andere ist als die der tschechischen Arbeiter, so faßten Entschließung werden die sozialdemokvadieser bedeutungsvollen Tagung unauslöschliche will die dauernde Bindung, die ideologische, sind sie doch Irredentisten niemals gewesen und tischen Parteien aufgefordert, den Einfluß und Eindrücke hinterlassen. Unter den Delegierten taktische und politische Einigung, in der aus haben jede derartige, nur der Reaktion zum die Macht der Arbeiterklasse in diesem Staate war gewiß feiner, für den dieser Kongres nicht tausend schmerzlichen Erfahrungen geschöpften Nußen gereichende Abenteurerpolitik stets ab zu stärken und ausschlaggebend zu machen, u m einer der schönsten Lichtpunkte seines Partei- Erkenntnis, daß die Arbeiterklasse um so gelehnt. Schon auf ihrem Teplißer Gründungs- eine wirkliche Verständigung zwilebens war, denn jeder war sich bewußt, daß größeren Schaden erleiden muß, je länger die parteitage hat die deutsche Sozialdemokratie fchen den Nationen herbeizufühfich hier nicht nur eine entscheidungsvolle Wen- Entfremdung zwischen den sozialistischen Par den geschaffenen Staat als ihren neuen Kampf- ren und diesen seiner Mehrheit nach prolebadung in der Geschichte der Arbeiterbewegung teien andauert. Es ist wirklich so, wie auf dem boden für die Erringung der sozialistischen Biele rischen Staat zu einer nicht nur politisch und des Landes, sondern auch ein wichtiges, in Kongreß gesagt wurde, daß das Proletariat erklärt und hat sich bereit erklärt, hier mit den wirtschaftlich, sondern auch national und seinen Wirkungen noch unabsehbares politisches alles gute, was es besißt, der Sozialdemokratie Arbeitern aller Nationen brüderlich für dieſe kulturell gerechten Republik zu Ereignis vollzog, und daß in Millionen von 3 danken hat, und daß in der heutigen Ge- Biele zu kämpfen. Es ist nur der Ausdruck ihrer gestalten. Das ist wohl noch fein flar um Not und Sorge gedrückter Arbeitsmenschen ein sellschaft der Arbeiterschaft nichts aus Liebe ge- feit dem Bestande des Staates betätigten Stel- fchriebenes Programm, nur ein Gelöbnis und starkes Hoffen neu aufflammen werde. Denfen geben wird, daß sie vielmehr nur das hat, was lung, wenn in der vom Kongreß beschlossenen ein Wille, der hier ausgedrückt ist, aber mir wir an unseren letzten Teplizer Parteitag zu ſie ſich erkämpft. Ist die Sozialdemokratie, ist Resolution ausgesprochen wird, daß die sozial- frasser Unverſtand und Böswilligkeit können rüd: wie damals der im Proletariat nie er- die einzige Waffe, welche die Arbeiterklasse be- demokratischen Parteien in der Tschechoslowa den ungeheuren Fortschritt übersehen, der darin loschene und fortglimmende Funke der Sehn- ßt, durch Uneinigkeit ſtumpf, dann triumphie fischen Republik sich auf dem Boden des zum Ausdruck kommt. fucht nach Vereinigung der sozialdemokratischen ren ihre Klaſſenſeinde. Eine zeitweilige Kampf- Staates, auf den sie die Geschichte Das große Erlebnis unseres Kongreſſes Kräfte aufloderte und mit elementarer Straft gemeinschaft wäre nur Stückwerk gewesen, so gestellt hat und auf dem das Pro- wird unvergessen bleiben und wird fortwirken. alle Herzen entzündete! Die deutsche Arbeiter- groß auch ihre augenblickliche Notwendigkeit letariat aller Nationen zu ge- Die sozialdemokratischen Parteien, die sich nach schaft streďte der tschechischen sozialdemokrati- fein mag. Jeder Tag kann neue Gefahren, neue me injamem Schifal auf Gedeih fast einem Vierteljahrhundert zum erstenmal zu schen Arbeiterschaft und den Proletariern aller Angriffe der Bourgeoisie gegen die Arbeiter- und Verderb verbunden ist, und gemeinsamer Tagung zusammengefunden haben, anderen Nationen offen, freudig und rückhalt- tlaffe bringen. Aber nicht nur zur Abwehr heißt deſſen Ausgestaltung in einen sozialistischen sie werden sich, dafür bürgen schon die neuentLos die Bruderhand entgegen. Auf uns Fönnet e rüsten. Die Sozialdemokratie muß ein im Staat ihr Ziel ist, zu brüderlicher standenen Berantwortlichkeiten, Ihr bei der Verteidigung der Arbeiterrechte und politischen Leben wirkender Faktor werden, sie 3 usam menarbeit zusammen trennen. Daß die Wiedervereinigung unter dem bei den Kämpfen um die großen Biele des hat Aufgaben zu vollbringen, sie muß macht Zwang der Verhältnisse erfolgt, darüber wird. Sozialismus und der Demokratie in jedem besißen, um diese Aufgaben bewältigen zu Das wichtigste und weit über den Tag hin- nur der erstaunt sein können, der nicht weiß, Augenblick zählen, wir sind bereit! Das war können. Sie muß, da ihr das Geschick der ar ausreichende, das dem Kongreß zu danken ist, daß nicht Ideen, sondern ökonomische Verhältdie Losung, die von unserem Parteitag ausging. beitenden Maſſen auch in der Gegenwart anver- das ist die sowohl in den Reden, als auch in nisse die Triebfräfte des Geschehens sind. Die Der Genosse Soukup hat damals als Vertreter traut ist, nicht nur eine Hoffnung für ein ferner den Beschlüssen klar zum Ausdruck gekommene Beendigung des Bruderstreites allein ist schon der tschechischen Sozialdemokratie den Parteitag liegendes Ziel sein, sie muß auch mehr als sie Erkenntnis von der Mission der geeignet, die Arbeitersd, aft mit neuer Zuvermit tiefempfundenen Worten begrüßt und auch es bis jetzt vermochte, die Hoffnung sein im sozialdemokratischen Parteienicht, neuem Glauben zu erfüllen. Wie erst die dem innigsten Wunsche der tschechischen Arbeiter täglichen Ringen der Arbeiter um eine bessere zur Erfüllung jener Aufgaben, sich so herrlich vollzogene Annäherung im Geiste nach der internationalen Kampfgemeinschaft des Eristenz und um politische Freiheit. Das hat die das Bürgertum schuldig ge- wahrhaft internationaler und sozialistischer Ge sozialistischen Proletariats Ausdruck verliehen, der Kongreß in vollem Maße erkannt. In allen blieben und zu der sich auch der sinnung! Die totgesagte Internadennoch blieb die bange Frage offen, ob die Reden und im Manifest, das der Kongreß an internationale Bürgerblod als tionale ist auf dem Marsche! Sie Verhältnisse für unseren Zusammenschluß schon das arbeitende Volk aller Nationen erlassen hat, unfähig erwiesen hat. Wir können ist die Bürgschaft der Siege bet reif geworden, die notwendigen Voraussetzungen ruft er zur Schaffung einer gemeinsamen uns, so sagte Genosse Dr. Meißner, nicht den kommenden Kämpfen des Proschon gegeben sind, und ob nicht noch lange Zeit Abwehrfront und zum organisierten Kampfe darauf beschränken, die Regelung der nationalen letariats! verstreichen werde, ehe dieser schönste" Sehn- gegen das reaktionäre Bürgerregime auf, er gibt fuchtstraum jedes Sozialisten in Erfüllung auch den Willen aller sozialdemokratischen Pargehen werde. Der gute, ehrliche Wille und die teien fund, die sozialdemokratische InternatioEntwicklung der Verhältnisse im Staate haben nale dieses Landes zur Tat werden zu lassen, den Optimisten unter uns Recht gegeben; rascher und er hat als ersten bindenden Schritt dazu noch, als man zu träumen wagte, beginnt der einen gemeinsamen Ausschuß einge Gedanke und Wunsch lebendige, greifbare Forest, dem nicht nur die Leitung der bevorstehen men anzunehmen. Wie jemand, dem ein großes den Kämpfe, sondern auch alle die wirtschaft um persönliches Glück zuteil wird, aber daran noch lichen, fulturellen und nationalen Probleme benicht zu glauben wagt, so ging noch mancher treffenden programmatischen und organisatori- aus: von uns zu diesem Stongreß: Ist es wirklich schen Arbeiten, die zum erfolgreichen Ausgang Schon als sich das Ende des Strieges näherte und wahr? Soll der Jammer der Zerrissenheit der der Einigungsbestrebungen nötig sind, obliegen. es ersichtlich war, daß die Arbeiterschaft in der neuen fozialdemokratischen Politik seinem Ende ent- Immer wieder muß es gesagt werden: es Regelung der Berhältnisse eine größere Bedeutung gegengehen? Werden wirklich von nun an wäre töricht, sich Illusionen hinzugeben, nicht haben werde, als sie sie vor dem Striege hatte, wurden deutsche und tschechische Arbeiter Schulter an einzugestehen, daß wir uns die volle Einheit zwei Hauptforderungen der Arbeiterklasse formuliert, die von der neuen Gesellschaft erfüllt werden sollten: Diese zwei Hauptforderungen der Arbeiter unterSchulter gemeinsam für die Gestaltung der erst erarbeiten müſſen, und daß noch manche die achtstündige Arbeitszeit und die Sozialversicherung. scheiden sich grundsäßlich durch ihren ganzen Charafproletarischen Geschicke in diesem Lande wirken Schwierigkeiten vor uns liegen. Das Wesent So geschah es auch in der Tschechoslowakischen ter von selbst. und kämpfen? Wird nach dem Kongresse nicht liche, was uns getrennt hat, war die verschiedene Republik, in welcher die Stellung der Arbeiterschaft Die a chtstündige Arbeitszeit läßt fid) wieder alles bleiben, wie es war? Sein Ver- Einstellung zum Staate und die nationale einen anderen Charakter annahm, als in manchen einfach dekretieven. Es ist sicher nötig, ihre Folgen lauf, seine Beschlüsse, der auf, ihm herrschende Frage. Warum wir uns bisher darüber nicht andere Ländern. für das Wirtschaftsleben zu erwägen, aber sobald erGeist und der aus allen Reden hervorklingende zu einigen vermochten, das hat Genosse Be- Die tschechische und slowakische Arbeiterschaft bekannt wurde, daß es möglich ist, sie durchzuführen, Wille, an der Beseitigung der noch bestehenden hyně in seiner flugen Rede treffend ausge- teiligte sich an dem Aufbau dieſes Staates mit ihrem läßt sich sehr leicht gesetzlich durchführen. Es ist Hindernisse mit aller Hingebung an die große drückt:„ Auch wenn es wahr wäre, daß die ganzen Gewicht, mit der ganzen Begeisterung der höchstens nötig, den Betrieben eine furze Uebergange Sache zu arbeiten, hat allen Seleinmut, alle deutschen, magyarifchen, polnischen Arbeiter in wachsenden lasse und mit allem Elan unverbrauchzeit zu gewähren, um sich vorbereiten zu können, um ter Kraft. Außerdem wurde bei uns der neue Staat die Erzeugung anpassen zu können und besonders, um Zweifel gebannt und die Ueberzeugung ge- das Lager des Irredentismus gehören, aud) nicht nur aus eigener Straft des Bolles geschaffen, eine andere Regelung der Schichtwechsel u. ä. einzufestigt, daß eine trübe Periode ihren Abschluß wenn das wahr wäre womit will denn sondern auch aus internationalem europäischem Be- führen. Sie lann defretiert werden, da sich ebenjo gefunden hat, und daß wir an der Schwelle unsere Bourgeoisie die Herzen dürfnis. Es wurde ein neuer Staat geschaffen, der leicht jede technische Aenderung, ob nach oben oder einer neuen, besseren Zeit stehen, in der der und Hirne diefer Millionenmasse bereits vor 300 Jahren existiert hat. Er wurde nach unten, durchführen läßt. Weg der sozialdemokratischen Parteien in ein gewinnen? Mit Konfiskationen von Zei- unter dem Eindrud geschaffen, den der Marsch der und derselben Richtung führt. Ganz anders verhält es sich jedoch bei der So fungen? Mit der Untersuchungshaft? Mit lang tschechoslowakischen Legionen nach Sibirien in der Wenn der Kongreß kein anderes Ergebnis jährigem Kerker? Mit dem Galgen? Soll sich Welt hervorgerufen hat. Diese gewisse Dosis Romanialversicherung. Die Arbeiterschaft der mitgezeitigt hätte, als den gemeinsamen Kampi dieser Prozeß der Annäherung an den Staat tismus lenkte die Aufmerksamkeit der Welt auf die teleuropäischen Staaten hat bei den Verhandlungen gegen die Bürgerblock- Regierung und die von im Zeichen des tschechoslowakischen Henkers voll- Republik. Es war daher kein Wunder, daß wir alle über ihre Versorgung im Falle der Krankheit, des uns das zukünftige Leben in der Republik rosiger Unfalls, der Invalidität und des Alters eine Verihr ausgeheckte Schandnovelle zur Sozialversichen?" Als Antwort auf diese Fragen sagte vorstellten, als dies die Sozialisten in anderen Zän- sicherung und nicht eine staatliche Versorgung im ficherung zu organisieren, so wäre ihm auch Genosse Bechyně, es sei Aufgabe der Nation, dern tun konnten und daß wir die Hindernisse des Sinne gehabt. Einerseits deshalb, weil sie nicht darschon eine große Bedeutung zugekommen, den die fich die Staatsnation nennt, die Angliebe- praktischen Lebens leichter überfahen. auf vertraute, daß der Staat die mit der Versorgung noch wäre nach beendiatem Stampfe wie rung der Minderheiten an den Staat nicht des ganz n Boltes verbundenen Stoften tragen könnte. immer sein Resultat gewesen wäre- bei der durch Drohungen oder Gewalt, sondern durch in der Republik zu Beginn nicht einmal der Schatzen Andererseits deshalb, weil sie nur bei einer Versiche -X- COO W. N. Der Kampf um die Sozialversicherung. Referat des Genoffen Dr. Winter. Der zweite Verhandlungstag wurde Sonntag| eines Zweifels darüber auftauchte, daß beiden grund9 Uhr früh mit einem Referat des Genossen legenden internationalen Forderungen der ArbeiterWinter, eröffnet. Genosse Winter führte lasse entsprochen werden müsse. Das waren die Momente, weiche bewitften. daß In der optimistischen Stimmung, die ich eben erwähnte, zweifelten wir nicht daran, daß ebenso wie wir die anderen Staaten vorgehen werden und daß unser Fortschritt uns feinerlei Beschwerden verursachen werde. Seite 2 rung sich den Einfluß auf die Durchführung der Ber- 1 ficherung wahren und damit eine zweckmäßige Regelung sichern und der würokratisierung dieser Inſti tution vorbeugen konnte. Die Arbeiterschaft Witteleuropas rechnete, indem sie die Versicherung anstrebte, bei einer langfristigen Versicherung mit einer Kapitalsdeckung, da nur dieses System die unabhängige Existenz einer Versicherung für die Zukunft und ihre ungestörte Entwicklung sichert. Daher hat die Gefeßwerdung der Sozialversicherung gewisser Vorbereitungen bedurft Es war eine Bolkszählung nötig, auf deren Verlauf der notwendige Einfluß genommen werden mußte. Es mußte die Entwicklung des Lohnniveaus geprüft werden, das sich in dieser Zeit häufig änderte, da die Währung nicht stabilisiert war. Es mußten durch genaue we rechnungen dieser Versicherung feste Grundlagen gegeben werden. Die Sozialversicherung ließ sich nicht einfach dekretieren, da sie leichte Aen.rungen nicht zuläßt. Die Sozialversierung lonnte erst nach sorgfältiger Vorbereitung Gesch werden. Diese Wesensverschiedenheit beider Geseze bewirkte auch, daß jedes von ihnen zu einer ganz anderen Zeit gemacht wurde. Das Gesetz über die achtstündige Arbeitszeit wurde in einer Zeit des größten Aufschwungs der Arbeiterklasse, unmittelbar nach dem Kriege heraus gegeben, in der Zeit des allgemeinen Umsturzes, in einer Zeit, da den Forderungen der Arbeiterschaft entsprochen werden mußte, damit diese den Umsturz nat noch vergrößern, sondern im Gegenteil die öffentlichen Verhältnisse beruhigen helfe. In diefer Zeit war es verhältnismäßig leicht, das Gesetz über die achtstündige Arbeitszeit kompromißlos und sozu fagen integral durchgujeben. Ganz anders jedoch sahen die Verhältnisse der Arbeiter in jener Zeit aus, in welcher wir die Borbereitungen für das Geseb über die Sozialversicherung beenbeten und in der wir sie verhandeln konnten. Das war schon in einer Zeit, da die Arbeiterbewegung burch die fommunistische Agitation bis auf den Grund zervüttet war. Das war in der Zeit, da die Arbeiter schaft sich nicht mehr mit ganzer Kraft hinter diese ihre Grundforderung stellen fonnte, da sie ihre ganzen Kräfte im brudermordenden Kampfe erschöpft hat. Das war in der Zeit, da ein großer Teil der Arbeiterschaft von Theorien verleitet war, deren Falschheit sich seit dieser Zeit in ihrer vollen Nadtheit gezeigt hat, und jedwede Reform ablehnte, da sie in chiliastischem Glauben das Kommen des Wiessias in den nächsten Tagen erwartete. Das war in der Zeit, da ein großer Teil der Arbeiterschaft die Geltendmachung sozialer Reformen direkt als Verrat an den Arbeiterinteressen erklärte. möglich war. Hier waren denn doch weitere Vorbeveitungen notwendig Bevor dies aber geschah, wurden Neuwahlen in die gefeßgebenden Körperschaften durchgeführt, welche Zersplitterung der Arbeiterklasse siffernmäßig aufzeigten. Die kommunistische Partei schaltete sich durch ihre Politik vollständig von jeder Rechnung und durch den Verlust ihres Revolutionsgeistes von jedem Einfluß aus. Die übrigen Arbeiterparteien reichten dann nicht hin, um die Stonzentrierung der tschecho slowakischen und deutschen Bourgeoisie zu verhindern. zu Beginn der Wirksamkeit des neuen Gefeßes warf daher die neue bürgerliche Stoalition ihre Schatten, weiche bei der Verhandlung der Agrarzölle und der Kongrua fehr gut bewährt haben. Die Bourgeoisie hat es zwar nicht gewagt, auf das Gesetz direkt einen Angriff zu unternehmen und feine Verwirklichung hinauszuschieben, aber in siel bewußter, raffinierter Agitation fonzentrierte sie sich auf die Barole, daß die Sozialversicherung teuer, daß sie unerträglich ist und daß sie geändert werden muß, und gleichzeitig war sie bestrebt, sich als sichtig, daß jedwede Novellierung auf ben Widerstand der Arbeiterschaft stoßen wird, ohne Rüdficht darauf, zu welcher politischen Richtung sich die Arbeiterschaft bekennt. Dienstag, 81. Jänner 1928. gebenbe Belastung nicht erträgt, wenn wir von der Beit aut, da die Versicherung in Wirksamkeit ist, eine so günstige wirtschaftliche Konjunktur haben, wie wir fie noch nicht hatten. Unsere Oeffentlichkeit Heute tann gesagt werden, daß unsere Bemühun- oird von Berichten über das wirt gen, die Sozialversicherung zu popularisieren, bei wei- schaftsleben überschwemmt, aber in tem nicht den Erfolg hatten, den die Regierungs- teinem derselben ist auch nur ein Gr wähnung davon, daß die Sozialversich c novelle hatte. Nun gelang es, den Widerstand gegen die Novelle bis in das legte Dorf hinauszutragen. ng die Entwicklung unserer Wirt. schaft bedrohen würde. Es ist allerdings wahr, daß die jetzige günstige Wirtschaftskonjunktur durch das Lebensniveau der Arbeiterklasse tener erfauft ist. die Regierung den Mut zu bem Antrag finden kann, daß bei der Arbeiterversicherung mit einer ständigen Berzinsung zu 4%% gerechnet werde, wenn die private Berzinsung laut Anordnung derselben Regierung bei einer Berzinsung von 4% angelegt wer den muß und wenn diefelbe Regierung eben jest durch den Mund shers Finanzministers erklärt, daß der 4% ige Binsfuß ein Standardmaß ist, dem sich die Republic in türzester Zeit nähern müsse, und wenn sowohl bei uns, als auch int Ausland der Zinsfuß überhaupt rapid fällt. Nun erst gelang es, die Aufmerksamkeit der gesamten Arbeiterschaft auf den Inhalt des Gesetzes zu lenken und die Arbeiterklasse für seine Durchführung zu interessieren, ihre Vorteile und Motive, sowie ihre unzulänglichkeiten auseinanderzusetzen. Nach agitatorischer Richtung hin hatte die Regierungsnovelle eine sehr fegensreiche Wirkung, allerdings die ganz gegenteilige von der, die die Regierung erwartet hatte. Diese Bewegung beschränkte sich nicht nur auf die Arbeiterparteien, welche an dem Geseye gearbeitet oder dafür gestimmt haben. Für die Verteidigung der Sozialversicherung setzten sich auch die die Zersplitterung der Arbeiterschaft und die frühere fommunistische Arbeiterschaft und zwang and die kommunistische Agitation gegen das Gefeß zu dem Swede auszunlißen, um in der Arbeiterschaft Unluft Führung ihrer Partei, sie zu schüßen. Die fommunistische Führung lonnte es sich allerdings nicht verzur Versicherung und völlige Gleichgültigkeit zu verjagen, bei dieser Gelegenheit auch ihr Agitations süppchen zu wärmen und bewirkte eine Verstimmung Die Bresse der bürgerlichen Barteien fonzentriert unter der Arbeiterschaft. Dies ändert jedoch nicht direkt ein Trommelfeuer gegen die Sozialver viel an der Tatsache, daß die kommunistische Arbeiter ſicherung, die von der Regierung nicht in Schuß ge- schaft die Vorteile der Versicherung erkannte und daß nommen wurde, wie es in jedem geordneten Staate sie sich gegen die geplante Novellierung stellt. Rein vernünftiger Mensch kann begreifen, wie und durch jede andere Regierung geschehen wäre, die Aber nicht nur das: auch die christlich- soziale die Regierung die Arbeiterschaft ihrer Machtstellung sich ther Pflichten bewußt ift. Nach diesem Geschütz- Arbeiterschaft, also ein Bestandteil der jetzigen Re- in der Arbeiterversicherung entkleiden kann, wenn feuer fonnte die Bourgeoisie zum Angriff übergehen. aierungsmehrheit, aus deren Reihen auch der jetzige gleichzeitig die Bourgeoisie alle ihre Positionen in den Durch ihre Regierung ließ sie einen Revellifierungs- Minister für soziale Fürsorge, fowie auch der Vor- übrigen Wirtschaftsinstitutionen eifersüchtig bewacht entwurf vorlegen. siyende des sozialpolitischen Ausschusses des Abgeord- und wenn in ganz Europa beobachtet werden kann, netenhauses hervorgeht, brachte ganz unverhüllt zum daß die Entwicklung wieder in entgegengesetter Rich Ausdruck, daß sie mit der Novellierung nicht einver- tung geht. standen ist und mit dem Regierungsprojekt nicht übereinstimmt. breiten. Es ist sicherlich überflüssig, vor den Vertrauens männern der Arbeiterschaft noch heute detailiert über seinen Inhalt zu sprechen. Ihnen ist bekannt, daß er drei Biele verfolgt: 1. Die Verbilligung der Versicherung dadurch, daß fie eine Million Versicherter aus der Versiche rung ausscheidet, einige Hunderttausende von Versicherten in neu geschaffene niedrigste Versicherungsllaffe einreiht, die Sentralfozialversicherungsanstalt um die der Heilfürsorge gewidmeten Ersparungen bringt und die Wirtschaft der Versicherungsanstalt auf eine Verzinsung von 4%% ftellt, welche die Versicherungsanstalt in Zukunft nicht erzielen kann, also bewußt den Boden der Arbeiterversicherung untergräbt. 2. Bürokratisierung der Versicherung durch Er. weiterung des Einflusses des Ministeriums für joziale Fürsorge auf die Zentralfozialversicherungsanstalt, obwohl das Ministerium nicht darauf vorbereitet ist. 3. Die Verwaltung der Versicherung völlig der Macht der Bourgeoisie zu überantworten. Das ist der Inhalt des Entwurfes. Erst jetzt erkannte die Arbeiterschaft, welche Bedeutung die Versicherung hat. Rein vernünftiger Mensch kann begreifen, wie die Regierung den Versuch wagen kann, die Verwaltung der Versicherung zu bürokratifierem in einer Zeit, da sie von der Notwendigkeit der Vereinfachung der Verwaltung spricht. In diese Situation geriet die Novellierung der Sozialversicherung in diesen wenigen Monaten, in welchen die Novellierungsabsichten der Bourgeoisie die Form des Regierungsentwurfes annahmen. Unsere weitverzweigte Agitation erreichte auch die Selbstverwaltung, die sich überzeugte, wie na Es ist daher begreiflich, daß sich immer deutmentlich die Gemeinden durch die Armenunterstützung belaftet würden, wenn der Regierungsentwurf verlicher und dringlicher Stimmen melden, bak wirklicht werden würde. der Regierungsantrag auf Menderung der Sozialverficherung fo tomprommittiert ist, daß er nicht Gesetz werden kann und daß immer öfter Ballons der verschiedensten Farben losgelassen werden zum Versuche, ob wir uns zu Verhandlungen über den Regierungsentwurf hinter den Stuliffen verleiten lassen. Wie zerseßend die vorgelegte Novelle in den Regierungsparteien wirkte, bewiesen die Wahlen in die Gemeindevertretungen. Die Regierung lonnte daraus folgern, daß sie nicht nur niemanden aus der Arbeiterklasse, sondern nicht einmal die Mehrheit des Volles überhaupt hinter sich hat. Trotzdem glaubte die Regierung, daß sie die No. Bon den Augenblid an, in welchem im Parlavellierung bis Ende des Jahres 1927 G: set werden laffen kann. Diese Absicht ist allerdings nicht einmal über die Sozialversicherung begonnen wurde, haben einmalmente mit der Verhandlung über das jebige Gefeßzt gelungen, daß vor Ende des Jahres 1927 im sozialwir erklärt, daß dieses Gesetz bald einer Novellierung politischen Ausschuß des Abgeordnetenhauses die De- bedurfen wird. Nicht nur wegen seiner Unzufänglich batte über den Sozialversicherungsentwurf eröffnet worden wäre. Und so treten wir in das Jahr, in welchem der 10. Jahrestag der Existenz der Republik ge feiert werden soll, im Zeichen des leidenschaftlichsten Konfliktes zwischen der Bourgeoisie auf der einen und der Arbeiterschaft auf der anderen Seite. Die Situation ist für uns günstiger, jowohl fach lich, als auch politisch. feiten die durch den Stompromißcharakter des Werkes hineingedrängt wurden, sondern auch deshalb, well wir erwarten mußten, daß die praktische Durchführung des Geseyes verschiedene Unvollkommenheiten und Fehler aufzeigen wird, welche beseitigt werden müssen. Wir sind der Verhandlung über eine derartige No: Пierung nicht ausgewichen, auch wenn jemand anderer als wir selbst entdeckt hätte. Aber eine solche Verhandlung war nur möglich bis zu der Zeit, bevor der jebige Regierungsentwurf das Licht der Welterblidte. Der Bourgeoisie war es sehr gut befannt, wie es in den Reihen der Arbeiter aussah. Es ist daher natürlich, daß sie nicht gewillt war, den Forderungen der Arbeiterklasse so zu entsprechen, wie sie es unmittelbar nach dem Kriege getan bat. Wenn sie sich dessen bewußt gewesen wäre, Die Sozialversicherung wurde nach dem Striege baß es möglich sei, die Regierung ohne Hilfe der sosialistischen Parteien zu fonstruieren, wenn sie nicht ohne besondere sichtbare Rämpfe erreicht. Die Kämpfe durch die Verpflichtungen der allnationalen Koalition wurden damals innerhalb der Regierung geführt. gebunden gewesen wäre, hätte sie schon gar nicht die Die Bourgeoisie durfte sich damals gegen die Idee Realisierung der Sozialversicherung zugelassen. Aber der Sozialversicherung nicht wehren, wenn sie die In unserer ganzen Oeffentlichkeit fand sich nicht die Verhältnisse in der deutschen Bourgeoisie waren Arbeiterparteien in der Regierung erhalten wollte. zu dieser Zeit noch nicht ganz reif. Daher hat die Die Arbeiterschaft sah daher weder Opfer von ihrer ein Mensch von angesehenem Namen, Wir hatten im Parlamente noch keine Regierungsschechoslowakische Bourgeoisie den Gedanken der So- Seite, noch Widerstand von der anderen Seite und der sich zur Verteidigung des Regie vorlage, die so augenscheinlich von Klassenparteilich zialversicherung angenommen. war daher geneigt, der kommunistischen Agitation zu rungsentwurfes bereitgefunden hätte. Teit und parteiischer Befangenheit diftiert worden glauben, welche behauptete, daß die Versicherung für Weder die Regierung, noch ihre Mehrheit hatte den wäre, wie der Regierungsantrag auf Novellierung der Aber die Arbeiterklaffe war schon nicht so start, um nichts steht. Nan bemerkte die Arbeiterschaft plötzlich Wut, es zu tun. Wer immer das Wort in der Dis- Sozialversicherung. Aus ihm weht direkt der Sak mit allen ihren Forderungen auf diesem Gebiete die ungeheuere Anstrengung der bürgerlichen Refussion, die wir eröffneten, ergriff, sprach sich sehr gegen die Arbeiterschaft und die Mißgunft gegen bic durchzubringen. gierung, die Versicherung zu ändern. Nun begriff scharf sowohl gegen den Inhalt des Regierungsent- feziali jayen Parteien. In dieser Zeit waren wir bereits zu zahlreichen und sie plöglich, welche Bedeutung die Versicherung für wurfes, als auch gegen die Form und gegen die Art Deshalb können wir uns an der Arbeit der Verweitreichenden Rompromissen gezwungen, wenn wir die Arbeiterklasse hat. Die Vermutung der Regie- und Weise aus, in welcher er der Oeffentlichkeit vor- besserung eines jo angelegten Gesetzentwurfes nicht die Gesetzwerdung der Sozialversicherung erreichen rung, daß die Arbeiterschaft die Novellisierung der gelegt wurde. beteiligen, wir d.. nicht einmal von weitem einen wollten. Versicherung leicht ertragen werde, wenn ihr einge Schatten des Verdachtes erwecken, daß wir die Verredet wird, daß die Versicherung verbilligt wird und antwortung für eine Tat auf uns nehmen, welche daß sie die Nachteile der Novelle nicht bemerken werd wir als die schädlichste ansehen, die je in der Nepublik erwies sich als trügerisch. Unsere Voraussage erwies geschehen ist. Aber dieses Gesetz fonnte nicht furze Zeit nach seiner Kundmachung Wirksamkeit erlangen, wie es bei dem Gesetze über die achtstündige Arbeitszeit Der falsche Prinz. 77 Leben und Abenteuer. Von Harry Tomela. " Kein vernünftiger Mensch konnte begreifen, wie die Regierung und ihre Mehrheit die Novellierung der Sozialversicherung mit der Behauptung begründen kann, daß unsere Wirtschaft, die sich aus ihm er !! Trompetenstöße des Zapfenstreiches: das Licht auf| Krim nalbeamten des Deutschen Reiches her, wäh- fönnte, wenn er feinen solchen Jammerlappest Copyright 1927 by Malik- Verlag A.-G., Berlin W. 50 dem Hofe erlosch. Nur der Den warf eine rend sie sicher noch vor einem Monat mit der von Sohn hätte, und so weiter, und so weiter, was ungewisse, matte Helligkeit auf den Fußboden. Primanermüße auf dem Kopf zur Schule gegan- es derlei schöne Sachen noch mehr gibt. Und das Schon schnarchte der eine und der andere. Ein gen sind." Wiederum Schweigen. Endlich meinte Tag für Tag, jahraus, jahrein. Wiffen Sie, er hat seltsames Gefühl der Zusammengehörigkeit mit Seinecken: Daß Sie von der Polizei gesucht wer- mich damit bis zum Wahnsinn gequält. Ich kann diesen Menschen, unter denen ich saß, überfam den, ist das für Sie der einzige Grund, zur Legion nicht mehr! Unmöglich!" Während er so sprach, mich. Ich meinte, unter ihnen geborgen zu sein. zu geben? Sie sind doch nur ein paar Jahre älter hatte er sich immer tiefer niedergebeugt. Pöld) Nichts hatten wir vor uns, nichts hinter uns. In als ich." Was das aubelangt, mögen Sie schon preßte er die Hand gegen den Mund, als wollte Ms ich wieder in die Stube trat, sah ich am rätselhafter Ferne winkte eine ungewisse Fremde. recht haben, mein Lieber, aber ich habe ja von er einen Schrei erst den, stand taumteind auf und Fenster einen älteren Mann stehen, den ich vorher Was erwartete uns in jenem glühenden, sonnen tieinauf ein ganz anderes Leben hinter mir als warf sich krampfhaft schluchyzend auf ein Bett.-nicht bemerkt hatte. Er sang Hakenkreuz am durchfieberien Lande? Wer konnte es wissen. Sie, und sehen Sie, mit der Zeit hat man Ge- Das Feuer im Ofen war schon längst erloschen, Stahlhelm" nein, es war nur die Melodie, Aber wir gehörten zusammen. Bisher waren wir fichter zu betrachten gelernt. Es mit mir seid, Ihr und ich saß noch immer und horchte auf dieses verder Text war mir neu: Heimatlos und geächtet, allein durch die Welt geirrt. Aber hier wußte ein Gesicht hier in dieser hoffnungslosen und müden weifelte Schluchgen. fämpf' ich als Legionär... Sterb' für Frank- jeder von des anderen Leid, weil er es selbst mit Umgebung zu sehen." ,, Weshalb denn?" fragte Als ich am nächsten Morgen mit den anderen reichs Ehre..."" Es war das Led der deutschen durchgemacht hatte. Mancher von uns, die wir mich Seineden verwundert." Zum Teufel noch abtransportiert werden sollte, nahmen mich dentStill fetzte ich mich zu den hier beisammen lagen, würde das Land seiner Jumal, Sie passen mit Ihren achtzehn Jahren nicht sche Striminalbeamte in dem Augenblick fest, als Fremdenlegionäre. gend nicht mehr wiedersehen; im Wüstensande hierher." Und Sie, passen Sie vielleicht her?" ich den Zug nach Frankreich bestieg. anderen. Sterbe für Frankreichs Ehre. War es nicht fürchterlich?! Das Lied war ver- würde seine Spur verwehen. „ W ssen Sie," emviderte ich,„ Sie haben' ne flungen. Mit lauter Stimme unterh elt sich jetzt Einer nach dem anderen erhob sich müde und ganz efelhafte Art zu fragen. Jedenfalls passe ich der Mann mit einem jüngeren. So eruhr id, ging zu Bett. Zuletzt faß ich nur noch mit dem tausendmal cher hierher als Sie. Ich habe allen daß er bereits einmal bei der Legion gewesen jungen Wanne da, der mich zum Arzt gerufen Grund, auf Deutschland zu pfeifen. Ich habe schon war. Reinen Tag bleib' ich mehr hier im Land". hatte. Seinecken hieß er. Das Kohlenfeuer int mit fechzehn Jahren in Berlin auf dem Pflaster fuhr er verbissen fort. Bin erst ein Jahr zurüd, Ofen fummte leise, ganz leise. Draußen ging gelegen und glaube wirklich, in den sechs Jahren, Eines Tages tam ein Brief. Bon meiner habe aber von Allemagne die Schnauze voll. jemand am Fenster vorüber und pfiff irgendwas. Die feitdem verflossen sind, habe ich mehr gesehen Wutter. Sie war feinerzeit in Bauste schwer, Arbeit friegt man nicht, fechten darf man nicht. Nur das Stroh knisterte ab und zu, wenn sich einer als mancher andere in seinem halben Leben." aber nicht tödlich, verlegt worden. Acht Jahre verreden will man nicht, aber wenn man nicht im Schlaf auf die andere Seite warf. Haben Sie Wissen Sie, was ich Ihnen fagen möchte?" hatte ich sie für tot, hatte sie mich für ve s.hollen mehr aus und ein weiß und zur Fremdenlegion vielleicht noch eine Bigarette da?" fragic Heinecken" Nun?"" Daß Sie trotz allem Schweren, was gehalten. Und nun waren die Zeitungsmeldungen geht, spuden sie einem in die Fresse und fangen mich. Natürlich, gerne!" Ich hielt ihm das Näft- Sie vielleicht erlebtest, weniger Grund haben, über mein Prinzengastspiel bis nach Słowno an, vom Vaterland zu reden." Der andere, mitchen hin, nahm dann selbst eine und bot Feuer einen Strich unter Ihr Leben zu sehen, gedrungen, wo meine Mutter jest wohnt. dem er sprach, entgegnete:„ Ich bin jezt über zwei an. Sagen Sie mal, Heineden, wie alt sind Sie als ich!" Ich antwortete nicht, um Jahre ohne Arbeit. Was soll man da machen? eigentlich?"-Achtzehn." Acha zehn! So ihn nicht topfschen zu machen und um noch mehr Ich habe früher ne etwas mit der Polizei zu jung!"" Finden Sie?" Nun, für jemand, der von ihm zu erfahren. Er fuhr auch fort: Stönwurfs. Aus jeder Zeile sprach Freude und Zärttun gehabt. Jezt bin ich in einem Jahr dreimal zur Leg on will." Nach einer fleinen Bause nen Sie sich das überhaupt vorstellen, was es lchfeit. Sie verstand, wie alles gekommen war, verdonnert worden. Na, mir ist alles egal." meinte er: Aber Sie wollen doch auch hin!"- bedeutet, mit einem Vater zusammenleben zu müs- ohne daß ich es ihr hätte erklären müffen. Inzwischen war es ganz dunkel geworden. Wer, ich?" Ja." Nun, ich muß sagen. sen, der Ihnen täglich zwanzigmal unter die Nase Niemand sprach mehr ein Wort. Manchmal hörte der Vergleich ist ein bißchen komisch. Zwischen hält, daß er sich Ihrethalben nicht mehr satt effen man einen unterdrückten Seufzer. Jemand stand Ihnen und mir besteht doch ein himmelweiter kann, daß Sie ihm seine ganze Pension auffressen, auf und warf sich auf ein Bett. Dann wieder Unterschied." Wieso ein Unterschied?"- daß Sie ihm seine letzten Tage verbittern, von Stille. Draußen ertönten die langgezogenen Hinter mir sind augenblicklich so ziemlich alle dem man täglich hören muß, wie bequem er leben " " Nun saß ich wieder im Gefängnis und fah meiner Bestrafung entgegen. Mit der Niederschrift dieses Buches verkürzte ich mir die Monate der Untersuchungshaft. In ihrem Brief stand kein Wort des Vor( Ende) Dienstag, 81. Jänner 1928. Gewehre auf Reisen. Die Praga" foll beschlagnahmt werden. London, 30. Jänner. Wie die ,, Morning Post" aus Peking berichtet, hat der tschechoslowatische Dampfer Praga", der bekanntlich mit 40.000 Gewehren für die chinesische Nordarmee unterwegs ist, in den chinesischen Gewässern einem nationalist schen Kreuzer die Durchsuchung verweigert. Agitatoren erklären, es sei dadurch ein Recht Chinas verlegt worden, und fordern die Sequestrierung der Ladung sowie auch des Schiffes. Es ging nicht aus der augenblidlichen Stim mung hervor, sondern war das Ergebnis sehr ernster Erwägungen, als der Kongreß der Krankenversicherungsanstalten die Losung aussprach: Dieser Entwurf muß widerrufen werden. Wir schließen uns dieser Losung im vollen Bewußtsoin ihrer Bedeutung an. Nur so kann der Weg einer neuen Situation freigemacht werden. wtren sehr gut, welche Strömungen in der heutigen Koalition herrschen. Wir wissen sehr gut, dag, je schwächer die Position einiger Parteien ist und je mehr diese Parteien irgendwelche Aenderunrungen in der politischen Konstellation befürch n müssen, sie umso schärfer darauf dringen werden, daß der Entwurf nicht widerrufen, daß er verhandelt werde und zwar chestens. Das ist auf tschechischer Seite namentlich die Nationaldemokratie mit Herrn Dr. Kramář an ihrer Spitze. Wir wissen auch, doß trotz aller Versicherungen über die vollkommene Einigkeit in der Stoalition, starke Strömungen in ihr herrschen, welche nunmehr bereits über den Charakter und die Tragweite des Regierungsentwurfes über die Sozialversicherung unterrichtet sind und sich bemühen, einen Weg zu finden, auf dem es möglich wäre, aus dem derzeitigen Stande herauszukommen. Welchy: Strömungen in der Koalition obenauf bleiben werden, läßt sich heute nicht sagen. Wir müssen darauf vorbereitet sein, daß die Bourgeoisie in den letzten Augenblicken ihres Selbstbewußtseins sich bemühen wird, ihren Willen durchzusetzen. Heute fann sie jedoch nicht sagen, daß sie nicht gewußt hat, was sie tut. Sie ist sehr eindringlich gewarnt worden. Sie wurde darauf aufmerksam gemacht, daß sie eine schlechte Sache durchführen will, ' fic wurde darauf aufmerksam gemacht, daß fie sine sehr gefährliche Sache durchführen will. Sie muß daher die Folgen dieser trampfhaften Eigensinnigfeit allein tragen. Die sozialistischen Parteien gaben in Initiativanträgen, welche sie dem Abgeordnetenhause vorlegten, als der Regierungsantrag veröffentlicht wurde, fund, wie sie sich die weitere Entwidlung der Sozialversicherung vorstellen. Ein Blick in den Kongreßfaal. Während des Referates hatte sich im Stongreßsaal, stürmisch begrüßt, der zweite Delegierte der Internationale Genoffe de Broudere, Seite 3. die beiden Uebereinkommen über das Mindest alter für die Zulassung zur gewerblichen Arbeit und für die Arbeiten in der Landwirtschaft; die Konvention über das Vereins- und Koalitionsrecht der Landarbeiter: über das Verbot der Verwendung von Bleiweiß; über den wöchentlichen Ruhetag in gewerblichen Betrieben und endlich über die Gleichbehandlung einheimischer und ausländischer Arbeitnehmer bei Entschädigung von Betriebsunfällen. Das Verbot der Verwendung von weißem Phosphor hat in Desterreich bereits bestanden. Republik und alle die, welche es mit der Republik um es nicht zum völligen Stillstand in der Arbeiter-| gut meinen, Kenntnis davon erlangen, daß die von schußgesetzgebung kommen zu lassen. Troßdem aber ist der tschechische und deutschen Bürgerkoalition es in dem zweiten Abschnitte der Entwicklung der durchgeführte Nov-" isierung der Sozialversicherung tschechoslowafischen sozialen Gesepgebung, der ein nicht nur a: der Arbeiterklasse dies: s Staates, Jahre 1921 bis zum Zerfall der allnationalen Stoasondern auch am Staate selbst begangenes V.r- lition im Frühjahr 1926 umfaßt, möglich gewesen, brechen ist. das Errungene aufrecht zu erhalten und einige neue Maßnahmen zum Schuße der Arbeiter und Angestellten in Angriff zu nehmen und auszuführen Das Tempo aber verlangsamte sich immer mehr. Die Stlagen in Unternehmerkreisen über die unerträglichen sozialen Lasten wurden immer lauter. Es verging feine Unternehmerzusammenkunft, in der nicht betont worden wäre, daß die Entwicklung der tschechoflowafischen Industrie und die Sicherstellung ihrer Ronkurrensfähigkeit einen Stillstand in der sozial ist im allgemeinen ein Stapitel in der tschechoslowakiDie Frage der Arbeitslosenfürsorge politischen Gefeßgebung erfordere. Je mehr die 3er fchen Sozialpolitik, das fein gutes Urteil er splitterung in den Organisationen der Arbeiterklasse möglicht. Die tschechoslowakische Finanzverwal fortschritt, um so machtbewußter und anmaßender traten die Unternehmer auf. Jedes sozialpolitische beiträgen zur gewerkschaftlichen Arbeitslosenunter tung hat in den Jahren 1925 und 1926 an StaatsGejcy, das in diesem Abschnitte der Entwicklung der ftüßung die lächerlich geringe Summe von 25 049.277 sozialpolitischen Gesetzgebung in der Tschechoslowakei Stronen aufzuwenden gehabt. Dabei war in den beizustande tam, trägt die Merkmale eines Ausgleichs den Jahren die wirtschaftliche Lage höchst betrüblich, zwischen Unternehmer- und Arbeiterinteressen, bei die Zahl der Arbeitslosen in einzelnen Monaten un welchem die letzteren zu kurz gekommen sind. Am gewöhnlich hoch. stärksten merkt man das in dem Gesetze über die S 0zialversicherung, zu dessen Schuße die Arbeiterorganisationen seit vielen Wochen einen erbit terten Stampf führen. Aufgabe dieses Kongresses ist es jedoch nicht, sich über den Inhalt dieser Anträge auszusprechen, sondern um noch einmal, im legten Augenblid, in dem Augenblid, in welchem der parlamentarische Ausschuß über den Regierungsentwurf zu verhan- cingefunden, der dann nach dem Referate Winters deln beginnt, im Namen der sozialdemokratischen an den Stongreß in französischer Sprache eine herzArbeiterschaf aller Nationen in der Tschechoslo- liche Begrüßungsansprache hielt, in der er feiner wakischen Republik zu erklären, daß die sozialde- Freude über die Anbahnung der Einigung der mokratische Arbeiterschaft mit allen Kräften dazu beiden Bruderparteien Ausdruck verlich.( Wir beitragen wird, daß die arbeitende Klasse in der werden seine Rede im Wortlaut noch nachtragen.) Die sozialpolitische Gesezgebung. Referat des Genossen Schäfer. Es hat also in Wirklichkeit nur ein unverhältnismäßig lleiner Bruchteil der Arbeitslosen eine Unterstützung erhalten. Genofsinnen und Genossen! vergeblich von den Arbeitern vertreten worden sind. Unter dem Einflusse der von startem Selbstbe- Staum aber trat in der Arbeiterbewegung eine rüd. Dußtsein erfüllten Massen der arbeitenden Bevölte- läufige Entwicklung ein, so wuchsen auch schon die Immer noch aber haben damals amtliche Or Dafür aber sind die Gewerkschaften start in Anspruch genommen worden, so daß diese sich rung mußten die bürgerlichen Klassen nach dem Ende Widerstände in der staatlichen Verwaltung, vor allem gane der Tschechoslowakei gerne auf internationalen des Weltkrieges in den großen Fragen der sozialen aber in den Unternehmerkreisen gegen sozialpolitische Tagungen die sozialpolitische Gesetzgebung der Repu- gezwungen jahen, an die Regierung mit entsprechen Gesetzgebung gegen früher weitgehendere Zugeſtänd- Maßnahmen. Sehr deutlich trat dieje Tatsache in blik als zeitgemäß und fortschrittlich bezeichnet. Wie den Forderungen im Rahmen des Genter Syſtems nisse machen. Der hemmungslosen Ausbeutung wur Erscheinung in der Frage der Betriebsdemokratie es aber mit der strengen Einhaltung des Achtſtunden- heranzutreten. Der jetzige Minister für soziale Fürforge, Pater Srámek, aber hat die von ihm selbst den mit Hilfe der erstarkten gewerkschaftlichen Orga- Das Gesetz über die Betriebsräte und tages in den industriellen Unternehmungen der Vorsprachen gegenüber als berechtigt anerkannten nisationen Schranken gesetzt Der Schutz der Gesund Revierräte im Bergbau, das im Feber 1920 Tschechoslowakei gerade im Jahre 1925 ausgesehen Forderungen einfach aufs Eis gelegt und erst im voriheit des arbeitenden Menschen erhielt eine andere bereits in Straft trat, geht wesentlich weiter als das hat, das ichen wir an der Zahl der in dem gleichen Wertung als vordem. Sozialpolitische Forderungen ein Jahr später vom Parlament verabschiedete Geje Jahre bewilligten Ueberstunden( 14.505.292) Dabei gen Jahre bei Wiederzusammentrin des Parlaments eine Ergänzungsvorlage zu dem Geseße über den der Arbeiter und Angestellten, über die vor dem über die Errichtung von Betriebsausschüssen min ist nicht zu vergessen, daß in der Tschechoslowakei für Kriege das Unternehmertum fühl hinwegging, fanden dustriellen und gewerblichen Unternehmungen Be- Ueberstunden fein besonderer Lohnzuschlag gewährt Staatsbeitrag zur gewerkschaftlichen Arbeitslosen. zum Teil Anerkennung in der Gesetzgebung der ein- reits in den Vorberatungen zum Betriebsausschüsse wird, wie das im Washingtoner Abkommen über die unterstübung im Parlament eingebracht. Doch bedeuter dieser Geseßentwurf eine neue folgenzelnen Staaten. Zu dieser Umstellung in der Sozial- acje nahmen die Unternehmer gegen die Bezeichnung Achtundvierzigstundenwoche vorgesehen ist politik hat der 13. Abschnitt der sogenannten Frre Betriebsräte eine Gegenstellung ein. Auch sonst ver. Dezember 1918 der Achtstundentag gefeylich festgelegt chwere Belastung der Gewerkschaften der Arbeiter und Angestellten, er ist für sie unandensverträge viel mit beigetragen. Wenn dort gesagt suchten sie alles mögliche, um zu verhindern, daß die wurde, hat man damit gerechnet, daß er streng einwird, daß die Staaten und Völker, um den Frieden im Gesetze vorgesehenen Betriebsausschüsse jene Be- gehalten wird Insbesondere im Baugewerbe ist die nehmbar, weil er alle aus den Erfahrungen her der Welt dauernd zu erhalten, dafür sorgen müssen, deutung erhalten, die ihnen die sozialistischen Arbei- Ueberschreitung der achtstündigen Arbeitszeit an der aus entstandenen Wünsche der Arbeitnehmerschaft daß die Erbitterung, die Not und die Entbehrungen terparteien einräumen wollten. Die Arbeiterklasse Tagesordnung Bergeblich haben sich in den Zeiten leichtfertig übergeht. Andere wirtschaftlich viel härter in den breiten Wassen der Bevölkerung gemilbert stand jetzt nicht mehr so geschlossen da, als das Ende mangelnder Bautätigkeit die Verbände bemüht, Sem mitgenommene Staaten haben in der Frage der Aroder beseitigt werden, weil nur auf diese Weise ein 1918 und im Jahre 1919 der Fall war. Ueber Be- Ueberstundenunfug durch zahllose Anzeigen bei den beitslosenfürsorge unterdessen vorbildliche Einrichrichtiges Busammenleben der Völker gewährleistet treiben der dritten, der bolschewistischen Internatiotungen geschaffen. Was aber fümmert unseren Bür werden fönne", so müßten solche Worte insbesondere nale, war es auch in der Tschechoslowakei zur Spalger- und Großbauernblock in der Tschechoslowakei das Elend der Menschen, die arbeiten wollen. für die für jene Staaten eine Richtlinie bilden, deren Ent- ung der politischen Arbeiterbewegung gekommen. aber keine freien Arbeitsplätze da sind. Da kommen stehen auf diesen Verträgen beruhte. So fielen in Unter den Auswirkungen des Bruderkampfes litten die Landbündler und behaupten, es gebe auf dem den ersten Jahren yach dem Umsturze auch in der aber nicht nur die politischen Organisationen des So ist die Tschechoslowakei gegenüber anderen Lande Beschäftigung genug, nur erhalte man keine Tschechoslowakei manche Hemmungen, die vordem Proletariates, auch die Straft der Gewerkschaften wirtschaftlich ähnlich gearteten Staaten in der So- Arbeitskräfte. In Wahrheit ist das Gegenteil richtig, die Entwicklung der sozialpolitischen Gesetzgebung wurde erschüttert. Angewidert von den Streitig zialpolitik immer mehr ins Hintertreffen gekommen. ein anderer Politiker der jetzigen Stoalitionsregieaufgehalten haben. Es kam der Achtstundent ag leiten, von den Berunglimpfungen und Verleumdun Ihre Vertreter lönnen längst nicht mehr in Genf und damit die Erfüllung einer leidenschaftlichen gen, mit denen man von kommunistischer Seite So- von einer vorbildlichen Sozialpolitik in der TschechoForderung der Arbeiterklasse. Man mußte aufräu- zialdemokraten und Gewerkschaften bedachte, ver flowakei sprechen Sie hat nicht gleichen Schritt ae- Tschechoslowakei ohne Schwierigkeiten auch daß, wer arbeiten und fortkommen wolle. das in der verflowakei men mit den Arbeitsbüchern und führte ließen Zehntausende von Arbeitern und halten in der Anerkennung und Durchführung der einige in Desterreich erst in Angriff genommene so- Angestellten ihre Gewerkschaften, ver internationalen Uebereinkommen in Sachen des Arzialpolitische Maßnahmen ihrer Vollendung zu. fielen der Gleichgültigkeit oder gingen ins gegnerische beitsschutzes Es bestehen zur Zeit außer dem vorigen In diesem ersten Entwicklungsabschnitt der so- Lager hinüber Nicht mehr mit solchem Nachdruck Jahre beschlossenen Uebereinkommen in Sachen der zialpolitischen Gescßgebung in der Tschechoslowakei. wie vordem konnte die Arbeiterschaft in der Tschecho- Strankenversicherung 24 solcher Stonventionen. Davon die Jahre 1919, 1920 und noch einen Teil des Jah- flowakei ihre sozialpolitischen Forderungen verfechten. sind in der Tschechoslowakei bisher im ganzen 8 ratires 1921 umfassend, ist manches nachgeholt worden, Daraus zogen die bürgerlichen lassen sogleich ihre fiziert worden, und zwar: was früher die Arbeiterklasse nicht durchzuseßen ver- Vorteile Sie wendeten sich gegen jede arbeiter- polimocht hatte. Es sei erinnert daran, daß die im Jahre tische Anregung, die von da an vom Ministerium für 1919 vorgenommene Reform der Kranken- foziale Fürsorge ausging. stellten sich in der kleinlichbersicherung einen wesentlichen Fortschritt bil- sten Weise gegen die Ausgestaltung der Sozialpolitik bete und forderungen vertvindlichte, die in Desterreich und es bedurfte außergewöhnlicher Anstrengungen, Behörden ein Ende zu machen. Erfolg wurde keiner erzielt, denn wenn einmal die Behörde mit Strafen vorging, waren diese so niedrig, daß sich der Unternehmer davon weiter nicht betroffen fühlte rung, Dr. Viškovsky, wieder wagt frech zu erklären, könne. Selbst beim Genter System benimmt sich die Staatsverwaltung gegenüber den Gewerkschaften rückständig und knauserig. Wochenlang müssen die Verbände auf und nauserig. Wochenlang müssen die Verbände auf die Rückerstattung des ausgezahlten Staatsbeitrages warten. Große Summen von Gewerkschaftsgeldern, bestimmt für Zwecke des gewerkschftlichen Stampfes und für andere gewerkschaftliche Aufgaben, müssen Das Uebereinkommen betreffend die achtstün- fortlaufend der Staatskasse zur Verfügung gehalten dige Arbeitszeit: werden. das Uebereinkommen über das Verbot der Nachtarbeit der Frauen; Das ist ein Zustand, der nicht ertragen werden fann und dem ein Ende gemacht werben muß. Belt 4. Dienstag, 81. Jänner 1. In der internationalen Sozialpolitik ift die bei den ersten Regierungsverhandlungen, als die unerträglich. Darüber ist nichts zu reden. Es ist zu handeln, wie es die fulturelle Entwicklung und J Tschechoslowakei mit am weitesten zurüd. Dabei darf Verbindung mit den deutschen bürgerlichen Barteien außerdem falsch, von einer Steigerung der Wiet die Wohlfahrt der Arbeiterbevölkerung erfordert. Ge aber nicht vergessen werden, daß in der Tschechoslowa. im Parlament hergestellt war. Das Locmittel, durch preise die Belebung der Bautätigkeit zu erwarten. gen die jetzige Bürger- und Großbauernregierung fei noch nicht einmal die Registrierung der welches das tschechoslowakische Bürgertum die deutanzufämpfen, ihren Sture herbeizuführen, bebeutet die jugendlichen Personen unter 16 Jahren schen bürgerlichen Parteien zum Eintritt in eine Der Mieterschuß muß in vollem Umfange bei Bekämpfung der sozialen und sozialpolitischen Redurchgeführt wurde, wie das nach dem Uebereinkom- neue Parlamentsmehrheit brachte, bildete die Verbehalten werden, gegen jede Loderung müssen attion. Das Ansehen, daß die Tschechoslowakische Remen über das Mindestalter für die Beschäftigung in heißung, daß man nunmehr entschlossen sei, die Ardie Arbeiter entschlossen auftreten. publir in den erften Jahren nach dem Umsturz ingewerblichen Betrieben nonvendig ist. Dann enthält beiterschusgesetzgebung abzubauen, In der jetzigen deutsch- tschechischen Regierungs- nerhalb der internationalen Sozialpolitik immerbin das Gefets über die Verwendung des Blei. den sosialistischen Einfluß innerhalb der toalition verförpert sich die ichlimm fte esialgehabt hat, ist von der schechisch deutschen Soalitions. weiß bei Maler und Anstreicherarbeiten Ausnah Staatsverwaltung, der ohnehin recht bescheiden war, politische Reaktion. Diese Regierung ist ein regierung verwirtschaftet worden. Es wieder zu gemen, die dem Inhalt der internationalen Konvention vollständig zu beseitigen und die Vorteile Feind der Arbeiterklasse, ihr Sturz muß das nächste winnen, ist eine Aufgabe, zu der die jetzige Parlawidersprechen. Wir halten also nicht einmal die Be- der selbständig Erwerbstätigen, vor allem der gro- politische Ziel der arbeitenden Menschen in der Tse- mentemehrheit nicht fähig ist und auch nicht den stimmungen und Vorschriften jener internationalen en Bauern, wahrzunehmen. Das war für die deut- choslowakei sein. Zu Unrecht maßt sich die gegenwäre Willen hat. Konventionen ein, die von der Tschechoslowakei ratischen Landbündler, für die politisch allerdings beden- tige Regierungskoalition an, im Namen der Mehrfiziert worden find! tungslose Gewerbepartei und für die Christlichsozialen heit der Bevölkerung in der Tschechoslowakei zu hanein wahrer Sirenengesang. Sie stellten sich mit einem beln. Erst im vorigen Oftober haben die Wahlen in Eifer außergewöhnlicher Art den tschechoslowakischen die Gemeinden gezeigt, daß die Parteien, die sich bürgerlichen Parteien zur Verfügung, bewährten sich anmaßen, über die einschneidensten Fragen der Sobei der Beschlußfassung über die Agrarzölle als ver- zialpolitik und des Arbeiterschutes einseitig zu en: läßliche Bundesgenossen und suchten durch Gehäffig scheiden, nicht mehr dazu berechtigt sind. Nach demofeit gegen die Arbeitorklasse ihre neuen Koalitions fratischen Grundsäven müssen sie abtreten und den genossen zu überbieten. Wählermassen die Möglichkeit geben, sich eine parla mentarische Vertretung zu schaffen, die bereit ist, fo Genoffe Habrman: Da muß fich die Arbeiterschaft der Tschechosle. wakei unter dem Banner der Sozialdemokratie in starken Organisationen fammeln, um die bestehenden sozialpolitischen Einrichtungen gegen ihre Feinde zu schüßen und um die Bahn frei zu machen für die Ausgestaltung des Arbeiter. und Angestelltenschußes im Geifte einer gesunden und modernen Sozialpolitit. Die Debatte. Zwar sind in dem zweiten Abschnitt der Entwid lung der sozialpolitischen Gesetzgebung in der Tiche choslowakei einzelne gefesgeberische Maßnahmen vorbereitet worden. Das Ministerium für soziale Für forge hat sich mit der Schaffung eines Gefeßes über die Arbeitsinspektion beschäftigt und darüber auch das Internationale Arbeitsamt unterrichtet. In den Presseberichten des Genfer Arbeitsamtes wurde 15Vor allem haben die deutschen Landbündler in bend darauf hingewiesen, daß in der Tschechoslowakei bereits Borbereitungen für eine weitgehende Arder deutsch- tschechoslowakischen Regierungskoali beitsinspektion getroffen werden. Es ist aber seit. tion von Anfang an nichts anderes erblickt, als her davon nichts mehr zu hören gewe eine Sammlung der reaktionärsten bürgerlichen sen. In Vorbereitung befand sich ferner im MiniGenoffin Brablikova, Troppau: Kräfte gegen die Arbeiterklaffe. fterium für soziale Fürsorge ein Schußgefet für die Wenn wir in die Vergangenheit der Arbeiter begrüßt den Kongres namens der tschechischen Rollektivverträge. Die wirtschaftlichen Organisatio- Einer ihrer Wortführer, der schon zur Zeit der bewegung zurücbiiden, dann sehen wir, daß es viele sozialdemokratischen Frauen und gibt ihrer Frende nen wurden seinerzeit aufgefordert, fich dazu zu deutschen Opposition es kaum zustande brachte, feine Epochen gegeben hat, da die Arbeiterbewegung zer- Ausdruck, daß sich die sozialdemokratischen Frauen äußern. Aber darüber herrscht nunmehr endgültig Arbeiterfeindlichkeit zu verbergen, der Landbündler splittert gewesen ist. Aber sie hat immer wieder die aller Nationen an diefent Stongreß zusammengefunSchweigen. Die Novellierung des Betriebsaus- Windirsch, hat das erst vor einigen Wochen in Wege gefunden durch Ueberwindung dieser den haben. Der Zusammenschluß der sozialdemokra schüssegesetzes iſt vom Ministerium für soziale Für einer Versammlung der Landwirte in Maffersdorf Bersplitterung zum Erfolge zu kommen. tischen Arbeiterinnen aller Nationen ist im höchſten jorge als nomvendig bald nach Intraftreten dieser offen einbekannt. Er sagte dort:„ Die Landwirtschaft Der Geist der Arbeiterschaft, der erfüllt ist vom Grade notwendig, denn wohin wir blicken, über. Einrichtung erkannt worden. Auch da haben die Ge und alle übrigen Schichten der Bevölkerung, die wissenschaftlichen Sozialismus, wird auch jetzt zur all ist Not, Mutter- und Jugendfürsorge sowie die werkschaften der Arbeiter ihre Anträge dem Minifte Realbesitz zu verwalten hatten, jeufzten schon lange Erkenntnis der richtigen Methoden im politischen soziale Fürsorge überhaupt liegen im Argen. Gegen rium vorgelegt, ohne daß bis heute darauf Rücksicht unter den übermäßigen Laften, die ihnen das ein Leben kommen. Wir stehen am Beginn einer Ent- diese Verhältnisse müssen die Frauen aller Natiogenommen worden wäre. Man weiß, feitige sozialistische Regime der verflossenen Jahre wicklung, da wir die Unstimmigkeiten mit den deut- nen ankämpfen. Die tschechischen sozialdemokratischen aufgebürdet hatte und es drohte ein Zusammenbruch, schen Sozialdemokraten überwinden. Die deutschen Frauen haben die Erfahrung gemacht, daß die Zuwenn nicht Erleichterungen herbeigeführt werden Genossen wissen, daß wir gute Angehörige unserer sammenarbeit mit den deutschen Gekonnten." Das ist eine Redensart, die wir jetzt in den Nation bleiben, so wie wir uns wünschen, daß sie nossinnen ohne Schwierigkeit vor sidh Versammlungen der deutschen Regierungsparteien ehrliche Angehörige ihrer Nation sind. Das Ber- geht. Wir reichen unseren deutschen Genossinnen immer wieder zu hören bekommen. In Deutsch hältnis der Nation kann nicht durch die Waffen, die Hand und wünschen viel Glück der künftigen ( and ist ebenfalls ein Bürgerblod an der Macht. sondern nur durch die Verständigung gelöst 3usammenarbeit der Frauen.( Beifall.) Und diesem Bürgerblod gehört die Partei der ärg werden und nur auf diesem Wege werden wir zur sten Arbeiterfeinde an; das sind die Deutschnatio Erfüllung der sozialistischen Ideale kommen. Auch nalen. Aber selbst unter diesem deutschen Bürgerblock die kommunistischen Arbeiter werden zur Erkenntnis gekommen, ja es sind, seitdem der Bürgerblock in beiter gegen Arbeiter stehen, sondern daß wir in ist die sozialpolitische Gesetzgebung nicht ins Stocken kommen, daß es nicht der richtige Weg ist, wenn ArDeutschland am Ruder ist, mehrere einschneidende jenen Methoden fortfahren müssen, mit Hilfe deren wirtschaftspolitische und sozialpolitische Gefeße zuio glänzende Erfolge für die Arbeiterklasse erzielt stande gekommen. Gesetze, die selbst in den Reihen wurden.( Beifall.) Darum fönnen wir der Reaktion lichen Unternehmungen im allgemeinen ohne Aus der freien Gewerkschaften Deutschlands Anerkennung sagen: Bauet nur weiter, die Arbeiterschaft wird tarischen Kräfte schon im Jahre 1920 in ihre pronahme die Sonntagsarbeit wieder zu ermöglichen gefunden haben. Weitere Gesetzesmaßnahmen in der schon dafür sorgen, daß Euer Bau wie ein Starten. grammatischen Grundsäge aufgenommen. Sie sieht und zu verhindern, daß ein Ladenschlußgesetz geschaf Frage des Arbeiterschußes sind in Deutschland in haus zusammenbricht. Der Fortschritt des Sozialia, mit Befriedigung, daß diese Auffassung nun aud daß den Unternehmern die Einrichtung der Betriebsausschüsse von Anfang an nicht gepakt hat, daß fie am liebsten diese Einrichtung wie der beseitigen möchten und daher fanatische Gegner jeder Verbesserung des Betriebsausschüssegefeßes find. Die Ausgestaltung des Handlungsgchilsengesezes und die Schaffung eines einheitlichen Angestelltenrechtes läßt noch immer auf sich Die bürgerlichen politischen Parteien sind im Gegenteil darauf bedacht, in den handelsgewerb fen wird. der Berufstranfheiten. Rafal( Bertreter der tschechischen Jugend): Hoffnungen für die Zukunft ist die tschechische soMit dem Gefühl der Freude und herrlicher zialdemokratische Jugend auf diesen Kongreß gefommen. Sie hat die Zusammenfassung der proleunter der erwachsenen Arbeiterschaft durchdringt. Die heutige Jugend beginnt ihre politische AktiviGenoſſe Hruška( Banska Bystrice) tät unter anderen Verhältnissen. Zwischen uns befaßt sich insbesondere mit den Fragen der und der deutschen Jugend stehen keine Sozialversicherung: Es gibt in der Ge- geschichtlichen Begebenheiten. Wir fomchichte der Sozialpolitik tein Beispiel einer solchen men zusammen in der Zeit schärffter KlaſſengegenReaktion. Die Sozialversicherung soll noch hinter fäße. Die heutige Arbeiterjugend ist berufen zu das ungarische Krankenversicherungsgesetz zurüd höpferischer Arbeit. Diese Arbeit muß von geschraubt werden. In der Slowakei sind die Ver- Erfolg gekrönt sein, denn nirgends ist so vie! hältnisse noch ärger als in den historischen Ländern, sozialistischer Glaube und moralische es kommt vor, daß alte Arbeiter Hungers Kraft vorhanden wie gerade in der soit erben. Wo bleiben das Recht und Gerechtigkeit.ialdemokratischen Arbeiterjugend. Die firchlichen Grundbesise bleiben erhalten, Reft- Die Situation erfordert von uns voiles Verständnis güter werden vergeben, aber Tuberkulosen- und der Wirklichkeit, Verständnis für unsere Pflichten strankenheime zu errichten daran denkt niemand. und unsere Aufgaben in Gegenwart und Zukunft. ( Zustimmung.) Wir wollen der Bewegung dienen durch Opferfähigkeit und schöpferische Arbeit. ( Beifall.) Vorbereitung und werden bereits in dem Reichs- mus und der Demokratie muß siegen!( Beifall.) Bergeblich verlangen noch immer die landwirtschaftsrat eingehend beraten Gleich bei ihrem and forstwirtschaftlichen Arbeiter ihre Antritt hat die Regierung des reichsdeutschen Bür Einbeziehung in die Unfallversicherung. gerblods sich ausdrücklich bekannt zu den Notwen Böllig gleichgültig verhalten sich die tschechoslowaki- digkeiten in Sachen der Sozialgefeggebung. Daß ſchen Gejebesmacher gegenüber der Bekämpfung man es auch bei einer Bürgerregierung in einem Staate ernst nehmen kann mit den Verpflichtungen Beispiellos aber ist ihr Verhalten in der Frage der internationalen Sozialpolitik gegenüber, das er der Regelung der öffentlichen Arbeitsvermittlung. sieht man daraus, daß Deutschland bereits das internationale Abkommen über die Krankenversicherung Da wurde vor Jahren ein solches Gesetz im sozial- vom Juli 1927 ratifiziert hat Dabei hat in Deutsch politischen Ausschuß erledigt, im Budgetausschuß dann land, so wie in der Tschechoslowakei, ein Stlerifaler, aber von den bürgerlichen Parteien der allnationalen der Zentrumsmann Dr. Brauns, die Sozialpolitik Roalition befämpft, so daß nun jahrelang nichts mehr zu betreuen. Sein Programm deckt sich durchaus nicht von ihm zu hören ist. Anstatt dessen legt das jetzige mit den Forderungen der freien Gewerkschaften Ministerium für soziale Fürsorge ein Gesetz zum Deutschlands, aber es trägt den zeitgemäßen AnforSchuße des inländischen Arbeitsmarktes dem Abge- derungen nach Möglichkeit Rechnung. Unser jeßiger Fürsorgeminister, ein Vertrauensmann der Kirche, Genoffin Blatny. Karlsbad: ordnetenhause vor, durch das die Bewilligung zur Beschäftigung ausländischer Arbeiter den politischen hat es bis jetzt nicht für notwendig gefunden, dem Das gleiche politische Recht, das der Umsturz Genoffe Kern, Teplig: Behörden, also der staatlichen Bürokratic, übertragen Parlamente sein Programm mitzuteilen. Srámek den Frauen brachte, hat sich noch nicht im Wirtwird. Bei einer gut eingerichteten öffentlichen Armag ein frommer Mann sein, für die Betreuung der schaftsleben umgesetzt. Immer noch ist die arbeiAls Vertreter der sozialdemokratischen beitsvermittlung, wie sie Oesterreich und Deutschland Sozialpolitik, für die Leitung der sozialen Verwaltende Frau zu einem Wesen zweiten Ranges de Jugendorganisation haben wir die Aushaben, wäre es völlig unnötig, die Bewilligung zur tung geht ihm nach allem, was bisher wahrzuneh. gradiert. Wenn jetzt das internationale Bürgertum führungen der Genossen Winter und Schäfer mit Beschäftigung ausländischer Arbeiter mit dem Abbau men ist, entweder jede Eignung ab, oder er fühlt sich darangeht, das Proletariat seiner Nachkriegs- größtem Interesse angehört. Was die Jugenddes reaktionären Visumzwanges in irgend eine Ver- ausschließlich nur als Werkzeug der jetzigen parla errungenschaften zu berauben, so trifft das am schutzgesetzgebung anlangt, leben wir im rüdschrittbindung zu bringen. mentarischen Wehrheitsparteien. Erst vor einigen meisten die arbeitenden Frauen. Die Sozialver- lichsten Lande Mitteleuropas. Wir hoffen, daß durch Tagen hat der reichsdeutsche Arbeitsminister stecherung ist sicherlich nicht die Erfüllung der Sehn- ein gecintes Vorgehen aller sozialdemokratischen So ist der Unternehmerklasse und der agrarischen Brauns dem die Aufgaben zustehen, die unser sucht der Arbeiterschaft, aber sie stellt einen immer- Parteien die Arbeiterjugend aus dieser unerträg Bourgeoisie schon innerhalb der all natio- Fürsorgeminister zu erfüllen hat, im Kreise von Verhin ersten wichtigen Schritt dar. Nun will man lichen Stlaverci erlöst werden wird. Die Soziolnalen Roalition möglich gewesen, in der tretern des Internationalen Gewerkschaftsbundes darangehen, nahezu eine Million Menschen, und ge- demokratische Jugend harrte diesem Kongreß mit sozialpolitischen Gesepgebung einen der gewerkschaftlichen Arbeit seine Anerkennung aus- rade die Bedürftigsten, aus der Sozialversicherung den größten Erwartungen entgegen, weil sie w te, förmlichen Stillstand zu erzwingen. Die gedrückt. Brauns hat offen zugestanden, daß die För- auszuscheiden. Dagegen, weil es die Frauen am ischechischen bürgerlichen Parteien in der früheren derung der Sozialpolitik und die Ennvidlung der unmittelbarſten trifft, müssen wir hier mit aller Roalition konnten damit rechnen, daß ihr feindseliges Arbeiterschutzgesevgebung vornehmlich ein Werk der Leidenschaft protestieren. Borgehen gegen die sozialpolitischen Forderungen Gewerkschaftsbewegung sei. der Arbeiterklasse volles Verständnis bei den deutschen bürgerlichen politischen Parteien findet. Bei vereinzelten Anlässen haben deutsche agrarische Politiker schon früher im Parlament gegen die Begehrlichkeit der Arbeiter auf dem Gebiete der Sozialpolitik gewettert. In der Heye gegen eine durchgreifende Arbeitslosenfürsorge bildeten zeitweise deutsche Agrarier geradezu die Wortführer. daß hier auch über ihr Schidsal mitentschieden wird. Die Jugend, die mit ihren Hoffnungen der Zeit immer voranfliegt, weiß dennoch sehr wohl, daß Nun ein Wort des Dankes: Wir wissen, daß ebenso notwendig wie das Vorwärtsstürmen auch es die sozialdemokratischen Arbeiter die Opferbereitschaft und der Wille zum Kampf des Unser Fürsorgeminister, Pater Srámer, wird sich waren, die die arbeitenden Frauen durch Kamerad Tages ist. Weil aber dieser Kampf den Sieg nur zu einer solchen Auerkennung gewerkschaftlicher Arschaftlichkeit zum Klassenbewußtsein erwedten, die in der Einigkeit des Proletariats verbürgt, haben beit niemals aufschwingen. Das Ministerium für die neben ihnen arbeitenden Frauen nicht als Lohn wir diesen Stongreß mit solcher Begeisterung begrüßt. soziale Fürsorge, unter Leitung des Ministers Srá drücker behandelten, sondern sie immer als die Nur mit tiefem Schmerz gedenken wir der Stunde, met, steht heute an der Spive der sozialpolitischen gleichermaßen ausgebeutete Klaſſengefährtin betrach da es den Agenten der Bolschewiki gelangt, die ArReattion, es erblick: seinen Beruf darin, den Wüntet haben. Dafür Ihnen einmal zu danken, gebietet beiterjugend bei uns ihren Interessen dienstba. schen der kapitalistischen Parteien ohne Widerstand uns unsere Erkenntnis und unsere Pflicht. machen, als sie die Kampfbereitschaft und den zu entsprechen. Gegen die Forderungen der Arbeiter- Wie sieht die Arbeit des Weibes im Betriebe Glauben der Jugend als Sprengmittel der proClasse, die deren Besserstellung und die Förderung aus? Sie bricht fast zusammen unter der unge- letarischen Einheit verwendeten. Die Folge der ihres kulturellen Aufstieges bezwecken, die augen- heuren Ausbeutung; und wenn sie bis zum Weiß Spaltung war die Zurückdrängung tansender jugendAußerhalb des Parlaments wirkten deutsche und tsche- blickliche Wacht im Parlament rücksichtslos auszunüt bluten arbeitet und durchaus der männlichen Arbeit licher Arbeiter zum Nationalismus oder Indifferenchische Industrielle einträchtig in der Bekämpfung sen, das ist das Programm der deutsch- tschechoslowa- gleichwertige Leistungen hervorbringt, sie wird den- tismus. Und soweit sie den tollen kommunistischen der Arbeiterschutzgesetze zusammen. In dem Guttischen Koalitionsregierung. noch noch elender als der Arbeiter entlohnt. Zu Parolen treu blieben, wirken sie als Förderer der achten der Verbände der Industriellen zu den einzelnen Und was droht der Arbeiterklasse alles von die- Sause aber harrt ihrer dann nicht der Feierabend, Reaktion. Damals machte die sozialistische Jugend sozialistischen Gefeßentwürfen war die prächtigste jer Regierung? Sie schickt sich jetzt an, den Mieter- sondern die Arbeit im Haushalt, an dem alle Fort ihr Golgatha mit, ihr eigener Schwung ward mißUebereinstimmung zu finden. Immer offener wur- chutz zu beseitigen. Seine bloße Verlängerung wird schritte der Technik spurlos vorübergegangen sind. braucht, um die Organisation in einen Trämmerden die bestehenden Maßnahmen zum Schuße der als ein schweres Ünrecht an den Hausbesitzern bezeich- plagte Frau müssen nun noch wir herantreten und schewismus und Fascismus zum großen Teile auf Und an diese vom Morgen bis in die Nacht ge- haufen zu verwandeln. Hente noch stützen sich VolArbeiter und Angestellten bekämpft und als brüdende net. Stein Wort wissen die Feinde des Mieterschutzes ihr sagen, daß wir für die gemeinsame Arbeit auch die jungen Menschen. Nach unsäglichen SchwierigFessel für die industrielle Entwicklung hingestellt. Als gegen das Wohnungselend zu verlieren, das in noch ihre Kraft und Zeit brauchen! Da ist es wohl feiten haben wir dieses Unglüd überwunden, in dann im November 1925 die bürgerlichen der Tschechoslowakei stellenweise fürchterlich ist. Es begreiflich, daß alle Sträfte mobilisiert werden immer wachsender Bahl stellen sich die jungen ArBarteien bei den Wahlen in das Parlament fehlt an einem großen Wohnungsbauprogramm, an müssen, wollen wir die Frauen zum Klassenbewußt beiter wieder in unsere Reihen. Daß aber Einigung einen starten Wachtzuwachs erlangten, legten sie die einer entsprechenden Förderung der Wohnungsbau- fein erweden und wollen wir den Forderungen der Vervielfältigung ber Straft bebeutet, das beweisen Maske der sozialpolitischen Einsicht ab und traten als tätigkeit Anstatt aber da zu entscheidenden Schritten proletarischen Frauen Gehör schaffen. Ich fordere die Früchte des seit langem einigen Vorgehens der offene eingeschworene Feinde der sozialen Gesezüberzugehen, Ichimpfen die bürgerlichen Parteien auf die tschechischen wie die deutschen und alle übrigen tschechischen und deutschen sozialbemokratischen Juden Mieterichuß, rufen nach der freien Wirtschaft Genossinnen auf, sich mit aller Macht hinter unsere gendorganisation, die viele Attionen bereits in voller gebung und jubeln zugleich den Industriellen zu, wenn diefe Forderungen zu stellen, seien Sie versichert, daß Einmütigkeit durchführten. Die Jugend will uun auf. Das tschechische Bürger und Großbauerntum den bescheidensten Forderungen der Arbeiterklasse ihr dann der Dank der arbeitenden Frauen nicht aus bei der Einigung der Gesamtarbeiterschaft voranfühlte sich national so weit fatuiert, daß es auf die eigensinniges und schroffes Nein entgegensetzen, trop bleiben wird. Seien Sie überzeugt: wenn es uns marschieren, ohne ihre Mitarbeit zu überschäven, Witwirkung von Arbeiterparteien in der Regierung der Riesengewinne, die sie bei der wiederaufleben einmal gelungen sein wird, die proletarischen Frauen aber im ehrlichen Willen zur Pflicht. Wir wissen, keinen Wert mehr legte Es stellte voran seine wirt- den Wirtschaft im vorigen Jahre gemacht haben. aus ihrer Dumpfheit zu befreien, dann werden sie daß dieser Kongreß nur den Auftakt zu weiteren schaftlichen Bedürfnisse, ihr Wachtbewußtsein steigerte Eine Aufhebung des Mieterschutzes ist für die Ar innerhalb der Arbeiterbewegung die revolutionär- Geschehnissen bedeutet, die wir mit aller Sehnsucht fich maßlos, ihr antisozialer Geist äußerte sich gleich beiterklasse bei den gegenwärtigen Löhnen einfach sten sein!( Beifall.) erwarten. In dieser feierlichen Stunde entbieten Dienstag, 31. Jänner 1928. wir der arbeitenden Jugend aller Nationen dieses Staates unseren Gruß und rufen sie zur Sammlung auf, unter den alten sieggewohnten Fahnen der Sozialdemokratie, an deren Seiten die Arbeiter jugend ihren Platz hat.( Beifall.) Genosse Smutek( Bertreter der tschechischen Studenten): den Armen unserer deutschen Genossen befinden. Das sagt gerade das Organ jenes Mannes, der den Kecal macht in der Heiratsver mittlung zwischen dem deutschen Michel und der tschechischen Mařenka. Im Jahre 1920 hat die tschechische Sozialdemokratie mit der Hand nach der Macht gegriffen. Die Kommuniſten waren es, welche diese Hand weggezogen haben. Nun ist uns eine neue Waffe in die Hand gegeben: die Vereinigung der Kräfte der sozialdemofratischen Arbeiterbewegung aller Nationen in der tschechoslowakischen Republik. Es wurden sodann die beiden Resolutionen Der Bericht der Mandatprüfungstommission. Seite 5. sind hier zwei große Parteien. Beide mehr als 50 Jahre alt. Die Generationen fommen und gehen, bie Sozialdemokratie bleibt! Unsere gemeinsam Im Namen der Mandatprüfungskommission be- operierenden Armeen sind groß, rechts und links richtet Genosse Rögler, daß an dem Rongreß von uns operieren andere Armeen. Das arbeitende 447 ordentliche Delegierte teilnehmen. Bolt aller dieser Armeen zu einem Programm unb Sievon gehören an: 240 der tschechischen einem Vormarsch zu einigen, ihm ein gemeinsames sozialdemokratischen Arbeiterpartei, 194 der deut Herz und Hirn zu geben, was werden das für herr schen sozialdemokratischen Arbeiter liche Kämpfe und für herrliche Siege sein! Wir sind partei, 8 der polnischen Sozialdemokraten hier der Schuß der revolutionären Errungenschaften und 5 der karpathorussischen Sozialdemo- der Arbeiterschaft und die Schüßer der Demokatie. traten. In die Summe der tschechoslowakischen De Wir sind die Garantie des Sozialismus. Gang legierten find 4 Vertreter der ungarischen so- Europa geht nach links. Es kommt die Zeit, wo zialdemokratischen Arbeiter in der Slowakei einge- fich auch die Kerker Rußlands öffnen werden und rechnet. Mit beratender Stimme nehmen am Ron wo der demokratische Sozialismus auch in diesem greß die Abgeordneten und Senatoren teil, soweit Weltreich gemeinsam mit uns feiern wird.( Lebhafter sie nicht mit besonderen Mandaten ausgestattet sind Beifall.) und delegierungsberechtigte Körperschaften vertreten. Eine große Rede Dr. Soukups: erklärt namens der neuen Generation der tschechi schen sozialdemokratischen Intellektuellen zu sprechen. Während sich die bürgerliche Intelligenz mit den leeren Phrasen des Nationalismus begnügt, haben wir, die wir als ganz junge Menschen alle Schreden des Krieges durchgemacht haben, unseren Plaß auf dem linken Ufer der Gesellschaft, an der Seite des Proletariats gefunden. Wir sind von einer Schule erzogen wordes, die das Produkt der kapitalistischen über die Sozialversicherung sowie über die sonGesellschaft ist. Diese Schule will, die Intelligens ftigen sozialpolitischen Forderungen verlesen. Die Sozialdemokratie nahestehen, wurden 59 Delegierte sozialistischen Internationale in Brüssel ſtehen. Wir Von Institutionen und Körperschaften, welche der Amt 5. August werden wir auf dem Kongreß der zu Führern der Nation, das heißt zu Führern der fapitalistischen Ordnung erziehen. Wir aber wol- Abstimmung ergab ihre einstimmige Antentsendet. Die Sozialistische Arbeiter- Inter- werden dort stehen mit neuer Macht und neuem len viel mehr sein: die Mitstreiter am gro- nahme. nationale ist durch zwei Delegierte vertreten. Glauben! Ich glaube, daß die Zeit gekommen ist, zen Werke des Sozialismus. Wir wün. da wir uns begreifen und verstehen werden. fchen eine Demokratisierung der Bildung, insbeson dere der Hochschulbildung. Die Bourgeoisie selbst Treue um Treue Liebe um Liebe. hat uns gezeigt, daß die marxistische Theorie richtig Die Verhältnisse ändern sich. Mit den geänderten ist, jene tschechische Bourgeoisie, die über jeden Es ist dies ein großer und heiliger Kampf Gefallen Verhältnissen ändern sich auch Vorgehen und Taktif. nationalen Unterschied hinweggeschritten ist und die sind die Monarchen des Feudalismus, fallen werden Aber was bleibt, ist unser altes Programm und Maske des Fortschritts abgeworfen hat. Für uns auch die Monarchen des Kapitalismus!( Stürmischer unser alter Geist! Das ist jener Geist, der uns geht die Entwicklung, mit uns geht die Beifall.) ergriff, da wir zum erstenmal anfingen, politisch zu neue Zeit.( Beifall.) Zu Beginn dieses unseres Kongresses haben wir denken, das ist fener Geist, der uns durch das ganze den Sang unserer Internationale" gehört. Ich Leben geführt hat und mit dem wir auch ins Grab gedente des Jahres 1904 des Internationalen Ron- steigen. gresses in Amsterdam, an dem ich gemeinsam mit Anton Němec teilgenommen habe. Vor meinem Dieser alte Geist, das ist der Geist, der unsterbgeistigen Auge defiliert eine Reihe unsterblicher Ge- lichen internationalen Sozialdemokratie. Und darum stalten des internationalen Sozialismus Jaurès, können wir heute ſtolz und mit erhobenem Haupte Bebel, Biktor Adler, Kauply, Branting, Blechanov, rufen: Es lebe die sozialistische ArbeiterinternatioMacdonald, Vandervelde und eine Reihe anderer. nale.( Stürmischer Beifall.) Die Internationale lebte und die Internationale lebt! Und es wird kommen der Tag, da sie nicht nur das Symbol der Einheit sein wird, sondern das Organ und das Werkzeug der Aktion. ( Beifall.) Der Vorsitzende erteilte hierauf dem Genossen Dr. Soukup das Wort zu folgender Rede, die, mit Begeisterung gehalten, vom Kongresse auch immer wieder begeistert unterbrochen und zum Schluß mit stürmischem Beifall afflamiert wurde: Der Borsigende erteilt sodann das Wort dem Genossen Dr Franz Soukup zu einer Rede folgen den Inhalts: Es sind heuer 22 Jahre, da wir, tschechische und deutsche Sozialdemokraten aus Böhmen auf dem denkwürdigen Kongreß in der Prager Produkten börse zusammenfamen. Viele sind auf dem heutigen Kongreß, welche auch damals anwesend gewesen sind Wie hat sich doch die Welt seither geändert! Damals standen wir im Kampfe um das allgemeine und gleiche Stimmrecht in Oesterreich, um die politische Demokratie- heute stehen wir im Kampf für die wirtschaftliche Demokratie, für den Sozialismus. Vom Präsidium werden dann noch verschiedene eingelaufene Begrüßungsschreiben bekanntgegeben, darunter auch ein Schreiben der„ unabhängigen Bei uns herrscht heute die Reaktion, aber nur Organisationen der tschechoslowatischen Boltspartei" deswegen, weil die Arbeiterschaft uneinig ist wir das wir an anderer Stelle wiedergeben. Das Schlußwort de Wittes. Genosse Schimmel, Prag: gibt im Namen der deutschen sozialdemofratischen Hochschüler der Freude über den gemeinsamen Kongreß Ausdrud. Wir sind überzeugt, daß dieser Kongreß eine Stärkung des sozialdemokratischen Gedankens und des sozialistischen Einflusses auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens zur Folge haben wird, und daß er sich auch auf die Verhältnisse an den Hochschulen auswirken wird, die ja noch immer die Domänen der herrschenden Klassen sind. Sie wenden alle Mittel an, um dieses Privilegium sich zu erhalten. Hunderte fähige Genosse Czech hat unseres teueren Seff, unseres Proletarier müssen in die Fabrik wandern, weil sie Josef Seliger gedacht. Am 4. November 1918 nicht die Mittel haben, dem Studium sich zu wid war Seliger bei uns in Prag. Damals fielen die men, weil die kapitalistische Gesellschaftsordnung gar Worte:„ Mit Rebellen verhandeln wir nicht die Lust dazu hat, ihnen die Mittel in die nicht." Seit dieser Zeit hat die Geschichte gespro. Hand zu geben. Fürsorgeeinrichtungen für die Stu- then und entschieden. Aber die Geschichte ist nicht denten zu schaffen, wäre eine der wichtigsten Aufstehen geblieben, die Geschichte geht weiter. Die gaben des Staates. Er aber hat wohl Millionen früher gespaltene Sozialdemokratie nähert sich wieGenossen und Genossinnen! Wir sind am Schlusse, Prag übersiedelt. Sie war antidemokratisch, antisoKronen für den Militarismus übrig, aber kein der. Ich erinnere an den vorjährigen Prager und dieses herrlichen, von keinem Mißton getrübten und zial, volksfeindlich zur Zeit als sie noch unten an der Geld für die Schulen. Die geringe Zahl proletari. Tepliyer Kongreß und ich dente daran, wie tief ich vom Geiſte brüderlicher Solidarität getragenen Non- Donau den Nurs angegeben hat, jenen Kurs, der scher Studenten an den Hochschulen führt einen schweren Kampf nicht nur um ihre Existenz, sonbewegt war, als ich im Vorjahr anläßlich des Tep- gresses angelangt. Es ist die Ehrenpflicht des Prä- dann gemündet hat in ein Meer von Blut und Jamliger Kongresses wieder mit den deutschen Genossen sidiums, in dieser Stunde allen denen, die diese Tamer und sie ist um kein Haar beffer, da sie jetzt an dern auch um die Aufrechterhaltung ihrer Verbinauf dem Tepliver Marktplatz stand, auf demselben gung angeregt, die sie vorbereitet und ihren ungemein der Moldau ihr Unwesen treibt. dung mit der Arbeiterklasse, da tausende Einflüsse Orte, wo ich einstens unter Desterreichs Zeiten so fich geltend machen, die proletarischen Studenten ihrer Herkunft und ihrer Klasse zu entfremden. Wir oft neben Josef Seliger gesprochen habe Es sind heuer 30 Jahre, jet dem in Prag auf sozialdemokratischen Studenten haben die Aufgabe, diese Schwierigkeiten aus dem Wege zu räumen. Der Schüßeninsel der gemeinsame Kongreß der So Mit Bedauern stellen wir fest, daß tschechische und zialdemokratie Defterreichs abgehalten wurde. Es deutsche sozialdemokratische Studenten im Laufe der war dies im Jahre 1897 in der Zeit des Wahl vergangenen Jahre manchmal gegeneinander ge- lampfes in den österreichischen Reichsrat Damals standen sind, aber heute schon tragen wir in uns haben wir zum erstenmal in Prag Viktor Adler die Versicherung, daß die Mauern zu fallen begin- prechen gehört Es waren dies unvergeßliche Augen nen. Wir geben der Hoffnung Ausdruck, daß infolge blicke. Heute fann ich sagen, daß es in meinem Lecines einigen Zusammenarbeitens der beiden sozialben zwei Männer waren, die am tiefften in meine demokratischen Parteien auch die sozialdemokratischen Seele eingegriffen und die ganze Hidhrung meines Studenten aller Nationen in Prag sich recht balb Lebens bestimmt haben. Der eine sprach auf dem zu gemeinsamer Arbeit und gemeinsamen Kampf Statheder der Universität. der andere auf der Tribüne zusammenfinden werden. Die sozialdemokratische des Proletariats. Beide Revolutionäre. Es waren Studentengruppe erachtet es als ihre höchste Pflicht, dies Viktor Adler und Thomas Masaryk Zwei nicht als separate Organisation, sondern innerhalb Namen und zwei Symbole. Thomas Wajaryf als der großen sozialdemokratischen Arbeiterbewegung zu Symbol der Republik und Viktor Adler als Symbol streiten.( Beifall.) des internationalen Sozialismus. Zehn Jahre ist Viktor Adler tot, zehn Jahre ist Thomas Masary! Präsiden: der Republik Die Republik und der Sozia fismus leben!( Langanhaltenedr Beifall.) Genoffin Klier, Komotau: würdigen und wuchtigen Verlauf herbeigeführt haben, Sie ist militärfromm und militärfeindlich und ein herzliches Wort des Dankes zu sagen.( Beifall.) wieder militärfromm, je nachdem sich das Geschäft Dieser Kongreß ist eine Tat gewesen, fruttifizieren läßt. Absolutismus oder Demokratic, er iſt in schwerer Zeit, in einer Zeit, da die Völker Liberalismus oder Klerikalismus, los von Rom ober dieses Staates und da vor allem die Arbeiterklasse hin zu Rom, Hochverrat als nationale Pflicht und dieses Staates unter dem schweren Druck einer über- Bekenntnis zum Staate: es kommt ihr auf teine mütig gewordenen Kaſte des Ausbeutertums gestan Phrase an. Ihr Weg ist gepflastert mit abgelegten den ist, eine erlösende, eine befreiende Tat gewesen Ideen. Sie haben Eide geschworen für den Kampf ( Beifall). Er wird, wie wir alle hoffen, das Signal ums Selbstbestimmungsrecht und in der nächsten sein, das von hier an alle Arbeiter hinausgeht, Stunde verraten. Sie haben sich völlisch genannt und Brüder und Schweſtern zu ſein und zu rüſten zum nicht gezögert den Bestand der großen Massen des gemeinsamen Stampfe gegen die gemeinsame Aus eigenen Volles zu untergraben, fic haben ein golbeuterklasse, gegen die uns allen gemeinsame Klasse denes deutsches Herz, wie die andern ein goldencs tschechisches, ein goldenes magharisches Herz haben, unserer Unterdrüder aber sie lassen dieses Herz lieber brechen, als daß fie den Massen des Volkes ein Dach über den Kopi gön= nen, wenn dieses Dach nicht zehn Prozent Gewinn trägt. Wohl sind wir uns auch auf diesem Stongresse alle, wie wir hier beiſammen sind, darüber klar, daß u einer vollen Einigung noch die Sinwegräumung vieler Hindernisse notwendig ist Es gehört nicht zu den Traditionen der sozialdemokratischen Parteien Bogel Strauß- Politik zu spielen, den Stopf in den Sand zu stecken. Aber eines ist auf diesem Nongreß lebendig aufgezeigt worden: Der Wille lebt, alle diese Schwierigkeiten aus dem Wege zu räumen( Beifall). Wir sind überzeugt, daß dieser Stongreß in der gesamten Arbeiterschaft deshalb ein freudiges Echo erwecken wird und daß er draußen auf dem Sie weinen Tränen über die Armut des Volkes, aber sie müssen ihm das Brot verteuern. Sie jammern über das Leid der Kranken, aber sie müssen jetzt die Sozialversicherung der Arbeiter verschlech tern. Sie wehklagen über die Not der Invaliden und der Witwen und Waisen, aber sie müssen ihnen hört die Bourgeoisie in der Tschechoslowakischen Republik an, schwört ihr jeweils die Treue und alle diese nationale Treue zusammengenommen hat doch nur einen einzigen Sammelnamen: Money( Geld). Die tschechischen Arbeiter haben ihre Bourgeoisie fen nen gelernt, die deutschen kennen die ihre seit langem. Sie mißt ihr Deutschtum nach Zius und Zinseszins und ihr Profit ist ihr Prophet. Die Verachtung vor dem Arbeiter, der Wille, den Lande wie eine Verheißung wirken wird. Die Vertreter aller jozialdemokratischen Männer und Arbeiter zu einem rechtlosen ohnmächtigen AusbeuFrauen und die sozialdemokratische Jugend dieses terobjekt zu machen, beherrscht diese ganze bürger Staates sind hier beisammen gewesen, ein Wille hat. liche Front. Die Profitjäger aller Völker haben sich sie alle beseelt, der eine Wille, daß dieser Kongreß bereits gefunden. Sie nüßen ihre Zeit. jeder Tag nicht ein Schlußpunkt, sondern daß er ein Anfang lehrt uns dies mit neuer Deutlichkeit, mit neuer sein soll, ein Anfang auf dem Wege zur Ge- Entrechtung und neuer No: Die Arbeiter regi staltung der einheitlichen Kampffron: strieren diefe Tatsache, aber sie wollen mehr ais des Proletariats der Tschechoslowakischen Republik. dies, fie Genossinnen und Genossen! Ich war vor zwei Am schwersten unter der Herrschaft des FinanzJahren Zeuge des Nongresses der Sozialdemokratie und Agrarkapitals leidet das Landproletariat, das bis zum Umsturz vollkommen unter dem Ein- der deutschen Republik in Heidelberg. Ich war hoct wir wissen, das wird Arbeit, viele und schwere Artroy alledem die Rente streichen. Fünf Nationen gefluß des Bürgertums stand. Dann erhielten die begeistert von der großen Rede, die der Vorsigende beit, große und mannigfaltige Mühe kosten, aber wir Landproletarier einige bescheidene Rechte, aber von der Partei Otto Wels für die deutsche Republik wissen auch das; der Preis ist aller dieser Mühen vielen großen Errungenschaften der übrigen Ar- gehalten hat. Wir waren als Delegierte der Inter- wert. Schon daß wir zusammengekommen sind, nach beiterschaft sind die Landarbeiter auch heute noch nationale in Wien und Zeugen der großartigen 22 Jahren der Trennung, ist ein Beleg dafür, daß ausgeschlossen. Und die Bürgerregierung geht sogar Rundgebung, einer der größten in der Geschichte der dieser Wille in allen Sozialdemokraten lebendig ist. daran, das Los des Landproletariats noch weiter zu Arbeiterbewegung der Welt. Bier Stunden mar die Bahn frei zu machen verschlechtern. Troß der Agrarzölle uno troß der schierte an uns die österreichische Sozialdemokratie Millionengewinne fennt das Agrarkapital in seinem vorüber, thre Arbeiterwehr, vier Stunden sahen wir Hasse gegen die Landarbeiterschaft keine Grenzen. diese gewaltige und alles übertreffende Manifestation Ein großer Teil von ihnen muß mit Wohenlöhnen gegen die Habsburgerreaktion und für die Republik. von dreißig bis fünfzig Kronen leben. Gerade im Die Genossen in Deutschland lieben ihre deutsche Landproletariat nimmt die Tuberkulose, wie die Republik, die Genossen in Lesterreich ihre österrei. Statistiken lehren, immer mehr zu, was allein auf chische. Und sind bereit, alles für sie zu opfern und die elenden Lebensverhältnisse zurückzuführen ist. zu ihrem Schuße auch mit der Wasse in der Hand Die Landarbeiter protestieren gegen das ungeheure dazustehen. Sie alle begreifen und verstehen, daß auch Unrecht, das man ihnen anzutun beabsichtigt, näm- mir diese tschechoslowakische Republik lieben und in lich gegen ihre Ausschließung aus der Sozial- gleicher Weise bereit sind, für sie alles zu opfern. versicherung. Das Landproletariat ist angewiesen Nicht allein deswegen, weil es eine Republik ist, sonauf die Silfe der Gesamtarbeiterschaft und darum dern auch deswegen, weil die Republik die Vorans Einmal waren viele Arbeiter noch im Banne geht von diesem Kongreß auch der Ruf aus, die setzung der Freiheit aller Bedrückten, die Voraus der bürgerlichen nationalistischen Jdeologie. Die ErBandarbeiter in ihrer bedrängten Lage zu unter- fetzung des Sozialismus ist.( Beifall.) stüßen. Lassen Sie diesen Appell nicht ungehört Genossinnen und Genoffen! Zehn Jahre ist es fahrung hat sie gelehrt, daß dieser Nationalismus borübergehen.( Beifall.) her, seitdem ich den Aprileid der Nation geschrieben nur eine Geschäftssache, nur ein Deckmantel für die Plusmacherei seiner Propagandisten ist. Die tich ehabe. Es war dies ein Eid für die Freiheit der Genosse Ing. Winter, Pilfen: Nation und für ihre republikanische Demokratie chischen Arbeiter haben gesehen, wie ihre Das ist die Seele dieses Kongresses. Wir wollen Allein wir wußten, daß unsere Aufgabe damit noch Bourgeoisie, der es nur um den Profit gegangen ist, leben und nicht nur vegetieren. Wir wollen als Brü befaßt sich insbesondere mit den Angriffen der Stoa- lange nicht erfüllt ist. Vor unserem geistigen Auge ohne weiters aus der allnationalen Stoalition hin- der und Schwester leben, als freie Menschen auf dielition auf die Sozialversicherung und weist darauf sind Millionen von Gräbern, Millionen von Arbei- ausgegangen ist und ein Bündnis mit der deutschen ſem Stück Erde im Rahmen der Tschechoslowakischen hin, daß der Zinsfuß der Sozialversicherung gerade tern, die im Weltkrieg gefallen find, Millionen von Beſiyklasse zur gemeinsamen Unterdrüdung der deut. Republik. Wir geloben deshalb heute, daß wir schen und tschechischen Arbeiter geschlossen hat. Die Schulter an Schulter den Stampf gegen in einer Zeit von 4 Prozent auf 4.5 Prozent hin- Arbeitern, die im Hinterland dem Hunger zum aufgesetzt werden soll, da der Finanzminister die Opfer fielen. Und dieser Kongreß- das ist mein deutschen Arbeiter dieses Staates haben durch die den Bürger blod aufnehmen wollen daß wir amerikanische Anleihe von 7.5 Prozent auf 5 Pro- Einbrud erscheint uns und unserer gesamten Erfahrungen der letzten Zeit nur erneut bestätigt den Kampf gemeinsam gegen die Reaktion aufneh erhalten, daß ihr Bürgertum dasselbe geblieben ist. men. Wir geloben auf diesem Kongreß. daß wir zent konvertiere. Wir haben durchaus keine Garantie Arbeiterschaft als das es seit jeher war, noch genau so reaktionär, gegen die Feinde der Sozialpolitik gemeinsam vordafür, daß der fünfprozentige Zinsfuß erhalten bleibt, es ist durchaus möglich, daß er in absehbarer genau so rüdsichtslos gegen die Massen der armen wärtsstürmen wollen. Wir verbünden uns für das Zeit von fünf auf vier Brozent herabgesetzt wird. eine neue Verheißung und eine neue Verpflichtung! Volksgenossen, noch genau so antisozial und so scharf- Beute, aber wir sprechen auf diesem Kongreß auch Seit der Einführung der Sozialversicherung sind die Weiter zu kämpfen von der Befreiung einer unter macherisch wie ehedem. Diese Bourgeoisie hat tatsäch über das Morgen. Kurse der Börse gestiegen, was uns eine ungefähre drückten Nation zur Befreiung der unterdrückten lich durch alle die Ereignisse von damals bis heute nichts gelernt und nichts vergessen. Mit denselben Ahnung gibt, von den Gewinnen der Indu- Menschen, Ansichten und Methoden, die sie gehegt hat in frühestrie. Die nationaldemokratische Presse wirft uns rer Zeit, ist diese Bourgeoisie nur von Wien nach tschechischen Sozialdemokraten vor, daß wir uns in ein neuer Eib, von der demokratischen zur sozialiſtiſchen Republik! wollen, daß dahin gearbeitet werde, daß der internationalen Ausbeuterfront die geschlossene, zielflare Abwehrkampffront der Arbeiter gegenüber gestellt werde. Wir wollen den Schwierigkeiten, die ich aus in den Weg stellen, trogen, diesen Weg erarbeiten, erarbeiten bie eine sozialdemokratische Front, auf daß wir uns in gemeinsamem Rampf finden, Seite 6. zum Stampfe für unsere und unserer Kinder Zukunft. Hütten, erwecket das Volt, rufet das Volk auf und die Millionen von Herzen, entzündet das heilige Feuer der Brüderlichkeit, das Feuer der Solidarität, das heilige Feuer des Sozialismus. So bannen wir die Schatten der Vergangenheit, so rufen wir die Morgenröte einer neuen und helleren Zeit( Beifall). Wir hoffen also, daß dieser Kongreß der erste Glotfenschlag der Stunde werde, welche die Schicksalsstunde des Proletariats in der Tschechoslowakischen Republik anzeigt. Die Genossen Adler und de Brouquere, die können der Internatio nale von einem stolzen und für die Groß und schwer ist, wie schon einmal gesagt, Zukunft verheißungsvollen Tag des noch die Aufgabe, die uns bevorsteht. Aber wir haben internationalen sozialistischen Ge- uns auf diesem Kongreß doch verpflichtet, für ihre dankens in der Tschechoslowakischen Lösung zu sorgen, verpflichtet nicht nur mit den Republik berichten. Die jozialdemokratischen Worten, die in der Resolution stehen. Wir haben Parteien dieses Staates sind wirklich auf dem Wege, uns verpflichtet angesichts der ungeheuren Begei hente dahin zu gelangen, daß sie Breisfechter des sterung, die auf diesem Kongreß herrschte und verSozialismus auf einem Boden werden können, aufpflichtet durch den Ausdruck der tiefen Sehnsucht, dem das Proletariat nur vorwärts kommen kann, die aus allen Worten dieses Kongresses und aus den wenn es die Grundsäve brüderlicher Solidarität als Gründen seiner Einberufung hervorgegangen ist. euste in ihr Programm fest. Dieser Geist hat hier Wie groß die Aufgaben auch sind, ein guter Triumphe gefeiert. Dieser Kongreß war somit eine Wille muß vor allem vorhanden sein. UeberwinKampftagung und zugleich eine Festta den wir in uns selbst all das Hemmende. Die Schn gung. Er war, wie wir alle von ihm hoffen, der sucht des Volkes, die Freiheit des Volkes, das Glück Mitbegründer einer besseren Zeit. Die No: war des Volkes, das soll es sein, was uns bestimmt. es, die uns zusammenführte, aber nicht allein die Ueber allen anderen muß dieses eine Ziel vor unseNor. Auch die Sehnsucht der Arbeitermas ren Augen stehen, keine Herren und keine sen, der heiße Wille unserer Vertrauensmänner, se ne dy te, gleiche Pflichten aber gleiche waren es, die uns zu diesem Kongreß wiesen, die Rechte( Beifall). Unterdrückte Völker, unterdrüdte uns zusammenführten. Menschen gehören zum Bilde der kapitalistischen Herrschaft. Das Ziel, das wir uns stecken, heißt: Diese Gesellschaft zu beseitigen. Wir gehen deshalb von diesem Kongreß hinaus in das Land. Wir wecken die Schlafenden, erheben die Müden, machen aus Leidenden Kämpfer. Genossen und Genoffinnen! Wir haben reiche und schwere und bittere Erfahrungen gemacht. Die Arbeiter wurden geschlagen, weil sie uneinig waren. Aber wir wissen: Ein treues Kampfbünd nis wird uns unüberwindlich machen. Deshalb glaube ich am Schlusse dieses Kongresses allen den Teilnehmern, all den Hunderten und Aberhunderten von Vertrauensmännern, Männern und Frauen zurufen zu können: Tragt die Kunde von diesem Kongrej; hinans in Stadt und Land, ins Erzgebirge und ins Riesengebirge, in die Karpathen und in den Böhmerwald, tragt sie hinaus in Fabriken und Ein einziger Ruf soll es sein, in den Millionen einstimmen, von den Waldbergen Karpathoruslands bis in das Egerland, von der Elbe bis an die Donan: Es lebe der Trub, es lebe der Ramps, es lebe die internationale, Länder und Völker befreiende Sozialdemokratic( lebhafter Beifall). Das Schlußwort des Genossen Hampl. Dienstag, 31. Jänner 1928. Das lebende Bild der Turner. 200000000. lige Feuer der Begeisterung, das dort entflammt ist, infolge der Geschenke, welche sich die Herren auf Ko steit der ärmeren Bevölkerung gegeben haben, zu Ende brennt. Wo gestern der Adelige stand, steht heute der Liberale und morgen werden wir Arbeiter und Sozialisten fommen. Ich danke Euch allen nochmals herzlich und gehen wir nun heran an fleißiger, cifriger Arbeit, welche die einzige Bürgschaft unseres erfolgreichen Vorgehens ift.( Langanhaltender Beifall.) Sowohl nach dem Schlußwort De Wittes als auch jenem Hampis erhoben sich die Delegierten, bewegt von der Größe des Augenblicks jedesmal von den Sißen und gaben immer wieder durch stürmischen Beifall ihrer Willensgemeinschaft Werter Kongreß, Genofsinnen und Genossen![ volution schon morgen kommen wird. Die Erkenni Ausdruck. Nachdem Genosse Hampl die Tagung Unser Kongres nähert sich seinem Ende. Ich glaube, nis, daß diese Annahme der Kommunisten nicht der als beendet erklärt hatte, stimmten die ischechischen es ist nicht der Ausdrud einer besonderen Höflichkeit, Wahrheit entspricht, bedeutet für uns eine günstige Genossen das Lied der„ Roten Fahne" an wenn ich von dieser Stelle nochmals allen danke, die Wandlung. Es hat sich gezeigt, daß die Sound nach ihnen die deutschen Genossen die„ Injich um die Veranstaltung des Stongresses verdient zialdemokratie die Entwidlungsmög ternationale", in deren Abgesang sich dann gemacht haben und wenn ich insbesondere den Ber- lichkeiten gut abgeschäßt hat. Wir muß der gesamte Stongreß teilte. tretern der Internationale danke( lebhafter ten auch damit rechnen, daß die Psychologie der deut Beifall), welche durch ihre Anwesenheit nicht nur ihr schen Bevölkerung respektiert werden muß. Aber auch lebhaftes Interesse bekundet haben, sondern auch da reifen die Verhältnisse und wir haben gesehen, damit der breiten Oeffentlichkeit zur Kenntnis brin- daß die deutsche und tschechische Bourgeoisie sich zu einigen verstehen. Beide reden in ihrer Presse sehr gen, daß es sich hier um rabifal, in der tschechischen Presse hieß es sogar„ Die Deutschen in die Regierung, wir in die Revolution", aber jeder weiß, daß die tschechischen Nationalisten, die Nationaldemokraten sich schon längst nach dem Eintritt in die Regierung sehnen Dieser Kongreß ist noch nicht zu Ende und schon schreibt das Organ dieser Partei einen Artikel unter dem Titel„ Die Rückkehr der tschechoslowakischen Sozialdemokratie m die Dienste der deutschen Genossen"( Heiterkeit). Uns läßt das falt. Wir unterschätzen nicht die Kraft der Nationalisten in diesem Staate, aber einen wichtigen Akt nicht nur der Arbeiterpolitic, sondern auch der innerstaatlichen und der ans wärtigen Politit handelt. wir haben es verstanden, schon in einer Zeit unseren eigenen Weg zu gehen, da es sehr unpopulär war, Begrüßungsschreiben. Von Genossen Richard Bernstein, Redat. teur des Berliner„ Vovwärts", der lange Jahre im Gablonzer Gebiet fätig war und unseren nordböhmischen Genossen aus dieser Zeit noch bekannt sein dürfte, langte nachträglich noch folgendes Schreiben an unsere Partei ein: ,, Liebe Freunde, zu meinem schmerzlichen Bedauern ist es mir leider nicht möglich, an Euerer Konferenz und dem darauf folgenden ersten gemeinsamen Stongres aller Sozialdemokraten in der CSR. teilzunehmen. Aber als alter Funktionär Enerer Partei, in der ich die schönste Zeit meines Lebens verbracht habe, während der wir mit den tschechischen Genossen reibungslos zusammengewirkt haben, drängt es mich, Euch meine herzlichen Grüße und Wünsche zu entbieten. Hoffentlich sind nun die Jahre des Zwiespalts und Mißverständnisses überwunden; der vereinigte Sozialismus wird schließlich auch die Spaltung überwinden!" Für den Kampf um ein größeres Stück Brot, bessere Arbeitsbedingungen und eine höhere Lebenshaltung. Die ſozialpolitiſche Entschließung des Kongreſſes. Es ist notwendig, uns das Ergebnis des songrefses nochmals vor Augen zu führen und seine Ergebnisse zu werten. Mein Vorredner hat in markan Die im letzten Jahre eingetretene wirtschaft programm, das von dem internationalen Gewertter Weise aufgezeigt, welche Bedeutung der Kongreß liche Besserung ist den arbeitenden Schichten der Be- schaftsbunde und von der sozialistischen Jugendinsbesondere für die breiten Arbeiterschichten hat. völkerung in keiner Weise zugute gekommen. Die internationale ausgestellt worden ist. Der Erfolg der Tagung an und für sich könnte für Wirtschafts- und Finanzpolitik der Er fordert die Vereinheitlichung des gesamten ben Gedanken und die Ziele, die wir anstreben, allein herrschenden Parlaments- Mehrheit Arbeitnehmerrechtes, die Schaffung von Arbeitsnicht genügen. Es ist notwendig, die sittliche dient ausschließlich den Interessen ämtern mit gleichmäßiger Vertretung der Arbeiter und innere Kraft dieses Kongresses der besißenden Klassen, dem Finanz- und Unternehmer unter Leitung eines Sachverhervorzuheben, um seinen moralischen und auch poliund Industriekapital und vor allem ständigen des Arbeiterrechtes, Ausschaltung des Eintischen Wert abzuschätzen. Womit kamen wir zum aber wir mußten diesen Weg gehen und wir werden der Agrarbourgeoisic. Sie ist lediglich auf flusses der staatlichen Bürokratie in den sozialen Stongreß? Wir famen alle mit dem besten und ehr- auch jetzt vor dem tschechischen Volk unser Vorgehen die Steigerung der Profitrate und auf die hebung und arbeiterpolitischen Einrichtungen. Er fordert lichsten Willen, uns zu einigen( so ist es, Beifall). 3 verantworten wissen.( So ist es.) der Konkurrenzfähigkeit der Unternehmungen, aber ferner die zeitgemäße Ausgestaltung der AngestellIch glaube, daß bei der strengsten Analyse und Es ist eine Tatsache, daß in den breiten Massen nicht auf die Hebung der Lebenshaltung der breiten tengefeße und die endliche Erledigung des GesezSie wissen, daß die Analyse der inneren Verhältnisse der Arbeiterschaft eine Wandlung eintritt. Eine Massen bedacht. Auf dem Gebiete der sozial- entwurses über die Arbeitsgerichte. immer sehr gründlich sein muß auch der schwär- Wandlung die wir beschleunigen müssen, und zu der politischen Gesetzgebung geht die herrschende Re- Die öffentlichen Angestellten aller Rategorien zeste Pessimist sich nicht darüber beklagen könnte, daß auch dieser Kongreß beitragen wird. Wir haben uns aktion zum offenen Kampf auf beſtehende Einrich- sind durch das Gehaltsgesetz vom Jahre 1926 schwer dieser wirkliche Wille nich: in jedem von uns zum eine gewiffe Zurüdhaltung auferlegt, weil wir uns tungen über und bedroht die Arbeiterklasse in den enttäuscht worden. Infolge der ungerechten SysteAusbruck gekommen wäre. Diese Tatsache besteht, dessen bewußt sind, daß wir die Arbeiterklasse nicht wichtigsten Errungenschaften der früheren Jahre. mifierung wirkt sich dieses Gefeß zum schwersten aber wir müssen weiter fragen: Sind die objektiven täuschen dürfen, und daß wir nur solche Hoffnungen Der gemeinsame Kongreß der sozialdemokratischen Nachteile der öffentlichen Angestellten aus. Bedingungen gegeben, daß wir ohne Belastung unse- erweden können, die befriedigt werden können. Auf Parteien in der Tschechoslowakei fann in der ein- Der Kongreß fordert daher die Neuregelung der rer Verantwortlichkeit diesen Stongreß einberufen der anderen Seite aber dürfen wir die Aenderung feitigen Steigerung der Gewinne der Kapitaliſten Syſtemisierung auf dem Wege der Gefeßgebung und und in Tausenden und Millionen von Angehörigen der Verhältnisse nicht unterschäßen und nicht unter- leine Geſundung der Wirtschaft erblicken, sondern die Wiederherstellung der schon im alten Desterreich der arbeitenden Klaſſe Hoffnungen eriveden konnten? schäßzen den Willen der tschechischen, deutschen und nur in der Förderung der Lebens erkämpften automatischen Vorrückung. Auf diese Frage können wir ruhigen Gewissens ant- übrigen Arbeiterschaft( Beifall). Alle Arbeiter haben haltung, der Gesundheit und der kulDer Kongreß unterstützt die berechtigte Fordeworten. Wir alle und auch die deutschen Genossen die Verhältnisse schon satt. In der tschechoslowakischen turellen Sebung der breiten Massen rung der Pensionisten auf restloje Gleichstellung hatten das Bewußtsein, daß die Verhältnisse dazu Republit, wo ungefähr 60 Prozent der Bevölkerung des arbeitenden Volles. Deshalb feßt der aller Kategorien ohne Ausnahme auf Grund der reif geworden sind. Zwischen uns gab es niemals im Lohnverhältnis als Arbeiter oder Angestellte Stongreß dem reaktionären Programm des Bürger- Durchrechnung der Dienstjahre und stellt fest, daß grundsätzliche Unterschiede. Deutsche, tschechoslowa- tätig sind, ist es ein Anachronismus, wenn es eine und Großbauernblocks die Forderung nach dem der im Parlament in Verhandlung stehende Gefeßfische, karpathoruſſiſche, magyarische, polnische So- Regierung gegen die Arbeiter gibt. Das ist ein un- Schuße der Arbeitstraft und der Se- entwurf diesen Forderungen auch nicht im entfernzialdemokraten sind wir alle einer Idee ergeben, von möglicher Zustand. Wir müssen den Willen zur bung der Lage der arbeitenden Klas- teſten entspricht." einem Geist erfüllt, alle bekennen wir uns zum inter- Macht haben und müssen solche Verhältnisse auf der sen entgegen. Die durch die internationale wirtschaftliche Ent- Massen erfordert dringend, daß endlich die ungeDie Hebung der Kaufkraft der arbeitenden nationalen Sozialismus. Diese grundsägliche Vor- linken Seite der Gesellschaft schaffen, damit die Entnicht ausseyung war uns durch unsere Erziehung und scheidung über unser Schicksal in unsere eigenenwicklung erzwungene Rationalisierung der heuren Lasten der indirekten Steuern sowie der uns darum, die Probleme zu betrachten, wie sie er- ter, die unrichtig orientiert sind, aus den Armen der arbeitet erfolgen. Deshalb werden die ſo- feitigt wird. Die letzte Steuervergegenstände bes cheinen, wenn man an ihre Verwirklichung schreitet. kommunistischen und nationalsozialiſtiſchen Bartei dialdemokratischen politischen Parteien der Arbeiter füßenden Klaſſen gewaltige Vorteile, dagegen, ver Alle lennen wir die Wahrheit, die in dem großen reißen. Auch dazu soll dieser Stongreß beitragen, der affe alle Bestrebungen der freigewerkschaftlichen Arbeiterschaft den Steuerabzug vom Lohn gebracht. Worte verkörpert ist, daß wir vereinigt alles, und die Stundgebung eines gemeinsamen Gedankens, eines Erhöhung der unerträglich niedrigen Löhne gerichtet lastenden Steuern und drüden die gebenshaltung Organisationen tatkräftig unterstüßen, die auf eine Singegen steigern sich die auf den Massenverbrauch gespalten nichts sind. Wir alle fühlten die Ohnmacht gemeinsamen Vormarsches iſt, welcher uns schon auf- find. Als gefeßgeberische Maßnahmen in dieser Rich- der Arbeiter und Angestellten immer tiefer herab. der Stellung, da zwischen uns nicht gleich von An- erlegt wurde durch das kommunistische Manifest, lung fordert der Kongreß die Verbesserung des Ge- Auch in Hinkunft sollen die indirekten Steuern in fang an ein festes freundschaftliches Verhälmis ge- Dieser Kongreß hat eine politische Resolution be ſeyes über die Betriebsausschiffe( Betriebsräte im der alten Söhe erhalten bleiben, was unr in dentschaffen werden konnte. Wir alle haben uns in unje ſchloſſen und seinen Willen kundgetan, einen gemein Bergbau) zweds wirksamer Einflußnahme der Ar- lich aus der geplanten Unifizierung der Spiritusrem Innern deswegen geschämt. Gleichwohl find wir samen Ausschuß zu schaffen. Damit wurde uns eine beiterschaft auf die Produktion und die Preis- ficuer hervorgeht. Der Kongreh der sozialdemokratiuns heute der Schwierigkeiten, welche unmittelbar Direktive gegeben und auf diesem Wege werden wir bildung. Er fordert den gefeßlichen Schuß der Kol- schen Parteien fordert rasche und gründliche Umkehr nach dem Kriege eingetreten sind, bewußt. Wir wis- weiter arbeiten. lektivverträge, die verschärfte Ueberwachung der Ein- in der Steuerpolitit des Staates. sen auch, daß in den Arbeitermassen in dieser Zeit Wenn wir von diesem Kongreß weggegangen haltung der gesetzlichen Bestimmungen über die der Glaube, vorhanden war, daß da die Nachkriegs sind, sagen Sie es den Arbeitern und Arbeiterinnen, Arbeitszeit und aller Arbeiterschußbestimmungen Die beabsichtigte Erhöhung, bzw. die Neucin revolution vieles ohne besondere Anstrengung und daß, wenn uns auch noch Hindernisse erwarten, wir überhaupt. Dazu ist die Gewerbe( Gruben-) inspek- führung von Kommunalabgaben, die ausschließlich Arbeit gebracht haben, man auch auf die Ergebnisse doch alle den ehrlichen, festen Willen haben, alle diese tion entsprechend auszubauen und durch die Mit- oder überwiegend die Besißlosen belasten, fordert den unserer übrigen Bestrebungen ruhig warten könne. Hindernisse aus dem Wege zu räumen.( Beifall.) wirkung der Arbeiter aus den Betrieben, sowie schärfsten Widerstand heraus. Deshalb verlangt der Die Arbeiterschaft ergriff der Glaube, man könne Auch psychologisch wird dieser Kongreß in einer gün- durch Verleihung einer augemeffenen Exekutivgewalt Nongreß die Wiederherstellung der finanziellen auf die Revolution warten. stigen Situation abgehalten. Wir sind im weiteren an die Inspektionsämter, wirksam zu gestalten. Selbständigkeit der autonomen Körperschaften, damit Vormarsch. Troß dem besseren Geschäftsgange weist die diese die Möglichkeit haben, ihre Bedürfnisse durch Diesen Glauben hat der romantische Sozialismus, überaus unvollständige Statistit des Arbeitsmarktes Besteuerung der wirtschaftlich Stärkeren zu deden der Kommunismus, ausgenützt. Wir Tschechen und cin traffes Slowaken haben die kommunistischen Methoden Mißverhältnis zwischen Stellensuchenden und ihre sozialen und kulturellen Aufgaben in volund besetzten Stellen auf. Daher fordert der Kon- lem Umfange zu erfüllen. schwer gespürt. Die politisch kaum erwachte Slowakei greß die Einführung einer obligatorischen, auss wurde in erster Linie zum Tummelplatz des politi- wo die Arbeiterschaft von der Zerseyung betroffen, schließlichen, auf die Mitwirkung der Gewerkschaften fordert der Kongreß die Erlassung eines dementZum Schuße der konsumierenden Bevölkerung schen Romantismus und der politischen Demagogie. einen schweren Stampf um ihre Lebenshaltung füh- aufgebauten Arbeitsvermittelung. Weiters fordert sprechenden Startellgefeßes, durch das eine strenge Auch da mußte eine gewisse Zeit verstreichen und die ren muß. Wir müssen das Signal zu zweckmäßiger er die Verbesserung der Arbeitslosenunterstüßung. Stontrolle der Tätigkeit der Kartelle unter Mitwir Entwicklung mußte zeigen, daß es teine objektiven Arbeit geben. Wenn man heute die Stabilität der Der Kongreß fordert ausreichenden Schuß der tung der gewerkschaftlichen und genossenschaftlichen Bedingungen gibt, die anzeigen, daß die soziale Re- Regierung betrachtet, dann scheint es, daß das hei- arbeitenden Jugend entsprechend dem Jugendschuß- Organisationen eingeführt wird. Das gemeinsame Vorgehen bedeutet die Ver= stärkung unserer Angriffskraft in Werkstätten und Fabriken, Dienstag, 31. Jänner 1928. Der Kongreß betrachtet die Lösung der Woh Klasse in ihren Sohnkämpfen nach Kräfnungsfrage als eine der dringendsten Aufgaben der ten zu unterstüßen und im engsten Einverjozialpolitischen Geschgebung. Er verlangt die Aufnehmen mit den gewerkschaftlichen und genoffen rechterhaltung des Mieterschußgefeßes. Der Kongreß fchaftlichen Organisationen der Arbeiterschaft mit verlangt die Erneuerung der staatlichen Banförde aller Entschiedenheit für die Verwirklichung der rung wenigftens in dem Umfange des Gefeßes vom sozialdemokratischen Forderungen der Arbeiterklasse Jahre 1922. Er erblickt darin ein Mittel der pro- einzutreten. Er ruft die arbeitenden Men duttiven Arbeitslosenfürsorge. schen aller Nationen zum entschlosse Der Kongreß der sozialdemokratischen Parteien nen Kampf für ein größeres Süd in der Tschechoslowakei fordert die parlamentari Brot, für die Verbesserung der Arschen Vertretungen und alle Organisationen der beitsbedingungen und ihrer Lebenssozialdemokratischen Parteien auf, die Arbeiterhaltung auf. Der Sozialistentongreß ruft zum Kampfe um die Sozialversicherung auf! Die fotholischen Arbeiter erwachen. Seite 7. Ein Begrüßungsschreiben christlicher Arbeiter an unseren Kongreß. Die reichsdeutsche Zentrumspartei hat, wie zu leisten haben, liegen, daß die Aktion der tsche wir vor wenigen Tagen in einem Leitartikel darchischen christlichen Arbeiter auch im deutschen legten, in een testen Wochen eine schwere innere Bager ein Echo finde. Serse durchlebi. Die rheinischen und westfälischen Arbeiter, die in der zentrantspartei organisiert Morgendämmerung fürchten und langjam wieder Es scheint, daß unsere Chriftlichsozialen dic sind haben sich entschieden gegen die fapitalist dje umzufatteln beginnen. Nicht als ob sie gewillt Politik ihrer Partei aufgelehnt. Sie, die als Erben wären, ihre Politik zu ändern und der sozialen einer jahrhundertealten Tradition, auf dem Boden Reaktion Widerstand zu leisten; es geht ganz nad) der alten Bistümer Köln und Münster siedeln, wo ihrem Herzen, wenn die Arbeiterschaft verelendet. man fatholisch sein mußte, mit katholischen Ein- Aber sie suchen mehr als bisher ihren antiwanderern( Polen) vielfach vermischt, treue An- sozialen Stampf zu faschieren, indem hänger des katholischen Glaubens sind, wähnten in fie wieder so tun, als ob sie sich um die Inter der Zentrumspartei bisher auch ihre sozialen Ineffen der Arbeiter bemühten. tereffen gewahrt. Das Zentrum war immer eine antihohenzollernsche Partei und war am Aufbau In der Deutschen Preise" und int Entschließung des ersten Kongreffes der sozialdemokratischen Barteien aller der Republif in hervorragendem Maße beteiligt. Jägerndorfer„ Bolt" erscheint ein Artikel, der Nationen der Zschechoslowakei zum Angriff auf die Sozialversicherung. Seit es aber mit den deutschnationalen Junfern unsere Sozialversicherung mit der reichsdeutschen und Unternehmern die Regierung bildet, ist es vergleicht, die Vorteile der deutschen, ihre viel Bon dieser Tagung des gemeinsamen Non- stande vereinigte. Wir haben auch die gesamte un antifozial geworden. Darum rebellierten die Zen- ation hervorhebt und meint, in dieser Richtung größeren Leistungen vor allem, ihre Dezentrali greffes der sozialdemokratischen Parteien der Tsche befangene Deffentlichkeit, die der Arbeiterklaffe antrumsarbeiter. Und ist auch der Sturm beschich müsse sich die Reform unserer Sozialversicherung choslowakischen Republik, dem heute die volle Auf- gehört, überzeugt, daß die Verwirklichung der real- ligt worden, er wird bei der nächsten Gelegenheit müsse sich die Reform unserer Sozialversicherung merksamkeit des In- und Auslandes zugewendet ift, tionären Pläne der Bourgeoisie unabsehbare soziale wieder den„ Zentrums- Turm" erschüttern. bewegen. Nun wissen wir doch, daß die Rcverkünden wir der gesamten Deffentlichkeit, daß in und politische Folgen haben müßte. Daß auch bei uns die reaktionäre Politik der form" der Sozialversicherung, die unser Bürder Tschechoslowakischen Republik, in deren HauptChristlichsozialen und tschechischen gerblod plant, gerade das Gegenteil ſtadt Ausschaltung weiter Arbeiterschichten, Zentrali fladt im Jahre 1924 der erste internationale fozial- mer die Interessen der Arbeiter terschaft geblieben ist, haben die Gemeinde- fierung und Beseitigung der Selbstverwaltung find Sie Sozialdemokratie, die wie im seleritalen nicht ohne Eindrud auf die Arbei- will; Herabseßung der„ Lasten" und Leistungen, politische Rongreß einberufen wurde, weil die Re- lasse forglich betreut, hat sich an die wahlen mit wünschenswerter Deutlichkeit be die Ziele der Reform des Paters Sramet. Sollen befierung und Beseitigung der Selbstverwaltung find publit verhältnismäßig rasch soziale Reformen durch Spise diefes Rampfes geftellt. Unterwiesen. Aber nicht nur die Proletarier, die sich geführt hatte, insbesondere weil sie die Sozial- den Schlägen, die sie dem jeßigen Regime in den soweit von der Vormundschaft der Kirche befreit mit der die christlichsoziale Preffe jest über die versicherung verwirklicht hatte, die Bourgeoisie leßten Wochen vorgesetzt hat, beginnen ihre tühnen haben, daß sie ein flares Bekenntnis zu ihrer Sünden ihrer Partei hinwegzukommen fucht, wir anläßlich dieser schamlofen Augenauswischerei aller Nationen sich verbunden hat, um dieses größte Pläne bereits zu wanken. fozialpolitische Werk zu vernichten. Wir verkünden Klasse und zur Sozialdemokratie abzulegen magen, der gesamten Oeffentlichkeit, daß diese Bourgeoisie Wir erklären, von dieser Stelle, daß wir den find den Klerikalen untreu geworden, auch in den daran erinnern, was die klerikalen früher der gefeßgebenden Körperschaft den Entwurf eines Rampf zum Schuß der Sozialversicherung mit un- Reihen der unbedingt katholischen Arbeiterschaft über die Sozialversicherung fagten?! Gefeßes zur Neuregelung der Sozialversicherung ermüdlicher Begeisterung weiterfüh gärt es. Das erfuhr man neuerlich durch ein Be- Im November 1926 die Grenzpost", vorgelegt hat, daß fie beabsichtigt zwei ren und daß wir alle Kräfte des arbeitenden Vol- grüßungsschreiben, das die„ unabhängi- das Blatt des Paters Fritscher, erklärt, die Fünftel der Versicherten aus der Ver- les in der Tschechoslowakischen Republit in Be- gent Organisationen der tschechoslowakischen Bolts- flerifalen Parteien hätten nur unter dem Druc jierung auszuschließen, und zwar jene wegung fehen werden, um den berbrecheri partei" dem proletarischen Einheitsfongreß über der damals so mächtigen Sozialdemokraten" für Arbeiterschichten, die am meisten der Versicherung ichen Angriff auf die Sozialversiche jandien. Waren uns auch die Grundfäße diefer die Sozialversicherung gestimmt!( Da die fierifalen bedürfen, daß fie die finanziellen Grund rung abzuschlagen. sehr regen und mutigen Gruppe, die den tschechi Abgeordneten niemand drücken oder zwingen lagen der Versicherung vernichten und Gleichzeitig geben wir der Arbeiteröffentlichkeit schen Bolfsparteilern arg zufett, nicht unbekannt, fonnte, anders zu stimmen, als sie es meinten, daß fie fich des Einflusses der Arbeiter bekannt, daß die sozialdemokratischen Abgeordneten so überraschte doch der Inhalt des Begrüßungs foll das wohl heißen, daß sie nur aus Demagogic auf die Versicherungsanstalten ent- flubs in der Nationalversammlung Anträge nach schreibens. Es heißt darin: für die Sozialversicherung stimmten!) Das Blatt lebigen und diese Arbeiterinstitutio- Verbefferung der Sozialversicherung eingebracht nen vollkommen der Bourgeoisie aus haben. So wie wir die Arbeiterschaft in den Kampf des geistlichen Herrn meinte damals, es gebe unter dem Gelinde genug geistig minderwertige Leute", liefern will gegen die Verschlechterung des Gefeßes aufrufen, und der Bauer sei berurteilt, solche hohe Prämien ir sie zu zahlen". Der Lehrling, hieß es in ebendiesem Artikel, arbeite nur fünf Tage, für sieben aber müsse er bezahlt werden, und nun komme noch die Prämie dazu. Als„ Weihnachtsa geschent" erwarteten damals, laut diesem Artitel, die frommen Herrschaften die Verschlech terung der Sozialversicherung, die Ausscheidung der landwirtschaftlichen Arbeiter, Dienstboten und Lehrlinge! Dieser Angriff der Bourgeoisie auf die Sozial- o rufen wir sie auch zum Rampfe für versicherung war so frech, daß er die gesamte Ar- diese auf Verbesserung des Geseßes beiterschaft der Republik zum verschärften Wider- abzielenben Anträge. Der Rud nach links. Ueberzeugt, daß man die soziale Gerechtigleit nur durch ein Programm der nationalen und religiösen Verträglichkeit erreichen kann, hoist der Vollzugsausschuß der unabhängigen Organisationen der tschechoslowakischen Volkspartei in Böh meu auf eine wirtliche Zusammenarbeit aller staatsbildenden Parteien, welche das Recht der Schwachen und Bedrüdten jchützen. Indem wir auf unserem kulturellen Stand: punkt, der uns vielleicht in manchen Fragen trenut, Glänzender Erfolg der S.P.D. bei den Mecklenburger Landtagswahlen. unerschütterlich stehen, halten wir es für not: wendig, auf sozialem Gebiete eine ge= In noch besserer Erinnerung dürfte sein, was Berlin, 30. Jänner.( Eigenbericht.) Einen| bleibt bestehen. Die Deutschnationalen konnten meinsame Grundlage für den sicheren der Arbeitervertreter" Zajiček in glänzenden Erfolg hat die deutsche Sozialdemo- troß einer ungeheueren Agitation ihre Stimm Schub der Interessen der arbeiten der christlichsozialen Presse Ende Oktober über die fratie bei den gestrigen Neuwahlen zum zahl noch gerade halten; infolge der umt rund 15 den Schichten zu legen.-" Sozialversicherung schrieb. Auch er setzte sich da Medlenburg- Strelißer Landtag erzielt. Prozent größeren Wahlbeteiligung ging aber ihre Wenn das Land auch nur wegen seiner Kleinheit Mandatszahl von zehn auf acht zurüid. Nur die durch diesen Schrift den Broletariern, die heute boten und landwirtschaftlichen Arbeiter ein, schrieb Die unabhängigen christlichen Arbeiter haben mals für die Ausschließung der Lehrlinge, Dienst bon untergeordneter Bedeutung ist, so ist doch Listenverbindung, die die bürgerlichen Parteien noch in den Reiben der Klerikalen stehen, ein Beisin äußerst anmaßendem Ton über die aufzu das Wahlergebnis von Bedeutung für die Stim unter fich eingegangen waren, verhinderte einen spiel gegeben, das Nachfolge finden muß und finden hebende Selbstverwaltung und redete dem Regiemung der Bevölkerung besonders in den agra- noch stärkeren Rüdgang der Zahl ihrer Mandate. wird. Der Kampf der Unabhängigen gegen dierungsantrag das Wort. Gründlich und unerbittrischen Gebieten. Seit 3. Juli des Vorjahres Auch im Freistaat Lippe lonnte die Sozialdemo- Bolilisierung des Stterns, den sie programmgemäß lich Ordnung zu machen" stellte er als Aufgabe stiegen die sozialdemokratischen Stimmen von fratic bei den Stadtverordnetenwahlen ihre auf dreizehnt. Die Kommunisten gingen von 4172 einer Reihe von Ortschaften hat die Sozialdemo- aber die Arbeiter aufilären über den wahren 15.306 auf 19.264, die Mandatszahl von zwölf Stimmenzahl faft überall wesentlich erhöhen; in führen, wird wohl nicht dazu führen, daß die fleri- der Bürgerregierung hin und höhnte die Arbeiter kale Volkspartei eine soziale Politit macht, er wird ob ihrer Ohnmacht. Nun, da es ihnen ungemütlich wird, möchten auf 3564 zurüd, ihre Mandatszahl von drei fratie die Mehrheit erobert. Charakter der Klerikalen Politik, über die Rolle, die Christlichsozialen wieder soziale Gesinnung vor die in der gegenwärtigen Koalition die beiden täuschen. Es foll ihnen nicht durchgehen und der Fierikalen Parteien spielen, und er wird sie auf Abfall der Arbeiter wird ihnen nicht erspart rütteln aus ihrer gottergebenen Geduld, mit bleiben. Der Brief der tschechischen christlichen der sie all das Unrecht tragen, das ihnen ihre Arbeiter an unseren Kongreß ist ein verheizungs Partei zufügt. Es wird nur an unserer Agi- volles Symptom. Wir werden dafür sorgen, daß tation, am Rampfe unserer Vertrauensmänner auch unter den deutschen latholischen Arbeitern die in den Betrieben, an der Aufklärungsarbeit vor| Wahrheit über das teritale Christentum Verbreiallem, die unsere Genoffinnen von Frau zu Frau tung finde! Deutschland besteht auf der Rheinlandsräumung Ohne jede weitere Gegenleistung. Berlin, 30. Jänner.( Eigenbericht.) Der trauen habe, daß ein abgeschlossener StaatsReichstag hat heute die Beratung des Etats des vertrag auch gehalten wird, dann habe es überAuswärtigen begonnen. Sie wurde von Streic- haupt teinen Zwved, Verträge abzuschließen. mann mit einer längeren Rede eingeleitet, die Deutschlandfordere die Rheinlandsan zwei Stellen besondere Aufmer samkeit erräumung, weil es in der Foridauer der Ve- Ljaptschet rüstet zu den Gemeinde- sen physisch und geistig zertreten wird, wurde Geregte. Das erftemal, als sich Stresemann gegen jepung eine unüberwindliche Hemden Deutschen Landbund wendete, der eine mung der deutsch- französischen Verwailen. genstand einer Untersuchungskommission über demagogische Hehe gegen die Handelsvertragsver- it ändigung sche; es jei aber feinesfalls ge Am 19. Feber d. J. finden in ganz Bulga- die Lebensbedingungen der politischen Gefange handlungen mit Polen entfaltet. Er erklärte, willt, die Abkürzung der Besetzung mit dauern- rien Dorfgemeindewahlen statt. Schon jetzt trifft nen", die durch die Arbeiterinternationale gedaß die Regierung einmütig für den Abschluß den Verpflichtungen zu erlaufen, die über die Be- die Ljaptschewregierung Maßnahmen", um die meinsam mit dem Amsterdamer Internativeines deutsch- polnischen Handelsvertrages fei. dingungen des Versailler Bertrages hinausgingen. Wahlen um jeden Preis" zu gewinnen. Dann wendete er sich gegen die Rede, die Paul In der Debatte stellte Genosse Breit Boncour vor kurzem über die Rheinlands- ich eid fest, daß die deutsche Sozialdemokratie auf räumung gehalten hat. Stresemann lehnte jede der internationalen Sozialistentonferenz in LugemBindung ab, die über den Vertrag von Locarno burg im Jahre 1926 teine der Konzessionen gehinausgehe. Dieser Vertrag, in dem sich Deutsch macht habe, von der Paul Boncour sprach. Die land verpflichte, Frankreich nicht anzugreifen, deutsche Sozialdemokratie stehe auf dem Stand biete schon alle Sicherheiten, die ein Staat dem punkt, daß Deutschland einen Anspruch auf Aufandern geben könne. Wenn man nicht das Ver- hebung der Rheinlandsbeseßung habe. nalen Gewerkschaftsbund eingesetzt wurde. Der Feldzug hat bereits begonnen. Eine) Die Persönlichkeit Bujors, der lange vor Alenderung der Wahlgefeße wurde vorgenommen. dem Kriege als Vertreter der rumänischen SoSonferenzen der Präfekten haben stattgefunden unter der Parole der„ Verfolgung der Konspira- zialdemokraten auf internationalen Kongressen teure und Räuber". Die Dörfer sind überfüllt usw. bekannt war, einerseits um das Grauenvon Polizei und Geheimagenten. hafte der Untersuchungsergebnisse, andersetts, Die oppositionelle Presse meldet die ersten aus denen zu ersehen ist, daß der wegen seiner Proteste aus diesen Dörfern. So z. B. ist das Dorf 3drawcz( Bezirk E. Djumaja) von Gutherzigkeit bekannte und beliebte Stämpfer mit Polizei, Kriminalbeamten und Militär blodiert. allen Mitteln der moralischen Zugrunderichtung. Deutsch- litauischer Schiedsvertrag. Gewerkschaftsführer, worauf einstimmig eine Ent- Man terrorisiert die Bevölkerung und schießt in der Ochrana gefoltert wird, bewegte auch Streise. Berlin, 29. Jänner. Die Verhandlungen zwischließung angenommen wurde, die befagt, daß das sie. Viele Dorfemwohner werden so zur Flucht die außerhalb der Arbeiterbewegung stehen. schen dem Reichsaußenminister Dr. Strefe- Bentrum eine christliche und soziale Volkspartei gezwungen, werden aber dann als„ Räuber" für mann und dem litauischen Ministerpräsidenten sein wolle und daß es seine Aufgaben in der vogelfrei erklärt und können dann gerecht Die„ Manchester Guardian" brachte große AusWoldemaras über den deutsch- litanischen Deutschen Republik lösen wolle. fertigter" Weise erschossen werden. züge aus den Resultaten der Untersuchung und Schiedsgerichtsvertrag sind heute zum Abschluß ge- Es geht daraus hervor, daß das Zentrum für Ju Kula wurden die oppositionellen Ge- in Rumänien geht jetzt eine Polemik zwischen bracht worden. Der Vertrag wurde bereits unter die kommenden Wahlen freie Hand behalten will meinderäte in der Nacht verhaftet und in die Regierung und Linkspresse vor sich, weil diese zeichnet. Dr. Stresemann wird morgen im Reichs- und daß es sich für die Zeit nach den Neuwahlen Berge gebracht. Sie wurden dort zur Unter die Rechtfertigung der Untersuchungskommission tage eine große außenpolitische Rede halten, in der schon für eine neue nach links gerichtete Koali- fertigung einer Demiſſionserklärung gezwungen, bestätigt. er auch über die Verhandlungen mit dem litau- tion vorbereitet. womit der Grund zur Auflösung des Gemeinderates gegeben war. Aehnliches wird aus Stanimata, In den Armen liegen sich beide. Dabei kam es heraus, daß die Sowjetregieischen Ministerpräsidenten und über den Schiedsgerichtsvertrag berichten wird. Woldemaras ift heute abends von Berlin nach Kowno abgereist. Der Streit der Berliner Werkzeugmacher and amperen Orten gehebt. Dierung vor einigen Jahren schon der rumänischen Berlin, 30. Jänner.( Eigenbericht.) Die Bauernzeitung Zemledelsko Wasragdane" wirb Regierung das Archiv der Rumänischen AladeBerliner Bertzeugmacher stehen seit einiger Zeit seit einem Monat ununterbrochen beschlagnahmt. mie, das sich in Moskau befindet, gegen die FreiGroße Versöhnungskomödie im Zentrum. in einer Bohnbewegung. In einer überfüllten tassung Bujors offeriert habe. Berlin, 30. Jänner( Eigenbericht.) Die Ta- Versammlung wurde beschlossen, das von den Die Kampagne für Bujor. gung der Parteifonferenz des Zentrums hat, wie Unternehmern gestellte Angebot abzulehnen borauszusehen war, mit einer allgemeinen Ver- und in den nächsten Tagen in den Betrieben eine föhnung geendet.' Erſt hielt Dr. Marx eine Abstimmung darüber vorzubereiten, ob in den längere Rede, in der viel von dem sozialen Streit getreten werden soll. Es ist anzunehmen, iſt Charakter der Partei die Nede war. An der Aus- daß die übergroße Mehrheit der Werkzeugmacher sprache beteiligten sich dann auch die christlichen sich für den Streit aussprechen wird. Der politische Gefangene Bujor, der sozusagen Versinnbildlichung der vumänischen Schandjust iz geworden ist und der in grauenvollen Umständen nun schon bald zehn Jahre in den vumänischen Gefängnis So schauderhaft wütet die Rache der vumänischen Bojaren, daß die Sowjetregierung, cnglisch- bürgerliche Presse und Sozialistische Internationale gegen sie anzustürmen in die Lage kommen. Scite 8 Lages- Neuigkeiten. Das tentiche Wesen.... Wir kennen es schon, jenes teutsche Wesen, an dem angeblich die Welt genesen soll; jedesmal, wenn es mit Gott für Kaiser und Vaterland geht, aber auch sonst bei jeder passenden und nicht passenden Gelegenheit begegnen wir ihm. Wer glaubt, daß es sich durch Not und Elend des Krieges, durch Blut und Hunger geläutert hätte, irrt sich. Dieselben Künstler", die feiner zeit die Illustrationen zu„ Unser Staiser beim Gebet" oder zu Herz und Hand fürs Vaterland" gemalt halten, schmieren weiter und eine verant wortungslose Presse druckt. Da ist zum Beispiel die ,, Gartenlaube", ger mehr oder weniger hysterischer Pensions- und Sadistische Gefängnisgreuel. Das Märthrertum Georgiens. Zum Beweise führen wir einige wenige der aftenmäßig festgestellten Tatsachen auf: Dienstag, 81. Jänner 1928. Die Verhandlungen im Bergbau Donnerstag Fortsetzung, Brü, 30. Jänner.( Eigenbericht.) Heute Uns wird vom Zentralfomitee der Georgi- wo sie mehrere Tage in diesem Zustand und ohne begannen im Brüger Bergrevier die Berhandschen Sozialdemokratischen Partei folgendes mit- Nahrung zubringen mußte. Täglich tam der so- lungen über die von den koalierten Bergarbeiter geteilt: genannte Untersuchungsrichter zum angeb- verbänden gestellten Lohnforderungen unter dem Die russischen Ottupationsbehörden wüstenlichen Verhör. Wochenlang wurde sie auf solche Vorsitz des Revierobmannes, Herrn Zentraljetzt seit fast sieben Jahren in dem unglücklichen Weise gequält, um dann nach Tiflis ins Straf- direttor Dr. Karl Blaschet. Die Vertreter der Rande Georgien. Das georgische Volt ist während gefängnis übergeführt zu werden. Bergarbeiterorganisationen begründeten ihre feines zweitausendjährigen Bestehens auch nicht 3. Grigorie Guguschwili wurde in Ba- Forderungen, die Vertreter der Bergbauunterein einziges Mal auch nur annähernd solchen tum verhaftet und in einen nach oben voll- nehmungen andererseits die durch sie erfolgte Barbareien ausgesetzt gewesen. ständig offenen Raum gebracht, wo er Kündigung des Gesamtvertrages. Nach längerer, Kälte, Regen und Schnee ungeschüßt preisgegeben fachlicher Aussprache wurde vereinbart, die Vers blieb. In der Nacht wurde er mit Striden auf handlungen am Donnerstag, den 2. Feber cinem Brett festgeschnürt. Wenn er um Hilfe fortzusehen. Als Grundlage dieser Verhandlun das Blatt einiger evangelischer Pfarrer und eini sist seit 1924 in Tiflis in Gefangenschaft. Die schric, verstopfte man ihm den Mund mit alten gen haben sich die Vertreter der Bergbauuntersist seit 1924 in Tiflis in Gefangenschaft. Die ich mußigen Lappen; nach mehrmonatlicher nehmer bereit erklärt, einen konkreten Vorschlag anderer Tanten, das sonst keinerlei Bedeutung hat scheka hielt ihn in einem dunklen, unterirdischen, Quälerei verschidie man ihn nach derart rechtzeitig vorzulegen, daß die Berneter und von dem wir auch keinerlei Notiz nehmen ohne genügende Kleidung. Die erſten fünf Tage feuchten Kellerraum gefangen, ohne Bett und Sibirien. der Bergarbeiterorganisationen in der Lage sind, würden, wenn es nicht von manchem Arbeiter ge- der Gefangenschaft bekam er teinen Tropfen Sozialdemokrat, wurde in Tiflis verhaftet und in 4. David TschutIaschwili, seit 1898 vorher dazu noch Stellung zu nehmen. lesen würde! Bringt dieses Presseprodukt, das mit schein- Wasser, so daß sich der ganze Mund mit wei einem unsauberen Abort mehrere heiligem Augenaufschlag in feinem Textteil über Ben Absonderungen füllte und die Zunge gelähmt Monate lang festgehalten. Von da aus den Fleischmarkt im Inseratenteil hinwegsicht, in war. Zum Anfeuchten des Mundes blieb ihm wurde er ins Gefängnis gebracht. feiner Nr. 3( vom 19. Jänner 1928) ein Titelbild benutzen. Derartige sadistische Quälereien dauer- Menge zur Verfügung. Die Ticheka läßt nichts anderes übrig, als seinen eigenen Urin zu Belege für derartige Greuel stehen uns in " nach einem Gemälde" von Eugen Spiro, Solten datenspiel". ten einige Monate. Darauf wurde er zu fünf noch immer Erschießungen vornehmen, besonders zum zweitenmal Kindesmörderin. Eine Frau Man muß über die Unverfrorenheit staunen, Jahren Gefängnis verurteilt. Jebt ift er in Tiflis unter Studenten und unter Angehörigen der jetzt, da die Völker Unfägliches unter dem Krieg im Metech Gefängnis. Grund zu dieser barbariund seinen Folgen gelitten haben, ein solches Bild schen Behandlung war seine Zugehörigkeit darzustellen und zu veröffentlichen. Ganz abgefehen zur Sozialdemokratie und seine Betei von dem„ Kunstsinn" eines solchen Malers, der ligung an der Arbeit für die Selbständigkeit ſeifeinen anderen Stoff" zur Gestaltung fand, als ner Heimat. Kinder wenn auch nur im Spiel im MordHandwerk darzustellen, liegt in dem Bild ganz eindeutig die Tendenz, die Jugend wieder für den Krieg zu begeistern. Das Bild stellt zwei Knaben im frühsten Alter dar, beide mit Uniform. Helm, Säbel und schwarz- weiß- roter Fahne. Die Fahne des einen und der Säbel, den der andere ,, entschlossen" vor sich hält, geben dem ganzen Bild das Motto: ,, Lieb Vaterland magst ruhig sein..." Ja, ja, die Republik...! ,, Lachen Links" wißelte einmal von der kaiserlich- königlich deuts schen Republik! Nur der deutschen?! F. Sch. " Gin reichsdeutscher Lecian. Ein Verbrecher erschießt einen Polizeibeamten Ein Verbrecher erschießt einen Polizeibeamten roten Armee georgischer Nationalität. Ein ganz unglaubliches Ausmaß haben die Ausweisungen georgiſcher Freiheits ämpfer Freiheits'ämpfer angenommen, die zu Tausenden nach Rußland deportiert werden, um die georgische Nation aus 2. Ein Fräulein Marie Java, Näherin, ihrem eigenen Territorium zu vertreiben und sie ein ganz junges Mädchen, wurde in Batum auf ünstlich im eigenen Land in die Minderheit zu Grund bloßer Verdächtigungen verhaftet und in bringen. Mit anderen Worten: Wir Georgier einer für solche Zwede besonders eingerichteten werden von einer sta a tlich organisierten Tammer Nr. 9 ganz nadt eingesperrt, Verbrecher bande regiert. a die Kranke, deren Füße nur mehr ein Eiterflumpen waren, mit den" Coaterwag'n" ins Spital zu fahren. Christliche Bauern! schlacht, befindet sich in schweren Wohnungsnöten. Sein Pariser Hauswirt hat ihm zum ersten Jänner glaubt der Forderung nicht nachkommen zu können. eine derartige Mietpreiserhöhung beschert, daß Joffre in St Ingbert entledigte sich ihres neugeborenen Kindes, indem sie es im Nachtgeschirr ertränkte. Bereits vor Jahren hat dieselbe Frau ein sind auf ähnliche Weise beseitigt, wofür sie mit zwei Jahren Eisenbahnunglüd. 170 Kilometer von Ran900n( Indien) sind die Lokomotive, zwei Gepädwagen und drei Personenwagen dritter Klasse des Buges Mandilay Rangoon von einer Brüde her abgestürzt. 22 Personen wurden getötet, 28 zum Teil schwer verletzt. Das Unglüd wurde durch ein Verbrechen hervorgerufen. Die Segnungen der Verwaltungsreform." Eine leine Ueberschwemmung. Sonntag früh In der letzten Bezirksverwaltungskommissions- platte in Prag IV. cin Rohr der Hauptwasserlei. Sigung Komotau, am 26. Jänner 1. J., wurde tung. Ein riesiger Strom, der das Pflaster auf vom Steinbruchbesitzer Müller- Oberdorf be- 5 Meter Breite und 1½ Meter Tiefe aufriß, ergoß richtet, falls die Anlieferung der Schottersteine sich länger als eine Stunde durch die Chotelstraße Mit 40.000 Aronen durchgebrannt. für das Jahr 1928 nicht schon jetzt erfolgen und durch den Hohlweg Unter dem Brustator" tönne, er zirka 35 Arbeiter entlassen über den ganzen Klarplay in die Laufipergasse und Eger, 30. Jänner. Der 28jährige Beamte müsse. Mit Rücksicht darauf, daß der Bezirks selbst bis in die Belvederegasse. Das Waffer stand Franz 3latoblavet der Egerer Filiale der verwaltungskommission vor Genehmigung des in den beiden letzten Straßen so hoch, daß es fonar Versicherungsgesellschaft" Viktoria"-Berlin iſt Bräliminars unter Haftung der Witglieder die Gehsteige überschwemmte. In der Chotekſtraße am Samstag nach Unterschlagung von 40.000 K derselben untersagt wurde, konnte leider dem An- wurden auch die Barkanlagen und die einen Gärflüchtig geworden. Er hatte den Auftrag, diesen suchen des Steinbruchbesizers nicht Rechnung ge- ten, die sich vor einigen Häusern befinden, über. Betrag bei einer Egerer Bank zu beheben. Nachtragen werden, so daß das schon lange befürch schwemmt und zerstört. Das Wasser drang auch in Entgegennahme dieſes Geldes, das ihm in tete eintreten muß und zwar die Entlas- zwei Wohnungen ein und beschädigte die EinTausendkronennoten ausgezahlt wurde, kehrte er jung einer großen Zahl von Arbeirichtung. Im Wasserwerk mußte die Zufuhr abge. nicht mehr in fein Büro zurück. So viel erhoben tern. Die Oprofitionsparteien haben diese trau- stellt werden, um den städtischen Organen die Repa werden konnte, mietete er sofort ein Auto und fuhr rige Tatsache entsprechend aufgezeigt und müssen raturarbeiten zu ermöglichen, die längere Zeit in nach Fischern bei Karlsbad. Dem Chauffeur einzig und allein die Regierungsparteien hiefür Anspruch nahmen. zahlte er 400 K mit einer Tausendkronennote. und verwundet einen zweiten schwer. Plauen, 30. Jänner. Heute mittags erhielt die Kriminalpolizei von einem Maurer die Mi teilung, daß sich seit Samstag der Posträuber Hein, der in Jena einen Striminalbeamten erschoffen hatte, in seiner Wohnung in der Hammerstraße aufhalte. Er habe Hein zufällig tennengelernt und mit in seine Wohnung genom men. Erst heute vormittags habe er erfahren, daß sein Gast der gesuchte Mörder sei. Darauf be gaben sich einige Seriniinalbeamte zu der WohSchweres Autounglück. nung, um Hein festzunehmen. Dieser zog einen Revolver und erschoß den 43jährigen Eger, 30. Jänner. Auf der Straße von Kriminalkommissär Max Schmidt Mariakulm nach Littengrün stürzte gestern nach durch einen Brustschus. Der Gendarmittags ein Auto in voller Fahrt' n den Straßen meriebeamte Endisch wurde ebenfalls durch graben, überschlug sich und begrub die sechs Ineinen Brustschuß so schwer verletzt, daß er ins faffen unter den Trümmern. Der derzeit als Strankenhaus gebracht werden mußte. In der Soldat in Eger dienende Sohn eines Sägewerts durch die Schüsse entstandenen Verwirrung ge- getötet, zwei Mädchen und drei Männer erliten besitzers aus Littengrün wurde auf der Stelle lang es dem Mörder abermals zu entkommen" teils schwere, teils leichtere Verletzungen. Chriftliche Bauern. Im Abend" lesen wir: Nach stundenlanger beschwerlicher nächtlicher Fahrt hielt zeitlich früh des 15. Jänner ein Ochsenfuhrwerk vor den Pforten des Welker Spitals. Ein junger, scheuer Bauernbursche flopste schüchtern an die Türe und sagte dem Portier: Herr, am Loaterwag'n liegt unser Stallmensch, sie hat wehe Füaß." Das Schwesterschiff von„, 4" vermißt. Washington, 30. Jänner. Das Unterseeboot " 3", Schweſterſchiff des untergegangenen„ S4", ist auf der Fahrt von Hampton Roads( Virginicu) nach Guantanamo auf Ruba von der U- BootFlottille abgekommen. Seit Sonnabend nachmit tag ist von 3" feine Nachricht eingegangen. verantwortlich machen. Andauernde Arbeiterverfolgungen in GHG. Das Archiv der Beringexpedition von 1736 gefunden. Aus Nowosibirft wird gemeldet: In Jrkutsk ist das Archiv der Expedition des berühmten Forschers Bering entded: worden Die gefundenen Vor dem Kriegsgericht von Dubrovnik( KaSchriftstüde stammen aus dem Jahre 1736 und find gusa) fand am 14. Jänner die Verhandlung mit der zweiten Bering'ichen Expedition verknüpft gegen die Arbeiter Nitolo Maslac, Nito und Die eingehende Sichtung und Erforschung des Peter Mujravic statt. Die Antlage lautet auf Organisierung kommunistischer Bellen". Die Archivs ist bereits eingeleitet Berein zur Erhaltung der städtischen Musikschule der Angeklagten, Maslac und Niko Mujravic, Die Notlage der Preßnißer Mujitschule. Der drei Arbeiter sind jedoch Mitglieder des repu blifanischen Arbeiter- und Bauernblods". Zivei in Preßnig ersucht uns um Veröffentlichung eines wurden zu 6 Monaten schweren Kerkers ver Aufrufs, in dem es unter anderem heißt: Seit urteilt, während Peter Mujravic freigesprochen dem Jahre 1881 besteht in Preßnitz im Erzgebirge wurde. eine Musikschule, welche im Jahre 1896 unter Für diesen Prozeß herrschte in den Arbeiterstädtische Verwaltung gestellt und zu einer sechstreisen der Stadt großes Interesse und das Urtlafsigen Lehranstalt ausgestaltet wurde. Die teil löste Empörung sowohl in Streifen der ArMuſicſchule in Preßnitz verfolgt den Zweck der beiter als auch der Bauernſchaft aus. Im Zagreber Bolizeigefängnis befindet Heranbildung von Orchestermusikern und hat vor allem die kulturell bedeutsame Aufgabe berufs- sich seit 30. Dezember 1927 der Arbeiter Blas tüchtige Musifer zu erziehen, dem Erzgebirge Vidatic. Vidatic, der auf Grund einer Deder Heimat vieler Talente eine geordnete nunziation verhaftet wurde, befindet sich entPflegeftätte der Kunst zu sein. Die Anstalt wird gegen den gesetzlichen Bestimmungen noch immer vom Staate jubventioniert jedoch mit einem Beim Polizeigefängnis. Er ist in den Sungerstreit trage der mit der Höhe der Erhaltungskosten nicht getreten, um seine Freilassung oder wenigftens im geringsten im Einklange steht. Die Subvention die Ueberstellung an das Gericht zu erreichen. betrug im vorigen Jahre 10.000 Stronen, die Er- Der Student Mladen Corin. dessen baltungskosten 122.000 Stronen, hatte also die Ge- Ausweisung aus. Zagreb, froßdem er meinde Preßnit den Betrag von 112.000 Stronen licher Hörer und daher die Ausweisung ungeAlle Gattungen Läuse fraßen den Störper aufzubringen, für die arme Stadt Preßniß ein fast feßlich ist, ausgesprochen wurde, wurde murmehr einmütigen Protestes der Studentenwund, am Rücken und an den Hüften war das diese Zeit etwa 100 Meilen südlich von Stap Träfte sind ganz unzureichend. So bezieht ein schaft seiner Fakultät wegen Vagabondage" in Auf etwas Stroh gebettet fand man am Washington, 30. Jänner. Das Unterseeboot, S 3 Wagen ein 30jähriges Mädchen, es wimmerte vor Schmerz. Die Füße waren mit einigen das ſeit Samstag vermißt wird, ist trop cifriger Feben umwidelt, der Leib in zerrissene Kleider Nachforschung, an der sich auch ein Flugzeug begehüllt, ganz verwahrlost und halb verhungert. teiligt, noch nicht wieder aufgefunden worden. Es entschwand dem Gesichtskreise der mit ihm auf der Die Stranke wurde in das Aufnahmezimmer gebracht. Grauenbates bot sich den Augen des Fahrt nach Stuba befindlichen Schiffe während cines Sturmregens, der am Samstag bei Sonnen untergang einsetzte. Die Flottille befand sich um untersuchenden Arztes und der Schwestern. Fleisch bloßgelegt, beide Füße waren schon in Verwesung übergegangen und mit Eiterlöser überfüllt. Der Störper war ganz verdreckt. Die einzige Silfe und Rettung war die schnelle Operation. Unter den Knien mußten beide Füße abgenommen werden. Nun atmete die Stranke erleichtert auf. Die furchtbaren Schmerzen, die dieses Geschöpf die lange Zeit erleiden mußie, waren so groß, daß sie die Operation als eine Erleichierung empfand. 35 Bergleute erstict. Batavia, 30. Jänner. Bei einem Brande des Kohlenbergwerkes in Sawaraso sind 35 Perfonen erstidt. Bom Rundfunt Mittwoch. bis 18.35 Bortrag des tschechien Arbeiterfura Hatteras. Das Meer soll an dieser Stelle über 3000 Meter tief fein. An Bord des Untersee- chrer mit Frau und vier Kindern bei 25 Dienst- seinen Heimatsort in" der Herzegowina abgebootes befanden sich außer dem Stommandanten jahren monatlich nicht gan; 1000 Stronen, wäh- schoben. Der ordentliche Hörer Vagabund; ist und drei anderen Offizieren eine Besatzung von rend eine Lehrkraft ledig, mit 20 Dienſtjahren, das nicht eine glänzende Selbstkennzeichnung der monatlich nicht ganz 550 Stronen bezieht. Wir jugoslawischen Willfürherrschaft. 37 Mann. wenden uns daher nochmals an die deutsche Oeffentlichkeit mit der Bitte: Unterstüßet den Verein zur Erhaltung der deutschen Musikschule." Traurig genug, daß eine solche Anstalt sich an Empfehlenswertes aus den Programmen. die private Wohltätigkeit wenden muß, während es doch Pflicht des Staates wäre, diese Schule im Interesse der Existenzbeschaffung für hunderte Prag, 11.00-11.30 Schallplattenmufit, 12.05-12.55 wit Menschen und im Interesse der Kunst zu erhalten. Denise Sendung: Tagesneuigkeiten, bierauf Arbeiter tagsfonzert. 16.30-17.30 admittagsfonsert, 17.50-18.15 Töbliches Diphtherieferum. Ein Prinz als Schedschwindler. Die Straffenbung. Bittor Enenti„ leber den Schneeschuhsport", 18.25 Sydney, 29. Jänner.( Reuter.) In Bunda- kammer Melun( Frankreich) verurteilte den spani tortums: Ing. Jar Wiesner" Grauen und Männer in berg sind nach der Impfung mit einem mit einem vom schen Prinzen Ferdinand von Bourbon, der kürz der Industrie". 18.35-18.45 silvortrag 19 30-22.15( na) Nun spricht sie, die Marie Reitner. Sie Reichsgesundheitsam: gelieferten Serum gegen sich von der Anklage der Landstreicherei freigespro- izw. Ifchechische Bbilharmonic Dirigent Fr. Stupka. Brünn und cßburg) Symphoniefonzert des Radio- Journals, ist ein lediges sind, hat Vater und Mutter ver- Diphtherie elf Seinder gestorben, sechs weitere chen war, wegen Ausgabe von ungedeckten Schecs Brünu: 12.15-13.15 Wittagsfonsert, 18.00--18 10 cutfe loren, mußte als Schulmädchen zu den Bauern schweben in Lebensgefahr. Breifenachrichten, 18.10-18 25 Deutsche Sendung: zu drei Monaten Gefängnis mit Bewährungsfrist Brof. Dr. Rond Bittner Eine Wanderung auf der Großals Dirn", bekam Hiebe und wurde buchstäblich und 100 Franken Schadenersatz Der Angeklagte Benediger". Breßburg: 17.30-18.30 Stonzert- Rafahan: 19.55-21.00 Solistentongert.- Berlin: 19.00 Internatio zum Trampel" geschlagen. Im Stall hatte sie Blasco Ibanez will im Spanien Primo fuchte sich damit herauszureden daß er ſeinen nale Schwimmwettkämpfe". 19.25 Sozialpolitit für Geiftes: ihre Schlafstätte. Die Stost war schmal, und zum Anziehen bekam sie nichts. Ein Hemd und ein de Riveras nicht einmal begraben sein. Dem lezz- Freund den inzwischen bei einem Ozcanflug verarbeiter", 20.30 Seiteres 21.00 Franz Schubert- Leipzig: 19.30-20.00 Gin Gang durch ein Hochofenwert". 20.15 Aus paar Holzschuhe, ein zerrissener Rock und eine ten Willen des verstorbenen spanischen Schrift- schollenen Flieger Hamilton beauftragt habe, die franzöfifchen Obern.- Vamburs: 17.00 lite stammermusif, Jugend Leibesübungen. 21 00 Jazz- Symphonien Langenberg: 17.30-18.00 Dic wirtschaftliche Bebeutung der Bluse waren ihre dürft ge Bekleidung. Da brach stellers Blasco Ibanez zufolge wird seine zur Deckung erforderliche Geldsumme bei der in die furchtbare Stälte ein. 25 Grad Kälte. Villa in Mentone zu einem Schriftstellerheim Frage lommenden Londoner Bank einzuzahlen, was Weinend verrichtete sie ihre Hofarbeit und umgewandelt werden. In seinem Testament Samilton aber unerklärlicherweise unterlassen habe erfror sich die beiden Füßc. heißt es u. a.: Weder lebend noch tot Der Prinz wurde vorläufig in Haft behalten da Im Stall hatte sie ihr Bettstadt", da wurde will ich nach Spanien zurüdtebren. die Pariser Anklagekammer noch über einen Aussie hincingeworfen, mit Feßen zugedeckt und so lange dort das iesige Regime regiert und dies lieferungsantrag der schweizerischen Regierung zu vergessen. Nur der Gestank, der eine Gefahr für um so mehr, als meine leberführung in die entscheiden hat die Stühe darstellte, veranlaßte den Wirtschafts- Seimat eine Genugtuung für meine Feinde besizer Gerst I in Pömmerstall bei Pögstall, wäre." Joffre in Wohnungsnöten. Der französische Warschall Joffre, der Sieger in der ersten Marne10. Sosialversicherung in Deulfoland" 19.45-20.15 ragwür digkeiten der heutigen Stultur", 20.15 Bauernabend" II. Dia Lungen der Gegenwart.- Königsberg: 18 30 Das Grammophon im mode- nen unterricht, 20.00 Bopulärer Orcheſter. abc Frankfurt: 18.30 Uebertragung aus dem Frankfurter Opernbaus Der Rofenfavalier", Oper von Nichard Strauß. Wien: 20.30 Boltslieberabend des deutschen Boltsgefanas bereines, Leichte Albenduvusit.- Basel: 19.30-20.00 Die Bes beutung der Leibesübungen" 20.00-21 20 Soliftenebend Rom: 21.00 Hebertragung aus einem Theater. Neapel: 21.30 Uebertragung einer Operette aus dem Teatro Bellini. - Stockholm: 20.05 Symphonisches Stonzert. Dienstag, 31. Jänner 1928. Anekdoten. Hochwürdiger Herr, geb: cinem armen Mann Bab' felber nichts!" cinen Kreuzer!" Wenigstens einen Heller, Herr!" " Hab' auch keinen Heller!" Dann gebt mir euren Segen, Herr!" " Den geb' ich von Herzen gern, Iniet nieder..." " Behaltet nur euren Segen! Wär' er einen Seller wert, ihr würdet ihn nicht hergeben wollen!" Ein Priester in einer einträglichen Abtei, der eines Fischers Sohn war, ließ in seiner Zelle ein Netz aufhängen, damit er immer an seine geringe Herkunft erinnert werde. Man lobte seine demütige Gesinnung, und als eines Tages der alte Abt starb, wählte man ihn zum Borsteher des Klosters. Alsbald verschtvand das Neh Man fragte, weshalb: ich doch das Netz nicht mehr nötig!" Der Film. Neue Filme. Der fpeiende Bulkan. Seite 9. Seit Ernst Lubitsch mit seinen Pariser Stammerluftspielen von Siebe, Ehe und Treue so Der in der Sunda straße( Nieder- ders ausgesetzt, und mehr als 36.000 W en großen Erfolg hatte, versuchen sich alle amerila ländisch- Indien) gelegene Infelvulkan Rrachen kamen dabei ums Leben. Augenzeugen nischen Regiffeure auf diesem Gebiet. In Mal tatau ist bereits seit mehreren Tagen in berien noch heute, daß damals die ganze Um- colm St. Clairs Süßer Sünde"( die auch gebung in Dunkelheit gehüllt war, so daß der Eine Schlafwagenbekanntschaft" heißt) ist das Bor Tätigkeit. Als Folgewirtung wird aus Ba Tod die Menschen wie in finsterer Nacht über- bild Lubitsch genau zu erkennen. Aber so fauber der tavia gemeldet, daß in der Sudanstraße am raschte. Man kanu verstehen, daß unter diesen Film auch gemacht ist, so gut er auch von Flo rence Vidor, Greta Nissen und Elive Brook Donnerstag eine neue Insel aus dem Umständen schon heute die Bewohner der unmit- gespielt wird, der Wiz, der die Lubitsch- Filme ausMeere aiucht ist. telbar bedrohten Gebiete Frauen und Kinder zeichnet, fehlt ihm doch. Bunften schaffen und daß auch die Wänner wohl möglichst weit landeinwärts zu höher gelegenen aber den Aufenthalt an den Zufluchtsstätten ihrer tags an der Küste ihre Arbeit verrichten, nachts Familien vorziehen, da sich Zeit und Umfang eines neuen Hauptausbruches nicht vorher bestim men lassen. Frip Rosenfeld. Boltswirtschaft. Neuerliches Ansteigen der Großhandelspreise im Jänner. In der Sundastraße, etwa gleich weit von Westjava und Südsumatra entfernt gelegen, bildet dieser Bulkan Krakatau eines der großen Gefah renzentren unserer Erde, das zwar nur in län geren Zwischenpausen von sich reden macht, dann aber mit desto größerer Wucht seine Verheerungen über verhältnismäßig entfernte Landstriche aus Niederländisch- Indien besigt seit langem breitete. Weniger seine Ausbrüche selbst, einen vulkanologischen leberwachtungsdienst. Der Jnder der Großhandelspreise für den 1. der größte Teil der Lava sich in die See ergießt, Schließlich ist der Strakatau fein Einzelfall, son- Jänner 1928 weist nach den Erhebungen des Sta als die Flutwellen, die sie zur Folge dern nur der gegenwärtig rühr: gfte unter fiftischen Staatsamtes, deren Ergebnisse in den haben, find das Gefürchtete an diesem als fleiner 400 Bultanen im Archipel, von denen 95 Preisberichten" dieses Amtes Nr. 1, 1928 verEr lachte:„ Jetzt, wo der Fisch gefangen, hab' harmloser Jufellomplex aus der Tiefsee aufragen historischer Zeit durch Ausbrüche von sich reden öffentlicht werden, ein neuerliches Anschwellen des den Bergmassiv. Die neuere Geschichte kennt bisher nur zwei machten und 56 gar in verhältnismäßig junger Großhandelspreisniveaus, im ganzen um 0.9 gewaltige Ausbrüche des Kratatau, von 3eit sich noch start lebendig zeigten. Allein auf Prozent auf. An diesem Steigen beteiligten denen eine 1680, die andere 1883 stattfand. Ueber der Insel Java sind 29 Vulkane, von denen sich beide Hauptkomponenten der erhobenen We den Ausbruch von 1680 sind nur wenig Aufzeich- 15 in geschichtlicher Zert die umliegenden Land ven, nämlich die Nahrungs- und Genußmittel mit nungen vorhanden, so daß er für die wiffenfchaftſtriche vernichtet haben. So ist der Kloet noch plus 1.2 Prozent und die Industriestoffe und Erlich fritische Behandlung ausscheidet. Im Jahre heute gefürchtet, und diese 15 Ungeheuer liegen zeugnisse mit 0.5 Prozent. Die Inderzifern auf 1883 war jedoch mit der Unruhe im Arafatau ſtändig auf der Lauer, um in dem dicht bevölker Grundlage der Preise vom Juli 1914 betragen im Weil wir vor kaum zwei Jahren einen deut- gebiet zugleich eine eingreifende Veränderung der ten Gartenlande Javas Tod und Verder- Januar 1928( in der Klammer: im Dezember schen Manon Lescaut Film gesehen haben Oberflächengestaltung der dortigen kleinen Inselben zu iäen. Da der Stratatan trotz seiner gefon- 1927) für die Gesamtsumme der Waren 892( 975), und man einer neuerlichen Verfilmung des Liebes- gruppe verbunden. Die Strafataugruppe besteht derten Lage in diese Stette hinengehört und nur für die Nahrungs- und Genußmittel 930( 919), romans des Abbés Prevost nicht genug Zugkraft war auch noch heute aus drei Jnseln, Rafata, wenige Meilen von der javanischen Südküste für die Industriestoffe und Erzeugnisse 1088 zutraut, muß ein ausgezeichneter neuer amerifa- ang- Eiland und Verlaten- Eiland. Die Meerestiefen von 5000 und mehr Metern erreicht( 1035); die gleichen Indices betragen in Gold nischer Manon Lescaut Film sich den fitschigen Insel Rafata bestand damals aus drei Bergen. werden, hat man es hier augenscheinlich mit einer für die Gesamtsumme der Waren 148.6( 142.6), Titel„ Das Dirnenschiff" gefallen lassen. Zu Davon waren nach der Ratastrophe von 1883 awei Stette von Randgebirgen zu tun. deren endgültige für die erſte Hauptgruppe( Nahrungsmittel) 136.0 der Abänderung der Fabel, die die Amerikaner vor verschwunden; sie waren explodiert, wie Schichtung noch nicht abgeschlossen iſt. ( 134.4) und für die zweite Hauptgruppe( Indu nahmen, tam in der recht guten deutschen Fassung, die Vulcanologen sagen, und der größte Teil ihres Der englische Forscher Wing Faston redne: striewaren) 151.8( 151.3). rechnet die von Franz Bollat besorgt wurde, noch eine Wassivs war in die See hineingestürzt. Es han mit neuen Einsturzmöglichkeiten im StrafataugeUmbenennung der Personen hinzu. Dennoch bleibt delt sich hier um ein anscheinend gewaltiges Gebiet, während der Leidener Professor Dr. der Ursprung des Films deutlich zu erkennen, birge unter dem Meer, dessen höchste Bergesgipfel Escher in einem dieser Tage veröffentlichten nicht zuletzt, weil man im Filmbild den Darsteller diese Inseln darstellen und in dessen Gebiet im Gutachten gegenteiliger Meinung ist. Das neue Hans Honheiser:„ Wir Arbeiter!" Gedichte aus des de Grieur seine Geliebte deutlich Manon mer noch in gewissen Zeitabständen Struktur Eruptionszentrum fiegt jedoch nach den bisheri- Nacht und Morgen. Mit einer Einleitung von rufen hört. Der Regisseur Alan Crosland hat veränderungen stattfinden. gen Feststellungen des indischen Regierungs- Prof. Schweitzer, Troppau,„ Vorwärts", 1927. die für den amerikanischen Filmgebrauch zu glüd. So wird auch die Katastrophe des Jahres dampfers Wega" in der See zwischen den drei Hans Honheiser, unser Barteigenosse, hat uns wiclichem Abschluß gewendeten, einstmals tragischen 1883 mit der ungeheuren Flutwelle vom 27. vorerwähnten Inseln. Siegt es in der Nähe einer der ein Büchlein vorgelegt. Geschide dieses großen Liebespaares der Weltliteratur filmisch mit großer Sorgfalt und Liebe August jenes Jahres verständlich. Ihr waren der drei Inseln, was wegen der dantit verbun Sammlung von Gedichten. Bisher zeigte sich uns ausgemalt. Der Film ist nicht nur dramaturgisch, monatelange Eruptionen voraufgegangen, die be- denen Lebensgefahr nicht feststellbar ist, dann ist Souheiser als ausgezeichneter Schilderer des Proreits im Mai 1883 begannen und an jenem ein neuer Zusammenbruch großer letariats. Ebenso stark ist die Straft seiner Vers sondern auch psychologisch gut durchgearbeitet, frei Schreckenstage ihren Höhepunkt erreichten. Da Landmassen nicht ausgeschlossen, was aber- dichtung, mit welcher er uns in diesem Werte ent von der üblichen Filmunlogit und unwahrscheinmals bildete sich eine Flutwelle von etwa 30 mals eine gewaltige Flunvelle zeitigen müßte. gegentritt. Gedichte aus Nacht und Morgen" lichkeit, ist ein Filmwerk aus einem Guß, von Metern Differenz zwischen Wellenkrone und Wel- Profeffor Escher ist jedoch der Auffassung, daß nennt er diese Sammlung. Damit gibt er uns lyrischem Schmelz in den sehr fein behandelten Liebesszenen, von packender Wirkung in den dra- lental, die sich mithin etwa 30 Meter über die die jetzigen Eruptionen mit der Bildung eines matischen Effektszenen. Daß die eine, in der de normale Höchstdifferen; erhob. Eine solche I u t- neuen zentralen vulkanischen Inselchens zujam Grieur der Manon mit der großen Geste der Ver- Welle im Nordseegebiet wäre hinrei- menhängen, das gewissermaßen einen neuen achtung sein Geld vor die Füße wirst, von der chend, ganz Niederland und große Teile der Pro- Gipfel des untermeerischen Vulkans darstellen Kameliendame" ausgeborgt wurde, macht den vinz Hannover und des Freistaates Olden würde. Vorerst hat diese Auffassung durch die Amerikanern feine Gewissensbisse. Den stärksten burg völlig zu vernichten. Die benachbarten inzwischen erfolgte Bildung einer neuen InEindruck des Films hinterlassen die Bilder der Rüstengebiete von Südsumatra und Westjava sel in der Sudanstraße Recht behalten. Was Rerferrevolte auf dem Schiff der Deportierten. Sie waren den Wirkungen dieser Flutwellen beson- weiter wird, bleibt zunächst abzuwarten. sind in der Einfindung und in der filmischen Aus- 000000000000000000000000дØ¯Ø© ضDone führung gleich großartig und ragen in ihrem unerfes bemächtigen. John Barrymoore spielt den de währten alten Mitteln erzielt werden sie wirkt bittlichen Realismus vielleicht noch über die stärt Grieug in seiner unpathetischen Art, Art, die die durch das schlichte Gehaben dieser Schauspielerin sten Szenen der Russenfilme hinaus. Da rast der Störperbeherrschung und Gewandtheit des Sen- doch wie echte Empfindung. Stoff, schauspielerische gefangene John Barrymoore zwischen Gitter- sationsdarstellers Fairbanks mit der inneren Wärme und regietechnische Leistungen und nicht zuletzt auch stäben wie ein wildes Tier in seinem Stäfig umher, und der seelischen Ausdrucksfähigkeit eines großen die prächtige Photographie stellen diesen Film zu schwingt sich von Stange zu Stange, stachelt die an- Wienschendarstellers verbindet. Bei seiner Partnerin den besten amerikanischen Filmschöpfungen der gefetteten Sträflinge auf, bis eine Revolte aus Dolores Costello mag die Innigkeit des Aus- lepten Zeit; schade, daß der Titel den Film auf ein bricht und die bärenstarken Männer sich des Schif- bruds vielleicht eingelernt sein und nur mit be- wesentlich niedrigeres Milieu schiebt. ..Der letzte Ritter“. Literatur. selbst die türzeste und beste Charakteristit seines Wertes. Im ersten Teile führt uns der Dichter durch die Nacht" der Arbeit: er zeigt uns den Fluch der kapitaliſtiſchen Geſellſchaftsordnung. Im zweiten Teil„ Morgen" rüttelt der Dichter das Proletariat auf aus dieser Nacht und Finsternis und zeigt ihm den Weg.„ Euer Neich ist die Erde, und zeigt ihm den Weg.„ Euer Neich ist die Erde, eure Macht ist die Arbeit." Es muß und es wird der Tag kommen, an dem die Arbeiter diese größte Macht gebrauchen. In diesem Werke sind die Worte eines wahren Proletariers niedergelegt. Er will feinen Kampf- und Leidensgenossen die Augen öffnen; sie sollen es sehen: das Unrecht. Sie sollen sich aus dieser Finsternis emporarbeiten, auf daß jie eingehen in das Licht eines siegreichen Morgens. Dieses Büchlein soll in das Herz eines jeden Arbeiters Eingang finden. Es wird ihm immer ein trener und wahrer Freund sein. C. G. Olafs Reformation der Geister, durch Gustav Wasas| dem schönen Brief des Tänenfönigs traut er, wie ganges durch die Welt Nach jahrelangem Verfol lühne Flucht und den Aufstand der Dalekarlier, aber er dem Verräter Abrahamjon tros aller Stenntnis gungswahn findet er Trost in der Mystik und im es ist nicht mehr die Geistes- und Gewissensfreiheit seines wankelmütigen Charakters traut. Hätte Glauben Der Freidenker kehrt heim zur Kirche ein Stück in ſechs Bildern von August Strindberg. des Protestantismus, die siegreich über Noms fin Strindberg sich jemals vom Subjektiven, vom( in einem sonderbaren Glauben allerdings, der noch stere Macht triumphiert, sondern pietistisch- mystische eigenen Erlebnis und dessen Spiegelung in der immer an der Formel der Jugend festhält, daß Gott Aus dem Nachlasse Strindbergs hat Emil Gedanken und Gefühle, die in den Worten der Dichtung lösen können, seine historischen Dramen eigentlich tot fei). der Rationalist taucht unter in Schering die Historie vom letzten Ritter ins Frauen zum Ausdrud kommen, ein Protestantismus und dieses vor allen anderen, wären in Shakespeares den Schauern Swedenborgscher Mystik und Orful Deutsche übertragen. Selten bleiben Standardwerke viel jüngeren Datums als der von 1520 fünden göttliche Nähe gerüdt Es müßte großartig sein, dentistik. Wie durch andere seiner letzten Dramen geht im Nachlasse eines Dichters übrig; auch Der die innere Erlösung der trauernden Seelen an. Kampf zweier Welten, der im„ Leyten Ritter" nur auch durch dieses eine Somnambule, eben Mätta Teste Ritter" ist, gemessen an Strindbergs schon Der Held der Historie, der letzte Ritter Schweffizziert ist, wirklich das Drama durchdringen, die Dyre, die im Schlafwandel beichtet und prophezeit. bekannter dramatischer Produktion, ein Durch dens, Sten Sture, Zeitgenosse des Kaisers, den Bühne mit seinen großen Konflikten, erfüllen zu Sier müßten fräftige Striche des Dramaturgen das schnittsstück, daß eine schlechte Aufführung leicht die deutsche Geschichte ihren letzten Ritter nennt, fehen. Die versinkende Kultur des Rittertums, der ihre tun. Prophezeiungen des inzwischen Erfüllten, umbringen könnte. Aber nur an Strindberg selbst gehört nost nicht der neuen Zeit; er blidt nach rück Gotik, des chriftlichen Mittelalters im Ringen mit wie des Aufstieges des Hauses Wasa, wirfen immer gemessen kann die Dichtung fritisiert werden daß wärts, er stirbt an der Auflösung seiner Welt der neuen Lebensanichanung des Frühkapitalismus, ein wenig lächerlich. sie im Vergleich mit anderer zeitgenössischer Drama Strindberg, der zeit seines Lebens zwischen Indi- findliche Gläubigkeit gegen rational erfaßten GlanDie Aufführung steht vor allem vor dem Protit als interessantes Stück und als padende Gestal- vidualismus und Sozialismus schwankie, bald den ben, das Wunder des Lebens gegen das Wunder blem: die Lichtgestalt des Helden in scharfen Ston tung eines bühnenfähigen Stoffes dasteht fann gar Aristokraten, bald den Proletarier hervorkehrte und der Technik, Treue und Edelmut gegen politischen trast zu der düsteren, schlechten Umwelt zu feyzen. nich: in Frage gestellt werden. von beiden ein lebenbig Stüd in fich trug, zeichner Schacher und flrupellose Schlanheit, das wäre en Die Gefahr ist nun die, daß der Seld selbst nich: Die schwedische Reformation hat Strindberg in Sten Sture den ritterlichen. aristokratischen Drama, das wie Sturmwind über die Bühne brausen lichtvoll, nicht strahlend genug auftritt, um jid) stärker als alle anderen historischen Stoffe, mit Menschen. Nicht eine Staſte und ihre Vorzüge, nicht müßte. Aber Strindberg war das historische Drama denen er sich in den Dramen„ Miniaturen" und ein äußerliches Ideal des Rittertums will er ver- nur Mittel zum Zwed; seine Berrissenheit, se ne gegen das Dunkel durchzusetzen. Keindorff ist feine Siegfrieds Gestalt, ihm lieg: Düsteres, DämoHistorien" beschäftigte, immer wieder gefesselt herrlichen; im Gegenteil; Gluthauch der Revolution persönliche Tragik zu spiegeln in den Geftalten der nisches weit besser und über seinem Optimismus Thren geistigen Führer Olaus Petri, den Meister geht in manchen Szenen auch durch dieses mystische Vergangenheit, war ihn künstlerische Absicht Olaf, der auch als Erlöser am Ende dieser Tragödie Drama; immer haben es die Stures mit dem Sten Sture, der an die Menschen glaubt und liegt eine Verdrossenheit, die ihn über die Szene erscheint, hat er ebenso in den Mittelpunkt eines Boffe gegen die Junker gehalten. verficher: Sten an ihrer Roheit und Tüde serbricht, das ist Strind nicht ſiegen läßt, die( am wirkungsvollsten in der Dramas gestellt, wie den politischen Befreier Schwe- dem Bürgermeister von Lübeck, der ihm die Krone berg, den die Enttäuschung in den Verfolgungswahn Donszene) sehr richtig auf Dunkel abgestimmt ist. dens Gustav Wasa, der uns im„ Letzten Ritter" als anbietet. Nur der Einzelmensch Sture ist ein Ritter treibt, der sich an der Schlechtigkeit fone Mil Sonnentag zur unheimlich leeren Nacht in der DachFreund und Gegenstück des Helden vorgeführt wird mit allen strahlenden Tugenden, die wir ritterlich menschen scheitern sicht. Mit dem subjektiven Geiste Das Kind einer zerrissenen Zeit, als das sich nennen. Der Dichter hat den Helden absichtlich des Dichters ist auch Gustav Trolle, der schurkische zene gelungen, die Peripetie wird hier szenisch in feiner Weise anschaulich gemacht. Den robusten Strindberg fühlte, als das er die Passion seines jünger, als er tatsächlich war, geschaffen; er foll Gegenspieler erfüllt, wenn er in einer düster- packenBauer Gustav Wasa gab Kunz, dem solche GeLebens erlitt, suchte nach verwandten Naturen in eine Jung- Siegfried Gestalt sein, ein lachender Held, den Szene mit dem greisen Vater rechtet, den Erverwandter Zeit. Die Revolutionierung des Geistes der an das Böse nicht glaubt Ihn in der populären zeuger ob seiner Verzweiflung über den Erzeugten ſtalten ja am meisten liegen, sehr plastisch; FischerStreitmanns Gustav Trolle hatte dämonisches in der Reformation, die Befreiung der Gewissen Maske des Film- Siegfried Paul Richter zu spielen, höhnt; was Strindberg ewig quälte, die Verantwor: Format, war echt im beängstigenden brutalen Aufaus dem Banne römischen Dogmenglaubens. das war darum lein übler Einfall Herrn Steindorffs tung für das Leben, das er geschaffen, der Saß Format, war echt im beängstigenden brutalen Aufflammen des Jähzornes; Rösners Henning Gad, Werden einer neuen Welt war Strindbergs Vor- nur müßte zur Maste auch das andere ſlimmen: ölzlina Abrahamson sind zu loben. Fran wurf in allen Reformationsdramen. Grundver- Haltung, Sprache, Lachen. Es ist natürlich nicht Ondra hatte die Christine zu spielen, eine nur schieden aber sind die Helden, die das Schicksal der leicht, diese Gestalt auf der Bühne glaubhaft zu Reformation erleben und lenken, sehr verschieden ist machen, noch schwerer, die Enttäuschung und die auch des Dichters Einstellung zu Persönlichkeiten Katastrophe des reinen Toren darzustellen. Seinen und Ereignissen in den einzelnen Historien Der ärgsten Feinden tritt Sten Sture, der Rittee, mit Stoff des Meister Olaf beschäftigt ihn seit den Vertrauen. Edelmut. Wilde entgegen Er ist nie frühesten Tagen seiner Dichtung und behält, mandes Feind und will seine Feinde haben Den mehreremale umgegossen, doch die Grundform, die Erzschelm Guſtav Trolle( des Namens Bedeutung ihm der Freidenker, der Revolutionär Strindberg fann leider im Deutschen nicht wirken; wärs tein gab; die Reformation wird als geistiges Ereignis historisches Drama, man könnte ihn Teufel nennen bejaht, nur hre brachiale, materielle Form die der wie Bischof Henning Gad ihn einen Erzteufel nennt) Buchdrucker Gerd( eine Stopie der Pariser Com- macht er zum Metropoliten des Königreichs, be munards von 1871) verkörpert, lehnt der Dichter gegnet ihm mit ritterlicher Gesinnung und erntet cb Anders steht der Dichter dem Zeitgeist von schwarzen Undank Die Strone nimmt er nicht, weil 1520 in dem späteren Werk gegenüber Die Welt er nur Berwefer des Reiches ist, nie König sein des Letzten Ritters" wird wohl erlöst durch Weister mag; die Feinde kann er nicht verhungern schen, gegen den, der ihm Leven gab, was ſeine Ehedramen, den„ Vampyr". den„ Vater“,„ Rausch" mit verheerender Glut füllt, fängt er in der einen Szene. Eine Strindberg'iche Problemgestalt ist nicht minder Mätta Dyre, die Stiefmutter Stens, Dämonin, Gattenmörderin, Verräterin, Ausbund alles Bösen, Fraße eines Weibes, aus dem Hasse eines Dichters geboren, und doch dem Reinen," dem aläubigen Stieffohn das Idealbild des Guten: was gut an ihm sei, komme von ihr, gesteht er; dem Seinde gegenüber war sie Mensch war sie Mutter geworden Strindbergs Sehnsucht nach Mutterliebe, die erste seiner quälenden Leidenschaften, die er im Sohn einer Magd" rührend gebeichtet hat, spukt purch die verzerrte Geſtalt seiner späten Schöpfung Als der Dichter die Historie vom letzten Ritter schrieb, stand er in der letzten Phase seines Fer die Märchengestalten Strindbergs erinnernde rührend einfache Gestalt; wo sie weich und hingebend zu sein hat, gelang es, der Heldenzorn der leyten Szene war spärlich. Reinefe als Mätta Dyre ging etwas pathetisch zu Werke und war wenig gespenstisch. Sehr nobel war die Anna Bielke der Dizte. Siebis Szenenführung ist, wie erwähnt, sehr stilgemäß und in einzelnen Szenen vorbildlich; einige Striche in den Auftritten der Somnambulen und in den Litancien der Schlußszene könnten nicht schaden. Es war eine interessante Aufführung. der das Publikum mit Spannung folgte und mit Dr. E. F. starkem Beifall dankte. Seite 10. und Willen. Duista" Aus der Partei. Jugendbewegung. Dienstag, 31. Jänner 1928. Haben in Ihrer Gemeinde schon alle Funktionäre ihr Kunst und tobiner," abends:„ Die Moral der Fraus Arbeiter- Vorstellung„ Der Biberpelz". Seiten Spielplan des Ständetheaters. Dienstag:„ Die ist ein Kunstwert aus seinem nnersten Wesen Her- Woral der Frau Dulska" Mittwoch, nachm.: aus so revolutionär wie Hauptmanns Diebskomödie,„ Auf den Meeren," abends:„ Der Film." Obrigkeitsstaate und primitives Gerechtigkeitsgefühl Freitag:„ Der Diktator" Samstag, nadm.: Genoffin Abg. Kirpal Vollzähliges und pünktconic," abends:„ Der Film." Sonntag, nachliches Erscheinen der Mitglieder Pflicht. Parteimittags: lnfer Herr Pfarrer," abends: genossen und Genossinnen herzlich willkommen. Am Die Moral der Frau Dulska." Montag: Dienstag, den 31. Jänner findet teine AusschußDer kindische Bater." Dienstag:„ Bo- situng statt. Am Donnerstag, den 2. Feber besuchen heme." Mittwoch, nachm.:„ Die Kraf: der alle Mitglieder den Familienabend der Partei Reklame," abends:„ Eva." im Odborovy) dum, Perštyn. S. J. Prag. Mittwoch, den 1. Feber um halb im Kampfe mit dem Donnerstag:„ Die Stumme von Portici." 8 hr im Berein deutscher Arbeiter Bortrag der kommunalpolitisches Blatt Kleine Chronit. AA AAAA im Ringen mit einer Unrechtsordnung zeigt, der es eben auf seine Art beizukommen trachtet. Zu einer Arbeiter- Vorstellung ist solch eine Aufführung gevadezu prädiſtiniert. Die Wulffen der Medelsky hat seit den ersten Aufführungen unzweifelhaft noch ant Dialektsicherheit und Echtheit gewonnen; fie wirfte mit jeder Gebärde überzeugend und riß das Publikum vom ersten Alt an zu starken Be falls. hundgebungen hin. Götz als Wehrhahn und Stad Ier als Diurnist, von Unsterblijfeitswert, repräsen Fischleder. Als Ersatz für Rindsleder und antierten das Gegenteil drastisch und stückgemäß dere Lederarten wird jetzt in den Vereinigten StaaFischer- Streitmann, Reinhardt, Bauer, ten sowie in Japan Fischleder immer mehr für Jantsch, sehr nett Margarete Schell, die militärische Ausrüstungen und Pferdegeschirr be Ofzte, hosty und statt Liebls Karl Strauß nutzt Sachverständige fagen, daß es den üblichen als Mitteldorf waren on dem besonderen Erfolg Lederarten in feiner Weise nachsteht, dahingegen diefer Aufführung, der das ausverkaufte Haus in aber im Preis viel billiger iſt Der Hauptfache nach Arbeiterpreſſe. Darumagitiert sonst nichts zu tadeln gibt, fei eins gerügt, das nicht und Schweinsfischen hergestellt. nur bei dieser Arbeiter- Vorstellung unangenehm auf fiel: das Zuspät kommen eines guten Viertels der Besucher. Diese Unart bürgerlicher Theaterbesucher, Mizachtung vor der Kunst und Rücksichts losigkeit gegen den Mitbesucher verratend, sollte doch in unseren Arbeiter- Vorstellungen abgestellt werden. Es wird nicht schaden, wenn das Publikum durch rechtzeitiges und unnachsichtiges Schließen der Saaltüren zur Ordnung erzogen wird. Das Zuspät kommen wird unerträglich, wenn einzelne, die ihre Plätze nicht finden, vorn in den Gängen einen gangen Aft lang stehen bleiben, wie es Sonntag geschah. fr. Mitteilungen aus dem Bublifum. Das Beste für Ihre Augen liefert Optiker Deutsch, Prag, Graben 25, Kl. Bazar. Dirigentenberufung an die Wiener Staatsoper. Klemens Krauß, der bis jetzt als Intendant am Frankfurter Opernhaus wirfte und seinerzeit schon Kapellmeister am Wiener Opernhaus war, ift als erster Dirigent der Wiener Oper verpflichtet worden. Diese Berufung wird damit begründet, daß die Verhandlungen mit Wilhelm Furtwängler, der für diese Stellung in Aussicht genommen war, zu feinem Ergebnis geführt hätten. „ Der letzte Ritter", das mit großem Beifall auf genommene Sistorienwert Strindbergs, als sie bente Arbeiter vorstellung am Sonntag, den 12. Feber, um halb 3 Uhr nachmittags im Deutschen Theater. Karten täglich bei Optiker Deutsch, Graben 25. Ihr maffet a ausgesetzt die Verbreitung unserer Zeitung agitienen Setzt euch überall für unsere Parteipreffe ein. In das Heim des Arbeiters gehört die Turnen und Sport. Die Wintersportwettkämpfe des Verbandes der DTJ. in Groß- Hammer. In vielen Gemeinden wurde schon befchloffen, allen Gemeindefunt ionären, ohne Unterfchied der Partei, ein tommunalpolitisches Organ nach freier Wahl des betreffenden Funktionärs, auf Gemeindetosten zuzustellen. Gin derartiger Beschluß ist zwe fellos fehr wichtig, weil es eine Aufgabe her tommu nalen Berwaltung ft, für die Schulung ber tätigen Gemeindefunktionäre zu forgen und ihnen wenigstens einen kleinen Teil der zu ihrer fländigen Information nötigen Behelfe zur Verfügung zu stellen. Genossen! Wenn in eurer Gemeinde ein berartiger Beschluß noch nicht befteht, ſo ſtellt einen diesbezüglichen Antrag! Jedem fozialdemokratischen Gemeindefunktionär sein Blatt ., Die Freie Gemeinde" lettet. Die große Anziehungskraft der Prager Spiele: 12.000 Zuschauer! Sonstige Resultate. Brag: CAFC. gegen st. Seladno 5: 5( 4: 1). Budapest: Hungaria geg. Kispesti 4: 1, Vasas gegen BAK. 6: 3. Minchen: Wader gegen 1. FC Nürnberg 3: 2 Worms: SpVg. Fürth gegen Wormatia 0: 0 Berlin: Tennis- Borussia geg. Union Oberschöneweide 4: 0, Hertha BSC. gegen Blau- Weiß 5: 1. Karlsruhe: Phönig gegen 1860 München 2: 1. - Mannheim: Bayern München gegen SV. 5: 2. Wien: Hertha gegen Vienna 3: 2, Haloah gegen Slovan 2: 2, Rapid gegen BAC. 6: 2, Sportklub gegen Wader 3: 2. Wintersport. Sonntag, den 29. Jänner fanden die Winter-| Berner( Marienberg, Aussiger Verband) 37: 52; sportkämpfe der tschechischen Turngenossen( DTJ.) 3. Zdeňka Kopecky( Eichicht. DTJ.) 43: 34. in Großhammer ihren Abschluß. Samstag, den 28. Rodeln über 3 Kilometer für Frauen: 1. Hen und Sonntag herrschte günstiges Wetter und alle riette Brazda( Schumburg, DTJ; 11: 14; 2. Marie Wettkämpfe verliefen äußerst gut. Die Beteiligung Brazda( Schumburg, DT3) 11.53: 3 Emilie Paan Wettkämpfer und Wettkämpferinnen war äußerst točka( Groß- Hammer, DT3) 11:54. start: im ganzen starteten 141, davon 21 Genossen 6 Kilometer- Lauf für Zöglinge: 1. Valenta und drei Genossinnen des Aussiger Arbeiter- Turn- Oldřich( Mřična, DTJ.) 26:26; 2. Dobry Josef und Sportverbandes, die auch zum Großteil chren Groß- Hammer, DTJ) 28: 25; Lufes Josef( Groß voll abschnitten. Eine gute Leistung bot Genossin Hammer, DTJ.) 30:50. Selma Perner( Marienberg. Aussiger Verband), Rodeln über 3 Kilometer für Zöglinge: 1. VaDie Europameisterschaft im Eislaufen wurde die im 12 Kilometer- Langlauf für Männer außer huška Wenzel( Schumburg, DTJ.) 9:26; 2. Liška Stonkurrens startete. Sonntag vormittags fanden Jaroslav.( Unter- Morchenstern, DTJ.) 9:46; 3. Se Sonntag in Troppau beendet Europameiſter blieb wiederum der Wiener Ing. W. Böäl. Zweiter Rodelwettfahren und der 12 Kilometer- Lauf ein zahl- divy Anton( Schumburg DTJ.) 10:02. reiches Publikum. Nachmittags kamen dann die Springen für Söglinge: 1. Josef Černohouz wurde der Wiener Schäfer, der ein scharfer KonkurSprünge zum Austrag, bei denen die Genossen des( Unter- Maydorf, Aussiger Verband) 18.333 Punkte; rent Böckls war. Die Damen- Meisterschaft gewann Auffiger Verbandes sehr gut abschnitten 2000 34-2. Josef Guld( Unter Magdorf. Auffiger Verband) Melitta Brunner( Wien) vor Edith Hecht( Budaichanter umgaben die Sprungschanze. Die Organi- 17.166 Punkte; 3. Johann Sedivn( Schumburg, sation der Wettkämpfe war gut und lag in Händen DTJ.) 16.833 Punkte. der Mitglieder der DTJ. von Groß- Hammer, denen Rodeln über 3 Kilometer für Zöglinge: 1. Haz auch der Verbandsturnwart der DTJ, Genosse ler Warie 11:29; 2. Mňuka Božena 11: 40; 3. Bel; Virazer, den Dank aussprach. Nach Schluß der Wett- Anna 11 41. Alle DTJ Groß- Hammer. kämpfe fand im Zidovy dum" in Groß- Hammer eine gemütliche Zusammenkunft statt, in der auch die Sicaer verkündet wurden. Die Ergebnisse der Wettkämpfe. 20 Kilometer- Lauf für Männer: 1. Kouřil Josef ( Morchenstern, DTJ.) 2: 08.19; 2 Jirous Anton ( Mřična, DTJ.) 2: 12.35; 3. Mauer Matthias ( Taus, DTJ.) 2:16 30. Bürgerlicher Sport. Fußball. peſt). Eishockey. Stockholm: Schweden gegen Finnland 8: 1. Berlin: Deutsche National mannschaft gegen Pariser Canadians 6: 0 Wien: Wiener Eislaufverein gegen englische Nationalmannschaft 6: 2.- Troppau: Eislaufverein gegen Budapester Eislaufberein 2: 2. Vernichtung einer Sportplaßtribüne durch Spielplan des Nenen Deutschen Theaters. Sturm. Anfang Jänner wütete ein derartig starfer Dienstag, 7% 1hr: Der Iete Ritter"( 98-2). Zweite Goldpokal- Runde. Am Sonntag fand Sturm in Temesvar, daß ganze Bäume und Mittwoch, 7 Uhr: 3irkuspringess: n"( 96) das Turnier seine Fortsetzung. Die Spiele fanden Häuserdächer heruntergerissen wurden. Leider mußte -4). Donnerstag, Festvorstellung, 7 Uhr:„ Der diesmal auf dem Slavia Plate statt. Als erstes die Tribüne des Temesvarer ArbeitersportRosenkavalier." Freitag, 7 Uhr:„ iebes Paar standen sich Sparta und Čechie Starlin gegen- plates auch leiden. Der wütende Sturm riß das Tutsche"( 97-1). Samstag, Premiere, 7 Uhr: über. Die erwartete Niederlage der Karolinenthaler Dach los und demolierte sie derart, daß heute nur conic"( 99-3). Sonntag, 11 Uhr: Sammer- 12 Kilometer- Lauf für Männer: 1. Farsty Ant. traf wohl ein, aber die Sparta mußte geraltige noch Trümmer vorhanden sind. musit; nachm.:" Sommernachtstraum";( Mična, DTJ.) 1: 18.13; 2. Thomas Alfons( Ma- Anstrengungen machen, um Sieger zu bleiben. Mit 7% Uhr: Fall staff"( 100-4). Montag, 7% Uhr: rienberg, Aussiger Verband) 1: 14.17; 3. Mauer 2: 1( 1: 0) für Sparta endete das vom Schiedsrich Herausgeber: Dr. Ludwig Czech ,, atja Rabanowa"( 101-1). Matthias( Taus, DTJ.) 1: 18.19.- Außerter Schirmer geleitete Spiel. Als zweites Paar Verantwortlicher Redakteur: Dr. Emil Strauß. Spielplan der Kleinen Bühne. Dienstag: Ronkurrenz: Selma Perner( Marienberg, Aus- traten Vittoria und Slavia an. Dieses Match war Deutsche Zeitungs- Ahren.efellichaft: Prag Für den Drudi verantwortlich Otto Solih. Big Olga von der Wolga". Mittwoch, Bankbeam- figer Verband) 1: 32.11. mar 20 Minuten schön, denn verlor is jeden sport Die Zeitungsmarkenirantatur wurde von der Boft. u Ze.egrabb n ten II: Du wirst mich heiraten". Donners 4 Kilometer- Hindernislauf für Männer: 1. Mat- lichen Wert. Viktoria wurde zudem vom Schieds- reftion unt Criak Nr. 127.451/ VII/ 7 am 14. a 1927 bewilligt. tag: Bunbury". Freitag:„ Biberpelz". thias Mauer( Taus, DTJ.) 21:44; 2. Ernst Ber- richter mehr als stark benachteiligt und der 2: 1Samstag:„ Olga von der Wolga". Sonntag, ner( Marienberg, Auſſiger Verband) 22:03; 3. Otto Sieg der Slavia völlig ungerechtfertigt, da der„ DRUCK- U. VERLAGSANSTALT nachmittags: lga von der Wolga"; abends: Ullmann( Georgenthal, Aussiger Verband) 22:12. Opunzie". Montag, Bantbeamten I: Stöp- Rodeln über 3 Kilometer für Männer: 1. Boh. jel". Pavlata( Unter- Morchenstern) 11:07; 2. Karl Fiala Spielplan des tschechischen Nationaltheaters.( Groß- Hammer) 11:18; 3. Emil Dubsky( UnterDienstag:„ Sadko." Mittwoch, nachni.:,,R11-Worchenstern) 11:18. Alle Mitglieder der DTJ. salta," abends: Die verkaufte Braut." Springen für Männer: 1. Josef Safař( UnterDonnerstag: 3wischen tanzenden Stei Mardorf, Aussiger Verband) 17.333 Punk'e; 2. Waldern." Freitag:" Sadko" Samstag, nachm.: ter Feir( Dessendorf, Aussiger Verband) 17.083; Der Jakobiner," abends: Tannhäuser." 3. Wilhelm Jiřička( Groß- Hammer, DTJ.) 16,416 Sonntag, nachm.: Der Schwanensee," abend: Bunt.c. ,, Sadko." Montag:„ Salome." Dienstag:„ At. 6 Stilometer- Lauf für Frauen: 1 Ella Thomas Taman Rinov." Mittwoch, nachm.:„ Der Ja-( Marienberg, Aussiger Verband) 35:24; 2. Selma Sind unsere Ahnen unser Schickjal? Von Ernst Mühlbach. ch GESELLSCHAFT MIT BESCHRÄNKTER HAFTUNG empfiehlt sich den pt. Behörden. Vereinen. Orgaalsationen. Gemeinden und Kaufleuten zur Herstellung von Drucksorten wie: Tabellen. Büchern. Broschüren. Zeitschriften. Zirkularen Mitgliedsbüchern. Einladun gen. Plakaten. Plugschriften Fakturen. Briefpapieres usw. In solider und rascher Ausführung. Setzmaschinenbetrieb and Rotation betrieb parteiische" der Viktoria ein reguläres Tor absprach und durch viele andere Schikanen den Kampfgeist der Viktoria herabdrückte Die Vittoria hat auch dagegen Protest eingebracht, so daß dieses Spiel afer Voraussicht eine Wiederholung findet. Das Publikum, welches dem ersten Treffen ruhig zusah, wurde im zweiten so energisch, daß bei Schluß ein starkes Wacheaufgebot den Blayz räumen mußte. In Teplitz mußten die Weschowitzer Bohemians vom Teplitzer Ft. eine Nicocriage ensteden, und zwar verloren sie 1: 4( 1: 1) Dieses Spiel wurde IN TEPLITZ SCHONAU wiederum von einem fechischen Schiedsrichter ge. TISCHLERGASSE NR. 6 scheinungsform deshalb nicht hervor, weil die be- feines Heranreisens, seiner Kinderzeit, den wirt- die erst in der nachkommenden Generation ihre sonderen Verhältnisse der Lebenslage, die zu ihrer schaftlichen Verhältnissen seines Elternhauses und volle Auswirkung erfahren, so ist das RassenErweckung notwendig gewesen wäven, nicht ein- feiner Seimat, seiner besonderen Erziehung und hygiene. getreten sind. So umfaßt die Veranlagungsform Schulung aber auch besonderen persönlichen Er- Ab und zu werden einzelne durch Mindereines jeden Menschen ungeheuer viel mehr Anla lebnissen zuschreiben kann oder muß, all das ist wertigkeiten besonders Belastete zum Vorteile der gen, als die uns entgegentretende Erscheinungs. in seiner Wirkung auf seine Erscheinungsform Menschheit unfruchtbar gemacht werden müssen. form vermuten läßt. Darunter sicher auch viel ungefähr zu überblicken. So ergibt sich die Aufgabe, Ein solches Austilgen unerwünschter Anlagen ist Oft wird in Unterhaltungen über die Ver- Erwünschtes, Wertvolles, denn in jedem Men- für jeden einzelnen Menschen dauernd die aber deshalb nicht leicht, weil sie als schlumn.erb crbung besonders von Strankheiten behauptet, daß schen ritht ein guter Stern". Am stärksten betont Lebenslage zu ergründen und zu verwirklichen, oft recht weit verbreitet sind. Der vor kurzem ver ,, unsere Ahnen unser Schicksal" sind. Manche von und deshalb auch am leichtesten unter ähnlicher die aus seiner Anlageform die beste Erscheinungs storbene dänische Vererbungsforscher Johann ums könnten dank besonderer Veranlagung ihrer Lebenslage zu erweden, sind solche Anlagen, die form zu weden geeignet sind; ihre Lösung er- en wies in diesem Zusammenhange darauf hin, Vorfahren das Sonnige des irdischen Daseins in bei Eltern und Voreltern in den Erscheinungs- strebt die in den Beobachtungen und Folgerun daß ein abnormer Mensch bestimmter Art unter vollen Zügen genießen, während andere dagegen formen deutlich hervortraten. gen der Vererbungslehre begründete Rassen- 10.000 Fällen die unerwünschte Anlage bei jedem verurteilt seien, dauernd auf der Schattenseite Die Veranlagungsform jedes ein hygiene. 100. Menschen voraussetzt, denn ein Hundertstel des Lebens zu leiden. Die Erbabhängigkeit von zelnen Menschen ist so naturgemäß eigenartig und Wenn wir früh aus dem Bett springen, mal ein Hundertstel gäbe ja ein Zehntausendste!! den Voreltern wäre ein unabwendbares Fatum, als etwas Gegeben es zu betrachten. Denn gymnastische Uebungen ausführen und uns mit Um eine völlige Ausrottung solcher Abnormitáein Glücksumstand für die einen, ein tragisches bisher konnte noch nicht mit Bestimmtheit festge- faltem Wasser abreiben, so freiben wir persönliche ten zu erreichen, müßten also Tausende von Geschick für die anderen. Wird diese weitverbrei ftellt werden, ob und in welcher Weise die Veran- oder Individualhygiene; wenn Ge- Familienreihen unfruchtbar gemacht werden, ein tete Meinung auch durch die Wiſſenſchaft bestälagungsform beim Menschen verändert werden meindeverwaltungen bemüht find, für rasche Be- Ding der Unmöglichkeit! tigt? Oder vermag diese Beobachtungen und Tat kann, ob also eine Vererbung erworbeseitigung von Asche und Abfällen, für gute Stana- Trotzdem brauchen wir der eingangs gestell fachen anzuführen, welche die Abhängigkeit des ner Eigenschaften, die schon für die nächste lisation und gesunde Trinkwasser zu sorgen, so ten Frage nicht pessimistisch gegenüberzustehen. einzelnen Menschen von seinen Vorfahren doch Generation von besonderer Bedeutung wäre, als ist das Gesellschafts- oder Sozialhygiene; Vielmehr berechtigen die in ihrer hohen Bedeu nicht so ganz unabänderlich erscheinen lassen? sicher anzunehmen ist. wenn aber persönlich oder gesellschaftlich Maß- tung für die Erscheinungsform des Menschen erDie neuere Vererbungsforschung fonnte fest- Veränderlich ist dagegen in der Regel nahmen ergriffen werden, die z. B. durch Chekannten Umweltseinflüsse in rassenhygienischer stellen: die persönlichen Eigenschaften eines jeden die Lebenslage, in vielen Einzelheiten, z. B. beratung und durch Verbesserung der Lebenslage Beziehung zu einem gefunden Optimismus dann, Lebewesens, feine Erscheinungsform, Ernährung, Kleidung und Körperlage, meist werdender Mütter eine Wohlzeugung erstreben wenn wir gewillt sind, auch aus diesen wissenwerden verursacht durch ein Zusammenspiel von durch den Willen des einzelnen selbst, in anderen oder bei den Kindern durch veränderte Ernäh- schaftlichen Erkenntnissen die praktisch n NubEinzelheiten der gesamten erblichen Ver- Einzelheiten, z. B. Wohnung, Beruf und soziale rungsweise das Auftreten bei den Eltern beobach anvendungen zu ziehen, wenn wir dafür streben, anlagung, der Veranlagungsform, mit Stellung, durch das Gesamtwollen menschlicher teter Stoffwechselkrankheiten( Gicht, Gallensteine) daß jeder einzelne Mensch Lebenslagen finden allen Umständen der Lebenslage. Gemeinschaften. Am Beispiele feines eigenen vermeiden wollen oder durch Versetzung sittlich oder sich schaffen kann, die eine Entfaltung wertVeranlagungsform und Erscheinungsform Lebens tann jeder die Wirkung der Umweltein- gefährdeter Stinder in eine andere Umwelt deren voller Anlagen in seiner Erscheinungsform cr sind also scharf auseinanderzuhalten; viele Einflüsse einigermaßen abschätzen. Was der einzelne guten Stern" zur Entwicklung zu bringen trach möglichen. zelheiten der Veranlagungsform treten in der Er- Mensch der Lebenslage seiner Mutter während ten, wenn es sich also um Maßnahmen handelt,|