Nr. 300. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Prets pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 Mt., wöchentlich 28 fg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit illustrirter Sonntagss Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post 8eitungss Preisliste für 1898 unter Br. 7576. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. = Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 15. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Versammlungs- Anzeigen, sowie Arbeitsmarkt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bts Uhr nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Ternsprecher: Amt I, Mr. 1508. Telegramm Abreffe: Bozialdemokrat Berlin" Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Der Seelenriecher des Militarismus. Freitag, den 23. Dezember 1898. Versorgung für hunderttausende von Staatsbürgern, die sonst das Heer der Arbeitslosen verstärken müßten. Das Argument würde Beachtung verdienen, wenn der Soldat eine Je schlimmer der Militarismus es treibt, je unbarm- produttive Arbeit leistete, Dies ist aber nicht herziger er Klauen und Zähne in das lebendige Fleisch des der Fall: alle Soldaten und Offiziere der deutschen Armee und Voltes hineintreibt, desto tolleres Zeug lügen seine Ver- Flotte zusammengenommen fügen dem Nationalreichthum auch theidiger zusammen, um das Volk über den Feind zu nicht für einen Pfennig Werth zu; sie leben von täuschen und ihm den blutdürftigen Tiger als harm- der Arbeit des nicht in die Armee eingepferchten arbeitenden loses, friedliches, nützliches Hausthier hinzustellen. Und Voltes. niemals ist der Wahrheit und dem gesunden Menschen- Wer das Einmaleins gelernt hat, kann sich ausrechnen, verstand heftiger ins Antlig geschlagen worden, als gerade wie kolossal der Verlust für ein Land ist, welches Jahr jezt, wo der Militarismus wieder zu einem großen Beutezug aus Jahr ein eine halbe Million nicht arbeitender Menschen rüstet und einen mörderischen Schlag gegen den Volkswohlstand im arbeitsfähigsten Alter zu ernähren hat. Die kolossale Verlust zu führen im Begriff ist. ziffer des Militäretats muß noch verdoppelt werden, denn " den Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Man flagt darüber, daß das vorzeitige Fabrikgehen das werdende Geschlecht abstumpfe und verderbe; aber die halbwüchsigen Burschen und Mädchen vor diesem Verderb zu schüßen, das wagt man nicht. Man setzt ganz trefflich auseinander, daß die Landflucht nach und nach unser gesammtes Boltsthum aber den Ruin durch ernste Thaten einigermaßen aufzuhalten, bringt empfindlich schädigen, äußerlich und innerlich ruiniren müsse; man nicht übers Herz. Man ist allenthalben darüber einig, daß das halt- und heimathlose Hinundherfluthen weder dem Einzelnen noch der Gesammtheit zum Segen gereiche; aber man läßt die Dinge gehen und beschimpft den, der dem Unsegen steuern möchte. Alljährlich werden Zehntausende von Wehrpflichtigen nicht aufgefunden, weil sie niemandem über ihren Verbleib Rechenschaft schuldig sind. Wir sehen, wir erkennen, wir beklagen die Gefahren; aber sie wachsen uns unbeschnitten weiter über den Kopf. Ist das nicht unverständlich? Hat da z. B., wie in der Süddeutschen Reichspost" und jeder Soldat hätte durchschnittlich mindestens ebenso viel als Unverständlich muß es jedem sein, der nicht im Banne des bielen anderen Blättern zu lesen, Professor Dr. G. Jäger er mit seinem Antheil an den Kosten der Kanonen, Aberglaubens an den Götzen ,, Freizügigkeit" liegt. Jede Freiheit bon Stuttgart vor der Soldatenvereinigung" des Stuttgarter Festungen 2c. kostet, durch seine Arbeit an Neuwerth geschaffen. hat ihre Schranken; beachtet man diese nicht, so artet sie in Vereins christlicher junger Männer" einen Vortrag gehalten, Dies alles ist verloren. Wenn wir in Deutschland für Frechheit aus und wird zum Fluche. Deshalb hat man berin welchem folgende Stil- und Gedankenblüthen sich finden: das stehende Heer rund eine halbe Milliarde das Jahr nünftigerweise die Auswüchse anderer sogenannten Freiheiten, wo Daß die Staaten durch die zunehmende Entwickelung des ausgeben, so müssen wir also den Verlust durch den es noth war, verschnitten oder ist noch dabei, es zu thun. Nur Militärwesens nicht, wie im Friedensukas des russischen Zaren erzwungenen Müßiggang der Soldaten der Soldaten auf mindestens an die Freizügigkeit wagt man sich nicht heran. Man fürchtet sich behauptet wird, dem finanziellen Ruin verfallen sind, sondern im wie vor einem Gözen. Die Furcht vor dem Antasten der eine Milliarde, Millionen Gegentheil einen ungeheuren wirthschaftlichen Aufd. h. tausend Freizügigkeit hat thatsächlich etwas Abergläubisches. Man - ganz abgesehen von schwung genommen haben, liegt doch flar vor aller Augen. iährlich veranschlagen erkennt, daß es so nicht weiter gehen könne; aber fürchtet sich, diese Erkenntniß in Thaten zu wandeln, Es ist dies auch ganz natürlich. Durch die militärische Erziehung politischen und wirthschaftlichen Nachtheilen, die dem Gemeinweil, je mun, weil wird zunächst die Gesundheit des Voltes gefördert, wesen sonst aus dem Militarismus crwachsen, und die in Geld man Angst hat, es mit einem Gößen zu verderben. Lieber läßt und Gesundheit ist lebendiges Rapital. Das läßt sich überhaupt nicht auszudrücken sind. man alles drunter und drüber, ja zu grunde gehen. Pereat leicht durch Zahlen beweisen. Als noch die dreijährige Dienstzeit Aber die Zahl der Arbeitslosen wäre größer, wenn wir mundus, vivat Freizügigkeit! Und das geschieht im Jahrhundert bestand, fand es sich, daß der Gesundheitszustand der Truppe von tein stehendes Heer hätten!" der Aufklärung. Ist das nicht unverständlich? Jahrgang zu Jahrgang sich besserte, also beim dritten am günstigsten So lange es noch so verblendete Menschen giebt, die war, obgleich dieser sich doch nur aus verhältnißmäßig minder- Amerita größer, wo, im Vergleich mit Deutschland, nur Schweine zu leben, so lange die Kriminalstatistik erweist, daß Ist etwa die Zahl der Arbeitslosen in England und anspruchsvoll genug sind, in Ostelbien sogar besser als die werthigen Mannschaften zusammensetzte. Das geht in unwiderleglicher Weise aus den offiziellen Kranken- und Todtenliften der Lazarethe her- winzige Heere beſtehen? Sind nicht umgekehrt in England die Rohheit dort am tiefsten nistet, wo das Paradies der vor. Der Beweis von der zunehmenden Befestigung der Gesundheit und Amerika die Arbeitsgelegenheiten weit namserer Soldaten läßt sich aber auch auf wissenschaftlichem Wege führen. günstiger als bei uns, im militärgesegneten Deutsch Batriarchalismus das Prinzip einer jeder Sittlichkeit und Deutsch- Junker noch ganz und gar nicht verloren ist, so lange der Durch den häufigen Aufenthalt in freier Luft, verbunden mit land? harmonischer, intensiv betriebener förperlicher Uebung bei zweckMenschlichkeit Hohn sprechenden, von schamlosester Selbstsucht mäßiger Bekleidung wird der Mann auf die rationellste Weise wanderungstabellen. Nach England und Amerika auf dem Lande„ nicht unverständlich" finden, wenn sie in den Wer da zweifelt, der lese nur die Aus- und Eindiftirten Ausbeutung ist, so lange wird man es bei den Proletariern abgehärtet, das heißt er bekommt ein festeres Fleisch und sind in den letzten zwanzig Jahren Millionen Deutscher Städten ihre Zuflucht suchen. ist im stande, Witterungseinflüssen und Strankheitserzeugern gewandert; nach Deutschland in der gleichen Zeit keine ( Bazillen) erfolgreichen erfolgreichen Widerstand zu leisten. Zugleich Wir wollen aber der Deutschen Tageszeitung". nimmt der Brustumfang zu, und die Athmungsthätigkeit wird tausend Engländer und Amerikaner. bedeutend erhöht. Nicht zum wenigsten macht sich aber der Segen Es giebt sogar Räuze, die da orakeln, je mehr Soldaten entgegenkommen und ihr rathen, in ihren Streifen für einen Versuch mit der Oertel'schen Kur zu wirken. der militärischen Schulung in einer überraschenden Steigerung der ein Land habe, desto reicher sei es. Nun warum macht strömen ja gerade ihre Anhänger massenhaft in die großen Nerventhätigkeit bemerkbar. Der militärisch geschulte Mann ist man denn nicht jeden Deutschen vom 18. bis 58. Jahre und strönten ja gerade ihre Anhänger massenhaft in die großen Städte ab, wo sie des öfteren als Arbeitslose ein verviel rascher im Auffassen von Sinneseindrücken und im Ausführen jede Deutsche vom 16. bis 56. Jahre zu Soldaten? Dann Städte ab, wo sie des öfteren als Arbeitslose ein vervon Thätigkeiten, die einen schnellen Entschluß erheiſchen, als der- wären wir das reichste Volk der Erde und das politisch wüstendes Leben führen müssen- also feffere man jenige, dem die Schulung abgeht, Das Alles aber erhöht seine reifste- fürs Narrenhaus. Arbeits- und Erwerbsfähigkeit und giebt ihm eine physische und geistige Ueberlegenheit über den sogenannten „ Staatsfrüppel". Am höchsten sind die Manöver mit ihrem mächtigen gesundheitsfördernden Einfluß anzuschlagen. Die Statistik des deutschen Heeres beweist, daß der Krankenstand während des Monats September auffallend sinkt, und daß bei Das Scheitern der Verfassungsrevision in Württemberg. meinen Mann, namentlich infolge des damit verbundenen LuftPolitische Uebersicht. Berlin, den 22. Dezember. Es zunächst die Junker an die Scholle. Man wird dann sehen, ob das Experiment gelingt und der Versuch, den Gözen Freizügigkeit zu zertrümmern, weiter fortzusehen ist. Die Form! Ungefähr zu gleicher Zeit, als wir gestern die Vermuthung " russischer Preßerneuerung, schreibt: " Unsere Leser kennen die unerhört schmähliche „ Kritik", welche sich Herr Delbrück erlaubt hat, doch man muß sich die schnö de Verunglimpfung der Regierung und des deutschen Volkes immer wieder in ihrer ganzen Ab= scheulichkeit vergegenwärtigen, so oft man diesen traurigen Fall zu besprechen gezwungen ist." Dann theilt sie schaudernd mit, was sich Herr Delbrück ganzen Truppenkörpern vielfach innere Erkrankungen überhaupt nicht Man muß es der Regierung Württemberg's lassen, daß niederschrieben, daß man nicht die sachliche Meinung, eintreten. Bon diesem Standpunkte aus sind auch die Uebungen sie sich bemüht hat, den reaktionären Bahnen Prenßens nicht sondern die Form ihrer Aussprache zum Vorwand der: Stef evde und Landwehr, zu bemtheilen. Sie erſetzen dem de immer zu folgen. Der Ministerpräsident v. Mittnacht gab nehmen würde, um den lästigen Strititer, Prof. Delbrück, wechſels, Ferienkolonien 2c., ja sie sind demselben in ihren wohl- kürzlich die freilich selbstverständliche, aber für Minister im 34 meucheln hat sich irgend ein Amtsschreiber, vielleicht der thätigen Wirkungen auf den Organismus weit vorzuziehen. Die neu- deutschen Staate doch nicht selbstverständliche Er- neue russische Reorganisator der offiziösen preußischen Presse in Thatsachen reden eine zu überzeugende Sprache, als daß man sie flärung ab, Voltsbewegungen könne eine Regierung auf die eigener Person, hingesezt und den Gedanken" ausgeführt, denwir im Ernste bezweifeln könnte. Durch die militärische Erziehung be- Dauer nicht widerstehen. Herr v. Mittnacht meinte damit angekündigt hatten. Unsere gestrige Nummer brachte Weiskommt der Einzelne wie die Gesammtheit des Volfes ein Kapital in erster Linie die vom württembergischen Volt seit langem fagung" und Erfüllung à tempo. an Lebenskraft, an Gesundheit und Leistungsfähigkeit, das reiche geforderte Verfassungsrevision, deren Kern die Beseitigung der Delbrück rechtsgarantirt" werden soll. Und dieselbe Weisheit Die Form ist's also, die Form, um deretwillen Prof. Zinsen trägt." Privilegirten aus der zweiten Kammer bildete. Die ReWollen Jäger" und" Seelenriecher". Die Regierungspresse Schritt, und war es auch nur ein fleiner Schritt, zu Also Herr Jäger. Dieser Herr Jäger ist der berühmte gierung folgte der Volksstimme und war bereit, cinen framt heute die„ Norddeutſche" aus, die, wieder sehr im Geiſte denkt aber offenbar an das Sprichwort: Kinder und demokratischer Ausgestaltung der Verfassung zu thun. E3 Schwärmer sagen die Wahrheit! und tischt deshalb dem war keine leichte Aufgabe, da die erste Kammer sich Volt den Jäger'schen Militär- Hymnus als lautere, ernsthafte sträubte. Die erste Kammer verschlechterte den den EntWahrheit auf. Sogar die„ Kreuz- Zeitung" druckt die Jäger'sche wurf, den die zweite fertig gestellt hatte und den die ReWeisheit ab und stempelt sie zum Evangelium. Daß der militärische Drill den von Haus aus gefunden bringen, schloß sich in den lebhaften Berathungen der letzten gierung billigte. Um jedoch wenigstens etwas zu stande zu und kräftigen Rekruten hygienisch mußt, das geben wir rück- Tage die zweite Kammer den Wünschen der ersten zumeist an. gegen eine hochwohllöbliche Regierung zu schreiben erdreistet haltlos zu. Aber wenn die hygienische Erziehung, mit und dennoch ist der Entwurf schließlich zu Falle gebracht hat zwedmäßigen Turn- und sonstigen Leibesübungen, bei guter worden, und zwar durch das Zentrum. Wie wir gestern Ernährung, in dem Jugendunterricht eingeführt würde, schon mittheilten, stimmten 48 Abgeordnete für, 38 gegen den wie die Sozialdemokraten es fordern, so wären die Wirkung Entwurf. Da bei Verfassungsänderungen eine Zweidrittelnoch weit günstiger und zwar allgemein, während sie heute mehrheit nöthig ist, so ist damit das ganze Werk gescheitert. in der Armee höchst unvollkommen ist und für einen sehr Das Zentrum hat gegen den Entwurf gestimmt, lediglich weil großen Theil der Bevölkerung, und zwar gerade den, der seine anmaßenden Wünsche, die auf die Verkirchlichung und ihrer am meisten bedarf, gar nicht vorhanden ist. Wie wenig Bermuckerung des Landes ausgingen, zurückgewiesen worden rationell die hygienische Erziehung in der Armee ist, erhellt waren. Gegen elementare freiheitliche Forderungen hat sich aus der Thatsache, daß jährlich Tausende im Militärdienst das württembergische Zentrum verjündigt, nur weil die förperlich zu grunde gerichtet werden, oder dauernd an ihrer Regierung und die anderen Parteien ihm nicht auch bei Gesundheit Schaden erleiden. Wie das stehende Heer durch Verbreitung der Syphilis dieser Gelegenheit seine Zustimmung mit Konzessionen auf in Stadt und Land die Volksgesundheit und die Volks. kirchlichem Gebiet abkaufen wollten. fraft untergräbt, das ist ein gar unappetitliches Thema, mit rechte zu sein, hat sich als reisfechter der Volks. Das Zentrum, das sich gern rühmt, ein Hort der Volksdem wir uns hier nicht beschäftigen wollen, über das aber hunderte von Abhandlungen massenhaftes und erschreckendes entrechtung erwiesen. Material bieten. Was Jäger über die wirthschaftlichen Vortheile Götze Freizügigkeit. des Militarismus sagt, ist Unsinn, rührt jedoch nicht von ihm Der bekannte Leitartikel- Chrifer der bündlerischen„ Deuther. Gewiß hat Deutschland einen wirthschaftlichen Auf- fchen Tageszeitung" berauscht sich wieder einmal an schwung genommen, aber wahrhaftig nicht durch den Mili- dem schönen Gedanken der Leibeigenschaft: tarismus, sondern trotz des Militarismus. Ohne ihn würde der Aufschwung ein viel größerer gewesen sein, und einer, der dem arbeitenden Volk ungleich mehr zu gut gekommen wäre. Allein da wird uns vorgeredet und das ist jetzt ein Hauptargument der Militaristen: der Militarismus ist eine In den Großstädten lungern Tausende von Arbeit heischenden Männern umher, man spricht von der Nothwendigkeit einer Versicherung gegen Arbeitslosigkeit; und auf dem Lande ist Arbeit in Hülle und Fülle, die Landwirthschaft leidet unter Arbeiterlosigkeit. Man jammert über die Auswüchse des großstädtischen Zusammenpferdchens; aber man hat nicht den Muth und das Zeug, dieser Wasserkopfentwidlung Hemmniß anzulegen. und fährt fort: Wenn ein freier obsturer Schriftsteller in völliger Unkenntniß der Dinge einen so haarsträubenden Unsinn schreibt und sich in Beschimpfung seines eigenen Volkes in so schamLoser Weise ergeht, dann mag man ihn ruhig sich selbst und der Verachtung überlassen. Und ist es ein namhafter Publizist, der aus Eitelkeit oder sonstigen unedlen Gründen oder aus gänz licher Unkenntniß der Verhältnisse, die zu beurtheilen er für sein verfassungsmäßiges Recht auf freie Meinungsäußerung hält, sich zu solchen unde finirbaren Maßlojigkeiten hinreißen läßt, dann muß man sich auf ein Bedauern des selben beschränken. Hier aber handelt es sich unt die öffentlichen Auslassungen eines Mannes, der ein öffentliches Amt bekleidet, und zwar eines, welches zu den wichtigsten Aemtern des Staates gehört. Der Verfasser des Schmähartikels ist von Staats wegen mit dem Unterricht und der Erziehung der akademischen Jugend betraut; er ist ein Beamter, von dem, wenn ihm nicht sein eigenes Pflichtgefühl es sagt, das Gesetz ausdrücklich verlangt, daß er sich durch sein Verhalten in und außer dem Amte des Ansehens, der Achtung und des Vertrauens, die fein Beruf erfordert, würdig erzeige. Da fann es mit privater Verachtung und Bedauern nicht abgethan sein. Eine gewissenhafte Regierung darf es nicht ignoriren, wenn ein Universitätsprofessor als Publizist die Staatsverwaltung der Begehung von Grausamkeiten und Verbrechen, welche den Abschen der gebildeten Welt erregen, zu beschuldigen sich unterfängt. Das ist keine Bethätigung der Lehrfreiheit, sondern eine erhörte Beschimpfung des Vaterlandes, eine empörende Bloßstellung desselben dent Auslande gegenüber seitens eines Mannes, von dem man mit Rüdficht auf sein Amt erwarten darf, daß er der nationalen Jugend cin Beispiel von Ehre und Charakter fei, und daß er öffentlich sein Urtheil nur über Dinge abgebe, die er versteht und durchdacht hat." " in Form und Auſtand genommen bag biele " er " " Noch regt sich kein Lüftchen in der Gelehrten. republik". Sie haben ja den willkommenen Vorwand, mannhaft bedauernd schweigen zu dürfen: die Form, die maßlose Form, die nicht zu vertheidigende Form! ,, Dem edlen Fälscher!" D gegeben wordeutschen Katholiken im Orient, über welches Rechtspflege, zu entwickeln und als deren Konsequenz den riellen Aus Paris, 21. Dezember, wird uns geschrieben: Zu einer prätorianischen undgebung wächst sich nachgerade aus die von der antisemitischen„ Libre Parole" veranstaltete Geldsammlung. Der Vorwand Dieser Geldfammlung war ursprünglich die Aufbringung der Prozeß toften für die Wittwe des Fälschers Henry, die das Gedächtniß ihres Mannes vertheidigen will gegen den von Joseph Reinach zuerst begründeten Verdacht, Henry wäre der Hauptschuldige an Die Erfahrung hat gelehrt, daß solche Mahnungen von der Esterhazy's Landesverrath, einen Berdacht, dem, beiläufig bewilligungseifrigen Mehrheit des Zentrums nicht beachtet werden. bemerkt, Jaurès und Clémenceau vollständig zustimmen. Als Die regierende Partei" taumelt von Bewilligung zu Bewilligung dann die Geldsammlung in den ersten zwei Tagen den Betrag der und von Umfall zu Umfall. Prozeßkosten überschritten hatte, erklärte die Libre Parole", die Sammlung trotzdem fortsetzen zu wollen. Nunmehr hieß es, man Hader im Zentrum. eines erlaubten Gewerbes niemand verwehrt und versagt oder, Die Haltung der Zentrumsfraktion gelegentlich der jüngsten unmöglich gemacht werden. Dies wäre aber bei Einführung Tagung des Reichstages findet in der rheinischen Zentrumspresse einer Umja steuer für sehr viele und gerade die technisch entHerr Delbrück weiß nun wenigstens, in welcher Form scharfen Tabel. Der ultramontane Aachener„ Volksfreund" nennt wideltſten, somit volkswirthschaftlich werthvolften Betriebe der Fall. er fich fachlich hätte ausdrücken können. Hätte er ge- den Abgeordneten Lieber einen freiwilligen Regierungskommissar" Einellmfassteuer fei überhaupt keine Gewerbesteuer. Dieſe schrieben, daß die Ausweisungspolitik haar sträubender und schreibt unter andern: ist nach der allgemein anerkannten Begriffsbestimmung eine Er Unsinn" fei, daß sie schamlofer Weise" unschuldige " Das deutsche Volt muß wünschen,.. daß den Jafage- tragssteuer, während die Umsatzsteuer auf den Ertrag teine Menschen aus Lohn und Brot jage, daß sie zu den unbrüdern und deren Mitläufern.... der Kopf ganz energisch Stücksicht nimmt und lediglich den Umsatz besteuert, gleichviel ob defintrbaren Maßlosigteiten" einer, beräch tzurechtgesetzt werden möchte. Es ist wahrhaftig nöthig, daß überhaupt ein Ertrag und welcher erzielt wurde. Itchen" Polizeipolitik gehöre; hätte namentlich zahlreichen 8entrumsabgeordneten Gescheitelt oder geschoren in einem Punkt sind die darauf hin gewiesen, daß diese Maßnahmen die der Naden gesteift wird, damit sie nicht auf der Bahn der staatschriftlichen Christen, die einander sonst spinnefeind find, in Staatsautorität Bewilligungsfreudigkeit fortschreiten." erschüttern, den deutschen Namen schönster Harmonie: nämlich darin, daß das Christenthum in dem , unerhört be Die Deutsche Reichszeitung" wirft den Statsrednern ihrer christlichen Staat nur für das Bekenntniß gilt, nicht aber für schimpfen" und das Reich bor dem Auslande Partei, den Abgg, Frizen und Lieber vor, daß sie versäumt haben, das Handeln, und daß jeder Versuch, das Christenthum aus dem empörend bloßstellen"; hätte er gesagt, daß die etwas näher auf die Militär- und Zuchthausvorlage einzugehen. Nebel bes theoretischen Bekenntniffes auf den Boden praktischen Staatsregierung, statt ein Beispiel von Ehre und Bezüglich der ersteren habe jetzt schon gesagt werden müssen, Handelns überzuführen, eine Sünde ist gegen den heiligen Charakter" zu geben, über Dinge urtheile, von denen sie " Saß die unaufhörlich sich steigernden Militärforderungen Geist des Staatschristenthums und ein Attentat auf die nichts verstehe- dann, ja dann wäre ihm kein Haar gedem deutschen Volte Lasten auferlegen, welche die Frage heraus Grundlagen des christlichen Staats. Der protestantische Oberst- i frümmt, dann hätte er die Wahrheit in angemessener Form fordern, ob namentlich die mittleren und unteren Klaffen diese lieutenant v. Egidy wurde vor einigen Jahren gemaßregelt, weil Der protestantische Bastor sachlich ausgesprochen. O, warum hat Herr Delbrück nicht, steigenden Lasten fernerhin zu tragen vermögen.... Daß in einer er das Christenthum ernst nahm. bevor er seinen Artikel schrieb, von den Offiziösen Unterricht Beit, da die Regierungen im Begriffe stehen, der Frage näher zu Scha II und andere find gemaßregelt worden wegen des gleichen treten, wie den die Völker erdrückenden Rüstungen ein Ende ge- Verbrechens. Und damit die protestantischen Staatschriften sich nicht macht werden könne, es wie ein Sohn sich ausnehme, wenn über die katholischen zu erheben Grund haben, so ist jetzt in Beiläufig: Warum eigentlich das viele Gerede über den Militärforderungen in einer Höhe, wie die neue Vorlage fie ent- Belgien der katholische Abbé Daens, der Führer der Fall Delbrück? Dem Professor geschieht ja nur, was Arbeiter, hält, an die Nation gestellt werden. Keiner dieser von selbst sich belgischen Chriftlich Sozialen, die sich nicht mit Site'schen die eine freie Meinung haben, tausendfach in weit härterer aufdrängenden Einwände ist erhoben worden, und das wird man Bettelfuppen begnügen, des Fühlbarkeit zu erleiden haben. Wir staunen auch nicht über in weiten Zentrums- Wählerkreisen nicht verstehen. sozialen Elends als Gebot des Christenthums file den chriftlichen diese plötzliche" Reaktion; denn wir wissen ja, daß wir längst Bezüglich der Zuchthausvorlage hat felbft der Staat befürworten, von seinem Borgesezten, dem Genter Bischof Stat in der tiefften Rückwärtserei leben. Unser Interesse beschränkt nationalliberale Rebner erklärt, daß feine Partet Stillmans mit dem Interditt belegt und seines Amtes für dieselbe nicht stimmen werde, wenn sie das Koalitions enthoben worden. Wir finden das sehr natürlich und sehr sich eigentlich darauf, daß wir in der Angelegenheit eine„ Straftrecht der Arbeiter irgendwie beschränke oder Strafbestimmungen logisch. Das Staatschriftenthum hat von jeher in dem Chriftenthum probe" für unsere gesammte akademische Welt erblicken. Werden enthalte, welche über den 1890 abgelehnten§ 153 der Gewerbe des als Staatsverbrecher hingerichteten Christus seinen Todfeind erunsere Gebildeten" den Muth haben, sich mit dem Gemaß- Ordnung hinausgingen. Konnten die braven katho- blickt und das von Rechts wegen. 19mm regelten solidarisch zu erklären, werden sie für die Freiheit lischen Arbeiter, die so treu zum Zentrum halten und in des Worts zu kämpfen wagen? der Buchthausvorlage eines ihrer wichtigsten Rechte bedroht Aus Seffen, 20. Dezember.( Eig. Ber.) Zweite Kammer. glaubten, von den Bentrumsrednern weniger erwarten, als Die Spezialberathung des Notariat@ gesetzes wurde heute zu Ende eine derartige einigermaßen beruhigende Erklärung? Sie ist nicht geführt. Art. 2 gab den Abg. Cramer und Ulrich Gelegengegeben worden. Herr Lieber hat des Langen und Breiten vom heit, unsere prinzipielle Forderung, unentgeltlichkeit der der überhaupt viel zu viel gesprochen und geschrieben wird, geredet. Antrag zu begründen, die Notare als befoldete Staatsbeamte anzu Wir fragen: Sollten die Intereffen auch die mate- ftellen. Damit blieben wir zwar in der Minderheit; dafür der deutschen Katholiken im Deutschen gelang es uns, Art. 19 der Vorlage, in dem die Anstellung der Reiche weniger wichtig sein? Die sonderbar verlaufene Gehilfen von einem tadellosen Nuf" einem tadellosen Nuf" abhängig gemacht Etatsberathung scheint uns der Fraktion die Erwägung wurde, so umzugestalten, daß nur noch das„ dienstliche nahe zu legen, sorgsam darüber zu wachen, daß nicht Verhalten" Grund zur Entlassung geben kann. Der Art. 21, in dem durch die übermäßig staatsmännischen" Anlagen sofortige Entlassung des Gehilfen bei nicht tadellosem Nuf" und bei Einzelner das große Gut des Vertrauens der katholischen gewissen Nebengeschäften dem Notar zur Pflicht gemacht wird, wurde Wähler gefährdet werde. Schweigen am unrechten Ort und zur auf unseren Antrag hin gestrichen. Abg. David führte aus, unrechten Zeit könnte schwer sich rächen." daß der Gehilfe durch jene Bestimmungen der Wilfür seines Prinzipals auf Gnade und Ungnade ausgeliefert werde; auch zu politischen Maßregelungen ließen sich diese Kautschudparagraphen mißbrauchen. Ein Theil der Nationalliberalen schloß fich den sozialdemokratischen Anträgen an, sodaß sie zur Annahme gelangten. Auch bei Art. 66, der die Festsehung der Notariatsgebühren auf dem Verordnungsweg bestimmte, hatten wir einen Erfolg, indem unser Antrag wolle dem einzigen Sohne des Fälschers Henry eine Rente sichern. Der Vorstand des deutschen Flottenvereins hatte vor einigen auf demnächstige gefeggeberische Regelung, in einer vom Gin nicht minder schofler Vorwand, denn vor allem erfreut sich die Tagen eine nicht unintereſſante Sigung. Recht amüsant war Abg. Ofann veränderten aber das Wesentliche deſſelben enthaltenden Frau Henry einer reichen Familie. Die etelhafte Komödie es, daß daselbst mehrere Fürsten des Reiches, wie Prinz- Faffung mit großer Mehrheit durchdrang. Danach ist die Kostender Wohlthätigkeit zu gunsten von Wittwe und Baise" sollte einfach regent Quitpold und König Albert von Sachsen, neben feinem frage innerhalb der nächsten fünf Jahre gefeßlich zu ordnen. Im die Gelegenheit liefern zu einer Gegenkundgebung gegen die neuliche Geringeren als Herrn Viktor Schweinburg in Flottenbegeisterung übrigen gelangte die Vorlage in der vom Ausschuß beantragten Fassung unverändert zur Annahme. Auch das Gesetz betr. Anmassenhafte Protestbewegung für Picquart. auftraten; jene jandten Zustimmungstelegramme, dieser hielt die dieser hielt die Doch das klerikal- chauvinistisch- antisemitische Back ist in der übliche Flottenvermehrungsrede. Aber noch ein anderers Moment längere Debatte erledigt, worauf sich die Kammer auf unbestimmte legung eines neuen Grundbuchs wurde heute noch ohne Dreyfus- Affäre so tief gesunken, daß von seiner Seite die Ver- verdient Beachtung. In einem Bericht über die Sigung liest man: herrlichung eines justizmörderischen Fälschers nicht weiter verBeit vertagte. Erfreulicherweise ist der deutsche Flottenverein auch der Frage wundern kann. Politische Bedeutung gewinnt der Skandal erst da näher getreten, die Saat auch in unserer Schuljugend Chronik der Majestätsbeleidigungs. Prozesse. Wie durch, daß sich an der Geldsammlung Offiziere im attiven auszuftreuen. In den in Gebrauch befindlichen Lefebüchern der Majestätsbeleidigungs- Prozesse zu stande kommen, Dienst unter voller Angabe ihres Namens und Regiments bedeutschen Schulen ist wenig oder gar keine Rücksicht auf die Be- zeigte eine Verhandlung vor der Straffammer in Mainz. Der theiligten. Daneben ergehen sich ungenannte militärische Spender deutung der See Jutereffen des Deutschen Reiches genommen. Handelsmann Heinrich Kempf aus Ganthen, zulegt in Frankfurt, in blutdürftigen, antisemitischen und staatsstreichlerischen Motto's. Der Flottenverein hat es als eine dringende Aufgabe erkannt, so wollte von einem Mainzer Privatmann 500 M. zur Deckung eines bald als möglich mit den dem Verein angehörenden Lehrern Wechsels geliehen haben. Er hatte früher einmal bei dem Manne fich in Verbindung zu sezen, um deren Meinungen über eine gewohnt, dieser verweigerte aber die Anleihe. Kempf schrieb mun Revision der Schullesebücher einzuholen, und dann dem 70jährigen Manne, er habe in seiner Gegenwart den deutschen in einer Konferenz mit den Schulmännern zu einem Kaiser und den Großherzog von Hessen schwer beleidigt. Beschlusse zu gelangen, welcher es ermöglichen könnte, mit den Kempf werde davon den Staatsanwalt benachrichtigen, vorher obersten deutschen Schulbehörden wegen herbeiführung der Revision fönne er ihn am Bahnhof in Kastel zu einer näher der Schulbücher in Beziehung zu treten. Es wird sich daher auch bezeichneten Zeit sprechen. Der alte Mann zeigte den Brief der empfehlen, seitens des Flottenvereins Preise für solche, seinem Polizei. Kempf wurde wegen Erpressung angeklagt. Der BeThätigkeitsgebiete angemessene Erzählungen auszuschreiben, die für schuldigte blieb noch bei seiner Anschuldigung bestehen, LandgerichtsJugendschriften, Lesebücher u. s. w. geeignet sind." Direktor Dr. Bockenheimer bemerkte zu dem Angeklagten, daß ders Nicht genug also, daß man die deutsche Schuljugend mit wüftestem artige Denunziationen nicht allein berächtlich, Landchauvinismus füttert, dazu sollen noch einige Portionen See- fondern ganz abscheulich seien. Das Gericht verurtheilte und Weltpolitikchauvinismus fommer. einige den Angeklagten wegen Erpressung zu drei Monaten Gefängniß. Glücklicherweise wird auch die Jugend des arbeitenden Sonst verfolgt man leider nicht die Bragis, den Denunzianten zu Volfes immer mehr gegen diese Pädagogik, welche aus bestrafen, sondern den Denunzirten. der Nation der Denter und Dichter vollends eine Nation des Militarismus und Marinismus zu machen gedenkt, eingenommen, Vielleicht auch wird gerade die Neberfüllung mit chauvinistischer Speise schon bei der Jugend den Geschmack daran verderben. Gerade vor ein paar Wochen wurden einige Offiziere in der Stadt Arles disziplinarisch bestraft, weil sie an einem privaten Freimaurer- Essen theilgenommen hatten. Die Verherrlicher des Fälschers Henry dürfen dagegen unbehelligt an einer öffentlichen tterifal- antisemitischen Kundgebung theilnehmen! M Der sozialistische Abg. Fournière brachte diese standalösen Vorgänge in der gestrigen Kammerfizung zur Sprache, und zwar in der Form eines Antrages auf Gewährung der politischen Bürgerrechte an die attiven Militärs, Offiziere und Soldaten. Wenn schon, denn schon! Dürfen die Terital staatsstreichlerischen Militärs, dem Gesetze zum Troy, politische Kundgebungen mitmachen, und zwar mit der begründeten Aussicht nicht nur auf völlige Straflosigkeit, sondern auch auf die Erwerbung der Gunst des leitenden Militärklüngels, dann sollen auch die republikanischen Militärs durch das Gesetz zur politischen Bethätigung zugelassen werden. Dies der Grundgedanke des sozialistischen Antrages, der zur Vorausseßung hat, daß die ungeheure Mehrheit der Soldaten und ein großer Theil, wo nicht die Mehrheit der Offiziere republikanisch gesinnt sind. " " Flotten- Pädagogik. 10 Ausland. Oesterreich. Die Zweddienlicher wäre es allerdings gewesen, da es sich doch mur um eine parlamentarische Handhabung handelte, den Kriegsminister Budapest, 22. Dezember. Baron Banffy lebt an seinem einfach vermittelst einer Interpellation zur Nede zu stellen wegen Konservativ- nationalliberaler Kleinkrieg. In der Provinz Poften. Er will ihn so lange behalten, als er das Vertrauen der der flanbalöfen Mißachtung des Gesetzes zu gunsten der staats- Hannover, der Domäne des Nationalliberalismus, beabsichtigen die troue und die Majorität im Abgeordnetenhause" befize. stretchlerischen Offiziere. So aber fam es nur zu einem Konservativen eine eigene Organisation zu schaffen. Darob große Majorität im Parlament konnte der Ministerpräsident nur durch die furzen Zwiegespräch zwischen Fournière und Dupuy. Der Entrüstung bei den Nationalliberalen, die schon bei der letzten ungeheuerlichsten Wahlfälschungen erlangen, die Mehrheit des Volkes Ministerpräsident hielt eine feurige patriotische Strieger- Reichstagswahl durch die Bündler start bekämpft wurden. Besonders steht nicht hinter ihm. Die liberalen Dissidenten hatten, um die bereins- Rede", ohne mit einem Worte auf die prätorianischen unangenehm ist es den Anhängern des ehemaligen Oberpräsidenten parlamentarischen Schwierigkeiten zu beseitigen, Berhandlungen mit Militärkundgebungen einzugehen, und die unübertreffliche Stammer der Proving Hannover, daß Landräthe und andere Beamte bie ihm gepflogen und ihn zum Rücktritt zu bewegen gesucht. Banffy bertvarf die Dringlichkeit des Fournière'schen Antrages mit 467 Führung des konservativen Einbruchs übernommen haben. hat aber abgelehnt. Wie ferner aus Budapest mitgetheilt gegen fage und schreibe 26 Stimmen! Selbst vier sozialistische Mögen sich alle Reaktionsknappen nur tüchtig balgen. Der wird, soll die Regierung beabsichtigen, alle dem Abgeordnetenhauſe Mitunterzeichner des Antrages haben sich gescheut, für den Antrag lachende Dritte wird nicht fehlen. eingereichten Regierungsvorlagen, ausgenommen die Cloture, zurüdau stimmen. Schädigung der deutschen Industrie. Die gesammten Ber- zuziehen. Die Geldsammlung der Libre Parole" hat eine andere Ge Idliner größeren industriellen und gewerblichen Vereine werden, wie odli Frankreich. msd fammlung für wirklich bedürftige Wittwen und der Konfektionär" erfährt, demnächst über eine an die Regierung Zur Dreyfus- Angelegenheit wird heute aus Paris beWaisen ehrenhafter Arbeiter hervorgerufen, der Opfer des zu erlassende Bittschrift in Berathung treten, wodurch die Regierung richtet: Am Schluß des heutigen Ministerraths erstattete ber neulichen Baueinsturzes in Paris. Die„ Betite République" und die auf die täglich stärker auftretenden Schäden, die der deutsche Juftizminister Lebret Dupuy und Freycinet Bericht über seine Ve" Aurore" haben zugleich Geldsammlungen eröffnet. Die Spenden fließen Handel und die deutsche Industrie durch die Ausweisungen sprechungen mit Löw, dem Bräsidenten der Kriminalkammer des Staffaviel reichlicher als das sonst der Fall gewesen wäre, weil die Spender zu: aus Schleswig- Holstein erleiden, aufmerksam gemacht und tionshofes, über die Garantien, von denen die Mittheilung des geheimen gleich einen Protest gegen die Verherrlichung des Fälschers Henry be- um Abhilfe ersucht wird. Die Reisenden, die aus Dänemark zurück- Doiliers in Sachen Dreyfus abhängig gemacht werden müsse. Es zweden. Bei der Petite République" sind in den ersten zwei Tagen 4821, gekehrt find, berichten, daß sie einen großen Theil ihrer Kundschaft wird versichert, daß ein Einverständniß fast erzielt sei und daß bei der„ Aurore" 4280 Frts. eingegangen.- Andererseits hat die Kammer verloren haben. Lang gepflegte Verbindungen sind gebrochen die Mittheilung des Dossiers demnächst bevorstehe. Die„ Aurore" für die Familien der Verunglückten 10 000 grants votirt. Das vor worden. Die Aufregung in Dänemark ist in der Zunahme begriffen. dagegen will wissen, daß das Doffter bereits an den Kaſſationshof einem Jahre votirte Haftpflichtgefeß ist nämlich noch nicht in traft Sie macht sich sogar in den Zeitungsannoncen bemerkbar. Man abgegeben fein. Dupuy soll nun ebenfalls vernommen werden. getreten wegen der Saumjeligkeit des Staatsrathes, der bisher keine braucht nur dänische Zeitungen zu lesen, um Aufforderungen Der Präsident des Kaffationshofes richtete an den Justizminifter Zeit gefunden hat, das nothwendige administrative Reglement auszu folgenden Inhalts zu finden:" Kjob ikke af Tyskerne u. f. 1. Rebret die Anfrage, ob Dupuy eine Schwierigkeit darin sehe, vont w. Stauft nicht von Deutschen. Hinaus mit den deutschen Agenten, so Staffationshof vernommen zu werden. Dupuy willigte in die Verlange diese unsere Landsleute ausweisen. Wir können ebenso billig nehmung und heute Abend wird dem Präsidenten Faure ein Dekret in anderen Ländern kaufen." unterbreitet werden, welches Dupuy die nothwendige Ermächtigung Umsatzstener. Der Beschluß des Steuerausschusses der giebt. Die Mitglieder des Kaffationshofes werden dem Gebrauche bayerischen Abgeordnetenkammer, eine umfasgemäß nach dem Ministerium des Innern sich begeben und daselbst Nach verschiedenen offiziöfen Andeutungen- so wird der steuer für gewerbliche Unternehmungen, welche ihrem Geschäfts- die Aussagen Dupuy's entgegennehmen. Im Anschluß an einen Artikel Jaurès fiber den angeblichen Frantf. 3tg." aus Berlin geschrieben scheint es nun wirklich, daß betriebe eine außergewöhnliche Ausdehnung geben" einzu Fürst Hohenlohe und das preußische Staatsministerium wirklich den führen, hat eine lebhafte Erregung hervorgerufen und vielfach strenge Brief Kaiser Wilhelm's bestätigt der frühere BotschaftsVersuch machen wollen, im Abgeordnetenhause ein Vereinsgesetz Verurtheilung gefunden. Eine soeben erschienene Dentschrift tommt sekretär Graf Louis de Turenne, daß Graf Münster ihm während nach dem Muster des bekannten Recke'schen durch zu folgenden Schlußfolgerungen: Eine Umsatzsteuer wäre der Kampagne Scheurer- Kestner's im Figaro" gelegentlich erklärte, zudrücken und das wieder als Erfüllung des Versprechens rechtlich unzulässig. Des weiteren wäre der Großbetrieb in im französischen Kriegsministerium egiftire ein Brief Kaiser der Aufhebung des Koalitionsverbots auszugeben. Der Weg seiner Entwickelung gehemmt, der Mittelbetrieb ruinirt, dem Klein- Wilhelm's, der Dreyfus betreffe. Turenne gewann aus den der Reichs Gesetzgebung, durch den das Versprechen ehr betrieb nichts genügt. Eine Schädigung der zahlreichen, im Groß- Mittheilungen den Eindruck, daß der Brief gefälscht sein misie, lich gelöst werden könnte, wird verschmäht und all die betriebe thätigen Existenzen wäre unausbleiblich. Endlich aber müßte und hielt es für seine Pflicht, eine Person zu unterrichten, die mit Erregung, die die lex Recke mit sich gebracht hat, wird eine Umjazsteuer den Konsum zu großem Theile außer Landes der Regierung im Verkehr stand. bon neuem wachgerufen werden. Man spekulirt dabei, da die Mehr- jagen und das Handelsgewerbe desjenigen Einzelstaates, Die Deputirtenkammer nahm mit 453 gegen 26 Stimmen heitsverhältnisse fich nicht und jedenfalls nicht zu gunsten dieses der sie allein einführt, schonungslos der Konkurrenz der kauf zwei provisorische Zwölftel an und genehmigte einstimmig und Versuches geändert haben, auf Wandlungen innerhalb männischen Betriebe im engeren und weiteren Auslande debattelos einen Kredit von sechzig Millionen Franks für einzelner Parteien. Gemeint sind dabei wohl die preisgeben. die Vervollständigung des Waffenmateriale u. f. tv. im Nationalliberalen. Vielleicht glaubt man auch, daß manche Zur Begründung dieser Anschauungen wird in Bezug auf die Jahre 1899. Nach einer Mittheilung des Finanzministers politische Charaktere beim Beginn einer fünfjährigen rechtliche Seite der Frage ausgeführt, daß eine umfassteuer Beytral wird das Jahr 1898 mit einem Haushalts. Legislaturperiode weniger fest sein werden als angesichts in erster Linie gegen den Grundsatz der Gerechtigkeit Ueberschuß von 60 Millionen abschließen. Diese Summe bevorstehender neuer Wahlen. Es soll vorher sondirt und hinter verstoße. Eine Umsatzsteuer verstoße gegen den Fundamental wäre, wie obige Abstimmung zeigt, demnach glücklich wieder dem den Kulissen verhandelt werden. fag der Gewerbefreiheit. Nach diesem darf der Betrieb| Militärmoloch in den Rachen geworfen. arbeiten. Deutsches Reich. Die Wiedermißgeburt der lex Recke. " Im Jahre 1897 wurden bei der französischen Armee eingestellt 72 116 Mann für ein Jahr und 159 162 Mann für zwei Jahre. Ein Aufsatz der„ La France Militaire" sucht auszuführen, daß bei Einführung der zweijährigen Dienstzeit die Friedenspräsenz der französischen Armee ganz bedeutend hinter derjenigen von Deutsch Land zurückbleiben müßte. Türkei. einem anderen 8antapfel umsehen. " Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. " Die zweijährige Dienstzeit zur Einführung zu bringen, be- Polizeifergeant Beder hat ebenfalls nicht gehört, daß Answeat ein Antrag, der, zunächst von zehn Abgeordneten unterstügt, geklagter den Prinzen wie mitgetheilt bezeichnet habe; jedoch haben a der Deputirtentammer zugegangen ist. Derfelbe hat sich Personen aus dem Publikum sehr abfällig über das Betragen folgenden Wortlaut: Artikel 1. Die Dauer des Dienstes geäußert. Als er, Zeuge, den Vorgang von der Ferne bemerkte, als in der aktiven aktiven Armee wird auf zwei Jahre festgesetzt. er sah, wie der Herr mit den Füßen Strampelte und die Damen sich Nachdem der Konflikt der städtischen Kanalisationsarbeiter, der wegen Maßregelung in dem Berliner städtischen Wafferwerk. Artikel 2. Alle nach Artikel 21 bisher giltigen Befreiungen genirten, den Wagen zu besteigen, da habe er bei sich gleich gedacht, der Zugehörigkeit zur gewerkschaftlichen Organisation mit der Verwerden aufgehoben. Alle Befreiungen auf grund der Unentbehrlich- ob denn das nicht der Pring ist, der schon mehrere folche Sachen waltung entstanden war, zur Zufriedenheit beigelegt ist, melbet Die feit aus Familienrücksichten sind fünftighin nur im Verhältniß von gemacht hat. Nachdem der Prinz dem Groth in das Gesicht gespuckt Gewerkschaft", das Fachorgan der städtischen Arbeiter, abermals die 15 pt. des für zwei Jahre einzustellenden Kontingentes zu be hatte, fielen vom Bublifum Aeußerungen wie: Gemeiner Wensch, Maßregelung eines Arbeiters, der in einem städtischen Betrieb bewilligen. Artikel 3. Alle nebenjächlichen Aemter, die bisher bei den gemeiner Kunde 2c. Truppen durch den Kompagnien, Eskadrons, Batterien entnommene schäftigt ist. Es handelt sich um den Vorsitzenden der; Mannschaften besetzt wurden, werden in Zukunft durch eine entsprechende ist wegen der Verhandlung von Bosen hergekommen und bekundet anstalten und anderen städtischen Betrieben beschäftigten Arbeiter. Zeuge Herr v. Bressa, ein sehr intimer Freund des Prinzen, Friedrichshagener Verwaltungsstelle des Verbandes der in GasAnzahl von Leuten ausgeübt werden, die zum Dienste mit der Waffe im Gegensatz zu den anderen Zeugen, daß der Angeklagte den auf Der Genannte ist seit 5 Jahren im städtischen Wasserwerk beschäftigt für unbrauchbar erkannt sind( also Leute der Kategorie, die gegen- dem Schalter fizenden Prinzen sehr laut angeschrien ha be. und wurde am 10. d. M. ohne Angabe von Gründen entlassen. wärtig alle zu Hilfsdienstzweigen bestimmten Leute umfaßt aus- Wegen der„ Unhöflichkeit des Oberführers sei ein Wortwechsel ent- Später erhielt er als Grund seiner Entlaffung vom Betriebsgenommen Fehler des Mindermaßes). Diese Leute erhalten keine standen, wobei der erregte Bring in großen Born gerathen sei, der ingenieur die Antwort, er fei ein unzufriedener Mensch, halte Steden militärische Ausbildung während der Dauer ihres Dienststandes unter dazu geführt habe, daß der Prinz dem Oberführer drohte, ihm ein und reize die Leute auf. den Fahnen. Da die Arbeiter diese Entlassung als Paar herunter zu hauen. Aufregung befunden und zitterte vor Born. Von einem Spuden des Deputation vor das Einigungsamts des Gewerbegerichts zu laden Der Prinz habe sich in der größten Maßregelung betrachten, so beabsichtigen fie, ihre vorgefeßte Prinzen habe er nichts bemertt. Der Prinz habe seinen und die Wiedereinstellung des Gemaßregelten zu beantragen. Schnurrbart am Munde gehabt und damn jedenfalls, um etwas aus dem Munde zu entfernen, Pst, pit" gemacht, wobei dem Angeklagteng Deutsches Reich. 2 etwas Flüssiges in das Geficht geschleudert sein tönne. Darauf habe Die Aussperrung der Krefelder Weber ist nach einem uns der Oberführer dann gefagt: Den kennen wir, das ist ein ganz zugegangenen Telegramm beendet. Ueber die letzten Differenzpunkte gemeiner Kunde." Auf Befragen habe der hinzugerufene Schuß wurde am Donnerstag eine Einigung erzielt. Der Erfolg ist aber Prinz Georg von Griechenland hat nun die Regierung von mann gefagt, daß er die Worte gemeiner Kunde" nur zu halten, wenn die Streifenden weiter unterstützt werden, da Kreta fibernommen. In einem Manifest hat er der Bevölkerung gehört habe. die Versicherung gegeben, unparteiisch gegen beide Konfessionen sich Beder vortreten, der mit aller Entſchiedenheit in Abrede stellt, damals werden, um Maßregelungen durchzusetzen. Der Ausstand der Der Borsigende, Affeffor Noseufeld, läßt hierauf den Sergeant sonst die Fabrikanten die mißliche Lage der Ausständigen benüßen verhalten zu wollen. Gelingt es dem Prinzen wirklich, auf Streta gefagt zu haben, daß er die Worte gemeiner Kunde" aus Groth's Sammetweber bei der Firma Ebeling dauert fort, da diese Branche Ordnung zu schaffen, so Munde vernommen habe. Zeuge Becker bestätigt auch nochmals, daß in die Vereinbarungen nicht mit hineingezogen ist. er ganz genau gesehen habe, wie der Prinz dem Groth direkt ins Gesicht spuckte. In den Geruch der Sozialdemokratie waren die Vorsterjer Studenten- Sozialismus. Auf der Universität Princeton Auf den Widerspruch aufmerksam gemacht, bemerkt Herr v. Bressa, vereins der Hirsch- Dunder's chen Maschinenbau- und Metalldes in Oberlagiewnid bei Beuthen bestehenden Orts im Staate New- Jersey haben Studenten einen Slub gebildet, um er habe geglaubt, jene Worte vom Schumann gehört zu arbeiter gekommen, weil sie seinerzeit die streitenden englischen den Sozialismus zu studiren". Der Slub hat, wie es heißt, leb- haben. Gin als Beuge geladener Kaufmann will ebenfalls gehört Maschinenbauer unterstützt hatten. Der zuständige Amtsvorsteher haften Zuspruch gefunden und bereits einen regulären Sturfus ein- haben, daß Groth die Worte gemeiner Kunde" geäußert hat. gerichtet, deren erster Theil mit der sozialistischen Theorie, deren Der Staatsanwalt nahm trop des Zeugnisses des Herrn im Mitgliederbestande nicht binnen drei Tagen nach ihrem Eintritt hatte dem Vorstand dieses Vereins angezeigt, weil er Aenderungen zweiter mit der Ausmalung des sozialistischen Staates" b. Breffa als eriviesen an, daß der Prinz v. Radziwill den Anund deren dritter Theil mit dem„ Wie" der Ueberführung geklagten in das Geficht gefpien hat. Es sei auch als erwiesen an- angezeigt und das Original- Mitgliederverzeichniß einzureichen sich fich befaffen soll. Die New- Yorker Boltszeitung" begrüßt die zunehmen, daß der Prinz in Beziehung auf den Angeklagten die Worte geweigert hatte. Wegen des ersten Bergehens erfolgte Bestrafung, Erscheinung als ein erfreuliches Symptom für das wachsende Interesse Schnauze" und" Fresse" gebraucht habe; jedoch sei die That des Freisprechung. Die Staatsanwaltschaft hatte gerade wegen des anwegen der Nichteinreichung des Original- Mitgliederverzeichnisses an den sozialistischen Problemen, bezweifelt aber, daß die sozialistische Prinzen nicht zu entscheiden. Dem Angeklagten müsse aber der geblichen zweiten Vergehens die Sache bis zur höchsten Instanz, Betvegung in den Vereinigten Staaten zunächst dadurch gefördert Schuß des§ 199 des Str.-G.-B. zu gute kommen, wonach bei einer bem Kammergericht, gebracht, ohne Erfolg, wie nach dem Wortlaut werden wird. Das genannte Blatt schreibt:„ Wir wollen ja gern Beleidigung, wenn sie auf der Stelle erwidert wird, der Beleidiger des§ 2 des Bereinsgefeßes selbstverständlich war. abwarten, was sich aus der Sache weiter entwickeln wird. Aber wir für straffrei erklärt werden kann. Die von dem Prinzen begangene fürchten, daß die jungen Herren auf katheder sozialistische Ver- Beleidigung sei eigentlich ungleich schwerer als die Beleidigung des Eine That der Polizei. Vor einiger Zeit hatten sich in schwommenheiten verfallen werden und selbst wenn sie um diese Angeklagten. Prinzipaliter sei aber auch der Angeklagte Sarburg mehrere Mitglieder der Gewerkschaften zusammengethan, Klippe glücklich herumkommen, ist noch immer sehr die Frage, ob schuldig zu sprechen, jedoch lönne er nach§ 199 für um unter den Arbeitern Harburgs eine statistische Erhebung vorzufie zum vollen Verständniß des sozialistischen Klassenkampf- Stand- straffrei erklärt werden. Das Urtheil lautete: Der Angeklagte ist nehmen. Aber die Arbeiter denken und die Polizei lenkt, so war es punktes sich durchringen." zwar der Beleidigung schuldig aber für straffrei zu erklären. Die auch hier. Am Montag Abend wurden vor mehreren Fabriken die Kosten fallen der Staatstaffe zur Last. In der Urtheilsbegründung Fragebogen an die Arbeiter abgegeben. Hierbei wurde betont, Friedensbotschaft an die Philippinen. Aus Washington hieß es, das Gericht habe die Ueberzeugung, daß sich der Pring so daß jeder die Fragen wahrheitsgetreu beantworten möge und Manila, General Otis, find Inftruttionen überfandt worden, anzunehmen, daß Angeklagter die ihm zur Last gelegten Worte geber Polizei nicht gefallen zu haben, denn als die betreffenden BerDem amerikanischen Höchstkommandirenden in betragen habe, wie die Zeugen betundet haben. Es sei aber auch dann die Bogen am anderen Morgen an derselben Stelle, wo sie in Empfang genommen sind, wieder abzuliefern habe. Das schien welche vor ihrer Ankunft am Bestimmungsorte nicht öffentlich bekannt äußert hat. Die Aeußerung des Angeklagten fei als Erwiderung gegeben werden. Gs verlautet indeffen, General Otis solle den einer Beleidigung auf der Stelle anzusehen. Der Gerichtshof habe sonen sich am anderen Tage zur Empfangnahme der Bogen einFilipinos die Zusicherung geben, daß die Vereinigten Staaten eine auch geprüft, ob vielleicht nicht in dem Gerunter- fanden, war auch schon ein großes Aufgebot von Polizeisergeanten militärische Herrschaft im Sinne des Friedens und der Freundschaft ziehen des Prinzen vom Umschalter eine Be- in Zivil anwesend, die der Dinge harrten, die da kommen sollten. ausüben wollten. Alle bürgerlichen Rechte und Privilegien sollten leidigung zu finden war; er sei aber davon ausgegangen. Als die Arbeiter sich anschickten, die Bogen einzufammeln, wie bisher weiterbestehen, ungerechte Lasten beseitigt und alle daß der Angeklagte seiner Dienstinstruktion gemäß handelte, nachdem traten die Polizeibeamten in Thätigkeit. Soweit bekannt ist, sind tüchtigen Bivilbeamten, soweit irgend angängig, in ihren Stellungen feine mehrmalige Aufforderung, den Platz zu verlassen, erfolglos ge- fünf Personen verhaftet worden. belassen werben. Es folle eine unparteiische Rechtspflege geübt blieben war. werden. wird berichtet: 510 Amerika. Prinzenbeluftigungen Partei- Nachrichten. Auf grund welcher geseglicher Bestimmungen diese Aktion von der Polizei eingeleitet wurde, ist uns unerklärlich. Unser ParteiOrgan in Harburg geht alle sozialdemokratischen Bergehen, die den Kampf gegen den Umsturz auszeichnen, gewissenhaft durch und tommt dabei zu folgenden Betrachtungen: nud das öffentliche Interesse. Eine außerordentliche Parteikonferenz für den Wahlkreis Bochum, die am 18. Dezember in Bochum abgehalten wurde, " Es handelt sich hier doch nicht um das erlaubnißwidrige Ber Bor dem Schöffengericht in Halle wurde eine Klage beschloß, daß das Organ des Kreises, das„ Volksblatt für den breiten von Drucksachen, sondern um das Einnehmen von solchen, Bor dem Schöffengericht in Salle wurde eine Klage Wahlkreis Bochum, ipätestens vom 1. April n. J. an in Bochum Sabbathordnung wird, weir's Dienstag ist, wohl auch versagen, alg worüber keine Vorschriften bestehen. gegen den Motorwagenführer Groth wegen Beleidigung eines felbst erscheinen soll. Jest wird es als Kopfblatt der Rheinisch- Betteln kann man die Sache auch nicht ansehen, ebensowenig als Die sonst so brauchbare jugendlichen Prinzen v. Radziwill verhandelt, die von der Staats- selbst erscheinen soll. Jezt wird es als Kopfblatt der Rheinisch- Sabbathordnung wird, weir's Dienstag ist, wohl auch versagen, als anwaltschaft im öffentlichen Interesse angestrengt Westfäl. Arb.- 8tg." in Dortmund hergestellt. unerlaubte Stollette. Obwohl wir das nicht recht einsehen können, war's am Ende grober Unfug, weil eine soche Statistit Fabrikbefizer in Angst, Furcht oder Bestürzung versetzen konnte?" worden war. " Polizeiliches, Gerichtliches n. 1. iv. die Dreher wegen Maßregelung eines Arbeiters die Arbeit eingestellt. In der Maschinenfabrik von Schrörs in Krefeld haben Den Arbeitern war von der Firma eine Lohnreduktion bis zu schuß der Fabrit herbeiführte, zurückgenommen wurde. Einige Tage 10 pet. angefündigt worden, die aber nach Rücksprache, die der Ausdarauf wurde den Mitgliedern des Ausschusses gekündigt, worauf die übrigen Arbeiter die Wiedereinstellung verlangten und, da diese abgelehnt wurde, gleichfalls die Arbeit niederlegten. Die städtischen Kollegien in Dresden lehnten auf Vorschlag Wir haben schon gestern über den Fall berichtet, wollen aber heute, nach unserem Hallischen Partei- Organ, noch ausführlicher auf göwenstein, Redakteur an der Fränkischen Zagespost" in NürnEin befreiter Brekfünder, Unser alter Parteigenosse Gabriel die Angelegenheit zurückkommen, damit an einem grellen Beiſpielberg, hat am 20. Dezember das Gefängniß verlassen, wo er wegen flar werde, was alles die Staatsanwaltschaft als öffentliches Interesse auffaßt. Beleidigung der Nürnberger Gemeindekollegien 21/2 Monate lang Am 21. Mai d. J. fuhr der in Halle studirende Prinz v. Radziwill jährigen Manne keinen Schaden an seiner Gesundheit gebracht, und internirt war. Erfreulicherweise hat die Haft dem breiundsiebzig mit einem Freunde, dem Herrn v. Bressa aus Posen, auf der eletto kann er wieder mit der alten Frische und Energie in die Reihen trischen Bahn von Bad Wittekind nach dem Bahnhof. Prinz Drbes fämpfenden Proletariats eintreten, für dessen Interessen er sein v. Radziwill saß auf dem Umschaltezylinder des Hinterperrons, hielt feine Filße in die Höhe und beengte den Zugang zum Innern des Lebtag im Bordertreffen gefochten hat. Wagens derartig, daß fich Damen genieten, einzutreten. Die-Bom groben Unfug". Redakteur Bertau von der Bassagiere verspürten auch nicht Lust, ihre Kleidungsstücke Halberstädter Arbeiter Beitung" sollte durch eine des Stadtrathes ein Gesuch der in städtischen Diensten stehenden mit prinzlichem Stiefelschmuz beschmieren zu lassen und meldeten Rotiz, worin um Fernhaltung des Zuzugs gebeten Arbeiter um Besserung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse rundweg die Sache dem Oberführer Groth. Groth erklärte dem Prinzen in ganz wurde, groben Unfug begangen haben. Das Schöffengericht sprach ab. Die Arbeiter hatten in Form einer Petition um folgendes höflicher Weise, daß auf dem Hinterperron teine Sigpläge vorgesehen ihn in seiner Sigung vom 19. Dezember frei. Etwa drei Wochen Nachtarbeit für Arbeiter, welche am Tage schon gearbeitet haben; nachgesucht: Gewährung zehnstündiger Arbeitszeit; Abschaffung der feien, wenn der Fahrgast sigend fahren wolle, so möge er in den vorher hatte daffelbe Gericht zwei andere Redakteure des genannten Mindestlohn von 35 Pf. pro Stunde, für leberstunden 25 pet. ZuWagen hineingehen, dort sei der Plazz dazu. Der Bring ließ sich Blattes des groben Unfugs schuldig erklärt und zur höchsten Oberführer nicht stören und entgegnete:„ Das mache ich, wie ich worden war, daß, wenn der Zuzug unterbleibe, die betreffenden ruhe nicht durchführbar ist. An der Ablehnung dieser für eine Großaber in seiner ſizenden Haltung auf dem Umschalter durch den Strafe verurtheilt, weil in zwei Notizen die Thatsache festgestellt hlag; wöchentliche Lohnzahlung; Gewährung eines freien Lages im Monat an die Arbeiter der Betriebe, in welchen die Sonntagswill! Halten Sie Ihre Schnauze, sonst schlage streifenden Arbeiter in ihrem Kampfe den Sieg davontragen würden. Stadt höchst bescheidenen Forderungen erkennt man die Arbeiter ich Ihnen in die Fresse. Wissen Sie überhaupt nicht, wer ich bin? Ich bin der Prinz v. Radziwill, und Sie haben mir gar der Arbeiter Karl Breitholz in Westerhüsen vom Magde-Wegen Beleidigung der Magdeburger Polizei wurde freundlichkeit des Stadtrathes zu Dresden. nichts zu sagen." Die Polizeimaßregel gegen die Zahlstelle des Berbandes der Das umstehende Publikum staunte über die Recheit des Prinzen Staatsanwalt hatte 4 Monate beantragt. Es handelte fich um eine Abend unseren Frankfurter Parteifreunden eine überaus zahlreich burger Landgericht zu 1 Monat Gefängniß verurtheilt. Der Fabrit und Hilfsarbeiter in Frankfurt a. M. hatte am Dienstag und gab seiner Mißachtung über das Betragen deffelben durch zu Bersammlung in Westerhüfen, wo Breitholz seiner Angabe nach besuchte Bersammlung eingetragen. Es war ein Zeichen der tiefen rufe funb, worauf der Oberführer entgegnete: Das ist ganz egal, was Sie find! Hier find Sie Fahrgast, wie jeder andere Passagier, gesagt hat: Wie die Bluthunde das wild, so verfolgte die Magde- Grbitterung in Arbeiterkreisen, daß es möglich war, eine solche Massenund wenn Sie nicht aufstehen, dann muß ich Sie gewaltsam entfagen der Beamten, die die Versammlung überwachten, soll die Dr. Quard geißelte in feinem Referat sehr entschieden die Polizeiaktion, burger Polizei die Redakteure der Volksstimme". Nach den Aus- versammlung furz vor den Weihnachtsfeiertagen zu stande zu bringen. fernen." Der Prinz, der nun immer noch nicht aufzustehen geruhte und dem Oberführer noch ein paar Ohrfeigen anbot, wurde darauf Aeußerung noch etwas träftiger gelautet haben. die zur Auflösung der Zahlstelle unternommen wurde und in erhöhtem an der Brust vom Umschalter heruntergezogen, worüber er Wegen Beleidigung des Stadtraths von Gera als Maße gegenwärtig durch Haussuchungen und Verhaftungen fortgesetzt sehr in Born gerieth. Der Oberführer Groth blieb trop der Polizeibehörde wurde der Redakteur der Reußischen Tribüne". wird. In der Diskussion führte Elbert aus, wie in dem polizeiZwischenrufe des Publikums:" Na so eine Gemeinheit von solchem Genosse Seifarth, vom Schöffengericht zu 40 W. Geldstrafe ver- lichen Vorgehen System liege. Gine von ihm angemeldete Versterl 2c." faltblütig. Anders verhielt sich aber der Prinz, der, als urtheilt. Er hatte in einer Notiz über die belästigende Schießerei, sammlung der Pflasterer sei dreimal verboten worden. er angegriffen war, den Groth vor die Brust stieß und dann in die während des Sedanfeftes von dem patriotischen Janhaget allem Ueberfluß sei er dann noch in seiner Wohnung beläftigt das Gesichtspudte. Das entrüstete Publikum bezeichnete das in den Straßen verübt worden ist, die Bemerkung gemacht, worden, weil die Polizei partout wiffen wollte, was für eine Ver prinzliche Betragen mit ganz treffenden Worten und eine Stimme man habe allenthalben die Polizei vermißt, die doch sonst immer fammlung er abzuhalten beabsichtige. Am Sonntag fei er deshalb schrie:" Ist das eine Gemeinheit von so einem hochgebildeten sehr schnell zur Hand sei und manchmal Leute zur Wache schleppe, fchon morgens um 7 Uhr aus dem Bette geholt worden. Er führt Kert". Der zu Hilfe gerufene Polizeisergeant Beder stellte den die gar nichts gethan haben. Der Polizei- Inspektor erklärte vor die schärfere Tonart auf den Wechsel in den Abtheilungen für Namen des Prinzen fest. Der Einzige, der für den Prinz Partei Gericht, daß er die ganze Schußmannschaft aufgeboten habe und auch politische Angelegenheiten zurück, hofft aber, daß auch der neue, ergriff, war der Freund Herr v. Bressa. schneidige Herr sich an den Arbeitern noch die Zähne ausbeißt, wie frühere schneidige Herren auch. Vetters empfahl, diese Vorgänge den in Frankfurt gewählten Landtags- Abgeordneten zu unterbreiten mit dem Wunsch, diese Dinge einmal im Landtage zur Sprache zu bringen. Dem trat die Versammlung bei. " über 100 Strafanzeigen eingegangen seien. Bei der Urtheilsverkündigung wurde als strafmildernd angeführt, daß der Angeklagte, wie auch dem Gericht bekannt sei, die Grundsäge seiner Partei in mäßiger Weise vertrete". Zu Nachdem die Sache zur Anzeige gebracht, wurde ein Verfahren gegen Groth und v. Radziwill eingeleitet. Legterer war aber, wie erzählt wird, für die gerichtlichen Anordnungen immer nicht zu haben, da er im Auslande gewesen sein soll, und jetzt wurde mitgetheilt, daß der Prinz gegenwärtig Militär sei und das Ber- wurde der für den provinziellen Teil der Schwäbischen Tag langer Zeit das dortige Arbeiterfekretariat. Sie soll eine Ergänzung -Wegen Beleidigung eines Schuhmanns in Badnang Eine Konsumstatistik der Arbeiter Nürnbergs plant seit fahren deshalb bei dem Zivilgericht eingestellt werden mußte, weil nunmehr das Militärgericht die Angelegenheit zu untersuchen habe. Seilbronn zu 30 M. Geldstrafe verurtheilt. Der Verfasser des weit der in Geld ausgedrückte Lohn zur Befriedigung des nothw a cht" verantwortliche Redakteur W. S Keil vom Landgericht in it hasnommeren. Johnſtatiſtikt werden ,, sie soll zeigen, wie Der Angeklagte Groth wurde der Beleidigung des Prinzen be- Manuskripts sowie der Urheber der Veröffentlichung, ein bisher noch wendigen Lebensunterhaltes ausgereicht hat, wie auch bei vielleicht schuldigt, weil er in Beziehung auf denselben, nachdem er von ihm nie bestrafter Gerbergeselle, der seiner Angabe nach in seiner anscheinend hohen Geldlöhnen Schmalhans Küchenmeister bleiben in das Gesicht gespudt worden war, auf die Zurufe des Publikums nie bestrafter Gerbergeselle, der seiner Angabe nach in seiner wendigen Lebensunterhaltes ausgereicht hat, wie auch bei vielleicht Wohnung von dem Schußmann gehalten und von dessen Bruder gefagt haben soll:„ Den kennen wir schon, das ist ein ganz gemeiner mißhandelt worden ist, haben beide je 15 M. Geldstrafe zu zahlen. muß, sie soll erweisen, wie stark die Belastung der Arbeiter durch Kunde". Angeklagter bestreitet, diese Aeußerung gethan zu haben Der Strafantrag war vom Gemeinderath in Backnang gestellt mann zu erlegende Steuer ist, sie soll den Arbeiter und seine Frau die nicht direkt dem Steuereinnehmer, sondern indirekt an den Kaufund meint, derartige Aeußerungen wären allerdings vom Publikum worden. Noch vor der Gerichtsverhandlung hatte der Gemeinderath mann zu erlegende Steuer ist, sie soll den Arbeiter und seine Frau mehrere gerufen; es sei jedenfalls eine Verwechselung, wenn man den betreffenden Schuhmann wegen anderer Verfehlungen entlassen belehren über die Vertheilung ihrer Einnahmen auf die verschiedenen annehme, daß er jene Worte gesagt habe. Die Zeugen Wagenführer Helbig, Mehner und Leumann bekunden müssen. Vor dem Landgericht fungirten der Schuhmann und dessen Kleidung, Nahrung, Neuanschaffung, Steuern, geistige Fortbildung Ausgabeposten, über das Verhältniß seiner Erforderniß für Wohnung, den Vorgang in ziemlich übereinstimmender Weise, wie er bereits ge- Dieser hielt seine Angaben aufrecht und seine Frau und sein zehnBruder als Zeugen. Sie bestritten die Darstellung des Gerbers. u. s. w. u. s. tv. schildert worden ist. Vor dem Speien habe der Prinz erst den Speichel jähriges Stind bestätigten, daß sich die Sache so zugetragen hatte, Möglich ist eine solche Statistik durch einfache, aber freilich ganz das Gesicht gespuckt. Groth habe den Prinzen in sehr höflichem Frau des Gerbers Abstand und schenkte den Aussagen des Schutz- Arbeitersekretariat liefern. Der mit der Verarbeitung des Materiala im Munde gesammelt und dann dem Oberführer mit einem Ruck in wie er fagte. Das Gericht nahm aber von der Bereidigung der genaue Aufschreibung jedes einzelnen Einnahme- und Ausgabepostens Tag für Tag. Zone aufgefordert, vom Umschalter herunterzugehen. Von einer Die hierzu nöthigen Einschreibebücher wird das Redensart des Angeklagten, der Prinz sei ein ganz gemeiner Kunde, manns und dessen Bruders Glauben. betraute Beamte des Arbeiterfekretariats wird zur strengsten Gea haben diese Zeugen nichts gehört. heimhaltung der Aufzeichnungen verpflichtet sein. werden vertreten sein. " Schlagwetter-, sondern wahrscheinlich ausschließlich um " Ausland. im August d. J. auf einem Bau in der Gerichtsstraße, auf welchem[ legen. Auders wäre es jedoch, wenn sie sie öffentlich Für die städtischen Arbeiter in Schaffhausen( Schweiz) auch die Maurer Gumpert und Adolf Otto thätig waren. Eines sichtbar getragen oder gar auf der Straße vertheilt follen nach den Anträgen der großstadträthlichen Rechnungs- Prüfungs- Sonnabends nach der Lohuzahlung fragte Jaenchen, ob auch jeder hätten!!!!! Kommissionen die Arbeitsverhältnisse wie folgt gestellt werden: täg- feine Papiere" habe und ersuchte seine Kollegen, namentlich den liche Maximalarbeitszeit von 10 Stunden, Lohnzuschlag für Ueber- Otto und den Gumpert, die keine Papiere, d. h. Ausweise über geDie Porzellanarbeiter Otto Kübarth, Franz Henze und stunden, Sonntags- oder Nachtarbeit das 1/2 fache des gewöhnlichen leistete Wochenbeiträge zu der Streiffasse hatten, nach Gebühr, daß Otto Behrendt in Spandau waren vor dem dortigen SchöffenLohnes, nach einjähriger Dienstzeit während des Militärdienstes für sie am folgenden Montag die Papiere zur Kontrolle mitbringen gerichte wegen Bergehens gegen§ 153 der Gewerbe Ordnung an 3 Wochen der volle Lohn, bei längerem Dienst ledige Arbeiter 50 pet. möchten. An demselben Abend soll der Angeklagte Binn in einer geflagt worden. Henze hatte seine Freisprechung erzielt, doch und verheirathete 75 pet. des Lohnes. Gastwirthschaft zu den Genossen gesagt haben: Wer am Montag Stübarth und Behrendt waren zu je einer Woche Gefängniß feine reine Wäsche hat, wird vom Bau gehauen." Der Maurer verurtheilt worden. Dagegen hatten diefelben Berufung eingelegt, Der englische Gewerkschaftskongres von 1898, der zu Otto hat darin die Drohung gesehen, daß er event. Brügel be- weshalb sich gestern die vierte Strafkammer am Landgericht Il noch Birmingham abgehalten wurde, jezte, wie wir seinerzeit mit- tommen würde. Dieselbe Bedeutung hat Gumpert der Bemerkung einmal mit der Sache befassen mußte. Im August dieses Jahres getheilt haben, ein Komitee ein, welches ein Statut für einen all- des Jaenchen beigelegt:„ Wenn am Montag Deine Papiere nicht in war in der Porzellanfabrik des Herrn Schwarz in Spandau ein Streik gemeinen föderalistischen Gewerkschaftsbund ausarbeiten Ordnung sind, so weißt Du Bescheid!" Als Gumpert am folgenden ausgebrochen. Am 16. August war der Porzellanarbeiter Gabler follte. Dies Komitee beruft zum 24. Januar n. I. eine Konferenz Montag noch immer nicht seiner Solidaritätspflicht nachgekommen durch seine Mutter bei Schwarz angemeldet worden. Die Frau hatte dem nach Manchester ein, welcher das Statut vorgelegt werden soll. war, soll ihn Jaenchen am Arme gepackt, zur Baubude hinaus- Arbeitgeber auch die Papiere ihres Sohnes übergeben. Als später Es werden gegen 300 Delegirte erwartet; fast alle Gewerkschaften geschoben und zu ihm gesagt haben:„ Du kannst Dich auf dem der Sohn in die Fabrik ging, ließen ihn Henze und Behrendt, die Kloset anziehen, für Dich ist hier unter den Kollegen fein Plaz Streifposten standen, ruhig gehen; doch bald kam der junge Gabler mehr." Gumpert hat angeblich infolge dessen die Arbeit nieder zurück und nun fragte ihn Behrendt, was er in der Fabrik gewollt Soziales. gelegt, weil er für sich körperliche Nachtheile befürchtete. Durch diese habe. Gabler erwiderte, er habe sich seine Papiere wieder geholt, Vorgänge hielt der Staatsanwalt die Thatbestandsmerkmale der er wolle nicht für 12 Mark Lohn die Woche arbeiten. Behrendt soll Bom preußischen Bergbau. Der„ Reichs- Anzeiger" bringt versuchten Erpressung für erfüllt und beantragte gegen darauf gefagt haben: Na, wenn Du da gearbeitet hättest, dann folgende Mittheilung: Jaenchen 6 Monate, gegen 8inn 2 Monate Gefängniß. hättest Du auch Wichse gekriegt!" In diesem Augenblide foll " Die amtliche Untersuchung der Explosion auf In der Beweisaufnahme wurden auch Mittheilungen über Kübarth hinzugekommen sein und dem abgehenden Gabler nachSo war der Thatder Zeche Borussia" im Ober- Bergamtsbezirt Wesen und Bedeutung der Streiffasse der Maurer veranlaßt. Der gerufen haben:„ Ein Streitbrecher!" Dortmund am 4. November d. J., durch welche sechs Berg- darüber vernommene Maurer Pander, der Mitglied der Lohn- bestand in der ersten Instanz festgestellt worden. Henze Teute zu Tode gekommen sind und ein Steiger bei den Rettungs- fommission ist und die Streittaffe verwaltet, befundete auf Be- hatte fich gar nicht betheiligt, sondern nur ſtill dabei arbeiten verunglückt ist, hat ergeben, daß es sich nicht um eine fragen, daß die Streitkasse selbstverständlich unabhängig von Partei- gestanden. In der zweiten Instanz stellte Behrendt das eine rücksichten den Zweck verfolge, Maurer, die unverschuldet aus der Gespräch mit Gabler ganz anders dar. Er habe gesagt:„ Was hast Kohlenstaub- Explosion gehandelt hat. Als Ursache derselben ist mit Arbeit entlassen oder sonst in Noth gerathen seien, zu unterstützen. Du da gewollt?" und als Gabler erwiderte, er habe seine Baviere ziemlicher Sicherheit ein Sprengschuß ermittelt worden, welchen der Dabei spiele das politische Glaubensbekenntniß der Betreffenden geholt, da habe er zweifelnd gesagt:„ Na, na! Es wird wohl was Ortsälteste und Schießmeister auf Ort Nr. 4 des Flötzes 21 über der nicht mit. Der Streitfonds sei keine sozialdemokratische Partei- anderes sein!" Da sei Gabler aufgefahren und habe gesagt:„ Und VI. Tiefbausohle verbotswidrig in der Kohle mit Dynamit geladen Institution, doch theilte der Zeuge auf Befragen mit, daß zur Zeit wenn es etwas Anderes wäre, dann ginge Dich das auch nichts an!" und weggethan hat, wahrscheinlich auch ohne die vorgeschriebene der Wahl aus dem Fonds für die sozialdemokratische Parteitaffe Darauf habe er erwidert:" Sei nicht so frech, sonst kriegst Du was!" Sicherheitspatrone anzuwenden. Da der Schießmeister selbst ebenso 600 Mart bewilligt worden seien. Der Fonds selbst in Höhe übarth seinerseits bestritt die Aeußerung Streitbrecher!" Die Aur wie die übrigen in der Nähe arbeitenden Bergleute verunglüdt von 20 000 Mart fei auf der Deutschen Bank deponirt. geflagten wurden nach dieser Aufklärung des Thatbestandes freifind, so fehlt es an Augenzeugen über den Vorfall. Ver- Gegenüber den Anträgen des Staatsanwalts beantragten die gesprochen. muthlich hat der Schuß, welcher theilweise ausgeblasen hat, auf der Rechtsanwälte Leopold Katz und Dr. Herzfeld aus rechtlichen Ein Massenprozek wegen Verweigernng der WeihnachtsSohle des Verbindungsortes von Nr. 4 Kohlenstaub aufgewirbelt und thatsächlichen Gründen die Freisprechung der beiden Angeklagten. gratififation steht, wie ein hiesiges Blati meldet, gegen eine große und zur Entzündung gebracht, wenigstens deuten die hier ge- Der§ 253 erfordere, daß ein„ Dritter", 3. h. eine physische oder Berliner Kolonialwaarenfirma bevor, welche in den verschiedenen fundenen Koksspuren darauf hin. Eine Sprißwasserleitung juristische Person vorhanden sein müsse, der ein Vermögensvortheil Stadtgegenden Filialen unterhält. Der bisherige Inhaber des zur Beseitigung des Kohlenstaubes in dem sehr zugewendet werden sollte; die Streikkasse sei aber beides nicht, Geschäfts hat sich seines hohen Alters wegen zur Ruhe geſetzt und staubreichen Flöße war vorhanden, es scheint aber, sondern werde gebildet von einer unbestimmten und unbestimmbaren die Leitung der sich einer festen Stammfundschaft erfreuenden Firma, daß gerade dieser Ort gar nicht oder wenigstens Masse von Personen. Jaenchen habe keineswegs den Beitritt zur da er kinderlos ist, einem Neffen übertragen. Für die zahlreichen nicht hinreichend befeuchet worden war. Die Streiftasse erzwingen wollen, sondern nur kundgegeben, daß die Angestellten des Hauses, unter denen viele jahrelang ihre Stellung Explosion pflanzte fich durch die Aufhauen bis nach der Grund- Kollegen mit einem Maurer, der teine Papiere besize, nicht zu- innehaben, begann damit eine schlechte Zeit. Der neue Herr leitete strecke in der VI. Tiefbaufohle auf 50 Meter Entfernung fort, und sammen arbeiten können. Bei Zinn liege nur eine thörichte Redens- sein Regiment mit einem Sparsystem ein, dessen Kosten zunächst die es wurden die Bergleute, welche in den von derselben berührten art vor, für die ihn doch unmöglich zwei Monate Mitglieder des Personals bestreiten mußten. Abgesehen von einzelnen Betrieben arbeiteten, mehr oder minder start verbrannt. Die Mehr- ins Gefängniß schicken werde. Der Gerichtshof verurtheilte Entlassungen und Gehaltstürzungen, führte er auch eine überaus zahl derselben ist aber nicht unmittelbar durch die Verbrennung, beide Angeklagte. Die Voraussetzungen des§ 253 feien erfüllt, die strenge Geschäftsordnung ein, die namentlich reichlich mit allerhand sondern erst nachträglich infolge des Einathmens von Nach Angeklagten hätten auch gehandelt in der Absicht, einem Strafbestimmungen versehen war. Erregte schon dies Vorgehen den schwaden gestorben. Durch die Explosion war nämlich ein Bruch Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvortheil Unwillen der Angestellten, so stieg deren Erregung noch, als der in der Wetterstrecke in der V. Tiefbausohle entstanden, welcher zu verschaffen! Sie selbst und andere Arbeiter sollten bei neue Geschäftsinhaber einfach ankündigte, daß die Weihnachtsdiese zuschüttete und somit den ganzen Wetterzug abschnitt. einem in Zukunft ausbrechenden Streit die Vortheile aus gratifitationen, die sonst in der Höhe eines Monatsgehalts am Infolge dessen füllten sich sogleich die ganzen oberen Baue mit der Streitkasse genießen und die beiden Zeugen sollten 15. Dezember ausbezahlt zu werden pflegten, von jetzt ab in Fortfall Nachschwaden und war äußerst schwierig und gefährlich, gezwungen werden, der Streiffasse die Beiträge zu liefern, tämen. Das gesammte Personal einigte sich dahin, sich diesen unin das Explosionsfeld vorzubringen. Bei dem Versuch, den damit diese im stande sei, ihnen den erhofften Vortheil zu ge- begründeten Abzug nicht gefallen zu lassen und auf dem Klagewege letzten, in demselben noch befindlichen, damals wahrscheinlich währen. Und dieser Vortheil wird von einem bürgerlichen sein Recht zu suchen. Wenn auch kein eigentlicher Rechtsanspruch noch lebenden Bergmann zu retten, fand der Abtheilungs- Steiger Gericht als ein auf Weihnachtsgratifitationen besteht, so können sie, der bisherigen Karl Zobel den Tod. Er wurde nach vielen Anstrengungen durch Praris der Gerichte zufolge, dann nicht ohne weiteres entzogen werden, wenn sie bei der Anstellung ausbedungen oder durch langjährige Gewährung gewissermaßen zur Regel geworden sind und einen Theil des Gehaltes ausmachen. rechtswidriger immer wieder von neuem in Thätigkeit tretende Rettungs- bezeichnet! Der Gerichtshof verurtheilte Ja en chen zu vier mannschaften bewußtlos neben der Leiche des erwähnten Monaten, 3inn zu zwei Wochen Gefängniß. Bergmannes gefunden; die sogleich vorgenommenen künstlichen Daß das Ansehen der beiden verurtheilten Arbeiter in den Athmungsversuche hatten keinen Erfolg mehr, während der gleich- Augen des um seine Befreiung aus politischem und ökonomischem zeitig mit ihm vorgedrungene Hauer Hackmeister wieder ins Leben Druck kämpfenden Proletariats durch die Gefängnißstrafe keine Ein- des Polizeipräsidiums, daß es an seiner vom OberverwaltungsDie für den Berliner Grundbefit unprofitable Anschauung zurüdgerufen wurde. Erst in der Nacht vom 9. auf den 10. November war der Bruch wie es dort, um das Ansehen der Rechtsprechung bestellt ist, et 1891 und an den barin enthaltenen Anforderungen an die erleidet, braucht wohl kaum noch gesagt zu werden. Auch nicht, gericht für rechtsungiltig erklärten Polizeiverordnung vom 19. Sepin der Wetterstrecke soweit bewältigt, daß der Wetterzug wieder aus der derartige Urtheile hervorgehen! hergestellt war und die Explosionsstelle zugänglich wurde. Indessen Restaurations Rellerlokale festhalten könne, ist in einem machte sich sofort Brandgeruch bemerklich, und es zeigte sich, daß Die Verfrommungs Verordnung als Kampfmittel gegen Spezialfalle vom Bezirksausschusse rechtsträftig verworfen auf dem Verbindungsort Nr. 3 die auf der Sohle liegende Kohle, sozialdemokratische Flugblattvertheiler. Wegen Vergehens gegen worden. Das Polizeipräsidium hatte für die Kellerräume des angefacht durch den lebhaften Wetterzug, in hellen Flammen stand. Die am 5. Oftober 1896 für die Provinz Brandenburg erlassene Ber- Industriegebäudes in der Beuthstraße die Schanktonzession versagt, Nur mit Mühe gelang es, unter Benutzung der in der Nähe liegenden frommungs- Verordnung waren fünf Barteigenossen( Stendicke weil der Fußboden tiefer als 0,50 Meter unter dem umSprizwafferleitung das Feuer noch rechtzeitig zu löschen und weiterem und Genossen) vom Schöffengericht in Soldin zu Geldstrafen ver- gebenden Erdboden gelegen ist. Der Stadtausschuß hat Unheil vorzubeugen." urtheilt worden. Sie hatten am Himmelfahrtstage in verschiedenen alsdann in mündlicher Verhandlung die Schankerlaubniß er Diese amtliche Untersuchung bestätigt die Richtigkeit der Ansicht Dörfern sozialdemokratische Wahlflugblätter vertheilt, weil Bedenken, die nach§ 33 zu 2 der Reichs- Gewerbetheilt. Hiermit sollten fie die Bestimmung des§ 1 der Ordnung gegen die Beschaffenheit des Lokals zu erheben wären, der Bergleute, 1. daß durch ausreichende Berieselung Verordnung des Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg verlegt nicht obwalten. Gegen diese Entscheidung legte das Polizeipräsidium der Gruben die Kohlenstaub- Explosionen verhindert werden haben, nach welcher an Sonn- und Feiertagen alle öffentlich Berufung beim Bezirksausschuß ein und begründete dieselbe wie tönnen, und 2. daß Delegirte der Bergleute zur Gruben- bemerkbaren Arbeiten verboten sind. Das Schöffengericht folgt: Wenn auch durch die Entscheidung des Ober- Verwaltungsführte aus, die Thätigkeit der Angeklagten, die am Himmelfahrts- gerichts vom 19. Januar 1898 die Polizeiverordnung vom 19. SepInspektion herangezogen werden müssen, damit eine Garantie dafür tage in den fraglichen Ortschaften von Haus zu Haus gingen und tember 1891 aus formellen Gründen als zu recht bestehend vorhanden ist, daß die Sicherheitseinrichtungen in den Gruben auch die Wahlflugblätter vertheilten, tennzeichne fich als öffent- nicht anerkannt worden sei, so werde polizeilicherseits doch an den benutt und, wo sie fehlen, solche geschaffen werden. lich bemerkbare Arbeit. Wenn sich die Leute auf den§ 43 in derselben enthaltenen polizeilichen Anforderungen festgehalten. der Gewerbe- Ordnung beriefen, so sei demgegenüber zu be- Unter polizeilichen Anforderungen im Sinne des§ 33 zu 2 der Gewerbes Empfehlenswerthe Einrichtungen für das Eisenbahn: merken, daß sie dieser Paragraph feineswegs von der Ordnung seien solche zu verstehen, welche mit den allgemeinen Aufpersonal sind im neuen Hauptbahnhofe in Dresden Beachtung der Vorschriften über die äußere Heilighaltung gaben der Polizei zusammenhängen, d. h. sich im allgemeinen getroffen worden. Man hat gewissen Arbeiterkategorien( dem der Sonn- und Feiertage entbinde. Der§ 43 befreie ledig auf einem Gebiete bewegen, welches der Fürsorge der Polizei Stationspersonal sowie dem Berliner und dem auswärtigen lich die Bertheiler von Wahlflugblättern, Stimmzetteln 2c. an sich unterstellt sei. Im vorliegenden Falle seien diese Ansächsischen Fahrpersonal 2c.) Räume zum Aufenthalt während für die Wahlperiode davon, bei der öffentlichen Vertheilung forderungen gesundheitspolizeilicher Natur. Rechtsanwalt Leopold längerer Dienstpausen zur Verfügung gestellt, die mit großen dieser Drudschriften eine besondere polizeiliche Erlaubniß Meyer meinte, das Polizeipräsidium hätte bestehende und wohl Tafeln und Bänken, ferner mit Gastoch- Apparaten, Wasch- bei sich führen zu müssen. Wasch bei sich führen zu müssen. Auf ihre Berufung sprach jedoch das erworbene" Rechte anerkennen und somit die nach den bisherigen vorrichtungen( auch Douchen und Wannenbädern) 2c. aus Landgericht in Landsberg a. W. die Angeklagten frei, indem polizeilichen Vorschriften für den Restaurationsbetrieb genügenden gerüstet sind. Weiter ist für billigen Bezug von Speisen und es u. a. anführte: Mit Unrecht habe das Schöffengericht in dem Kellerlokalitäten unberührt lassen müssen. Der Bezirksausschuß war Getränken durch Einrichtung einer Kantinenwirthschaft gesorgt. Für Verhalten der Angeklagten eine Verlegung der§§ 1 und 17 mit dem klägerischen Sachwalter der Ansicht, daß Bedenken gegen das Fahrpersonal find Betten zum Schlafen bereit gestellt. Jn 133 der Verordnung vom 5. Oftober 1896 erblickt. In Frage den Schankbetrieb in den fraglichen Kellerräumen nicht obwalten. verschließbaren Schränken können die Eisenbahn= Bediensteten ihre stehe allein, ob es sich dabei um eine öffentlich bemert- Die Berufung des Polizeipräsidiums wurde daher verworfen. Habseligkeiten aufbewahren. Ein 140 Quadratmeter großer Saal bare Arbeit handele. Das sei aber zu verneinen. Aus- Ueber eine besonders zeitgemäße" Verurtheilung zweier Arist ihnen zum Trocknen nasser Kleidungsstüde eingeräumt. Den zugehen sei von der Tendenz der Verordnung, die dahingche, das beiter durch das Spandauer Schöffengericht berichteten wir am Oberschaffnern steht zur Besorgung ihrer schriftlichen Arbeiten ein Bublifum in seiner Allgemeinheit vor Störungen der Sonntags- und 4. November. Die Zimmerer Perlewis und Grühn waren besonderer Raum zur Verfügung. Auch ein Krankenzimmer und ein Feiertagsruhe zu schüßen. Demgemäß tomme es darauf an, was ersterer wegen Körperverletzung und Bedrohung, lekterer wegen Be Arzt, der zu gewissen Stunden Sprechzeit hat, ist vorgesehen. Die die Allgemeinheit insofern als Arbeit ansehe, als sie dadurch in ihrer drohung und Beleidigung angeklagt worden. Der Anklage lag ein Heizung der Räume erfolgt durch warme Luft, die Beleuchtung ist weihevollen Feiertagsstimmung gestört werde. Schlechtweg Streit zu grunde, welchen die beiden Angeklagten am 24. August mit elektrisch. jede Thätigkeit fei also nicht darunter zu ver- dem Streitbrecher Linke und dem Arbeiter Grüner gehabt Arbeiter- Risiko. In der Fabrik von Both u. Tillmann stehen. Dagegen werde im Publikum nicht nur jede mit einem in Dortmund wurde der Lehrling Heinrich Köhling größeren Kraftaufwande verbundene, über den Rahmen des bloßen hatten. Berlewizz war deshalb zu neun Monaten, Grihn zu beim Auflegen des Treibriemens während des Ganges Vergnügens hinausgehende Thätigkeit, sondern insbesondere hatte man wegen der Höhe der Strafe sofort in Haft genommen. wei Monaten Gefängniß verurtheilt worden. Den Ersteren der Maschine von der Transmission erfaßt, die ihm beide Beine auch jede offensichtlich gegen Bezahlung ausgeführte Verrichtung Auf die eingelegte Berufung hat die dritte Straflaminer von Landausriß. Er ist bald darauf gestorben. In der genannten Fabrik als Arbeit aufgefaßt. Da nun nichts dafür erbracht sei, daß gericht II das erste Urtheil bestätigt und die Berufung verworfen. werden, wie berichtet wird, gegen 80 Lehrlinge beschäftigt. die Angeklagten das Bertheilen der Wahlflugblätter etwa gegen Dem Vertheidiger Rechtsanwalt Dr. Löwenstein gelang es nur, den Um so mehr hat die Behörde Ursache, diese Fabril bezüglich der Entgelt oder aber unter Mitführung großer schwerer Ballen von Gerichtshof zu bewegen, dem Perlewiz die erlittene UntersuchungsSicherheitsvorkehrungen recht oft und peinlich streng zu kontrolliren. Flugblättern zc. ausgeführt hätten, so seien sie nichtschuldig, haft auf die Strafe anzurechnen und denselben aus der Haft zu enteine Arbeit im Sinne der Verordnung verrichtet zu haben. Hier- laffen. Wohnungenoth in Straßburg. Aus der elsässischen Haupt- gegen legte die Staatsanwaltschaft die Revision ein und machte. stadt wird uns geschrieben: Eine von Angehörigen aller Bevölkerungs- geltend, das Landgericht habe den Begriff der öffentlich bemerkbaren schichten zahlreich besuchte Versammlung, in welcher der Vorfizende Arbeit im Sinne der angezogenen Verordnung des Oberpräsidenten Lehte Nachrichten und Depelchen. der Orts- Krankenkasse, Schriftsetzer Leichsenring, über die WohnungsUnter Berücksichtigung des Zwedes der Verordnung Paris, 22. Dezember.( W. T. V.) Wie der„ Temps" meldet, noth der arbeitenden Bevölkerung Straßburgs referirte, nahm ein- müsse der Begriff Arbeit" im weitesten Sinne ausgelegt stimmig eine Resolution an, worin der Gemeinderath ersucht wird, werden, und zwar als eine körperliche Thätigkeit, die erklärte Kriegsminister Freycinet dem Präsidenten der Kriminaldie Summe von 1 Million Mark zum Bau von Arbeiter geeignet sei, die weihevolle Sonntagsstimmung" des Publikums zu tammer des Kassationshofes, Loew, er könne dem Kassationshof den wohnungen bereitzustellen. Die Arbeitervertreter in der Landes- stören. Die Bertheidigung der Angeklagten übernahm der Rechts- geheimen Doffier nur übermitteln, wenn der Advokat Mornard bersicherungsanstalt wurden beauftragt, dahin zu wirken, daß diefe anwalt Wolfgang Heine. Der Straffenat des Kammer- absolute Bürgschaft für die Diskretion der Frau Dreyfus übernehme, ihre flüssigen Gelder zu demselben Zwede nutzbar macht. gerichts hob die Vorentscheidung auf und wies die welcher, als Ürmünderin ihres Mannes, die Aften gezeigt werden Sache in die Vorinstanz zurück. Der Präsident führte zur Begründung müssen. Mornard gab in dieser Beziehung die bindendsten Verfolgendes aus: sicherungen ab. Gerichts- Beitung. berkannt. 8 Paris, 22. Dezember.( W.. B.) Der Senat nahm den Gesezentwurf über die Spionage an. Paris, 22. Dezember.( W. T. B.) Die Deputirten tammer nahm die Vorlage betreffend das französisch- italienische Handelsabkommen mit 451 gegen 45 Stimmen an. Rom, 22. Dezember.( B. H.) Wie verlautet, soll die längst erwartete Amnestie für politische Verbrechen nunmehr zu Neujahr Das Landgericht verkenne den Begriff der öffentlich bemertbaren Arbeit, wenn es Gewicht darauf lege, daß die fragliche Die bekannte Geschichte, daß klassenbewußte Arbeiter, Verrichtung einen größeren Kraftaufwand erfordern und gegen Entan deren Ehre in den Augen von ihresgleichen auch nicht der gelt erfolgen müſſe. Es komme vielmehr darauf an, ob die begeringste Matel haftet, von bürgerlichen Gerichten wegen treffende Thätigkeit geeignet sei, die Aufmerksamkeit des des gemeinen Bergehens der Erpressung mit hohen Ge- Publikums zu erregen und zugleich das religiöse fängnißstrafen belegt werden, ereignete sich auch gestern wieder Gefühl derer, die die Thätigteit mit ansehen, au in einem Strafprozeß, der sich vor der vierten Straffammer des verlegen. Es müsse darum vor allem erst die Art der Verbreitung Landgerichts I abspielte. Während bisher aber unseres Wissens mur und des Austragens näher festgestellt werden, als dies das Landgericht erfolgen. Unternehmer, denen Arbeiter einen Streit in Aussicht stellten, gethan habe. Von einer öffentlich bemerkbaren Arbeit Peking, 23. Dezember.( Meldung des Renter'schen Bureaus".) „ erpreßt" worden waren, traten in der gestrigen Verhandlung könne z. B. dann nicht gesprochen werden, wenn die Der Gesandte der Vereinigten Staaten von Amerika pro zwei solidaritätsfeindliche Arbeiter als Erpreßte" in die Er- Angeklagten die Flugblätter in der Tasche hatten testirte gegen die Ausdehnung der französischen Niederlassung scheinung. Die Maurer Ja enchen und Zinn arbeiteten beide und in die Häuser gingen, um sie dort niederzu- lin Shanghai. Berantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. Sierzu 1 Beilage u. Unterhaltungsblatt. Br. 300. 15. Jahrgang. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Freitag, 23. Dezember 1898. Parteigenossen! Der diesjährige Parteitag der Provinz Brandenburg hat bes fchloffen, daß eine Konferenz der sozialdemokra tischen Gemeindevertreter der Provinz Brandenburg stattfinden soll, um einheitliche Grundsäße für die Gemeindewahlen festzuſegen. Mit den Vorbereitungen zur Ausführung dieses Beschlusses wurde die sozialdemokratische Fraktion der Berliner StadtverordnetenVersammlung beauftragt. Unter Betheiligung mehrerer Genossen aus den Gemeindevertretungen in der näheren Umgegend Berlins sind diese nothwendigen Vorbereitungen beendet und es soll die Konferenz am werden. Dienstag, den 27. Dezember( 3. Weihnachtstag), bormittags 10 Uhr, im Restaurant Wilte, Berlin O., Andreas str. 26 stattfinden, und, wenn erforderlich, am 28. Dezember fortgesetzt Wir laden daher die sozialdemokratischen Gemeindevertreter der Provinz Brandenburg in Stadt- und Landgemeinde zur Theilnahme an dieser Konferenz ein und bitten bei der Wichtigkeit des Gegenstandes un recht zahlreiche Betheiligung. Als vorläufige Tagesordnung schlagen wir vor: 1. Wahl des Bureaus. 2. Festsetzung der Geschäfts- und Tagesordnung, 3. Berathung des Programmentwurfs. 4. Berathung der eingehenden Anträge. schreibt: Mit sozialdemokratischem Gruß J. A.: Paul Singer. Theorie und Praxis! " VI. Wahlkreis: Rudolf Springhorn, Trescowstr. 34 zu stellen oder gar zu streifen. Diese recht profitable Rache erscheint ( für die Schönhauser Vorstadt). um so kleinlicher, als durch sie lediglich die alten Kutscher betroffen Albert Baersch, Drontheimerstr. 1b, part. werden, welche wohl kaum an der Lohnbewegung theilgenommen ( für Rosenthaler Vorstadt und haben. Gesundbrunnen). Wilhelm Freythaler, Gartenpl. 1, 32r. ( für Oranienburger Vorstadt und Wedding). Karl Fischer, Beusselstr. 9( für Moabit). Alle Anfragen, Briefsendungen u. f. w. in Sachen der Lokalkommission find an Karl Scholz, Wrangelſtr. 110, pt., zu richten. Lokallisten können bei sämmtlichen Kommissions-Mitgliedern in Empfang genommen werden. Zur Lokalliste. Am 2. Weihnachtstag veranstaltet der Gesang berein Hentel'scher Männerchor in dem gesperrten Lokal Artushof, Perlebergerstraße 23, ein Vergnügen, zu welchem man unter ber Arbeiterschaft Billets an den Mann zu bringen sucht. Die Arbeiter wissen, wie ihr Interesse in solchem Falle zu handeln gebietet. Die Lokalkommission. Ein Prachtgebäude. bahnlinie Rigdorf( Bahnhof)-Schönhauser Allee wird noch vor WeihDie Eröffnung des elektrischen Betriebes auf der Straßennachten erfolgen. Die Abnahme ist auf heute- Freitag vormittags 10 Uhr festgesetzt worden. Eine ernente Angabe an das Kriegsministerium in Sachen der Konkurrenz der Militärmusiker plant der Allgemeine deutsche Musikerverein. Auf grund von Fragebogen wurde festgestellt, wie sehr der von den maßgebenden Behörden geduldete, zum theil sogar begünstigte Wettbewerb der Militärkapellen die Bivilmusiker in ihren Erwerb schädigt, und wie wenig die nach dieser Richtung hin erlassenen Einschränkungsvorschriften, die z. B. Militärmusikern das Aufspielen zum Tanz in Uniform verbieten, an schrift verbunden sein, in der die Schädigungen der Berufsmusiker einzelnen Orten Beachtung finden. Mit der Eingabe soll eine Dentziffermäßig nachgewiesen werden sollen. Gegen das Strolchthum auf der Stadtbahn wird jetzt inIn den letzten Jahren ist auf dem Schloßplatz, zwischen der folge einer Verfügung der Eisenbahndirektion Berlin mit großer Langen Brücke und der Breitenstraße, ein Brunthaus aufgeführt Entschiedenheit vorgegangen. Gestern wurden zwei junge Männer worden. Noch vor nicht zu langer Zeit standen dort kleine, schmale behufs ihrer Personalfeststellung festgenommen, weil sie sich durch Bauten, in ihrem Aeußern die ganze Beschränktheit und Engheit überlaut geführte unfläthige Gespräche besonders den weiblichen des alten Berlin der vormärzlichen Anschauung darstellend. Passagieren lästig gemacht hatten. Die beiden Burschen wird eine Allerlei kleine Geschäfte, Bazare, Bijouteriehandlungen, Juweliere, umso strengere Bestrafung treffen, als sie die Intervention eines Spigen und Seidenhändler hausten dicht aufeinander. Doch wurde auf dem Bahnhof Alexander- Platz gestern ein Kaufmann B. mitfahrenden Herrn mit Schimpfworten beantworteten. Ferner unsere Zeit strebt ins Große. Und diesem bewundernswerthen Streben, mußte, wie so manches andere, auch die festgenommen, welcher in einem für Nichtraucher bestinimten WagenHäuserreihe weichen. Wie früher bei solchen Gelegenheiten abtheil seine Bigarre in Brand hielt und tros Aufforderung eines gemeinnügige Anstalten aufgeführt wurden, wie Museen, oder im Alter- Beamten weder dieselbe fortwarf, noch den Wagen verlassen wollte. Unter diesem Titel schildert der Correspondent", das Organ des hum Theater, Vergnügungsstätten und Bäder, so wurde auch hier Ein Strafmandat in Höhe von 6 M. steht dem hartnäckigen Raucher ein Monumentalbau errichtet. Viele hundert Arbeiter mußten die bevor. Verbandes der Buchdrucker, die Zweiseelen- Theorie eines stadtbekannten alten Baracken abbrechen, Pfähle in den Boden rammen, damit der Verlegers einer unpolitischen Tageszeitung. Da es sich um eine In der Apotheke Königin Angustaftr. 21 fand gestern Vors sehr wichtige Arbeiterfrage handelt, werden unsere Leser dem Gegen- Schwanke, moraftige Grund festen Halt bekomme, und dann wurde mittag eine Benzin- Explosion statt, bei welcher der ApothekerKies aufgeschüttet, Betonlager hergestellt und Stein auf Stein ge- gehilfe Vogel verletzt wurde. stande gewiß Interesse entgegenbringen, und geben wir ihnen des thürmt. halb im Auszuge den Artikel zur Kenntniß. Der Correspondent" Nun steht das Gebäude in seiner weißen Sandsteinpracht da. den Fernzügen lanfenden Eisenbahnwagen ist den sämmtlichen Bezüglich des Aufenthalts auf den Plattformen der in In den letzten Wochen machte in Berlin eine Broschüre: Gewaltige Bogen wölben sich über breiten Fenstern; Hochstrebende Direffionen der preußischen Staatsbahnen soeben folgender MinisterialBerlin hat kein Theaterpublikum", viel von sich reden, welche den Monumentales, das an den Reichstagsbau erinnert. Die reiche Unfälle infolge des Aufenthaltes auf den Plattformen der DurchSäulen und die massigen Steinquadern geben ihm etwas Befiger des„ Berliner Lokalanzeigers", Herrn August Scherl, Bildhauerarbeit ist nahezu vollendet. zum Verfasser hat. Unsere Aufgabe kann es nun freilich nicht sein, Fassade sind noch unter Holzgestell und Glas. Nur wenige Partien der auf den Inhalt dieser Broschüre hier näher einzugehen, sondern wir Das Dachgangswagen während der Fahrt lassen erkennen, daß das bestehende gefims krönen, wollen lediglich auf eine Hauptpointe in dieser Broschüre Bezug ist, gewappnete Männer und Waffenstüde.. wie das int unferem Zeitalter üblich Verbot nicht überall genügend beachtet und gegen Zuwiderhandlungen Zwar sollte man nicht mit dem nöthigen Nachdruck vorgegangen wird. Die königlichen nehmen, die unser ganzes Intereſſe beim Lesen desselben in Anspruch meinen, der bildnerische Schmund brüde die Bedeutung des Ge- Eisenbahndirektionen wollen daher das Personal zu thatkräftigen genommen hat. Herr Scherl will, daß die Stadt Berlin Theater bauen und bäudes aus. Weit gefehlt! Unsere Architekten sind gewöhnt, bei Einschreiten bei Verstößen gegen die erwähnte Vorschrift anhalten diese in eigene Regie übernehmen soll. Ferner fordert er zur dekorativen Schmuck zu verwenden, genau so, wie es die alten dieser Beziehung zu überwachen. einem Staatsgebäude das Nauf- und Mordhandwerkzeug als und insbesondere die Aufsichtsbeamten anweisen, die Schaffner in Durchführung seiner Pläne als erste Bedingung die Schaffung einer Stulturvölter mit ihren Götterbildern machten. Von den Staatsgebäuden wohldisziplinirten Organisation. Herr Scherl läßt sich darüber hat sich diese löbliche Sitte auf alle Monumentalbauten über- Feiertagen wird in Zukunft stattfinden. An den Feiertagen fahren Eine Entlastung des Bahnhofsschalter- Dienstes vor den folgendermaßen vernehmen:" Die Forderung einer durchgreifenden tragen. Da also das Gebäude am Schloßplaz mit dem Mordhand- bekanntlich viele Soldaten in Urlaub. Organisation mag manchem vielleicht, als auf Aeußerlich wert so gut wie nichts zu thun hat, tönnte feine Pracht zu Eisenbahndirektion hat das Generalkommando des Gardekorps beIm Einverständniß mit der teiten beruhend, zu kleinlich erscheinen. Wer das meint, hat dem Glauben verleiten, es sei ein Geschäftshaus unserer üppigen stimmt, daß in Zukunft einen Tag vor dem Urlaub sämmtliche die Bedeutung und den Werth des modernen Begriffes Banken. Doch auch das stimmt nicht. Aber vielleicht soll eine Fahrkarten bataillonsweise durch dazu bestimmte Unteroffiziere zu Organisation im allgemeinen nicht richtig erkannt. Wo blieben wohl unsere großen industriellen und kommerziellen Bibliothet, ein Museum oder sonst ein wissenschaftliches Institut dort lösen sind. Die Urlauber haben zu diesem Zweck anzugeben, welchen Unternehmungen ohne die auf die modernen technischen Errungen untergebracht werden? Wir leben ja in den Zeiten der Kunst und Zug und welche Strecke sie benutzen wollen 2c. Auch ist das Fahrder Wissenschaft. schaften bafirte, bis in die kleinste Einzelheit gehende Organisation? geld an den Tommandirten Unteroffizier abzuführen. Wie Sie ist für manches Unternehmen geradezu Lebensbedingung und aber, wenn sie das nöthige Fahrgeld erst am letzten Tage von biele jezt blühende Institute verdanken ihr in erster Linie EmporMuttern erhalten? tommen und Ansehen." Doch auch dieses ist ein Irrthum. Betrieb? Wir leben ja auch im Zeitalter des Verkehrs, überhaupt Aber vielleicht ist es ein Postgelaß oder dient einem ähnlichen in allen möglichen Zeitaltern. Das ist abermals ein Irrthum So anerkennenswerth es nun von Herrn Schert ist, in seinem Effay über die moderne Theater- Entwickelung im öffentlichen Intereffe die Nothwendigkeit der Organisation nicht nur anzuerkennen, dort erbaut haben? Es laufen ja jetzt im Winter so viele Hunderte, Da wird ein großer Menschenfreund eine mildthätige Anstalt fondern als wichtigsten Faktor zu fordern, so unerklärlich ist ja Tausende frierend umher, die nicht' mal für die Nacht irgend eine und bleibt sein Berhalten im eigenen Heim, in fleine warme Ede finden. seinem Geschäft, in der Buchdruckerei und VerAch nein, das herrliche Haus ist ein Pferdestall! Der Königlagsanstalt des Berliner Lokal- Anzeigers" liche Marstall... fowie des Adreßbuches von Berlin und seiner Vororte. " „ Viele jest blühende Institute verdanken ihr der Organi fation in erster Linie Emporkommen und Ansehen," schreibt Herr Scherl und die bei ihm beschäftigten Personen: Setzer, Drucker, Stereotypeure, Buchbinder u. s. w., hindert er, ihren blühenden Organisationen beizutreten. Herr Scherl verlangt von jedem bei ihm in Beschäftigung tretenden Arbeiter, daß er einen Revers unterschreibe, worin er erklärt, teiner gewertschaftlichen Organis fation anzugehören und auch fernerhin sich verpflichtet, während der Dauer seiner Thätigkeit bei der Firma Scherĭ einer gewertschaftlichen Organisation nicht beizutreten. Theorie und Pragis! Zur Ziethenfache. In dem„ Reichsboten" lesen wir: Dem Deutsch- Amerikaner Knaat scheint der Aufenthalt in Deutschland trotz seiner Freisprechung verleidet worden zu sein. Am von 900 M., den er dort hinterlegt hatte, ab und erklärte, daß er so Tage nach der gegen ihn stattgehabten Gerichtsverhandlung hob er bei seinem Vertheidiger, Rechtsanwalt Dr. Schwindt, einen Betrag schleunig wie möglich nach Amerita zurückkehren werde. 3n erschicken versuchte sich gestern Morgen der Architekt May Castner, der u. a. das königl. Proviantamt in Moabit erbaut hat, in seiner Wohnung Oranienburgerstraße 54. Castuer war seit längerer Zeit förperlich jehr leidend, namentlich plagten ihn ein Die Straßburger Heimath" hat bedauerlicherweise den sonder Herzleiden und Mthemnoth. Gestern morgen um 4 Uhr erbat er sich baren Einfall gehabt, den deutschen Fall Ziethen mit dem fran- in einem heftigen Anfalle von Athembeschwerden von seiner Gattin zösischen Fall Dreyfus zu vergleichen und die grundfalschen Vereine Tasse Statão. Nachdem er sie erhalten hatte, legte er sich wieder bächtigungen gegen die deutsche Justiz, das deutsche Rechts- hin. Zwischen 5 und 6 Uhr erschreckten Frau Castner zwei unbewußtsein und die deutsche Wahrheitsliebe zu schleudern gegenüber mittelbar hinter einander fallende Schüsse. Sie eilte nach dem der angeblich im Falle Dreyfus hervorgetretenen Wahrheits- und Gerechtigkeitsliebe Frankreichs. Das Blatt schließt seinen albernen Artifel mit dem beleidigenden Sage: Warum aber dies in einem Lande, das sich wie fein anderes für Dreyfus ins Beug legte, das beinahe ob der Sache das Schwert aus der Scheide gezogen hätte? Warum? Die Antwort ist kurz und bündig:„ Es war nur ein deutscher Barbier!" Vor Schlafzimmer ihres Mannes, fand es jedoch verschlossen. Während sie sich noch vergeblich bemühte, die Thür zu öffnen, schleppte sich Castner selbst heran und schloß fie auf. Dann brach er blutüberströmt zusammen. Um seinen Leiden ein Ende zu machen, hatte er zum Revolver gegriffen und sich eine Kugel in die rechte Schläfe und eine zweite in die Herzgegend gejagt. Ein Arzt aus dem Hause war schnell zur Stelle und ließ den Schwerverletzten in ein Krankenhaus bringen. Es ist eine gar schöne, eine herrliche Sache, in der Oeffentlichfeit dem großen Publikum sich als mur von idealen Gesichtspunkten getragen zu präsentiren, sich in seinen Projekten als hochWie häßlich! Wenn das in einem französischen ChauvinistenSelbstmord eines Feldwebel8. Mit einem Dienstgewehr hat herziger und vollsthümlicher Kunstreformer vom Scheitel bis zur und Revancheblatt geftanden hätte, würde es uns nicht weiter Sohle hinzustellen und in seinem eigenen Kunsttempel- dem überraschen- aber in einem deutschen Blatte in der deutschen sich gestern, Donnerstag, Morgen um 6 Uhr der 29 Jahre alte Feldzu Personale gegenüberhöchst offenkundig ideale Gesichtspunkte mit Stadt Straßburg, das erscheint doch mindestens gejagt webel Beckmann von der 5. Kompagnie des 4. Garde- Regiments gut als ein starker Anachronismus. der gepanzerten Faust" niederzudrücken. Und daß gerade Herr Im Falle Ziethen liegt Fuß erichossen. Beckmann diente seit 12 Jahren, zunächst in der Scherl einen derartigen Doppelstandpunkt einnimmt, ist charakteristisch vielleicht ein Rechtsirrthum vor, wie er in allen Ländern Unteroffizierschule, in die er mit 17 Jahren eintrat. Seit 4 Jahren für feine Stellung als Kunstenthusiast und als Arbeitgeber. Die ab und zu vorkommt, aber wo ist hier etwas von einer im Bureaudienst beschäftigt, wurde er vor 2 Jahren zum Feldwebel Großbuchdrucker in Berlin gewähren ihren Arbeitern ungehindert Betheiligung von Staatsbehörden, wie sie im Fall Dreyfus befördert. Zulegt arbeitete er im Bureau des 2. Bataillons. Beckdas ihnen durch die Gewerbe- Ordnung zustehende Koalitionsrecht. fonstatirt ist, hier find feine Unregelmäßigkeiten, teine gefälschten mann, der in der Kaserne, im Sevier der 8. Kompagnie, wohnte, Ich führe nur ein Beispiel an: The Herr Scherl das Berliner Aften, kein Mensch ist bisher gegen die Revision des Prozesses war verlobt und wollte sich mit Beginn des neuen Jahres Adreßbuch übernahm, druckte es W. u. S. Löwenthal; innerhalb aufgetreten, und das Gericht würde ihn sicherlich wieder aufnehmen, berheirathen. Als gestern Morgen um 6 Ühr eine Ordonnanz vom der 25 Jahre, wo es dort hergestellt wurde, und zwar nur von wenn genügende Momente vorhanden wären, die auf einem Rechts- 2. Bataillon an seiner Wohnung vorüberging, hörte fie drinnen einen Der Mann cilte in die nicht verschlossene Stube irrthum hinwiesen. Schuß fallen. organisirten Gehilfen, war nicht eine einzige wesentliche Differenz! Und bei Ihnen, Herr Scherl? Seit drei Jahren druden Sie das mit Bharisäerthum. So der frömmelnde„ Reichsbote", für den Christenthum eins ist hinein und fand den Feldwebel blutüberströmt todt am Boden liegen. Adreßbuch und alle Jahre die weitgehendsten Differenzen, im legten Gebächtniß. Der" Reichsbote" hat ein sehr kurzes Das Gewehr, aus dem er sich die tödtliche Kugel in die rechte Brust theilte die gejagt hatte, stand neben ihm an das Bett gelehnt. Auf dem Tische er selbst wenigen Wochen Jahre bis zum Ausstande. Die Ursachen liegen darin, daß Sie weder die Organisation der Gehilfen( den Verband der Deutschen Prozeß mit. Dieser Brozeß richtet sich aber gegen die Behauptung Braut gerichtet. Beide wurden sofort beschlagnahmt. Die Leiche wurde Nachricht von dem gegen den Schriftsteller Landauer eingeleiteten lagen givei Briefe, einer an das Regiment, der andere an seine Schiedsgericht u. 1. w.) anerkennen, sondern mit Geringschägung über von Beweisstücken erfolgt ist, deren Klassizität heute schweren Zweifeln Scharnhorststraße gebracht. Buchdrucker) noch die Organisation des Tarifes( Tarif- Ausschuß, Landauer's, daß die Verurtheilung Ziethen's zum theil auf grund gestern Abend nach der Halle des Garnisonlazareths I in der dieselbe hinweggehen. unterliegt, während der Beamte, der die Beweisstücke geliefert, Unfall oder Selbstmord? Zu einer unförmlichen Masse zerEins steht fest: will Herr Scherl konsequent sein, so muß er f. 8. bei dem sog. Niederwald Dentmal- komplott eine schmettert wurde am Mittwoch Abend bald nach 10 Uhr auf einent mit dem, was er in überzeugender Weise in seiner Broschüre der höchst merkwürdige Rolle gespielt hat. Jenes Komplott bezweckte Schienenstrange der Ringbahn auf dem Bahnhof Wedding die Leiche Einwohnerschaft Berlins als den Kitt für Schaffung gesunder die angeblich Theaterverhältnisse vor Augen führt, in seiner Buchdruckerei den An- Fürsten und wurde von der Regierung seinerzeit zur Recht hinweggegangen war. sämmtlicher deutscher eines Mannes gefunden, nachdem eben ein Zug über das Geleije Der Kopf war zermalmt, Arme und Beine fang machen und gesunde Arbeitsverhältnisse herbeiführen durch Gefertigung und Berlängerung des Sozialisten waren mehrfach gebrochen und zerquetscht. Wie der Neberfahrene währung der Stoalitionsfreiheit! Sonst dürfte seine gefeges benutzt. Die Sozialdemokratie erklärte allezeit, im auf die Schienen gekommen ist, ließ sich bisher mit Gewißheit nicht Schrift nicht der Ausfluß ehrlicher Ueber- Reichstag und außerhalb desselben jenes Komplott für Spigel- feststellen, es scheint aber, daß er sich in selbstmörderischer Absicht zeugung, sondern nur die Sucht marttschreierischer mache. Retlame sein." hinaufgeworfen hat. Zur Feststellung der Persönlichkeit fehlt bis jetzt und der Prozeß gegen Landauer jeder Anhalt. wird ja wohl Licht in die Sache bringen, so war das Niederwald. Die Blutthat in der Schumannstraße, über die wir vor Dentmal- Komplott eins der niederträchtigsten politischen Verbrechen, die jemals begangen worden sind ein Verbrechen, einiger Zeit berichteten, hat jegt ein zweites Opfer gefordert. Die deffen Enthüllung ebenso starte politische Interessen verlegen Schuhmachersfrau Golibrodi, die von ihrem Manne einen Schuß in würde, wie die Anerkennung eines an Dreyfus verübten Unrechts den Unterleib erhielt, ist der Verlegung im Krankenhause erlegen. Ihr Mann hat sich, wie berichtet wurde, unmittelbar nach dem fie in Frankreich verlegt. Der Fuhrherren Rache. Die Lohnbewegung der Tarameter- Mordversuche durch einen Schuß in die Schläfe getödtet. Droschkentutscher hat eine ungeahnte Wirkung hervorgebracht. Die Urania hatte am Mittwoch einen besonderen Abend. Prof. Während im vorigen Jahre an" freudienende" Droschkentutscher Ramsay aus London trug über Bestandtheile der Atmos Weihnachtsgratifitationen in Höhe von 10-30 m. vertheilt wurden, iphäre vor. Der Ruhm des Vortragenden, dessen chemische Argiebt es in diefem Jahre nichts. Die Hoffnung der Veteranen beiten und Entdeckungen unsere Kenntniß von der Atmosphäre sehr vom Kutscherbod, auch in diesem Jahre wieder eine fleine Unter- wesentlich bereichert haben, hatte ein großes Bublifum angelockt, so ftigung zu erhalten, wie auch in Aussicht genommen worden war, daß sämmtliche Pläge des Theaters schon am Nachmittag ausist durch die diesjährige Lohnbewegung der Kutscher zu Wasser ge- verkauft waren. worden. Jetzt streiken die Fuhrherrn und machen nicht wieder mit Der englische Professor, der das Deutsche mit einem fremden aus Rache dafür, daß die Kutscher es gewagt haben, Lohnforderungen atzent, aber sonst ziemlich geläufig fprach, entrollte ein interessantes Tokales. Ermordung 187-797191 Ist dies wirklich der Fall Die Lokalkommiffion besteht aus folgenden Mitgliedern: I. Wahlkreis: Oswald Schensch, Manteuffelst. 5, b. III. Robert Diesler, Stralauerstr. 16, part. II. Wahlkreis: Albert Faller, Ballasstr. 16, part. Mar Behrend, Boechstr. 36, v. 4 Tr. III. Wahlkreis: Wilhelm Hinz, Prinzenstr. 66, v. 4 Tr. Emil Rosin, Reichenbergerstr. 26, v, 4 Tr. IV. WahItreis: Ostar Blume, Gubenerstr. 6, part. ( Oft.) Heinrich Faber, Zorndorferstr. 20, 2 Tr. IV. Wahlfreis: Sarl Scholz, Wrangelstr. 110, part. ( Südost.) Valentin Binzens, Wrangelstr. 60, v. 3 Tr. V. Wahlkreis: Wilhelm Spät, Weinstr. 28, part. Gustav Busse, Sophienstr. 28/29, Beschluß der Stadtverordneten- Versammlung beigetreten, ein Gesuch Zur Fleischnoth. Der Charlottenburger Magistrat ist dem wegen der Fleischnoth an den Reichskanzler zu richten. Er bearbeitet legt das dazu erforderliche statistische Material. " 〃 Alle Nord", Abolf Bild von den Vorstellungen über die Luft und ihre Bestandtheile,[ Normalzeit wegen Anschlusses der städtischen Uhren wurde ge Arbeiter Sängerbund Berlins und der Umgegend. Vorsitzender' von den ältesten Betten bis zur Entdeckung des Sauerstoffes und nehmigt. Die Vorlage betreffend den Bau einer Kunstgewerbe- abolf Reumen, unten. eenderungen im Bereingutenber feiner Eigenschaften am Ende des vorigen Jahrhunderts. Durch und Handwerkerschule wurde an einen Ausschuß verwiesen, find zu richten an Friedr. Kortum, Manteuffelstr. 50, v. 2 Tr. Freitag. Aufnahme von Mitgliedern. diese Forschungen wurden erst richtige Anschauungen über das ebenso der Antrag, eine Gemeinde Doppelschule zu bauen. Geebungsstunde abends 9-11 Uhr. Wesen des Verbrennungsprozesses gebildet, und die Erkenntniß nehmigt wurde endlich die Ausdehnung der Kranten Neumann, Brunnenstr. 150. Kaiſer ſcher Männerchor Wed 18, Ünverzagt I", Lübbte, Melchiorstr. 15. wurde allgemein, daß unsere Atmosphäre im wesentlichen aus dem versicherung auf fämmtliche Arbeiter und Angestellte der Buchbinder Männerchor", Schöning, Köpniderstr.68.„ Vereinte Sangesbrüder die Verbrennung unterhaltenden Sauerstoff und dem sie erstickenden Stadt. Bezüglich der Voltsbibliothek wurde sowohl ein Antrag von Moabits", Pfarr, Buttligstr. 10. Maiglöckchen"," Sachs, Lindowerstr. 26. Stickstoff bestände. Jebens, von ihr jeden Lesestoff fernzuhalten, der sich nur für die Gemüthlichkeit"( Putzer), Krüger, Seydelstr. 30. Morgenroth II", Erst eine Entdeckung unseres Jahrzehnts ist es, daß dieser Angehörigen der höheren Bildungsklassen eignet, als der Antrag von Charlottenburg, Krause, Bismardfir. 74.-„ Typographia", Cohn, Beuthstraße 20." Georgina", Schwalbe, Lausitzer Blak 8. Vorwärts III". atmosphärische Stickstoff fein reines Gas ist, sondern noch weitere Dr. Jastrow auf Vertaging der Angelegenheit verworfen. Friedrichsfelde, Bube, Friedrichsfelder Prinzen- Allee 30. Beimengungen enthält, von denen das Argon 1894 festgestellt wurde. Rheingold", Die Spektralanalyse war das Mittel, dieses ganz indifferente Gas, " Iris", Streit, Naunynſtr. 86. Feind, Weinstr. 11. Rosenthaler Vorstadt", Swinemünderstr. 26. Männer- Gesangverein", Brandenburg a. H.,. das eigentlich nur durch den Mangel an positiven Eigenschaften - Liberté", Vogel, Wrangelstr. 78. Freie Lieder: caratterisirt ist, zu erkennen; das Licht, das von ihm unter dem Mengert, Bergstr. 6. tafel", Mann, Strausbergerstr. 3. Nordwacht", Milbrodt, Müllerstr. 7. Sängerfreis", Weißensee, Schulz, Elsasserstr. 61. Einfluß einer elektrischen Entladung ausgestrahlt wird, zeigte an, „ Eintracht III", Ebers daß man hier einen bisher unbekannten Stoff vor sich habe. Dieselbe Die potsdämliche Legendenfabrikation, die sich die Berl. walde, Sagewald, Eisenbahnstr. 66. Völkerfrühling"( Stuckateure), Greiser, Methode der Lichtzerlegung war es auch, durch welche die noch N. Nachr." in dem vorgestern von uns erwähnten Bericht über die Dranienſtr. 109. Neue Zeit", Lorenz, Watt: ut. Voltastr. Ede. Lieberkranz", Freiheitsglocken", Kurze, Dunderstr. 2. geringeren Mengen der anderen von Ramsay entdeckten Gase als Festpredigt in der Garnisonkirche geleistet haben, erregt, wie" Alingmüller'scher Männerchor"," Weißenfee, König- Chaussee 38. Brandenburg a. H., Bergstr. 6.neue Stoffe erkannt wurden; er erhielt dieselben, denen er die man uns aus Potsdam schreibt, unter den am Umbau des" Treher scher Gesangv.", Schulz, Borndorferstr. 8.-„ Karthaus- Kummer'scher Namen Krypton, Neon und Xenon( statt des ursprünglichen Metargon) Gotteshauses" betheiligt gewesenen Arbeitern sehr viel Verwunde Männerchor", Göbel, Landsberger Allee 156.- Freie Sänger II", Spandauer verlieh, durch Arbeiten theils mit flüssiger Luft, theils mit ver- rung. Die Kirche ist diesen Sommer renovirt worden. Eine ein Brüde 13.„ Einheit", Rixdorf, Babenschneider, Hermannstr. 197, flifsigtem Argon. dringliche Bestimmung wollte, wie beiläufig bemerkt werden mag, Treptow" in Treptow, Scheer, Baumschulenweg. Metallarbeiter- Often, Vielen der Zuhörer mag es wunderbar erschienen sein, daß der Umbau schon zu Anfang Oktober beendet Tapert, Markusstr. 14. Treue", Louisenstädtische Vereinshallen, Waldemarmit welcher Sicherheit Ramsay aus der Tabelle der chemischen sein sollte. ftraße 13.- ,, Arion III", Rirdorf, Nitsche, Hermann- und HerrfurthstraßenDas ging aber nicht, weil die Maurer geEce.„ Sangesblüthen", Bimmermann, Marsiliusstr. 8. Gesangverein Elemente und ihrer Atomgewichte voraussagte, daß noch eine Reihe zwungen waren, etwa sieben Wochen zu streiten, Maurer- Rirdorf- Briz", Nirdorf, Münzer, Bergstr. 162. Frisch auf III", uns bis jetzt nicht bekannter Stoffe von bestimmten Atomgewichten bis endlich ihre Forderungen einigermaßen bewilligt werden mußten. Bornim und Bornstädt bei Potsdam, Fähnrich, Mittelstr. 12.„ Treu und eristiren; auch von dem Xenon, dessen Atomgewicht er zu 65 erhalten Ende August oder Anfang September besuchte der Kaiser die Kirche Einigkeit", Rirdorf, Wutzler, Bergstr. 14." Bündholz", Anders, Buttmannhatte, versicherte er, daß es nach vollständiger Reinigung des Gases sich uns und fand die Arbeit natürlich ruhend. Am 6. September hielt er zu straße 17. zweifelhaft zu 80 ergeben würde. Auf eine Begründung dieser Prophe- Deynhausen die bekannte Rede, in der er sagte: Arbeiter Raucherbund Berlins und der Umgegend. Aenderungen zeiungen fonnte er sich das liegt in der Natur dieser Dinge im Vereinskalender sind zu richten an Hermann Braunschweig, Dresdener " Frohe nicht einlassen; er schloß mit dem Wunsche, in nicht zu ferner Beit Straße 80, 2. Hof. Freitag:„ Germania", Kubakki, Arndtstr. 25. Stunde", Gauger, Alexandrinenftr. 122. über neue Entdeckungen in der angedeuteten Richtung berichten zu fönnen. V = " Der Schutz der deutschen Arbeit, der Schutz desjenigen, der arbeiten will, ist von mir im vorigen Jahre in der Stadt Bielefeld feierlich versprochen worden. Dies Gesez naht sich seiner Gesang, Turn und gesellige Vereine. Freitag. Athletenv. Vollendung und wird den Volksvertretern in diesem Jahre Felsenfest", Böttcher, Krautstr. 6. Tanzlehrerb., Solidarität", Stabernad, Wenn dem Publikum die Einsicht in die Berechtigung dieser( 1898) zugehen, worin jeder, er möge sein, wer er will, Inselstr. 10.- Mufifv. Arion", Gabriel u. Jäger, Zehdenickerstraße.- Rauchkl. Annahme wohl zum großen Theil nicht ganz flar war, so spendete der einem deutschen Arbeiter, der willig wäre, feine" Ohne Zwang", Spät, Weinstr. 28.- Turno.„ Gesundbrunnen", abends v. 81/2 es dem verdienten Forscher doch reichen Beifall; er hatte es auch Arbeit zu vollführen, daran zu verhindern sucht oder gar zu bis 10% Uhr: 1. Männerabth., Pantstr. 9-10.- Turnv. Often", Blumenverstanden, in verständlicher Weise, unterstützt von interessanten einem Streit anreizt, mit Zuchthaus bestraft werden soll. ftraße 63a, 8-10 Uhr( Lehrlingsabth.); Krautstr. 49, von 8-9 Uhr ( Damenabth.). Zithertl. Frohsinn", Zimmermann, Grüner Weg 29. Experimenten, die Resultate der bisherigen Forschung flarzulegen. Diese Strafe habe ich damals versprochen 2c. 2c." Theater. Das Schiller Theater bringt an den drei Weihnachts- Doch zurück zu der Legendenfabrikation. Dazu schreibt uns ein Musikv. Allegretto", Blücherstr. 38.- Statklub„ Gemüthlichkeit", Restaurant Statflub„ Gefchloffener Grand", Gädicke, Bazenhofer, Lausitzer Blazz 10. Feiertagen drei Nachmittags- Vorstellungen. Am ersten Feiertag( Sonntag) Arbeiter: Ich war am Sonntag Vormittag, als die im Vorwärts" Krautstr. 6. Arbeiter- Zurnv. Weißensee"," Turnstunden abends 8-10 Uhr wird„ Wilhelm Tell", am zweiten Feiertag( Montag)" Das Lumpen erwähnte Sonnenstrahlpredigt gehalten wurde, in einem dicht Albrechtshof, Partstraße. Vergnügungsv. der Inkasso- Agenten", Sizung gesindel", am dritten Feiertag( Dienstag)" Des Meeres und der Liebe bei der Kirche gelegenen Hause und zwar in einem sonst jeden Freitag nach dem 1. und 15. im Monat, Nenes Klubhaus, komWellen" gegeben. Am Sonnabend bleibt das Olympia Theater hellen Zimmer beschäftigt. Bei dem unaufhörlichen Regen mandantenstr. 72.97 geschlossen, die für dieſen Tag angesezte Nachmittags: Borstellung findet war es aber den ganzen Vormittag so finster, daß ich daran dachte, Arbeiter- Turnerbund. Freitag. Turnd." Fichte", Berlin. Abbs. ausnahmsweise am Freitag um 32 Uhr statt. Licht anzuzünden. Es muß schon ein sehr seltsam erleuchtetes Auge Stephanstr. 3. 5. Männerabth. Aderstr. 67. 6. Männerabth. Stallschreibervon 8-10 Uhr: 2. Männerabth. Stalizerstr. 55-56. gewesen sein, das an einem so trübseligen Vormittag Sonnenstrahlenstraße 54. 1. Lehrlings abth. Friedenstr. 37. 3. Lehrlingsabth. Boechstr. 21. flimmern fah. Die Legende des Kardorff- Blattes ist ganz offenbarer 1. Damenabth. Mariannen- Ufer 1a." Freie Turnerschaft", Rirdorf- Brizz. Schwindel und würde selbst im Mittelalter verlacht worden sein, 3. Schülerabth. von 6-8 Uhr. 3. Männer- und Lehrlingsabth. von geschweige denn in unserer Zeit, die eine unwiderstehliche Neigung 8-10 Uhr abbs., Hoffmann, Bergstr. 151/152. Turnerschaft d. V. hat, aus allen mystischen Erscheinungen vornehmlich das komische Nereus", Männerabth. von 8-10 Uhr abbs., Reichenbergerstr. 131/ 132.6 Arbeiterverein Vorwärts", Kopenhagen. Jeden Freitag im Element ans Licht zu ziehen. Verkehrslokal, Korsgade 49: Versammlung. Daselbst befindet sich auch die Bibliothet des Vereins. Die nach Kopenhagen kommenden Genoffen wollen bies beachten. Berliner Kranken Unterstütungs- und Begräbniß- Verein für Frauen und Mädchen, gegr. 1892. Jeden Freitag, abends 7 Uhr, Bahlabend bei Mehrwald, Alte Jakobstr. 54/55. Neue Mitglieder werben daselbst aufgenommen. 1 Feuerbericht. Am Donnerstag war Berlin bis in die Abend stunden hinein vollständig feuerfrei. Einen markanten Zug im Berliner Feuerwesen bildet dieses Jahr gerade um die Weihnachtszeit die geringe Zahl der Schaufensterbrände. Während deren in früheren Jahren allabendlich eine ganze Anzahl zu verzeichnen waren, verschwinden sie in diesem Jahre fast ganz. Es ist das wohl in der Hauptsache darauf zurückzuführen, daß nicht nur die Polizei, Unterschlagung. Die Ansichtskarten Sammelwuth hat eine sondern auch die Feuerwehr die Schaufenster der Geschäfte seit adelige Frau in Potsdam zu einer unnoblen Handlungsweise verlängerer Zeit daraufhin kontrollirt, ob die Beleuchtungs- leitet. Bei der Madame" diente ein Hausmädchen, dessen Bräutigam anlage derart angelegt ist, daß ein Schaufensterbrand die Reise des Kaisers nach Palästina in dienstlicher Eigenschaft mit möglichst vermieden wird. Mittwoch Abend war Charzumachen hatte. Er schickte seiner Braut u. a. auch zwei AnsichtsLottenstr. 72 ein Zimmerbrand ausgebrochen, der Betten, Kleider farten aus Jerusalem, welche derartig das Wohlgefallen der Dienstund Gardinen einäscherte. Die Wohnungsinhaberin erlitt bei den herrin des Mädchens fanden, daß sie sie garnicht aushändigte, sondern Löschungsversuchen Brandwunden an den Händen und wurde von als werthvolles Sammelobjekt für sich behielt. Bei der Rückkehr des den Samaritern der Feuerwehr verbunden. Ein Fußbodenbrand rief Bräutigams stellte sich die Unterschlagung heraus. die Wehr nach Linienstr. 54. Büdlerstr. 9 hatten mehrere Kisten mit Holzkohlen Feuer gefangen, das aber noch im Entstehen 6 Uhr in der Berlinerstraße zu Rigdorf einem Kutscher der Firma Pferd und Wagen gestohlen wurden Mittwoch Abend um gedämpft werden konnte. Nach Grüner Weg 125 erfolgte eine 2. Benver, Wallstr. 9. Das Gespann bestand aus einem grau geAlarmirung, weil hier ein kleiner Ladenbrand zu bewältigen war. strichenen Federwagen mit Verbed ohne Jalousien, das Pferd war lebigt und müssen Ihr Eingesandt ablehnen. A. Pappel Alle e 34 gingen Betten in Flammen auf. eine fräftig gebaute braune Stute mit weißem Stern, die an den wundgestrichenen Fesseln leicht zu erkennen ist. Aus den Nachbarorten. bestimmt. 4. Männerabth.: Briefkasten der Redaktion. ididout displat Die juristische Sprechstunde wird Dienstags, Donnerstags und Freitags abends von 7 bis 82 hr abgehalten.ord Stammtisch, Freie Brüder. 120 Millionen Mart, zu Kriegszweden maild Schulz. Steinträger. Wir halten die Angelegenheit nun für erWitterungsübersicht vom 22. Dezember 1898, morgens 8 Uhr. Stationen Barometerstand mm Windrichtung Windstärke Wetter Temp. n. C. 5° C. 4° R. Stationen Barometer stand mm Ju Sachen der erwähnten Ladendiebstähle, die von einer Spandauer Beamtenfrau in Berliner Kaufhäusern begangen worden Die Charlottenburger Stadtverordneten Versammlung sind, ist auch deren verheirathete Tochter als Mitthäterin ermittelt beschloß gestern Abend in namentlicher Abstimmung mit 33 gegen worden. In den Wohnungen beider sind gestohlene Waaren im 28 Stimmen, eine Erhöhung des Schulgeldes an den höheren Werthe von 1000 m. gefunden und beschlagnahmt worden. Das Schulen nach dem Antrag des Stadtverordneten Hubatsch im Namen der Fraktion der„ Unpolitischen" eintreten zu lassen. Es meiste ist aus den Wertheim'schen Kaufhäusern entwendet worden, Swinembe. 771 WSW 3bedeckt-1 Saparanda 759 einiges auch aus Spandauer Geschäften. take at Hamburg sollen demnach erhoben werden: bei der höheren Mädchenschule an Hamburg 774 3 Berlin den unteren Klassen 90 M., an den oberen Klassen 100 m., bei den Ober- Realschulen in der Vorschule 100 M., in den mittleren Klassen 90 M., in den oberen 110 M., beim Realgymnasium in der Neform schule in der Vorschule 100 M., sonst 110 M. Die Versammlung beschloß Lese- und Diskutirklubs. Freitag." Diezgen", Schröder, Wiesens ferner die Stelle eines zweiten Stadtbauinspettors für straße 39. Karl Mary", Raumann, Blücherftr. 42. den Hochbau einzurichten. Der Vertrag mit der Gesellschaft Stralau Nr. 17." Reimer", Seidel, Gerichtstr. 19. Als Festgeschenke empfehlen wir: Versammlungen. Bilderbücher, Reifebefchreibungen, Romane, Gedichtfammlungen, Maturwiffenfchaftliche und Gefchichtswerke etc. in prächtigen Einbänden zu billigen Preisen. Ganz besonders empfehlen wir: Adler, Buch der Jugend Mk. 1, Henckell, Buch der Freiheit mk. 5, Halbjahresbände der„, Freien Stunden" in elegantem Leinenband Mt. 3,50; in gediegenem Halbfranzband Mt. 4, Die besten Romane enthaltend, mit künstlerischen Original Illustrationen. Jeder Band ist ein abgeschlossenes selbständiges Ganze in geschmackvoller Ausstattung. Ferner haben wir zusammengestellt eine Buswahl prächtig ausgestatteter und reichillustrirter Bücher für Hestgeschenke zu billigen Rusnahmepreisen: Prachtwerke in Goldfchnitt mit Heliogravüren, farbigen Aquarellbildern und Holzichnitten in Prachteinbänden, mit Elfenbein- Imitation und Atlas- Farbendruck zu verschiedenen Preisen von mir. 1.50 bis 7,-. Die Ladenpreise sind durchschnittlich doppelt so hoch: Mt. 3,- bis 15, Märchen- und Bilderbücher für Kinder bis zu 10 Jahren im Preise von 15 Pfg. bis zu Mt. 2,50 Erzählungen, Reife- u. Jagdabenteuer, Ifärchen, Penfionsgefchichten für Knaben und Mädchen bis zu 16 Jahren von Mt. 1,50 bis Mt. 3, Ganz besonders können wir empfehlen Romane in schönen Einbänden zu spottbilligen Preisen Mr. 1,50 bis Mt. 3,- u. f. f.( ftatt Mt. 16,-, 15,-, 12,- u. f. w.) Wir laden zur Besichtigung ein und bitten Kataloge gratis und franko zu verlangen. Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. Achtung! I Achtung! Gastocher. " Stralau", Girbig, Achtung! Wind richtung Windstärke Wetter Temp. n. 6. 4Schnee- 16 769 SS 768 S 2 bedeckt 10 5h1b.bed. 3 3hlb.beb.- 2 Petersburg 773 N 3bedeckt-1 Cort Wiesbaden 776 NO 2wolfent- 4 Aberdeen München 775 23 3 bedeckt -8 Paris 775 N 3 heiter-6 Wetter Prognose für Freitag, den 23. Dezember 1898. Ghvas wärmer, ziemlich trübe, mit geringen Niederschlägen und mäßigen westlichen Winden. Wien IV. Wahlkreis! Achtung! mistot Montag, den 26. Dezember( 2. Weihnachts- Feiertag), im ,, Konzerthaus Sanssouci, Kottbuser- Strasse 4a: Grosse Matinée ausgeführt vom gesammten Künstler- Personal des Konzerthauses Sanssouci, unter Leitung des Hrn. Haskel. Einer muß heirathen. Zur Aufführung gelangen: Hermann und Dorothea. Anfang 12 Uhr. Schwant in 1 Aft. Bosse mit Gesang in 1 Aft. Auftreten sämmtlicher Spezialitäten. Es wird ersucht, daß sich Jeder wöglichst vorher mit Billets versieht. Achtung! 6. Wahlkreis. Achtung! ( Schönhauser Vorstadt.) Am Montag, den 26. Dezember er.( 2. Weihnachtsfeiertag), in Puhlmann's Vandeville Theater, Schönhauser Allee 148: Grosse Matinée beranſtaltet von den Billets 30 Pf. Fahrräder bon 20,00 an, Jugendräder billig. Eigene Lehrbahn. Theilzahlung. 3068b Karras, Langestr. 93. Sattlerei, gangbare, Borort, preis: werth zu vert. Zu erfr. Potsdamerstraße 111, Laben. 30646 Pianino wie neu, billig, Nollendorfstraße 40, H. pt. T. 3065B W. Pahr sozialdemokratischen Parteigenossen der Schönh. 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