Nr. 287. Abonnements- Bedingungen: Abonnements-Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mr., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 fg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntagss Nummer mit illuftrirter Sonntagss Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- Zeitungs Preisliste für 1898 unter Br. 7576. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 15. Jahrg. Die Insertions Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Roloneis geile oder deren Raum 40 Pfg., für Bereins: und Bersammlungs- Anzeigen, sowie Arbeitsmartt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition tft an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Ternsprecher: Rmt I, Mr. 1508. Telegramm Adresse: Bozialdemokrat Berlin". Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Der Nimmersatt. Donnerstag, den 8. Dezember 1898. Freiwilligen- Truppen, die nicht einmal Milizen im schweizerischen Sinne waren, werden von denen keines stehenden Heeres übertroffen, und die Logik der militaristischen Motive" schlägt dem gesunden Menschenverstand ins Gesicht. und Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. der Freisinnigen, Schmidt Elberfeld, 158 Stimmen und Singer 51 Stimmen. befam Bei der folgenden Stichwahl wurde Schmidt- Elberfeld zum zweiten Vizepräsidenten gewählt. Die Wahl der Schriftführer mußte ebenfalls durch Stimmzettel erfolgen. wobei die Sozialdemokraten den von ihnen vorgeschlagenen Abg. Schippel durchsetzten. Nächste Sigung Montag, den 12. Dezember, nachmittags Die Fronie der Weltgeschichte hat sich niemals Der Militarismus hat wieder Hunger. Nicht den gewöhnlichen Hunger, denn der ist chronisch Nicht weniger glücklich ist die Bezugnahme auf St u ßland wie der Wolfshunger nein außergewöhnlichen und Frankreich. Was die russische Regierung angeht, so Hunger: Hunger nach einem außergewöhnlichen Bissen. hatte sie durch den Vorschlag des Baren wenigstens Nicht nach Hunderten und Tausenden von Soldaten, sondern eins ehrlich bekundet: daß daß ihre Rüstungen den gleich nach Zehntausenden. Ein ganzes neues Armee- Bielen ihrer Politit nicht genügen. Wäre dem 2 Uhr: Etatsberathung. forps will der Moloch: 26 576 Soldaten mehr der nicht so, fühlte Rußland sich hinlänglich stark für einen Friedenspräsenzſtärke. Und die Mehrausgaben dauernd. Weltkrieg, so würde der Vorschlag nimmermehr aus dem klassischer und beißender bethätigt als in der gestrigen Sitzung d. h. für jedes Jahr in Zukunft auf 27 388 000 m. geschäßt, Privatkabinet des Zaren herausgekommen sein. die einmaligen aber auf 132 778 000 M. Also fordert es die Und nun gar Frankreich! Haben die Gelehrten des des deutschen Reichstags, wo dem Fürsten Bismard neue Militärvorlage. Und was wird zu deren Begründung Militärkabinets und des Generalstabs, welche die neue Militär- nach seinem Tod die bei Lebzeiten ihm versagte Ehrung gefagt? Es heißt in den„ Motiven" wörtlich: borlage ausgearbeitet und„ begründet" haben, in den letzten als Nationalheros und Säkularmensch, sondern als einfaches „ Das Gesetz vom 3. August 1893 hat die Friedenspräsenzstärke fünf Jahren nichts wahrgenommen? Haben sie nicht gelesen, Mitglied des Reichstags- und gewährt ward durch den borlage ausgearbeitet und„ begründet" haben, in den letzten gewährt ward, gewährt ward nicht in seiner Eigenschaft des deutschen Heeres bis zum 31. März 1899 auf 479 229 Mann was unsere Kinder schon in der Schule lernen, daß Frankreichs Mund desjenigen Mannes, der in der Glühhize des Kulturfestgestellt; ihre erneute gesetzliche Regelung ist mithin zum 1. April Bevölkerung it a bil ist, während die deutsche sich rasch kampfs dem lebendigen Reichskanzler das berühmte Pfui! 1899 erforderlich. Mit lebhafter Genugthuung darf das deutsche Volt auf die vermehrt, daß Frankreich 15 Millionen Bewohner fettberfloffenen Jahre zurückblicken; eine weise Bolitil, ge- weniger zählt als Deutschland, und daß Frankreich, weil sugerufen hatte und seitdem aus dem schlimmsten aller Reichsstützt auf eine starte, friegsbereite Armee, hat ihm den Frieden in es außer stande ist, noch länger mit Deutschland gleichen Reichstags, d. h. der deutschen Nationalvertretung geworden feinde der fast einstimmig gewählte Präsident des deutschen allen politischen Wechselfällen zu bewahren gewußt. Schritt in der Heeresvermehrung zut halten, jetzt tuniserer Armee nothwendig machten, haben sich nicht geändert. Tauf mit Deutschland aufzugeben, oder bie allgemeine welcher Wandel der Dinge! Die Verhältnisse, welche vor fünf Jahren die Verstärkung vor der Alternative steht, entweder den militärischen Bett- jerum jerum jerum- O quae mutatio rerum- ach, Nach wie vor ist Deutschland infolge seiner geographischen Lage Boltsbewaffnung einzuführen? bedroht; die Nüftungen der Nachbarstaaten sind auch in der Gelehrten des Militärkabinets und Generalstabes denn das Zur Erinnerung. Zwischenzeit planmäßig und mit einem großen Aufwande von Nachspiel des Dreyfus. Prozesses vergessen? Ganz Abrüstung erschien, wurde von deutscher Seite offiziös die Als Ende August d. J. das Zaren- Manisest über die Mitteln fortgesetzt worden. 3 war bietet die Friedenskundgebung Seiner berschwitzt, wie in Frankreich die öffentliche Meinung sich mit Identität" der Anschauungen verkündet. Wir wissen Majestät des Kaisers von Rußland die Gewähr. Elementargewalt gegen das stehende Heer, gegen den Mili- also seitdem, wie unsere Regierung über den Militarismus daß zur Zeit ein Angriffstrieg von dieser Seite tarismus und vor allem gegen den militärischen denkt- es sind die Gedanken jener russischen Botschaft, die nicht beabsichtigt wird; aber eine Abrüstung ist Geist" wendet, diese absolute Negation des bürger- in ihren Hauptwendungen besagten: nirgends erfolgt und unter den jeßigen Ber- Lichen Geistes, dieses Hemmniß für jedes freie und gesittete hältnissen auch taum zu erwarten. Staatswesen? " Und haben die Mit erschreckender Klarheit hat der Verlauf des spanisch- amerikanischen Krieges den Beweis ge= Kurz, eine unglücklichere und lahmere Begründung als liefert, wie schwer der Mangel einer sorgsamen und planmäßigen die, welche dem neuen Militärgesetz beigegeben ist, war einKriegsvorbereitung im Frieden sich rächt; fein Bolt fann sie ent- fach nicht denkbar. behren, wenn es Ansehen und Besitzstand behaupten will. So wird, Indeß, was verschlägt das dem Moloch? Der Moloch auch in Zukunft der Grundsaß in Geltung bleiben, daß ein starkes, berachtet die Logik der Moloch hat Hunger. Und der wohlorganisirtes Heer der feste Eckpfeiler des Staates und zugleich Moloch hält den Militärstaat mit eiserner Tage der die sicherste Bürgschaft des Friedens ist. Bien muß. Unsere Nachbarstaaten land Muß? Frankreich und das europäische Rußarbeiten rastlos an der Vervollkommnung ihres Heerwesens. Sie haben, in Verbindung mit einer weit höheren Friedenspräsenzstärke als die unserige, ihr jährliches Retrutenfontingent auf 250 000 und 300 000 Wann gesteigert, während in Deutschland die etatsmäßige Rekrutenzahl nur etwa 227 000 Köpfe Als 1893 der deutsche Reichstag die damalige Militärbeträgt. Ihre Kriegsorganisation ist in den letzten Jahren viel- borlage ablehnte und deshalb aufgelöst ward, ergaben fach wesentlich erweitert worden; in Deutschland hat nur durch die Wahlen des 15. Juni 1893 ein Stimment= Umformung der vierten Bataillone der Infanterie- Regimenter mehr 1897 ein vereinzelter Schritt in der Richtung stattgefunden. tarismus. von einer Million gegen den MiliDemgegenüber lehrt die Erfahrung, daß bei allen Waffen die Zahl der Gewählten nicht der Zahl der Wähler entspricht, Nur durch das mangelhafte Wahlsystem, das fich im Laufe der Zeit Mängel und Lücken herausstellen, welche beseitigt werden müssen, wenn nicht die Leistungsfähigkeit und Ge- ließ es sich erwirken, daß die damalige Militärvorlage mit fechtstraft nach und nach gelähmt werden soll. Ach und Krach, durchgedrückt" wurde. Sie setzte die FriedensAenderungen und Ergänzungen der Formationen sind deshalb präsenz auf 557 093 Mann fest. Und feierlich wurde verdas Kennzeichen eines gefunden, sich innerlich festigenden Heeressprochen, daß dies die Iette Heeresvermehrung sei. Das organismus; ein Stillstand in dieser Entwicklung führt schließlich Versprechen wird jetzt damit erfüllt, daß die Friedenspräsenz zum Verfall und damit im Ernstfalle zu schweren Rückschlägen. von nun an 583 669 Mann 26 576 mehr Wenn wir uns daher der Nothwendigkeit nicht verschließen dürfen, soll. Ein vernünftiger Grund ist nicht vorhanden. Niemand betragen daß zur Erhaltung der Schlagfertigteit unseres Heeres organisatorische bedroht uns, wenn wir nicht andere bedrohen. Maßnahmen getroffen werden müssen, so bietet doch die gegenwärtige politische und militärische Lage die Möglichkeit, von dem System Und nicht genug mit der diesmaligen kolossalen Verplöglicher erheblicher Heeresverstärkungen abzugehen und statt mehrung der Präsenzziffer! Die neue Militärvorlage sett dessen einen planmäßigen, ruhigen Ausbau ins Auge zu fassen. eine dauernde Heeresvermehrung fest Hierin liegt ein wesentlicher Fortschritt gegenüber der Vergangen- nach der Volksvermehrung Giebt es nicht ein deutsches Volt? Und des Boltes Wohl und des Voltes Wille ist das oberste Gesek. je " Da die finanziellen Lasten eine steigende Richtung verfolgen und die Volkswohlfahrt an ihrer Wurzel treffen, so werden die geistigen und physischen Kräfte der Völker, die Arbeit und das Kapital zum großen Theile von ihrer natürlichen Bestimmung abgelenkt und in unproduktiver Weise aufgezehrt. Hunderte von Millionen werden aufgewendet, um furchtbare gerstörungsmaschinen zu beschaffen, die heute als das letzte Wort der Wissenschaft betrachtet werden und schon morgen dazu verurtheilt sind, jeden Werth zu verlieren, infolge irgend einer neuen Entdeckung auf diesem Gebiet. Die nationale Kultur, der wirthschaftliche Fortschritt, die Erzeugung von Werthen sehen sich in ihrer Entwickelung gelähmt und irregeführt. Daher entsprechen in dem Maße, wie die Rüstungen einer jeden Macht anwachsen, diese immer weniger und weniger dem Zweck, den sich die betreffende Regierung gesetzt hat. Die wirthschaftlichen Krisen sind zum großen Theil hervorgerufen durch das System der Rüstungen bis aufs äußerste, und die ständige Gefahr, welche in dieser Kriegsstoff- Ansammlung ruht, machen die Armee unserer Tage zu einer erdrückenden Last, welche die Völker mehr und mehr nur mit Mühe tragen können. Es ist deshalb klar, daß, wenn diese Lage sich noch weiter so hinzieht, sie in verhängnißvoller Weise zu eben der Katastrophe führen würde, welche man zu vermeiden wünscht und deren Schrecken jeden Menschen schon beim bloßen Ge dankenschaudern machen. Diesen unaufhörlichen Rüstungen ein Ziel zu setzen und die Mittel zu suchen, dem Unheil vor zubeugen, das die ganze Welt bedroht, das ist die höchst e Pflicht, welche sich heutzutage allen Staaten aufzwingt." So denkt also unsere Regierung. Ihre Handlung eine Art gleitende aber besteht in einer neuen Militärvorlage! Heißt das nicht mit heit, sowohl in volkswirthschaftlicher, als auch in militärischer Stala des Militarismus. Das ist in klassischster Bewußtsein jener Katastrophe, von der das Manifest Beziehung. 營 Deutsches Reich. Die Bezugnahme auf den russischen Abrüstungsvorschlag Selbst attor von Schraube ohne Ende. Dies kann das Form die Schraube ohne Ende. Und obendrein ein eindringlich redet, entgegen führen? liest sich wie eine blutige Satire. Der Zar will abrüsten und deutsche Volt sich nicht bieten lassen. Der Moloch ist ein verlangt das alle abrüsten, allein niemand rüstet ab und Nimmersatt er hat immer Hunger, und immer folglich ist es nichts mit der Abrüstung und wir müssen um- Hunger nach mehr. Zu den gegenwärtigen Ausweisungen war in Berliner gefehrt noch mehr rüsten. Kann man die Friedenskundgebung ganze Länder aufgefressen, und ermannt sich das deutsche Kenntniß der Reichsregierung von den betreffenden preußischen Gleich der Kirche hat er schon Blättern mitgetheilt worden, diese Ausweisungen seien ohne des Zaren deutlicher desavouiren? Bolt nicht, so wird er auch unser Deutschland auf- Provinzialbehörden vorgenommen worden. Darauf schreibt die Nordd. Allg. 8tg." offiziös: Heißt das nicht die sämmtlichen Regierungen Europa's, fressen. die ohne Ausnahme den russischen Abrüstungsvorschlag mit Jubel und Lobeshymnen begrüßt haben, der nichtswürdigsten sich hinter seine Vertreter! Sträftige es sie zum Widerstand! Nieder mit der neuen Militärvorlage! Stelle das Volk Heuchelei anklagen? Was immer die Absichten des Zaren gewesen sein mögen: für die Regierungen, an die fein Vorschlag erging, war die Wahl nur zwischen zwei Antworten. Entweder sie mußten erklären: Dein Vorschlag ist Schwindel und Heuchelei, und es fällt uns nicht ein, eine fo erbärmliche Komödie mitzuspielen. Und kommt es zu einer Auflösung des Reichstages, dann steht die Wählerschaft zu den treuen Vertretern und gehe zur Wahlurne mit dem Nuf: Nieder mit dem Militarismus! Berlin, den 7. Dezember. Ein hiesiges Blatt läßt sich aus Oesterreich- Ungarn" schreiben, der Herr Reichskanzler habe der Wiener Regierung zu er tennen gegeben, daß er die jüngsten Ausweisungen öfterreichischer Staatsangehöriger aus Preußen nicht billige. Wir sind zu der Erklärung ermächtigt, daß diese Behauptung unwahr ist. Der Reichskanzler nimmt also die Verantwortung für die Ausweisungen und ihre Folgen auf sich. Bisher war das Ausland besonders nach der Erklärung des Herrn b. Köller zu der Annahme berechtigt, daß die Ausweisungen ohne Einvernehmen mit der Zentralbehörde von den Provinzial- oder Bezirksregierungen ausgegangen seien. Wir glauben nicht, daß die nun erfolgte offiziöse Versicherung des Gegentheils auf unsere Beziehungen zum Ausland besonders günstig wirken werde. Oder sie mußten sagen: Wir können aus Respekt vor Politische Weberlicht. Dir Deinen Vorschlag unmöglich als Schwindel und Heuchelei betrachten. ft er das aber nicht, ist er ernst gemeint, so gilt es vor allen Dingen, durch die That den Ernst zu be- Heute hatte der Reichstag nur Wahlarbeit. Zum weisen: mache sofort Vorschläge zur Abrüstung und gehe ersten Präsidenten wurde Graf v. Ballestrem( 3.) gewählt. mit gutem Beispiel voran! Die Nationalliberalen gaben weiße Zettel ab. Bismarck wird Nach der„ Begründung" der neuen Militärvorlage sind sich im Grabe herumdrehen. Der Mann, der ihm das die Regierungen anders verfahren. Sie haben den Zar mit historische Pfui! zurief, als er Kullmann dem Zentrum an die Konfektionsindustrie, der in der Thronrede angekündigt wurde, Der Gefeßentwurf, betreffend die Uebelstände in der Jubel begrüßt und mit Lob überschüttet den Vorschlag des Rockschöße hängte, Präsident des deutschen Reichstages! wird, wie der„ Konfektionär" mittheilt, voraussichtlich im wesentBaren jedoch als absurd hingestellt. Sehr schmeichelhaft Bei der Wahl zum ersten Vizepräsidenten wurde lichen die§§ 114, 137, 146, 150 und 154 der Gewerbe- Ordnung und für die Regierungen ist diese Begründung mit ihren In Dr. b. Frege( tons.) der Vater der grünen Jungen" von Krankenversicherungs- Gesetze die§§ 2 und 54 betreffen, wie finuationen wahrhaftig nicht; und insbesondere ist sie sehr von dem ultramontan- konservativ nationalliberalen Kartell der Gesezentwurf bont 18. Mai 1897, der ant 24. Mai tompromittirend für die Reichsregierung. gewählt. Singer erhielt bei dieser Wahl 60 Stimmen, bei seiner ersten Berathung im Reichstage einer Kommission überliefen, von Noch unglücklicher womöglich ist die Bezugnahme auf den während 49 weiße Bettel von den freifinnigen Pardieser erörtert aber nicht mehr wurde, spanisch- amerikanischen Krieg. Für jeden dent- teien abgegeben so daß bis abgegeben wurden. Die Wahl des zweiten zum Schlusse der Session ein Gesetz nicht zu stande fam. Durch die damalige Vorlage sollte dem Bundesrath fähigen und vorurtheilsfreien Menschen ist durch diesen Krieg Bizepräsidenten führte zu einer Stichwahl. Der von den die Ermächtigung gegeben werden, für bestimmte Gewerbe Lohngerade die Ueberflüssigkeit der stehenden Heere be- Konservativen und Nationalliberalen vorgeschlagene Basser- bücher oder Arbeitszettel vorzuschreiben, worin Art und wiesen worden. Die Leistungen der jungen amerikanischen mann erhielt 119 Stimmen. Der Kandidat des Zentrums Umfang der übertragenen Arbeit, bei Affordarbeit die Stückzahl, ferner die Lohnfäße und die Bedingungen für die Lieferung von Werkzeugen und Stoffen zu den übertragenen Arbeiten von Bigarrenladen des Genofien Eignert in Offenbach ist, so schreibt fame Ginigungskomitee wird nunmehr alle sozialistischen Kräfte umStaatsgefährliche Zentrums Pfeifenköpfe. Ueber den abhängigen ergab, beseitigt. Das ist die Hauptfache. Das gemein dem Arbeitgeber oder dem dazu Bevollmächtigten zu be- unser dortiges Parteiblatt, das Militärverbot verhängt worden. Als fajien, felbst wenn einige rechtsstehende Persönlichkeiten der Föderation urkunden tvaren. Lohnbuch oder Arbeitszettel, über deren Grund hat die Militärbehörde angegeben, daß in den Bigarrenladen der Unabhängigen fernbleiben sollten. Einrichtung der Reichsfanzler zu bestimmen hatte, follte der sozialdemokratische Tendenzen verfolgt würden. Diese Arbeitgeber auf seine Kosten beschaffen und dem Arbeiter nach fozialdemokratischen Tendenzen seien darin zum Ausdruck gekommen, Bar tissot von Narbonne für ungiltig erklärt. Die Die stammer hat die Wahl des Meline'schen Kandidaten Vollziehung der vorgeschriebenen Eintragungen vor oder bei der daß einem Soldat ein Pfeifentopf verkauft wurde, auf dem zwei seinerzeit ernannte Untersuchungskommission hat die gräulichsten Uebergabe der Arbeit fostenfrei aushändigen. Zweitens war dem verschlungene Hände über einer Erbfugel abgebildet find. Darunter Fälschungen des Wahlresultats entdeckt. In Wirklichkeit wurde Beschlusse des Bundesraths vorbehalten, für bestimmte Gewerbe an- steht der Wahlspruch des Zentrums:" Für Freiheit, Wahrheit gewählt der Sozialist Ferroul mit einer Mehrheit von etwa zuordnen, daß Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern, deren und Recht." Der betreffende Soldat hatte aber den Kopf weder 100 Stimmen. Dieses Ergebniß wurde derart von dem Wahlbureau tägliche Beschäftigung in der Fabrit 6 Stunden übersteigt, Arbeit wegen des Wahlspruchs, noch wegen der Hände gekauft, sondern unter Betheiligung des Bürgermeisters von Narbonne zu gunsten nicht mit nach Hause gegeben werden dürfe; auch erhielten weil er schön bunt" war. Ob man die Devise: Gegen Frei- des Regierungstandidaten gefälscht. Daß die Regierungsbeamten diese Bestimmungen auf die Beschäftigung von Arbeiterinnen und heit, Wahrheit und Recht minder staatsgefährlich gefunden hätte? mit dem Präfekten an der Spize außerdem strafgefeßlich nicht jugendlichen Arbeitern in Werkstätten entsprechende Anwendung. Das Uebrige waren Strafbestimmungen. Prügel Sehnsucht. Die gleich verwerfliche Mogeleien verübten, erste Dezember Nummer des 3u ahndende, Deutschen Adelsblattes" enthielt folgendes Inserat: versteht sich am Rande. gu guterlegt versuchte der Meline'sche bon Klingel Narbonne Sübscher Knabe, 14jährig, aufs Wort geuntersuchungskommission durch einen gefälschten Brief des die parlamentarische horchend, welcher sich jeglicher Bedienung und Bes Ein Gefetz gegen die Unfittlichkeit, auch lex Heinze genannt, war bekanntlich wider Erwarten in der Thronrede nicht angekündigt worden. Aber das Gesetz kommt doch. Die„ Nordd. Alg. Ztg." schreibt offiziös: : " " aber bingung, auch förperlicher Bestrafung unter Staatsanwalts zu betrügen!. Die Kammer konnte nicht bon ,, llebrigens ist es verfehlt, aus dem Umstande, daß die Thron zieht, sucht zu Ostern Stellung als Page oder Diener. umhin, neben der Ungiltigkeitserklärung der Wahl die Ausrede nur gewisse Vorlagen erwähnt, den Schluß zu ziehen, daß alle Reflektirende Herrschaften wollen Adresse eventuell mit Be- lieferung der Aften an die Staatsanwaltschaft zwecks Verdie erwähnten Vorlagen gleich in der ersten Session des Reichstages biegungen unter der an das Deutsche Adelsblatt" zur Weiterfolgung der gesellschaftsretterischen Fälscher zu beschließen. Ge ist der zweite Geldsacks- und Regierungskandidat im gleichen erledigt werden sollen, oder daß außer den erwähnten keine anderen Wahl Departement, dessen Daß es Herrschaften giebt, die sich ertra einen Pagen engagiren, der Kammer kassirt wird. Borlagen dem Reichstag zugehen würden. So geschicht z. B. in der um sich von ihm törperlich züchtigen zu laffen, klingt verwunderlich. Bor Bartissol wurde Turrel, der Meline'sche Minister der öffentlichen Suburb, einer lex Seine leiner Erwähnung; trobem be- Oder sollte der hübsche Knabe etwa die Ehre beanspruchen, von den Arbeiten, affict. Ueberhaupt ſtehen im Departement Aude( Nararbeitung und wird auch dem Reichstag zugehen." Sauen in den Kreisen des„ Adelsblattes" zu den unumgänglichen Rammermehrheit und die Lässigkeit der Klaffenjustiz tragen daran Jedenfalls scheint man das bonne) und in den benachbarten südwestlichen Departements die Wahlfälschungen seit langen Jahren im Flor. Die Nachsicht der Es bleibt uns also die Hoffnung, daß die Unfittlichkeit in Kürze Bedingungen einer standesgemäßen Lebensführung zu halten. Die meiste Schuld. In derselben Stadt Narbonne wurde 1897 ber auf gesetzgeberischem Wege abgeschafft werden wird. Answeisungen. Aus Elfaß- Lothringen wurde ein sozial- Gemeinderath den Sozialisten entrissen auf dem bewährten Wege Paritätisches Kaiferthum. Zu einer Gloffe der Köln. 8tg." demokratischer Arbeiter italienischer Staatsangehörigkeit aus der Wahlfälschung. über die Palästina Stelle der Thronre de bemerkt die katholische gewiesen. Die Anarchisten nennt man und die Sozialdemokratie Germania": Diese Worte der Thronrede enthalten nicht nur ein öffentliches Die schweizerische Bresse ist empört über die Ausweisung des und feierliches Bekenntniß des Kaisers zu den ewigen Grundwahr- Schweizer Thechändlers Gutknecht aus Straßburg. Der Winterheiten des Christenthums", die beiden christlichen Konfessionen thurer Landbote" meint:„ Das einfachste Mittel, um dieser gemeinsam find, sondern sie geben auch, wie die Köln. 3tg." deutschen Ausweisungs wuth zu begegnen, Gegenrecht treffend bemerkt, der Auffassung des Kaisers Ausdrud, halten!"- Das Gegenmittel wäre freilich nicht minder verdaß er das paritätische Oberhaupt des Deutschen werflich. Reiches sei. Diese einzig richtige Auffassung ist auch " meint man. Friebenstommiffion. Bei Beginn der Testen Sigung der über den die Explosion der Maine betreffenden Paffus der Botschaft Friedenskommission in Paris äußerte sich Montero Rios über den die Explosion der„ Maine betreffenden Passus der Botschaft Mac Kinley's. Montero Rios legte Verwahrung ein gegen die Mac Kinley's. Montero Rios legte Verwahrung ein gegen die gegen Spanien gerichteten Verdächtigungen, die in dem Augenblicke ihrem Ende nähern, und zwar wahrscheinlich in der Absicht, für die erfolgen, in welchem die Arbeiten der Friedenskommission sich at aft of Beraubungen, denen Spanien ausgefegt gevesen, eine Erklärung zu von katholischer Seite stets vertreten worden, wenn von der anderen ist von einer Ausweisung zu berichten. Dieselbe betrifft den feiner Ausführungen vor, einer internationalen Kommission die AufAus Elsaß Lothringen, 6. Dezember.( Eig. Ber.) Wiederum geben und sie zu rechtfertigen. Montero Rios schlug am Schlusse Zeitung" nahe stehen, von einem" protestantischen saifer Seite und nicht zum wenigsten aus den Kreisen, die der„ Kölnischen italienischen Staatsangehörigen Maurer Bernardo Frat oddi aus gabe zu übertragen, die Ursachen der Explosion auf der Maine" zu hum" gesprochen wurde... Hoffentlich werden die feierlichen Mandurcale, zur Zeit in Straßburg. Fratoddi ist, wie unser erforschen und festzustellen, wen die Verantwortung treffe. Die Worte der Thronrede nun die von den Gegnern der katholischen Partei- Organ versichert, Angehöriger der sozialdemokratischen Partei, amerikanischen Kommiffare wiesen den Vorschlag einfach zurück. Kirche erfundene Fiktion eines protestantischen Kaiserthums" endgiltig aber feineswegs Anarchist. Es zeigt sich also auch hier, worauf die Dreyfus Picquart. Der„ Aurore" zufolge fagte General Kirche erfundene Fiktion eines„ protestantischen Kaiserthums" endgiltig internationale„ Entente" gegen den Anarchismus hinausläuft: auf Gallifet vor dem Rasfationshof über die glänzende beseitigen." Die Kosten der Palästinafahrt. Zu der Meldung, daß die der Sozialisten. die Bergewaltigung aller läftigen Oppositionselemente, vor allem Führung Bicquart's aus sowie über die von dem General Sosten der Palästina fahrt durch den preußischen Landtag Das Ausstoßen„ aufrührerischer Rufe" wird bekanntlich Da vas nach der Degradation des Kapitäns Dreyfus gemachte gebedt werden sollen, bemerft bie Staatsbürger Beitung": Wir in Neu- Buttfamerun schwer gerochen. In Me hatte ein Arbeiter emerg Heute haben wir einen Unschuldigen haben Grund zu der Annahme, daß es sich nur um die Deckung Ludwig Bigorgue, wohnhaft in Air( Frankreich), der wegen eines degradirt." derjenigen Kosten handelt, die durch die Betheiligung amt geringfügigen Bergehens in Polizeigewahrsam abgeführt werden licher Streise an der Einweihung der Erlöserkirche in Jerufalem follte, mehrmals Vive la France!" gerufen, offenbar um den entstanden sind. Dadurch wird die Sache nicht geändert. Die Polizeibeamten zu ärgern. Nun hat er sein staatsgefährliches Beamtlichen Streise haben sich feineswegs in amtlicher Eigenschaft betheiligt. llebrigens schließt sich die„ Boff. 3tg." unserer Meinung sinnen mit zwei Monaten Gefängniß zu bißen. an, daß der Landtag das Recht haben müsse, über die Reifen zu be- erläßt in Heritalen Straßburger„ Elfäffer" eine" Warnung" an die Altersversicherung. Der Generalsekretär des Bisthums Straßburg, Senfenbrenner, schließen, wenn ihm angesonnen wird, die Kosten zu bewilligen. Katholiken vor dem Lesen der Romane Zola's, die kürzlich anläßlich der Eröffnung eines großen Waarenhauses in Straßburg als Gratiszugabe an die Käufer vertheilt worden sind. Daß auderen Tags jeder das verbotene Bola- Geschenk haben wollte, braucht nicht erst gesagt zu werden. 10 期 jabat " Zufriedene Lente. Es giebt auch in unseren zerwühlten Beiten Menschen, die mit sich durchaus zufrieden sind. Bu ihnen gehören die Herren von der Regierung. In der Begründung der Militärvorlage bestätigen sie sich nämlich dankerfüllt, baß sie in den leztverflossenen Jahren eine„ weise Politit" getrieben hätten. Wenn das Bismarck noch erlebt hätte. Postcheckverkehr. Ausland. Oesterreich- Ungarn. = Ein " Belgien.' Brüssel, 6. Dezember. Der Arbeitsminister beauftragte das , Office du travail" mit einer Enquete über die Lage der Arbeiter und ehemaligen Arbeiter von über 60 Jahren. Es handelt sich um das vorbereitende Studium für eine eventuelle einen Gefeßentwurf eingebracht, wonach das Abfingen von uns Brüffel, 7. Dezember. Der Justizminister hat in der Kammer sittlichen Liedern im Beisein von Kindern unter 16 Jahren mit Gefängniß von 1 bis 3 Monaten oder mit Gelbbuße von 100 bis 1000. bestraft wird. Chronik der Majestätsbeleidigungs- Prozesse. Düsseldorfer Schuhmacher, der über den Kaiser einige Be- der die von den Frommen des Landes geheuchelte Arbeiterfreundlich Klerikale Verfolgungssucht. Der bekannte Abbé Daens, mertungen sich erlaubt hatte, wurde der Staatsanwaltschaft feit ernst genommen und der als Deputirter( christlich demokratisch) Zu den wenigen nützlichen Reformen, die in der Thronrede an- denunzirt und von der Strafkammer zu 15 Monaten Gefängniß in Arbeiterfragen fast immer mit den Sozialdemokraten gestimmt gekündigt waren, gehört die Einführung des Chedverkehrs verurtheilt! bei der Reichs post. Die Frantf. 3tg." erfährt über diese hat, ist seit Jahren Gegenstand der schmählichsten Verfolgungen Wegen Majestätsbeleidigung erhielt die unverehelichte feitens der Kleritalen. Nachdem sie es durchgesezt hatten, daß sein Neuerung: Der Postanweisungsverkehr hat einen so enormen Um- Johanne Feuerhahn von der Strafkammer in Hannover zwei Borgefekter, der Bischof von Gent, ihm die Annahme eines neuen fang angenommen, daß die Behörde, welche überhaupt nur einen Monate Gefängniß zudiftirt. Mandats zur Deputirtenkammer verbot, haben sie ihm, wie der Betriebsfonds von 20 Millionen befißt, an einzelnen Tagen Mühe Gegen den Nürnberger Anzeiger" ist die Anklage Beuple" meldet, nun auch die Möglichkeit verschlossen, weiter als hat, die bedeutenden Baarbedürfnisse einzelner Postaustalten zu bewegen Majestätsbeleidigung, begangen durch den Abdruck des Artikels Brieſter wirken zu fönnen. Da ens, bedrängt und boykottirt von schaffen. Durch die Einführung des Checkverkehrs soll die Lösung Budel- Majestät aus Harden's Zukunft", erhoben feinen Standes- und Klassengenossen, aber sehr geachtet von seinen Dieser Aufgaben erleichtert und zugleich dem Publikum eine weitere worden. Die betreffende Nummer des Nürnberger Anzeiger" war ehemaligen Wählern, hat sein Amt niedergelegt und will nun mit Verkehrserleichterung gewährt werden. Den Empfängern seinerzeit beschlagnahmt worden. Ju Berlin hat das Gericht vollem Eifer sich der Politik widmen. Bei seiner Popularität und zahlreicher Bostauszahlungen soll es gestattet sein, eine laufende gerade in diesem Artikel in dem zeitigen Verfahren gegen Harden feinen Fähigkeiten dürfte der nun aller Fesseln ledige Geistliche Rechnung bei der Post zu nehmen und sich die täglichen Eingänge eine Majestätsbeleidigung nicht erbliden können. Was ein Berliner feinen Verfolgern wahrscheinlich bei weitem unangenehmer werben, gutschreiben zu lassen. lleber das Guthaben soll mittels Checks andgericht vermag, wird ein bayerisches Schwurgericht erst recht als ehedem. jederzeit verfügt werden können. Die Checks tönnen selbverständlich können! Dänemark. zu auswärtigen Zahlungen benutzt werden. Die Guthaben der Rechnungsinhaber werden mit 1,2 pet. jährlich, das ist 1/10 pet. Kopenhagen, 5. Dezentber.( Eig. Ber.) Jm dänischen monatlich, verzinst. Außerdem erklärt das Reichspostamt sich Foltething wurde der zweite Antrag unserer Partei, die bereit, Einzahlungen für sämmtliche Sparkassen Deutschlands an Schulspeisung armer Sinder, berathen. Unser Parteiallen Boſtſtellen anzunehmen. Diese Reformen sollen versuchs- antragte Lecher, die Regierung möge im Einvernehmen mit der tönnen teine aufmerksamen Schüler sein. Die großen Aufwendungen, Wien, 7. Dezember. Im Ausgleichsausschuß be- genosse Christensen hatte das Referat. Hungernde Kinder Bon anderer Seite werden über die geplante Neuerung noch die ungarischen Regierung der Anregung der schweizerischen Bundes- die für die Schulen gemacht werden, können daher nicht genügend folgenden Mittheilungen gemacht: regierung auf Schaffung eines internationalen sozial Nutzen stiften. Er verwies auf andere Länder, in denen diese SchulIm Gebiet der Reichs- Postverwaltung sollen neun Boitched Baron Dipauli erklärte, er stehe diesem Antrage sympathisch Christiania z. B. giebt tie Gemeinde jährlich 50 000 kr. Dafür aus. Im Gebiet der Reichs- Postverwaltung sollen neun Bo it deditatiitifchen Dienstes baldigst nahetreten. Handelsminister finderspeisung längst in großem Maßstabe durchgeführt sei. In ämter errichtet werden; jedermann fann sich bei dem ihm zunächst liegenden ein Checkkonto eröffnen lassen und hat darauf eine ungegenüber. In Kopenhagen stehen bisher nur 20-30 000 kronen zur Verfügung, verzinsliche Stammeinlage von 200 mart zu unterhalten. Budapest, 7. Dezember. Die heutige Sigung des Abgeordneten- was natürlich nicht ausreicht. In einigen anderen Orten hat man ( In Desterreich giebt es nur eine Check- und Ausgleichsstelle.) Hauses nahm wiederum einen stürmischen Verlauf. In den Bandel- auch noch Einrichtungen der Art, aber nirgend genügende, in vielen Mit seinem Postcheckamt segt sich der Konto Inhaber durch jede gängen versicherten liberale Abgeordnete, das Kabinet werde be- gar keine. Es giebt im Lande 50 000 bedürftige Freischulkinder. beliebige Postanstalt in Berbindung. Einzahlungen auf sein stimmt demissioniren, wenn die lex Tisza nicht mindestens die 400 000 die Kommunen und ebensoviel der Staat aufbringen sollen. Das würde eine Aufwendung von 800 000 Str. erfordern, wovon Konto fann er felbst und jeder dritte, der Geld an ihn Unterschrift von 250 Abgeordneten erhalte. Bei Beginn der Sizung Für Kopenhagen beträgt die Ausgabe 60 000 Str., für Landgemeinden zahlen will, bei jedem Poftamte machen. Dies geschicht 1. mittels wurde die Demission Szilagyis und Langs bekannt gemacht wird fie 820 Sr. betragen. Der Antrag ist vorläufig einer KomBuschriftskarten, die der Konto- Inhaber gegen Entgelt geliefert be- Unter ungeheurem Lärm nahm das Haus den Antrag des Grafen misston überwiesen worden. tommt, 2. durch Bostanweisungen bez. Nachnahme- Bostanweisungen Apponyi und Franz Kossuths an, wonach Szilagyi ersucht werden und Auftrags- Postanweisungen, 3. durch Gutschriften im Ausgleichs- soll, feine Demission zurückzuziehen. Die Opposition wolle Szilagyi Amerika. verkehr. Die Auszahlungen geschehen gegen Checks, deren Formulare einen Fadelzug bringen. ebenfalls gekauft werden müssen. Der Ausgleichsverkehr dient dem Sieg der Sozialdemokratie in Amerika. New York, Zahlungsausgleich der Konto- Inhaber unter einander, deren Namen Bern, 6. Dezember.( Fig. Ber.) Gestern ist hier die Bundes- Staat Massachusetts, telegraphirt uns Debs: Hier erwählte die Schweiz. 7. Dezember.( Kabeltelegramm des Vorwärts".) Aus Haverhill, oder Firmen aus einem im Abonnement ausgegebenen Verzeichnisse zu ersehen sind. Auch hier dient der Ched zur Ueberweisung der Geschäftsverzeichniß derselben enthält u. a. die Wahl des Bundes. Sozialdentokratie den Bürgermeister, zwei Mitglieder der Legislatur bersammlung zur Wintersession zusammengetreten. Das Beträge von einem Konto auf das andere. präsidenten und Vizepräsidenten für 1899. Die Kranken-, Unfall- und und acht Mitglieder des Gemeinderaths. Gegen die Fleischthenerung wird jetzt in vielen Gemeinde- Militärversicherung, das Budget für 1899 2c. Die Versicherungsvertretungen mobil gemacht. So wurde neuerdings im Würzburger vorlagen figuriren wohl zum legten Male im Geschäftsverzeichniß, Gemeindebevollmächtigten- Stollegium beantragt, beim Ministerium da es sich nur noch um die redaktionelle Bereinigung des Gesetzes vorstellig zu werden, damit an der Landesgrenze große Schlacht= textes handelt. Erwähnenswerth ist ferner noch eine bundesräthliche häuser auf Staatstosten errichtet werden. Durch den Vorlage betreffend Gewerbezählung und Gewerbe- Enquete, die 1900 direkten Fleischverfandt von solchen Schlachthäusern aus sei es mög- in Verbindung mit der eidgenössischen Volkszählung vorgenommen lich, der Fleischvertheuerung entgegenzutreten, ohne daß eine Ein- werden soll. Sie soll sich erstrecken auf die Hausindustrie, den schleppung von Biehseuchen zu befürchten sei. Es wurde beschlossen, Handel, das Gewerbe und die Landwirthschaft. ben Magistrat zur Einleitung geeigneter Schritte zu ersuchen, damit das Ministerium die Errichtung solcher Schlachthäuser durch Privatunternehmer unterstütze. " Frankreich. Keine Kolonien. Der Frankfurter Zeitung" wird aus New ort gemeldet: Senator Best schlägt eine Resolution vor, in welcher erklärt wird, daß verfassungsgemäß die Union teine Kolonien haben könne. China. Pering, 6. Dezember.( Renter's Bureau.) Der französische Gesandte in Peking überreichte dem Tsung- li- Yamen ein liti. matum, in welchem gedroht wird, daß, wenn der französische Missionar, der sich jetzt als Gefangener in den Händen der Rebellen Paris, 6. Dezember.( Eig. Ber.) 8ur sozialistischen von S3'- tschwan befindet, nicht innerhalb zehn Tagen freigelassen Vom Kleinkrieg gegen die Anarchisten. Wir hatten dieser Einladung des gemeinsamen Stomitees der vier Landes- Organi- würden, die Grenze zu überschreiten. Einigung.) Die unabhängigen Sozialisten haben bereits der würde, französische Truppen den Befehl erhalten Tage aus Halle berichtet, daß ein Gastwirth, anf Polizeistunde gelegt fationen folge geleistet. Sie haben unter fich eine allgemeine war, weil bei ihm Anarchisten" verkehren sollten. Ueber diese An- Organisation gegründet, die den Namen trägt:" Föderation der ungelegenheit wird uns jetzt weiter berichtet: alle a. S., 6. Dezember. Eine Interpellation der neuen Organisation, deffen Anerkennung von den beitretenden Gruppen Das Reichs- Versicherungsamt. abhängigen sozialistisch- revolutionären Gruppen". Das Programm der Aus dem Reichsetat. fozialdemokratischen Stadtverordneten in der letzten Stadtverordneten gefordert wird, lautet wie folgt:„ Vertheidigung der Republik gegen die Sigung wegen der Verhängung der vorzeitigen Polizeistunde über umtriebe der konservativen, flerifalen und militärischen Realtion; wird 1899 nach dem Voranschlag der Regierung 1 651 055 Mark er. das Faulmann'sche Restaurant bezüglich der angeblichen anarchistischen soziale und demokratische Republik: direkte Boltsgefeggebung; fordern. Bufammenfünfte, wurde vom Oberbürgermeister Staude dahingehend Klassenkampf. Eroberung der öffentlichen Gewalt; internationales beantwortet, er halte sich nicht verpflichtet und berechtigt, über diese Einvernehmen der Arbeiter; Bergesellschaftlichung jämmtlicher Pro- Returje. Man rechnet, daß 1899 nicht weniger als 16 800 Fälle Mehrkosten verursachen zunächst die immer zahlreicher werdenden „ hoch politische Angelegenheit" offen Rebe und Antwort duktionsmittel und Kapitalien als das einzige Mittel zur Befreiung zu erledigen sein werden. Dazu ist die Einrichtung eines 19. Sigungszu stehen. des Proletariats; Nothwendigkeit einer sozialen Revolution, auf termine für Nekurssachen in der Woche und die Bildung einer ,, Anarchisten" Razzia. Von den am Mittwoch in Hannover die sich alle Sozialisten vorbereiten müssen, um jo allen neuen Spruchtammer erforderlich. Da die bisher als Vorfestgenommenen, angeblich anarchistischer Umtriebe verdächtigen Eventualitäten gewachsen zu sein." Wie man sieht, hat in fizende in Nekurs- und Revisionssachen fungirenden Mitglieder zum Personen befinden sich zur Zeit noch vier in Haft. Ob diese vier der Föderation der linke Flügel der Unabhängigen die Oberhand. Borfizz in der neuen Kammer nicht mehr herangezogen werden am Ende gar zu den Studenten des beschlagnahmten Fremdwörter- Uebrigens ist aus dem veröffentlichten Sizungsprotokoll nicht zu tönnen, so ist für einen neuen Vorsitzenden die Stelle eines buchs gehört haben, entzieht sich unser Kenntniß. Dagegen ver- ersehen, ob und inwiefern die Vertreter der gemäßigten Richtung Mitgliedes des Reichs- Versicherungsamtes mit dem höheren Gehalts. lautet, daß ihnen wegen Betheiligung an einer geheimen Berbindung an der Initiativberathung betheiligt waren. Jedenfalls ist die faz in Zugang gebracht worden. Für richterliche Beamte sind in der Prozeß gemacht werden soll. Schwierigkeit, die sich aus dem unorganischen Zustand der Un- folge dessen auch 4800 M. mehr wie 1897 eingestellt. Weiter wird ein neues ständiges Mitglied mit geringerem Gehalts-' sah in Vorschlag gebracht zur Erledigung der mit der chemischen Industrie und der E l e k t r o t e ch n i k in Beziehung stehenden technischen Arbeiten des Neichs-Versichenmgsamts(llnfallverhütungs- Vorschriften. Tarifbeschlverdcn, Katasterentschcidungen) einen auf dielen Spezialgebieten vorgebildeten und erfahrenen Techniker in die Be- Hörde zu berufen.„Für diesen— nach der Entwickelung der gewerb- lichen Verhältniste dauernden— Zweck ist die Schastnug einer neuen Mitglic�sstelle um so dringender, als die jetzt vorhandenen beiden Techniker überwiegend in der Maschinenkunde und im Baufache vor- gebildet sind und daher jene Gebiete nicht vollkommen beherrschen. Im übrigen würde das neue Mitglied, wie es schon jetzt mit den beiden vorhandenen Technikern geschieht, auch als Beisitzer zu solchen Rckursverhandlungen heranzuziehen sein, in denen die Entscheidung wesentlich auf der Klarstellung technischer Vorgänge beruht." 50 000 M. sind mehr eingesetzt„zur Annahme von Hilfskräften für eine nach erweiterten Gesichtspunkten umgestaltete aus- g i e b i g e Bearbeitung des bei den Berufsgenossenschaften und Invaliditätsversichernngs- Anstalten vorhandenen st a t i st i s ch e n Materials." Die beigefügte Erläuterung bezeichnet mit recht die jährlich veröffentlichten RechnungSergebniste der Berufsgenossen- schaften wie der Versicherungsanstalten als schwer benutzbar.„Um diesem Ucbelstande abzuhelfen, und um für die im Flusse befindlichen gesetzgeberischen Fragen unmittelbar benutzbare statistische An- gaben bereit zu haben, ist es erforderlich, eine ein- gebende, auf die gesammte Geltungsdauer der Gesetze sich zurückerstreckende tabellarische und textliche Bearbeitung dcS statistischen Gehalts der Rechnunasergebniste in die Wege zu leiten. Die Bearbeitung des vorhandenen Materials ist aber für die zu erreichenden Zwecke nicht ausreichend. Sowohl für Fragen der Gesetzgebung(Ausdehnung der Unfallversicherung auf Handwerk, Kleingewerbe ze., Beschränkung der Rechtsmittel auf höhere Grade der Erwerbsunfähigkeit jc.), als auch für Zwecke der Verwaltung (Verbesserung der Gefahrcntarife, Unfallverhütung gegen bestimmte Unfallarten, welche die Berufsgenossenschaftcn finanziell in besonderem Maße belasten) sind zuverlässige Angaben auf hinreichend breiter Unterlage, insbesondere darüber von hohem Werthe, in welchem Mähe die cinzcluen Arten der Unfälle nach ihren Ursachen und Folgen, namentlich nach dein Grade der eingetretenen Erwerbsunfähigkeit die Berufsgenosteiischastcu belasten. Um solche Nachweise zu gewinnen, reicht das bisherige Verfahren, bei welchem die von jeder Berufs- geuosscuschaft bearbeiteten statistischen Zusammenstelluilgen dem Reichs� Vcrsichcrungsamt eingereicht werden, nicht aus." Die Kosten für Beweiserhebungen(Zeugen- und Sachverständigen-Gebühren, auch ftir ärztliche Sachverständige) sind von 38 000 M. in 1898 auf 50 000 M. in 1899 erhöht, ähnlich die Reisekosten für nichtständige Mitglieder und ihre Stell- Vertreter von 52 000 auf 67 000 M. Der Znschust deö Reiches zur JuvaliditiitS- und Altersversicherung. Das Reich legt bekanntlich zu jeder Rente 50 M. jährlich zu— wird für 18V9 auf 26 085 000 M. geschätzt. Nach den Mittheilungen der Versicherungsanstalten und Kasscueinrichtungen über Renten- bcwilligungcn und Rentenwegfälle ist anzunehmen, datz ani 1. Januar 1399 ein Bestand von rund 448 000 Invaliden- und Altersrenten vorhanden sein wird. Der Zugang im Jahre 1899 wird auf etwa 98 000, der Abgang auf etwa 62 000 Invaliden- und Altersrenten geschätzt werden dürfen. DicS ergiebt, unter Berück- sichtigung der Renten, welche nicht über das ganze Jahr sich er- strecken, 26 044 000 M. Für die Belastung des Reichs aus Renten- antheilen für militärische Dienstleistungen(§§ 28, 89 des Jnvaliditäts- und Altersversicherungs-Gesetzes) ist mit Rücksicht auf die bisher recht erhebliche Steigerung dieser Ausgaben die Einstellung eines Betrages von 40 000 M. für nothwendig erachtet worden, während die AuS- gaben des Reiches ftir Beitragserstattungen(§§ 30, 31 a. a. O.) auch weiterhin mit 1000 M. ausreichend hoch geschätzt sein dürften. Die Belastung des Reiches im Jahre 1899 berechnet sich sonach im ganzen cmf 26 044 000+ 40 000+ 1000= 26 085 000 M. Nachstehend geben wir einige Mittheilungen über den Lebens lauf des neugewählten Reichstags-Präsidenten. Graf Franz v. Balle st rem auf Schloff Plawniowitz, Majorotsbesitzer und Major a. D., ist am 5. September 1834 ge boren. Er studirte von 1853—55 auf der Lütticher Universität, trat im Oktober des letzteren Jahres in das preußische Heer ein und kam 1857 als Sekondelieutenant in das Leib-Kürassier-Regiment Nr. 1. Nachdem er den Feldzug von 1866 nntgeinacht, wurde er 1867 Ritt« rneister und war 1870/71 in Frankreich als erster Adjutant zur 2. Kavalleriedivision kommandirt. Durch einen Sturz mit dem Pferde Ganzinvalide geworden, erhielt Graf Ballestrem im Dezember 1871 den Abschied mit Pension. Von 1872 bis 1893 war er Mit- glied, von 1890 ab erster Vizepräsident des Reichstags, hatte aber der letzten Legislative nicht mehr angehört: in den preußischen Landtag trat er 1891 ein. Graf Ballestrem ist ferner Mitglied der Kreistage von Tost-Gleiwitz und Beuthen, Ehrenbailli und Groß lreuz des Malteser-Ordens sowie Geheimkämmerer des Papstes. In der lippe'schen Angelegenheit haben, nach der„Freis. Ztg.", die Freisinnige V o l k s p a r t e i und die Deutsche Voltspartei beschlossen, den nachstehenden A n t r a g im Reichs tag einzubringen:„Der Reichstag wolle beschließen, die Erwartung auszusprechen, daß der Bu'ndesrath, entsprechend seiner »ach Artikel 76 der Reichsverfassung begrenzten Zuständigkeit, s i ch j eder Einmischung enthalten werde in die selb ständige Regelung der Thronfolge, wie sie der Gesetzgebung des Fürstenthums Lippe ebenso wie der Londesgesetzgebung aller anderen Bundesstaaten zukommt." Außer diesem Antrag hat die Freisinnige Volkspartei in Verbindung mit der Deutschen Volkspartci drei I n i t i a t i v- A n träge eingebracht. Sie betreffen die Aufhebung des Zeugnißzwanges und des fliegenden Gerichts- st a n d e s für die Presse im Strasprozeßverfahren und die Ab- ändcrung des Paragraphen gegen den groben Unfug im Strafgesetzbuch. Dieser soll danach die folgende Fassung erhalten: „Wer durch Erzeugung von Lärm oder ähnlichen unmittelbar in die Sinne fallende» Handlungen die öffentliche Ruhe in ungebührlicher Weise stört" u. s. w. Die Fraktion der Freisinnigen Volkspartei tagte am Montag Abend zusammen mit der Fraktion der Deutschen Volks Partei. Der Vorsitz in der Fraktion wurde den Abgg. Schmidt Elberfeld, Richter und Dr. Mllller-Sagan übertragen. Der Vorstand der nationalliberalcn Fraktion des Reichstages besteht aus den Abgg. Bassermann. Dr. Blankenhorn, Büsing. Dr. Dcinhardt, Dr. Hasse, Frhr. v. Helft, Möller. Dr. Paasche und Dr. Sattler. In der ersten Sitzung der Fraktion wurden zwei Initiativanträge beschlossen. Der erste, ein Antrag des Abg. Freiherrn v. Hehl, lautet: Die verbündeten Regierungen zu ersuche,,, auf grund der Artikel 4 und 9 der Reichs- Verfassung eine Reicbskom Mission einzusetzen, die den Zustand der mehreren Staaten gemeinsamen Wasserstraßen, und zwar niit Rücksicht ans die gesundheitlichen Berhältmsse der angrenzenden Städte und Orte und der Schiffer, sowie mit Rücksicht aus die Fisch zucht zu beaufsichtigen hätte. Der zweite, ein Antrag des Abg. Basserinann. lautet:„Inländische Vereine jeder Art dürfen miteinander in Verbindung treten. Eni gegengesetzte landesgesetzliche Bestimmungen find aufgehoben.' Nach der Geschäftsordnung des Reichstags müssen alle Wahl- an fechtungen binnen 10 Tagen noch der Eröffnung des Reichs- tagS bei dem Bureau des Reichstags eingehen. Die Freisinnige Vereinianng wird beim Reichstage den Antrag Rickert auf Einführung von Wahlkouverts zum Schutze des Wahlgeheimnisses von neuem einbringen. Em zweiter Antrag wird von den Abgg. Dr. P a ch n i ck e und R ö s r ck e eingebracht und lautet:„Der Reichstag wolle beschließen, den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, dahin zu' wirken, daß ein Reichs Arbeitsamt errichtet werde, welchem die Untersuchung und Fest-> stellung der Arbeitsverhältnisse im Deutschen Reiche unter Hinzu- ziehung von Vertretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer obliegt." Die Zentrumspartei beabsichtigt, im Sinne der früheren Reichstagsbeschlüsse neue Anträge wegen des Vereins- gesetzes, der Reichstags-Diäten und des Jesuiten- gesetzes zu stellen. Der„Kurycr" erfährt aus glaubwürdiger Quelle, daß ein polnischer ReichstagS-Abgeordneter gleich nach der Konstituirung der Fraktion eine Interpellation beantragen werde: welche Schritte der Herr Reichskanzler angesichts der Thatsache beabsichtige, daß ein preußischer Minister Verordnungen erlasse(betreffend die Schreibweise polntscher Famrliennamen auf dem Standesamt), welche den Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetz- buches zuwiderlaufen.—______ NÄvkei-NArhvirhken» „War Friedrich Engels milizgliinbisch Unter diesem Titel bringen die„Sozialistischen Monatshefte' einen Artikel, dessen unter dem Pseudonym„Isegrim" auftretender Verfasser nachzuweisen sucht, daß sich Friedrich Engels die in unserm Programm geforderte„Erziehung zur allgemeinen Wehrhaftigkeit" ganz anders' dachte, als im allgemeinen in der Partei üblich ist. „Friedrich Engels"— schreibt„Isegrim"— hat.. f ü r d i c Gegenwart nie recht an die Ueberlcgcnheit des Milizsystems geglaubt, obwohl er das heutige System schließlich aus seiner eigenen inner« Bewegung im wirklichen Volksheer enden sah— was doch gegen die übliche Milizvorstellung einen ebenso fundamentalen Unterschied bedeutet, wie wen» man einerseits glaubt, der Kapitalismus werde durch sein eigenes Fort- schreiten schließlich eine genossenschaftliche Gesammtproduktion er- zeugen, in diese hineinwachsen, oder andererseits: man müsse dem heutigen Kapitalismus genossenschaftliche Betriebe entgegenstellen, die ihn durch ihre Ueberlcgenheit heute schon schlagen und ersetzen sollen. Ich gebe zu', daß Engels' Acußerungen über die Entwickelung des Militarismus nicht immer ganz einheitlich lauten. Mitunter macht sich die alte kleinbürgerlich- demokratische Tradition der vierziger Jahre stark geltend. Meist jedoch überwiegt die immer mehr vertiefte Anschauung, daß nicht eine neue Grundlage der Heeresvcrfassung im spekulativen Kopfe auszuhecken und der allerdings unschönen und Widerspruchs vollen Wirklichkeit entgegenzustellen>ft, sondern daß die Erweiterung und Fortbildung der Grundlagen des heutigen Armeesystems gleichbedeutend ist mit einer vollständigen Umwälzung aller bestehenden Machtverhältnisse. Die quantitative Erweiterung wird mit der Zeit zu einem qualitativen Umschlag, Zum Beweise seiner Behauptungen verweist„Isegrim' darauf, daß Engels in den sechziger Jahren offen anerkannt habe, daß die damalige Vennehruug der Bataillone. Schwadronen und Batterien „sicher nicht zu hoch gegriffen" gewesen sei, sondern nur der Vcr mehrung der Bevölkerung Preußens(die in der Zeit von 1315 bis 1861 etwa um das doppelte gewachsen sei) entsprochen habe. Weiter führt„Isegrim" an, daß Engels im Jahre 1805 nicht die Miliz, sondern die zweijährige Dienstzeit verlangt und dabei sogar rückhaltlos zugestanden habe, daß ein längerer Dienst manche Vortheile gewähre. Zwei Jahre Dienstzeit habe Engels für die In- fanterie als vollständig ausreichend erklärt, dagegen von den übrigen Heereskategorien gesagt:„Was die Kavallerie betrifft, so braucht eine geborene Rcitcrei nur kurze, eine erzogene dagegen uu- bedingt lange Dienstzeit. Wir haben wenig geborene Reiterei und brauchen daher die vierjährige Dienstzeit des Reorganisationsplancs sicher... Die Leute müssen wissen, daß sie sich auf einander und auf ihre Führer verlassen können. Dazu gehört lange Dienst zeit... Die reitende Artillerie wird die Dienstzeit der Kavallerie »öthig haben." Engels sei damals sogar noch weiter gegangen, indem er sagte: „Solange man die französische Armee auf der einen, die russische auf der anderen Seite hat. und die Möglichkeit eines kombinirten Angriffs beider zu gleicher Zeit, braucht man Truppen, die die ersten Elemente der Kriegsschule nicht erst vor dem Feinde zu lernen haben..... Wir sind sogar der Meinung, daff ein Staat wie Preußen den größten Bock begehen würde— sei an der Regierung, welche Partei da ivolle— wenn er die normale Dienstzeit augenblicklich noch mehr verkürzte." Allzu sehr— fährt„Isegrim" fort— habe Engels diese An schauungen auch später nicht geändert. 1870 habe er als Bericht- erstattcr über den dcutsch-französischen Krieg für die englische Zeitung„Pall Mall Gazette" allerdings einmal von 18 Monaten als vielleicht möglicher Dienstzeit-Verkürzung gesprochen, iudeß sei ihm selbst damals eine längere Dienstzeit durchaus diskutabel gc- blieben, indem er schrieb:„Die Läng« der Dienstzeit tritt für uns mehr in den Hintergrund; Hauptsache ist, daß dos Prinzip der all gemeinen Wehrpflicht streng durchgeführt wird," „Isegrim" schaltet hier hinter dem Worte„streng" ein:„strenger als damals in Preußen mit seiner doch auch schon recht stattlichen Reknitenzahl". Weiter beruft sich„Isegrim" auf eine Artikelserie, die Engels im Jahre 1898 unter der lleberschrift„Kann Europa abrüsten?" im„Vorwärts" veröffentlicht hat. Engels sagte da: „Nun besteht gerade die moderne, die revolutionäre Seite des p r e ü ß i f ch e n W e h r s y st e m s in der Forderung die Kraft jedes wehrfähigen Mannes für die ganze Dauer seines wehrfähigen Alters in den Dienst der nationalen Verthcidigung zu stellen. Und das einzig Revolutionäre, das in der ganzen militärischen Entwickelung seit 1870 zu entdecken ist, liegt eben darin, daß man— oft genug wider Willen— sich genöthigt gesehen te hat, diese bisher nur m der chauvinistischen Phantasie erfü Forderung mehr und mehr wirklich durchzuftihren. Weder an der Länge der Dienstverpflichtung noch an der Einstellung aller wehr fähigen jungen Leute kann heute noch gerüttelt werden, am wenigsten von Deuffchland, am allerwenigsten' von der sozialdcmokratiichen Partei, die im Gcgentheil auch diese Forderung vollauf in die Praxis zu übersetzen in Deutschland allein im stände ist. ES bleibt hiernach nur noch ein Punkt, wo das Bedürfniff nach Abrüstung den Hebel ansetzen kann: die Länge der Dienstzeit bei der Fahne. Und hier liegt in der That der Punkt des ArchimedeS Internationale Festsetzung zwischen den Großmächten des Kontinents, des Maximums der aktiven Dienst zeit bei der Fahne für alle Waffengattungen, meinetwegen zuerst auf zwei Jahre, aber mit dem Vorbehalt sofortiger weiterer Herabsetzung, sobald man sich von der Möglichkeit überzeugt, und mit den, Milizsystem als Endziel." „Isegrim" meint, hier sei das Milizsystem nur„flüchtig daneben genannt." In der Vorrede zu dieser später als Broschüre herausgegebenen Artikelserie sagt aber Engels:„Ich gehe darin von der Voraus setzung aus. die sich mehr und mehr allgemeine Anerkennung erobert: daß das System der stehenden Heere in ganz Europa aus die Spitze getrieben ist in einem Grade, wo eS entweder die Völker durch die Militärlast ökonomisch ruiniren oder in einen allgemeinen Vernichtungskrieg ausarten muß, eS s ei denn, die stehenden Heere werden rechtzeitig umge- wandelt in eine auf allgen, einer Volks- bewaffnung beruhende Miliz'... Die allmälige Herabsetzung der Dienstzeit durch internationalen Vertrag, die den Kernpunkt meiner Darstellung bildet, halte ich überhaupt für den einfachsten und kürzesten Weg, um den allgemeinen Uebergang vom stehenden Heer zu der als Miliz organifirten Volksbewaffnung zu vermitteln... Indem ich die gymnastische und militärische Ausbildung der gesammten männlichen Jugend zu einer wesentlichen Bedingung des Üebergangs zum neuen System mache, schließe ich die Verwechselung des hier borgeschlagenen Milizsystems mit irgend welcher jetzt bestehenden Miliz, zum Beispiel der schweizerischen, aus- drücklich aus." Zum Schluß zitirt„Isegrim" aus einem Briefe, den Engels im März 1895 kurz vor seinem Tode an KautSky geschrieben und den dieser in der„Neuen Zeit" veröffentlicht hat, folgende„charak- teristische" Stelle: „Ueber Miliz und stehendes Heer ließe sich ein langes und breites schreiben. Wenn Frankreich und Deutschland überemkämen, ihre Armeen allmälig in Milizheere mit gleich langer Uebungszeit zu verwandeln, so wäre die Sache fertig. Rußland kann man machen lassen, was es will, und Oesterreich und Italien 'olgen mit Wollust. Aber wegen der inneren Verhältnisse können Frankreich und Deutschland sich das nicht leisten,- und wenn sie es könnten, so geht's wegen Elsaß-Lothringen nicht. Und daran scheitert die ganze Milizgeschichte.", Das ist", so schließt„Isegrim" seinen Artikel,„wohl die bündigste Ablehnung, die man sich denken kann, und sie ist nicht einmal deck Form nach eine höfliche Verneigung, wie man sie doch guten alten kleinbürgerlich-demokratischcn Idealen sonst gen, erweist.... Auch ur die Partei wird es schließlich wie im„Siegftied" heißen:„Fort mit dem Brei, ich brauch ihn nicht. AuS Bappe schmied' ich kein Schwert I" �# Was hat nun„Isegrim" mit'einem Artikel gegen da« Miliz«' y st e m bewiesen? Unseres ErachtenS gar nichts. In der„Neuen Zeit" erwidert K a r l K a u t s k h auf„Jsegrim's" Artikel, unter Beziehung auf die Broschüre, die Engels im Jahre 1865 veröffentlichte, daß es sich damals nicht um die Frage:-Milu oder stehendes Heer?', sonden, um die Fn�ßm handelte: oder dreijährige Dienstzeit? und: Allgemeine Wehrpflicht Konskription?'KautSky sagt: „Da trat Engels für die allgemeine Wehrpflicht ein und erklärte, die zweijährige Dienstzeit genüge selbst vom Standpunkt des be- tehenden Systems, die dreijährige sei überflüssig. Es fiel ihm aber nirgends ein, die zweijährige Dienstzeit als Minimum der Dienst- zeit zu verlangen Leuten gegenüber, die eine weitere Abkürzung forderten. Jenes heiße Verlangen, dem herrschenden Regime neue Machtmittel zu bewilligen, das unser uationalgesinnter Wehrwolf empfindet, war ihm fremd:„Die Frage, wie viel Soldaten der preußische Staat braucht, um als Großmacht fort- zuvegetiren, ist dem deutschen Proletariat gleichgilftg.... Die mehr und mehr konsequente Durchführung der allge- meinen Wehrpflicht ist der einzige Punkt, der die Arbeiterklasse Deutschlands an der preußischen Armee-Reorganisation interessirt" (S. 38/39). Von einem Verlangen nach zweijähriger Dienstzeit also keine Spur. Er zog sie der dreijähriaen vor, meinte aber selbst vom Standpunkt des bestehenden Systems:„Man könnte... einen Theil der Leute schon nach einem bis eineinhalb Jahren entlassen. Eine solche frühere Entlastung als Prämie für Diensteifer würde der ganzen Armee mehr nützen als sechs Monate längere Dienstzeit" (S. 15). Kautsky weist dam, nach, daß'„Isegrim" beim Zitiren nichts weniger als einwandSsrei verfuhr. In der EngelS'schen Broschüre au« dem Jahre 1865 ist am Schluß der Stelle, die davon hanoelt, daß Preußen den größten Bock begehen würde, wenn es die normale ....... �Wir nehmen einem Milizheer II.»» n»*—.., u, w,e man sich die Sache vorstellt, ist sie heute für ein Land mit 18 Millionen Ein- wohnen,(denen 35 Millionen Franzosen, 34 Millionen Oesterreicher und 60 Millioiicu Russen acgcnuberstaudcu. Red.) und sehr expouirten Grenzen unmöglich und selbst für andere Verhältnisse nicht in dieser Weise möglich." Diesen Schlußsatz hat„Isegrim" nicht zitirt. Kautskv bemerkt dazu:„Sehr begreiflicherweise, denn dieser� Satz wirst oas Gebäude um, das er auS den zerstreuten Zitaten so mühsam zusammengeleimt hat. Der Schlußsatz sagt offenbar, daß Engels sich nicht gegen die„Phantasien" von einem Milizheer über- Haupt wendet, sondern„ur gegen die Phantasten einer Miliz ohne ausgebildete Soldaten, daß Engels meint, die Milizgeschichte müsse in anderer Weise angepackt werden. Indem. „Isegrim" diesen Satz unterschlägt, gelingt eS ihm, Engels, den Ver-. thcid'iger des Milizsystems, als dessen Gegner erscheinen zu lassen—' ein Vorgehen, das weniger an Isegrim als an Reineie Fuchs ge- mahnt, dessen hervorstechendste Tugend Ehrlichkeit bekanntlich nicht war. „Hier sind wir zum Kernpunkt der ganzen Frage gelangt. „Isegrim" thut so, als wäre das Milizsystem gleichbedeutend mit Beseitigung jeder Ausbildung des Soldaten. Engels bezieht sich auf ,, Phantasien von einem Milizheer mit sozusagen gar keiner Dienstzeit".„Isegrim" wiederholt triumphirend:„Phantasie,, von einem Milizheer I" und er spricht von der„neuen Auflage des alten Büroergardisten-Jdcals". „In Wirklichkeit ist der Unterschied zwischen einem Berufssoldaten und einem Milizsoldaten nicht der zwischen einem ausgebildeten und einem nicht ausgebildeten Soldaten, sondern er liegt darin, wann iliid wo die Ausbildung stattfindet. Hier der Soldat, der für Jahre in die Kaserne eingeschlossen, vom Volke abgelöst, ihm als Mitglied einer besonderen, erhabenen und grundsätzlichen Kaste gegenüber- gestellt wird, als willenlose Maschine, der man zumuthen darf, auf Vater und Mutter zu schießen; dort der Soldat, dessen Ausbildung in einer Weise geschieht, daß sie ihn nicht vom Volke trennt, nicht feinem Beruf entfremdet, daß sie ihn, nie daS Bewußtsein seiner staatsbürgerlichen Pflichten und Rechte raubt. „Der Uebergang vom stehenden Heere zum Milizheer besteht also nicht darin, daß man einfach„sozusagen gar keine Dienstzeit" einführt; sie erfordert die Ersetzung der langen Dienstzeit in der Kaserne durch andere Mittel der Ausbildimg des Soldaten, vor allein durch militärische Ausbildung der Jugend. „Das betont Engels schon in seiner Broschüre über die preußische Militärrcorganisation. Er hält eS für möglich, einen Theil der Leute sckon nach einem Jahre zu entlassen(S. 15). Dagegen betont er. daß„als ein Acquivalent der verkürzten Dienst- zeit, und als das Wesentlichste, eine bessere körperliche Erziehung der Jugend anzusehen ist... Man setze in jeden Kreis mindestens einen ansgediciitei, Unteroffizier hin, der sich zum Turn- lchrcr qualifizirt, und gebe ihm die Leitung des Unter- richts in, Turnen; man sorge dafür, daß mit der Zeit der Schul- fügend das Marschiren in Reih und Glied, die Bewegungen eines Zuges und einer Kompagnie, die Vertrautheit mit den betreffenden Kommandos beigebracht werden. I» sechs bis acht Jahren wird man reichlich dafür bezahlt werden und— mehr und stärkere Re- kruten haben." „Genau den gleichen Vorschlag, ja fast mit den gleichen Worten, macht Engel» in seiner Broschüre„Kann Europa abrüsten", und be- zeichnet ihn als Vorbedingung des Milizsystem«. Dieses aber fängt für ihn an bei der einjährigen Dienstpflicht:„Ich habe nachzuweisen versucht, daß die zweljährige Dienstzeit schon jetzt für alle Waffen- gatwngen durchführbar ist... ich habe aber gleich von vornherein gesagt, daß es nicht bei den zwei Jahre» bleiben soll. Es handelt sich vielmehr darum, daß der Antrag auf internationale zweijährige Dienstzeit nun der erste Schritt sein soll zu einer allmäligen weiteren Herabsetzung der Dienstzeit— sage zunächst auf achtzehn Monate. zwei Sommer und einen Winter— dann ein Jahr— dam,...? Hier fängt der Zukunstsstaat an. das un ver fälschte Miliz- festem, und davon wollen wir weiter reden, wenn die Sache erst wirklich in Gang gebracht ist." Das ist derselbe Standpunkt, den Engels 1865 einnahm. Wenn Isegrim sagt: „Ich gebe zu, daß Engels' Sleußerungei, über die Entwickelung dcS Militarismus nicht immer ganz einheitlich lauten. Mitunter macht sich die alte kleinbürgerlich-demokratische Tradition der vierziger Jahre stark geltend", so beweist dieser Satz nur die Vorsicht unsere? Biedern, aimeS, der sich wohl bewußt ist, wie viele Stellen in den EngelS'schen Schriften gegen ihn sprechen und sich daher den Rücken decken möchte. In Wirklichkeit aber war die Auffassung von Engels eine tiefdurchdachtc und einheitliche. Den Mangel an Einheitlichkeit schafft erst die Jsegrim'sche Auslegung, für den um jeden Preis das„alte kleinbürgerlich-! demokratische Ideal des Bllrgergardisten der vierziger Jahre" der Typus des Milizsoldaten sein muß. Spricht sich Engels für die- Nothweudigkeit militärischer Ausbildung aus, dann findet„Jsearim".l der Berufssoldat sei sein Ideal; spricht sich Engels unzwelheptizl für das Milizsystem aus, dann muß der Bürgergardist sein Jdeal Kommerzienrath Scipio erfolgt, welcher Herr im badischen vertheidigte. Die Aufsichtsbehörde hat in diesem Falle fein; furz, um Engels für sich ausbeuten zu können, muß fegrim" Landwirthschaftsrathe als Vertreter des Kreises Mannheim über die wieder einmal in ihrem Eifer über das Ziel gehauen und die Erihn zu einem haltlosen Schwäger stempeln, der zwischen den Fleischnoth unrichtige Aufstellungen gemacht hatte, unter reichung ihrer Absichten fällt damit, weil die gefeßliche Grundlage größten Extremen hin und her schwankt. Hätte" Jsegrim" darin der die arbeitende Bevölkerung Mannheims leidet. Von Karlsruhe fehlt. Man sieht, der Kampf ist noch nicht zum Abschluß gekommen recht, dann verdiente Engels' Stimme überhaupt keine Beachtung in aus wurde telegraphisch die strafrechtliche Verfolgung des Artikels und wird die Kassenverwaltung noch einen schweren Standpunkt gegen dieser Frage. veranlaßt. Am Montag erschienen 4 Kriminalbeamte in dem Bureau ihre Widersacher haben. „ Der wirkliche Standpunkt von Engels, der weder der des der„ Volksstimme" und nahmen eine Haussuchung in den RedaktionsBürgergardisten, noch der des Berufssoldaten ist, stimmt aber voll- räumen sowie in der Privatwohnung Herzberg's vor, der sich schon Land- und Hilfsarbeiter Verbandes ist vom Landgericht bestätigt. Die vorläufige Schließung der Hallischen Filiale des Fabrik-, kommen mit demjenigen, den unsere Partei vertritt, soweit er in den vorher einer Leibesvisitation hatte unterziehen müssen. Von seiner Land- und Hilfsarbeiter- Verbandes ist vom Landgericht bestätigt. Reden und Schriften unserer hervorragendsten Parlamentarier zu Wohnung aus wurde Herzberg zum Untersuchungsrichter geführt, Das Landgericht beruft sich u. a. auf folgende Vorkominnisse, die tage getreten ist. Von einer sofortigen Aufhebung jeglicher der ihn nach kurzem Berhör wegen angeblicher Kollusionsgefahr" ihm geeignet erscheinen, den Beweis zu führen, daß sich der Verein Dienstzeit war in unserer Partei nie die Nede; was verlangt für verhaftet erklärte. Es ist dies, schreibt die„ Volksstimme"; mit Politit beschäftigt hat. Es heißt in dem Bescheid: wurde, entsprechend dem Engels'schen Vorschlag, nach seit der Hochverraths- Aftion gegen Dreeshach, die für die Durchführung der zweijährigen Dienstzeit die einjährige, Mannheimer Staatsanwaltschaft mit einer heillofen Niederlage endete, nossen aufgefordert, sich rege an der Vertheilung der Flug1. In der von 32 Personen( darunter sechs Frauen) besuchten Versammlung vom 13. November 1897 wurden die Ges. wie fte die Einjährig- Freiwilligen schon haben, die einem Jahre sogar zu Lieutenants werden können. in die erste Sache, in welcher gegen Beamte der„ Volksstimme" nossen aufgefordert, sich rege Auch die mit Verhängung der Untersuchungshaft vorgegangen wird. Und das Schrift Bebel's:" Nicht stehendes Heer, sondern Volkswehr", spricht wegen einer Bagatelle, wegen einer- im schlimmsten Falle ein nirgends von einer Aufhebung, sondern von einer Ber- fachen Formalbeleidigung, die, wenn sie gegen einen gewöhnlichen fürzung der Dienstzeit mit gleichzeitiger Einführung militärischer Sterblichen verübt wird, vom Schöffengericht mit einer geringen Jugenderziehung. Sie steht auf dem gleichen Boden wie die vor Geldstrafe gebüßt zu werden pflegt. Aber hier handelt es sich um fünf Jahren erschienene Engels'sche Schrift. Wiege wohl die Musen nicht gestanden, der aber eine äußerst geeinen großmächtigen Kommerzienrath und Großgrundbefizer, an dessen eine höhere Sorte von Ehre verfügt, als der gewöhnliche Durch wichtige Persönlichkeit von Mammons Gnaden ist und darum über schnitts- Staatsbürger. Wo find also die Bürgergardisten- Ideale" der„ milizgläubigen Wasserheiligen" in unserer Partei zu finden? Sie sind zu finden in den Schriften und Reden der verbisfensten und tückischsten unserer Gegner. Diese sind es, die die Auffassung unserer Partei vom Milizwesen fälschen, um sie leichter bekämpfen zu können. fegrim", der jahrelang alle militärpolitischen Ausführungen aus Parteitreisen aufmerksam verfolgt hat", er übernimmt Leichten Herzens diese Fälschung und ergänzt sie durch die Fälschung unseres Friedrich Engels. heiligen foll? Soweit Kautsky. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Deutsches Reich. Ausland. Soziale Rechtspflege. blätter, welche zur Agitation zur bevorstehenden Stadtverordnetenwahl dienen sollten, zu betheiligen. 2. In der von 25 Personen ausdrücklich als öffentliche bezeichnet ist, wurde die Bedeutung der ( darunter 3 Frauen) besuchten Versammlung vom 9. April 1898, welche ausdrücklich als öffentliche bezeichnet ist, wurde die Bedeutung der Maifeier erklärt, die von der sozialdemokratischen Partei verfaßte 3. Bei der von 30 Mitgliedern( darunter 2 weiblichen) besuchten und in einer öffentlichen Versammlung angenommene Resolution angenommen und ein Vergnügungskomitee zur Maifeier gewählt.. das Ergebniß der Reichstagswahl mitgetheilt und das Blatt 43 der Bersammlung vom 9. Juli 1898 wurde vor formeller Eröffnung polizeilichen Atten befindliche Flugblatt vertheilt, welches zur Betheiligung an sozialdemokratischen Bestrebungen auffordert und durch größeren Druck die Worte hervorhebt: Alles für das Volt, alles durch das Volk! Hoch die internationale Sozialdemokratie!" Wenn solche Beweisführung auch zur Schließung bürgerlicher Und welches ist der edle Zweck, der diese sauberen Mittel in der legten großen öffentlichen Versammlung aufgestellt haben, vereine und politische Organisationen unserer Gegner aufgelöst werden. Mit den Forderungen der Bäckerei- Arbeiter, die dieselben Vereinigungen herangezogen würde, dann müßten sämmtliche KriegerIst die Frage, ob Milizheer oder Berufsheer, wirklich nur eine befassen sich nun auch die Bäckermeister. In den einzelnen Bezirks- Da das nicht der Fall ist, so wird damit nur wieder der schöne folche, die uns nicht mehr angeht als der Vegetarismus und die vereinen, so in Südwest und Friedrichstadt und in Moabit, haben Grundsatz bestätigt: Wenn zwei dasselbe thun, so ist es nicht Kneipptur, und die wir den Fachleuten überlassen sollen? Aber warum bereits Berathungen, wozu die Bäckerei Arbeiter eingeladen dasselbe. dann die Verbissenheit und der Fanatismus unserer Gegner in dieser waren, stattgefunden. In der Versammlung für Südwest Frage? und Friedrichstadt gelangte einstimmig eine Resolution zur Sie wissen sehr wohl, worum es sich handelt. Bei dem heutigen Annahme, in der die Hoffnung ausgesprochen wurde, daß durch haben nachstehende Forderungen aufgestellt: Einführung der zwölfDie Angestellten der Kolonialwaarenbranche zu Paris Stande der Kriegstechnik steht die Masse des Volkes einem gegen weitere Verhandlungen zwischen Meistern und Gesellen ernste stündigen Arbeitszeit, Freigabe der Sonn- und Festtage von Sie aufmarschirenden Heere wehrlos gegenüber. Mehr als je ist heute Maßnahmen, die das Bädergetverbe schädigen würden, ber= Der Herr des Heeres der Herr des Staates. Selbst die demokratischen mieden mittags 12 Uhr an, werden. In der Versammlung in Moabit wurde Monat, Aufhebung aller Strafbestimmungen und Anerkennung Gewährung von zwei Ruhetagen pro Formen schüßen dagegen nicht, wie die Rolle des französischen Ge- von den Vertretern der Arbeiter, nachdem sie in über- des Syndikats und dessen Arbeitsvermittelungs- Bureaus. neralstabes beweist, der die bürgerliche Freiheit mit Füßen tritt, wo zeugender Weise die Berechtigung ihrer Forderungen den ver- die Forderungen nicht bewilligt werden, ist, wie die Petite, Falls es ihm paßt. Und doch hat er tein politisches Haupt. Ganz ammelten Meistern flar gelegt hatten, wiederum die Geneigtheit Republique" mittheilt, der Ausbruch eines Streits leicht möglich. anders noch ist die politische Bedeutung der Armee in einer Militär- ihrerseits zu Verhandlungen fund gegeben. Sie wandten sich monarchie. Berufsarmee und Demokratie sind heute gegen den Vorschlag der Meister, in Meister, in jedem Bezirk be= zwei Begriffe, die sich ausschließen; die Demo- sondere Kontrollkommissionen zu wählen, um für die Beseitigung fratie ist nur sicher unter dem Milizsystem. Die der gerügten Mißstände Sorge zu tragen, da sie sich hiervon etwas Frage des Milizsystems ist eine Frage der Demokratie, nicht Ersprießliches nicht versprachen. Die Meister zogen schließlich den be- Der Streit bei Ludwig n. Ko. vor dem Einigungsamt. blos der„ kleinbürgerlichen Demokratie der vierziger Jahre", sondern treffenden Antrag zurück und es gelangte folgende von den Arbeitern Unter dem Vorfiz des Gewerberichters v. Schulz traten gestern Nachweit mehr noch der proletarischen Demoratie der Jahren eingebrachte Resolution zur einstimmigen Annahme:„ Die Berjanen mittag 4 Uhr Die Gewerbegerichts- Beisiger Tischler Millarg, StockProletariat befizt nicht, wie die Bourgeoisie, die Mittel, der Militär- lung erklärt, daß die Gesellenausschüsse der beiden am Orte be- arbeiter Klinger, Fabrikant Weigert und Tiefbau- Unternehmer Bernmonarchie politische Rechte abzufaufen. stehenden Innungen das Vertrauen der Berliner Bäckereiarbeiter hard als Einigungsamt zusammen, um in Sachen des Streiks bei Die Frage des Milizsystems ist auch eine Frage der Kultur, besitzen und als ihre berufenen Vertreter einzig und allein die Ver- Ludwig u. Ko. zu verhandeln. Der Sachverhalt ist kurz folgender. denn die Kaserne verroht den Soldaten, vermindert seine Tüchtigkeit handlungen mit der Berliner Meisterschaft zu führen haben; die Wahl Die Herren Alphons Ludwig und Samuel, die ein Engrosgeschäft im bürgerlichen Beruf; das stehende Heer ist eine ständige Kriegs- von Kommissionen in den einzelnen Stadttheilen also überflüssig und in Schirmstöden betreiben, hatten den Zusammensetzer Fräßdorf entgefahr, ein ständiger Anreiz zur Vermehrung der Rüstungen, unter hindernd ist. Doch wünscht die Versammlung, daß die Bezirks- laffen, zugleich aber einen anderen Arbeiter eingestellt, einen gewissen denen die Völker Europa's erliegen. vereine der Meister sich schlüssig werden, was sie den Gesellen über- Mentel, der früher schon bei ihnen beschäftigt war. Die meisten der übrigen Und das alles sollen Fragen sein, die nur die Berufsoffiziere haupt zu geben gewillt sind, und daß sie ihre Beschlüsse den Innungs- Busammenfeger sahen die Entlassung F.'s als Maßregelung an und angehen, und wer sich dabei auf Seite der Miliz, der Demokratie, der vorständen unterbreiten. traten für ihren Kollegen ein. Sie verlangten, daß er wieder einKultur stellt, der ist für„ Jsegrim" eine fomische Figur. Die Bäckermeister zeigten im Allgemeinen sich geneigt, auf gestellt und daß Mentel entlassen werde, und legten schließlich die Wir sagen umgekehrt, die Frage des Milizheers ist für jeden einige Forderungen der Gesellen einzugehen, nur die Abschaffung Arbeit nieder. Ihnen schlossen sich die Celluloidarbeiter des Zwischendemokratischen Politiker des europäischen Festlands eine der wichtigsten des Kost- und Logiswesens fand bei ihnen entschiedene Ablehnung. meisters Richard Ludwig an, die die Herren Alphons Ludwig und altuellen Fragen geworden. Wer heute dem Berufssoldatenthum Samuel als ihre eigentlichen Arbeitgeber betrachteten. Der Streit, Hilfe gewährt, und sei es auch nur moralische, durch Zustimmung, an dem elf Personen betheiligt sind, dauert nunmehr vier Wochen. der ist ein Feind der Demokratie, ein Feind de sarbeiter, darunter viele Familienväter, im Ausstande. Der Kampf regelt sei. Er habe unter den Arbeitern Unfrieden gestiftet, und In Hildburghausen befinden sich seit 15 Wochen 74 Glas Herr Samuel bestritt vor dem Einigungsamt, daß. gemaß Proletariats." gilt nicht nur der Erringung eines menschenwürdigen Lohnes, sondern da sei es das gute Recht der Arbeitgeber gewesen, ihn zu entauch der Forderung einer anständigen, eines Menschen würdigen fernen und seinen Platz mit dem als zuverlässig bekannten Das Boltsblatt für alle" wendet sich ebenfalls Behandlung. Welcher Art die Behandlung der Arbeiter gewesen Mentel zu besetzen. äußerst scharf gegen Siegrimi". Es schreibt u. a.: Der Vertreter der Ausständigen machte demWas der Ver- sein muß, geht aus der Aeußerung eines der Herren Chefs hervor, gegenüber geltend, daß F. nach seiner und seiner Kollegen Ueberfasser mit seinem Auffaß und vor allem mit dem originell sein daß die Arbeiter, wenn sie erst Schnee und Eis fressen" müßten, zeugung entlassen worden sei, weil er dem Bestreben der Unternehmer, sollenden Schluß( Fort mit dem Brei 2c.) will, ist nicht recht klar. schon würden zahm werden. Ganz abgesehen davon, daß er gegen Phantome kämpft, hat er zu Ein Hüttenmeister verstieg sich die einigermaßen geregelte Arbeitszeit wieder zu verschlechtern, stets Beweise für seine Behauptungen nicht erbracht. der Aeußerung: er „ Wenn die Kräfte hätte, würde Widerstand geleistet habe. Das Einigungsamt beschloß, M. und in den letzten Bebel hat er keine Arbeiter entlassen, aber sie hauen, daß sie die Wände noch einen andern Arbeiter, der den Streit nicht mitgemacht hat, zu Monaten eine ausgezeichnete Schrift gegen hinaufsprängen." den Militarismus und für das Milizsystem geschrieben, worin Glasarbeiter im Ausstande, und auch hier ist der Kampf ein sehr verschiedenen Mitarbeitern, besonders von F., so" geuzt" worden sein, Auch in Köln Rippes befinden sich die vernehmen. Die Zeugen wurden sogleich geholt. Beide wollen von er die Möglichkeit des letzteren in der Gegenwart nachweist. hartnäckiger. In Hildburghausen wie in Köln- Nippes versucht das daß sie die Aufgabe ihrer Stellung erwogen hätten. Natürlich will er nicht sofort den Sprung von dem heutigen System Unternehmerthum, mit allen nur erdenklichen Mitteln Streitbrecher Zeugen Mentel warfen die Streifenden Zwischenträgerei vor. zu dem Milizsystem machen; er denkt sich, wie die Sozialdemokratie heranzuziehen. Daher ist in erster Linie der Zuzug nach diesen Er selbst gab zu, daß er eine Zeit lang bestimmte Akkordin ihrer allgemeinen Auffassung überhaupt, die Einführung des letzteren beiden Orten fernzuhalten. Dann aber ist es nothwendig, da es zuschüsse erhalten habe, damit er die Kollegen als älterer Arbeiter durch Erziehung der Jugend zur Volkswehr und durch progressive Herab- dem Verbande der Glasarbeiter infolge der langen Dauer dieser beaufsichtige. Mittheilungen über Kollegen habe er jedoch nicht eher fegung der Dienstzeit. Der General von Boguslawski hat als Stämpfe äußerst schwer fällt, die erforderlichen Mittel zur erfolg- den Chefs gemacht, als bis man ihn in öffentlicher Versammlung militärischer Fachmann" eine Gegenschrift erscheinen laffen, die reichen Durchführung derselben zu beschaffen, daß die deutsche Ar- heruntergeriffen habe. Um 81/2 Uhr abends tam folgender VerBebel ganz ausgezeichnet widerlegt hat. Herr von Bogus beiterschaft ihr Scherflein dazu beiträgt, den Glasarbeitern zum Siege gleich zu stande: Die Arbeiter verzichten auf die Wiedereinstellung lawski wird nicht verfehlen, den Sozialdemokraten Jiegrim als zu verhelfen. Geldsendungen sind zu richten an Emil Girbig, Fräßdorf's. Dagegen verpflichten sich die Herren Ludwig und Samuel Kronzeugen anzurufen. Das bleibe ihm unbenommen, nur dagegen Berlin O., Bödeckerstr. 2. Die Generalfommission. glauben wir protestiren zu müssen, daß Engels als Kronzeuge gegen Sen Zusammenfeßer Mentel spätestens am 1. Februar zu entlassen. Bebel und gegen die Sozialdemokratie ins Feld geführt wird. Bon Der Kampf in Nemscheid ist äußerlich beendet. Die aus- Bis zu diesem Zeitpunkt soll er Gelegenheit haben, sich eine andere " Siegrim" muß erwartet werden, daß er seine Ansichten unter seinem ständigen Arbeiter haben bis auf ca. 50 Mann die Arbeit wieder Stellung zu suchen. Sämmtliche Ausständigen, abgesehen von F., wahren Namen vertritt. Entschließt er sich nicht selbst dazu, dann aufgenommen und sich zum Eintritt in die Betriebs- Krankenkassen werden wieder eingestellt. Maßregelungen und Benachtheiligungen finden müßte ihm das Wolfsfell von anderer Seite abgezogen werden; bereit erklärt. Insgesammt sollen in Remscheid einige 20 Betriebe nicht statt. Die Streifenden dürfen ebenfalls die Kollegen, welche genosse wie er unter einem Pseudonym Kuckuckseier in das Partei- so daß ihr 8000 Mitglieder verbleiben. denn es darf nicht geduldet werden, daß ein so bekannter Partei frankenkassen gegründet werden, die zusammen etwa 2000 Mitglieder am Streit nicht theilnahmen, nicht maßregeln. Die Arbeitszeit in. haben werden. Die Ortskrankenkasie hat jezt 10 000 Mitglieder, den Werkstätten der Firma und des Herrn Richard Ludwig dauert neft legt." Um die Arbeiter noch neun Stunden, im Sommer von 7 bis 5 Uhr, im Winter von 8 bis mehr zu empören, wird auch die Errichtung von Innungskassen 6 Uhr. Die Schließung der Werkstätten erfolgt im Sommer um 5, Sieg der Sozialdemokratie in Breslau. Wie uns eine betrieben. im Winter um 6 Uhr abends. Privatdepefche meldet, wurden bei der Nachwahl zur Stadtverordneten- Sanitätsvereine weiter auszubauen. Von den Arbeitern wird nun geplant, die Organisation der Diese Vereine bieten ihren Eingelaufene Druckschriften. Versammlung am Mittwoch zum erstenmale in Breslau zwei Mitgliedern freie ärztliche Behandlung für die Familienangehörigen. Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, Dieg' Verlag) ist soeben das Sozialdemokraten gewählt, nämlich der Verleger Schütz Man wird nun an die Orts- Krantentasse herantreten, um diese 11. Heft des 17. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: und der Redakteur Bruhns von der Volkswacht". Die Wahl gestatten, die Behandlung der Mitglieder dieser Vereine zu über- legten Artikel in der Neuen Zeit". Von Conrad Schmidt. ersuchen, den bon ihr fest angestellten Aerzten zu Bismarc's Denkwürdigkeiten. Einige Bemerkungen über Plechanow's betheiligung war außergewöhnlich stark. Die Gewählten erhielten nehmen. Die Ortstasse steht der Sache sympathisch gegenüber und Engels und das Weilizſyſtem. Bon K. Kautsky. Der ländliche Arbeiter: 620 gegen 506 bürgerliche Stimmen. wird somit der Kampf um die Arztfrage auf anderem Gebiet fort- Rundschau. mangel. Von Urbanus. Berliner Theater. Von F. M. Literarische Notizen: Wohnungsmiethe und Arbeitereinkommen. Von Aus Erfurt wird uns geschrieben: Ein hiesiges bürgerliches gefest. Bemerkenswerth ist, daß vor einigen Tagen die Ortskasse B. M. Grempe.- Feuilleton: Aesthetische Streifzüge. Von Franz Mehring. Blatt, das den Ausgewiesenen asert schon neulich in von der Gemeindeverwaltung die Weisung erhalten hat, eine außer Fortsetzung.) gehäffiger Weise als ein vielfach vorbestraftes", gefährliches ordentliche Generalversammlung anzuberaumen und als GegenIndividuum hinstellte, verbreitet jezt die Nachricht, Hasert habe des stand der Berathung:" Zusatz zu§ 56 des Statuts" halb vom Ministerium Aufschub erhalten, weil er versprochen habe, langen stützt die Behörde darauf, daß nach einem Erlaß des Lehte Nachrichten und Depelthen. bezeichnen. Ihr eigenthümliches und außergewöhnliches Verfich fernerhin nicht mehr a m agitatorischen Köln, 7. Dezember.( W. T. B.) Die„ Kölnische Volkszeitung" Leben betheiligen zu wollen." Leider ist diese für den Handelsministers Brefeld vom 28. d. M. darauf hingewirkt werden meldet:" Auf den Thonwerken in Arloff bei Kirſpenich( RegierungsGenoffen Hafert sehr beleidigende Notiz auch der„ Leipz. Bolkszta." foll, daß die Statuten der Krankenkassen in der Richtung ab- bezirk Köln) stürzte gestern ein Stollen ein, wodurch sechs Arberichtet worden, von wo sie vielleicht weitere Verbreitung geändert werden, daß bei Erwerb, Veräußerung und Belastung von beiter verschüttet wurden. Alle sechs wurden als Leichen herausfindet. Es sei deshalb hierdurch festgestellt und zwar beruht diese nicht eigenmächtig beschließen, sondern an die Genehmigung der und zwar beruht diese Grundeigenthum, sowie bei Aufnahme von Darlehen der Vorstand geholt. Feststellung auf eigene Aussage Hafert's daß sein ganzer Berkehr Generalversammlung gebunden werden soll. daß sein ganzer Verkehr Trieft, 7. Dezember.( B. H.) Wegen des undurchdringlichen mit dem preußischen Ministerium des Innern sich auf die vom Ferner heißt es: Nebels, der auf dem Meere herrscht, ist die Schifffahrt stark ge" Borwärts" früher bereits erwähnte Depesche beschränkt, in der im" Ebenso liegt es im Interesse der Kaffen, für solche Fälle die Zu- fährdet. Mehrere Schiffe find bereits aufgefahren. türzesten Telegrammſtil um 8 Tage Aufschub gebeten wurde mit ſtimmung der Aufsichtsbehörde vorzuschreiben, da die Kaffen sonst Prag, 7. Dezember.( B. H.) Wie„ Narodny Listy" berichtet, wird der Begründung, daß Hasert's Frau erst vor drei Wochen nieder- Gefahr laufen, wegen Leistungsunfähigkeit geschlossen zu werden." das Abgeordnetenhaus erst dann vertagt werden, wenn bis zum gekommen sei. Es scheint demnach, als ob das Ministerium auch in der beabsichtigten Errichtung eines Krankenhauses zu bereiten. nicht erledigt werden sollten. Diese Anordnung bezwedt zweifellos, der Kasse Schwierigkeiten 30. Dezember die Ausgleichsvorlagen und das Budgetprovisorium acht Tage für nicht genügend gehalten hat, um die Wöchnerin für Wie bereits mitgetheilt, hatte die Kaffe zu diesem Zweck ein Grunddie plögliche gewaltsame Ueberfiedelung im falten Winter zu festigen. ftüd erworben. Hiergegen hatte die Aufsichtsbehörde( GemeindeDaß Hafert überhaupt verheirathet war, hat man auf dem hiesigen behörde) seinerzeit Einspruch erhoben, der aber auf Beschwerde beim Regierungspräsidium garnicht einmal gewußt. 0 Von der Redaktion des Züricher., Wolfsrechts" ist neben bem Parteigenossen Brandt nun auch noch der Parteigenosse Robert Seidel zurückgetreten. Die Preß- Union hat in ihrer Generalversammlung seine Demission genehmigt. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. zu Ministerium zurüdgewiesen wurde. " Dem Friedrich Budapest, 7. Dezember.( W. T. B.) Elf Abgeordnete haben ihren Austritt aus der liberalen Partei angemeldet. Die Regierungspartei zählt aber auch jezt noch immer 305 Abgeordnete von insDie Gemeindeverwaltung fucht nun ihren gwed auf andere gesammt 452 Mitgliedern des Reichstages. Weise zu erreichen. Sie will erzwingen, daß bei Erwerbung von Brüffel, 7. Dezember.( B. H.) Die Indep. Belge" bespria, t Grundeigenthum nicht nur die Generalversammlung, sondern auch die Thronrede Kaiser Wilhelms und sagt, es sei auffallend, daß in die Aufsichtsbehörde die Zustimmung giebt. Wie das erreicht werden derselben des Dreibundes keiner Erwähnung gethan sei. Es sei soll, ist noch in Dunkel gehüllt, denn die Befugnisse der Aufsichts- tein Zweifel, daß der Dreibund, sobald der jezige Vertrag abgelaufen behörde freiwillig zu erweitern, dazu hat die General fei, nicht mehr erneuert werde. Dies ist auch die Meinung der Wegen Beleidigung des Direktoriums der Königs- und versammlung teinen Anlaß, umsomehr, δα Laurahütte wurde der verantwortliche Redakteur der Breslauer behörde der Orts- Krankenkasse keineswegs freundlich gegenüberdie Aufsichts- übrigen Brüsseler Blätter. London, 7. Dezember.( B.$.) Zola befindet sich hier in Bolts wacht", Genosse Bruhns, zu 400 M. Geldstrafe ver- steht und im besonderen der Bürgermeister von Remscheid die Er- London und wohnt in der Nähe des Krystallpalastes. Er erhielt urtheilt, richtung der Betriebskassen eifrig gefördert hat. Die Antipathie kürzlich den Besuch seiner Gattin, welche gestern wieder abgereist ist, Die Verhaftung des Redakteurs Herzberg von der von dieser Seite ging so weit, daß der Bürgermeister in Sie wurde jedoch nicht von ihrem Gatten, sondern von Herrn Mannheimer Voltsstimme" ist wegen eines in deren der Versammlung der Gemeindevertreter heftige Angriffe gegen Vizetely, dem Ueberseker der Zola'schen Werke ins Englische, zum Sonnabend Nummer veröffentlichten derben Artikels gegen den die Ortstrantentasse richtete, die doch nur ihre Eristenz Bahnhofe begleitet. Verantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey in Berlin. Für den Inferatentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin Drud und Berlag von Mar Bading in Berlin. か Hierzu 1 Beilage u. Unterhaltungsblatt. Br. 287. 15. Jahrgang. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 8. Dezember 1898. Reichstag. 2. Sigung, Mittwoch, 7. Dezember 1898, 2 Uhr. Auf der Tagesordnung steht zunächst die Wahl des Prä fidenten; nach den Bestimmungen der Geschäftsordnung erfolgt die Wahl durch Stimmzettel. Abgegeben werden 340 Bettel, davon sind 53 unbeschrieben. Abg. Graf Ballestrem( 3.) erhält 279 Stimmen, Abg. Freiherr b. Hertling( 3.) 6, Abg. v. Leveßow( f.) 1 und ebenso Abg. Snörde ( frs. Vp.) 1 Stimme.( Große Heiterkeit.) boranleuchten und ich hoffe, unter Zur Aufführung gelangt im Lessing- Theater für die 3. Abtheilung Nora"; im Friedrich- Wilhelmstädtischen Theater für die 5. Abtheilung„ Liebelei" und Lumpenbagasch". Anfang 234 Uhr. aur 6. Abtheilung melden. Neue Mitglieder können sich in allen Zahlstellen J. A.: G. Winkler. gekündigt. Größere Neubauten für das Neich = Gehilfen, Gesellen und selbst Lehrlinge des Haushaltungsvorstandes verabfolgt, weil diese Personen nicht als zum Hausstande gehörig zu betrachten sind. Endlich ist noch zu erwähnen, daß Familien- Nebenfarten auf der Stadt- und Ringbahn nicht, sondern nur für den Vorortverkehr ausgegeben werden. Die erste Serie der volksthümlichen Kurse von Berliner Hochschullehrern geht diese Woche zu Ende. Herr Professor Schmoller hat am Dienstag Abend den letzten seiner sechs Vorträge über andelspolitit gehalten. Der bekannte NationalHier werden im eben erschienenen Etatsentwurf der Regierung anAbg. Graf Ballestrem ist somit zum Präsidenten gewählt. ökonom verstand es, in klarer, lebendiger Sprache seinen Zuhörern Er nimmt die Wahl mit folgenden Worten an: Vor allem soll der Reichsbruderei, deren Betrieb in den den immerhin schwierigen Gegenstand verständlich zu machen; besonders Meine Herren, Sie haben mir die hohe Ehre erwiesen, mich zum werthen und geheimen Drucksachen" außerordentlich zugenommen Gebiet berühren, von ihm mit strenger Objektivität behandelt letzten Jahren namentlich durch die große Vermehrung der„ geld- ist anzuerkennen, daß die erörterten Fragen, soweit sie das politische Präsidenten des deutschen Reichstags zu erwählen. Ich sage Ihnen dafür hat, etwas über eine Million zu Erweiterungsbauten zur Verfügung wurden. Am Schlusse des Vortrages gaben die Zuhörer und Zuweiß aber auch, daß damit eine schwere Verantwortlichkeit, ernste Jahre sich als ganz unzulänglich erwiesen haben. Die Regierung giebt lebhaften Ausdrücken zu meinen tiefgefühlten Dank. Ich weiß die hohe Ehre wohl zu schäzen, ich gestellt werden, nachdem die kleinen baulichen Umgestaltungen der letzten hörerinnen ihrem Lehrer den Dank für ſeine Mühen in erkennen. Leider wirkt Herr Prof. Pflichten verknüpft sind. Das Beispiel der ausgezeichneten Männer, selber zu:„ Die meisten Arbeitsräume sind mit Arbeitern und Maschinen Schmoller in der zweiten Serie der Vorträge, die im die vor mir auf diesem erhabenen Size Platz genommen, soll mir überfüllt. Am übelſten liegen die Verhältnisse bei der Abtheilung für Januar beginnt, nicht mit, wie denn überhaupt in dieser Serie kein bewahren. Nach ihrem Beispiel werde ich die Würde des Reichstags organische Einrichtung des Betriebs, wie sie zur Abgrenzung der die anfangs in der Presse gebrachte Nachricht, wonach die Kurse es wird mich vor Irrthümern geldwerthe Drucksachen, bei der wegen der Raumbeengtheit auch eine national- ökonomischer Kursus vorgesehen ist. Bemerkt sei noch, daß ( Bravo!), ich werde mich bestreben, die Arbeiten des Reichstags in fann, und in deren Bereich auch Diensträume der Abtheilung für berechnet seien, besucht würden, durch die aufgestellte Statistik allen Unständen nach allen Richtungen hin wahren Verantwortlichkeit hier besonders wichtig ist, nicht durchgeführt werden wohl von Gebildeten, aber kaum von solchen Personen, für die sie positivem Schaffen zu fördern; ich werde mich namentlich bestreben, nicht geldwerthe Papiere hineinschneiden. Vielfach leidet die glänzend widerlegt worden ist. Während bei den Wiener Hochschulnach allen Seiten hin in der Leitung der Geschäfte die unbedingteste Gesundheit der Arbeiter insbesondere in den mit Er- vorträgen aus den unteren" Voltsschichten nur etwa 40 pet. QuUnparteilichkeit walten zu lassen.( Bravo!) Hierzu bedarf ich aber zeugung gesundheitsschädlicher Dämpfe verbundenen Werkstattbetrieben, hörer anwesend sind, macht die Frequenz aus diesen Schichten in vor allem Ihrer allseitigen Unterstützung, um die ich recht herzlich die sich in dem nur 2,13 Meter hohen Dachgeschosse des Künstler- Berlin 83 pCt. aus. bitte. Unter dieser Voraussetzung nehme ich die Wahl an( Bravo!) werkstattgebäudes befinden. Die Dampftessel- Anlage muß jetzt schon Die vier Berliner Kaufmännischen Fortbildungsschulen und ich werde nunmehr unter Gottes gnädigem Beistand das hohe häufig über das normale Maß in Anspruch genommen werden. Der sind im Winterhalbjahr 1898/99 von 1523 Schülern besucht. Amt, das Sie mir übertragen haben, antreten.( Lebhaftes Bravo!) Bedarf an neuen Maschinen läßt sich wegen des Raummangels zur von besuchen zwei Schulen. 63 Schüler, die Fortbildungsschule im Bräsident Graf Ballestrem begiebt sich hierauf auf den Zeit nicht befriedigen. Es soll deshalb unter Zurückgreifen auf den Staiser Wilhelm- Realgymnasium 193, im Königstädtischen Real Präsidentensitz und spricht zunächst im Namen des Hauses dem Garten der Reichsdruckerei ein großer Erweiterungsbau ausgeführt gymnasium 197, im Stolnischen Gymnafium 371 und im FriedrichAlterspräsidenten Dr. Lingens seinen Dank für die Art aus, wie er, werden. Außerdem ist, da durch diesen Bau die normalmäßige Be- Werderschen Gymnasium 699 Schüler. trop feines hohen Alters, in voller Riftigkeit die Geschäfte geleitet. bauungsfähigkeit des Reichsdruckerei Grundstückes erschöpft, der find 995 Lehrlinge, Volontäre 2c., 528 Handlungsgehilfen, BuchVon den 1523 Schülern ( Das Haus erhebt sich von den Sizen.) einer interimistischen Baracke in Aussicht genommen." jezige Raumbedarf aber noch nicht befriedigt wird die Herstellung Halter, einige Geschäftsinhaber und Studenten. Die Leitung genügende Bentral- Postgebäude an der Ede der den Anstalten. Die Fortbildungsschule des Vereins Berliner KaufFerner wird ein Nothschrei erhoben über das gänzlich un- straße 113, übertragen; außerdem wirken noch 48 Lehrer an sämmtlicher vier Schulen ist dem Dr. Engelmann, LandsbergerKönig- und Spandauerstraße. Hier haben bekanntlich leute und Industrieller, die ihr Schullotal in der Sebastianstr. 26 die Bezirks- Oberpostdirektion, die General- Postkasse, das Hofpostamt hat, wird in diesem Winterhalbjahr von 731 Schülern besucht. und das Berliner Briefpostamt, ferner ein Fernsprech- Vermittelungs- Leiter ist Rektor Nowka, Manteuffelstr. 7. tehrs mußte man schon lange an Erweiterungen denken, es find amt ihren Sig. Bei dem gewaltigen Aufschwung des Berliner Verinfolge dessen im Laufe der Zeit 14 Nachbar- Grundstücke Blättern geschrieben, daß im Auftrage des Eisenbahn Ministers Zum Bau der Berliner Unterpflasterbahnen wird hiesigen aufgekauft und, soweit irgend möglich, mit Dienststellen Thielen sich vorgestern der vortragende Rath im Eisenbahn- Ministerium, Es folgt die Wahl des zweiten Bizepräsidenten; bei derselben licher Nothbehelf sein können. belegt worden.„ Dies hat jedoch immer nur ein fümmer- Abtheilung III( Verwaltung des Bauwesens), Geh. Ober- Regierungstverden 342 Stimmzettel abgegeben; davon find 12 ungiltig bezw. un- siebzig und mehr Jahre alt und stark abgenutzt oder schon ganz bau- nach Budapest begeben haben, um die dortige, von der Firma Die Häuser sind fünfund- rath France und dessen technischer Beirath Geh. Baurath v. Dömming, beschrieben. Von den 330 giltigen Zetteln lauten 158 auf den fällig. Sie enthalten meistens nur enge und niedrige Zimmer, Siemens u. Halske erbaute König Franz Josef Untergrundbahn zu Namen des Abg. Schmidt- Elberfeld( frf. p.), 119 auf den schmale und winklige Flure, steile und enge Treppen und haben zu besichtigen. Man werde nicht fehlgehen, wenn man die StudienNamen des Abg. Dr. Bassermann( natl.), Abg. Singer( Soz.), 51 auf den des einem großen Theile auch kein genügendes Tageslicht. Die Zer- reise mit der demnächst im aliniſterium zur Berathung ge1 auf den des 1 auf den des Abg. Ahlwardt( wild, Antis.); die Nennung welche bei der Belegung der Häuser mit in den Kauf genommen Verbindung bringt. Kramer, splitterung des Betriebes umfangreicher, wichtiger Dienststellen, langenden Frage des Baues von Unterpflasterbahnen für Berlin in des Namens Ahlwardt wird wiederum mit schallender Heiterkeit auf- werden genommen. Da für keinen der Kandidaten eine absolute Majorität Häuser sich nicht mußte ist umso empfindlicher, als die einzelnen fich ergeben hat, so findet eine Stichwahl statt und zwar, nach der haben bringen lassen." in zweckmäßige Verbindung Die Große Berliner Straßenbahn hat einige Kleine Vers miteinander besserungen eingeführt. Infolge der vielen Beschwerden über die Geschäftsordnung, zwischen den fünf Kandidaten, die die meisten für den Packetbetrieb bis an die äußerste Grenze der Möglichkeit in Linien in den Pferdebahnwagen die Sitzpläße um zwei und die So sind zum Beispiel die Räume Enge der Plätze bei vollbesetzten Wagen hat die Direktion auf einigen Stimmen erhalten; es fommen also sämmtliche Kandidaten wieder Anspruch genommen. Gleichartige Uebelstände sind beim Brief- Post- Stehpläße um einen verringert. Auch hat sie die Länge der in die engere Wahl, auch der Abg. Ahlwardt, welch letzteres Faktum amte vorhanden. Namentlich ist dort der Orts- Sortirsaal, in welchem 10 Pfennig- Strecken von 3900 auf 4500 Meter erhöht. Zur allwiederum die große Heiterkeit des Hauses erregt. Bei der Stichwahl werden abgegeben 326 giltige Stimmen; viel zu klein und überdies so dunkel, daß zur Beleuchtung der Ver- Linien:„ Hasenheide- Behrenstraße"," Görlizer Bahnhof- Friedrichgleichzeitig bis zu 72 Mann beschäftigt sind, bei 264 Quadratmetern gemeinen Einführung des 10 Pfennig- Tarifs, der schon auf den davon 195 für Schmidt, 123 für Baffermann 4 für Singer, 3 für theilungsspinde fast immer Gas gebrannt werden muß. Der Post- straße" und" Hasenheide- Rathhaus" eingeführt ist, kann sich die Kramer, 1 für Ahlwardt. Abg. Schmidt( frs. Vp.) ist somit ge- hof, auf dem wochentäglich 1324 Postfuhrwerke verkehren, reicht Direktion, obwohl das Publikum faft nur noch 10 Pfennig- Fahrscheine wählt. Er nimmt die Wahl dankend an. auch nicht mehr aus. Es ist nothwendig, einen Theil des verlangt, immer noch nicht entschließen. Es folgt die Wahl des ersten Bizepräsidenten; bei derselben werden 338 Stimmzettel abgegeben, davon sind 49 unbeschrieben. Von den 289 giltigen Zetteln lauten 226 auf den Namen des Abg. Dr. v. Frege( f.), 60 auf den Namen des Abg. Singer( Soz.). 2 auf den Namen des Abg. Graf v. Ktilecki( Pole), 1 auf den Namen des Abg. Ahlwardt.( Große Heiterkeit.) Abg. Dr. v. Frege ist somit gewählt. Abg. Dr. v. Frege( f.) erklärt, die Wahl annehmen zu wollen und schließt sich völlig den Erklärungen des Herrn Präsidenten an, die Grundsäge enthalten, welche auch er zu befolgen für seine Gewiffenspflicht erachte.( Beifall.) werden. den Saal.) wo Es folgt die Wahl der 8 Schriftführer, die geschäfts- Wagenverkehrs auf einen zweiten Hof zu verweisen, der ordnungsgemäß in einem Wahlgange vorgenommen wird. Resultat der Wahl wird in der nächsten Sigung bekannt gegeben straße in ausreichender Weise geschaffen werden kann. Das aber nur nach Niederlegung der alten Häuser an der Heiligegeist Wegen Brandstiftung ist das Wölfer'sche Ehepaar aus der Im Waldstraße 37 verhaftet worden. Präsident Graf Ballestrem: Mir liegt nun noch die traurige straße 60 untergebrachten Fernsprech- Vermittelungsanstalt müssen betreiben, Feuer aus, das bald von der Feuerwehr gelöscht wurde. älteren Betriebssaale der im Dachgeschosse des Hauses König Kolonialwaaren- Geschäft, das die Eheleute in dem genannten Hause Am Sonntag brach in dem Pflicht ob, der in der Zwischenzeit verstorbenen Herren Abgeordneten bei mur 94 Quadratmeter Grundfläche zeitweise bis zu 56 Beamte Verschiedene Anzeichen deuteten darauf hin, daß der Brand anzu gedenken. Es sind dies die Herren Dr. v. Cuny, v. Plöß, Biesanz beschäftigt werden; der zweite Betriebssaal ist zwar größer, aber gelegt war. und v. d. Decken. Ich bitte Sie, sich von den Blägen zu erheben. dafür nur 3,5 Meter hoch. Es werden deshalb 12/3 Millionen zu ( Geschieht.) Erweiterungsbauten verlangt, davon 200 000 Mart als Jahresrente und einem Arbeitswagen fand vogestern Nachmittag um 3 Uhr an der Meine Herren, noch einen großen Verlust haben wir zu beklagen. für 1899. Ein heftiger Zusammenstoß zwischen einem StraßenbahnDer erste Kanzler des Deutschen Reiches, der geniale Staatsmann, welcher am Entstehen des Reiches in hervorragendem gebäude an dem Knie zwischen Tempelhofer Ufer und Bellealliance- Wagen Nr. 221 der elektrischen Linie Kupfergraben- Charlottenburg Ferner will die Postverwaltung ein großes neues Dienst- Ecke der Stauer- und Berlinerstraße zu Charlottenburg statt. Der Maße mitgewirkt hat, ist, wie uns allen bekannt, durch die Vor- straße anlegen; sie hat sich hier eine 3167 Quadratmeter umfaßte den Arbeitswagen der Firma Schuffenhauer, der quer über den sehung zu einem Zeitpunkt abberufen worden, Reichstag versammelt tein fassende Liegenschaft der Berliner Immobilien- Verkehrsbank vor- Damm fahren wollte, am linken Vorderrad und warf ihn um. Der war, welcher an der Bahre des läufig gesichert( für 1050 000 M.). großen Todten dem Schmerz und der Trauer hätte Ausdruck geben stückes „ Die Verkehrslage des Grund- Kutscher kam mit dem Schrecken davon, der Arbeitswagen dagegen bemerkt die Regierung zu ihrer Forderung können, der die Vertreter des deutschen Volkes im Namen des Postverwaltung äußerst vortheilhaft, zumal es in der Nähe einer Tag zwei Stunden später noch auf dem Pflaster, weil Charlottenburg ist für die wurde stark beschädigt und das Pferd schwer verletzt. Das Thier dessen von den Pläzen erhoben, die Sozialdemokraten verlassen nutzung die Postbeförderungen erheblich erleichtert und beschleunigt Auch in der Leipzigerstraße kam es gestern Vormittag zu einem deutschen Volkes beseelt.( Die Abgeordneten haben sich während Haltestelle der fünftigen elektrischen Hochbahn liegt, durch deren Be- noch keinen Abdeckerwagen hat, für die Fortschaffung also auf andere Weise mit großen Umständen gesorgt werden muß. In dankenswerther Weise hat zwar ein Mit werden können. Das Grundstück bildet ein Rechteck mit einer glied des früheren Präsidiums des Reichstags, der Abgeordnete Straßenfront von 45 Metern und gestattet die Errichtung eines heftigen Zusammenstoß zwischen einem Bierfuhrwerk und einem Spahn, diesem Mangel abzuhelfen sich bemüht und wir sind großen und auf absehbare Zeit ausreichenden Post- und Telegraphen Straßenbahnwagen. Der Zusammenstoß war so heftig, daß dem ihm dafür zu vielem Dank verpflichtet, jedoch kann dieser Umstand gebäudes." Straßenbahnwagen das Schutzblech der vorderen Plattform einden neu gewählten Reichstag nicht davon entbinden, vor Eintritt in seine geschäftliche Thätigkeit seinem Schmerz und seiner Trauer über gedrückt wurde. Die große Scheibe vorn an der linken Seite ging diesen Verlust feierlich Ausdruck zu geben. sich feststellen ließ, teine nennenswerthen Verlegungen. Der Verkehr in tausend Scherben und Splitter. Die Fahrgäste erlitten, soweit Bietät für den großen Todten alle Angehörigen des Deutschen Wenn schon die wurde durch den Unfall empfindlich gestört. Man giebt der BremsReiches anweist, das Andenken an die Verdienste des großen Todten vorrichtung des Straßenbahnwagens die Schuld an dem Unfall. zu ehren, so tritt für die Mitglieder des Reichstages noch ein Zur Frage der öffentlichen Arbeitsnachweise. Der Zentral Grund besonderer Dankbarkeit hinzu. Wenn wir hier als Ver- ausschuß hiesiger kaufmännischer, gewerblicher und industrieller Gegen den wieder verhafteten Sparkassenbuch- Fälscher treter des deutschen Volkes tagen, so haben wir in erster Vereine hat, wie wir in der„ Nat.- 3tg." lesen, in seiner am Montag, Tornack ist sofort eine neue Untersuchung eingeleitet worden. T. Linie dem verewigten Kanzler zu danken. Es ist eine ge= 5. Dezember, stattgehabten Plenarsizung unter Leitung des Vor- hat sich nach seiner Flucht aus der Jrrenanstalt eine ganze Reihe schichtliche Thatsache, daß die Basis, auf der der Reichstag fizenden Geheimrath Goldberger nach einem ausführlichen Referat neuer Verbrechen zu schulden kommen lassen. Wie seinerzeit festberuht, das Wahlgeses, lediglich dem maßgebenden Einfluß des ersten des Dr. Freund, Vorfizender der Alters- und Invaliditätsversicherung gestellt wurde, hatte sich der Sträfling von Herzberge aus nach Kanzlers zu verdanken ist. Meine Herren, Fürst Bismard war ein Berlin, und nach eingehender Berathung einstimmig folgende Refo- Berlin gewandt, hielt sich jedoch, da ihm der Boden zu heiß wurde, großer gewaltiger Staatsmann, der sich die höchsten Ziele zum lution gefaßt:" Der Zentralausschuß erkennt im Interesse einer hier nicht lange auf, sondern fuhr alsbald nach Magdeburg. Bald Wohle des Vaterlandes gesezt hat. Daß er bei den Mitteln, um besseren Regelung von Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkte darauf hörte man von einem Hochstapler, welcher in Magdeburg, dieses Ziel zu erreichen, sowohl mit Parteien als auch mit Ber- und zugleich im Interesse des guten Einvernehmens zwischen Arbeit- Braunschweig, Nordhausen, später in Hannover und Hamburg Sonen dieses hohen Hauses in scharfen Konflikt gekommen, gebern und Arbeitnehmern die Nothwendigkeit der Errichtung und Hotels unsicher machte und nach mehrtägigem Aufenthalt wer könnte es leugnen? Jedoch, meine Herren, auch für diejenigen, der Förderung von Arbeitsnachweisen an, in denen Arbeitgeber und ohne Zahlung Zahlung der Beche, häufig auch nach Verübung welche dem großen Kanzler in diesen Konflikten scharf gegenüber- Arbeitnehmer gleichmäßig unter einem unparteiischen Vorsitzenden von Diebstählen, verschwand. Wiewohl aber die Spuren standen, liegt kein Grund vor, dem großen Verstorbenen eine feier- vertreten sind. Der Zentralausschuß beschließt, seinen Verbänden auf Tornack wiesen, gelang es doch nicht, des gefährlichen Verliche Ehrung zu versagen. Die Majestät des Todes verklärt alles. Was die Unterstützung und Benützung des also organisirten Zentralvereins brechers habhaft zu werden. Hier in Berlin hat sich T. zweifellos die Parteien an dem Fürsten Bismard bekämpft, ist, soweit es per- für Arbeitsnachweis zu Berlin zu empfehlen, dabei von der Vor- schon seit mehreren Wochen aufgehalten. Er wohnte in verschiedenen sönlicher Natur ist, mit seiner sterblichen Hülle begraben. Aber sein Hotels und änderte bei jedesmaligem Umzuge seinen Namen. Bei Andenken steht vor uns als das des großen Staatsmannes, des der Wahl des Namens nahm er sorgfältig darauf bedacht, daß er großen Vorbereiters unserer unsterblichen Siege und unseres under niemals sich denselben Namen beilegte, den er schon bei früheren gleichlichen Heeres.( Lebh. Beifall.). So steht das Bild des Fürsten Gelegenheiten geführt hatte. Bei dem Verbrecher, der sofort nach Otto v. Bismard vor unserer Seele, und unter dieses Bild möchte seiner Verhaftung dem Polizeipräsidium zugeführt wurde, wurden man die Worte des römischen Dichters setzen: Quis tot sustinat, quis nicht unbedeutende Baarmittel vorgefunden. Der verschlagene Bursche martirte alsbald wieder den wilden Mann. tanta negotia solus?" „ Wer vermöchte wohl so viel zu bewältigen, so viel Aufgaben allein zu lösen?" Zu Ehren des großen Todten haben Sie sich von Ihren Plätzen erhoben und ich konstatire, daß der Reichstag diese Ehrung dem großen Stanzler unaufgefordert dargebracht hat.( Lebhafter Beifall.) Die Sigung wird hierauf geschlossen. Nächste Sigung Montag 1 Uhr: Erste Berathung des ReichsHaushalts- Etats. Schluß 6 Uhr. Lokales. " Die Mitglieder des Ziethen Komitee's werden gebeten, sich Neuen Post", Beuthstraße, einzufinden. nächsten Sonnabend, abends 8 Uhr, zu einer Konferenz in der aussetzung ausgehend, daß zugleich unter Theilnahme von Sachverständigen die Organisation von Arbeitsnachweisen für gelernte Arbeiter vom Zentralverein für Arbeitsnachweis sofort in Angriff genommen wird. Die Rehberge als Parkanlage. Die Stadtverordneten Wilhelm Geride, Dinse und Spinola haben mit Unterstützung einer Magistrat in der Stadtverordneten- Versammlung eingebracht:„ Wie großen Anzahl anderer Stadtverordneten folgende Anfrage an den stellt sich der Magistrat zu einer eventuellen Verpflanzung und Um- Anwohnern des Wittenberg- Plazzes zu theil. Gegen 6 Uhr stieg wandlung der sogenannten Wurzel- oder Rehberge im Norden Berlins östlich der Müllerstraße von der Reinickendorferstraße beziehungsweise der Seestraße bis zur Weichbildgrenze einschließlich des Grundstückes der Abdeckerei und des städtischen Obdachs in eine Bartanlage?" Eine große Ueberraschung wurde am Dienstag Abend den plötzlich ein träftiger Wasserstrahl aus dem Boden empor und erhob fich bis in die Höhe des dritten Stockes. Der Springbrunnen, der fo unvermuthet sich zeigte, locte eine große Menschenmenge an, bis die Feuerwehr die Quelle verstopfte. Der Verschluß, eines Hydranten hatte sich gelöst. Ein Feuerwehrmann legte mehrere Paletots um, stürzte sich dann in den kalten Strahl hinein und legte den Deckel wieder auf. Die Inhaber von Familien- Monatskarten für den Vorort: Bahnverkehr werden bei dem herannahenden Jahreswechsel darauf aufmerksam gemacht, daß, wenn die Beibehaltung der Nebenkarten Falsches Geld furfirt gegenwärtig in Berlin in großer Menge. beabsichtigt wird, vor Beginn des neuen Kalenderjahres die polizei- Namentlich sind es Ein- und Zweimarkstücke, die bei Wirthen und lichen Bescheinigungen der Hausstandszugehörigkeit erneuert werden anderen Geschäftsleuten untergebracht werden. Freie Volksbühne. Die Mitglieder des Vereins werden müssen. Dabei ist noch zu bemerken, daß diese Bescheinigungen für Lindenstraße hat innerhalb 2 Tagen drei falsche Geldstücke verEin Wirth in der dringend gebeten, nur die Vorstellungen ihrer Abtheilung zu be- unmittelbare Familienangehörige( Ehefrauen, Kinder oder sonstige einnahmt. Die Markstücke tragen die Jahreszahl 1874, find mangelfuchen, damit die Ueberfüllung des Theaterraums vermieden wird. Verwandte) in jedem Jahre nur zu der erstmaligen Lösung, für haft geprägt und infolge ihres Bleiglanzes unschwer als Fälschung Die 3. Abtheilung, welche sehr stark gefüllt ist, gestattet daher am Dienstboten jedoch außerdem bei jedesmaligem Wechsel derselben zu erkennen. Sonntag den Nachzüglernteinen 8utritt. Schlägt man mit einem echten Geldstück gegen den erneuert werden müssen. Keine Familien- Nebentarten werden an Rand des Falsifitats, so springen von lezterem kleinere Stücke ab. zutrifft. Von den aus dem Plöhenfee- Strafgefängniß entsprungenen Broncefiguren, die mit Vorliebe zum Schmude ber Salous ber-| Jahre 1897 betheiligt an 6 Borstandssigungen, 4 Revistonen in Verbrechern Mag Guzat und Fritz Schmoldt ist Schmoldt am wendet werden, und bedarf hierzu fleiner Kinder als Modelle, Gütergos, 6 Kaffenrevisionen, 4 Ausschußsignngen, 68 Recherchen Dienstag Nachmittag bereits wieder verhaftet worden. Von Guzat die bald als Schäferin, bald als Pompadour, bald als lieb wegen Familienunterstügung solcher Personen, die in Krantenfehlt jede Spur. liche Göttin der Ernte mit dem goldenen Rechen in der Hand behandlung der Anstalt sind. 1898 hat Redner theilgenommen Zu der gestern von uns aus der Bolts- Beitung" über und andere Kinder, die als Spielgefährtinnen seiner eigenen got, einer in Görbersdorf, fich zeigen. Es war nun der Berdacht entstanden, daß J. diese an 7 Vorstandssigungen, 6 Kaffenrevisionen, 7 Revisionen in Güternommenen Meldung über die fingirten Kammergerichtsberichte theilt feinen Kinder in seine Wohnung und sein Atelier famen, unfittlich unterstützung, und 6 Ausschußsigungen. Hierbei bemerkte Redner, 69 Recherchen wegen Familienuns der Herausgeber der Kammergerichts- Korrespondenz", Herr berührt habe und er war deshalb wegen Verbrechens gegen§ 176 ein dem Ausschuß angehörender Arbeitgeber Ravene, der zu einer Rob. Rosenthal, mit, daß die Nachricht auf seine Person nicht Straf- Gesez- Buches in Haft genommen. Zu dem Termin war eine am Abend einberufenen Sigung nicht erschien, wurde deswegen vom ganze Gallerie niedlicher kleiner Mädchen als Benginnen geladen, Borstand in Strafe genommen, vom Reichs- Versicherungsamt aber Fenerbericht. Größere Brände waren in den letzten Tagen die ängstlich des Aufrufs des Gerichtsdieners harrten, zu dem sie freigesprochen mit der Begründung, daß man dem Herrn nicht zunicht zu verzeichnen. Wittwoch Nachmittag hatten sich Waldemar- faum emporblicken konnten. Da die Kleinen dem Angeklagten theil- muthen könne, des Abends an einer Sigung theilzunehmen. Eine straße 27 Braunfohlen im Keller entzündet, während gleichzeitig weise sehr belasteten, beantragte der Staatsanwalt 1 Jahr Ge- größere Arbeit ist dem Vorstande durch den Bau der Heilanstalt Wollinerstr. 65 ein kleiner Posten Petroleum Feuer gefangen fängniß, während Rechtsanwalt Dr. Werthauer vom mensch in Becliz erwachsen. Es haben in dieser Angelegenheit hatte. Dienstag Abend waren zwei Tischlereibrände abzulöschen und lichen und fünstlerischen Standpunkte aus eindringlich darauf drei Konferenzen stattgefunden, zwei Sigungen einer Subzwar Fruchtstr. 65 und 2ansigerplay 4. Hölzer, Hobel hinwies, wie leicht bei so jugendlichen Zengen ein Verkennen möglich fommission, drei Sigungen einer Baufonimission, bänke, Werkzeuge, sowie der Fußboden wurden eingeäschert. sei, wenn die Arbeit ernsten Strebens und ernster Kunst Bewegungen, der Redner ebenfalls angehört. welcher Prinzenstr. 32 gingen Betten und Kleidungsstücke auf dem Gliedrichtungen u. s. w. verlange, die für Dritte vielleicht bedenklich es durchgesetzt, daß die beim Bau der Anstalt beschäftigten Arbeiter haben Hängeboden in Flammen auf. Eine umgefallene Betroleumlampe erscheinen. Der Vorsitzende verkündete nach längerer Berathung des nicht länger als 9 Stunden täglich arbeiten, und den Maurern 60 Pf., verursachte Seidelstr. 27 einen Zimmerbrand, bei dem haupt- Gerichtshofes, daß dem Angeklagten keine böse Absicht nachgewiesen den Steinträgern 45-75 Pf., den Lehrlingen nicht unter 25 Pf. sächlich Decken und Kleidungsstücke zerstört wurden. Ein Alarm nach und deshalb auf Freisprechung erkannt sei. Der Angeklagte wurde Stundenlohn gezahlt wird. Auf eine Anfrage bemerkte der Redner, Alexanderst r. 44 betraf einen kleinen Kellerbrand. sofort aus der Haft entlassen. von der Anstalt in Beelitz sei gegenwärtig ein Häuserblock im Bau begriffen, im kommenden Frühjahr würden aber alle vier Blocks gleichzeitig in Arbeit genommen. Die Direktion des Passage: Panoptikums theilt uns, auf vielfach an fie gerichtete Fragen mit, daß das Auftreten des Flammenweibes im Schauspielers Ugo Paladini um 9 1hr erfolgt. abendlichen Bariété: Programmi um 8 Uhr und das des Verwandlungs: Die Arbeitervertreter an die Berliner Adressbuch für 1899 erschienen. Der neue Jahr- Die Angelegenheit des Steuererhebers Drinkmann, die gang des im Verlage von August Echerl erscheinenden„ Adreßbuch schon mehrfach die Gerichte beschäftigt hat, ist jetzt in ein neues für Berlin und feine Vororte" gelangt vom heutigen Tage ab zur Stadium getreten. Drinkmann war, wie noch in Erinnerung sein Als Kandidaten für die bevorstehende Neuwahl von ArbeitAusgabe. Es kann in der Hauptexpedition des„ Berliner Lokal- wird, im Jahre 1896 wegen Verleitung zum Meineide zu zwei nehmern zum Vorstand der Alters- und Invaliditäts- VersicherungsAnzeiger", Zimmerſtr. 39/41, von heute ab bis einschließlich Sonn Jahren Zuchthaus verurtheilt worden. Nach Verbüßung eines anstalt wurden aufgestellt: Simanowski und Wolderski abend, den 10. d. M., täglich in der Zeit von 9 Uhr vormittags bis Theiles seiner Etrafe wurde er vorläufig aus dem Zuchthause ent- als Ersatzmänner: Püschel und Ahrens. 4 Uhr nachmittags von den Vorbestellern gegen Aushändigung der lassen, weil die hauptbelastungszeugin, eine Prostituirte Picc, ge- Versicherungsamtes vor, woran sich eine rege Diskussion knüpfte. Hierauf trug Dähne einige neue Entscheidungen des Reichsihnen zugegangenen Legitimationsfarten in Empfang genommen ständig war, mit der Beschuldigung einen Meineid geleistet zu Es wurde unter anderem bemerkt, daß das Reichs- Versicherungsamt werden. Bom Montag, den 12. d. M., ab erfolgt die Zustellung haben. Die Folge dieses Geständnisses war ein Meineidsprozeß öfter Revisionssachen in tie Borinstanz zurücverweisen müsse, weit der nicht abgeholten Bücher durch besondere Boten gegen gegen die Pied und givei andere Frauen, die Schwurgerichts- bie betreffenden Schiedsgerichte in der Beweiserhebung nicht gründlich zwei eine lebermittelungsgebühr bon 10 Bf. pro Exemplar verhandlung endete aber mit Freisprechung der sämmtlichen Anfür Berlin und von 20 f. pro benachbarten Vororte. Der Verkauf nicht vorbestellter Gremplare Rüdfehr ins Zuchthaus unvermeidlich. Gleichwohl wiederholte Schiedsgerichts, und deshalb müſſe man den Arbeiterbeifizern Exemplar für die geklagten. Nunmehr schien Drinkmann's Sache verloren und seine genug zu Werke gegangen sind. Das gelte auch betreffs des Berliner zum Ladenpreise von 10 M.( für das vollständige Buch in zwei M.-A. Dr. Schwindt einen Antrag auf Wiederaufnahme des desselben empfehlen, auf eine gründliche Beweiserhebung in zweifelBänden) findet nur in der vorgenannten Hauptexpedition statt. Verfahrens mit der Behauptung, daß, obwohl nach der Frei haften Fällen hinzuwirken. Seitdem das Adreßbuch im Verlag von August Scherl erscheint( feit spreching ein Meineid und damit also die Voraussetzung des Die Maurer hielten am Dienstag bei Keller, Koppenstraße, 1896), ist es um 31 Doppelbogen gleich 496 Seiten erweitert worden.§ 3992 nicht vorliegt, doch in dem Geständniß der Pieck, sie eine von etwa 2500 Personen besuchte Versammlung ab, in der der Sein Inhalt hat auch in diesem Jahre eine interessante Bereicherung habe einen Meineid geleistet, eine neue Thatsache im Sinne Verbandsvorsitzende Th. Bömmelburg aus Hamburg die Frage: erfahren, und zwar durch Erklärung der historischen Straßennamen des§ 3995 zu finden fei. Das Landgericht war entgegengesetzter Welches müffen die Bestrebungen und die Ziele der deutschen, beson Berlins. Bon wesentlichem Nugen wird ferner die Neuerung sein, Ansicht und Ichnte den Wiederaufnahme- Antrag ab. Auf sofortige ders der Berliner Maurer für die Zukunft sein? erörterte. Der daß bei jedem einzelnen Namen der Vorname, soweit dieser in die Beschwerde des Vertheidigers hat sich das Kammergericht der Auf- Redner erinnerte eingangs feiner Ausführungen an die ver Hauslisten oder Firmenfarten eingetragen war, vollständig wieder- fassung desselben, daß froz der Freisprechung der Piect ihr Geschiedenen Perioden der deutschen Maurerbewegung, gegeben ist. ständniß eine neue Thatsache sei, die geeignet erscheine, die Frei stattgefundenen Kämpfe und deren Erfolge und kommt hierbei Im Hörsaal der Urania wird heute, Donnerstag, Herr Profeffor iprechung des Drinkmann zu begründen, angeschloffen und die zu dem Schluß, daß die Fachvereins- Bewegung, die von dem Dr. Müller einen Vortrag über das interessante Thema:" Schutz- und Truz: Erneuerung der Hauptverhandlung angeordnet. Gleichzeitig ist an- Jahre 1882 bis 1890 andauerte, wohl Errungenschaften aufzuweisen farben, eine Hauptstütze des Darwinismus" halten. brochen bleibe. geordnet worden, daß die Vollstrechung der Strafhaft weiter unter hat, aber angesichts der Thatsache, daß in finanzieller Beziehung die Betvegung nur von einigen größeren Städten gestützt wurde, wegen der 132. Abtheilung des Schöffengerichts statt. Zu dem Drogisten T. Orte sehr wenig und für sehr viele gar nichts erreicht werden konnte. Eine für Drogiften wichtige Verhandlung fand gestern vor Mangels an den nothwendigen Mitteln für den größten Theil der Im Olympia Theater ist gestern der Jugend ihr Recht ge- angeblich für eine Frau de verschrieben war. Der Drogist fertigte Verbandsorganisation, welche die Fachvereine ablöste, weil sie größere war eines Tages eine Frau gekommen mit einem Rezept, welches Als völlig unzutreffend habe sich die Meinung erwiesen, daß die worden. Die Direktion führt zur Weihnachtszeit an den Mittwoch, das Rezept an und zog sich dadurch eine Anklage wegen unbefugter Anforderungen an ihre Mitglieder stellte, die Maurerbewegung au Sonnabend- und Sonntagnachmittagen das liebe Märchen, Dorn- Ausübung des Apothekergewerbes zu. Der Angefchuldigte behauptete grunde richten würde. Das Gegentheil sei eingetreten, denn besonders in röschen" auf. Die Verhältnisse einer Theaterbühne und nament- im Termine, daß er in der Frau, die das Rezept überbrachte, recht den letzten Jahren hat sich die Maurerbewegung außerordentlich lich einer solchen von der Riesengröße des Olympia- Theaters be- wohl eine seit vielen Jahren für die Polizei beschäftigte Agentin vortheilhaft entwickelt und niemals ſei ſie ſo ſtart an Zahl und auch dingen es, daß die Geschichte von der schlafenden Prinzessin nicht wiedererkannt habe. Er habe auch sofort gewußt, daß er auf die Probe an innerer Festigkeit gewesen, als dies gegenwärtig der Fall wäre. ganz so dargestellt wird, wie wir sie schen Buche kennen. Der von den zahlreich versammelten Kindern halten, die Arzenei anzufertigen. Der gerichtliche Sachverständige, hat und durch seine verschiedenen Einrichtungen bestrebt ist, die Mitaus dem Grimmi gestellt werden solle und es unter diesen Umständen nicht für strafbar ge- Der Verband, der zur Zeit über 65 000 zahlende Mitglieder aufzuweisen mit einiger Genugthuung hingenommene Umstand, daß nicht Apotheker Lebbin begutachtete, daß das Rezept über eine fäuerliche glieder in jeder Hinsicht zu bilden, hat, besonders auch durch seine allein von den niederen Geistern, sondern auch von hohen Würden- Limonade lautete, wovon alle zwei Stunden zwei Eklöffel voll ge- finanzielle Leistungsfähigkeit, in den Lohnkämpfen großartige Erträgern im Märchen start berlinisirt wird, läßt vermuthen, daß der nommen werden sollten. Daß dies eine zu Heilzwecken dienende folge zu verzeichnen. Der Redner theilte sodann das vorUmdichter den Schauplatz der Handlung in der Gegend der Panke Arznei sei, unterliege feinem Zweifel. Der Staatsanwalt hielt den läufige Ergebniß der Lohnbewegung im Jahre 1898 mit. ficht. Desgleichen erinnert die wahrhaft byzantinische Pracht, mit vom Angeklagten erhobenen Einwand für unglaubwürdig und be- Darnach sind in diesem Jahre bisher in 190 Orten, tuo der das Stück ausgestattet ist, gleich den Motiven aus„ Kon- antragte gegen ihn eine Woche Haft. Der Vertheidiger, Nechts- Verbands- Filialen bestehen, Forderungen von den Maurern an die stantinopel", die sich darin zerstrent finden, recht sehr an amvalt Sonnenfeld, führte zunächst aus, daß von einer Unternehmer gestellt worden. Von diesen 190 Orten haben in moderne Verhältnisse; und die Anlehnungen an" Meneteket"," gewerbsmäßigen" Ausübung des Apothekergewerbes nicht die Rede 105 Orten Verhandlungen der Arbeiter und Unternehmer stattdie zu allem anderen mehrfach auftauchen, ließen einen Zuschauer sein könne, da es sich nur um einen einzigen Fall handle. Aber gefunden. Dadurch wurde in 79 Orten eine völlige und in mit besonders feinem Geruch sogar vermuthen, daß der Verfasser auch wegen Uebertretung der kaiserlichen Verordnung vom 27. Januar 10 Orten eine theilweise Einigung erzielt. In 16 Orten wurde eine der Weihnachtskomödie ein verfchmigter Kerl sei, der im harmlosen 1800 müsse der Angeklagte freigesprochen werden. Es stehe in der Einigung nicht erzielt, weshalb in 12 davon die Arbeiter zur Märchen Gott weiß welche boshafte Anspielung an den Mann bringen Verordnung, daß eine Menge namhaft gemachter Artikel von Erringung der Forderungen in den Streit getreten sind. In Drogisten nicht zu Heilzwecken abgegeben werden dürfe. Nun habe 85 Orten haben die Unternehmer jegliche Verhandlungen abgelehnt, Unsere Kleinen Zuschauer waren argloser und plagten sich nicht der Angeklagte aber recht gut gewußt, daß das bei ihm bestellte aber in 25 Orten davon die Forderungen der Arbeiter vollſtändig mit solchen Finessen. Sie ergögten sich an den bunten Tänzen, an Arzneimittel nicht zu Heilzweden, sondern nur dazu dienen, solle, und in acht theilweise bewilligt. Während in 22 Orten die Arbeiter den farbenprächtigen Dekorationen und an den zum theil nicht um ihn einer Uebertretung zu überführen. Daß die Abgabe zu ihre Forderungen vorläufig zurückstellten, sind sie in den übrigen geschickt auf die harmlosigkeit des Kindergemüths zugeschnittenen diesem Zwede strafbar sci, davon stehe im Gesetz nichts. Man breißig mit Erfolg in den Ausstand getreten. Der Redner Scherzen der Komödie. Ganz besonders erfreulich war es, daß die dürfe fich wirklich nicht darüber wundern, daß der Angeklagte fich verweist auf die statistische Zusammenstellung über die Direktion den Besuchern gestattet hatte, zu der Nachmittags- Vor einen berartigen Scherz mit der Polizei gemacht habe. In Drogisten Arbeitszeit und die Löhne der Maurer in den verschiedenen stellung ein Kind frei einzuführen. Eine Anzahl Knaben und freifen bestche eine heftige Erbitterung gegen die Polizei, weil die- Orten Deutschlands, woraus sich ergiebt, daß die ArbeitsMädchen, die auf andere Weise gewiß nie ins Theater gekommen felbe sich nicht damit beguüge, geschehene Straftaten zu ermitteln, zeit vielfach noch eine verhältnißmäßig lange und die Löhne dentwären hatten sich diese Liberalität mit gutem Erfolg zu Nuze oder beabsichtigte vorzubeugen, sondern im Gegentheil die Drogisten gegenüber sehr niedrige sind. Durch die Berufszählung ist im wollte. gemacht. Aus den Nachbarorten. " durch die Agentinnen auf die Probe stellen lasse. Der Gerichtshof erkannte an, daß der Angeklagte die Arznei nicht zu Seilzweden" abgegeben habe, was allein mit Strafe bedroht sei und fällte deshalb ein freisprechendes Urtheil. weiteren festgestellt, daß nur ein geringer Prozentsatz der Maurer ein hohes Lebensalter erreicht. Demnach sei für die Maurer alle besserer Lohn- und Ursache vorhanden, auf die Erringung Arbeitsbedingungen bedacht zu sein, zumal an ein Selbständig werden die Arbeiter im Baugewerbe, abgesehen von vereinzelten Charlottenburg. Die Mitglieder des Wahlvereins werden auf die heute Abend pünktlich 9 1hr in Bismarckshöhe", Wilmers dorferstraße 39, stattfindende Vereinsversammlung aufmerksam ge- Sittlichkeitsverbrechen. Die achte Etraffammer des Land- Ausnahmen, nicht denken können. Der Redner wendet sich gegen macht. Auf der Tagesordnung steht die Fortsetzung der Diskussion gerichts I verurtheilte gestern den Tischler Franz Schulz wegen die geplante Beschränkung des Koalitionsrechts und gegen die von über das Thema„ Taktik und Endziel. In anbetracht der Wichtigkeit wiederholten Sittlichkeitsverbrechens gegen seine eigene 16jährige der Regierung in Aussicht gestellte Gesetzesvorlage, durch die des Thema's erwarten wir zahlreichen Besuch. Der Vorstand. Tochter zu drei Jahren 8uchthaus und fünf Jahren Ehr die ruhige Entwicklung der Gewerkschaftsbewegung gefährdet ber Referent noch an die Beschlüsse der Der Kaiser in Potsdam. Ein Berichterstatter bringt folgende feiner Frau das Mädchen aus dem Dienst und zu sich genommen. verluft. Der Angeklagte ist Wittwer und hatte nach dem Tode ist. Nachdem Unternehmer bei ihren Verhandlungen in Leipzig, Breslau, recht bezeichnende Mittheilungen: Für das Potsdamer Stadtschloß Hannover u. s. w. erinnert, die allesammt den Zweck haben, find während des Aufenthaltes des Kaiserpaares in der Havelstadt Auch ein Beitrag zum Kapitel Gefindesklaverci: Das die Arbeiter rechtlos zu machen und mit den brutalsten Maßregeln ziemlich strenge und umfassende Absperrungs- und Be. Landgericht 1 in Berlin hat am 16. September den Justizrath a. D. deren Organisationen zu vernichten, giebt er einen Ueberblick über das wachungs- Maßregeln getroffen worden. Denn während Richard Siiy wegen Körperverlegung zu 10 M. und wegen Nöthigung Stärkeverhältniß der sich gegenüber stehenden Unternehmer- und sonst dem Potsdamer Publikum das Paffiren des Schloßhofes zu 150 W. Geldstrafe verurtheilt. Er hatte an die Zengin Schulz, welche Arbeiterorganisationen. Nach dieser Aufstellung sind im ganzen gestattet ist, und die Leute denselben im im Gegensatz zu als Amme bei ihm in Stellung war, eine unfittliche Zumuthung ge- Reich 6000 baugewerbliche Unternehmer, das find 14,04 pct., unferen Berliner Berhältnissen fogar Mittags beim Aufziehen stellt. Diese verließ darauf ohne Kündigung den Dienst. Am Mittag organifirt. Demgegenüber find die Maurer zu 20 und der Bache betreten dürfen, ist derfelbe jetzt für jedermann tam sie wieder, um einige zurückgebliebene Gegenstände zu holen. Ihre die gimmerer zu organifirt. In der Provinz gesperrt. Alle Schloßeingänge find mit Posten besett, welche ein Frage, ob der Herr Justizrath zu Hause sei, wurde von der Che Brandenburg ist das Verhältniß für die Arbeiter noch günstiger. Berweilen vor demselben nicht zu gestatten haben. Auf dem Hofe frau desselben verneint. Staum war sie jedoch im Zimmer, so trat Hinzu kommt noch, daß eine bedeutende Anzahl Personen den find außerdem noch Patrouilleurposten und uniformirte Schutzleute Herr tin thr entgegen. Beide Eheleute verlangten dringend 20 M. Unternehmerorganisationen angehört, die keine Arbeiter beschäftigen. aufgestellt, während Kriminalbeamte in Bivil das Schloß von außen als Ersatz für nothwendige Auslagen infolge ihres plöglichen Weg- Der Reduer rekapitulirt seine Ausführungen dahin, daß nur eine starke überwachen. Neu ist übrigens für Potsdam ferner noch, daß von ganges. Als das Mädchen erklärte, soviel besige fie nicht, nahmen und mächtige Organisation, in der sich die Arbeiter fest zusammen schließen, jest ab der Luftgarten, der alte historische Potsdamer Paradeplag, die Eheleute Kin ihr das Cape und den Sonnenschirm fort und ver- im stande sei, den berechtigten Forderungen der Arbeiter Geltung zu so lange auf demselben Truppen egerziren, vom Bublifum nicht über langten die Herausgabe ihres Portemonnaies. Die Schulz zog diefes verschaffen. Dem mit stürmischem Beifall aufgenommenen sehr interschritten werden darf. schließlich heraus und der Angeklagte schüttete den Inhalt desselben effanten Vortrage folgte eine furze Diskussion, in der von Ein Gutsbezirk mit zwei Einwohnern ist der reichsfiskalische einen heftigen Stoß an die Schulter und sagte:" So, mun scheeren zur regen Agitation für den Verband und für den inneren ( 8,25 M.) auf die Nähmaschine. Hierbei versezte er der Zeugin mehreren Rednern aufgefordert wurde, die Wintermonate Gutsbezirk Hasenhaide", wo nur ein Scheibenwärter( Bizefeldwebel) mit seiner Frau wohnt. Noch bei der legten Volkszählung am 1. De- Sie fich raus!" Darauf erst konnte die Schulz fich unter Zurück Ausbau der Organisation zu wirken. Bekannt gegeben wurde zember 1895 hatte der Gutsbezirk Hasenbaide 164 Einwohner, laffung ihrer Sachen und ihres Geldes entfernen. Das Gericht hat noch, daß die Sammelkarten vom 12. Dezember ab mit einem 56 männliche und 108 weibliche. Den größten Theil davon be angenonumen, daß der Angeklagte als Jurist sich der Widerrechtlich Schlußstempel versehen werden und am Donnerstag, den 15. Des herbergte das zum Gutsbezirk gehörende Elisabeth- Stinderhospital. feit feiner Handlungsweise bewußt war. Ein Büchtigungsrecht gegen zember bei Steller, Stoppenstraße, eine allgemeine BauhandwerkerVor einiger Zeit ist aber der Gutsbezirk dadurch beträchtlich ber die Schulz habe er nicht besessen, da sie aus einer gesetzlich be- Versammlung, die sich mit den Mißständen auf den Bauten beleinert worden, daß man nach der jest vollständig durchgeführten gründeten Ursache den Dienst bei ihm bereits aufgegeben fchäftigen wird, stattfindet. Hierauf erfolgte der Schluß der Bebauung der Südseite der Straße Hasenhaide" diese und noch hatte. In feiner Revision bestritt der Angeklagte das imposanten Versammlung mit einem begeisternden Hoch auf den andere Theile von dem Gutsbezirk ablöste und der Gemeinde Bewußtsein der Widerrechtlichkeit. Da die Schula fich nicht ge- Zentralverband. Tempelhof einverleibte, sodaß nur noch die eigentlichen Militär- weigert habe, den Schaden zu ersehen, so habe sie das gewollt, schießstände mit den genannten zwei Bewohnern übrig blieben. wozu sie nach Ansicht des Gerichts genöthigt sein solle. Er bestritt ferner, gewußt zu haben, daß sie den Dienst bereits verlassen habe Die Gemeindevertretung von Friedrichshagen hat be- und folgerte daraus seine subjektive Berechtigung zur Büchtigung fchloffen, vorläufig einen Schularzt anzustellen, dem die ärztliche der Dienstperson. Das Reichsgericht verwarf in der gestrigen Fürsorge für die Kinder nach deren Eintritt in die Schule über Sigung die Revision als unbegründet. tragen wird. Der Echularzt wird sowohl für die öffentlichen wie für die Privatschulen thätig sein. Der bet Spandan ermordete Handelsmann Rühle ist am Montag in Baaren, seinem Geburts- und Wohnort, beerdigt worden. Gerichts- Beitung. 38 Zum Tode verurtheilt wurde vom Schwurgericht alle der bisher unbestrafte 23 jährige Schmiedegeselle Georg Schmah, der am 13. November bei Dahme eine alte Frau erschossen hatte und den Arbeiter Hohn zu erschießen versuchte, als dieser ihn an der Ausführung eines Eigenthumsvergehens hindern wollte. Versammlungen. Kunst oder Verbrechen war die Frage, welche die vierte Im Berliner Arbeitervertreter Verein erstattete Simas Straftammer des Landgerichts I unter Borfiz des Landgerichts- now sti am Dienstag Bericht über seine Thätigteit als Mitglied Direktors Denso zu entscheiden hatte. Der Bildhauer J., ein des Vorstandes der Alters- und Juvalidenversicherungs- Anstalt talentvoller Schüler von Begas und Schaper, fertigt jene leinen Berlin während der letzten beiden Jahre. Der Redner hat sich im 0 Arbeiter Bildungsschule. Luisenhof, Buckowerstr. 9, II. Donnerstag: Gefeeskunde. Zivilprozeß, Handelsrecht, insbesondere bas neue Recht der Handlungsgehilfen, Strafrecht, Strafprozesse, ev. Gewerberecht. Vortragender: Rechtsanwalt Roth. Beginn der Vorlesungen pünktlich um Uhr abends bis 10 Uhr. Die reichhaltige Bibliothek ist an den Unterrichtsabenden von 8 bis 9 Uhr geöffnet. Mitgliedsbeitrag monatlich 25 Pf., Unterrichtsgeld per Fach und Kursus( zehn Abende) 1 M. Alle Zuſchriften find an den Vorsitzenden Hermann Lammé, Tempelhof- Berlin, Berlinerstraße 36, Geldsendungen an den Kassirer H. Königs, Berlin S. 59, Dieffenbachstr. 30, zu senden. Der Vorstand. Zentralverein der Bureau- Angestellten Deutschlands.( Mitgliedschaft Berlin.) Sigung heute abends 8 Uhr bei Schiller, Rosenthaler= straße 57. Vortrag des Herrn Dr. Wollheim über„ Menschenrecht und Menschenpflicht". Gäste willkommen. Berliner Naturheilvercin II. Seute, abends 81/2 Uhr im Saale Gäste, nur Herren, haben Zutritt. des Vereins junger Kaufleute, Beuthstr. 20: Vortrag des Herrn J. Groll. Vortrag des Herrn Lehrer Reinh. Gerling:" Die Nervosität, Entstehung, Naturheilverein NO. Heute abends 82 Uhr, Landsbergerstr. 37: Verhütung und Heilung." Damen und Herren willkommen. Briefkaffen der Redaktion. reflamiren, zunächst aber läßt sich nichts machen. hier nur die Bibilflage auf Schadenerias übrig.- Friebenau. Kommen Die juristische Sprechstunde wird Dienstags, Tonnerstage und Sie in die Sprechfrunte Freitags abends von 7 bis 8% Uhr abgehalten. O. W. S. 40. Wenden Sie sich an einen Arzt F. K. 78. Sind keine Gewerbegehilfen. J. P. Belzig. Wenn Ghe: frau oder eheliche Kinder vorhanden sind, netn W. H. Kommen Sie in die Sprechstunde. H. V. 28. 1. Ja. 2. Auf die ganze Schuld. P. 2. 2. M. v. Nein. Bon G. G. 500. Es bleibt 5. R. Richten Sie Antrag an die Reichs: Invalidenanstalt Berlin, Klosterstraße und tommen Sie mit dem Ihnen zu gehenden Befchetd in die Sprechstunde. A. 3. 1 Nein. 21 Tag 4. Sofort. 5. Cofort. 6 Monate. 3. Unter allen Umständen verboten. 6. 10 Monate. 7. Den Namen des Ehemannes, solange diefer nicht die Illegitimitätsflage anstrengt. 3. Nein. 6. S. 50. Sie, aber mit Vollmacht. etwa 10 bis 6. Sonntags nicht Kommt ganz darauf an, Wetter Prognofe für Donnerstag, den 8. Dezember 1898. was im einzelnen Falle für Afte nöthig waren und vorgenommen find O. W. 3 Jahre. Mitichte. Nicht mehr vorhanden. C. 24. Ja. Zunächst etwas wärmer, vorwiegend trübe mit Regenfällen und frischen 2. H. 38. Rann fahrlässige Körperverlegung sein.$. 3. 73. westlichen Winden, nachher aufflarend und etwas fühler. Kommen Sie in die Sprechstunde. J. 2. Der Betreffende fann Berliner Wetterbureau Witterungsübersicht vom 7. Dezember 1898. morgens 8 thr. Stationen Barometer stand mm Wind richtung Windstärke Wetter Swinembe. 762 SSW 4wolfig 4 bedeckt 760 W Hamburg Berlin 764 SSW 3geiter Wiesbaden 756 SO München 768 NO Wien 7715 1 bedeckt Temp. n. T. 5º G.= 4° R. Stationen Barometer stand mm Winds richtung Windstärke 5 Haparanda 737 OND 8 Petersburg 756 SO 2 Cort 756 2 Aberdeen 747 S 2 wolfent- 4 Parts 2, Nebel Wetter Temp. n. 6. BALTO 15° 6.4° 9. 2Schnee -10 3 Regen -0. 71 461b.bed. 5heiter 765 SSD 2 bedeckt -tasis- res1 -982269 SK- 80 40153.4 Adrehbuch ging notes attgenst Toid XUOIZ für Berlin und Vororte 1899 ist erschienen 0:19:30 s und wird in der Haupt Expedition des Berliner Lokal- Anzeiger", SW., Zimmerstraße 39/41 zu den bekannten Preisen ausgegeben. August Scherl. el- sisM- eblodros W Verpfändet gewesene goldene, silberne Remontoir- Uhren mit schweren Gehäusen und feinsten Werken unter zweijähriger Garantie, Regulateure, goldene Ketten, Ringe, Brillant- Ringe, Ohrringe, Broches, Nadeln, Armbänder, alles in modernsten Façons, verkauft spottbillig Concess. Leihhaus Neue Schönhauserstr. 11, I. Wer will billige Weihnachts- Geschenke kaufen? Durch Einkauf von großen Posten a. Auktionen u. v. 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Schauspielers Herrn Adalbert Matkowsky zum Besten der Weihnachtsbescheerung der Aermsten der Armen des Louisenstädtischen Bezirkes Bum 1. Male: 5 Sisters Lorrisons Freie Volksbühne. Todes- Anzeige. der Allen Freunden und Bekannten die Sonntag, Nachmittag 2% Uhr: V. Abtheilung: Friedr.- traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, mein guter Vater, Wilhelmstädtisches Theater: Liebelei und Lumpenbagasch. Restaurateur III. Abtheilung: Lessing- Theater: Nora. Nachzügler anderer Abtheilungen haben am Sonntag keinen Zutritt. Mitglieder zur VI. Abtheilung werden in allen Zahlstellen aufgenommen. [ 231/7] Der Vorstand. Arbeiter- Bildungsschule. Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Wilhelm Hänisch amt 7. d. M., morgens 8 Uhr, sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet Sonntag, den 11. November, mittags 1 Uhr, bott der Leichenhalle des Neuen Schöneberger Kirchhofes, Marstraße La Foy, Sonntag, den 11. Dezember, abends 7 Uhr, in den aus statt. Kasseneröffnung 6%, Uhr, Anfang der Vortrag des Herrn Professors Gehrke über: ,, Ein ehemals Pflug'scher Arbeiter Vorstellung 72 Uhr. Feen- PalastTheater Burgstr. 22. Burgstr. 22. Neues Dezember- Programm. Ueberlé, Afrobatentruppe. Hugo Schulz, Romifer. Wienecke, Zwerg- Theater. Gebrüder Teylors, Excentrics. Der erfolgreiche Mimiker Carl Jörgensen. Sensationell! Fürst Bismarck vom Jüngling bis zum Alten in Friedrichsruh. Nen! Das Nen! Blumenmädchen vom Hacke'schen Markt Volksstück m. Gesang v. Gißner. Clodewig Nelte: Wilh. Fröbel. Carl Werner: Rich. Winkler. Anfang 7/2, Sonntags 6 Uhr. Vorverkauf Vorm. v. 11-1 Uhr. Alcazar Theater Dresdenerstr.52/ 53.City- Passage. Direktion: Richard Winkler. Neu! Neu! Neu! Kanonenfutter. Schwank in 3 Atten v. Jul. Rosen. In Szene gesetzt von Otto Wendt. Dazu: Das gesammte neu engagirte Spezialitäten- Personal in ihren Glanznummern. Wochent. 71/2 Uhr. Anfang: Sonntags 6 Uhr. Entree: Wochentags 30 Pf. Sonntags 40 Pf. Vorzugsbillets haben Giltigkeit. 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Mohs, die erste Abfertigung in Sterbefällen bis auf weiteres Aderstraße 164, bei Herr Otto Winkler, stattfindet. Sprechst. mittags 1/ 22-1/ 23, abends 8 Uhr. 69/ 16* Der Vorstand. Orts- Krankenkasse Sitzung der Ortsverwaltung d. Schneider, Schneiderinnen und der Kontrollkommission. Tischler- Derein. Sonnabend, 10. Dezember, abends 82 Uhr, Melchiorstraße 15: Derlammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Wollheim über: " Bebenshaltung und Menschenrecht". 2. Vereinsangelegenheiten und Aus: gabe der Billets zum Weihnachtsvergnügen. Der Vorstand. 199/9 Cohn's Festsäle, Beuthstr. 19-22. Sonnabend, der 7. Januar, ist frei geworden. genommen. von 9,00-80,00. u. verwandt. Gewerbe zu Berlin. Die Arbeitgeber werden hierdurch zu der am 16. d. Mts. in Nenen Clubhaus, Kommandantenstraße 72, abends 8 Uhr, stattfindenden Vertreterwahl pro 1899 ergebenst eingeladen. [ 25796 Tagesordnung: Wahl von 110 Vertretern aus den Reihen d. Arbeitgeber,§ 49 d. Statuts. 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Verantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin, Voltsstück mit Gesang in 4 Atten von Ewers.