Nr. 294. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Prets pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. SonntagsSummer mit illuftrirter Sonntagss Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. BoftRibonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Gingetragen in der Post Bettungss Preisliste für 1898 unter Dr. 7576. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwürts Berliner Dolksblaff. 15. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Roloneis geile oder beren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen, fowie Arbeitsmarkt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition tft an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Bernsprecher: Rmt I, Mr. 1508. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Der Budgetdebatte vierter Tag. Der vierte Tag und der letzte Tag. Der letzte Tag und ein guter Tag. Und Ende gut, alles gut. Das Haus war noch schwächer besucht, als tags zuvor: das Reisefieber, das vor den Ferien grassirt, hatte schon manches Opfer gefordert. Doch die Anwesenden wußten, daß je ein Vertreter der zwei stärksten Parteien des Reichstags noch reden würde ein Vertreter der Sozialdemokratie und des Zentrums: Bebel und Lieber. Von beiden war etwas zu erwarten, und insbesondere von Bebel, der, so scharf er auch in der Kritik, so stürmisch im Angriff ist, trotz dem zu den Lieblingen des Hauses gehört. Freitag, den 16. Dezember 1898. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. aufgetischt war, hatte als pièce de resistance, d. h. als weit es sich um die Ausschreitungen wohlbestallter BauHauptgericht zu dienen. gewerks me i ster handelt. So behauptet eine Eingabe des Die Rede Lieber's war eine große Enttäuschung. Innungsverbandes an den Reichstag, an deren Spize der Name Der einzige Satz aus derselben, der Erwähnung verdient, desselben Herrn Felisch prangt, der als Vater des ist der: wir sind ebenso gute Deutsche wie Katholiken und Posadowsky- Erlasses stets für schärfere Bestrafung der Ausdiesen Satz haben wir schon sehr oft gehört. gebeuteten gewühlt und gehezt hat. Politische Webersicht. Berlin, den 15. Dezember. Nach Lieber der Liebermann. Herr Liebermann hat Die Bestimmungen des Strafgesetzbuches, welche der nur eine Rede, und diese hört niemand mehr an. Nach ihr würdige Vertrauensmann des Reichsamtes des Innern gewar kein Halten mehr. Ein Schlußantrag endete die Budget- ändert wissen will, finden sich in den§§ 222 und 230. Danach debatte des Jahres 1898 und die Qual der Herren Stöcker wird mit Gefängniß bis zu drei Jahren bestraft, wer durch und Sattler, die sich noch zum Wort gemeldet hatten. Lieber Fahrlässigkeit den Tod eines Menschen verursacht" zwei Opfer als hundert so viele Reichsboten mögen noch mit Gefängniß bis zu zwei Jahren, wer durch Fahrlässigkeit anwesend gewesen sein. die Körperverlegung eines anderen verursacht". Herrn Felisch erscheinen selbst die heutigen deutschen Richter, heute im Jahre der Deynhausener Rede, so unternehmerfeindlich, daß sie Fahrlässig feit da als erwiesen ansehen, wo sie dem Thäter vollständig fern lag und in der Mehrzahl der Fälle nur ein unglückliches Zusammentreffen verschiedener zufälliger, aber nicht voraussehbarer Ereignisse die Unfallursache abgab, welche zu dem beklagenswerthen Ausgange führte." Für die fahrlässigen Todtschläger soll darum mehr Festungshaft wie Gefängniß verhängt werden; der Baugewerksmeister sei dann vor dem Ein mächtiges Ringen auf allen Gebieten menschlicher Zusammentreffen mit gewöhnlichen Strafgefangenen" beThätigkeit ist die Signatur der letzten fünf Jahrzehnte; ein wahrt und er erfreue sich einer mehr behaglichen EinRingen um größere, gesicherte wirthschaftliche Selbständigkeit des richtung". Einzelnen, nach politischer und Gott sei Dank! auch Um die beispiellose, aufdringliche Dreistigkeit eines solchen innerer Freiheit, nach einem Ausgleich verschärfter sozialer Gegensäge, nach festen, sittlich begründeten Ordnungen zum Schutze Vorschlages von solcher Seite richtig zu würdigen, wolle man aller edlen Jdeale. Auf allen Gebieten des Lebens hat sich dieses sich erinnern, daß dieselben Unternehmer, wie wir vor knapp Ringen verschärft.... Zwar hat Gott unser Volt reich ge- einem Jahre feststellten, sich auch noch die Aburtheilung segnet; aber unter den Fittichen des starken deutschen Aars wogt durch zünftige Richter verbitten, weil diese der heiße Kampf um die höchsten Friedensgüter, auch der kein Verständniß für die Profitbedürfnisse eines BauKampf um die Schule. Unverzagt und freudig wollen wir ihn gewerksmeisters und seine gewerbegebräuchlichen Gepflogenaufnehmen. Aber den Sieg behalten wir nur, wenn wir alle, heiten" hätten und so zu Schuldfeststellungen kämen, die auch die Lehrer aller Grade, ihre volle christliche, ganze Persönlichkeit einsetzen für die Mitarbeit an den großen Aufgaben, man verbeiße sich das Lachen! das Vertrauen auf eine Nicht einmal die die vor uns liegen. Nur wenn jeder seine Schuldigkeit thut, wenn gerechte Strafrechtspflege erschüttern." alle Lehrer auf dem ewigen Grunde des göttlichen Wortes zu Gutachten herangezogenen Sachverständigen taugten Fuß fassen und, tief eingewurzelt im Evangelium, sich durchdringen etwas; als„ theoretisch vorgebildete Baubeamte wüßten laffen von dem alten preußischen Pflichtgefühl, dem schönen Erbe sie nichts von den„ gebräuchlichen Hantirungen" im Bauwesen. unserer Väter, mir dann wird es uns gelingen, ein Geschlecht Ueber Bauunfälle sollten also Schöffen aus der Zahl der zu erziehen, das fähig ist, den Stürmen der Zeit zu trozen und in Baukundigen" aburtheilen; die Sachverständigen sollten sie freier Liebe zu König und Vaterland ein glückliches und auf unerschütterlichen Rechtsgrundlagen gefestigtes Vaterland zu tragen bis sich unter ihres gleichen, unter" praktischen Baugewerksin den Tod. Dazu mitzuhelfen, unerschütterlich bis in den Tod meistern" aussuchen. da zu stehen, wo unseres Kaisers und Königs Fahnen flattern Verhandlung gegen die des Todtschlages angeklagten das ist auch für die Zukunft die Aufgabe dieses Seminars. Es Unternehmer vor lauter mitfühlenden und bei Gelegenheit soll unserem Volfe schlichte, treue, verständige, besonnene, ge- auch mitschuldigen Zunftgenossen! Und wenn diese unerwarteter wissenhafte und bescheidene, den Aufgaben ihres Berufes ge- Weise doch noch" Fahrlässigkeit" feststellen und so zu einer wachsene und ihres Dienstes freudige Lehrer erziehen, die ihrem Verurtheilung kommen, dann Festungshaft wegen der mehr Berufe, Gott im Geiste und in der Wahrheit zu dienen, die nicht behaglichen Einrichtung"! mit dem Winde der Parteigumst buhlen, sondern frei und selbstständig, keusch und züchtig, mäßig und nüchtern, tapfer " Wie der Ton die Musit, so macht er auch die Rede. Der Ernst, die Leidenschaft, die in dem Ton der Rede sich ausdrückt, bilden das Hinreißende. Und diesen Ton hat Bebel vie faum ein gweiter. Bebel sprach zwei volle Stunden, Bom Minister der Geistesfreiheit. und diese ganze Zeit fesselte er die Aufmerksamkeit des Hauses, das sich tags zuvor schon so erschlafft gezeigt hatte. Den Vei der Jubelfeier des Volksschullehrer Seminars in Militarismus zu kritisiren, behielt er sich für die erste Lesung Köpenick hat Herr Bosse, der preußische Kultus-( nicht der neuen Militärvorlage vor. Er wandte sich dann zunächst Kultur-) Minister eine längere Rede gehalten, in der er u. a. zur auswärtigen und zur Kolonialpolitik, und kam auf die ausführte: Ausweisungen zu sprechen, die er mit der Christlichkeit, welche jetzt bei jeder Gelegenheit salbungsvoll betont werde, in schneidenden Kontrast brachte. Der materielle Schaden, der Schaden an Ruf und Ansehen, der uns durch diese barbarischen Maßregeln erwächst, sei nicht zu ermessen. Im Ausland thue man groß, habe Schiffe bereit für die Rechte der deutschen Staatsbürger- im Inland werden ganze Bevölkerungsklassen entrechtet und unterdrückt die heutige Justiz zeitigt haarsträubende Urtheile und kein Beamter wird wegen eines Rechtsirrthums zum Nachtheil von Staatsbürgern in Strafe gezogen, während den Arbeiter Unkenntniß des Gesezes nicht vor Strafe schützt. Ein Hinweis auf die Bethlehemrede brachte die Klingel des Präfidenten in Bewegung, worauf Bebel erwiderte, er appellire an das Volk und die öffentliche Meinung, der er das Urtheil über die im Reich herrschenden Zustände überlasse. Freilich, die Minister und der Reichskanzler, der nicht auf seinem Platz sei.( Großes Gelächter: Er ist auf der Saujagd.) Die Minister freilich finden alles gut. Bebel geht nun über zu dem Recke'schen Schieß- und Hau- Erlaß und zu den zwei Erlassen aus dem Kriegsministerium betreffend das Verfahren bei Strawallen, wobei u. a. die Verhaftung der sozialdemokratischen Führer, sobald ein Aufruhr zu drohen scheine, angeordnet ist." Was denkt man denn bon uns? Unser Handeln liegt offen vor aller Welt. Eine Geheimorganisation haben wir so wenig wie geheime Ziele. Und provoziren lassen wir uns nicht. Wir haben alle Schlingen vermieden unter dem Sozialistengesetz, wir werden auch jetzt nicht in die Fallen gehen, die man uns stellt." Sehr glücklich drehte Bebel die Behauptung des Grafen Limburg- Stirum, die Fortschrittspartei sei verantwortlich für die Sozialdemokratie, gegen die Agrarier um, und stellte unter Hinweis auf die greulichen Zustände in den junkerlichen Landbezirken den Agrariern das Zeugniß aus, durch Erregung von Unzufriedenheit die sozialdemofratische Bewegung mächtig gefördert zu haben. Den Anarchismus schob Bebel der bürgerlichen Gesellschaft zu, aus der er hervorgegangen ist,- und was Attentate angeht, so gab er eine lange Liste der Attentate, die von bürgerlichen Parteien herrührten, wohingegen der Sozialismus Die Reichstags- Abgeordneten Graf Klincko w ström und seiner Weltanschauung nach jedes Attentat berurtheile. Dietrich haben mit Unterstützung der konservativen Fraktion Wer die friedliche Entwickelung der Dinge wünsche, noch mehr denn früher obligatorisch zu sein. Der Minister, im Reichstage den Antrag gestellt, zur Ergänzung des der müsse für eine gründliche Sozialreform sein, der einst von der thunlich sten Freiheit der Wissenschaft Strafgesetzbuchs unter den Vergehen die Bestimmung die Reichsregierung habe aber die Sozialreform nicht zu reden wagte, als ob die Wissenschaft ihre Schranken neu aufzunehmen, daß die Veröffentlichung von Geheimblos in ein langsameres Tempo gebracht, sondern obendrein in der Einsicht eines vergänglichen Beamten hätte, spricht niffen durch die Preffe, namentlich wenn das Bewußtsein vorhandene sozialreformatorische Maßregeln verschlechtert. hier fast wie ein mittelalterlicher Bußprediger. Oder meint vorwaltet, daß deren Kenntniß auf unlauterem Wege erworben Statt für die Arbeiter, die Schwachen, trete die Regierung er vielleicht unter den Lockungen und Versuchungen der Welt ist, mit Strafe belegt werden soll. Wir gratuliren dem Grafen Posadowsky von neuem zu und siegesbewußt die Wege ihres Berufes gehen und diesen Urhebern seines berühmten Rundschreibens. Mit solchen allen Schulen und Gemeinden christliche und Bürger- Schutzheiligen zur Seite ist man immer des Sieges der guten tugenden nicht blos predigen, sondern auch borleben, Sache" gewiß. die überzeugte Christen sind, die alles Schlechte bekämpfen und Das ist die Doppelparole der neuesten Sozialreform: alles Edle, Gute und Schöne schüßen und in die Herzen der Wer einem Arbeitswilligen ein nicht ganz höfliches Wort sagt Jugend pflanzen. Dazu wolle der gnädige Gott die jetzigen marschirt ins Zuchthaus. Wer aber einen Arbeitswilligen und zukünftigen Leiter und Lehrer der Anstalt segnen und durch gewaltsam an der Arbeit hindert, weil er ihm fahrlässig Leben seinen Geist tüchtig machen. Er wolle allen Zöglingen Kraft und Luft verleihen. Auch an Sie, meine jungen Freunde, werden die und Gesundheit vernichtet der soll Gelegenheit erhalten, Lodungen und Versuchungen der Welt mit ihrer ein paar vergnügte Festungstage zu verleben! falschen und betrügerischen Lust herantreten. Aber vergessen Sie nicht diesen Tag und Ihre treuen Lehrer und bleiben Sie fest auf dem Grunde des Evangeliums. Der Ton scheint seit der Palästinareise für Minister eben Die Flucht vor der Oeffentlichkeit. ein für die Kapitalisten, die Starken. Sie fordere das Zucht- mit ihrer falschen und betrügerischen Lust die gleißende, Wenn das„ namentlich wenn" den Antrag nicht einschränkt hausgesetz zur Anebelung der Arbeiter. Da rede mar don irdische Herrlichkeit der Macht und Gewalt, des Glanzes und zugleich elastisch macht, so würden wir glauben, er sei einem Terrorismus der Arbeiter eine foichen und des Pruntes, wie sie auf den Höhen der Gesellschaft veranlaßt durch die sensationellste Veröffentlichung eines Gehabe es nicht gegeben, könne es bet der Strenge üppig gedeiht? heimnisses, die sich in den letzten Jahren ereignete: Die Beunserer Geseze und den scharfen Praktiken unserer Polizei Ach, nein! Herr Bosse versteht sich sehr gut darauf, fanntgebung des russischen Rückversicherungsvertrags durch den nicht geben. Wohl aber gebe es einen Terrorismus des seine überweltlichen Schwärmereien mit dem loyalen Fürsten Bismarck. Immerhin mag der Antrag durch jenes Unternehmerthums von beispiellofer Brutalität. Optimisten, Stultus dieser Welt zu verbinden, seine erdenflüchtig fegnende Geschehnisses angeregt sein. Da solche Preisgebung eines Staatsdie der Hoffnung huldigten, die Sozialdemokratie werde zu Hand ist gediegen gepanzert, neben dem Tempel steht ihm geheimniß durch den Arnimparagraphen nicht getroffen werden einer bürgerlichen Partei sich durchmausern, antwortete Bebel, Kaserne, die Friedenstaube wird von dem starken deutschen konnte, so sucht man nun getreu hentiger Geschmacherei die sozialdemokratische Partei fann und muß ihr Programm Aar verspeist, und die reichs- preußischen Apostel des Evangeliums eine gelegentlich empfundene Lücke durch eine eigens hergestellte läutern, aber nicht im Sinne bürgerlicher Auffassung; sie muß haben die Allüren von Reservelieutenants. Es ist eine neue Bestimmung zu verstopfen. tadelloses es läutern von bürgerlichen Schlacken. Es könne ja möglich schneidige Frömmigkeit und Vielleicht hat auch die vorzeitige Veröffentlichung des sein, daß der eine und andere sich bürgerlichen Anschauungen Christenthum! Etats durch die Bismarck- nationale Münchener Allgemeine Zeitung" Anlaß zu dem konservativen Vorschlag gegeben. Strategie des Bürgerkrieges. ein " nähere gut, dann kann man nicht mehr zusammengehen, Herr Bosse verlangt sehr viel Tugenden von einem Volksdann geht man auseinander". schullehrer: sie sollen schlicht, treu, verständig, besonnen, geDie inhaltreiche und wuchtige Rede Bebel's machte einen wissenhaft, bescheiden, frei, selbständig, feufch, züchtig, mäßig, tiefen Eindruck. Erst gegen den Schluß hin suchten die nüchtern, tapfer und siegesbewußt sein. Nur die beiden Der gestern von uns nach süddeutschen Blättern verHerren Junker in bekannter Pferdestall Manier Störungen Kardinaltugenden, die freilich die revolutionären Tugenden öffentlichte Geheimerlaß wird vielfach kommentirt. Die: zu machen, wurden jedoch bald belehrt, daß das Haus solche sind, hat er vergessen: Wahrhaftigkeit und Gerechtig- reaktionären Blätter halten natürlich die Verhaftung der Ungezogenheiten nicht zu dulden gewillt ist. teit. Er hat wohl eingesehen, daß unter dem heutigen sozialistischen Führer für eine verständige und selbstverständZwei Minister meldeten sich zur Widerlegung: der Kriegs- frommen Regime ein Lehrer nicht wahrhaftig sein darf, liche Maßregel. Im Sinne entspricht also der Geheimminister v. Go ßler, der den einen der von Bebel zitirten und von Gerechtigkeit redet man wohlweislich nicht in einer erlaß den herrschenden Anschauungen, selbst wenn seine Echtheit Militär Erlasse betreffend die eventuelle Verhaftung der Zeit, wo schuldlose Lehrerinnen gemaßregelt werden, nur weil zweifelhaft sein sollte. sozialdemokratischen Führer- weil nicht in seinen Atten sie alt orientalisch dem neuesten aus Palästina imbefindlich, als nicht in der Welt vorhanden ausgab, portirten Orientalismus nicht gewachsen sind. und Herr v. Pojadowsky, der in Buttkamer'scher Bose einige Bismarck- Buttkamer'sche Zitate zum besten gab. Ein Spottartikel des Vorwärts", der im Vertrauen auf die Die Dickheit junkerlicher Schädel als blutiger Zukunftsstaats- Ernst arbeiter Die Väter des Posadowsky- Erlasses. fahrlässige" Tödtung und Körperverlegung der Bauwird vielfach zu hart gestraft natürlich nur, soJm Reichstage fam der Erlaß bereits Donnerstag zue Sprache. Nach den bisher vorliegenden Berichten hat der Kriegsminister erklärt, er habe den Geheimerlaß nicht in seinen Akten vorgefunden. Wenn er nicht auch in den Alten des Militärkabinets gesucht hat, so würde dieser Mangel a Finderglück für die Echtheit oder Unechtheit des Erlasses nichts beweisen. Indessen wollen wir erst den stenographischen Wort- Irecht unverständlich. Die Bethätigung der Krankenkassen in VerTaut der Rede des Kriegministers, der recht undeutlich sprach, bänden und Vereinigungen hat ohne Zweifel viele Vortheile für abwarten, ehe wir das, Dementi" auf seinen Werth prüfen. Wie das Krankenkassenwesen. Man kann aber den Kassenvorständen 2c. gefagt, die herrschende Gemüthsstimmung der Ordnungs- nicht zumuthen, für ihren guten Willen und die Mehrarbeit auch noch tämpfer ist ja durchaus für derlei Mobilmachungs- Pläne wider baares Geld drauf zu legen. Speziell die fegensreiche Einrichtung den inneren Feind disponirt. der Vereinigung sächsischer Orts- Krankenkassen" wird in ihrer Bethätigung gehemmt werden. Herrn v. Goßler aber sind wir unsererseits dankbar für die von ihm gespendete Enthüllung, daß ein Offizier, der bei Tumulten über die Köpfe hinwegschießt, vors Kriegsgericht gehört. Das ist der christliche Staat in boller Glorie! " Zur Fleischnoth wird aus Oppeln gemeldet: Dr. Lueger: Sprechen Sie zur Geschäftsordnung! Meine Worte gehen Sie gar nichts an.( Stürmische Oho- Rufe rechts, neuerliches Lärmen.) Dr. Fochler: Ich nehme zur Kenntniß, daß mich Ihre Worte nichts angehen. Dr. Lueger: Benehmen Sie sich anständig, Herr Dr. Förster und Herr Dr. Fochler. Sonntag: Es ist ja bekannt, daß Oesterreich das China von Der Regierungspräsident hat auf Anordnung des Landwirth. Europa, insbesondere in bezug auf die Wiener Gemeindeverhältnisse schaftsministers das unter dem 28. Dezember 1896 erlassene Berber Linten steigert sich und von allen Seiten werden gegen Gemeinde( Stürmischer Widerspruch links, Beifall rechts. Der Lärm auf bot der Einfuhr von lebendem Rindvieh aus der rath Sonntag erregte Burufe gemacht.) Bukowina zurückgezogen. Das bedeutet eine durchaus ungenügende Maßnahme, denn die innerung.. Stern: Ich muß einige Daten aus vergangener Zeit in Er ( tofender Lärm links, Rufe: Halt's Maul, Jud'! Entzirka 200 000 oberschlesischen Berg- und Hüttenarbeiter begehren rüstung rechts.) Der Hamburger Korrespondent", in dem die festen dicken Speck, den das russische Schwein liefert. Der letzte IV. Dämpfer- Offiziöfen thätig zu sein pflegen, die als Wortführer Viehmarkt in Beuthen mußte abermals ausfallen, weil kein Vieh der nicht ganz verstummten liberaleren Elemente in der Regierung aufgetrieben war. wirken, versichert, daß der Gesezentwurf zum Schuße der Militärisches ans Elsaß- Lothringen. Man berichtet uns Arbeitswilligen" sich keineswegs auf Bestimmungen be am Dienstag Mittag fand auf dem Militärschießstand zu Saarschränke, die sich auf den Terrorismus der Ar- burg( Lothringen) ein Pistolenduell zwischen zwei Offizieren der dortigen Garnison, dem Rittmeister Schede vom 11. Ullanenbeiter beziehen. Artillerie- Regiment, statt, bei welchem ersterer eine schwere VerRegiment und dem Hauptmann v. d. Planis, vom 15. Feld- Dr. Förster: legung erhielt. Beschwichtigungen. Es feien vielmehr strenge Strafvorschriften in Aussicht genommen, die etwaigen Angriffen der Arbeitgeber auf die Koalitionsfreiheit der Arbeiter mit aller Entschiedenheit entTroß der strengsten Vorsichtsmaßregeln, die von seiten der gegentreten sollen. Dabei wird man insbesondere an Militärbehörden getroffen worden sind, nimmt die im 15. Manenfchwarze Listen, terroristische Aussperrungen Regiment zu Saarburg ausgebrochene Typhusepidemie von u. f. 1v. zu denken haben. Es ist nicht zu verkennen, Tag zu Tag einen bösartigeren Charakter an. Bisher follen bereits fo wird dazu bemerkt, daß die Aussichten des ange über 20 Mannschaften der Krankheit zum Opfer fündigten Gesetzes sich wesentlich verbessern würden, wenn es gefallen sein, während sich die Zahl der Erkrankten auf über 100 teinen Zweifel darüber ließe, daß es Arbeitgeber und beläuft. Vergangene Woche sind wieder zivei lanen und ein Arbeiter mit dem gleichen Maße des Rechte und Sergeant, der bereits im 10. Jahre dient, von der Seuche weggerafft der Billigkeit mißt. Endgiltige Beschlüsse sind übrigens bisher noch nach feiner Richtung hin gefaßt. worden. Schlechter bittet um eine Sekunde Pause. Er müsse erf Athem schöpfen, weil er sehr eilen mußte, um sich beim Schriftführer zum Worte zu melden.( Heiterkeit.) Dr. Lueger: Sie scheinen sehr frank zu fein, Herr Kollega, weil sie nicht einmal die paar Stufen vertragen können( Heiterkeit links, widerſpruin sehr feines Benehmen das! rechts.) Dr. Lueger: Herr Dr. Förster, ich erkläre Ihnen nochmals, Sie haben nicht das Wort. Benehmen Sie sich doch anständig! Sie erschöpfen doch noch meine Geduld! d Dr. Förster: Ich verzichte auf Ihre Geduld! Dr. Lueger: Wenn Sie auf meine Geduld verzichten, dann fließe ich Sie von dieser und den drei nächſt eit Sigungen aus.( Beifall links.) Dr. Förster, ber zwischen den Bankreihen gestanden, setzt sich lächelnd auf seinen Platz. Dr. Lueger( nach einer Weile): Herr Dr. Förster, Sie find Dr. Förster figt gleichmüthig auf seinem Plag, während die schimpfungen überhäufen. Man hört Rufe: Schmeißt ihn hinaus!" aussi mit eam!" 8 aste ruft:" Für Sie gehört ein Hausknecht mit einem Ochsenziemer!" Die Unruhe ſteigert sich zum ohrenbetäubenden Tumult. berpflichtet, den Saal zu verlaffen! Es ist nett, daß man es heutzutage noch ausdrücklich ver wird uns geschrieben: Am verflossenen Montag, zwischen 4 und 5 Uhr Mitglieder der Majorität nun auf ihn einstürmen und ihn mit Besichern muß, ein wahren. Es ist aber andererseits ziemlich gleichgiltig, ob die formale Anstandspflicht gewahrt wird. Für die Rechtspraxis gilt ja doch der bekannte„ Rechtsgrundsatz" des der zeitigen preußischen Justizministers. Ueber einen Zwischenfall an der deutsch- französischen Grenze abends, fand an der Grenze, in unmittelbarer Nähe der Stelle, wo Deutschland, Frankreich und Luxemburg zusammenstoßen, ein blutiges Rentontre zwischen zwei französischen Gen. darmen und neun Arbeitern, theils deutscher, theils Ingemburgischer Staatsangehörigkeit, statt. Die Gendarmen Im übrigen hat das Zentrum die Forderung der wollten in einer auf franzöfifchent Boden, aber nahe an der Grenze gleichen Behandlung von Arbeitern und Arbeitgebern als gelegenen Sincipe" einen gewissen Kruchten verhaften. Dieser und Rompensationsobjekt" erhoben. Der verlangte Preis für eine Bechgenossen, die oben genannten Arbeiter, leisteten den Gen " Magistratsrath Rosner entfernt sich aus dem Saale, um nach einigen Minuten, während welcher im Saale wilde Gährung herrscht, in Begleitung zweier stämmiger, uniformirter Magistratsdiener zurückzukehren. Bei dem Eintritt der Diener brechen die die Gallerie in Beifallsrufe und den Umfall wird anscheinend jetzt bezahlt, und damit rüdt eigenen Sicherheit von der Waffe Gebrauch zu machen. Nach heftiger Applaussalben aus. Magistratsrath Rosner begiebt sich mit die Gefahr ernstlich nahe, daß die Zuchthaus- Vorlage Gegenwehr gelang es ihnen, ihren Mann, der aus mehreren Wunden der Eskorte zur Bank des Dr. Förster. Gesetz wird. Es lebt kein Mallinckrodt mehr im Zentrum!-blutete, abzuführen. Vier Arbeiter blieben, mehr oder weniger verordnung verpflichtet, der Weifung des Vorsitzenden zu gehorchen. Dr. Lueger: Herr Dr. Förster, Sie sind nach der Geschäftsletzt, auf dem Schauplage des Stampfes zuritd. Ich bitte, fich zu entfernen.( Rufe links: Aussi!) Deutsches Reich. Der Bundesrath überwies in seiner Sigung vom Donnerstag Die Vorlage, betreffend die allgemeine Rechnung über den Landeshaushalt von Elsaß- Lothringen für das Etatsjahr 1894/95 den zuständigen Ausschüssen. Dem Ausschußbericht über die Vorlage vom 5. November 1898, betreffend die Ertheilung der Befugniß zur Bollabfertigung von Wollengarn als hartes Samimgarn wurde die Zustimmung ertheilt, ebenso dem Ausschußbericht über die Vorlage, betreffend die anderweite Festsetzung der Gebühren für Postanweisungen und für Sendungen von Waarenproben. Das Vorrecht der Sau. Im Reichstag erregte am Donnerstag die Feststellung Bebel's großes Aufsehen, daß noch während der Etatsberathung der Reichskanzler, der den Reichstag einzig verantwortliche Beamte, sich am Mittwoch zur Jagd nach Springe begeben hat. Herr v. Hohenlohe fühlte fich eben mehr verpflichtet, anwesend zu sein, wenn einige Dugend Säue zur Strede gebracht werden, als sich zu recht fertigen, wenn irgend ein beliebiger Bolisvertreter im Reichstage Beschwerden vorbringt. Schließlich mag es auch angenehmer sein, Jäger oder Jagdgast zu sein, als Wild. Dr. Förster macht eine abwehrende Handbewegung. Dr. Lueger: Dann ersuche ich, des Amtes zu walten. Chronik der Majestätsbeleidigungs- Prozesse. Wie Ma jestätsbeleidigungs- Prozesse zu stande kommen. Der Zimmermann Wilhelm Käbisch aus Neu- Weißenfee war vor der 4. Straf fammer am Landgericht II wegen Majestätsbeleidigung angeklagt, Es entsteht große Unruhe. Die Magistratsdiener machen sich Der Angeklagte wohnte mit der Arbeiterfrau Schmidtte in einem an Dr. Förster heran, fassen ihn unter den Armen Hause. Wie das unter„ guten Nachbarn" zuweilen vorkommt, fam und zerren ihn aus der Sizreihe heraus. Während es im März d. J. zu einem Wortgefecht zwischen den beiden Parteien, fin ihn heben und buchstäblich aus dem Saale tragen, johlte die in dessen Berlauf Frau Schmidtke erklärte: Sie haben den Kaiser Majorität und die Gallerie vor Freude, worauf stürmische Pfuirufe beleidigt! Ich werde Sie anzeigen!" Der Angeklagte erwiderte der Opposition antworten. darauf empört:„ Was, den Kaiser habe ich beleidigt?", und knüpfte Dr. Förster wird langsam aus dem Saale getragen. Er setzt daran eine Bemerkung, die in gewiffen Streisen sehr gebräuchlich, fich nicht zur Wehr. aber nicht salonfähig ist. Er glaubte damit die böse Nachbarin zu plözlich hört man Stimmen: Dr. Brig habe den Dr. Förster treffen, diese aber kehrte den Spieß um und bezog den Nachfah auf zu befreien gesucht. falls dieser Auffassung zu, der Vertheidiger Rechtsanwalt Dr. Gerz ich bin Beuge. die Person des Kaisers. Die Staatsanwaltschaft neigte sich eben Leitner( zum Bürgermeister): Er hat Gewalt angewendet, felb vermochte jedoch ben Gerichtshof zu überzeugen, daß die be leidigende Aeußerung sich nicht auf die Berson des Kaisers, sondern auf die Frau Schmidtke bezog. Das Urtheil lautete daher auf Freisprechung. im Herbst in der Mägdefrau'schen Speisewirthschaft zu Erfurt, woselbst er eine majestätsbeleidigende Bemerkung über die Palästina reise des Kaifers fallen ließ. Elener war noch nicht lange aus dem Gefängniß entlassen und es schien ihm um ein Winterquartier zu thun zu sein. Er erhielt für die Majestätsbeleidigung 1½ Jahr Gefängniß. Ausland. Oesterreich- Ungarn. „ Simplicissimus"-Prozeß. Der Zeichner Th. Heine wird sich am 19. Dezember wegen zweier Włajestätsbeleidigungen in Leipzig zu verantworten haben, während die Druder des„ Simplicissimus" wegen Protest gegen die Ausweisungen. Aus Kiel, 14. Dezember, Bergehens gegen§ 21 des Preßgefeges angeklagt sind. Die Vers wird uns geschrieben: theidigung wird Rechtsanwalt Dr. Felig 8 eh me führen, die Anllage Mit der Söller'schen Ausweifungspraxis be- Ober- Staatsanwalt Hänschel vertreten. schäftigte sich am Mittwoch Abend in Stiel eine öffentliche Der schon 40 Mal vorbestrafte Schmied Hermann GIsner faß Volksversammlung, in der Genosse Legien als Referent erschienen war. Die trop des vom Winde gepeitschten Regens von etiva 2000 Personen besuchte Versammlung legte ihre Anschauung in nachfolgender Resolution, die einstimmige Annahme fand, nieder: Die heute, Mittwoch, den 14. Dezember, stattfindende, von ca. 2000 Personen besuchte öffentliche Volksversammlung ist der Ansicht, daß die Ausweisungen dänischer Unterthanen aus Nordschleswig politisch ebenso unflug, wie moralisch verwerflich sind. Wie jeder Zwang, muß auch die zwangsweise Germanisirung dänischer Elemente in Nordschleswig an dem gerade durch rigorose Gewaltmaßregeln hervorgerufenen Widerstand kläglich scheitern. Weit entfernt davon, die dänisch gesinnten Elemente dem Aus der bereits erwähnten Geschäftsordnungs- Debatte im Deutschthum zu gewinnen, stachelt die mit rücksichtslosester Härte Wiener Gemeinderathe vom 18. Dezember geben wir nach geübte Gewaltpolitik Köller's die Verfolgten und Dransalirten zum der N. Fr. Pr." ein paar erbauliche Momentaufnahmen wieder. zähesten Festhalten an ihrer Anschauung auf. Statt dem Deutschthum im Auslande Sympathieen, die wahrlich schon gering genug Referent raba: Jch habe immer große Freude, wenn der find, zu erwerben, setzt die unfluge Stöller'sche Ausweisungspolitit Kollega Schlechter so recht in die Rage tommt. das Ansehen Deutschlands im Auslande herab, und provozirt Dr. Fochler: Frozzeln Sie nicht! Repressalien gegen die zahlreichen im Auslande lebenden Deutschen. Dr. Förster: Blähen Sie sich nicht so auf, weil Besonders verwerflich wird aber die Ausweisungspolitik dadurch, Sie einen Orden bekommen haben!( Lärm.) daß man, um deutsche Unterthanen mit dänischer Gesinnung zu züchtigen und wirthschaftlich zu schädigen, deren ganz unbetheiligte Dienstboten und Arbeiter des Landes verweist und dadurch dieselben in ihrer Existenz schwer schädigt. Gegen diese ebenso sinnlose wie verdammenswerthe Ausweisungsprayis erhebt die Kieler arbeitende Bevölkerung ganz besonders scharfen Protest." Zollpolitische Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten. Der deutsche Botschafter in Washington, Herr v. Hol. leben, fehrt in diesen Tagen mit neuen Instruktionen für handelspolitische Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten auf seinen Posten zurück. Dem Vernehmen nach betreffen die deutscherseits gewünschten Zugeständnisse in erster Linie 3uder, Weine und Zegtilwaaren. Die Verhandlungen werden auch weiterhin in Washington geführt werden. An der schönen blauen Donan. I. Dr. Lueger: Ich bitte um Ruhe! Benehmen Sie sich an ständig! Herr Dr. Förster, halten Sie sich an die Geschäftsordnung; brüllen Sie nicht immer hinein, das ist nicht anständig! Ich rufe Sie vorläufig zur Ordnung! Das ganze Haus hält Ruhe, nur die beiden Herren stören fortwährend den Frieden. Ich werde Sie schon zu bändigen wissen!( Beifall links, stürmischer Widerspruch rechts.) Dr. Fochler und Dr. Förster rufen: fui Teufel! Seien Sie doch nicht so ungebildet! II. Dr. Lueger: Herr Dr. Brig, ich schließe Sie von dieser und den brei folgenden Sigungen aus. ( Erneuter Lärm rechts. Beifall links. Nufe auf der Gallerie: Hinaus mit den Juden! Andauernder Lärm.) Dr. Lueger: Herr Dr. Mittler, ich schließe auch Sie von der heutigen und den brei folgenden Sigungen aus. Magistratsrath Rosner erscheint mit acht Dienern im Saale und begiebt sich zu Dr. Mittler, um ihn zum Berlaffen des Saales zu bewegen. Der Lärm hält an. Dr. Mittler( den Magistrathsrath Rosner abwehrend und auf das Bult schlagend): Nein! Ich gehe nicht! Es ist eine Lüge, was man sagt.( Bu Dr. Lueger, heiser schreiend:) Sie lügen, sie lügen, Sie lügen!( Es herrscht inzwischen ein ohrenbetäubender Lärm.) Dr. Lueger: Herr Dr. Brig, verlassen Sie den Saal und banken Sie Gott dem Herrn, wenn ich keine Anzeige mache! Dr. Brig verläßt zögernd den Saal. Dr. Mittler ruft fortwährend: Ich lasse mich nicht aus. schließen wegen einer Lüge. Ich weiche nicht brutaler Gewalt! Endlich wird er von zwei Dienern aus dem Saale ge tragen. Pfui- Rufe rechts, Beifall; links begleiten diesen Att. Eine Anzahl oppofitioneller Gemeinderäthe begeben sich aus dem Saale. Dr. Vogler macht gegen das Präsidium eine Geberde, welche die tiefste Berachtung ausdrückt, und entfernt sich gleichfalls. Frankreich. Zur Picquart'schen Haftentlassung wird am Donnerstag aus Baris gemeldet: Wie verlautet, willigte Bicquart auf dringlichen Wunsch seiner Freunde ein, ein reilassungsgesuch zu unterzeichnen. Labori überreichte dasselbe dem Kriegsminister Freycinet. Wie es heißt, wird der Kriegsminister das Freilassungsgesuch dem General Burlinden zustellen mit dem Ersuchen, das Kriegsgericht zusammen. zu berufen, damit dieses sich über die Frage schlüssig mache. Paris, 13. Dezember.( Eig. Ber.) In der Kammer hat das nationalistische Fähnlein gestern wieder einmal wüste Radauizenen veranstaltet. Die Dérouléde und Konsorten wissen den französischen Nationalgeist, für dessen einzig echte Vertreter fie fico Dr. Fochler, welcher wiederholt Pfui! Pfui! ruft, wird zur ausgeben, nicht anders kundzuthun als durch tolles Niederheulen des Ordnung gerufen.( Lärm.) Gers. Wenn sie wenigstens aufrichtig wären! Aber nein, es fnd Leute, die sich aus" patriotischen" Krampfanfällen ein Gewerbe gemacht haben. Nie kam das so deutlich zum Vorschein, wie in der gestrigen Kammerſigung. Der sozialistische Abg. Pafchal Grousset interpellirte über die verbrecherischen Umtriebe" einiger friegministerieller Beamten in der Bresse anläßlich der Affäre Dreyfus- Esterhazy- Picquart. Es war hohe Zeit, endlich einmal die freche Breßkampagne des Generals stabes zu beleuchten, die nicht nur das Land systematisch belogen hat und noch zu belügen sucht, sondern auch eine der empörendsten Gra ſcheinungsformen des prätorianischen Geistes bildet. Paschal- Groujjet Gestellte sich zur Aufgabe, diese Preßkampagne vom Anbeginn der Dreyfus- Affäre bis zu den legten Tagen zu schildern, und zwar auf grund der Dokumente, d. H. der Lügennachrichten in den bekannteit Generalstabs- Zeitungen. Seine Rede war im wesentlichen eine Zusammenstellung von Auszügen aus den bezeichneten Blättern. Dr. Bogler: Herr Schriftführer, ich will das Wort! Schriftführer Leitner: Kommen Sie hierher! Ein einstimmiges Nein der Fortschrittlichen ist die Antwort hierauf. Allerneuestes vom groben Unfug. Der„ Frankfurter 8tg." Tomo la referirt in unaufhörlichem Lärm weiter. Die Gezufolge wurde in Birna ein Arbeiter polizeilich wegen groben meinderäthe Dr. Förster und Dr. Fochler rufen fortwährend: Unfugs bestraft, weil er in einem Restaurant despektirlich Bitte um das Wort zur Geschäftsordnung! von Bismarck gesprochen hatte. Dr. Förster: Sind wir ausgeschlossen oder sind wir noch herin? Im bismard- feindlichen Bayern wird man nun wohl gelegentlich Sie werden das nicht lange fortmachen! einen Preußen", der sich einer Bismarcks verhimmelung Dr. Vogler geht schließlich zum Schriftführer und meldet schuldig gemacht, mittels des groben Unfugsparagraphen meucheln!-sich als Redner. Sämmtliche fortschrittlichen Prinzen- Reisen. Demnächst erscheint ein Memoirenwert über meinderäthe verlaffen ihre Bläge und folgen diesem Beispiele. Dr. Fochler verlangt das Wort zur Geschäftsordnung. Kaiser Friedrich von Margarethe von Poschinger. Die Dr. Lueger: Wenn Dr. Fochler das Wort will, muß er hier Münchener Neuesten Nachrichten" bringen aus dem Werte schon her fommen. jetzt einige Mittheilungen aus Niederschriften des Kronprinzen Friedrich Wilhelm. Die eine, die während der Univerſitätszeit in Bonn geschrieben ist, trägt den Titel:„ Warum und wie sollen Prinzen Landestheile ihres Reiches besuchen? Der Prinz findet es wichtig, daß die Prinzen ihr eigenes Land persönlich kennen, aber fie sollen deswegen nicht unaufhörlich herumreisen, sondern auch in Ruhe und Freude die Annehmlichkeiten des Lebens im engeren und weiteren Familienkreise genießen dürfen. " Dr. Fochler: Sie haben garnichts zu reden, sondern die Das genügte, um die patriotischen Hauswürfte gegen den InterMeldung des Schriftführers entgegenzunehmen. pellanten zu entfesseln. Sie heulten man dente! im Nanten Hierhammer: Und Sie haben bas Maul guides Patriotismus, im Namen der Landessicherheit gegen die Vers halten!( Erneuter Lärm.) lesung der Auszüge aus ihren eigenen Leibblättern! Die feit Monaten oder seit Wochen in alle Welt hinausdepeschirten Fabein der Generalstabspresse über die famosen Briefe Wilhelms II., über die angeblichen Berichte des österreichischen, des italienischen, des russischen Militärattachés u. f. w., all' die Erfindungen, die in der ganzen Welt mit einem Hohngelächter aufgenommen waren, wurden auf einmal zu landesgefährlichen, friegsschwangeren Enthüllungen, die ein patriotisches Ohr nicht ertragen fonnte!. III. Fochler und Förster machen in dem Lärm unverständliche, gegen den Bürgermeister gerichtete Zwischenrufe. Dr. Lueger: Ich muß die beiden Gemeinderäthe Dr. Fochler Krankenkassenwesen. In einer sächsischen Ministerial- Ber- und Dr. Förster ersuchen, sich anständig zu benehmen. Sie follten ordnung sind die Aufsichtsbehörden angewiesen worden, den Orts als Doctores dieses unqualifizirbare Benehmen unterlassen.( Stürmi Strantentassen den Bescheid zugehen zu lassen, daß sie in scher Beifall links; ironische Bemerkungen und lauter Widerspruch Zukunft teine Kassengelder mehr zu Beiträgen für freie Werrechts, welche im tosenden Lärme unverständlich bleiben.) Sonntag: Durch dieses Vorgehen wird das elementarste einigungen", Delegationen zu Verbandstagen 2c. verwenden dürfen. Dazu schreibt man uns aus Sachsen: Recht der Gemeinderäthe beschnitten und jede Debatte nahezu unVorgehens des Der Zweck dieses Ministeriums erscheint möglich gemacht... " Indeß die nationalistischen Schreihälse übten wenigstens ihr Ges werbe aus. Aber was soll man zur Haltung des Ministerpräsidenten Dupuy sagen, der es für nöthig hielt, als Regierungschef mit der äußersten Energie zu protestiren" gegen die Erwähnung der Fabel " " [ " von den Briefen Wilhelm's II.? Oder zur Haltung des Kriegs- felben Beit, als die Stadtverordneten gegen die durch die Grenz- Antrages mit Bestimmtheit erwartet wurde. Indeß, je länger ministers Freycinet, der es bedauerte, die Vertagung der landes- sperre verursachte Fleischvertheuerung petitionirten, lehnten ste es ab, Dylong im Gefängniß zubringen muß, auf desto größere Erfolge gefährlichen Interpellation nicht verlangt zu haben? Die beiden die städtische Fleischsteuer zeitweise zu suspendiren. Weiter wird darf er rechnen, wenn er endlich wieder in der oberschlesischen FreiMinister vervollständigten damit das Attentat der nationalistischen den städtischen Arbeitern ein sehr niedriger Lohn, meist 2,20 m. pro heit" agitiren foird. Bande gegen die Nedefreiheit des Interpellanten, das Signal zu Tag, gezahlt und derselbe zum theil als Almosen verrechnet, so daß Das Urtheil, das vom Magdeburger Landgericht in einem berstärkten und allgemeinen Geheul gebend. Die große die betreffenden städtischen Arbeiter ihr Wahlrecht verlieren. Ferner dem sogenannten Sonnenbachs- Prozeß gegen den verHeerde der Abgeordneten verfiel von neuem in jene erhebende verliert jeder das Wahlrecht, der mit der Bahlung der Krankenhaustosten antwortlichen Redakteur der Voltsstimme" gefällt worden ben ben Stimmung, aus welcher heraus der Maueranschlag der Fälschungen für sich oder ein erkranttes Kind im Rüdstande ist. Das zeitigte war und das auf 20 M. Geldstrafe gelautet hatte, war vom ReichsHenry's votirt worden war. unter den Arbeitern eine gewaltige Erbitterung. Die Kleinbürgerlichen gericht aufgehoben und an dieselbe Instanz zurückverwiesen worden. Paschal Grousset's Stimme verhallte zulezt im entfeßlichen Ge- Kreise wieder sind ungehalten über willkürliche Aenderungen des Be In seiner abermaligen Verhandlung hat nun das Landgericht wieder fchrei und im Geflapper der Bultdeden. Er mußte feine Rede abkürzen, ab- bauungsplanes, Bewilligung von Geldern im Interesse der Groß auf 20 M. Strafe erkannt. brechen. Unter diesen Bedingungen hatte Freycinet in feiner fabrikanten und Grundbesizer 2c. Sie leisten deswegen dem National--Bei der Verfolgung eines Wahlflugblatts, das unter Antwort leichtes Spiel. Er leugnete schlankweg die dokumentarisch liberalismus nur noch widerstrebend Heeresfolge und am Abend den Arbeitern Ostpreußens vertheilt worden war und worin an erwiesenen Breßmachenschaften der friegsministeriellen Bureaus, gab vor der Wahl erschien gar eine anonyme Wahlliste nebst geblich das Vergehen der Aufreizung enthalten sein soll, hatte sich eine vage Versicherung zu wachen" über etwaigen disziplinwidrigen Flugblatt, hinter denen die Bünftler und das Bentrum standen, die Staatsanwaltschaft in Insterburg besonders hervorgethan, Vorkommnissen, lobte natürlich die Armee" und erklärte fich foli- welche sich mit sechs neuen Kandidaten in Gegensatz zu den Ver- indem sie das Flugblatt überall beschlagnahmen ließ und die Verdarisch selbst mit Zurlinden, dem Militärgouverneur von Baris, einigten Bürgerparteien" stellten. Das bewirkte eine Bersplitterung breiter antlagte. Bisher sind aber diese durchweg freigesprochen der seit dem Abgang Boisdeffre's und seiner Kreaturen die Stim der bürgerlichen Stimmen und fam uns somit zu gute. Das Wahl- worden, ebenso der verantwortliche Verleger. Wegen desselben Flugmungsmache in der Presse leitet, und zwar mitunter gegen den ergebnis ist: alle unsere 16 Kandidaten, die sämmtlich Parteigenoffen blatts hatte sich vorige Woche der Gutsbefizer Hofer aus Kriegsminister Freycinet. sind, wurden gewählt. Mit dem Genossen Ulrich haben wir nun Groß- Staisgirren mit noch sieben Parteigenossen aus dem Die Stammer ging über ihr schändliches Geheul zur einfachen 17 Mandate inne und damit fast die Majorität. en Streife Ragnit- Pillfallen vor der Straflammer in Stallupönen Tagesordnung" über mit der bewährten kompakten Mehrheit von 463 gegen blos 78 Stimmen. In Magdeburg haben bei der Stichwahl zur Stadt- zu verantworten. Der Erfte Staatsanwalt aus Justerburg, der die Anklage persönlich vertrat, beantragte Strafen von 6 Wochen bis Dupuy's Doppelspiel in den Parteitämpfen gestaltet sich immer berordneten- Bersammlung die beiden Kandidaten der 4 Monaten, wobei er die Richter ermahnte, mildernde Umstände nicht freisinnigen liberalen Vereinigung, die Kaufleute Mag schwieriger. Aus Furcht vor den antisemitisch nationalistischen Görnemann und Jacobi- Scherbening, mit Hilfe der sozial etwa deshalb zu bewilligen, weil der tonservative Kandidat trotz der Radaumachern hat der startfäuftige" Regierungschef das gesez bemokratischen Stimmen gefiegt. Sie erhielten 2163 und berhezenden" sozialdemokratischen Agitation einen glänzenden Sieg widrige Treiben des antisemitischen Bürger 2008 Stimmen, die beiden Kandidaten des tonservativ- antisemitisch- davongetragen habe. Denn immerhin habe sie in erschreckender meisters von Algier, Mar Régis, mit vieler Geduld er nationalliberalen Kartells 1693 und 1309. Bekanntlich hatten unsere Weise die Geister und Herzen verwirrt". tragen. Der algerische Lieutenant Drumont's, noch vor kurzem AnDas Plaidoyer machte aber auf die Richter nicht den gewünschten führer der antijüdischen Räuber- und Todtschlägerbanden, handelte nicht Parteigenossen beschlossen, bei der Stichwahl für die Freifinnigen zu Gindruck. Den Ausführungen des Vertheidigers Haase qus viel anders auch als Bürgermeister. Aus eigener Machtvollkommen stimmen. Ueber das Wahlergebniß schreibt die Boltsstimme": heit verbot er den jüdischen Kaffeehaus- Wirthen, auf den Trottoirs An der Wahl für die Kandidaten der liberalen Vereinigung Königsberg folgend, sprach das Gericht die Angeklagten frei und hob Tische aufzustellen, entzog er den jüdischen Zeitungsverkäufern die die Anhänger der freisinnigen Volkspartei betheiligt, dieselben felben Sizung wurde gegen Hofer noch über eine Anklage wegen nur bie Sozialdemokraten uns als In der tommunale Bewilligung und befahl den jüdischen Kutschern, auf einem besonderen und abgesonderten Plaze zu stationiren. Es war Männer, die auch das bei der letzten Reichstagswahl angestrebte verhandelt, weil er in einem privaten Schreiben an einen Genoffen Kartell aller bürgerlichen Parteien gegen die Sozialdemokratie zerdie amtliche Fortsegung der von der antijüdischen Liga gegen die törten. Damit haben sich, ganz wie wir es gewünscht haben, die auf dem Lande, das in unrechte Hände gekommen war, bie Beschlaginfchen Broletarier und Steinbürger betriebenen Boykotts, Dupuh Bartelverhältnisse in Magdeburg wesentlich geklärt. Was wir mit hoher nahme des Flugblattes als eine willkürliche Handlung bezeichnet fans an alledem nichts auszusehen, während ſozialistische Bürger- Freude hatte. Der Staatsanwalt erblickte darin den schwersten Vorwurf, meiſter für den bloßen Schein einer ungefeßlichen Maßnahme un- Freude begrüßen, ist, daß die Sozialdemokratie aus ihrer bislang beber einem Beamten gemacht werden könne und hielt deshalb eine verzüglich suspendirt werden. Der Geduldsfaden ging Dupuy aus, wahrten reservirten Stellung heraus- und träftig in den Parteikampf erst nachdem der bürgermeisterliche Diktator in einer öffentlichen eingetreten ist. Die in den Versammlungen der bürgerlichen Parteien Geldstrafe für ausgeschlossen. Er beantragte einen Monat Gefängniß. gouverneur von Algerien, Laferrière, falls dieser nicht durchweg demokratie gehegte Vorurtheil ist zerstört, auch hat die" Bolts- it imme" zuverlässig erfuhr, soll der Prozeß, der wegen Beleidi Sen Antijuden gehorche, ebenso verjagen, wie dessen Vorgänger, funden und sich Achtung und Anerkennung erzwungen. Wir hoffen, berg und Jädh anhängig ist, nicht vor das in Baden bei Prezstimme" durch den Wahlkampf Eingang in bürgerlichen Kreisen geLépine. Daher die zeitweilige Amtsenthebung des Max Régis. auf diesem Wege fortschreiten zu können. gung des Kommerzienraths Scipio gegen ihre Nebatteure Herz eine antisemitische Interpellation zu fürchten. Aber er hat gleich bei uns taube Ohren. Wir werden unsere angeblichen„ volkspartei- tamm er berwiesen werden. Die„ Boltsstimme" erklärt, daß kein nachgesagte„ Berbrüderung"( mit den Freifinnigen) findet Uebrigens ist Dupuy's Langathmigkeit im gegebenen Falle er- lichen Brüder" bekämpfen, da wo wir sie zu bekämpfen haben, Rechtsmittel unversucht bleiben werde, um zu verhindern, daß durch die Verweisung des Prozesses vor die Straffammer ein Präzedenz und mit ihnen gemeinsame Sache machen da, wo die Kärlich genug. Satte sich doch kein Parlamentarier gefunden, um Realtion, wo Intereffenpolitik abzuschlagen find. Dies thun wir, fall geschaffen wird, der für die ganze badische Preſſe von weitdie Regierung wegen der willkürlichen Verfolgungen der Juden Stede zu stellen, troßdem es sich um jüdische Proletarier ohne auf Gegenleistung zu rechnen. Der Ausgang der Stadtverorb- tragender Bedeutung wäre. handelte. Die Nachwirkungen des antisemitisch chauvinistischen niffe. Wir haben wochenlang die Bürger in Athem gehalten und netenwahlen ist eine Etappe zur Gesundung unserer ParteiverhältTerrorismus find offenbar noch nicht überwunden. bewiesen, daß mit der Sozialdemokratie Magdeburgs gerechnet werden muß auch in kommunalen Angelegenheiten und ihr Organ nicht mehr so achtlos und wegwerfend behandelt werden kann. Dies erfüllt uns mit Stolz, mit Genugthuung." Bersammlung die Drohung ausstieß, er werde den General- betriebene Agitation hat flärend gewirkt, manches gegen die Sozial- Das Gericht erkannte auf 80 M. Geldstrafe. Aus Baden. Wie die Mannheimer WolksSpanien. Parlamentarisches. aur Stimmenzahl. Die uns( von den " Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. An die Musikinstrumenten Arbeiter Berlins! Den Vertrauensmännern zur Nachricht, daß am Sonnabend, den nicht tafsirt werden. Wir bitten deshalb am Sonnabend, den 24. Dezember, die freiwilligen Beiträge zu unserer Schuldentilgung 17. d. M., auch für die nächste Woche den Beitrag zu leisten. Die Kommission. Metallarbeiter- Verbandes. Deutsches Reich. " Vom spanisch- amerikanischen Frieden. Madrid, 15. Dezbr. Der Ministerrath nahm von dem Wortlaut des Friedensvertrages Kenntniß. Er wird Montero Rios über die Form befragen, welche In Waltershausen in Thüringen wurde der sozialdemokratische man gewählt hat, um den Vertrag gleichzeitig in Spanien und den Landtags- Abgeordnete Denner in das Stadtverordneten Vereinigten Staaten zu veröffentlichen. Der Minister der Kolonien Sollegium gewählt. Das Wahlrecht ist von der Zahlung eines theilte mit, daß zahlreiche Bewohner der Philippinen aus Furcht über Bürgergeldes von 20 M. abhängig, also recht erschwert; dennoch erdie Verzögerung der Freilassung der spanischen Gefangenen die Rüd- zielten auch unsere übrigen Kandidaten eine sehr bedeutende fehr in die Heimath erbitten. Achtung, Golbarbeiter! Die Firma A. Huttenlocher in Rußland. Auf dem dritten oberrheinischen Provinzial- Parteitage, barauf aufmertfam, daß sich sämmtliche Arbeiter genannter Firma Blingen sucht in Berlin Goldarbeiter anzuwerben. Wir machen Ruffischer Petroleum- Export nach Deutschland. In einer der kürzlich in Kreuznach abgehalten wurde, waren 17 Wahl- im Ausstand befinden. Die Ortsverwaltung Berlin des Deutschen heute im Finanzministerium abgehaltenen Sigung des Tariffomitees treise durch insgesammt 27 Delegirte vertreten. Die Behörde verwurde behufs Sebung des Petroleum- Exportes nach Deutschland belieh der friedlichen Zusammenkunft ein ungewöhnliches Gepräge schloffen, auf der lautafischen Bahn vom 1. Februar 1899 ab per sich vor dem Lokale auf, städtische Polizei schwirrte, abgesehen von Bauarbeiters durch ein übergroßes Beamtenaufgebot. Mehrere Gendarmen hielten An die Bauarbeiter! In bezug auf die Richtigstellung des Bud Petroleum an Fracht 12 Ropeten, anstatt wie bisher 19 Kopelen Sen beiden den Verhandlungen beiwohnenden Beamten, ebenfalls folgendes Schulz in Nr. 291 des Vorwärts" entgegnen wir zu sofern Es ist daß sich ein der in enthält und ihm nicht weniger als 15 pet. schwerer Dele bei- umber, und damit von den staatsumstürzenden Worten ja feines ver- dem Lokale Briezenerstr. 18 tonftituirt hat. Es ist ferner Thatsache, gemischt sind. loren gehe, hatte der Landrath( breisage und schreibe drei- daß diejenigen Stollegen, welche Mitglieder dieses Vereins werden amtliche Stenographen gesandt, die sich, wie man zu sagen pflegt, wollten, aber dem Verband der Bauarbeiter angehörten, verpflichtet die Finger wund schrieben. wurden, ihre Verbandsbücher nebst Sammelfarten zu ver Genosse Hofrichter aus Köln wies beim Bericht des nichten. Es ist festgestellt, daß mehrere zerrissene Bücher Im Seniorenkonvent des Reichstages wurde dem Präsidenten uns immer rücksichtsloser wird. Im Rheinland tomme zur polizei- Beweis erbracht, daß eine Schädigung der jetzt bestehenden Agitationskomitees darauf hin, daß der Kampf der Gegner gegen dort auf einem Tisch aufgehäuft lagen. Hiermit ist der der Wunsch nahe gelegt, die Weihnachtsferien bis zu 10. Januar lichen die geistliche Verfolgung und zum wirthschaftlichen der Kirch- Organisation beabsichtigt war. Unserer Meinung nach bestehen hier auszudehnen. Hierauf wurden der Vorsiz und die Beseyung nach liche Zwang, der vor der Vernichtung der Eristenz nicht zurückschrede. in Berlin nur zwei maßgebende Organisationen. Diese sind der Fraktionen in den Fachkommissionen besprochen. In der Budget: Diesen verwerflichen Mitteln gegenüber sei es doppelte Pflicht der Verband und die Freie Bereinigung. Alle übrigen erkennen wir fommission wird der Abg. v. Kardorff den Vorsiz führen, in der Parteigenossen, zusammenzuhalten und die Reihen zu stärken nicht an, da sie nicht auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung Geschäftsordnungs- Kommiffion Singer, in der Wahlprüfungs- Kommission Dr. Spahn, in der Petitionskommission Dr. Kruse 2c. Der Delegirte aus so blenz schilderte, wie auf dem Lande stehen. Was die Maßregelung der beiden Kollegen anbetrifft, so die ultramontanen Gegner die Massen fanatifiren, sodaß die Flug war diese nicht von Schulz, wie irrthümlich angenommen wurde, Die Zentrumsfraktion hat an den früheren Reichstagspräsi- blatt- Berbreitung mit Lebensgefahr verbunden sei. sondern von einem gewissen Franz Schmidt, in Bauarbeiterkreisen denten Frhrn. v. Buol ein Dankschreiben gerichtet, in welchem ihm Emmel erflärte, der Rückgang der Stimmen bei der Wahl im gut bekannt, ausgegangen. Schmidt ist Mitglied dieses Vereins. der Dank der Fraktion sowohl für die jahrelange Mitarbeit in Saarrevier sei auf die Neuerrichtung der Bergarbeiter- Organi Die Lohnkommission. J. A.: Noack. schwersten Zeiten, als insbesondere für die unermüdliche und erfolg- fation zurückzuführen. Das Zentrumi habe, als es sah, daß es die Die Arbeit niedergelegt haben in Hannover die in der reiche Führung des Präsidiums im Reichstage" ausgesprochen wird. Leitung des ehemaligen Rechtsschutzvereins nicht in die Hände be- Chr. Sprögel'schen Lederfabrit beschäftigten Lederarbeiter, weil Der Jnnungsverband deutscher Baugewerksmeister über- fommen konnte, diesen auf alle Weise bekämpft; es trage mit Schuld ihnen eine Lohnerhöhung von 19,50 Mart auf 21 Mart rundreicht vier Petitionen, unter welchen eine die Versicherung daran, daß diese Organisation zu grunde ging. Die Thätigkeit der weg abgelehnt und geantwortet wurde, es gäbe auch nicht einen gegen Arbeitslosigkeit ohne Inanspruchnahme Ultramontanen beschränke sich jetzt darauf, für den katholischen Pfennig mehr. Der Arbeitgeber fordert. Volksverein Propaganda zu machen. Dann beständen noch lokal organisirte Knappschaftsvereine, deren Vorsitzender ein Geistlicher sei, Ueber die Entwickelung der Gewerkschaftsbewegung in der an diesen Vereinen schon ein materielles Interesse habe, weil Dänemark giebt ein zehnjähriger Jahresbericht des Maurerverbandes, sie für die Begräbnißkosten ihrer verstorbenen Mitglieder auf- Belege. Der dänische Maurerverband wurde vor 11 Jahren errichtet. Ueber die Stadtverordnetenwahl in Offenbach a. M., Etwa 1 Jahr später hielt er seinen ersten Kongreß ab. Er zählte Gilsbach aus Köln berichtete über die Presse. Die damals 9 Zotalverbände mit 1557 Mitgliedern. Der Lohn beren erfreuliches Ergebniß im Depeschentheil der gestrigen Nummer Rheinische Zeitung", die früher bedeutende Zuschüsse erforderte, stehe betrug zu jener Beit 2,50 bis 3 Kronen per Tag in der Provinz noch gemeldet werden konnte, wird uns geschrieben: Nachdem wir im Jahre 1890 den Nationalliberalen das Mandat der Aachener Genossen, daß ihnen die..Rheinische 8tg." zugängig verbände mit 4706 Mitgliedern. Noch im Frühjahr dieses Jahres heute so, daß sie sich mit eigenen Mitteln halten könne. Der Wunsch die Arbeitszeit 11 Stunden. Jetzt zählt der Verband 76 Lokal zum Reichstag und später auch jenes zum Landtag abgenommen gemacht werde, habe sich leider noch nicht erfüllen laffen. zählte er nur 69 Lolalverbände mit 4465 Mitgliedern. Da es in hatten, handelte es sich jetzt darum, ihre Herrschaft auf dem Stadt- Die Wochenausgabe der Rheinischen Beitung" fei eingegangen, Dänemark nur 4806 Maurergesellen giebt, so stehen mithin nur 100 haus zu brechen. Die Grundlage der städtischen Verwaltung ist in da sie Buschuß erforderte, den der Verlag Heute nicht leisten außerhalb der Organisation. Die Arbeitszeit ist jetzt meist 10 Stunden. Offenbach wesentlich anders, als in preußischen 2c. Städten. Die könne, weil sonst das finanzielle Gleichgewicht gestört werde. Der Der Lohn 3,70 bis 4 Stronen, je nach den Orten. Mitglieder des Magistrats werden von den Stadtverordneten ge- agitatorische Werth eines Wochenblattes für das Land und die kleinen wählt und beide berathen gemeinsam sowohl im Blemum wie in Orte werde von keinem bestritten. Partei- Nachrichten. tommen. den Kommissionen und das Plenum heißt Stadtverordneten- Ver- Hofrichter und mehrere andere Delegirte traten für die sammlung". Nach dem Gesetz führt der Oberbürgermeister den Wiedereinführung der Wochenausgabe ein. Sie sei eine GeldVorsiz. Er und drei Beigeordnete, wovon zwei unbesoldete, haben frage. Der Verlag und das Agitationskomitee seien nicht im stande, gleiches Stimmrecht. Bei der Frage nach der Beschlußfähigkeit der den wenn auch geringen Zuschuß zu decken. So bleibe nur der ParteiSigungen zählen aber die Magistratspersonen nicht mit; vielmehr vorstand, und man dürfe annehmen, daß dieser die wenigen hundert ist dazu die Anwesenheit von mindestens der Hälfte der Stadt- Mart, worum es sich nur handeln könne, nicht verweigern werde. verordneten erforderlich. Es ist also ohne weiteres einleuchtend, daß Es wurde einstimmig beschloffen, eine Umfrage in den einzelnen die Stadtverordneten hier einen viel größeren Einfluß ausüben können, Orten zu veranstalten, wie viel Abonnenten auf die Wochenausgabe als z. B. in preußischen Städten. Das gilt übrigens für ganz zu erwarten feien. Hiernach soll eine Berechnung aufgestellt und das Heffen. Dazu kommt dann noch ein weitgehendes Selbstverwaltungs- weitere befunden werden. recht. Diese Umstände verleihen an sich schon der Stadtverordneten- Der nächste oberrheinische Parteitag wird zu Ostern 1900 wahl erhöhte Bedeutung. Aller drei Jahre soll ein Drittel abgehalten. Als Siz des Agitationskomitees ist wieder Köln beder Stadtverordneten neu gewählt werden, das wären stimmt. für Offenbach 12. Infolge befonderer Umstände waren diesmal Ausland. Boziales. Das Reichs Versicherungsamt hat an die Vorstände det Invaliditäts- und Altersversicherungsanstalten ein Rundschreiben, betreffend die Berechnung der Wartezeit für Altersrenten der gesetzlich versicherten Personen, sowie der Haus gewerbetreibenden der Tabatfabritation und der Textilindustrie aus dem Geburtsjahrgange 1829, gerichtet. Einen wichtigen Schritt zur Verbesserung der Fabriks Inspektion hat der Landtag von Reußi. 2. gethan, indem er auf Antrag unserer Parteigenossen beschloß, die Regierung um eine Vorlage betreffend Anstellung eines weiblichen) aber 16 Sige frei geworden. Das Wahlrecht ist so beschaffen, daß des" Vorwärts" berichtigend mitgetheilt sei, unsere Parteigenossen In Rostock haben, wie zu der Notiz in der gestrigen Nummer Assistenten der Fabritinspektion zu ersuchen. die ganze Stadt einen Wahlbezirk bildet und daß jeder Stinum beschlossen, um herabjegung des jetzt für alle 3 Wählerklassen gleichen der Hartung schen Zeitung" berichtet: In einzelnen Ortschaften Ostpreußische Schulpaläfte. Aus dem Kreise Osterode wird berechtigte jämmtliche Stadtverordnete wählt. Im Jahre 1889 hatten unsere Kandidaten 289 bis 355 Stimmen erhalten, im Bürgergeldes nach der Richtung hin zu petitioniren, daß die herrschen in den Schulen bauliche Bera Jahre 1892: 656 bis 1000 und im Jahre 1895: 1689 bis 2192 1. Wählerklaffe den jezigen Saz von 20 W. auch ferner zu zahlen unseres Kreises herrschen hältnisse, hat, während er für die 2. Klasse auf 10 und für die 3. Klasse auf die wirklich verdienen, in weiteren Kreisen bekannt Stimmen. Mit letzterer Zahl wurde Genosse Ulrich ge= wählt, auf den viele Stimmen unzufriedener bürgerlicher Wähler. vermindert werden soll. Begründet wurde die Petition u. a. zu werden. In den Dörfern Marwalde und Nuhwalde hat gefallen waren. Im übrigen aber trugen damals die Kandidaten noch damit, daß eine grundsätzliche Aenderung des Dreitlassen- Wahl anstalten zu versehen, so daß hier die ganze Umgebung des des bürgerlichen Mischmaschs unter nationalliberaler Führung Systems vorderhand nicht zu erwarten sei. Polizeiliches, Gerichtliches 2e. Schulhauses verunreinigt wird. Selbst die Lehrer mußten. mit 2047 bis 2263 Stimmen den Sieg davon. Unser Kandidat fast ein ganzes Jahr warten, bis man endlich für ihre Familien mit der nächstgrößten Stimmenzahl erhielt 1835 Stimmen. Inzwischen-Aus Beuthen O./S. wird uns mitgetheilt: Das hiesige eine Abortzelle aufstellte; für die Schuljugend wird es aber auch hat das Klaffenregiment der nationalliberalen Kommerzienräthe die Landgericht hat den Antrag des polnischen Parteigenoffen Dylo ng iegt noch immer für unnöthig erachtet. Wie ungesund die SchulKlassenerkenntniß der Arbeiter mächtig gefördert. Wie es um dieses auf Entlassung aus der Haft abgelehnt. Das ist um so auffälliger, räume z. B. in Marwalde find, geht aus der Bemerkung eines Regiment bestellt ist, dafür ein paar Beispiele. Eine Haupt- Ein- als nach der Kritik, die das Reichsgericht an dem Erkenntniß des Arztes hervor, der einem Marvalder Familienvater, dessen, nahmequelle der Stadt bildet das Oktroi, die städtische Thorsteuer auf Landgerichts, wonach Dylong zu 12 Jahren Gefängniß verurtheilt Kind kränkelte, erklärte:" Ihr Kind kann nie und nimmer Nahrungsmittel und Kohlen. Das Ottroi belastet jeden Familienvater worden war, geübt hatte, und angesichts der Thatsache, daß Flucht gesund werden, so lange es so lange es die Schule die Schule zu M. besucht". durchschnittlich mit 40 m. jährlich, den Armen wie den Reichen. Zur verdacht bei Dylong nicht im geringsten vorlag, die Annahme seines Zeitungen brachten die Nachricht, daß in Taulenfee und die Gutskämmerer- Wohnung. Schule und Gasthaus sich unter einem Dache befinden. Es Neft der gegen sie erhobenten Beschuldigungen nicht mehr so| Saltung des Magistrats verschiedenseitig in den scharfften ausstäden steht aber noch schlimmer! Es sind da unter einem Dache schwerwiegend zu sein, um eine Fortdauer der Haft zu recht gegeißelt wurde, gelangte folgender Beschlußantrag zur einstimmigen friedlich vereinigt: Das Gasthaus, ein Gaststall, in welchem fertigen. Annahme; der Gastwirth auch noch seine Bedürfnißanstalt aufgeschlagen hat, Das vor einigen Tagen unter dem Verdacht der Brandstiftung Die Versammlung protestirt auf das entschiedenste gegen die ein Vichstall, ein Schweinestall, die Lehrerwohnung, der Klassenraum verhaftete Chepaar Wölfel aus der Waldstr. 37 leugnet beharrlich Maßnahmen der Regierung, die auf die Entfernung der jüdischen Der Kreis Osterode ist eine Domäne der Konservativen. Das Feuer war in dem auf den Namen der Frau geschriebenen Versammlung spricht die Erwartung aus, daß Magistrat und Stadtjede Schuld, obwohl die Verdachtsmomente recht schwerwiegende find. Lehrerinnen aus dem Ordinariat der Gemeindeschulen abzielen. Die Wo diese herrschen, wird in der Regel den Biehställen mehr Sorg- Kolonialgeschäft ausgekommen. Die Vermuthung, daß es sich um verordneten- Versammlung diesen der Selbstverwaltung und der Verfalt gewidmet als den Schulhäusern. Brandstiftung handelt, gründet sich auf die Thatsache, daß mehrere fassung gleichermaßen widersprechenden Maßnahmen den schärfsten Die General- Intendanz des Hoftheaters in Weimar war Petroleumfannen, die in verdächtiger Weise durch Schnüre mit ein- Widerstand entgegensezen werden. Auch erwartet die Versammlung, von der Gewerkschafts- Kommission ersucht worden, Volksander verbunden waren, auf der Feuerstätte angefunden worden daß die Vertreter der Freifinnigen Volkspartei im Parlament diese borstellungen an Sonntagnachmittagen zu einem für alle Bläge waren; daß ein Bett auffallend nach Petroleum roch und daß Handlungsweise der Regierung zum Anlaß nehmen werden, für einheitlichen Preise einzuführen, wie solches bei den Hoftheatern Geschäftsutensilien und Mobiliar überversichert waren. Die be- Aufrechterhaltung der Verfassung und Wahrung der Rechte aller in Koburg und Gotha geschehen. Das Gesuch ist abgelehnt worden. schuldigten Eheleute haben dem Rechtsanwalt Dr. Schwindt Staatsbürger einzutreten." Die General Intendanz beruft sich in ihrer Antwort darauf, daß bereits ihre Bertheidigung übertragen und hoffen, ihre Unschuld beweisen Diese Resolution soll den städtischen und parlamentarischen Körper seit einem Jahre Sonntagnachmittags- Vorstellungen zu einem durch zu können. schnittlich um die Hälfte ermäßigten Preise gegeben würden, so daß der theuerste Plaz 2 M., der billigste 40 Pf. tofte; eine Vermehrung dieser Vorstellungen und eine weitere Herabſegung der ermäßigten Preise erscheine aus vielfachen Gründen unthunlich". Wie die Erfurter„ Tribüne" mittheilt, ist während der jezigen Spielsaison eine solche Nachmittags Borstellung noch ein einziges Mal gegeben worden. V g Versammlungen. " schaften übermittelt werden. Der Heilbronner Wahlkrawall. Weitere Urtheile. Verurtheilung zweier Berliner Falschmünzer. Der frühere Die Lederarbeiter( Portefeuiller) tagten am 10. Dezember Bildhauer und Luftschiffer Ney aus Berlin hatte sich gestern mit im Luisenhof. Paul Jahn hielt einen beifällig aufgenommenen feiner Mutter wegen Falschmünzerei und Verausgabung der Falsch- Vortrag über Welthandel". Hierauf gab Duſt den Jahresbericht. stücke in Aachen vor dem dortigen Schwurgericht zu verantworten. Danach haben zwei Versammlungen stattgefunden, sechs DelegirtenDas Ergebniß der Verhandlungen war, daß Neh zu vier und seine Sitzungen, vier Zusammenkünfte der Hausarbeiter des Nordens und Mutter zu zwei Jahren Zuchthaus verurtheilt wurde. drei in Rirdorf. Durch Außerdem 54 Werkstättensizungen. die Agitation ist es gelungen, einen Theil der Kollegen dem Danach scheint die General- Intendanz der Popularifirung der Kein Trödel. Der Goldarbeiter Fischer sollte sich gegen die Verbande zuzuführen, auch sind in einzelnen Werkstätten einige VorKunst überhaupt kein besonderes Interesse entgegen zu bringen. Gewerbeordnung und gegen die Berliner Polizeiverordnung vom theile für die Arbeiter erreicht worden. Die dem Bericht sich anOder sollte die Noblesse der Schiller- und Goethe- Stadt sich durch 18. März 1885 dadurch vergangen haben, daß er alte Goldwaaren schließende Diskussion war sehr rege und kamen hierbei die Mißden Gedanken chokirt fühlen, nach Einführung eines Einheitspreises angekauft und wieder verkauft hatte, ohne im Besize eines Trödel- stände mehrerer Werkstätten sowie das vom Unternehmerverein auf Polstern fizen zu müssen, die Sonntag nachmittags vom ar- buches zu sein. Schöffengericht und Landgericht sprachen den Be- geübte Schwarze- Listen- System zur Sprache. Als Vertrauensbeitenden Volf eingenommen worden sind? schuldigten jedoch frei, nachdem sie festgestellt hatten, daß Fischer nur personen wurden Scholz, Brückner und H. Weinschild einDer Ausbentung der Kinderarbeit in England ist nach der einmal ganz gelegentlich und nicht gewerbsmäßig mit alten Gold- ftimmig gewählt. Letterer ersucht die Anwesenden, so bald wie dort bestehenden Fabrikgesetzgebung leider ein recht weiter Spiel- waaren gehandelt hatte. Die Staatsanwaltschaft legte Revision möglich die Wahlen der Werkstätten- Delegirten vornehmen zu raum gelassen. Dürfen doch Knaben von über zwölf Jahren in ein. Das Kammergericht verwarf indessen gestern das Rechts- wollen und das Ergebniß an seine Adresse, Oppelner str. 39, Erzbergwerken bis zu 54 Stunden pro Woche beschäftigt werden und mittel als unbegründet und führte aus, das Landgericht habe ohne gelangen zu lassen. in Fabriken und Werkstätten dürfen die Half- Timers"( Halb- Rechtsirrthum angenommen, daß F. ein Trödelbuch nur dann hätte Die Textilarbeiter tagten am 13. Dezember im Englischen zeitler), so genannt, weil sie entweder nur am Vormittag oder am führen brauchen, wenn er gewerbsmäßig den Handel mit alten Gold- Garten. Der Reichstags- Abgeordnete Aug. Baudert hielt einen Nachmittag beschäftigt werden dürfen, sogar schon von elf Jahren waaren betrieben hätte. Auch fei mit Recht in dem einmaligen recht interessanten Vortrag über„ Die Entwickelung der Textilan beschäftigt werden. Für verschiedene Gewerbe( z. B. die Bäderei) An- und Verkauf alter Gegenstände ein gewerbsmäßig er industrie in wirthschaftlicher und sozialer Beziehung". Er wies nach, find noch Ausnahmebestimmungen getroffen. Die sozialistischen Gruppen, Handel mit solchen nicht gesehen worden. daß die technischen Vervollkommnungen in der Textilindustrie die vor allem die, Sozialdemokratische Föderation", einige Gewerkvereine Arbeiter proletarisirt haben und daß die Arbeiter nur auf dem Wege der und die organisirten Schullehrer, fämpfen schon lange gegen das Halbzeitler- System. In nächster Zeit wird, wie die Justice" mitOrganisation ein menschenwürdiges Dasein erringen können. Nach dem beifällig aufgenommenen lehrreichen Vortrag wurden Neuhaus theilt, in Manchester das Half Time Komitee" zusammentreten, um Ueber die in der Thronrede dem Reichstag angekündigten und Treue zu Delegirten in das Gewerkschaftskartell gewählt. über das fernere Vorgehen zu berathen; demselben gehören auch Gesetzesvorlagen sprach am Mittwoch Reichstags- Abgeordneter Der Antrag, der Anstellung eines zweiten Beamten im Gewerkeine Anzahl Fabrikanten an. Es soll dahin gearbeitet werden, eine F. Auer in einer gut besuchten Versammlung des sozialdemo- schaftsbureau die Zustimmung zu ertheilen, wurde angenommen. fofortige Herauffezung des Alters auf 12 Jahre und in drei Jahren fratischen Wahlvereins für den zweiten Wahlkreis. In seiner Ein- Kote erstattete den Bericht über die Thätigkeit der Agitations auf 13 Jahre für die Zulassung von Half- Timers zu er= leitung legte der Redner dar, daß die Sozialdemokratie ohne alle kommission. Die Situation sei etwas besser als früher, doch sei reichen. Der Chef- Fabrikinspektor spricht sich in seinem letzten Bericht Ueberhebung, aber auch ohne zu große Bescheidenheit sagen könne, das Arbeiten in den zerstreuten Betrieben der Provinz und bei den in entschiedener Weise gegen die Kinderarbeit aus. die letzten Reichstagswahlen seien für sie im allgemeinen günstig entsetzlich niedrigen Löhnen sehr erschwert. In Landsberg bekommen Von den 120 000 Half- Timers", die in England und Wales ausgefallen. Wer mehr erhoffte, habe keine Ursache, einzelnen die Arbeiterinnen mur 40 Pf. pro Tag. So ähnlich ist es überall. jetzt beschäftigt werden, stehen etwa 65 000 außerhalb der Fabrik- die Richterfüllung seiner Hoffnungen als Schuld vor Darauf wurden Sander, Kozke, Alschner, Raasch und gesetze, der Rest unter der Fabrikinspektion. Der größte Theil beider zuwerfen. Auf die Ankündigungen der Thronrede eingehend, Gofemerter in die Agitationskommission und Zucht, Depler Kategorien wird in der Textilindustrie von Lancashire beschäftigt. berührte Redner zunächst die Novelle zum Alters- und und Schein zu Revisoren gewählt. Im Jahre 1898 betrug die Zahl der in Fabriken beschäftigten Kinder Invaliditäts Versicherungsgesete. Das Gesetz habe niemand noch 173 000; bis dahin war es sogar gestattet, Kinder schon vom befriedigt und insbesondere den Arbeitermassen nicht die Einsicht 10. Lebensjahre an als„ Half- Timer" zu beschäftigen. verschafft, daß der Staat in freundlicher Weise für sie sorge. Schuld Ein anderes Arbeiterblatt, der„ Labour Leader", erinnert daran, daran seien die bekannten groben Mängel, nicht die Idee des Gedaß auf der internationalen Arbeiterschutz- Konferenz zu Berlin fest setzes, denn so lange die heutige Eigenthumsordnung herrsche, müsse Heilbronn, 15. Dezember.( Privatdepesche des gesezt wurde, daß Kinder unter zwölf Jahren zur Arbeit den Arbeitern der Gedanke sympathisch sein, daß bei Invalidität und in den Fabriken nicht zuzulassen seien; nur für die südlichen Länder im Alter ihnen eine gesetzlich gewährleistete Rente zustehe. Was wirkung seitens des Staatsanwalts und auch des Vorfizenden Vorwärts".) Die Geschworenen blieben trotz aller Ein wurde eine Ausnahme gemacht und das Alter auf zehn Jahre fest- bisher über die neue Novelle verlautete, sei nicht derart, daß man gefeßt. Das genannte Blatt fagt, es sei eine Schande für England, auf einschneidende Aenderungen zu gunsten der Arbeiter, etwa mit tonfequent, indem sie Landfriedensbruch und Aufallen andern europäischen Staaten in dieser Beziehung nachzuhinten. bezug auf die hohe Altersgrenze, die Höhe der Rente und dergleichen ruhr prinzipiell verneinten. Zwei Angeklagte mußten frei. mehr, rechnen könnte. gesprochen werden, einer erhielt wegen groben Unfugs. Gerichts- Beifung. Dann solle gewissen Uebelständen in dem kaufmännischen 4 Wochen Haft, zwei Angeklagte wurden wegen Widerstandes Gewerbe und in Eine neue Niederlage des Amtsvorstehers von Oppen. abgeholfen werden. Seien nun auch die geplanten Vorschriften nicht theils völlig, zum theil theilweise durch die Untersuchungshaft als der Konfektion durch die Gesetzgebung zu 2 beztv. 6 Monaten Gefängniß verurtheilt. Die Strafen wurden Die Parteigenoffen Engel und Lindenhayn aus Grünau waren von dem bekannten Sozialistentödter in eine Geldstrafe von 10 und bekannt, so brauche man sich nach den bisherigen Erfahrungen dem verbüßt erachtet. Die Haftbefehle sämmtlicher Abgeurtheilten wurden 15 M. genommen worden, weil sie am 28. Mai d. J. eine nicht nach von vornherein keinen ausschweifenden Hoffnungen hinzugeben. aufgehoben. rechtzeitig angemeldete Versammlung abgehalten haben sollten. Sie an einer anderen Stelle spreche die Thronrede vom Terrorismus erhoben Widerspruch; das Schöffengericht in Köpeniď bestätigte gegen Arbeitswillige, der gemeinschädlich geworden sei, und davon, Begbie aber die Strafe. In der Berufungsverhandlung vor der IV. Strafbaß die persönliche Freiheit und Selbstbestimmung der Arbeits- Lehte Nachrichten und Depelchen. Bon feltenen Fällen kammer am Landgericht II bekundeten die Entlastungszeugen, willigen nachdrücklich geschützt werden müsse. Kiel, 15. Dezember. Der Dampfer Adele", der Rhederei daß an dem in betracht kommenden Tage nichts, was einer straf- abgesehen, wisse die Arbeiterschaft, die es doch wissen müßte, gar Sartori u. Berger, der am 9. Dezember von Holtenau nach Das Geschrei baren Versammlung ähnlich sehen konnte, bei Herrn Lindenhahn darüber sei eine Erfindung, der Neuzeit, die recht vorsichtig Königsberg abgegangen iſt, iſt allem uniche Die Rheberei erhielt stattgefunden habe. Die Aussage des Gemeindedieners Hannemann, sammten Befagung verloren gegangen. Es habe Aehnlichkeit mit dem Sturm, der die Strafthat entdeckt haben sollte, lautete durchaus widerspruchs- aufzunehmen sei. joeben ein Telegramm aus Bugig, daß dort eine Flaschenpost vom voll. Die Straflammer hob darauf das Urtheil des Schöffengerichts der losbrach, als zwischen 1874 und 1877 die kriminelle Bestrafung Kapitän angetrieben sei, daß der Untergang nahe bevorstehe. Die des Kontrattbruchs beantragt wurde. Damals habe man prophezeit, Bejagung bestand aus neun Personen, Kapitän Krüßfeld. Vor daß im die persönlichen Kosten der Angeklagten der Staatskasse zu überweisen, würde. Nun, die strafrechtliche Sühne für Kontraktbruch sei ab- drei Tagen ist erst der Dampfer einrich" verloren gegangen, wurde leider nicht stattgegeben. doch konnte die Besayung gerettet Unter der Anklage der vorfählichen Brandstiftung stand gelehnt worden, niemand dente mehr daran, sie für die Industrie der derselben Rhederei gehörte, doch konnte die Befagung gerettet gestern der 21 jährige Bigarrenhändler Willy Hartwig vor dem einführen zu wollen, und doch hätten wir einen industriellen Auf- Krefeld, 15. Dezember.( W. T. B.) Die heutige Versammlung Schwurgericht des Landgerichts I. Der Angeklagte hat am 1. Juli d. I. schwung erlebt, von dem Minister behaupten, nie zuvor sei ein gleicher der Weber verlief sehr stürmisch. Da ein Theil derselben die darunter im Hause Dalldorferstr. 39 ein kleines Bigarrengeschäft errichtet. Am dagewesen. Dasselbe Geheul und Gejohle wie damals breche trotzdem Wiederaufnahme der Arbeit von weiteren Bedingungen Abend des 16. Oktober, einem Sonntage, brach gegen 612 Uhr in wieder los. Das Koalitionsrecht folle unangetastet bleiben. Und das befindet sich die Forderung den Zehnstundentages abhängig feinem Laden Feuer aus, welches die sämmlichen Vorräthe zerstörte. ſage man zu einer Zeit, wo die Dinge so lägen, daß ein Prof. Schmoller machten, ruht die Arbeit noch, doch ist Hoffnung anf baldige Von der Ladeneinrichtung konnten nur noch halb verkohlte Ueber- ausrufen könne: Die Arbeiter haben das Koalitionsrecht, wenn sie Beilegung des Ausstandes vorhanden. sich aber seiner bedienen, setzen sie sich der Bestrafung aus. Selbst bleibsel den Geschworenen gezeigt werden. Eine Menge Blätter, die sonst nicht' Herrn v. Stumm Heerfolge leisteten, hätten an den bei Gelegenheit der Reichstagsstichwahl in elmbrechts Bayreuth, 15. Dezember.( W. T. B.) Wegen Betheiligung Anzeichen sprechen dafür, daß der Angeklagte das Feuer eine ganz falsche und verschwommene Auffassung von der Koalitions- vorgekommenen Ruheſtörungen wurden vom hiesigen Schwur in gewinnsüchtiger Absicht angelegt hat. Er hatte feine Ladeneinrichtung mit 500 und die Waarenvorräthe mit 1000 m. ver- freiheit und vom Terrorismus gegen Arbeitswillige." Bossische vorgekommenen Ruheſtörungen wurden vom hiesigen Schwur fichert. Die Police trug er stets bei sich. Er will seinen Laden vor- Beitung" und" Märkische Volksstimme" erklärten es für Terrorismus, fünf Jahren Ehrverlust, zwei zu je 11 Jahren Gefängniß und gericht einer der Angeklagten zu zwei Jahren Zuchthaus und fchriftsmäßig um 3 Uhr nachmittags an dem betreffenden Tage ver- daß angeblich Maurer in Charlottenburg ihrem Arbeitgeber die schloffen und sich auf dem Fahrrad nach der Alvenslebenerstraße zu Niederlegung der Arbeit ankündigten, weil sie nicht mit un- fünfzehn zu Gefängniß von 1 bis 9 Monaten verurtheilt. Drei feiner Braut begeben haben. Er hat mit derselben ein Vergnügen würde kein Mensch hierin Terrorismus finden, es gehöre eben Vor Uebergang zur Tagesordnung beantwortet der Justiz organisirten Kollegen zusammen arbeiten wollten. In England Angeklagte wurden freigesprochen. Wien, 15. Dezember.( W. T. B.) Abgeordnetenhaus. besucht, welches bis 3 Uhr nachts gedauert hat, zum Rechte der Koalition. Dies Recht bliebe ein Ding ohne Inhalt, minister mehrere Interpellationen.( Während der Interpellationser nach Hause gefahren. Vor feiner Thür stand ein wenn die Arbeiter nicht versuchen dürften, auf diese Weise ihre beantwortung entsteht Lärm.) Wolf und mehrere Abgeordnete der Schrymann der ihm mittheilte, daß sein Laden aus gebrannt sei. Der Angeklagte geberdete sich darauf wie Organisation zu stärken und auf ihre Kollegen in der gebräuchlichen deutschen Bolts partei begeben sich mit Exemplaren der unsinnig, machte aber dabei den Einbrud, als ob er heuchle. Die Umgangssprache friedlich einzuwirken. Sollte das nicht gestattet heute fonsiszirten„ Ostdeutschen Rundschau" zur Ministerbank und Feuerwehr hatte Mühe gehabt, den Brand auf den Laden zu be- ein, dann wäre es schon beffer, daß ein Strich durch den ganzen rufen den Ministern zu:„ Diese Konfistation ist eine § 152 gemacht würde. Die Arbeiter wüßten dann wenigstens, woran schränken. Es wurde angenommen, daß der Brandstifter an zwei sie seien. Nicht der Schutz Arbeitswilliger, sondern eine harte Be Schufterei!"( Großer Lärm.) Ministerpräsident Graf Thun Stellen Lampen unter die Regale gestellt hatte, welche nach und nach das Holzwerk entzündeten. Am Vormittage des betreffenden lästigung der jeweilig Streifenden ſei von der Vorlage der Regie- beantwortungen beeinträchtigt worden sei, bitte er das Präsidium, die Tages hatte der Angeklagte den Besuch von seiner Braut gehabt. die Gefahr abzuwenden. Nach einigen kritischen Gloffen zu der Interpellationsbeantwortungen, welche er hier habe, dem steno Sie hatte in seinem Auftrage 2 Liter Petroleum holen müssen. Wie Militärvorlage, dem Abrüstungsvorschlag, der Anti- Anarchistenfie angiebt, hat sie die gefüllte Kanne an den gewöhnlichen Ort in der Küche gestellt. Hier wurde sie auch nach dem Brande gefunden, Konferenz und dem immer noch nicht eingeführten Versprechen des der Küche gestellt. Hier wurde fie auch nach dem Brande gefunden, Reichskanzlers, betreffend das Verbindungsverbot politischer Vereine, aber leer. Die gesammten Baarmittel führte der Angeklagte bei sich schloß Nebner unter lebhaftem Beifall seinen anderthalbstündigen Sein Vorrath beschränkte sich auf 6-7000 Bigarren, die auch nicht Vortrag. annähernd den versicherten Werth hatten. Das Geschäft soll stets sehr schlecht gegangen sein. dann ist werden. erklärt: Nachdem heute die Berlesung von Interpellations. graphischen Protokoll beizufügen.( Lärm links, Beifall rechts.) Die Abgg. Groß( deutsche Fortschrittspartei), Hofmann- Wellenhof( deutsche protestiren gegen dieses Verlangen des Ministerpräsidenten und er Volkspartei), Zeller( Sozialist) und Bielohlawed( christlich- sozial) flären, der Ministerpräsident sei nicht Mitglied des Hauses und habe daher nicht das Recht, zu verlangen, daß etwas dem steno. Es sei eine Provo Im fortschrittlichen Verein Waldeck wurden Mittwoch Abend graphischen Protokoll einverleibt werde. Troß aller dieser belastenden Umstände legte der Angeklagte sich die Anstellungsverhältnisse der jüdischen Lehrer und Lehrerinnen ein- fation des des Barlaments, welche welche der Präsident des Hauses auf's Leugnen, er gab dem Verdachte Ausdruck, daß irgend ein ihm gehend behandelt. Stadtverordneter Justizrath Friedmann hob zurückweisen müsse. Der Präsident Fuchs erklärt, er werde die feindlich gesinnter gesinnter Hausbewohner sich mittels Nachschlüssel in seinem Referate hervor, daß man die durch das vielbesprochene Interpellationsbeantwortungen des Ministerpräsidenten nicht in das Zutritt zu feinem Laden verschafft und das Feuer angelegt Ministerial- Restript in Sachen der jüdischen Lehrer geschaffene Lage stenographische Protokoll aufnehmen lassen, bevor sie in dem Hause habe. Der Vorsitzende, Landgerichtsrath Mundel, wies den falsch beurtheile, sobald man sie als eine rein fommunale betrachte. berlesen seien, sondern den Ministerpräsidenten ersuchen, im Laufe Angeklagten darauf hin, daß für seine Annahme auch nicht der ge- Die Vorgänge, die sich zwischen der Stadtverwaltung und der der Sigung die bezüglichen Jnterpellationen zu beantworten. Das ringste Anhaltspunkt vorliege. Schulbehörde abgespielt hätten, feien lediglich Zeichen der Haus setzte sodann die Debatte über das Dienergesetz fort. Während der Staatsanwalt ausführte, daß an der Schuld des Wandlung, die auf dem Gebiete der Selbstverwaltung vor- Paris, 15. Dezember.( W. T. B.) Deputirtenkammer. Angeklagten fein Zweifel sein könne, suchte der Vertheidiger, Rechts- ginge. Es handle fich hier um einen Eingriff in die Selbst- Zur Berathung steht die Anleihe von 200 mill. Franks zum Bau von anwalt Leonhard Friedmann, nachzuweisen, daß die vor verwaltung, und zwar in ein Gebiet, das das bedeutendste für die Eisenbahnen in Indo- China. Die Anleihe wird von der Regierung liegenden Verdachtsumstände zu einem Schuldigspruch nicht ausreichten. freiheitliche Entwickelung sei. Umsomehr hätte der Magistrat die von Indo- China garantirt. Die Vorlage ist als dringlich erklärt. Der Die Möglichkeit, daß ein Einbrecher seine Spuren durch die Brand- Pflicht gehabt, den von oben geführten Hieb energisch zu pariren, Deputirte Blichon( Rechte) bekämpft die Vorlage, weil die projek stiftung habe verdecken wollen, sei immerhin nicht ausgeschlossen, zu- zumal er die Einwohnerschaft Berlins hinter sich gehabt hätte. tirten Arbeiten tein Interesse für Frankreich hätten.( Cassagnac unters mal der Brand viel früher hätte auskommen müssen, wenn der An-( Lebhafter Beifall.) bricht den Redner:" Wir wollen unser Geld zur Herstellung von getlagte schon um 3 Uhr das Petroleum ausgegossen hätte. Da die In einem furzen Ueberblick beleuchtete sodann der Vortragende Kanonen und zum Bau von Schiffen behalten.") Der Gouverneur Geschworenen sämmtliche Schuldfragen verneinten, mußte der die historischen Vorgänge auf dem Schulgebiet seit dem Jahre 1875 von Jnda- China Doumer erklärt, Indo- China verlange von Frank Angeklagte freigesprochen werden. und bemerkte dann zum Schluß: Die ganze Behandlung, die der reich kein Opfer, es verlange lediglich, eine Anleihe von 200 Millionen Der seit dem 11. März in Untersuchungshaft fizende Kauf- Magistrat in der Schulfrage hingenommen habe, jei unerhört. Statt mit seinen eigenen Hilfsquellen aufzunehmen. Der erste Artikel, der mann und Konsul Leopold Auerbach sowie der gleichzeitig offen zu sagen, wir haben keine fonfessionelle Schule, statt es auf die Ermächtigung zur Aufnahme der Anleihe ertheilt, wird anges mit ihm verhaftete Kaufmann Weinert von der vor Jahresfrist einen Konflitt ankommen zu lassen, führe Schulrath Bertram die nommen. in Konkurs gerathenen Tuch- Engros- Firma Weinert u. Cohn sind Resfripte aus, um zu beweisen, daß fie unhaltbar seien. Durch Bologna, 15. Dezbr.( W. T.B.) Die Straffammer verurtheilte den gestern aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Nachdem die Nachgiebigkeit habe der Magistrat die Sache nur verschlechtert. früheren Bankdirektor Favilla wegen Betruges zu 22 Jahre Zuchthaus. im Oktober d. J. Weinert wegen Betruges zu neun Monaten, Auer- Man hätte es sollen auf einen Konflikt ankommen lassen, um dadurch Konftantinopel, 15. Dezember.( B. H.) Wie verlautet, hat bach wegen versuchten Betruges in einem Falle zu drei Monaten für alle Zukunft festzulegen, daß man nur der Gewalt weiche England der Pforte notifizirt, daß es die zur Zeit okkupirten Gefängniß verurtheilt worden ist, scheint der noch nicht erledigte( Lebhafter Beifall.) Nach einer sehr scharfen Debatte, in der die Punkte Kreta's für unbestimmte Zeit besetzt halte. Berantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin Drud und Verlag von Max Bading in Berlin Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt, Ir. 294. 15. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Freitag, 16. Dezember 1898, ding Reichstag. Grout b gegenwärtigen Gestaltung der Weltverhältnisse, bei der Nothwendigkeit, Präsident in Erfurt den Arbeiter Hafert, der Weimaraner fortgesezt eine größere Anzahl von Kreuzern in allen Weltmeeren stationirt ist, aus dem preußischen Staatsgebiet ausgewiesen hat, weil 6. Sizung, Donnerstag, 15. Dezember 1898, 1 Uhr. zu haben, Deutschland eine Anzahl Kohlenstationen in verschiedenen er einige Tage Gefängniß bekommen hatte? Dieser Fall hat Am Bundesrathstische: Graf Posadowsky, v. Bülow, Theilen der Welt zu erwerben suchen müsse. Es hat mich gefreut, unangenehmes Aufsehen gemacht, und die Ausweisung ist bis auf Frhr. v. Thielmann, v. Goßler u. a. daß der Staatssekretär von Bülow uns darüber beruhigt hat, daß weiteres zurückgenommen worden. Dem sozialdemokratischen ReZunächst wird auf Antrag des Abgeordneten Agster und Ge- uns die bekannte Wallfahrtsreise nach Jerusalem dakteur Schulz in Erfurt, der aus Bremen stammt, wird die nossen( Soz.) das schwebende Strafverfahren gegen die folgenden wenigstens vorläufig nicht im Mittelmeere eine Kohlenstation bringen Aufnahme in den preußischen Staatsverband vom RegierungsAbgeordneten für die Dauer der Session eingestellt: Stadt- werde. Jedenfalls steht ein neuer Flottenplan am präsidenten verweigert, weil er das und das politische Vergehen behagen, Thiele, Molkenbuhr, Schmidt- Frankfurt, Horizont und die Herren, die die erste Flottenvorlage bewilligt gangen hat. Dafür ist auch nicht ein Schein von gesetzlichem Recht Bueb und Schmidt Aschersleben( alle Sozialdemokraten). haben, müssen auch die zweite bewilligen. vorhanden. Wenn ein einfacher Arbeiter etwas thut, dann geht das Die Dentschrift über die Ausführung der seit 1875 erlassenen Genau so gings ja auch mit den Militärbewilligungen. Gericht regelmäßig von der felfenfesten Ueberzeugung aus, Anleihegesetze wird durch Kenntnißnahme für erledigt erklärt. In den Jahren 1879/ 80-1888 haben wir für das Reichsheer an der Mann kennt das Gesetz genau und hat das Bergehen Die Uebersichten über die Ausgaben und Einnahmen für fortdauernden Ausgaben 3412 Millionen bezahlt und an einmaligen mit Vorbedacht begangen. Wenn aber die Herren Beamten, die Jahre 1896, 97 und 1897/98 werden der Rechnungs- Ausgaben 896 Millionen, in Summa 4308 Millionen. In den die Jahre lang Jura studirt haben, um sich für die Verwaltung tommission überwiesen; ebenso die über die Einnahmen und folgenden 10 Jahren aber unter dem neuen Herrn sind die Aus- auszubilden, gegen die Klarsten gesetzlichen Vorschriften die Ausgaben der Schuhgebiete für diese Jahre und die Rechnung der gaben für die gleichen Zwecke auf 5976 Millionen gestiegen.( Sört! allergröbsten Verstöße machen, so findet sich kein Staatsanwalt, der Kasse der Ober- Rechnungskammer für 1896/97. hört! b. d. Sozd.) Wir haben also in den 10 Jahren eine Mehrausgabe solche Herren zur Verantwortung zieht. Ich suchte einmal den Beim Bericht der Reichsschulden- Kommission regt von 1668 Millionen für Militär und Marine, durchschnittlich jährlich mitweidaer Bürgermeister, der sich die offenbarste Abg. Gamp( Rp.) an, die disponiblen Mittel des Reichs nicht 169 Millionen mehr!( Hört! hört! b. d. Sozd.) Wenn der Reichstag Gesetzesverletzung zu schulden kommen ließ, fassen zu lassen. Es bei Privat- Bankhäusern wie Warschauer und andere anzulegen. Die in den nächsten zehn Jahren so bewilligungsluftig bleibt, dann müssen wurde auch zugegeben, jawohl, die Handlungsweise ist ungeseglich, Anlage dort sei zwar sicher, es empfehle sich aber doch, die Reichs- wir uns auf weitere gewaltige Mehrausgaben gefaßt machen. Dabei aber der Bürgermeister der Stadt Witweida war sich dieser Unmittel mur bei staatlichen Instituten, wenn auch zu sehr mäßigem war bis 1893 das Zentrum in Militär- und Marinefragen gefeßlichkeit nicht bewußt.( Heiterfeit links.) d Binsfuße anzulegen. oppositionell, während es heute genau so militär- und marinefromm Und wenn wir dabei lesen, welch schöne Worte auf der Unterstaatssekretär Aschenborn erwidert, daß mur der Neichs- geworden ist, wie die Nationalliberalen. Nur ein Unterschied ist da: Wallfahrtsreise in das Morgenland gefallen sind! Invalidenfonds, auf den die Reichs- Finanzverwaltung keinen direkten die Nationalliberalen suchten bei der ersten Lefung wenigstens den In dem Aftenstück, das der deutsche Kaiser bei der Einweihung der Einfluß habe, zum theil bei Privathäusern angelegt sei. Ueber die Schein zu erwecken, als ob sie sich in der Opposition befänden; Erlöserkirche vorlas, kommt folgender Satz vor:... daß die Welt Anlegung der Fonds liege eine Instruktion des Reichskanzlers aber die Herren vom Zentrum fallen jegt gleich bei der erneuernde Kraft des von hier ausgegangenen Evangeliums uns anvor, die für die Verwaltungen der einzelnen Fonds maßgebend sei ersten Lesung der Regierung in die Arme.( Heiterfeit.) Herr treiben soll zu christlicher Duldung und zur Bethätigung Der Bericht der Reichsschulden- Kommission wird hierauf für rizen will bei der neuen Militärvorlage erst die besonderen, selbstloser Nächstenliebe zu allen Menschen". erledigt erklärt. für die Deffentlichkeit nicht geeigneten Mittheilungen der Ne( peiterfeit links.) Kann es da einen bitteren und Hierauf wird die erste Berathung des Etats fortgesezt. gierung in der Kommission abwarten. Ich protestire schon größeren Hohn geben, als diese Behandlung Abg. Bebel( Soz.): Ich möchte meinem Vortrag eine kurze gegenwärtig gegen diese, als eine Art von zur Gewohnheit der eigenen Reichs Angehörigen gegen die Bemerkung vorausschicken: Ich werde auf den Etat, soweit er mit einreißender Methode, daß man unter dem Vorwand, Geseze, während hier gesprochen wird von der neuen Militärvorlage zusammenhängt, nicht eingehen, man habe uns ganz besonders wichtige Staats Bruder und Nächstenliebe an allen Menschen? und zwar aus dem einfachen Grunde, weil ich die Absicht habe, bei geheimnisse mitgetheilt, denjenigen Lenten, Was sollen die Leute in der Schweiz, in Holland, Gelegenheit der ersten Lesung der neuen Militärvorlage namens Sie gern bewilligen möchten, es aber vor ihren in Oesterreich denken, wenn fie diese Phrasen meiner Fraktion über dieselbe zu sprechen. Ich will mur dem Wählern nicht zu thun wagen, die Ausrede geben lesen, denn Phrasen sind es.( Sehr richtig! lints; Herrn Abgeordneten Nichter gegenüber bemerken, daß wir tann: Ja, wir haben in der Kommission so wichtige, so bedenkliche Oho und Unruhe rechts; Glode des Präsidenten.) unfererseits über die neue Militärvorlage nicht überrascht Nachrichten erhalten, daß unsere Opposition wie Butter in der Sonne waren. Wir haben bisher es niemals erlebt, daß eine Gelegenheit, wie sie die Neu- Ordnung der militärischen Verhältnisse bedeutet, borübergegangen wäre, ohne daß die Reichsregierung die Gelegenheit benutzt hätte, in ausgiebigster Weise neue Mehrforderungen und Lasten vom Volke zu verlangen, die auch der Reichstag stets bewilligt hat. CA Präs. Graf Ballestrem: Der Abg. Bebel ist nicht in der Lage und handelt gegen die Ordnung des Hauses, wenn er eint feierliches Aftenstück, das Seine Majestät verlesen hat, als Phrasen bezeichnet. Ich rufe ihn daher zur Ordnung. ( Beifall rechts.) dahin schmelzen mußte. Wir haben dieses Spiel schon bei der Flottenvorlage kennen gelernt, und werden es uns diesmal nicht gefallen lassen. In der jegigen Militärvorlage find im Prinzip alle neuen Militärvorlagen enthalten, die fünftig dem Steich ag gemacht werden. Herr von Kardorff hat bestritten, daß die Schulden- Abg. Bebel( fortfahrend): Ich überlasse hierüber bas last des Deutschen Reiches sehr hoch wäre, und hat auf Frankreich Urtheil ruhig der öffentlichen Meinung, sie wird Aus dem gleichen Grunde, aus dem ich nicht näher auf die verwiesen. Dieser Vergleich hintt außerordentlich. Deutschland ist wissen, ob diese Bezeichnung von mir recht war oder Militärvorlage eingehe, will ich auch nicht die Bemerkungen des ein junges, Frankreich ein altes Staatswesen, das an uns nicht. Keine Woche vergeht, wo nicht Kirchen eingeweiht werden näheren einer Kritik unterziehen, die gestern der Herr Abg. Rickert 5000 Millionen Franks Kriegskosten zu zahlen hatte. Wir haben mit einem Prunt, wie man ihn früher niemals gekannt hat. gegen meine Partei in bezug auf unseren Standpunkt betreffs des feine Ursache, uns in die Brust zu werfen. Das besiegte Frankreich Ueberall wird offiziell das Christenthum im Munde geführt. Ja, Milizsystems angeführt hat. Den Inhalt der zitirten Schrift hatte außer der Kriegsentschädigung auch noch die Schäden im meine Herren, angesichts dieses Vorkommnisses muß ich sagen, fenne ich sehr gut, will aber jetzt schon tonstatiren, daß ich aus der eigenen Lande zu repariren. Das deutsche Bürgerthum ist, wie wir Sozialdemokraten, soweit wir Nicht christen selben etwas ganz anderes herausgelesen habe, wie es bei dem Herrn Herr Bassermann mit Recht hervorhob, zu keinem Widerstand gegen sind, leben mehr nach christlichen Grundfäßen, als Abg. Rickert der Fall war. Militärvorlagen zu haben; die Opposition dagegen, soweit jie jene, die sie tagtäglich im Munde führen.( Sehr wahr! Da nun aber auch weiter die Frage der auswärtigen das Bürgerthum repräsentirt, ist bis auf einen kleinen Reft ver- bei den Sozialdemokraten.) Politik und der ganzen europäischen Lage nach meiner Meinung schwunden. Ich möchte über diesen Widerspruch in Worten und im innigsten Zusammenhang mit der neuen Militärvorlage steht, In der Kolonialpolitik stehen die steigenden Ausgaben Thaten gern einmal die Aeußerung des Herrn so werde ich auch dieses Gebiet in meinem heutigen Vortrag nicht in einem starken Mißverhältniß zu dem, was die Kolonien leisten Reichstanzlers hören. Leider sehe ich ihn heute nicht auf näher berühren. und einbringen. Wir haben für die Kolonien im nächsten Etats- seinem Plaz, auch gestern nicht, weil, wie ich gelesen habe, er die Nur zwei Bemerkungen: Herr v. Bülow hat mitgetheilt, daß jahre eine Summe von 1913 Millionen Mark. Diesen Ver- Nothwendigkeit hat, zur Sanjagd zu gehen.( Heiterkeit.) Deutschland sich veranlaßt gesehen habe von der Antheils waltungskosten steht ein Neichszuschuß von rund 151/2 Millionen Reichstagsjigungen sind Nebensache, das Vergnügen ist die nahme in der tretischen Frage zurückzutreten, weil die Dinge gegenüber. Rechnen wir num noch, was die Stationirung der Hauptsache.( Bewegung.) Auch die vielen, die bisher trene Reichsdort einen Gang nehmen, die der deutschen Politit nicht behagen. Schiffe, der Depeschenverkehr mit den Kolonien kostet, so können schafe waren, schütteln die Köpfe, wenn sie dieses beständige Predigen Meine Herren, ich möchte hier konstatiren, daß die gesammten wir die Ausgaben auf mindestens 162 Millionen beziffern, die von schönen und herrlichen Grundsäßen mit den grausamen, zum europäischen Großmächte in der Kretafra ge sich Gesammtausfuhr der Kolonien in das Bolgebiet beträgt aber im theil unmenschlichen Thatsachen vergleichen. eine große Blamage zugezogen haben. Sie haben es Jahre 1896 nur 4743000 in die stolonien, aber hätte diese Höhe glauben, wir wären in Deutschland in einem Lande, wo fortwährend die Einfuhr nach den Kolonien Und min, meine Herren, weiter. Man sollte in der That nicht vermocht, das greuliche Blutvergießen und den Krieg zwischen 9 502 000 m. Die Einfuhr Griechenland und der Türkei zu verhindern, während der in diesem gar nicht erreicht, wenn wir nicht unseren eigenen Verbrauch für die die Gefahr vorhanden ist, daß unter unseren Füßen die Revolte und Kriege unterlegene Theil doch schließlich das bekommen hat, was er Beamten der Schutztruppe am Gingang zu verzollen hätten. Revolution emporwächst. Unmittelbar nach der Wahl ist in Erfurt bisher in der Hauptsache erstrebt hatte und dessentwegen gerade der Das Reich giebt also 1/2 Millionen mehr aus, als die gesammte ein Krawall ausgebrochen und da der Zufall wollte, daß ich Krieg entbrannte. Dasselbe Resultat hätte bei richtigem politischen Ein- und Ausfuhr der Kolonien mit Deutschland im Jahre 1997 be- ungefähr 8 Tage zuvor in einer außerordentlich start besuchten VerVorgehen der Mächte also von vorn herein ohne Blutvergießen, ohne tragen hat. Kann der deutsche Reichstag es auf die Dauer verant- fammlung dort eine Wahlrede gehalten hatte, so hatte man die Kanonenschuß erreicht werden können. worten, daß er solche Summen fortgesezt und in steigendem Maße Frechheit, mich mit jenem Strawall in Verbindung zu bringen. Dagegen hat es mich gefreut, aus den Erklärungen des Herrn für Zwecke ausgiebt, denen fich für absehbare Zeit auch nicht das Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Hätte ich in jener Staatssekretärs zu hören, daß unser Verhältniß zu Eng geringste Aequivalent entgegenstellen läßt? Auch die großen Bersammlung so gesprochen, wie mir das damals vont Iand sich wesentlich gebeffert hat. Wir Sozialdemokraten haben Hoffnungen auf Westafrika find nicht in Erfüllung gegangen.. einem Theil der Preise unterstellt wurde, die überwachenden von vornherein betont, daß es gar feinen größeren Fehler für die Ich verstehe eine Politik nicht, die auf der einen Seite mit Polizeibeamten hätten mich nicht frei aus dem Saale gehen deutsche Politik geben konnte, als jenen Haß gegen England zu immenſen Opfern künstlich und treibhausmäßig ohne ent- lassen. Nichts davon ist passirt. Trotzdem hat der Herr Oberschüren, wie dies in den letzten Jahren in der Presse fast aller sprechende Erfolge Handel und Verkehr in den Kolonien zu heben bürgermeister von Erfurt die Kühnheit gehabt, in der Stadtverordnetenbürgerlichen Parteien der Fall war. Ich erinnere an meinen fucht, und auf der anderen Seite gesicherte Abja zverhält Versammlung zu erklären, an dem Krawall sei die Sozialdemo Standpunkt vor zwei Jahren der bekannten Depesche an den Präsi- nisse für den deutschen Handel durch die Behand- kratie Schuld. In zwei Prozessen ist auch nicht der Schein denten Krüger gegenüber, jener Depesche, die jetzt aus demselben lung der Angehörigen fremder Staaten in Frage für diese Behauptung beigebracht, obwohl der Oberbürger Munde, der sie damals veranlaßte, als die unglückselige Depesche stellt. Was bedeutet denn der ganze Handel nach den Kolonien meister Zeuge var. Gerade unsere Partei war mil bezeichnet worden sein soll. Heute steht also die deutsche Politik allein dem Verkehr mit dem kleinen Dänemark gegenüber? Dorthin einer Proklamation an die Einwohnschaft, Ruhe zu halten, genau auf unserem damaligen Standpunkt. haben wir eine Ausfuhr von rund 100 Millionen, eine Einfuhr von noch früher als der Oberbürgermeister auf dem Plaz. Freilich hat Bu den Ausführungen des Herrn Schazsekretärs zum 65 Millionen. Was hat sich die preußische Regierung darum zu man das Plakat des Bürgermeisters zuerst ankleben lassen, um nicht Etat werde ich mich sehr kurz fassen. Den Herrn Schatz fümmern, ob die Angehörigen eines nichtdeutschen Staates, die den Anschein zu erwecken, daß die Sozialdemokratie früher für Ruhe sekretär hat es mit großer Genugthuung erfüllt, daß sich in Deutschland aufhalten, ihrer Militärpflicht genügt haben und Ordnung eingetreten sei, als das Oberhaupt der Stadt.( Heiterdie wirthschaftlichen Einnahmen des Reiches für oder nicht? Das geht 11113 gar nichts an. Aber den feit und Hört! Hört! bei den Sozialdemokraten.) Trotzdem hat 1898 fich auf 904 Millionen belaufen. Aber die Gegenrechnung Holländern in Deutschland wird gesagt, weist nach, daß ihr eurer Herr von der Rede am 28. Juni dieses Jahres mit Hinweisung hat er nicht aufgemacht. Den wirthschaftlichen Einnahmen stehen Militärpflicht in Holland genügt habt, sonst müßt ihr entweder als auf jenen Erfurter Krawall der Polizei die Weisung gea 907 600 000 M. Ausgaben gegenüber, die ausschließlich preußische Staatsangehörige der preußischen Militärpflicht genügen, geben, wie sie fünftig zu verfahren habe.( Hört! Hört! für Militär und Marine ausgegeben werden, das oder ihr werdet herausgeschmissen. Was ist denn das für eine Politik? bei den Sozialdemokraten.) Sie soll nicht über die Köpfe der heißt, die gesammten wirthschaftlichen Einnahmen des Reiches werden Die Aufregung über diese Ausweisungen hat sich über Masse hinwegschießen. Staun man barbarischer handeln wie um mehr als 31/2 Millionen Mart von diesen Ausgaben übertroffen. Denganzen Norden Europa's erstrect, Versammlungen hier? Schreckschüsse sind eine alte, gute Gewohnheit, hier aber wird Da stehen wir denn doch vor der Frage, ob unsere Zukunftso rosig aussehen von Deutschen im Auslande protestiren dagegen, daß die Deutschen das Gegentheil vorgeschrieben. Immer in den Haufen hinein, wird, wie der Herr Schazsekretär meint. Wirthschaftliche Vorgänge im Auslande fürchten müssen, daß sie die Repressalien in erster mögen da so viele fallen, wie wollen! Das Gesetz schreibt bei Lassen sich ja schwer voraussagen, aber bereits im vorigen Jahre hat Linie treffen werden. Da wird, weil ein Deutscher angeblich unrecht solchen Gelegenheiten die Verlesung des Aufruhrparagraphen vor, Herr Dr. Hammacher davor gewarnt, allzu illusionistisch der Zukunft mäßig in Haiti im Gefängniß sizen soll, ein Kriegsschiff hinaus- aber hat denn die Menge eine Ahnung von dem, was ein Mann entgegenzusehen. Wenn nicht im nächsten, so wird die Depression geschickt, da werden impertinente Noten gewechselt, da wird im Tumult mit schwacher Stimme liest? Die Hinteren hören es ficher im übernächsten Jahre kommen und mit ihr ein bedeutender der Haiti- Republik eingeheizt, daß die Haitianer glauben, ihre Stadt sicher nicht und die Vorderen können nicht zurück. So kommen Ausfall an Einnahmen. Dagegen haben wir sichere Mehrausgaben werde morgen niedergebrannt, und hier werden mit kaltem Blute, in 99 Fällen von 100 die Unschuldigen am übelsten davon. für die nächsten Jahre zu erwarten. Für die neue Militärvorlage ohne daß man sich die geringste Rechnung macht, Tausende Herr v. d. Necke schreibt weiter vor, daß gleich mit der scharfen sind bis zum Jahre 1902 noch 21 Millionen Mart auszu- und Abertausende deutscher Existenzen in der Fremde geschädigt, linge dreingeschlagen werden soll. In der That eine geben, die Flottenvorlage bringt an regelmäßigen jährlichen Aus- weil die Ausweisungen den Ingrimm über die Behandlung sehr menschliche, sehr humane, sehr christliche gaben mindestens 5 bis 6 Millionen Mark mehr, der Pensionsfonds der Fremden in Deutschland wecken. Wenn wir das, was wir Haiti Ordre, die der Minister des allerchristlich sten steigt von Jahr zu Jahr, bei ihm haben wir bis zum Jahre 1903 gethan haben, auch hier thun wollten, dann müßten wir ein paar Sönigs, des Königs von Preußen hier an die eine Mehrausgabe von 12-15 Millionen Mark in Rechnung zu Ärmeekorps nach Dänemark schicken, um die dänische Bevölkerung Polizei erläßt. Vor vier Jahren hat die Berliner Polizei stellen. Der Kolonialetat ist in den letzten Jahren kolossal gestiegen zur Raison zu bringen. Nach den Niederlanden beträgt unsere Einund er wird weitersteigen. Dazu kommen die Mehrausgaben für fuhr 160, die Ausfuhr 162 Millionen und da beobachtet Deutschland Kiautschou. Sachverständige haben bereits vor Jahr und Tag eine Politik, welche Holland reizen muß! Genau so ist es mit die nothwendigen Ausgaben, die Deutschland in die Hafenumgebungen Schweden, Norwegen und der Schweiz. von Kiautschou hineinzustecken hat, auf mindestens 13 Millionen Mark Und wie geht es mit den Ausweisungen? Die Handlungsgeschäzt. Ebenso steigen alljährlich die Beiträge des Reiches zur weise des Herrn v. Köller, unschuldige Dienst Alters- und Invaliditätsversicherung. Angesichts dieser Mehrausgaben boten auszuweisen, ist geradezu barbarisch, aber müssen Sie sich fragen: kann man denn in der That glauben, in iie ist in ihrer Brutalität furchtbar einleuchten d. den nächsten Jahren ohne Erhöhung der Steuern, selbst wenn die Die Leute muß ich quälen und mißhandeln, weil der Wirth, der gegenwärtige wirthschaftliche Lage bestehen bleibt, auskommen zu Unternehmer, der Bauer eine Gesinnung hat, die mir, dem Oberpräsidenten Köller, nicht behagt. Aber noch weitere Pläne stehen im Hintergrunde, die mit er- Wir wissen ja vom Sozialistengesek, wie es bei den Ausheblichen Mehrausgaben verbunden sind. Mit den sogenannten weisungen zugeht. Eine böswillige Denunziation, der Haß eines Tirpig'schen Flottenplänen ist es nicht abgethan. Die„ Kreuz- Zeitung" niedrigen Polizisten genügt, um die Ausweisung zu veranlassen. Wir macht bereits für eigene Kohlenstationen Propaganda und, haben nach dieser Richtung in Deutschland noch so manches andere wie es heißt, hat man an einer sehr einflußreichen Stelle erlebt. Es ist weiter nichts Neues, daß Reichsdeutsche von einem Bundesbereits Andeutungen fallen lassen, schon jetzt mit einem neuen der staat in den andern wie Verbrecher abgeschoben werden. Noch heute besteht artigen Plan an den Reichstag heranzugehen, die betreffende ver- in Sachsen eine Bestimmung, wonach auch ein politisch thätiger Mann, antwortliche Stelle aber habe sich entschieden geweigert, nach allen der wegen eines Vergehens die Minimalstrafe von 6 Wochen beErklärungen, die man im vorigen Jahre dem Reichstage gegeben fommen hat, in einen bestimmten Bezirk gebannt werden kann. hat, jetzt mit einem solchen Plan vor ihn zu treten.( Hört! Hört! Unser gegenwärtiger Kollege Rosenow hat zwei Jahre lang das bei den Sozialdemokraten.) Daß aber ein solcher Plan kommen Gebiet von Chemnik nicht verlassen dürfen, weil er aus dem um wird, steht für mich felsenfest, Herr v. Kardorff hat gestern etwas liegenden Bezirk ausgewiesen war.( heiterfeit links.) Selbst bei Aehnliches angedeutet und auch die„ Kölnische Zeitung", ein Organ, den Herren Nationalliberalen erweckt dies Vorkommniß Kopfschütteln, das lange Ohren hat nach Berlin, hat darauf hingewiesen, daß bei der aber wissen Sie denn nicht, daß vor einigen Wochen der neue tönnen? beim Ausgang einer Verfammlung die Menge in brutalster Weise attaquirt und provozirt. Mit Gummischläuchen wurde unter die Menge gehauen; jetzt begnügt man sich auch damit nicht, jest soll gleich scharf dreingehauen werden, es muß Blut fließen, denn Blut ist ein ganz besonderer Saft. So wird die Ordnung aufrecht erhalten in einem christlichen Staate.( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) und als Ergänzung gewissermaßen zu diesem Erlaß ist ein anderer Erlaß in die Oeffentlichkeit gedrungen, über die Verwendung von Militär bei Unruhen, der von der Militärbehörde ausgeht und den die Frankfurter Zeitung" ver. öffentlicht hat. Warum erläßt man folche Erlasse nur immer geheim, die Oeffentlichkeit erfährt ja doch davon. Diese Erlasse führen fast zu dem Glauben, als befänden wir uns, ohne es zu ahnen, im großen Belagerungszustand,( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten). In Deutschland liegt doch aber, das wird unser ärgster Feind nicht bes haupten wollen, nicht das geringste Anzeichen vor, daß die Sozials demokratie zu Butschen, zu Revolten oder gar zu Revolutionen ges neigt wäre. Das stärkste aber tst der lette Erlaß, der in die Oeffentlichkeit gedrungen ist, und der von dem Vorgänger des Herrn von Goßler und dem General Hahnte unter eichnet ist. Danach sollen im Falle des Ausbruchs von Unruhen, die einen revolutionären Charakter anzunehmen drohen, ohne weiteres die als sozialistische Führer bekannten Persönlichkeiten fest M genommen werden.( Lachen und zurufe bei den Sozial- in Stuttgart einen sehr schuzzollfreundlichen Standpunkt eingenommen, sich auf eigene Verantwortung dazu entschließt, über die Demokraten. Sehr richtig! rechts.) Meine Parteigenoffen rufen, das womit die Sozialdemokratie eine Schwentnng gemacht haben soll. Köpfe der Empörer hinwegzuschießen, dann ge geschehe offenbar zu unserer eigenen Sicherheit.( Heiterleit.) Es scheint Männer mit squbzöllneriſchen Neigungen haben wir in unserer Bartei hört er vor ein Kriegsgericht( Bravo! rechts bald so, denn der Erlaß ist unterzeichnet: Bronsart v. Schellendorff, auch schon 1878 gehabt, als es sich hier um den ersten großen Schutz- Der Abg. Bebel hat sich eingehend über einen Erlaß Kriegsminister, v. Hahnke, Chef des Militärkabinets.( Aha! und Heiterzoll- Gesezentwurf handelte. Die Abgg. Fritsche und Mar Sanier verbreitet, der in Breslau, glaube ich, zu seiner Kenntniß ge teit bei den Sozd.) Die letzte Unterzeichnung zeigt, woher der Wind waren damals ziemlich in der Wolle gefärbte Schutzöllner, langt ist. Der Landrath in Grüneberg hat am 17. Juni weht. Es scheint bald, diese Leute können teine bei der Majorität der Fraktion haben sie indeß feinerlei 1898 an das nächste Kommando geschrieben und wegen Nacht mehr ruhig schlafen aus Angst vor der Gegenliebe gefunden. Die Partei als solche hat niemals einer Ruhestörung eine Eskadron requirirt, darauf ist ihm geantSozialdemokratie( Sehr richtig! bei den Sozd.); glaubt die einen solchen Standpunkt vertreten, am wenigsten in Stuttgart. Wie wortet worden, er möge fich an das Generalfommando wenden. Bolizei etwa, daß neben unserer öffentlichen Thätigkeit noch eine falsch der Abgeordnete Bassermann die Sachlage auffaßt, zeigen schon Das hat zu einer Korrespondenz geführt. Das Generalkommando geheime bestände?( Sehr gut! bei den Sozd.) daß wir eine große ein paar Säße der dort gefaßten Resolution. Also der Standpunkt hat in anbetracht einer Kabinetsordre vom Jahre 1822 zugegeben, Verschwörergesellschaft bilden, um eine Revolution vorzubereiten? Wir der Partei in bezug auf Agrarzölle und Industriezölle steht un- daß in Fällen unmittelbarer Gefahr eine Requisition an die nächste kommen in der öffentlichen Thätigkeit am allerweitesten und verlangen zweideutig fest. Herr Bassermann meinte ferner, wir machten neuer- Militärbehörde gerichtet werden dürfe. Was den vor zwei Jahren nichts weiter, als daß man uns da freie Bahn läßt. Aber freilich mit bings manche Schwenkung( Sehr richtig! rechts), eine ganze Reihe ergangenen von meinem Vorgänger und dem Chef des Gründen kämpft man heute nicht mehr gegen von Leitsätzen hätten wir aus unserem Programm preisgegeben. Militärta binets unterzeichneten angeblichen Erlaß beun, nur mit gemeinen Verdächtigungen.( Sehr Im Laufe der Jahrzehnte haben wir drei, vier Programme ge- trifft, so habe ich mich in der Erwartung, daß er hier zur Sprache richtig!) macht, aber wenn Sie glauben, daß wir uns durch ein neues fommen würde, aus meinen Aften unterrichtet. Ich bin außer Nun heißt es in dem Erlaß, man folle sofort vorgehen, Programm auch nur um ein Schrittchen Ihrem Standpuntt nähern, stande gewesen, darin einen derartigen Erlaß zu jobald die betreffenden Bewegungen einen revolutionären dann sind Sie jedenfalls auf dem Holzwege.( Sehr gut! bei den finden.( Heiterkeit.) Charakter anzunehmen drohen. Dehnbarer kann in der That Sozialdemokraten.) Wir studiren eben die thatsächlichen Verhältnisse In welcher Weise Herr Bebel zur Kenntniß dieses angeblichen das Wort nicht gemacht werden. Soll denn darüber ein und sind nicht so blöde, daß wir meinten, wir hätten den Stein der Erlasses gekommen ist, weiß ich nicht. Jedenfalls sind seine Auseinfacher Offizier, der vom politischen Leben keine Ahnung Weisen gefunden. Nein, wir glauben alle, daß wir noch jeden Tag führungen deshalb hinfällig, weil sie ohne jede Veranlassung ge= hat, entscheiden? Es ist ein wahres Glück, daß ein derartiger Erlaß lernen können, daß die Entwickelung der Dinge jeden Tag neue Er macht worden sind. Bebel hat versichert, daß seine Partei an in die Deffentlichkeit gekommen ist. Es scheint, daß Herr von Bron- fcheinungen zeitigt, die wir genau zu beobachten verpflichtet sind, Unruhen oder Revolutionen nicht dente. Vielleicht liest er die Stutt fart in seine Feuersprize doch kein rechtes Vertrauen gesetzt hat. denn die sozialdentokratische Partei ist feine dogmatische, garter Protokolle noch einmal durch. Ein großer Theil seiner Partei( Sehr gut!) sondern eine tritifirende Partei, die, wie die Hand- genossen und Genossimen hat sich dahin ausgesprochen, daß die Also der innere Feind ist die Sozialdemokratie, und sie hat lungen ihrer Gegner, ihre eigenen Grundsäge fort- Wege der Sozialdemokratie revolutionär sein müßten.( Unruhe links, ja auch wieder in den letzten Tagen start herhalten müssen. Den gesezt kritijirt. So sieht also die Sache in Wirklichkeit aus, und Rufe: Wer denn?) Schoenlank fagte z. B.: Für die Proletarier Reigen eröffnete der Herr Abgeordnete Bassermann. Aber die wenn es dabei vielleicht für Sie so scheint, daß der eine oder der bleibt die revolutionäre Taktik die einzige Taktik!( Abg. Singer: Rationalliberalen haben endlich durch Erfahrung etwas gelernt. andere von uns auf einen etwas weiteren Standpunkt hinausgeht, Sehr richtig!) Der Schluß der Rede nanute als Endziel: Sie haben eingesehen, daß Polizeimaßregeln gegen uns nichts nügen. daß der eine oder andere etwas zur bürgerlichen Gesellschaft neigt, die Niederwerfung der kapitalistischen Gesellschaft.( Rufe bei Man hat in den letzten Tagen wieder einmal sehr darüber ge- dann werden wir uns auch mit diesem auseinandersetzen, und wenn den Sozialdemokraten: Alles sehr richtig!) Num, der stritten, wer wer eigentlich die Nährväter der Sozialdemokratie teine Verständigung möglich ist, gehen wir einfach auseinander. Abgeordnete v. Vollmar hat sich dort anders ausgedrückt und so, Seien. Herr von Limburg- Stirum hat das bekannte Wort des( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) daß ich ausnahmsweise mit ihm einverstanden sein kann. Er meinte, Fürsten Bismard wiederholt: die Fortschrittspartei ist die Herrn Bassermann's deal ist vor allem eine gemeinsame Ver- von den beiden ersten Verhandlungstagen habe man schwere Träume Vorfrucht der Sozialdemokratie. Diese Behauptung wird allmälig tretung für Arbeiter und Unternehmer. Aber mit diesem Trumpf bekommen und sei dann heute früh mit einem kolossalen Kagenlangweilig. Der Nährvater der Sozialdemokratie ist niemand gegen die Sozialdemokratie sind Sie wieder gewaltig auf dem Holz- jammer aufgewacht.( Heiterfeit, Beifall.) anders als die bürgerliche Gesellschaft in ihrer Gesammtheit, zu der ivege: die Arbeitsämter, die Arbeitskammern, ein Reichs- Arbeitsamt, Staatssekretär im Reichsamt des Innern Graf Posadowsky: Sie( nach rechts) genau so gehören, wie unsere Nachbarn. Gewiß hat das ist bereits in dem großen Arbeiterschutz- Geschentwurf enthalten, Der Abgeordnete Bebel führte Beschwerde über die Ausdie Bewegung in den Städten angefeßt, weil in den Städten die den wir 1885 hier im Reichstage eingebracht hatten. Was also heute weisungen eines Reichsangehörigen von einem Bundesstaat in fapitalistische Wirthschaftsordnung weiter entwickelt ist. Aber mittler- die Nationalliberalen wollen, was das Zentrum auf diesem Gebiete einen anderen. Dieser Fall zeigt, wie bedenklich es ist, im weile ist auch das flache Land nicht stehen geblieben: Ostpreußen vorschlagen will, das haben wir vor Jahren bereits vorgeschlagen, Reichstage Angelegenheiten zu erörtern, die Landesangelegenheiten und Posen sind nicht mehr sozialistenfrei. Und gerade die und Sie haben dantals imsere Vorlage abgelehnt. sind. Weder der Reichskanzler, noch sein Stellvertreter ist in der Lage, Partei des Herrn Grafen Limburg Stirum hat uns in den Wir haben ferner nichts dagegen, daß die Gelder der Invaliditäts- von jeder Einzelhandlung eines Beamten eines Einzelstaates legten Jahren am allermeisten das Wasser auf die Mühle getrieben. und Altersversicherung für die Schaffung von Arbeiterwohnungen Kenntniß zu nehmen. Diese Angelegenheit hätte vor das preußische Graf Stolberg's Erklärung unserer Erfolge in Ostelbien ist nicht zugänglich gemacht werden, wenn Arbeiter und kleine Leute diese Abgeordnetenhaus, wohin fie gehört, gebracht werden müssen. richtig. So liegen die Dinge nicht. Diejenigen, die früher in den Sache selbständig in die Hand nehmen. Aber daß man diese( Lachen bei den Sozialdemokraten.) Uebrigens ist im Freizügigkeitsöstlichen Provinzen die fortschrittlichen Wahlen gemacht haben, find Schaffung den großen Unternehmern überweist, dagegen protestiren gesetz von 1867 allerdings der Fall vorgesehen, daß ein Reichsim Laufe der Jahre alle in Ihr Lager( nach rechts) übergegangen. wir, weil wir in dieser Art Gründung von Arbeiterwohnungen ein angehöriger aus einem Bundesstaat in den anderen ausgewiesen Unsere Leute wenden sich in ihrer Agitation an das Proletariat, die großes Abhängigkeitsverhältniß der Arbeiter erblicken. werden kann.( Abg. Singer: Dieser sollte aber in den StaatsTagelöhner, die Instleute, an die kleine, niedergedrückte Klasse, die Sympathisch waren mir die Ausführungen des Herrn Ab- verband nicht aufgenommen werden!) ein Leben führt, wie die Hunde.( Große Unruhe rechts; geordneten Bassermann, als er sagte, das Tempo in der In der Sozialpolitik werden nun dieselben Vorwürfe sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Die sind es, an deren Sozialreform sei zu langsamt. Bekanntlich hat der Herr gegen uns wiederholt. Wir sollen gegen das Interesse der Arbeiter Interessen, an deren Leiden und Qualen wir anknüpfen Staatssekretär des Innern das Gegentheil behauptet. Unsere Handeln. Das ist unrichtig: Die Invalidennovelle wird Ihnen zeigen, und da finden wir das Agitationsmaterial und die Sozialreform ist in der That nicht nur ins Stocken gekommen, daß wir diesen Interessen sehr weit entgegenkommen. Ebenso find Stimmen haben darauf geantwortet. Polnische und ruffische ſondern zum theil durch eigenthümliche Verordnungen verschlechtert. alle Anforderungen an den Schutz von Leben und Gesundheit der Arbeiter, Leute, die selbst auf außerordentlich tiefer Kultur stehen, sind in der vorvorigen Session ist die Unfallversicherungs- Reform im Arbeiter weitgehend erfüllt. Wir haben neue Vorschriften über die bereits in Schaaren von Ihren Gütern( nach rechts) davongelaufen, Reichstage nicht zu zit stande gekommen, weil der Zentral- Beschäftigung in den Thonfabriken ausgearbeitet, ebenso in den Iweil die Löhne, die Wohnung und die Kost zu schlecht waren! Das verein der Großindustriellen die entschiedenste Opposition Affumulatorenfabriken. Den Forderungen der Bauarbeiter in Bezug tönnen Sie nicht leugnen, in zahlreichen Prozessen ist nachgewiesen dagegen gemacht hat. Man thut jetzt so groß mit auf Sittlichkeit werden wir durch Verfügungen so weit als möglich worden, in welch traurigen Wohnungen die Erntearbeiter zum Bei- der bevorstehenden Invaliditäts- und Altersversicherungs- Reform; Rechnung tragen. Wir aber können keine Bundesrathsverfügung erspiel leben müssen. Im Teltower landwirthschaftlichen Verein hat was wir gehört haben, da kommt für die Arbeiter nichts weiter lassen, weil die Verhältnisse des Baugewerbes in den verschiedenen türzlich Oberamtmann Ring selbst mitgetheilt, nirgends wohnten die heraus, wohl aber für die Herren Agrarier, für die die Reform im Bundesstaaten so grundverschieden sind, daß sie sich nicht generali ländlichen Arbeiter schlechter, als auf den Domänen und Hofkammer- wesentlichen gemacht werden soll. Wir haben eine ganze Reihe von firen laffen. Es sind Vorschriften vorbereitet für Thomasschlackengütern!( Hört! Hört! bei den Sozialdemokraten.) Der Staat giebt Verordnungen, die die Sonntagsruhe für die Arbeiter beschränken. fabriken, für Roßhaarspinnereien, ginthütten und es werden also selber das allerschlechteste Beispiel. Sie wissen ferner ganz gut, daß in den meisten Städten die unter folche für das Müllereigewerbe kommen, sobald die Berichte fertig Und wie erst sieht es mit den Schulverhältnissen unendlichen Schmerzen erlassene Bädereiverordnung nur auf gestellt sind. Wir lönnen aber nicht alles auf einmal erfüllen, was aus! Man könnte hier von dem Kulturstaate Preußen Bilder vor dem Papier steht. Bis heute haben die Regierungen noch keinen Sie hier fordern. Das kann kein Staat. Ich bin wiederholt auf tragen, daß die ganze Welt starr sein würde. Ich meine also: Sie Schritt gegen die mehr als bedenklichen Zustände im die Verhältnisse anderer Staaten hingewiesen worden. Ich habe ( rechts) führen eine Wirthschaft, ein Regiment, daß, wenn eines Müllereigewerbe gethan. Der Achtuhr Schluß ist bis mir das berühmte Buch des Ehepaares Webb durchgesehen. Für Tages Ihre Arbeiter zur Erkenntniß kommen, sie Ihnen allerdings heute ein frommer Wunsch geblieben. Wir sehen auf gute Rathschläge bin ich empfänglich, in dem Buche habe ich aber sehr unangenehm und unbequem werden können und deshalb der andern Seite, wie der Staat selber in Verbindung eine Stelle gefunden, auf die mich Herr Bebel gewiß nicht hat werden auch alle Mittel angewandt, um die Arbeiter möglichst mit den Unternehmern die Arbeiterorganisationen als seine Feinde verleiten wollen. Es ist darin gesagt worden, die Sozialdemo in geistiger Verrohung zu zu erhalten. Kein Koalitionsrecht, betrachtet, wie er seine Arbeiter in der Post, in der Tele- traten pattirten nicht mit den übrigen Parteien, und dann sagt das sehr tein Vereins- und Versammlungsrecht, keine Möglichkeit zu graphie, in den Militärwerkstätten, den Marinewerkstätten, den arbeiterfreundliche Ehepaar, die sozialistischen Kandidaten versprechen sprechen, teine Möglichkeit ein Blatt zu lesen, das irgendwie dem Eisenbahnwerkstätten sofort auf die Straße wirft, wenn ein solcher den Gewerkvereinlern freiwillig eine systematische und vollständige Gutsherrn oder dem reichen Bauern nicht behagt! Arbeiter es wagt, einer Organisation anzugehören. Der Staat selber Regelung aller Arbeitsverhältnisse, zeigen aber einen beklagensDann kommt man ja auch und wirft uns vor, wir seien die tritt dem Unternehmerverbande bei mit schwarzen Listen und dergleichen. werthen Mangel an Verständniß für die praktischen Bedürfnisse.( Hört! Väter des Anarchismus. Herrn Bassermann, der offenbar von Der Bergarbeiter Schutz befindet sich in der traurigsten Lage, die hört!) Daß Sie auf dem Stuttgarter Parteitag ihre GrundBeit zu Zeit zu seiner Information fozialistische Blätter liest( Seiter- Bahl der in den letzten zehn Jahren in den preußischen Bergwerken anschauungen geändert haben, glaube ich auch nicht, aber Єie teit), hat uns in leidlicher Objektivität mit den Anarchisten nicht in Berunglückten beläuft sich auf zirka 1000 für die Getödteten, auf ändern Ihre Taktik. Weshalb Sie das thun und Ihre Anhänger einen Topf geworfen. Aber er meint, unspre maßlose Kritik züchte zirka 300 für die Schwerverwundeten. Und bis heute hat die nicht hinter den Vorhang sehen lassen wollen, dafür giebt es nur zivei Anarchisten. Ja, wie kann man denn in Deutschland maßlose preußische Regierung sich noch nicht zu den geringsten Schutzmaß- Möglichkeiten: entweder glauben Sie, Ihre Genossen werden von dem Kritit üben, ohne daß der Staatsanwalt eingriffe! Graf regeln verstanden! Warum? Weil fortgesezt die Unternehmer Medusenhaupt des Zukunftsstaates erschreckt, sobald Sie den VorPojadowsky hat in bewunderungsvoller Unkenntniß des Auslandes flagen, daß alle derartigen Schußmaßregeln ihnen schweres Geld hang lüften oder aber es steckt überhaupt nichts dahinter.( Große pathetisch erklärt, folch freiheitliche Rechtszustände wie tosten, dieselben Unternehmer, die in den letzten Jahren Dividenden Seiterkeit). bei uns gebe es sonst nirgends. Nun, in der Schweiz, in Frankreich, gehabt haben, wie sie niemals im Laufe der Entwickelung vor- Es wird bestritten, daß wir in Deutschland einen vollkommen Belgien, Holland, Dänemark, Norwegen- Schweden und England be- gekommen find. befriedigenden freiheitlichen Zustand und vollkommen ausreichende steht zweifellos ein unendlich größeres Maß von Freiheiten, als in Der Bauarbeiterschus ist wiederholt in nachdrücklichster Rechtsgarantien haben. Wie wollen die Herren aber, die sich hier Deutschland!( Sehr richtig!) Das deutsche Reichs- Preßgefeß ist Weise Gegenstand der Verhandlung gewesen. Der Staatssekretär so über die Ausweisungen äußerten, ihrerseits vorgehen, wenn sie ein schlechteres Preßgefeß, als das vor 1874 in einzelnen deutschen selbst hat im Laufe der vorigen Session erklärt, die Regierung die Macht in den Fingern haben? In einem Artikel des VorLändern geltende Recht. Und nun gar das Vereius- und werde sich der Sache annehmen. Bis heute aber warten wir ganz wärts" wird von der Organisation der Arbeit in der Zukunft geVersammlungsrecht! Freilich, wenn sich die Unternehmer- lich vergeblich. sprochen.( Unruhe lints). Meine Herren, das ist doch Ihr offizielles verbände zu politischen Zwecken verbinden, dann kräht kein Hahn Wenn so überall die Arbeiterfeindlichkeit zum Tag hinaus: Blatt da wird ausgeführt: danach. Macht eine Gewerkschaft aber auch nur im aller schaut, tommie man uns nicht mit Neden von Sozialreformen. Die ungestörte Thätigkeit aller Volfsgenossen zu sichern, ist es geringsten Miene wider das Gesetz zu löcken, so wird mit Es ist geradezu unfaßbar, wie man beständig von Arbeiters nothwendig, zur Zeit alle anarchistischen Elemente( hört, hört! den allerschwersten Strafen vorgegangen! Wer so wie Sie terrorismus reden kann, wo man doch lediglich von Unter- rechts) ja, dazu gehören Sie, meine Herren( nach rechts), auch in der Macht sitzt und wenn auch nicht geschriebene, doch thatsächliche ne hmerterrorismus etwas hört.( Sehr richtig! bei den( Heiterkeit), welche den Gehorsam verweigern, an jeder ruheVorrechte hat, der kann leicht sagen: die Rechtszustände im deutschen Sozialdemokraten.) Die Behandlung der Arbeiter ist ja geradezu störerischen Thätigkeit zu verhindern. Unter solche Ruhestörer Reiche lassen nichts zu wünschen übrig!( Sehr gut! bei den Sozial- himmelschreiend. Wir haben vor kurzer Zeit den ersten Fall gehabt, werden außer den Unternehmern auch die sogenannten Staatsdemokraten.) Es ist schwer den Satten zu predigen, wie den daß, seit§ 153 G.-O. existirt, auch einmal ein Unternehmer ver- männer gerechnet, die sich für den Ausfluß aller Weisheit, Hungrigen zu Muthe ist!... urtheilt wurde. Und warum? Weil ihm von seinem Mitkollegen aber das Bolt für unmündig und blöde halten.( HeiterAnarchismus und Sozialismus haben zwar eine in Eisenach die schärfsten Vorwürfe gemacht und Drohungen aus- feit.) Alle diese Elemente sollen in einem abgelegenen gemeinsame Wurzel, die bürgerliche Gesellschaft, aber damit hört gesprochen wurden, daß er die Forderungen seiner Arbeiter bewilligt Lande, wo sie nicht schaden können, ihren Wohnsitz angewiesen ers ihre Gemeinsamkeit auch auf. Was wir in Deutschland vom gefähr- habe.( Hört! Hört! bei den Sozialdemokraten.) Und doch halten und unter dem Schutz humaner Gefeße der geistigen Bildung lichen Anarchismus gehabt haben, das ist durch die Polizei groß entschloß sich die Staatsanwaltschaft erst auf höhere Refrimi- und humanen Entwickelung zugeführt werden.( Ernente Heiterkeit.) gezogen worden.( Sehr wahr.) nation einzufchreiten. Und was fam heraus? Beim Schöffen- Jeder, der Gutes leisten will, soll in den Staatsverband zurücktreten, Bei der vorgerückten Zeit will ich von den vielen Vorgängen gericht wurde der Mann mit mit zwei Tagen Gefängniß vorausgesezt, daß kein Rückfall zu befürchten ist, soll er mit zur Zeit des Sozialistengesetzes nur erivähnen, daß der Versuch, das beim Landgericht mit einem Tage Gefängniß bestraft. Zu derselben vollem Recht zurüdtreten dürfen; er wird von allen Niederwald- Denkmal in die Luft zu sprengen, mit Kenntniß eines Beit paffirte es in Dresden, daß ein Arbeiter in Unterhandlungen Brüdern und Schwestern mit Jubel empfangen werden." Polizeibeamten unternommen wurde( Hört! Hört!), der Mitglied des mit seinem Unternehmer wegen eines Ausstandes trat. Als der Das sind dieselben Herren, die die die die Ausweisung kritisiren. Anarchistenklubs war und der nichts davon gehindert hat. Wenn Unternehmer sagte: ich werde die Forderung nicht bewilligen, ich Jn Deutschland find fremde Staatsangehörige ausgewiesen, Sie Herr von Heyl bei den von hier vorgebrachten Vorgängen den Kopf tann meinen Bau ruhig ein paar Monate liegen lassen, da fagt aber zu den Sozialdemokraten) wollen in Ihrem Zukunftsstaat deutsche schüttelt, so kennen wir die Dinge aus nächster Nähe. Wenn ich der Arbeiter: Wir werden dafür sorgen, daß in den nächsten 4-6 Wochen Angehörige nach fremden Ländern schicken, alle Unternehmer und einmal alles aussprechen wollte, würden Sie Ihr Kopfschütteln sehr fein Arbeiter auf Ihren Bau kommt! Wegen dieser Aeußerung Staatsmänner. Ich fürchte, Sie haben wohl damit etwas Kolonialbald einstellen. Wenn Herr Bassermann die Beseitigung des Asyl wird der Mann zu sechs Monaten Gefängniß und drei Jahren Ehr politit getrieben.( Große Heiterkeit.) Für die Richtigkeit und Zus rechts anstrebt, so hat mich das bei ihm einigermaßen überrascht. verlust verurtheilt.( Hört, hört! Allgemeine Bewegung.) Es ist lässigkeit der Ausweisungen geben Sie uns selbst die besten Belege Bevor Anarchisten und Sozialisten überhaupt auf der Bühne er- geradezu unerhört, wenn man derartige Gerichtsurtheile vergleicht. an die Hand. schienen, gab es Attentate in Hülle und Fülle, und ihre Anstifter( Andauernde große Unruhe rechts. Glocke des Präsidenten.) Bei den letzten Wahlen hat einer Ihrer Kandidaten ausgeführt, gehörten den bürgerlichen Parteien an. Leute, die von der Präsident bittet um Ruhe. es werde erst besser werden, wenn Sie, die Sozialdemokraten, die Geschichtsschreibung als die besten Patrioten bezeichnet werden, Abg. Bebel( fortfahrend): Meine Herren, wenn Ihnen meine Macht in Händen hätten. Daher sei Umsturz von oben und unten zu haben in früheren Zeiten Attentate und Morde selbst gegen Rede nicht paßt, dann gehen Sie zur Thür hinaus.( Sehr erstreben( Hört! hört! rechts). Das hat der Herr in einer öffentHochgestellte Persönlichkeiten angezettelt. Redner erinnert an gut! bei den Sozialdemokraten.) So könnten wir die Bei- lichen Versammlung gesagt.( Rufe bei den Sozialdemokraten: das Urtheil des Theologieprofessors de Witt, das dieser in spiele haufenweise vorbringen. Seit den Reden in Bielefeld Wer?) Das war Ihr Kandidat Herr Göhrke in Charlotteneinem Brief an die Mutter des Mörders Noßebue's über der- und Oeynhausen urtheilt ein großer Theil unserer burg; folche Dinge können in Deutschland in öffentlichen artige Bergehen ausgesprochen hat; und diese That verdient in Richter geradezu auf kommando. Bei der Mehrzahl der Versammlungen fortgesezt gesagt werden. Die Herren geben sich Wirklichkeit genau dieselbe Verurtheilung wie die eines Caserio, slagen spielt§ 153 gar keine Rolle mehr; da werden nach dem selbst offen als Republikaner zu erkennen und erklären, sobald wir Luccheni u. 1. w. Angesichts dieser Thatsache sollte man die allzu Beleidigungsparagraphen, den Bedrohungs-, Erpressungs-, Nöthigungs-, die Macht haben, werden wir die gesammte Staatsform umstürzen. große Entrüstung, als wenn das Dinge und Thatsachen wären, die Körperverlegungsparagraphen von den Gerichten, die sich als Klassen Ihr Evangelist Marg hat erklärt, man solle nicht den gewaltsamen es noch niemals früher in der Welt gegeben hätte, bei feite schieben. gerichte herausgestellt haben, unerhörte Urtheile gefällt. Da haben Umsturz planen, sondern die Umwandlung dadurch herbeizuführen Leider giebt es in erregten Zeiten, wie allgemein bekannt, immer Sie es nicht nöthig, noch an neue Strafbestimmungen zu denken. fuchen, daß man langsam dte Gesellschaft untergräbt, indem man einzelne Individuen, die sich von der Leidenschaft hinreißen lassen, So lange solche Zustände existiren, werden wir stets diefem einen neuen unter dem Kern der alten herausbilde, um sogar aus falsch verstandenem Idealismus wozu ich, wie aus Etat unser ein entgegenstellen.( Lebhafter Beifall bei den Sozial- dann, wenn man sich start genug fühle, den alten Kern drücklich bemerkt sei, Luccheni nicht rechne glauben, durch demokraten.) zu sprengen und die neue Gesellschaft an die Stelle der alten treten eine derartige Heroische That, wie sie es nemien, der Welt Kriegsminister von Goßler: Mir ist die Sitte, über die Köpfe zu lassen. Das ist Ihre Theorie, und wenn Sie jetzt scheinbar Befreierdienste zu leisten, während in den meisten Fällen der Empörer hinwegzuschießen, vollständig unbekannt. Wir handeln etwas vorsichtiger find, so ist das keine Umkehr, sondern nur ein genau das Gegentheil eintritt. streng nach dem Geſetz: es ist genau vorgeschrieben, in welcher taktisches Mittel. Ich schließe, indem ich sage: Wenn in einem Ferner hat Herr Bassermann behauptet, der Abg. Schippel habe Weise bei einer Empörung einzuschreiten ist. Wenn jemand aber Staate eine Partei entstehen kann, wie die Sozialdemokratie, wenn " sich diese Partei vereinigen kann, wenn sie ihr Programm auf den Umsturz der bestehenden Gesellschaft so offen betonen kann, dann fönnen Sie nicht sagen, daß Sie in einem Staate leben, wo keine freien Einrichtungen bestehen, wo feiner seine Meinung frei fagen tann.( Lebhafter Beifall rechts, Widerspruch bei den Soz.). heiten. Präsident Graf Ballestrem wünscht dem Hause fröhliche und gangen, der Magistrat habe sich aber nicht entschließen können, gange gesegnete Feiertage. Arbeit zu machen. Schluß 6 Uhr. Kommunales. Stadtverordneten Versammlung. nachmittags 5 Uhr. Stadtv. Casset fordert ebenfalls Ergänzung des Materials, aus welchem der Magistrat die Ueberzeugung von dem Vorhandens sein eines Bedürfnisses in gedachter Nichtung geschöpft habe. Die Kompetenzen der Schulärzte müßten jedenfalls ganz scharf umgrenzt werden, um Kollisionen zu vermeiden. Die Vorlage geht darauf an einen Ausschuß von 15 Mits gliedern. Abg. Lieber( 8.): Der Herr Abg. Bebel hat zwei Vorwürfe gegen meine Partei gerichtet, die auch Abg. v. Vollmar ausgesprochen hatte. Im allgemeinen hat der Abg. Bebel die Zustände im Deutschen Reiche in einem so rosigen Lichte 36. Sigung vom Donnerstag, den 15. Dezember, gemalt, daß ich die Ausgewiesenen beinahe darum beneide, daß sie in diesem Lande nicht zu leben brauchen. Eine weitere Vorlage des Magistrats betrifft die Stellung der ( Heiterkeit.) Nun, Herr Graf Posadowsky hat uns da eines besseren Zu Beginn der Sizung werden die vier neugewählten Mit- städtischen Schuldiener. Dieselben zukünftig sollen als pensionsbelehrt. Wir lassen uns ruhig von den Herren Bebel und Ge- glieder Iden, Kluth, Körte und Schulze in der üblichen berechtigte Gemeindebeamte mit vierwöchentlicher Kündigung angestellt werden; den bereits im Dienste befindlichen sollen unter nossen als Reichsschafe bezeichnen. Wir kennen ja Ihre Gepflogen- Gin Antrag des Stadtv. Karl Goldschmidt( 1) ersucht den den gleichen Voraussetzungen die Beamtenrechte verliehen werden. Weise eingeführt und auf die Städte- Ordnung verpflichtet. Stadtv. Pre us befürwortet die Streichung des Borbehalts Der Herr Abg. Bebel hat von einem neuen Flotten- Magistrat um Auskunft darüber, warum die von der GewerbeMan solle die Gleichstellung Gründungsplan gesprochen. Nach authentischen Mittheilungen beputation beschlossene Bauveränderung auf dem städtischen Schul- der vierwöchentlichen Kündigung. den Bolts- und den höheren Schulen, Seitens der Regierung ist davon gar keine Rede. Die legte Flotten grundstück in der Markusstraße zur dringenden nothwendigen Verber Schuldiener an den Volks- und mehrung der Räume für die städtische höhere Webedie hier beabsichtigt sei, nicht durch eine gründung stellt ja gerade den Abschluß einer Aera von Versuchen folche Klauset bar. Ich halte es für eine blanke Unmöglichkeit, daß derselbe Herr chule von der Schuldeputation abgelehnt worden ist. Der Antrag event. nothwendige Entfernung aus dem Amte auf dem Wege des wieder aufheben. Im disziplinaren Interesse liege es, die Staatssekretär, der uns in der Budgetfommission das bewiesen burch die geplante bauliche Veränderung der freie Raum für die ordentlichen Disziplinarverfahrens zu bewirken. steller kann der angeblich von letterer vertretenen Auffassung, daß hat, nunmehr mit einem neuen Flottenplan an uns herantritt. Stadtv. Spinola tritt für eine dreimonatliche Kündigung ein, Herr Bebel hat von dem Anstand und der Ordnungsliebe in Erholung der Schüler der Taubstummenschule zu sehr beschränkt fozialdemokratischen Versammlungen Versammlungen gesprochen. würde, nicht beipflichten. Die Verlegung der mechanischen Stühle welchem Antrag auch Bürgermeister Stirschner sich entgegen Das kann bei uns nur ein mitleidiges Lächeln hervorrufen. Wir alle aus ihren bisherigen Räumen sei absolut nothwendig. Wenigstens fommend gegenüberstellt, indem er gleichzeitig das Kündigungshaben an unserem Leibe längst das Gegentheil erfahren. Ich erinnere mur müßte die Baudeputation schleunigst zur Prüfung der Frage recht für den Magistrat gerade aus schuldisziplinarischen Gründen an die jüngsten Verhandlungen vor dem Landgericht in Beuthen. Ein schreiten, wie denn anderweit dem vorhandenen Raummangel abDie Vorlage wird mit dem Antrage Spinola an fozialdemokratischer Agitator hat in Oberschlesien einem Zentrums- geholfen werden könne. manne einen Rosenkranz aus der Tasche gezogen und den vergenommen. fammelten Leuten erklärt: das sei der Rosenkranz, dessen sich der Abg. Bebel täglich zu seinem Gebete bediene,( Allgemeine Heiterfeit), damit der liebe Gott das schlesische Volk aus seiner Noth errette. Das ist so eine kleine Probe von dem Anstand der Sozialdemokraten im Wahlkampf. Der Herr Abg. Graf v. Limburg- Stirum hat eine Aenderung in der Reichsfinanz- Politik vorgeschlagen. Herr Schahsekretär, ich muß Ihnen offen sagen, wenn Sie fein Fiasko machen wollen, so bleiben sie mit dieser Reichs- Finanzreform einstweilen ruhig im Schazamt. Sie werden auf dem von uns unterstützten Wege der Reichs Schuldentilgung bedeutend besser fahren. reflamirt. Stadtschulrath Bertram giebt das Anwachsen des Raumbedürfnisses für den Unterricht in der Textilbranche zu, speziell für die Färberei und Appretur. Der Schuldeputation dürfe man aber fernen Vorwurf machen, wenn sie als erste Besizerin ihren Besitzstand festzuhalten suche. In kurzem werde der Magistrat über den Modus der Abhilfe berathen. Schlußausführungen gestellter Antrag angenommen. Darauf wird ein von dem Interpellanten im Sinne seiner behufs Besichtigung der entsprechenden kommunalen Anlagen in 竖 顒 Die Vorschullehrer an den höheren Lehranstalten beabsichtigt der Magistrat mit den Gemeindeschullehrern gleichzustellen. Die bisherige Funktionszulage von 300 m. soll fünftig pensionsberechtigt sein. Die Vorlage gelangt, nachdem Stadtschulrath Fürstenau sie Herr v. Kardorff hat uns von einem neuen Vorgehen auf dem kurz empfohlen, zur Annahme. Gebiete der Sozialpolitik gewarnt. Wir sind nach wie vor Gelegentlich der Beschlußfassung über die Herstellung eines der Meinung, daß man der Sozialdemokratie nur dadurch wirksam Tunnels unter dem Stettiner Bahnhof von der Schwarzkopffentgegentrefen fann, daß man den berechtigten Forderungen der nach der Feldstraße ist seinerzeit auch einstimmig beschlossen Arbeiterschaft nachzukommen fucht. Als eines der wirksamsten worden, wegen Anlage eines Stich tunnels nach den Mittel betrachte ich gerade die Thätigkeit der Arbeiter in den Berufs- Vorortgeleisen der Stettiner Bahn und einer alte vereinen. Hier ist der Ort, wo man durch praktische Antheilnahme den Einfluß der Sozialdemokraten paralysiren kann. Redner tritt sodann der Behauptung des Herrn v. Kardorff entgegen, daß das platte Land mehr Rekruten stelle als die Industriebevölkerung und beruft sich dabei auf eine von Professor Brentano aufgestellte Statistit. Herr v. Bollmar ist in seiner Rede trotz aller Warnungen seines Barteigenossen Auer unter die Propheten gegangen, auch Herr Bebel hat dies gethan, obgleich gerade ihm Herr Auer fürzlich wegen seiner Prophezeiung vom allgemeinen Kladderadatsch im Jahre 1898 den Tert gelesen hat.( Heiterkeit.) Auf derselben Höhe wie diese stehen die Prophezeiungen der Herren Bebel und v. Bollmar über die Entwickelung unserer Partei. Wir gedenken die Prophezeiungen von der nationalliberalen schiefen Bahn, auf der sich das Zentrum befinden soll, zu Schanden zu machen, und wir haben den guten Muth, den Herren Bebel und v. Vollmar zuzurufen: Wenn jemand auf einer schiefen Bahn herabzurutschen in Gefahr ist, so find Sie es! Wir werden uns in unserer festen Absicht, an des Reiches Wohlfahrt und Ehre mitzuarbeiten, durch Ihre Anzapfungen nicht irre machen lassen. Die Aeußerungen meines Freundes Frigen über die Protektorats frage haben im Auslande mancherlei Mißdeutung erfahren müssen. Ja, ein italienisches Blatt hat gesagt, daß der Herr Abg. Frigen der ganzen katholischen Welt Genugthuung schuldig sei. Da muß ich erklären, daß der Herr Abg. Frigen diese seine Aeußerungen in vollem Einverständniß mit seinen politischen Freunden gethan hat. ( Bravo rechts.) Wir sind ebenso deutsch, wie wir atholisch find.( Bravo! rechts.) Beides sind wir volt und ganz.( Bravo! rechts.) Und gerade weil wir das sind, deshalb haben wir auch den Anspruch darauf, daß man uns im Inlande als das behandelt, was wir sind, als gute Deutsche ( Bravo! rechts), und daß man uns das Vertrauen entgegen bringt, das wir verdienen.( Bravo! rechts.) und daher will ich gleich den Hauptpunkt berühren, der uns Statholiken immer wieder von einer vollständigen Gleichberechtigung zurüdhält. Die Monarchen find sterblich, die Minister wechseln von Jahr zu Jahr, die Parlamentsmehrheiten ändern sich; der einzige ruhende Punkt in der Erscheinungen Flucht ist der Geheime Rath( Heiterkeit) und wenn sie sich dazu entschließen tönnten, auch den Herrn Geheimrath einmal zur Ordnung zu rufen, dann wird die Stunde des Friedens für die deutschen Katholiken geschlagen haben.( Lebhafter Beifall rechts und im Zentrum.) itelle am Humboldthain den Magistrat um Verhandlungen mit der Eisenbahndirektion zu ersuchen. Letztere hat sich ablehnend verhalten. Von den Stadtvv. Rast und Dinse werden erneute Verhandlungen im Interesse jenes Stadttheils verlangt. Eisenbahn jetzt den Tunnelbau nicht ausführen wolle. Stadthaurath Krause hält diese nicht für aussichtsvoll, da die Es wird im Sinne der Anregungen der beiden Redner beschlossen. Das Projekt zum Neubau eines Kühlhauses auf dem ers weiterten 3entral- Schlachthofe beschäftigt die Versammlung nunmehr seit mehr als fünfviertel Jahren. Insbesondere hat die Frage der Auswahl des zweckmäßigsten Stühlsystems langwierige Erörterungen und mehrere ausgedehnte Reisen der Ausschußmitglieder Hamburg, auf Norderney, in Bremen, Erfurt und Köln veranlaßt. Als Resultat der Ausschußberathungen liegt der mit 10 gegen 5 Stimmen angenommene Antrag vor, die Anlage besonderer Kühl- und Gefrierräume für schwachfinniges Fleisch( um dieses behufs besserer Verwerthung länger aufbewahren zu können) zu genehmigen und dem System der indirekten Luftkühlung durch Soolelösung den Vorzug zu geben. Ob Ammoniat oder schweflige Säure als Stältemedium gewählt wird, soll der Entscheidung de Magistrats überlassen werden. Stadtv. Mommsen bestreitet der Versammlung die Kompetenz, über diese technische Frage zu entscheiden; der Magistrat habe hierin allein das letzte Wort. In diesem Sinne beantragt er, von der zweiten Antrag des Ausschusses Umgang zu nehmen. In de': Konkurrenztampf der verschiedenen Systeme und Firmen habe ich die Bersammlung nicht zu mischen. Es würde durch die Annahme des Ausschußautrages ein sehr bedenkliches Präjudiz geschaffen.( Wider spruch und Unruhe.) Stadtv. Louis Sachs steht nicht auf diesem Standpunkte. Der Ausschuß habe sich in schwerer, mühsamer Arbeit ein Urtheil gebildet. wenn es auch vielleicht theuer erkauft ist. Stadtv. talis ch hält im Gegensatz zu Mommsen die Sache für völlig spruchreif. Der Ausschuß schlage zwei Verfahren zur Auswahl vor, weil er sie beide für gleich gut halte. Stadtv. Kreitling tritt für den Ausschußantrag an. Stadtv. Mommsen beschwert sich, daß keiner der drei Vorredner auf die von ihm angeregte prinzipielle Frage eingegangen ist und empfiehlt nochmals die Annahme seines Antrages. Der Ausschußantrag wird angenommen; für den Antrag Mommsen stimmen mur 6-8 Mitglieder. Mit der kontraktlichen Annahme von Schulärzten zunäch für 20-25 Gemeindeschulen soll nach einer Borlage des Magistrats vom 1. April 1899 ab ein Versuch gemacht werden. Ueber Aufgaben und Stellung der Schulärzte ist von der Schuldeputation ein Entwurf aufgestellt, welchen der Magistrat mit einigen Modifikationen akzeptirt hat. Danach wird jeder Gemeindeschule ein Schularzt zugewiesen. Einem Arzte dürfen höchstens vier Schulen übertragen werden. Dem Schularzt liegt ob: 1. Die Prüfung der für den ersten Eintritt in die Schule angemeldeten Kinder auf ihre Schulfähigkeit. Mit der Anlage einer neuen Straße 5a in Abtheilung VIII 2. Die Prüfung der für den Nebenunterricht vorgeschlagenen des Bebauungsplans zur Verbindung der Siemens und inder auf törperliche und physische Mängel, insbesondere auch auf Waldenser und der Thurmstraße zwischen Bremer- und die etwaigen Fehler an den Sinnesorganen, erforderlichenfalls unter Emdenerstraße im Zuge der Ottostraße hat sich der Aud schuß einverstanden erklärt und gleichzeitig eine Aenderung der Mitwirkung von Spezialärzten. 3. Auf Ersuchen der Schulkommission bezw. des Rektors die Fluchtlinien für den Theil zwischen Waldenser- und Thurmstraße Prüfung eines angeblich durch Krankheit im Schulbesuch verhinderten derart vorgeschlagen, daß dieser Theil etwas nach Often hinausgerückt wird, wodurch er eine bessere Fluchtlinie zur Otto4. Die Abgabe eines mündlichen oder schriftlichen, von den zu- straße erhält und die Baulichkeiten des Grundstücks der katholischen Dominikanerkirche unberührt bleiben. ständigen Organen der Schulverwaltung erforderlichen Gutachtens. a) über vermuthete oder beobachtete Fälle ansteckender Krant heiten, oder förperlicher Behinderungen von Schullindern; b) über vermuthete oder beobachtete, die Gesundheit der Lehrer oder Schüler benachtheiligende Einrichtungen des Schulhauses und seiner Geräthe. Kindes. Der Schularzt ist verpflichtet, das Schulhaus einschließlich der Schulklassen während oder außerhalb des Unterrichts nach vorheriger Anmeldung beim Rektor in angemessenen Zeiträumen zu besichtigen und die von ihm beobachteten hygienischen Mängel demi Rettor mit zutheilen. Der Ausschußantrag wird genehmigt, desgleichen die Vorlage wegen Verbreiterung der Landsbergerstraße von der Alexanderstraße bis zur Kleinen Frankfurter bezw. Kurzestraße, ebenso die Vorlage wegen theilweiser Veränderung der Fluchtlinien für die Verlängerung der Manteuffelstraße über die Spree bis zur Frucht straße. Die Bespannung, Bedienung, Unterhaltung und Aufbewahrung der städtischen Sprengwagen soll auch für die nächsten drei Jahre bis zum 31. März 1902 den bisherigen Unternehmern Brehme, Nand, Fedkenhauer und Krause gegen eine Entschädigung von 7,75 M. Die in amtlicher Eigenschaft gemachten Beobachtungen darf er pro Tag und Wagen überlassen werden. Für die Beschaffung von acht neuen Kehrnur nach Genehmigung der Schuldeputation veröffentlichen. Dic 8ehn neuen Sprengwagen und Schulärzte werden periodisch zu Berathungen berufen, welche von maschinen für 1899/1900 tuerben 12 600 W. gefordert. einem dazu vom Vorsitzenden der Schuldeputation bestimmten Mit- Die Versammlung genehmigt ohne Diskussion die Magistrats. gliede der Schuldeputation geleitet werden. Der Schularzt erhält anträge. für jede Schule ein Honorar von jährlich 500 m. Das Projekt zum Neubau der Brücke über den Land. Abg. Liebermann von Sonnenberg( Reform- P.): Die Rede Von drei verschiedenen Seifen wird Ausschußberathung bewehrl anal im Zuge der Grünauerstraße legt der Magistrat des Herrn v. Vollmar stach vortheilhaft ab gegen die Neden, antragt. Stadtv. Wallach will auch, daß der Schularzt in der vor. Die Kosten für diesen Bau haben schon im laufenden Etat die wir sonst von dieser Seite zu hören gewohnt find. Besonders Nähe der Schule wohnen und weder Armen- noch Gewertsarzt gestanden, das spezielle Projekt ist aber erst jetzt fertig geworden. erfreulich war das Betonen der nationalen Gesinnung. Der Abg. sein soll. Stadtv. Singer: Ich möchte auch bei dieser Gelegenheit die Liebknecht hat aber seinerzeit erklärt: der Begriff Vaterland sei ein Stadtv. Direktor Svalbe bemängelt die dürftige Begein Bersammlung darauf aufmerksam machen, wie richtig es ist, strenge überwundener Standpunkt. Ich würde mich freuen, wenn auch der dung und die Unbestimmtheit der Instruktionen. Er sieht die plög nach dem Grundsatz zu verfahren, im Etat teine Bewilligungen Abg. Liebknecht sich mittlerweile zu dem Standpunkt des Herrliche Nothwendigkeit der ganzen Einrichtung nicht ein, da, feit der vorzunehmen, wenn nicht die Bauprojekte vorliegen. Im Anfang de v. Vollmar durchgemausert haben sollte; aber ich bezweifle das. Magiftrat zum letzten Wale fich ablehnend zu den betreffenden Jahres wurde die Brücke in den Etat eingesetzt, fie hat nicht Auch in bezug auf die Verdammung jeder Gewaltthat steht sozialdemokratischen Anträgen geäußert, in den thatsächlichen Ver- gebaut werden können. Es hätte genügt, wenn die Versammlung der Herr Abg. von Vollmar in seiner Partei wohl fast vereinzelt hältnissen keine Aenderung eingetreten sei. Es handle sich um tief blos im Prinzip den Bau gebilligt, aber Geld erst bewilligt hätte. wenn ein definitives Projekt vorlag. Ich habe diesen Standpunkt da. Herr Bebel gehört zu den Bewunderern der Stommune. Wir einschneidende Neuerungen. Ausschußberathung sei unumgänglich. haben aber die Todesschreie der Weiber und Priester gehört, etwa zu dem Magistratsantrage geführt hätten, feine Rede sei. Man die Versammlung in unnöthiger Gutmüthigkeit Schulrath Bertram bestätigt, daß von Mißständen, die oft hier vertreten und bekanntlich nicht ohne Erfolg. Leider hat das bekannte die dem Moloch der Kommune zum Opfer gefallen find. Gine Mauferung der Sozialdemokratie nach der Seite des Herrn v. Bollmar habe jich vielmehr in der Anschauung geeinigt, daß die Entwickelung möglichst eingefügt, wodurch die Bindung des Magistrats in der wäre zwar sehr wünschenswerth, ist aber sehr unwahrscheinlich. Als des Volksschulwesens soweit gediehen sei, daß man auch niat Hauptfache wieder aufgehoben wird. Um einer geordneten Finanz ein vorzügliches Mittel gegen das leberwiegen der sozialdemokra- unbedingt nothwendige Institutionen versuchsweise ins wirthschaft willen müssen wir streng an diesen Grundsägen fest halten. tischen Stimmen betrachte ich die Einführung einer allgemeinen Leben rufen könne. Wahlpflicht. Diese würde es der Regierung ermöglichen, die allen Bunften an. Im feine neue Kategorie von Gemeindebeamten Stadtv. Walia ch schließt sich den Ausführungen Schwalbe's in Das Projekt wird genehmigt. Bon der an den Reichskanzler gerichteten Petition de jegt unthätigen Reserven heranzuziehen. Dem Satze des Abg. v. Volmar, daß das internationale Kapital ou schaffen, habe er seinen Antrag gestellt, der dem Ausschusje mit Magistrats um Erleichterung der Vich und Fleisch. cinfuhr nimmt die Bersammlung Kenntniß. der Hauptausbeuter ist, möchte ich zustimmen, denn das inter- ou überweisen sein werde. Die Vorlage wegen Annahme des zur Gründung eines Findels Stadtv. Jaco beh: Die Schularztfrage ist hier wiederholt nationale Stapital befindet sich in den Händen des internationalen erörtert worden; die ersten Verhandlungen darüber liegen bereits auses bestimmten Julius Müller'schen Nachlasses wird ge Judenthums. Meine Freunde find erfreut über den Gefeßentwurf 6-8 Jahre zurück. Durch unfern Antrag vom vorigen Jahre ist die nehmigt, desgl. diejenige wegen Bahlung des Berliner soft. zum Schutz der Arbeitswilligen. Auch der Militärvorlage Frage wieder in den Vordergrund gerückt, und die Stadtverordneten Pflegegeldes für Waisenkinder in den einzelnen werden wir zustimmen. Um uns gegen die amerikanische Konkurrenz Bersammlung beschloß am 16. Dezember v. J. unserem Antrage wirksam zu schüßen, muß das angekündigte Fleischschau- Gesetz möglichst folgend, den Magistrat zu ersuchen, in Berathungen über die Schularzt Srantenhaus, und Bade- Anstalts- Bauten gehen an Die speziellen Entwürfe zu einer Reihe von Schul, bald zur Verwirklichung gelangen. Unſere wirthschaftlichen Verhältnisse rage einzutreten und der Versammlung Mittheilung zu machen. verschiedene Ausschüsse. find feineswegs so glänzend, wie sie von den Staatssekretären geschildert Das Ergebniß der Berathungen liegt nun in dem Magistratsworden sind. Wenn Tansende verarmen, und ein Dußend das antrag vor. Die Sache soll aber einstweilen mur cinen Kapital in seiner Hand fonzentrirt, so nenne ich das nicht Ver- provisorischen Charakter tragen, 20 bis 25. Schulen jollen mehrung des Nationalvermögens. Was die auswärtige Politit an vom 1. April 1899 ab versuchsweise mit der Einrichtung versehen. Von den städtischen Gasanstalten wurden im Vierteljahr langt, so müssen wir beim Abschluß von Handelsverträgen die werden. Das Provisorium des Magistrats bewegt sich, wie man Juli- September 1898 26 915 öffentliche Gasflammen gespeist. Dazu Interessen unserer von Amerika jo start bedrohten Landwirthschaft sieht, in außerordentlich bescheidenen Grenzen. Bei der planmäßigen kommen die von den englischen Gasanstalten auf dent chemaligen wahren. Den Grafen Thun hat Herr v. Bülow neulich zu rücksichtsvoll Berücksichtigung der einzelnen Schulkreise dürften bei dem kleinsten, Schöneberger Gebiet für Nechnung der Stadt gespeisten 1003 Flammen, behandelt. Unter Bismarck hätte Graf Thun eine solche Rede nicht dem ersten Schulkreis, aber mindestens zwei Schulen in betracht so daß sich Ende September ein Bestand von 27 918 öffentliche Gaszu halten gewagt. Meine Freunde können es bei dieser Gelegenheit kommen, während bei dem neunten Schulkreis mit 28 Schulen in flammen ergiebt. Petroleum- Laternen waren zu diesem Zeitpunkt fich nicht versagen, ihren Freunden in Oesterreich ihre Sympathien geringsten Falle 3 Schulen unter Aufsicht eines Schularztes gestellt werden 1072 Etüd vorhanden. Die Gasproduktion betrug im Kalender- Biertelauszudrücken.( Beifall bei den Antisemiten.) müßten. Nach dieser Berechnung fämen alsdann 30 bis 36 Schulen jahr Juli- September 1898 21 900 000 Kubikmeter, Juli- September Darauf wird die Diskussion geschlossen. bei dem Versuch in betracht. Auch würde zu berücksichtigen sein, ob 1897 20 901 000 subitmeter, für 1898 sind daher mehr produzirt nicht vom 1. April 1899 ab alle neuen Schulen unter die Aufsicht 999 000 Subikmeter, mithin 4,78 pct. Abgegeben wurden zum Preise Persönlich bemerkt von Schulärzten zu stellen sind. Auch wir sind aus diesen Gründen, von 16 Pf. für ein Stubikmeter zu Leuchtzweden( ausschließlich die sich vorzugsweise auf das Provisorium in der Magistratsvorlage des eigenen Verbrauchs) 10 918 288 Stubifmeter( im Borjahre beziehen, für Ausschußberathung. 10 892 232 Kubikmeter), a) zum Preise von 10 Pf. für ein StubitAbg. Bebel( Soz.), daß ihm das Freizügigkeitsgesetz sehr wohl bekannt sei, Angehörige von einem Bundesstaat in den anderen zu verweisen. Er habe nur Beschwerde darüber geführt, daß der Bremenser Schulz nicht in Preußen aufgenommen worden sei. Nächste Sigung: Dienstag, 10. Januar 1899, 2 Uhr. ( Rechnungsfachen. Interpellation von Wangenheim, betreffend die Fleischnoth. Vororten. ( Schluß gegen 9 11hr.) Stadtv. Kreit! ing weist darauf hin, daß selbst Friedrichs- meter zu Koch- und gewerblichen Ziveden 4 674 497 StubitHagen und Ritdorf in dieser Frage schon weiter sind als Berlin. meter( 3 687 051 Rubikmeter), b) zum Betriebe von Motoren Ein jo kleiner Versuch, wie er hier gemacht werde, werde keinen Er- 2054 678 Rubitmeter( 1822 788 Kubikmeter) zusammen a und b folg verbürgen fönnen. Die Schuldeputation sei auch weiter ge- 16 729 175 Stubikmeter, im ganzen 17 647 458 Stubikmeter. Tokales. Die Berliner Asphaltgesellschaften, in einem ebenso traurigen Zustand. Der Schandbube, der die frebelhafte That begangen, ist leider nicht ermittelt worden. ist bei Leopold Toporsti, Schöneberg- Berlin erschienen. Es tvill allen, die sich mit dem neuen Licht beschäftigen, ein Rathgeber sein und enthält in seinen Notizen und mathematischen Tabellen eine Fülle brauchbaren Stoffes. Urania. Eine große Zahl Bilder aus Deutsch Ostafrita" wird Herr zahlreicher wie sonst sind in diesem Jahre die Ansuchen an Herrn Feuerwachen in den Großbazaren und Ausstellungen. Branddirektor Giersberg ergangen, in denen von seiten der Inhaber von Großbazaren für die Sonntage vor dem Weihnachtsfeste, wo Baron von Reden- Franzburg heute Abend in einem Vortrage in der Urania der Andrang des Publikums ein gewaltiger ist, um Stellung von zur Vorführung bringen. Feuerwachen gebeten wird. Für diese Wachen werden die dienstfreien Mannschaften kommandirt, die u. a. auch die Wachen in den Theatern zu stellen haben. 321 bas heißt deren Aktionäre und Theilhaber, gehören gleich ihren Kollegen von der Elektrizitätsgesellschaft zu den Glücklichen, für deren Dividendengeſegnetes und sorgenfreies Dasein der Berliner Magistrat in ganz besonderem Maße sorgt. Wie nothwendig es aber auch hier wäre, daß der Magistrat sich ein ganz klein wenig um das Schicksal der von diesen Gesellschaften beschäftigten Arbeiter rath Blend geleiteten Sigung der Polytechniſchen Geſellſchaft gab Das Acetylengas. In der legten vom Geh. Ober- Regierungss bekümmerte, das beweisen die Maßnahmen, welche die meisten dieser Gesellschaften alljährlich bei Eintritt des Winters gegen ihre Arbeiter zunächst Dr. Frant- Charlottenburg auf eine Anfrage einen Ausblick treffen. Daß zu dieser Zeit die größte Zahl der Arbeiter entlassen Daß der Aberglaube in der Stadt der Intelligenz noch weite feit mit Gas und Petroleum für Beleuchtungszwvede. 10 2. Leuchtgas über die Zukunft des Acetylens hinsichtlich seiner Konkurrenzfähig wird und nun den Winter hindurch zusehen kann, wie sie durch- Kreise beherrscht, tritt auch äußerlich vielfach hervor. Im Norden brennen ebenso hell wie 2 2. Auerlicht und 0,66 2. Acetylen. tonunt, das haben die Leute leider mit vielen tausenden der Stadt wurden dieser Tage von Schulkindern Handzettel in die Konkurriren könne dieses mit Gas und Petroleum, sobald dos Kilo bon Arbeitern anderer Betriebe gemeinsam. den wenigen, Aber auch Häuser getragen, auf denen eine Frau in der Reinickendorferstraße gramm Acetylen 0,35-0,36 M., d. h. die Tonne 360 M. tosten würde, die so glücklich" sind, bei der allgemeinen fich als wahrsagerin empfahl. Aehnliche Empfehlungen bertheilte ba beim Auerlicht der hohe Preis für die Strümpfe dazu komme." „ Auslese" bon der Entlassung verschont zu bleiben, läßt man fürzlich im Bentrum sogar auf offener Straße. Er glaube jedoch, daß das Acetylen als Beleuchtung in größeren man fühlen, daß es jetzt Winterszeit ist, wo sich mit allem zufrieden der oft erwähnte Sandsteinbogen im Treptower Städten nie das Gas werde verdrängen können, weil Leuchtgas sein müssen. Diese Arbeiter werden nämlich fast durchweg nur des Park, der als einziger Ueberreft der Berliner Gewerbe- Aus- auch als Wärme- und Kraftträger so zunehme, daß man später Nachts bei Reparaturarbeiten oder bei der jetzt ebenfalls nur zur Nacht- ftellung von 1896 erhalten geblieben war, ist jetzt endlich gesprengt einmal nur Gasfeuerung haben werde. Für die Eisenbahn- Wagenzeit stattfindenden Umänderung der Pferdebahngeleise für den elektrischen worden. Die Firma, die ihn errichtet hatte, war in Konturs ge- beleuchtung werde sich die von Julius Pintsch angewandte Mischung Betrieb beschäftigt. Die Arbeitszeit dauert dabei gewöhnlich 6 bis rathen und das Eigenthumsrecht an dem Pfeiler auf den früheren von 30 Theilen Acetylen mit 70 Theilen Delgas, die eine dreimal 8 Stunden, der Verdienst ist also sehr gering. d Nicht genug damit, haben jetzt zwei in betracht tommende Ge- Bertreter der Firma, Herrn P., übergegangen, der den Pfeiler weder so große Leuchtkraft als einfaches Delgas habe, weiter bewähren und sellschaften den Stundenlohn dieser Leute noch um Prozessiren wurde dem Arbeitsausschuß der Ausstellung das Recht Theater. Im Schiller Theater wird die erste Aufführung von niederlegen wollte noch den Abriß gestattete. Nach langem einführen. 5. Pfennige gekürzt, so daß die armen Arbeiter bei dem zugesprochen, den Bogen auf seine Kosten beseitigen zu können. So Gerhart Hauptmanns Traumdichtung„ Hannele's Himmelfahrt" und star rauhen und ungefunden Wetter für 1,80 M. bis höchstens hat denn der Ausschuß dieser Tage den Bogen durch Mannschaften Blumenthals Luſiſpiel„ Abu Seid“ Mittwoch, den 21. d. Mr., stattfinden. 2,40. Die ganze Nacht hindurch sich quälen müssen.bes Garde- Pionier- Bataillons sprengen lassen. Nur zwei Firmen giebt es, die bis jetzt ihren Arbeitern bei Nacht- ad arbeiten zwei Stunden extra bezahlt haben. Dafür passirt es aber Eine Zwangsinnung ist zum 1. April 1899 für das Schornauch häufig gemig, daß die Leute, nachdem sie abends um 11 oder steinfeger- Gewerbe errichtet werden. 12 Uhr auf der Arbeitsstelle angetreten sind, unverrichteter Sache wieder nach Hause gehen müssen, namentlich bei dem jetzt ziemlich Stadt- und Ringbahn eingeleitete Untersuchungsverfahren Das gegen eine Anzahl von Fahrkarten- Schaffnern der häufigen Regenwetter. Dafür giebt es dann zwei ganze Stunden wegen vorgekommener Durchstechereien zieht immer weitere Kreise. à 30 oder 35 Pf. bezahlt 11 Es kommt noch hinzu, daß im aller- Neuerdings scheint man solchen Durchstechereien auch auf der Strecke Feuerbericht. Die Bewältigung eines bösen Kellerbrandes, günstigsten Falle in der Woche nur fünf Nächte gearbeitet werden des Nordringes zwischen Beuffelstraße und Viehhof auf die Spur lann; die Nächte von Sonnabend zu Sonntag und von Sonntag gekommen zu sein. In dieser Angelegenheit allein find zehn Personen zu Montag fallen aus. Natürlich sind es nur die geübtesten Ar- in Haft genommen worden. beiter, die man der Gnade würdig hält, den Winter hindurch aid pot and the Die diesjährige Generalversammlung der Aktionäre des Schiller- Theaters fand gestern in den Räumen der Auskunftei des Herrn Schimmelpfeng statt. Die Bilanz erwies sich als eine günstige, sie wurde einmüthig genehmigt. Es wurde beschlossen, an die Inhaber der Aftien zweiter Serie eine Divi dende von 42 pet. zu vertheilen. Die Statuten der Gesellschaft gestatten Es soll durch diese Bestimmung der Aktiengesellschaft der gemeinnükige bekanntlich die Vertheilung einer Dividende über 5 pt. überhaupt nicht. Charakter erhalten werden. der Ruheplasstraße 22 ausgebrochen war, nahm die Wehr Donnerstag früh über zwei Stunden in Anspruch. Der Inhalt eines im Keller eingerichteten Kolonialwaarenladens stand vollständig in beschäftigt zu werden. Dafür haben sie dann im Frühjahr Ueber die Feuchtigkeit von Wohnungen in neubezogenen Flammen. Die Entwickelung von Rauch und Hize war derartig, bei Wiederbeginn der Neubauten die Pflicht, die neu eingestellten Häusern wird gegenwärtig sehr lebhaft Klage geführt. Den Grund daß die Löschmannschaften mit Rauchhelm und Feuerschutzanzug aus Arbeiter anzulernen. dieser Erscheinung sucht man zum theil darin, daß sowohl im vorigen gerüstet werden mußten, um zum Brandherde vordringen zu 3 1 " 119 = = In Potsdam ist der Uebelthäter, der, wie wir gestern mits theilten, bei der Mühle von Sanssouci ein junges Mädchen am legten Montag Abend überfallen hat, nach einer Zeitungsmeldung, Donners tag früh ermittelt und verhaftet worden. Als zwei Kriminalbeamte den Verdächtigen, einen 30 Jahre alten Arbeiter der Gasanstalt, Paul Hannemann, bei seiner an der Havel belegenen Arbeitsstätte verhaften wollten, floh er und stürzte sich, als er sich verfolgt jah, topfüber in die Havel. Die Beamten nahmen schnell ein Boot, holten den durch Mattigkeit Uebermannten aus den Fluthen heraus und brachten ihn in Polizeigewahrsam. Bei seiner Bernehmung war H. geständig. Daß diese Firmen ihre Arbeiter auch im Winter einigermaßen Winter wie auch während des diesjährigen Frühjahrs und Sommers lönnen. Mit zwei Schlauchleitungen konnte nun das Feuer innerhalb anständig bezahlen könnten, erfieht man daraus, daß zwei berselben, eine abnorme, vorwiegend feuchte Witterung herrschte. Viele Woh zwei Stunden abgelöscht werden. Der verursachte Schaden ist erheblich. Attiengesellschaften, ihren Aktionären im vorigen Jahre 8 bezw. nungen in neuen nach bekanntem Schwindelrezept aufgebauten Bur ſelben Zeit mußte Stallschreiber str. 27 in einer Porzellane 11 pct. Dividende ausgezahlt haben, während für dieses Jahr sogar Häusern find daher geradezu naß zu nennen, da brennerei ein kleines Schadenfeuer beseitigt werden. In der Nacht 11 bezt. 14 pct. in Vorschlag gebracht werden sollen. Welch das Wasser oft förmlich an den Wänden herunter läuft, zum Donnerstag waren zwei Zimmerbrände zu verzeichnen und zwar kolojialen Profit diese Gesellschaften einheimſen müssen, ergiebt sich io daß die Tapeten stoden und sich loslösen, die Guben erstr. 3 und Wrange I str. 90. Außerdem brannten auch daraus, daß mehrere derselben im vorigen Jahre den Quadrat- Möbel spad werden, die an der Wand hängenden Bilder verderben, Oranienstr. 130a und höchste str. 22 der Fußboden und die Dr. allt, Frankfurt a. M. für 7,40 M., 8 M. und die Dielen ſich werfen, Fenſter und Schüren verquellen und infolge Balterlage. 10 M. Herstellen wollten, während sie sich in Berlin 10,50 M.( hier dessen weder zu öffnen noch zu schließen sind. Daß diese Nässe zu macht es feiner billiger) bezahlen lassen. Dafür mußte aber noch gleich die so gefährliche Schwammbildung ungemein begünstigt, Aus den Nachbarorten. das sämmtliche Material von hier nach Frankfurt geschickt werden, it selbstverständlich. Für Kinder und kränkliche Personen, die bei dem தபார் வய was pro Quadratmeter mindestens 1,25 Mart schlechten Wetter aus Zimmer gefesselt sind, ist natürlich der Arbeiter- Bildungsvereins wird bekannt gegeben, daß die nächste VerJohannisthal- Niederschöneweide. Den Mitgliedern des Kosten verursachen würde, ohne die sonstigen Ertrakosten. Wie dauernde Aufenthalt in derartigen Wohnungen im höchsten Grade diese Firmen es verstehen, ihren Profit noch besonders zu erhöhen, gesundheitsschädlich. Viele Miether find denn auch bestrebt, die ſammlung am Sonnabend bei Bastian stattfindet. lehrt zur jezigen Zeit ein Blick auf verschiedene Asphalt- Fahrstraßen, feuchten Wohnungen, falls es mur irgend angeht, sofort zu verlassen, Das wunderliche Radfahrverbot, durch welches den die eher einem holprigen, löcherigen Snippeldanni, denn einer und suchen dann leerstehende Wohnungen in älteren Häusern auf. Gemeinde Schullehrern Schönebergs " geräuschlosen" Straße gleichen. Beispielsweise sei auf die Leider hält es außerordentlich schwer, aus solchen von den Haus- Schulinspektor, Superintendent Vorberg, seinerzeit untersagt Brücken- Allee hingewiesen. Dabei beziehen aber die Gesell- wirthen aufgeschwindelten Giftbuden herauszukommen und noch worden war, den Weg zur Schule und von dieser zurück nach schaften eine ganze Reihe von Jahren hindurch jährlich eine be- schwerer ist es, die Hauswirthe zur Erstattung des angerichteten Hause auf dem Fahrrade zurückzulegen, ist jetzt auf das Ansucher stimmte Pauschalsumme( 50 Pf. pro Quadratmeter) für die Instand- Schadens zu zwingen. all ag der städtischen Schuldeputation hin von dem Kreis- Schulinspektor haltung diefer Straßen. Da werden also Steuerzahler und wieder aufgehoben worden. Arbeiter geschädigt. Auf eigenartige Weise verunglückte gestern Mittag der Schiffer Timm aus Berpenschleuse. Timm wollte im Urbanhafen anlegen die fich an die dem Ermordeten gestohlene Beitsche füpft. Man In der Rühle'schen Mordsache wird jetzt eine Spur verfolgt, Die Sau mit dem charakteristischen Kopf. Das Berl. und um den Kahn leicht an den bestimmten Platz zu bringen, legte will ermittelt haben, daß diese Peitsche bei einem Fuhrmann in er um die Welle der Anferwinde ein Tau und befestigte das andere Tagebl," berichtet über Kaiser Wilhelm II: Der Kaiser hat sich- Ende desselben am Bollwerf. Nachdem er jo bas gahrzeug eine Rigdorf wieder aufgetaucht ist, der sie angeblich von einem Zigeuner nach einer telegraphischen Meldung aus Saupart hente früh 9 Uhr Strecke vorwärts gebracht hatte, machte ein anderer vorüberfahrender markt stattgefunden, der von zahlreichen Zigeunern besucht war, die so getauft hat. Am Tage des Mordes hat nun in Spandau Pferdemiederum ins Jagdrevier begeben. Nach der gestrigen Jagd im Kahn ein Ausweichen nöthig. Als Timm zu dem Zweck seinen Plaz am Abend, also zur Zeit des Mordes, die Landstraßen in der Um Revier Hallermundstopf betrug die Strecke des Kaisers 40 grobe verlassen wollte und die Kurbel losließ, versagte jedoch die Sperrgebung der Stadt unsicher machten. Sauen, welche im Verlauf einer Stunde niedergeftredt flinte, welche eine Rückwärtsbewegung der Welle verhindern soll, worden waren. Zwei der schwersten Sauen, welche ausgezeichnete und so schlug die Kurbel dem Bedauernswerthen mit solcher Wucht Die merkwürdige Hundediebsgeschichte in Spandan, die, Gewehre und einen„ charakteristischen Kopf" hatten, ließ gegen den Kopf, daß er auf der Stelle besimmungslos zusammen wie mitgetheilt, dazu führte, daß ein Hund wegen Hühnerdiebstahls der Kaiser für sich reserviren, da dieselben ausgestopft werden brach. Der Verunglückte wurde in bewußtlosem Zustande nach dem„ verhaftet" und daß sein Besizer in den Verdacht gerieth, mit ſeinem sollen; diese Thiere wurden mit einem silbernen Schilde W. II." nahegelegenen Krankenhaus am Urban gebracht. versehen. Hunde gemeinschaftliche Sache gemacht zu haben, hat jezt einen " tragischen" Ausgang genommen. Der Eigenthümer des Hundes, Akademisches. Die Wahlen zum Direktorium der akademischen der Blücherstraße 54 zum Selbstmord veranlaßt zu haben. Schweizer köters eine Ahnung hatte und sich bereit erklärt hat, den durch die Geldverluste scheinen den Rentner Hermann Schweizer aus der in brede stellt, daß er von den verbrecherischen Neigungen des Lesehalle haben heute ihr Ende erreicht. Die Reformpartei hat noch betrieb bis vor etwa vier Jahren eine Destillation, die ihm viel Hühnerdiebstähle verursachten Schaden zu ersehen, hat zunächst über einen vierten Kandidaten, stud. jur. A. Scheel, durchgebracht, und Gelb einbrachte. Von hier zog er nach Spandau. Grundstücks- den Hund selbst zu Gericht gesessen. von den wissenschaftlichen Vereinen ist einer, stud. phil. Walter Er hat das Thier zu der Lichapel, gewählt. Die„ nationale Partei" hat 5 Vertreter in geschäfte, die er dort machte, tamen ihm theuer zu stehen, da ſeine schwersten Strafe, zum Tode verurtheilt und ihn dem Abdeckerei Direktorium entsandt. Das Stimmenverhältniß war bis zum Nach- Spekulationen fehlschlugen. Obwohl er von seinen Renten sorgenfrei besiger in Spandau überwiesen, der inzwischen auch den Delinquenten mittag: Nationale Partei 561, Reformparei 435, wissenschaftliche Leben konnte, so hat er doch wohl die Verluste nicht verwinden bereits hingerichtet" hat. Vereine 100. Die höchsten Besuchsziffern seit ihrem Be- fönnen. Am Freitag Abend erhängte er sich. stehen hat die Berliner Universität in diesem Winterhalbjahr Durch einen Sturz aus dem Fenster hat sich gestern Morgen aufzuweisen: Die Zahl der immatrikulirten Studenten hat die 46 Jahre alte Kaufmannswittwe Renate Koldrack, Ritterstr. 95, das sechste Tausend überschritten und beträgt 6151, gegen 5606 im getödtet. Frau K., die seit 16 Jahren in demselben Hause wohnte, borigen Winter und 4648 im vergangenen Sommer. Neu einge- verlor vor zwei Jahren durch den Tod ihren Mann. Vor vier Wochen schrieben wurden in diesem Semester 2766. Von den einzelnen starb plöglich ihre Schwester. Da sich ihr Sohn, der bei einer Bank Fakultäten befißt die theologische 412( 302 Preußen), die juristische angestellt ist, demnächst verheirathen will, so scheint die Furcht der 2107( 1656 Breußen), die medizinische 1311( 914), die philosophische Vereinsamung sie in den Tod getrieben zu haben. Gestern Morgen 2321( 1588) Studirende. Unter den 1588 Preußen der philofophischen um 5%, Uhr, als ihr Sohn noch schlief, stürzte sie sich aus dem Fakultät find 739 aus Gymnasien, 333 aus Realgymnasien, 46 aus Küchenfenster im dritten Stock auf den Hof hinab und starb infolge Oberrealschulen hervorgegangen. 470 sind noch ohne Reifezeugniß. der Verlegungen nach 10 Minuten. -Das größte Fernsprechnet der Welt besigt Berlin mit 28 785 Theilnehmern und 36 650 Sprechstellen. Im Neichspostgebiet fand gestern Nachmittag ein Zusammenstoß zwischen einem Wagen der Unglücksfälle im Straßenverkehr. In der Köpnickerstraße folgen hinter Berlin zunächst Hamburg mit 6777 Theilnehmern und elektrischen Straßenbahn und einem Rollwagen statt, bei dem der 18 561 Sprechstellen, Dresden mit 4287 Theilnehmern und Arbeitsbursche Bruno Lehmann von dem Rollwagen auf den Damm am 28. November tagte, mit der Broschüre des Lügen- Fischer. Der Die Korbmacher beschäftigten sich in einer Versammlung, die 5744 Stellen, Leipzig mit 4294 und 5289, Frankfurt a. M. mit herabgeschleudert und überfahren wurde. 4287 und 5053, Köln mit 3290 und 4701, Breslau mit 3029 Quetschung des rechten Unterschenkels davon. In der Reinicken Er trug eine schwere Referent, Korbmacher Vogt, wies in einem längeren Referat eine dorferstraße lief der Knabe Karl Bünger aus Unachtsamkeit gegen gange Reihe unwahrer Behauptungen nach und charakterisirte auch Aufgelöst hat sich dieser Tage die Rechtstonfulenten einen zum Aufstellen von Weihnachtsbäumen gezogenen Draht, fiel sonst das moralische Verhalten dieses Lügenpatrons. Die übrigen Innung in Berlin, die im Januar 1889 gegründet worden war. zu Boden und schlug so heftig mit der Stirn auf den Bürger- Gegenstände der Verhandlungen betrafen interne Angelegenheiten. Wie die Große Berliner Straßenbahn mittheilt, ist die Mitt- steig, daß er bewußtlos liegen blieb. Der Knabe fand im Paulwoch nachmittag eingetretene Verkehrsstörung infolge Berjagens der Gerhard- Stift Aufnahme, wo eine Gehirnerschütterung festgestellt( Grundzüge der Wirthschafts: und Finanzpolitit, Gewerbe- Ordnung, Handels: Maschine in der Zentrale Nathhausstraße entstanden. Dieses ist wurde. Sarauf zurückzuführen, daß das Drahtseil einer für die Beleuchtung unangenehme Ueberraschungen führten vorgestern im Südder Zentrale dienenden Bogenlampen gerissen ist, so daß die Lampe westen der Stadt zu einer nächtlichen Schlägerei. Ein Musiker ging Herunterfiel und zwar unglücklicherweise auf die längs der Wand vorgestern Abend spielen. Seine Frau glaubte, er werde die ganze liegenden Licht- und Kraftleitungsschienen, wodurch Kurzschluß ver- Nacht wegbleiben und lub zu ihrer Unterhaltung einen Schlächter ursacht wurde. Da man in der Zentrale nicht sofort erkannte, was meister als Hausfreund ein. Als nun der Musiker wider Erwarten Maschinen zum Stillstand gebracht und es dauerte eine halbe Stunde, Aber die Frau hatte einen Einfall. Nachdem der Meister unter das bis die Ursache der Störung, nämlich die Uebergangsstelle von Kraft Bett getrochen war, öffnete sie, anscheinend harmlos, ihrem Manne, Freitags abends von 72 bis 8½ 1hr abgehalten. Die juristische Sprechstunde wird Dienstags, Donnerstags und auf Licht an den Leitungsschienen gefunden war. Später ließ man begann dann aber bald über heftige Seitenstiche und andere auch noch die Dynamos leer laufen, um festzustellen, daß die Ma- Leiden zu klagen und bat schließlich den eben Heimgekehrten, Donnerstag. J. N., Hochstr. 33. Im Jahre 1874 fiel der 15. Januar auf schinen keine Fehler aufwiesen. Jedenfalls find sämmtliche Speise wieder aufzustehen und einmal in die nächste Apotheke 2. Zentral- Kranken- und Begräbnißkaffe für Frauen und Mädchen. punkte, die von der Zentrale in der Rathhausstraße gespeist werden, zu gehen, um ein Linderungsmittel zu holen. Der Anmeldungen nimmt entgegen: C. Heckel, Berlin, Oranienstr. 180 III. in Mitleidenschaft gezogen worden und ist dadurch diese große Be- geängstigte Gattewarf sich schnell wieder in die Kleidung K., Mülheim. Der Artikel konnte wegen Raummangels nicht vertriebsstörung entstanden. nsnin und eilte hinaus. Während öffentlicht werden. er dem Apotheker sein AnTrübselig sah es gestern infolge der schlechten Witterung auf liegen vortrug, verschwand der Hausfreund schleunigst aus der dem Weihnachtsmarkte aus. Viele Verkäufer machten ihre Buden Wohnung. Als nun der Musiker zum Bezahlen der Arznei das den Tag über gar nicht auf. Einigen riß der Sturm die Plandecken Portemonnaie zog, war er nicht wenig überrascht, darin 200 m. weg. Am meisten flagen die Leute über schlechte Geschäfte in zu finden, zugleich aber auch eine Visitenkarte seines Nachbarn, des der Gneisenaustraße, wo der Weihnachtsmarkt zum ersten Male ab- Schlächtermeisters. Sein Staunen wuchs aber noch, als er mun gehalten wird. entdeckte, daß auch die Beinkleider, die er in der Eile angezogen Ueber eine bodenlos gemeine That wird berichtet: Am hatte, nicht seine eigenen waren. Die Ursache der plötzlichen ErMorigplay standen in der vorlegten Nacht eine Reihe von Droschken. frankung seiner Frau wurde ihm nun flar. Er ging nach Hause, Swinemde. Die Kutscher hatten sich des schlechten Wetters wegen in eine nahe- verabreichte der Patientin ein weniger sanftes Mittel, als das aus Samburg gelegene Wirthschaft begeben, nur der erste in der Reihe say, tief in der Apotheke mitgebrachte, und eilte dann trotz der Mitternachts- Biesbaden 756 N Ben Mantel gehüllt, auf dem Bock und wartete auf einen Fahrgast. stunde zum Nachbarn, den er aus der Wohnung lockte und dann Als sich ein solcher einfand und er den nächstfolgenden Kollegen aus arg verprügelte, so daß ein Schußmann die Kämpfenden zur Wache der Gastwirthschaft herausrief, machte dieser eine unliebsame Ent- brachte. Zivei Scheidungsklagen bilden das Nachspiel.d deckung. Seinem Pferde waren bis auf einige Borsten sämmtliche Der Aufschwung der Acetylen- Industrie giebt sich auch da Er mun und 3675. Derlammlungen. Arbeiter Bildungsschule. Freitag: Nationalötonomie loginn der Vorlesungen pünktlich um 9 Uhr abends. Berliner Unterstützungs- und Begräbniß- Verein für Bahlabend bei Mehrwald, Alte Jakobstr. 54/55. Frauen und gegr. 1892. Jeden Freitag, abends 7 Uhr, daselbst aufgenommen. Neue Mitglieder werden den Grund zu der Störung gegeben hatte, wurden sämmtliche schon um 111/2 Uhr abends nach Hause tam, war guter Rath theuer.l Briefkasten der Redaktion. Witterungsübersicht vom 15. Dezember 1898, morgens 8 1hr. Stationen Berlin Barometer stand mm Winds richtung Windstärte 7543 Wetter Temp. n. C. 5° 4° R. Stationen Barometer stand mm Windrichtung Windstärke Wetter Temp. 1. C. SALE 5° 6.= 4° R. 3 wollig-21 1Schnee-15 770 NW 1hlb. bed. 762 NNM 765 NNW 2 Dunst 6h1b.bed. 7. 4 10 Droschken entlang und fand die übrigen Pferde, feie Reihe der durch zu erkennen, daß bereits ein„ Kalender für Acetylenifer" und ziemlich frischen nordwestlichen Winden. 742 WSW 6 Regen 4 Haparanda 756 9 749 NNW 8 bedeckt 5 Petersburg 745 747 NNW 5 Regen 5 Cort 45lb. bed. 7 Aberdeen München 758 AG 8 bedeckt 5 Paris Wien 6 bedeckt Wetter Prognose für Freitag, den 16. Dezember 1898. Etwas fälter, theils heiter, theils woltig mit geringen Niederschlägen an Zahl, ist. vom Ingenieur Schäffer Berliner Wetterbureau. Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin. Br. 294. 15. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Freitag, 16. Dezember 1898. Der Heilbronner Wahl- Krawall vor dem Schwurgericht. 118 Er δα Herr Hegelmaier nun war im Lokal, wo seine Wähler versammelt lustig zu erklären, weil die Behörden der Meinung seien, waren und hat da beim Botal seinen Sieg gehegelmaier sei ein Parteimann", der sich mit wahrer Wuth feiert.. Gr iſt da in die Erregung gekommen, bie fich auf ſeine Gegner fütürze. Wenn Sie das berückſichtigen, ſo tritt damit Die Verhandlungen des fünften Tages endeten, wie wir gestern jeden Siegers im Wahlkampfe bemächtigen soll.( Heiterkeit.) das Handeln der Menge in eine ganz andere Beleuchtung. Ich ers schon melden konnten, bekanntlich mit einer deutlichen Verurtheilung Eine Schaar Bürger hinter sich ist Herr Hegelmaier auf den innere daran, daß die Heilbronner Gemeindevertreter, die die Leute Hegelmaier's. Von den neun Angeklagten der ersten Gruppe wurde Marktplatz geeilt, einem Stometen gleich mit seinem Schweif dahinter. aller Parteirichtungen umfassen, Herrn Hegelmaier, als er vor der Ankeiner im Sinne der Anklage schuldig befunden, einzig der berühmte( Große Heiterkeit.) Und nun hat er Bürger der Stadt herbeigerufen, nahme der Kandidatur stand, gebeten haben, nicht zu kandidiren, da sonst grobe Unfug- Paragraph konnte bei sechs Personen herhalten, die freiwillige Feuerwehr alarmirt unter der falschen Vor der mit Mühe hergestellte Friede in Heilbronn stark gefährdet sei. während drei völlig freigesprochen wurden. spiegelung, es sei ein Brand ausgebrochen. Es ist wahrhaft hellseherisch waren die Väter dieser Stadt damals, wie Schon das Plaidoyer des Oberstaatsanwalts Löbel auf die Menge gesprigt worden, die nicht das Bewußtsein einer hat sich diese Prophezeiung erfüllt. flang recht matt und kam an vielen Stellen eher einer Entschuldigung strafbaren Handlung haben konnte, da sie noch nicht einmal zum Oberstaatsanwalt Lödel brachte auf diese Ausführungen eine des Hegelmaier als einer Verdammung der Angeklagten nahe. Der Verlassen des Plazes aufgefordert war. Das Sprizen mußten die recht peinlich vernommene Erwiderung vor. Es ist wohl eine nicht Oberstaatsanwalt gab zu, daß der Oberbürgermeister gar nicht Betroffenen als Mißhandlung auffassen und sie haben unberechtigte Annahme, daß in Württemberg auch auf Seiten der berechtigt war, Militär zu requiriren, und entschuldigte auf das Werfen mit Wasser mit dem Werfen von Organe des Staates meist noch Gepflogenheiten geltend dessen Eifer damit, daß er auführte, der Regierungsrath Maier habe Steinen geantwortet. Herr Hegelmaier hat über den Kopf sind, die sich mit der heutigen Kultur einigermaßen in Einklang bes nachträglich seine Zustimmung zu der schneidigen Maßregel ge- seines Borgesetzten hinweg Militär reqnirirt und damit finden. Der Oberstaatsanwalt glaubte mun, dem Vertheidiger geben, und es sei auf diese Weise keine Gesetzwidrigkeit auf seiten wieder seine große Voreiligkeit bewiesen. Ohne sein Auf- folgendes erwidern zu müssen: Können denn die Leute, die naß des Hegelmaier vorgekommen. treten häre es gewiß nicht zu dem Krawall gekommen, denn wurden, nicht Gott danken, daß fie nur naß geworden In den Plaidoyers der Vertheidiger fiel auf, daß Herr der Nachweis, daß es sich um ein Komplott Handelte, ist nicht nur sind und nicht blaue Bohnen in Rechtsanwalt Breitling die merkwürdige Behauptung aufstellte, daß nicht geführt worden, das gerade Gegentheil ist erwiesen. bekommen haben? Wo anders hätte man vielleicht die Angeklagten von auswärtigen Verführern auf Herr Hegelmaier ist als Parteimann aufgetreten, das ist der gleich geschossen, ich verweise nur auf den in der Presse auch gereizt worden seien, wo doch selbst der Oberstaatsanwalt hatte Kernpunkt; der Oberstaatsanwalt führte die Erschütterung des vielfach besprochenen Erlaß eines preußischen Ministers. zugeben müssen, daß für die Annahme eines Komplotts 2c. feinerlei Autoritätsglaubens an. Herr Hegelmaier hat die Autorität Wir glauben, daß bis auf wenige Ausnahmen die gesammten Beweis vorliege. Auf der Höhe stand die Vertheidigungsrede des nicht allzu sehr geftüßt. Ich entsime mich, daß vor einigen Jahren Organe der öffentlichen Meinung in Württemberg dagegen auftreten Rechtsanwalts Konrad Haußmann. Er charakterisite ein anderer Staatsanwalt auch im Auftrage der Regierung gegen werden, daß dort mit preußischen Gepflogenheiten ge das Auftreten des Oberbürgermeisters folgendermaßen: Herrn Hegelmaier beantragte, ihn seines Amtes für ver droht wird! Für den Juhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, 16. Dezember. Opernhaus. Fidelio. Anfang 7/2 Uhr. Schauspielhaus. Doktor Klaus. Anfang 72 Uhr. Deutsches. Fuhrniann Henschel. An: fang 72 Uhr. Berliner. Das tapfere Schneiderlein. Anfang 7/2 Uhr. Lejjing. Le Maitre de Forges. Anfang 72 Uhr. Nefidenz. Mamfelle Tourbillon. Urania Taubenstrasse 48/49. Im Theater: Die Urzeit des Menschen. Im Hörsaal: Herr Baron von Reden- Franzburg: Reisebilder aus Deutsch- Ost- Afrika. Invalidenstr. 57/62: Tägl. Sternwarte. Vorher: Der Küchenjunge. in Passage- Panopticum. fang 72 Uhr. Neues. Hofgunst. Anfang 72 Uhr. Schiller. Ehrliche Arbeit. 8 Uhr. Anfang Westen. Die Regimentstochter. Hier: auf: Ballet: Divertissement. Anfang 72 Uhr. Thalia. S uhr Der Eva Apfel. Anfang Metropol Die Blumen: Mary. Hierauf: Die Sünden der Frauen. Anfang 72 Uhr. Central. Die Geisha. Anf. 71/2 Uhr. Luisen. Fröhliche Weihnacht! An fang 8 Uhr. Belle Alliance. Der Muth zur Wahrheit. Anfang 8 Uhr. Oftend. Dutel Jonas. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Chlodosinda. Anfang 8 Uhr. Alexanderplatz. Rothfäppchen und der Wolf. Anfang 8 Uhr. Parodie. Tugend. Anfang 8 Uhr. Urania. Taubenstraße 48-49. Naturkundliche Ausstellung. Täglich geöffnet von 10 Uhr vor mittags ab. Eintritt 50 f. Abends 8 11hr: Abwechselungsweise Die Urzeit des Menschen" und„ Quer durch Desterreich". Juvalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 1hr: Stern warte, Operntelephon. Apollo. Spezialitäten- Vorstellung. Anfang 72 Uhr. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Feen Palast. Spezialitäten Vorstellung. Passage Panoptikum. Speziali taten Vorstellung. Schiller- Theater ( Wallner Theater). Freitag 8 Uhr: Ehrliche Arbeit. Sonnabend 8 Uhr: Ehrliche Arbeit. Sonntag Nach m. 3 Uhr: Wallenstein's Tod. Sonntag Abend 8 Uhr: Manerblühen. Metropol- Theater. Behrenstr. 55/57. Dir. Rich. Schultz, Bum 29. Male: Geöffnet von 9 Uhr früh bis 10 Uhr abends. Von 6 bis 10 Uhr: Théâtre variété. Um 8 Uhr: Das Flammenweib. Um 9 Uhr: Der VerwandlungsSchauspieler Ugo Paladini. Castan's 園 Panopticum. Die SIOUXINDIANER sind da! Central Thrafer Direktion: José Ferenczy. Die Geisha Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Heute, Freitag, abends 8 1hr, bei Cohn, Beuthstraße 20-21: Sitzung der Ortsverwaltung. Das Bergnügungskomitee wird ersucht, eine Stunde früher zu erfcheinen. 276/6 Bur Beachtung! Auf den Zahlstellen wird Sonnabend vor Weihnachten( Heiligabend) und Sylvester nicht kassirt. Also morgen, Sonnabend, der letzte Zahltag vor Neujahr. Dienstag, den 27. Dezember( 3. Weihnachtsfeiertag), bei Keller, Koppenstrasse 29: Gr. Weihnachtsfeier, verbunden mit Geschenkverloosung. CONCERT unter Mitwirkung des Gesangvereins ,, Sanges- Echo!" Auftreten der Geſellſchaft Strzelewicz. *** Großer Ball.*** Anfang nachmittags 4 Uhr. Entree: Herren 50, Damen 30 Pf. Tanz frei. Jedes Kind erhält ein Geschenk gratis. Die Kollegen werden ersucht, sich rechtzeitig mit Billets zu versehen, dieselben sind auf allen Zahlstellen und auf dem Bureau Annenstraße 39 zu haben. Oranien- Hallen Am Moritzplatz. Oranienstr. 51. Am Moritzplatz. 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Operette in 3 Akten v. Sidney Jones. Morgen und die folgenden Tage: Die Geisha. Sonntag, 18. Dezember, nachm. 3 Uhr, zu halben Preisen: Der Obersteiger. Operette in 3 Aften von Carl Zeller. Thalia- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Gastspiel Helmerding. Der Eva- Apfel. Boffe in 3 Aufzügen von B. Jacobson. In freier Umarbeitung des Stückes " La Culotte" von Sylvane u. Artus. Anfang 7 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Ostend- Garl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Onkel Jonas. Karlstr.( Circus Renz) Karlstr. Abends 8 Uhr: Zum 88. Male: Carmencita im Welt- Restaurant Dresdener: Straße 97. Dir.: A. Kolig. Art. Beiter: A. Runge Täglich: Gr. Theater: n. SpezialitätenNovität! Vorstellung. Novität! Der Oberförster. Lebensbild mit Gefang von O. Richter. Mene Tekel. 5 Sisters Lorrison 3 Gene gefektur Erden. Jeden Mittwoch, Sonnabend und Sonntag Nachmittag 312 Uhr: Dornröschen. Halbe Preise. 1 Kind frei. Circus Renz- Riesen- Tunnel. Direktion: J. M. Hütt. Täglich: Grosses Konzert der Hauskapelle unter Leitung des Musikdirektors Herrn Otto Görner und Extra Spezialitäten- Vorstellung unter Regie des beliebten Humoristen Gustav Kluck. Das vorzügl. nene Weihnachts. Programm. Ernst und Scherz. Auf. Wochent. 61/2 Uhr, Sonnt. 5 Uhr. Die Blumen- Mary Boltsfind mit Gefang in 5 Atten von Entree Bochent. 10 Bf., Sonnt. 30 Bf. Operette in 3 Aften von C. Weinberger. Sierauf( um 10 Uhr): Die Sünden der Frauen. Großes Ballet Divertissement. Morgen und folgende Tage: Die felbe Vorstellung. Am 1., 2. u. 3. Weihnachtsfeiertag, nachi 3 Uhr: Großes Militär: Promenaden- Konzert. Oskar Klein. Musit von Alb. Wiecher. Anfang 8 Uhr. Borzugsbillets haben Giltigkeit. Jm Tunnel von 7 Uhr an Frei Konzert. Sonnabend: Don Carlos. Sonntag: Die Grille. Mähr's Theater Oranienstr. 24. Täglich bereitung: Der Brandstifter. Sen Spezialitäten- und Theater fationelles Ausstattungsstück mit Ge fang und Tanz in 12 Bildern von G. Otontowsky. Musik von L. Fall. Luisen- Theater Feen- Palast34. Reichenbergerstraße 34. Abends 8 Uhr: Fröhliche Weihnacht! Weihnachtsstück mit Mufit in 5 Bildern, frei nach Charles Dicken's Christmas Carol" von 2. Ottomeyer. Mujit von Fris Krause. Sonnabend: Fröhliche Weihnacht. Sonntag, nachut. 3 Uhr: Bolts- Vorstellung zu fleinen Preisen: Sean oder Genie n. Leidenschaft Abends 8 Ubr: Fröhliche Weihnacht. Cigarren- Geschäft b. Fritz Barth, Mariendorferstr.17, im Hause der Solms- Apotheke, empfiehlt sich zu Weihnachtseinkäufen. Theater Burgstr. 22. Burgstr. 22. Sonntag, den 18. Dezember: Letzte Vorstellung vor Weihnachten. Auftreten des gesammten Künstler Personals = in den besten Glanznummern. Um 812 Uhr: Rich. Winkler und Wilh. Fröbel in den aftuellen Boltsstück Das Blumenmädchen vom Hacke'schen Markt. Anfang 7/2, Sonntags 6 Uhr. Vorverkauf Vorm. 11-1 Uhr. Amor! Burleske mit Gesang und Tanz. Brothers Alexander. Hulda Lucas. Grete Gajtani 2c. Anfang an den Wochentagen 8 Uhr. Sonntags 6 Uhr. Bons haben Wochentags Giltigkeit. Concerthaus. Leipzigerstr.No.48. Täglich: Hoffmann's Quartett und Humoristen. Landwehrmanns Weihnacht und Jacques Offenbach's Operette Intel Tulipatan Vereinsbillets Wochentags giltig. Weihnachtsbäume, Stüd 50-60 Pf. Brunnenstr. 9.[ 29586 Henry Bender Erna Koschel La Foy u. S. W. u. s. W. Kasseneröffnung 62 Uhr, Anfang der Vorstellung 712 Uhr. W. Noack's Theater Brunnenstr. 16. Ein Traum in der Christnacht Heute Freitag, den 16. Dezember: oder: Der Müller und sein Kind. Boltsschauſpiel in 5 Akten v. Raupach. Reichshallen. Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl, Schneider und Schrader.) Zum Schluß: Pepita vor Gericht. Ensemble von Meysel. Anfang 8 Uhr. Entree: Parquet durchweg 50 Pf. ( Vorverkauf 40 Pf.) Num. Balkon 75 Pf. Balfon Loge 1,- Mark. Orchester- Loge 1,50 M. FremdenLoge 2 M. Tageskaffe 11-1 Uhr. Friede Weihnachtsbild mit Gesang. Neu! Hochkomisch! Neu! Paul Uding als Rekrut Schnase. CIRCUS BUSCH Freitag, den 16. Dezember, abends 72 Uhr: Humorist. Vorstellung. PERSIEN. Gr. Manege Schaustück in 5 Aften, inscenirt vom Dir. Paul Busch. Besonders hervorzuheben: Ritt des Neu! Otto Richter, Neu! Prinzen Mirza Schaffy über die hundert der dicke Liebling der Berliner. Moabiter Gesellschaftshaus, Außerdem: Fuss hohe Burgmauer. Amateur- Konkurrenz- Reiten. Wer dreis mal stehend zu Pferde die Manege umreitet, erhält eine Prämie von 50 M. Lord und Sohn, höchst komisch. Inters mezzo. Gigerl- Clown Alfred Daniels als Mimiker. Clown Oskar Lee mit seinen dress. Thieren. Auftreten der Empfehle meinen neuen Saal, 1500 Akrobaten- Truppe Manzoni. Auftreten Pers. faff, zu Versammlungen u. Bäll. des berühmten Schulreiters BurkhardtAlt- Moabit 80-81. Sonntags: Großer Ball. 2782* C. Peters. Alcazar- Theater Dresdenerstr.52/ 53.City- Passage. Direktion: Richard Winkler. Neu! Neu! Neu! Seemannsglück. Liederspiel in 1 Aufzug. Tert und Musik von Oskar Victor- Roeder. 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Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme bei dem Dahinscheiden meines geliebten Mannes,[ 29606 des Zigarrenmachers Eduard Müllerstädt, insbesondere dem Gesangv.„ Deutsche Linde" und dem Gesangv. Glück zu" fagen wir unseren herzlichen Dank. Henriette Müllerstädt n. Kindern. Referent: Genoffe G. Kessler.- 3. Distuffton.- 4 Verschiedenes. Orts- Krankenkasse Pünktliches und vollzähliges Erscheinen der Mitglieder erwartet Der Vorstand. der Bauarbeiter Berlins V. Drechsler Gruppe Rabigspanner und Träger. Sonntag, den 18. Dezember, vorm. 10% Uhr, Buckowerstr. 9: nahme, daß an den Sonnabend Mitglieder- Versammlung. Die Tagesordnnng wird in der Versammlung bekannt gemacht. 29596 Der Vorstand. Tischler- Verein. u. verw. Gewerbe. Den Mitgliedern zur geft. Kenntniß Abenden bor den Festtagen das Kaffenlokal geschlossen bleibt, das gegen ist an diesen Sonnabenden das Stassenlokal bis 2 Uhr mittags geöffnet. 29636 Der Vorstand. P. Rückert, Vorsigender. Auktion Sonnabend, den 17. Dezember, abends 8%, Uhr. Melchiorstr. 15: von Kanarienhähnen durch General- Versammlung Tages Ordnung: 199/10 Wahl des gesammten Vorstandes für das Jahr 1899. Der Vorstand. Verband der Sattler und Tapezirer. Sonnabend, den 17. Dezember, abends 9 Uhr, im ,, Englischen Garten", Alexanderstrasse 27c: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Stellungnahme zur Bezirkskonferenz. 2. Ver: schiedenes. Der Vorstand. [ 157/11] den Verein ,, Canaria" im Ausstellungslokal Niederwallstr. 11 am Sonnabend, den 17. Dezember cr., von 6 Uhr abends ab. Steppd., Waffeld., Portieren, Betten, Sard, Waſche, Remont Uhren Winterpaletots age, Regulat, , Operngl. Teppiche verkauft spottbillig[ 40/ 6* Pfandleihe Neanderstraße 6. Achtung![ 552* Berolina- Feſtſäle, Schönhauſer Allee 28, Geke Wörtherstr. Vereine. Inhaber: Gustav Brochnow. Ecke Große und kleine Säle für Vereine und Versammlungen. Vereins- Zimmer. 2 Kegelbahnen noch zu vergeben. Das 429L* TeppichEngros- Haus Hermann Bursch Königstr. 50 kein Laden I. 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