Einzelpreis 70 Seller. Redaktion und Verwaltung Nelajanta 18 Prag. Telephone: Sages rebattion: 26795, 31469. Tachtrebattion: 26797. Postichedamt: 57544. Inferate werden laut Tarif billigft berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 8. Jahrgang. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit. Parole des Bürgerblods:| Los auf die Mieter! Mittwoch, 15. Feber 1928. Der Streit im Bergbau. Borverhandlungen der Bertreter des Arbeitsministeriums mit den Bergarbeitern und Unternehmern.- Wieder nur zu Informationszweden? Brüg, 14. Feber.( Eigenbericht.) Heute trafen in Brür die Vertreter des Ministeriums für öffentliche Arbeiten, Ministerialrat Dr. Rudl und Regierungsrat Dr. Lemminger ein. Nachmittags um 2 Uhr informierten sie sich bei den Vertretern der Bergarbeiterorgani sationen über die Grundlagen für die Beendigung des Lohnkonfliktes. Die Vertreter der BergBu gleicher Zeit, da die Bürgerkoalition für die ehemaligen f. u. f. Generale, die das Volk so herrlichen Zeiten entgegengeführt haben, eine großzügige Dankesaktion in der Form der Erhöhung ihrer Pensionen zu Ende geführt hat, wurde im Abgeordnetenhause die von ihrem Achterausschusse ausgearbeitete Vorlage betref- arbeiterorganisationen wiesen neuerdings auf ihren am 4. Feber gestellten Kompromißfend den weiteren Abbau des Mieterschußes eingebracht. Die Generale, ja, für die muß gesorgt werden, aber auch Sorge dafür zu tragen, daß alle anderen Menschen zu leben und vor allem ein anständiges Dach über dem Kopfe haben, soweit reicht das soziale Emp finden unserer Regierenden nicht. Es gab Naive, welche glaubten, die Regierung werde wenigstens im Jubiläumsjahr der Republik fich in der Förderung der Besißinteressen zum Schaden der Unbemittelten etwas Zurückhaltung auferlegen, um nicht, wie es in der Regierungspresse so schön hieß, neue soziale Konfliktsstoffe anzuhäufen, aber der kennt das robuste Gewissen unserer Regierer schlecht, der ihnen so etwas zumutet. Agrarier, Pfaffen, Bankkapitalisten, antrag hin, der von der Konferenz der Vertrauensleute der Bergarbeiterorganisationen gebilligt, aber von den Bergbauunternehmern abgelehnt wurde. Damit war die Verhandlung der Bergarbeitervertreter mit den Vertretern des Arbeitenministeriums beendet. Daraufhin verhandelten die Vertreter des Ministeriums mit den Vertretern der Unternehmer. Der Ausgang dieser Verhandlungen ist vorläufig nicht bekannt. Morgen um 10 Uhr vormittag foll es zu einer gemeinsamen Verhandlung der Bergarbeitervertreter mit den Vertretern der Grubenbefizer kommen, und zwar unter Beteiligung der Vertreter des Arbeitsministeriums. Es ist aber wenig Hoffnung auf einen erfolgreichen Ausgang vorhanden, da die Vertreter des Arbeitsministeriums sich offenbar nur auf die Einholung von Informationen beschränken, die ihnen auch gegeben wurden, und da also in Wirklichkeit niemand hier ist, der tatsächlich vermitteln würde. In allen Revieren herrscht Ruhe. Empörung rief nur die beständige Verstärkung der Gendarmerieposten hervor. ** Unternehmer, Generale- ſie alle durften einen Solidaritätskundgebung der Bergarbeiter Faltenau- Elbogen- Karlsbader Reviers. des Kohlen aus dem Faltenauer Revier dürfen in das Absatzgebiet des Brüger Reviers nicht verladen werden. alienanfangten Bezugs Bebingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post: monatlich.... K 16.vierteljährlich halbjährig ganzjährig. 48.96.192.Radstellung von Mannftripten erfolgt nur bei Einfendung der Retourmarten. Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich rüb Nr. 39. Der Präsident der Bergbauunternehmer, Scherb, gab die Versicherung ab, daß keine Absicht bestehe, Kohlen in das Brüger Revier zu verladen, daß er das Verlangen dem Ausschuß des Verg- und hüttenmännischen Vereins vorlegen und vom Er gebnis der Beratungen die Antragsteller gehend in Kenntnis feßen werde. um= In der dieser Aussprache vorangegangenen Besprechung faßten die Bergarbeiter den Beschluß, zwei Kontrollstationen einzurichten, um überprüfen zu können, ob nicht troß der Vorsprache Kohlen in das Brüger Revier geschafft werden. Das Echo im Senat. Genoffe Dr. Heller gegen die Untätigkeit der Regierung. Prag, 14. Feber. Die Debatte in der heuti gen Nachmittagsfißung des Senates, die ausschließlich von sozialistischen Rednern bestritten wurde, stand ganz im Zeichen des Streikes der 30.000 nordwestböhmischen Bergarbeiter. Genosse Dr. Heller warf der Regierung vor, daß sie sich um die rechtzeitige Liquidierung des Kon flittes nicht gefümmert und erst im allerleẞten Moment eingegriffen hat. Er verlangte von ihr zumindest jetzt eine wirklich objektive Bermittlung und protestierte gegen die Gendarmerieverstärkungen und gegen die Fabrikation von Streilbrechern durch die Durer Bergschule. Auch die anderen Redner fritisierten durchwegs die Haltung der Regierung und forderten ener gisches Einschreiten gegen die Kohlenbarone, deren Riesengewinne aus den leßten Jahren am besten zeigen, wie falsch und unbegründet ihr Jammergeschrei über die Forderungen der Bergarbeiter ist, die viel schlechter daran sind als in der Vorkrigeszeit. fetten Brocken aus der Schüssel für sich herausholen, nur die Hausbesißer warten noch auf ihren Anteil an der Beute, und diesen ihnen zuzuschanzen, solange der Bürgerblock hält, dafür scheint den tschechisch- deutschen Regierungsteilnehmern fein Eifer groß genug. Was ist ihnen der Staat und die Rücksicht auf seinen Karlsbad, 14. Feber.( Eigenbericht.) Am Auf Grund dieses Konferenzbeschlusses verinneren Frieden, wenn die Habsucht der BourDer Senat erledigte die Vorlage über die geoisie oder auch einzelner ihrer Teile dabei 15. Jänner haben die Betriebsräte des Faltenau langten über Antrag der Vertreter der Union der Tilgung von Berurteilungen, die Elbogen- Karlsbader Reviers zu den Beschlüssen Bergarbeiter am Montag, den 13. Feber, die Ver- aus dem Abgeordnetenhaus mit einigen Bernicht ihre Befriedigung findet! So sind die der Bergarbeiterverbände, die diese bezüglich des treter der vertragschließenden Parteien im Falle- besserungen neuerdings in den Senat gekommen Hoffnungen derer, die Einsicht und Rücksicht Lohnkonflikts im Brüger Revier gefaßt haben, nauer Revier( Union der Bergarbeiter, Svaz hor- war. Aus purem Eigensinn hielt die Mehrheit auf die schlechte wirtschaftliche Lage der großen Stellung genommen. Die Verbände hatten be- niku und Fachverband Solidarität") beim Berg- des Verfassungsausschusses in zwei Punkten an Massen der arbeitenden Bevölkerung und Rück- tanntlich den Beschluß gefaßt, den für das Brürer revier eine Aussprache mit den Vertretern des der ursprünglichen Fassung fest, so daß die Vorsicht auf die festliche Jubiläumsstimmung bei Revier bestehenden Kollektivvertrag bis 9. Jänner Berg- und hüttenmännischen Vereines, welche lage ein zweitesmal an das Abgeordnetenhaus zu den bürgerlichen Parteien voraussetzten, zer zu fündigen und die Forderung auf Lohnerhöhung heute vormittags um 9 Uhr stattfand. Die Berg- rückgehen muß. Vergeblich wies Genosse Dr. arbeitervertreter informierten die Vertreter der Heller darauf hin, daß der Senat faum an schellt. Der Bürgerblock präsentiert den Mil- zu überreichen. Die Vertrauensmänner des Fallenauer Re- Bergbauunternehmer über die Beschlüsse der Be- Prestige gewinnen werde, wenn er sich gerade. lionen Mietern den Schein, der sie dem Haus- viers beschlossen auf Grund der Beratungen aller triebsrätekonferenz und verlangten die Zufiche- folche Anläffe zu einem Konflikt mit dem agrariertum in einem zu den wirtschaftlichen Verbände vom 20. Tezember 1927, den Kol- rung, daß Kohlen aus dem Falkenauer Revier Abgeordnetenhaus aussucht, in denen die realVerhältnissen im ärgsten Mißverhältnis stehen- lektivvertrag für das Falkenauer nicht in das Abfaßgebiet des Brürer Reviers ver- tionäre Einstellung seiner Mehrheit ganz besonden Maße tributpflichtig machen soll. Revier derzeit nicht zu kündigen und laden, und daß von dieser Forderung der Berg- ders deutlich zum Ausdrud kommt. gegenüber dem Brürer Revier sich auf Ausübung arbeiter die Kohlenfonzerne, die über die Kohle der Solidarität zu beschränken, Ueber stunden disponieren, benachrichtigt werden. und Ueberschichten während des nehmer wurden darauf aufmerksam gemacht, daß die Sechsstundenschicht am Samstag Brüger Revier den Konfliktstoff im Brüger Streiks nicht zu machen und Verladung von Kohle für restlos einzuhalten. Faltenauer Revier häufen wir de. das Der Senatssitzung ging eine Obmännerfonferenz Ursprünglich hatten die Regierungsparteien noch großzügigere Pläne. Mit dem Ablauf des Mieterschutzgeseßes am 31. März sollte der Mieterschutz überhaupt aufhören. Sie wervoraus, in der zunächst die Dispositionen für die den sich vielleicht sehr human vorkommen, nächsten Sigungen getroffen wurden. Der Senat hat in der letzten Zeit elf Vorlagen zugepie daß fie davon abstanden und sich dazu entsen erhalten, die im Laufe der nächsten Wochen schlossen, dem Hund den Schwanz stückweise abzuhacken, aber es war nicht Rücksicht auf die gehen und irgendwo in einem Straßengraben| faum das zur Befriedigung der allerprimitiv- durch beraten werden sollen, darunter auch das Mieter, die sie dazu bestimmte, sondern sie verrecken! Der dem Abgeordnetenhause vorgesten Lebensbedürfnisse Erforderliche ins Ver- Altpensionistengeset und die Gefeße wußten, daß dies nicht nur einen ungeheueren legte Entwurf ist der Ausfluß der ärgsten und dienen bringt. Erwägt man noch, daß die Be- über die Generalspensionen und über Sturm hervorrufen würde, dem sie mit all ihren brutalsten Rücksichtslosigkeit, der Ausdruck des lastung des Arbeiterhaushaltes durch die aber den Schutz des Arbeitsmarties. Die tschechischen Sozialdemokraten haben geBütteln nicht halt gebieten könnten, sondern zügel- und hemmungsloſeſten Selaſſenegoismus mals ansteigende Teuerungswelle eine immer meinsam mit den tschechischen Nationalsozialisten daß dies auch unabsehbare Folgen für die Ver- der Bourgeoisie. Sowohl die Lockerung des größere wird, so ist die Wirkung der geplanten eine dringliche Interpellation eingehältnisse im Staate gezeitigt hätte. Den Kaiser- Mieterschutzes, wie auch die Erhöhung der Erhöhung der Mietzinje auf die Ernährung, bracht, die sich mit dem bekannten Artikel des schnitt wollen sie also, wenn ihnen der liebe Mietpreise bedeuten eine Steigerung des Elends die Kultur und die allgemeinen Lebensverhält Senatsvizepräsidenten Kremery im Zentral Gott das Leben schenkt, erst später, vielleicht vieler hunderttausender Menschen, für viele nisse der Angehörigen der Arbeiterklasse nicht organ der slowakischen Volkspartei„ Slowaf" be im nächsten Jahre vollziehen, fürs erste wollen direkt eine Statastrophe. Wohl ist die Not an abzusehen. Aber auch für die meisten Beamten- faßt. Der Artikel, der überdies zum größten Teil sie sich mit einer Lockerung des Mieterschutzes. Wohnungen nicht mehr so groß wie in den familien und für zahlreiche sogenannte selb- fonfiziert wurde, enthielt schwere Angriffe gegen mit einer Erweiterung des Kündigungsrechtes ersten Nachkriegsjahren, aber sie ist noch groß ständige Eristenzen ist die Steigerung der den Klub der slowakischen Abgeordneten in der der Hausherren und mit einer in zwei Etappen genug, um die Verschlechterung des Mieter- Mietpreise ein schwerer Schlag. Es gibt keinen Revolutionsversammlung und gegen die Tschechen überhaupt, welche des Diebstahles der Rechte zu erfolgenden Erhöhung der Mietzinse be- schutzes als ein mutwilliges, unbegründetes, im einsichtigen Menschen, der nicht wüßte, daß sem und ähnlicher Dinge beschuldigt wurden. Die gnügen. Am 1. Juli sollen es 20 Prozent sein, höchsten Maße gefährliches Experiment er schlechte Wohnungsverhältnisse ebenso die Ur- des slowakischen Volkes, des Betruges an dies um welche die Mieter gesteigert werden dürfen, scheinen zu lassen. Im Staate gibt es noch sache der Zerstörung des Familienlebens sind, Senatoren Dr. Klouda und Dr. Sonfup zu Neujahr sollen weitere 20 Prozent dazu- immer hunderttausende Wohnung wie die Quelle des moralischen und gesundheit begründeten diese Interpellation, worauf der kommen. Meit nicht weniger als drei neuen suchende, in Prag allein sind es 22.000. lichen Verfalls. Dennoch bringt es die heutige Vertreter der slowakischen Volkspartei Sovalit Kündigungsgründen bewaffnet, wird es den Sier waren im Jahre 1926 etwa 6000 Men Regierungsmehrheit, in der die Christlich die Treue feiner Partei zum tschechoslowakischen Hausbesitzern schon gelingen, die Mieter zu schen in Baraden notdürftig untergebracht, sozialen und Klerikalen aller Nationen die Staate in sehr beweglichen Worten Ausdruck gab. Paaren zu treiben. Dazu kommt, daß für frei- gegenwärtig sind es schon über 11.000! Glaubt treibende Kraft bilden, fertig, eine weitere Der angegriffene Vizepräsident war nicht anwerdende Wohnungen der Mieterschuß über- jemand, durch die Auslieferung der Mieter an Steigerung des Wohnungsclends vorzubereiten, wesend. Die Aussprache in der Obmännerkonhaupt nicht mehr gelten wird. Wer also fünftig die Willkür der Hausherren werden diese be- nur um eine einzelne Schichte von Besitzenden, ferenz zog sich lange bin, so daß die Plenarsißung Einkom- war, erst um 16 Uhr beginnen konnte. hin auch in einem alten Hause eine Wohnung wogen werden, auch nur eine einzige Wohnung bei der Erlangung eines arbeitslosen Einkom- des Senates, die für 4 Uhr nachmittags angesetzt Erster Punkt der Tagesordnung ist der Bebezieht, kann jederzeit vom Hausherrn auf die zu bauen? Außerdem sollen die Mieter von mens behilflich zu sein. Die Mieter würden das Schicksal, das ihnen richt des verfassungsrechtlichen Ausschusses über Straße gejezt werden und er kann dann bei Neujahr ab einen um fast die Hälfte höheren der herrschenden Wohnungsnot zusehen, wo er Zins als bisher zahlen. Wie soll die große der Bürgerblock zu bereiten gedenkt, verdienen, die Gesetzesvorlage betreffend die Masse diese Mehrbelastung auf sich nehmen! wenn sie sich gegen diesen neuesten AnTilgung von Verurteilungen. mit seiner Familie unterkommt. So also forrigieren die am Staatsruder In der Tschechoslowakei werden nicht nur ab- schlag auf ihre ohnehin meist armseligen fißenden antimarristischen Parteien die Gesetze solut, sondern auch relativ fast die niedrigsten Lebensverhältnisse nicht mit aller Wucht und Die Vorlage hat bereits einen Leidensweg vom Senat ins Abgeordnetenhaus und wieder zurück der marxistischen Periode", so verbessern sie Löhne von ganz Europa gezahlt, denn die Leidenschaft zur Wehre seßen würden. Die So- hinter sich, weil das Abgeordnetenhaus der Vordas, was per Sozialismus, der nach ihrer Be- Unternehmer haben es verstanden, unter Aus- zialdemokratie, als die Vertreterin aller Aus- lage in mehreren Punkten eine liberalere Faffung hauptung„ versagt" hat; an„ Versäumnissen" nüßung der jahrelangen schweren Wirtschafts- gebeuteten und Armen, erklärt der Vorlage des gegeben hat. Die reaktionäre Mehrheit des verbegangen hat. Den Hausbefizern wird geholfen, frise die Löhne und Gehalte auf das Hunger- Bürgerblocks den Krieg. Nur unter ihrer Füh- fassungsrechtlichen Senatsausschusses, geführt von die Mieter, die doch an den heutigen Zuständen niveau herabzudrücken, so daß die meisten der rung können die Mieter das gegen sie geplante dem Referenten Dr. Bara, will aber von diesen Aenderungen zwei absolut nicht annehmen und nicht schuld sind, mögen darüber zu Grunde im Arbeits- und Lohnverhältnis Stehenden Attentat verhindern! Seite 2 empfiehlt dem Senat neuerlich, in diesen beiden| gaben auch nur im entferntesten nachkommen können| Falle nicht für jedes einzelne Delikt die Bewährungs- 1 Punkten auf der ursprünglichen Fassung zu be- Unter den Fragen, die die Oeffentlichkeit und frist maßgebend sein soll. So viel in sachlicher Beharren. namentlich die Arbeiterschaft stark interessieren, rziehung. Nach dem Berichterstatter Dr. Baga der wähnt Redner dann noch den jüngsten Angriff des für seinen Antrag in längerer Rede alle möglichen Vertreters Englands auf den Acht stundentag fadenscheinigen, zum Teil direkt irrigen Gründen der letzten Sißung des Arbeitsamtes in Benf. zusammensuchte, tam als erster Debatteredner Die tschechoslowakische Regierung hat sich bis heute dazu noch nicht geäußert. Genoffe Dr. Heller zu Wort. Er beschäftigte sich zunächst mit dem Riesenstreit der Bergarbeiter Nordwestböhmens und erklärt hiezu: Unter den Forderungen der Grubenbefizer findet man aber schon die nach Verlängerung der Arbeitszeit auf achteinhalb Stunden. Es wäre Pflicht der Regierung gewesen. soWir hätten es als selbstverständlich be- fort zu erklären, daß diese Forbe trachtet, daß der Minister für öffentliche rung widerspricht.( Schr richtig!) Aber Arbeiten hier erscheinen würde, um uns das ist nicht geschehen. Auskunft über die Absichten und Ansichten der Regie Auf der ganzen Linie wird der Kampf gegen die rung bezüglich des Streikes der Bergarbeiter im wirtschaftlich Schwachen fortgeführt und nordwestböhmischen Kohlenrevier zu geben, eines der antifojiale Kurs immer mehr verschärft. Streits, der heute schon 30.000 Bergarbeiter umfaßt An der Spitze dieses Kurses stehen bezeichnenderund der sich auszudehnen droht, eines weise gerade die beiden Minister denen die soziale Streiks, der nicht nur das wirschaftliche und soziale Fürsorge für die wirtschaftlich Schwachen anderLeben in jener Gegend, sondern auch im ganzen trant ist, die Minister Sramer und Spina. Sie Staate auf das Tiefste berührt. Allerdings hat sind diejenigen, die dicie antisozialen Maßnahmen die Regierung schon in der Zeit, als der Streit dulden und billigen, ja herbeiführen. Ich verweise vorbereitet wurde, nicht einen Finger genur auf den neuen Anschlag gegen rührt, um ein Uebereinkommen herbeizuführen. Erst im allerlegten Moment hat sich die Regierung bemüßigt geschen, in ganz unzulänglicher Weise einzugreifen und erst morgen, also nach ausgebros chenem Streit, sollen die Verhandlungen unter Intervention eines Regierungsvertreters stattfinden. Die ser Umstand, daß morgen diese Verhandlungen stattfinden, veranlaßt mich, heute die ganze Frage noch nicht im vollen Umfange aufzurollen, weil ich mir der Verantwortung bewußt bin, dok eventuch meine Ausführungen geeignet sein könnten, die er handlungen nicht zu fördern, aber wir behalten uns die ganz ausführliche Besprechung dieser Angelegen heit für eine künftige Zeit vor, bis die Frage des Streite nicht mehr aktuell sein wird. das Mieterschußgesch. Seine Aufhebung kann und darf nicht früher erfolgen, als bis ausreichend für Wohnungen mit ent sprechenden Zinsen gesorgt ist. Da der Staat auch in bezug auf die Bauförderung feine Pflicht versäumt hat, ist jeder Gedanke an eine Renderung des Gesetzes heute entschieden von der Hand zu weisen. Sie ist sozial unmöglich, weil die Arbeiter und die niedrigen Mittelständler nicht im stande sind böbere Zinsen zu bezahlen. Genosse Heller wendet sich dann der Besprechuna der in Verhandlung stekenden Vorlage zu und weist darauf hin, daß der Verfassurasausschuß die vom Abgeordnetenhaus beschlossenen Aenderungen zumeist nur dort akzeptiert hat, mo fie for maler Namur Zwei Aenderungen Heute möchten wir nur dem Wunsche Ausdrud ben, daß die Regierung in wirklich waren. objektiver Weise zu vermitteln suche, und wir möchten die Regierung insbesondere bafind es, die der Verfassungsausschuß nicht zulassen bor warnen, die ohnedies schon benn will. In der ursprünglichen Fassung des Senates ruhigte Bevölkerung durch überflüs findet sich eine Bestimmung, daß von einer BeTige Aufgebote von Gendarmerie noch währungsfrist abgesehen wird, falls es sich um weiter zu beunruhigen! Wir lejen ferner politische Delifte oder um Delikte nach dem zweiten heute in den Zeitungen. daß die deutschen und tiches Sauptstück des Wehrgesetzes handelt. Das Abgeordchischen Schüler der Bergschule in Dux mit netenhaus hat diese Bestimmung dahin erweitert. Delogierung bedroht werden, wenn sie an dem Streit daß von der Bewährungsfrist auch dann noch abgeteilnehmen. Es ist selbstverständlich schon technisch ein Unsinn, diese Leute, aus denen die Steiger hervorgehen, vom Streit abhalten zu wollen, als ob diese paar Bergschüler den Betrieb aufrechter halten könnten; es ist aber ganz und gar un. gehörig, daß auf diese Leute ein Drud ausgeübt wird, um von diesem Streike abzulassen. Man sieht aus diesem Verhalten der Regierung, daß fie nicht objet tiv gegenüber den Streitenden ist sondern daß sie, wie in allen ande ren Fragen, so auch hier auf Seite der Unternehmer steht. Genosse Heller streift dann das ungludfel: gr Gemeindefinanzgefet und zitiert den Be schplatz der Stadtgemeinde Somatau, mit Rüdjidh auf die Bestimmungen dieses Gesetzes alle heiwil ligen Beiträge und Subventionen einzustellen Anschaffungen und Neueinstellungen von" rbeitsfräften, die Instandhaltung der städtischen Gebäude usw. ganz zu unterlassen und alle Ausgabeposten fit foziale Fürsorge bis auf geringe Ausnahmen über. haupt zu streichen Er appelliert an die Mehrher die sich bei Schaffung dieses Gefeßes seiner Ror sequenzen offenbar nicht bewußt war, die so for tige Novellierung vorzunehmen. den es ist unmöglich. daß unter der Serrich ift dieses Gefches unfere Gemeinden und Bezirke ihren Auf13 Ibylus. Der Roman eines Revolut ons- Abenteurers von Alerej Tolstoj. Die ganze Welt", fuhr er fort ist nicht ihnen lernen müssen. Die ganze Welt ist niat imstande, sie zu besiegen. Und warum? Ordnung, Gesetze! Was mein ist, ist mein, was dein ist. ist dein. Was das Eigentum anbelangt, ist ihnen alles heilig." Das wohl," antworteten die Bauern, den Deutschen ist das gegeben!" Eine Stimme aus dem Bras rief: Gerade vor kurzem am sechsten Juni haben sie unser ganzes Dorf rerprücclt. Jeder hat das Seine aus den Hintern bekommen. Männer fünfunddreißig Streiche pro Kopf. Weiber zwanzig. Das hat aus Der Alte, der neben dem Grafen faß fagte: „ Gewiß haben wir nich's Gutes getan. Tas ganze Herrschaftshaus haben sie ausgeplündert Der Gutsberr batte nicht einmal einen Seifel, gegeben!" darauf er sich seßen konnte!" sehen wird, wenn die erwähnten Delikte mit anderen Uebertretungen oder Vergehen minderer Natur konfurrieren, die nicht auf einem niedrigen oder unchrenhaften Motiv beruhen Die fadenscheinige Begründung, die sich die Mehrheit des Verfassungsausschusses zur Ablehnung dieser Aenderung zurechtgelegt hat, degradiert unseren Staat u einem reinen Polizeistaat. Es heißt dich wahrhaftig den Patriotismus auf die Spipe treiben, wenn man in jeder geringfügigen Uebertretung schon einen Angriff auf den Staat und die ganze Gefell schaft erblickt und meint, daß nun der Staat dazu da ist, mit seiner ganzen Wucht den Schwerverbrecher zu strafen, der fich irgend eines fleinen Vergehens schuldig gemacht hat. Mittwoch, 15. Feber 19.8. 8.000 wallische Bergarbeiter London, 14. Feber. In Wales sind die BergAber der Beschluß, der heute gefaßt werden soll, arbeiter einer Rohlengrube in den Streit geeröffnet uns auch die Möglichkeit eines Rontreten. Aus Solidarität schlossen sich ihnen die fliktes mit dem Abgeordnetenhaus. Bergarbeiter anderer Gruben an. Die Zahl der Wir sollen die vom Abgeordnetenhaus vorge- Streifenden beträgt gegenwärtig ungefähr 8000 schlagenen Aenderungen zum Teil ablehnen, so Mann. daß die Vorlage wieder an das Abgeordnetenhaus zurüdgehen muß. Der Berichterstatter hat sich zwar schaft für selbstverständlich ansehen. Die bemüht, auszuführen, daß dies den Bestimmungen Regierung müsse in den Konflikt eingreifen und des§ 44 der Verfassung nicht widerspreche. Dieser dafür sorgen, daß man den Bergarbeitern wenigVaragraph sieht aber vor, daß in dem Falle, daß das stens so weit entgegenkommt, wie man den ver Abgeordnetenhaus mit absoluter Mehrheit aller sei- mögenden Schichten und in jüngster Zeit den alt ner Mitglieder einen Beschluß des Senates zum österreichischen Generalen entgegengefommen ist. zweiten Male ablehnt, dieser Beschluß des Senates Genosse Dr. Witt( tsch. Soz.- Dem.) beschäf nicht Gesetz wird. Derartige abgelehnte Gesetztigt sich ausführlich mit der verfassungsrecht entwürfe dürfen in keinem Hause vor Ablauf eines lichen Seite der Vorlage und bespricht den Rontitel dieses Geset, wie wir es heute beschließen sollen, an der Mehrheit, die sonst oft zurückgewichen ist, um Jahres neuerdings eingebracht werden. Wenn also flift mit dem Abgeordnetenhaus. Das Vorgehen das Abgeordnetenhaus zurückgeht und das Abgeord- einem Konflikt mit dem Abgeordnetenhaus ausnetenhaus auf seinen Aenderungen beharrt, so ist das zuweichen, erscheint ihm direkt rätselhaft. Gesetz abgelehnt und kann innerhalb eines Der Referent Dr. Baya beharrt auf seinem Jahres nicht wieder eingebracht wer- Antrag. Bei der Abstimmung werden die Abden. Vor dieser Gefahr stehen wir, nur weil die änderungsanträge der tschechischen und deutschen Mehrheit des Verfassungsausschusses eigensinnig auf Sozialdemokraten mit 63 gegen 41 Stimmen a b thren früheren Beschlüssen besteht. Wir brauchen gelehnt und die Vorlage von der Mehrheit aber dieses Gesez notwendig! in der Ausschußfassung genehmigt. Wenn aber die Mehrheit des Senates schon darauf besteht, dem Beschluß des Abgeordnetenhauses nicht beizutreten, dann gibt es einen Ausweg. Die Sicherheitsarbeiten. In einer zweiten formalen Sigung werden die aus dem Abgeordnetenbaus eingelangten Vorlagen den Ausschüssen mit achttägiger Frist Es können nach§ 60 der Geschäftsordnung beide zugewiesen. Schluß der Sigung um 9 Uhr 25 Häuser übereinstimmend beschließen, in einem fol- Minuten abends. Nächste Sigung Freitag, chen Fall einen Bericht des Ständigen den 17. Feber, um 11 Uhr vormittags. Ausschusses einzuholen. Dort würde dann eben die Mehrheit entscheiden, in welcher Form der Bericht an die beiden Häuser zu erstatten ist; darüber müßten beide Häuser wieder erst beschließen. Brig, 14.. Feber. Das amtliche PresseDas ist der Ausweg, den die Verfassung für diesen bureau meldet: Von den sechs Schächten, auf welFall offen läßt. Wir geben der Wiehrheit heute noch hen gestern die Beistellung der Sicherheitsmannzum letzten Male die Gelegenheit, einen solchen Ber- fchaften teils nicht, teils in ungenügendem Maße faffungskonflikt zwischen Abgeordnetenhaus und Se- durchgeführt wurde, ist inzwischen Herkules nat zu vermeiden, indem wir beantragen, zum ordnungsmäßigen Zustande zurüdgetchrt dem Beschlusse des Abgeordneten- und auf Pluto ist die Zahl der einfahrenden hauses beizutreten. Es wäre sehr verfehlt, wenn ein solcher Kons flikt zwischen Abgeordnetenhaus und Senat gerade immer in einer Sache entstände, in der der Senat als der Vertreter der rüdschrittlichen, der reaktionären Anschauung in der Deffent lichkeit erscheinen muß. Wir ersuchen Sie, dies in letter Stunde zu bedenken und durch die Annahme unserer Anträge zu beweisen, daß Sic cinmal fortschrittlicheren Anschauungen zu gänglich find!( Lebhafter Beifall.) Auch die folgenden Debatteredner befassen ich mit dem Bergarbeiterstreik. Staštný( tsch. Nat. Soz.) erklärt, daß die Bergarbeiter in den Streif direkt hineingehest wurden. Redner verlangt vom Senat, sofort den Stellvertreter des Ministerpräsidenten und den Arbeitenminister zu, einer Erklärung über die Absichten der Regierung zu veranlassen. Die zweite Aenderung. die der Verfassungs- Hampl( Komm.) greift ebenfalls die Regieausschuß nicht annehmen will, betrifft den Fall, daß rung wegen ihrer Haltung scharf an und erklärt mehrere Verurteilungen vorliegen. In die Vorschläge der Unternehmer für eine Prodiesem Fall soll nach dem Beschluß des Abgeordneten- vefation. hauses jede Strafe einzeln getilgt werden können, Geroffe Dundr( tsch. Soz.- Dem.) weist auf wenn hiezu alle Bedingungen gegeben sind, während die berechtigte Entrüstung der Deffentlichkeit über der Verfassungsausschuß darauf beharrt, daß eine das Vorgehen der Grubenbesizer hin. Zu BeTilgung dieser Verurteilungen erst dann erfolgen inn des Jubiläumsjahres stößt die arbeitende darf, wenn für alle zusammen die Voraus- Klasse hart mit den Unternehmern zusammen. fetzungen gegeben sind. Das hat eine Bedeutung Sätte nicht die Regierung den Konflikt verhindern beim Antritt eines Gewerbes, weil mit manchen-llen, der schwere Folgen für das wirtschaftliche Strafen oft die Unmöglichkeit verbunden ist, gewisse eben nach sich ziehen muß Die Solidarität der Gewerbe auszuüben. Der Herr Berichterstatter tschechischen und deutsa en Unternehmer dokumenfann war Scheingründe anführen, warum in diesem tiert, daß sie diese Verbindung gegen die ArbeiterBehn Jahre lang werden wir kämpfen und du, dir lassen wir deine Deutschen!" Dieses Gespräch gefiel dem Gra en de Nesor feineswegs. Für eine gewisse Zeit hörte er auf, ins Dorf zu gehen. Es waren da auch ein paar unbekannte Perfonen. die ihm durchaus mißficlen. Sie erschienen des öfteren im Hof, in Soldatenmüßen, die schief auf dem Ohr saßen, gingen am Serrschaftshaus vorüber, mit den Händen in den Sosentaschen ,, lächelnd. Eines Tages, es war am frühen Morgen, erwachte der Graf durch das Serachen eines nahen Schusses hinter den Fenstern. Gleich darauf ertönten wilde Schreie. Er lief ans Fenster: eine Menge von Bauern, mit Heugabeln, Hacken und Gewehren umringten den deutsen Soldaten, der mit seinem Bajonett nach allen Seiten hin losstach. Der andere Deutsche, der auf Sicherheitsmannschaften auf 50 Mann pro Schicht gestiegen. Auf Julius I., Julius II., Kolumbus und Eugen hat sich dagegen die Lage nicht wesentlich gebessert; neu hinzugekommen find heute Johann und Maria. Die Revierstreifleitung trat gestern nachmitteg zu einer Sigung zusammen und forte nach längerer Beratung den Beschluß, daß die erlassenen Streifvorschriften unbedingt ver bindlich und auf allen Schächten zu respektieren und durchzuführen seien. In Ausführung dieses Beschlusses sind heute früh Expreß- Briefe an die Streitkomitees der Schächte abgegangen, worin die gestern gefaßten Beschlüsse mitgeteilt und die Streiffomités aufgefordert werden, streng nach den erlassenen Streitvorschriften vorzu gehen. Der Wehrausschuß des Senates hielt gestern eine Sigung ab, in der Minister Udržal en Exposee erstattete. Er beschäftigte sich hauptsäch lich mit den verschiedenen Vorwürfen, die Senator lofa č in der letzten Sißung wegen der Zu stände im Militärflugwesen, der Monovolisierung der Flugzeugfabrikation, der mangelnden Kontrolle der Lieferungen usw. erhoben hatte. Auch die Frage. welcher Flugzeugmotor der beste sei, nahm einen breiten Raum in den Erörterungen ein, die manchmal ziemlich scharf gegen Klofač zugespitzt waren. Daran schloß sich eine längere Debatte. in die Klofač als auch Udržal wiederholt eingriffen. In der nächsten Sizung soll ein Subkomitee gewählt werden, das sich mit den bemängelten Erscheinungen im Flugwesen befassen soll. An einer anderen Stelle sah er eine Menge der behaupteten, man habe fast alle umgebracht. deutscher Soldaten. Finster, die Gewehre geschul- Trotzdem aber famen zur Marfizeit Bauernwagen tert, schritten sie dahin. Viele hatten den Kopf vor die vernagelten Geschäftsläden angefahren, eingebunden oder die Arme in Schlingen. Es und es wurde lebhaft mit Weißgebäck Schmalz und war zum Verrücktwerten. Was war eigentlich gedörrten Fischen gehandelt. Semjon Jwanowitsch geschehen? In einer Nacht rebelliert plöblich die übernachtete auf dem Bahnhof; tagsüber streifte ganze Gegend, und ringsumher flammit Brand- er in dem Städtchen umher. Betrachtet einen freröte au pierten Hund, dann spuckt er aus. Oder er bleibt Alle Zemjon Jwanowitsch endlich den Bahn- stehen, um mit einem Weib zu sprechen, das kaum hof erre chyte, kalbtot und in Feßen, erfuhr er den zur Not in ein paar Feßen gehüllt ist. Hinter der Grund: Kaiser Wilhelm war vom Thron verjagt, Stadt sieht man den ganzen Tag lang Rauchdie Deutschen traten den Rückzug aus der Ukraine säulen aufsteigen, nach eintretender Dämmerung an, die Bolschewifen marschierten auf Charkow. weithin ausgedehnt Brandröte. Es ist entfeßlich Ohne Zeit zu verlieren, änderte Semjon Jwano- langweilig. witsch seine Marsch route und nahm Richtung gegen Süden. ** Eines Tages, nachdem Semjon Jwanowitsch Es war eine vertenfelte Fahrt mit Hinder- auf dem Basar Weißgebäd und gedörrte Brachse dem Gutshofe lebte, lag neben der Küche in einer nissen, größtenteils auf Waggondächern. Einer gekauft hatte, ging er auf eines der ganz am Ende Pache Blut. Semjon Iwanowitsch packte sein Ge- der Viehwagen lief heiß und bei einer Steigung des Städtchens am Rande der Steppe gelegener wand die Brieftasche, rannte in den Garten, ver- riß die Hälfte des Zuges ab und stürzte über die Häuser zu, wo man Samogonta faufen founte kroch sich in ein dichtes Gebüsch, wo er sich mit Böschung. Unbekannte Täter koppelten die Loko- Erschrocken durcheinander laufend, schrieen di Mühe und Not ankleidete. Von hier aus hörte er motive ab und jagten sie, wild fluchend, zum Teu- Jungen auf der Straße. Aus dem Tor sprang den Selang zerbrechender Gläser und Hammer- fel. Auf allen Vahnhöfen war eine nicht enden ein Weib mit offenem Haar und schickte sich an schläge. Dies dauerte geraume Zeit. Dann höre wollende Schießerei. Die Stationsvorstände ver- die Fensterläden von außen zu schließen. Es waren man nur mehr ein Stniſtern. Er wurde nutirer ſteckten sich in Gruben und Kellerlöchern. Wäh- dies Semjon Iwanowitsch wohlbekannte Borbe chob das Buschwert auseinander und blcke rend der Fahrt wurde umunterbrochen aus den reitungen. Aber, woher sollte in dieser Wüste Geheraus: unter dem Dach des Herrschaftshauses Gebüschen auf die Wagenfenster gefeuert. Schieß- fahr drohen? Semjon Iwanowitsch tam bis an Vom Rand des Balken, auf dem e'n vaar quoll Rauch hervor, schwarz, in den Fenstern lich hielt der Zug auf offener Strecke. In den das Häuschen heran, wo man Samogonta berLeute faßen, rief eine muntere Stimme, die Sem- tanzten die Flammen. Er fah auch die Löwen, Waggon traten gut gewachsene Stofaten in gelb- taufte. Dort stand der Besizer ſelbſt: die Hände jon Iwanowitsch bisher unbekannt war:„ Der die gleichgültig und mit leeren Augen auf diese roten Lammüßen und kleinrufſſiſchen Mänteln: auf dem Rüden, lächelte er und lugie nach der Dann veranstalteten sie eine Leibesvisitation. Steppe. Sein Bart war rothaarig staubbededt und kann. Wenn er will verspiel er in einer Nacht Zu Fuß, auf allerlei Umvegen, mußte er sich ungefähr zehn um ihr Leben zitternde arme Sec- stand weit vom Gesicht ab:„ Ah, schon wieder betommen wir liebenswürdigen Besuch!" sagte er fein ganzes Geld im Kartenspiel. Wozu braucht der Station nähern. Man sah die Brandröte in len fischten sie heraus und führten sie feldein zu und schüttelte den Kopf. Auf dem breiten Blad m er Grundbesitz? Nein, zehn Jahre lang werden der Nacht hinter den Hügeln. Von fern hörte einem Heuschover. Als sich der Zug wieder in Pfad wir rebellieren, in Lumven gehüllt werden wir man auch Schüffe fallen. Blöglich hörte er auf Beweguno geſetzt hatte, hörte man Schüsse und los ift er es!" Semjon Iwanowitic" rage: der Steppe erhoben sich Staubwollen.„ Zweifelholen, was uns gebührt. Wos bis jetzt war, das eben noch rasch in einer Rinne verstecken konnte, Nachdem er einen anderen Zug bestiegen:" Wer denn?"- Was soll das heißen: wer? waren durchwegs kleine Ausstinde. aber wenn sich wie Bauernwagen sten, Schüsse pfiffen, hatte, tam Semjon Janowitsch in ein verlove. Der Ataman Engel natürlich! Komm, Freund die gesamte Bauernschaf erheben wird, dan geht Schreie ertönten... halb ohnmächtig lag er dort nes Städtchen in der Steppe- eine rechte Sad- chen, ins Haus, damit dir nichts geschieht!" das Uralück erst los!" Er lachte. Die Bauern eine Zeitfona. bis er sich soweit erholt hatte, um gasse. Es gab sehr wenige Einwohner; einige ( Fortsegung folgt.) fchwiegen. weiter zu fliehen. meinten, alle anderen seien geflohen, andere wiegnädige Herr bat, wenn er wi. in der Stat lumination blickten. vielerlei Berufe mit denen er sich Geld verdien n Judenaussteigen!" geben, werden uns Gewehre verschaffen und uns der andern Seite des Bahndamms, wo er sich einen einsamen Schrei. Mittwoch, 15. Feber 1928. 1120 Prozent Gold der Vorkriegszeit forderte. Surp - die Brutalität, Lüge und Berdrehung Kampfmittel der organisierten Hausbesizer. Der Obmann des Reichsverbandes der deutschen Hausbefizervereine in der Zschechoslowakei Dr. Walter Maresch und Komp. auf dem Kriegspfade und Komp. auf dem Kriegspfade gegen die Mieter. Cn Teilnehmer der vom Reichsverband beutscher Hausbesitzervereine einberufenen Proteſt bersammlung, die am Sonntag, den 12. Feber im Invalidenkino in Aussig stattfand, teilt uns folgende Einzelheiten über den Verlauf der Verammlung mit, die auch von mehreren anderen Teilnehmern bestätigt werden: Diese Versammlung, die, wie Herr Dr. Walter Maresch bei Eröffnung der Versammlung mitteilte, als Protestversammlung gegen die in den Gemeindevertretungen eingebrachten Refolutionen gegen den Abbau des Mieterschutes gedacht war, wurde nicht nur zu einem Protest gegen den Ents wurf des neuen Mieterschutzgesetzes, sondern zu einem Erzeß der Hausbesizer gegen die Mieterschaft, die Gefengeber und verschiedene in der Bersammlung nicht vertretene Körperschaften und abwesende Personen. Herr Dr. Walter Maresch meinte unter anderem wörtlich: ,, Wir haben keine Zeit der Frage nachzugehen, inwieweit vor dem Kriege ungesunde Wohnungsverhältnisse vorhanden waren. Die Woh nungssuchenden und Hausherren wären froh, wenn das ungesunde Wohnungswesen der Vorkriegszeit wieder hergestellt wäre." Seite 3. Vom Rundfunt. Donnerstag. Brag: 16.30-17.30 Rachmittagskonzert, 17.40-17.50 Musik18.25-18.35 Bortrag tieifen phoniekonzert des Radio- Journals, Mi- w. Tschechische Philhöheren Würde der Versammlung, die sich zu einer Agitationsverfammlung der Empfehlenswertes aus den Programmen. deutschen Nationalpartei entwit felte, wurde ein Sonderabdruck der Deutschen teilung gebracht, in der über eine Mieterschut retten, bierauf Ludwig Binder, Brag aus eigenen Werfen" Tageszeitung"( Karlsbader Badeblatt) zur Ver borttag, 17.50-18.15 Deutsche Sendung: Tagesnenig debatte in der Karlsbader Stadtvertretung berichtratoriums: Prof. Fr. Marek 50 Jahre kommunisti et wird. Herr Dirckor Häuser, der sich in der er- che manifeftation" 19.30-22.15( nach bränn Brekbura wähnten Sigung der Stadtvertretung in Karls- und gram) Hebertragung aus dem Smetana- Saal: Synt bad als Sprecher der deutschen Nationalpartei be harmonic, Dirigent St. Stupka. Bränn: 18.00-18 10 18.10-18.25 Der Referent der Hausbesitzer legte da unse- sonders gegen das Mieterschußgefeß und die vor entfe refienachrichten, rem foten Genossen Ezermal eine Aeußerung in liegende sozialdemokratische Entschlichung ausgewefen und die Berbitung der Tuberkulo Sendung. 15.00-16.00 Dr. Adolf Gifcher leber das den Mund, die dieser nie getan hat und scheut sich sprochen hatte, war in der Auffiger Versammlung alone: helters nicht bei Vertretung der Profitinteressen der gro- persönlich anwesend und er selbst machte auf seine 20.15 Beetbobens Klavierbariationen. en Hausbesißer eine Kleine Leichenichändung zu Rede gegen den Mieterschuß und die öffentliche lecherungen" Der Raturfralle 19.53 Porträts begehen. Es war nur zu natürlich, daß er am Bauförderung aufmerksam, die in der Deutschen aus der deutschen Romantir 200 m operette arbeitsminister Braun als das Vorbild aller Ver- fchafi lenkt in Aussig, so wie in vielen anderen und ibre seime", 19.45-20.15" Moliere", 20.15 Sörspiel Schluß seiner Ausführungen den denischen Reichs- Tageszeitung" abgedrudt war. Und diese Gesell Steinbeder- Stuttgart: 20 18 Der lekte Balzer", Operelle teidiger der Hausbesitzerinteressen hinstellte, der Sädten, mit Hilfe der Hakenkreuzler, die Geschide Der Milanibrop von Moliere" in bentfchen Berfen von eine Auswertung der Mieten von 100 Prozent bis der Stadt und ihrer Bevölkerung! Der zweite Bundeswintersporttag in Eichwald am 11. und 12. Feber 1928. Wohl fonnte er nicht, wie beabsichtigt, in Eich wald abgehalten werden. Aber allen, die höhnisch lächelnd erklärten, ein Schwimmfeſt könnt ihr abhal ten, ſei gesagt: Schnee genug! ist noch draußen in den Bergen. Wenn auch tagelang die Ungunst des Wetters in den tieferen Lagen, vereint mit dem Kleinmut, viele Zuschauer und Sportler abhielt, hinauf in den Winter zu steigen. Ja, unten Rot und Schmutz, oben die herrlichste Stibahn. Eine Schar Unentwegter fand sich auch ein und kam auf ihre Rechnung. Samstag früh wurde der Bundeswintersporttag von den himmlischen Mächten eröffnet. Ein Gewitter und ein heulend- tobender Sturm bildeten eine schaurige Ouverture. Bald darauf fror und schneite es. unser zweiter Bundeswintersporttag zu einem Er folg. Wenngleich er nicht in dem geplanten Ausmaß abgehalten werden konnte, so können wir nur sagen, troß alledem es war schön! In diesen Ausruf nicht einstimmen wird der Festkassier, in dessen leere Rasse kein„ Neuschnee" fiel. Rangliste. des Anormale 19.00 Deutfie Breßburg: Rafchan: 19.50-20.55 Konzert Daventry: 21 30 Alabierkonzert, Baris: 21,30 cont 1925 v. Ostar Strauß. geipzig: 19 15-19.45 A. Krüger Die Jugend Ludwig Fulda, 20.05 Till Gerbari Hauptmann, 21.00 Bunte Stunde. München: 19.30 Rongert, 20 30 Münchner Babnenfünftler 21 05 Ballgeflüster. Damburg: 19.00 Betrachtungen eines Spieß bürgers", 19.25 Bererbung und Ergiebung", 20.15 Die Bochzeit in der Bidbalge". ein belteres aufpiel von Wild. Sharrelmann, Langenberg: 20.15( Uebertragung aus Köln) Leichte Mufit. Ränigsberg: 19 00 Mabatma Gbandi und die indife Freiheitsbewegung, 19 30: Giga tos Bochzeit", 20.05: Gigaros Godzeii" ober Ein toller Tag", Luftfpiel von Beaumarchais, Granffurt: 18.4519.15 Die dachstunde, Wien: 18 30 Wochenbericht für Körpersport. 19.25 Bericht über die Winter Olympiade 1928 tabubeater Saria. Sürth: 20 00 Uebertragung aus dem mufilleben. 20.00-21.20 Konzert des Original- Russischen Benint. Stockholm: 20.25 Ein Wastenball". Over von Berdi- Kopenhagen: 20.00-21.15 Ordefterfonaert, 22.00 Klavierkonzert- Oilversum: 20.40 Sbmpboniekonzert ans dem Amsterdamer Konzertgebäude unter Leitung von Dr. Willem Mengelberg. Krafan: 20.30: Rongert, Buda peit: 19.45: Klavierkonsertabend. Malland: 20.50„ La Bohème", Oper von Buccint. in St. Morib. Runftler Trios. Bern: 19 30-20.00 Das Wiener Neapel: 21.30 Operette aus dem Teatro 17- Kilometer- Langlauf der Sportler( 18-26 Jahre): Josef Kouřil,( DTJ.), Gr. Hammer, 1: 14 Sonderbare Zätigkeit einer tschechischen, 48 St.; Gustav Weichert, Schreiberhau,( Deutschland), 1: 15: 02; Albin Brüdner, Marienberg, Behörde. 1: 21: 03; Hermann Rebel, Eidywald, 1: 24: 58: Die Trautenauer politische Bezirksverwaltung Ernst Böschmann, Grasfig, 1: 28: 44; Fritz Pönte, ermittelt die politische Gesinnung von Betriebsausschußmitgliedern. Eichwald, 1: 85: 27. 12- Kilometer- Langlauf der Sportler( 16-18 Das sagt der Herr Dr. Maresch, dessen un mittelbare Borfahren gerade in der Auffiger Gemeinde infolge der Dummheit großer Teile der Bevölkerung eine Rolle spielten und mit einen Hauptteil der Schuld tragen, daß die Entwicklung Auffigs überhaupt und die Entwicklung des Woh- gestellt, sie konnten sogar unter den günstigsten Ver- Jahre): Dreßler Walter, Marienberg, 0:52:28 Trautenau berichtet wird, hat die dortige politische Die Langläufe waren nicht nur nie in Frage Wie der Gewerkschaftlichen Rundschau" aus nungswesens gehemmt wurde. Dann sprach Herr Dr. Walter Maresch über jene Rörperschaften hältnissen abgewickelt werden. Also Pulverschnee, da St.; Horty Otto,( DTJ.), Unter- Worchenstern, 1:00 Dr. Walter Maresch über jene Rörperschaften zu der schönste Wintersonnenschein, was fonnte eines 27; Schimet Franz, Eichwald, 1: 02: 56; Sattler schiffe ein Schreiben gerichtet, worin dem Be Bezirksverwaltung an verschiedene Betriebsaus and Personen, die den Mieterschutz verneinen Sportlers Herz noch wünschen? Punkt 11 Uhr vor Josef, Schwaderbach, 1 08:42; Borufta Emil, triebsausfcbuffe eine Belehrung darüber gegeben and Personen, die den Mieterschutz verneinen und meinte wörtlich: 1: mittags lief der erste 20- Kilometer Läufer vom Niederaltstadt, 1: 04:03; Dieſtler Josef, Eichwald, wird, wie das Protokoll seiner ordentlichen müdenberg ab. Vorher hatten die Sportler selbst 1:07:04; Wühlbauer Otto, Zuckmantel, 1:08:02. Sigungen zu verfassen ist. Eine solche Sorge um das Markieren der Strede besorgt, weil, ja, weil die 12- Kilometer- Langlauf der Sportler( 18-26 die Protokolle der Betriebsausschüsse mutet ganz dazu bestimmten Leute und vor allem die Fähnchen Jahre): Thomas Alfons, Marienberg, 0: 46: 12 cigenartig an, wenn man weiß, daß die Behörden selbst fehlten. Erst im letzten Augenblid fam einer St.; Vörner Ernst, Marienberg, 0: 47: 02; Wei sonst selbst auf Beschwerden der Betriebsausschüsse damit angedampft. An die 20 Kilometer Läufe schlos chert Willi, Schreiberhau,( Deutschland), 0: 50: 08; nicht gern amtshandeln. Die Vermutung, daß hier sen sich die 12 Kilometer- Läufe, die Jugendläufe und Feig Walter, Deffendorf 0: 50: 36; Čech Rudolf, andere Kräfte als fürsorgliche die politische Be Die Sportlerinnen. Die Strede, die sehr abwechs Dessendorf, 0: 52: 04; Günther Josef, B. Wiesen- hörde in Tätigkeit gefeßt haben, geht nun daraus 0:52:04; rung und Wächterbesetzung nichts zu wünschen übrig. 0: 52: 24; Simm Walter, Deffendorf, 0: 52: 41: den Betriebsausschüssen Erkundigungen einzieht, lungsreich und reizvoll war, ließ in Punkto Markie- tal, 0:52:10; Richter Josef, Ober- Hohenelbe, hervor, daß im selben Gebiet die Gendarmerie bei 0:52:24; Weder beim Start noch auf der Strecke oder beim Steinmüller Mar, Schwaderbach, 0: 55: 36; Gün wie deren einzelne Mitglieder poBiel gab es eine Differenz. Leider waren beim Ziel ther Franz, B.- Wiesental, 0: 56: 04: Grbbach Edi, litisch eingestellt sind. Wir haben bisher nicht genügend Samariter zur Stelle. Antoniwald, 0: 57: 14; Gaida Willi, Ober- Hohen angenommen, daß die Gendarmerie in erster Linie elbe, 0: 58: 0; Reinhold Josef, B.- Wiesental, Sicherheitsdienst zu besorgen hat und in zweiter 0:59: 46; Josyfel Heinrich, 1.- Morchenstern, Reihe darauf achten muß, daß die Gesetze von allen Staatsbürgern ohne Ansehung der Person eingehalten werden. Wir wissen, daß unsere Gendarmerie gerade in dieser Hinsicht sehr oft blind ist und nicht sicht, wie das Gesetz über die achtstündige Arbeitszeit übertreten und verletzt wird. Wenn jetzt demgegenüber die Gendarmerie auf einmal eine besondere Rührigkeit entwickelt. um die politische Einstellung der Betriebsausschüsse zu ermitteln, so dürfte dies sicher nicht aus ihrer eigenen Initiative erfolgen, sondern es scheint über Antrag, der politischen Behörde zu geschehen. " Bu jenen, die den Mieter dus ganz oder mindestens stark vernei nen, gehört auch die Deutsche Hauptstelle für Wohnungs- und Siedlungsfürsorge in Prag, der Wirtschaftsbeirat beim Ministerium für soziale Fürsorge, die Vereinigung der Bau meister und Professor Dr. Rauchberg. der sich von einem Saulus zu einem Baulus umgebildet und seinen fru heren, den Mieterschus start stügen.rung den Standpunkt aufgegeben hat!" Man wird sich fragen müssen, ob man sich in der deutschen Hauptstelle für Wohnungs- und Siedlungsfürsorge mit dem Herrn Dr. Maresch, der als Vertreter der Hausbesitzerorganisationen Mitglied des Hauptausschusses ist, noch weiter zu sammensetzen kann, wenn er die Tätigkeit dieser Hauptstelle in einer öffentlichen Versammlung so herabsetzt. Dann versucht Herr Dr. Maresch dem Genoffen Habermann( Abwesende kann man ja immer gut angreifen!) eines zu versetzen, indem er behauptete, das unter Habermann's Minister schaft herausgegebene Mieterschutzgesetz sei noch besser gewesen als der jetzige Entwurf. Weiter behauptete er und das wird die arbeitende Bebölkerung dieser Städte sehr interessieren: " Bu jenen Gemeinden, die nicht unter der Wohnungsnot leiden, gehören in erster Reihe Arnau, Oderberg und Karlsbad." Es kam aber noch schöner. Im Namen des Verbandes der deutschen Hausbesitzervereine forAn den Wettkämpfen nahmen auch Genossen der D. T. J. Prag und reichsdeutsche Genossen aus Schreiberhan teil. Der Sportklub Dessendorf veranstaltete auf der Morbachhütte am Samstag abend einen Hausball. Die Mannsleut sind dabei nicht auf ihre Rechnung gekommen, weil nur 6 Wägdelein anwesend waren. Es wurde zu spät eingeladen. Sonntag früh gabs reichlich Neuschnee. Zwar ein bißchen pappig, aber das richtige Wachs drauf und gehn mußte es. Die Sportler waren gewiß zufrieden. mit dem Mannschaftslauf wurde punkt 10 Uhr vor mittags begonnen und auch die Sprungläufe nahmen pünktlich ihren Anfang, d. h. sie mußten wegen der ungünstigen Witterung die am Nachmittag herrschte, abgesagt werden. Ein scharfer Nordwestwind mit star fem Schneetreiben machte jede sportliche Betätigung unmöglich. Also trotz aller trüben Prophezeihungen wurde A derte Dr. Marefch die Entpolitiſierung der Frage Die Gast piele im att vistischen des Mieterschutzes und sagte darauf wörtlich: ,, Es ist ein Zeichen der Feigheit einer Regierung, die aus lauter bür gerlichen Parteien besteht, also den Theater. 12 Kilometer Langlauf der Sportler( 26-35 Jahre): Hollmann Walter, Tannwald, 0: 56: 52; Klamt Rudolf, Deffendorf, 1: 08: 31; Dent Emil, Dug, 1: 30: 05. Sportlerinnen, 8 Rilometer Langlauf( 18-26 Jahre): Pörner Selma, Marienberg, 0:42:46 St.; Thomas Ella, Marienberg, 0: 43: 37; Franz Herma, Antoniwald, 0: 49: 35; Reigner Marta, Bodenbach, 1:00: 29. 6- Kilometer Mannschaftslauf: 1. Marienberg, 46: 01 Minuten; 2. Schreiberhau, 48: 29; 3. Def sendorf, 49: 42; 4. VII. Streis, 52: 12; 5. V. Streis, 53: 54; 6. Brieſtnis, Sachsen, 55: 40; 7. Dresden, Gotta, 1: 01: 12 St.; 8. Deffendorf, Alte Herren, 1: 02: 40; 9. Veffy Hamry, 1: 02: 55. zu Wir gehen sicherlich nicht fehl, wenn diese erhöhte Tätigkeit der politischen Bezirksverwaltung in Trautenau über Wunsch der dortigen Unternehmer erfolgt, die die Arbeiterschaft durch behördliche Schifanierungen, denn auf solche laufen ja die ganzen Amtshandlungen hinaus, einschüchtern wollen. Es wäre wünschenswert, daß vielmehr von seinem Glanze etivas zur Renovic- die Behörde in Trautenau genau so feinhörig wäre, rung der christlichsozialen Reputation in der Tsche wenn Arbeiter den Schutz der Behörde brauchen. choslowakei abgeben. Man sehe sich nur die Die Unternehmer sind von Haus aus die wirtUns arme Sudetendeutsche besuchen nicht Deutsche Presse" und jene Bürgerblätter fchaftlich Stärkeren und brauchen nicht die großze Brivatbesis verteidigende Gesell nur Piccaver und Bassermann, Baklanoff und an, die den Chriftlichsozialen willig die Reklame Fürsorge der Behörden, die Arbeiter hingegen föntrommel schlagen! In einer lächerlich wichtigen behördlichen Schuß immer brauchen. Die Be schaftsordnung programmatisch ver Bruno Walker, zu uns fommen in letzter Zeit tuerischen Weise wird der Besuch Seipels hörden sollen ja allen Staatsbürgern gleichmäßig treten muß, daß diese Regierung sich noch ganz andere illustre Gäste. Nicht alle treten nicht getraut ein Gesek herauszu auf den Brettern auf, die die Welt bedenten, viele einem Ereignis von jäkularer Bedeutung auf zur Verfügung stehen, und wenn Recherchen ge gebauscht. Die Deutsche Preffe" kann es nur pflogen werden im Interesse der Unternehmer, bringen, mit dem den Anforderungen haben sich ganz andere Bühnen ausgesucht. Für vierspaltig hinausschreien, daß der große Staats Dann wäre es wohl recht und billig, der Hausbesißer Genügegetan wird!" die Vermittlung dieser anderen Gastspiele sorgt mann Seipel den fleinen Mayr Harting besucht. wenn man überprüfen würde, wieIn dieser Auffassung unterſtüßte ihn der vor allem die ist folgt. Denn dem und nicht den Deutschen in der Tſche weit die Arbeiterschußgefeße von sie scheint damit zweierlei Ziele zu verfolgen. Ein choslowakei" galt wohl der Besuch, wenn er nicht den Unternehmerneingehalten wer später zum Wort kommende deutschnationale Ab- mal will sie sich wieder etwas in Szene feßen und überhaupt Beneš mehr als der christlichsozialen den. So aber fehlt jede gewissenhafte Stontrolle. mal will sie sich wieder etwas in Szene setzen und geordnete sa i bl. da sie sich mit Recht nichts davon verspricht, daß Partei galt. Die Deutschen in der Tschechoslowa Die Entpolitisierung, wie sie der Herr Ob sie den Mayr- Harting oder den Hilgenreiner vor fei Was immer auch die Ursache der Belästigung mann des Reichsverbandes der deutschen Haus- führt, von denen man gerade genug hat, so will ei haben in ihrer großen Mehrheit auch gar kein der Betriebsausschüsse im Trautenauer Gebiete besitzervereine propagiert, wäre, wie man sieht, sie die Aufmerksamkeit auf klingendere Namen dessen Tätigkeit durchaus nicht die eines besonders Betriebsausschüsse die politische Bezirksverwaltung Bedürfnis, den Herrn Seipel zu empfangen, sein mag, sei doch angeführt, daß das Wirken der eine feine Sache! Die Begründung der Richtigkeit lenken. Dann aber sollen die Gäste aus dem Aus- guten Deutschen war. Er, der gegen den An- und die Gendarmerie einen großen Schmarren an seiner Ansicht, daß die Regierung seig ist, erfolgte land in ihrer Heimat allerhand über die Erfolge schluß Desterreichs an Deutschland gearbeitet geht. Die Tätigkeit der Betriebsausschüsse ist durch mit folgenden Worten: des deutschen Aktivismus erzählen und ihm eine hat, den das Schicksal der Südtiroler ein Gese geregelt, und wenn ein Unternehmer „ Man braucht vor den Mietern gar teine gute Auslands presse versorgen. falt läßt, der den Ungarn am liebsten das Burmeint, daß ihm durch den Betriebsausschuß Un Angst zu haben. Die Organisation der Hausbesiher Bei dem Besuch der deutschen Zentrumsgenland zurückgäbe, ausgerechnet dieser nationslose recht geschicht, dann weiß gerade ein solcher stets ift fünfmal so start wie jene der Wieter. Außerdem journalisten war dies vor allem der Zwed nur römische, nur schwarzgelbe Reaktionär, follie sehr gut, wo er sich sein Recht suchen kann. Wir muß angenommen werden, daß der außerhalb der der Reife. Man woll'e ihnen zeigen, wie herrlich den Deutschen in der Tschechoslowakei" etwas zu protestieren daher auf das schärffte gegen jede par Mieterorganisation stehende Teil der Mieterschaft weit wir es mit der christlichsozialen Regierungs bringen haben?! teiische Einmischung der Behörden in das Betriebsfich längst mit den Forderungen der Hausbesißer tätigkeit hier gebracht haben. Die denischen Zen- Nein, er kam nicht unsertwegen und wir ausschüssewesen. Den Betriebsausschußmitgliedern identisch fühlt." trumsblätter, die mit unserer christlichsozialen stehen nicht um die Ehre seines Besuches. Er fam empfehlen wir, sich durch derartige Belästigungen Dr. Waresch wagt es also ganz offen jenem Preſſe ja nicht zu vergleichen sind, haben nicht zu seinen getreuen Schäflein in Silgenreiners arg nicht einschüchtern zu lassen, ihre Arbeit im InterTeil der Wieterschaft eine Ohrfeige zu versetzen, immer nach Wunsch über die Dinge berichtet die schütter gewordenen würde, um sie ein wenig auf- effe der Belegschaften gewissenhaft und unverber noch immer den deutschnationalen Parteren sich in der glorreichen Aera der Mayr- Hartingschen zurichten. Es sei den Klerikalen gegönnt, mit Per- drossen fortzuseßen. nachläuft und von der Vertretung der eigenen Regierungsbeteiligung zutragen. Nun sollten die fönlichkeiten, wie der Schoberprälat cine Interessen nichts wissen will. Daun leistete sich Herren aus dem Reich entsprechend eingefeift wer ist, und mit Reden, wie die Seipels eine war, Herr Dr. Maresch eine besondere Niedrigkeit, in- den; ob das wirklich gelungen ist, wird sich noch für die Auffrischung ihrer lädierten Partei zu fordem er, jedenfalls um die sozialdemokratisch ein zeigen. Wenn die deutschen Journalisten nicht gen. Es wird nich's müßen und wenn, da der gestellten Hausbesitzer für seine Ideen zu gewin- blind waren, werden sie sich über manches the Bapst doch nicht kommen kann, der Sorthy nen, frech behauptete: eigenes Urteil gebildet haben. selbst als Vertreter gut christlichsozialer Henker Der sozialdemokratische Abge- Einen anderen Sinn hat die Strapazierung politit fäme es wird unseren Klerikalen nicht ordnete Czermat hat einmal den Seipels. Er soll weniger im Ausland für den über die Sorgen der nächsten Wahlen hinweghelAusspruch getan: Die größte Dumm. Ruhm des Aftivismus sorgen das Wiener fent. Das einzige, was der Seipel für die Bruder heit ist damit geschehen, daß man mit Funder- Blatt läßt sich ja ohnehin um Gottes partei tin tönnte, wäre wohl, daß er ihr in ber Strone nicht gleichzeitig die Mic. Lohn zur Rechtfertigung jeder akiviſtiſchen den bekenntnis anhört und ihr die ten stabilisiert hat!" Schandtat gebrauchen- der Herr Prälat sollte le te Delung erteilt. Der Reichstag in Agonie. Berlin, 14. Feber.( Eigenbericht.) Die schon tagelang währenden Verhandlungen zwischen den Regierungsparteien sind auch heute ergebnislos verlaufen. Morgen vormittag will man noch die Beratungen fortseßen, aber es ist kaum mit dem Zustandekommen eines Kompromiffes zu rechnen. Es wird jeßt allgemein erwartet, daß es zu Neuwahlen bereits in der ersten Maihälfte tommt, Belt& Tagesnenigkeiten. ,, Daran ertenn ich den gelehrten Herrn.." Das Prager Tagblatt" hat einen Schmock ins Brirer Revier entsandt, damit die Börseaner von Prag schön auf dem Laufenden bleiben und zum Frühstück genau erfahren, wie es den anderen, den Börseanern der Arbeit", wie sie ein Bohemia- Kollege des TagblattSchmocks vor Jahren nannte, während des Streits ergeht. O, es liest sich so schön von einem Streit, der vielleicht sogar der Konkurrenz ein bisserl schadet, der vielleicht doch mit dem Mißerfolg der Arbeiter enden könnte. Und wenn nicht, so wird man die Kosten schon abzutvälzen wiffent, jedenfalls man wird doch da sehen--! In einem Stimmungsbild, das vielleicht gut gemeint, aber unglaublich verhatscht ist und gerade dann, wenn's nicht böser Wille ist, umso krasser den unwissenden Schmock verrät, der in Massenpsychologie macht, liest man da folgendes: Jbyllischer wird das Land um Brüg und Teplit nur, wenn diese Räder stille stehen. Dann wird auch die Luft reiner und die Menschen, die sich nun frei in ihr ergehen, ebenfalls. Man ficht die Bergarbeiter ihren ersten Streittag genießen wie einen frohen Feiertag. Sie spazieren in der fast frühlingswarmen Sonne auf den Straßen, im Sonntagsstaat, und ihre Gesichter sind rotgescheuert von gründlichem Waschen. So möchte man leben das ganze Jahr. Wenn von Lohnkämpfen und Streifursachen gesprochen und geschrieben wird, wird dieses psychologische Moment, das mit zum Streite führt, sumeist außer Acht gelaffen. Man spricht nur von materiellen Gründen und glaubt, daß nur die Aussicht auf etliche Prozente Lohnerhöhung den Arbeiter in den Ausstand treibt. Die Verbesserung seiner Wirtschaftslage ist ihut gewiß die Hauptsache, aber das selige Beto ußtsein: Morgen wird nicht eingefahren, ist auch etwas Kostbares. Millionen- Breis für den Flug New Port- Oftende. Für ein Stück Brot ständig dem Tode ins Angesicht sehen ist das Schicksal des Bergarbeiters! bas 0000000000000000000000000000000650000000 000000000 Mittwoch, 15. Feber 1928. Erfolgreiche Ausgrabungen. Von dem Leiter der von der Universität von Pennsylvanien und dem Britischen Museum gemeinsam unternommenen Er. pedition, die sich mit Ausgrabungen in der alten Stadt Ur in ChaIbäa befaßt, ist ein Bericht eingetroffen, daß dort im Grabe der Königin Schubad, die vor 5000 Jahren gestorben ist, Schäße von ungewöhnlichem Werte gefunden worden sind. Das Grab der Königin war unberührt, während das ihres Be. mahls geplündert worden ist. Am Eingang des Gra bes wurden die Ueberreste von sechs Wachtsoldaten mit eingeschlagenen Kupferhelmen gefunden. Im Grabe selbst befanden sich 50 Leichen von Dienerin. nen. Die Leiche der Königin war reich mit Gold und Lapislazuli verziert. Mann über Bord. Das amerikanische Fracht. schiff„ Mynave ,, ist bei Harding Ledge auf eine Felfentlippe aufgefahren, wobei drei Mann der Be fayung abgäugig wurden. Von zur Nachforschung nach den Germißten ausgeschickten Patrouillen schiffen wurde nun ein Boot aufgefunden, auf dem sich die drei Mann retten wollten. Das Boot lag mit Wasser angefüllt auf einer Sandbank der Stifte, wohin es anscheinend von den Wellen angeschwemmt worden war. Ranbmorb an einem Edelsteinsammler. Der 60. jährige Edelsteinsammler Robert 2. Hastings in New York wurde in seinem Bett erivärgt aufge funden. Es wurde festgestellt, daß ihm Edelsteine im Werte von über 25.000 Dollar( etiva 835.000 K) geraubt wurden. Das Vermögen im Rummy" verloren. Am Freitag wurden der Privatier Leo Luftig und seine Frau in ihrer Wohnung in Preßburg vergiftet aufgefunden. Die Frau fonnte noch gerettet werden, Bustig hingegen starb an den Folgen der Vergiftung. Leo Lustig, der vor dem Kriege Direktor der Prei burger Stabelfabrik war, hat in den letzten Jahren ausschließlich vom Spiel gelebt. Seitdem das Rummyspiel in die Mode gekommen war, verfor er darin Tag für Tag große Summen Die polizeilichen Erhebungen ergaben, daß Lustig im Numm sein ganzes Vermögen eingebüßt hatte. Er soll nicht weniger als eine halbe million tschechi. scher Kronen verloren haben. Doch scheint der Arbeiter des Brüger BergDie Autoraferci. In der Nähe des Reichstagereviers den ersten Tag seiner Arbeitsruhe mit gebäudes in Berlin geriet Sonntag nachmittags Maß und Ernst zu genießen. Da steht an der eine schmellfahrende Autodroschke ins Schleudern und Straße zum Bergarbeiterheim ein Gasthaus, das stürzte in die Spree. Der Chauffeur und ein Fahr ein einladendes Schild trägt:„ Zum Blauen Mon- den Säugling. Als dann der Gefängnisaufgang hatte die Aufgabe, die soziologischen und gast konnten abspringen und wurden in verletztem tag." Aber das Lotal bleibt leer. Man muß sein seher Hermann selbst ahnungslos heimfehrte, griff psychologischen Grundlagen der öffentlichen Volks- Bustande aus dem Wasser gezogen. Die Frau und Eleines Streiftapital schonen, die der Mörder ihn meuchlerisch an, verletzte ihn bildungspflege zu behandeln. Die Vortragenden der Sohn des verletzten Fahrgastes famen ums Lage ist ungewiß." burch Hackenhiebe lebensgefährlich und schlug ihm haben diese Aufgabe durchaus voll erfüllt, kein Leben. Wenn der nicht im Striegspressequartier war, ein Auge aus. Nachher flüchtete er in die Tsche Vortragender war durch irgendwelche parteipolidann hätte er doch hingehört! Das ist so einer, hoslowakei, wo er einen Notzuchtsakt tische Nebenabsichten an der restlosen Erfüllung der den sterbenden Soldaten bitten könnte, freund- verübte und eine schwere Störperverlegung seiner Lehraufgabe gehemmit. Der Sonderausschuß Kranz aus der Haft entlassen. lich zu blicken, wenn er photographiert wird! Der beging. Er wurde dann verhaftet und nach verharrt, unbirrt von der Meinung AndersDer Prozeß bauert an. hat fein kleines Hirnkapital beisammen, um zur Desterreich ausgeliefert. Sourada beträgt sich auch denkender, bei seinem Standpunkte, daß von den rechten Stunde ein wenig Schmalz an den Dred im Gefängnisspital äußerst gewalttätig, Gemeinden auf Grund der staatlichen BildungsBerlin, 14. Feber. Im Strangprozeß, der zu wenden, der dem Leser vorgesetzt wird. Und streitet mit seinen Mitgefangenen und bedroht sic. gefeße lediglich die Pflege einer neutralen, un nach der Pause am Sonntag und Montag heute sich vorzustellen, daß derselbe womöglich die von Am Samstag hat der Bursche einem Häftling politischen Volksbildung, an deren Entwicklung um 10 Uhr wieder begann, stellte der Verteidiger den Arbeitern zu Tausenden gekaufte„ Morgen im Raufhandel den Arm gebrochen. Man alle deutschen Parteien mitarbeiten können, ver- den Antrag auf Saftcntlassung des Angepost" mit Maß und Ernst bedient, gibt dem Gan- legte dem Tobenden Eisen an. Falls die Gerichts- langt werden kann. Weiter wurde festgestellt, daß tlagten, da nach dem bisherigen Verhandlungssen erst den frönenden Abschluß. ärzte Sourada für zurechnungsfähig erklären, der im Verhältnis zu den Lehrgängen der früheren ergebnis kein hinreichender Verdacht auf Mord So möchte er leben das ganze Jahr! wird die Schwurgerichtsverhandlung gegen ihn Jahre schwächere Besuch des Lehrganges sich, wie mehr bestehen könne. Der Saatsanwalt erklärte Soller so leben- aber die Spuren des wegen dreifachen Mordes, Mordversuches, Not- eingelaufene Zuſchriften beweisen, daraus erklärt, hiezu, er halte zivar die Anklage auf Mord nicht gründlichen Waschens möchten wir an sucht und anderer Verbrechen voraussichtlich An- daß manche Bezirksbildungsausschüsse infolge un- aufrecht, dagegen aber auf gemeinschaftlichen Tot feinem heute noch ungewaschenen Mund nicht ver- fang April in Krems stattfinden. günstiger finanzieller Lage der deutschen Selbst schlag und beantrage deshalb, den Haftentlassungs missen! Der Hellseher Erik Hanussen dem Leitmerißer verwaltung Vertreter in den Lehrgang nicht ent- antrag abzulehnen. Das Gericht verfündete nach Streisgericht eingeliefert. Sonntag wurde der Hell- senden konnten. Die Neutonstituierung der Be- kurzer Beratung den Beschluß auf Haftent scher Erik Sanussen, der in der letzten Zeit in sirksbildungsausschüsse und andere äußere Um- lassung des Angeklagten. Der Vorsitzende führt im Anschluß daran Leitmerit, Auffig und Teplitz durch seine Stunst" stände habent weiter dazu beigetragen, manchen großes Aufsehen erregt hatte und in Teplitz ver- Bezirksbildungsausschüssen die Entsendung von aus, die Aufhebung des Haftbefehles sei erfolgt, Brüssel, 14. Feber. Blättermeldungen zufolge haftet wurde, dem Untersuchungsgericht beim Bertretern unmöglich zu machen. Mit Berück weil der Angeklagte des Mordes nicht mehr hinfind die Bedingungen für einen Flug New Yore Streisgericht in Leitmeris eingeliefert. Wie wir sichtigung dieser Sachlage kann der Besuch des reichend verdächtig erscheine. Er regte eine wesentOstende ausgeschrieben worden, für welchen fol erfahren, bemühte sich der Leitmerißer Rechis Lehrganges als ein günstiger bezeichnet werden. liche Einschränkung der Beweisaufnahme an. Er Böser Ausgang einer Stilonkurrenz. Unweit fönne das von sich aus nicht tun. Er appelliere gende Preise ausgesetzt wurden: Derjenige, der anwalt Dr. Margulies bei der hiesigen Staatsals erst er die erwähnte Strede zurücklegen wird, anwaltschaft am Montag erfolglos um die Eni- von Chambery( Savvyische Alven) ging an der darum an die Prozeßbeteiligten, auf die Einerhält 1,000.000 Franks, der zweite haftung Hanussens. Stelle, an welcher gerade die Sfikonkurrenzen ab- schränkung Bedacht zu nehmen. 200.000 Franks und der dritte 100.000 gehalten wurden, eine ungefähr zwei Stilometer Grenzen des Bogsports. Montag abends fand im lange Lawine nieder. Einige Teilnehmer wurden dann zum Verzicht auf seine Zeugen bereit, wenn Der Verteidiger erklärte dazu, er fei nur Franks. Zu den Stonkurrenzen, an denen sich Saalbau Friedrichshain ein Länderborkampf zu verschüttet. Zweien von ihnen ist es nicht ge- die Staatsanwaltschaft auch den Verdacht auf ge Flieger aller Länder beteiligen können, sollen beschen Deutschland und Schweden statt. Da viele lungen, sich aus den Schneemassen heraus- meinschaftlichen Totschlag fallen lasse. Da die reits 15 Flugzeuge angemeldet wor- Freunde des Boxsports feinen Einlaß mehr zuarbeiten. Zur Hilfeleistung für die Verschütteten Staatsanwaltschaft dazu feine Erklärung abzuge den sein. jinden konnten, Hetterten etwa 30 meist jüngere wurden zivei Expeditionen entsandt, die jedoch ben bereit ist, wurde in die weitere Beweisauf Leute über die Zäune und Manern des Gartens, der wegen stürmischen Wetters ihre Rettungsarbeiten nahme eingetreten und als erste Zeugin die Mut Roch nützlicher aber wäre vielleicht sich an den Saalbau aufchließt, und versuchten ge: einstellen mußten. Brotmehl...! waltsam in den Saal einzubringen. Die Polizei ter des Angeklagten Frau Krank vernommen. Sie mußte, da die Saaldiener machtlos waren, Das Ende des griechischen Kalenders. Die gab sihend Aussagen, da sie sich schwach fühlt. Indianapolis, 14. Feber. Marinesetretär eingreifen und trieb die 30 hartnädigen Versammlung der griechisch- orthodoxen Kirche gibt Wilbur führte in einer Rede aus, die Regie- Boxtampsfreunde mit dem Gummik nü v. bekannt, daß die Stirche am 1. Oktober den greRechtsanwalt Frey erklärte, daß er für sich auf rung werde mit Telegrammen, Briefen und Ent- pel auseinander. Dabei wurde auch ein gro- gorianischen Stalender einführen, das heißt in der die Vernehmung des Zeugen Scheller verzichten schließungen überschüttet, in denen die Absender ßes Fenster zertrümmert. Als die Polizei Beitrechnung 13 Tage ausfallen lassen wird. wolle. Erster Staatsanwalt Steinbeck hielt jedoch ihrer Best ürzung über das neunjährige zur Feststellung der Täter schreiten wollte, flüchteten Fabritsbrand bei Donawis( Steiermark). In eine Bernehmung für nonvendig. Der Zeuge erklärt, Marineprogramm zum Ausdruck bringen, diese in die Kellerräume des Saalbanes und ver- der Fabrik für Erzeugung feuerfeſter Steine der er habe Kranz und seinem Sohn große Freiheiten deffen Ausführung 740 Millionen Dollar tosten stedten sich hinter Fässern, Tischen und Stühlen. Steierischen Magnesitinduſtrie A.-G. in Leiten- gewährt, da er seinen Sohn zu kennen glaubte und würde. Wilbur bedauerte diese Kritit an Schließlich konnten acht festgestellt werden, die bis dorf, entstand Montag nachmittags durch Explo- dachte, daß solche Jungen, die unter dem Schulzwang der Regierung und erklärte, die Frauen geben in zum Schluß der Borveranstaltung in Schutzhaft version eines Generators ein Brand, dem trot an- stehen, das Abenteuerliche lieben und auch einmal den Bereinigten Staaten jährlich das Doppelte bleiben mußten. Das tägliche Opfer des Luftmilitarismus. Berohet aus geben. Brande famen vier gestrengter Arbeit der Feuerwehr das ganze aus- frei für sich leben wollen. Als er die Gedichte des dieses Betrages für Verschönerungsmittel aus. Tobesopfer einer Zugsentgleisung. In der schinen zum Opfer fiel. Der Brand könnte erst in zurückhaltend zu sein, denn das Wissen des Krant gedehnte Gebäude samt Einrichtung und Ma- Strang gelesen hatte, habe er seiner Tochter geraten, Ranonenpulver sei aber manchmal nüßlicher als Station Claremont( USA., Staat Newhamp den Morgenstunden gelöscht werden. Das Direk schien ihm etwas sehr vorgeschritten. Auf Bitten Reispulver. shire) entgleisten 17 Wagen eines Laftzuges. Bei tionsgebäude und ein in der Nähe befindliches feiner Stinder habe er ein längeres Verweilen des Lagerhaus blieben unversehrt. Die Fabrit hat Kranz in Mahlow bewilligt. As sein Sohn mit 250 Arbeiter beschäftigt. Der Schaden ist be- einem Bekannten eine Autofahrt nach Paris unter flugzeug von einer Höhe von einigen hundert Auf treibenden Eisschollen umgekommen. trächtlich. Metern ab. Der Pilot ist seinen Verlegungen be- Von einigen hundert Fischern, die während des Ausgebrochene Irre töten zwei Boliziften. gehabt, da er dies als eine Gelegenheit ansah, daß nehmen wollte, habe er nichts dagegen einzuwenden reits erlegen. Sturmes von der Stronstädter Stüfte durch los- Von fünf des Nachts aus der staatlichen Frren- jein Sohn sich Autofahren und sonstige technische Der dreifache Mörder von Raabs wird auf gelöste Eisschollen ins Meer getrieben wurden, anstalt in Boston ausgebrochenen Wahnsinnigen Runsniffe aneignen könne. Auf Vorhalten des Vorseinen Geisteszustand untersucht. Der 18jährige find laut einer Funkmeldung des zur Nach wurden ein Inspektor der Nachtwache und ein fißenden erklärte der Zeuge, er habe nichts dabei Johann Sourada ist dieser Tage aus der forschung ausgesandten Wasserflugzeuges etwa 30 Wachmann getötet, zwei andere Wachleute ernst- gefunden, daß sein Sohn dadurch der Schule fern Untersuchungshaft des Bezirksgerichtes Raabs im Personen ums Leben gekommen. Die übrigen lich verletzt. blieb. Erst einige Wochen später habe er erfahren, Waldviertel nach Wien in das Gefängnisspital brachten sich an der finnischen Süste in Sicherheit. Bei der Unwetterkatastrophe in Norwegen wur- daß die Darstellung von der Fahrt nach Paris falsch gebracht worden, um auf Antrag seines Verteidi- Zum Voltsbildnerlehrgang in Prag. Der den nach den bisherigen Feststellungen etwa 200 war. Da er selbst geschäftlich viel fort war, habe er gers von den Gerichtspsychiatern unter- Sonderausschuß des Verbandes der deutschen Häuser zerstört und 20 Personen getötet. fich in Mahlow nicht viel um die jungen Leute kümsucht zu werden. Sourada hat, wie erinnerlich, am Selbstverwaltungskörper für das gesamte Volks- neberschwemmung in der Krim. Infolge des mern können. Auf weiteres Befragen gibt der Beuge 23. Juli in Raabs an der füdmährisch- österreichi- bildungswesen in Teplit- Schönau hat sich in durch die Bergströme verursachten Hochwassers find an, er habe die Wehrnehmung gemacht, daß sein fchen Grenze eine fürchterliche Bluttat begangen: feinen Sitzungen vom 23. Jänner und 6. Feber die niederen Stadtteile in Tschanaoi bei Simferoto! l Sohn mit Freunden zuweilen getrunken hatte. As er drang unvermutet in die Wohnung des Ge- laufenden Jahres mit den Angriffen, die in( Serim) überschwenunit. Der Bahnförper ist unter der Verteidiger eine Frage beaüglich eines bei ber fängnisauffchers Karl Hermann ein, überfiel einigen Tagesblättern( Bohemia" und Trop- spült. In der Umgebung sind zahlreiche Dörfer Familie Scheller geplanten Kostümfestes stellen deffen Frau Anna und fein vierjähriges Söhnchen pauer Post" gegen den von ihm veranstalteten überschwemmt, Dußende von Häusern zerstört, viel wollte, beanständete dies der Vorsitzende und. führte Rarl, tötete beide durch wuchtige Sadenhiebe Bolksbildnerlehrgang in Prag erschienen sind, be- Vich und Getreide vernichtet. Auch einige Menschen einen Gerichtsbeschluß herbei, wonach diese Frage und erwürgte den in der Wiege schlummern- faßt. Der Sonderausschuß stellt fest: Der Lehr- find ums Leben gekommen, als nicht zur Sache acböria nicht sugelassen wurde. Der em По e Mittwoch, 15. Feber 1923. Arbeiterjugend und Kino. Von Frit, Rosenfeld. Siebenmdfünfzigtausend Kinos gibt es auf der Erde. Rund siebzig Millionen Menschen sigen täg ad, lich in diesen Stinos. Rund siebzig Millionen Menfchen folgen der Lockung, die von den grellbunten Blakaten, den Bildern und Lichtern ausgeht, siebzig Millionen Menschen folgen täglich dem Ruf ihrer Sehnsucht, nach acht Arbeitsstunden eine Stunde long in eine andere Welt zu blicken, abgelenkt zu werben vom Alltag, sich zuerstreuen", sich zu unterhalten. 5 e n t 1= d + 3 + Gewiß, auch in diesen Filmen gibt es überragende schauspielerische eiſtungen, bedeutende Regisseure arbeiten an ihnen mit, geſchidte&.. autoren schreiben sie. Das Filmkapital hält eben all diese Künstler des Films in seinen Branden und läßt sie tanzen, wie es ihm beliebt; zur höheren Ehre und Verherrlichung der bürgerlichen Klassen herrschaft und der Ordnung des Profits, der Lüge, der Unterbrüdimg. Tich dem Bürgertum ungefährlich) wirb: bie Senfur Aber die Vormachtstellung des Bürgertums auf dem Gebiet des Films und das Gewaltmittel der Unterdurch die Zensur werden nich: verhindern können, brüdung aller Wahrheit und Wirklichkeit im Rino daß auch das Kino eines Tages von der Arbeitertariat gürst gen Wendung des Kampfes um das schaft erobert wird. Anzeichen einer für das Prole. Kino zeigen fich fchon. Kinos für die Sache der Arbeiterschaft. die GrobeDie erste Vorbedingung der Eroberung des rung dieser wichtigen Waffe im Kampf um die Macht, um die Gehirne der Menschen ist die ErNiemand darf den Menschen einen Vorwurf Kinos der Erde. Wißt ihr nun, was das Kino für Erkenntnis der versteckten kapitalistisch reaktionären Siebzig Millionen Menschen siten täglich in den femminis der Massengebundenheit des Kinos. Ist die daraus machen, daß sie so oft ins Kino gehen. Nichts ein Machtmittel in den Händen der herrschenben Tendenz der scheinbar harmlojen" Unterhaltungsift begre: flicher, als daß der Arbeitsmensch nach seitlaſſe iſt? Könnt ihr nun abſchäßen, was das Kino filme ner Tagesfron seiner Umgebung entfliehen und sich im Entscheidungskampf zwischen Arbeit und Kapital mit Hilfe der flimmernden Bilder auf der weißen bedeutet, in dem wir gegenwärtig stehen? Seintvand in eine andere Welt versehen will Eine gerechte und klassenlose Gesellschaft tönnte das Kino Aum idealen Aufenthaltsort dieser abgehamen, abgehetzten Arbeitsmenschen machen, fönnte ihnen dort Erholung, neues Erleben, tiefe Freude schenken und einen weiteren Blid in die Wunder dieser Welt. Aber unsere Gesellschaft ist nicht gerecht und faffenlos. Das Kino gehört der herrschenden Klasse. Um einen Film zu erzeugen, ist sehr viel Geld notwendig. Dieses Geld gibt der herrschenden Klasse bie Macht über das Kino. Und die Macht über das ino gibt der herrschenden Klasse eine ungeheueriche, in ihrer Ausdehnung faum abschätzbare wacht über Bewußtsein Mächtig ist der Geoner Kino nur, solange wir ihn nicht durchschaut haben. Sind seine Schl che und Winkelzüge erkannt, das Gewebe seiner Zügen und Falschmeidungen zerhauen, dann ist es mit seiWo das Kino auf die Seite der arbeitenden Menschen tritt, mit den russischen Filmen etwa, dort stößt es auf den erbitterten Widerstand des Bürger- ner Macht zu Ende. tums. Man hat in vielen Ländern( in Desterreich glücklicherweise nicht!) ein Mittel. den revolutionären Film aus dem Kino zu verbannen oder ihn zumin best so zu verstümmeln, daß er ungefährlich"( nämt Stoßtrupp in diesem Rampf gegen und um das Stino ist die Arbeiterjugend! ( Aus der dem Film gewidmeten Feber- Nummer der Zeitschrift„ Der jugendliche Arbeiter") Voltswirtschaft. das Menütfen her Menschen, über das Denken und die Finanzwirtschaft der Bezirke. I gaben, geschweige denn außerordentliche, wie für Handeln der großen Masse, die' m Rino Entspan img und Erholung vom Alltag sucht. Theater kennen, in die laum je ein Buch fich ver frrt, in die kaum je eine Beitung fommi. In all biese fleinen Orte fommt der Film. Und in all diesen Meinen Orten predigt er ebenso wie in den glänzenden Filmpalästen der grogen Städte die Lehre von der glüdlichen und gerech ten Gesellschaft, in der wir leben, von den„ Segmumgen", die der Kapitalismus, der Militarismus, das Kaiser- und Königtum, die Herrschaft der Millionäre und Milliardäre über die Menschheit bringt. Bette B Eine bürgerliche Stimme für den Achtftundentag. In der Zeitschrift Die Wirtschaft" beschäftigt sich. B. mit der Frage des Achtstundentages, die durch den Vorstoß des engl fchen Regierungsvertreters im Inter nationalen Arbeitsamt aktuelle Bedeutung gewonnen hat. Die Ausführungen sind deswegen beachtenswert, weil hier ein bürgerlicher Wirtschaftspolitiker int fachlicher und treffender Weise sich für ben Achtstundentag einsept. F. B. schreibt u. a.: liche im Widerstand gegen den Achtſtundentag ist ,, Das Merkwürdige, aber auch das Bedenk die Tatsache, daß der Kampf gegen diesen sozialen Fortschritt und daß der Achstundentag in einer Zeit, wo die Leistungsfähigkeit des Arbei ters durch den Zwang der Maschine aufs äußerste angespannt werden kann und wo ihn namentlich das laufende Band wie ein unerbittlicher Fronvogt unaufhörlich antreibt, ein Fortschritt ist, ist nicht zu be streiten in eine wirtschaftliche Epoche fällt, in der feit langem weit eher von einer Ueber- als von einer Unterproduktion gesprochen werden muß. Die Vervollkommnung des technischen Apparates hat die auf den einzelnen Arbeiter entfallenben, erzielbaren Leistungseffett ge 2. zuvei Beträge von K 86.000.- und K 300.000.- für den Bau von Straßen und ein Betrag von K 100.000.- für Ferienfürsorge aus dem ordentlichen Erfordernis gestrichen werde und diese Beträge durch Darlehen zu bedecken seien, weil Straßenbauten als Investitionsauslagen und der Bezirk nichts hat, müffen alle Normalarbeitszeit nunmehr erst recht in Frage rabe in ben letzten Jahren ganz Bauten usw., durch die gedrosselten Umlagenein. außerordentlich vermehrt. Die Stei Diese Macht ist faum einer undern veraleichbar. Berwaltungsgerichtes. Eine bemerkenswerte Entscheidung des Obersten fünfte deden können. gerung des Arbeitserfolges ist selbstverständlich nicht in allen Industriezwe gen gleich, sie ist auch Wie viele Menschen hören einen Vortrag? Wie Zwei Jahre zu spät! Es bleibt daher das unsterbliche Verdienst der nicht überall eingetreten; aber die Erfindung biele sehen ein Theaterstüc? Wie viele lesen ein bürgerlichen Vertreter, daß sie die Bezirke auf Eine Entscheidung, die infolge der durch das jeder neuen Maschine bedeutet dennoch eine Er Buch? Einen Bortrag hören zweitaufend, ein Gesetz betreffend die Neuregelung der Finanzwirtbiele Jahrzehnte hinaus verschuldet haben. sparung an manueller Arbeit, Beschleunigung des Theaterſtüc ſehen vielleicht hunderttausend, ein Buch schaft der territorialen Selbstverwaltungsverbände Durch die Sturzsichtigkeit diefer Leute werden Mittel Selbstverwaltungsverbände Durch die Sturzsichtigkeit diefer Leute werden Mittel Produktionsprozesses und Vermehrung der Pro lefen vielleicht fünfhunderttausend, vielleicht eine geschaffenen Umlagenbegrenzung bei den Bezirken der Allgemeinhet anstatt für die Allgemein- ultion. Wer die technische Messe in Leipzig beMillion Menschen. Was bedeutet das neben der und Gemeinden sich derzeit praktisch wohl nirgends heit, als Zinsen den Banken in den Rachen sucht, kann beobachten, wie beispielsweise in der Menschenzahl, die einen Film sicht? Ein großer auswirken fann, hat das Oberste Berwaltungsgericht gefchoben. Der Auffiger Bezirk beispielsweise bau: Metallindustrie jedes Jahr neue Erfindungen Film gelangt su hundert, zu zwei, dreihundert Wil am 28. November 1927 gefällt. Und doch ist diese derzeit ein großes Krankenhaus, deffen Kosten sich fabrikat abkürzen, indem sie lästige Zwischenbringt, die den Weg vom Rohprodukt zum Fertighonen Menschen und noch mehr. Nicht die verbrei- Entscheidung von äußerster Wichtigkeit und kann auf mindestens 25 Millionen Kronen belaufen. Was helfte Zeitung, nicht einmal das Radio, das durch die vielleicht später einmal den Bezirken um diese hätten diefe ſteuerscheuen Elemente aufgeführt, wenn Menschenhand gemacht werden müssen, ausschaltetſte stationen und insbesondere Hilfsarbeiten, die von Grenzen der Sprache gehemmt ist, reicht so weit handelt es vorliegends- von nicht zu unterschäßen- ihnen der Vorschlag gemacht worden wäre( nach ber fen... Was wäre also heute die Folge, went Da gibt es auf der ganzen Erde aber tausende fleine dem Vorteil sein. Der Tatbestand ist folgender: vorliegenden Entscheidung war der Bezirk dazu beder Achtstundentag tatsächlich überall abgeschafft Ortschaften und Dörfer, die lemen Vortrag und kein Infolge Berufung der Aufsiger Industriellen, rechtigt!), diefes Stapital in drei oder vier Jahres: Gewerbe- und Handelsgenossenschaften gegen den raten aufzunehmen und durch Umlagene' nhebung fo. würde? daß im Neunstundentag mehr erzeugt Voranschlag des Bezirkes Aufsig für das Jahr 1925 aleich wieder zu begleichen Himmel und Hölle hätten wird als im Achtstundentag, kann als feststehend eit entschieden, daß hat der Landesverwaltungsausschuß in Prag seiner- fie in Bewegung gesept, alle Regierungsstellen angenommen werden, wenn auch zugegeben wer hätten sie angerufen, froßdem die niedrigen Um- dett mag, daß die Leistungsfähigkeit des Arbeiters gerade in der neunten Stunde sehr beträchtlich 1. cine Post von K 50.000.- als Grundstod sirles ohneweiters dieſe ordentliche Bebedung ber haft, ob die Warenpreise in einem solchen Verhält lagen und die große Steuerkraft des Aufsiger Beabzunehmen pflegt. Es ist aber höchst zweifelfür einen zu schaffenden Pensionsfonds für die tragen hätten, weil dadurch die Umlagen noch lange Definitiven Angestellten des Bezirkes gestrichen nicht 300 Prozent erreicht hätten und nach diefer rapid anschwellen würde. Sicher ist nur das nis finken würden, daß der Konsum damit etwa furzen Zeit die Umlagen sprunghaft gefunfen werde, weil die Ruhegenüsse alljährlich als Erwären. So aber bezahlt der Bes't! Auffia fein neues eine, daß die Zahl der beschäftigten fordernis im Voranschlag erscheinen und ein Krankenhaus dreimal; infolge der durch vier bis beitslosen dagegen steigen würde Arbeiter geringer, die Zahl der ArPensionsfonds nicht notwendig sei; fünf Jahrzehnte zu leisterden Verzinsung zab und daß die Allgemeinheit damit zu rechnen zahl: der Bezirt statt 25 Millionen in Wir! hätte, mit noch höheren Beträgen zur Iicfeit 75 millionen Kronen! Nicht Arbeitslofenunterstübung herangeweniger als 50 Millionen Kronen werden im Laufe von vier bis fünf Jahrzehnten nur in diesem Falle zogen zu werden. Die weitere Folge einer allden Banken und anderen Geldinstituten an Zinien weitere Stillegungen von Betrieben, deren Begemeinen Arbeitszeitverlängerung wären vielleicht gezahlt. 50 millionen Kronen, für die schäftigung bei einer allgemeinen Ausdehnung der mehr zahlen, weil ein engstirniges ber zeigt fo recht deutlich, wie fopilos Europa feinen schaffenden Menschen des Bezirles gestellt würde. Die Behandlung dieses Problems ständnis loses Bürgertum vor jeder vor jeder brennendsten Wirtschafts- und Sozialproblemen In allen diesen Punkten hat nun das Oberste Ausgabe zurüdichredt, die den Intergegerübersteht und wie es trop allen Versicherun Verwaltungsgericht die Entscheidung des Landesvereisen der Allgemeinheit dienen folt gen über die Sanierung der Priegs- und Nachwaltungsausschusses über Beschwerde der Bezirksver. Und was hätte man für diese Summe allein der waltungskommission von Aussig als gesetzlich nicht Allgemeinheit nüßen können! Tausende Kranke, müßen fönnen! Tausende krante, riegserscheinungen von einer schweren Strife in die andere wanft." begründet aufgehoben mit der Begründung, doß das Sieche, Greise. Arbeitslose hungernde Menschen, Pensionsversicherungsgefeß vom 16. Dezember 1906 förperlich und geistig gefährdete Kinder hätte man den Bestand von derartigen Bezirksfonds ausdrüd vor ihrem Zugrundeschen retten können. Doch nein, lich vorsicht und weiters sowohl der Bau von die Bürgerlichen schieben diese Summe lieber den Straßen als auch die Ferienfürsorge eine alljährlich Banken zu und machen es dem Bezirk durch diese wiederkehrende Ausgabe darstellen. ständigen Zinsenlaften unmöglich, ausgiebice ir. forge zu betreiben Sie mögen dies als ihr Verdienſt buchen und sich auch darüber freuen, daß die gegenständliche Entscheidung gut zwei Jahre zu spät erfloß. so daß vorläufia ein praktischer Erfolg nicht zu erwarten ist. Die Arbeiterschaft wird ihnen ihre rückständige Handlungsweise zu gegebener Zeit heimzahlen. Ferienfürsorge als eine einmalige Ausgabe zu be trachten sei. Aber dieser bürgerliche Film ist flug. Er predigt nicht offen, o nein. Ihr wollt euch doch unterhal ten? Nun gut, unterhaltet euch. Seht diese harm lose, einfache Geschichte, in der der junge Arbeiter der Tochter des Millionärs das Leben rettet und sie heiratet. Bustig ist das, flott, man sieht hübsche Menschen, hübsche Kleider, schöne Landschaften, prächtige Feste. Ihr denkt nicht daran, daß euch hier gepredigt werden soll, diese unsere Welt ist eine ideale Welt, jedem steht der Weg zum Reichtum offen, er muß nur das Glüd haben, eine Millionärstochter retten zu dürfen; wer ein armer Teufel bleibt, der ist nur selbst schuld an seinem Elend; gerecht ist unsere Gesellschaft, wozu braucht es dann den Klassenkampf, von dem die verfluchten Soziali sten immer reden? Oder eine andere harmlose, heitere Geschichte: Da ist ein Kaiser, er mag nun Josef heißen oder anders, der will ein Mädel aus dem Bolle heiraten. Er ist ein Mensch wie die andern, nein, er ist unglüdlicher als die andern. Denn der Pepi darf feine Marie heiraten, wenn er sie liebt, der Kaiser Josef aber darf das nicht. Er muß sich für sein So weit handelt es sich also lediglich um eine Bolf voll und ganz opfern". Er ist unglüdlich, andere, und zwar richtige Ansicht des Obersten Verdamit sein Volt durch ihn glüdlich" sei. Und da waltungsgerichtes gegenüber fener des Landesvergibt es noch Leute, die von den Verbrechen der waltungsausschusses in der Frage, ob die oder jene Monarchie zu sprechen wagen? Ja, übersehen die Vost ordentlich oder außerordentlich zu bedecken ist benn ganz, daß alle Kaiser und Könige der Welt nur Was aber diese Entscheidung des Obersten Verwal ein Leben der Opferbereitschaft für ihre Völler ge- tungsgerichtes gan; außerordentlich wichtig erscheinen führt haben? Und da behaupten immer noch böse läßt, ist, daß sie den Bezirken( im Gegensatz zu den Revolutionäre, daß Kaiser und Könige ihre Völfer Gemeinden) die Entscheidung überläßt, eine Ausgabe cusgeplündert und in den Tod der Schlacht gehezt aus den laufenden Einnahmen( also durch Umlagen) haben? oder außerordentlich( durch Anleihen) zu bedecken. Das Oberste Verwaltungsgericht erklärt hiezu: Eder ein Lustspiel; fesche Offiziere, lustige Menfchen, Grafen, Adelige, fidele Mädchen. Eine schöne Welt war das doch beim Militär! Wenig Arbeit, biel Vergnügen. Und das soll nicht wederkommen? Weil diese dreimal verdammiten Sosialisten im Mili tär ein Senechtungsorgan der herrschenden Klasse, weil sie im Soldaten nur das Kanonenfutter für die imperialistischen Gelüste des Kaisers, für die Geschäfte der Börsianer und Kanonenfabrikanten sehen? Alte Theater- Anekdoten. ,, Lassen Sie Feldmarschälle singen." Es ist vor allem festzustellen, daß das Bezirksvertretungsgesetz betreffs der Einteilung des Vor anschlages in einen ordentlichen. und außerordent lichen keine Bestimmung enthält, insbesondere wird dar'n nicht vorgeschrieben, daß die außer den Petersburger Hof zu bringen. Leicht war es nicht, die berühmte Sängerin an ordentlichen Auslagen stets durch außerordentliche Man verhandelte. Lange. Einnahmen, insbesondere durch eine Anleihe zu Gabrielli forderte für zwei Monate die andecken wären Es ist nur eine Frage der wirt- ständige Summe von 5000 Dukaten. Darauf wollte schaftlichen Zweddienlichkeit, nicht aber eine Frage Ratharina nicht eingehen. der Gesezmäßigkeit, ob es im konkreten Falle nicht vorzuziehen wäre, einen außerordentlichen Aufwand aus den Einnahmen dieses Jahres oder durch Anleihen zu decken. Sie war sehr stolz, die berühmte Sängerin Gabrielli, die einst in Petersburg Triumphe feierte, und sich sonnen konnte in der Gunst der Kaiserin Ratharina II. Sie ließ antworten: einer meiner Feldmarschälle erhält soviel Gabrielli schlagfertig: Dann mögen Ihre Majestät auch die Feldmarschälle singen lasfen!" Der Sieb saß. Die 5000 Dulaten wurden bewilligt. Die Sängerin feierte Triumphe. Ob mun der Graf das arme Mädel heiratet oder die Prinzeffin den armen Gärtner, ob nun der Verbrecher bestraft und der beschuldigte brave Mann rengewaschen oder der Schurke, der dem armen Mädchen die Farm rauben wollte erschossen und der tapfere Trapper durch die Hand des Mädchens belohnt wird. ob wir einen edlen Fabrikanten oder einen feschen Offizier. eine wohltätige Dame oder einen leutseligen Staiser sehen, immer zeigt der Film Nach dieser Entscheidung bleibt es also den Beeine Welt, wie sie nicht ist, eine Welt der Züge, des zirken überlassen, ihre außerordentlichen Erforder Scheins, immer ist er bewußter hinterhältiger Beniffe unter Berücksichtigung der finanziellen Lage dos trug am Rinopubl tum das angeblich nur unter- Berinkes und der wirtschaftlichen Verhältnisse der holten, in Wirklichkeit aber davon überzeugt werden Bewohnerschaft durch Anleihen oder durch Umlagen foll, daß unsere Gesellschaft die beste und einzig zu bedecken Ein Standpunkt, den wir begrüßen und mögliche, die menschlichſte und gerechtefte und daß wünschen möchten. daß er auch auf die Gemeinden vor allem der Klassenkampf vollkommen unnötig ist Anwendung finden könnte Um Bezirke und GeBürgerlicher Klassenkampffilm- das ist der meinden vor Verschuldung zu schüßen, treten unfere barmlose" Unterhaltungsfilm in neun von zehn Vertreter schon immer dafür ein. DarlehensaufFällen. Und diese bürgerlichen Klassentampffilme nahmen zu vermeiden oder wenigstens aufpenom machen den größten Teil des Kinoprogramms aus mene Darlehen in kurzer Zeit durch UmlageneinUnd diese Ime, in denen nur zu oft die Revolu- bebung zurückzuzahlen. Leider kommt diese Entschei- Sie erhalten bei mir 30.000 Franken! Montion und das Proletariat offen beschimpft werden. dung mindestens zwei Jahre zu spät, da die Be- fieur Brizzi. Sic ebenfalls!" Das war der Heldenmuß die Arbeiterschaft stillschweigend hinnehmen? sirke dermalen nicht einmal ihre regelmäßigen Aus- tenor. Der**. Napoleon als Theaterbirektor. Es war in Dresden. Da hörte er Madame Baer, die Primadonna der Dr.sdner Hofoper. Er war entzückt von ihrem Spiel. Von ihrem Gesang. Da er selbst seine Hofkapelle zusammenstellen wollte, ließ er die Sängerin zu sich bitten:„ Was erba'ten Sie?" fragte er. ,, Sire, 15.000 Franken!" Der Artikel schlickt mit folgendem Urteil: Die Frage wäre: Findet Eurova mit der achta stündigen Arbeitszeit das Auslangen? Die Frage st be dem Stand der heutigen Produktionstechnik unbedingt zu bejaken. Genossen, lefet und verbreitet die Arbeiterpresse. ,, Ja, aber bei mir. Sie gehen mit nach Paris. Keine Widerrede. Die diplomatischen Verhandlun gen führt Monsieur Talleyrand. Das geht ihn an!" Sprachs und entführte der Dresdner Hofoper die beiden besten Künstler. Annektierte Künstler! Man wagte den Einwand: Majestät, wir sind doch engagiert!" * Schilaneder. Es ist etwas Schönes, eitel, selbstbewußt zu sein. So dachte auch Emantel Schikaneder. Das war einst ein Schauspieler. Ein Musiker. Ein Dichter Sogar Theaterdirektor war er. Und darauf bildete er sich sehr viel ein. Noch mehr aber, daß er ein großer Dichter war. Wer kennt heute noch den Namen? Schikaneder? Und doch, so ganz vergessen ist er nicht, denn er schrieb den Text zur 3 auberflöte" Er studierte auch die Erstaufführung ein. Auf seiner Bühne im Freihaus zu Wien. Das war am 80 September 1791. O, er tat sich wichtig Jagte die Schauspieler, die Sänger durcheinander.. Alles war ihm nicht recht. Was waren die Künstler froh, als der Vorbang herunterging und sie erlöst waren. Es war ein großer Erfolg. Sogar ein großer. Freunde gratulierten ihm. Herablassend sagte er: Ja, ja, die Oper hat gefallen, aber sie würde noch viel mehr gefallen haben, wenn mir der Mozart nicht soviel daran verpfuscht hätte!" Sagts und wirft sich in die Brust! Das war Schikaneder! Seite 6. Mittwoch, 15. Feber 1928. Turnen und Sport. Arbeiterbund für Sport und Körperpflege Defterreich( Astö). Dem Askö diente das Jahr 1927 zum organi| Fremdenverkehrskommission von Wien und Niedersatorischen Ausbau. Nicht nur neue Verbände, auch österreich hatten auch Sportveranstaltungen vorgeMitgliederzuwachs war zu verzeichnen, und das schon sehen, wobei der Astö mit seinen Verbänden verso notwendige zentrale Sportheim wurde eingerichtet. schiedene Veranstaltungen angesetzt hatte. Es ist zu An die Schaffung der Orts- und Bezirkskarteite nennen das Laufen Quer durch Wen, Fußballänderwurde herangetreten. Die Werbung für den Arbei- tampf England- Oesterreich, Radrennen, Sternlauf tersport hat 1927 nicht nur die Parteiöffentlichkeit der Leichtathleten und das Schwimmen Quer durch erfaßt, sondern auch die Bevölkerung, insbesondere Wien. Dadurch, daß diese Veranstaltungen durch im stärksten Bundesland Wien. Auch im inter- die Fremdenverkehrstommission im Ausland propanationalen Maßstab hat sich Desterreich Anerkennung giert wurden, sind auch unsere Verbände und Vererobert. Desterreich wurde dazu berufen, einen Prä- anstaltungen in die allgemeine Propaganda mit hinsidenten für die sozialistische Arbeitersportinter- eingenommen worden. In der zu gleicher Zeit stattnationale zu stellen. In seiner Hauptstadt soll das findenden Austellung„ Wien und die Wiener" war nächste Arbeiterolympia im Jahre 1931 statt der Askö mit einer eigenen zweigeteilten Roje verfinden. Wir können schon heute versichern, daß wir treten und die Verbände des Askö waren geschlossen uns dieser Aufgabe auch gewachsen und würdig er dargestellt Die Wirkung dieser Ausstellung für den weifen werden. Der Sportverkehr mit dem Askö und seine Verbände war gut. täglich waren Auslande war äußerst rege und hat dazu zwei Monate hindurch Flugschriften zu Tausenden beigetragen, der wahren Völkerverbrüde- aufgelegt und wurden diese durch die Besucher mit rung zu dienen. Die Arbeitersportler waren genommen. Die Ausstellung war eine wirksame auch mit den politisch bedeutsamsten Ereignissen des Propaganda für den Arbeitersport. Jahres eng verknüpft. Im Wahlkampf haben die Arbeitersportler für die sozialdemokratische Parte: und dadurch für den Aufstieg und Fortschrit in wuch tigen Demonstrationen ihre Stellung fundgetan. Durch die blutigen Ereignisse des 15. Der Film vom Oesterreichischen Arbeiter- Turnund Sportfest ist 1927 in Deutschland zehnmal und ebenso oft in Holland gelaufen In Desterreich achtmal. Wohl die beste Werbetätigkeit war die Wahl. Volksbuchhandlung Teplitz- Schönau Königstrasse Nr. 13 direkt gegenüber dem Neuen Stadt- Theater liefert alle Bücher, Zeitschriften Papier, Kanzleimaterial u. Schulartikel Geschenke für alle Feiern Bibliotheten für Organisationen, Vereine, Gemeinden, Gewerkschaften, Schulen usw. werden swedent. sprechend zusammenge stellt, sowie ergänzt, von der Bolfsbuchhandlung Jult in Wien wurde der Astö durch den Ber- propaganda der Arbeiterſportler am Ofterfonn Ernst Sattler, Luft von 22 Angehörigen betroffen. Der Sekretär des Verbandes der Amateurfußballvereine ( ,, Vafö"), Rudolf Rieder, wurde Ende 1927 zu Grabe getragen. Im Laufe des Jahres 1927 find nachfolgende Verbände dem Askö beigetreten: Sozialistische Arbeitag 1927. In den meisten Orten Desterreichs, insbesonders stark in Wien, veranstalteten die Arbeitersportler Umzüge und sportliche Veranstaltungen, die hauptsächlich in den Dienst der Wahlarbeit für die Nationalratswahlen gestellt waren, aber auch für die Propagierung des Arbeitersports nicht zu unterwaren. Die weite wurde die Karlsbad. terjugend, Verband der öfterreichischen Gewerfichafts- erneut auf be Rüblich feit Der Arbeiter Der fröhliche jugend, Jiu- Jitsu Klub, Verband der Arbeiter- Ten nis- und Eissportvereine, Arbeiter Flugsportverband, Arbeiter Radiobund und als Schutzverband der Verband der österreichischen Arbeiter- Fischereivereine. Nunmehr gehören dem Askö 16 Verbände an. Außer den bereits genannten: der Touristenverein„ Die Naturfreunde", Arbeiterradfahrerbund Desterreichs, Arbeiter- Turn- und Sportbund mit dem 17. und 18. Kreis, welcher die Turner und Schwimmer umfaßt, Arbeiterathletenbund Desterreichs. Arbeiterhandballverband, Arbeiterschach bund, Verband der Amateurfußballvereine Desterveichs, Arbeiterschützenverband und der Republikani sche Schutzbund. Durch die genannten Organisationen gehören dem Astö 2563 Vereine mit 190.865 Mit gliedern und 15.625 Kindern an. In der Mitgliedssiffer ist der Schutzbund unberücksichtigt. Kezzer Seitere Gattren von Rigolo: bewegung aufmerksam gemacht. Außerhalb Wiens hatten die Naturfreunde und Radfahrer eine weitverzweigte Flugzettelverteilung übernommen, so daß gesagt werden kann, daß die Arbeitersportler be: der im Jahre 1927 erfolgten Wahl und ihrem Ergebnis tüchtig mitgearbeitet haben. Besonders erwähnenswert wären außer den Wiener Bezirksumzügen der Stafettenlauf im 9. Wahlkreis, wobei 542 Kilometer Bolfsbuchhandlung durchlaufen wurden, überall die Sendboten der Sozialdemokratie freudigst erwartet und begrüßt. Der Bundestag 1926 hat die Errichtung der Ortskartelle beschlossen. Bis zum Jahresende sind dem Sekretariate über 600 bestehende Ortskartelle bekannt. Es sind sicherlich mehr, leider ist die Meldung nicht von allen Orten erfolgt. In Wien wurde die Errichtung von Bezirkskartellen mit Hilfe der Wiener Organisation ebenfalls in Angriff genommen. Bis zum Jahresende sind zehn Bezirkskartelle fonftituiert. Die Zusammenfassung der Ortskartelle in der Provinz zu Bezirks-, Kreis- und Landesfartellen ist noch zu lösen. Das Territorium wird sich mit den politischen Organisationen deden 11Teplitz- Schönau Rönigsstraße 18, Direkt gegenüber dem Neuen Stadttheater. Ɔ00) AUCH IM FASCHING vergißt Onkel Boby nicht, den Leuten vor Augen zu führen, daß Vitello eine einzig dastehende Qualitätsmargarine von unerreichter Güte und höchstem Wohlgeschmack ist. Faschingsgebäck mit VITELLO gebacken ist eine Delikatesse. Vitello Delikateẞ Margarine ist in jedem besseren Lebensmittelgeschäfte stets frisch zu haben. VITELLO Kunst und Wiſſen. Zweiter Baffermann- Abend. ,, Sünden der Jugend." Für den Kenner und Bewunderer der unver gleichlichen Kunst Bassermanns kann natürlich sich eine Episode nichts an dem Gesamturteil über ihn ändern. Man nimmt's hin als eine schmerzende Erkenntnis, die einem selbst oder vielleicht gerade dort, wo man liebt, nicht erspart zu bleiben vegt. 2. G. In den Verbänden des Askö erscheinen 12 Blätter mit einer Gesamtauflage von 220.100 Exemplaren. Zwei Blätter erscheinen derzeit wöchent lich, acht Blätter monatlich und zwei Blätter alle zwei Monate. Die Blätter haben im Jahre 1927 ihre Auflage bedeutend erhöht. Der Astö Vor etwa fünfzehn Jahren bin ich zum ersten selbst hat kein Blatt. Er hilft sich mit dem allMale er spielte den Oswald in Ibsens„ GeDie internationalen Beziehungen wöchentlich erscheinenden Asköpressedienst. sind gut. Insbesondere mit Deutschland, der spenster" zu Bassermann gegangen". Seitdem Dieser geht an die angeschlossenen Verbände und Tschechoslowakei, Lettland, Finnland, neuestens auch bin ich, sooft es ging, zu ihm gepilgert. Für Blätter, sowie an die Partei- und Gewerkschaftspresse mit der Schweiz und Polen. Auch Holland zählt uns Jüngere, die wir Sonnenthal, Lewinsky, Mitterund an den Internationalen Arbeiter Sportpreffe zu den Ländern, mit denen wir in ständiger Ker- wurzer nur vom Hörensagen kennen, ist Bassermann dienst. Der Internationale Sportpressedienst geh: respondenz stehen. Mit den anderen Ländern fall- doppelt absolute Größe, Inbegriff aller Höhepunkte an das Ausland und vermittelt dadurch die öfter weise. Besucht wurden die Landesfeste der Tschecho- deutscher Schauspielkunst. Sein Hamlet, Fuhrmann reichischen Nachrichten an das Ausland. Der öster- slowakei in Prag mit einer Expedition von 500 Hentschel, von ihm Traumulus", Stein unter Sonntag( 110-2) Kulturverband, 2½ Uhr:„ 3irreichische Arbeitersport ist dadurch bestens bekannt Personen, Lettlands in Riga mit 22 Personen und geworden. Die Herausgabe einer eigenen Astöpresse Finnlands in Helsingfors mit ebenfalls 22 Personen. stößt auf Schwierigkeiten, insbesondere finanzieller Der internationale Rongres in Helsingfors, bei dem Natur. Die Notwendigkeit einer einheitlichen großen vier Genossen des Askö anwesend waren, hat für Arbeitersportpresse wird aber mit der Entwicklung unser Land vollste Anerkennung gebracht. Der Vordes Arbeitersports immer deutlicher. Wöchentlich sitzende des Askö wurde zum internationalen Präsi zweimal, ab Dezember wöchentlich einmal fender benten gewählt. Das nächste Olympia im Jahre Radio Wien Sportnachrichten. Das 1931 wurde nach Wien verlegt Die größte zu erSekretariat sammelt die Nachrichten der Verbände ledigende Frage ist das Stadion in Wien. In der und übermittelt die Verlautbarungen an die Ravag. Internationale sind wir nach Deutschland das weit Die im Jahre 1927 abgehaltenen Festwochen der stärkste Land. Gastgeb. Sekretär. Schuld und Sühne. Von F. M. Dostojewsky; dramatisiert und am Weinberger Stadttheater inszeniert von Jan Bor. Tochter Sonja vertrinkt. Er –„ das Schwein Got. tes", weiß, daß er ein Unglüdlicher, fein Verworfener, erlöst werden wird, während Raskolnikow im Bewußtsein dahin siecht, ein Verfluchter zu sein Endlich findet er Frieden bei Sonja, die das Schidsal zur Dirne gemach: hat. Ebenso sinnlos we er den Mord begangen das Geraubte ruht unbeAuf den ersten Blick scheint es gewagt, einen rührt in seiner Matraße-, ebenso sinnlos hat sie Roman in die Form eines Dramas umzugießen. ihren Körper verkauft, eigentlich nur der SäuferWenn man jedoch bedenkt, daß das. tschechische leidenschaft ihres Vaters sich hinzuopfern. Endlich Theater in seinem lobenswerten Streben, dem Pu- findet Raskolnikow wieder im Geständnis den Rüd blikum auch fremde( und zwar gute) Kunst näher- weg zur Menschheit, zu sich selbst Regisseur Bor zubringen, auf den auffallenden Mangel echter hatte die Bühne episch ausgestaltet. 3. B. der Mord Steinen" -das sind unvergeßliche Erinnerungen Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. Mittwod( 106-2) Gastspiel Jlling, 7 Uhr:„ Die höne Helena". Donnerstag( 105-1) neuem studiert, 7% Uhr:" Die Entführung aus dem Serail", Freitag( 107-3) 7% Uhr: Katja Kabanova", Samstag( 109-1) Gast spiel Louis Jlling, 7 Uhr: Polenblut". Serail". an die allergewaltigsten fünstlerischen Erlebnisse.us prinzessin"; 7% Uhr:„ Leonie" MonDiese zusammengeballte Straft. diese erschütternde tag( 1084) 7% Uhr:„ Entführung aus dem Liebe, diese menschlichste Wärme, diese darstellerische Spielplan der Kleinen Bühne. Mittwoch: Bank Meisterschaft im Ganzen und in jeder Einzelheit nirgends auf der deutschen Bühne von heute haben sie ihresgleichen. xxxxxxxx ཤཤག ཀ་ བཀ beamten II.:„, and der Verheißung." Donnerstag: Stöpsel." Freitag. Stulturverband: Und nun begegnet man Bassermann nach Jch. Stöpsel" Samstag, zum erstenmale: 3hr ren wieder, am ersten Abend in einem wahrlich nicht Mann." Sonntag, 3 Uhr: Ihr Mann": 7½ gewaltigen Schnipler- Stück und am zweiten Abend Uhr: Olga von der Wolga." Montag, Bankin dem allseits mit Recht unbekannten Lustspiel von beamten I.:„ Serer" Coward Sünden der Jugend", das aber ebenso 000000 gut Sop oder trop" oder„ Schein und Wein" oder noch anders heißen könnte." Nota bene: mit einem Verbreitet den Sorialdemokra". Ensemble, das bereits als höchstens durchschnittlich gekennzeichnet wurde. Während der ganzen Komödie habe ich darüber nachgedacht ,, welch' anerkennenswerter Grund Albert Bassermann könnte bewogen haben. so auf Reisen zu gehen! Wir wollen annehmen, daß er beweisen wollte: der große Schau spieler braucht weder Dichter noch Rollen; es genügt, daß irgendwo irgendwer das Gerippe eines Menschen aufgemalt hat den einmaligen, lebenswarmen, liebenswerten Menschen mache schon ich daraus. Nun, diesen Beweis hat uns Bassermann geliefert. Und also fönnen wir auf seinen Wallenstein, Herausgeber: Dr. Ludwig C8 ch Berantwortliche: Redakteur Dr Emii Strauß. ruch Deridie de tunaehlen eiellichatt in Prag Für den Druck verantwortlich Otto Hoitk. Prag. Die Beuungsmarfenirantatur wurde von der Boff. u. Telegraphene refiion mit Erlak Rr. 127 431 V7 am 14. Mar 1927 bem · litat. Allen Genossen und Genossinnen empfehlen sich zur Herstellung Theaterstücke in der russischen Literatur stoßen an der Tröblerin: Eine ganze Gaffe füllt die Szene. feinen Egmont, leinen Marinelli perzichten? Dit sämtlicher Drucksorten mußte, findet man diesen Ausweg begreiflich, um Das Haus, in dessen letztem Stod sie wohnt lange nichten. Wir müssen es auf das Tiefste bedauern, so mehr, als ihn der Erfolg heiligte. Es zeigt sich Treppen führen zu ihr ist aufgeschnitten. All daß uns Bassermann eine feudale Komödie unwahrnämlich das Seltsame: Raskolnikow, jenen Gesetzen der Schmutz, alles Verborgene. Niedrige, Lichtlose scheinlichen Inhalts vorspielte, über deren Hohlheit des Theaters zum Troß, die sich die Schulweisheit um die Greisin wird enthüllt. träumen läßt, wirkte und erschütterte. ſchwer ſeine Schritte über Raskolnikom hebt und Witz- Armut nicht einmal feine unerhörte stünſt nie endemvollende lerschaft hinwegzuhelfen vermochte, geschweige denn Raskolnikow, der von der mütterlichen Erde los- Treppe. Es ist etwas wie Menschheitsschicksal in das nur charmante und routinierte Spiel seiner gerissene Intelektuelle, wird nicht erst durch den ihrem unheimlichen Takte Oder eine der stärk- Gattin, die Naivenkunst des Fräulein Carola WagMord sündig. Er wollte ja nicht arbeiten". Er sten Szenen: Der Tod Marmeladows. Der ganze, ner, und welche Leere die übrigen Darsteller schon ,, lag da und dachte nach". Ernannte sich in maß- düstere Hofraum einer verwahrlosten Mietsbarade gar nicht auszufüllen vermochten. loser Selbstüberhebung zum Genie, zu einem ,, Ueber- in der Vorstadt. Gruppen um den Sterbenden. Albert Bassermann, dieser geniale Künstler, der menschen, jenseits von Gut und Böse" wie jene jag- Was für Gruppen! Nur ein wirklich großer Künst- so unergründlich tief in wahre Poeten hineinzuten, die sich di Mühe gaben, Niesiche mißzuverstehen. Ter und vielleicht nur ein Slave- vermechte horchen versteht, und der es so unübertrefflich verDieselben, die threr Fälschung später das Feuersiegel dies so und nicht anders nachzugestalten. Die Einzel- mag, tausende menschliche Gestalten zu erfühlen und des Weltkrieges aufdrückten. Dostojewsky erfannte leistungen: Der Raskolnikow( 3dener Stevánek) groß- nachzubilden, hat andere Aufgaben. Wir wollen daschon 1866, durch die unsäaliche Qual des Hungers, zügig angelegt, aber nicht ganz richtig erfaßt. Be- von schweigen, daß diefer Große prädistiniert dazu durch die Tortur der sibirischen Kerker, durch den sonders im ersten Teile überwog das Pathologische wäre, der Schauspielkunst einer kommenden Zeit die Schrecken eines fast vollzogenen Todesurteils, hin- in dieser Gestalt und beengte das Grüblerische, ganz Wege zu bahnen. Aber daß er selbst als bedeutenddurchgegangen, was Strindberg, ringend mit seinem gegen die Absicht Dostojewskys Raskoln low aber, ster lebender Vertreter des bürgerlichen Theaeigenen Jch, 1900 wiederentdeckte: Verbrechen als als pathologischer Einzelfall. beschränkt die Ewigkeit ters dessen seichtestes Niveau aufsucht, um zu zeigen, Folge, Strafe der Sünde. Nicht was geschah, be- des grandiosen Werkes. Erst im zweiten Teil stei wie hoch er über allem steht, das sonst in diefen drängt Raskolnikow- was liegt an der Greisin certe Stevanet ins Menschlich- Problematische. Von Gewässern zu plätschern pflegt, dafür gibt es wahrIwanowna, diesem Parasiten?- daß es geschah, den weiblichen Spielern waren Iwanowna( mlich nicht viele Milderungsgründe. Wir wollen nur läßt ihn mit Mutter und Schwester, mit seinem Sellerová) und Sonja( O Scheinpffusová) die stärt hoffen, daß es nicht erschwerende Umstände gibt, Freunde, mit der Welt zerfallen. Sein Gegenpol iſt ſten Leistungen. Hans Klaus. deren einer etwa in der dankbaren Rolle der Frau Else Bassermann liegen fönnte. der Säufer Marmeladow, der das Sündengeld seiner GARTNER C TO Nordböhmische Druck- u.Verlags- Anstalt Gärtner& Co., Bodenbach a. E. G. m. b. H. Großbuchdruckerel, Stereotypie Buchbinderel. neueste Setz- und Gleẞmaschinen mit einer nges leistung von 500.000 Buchstaben, Rotationsmaschinen wlt elner Tagesproduktion von 250.000 Zeltungen Fernsprecher Nr. 271 Postsparkassa Nr. 127 863.