Nr. 297 Abonnements- Bedingungen: Abonnements-Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags Nummer mit illuftrirter Sonntags Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- BeitungsPreisliste für 1898 unter Mr. 7576. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich aufer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 15. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Soloneis zeile oder deren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Versammlungs- Anzeigen, sowie Arbeitsmartt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Bmt I, Mr. 1508. Zelegramm Adresse: ., Bozialdemokrat Berlin". Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. ,, Auf der Saujagd!" Dienstag, den 20. Dezember 1898. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. ins Gesicht schlägt und die Wahrheit auf den Kopf stellt, indem war, leistet jett Widerstand. Aber Herr v. Senden- Bibran ist er den Worten truzig das Gegentheil ihres Sinns unter- plöglich frant geworden und hat zur Pflege seiner Das treffendste Wort, das tödtlichste Mort, das in der legt er hat nicht die Manieren des rohen Korpsburschen, Gesundheit einen Urlaub( zur Nimmerwiederkehr) biertägigen Budgetdebatte des Reichstags ertönt ist, wurde der, wenn er einen Schwachen vergewaltigt, von ihm noch bis zum 1. April des nächsten Jahres erhalten. Einen nicht von einem der Redner gesprochen, sondern von dem als sein Beschützer anerkannt sein will. Er ist kein Fürst Bismard, folchen Urlaub erhielt seinerzeit Herr Hollmann, als Reichstage selbst, wenn auch nicht in seiner Gesammtheit, doch der es für den Gipfel der Wahlfreiheit erklärt, wenn jeder Wähler er die uferlosen Flottenpläne" nicht befürworten wollte. in seiner entschiedenen Mehrheit. Als Bebel am Donnerstag durch einen Polizisten zur Wahlurne geschleppt und vor Ver- Die Ableugner der Wahrheit behaupten jetzt, um dem feststellte, daß der Reichstanzler, der einzige Mann im führung durch Fortschrittler oder Sozialdemokraten beschützt Publikum Sand in die Augen zu streuen, das neue Deutschen Reich, der dem deutschen Volk und der deutschen wird. Dieser junterlich brutale Zynismus ist dem Grafen Flottenbild des Kaisers sei ein gedrucktes Bild Voltsvertretung für das Thun der Regierung und nach Posadowsky fern. Er ist ein Mann von feinen Manieren, vom August dieses Jahres. Aber das Druckbild ist nach Posadowsky's Erklärung auch für das Thun des Kaifers und er glaubt was er fagt. Das gerade ist aber das Er einem Original des Kaisers gemacht. Und im berantwortlich ist, nicht an seinem Plaz war und bei dem schreckende. August hatte der Kaiser schon den neuen Flottenplan. Statt Gericht, das über die Regierung gehalten ward, durch Abzu entkräften, bestätigt dieses Dementi die Richtigkeit der wesenheit glänzte, da wogte und murrte und brauste es im Nachricht, daß uns eine neue Flottenvermehrung „ Haus". in großem Maßstabe bevorsteht und zwar schon vor Ablauf der Frist des in Kraft be. findlichen Flottenplans. " Auf der Jagd! Auf der Saujagd!" scholl es aus dem Reichstag ein Ruf, zehn Rufe, hundert Rufe! erst leise, dann anschwellend, bis sich mit Elementarkraft der ganze Grimm, die ganze Empörung in dem Zornesruf Luft machte: Auf der Saujagd! " S Ein hervorragendes Mitglied der Regierung, das allen Ernstes das Deutsche Reich im deutschen Reichstage für einen freien Staat mit den denkbar besten Rechtsgarantien" hält! Wir reiben uns die Augen. Hätte Herr v. Posadowsky von dem Regierungsplatz verkündigt, die Sonne drehe sich um die Erde und alles Schlimme auf Erden komme von Heren und Hererichen, die man verbrennen müsse er hätte fein ge ringeres Verständniß für die offenbarsten Wahrheiten und Thatsachen bekundet. Dieser Ruf war der erste Ausbruch ursprünglicher Leidenschaft in diesem neuen Reichstag der erste lebendige Deutschland ein freies Land und die Oeynhauser Rede Beweis, daß der politische Nerv noch nicht todt ist in den des Kaisers allein hat uns einige hundert MajestätsErwählten des Voltes daß sie die Tiefe der Nichtachtung, beleidigungs- Prozesse gebracht, und die Palästinareise nicht bis zu welcher der„ Areopag der deutschen Nation" sich hat weniger. Deutschland ein freies Land! Und das Zuchthausherabdrücken lassen, zu fühlen, zu ermessen anfangen. gefes im Anzug. Und nicht einmal im Reichstag, dem Asyl Eine Budgetberathung ohne verantwortliche Regierung für das obdachlose Wort, wird es als Pflicht anerkannt, auf das ist in einem konstitutionellen Staate noch nicht vor die Quellen der Regierungs- Anarchie und der wirren gekommen, etwas Undenkbares. Der deutsche Konstitutio- Bidzad- Politik hinzuweisen. Deutschland ein freies Land! nalismus gehört dazu, das Schauspiel zu ermöglichen. In jedem und keine unserer Zeitungen darf wagen, auszusprechen, was anderen Lande unmöglich, ist es in Deutschland Wirklichkeit die ungeheure Mehrheit des Volkes über die Zustände denkt, - typische Wirklichkeit das getreue, wahre Bild unserer und keine unserer Zeitungen darf wagen, abzudrucken, was politischen Zustände. die Presse des Auslandes über Deutschland schreibt. Dieses Bild Bild von Sais, würde vielleicht na ch Bekannten Mustern Herr v. Posadowsky fagen- diefes Saisbild des deutschen Konstitutionalismus, das dessen innerstes Wesen, dessen modernde Fäulniß unter gleißender Schaale enthüllt dieses entschleierte Saisbild ist die unschäßbare Er rungenschaft der letzten Budgetdebatte, die sonst durch ihre Nichtigkeit, durch ihren Ausblick in das Chaos, in das Chaos nicht schöpferischer Kräfte sondern der Impotenz, in das öde blöde Nichts auch die Hoffnungsvollsten niedergebeugt hätte. Eine solche Budgetdebatte! Und Rechtsgarantien! Stann nicht jeder deutsche Staatsbürger jeden Augenblick auf der Straße und in seiner Wohnung verhaftet werden? Kann ihm nicht jeden Augenblick feine Wohnung durchsucht, jeder Brief geöffnet, jedes Schloß gesprengt werden sobald nur vorher ganz unbedeutende Formalien erfüllt worden. Wähler Deutschlands, seid auf der Wacht! Man will Eure Aufmerksamkeit einschläferu! Seid auf der Wacht! Und bewacht namentlich Eure Abgeordneten, daß sie sich nicht umgarnen lassen und Eure Interessen nicht verrathen! Der Franff. 8tg." wird aus Berlin gemeldet: " Man muß es bei ruhiger Erwägung allerdings für aus geschlossen halten, daß vor Ablauf der Dauer des jetzigen Flottengesezes, das die Werften vollauf beschäftigt, noch ein neuer und natürlich erweiterter Plan auftauche. Das ist aus verschiedenen Gründen nicht denkbar und es müßten dem auch vorher einige der Personen, die die Verantwortung für das legte Flottengesetz übernommen haben, ihre Stellen räumen. Ebenso sicher aber ist, daß nach Ablauf des jezigen Flottengefeßes Forderungen für eine weitere Vermehrung fommen werden. Für diese Stimmung zu machen, ist ja die Aufgabe der Flottenvereine und der von diesen und von anderen Freunden der Marine in ungewöhnlicher Ausdehnung und mit großem Geschick betriebenen Werbung. Es ist seit langer Zeit für feine Jdee eine so umfangreiche und planvolle Propaganda in der Presse, in Broschüren und, was nicht zu unterschäzen ist, in Familienblättern, in illustrirten Journalen und in der ers zählenden Literatur gemacht worden, wie für die Parole, daß Deutschlands Zukunft auf dem Wasser liege. Die Wirksamkeit der Propaganda wird wesentlich auch davon abhängen, ob unsere gesammte Politit, namentlich auch die Handelspolitik, in wohlverstandener Uebereinstimmung mit dieser Parole geleitet wird." Die Freisinnige Zeitung" schreibt: " Von neuen Flottenplänen soll an maßgebender Stelle nach der Nordd. Allgem. 3tg." nichts bekannt sein. Das Reich 3= Marineamt aber hat auf eine Petition der städtischen Körperschaften in Pillau um Errichtung einer Torpedoboots- Station geantwortet, der Pillauer Hafen genüge als Stützpunkt für Torpedoboote allen Anforderungen; der beste Schutz unserer Ausbau" unserer Flotte heimischen Küste werde durch den gewährleistet. Das klingt nicht, als ob das Reichs- Marineamt an neue Flottenpläne nicht dächte." " Genug.Deutschland ist der freieste Staat und hat die besten Rechtsgarantien"! Das ist's, was ein deutscher Minister dem deutschen Reichstag über die Zustände in Deutschland zu sagen hat. Ebenso gut einem zum Hungerto de Verurtheilten vorreden, daß die Schmerzen in seinen Eingeweiden von einem Deutschland in Mitten einer Krise, die über unsere Zukunft lukullischen Mahl herrühren, mit dem er sich den Magen verauf Jahrzehnte hinaus entscheidet. Die Wogen ringsum dorben. an das Schiff schlagend, brandend, der Sturm entfesselt, Das reicht beinahe an die Saujagd. Klippen ringsumt und kein Mann am Steuer! Und ein anderer Minister hat gesprochen, sogar viel Ein Drängen am Steuer, ein Hin- und Herhuschen gesprochen, und schön gesprochen Herr v. Bülow, der und von Männern, deren Gesicht man nicht sieht, schatten- neue Sekretär des Auswärtigen. Er sollte sprechen über hafte Hände ums Steuer fämpfend, bald es fassend, das Verhältniß Deutschlands zu Rußland, über das Verhältniß bald verschwindend, die Männer, welche die Regierung Deutschlands zu England und zu Frankreich über die barbabilden nach dem Buchstaben der Verfassung-, unsichtbar, rischen Ausweisungen und das durch sie getrübte Einvernehmen unsichtbar und unmerkbar vor allem der Mann, der einzig mit anderen Staaten, über die lächerliche und gefährliche berantwortlich ist für die Regierung des Reiches. Am Rolle, die wir in Riautschou spielen, dm Ein Denunziantenerfolg. Er sprach Steuer fein Mann. Kein Mann, der dem deutschen Volfe von allen möglichen und unmöglichen Dingen, er spreizte Die" Post" und gefinnungsverwandte Blätter hatten die verantwortlich ist und der deutschen Volksvertretung. Und sich behaglich im Klang der sonoren Phrasen, die ihm aus freimüthige Kritit, die Professor Delbrück an der neuesten ein Drängen und Balgen um das Steuer. Jetzt ein Ruck dem Mund flossen, wie Wasser aus einemt aufgedrehten Hahn, Ausweisungspolitik geübt, nicht mit Widerlegung, sondern mit rechts- wieder ein Rud- links. Zickzackkurs- und Zickzack- und er sagte nichts. Stein Aufschluß! Auf teine Frage Denunziationen beantwortet. Das Organ des Herrn kurs in brandender See, im Sturm und zwischen Klippen. eine Antwort! Allgemeine Redensarten, Kannegießereien von b. Stumm betrachtet es ja als seine vorzüglichste Aufgabe, In diesem Moment keine Regierung im Reichstag nicht höherem Niveau als des ersten besten Berliner Weißbier- die Wahrheit unschädlich zu machen, und, da dies niemals geder verantwortliche Reichskanzler auf der Saujagd! philisters. lingt, die Menschen aus dem Wege zu räumen, die von der Eine solche Budgetdebatte! Vier Lage hat sie gedauert. Auch der Herr Kriegsminister v. Goßler hat gesprochen. Propaganda ehrlicher Ueberzeugung nicht zu lassen vermögen. Und in drei Tagen von diesen vier, in denen es sich um Er sagte uns, daß ein gewisser Erlaß nicht bestehe, worüber Es versteht sich, daß die zarten Anregungen eines Organs des Frhrn. die Ehre, um die Sicherheit des Staates handelte, hat der wir noch sprechen werden. Und er sagte uns etwas, b. Stumm nicht ungehört verhallen. Und so bringt denn der ,, ReichsReichskanzler, der einzige dem Reichstag und dem Lande ver- worüber wir uns allerdings schaudernd gefreut haben. Er Anzeiger" ein ganz ungewöhnlicher Vorgang! folgende antwortliche Vertreter der Reichsregierung, nicht ein Wort sagte uns, daß ein Offizier, der während eines Krawalls, Ankündigung: gesprochen und am vierten Tag ging er auf die statt in die dichte zusammengefeilte Menschenmasse hinein, Saujagd. über die Köpfe der Menge hinweg schießen lasse, sich einer Die Saujagd war ihm also wichtiger als der Reichstag Todsünde schuldig mache gegen den Heiligen Geist des und die Regierung. Oder war es ein Akt der Re- Militarismus, der zwar den Modeparfüm des Christenthums gierung, daß der deutsche Reichskanzler auf die Saujagd führt, aber allem menschlichen Gefühle gegenüber falt und fremd bleibt. ging? Gegen den ordentlichen Professor an der hiesigen Universität Dr. Hans Delbrüd ist wegen seiner Aeußerungen über die Ausweisungen aus Nordschleswig im legten Hefte der„ Preußischen Jahrbücher" auf grund des§ 2 des Gesezes vom 21. Juli 1852 über die Dienstvergehen der nicht richterlichen Beamten das Disziplinarberfahren eingeleitet worden. Zum ersten Male wird in dieser feierlichen Form die Sind nicht im neuen Deutschen Reich, das alle Und dieser Militarismus herrscht in Deutschland. nationalen Jdeale so herrlich erfüllt hat," die Sau- Wir danken Herrn v. Gosler. Daß er uns das mili- Oeffentlichkeit von einem gegen einen Universitätslehrer einjagden große Haupt- und Staatsaktionen, wie bei den alten tärische Bild von Sais gezeigt hat, wie seine Stollegen geleitet en Disziplinarverfahren in Kenntniß gesezt. Es ist ein Germanen vor zweitausend Jahren, oder bei den Griechen Posadowsky und Bülow das politische das soll ihm Bug von symbolischem Tiefsinn, daß das Gesez, auf grund zu Maleager Zeiten vor dreitausend Jahren und mehr? hoch angerechnet sein, und den zum Zielen auf die dessen Herrn Delbrück der Prozeß gemacht wird, just aus ft es wahr, was eine Berliner Zeitung in selbstzerfleischendem unbewaffnete unruhige Menge kommandirenden Offizier jener reaktionären Zeit der Kontre- Revolution stammt, deren Hohn sagt- war die Saujagd für den deutschen Reichskanzler wollen wir, wird das deutsche Volt nicht berunheilvolle Aehnlichkeit mit unseren heutigen Verhältnissen in der That wichtiger, als die Geschäfte des Reichstags? gesien, so wenig wie den Reichstanzler auf der längst aufgefallen ist. Gewiß ist der deutsche Reichstag kann keinen Reichskanzler Saujagd. und keine Regierung stürzen auf der Saujagd aber ist schon ein Reichskanzler und ist schon mancher Minister abgehalftert" worden, um den fachmännischen Ausdruck der Herren Junker zu brauchen. Der Reichskanzler im Reichstag drei Tage kein Wort gesprochen, obgleich die Volksvertretung ihm inhaltsschwerere Fragen vorlegte, als je ein deutscher Reichstag sie vorgelegt hat und am vierten Tag auf der Saujagd! Und die übrigen Minister? Politische Nebersicht. Die Marinevorlage kommt! Berlin, den 19. Dezember. Was Delbrück's zu erwartendes Schicksal anlangt, so be. ginnt die Reihe der Strafen mit einer einfachen Verwarnung und endigt mit der Dienstentlassung ohne Pension. Obwohl Herr Delbrück weder verdächtig ist, einen Meineid geschworen zu haben, noch fälschende Agenten unterhält und begünstigt, auch nicht auf Hintertreppen Politit treibt, Minister stürzt und die Das Dementi der Norddeutschen Allgemeinen" ist in Regierung durch verleumderische Angriffe durcheinander wirbelt, urtheilsfähigen Streisen überall als Bestätigung aufgefaßt so wird das Disziplinarverfahren gegen Herrn Delbrück worden. Die Thatsachen und die Logik der Thatsachen sprechen hoffentlich so glimpflich endigen wie das gegen- Herrn doch zu deutlich. Daß Herr v. Hohenlohe kein neues Flotten- v. Tausch.gesetz will, das bezweifelt niemand. Allein was ist der Reichsfanzler, wenn der Kaiser, der sein eigener Reichskanzler ist, das Gegentheil will? Auch andere Minister treten den Der Spruch der Geschworenen im Heilbronner Krawallneuen Plänen entgegen. Und der Chef des kaiserlichen Prozeß hat überall lebhafte Anerkennung gefunden, nur nicht Graf Posadowsky ist kein zynischer Menschenverächter, Marine tabinets, Sontre- Admiral von Senden bei dem Vorsitzenden des Schwurgerichts. Der Landgerichtsder absichtlich und höhnend dem gesunden Menschenverstand Bibran, der für die vorjährige Flottenvorlage sehr thätig Direktor Willich hielt es nämlich für nöthig, am Sonnabend Sie waren am Platz. Und sie haben auch gesprochen. Bum theil wenigstens. Vornan Graf Posadowsky, der Bizefanzler. Und wie gesprochen. 12 Das gerüffelte Schwurgericht. nach der Urtheilsverkündigung den Geschworenen folgende Zenfur auf die Heimreise mitzugeben: n " werden sollten, veröffentlicht habe. Die Münchener Allgemeine allzu figürlich, als daß der Staatsanwalt einen auf den Mann. Beitung ist im Irrthume. Wir können ihr mittheilen, daß dressirten Paragraphen von der Kette lösen könnte. Da ist es schon Meine Herren Geschworenen! Ihre Arbeitskraft ist in dieser der Antrag ganz besonders durch ihre Veröffentlohnender, die Denunziation einer Majestätsbeleidigung Schwurgerichtsperiode in außerordentlich großem Maße in Anlichungen veranlaßt worden ist. Daß die Etatsstücke, auszuheden. Es wird von einer planmäßigen Heze gegent spruch genommen worden. Sie werden schon aus meiner Urtheilsdie sie widerrechtlich veröffentlichte, Aftenstüde waren, wird sie den Kaiser gesprochen, von einer nichtswürdigen Verdächtigung begründung ersehen haben, daß der Gerichtshof mit Ihren lehten zugeben, und daß sie geheimgehalten werden sollten, dürfte ihr und natürlich auch wieder von politischer Brunnenvergiftung. Wahrsprüchen nicht einverstanden war. Ich bin felbft- aus der Notiz der Nordd. Allg. 8tg." bekannt geworden sein." Alle diese Verbrechen soll der„ Vorwärts" begangen haben, weil er verständlich weit entfernt, Ihnen deshalb den geringsten Nun, wenn man auf dem Gebiete der Nachrichtenverhöferung man denke den Fürsten von Schaumburg- Lippe den Schwager Vorwurf zu machen. Der Gerichtshof ist nicht einen einmal mit eisernem Besen auskehren will, dann kann dies ja für des Kaisers genannt hat. Und in dieser Feststellung eines VerAugenblick im Zweifel, daß Sie in vollem Pflicht gewisse große bürgerliche Journale üble Folgen haben. Die gewandtschaftsverhältnisses soll eine nichtswürdige Verdächtigung liegen! gefühl gehandelt und nach reiflicher Ueberlegung, sowie nach bestem wünschte Gesetzgebung würde diesen viel unangenehmer werden als wir gestehen, daß wir in der Genealogie wenig Bescheid wissen, aber Wiffen und Gewiffen Ihren Wahrspruch abgegeben haben. Die den sozialdemokratischen Zeitungen, die ab und zu einen politischen wenn wir uns auch geirrt haben sollten und dem Kaiser fälschlich Ursache, daß Ihr Wahrspruch den Gerichtshof nicht befriedigt Geheimerlaß veröffentlicht haben. einen Berwandten zugeschrieben haben, so ist das doch nicht bes hat, liegt an dem bestehenden Gesetz, das derartige umfangreiche Anklagen, die fich auf Störung der öffentlichen Ordnung beziehen, schreibt:„ Bor furzer Zeit begegnet ein Ginjährig- Freiwilliger dem unbekannten Genealogie, nicht auf dem des Strafrechts liegen. ir Vom Kriegsschauplate. Die Lippe'sche Wolfsztg." vom Freitag leidigend. Jedenfalls muß die Beleidigung auf dem Gebiete der uns vor die Schwurgerichte verweist. Es wird dadurch dem nicht gefeges- Flügel adjutanten von malacowsti auf der Straße. haben also möglicherweise der„ Post“ Unrecht gethaut, wenn wir fie kundigen Manne zuviel zugemuthet, zumal wenn es sich bei solch Der Einjährige grüßt nicht. Major von Malachowski rufi in diesem Fall einer kriminalistischen Denunziation für umfangreichen Auflagen auch noch um politische Ausschreitungen den betreffenden zu sich und auf die Frage, warum er nicht sein Redaktion des Hoffalenders, was für ungebildete Sterle am„ Borog von eit schuldig befunden haben: es war mir eine Denunciation Bore handelt. Ich gebe mich der Hoffnung hin, daß der Sonneur mache, erhält der Major die Antwort: Er hätte nicht wärts" schreiben. artige Auflagen in Heilbronn nicht mehr vor nothwendig, der Hansuniform" des Graf- Regenten Sonneur zu er tommen werden, ganz besonders aber, daß solche Vorgänge weisen. v. Malachowski wurde 1897 als föniglich preußischer nicht mehr das hiesige Schwurgericht beschäftigen werden. Ich Major pensionirt, weil er sich des in einer Gesellschaft angegriffenen glücklich gelungen, den genialften Karikaturisten, über den DeutschHumor als Verbrechen. Einem fächsischen Gericht ist es schließe nun die Sawurgerichts- Sigungsperiode und wünsche Rebatteurs Dr. Max Quentin angenommen hatte. Er wurde dann land gegenwärtig verfügt, den Zeichner des Simplicissimus" Ihnen im Namen des Gerichtshofes glückliche und gesunde Rück von dem Graf- Regenten zum Flügeladjutanten ernannt, auf grund Theodor Thomas Heine, ins Gefängniß zu schicken. Der tehr in Ihre Heimath und zu Ihren Geschäften."" Ich danke des dem Fürsten nach der Militärkonvention zustehenden Rechts, Brozeß in Sachen des Simpliciffimus" begann Montag vor bestens, Herr Präsident," ertönt es von der Geschworenenbank. Montego Die Hoffnung, daß derartige Anklagen in Heilbronn nicht Flügeladjutanten zu ernennen und deren Uniform zu bestimmen. der zweiten Straffammer des königlichen Landgerichts en Straffam Simpliciffimus mehr vorkommen möchten, theilen wir. Nur hätte der Land- fich der württembergische Minister des Junern Herr von Bisch et bruderei- Befizer esse und Beder. Ueber die Sonderbesteuerung der Waarenhäuser äußerte Leipzig. Angeklagt find der Zeichner Seine und die Buchgerichtsdirektor Herr Willich diesen Wunsch an die Instanzen in einer der letzten Sizungen der Abgeordnetentammer folgender staatsanwalts wurde die Oeffentlichkeit für die ganze Dauer richten sollen, die die Macht haben, ihn zu erfüllen: an die maßen: dinspo and pigun und Becker. Auf Antrag des Obernude ble Staatsanwaltschaft und die gerichtliche Beschlußkammer. Daraus allein, daß ein Geschäft eine Reihe widersprechender der Berhandlungen ausgeschlossen. Waarenartikel führt, wird ein Kriterium für eine besonders hohe Be- Der Oberstaatsanwalt beantragt die Verurtheilung aller drei steuerung wohl noch nicht genommen werden können. Auch der Besitz von Angeklagten im Sinne des Eröffnungsbeschlusses, während die VerFilialen wird ein sehr unsicheres Kriterium für eine gerechte Ab- theidiger auf Freisprechung plädirten. Heine wurde wegen 901 Dagegen halten wir es für durchaus ungehörig, wenn der Vorsitzende eines Schwurgerichts in dieser Art Kritik an dem Wahrspruch der Geschworenen übt. Das Gericht hat nur das Recht, einen Spruch der Geschworenen aufzuheben, wenn es einstimmig der Ansicht ist, daß ein Irrthum zum Nachtheil des Angeklagten begangen ist. Ein angeblicher Irrthum zu gunsten des Angeklagten ist jeder Korrektur seitens des Gerichts entzogen und damit ist auch jede Kritik unzulässig, mindestens überflüssig. Vor einiger Zeit hat ein Gerichtsvorsitzender den Nicht: schuldig Spruch von Geschworenen in ganz ähnlicher Weise nachträglich gloffirt, und dies Verfahren hat mit recht eine scharfe Zurückweisung erfahren. Hier liegt der Fall insofern noch schlimmer, als dem Bericht zufolge der Landgerichtsdirektor dem Schwurgericht ganz im allgemeinen die Fähigkeit bestritten hat, in derartigen Prozessen ein richtiges Urtheil zu fällen. In Fällen, wo sich in politischen Prozessen Geschworene ganz offenbar zum Nachtheil von Angeklagten geirrt hatten, haben die gelehrten Richter nicht nur niemals von dem ihnen zustehenden Recht der Verweisung an ein anderes Schwurgericht Gebrauch gemacht, sondern es ist ihnen auch nicht beigekommen, den Spruch der Laien zu bemängeln; ganz im Gegentheil haben sie dem Schuldig durch die Verhängung ganz exemplarischer Strafen noch ihrerseits energischen Nachdruck verliehen. In politischen Prozessen sind die gelehrten Richter zu frieden mit der Thätigkeit der Geschworenen, wenn sie für die Schuld sich aussprechen. Können die Laien sich aber nicht von der Schuld überzeugen, so taugt die ganze Institution nichts. Ist sich denn der Herr Bandgerichts Direktor gar nicht bewußt geworden, wie sehr eine derartige„ amtliche" Stritit das Vertrauen zur Rechtsprechung erschüttern muß? 1156 10 " für bie unternehmen mit eigener Firma etwa unter der Zeitung eines grund des§ 21 des Preßgefezes wegen Fahrlässigkeit au Heffe und Becker auf vorgeschlagen wird, ist meines Erachtens nichts anderes, als Familienangehörigen geführt wird. Eine Umsatzsteuer, wie sie je fehr leicht wäre, daß eine Filiale als ein besonderes Geschäftematen beleidigung in zwei Fällen zu sechs vorgeschlagen wird, ist meines Erachtens nichts anderes, als ie 300 mark Geldstrafe verurtheilt. and s eine Gewerbesteuer, and zwar eine Gewerbesteuer, die auf Der Schalt ist gerichtet. trotzdem dieses von den Heiß裝 ganz anderen Prinzipien beruht, als unsere auf den Deutschland verfügt bisher über Teine Atademie, in der die Ertrag abzielende Gewerbesteuer. Eine nach dem Ertrage Unsterblichen" vereinigt sind. Allmälig bildet sich aber eine, wenn berechnete Gewerbesteuer mit einer nach dem Umfaze berechneten auch nicht zwanglose, Vereinigung deutscher Ritter vom Geist, Gewerbesteuer zu kombiniren, scheint mir erheblichen Schwierig deren vorläufiges Domizil das Gefängniß ist. Ein feiten und großen Bedenken zu unterliegen. Ich sehe außerdem Verein ehemaliger, gegenwärtiger und zukünftiger Strafgefangener, einen inneren Grund dafür nicht ein, warum derjenige Kaufmann, das ist, wenn es so weiter geht, die Sammlung der Männer, der sich mit einem geringeren Gewinn an den einzelnen Waaren die heutzutage Geist und Muth haben. Beichner, die in freiem Lachen begnügt und diefen Ausfall dadurch hereinbringt, daß er ver möge größerer Umficht seinen Umfag steigert, in der Steuer viel sich über das Elend unserer Zustände erheben, Publizisten, die ihre härter angesehen werden soll, als derjenige, der einen größeren fritische Begabung nicht nur an der Vernichtung der Sozialdemokraten Gewinn an den einzelnen Waaren nimmt, aber dem es aus üben, Gelehrte, die sich erlauben, die Wahrheit über Regierungssubjektiven Gründen nicht gelingt, seinen Umsatz auf diejenige maßregeln zu äußern alle diese zweifelhaften Elemente" werden ins Höhe zu bringen, die er haben möchte." Gefängniß gesperrt, ausgewiesen, gemaßregelt. Die Firma Bosadowsky, Meinung. Man hat dort bereits eine mehr oder weniger verschämte wir die besten Rechtsgarantien der Welt haben. Und da wir nur In anderen deutschen Staaten ist man belamitlich anderer Rede u. Co. macht alles. Jeden Tag beweist sie aufs neue, daß Erbroffelungssteuer flir Waarenhäuser eingeführt. Aber so viel geht eine formale, feine wirkliche Minifterverantwortlichkeit haben, aus der obigen offiziellen Aeußerung aus Württemberg allerdings fo find wir sicher, daß uns wenigstens diese Schöpfer und Hüter hervor, daß vorläufig an ein Vorgehen des Reiches auf diesem der Rechtsgarantien weiter in Freiheit und Schönheit blühen. Gebiet. nicht zu denken sein wird, spornen der Wittelstandspolitik in erster Linie befürwortet worden. Die fächsischen Agrarier, die im 2 andeskulturrath Aus Potsdam wird zu diesem Gegenstande das folgende ihre staatlich anerkannte Bertretung finden, waren dieser Tage in gemeldet: Sigung vom 18. Dez. zur Frage der Befteuerung der Großbazare eine Menge Wünsche zum Wohle des Sachsenvolles" zu unter Die Stadtverordneten Versammlung beschloß in ihrer legten Dresben versammelt. Sie hatten ein vollgerüttelt Maß von Beschwerniffen der Landwirthschaft" vorzubringen und der Regierung die Niederfegung einer gemischten Kommission, um mit dem Magiftrat zu berathen, was in dieser Frage zu thun set. Oberbürgermeister Zähne breiten. Die Fleisnoth wurde natürlich als nicht vor gab zu bedenken, daß eine solche Besteuerung weder mit der Reichs- handen hingestellt und die Regierung ersucht, keinerlei Diaz. Gewerbe Ordnung noch mit dem preußischen Steuergesetz von 1891 nahmen zu treffen, die geeignet sind, die" Inlandsschlachtvieoder den bestehenden Gesetzbestimmungen überhaupt zu vereinbaren preise herabzudrücken! Sodann bekundeten die sonst so polizeiDas Ende der italienischen Kolonialpolitik. fei. Es müßte daher eine Steuernovelle abgewartet werden. Der frommen Herren ihre Unzufriedenheit mit den polizeilichen Regula " Fort aus Afrita!" rief am Sonnabend der Magistrat habe sich mit der Frage mehrfach beschäftigt und sei dabei tiven, die in einer Anzahl von Städten erlaffen sind und welche italienische Soldaten- und Standrechts- Minister Belloux im steuerung der sogenannten Waarenhäuser allein unzulässig sein würde. auf Fettgehalt ze. Diese Milchregulative, vor allem das Dresdener, zu der Ueberzeugung gekommen, daß eine solche vorgeschlagene Be- Vorschriften enthalten über Untersuchungen der Milch italienischen Parlament. Vor 18 Jahren, als die Kolonial. Es müßten folgerichtig auch andere Groß- Gewerbebetriebe mit heran innig, zum Schaden der Landwirthe gehandhabt werden. Man follen angeblich zu rigoros, unvernünftig, wider politie eingeleitet ward, erklärte der Abgeordnete Costa gezogen werden, was mit bezug auf zahlreich in diesen beschäftigte beschloß, die Regierung zu ersuchen, Verfügungen dahin zu treffen, inuis, zum Schaden der Landwirthe gehandhabt werden. Man im Namen der sozialistischen Parlamentsgruppe: Für die Personen sehr zu beklagen wäre. Kolonialpolitik keinen Mann und keinen Groschen! Die daß in den Milchregulativen in bezug auf den Verkauf von Mitch keinen Groschen! Die Die Zentralstelle für Vorbereitung von Handelsverträgen, nur solche Beschränkungen für die Zukunft zugelassen werden, bei Sozialisten wurden dafür der„ Vaterlandslosigkeit" angeklagt. deren Witglieder aus großen wirthschaftlichen Verbänden und denen das Interesse auch der Produzenten" genügend berück Heute muß die Regierung, nachdem sie mit ihrer Kolonial Handelskammern bestehen, hat in ihrer Generalversammlung die sichtigt wird. politik dem Lande unsäglichen Schaden gethan und un folgende Resolution beschlossen: Auch über die Leutenoth" wurde gerebet. Bon der fägliche Schande zugefügt hat, den Sozialisten recht geben! Die Zentralstelle für Vorbereitung von Handelsverträgen ist Dekonomischen Gesellschaft im Königreich Sachsen lag ein Antrag " Fort aus Afrika"!" Wäre die Regierung aus Afrika weg- bestrebt, alle diejenigen Interessenten zu vereinigen, welche ent- vor, in welchem verlangt wird, daß darauf hingearbeitet werde, daß Wäre die Regierung aus Afrika wegschlossen sind, für eine folgerichtige Weiterführung der seit Beginn möglich bald auf reichs geseglichem Wege ein schärferes, geblieben, wie viel Geld und Blut wäre dem unglücklichen der neunziger Jahre eingeschlagenen Politik der Handelsverträge deshalb erfolgreicheres Vorgehen gegen die kontrakt Italien erspart worden! Ob die deutsche Regierung von Italien lernen Lage unferes Vaterlandes ein umfassendes System langfristiger geber in fraft treten fönne, welche wijfentlich fontratt. einzutreten. Sie ist überzeugt, daß die gegenwärtige und zukünftige brüchigen Arbeiter sowohl, als auch gegen solche Arbeit. wird? Tarifverträge erheischt. Wenngleich sie die Wichtigkeit der Er- brüchige Arbeiter beschäftigen. Auf diesen Antrag haltung einer kräftigen Landwirthschaft anerkennt, wendet sie sich wurde zwar wenig Bezug genommen, aber nur deshalb, weil die Ueber die Abrüftungskonferenz des Baren, von der es in doch gegen extrem agrarische Forderungen und betont die unumgäng- Herren erst abwarten wollen, inwieweit die angekündigte BuchthausTester Beit ziemlich still geworden war, ist bei der Kölit. Zeitung" liche Nothwendigkeit der Behauptung der ehrenvollen und gewinn vorlage ihren Wünschen Rechnung tragen wird. Als höchste wieder einmal etwas eingetroffen. Dem Blatt wird aus Petersburg bringenden Stellung, welche der deutsche Gewerbefleiß auf dem Weltmarkt Aufgabe der in Aussicht genommenen Arbeitsnachweis gemtelbet: errungen hat. Sie tritt ein für eine gleichmäßige Wahrung der stelle wurde die Heranziehung genügender frember, Bezüglich der Frage der Abrüstungskonferenz herrsche bei der Intereffen aller Zweige der Industrie und bes Handels und steht polnischer Arbeiter" bezeichnet. Jm allgemeinen russischen Regierung gegenwärtig die Abficht, bei der Mittheilung des deshalb in ausgesprochener Gegnerschaft gegen diejenigen Ver- versprach man sich aber wenig davon. So lange die Freizügig Programms diejenigen Punkte auszuschließen, deren Hervorhebung den einigungen, welche die Sonderinteressen einzelner Gruppen auf teit und die Bauwuth in den Städten herrsche, und die In Zweck der Konferenz gefährden oder doch seiner Förderung nicht dienlich sein Kosten derjenigen der Gesammtheit wahrnehmen wollen. Die bustrie hohe Löhne(?) zahle, durch welche übrigens: würde. Der positive Theil des Programms soll von der Konferenz Zentralstelle verfolgt weder freihändlerische noch schutzölnerische die Arbeiter nur lüderlich würden, würde es bei ihrem Zusammentritt selbst ausgearbeitet werden. Von irgend Tendenzen. Sie ist vielmehr überzeugt, daß die zoll nicht besser für die Landwirthschaft. Mit solchen Kleinen welchen Bedenken, die deutscherseits gegen die Betheiligung Deutsch- politischen Bedürfnisse jedes einzelnen Erwerbs zweiges je nach Mitteln dürfe man da nicht anfangen. Früher, unter der schönen lands an der Konferenz aufgetaucht ivären, sei an zuständiger Stelle Lage des Marktes aus fachlichen Momenten zu beurtheilen alten Gesinde Ordnung, jei es viel besser gewesen. nichts bekannt." und zu bestimmen find. Die Zentralftelle ist sich hierbei bewußt, Wirksarie Abhilfe könne mur geschaffen werden, wenn der LandwirthDiese Mittheilungen flingen nicht gerade danach, als ob man daß eine erfolgreiche Handelspolitik Hand in Hand gehen muß mit fchaft höhere Preise für Vieh und Getreide gezahlt fich noch allzu viele Erfolge von der Abrüftungskonferenz ver- dem Bestreben zur Erhaltung der deutschen Goldwährung und der würden, damit die Arbeiter besser bezahlt werden könnten, ohne daß spräche.pd bestehenden Bankgesetzgebung des Reiches, sowie mit einer ent- der Profit kleiner würde. Was sonst noch von den sächsischen sprechenden Reform der Frachttarife und einer gleichmäßigen Aus- Krautjunkern besprochen und gewünscht wurde, zeichnete sich durch gestaltung des Berkehrswesens, insbesondere des Ausbaues eines die gleiche Bescheidenheit aus, die wir auch an ihren preußischen inheitlichen Netzes der deutschen Wasserstraßen." enmesi Bettern gewöhnt find. Regierungsvertreter waren selbstverständlich Der Kaifer und die Kolonialpolitik. Der Kaiser soll beim Der ,, Kladderadatsch" verhöhnt in seiner neuesten Nummer anwesend, um die Beschwerden der Herren entgegen zu nehmen. Empfang des Afrikareisenden Dr. Effer, dem" Al. Journ." zufolge, die Bestrebungen der Männer, die ein Wiederaufnahme- Verfahren Aus Heffen, 17. Dezember.( Eig. Ber.) Zweite Kammer. auf eine Aeußerung, daß in Kamerun ein bischen zu viel regiert in Sachen Ziethen's durchzusehen fuchen. So etwas wird möglich, Nach dreitägiger heißer Rebeschlacht ist heute der Artikel 1 des werde, erwidert haben:" Dann kann ich ja die Hälfte wenn man sich zu sehr in die Bismard- Memoiren vertieft hat, und Notariatsgefekes gegen 10 Stimmen angenommen worden. mun„ Seines" Geistes voll ist. epi zurückkommen lassen. Die Herren sollen wissen, daß sie ein@ i Prinzipielle Gegner der Vorlage sind nur die Antisemiten und einige. dazu da find, dem deutschen Kapital den Weg zu ebnen und das Die Mode des ambulanten Gerichtsstandes wollte auch der agrarische Mitläufer. Sie lämpfen withend für die Aufrechtdeutsche Kapital zu schützen." Bund der Landwirthe mitmachen. Er hat aber Bech damit erhaltung der Ortsgerichte in ihrem seitherigen Geschäftsumfange. Der Bericht meldet weiter:" Bum Schlusse ging der Kaiser an sein gehabt. Es handelte sich um eine Beleidigungsklage des Bundes kommt ihnen sehr bitter an, die Konsequenzen aus der durch das er dazu etwa folgendes bemerkte:„ Ich gebe Ihnen die höchste Aus- Thomasmehl- Angelegenheit, welche Klage statt in Breslau, in Berlin Teufel mit der gepriesenen deutschen Rechtseinheit", wenn wir Bult und überreichte Dr. Effer den Kronen- Orden zweiter Klasse, indem gegen die Bresl. Morgenzeitung" wegen einer Besprechung der Bürgerliche Gesetzbuch geschaffenen Zwangslage zu ziehen; am liebsten wäre ihnen die offene Revolte gegen das Reich. Zum zeichnung, welche ich Ihnen geben kann, um damit zu dokumentiren, anhängig gemacht war. Das Amtsgericht I in Berlin erklärte sich wie ich es anerkenne, wenn ein vermögender Mann wie Sie dreimal für unzuständig, da aus den Reichstags- Berhandlungen über die ein Opfer dafür bringen sollen, denken die ur- und großtentſchen fein Leben aufs Spiel setzt, sich Mühen und Entbehrungen auferlegt, Strafprozeß- Ordnung und aus der Haltung der Regierung dabei Reformer und die auf der Tribüne versammelten Landbürgermeister um unseren Kolonien den Segen des deutschen Kapitals zu theil flar hervorgeht, daß ein ambulanter Gerichtsstand der Presse nicht und Ortgerichtsvorsteher rufen begeistert Bravo. Justizminifter werden zu lassen, und ich werde dieses deutsche Kapital im Auslande geschaffen werden solle. Die Judikatur des Reichsgerichts setzt sich Dittmar hat sein eigenes Schicksal mit dem Geschickt dieses ersten Ich wünschte, daß nicht lauter in dieser Frage in nicht zu billigender Weise über den klaren, deutlich offenen Konflikt zwischen Regierung und Kammer in Aussicht gestellt zu schüßen wissen. Er hat den niedergebrochene Existenzen ihre Teste 8uflucht ausgesprochenen Willen des Gesetzgebers offenbar hinweg. in den Kolonien suchten, sondern daß ich für jede Brunnenvergiftung. Der große und theure Schleifstein des Schiffbruch leidet. Er hat an die nationale Idee und die Pflichten und von seinem eventuellen Rücktritt gesprochen, wenn sein Wert unserer Kolnien einen Mann hätte wie Sie." Herrn b. Stumm, die„ o ft", betreibt neuerdings sehr eifrig das des Patriotismus appellirt. Darauf hat ihm der offiziell Bestrafung des Abdrucks geheimer Aktenstücke. Zu dieser Geschäft, Anklagen auf Brunnenvergiftung zu erheben. Die„ Boft" zur nationalliberalen Fraktion zählende Abgeordnete Schönberger Materie macht die Deutsche Tages- 8tg." die Mittheilung, daß der geräth mit dieser Spezialität in eine angenehme Gesellschaft; denn ärgerlich entgegnet, dieser Appell sei hier nicht am Blayz.„ Der betreffende konservative Antrag auf Bestrafung von der bekanntlich hat gerade die fanatisirte Bosheit finsterster Zeiten den Patriotismus steigt und fällt, je nachdem," was Regierung für sehr nöthig und wünschenswerth verbrecherischen Sport betrieben, Schuld lose der Brunnen man bezahlen muß"- sagte er wörtlich. sagte er wörtlich. So naiv und gehalten werde. Auch schreibt das Blatt: vergiftung zu zeihen. In diesem Sinne mögen diesem Sinne mögen allerdings ehrlich hat das wohl noch niemand, der sich sonst nationalliberal „ Die Münchener Allg. 8tg." meint, daß der konservative die politisch Einsichtigen Brunnenvergiftung treiben, die der nennt, eingestanden. Das kräftige Hört! Hört! von der sozial Antrag über die Bestrafung der Veröffentlichung von geheimen nicht mehr zu erschütternden Ueberzeugung sind, daß ein demokratischen Bant hat Herrn Schönberger erst flar gca Aftenstücken nicht durch ihre Veröffentlichungen veranlaßt worden neuer Marine plan in der Vorbereitung begriffen ist. Die" Post" macht, was für eine große Wahrheit er so gelassen Genosse Ulrich hat gleich am ersten Deutsches Reich. " sei, da sie niemals amtliche Schriftstüde, die geheim gehalten aber demzirt nicht nur wegen Brunnenvergiftung; der Vorwurf ist ausgesprochen hat. = " 1 mur, Eine Sag unfere Stellung dem Gefeß gegenüber festgelegt. Wir Die nachträglichen Erflärungen Dupuh's zur Beschwichtigung der, weise das Bereinsgefet manche Büde auf. Die Regierung be balten den eingeschlagenen Weg zur Vereinfachung und Bereinheit vier Mitglieder seines Kabinets, die aus Solidarität mit ihren abfichtige, die Bildung von Bereinen, die ausgesprochenerlichung der nichtstreitigen Rechtspflege für den besten, nachdem ein- Parteifreunden Meline und Barthou hatten zurücktreten vollen, maßen umstürzterifche 8wede verfolgen, nicht zu mal durch die Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches leine gefowie der nachträgliche, nichtssagende Zusatz zur radital- sozialistischen gestatten. bundene Marschroute in Sachen des Grundstückverkehrs gegeben ist. Tagesordnung, der die Brandmartung" auf alle Parteien ausdehnt, Beitung Das zeitweilige oder dauernde Verbot einer Jedoch wir verlangen größere Garantien hinsichtlich der Gebühren die zu offiziellen Kandidaturen greifen, sei fein normales Mittel und solle frage und eine Bessergestaltung der Gehilfenverhältnisse. In insofern gewirkt, als die das alles hat mir wenn die höchste Nothwendigkeit es erheische, eintreten. als die vier Minister den Anlaß be- Bemerkung Giolitti's veranlaßte den Ministerpräsidenten zu der beiden Bunkten gab der Justizminister entgegenkommende Erklärungen mußten, uni ihre Portefeuilles zu behalten. Das ist umso mensch Erklärung, es sei gegenwärtig die allgemeine Meinung, daß ab; allein wir wünschen die Festlegung derfelben im Gesetz selbst und licher beziv. ministerieller, als die vier sämmtlich zum erstenmal ein einige Reformen am Wahlgefeße vorzunehmen seien. haben dementsprechende Anträge eingebracht. Wenn die Spezial- Ministeramt bekleiden. Aber die Parteigenossen Meline's und Ueberhaupt, hoffe er, daß im Parlament eine Mehrheit zur Unterberathung ebenso reich wird an stürmischen Szenen, Ordnungsrufen, Dupuy's sind unversöhnlich geblieben. heftigen Geschäftsordnungs- Debatten und persönlichen Bemerfungen, Die Sprache der bourgeoisrepublikanischen Blätter läßt hierüber nicht da sei, misse man sie finden, denn die Bedürfnisse der Neftligung des Regierungs- Programmes vorhanden fet. Wenn fie wie die Generaldebatte, dann wird noch ein gut Theil der Weihteinen Zweifel. Selbst der so reservirt geschriebene Temps" will gierung seien ebenso offenbar, wie der Wunsch des Landes, regiert nachtswoche drauf gehen, bis das Schmerzenslind glücklich ge-„ auf die Beweggründe und Berechnungen" der überraschenden zu werden. boren ist. Der hessische Staat will in Bufunft die Haftpflicht für Sandlungen", wodurch allein er die Bourgeoisrepublikaner eine lebhafte Szene. Die Borgeschichte ist folgende: Vor kurzem Haltung Dupuy's nicht eingehen und verlangt von ihm flare Rom, 15. Dezember.( Eig. Ber.) Heute gab's in der Kammer; die aus einem Verschulden richterlicher Beamten erwachsenden, wiedergewinnen" fönnte. Und was das Schädigungen übernehmen. Diese vom Justizminister heute neben Débets", den bürgerlich- reaktionären Draufgänger, betrifft, so hat Mailand gegen die Aufständischen" gekämpft, habe bie Orben, welche " Journal des berichtete ein Blatt in Como, der Oberst eines Regiments, das in bei gemachte, vom„ Borivärts" bereits gewürdigte Wittheilung dürfte es in einen Leitartikel Dupuy den Krieg aufs Messer erklärt. Der er und seine Offiziere für diese Heldenthat" erhalten, der Regierung auch die erbitterten Gemüther der Antisemiten wieder etwas be- leidenschaftlichste sozialistische Journaliſt hat nie den ehemaligen zurückgeschickt. Die Nachricht, die in den„ Avanti" überging, fand fänftigen. Die staatliche Haftpflicht wäre jedenfalls ein begrüßens- Sozialistentödter ärger, schomungsloser zugerichtet, wie der Leitartikler ihre Bestätigung und der Oberst mußte seinen Abschied nehmen. An des Journal des Débats". Das wohlerzogene Bourgeoisblatt ben Avanti" wurde eine Depesche geschickt, die dies mittheilte. Die Die sozialdemokratische Fraktion hat folgende Interpellation schimpft Dupuy einen betrunkenen Floten", der das Depesche ward aber konfiszirt. Heute mun interpellirte der AbDas wohlerzogene Bourgeoisblatt eingebracht: 1. Hat die Regierung Kenntniß davon, daß bei Aus System stellung von Leumundzeugnissen Bermerke gemacht werden wie Jft scheu" preisgiebt. der Konzentrationsministerien dem allgemeinen Abgeordnete Sozialdemokrat," oder„ Vater ist Sozialdemokrat"? 2. Gedenkt die barin, Herrn Dupuh zuni Ministerpräsidenten zu machen und preisgiebt. Dupuy's kategorischer Imperativ" bestehe geordnete Bissolati. Der Minister Pelloug stellte alles in Abrede. Regierung dieser Gepflogenheit entgegenzutreten?- Dabei wird fogar noch zu etwas mehr, Herr Dupuy an der Negierung dementirt. Biffolati: Aber der Oberst hat die Zeitungsnachricht nicht fich zeigen, ob das neue Ministerium, ebenso wie das alte, willenlos zu erhalten oder an die Regierung wieder gelangen zu lassen Die Depesche ist unterdrückt worden, weil sie die nach der preußischen Polizeipfeife tanzt. um jeden Preis und mit allen Mitteln Wahrheit enthält. 1. f. f. eine Salte lang. Das Konterfei ist richtig, nur daß es in gleicher Weise auf alle falsch, ist falfch! Bellour: Ich wiederhole, was der Abg. Bissolati sagt, ist Bourgeoispolitiker zutrifft. Dupuy ist indeß noch unzuverlässiger als feine Nivalen. War es eine berechnete Frontänderung oder ein Nur der Oberst kann mich dementiren. Bissolati: Und ich sage: es ist wahr, es ist waht! Fehltritt? Die Frage ist wichtig, weil von beren Beantwortung die nächste Zukunft der Regierung abhängt. Ausland. Defterreich- Ungarn. Die Landtage von Böhmen, Galizien, Rieber, Oesterreich, Ober- Oesterreich, Steiermart, Kärnthen, Krain, der Bukovina, Schlesien, Göra und Gradista, Borarlberg und des Mähren, Triester Gebietes find durch kaiserliches Patent auf den 28. Dezember einberufen. " Schweiz. # " Erfolg ihres Vorstoßes, die Dinge sich allzu optimistisch auszumalen. Die Sozialisten find geneigt im berechtigten Stolz auf den änderungen vielerfahrenen Ministerpräsidenten, als an einen Versuch, Sie glauben eher an eine beabsichtigte Frontänderung des in Front seine Nivalen zu kompromittiren und insbesondere an Barthou Nache zu nehmen, für dessen erfolgreichen Verrath am Kabinet Dupuy vom Jahre 1895, fährbet. Jedes Konzentrationsministerium ging zu Grunde an dem Wie dem auch sei, erscheint die Stellung des Ministeriums geAbfall eines Mehrheitsflügels. Noch nie aber hat der Chef eines derartigen Minifteriums den einen Flügel feiner Mehrheit so arg vor den Kopf gestoßen, wie Dupuy. Pellong: Ich wiederhole: es ist falfch. riffolati: Und ich erkläre: Sie lügen. Biffolati: Und ich zahle Ihnen mit der gleichen. Bellour: Jch antwortete Ihnen mit Verachtung. Mintz e. Bellour platzte vor Wuth, während Biffolati heiter lächelte. Unsere Straffolonien für politische Verbrecher geben bannte) aus einer afrikanischen Straffolonie nach Messina, um dort Guillotine. Dieser Tage tam ein Schiff mit„ Coätti"( WerCayenne nichts nach. Es herrscht dort die trodene internirt" zu werden. Von den 26 Mann war einer unterwegs inte geftorben, ein zweiter fam sterbend an und fünf mußten ins Sofpital gebracht werden. Und wie viele sind in der Kolonie gestorben! Spanien. Zürich, 16. Dezember.( Gig. Ber.) Der schweizerische Stände rath beschloß ein Stück Reaktion, indem er in Sachen der Ein treibung der Militärpflicht- Grfassteuer folgenden Beschluß faßte: Die von den Kantonen erlaffenen Bollziehungs. verordnungen über das Militärpflicht- Ersazwesen sind dem Bundesrathe zur Genehmigung vorzulegen. Diese Verordnungen sehen die gegen fäumige Erfahpflichtige auszufällenden Strafen( Verlust des Paris, 19. Dezember. In der heutigen Sammersigung Stimmrechts, Wirthshausverbot oder Haft( Arrest) bis zu 20 Tagen) fanden stürmische Debatten statt. Der nationalistische Abgeordnete fowie das bezügliche Strafverfahren vor." 28 gegen 8 stimmten für afies interpellirte die Regierung über die Maßregeln, die sie zu Die ,, Karlistischen Umtricbe" werden benutzt, um eine Er den Beschluß. Damit sind die Eingaben der Arbeiter gegen einen ergreifen gedente, um die Wahrung der Staatsgeheimnisse böhung des Heeresbestandes zu rechtfertigen. Der Kriegsminister folchen Beschluß abgelehnt und ist die wie bereinführung zu fichern. Lafies erging sich in heftigen Worten gegen erflärte nämlich in einer Unterredung mit einem Redakteur der der Schuldhaft beschlossen, die für keine andere Staats- oder bas frühere Ministerium Brisson. Er bezeichnete das Correspondencia de Espana", es sei wegen der farlistischen Agitation Gemeindesteuer zulässig ist. Dabei sind die nicht eingehenden Be- selbe als ein Ministerium des Verraths, weil es bie nothwendig, den Effektivbestand des Heeres auf 140 000 Mann zu träge der Militärpflicht- Ersatzsteuer so gering, daß derartige Reaktion Revision des Dreyfus- Prozeffes eingeleitet habe. Rafies sagte weiter, erhöhen. Diese Maßregel werde einen Kredit von 20 Millionen Besetas taum recht verständlich erscheint.- ded in die Revision sei nicht auf rechtlichem Wege eingeleitet worden, sie erfordern. verstoße gegen die Verfassung und sei ein Staatsstreich. Medner tool Bern, 18. Dezember.( Eig. Ber.) Der Nationalrath Yehnte beschuldigte die Nichter des Staffationshofes, getauft zu fein; sie Der norwegische Storthing hat nun zum dritten Mal Norwegen. bas Begehren des fchweizerischen Arbeiterfetretariats feien Deutsche. Diese Worte veranlaßten den Kammerpräsidenten,( in der britten Legislaturperiode) den Beschluß gefaßt, daß Nors. um Erhöhung der Bundessubvention ab, jedoch anerkannte der den Redner zur Ordnung zu rufen. Hierauf forderte Lastes wegen fortan nur die sogenannte" reine flagge" Referent Tenny ausdrücklich die Bedeutung und Leistung des den Striegsminister auf, fich flar und deutlich zu erklären,( ohne das„ Unionszeichen") führen soll. Der König hat aberSekretariats und widmete insbesondere Greulich Worte der An- Freycinet antwortete sofort, die Justiz sei augenblicklich auf mals seine Sanktion verweigert, mit der Begründung:" Wenn das erkennung. rechtlichem Wege mit dem Revisionsverfahren beschäftigt. Er, der eine Land in Zukunft das linionszeichen führt, während das andere Basel, 18. Dezember.( Eig. Ber.) Der Goldhunger treibt auch Minister, werde dem Rasfationshofe teine Dokumente ausliefern, es abgeschafft hat, wird das gemeinsame Gleichstellungszeichen verin der Schweiz die schönsten Blüthen, wie ein Bantprozeß zeigte, Besige geheimer Dokumente, tiefere diefelben aber nur dann schädliche Auffassung von der gegenseitigen Stellung der Reiche die die Sicherheit des Staates gefährden könnten. Er sei im mißt werden, und dies wird eine unrichtige und für Norwegen der sich hier während acht Tagen abspielte. Ein bereits wegen aus, Bankschwindeleten bestraftes Individuum, namens Kling, gründete jo- aus, wenn er alle nur möglichen Garantien erhalte, daß die herbeiführen". Er verweigert die Santtion, obwohl nach der Verfort nach Verlassen des Buchthauses in Basel die Unionbant als Geheimnisse des Inhalts derselben gewahrt würden. Lafies fajfung ihm nicht das Recht zusteht, dessen Inkrafttreten zu hindern." Genossenschaft mit 11 000 r., während er 12 Millionen angab uberflärte sich nunmehr mit der Erklärung des Kriegsministers ein Es wird Gesez, wenn auch unter seinem Widerspruch! binnen acht Monaten wurden ihm für 64 Millionen Franken Börsen- verstanden. In den Wandelgängen herrscht über die heutige Eraufträge zugewiesen von Leuten aus allen Kreisen, die dann ins- flärung Freycinet's in der Stammer große Erregung. Die Rußland. gesammt 250 000 Fr. Schaden erlitten. Kling erhielt sechs Jahre interpelliren über die Lage, die dem Staffationshofe infolge der Aus [ ozialistischen Abgeordneten beschlossen, Freycinet zu Gefängniß. fage des Ministers bereitet wird. Holland. Haag, 16. Dezember.( Korr. des Vorw.") Das von dem fozialdemokratischen Abgeordneten van Sol gestellte Amendement zum Marine Etat auf Ablehnung eines neuen Panzerschiffes bon 4200 000 Gulden wurde heute nach längeren Debatten mit 67 Stimmen gegen 24 verworfen. Außer den drei Sozialisten hat der ganze linke Flügel der liberalen Partei für das Amendement geftimmt.silot drear Frankreich. " Satalaven haben mehrere französische Soldaten und franzöfifche Aus Madagastar tommen fehr schlechte Nachrichten. Die Ansiedler getödtet. General Gallient wird deshalb mit einer Truppenmacht eine Strafexpedition nach dem Gebiet der Satalaven unternehmen. Was die Best anlangt, so hat dieselbe keine weitere Ausdehnung genommen. Erlaß des Kaisers an den Finanzminiſter werden Erleichterungen Petersburg, 18. Dezember. Durch einen heute veröffentlichten bei Erfüllung der Verpflichtungen der Klienten gegen die Bauern arar baut befohlen. Der Binsfuß wird von 4½ pet. auf 4 pet. herabgesetzt.Türkei. Zur Spionage- Affäre, über die wir bereits furz berichteten, liegen eine Reihe Nachrichten vor, die wohl zunächst mit recht viel Vorsicht aufzunehmen sein dürften. Erst hieß es, daß es sich um den Verrath eines neuen Gewehrmodells handele, jetzt wird gefagt, Gestaltung befferer Beziehungen zwischen Deutschland und das Modell des neuen französischen Feldgeschüzes sei verrathen Frankreich. Aus Konstantinopel wird der Boss. 3tg." depeschirt: worden. Berhaftet ist ein gewisser Decrion, welcher als Geheim- Der vor 3 Tagen hier angekommene französische Erminister Bourgeois agent im Dienste des militärischen Nachrichtenbureaus und der hatte eine längere Audienz beim Sultan, der den Bunsch auso Polizeipräfektur stand, ein Artillerie Korporal Groult in Givet, gedrückt hatte, ihn zu sehen. Bourgeois weigerte sich anfangs, welcher dem Decrion die Bestandtheile des neuen Gewehrs oder da er mir Privatperson sei, gab aber dem Drängen nach und erDie Stellung des Kabinets Dupuy. des Geschüßes verschaffen sollte, sowie zwei junge Leute, Bonafie schien. Nach meinen Informationen wäre es dem Sultan ge Paris, 18. Dezember. Eine Interpellation, die über den Kopf und Lerendu, angeblich Helfershelfer Deerions. Einer der Ver- glückt, Bourgeois' gute Dienste gegen die gegenwärtige turkophobe des derzeitigen Ministeriums hinweg gegen deffen zweitlegten Borhafteten soll von einem Anarchistenkomplott" gesprochen haben. Haltung Frankreich zu gewinnen. Der Sultan sondirte auch, gänger gerichtet ist und die dennoch eine durchschlagende politische ob Bourgeois, der bekanntermaßen für ein russisches Bündniß nicht Wirkung erzielt dieses seltene Ereigniß geschah in der Freitags and befürworte, worauf die Antwort ausweichend lautete. Da schwärmt, nicht eine Annäherung Frankreichs au Deutschfigung der Kammer. Es ist die sozialistische Fraktion, die durch ihren man hier in Bourgeois den kommenden Mann Frankreichs erblickt, Wortführer Viviani die Kammermehrheit bezw. den Ministerpräsi ist das Gesagte nicht ohne Interesse. Nach einer anderen Verfion denten Dupuy gezwungen hat, die nachträgliche Brandmartung des hätte Bourgeois ein Zusammengehen Frankreichs mit Deutschland in Kabinets Meline, des Werkzeugs der schlimmsten Reaktion, vorzunehmen. Aus den stets tendenziös verhunzten Wolff'schen Depeschen wissen die allen orientalischen Fragen für sehr wünschenswerth gehalten. Leser immerhin, daß es sich um die Wahlbeeinflussungen im Aube Weltausstellung. Wie kürzlich gemeldet worden ist, wurde die Der Schutz ausländischer Erzeugnisse auf der Parifer Departement handelte. China. Dank der Thätigkeit der Untersuchungstommission der Kammer über die kürzlich tafsirte Wahl des Meline- lage eines Stickereifabrikanten aus St. Gallen wegen unbefugter leber das Schreckensregiment der Kaiserin- Wittwe von schen Kandidaten von Narbonne, find dokumentarische Beweise Nachahmung eines in Paris registrirten Gebrauchsmusters feitens China wird folgendes berichtet: für die schändlichen Wahlmanöver der Meline'schen Be- eines franzöfifchen Fabrikanten von dem Pariser Appellationsgericht Die Kaiferin- Wittwe und Regentin Tse- shü sett mit Erbitterung amten ans Tageslicht gekommen. Ein Brief des Präfekten abgewiesen. Es lag die Schlußfolgerung nahe, daß die Zeichnungen die Verfolgung aller derer fort, welche auch nur entfernt im Verdacht von Carcassane und ein Brief des Unterpräfekten von Narbonne und Muster aller ausländischen Fabrikanten, die die Pariser stehen, dem wieder unter Vormundschaft gestellten Kaiser auzuhängen. zeigen diese Beamten als die Makler der geldsacrepublikanischen Weltausstellung von 1900 beschicken, in Frankreich straflos Sogar Stlavinnen aus dem Harem sind ihr zum Opfer gefallen. Die Bartei- Organisation und die Vermittler von Geldunterſtügungen an nachgeahmt werden könnten, sofern die Aussteller nicht in Frankreich armen Mädchen wurden in den Cedernhof geführt und erdrosselt, ehe fie offizielle Regierungskandidaten. Daneben berief sich der sozialistische selbst eine Fabrik befizen. Demgegenüber erklärt jezt der deutsche recht wußten, was mit ihnen geschehen sollte. Mehrere Eunuchen theilten, Interpellant auf die öffentlichen Handlungen des Ministeriums Reichskommissar der Pariser Ausstellung Dr. Richter:„ Es ist aller- ihr Loos, der Unterschied bestand.nur darin, daß diese enthauptet wurden. Meline, die in demselben Departement den gleichen Zweck, den dings richtig, daß nach dem französischen Patentgesetz vom 5. Juli Weiterhin wurden noch vier Kammerfrauen der verstorbenen Gemahlin Wahldruck verfolgten. Hierher gehören namentlich massenhafte 1844 jedes französische Patent respektive jeder Musterschutz ungiltig des Kaisers Kuangfi getödtet. Ihre Hinrichtung erfolgte wegen Beamten- Maßregelungen und standalöse Beamten- Beförderungen, wird, wenn der geschüßte Gegenstand mit Wissen des Patentinhabers einer Denunziation des Inhalts, daß sie dem gefangenen Saifer ohne jede Rücksicht auf die Intereffen der Verwaltung vom Auslande in Frankreich eingeführt wird. Es müssen daher Gift gesandt hätten, um die„ Usurpatorin" vergiften zu können. und die dem Budget erwachsenden Lasten infolge ber auch deutsche Fabrikanten, deren Fabrikate und Herstellungs- Da der Kaiser, der keine Neigung zu der Verstorbenen frühter Penfionirung mißliebiger Beamten. Der sozialistische methode durch französisches Patent geschützt sind, die sin hatte und sich ihr möglichst fern hielt, diese Frauen wohl Interpellant hatte teine Mühe, den Nachweis zu liefern, daß die Frankreich zu vertreibenden Waaren in diefem Lande selbst niemals gesehen hatte, fo erscheint die Demumziation vollWahlumtriebe des Kabinets Meline keineswegs auf das Aude- Schluß Herstellen lassen. Es wäre aber unrichtig. hieraus den kommen unglaubwürdig. Gleichwohl wurden die armen Frauen Departement beschränkt waren. Jeder antimelinische Abgeordnete Schluß ziehen zu wollen, daß diese Bestimmungen nun auch ber hingerichtet, und da sie alle aus hohem Stand waren, so mußten hatte das am eigenen Leibe zu spüren bekommen... 2 Beschidung der Pariser Ausstellung mit ausländischen Schauſtücken Die scharfgeschliffene Sprache Viviani's weckte ein hundert, ein zweihundertstimmiges Echo leidenschaftlicher Entrüstung bis tief in die Reihen der allergemäßigsten Radikalen. Was aber in der Debatte entschied, das war die Stellungnahme Dupuy's. Man weiß ja, wie es in der Wirklichkeit mit der verfassungsmäßig vorgeschriebenen ministeriellen Verantwortlichkeit aussieht. Ist einmal ein Ministerium gestürzt, so hört jede Berantwortlichkeit auf. Der Ministerstura, die einzige und stets oder meist zu verspätete Sanktion der Verantwortlichkeit, bedeutet nicht einmal eine Entfernung der Sünder von der Regierung für die Dauer der betreffenden Legislatur. Num handelte es sich bei der Interpellation Viviani's um eine Art Streifen verlautet, am 21. d. M. beendet werden. moralischer Anklageverſegung eines verflossenen Ministeriums. hinderlich seien, da sie für alle ausländischen Ausstellungsgüter aus drücklich durch Gesetz außer traft gesetzt werden. Die deutsche Regierung hat sich dieserhalb schon vor längerer Zeit mit der franöischen Regierung ins Einvernehmen gesezt und von dieser eine dahingehende Zusicherung erhalten, übrigens ist dies auch bei der Pariser Ausstellung im Jahre 1889, wie es sich für solche Gelegen heit von selbst versteht, der Fall gewesen." mais Italien. " auch ihre Eltern sterben. Diese Hinrichtungen erfolgten im Innern des Palastes durch die Henter der„ Abtheilung flir die innere Beftrafung und Aufsicht". Nach kurzem, summarischem Verhör wurde die verhängte Strafe sofort vollzogen. Endlich hat auch eine öffentliche Sinrichtung stattgefunden. Man wollte wieder einmal einen der Verschwörer" gefangen haben, deren Abficht es gewesen Mann, aus der Hofbedienung, deſſen Borgesetzter bereits enthauptet sein soll, den Kaiser zu ermorden. Es war ein junger worden war. Thatsächlich fand man ihn im Besitz eines Messers, das er, wie er sagte, zu seinem Schutz trug, denn man hatte ihn Lediglich der Besiz dieses Messers genügte, um ihn zu verderben. Ju der Deputirtenkammer erklärte der Ministerpräsident wieder, daß, da er ein Kaisermörder sein sollte, auch sein Vater und Er wurde ohne weiteres verurtheilt. Das schreckliche in diesem Fall war Die Freunde von Meline und Barthou, d. h. der rechte Flügel Belloug bei Berathung des Budgets des Innern: Er sei für das sein Bruder sterben mußte. Der letztere schrie immer um Gnade; der republikanischen„ Wiederversöhnungs" mehrheit Dupuy's und zu 8 wangsdomizil nicht sehr eingenommen, doch sei es nöthig, er jammerte noch, als der Gehilfe des Henters ihm schon den gleich deffen Parteigenossen, waren daher sicher, die Debatte durch eine zahlreiche Schaar gemeiner Verbrecher zu entfernen, die eine Stopf am Zopfe vornüber gerrte. So geht es in Peting jetzt Tag Die Formel der einfachen Tagesordnung" sang- und klanglos beenden ständige Gefahr für die öffentliche Sicherheit seien. Auf für Tag. zu können. eine Bemerkung Sonnino's erklärte der Ministerpräsident, Dupuy aber hat Freund und Feind überrascht. Im Namen der die Kammer werde die finanziellen Vorschläge der Regierung Regierung lehnte er die einfache Tagesordnung" der Meline'schen als nicht gefährlich für den Staatsschatz und als Kerntruppen ab und akzeptirte die auch vom Sozialisten Viviani ge- Fürsorge für die bedürftigsten Klassen erkennen. Gegenüber einer Ju Aue im Erzgebirge wurden zwei Sozialdemokraten in das billigte radikale Tagesordnung, welche das Kabinet Meline„ brand- Anfrage Brinetti's versicherte Belloug, er als alter Liberaler ge- Stadtverordneten Kollegium gewählt. Dieser Erfolg markte", indem sie die offiziellen Kandidaturen Meline's brand- dente vom Wege der Freiheit nicht abzuweichen, jedoch werde ist für den Stand unserer Partei in jenem Orte von um so größerer man vielleicht einige der bestehenden Geseze abändern müssen; so Bedeutung, als es das erste Mal war, daß sich die Sozialdemokratie Die Anarchistenkonferenz wird, wie in gut unterrichteten beauftragt, auf eine vor der Stadt liegende Palastfarm zu gehen. markte. " eine Partei- Machrichten. on der Stadtverordnetenwahl detljdliflte, wobei sie noch mit einer gemeinsamen Liste der Gegner zu rechnen hatte. In Feuerbach in Württemberg wurden 4 Sozialdemokraten in den B ü rgerausschuh gewählt. Von 841 Wahlberechtigten nahmen 608 an der Wahl theil. Die Zahl unserer Trimmen betrug 318—339. Unabgeänderte Stimmzettel wurden für uns 283, für den bürgerlichen Mischmasch 259 abgegeben. Aus Norwegen. In die Gemeindevertretung von Christiania wurden auf grund des Proportional-Wahlsystems 8 Soziali st en gewählt, neben ihnen 32 Mitglieder der Linken. 41 Mitglieder der Rechten und 3 Totalisten iAnhänger der Enthaltsamkeits- bestrebungen). Die Linke hatte früher im Gemeinderathe die Mehr- heit, die Entscheidung liegt jetzt bei den Totalisten. Polizeiliches, Gerichtliches rc. — WaSisteineGrabrede? Die Parteigenossen U l l e n- b a u m e r und Eberle in Elberfeld-Barmen sollten durch ein paar W i d m u n g s w 0 r t e, die sie gelegentlich des Begräbnisses eines Mitkämpfers beim Niederlegen von Kränzen am Grabe gesprochen hatten, eine unerlaubte Grabrede gehalten haben. Vom Schöffengericht waren sie zu je 5 M. Geldstrafe verurtheilt, vom Landgericht aber freigesprochen worden. Das Landgericht hatte in den paar Worten— im ganzen 15— die beide Angeklagte ge- sprachen hatten, nicht eine Grabrede im Sinne der Regierungs- Polizeiverordnung vom 3. Februar 1896 findenkönnen. Nach den Wörter- büchern von Wenigs und Grimm bedeute Grab- und Leichenrede einen f e i e r l i ch e n V 0 r t r a g, als„die einem anderen gegenüber in einem kunstvollen mündlichen Vorttage entwickelte zusammen- hängende Darlegung und Aeußerung". Es komme auf die Zahl der Personen, auf die Kunstfertigkeit des Vortrages zwar nicht an, aber ganz könne auf diese zum Begriff geHöngen Merkmale nicht ver- zichtet werden. Komme es nun auf die Länge des Vortrages nicht an, so könne>doch nicht jede„kunst- und inhaltslose Zusammen- stellung von Warten" als eine Grabrede gelten, andernfalls würde auch den vielfach gebrauchten Worten:„Ruhe sanft",„Im Namen des VaterS zc.",„Von Erde bist Du genommen" diese Bezeich- nung gebühren, was aber unbestritten nicht der Fall sei. Weiw man sage, in wessen Namen ein Kranz am Grabe niedergelegt werde, so sei das völlig erlaubt, einen darüber hinausgehenden Sinn hätten diese Worte, die ebenso gut gedruckt auf den Kranz- schleifen stehen könnten, nicht. Deshalb vermöge sich das Gericht der Entscheidung des Kammergerichts vom 18. Juni 1892 nicht an« zuschliehen und könne in den dürftigen Worten, die Ullenbaum und Eberle gesprochen hatten, keine Grabrede erblicken. Gegen diesen Entscheid, der aweifelloS mit dem Denken und Fühlen der weite st en Volkskreise überein- stiihmt, hat die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt. Die Sache kommt nun vor das Oberlandesgericht. — Ueber ihren neuesten Prozeß schreibt die Mannheimer V 0 l k s st i m m e": Die Anklage wegen Scipio-Beleidigung ist nunmehr den beiden Redakteuren Herzberg und I a e ck h von der Staatsanwaltschaft mitgetheilt worden. Die Staatsanwaltschaft stellt den Antrag, die Strafsache vor der Strafkammer des Land gcrichts zur Verhandlung zu bringen. Die Anklage wegen Beleidi gung Scipio's als Beamter, in seiner Eigenschaft als Mitglied des Landwirthschaftsraths, ist fallen gelassen worden; es liegt also nur eine einfache P r i v a t beleidigung vor, die von der Staats anwaltschaft im„öffentlichen Interesse" verfolgt wird. Wir warten nun zunächst den Gerichtsbeschluß ab, ob das L�.dgcricht dem An trag der Staatsanwaltschaft beitritt und die Sac�e vor die Straf kammer verweist. Je nachdem diese Entscheidung ausfällt, können erst wettere Schritte eingeleitet werden. Wie ein ostpreuHischer. Landrath Wahlen macht. Ein außer st erbitterter Wahlkampf war im Kreise Königsberg(Land)-Fischhause» geführt worden. Be kanntlich wollte ein Theil der Konservativen der bisherigen Abge ordneten des itreiseS, Grafen Dönhoff-Fricdrichstein, nicht wieder aufgestellt haben, weil derselbe entgegen einem früheren Versprechen nicht gegen die Handelsverträge gestimmt hat. Verhandlungen wegen Aufstellung eines Kompromißkairdidaten, die zwischen den beiden konservattven Richtungen geführt wurden, hatten kein Resultat. So wurden Graf Tönhoff- Friedrichstein und der agrarische Graf Dohna-Wundlacken als Kandidaten gegen einander aufgestellt. Der Kampf zwischen beiden Richtungen wurde mit troßer Erbitterung geführt, besonder» in der Presse. Für den Grafen )ohna trat die„Ostpreutzische Zeitung", für Dönhoff der„General Anzeiger" ein. Gegen die Sozialdemokratie, von der die Gegner voraussahen, wurde im Kreise während des Wahlkampfes in rücksichtsloser Weise vorgegangen. Ein höchst interessantes Nachspiel zu dieser ReichstagSwayl fand am Sonnabend, den 17. d. M.. vor der ersten Strafkammer des Landgerichts zu Königsberg i. P. statt. Auf der Anklagebank nahmen Platz der Verantwortliche Redakteur der„Volks-Tribüne", Genosse Wilhelm Rakutt, und der Chefredakteur der agrarisch- konservativen„Ostpreußischen Zeitun Fritz Bley. Beide waren angeklagt der Beleidigung durch die Prefie. Genosse Rakutt sollte durch einen Arttkel:„Wie konservative Wahlen gemacht werden", Herr Bley durch drei Artikel seines Blqjttes nicht erweisbare Thatsachen verbreitet haben, die geeignet sind, den Landrath des Kreises Königsberg, Geh. Reg.� Rath Baron von Hüllessem, m der öffentlichen Meinung herabzusetzen und verächtlich zu machen. Der Landrath trat als Nebenkläger auf. Vertheidiger des Genossen Rakutt war Reichs tagsabgeordneter Rechtsanwalt Hugo Haase. ' In dem unter Anklage gestellten Auffatz der„Volks-Tribüne" war gesagt worden, Landrath von Hüllesscm habe durch ein amtliches Cirkular an die Amtsvorsteher, Gendarmen. Gutsvorsteher u. s. w. seines Kreises sich„eine schwere Wahlbeeinflussung zu Schulden kommen lassen." Dann war gesagt, daß die .Ostpreußische Zeitung" ihrer Entrüstung Ausdruck gegeben habe, daß die Freunde Dönhoffs angedeutet hätten, der Kaiser interessire sich für die Wahl Dönhoffs. Dann war das konservative Blatt wie folgt zittrt: „Aber leider ist man bei diesem unlauteren Manöver nicht stehen geblieben, sondern hat auf den wirthschaftlich abhän« gigen Theil der konservativen Wählerschaft einen unverantwortlichen Druck ausgeübt. Entgegen seinem den Vertrauensmännern der konservativen Partei gegebenen Ver sprechen hat der Landrath des Landkreises Königsberg. Herr Geheimer Regierungsrath von Hüllessem, sich nicht nur nicht neutral verhalten, sondern auf die Gastwrrthe und Lehrer den vollen Druck seines amtlichen Uebergewichts aus- geübt." Wie schon früher festgestellt, habe Herr von Hüllessem die Rest aurateure sogar„in Steuersachen" aus sein Bureau bestellt, um sie zugunsten des Grafen Dönhoff zu bearbeiten— eine geradezu als Röthigung sich darstellende Verletzung seiner amtlichen Stellung." In den inkriminirten Arttkeln der„Ostpr. Ztg,..war nur in anderen Wendungen das gesagt, was oben angegeben ist. Bei Eintritt in die eigentliche Verhandlung überreicht Rechts- anwalt Haase dem Gerichtshof das amtliche Zirkular des Land- raths, von dem in der„Volks-Tribüne" die Rede ist.� In demselben wird den Beamten angezeigt, daß am nächsten Sonntag zahlreiche Sozialdemokraten auf das Land mit Flugblättern und Stimmzetteln kommen werden. Dann heißt es:„Indem ich Ihnen hiervon Kennttntz gebe, erwarte ich, daß Sie, ohne"gegen die gesetzlichen Bestimmungen zu verstoßen., n g e- eigneter Weise dagegen einzuwirken verstehen werden und hierdurch für dienäch st e Reichstags- wähl für die staatserhaltenden Elemente ein- treten. Dann folgten Borschriften, wie sich die Beamten den Sozial- demokraten gegenüber zn benehmen haben. Ein zweites Zirkular des Landraths, durch welches die Gast wirthe des Kreises zum 5. Juni mit einer Frist von fünf Tagen aufs Landrathsamt bestellt werden, überreicht Rechtsanwalt Meyer. Der Zeuge, Landrath Geh. Regierungsrarh Baron v. Hüllessem, erklärt sehr weitschweifig, aber wenig genau und verständlich, daß er mit den bestellten Gaslwirlhen nicht gesprochen habe, bei denselben daher auch keine Wahlbeein- flussung getrieben haben könne. Das Zirkular an die Amtsvorsteher habe er erlassen, weil bei seinen Beamten im Kreise Mißgriffe vorgekommen seien, namentlich sozialdemokratische Agitatoren, wie ihm Rechtsanwalt Haase bestätigen würde, widerrechtlich eingesperrt seien. Das Zirkular sei nicht gegen die Sozialdemokratie gerichletl Es wolle die Sozial demokraten nicht ausschließen, wenn es von staats erhaltenden Elementen spreche. AIS nicht staats erhaltende Leute bettachte er„wüste Elemente, eigentlich Anarchisten, ganz rabiate Kerle." Aus den Streit der Konservativen untereinander eingehend, führt er aus, er habe sich für verpflichtet gehalten, dafür zu wirken, daß sein Kreis durch einen ruhigen Konservativen vertreten werde. Es sei durchgesickert, daß der Landrath von Fischhausen für Dohna eintrete; um sich nichtgew issermaßenzublamiren, habe er für D ö n h 0 f f eintreten müssen. Seinen Gendarmen habe er gesagt, agittren sollten sie nicht, aber sagen, daß er,„der Alte". für Dönhoff sei. In längeren Ausführungen schildert er dann, daß er in gelegentlichen Gesprächen mit Gastwitthen, Lehrern u. s. w. die Wahl des Dönhoff befürwortet habe. Vor 18 Jahren, als die Kandidatur für den Kreis zu vergeben war, habe er an den in Amerika weilenden Dönhoff depeschirt:„Kommen Sie, ich stelle Sie als Kandidat auf." Jetzt konnte ich den Mann nicht fallen lassen. Auf wiederholtes Beftagen der Vertheidiger giebt der Landrath dann zu: daß er seinen Settetär als„S p r a ch r 0 h r" benutzt habe, um auf die Ga st wirthe für Dönhoff einzuwirken. Er habe aber dem Sekretär gesagt: Rühren Sie mir keine Wahlproteste ein II Mehrere Gastwirthe aus dem Kreise, die vernommen werden, können sich auf merkwürdig wenig besinnen. Bei einem derselben sieht sich der Vorsitzende zu der Bemerkung veranlaßt, er solle nur nicht ängstlich sein, der La ndrath habe ja schon mehr gesagt. Durch die Aussage des Sekretärs des Landraths wird klipp und klar festgestellt, daß derselbe vom Landrath den striktten Auf- trag hatte, die Gastivirthe für die Wahl dcS Grafen Dönhoff zu bearbeiten. ?euge Oberinspektor Schulz, im Dienst des Grafen Dohna- d b u r g, meint auf die Frage des Vertheidigers Haase, es werde wohl stimmen, daß der Landrath zu ihm gesagt habe, sein Herr werde nicht mehr bei Hofe eingeladen, wenn er für ben Kandidaten Dohna-Wundlacken ein- trete. Zeuge Oberstlieutenant a. D. v. Sodenkron-Tropitten bekundet mit aller Bestimmtheit, Landrath v. Hüllessem habe ihm das Versprechen gegeben, sich bei der Wahl neutral zu verhalten. Das Versprechen sei nicht gehalten. Der Staatsanwalt erklart in seinem Plaidoyer, eine Anzahl Aeußerungen der inkriminirten Arttkel seien durchaus ge- eignet, den Landrath verächtlich zu machen. Es könne einem Beamten kein schwererer Vorwurf gemacht werden, er habe„in rücksichtsloser Weise auf Personen den vollen Druck seines amtlichen Uebergewichts ausgeübt, er habe sein Versprechen nicht gehalten, habe sich einer „geradezu als Röthigung sich darstellenden Verletzung seiner amtlichen Stellung" schuldig gangcht. Der eine, von beiden Blättern abgedruckte Artikel" sei so aggressiv, so ge hässig, daß selbst dann eine Verurtheilung stattfinden müßte, wenn der Wahrheitsbeweis erbracht worden sei. Der Wahr- heitsbeweis sei nicht erbracht. Allerdings sei der Landrath mit Eifer und warmem Interesse für die Wahl des Grafen Dönhoff eingetreten. Die Sozialdemokraten könnten nicht an- nehmen, das Zirkular an die Amtsvorstehsr sei gegen sie gerichtet, da sie ja bestritten. Umstürzler zu sein, vielmehr nur gesetzlich den Staat umwälzen wollten. Durch die Beweisführung wollten die Angeklagten dem Landrath nur eine Stiederlage beibringen. Es sei ein Zeichen politischer Naivität, wenn jemand annehme, der Landrath solle einem solchen Wahl- kämpf in seinem Kreis mit verschränkten Armen zusehen. Solche idealen Landräthe gebe es nicht. Die würden selb st im Zukunftsstaat des Ange- klagten Rakutt nicht anzutreffen sein. Der Angeklagte Rakutt habe den Attikel nur übernommen, er könnte milder beuttheilt werden wie Bley, aber da er als Sitz- redakteur seines Blattes die Beleidigung von Beamten und Behörden gewerbsmäßig treibe, sei er strenge zu bestrafen. Er beantrage für Rakutt 390 M., für Bley wegen der drei Artikel 990 M. Geldstrafe. Rechtsanwalt Haase verwahrte den Genossen Rakutt gegen die unerhörte Beleidigung von Seiten des Staatsanwalts. Dann führte er aus, daß im Saale ein Bild von Wahl- bceinflussung entrollt sei, wie es drastischer nicht dargestellt werden könne. Ohne Zeugen sei der Wahrheitsbeweis erbracht, da der Landrath selbst die schlimmsten Wahlbeeinflussungen zugestanden habe. Große Heiterkeit rief es hervor, als der Vertheidiger ausführte, wenn der Landrath die Sozialdemokratie zu den staatserhallenden Parteien zählte, sei es allerdings möglich geivesen, daß derselbe im Zweifel gewesen, welche Staats st ütze, der Graf Dohna oder der Sozialdemokrat Schnell mehr zu bekämpfen sei. Da die unerhörtesten Wahlbeeinflussungen bewiesen seien, Rakutt als Mitglied des sozialdemokratischen Wahlkomitees auch der Schutz des§ 193 zugebilligt werden müsse, beantrage er Freisprechung für denselben. Nach dreiviertelstündiger Bcrathung fällte der Gerichtshof folgendes Uttheil: Der Angeklagte Rakutt ist freigesprochen. Der Angeklagte Bley ist freigesprochen. Die Kosten werden der Staats- lasse auferlegt. Der Wahrheitsbeweis ist voll er- bracht für alle Behauptungen. Der Gerichtshof habe die Absicht der Beleidigung nicht erkennen können. Außerdem hätten die Angeklagten in Wahrung berechtigter Interessen gehandelt. — Wie wir hören, will der Staatsanwalt gegen das vernünftige Uttheil Berufung einlegen._ Soziales. Zu dem Gesetzentwurf über den Arbeiterschutz in Werk- statten der Hausgewerbetreibenden, der von dem nationalliberalen Abgeordneten Frecherrn H e y l z u Herrnsheim und Genossen im Reichstag eingebracht worden ist, schreibt der offiziöse ,H a m- b u r g i s ch e Korrespondent": Wie wir hören, stellen sich die verbündeten Regierungen zu dieser Frage noch ebenso wie zu Anfang der 99 er Jahre. Damals wollte man, wie dies auch der Wottlaut der schließlich angenommenen Novelle vom 1. Juni 1891 bezeugt, in Rcgierungskreiscn mit dem Ar- beiterschutz für dieHausindustrie nicht auf dem Wege des Gesetzes, sondern auf dem der Verordnung vorgehen, und zwar einmal, weilmaner-st die Verhälttiisse der einzelnen Berussarten genauer erforschen, und sodann. weil man die Ausdehnung a l l m ä l i g vornehmen wollte. Hierzu hielt man aber den Weg der Verordnung für geeigneter als den des Gesetzes. Die Ansicht der verbündctm Regierungen drückte sich in der im§ 154 der Gewerbe-Ordnung enthaltenen Ermächtigung des Bundesraths zur Ausdehnung der Arbeiterschutzbestimmungcn auf alle Werkstätten aus. Nur Werkstätten, in denen die Arbeitgeber aus- chließlich zur Familie gehörige Personen beschäftigen, sind davon ausgcschloffen und sollen es ja auch nach dem neuen im Reichstage eingebrachten Gesetzentwurf bleiben."— Weder von der Mehrheit de? Reichstag? noch vom BimdeSräth' sind zur Zeit Entschließungen zu erwarten, die eine gründliche Besserung der skandalösen Arbeitsverhältnisse in der Hausindustrie zur Folge haben könnten. Der Heyl'sche Entwurf selbst läßt einen sehr wichtigen Punkt außer acht, indem er die hausgewerblichen Betriebe, deren Inhaber nur Familienangehörige be- schäftigen, nicht den Arbeiterschutz-Geseyen unterstellt. Abgesehen davon, daß kaum zu kontrolliren ist, ob in einem solchen Betriebe nicht auch andere Personen wenigstens zeitweise beschäftigt werden, haben die Familienangehörigen von Hausindustttellen nicht dasselbe Recht auf staatlichen Schutz wie die Personen, die zu den Hausinduslriellen in keinem Berwandtschaftsverhältniß stehen? Eine ärztliche Untersuchung von Kindern in ländlichen Bezirken hat der preußische Kultusminister in einem Erlaß an« geordnet, der an verschiedene Regierungspräsidenten gerichtet ist. An etwa sechs Schulen eines jeden Regierungsbezirks soll durch den zu- ständigen M-dizinalbeamten unter Zuziehung des Kreis- Schul- inspeklors und Hauptlehrers untersucht werden, ob die zum Schulbesuch angemeldeten Kinder 1. ohne Gefährdung ihrer Mitschüler zum Eintritt in die Schule zuzulassen sind und 2. voraussichtlich ohne Nachtheil für ihre körperliche Entwickelung an dem Unterricht uneingeschränkt oder bedingungsweise cheilnehmen können. Auch auf Kinder, die die Schule bereits besuchen, soll die Untersuchung ausgedehnt werden. Im Anschluß hieran ist eine Be- sichtigung der Schulzimmer vom hygienischen Standpunkt aus vor- zunehmen und auch darüber zu berichten. Auf grund dieser Feststellungen soll ein Uttheil darüber ge- Wonnen werden, ob die ärztliche Prüfung des Gesundheitszustandes bei der Aufnahme der Kinder in die ländlichen Volksschulen. sowie bei der gesundheitlichen Ueberwachung der Schüler überhaupt und in welchem Umfange erforderlich sei. Für die Einführung vollständiger Sonntagsruhe in den Bank- und EngroS- Geschäften durch Erlaß einer 0 r t s- st a t u t a r i s ch e n Bestimmung tritt der Kaufmännische Verein in Frankfurt a. M. in einer Petition an den Magistrat ein. Zur Begründung wird u. a. angefühtt: Der Verein könne auf grund der vielen Beobachtungen seiner Mitglieder behaupten, daß bei den Bank- und Engros-Getchäften eine Sonntagsarbeit nicht nöthig sei. Die meisten Geschäfte dieser Att hätten die völlige Sonntagsruhe bereits freiwillig eingeftihrt und die übrigen Geschäfte die Sonntags- arbeit nur aus alter Gewohnheit beibehalten. Viele Anfragen und Auskünfte bestätigten, daß in den noch offen haltenden Bank- und Engros-Geschäfteil eine wichttge und ernste Arbeit an Sonntagen überhaupt nicht stattfinde. Die von den Post- und Eiscnbahn-Ver- waltungen getroffenen Einrichtungen erschwerten oder verböten an Sonntagen die Ausführung etwa eingelaufener Aufträge, es bliebe überhaupt für die Sonntagsarbeit nur die Erledigung solcher Ge- schöfte übrig, die ohne Nachtheil auf den folgenden Tag verschoben werden könnten._ Uehke Nschvichten und Depesitzen. Der Krefelder Etreik ist. entgegen unseren früheren Meldungen und im Widerspruch mit den heute in den bürgerlichen Blättern stehenden Nachrichten, nach einer uns zugehenden Privat- depesche noch nicht beendet. München, 19. Dezember.(B. H.) In dem nahegelegenen Neufreimann fand gestern zwischen zwei Offizieren, einem Premier- lieutenant und einem Major, ein Pistolenduell statt, in welchem der Major erschossen wurde. Die Ursache zu dem Duell ist nicht bekannt. Wien, 19. Dezember. sW. H.) In einer von den Thristlich-Sozialen einberufenen Versammlung erklärte Bürgermeister Lueger, er habe die Absicht, zu demissiontren, und zwar wegen fortdauernder Differenzen mit dem Statthalter und wegen der Uneinigkeit innerhalb der Partei. Die letztere rst bemüht, Lueger von seinem Vorhaben abzubttngen. PariS, 19. Dezember. lB. H.) Wie die„Libetts" benchtet, hat Picquart die bestimmte Erklärung abgegeben, daß er eine etwa auf ihn fallende Wahl zum Senator nicht annehmen werde. Paris, 19. Dezember.(W. T. B.j D ep utirtenkammer. Fortsetzung.(Siehe Politische Uebersicht.) Nachdem einige Redner über die Frage der Weinzölle gesprochen haben, geht das Haus zur Besprechung der Interpellation M i l I e r a n d über die Be» dingungen, unter denen das„geheime Dossier" in der Angelegenheit Dreyfus dem Kassanonshofe mitgetheilt werden solle, über. Millerand erklätt, der KassationShof müsse Herr darüber sein, die Untersuchung zu letten, wich er wolle; er müsse in der Lage seiu, von allen Akten Kenntniß zu, nehmen, wenn die Revision mcht im wesentlichen zu nichte gemacht werden solle.(Beifall links.) Ministerpräsident Duvuy betont,' er wolle eine unabhängige Gerechtigkeitspflege, aber der Kastattonshof selbst erkenne an. daß eS da eine Verantwottlichkeit gäbe.� daß man Vorsicht gebrauchen müsse, und daß es neben seiner (des Kassationshofes) Verantwortlichkeit ein« Verantwortlichkeit der Regierung gäbe. Die Mittheiluna des Dossier»nne nur erfolgen unter Vorsichtsmaßregeln und Garantien. Es handele sich um' Aktenstücke. deren Verbreiwng die Sicherheit des Staates beeinträchtigen könnte. Die Aktenstücke würden nur unter der Bedingung mitgetheilt werden, daß sie! nicht der Oeffentlichkeit übergeben werden.(Lebhafter Beifall.)! Vi Viani(Sozialist) fragt, ob der Kassattonshof das Dossier dem Vertheidiger des Angeklagten werde mittheilen können.(Wider-! spruch.) Ministerpräsident D u p u h erwidert: Wenn die erwähnten Garantien nicht gegeben werden, wird es unmöglich sein, das Dossier dem Kassationshof mitzutheilen. Das ist alles, was ich sagen kann.(Beifall.) Hierauf werden mehrere Tagesordnungen ein- gebracht. Die Kammer nimmt schließlich die von Perier- Larsan ein- gebrachte und vom Ministerpräsidenten Dupuy genehmigte Tages- ordnung, welche die Erklärungen der Regierung billigt, mit 379 gegen 89 Stimmen an. London, 18. Dezember.(B. H.) ES wird befürchtet, daß mit dem bei South Shields gesunkenen Dampfer„Jlios" 20 Mann, darunter auch der Kapitän, zu gründe gegangen sind. Wenigstens hat man bisher nur von 3 Geretteten Nachricht, während die Besatzung 23 Mann zählte. Rom, 19. Dezember.(B. H.) Wie„Jtalia Militario" meldet, soll die imlienische Regierung entschloffen sein, Mcnelik den Krieg zu erklären, falls derselbe Galabat besetzt. Italien treffe bereils in Erythräa die nöthigen Vorbereitungen. Antwerpen, 19. Dezember.(B. H.) Die hiesige Polizei verbot die Aufführung des Schauspiels„Die schlechten Hirten" von Lctave Mirabeau wegen der anarchistischen Tendenz des Stückes. Madrid, 19. Dezember. Hier ist eine MinisterkrisiS aus- gebrochen. Die Demission des Gesammtministeriums wird ettvattet. S a g a st a liegt krank zu Bett. Liffabo», 18. Dezember.(B. H.) Die Gerüchte von einem Verkauf oder von einer Verpachtung der Tclagoa- Bai werden von der Regierung entschieden demenlitt. Kairo, 19. Dezember.(W.T.B.) Marchand räumte Faschoda mit seiner Abtheilung heute Morgen um 11 Uhr. Nachdem die fraiizösischc Flagge niedergelassen worden war. wurden die btttischen und egyptischen Flaggen auf dem Fort gehißt, welches sofort von egyptischcn Truppen besetzt wurde. Marchand begab sich nach dem Sobat-Fluß. Washington, 19. Dezember.(W. T. B.) Senat. M a s 0 n brachte eine Resolution ein, welche darauf hinweist, daß die Auf- merksamkeit des amerikanischen Volkes darauf gelenkt worden sei, daß die Gesetzgebung im deutschen Reichs- tage darauf ausgehe und beabsichtige, die Einfuhr amerika» nischer Wurst und anderer Fleischprodukte zu verbieten. Die Reso-, lution weist den A ck e r b a u- A u s s ch u ß an, sich eingehend mit dieser Angelegenheit zu beschäftigen und, wenn ein bezüglicher Entwurf Gesetz wird, sofort eine Bill zu unterbreiten, durch welche eine Untersuchung von Zurter, Fleisch, Wein und anderen Nahrungsmitteln, die aus Deutschland kommen, angeordnet wird.� Heranttvortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Jnseratentheil verantwottlich: Th. Glocke in Berliu Druck und Verla» von Mar Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen u. UuterhaltungSblatt.� Br. 297. 15. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dicas, 20. Dezember 1898. # Dienstag, Vorgesehten der Minister betrachten können, weil derfelbe stets dauer der nach Ablauf der statutenmäßigen Zeit noch erwerbsunfähige Parteigenossen Berlins und der Vororte! in alles felbft eingegriffen habe. Heute herrsche ein anderes Strante bis auf weiteres hilflos ift. Das ist durchaus nicht so selten; Regime, jetzt greife der Kaiser selbst umfangreich ein, 1895 z. B. wurden bei den hiesigen Orts-, Betriebs- und InnungsBei der letzten Reichstagswahl wurden in Berlin und seinen ohne daß dieses stets Regierungs- Maßnahmen zu fein Strantentassen über 4000 solche Fälle festgestellt. Gegenivärtig sind, Vororten über 200 000 Stimmen für unsere Partei abgegeben. Zu brauchten. Der Reichskanzler selbst sei nicht viel mehr wie oben ersichtlich, bei den Orts- Krankenkassen noch nahezu zwei diejer Stimmenzahl steht die Zahl der Abonnenten des Vorwärts" wie ein Minifter. Bekannt sei, ivie stets mit außer Drittel aller Mitglieder der gleichen Gefahr ausgesetzt. in feinem Verhältniß. Kann und soll der Vorwärts" auch ordentlicher Geschicklichkeit versteckte Angriffe gegen den Kaiser Von den Jumungen Berlins. Der neueste, das Jahr 1897/98 nicht mit den fogenannten parteilofen und bürgerlichen gerichtet würden. Die Sozialdemokratie könne hier nicht behandelnde Bericht der städtischen Gewerbedeputation, der AufsichtsBlättern in Konkurrenz treten und sich auf den Abonnenten- fagen, daß sie mit reinen Mitteln arbeite, und wer dieses sage, behörde über die hiesigen Innungen, theilt mit, daß Ende 1897 fang verlegen, so muß doch seine Verbreitung in in weit sage entweder die unwahrheit oder aber bei dem sei das Gefühl für stärkerem Maßstabe als bisher wachsen. Es ist jedes einzelnen persönliche Ehre so abgeschwächt, daß sie es nicht merken. Legien hat( bezw. 1896) hier 67( 68) Innungen bestanden, deneit 18 271 An keiner Arbeitsstätte, in keinem Kreise von Kollegen oder Genossen, und er habe dieses auch gewollt. Er beantragt gegen Legien zwei( 18442) Mitglieder angehörten. Die weiblichen Mitglieder sind Wittwen. 1897 hatten die meisten Mitglieder: die Schuhmacher in teiner Bolts- und gewerkschaftlichen Versammlung darf die Monate und gegen Lüttgens 6 Wochen Gefängniß. Agitation für Ausbreitung des Vorwärts" ruhen; hierbei mit- Diese staatsanwaltlichen Aeußerungen, die die Verant die Tischler 1848( einschl. 235 Wittwen), die Barbier, Friseur- und 2316( einschl. 4 Wittwen), die Schneider 1377( einschl. 39 Wittwent), zuwirken ist Eure Pflicht und Schuldigkeit! wortlichkeit gewiffermaßen vom Reichslanzler auf den Berrückenmacher Innung 1252( einschl. 100 Wittiveit); die Raiser übertrugen gemäß dem Bismärdischen Worte, daß gemäß dem Bismarckischen Worte, daß der Kaiser sein eigener Kanzler sein wolle-- riefen eine starke Ver- wenigsten: die Schwertfeger 8 die Zimngießer 6, die Beiwunderung hervor. rather in Rechtsangelegenheiten 4( Wittwen in keiner dieser Eingehend entgegnen Regien und der Vertheidiger. Legien drei Innungen). Die 67 Inungen hatten zusammen, im bemerkt, sein Gefühl für persönliche Ehre sei keineswegs abgeschwacht, Laufe des Jahres eine Einnahme von 195 209 M., eine Ausgabe nur sei es nicht so weit entwickelt, daß er in jeder harm von 192 730 W. und am Jahresschluß ein Vermögen von 2196 981 M., lofen Aeußerung eine Majestätsbeleidigung erbliden tönne. Grund- ungerechnet den Immobiliarbesitz. Neue Imungen haben sich im fäßlich enthalte er sich jeder Bemerkung, die auf den Kaiser gedeutet Berichtsjahr nicht gebildet( der im Vorjahr von der Freien Stritit zu üben sei, sondern weil er bei der herrschenden Manie, gelehnt worden), dagegen hat sich die Steinmetz- Jmmung aufge werden könnte, nicht deshalb, weil an der Person des Kaisers keine Vereinigung selbständiger Fleischermeister" gestellte Antrag, ihr die Nechte einer Jmmung zu verleihen, ist inzwischen von der Polizei abin allem eine Beleidigung zu wittern, nicht mit dem Strafgesetz in to st. Die gegenwärtig in der Ausführung begriffene Umgest alSonflitt kommen wolle. Alle Beschwerden und Wünsche sind auch fortan stets in erster Reihe an die Preßkommission zu richten, welche jedem berechtigten Verlangen Folge verschaffen kann; das vorherige Breit treten fleinlicher Ausstellungen in Versammlungen schädigt die Partei und macht die von Euch ſelbſt erwählte Kommission überflüssig. Es ist daher Eure Pflicht, Beschwerden, welche der Breßkommission noch nicht vorgelegen haben, von der Diskussion in Versammlungen vorerst auszuschließen. Organ in jeder Beziehung auf der Höhe zu halten, tren unterstützen Wir hoffen, daß die Genossen uns in dem Bestreben, das Parteiund unsere Arbeit durch Anregungen, Wünsche und Mittheilungen aller Art, besonders aber durch energische persönliche Thätigkeit für Weiterverbreitung unserer Presse, den Borivärts", fördern helfen. Berlin, im Dezember 1898. Mit sozialdemokratischem Gruße Die Preßtommission. Die Adreffen der Preskommiffions- Mitglieder sind: I. Wahlkreis: August Täterow, Annenstr. 26. Karl Woldt, Kanonierstr. 13, 3 Tr. II. Wahlkreis: Schrade, Belleallianceftr. 76, 8 Tr. Ferdinand Ewald, Schönleinstr. 6. III. Wahlkreis: A. Wartenberg, Louisen- Ufer 39, H. 2 Tr. Rob. Hinze, Annenstr. 32, 2 Tr. IV. ahItreis SO.: Paul Hoffmann, Oppelnerstr. 21. O.: Adolf Hoffmann, Blumenstr. 14. V. Wahlkreis: Ad. Roth, Schönhauser Allee 2. W. Friedländer, Elsasserstr. 25. VI. Wahlkreis: Karl Leid, Soldinerstr. 87. Herm. Dornbusch, Pascwalferstr. 9. Nieder Barnim. Robert Basewaldt, Weißensee, Streuftr. 120. Emil Gerstenberger, werden. Das Urtheil lautete auf Freisprechung. Der Bericht tung der Innungen auf Grund der neuen Inmungs- Gesetzin der Zeitung beruhe nicht auf einem Stenogramm oder wörtlichen gebung kann erst im nächſtjährigen Bericht( 1898/99) behandelt Niederschrift, e set er habe also feinen feinen Anspruch auf wörtliche Genauigkeit. Es sei nicht ausgeschlossen, daß der Bericht die Die Kehrmaschinen der städtischen Straßenreinigung Worte Legien's verschärft habe. Ausgeschlossen sei auch nicht, wurden im Jahre 1897/98 von 61 auf 63 vermehrt, wovon 52( im daß der Reichskanzler gemeint sein könne, doch würde das Vorjahr 50) im Betriebe und 11 in der Reserve waren. Der Unters Gericht tein Bedenten getragen haben, eine Majestäts- nehmer, dem die Bespannung, Bedienung und Unterhaltung der der beleidigung für vorliegend zu erachten, wenn einwandfrei habe Stadt gehörigen Maschinen übertragen ist, erhielt für ſeine gesprochr habe. Aus den Aussagen der Zeugen habe sich dieses Walzen werden festgestellt werden können, daß Legien von höchster Stelle" Leistungen 118 200 M., pro Maschine täglich 6,15 M. Die aber nicht mit Ccherheit feststellen lassen. Auch gegen Lüttgens sei fie dem Unternehmer von der Stadt geliefert; mußten im Tezten Jahre durchschnittlich schon nach auf Freisprechung zu erkennen, eine beleidigende Absicht habe ihm 23 Tagen erneuert werden. Die Leistung einer solchen nicht nachgewiesen werden können. Auch Fahrlässigkeit liege nicht Maschine ist sehr bedeutend, bei bestem Pflaster etiva 8500 Quadrat bor. Wenn ſelbſt ein Majestäts- meter, bei schlechtestem etwa 5500 Quadratmeter, im Durchschnitt beleidigung nicht habe finden können, könnte dieses etwa 6400 Quadratmeter in der Stunde. Der Bericht der Straßennicht vom Angeklagten erwarten. Der Antrag auf Erstattung der reinigungs- Deputation hebt hervor, daß Handarbeit etwa baaren Auslagen an die Angeschuldigten sei abgelehnt, weil es nicht von vornherein festgestanden habe, daß eine Majestätsbeleidigung nicht vorliege. eine mant Weil also irgend ein Gericht sich nicht sofort darüber klar Lederstr. 115. noi ist, ob eine Majestätsbeleidigung vorliege oder nicht, muß ein unschuldig Angeklagter büßen. Das ist die Haftpflicht des Geschädigten für die von richterlichen Beamten begangenen Irrthümer. Teltow Beeskow. Otto Klein, Rigdorf, Kaiser Friedrichstr. 236. Köster, Schöneberg, Koburgstr. 5. Alle hier genannten Parteigenossen nehmen Beschwerden, Anregungen 2c. entgegen. Reichskanzler oder Kaiser? % 136 Lokales.o # and 10 3 das Sechsfache kosten würde. Bei dieser Gelegenheit wollen wir daran erinnern, daß es jetzt 40 Jahre her find, daß Berlin die erste Straßenfege- Maschine zu sehen befam. Sie wurde der Stadt 1858 von einem Mitbürger geschenkt. Die Maschine war aber sehr schwer und komplizirt gebaut und erforderte zu ihrer Bedienung zwei Arbeiter. Dabei schaffte sie so wenig, daß sie, wie die angestellten Versuche ergaben, noch weniger leistete, als in der felben Zeit zwei Leute mit Handarbeit zu leisten vermochten. Się wurde daher nicht in Gebrauch genommen, sondern als Rarität aufbewahrt. Es dauerte dann noch beinahe zwei Jahrzehnte, bis sich die Kehrmaschine in Berlin endlich einbürgeru Eine öffentliche Bibliothek und Lesehalle soll wie uns tonnte. Versuche mit anderen Modellen wurden wiederholt mitgetheilt wird im nächsten Jahre in Berlin aus Privatmitteln gemacht, aber es fehlte allen diesen Maschinen immer noch Aus Kiel, 17. Dezember, wird uns geschrieben: Ein sehr mert errichtet werden. Der Parteigenosse Hugo Heimann stiftet nach ein Mensch eine Maschine eingeführt hat: fie tonnten teine an dent wichtigsten Erforderniß, ohne das wohl noch nie würdiger Majestätsbeleidigungs: Prozeß beschäftigte, wie im dem Muster der englischen free public liberaries eine Jedermann Arbeiter überflüssig machen, wenigstens in Berlin nicht. Vorwärts" schon telegraphisch berichtet wurde, die Kieler Straf zu tostenloser Benutzung zugängliche öffentliche Bibliothek Das lag jedoch nicht an ihrer Konstruktion denn diese war allfammer. Die Anklage war so fünstlich konstruirt, daß auch Juristen und Lesehalle. Letztere wird an politischen Zeitungen aller Rich- mälig wesentlich verbessert worden sondern an der eigenartigen die Eröffnung des Hauptverfahrens für unmöglich hielten. Angeklagt waren der Genosse Legien aus Hamburg und derungen, Fachzeitschriften, Revnen, Journalen, Nachschlagewerken u. f. w., Organisation des Berliner Straßenreinigungswesens. In Berlin Rebatteur Lüttgens von der Schleswig Holsteinschen Volts reichhaltiges Material enthalten, während die umfangreiche Bibliothel stand die Straßenreinigung feit 1851 in Verbindung mit dem zeitung". alle Disziplinen Geschichte, Geographie, Nationalökonomie, Natur- Feuerlöschwesen, und die Reinigung wurde von den Der Auflage lag folgender Thatbestand zu grunde: Im Mai wissenschaften, Sozialpolitit, Gesetzgebung, Philosophie, Belletristik ze. Sprigenmännern mitbesorgt. Unter diesen Umständen hätte die Einführung selbst der besten Kehrmaschinen, auch wenn dieses Jahres hatte in einer Rede in Kiel der Kandidat Genosse möglichst vollständig umfassen soll. Voraussichtlich wird das Institut, fie mit einem Schlage hunderte von Arbeitern überflüssig Legien auch die Maßregelung zweier Genossen in Friedrichsort be- für deffen Errichtung und dauernde Erhaltung ausreichende Mittel gemacht hätten, feinen Gewinn gebracht, sondern sie wäre, geradezu sprochen, die bei einer Flugblattverbreitung ungesetzlicherweise verhaftet bereitgestellt sind, im Zentrum der Stadt ein zweckmäßig eins ein Lugs gewesen; denn die Zahl der Sprizenmänner konnte und ihrer Arbeitsstätte, der kaiserlichen Torpedowerkstatt in Friedrichsgerichtetes, allen Anforderungen genügendes Heim finden, und im natürlich mit Rücksicht auf die Feuersicherheit der Stadt nicht einort denunzirt worden waren. Nach der Anklage, die zur Unterlage Laufe des nächsten Sommers eröffnet werden können. Die Er- geschränkt werden. Im Jahre 1875 waren zwar 4 Kehrmaschinen den in der„ Kieler Volksztg." erschienenen Versammlungsbericht hatte, richtung und Verwaltung des Instituts übernimmt ein aus fünf und 1 Chaussee- Abzugsmaschine vorhanden, sie wurden jedoch nicht soll Legien gesagt haben: Als aber am 1. Oftober 1875 die Straßen Der Direktor der obengenannten Werkstatt würde die Maß- Mitgliedern bestehendes Kuratorium; dem der Stifter, Genoffe gebraucht. reinigung. von der Feuerwehr getrennt wurde, nicht er und washer angehören, regelung nicht vorzunehmen gewagt haben, wenn er nicht im Heimann, sowie die Genossen Bebel, Singer, eder änderte sich die Sachlage fofort. Die Verwaltung richtete erhöhte Marineminister einen Rückhalt hätte, und dieser hätte den Direktor hause und Basner angehören. Wir wünschen diesem schönen, Aufmerksamkeit auf die Verbesserung der Kehrmaschinen( der„ Bemaßregeln müssen, wüßte er sich nicht an höchster Stelle gemeinnüßigen Unternehmen rege Wirksamkeit und reichen Erfolg. richt über die Gemeindeverwaltung Berlins 1861-76" sagt:„ zur gededt. Die primitivste Forderung der Gerechtigkeit und der Ersparung von Arbeitskräften"), und die neuen VerGrundgedanke der Reichsverfassung, daß nämlich auch im Arbeiter Der goldene Sonntag" der Staatsbürger zu respektiren sei, find durch diese Maß- stand unter der Herrschaft des Regengottes. Obgleich jedochuche waren bald so erfolgreich, daß schon 1876 zu den 4 von der Obgleich jedoch Feuerwehr übernommenen Maschinen gleich 26 neue angeschafft regelungen in gleicher Weise auf das gröblichste verlegt und das die Wasser des Himmels, wenn auch nicht in Ströment, so wurden. Allerdings wurde die Einführung der Maschinen und ihre auf grund einer vorausgegangenen offenbaren Ungesetzlichkeit." doch zeitweise recht anhaltend herniederrieselten, Die Anflage nimmt an, daß durch die Worte höchsten Stelle" längerer Aufenthalt im Freien durchaus nicht zu den An Straßenreinigungs- Deputation schon 1875( erst versuchsweise, dann und ein Benutzung in größerem Umfange auch dadurch begünstigt, daß die der Kaiser gemeint sei und folgert, daß durch den Sinn des oben nehmlichkeiten gehörte, so war der Verkehr in den Straßen, nament- definitiv) zur nächtlichen Straßenreinigung überging. Wiedergegebenen dieser beleidigt sei. Genosse Lüttgens soll durch lich während der Nachmittags- und Abendstunden, wo der feuchte Segen den Abdruck dieser Worte in dem Versammlungsbericht des gleichen von oben nicht gar zu oft herabträufelte, äußerst lebhaft. Mag auch Bergehens wie Legien sich schuldig gemacht haben. Die Beerdigung unseres verstorbenen Parteigenossen, des ein großer Theil des Publikums, mur um der Schaulust zu genügen, Böttchers Hermann Balke, fand am Sonntag Nachmittag trotz des Zuerst hatte das Landgericht einen Einstellungsdie Geschäftsstraßen aufgesucht haben, mag auch in der dahinfluthen- schlechten Wetters unter sehr zahlreicher Betheiligung statt. Balfe beschluß des Strafverfahrens gefaßt, da keine Majestätsbeleidigung den Menge so mancher proletarische Vater und manche proletarische starb im 40. Lebensjahre an der Schwindsucht. Er war unverheirathet. vorliegend sei. Es sei davon auszugehen, daß Legien an einem Bei- Mutter die Kinder spazieren geführt haben, um ihnen die nur für In der Oeffentlichkeit als Redner 2c, ist er wohl niemals hervorspiel feinen Buhörern habe zeigen wollen, welche Wirkung ein ein zahlungsfähiges Publikum erreichbaren Herrlichkeiten von ferne getreten; jein Wirken lag in der aufopferungsvollen Kleinarbeit für Ausfall der Reichstagswahl im reaktionären Sinne auf die zu zeigen und den kleinen so die vielleicht einzige Weih- die Partei, und besonders tüchtig war er, wenn es galt, Mittel zur Stellung und die Entschließungen der maßgebenden Faktoren nachtsfreude zu bereiten, die ein kindliches Gemüth beim Striegsführung heranzuschaffen. Wie in der politischen Bewegung, so der Reichsregierung würde, ausüben können. Daß der Kaiser nach Anschauen all der schönen Sachen empfindet, so konnte man war er auch in seiner Gewerkschaft mit Eifer thätig. der Verfassung unverleßlich sei und daß der Reichskanzler die Ver- doch bemerken, daß sich auch ein lebhafter Geschäftsverkehr Als die Leidtragenden den Emmaus- Friedhof erreicht hatten, antwortlichkeit für die Regierungsatte und Maßnahmen der Reichs- entwickelte. In allen Läden, wo Weihnachtsartikel feilgehalten bot sich ihnen eine der im christlich- sozialistentödtenden Staat ja verwaltung trage, fchließe zwar nicht aus, daß der Kaiser in Bes werden, sah man Stäufer. Eine wahre Bölkerwanderung strömte in nicht ganz außergewöhnlichen Ueberraschungen. Nicht weniger als ziehung auf seine persönliche Betheiligung an einem solchen Regierungs- den Riesenbazaren ein und aus, so daß man wohl annehmen kann, fieben uniformirte Gendarmen standen auf dem Gottesader, des afte beleidigt werden könne, doch fehle es im vorliegenden Falle für diese Geschäfte ist der verflossene Sonntag in der That ein gleichen waren auch diverse Polizisten in Zivil erschienen. Die Bes aber an dem nothwendigen Zusammenhange zwischen der Person des goldener gewesen. Auch den fliegenden Händlern, die sich in den erdigung ging aber ohne Zwischenfall von statten Der GesangKaisers und dem gegen einzelne Organe der Reichsverwaltung er- belebtesten Straßen sehr zahlreich aufgestellt hatten, gelang es mehr verein Liberté" trug einige stimmungsvolle Lieder vor; werthvolle hobenen Borwurfe, daß die von denselben getroffenen bezw. gebilligten als an den vorhergehenden Tagen, ihre billigen Artikel an den Stränge wurden von den Parteigenossen Berlins, vom vierten WahlMaßregelungen einzelner Arbeiter die primitivste Forderung der Mann zu bringen, und so mögen auch diese armen Gelegenheits- freise Südost, von der Lokalkommission und von verschiedenen VerGerechtigkeit u. f. w.( wie oben) verlegt habe. händler von dem Segen des goldenen Sonntages ihren bescheidenen einen niedergelegt. Ebenfalls hatten die Arbeitskollegen der Firma Antheil davongetragen haben, was ihnen gewiß zu gönnen ist. Eifermann und der Zentralverband deutscher Böttcher ihrem todten Freunde Kränze gewidmet. " Diese dem Laienverstande recht vernünftig erscheinenden Gründe fanden jedoch vor dem Oberlandesgericht teine Billigung, bas vielmehr die Eröffnung des Strafverfahrens wieder anordnete. Von den Orts- Krankenkassen, die Ende 1807 hier bestanden, Die Verhandlung gestaltete sich recht interessant. Die gewährten( wie aus einer Uebersicht in dem neuesten Bericht der Etwas für die Zuchthansschwärmer. Als die Fensters beiden Belastungszeugen Polizeikommiffar Martin und Kriminal- Gewerbebeputation hervorgeht) 16 Stassen mit durchschnittlich puber im Jahre 1895 ihre traurige Lage zu verbessern suchten, kommissar Wohrenberg, trugen mehr zur Ents als zur Belastung 89 560 Mitgliedern eine 18 wöchige Krantenunterstügung stellten sich gerade die größeren Reinigungsinstitute diesem Streben des Genossen bei. Letterer, der nur als Versammlungstheilnehmer" 14 Stassen mit 115 050 Mitgliedern eine 26 wöchige, 4 Kaffen mit mit der Behauptung entgegen, daß ihre Arbeiter, soweit die Rede Legien's angehört hat, kann sich des genauen Wortlauts 9020 Mitgliedern eine 39 wöchige, 28 Kaffen mit 122 250 Mit Entlohnung und Behandlung in betracht komme, feineswegs nicht mehr erinnern, und der erstere, der bestimmt die Worte an gliedern eine 52 wöchige. Der Bericht weist darauf hin, daß sehr zu klagen hätten. Mag sein, daß die Herren das höchster Stelle" gehört haben will, geräth fo in Erregung, als ihn 1897 bezüglich der Unterstützungsdauer eine mals glaubten, was sie fagten. Zicht man die That der Vertheidiger frägt, weshalb er denn, als die feiner Meinung wesentliche Besserung gegenüber der Vorjahre fache in Erwägung, daß sich seit dieser Zeit die Lohn- und nach strafbare Aeußerung gefallen sei, die Versammlung nicht auf eingetreten ist. Das trifft zu; denn Ende 1896 ge- Arbeitsverhältnisse der Fensterpuger noch beträchtlich ber gelöst habe, daß der Präsident mahnt:" Ja immer hübsch ruhig währten 18 Kassen mit durchschnittlich 144 000 Mitgliedern eine schlechtert haben, so ist bei den Unternehmern sogar bleiben, das ist das beste". 18 wöchige Unterstützung, 16 Kaffent mit 55 600 Mitgliedern eine auf den guten Glauben zu schließen, daß es den Legien bestreitet, von höchster Stelle" gesprochen zu haben, 26 wöchige, 8 Kafien mit 6900 Mitgliedern eine 39 wöchige, 21 Rassen Arbeitern damals noch biel zu gut gegangen haben er habe nur von höherer Stelle gesprochen und damit das mit 113 000 Mitgliedern eine 52 wöchige. Wenn man freilich noch müsse. Die immer ärger gewordenen Lohnbrückereien haben Gesammtministerium resp. den Reichskanzler gemeint. Diefer habe um einige Jahre weiter zurückgeht und beispielsweise das Jahr 1890 schließlich wieder eine Anzahl der Berufsangehörigen gezwungen, das Ernennungsdekret der Minister gegengezeichnet, fei für die zur Bergleichung wählt, dann zeigt sich, daß 1897 die verhält in der Gründung einer Organisation Schuß gegen Thätigkeit derselben in legter Stelle verantwortlich, daher ihr Vor- nisje tros der neuerlich eingetretenen Befferung schrankenlose Ausbeutung zu suchen. Die erste zu diesem Zweck eingefester. doch immer Der Staatsanwalt hält es für undenkbar, daß der 1890 durften nämlich 22 588 Mitglieder für 13 Wochen, 35 264 für der Buchthausära interessant zu sehen, was das Unternehmerthum Billies 18 B 1890 lagen berufene Versammlung fand am 21. November statt. Nun ist es in Reichstanzler eine höhere Instanz über den Marineminister fei. 26 Wochen, 20 702 für 39 Wochen, 194 557 für 52 Wochen diesem Ereigniß gegenüber an Vergewaltigung leistete. An In Marinesachen habe diefer nichts drein zu reden. Bei dem Unterstützung beanspruchen. Eine 52 wöchige Unterstügung hatten dem Tage, wo die Bersammlung stattfand, wurde den Buzern des regen Interesse, das der Kaiser für Marine- 1897 mur 361/2 pet, 1890 aber 714 pet. aller Mitglieder Instituts Moussi in der Elisabethstraße bekannt gegeben, daß jeder wede stets an den Tag gelegt habe, fei nur von Orts Krankenkassen zu beanspruchen. Wo nach 52 wöchiger Arbeiter, der sich getraue, die Versammlung zu besuchen, Biefer gemeint. Zur Zeit des Fürsten Bismarck, da habe Unterstügung die Erwerbsunfähigkeit noch fortdauert, tritt sofort bie entlassen würde. Wirklich wurde auch ein Buzer, der an der Verman vielleicht zur Noth, aber auch nur zur Noth, diesen als einen Invaliditäts- Versicherung ein, während bei fürzerer Unterstügungssammlung theilgenommen hatte, am nächsten Tage auf die 0 Straße gefeßt. Am 12. Dezember sollte abermals eine Ver- giftet. Die Anfragen bei dem Gericht in Zingers in Rußland er zwar, weil sie die Veränderungen im Mitgliederbestande der Polizei Sammlung der Fensterpußer stattfinden. Am Morgen dieses Tages gaben, daß es dort einen Millionär Leo v. Münzel nie gegeben hat. nicht binnen drei Tagen angezeigt hatten; wegen des Mitgliederfanden die Arbeiter des Instituts Stähr, Petristr. 17, in den Der Rechtsanwalt Hugo Wurm ist in der Nacht zum Sonntag weil den Vorstehern von Vereinen, wenn sie nicht zur Zeit der Bureauräumen folgenden Utas angeschlagen: Wer die Fenster unter qualvollen Leiden gestorben. verzeichnisses erklärte das Gericht sie jedoch für nichtschuldig. Er hatte am Sonnabend vor puger Bersammlung besucht, wird nicht mehr beschäftigt. Auch hier wurde der einzige Arbeiter, der die Versanım: 8 Tagen mit seiner Frau und seinem sechsjährigen Knaben eine Gründung des Bereins schon das Vorstandsamt inne hatten, im lung besucht hatte, am folgenden Morgen entlassen. Bemerkt sei noch, Droschte benußt, um nach Hause zu fahren. Unter den Linden, in Sinne des§ 2 des Vereinsgefeßes auf grund dieses Paragraphen das Original Verzeichniß = nicht abberlangt daß es in den beiden Versammlungen von Aufpassern und Spionen der Nähe des Brandenburger Thores, scheute das Pferd, die Droschte werben tonne. Das Kammergericht schloß fich getest stürzte um, und alle drei Insasien erlitten anscheinend nur leichte dieser Auffassung an. der Unternehmer förmlich winmelte. Die dringende Nothwendigkeit einer Organisation für die Aus- Kontusionen, während der Kutscher schwer verlegt nach der Charitee gebeuteten des erwähnten Berufs ergiebt sich aus der Thatsache, gebracht werden mußte. Um Frau und Kind zu schüßen, hatte sich Zur Mordaffäre Singer. Die Untersuchung gegen den des daß die Firma Moussi ihren Tourenarbeitern 2 M. 50 Bf. und Rechtsanwalt Wurm, während das Gefährt umfiel, an das Fenster Mordes an der unverehelichten Singer verdächtigten Schneider Guttihren Kolonnenarbeitern gar nur 2 M. 25 Pf. Tagelohn zahlt; die des Kupees gelehnt, und die Glassplitter der zertrümmerten Fenster: mann stößt fortwährend auf Schwierigkeiten. Vor etwa 8 Tagen Firma Stähr giebt wöchentlich 15 M., wovon aber außer etwaigen fcheibe drangen in seinen Körper ein. In den ersten Tagen der wurde die Voruntersuchung geschlossen und die Akten wurden der Strafgeldern noch Kosten für Kaution, Kleidung und Reinigung Genesung entgegengingen, einen leichten Schmerz am linken Knie erhoben werden solle oder nicht. Jezt hat der Staatsanwalt die Aften dem verflossenen Woche spürte Herr Wurm, während Frau und Kind der Staatsanwaltschaft zugestellt, um darüber zu entscheiden, ob Anklage Man sieht, daß die Inhaber der Fensterreinigungs Institute doch achtete er nicht weiter darauf. Erst am Donnerstag nahm er Untersuchungsrichter wieder zurückgestellt mit der Begründung, daß alle Ursache haben, sich vor dem erwachenden Solidaritätsbewußtsein ärztliche Hilfe in Anspruch, da sich hochgradiges Fieber eingestellt er das Gutachten der Schreibsachverständigen Frau Professor Dillor ihrer Ausgebeuteten zu fürchten. Nüßen wird ihnen der Terroris hatte, und Blutvergiftung, hervorgerufen durch einen Glas allein nicht für ausreichend halte. Es wird munniehr ein zweiter mus auf die Dauer allerdings nicht. Jener bekannten Sorte von Splitter im Knie, eingetreten war. Es war teine Rettung mehr Sachverständiger herangezogen werden, welcher zu begutachten hat, Buchthaus schwärmern aber, die nach neudeutschem Heuchel- möglich.is ob die Schriftstücke, die zur Belastung Guttmann's so schwer ins prinzip in der arbeiterfeindlichen Bresse jeden Tag ihr Lied vom Gewicht fallen, von seiner Hand herrühren. Streifterrorismus herleiern läßt, überliefern wir hiermit die Fälle Stähr und Moussi als besonders schätzbares Material. abgehen. " 0 Von der Direktion des Kaiser und Kaiserin Friedrich: Kinder Krankenhauses wird uns mit dem Ersuchen um Veröffent lichung mitgetheilt, daß die Weihnachtsbescheerung über morgen, Donnerstag, Nachmittag 5 Uhr stattfindet. 9 Die Privatklage, welche der Kaufmann Georg Wertheim gegen den Rechtsanwalt Ulrich angestrengt hatte, gelangte gestern vor der zweiten Instanz zur Verhandlung. Am 29. April d. J. Orgelfonzert. Der Orgelvortrag in der Marienkirche am Mittwoch, fand im Buggenhagen'schen Saale eine öffentliche Versammlung den 21. Dezember, mittags 12 Uhr, wird ausgeführt durch Herrn Musit statt, in welcher erörtert wurde, wie die fleinen Gewerbetreibenden direktor Dienel, Frl. Hedwig Bönisch, Frl. Gerda Lange, Herrn Ewald gegen die großen Bazare und Waarenhäuser in Schutz genommen Niegisch, Biolinist, und Herrn Adolf Bolte. Der Eintritt ist frei. werden könnten. Im Laufe der Diskussion stellte einer der Redner Urania. Der als Entdeder neuer Glemente in der Atmosphäre be die Behauptung auf, daß in den Bazaren nur Ramschwaare geführt kannte Professor Ramsay aus London, welcher vorgestern in der hiesigen werde und daß aus diesem Grunde die Preise niedriger feien als in Chemischen Gesellschaft über seine Ergebnisse berichtete, wird auch einen den kleinen Geschäften. Der Beklagte nahm darauf das Wort, um populären Experimental- Vortrag über denselben Gegenstand halten, und auszuführen, daß die Behauptung des Vorredners nicht zuzwar am Mittwoch Abend im großen Theatersaal der Urania, Taubenstraße treffend sei. Die fleineren Geschäftsleute würden deshalb Fenerbericht. Sonnabend Asend mußte Griebenow- von den großen Waarenhäusern unterdrückt, weil die Instraße 3 ein Schornsteinbrand beseitigt werden. Steinmez haber der legteren über große Kapitalien verfügten und traße 20 war in der Badestube ein unbedeutender Brand aus- infolge dessen billiger ein- und verkaufen könnten. Beklagter ergebrochen, der ohne Hilfe der Wehr abgelöscht werden konnte. Legtere läuterte dies an einem Beispiel aus der Praxis". Ein jüdischer wurde am Sonntag dreimal in Anspruch genommen. Köpnider Kaufmann in Frankfurt a. D. habe sich in Geldverlegenheit befunden. straße 129 ging der Inhalt eines Schaufensters in Flammen auf, Er sei nach Berlin zu der Firma Wertheim gefahren und habe der= Bergmannstr. 57 wurde die Balkenlage in der Küche erheblich selben sein gesammtes Waarenlager, welches einen reellen Werth von vom Feuer beschädigt. Längere Zeit hatte die Wehr zu thun bei 100 000 m. gehabt habe, für 50 000 M. angeboten. Wertheim habe einem Brande, der kommandantenstraße 42 in einem Hut- ihm 20 000 m. geboten, und das Waarenlager sei schließlich für geschäft ausgebrochen war. Am Montag erfolgte bis zum Abend 25 000 m. in den Besitz der Firma Wertheim übergegangen. Durch diese Mittheilung fühlte sich der Inhaber der Firma Wertheim, der Kaufmann Georg Wertheim, umso mehr beleidigt, da die ganze Geschichte der Wahrheit nicht entsprach. Das Schöffengericht sprach den Angeflagten frei, weil der Beflagte, der die Mittheilung von einem früheren Anwalt erhalten hatte, hauptung, selbst wenn sie wahr gewesen wäre, nicht geeignet ſei, die sich im guten Glauben befunden habe und die aufgestellte Be faufmännische Ehre des Klägers zu beeinträchtigen. Der Gerichtshof zweiter Instanz war anderer Ansicht. Die be= kaufmännische Ehre des Klägers zu beeinträchtigen. anstandete Mittheilung sei wohl geeignet, das Ansehen des Klägers Der Vorstand. in den breiten Schichten des Kaufmannsstandes herabzusetzen, und wenn der Beklagte sich auch im guten Glauben befunden habe, so mußte er doch das Bewußtsein gehabt haben, daß der Kläger sich beleidigt fühlen fonnte. Er müsse wegen Beleidigung verurtheilt werden und sei die Strafe auf 30 M., bemessen worden. ,, Weihnachts- Ausstellungen" werden dem Berliner Publifum gegenwärtig an verschiedenen Orten mit den gebräuchlichen Mitteln Der Reklame angepriesen. Zwei dieser Veranstaltungen befinden sich in der Alexandrienenstraße, die dritte hat sich an der Stadtbahn, unweit des Alexanderplates aufgethan. Wer aber in dem Glauben, er finde in diesen Weihnachtsausstellungen etwas, was zum Weihnachtsfest in irgend welcher Beziehung steht, seinen Nickel Eintrittsgeld erlegt, der sieht sich arg getäuscht. Auf verhältnißmäßig engem Raum sind in diesen Weihnachtsausstellungen" zusammen gedrägt: Karoussels, Würfel- und Schießbuden, einige Verkaufsstellen minderwerthiger Waaren, sowie Schaustellungen allerniederster Art, die natürlich nur gegen besonderes Eintrittsgeld zugänglich find, und Kneipen. In einer der Weihnachtsausstellungen" nehmen die Kneipen sogar den größten Raum ein, und Damenkapellen, deren in bunten Flitterstaat gesteckte Mitglieder musikalische Aufführungen von recht zweifelhaftem Werth darbieten, sorgen für die Unterhaltung der Gäste. Diese Veranstaltungen sollte man zu treffenderweise als Jahrmarktstrubel, Klimbim à la Vogelwiese oder dergleichen bezeichnen. Leute, die an solchen Schaustellungen Gefallen finden, würden ja dann auch diese Orte aufsuchen. Dagegen würden diejenigen, welche etwas mit dem Weihnachtsfest oder der Weihnachts- feine Alarmirung. stimmung in Zusammenhang stehendes erwarten und deshalb vielleicht sogar ihre Kinder zu diesen Stätten mitnehmen, nicht vergebens Zeit und Geld opfern. Am Sonntag, wo die genannten„ WeihnachtsAusstellungen" start besucht waren, fonnte man häufig von den Heraustretenden die im Tone der Enttäuschung gesprochenen Worte die am Mittwoch, den 21. d. M., abends 81 hr. in Lange's Treptow, Banmschulenweg. Die Parteigenoffen werden auf hören:„ Wofür haben wir hier eigentlich unsern Groschen bezahlt?" Restaurant stattfindende Versammlung des Vereins Borwärts" auf Mit prächtigen Kränzen war am Sonnabend das Grab merksam gemacht. Auf der Tagesordnung steht:" Fortiegung der unseres Parteigenossen Max Schrinner auf dem Elisabethkirchhof Diskussion des Stuttgarter Parteitages. Um zahlreichen Besuch ergeschmückt. Zahlreiche Freunde des Verstorbenen hatten seines sucht Geburtstages pietätvoll gedacht. Der Konflikt der Steglitzer Gemeindevertretung mit der Die Naturalisationen von Ansländern haben, wie einige Regierung wegen der Erhöhung der Gehälter der Blätter berichten, im letzten Jahre auffallend zugenommen. Die Boltsschullehrer ist jetzt zu gunsten der Aufsichtsbehörde, In der Naturalisations- Urkunden werden von der höheren Verwaltungs- das heißt im Sinne der Erhöhung entschieden worden. behörde( im Stadtkreis Berlin vom Polizeipräsidenten) ausgefertigt, legten Sigung der Gemeindevertretung wurde mitgetheilt, daß die nachdem die Gemeinde oder der Armenverband desjenigen Ortes, Regierung im Verwaltungsstreit- Verfahren gegen die Mehrheit der wo der Antragsteller sich niederzulassen gedenkt, darüber gehört Gemeindevertretung ein obfiegendes Erkenntniß erhalten hat. Die worden ist, ob dieser sich und seine Angehörigen zu ernähren im Gemeinde wurde verurtheilt, ihren Lehrern ein Grundgehalt von stande ist. Derartige Anfragen, für die in Berlin die Gewerbe- 1300 M. zu zahlen und zwar mit der Wirkung vom 1. April 1897 an. deputation des Magistrats zuständig ist, sind bei dieser im legten Die Mehrbelastung für den Haushalt der Gemeinde ist nur unJahre 90( gegen 50 im Jahre vorher) eingegangen; von diesen hat bedeutend, die Gewerbedeputation 81 befürwortet. Neujahrsbriefe. Die Ober- Postdirektion giebt bekannt: Um bei dem bevorstehenden Jahreswechsel eine beschleunigte Ueber mittelung der Ortsbriefe zu erzielen, werden am 31. Dezember in den Schalterräumen der hiesigen Postämter besondere Brief: fasten aufgestellt werden, die zum Einlegen der Ortsbriefe" be stimmt sind. Dem Publikum wird im eigenen Intereffe empfohlen, fich zur Auflieferung der in Berlin verbleibenden Briefe der Brief fasten für Ortsbriefe" zu bedienen. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, daß die in früheren Jahren bestandene Einrichtung, nach welcher die Neujahrsbriefe bereits vom 26. Dezember ab eingeliefert werden konnten und bei den Postanstalten bis zur Bestellung am 1. Januar aufbewahrt wurden, wegen der damit verknüpften betriebstechnischen Schwierigkeiten aufgehoben worden ist. Die Briefe gelangen jegt allgemein alsbald nach ihrer Auflieferung zur Bestellung. Aus den Nachbarorten. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Anarchisten und Gewerkschaften. Unter diesem Titel schreibt das Neue Leben", das Organ einer Berliner Anarchistengruppe, dem jetzt der Lebensfaden abgeschnitten ist, folgendes: Durch Hundebisse schwer verletzt wurde vorgestern früh in Rig dorf der 27 jährige Metallarbeiter May F Der junge Mann, der die Nacht durchschwärmt hatte und fich gegen 7 Uhr morgens auf„ Wir verwerfen aus guten Gründen die politische Seiltänzerei, dem Rückwege nach seiner in der Staligerstraße belegenen Wohnung wir predigen den ökonomischen Kampf, wir können aber die befand. bemerkte in der Hermannstraße in Rirdorf ein junges Anarchisten an den Fingern abzählen, welche sich als unerschrockene Mädchen, welches er ansprach und nach dem Hofe eines Grundstücks und t'hatkräftige Rebellen innerhalb der wirthschaftlichen verfolgte. F. beachtete nicht, daß auf dem Grundstück ein Hofhund Arbeiterorganisationen finden. an der Kette lag, trat vielmehr dicht an das wüthend zerrende Thier heran, welches den Arbeiter zu Boden riß und mit seinen Zähnen übel zurichtete. Zwar wurde der Angetrunkene von Hausbewohnern schnell aus seiner gefährlichen Lage befreit, doch hatte er schon er hebliche Verlegungen an Armen, Schulter und Brust erlitten und mußte einem Krankenhause zugeführt werden. jetzt wieder eine Verhaftung vorgenommen; es wurde ein sollege In der Rühle'schen Mordsache hat die Spandauer Polizei des bereits in Haft befindlichen Schloffers Krusemart, der Schloffer Lilienthal, festgenommen. = wir Das muß in Zukunft anders werden, zumal uns jetzt mehr denn je in anderer Hinsicht schwere Gefahren drohen, vor denen wir zwar auch nicht zurückschrecken oder uns verkriechen wollen, müssen nicht nur, wie es bisher zum größten Theil der Fall war, Kritik üben an allem, was der Kritik noch werth ist, sondern wir müssen besseres leisten als jene ,, die wir glauben ein Recht zu haben, gegenüber denr Kapital zu erreichen, dort aber, wo sich Gelegen bekämpfen zu müſſen. Hinein in die Organisationen, als einzelner vermag man wenig heit bietet, als einzelner Front zu machen, da wollen wir es thun, Die Ferien der höheren Schulen Berlins für das Jahr 1899 durch Handlungen und Thaten, durch Beispiele müssen wir zeigen, find wie folgt festgesezt: Osterferien: Schluß des Schuljahres, Die Handelskammer in Potsdam war von dem„ Prüfungs- daß wir nicht nur zu schwäßen sondern auch zu handeln verSonnabend, 25. März; Anfang des Schuljahres Dienstag, 11. April. ausschuß für den Großschifffahrts- Kanal" Berlin- ſtehen. Durch Handlungen unserm Prinzip gemäß wollen wir uns Pfingstferien: Schluß des Unterrichts Freitag, 19. Mai; Stettin" zum Beitritt aufgefordert werden. Sie hat aber be- über die Masse erheben, damit diese uns nicht länger mehr gleichAnfang des Unterrichts Donnerstag, 25. Mai. Sommer= ferien: Schulschluß Freitag, 7. Juli; Schulanfang Dienstag, schlossen, borläufig hiervon Abstand zu nehmen, weil in der giltig gegenübersteht, so wie wir es bis jezt gegenüber der Masse 15. August. Herbstferien: Schulschluß Handelskammer beide Interessentengruppen, die eine für die östliche gethan." Sonnabend, Richtung, die andere für die westliche, fast gleichmäßig stark ver- Die Taktik wird bereits seit einiger Zeit von den Herren 30. September; Schulanfang Dienstag, 10. Oftober. Weih treten sind. Denn während Spandau und Osthavelland den Kanal Anarchisten befolgt und ist auch von anderer Seite eine Propaganda nachtsferien: Schulschlußz Mittwoch, 20. Dezember; Schulanfang in westlicher Linie wünschen, find Potsdam, Luckenwalde ze. ent- zum Eintritt in die politischen Organisationen der sozialdemokratischen Donnerstag, 4. Januar 1900. Bekanntlich gebietet ein Bopf aus Bartei.. befürwortet. Der anarchistische Artikelschreiber hat seine mystischen Gründen, daß die Ferien der Gemeindeschulen zum theil Barteifreunde richtig eingeschätzt, das Schwägen ist ihnen die Haupts fürzer ausfallen, als die der höheren Schulen. fache und der einzige Programmjazz", über den Einstimmigkeit herrscht. In den Gewerkschaften beschränkt sich bisher ihre Thätigfeit darauf. Zwietracht in die Reihen der organifirten Arbeiter zu tragen und mit Vorliebe gefallen sie sich darin, über ihre politische Zugehörigkeit die Mitglieder der Gewerkschaften möglichst im Zweifel zu laſſen. wenn wir auch nicht glauben, daß die Handvoll Anarchisten in der Gewerkschaftsbewegung einen maßgebenden Einfluß gewinnen fönnen, so wird es doch gut sein, wenn man über ihre Absichten informirt ist und da, wo sie auftauchen, ihrer Propaganda des Schwägens die nöthige Abfertigung zu theil werden läßt. fchieden für den Ostkanal. Die Handelskammer will angesichts des Zwiespalts der Interessen den Verlauf der Angelegenheit bis auf weiteres abwarten und teine Stellung zu irgend einem Projekt nehmen. In Sachen Hundt und Genossen, in welcher Angelegenheit wie mitgetheilt, der hiesige Gastwirth Burki auf die Beschuldigung Gegen die geplante Linienführung des neuen Teltower des jugendlichen Checkfälschers Hundt als Anstifter zu den Dieb- Kanals, der von der Oberspree bei Grünau bis zur Havel bei stählen verhaftet wurde, sind bereits über 100 Beugen vom Unter- Glienicke geleitet werden soll, wird die Gemeinde Tempelhof, fuchungsrichter vernommen. Sie sind Angestellte und Stammgäfte wie dort in der letzten Gemeindevertreter- Sigung beschlossen worden in dem Burkischen Lokale und sollten ihre Wahrnehmungen betreffs ist, beim Landrath Einspruch erheben. Der Kanal, wie er jegt gedes Verhältnisses zwischen Burki und Hundt bekunden. Dem Ver: plant ist, wendet sich zu weit von Tempelhof ab. nehmen nach haben sie für den bisher lediglich durch das Zeugniß des Hundt belasteten Wirth günstig ausgesagt. Die Ehefrau des Gastwirths wurde ebenfalls vernommen, hat aber in der Hauptsache von ihrem Recht der Zeugnißverweigerung Gebrauch gemacht. Ueber einen sehr traurigen Fall katholischer Kinderpflege, Gerichts- Beifung. der wohl noch weiter die Oeffentlichkeit beschäftigen dürfte, berichtet Oberschlesische Polizeizustände. Aus Gleiwit wird uns die„ Voff. 3tg.":„ Das etwa vierjährige Kind, das sich, wie berichtet: Im August war Genosse Winter aus Königshütte vom wir am Freitag berichteten, am Mittwoch aus der Anstalt der hiesigen Schöffengericht zu insgesammt 50 M. Geldstrafe verurtheilt Dominikanerinnen in Hermsdorf entfernt hatte, ist am worden, weil er bei einer Flugblattverbreitung vor der ReichstagsSonnabend Nachmittag in der Nähe von Schulzendorf durch einen wahl in Gleiwitz groben Unfug verübt, Widerstand gegen die StaatsVorarbeiter gefunden worden, natürlich, wie es bei den Witterungs- gewalt begangen und einen Polizisten beleidigt haben sollte. Genosse verhältnissen nicht anders zu erwarten war, todt. Es lag nicht inter legte Berufung ein und beantragte zugleich Bertagung der weit von der nach Kremmen führenden Chaussee entfernt in einem Angelegenheit. Infolge eines Versehens des Gerichtes wurde sein kleinen Grunde, wo es vor dem Unwetter Schuß gesucht Bertagungsantrag übergangen und Winter's Berufung im Oktober, hatte. Der Tod des Kindes ist durch die Fahrlässigkeit ohne daß er von der Verhandlung Kenntniß hatte, verworfen. Es der Dominikanerinnen veranlaßt worden, die das Thor der Umzäunung nicht geschlossen hielten. Diese Fahrlässigkeit ist um so härter zu beurtheilen, als auf etwa zwei Pfleglinge schon eine Schwester kommit." In der Turnhalle wurde am Sonnabend der Sohn Hermann des Magistratsbeamten Bröckelmann vom Tode ereilt. Mit mehreren Mitschülern vor Beginn des Turmunterrichts in der Halle der ersten Realschule plaudernd, brach er plötzlich zujanmen. Wahrscheinlich hat ihn ein Herzschlag getroffen. Deutsches Reich. Der Verband dentscher Lederarbeiter hat zum 9. April 1899 feine 10. Generalversammlung nach alberstadt einberufen. Die Unterdrückung der Zahlstelle der Fabrik- und Hilfsarbeiter in Frankfurt a./m. führt fortgesetzt zu neuen Polizeithatent. So wurden zum Sonnabend und Sonntag einberufene öffentliche Versammlungen der Fabrikarbeiter mit folgender Begründung verboten: Die von Ihnen für den 17. d. M., abends 9 Uhr und für den 18. d. M., nachmittags 4 Uhr, in das Lokal zum Rebstock, Krug gasse 4, hier, einberufenen öffentlichen Versammlungen werden, weil dieselben als Vereinsversammlungen des vorläufig geschlossenen Vereins„ Bahlstelle Frankfurt a. M. der Fabrik-, Landund Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen" anzusehen sind, hiermit verboten. b. Müffling. " Die Volksstimme" bemerkt hierzu: Woraus die Polizei schlußfolgert, daß eine öffentliche Versammlung eine Fortsetzung der Vereinsversammlungen der nichtgewerblichen Arbeiter ist, das ist uns unergründlich; dazu muß man die Erkenntniß eines Polizeimannes Was die Polizei mit all' den Maßnahmen erreicht, gelang ihm jedoch, Wiedereinsehung in den früheren Stand durchzusetzen und so wurde am 17. Dezember zum zweiten Male vor der Berufungsinstanz die Sache verhandelt. Die Verhandlung endete mit einem theilweisen Erfolge Winter's. Das Schöffengerichtsurtheil wurde aufgehoben und von der Begehung groben Unfuges und des Widerstandes gegen die Staatsgewalt wurde W. freigesprochen, wegen Beleidigung wurde er zu 25 M. Strafe verurtheilt. Das Gericht haben. stellte fest, daß Winter widerrechtlich von einem Polizisten( Frante) steht auf einem anderen Blatt." sistirt worden war. Winter's Vertheidigung führte Rechtsanwalt Pohl aus Gleiwik. das Die Kesselschmiede in der Fabrik von Cegiesti in Bojen haben die Arbeit eingestellt. Die Arbeiter konnten mit dem niederen Alford nicht mehr auskommen. In der Sache der russischen Millionenerbschaft wird weiter Das Vereinsgesetz gegen die Arbeiter. Vom Vorstand des mitgetheilt, daß die Frauensperson, die das schon mitgetheilte Juferat Gewerkvereins deutscher Maschinenbauer in Ober- Lavievnik forderte über den Nachlaß des Millionärs Leo v. Münzel aufgab, an meh- die Polizeibehörde das Original- Mitgliederverzeichniß ein und Bei der Gewerbegerichtswahl in Hirschberg haben die reren Stellen erhebliche Beträge erschwindelt hat. Sie hat sich mit machte geltend, der Verein bezwecke, auf öffentliche Angelegenheiten Kandidaten des Gewerkschaftskartells einen glänzenden Sieg errungen. der Zeitungsanzeige und gefälschten russischen Papieren bei hiesigen einzuwirken. Die Vorstandsmitglieder kamen dem Verlangen Ueber das Stimmenverhältniß wird folgendes berichtet: 1. StadtLeuten eingeführt und vorgespiegelt, daß sie die gesuchte Erbin sei. nicht nach, und bestritten vor allem, daß fie die Pflicht bezirk: 77 Stimmen für unsere drei Kandidaten, 35 für die Hirsch Waren die Leute leichtgläubig, so hat sie um Darlehn gebeten. hätten, das Original Mitgliederverzeichniß einzureichen. Das Dunderianer; 2. Stadtbezirk: 171 Stimmen für unsere zivet Als sich dann der Schwindel herausstellte, hat die Frau fich ver- Landgericht als Berufungsinstanz verurtheilte die Angeklagten Kandidaten, 34 für die Hirsch- Dunckerianer. Ebensolchen Erfolg hatten wir in Cunnersdorf, Grunau und Petersdorf, während von Arnsdorf und Schmiedeberg gegenwärtig die Nachrichten noch fehlen. War der Ausgang der 1895er Gewerbegerichtswahlen für die HirschDuncker'schen Gewerkvereine fläglich zu nennen, so muß man die diesjährigen Wahlen für sie als geradezu niederschmetternd bezeichnen. Gegen unsere 248 Stimmen in der Stadt Hirschberg haben sie nur 69 der ihrigen aufbringen können. Das Resultat ist um so beachtenswerther, wenn man bedenkt, daß in Hirschberg noch immer ein guter Stamm der Hirsch- Dunder'schen Gewerkschaften zu finden ist. Die Steinfeger in Halle a. S. Haben für das nächste Jahr folgenden Lohntarif aufgestellt: Keine Affordarbeit; zehnstündige Arbeitszeit; als tägliche Höchst Arbeitsleistung pro Gefelle ist vorgeschlagen: Reihenpflaster 12 Quadratmeter, polygonales Kopfsteinpflaster 14 Quadratmeter, Mosaikpflaster 6 Quadratmeter bei fertigem Planum; Stundenlohn 50 Pf., bei leberlandarbeit pro Tag 1,50 M. Koftgeldzulage, freie Bahnfahrt und bei Arbeiten von längerer Dauer alle 14 Tage freie Hin- und Rückreise; Ueberstunden, Nacht- und Sonntagsarbeit, welche jedoch nur in ganz dringenden Fällen ausgeführt werden sollen, 100 pet. Aufschlag, Junggesellen durchweg 5 Bf. weniger pro Stunde, Aufstellung von Baubuden; Freigabe des ersten Mai; fämmtliches Handwerkszeug, mit Ausnahme der Pflasterhämmer, ist von den Meistern zu liefern; die Lohnzahlung hat Sonnabends eine Stunde vor Feierabend zu geschehen; an Sonnabenden vor Feiertagen eine Stunde früher Feierabend ohne Lohnabzug. Ausland. Tiferarisches. " W. Liebknecht's Schrift„ Die Emser Depesche" oder Wie Kriege gemacht werden" wird, wie uns der Verlag von Wörlein u. Ko. in Nürnberg mittheilt, im Januar in neuer vermehrter Auflage erscheinen. Neben dem bisherigen Juhalt wird die Broschüre die Schriften, welche nach dem Tode Bismarc's er schienen sind, namentlich die Busch'schen Enthüllungen und die Bismard'schen sog. Memoiren eingehend würdigen. Dieselben haben die Frage jener weltgeschichtlichen Fälschung wieder aktuell und eine Neuauflage der Broschüre nothwendig gemacht. Der Verfasser giebt lich alles mit, was sie über die Fälschung enthalten. Mit Rücksicht eine genaue Charakteristik jener beiden Schriften und theilt namentdarauf, daß Fürst Bismarck, der sich Busch gegenüber äußerte, den Kaiser nadt gesehen zu haben, sich selbst vor Busch und durch Busch vor aller Welt nackt" hingestellt hat, lautet der Rebentitel der Neuauflage jetzt: Bismard nadt. Versammlungen. Abgrund zwischen Besitzenden und Bestzlosen noch erweitert, sodaß durch eine schematische, eingeengte, alle Politik ausschließende Organisationsform, wie die heutigen Verbände, dem vorwärts strebenden Proletariat nicht genügt, beschließt die heutige Versammlung des Vereins der Tischler Berlins und der Umgegend, sich streng auf den Boden der durch Vertrauensmänner zentralisirten Gewerkschaften zu stellen und mit allen ge= seglichen Mitteln für die aufgestellten Forderungen in derselben zu wirken. In fernerer Erivägung: Da wir bei Streifs, welche wir als eine zweischneidige Waffe ansehen, jedoch als nothwendiges Uebel gebrauchen müssen, auch alle unorganisirten zu allererst in betracht zu ziehen haben, so erklären die Versammelten, ihre ganze Kraft dazu verwenden zu wollen, dieselben zu organisiren und im gegebenen Fall zu unterstützen, um sie dadurch an uns heran zu ziehen und feste kämpfer für die heilige Sache der modernen Arbeiterschaft zu machen." Deutscher Metallarbeiter- Werband. Mittwoch, 14. Dezember, fand in den„ Arminhallen" eine von 300 Personen besuchte Versammlung der Werkstatt- Vertrauensleute statt, welche zu der Ostern nächsten Jahres in Halle a. S. stattfindenden Generalversammlung. Eine öffentliche Böttcher ersammlung beschäftigte sich am Stellung nahm. Nather gab einleitend ein gedrängtes Bild der 11. Dezember mit dem Thema:„ Die Mißstände in den Werstätten wichtigsten Fragen, welche die Generalversammlung beschäftigen. und deren Betheiligung". Mitgetheilt wurde, daß namentlich in der werden und empfahl den Antrag des Vorstandes auf Er-, Faßfabrik in der Antonstraße( in Firma ko ch) schreiende Uebelstände höhung der Beiträge auf 30 Pfennig und Einführung der Koch) sich herausgebildet haben. Eine Bittschrift, die die Arbeiter an den Arbeitslosen Unterstügung. Nach längerer Diskussion, in welcher Fabrikanten Herrn Levi richteten und in der sie um Abhilfe er sich nur zwei Redner gegen die Einführung der Arbeitslosen- UnterUeber die Beilegung von Arbeitsstreitigkeiten in England fuchten, lehnte der letztere rundweg ab mit dem Bemerken, er ver- ftigung wendeten, erklärte sich die Versammlung mit allen gegen hat das Handelsamt eine bemerkenswerthe Statistik veröffentlicht. biene nichts, könne folglich auch nichts bewilligen, er erkenne zwar an, 12 Stimmen für die Einführung der Arbeitslosen- Unterſtüßung nach Von den Arbeitsstreitigkeiten wurden während des Jahres 1897 daß Mängel in seiner Fabrik vorhanden seien, aber bei der be- dem Antrag des Hauptvorstandes. Weiter wurde beschlossen, zu§ 4 direkt und indirekt berührt 230 267 Arbeiter gegen 198 687 im schränkten Räumlichkeit könnten die Wünsche der Arbeiter, namentlich einen Zusatz zu beantragen: Zur Deckung außerordentlicher örtlicher Jahre 1896, 263 758 im Jahre 1895, 324 245 im Jahre 1894 und in bezug auf Eßzimmer, Aus- und Ankleideräume, nicht berücksichtigt Ausgaben kann jede Verwaltungsstelle Extrabeiträge erheben". 636 396 im Jahre 1893. Durch Ausstände verloren gingen im werden". Der Vertrauensmann Buth erkannte es als lobenswerth Ein Antrag, Jahre 1897 10 345 523 Arbeitstage gegen 3 748 525 im Jahre 1896, an, daß die Böttcher der vorgenannten Firma, in deren Auftrag der Wahlbezirke zu die Zahl der Delegirten durch Vergrößerung verringern, wurde abgelehnt. leber 5 542 652 im Jahre 1895, 9 322 096 im Jahre 1894 und 31 265 062 er die Versammlung einberufen habe, endlich zur Einsicht gekommen das Verhältniß des Verbandes zur Generalkommission wurde im Jahre 1893. Der Vericht des Handelsamts weist nun darauf seien. Man solle aber auch fernerhin zur Organisation halten, um den Delegirten freie Hand gelassen. hin, daß eine gütliche Begleichung der Arbeitsstreitigkeiten in der dem Unternehmerthum mit Erfolg entgegentreten zu können. Un girten zu den 9 Mart betragenden Diäten einen Ortszuschuß zu ges Der Antrag, den Deles Zunahme begriffen sei, und die Arbeiter jetzt bei den Entscheidungen möglich sei es bei der noch vorhandenen Uneinigkeit der Kollegen, währen, rief eine längere Debatte hervor, die wegen vorgerückter größere Erfolge davontragen. Diese Schlüsse glaubt das Handels- die der Unternehmer wohl auszunuzen verstehe, in einen Streit ein- Zeit nicht zu Ende geführt werden konnte. Es wurde noch bekannt amt aus folgender Tabelle ziehen zu können: zutreten. Die weiteren Redner schlossen sich diesen Ausführungen gegeben, daß am 8. Januar, vormittags 10 Uhr, in der Brauerei Betheiligte Arbeiter: Auch wurde hervorgehoben, daß die mangelhaften Schuß- Friedrichshain eine außerordentliche Generalversammlung stattfindet, vorrichtungen in der Faßfabrik den Gesetzesvorschriften keineswegs in welcher die Anträge zur Generalversammlung berathen, wie auch entsprächen, wodurch Leben und Gesundheit der Arbeiter gefährdet die Kandidaten für die Wahl der 27 von Berlin zu entfendenden Delewerde. Die Versammlung nahm eine in diesem Sinne gehaltene girten nominirt werden sollen. Die Wahl der Delegirten erfolgt in Resolution einstimmig an. Eine große Anzahl der anwesenden einer späteren Generalversammlung durch Listenwahl. Böttcher traten der Organisation bei. Art der Erledigung Durch Schiedsgerichte. Durch Versöhnung und Vermittelung 65 700 Durch direkte Verhandlungen zwischen den Betheiligten Durch Rückkehr an die Arbeit 9 544 187 048 1895 13 215 1896 10 280 9 941 1897 9 756 119 282 zu den • 56 719 4352 0 Zusammen 263 758 120 936 46 780 7450 3 161 139 198 687 Bedingungen der Arbeitgeber Durch Einstellung anderer Arbeiter Durch Schließung der Werkstätten 2 397 Durch Vertagung . 1757 15 207 4 307 an. Die Gastwirthsgehilfen hielten am Freitag in den„ Armin Die Puter hielten am 12. d. M. bei Cohn, Beuthstraße, eine hallen" eine öffentliche Versammlung ab, in der zunächst der Gewerbeöffentliche Versammlung ab. Nach den Bericht, den Dietrich er- gerichtsbeisiger F. Wegener über die Thätigkeit der Kammer IV. 1 673 stattete, haben sich in diesem Jahre insgesammt 1328 Pußer, darunter des Berliner Gewerbegerichts referirte. Redner kritisirte mehrere 2732 waren 806 organisirt, an den Sammlungen betheiligt. Im Jahre 1897 Urtheile und machte darauf aufmerksam, daß sich das Gewerbegericht 230 267 war die Betheiligung um 196 größer, was darauf zurückzuführen in mehreren Fällen zu unrecht für unzuständig erklärt hatte, Die Talesweber in Kolemea( Galizien) streiken nun bereits stündigen Arbeitszeit v ist, daß die Zahl der Puzer infolge der Einführung der neun- wodurch den Klägern unnüße Kosten verursacht wurden und von ca. 1700 auf 1500 zurückgegangen auch in Tetter Zeit einige Urtheile vom Landgericht die 15. Woche und mit bewundernswürdiger Aufopferung wird der ist. Die Arbeitslofen- Statistit, an der sich 1013 Kollegen betheiligten, rettifigirt worden sind. In der Diskussion, an der sich Streit fortgefeßt. 80 Arbeiter, zumeist Familienväter, kämpfen gegen ergab 8270 Wochen Arbeitslosigkeit, wodurch ein Lohnausfall von Beiste, Schröder, Thomas und Braun betheiligten, einige gewinngierige Unternehmer, um ein paar Pfennige 347 340 M. zu verzeichnen ist. Hinzu kommen noch 1006 Krankheits- wurde das Verfahren, das jetzt in der sechsten Kammer üblich ist, Lohnerhöhung durchzusetzen. Selten ist der Kontrast zwischen wochen, die ebenfalls einen Vohnausfall von 42 252 M. bedeuten. bemängelt, insbesondere auch darüber geklagt, daß zu viel Prozeßüppigem Reichthum und bitterer Armuth so groß als in Mithin cine Gesammtsumme des Lohnverlustes von 389 592 m. fachen an einem Terminstage zur Verhandlung gestellt werden. diesem Gewerbe. Die Arbeitszeit beträgt nicht selten bis zur Kontrolle waren in vorigen Jahre 860, in diesem Jahre Hierauf gelangte folgende Resolution zur Annahme:„ Die Ver zu 16 Stunden, Frau und Kinder sind zur Mitarbeit 678 Bauten gemeldet. Hierbei ist in betracht zu ziehen, daß sammlung nimmt mit Bedauern davon Kenntniß, daß die Kammer VI: gezwungen und doch erreicht der Lohn kaum das zum Leben Noth- in diesem Jahre für die Façaden- und Innenpuzer vielfach des Gewerbegerichts sich des öfteren als unzuständig erklärte in ges wendige. Die Unternehmer dagegen haben Millionen zusammen- gemeinsame Listen verwandt wurden. Versammlungen, die von der werblichen Streitfällen, die aber zum Glück vom Landgericht forrigirt gescharrt und je mehr sie gewannen, um so rücksichtsloser beuteten Rohntommission einberufen wurden, haben 12 stattgefunden. Außer- wurden. Die Versammlung spricht den Wunsch aus, daß das Gewerbefie die Arbeiter aus. Jetzt haben sie sich endlich dazu verstanden, dem wurden 24 Baudeputirten- Versammlungen abgehalten. Die gericht nicht ohne Grund und Ursache seine Zuständigkeit beschränke und die Lohnforderungen der Arbeiter zu bewilligen, aber sie verlangen, Lohnkommission hielt 48 Sigungen ab. Der Redner gab hierauf seine Selbständigkeit aufgebe durch Heranziehung von Entscheidungen daß die Arbeiter aus ihrer Berufsvereinigung austreten. Trotz der einen ausführlichen Bericht über die Thätigkeit der Lohnkommission der ordentlichen Gerichte, welche in den meisten Fällen dem Geiste bittersten Noth haben die Ausständigen diefes Ansimen abgelehnt und über den Verlauf der Bewegung. In den meisten Fällen der Gewerbegerichte als Laiengerichte widersprechen. Des ferneren und sie hoffen, daß fie auch ferner durch die Unterstützung der sind die Differenzen durch die Vermittelung der Kommission zu hofft die Versammlung, daß in Zukunft bei Erledigung von Streits Arbeiterschaft den Kampf weiter führen können, um ihr Koalitions- gunsten der Arbeiter erledigt worden. In seinen weiteren Aus- fällen in der Stammer VI ein etwas schnelleres Tempo playgreife, recht zu wahren. Geldsendungen sind zu richten an Chaim führungen weist der Redner darauf hin, daß gerade in legter Zeit damit Fälle, wie z. B. die Sache Heßmer kontra Waltner zur Brettler, Kolomea( Galizien). vielfach über Diebstähle auf den Bauten geflagt wird und daß als Unmöglichkeit werden. Desgleichen wünschen die Versammelten, daß die Aus Belgien schreibt der Korrespondent der„ Berg- und Hütten- werden muß. Nach dem Kassenbericht, den Kohl erstattete, beliefen fiber gewählten Kollegen, in der Zukunft schenken." Nachdem Zeiske nächste Forderung der Pußer die Errichtung von Baubuden aufgestellt Gewerkschaften etwas mehr Aufmerksamkeit, den von ihnen als Beiarbeiter- Zeitung":" Eben versendet das nationale Stomitee der belgischen Berg leute eine Einladung zu dem außerordentlichen Berg- sich die Einnahmen inkl. des alten Bestandes von 5510,33 M. ins- über die Thätigkeit der Gewerkschaftskommission berichtet und eine manns- Kongreß, welcher am 25. Dezember in Charleroi- Nord staft- gejamnit auf 20 454,58 M. Die Ausgaben betrugen, darunter für längere Diskussion stattgefunden hatte, erklärte sich die Versammlung finden soll. Es wird Beschluß gefaßt über ein weiteres Vorgehenstützung der Maurer Deutschlands und anderer Gewerkschaften Gewerkschaftsbureau einverstanden. Streit- und Gemaßregelten Unterstützung 552 M. und für Unter- mit der eventuellen Anstellung eines zweiten Beamten für das in der Lohnfrage. Ob es An stelle des bisherigen Ver zu einem Streit kommt, ist 8425 M., insgesammt 13 083,26 M. Mithin verblieb am 12. De- trauensmannes, der sein Amt niederlegte, wurde M. Thomas fraglich. Stimmung genug ist schon dafür da. von Herrn Harzé herausgegebene herausgegebene Jahresbericht über die zember ein Bestand von 7371,32 M. Die Abrechnung wurde von gewählt. Montanindustrie Belgiens läßt erkennen, daß wir in Belgien lastung ertheilt. Beschlossen wurde noch, den Termin zur Abftempe- 17. d. M. folgende Mitglieder in den Filialvorstand: 1. Borsigender den Revisoren als richtig bestätigt und der Kommission die Ent- Die Kupferschmiede wählten in ihrer Versammlung am uns noch in der Barbarei befinden, wenn auch die Katholiken hier die Herrschaft im Parlament haben. lung der Sammelfarten zu verlängern, um denjenigen, die bisher se orbowicz, 2. Vorsitzender Wittekopf, 1. Kassirer Aeißen, Es arbeiteten nämlich 1897 von den 120 382 Berglenten 88 341 unter ihre Karten noch nicht in Ordnung gebracht, dazu noch Gelegenheit 2. Kassirer Kropp, 1. Schriftführer Sühne, 2. Schriftführer Tage und von diesen sind: zu geben. Die Lohnkommission wird zu diesem Zweck jeden Montag Harz, Nevisoren Stolte und Greth, Ausschußmitglied und Freitag im Bureau, Rosenthalerstr. 57, von 8 Uhr abends ab Weber. In die Arbeitsnachweis Kommission wurden Bauer, antvesend sein. Weber, Günther, Schiewe, Finte, Dieng und Die Vergolder nahmen in ihrer Mitglieder- Versammlung vom Anders gewählt. Da in diesem Jahre eine Statistit aus den 12. d. M. den Bericht der Vertrauensmänner über die hiesigen Werk- Büchern des Arbeitsnachweises nicht herauszuziehen ist, so wird der bekannt germacht, daß die Ausgabe im verflossenen Versilbererstreit füllung statistischer Aufgaben zu legen. Zum Schluß wurde auf den stätten der Goldleisten- und Rahmenbranche entgegen. Weiter wurde neugewählten Kommission aufgegeben, mehr Werth auf die Er2325,50 M., die Einnahme 2336,05 m. betragen habe. Die Matinée am 14. Januar in Keller's Festsälen, Koppenstraße, stattfindenden hatte eine Einnahme von 312,10 M. und eine Ausgabe von 156 M. Maskenball aufmerksam gemacht. zu verzeichnen. Frauen und Mädchen von 16-21 Jahren. über 21 Jahren Männliche Arbeiter von 14-16 Jahren Kinder von 12-14 Jahren.. • · Auch der 87 549 4223 1804 Als Schande der Menschheit sei konstatirt, daß in Belgien, dem Lande der herrschenden" katholischen Sozialpolitik", noch in der von 12 Jahren und Frauen in die Tiefe steigen müssen! Die Zahl der unter Tage arbeitenden Kinder von 12-14 Jahren hat sich seit Jahresfrist um 250 vermehrt! Wo bleiben da die Grundsätze des den Schwachen helfenden Christenthums? Unternehmer- Verbände. J " Zu der Versammlung der Bäcker, die am 29. November Die Möbelpolierer hielten am 12. Dezember ihre regelmäßige tagte, ist dem Einsender des Berichts ein kleiner Irrthum unterMitgliederversammlung ab. Dr. Wollheim gab einen inter- laufen. Jm Bericht wurde gesagt, daß den Gesellenausschüssen von essanten Vortrag über die Bedeutung der Luft für den Lebensprozeß". der Versammlung ein Mißtrauensvotum ertheilt worden sei. Dies Der Referent stellte die Wohnungsverhältnisse der unteren Volks betrifft thatsächlich nur die Altgesellen der Innung„ Germania", schichten denen der befizenden Klassen, der oberen Zehntausend gegen während die Thätigkeit des Gesellenausschusses der„ Konkordia" als über. Die ersteren müßten sich in der Regel mit Räumen begnügen, eine durchaus korrekte anerkannt wurde. Amerikanischer Tapetentrust. Die Geschichte des Tapeten in denen sie zusammengepfercht leben. Diesem llebelstand sei es mit Die Lohnkommission der Bäder Berlins. trusts, der als„ Continental Wall Paper Co." bereits inforporirt ist, zuzuschreiben, daß die Sterblichkeit der ärmeren Klassen enorm höher ist die für solche Gründungen typische. Die Tapetenfabrikation in het als die der oberen Zehntausend. Der Vortrag wurde mit Beifall höhe" tagende Versammlung sämmtlicher Gewerkschaften, die leider Charlottenburg. Eine am 13. Dezember im Lokal„ Bismarcks den Vereinigten Staaten hat einen solchen Grad der Leistungs- aufgenommen. Nach Erledigung einiger Verbandsangelegenheiten fähigkeit erreicht, daß nicht nur das ausländische Fabritat so gut wie wurde bekannt gegeben, daß ani 3. Weihnachtsfeiertag eine Früh- schwach besucht war, diskutirte die Frage: Wie stellen sich die Gevollständig aus dem amerikanischen Markte verdrängt worden ist, sprache bei Geife, Swinemünderstr. 26, stattfindet. werkschaften zu einem Anschluß an die Berliner Gewerkschaftssondern auch das Erzeugniß der amerikanischen Fabriken im Ausland fommission?" Das einleitende Referat hielt Millarg. Redner gegenwärtig als Muster des Geschmackes und der Wohlfeilheit gilt. Eine Verbandsversammlung der in der Kürschnerbranche bemerkt, daß infolge der riesigen Entwickelung der Vororte die An stelle des früheren bedeutenden Tapetenimports ist daher ein beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen tagte am 12. Dezember. Arbeitermaffen aus Berlin in dieselben gedrängt werden. Die Geansehnlicher Tapetenerport getreten. Dr. Grätz sprach in anschaulicher Weise über die Entstehung, Verwertschaftsbewegung hält nicht gleichen Schritt mit dieser Entwickelung Die scharfe Konkurrenz, welche die einzelnen Firmen fich be- hütung und Heilung der Schwindsucht. Der Vortrag fand all- und diesem tönne dadurch abgeholfen werden, wenn die Bereiteten, führte bereits im Jahre 1891 zu einer Vereinigung der gemeinen Beifall. An der Diskuſſion betheiligten sich Schapta, wegung von Berlin aus geleitet werde. Redner empfahl, dem leitenden Interessenten der Tapeten- Industrie in Nordamerika durch Michaelis, Schad und Weinert. Der Vorsigende ersuchte Beispiel der Weißenseer Gewerkschaften folgend zwei VertrauensGründung der„ National Wall Paper Co.", die über ein Kapital um Schluß die Kollegen, bei Angabe ihrer Adressen gewissenhaft zu leute in die Berliner Gewerkschaftskommission zu wählen. Den bon 38 Millionen Dollars verfügte und durch Absorbirung der verfahren, da von den sämmtlichen Einladungen, die ergehen, jedes Ausführungen Millarg's folgte eine längere Debatte, an der sich fleineren Unternehmungen bald die Kontrolle über den Tapetenmal der zehnte Theil als unbestellbar zurückkommt. wiederholt Buchdrucker Görke, Tischler Bleed, Maler marft erlangte. Doch fonnte sie sich derselben nicht lange erfreuen, Holzarbeiter Verband. Im Bezirk Rosenthaler und Schön- Flemming, Metallarbeiter Menge und Gnzinsky, Schuhbenn es traten neue Unternehmungen auf, die zwar nicht so billig hauser Vorstadt sprach am 12. Dezember Genosse Sassenbach macher Dittmar u. a. betheiligten. Sämmtliche Redner, außer arbeiten konnten wie der Tapetentrust mit seinen riesigen Hilfs über das Handwerkergeſeh. Redner schilderte die Entwickelung des Flemming, der den Ausführungen des Referenten voll beimitteln, sich jedoch durch besondere Muster ein großes Absatz- Handwerks und die Bedeutung der Innungen, um dann den Beweis stimmte, sprachen gegen den Vorschlag des Referenten. Auf Antrag feld zu verschaffen wußten. Bei dieser sich immer stärker ent- zu führen, daß bei der Herrschaft des Großbetriebes dem Handwerk Görke wurde die Diskussion bis Mitte Januar nächsten Jahres. wickelnden Konkurrenz konnte der Trust schließlich die alten Preise die Innungsgesetzgebung nichts helfen kann. Sodann empfahl der nicht mehr aufrecht erhalten und die Fabrikation wurde immer un- Redner den Anschluß an die Gewerkschaftsorganisation. Nach einer profitabler. furzen Diskussion wählte die Versammlung zwei Mitglieder für die Die Gründung der neuen Vereinigung hat nun den Zwed, Stontrollkommission. Geschäft und Industrie in Tapeten wieder einträglicher zu machen. Der Verein der Tischler Berlins und der Umgegend beDie neue Gesellschaft nimmt nicht blos die National- Co. in sich auf, schäftigte sich in einer Versammlung am 13. d. M. mit der Fortfondern auch die bedeutendsten Konkurrenzunternehmungen derselben, jeßung des in der letzten Versammlung nicht erledigten Themas: fodaß thatsächlich der größte Theil der für den Marit bestimmten" Die nächsten Aufgaben der Gewerkschafts- Organisationen und wie Erzeugnisse sich in ihren Händen befinden wird oder schon gegen wärtig befindet. Die Großhändler haben die Wirkung des neuen Trusts bereits zu verspüren, indem der Trust auf die im Handel befindliche Waare einen Aufschlag von 50 pCt. gemacht hat. Es be steht auch die Absicht, den Zwischenhandel in diesem Artikel, der bisher eine große Rolle gespielt hat, zu unterdrücken und womöglich direkt von der Fabrik an die Detaillisten zu liefern. Wie fich die Bwischenhändler dazu stellen werden, bleibt abzuwarten. stellen wir uns den Nichtorganisirten gegenüber?" Nach einem mit Beifall aufgenommenen Referat des Genossen G. Reuter zu diesem Thema gaben die Versammelten ihre Ansicht durch Annahme folgender Resolution kund; " In Erwägung, daß der Gegensatz zwischen Ausbeutern und Ausgebeuteten immer schroffer, der Klassenkampf zwischen Kapital und Arbeiter immer erbitterter sich gestaltet, sodaß er die heutige moderne Gesellschaft in zwei feindliche Heerlager trennt und den vertagt. " Rigdorf. Im sozialdemokratischen Verein Vorwärts" sprach am 18. Dezember an stelle des verhinderten Reichstags- Abgeordneten Rosenow der Reichstags Abgeordnete Albrecht über:„ Die gegenwärtige politische Lage und der Reichstag". Redner unterzog die in der Thronrede angekündigten Gesetzesvorlagen einer scharfen Kritik. An der Diskussion betheiligte sich Thomas im Sinne des Referenten. Die Abrechnung vom Stiftungsfest ergab eine Einnahme von 188,50 M., der eine Ausgabe von 140,22 m. gegenübersteht; es wurde somit ein Ueberschuß von 48,28. erzielt. Nachdem der Vorsitzende Klein auf das am zweiten Feiertage stattfindende Weihnachtsvergnügen hingewiesen, wurde die mäßig besuchte Verjammlung gefchloffen. Schöneberg. Eine Bolksversammlung für Frauen und Männer tagte am 15. Dezember im Lokale von C. Obst, Grunewaldstr. 110. Frau Mesch sprach in einem sehr interessanten und mit großem S 1 " Briefkasten der Redaktion. Beifall aufgenommenen Bortrag über die Folgen der industriellen straße 80, 2. Sof. Dienstag: Raucht. Elborabo", Grüner Weg 120, Sotel( Wilhelmsplatz), abbs. 8-10 Uhr: Uebungsst" Freie Turnerschaft. Thätigkeit der Frau. Die Referentin wies insbesondere darauf Ebeling. Grüne Eiche", Urbanftr. 87, Grieger. Ambalema", Forster Nixdorf- Briz", Wirsing, Knesebeckftr. 113, 612-812 Uhr: 1. Schülerabtheilg., hin, daß es Pflicht der Frauen sei, sich der gewerkschaftlichen Organi- ftraße 19, Ucel. Neuer Berliner Rauchflub", Reichenbergerstr. 146, 81/ 2-101 Uhr: 1. Männer- und Lehrlingsabtheilg." Turnerschaft b. B. sation anzuschließen. Unter Verschiedenem empfahl meiling, Drogge. Phönix", Schöneberg, Hauptstraße 97, Donath. Nereus", Männerabth., Reichenbergerstr. 131/132, abds. 8-10 Uhr. jeden Monat eine Frauenversammlung stattfinden zu lassen, um den Domingo", Waldemarstr. 16, Tauchert. Rothe Rose", Boechstr. 21, ad Lefes und Diskutirklubs. Dienstag:" Süden", Ewald, Schönlein Frauen Gelegenheit zu gebent, fich weiter auszubilden. Die Zahl- Rirdorf, Münchenerstr. 49. Krebs. Kollegia", Reichenbergerstr. 157, Bergner." Einigfeit I", straße 6. stelle des Verbandes der Schneider und Schneiderinnen befindet Kamerun", Weidenweg 22, Fialkowsky. " Rauchan", Simeonstr. 13, Nitsche. Arbeiter- Stenographenvereine. Stolze"( Einigungssystem), Louisen" Palmerio", Lamprecht, Kastanien- städtisches Klubhaus, Annenstr. 16, abends 81/2 Uhr. fich bei Frau Meiling, Sedanstr. 77 v. 2 Tr. Allee 95.- Korea" Weidenweg 90, Innge." Waldmeister", Marienburger- Deutscher Senefelder.Bund. Mitgliedschaft Berlin. Heute Abend Arbeiter- Sängerbund Berlins und der Umgegend. Borsitzender: Adol bund", Grünauerstr. 5, Gallowsky. straße 16, Göz." Neuer Hain", Langenbeckstr. 4, Techtmeier. Bruder: 8 Uhr im Restaurant Miegel, Stralauerstr. 57: Mitglieder- Versammlung Neumann, Brunnenstr. 150. Alle Aenderungen im Vereinskalender sind zu " Blüthenduft", Cotheniusstr. 1, Fedtke. und Vorstandssitung. richten an Friedr. Kortum, Manteuffelstr. 50, vorn II. Dienstag, abends Rummelsburgerstr. 23, Neigel. " Ruhiga", Brizerstraße 46, Herzog. Lange Pfeife", Friedrichsberg, 9-11: Uebungsstunde und Aufnahme neuer Mitglieder: Steineiche", Klap- Stambyl", Neu- Weißensee, Streustr. 3, Stegemann. Pfeifenkopf", Caprivistr. 4, Wolf. schuß, Manteuffelstr. 91. Senefelder", Schiller, Rosenthalerstr. 67. -Gemüthlichfeit I", Wienerstr. 7, Gläser. Gerechtigkeit"( Westen), Werner, Bülowstr. 59. Diana", Schöz, Bremerstr. 71. Immergrün", Olympia", Streit, Manegold, Liegnigerstr. 18. Kairo", Buttmannstr. 9, Engler. Blaue Naunynftr. 86.- Hand in Hand I", Drathschmidt, Stalizerstr. 102. Kreuz Wolle IV", Putbuserstr. 30, Reimann. berg", Eckhardt, Solmsstr. 5. Blaue Wolfe II", Rigaerstr. 126, Edelweiß", Stehmann, Melchiorstr. 15. Vogt. Echo II", Mündner, Linienstr. 19. Wiederhall", Schnieber, Admiral- feit II"," Wrangelstr. 86, Ludwig. Morgenroth", Landsberger Allee 44, Rolland. Gemilthlich ftraße 21. Freiheit II", Herrguth, Adlershof, Oppenstraße. „ Nordpol", Hennigsdorferstr. 25, Myrthen: Fricke. blätter", Blume, Prenzlauer Allee 14. Unverzagt II", Beusselstr. 9. Freies Lied", Friedrichsberg, Schuhmann, Frankfurter Allee 181.„ Nothe Nelfe I", Obst, Schöneberg, Grunewaldstr. 110. Rothe Nelte II"," Rosin, Ruppinerstr. 42. Vorwärts IV", Engel, Rathenow, Jägerstr. 25. Alpenglocke", Gold, Große Frankfurterstr. 133. Eichenkranz", Jean Boillon, Prenzlau, Schnelleſtr. 67.- Webbinger Harmonie", Milbrodt, Müller: Borwärts VIII", Schurbaum, Marwiz in der Mark. Freie Einigkeit", Grünthalerstr. 3, Hemmerling.- Quartettv." Wedding", Chauffee: Grashüpfer" sind volksthühmliche Namen, worunter nur die verschiedenen " Frohsinn I", Mertens, " Afazie"( gemischter Chor), " " " " " Die juristische Sprechstunde wird Dienstags, Donnerstags und Freitags abends von 7 bis 8 1hr abgehalten. Mahagoni- Emil. Die Reichsbank hatte im Jahre 1898 in den deutschen Städten 17 Reichsbant- Hauptstellen, 50 Reichsbankstellen und 204 Reichsbant- Nebenstellen. C. Kr. Wollen Sie gelegentlich bei uns( politische Redaktion) vors sprechen. Witterungsübersicht vom 19. Dezember 1898, morgens 8 thr. 125. R. K. Das sind zwei verschiedene Insektenarten, zu einer „ Veilchenblau", Winsstr. 56, Dimte. Gesang, Turn- und gesellige Vereine. Dienstag: Gefangverein Injettenordnung gehörig, die man Geradflügler nennt. Die Grillen auch Grabheuschrecken genannt, leben versteckt unter Laub und Steinen oder in selbst: Arbeiter Zitherv.„ Einigkeit", Fester Wille", Alexandrinenstr. 32, Dietrich. Reichenbergerstr. 19, Lehmann. Musitv.„ Osiris". Wrangelstr. 11, Blum. gegrabenen Löchern. Bei uns unterscheidet man drei Arten, die Feldgrille, Flugtaubei: v.„ Vorwärts- Nord", Ackerstr. 17, Reuter. das Heimchen und die Maulwurfsgrille. Die Laub und Feldheuschrecken Vergnügungsv. Fortuna", Blumenſtr. 36, Weiß. Musikv.„ Norddeutsche Klänge", Swine- leben auf Sträuchern, Bäumen und im Grase, besonders die letztere Gattung Straße 7a. münderstraße 51, Renter. Musifv.„ Tusch", Nebelin, Langestr. 108.- Musitv. lebt nur auf Wiesen und Feldern. Die Bezeichnungen Heusprengfel" ober Sänger III", Seegermühle bei Eberswalde. Rummelsburg, Goethe und Kantstraßen- Ecke. Arten der Feld- und Laubheuschrecken zu verstehen sind. Istraße 72, Meißner. Theaterv.„ Concordia", Elisabethstr. 30, Scholz. Megner, Oranienstr. 184. Sangeslust II", Bergmann, Basewalker: Wünsch'scher gem. Chor", Rosenthalerstr. 57, Schiller.- Geselliger Klub„ Don straße 3. Weiße Rose", Malchin, Reinickendorf, Residenzstr. 101a. Juan", Lindenstr. 106, Bubeil.- Vergnügungsv. Feldblume", Wanteuffelstr. 9, Arbeiter Maibund", 0 Hiemte, Nowawes, Wallstraße. Alliance" Nowad.- Gesangv., Schildhorn", Usedomstr. 33, Olböter. Turnv.„ Osten", ( Maler), Restaurant, Kaiser Franz Grenadierplatz 7. Lehrl. Abth. abds. 81/2 Uhr, Blumenstr. 63 a. Theaterv.„ Aschenbrödel II, Glas: arbeiter", Beidler, Köpenick, Müggelheimstraße 29. Musito.„ Thalia", Stalizerstr. 95, Jechow. Aderstr. 144, Vorst. Kasino. Esmeralda", Baaz, Cotheniusstraße 3. Statklub Schlechte Kreuzberger Harmonie", Möhring, Admiral Musikv." Preziosa", Schädler, Putbuserstr. 32. straße 18 c. Sangesblüthen", Böttcher, Krautstr. 6. Melodia II", Karte", Rattner, Oberbaumstr. 5. Mundharmonikaverein Symphonie", Pappel- Allee 114. Nord- Oft" Göbel, Landsberger Allee 156. Freund, Schulstr. 104. Gesangv.„ Endlich Vereint"( gem. Chor), Schwarz, Alpen glühen", Klopsch, Falckensteinstr. 38. Elsasserstr. 16. " Freie Feldblume", Vatterroth, Sta Gesangv. Maiglöckchen Nord", Ramlow, Schönhauser ligerftr. 51/52. Grüne Eiche", Babenschneider, Rirdorf, Hermannstr. 197. Allee 135. Arbeiter Theaterverein Charlottenburger Bühnenklub", Bayer, " Freiheitsklänge I", Sommer, Grünftr. 20. Harmonie III", Banselow, Charlottenburg, Wallstr. 96. Thn'scher Gesangv.„ Humor", Mann, Straus Rixdorf, Kirchhofstr. 29. Ginig", Scheere, Blumenstr. 38. Morgen: bergerstr. 3. Arbeiter- Turnb. Weißensee", Uebungsstunde abends 8 bis roth"( gent. Chor), Rummelsburg, Thiele, Türrschmidt- und Mozartstraßen: 10 Uhr Albrechtshof, Parkstraße. Ece. Cäcilia"( gem. Chor), Brandenburg a./H., Bettermann, WilhelmsArbeiter Schwimmerbund. Anfragen an E. Bratke, Schulstr. 24. dorferstr. 111. Ruf", Kieburg, Dresdenerstr. 58. Schneeglöckchen II", Dienstag: Schwimmklub Vorwärts". Uebungsstunde abends 7 Uhr, Potsdam, Vogt, Spandauerstr. 33." Tertilia", Restaurant Waldemar: Bad der Wasserfreunde, Kommandantenstr. 7/8. ftraße 27." Froh- Hoffnung", Faller, Pallasstr. 16. Arbeiter Turnerbund. Dienstag: Turnv." Fichte", Berlin, abds. „ Lyra II", Char: lottenburg, Bartsch, Seesenheimerstr. 11. 8-10 Uhr: 2. Männerabth.: Sfalizerstr. 55/56; 4. Männerabth.: Stephan: straße 3; 5. Männerabth.: Aderstr. 67; 6. Männerabth.: Stallschreiberstr. 54; Arbeiter- Raucherbund Berlins und der Umgegend. Aenderungen 1. Behrlingsabth.: Friedenstr. 37; 3. Lehrlingsabth.: Boeckstr. 21; 1. Damenim Vereinskalender find zu richten an Hermann Braunschweig, Dresdener: abtheilung: Mariannemufer la. Männer- Turnb.„ Eiche", Köpenick, Mein's " Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. " Stationen Wetter Stationen Swinemde. 757 WSM 2 bedeckt Hamburg Berlin Wiesbaden 764 S München 76623 Wien 5 Haparanda 742 9 7 Cort 6 Petersburg 758 2 759 3 2 bedeckt 3 Regen 1 bedeckt 8 Aberdeen 4 bedeckt 5 Paris 3 wolfig 9 770 NW 756 Wetter Temp. n. 6. 6° G.= 4.9. 2wolten!-28 3 heiter 7h1b.bed. 767 SSW 2 bedeckt 765 3 Wetter Prognose für Dienstag, den 20. Dezember 1898. Etwas fühler, zeitweise aufklarend, vorwiegend trübe, mit Nieder fchlägen und frischen nordwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Schiller Theater Urania Apollo- Theater. Deutsch. Metallarbeiter- Verband ( Walluer Theater). Dienstag 8 Uhr: Ehrliche Arbeit. Dienstag, 20. Dezember. Mittwoch 8 Uhr: Sum 1. Wate: Opernhaus. Die Afrikanerin. An: 7 Abu Seid. Sierauf: Schauspielhaus. EinSommernachts Hanneles Himmelfahrt traum. Anfang 72 Uhr. Deutsches. Cyrano von Bergerac Thalia- Theater. Anfang 7/2 Uhr. Berliner. Zaza. Anfang 71% Uhr. Leffing. L'Etrangère. Anfang 712 Uhr. Nefidenz. Mamselle Tourbillon. Vorher: Der Küchenjunge. Anfang 72 Uhr. d Neues. Hofgunst. Anfang 72 Uhr. Schiller. Ehrliche Arbeit. Anfang 8 Uhr. Weften. Der Waffenschmied. Anfang 7 Uhr. Dresdenerstr. 72/73. Gastspiel Helmerding. Der Eva- Apfel. Taubenstrasse 48/49. Im Theater: Die Urzeit des Menschen. Mittwoch: Die Elemente der Atmosphäre Professor Ramsay aus London: Invalidenstr. 57/62: Tägl. Sternwarte. Boffe in 3 Aufzügen von B. Jacobion. Passage- Panopticum. In freier Umarbeitung des Stückes " La Culotte" von Sylvane u. Artus. blo Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. alia:" Der Eva Apfel. Anfang Luisen- Theater 8 Uhr Metropol Die Blumen= Mary. Hierauf: Die Sünden der Frauen. Anfang 7 Uhr. 34. Reichenbergerstraße 34. Abends 8 Uhr: Die Geisha. Anf. 7 Uhr. Fröhliche Weihnacht! Luisen. Fröhliche Weihnacht! Anfang 8 Uhr. Belle Alliance. Der Struwwel: peter. Anfang 6 Uhr. Oftend. Der Hüttenbefizer. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Die beiden Admirale. Anfang 8 Uhr. Alexanderplatz. Fall Grünenthat. Anfang 8 Uhr. Parodie. Tugend. Anfang 8 Uhr. Krania. Taubenstraße 18-49 Naturtundliche Ausstellung. Täglich geöffnet von 10 1hr vor mittags ab. Eintritt 50 Pf. Abends 8 Uhr: Abwechselungs weise„ Die Urzeit des Menschen" und Quer durch Oesterreich". Invalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr: Stern warte, Operntelephon. Apollo. Spezialitäten- Vorstellung. Anfang 72 hr. Weihnachtsstück mit Musit in 5 Bildern, frei nach Charles Dicken's Christmas Carol" von 2. Ottomeyer. Mufit von Fris Krause. Mittwoch: Fröhliche Weihnacht. Donnerstag: Geschlossen. Freitag, zum ersten Male: Um's liebe Geld. Volksstück von Johannes Eißner Ostend Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Benefiz für Herrn Wilh. Lück. Der Hüttenbejker. Schauspiel in 5 Aften von G. Ohnet. Borzugsbillets haben Giltigkeit. Anfang 8 Uhr. Im Tunnel von 7 Uhr an Frei Konzert. Mittwoch: Donnerstag: Gewonnene Herzen. Der Brandstifter. Reichshallen. Stettiner Sänger. Preitag und Sonnabend: Gefchlofen. Anfang 7 Uhr. S Sonntag Nachmittag: Onkel Jonas. Feen Palast. Spezialitäten Bor: Montag Nachmittag: Wilhelm Tell. ftellung. Dienstag Nachmittag: Die Grille. Passage Panoptikum. Spezialt: Abends: Der Brandstifter. täten Vorstellung. Central Theater Olympia- Theater Direktion: José Ferenczy. Die Geisha sder: Eine japanische Theehand Geschichte. Operette in 3 Aften v. Sidney Jones. Morgen und die folgenden Tage: Die Geisha. 1. Weihnachtsfeiertag, nachmt. 3 Uhr, zu halben Preisen: Die Fledermaus. Karlstr.( Circus Renz) Karlstr. Abends 8 Uhr: Bum 92. Male: Mene Tekel. Jeden Mittwoch, Sonnabend und Sonntag Nachmittag 31 Uhr: Dornröschen. Halbe Preise. 1 Kind frei. 2. Weihnachtsfeiertag, nachm. 3 uhr, Circus Renz- Riesen- Tunnel. zu halben Preisen: Der Bettelstudent. Ju Borbereitung: Die Puppe ( La Poupée). Operette in 3 Aften und einem Vorspiel von Ordonneau und Sturgeß. Mufit von Ed. Andresen. Metropol- Theater. Behrenstr. 57/58. Dir. Rich. Schultz. Letzte Woche! Direktion: J. M. Hutt. Täglich: Grosses Konzert der Haustapelle unter Leitung des Musikdirektors Herrn Otto Görner und Extra Geöffnet von 9 Uhr früh bis 10 Uhr abends. Von 6 bis 10 Uhr: Théâtre variété. Um 8 Uhr: Das Flammenweib. Um 9 Uhr: Der VerwandlungsSchauspieler Ugo Paladini. Castan's Panopticum. hombo Die SIOUXINDIANER sind da! A. Frankl's Théâtre Variété Köllnischer Fischmarkt 6. Grosse Spezialitäten Vorstellung. Neues Dezember Programm. Auftreten der russ. Fürstin von Dragomanu. Anfang 72 Uhr, Sonntags 5 Uhr. IRCUS BUSCH Dienstag, den 20. Dezember, abends 72 Uhr: Soirée équestre.=== PERSIEN. Spezialitäten- Vorstellung Gr. Manege Schauftück in 5 Atten, unter Regie des bellebten Humoristen Gustav Kluck. Das vorzügl. neue Weihnachts: Programm. Die Blumen- Mary Ernst und Scherz. Operette in 3 Aften von C. Weinberger. Anf. Wochent. 61% Uhr, Sonnt. 5 Uhr. Anfang der Vorstellung 7/2 Uhr. Entree Wochent. 10 Bf., Sonnt. 30 Pf. Ende nach 10 Uhr. An den Feiertagen: NachmittagsKonzert. Am ersten Feiertag, abends 7 Uhr, zum ersten Male: Les petites Michu. Operette von André Messager. Hierauf: Die Engelsjäger. Gr. Ballet in 12 Wilbern von 5. Regel. Mufit von F. Mayer. pod Morgen und folgende Tage: Die Blumen Mary. Moabiter Gesellschaftshaus, Alt- Moabit 80-81. Empfehle meinen neuen Saal, 1500 Perf. faff, zu Versammlungen u. Bäll. Sonntags: Großer Ball. C. Peters. 2782* M Carmencita 5 Sisters Lorrison Henry Bender Ertta Koschel La Foy u. S. W. U. s. W. Kassen eröffnung 62 Uhr, Anfang der Vorstellung 712 Uhr. Feen- PalastTheater Burgstr. 22. Burgstr. 22. Bis zu den Weihnachtsfeiertagen geschlaffen. Am 1., 2., 3. Weihnachtsfeiertag Gr. Fest- Vorstellung. Neues sensationelles Programm. Rich. Winkler und Wilh. Fröbel in dem aktuellen Volksstüc Das Blumenmädchen vom Hacke'schen Markt. Anfang 6 Uhr. Entree 50 Pf. Vorverkauf Vorin. 11-1 Uhr. Reichshallen. Stettiner Sänger ( Meyfel, Piecro, Britton, Steidl, Krone, Nöhl, Schneider Zum Schluß: ( Verwaltungsstelle Berlin). 5 137 Am Dienstag, den 20. Dezember, abends 81/2 Uhr, im Lokal des Herrn Christoph, Steinmeßstraße 55: Bezirks- Versammlung für Rixdorf. Tages: Ordnung: Die Einführung der Arbeitslosen- Unterstützung. Zahlreiches Erscheinen ist nothwendig. 278/3 Die Ortsverwaltung. Neue Freie Volksbühne. Sonntag, 25. Dezember( 1. Weihnachtsfeiertag), nachmitt. 2½ bis 5½ Uhr: Besichtigung der Volksthümlichen Kunst- Ausstellung im Rathhause( Eingang: Hauptportal Königstrasse). Zur Erläuterung der ausgestellten Bilder wird um 31 und 42 Uhr ein furzer Vortrag gehalten. Eintrittskarten à 20 Pf.( intl. Garderobe) 151/13 find in den bekannten Zahlstellen zu haben. = Sonntag, den 1. Januar 1899( Neujahr), nachmittags 1/23 Uhr: Extra Vorstellung im Lessing Theater: Die Befreiten. Einafter 8yklus von Otto Erich Hartleben. Auch hierfür sind bereits Karten à 1 Mark in den Zahlstellen, sowie beim Unterzeichneten zu haben. J. A.: Ad. Löhr, Raffirer, Aderstr. 40. Oranien- Hallen Am Moritzplatz. Oranienstr. 51. Am Moritzplatz. 63228* Inhaber: Hermann Scholze empfiehlt seine Säle den Vereinen zu Versammlungen und Festlichkeiten. Im unteren Saal täglich: Frei- Konzert. Central- Festsäle, Alte Jakobstrasse 32, C ( neben Central- Theater). Empfehle meine Säle, 100-800 Personen faffend( mit Bühne), zu Fests lichkeiten, öffentlichen wie Vereinsversammlungen, Rommersen 2c. zu den toulantesten Bedingungen, Franz Müller. [ 272*] 10 Jahre Garantie. Vollkommen schmerzloses Zahnziehen M. Plomben 1,50 M. Thellzahl, wöchentl. 1 M. Vanne 2 Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 22. Sprechst. 9-7. aber Mähr's Theater W. Noack's Theater Pepita vor Gericht. $ Ensemble von Meysel. Anfang 8 Uhr. Entree: Saal Parquet durch weg 50 Pf.( Vorverkauf 40 Pf.) Balton 75 Pf. Balton- Loge 1 M. Orchester- Loge 1,50 M. FremdenLoge 2 M. Tageskaffe 11-1 Uhr. Montag( 2. Feiertag) mittags 12 Uhr Grosse Fest- Matinée der Stettiner Sänger. Reichshallen Restaurant. Mittags u. Abends: Konzert. Volks- Theater im Welt- Restaurant inscenirt vom Dir. Paul Busch. Besonders hervorzuheben: Ritt des Prinzen Mirza Schaffy über die hundert Fuss hohe Burgmauer. Außerdem: Dresdener. Straße 97. Auftr. der Akrobaten- Truppe Manzoni. 100 Clowns, weibliche und männliche, Dir.: A. Kollg. Art. Leiter: A. Runge Täglich: darunter die besten Springer der Ge sellschaft. Ein hippologisches Potpourri Gr. Theater: u. Spezialitäten. Vorstellung. Novität! von den bestoreffirten Sengsten, vor: Novität! geführt vom Dir. Busch. Auftreten Der Oberförster. Des berühmten Schulreiters Herrn Lebensbild mit Gefang von O. Richter. Burkhardt- Foottit. Gigerl- Clown Alfred In Szene gesetzt von August Runge. Daniels als Sänger. Auftreten der vorzüglichen Reitfünstlerin Miß Dorés. Morgen 7/2 Uhr: Persien. Der Billet Borverkauf für den ersten unb zweiten Feiertag findet vom Sonn Friede auf Erden. Weihnachtsbild mit Gesang. Neu! Hochkomisch! Paul Uding als Rekrut Schnase. eu! abend, 23. Desember, vormt. 11 Uhren! Otto Richter, Men! an der Circustaffe gegen 10 Prozent Borverkaufsgebühr statt.. der dicke Liebling ber Berliner. Verantwortlicher Rebatteur: Auguft Jacobeh in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Oranienstr. 24. Vom 19. bis 24. Dezember infl.: Geschlossen. Am 1., 2. und 3. Weihnachtsfeiertag: Große Fest- Vorstellung mit neuem Programm. Troi Terras, athlet. Afrobaten. Das Weihnachts Präsent. Sportsmädels zc. Anfang an den Wochentagen 8 Uhr. Sonntags 6 Uhr. Bons haben Wochentags Giltigkeit. Alcazar- Theater Dresdenerstr.52/ 53.City- Passage. Direttion: Richard Winkler. Geschlossen. Wieder: Eröffnung am Sonntag, 25. Dezember cr. ( 1. Weihnachtsfeiertag). Brunnenstr. 16. Geschlossen. An allen drei Weihnachtsfeiertagen: Neu! Neu! Das Alpenröschen. 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Teppiche ( 40/6 verkauft spottbillig Hof 2 Tr. links. Pfandleihe Reanderstraße 6. Kl. möbl. Zimmer Bergmannstr.92, Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. Br. 297. 15. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 20. Dezember 1898. Die Schöneberger Prügelpädagogik haben. vor Gericht. bloßen falschen Antworten eine derartige Züchtigung anzuwenden, erklärt andere Ursache zurückzuführen sei. Der Gerichtshof beschloß nach der Kreisschulinspektor: Störperliche Büchtigungen seien nur gelängerer Berathung diesem Antrage stattzugeben, die Verhandlung stattet bei leberschreitung der Schulordnung, bei zu vertagen und die Akten dem Medizinalkollegium zur Erstattung heit. In Mädchenschulen darf überhaupt nicht geRenitenz, grober Ungezogenheit und habitueller Faul- eines Obergutachtens zu übermitteln. fchlagen werden. Im allgemeinen soll auch in den Knabenstellt sich der Super- weil Herr Steinberg den denen what ift Gegenstand wiederholter Erörterungen in verſgle- audi Kreis- Schulinspektor iſt, den prügelnden ehrt sie als gewiffenbaserern Die Schöneberger Schulsache wurde gestern vor der zweiten neberger Stra, Tammer des Landgerichts Berlin II verhandelt. Die Angelegenbeit wurde nach längerer Verhandlung vertagt. Angeklagt find: hulen förperliche Büchtigung nur in Gegenwart des Soziale Rechtspflege. Der Schriftsteller Hugo Brüning, der Schriftsteller. Alwin Rettors stattfinden. Wenn in dem Falle Fischer nur ZerWormeng und der Schriftsteller Oskar Kresse, die beschuldigt ſtreuung vorgelegen habe, ſo ſei die Züchtigung nicht für angemessen Der erste Kravatten- Akademiker Berlins, Herr C. F. A. Steinwerden, durch mehrere im Schöneb. Tagebl." erschienene Artikel den zu erachten. Der Lehrer Richard habe denn auch einen berg, beschäftigte in den letzten Wochen wiederholt das GewerbeAmtsvorsteher Schmock, die Schöneberger Gemeindeschullehrer, den Verweis erhalten und es sei ihm für die Zukunft mur gericht. Diesmal sind drei seiner Lehrdamen gegen ihn zu Felde Vastor Biepte, den Lehrer Kahre und den Lehrer Richard beleidigt zu das beſchränkte Züchtigungsrecht in Gegenwart bes Mettors gezogen, und war to best frontratte nicht gehalten hätte. Gin ineindeschule Namens Fischer verstorben, der kurze Zeit vorher von intendent, der Dank der Verquickung von Schule und Kirche Fräulein F. blieb Siegerin. Sie erreichte, daß ihr das Lehrgeld von dem Gemeindeschullehrer Richard gezüchtigt worden war. Dieser auch Kreis- Schulinspektor ist, den prügelnden Lehrern zur 30 M. und der Arbeitsverdienst von 18,74 m., die sie nach Beendigung Fall Fischer ist Gegenstand wiederholter Erörterungen in verschie- Seite und ehrt sie als gewissenhaft" und verder Lehrzeit durch Nebenarbeiten erzielt hatte, herausgegeben wurde. Den Blättern geworden, namentlich widmete auch das„ Schöneb. trauenswürdig! Auf Befragen des Angell. Vormeng Lohn verweigerte Herr Steinberg der Klägerin, weil sie ohne vorTagebl." dem Vorfalle mehrere Besprechungen, wobei von der Uebers erklärt der Kreis- Schulinspektor, daß ihm der Fall der Tochter des herige Kündigung die Arbeit bei ihm aufgegeben haben sollte. Die zeugung ausgegangen wurde, daß der Tod des Knaben eine Folge Vormeng allerdings bekannt sei; der Fall sei genau untersucht Sammer II, unter dem Vorsitz des Gewerberichters Dr. Krause, der demselben durch den Lehrer Richard zugefügten Züchtigung worden, es sei festgestellt, daß eine leichte Büchtigung vorgelegen hielt für erwiesen, daß der Dame der schuldige Lohn nicht ordnungs gewesen sei. Der Vater des verstorbenen Knaben Fischer hatte habe, die dem betreffenden Lehrer ernstlich verwiesen sei. mäßig ausgezahlt worden war. Sie handelte deshalb gesetzmäßig, gegen den Lehrer Richard eine Strafanzeige wegen Körperverlegung Der praktische Arzt Dr. Herzfeld bekundete: Er sei der be- als sie die Arbeit plöglich verließ. Das Gericht hielt aber auch für mit tödtlichem Erfolge erstattet, er ist aber vom ersten Staats- handelnde Arzt des Knaben Fischer gewesen und von dem Vater ge- erwiesen, daß Herr Steinberg den Lehrvertrag nicht erfüllt hatte, anwalt und auf seine Beschwerde auch vom Oberstaatsanwalt rufen worden, da der Knabe heftiges Erbrechen bekommen habe. und führte in dieser Beziehung aus: Es sei nach der Beweisablehnend beschieden worden, weil der Beschuldigte das Der Junge sei vorher absolut nicht kränklich gewesen, die aufnahme anzunehmen, daß Fräulein F. die Anfertigung sämmtlicher ihm als Lehrer zustehende Büchtigungsrecht in strafrechtlich verant Strankheitserscheinung habe sich erst nach der Büchtigung er- Façons habe erlernen sollen und daß Herr Steinberg ihr insbesondere wortlicher Weise nicht überschritten habe. Der Knabe geben. Bei der Untersuchung des Knaben habe er auf dem das Zusammensetzen habe beibringen wollen, während der Herr AkaRudolf Fischer sei an einer allgemeinen Entzündung des Bauchfells Gesäß desselben drei Striemen eigenthümlicher Art vorgefunden, die demiter selbst behaupte, die 30 m. seien mir für das Erlernen sog. gestorben. Es spreche eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür, daß die nicht wie die gewöhnlichen Weffen waren, sondern darauf hindeuteten, Regatts bestimmt gewesen. Selbst wenn diese Behauptung den Entzündung bereits vor der Büchtigung bestanden habe, daß eine bedeutende Kraft aufgewendet sein mußte. Nach der ganzen Thatsachen entspräche, müßte das Lehrgeld herausgegeben werden, und deshalb sei der ursächliche Zusammenhang zwischen der Lage der Sache habe er die Bauchfellentzündung, an denn Herr Steinberg habe vor allem die Klägerin während der Züchtigung und dem Tode des Rudolf Fischer zu verneinen. Die welcher der Knabe litt, unbedingt mit der Züchtigung Lehrzeit mit Vorarbeiten und einfacher Näherei beschäftigt, wozu Anklage vertritt Staatsanwalt Friedheim, die Vertheidigung in diretten Zusammenhang bringen müssen, und eine besondere Lehrzeit nicht erforderlich sei. führen Rechtsanwalt Mundel und Rechtsanwalt Dr. Halpert, er habe sich deshalb verpflichtet gefühlt, wahrheits- Herr Steinberg hatte auch die Zuständigkeit des Gerichts die als Nebenkläger zugelassenen Lehrer Kahre und Richard gemäß als obesursache diese seine subjektive bemängelt, indem er geltend machte, seine„ Akademie" sei kein Gesowie 69 Gemeindeschullehrer Schönebergs werden durch Rechts- Auffassung in dem Todes attest auszudrücken. Er werbebetrieb, sondern ein Unterrichtsinstitut, wenn er anwalt Dr. Schwindt vertreten. Von den Angeklagten übernimmt habe auch jetzt noch die sichere Ueberzeugung, daß das Trauma( die auch nebenbei Zwischenmeister sei. Das Gewerbegericht sprach seine der Redakteur Brüning nur die Verantwortung für einige der Artikel, Wunde), durch welches die Bauchfell- Entzündung entstanden, direkt durch Zuständigkeit mit der Begründung aus, es sei maßgebend, daß St. Herr Vormeng bekennt sich als Verfasser von vier- Artikeln, Herr die Mißhandlung hervorgerufen sei. Wenn ein ganz gesunder Junge nach Annahme des Gerichts mit seinem Institut lediglich gewerbliche Stresse hat nur einen Artikel in Nr. 264 verfaßt. geprügelt werde, es stellte fich unmittelbar danach Erbrechen ein und 3wede verfolge. interes In der Verhandlung trat auch der oft genannte Superes zeige sich eine Bauchfellentzündung, so könne er bei aller Den zweiten Prozeß gegen Herrn Steinberg hatte eine Frau H. intendent Vorberg in seiner Eigenschaft als Kreisschul- Vorsicht und Gewissenhaftigkeit doch behaupten, daß die Krant- angestrengt. Sie wollte ebenfalls 30 m. wiederhaben. Ihre Sache, inspektor auf, um zu gunsten der Lehrer Zeugniß abzulegen. heit eine Kreisphyfitus lag jedoch insofern ungünstig, als sie garnicht erst die Gutachten entgegen. Lehrzeit von vier Wochen abgewartet, sondern sehr bald Seem gorberg fagte aus, daß die Artitel, eine außerordentliche Auf- Canitätsrath Dr. Elten, witt bieſem Gu Lehre" verlassen hatte in regung verursacht haben, theils gegen die Lehrer, theils gegen die Eine Quetschung des Unterleibes durch das Hindrücken des Knaben die der Ueberzeugung, daß ihren Zwed Artikel selbst. Er selbst sei zunächst amtlich mit der Angelegenheit auf die Bank, wie der Lehrer es geübt habe, jei nicht unmög- sie bei der Methode des Direktors Steinberg Sie behauptete, Herr Steinnicht befaßt worden, vielmehr sei sie der Schulaufsichtsbehörde ent- lich, die größere Wahrscheinlichkeit spreche aber dafür, daß der doch nicht erreichen werde. zogen gewesen. Erst als die Staatsanwaltschaft und die Knabe bei dem Umherstrampeln sich selbst den Leib berg habe sie für die 30 M. innerhalb vier Wochen als Kravattentgl. Regierung erklärt hatten, daß keine Veranlassung vor- gequetscht habe! arbeiterin derartig ausbilden wollen, daß sie eine Arbeitsstube ein Lag zu einem Vorgehen gegen Richard, habe er den Justizrath Mundel meinte, es handle sich hier um eine ernste richten könnte. Der Beklagte leistete einen Gid, daß er der Klägerin Reftor Piepte und den Lehrer Richard über einzelnes Sache, die vielleicht noch manche Folgen nach sich ziehen dürfte. Bei nicht zugesagt habe, sie werde nach Ablauf der vierwöchentlichen Bei noch befragt. Er selbst habe begreiflicherweise seine Sympathie dem Widerspruch in den Ansichten der ärztlichen Sachverständigen Lehrzeit eine Arbeitsstube einrichten und leiten können. den Männern zugewandt, die er seit Jahren als gewissen beantrage er daher die Einholung eines Obergutachtens dieser Sachlage und mit Rücksicht darauf, daß die Klägerin haft und vertrauenswürdig fennen gelernt habe, gegen- des Medizinal Kollegiums der Provinz Brandenburg darüber, gar nicht erst abgewartet hat, was ihr in der Lehrzeit alles gezeigt über Zeitungsartikeln, die von unbekannten Männern herrührten und daß 1. es nicht anzunehmen sei, daß schon bor der werden würde, konnte der Vorsitzende, Herr v. Schulz, der Frau doch eine ganz besondere Heftigkeit verriethen. Er habe auf der Züchtigung infolge fester Kothmassen eine Darmentzündung be- nur den Rath geben, die Klage zurückzunehmen. Frau H. thatdies Seite des schwer angefochtenen Rektors und der schwer standen habe, und 2. durch die Züchtigung selbst, nämlich durch das denn auch. bedrängten Lehrer gestanden. Auf eine Frage des Vor-" Schubfen" das Trauma hervorgerufen worden sei und gar kein Der dritte der ertvähnten Prozesse tommt. erst noch zur Ent sigenden, ob es vom pädagogischen Standpunkte statthaft erscheine, bei Anlaß vorliege, anzunehmen, daß das Trauma auf irgend eine scheidung. Sozialdemokratischer Wahlverein f. den 4. Berliner Reichstags Wahlkreis. ( Süd- Ost.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß ber Genosse Paul Hass am 18. d. m. verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch Nachmittag 3 Uhr von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes aus statt. Um rege Betheiligung ersucht Der Vorstand. 243/17 Deutscher 0 M der Georg Wagner 470* Uhren, Goldwaaren Skalitzerstrasse No. 126 ( nahe Cottbuser Thor). Musik- Instrumenten- Fabrik H. Howe& Co., Gr. 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