Kr. 291 Admmements-Kedingungen: «bonnemen»-Pr-i» pränumerando: «terteljährl. SL0 Ml., monall. 1,10 MI., «vSchentllch LS Pfg. frei In» Hau». «inielne Nummer b PIg. Sonntag». Mummer«tt tllustrtrter Sonnlag». vetlag«„Tie Neu- Welt' 10 Pfg. Post. Abonnement: S.M Mark pro Quartal. «ingetr-gen in der Post. Zeitung». Preisliste für 1898 unter Nr. 7578. Unter«r«uzband für Teutschland und Oesterreich-Ungarn L Marl, für da» übrig« Su»land s Mark pro Monat. «rfchelril liigltch«uster»onltg«. Vevliner VolKsblskt. ts. Jahrs. Die Jnstrtions-WebLhr beträgt für die sechsgespaltene Kolone». teile oder deren Raum so Pfg., für PeretnS- und versammlungS-Anzeigen, sowie ArbettSmarkt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bi« l Uhr nachmittags in der Srpedttton abgegeben werden. Tie Expedition Ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, au Sonn- und Festlagen bi» S Uhr vormittag» geössnet. Fernsprecher: Sink I, Nr. 1598. Telegramm-Adresse: „So,urldrmol>r»k Tirlln". Dentrawrgan der sozialdemokratischen Partei Dentschlands. Redaktion: 3�.19, Beuth-Stratze 2. Dienstag, den Dezember 1898. Expedition: 3�.19, Beuttz-Strasie 3. Der Bndgetdebatte erster Tag. Eine„große" Debatte— groß in dem Sinne der fran- zösischen grandes joumees— stand uns nicht bevor. Das sah man sofort, als die Abgeordneten sich zur Sitzung zu- fammenfanden. Sie kamen nicht so zahlreich, wie der Fall zu sein pflegt, wenn Kampfesstimmung herrscht; und auf den Gesichtern lag nicht jenes elektrische Jchweißnichtwas, welches Sturm kündet. Im Gegentheil: friedliche Alltagsstimmung. In der Politik muß man nie auf das Erwartete rechnen. Das Erwartete geschieht nie— wenigstens nicht in der Regel. Das Unerwartete ist Regel— das Erwartete Ausnahme. Das Volk mußte erwarten, daß dieser Reichs- tag, der in Donnern und Blitzen geboren ward, unter Donnern und Blitzen seine parlamentarische Lauf- bahn beginnen werde. An Gewitter- und Zündstoff fehlt's doch wahrhaftig nicht. Das Gebiet der inneren Politik ist mit brennenden Fragen besäet— so dicht, daß Einer ein guter Schwert- oder Eiertänzer sein muß, um nicht auf ein halb Dutzend zu treten. Jndeß, wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg— zwischen Schwertern und Eiern. Und von den bürgerlichen Parteien hat keine einzige„Schneid"— das Zentrum ist viel zu zufrieden, um kampflustig zu sein. Nicht blos satte Menschen, sondern auch satte Parteien sind ungefährlich. Und das Zentrum ist augenblicklich satt, wenn es auch hungrig thut— satt und zufrieden. Dazu kommt noch Eins. Unter Palmen zu wandeln ist mitunter auch der Moral nicht zuträglich und wäre es blos die politische Moral. Und die Palmen von Palästina, die aus den verschiedenen echten und unechten„Dormitionen" herabschauen, sind der politischen Zentrumsmoral ganz besonders ungesund. Die konservativen Parteien sind ebenfalls nicht in der Stimmung. Streit zu suchen. Die letzte Reichstagswahl hat den Konservativen schwere Schläge, Verluste und Nieder- lagen gebracht, und die Konservativen haben keine Lust, die so schmerzlich verlaufenen Wahlkämpfe im Reichstag früher wieder aufzunehmen, als unbedingt nothwendig ist. Noch weniger Kampflust herrscht unter den National- liberalen, denen bei den letzten Reichstags- und preußischen Landstagswahlen so viele Felle(inklusive falsche Wolfs- und wahrhafte Schafspelze) davon geschwommen sind;— betrübte Lohgerber und betrübte Parlamentarier pflegen kein heißes Sehnen nach der Feld- oder Wortschlacht zu empfinden. Auch dieFortschrittspartei. mitihrerDreispaltigkeit (die jedenfalls ein sehr schlechter Ersatz ist für die Dreieinigkeit), hat kein Interesse, einen Parlamentarischen Sturm zu ent- fesseln. Und so bleibt nur die sozialdemokratische Fraktion übrig, die das Recht und die Pflicht der Kritik rückhaltlos und rücksichtslos ausüben und erfüllen wird, jedoch es nicht in ihrer Gewalt hat, eine große parlamentarische Debatte einem Parlament aufzuzwingen, dessen überwiegende Mehrheit entschlossen ist, auf keine große Debatte sich ein- zulassen. Das Publikum freilich erwartete eine solche—. es hatte sich in hellen Haufen eingefunden, und seltsam stach seine Spannung ab von der Ruhe der im Saale sich sammelnden Reichsboten, die nicht anders aussahen als vor einer gewöhn- lichen Sitzung. Freilich, die Regierung schien auf scharfe Angriffe gefaßt zu sein. Sie war vollzählig am Platze— auch der Reichs- k a n z l e r, von dem man so lange nichts gehört und ge- sehen, war auf seinem Posten, gedankenvoll, zusammengedrückt — gedrückt. Die Debatte wurde durch den neuen Finanz- Staats- sekretär von Thielemann eingeleitet. Herr v. Thiele- niann war von erschreckender, einschläfernder, tödtlicher Sachlichkeit. Mit tonloser Stimme und bewegungslosem Gesicht ließ er die Ziffern und Perioden über den Zaun seiner Zähne hinwegspringen— eine Ziffer nach der anderen. eine Periode nach der anderen— einförmig, wie die Hammel einer, durch einen Heckenspalt sich drängenden Hammelheerde. Die einzige Wirkung der Rede des Herrn Thielemann auf das„Haus" war, daß der Reichstags-Saal sich leerte und der Restaurations- Saal sich füllte. Ter neue Staatssekretär sprach eine halbe Stunde lang— noch eine halbe Stunde lang— und noch eine halbe Stunde lang— in Summa einundeinhalb Stunden lang, von l1/* bis L3/» Uhr. Dann hörte er ton- und klanglos auf. Und ton- und klanglos, so daß man anfangs den Wechsel gar nicht merkte, begann ein anderer Redner, der sonst eine recht klangvolle Stimme hat: Herr Fritzen, der Zentrumsmann. Ach, wie kräftig konnte er sonst der Regierung eine Anklagerede halten. Aber, long. long ago I Lang, lang ist's her l Jetzt nicht einmal eine Klage rede. Was hat das Zentrum auch zu klagen? Es hat ja die Regierung in der Tasche,— es ist satt und zufrieden. Höchstens ein bischen zu viel Kolonial- Politik— dafür ist man für anderes zu haben. Für die neue Militärvorlage? Nein— ja— ja— nein— ja. Dito für das Zuchthausgesetz. Herr Fritzen fühlte sich nicht wohl in der Ton- und Klang- losigkeit. Er schloß schon uni Uhr, um von Eugen Richter, der wie immer vom Platz sprach, abgelöst zu werden. Richter hatte seinen guten Tag. Er vindizirte zunächst dem Reichstag das Recht, in der Generaldebatte des Etats über alle Fragen der inneren und äußeren Politik zu reden. Anknüpfend an die Palästinafahrt, sprach er dieser jede politische Bedeutung ab, verurtheilte den Byzantinismus, der jede Handlung des Kaisers verhimmele, geißelte das persönliche Regiment mit Gottesgnadenthum, kennzeichnete das Thörichte, Barbarische und Unwürdige der Ausweisungen, und ließ eine nach der anderen so ziemlich alle Regierungsaktionen, die reißende Vermehrung der Reichsschuld, die Agrarierfreundlichkeit, die neue Militärvorlage, das Zuchthausgesetz u. s. w., Spießruthen laufen. Er hatte recht glückliche Momente, z. B. in Sachen des Lippe'schen Streits und der verborgenen Talente der kon- servativen Partei, für welche Talente das Wort gelte: wem Gott ein Amt giebt, dem giebt er auch den Verstand.(Herr v. Buchka, dem �speziell das Wort galt, lächelte sehr verlegen, er scheint sein Talent noch nicht entdeckt zu haben.) Zum Schluß behandelte Richter die Frage der Mini st erVerantwortlichkeit. Was der Kaiser telegraphire, bedarf ebensowohl der Gegenzeichnung eines Ministers, wie was der Kaiser schreibe— falls es nicht privater Natur sei. Die jüngste lange Abwesenheit des Kaisers habe Unzuträglichkeiten schlimmster Art ergeben, welche die Nothwendigkeit einer gründlichen Reforni nahelegten. Vor- fahren des Kaisers hätten begriffen, daß die Person des Monarchen durch verantwortliche Beamte gedeckt werden müsse, damit„die Liebe und Affektion für die Person des Monarchen menagirt" werde. Das sei heute mehr noth- wendig als je. Das persönliche Hervortreten des Monarchen habe die Epidemie der Majestätsbeleidigungs- Prozesse zur natürlichen Folge. Mit einem Appell an den Reichskanzler, hier Wandel zu schaffen, schloß der Redner. Der Reichs- kanzler schwieg, indem er sich noch mehr zusammendrückte als vorher. Dafür erhob sich Herr von Posadowsky, der zunächst mit seinem, sicherlich nicht der Verhüllung von Gedanken dienenden Pathos ein paar Dutzende von Themen anstreifte, ein paar Dutzend ticffinnige Gemeinplätze zum besten gab, und sich zuletzt, nachdem er mit anerkennenswerther Ge- schicklichkeit zwischen lauter Wenn und Aber hin- und heraehupft war, zu der etwas überraschendenErklärung aufschwang: für alle Handlungen desKaisers istderReichskanzler verantwortlich. Der Reichskanzler l Das war allerdings etwas Neues für den Reichstag, und auch für den Herrn Reichskanzler, der sich noch dünner zusammendrückte. Eine fast einstündige Rede des Pastoralen Herrn v. Bülow, Staatssekretärs, der ein vorzüglicher TischrcdnerIsein soll und jedenfalls ein vorzüglicher Kanzelrcdner geworden wäre, wenn ihn sein Unstern nicht zum Sekretär des Auswärtigen gemacht hätte, beschloß die Debatte des ersten Tags der Etatsberathung. Von der Rede des Herrn v. Bülow haben wir blos zu be- merken, daß er zwar sehr lange Sätze machte, jedoch nie aus der Konstruktion fiel. Ein klassisches Zeugniß für seine Be- gabung als Kanzelredner. Wird der zweite Tag der Debatte ein höheres Niveau haben? Die Sozialdemokratie hat noch nicht gesprochen, Polikischv Mvbevflchk. Berlin, den 12. Dezember. Eine zweite Thronrede? Der Kaiser hat Sonntag Mittag im Schloß das Reichstagspräsidium empfangen. Die Audienz währte dreiviertel Stunde und der Kaiser unterhielt sich über die politische Lage. Ein Bericht theilt mit: Der Kaiser sprach sich zunächst erfreut über den Verlauf und Schluß der Sitzung aus, in welcher das Präsidium des Reichs- tags konstituirt wurde. Dann ging der Kaiser auf die internationale Situation em. Er betonte, daß die Lage, obwohl wir mit allen in betracht kommenden Mächten' auf friedlichem und freundschaftlichem Fuße ständen, große Auf- merksamkeit erheische, was ja auch jeder Laie einsehe, und daß es deshalb auch nothwendig sei, die vor- geschlagene Bervollkommnung und Ergän- zung der Armee durchzuführen. Was vorgeschlagen sei, wäre steilich wenig, aber er hätte zur Schonung der Steuer- kraft des Landes nicht mehr vorschlagen lassen. Tann sprach der Kaiser mit Befriedigung von seiner Palästinareise und theilte verschiedene Episoden aus der- selben mit. besonders auch, daß er sich gefreut hätte über das Zusammenhalten aller Deutschen, sowohl der evangelischen wie derjenigen katholischer Konfession. Nach einem anderen Berichte nannte der Kaiser die inter- nationale Situation„gespannt". Ist der Bericht zu- verlässig, so würde diese private Auslassung insofern die Thronrede korrigiren, als diese lediglich erklärte:„Die Be- Ziehungen Deutschlands zu allen auswärtigen Mächten sind unverändert freundliche." Daß sich die internationale Lage seit der Thronrede verschärft hätte, dafür liegt kein Anlaß vor. Indessen ist es ja bekannt, daß die internationale Lage mehr von den Militärvorlagen abzuhängen pflegt, als die Militärvorlagen von der internationalen Lage." Dabei braucht nicht verkannt zu werden, daß die Situation eigentlich st eis gleich stark gespannt ist, namentlich wegen jener Rüstungspolitik, deren unheilvolle Wirkungen die Botschaft des Zaren so beredt zu schildern wußte. Von Einzelheiten über den Empfang sei noch eine Mit- theilung erwähnt, der Kaiser habe betont, die Militärvorlage sei bisher gut ausgenommen worden. Da die Audienz den Charakter einer zwanglosen Aussprache gehabt zu haben scheint, so ist hoffentlich anzunehmen, daß der zweite Vize- Präsident Schmidt die Bedenken der freisinnigen Volkspartei geziemend zum Ausdruck gebracht hat. Der militaristische Charakter der Audienz kam übrigens� auch äußerlich zur Geltung. Herr v. Ballestrem verrieth durch sein Kostüm ganz und gar nicht, daß er Präsident des deutschen Reichstags, wohl aber, daß er berechtigt ist, die Uniform eines Majors des Leibkürassier-Regiments zu tragen. Herr v. Frege soll in der gewiß sehr kleidsamen Tracht eines fürstlich reußischen Kammerherrn erschienen sein. Wenn es nur nicht Reuß älterer Linie ist I Das sähe nach einer parttkularistischen Demonstration aus. Der Reichstag als eine bürgerliche Institution scheint demnach nur durch den zweiten Vizepräsidenten vertreten gewesen zu sein.— Das Gewissen des Zentrums. Man darf kaum noch daran zweifeln, daß das Zentrum, nachdem es der Zukunft auf dem Wasser energisch vor- gearbeitet hat, auch der Zukunft auf dem Exerzierplatz keinen ernstlichen Widerstand mehr entgegensetzen wird. Zur rechten Zeit erinnern die„Mecklenburgischen Blätter" an die Zeiten, da das Zentrum noch nicht militärfromni war. Windt- Horst hat einmal den bekannten ultramontanen Politiker Hermann von Mallinckrodt„sein Gewissen" genannt. Und dieses Gewissen des Zentrums äußerte sich in der Reichstags- sitzung vom 14. Mai 1874— vor fast 25 Jahren— wie folgt über die Verwandlung des Deutschen Reiches in einen Militär st aat: „Der Militarismus in dem gecinigten Deutschland nimmt nun aber auch in Beziehung auf die bürgerlichen und politischen Verhältnisse, eben weil er alle Verhältnisse durchdringt, ein eigenes Gepräge an. Wir befinden uns auf dem Wege zu einer Ent- Wickelung deutscher Verhältnisse, wie Deutsch- land sie nie gekannt hat, solange ein Deutsches Reich bestand. Wir sind in der Entlvickelung begriffen von dem deutschen Fürstenthnm, dem deutschen Königthum z u � eine IN Imperator« nthum, wie wir es als näheres Beispiel in den: Napoleonismus in Frankreich gehabt haben, wie wir es auf der andern Seite in dem Zarenthum in Rußlands haben, und wie es geschichtlich hinter uns liegt bei dem Volke, auf das Herr v. Bennigsen sich mit Vorliebe berufen hat. Wir haben in diesem Augenblick noch keinen Imperator auf dem Throne, und ich hoffe, es werden die Verhältnisse in der Beziehung auch in andere Bahnen einlenken: aber doch, meine Herren, einen Imperator auf dem Mi«ist er stuhl, den haben wir heute schon, und vor dem beugt sich alles, was sich so gern mit natio- nnlen Worten schmückt, sei es hoch, sei es niedrig." Das war vor beinahe 25 Jahren. Von einer Ent- Wickelung zum Militärstaat können wir heute ebensowenig reden wie von einem Imperator auf dem M i n i st e r st u h I. Der Militärstaat ist heute eine vollendete Thatsache, und; Hohenlohe ist kein Jniperator. Herr v. Mallinckrodt aber war ein guter Prophet, wenn er schon am 24. November 1869 sagte: „Man röstet sich mit dem Satze: Durch die Einheit zur Freiheit! Aber die Herren scheinen mir nicht. genügend aufmerksam darauf zu sein, daß inzwischen die Freiheit an die Bajonette des Militär st aates zu hängen kommt, und ich fürchte, eye Sie sie da in vollem Maße herunterholen, da wird sich gar mancher von Ihnen einen Schaden springe n." In deriThat hat sich gar mancher einen Schaden ge- sprungen. Das Zentrum selbst liegt jetzt siech im Militär- lazareth, und das Gewissen ist— todt. Die Einheit ist nur äußerlich und unvollkommen da, und die Freiheit ist ein Traum, dessen sich ein anständiger Staatsbürger schämt, wenn er ihn in einer bösen Nacht überfällt. Bei den Berathungen der Marinevorlage Pflegte man viel davon zu erzählen, was der selige Windthorst gethan und ge- sagt haben würde, wenn er noch lebte. Bei den VerHand- lungen über die Militärvorlage dürfte wohl der Geist des seligen Mallinckrodt erscheinen. Herr Lieber aber wird ihn mit einem kräftigen und zugleich profitablen Sprüchlein zu bannen verstehen. Das Gewissen ist ja längst todt und be- graben I—_ Zum Fiasko der Anarchistenkonfmnz. Die Konferenz hat bekanntlich, als sie über ihr Fiasko sich keinen Ein- bildungen mehr hingeben konnte, die genieinsamen(Plenar-) Sitzungen eingestellt, und, um den Schein etwas zu wahren, etliche„Subkommissionen" erwählt, in welchen die Herren Polizeigeister und Polizisten unter sich sind und sich gegen- seitig ihre Polizei-Ansichten vorerzählen können. In einer solchen Sitzung kam es vor einigen Tagen zu eineni kleinen Jnzidenz. Der russische Ober-Polizeigeist trat plötzlich mit der„Idee" hervor, die„Nihilisten" müßten für Anarchisten erklärt werden— das erheische das russische Staatsinteresse im besonderen und das Weltstaatsinteresse im allgemeinen. Als der Biedermann dann aufgefordert wurde, zu sagen, was ein„Nihilist" sei, brach der Ober-Polizeigeist in einen elementaren Redestrom aus und entwickelte, daß jeder, der den Absichten des heiligen Zaren entgegenwirke, ein„Nihilist" und folglich Anarchist sei. Das war— wenigstens einem Theil der übrigen Polizeigeistcr(Ober- und Unter-) denn doch etwas zu arg, es wurde entgegengehalten, daß das zu weit gehe— der russische Polizeigeist blieb aber fest und so löste sich nach längerem Redegefecht auch diese Subkommission in anarchistisches Wohlgefallen auf.— Roufervative Schürung des Klaffenhaffes., Die Berliner Politischen Nachrichten" Teisten sich heute in einer Besprechung des befohlenen Themas vom Terrorismus gegen über Arbeitswilligen" folgende Stilblüthe: " Es erregt schon den höchsten Zorn der sozialdemokratischen Bresse, daß die Ermittlungen sich auf die Verfehlungen gegen $ 153 der Gewerbe- Ordnungen erstrecken. Hätten die Sozialdemofraten ein reines Gewissen in dieser Hinsicht und wären sie überzeugt, daß die besagte Gesegesvorschrift zum wirksamen Schuhe gegen Terrorismus ausreicht oder selbst über das Bedürfniß nach solchem Schuße hinausgeht, so müßten sie doch die völlige Klarstellung des Sachverhalts dringend wünschen. " fie auf ihre parlamentarischen Gesinnungsgenossen imt Das Zwangsregiment in Nordschleswig. Die fürzlich Sinne der Unterstützung der Militärvorlage einwirken." durch die Blätter gegangene, auch von uns gebrachte Nachricht, daß Das heißt: Wir lassen mit uns handeln, wenn ihr uns die der Amtsrichter Hahn in Norburg dänisch gesinnten Eltern die Militärvorlage durchbrüden helft. Also ist die zweijährige Dienst zeit doch nur ein Stompenfations objett! Die drei Juterpellationen des Bundes der Landwirthe follten, nach einer von uns registrirten Meldung, nicht eingebracht werden. Dazu schreibt jetzt die Deutsche Tageszeitung": Die Interpellationen werden mit zahlreicher Unterstügung eine nach der anderen eingebracht werden. Sie gleichzeitig einzubringen, daran hat kein Mensch gedacht, weil das schlechterdings unmöglich gewesen wäre und dem parlamentarischen Brauche nicht entsprochen hätte. Entziehung der Elternrechte androhte, falls fie ihre Risbertben, Schulen im Königreich nicht zurücknehmen wollten, ist von sogar auch von dänischen Zeitungen dahin mißverstanden worden, als seien die bedrohten Eltern dänische Staatsangehörige und die betreffenden Eltern unkonfirmirte. Demgegenüber stellt der Flensborg Avis" fest: " In Nordschleswig ist der Unterricht in der dänischen Muttersprache der Bevölkerung aus allen öffentlichen Schulen ausgerottet. Dänische Privatschulen sind verboten. Unterricht im Dänischen außerhalb der Schulzeit wird verfolgt. Keinen Eltern, ob dänischen oder preußischen Staatsangehörigen, wird gestattet, ihre unkonfirmirten Kinder auf Schulen im Königreiche zu schicken. Thun sie dies, bestraft man sie mit steigenden Geldstrafen wegen Schulversäumnisses" weil ihre Kinder nicht in den deutschen Schulen erscheinen bis sie ihre Kinder nach Hause nehmen und sie in eine deutsche Schule schicken." Wenn man bedenkt, daß nach der ursprünglichen Mittheilung die Interpellationen dem Reichstag fofort nach seinem welche Schwierigkeiten mit der konservativen Partei gegeben zu haben. Diese ist wohl eifersüchtig auf die Erfolge der strupellosen und demagogischen Bündler. Deswegen aber werden sich doch beide Füglich ist nur von konfirmirten Kindern die Nede, von in Einigkeit zusammen finden, wenn es Naubzüge gegen die Taschen jungen Leuten im vorgeschrittenen Alter. Die erwähnte Nachricht läuft der Steuerzahler gilt.- Florio in want. Die Nightwahl unseres also darauf hinaus, daß ein Amtsrichter preußischen Zur Reichstags Bureanwahl. Die Nichtwahl unseres Ge- Staatsangehörigen droht, ihnen die Elternrechte noffen Schippel zum Schriftführer des teichstages giebt immer zu entziehen, sofern sie ihre erwachsenen, aber noch Anlaß zu allerlei Erörterungen. So schreibt das radikalere noch nicht mündige Kinder dänische Schulen bes Organ der Bartei, deren Unzuverlässigkeit an der Niederlage" suchen lassen. Schipper's schuld ist: Noch charakteristischer ist der taktische Vorschlag des leitenden Partei- Organs in bezug auf die in Aussicht stehende Vorlage zum besseren Schuge Arbeitswilliger. Den von der Sozialreform ausgesprochenen und von der Zentrumspresse aufgenommenen Ge- 8usammentritt zugehen sollten, so scheint es doch irgend danken, wirksameren Schutz auch gegen Zwang der Arbeitgeber zu gewähren, weist das Blatt weit zurück; es will eben nicht, daß Arbeitgeber und Arbeitnehmer mit gleichem Maße gemessen werden, jene sollen allein Pflichten, diese alle Rechte haben. Dagegen verlangt der Vorwärts", daß betreffs der nächsten Vorlage aus der Abwehr zum Angriff übergegangen werde. Abschaffung des§ 153 der Gewerbe- Ordnung, d. h. Beseitigung jedes über das allgemeine Strafrecht hinausgehenden Schuzes gegen Terrorismus seitens ansständiger Arbeiter ist die Barole des sozialdemokratischen Parteiblattes, völlige Unterjochung aller Arbeiter unter die Weiter fann man die Verfolgungswuth gegen einen besiegten Herrschaft der Sozialdemokratie und der von ihr abhängigen Wesentlich beruhigt find die konservativen Gewissensskrupel durch Volksstamm wohl kaum treiben. Würden diese Nadelstiche gegen Gewerkschaften das erstrebte Biel. Was scheeren die Sozial die Richtwahl des Abg. Schippel als Schriftführer. Wir hätten gegen Angehörige oder Anhänger einer großen nachbarlichen Militärmacht demokratie Freiheit und Manneswürde des die Wahl des Abg. Schippel nichts einzuwenden gehabt. Repräsentations- geführt, sie würden genügen, den bösartigsten Konflitt herbeizuführen. Arbeiters? Ihr willenloser, aber gut zahlender pflichten wie die Präsidenten haben die Schriftführer nicht. Schippel wäre aber Preußen ist groß und Dänemartist tiein! Slave und der Hebel für den Führer, politische Macht also nie in die Lage gekommen, daß er seine Mitwirkung bei einer a und Wohlstand zu erlangen, foll der Arbeiter ihm zufallenden Aufgabe hätte versagen müssen. Daß man der Sozial- Chronik der Majestätsbeleidigungs: Prozesse. Wegen fein, sonst nichts: Die einzige den Thatsachen entsprechende demokratie Vorschub leiste, indent man fie offiziell im Reichstage Majestätsbeleidigung und Gotteslästerung wurde Bariante ber ſozialdemokratischen Lehre von der Zweitheilung der anerkenne, ist haltloſes Gerebe. Die Sozialdemokraten find schon der Schneider& abzinsty in Bielefelbau einem Gesellschaft in Ausbeuter und Ausgebeutete!" längst anerkamit, denn sie werden unbeanstandet in die Kommissionen Jahre Gefängniß verurtheilt; davon kamen neun Monate auf Mit diesem Gallimathias von Unsinn und blöder aufgenommen und zu Borsitzenden von Kommissionen und Ab- die Majestätsbeleidigung. Es handelte sich um unvorsichtige RedeSchimpferei läßt sich nicht diskutiren. Das einzig thatsächliche: theilungen gewählt. Daß Konservative und Nationalliberale statt wendungen guten Betannten gegenüber, unter welchen sich ein unser Zorn über Ermittelungen betreffend Verfehlungen gegen des Abg. Schippel den Grafen wiledi in das Schriftführer- Denunziant befunden hatte. Ladzinsky wurde wegen Fluchtim si du § 158 der Gewerbe- Ordnung ist einfach erlogen. Gerade amt brachten die Wahl erfolgte mit 188 gegen 172 Stimmien verdachts verhaftet. and st eine solche Ermittelung wird die schärfste Verurtheilung der ist eine besondere Ironie. Sonst betrachten sie die Polen doch Man schreibt uns: Nicht weniger als 19 Mal war der domizilZuchthausvorlage zum Resultat haben. Zum Glück bejizen es gut politik gewesen, den sozialdemokratischen Kandidaten zu vor der Straffammer in Waldenburg in Schlesien wegen Zum Glück befizen auch nicht gerade als Reichsfreunde. Unseres Grachtens wäre lose Ziegelei- Arbeiter Paul Priegel vorbestraft, der sich dieser Tage wir schon Material- und es soll den Männern der Zucht wählen." Majestätsbeleidigung und Bettelus zu verantworten hatte. hausvorlage nicht erspart werden. Daß auch ein Theil des Zentrums sich um die Polenwahl ver- Der Thatbestand ist furz folgender: Am 16. Oktober cr. hatte Aber sollte der Regierung, die sich durch einen Schwein- dient gemacht hat, wird weislich verschwiegen, 19 Prießel in Altwasser gebettelt, und bei dieser Gelegenheit hatte er, burg vertheidigen läßt, nicht grauen vor der Proklamation Die Freijinnige Zeitung" hatte auf die Frage der„ Berl. 8tg.", um sich ein längeres Unterkommen zu schaffen, den Kaiser des Klassen h asses, dieser Verzerrung unseres Prinzips des warum die Freifinnigen nicht für die Wahl Singer's zum Bize in grober Weise beleidigt. Dies ist ihm denn auch vollkommen ge Klassen tampfes, der am Schluß der zitirten Auslassung präsidenten gestimmt hätten, mit der Gegenfrage geantwortet: aus lungen, denn die Straflammer verurtheilte ihn wegen der Majestätsnackt und fraß gepredigt wird? Es ist dazu die gemeinste welchem Grunde die Freisimmige Volkspartei bei der Präsidenten- beleidigung in nichtöffentlicher Sigung zu einem Jahre Ge Sorte des Kassen h asses, die hier zu schüren versucht wird, wahl eine Demonstration für die Sozialdemokratie und Herrn fängniß und wegen des Bettelns zu vier Wochen Haft. Singer hätte vornehmen sollen?" Diese Verlegenheitsantwort nennt Der Weber Robert Antes aus Schobergrund hatte sich am die künstliche Auseinanderreißung der Zusammengehörigen die" Berl. 8tg." einen schlechten und völlig mißrathenen Wiz. E 11. Oftober in einem Gasthause daselbst in bezug auf die am einer Klasse in zwei Klassen, durch die Stachelung der niedrigsten handelte sich hier um die Frage der parlamentari nächsten Tage erfolgende Durchfahrt des Kaisers durch Station Instinkte, durch die Mobilmachung von Neid, Eifersucht und ichen Gleichberechtigung, um die Anerkennung des Gnadenfrei einer Majestätsbeleidigung schuldig gemacht. Die Straf Mißtrauen. Grundsages, daß es im Reichstage feine Boltsvertreter fammer in Schweidniß verurtheilte ihn, wie uns berichtet wird, Das Beispiel zeigt wieder einmal, daß unsere Gegner zweiter Klasse giebt und geben darf, daß dort keine Partei dafür zu 2 Monaten Gefängniß. Der Staatsanwalt hatte 6 Monate uns in der Regel der Laster beschuldigen, die sie selbst um ihrer politischen Grundsäge willen oder weil sie in den herr- Gefängniß beantragt. schenden Kreisen nicht für fair angesehen wird, zurückgesezt werden darf. Die jüddeutschen Demokraten haben sich durch ihre Ab- Ein Heidingsfelder Handwerksmeister, der in Geschäften in Ankauf der Karolinen Jufeln durch Deutschland? Zustimmung offen und rückhaltlos zu diesem Grundsage bekannt, die Würzburg war, tam auf dem Heimweg bei der letzten Einkehr in diesem Thema wird der„ Voss. 8tg." geschrieben: Fraktion der Freifinnigen Vollspartei hat sich vor der Demon angeheiterte Gesellschaft. Es wurde scharf gezecht und bann politifirt, wobei wacker über die traurigen Zustände geschimpft wurde und der „ Unmittelbar nach dem Ausbruche des spanisch- amerikanischen tration" gefürchtet und sich staatsmännisch seitwärts in die Büsche Heidingsfelder Meister eine Aeußerung that, die wohl als MajestätsStrieges, als man aus verschiedenen Erscheinungen erkennen konnte, geschlagen." daß Spanien den größten Theil seiner bisherigen Kolonien ber Die Freifinnigen Richter'scher Observang tragen eben, trotzdem beleidigung betrachtet werden kann, wenn sie in nüchternem Zustand gemacht würde. Wie so oft schon, fand sich ein Denunziant, der die lieren werde, tam von beachtenswerther Seite der Hinweis, das überflüssig sein sollte, unter den Wasserstiefeln Escarpins. Sache zur Anzeige brachte. Vor dem Landgericht wurde der Ans daß Deutschland auf die Karolinen- Infelgruppe Anspruch machen Die Bismarcks- Rede des Pfui- Rufers. Ueber die Gebent getlagte aber infolge feines damaligen unzurechnungsfähigen Bu würde, falls diese Inseln von Spanien in anderen Besitz übergehen re de des Grafen Ballestrem in der zweiten Sigung des standes freigesprochen. Es giebt noch Richter in Würz sollten. An diese Meldung knüpften fich keine weiteren Erörterungen, Reichstags auf den Fürsten Bismard wird den Münch. burg. da man Rücksicht auf Spanien nehmen und nicht den Schein er- Neuest. Nachr." aus Berlin geschrieben, daß das Verhalten des wecken wollte, als warte man auf eine Theilung von dessen Kolonien. Grafen nicht nur auf einer vorherigen Verständigung innerhalb der Kaum waren aber die Friedensunterhandlungen durch französische Zentrumsfraktion beruhte, sondern auch der Bortlaut der KundVermittelung eingeleitet, so famen von mehreren Seiten Meldungen, gebung im Vorstande der Fraktion festgesetzt worden sei. Graf daß Deutschland jetzt wieder auf die Grwerbung der Karolinen ausginge. Ballestrem habe denn auch die Gedenkrede nicht frei gehalten, sondern Bon England aus wurde berichtet, daß Deutschland, che es sich mit Spanien verlesen. wegen des Ankaufs der Inseln in Verbindung setzte, erst in Washington Es gehört einmal zu den Obliegenheiten einer Regierungsgehoben werden. sich vergewissert habe, ob die Union keinen Widerspruch gegen partei, alle Repräsentationspflichten" zu erfüllen die Erwerbung durch Deutschland erhöhe. Nach englischen Nach- auf die Ironie der Weltgeschichte. richten ist von Washington aus gegen die deutsche Absicht der Erwerbung der Gruppe feine Einwendung gemacht worden." tultiviven! Wir wollen diese Meldungen vorläufig nur registriren. Wir möchten vorläufig selbst der deutschen, sehr abenteuerlustigen Regierung nicht zutrauen, sich in dieses neue unabsehbare Unternehmen ftürzen zu wollen. Von den ungeheuren Kosten eines solchen Antaufs überseeischer Ländergebiete ganz zu schweigen. Deutsches Reich. Das Verbindungsverbot für politische Vereine aufzuheben, hat, wie wir berichteten, die nationalliberale Fraktion im Reichstag beantragt. Gegen den Antrag wendet sich ein Artikel in den Berliner Neuesten Nachrichten", an dessen Schluß behauptet wird, es lasse sich vorhersehen, daß, wenn Fürst Hohenlohe zur Sache überhaupt eine Erklärung abgiebt, diese mur dahin lauten kann, daß er sich durch die Vorgänge in Preußen seines Versprechens ledig fühle." Der Reichskanzler hat bekanntlich bei Berathung des Bürgerlichen Gesetzbuches erklärt, die Aufhebung des Verbots würde in den Einzelstaaten, in denen es bestand, vor dem Inkrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuchs, also bor dem 1. Januar 1900 erfolgen. In den meisten Staaten ist dies inzwischen geschehen, in Preußen aber nicht, weil die Regierung die bezügliche Vorlage in der bekannten Weise mit Bestimmungen bepackte, die das gesammte Vereinsund Versammlungsrecht dem Belieben der Polizei würden preisgegeben haben. Wir wüßten bei dieser Sachlage nicht, wieso der Reichskanzler dazu foninien sollte, sich seines Versprechens ledig zu fühlen. Das Roalitionsverbot für politische Vereine ist jetzt auch vom Landtag in Schwarzburg- Rudolstadt aufgehoben worden. Zweijährige Dienstzeit. Die" Po ft" erklärt sich natürlich gegen die Festlegung der zweijährigen Dienstzeit. Wenn sie aber beschwichtigend erklärt: " Ohne absolut zwingende Gründe ist die Rückkehr zur dreijährigen Dienstzeit völlig ausgeschlossen, gleichviel, ob die zweijährige Dienstzeit definitiv oder nur provisorisch eingeführt ist", so ist daran zu erinnern, daß die Kreuz- Zeitung" ganz unverblümt ihre Sehnsucht, zur dreijährigen Dienstzeit zurückzukehren, entblößt Hat. Die Vorbedingung zwingender" Gründe ist gar keine Garantie. Jeder Grund wird zu einem zwingenden" erhoben, wenn man Die Nationalliberalen empfehlen die Kuhhandel- Taktik; ihr Berliner Blatt schreibt nämlich: eine Maßnahme durchseßen will! aus= ohne Rücksicht Die Achtung der Unternehmer vor hohen Körperschaften. Die offiziöse„ Berl. Korresp." schreibt: Nach einer Mittheilung in der Preffe follen einzelne der bon der Kommission für Arbeiterstatistik in der Zeit vom 17. bis 21. b. M. gehörten Auskunftspersonen aus dem Gastund Schaukwirthschafts- Gewerbe behauptet haben, der Vorsitzende der Kommission habe ihnen wiederholt die Zusicherung ertheilt, daß die Verhandlungen geheim seien. Diese Behauptung ist uns zutreffend. Der Vorsitzende der Kommission hat eine derartige zu ficherung nicht abgegeben und konnte sie schon um deswillen nicht abgeben, weil die Brotokolle über die vor der Kommission stattfindenden Vernehmungen von Auskunftspersonen mit den sonstigen Verhandlungen der Kommission veröffentlicht werden. Ausland. Oesterreich- Ungarn. Der Ausnahmezustand in Galizien soll, wie aus 2em berg berichtet wird, noch bis Weihnachten in allen Bezirken aufDie Regierung des Baron Banffy scheint am Ende ihres Lateins angekommen zu sein. In der Sigung vom Sonnabend, über die wir schon kurz berichteten, wurde er von der Opposition mit den Rufen: Das ist der Landesverräther! Danten ie abl hinaus mit ihm!" empfangen. Der Reichstag ist nun bis zum 17. d. M. bertagt, aber die Vertagung ist kein Ausweg aus der Krise. Dankt Banffy nicht ab oder wird nicht die lex Tisza zurückgezogen, so wird die Verwirrung noch größer werden. Denn die Oppositionsparteien, welche noch am Sonnabend Sizungen abhielten, sind entschlossen, in der Obstruktion zu verharren. Šie werden ein Manifest an das Land erlaffen. Hat Banffy auch im Reichstage die Majorität hinter sich, so hat er sie keineswegs im Lande. Ein elendes Wahlsystem, dazu die Wahlschwindeleien, Be stechungen und Bedrohungen bringen in Ungarn eine willfährige Majorität zusammen. Vielleicht erklärt sich der Irrthum daraus, daß der Vorsitzende Wie der Telegraph meldet, ist Banffy am Sonntag nach der Annahme, die Auskunftspersonen aus dem Arbeitnehmerstande wien gereist, um, wie man in gut unterrichteten Streifen" an könnten durch ihr Erscheinen und ihre Aussagen vor der Kommission nimmt, bem Kaiser seine Demission zu unterbreiten. Er habe sich ihre Stellung verlieren, mit den Worten entgegentrat:„ Ich nehme an, daß die Aussagen, die hier vor dieser hoben überzeugt, daß es ausgeschlossen erscheine, daß die lex Tisza die Körperfchaft abgegeben werden, feinem Wirth, auch wenn sie von Banffy geforderte Anzahl von Unterschriften erhält. Als ungünstig für ihn lauten, Anlaß zu privaten Verfolgungen geben eventueller Nachfolger Banffy's wird Houvebminister Fejervary Einer anderen Meldung zufolge wird der Kaiser noch in dieser Woche in Budapest erwartet. sollten. Ich sehe das als selbstverständlich voraus. Es ist richtig, daß sich einige der vernommenen Kellner und zwar in Köln a. Rh. fälschlicherweise in dem oben angedeuteten Sinne geäußert haben. Für uns war es flar, daß der Vorsitzende fich so nicht ausgesprochen haben fonnte, wir würden sogar gegen solche Geheimnißkrämerei, falls sie versucht würde, protestiren. Richtig ist aber auch, daß, wie wir schon fürzlich gemeldet haben, der Oberkellner eines Hotels in Köln wegen seiner Aussagen vor der Kommission in der That von seinem Prinzipal gemaßregelt worden ist. Der Herr Vorsitzende Dr. Fled möge daraus ersehen, wie wenig Respekt die Herren Unternehmer vor einer so hohen störperschaft" haben, wie die„ Słommission für Arbeiterstatistit" nach dem eigenen Zeugniß des Herrn Fleck ift. Selbst unter der Leitung des Herrn Dr. Fled, der nach der Wegdrängelung des energischen und zu arbeiterfreundlich" gesinnten Dr. v. Rottenburg als der geeignetste für diesen Bosten erschien, ist die Kommission den Unternehmern ein Dorn im Auge. Sie pfeifen" auf die hohe Körperschaft", falls sie ihnen unbequem wird. Von der Postreform. Dem Bundesrath ist eine Borlage des Reichskanzlers zugegangen, welche für Bostanweisungen eine Mindest gebühr von 10 B. bei Beträgen bis 5 M. vorschlägt; ferner follen, da nach dem Beschluß des Washingtoner Kongresses vom 1. Januar 1899 ab Bostanweisungen bis 1000 Frants im internationalen Vertehr zugelassen werden, folgende Tarstufen dem jezigen Tarif an 50 Pf. und für 600-800 m. Zur Frage der dauernden gesetzlichen Feststellung der gefügt werden: für 400-600 m. 60 Pf. zweijährigen Dienstzeit setzt die Bossische Beitung" Ferner foll ebenfalls infolge des Beschlusses des einander, daß dafür mit Hilfe des Zentrums, der Sozial- Washingtoner Kongresses eine Erhöhung des Meistgewichts für demokraten, der beiden Boltsparteien, der Polen und Welfen Waarenproben von 250 auf 350 Gramm erfolgen und das Porto eine Mehrheit zu bilden sei, falls auch nur eine kleine Anzahl für das Gewicht von 250 bis 350 Gramm 20 Pf. betragen. Nationalliberaler dafür stimmten. Das sind Worte und Innungssegen. Die Deutsche Dachdecker Zeitung" macht Bahlen, aber keine Politik. Auf die Gestaltung eines Gesetzes eine kleine nette Enthüllung, indem sie schreibt: wie das über die Verstärkungen und Organisations- Veränderungen des Heeres gewinnen nur diejenigen Fraktionen Einfluß, welche für das Gesez sind; die Parteien, welche im allgemeinen dafür find, laffen sich selbstverständlich die Einzelheiten nicht von den jenigen vorschreiben, welche schließlich gegen das ganze stimmen. Wenn die freifinnige Preise die gesegliche Feststellung der zwei jährigen Dienstzeit für die Dauer ihrerseits fördern will, so muß 21 ,, Es ist allerdings nicht nöthig, daß manche Berliner Obermeifter für die bloße Aufbewahrung der Innungsfahne 800 M. beziehen!" Die Herren werden vermuthlich die 800 m. nicht für das Aufbewahren, sondern für die strapaziöse Arbeit erhalten: die Innungsfahne unentwegt hoch zu halten! Diese gymnastische Uebung ist das Geld schon werth! bezeichnet. = Frankreich. präsident Dupuy den Deputirten Poincaré und Barthou, er werde, Dreyfus Picquart. Dem Siècle" zufolge erklärte Ministers wenn der Kassationshof ihn vorlade, bestätigen, daß er von LebrunRenault niemals gehört habe, daß Dreyfus ein Geständniß abgelegt habe. Es wird jetzt bestätigt, daß das Kriegsgericht, ohne VorLegung der Dokumente, Dreyfus auf den bloßen Wunsch ercier's verurtheilt hat, obwohl er zuvor für die Freisprechung Belgien. war. Mit einer Revision" des Militär- Strafgesetzes hatte sich die Kammer in den letzten Tagen zu beschäftigen. Dabei kam es mehrfach zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen der klerikalen Majorität und der Linken. Vergebens führten die sozialistischen und die radikalen Redner Beweisfälle an von drakonischen Strafen, die seitens der Militärgerichte verhängt worden waren, umsonst war der Hinweis auf die Abhängigkeit und Parteilichkeit der militärischen Richter: alle„ Revisions" vorschläge der Regierung und der Rechten, die noch Verschlechterungen des gegen wärtigen Zustandes herbeiführen, fanden Annahme. Den heftigsten Kampf gab es 11m Artifel 16, welcher den Militärgerichten das Recht einräumt, alle dem Soldatenstande Angehörigen auch die auf bestimmte oder unbestimmte Zeit beurlaubten, vor ihr Forum zu ziehen, auch dann, wenn es sich um Bergehen nichtmilitärischer Natur handelt. Alle Verbesserungsanträge der Linken wurden niedergestimmt und der Paragraph in obigem Sinne angenommen. Der Versuch, die Militärgerichte nur in Kriegszeiten in Funktion treten zu lassen, mißlang ebenfalls. Interessante Debatten sind noch zu erwarten über einen Antrag der Opposition, die Duellanten, auch wenn beide dem Militär angehören, vor das Zivilgericht zu stellen. Der Minister widersprach zwar dem Antrag, aber Mr. Wo e fte, der Wortführer der Klerikalen, gab zu, daß in bezug auf das Duell das Vorurtheil zu gunsten desselben in den Kriegsgerichten obwalte. Die Debatten sind bertagt. Italien. Rom, 11. Dezember. Der Bapst soll dem päpstlichen Nuntius In Madrid den Auftrag ertheilt haben, die Geistlichen in Spanien vor jeder Begünstigung der karlistischen Bewegung zu warnen und ist dieselben zur Unterſtüßung der Herrschenden Dynastie zu veranlassen. Spanien. hat, sind die Unterzeichneten genöthigt, ihn beim Beginn einer neuen geblieben, denn die Stadtverordneten- Versammlung hat die bes Seffion von neuem einzubringen. treffende Vorlage des Stadtraths mit 11 gegen 9 Stimmen ab Militäranwärter bei Gemeindebehörden. Dem Bundesrath gelehnt. in Berücksichtigung einer bom Reichstage gefaßten Resolution Der Militärboykott ist über die Hillebrecht'sche Wirth eine Vorlage gemacht, nach welcher die allgemeinen Grundsäge über schaft in Linden bei Hannover verhängt worden, weil, wie der die Besetzung der Subaltern- und Unterbeamtenstellen bei den Boltswille" mittheilt, der Inhaber derselben bei der Landtags Kommunalbehörden sowie bei den aus Mitteln der Gemeinden wahl für den sozialdemokratischen Kandidaten auch eingetreten Ein amerikanisch: spanisches Bündniß haben die Pariser unterhaltenen Instituten mit Militäranwärtern, unbeschadet der Er- sein soll und dadurch dessen Sieg in der ersten Wählerklasse des Friedensunterhändler auf der Photographenplatte ge- reichung des gesetzlichen Swedes einer ausreichenden Versorgung der bortigen Urwahlbezirks herbeigeführt hätte. In diesem Urwahlbezirk, schlossen. Das Gruppenbild wird in Spanien sehr begeistern! Es Militäranwärter, eine Fassung erhalten sollen, welche eine wesent- für den die Hillebrecht'sche Wirthschaft als Wahllokal bestimmt war, würde sich aber empfehlen, fünftig vor dem Beginn von Kriegenliche Einschränkung des Selbstverwaltungsrechts der Gemeinden ver- haben unsere Wahlmänner in allen drei Klassen gesiegt. Wie dem die Einigkeit habernder Völker durch die Aufnahme eines innig ge- meidet und die Verschiedenheit der Verhältnisse in den einzelnen Boltswillen" weiter berichtet wird, soll gegen die Hillebrecht'sche fellten Gruppenbildes wieder herzustellen. deutschen Bundesstaaten thunlichst berücksichtigt. Wirthschaft auch die Herabsetzung der Polizeistunde von 12 auf 11 Uhr ins Auge gefaßt sein. Vermehrter Zuspruch der Arbeiter schaft wird den gemaßregelten Wirth schadlos erhalten. Schweden- Norwegen. Stockholm, 12. Dezember. Dagens Nyheter" zufolge hätten im gestrigen Ministerrathe die norwegischen Minister verlangt. daß der König nicht nur einen Erlaß unterschreibe, durch welchen der Beschluß des Storthings betreffend die Einführung der reinen norwegischen Flagge als Gesetz veröffentlicht, sondern auch, daß das Gesetz durch den Minister des Auswärtigen an die Konsuln mitgetheilt würde. Das Blatt fügt hinzu, im Falle der König das Verlangen nicht erfüllen würde, würden die norwegischen Minister ihre Portefeuilles dem Könige zur Verfügung stellen. respo = ad Partei- Nachrichten. Militarismus oder Miliz? Aus Dortmund. In der letzten Versammlung des Sozialdemokratischen Vereins legten der erste Vorsitzende Block, Unter diesem Stichwort schreibt der Berliner Korrespondent der der Kassirer Bienhaus und der Bibliothekar Weidauer ihre Aemter nieder, da die vorlegte Vereinsversammlung es gebilligt Leipziger Boltszeitung" u. a.: Es ist mit solchen Schlagworten, in denen sich ganze historische hatte, daß eine frühere Bersammlung von einem Vorstandsmitglied Entwickelungen zusammenfassen, allerdings ein eigen Ding; fie Bis zur Generalversammlung im Januar ist mun als 1. Vorsitzender, unter Umgehung der Vorstandsmehrheit einberufen worden war. tonnen durch jahrzehntelangen Gebrauch so abgegriffen werden, daß Limber gewählt und die Führung der Kasse dem Schriftführer ihr ursprüngliches Gepräge schwer zu erkennen ist und gutgläubige Bütgenau übertragen worden. Leute auf das plöglich erhobene Geschrei: die Münzen find ja gar nicht echt! leicht stußig werden können. So nur vermögen wir es Aus der Schweiz wird uns geschrieben: Die vom LandesAus dem Reichs Etat. uns zu erklären, baß„ Jiegrims" und der„ Kanonenpolitiker" Stimmen ausschuß der deutschen Sozialisten in der Schweiz veranstalteten fich überhaupt sich überhaupt in der Partei haben erheben können, ohne daß sofort Agitationsreisen für die deutschen und allgemeinen Arbeitervereine ein allgemeiner Sturm des Unwillens losgebrochen ist. Um dies zu haben einen überaus befriedigenden Verlauf genommen. Von den Ges erhärten, braucht man die Worte Militarismus und Miliz nur ins noffen auth, Manz, Martens und 8inner wurden an Deutsche und Deutliche zu übersetzen; sie lauten dann einfach: Soll 21 Orten Versammlungen abgehalten, die überall gut besucht waren. der Wille des, die besitzenden Klassen vertretenden, König- In die Redaktion des 8üricher Voltsrechts" wurde zu hums, oder soll der Wille des, die arbeitenden Klassen um- sofortigem Antritt Dr. Eduard Graf aus Luzern gewählt. faffenden, Voltes entscheiden? Ein Mittelding zwischen beiden giebt es nicht. unausbleiblich eintreten würde. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. D bom Postalisches. Für die Einführung des DoppelleitungsBetriebes im Fernsprechwefen verlangt die ReichspostVerwaltung auf acht Jahre jährlich etwa 2-3 Millionen Mart. In einer ausführlichen besonderen Denkschrift spricht sie sich über die immer dringlicher nothwendige Umgestaltung der Fern fprechanlagen in folgender Weise aus:„ Der allgemeine leber gang zum Doppelleitungssystem würde in betriebstechnischer Historisch ist der Militarismus gar nichts anderes, als bas Mittel, Hinsicht einen erheblichen Fortschritt bedeuten. Hand in Hand mit durch das sich der moderne Absolutismus in der Geschichte durchgejezt dieser Maßnahme muß jedoch die ausgedehntere Berwen legt hat. Ohne das stehende Heer wäre die abfolute monarchie unAuf die von der Lohukommission der Bauarbeiter in dung unterirdischer Leitungen gehen, weil sonst durch die möglich gewesen, und wo sie bestanden hat oder besteht, da bestand Verdoppelung der Drähte eine Ueberlastung der oberirdischen Gestänge liche Klasse überall, wo sie sich hinreichend träftig fühlte, um den arbeiter Oslar Schulz zu berichten, daß er Vorsitzender eines oder besteht sie durch den Militarismus. Deshalb richtete die bürger- Nummer 282 des Vorwärts" erschienene Notiz ersucht uns der BauDie leichte und im Verhältniß zu den früheren Kabelpreisen Absolutismus zu stürzen, ihre ersten Angriffe auf das stehende Heer. Klubs oder Vereins der Steinträger, wie in dem Gingesandt bebilligere Herstellung war der Grund, für die Fernsprech- Anschluß sie hier das stehende Seer beseitigt und die Verfügung über die find nur Mitglieder eines Vereins der Steinträger, der keineswegs billigere Herstellung war der Grund, für die Fernsprech- Anschluß- Bollständig hat sie ihr Ziel nur erreicht in England; nachdem hauptet wurde, nicht sei. Er wie eine Anzahl anderer Berufskollegen linien bisher das System der oberirdischen Einzelleitungen zu bevorzugen, und da die Straßen der Städte aus Rücksichten des hatte, konnte sie sich sogar den Lurus gestatten, das nunmehr hindernd in den Weg zu treten. Was die Maßregelung der Baus zu bevorzugen, und da die Straßen der Städte aus Rücksichten des Machtmittel des Staats in die Hand des Parlaments gelegt bezweckt, der Verband der Bauarbeiter in seinen Bestrebungen öffentlichen Verkehrs und anderen Gründen nicht unbeschränkt zu machtlose Königthum als„ tostspieliges, aber unschädliches Kapital an arbeiter Teichmann und Engling anbetrifft, so ist der lettere Aufstellung von Stangen benutzt werden können, so hat man fast der Säule des Staats"" fortbestehen zu lassen. Umgekehrt zeigt Herrn Schulz nicht bekannt und kann von einer Maßregelung des allgemein die Drähte über die Dächer gezogen. Dabei werden die Leitungen an eisernen, mit der Dachkonstruktion in feste Ber- Bustande, die Leitungen an eisernen, mit der Dachkonstruktion in feste Ver- Frankreich, und ganz besonders drastisch in seinem gegenwärtigen Bauarbeiters Teichmann gar nicht die Rede sein. Der betreffende bindung gebrachten Rohrständern befestigt. Die Art der Linien- Absolutismus ruhig weiter herrscht, so lange es ein stehendes wurde aber hier zurückgewiesen. Damit dürfte Teichmann wohl bindung gebrachten Rohrständern befestigt. Die Art der Linien- Bustande, daß auch nach der formellen Beseitigung der Monarchie der wollte sich sogar in den Verein der Steinträger aufnehmen lassen, Herstellung ist natürlich abhängig von der Genehmigung der Hausfelbst nicht als fester Anhänger des Verbandes zu bezeichnen sein. befizer, und wenn auch über Mangel an Entgegenkommen ihrer Heer giebt. feits nicht geklagt werden soll, auch die Verwaltung jedem neu ein wurde, die boltsfreundliche Maste vorgeſtedt, als fei er nicht dazu Nun hat fich freilich der Militarismus, je mehr er bedrängt Deutsches Reich. tretenden Theilnehmer die Verpflichtung auferlegt, die vorbehaltloje ba, bie Interessen des Abfolutismus gegen äußere und innere in Kiel ist wegen Lohndifferenzen die Sperre verhängt worden. Achtung, Tapezirer! Ueber die Möbelfabrik von H. Jensen Genehmigung des Eigenthümers zur Aufstellung von Stü Feinde zu vertreten, sondern vielmehr dazu, das Vaterland gegen punkten auf seinem Grundstücke beizubringen, so bleibt boch der Angriffe von außen zu schützen. Aber täuschen lassen können sich Buzug ist fernzuhalten. Die Lohnkommission der Tapezirer in Kiel. Bestand solcher Linien, da ste der Kündigung unterliegen, ein un- durch diese Maste doch nur Leute, die des Glaubens leben, daß eine Die Weber in Krefeld beschlossen am Sonntag in einer Verficherer. Auf den Dächern find zudem die Fernsprechleitungen allen Nation ohne Hilfe des Absolutismus unfähig fei, fich felbständig fammlung, die von über 2000 Personen besucht war, den AusUnbilden der Bittering, der Beschädigung durch Bligschlag, gegenüber anderen Nationen zu behaupten. Und solche Leute wird es ständigen der Firma Engländer freie Entscheidung in der Fort Stürme, Schneebelastung und Raubfrost, in hohem Maße ausgefekt. mindestens in der deutschen Sozialdemokratie nicht geben. führung ihres Streits zu laffen. Wie berichtet wird, haben hierauf Namentlich sind es die beiden zuletzt genannten meteorologischen der Arbeiterklasse als des Kerns der Nation glaubt, der muß sich aller- Arbeitern zu fündigen und nach Ablauf der Kündigungsfrist in Wer also an die Unmündigkeit der Nation und insbesondere auch am Montag 47 Webwaaren Fabrikanten vereinbart, sämmtlichen Erscheinungen, die erfahrungsmäßig den oberirdischen Leitungen ben bings zum Militarismus bekennen, auf daß ihn morgen nicht der Stuffe 14 Tagen die Maschinen stillstehen zu lassen. größten Schaden thun und wiederholt ganze Linienzüge zerstört Die Träger können nicht durchweg so fest angelegt nation, wie das deutsche Volt, ihre Rüstung gegen auswärtige Feinde, der den Unternehmern unterbreitet werden soll. Da der Tarif fich frißt. Wer dagegen meint, daß eine Nation, und nun gar eine große Die Erfurter Maurer haben einen neuen Tarif ausgearbeitet, werden, daß sie den einseitigen Zug einer starken Zahl von ebenso gut oder vielmehr dreimal so gut, wie der Absolutismus im allgemeinen an den jezt bestehenden anfügt, so glaubt man, Leitungen auszuhalten vermögen: nur wenn die Bugwirkungen nach beiden Seiten sich annähernd aufheben, ist ihre Stand besorgen tann, der muß zur Miliz schwören. Denn historisch ist die im allgemeinen an den jetzt bestehenden anfügt, so glaubt man, festigkeit gesichert. Sobald dagegen in einem Zwischenfelde Miliz nichts anderes, als die allgemeine Boltsbewaffnung aus eigener ohne ernste Differenzen auf dem Wege der Verhandlung die Anbie Drähte reißen, was insbesondere bei großer Machtvollkommenheit des Voltes. Wenn in das Wort ein gewisser erkennung deffelben zu erzielen. Der Tarif besagt: 1. Die Arbeitszeit beträgt vom 15. März bis 15. Oktober Ets. oder Schneebelastung fich ereignet, so brechen schiefer, schielender und selbst lächerlicher Nebenfinn gekommen ist, 10 Stunden, bom 15. Februar bis 15. März und oder verbiegen sich nicht nur die zunächst stehenden, sondern so trägt die Schuld daran die Tölpelei der bürgerlichen Oppofition, 16. Oftober bis 1. November 9 Stunden, vom 1. November bis die in der preußischen Konfliktszeit für die schweizerische Miliz auch die folgenden Gestänge, bisweilen auf große Entfernungen, und die Leitungen gerathen in Berührung untereinander und mit schwärmte, ohne zu bedenken, daß die Heeresverfassung eines Volfes 1. Dezember und vom 15. Januar bis 15. Februar 81/2 Stunden bis 1. Dezember im genauesten Zusammenhang mit allen feinen sonstigen Lebensder Erde. Derartige Katastrophen, die tages, ja wochenlange bedingungen stehen muß und daß somit, was sich für die kleine neutrale 2 Der Minimallohn beträgt 40 Pf. Junggesellen bis zu zwei 15. Januar 7 Stunden. so noch im Anfange dieses Jahres in den Ober- Postdirektionsbezirken Alpenrepublik schickte, noch nicht für eine im Herzen Europa's gelegene, Jahren nach dem Auslernen sollen nicht unter 32 Pf. erhalten. Aachen, Düsseldorf und Dortmund. Die Instandsegungskosten, welche und weit geftredten Grenzen passend war. Ueber diese schnurrige Stunde nicht statt. Ueberstunden dürfen nur in dringenden Nothzwischen anderen Großmächten eingeteilte Großmacht mit offenen Stunde früher Feierabend zu geben; Lohnabzug findet für dieſe An den Vorabenden von Ostern, Pfingsten und Weihnachten ist eine! infolge eines einmaligen plötzlichen Witterungsumschlags entstanden Milizichwärmerei spottete Engels allerdings mit Recht, woraus find, haben allein für den Bezirk Düsseldorf den Betrag von 180 800 iegrim" sehr mit Unrecht folgert, daß Engels überhaupt nicht fällen stattfinden und kosten pro Stunde 5 Pf. mehr. Ueberstunden Mart erreicht. Wenn sich hieraus die Nothwendigkeit ergiebt, zur Sicherstellung milizgläubig" gewesen sei. Will man durchaus auf ein historisches nach 9 Uhr gelten als Nachtarbeit, für diese ist der doppelte Lohn unterirdischer Führung Gebrauch zu machen, so kann doch aus die in Vertheidigung ihrer durch die Revolution erworbenen Rechte foll ebenfalls mit doppeltem Lohn bezahlt werden. Steinhauerardes Sprechverkehrs in ausgedehntem Maße von Doppelleitungen mit Beispiel exemplifiziren, so bietet sich viel paffender die franzöfifche su zahlen. 3. Wasserarbeiten sollen um mindestens 20 f. besser des Sprechverkehrs in ausgedehntem Maße von Doppelleitungen mit Miliz aus den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts dar, bezahlt werden. Thurmarbeit kostet 10 Bf. pro Stunde mehr und ist nur auf Gerüsten auszuführen. Schwarze und Abortgrubenarbeit technischen und finanziellen Gründen das völlige Aufgeben der die stehenden Heere des österreichischen und des preußischen beiten sollen nach dem Tarif der Steinhauer bezahlt werden. Putzoberirdischen Fernsprechlinien noch nicht in Frage kommen. Haupt- Despotismus zusammendrasch, daß diesen" glorreichen" Linientruppen arbeiten werden mit 5 Bfg. mehr bezahlt. 4. In Afford wird nicht fächlich ist hierfür die Erwägung maßgebend, daß die unterirdischen Hören und Sehen verging. 3n Abzweigungen von den vieladerigen Stabeln zu den Sprechstellen Hören und Sehen verging. Doch tommt es uns hier nicht auf historische Betrachtungen, gearbeitet. 5. Baubuden sollen zugfrei und wasserdicht sei. Bei mit allzu großen Schwierigkeiten und Koſten verbunden sein würden. sondern auf eine grundsägliche Selarstellung der Worte Militarismus Arbeiten außerhalb des Stadtkreises muß der Weg event. die EisenAbgesehen davon, würden aber auch die Straßenbau- Verwaltungen und Miliz an. Je mehr sich die Feinde der Arbeiterklasse bemühen, bahnfahrt mitbezahlt werden. Auf jedem Bau ist ein Kaſten mit: das häufige Aufbrechen des Straßenpflasters beim Anschluß neuer Verbandszeug anzubringen. Sprechstellen schwerlich gutheißen. Es fann einstweilen nur die Er- diese Worte in ihrem Sonderinteresse zu verdrehen, um so mehr Ausland. fegung geschlossener oberirdischer Leitungszüge durch Kabellinien ins müssen die Arbeiter sich hüten, in die plumpe Falle zu tappen. Für sie ist der alte, unerschütterliche und unversöhnliche Auge gefaßt werden; für die Zuführungen durch die Sprechstellen Widerstand gegen den Militarismus um so nothwendiger, als die Kongreß abgehalten haben, berufen zum 25. Dezember abermals Die belgischen Bergarbeiter, die erst im Oktober einen milffen nach wie vor die Luftleitungen dienen, deren Bestand sich bei bürgerliche Klasse in Deutschland ihren grundsäglichen Kampf einen solchen nach Charleroi Nord ein. Alle ihre Versuche, Einführung des Doppelleitungsbetriebes troz umfassender Einschal- dagegen aus bekannten Gründen längst aufgegeben hat, ja mit den Unternehmern in Unterhandlung zu treten über die Getung von Kabeln nicht einmal verringern wird Richter's Zukunftsbilder!- den sozialdemokratischen Widerstand als Löhne, find gescheitert. Da auch der Minister es ablehnte, zu verfogar, ins absolutistische Horn stoßend man lese mur Eugen währung höherer, den jezigen hohen Kohlenpreisen entsprechende Wehrlosmachung des Vaterlandes" denunzirt. Seide hat sie dabei mitteln, so tritt der Beschluß des letzten Kongresses in kraft, einen allerdings nicht gesponnen, so wenig wie die sozialdemokratische neuen Kongreß einzuberufen, der über die weiteren Schritte zu Partei Seide ſpinnen würde, wenn sie auf die" Jiegrims" und die berathen hat. Kanonenpolitiker" hören wollte." In Elonge( Belgien) ist ein Bergarbeiter- Streit zum Ausbruch gekommen. Die Ursache ist, daß die Bergleute für ihren Parteiliteratur. Die Buchhandlung Vorwärts hat eigenen Kohlenbedarf jezt denselben Preis zahlen sollen, wie die Company waren z. B. am 1. Januar 1898 von 325 250 Theil- foeben ihr neues Schriftenverzeichniß herausgegeben, das Stunden, während sie dafür bisher wie das überall üblich-! nehmern in den Sprechnegen der Vereinigten Staaten 146 394, alle neuen Erscheinungen auf dem Gebiete der Parteiliteratur und nur die Hälfte bezahlten. Bei der in den Kreisen der belgischen also ungefähr 45 pet. im Besiz rein metallischer Anschlüsse, ein Be- die wichtigsten, für Parteigenossen in Frage kommenden Bublikationen Bergleute vorhandenen Erbitterung kann der an sich nicht allzu beweis dafür, daß in den Kreisen des amerikanischen Publikums die aus dem Gebiete der Nationalötonomie, Geschichte, deutende Streit leicht Anlaß zu einer größeren Ausstandsbewegung Borzüge der Doppelleitungen bereits richtig erkannt und voll ge- der Naturwissenschaften und schönen Literatur würdigt werden. übersichtlich geordnet enthält. Im Abschnitt Gelegenheitstauf" find eine Steibe fulturhistorischer und naturwissenschaftlicher Werke zu be= deutend herabgefesten Preisen aufgeführt und besonders auch Romane von den ersten Autoren, die namentlich für Vereinsbibliotheken zu empfehlen sind. Eine Reihe auswärtiger Telephonverwaltungen hat den Doppelleitungsbetrieb bereits eingeführt. Viele Sprechnete find ausschließlich mit doppeldrähtigen Verbindungen angelegt; in anderen wieder ist den Theilnehmern die Wahl gelaffen, ob sie ihre Anschlüsse mit einzelnen oder, gegen Entrichtung einer erhöhten Jahresgebühr, mit Doppelleitungen hergestellt haben wollen. Von Jahr zu Jahr wächst die Zahl derer, die sich für die Doppelleitungen entscheiden. Nach dem Jahresbericht der American Bell Telephone Die vorstehenden Darlegungen werden genügen, um bas Bedürfniß des Ueberganges zum Doppelleitungs- Betrieb unter aus gedehnter Verwendung von Kabellinien auch für die ReichsTelegraphenverwaltung erkennen zu lassen. Je später dieser wichtige Schritt gethan wird, um so höher werden die So sten, welche der Uebergang erfordert, um so empfindlicher auch die Nachtheile des jezigen Systems fein." Parlamentarisches. Die Mitkämpfer des Feldzuges 1870/71 aus der Klasse der Hauptleute 2. Klasse und Subalternoffiziere, sowie der entsprechenden Chargen der Sanitätsoffiziere, die als gesetzlich anerkannte Ganzinvaliden auf grund des§ 12 des Militär- Pensionsgefeges eine Pensionserhöhung beziehen und teine Versorgung im Reichsoder Staatsdienst gefunden haben, haben sich in einer Eingabe an den Reichstag gewendet um eine Ergänzung der Militär- Pensionsgeseze zur Herbeiführung einer abschließenden Versorgung ber 1870/71 er Kriegsopfer. 27 und bom geben. Boziales. 31 Daßungenügende Bezahlung und ungebührliche Behandlung die eigentliche Ursache sind, weshalb die Landarbeiter des Ostens Warnung. Dem Vernehmen nach wird in Desterreich und in Schaaren nach dem Westen Deutschlands strömen, zeigt wieder Ungarn und wahrscheinlich auch anderswo von gewissen intereffirten eine Mittheilung, die dem Graudenzer Gefelligen" von einem VorPersonen in Parteitreisen die Ansicht verbreitet, die deutsche schnitter zuging, der auf einem Rittergute im pommerschen Kreise Sozialdemokratie stehe zu der Voltsversiche- Pyrit beschäftigt ist. Derselbe schrieb dem genannten Blatte: rungs- Gesellschaft Vittoria" in Beziehungen„ Wenn ich die Leute gefragt habe, die schon in Ostpreußen oder und unterstüße diese Gesellschaft in ihren ge- Westpreußen in der Erntearbeit gewesen waren, warum sie nicht dort geblieben seien, habe ich zur Antwort erhalten: Ja, wenn: ichäftlichen Unternehmungen. " Diese Behauptungen beruhen auf unwahrheit. Die deutsche wir ebenso viel Geld da verdient hätten, dann wären wir nicht Sozialdemokratie hat zu der Boltsversicherungs- Gesellschaft Wittoria" so weit hierher gekommen. Wenn ich so gegen Ende der Erntejuchen sollten, unter Vorspiegelung des Gegentheils in Barteitreisen Sommer gespart? bekomme ich zur Antwort von einer 230, gar teine Beziehungen, und Agenten dieser Gesellschaft, die es verarbeit die Mädchen frage: Wie viel habt Ihr diesen Geschäfte zu machen, würden sich eine betrügerische Handlung zu von der anderen 240, von der dritten sogar 245 W. Und wenn schulden kommen lassen. ich frage: Kommit Ihr zum nächsten Jahre wieder, wenn ich Gemeindewahlen. In dem meiningischen Orte Seiners: Sie uns wieder haben wollen, dann kommen wir wieder alle zurück. wieder den Kontraft annehme, so bekomme ich zur Antwort: Wemt dorf brachten unsere Parteigenossen bei der Gemeinderathswahl Nach meiner Erfahrung würden die Leute gerne in ihrer Heimath Kandidaten durch, die Gegner nur einen. Von 213 Wahlberech= wie im Westen, drei Jesuitengefeßes vom 4. Juli 1872 verlangt und voraussichtlich gleich tigten famen 114 zur Wahl und gaben insgesammt 226 Stimmen ab. und vor allem ist die Behandlung des Herrn Gutsbejizzers Der Jesuitenantrag des Zentrums, der die Aufhebung des nach den Weihnachtsferien im Reichstage zu Verhandlung kommt, wird folgendermaßen begründet: Da der Bundesrath über vorliegenden, vom Reichstage wieder holt angenommenen Antrag bis heute teine Entscheidung getroffen In Crimmitschau i. S. hatten die Reaktionären nach dem für gegen die Arbeiter hier so: Wenn der Herr aufs Feld uns günstigen Ausfall der Stadtverordnetenwahl den Versuch ge- tommit, ist das erste:" Guten Morgen, Leute, wie geht's?" macht, eine Verschlechterung des ohnehin nichts weniger als gerechten Wenn er freundlich behandelt wird, dann hat der Arbeiter auch Klaffenwahlrechts einzuführen. Borläufig ist es bei dem Versuche Lust, was zu thun, auch Lust wieder au kommen. Stura gesagt, die Herren sind hier nicht so stolz zu ihren Arbeitern tvie dort im Osten." Die pommerschen Gutsbesitzer sind nun gewiß nicht dafür bekannt, daß sie ihre ländlichen Arbeiter sonderlich gut bezahlten und behandelten; wenn dennoch die oft- und westpreußischen Arbeiter sich bei ihnen wohler fühlen als daheim, so müssen die Arbeits- Verhältnisse auf den Gütern jener altpreußischen Provinzen noch um ein bedeutend Theil schlechter sein als in Pommern. Biererzeugung und Bierverbrauch in Deutschland. Im Rechnungsjahre 1897 wurden im ganzen deutschen Zollgebiete SS.6 Millionen Hektoliter Bier erzeugt gegen 61,« Mllionen im Rechnungsjahre 1896 und pro Kopf der Bevölkerung 123,1 Liter verbraucht gegen 116,0 Liter im Jahre vorher. Davon kommen auf Bayern 17 Millionen Hektoliter Erzeugung lVorjahr 16,2) und 243,5 Liter Verbrauch pro Kopf(234,3 Liter iin Jahre vorher). Die Zahl der Geburten in Frankreich war im Jahre 1897 um 6479 geringer als im Jahre 1896. Soziale Aechlspflege« Gegen die Firma Hermann Rogge und Komp., die eine mechanilche Schuhwaarenfabrik betreibt, wurde gestern abermals in zahlreichen Klagefällen vor dem Gewerbegericht verhandelt, und zwar in einer eigens zu diesem Zwecke anberaumten Sitzung der Kammer II. Den Vorsitz hatte Gewerberichter von Schulz. Wie schon neulich berichtet, hatte der Firmen- inhaber etwa hundert Arbeitern gekündigt, weil er den Aus- bruch des Konkurses befürchtete. Die Leute, Akkordarbeiter, waren dann während der Kündigungsfrist ungenügend be- schäftigt worden, so daß sie erheblich hinter ihrem Durchschnittsverdienst zurückblieben. Den Schaden verlangten darauf die Arbeiter im Klagewege ersetzt. Nachdem sich der Vertreter der Firma mit 63 Klägern geeinigt hatte, lehnte er es ab, sich mit den übrigen 23 Klägern ebenfalls zu vergleichen. Im gestrigen Termin erschien Herr Rogge selber und machte geltend, daß er den Akkord- arbeitern die Wartezeit nicht bezahlen brauche, ausgenommen, er hätte ihnen absichtlich vorhandenes Arbcitsmaterial verweigert, was nicht der Fall sei. Herr Rogge wünschte zu erfahren, ob der Arbeit- geber rechtlich verpflichtet sei, die Wartezeit zwischen dem beendeten und dem neuen Akkord zu bezahlen. Herr v. Schulz verwies den Beklagten auf frühere Entscheidungen des Gewerbegerichts, wonach die Unternehmer verpflichtet sind, für genügende Beschäftigung der Akkordarbeiter auch während der Kündigungsfrist zu sorgen. Nach mehrstündiger Verhandlung verglichen sich die Parteien dahin, daß die Firma verpflichtet ist, am Donnerstag den Klägern 80 pCt. ihrer Forderungen zu zahlen.— Die 63 Schuhmacher, die in der vorigen Woche einen Vergleich auf 78pCt. eingingen, haben ihr Geld bereits erhalten._ Gerichts-Zeitung. Ziegelciarbeitcrschutz und Polizeiverordnnng. Der Zicgelei- besitzer Jansen aus der Gegend von Koblenz erhielt ein Strafmandat wegen Vergehens gegen eine Regierungs- Polizeivcrordnung vom 16. November 1896, d?e an solche Wohnungen, welche von Ziegelei- besitzern ihren Arbeitern überlassen werden, gewisse Anforderungen in Bezug auf Größe und Ausstattung stellt. Diesen An- forderungen sollte Jansen bei den seinen Arbeitern über- lassenen Wohnungen nicht genügt haben. Er beantragte richterliche Entscheidung und machte geltend, die Polizeiverordnung sei fchon deshalb nicht gegen ihn anzuwenden, weil er die betreffenden Räume den Arbeitern nicht unentgeltlich überlassen, sondern sie an sie vermiethet habe. Es liege deshalb im B e I i e b e n(I) der Leute, sie zu benutzen wie sie wollten. Die Regierungsverordnung sei aber auch überhaupt u n g i l t i g, da die gewerblichen Betriebs- Verhältnisse durch die Gewerbe- Ordnung erschöpfend gc- regelt seien. Schöffengericht und Landgericht erkannten jedoch zu Ungunstendes Angeklagten. Beide Instanzen erklärten die Verordnung für giltig und waren der Meinung, daß sie hier an- zuwenden sei. Die Strafkammer führte aus, es sei gleich- giltig, daß Angeklagter für die Wohnungen, die er seinen Arbeitern überwiesen habe, einen Micthszins erhebe. Jansen legte dann noch Revision ein, er wurde indessen gcstenr auch vom Kammer- gericht abgewiesen. Der Präsident des Strafsenats führte begründend aus: Die Rechtsgiltigkeit der Verordnung sei unbedenklich geworden, und zwar finde die Ver- ordnnng ihre Stütze im§ 6k des Polizeiverwaltungs- Gesetzes, worin die Sorge fiir Leben und Gesundheit den Gegenständen Polizei- licher Vorschriften zugerechnet werde. Der Zweck der Verordnung sei, den Arbeitern ein menschenwürdiges Dasein zu sichern, soweit dies durch Polizeivcrordnung zulässig sei. Gegen die Bestimmungen der Gewerbe-Ordnung verstoße sie n i ch t. Die§K 120a bis e bezögen sich nur auf die Einrichtung und Unterhaltung der Betriebs- stätte, sowie auf die Regelung des Betriebes, nicht aber auf die Wohn- und Schlafräume der Arbeiter, mit denen sich die Polizeiverordnung befasse. Diese sei auch mit Recht gegen I. an- gewendet worden. Es mache keinen Unterschied, daß die Unter- dringung der Arbeiter miethsweise erfolgt sei, das heißt, es sei gleichgiltig, ob ihnen die Wohnungen gegen ein Entgelt oder un- entgeltlich überlassen wurden. Für jede Art der Unter- b r i n g u n g sei die Polizeiverordnung maßgebend, da sie von über lassenen Wohnungen spreche und ein Minimum jedem Arbeiter sichern wolle. Würde man die Verord- ming so auslegen, daß sie keine Anwendung fände, w e n n der Arbeitgeber auch für einen noch so g e ri ngen M i e t hs- zins die Wohnräume den Arhertern überlasse, dann würde die Verordnung vollständig ihren Zweck verfehlen. Ein Wiederaufnahme- Verfahren, welches gestern das Schöffengericht beschäftigte, erregte in mehrfacher Beziehung Interesse, zumal für die eine Angeklagte eine Entschädigung auf grund des Gesetzes über die Entschädigung unschuldig Vcrurtheiltxr beansprucht wurde. Vor einiger Zeit waren der Arbeiter H o l z k a m m und seine von ihm getrennt lebende Frau wegen Unterschlagung einer auf Leihvertrag entnommenen Nähmaschine ange- klagt. Die Frau war eines Tages ihrem Manne aus- gerückt und neben anderen Sachen war die besagte Näh- Maschine bei dem Manne zurückgeblieben. Letzterer hat sie dann in einem Augenblicke der Roth verkauft. Beide Ehelenie wurden unter Anklage gestellt und die Verhandlung hatte das Er- gebniß, daß der wirklich schuldige Ehemann sich rein zu waschen wußte und freigesprochen, die Ehefrau dagegen wegen Unterschlagung zu einem Monat Gefängnitz verurtheilt wurde. Ihr Vertheidiger, Rechtsanwalt Dr. B o n k, betrieb für die Frau das Wieder- aufnahmc-Verfahren, nachdem die Strafe rechtskräftig geworden war; mehrere bezügliche Anträge wurden abgelehnt und erst als die Frau schon ins Gefängnitz übergeführt war und von ihrer Strafe vier Tage abgesessen hatte. hatte ein neuer Wiederaufnahme-Antrag Erfolg. Gestern stand das Ehepaar, welches noch immer getrennt und in Ehescheidung lebt, abermals vor dem Schöffengericht. Diesmal gab der Ehemann zu, daß er selbst ohne Vorwissen seiner Frau die Maschine verkauft habe und letztere machte durch Zeugen glaubhaft, daß sie bei dem Ver- kaufe keineswegs mitgewirkt oder auch nur Kenntniß davon gehabt habe. Infolge dessen beantragte der Staatsanwalt die F r e i s p r e ch u n g der Frau und die Venirtheilung des Mannes zu 14 Tagen Gefängnitz. Rechtsanwalt Dr. B o n k beantragte ferner, auch die Kosten der Vcrtheidigung der Staatskasse aufzuerlegen und der Frau für die unschuldig erlittene Gcfängnißstrafe eine entsprechende Entschädigung zu gewähren. Die Entscheidung würde wohl auch nach diesen Anträgen ausgefallen sein, wenn sich nicht inzwischen eine Schwierigkeit besonderer Art ergeben hätte. Das Wiedcrausnahme- Verfahren war nämlich nur zu gunstcn der Frau eingeleitet worden, dagegen lag ein staatsanwältlicher Wiederaufnahme-Antrag zu Ungunsten dcS Ehemannes bis dahin nicht vor.. Letzterer war also noch rechtskräftig freigesprochen, er gehörte gar nicht auf die Anklagebank, sondern hätte höchstens als Zeuge geladen werden können und wäre dann in der Lage gewesen, sein Zeugniß zu ver- weigern, um sich nicht selbst zu belasten. Aus dem Dilemma her- auszukommen, war etwas schwer. Der Gerichtshof entschied sich schließlich dahin, die Sache ganz zu vertagen und die Akten dem Staatsanwalt zuzustellen, damit dieser das Wiederaufnahme-Verfahren zu Ungunsten des Ehemannes in die Wege leite und alsdann die Sache gegen beide Angeklagte gemeinsam erledigt werden könne. Unter der Anklage der fahrlässigen Tödtung stand gestern der Omnibuskutscher Eduard Hannemann vor der ersten Straf- kammer des Landgerichts I. Am Vormittag des 11. August fuhr der Angeklagte einen Omnibus durch die Oranienstraße.' In der Nähe des Moritzplatzes waren Arbeiter der Elektrizitäts-Gesellschaft „Union" damit beschäftigt, einen Leitungsdraht über die Straße zu ziehen. In der Mitte der Straße stand der hohe Montagewagen, auf welchem der Arbeiter Schimeschek den Draht hielt, der an der Häuserseite von hier auf Leitern stehenden Leuten straff gezogen und befestigt wurde. Die Wagen, welche diese Stelle zu passiren hatten, mutzten deshalb fämmtlich an der linken Seite des Montagewagens vorüberfahren. Als der Angeklagte mit seinem Omnibus die Stelle erreichte, fuhr er nicht um den Montagewagen herum, sondern unter dem Draht an der rechten Seite durch. Der Vorderthcil des Wagens kam ungehindert durch, der Draht kam aber mit dem Geländer auf dem Hinteren Deck des Wagens in Berührung, verwickelte sich und riß den Arbeiter Schimeschcck vom hohen Montage wagen herunter. Er blieb besinnungslos liegen>md starb auf dem Trans Port zum Krankenhans an dem erlittenen Schädelbnich. Der Angeklagte behauptete, daß der Draht straff gezogen war, als er unten durchfuhr, denn er sei auf seinem hohen Sitz und trotz seines Zylinderhutes unbehindert durchgefahren, ohne daß er nöthig gehabt habe, sich zu bücken. Dasselbe sei bei den Fahrgästen der Fall ge- Wesen, die hinter ihm auf dem Deck saßen. Der Draht müsse plötzlich von den Leuten, die an der Häuserseite arbeiteten, fallen gelaffen worden seien. Einen Anruf, auf der anderen Seite des Montagewagens herumzufahren, habe er nicht gehört, es könne ein solcher auch nicht gefallen fein, denn unmittelbar vor ihm habe eine Droschke denselben Weg genommen. Während der Staatsanwalt auf grund der Beweisaufnahme ein Verschulden des Angeklagten für erwiesen hielt und gegen ihn drei Monate Gefängnitz beantragte, trat der Ge- richtshof den Ausführungen des Vertheidigers, Rechtsanwalt Scnff, bei und sprach den Angeklagten frei, da der Unglücksfall auf ein Zusammentreffen zufälliger Umstände, aber nicht auf die Fahr- läfstgkeit des Angeklagten zurückzuführen sei. Zu drei Jahren Zuchthaus ist gestern der Hilfsgefangenen- fseher Franz Bertram verurtheilt worden. Der Unglückliche hatte an den Durchstechereien in Plötzensee betheiligt. Kampf für Ordnung und Sitte. Aus Thorn wird der „Volks-Zeitung" geschrieben: Die hiesige Strafkammer verhandelte gegen den Schutzmann Mischko von hier wegen Körper- Verletzung im Amte. Am 10. April d. I., dem ersten Osterfeiertage, schlug der Angeklagte ohne jede Veranlassung mit seinem Säbel auf einen in: Rinnstein liegenden angetrunkenen Mann ein. Als der Arbeiter Schramm, welcher dies sah, den Schutzmann ersuchte, das Schlagen einzustellen, wurde er von einem anderen Schutzmann auf die Polizei gebracht. Bald darauf erschien auch Mischko mit dem angetrunkenen Mann. Als Mischko den Schramm sah, schlug er ihn sofort mit den Handknebeln ins Gesicht, so daß das Blut aus Mund und Nase floß. Schramm erhielt später einen Strafbefehl über sechs Mark wegen groben Unfugs. Sein Einspruch dagegen mußte zurückgewiesen werden, weil er zu spät eingegangen war. Da Schramm kein Geld hatte, mußte er zwei Tage Haft absitzen. Mischko führte an, er habe weder den Betrunkenen noch Schramm geschlagen; der Gerichtshof glaubte ihm aber nicht, sondern verurtheilte ihn zu zwei Monaten Gefängnitz. Vevpammlungen. Eine gutbesuchte Versammlung der Schlächtergesellen tagte am Sonntag Nachmittag im großen Saale der„Arminhallcn". Das Referat über das Tchema:„Innungen und Unternehmer- Verbände" hatte Motz- Leipzig übernommen. Redner legte den Anwesen- den nahe, sich vor allem zu organistren, und befürwortete, an den Wahlen für die Gesellen- Ausschüsse th eilzunehmen. Die Ausführungen fanden allseitigen Beifall. In der Diskussion unternahm es ein Herr T ch a b, für den auf christlicher Grundlage ruhenden Verein„Arbeiterschutz" Propaganda zu machen, wobei es schließlich zu einem Meinungsaustausch über die Arbeiterfreundlichkeit des Zentrums und der sozialdemokratischen Partei kam. Im Sinne des Referats sprach u. a. auch der Bäcker Schneider, der für seine trefflichen Ausführungen reichen Beifall erntete. Die Versammlung erklärte sich hierauf einstinimig für Gründung einer Organisation, wie sie vom Referenten in Vorschlag gebracht worden war. Es wird nunmehr dos Statut für die neuzugründende Ver- einigung verlesen und ohne nennenSwerthe Aenderungen ein- stimmig angenommen. Der Vorstand setzt sich nach vollzogener Wahl wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender: K etzlinke, Kassirer: Sickert, Schriftführer: F a r m a ck, Beisitzer: Kreisch n, er und C i e I e w i tz. Fachvcrein der Musikinstrnmcnten-Arbeitcr. In der am 5. d. M. tagenden Versammlung hielt Herr Dr. Archenhold einen interessanten Vortrag über: Die Harmonie der Sphären. Die dem Vortrag folgende Diskussion war eine sehr rege. Unter Ver- schiedencm machte der Vorsitzende auf das Weihnachtsvergnügen auf- merksam und empfahl die Besichtigung des Fernrohrs im Treptower Park. Arendt gab hierauf einen kleinen Bericht über die Sitzung mit der Pretzkommission. Sodann wurden die Namen von 13 neu aufgenommenen Mitgliedern verlesen. Die Kistrnmachcr tagten am 5. Dezember unter zahlreicher Bctheiligung der Berufsangehörigen jm Lokale von Stechert. Pörsch referirte über„Die wirthschastliche Lage der letzten Jahre." Von einer Diskussion über den mit großem Interesse aufgenommenen Vortrag nahm die Versammlung Abstand. Hierauf wurden Wolter und Tfchernig in die Lohnkonimission gewählt. Mit der Auf« forderung Splint er'S an die Werkstatt-Verttauensmänner, die Sitzungen, welche jeden Mittwoch nach dem ersten im Monat statt« finden, regelmäßiger zu besuchen, erreichte die Versammlung ihren Schluß. Der Verein der Plätterinnen Berlin» hielt am 6. Dezember eine gut besuchte Mitglieder-Versammlung ab. In Ermangelung eines Referenten fand eine eingehende Besprechung betreffend„das Lehrwesen in den größeren Wäschefabriken" statt. Der Vorsitzende ersuchte die Anwesenden,„sogenannte" Lehrkonttakte dieser Fabriken dem Vorstand zu Lbeemitteln, damit auf Grund des gewonnenen Materials der Lehrlingsausbeutung erfolgreich entgegengetreten werden könne. In Erinnerung wurde ferner gebracht, daß der Verein zum 28. Februar einen Maskenball arraugirt. Eine rege Khcilnahme der Mitglieder wird erwartet. Der Verband aller im Handels- und Transportgewerbe beschäftigte» Hilfsarbeiter hielt am 6. d. M. seine regelmäßige Mitgliederversammlung ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung giebt der Vorsitzende den Tod der Mitglieder Hermann Kamp und Wilhelm Schröter bekannt und widmet be- sonders dem ersteren, als einem alle Zeit regsamen und treuen Mit- arbeiter der Organisation einen warmen Nachruf, worauf die An- wesende» das Andenken' der Verstorbenen durch Erheben von den Plätzen ehren. Nach der Erledigung einiger geschäftlicher Mitthei- lnnaen referirte Genosse A. M o h s unter reger Aufmerksamkeit der Versammlung einen l'/sstündigen packenden Vortrag über:„Der Gewinn aus der Arbeitskraft und die Entschädigung der Arbeits- leistung". Schöncberg. In der Versammlung des Arbeiter-BildungS- Vereins am 5. Dezember wurde die Diskussion über die Frage der Tattik fortgesetzt und nach einem nochmaligen Referat K öfter' s und Zub eil's beendigt.— Unter Vereinsangelegenhciten gelang folgender Antrag zur Annahme: Mitglieder, welche länger als sechs Monate mit ihren Beiträgen rückständig sind, werden jedesmal in der folgenden Generalversammlung bekanntgegeben.— Die nächste Versammlung findet am 19. Dezember statt. Wilmersdorf. Hier sprach am 7. d. M. Herr Dr. I o e l in einem interessanten Vortrage über die Urgeschichte der Erde. Dem Vortrage folgten einige Fragestellungen, die dem Referenten Gelegen- heit gaben, ausführlicher auf einige Darlegungen einzugehen. Den übrigen Theil der Verhandlungen bildeten geschäftliche Angelegen- heiten._ Uetzke Nschvichtett und Depeschen« Könitz, 12. Dezember.(W. T. B.) Amtlich wird gemeldet: Am Sonntag nachts 3>/4 Uhr fuhr bei heftigem Sturm der von Franken- felde mit zwei Maschinen abgelassene Güterzug 4169 auf Bahnhof Hochstüblau gegen eine stehende Lokomotive. Ein Lokomotivführer ist leicht verletzt, zwei Lokomotiven sind stark beschädigt. Der Ver- kehr wurde nicht unterbrochen. Kattowitz, 12. Dezember.(W. T. B.) Die„Kattowitzer Zeitung" meldet: Auf der Czeladz- Grube bei Sosnowice an der russisch- preußischen Grenze sind heute durch ausströmenden Dampf sechs Bergleute getödtet und vier schwer verbrüht worden. Das Unglück geschah unter Tage. Wien, 12. Dezember.(B. H.)(Vertagung des Abgeord- n e t e n h a u s e s.) Wie die„Neue Freie Presse" meldet, wird das Abgeordnetenhaus am Donnerstag bis nach dem griechischen Neujahr vertagt. Vor dem Schluß des Jahres wird die Regierung das Budget und das Ausgleichsprovisorium auf grund des§ 14 in kraft setzen. Budapest, 11. Dezember.(B. H.) Wegen eines die Vorgänge in der gestrigen Abgeordnetenhaussitzung behandelnden Artikels hat der Abgeordnete K u b i i den verantwortlichen Redakteur des offiziösen „Magyar Ujsag", Edmund Gagary, zum Duell fordern lassen. Budapest, 12. Dezember.(B. H.)(B a n f f y in Audienz.) Von unterrichteter Seite wird konstattrt, daß die Audienz des Barons Banffy beim Kaiser eine Wendung oder Entscheidung in der Krisis nicht herbeigeführt hat. Thatsache ist, daß Banffy noch das vollständige Vertrauen des Kaisers besitzt, und daß jetzt alles darauf ankommt, eine auch der Opposition genehme Persönlichkeit für das Präsidium des Abgeordnetenhauses zu finden. PariS, 12. Dezember.(B. H.)(Kundgebung gegen P i c q u a r t.) Den Plan, eine Kundgebung gegen P i c q u a r t zu veranstalten, haben die Nationalisten heute Mittag aus- geführt. Etwa 150 Personen zogen um Vzl Uhr unter Anführung der Deputitten Millevoye und De Ramel zum Cherche-Midi- Gefängniß. Auf dem Wege dorthin begegneten sie einem Kürassier- offizier, oen sie umringten. Hochrufe auf die Armee wurden ausgebracht. Millevoye und Oberst M a n t e i l, auch ein Anführer der Demonstranten, hielten Reden. Der letztere sagte, man vermeide das Licht und deshalb habe man den Prozeß Picquart vertagt; man müsse aber verlangen, daß Licht in die Sache gebracht werde. Nunmehr zogen die Manifestanten zur Kammer, wo Millevoye wiederum eine Ansprache hielt. Alsdann zerstreute sich die Menge. Paris, 12. Dezember.(W. T. B.) Der Deputirte Pascha! Grousset(Sozialist) interpellirt über durch den Generalstab in der Affäre Dreyfus begangene Indiskretionen und verliest mehrere ?eitungsartikel, von denen er angiebt, daß sie vom Generalstabe errühren.(Hefttger Tumult. mehrere Deputirte erheben einen lebhaften Wortwechsel, auch einige Faustschläge fallen). Paschal Grousset fährt inmitten des Lärmens fort und fügt hinzu, der„Jnttansigeant" veröffentlichte einen Arttkel, welcher von dem Briefe des deutschen Kaisers und von einer Unterredung des Grafen Münster und Casimir Perier sprach.(Lärnt.) Graf de Mun verlangt, die Kammer sollte beftagt lverden, ob diese Diskussion fortgesetzt werden solle.(Beifall.) Ministerpräsident D u p u h sagt, der Redner ist ftei bei seiner Dis- kussion, aber als Chef der Regierung protestire er mit Energie gegen eine Sprache, deren Tragweite der Redner nicht bemessen habe.(Lebh. Beifall.) Dsroulede schreit:„Herab von der Tribüne".(Ver- doppelter Tumult.) Kriegsminister Frey einet sagt, wenn er hätte voraussetzen können, was dies für eine Interpellation wäre, so würde er deren Vertagung um einen Monat verlangt haben. Paschal Grousset fährt' fort: Der Mittelpunkt des Wider- standes gegen die Revision ist nicht mehr im Kriegsministerium, sondern irgend wo anders. Als der Redner den Versuch macht, den deutschen Kaiser in die Debatte zu ziehen, erheben sich lebhafte Proteftrufe. Der Präsident Deschanel ersucht den Redner, auswärtige Souveräne ebenso wenig in die Debatte zu ziehen, als dies beim Präsident der Republik geschehe. Er werde sich sonst genöthigt sehen, die Kammer zu befragen, ob der Redner fortfahre» könne. Paschal Grousset erinnert an die kürzliche Note der Agence Havas, welche mittheilte, daß der Minister des Auswärtigen Delcasss ge- nöthigt gewesen wäre, einen Schritt bei dem deutschen Botschafter zu thun.' lHeftige Unterbrechungen.) Le Myre deVilers sagt. was wollen Sie denn, bei solchem Vorgehen ist keine auswärtige folitik möglich. Grousset erwidert, er habe das Recht, auf der ribüne eine Angelegenheit des Landes zu behandeln und eine Note des Ministers des Auswärtigen zu zitiren. Präsident Deschanel ersticht den Redner, zur Sache zurückzukommen. Der Redner fragt, ob die Regierung gewillt sei, zuzulassen, daß das Zentrum des Wider« standes gegen die Gesetze feine Stelle wechsele und von dem Kriegs- Ministerium auf denStab des Gouvernements von Paris übergehe, obste länger die faktische Haltung dulden werde und ob sie im Sinne habe, im Interesse der Republik und im Interesse der Jesuiten die Regierung zu führen.(Beifall aus der äußersten Linken, heftige Unterbrechungen auf den anderen Bänken.) Hierauf ergreist Kriegsminister Freyeinet das Wort und erklärt, er begreife weder den Zweck noch den Nutzen der Jnterpcllatton. Man schiebe dem Kriegsministerium Verant- wortlichkeiten zu, welche er ablehne. Wenn Jndiskrettonen vor- handen seien, so werde er sie abzustellen wissen, aber er protestire gegen die Verallgemeinerungen, welche die gesammte Armee angreifen.(Beifall.) Die Erklärungen seien ungerecht und unklug; unklug, weil das Heer gut, seiner Pflicht ergeben und zu den Dingen, die man ihm vorwerfe, nicht im stände sei, unklug, weil sie die Gefahr mit sich bringen, einen Keim der Zersetzung in die militärischen Einrichtungen FrantteichS zu tragen.(Beifall.) Die Vaterlandsliebe der Kammer werde es vermeiden, das Heer in eine Debatte hineinzuziehen.. Die einfache Tagesordnung wird hierauf von der Kammer mit 463 gegen 78 Stimmen angenommen. So- dann wird, nachdem als VerhaudluugStag für das Handels- abkommen mit Italien der nächste Montag festgesetzt wurde, die Sitzung geschlossen. London, 12. Dezember.(W. T. B.) Nach einer Meldung des „Reuter'schen Bureaus" aus Kalkutta nimmt die Pest in der Stadt Bombay wieder zu, läßt aber in der Präsidentschaft„ach._ In Madras, Mysore und Hyderabad erhält sich die Seuche auf gleicher Höhe. In den Zentralprovinzen sind eiuisse Pestfälle vorgekommen. Barcelona, 12. Dezember.(B. H) Durch Einsturz eines Kanalbaues kamen hier 18 Personen zu Tode. Amsterdam, 12. Dezeniber.(W. T. B.) DaS„HandelSblad" theilt mit, Esterhazy, der sich seit dem 12. November in einem Amsterdanier Hotel unter falschem Namen aufhalte, werde in den nächsten Tagen von hier abreisen, wahrscheinlich nach Amerika. Petersburg, 12. Dezember.(B. H.) Die Friedens- konferenz ist wegen der ungeklärten politischen Lage bis zum Mai n. I. verschoben worden. Bis dahin hofft man, wie es scheint, die neuen Militär- und Marinevorlagen in den verschiedenen Staaten unter Dach und Fach gebracht zu haben. Konstantinopel, 12. Dezember.(W. T. B.) Die Hungersnoth in Deinen hat aufgehört. Der Rest der aufgebrachten Geldsummen wird für Neubauten von Militärspitälern verwendet werden. Die Rebellen in Jemen griffen drei Ortschaften an. wurden jedoch zurückgeschlagen.— Da Kreta unter der Souveränetät der Türkei verbleibt, wurde den türkischen Zollämtern verboten, kretensische Waarensendungen als ftemde zu behandeln. Kerantwottlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Jnseratentheil verantwortlich:»h. Glocke in Berlin Druck und Verlag von Max Babing in Berlin. Hierzu L Beilagen». Unterhnltnngsblatt. Nr. 291, 15. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 13. Dezember 1898. Reichstag. 3. Sigung, Montag, 12. Dezember 1898, 1 hr. Am Tische des Bundesrathes: Fürst Hohenlohe, Graf Poiadowsky, Freiherr v. Thielmann, v. Goßler, b. Podbielsti, Dr. Schulz, Dr. v. Buchka. Das Haus ist mäßig besetzt. Die Wahl der Schriftführer hat folgendes Ergebniß gehabt: Gewählt sind die acht Abgeordneten Braun( 3.), Krebs( 3.), v. Normann( f.), Pauli( Rp.), Dr. Hermes( frs. Vp.), Dr. Hasse( natl.), Dr. Paasche( natl.) und Graf wile di ( Pole); der letztere erhielt 188 Stimmen, der Abg. Schippel ( Soz.) ist mit 172 Stimmen unterlegen. Die Abtheilungen haben sich konstituirt Auf der Tagesordnung steht die erste Lesung des Etats. Schatzsekretär Frhr. v. Thielmann: Die Ergebnisse des Etatsfahres 1897/98 fann ich ganz kurz berühren, da sie Ihnen ja gedruckt vorliegen; die Schäßung, die ich vor einem Jahre hier vorgelegt, hat fich im großen und ganzen als zutreffend erwiesen. Hinzugekommen sind die Ausgaben für Kiantschou und die für die Errichtung einer Präfidialwohnung für den Reichstags- Präsidenten. Das Jahr 1897 hat in bezug auf die Einnahmen unsere Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern sogar überschritten und 371/2 Millionen haben zur Schuldentilgung verwandt werden können. Wenn ich mun zu dem kommenden Etatsjahre übergehe, so liegt mir vor allem daran, Ihnen nachzuweisen, daß wir uns nicht bereits auf dem absteigenden Afte befinden, daß wir nicht, wie man vor einem Jahre hier befürchtete, den Gipfel unferer Entwickelung bereits überschritten haben. Wir haben in dem folgenden Jahre an Zöllen ein Mehr von 61 Millionen zu erwarten. Infolge dessen können auch höhere lleberweisungen gemacht werden. Wir können damit rechnen, daß diese Ueberweisungen fich bis zu 50 Millionen steigern werden. Auch die sonstigen Steuern werden aller Voraussicht nach ein Plus ergeben; so wird die Zuckersteuer allein ein Mehr von 9 Millionen liefern. In der Frage der Ausfuhrprämien ist leider keine Verständigung unter den betheiligten Mächten erzielt worden. Die Brüsseler Konferenz hat über die Abschaffung der Zuckerprämien zu feinem Ergebniß geführt. Es schweben indeß noch weitere Unterhandlungen und seitens der faiserlichen Regierung wird keine Gelegenheit unbenutzt vorüber gelassen, um an diesen Verhandlungen sich wieder zu betheiligen. Insgesammt tann man auf 24 Millionen Mehreinnahmen rechnen, denen verschwindend geringe Mehrausgaben gegenüber stehen; der Betrieb der Flotte verlangt mehr Aufwendungen, die Alters und Invalidenrente ist im Steigen ut. f. w. So werden wir mit Sicherheit auf eine Mehreinnahme von 18 Millionen rechnen tönnen. Abg. Frigen( 3.): Der Reichs- Schatsekretär hat hervorgehoben, daß unsere wirthschaftliche Lage im allgemeinen sich außerordentlich günstig gestaltet hat. Im allgemeinen kann ich ihm hierin nur bei timmen. Die Textilindustrie befindet sich zwar in einer ziemlich schlechten Verfassung, alle anderen Industrien, vor allem die chemische und die elektrotechnische, sind in einer so glänzengen Lage wie schon lange nicht. Wir fönnen also von einer vortheilhaften gewerblichen Lage sprechen. Nur in Einzelfällen möchte ich dem Herrn Schatzsekretär wider sprechen. Er sprach ferner davon, in welch einer günstigen Situation wir uns jetzt befinden würden, wenn das Reichsschulden Tilgungsgesetz nicht den§ 2 hätte, sondern in der ursprünglichen Fassung verabfchiedet worden wäre". Ich muß seine Schlußfolgerungen in diesem Punkt als richtig anerkennen, aber betonen, daß das föderalistische Brinzip durchaus diesen§ 2 erfordert, und wir auch im fünftigen Schulden- Tilgungsgesetz ohne diesen nicht auskommen werden. Die erfreuliche Seite dieses Etats besteht darin, daß endlich die Resolutionen des Reichstags, betreffend die Aufbefferung der Gehälter der Post- Unterbeamten, der Landbriefträger berücksichtigt sind. weiterer Schuldentilgung machen, nach dem in der letzten Session die Reise würde ich sonst ebensowenig etwas äußern, wie über die angenommenen Schuldentilgungsgesetz. Ich bitte Sie im Namen der Nordlandreise des Monarchen oder über die Vergnügungsreise verbündeten Regierungen, den vorliegenden Etat einer wohlwollenden irgend eines reichen Privatmannes.( Sehr gut! links.) Aber gegen Berathung zu unterziehen. einen gewissen Byzantinismus möchte ich Verwahrung einlegen, der die Heimkehr des Kaisers am liebsten hätte feiern mögen wie die Rückkehr von einem glücklichen Krieg.( Sehr richtig! links). Wie arm an Thaten müßte eine Regierung sein, wenn sie diese Rückkehr als ein so hervorragendes Ereigniß betrachten wollte! Die Thronrede behauptet, daß die Reise nach dem Orient und Absatz dorthin befördert hätte." Ich sage, Handel diefe angeblichen Vortheile werden mehr als aufgewogen durch die Nachtheile, die uns die neue Ausweisungs politit Dänemark gegenüber bringt.( Bravo! lints, Widerspruch rechts.) Die Thronrede spricht von der Freundschaft Deutschlands Wir wollen den Bestand der Türkei zum osmanischen Reich. woven, weil ihre Berstückelung einen europäischen Krieg entfeffeln würde, aber über diese nüchterne Erwägung hinaus sind die Dent Ganz abs schen wahrhaftig nicht begeistert für die Türkei. gesehen von den Greuelthaten gegen die christlichen Armenier. Die Thronrede erwähnt noch die kirchliche Seite der Fahrt. Ueber die Wirkung auf die Katholiken will ich mich nicht weiter äußern, was aber die evangelische Seite betrifft, so sind, da die Empfindungen etwas gemischter Natur.( Oho, rechts.) Die Thron rede spricht vom Gottesgnadenthum und nimmt Anlaß zu einem Bekenntniß zu den Grundwahrheiten des Christenthums. Ich glaube, daß die gepanzerte Faust das Christenthum auch nicht anders zu fördern vermag als die gesammte Kulturentwicklung. Es taucht die Frage auf, ob nicht die Abwesenheit des Monarchen im Ausland die Einsetzung einer Stellvertretung oder einer Regentschaft während dessen nothwendig gemacht hätte. Nach dem gewöhnlichen Gebrauch hat der Kaiser eine Unsumme von Unterschriften zu erledigen. Alles stodte; wir haben den Nachtheil ja am eigenen Leibe erfahren.( Sehr richtig!) Noch nie ist ein Reichstag so spät einberufen worden wie dieser. Gerade bei der Ueberfülle der Ausgaben, die unserer harren, hätten wenn wir nicht zufammenkommen müssen, wir eher Sommer hinein tagen sollen. bis weit in den haben uns weiter zu beklagen über die geringe Rüdficht, die bei der Inkenntnißsezung der Abgeordneten vom Termin der Eröffnung gewaltet hat. Niemals ist die Frist zwischen Einberufung und Zus sammentritt so furz gewesen.( Sehr richtig! links). Was im übrigen die auswärtige Politik anlangt, so habe ich gegen ihre legten Phasen nichts einzuwenden. Daß wir stille die Flöte aus der Hand gelegt haben, gefällt mir besser, als das man seinerzeit die erste Geige Griechenland gegenüber gespielt hat. Was diesen Etat so außerordentlich günstig gestaltet, das ist die Thatsache, daß die Einnahme des Reiches so wesentlich höher hat angefegt werden können. Die Einnahmen aus den Reichs- Eisenbahnen bilden diesmal die höchsten Einnahmen, die wir jemals erzielt haben, und insgesammt fann man feststellen, daß 5/6 der gejammten Staatsschulden durch die eigenen Einnahmen gedeckt werden tönnen. Trog allem bietet der Etat doch nicht ein nach jeder Richtung günstiges Bild. Wir haben zunächst die kleine Spannung von 132 Millionen Mark zwischen den Matrikularbeiträgen und den ueberweisungen. Das ergiebt die hohe Spannung von 27 Millionen Mar. Die erhöhte Inanspruchnahme des Kredits scheint für den Moment unbedenklich, da wir jetzt sehr wohl in der Lage sind, die Binsen zu zahlen. Man muß aber stets auf einen Rückschlag in den gewerblichen Verhältnissen gefaßt sein, und aus diesem Grunde ist es nothwendig, mit der größten Vorsicht hierin vorzugehen. Was die Forderungen für Kunst und Wissenschaft anlangt, so möchte ich den Schazsekretär bitten, gegenüber solchen Anregungen eine erhöhte Widerstandskraft zu entwickeln. Das fällt ja thatsächlich in den Bereich der einzelnen Bundesstaaten. Der Hauptmehrposten des Etats ist der für das Reich sheer. Der Pensionsfonds erfordert eine Gesammtausgabe von 60 Millionen. Das sind 12 pt. der gesammiten ordentlichen Ausgaben für das Heer. Das ist noch eine gewaltig hohe Summe. Freilich darf man die Militärpenfionen nicht mit den Zivilpensionen Der heutige Etat stellt ohne Zweifel erhöhte Anforderungen, ist vergleichen. Das Heer muß stets schlagfertig und in völliger mum die allgemeine politische Lage eine solche, daß wir Frische erhalten werden, daher ist eine frühere Pensionirung da diefen Anforderungen gerecht werden können? Ich glaube diese Frage außerordentlich nothwendig. Trogdem mußte da ein bestimmtes bejahend beantworten zu können. Die Kriterien der wirthschaftlichen Lage Verhältniß zwischen dem Pensionsfonds und den übrigen Ausgaben find in erster Linie die Verkehrsverhältnisse, und diese zeigen ein fortgesetzt werden. Bild des Steigens. Bei der Post steigen die Einnahmen um rund Ueber den Militäretat will ich mich nicht verbreiten, da ich sonst 6 Millionen, bei den Eisenbahnen ist der Verkehr ein außerordentlich auf die Militärvorlage eingehen müßte, über die wir starter. Es find Befürchtungen geknüpft worden an den hohen heute nicht zu sprechen haben, und wenn ich auch wollte, Distontofag der Reichsbant; derselbe ist von 5 pet. auf 6 pet. gestiegen. Man muß aber bedenken, daß dieser hohe Diskontofaz nur eine Folge der erhöhten Anforderungen ist, die Industrie und Landwirthschaft stellen, also in erster Linie gerade ein Symptom des wirthschaftlichen Aufschwungs darstellt. ich könnte garnicht darüber sprechen, obgleich ich sonst aus meinem Herzen keine Räuberhöhle mache; denn die Motive der Vorlage sind so dürftig, daß wir wirklich garnicht beurtheilen fönnen, inwieweit die einzelnen Posten nothwendig sind. Wir haben also allen Anlaß, in der Beurtheilung dieser Vorlage sehr vorsichtig zu Werke zu gehen. Wir Zur auswärtigen Politik gehören die Ausweisungen. Wenn die Ausweisungen nur Bettler, Landstreicher und verarmte Perfonen getroffen hätten, so gehörten sie nur vor den Landtag, aber offenbar sind die Ausweisungen aus ganz allgemeinen Gründen er folgt und fallen deshalb unter die Verantwortung des Reichskanzlers und des Staatssekretärs v. Bülow. Was die Ausweisungen öfters reichischer Unterthanen betrifft, so bin ich nicht flar, ob es sich dabei mur um die regelmäßigen Jahresausweisungen polnischer Arbeiter, die immer gegen Ende November erfolgen, gehandelt hat, oder ob allgemeine Gründe vorlagen. Ich beziveifle das letztere und hätte die Ausweisungen gar nicht erwähnt, wenn nicht Graf Thun sich im österreichischen Reichsrath in so mißfälliger Weise darüber geäußert und Widervergeltungsmaßregeln in Aussicht gestellt hätte. Die Aufsehen erregenden Aeußerungen des Ministers dieser Dreibundsmacht geben vielleicht dem Herrn Staatssekretär Anlaß zu einer Klarstellung. Anders liegt es mit den Ausweisungen aus Nord- Schleswig. Der Oberpräsident Die Gesammteinnahmen dieses Etats find auf 1554 Millionen Herr v. Köller hat in einem Gespräch mit dent Redakteur des„ Polieingeschätzt worden, hiervon ziehe ich nun ab die Einnahmen von den Was den Etat für die Marineverwaltung anlangt, so kann sich tiken" die Gründe hierfür angegeben. Darnach beruhen diese AusMatrikularbeiträgen, die Ueberschüsse aus früheren Jahren und solche, an demselben im allgemeinen teine Ausstellungen machen, doch weisungen, die seit dem 1. Oftober sicher 250 Personen getroffen die einen Angriff des Kapitals darstellen, wie Beräußerung von möchte ich ein Wort über den Kolonialetat sagen. Die Kolonial- haben( hört! hört! links), nicht auf individuellen Gründen, sondern Grundstücken 2c. Dann verbleiben immer noch 904 Millionen, die man verwaltung erfordert diesmal einschließlich Kiautschou 25 Millionen werden dargestellt als Maßregeln im nationalen Interesse.( Sehr richtig! als wirthschaftliche Einnahmen des Reiches bezeichnen kann. Im vorigen Mart, also ein Plus von über 10 Millionen. Ich will den Posten rechts.) So werden sie dargestellt! Wenn es sich um dänische Jahre betrugen fie 850 Millionen, wir sehen also ein Ansteigen von für Kiautschou durchaus nicht anfechten, ich glaube, hier haben wir Agitatoren handelt, die in Deutschland für die Loßreißung Nord54 Millionen. Wir haben also an wirthschaftlichen Einnahmen des einen ganz vortrefflichen Stützpunkt für unsere oftasiatischen Inter- Schleswigs, vom Reiche agitirt hätten, so läge die Sache anders. Reiches eine Verzinsung von pCt., die Bevölkerung hat sich aber essen gewonnen und die Summe, die wir auf Kiautschou verwenden, Aber kein.em der Ausgewiesenen ist das nachgewiesen worden. Warum jein. nur um 1 pct. vermehrt. Man kann also durchaus von einer wird sehr bald wieder herausgewirthschaftet Anders weist man sie also aus? Weil in Jütland Versammlungen sich für überaus günstigen Entwickelung der wirthschaft aber steht es unsere afrikanischen Besitzungen, diesen die Losreißung Nordschleswigs erklärt haben und weil Familien aus Lichen Lage sprechen. Dabei ist zu berücksichtigen, daß wir bei Posten muß sich die Budgetkommission sehr genau ansehen, Nordschleswig ihre nicht mehr schulpflichtigen Kinder jenseits der allen Veranschlagungen mit der größten Vorsicht zu Werke gegangen er kann bedeutend ermäßigt werden, eventuell ist er ganz überflüssig; Grenze schichten, um dort dänisch zu lernen. Am meisten muß eine find; so haben wir die Einnahmen aus den landwirthschaftlichen und zwar verlange ich eine genaue Brüfung gerade im Interesse der Art der Ausweisungen zurückstoßen, die Ausweisung politisch ganz die nicht wegen Böllen nur auf 20 Millionen veranschlagt. Sie wissen, daß Kolonialpolitik, die durch die immer währenden Renausgaben, denen indifferenter Leute, Knechte und Mägde, unsere Handelsverträge mit verschiedenen Nachbarstaaten tein reeller Gewinn gegenübersteht, leicht überhaupt in Mißtredit persönlicher Vergehen ausgewiesen werden, sondern weil sie bei demnächst ablaufen, und daß Ende des folgenden Jahres ein gebracht werden kann. deutschen Staatsangehörigen, die dänisch gesinnt find, arbeiten, neuer 8olltarif aufgestellt werden muß. Wenngleich Das Verhältniß der Reichsschulden ist bei uns ein derartiges, sie müssen den Prügelfnaben abgeben für Leute, gegen die man diese Frage jetzt noch nicht dringend ist, so ist es doch schon geboten, wie es wohl in keinem europäischen Staate besteht, nicht einmal in sonst nicht vorgehen fam. Ja in letzter Zeit geht man dazu über, eine beliebige Anzahl von Leuten auszuweisen, wenn deutsche StaatsVorkehrungen zu treffen. Diese Vorbereitungen müssen getroffen Preußen. werden, ehe neue Verhandlungen überhaupt mit den Nachbarstaaten Wenn aber im allgemeinen sich im deutschen Volfe ein gewisser bürger nicht ihre Kinder aus Dänemark von den Schulen zurüd Das ist das Geißelsystem, das sonst nur im geführt werden, und der erste Schritt der Vorbereitungen ist bereits Pessimismus fundgiebt, oder, wie man jetzt in Süddeutschland sagt, rufen. geschehen. Im Reichsschazamt ist das Gerippe eines neuen Boll- eine Reichsverbrossenheit, so beruht diese durchaus nicht Kriege üblich ist.( Sehr richtig! lints.) Herr von Köller hat tarifs ausgearbeitet. Derselbe bemüht sich vor allem, die vielen auf der finanziellen Lage, sondern auf unserer ganzen in der Unterredung erklärt, daß er die Ausweisungen als den eigentUnzuträglichkeiten, die durch die veralteten Bestimmungen des bis- innern Politik.( hört, hört 1) Wiederholt sind Wünsche lichen Beginn seiner Präsidentschaft, als einen Probeversuch ansehe und herigen geschaffen sind, zu beseitigen. des Reichstags unberüdjichtigt geblieben. Im vorigen Jahre daß er Frieden geben wolle, wenn Dänemark Frieden gebe. Bisher habe werden. um Durch die auf Wunsch des Reichstags für das laufende Jahr ist hier ein Gesez verabschiedet worden, daß das Ver ich nicht gewußt, daß ein preußischer Oberpräsident in den Falten seiner getroffene Einrichtung scheint die große Mehrheit der 8ollbindungsverbot von politischen Vereinen auf- Toga Krieg und Frieden berge.( Große Heiterkeit.) Herr v. Köller furiosa aus der Welt geschaffen zu sein, im Reichsschazamt ist gehoben werden sollte. Es ist vom Bundesrath abgelehnt worden hat uns durch seine Beredtsamkeit hier manche vergnügte Stunde jedenfalls noch keine Beschwerde eingegangen und auch die Befürch- und somit ist das Versprechen, das uns der Reichstanzler hier ge- bereitet, der Regierung aber solche Verlegenheit, daß der Reichstung, daß es zu Verschleppungen Anlaß geben würde, ist nicht ein- geben, immer noch nicht eingelöst.( hört, hört 1) Obschon das tanzler seine Verabschiedung beantragen mußte. Bei uns besteht ja getroffen. Die Einnahmen der Post sind um 7 Millionen höher veranschlagt Sozialistengeset längst aufgehoben ist, so wird doch dieses viel der Gebrauch, daß abgesezte Minister noch immer als Oberpräsidenten worden. Es wäre vielleicht angemessener gewesen, die Post- grausamere Gesetz immer noch nicht aufgehoben.( hört, hört!) Ebenso verwendet werden( beiterfeit), besonders wenn sie aus Buttfamerun Um aber eine solche Auseinnahmen noch höher anzusehen, aber es widerrieth sich deshalb, wenig erfreulich steht es mit unserer Sozialpolitik, die ist sehr arg stammen.( Große Heiterleit.) weil verschiedene Erleichterungen des Posttarifs in ins Stocken gerathen und unsere Fraktion wird es sich in dieser weisungspolitit zu verfolgen, dazu braucht man keine OberHerr Aussicht genommen und eine Erhöhung der Gehälter der Session angelegen sein lassen, durch eigene Anträge hier anregend präsidenten, dazu genügt ein Schutzmann.( Seiterkeit.) Bostunterbeamten vorgesehen ist. Auch bei der Reichs- zu wirken.( Bravo!) v. d. Recke, aber im weiteren Sinne auch Fürst Hohenlohe und eisenbahn und Reichsbank konnten höhere Erträge veranschlagt Glücklicherweise ist der Streit zwischen Preußen und Herr v. Bülow können sich der Verantwortlichkeit für diese HandBayern durch die Initiative der beiden Herrscher beseitigt worden, lungen nicht entziehen, durch die Ausweisungen wird das gerade Was die Ausgaben anlangt, so stehen im Vordergrunde die und ich hoffe, daß auch der lippesche Streitfall im Sinne des Gegentheil von dem erreicht, was man erreichen will. Wenn man Gehaltserhöhungen für zahlreiche Kategorien von Unterbeamten, und föderativen Charakters und der Selbständigkeit der Einzelstaaten eine Prämie darauf sehen wollte, wie die Politik der Dänen zu beleben und zu stärken ist, dan müßte diese Art der Ausweisungen zwar nicht blos bei der Post, sondern auch bei anderen Verwaltungen; so erledigt werden wird.( Bravo im Zentrum.) bei der Reichs- Eisenbahn. Was die Schaffnerklasse bei der Post an- Mag im Innern nun auch eine gewisse Mißstimmung herrschen, die Prämie erhalten.( Sehr richtig! links.) Gerade kleinen langt, so ist das Mindestgehalt, den Wünschen des Reichstages ent- die auswärtige Politit erfüllt uns mit hoher Be Staaten gegenüber sollten wir an dem Sage festhalten: was du daß man dir thut u. f. iv. Eine solche sprechend, von 800 auf 900 m. erhöht worden. An dieser Erhöhung friedigung. Nach dem Heimgang Bismarck's haben die deutschen nicht willst, nehmen 14 000 Beamte theil. Gleichzeitig haben wir es aber für Staatsmämmer es verstanden, die Stellung Deutschlands nach Politik ist schädlich. Schon jetzt spüren die Kaufleute den unsere Pflicht gehalten, andere Ungleichheiten, wie sie sich bei außen zu wahren. Das gilt auch für das laufende Jahr im Schaden. Der Absatz deutscher Waaren nach Dänemark erreicht anderen Beamtentategorien ergeben haben, zu beseitigen. Eine vollen Umfang. Bei dem Kampf zwischen Amerita und Spanien faum den Betrag von 100 Millionen. Wenn die Schädigungen neue Klasse, die der gehobenen" Unterbeamten, ist, hat Deutschland stritte Neutralität beobachtet, auch nicht noch größer sind, so liegt das nur an der Ueberzeugung der was das Gehalt betrifft, eingerichtet worden. Es werden darunter unsere Sympathien vorwiegend auf Seiten des Schwächeren und Dänen, daß ein großer Theil der deutschen Bevölkerung dieje Aus diejenigen Beamten verstanden, die mit dem Geld- und Eisenbahn- u Unrecht Brobozirten gestanden haben( Brabo rechts und weisungspolitik nicht billigt.( Schr richtig! links.) Sistiren Sie verkehr zu thun haben und auf deren Schultern deshalb im Zentrum. Oho, links). Ein glücklicher Instinkt hat uns im diese Politit so rasch als möglich, sie ist nicht würdig des eine große Verantwortung ruht, wodurch sich die bessere Bezahlung vorigen Jahre veranlaßt, unsere Truppen aus Kreta zurückzuziehen. großen Deutschen Reiches( Oho! und große Ünruhe rechtfertigt. Im Etat des Auswärtigen Amtes findet sich eine Mehr Die Orientreise des Kaiserpaares hat erkennen lassen, daß auch im rechts, lebhaftes Bravo! links), sie schickt sich nicht. forderung für die Erforschung der Malaria, bei deren fernen Osten das Ansehen des deutschen Reichs gewonnen Was unser Verhältniß zu England betrifft, so wird Untersuchung deutsche Gelehrte in erster Linie fich Verdienste er hat( Bravo im Zentrum). Die Schenkung der Dormis ja von beiden Seiten erflärt, daß die Beziehungen sich freundlich worben haben. Beim Auswärtigen Amt find ferner 150 000 20. tion erfüllt die deutschen Katholiken mit tiefstem Dant gestaltet haben, die Nachwirkungen des unglücklichen Telegramms im deutschen Kaiser( Bravo Zentrum). mehr eingefest zur Unterstützung deutscher Schulen im Ausgegen Die an den Präsidenten Krüger scheinen also überwunden zu sein I ande. Den Kernpunkt der Mehrforderungen enthält aber deutschen Katholiken im Osten wollen von dem französischen( Oho! rechts) und ich hoffe, daß deshalb die Verhandlungen über der Heeresetat, diese Mehrforderungen ergeben sich aus der Protektorat nichts wissen, sie vertrauen sich dem deutschen Schutz an den neuen Handelsvertrag mit England in ein glücklicheres Fahr Militärvorlage. Es handelt sich aber diesmal nicht um eine geforderte( Bravo im Zentrum.) Der erhabene Träger der Krone wasser gelangt sind. Durch die Presse ging die Nachricht, daß Uebernahme der ganzen Forderungen auf den vorliegenden Etat, sondern hat sich feierlich und unumwunden zu den Grund Deutschland mit England wegen der Delago abai einen Vertrag abgeschlossen hätte, ich frage den Herrn Staatssekretär, besteht die Summe soll auf fünf Jahre vertheilt werden. Der diesjährige fäten des Christenthums längst bekannt.( Bravo.) Etat enthält also nur einen Theil der Mehrausgaben. Die für Ich hoffe, daß durch gegenseitige Konzeffionen der Etat im ein solcher Vertrag und was steht seiner Veröffentlichung im Wege? Das Verhalten der deutschen Regierung im Streite zwischen Militärausgaben aufzunehmende Anleihe beziffert sich auf friedlichen Einvernehmen mit der Regierung verabschiedet werden Ich bin aber 89 Millionen. wird, und beantrage feine Ueberweisung an die Budgetkommission. Amerita und Spanien war durchaus korrekt. Redner behandelt noch verschiedene Einzelheiten des Etats, seine Abg. Richter( frs. Bp.): Bei uns muß die Etatsdebatte die in nicht der Ansicht des Kollegen Frigen, daß unsere Sympathien allgemein Ausführungen, besonders seine Zahlenangaben, bleiben aber auf der anderen parlamentarisch regierten Ländern übliche Adreßdebatte auf seiten der Spanier gestanden hätten.( Sehr richtig! links.) Mac Tribüne vollkommen unverständlich. Redner schließt: Die ersetzen. Was an politischen Vorkommnissen im Vordergrund des Stiuley hat in seiner Botschaft die Hoffnung auf den Abschluß eines finanzielle Lage des Reiches ist im großen und ganzen Interesses steht, ist hier zu berühren. In der Thronrede hat die Handelsvertrages mit Deutschland ausgesprochen und glänzend. Wir können Ihnen auch in diesem Jahre den Vorschlag zu Palästinareise einen erheblichen Raum eingenommen. Ueber die Hoffnung hinzugefügt, daß die Einfuhr getrockneter Früchte und " den wenn bereits er den berbündeten gewiffer Schweineprodukte von Deutschland gestattet werden dürfte. so müßte man zunächst nachweisen, daß die bestehenden hat es auffällig gefunden, daß ein solcher Gesetzentwurf angekündigt Ich würde mich freuen, wenn diese Erkenntniß bei der deutschen Strafbestimmungen hier nicht ausreichen. Dieser wird, ehe sich die verbündeten Regierungen über ihn schlüssig ge= Regierung durchdringen sollte und wir vor allem eine Beweis ist aber bisher in teiner Weise geführt worden. worden sind. Ueber die Nothwendigkeit eines solchen Gesezes sind Leichterung der Schweine Einfuhr erlangten. Auch( Sehr richtig!) ich meine, wenn eine begründete Seuchengefahr vorhanden ist, dann Verhandlungen mit Nun ein paar Worte zur Iippischen Angelegenheit. längst Regierungen muß das Interesse der Konsumenten zeitweilig zurüdtreten. Ver- Jm Interesse des monarchischen Prinzips hätte man erwarten sollen, einig gepflogen, und die Regierungen sind vollkommen hütungsmaßregeln dürfen aber nicht dem Zweck dienen die Einfuhr daß nach dem bekannten Schiedsspruch des Schiedsgerichts unter maßregeln gegenüber Arbeitswilligen getroffen werden müssen. darin, daß Schutzbestimmungen gegen die Gewalt mehr zu erfchweren, als die Zollsäge es ohnehin schon thun. Die Vorsiz des Königs von Sachsen die Beunruhigung über die Thron Gegenüber den böswilligen Verdrehungen in der Presse bemerke ich: Sperre wird damit beschönigt, daß Deutschland im stande sei, folge, die von außen hineingetragen wird, aufhören würde. Das ist Es handelt sich nicht um eine Beschränkung der den Bedarf an Schweinefleisch selbst zu befriedigen. Das ist nicht leider nicht geschehen. Die Agnaten haben den Bundesrath angerufen, Koalitionsfreiheit, die soll und muß den Arbeitern erhalten richtig. Die Bevölkerung ist um 6,8 pCt., die Produktion von der absolut nicht zuständig ist. Anstatt ohne Nücksicht auf Schwieger- bleiben, ea Schweinen nur um 2,8 pet. gestiegen. Der Fleischkonsum ist zudem söhne( heiterkeit) seine Unzuständigkeit sofort auszusprechen, läßt man lichen Schuh jedes Individuums. handelt sich lediglich um den persön teine feststehende Größe. Weite Schichten der Bevölkerung essen die Sache monatelang in der Schwebe. Jezt ist von einer reichs- Lachen ( Beifall rechts.. viel zu wenig Fleisch. Jede Erleichterung des Fleischtonsums ist im gefeßlichen Regelung der Thronfolgefrage die Rede. Das wäre die Sozialdemokratie staatliche 8 wangsbefug links) Wir wollen nicht dulden, daß Interesse der Arbeits- und Wehrfähigkeit des Volles zu begrüßen. ein unberechtigter Eingriff in die Gesezgebung der Einzelstaaten; es nisse im Deutschen Reich erhält.( Großer Beifall Statt dessen wird die Einfuhr erschwert. Als Frhr. v. Thielmann vor einem Jahre hier frisch frei fröhlich Länder sind aber keine Fideikommißgüter und nisse nur von der Regierung ausgeübt werden. wäre die Anerkennung, daß Fürſtenrecht vor Landesrecht geht. rechts, Unruhe links.) Bei uns fönnen 3wangsbefug antrat, da sprach er schon davon, daß eine Aussicht auf eine Völker feine Wiehheerden, die nach Belieben ver-( Stürmischer Beifall rechts.) allgemeine Abschaffung der Zuderprämien vorhanden handelt werden können.( Lebhafter Beifall links.) Wenn ſei; und jetzt find wir weiter als je davon entfernt. Herr v. Thiel- der felige Knigge noch lebte, so fähe or fich vielleicht veranlaßt,& rage in die Besprechung hineinzuziehen. Durch die ReichsHerr Richter hat es auch für gut befunden, die lippische mann hat selbst zugegeben, daß das Zuckersteuergesetz durchaus ver- feinem Buche über den Umgang mit Menschen ein neues Kapitel verfassung ist dem Bundesrath die Zuständigkeit übertragen, zu fehlt sei. Und trotzdem werden 36 Millionen Ausfuhrprämien beüber den Umgang mit Regenten" zuzufügen.( Stürmische entscheiden, ob ein Streit zwischen zwei Bundesstaaten vorliege und zahlt, damit die Ausländer unsern Zucker billiger essen fönnen als wir. Heiterfeit links.) Würden wir die im Jnians verwenden, so könnten wir die Verbrauchs- Der Abg. Frigen erwähnte die Reichsverbroffenheit; richterlicher Funktion übertragen, und wenn sie eine Entscheidung wie er zu schlichten sei. Damit ist den Bundesstaaten eine Art abgaben vermindern und einen erhöhten Zuckerfonsum bewirken. ein Hauptgrund, den er nicht nannte, ist hierfür die Art, wie noch nicht gefällt haben, so ist das feine beabsichtigte Verschleppung, Niemals war die Gelegenheit so günstig wie jezt, durch He rabsetzung bei uns die Minister verantwortlichkeit gehandhabt wird. sondern eine Verzögerung, wie sie auch in bürgerlichen Streitfällen der Verbrauchssteuern für erhöhten Inlandskonsum zu sorgen. Es erfolgen Kundgebungen des Monarchen, die durch vorkommt. Eine Anzahl von Streitschriften ist uns erst im Laufe Jetzt freilich kommit die Militärvorlage dazwischen und feinen Minister gedeckt werden. Beispielsweise sehr viele Tele der letzten Zeit zugegangen und muß sorgfältig geprüft werden. macht einen dicken Strich durch alle sonst so leicht durchführbaren gramme.( Große Heiterkeit.) Ich weiß nicht, weshalb man Die Reformen.( Sehr richtig.) Diese Militärvorlage muß uns den einen Unterschied macht zwischen Mittheilungen, Verzögerung ist nicht tattischer, sondern prozessualer die durch Natur. legten Rest des Vertrauens Aber eins will ich noch betonen: Der Bundesrath zur Regierung die Post, und solchen, die telegraphisch erfolgen. In einem ist der Ansicht, nehmen, wenn wir diesen noch hätten.( Heiterkeit.) Vor einem Schreiben des Markgrafen Albrecht an den Grafen Kasimir vom ständig sei. daß in dieser Frage allein zu Jahre hat hier der Herr Kriegsminister Erklärungen ab Jahre 1502 wird bereits die Minister Verantwortlichkeit als ein dieses hohen Hauses der Versuch gemacht werden wird Ich will nicht hoffen, daß aus aus der Mitte gegeben, die recht beruhigend in dieser beruhigend flangen; freilich geschah nothwendiges Mittel bezeichnet, um die Empfindungen der Mon- Frage eine Bression auf den Bundesrath auszuüben. dies vor Aunahme des Flottengefeßes.( Sehr richtig.) Und wie archen zu menagieren". Auch ich kann nur wünschen, daß die( Großer Beifall rechts.) will man diese plötzlichen Mehrforderungen eigentlich jetzt in der Liebe und Affektion weniger menagiert" werde als bisher, und das Budgetkommission begründen? Etwa durch die auswärtige Lage? liegt nicht blos im Interesse der Deffentlichkeit, sondern auch im fomme, so will ich mich zunächst der orientalischen Frage Staatssekretär v. Bülow: Da ich aus dem Morgenlande Will man den spanisch- amerikanischen Krieg da hinein ziehen? Aber Interesse der Monarchen selbst. der spanisch- amerikanische Krieg beweist für uns garnichts, er könnte zuwenden; sie befindet sich im großen und ganzen in einem friedlichen Ju den Bismarck- Memoiren heißt es, der Monarch, und sei es Stadium. Sie ist freilich noch nicht völlig gelöst, aber wir müssen höchstens von den Sozialdemokraten ausgebeutet der beste und edelste, bedarf, soll er nicht gemeinschädlich werden, doch auch unseren Kindern und Kindeskindern einige Probleme überzum Beweis der Ueberlegenheit des der Kritik... selbst die einfichtigsten und wohlwollendsten Fürsten lassen.( Große Heiterfeit.) Der Schwerpunkt liegt in dem Er Milizsystems über das stehende Heer.( Heiterfeit unterliegen nur zu leicht der Ueberschäzung der eigenen Einsicht. pansionsbedürfniß der einzelnen Ballanstaaten. Da sofort Wandel und Beifall.) und solche enormen Aufwendungen macht Unterdrückt man die legitime öffentliche Kritik, fo man angesichts des Friedensmanifestes des garen. widelt ent zu schaffen, käme gleich hinter der Quadratur des Birkels. Deutschsich 11117 so mehr die versteckte Stritit. Die land hat keine direkten Interessen Ich muß sagen, daß die Motive der Militärvorlage einiger Zunahme der Majestätsbeleidigungs- Prozesse findet daher bei seiner anerkannten Friedensliebe in sich die Garantieen im Orient und trägt maßen im Widerspruch stehen zu den friedlichen Worten, mit vielleicht auch hier ihre theilweise Erklärung. Ich appellire an den zur Aufrechterhaltung des Friedens im Orient. Wir haben in Kondenen die Thronrede der Friedenstonferenz gedenft. Man pflegt Reichskanzler, daß er seinen vollen Einfluß einsetzt, um der Minister- stantinopel stets Enthaltsamteit in dem Entfalten unseres Einflusses nennen, auf den man in ber maten get einen beun, wenn nicht haltbare utange intreten sollen.( after antena berhaupt nu wirsam sein, wenn doch nicht denjenigen seinen theuren Freund zu verantwortlichkeit diejenige Bedeutung zu geben, die er beanspruchen bewahrt; und gerade darin liegt unsere Stärke; ein Einfluß auf leberfall plant.( Heiterfeit.) Man bemüht sich auf Beifall links. Große Unruhe rechts.) der einen Den Baltans mit der größten Vorsicht gehandhabt wird. Seite, polnische und italienische Arbeiter über Staatssekretär Graf Posadowsky: Die fritischen Auslaffungen, völfern stehen wir freundlich und ohne parti pris gegenüber. die Grenze zu ziehen, um dem ländlichen Arbeitermangel die wir hier vernommen haben, würden mir unverständlich sein, mit Befriedigung möchte ich konstatiren, daß sich Rumänien zu, zu steuern. Und auf der andern Seite entzieht man durch eine wenn ich nicht eine rein psychologische Erklärung für sie wüßte. einem einflußreichen Faktor im Orient entwickelt hat. Was Kreta folche Militärvorlage tausende von deutschen Arbeitern der produk- Unsere wirthschaftliche Lage liegt so günstig wie vielleicht nie zuvor. betrifft, so gilt der alte Sag, daß viele Köche den Brei nicht immer tiven Arbeit.( Sehr richtig!) Industrie und Landwirthschaft find in fortwährendem Wachsthum verbessern. Die Orientreise des Kaisers hat ja nichts mit Was den Etat insgesammt anlangt, so hat der Schazsekretär so begriffen, unsere Arbeitslöhne steigen rapide, in der Sozialgejez abenteuerlichen Plänen zu thun gehabt. Der durchaus berechtigte ſchön von der Schulbentilgung gesprochen. Ja, das ist nun gebung, find wir allen Staaten voran. Selbst ein Staat, der Wunsch der Protestanten, eine Stirche in Jerufalem zu befizen, ift ftets als Muster vorgehalten wenn man nicht ganz so viel Schulden aufnimmt, als sozialer und humanitärer Beziehung, hat es nicht so weit gegen zu sein, war ein Att der Pietät gegen seinen Vorfahren man aufnehmen wollte.( Große Heiterfeit.) Seit dem gebracht wie wir, er hat die Frage der Invaliditätsversicherung still und ein Aft Tode des alten Kaisers Wilhelm ist unsere Schulden bei Seite gelegt. Bei uns sind freiheitliche Institutio ist alles vermieden worden, was das mohamedanische Empfinden religiösen Empfindens. Von unserer Seite Ia st auf das Dreifache gestiegen. Das liegt nicht zum nen vorhanden, wie in teinem anderen Staat der hätte verlegen können. Wir bekämpfen weder im Orient noch sonstwo wenigsten an der beständig steigenden Sucht zu prunt- Welt.( Große Heiterteit.) Wir befizen Rechts- die französischen Interessen, erteimen aber ein französisches Protektorat voller Repräsentation( hört! Hört!), die auf alle Refforts garantien, wie sie größer garnicht gedacht über deutsche Staatsangehörige nicht an.( Bravo! im Zentrum.) unheilvoll einwirkt.( Sehr richtig!) Jezt haben wir wieder eine werden können.( Andauernde heiterteif.) Und Es liegt uns natürlich ebenso fern, ein Protektorat über Angehörige neue Anleihe bon 90 Millionen aufzunehmen. Um trotzdem wird eine solche Kritit an uns gelegt, die wir foeben ge- anderer Nationen zu beanspruchen. diese als harmlos hinzustellen, beruft sich der Herr hört. Ich kann mir das nur daraus erklären, daß Leute, die Schazsekretär auf die steigenden Einnahmen. Ja, darauf objektiv feinen Grund zur Unzufriedenheit haben, dennoch subjektiv hat er sich schon bei der Flottenvorlage berufen. Man fann doch unzufrieden empfinden müssen, um ihr eigenes Wohlbehagen zu ernicht zwei Ausgaben mit derselben Einnahme begründen.( Sehr höhen. richtig Herr Frigen hat schon mit Recht hervorgehoben, daß diese günstige Lage doch eine etwas sehr schwankende sei, die die Aufnahme einer dauernden Schuld keineswegs unbedenklich erscheinen laffe. Wir haben es ja schon erlebt, daß wir nur eine Mehreinnahme von 2 Millionen hatten. Was fangen wir an, wenn sich das wiederholt? er Die Ausweisungen gehören eigentlich vor das Forum des preußischen Landtages. Darüber aber kann ich sie beruhigen, unsere Beziehungen zu den Nachbarländern sind durch diese Ausweisungen nicht berührt. Die Ausweisungen find ein Ausfluß Ich verstehe es nicht, wie man von Reichsverdroffenheit reden unserer Souveränität, die wir uns von feiner Seite antasten lassen kann. Ich kann Ihnen die Versicherung abgeben, in den( Bravo! rechts). Ueber einzelne Maßnahmen gegen Oesterreich Kreisen der verbündeten Regierungen egistirt schweben unter den Diplomaten der beiden Länder freundschafts teine Reichsverdrossenheit.( Große Heiterfeit.) liche Besprechungen, die dem Charakter der Intimität entAls Grund der allgemeinen Mißstimmung hat man auf unsere innere sprechen, die unsere Beziehungen zu Oesterreich charakterisirt. Mehr Politik hingewiesen; aber diese wird doch nicht nur von dem Reichs- möchte ich nicht sagen, da ich glaube, daß ein Minister besser thut, fangler gemacht, wir sind gebunden an die Zustimmung sämmtlicher fleine Differenzen zwischen zwei befreundeten Staaten öffentlich nur verbündeter Regierungen. Man spricht ferner von einem Still in versöhnlichem Sinne nach reiflicher Ueberlegung und genauer stand in der Sozialpolitit. Davon kann aber gar keine Abmessung der Tragweite seiner Worte zu erörtern.( Lebhaftes Rede sein. Bravo! rechts.) im Bedeutende Aufwendungen verlangt wiederum der Kolonial Etat, allein 82 Millionen erfordert Kiautschou. So theuer habe ich mir die Flottenstation doch nicht vorgestellt! Si autfchou hat wirthschaftlich nur dann einen Werth, wenn in der Provinz Shantung Eisenbahnen gebaut und Bergwerte eröffnet werden. Aber das liegt Man kann freilich nicht erwarten, daß wir da immer in dem Die Besorgniß, daß der Dreibund erschüttert ist, ist noch in nebelhafter Ferne, während die Ausgaben für Kiautschou selben schnellen Tempo vorgehen, wie in den ersten Jahren, da das ganz unbegründet. Der Dreibund steht auf sicherer Basis, es ist sehr real sind. Jedenfalls ist aber Kiautschou mehr werth, als die große Gebäude der Sozialpolitik geschaffen wurde. Jetzt gilt, das das geschichtliche Ergebniß des Werdens dreier großer Staaten, er afrikanischen Sandlöcher.( Sehr richtig! links.) Mit kleinen Forde große Gebäude wohnlich, hell, geräumig und luftig auszugestalten. beruht auf flaren und einfachen Interessen. Da dem Dreibund rungen fing es an, jezt müssen wir für unsere afrikanischen Sie wissen aus der Thronrede, daß Ihnen das neue Invaliden- jeder aggressive Charakter fehlt und er mur der Aufrechterhaltung des Kolonien Millionen und Abermillionen ausgeben. Auch Neuguinea Versicherungs- Gesetz zugehen wird; es find Ihnen ferner Borschriften status quo dient, fomimt er letzten Endes allen Völkern fomnit jetzt auf den Reichsetat, nachdem die Neuguinea zur Ausdehnung der Schutzbestimmung auf die Angestellten im Handels- und der großen Sache des europäischen Friedens zu Kompagnie ihre Millionen verposamentirt hat.( Heiterkeit.) Nach einer gewerbe angekündigt worden. Aus den Zeitungen ersehen Sie, daß bestän- gute.( Bravo!) Doch will ich die Bemerkung nicht unterZeitungsnachricht soll Deutschland die Absicht haben, die Starolinen big neue Verordnungen erlassen werden. Wie kann man da von einem brücken, daß es am besten ist, über solche Bündnisse anzukaufen. Ich danke dem Papste noch heute, daß er uns Stillstand der Sozialpolitik sprechen? Ein Kulturstaat kann die soziale nicht zu viel zu sprechen; es geht mit den Allianzen wie mit feiner Zeit vor den Karolinen bewahrt hat.( Große Heiterkeit). In Gesetzgebung gar nicht zum Stillstand kommen lassen, weil er dann den Damen, die besten sind schließlich doch die, von denen nicht ge= der Kolonialverwaltung haben wir jetzt wieder einen neuen Herrn in seiner geistigen Entwickelung zurückgeworfen werden würde. sprochen wird.( Heiterkeit und Beifall.) ( Heiterkeit). Von den neuen Herrn weiß ich nur, daß sie immer Der Vorredner hat von der Minister Verantwort mehr kosten, als die alten. Sie schreiben ihren Namen zunächst durch lich leit gesprochen. Zunächst giebt es diese im deutschen Reiche gar nur erklären, es giebt allerlei Fragen, wo wir mit England zusammen Was unser Verhältniß zu England betrifft, so tann ich die Mehrausgabe von Millionen ein. Auch Herr v. Buchta scheint auf nicht, sondern nur eine Verantwortlichkeit des Herrn Reichskanzlers. gehen können ohne Schädigung unserer werthvollen Beziehungen. diesem Wege zu sein, unser früherer liebenswürdiger Kollege!( Heiterkeit.) Und Sie dürfen davon überzeugt sein, daß, wenn in diesem Punkte Es schweben mit England Verhandlungen, über die ich mich Es ist merkwürdig, wie viel stille Talente in der tonservativen Partei unhaltbare Zustände eingetreten wären, der Herr Reichstanzler längst nicht weiter auslassen fann. Unsere strenge Neutralität schlummern.( Große Heiterkeit.) Als Herr v. Podbielski sein seine Konsequenzen aus ihnen gezogen haben würde. spanisch amerikanischen Kriege wird allgemein an Amt antrat, da schiffte er mit tausend Masten auf den Ozean der Der Herr Abg. Richter hat auch von der längeren Aberfannt. Wir mußten den Dingen ihren Lauf lassen, nachdem die Post. Jetzt aber scheint er die Bahnen seines Vorgängers zu wesenheit des Kaisers gesprochen. Die Reise nach dem Versuche, dem Kriege vorzubeugen, gescheitert waren. Wir frageir wandeln. Ich erinnere mir an deffeu Stellung gegenüber dem Post- Orient diente hohen wichtigen politischen Zielen und nicht, wer hat recht und wer hat unrecht, mit dem Privatrecht hat assistenten- Verband. Anfangs erklärte er, er habe garnichts dagegen, hat auch große bedeutende Erfolge erzielt. Von die Politik nichts zu thun. Unser Verhalten hat so das Vertrauen daß die Postunterbeamten sich zusammenschließen zur Bertretung ihrer einer Stellvertretung, einer Regentschaft während der Ab- auf die Redlichkeit und Stetigkeit unserer Politik gestärkt. Die Berufsinteressen. Und nun plößlich dieses schroffe Borgehen gegenüber wesenheit des Kaisers konnte nach der Reichsverfaffung fonimerziellen Verhandlungen mit Amerika, die durch den Krieg dem Verbande. Dabei glaube ich nicht einmal, daß Herr v. Pod- nicht die Rede sein. Der Herr Abg. Richter kann auch nicht nach ins Stoden gerathen waren, find wieder aufgenommen bielski auf diese Weise etwas erreicht. Man fann Beamte nicht der weisen, daß durch diese Abwesenheit irgend welche Stocking in den worden. Auf beiden Seiten besteht der gute Wille, die art in ihrer Privatlektüre beschränken, es sei denn, man geht dazu Regierungsgeschäften eingetreten ist. Se. Majestät stand in forts freundschaftlichen Beziehungen auch über, sämmtliche Postbeamten wie Husaren zu währender Berbindung mit den leitenden Persönlichkeiten; er hat auch biete festzuhalten. Hoffen wir, daß sie zu günstigem Resultate auf kommerziellem Gekaserniren. In der Frage der Unterdrückung der Privat alle wichtigen Angelegenheiten erledigt, und selbst un unfommen! Ueberall suchen wir den Weltfrieden zu erhalten und posten glaubt man uns entgegengekommen zu sein. Aber für uns wichtige Geschäfte hat Seine Majestät während der Strapazen auch in Zukunft wird das deutsche Volk unter Führung seines Kaisers handelte es sich gar nicht um die Entschädigung der jeweiligen In der Reise sich zu fümmern die Beit gefunden. Die späte Einbei voller Wahrung seiner Interessen und unserer Zukunft, die auf haber der Privatposten, sondern wir wollen die Konkurrenz der berufung des Reichstages hängt damit in feiner Weise unserer Macht beruht eine Macht, die das Schwert ist Privatposten aufrechterhalten wissen im Interesse des Publikums. zusammen. Diese ist vielmehr verursacht durch die Häufung der fehlen, wo es sich um universelle Ziele, um den Schutz des WeltFraglich erscheint es mir, ob wir durch die Uebernahme des Geschäfte, vor deren Erledigung die Einberufung dem Kaiser nicht friedens handelt.( Bravo! rechts.) Checkverkehrs durch die Post nicht in die vom Reichstag im vorgeschlagen werden konnte. Der Etat wird immer umfangreicher, Interesse der Gemeindesparkassen abgelehnten Postsparkassen gerathen. daher immer schwieriger, so daß seine Herstellung faum in der Darauf wird die Weiterberathung bis Dienstag 1 Uhr verlagt. Zeit zwischen dem Auseinandergehen und der Wiedereinberufung des Reichstages bewerkstelligt werden kann, zumal dazwischen auch die Das muß näher untersucht werden. Hinzukommen. Aber eine vermissen wir, sie, die die Einlösung des Urlaubspausen der Beamten fallen. Die späte Einberufung des M Schluß 53/4 Uhr. niemals Der Heilbronner Wahl- Krawall Der Kreis der Vorlagen ist sehr groß und noch neue sollen Bersprechens des Reichskanzlers auf Aufhebung des Ber Reichstages hat daher lediglich ihre Ursache in sachlichen Gründen vor dem Schwurgericht. bindungsverbotes für Vereine darstellt. Warum liegt der Vorbereitung des Etats und anderer wichtiger Vorlagen. Ueber die Verhandlungen vom Sonnabend erhalten wir uns eine solche Vorlage nicht vor, wie sie jezt von den National- hier ist auch die Frage der Ausweisungen berührt folgende Mittheilungen: Die Beweisaufnahme wird fortgesetzt; liberalen beantragt ist? Im Handumdrehen, in zweimal vierund- worden; es ist nun zweifelhaft, ob das hohe Haus über- erster Zeuge ist der so sehr beliebte Oberbürgermeister zwanzig Stunden wäre die Vorlage erledigt und angenommen. haupt etwas damit zu thun hat. Die Ausweisungsbefugnisse eg e Imaier, der seinem Sozialisten haß in folgender ( Sehr richtig! links.) stehen ja in der Souveränetät jedes Bundesstaates und selbst Beugenaussage gründlich Luft macht: Die Thronrede kündigt den Entwurf eines Gesetzes zum wenn der Reichskanzler die Ausweisungen verhindern wollte, er Vorf.: Erzählen Sie, was Sie vom Wahlabend des 24. Juni Schuße der Arbeitswilligen an. Sehr auffällig erscheint, tönnte es garnicht. Was die Verhältnisse in Amerika anlangt, wiffen. 3euge: Ich kam Nachmittags um 3 Uhr von der daß diese Vorlage angekündigt wird, obwohl sie so habe ich, um ein Bild zu gewinnen, einen Sachverständigen letzten Wahlreise zurück und begab mich nach der Polizeiwache, um dem Bundesrathe noch gar nicht vorgelegen hat. dorthin geschickt, aus dessen Bericht Sie eingehender informirt den Polizei- Inspektor zu veranlassen, für den Abend Vorkehrungen Man kann doch nicht von der sicheren Annahme eines werden werden. zu treffen. Ich hatte die Ruhe störungen vorausgesehen. Gesezes sprechen, von dem man noch gar nicht In der Frage der amerikanischen Fleischeinfuhr wird Abends kam ich aus der„ Harmonie". Der Marktplay war schon weiß, wie es aus dem Bundesrath hervor allen Zweifeln durch einen Gesezentwurf begegnet werden, ganz voll, es wurden sofort Schimpfworte gegen mich gehen wird. Man hätte da vorsichtiger sein sollen, welcher die Bedingungen, unter welchen Fleisch eingeführt laut. Ein junger Mann pacte mich am Halse; es war nicht weit zumal der Gesezentwurf schon in seiner Borgeschichte recht werden kann, reichsgefeßlich allgemein regelt und damit jede von der„ Harmonie" und ich mußte ihm mit meinem Stod einen merkwürdige Debatten hervorgerufen hat. Der Schuß des gewerb Möglichkeit irgend eines Ston flifts mit Amerika beseitigt, die irgend gehörigen Hieb über das Gesicht geben, daß er mich losließ und in lichen Arbeitsverhältnisses ist eine rein thatsächliche Frage, die man welche Repressalien stellt. der Menge verschwand. Auf dem Markt herrschte ein Heidenlärm, gar nicht derart aufbauschen sollte, wie es bisher geschehen ist. Wenn Ich komme nun zu dem Gesezentwurf zum Schutz des gees waren Ruhestörungen der größten Art, wie ich sie in Friedens man glaubt, hier ohne ein neues Gesetz nicht auskommen zu können, werblichen Arbeitsverhältnisses. Der Herr Vorredner zeiten nicht erlebt habe. Auf der Polizeiwache fand ich die Nein! das war ein anderer. " " " wollte. Tokales. Bur Reform des städtischen Armenwesend Itur Mannschaft viel zu gering, man ersuchte mich, Militär zu requiriren, werden lassen müsse, geschwunden. Denn lediglich durch das Ver- I da schon Steine nach dem Rathhaus geflogen seien. Ich hörte, auch halten der Freisinnigen, von denen zweifellos einheitlich die weißen Kittler habe vor meiner Ankunft eine Nede gehalten, angeblich Stimmzettel abgegeben feien, wurde sowohl die Wahl Singer's als um die Leute zu beruhigen, in Wahrheit hatte die auch Schipper's zu Fall gebracht. Der Redner verwies sodann darauf, hat Stadtrath Münsterberg, der neue Vorsitzende der Armen Rede nur aufhegend gewirkt.() Um nicht sofort Militär zu daß von dem Parteitag der Fraktion zahlreiche Anträge überwiesen wurden direktion, in der letzten Versammlung der Armenkommissions- Vorrequiriren, ſegte ich den Feuermelder in Bewegung. Die Wehr tam und die Fraktion bereits auch mehrere Anträge an den Reichstag eingereicht steher auf eine ihn begrüßende Ansprache des Vorsitzenden dieser Verund es gelang ihr allmälig, zwei Hydranten aufzumachen. Jetzt hat. Um Schlusse seiner Ausführung sprach der Redner den Wunsch fammmlung erklärt, er habe nicht die Absicht, plögliche tam ein Steinhagel von der" Rose", man glaubte, daß aus Startätschen aus, daß die auf dem Stuttgarter Parteitage behandelten Fragen Neuerungen einzuführen; wo das jetzige System den geschossen würde. Plöglich wurde das Sprizen eingestellt, ich will recht eingehend in den Wahl- und Arbeiter- Bildungsvereinen erörtert modernen Ansprüchen nicht genüge und reformbedürftig sei, müsse mich nicht weiter darüber auslassen, von wem. werden mögen. Eine Diskussion wurde über diesen Bericht von den es umgebildet werden, doch seien neue Wege Wenn noch ein dritter Hydrant aufgemacht worden wäre, Delegirten der Konferenz nicht beliebt. Die Abrechnung des Zentral- sehr langsam und vorsichtig zu suchen. Bei wäre doch der Marktplag gesäubert worden. So mußte ich jetzt Wahlkomitees von der letzten Reichstagswahl, die den Delegirten den geschäftlichen Verhandlungen der Versammlung that das Militär holen. Als Ursache für die Krawalle sehe ich einmal gedruckt vorlag, wies eine Gesammteinnahme von 12 333,45 M. und Herr Münsterberg dann, in die Debatte eingreifend, einige weitere die schwache Besetzung der Polizeiwache an, dann aber mache eine Gesammtausgabe von 12 417,46. im bas josialbentottatile Wahltomitee für ben trauensmann Eberhardt, der befannt gab, baß ihm in der Beit be better warten ausgestellten Programms bilden. Ein ArmenKreis Ver- bemerkenswerthe Aeußerungen, die eine eigenartige Ergänzung seines Krawall verantwortlich. Wer weiß, wie die Menge des Wahlkampfes eine große Anzahl anonymer Zuschriften zu kommissions- Vorsteher flagte darüber, daß Personen, die am ersten systematisch aufgehegt worden ist durch Wahl gegangen sind, die eine recht niedrige und schmutzige Kampfesweise Tage des Monats das Almosen erheben, schon einige Tage darauf im reden, durch Flugblätter, wird mir recht geben. Solche der Gegner offenbaren, tritisirte das gesetzwidrige Vorgehen Asyl Aufnahme finden und hinterher bei der Entlassung eine MiethsDinge müssen ja bei Leuten, denen die richtige Beurtheilung fehlt, solche einiger Wahlvorsteher, die unsere Genossen aus dem Wahl- unterstützung erhalten. Herr M. versprach Abhilfe und bat um Mittheilung Folgen zeitigen. Ich stehe nicht an, dieser meiner Ueberzeugung hier an lokal verwiesen, und sonstige Vorkommnisse. Gleichzeitig ersuchte er, besonders schlimmer Fälle an die Armendirektion. Im Laufe der Debatte öffentlicher Gerichtsstelle Ausdruck zu geben. Vertheidiger in den einzelnen Orten dahin zu wirken, daß in Bukunft genügend über diese Angelegenheit führte er dann weiter aus, es sei schon Dr. Erlanger: Sind dem Zeugen sonst thatsächliche Kräfte zur Bewältigung der Wahlarbeiten vorhanden sind. Bei der aus erziehlichen Gründen wünschenswerth, daß Momente bekannt geworden, die ihm die Ueberzeugung beigebracht letzten Wahl hat das Komitee noch im letzten Augenblick ca. 180 Mann leichtfertige Perfonen auch einmal die Härte der Haben, daß das sozialdemokratische Wahlkomitee Schuld an dem zur Verfügung gestellt, aber mit einigen davon recht schlechte Er- Ermission tennen lernen, damit sie sich aus ihrer Krawall sei, ist ihm nicht bekannt, daß sowohl Kittler wie der Rosen- fahrungen gemacht, was für später vermieden werden müßte. Das Lethargie aufraffen. Alleinstehende Personen, denen es an wirth Schäffler Beruhigungsreden gehalten haben? Zentral- Wahlkomitee wurde sodann auf Antrag des Revisoren Arbeitslust mangele und die dem Trunk ergeben seien, 3enge: Das ist ja iminer so: erst hebt man die Leute Peters entlastet. Nach einem furzen Bericht über die Thätigkeit dürften unter unter feinen Umständen Geldunterstützung erhalten. auf, dann, wenn man ihrer nicht mehr Herr ist, fucht man zu der Preßkommission, den Jungandreas- Rigdorf und Görke- Sie gehörten ins Arbeitshaus, wo ihnen neben Unter beruhigen. Die erste Nede Kittler's hat, wie mir gemeldet Charlottenburg erstatteten, entspann sich eine lebhafte Diskussion. stüßung auch Aufsicht zu theil werde. Herr Münsterberg denkt wurde, direkt aufreizend gewirkt.- Dr. Erlanger: Mußten Hähne I- Briz führt Beschwerde, daß die eingesandten Ver- also ein strengeres Regiment git führen. Nun Sie sich nicht sagen, daß das Spritzen völlig unzwed- sammlungsberichte von den Vereins- sowie von den öffentlichen mag es auf den ersten Blick durchaus gerechtfertigt erscheinen, daß mäßig ist, die nächſtſtehenden bon er mäßig ist, die Nächststehenden, die nicht weg tönnen, Versammlungen aus den Vororten von der Redaktion des Vor- gegen Trunksüchtige und Arbeitsunluftige mit aller Rüdsichtslosigkeit es auf den ersten Blick durchaus gerechtfertigt erscheinen, daß werden ain empfindlichsten getroffen, die hinten stehenden wärts" sehr gekürzt werden und meistens sehr spät oder verfahren wird. Oft wird zur Begründung eines solchen Verfahrens werden kaum gestört. 3euge: Wer bei solchem Krawall vorn steht, auch gar nicht gebracht werden. Eine von Brig ein angeführt, das liege vor allem auch im Interesse der nüchternen dem geschieht recht, wenn mit ihm gemacht wird, was ihm gesandte Notiz für den lokalen Theil wurde ebenfalls nicht und fleißigen Armen, denen das zugewendet werden könne, was gebührt. Dr. Erlanger: Er kann doch nicht fort. Noch aufgenommen. Er befürwortet einen Antrag, nach welchem der man den arbeitsscheuen und dem Trunte ergebenen Personen ent eine Frage: Sie erzählten von einem Schlage, den Sie bekommen Vorwärts" den Verhältnissen in den Vororten mehr Rechnung ziehe. Bisher haben sich die Kommissionen verschieden zu dieser Frage haben. Ist das der Schlag, den Sie von Ihrem Freunde, dem tragen folle. Schneider Adlershof ist gleichfalls der Meinung, gestellt. Speziell hinsichtlich der Trunksüchtigen sind manche der Schultheiß von Abstadt erhalten haben?( Heiterkeit.)- 3euge: daß die Interessen der Vororte vom Vorwärts zu wenig gewürdigt Ansicht gewesen, daß ein Verarmter auch dann zu unterſtüßen sei, Berth. Dr. Erlanger: Wollen werden. Hoppe Rirdorf hält eine größere Berücksichtigung der wenn er durch Trunksucht verarmt ist. Andere haben schon immer Sie sich über den Freundesschlag noch etwas näher auslassen, Vororte im Vorwärts" ebenfalls für nothwendig. Zubeil hofft, den Standpunkt vertreten, den jetzt Münsterberg als den allein richtigen er scheint mir die Hauptthätlichkeit gegen Sie darzustellen.( Heiterkeit.) daß schließlich doch wieder die Jnteressen der Vororte durch ein empfiehlt. Vermuthlich wird nun in Zukunft allgemein nach Beuge: Ja, es war ein Mißverständniß, der Schultheiß hatte eigenes Organ vertreten werden, weil der„ Vorwärts" für die dieser von ihm gegebenen Nichtschnur verfahren werden. Darin liegt einen Schlag bekommen und hieb nun um sich und traf dabei mich. Vororte durchaus nicht genügt. Der Redner befürwortet in längeren aber eine Gefahr für alle Armen, die auf städtische Fürsorge Ich bin gewohnt, jeden, der mich haut, wieder Ausführungen, daß dem zuhauen, und so bekam der Schultheiß auch von mir einen Woche eine besondere Beilage für die Vororte beigegeben Verwaltungskörpers ein solcher Grundsatz aufgestellt wird, sind die Vorwärts" wenigstens einmal in der angewiesen sind. Allemal, wenn von dem obersten Leiter eines Schlag. Die Identität des Schultheiß wurde schon auf der Polizei- wird. In dieser Beilage sollen gute Auszüge über die Verhand- ausführenden Organe, in diesem Falle die Armienkommissionen, nur wache festgestellt und der Herr Schultheiß hat mich dann um Ver- lungen der Gemeinderathssizungen enthalten sein und über alle zu leicht geneigt, rein schematisch zu verfahren und zeihung gebeten. Verth. Dr. Erlanger: Durch das Bureau örtlichen Angelegenheiten berichtet werden. Der lokale Theil für übereifrig den Unschuldigen mit dem Schuldigen Reuter sind alarmirende Nachrichten über erhebliche Verlegungen Berlin könnte durch Weglassung unwichtiger Dinge beschränkt und leiden zu lassen. Da wird nicht nur mancher Arme zu den beint Strawall verbreitet worden. Wiſſen Sie, wer diese Nachrichten dafür die Vororte berücksichtigt werden. Gör te bemängelt, daß die Trunksüchtigen und Arbeitsschenen gerechnet werden, ohne es zu berbreitet hat. Zeuge: Nein. Berth. Dr. Erlanger: hier von verschiedenen Seiten vorgebrachten Beschwerden über den verdienen, Wissen Sie, daß durch Ihr Erscheinen auf dem Markt der Lärm Vorwärts" nicht der Breßkommission unterbreitet worden sind und Ermission kennen lernen" lassen, obwohl diese erziehliche" Einman wird vielleicht auch manchen„ die Härte der nur größer geworden ist? Beuge: Ich habe den Lärm weist im weiteren wiederholt auf die technischen und finanziellen wirkung bei ihm durchaus nicht nöthig ist. Dabei wird für die vorher nicht gehört und kann das nicht beurtheilen. Schwierigkeiten hin, die den Wünschen der Genossen anderen Armen nicht einmal etwas durch ein solches Verfahren Es werden sodann eine Anzahl Feuerwehrleute ver- aus den Vororten entgegenstehen. Scharenberg, der sich für gewonnen. Was durch diese, sei es berechtigte, sei es unberechtigte nommen, die aber in der Angelegenheit nichts wesentlich neues zu den Antrag von Zubeil ausspricht, giebt der Meinung Ausdruck, daß Härte erspart wird, das pflegt nicht den im höheren Grade Be befunden wissen. die bemängelte Berichterstattung auf die schlechte Abfassung der Be- dürftigen zu gute zu kommen, sondern es geht in den Stadtsäckel Dem Verhör Hegelmaier's ist noch hinzuzufezen: Vertheidiger richte seitens der vielfach ungeübten Schriftführer von den betreffen zurüd. Man wartet in Berlin schon lange auf eine Reform des Dr. Erlanger: Der Herr Ober- Bürgermeister hat vorhin gesagt, den Versammlungen zurückzuführen sei. Baier veriveist darauf, tädtischen Armenvesens, und man erwartet sie besonders von Herrn er wolle fich nicht äußern darüber, weshalb das Sprizen plöglich daß dadurch, daß der Vorwärts" die örtlichen Angelegenheiten zu Stadtrath Münsterberg. Der neue Leiter unseres Armenvejens will eingestellt worden ist. Ist ihm nicht bekannt, daß sein Vor- wenig behandelt, auch die Agitation sehr erschwert wird. Zu diesem neue Wege nur sehr langsam und vorsichtig suchen". Es wäre gut, gefester, der Regierungsrath Maier befohlen hat, das Sprigen ein- Punkt äußern sich noch Köster, Klein- Rigdorf und mehrere wenn er den Weg größerer Härte, auf den diese seine erste Maßzustellen? 3euge: Gewiß, weiß ich das. Ich bin nur der andere Redner, die alle der Meinung sind, daß der Vorwärts" den regel hinweist, mit besonderer Vorsicht und Langsam Ueberzeugung, daß ich der Menge Herr geworden Vororten mehr Rechnung tragen müsse. Der Antrag der Brizer teit beträte, oder noch besser: überhaupt nicht betreten wäre, wenn ich noch den dritten Hydranten in Genossen, daß die Preßkommission dafür eintreten solle, daß der Bewegung gesett hätte. Werth. Das ist eben Vorwärts" die Interessen der Vororte mehr als bisher berücksichtigt Ansichtssache. Wissen Sie, daß der Wirth Schäffler erheblich verlegt und der Antrag von Zubeil, daß dem„ Vorwärts" mindestens einmal worden ist? 8euge: Ich weiß nur, daß er einen Steinwurf wöchentlich eine Beilage für die Vororte beigegeben wird, gelangten Bersammlung der Schulkommiffions- Vorsteher theilte der Vorsitzende Polizeiliche Vorführung von Schulkindern. In der letzten erhalten hat, der eigentlich mir zugedacht gewesen ist. hierauf einstimmig zur Annahme. In die Breßkommission wurden, den Inhalt eines Schreibens des Polizeipräsidiums mit, welcher da Die Aussage des Pächters der Rathsteller- Wirthschaft bietet nachdem Görke und Jungandreas eine Wiederwahl abgelehnt hatten, hin lautete, daß das Polizeipräsidium bereit sei. durch den gewünschten nichts von Belang; ebenso fügen die Aussagen verschiedener Anhänger Otto Klein, Rigdorf, Kaiser Friedrichstr. 236 und H. Köster, Beistand bei Vorführung der fäumigen Schulkinder durch Schuyleute des Herrn Hegelmaier dem Bilde keine neuen Striche hinzu. Beachtens Schöneberg, Koburgstr. 5, delegirt. Als Mitglied der Agitations- nach wie vor mitzuwirken, vorausgesetzt, daß alle übrigen Mittel fich werth ist folgende Aussage: Beuge Weingärtner Drau bekundet, daß kommission für die Provinz Brandenburg wurde Schnell, Char- als wirkungslos erwiesen haben. Es empfehle sich zur Vereinfachung Rufe ertönt seien gegen Hegelmaier wie„ Brotvertheurer"," Sau- lottenburg, Bismarcstr. 84. Quergeb. III, gewählt. Der von dem des Verfahrens, die bezüglichen Gesuche direkt an die Polizeireviere Bauernbündler" 2c. Einen Schußmann, der vor dem Rathhausteller Vertreter der Brandenburger Agitationskommission Genossen zu richten, da dieselben angewiesen seien, denselben fofort Genüge mit gezogenem Säbel stand, habe man hineinzudrängen versucht. Schuster eingehend begründete Antrag: der Kommission pro 3 richten, da dieselben angewieſen ſeien, denselben sofort Genüge Sein Schwager habe ihn schon nachmittags erzählt, er habe gehört, Jahr 500 M. zu überweisen, wurde von der Konferenz abgelehnt, zu leisten. Hoffentlich macht die Schulkommission von diesem Mittel daß abends der Rathsfeller demolirt werden solle, wenn und nachdem Zubeil, Eberhardt und Massuch auf die Hegelmaier gewählt würde. Die Steine feien seiner Schwierigkeit bei der Agitation im Kreise hingewiesen, Stipendien für junge Handwerker 2c. Die im Jahre 1881 Ansicht nach aus der„ Rose" herausgeworfen worden, er könne es aber die außerordentliche Kosten verursache, welche von dem Kreis gegründete„ Stiftung der Berliner Gewerbe Ausstellung im nicht sagen. In solchen Momenten müsse man flüchten, um sich das selbständig aufgebracht werden, wurde der Kommission Jahre 1879" verwendet die Zinsen von 300 000 M. zu Beihilfen an Leben zu sichern. ein jährlicher Beitrag von 150 m. bewilligt. Als Mitglied der die der Industrie und dem Gewerbe sich widmende Jugend behufs Beuge Kaufmann Freihardt bezeichnet die Ruhestörer als Rotalfommission wurde hierauf Wilh. Kraft, Rigdorf, Schönweider- Aneignung einer gediegenen gewerbtechnischen und kunstgewerblichen junge und ganz junge Leute. Es hat einen Steinwerfer Straße 9, Quergeb. 3. Tr., gewählt. Unter Streisangelegenheiten" wurde Ausbildung für ihren Beruf. Gesuche um Gewährung solcher Beiaus dem hinteren Hofe der" Rose" herauskommen sehen, ob der von Köster der Wunsch geäußert, daß die am 3. Weihnachtstag zu- hilfen sind nur in der Zeit vom 1. Januar bis 1. Februar jeden Werfer wieder in die" Rose" zurückgegangen ist, weiß Zeuge nicht. fammentretende jozialdemokratische Gemeindevertreter- Konferenz ihre Jahres an das„ Kuratorium der Stiftung der Berliner GewerbeAm Montag früh 10 Uhr soll die Beweisaufnahme fortgesezt Tagesordnung erweitert. Und zwar soll über die Taftit in den Ausstellung im Jahre 1879", Stralauerstr. 3-6, 1 Tr. rechts, werden. fommunalen Angelegenheiten berathen und über Mittel und Wege Bimmer Nr. 4, schriftlich einzureichen unter Beifügung des Lebensdiskutirt werden, wonach eine bessere Publikation über die Thätigkeit laufs, eines polizeilichen Führungsattestes, der Spulzeugnisse und Meiling wünscht feruer, daß die Delegirten zur Gemeindevertreter- ftellers. Die etwa außer der genannten Frist eingehenden Gesuche Konferenz ersucht werden sollen, die in den einzelnen Orten bei den können nicht berücksichtigt werden. Gemeindevertreter- Wahlen herausgegebenen Flugblätter der Konferenz tagte am Sonntag im Lokale von Zubeil in Berlin. Besucht war zu unterbreiten. Nachdem Zubeil mitgetheilt hatte, daß die Die erste Serie der Berliner Hochschulkurse hat, wenn wir die Konferenz von 47 Delegirten aus 18 Orten. Außerdem waren Herausgabe der auf der vorigen Konferenz beschlossenen Broschüre nicht irren, mit den Vorlesungen am Freitag ihren Abschluß erhalten. anwesend: Der Abgeordnete des Kreises, der Kreisvertrauensmann noch nicht erfolgen konnte, weil trog aller Bemühungen das Materiat Es war uns nicht möglich, jeden einzelnen Kursus bis zum Schluß und dessen Stellvertreter, das Zentral- Wahlfomitee und die Preß- über das genaue Stimmenverhältniß im Kreise von den Jahren zu besuchen, wir beschränkten uns deshalb auf zwei, von welchen in tommission, sowie ein Mitglied der Agitationskommission für die 1887 und 1890 noch aussteht, wurde beschlossen, noch bis Neujahr dem einen ein vollswirthschaftliches, in dem anderen ein juristisches Provinz Brandenburg. Nach der Konstituirung des Bureaus, in das zu warten und der gewählten Kommission aufgegeben, die Broschüre Thema zur Behandlung aufgestellt war. Des Vortragszyklus des Herrn die Genossen Hoppe, Baier und Borheimer gewählt wurden, und der dann aber unter allen Umständen fertig zu stellen. Ein Antrag Prof. Schmoller ist bereits Erwähnung geschehen; es sei uns für Wahl einer Mandats- Prüfungskommission, berichtete Köster über der Charlottenburger Genossen, die Kosten der Delegationen zu allen heute gestattet, über die Vorträge des Herrn Prof. Kahĭ noch die Berhandlungen auf der Brandenburger Provinzial Stonferenz. Streisangelegenheiten nicht mehr den einzelnen Orten zu überlassen, einiges zu fagen. Der Herr Professor sprach über die deutsche Er verwies darauf, daß die Anträge des Kreises bezüglich der Er- sondern vom Kreise zu decken, wurde nach kurzer Begründung durch Reichsverfassung und entledigte sich seiner Aufgabe, soweit es weiterung der Agitationskommission für die Provinz Brandenburg Sellin einstimmig angenommen. Als Zehrgelder wurden zwei sich darum handelte, in populärer Weise dem Zuhörer ein trockenes durch je ein Mitglied des Teltower und Niederbarnimer Kreises, sowie Mart festgesetzt und ferner soll den Delegirten das Fahrgeld er juristisches Thema zum Verständniß zu bringen, mit vielem Geschick. die Einberufung einer Gemeindevertreter- Konferenz die Zustimmung fetzt werden. In längeren Ausführungen befürwortet sodann Das Thema fonnte natürlich in den sechs Vorträgen nicht erschöpfend des Brandenburger Parteitages fanden. Die Verhandlungen be- 3ubeil die Verbreitung der von der„ Brandenburger Zeitung" ge- behandelt werden und so entstand manche empfindliche Lücke. zeichnet er als sehr befriedigende und wünscht, daß den Beschlüssen planten Wochenausgabe im Kreise. Er erinnerte daran, daß sich die Diese Mängel mußten leider um so stärker hervortreten, als der der Provinzialkonferenz entsprechend bei der Agitation auch in diesem Wahl- Zeitung", gelegentlich der letzten Reichstagswahl sehr gut be- Vortragende sich mit Vorliebe geschichtlicher Exkursionen hinKreise die polnische Arbeiterbevölkerung berücksichtigt werde. Hierauf gab währt habe, daß insbesondere das Wochenblatt Der arme Leufel" gab, die in Form und Inhalt mehr den Bedürfnissen eines ton Bubeil den Bericht über den Stuttgarter Parteitag. Er erinnerte fehr gut gewirkt und sich in kurzer Zeit einen sehr großen Leserkreis fervativen Bürgervereins angepaßt waren, als den Ansprüchen, die an die Diskussion über die Taktik der Partei und gab der Meinung verschafft habe. Ein solches Wochenblatt, das allerdings nicht mehr man an einen Hochschulkursus richtet. Geradezu peinlich empfanden Ausdruck, daß die Ansichten Heine's und Bernstein's, wie als 5 Pf. pro Nummer kosten dürfe, die örtlichen Angelegenheiten es einige Zuhörer, in welcher Weise Herr Professor Kahl seine dies auch auf dem Stuttgarter Parteitag zweifellos zum Ausdrud im Simme der Sozialdemokratie behandle und in jeder Weise persönlichen Eindrüde, die er als Offizier des Jägerbataillons bei fam, keineswegs die maßgebenden in der Partei seien. Die populär geschrieben sei, würde zweifellos, wenn die Genossen dafür der Belagerung von Paris seinerzeit aufgezeichnet hatte, zum VorKompensationspolitik, die angeblich zur Danipfersubvention von thätig sind, bald Eingang bei der ländlichen Bevölkerung finden. trag brachte. Diese Dinge standen nur in sehr losem Zusammens Engels in Vorschlag gebracht wurde, unterscheide sich sehr wesentlich Dadurch werde ein geistiges Bindeglied für den ganzen Kreis hange mit dem eigentlichen Thema. Die etwas schwärmerisch gevon der, die Heine befürwortet habe. Die Demokratifirung des geschaffen, die Bevölkerung auf dem flachen Lande mit den Ideen haltenen Aufzeichnungen eines jungen Offiziers mögen in einer UnterBürgerthums schreite durchaus nicht vorwärts, wie von einem Theil der des Sozialismus eher vertraut werden und die Agitation wesentlich haltungs- Literatur für Pensionsdamen eine Stätte finden, für ernste Parteigenoffen angenommen werde, sondern, wie die verschiedensten erleichtert und sich auch billiger gestalten. Nachdem sich mehrere Männer find solche Jünglingsphantasien aber fein Stoff der Vorkommnisse der letzten Zeit zur Genüge lehren, ist das Bürger- Redner in ähnlicher Weise geäußert hatten, stimnite die Konferenz Belehrung. Diese temperamentvollen Schilderungen, die sich oft thum reaktionärer geworden. Eine demokratische Regierung könne den Ausführungen Zubeil's, das geplante Wochenblatt auch in diesem start im politischen Fahrwasser bewegten, brachten es mit sich, daß also nur aus der Arbeiterklasse hervorgehen, bei der dann aber die Streise einzuführen, zu. Nachdem noch bestimmt worden war, daß an den Vortragenden auch manche verfängliche Fragen gelangten, in Aussicht gestellte Stompensationspolitik überflüssig fei. Jeder Schöneberg, Schmargendorf und Mariendorf die Wahl der denen schwer zu entgehen war. So z. B. wollte die Lippische anderen Regierung Kanonen für Volksrechte zu bewilligen, sei sehr Revisoren vorzunehmen haben, wurde beschlossen, daß über Frage" nicht verschwinden, auf die nach der einen Seite hin der Vorgefährlich, da sie nicht die Gewähr biete, daß nicht die bewilligten die Verhandlungen der Kreiskonferenzen ein Protokoll zu tragende eine Beantwortung ablehnte. Wir haben dagegen nichts Kanonen dazu benutzt werden, um die Ausführung der gewährten führen ist, das in der darauffolgenden Konferenz zur einzuwenden, es ist aber nothwendig, daß dann vom Redner selbst Boltsrechte zu verhindern. Nachdem der Redner sich zur Zollpolitit Verlesung gelangt. Nach Erledigung einiger weiterer Punkte wurde eine weise Beschränkung auf politischem Gebiet geübt wird. Wir geäußert, wobei er anführte, daß die Sozialdemokratie bei von neuem darauf hingewiesen, daß die Delegirten nach dem sind auch der Meinung, daß die patriotische Freude, die der Herr dem Abschlusse der Handelsverträge mit Entschiedenheit für die Organisationsstatut politisch organisirt sein müssen, daß es aber Prof. Stahl, wie er sich ausdrüdte, mit seinen Vorträgen am deutschen Herabsetzung der Bölle, insbesondere der auf Lebensmittel, ein auch ihre Pflicht ist, der Berufsorganisation, wenn eine solche be- Baterlande erwecken wollte, von dem löblichen Grundsatz, streng treten werde, wendete er sich der Frage der Landtagswahlen zu und steht, anzugehören und für dieselbe zu wirken. Hierauf war die wissenschaftliche Forschungen vorzutragen, etwas abseits liegt. meinte, daß durch den Ausfall der Wahlen zum preußischen Landtage Tagesordnung erledigt und wurde die Konferenz vom Vorfißenden Solche fleinen Uebel, die zu erwarten waren, fönnen auch die enragirtesten Anhänger der Wahlbetheiligung die Lust für Genossen oppe, nachdem er noch für eine recht rege Bethätigung natürlich das Gesammturtheil über die Hochschulkurse nicht eine weitere Betheiligung verloren hätten. Auch durch die jüngsten im Interesse der Partei plädirt hatte, mit einem Hoch auf die erschüttern. Ihre Errichtung entsprach einem längst empfundenen Vorkommnisse im Reichstage gelegentlich der Bureauwahlen sei die internationale Sozialdemokratie, in das die Delegirten begeistert Bedürfniß, und dem Bildungsdrange weiter Schichten der Bevölke Begeisterung bei denjenigen, die noch an eine bürgerliche Demokratie einstimmten, geschlossen. rung kann bei dem weiteren Ausbau dieses Instituts nach vielen glaubten, der man bei den Landtagswahlen die Unterstützung zu theil Seiten Befriedigung gewährt werden. Und wenn schließlich Herr W nur im äußersten Nothfall Gebranch. Па Eine Kreiskonferenz für den Wahlkreis Teltow- Beeskow- der Gemeindevertreter in Intereſſe der Wähler, ermöglicht wird. sonstiger Zeugnisse des Lehrherrn bezw. Arbeitgebers des Antrag Storkow- Charlottenburg " �rof. Kahl in fernem Schlußwort sehr entschieden geaen den in einem kleinen Theil der Presse erhobenen Vorwurf,' die Lehrer der Hochschule seien von einer V i I.d u n g s h e u ch e l e i befallen. Protest erhob, so finden wir diese Abwehr sehr berechtiqt. Mit jolchen von der reaktionären Presse beliebten Unterstellungen kann man iede Besserung unseres Schulwesens bekämpfen. Aber gerade auf dein Gebiet der Schule sieht es bei uns sehr trübe aus, und es ist deshalb freudig zu begrüßen, daß die ersten Versuche mit den »ochichulkursen geglückt sind und trotz der vielen Anfeindungen zur weitere» Ausführung kommen. Zur Kenuzcichming des sittlichen Niveaus, auf dem ein Sheii unserer Gegner steht, mag folgende amiisante Auslassung der „Deutschen Tageszeitung" dienen:„Der sozialdemokratische Parteitag snr Brandenburg hat das Zusammentreten der sozialdemokratischen Gemeindevertreter der Provinz beschlossen. Dies wird am dritten Weihnachtsfeiertage in einer Kneipe in Berlin erfolgen. Dazu haben die leitenden Genossen einen Programm-Entwurf hergestellt, der manches Interessante bietet. So fordert der Entwurf u. a. Er- richtnng von Schulkantinen zur Verpflegung der Schulkinder. Wir wundern uns wirklich, daß nicht völlige Verpflegung und freie Wohnung für die Kinder gefordert wird, die ja bei dem mangelnden Faniilienleben den Genossen doch nur eine Last sind. Selbst- verständlich werden auch sonst die weitgehendsten Wünsche laut. Die Abneigung gegen jede behördliche Beaufsichtigung zeigt sich bei der Forderung der Errichtung von Asylen und Wärmehallen ohne polizeiliche Kontrolle. Der Erfolg der Durchführung dieser Forderung wäre selbstverständlich die Ansammlung eines Janhagels in Berlin, die aller Beschreibung spotten würde."— Was soll man vom Ochsen anderes verlangen als Rindfleisch und vom nothleidenden Schnapsjunker anderes als Rohheit? Das Komitee zur Errichtung eines Denkmals für die Märzgefallenen ersucht uns, folgenden Aufruf zu veröffentlichen: Das Komitee hat beschlossen, zum 18. März k. I. eine Dar- stellung der Kämpfe um das Denkmal vom Jahre 1348 bis heute in Form einer Broschüre erscheinen zu lassen. Dieselbe soll den Titel führen: Die Kämpfe um ein Märzdenkmal 1848— 18S8. Ein Beitrag zur Kultur und Sittengeschichte unserer Zeit. Ein Denkmal für die Märzgefallenen. Im Auftrage des Denkmals-Komitee's bearbeitet von Heinz Krieger. Wir glauben damit eine uns ob- liegende Pflicht gegenüber der Oefientlichkeit zu erfüllen. Gleich- zeitig bitten wir alle diejenigen, welche noch Sammellisten und Beiträge für das Denkmal in Händen haben, beides gefälligst alsbald unserem Schatzmeister Herrn Direktor Moritz, Berlin C., Klosterstraße 79 III, einzusenden, damit wir öffentlich Rechnung legen und einen Beschluß über die Verwendung der noch vorhandenen Mittel herbeiführen können. Eduard Müllerstädt ist am Sonntag Nachmittag im Alter von 71 Jahren gestorben. Der Verstorbene, von Beruf Zigarren- arbeiter, ivar namentlich in Arbeiter- Sängerkreisen eine allbekannte Persönlichkeit. Die Beerdigung findet morgen, Mittwoch, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Elisabeth-Kirchhofes in der Prinzen-Allee aus statt. Die Wärmehalleu in den Stadtbahnbogen am Alexander- platz sind am Montag Morgen um 7 Uhr wieder geöffnet worden. Daß trotz der milden Witterung die Eröffnung ein Bedürfniß war, zeigte der Besuch. Um 9 Uhr hatten sich schon rund ö(X) Gäste ein- gefunden. Nach einer kleinen Stärkung entfernten sich die meisten bald wieder. Um Mittag herum waren vielleicht noch 109 Per- sonen da. Nahezu an Erpressung grenzt ein Versuch, den ein HauS- b e s i tz e r gemacht hat, um einen Miether zu veranlassen, durchaus berechtigte Ansprüche dem Hausbesitzer gegenüber fallen zu lassen. Ein Arbeiter miethete in Moabit eine Wohnung zum 1. Oktober mit der ausdrücklichen Bedingung, daß ihm auch ein Boden- und ein Kellerraum zur Verfügung gestellt würde. Diese Bedingung ist auch schriftlich in den Mie'thsvertrag aufgenommen. Vertrauensvoll be- zahlte der Miether beim Einzüge am i. Oktober die volle Miethe, trotz- dem ihm Keller und Boden nicht sofort zngetheilt wurden. Da er trotz mehrfachen nachdrücklichen Mahnens auch bis zum 1. November die ihm vertragsmäßig zustehenden Nebeuräume nicht erhielt, machte er einen Abzug an der Miethe, was zur Verweigerung der Annahme der gekürzten Miethe seitens des Verwalters führte. Die Dezember- miethe wurde gegen den Willen des Miethers als Novembermiethe gebucht. Einen Keller hat er inzwischen angewiesen erhalten; auf sein Verlangen nach einem Bodenraum erhielt er folgende Zuschrift: „Hierdurch theile ich Ihnen mit, daß, wenn Sie nicht bis morgen Abend 7 Uhr die Miethe für Dezember 1893 bei Herrn Verwalter... voll und ganz bezahlt haben, ich sofort an Herrn Direktor... bei... beschwerdeführend über Ihre unter- lassene Zahlung schreiben werde. Die unangenehmen Folgen für Sie werden Sie wohl kennen." Also anstatt den zivilrechtlichen Streit mit seinem Miether von dem Gericht, entscheiden zu lassen, stellt der Hausbesitzer seinem Miether eine— noch dazu der Wahr- heit nicht entsprechende Denunziation bei seinem Arbeitgeber in Aussicht. Der Name des edlen Hausbesitzers in Moabit ist im Bureau des Vereins Berliner Wohnungsmiether, Solmsstr. 39, beim Amtmann Bahrfeldt zu erfahren. Der gestrige„silberne" Sonntag ist verregnet. Das leidlich gute Wetter am Vormittag hatte zwar in den Mittagsstunden viele Landleute nach Berlin geführt, der für den Nachmittag erhoffte Nach- schub aus der näheren Umgebung blieb aber aus. Das Berliner Publikum hielt sich sowohl in Schau- wie in Kauflust sehr zurück, gekauft wurde in größerem Umfange eigentlich nur von Leuten ze., die Weihnachtsgeschenke in die Heimath senden wollen und den gestrigen Sonntag benutzen mußten. Im allgemeinen erreichte das gestrige Geschäft kaum die Höhe des.kupfernen" Sonntags. Kirchliches. Abermals ist in unserer glaubenslosen Wüstenei am Sonntag ein neues„Gotteshaus" eingeweiht worden; diesmal in Charlottenburg. Die Einweihung der neuen„Trinitatiskirche" fand unter dem üblichen militärischen Gepränge in Gegenwart des Kaiserpaares statt. Der Altarteppich ist von der Finna H. Israel gestiftet worden.— Ein Gerücht, daß die„Kaiser Wilhelm Ge- dächtnißkirche" durch bedenkliche Risse gefährdet sei, welche sich an den Fundamenten des Hauptthurmes zeigten, war, der Charlotten- bnrger„Neue Zeit" zufolge, in den letzten Tagen verbreitet, hat sich jetzt aber als grundlos' herausgestellt.— Die nicht ganz neue Meldung, daß namentlich die evangelische Kirche im allgemeinen zahlreiche Risse zeigt, ist aus guten Gründen nicht dementirt worden. Et»«eucs Licbesdrama. Ein Mord- und Selbst- Mordversuch auf offener Straße erregte Sonntag Mittag im Südosten der Stadt großes Aussehen. Es handelt sich wiederum eine Liebesgeschichte. Der 17j- Jahre alte Handlungsgehilfe Johannes Witte, der bei seiner Mutter in der Naunynslraße 29 wohnt, lernte in der Tanzstunde die 16 Jahre alte Verkäuferin Rosa Neu- mann aus der Annenstraße 2 kennen und verliebte sich in sie. Rosa Neumann nahm seine Neigung niemals ernst. Die Liebesgedanken machten den jungen Mann so nachlässig, daß er seine Stellung in einem Schreibmaschinengeschäft in der Leipzigerstraße verlor. Sonn- tag in der elften Stunde erwartete er seine Geliebte. Diese kam auch, erklärte ihm aber unzweideutig, daß sie ihn nicht möge. Danach ging sie mit ihm nach dem Lausitzer Platz. Hier promenirte das Pärchen bis um 12 Uhr an der Emmauskirckie auf und ab. Witte erklärte seiner Geliebten, daß er sie und sich aus der Stelle niederschießen werde, wenn sie seine Liebe auch fernerhin verschmähe. Rosa Neumann hielt die Drohung nicht für ernst und wandte sich zum Gehen. In diesem Augenblick zog der junge Mann einen Revolver aus der Tasche und drückte ab. Ein Schuß krachte, aber die Kugel verfehlte ihr Ziel: sie beschädigte das Jackett des Mädchens. Von allen Seiten liefen Leute herbei, aber bevor jemand Witte die Waffe ent- reißen konnte, setzte er sie sich an die rechte Schläfe, jagte sich eine Kugel in den Kopf und brach schwer verwundet zusammen. Ein Schutzmann brachte ihn nach der Charitee. Der Verletzte starb im Laufe des Nachmittags, ohne wieder zur Besinnung gekommen zu fein. Das Mädchen tonnte, nachdem es sich von dem Schreck erholt hatte, seine Berufsarbeit verrichten. Zum Fall Tausch. Zu den ZeitungZmittheilungen über den gegenwärtigen Stand des Disziplinarverfahrens gegen Herrn von Tausch schreibt eine hiesige Korrespondenz: Wie wir zuverlässig er- fahren, hat das Staatsministerium als Berufungsinstanz seine Ent- scheidung noch nicht gettoffen und auch nicht treffen können, weil ihm der Spruch des Disziplinarhofs erst in den letzten Tagen zugegangen ist. Nachdem dies geschehen, wird die Entscheidung des Staats- Ministeriums nicht mehr lange auf sich warten lassen. In unter« richteten Kreisen will man wissen, daß der Disziplinarhof die ihm unterbreitete Angelegenheit sehr viel ernster aufsaßt, als dies von der Disziplinarkammer des Polizeipräsidiums geschehen ist, und daß voraussichtlich das Staatsministerium sich ihm anschließen wird.— Soll uns verlangen l Der Nachlaßpfleger der ermordeten Rosiua Kaiser hat erst jetzt ermittelt, daß bei der Mordthat auch eine silberne Brache von der Größe eines Fünfmarkstücks geraubt ist. Es ist das eine vom Berliner Hausfrauen-Verein der Kaiser verliehene Auszeichnung „für langjährige treue Dienste". Auf der einen Seite zeigt die Brache auf dem erhabenen Mittelfelde die Buchstaben II. F. V. B, (Hausfrauen-Verein Berlins, deren obere Ränder vergoldet sind. Da nicht ausgeschlossen ist, daß der Raubmörder Wegner die Brochs irgendwo gezeigt oder veräußert hat, werden alle Diejenigen, die über deren Verbleib Auskunft geben können, ersucht, solche dem Polizeipräsidium zu übermitteln, Die verschwundene Frau von Orsfeld aus der Deffauer- straße hat man im Krankenhause zu Charlottenburg wiedergefunden. Auf einem Spaziergange war die alte Dame in der Keithstraße vom Schlage getroffen worden. NugliilkSfall. Von der Staatsanwaltschaft ist die Leiche des 35 Jahre alten Buchbinders Petersson beschlagnahmt worden. Petersson war geborener Schwede und wohnte in der Waldemar- straße. Er ging am Mittwoch Abend aus, besuchte mehrere Schank- wirthschaften und wurde um 9Vs Uhr von einem Kollegen nach Hause gebracht. Hier stürzte er von einem nur fünf Stufen hohen Absatz der ersten Treppe auf den gedielten Hausflur hinab und zog sich einen Schädelbruch zu, an dem er im Krankenhause gestorben ist. Ob seinen Begleiter, den man nicht kennt, eine Schuld' trifft, steht noch dahin. An einer Vergiftung durch Schnapsgenuß ist der S9jShrige Student B. aus der Spenerstratze gestorben. B. hatte den Geburtstag eines Studiengenossen feiern helfen. Auf dem Heimwege traf er zwei Kollegen, welche ihn bewogen, noch weiter mit ihnen zu kneipen. Die drei leerten dann noch drei Flaschen Kognak. In trunkenem Zustande wurde B. in einer Droschke nach seiner Wohnung gebracht. Als er dort anlangte, verfiel er in Bewußtlosigkeit. Bevor noch der Arzt herbeieilen konnte, war B. der akuten Alkoholvergiftung bereits erlegen. Im Hause wird B., welcher der einzige Sohn eines Lehrers in Kottbus ist, als fleißiger und nüchterner Mensch ge- schildert. Auf dem Grabe seines Sohnes erschossen hat sich Sonntag Nachmittag ein älterer Mann auf dem Friedhofe der Sb Golgatha- Gemeinde an der Barfusstraße in Reinickendorf. Durch Geistesgegenwart der Betheiltgten wurde Sonntag Nachmittag eine auflegende Szene im Deutschen Theater rasch zu Ende gespielt. Es war in der Nachmittags-Vorstellung der„Ver- sunkenen Glocke". Als Fräulein Else HeimS(Rautendelein) sich im vierten Akt in der Nähe des Schmiedeherdes bewegte, fingen ihre lang herabhängenden Haare an der umgestürzten Fackel, die auf dem Herde lag, Feuer, und die Flammen züngelten empor. Herr v. Winterstein, der als Glockengießer Heinrich ganz in der Nähe stand, warf schnell seinen weiten Mantel um Fräulein Heim, so daß die Flammen sofort erstickt wurden. Verschwunden ist seit acht Tagen der XhVi Jahre alte Tapezierlehrling Richard Gärtig, der Sohn eines Gürtlers aus der Teltower- straße 53. Gärtig war seit l1/« Jahren in einem Geschäft in der Wilhelmstraße in der Lehre. Ani Dienstag voriger Woche kam er niedergeichlagen nach Hause und klagte, daß er im Geschäft Aerger gehabt habe. Nach dem Essen ging er wieder weg, begab sich aber nicht ins Geschäft und ist seitdem verschwunden. Da er keinen Pfennig Geld mitgenommen hat und nur leicht gekleidet war, so fürchten die Eltern,, daß er sich ein Leid angethan habe. Der Ver- mißte ist hellblond und schlank, trägt ein schwarzes Jacket und Weste, dunkelgraue Hose, schlvarzen weichen Filzhut und Zugstiefel. Orgelkonzert. Der Dienel'sche Orgelvorttag in der Marienkirche am Mittwoch, mittags 12 Uhr, wird durch Fräulein Hedwig Bönisch, Fräulein ßierda Lange. Herrn Violinist Ewald Niegisch und Herrn Adolf Bolte unter- stützt. Herr Diene! spielt zum ersten Male seine Konzertphantasie in Bs-äur. Der Eintritt ist stei. Straßensperrungen. Behufs Aufhöhung der Rampen der Möckern- Brücke iverdeii folgende Straßentheile vom 13. Dezember ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt 1. Die Möckernstraße von dem Grundstück Nr. 129» bis zum Grundstück Nr. 127 einschließlich der alten Möckern- Brücke, jedoch ausschließlich der von der Nothbrücke nach dem Anhalter Güterbahnhof führenden provisorischen Zufahrt in der Möckern- straße, 2. das Tempelhofer Ufer vom Grundstück Nr. 23 bis zur Möckernstraße. Gleichzeitig wird die unterm 21. v. M. verfügte Sperrung des Tempelhofer Ufers von der Ueberführung der Anhalter Eisenbahn bis zur Möckeniftraße, sowie des Halle'schen Ufers von der Ueberführung der Anhalter Eisenbahn bis zur hölzernen Roth- brücke an der Möckern-Brücke aufgehoben, während die Sperrung des Halle'schen Ufers vom Grundstück Nr. 29 bis zur Möckernstraße einst- weilen noch bestehen bleibt. Es wird noch besonders darauf hin- gewiesen, daß flir den Fuhrwerksverkehr mit dem Anhalter Güter- bahnhof vom 13. Dezember ab nur das Tempelhofer Ufer in der Richtung von der Schöneberger Brücke und das Hallesche Ufer in der Richtung nach der Schöneherger Brücke offen sind. Feuerbericht. Mehrfache Alarmirungen hatte die Feuerwehr am Sonntag zu verzeichnen. Während sie noch mit der Ablöschung des Fabrikbrandes in der Trift straße beschäftigt war. lief eine Feuermeldung aus Plantagen straße 12 ein, wo ein größerer Posten Rohr in Flammen aufging. Gneisenau straße 8 wurde Verpackungsmaterial eingeäschert. Zimmerbrände von geringerer Ausdehnung waren Strelitzerstraße 32, Urban straße 29, B l u m e n'st r a ß e 29, und Granseerstraßeä zu beseitigen. Ein Brand in einem Pferdestalle konnte Gericht st raße 43 noch im Entstehen gedämpft werden, so daß die herbeigerufene Wehr nicht in Thätigkeit trat. Kurfürsten st ratze 44 hatte ein Gas- arm sich losgelöst und dadurch eine Gasausströmung verursacht. Einer Explosionsgefahr wurde durch Löschmannschaften vorgebeugt, nachdem eine Absperrung des Gases erfolgt war. Erhebliche Arbeit machte der Wehr ein Brand in einem Lumpenkeller K o t t b u s e r st r a ß e 14. Bei starker Verqualmung konnte nur mit Vorsicht zum Feuerherde vorgedrungen werden. � Ein Rohr mußte längere Zeit Wasser geben, bevor die Gefahr beseitigt war. Pallifädenstraße 2 brannten eine Partie Hobelspäne. Von einem verheerenden Feuer heimgesucht wurde Sonntag die Spielwaarenfabrik von Leopold Casper in der Triftstraße 12. Der Brand brach in der Trockenkammer der Fabrik aus. Bevor der erste Löschzug erschien, hatte das Feuer, durch starken Wind angefacht, bereits das ganze Gehäude ergriffen. Von dem Hauptgebäude mit seinem Spielwaarenlager ist nichts übrig geblieben, als die nackten Mauern. Die Arbeiter der Fabrik. 79 an der Zahl, sind jetzt, knapp vor Weihnachten, brotlos geworden. Aus den Nachbarorten. In unserem Vorort Halensee, der bekanntlich zur Gemeinde Wilniersdorf gehört, ist es mit dem Schulwesen recht unzulänglich bestellt. Die' Gemeindeschule ist im Hinterhause einer Miethskaserne untergebracht und muthet Lehrern wie Schülern die fühlbarsten Unannehmlichkeiten 1 zu. Enge, schlecht ventilitte Klassenzimmer, Störung des Unterrichts durch Teppichklopfen und laute Unterhaltungen der Anwohner, ungenügende Treppen und nach innen gehende Thuren. die bei eintretender Feuersgefahr hier geradezu eine Menschenfalle bilden. daS sind in Kürze die Mängel, die für die Lehrer wie für die Kinder um so fühlbarer werden, je mehr der aufblühende Vorort an Einwohnerzahl zunimmt. Die Gemeinde- Vertretung hat die Unzulänglichkeit dieses Zustandes längst erkannt und daher die Errichtung eines neuen Schulgebäudes beschlossen. Trotzdem aber dieser Beschluß fast ein Jahr alt ist. hat man inimer noch nicht mit dem Bau begonnen. Worin der Grund solcher Ver- zögerung zu suchen ist, weiß niemand. Die Eröffnung der Straßenbahn vom Schlesischen Bahn- nach Treptow ist bereits im Mai nächsten Jahres zu erwarten. _ie Gesellschaft für den Bau von Untergrundbahnen, welche die Genehmigung zum Bau dieser Strecke erhalten, hatte alle Vor- bereitungen so weit gefördert, daß dem Beginn des Baues der Straßenbahn nichts mehr im Wege steht und dieser demnächst be- ginnen kann. Die Endstrecke der Linie, welche der Tunnel unter der Spree bildet, wird, wie berichtet, schon im Laufe des Januar befahrbar sein. Einen schaurigen Fund machten gestern in der Morgensrühe Arbeiter auf der Chaussee zwischen Grünau und Adlershof. An dem Leitungsmaste der elektrischen Leitung an der Stelle, wo er vom Draht berührt wird, hing die Leiche eines Mannes in Arbeiter- kleidung. Die Angelegenheit fand ihre Aufklärung, als man später auf dem Bahnhof Adlershof einen mit allen Zeichen der Verstörung umherirrenden Mann verhastete. Er gestand, einem hiesigen Blatte zufolge, daß er mit zwei anderen Diebesgenossen den Draht von den Masten habe stehlen wollen. Einer von ihnen sei nnt dem elektrischen Strome in Berührung gekommen und sofort getödtet worden. Der Andere habe die Flucht ergriffen. Er selbst sei nach dem Bahnhof gelaufen, um nach Berlin zu fahren. Der Fest- genommene wurde nach dem Amtsgericht Coepenick geschafft. Dem verunglückten Diebe ist durch den elektrischen Strom der rechte Arm vollständig verbrannt, sowie Gesicht und Unterkörper arg ver- stümmelt. Der Tod muß auf der Stelle eingetreten sein. Die Persönlichkeit des Getödteten konnte bisher noch nicht festgestellt werden. Vevscnnmlttngvn. Eine stark besuchte Gastwirthe-Versammlung, die lvom Verbände der Gast- und Schankwirthe einberufen war, tagte gestern, Montag, bei Stechert, Andreasstraße. Der Referent, Rechtsanwalt Dr. G. Schöps, bemängelte eingangs feiner Ausführungen, daß der Berliner Gastwirthe-Verein und Weißbierwirthe-Verein dieser Versammlung gegenüber eine ablehnende Stellung einnimmt. Da? wäre um so'bedauerlicher, als alle Anzeichen darauf schließen lassen, daß gegen den Gastwirthestand äußerst harte Maßregeln bevor- stehen. Nicht nur, daß die„Kreuz- Zeitung" die Gastwirthe als das schlimmste Uebel, die Gastwirthschaften als BrutstättendeffRevolutton bezeichnet und ebenso wie andere konservative Blätter für strengere Maßregeln einttitt, wird auch jm Ministerium des Innern eine Beschränkung des Gastwirthsgewerbes geplant. DaS geht daraus her- vor, daß die jungen Referendare bei ihrem Examen mit der Auf? gäbe, wie eine Beschränkung der Gastwirthschaften herbeizuführen sei, betraut werden. Der Referent erörterte im weiteren die un- geheuerlichen Bestimmungen, die aus der schlimmsten Reaktion stammen und unter denen die Gastwirthe zu leiden haben und die der Willkür Thür und Thor öffnen. Er erinnert daran, daß die Gastwirthe völlig von der Gunst der Polizeibehörden abhängig sind, daß auch kein Rechtsmittel vorhanden ist, durch welche die Gastwirthe die Verlängerung der Polizeistunde erzwingen oder gegen die Entziehung klagbar werden können. Alles ist bezüglich der Polizeistunde in daS Ermessen der Polizei gelegt, die die Zuverlässigkeit auch darauf hin zu prüfen scheint, ob der betreffende Gastwirth Mitglied eines kon-' servattven Vereins ist. Die allgemeine Polizeistunde entspricht in keiner Weise den Verhältnissen, zumal der lebhafteste Berkehr erst gegen 19 Ilhr abends in den meisten Gastwirthschaften beginnt unds kurz darauf geschlossen werden muß, so daß die Gastwirthe, die nicht begünsttgt werden, in ihrem Erwerb außerordentlich geschädigt werden. Dem mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrage folgte eine längere Diskussion, in der die Matznahmen der Polizei gegenüber den Gastwirthen herb kritisirt wurden und die Bevormundung des Gastwirthe- gewerbes berurtheilt wurde. Schließlich gelangte folgende, dem Referat und der Diskussion entsprechende Resolution einstimmig zur Annahme:„Die Versammlung der Gast- und Schankwirthe erklart hierdurch, daß die zur Zeit in bezug auf die Polizeistunde herrschenden Zustände unhaltbare und der gesetzlichen Abänderung dringend be- dürftig sind. Sie halten eine gesetzliche Regelung insbesondere in folgenden Punkten für erforderlich: einmal durch Aufftellung gesetz- lich'er Verschristen. durch welche der Eintritt der Polizei- stunde in Uebereinstimmung mit den Bedürfnissen des Verkehrs für alle Wirthe gleichmäßig geordnet wird. Ferner durch Beseitigung des polizeilichen Ermessens bei Ertheilung einer längeren Polizei- stunde und Wiederentziehung der einmal ertheilten Befugniß, ein Lokal über die gebotene Polizeistunde hinaus offen halten zu dürfen. Sie ermächttgt eine Kommission, bei den zuständigen gesetzgebenden Körperschaften die erforderlichen Schritte zu kthun, um dem gegen- wärtigen auf dem Gebiete der Polizeistunde schrankenlosen Ermessen der Polizeibehörden gesetzliche Schranken zu setzen und den Gast- und Schankwirthen einen gesichetten Rechtsschutz zu schaffen. Des weiteren stand auf der Tagesordnung die Bierfrage und Stellungnahme zu den Großbazaren. Von den Rednern wurde auf die Schleuderkonkurrenz, die von einigen Wirthen betrieben wird, hingewiesen und insbesondere gegen den Flaschenbierhandel der ver- schiedenen Brauereien, der immer größeren Umfang annimmt und die Gastwirthe außerordentlich schädigt, protestirt. Ferner wurde auf die Nachtheile aufmerksam gemacht, die die Grohbazare dem Kleingewerbe bereiten und gegen die man ebenfalls vorgehen müsse. Besonders soll gegen diejenigen Brauereien vorgegangen werden, die sich mit dem Flaschenbierhandel befassen. Eine Kommission. aus 15 Mitgliedern bestehend, soll hierüber noch berathen und die weiteren Schritte dann veranlassen. Arbeiter-Bildungsschule. Dienstag: Drei Jahrhunderte witthschastl licher, sozialer und politischer Kiimpse. Bortragender: Schriftsteller P a u- Kamp s s in e y e r. Beginn der Borlesungen pünktlich um 9 Uhr abends. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Tprechstnnde wird Dienstags, Donnerstags und Freitags abends von 71/2 bis Sllz Uhr abgehalten. M. B. Fragen Sie schttstlich bei der Direktion in Plötzensee an. O. B. Taine's Werk ist in deutscher Uebersetzuug von L. Katscher erschienen. 1839. Uns unbekannt. t Camin. In wissenschaftlichen Kreisen wird nur der lOOgradige Thermometer(Celsius) benutzt und sein Gebrauch hat seit Jahrzehnten den LOgradigen auch im privaten Leben immer mehr zurückgedrängt. WitternngSüberflcht vom 18. Dezember 1898, morgens«Ilhr. Stationen ss 1= --Z -- 2 Z« Swinemde. | Hamburg j Berlin Wiesbaden 1 München 1 Wien 786'® 789 WSW 770® 775)®® 777 iSW 773;® WNtse 4bedeckt 4 bedeckt 4' bedeckt ijbedettt üävolkig Ssbedeckt »S ti «S. -14 12 11 « Wetter-Prognose für Dienstag, den 13. Dezember 1898. Etwas kühler, zeitweise heiter, vorherrschend wolkig mit leichten Regen- fällen und ziemlich frischen westlichen Winden. Berliner Wettervureau. Verantwortlicher Redakteur: Rnguft Jncobey in Berlin. Für den Jnseratentheil verantwvttlich: Dh.«locke in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin. Br. 291. 15. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 13. Dezember 1898. Versammlungen. 1919 14 193 000 oder 2 pet. mittlere Bildung und 7 Millionen oder 86%, pCt. der verschiedenen Lesebücher an den Berliner Schulen berührt. Unter allgemeine Bildung, 923 274 Personen find Analphabeten. Geschäftlichem theilt der Vorsigende mit, daß die Elektrizitätswerk Die Graveure und Ziseleure hörten in einer Filialverfamm- Während stuit der Volksschüler dem Staate jährlich Ober- Schöneweide nicht besichtigt werden können, da dieselben noch lung am 6. d. M. einen Vortrag des Genossen Wagner über: Die 23,50 M. Kosten verursacht, kommt auf den Schüler der im Ausbau begriffen sind. Ferner beschließt die Versammlung Schule und die Sozialdemokratie! Interessant waren die Gegenüber höheren Schule die Summe von 166,70 M., der Student die Sizung am 20. Dezember ausfallen zu lassen, und findet dem stellung der Ausgaben für Militär- und Erziehungszwecke der drei erfordert jährlich einen Zuschuß von 566,90 m. Noch trasser ist das nach die nächste Filialversammlung am Dienstag, den 3. Januar Staaten Frankreich, England und Deutschland. Im Budget 1891 der Verhältniß, wenn man die ganze Schulzeit des Einzelnen in betracht 1899, statt. Zum Schluß theilt noch Hoffmeister mit, daß dem drei Staaten waren für diese Zwecke folgende Positionen ausgesetzt: zieht, während für den Volksschüler in den 7-8 Jahren seiner Schul- nächst die Fragebogen zur Berufsstatistit über ganz Deutschland verFrankreich mit 39 Millionen Einwohnern für Militär 604 Millionen zeit 164,50-188 m. verausgabt werden, besucht der Sohn des Be- sendet werden und bittet um weiteste Verbreitung derselben. Mart, für Schule 83 Millionen Mart. England mit 38 Millionen mittelten 12-14 Jahre die Schule und erfordert 2000-3000 M., Einwohnern für Militär 624 Millionen Mark, für Schule ein Student in 4-5 Jahren 4200-5700. Rechnet man 931/2 Millionen Mart. Deutschland 491/2 Millionen Einwohner, für dem Studenten noch die Kosten seiner Vorbildung hinzu, Militär 738 Mill. M., für Schule 6012 Mill. M. Im Vergleich zu so ergiebt sich die Summe bon 6200-8000 Mart. Der den anderen Staaten hat Deutschland für Schulzwecke sehr wenig Referent schließt den mit Beifall aufgenommenen Vortrag mit übrig. Nach dem Statistiker Engel haben in Deutschland von den den Worten: Nur das Proletariat hat noch Ideale und diese wird Erwachsenen 93 000 Personen oder 1 pet. Universitätsbildung, es zum Siege führen. In der Diskussion wurden noch die Mißstände Versammlung. Für den Inhalt der Juſerate nisen- Theater übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, 13. Dezember. Opernhaus. Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg. Anfang 7 Uhr. Schauspielhaus. Auf der Sonnen: feite. Anfang 72 Uhr. Deutsches. Cyrano von Bergerac. Anfang 72 hr. Berliner. Das Erbe. Anfang 72 Uhr. 34. Neichenbergerstraße 34. Abends 8 Uhr: Fröhliche Weihnacht! Donnerstag, den 15. Dezember: Mit hoher Genehmigung Sr. Excellenz des General- Intendanten der königl. Schauspiele Herrn Grafen von Hochberg unter gefälliger Mitwirkung des tgl. Schauspielers Herrn Adalbert Matkowsky zum Besten der Weihnachtsbescheerung der Aermsten der Armen bes Louisenstädtischen Bezirkes: Zum 1. Male: Die Arbeiter und Arbeiterinnen hielten am 6. d. M. ihre regelmäßige Versammlung bei Buske, Grenadierstr. 33, ab. Her Dr. Wollheim sprach über das Thema:" Die Bedeutung deb Naturwissenschaften für das Volk." Für die verständlichen und bes lehrenden Ausführungen ward ihm reicher Beifall zu theil. Nach Erledigung einiger interner Angelegenheiten erfolgte der Schluß der Alte Jakobstrasse 32, Volks- Theater| Central- Festsäle,( neben Central- Theater). Urania im Welt- Restaurant Taubenstrasse 48/49. Im Theater: Der dunkle Erdtheil. Im Hörsaal: G. Witt: Bewohnbarkeit der Weltkörper. Invalidenstr. 57/62: Tägl. Sternwarte. Leijing. Im weißen Rößt. Anfang Kean oder Genie u. Leidenschaft|| Passage- Panopticum. 71/2 11hr. Residenz. Mamselle Tourbillon. Vorher: Der Küchenjunge. Anfang 7 Uhr. Neues. Hofgunst. Anfang 7 Uhr. Schiller. Wilhelm Tell. Anfang 8 11hr. Westen. Martha, oder der Markt zu Richmond. Anfang 72 Uhr. Thalia. Der Eva Apfel. Anfang 8 Uhr. Metropol. Die Blumen Mary. Hierauf: Die Sünden der Frauen. Anfang 72 Uhr. Central. Die Geisha. Anf. 7 Uhr. Luisen. Fröhliche Weihnacht. Anf. 8 Uhr. Anfang Belle Alliance. Der Pfarrer von Kirchfeld. Anfang 8 Uhr. Oftend. Onkel Jonas. 8 11hr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Die Doppelgänger. Anfang 8 Uhr. Alexanderplatz. Auch ein Fall Grünenthal. Aufang 8 Uhr. Parodie. Tugend. Anfang 8 Uhr. Urania. Taubenstraße 48-49. Naturkundliche Ausstellung. Täglich geöffnet von 10 Uhr vormittags ab. Eintritt 50 f. Abends 8 Uhr: Abwechselungsweise Die Urzeit des Menschen" und„ Quer durch Desterreich". Invalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 11hr: Sternwarte, Operntelephon. Lustspiel in 5 Aufzügen frei nach dem Französischen des Aler. Dumas( Water) von Ludwig Barnay. Billet- Vorverkauf an der Theatertaffe Rean: Herr Adalbert Matkowsky. von 11-1 Uhr. Central Theater Direktion: José Ferenczy. Die Geisha oder: Eine japanische Theehaus: Geschichte. Operette in 3 Atten v. Sidney Jones. Morgen und die folgenden Tage: Die Geisha. Sonntag, 18. Dezember, nachm. 3 Uhr, zu halben Preisen: Der Obersteiger. Operette in 3 Atten von Carl Zeller. Olympia- Theater Karlstr.( Circus Renz) Karlstr. Abends 8 Uhr: Zum 85. Male: Mene Tekel. Jeden Mittwoch, Sonnabend und Sonntag Nachmittag 312 Uhr: Dornröschen. Halbe Preise. 1 Kind frei. Apelto. Spezialitäten- Borstellung. Circus Renz- Riesen- Tunnel. Anfang 72 Uhr. Reichshallen. Anfang 8 1hr. Stettiner Sänger. Feen Palast. Spezialitäten Borstellung. $ Paffage Panoplifum. Spezialis täten Vorstellung. Schiller Theater ( Walluer Theater). Dienstag 8 Uhr: Wilhelm Tell. Mittwoch 8 Uhr: Ehrliche Arbeit. Donnerstag 8 Uhr: Bartel Turaser. Oftend- Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Onkel Jonas. Boltsstück mit Gesang in 5 Aften von Oskar Klein. Musik von Alb. Wiecher. Anfang 8 Uhr. Vorzugsbillets haben Giltigkeit. Jm Tunnel von 7 Uhr an Frei Ronzert. Mittwoch: Benefiz für die Orchestermitglieder. Die Grille. Donnerstag: Gewonnene Herzen. Freitag: Onkel Jonas. abend: Don Carlos. Die Grille. Sonn: Direktion: J. M. Hütt. Täglich: Grosses Konzert der Hauskapelle unter Leitung des Musikdirektors Herrn Otto Görner und Extra Spezialitäten- Vorstellung unter Regie des beliebten Humoristen Gustav Kluck. Das vorzügl. neue Weihnachts: Programm. Ernst und Scherz. Anf. Wochent. 61/2 Uhr, Sonnt. 5 Uhr. Entree Wochent. 10 Pf., Sonnt. 30 Bf. A. Frankl's Théatre Variété Köllnischer Fischmarkt 6. Grosse Spezialitäten- Vorstellung. Nenes Dezember Programm. Auftreten der russ. Fürstin von Dragomann. Anfang 7½½ Uhr, Sonntags 5 Uhr. Moabiter Gesellschaftshaus, Alt- Moabit 80-81. Empfehle meinen neuen Saal, 1500 Sonntag: Berf. faff, zu Versammlungen u. Bäll. In Vorbereitung: Der Brandstifter. Senſationelles Sonntags: Großer Ball. Ausstattungsstück mit Gesang u. Tanz in 12 Bildern von G. Otonkowsky. 2780* Musik von L. Fall. Thalia- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Gastspiel Helmerding. Zum ersten Male: Der Eva- Apfel. Boffe in 3 Aufzügen von B. Jacobson. In freier Umarbeitung des Stückes La Culotte" von Sylvane u. Artus. Anfang 7 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Metropol- Theater. Behrenstr. 55/57. Dir. Rich. Schultz. Zum 26. Male: C. Peters. CIRCUS BUSCH Dienstag, den 13. Dezember, abends 72 Uhr: Elite- Abend. PERSIEN. Gr. Manege Schauftück in 5 Aften, inscenirt vom Dir. Paul Busch. Besonders hervorzuheben: Ritt des Prinzen Mirza Schaffy über die hundert Die neuen Freiheitsdressuren des Operette in 3 Atten von C. Weinberger. Direttor Busch. Salva& Manza, HandHierauf( um 10 Uhr): Equilibristen und akrobatische Spiele. Die Blumen- Mary Fuss hohe Burgmauer. Außerdem: Die Sünden der Frauen. Große Schulquadrille, geritten von Großes Ballet Divertissement. 8 Damen und 8 Herren. Zum ersten Morgen und folgende Tage: Die: Male: Der beliebte Clown Boganowski Helbe Vorstellung. als Thierbändiger. Auftr. des Gigerl Am 1., 2. u. 3. Weihnachtsfeiertag, Glowns Alfred Daniels mit seinem nachm 3 Uhr: Großes Militär: Diener Jonny. Morgen Mittwoch Promenaden- Konzert. 72 Uhr: Persien. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 10 Uhr abends. Von 6 bis 10 Uhr: Théâtre variété. Um 8 Uhr: Das Flammenweib. Um 9 Uhr: Der VerwandlungsSchauspieler Ugo Paladini. Castan's Panopticum. Die SIOUX-> INDIANER sind da! Apollo- Theater. Nur noch bis 15. Dezember ROSALIA LAMBRECHT Ferner Auftreten der 5 Sisters Lorrison Carmencita* La Foy U. S. W. u, S. W. Kasseneröffnung 612 Uhr, Anfang der Vorstellung 72 Uhr. Reichshallen. Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl, Schneider ¡ und Schrader.) Needseed Zum Schluß, neu: Pepita vor Gericht. Neuestes Ensemble von Meysel. Anfang 8 Uhr. Entree: Parquet durchweg 50 93f. ( Vorverkauf 40 Pf.) Num. Balfon 75 Pf. Balton Loge 1,- Mart. Orcheffer- Loge 1,50 M. FremdenBoge 2 M. Tageskaffe 11-1 Uhr. Feen- PalastTheater Burgstr. 22. Burgstr. 22. Um 812 Uhr: Großer Erfolg des J. Eißner'schen Volksstückes Das Blumenmädchen vom Hacke'schen Markt Clodewig Nelte: Wilh. Fröbel. Carl Werner: Rich. Winkler. Stürm.Beifall, großer Jubel! Ueberlé- Truppe, Hugo Schulz, Gebr. Taylor, Helene Voss. Latori- Trio. Wieneke, Zwergth. Carl Jörgensen. Sensationell! Fürst Bismarck vom Jüngling bis zum Alten in Friedrichsruh. Anfang 712, Sonntags 6 Uhr. Sonntag, 18. Dezember: Letzte Vorstellung vor Weihnachten. Ein Vereinszimmer zu vergeben. Kl. Markusstr. 5. 29436 Dresdener Straße 97. Dir.: A. Kollg. Art. Leiter: A. Runge Täglich: Empfehle meine Säle, 100-800 Personen faffend( mit Bühne), zu Fests lichkeiten, öffentlichen wie Vereinsversammlungen, Kommerfest 2c. zu den toulantesten Bedingungen. [ 278*] Franz Müller. Oranien- Hallen Gr. Theater. u. Spezialitätens Am Moritzplatz. Oranienstr. 51. Am Moritzplatz. Novität! Vorstellung. Novität! Am Christbaum. Lebensbild mit Gesang von Wilken und Hirthe. In Szene gesezt von August Runge. Jubelnder Lacherfolg ber pitanten Novität: Die Bräutigamsprobe. Men! Otto Richter, Men! der dicke Liebling der Berliner. Mähr's Theater Oranienftr. 24. rt Täglich Spezialitäten und TheaterVorstellung. Amor! Burleske mit Gesang und Tanz. Brothers Alexander. Sulda Lucas. Grete Gastani 2c. Anfang an den Wochentagen 8 Uhr. Sonntags 6 Uhr. Bons haben Wochentags Giltigkeit. Alcazar Theater Dresdenerstr.52/ 53.City- Passage. Direttion: Richard Winkler. Neu! Neu! Neu! Seemannsglück. Liederspiel in 1 Aufzug. Text und Musik von Ostar Victor- Roeder. Auf allgemeines Verlangen 91/2 Uhr neu einstudirt: 91/2 Uhr Berlin bei Nacht. Poffe mit Gesang in 2 Aften. Wochent. 7 Uhr. Anfang: Sonntags 6 Uhr. Entree: Wochentags 30 Pf. 40 Borzugsbillets baben Giltigkeit. 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Referent Reichstags- Abgeordneter Rosenow. Diskussion. Um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder ersucht Der Vorstand. B. Günzel, Lothringerstr. 52. Spezialität: Porträts sozialistischer Führer, Lajjalle, Weary 2c. in Cigarrenspitzen, Pfeifen, Nadeln, Brochen, Knöpfen, Büften, Bildern u. dgl., fowie jebe Drechslerwaare u. Nepar.( Man verl. Preisturant.) 3 Jahre Garantie. Echt schweizer Fabrikat, Gold. DamenUhren von 16 M. an. Silberne Herren- Uhren von 9 M. an. Wenn Sie gut und billig Goldwaaren u. Uhren kaufen wollen, so besichStigen Sie unsere permanent. Muster- Ausstellung Gold. Ringe von 2 M. an. Gold. Broches v. 6 M. an. Ring mit echt. Brillanten, 14 kar. mit Original- Preisnotirung ( jeder Gegenstand ist deutlich mit Zahlen ausgezeichnet) vor dem Hause der Gumpert'schen Konditorei Königstrasse No. 22-24. keinen Aufschlag für Kein Laden, daher Ladenmiethe. mass. Goldfassung Mk. 10, Goldwaarendo. Ohrringe von Mk. 30 an. 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Allen Verwandten und Be fannten zur Nachricht, daß am Sonnabend, den 10. d. M., nach langen schweren Beiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater, ber Maurer und Eigenthümer Hermann Lange aus Reinickendorf, im Alter von 67 Jahren. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 14. De zember, nachmittags 32 Uhr, von der Leichengalle des Nazarethtirchhofes, Berlinerstraße, Berlin Nord, aus, statt. 29386 Im Namen der tiefbetrübten Hinterbliebenen Gustav Lange. Oeffentl. Versammlung der Maurer Berlins u. Umgeg. Kranken- Unterſtüßungsbund in Keller's Feltfälen, Koppenffrake 29. Tages: Ordnung: 1. Stellungnahme zu dem von der Gewerkschaftskommiffion geplanten Arbeiter Sekretariat. 2. Situationsbericht. 3. Gewerkschaftliches. Wir erfuchen die Kollegen, pünktlich und zahlreich zu erscheinen. 264/3 Die Lohnkommission. J. A.: Heinrich Metzke. Zimmerer Berlins u. Umgegend. Mittwoch, den 14. Dezember, abends 8 Uhr: Allgemeine Versammlung in Cohn's Festsälen, Beuth- Strasse No. 20. Tages Ordnung: 1. Definitive Befchlußfaffung über die Schlußabstempelung der Sammelfarte pro 1898. 2. Das Sammel: wefen 1899. 3. Bericht und Neuwahl des Delegirten der Gewerkschaftskommission. 4. Mittheilungen und Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Lohnkommission. der Schneider. Unser Mitglied [ 166/5 A. Zigarski ist am 10. d. m. verstorben. Die Beerdigung findet am Mitt woch, den 14., nachmittags um 31/2 Uhr, auf dem katholischen Kirchhof, Dalldorfer Chauffee, statt. Die Ortsverwaltung. Verband deutscher Schneider- u.Schneiderinnen. Unser Mitglied A. Zigarski ist am 10. b. Mts. verstorben. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 14. Dez., nachmittags um 312 Uhr, auf dem kathol. Kirchhof, Dal 162/17 dorfer Chauffee statt. Die Ortsverwaltung. Den Vereinen und Freunden, welche sich an dem Begräbniß meines reich, betheiligt haben, fagen wir unseren herzlichsten Dank. 2935b Die trauernde Mutter, Geschwister und Verwandte. Achtung! Bauhandwerker Berlins ones, diffeger Georg Defter: und der Vororte! Belmonte& Co.,( Bauarbeiter, Dachdecker, Glaser, Banklempner, Maler, Maurer, Puher, Berlin C., Königstr. 22-24. Fabrikation moderner Schmuckgegenstände. mit elektrischem Kraftbetrieb. Engros- Export nach allen Ländern. Einzelverkauf nur gegen Cassa zu festen Preisen. Hof part. Fabrik- Aufgang B. Abtheilung f. Versand- Export Aufgang C. Versand nur gegen vorherige Einsendung des Betrages oder Nachnahme. Bruchgold und Silber wird zu Kurspreis gekauft und in Zahlung genommen. Kataloge gratis und franko. Zur geft. Beachtung! Um Verwechselungen zu vermeiden, bemerken wir, dass wir keine offenen Ladengeschäfte unterhalten, sondern der Detailverkauf zu festen Preisen nur im Hof part. stattfindet. 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Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin.