Nr. 303. and othed Pisanom temadaire and r Abonnements- Bedingungen: Abonnements-Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatt. 1,10 mt., and wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. SonntagsNummer mit illuftrirter Sonntags: Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- BeitungsBreisliste für 1898 unter Mr. 7576. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. 39 Vorwärts S Berliner Dolksblatt. 303 15. Jahrg. Die Insertions- Gebühe beträgt für die fechsgespaltene Koloneis geile oder beren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Bersammlungs- Anzeigen, fowie Arbeitsmartt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Ubr vormittags geöffnet. Merufprecher: Hmt 1, Mr. 1508. Telegramm Adresse: " Bozialdemokrat Berlin". Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Bezugs- Einladung. Am 1. Januar 1899 beginnt ein neues Abonnement auf den ,, Dorwärts" mit Unterhaltungsblatt und der illustrirten Sonntags- Beilage Die Neue Welt". Im Unterhaltungsblatt beginnen wir am 1. Januar 1899 mit dem Abdruck des Original- Romans: Herrn Birkendraths Pensionäre. Von O. Eugen Thossan. Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure sowie unsere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennigen frei ins Haus. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonnements zum Preise von 3 Mart 30 Pfennigen für die Monate Januar, Februar und März entgegen.( Eingetragen ist der Vorwärts" in der Post- Beitungsliste für 1899 unter Nummer 7820.) " Genossinnen und Genossen! Die Verbreitung des Vorwärts" ift Eure Pflicht gegen Euch selbst, ist Eure Pflicht gegen die Partei. fue Der Vorwärts" wird nach besten Kräften seine Schuldigkeit thun. Thut Ihr die Eure! Die Redaktion des Vorwärts". Kommunale Arbeitsnachweise. Es wird uns geschrieben: Mittwoch, den 28. Dezember 1898. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. 91113 Politische Nebersicht. Berlin, den 27. Dezember. Schon einmal, im Jahre 1868, hat eine in Petersburg tagende internationale Konferenz die Menschheit geehrt, als sie durch internationale Konvention die Verwendung von Explosiv= geschossen unter 400 Gramm Gewicht verbot. Und diese Konvention ist von den betheiligten Nationen unverbrüchlich gehalten worden. Die Ausweisungen aus Schleswig habe sich mit aller Entschiedenheit auf den Standpunkt des paritätischen Nachweises gestellt. Richtig ist nur, daß der Ausoni schuß des Verbandes sich auf diesen Standpunkt gestellt hat und daß der Vorsitzende Dr. jur. Freund- Berlin im Auftrage Eine neue Seeschlange ist der Abrüstungsdes Ausschusses eine bezügliche Erklärung abgab. Aber diese vorschlag des Zaren geworden. Der Wurm kann nicht Erklärung war auch alles. Sie schien vielleicht einem Theil leben und nicht sterben. Hat der Knüppel der Thatsachen und der Konferenzbesucher genügend zu sein, um den Stand des gesunden Menschenverstandes ihn glücklich abgeschlachtet, punkt der Leipziger Unternehmerkonferenz zu bekämpfen; für so tommt irgend ein mitleidiges Reptil und ligt aus bie Arbeitervertreter war es eine ausgemachte Sache, daß kollegialischer Freundschaft den Wurm wieder. lebendig. Oder die in der Begrüßungs- Ansprache erfolgte Absage kein Mittel versucht es wenigstens. Jekt heißt es, die russische Resei, um irgendwie auf das Unternehmerthum Eindruck zu gierung habe einen vollständigen Abrüstungsplan ausgearbeitet machen. und werde ihn den Mächten vorlegen aber in geheimer Das Entgegenkommen der organisirten Arbeiterschaft hat Situng" und fügen wir hinzu- am 1. April. in den größeren Städten, wo bisher kommunale ArbeitsProfessor Esmar ch veröffentlicht in der Deutschen nachweise errichtet sind, überhaupt erst das Funktioniren Revue" ein offenes Sendschreiben, in dem er der Abrüstungssolcher Arbeitsnachweise möglich gemacht. Sie hat freiwillig fonferenz einige erfüllbare Aufgaben vorzeichnet. und mit Zurückstellung einer berechtigten Forderung die eigenen Er schildert die fürchterlichen Wirkungen der kleinkalibrigen gegenüber geopfert; sie konnte das aber nur unter der Vor- internationale Uebereinkunft. Der berühmte Kriegschirurg Nachweise der kommunalen und paritätischen Einrichtung Bleispizgeschosse und fordert deren Beseitigung im Kriege durch ausfegung thun, daß dann die Arbeitsnachweis- Verwaltungen führt aus: und ihre Freunde die einseitigen Unternehmernachweise auf das schärfste bekämpfen würden. Letzteres ist aber nicht geschehen, vielmehr liegt die Sache heute so: seit der Leipziger Unternehmer- Konferenz gehen die Arbeiter mit allem Nachdruck darauf aus, die Arbeitsnachweise in ihre Hände zu bekommen, sie wollen sich Wenn die Friedenskonferenz von 1899 ebenfalls durch interauf paritätische Nachweise überhaupt nicht einlassen. Durch nationale Konvention festsetzte, daß nur solche kleinkalibrige Bleidieses Vorgehen wird der Arbeitsnachweis wieder zum Kampfgeschosse verwendet werden dürfen, welche entweder ganz oder objekt gemacht. Wenn die Arbeitsnachweis- Konferenz in mindestens an der Spize mit einem Mantel aus hartem Metall München auf der einen Seite nun nichts anderes weiß, als versehen sind, so würde, däucht uns, eine solche Festsetzung ganz gegen die Unternehmer- Grundsäße eine bloße Erklärung abzu- den edlen Absichten des erhabenen Einberufers und ganz den ein müthigen Sympathien entsprechen, denen der Gedanke des Zaren geben, die Eroberung der Arbeitsnachweise seitens der Unternehmer garnicht zu stören weiter gewillt ist, auf der andern in der ganzen zivilisirten Welt begegnet ist. Und wenn die VerSeite aber von den Arbeitern erwartet, sie sollten die guten treter der Mächte, der größeren wie der kleineren, in deren Hand es gelegt ist, unserer Stimme Gehör leihen, wenn sie dahin Kerle sein und auf eigene Arbeitsnachweise zu gunsten des wirken wollten, daß der verwundete Soldat in jedem Falle sofommunalen verzichten, so wird eben durch dieses Verhalten gleich einen schützenden Verband erhält, wenn sie ferner dahin die Arbeiterklasse in ihrem Klassenkampfe geschädigt. Man wirken wollten, daß die Unverleglichkeit des Rothen hält, wie in einem Wettlaufe, den Arbeiter zurück und Kreuzes jedem Soldaten Soldaten in Fleisch und Blut übergehe, Die Bewegung für kommunale Arbeitsnachweise, die, zuläßt den Unternehmer unt einige Meilen boraus- dann wird vielleicht die Konferenz des Jahres 1899 nicht den nächst aus dem kommunalen Bedürfniß einzelner großer springen. Wenn's auf das Verhalten der Arbeits- Erfolg haben, die Kriege überhaupt zu verhüten, aber trotzdem Gemeinden entstanden, sich bald auch eines lebhaften Wohl nachweis- Konferenz in München anfommt, so gründen einen wichtigen Markstein bilden in der Geschichte der humanitären wollens verschiedener Bundesregierungen erfreute, hat in den die Unternehmer jezt überall eigene Nachweise, reißen die Bestrebungen der Völker." wenigen Jahren ihres Bestehens sich bis zu einem Grade Arbeitsvermittelung an sich, und die Arbeiter, soweit sie dem Abrüftungskonferenz der Regierungen mit einem Fiasko enden Auch Professor Esmarch ist sich also darüber klar, daß die entwickelt, welcher die Anregung zur reichsgesetzlichen Regelung Verbande gefolgt wären, würden nach ein paar Jahren als Abrüftungskonferenz der Regierungen mit einem Fiasko enden die eingefangenen Gimpel dastehen. Dieses Verfahren der muß. Die Erfüllung seiner Vorschläge, die jedermann willDem Reichstag ist ein Antrag von Röside( Dessau) und Dr. Arbeitsnachweis- Verwaltungen ist von den Arbeitern sofort fommen heißt, bedeuten aber nicht mehr als eine geringe Bachnide zugegangen, wonach die verbündeten Regierungen bemerkt worden, es ertönte daher alsbald wieder der Ruf Wilderung eines in jeder Weise barbarischen Systems. ersucht werden sollen, dem Reichstag einen Gesezentwurf nach eigenen Nachweisen. Verzichten die Unternehmer nicht vorzulegen, durch welchen bestimmt wird, daß auf Antrag auf einseitige Arbeitsnachweise, bringt es ferner der Verband und nach Anhörung einer entsprechenden Anzahl betheiligter der Arbeitsnachweis Verwaltungen nicht fertig, dem Unter- erregen in der ganzen gebildeten Welt das peinlichste Aufsehen. Sie Arbeitgeber und Arbeitnehmer Gemeinden bezw. weitere nehmerthum eine wirklich thatkräftige Opposition zu machen, so gehören in die Stategorie jener Handlungen, von denen gesagt ward, Kommunalverbände, insoweit innerhalb ihrer Bezirke kommu- verzichten die Arbeiter erst doppelt und dreifach nicht auf sie sind schlimmer als Verbrechen, sie sind Fehler. Sie empören das nale oder gemeinnüßige Arbeitsnachweise, welche den Vor- gewerkschaftliche Nachweise. Gefühl, weil sich auch nicht der Schatten eines vernünftigen Grundes für diese Härten anführen läßt. Wenn tölpelhafte Soldschreiber hintennach schriften des zu erlassenden Gesetzes und den örtlichen Be- Die schwächliche Haltung der Münchener Konferenz ist behaupten, es habe eine dänische Verschwörung bestanden und dürfnissen entsprechen, nicht vorhanden sind, durch die aber, wie gesagt, auf eine Strömung zurückzuführen, die Möller habe, gleich den Gänsen( und Gänsferichen) des Kapitols das Landes- Zentralbehörde zur Errichtung und Unterhaltung solcher jede energische Sozialpolitik in der Verwaltung alsbald zu Vaterland gerettet, so kann das nur ein mitleidiges Lächeln erregen. Die Arbeitsnachweise angehalten werden können; und durch welchen verwässern sich nicht scheut. Man wirft dem Arbeiter da und Verurtheilung der Ausweisungen ist auch eine allgemeine im Inland ferner beſtimmt wird, daß in der Verwaltung solcher Arbeits- dort mal einen Brocken hin, nach dem er schnappen tann, im und im Ausland; und wir übertreiben nicht, wenn wir sagen, daß nachweise Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer in übrigen bleibt er doch der Mann, der von oben herab regiert seit langer Zeit nichts dem Ansehen Deutschlands so sehr geschadet gleicher Zahl unter dem Vorsiz eines Unparteiischen zu be- werden muß. Da ist uns, offen gestanden, der einseitige aber hat, wie dieser Streich Köller's, den nach Gebühr zu brandmarken, theiligen sind. flar ausgesprochene Standpunft des Unternehmerthums denn die deutschen Preßverhältnisse uns leider verhindern. Der Antrag Rösicke- Bachnicke wird in der bürgerlichen doch noch lieber, da weiß man wenigstens, woran man ist. wird von niemandem ernst genommen. Aber die preußische ReUnd wäre es nur ein Streich Köller's gewesen! Herr v. Köller Presse recht verschieden aufgenommen. Eben jetzt sind die Berichte, sowohl über die Arbeitsnachweis gierung und die Reichsregierung haben die Sache Köller's zur Die reine Unternehmerpresse, wie die Post", ist mit Konferenz zu Leipzig, wie über die erste Verbandsversammlung Regierungsfache gemacht die Reichsregierung, indem sie im der Tendenz des Antrages ganz und gar nicht einverstanden deutscher Arbeitsnachweise in München erschienen. Dort ein Reichstage Herrn v. Köller nicht desavouirte, die preußische Regierung und ruft die Opposition der Arbeitgeber auf. Auch die flotter, wenn auch im höchsten Grade einseitiger, aggressiver gang direkt, indem sie Herrn v. Köller unter ihre Fittiche nahm und Bossische Zeitung", die erst dem Antrage wohl Ton, hier eine Leisetreterei und dahinter versteckt wir er gegen seinen Stritifer Delbrüd das Disziplinarverfahren einwollend gegenübersteht, traut dem Frieden nicht, sie fennt die innern nur an die Verhandlungen über die ländliche leitete. Das Verfahren gegen Delbrück übergipfelt noch die Herren Unternehmer zu genau, um nicht die Befürchtung zu Arbeiternoth reaktionäre Bestrebungen. Die Berichtenflugheit von der moralischen Seite des Falles garnicht zu reden die Köllereien des Herrn Köller. Mit Ausnahme der Blätter, wie haben, daß die Unternehmer in diesem Puntte nicht nach über die Verhandlungen der Münchener Konferenz, die Norddeutsche" und andere, deren Stribenten blind nach Befehl geben, sondern auf dem Standpunkt verharren könnten, daß die nicht dem Verbandsorgan deutscher Arbeitsnachweise schreiben müssen, hat kein deutsches Blatt die Maßder Arbeitsnachweis in die Hände der Unternehmer gehört. Der Arbeitsmarkt", sondern als Gratisbeilage der regelung Delbrüd's gebilligt. Sogar die Kreuz- Beitung" macht Aber auch in der Annahme, daß die Arbeiter so ohne weiteres Sozialen Praris" beigelegt sind, dürften noch mehr als die schwere Bedenken geltend. Und nun die Wirkung auf das gebildete zu gunsten des paritätischen Arbeitsnachweises eintreten ersten Zeitungsberichte über die Münchener Konferenz den Ausland! Warfen die Ausweisungen Köller's schon den Schein würden, irrt sich die Vossische Zeitung". Diese Meinung Arbeitern zeigen, wie wenig der Verband deutscher Arbeits- barbarischer Unkultur auf Deutschland, so ist dieser ungünstige Eindruc fann nur von jemand ausgesprochen werden, der die deutsche nachweise sich bereit gezeigt hat, die Arbeiter vor dem ein- durch das Vorgehen des Herrn Kultusministers Bosse noch wesentlich Arbeiterbewegung der lezten Zeit nicht eingehend verfolgt hat. seitigen Vorgehen des Unternehmerthums auf dem Gebiete verstärkt worden. Und Herr Bosse, dessen freiheitglühender Coast beim Jubiläum Frenzel's überall zitirt wird, gilt den Franzosen als Man kann vielmehr behaupten, daß in der letzten Zeit und zwar der Arbeitsvermittelung zu schüßen. Und darum sollen sich lebendiger Beweis dafür, daß bei den Deutschen, die sich ihrer hauptsächlich seit der ersten Verbandsversammlung der deutschen die Arbeiter nicht ins Bockshorn jagen lassen. " Treue" so gern rühmen, Wort und That zwei Dinge sind, die mit Arbeitsnachweise, die am 27. September dieses Jahres in Gerade weil aber der Stand der Dinge infolge der einander nichts gemein haben. Der sonst so milde Pariser„ Temps" München stattgefunden hat, sich ein Umschwung in der Münchener Konferenz wieder ein kritischer geworden ist, widmet Herrn Bosse einen sehr fein geschriebenen Leitartikel, betitelt Stimmung der Arbeiter den kommunalen und paritätischen um so mehr ist der im Reichstag eingebrachte Ein Charatter". Arbeitsnachweisen gegenüber vollzieht. Gerade die Verhand- Antrag Rösice- Pachnicke zu begrüßen. Wenn es gelingt, Inzwischen dauern die Maßregelungen der Kritik luftig fort lungen diefer Konferenz, das laue Auftreten derselben gegen ein Reichsgesetz zu erhalten, durch das paritätische kommunale in Deutschland. Gestern Berlin, heute Leipzig. Wenn der Preuße das einseitige Vorgehen der Unternehmer in Leipzig, wurden Arbeitsnachweise errichtet werden müssen, so würde dadurch auf die freie Wissenschaft und die Kritit loshaut, kann der gemüthin Arbeiterkreisen mit Recht übel vermerkt. Die Münchener dem Beginnen der Unternehmer, den Arbeitsnachweis einseitig liche Sachse natürlich nicht zurückbleiben. So schreibt man aus Leipzig: Post", welche sich die Konferenz aus nächster Nähe besehen für sich zu erobern und auszunüßen, ein dicker Strich durch Die Wissenschaft und ihre Lehre ist frei... Dr. Kurt fonnte, war von dem geheimräthlichen Ton und der wenig die Rechnung gemacht. Denn private Arbeitsnachweise, und unze, Assistent an den vereinigten Staatswissenschaftlichen tattvollen Haltung den Arbeitern gegenüber recht wenig seien es auch solche von Unternehmern, würden sich auf die Seminarien der Universität Leipzig, hatte vor furzem in der erbaut. Aber nicht nur rein äußerlich famen Dinge vor, Dauer gegen eine staatliche Organisation, bei der auch die Beitschrift für die gesammte Textilindustrie" eine Kritik der handelswelche die Arbeiter abstoßen mußten, obgleich auch solche Arbeiter an der Verwaltung gleichberechtigt sind, nicht halten statistischen Zusammenstellungen des Reichsamts des Innern Aeußerlichkeiten symptomatisch zu verwerthen sind, sondern können. Prinzipiell aber haben wir gegen fommunale pari- veröffentlicht. Wie jetzt mitgetheilt wird, hat diese Arbeit ihrem Ber auch fachlich trat eine Auffassung zu tage, die zeigte, tätische Arbeitsnachweise sicherlich nichts einzuwenden, begrüßen fasser eine Maßregelung eingetragen. Zwei Berliner Hochdaß innerhalb des Verbandes eine Strömung vorhanden ist, fie vielmehr aus einer ganzen Reihe von Gründen. Soll also gestellte Persönlichkeiten haben sich in Leipzig über Dr. Kunze be schwert, worauf ihm seine Stellung an den staatswissendie den Arbeiter als gleichberechtigten Faktor nur zum Schein der Arbeitsnachweis der sozialpolitischen Arena als Kampfobjeft fchaftlichen Seminarien zum 1. Januar 1899 gekündigt worden gelten lassen will. Die Vossische Zeitung" trifft wieder da entzogen werden, so gilt es, im Reichstage den Widerstand der ist, weil er sich an parteipolitischen Stämpfen betheiligt habe". neben, wenn sie behauptet, der Verband der Arbeitsnachweise deutschen Unternehmer au brechen. An wem ist jetzt die Reihe? " " " # " = Pater peccavi! ganze 27 Stimmen brachte. 1890 erhielt der Sozialdemokrat schon Iraum, verhältnißmäßig still" verlief. Bezüglich der Verabschiedungen Graf Thun hat nun Abbitte geleistet. Vier Wochen find 1387 Stimmen, aber der Reichsparteiler siegte im ersten Wahlgang, in Preußen möchten wir noch besonders erwähnen, daß einige berftrichen, feitden der österreichische Ministerpräsident seine die Entscheidung lag also wiederum nicht in der Hand der Sozial Premierlieutenants als„ Halbinvalide" pensionist wurden, während fchroffen Aeußerungen gegen die preußische Ausweisungspraris demokratie. Wohl aber war die Sozialdemokratie bei der Nach- das Reichs- Militärpensions- Gesez alb invalidität nur bei den wahl des Jahres 1890 ausschlaggebend zwischen Freifinn Mannschaften vom Feldwebel abwärts kennt, nicht aber bei den that. Es bedurfte mannigfachen Briefaustausches, mehrfacher und Reichspartei und stimmte, ihrer alten Tattit entsprechend. Offizieren. taiserlicher Handschreiben, um die österreichische Regierung zum für den Freifinnigen, der denn auch mit Hilfe der 11 = " Rückzug zu veranlassen. Am Weihnachtsvorabend brachte die Sozialdemokratie gewählt wurde. Bei der Wahl des Jahres 1893 Kaiserliche Weihnachts- Ueberraschungen. Unter diesem Titel Wiener Abendpost" eine offizielle Abwiegelungserklärung, in sowohl als auch bei der im Jahre 1898 fam es zur Stichwahl schreibt die" Post": ,, Am Tage vor Weihnachten unternahm der Kaiser einen Spazier der die Mißbilligung der Thun'schen Rede seitens der Preffe zwischen Reichspartei und Sozialdemokratie. In beiden Jahren gang burch den Lustgarten in Potsdam, an deffen der Sadt zuund der Regierung Deutschlands als auf falscher Auslegung" waren die Freifinnigen ausschlaggebend, und in beiden Jahren gang durch den Lustgarten in Potsdam, an deffen der Sadt zuberuhend dargestellt wird. Die Note gipfelt in folgender Erhaben sie den Sieg des Sozialdemokraten verhindert, also die Realtion gelegenen Theile in diesem Angenblicke die Leibkompagnie des 1. Garde- Regiments z. F. ererzirte. Als der Kaiser bei seinen örterung: gestärkt. " Die Ursachen der Beunruhigung, welche ein Theil der öffent- dings ein für den Freifinu günstiger Kreis; wenn er ſeit 1898 bem hierauf einem weiteren Befehle des Kaifers zufolge die einiger Potsdam Osthavelland war in früheren Jahren aller- Grenadieren angelangt war, hieß er diese die Gewehre zusammenzusehen und die Koppeln nebst Seitengewehren abzuschnallen. Nachlichen Meinung in Deutschland angesichts der Erklärungen des durch die Konservativen vertreten wird, so liegt die Schuld Grafen Thun in der Ausweisungsfrage noch immer an den Tag daran aber nicht bei der Sozialdemokratie, sondern wiederum bei maßen überraschten Grenadiere in Linie angetreten waren, warf ihr Yegt, lassen sich dahin zusammenfassen, daß erstlich der Herr den Freifinnigen. 1893 erhielt in der Hauptwahl der Konservative hoher Chef eine größere Anzahl von Zwei- und Fünfmarkſtüden in Ministerpräsident eine drohende Sprache geführt habe, und daß 7659, der Sozialdemokrat 10 140 Stimmen, während die Freifinnigen wilder Bast stürmten die Mannschaften nach vorn, um eins der weitem Bogen von sich. Der Kaiser gab nun ein Zeichen und in er zweitens nach seiner Gesinnung, sowie zufolge seiner politischen mit 6326 Stimmen in der Minderheit blieben. In der Stichwahl Gelbstücke zu erhaschen, wobei es den schnellsten gelang, zwei bis Stellung in den inneren Fragen sich als ein Politiker darstelle, siegte der Konservative mit 14 893 über den Sozialdemokraten mit drei der„ Wurfgeschosse" an sich zu reißen. Der Kaiser war über welcher unserem Verhältnisse zum Deutschen Reiche nicht mit der- 12 571 Stimmen. Wen hat also der Freifinn hier in der Hauptsache ben Wettlauf seiner Soldaten mit den längsten Beinen höchlich felben Aufrichtigkeit und Wärme anhänge, deren man sich bisher unterstügt? Ganz ähnlich lag es in diesem Jahre, wo die Freiseitens Desterreich- Ungarns versehen konnte. ergößt." es aber vorzogen, in der Mehrzahl für den Konservativen zu sinnigen ebenfalls dem Sozialdemokraten zum Siege verhelfen konnten, stimmen. wies Was den Kreis Westhavelland betrifft, so bekommt es nur die Freifinnige Beitung" fertig, diesen als aussichtslos für die Sozialdemokratie zu bezeichnen. Der Kreis war bekanntlich zuletzt von unserem Genossen Beus vertreten, der bei der diesjährigen Wahl unterlag, weil die Freifinnigen in der Stichwahl fast geschlossen für den Konservativen eintraten. Byzanz. Die Deutsch Kroner Zeitung" berichtet aus der Romintener Haierse von Weihnachtsbäumen liefert alljährlich das Gine Menge Jagdrevier des Kaisers nach den verschiedenen Provinzen. Auch heuer sind schon zahlreiche Bestellungen darauf eingegangen. Selbst über das Meer nach Helgeland wird ein posten Bäumchen, die den Schuß des Kaisers vernommen haben, die Reise antreten." Die Bäume, die den Schuß des Kaisers gehört haben, müssen sich unaussprechlich glücklich fühlen. Wir sind in der Lage, dem gegenüber zu erklären, daß dem Grafen Thun, wie es sich von selbst versteht, in jener parla mentarischen Aeußerung Aeußerung die Tendenz einer unfreundlichkeit gegen die verbündete deutsche Regierung eben fo ferne gelegen ist, wie er selbst die in der Inter pellation berührte Ausweisungspraxis auf eine bundesfeindliche Absicht Deutschlands zurückgeführt hat. Der Hinweis auf die eventuelle Anwendbarkeit der Reciprocität hatte teinen anderen Sinn und konnte wie schon die Berufung auf das Ein8 auch Belzig endlich war nur von 1877 bis 1884 freiverständniß mit der Leitung der auswärtigen Angelegenheiten er finnig vertreten. Seit dieser Zeit befindet er sich im Besiz der teine andere Tendenz haben, als zu konstatiren, daß vertreten. Seit Reaktion, die bei den letzten drei Wahlen stets in der Stichwahl beiden Regierungen in der konkreten Frage die gleichen Rechte zu einen heftigen Kampf mit der Sozialdemokratie führte, aber schließ Andentens Bismard's ist der Redakteur der Gazeta Es wird immer schöner! Wegen Beleidigung des ständen. Wenn die Faffung dieser Enunziation in deutschen Streifen lich den Sieg davon trug, weil die Freifinnigen auch hier wieder Gbonsfa" vom Schöffengericht in Danzig zu 6 Monaten Haft berhier wieber anders und weitgehender ausgelegt wurde, so ist dies ein Miden Konservativen Hilfsdienste leisteten. Im legten Jahre war das urtheilt und wegen Fluchtverdachts verhaftet worden. Nun, gegen verstehen der miniſteriellen Erklärung in einem Sinne, in Bahlenverhältniß folgendes: Konservative 8575, Sozialisten 7542, Schöffengerichtsurtheile giebt es ja glücklicherweise noch eine Bewelchem dieselbe teineswegs gedacht war. Freifinn 6709. In der Stichwahl erhielt der Konservative 12 089, Ebenso ist die weitere Annahme, als ob die politische Ge- der Sozialdemokrat nur 9764. Die Freifinnigen haben also etwa rufung. fimung und die Stellung des Grafen Thun zu einer solchen AusDie ,, Breslauer Morgen- Zeitung", ein sonst gut liberales legung seiner Worte hätte den Vorwand bieten können, ohne jeden zu zwei Dritteln für den Kandidaten der Reaktion geftimmt. Wie wenig stichhaltig übrigens die Ansicht ist, daß es sich hier Blatt, bringt eine Korrespondenz aus Nomi, in der das Pellour'sche Grund und Halt, da Se. Exzellenz, wie wir auf das bestimmteste um sichere liberale Size handelt, die für die Sozialdemokratie aus Neatfionsregiment berherrlicht und die Demokratie gehöhnt wird, zu erklären in der Lage geſetzt sind, amtlich wie per- fichtslos find, beweist die Thatsache, daß sich in allen diesen Kreisen daß die„ Kreuz- 3tg." das liberale Blatt um diesen famosen Korresönlich ein ebenso überzeugter und treuer An- bie sozialdemokratischen Stimmen beständig vermehrt, die freisinnigen spondenten beneiden darf. Wir vermuthen zu gunsten der Redaktion hänger nicht nur unseres Vertragsverhält aber beständig vermindert haben. Geht es im bisherigen Tempo der Morgen- Zeitung", daß sie in der Weihnachtshast die bösartigen niffes, sondern auch der inneren Beziehungen weiter, so werden über kurz oder lang die genannten Kreise der Beilen aus Rom unbesehen aufgenommen hat. Das Blatt sollte zwischen den beiden Reichen ist, wie irgend einer der Sozialdemokratie zufallen, ob nun die Freifinnigen sich offen mit um seines eigenen Rufes willen diesen Schandfleck nicht auf sich maßgebenden Faktoren der Monarchie." Die deutsche Preffe erklärt damit den Zwischenfall für der Reaktion verbinden, oder ob sie heimlich für sie eintreten. Nicht figen laffen. 5) mai der Sozialdemokratie verdankt die Reaktion ihre Förderung, sondern Ermittelungen. Wie die Schl. 8tg." vernimmt, hat die erledigt. Aber die Thatsache, daß der Nationalitätenhader in dem liberalen Bürgerthum, das zwar in den Wahlkampf eintritt Staatsregierung allgemeine Ermittelungen darüber angeordnet, gegen Desterreich und das Vordringen der flavischen Elemente auch unter der Barole„ Nieder mit der Neaktion", aber in Wahrheit die wie viele österreichisch- ungarische Staatsangehörige auf die Beziehungen der Dreibundmächte untereinander nicht Barole befolgt:„ Nieder mit der Sozialdemokratie, selbst auf Kosten in den Jahren 1898, 1895, 1897 und 1898 in den einzelnen ohne Einfluß bleiben kann, läßt sich nicht hinwegdiplomatiren. der Volksfreiheiten". sid Regierungsbezirken die Ausweisung aus dem preußischen Der Riß ist nur überkleistert, bei irgend welchem Anlaß kann bisher Folge geleistet worden ist. Staatsgebiete verfügt, und inwieweit diesen Ausweisungsverfügungen er leicht vertieft und verbreitert erscheinen. Deutsches Reich.edu duheitan Von der Sozialen Pragis". In der letzten Nummer der Sozialen Pragis" veröffentlicht der Redakteur Herr E. Franke einen Artikel„ Die Sozialreformer in der Etatsdebatte des Deutschen Reichstags", der zu einer Entgegnung Herausfordert. Herr Franke befindet sich in rosigster Stimmung, er fieht den Himmel der Sozialreform voller Geigen hängen, und warum? Weil das Zentrum seinen alten Antrag über die Rechtsverhältnisse der Berufsvereine wieder einbrachte, eine Resolution nicht einen Gesetzentwurf, wie man allgemein erwartete über Arbeitskammern neu hinzufügte, Herr Bassermann, als Redner der Nationalliberalen ein sozialreformerisches Programm entwickelte und Bebel der nationalliberalen Partei seine Anerkennung für ihr Programm ausgesprochen habe. Das letztere sei noch vor wenig Jahren nicht möglich gewesen, es scheine sich also auch hier eine Wandlung zu vollziehen. Militär- Strafgerichts- Ordnung. Der Kriegsminister giebt bekannt, daß der Tag des Inkrafttretens der Militär- StrafgeichtsOrdnung durch kaiserliche Verordnung bestimmt und der Armee mit getheilt werden wird. ajid Fürstbischofs Dr. Kopp ist ein Ausschuß der Katholiken Schlesiens Zentrum und Hohenzollern. Unter dem Protektorat des zusammengetreten, der zu Sammlungen für die auf dem Berge Das Ober- Verwaltungsgericht über Wahlbeeinfluffungen. Bion zu erbauende Marienkirche auffordert. In dem an erster Stelle Am 24. November 1897 waren in Wy slowi zur Ergänzung der die Unterschrift des Reichstags- Präsidenten Grafen Stadtverordneten Versammlung drei Stadtverordnete Ballestrem tragenden Aufruf heißt es: und zum Ersatz für einen ausgeschiedenen Stadtverordneten ein Stadtverordneter von der dritten Abtheilung zu wählen. Durch Bekanntmachung des Magistrats war die Wahl auf die Stunden von 11 bis 1 lihr vormittags und von 3 bis 7 Uhr nachmittags im Sigungszimmer der Stadtverordneten anberaumt. Gegen das Resultat der Wahl wurde Beschwerde erhoben. Der Bezirksausschuß wies die Klage ab, aber das Ober- Verwaltungsgericht hielt die eingelegte Berufung für begründet mit der Motivirung: " " Seit dem hochbegabten und hochstrebenden Geschlecht der Hohenstaufen die Kaiserfrone entsunken ist, hat kein deutscher Kaiser mehr den Boden betreten, wo die Füße des Herrn gestanden". Nach der Art und mit den friedlichen Mitteln des staatsmännisch begabtesten aller Hohenstaufen, Friedrich's II., jedoch in dem Geiste des ritterlichsten, Friedrich's I. Barbaroffa's, 30g Kaiser Wilhelm" über's Meer": ein Kreuzzug" war's, denn offen, freimüthig und über alle menschlichen Rücksichten erhaben hat der Hohenzoller an den heiligsten Erinnerungsstätten der Christenheit den Glauben an den Gekreuzigten bekannt und zurückgekehrt feierlich gelobt, die ihm von Gottes Gnaden verliehene Gewalt auch weiter einzusetzen für die ewigen Grundwahrheiten des Christenthums". Sein Erfolg:„ Das Deutsche Reich und der deutsche Name haben im großen osmanischen Reich jezt ein Ansehen gewonnen, wie noch nie zuvor." Wenn es wahr ist, daß die Bergleute vor der Wahl versammelt worden sind, daß ihnen dami ein Berginspektor gesagt hat: Ihr müßt die wählen, die ich Euch angebe und von denen Ihr Verdienst habt," daß man sie dann Herr Franke täuscht sich. Nicht die Sozialdemokratie, sondern zur Wahl geführt und einigen von ihnen, die anders gestimmt hatten, die Nationalliberalen kündigten durch den Mund ihres Etatsredners als gewünscht war, Nachtheile in ihren Erwerbs= eine Wandlung an. Bisher waren die Nationalliberalen die Forderer verhältnissen zugefügt hat, so mußte das in hohem Grade und Bertheidiger der Ausnahmegesegefiehe ihre Haltung bei und bedenklich erscheinen. Die Ungiltigkeit der Wahl ergiebt sich aber unter dem Sozialistengesez und bei der Umsturzvorlage auch schon aus anderen Gründen. Das Ober- Verwaltungsgericht ers Polizeimaßregeln galten ihnen als Ausfluß höchster politischer blidt erhebliche Unregelmäßigkeiten in der Bestimmung eines un Weisheit, und wenn dies jegt, wie es durch Herrn Bassermann zulänglichen Lotals und einer ungenügenden Zeit geschah, auf einmal perhorreszirt wird und dafür zum Theil für die Wahl; hierdurch wurde vielen Wählern das Wahlrecht uns geschrieben: fozialreformerische Maßregeln gefordert werden, wie sie feit Jahr- geradezu verkümmert. zehnten auch die Sozialdemokratie fordert, so gebot die Gerechtigkeit, bas anzuerkennen und die Nationalliberalen darauf anzunageln. Nach den hier niedergelegten Grundfäßen des Ober- Verwaltungsgerichts würden außerordentlich viele Wahlen zu den Gemeindes vertretungen ungiltig sein; denn nirgends fommen so viele Willtir lichkeiten, Eigenmächtigkeiten und Wahlbeeinflussungen vor, wie bei den Wahlen der Gemeindevertreter. jun Und da soll der preußische König und deutsche Kaiser mit den Zentrumsleuten nicht zufrieden sein. Vor kurzem noch waren es Reichsfeinde, und jetzt! vom Klassenkampf in Ostpreußen. Aus Ostpreußen wird politischen Maßnahmen ein schwerer Fehler gewesen ist, der die der Streuz- Beitung" Anlaß zu der Betrachtung, daß sich Delbrüd treten, um über die Gründung eines Vereins zur Betämpfung Im ostpreußischen konservativen Verein hat Graf Klinkowström einen Vortrag gegen die Sozialdemokratie gehalten und unter anderem gemeint, daß der Wahlkampf durch das Eingreifen der Auch darin täuscht sich Herr Franke wenn er fragt:" Sollte in Sozialdemokraten sehr erschwert sei; man müsse den Sozialder sozialdemokratischen Fraktion die Einsicht aufdämmern, daß die demokraten die Masie vom Gesicht reißen und den Verführten Ablehnung der Arbeiterversicherung und der Arbeiterschutz- Novelle im menschlich nähertreten. Der Anregung des Grafen folgend, find Reichstage und die systematisch betriebene Rörgelei an allen jozialDie beabsichtigte Maßregelung des Prof. Delbrüd giebt gleich darauf eine Anzahl Personen zu einer Sigung zusammen gereformfreundliche Neation erzeugen und der Sozialdemokratie zu berathen. Es wurde ein Komitee Heute vor die gleichen Fragen gestellt, würde die Sozial- zivar in seinem Urtheil über die Ausweisungen verhauen habe, aber demokratie die gleichen Antworten geben. Wie sie handelte ein persönlich wegwerfendes Urtheil über den Mann sei ungerecht. ernannt, welches die planmäßige Verbreitung von Schriften hat fie im Interesse der Arbeiterklaffe gehandelt, wie ihre Ent- Hier noch weniger als sonst, weil Professor Delbrüd durch seine gegen die Sozialdemokratie in die Wege leiten soll. Unsere ostpreußischen Genossen sind jedoch dem Wirken dieses wickelung als Partei es zeigte. Die Partei hat nicht national- Bergangenheit sich troz alledem ein Recht darauf erworben hat, Vereins zuvorgekommen. Als Weihnachtsgabe wurden 50000 Kalender liberale, sondern sozialdemokratische Politit zu treiben, und die bloße nicht mit den„ zielbewußten" Reichsfeinden oder Reichsnörglern ver- Der Ostpreußische Landbote" an die Landarbeiter Thatsache ihrer Eristenz hat die Erkenntniß von der Nothwendigkeit wechselt zu werden. Als Mitglied des Reichstages hat bertheilt. Die Aufnahme, welche das nette Büchlein gefozialer Reformmaßregeln mehr gefördert als alle Predigten der jo er feinerzeit für das Sozialistengesez und für funden hat, war die dankbarste. In zahlreichen Schreiben genannten Sozialreformer, die selbst erst wieder durch die Sozial- alle Heeresvorlagen gestimmt, das darf nicht gleich haben Randarbeiter ihrer Freude Ausdruc gegeben. In demokratie zu ihrem heutigen Standpunkt getrieben wurden. vergessen und als ungeschehen betrachtet werden." Man braucht nur die offiziellen Bekenntnisse von der ersten ist ein ganz rechts stehender Mann. Aber um so bezeichnender ift Brobenummern einer 2 andarbeiter 8eitung verschickt, die Es ist richtig, was die„ Kreuz- Zeitung" sagt. Prof. Delbrüd tausenden von Exemplaren sind ferner am Tage vor Weihnachten Thronrede nach Einführung des Sozialistengeset bis 811 dem Februar- Erlaß zu lesen, um darüber volle Klarheit es, daß auch ein solcher Mann zu einem so absprechenden Urtheil erhalten. Je bescheidener die Cozialdemokratie wird, über die jetzige Regierungspolitik tommt. zu " monatlich herausgegeben werden soll. id In mehreren Kreisen ist vom Landrathsamt den Schulen eine größere Anzahl Exemplare eines patriotischen" worden. Es wäre wünschenswerth zu hören, woher die Landräthe die Mittel für die Kalender erhalten. um so weniger erhält sie, das ist ein Erfahrungssatz, Ein vernünftiger Beschluß. Der Ausschuß der Hamburgischen Kalenders, zur Abgabe an Erwachsene durch die Schüler zugestellt den andere Parteien zu ihrem Schaden erfahren haben. Oder glaubt Bürgerschaft hat einen Antrag, betr. Einführung einer Umfag ste u er die Soziale Pragis", die Sozialdemokratie dürfe fich für Reformen für Waarenhäuser und konsumvereine abgelehnt, erwärmen, die neben dem Zuckerbrot die Peitsche brachten, wie die weil den Detailisten durch gesetzgeberische Maßregeln nicht zu Arbeiterschutz- Novelle von 1890? Und war nicht deren geistiger Ur- helfen sei. eine Probe ab. Heber Herr v. Berlepsch, derselbe, der es mit seinem sozial- reforme- Choral und Kriegsmarsch. Jezt wird auch Militärntufit rischen Gewissen vereinigen konnte, die Bergarbeiter- Organisationen im Saarrevier niederzubütteln und zu unterdrüden und viele hundert beim militärischen Kirchendienst verwendet. Die Regimentsmusit des Streifender Bergarbeiter für immer aus den staatlichen Wohnungen Garde- Füfilierreginients wurde zum Gottesdienst in der katholischen und Arbeitsstellen brutal hinauszuwerfen und auf die Straße zu Garnisonkirche am ersten Weihnachtstage kommandirt und hielt zu sezen? Diese Sorte Sozialreformer macht der Sozialdemokratie ihre dem Zwecke schon am Sonnabend in der Kirche in der Hafenhaide Stellung leicht. Der Choral, der von Entfagung und Nächstenliebe fündet, und der lärmende Marsch, der zu blutigem Angriff und Masseuschlächterei Unter den vom Freifinn gegen die Sozialdemokratie erhobenen rust, von derselben Kapelle den Soldaten dargebracht! Wie mag Vorwürfen ist einer der häufigsten die nichtige Behauptung, die sich solch' Unvereinbares in den Gemüthern der Leute vereinen? Borivürfen ist einer der häufigsten die nichtige Behauptung, die Sozialdemokratie trage zur Stärkung der Steaktion bei, indem sie Freilich, der preußische Militarismus bringt auch diese wunderliche auch in den für sie aussichtslosen Wahlkreisen Reichstags- Kandidaten Mischung fertig. Sozialdemokratie und Freifinn. Chauvinismus und ärztliche Hilfe. Man schreibt uns aus Gründen allen französischen Aerzten an der Lothringischen Grenze Elsaß- Lothringen: Vor etwa zwei Jahren wurde aus politischen die Ausübung ihres Berufes auf deutschem Boden untersagt. Diese Maßregel der deutschen Behörden hat in einzelnen Gegenden zu schweren Mißständen geführt. Die Einwohner des diesseits der Grenze gelegenen Dorfes Montois z. B., die in großer Bahl auf den Werten des französischen Ortes Joeuf beschäftigt sind, hatten bisher stets die Hilfe des in diesem Orte ansässigen Arztes in Anspruch genommen. Jetzt darf derselbe die Arbeiter des Berkes von Joeuf und die Einwohnerschaft von Montois nicht mehr behandeln und auch nicht als Kaffenarzt der Grubenarbeiter von Joeuf fungiren. Die Leute sind deshalb gezwungen, nach den fünf bezw. fieben Kilometer entfernten deutschen Ortschaften Moyeuvre aufstelle und dadurch sichere liberale Sige gefährde. Diese Be- Militärpenfionirungen. In welcher Weise dermalen in oder Amanweiler zu schicken, falls sie ärztliche Hilfe oder MedikaHauptung findet sich wieder einmal in der Sonntagsnummer der Deutschland pensionirt wird, mögen folgende Zahlen lehren. Vom mente bedürfen, während der französische Grenzort Joeuf, in dem Freis. Ztg."; es werden die Kreise Oberbarnim, Potsdam- Osthavel: 24. Oktober bis 17. Dezember dieses Jahres wurden verabschiedet: fich Arzt und Apotheke befinden, kaum 1500 Meter entfernt liegt. land, Westhavelland und Bauch- Belzig als solche aufgeführt, die 1 Generallieutenant, 7 Generalmajore, 6 Oberste, 1 Oberstlieutenant, 3weifellos ein äußerst wirksames Mittel der Germanisation! →→ nur infolge des Auftretens der Sozialdemokraten in die Hände 15 Majore, 19 Hauptleute, 12 Premierlieutenants und 7 Sefondest diopsy der Konservativen gefallen sind. Wie verhält es sich aber in Wirt- lieutenants. Ju Summa 68 Offiziere! Hiervon treffen auf au 119 Gegen die Affordarbett lichkeit? Preußen 1 Generallieutenant, 5 Generalmajore, 3 Oberste, wendet sich auch der Gewerbe- Aufsichtsbeamte für Unter Elsaß, Der Kreis Oberbarnim war von 1871 bis 1890 der Reihe 1 Oberstlieutenant, 9 Majore, 12 Hauptleute, 11 Premierlieutenants dessen sehr beachtenswerthe Ausführungen die im Reichsamt des nach im Besitz der Neichspartei, der Nationalliberalen, dann wieder und 5 Eekondelieutenants; auf Bayern 1 Generalmajor, Innern zusammengestellten Mittheilungen" verschweigen. der Reichspartei und der liberalen Vereinigung. 1884 wurde der 2 Oberste, 3 Majore, 5 Hauptleute und 1 Premierlieutenant; Beamte schreibt, nachdem er eine Uebersicht über die in seinem Bezirk teiner Frattion angehörige Graf v. Haacke und 1887 und 1890 von auf Sachfen 1 Generalmajor, 1 Oberst, 3 Majore, 2 Haupt- übliche Arbeitszeit gegeben hat, daß in einzelnen der aufgeführten neuem ein Reichsparteiler gewählt. Der Sieg der Reaktion war leute und 2 Getonbelieutenants. Die Gesammttoften dieser Gewerbe die durch die Arbeitsordnung festgelegte Arbeitszeit als betragen pro nicht etwa von der Sozialdemokratie verursacht, da diese erst 1887 Benfionirungen Jahr rund 240 000 Mart, Regel nur für die nicht im Afford stehenden Perzum ersten Male mit einem Bähltandidaten auftrat, der es aufs wobei noch zu bemerken ist, daß der angegebene Beit- ifonen gilt, für die Affordarbeiter jedoch nur so lange als die, Der Betriebsbeanspruchung gering oder mäßig ist. In der Regel sind die der Prinzipien von 1789" geißelt. Die Resolution verlangt nämlich fabrit in New Hampshire. Die Wintermonate benutzte er, um Affordarbeiter in der Dauer ihrer Arbeitszeit nach oben wie nach von der Regierung, für die Achtung der Gewissensfreiheit, der in die Schule zu gehen. Später arbeitete er als junger Mann unten garnicht beschränkt, zu Zeiten schwachen Betriebes können sie Sicherheit der Personen und des Eigenthums zu sorgen. Bei der in verschiedenen Schuhfabriken. Als er im Jahre 1890 nach Haveralso aussehen nach Belieben, zu Zeiten starten Betriebes, angeregt Abstimmung geschah nun das Beispiellofe, daß die Antisemiten hill tam, wurde er bald eine hervorragende Persönlichkeit in den durch die erhöhte Verdienstmöglichkeit oder durch die Vorstellungen sämmtlich die Flucht ergriffen: sie wagten nicht, gegen die sie brand- dortigen Arbeiterverbänden, in deren Interesse er unausgesetzt thätig der Vorgesezten, aber auch so lange arbeiten wie sie wollen. Ihre markende Resolution zu stimmen und enthielten sich der Abstimmung! war. Zugleich bekannte er sich offen als begeisterter Anhänger der Leistungen wie die Anforderungen an ihre Kraft bewegen sich dem Die Resolution wurde beschlossen( nach den berichtigten Zahlen) mit Debs'schen Sozialdemokratie. Das Programm, auf das hin er er nach zwischen Extremen, und daraus ergeben sich unter allen 383 gegen blos drei nicht eigentlich antisemitische Stimmen. Darauf wählt wurde, umfaßt neben fleineren Forderungen Erwerbung der Umständen physische, ethische wie wirthschaftliche folgte der Gnadenstoß das Votum durch Handaufheben des öffentNachtheile, unter gewissen Umständen aber auch förperliche lichen Anschlages der Nede Dupuy's in ganz Algerien. Schäden. Die Einengung der Möglichkeit, die Affordarbeiterbilde d in folcher Weise zu beschäftigen, ist demnach im Intereffe des Wohles der Arbeiter und der Gesammtheit er wünscht". Desterreich- Ungarn. Straßenbahnen, Beleuchtungsanlagen u. 1. w. durch die Munizipalität, Abschaffung des Kontraktarbeits- Systems an allen öffentlichen Bauten, Einführung der achtstündigen Arbeitszeit bei einem Minimallohn von zwei Dollars pro Tag, Beschaffung von Arbeit für Arbeitslose, sowie Abschaffung geheimer Abstimmung im Stadtrath. Der Beamte fügt hinzu, daß zu den Betrieben dieser Art die Politisches Duell. Ein Konflikt zwischen dem ungarischen Mr. Chase hat erklärt, daß er alle diese Maßnahmen nicht auf gea Hand- Biegeleien und die Hand- Wollwebereien gehören. Seine Vor- Ministerpräsidenten Baron Banffy und dem Führer der National- waltsame Weise zur Ausführung bringen will, sondern nach und fchläge für die Arbeitszeit- Verkürzung der Biegelei- Arbeiter find im partei Abg. oransty hätte beinahe zu einer Due II rauferei nach unter Wahrung des besten Einvernehmens mit der Bürgerschaft. Reichsbericht kurz wiedergegeben, fein Urtheil über die Affordarbeit während des Weihnachtsfestes geführt. Horansky hatte im Ab- Der Staat Massachusetts, in dem Haverhill liegt, ist der Siz ausim allgemeinen hat der Sozialpolitiker" im Reichsamt des Innern, geordnetenhause erklärt, Baron Bauffy hätte zweimal und zwar vor gedehnter Induſtrien mit einer zahlreichen Arbeiterschaft, die seit der das Wegredigiren besorgte, offenbar nicht für erwähnenswerth der Millenniumsfeier und vor der Erledigung des Ausgleichs Jahren einen erbitterten Kampf gegen das dort start vertretene gehalten und damit werden die Unternehmer auch ganz zu provisoriums im vorigen Jahre bei Gelegenheit persönlicher industrielle Raubritterthum führt. zuen mit Horansky die guten Dienste der Nationalfrieden sein! Besprechungen Jan Majestätsbeleidigung im Bilderbuch. tut Erster Verhandlungstag. partei beansprucht und ihr Versprechungen gemacht, die er hinterher nicht eingehalten hatte. Baron Banffy richtete darauf ein Unser dänisches Bruderorgan berichtet, daß in einer Ber- offenes Schreiben an Horansth, in welchem er erklärte, Soransky IV. Parteitag der polnischen Sozialdemokratie Deutschlands. liner Buchhandlung die neueste Nummer des dänischen Kinder- und nicht der vollen Wahrheit gemäß dargestellt. Baron Bauffy be habe die zwischen ihm und Bauffy geführten Besprechungen einseitig Weihnachtsblattes Börnenes Juleroser"(" Die WeihnachtsDer Parteitag wurde Sonntag, den 25. d. M., mittags 12 Uhr, rojen der Kinder") beschlagnahmt sei, weil ein darin befind- zeichnet das Vorgehen Horanisty's als uumännlich, lügnerisch und liches Bild eine Majestätsbeleidigung darstelle. Das„ verbrecherische" feige. Im Anschluß daran gab es die üblichen Formalitäten mit im Englischen Garten" in Berlin vom Genossen Golibrodi Bild trägt den Titel„ Ein Duell" und zeigt zwei Jungen, die mit zuschicken der Sekundanten u. 1. w. Doch konnte man sich über die eröffnet. Der bekannte Parteigenosse Dylong wurde allerseits Bedingungen nicht einigen, da Horansky die„ Genugthuung" mit der herzlichst begrüßt. Bur leberwachung des Parteitages ist der PolizeiSpielzeugsäbeln einen Kampf ausgefochten haben. Beide Jungen Waffe zunächst nur als„ Retorsion" bezeichnete und sich vollkommene rath a cher aus Posen erschienen. Ins Bureau wurden gewählt: haben Soldatenanzüge an. Der Besiegte wird von einem Mädchen Attionsfreiheit zur Auftlärung der auch einen politischen Charakter Berfus als erster, S. Thiel als zweiter Vorsitzender; Haase verbunden, da er einen Finger verwundet erhalten hat. Sein zerbrochener tragenden Angelegenheit vorbehielt. Das war Banffy zu viel und als Schriftführer. Begrüßungs- Telegramme aus Kattowig Degen liegt am Boden. Im Hintergrunde stehen Arbeiterkinder darum verzichtete er auf das Duell. und Posen( von den deutschen und polnischen Genossen) werden vorund lachen. In diesem besiegten, verwundeten und heulenden Knaben gelesen und mit Beifall aufgenommen. hat die preußische Bolizei eine Verhöhnung des deutschen Kaisers gefunden, vielleicht weil der Knabe Küraffierimiform trägt und auf Keine Anarchisten. Aus Brüssel wir gemeldet: Gegenüber jeinem Schild ein Adler abgebildet ist. 9 rozsd Es braucht faum erst bemerkt zu werden, daß diefer Kinderpublikation alle politischen Anspielungen fern liegen. 9/912 Ausland. Tod Niederlage der Antisemiten in der Kammer. descinstit Belgien. auswärts verbreiteten Meldungen von der Verhaftung einer Anarchistenbande wird festgestellt, daß es sich um die Ergreifung einer Anzahl alter Verbrecher handelt, welche sich wegen Straßenraubes zu verantworten haben; mit anarchistischen Umtrieben steht die Verhaftung in keinerlei Busammenhang. mischteld Frankreich. Paris, 25. Dezember.( Eig. Ber.) Die erste große Kammer- Ueber die Mittheilung der Geheimatten an den Kassationsdebatte über den Antisemitismus hat mit einer vernichtenden Nieder- hof wird unter dem 27. aus Paris telegraphirt: Nach der gestrigen lage desselben geendet. Daß die Antisemiten mit ihren Inter- Unterredung des Ministerpräsidenten Dupuh mit dem Präsidenten pellationen auch in der gegenwärtigen, im Zeichen der Dreyfus- der Kriminalkammer des Kassationshofes Loew über die BedinAffäre gewählten Kammer nicht im entferntesten eine Mehrheit er- gungen, unter denen die Geheimakten dem Kassationshofe mit zielen können, das stand freilich von vornherein durchaus fest. Aber getheilt werden sollen, sandte Loew abends ein Schreiben an den eine Minderheits- Partei tann trog des nothwendig ungünstigen Ab- Striegsminister Freycinet, in welchem er die betreffenden Bedinftimmungsergebnisses große moralische Erfolge dabontragen durch gungen aufzählte. Die Minister Dupuy, Freycinet und Lebret bedie Kraft der Ueberzeugung, durch die Macht und den Glanz der riethen dann über diese Bedingungen, die ihnen schließlich die für auf der Parlamentstribüne entwickelten Argumente. Und etwas die Sicherheit des Staates und die Vertheidigung des Angeklagten schon ganz Selbstverständliches ist es, daß die sturmlaufende Minder- nothwendige Garantie zu gewähren schienen. Infolge dessen wurde heit bei der Abstimmung geschlossen zu ihrer Fahne steht. Nichts beschlossen, die Geheimatten heute dem Kaffationshofe mitzutheilen, von alledem aber war bei der antisemitischen Sturmaktion der Fall. und zwar soll die Mittheilung in der Weise geschehen, daß der Der Gang und der Ausgang der Debatten sind für die Anti- Hauptmann Cuignet die Aftenstücke dem Kaffationshofe überbringen femiten gleich beschämend. Ihr Hauptredner, Eduard Drumont, und sie täglich nach der Sigung wieder forttragen wird, so oft der der feine Interpellation an die zeitweilige Amtsenthebung des Gerichtshof es für nöthig erachte. Nachdem der Hauptmann Cuignet antijüdischen Bürgermeisters von Algier, Mar Régis, anknüpfte, die Aftenstüde überbracht haben wird, soll er sich in einem neben dem vermied es abfichtlich, die antisemitischen Grundanschauungen Berathungszimmer des Staffationshofes gelegenen Raum aufhalten, darzulegen, geschweige denn zu begründen. Er ließ sich auf um technische oder andere Mittheilungen zu machen, welche dem diesen gefährlichen Boden selbst damn nicht verleiten, nachdem der Kaffationshofe erwünscht sein könnten. sozialistische Redner Rouanet und in seiner Weise zum theil auch der Ministerpräsident Dupuy die antisemitischen Lehren auf's Korn genommen hatten. Der" Philosoph, Soziolog und Psycholog" des franzöfifchen Antisemitismus ließ ohne aufzumudsen die sozialistischen und bürgerlichen Pfeile hageldicht niedersausen. Fühlte er sich dem Kampfe nicht gewachsen oder war sein geduldiges Schweigen darauf berechnet, den unmittelbaren praktischen Erfolg seiner Interpellation, den Antrag auf eine Enquete über die Lage in Algerien, nicht zu kompromittiren? Wie dem auch sei, der Eindruck ist allgemein derdi Ruklands geheime Polizei. London, 24. Dezember. felbe ein feiges Austueifen in der ersten Generalschlacht. " Daily Mail" bringt von ihrem eigenen" Norrespondenten aus Ind was Drumont über die algerischen Dinge sagte, machte Sopenhagen folgende Nachricht: einen nicht minder fläglichen Eindruck. Es war ein gesprochener Aus sicherer Quelle erfahren wir, daß ein unmittelbarer Wechsel pretentiös- banaler Hepartitel der„ Libre Parole", ohne die mehr in der Organisation der ausländischen russischen Geheimpolizei beoder minder literarischen Verzierungen, gewürzt mit anwidernden, vorsteht. Die Hauptquartiere derselben, die sich bisher in der Rue raffinirt- rohen Wigeleien über die jüdischen Opfer der algerischen de Grenelle in Paris unter Leitung des Fürsten Ratkowsky befanden, Raub- und Mordbanden. Die gewissenlose Verdrehung der That- sollen nach London verlegt werden, um verdächtige Personen fachen versteht sich am Rande. und Anarchisten in London zu überwachen. Das Pariser Bureau wird aber weiter bestehen bleiben." Paris, 26. Dezember. Vor dem Schwurgerichtshof fand heute Sie Verhandlung gegen Frau Paulmier statt, welche am 23. September auf den Stedakteur der Lanterne", Olivier, zwei Revolverschüsse abgegeben hatte. Der Gerichtshof sprach Frau Paulmier von der Anklage frei, verurtheilte sie jedoch zur Zahlung einer Entschädigungssumme von 15 000 Fr. an Olivier. ghiu England. Die Vielleicht wird man bald durch einige Attentate in London Proben von dem Wirken des neuen Hauptquartiers erhalten. China. V Es ist zu bedauern, daß Drumont's Antrag auf eine Enquete Ueber einen heftigen Zusammenstoß zwischen Engländern nicht einmal zur Abstimmung gelangte. Eine unbefangen geführte und Buren in der südafrikanischen Republit wird vom WeihnachtsEnquete würde zuverlässiges Material u. a. über die sozial- ökonomische fonntag aus Johannesburg gemeldet: Am vergangenen Montag war Gliederung der algerischen Juden liefern. Bisher aber ist man in der britische Unterthan Edgar von einem Burenpolizisten erschossen dieser Beziehung auf Schäßungen angewiesen. Erst die antisemitische worden, der dann gegen eine Bürgschaft von 200 Pfund Sterling in Haz gegen die jüdischen Proletarier hat die öffentliche Aufmerksam- Freiheit belassen wurde. Aus Anlaß dieses Vorfalles fand gestern hier eine feit darauf gelenkt, daß unter den 50 000 algerischen Juden so viele Protestversammlung von Engländern statt. Es wurde beschlossen, proletarische und pauperische Elemente sind. Bis dahin glaubte eine Petition an die Königin Vittoria zu richten, in der in entman hier im großen Publikum, sämmtliche oder doch die große schiedener Sprache über die Tyrannei der Burenpolizei Klage ge Mehrheit der algerischen Juden wären Wucherer und Ausbeuter. führt und die Königin gebeten wird, den diplomatischen Vertreter Aus Rouanet's Rede ist die Thatsache anzuführen, daß in der Englands in Transvaal dahin zu instruiren, daß er Schritte thue, Stadt Constantine unter 1200 jüdischen Familien 700 arme Familien um ein vollständig unparteiisches gerichtliches Vorgehen gegen den in menfcheminwürdigen Wohnungen leben, die ohne Fenster find. Bolizeibeamten, der Edgar erschoß, sicherzustellen und überDabei verweigert die dortige antijüdische Munizipalität den armen haupt Abhilfe gegen das Auftreten der Polizei zu erlangen jüdischen Kindern die unentgeltlichen Mahlzeiten der Schultantine. und für Leben und Eigenthum der britischen Unterthanen Schutz zu Francis de Pressensé gab neulich in einem Vortrag die Zahl verschaffen. Der Versammlung wohnten eine Anzahl Beamter und der Proletarier und Paupers unter den algerischen Juden auf Burghers bei, und es tam zu einem turbulenten Zusammenstoß der 62 pt. an, während auf die übrigen 38 pct. im Durchschnitt beiden Parteien, bei dem es auch Prügel fette. Es ist anzunehmen, ein Einkommen oder ein Lohn von ein Frant( 80 Pf.) pro Kopf daß diese Vorkommnisse wieder zur Verschärfung der zeitweise recht und pro Tag entfalle. Das wären die schrecklichen Millionäre, gespannten Verhältnisse zwischen England und der Burenrepublit denen der volksbefreiende" Kampf der Anti- Juden gilt. führen werden. Berfus dankt für das Vertrauen, das ihm mit seiner Wahl zum Vorsitzenden mun zum vierten Mal geschenkt worden sei, und führt dann aus: Ich bedauere, daß wir wieder gehindert sind, auf, heimathlichem Boden zusammen zu treten, und gezwungen find, in der Fremde zu verhandeln. Hoffentlich ist die Zeit nicht fern, wo uns feiner darin stören kann, auch in Schlesien unsere Kongresse abzuhalten; ich hoffe, daß unsere Arbeit hier der Partei nur Nußen bringen wird, und heiße Sie herzlich willkommen.( Lebhafter Beifall.) Redner widmet dann dem verstorbenen Genossen Golibrodi einen warmempfundenen Nachruf worauf sich die Delegirten zu Ehren des Verstorbenen von ihren Plätzen erheben. Nachdem die Wahl der Mandatsprüfungs- Kommission vorgenommen ist und die anwesenden Vertreter der bürgerlichen Presse aufgefordert worden sind, wahrheitsgetreu zu berichten, trägt ein Gesangverein drei Arbeiterlieder vor, worauf zu Punkt I der Tagesordnung, Bericht des Vorstandes über seine bisherige Agitationsthätigteit und Kassenbericht, Genosse Morawski das Wort erhält. Derselbe führt aus: Noch vor wenigen Jahren hatten wir nur wenige Anhänger in Schlesien, Posen und Westpreußen, jetzt haben wir dort und auch in der Emigration große Fortschritte zu verzeichnen. Den besten Beweis hierfür liefern die in Oberschlesien und Westpreußen bei der Reichstagswahl für uns abgegebenen Stimmen, ferner die Thatsache, daß heute hier schon fünf Vertreter aus Oberschlesien und drei aus Bosen anvesend sind. Unsere Agitation war zum größten Theil eine persönliche, mündliche. Die Praris der preußischen Regierung verhindert uns fast jede Versammlungsthätigkeit. In Oberschlesien sind die Besizer der Restaurants meist von den Verwaltungen der fiskalischen Gruben abhängig. Mitunter besagt ihr Kontrakt, daß sie die Schanktonzession nur unter der Bedingung erhalten, daß sie ihre Säle nicht den mißliebigen Parteien zur Verfügung stellen. Unter diesen Umständen kann auch der Boykott nichts nügen. So weit unsere Mittel reichten, haben wir eine umfangreiche Flugblätter- und Broschüren- Agitation getrieben. Im Posenschen sind unsere Stimmen hier und da zurüde gegangen. Der Grund ist besonders in dem Nationalitätenkampfe zu suchen. Die polnischen und deutschen Arbeiter in einer Werkstatt stehen sich feindlich gegenüber; das hat die Politik der gewaltsamen Germanisirung erreicht. Dasselbe ist in Westpreußen in noch stärkerem Maßstabe zu beobachten. In Oberschlesien dagegen, Wo die Arbeiter zu Hunderten und tausenden in den Gruben zusammengepfercht sind und einer den anderen aufzuklären sucht, ist das Klassenbewußtsein mehr gewedt und von Nationalitätenhaß zwischen dem Proletariat wenig zu spüren. In Posen ist seit längerer Zeit tein Lotal zu bekommen. Einen würdigen, ernsten Charakter bekam die Debatte mit der Wir werden also in absehbarer Zeit die Agitation nur in der bis-, Nebe des Genossen Rouanet, der seinerseits die Regierung darherigen Weise weiterführen können. Troßdem wir auf ganz legalen über interpellirte, was sie gegen die Ausschreitungen des algerischen Wegen vorgehen, werden wir so behandelt, wie es in deutschen Pros Antifemitismus zu thun gedenke. Unser Redner beleuchtete vinzen unmöglich ist. Was dort erlaubt ist, ist bei uns verboten. die Judenfrage in einem gründlichen historischen Exkurs und wiesz Die Ueberfezung eines deutschen Flugblattes, das in Massen undie Haltlosigkeit und Zweideutigkeit der antisemitischen( Demagogie London, 27. Dezember." Standard" meldet aus Peking: Unter beanstandet vertheilt worden war, wurde uns in Bromberg tonnach, derselben den sozialistischen Kampf gegen den Kapitalismus den Eingeborenen im Gebiet von Kanton ist eine Revolte fiszirt, so daß wir dort keinerlei Agitation treiben konnten. Für die ohne Unterschied der Rasse und Konfeffionen entgegenseßend. In ausgebrochen, bei welcher zahlreiche Chinesen getödtet wurden.- Bertheilung eines Flugblattes, dessen Text in der Gazeta bezug auf Algerien, das gelobte Land des französischen Antisemitis- sir Peking, 24. Dezember. Der Vizekönig von Szechuan meldet Robotnicza" ungehindert erschienen war, wurden Posener Genossen mus, brauchte Rouanet nur die trockenen Thatsachen sprechen zu dem Tjung- li- Damen, es sei unmöglich die Befreiung des zu Geldstrafen und Genosse Dylong sogar zu 1/2 Jahr Gefängniß laffen, um die antisemitischen Theorien durch die antisemitische französischen Missionars, der von den dortigen Rebellen verurtheilt. Wo bleibt da die Logit? Die Berurtheilung Dylong's Bagis aufs Haupt zu schlagen. Er erinnerte an die systematische gefangen genommen worden ist, durch Verhandlungen zu erreichen, erfolgte wegen angeblicher Aufreizung zu einer ähnlichen That, wie Brotlosmachung der jüdischen Angestellten und Arbeiter, an die und bittet um die Erlaubniß, Truppen gegen die Nebellen ent- fie in Genf geschehen ist! Gerade unsere Flugblätter ermahnten Verfolgungen der jüdischen Kutscher, Zeitungsverkäufer und senden zu dürfen. Das Tsung- li Yamen legte die Angelegenheit aber zur Ruhe und betonten, daß der Wahlzettel die beste Staffeewirthe feitens des Bürgermeisters von Algier, an ähnliche dem französischen Gesandten Bichon vor. Waffe im Kampfe ist! Die Wahlen sind übrigens auch bei uns gehässige und ungefeßliche Maßnahmen gegen die ärmere jüdiſche Afrika. ruhig verlaufen. Mehr als unsere deutschen Parteigenossen Bevölkerung in anderen algerischen Städten. haben wir mit einer reaktionären Masse zu rechnen, und dies deshalb, weil das eigentliche polnische Bolt nur aus Proletariern besteht, die, wenn sie zum Klaffenbewußtsein tämen, der tapitalistischen Gesellschaft doch etwas unbequem werden könnten. Deshalb sucht man mit allen Mitteln zu verhindern, daß die Aufklärung auch in die polnischen Hütten dringe. Redner giebt dann den Kassenbericht. Bom 1. Mai bis 31. Dezember 1897 betrugen die Einnahmen 4626,57 M., die Ausgaben 4493,90 M., der Bestand 132,67 M. Vom 1. Januar bis 30. November 1898 betrugen die Einnahmen 7762,84 M., dazu der vorjährige Bestand von 132,67 M., ergiebt zusammen 7895,51 M. Die Ausgaben betrugen 8045,04 m., so daß ein Defizit von 149,53 M. bleibt. Die Kosten des Zeitungsverlags find groß, dazu kommen die Prozeßkosten und die Kosten der Unterftügung der aus dem Gefängniß Entlaffenen u. s. w. Wir sind durchgekommen, aber nur durch die Opferfreudigkeit der Genossen. Wir befizen noch Agitationsmaterial im Werthe von 1400 M. In den legten 1/2 Jahren, die in die Berichterstattung fallen, haben unsere Genoffen an Gefängnißstrafen 39 Monate und 14 Tage erlitten, während an Geldstrafen 1121,10 m. bezahlt wurden. Hierbei find noch die letzten Prozesse wegen Beleidigung des schlesischen Klerus nicht eingerechnet. Wir wurden im Wahlkampf Würmer, die man Eine andere Seite des algerischen Antisemitismus wurde zertreten sollte," genannt und mit Hunden vom Hofe gehegt, wir, namentlich von Dupuy hervorgehoben. Die eigentlichen Kerndie Würmer, die alles schaffen, und wenn wir darauf truppen der Antijuden find die in Algerien der eingewanderten, Der erste sozialistische Bürgermeister in Amerika. Durch gebührend geantwortet haben, so hat man uns bestraft! Nun wohl, französischen Bevölkerung an Bahl nahekommenden Ausländer, ein uns Mitte Dezember mitgetheiltes Kabeltelegramm haben wir in der Vertheidigung der Rechte des Proletariats nehmen wir die Italiener, Spanier und Maltesen. Mag Régis, der Oberhäuptling der unseren Lesern bereits mitgetheilt, daß in Haverhill im Staate Strafen gern auf uns, sie sind uns eine Ehre!( Lebhafter Beifall.) Antijuden, ist ein Italiener, der erst 1898 naturalifirt wurde. Drumont Massachusetts ein Sozialist zum Bürgermeister gewählt Die gesammte Agitation wurde bei uns von einfachen Arbeitern gea war so ungefchidt, mit dem Abfall Algeriens zu drohen, falls die worden ist. Das Jahresgehalt desselben beträgt 2000 Dollar, gleich leitet, sogenannte Intelligenzen haben wir nicht gehabt! Wir haben antijüdischen Wütheriche im Baume des Gesetzes gehalten werden. 8000 M. Ueber diese Wahl und den Erwählten entnehmen wir einer geleistet, was unsere Kräfte schaffen konnten, und haben das Gefühl, Dupuy ergriff die Gelegenheit, um die antifranzösischen Tendenzen aus New- Yort vom 14. Dezember datirten Korrespondenz der Boss. unsere Pflicht gethan zu haben.( Lebhafter, allseitiger Beifall.) der antisemitischen Truppen von Algerien zu tennzeichnen... Er Zeitung" Die folgenden Mittheilungen: Der nächste Redner Berfus spricht im Namen des Parteiverlas u. a. einen von Eduardo Drumont und dessen algerischen Es ist dies das erste Mal in der Geschichte des Landes, daß tages dem Genossen Dy long für seine Ausdauer seine Anerkennung Kollegen Firmino Faure in spanischer Sprache verfaßten ein Sozialist zu einem derartigen Amte erwählt wurde. Außer aus.( Stürmisches Bravo und Hochrufe auf Dylong.) Der Redner Wahlaufruf mit dem ebenfalls spanisch übersezten Losungswort der dem Bürgermeister erwählten die Sozialisten noch sechs Berivaltungs- giebt hierauf den spezifizirten Bericht von der Wahlagitation. Das Antisemiten: Frankreich den Franzosen". beamte. Der Name des ersten sozialistischen Bürgermeisters in nach find in Bosen, Schlesien, Westfalen und anderen Gegenden insIm übrigen stellte Dupuy dem Antisemitismus die Grundfäße des Amerika ist John C. Chase. Er ist erst 28 Jahre alt und war gesammt etwa 500 000 polnische Druckschriften versandt worden. Die modernen Rechtsstaates entgegen in einer schwungvollen Sprache, hisher Klert in dem tooperativen Verlaufslokal von Lebensmitteln in Ausgaben für Wahlfoften betrugen 1738 M., dazu kommen noch die freilich, aus dem Munde des pfiffigen Beschügers des General Haverhill. Nebenbei war er noch Präsident der„ Haverhill 740 M., die noch nicht bezahlt sind. ftabes fommend, gar seltsam anzuhören war. Cooperative Society", unter deren Leitung dieses Verkaufs- Hierauf schildert Dylong aus Kattowitz in bewegten Worten Das Ergebnis der Debatte war die Annahme einer Resolution, lolal sowie noch ein zweites stehen. Chase begann seine Lauf das traurige Leben der oberschlesischen Arbeiter, die zum theil wie die die Naub- und Mordthätigkeit der algerischen Antijuden im Namenbahn mit acht Jahren als jugendlicher Angestellter einer Woll- das Vieh behandelt würden. Redner erntet stürmifchen Beifall. Amerika. MerkowSki bedauert das Vorgehen einiger deutscher Ge« Nossen bei der Anfstetlimg von Rcichstagskandidaten in Oberschlesien, �onstatirt aber, daß auf dem Stuttgarter Parteitag alle Differenzen beigelegt worden sind. In ähnlichem Sinne äußert sich S. Thiel. .. R e n s k i aus B r e m e n ist mit den erzielten Erfolgen zufrieden. �Die polnische Jugend solle sich mehr an der Agitation betheiligen, die Verheirathetcn möge man schonen. , Poddany aus R i x d o r f legt besonders Gewicht darauf, daß 1 zeder Genosse für die Stärkung der Parteikasse sorgen müsse. Nachdem noch Ziolkiewicz. Merkowski, S.Thiel, K. Thiel und Golibrocki zu Punkt 1 gesprochen haben, wird dem Vorstand und dem Kassirer einstimmig Decharge ertheilt. Zunr 2. Punkt; Berichterstattung der Delegirten über die lokale Organisation und die Art und Weise der künftigen Agitation, spricht zunächst: I w a n o w s k i, der in ausführlicher Weise die Verhältnisse und die geringen Fortschritte der polnischen Bewegung in Gnesen schildert. Wiese aus Posen: Wir haben einen schweren Kampf mit dem Klerus. Das Elend führt aber dennoch immer mehr Leute in ■ unsere gewerkschaftlichen Organisationen. Sic kommen nicht aus Prinzip, sondern aus Roth. In politischer Beziehung können wir ; leider Fortschritte nicht verzeichnen. Urbanowski aus Bremen: Unsere vor acht Jahren ge« 'gründete Organisation, die bisher sanst im Schlaf lag, trat erst dieses Jahr wieder hervor. Wir haben einen mehr gewerkschaftlichen und einen politischen Verein, die Hand in Hand gehen. Durch unsere Wahlagitation haben in Bremen wohnende Polen sozialistische Stimmzettel abgegeben. Auch hier war ein Kampf mit dem katholischen Klerus auszufechten. In Blumenthal, der Umgebung von Bremen, übten die Fabrikanten auf die polnischen Arbeiter einen schrecklichen Terrorismus selbst bei den Wahlen aus. In Blumenthal auf preußischem Gebiete wurde uns trotz des Urtheils des Kammergerichts verboten, polnisch zu sprechen. Unsere Beziehungen zu den deutschen Genossen sind die besten. Wierbinski aus Dresden. Wir haben unsere Agitation im Sommer begonnen. Der neugegründete sozialistische Verein hat schon über 31 sattelfeste Mitglieder. Auch uns wird nicht erlaubt, in öffentlichen Versammlungen polnisch zu sprechen; die Be- schwerde hierüber ist noch im gange. Ich beantrage eine Protest- resolution gegen die Handlungsweise der Polizei auszuarbeiten und unsere Fraktion im Reichstage zu ersuchen, etwas gegen die Gewalt- Politik zu unternehmen. Der Antrag Wierbinski wird, nachdem Berfus kurz dazu ge- sprochen, einstimmig angenoinmen. Ziälkiewicz aus Hamburg: Wir müssen aus der.freien Republik" nach Altona flüchten, um polnische Versammlungen ab- halten zu können. Das ist unser größtes Hinderniß. Wir haben auch in Holstein agitirt. Soll i k aus Laurahütte: Unsere Arbeiter, die 12—14 Stunden arbeiten müssen und dennoch kaum ihre Familie ernähren können, haben für Zeitungen und Broschüren, die sie gern lesen, keinen Pfennig übrig. Wir müsse» uns mit den deutschen Genossen verständigen, um in Oberschlesien polnische Agitatoren zu unter- halten. Das ist für unsere Bewegung das wichtigste.(Beifall.) In demselben Sinne sprechen Marek und Kandziora aus Oberschlesien. Borhs au? Zalczie(Oberschlesien) meint, daß wenn der .Katolik" m taufenden von Exemplaren abonnirt werde, dann auch das Geld für die.Gazeta Robotnicza" übrig sein müßte. Trabalski aus Leipzig: In Leipzig ist unsere Bewegung sehr gut vorwärts gekommen, die polnischen Arbeiter, die uns zuerst mit Stöcken bearbeiten wollten, sind jetzt unsere Anhänger. Unser Verein war erst katholisch! vor einem Jahre gelang es uns, die Satzungen einstimmig in s o z i a l i st i s ch e umzuwandeln. F i o l ck aus Wilhelmsburg meldet ebenfalls gute Fortschritte. BukowSki aus Knischwitz bei Jnowrazlaiv(Posen): Die polizeilichen Hindernisse bei der Flugblattverbreitung übersteigen alle Begriffe. Unsere Bevölkerung ist hier ganz rückständig. F a j e r S k i aus Halle: Auch uns ist es verboten worden, polnftch zu sprechen; wir hoffen, daß dieser Willkür endlich ein Ziel gesetzt wird. Inzwischen ist folgende Resolution eingegangen: „Vier Monate sind seit Erscheinen des zarischen Ab- rüstungsmanifestes verflossen. Die barbarische russische Regierung zeigte sich als„Friedensengel" und täuschte die Oeffemlich- keit der ganzen Welt. Inzwischen rüsten alle Staaten weiter, die Völker leiden immer mehr unter dem Joch des Militarismus und Polen wird weiter geknechtet. Der Parteitag erklärt das Vorgehen der zarischen Diener für Betrug und spricht den Barbaren, die noch das vergossene polnische Blut ans Kroze, Warschau, Huta Bankowa auf dem Gewissen haben, auf die tagtäglich tnnsende von Flüchen aus den Löchern der Festungen und sibirischen Gruben herabfallen, deren einzige Grundlage die Gewalt, die Knute und die Kugel sind, seine tiefste Verachtung aus. Der Parteitag erachtet das Zarenthum für den größten Feind des internationalen Proletariats und drückt seinen Brüdern, die unter russischer Herrschast gegen den Despotismus kämpfen, seine glühendste Sympathie aus. Die Befreiung der Völker von den Lasten des Militarismus kann nicht das Werk eines Despoten sein, dessen einzige Stütze er ist, sondern nur das Ergebniß des Sieges der internationalen Sozialdemokratie." Diese Resolution wird von den Genossen H a a s e und W i e r- b i n s k i unter stürnnschem Beifall energisch befürwortet und dann einstimmig angenommen. Versus schließt den ersten Verhandlungstag mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf die internationale Sozial- demokratie. Zweiter VerhandlungStag. Der Parteitag wird mittags 12 Uhr eröffnet. JnS Bureau werden gewählt:' Berfus'als 1. Vorsitzender! Fajerski als 2. Vorsitzender; Haase als 1. Schriftführer; Trczbulski als 2. Schriftführer. Von den polnischen Genoffen aus Hamburg ist ein Glück- Wunschtelegramm eingegangen, ferner Begrüßungsschreiben von dem Bund der polnischen Sozialdemokraten in London und den G e- nossinnen aus Bremen. Die Verlesung besonders des letzteren Schreibens wird mit lebhaftem Beifall begrüßt. Hierauf werden ohne Debatte folgende Resolutionen unter stürmischen Beifallskundgebungen einstimmig angenommen: 1..Der Parteitag protestirt energisch gegen die Einmischung des Klerus in dre Politik. Vor allem tadelt der Parteitag das Vorgehen derjenigen Geistlichen, die ihren Einfluß in der Kirche dazu mißbrauchen, um unsere Partei zu verlästern. Der Parteitag drückt dem Pfarrer Grund in Mikotow, der in der Kirche'unsere Partei verlästerte, dadurch den anwesenden Arbeiter Wieczorek zum lauten Protest anreizte und dann Wiec- zorek vor Gericht verklagte, seine tiefste Mißbilligung aus. Der Parteitag erklärt, daß der Klerus seine Parteinahme für die Ausbeuter- klaffe jetzt deutlicher als je zeigt und daß eine Geistlichkeit, die bei dem heutigen Elend der Arbeiterklasse die Bestrebungen des Pro- letariats bekämpft, eine Existenzberechtigung nicht mehr hat." 2.„Der Parteitag tadelt aufs schärfste das Borgehen der Regierung, die dem Kapitalisten erlaubt, die ärmsten p o l n i- s ch e n und dänischen Arbeiter ins Land zu ziehen und auszubeuten und sie dann, wenn die Kapitalisten ihren Nutzen gezogen haben, unbarmherzig aus dem Lande weist." 3.„Der Parteitag protessirt entschieden gegen die polizeilichen Matznahmen, denen unsere polnischen Genossen überall ausgesetzt sind, insbesondere gegen die widerrechtlichen Verbote des Gebrauchs der polnischen Sprache, die in Preußen trotz des entgegengesetzten Urtheils des Kammer- gerichts und auch sonst in anderen Bundesstaaten auf der Tagesordnung sind. Der Parteitag ersucht unsere ReichstagS-Ab- geordneten, sich mit dieser Frage zu befassen und die erforderlichen Schritte zu unleriiehmen." 4.„Gesten, erst enthüllte die polnische Bourgeoisie und der polnische Adel in Warschau das Adam Mickiewicz- Verantwortlicher Redakteur- Hugo Poetzsch in Berlin. Für den Jnserab Denkmal, unter dem Schutze der russischen Knuten und Bajonette, das Volk von der Feier ausschließend. Be« trug I Die Ausbeuter leiern die vorher durchgesehenen Reden zu Ehren des ersten polnischen Sozialisten und eminent revolutionären Geistes herunter. Der Parteitag erachtet das Vorgehen der Warschauer Bankiers und Fabrikanten als' eine Beschimpfung des Andenkens des Dichters und erklärt, daß nur das aufgeklärte Volk, das gegen zarische und kapitalistische Ausbeutung kämpft, ein Recht' hat, seine Dichter zu feiern, und verspricht im Namen der polnischen Sozialdemokratie, nicht eher zu ruhen, bis die Ideale von Mickiewicz: Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, in Erfüllung gegangen sind." Mehrere Anträge, das Parteiorgan, die„Gazetta Robot- n i c z a" betreffend, wurden angenommen, dagegen alle Vorschläge, den Sitz des Blattes aus Berlin nach Oberschle'sien oder Posen zu verlegen, das Blatt zu vergrößern und den Abonnementspreis zu erhöhen, als undurchführbar abgelehnt. In der Debatte war allerseits betont worden, daß bei den heutigen polizeilichen Verhältnissen das Erscheinen der Zeitung bei einer Verlegung des Sitzes nach den polnischen Gegenden vollständig in Frage gestellt wäre. Zum Punkte Agitation wurde eine Resolution der Ham- burger Genoffen angenommen, worin gefordert wird, daß die Partei noch weiter die nationale Selbständigkeit des polnischen Volkes forden: und alle Germanisaftonsbestrebungen bekämpfen solle. Außer- dem soll für möglichste Ausdehnung des polnischen Sprachunterrichts Sorge getragen werden. Bei der Begründung der Resolution erklärte Ziolkiewicz aus Hamburg unter stürmischem Beifall, daß die Degeneration und das Elend des polnischen Volkes zum theil auch von der nationalen Kneckitung herrühre. Auf Antrag der oberschlesischen Genoffen wird beschlossen, nach Möglichkeit von Zeit zu Zeit nach Oberschlesien und Posen polnische Agitatoren zu senden unb die dortigen Vertrauensleute zu ersuchen, am Orte ihrer Thätigkeit Statistiken über Lohn- und Lebensverhältnisse der Arbeiter aufzunehmen und dem Vorstand einzusenden. Gleichfalls auf Antrag der Oberschlesier werden zwei Resolutionen angenommen, deren erste sich entschieden gegen jede Nachtarbeit iin den Bergwerken erklärt und deren zweite gegen die Grenzsperre und die damit in Verbindung stehende maßlose Fkeischvertheuerung protestirt. Die Dresdener Genossen verlangen, daß beim Erscheinen des sogenannten Zuchthausgcsctzes ein allgemeines Flugblatt heraus- gegeben werde. Der Parteitag beschließt hierauf einstimmig und unter stürmischem Applaus eine das Koalit ionSrecht und die Zuchthausvorlage behandelnde Resolution. Einem weiteren Dresdener Antrage, betreffend Uebersetzung der„Grundsätze und Forderungen der Sozialdemokratie" und Bebel's Schrift„Christenthum und Sozialismus" ins Polnische und Herausgabe eines Vereinskalenders in der„Gazetta Robotnicza", wird mit kleinen Zusätzen zugestimmt. Der Parteitag nimmt hierauf in einer energischen Resolution gegen die Klassenjustiz Stellung. In den Part ei Vorst and wurden gewählt die Genoffen Rhbicki, Stephan und K. Thiel, Morawski, Mer- k o w s k i und Bersus; als Revisoren die Genossen B i n i s z- kiewicz, Weychta und N a d o I s k i. In die neugegründcte Kontrollkommission kommen Ziolkiewicz(Hamburg), Wierbinski(Dresden), Trczbulski(Leipzig), S o 1 ck (Laurahütte). Wiese(Posen), Dersgowski(Frankfurt a. O.), Marek(Zaborze O.-Schl.). Die Bestimmung des Zeitpunktes und des Ortes deS nach st e n Parteitages wird dem Vorstand überlassen. Nach einem kernigen Schlußworte des Vorsitzenden BerfuS, das in ein begeistert aufgenommenes Hoch auf die internationale Sozialdemokratie und die polnische Partei ausflang, wurde der vierte Parteitag der polnischen Sozialdemokraten Deutschlands ge- schloffen._ lieber die Aufgaben dcö preußischen Landtages schreiben noch die„Berk. Pol. Nachr.": «Eine ganze Reihe von Gesetzentwürfen aus den verschiedensten Ressorts sind zur Einbringung reif, und es sind neben den als Anlagen zum Etat und der Uebersicht über Einnahnien und Ausgaben üblichen Berichten und Denkschriften auch besondere Vorlagen dieser Art bereits vorbereitet, so namentlich eine Denkschrift über die geplante Organisation der Bernsteingewinnung a it der Ostsee. Aber auch für diejenigen Vorlagen, deren Ein- bringung mit Rücksicht auf noch schwebende Verhandlungen einem späteren' Zeitpunkte vorbehalten ist, sind die Vorbereitungen so ge- troffen, daß, sobald diese Verhandlungen zum befriedigenden Abschluß gelangt sind, deren Vorlegung ohne weiteren Verzug erfolgen kann. So befinden sich sehr umfangreiche Denkschriften zur Kanal- vorläge bereits im Druck, welche das Ergebniß der im Auftrage der Regleruug durch Sachverständige vorgenommenen Untersuchungen über die Verkehrsverhältniffe der geplanten Wasserstraße zwischen Elbe und Rhein, ihre volkSwirthschaftliche und finanzielle Bedeutung enthalten."— Das Kommunalwahl-Gesetz wird>dem Landtag alsbald nach seiner Eröfsiiung zugehen. ErNärung. Der Bürgermeister von Mittweida, Hcrr Apelt, sah sich veranlaßt, gegen einige Aeuhennrgen in meiner Etatsrede Verwahrung ein- zulegen. Ich nehme an, daß Herr Apelt einen ungenauen Bericht über jene Sitzung gelesen hat, sonst hätte er seine Erklärung unter- lassen. Ich sprach in meiner Rede ausdrücklich von dem früheren Bürgenneister von Mittweida und will hinzufügen, daß der von mir erwähnte Vorgang sich Anfang der achtziger Jahre zugetragen hatte, also Herrn Äpelt nicht betrifft. A. Bebel. Pstvfei-"Attrhriltzten. Gegen das planlose Gründen neuer Blätter wendet sich die Parteivertretung der österreichischen Sozial- demokratie in einer Erklärung in der Wiener„Arbeiter-Zcitung". Im vorliegenden Falle handelt es sich um den„Böhmerwald- Boten" in Falk enau a. d. Elbe und um die Zeitung:„Die Wahrheit" in Brünn. Die Herausgeber dieser Blätter waren nach dem Patteistatut verpflichtet, die Zustimmung der Partei- Vertretung einzuholen: da das nicht geschehe» ist, erklätt die Parteivettretung beide Zeitungen als Privatunternehmungen einzelner Patteigenosien, für welche sie jede Verantwortung ab- lehnen müsse. Weiter macht die Parteivettretung bekannt, daß der- selbe Entschluß auch für alle Wahlkreise und Otte gelte, wo entgegen dem Parteistatut künftig Blattgründungen vorgenommen werden sollten. Polizeiliche», Gerichtliche» u. s. w. — Am Tage der Stichwahl zum Reichstage hatten sich zwei Arbeiter aus Rostock nach dem Herrenhause des Gutsbesitzers Reimar v. Plessen in Kurzen-Trechow begeben, um die Wahlhandlung, die in diesem Gebäude vor sich ging, zu überwachen und um das Wahlresultat abends den Pattcifteundcn in Rostock mit- theilcn zu können. In dem Hause angekommen, wurden sie von Herrn v. Plessen nicht in das Wahllokal zugelassen, sondern aus dem Hause ent- fernt. Als einer der Arbeiter sich später doch noch in das Wahllokal be- geben hatte, wurde er von Herrn v. Plessen gewaltsam heraus- gebracht. wobei sich der Arbeiter den Kopf am Thürflügel blutig stieß. Auf dem Hofe kam es dann zwischen beiden zu einem Wortwechsel, wobei der Arbeiter den Herrn v. Plessen beleidigt haben soll. Der Gutsbesitzer stellte dann gegen den Arbeiter Strafantrag wegen HausfttedenSbruchs und Beleidigung. Das Schöffengettcht in Bötzow ettlätte den Arbeiter zwar beider Vergehen schuldig, setzte aber die Strafe auf nur 5 Wl wegen Hausfriedensbruchs und auf 10 M. wegen Beleidigung fest. atbeil veramwottlich: Xh.«locke in Berlin Druck und Verlag von Mo Sowohl der Arbeiter wie der Staatsanwalt legten gegen da« littheil Berufung ein, letzterer deshalb, weil das Uttheil m Beziehung auf die Beleidigung zu milde fei. Vor dem Landgericht in Güstrow schnitt Herr v. Plessen aber sehr schlecht ab. Die Berufung des Staatsanwalts wurde verworfen und die Berufung des angeklagten Arbeiters für begründet erachtet, soweit sie sich auf den Hausfriedensbruch bezog. Der Arbeiter wurde von der Anklage des Hausftiedensbruchs freigesprochen und betreffs der Beleidigung blieb es bei den 10 M. Strafe. Bei der Verkündigung des>UttheiIs hob der Präsident des Gerichts aus- drücklich hervor, daß Herr v. Plessen kein Recht hatte, die beiden Rostocker Arbetter aus dem Hause zu entfernen, und daß er eine direkte Gesetzesverletzung begangen habe, als er den einen Arbeiter gewaltsam aus dem Wahllokal entfernte. Soziales. Zur Linderung de« Wohnungselends in Magdeburg» das von der.Volkssttmme" in mehreren Nummern eingehend be- sprochen worden war, sollen nun von der Gemeindeverwaltung um- fassende Vorkehrungen gettoffen werden. Eine neue Regelung deS SubmissionSwefenS ist in Frank- furt a. M. im Werke. Vor drei Jahren hatten die Stadtverordneten den Magistrat aufgefordett, die aus dem Jahre 1837 stammenden Vorschriften einer Prüfung zu unterziehen. Der Magistrat beauf- ttagte dann die Baudeputation, das Ticfbauamt und das Gewerbe- gericht, Abänderungsvorschläge zu machen. Da die städttsche Bau- Verwaltung den Hauptantheil an den Submissionen hat, wurden auch der Architekten- und Jngenieurvercin sowie der Baugewerken- verein zu den Verhandlungen zugezogen; die Staatsbauverwaltung und die Eisenbahn-Verwaltung unterzogen ihre Submissionsvetträge ebenfalls einer Prüfung, und die neuen staatlichen Bestimmungen dienten, soweit nicht die besonderen städttschen Verhältnisse Ab- weichungen bedingten, jenen Verhandlungen als Unterlage. Im vorigen Jahr ging das Material an eine Kommission. Auf grund der Arbeiten dieser Kommission hat nun der Magistrat den Stadt- verordneten vier Entwürfe vorgelegt, die folgendes enthalten: 1. eine Dienstanweisung für die Vergebung von Arbeiten und Lieferungen; 2. die Bewerbsbedingungen für die Vergebung von Arbeiten und Lieferungen; 3. die Verttagsbedingungen für die Ausführung von Bauarbeiten oder Banlieferungen; 4. allgemeine Vertragsbedingungen für die Ausführung von Leistungen und Liefe- rungen, mit Ausnahme von Bauarbeiten und Baulieferungen. Die wesentlichsten Abänderungen der früheren Bestimmungen Betreffen folgendes: Um den kleineren Unternehmern die Betheiligung an den Submissionen zu erleichtern, ist vorgeschrieben: daß die Arbeiten thunlichst in die für das betreffende Gewerbe stille Zeit zu legen sind, daß in geeigneten Fällen vom Untemehmer Angaben über die beabsichtigte Vergebung von Arbeiten an U n t e r« U n t e r n e h m e r gefordert werden können, daß die Zuschlags- und Lieferungsfristen angemessen und ausreichend zu bestimmen find, daß Kostenersatz für Vcrdingungsanschläge unter 1000 M. in der Regel nicht beansprucht wird, und daß auf Sicherheitsleistung bis zu 200 M. ganz, bis zu 1000 M. bedingt verzichtet werden kann. Daneben ist die Be- stimmung beibehalten worden, daß umfangreichere Ausschreibungen thunlichst zu z e r l e g e n sind. Um unsoliden Unterbietungen, namentlich auch solchen vorzubeugen, die auf Kostendes Arbeits- l o h n e s gemacht werden, ist bestimmt: daß die niedrigste Forde- rung als lolche bei der Zuschlagsettheilung keineswegs unbedingt zu berücksichttgen ist und namentlich dann unberücksichtigt bleiben kann, wenn sie einen unverhältnißmäßigen Ab- stand von den übrigen Angeboten zeigt; daß von der Berücksichtigung ausgeschlossen bleiben solche Angebote, deren Preisforderung in offenbarem Mißverhältniß zu der Arbeit oder Lieferung steht, oder welche die Merkmale ungenügen- der Erfahrung und Sachkenntniß oder deS unlauteren Wett- bewerbes an sich ttagen, oder Angebote, die für süchtige AuS- führung keine Sicherheit bieten, oder bei denen genügender Anlaß zu der Annahme vorliegt, daß die in ihrem Betrieb gezahlten Löhne hinter den üblichen Löhnen wesentlich zurück bleiben. Bei engeren Bewerbungen und freihändigen Vergebungen ist in angemesieiler Reihenfolge mit den auf« zuforderndcn Unteniehmern a v z u w e ch s e l n. Im Interesse eines ordnungsmäßigen Geschäftsgänge« ist eine Vorschrift als zulässig erachtet, nach der die verspätete Einreichung der Rechnungen mit einer Konvcnttonalstrafe bis zu ö pEt. deS Rechnungsbetrages belegt werden kann. In die Bauverträge ist eine Bestimmung aufgenommen, welche die Stadt gegen Patent- und ähnliche Ansprüche dritter schützt und welche die für derartige Ansprüche zu zahlenden Gebühren dem Unternehmer auferlegt. Der Ersatzanspruch der Stadt gegen die säumige» Unternehmer ist auf den nachweislich entstandenen Schaden ein« geschränkt. Der Unternehmer ist auch dann, wenn er die übernommenen Arbeiten an Unter-Unternehmer abgiebt, für die Erfüllung aller Ber« Kindlichkeiten als selbstschuldender Bürge hastbar gemacht. Diese Haftbarkeit umfaßt insbesondere auch die Verpflichtungen, welche dem Unter-Unternehmer gegen die Arbeiter selbst(Lohn) oder ftir diese aus den Versicherung'sgesetzen obliegen, und zwar derart, daß für die Erfüllung dieser Verbindlichkeit auch die von dem Unternehmer ge- leistete Sicherheit in Anspruch genommen werden kann. Die Sicher« hcits-Leistung ist auf grund der bei der Stadt-Hauptkasse geltenden Hinterlcgungs-Ordnung geregelt worden. Zur Beilegung von Streitigkeiten ist die Einsetzung eines Schiedsgerichts vorgesehen.— Zur Aufnahme einer Bestimmung, wonach die Submittenten sich verpflichten müßten, ihren Arbeitern die in dem betreffenden Gewerbe ortsüblichen Lohn- und sonstigen Arbeits« Bedingungen zu gewähre«, scheint man sich nicht auf« geschwungen zu haben. Ohne die Anerkennung dieses Grundsatzes. woran sowohl die Arbeiter wie der anständige Theil des Unter- nehmerthums ein dringendes Interesse haben, würde die neue Regelung deS Submissionswesens an dem hauptsächlichsten Uebelstand, der unsoliden Unterbietung, nicht viel ändern. Urhko Llarszrirlzten and Depeschen. Wieder ein Grubenunglück. Herne, 27. Dezember. In der Zeche„Friedrich der Große" fand heute eine Explosion schlagender Wetter infolge gesetz- widriger Oeffnung einer Sicherheitslampe statt. Acht Bergleute wurden zum theil schwer verletzt; getödtet wurde niemand. Berlin, 27. Dezember.(W. T.B.) Der Staatsminister Graf v. Zedlitz und Trützschler zu Nieder-Großen-Borau in Schlesien ist zum Cberpräsidenten der Provinz Hessen-Nassau ernannt werden. Krefeld, 27. Dezember.(W. T. B.) Die San: metweber, welche mit der neuen Lohnliste nicht einverstanden find, deabsichngen in den Ausstand zu treten; nachdem bereits im Anfang des De« zember die Sammetweber die Firma Ebele u. Ko. die Arbeit nieder- gelegt, brachten heute Vormittag sämmtliche Weber der Firma Motau und Leendertz ihre Kündigung ein. Die Weber der Finna L. F. Scheibler, Nachfolger, wollen morgen in den Ausstand treten. Wien, 27. Dezember.(B. H.) Wie aus Reichenau ge« meldet wird, ist der Tourist Frosch aus Wien von der BockSgrube abgestürzt. Er wurde bisher nicht aufgefunden. Wien, 27. Dezember.(B. H.) In der vergangenen Nacht wurde die am O k t a k r i n g Hierselbst wohnende Prostituitte Franziska H o f e r von unbekannten Thätern m gräßlicher Weife ermordet. Prag, 27. Dezember.(W. T. B.) Die Versammlung der deutsch- fottschrittlichen Landtags-Abgeordncten hat beschlossen, sich an den Vcrhandlungeu des Landtages nicht zu betheiligen. Kauea, 27. Dezember.(B. H.) Die internationale» Truppe» verlassen demnächst Kreta; die vier Mächte belassen nur je ei» Bataillon auf der Insel._ : Babing in Berlin. Hierzu S Beilage»». UnterhaltnugS�latt. Nr. 303. 15. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, 28. Dezember 1898. 0 Konferenz der sozialistischen Gemeindevertreter der Provinz bazu setzen find, diese Zuſammenkunft zu veranlaſſen. Wir haben verlangen, das sie uns garnicht geben können. werden. Brandenburg. Um 1 hr soll eine anderthalbstündige Mittagspause gemacht Die Präsenzliste ergiebt die Anwesenheit von 46 Gemeindebertretern. zu ber Thomas Rigdorf: Ich weise zunächst darauf hin, wie wir machen, wenn wir von den Gemeinden das allgemeine Wahlrecht. gekommen durch verschiedene daß Partei- Obst- Schöneberg: Wir vergeben uns unseren Genossen gegens genossen in den Stadtverordneten- Versammlungen sich gegenseitig über nichts, wenn wir die Forderung in der Fassung aufstellen, besser verständigen müssen. Es soll nicht ein festes Programm ge- die die Brandenburger vorschlagen. Uns würde die städtische KörperIn Wilte's Restaurant, Andreasstr. 26, trat gestern um 10 Uhr die schaffen werden, das unter allen Umständen ganz stritte von jedem schaft von Schöneberg auslachen und niederstimmen, wenn wir mit Konferenz der sozialistischen Gemeindevertreter der Provinz Branden einzelnen Orte durchgeführt werden muß. Dazu sind namentlich die Punkt 1 in der Berliner Fassung kämen. burg zusammen. finanziellen Verhältnisse in den einzelnen Orten Singer: Ich muß mich wundern, daß derartige Diskussionen Singer eröffnete die Verhandlungen mit dem Hinweise, daß der schieden. Trotzdem muß aber doch eine gewisse ge- unter uns playgreifen. Die Aengstlichkeit, nur ja nicht etwas zu Parteitag der Provinz Brandenburg ein gemeinsames Programm für meinsame Grundlage geschaffen werden. Die Genossen haben jetzt fordern, was die Gegner uns nicht gewähren werden, erscheint mir die Wahlen in die Gemeindevertretungen für wünschenswerth erachtet und oft an zwei verschiedenen Orten eine ganz gegentheilige Stellung wirklich nicht angebracht. Das allgemeine, gleiche direkte und ge die Aufgabe, ein derartiges Programm zu entwerfen, den sozial- eingenommen, z. B. in Rirdorf und Weißensee bezüglich der Schul- heime Wahlrecht ist die Basis unserer Agitation, die erste Forderung, demokratischen Stadtverordneten Berlins überwiesen habe. Diese zulage der Stadt Berlin. Durch die heutige Versammlung wollen die wir überhaupt aufstellen. Die Brandenburger scheinen zu glauben, haben unter Theilnahme einer Anzahl Genossen von außerhalb den wir auch eine bestimmte Richtschuur schaffen, nach der die Agitation daß der Antrag in ihrer Fassung Aussicht auf Annahme in den Geim„ Vorwärts" veröffentlichten und hier vorliegenden Programm- betrieben werden soll. Zunächst muß darauf hingearbeitet werden, meindevertretungen hat. Ja, meinen Sie denn, daß eine Dreiklaffenentwurf ausgearbeitet. Die Konferenz habe mun den Zweck, daß das Wahlgesetz umgeändert wird, und wir das allgemeine wahl- Körperschaft sich selbst das Grab graben, sich selber zum Tempel diesen Entwurf zu prüfen und das Programm festzustellen. Im Wahlrecht bekommen. Das jezige Wahlgesetz zur Kommune ist bei hinausjagen wird? Was wir verlangen, ist eine programmatische einzelnen mögen fich Meinungsdifferenzen herausstellen, aber nahe ebenso schlecht, wie das Wahlrecht zum preußischen Landtag, Forderung für die Wahlen. Wir gehen mit dieser Forderung in den über die Prinzipien, die dem Programm zu grunde wenn auch nicht ganz so schlecht. Es ist doch möglich, daß wir Ver- Wahlkampf, um die Massen zu paden, sie zu begeistern, sie zur Theilliegen, brauche nicht erst diskutirt zu werden. Nur der treter in die Kommunen hineinschicken können. In manchen Orten nahme an den Kommunalwahlen aufzurütteln. Mit einer Weg sei zu suchen, wie diesem Programm am besten in den Ge- fönnen wir die dritte Abtheilung vollständig besetzen, so hoffen wir so verschwommenen Fassung, wie die Brandenburger sie vor meindevertretungen Geltung zu verschaffen sei. Diese Aufgabe babe in Rigdorf, bei der nächsten Wahl das durchzuführen. Diese Mög- schlagen, tommen wir nicht weiter. In bezug auf die zu die Konferenz zu erfüllen. Redner wünscht, daß ihre Arbeiten zu lichkeit muß in erster Linie ausgenutzt werden. Wir müssen also für erhoffende Majorität unserer Genossen in manchen Kommunen bin einem gedeihlichen Erfolge führen werden, und erklärt damit die das allgemeine Wahlrecht Propaganda machen, nicht blos darauf hin- ich nicht so ängstlich( Heiterkeit), ich glaube auch nicht an Rigdorf. Konferenz für eröffnet. wirken, wie der Brandenburger Antrag besagt, sondern es direkt verlangen,( Heiterfeit.) Wenn wir aber in der Majorität sind, dann werden Auf Vorschlag von Sonnenburg werden in das Bureau gewählt Wir haben schon einmal einen Antrag durchgesezt auf Abänderung wir das in der Gemeinde einführen, was innerhalb der heutigen als erster Vorsitzender Singer, als zweiter Vorfigender Thiele- des aktiven und passiven Wahlrechts der Beamten, die Steuern be- Gesellschaftsordnung durchführbar ist. An den Geldsäcken, an der Brandenburg und Pieper- Spandau als Schriftführer. zahlen. Dieser Antrag soll dem Landtag unterbreitet werden, damit Lust und dem Willen der Bourgeoisie, mehr Steuern zu bezahlen, In der Geschäftsordnung wird festgesetzt, daß die Referenten die Landgemeinde- Ordnung dementsprechend abgeändert wird. Ich werden wir uns dabei freilich nicht fehren. Wenn wir aber die eine Redezeit von 30 Minuten, die Redner in der Diskussion eine stehe auf dem Standpunkt der Offenbacher Parteigenossen, wo prophe Majorität in einer Gemeinde haben, dann brauchen wir diese KomRedezeit von 15 Minuten haben sollen. zeit wird, daß die Genossen demnächst die Majorität in der Stadt- munalvertretung nicht erst aufzufordern, für das allgemeine Wahlverordneten- Versammlung haben werden. Run fürchtet man, recht einzutreten, dann sind unsere Genossen in der Vertretung die daß in diesem Fall unsere Gegner bon uns vergewaltigt geborenen Vertheidiger des allgemeinen Wahlrechts. Bei dem Anwerden. Aus solchem Holz sind wir aber nicht ge- trag der Brandenburger handelt es sich, nehmen Sie mir's schnitzt. Wir gewähren den Gegnern die volle Rede- nicht übel, mur um eine Wortlauberei.( Zustimmung.) Als Gäste sind die Genossen Pollender und Lehmann aus Leipzig Wahlgefeß eingeführt wird, wo jede Partei und jede Klaffe ihrer Ziel in bezug freiheit und Proportionalvertretung. Wir wünschen, daß ein Wir müssen im kommunalen Aktionsprogramm unser letztes auf das Wahlrecht hinstellen: die Er Singer heißt sie herzlich willkommen und hofft, daß fie der Stärke entsprechend vertreten ist. Aus den Gemeindewahlen gehen lämpfung des allgemeinen gleichen Wahlrechts. Ob dies in den Konferenz mit ihren Erfahrungen zur Seite stehen werden. noch verschiedene andere Körperschaften hervor, zunächst der Amts- Rathhäusern, in den Parlamenten oder im Wahlkampfe zu erringen Eingelaufen ist folgender Antrag der sozialdemokratischen Stadt- allen Gelegenheiten überſtimmt. Ebenso verhält es sich in den Ich kann mir kein sozialdemokratisches Programm denken, das nicht ausschuß bei den Landgemeinden. Hier werden wir wie bisher bei ist, ist eine Frage, die uns im Augenblicke nicht zu beschäftigen hat. berordneten von Brandenburg a. H., der mit zur Diskussion ge- Kuratorien; da hält man uns auch fern. Aus der Gemeindever- an erster Stelle die Forderung des allgemeinen Wahlrechts enthielte. stellt wird: tretung geht ferner der Kreistag hervor. Der uns zugegangene Programm- Vorschlag hat u. a. den diesem Jahr zuerst an der Kreistagswahl betheiligt. Bei der zu Wir haben uns in Gemeindepetitionen könnten sein, dies Wahlrecht ein Weg sein, erreichen, wenn der Landtag anders aussieht, als Fehler, daß er nicht flar erkennen läßt, welche Forderungen jezigen Zusammensetzung ist es uns nicht möglich, ein Mit- heute. wir direkt an die Gemeindebehörden stellen Forderungen, glied in den Kreistag zu wählen. Der Kreistag hat sehr wichtige für die Gemeindewahlen rühren, ( Buruf: Wahlbetheiligung!) Ich würde keinen Finger wenn sie unter demselben welche die Gemeinde ohne weiteres auf dem Boden der geltenden Befugnisse; er verfügt über das Kreisvermögen, tanu Anleihen auf- System wie die Landtagswahlen stattfänden.( Sehr richtig!) Gesetzgebung erfüllen kann und welche Forderungen wir nur nehmen und die Kreisangehörigen mit Abgaben belasten. Es tönnen Ich bitte Sie, den Punkt 1 in der Berliner Fassung anzunehmen. insoweit an die Gemeindebehörden richten, als diese gemein- uns also durch den Kreistag große Verpflichtungen auferlegt Wir wollen uns in die Rücksichtnehmerei auf die Gegner nicht zu schaftlich mit den anderen Faktoren der öffentlichen Meinung in werden; da wollen wir auch mitreden. der einen oder anderen Weise eine Gesetzgebung im Sinne unserer geht der Provinzial- Landtag hervor. Aus dem Kreistag sehr vertiefen. Ei, wenn wir nur das fordern möchten, was unsere bezüglichen Forderungen herbeiführen helfen sollen. Wir meinen, Aussicht haben, Wenn wir auch keine Gegner uns geben wollen, dann hätten wir sehr viel aus unserem in diesen daß eine sorgfältige Sichtung des Materials für die Wahlagitation wir hineinzukommen, so müssen Programm zu streichen. Hier handelt es sich viel weniger um eine doch auch darauf hinstreben. Jetzt werden Anträge Forderung an die Gemeindevertretung, als um eine Forderung an unsere Propaganda erleichtert und sie wirksamer macht, zumal von uns niedergestimmt, nur weil sie von uns kommen, Anträge, die Masse, sich für das Wahlrecht in Aktion zu setzen. I damit zugleich den Gegnern die oft unkontrollirbare Gelegenheit die hinterher die gegnerische Seite selbst stellte. Da dürfen wir uns Gerischer Luckenwalde: Der Brandenburger Antrag ist mir erschwert wird, aus formalen Unebenheiten Täuschungen und Ver- von unseren Gegnern nicht abschrecken lassen. Wir müssen also vor weniger sympathisch, weil er ziemlich dasselbe, nur in abgeschwächter drehungen zu erzeugen. Unsere Berichtigungen finden doch nicht allen Dingen die Umänderung des Wahlrechtes bewirken. Selbst Form wie der Berliner Antrag besagt. Mögen unsere Gegner über immer dieselben Wege, welche die Irrthümer und Verdrehungen wenn wir die Majorität in den Stadtverordneten- Versammlungen unsere Anträge lachen, wir faffen uns nicht beirren. Denn wir genommen haben. bekommen, ist auf einmal ein es selbstverständlich ausgeschlossen, daß wir wissen, unsere Forderungen liegen im Interesse der arbeitenden sozialdemokratisches Gemeinwesen in den Klasse. einzelnen Orten bekommen. Wir werden immer den Verhältnissen, namentlich den finanziellen Verschiedenheiten der einzelnen Orte Rüdficht absichtlich nicht angefochten, weil die Kommune in jedem einzelnen Huth Brandenburg: Die Frage des Armenrechts haben wir tragen müssen. Wir können nur verlangen, was nach Lage der Fall sagen kann, das und das ist keine Armenunterstützung. Berhältnisse möglich ist. Aber die Kliquenwirthschaft in den Stadt( Singer und Bruns rufen: Das ist nach dem Verwaltungsverordneten- Versammlungen muß aufhören. 28o es gilt, gegen uns gerichts- Erkenntniß eben nicht möglich!) Singer will die Einführung uns da. Wir müssen dahin streben, daß alle Sachen, die im Interesse trachtet wiffen. Das steht aber in dem Punkt 1 nicht drin. Dann Front zu machen, stehen jezt alle anderen Parteien geschlossen gegen des allgemeinen Wahlrechts nur als Propaganda für die Wahlen bedes Gemeinwohls liegen, durchgefeßt werden, z. B. daß die Obdach mußte es gejagt werden. lofen am Tage nicht der Kälte und dem Hunger preisgegeben werden, Ich empfehle Ihnen also die Annahme unseres Antrages, überall wo die Möglichkeit dazu vorhanden ist, Propaganda für das allgemeine Wahlrecht bei den Gemeindewahlen zu machen. Die Diskussion wird eröffnet. erschienen. Wir glauben, daß der von uns angestrebte Zweck der Propaganda besser erreicht würde, wenn in der Einleitung und in den Abfägen 1 und 2 die Aenderungen vorgenommen werden, die wir hier vorschlagen, und beantragen daher, aus dem Text des ( der Einladung zur Konferenz beigegebenen) Programmvorschlags die in dem hier folgenden Abdruck gesperrten Worte zu streichen: Entsprechend dem Programm der sozialdemokratischen Partei Deutschlands werden für die Wahlen zu den Gemeindebertretungen folgende Forderungen aufgestellt: 1. Für die Wahlen zu den Gemeindevertretungen ist das all gemeine, gleiche, geheime, direkte Wahlrecht einzuführen. Das Wahlrecht darf durch den Empfang irgend welcher Unterstügung aus Gemeindemitteln nicht aufgehoben oder beschränkt werden. Die Wahlen haben des Sonntags stattzufinden. Gerstenberger- Weißensee: Wer als Sozialdemokrat in eine Gemeindevertretung gewählt ist, muß seine himmelstürmenden 3deale zunächst zurückſteden und sich im Gefühl einer gewissen Enttäuschung zunächst mit praktischen Dingen befassen, die vielen Genossen, allerdings mit unrecht, als unwichtig erscheinen. Der Antrag 1 ist präziser gefaßt, als der Antrag Brandenburg, Buntt 1 mur agitatorische Bedeutung. Wir sollten bei den Wahlen in die Gemeindevertretungen diesen Punkt in den Vordergrund stellen. Ohne Drud von außen tönnen wir das allgemeine Wahlrecht für die Kommunen nicht erringen. Gewiß hat 2. Auf dem Gebiete des Schulwesens fordern wir: Weltlichkeit der Schulen. Obligatorischen Besuch der Volksschulen. Unentgeltlichkeit des Unterrichts und der Lehrmittel in den Volksschulen, sowie in den höheren Bildungsanstalten für diejenigen Schüler der Volksschulen, die Kraft ihrer Fähigkeiten zur weiteren Ausbildung geeignet erachtet werden. Errichtung von Schultantinen zur Verpflegung der Schultinder. Schulärzte zur regelmäßigen Prüfung und ärzt lichen Beaufsichtigung der Schüler, der Schulen und Schul- EinRezerau Rigdorf: Wir müssen unsere größte Aufmerkſamrichtungen. Schaffung einer Klassenfrequenz, die einen feit gerade dem Punkt 1 widmen. Unsere Gemeindevertreter müssen gedeihlichen Unterricht ermöglicht. Besondere Schulklassen in den Gemeinden entsprechende Anträge stellen, die von einer für minder Befähigte. Verbot jeder Erwerbsthätigkeit schul- Agitation im Orte selbst begleitet sein müssen. Durch diese pflichtiger Kinder. Obligatorischen Fortbildungsunterricht für Agitation kommt größeres Leben unter die Genossen. Manche unserer beide Geschlechter bis zum 18. Lebensjahre. Stadtverordneten warten nur auf Anträge der Gegner, statt eigene Ertheilung des Fortbildungsunterrichts an Wochentagen zu stellen. während der Arbeitszeit. Errichtung und Ausbildung von Voltsbibliotheken und Lesehallen. Dagegen beantragen wir, die betreffenden Theile des Programms nach Einfügung der hier fettgedruckten Worte in folgender Fassung anzunehmen: Entsprechend dem Programm der sozialdemokratischen Partei Deutschlands werden an die Gemeindevertretungen folgende Forderungen gerichtet: V Gruhl Nowawes empfiehlt den Antrag Brandenburg. Die Forderung des allgemeinen Wahlrechts für die Kommunen gehört nicht vor die Gemeindevertretung, sondern vor den Landtag. In unser fommunales Aftionsprogramm gehört nur das, was wir auf grund Daß wir überall für das allgemeine gleiche Wahlrecht eintreten, unjeres Programms in den Gemeindevertretungen zu fordern haben. steht in unserem Parteiprogramm. J M Sonnenburg Friedrichshagen befürwortet den Berliner Antrag. Huth's Befürchtung, die Aktion der Brandenburger Genossen tönnte durch Annahme des Berliner Antrags gelähmt werden, sei völlig grundlos. Hierauf wird ein Schlußantrag angenommen. Nach einem furzen Schlußwort des Referenten wird Punkt 1 in der Berliner Fassung mit übergroßer Mehrheit angenommen. Programm- Entwurfs: Singer Berlin hält nunmehr das Referat zu Punkt 2 des Auf dem Gebiete des Schulwesens fordern wir: Weltlichkeit der Schulen. Obligatorischen Besuch der Volksschulen. Unents geltlichkeit des Unterrichts und der Lehrmittel in den Volksschulen, sowie in den höheren Bildungsanstalten für dies jenigen Schüler der Volksschulen, die kraft ihrer Fähigkeiten zur weiteren Ausbildung geeignet erachtet werden. Errichtung von Schultantinen zur Verpflegung der Schulkinder. Schuls ärzte zur regelmäßigen Prüfung und ärztlichen Beaufsichtigung der Schüler, der Schulen und Schuleinrichtungen. Schaffung einer Klassenfrequenz, die einen gedeihlichen Unterricht ermöglicht. Besondere Schulklassen für minder Befähigte. Verbot jeder Erwerbsa thätigkeit schulpflichtiger Kinder. Obligatorischen Fortbildungsa unterricht für beide Geschlechter bis zum 18. Lebensjahre. Gra theilung des Fortbildungsunterrichts an Wochentagen während der Arbeitszeit.Errichtung und Ausbildung von Volksbibliotheken und Lesehallen. Parteigenossen! Wenn wir nunmehr in die Berathung zu stellen haben, so müssen wir uns zunächst mit dem großen Gebiete der zweiten Forderung eintreten, die wir in der Gemeindevertretung des Gemeindeschulwesens beschäftigen, welches durch einen vernünftig gestalteten Unterricht dazu beitragen muß, Bildung und Aufklärung mehr als bisher in die Massen der Bevölkerung zu tragen und die Jugend der Arbeiterbevölkerung auch schon in der Schule mit den Dingen vertraut zu machen, die ihr den Kampf ums Dasein zu er leichtern geeignet sind. Ich wende mich gleich zu den einzelnen Forderungen. Die erste derselben ist: Weltlichkeit der Schulen. Huth Brandenburg freut sich über die Unterstügung, die der 1. Für die Wahlen zu den Gemeindevertretungen ist von diesen Antrag Brandenburg durch einen Nicht- Brandenburger wie Gruhl auf Einführung des allgemeinen, gleichen, geheimen, gefunden hat. Die Gemeindeverwaltung ist nicht die Adresse, direkten Wahlrechts hinzuwirken. Das Wahlrecht darf an die die Forderung auf Einführung des allgemeinen burch den Empfang irgend welcher Unterſtügung aus Ge gleichen Wahlrechts zu richten ist. Deshalb ist der Antrag Brandenmeindemitteln nicht aufgehoben oder beschränkt werden. Die burg der einzig präzise. Die Instanz für dieses Verlangen ist der Wahlen haben des Sonntags stattzufinden. Landtag. Auch die Brandenburger Genossen stehen auf dem Boden Diesen Punkt werden wir ja durch eine schließliche Entscheidung 2. Einflußnahme auf die Gesetzgebung behufs Verwelt: des sozialdemokratischen Programms, das ja das allgemeine gleiche der Gemeinden selbst nicht herbeiführen, er muß auf dem Wege der lichung der Schulen und Herbeiführung des obligatorischen Wahlrecht für alle Wahlen vorsicht. Aber der Berliner Vorschlag Gefezgebung erkämpft werden. Aber wir sind der Meinung, daß Besuch der Voltsschulen. Unentgeltlichkeit des Unterrichts ist sprachlich und redaktionell falsch. Ich hoffe, wir werden uns hier wir gelegentlich der Wahlen zur Gemeindevertretung die Massen und der Lehrmittel in den Volksschulen, sowie in den höheren verständigen und man wird uns nicht zu majorisiren versuchen. mehr und mehr darüber aufklären müssen, wie schädlich die Bildungsanstalten für diejenigen Schüler der Volksschulen, Bruns Berlin bittet den Berliner Borschlag anzunehmen. heutige Schulverfassung ist, um unsere anderen Forderungen die Kraft ihrer Fähigkeiten zur weiteren Ausbildung geeignet Jm Punkt 1 ist auch davon die Rede, daß die Armenunterstüßung auf dem Gebiete des Schulwesens erst überhaupt erklären zu können. erachtet werden. Errichtung von Schultantinen zur Ver- nicht den Verlust des Wahlrechts zur Folge haben darf. Nun hat Wir verlangen Weltlichkeit der Schulen; wir wollen den Religions pflegung der Schultinder. Schulärzte zur regelmäßigen Prü- das Ober- Verwaltungsgericht es thatsächlich als der Gesetzgebung unterricht aus der Schule heraus haben, wir wollen die Schule loss fung und ärztlichen Beaufsichtigung der Schüler, der Schulen entsprechend erklärt, daß schon Rückstände in Krankenhausgeldern den lösen von allen dogmatisch- konfessionellen Fesseln, die ihr heute aufund der Schuleinrichtungen. Schaffung einer Klassen- Berlust des Wahlrechts zur Folge haben. Hier hat aber Branden- gelegt sind.( Sehr richtig!) Wir wollen die Schule für den frequenz, die einen gedeihlichen Unterricht ermöglicht. Be- burg nicht bemängelt, daß eine Abänderung der Gesetzgebung noth- Zweck frei machen, den sie überhaupt zu verfolgen hat. Wir sondere Schulklassen für minder Befähigte. Verbot jeder Erwendig ist. Analog verhält es sich mit den Fortbildungs- wollen nicht, daß die Religion, ganz gleich welaje, einen überwiegen werbsthätigkeit schulpflichtiger Kinder. Obligatorischer, Schulen, die in der Gewerbe- Ordnung ihre gesetzliche Grund- den Theil des Unterrichts bildet. Entsprechend unserem Programm, mindestens 3 Jahre dauernder Fortbildungsunterricht. Er lage haben, aber auch hier wird von den Brandenburgern daß Religion Privatsache ist, hat jeder das Recht, für sich und seine theilung des Fortbildungsunterrichts an Wochentagen während nichts bemängelt. Wir stellen ja feineswegs nur Fordes Kinder auf diesem Gebiete zu thun und zu lassen, was ihm gefällt. der Arbeitszeit. Errichtung und Ausbildung von Bolts- rungen, die allein durch die städtischen Körperschaften zu Wir greifen nicht mit rauher Faust in das Herz unseres Volkes, wir bibliotheken und Lesehallen. ermöglichen find, sondern wir drüden in unserm Programm all wollen den Leuten, die nun einmal, sei es aus Unbildung, aus Ges gemein unsere Ziele auf kommunal- politischem Gebiet aus. Wir ver- wohnheit, aus Zwang, gewisse Dinge, die wir überwunden haben, langen, um den Arbeitern die Vertretung in der Kommune zu noch für nothwendig erachten, unsere Ansicht nicht aufdrängen, wir fichern, das allgemeine Wahlrecht als Grundforderung. Wir haben in der Berliner Stadtverordneten- Versammlung sogar den Antrag auf Einführung des allgemeinen, gleichen Wahlrechts gestellt und er ist verhandelt worden. Unser Antrag ist präziser, kürzer und dem Programm entsprechend. Nehmen Sie den Berliner Antrag an. Die sozialdemokratischen Stadtverordneten von Brandenburg a. H. Neuded. Suhle. Sidow. Thiele. Huth. Schnelle. Einziger Punkt der Tagesordnung ist die Berathung des Berliner Programmentwurfs. Referent zu Puntt 1: Für die Wahlen zu den Gemeinde bertretungen ist das allgemeine, gleiche, geheime, direkte Wahlrecht einzuführen. Das Wahlrecht darf durch den Empfang irgend welcher Unterstügung aus Gemeindemitteln nicht aufgehoben oder beschränkt werden. Die Wahlen haben des Sonntags stattzufinden.- ist wollen sie nur aufklären und belehren. Aber wir wollen die Neligion zur wirklichen Privatsache machen. Es sollen diejenigen, die das Bedürfniß nach religiösen llebungen für sich und ihre Kinder haben, die Leute, die ihnen dieses Bedürfniß befriedigen, aus ihrer eigenen Tasche bes zahlen; wir wollen nicht die Gemeindemittel dafür in Anspruch ges Thiele Brandenburg: Mit dem Hinweis auf die Fort- nommen sehen. Der zweite Grund, weshalb wir die Weltlichkeit bildungsschulen hat Genosse Bruns recht unglücklich operirt. Wo ist der Schule haben wollen, besteht darin, daß wir einen Zustand nicht, es denn verboten, daß Fortbildungsschulen für die weibliche Jugend länger im Jntereffe der Bevölkerung dulden können, in dem das errichtet werden? Wir würden garnichts erreichen, ja uns lächerlich| dogmatische Wissen, was die Religion bringt, weit über Gebühr hinaus = V es Punkt 3 und 4 des Programms haben folgenden Wortlaut: 3. Einrichtung und Unterhaltung einer geregelten Krankenund Gesundheitspflege unter Beachtung aller vorbeugenden Mittel( z. B. öffentliche Bade- Anstalten, Schulbäder, durch ans steckende Krankheiten nothwendig werdende unentgeltliche Desinfettion, Spielpläge, Unterstützung des freiwilligen Turnwesens, Schaffung von Berufs- Feuerwehren, Wohnungs- und Straßenhygiene u. s. w.). ben Unterricht überwuchert. Wenn wir selbst hier in Berlin, das seiner der Hausindustrie, die zum theil abgeschlossen, zum- theil noch im Prinzip anerkennen, sondern müsse sie auch praktisch bethätigen. Die finanziellen Kapazität nach mehr leisten kann, als andere kleinere gange sind, mitgetheilt hat. Ich kann Ihnen die Zahlen aus Frage der ungleichen Schulgeldhöhe für ortsangehörige Kinder und Kommunen, einen Zögling aus der Volksschule prüfen, so werden Charlottenburg, Nirdorf, Dresden mittheilen. Von 10 993 Kindern Kinder von außerhalb sei ja eigentlich prinzipiell dadurch erledigt, wir finden, daß er sein Gesangbuch gut auswendig kennt, in der der 14 Schulen Charlottenburgs find 979 erwerbsmäßig beschäftigt, daß die Sozialdemokratie unentgeltlichen Schulunterricht fordert. Bibel leidlich Bescheid weiß; wenn wir uns ihn aber ansehen auf also nahezu 10 pct., von 5552 Knaben und 5441 Mädchen. Es be- Sei aber in dem speziellen Falle irgendwo eine besonders gute feine Kenntnisse, die für das praktische Leben erforderlich find ich finden sich im Alter von 6-7 Jahren allerdings nur 8 Kinder, von Schule, welche start von außerhalb frequentirt werde, so müsse die will nicht einmal von Naturwissenschaften sprechen sondern nur 7-8 Jahren 49, von 8-9 Jahren 77, 9-10 Jahren 112, 10-11: Frage vom Standpunkt des Gemeindevertreters behandelt werden in der deutschen Sprache, in bezug auf Briefschreiben u. f. tv., 126, 11-12: 176, 12-13: 256, 13-14: 165. Es befinden und da heiße es dann thatsächlich: die Ortsangehörigen haben den so werden wir ein großes Manko erbliden. Dieses Manto sich also 246 Kinder im Alter unter 10 Jahren. Der Beginn Vorrang. Es sei hier bei der Schule wie auch bei den Krankenist wesentlich darauf zurück zu führen, daß Stunden in der der Arbeitszeit für diese Kinder liegt bereits bei einigen auf häusern, wo auch schließlich dieser Grundsatz, der manchmal eine Härte Religion zahlreich gegeben werden, aber nicht diejenige Vorbereitung 31/2 Uhr morgens, zwischen 4-5 Uhr bei 237 Kindern, zwischen in sich schließen werde, zum Durchbruch werde kommen müssen. dem Kinde zu theil wird, die es für das praktische Leben braucht. 5-6 Uhr bei 242, zwifchen 6-7 bei 68 Kindern. Die tägliche Was nun die Einwendungen Huth's anlange, so ſei Wir wollen ferner die unentgeltlichkeit des Unterrichts und der Arbeitszeit dieser Kinder beträgt 9-10 Stunden bei 21, 8-9 bei 20, nicht möglich, das Programm das Programm auf spezifisch Brandenburger Lehrmittel in den Volksschulen. Das ist auch ein alter Programm- 7-8 bei 36, 6-7 bei 62, 5-6 bei 85, 4-5 bei 78 Kindern. Von Verhältnisse zuzuschneiden. Dem 17jährigen Gesellen schade es punkt der Sozialdemokratie. Die Unentgeltlichkeit der Lehrmittel ist diesen Kindern müssen 8: 20 Treppen steigen, 51: 40 Treppen und 7 übrigens gar nicht, wenn er noch bis zum 18. Jahre in die Forts das nothwendige Korrelat zur Unentgeltlichkeit des Volksschul- Unter- müssen 60 Treppen steigen. Es giebt eine Anzahl, die beim Ausbildungsschule gehe. Wie Huth als Sozialdemokrat die Streichung richts. Wir wollen dadurch erreichen, daß die vergiftenden Gegensäge tragen von Backwaaren, Zeitungen am Morgen vor der Schule bereits der Worte für beide Geschlechter" vertheidigen könne, verstehe zwischen Arm und Reich nicht bereits in die Herzen der Kinder 100 Treppen gestiegen sein müssen. Ganz ähnlich liegen die Verhält- er nicht. eingepflanzt werden; daß der Knabe der Eltern, die ihm die Lehr- nisse in Nigdorf. Es hat sich herausgestellt, daß diese beschäftigten Punkt 2 wird in der Berliner Fassung hierauf fast einstimmig mittel beschaffen können, sich nicht erhaben dünft über denjenigen, Kinder 27,82 pct. in der oberen, 21,44 pct. in den mittleren Klassen angenommen. dessen Eltern diese Lehrmittel nicht beschaffen können. Nun wird und 10,17 pct. in den unteren Klassen sizen, also gerade in dem uns von den Gegnern immer entgegengehalten, wie kommen wir für die Kinder wichtigsten Alter am meisten beschäftigt sind. In dazu, den Besserfituirten neben der Ünentgeltlichkeit der Schule auch Rigdorf waren ferner unter 600 nebenbeschäftigten Kindern 7 Vollnoch die Lehrmittel zu geben; das dürfen wir der Ehre dieser waisen, 68 Halbwaisen, während 525 von den 600 Kindern Leute nicht zumuthen. Wenn die Gemeinde aber( ich spreche hier bei ihren Eltern waren. Wie schädlich diese gewerbliche von Berlin) jährlich etwa 70 m. für jeden Jungen ausgiebt, in- Nebenbeschäftigung auf die geistigen Fähigkeiten der Kinder wirkt, dem sie ihm freien Volksschulunterricht schafft, so wird es wohl geht daraus hervor, daß 58 pet. dieser Kinder unter den Durchauch der Ehre des Vaters nicht widersprechen, wenn die Gemeinde schnittsleistungen der übrigen Kinder stehen. Aus der statistischen noch 5 M. für die Lehrmittel zahlt. Wir wollen durch die Un- Arbeit des Dr. Hirschberg, Vorsteher des Statistischen Amits in 4. Armen- und Waisenpflege mit ausreichenden Unterstützungsentgeltlichkeit der Lehrmittel jenen unwürdigen Zustand beseitigen, Charlottenburg, geht hervor, daß in Berlin mindestens 15 000 schul- sätzen. Einrichtung von Asylen und Wärmehallen ohne polizeiliche der heute vielfach in den Gemeinden besteht, wo ein Fonds für un- pflichtige Kinder, 10 000 Knaben und 5000 Mädchen, existiren, die in Kontrolle. entgeltliche Hergabe von Lehrmitteln vorhanden ist, dessen gewerblicher Nebenbeschäftigung sind. In Rixdorf sind die Kinder Singer führt als Referent folgendes aus: Das Kapital, das Inanspruchnahme aber sofort zum Verlust des Wahlrechts führt. mit Austragen von Backwaaren, als Kegeljungen, Teppichknüpfer, die bürgerliche Gesellschaft für die Verbesserung der Krankenpflege Die Hergabe tann nach einem Urtheil des Oberverwaltungsgerichts 170 Silberpolirer, denn eine Anzahl mit Zinnstempeln beschäftigt, und der Hygiene ausgiebt, trägt für sie selber reichliche Zinsen. als eine aus öffentlichen Mitteln hergegebene Unterstügung an eine Anzahl mußte Kellner spielen, eine Anzahl Hausirer. Diesem Was aber in den letzten 15 Jahren in dieser gesehen werden. geradezu entsetzlichen Unfug muß ein Ende gemacht werden, hier muß Richtung gethan worden ist, ist wesentlich unserer Anregung Wir verlangen die Errichtung von Schulfantinen für die Ver- die Gemeinde eingreifen auf dem Wege des Ortsstatuts. zu danken. Es handelt sich hierbei garnicht um eigentliche pflegung der Schulkinder. Auch diese Forderung betrachten wir als In Spandau ist ein folches Ortsstatut erlassen, des sozialdemokratische Forderungen, es find Dinge, die jedes anständige Korrelat der Unentgeltlichkeit des Volksschul- Unterrichts. Wir müssen gleichen hat der Senat in Hamburg ein Ortsstatut erlassen. Bürgerthum von selbst thun sollte. Wären diese hygienischen Einmit den Verhältnissen rechnen, in denen tausende und abertausende hier in Berlin werden solche Anträge jetzt im Ausschuß richtungen für das Bürgerthum nicht durch Reisen, Ferien und häusvon Kindern durch die schlechte wirthschaftliche Lage der Eltern so berathen. Ich habe keinen Zweifel, daß wenn das Material, das liche Einrichtungen zum theil überflüssig, wir hätten sie längst gehabt. So mangelhaft ernährt werden, daß sie in sehr vielen Fällen ohne vorliegt, genügend verbreitet wird, auf diesem Gebiete Wandel ge- aber mußte sich erst die Sozialdemokratie der Masse der Enterbten Frühstück zur Schule gehen müssen. Das liegt nicht immer am wirthschaffen wird. Num noch die übrigen Forderungen: obligatorischer annehmen, um Besserung zu schaffen. schaftlichen Unvermögen der Eltern; es liegt in vielen Fällen daran, daß Fortbildungs- Unterricht für beide Geschlechter bis zum 18. Jahre. Die Schaffung von Berufsfeuerwehren ist besonders wichtig für die Mutter bereits so früh in die Fabrik muß, daß sie den Kindern Hier unterscheidet sich unser Vorschlag etwas von dem Branden- Kleinere Gemeinden. Die Verpflichtung zur Hilfe bei Feuersgefahr das Frühstück nicht mehr bereiten kann. Wir fönnen aber unmöglich burger. Bei unserem Vorschlag, den Unterricht bis zum 18. Jahre muß aus der Sphäre der Freiwilligkeit herausgenommen werden, zugeben, daß ein Kind, das mit hungrigem Magen in die Schule fortzusehen, haben wir die volle Zeit dafür. Wir wollen ferner, daß um schnelles und wirksames Eingreifen durch geschulte Mannschaften kommt, sofort sich dort geistiger Thätigkeit widmet. Derjenige, der der Fortbildungs- Unterricht in die Arbeitszeit verlegt wird und nicht zu erzielen. hungert, kann nicht mit dem nöthigen Eifer dem Unterricht folgen. in die Abendstunden und auf den Sonntag Vormittag. Natürlich haben wir auch die Wohnungs- und Straßenhygiene Wir können bei der Aufstellung dieser Forderung nur allgemeine Wir wollen die Empfänglichkeit für das Folgen dem Unterricht nicht in unsere Forderungen mit aufgenommen. Wir kennen die grenzenGesichtspunkte hinstellen; wie es im einzelnen damit gehandhabt dadurch schmälern, daß wir die jungen Leute, wenn sie des Abends lose Wohnungsmisere der armen Bevölkerung. Deshalb ist es nothwerden soll, können wir nicht bestimmen, weil die lokalen Verhält- von der Arbeit ermattet sind, in die Fortbildungsschule schicken, und wendig, daß die Gemeinde durch Ortsstatut bestimmte Vorschriften nisse in den einzelnen Gemeinden zu verschieden sind. wir wollen den jungen Leuten auch den Sonntag frei halten, damit über das Zusammenwohnen, den Luftraum, der für jeden Bewohner Ich schließe daran gleich die Frage der Schulärzte. Wir fie ihn zur vollen Ausnutzung für sich haben. Wir wollen dann eines Raumtes vorhanden sein muß, über die Ventilation, die Kanalihaben hier einen kleinen Erfolg unserer Thätigkeit zu verzeichnen, endlich Errichtung und Ausbildung von Voltsbibliotheken und Lese- sation, die Entwässerung aufstellt. indem die Gemeinde Berlin sich jetzt mit dieser Frage ernstlich zu hallen. Ich schließe damit, daß ich Sie bitte, diesen Forderungen Auch die Straßenhygiene liegt im Interesse der Gesammtheit. beschäftigen beginnt. Das fortwährende Drängen auf die Noth- Ihre Zustimmung zu geben und damit zu dokumentiren, daß Sie Was für gesundheitsschädliche Zustände herrschen da noch in manchen wendigkeit solcher Einrichtung seitens der sozialdemokratischen Stadt- die Erziehung der Jugend für das wichtigste Erforderniß halten, die kleinen Städten. verordneten Berlins hat schließlich gewirkt. Wenn die Stadt Berlin wichtigste Vorbereitung der Zustände, wie wir sie erstreben, in denen Ich komme nun gleich zu Punkt 4: Armen- und Waisenpflege die Frage auch noch nicht zureichend gelöst hat, so hat sie doch den die Knechtung der breiten Masse der Bevölkerung ein Ende hat. Ich mit ausreichenden Unterstützungssägen, Errichtung von Asylen und Anfang dazu gemacht. Wie wichtig es ist, daß die Kinder habe die Hoffnung, daß in unserem Kreise fein Zweifel sein wird, Wärmehallen ohne polizeiliche Kontrolle. Jede Gemeinde, die Anunter einer dauernden sich regelmäßig wiederholenden ärztlichen daß man auf diesem Gebiete nicht weit genug gehende Forderungen spruch auf eine Kulturgemeinde macht, muß ihren Armen und Beaufsichtigung stehen, dafür brauche ich zum Beweise nur an die erheben kann.( Lebhafter Beifall.) Waisen ausreichende Unterstügungssäge gewähren. Die Säge, die wirthschaftlichen Zustände zu erinnern, in denen die große Majorität Es tritt hierauf die Mittagspause ein. heute vielfach in der Armenpflege gegeben werden ich des Volkes zu leben verdammt ist. Ich komme da auf einen Ein- In der Nachmittags Sigung führt Thiele Brandenburg den nehme dabei Berlin nicht aus find nicht derart, wand, den unsere Gegner, uns mit Vorliebe machen. Was wollt Vorsiz. In der Diskussion über Punkt 2 nimmt zunächst das Wort daß auch nur das Allernothwendigste beschafft werden kann. ihr denn, fragen sie; ihr stellt in unserer Gemeindevertretung Borgmann Berlin: Die Forderung: obligatorischer Besuch Mir scheint ferner die Art, wie die Waisenpflege bei uns gehandhabt einen Haufen Forderungen, die uns zu Geldausgaben der Volksschule sei etwas unflar gefaßt. Es könnte so scheinen, als wird, dadurch, daß die Waisenkinder in Privatpflege kommen, ganz führen, die wir durch Steuern decken müssen, während es doch solle da blos der jetzt schon bestehende obligatorische Besuch der falsch zu ſein; der Zweck, die Kinder dem Familienleben zu erhalten, notorisch feststeht, daß die Arbeiterklasse zu den städtischen Steuern, Voltsschule gefordert werden. Das sei aber nicht der Fall. Es sei wird dadurch in fein Gegentheil verwandelt. Der Regel nach wird wenn es nicht indirekte find, recht wenig beiträgt. Wir haben darauf obligatorischer Besuch der Volksschule von allen Kindern zu ein Waisentind, das in Privatpflege kommt, dazu benutzt, um neben nur die Antwort, daß die Herren ihre Fähigkeit, Steuern zu be- fordern. Erst wenn die besser fituirten Bevölkerungsklassen ihrer dem Vetrag, den die Leute dafür erhalten, noch etwas für sich zu zahlen, erst aus der Arbeiterklasse herausziehen. Was sie in Form Lust, ihre Kinder von Anfang an in höhere Schulen zu schicken, nicht verdienen.( Sehr richtig!) Nach meinen Erfahrungen sind diese armen von Mehrwerth über den Arbeitslohn und die Produktionskosten mehr fröhnen dürfen, werde sich das Niveau der Volksschule heben. Wesen in vernünftig geleiteten Waisenhäusern viel besser aufgehoben als in hinaus an gemünztem Arbeiterschweiß gewinnen, bringt sie erst in Sonst werde die Volksschule stets das Aschenbrödel bleiben. Privatpflege, wo sie zum größten Theil als Ausbeutungsobjekte betrachtet die Lage, die Steuern zu zahlen. Das giebt ihnen aber nicht das Es müsse also gesagt werden: Jedes Kind muß bis zum 14. Jahre werden. Wir müssen einstweilen die Privatpflegemit in Staufnehmen, aber Recht, sich der Masse gegenüber auf den Brogenstandpunkt zu stellen. die Volksschule besucht haben. Die böheren Schüler müßten die für ausreichende Säße sorgen. Es ist wiederum der Sozialdemo Dieser Einwand läßt uns also außerordentlich falt. Volksschule als Unterbau haben und darauf weiterbauen. Begabte fratie zu verdanken, daß die Berliner Gemeindeverwaltung jetzt eine Wir verlangen Schulärzte, weil die Eltern in vielen Fällen erst Kinder könnten durch die Form der Versehung in höhere Schulen Erhebung darüber stattfinden läßt. In bezug auf die Errichtung ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, wenn die Erkrankung bereits so gelangen. Freilich sei nicht daran zu denken, daß alle begabten von Asylen und Wärmehallen hieße es Wasser in die Spree gießen, weit vorgeschritten ist, daß die Heilung längere Zeit in Anspruch Kinder mun die höheren Schulen besuchen könnten, das hinderten wollte ich mich darüber weitläufig auslassen, daß frierende und nimmt oder überhaupt nicht mehr möglich ist. Die Kinder sollen vorläufig noch die wirthschaftlichen Verhältnisse. Das eine sei klar, hungernde Mitmenschen auf der Straße wenigstens augenblicklich geschützt vom sachkundigen Auge des Arztes von Zeit zu Zeit geprüft werden. daß die Volksschule dann erst besser werden wird, wenn auch die werden müssen, indem sie ein Unterkommen und etwas Nahrung Wir wollen damit aber auch Schutz für die Gesammtheit schaffen. Die beffer fituirten Leute ihre Kinder in die Volksschule schicken müssen. finden. Aber diese armen Unglücklichen dürfen deshalb nicht zu Aufsicht der Schulärzte soll sich aber nicht nur auf die Kinder beschränkten, Die Gefahr der Halbbildung sei nicht zu befürchten. Halbbildung sei Menschen zweiter Klasse degradirt werden, indem man sie unter sondern auch auf die gesammten Schuleinrichtungen, die Klassen- noch immer besser als die erbärmliche Bildung, wie sie jegt in gar polizeiliche Kontrolle stellt; denn das führt schließlich dahin, daß die räume, die Heizung, Ventilation sollen unter Kontrolle von vielen Voltsschulen verzapft wird. Deshalb sei die Einheitsschule Leute angeblich wegen Arbeitsschen verwarnt und schließlich dem Aerzten stehen. Wir fordern dann weiter, daß die maximale bis zum 14. Jahre zu fordern und er bitte, diesen Gedanken in der Arbeitshaus überwiesen werden. Innerhalb der bürgerlichen GesellKlassenfrequenz in den Schulen festgestellt wird, um die Diskussion ausdrücklich zu ventiliren. schaft sind für tausende von unseren Mitmenschen die Begriffe und Wirkung des Unterrichts zu sichern. Wir haben in Berlin in unsern Ostermann Rigdorf giebt aus eigener Erfahrung ein Bild arbeitslos arbeitsscheu identisch. Jeder weiß, wie Klassen eine Frequenz von 55-69. Wir sind der Meimmg, der Ausbeutung der Kinder in Nixdorf, die geradezu haar- falsch das ist. Der Widerwille, der in gewissen Kreisen herrscht gegen daß das viel zu viel ist. Wir verlangen für die Volksschulen sträubend ist. die Asyle, die es bisher verstanden haben, sich der polizeilichen Eindaffelbe, was die Regierung für die höheren Schulen Dupont Berlin ist nicht ganz der Meinung Borgmann's und wirkung zu entziehen, ist in den Personen, die dort verkehren, absolut stimmt hat. Die Frequenz in den höheren Töchterschulen soll kann sich nicht dazu verstehen, daß jedes Kind bis zum 14. Jahre nicht begründet. Wir müssen hier menschenfreundliche Einrichtungen nicht mehr wie 30 Stöpfe betragen. Wir können hier einmal die Wolfsschule besuchen muß. Er halte es aber für problematisch, schaffen, die aber diejenigen, die infolge ihrer üblen wirthschaftlichen mit besonderem Behagen ein Beispiel aus dem preußischen Heer, schon jetzt die höheren Lehranstalten in der Volksschule aufgehen zu Lage sie benüßen müssen, nicht in ihrem Menschenbewußtsein herabdas wir ja sonst grundsäglich bekämpfen, heranziehen. In Preußen lassen. Andererseits sei es gefährlich, die Volksschule mit klassischem drücken.( Beifall.) foll je 17 Mann ein Unteroffizier zur Ausbildung gegeben werden. Bildungsstoff zu belasten. Nothwendig sei ein Ausbau der Volts- Es folgt die Diskussion. Dann kann nicht für 65 oder 70 Kinder ein Lehrer genügen. schule, daß sie für das gewerbliche praktische Leben vollständig ge= Wir wollen dann besondere Schulklassen haben für minder Be- nüge. Den Eltern müsse es überlassen bleiben, ob sie ihren Kindern fähigte. Unsere Volksschulen sind zum theil belastet mit einer Anzahl eine mehr oder weniger hohe Bildung angedeihen lassen wollen. von Kindern, die in geistiger Beziehung unter dem Durchschnitt Huth Brandenburg begründet den oben mitgetheilten Antrag stehen. Diese Kinder müssen mit doppelter Sorgfalt in demjenigen Brandenburg, den Fortbildungs- Unterricht auf mindestens drei Jahre unterrichtet werden, wozu sie fähig sind. Wir wollen die normalen zu begrenzen und auch die Worte für beide Geschlechter" zu Kinder nicht durch die minder befähigten leiden lassen. streichen. In Brandenburg sei man der Meinung, daß junge Leute Ich komme nun zu dem wichtigsten Programmpunkt, den wir über 17 Jahre nicht mehr die Fortbildungsschule besuchen sollen, da in bezug auf die Volksschule zu stellen haben: Verbot jeder Erwerbs- sie in diesem Alter schon oft Gesellen seien und nicht mehr gern am thätigkeit schulpflichtiger Kinder. Wir verdanken das wesentlichste Unterricht theilnehmen. Die Worte für beide Geschlechter" bitte er Material auf diesem Gebiete einem Volfsschullehrer in Rigdorf, im Interesse der größeren Bewegungsfreiheit zu streichen. Im Konrad Agahd. Alle diejenigen, denen das Wohl der heran- übrigen stellt sich Redner auf den Standpunkt Borgmann's. wachsenden Jugend am Herzen liegt, find Herrn Agahd zu Dant Borgmann Berlin polemifirt gegen Dupont. Er habe gar verpflichtet für die Energie und Sachkenntniß, mit der er diesen fein Aufgehen der höheren Schulen in die Volksschule vorausgesetzt. wundesten Fleck innerhalb der heutigen Gesellschaft bloßgelegt hat. Obst Schöneberg bittet, den Gemeindevertretern eine Direktive Es ist geradezu ein Schandfleck auf der heutigen Gesellschaft, daß zu geben, wie sie sich der Gründung von höheren Schulen gegenüber sie es duldet, daß tausende von Kindern im zarten schulpflichtigen verhalten sollen. Vorläufig müsse man doch im Interesse der VerAlter bereits gewerblich thätig sein müssen. Die Berufs- breitung größeren Wissens die Zustimmung zu solchen Gründungen zählung, welche im Jahre 1895 stattfand, hat einen llebergeben. Zweitens bitte er zu erörtern, wie man sich zu der Frage blick über die Zahl solcher Kinder gebracht. Die deutsche zu stellen habe, ob ein verschieden hohes Schulgeld für ortsGesetzgebung hat sich bisher in Bezug auf die Kinderarbeit mir mit angehörige und außerhalb wohnende Kinder statthaft sei. den Kindern beschäftigt, welche durch die Gewerbe- Ordning getroffen referirt ebenfalls Sonnenburg. Er weist auf die Verhandlungen werden und in der Fabrikindustrie beschäftigt sind. Bekanntlich ist der letzten Wochen in der Berliner Stadtvertretung hin. Schon die in der Gewerbe- Ordnung das Verbot der Kinderarbeit unter beffere Fürsorge für die von der Kommune angestellten Arbeiter 14 Jahren ausgesprochen. Nun haben die Berichte der Gewerbemisse bestimmend sein für die Uebernahme gemeinnüßiger Anstalten Inspektoren immer mit einem gewissen Stolz darauf hinauf die Kommunen. Eine Gemeinde, die ihre soziale Aufgabe bes gewiesen, daß die Zahl der arbeitenden Kinder in den Singer Berlin geht in seinem Schlußwort auf die einzelnen griffen hat, könne sich nicht die Ausbeutermarimen privatkapitalistiFabriken fich vermindert hat. Dieser Stolz war aber Anregungen aus der Diskussion ein. Er giebt dem Genossen Borg- scher Wirthschaftsordnung aneignen, sie werde die Arbeiter, die zu= ganz unberechtigt. Denn es ist durch jenes Berbot eingetreten, mann zu, daß unter den Worten obligatorischer Besuch der Volts gleich Steuerzahler sind, anders behandeln müssen. daß die Kinder aus den Fabrits in die Hausindustrie übergegangen schule zu verstehen sei, daß jedes Kind zunächst die Volksschule Thiele Brandenburg: Die Fassung dieses Vertrages ist zu find. Das hat den doppelt schädlichen Zustand herbeigeführt, besuchen muß. Diese Verhältnisse beständen schon in Süddeutschland. allgemein gehalten. In Brandenburg fönnen wir uns nicht so die daß die Kinder in der Hausindustrie beschäftigt sind, wo sie Eine Folge dieser Forderung sei die Abschaffung aller Vorschulen Hände binden laffen. Es können unter Umständen auch Privatjeder Kontrolle durch die Gesetzgebung entzogen sind. Die von höheren Lehranstalten. Was die Bewilligung von Mitteln für unternehmungen unserer Unterstützung werth fein. Berufszählung von 1895 hat ergeben, daß in Deutschland höhere Schulen anlangt, so sei er mit Rezerau nicht ganz einverstanden. 214 954 Kinder unter 14 Jahren gewerblich beschäftigt Man könne doch die Kinder der etwas besser gelohnten Arbeiter, die find, und daß unter diesen 40 499 unter zehn Jahren sind. höhere Schulen zu besuchen in der Lage wären, nicht damit be= Wir verdanken es Herrn Agahd, daß er in einer Arbeit, die er im strafen, daß man ihnen diese Möglichkeit nimmt, weil die Gemeinde Braun'schen Archiv für Statistik und soziale Gesetzgebung ver- nicht für bessere Volksschulen sorgt. In der Errichtung von Realbffentlicht hat, aus einer Reihe von Städten das Resultat der Er- schulen könne er keinen Fehler erblicken. In bezug auf Bildung hebungen über Art und Umfang der Beschäftigung von Kindern in dürfe man nicht zu platonisch sein, man dürfe sie nicht nur im V Reseran- Nigdorf ist der Meinung, daß man, so lange die Volksschule nicht allen Anforderungen entspricht, gegen jede Gründung höherer Schulen Protest einlegen muß. Auch die Frage der Lehrergehälter müßte noch in die Erörterung gezogen werden. Die Diskussion wird geschlossen. Gerischer Luckenwalde beleuchtet besonders die Zustände in der Armenpflege in den kleinen Kommunen. Dort entblöde man sich nicht, Leuten Armen- Unterstützungen von 2 M. monatlich anzubieten. Wenn's hoch kommt, bewillige man 4-5 M. Einheitliches Vorgehen thue da dringend noth. Ostermann Rigdorf schildert aus eigener Erfahrung fehr anschaulich die Verhältnisse in der Gemeinde- Vertretung Rigdorfs. Die Diskussion wird geschlossen. Punkt 5: Die Punkte 3 und 4 werden einstimmig angenommen. Sonnenburg Friedrichshagen referirt hierauf über den Die Gemeindesteuern sind auf direkte Steuern zu beschränken. Ausschluß jeder indirekten Verbrauchs- oder Kopfsteuer." Ohne Diskussion wird Punkt 5 unverändert angenommen, Zum Punkt 6: In Beleuchtungs-, Verkehrs, Krafterzeugungs-, fowie sonstige, für die Gemeinde nothwendige Betriebe sind der Privatausbeutung zu entziehen und auf eigene Rechnung der Gemeinden zu errichten und zu betreiben; auch sind andere GemeindeArbeiten,( Bau, Pflaster 2c.), so weit angängig, in GemeindeRegie auszuführen." Regerau widerspricht den Ausführungen des Vorredners. erster Linie sei stets das Prinzip zu wahren. Bunft 6 wird unverändert angenommen Zu Punkt 7: Revision des Submissionswesens, Vergebung der Gemeindes Arbeiten und Lieferungen nur unter vertragsmäßiger Verpflichtung der Unternehmer, die Lohn- und Arbeitsbedingungen der von ihnen mit städtischen Arbeiten beschäftigten Arbeiter in Gemeinschaft mit| Kreis der städtischen Krankenversicherungspflichtigen nicht unwesentlich| Essigfabrik und eine große Fabrik zur Herstellung von Bedachungen für den Fachorganisationen der Arbeiter festzusetzen; erweitert und die Frage der Begründung einer all Tropenhäuser u. dergl. in Betrieb. Der umfangreiche Bau der SchwartzAn Mitglieder der Gemeindevertretung dürfen keine Arbeiten gemeinen städtischen Betriebs- Krantentasse da- topff'schen Fabrit wird zwar noch etwa 5 Jahre in Anspruch nehmen, oder Lieferungen für die Gemeinde übertragen werden. Ebenso mit nochmals nahe gelegt. Die Gewerbedeputation hat in ihrem letzten doch soll schon im nächsten Jahr ein Theil des Fabitbetriebes hierher dürfen dieselben in keiner Weise an gewerblichen Unternehmungen Jahresberichte einer derartigen Begründung nachdrücklich das Wort verlegt werden. Die Löwe'sche Fabrit hat sich bereits ein großes betheiligt sein, die in einem Vertrags- oder Lieferungsverhältniß geredet. zur Gemeinde stehen", referirt ebenfalls Sonnenburg- Friedrichshagen. Er erörtert das Submissionswesen und empfiehlt, ortsangesessene Firmen zu bevorzugen, auswärtige aber nicht grundsäglich auszuschließen. Vor allem müssen Firmen bevorzugt werden, die ihre Arbeiter gut bezahlen. Die Firmen müßten verpflichtet werden, die Löhne für die Arbeiten, die für die Kommune zu machen sind, im Vereine mit den Fachorganisationen festzusetzen. Thomas- Rigdorf geht auf den zweiten Punkt näher ein. An einem Beispiel aus Rigdorf weist Redner darauf hin, wie eine Lieferung für die Gemeinde den Lieferanten, der Gemeindevertreter sei, in ein Abhängigkeitsverhältniß von der Gemeinde bringe. Ein solcher Mann könne dann kaum noch Opposition machen. Vetternwirthschaft sei die Folge davon. Lokales. Parteigenoffen und Genoffinnen des 6. Wahlkreises! Am Donnerstag, den 29. Dezember, soll ein Flugblatt verbreitet werden. Wir ersuchen nun diejenigen Genossen und Genofsinnen, welche bereit sind, bei der Verbreitung mitzuhelfen, sich abends 8 Uhr in folgenden Lokalen einzufinden: Joh. Pfarr, Putlig straße 10. Fr. Gleinert, Müllerstr. 7a. H. Schulz, Schwarzkopffstraße 11. W. Brinkmann, Prinzen- Allee 21. G. Herrmann, Butbuferstr. 45. O. Bachgänger, Swinemünderstr. 96. R. Rosin, Ruppinerstr. 42, Ecke Schönholzerstraße. H. Hoppe, Ackerstr. 145. Schönfeldt, Fehrbellinerstr. 9, Ecke Christinenstraße. Der provisorische Ausschuß für die ,, Volksthümlichen Kurse von Berliner Hochschullehrern" in Nowawes den Beschluß gefaßt, die Arbeiten der Reihe nach an beamite, 5,7 pet. Privatbeamte, 4,8 pet. Volksschullehrer und V 10 erkennen. Terrain gesichert und steht jetzt wegen Erwerbung von weiteren 13 Morgen in Unterhandlung; der Preis für dieses Terrain öden Haidelandes ist in wenig Tagen von 75 000 auf 88 000 m. emporgeschnellt. Einen großen Theil der Wasserfront hat Spindler zur Errichtung großer Fabrikanlagen angekauft. In etwa 10 Jahren wird das fleine Wildau, das bei der Volkszählung von 1890 mur 11 Einwohner aufweisen konnte, entschieden ebenso viel tausende von Einwohnern zählen. Die Grundstückspreise in dortiger Gegend haben sich seit ca. 10 Jahren verzehnfacht, seit vorigem Jahre ver doppelt. Musikerbörsen. Hier wird an die Musiker, die ein festes Engagement oder" feste Kunden" nicht haben, besonders an den Vorabenden der großen Feste und sonstiger Feiertage Beschäftigung vermittelt. Am Weihnachtsheiligabend erschienen die brotlosen Künstler schaarenweise in bereitete ihnen gleich beim Eintritt eine Weihnachtsfreude. Er verdiesem Lokal, um ihr heil für die Festtage zu erwarten. Der Wirth langte nämlich ein Eintrittsgeld von 10 Pf., das später auf die Zeche an gerechnet werden sollte. Der wundermilde Herr wollte jeden der Musikerelend. In der Artilleriestraße besteht eine der vielen Gruhl- Nowawes erklärt, auf die Gefahr hin, Widerspruch zu erregen, daß er gerade auf entgegengeseztem Standpunkt stehe. Die Verhältnisse in den Gemeinden lägen verschieden. Nowawes sei eine sehr arme Gemeinde, es fehle geradezu an sachverständigen Elementen. Die Sozialdemokratie habe tüchtige Handwerker in die erstattet Bericht über seine Thätigkeit vom Oktober bis Ende dieses Vertretung gewählt. Jetzt habe sich ein solch hineingewählter Jahres. Danach waren die bisherigen Kurse in Berlin besucht von Arbeitsuchenden zwingen, wenigstens für 10 Pf. zu verzehren. Es Genosse selbständig gemacht. Solle dieser nun auf jede Gemeinde- 2030 Personen. Unter den männlichen Besuchern waren 40,1 pct. stellte sich mun heraus, daß sehr viele der so überraschten Leute nicht Arbeit verzichten? Das sei doch ungerecht. Es müßten alle Ar- Fabritarbeiter, Gesellen, Gehilfen u. f. w., 17,6 pct. Hand- einmal mehr ein Zehnpfennigstück ihr eigen nannten und umkehren beiten sonst dem Konkurrenten allein übertragen werden. Man habe lungsgehilfen, 12,6 pt. staatliche oder kommunale Subaltern- mußten, um sich den Nickel erst zu borgen. die einzelnen Handwerker zu vergeben. Das sei ganz gerecht. Er 2,3 pt. selbständige Handwerker vertreten, insgesammt 83,1 pct. Jeanette Schwerin in Berlin, die Vorsitzende der Kommission des Fabrikiuspektion und bürgerliche Frauenbewegung. Frau bitte deshalb den zweiten Absatz des Punkt 7 so zu fassen: An Diesen stehen gegenüber 9,8 pt. der liberalen Berufe, 2,3 pct. Bundes für weibliche Fabrikinspektion, hat folgenden Antrag an den Mitglieder der Gemeindevertretung dürfen, soweit angängig, selbständige Kaufleute, 3,2 pet. Gymnasiasten und Studenten und Beirath des Bundes deutscher Frauenvereine versendet: Mit Genehfeine Arbeiten oder Lieferungen für die Gemeinde übertragen werden. je 0,8 pet. Fabrikanten und Rentiers, insgesammit 16,9 pet. Die migung des Vorstandes und im Namen der unterzeichneten KomRezerau Rirdorf widerspricht der Auffassung Gruhl's. Ein Angaben der weiblichen Besucher sind vielfach lückenhaft und lassen mission ersuche ich die Delegirten der Bundesvereine, ihre Zustim Programm müsse auf die allgemeinen Verhältnisse zugeschnitten sein. den Beruf des Ehemannes beziehungsweise des Vaters häufig nicht mung zu geben, daß die Kommission für weibliche Gewerbe- Inspektion Ritter Rummelsburg bespricht die Schwierigkeit der Sub- feinen Beruf, von den übrigen 48,3 pet. find 16,3 pet. Arbeite ich u. In der Begründung wird hervorgehoben, daß nur in der Unter den weiblichen Theilnehmern haben 56,7 pt. erweitert werde zu einer Kommission für Arbeiterinnenmissionsfrage. Gerischer Luckenwalde und Borgmann rinnen oder Frauen von Arbeitern und Handwerkern, 24,4 pct. Form für Einführung der weiblichen Gewerbe- Inspektion bis jetzt Huth Brandenburg beantragt, statt der von Gruhl beantragten Lehrerinnen, Schriftstellerinnen, Malerinnen und 5,3 pCt. Beim Bunde eine Arbeit für den Arbeiterinnenschutz besteht, während Worte soweit angängig" die Worte nur unter ganz besonderen amtinnen und kaufmännische Gehilfinnen. Drei von den bisherigen auf diesem Arbeitsgebiete für die beiden Arten des Schutzes: der sechs Dozenten ließen vor Beginn des ersten Vortrages von ihnen Selbsthilfe- Organisation und Staatshilfe- Gesetzgebung noch nichts verfaßte Leitfaden an die Hörer vertheilen. Dieselben gaben eine kurze gethan ist. Darstellung des zu behandelnden Stoffes und enthielten am Schluß ein Verzeichniß der hierher gehörigen Literatur und Zwangsinnungen. Nachdem der Bund der Berliner Buch. Hinweis darauf, daß die angeführten Bücher in den drei drudereibesiger den Antrag auf Errichtung einer Zwangsöffentlichen Lesehallen Berlins, in der Mohrenstr. 41, Navené- innung gestellt hat, ist vom Oberpräsidenten jezt angeordnet worden, straße und Neuen Schönhauserstraße 13 einzusehen seien. daß zum 1. Mai 1899 für das Buchdruckerhandwerk in Berlin eine Daß die Hörer allgemein das größte Interesse bewiesen haben, be- solche Immung errichtet werden soll und von diesem Zeitpunkte ab stätigen übereinstimmend die Berichte der Dozenten. Alle Vor- alle Buchdrucker Berlins derselben anzugehören haben, während der tragenden rühmen die lebhafte Antheilnahme und die gespannte zur Zeit als Innung bestehende Bund der Berliner Buchdruckerei Aufmerksamkeit, die auch bei schwierigeren Betrachtungen nicht nach ließ, und heben die Dankbarkeit hervor, die vielfach mündlichen Ausdruck fand. Sehr bewährt hat sich die Einrichtung des Fragekastens. Ein Vortragender hat den Eindruck bekommen, daß der Fragekasten vorwiegend von Arbeitern benutzt wird. Berlin bitten um unveränderte Annahme des Punkt 7. Umständen" zu sehen. Beher- Nowawes bittet, das Gruhl'sche Amendement anSinger ist doch der Meinung, daß es nicht geduldet werden kann, daß ein Gemeindevertreter durch seine Stimme sich Arbeit und Verdienst verschafft. Die Abänderungsanträge sind Thüren, durch die das Prinzip hinausgeworfen werden kann. Das geht nicht an. Unser Verlangen ist kein sozialdemokratisches Verlangen. Es ist ein Verlangen des Anstandes. zunehmen, das sei noch keine Stegmillerei. V Obst Schöneberg bekämpft sämmtliche Amendements. Bollender Leipzig schildert einen interessanten Fall aus der Leipziger Gemeindevertretung. Die Diskussion wird geschlossen. Nach einem Schlußwort des Referenten wird Punkt 7 unter Ablehnung aller Abänderungsanträge angenom mt e n. Eine Revision der Präsenzliste ergiebt die Anwesenheit von 55 Delegirten: Als Gäste sind inzwischen noch Adler- Harburg und Knappe Stettin eingetroffen. ( Schluß in nächster Nummer.) Kommunales. befizer dann geschlossen wird. Den Antrag auf Errichtung von Zwangsimmungen hat ferner gestellt die Tischlerinnung in Stegliz für die Vororte Stegliz, Groß- Lichterfelde, Wilmersdorf, Friedenau, Schmargendorf, Zehlendorf, Mariendorf und Lankwitz. Die Eröffnung des elektrischen Betriebes auf der Straßenbahnlinie Rigdorf- Schönhauser Allee hat zu Weihnachten noch nicht noch nicht fertig gestellt werden konnte und die Baukommission nicht erfolgen können, weil der in der Mühlenstraße neu erbaute Kanal gestattete, daß die schweren Wagen über den Bohlenbelag in der Bergstraße geführt werden. hiesige Arzt Dr. Mugdan in einem dem Vorstand der Aerztekammer Gesetzliche Festlegung der freien Arztwahl verlangt der überwiesenen Antrag. Das Krankenversicherungs- Gesetz soll danach derart geändert werden, daß a) im§ 6a Ziffer 6, bezwv.§ 26a II, Ziffer 2b die Worte ärztliche Behandlung" und" Aerzte" fortfallen, ebenso im§ 56a, und daß b) im§ 6, bezw. in§ 20 ein neuer Ab- Verlegung eines Poftamts. Am 31. Dezember abends wird satz II nachfolgenden Jubalts gesezt wird: Die Gemeinde( bezw. das Postamt Berlin 55( Invalidenstraße) aufgehoben. der Vorstand der Krankenkasse) stellt für die Gemeinde- Kranken- Ani 2. Januar wird dafür in dem Hause Chausse est r. 36/37 versicherung ihres Bezirkes( bezw. für die Strankenkasse) eine Gebühren eine neue Bostanstalt unter der Bezeichnung Berlin N. 96, Die Anträge des Ausschuffes der Stadtverordneten- Versamm ordnung für die ärztlichen Leistungen, sowie eine Dienstanweisung für( Schwarzkopffstraße)" eingerichtet werden, bei der die Annahme von lung, der über das Töchterschulwesen im Westen Berlins und den die Aerzte auf. Gebührenordnung und Dienstanweisung unterliegen der Bostsendingen jeder Art ausgenommen Packete mit und ohne Ausschluß jüdischer Schülerinnen aus dortigen höheren Genehmigung des Vorstandes der für den betreffenden Ort maß- Werthangabe Privat- Töchterschulen zu berathen hatte, sind bereits mitgetheilt. gebenden, staatlich anerkannten ärztlichen Standesvertretung. oder wo zeichen 2c. stattfinden wird. sowie von Telegrammen und der Verkauf von WerthDie Entgegennahme von ZeitungsAus dem vom Ausschusse erstatteten Bericht ist noch folgendes eine solche nicht besteht, der Genehmigung der staatlichen Medizinal- bestellungen und die Ausgabe von Zeitungen erfolgt daselbst nicht. hervorzuheben: Im Ausschusse wurde, nachdem über einzelne ver- verwaltung. Den Mitgliedern der Gemeinde Krankenversicherung bitternde Vorkommnisse Mittheilungen gemacht worden waren,( bezw. der Krankenkassen) steht zur Erlangung ärztlicher Hilfe die feiner legten Vortragsreise in Mitteldeutschland nicht unbedenklich Serr M. v. Egidy ist, wie ein hiesiges Blatt meldet, von daran die Bemerkung geknüpft, daß es den Anschein Wahl unter den am Orte praktizirenden Aerzten frei, die sich zur habe, als würden die betreffenden Schulvorsteherinnen in ihrer Beobachtung der Gebührenordnung und Dienstanweisung bei der erkrankt nach Potsdam zurückgekehrt. Ein ernſtes Herzleiden hat ihn Handlungsweise von der Aufsichtsbehörde nicht allein geschützt, Behandlung der Mitglieder der Gemeinde- Krankenversicherung( bezw. befallen. סטן sondern auch einfach dazu angehalten. Der Vertreter des der Krankenkasse verpflichtet haben. Die Namen und Wohnungen Magistrats gab darauf zu, daß einige der im Westen vorhandenen dieser Aerzte( Stassenärzte) find den Mitgliedern der Gemeinde- Kranken- Fisfus führt, tomnt Witte Januar nächsten Jahres vor dem LandDer Zivilprozeß, den Ella Golk gegenwärtig gegen den Privattöchterschulen mit Genehmigung des Provinzialversicherung( bezw. der Krankenkasse) in geeigneter Weise bekannt zu gericht I. hier zur Verhandlung. schulkollegiums nur christliche Schülerinnen aufgeben. Die Bezahlung der durch Jnanspruchnahme anderer Aerzte Berthpapiere von 36 000 m., welche Grünenthal der Golz im Es handelt sich dabei um die nehmen. Derselbe theilte dann ferner mit, daß dort noch vier entstandenen Kosten kann von der Gemeinde( beziv. der Krankenkaffe), Sommer 1897, also zu einer Zeit, da der Banknotenfälscher allandere Privatschulen vorhanden seien, von denen in lepterer Zeit in dringenden Fällen abgesehen, abgelehnt werden. Aerzten, welche gemein noch für einen durch Börsengeschäfte reich gewordenen Mann zwei angefangen hätten, teine jüdischen Schülerinnen die Dienstanweisung verlegt haben, fann die Gemeinde( bezw. der galt, zur fünftigen Sicherstellung übereignet hatte. Ebenso handelt aufzunehmen. Die Schuldeputation sei auf die bei ihr ein Vorstand der Krankenkasse) unter Zustimmung des Vorstandes der es sich dabei um die Herausgabe der werthvollen Brillanten der gegangenen Beschwerden wegen Zurückweisung jüdischer Schülerinnen für den betreffenden Ort maßgebenden staatlich anerkannten Goltz, die der Fiskus zur Zeit wegen der im Strafprozeß ents Ber Sache nachgegangen und bei dem Schulkollegium dahin vor ärztlichen Standesvertretung oder, stellig geworden, die Vorsteherinnen von Privattöchterschulen zu ver- besteht, der staatlichen Medizinalverwaltung das Recht, als eine solche nicht standenen Kosten zurückhält. anlassen, daß sie aus fonfessionellen Gründen die Aufnahme von Kassenarzt bei der Gemeinde Krankenversicherung( beziv. der Das überhaftete Arbeiten bei dem Auswechseln der Geleise Schülerinnen nicht verweigern. Die Schuldeputation habe damit nichts Strantenkaffe) zu fungiren, für eine bestimmte Zeit ent- für die elektrische Bahn am Kottbuser Ufer, welches zu den erreicht. Das Schulkollegium habe erklärt, daß die Schul- ziehen. Gegen diesen Beschluß steht dem Arzte die Beschwerde an Weihnachtsfeiertagen beendet sein mußte, hat für verschiedene dabei vorsteherinnen dazu nicht gezwungen werden könnten. Die Schul- die Zentralbehörde zu. Als Arzt im Sinne des Gesezes gelten nur beschäftigte Arbeiter unheilvolle Folgen gehabt. Durch das indeputation habe alsdann versucht, eine Schule konzessionirt zu solche Personen, welche in einem deutschen Bundesstaate die ärztliche gleichmäßige Niederlegen der eisernen Schienen sind mehreren erhalten, welcher die ausdrückliche Bedingung zur Aufnahme jüdischer Approbation erlangt haben. Arbeitern die Fingern zerquetscht worden. Auch ant Weichnachtstage Schülerinnen auferlegt werden sollte. Auch hieraus sei nichts ge- So der Antrag. Man sieht, daß die Intereffen der Aerzte recht wurden die Arbeiter Matuschewsky, Kottbuserstr. 4, und Lint, Nostizfestzustellen, ob in den vorhandenen Privatschulen peinlich berühren, daß im legten Absatz der beschränkte Züuftler- Finger zerqueticht, worden, da von der vorgesetzten Behörde verlangt worden sei, erst nachdrücklich in ihm gewahrt werden. Die Kassenmitglieder wird es traße 48, von derartigen Unfällen betroffen. Beiden wurden mehrere Die Verlegungen waren so schwer, daß die feine Bläge mehr frei seien. Vor einiger Zeit habe eine standpunkt gegen die weiblichen Aerzte wieder hervorgefchrt wird, Arbeiter erst nach der 10. Sanitätswache und von dort nach dem jüdische Lehrerin beabsichtigt, in diesem Sinne eine Schule zu denn auf anderes läuft die Bestimmung, daß nur solche Personen Krankenhause am Urban geschafft werden mußten. errichten. Auf eine diesbezügliche Eingabe an die Schuldeputation als Arzt gelten sollen, die in einem deutschen Bundesstaate die sei der Lehrerin zunächst aufgegeben worden, sich darüber zu äußern, Approbation erlangt haben, ja nicht hinaus. Daß der Antrag im auf dem Schlesischen Bahnhofe. Dort war gegen 7 1hr Eine große Ueberschwemmung gab es am ersten Feiertage ob sie auch im stande sei, den an eine Privatschule zu stellenden ganzen praktische Erfolge haben wird, ist wohl kaum anzunehmen. früh im Erdgeschoß das Hauptrohr der städtischen Wasserleitung im hygienischen umb sonstigen Ansprüchen zu genügen; diese Angelegen unseres Erachtens wäre die Anwendung gesetzlichen Zwanges in Badetraum gebrochen und hatte diesen Raum und den Aftenfeller heit sei jedoch schließlich auf sich beruhen geblieben. Reizend, dieser dieser Frage auch sehr vom Uebel. amtliche Antisemitismus des Provinzial- Schulkollegiums! unter dem Bahnhof an der Koppenstraße unter Wasser gesetzt. In Alle strengen Maßnahmen gegen die Billethändler nugen diefer Noth rief man die Feuerwehr herbei. Brandmeister Teubner Die Siffsarbeiter Prozesse des Magistrats werden trotz der nichts. Diese Beobachtung konnte man wieder an den Feiertagen ließ sogleich das Hauptwafferrohr absperren und dann mit einer Absicht, eine Reihe von Hilfsarbeitern als Gemeindebeamte an- machen. Die meisten Theaterkassen zeigten abends entweder das Strahlpumpe den Aktenfeller leer pumpen. Außerdem wurden die zuerkennen, doch noch nicht ganz von der Tagesordnung ver- vom Feiertagspublikum so gefürchtete„ Ausverkauft", oder sie konnten städtischen Wasserwerkte benachrichtigt und von der Feuerwehr be schwinden. Der Magistrat beabsichtigt, die Prozesse mit den Bureau- nur noch Karten für die theneren Plätze abgeben. Dagegen wim- fondere Vorkehrungen für den Fall eines Brandes im Osten ge= Hilfsarbeitern Tuckhardt und Kafulty vorläufig weiter zu führen, melte es bei den Theatergebäuden von Billethändlern, die über solche troffen, der während des ersten Feiertages, soweit das Hauptrohr weil sich in der Zwischenzeit Umstände ereignet habent sollen, Leute herfielen, die an der Stasse enttäuscht worden waren. Da wurde zur Speiſung der Wasserleitungen diente, ohne Leitungswasser war. die nach Anficht des Magistrats auf einen ihm günstigen so mancher ausgebeutet, der sich schon lange auf das für ihn seltene Der Schaden durch den Bruch des Wasserrohrs ist nicht unbedeutend; Ausfall der Entscheidung schließen lassen. Auch bezüglich Vergnügen gefreut und von seinem geringen Verdienst für die eine Menge Postpackete und Akten sind durch Wasser erheblich bes der Relittenversorgung dieser Hilfsarbeiter will der Magistrat Feiertage" gespart haben mochte. Etwa 50 pct. Aufschlag forderten schädigt worden. " " noch keinen endgiltigen Frieden schließen, obwohl er inzwischen in die Händler, im Durchschnitt und kurz vor dem Beginn Eine finnige Festfeier. Zu einem standalösen Auftritt fam es einem Falle vom Reichsgericht zur Zahlung der verlangten Wittwen- der Vorstellungen wurde zuweilen sogar ein" Verdienst" in der Nacht zum ersten Feiertage in der Friedrichstraße an der Ecke pension endgiltig verurtheilt worden ist. Das Urtheil des Reichs- von 100 pet. erzielt. Statt abzunehmen, vermehren der Kochstraße. Zwischen zwei jungen Männern, die mit Damen der gerichts ist dem Magistrat bisher nicht zugestellt worden, und da er sich die Händler ständig, obwohl die Polizei energiich auf sie halbwelt in einer Droschke erster Klasse fuhren, kam es zu einer das in der Sache ergangene fammergerichtliche Erkenntniß als richtig Jagd macht. Auch die verhältnißmäßig hohen Geldstrafen, die der Schlägerei. Der Droschkentutscher hielt, um einen Schußmann hinzu nicht anerkennt, so beabsichtigt er, noch eine Sache in der Berufungs- Ertappte zu gewärtigen hat, scheinen nicht abschreckend zu wirken. Die zurufen, und mun mengten sich Zuhälter und Dirnen in den Streit. instanz entscheiden zu lassen, um noch einmal den Standpunkt des edle Zunft zerfällt in Engroshändler und Unterhändler. Die Engros der große Dimensionen annahm und schließlich in eine Schlacht" Magistrats und alle maßgebenden Gesichtspunkte geltend machen zu händler haben ihre Einkäufer, unbekannte Personen, die ihnen das ausartete. Als einer der Angegriffenen sich in die Droschke flüchtete, fönnen. Es soll daher die vor den Kammergericht bereits Arbeitsmaterial" zuschleppen müssen, und wie diese, ist der Unter- wurde das Gefährt von dem Gesindel umgeworfen, die noch im schwebende Prozeßfache mit der Wittwe Nofinsti zum Austrag ge- händler in gewiffem Sinne von ihnen abhängig. Die Unterhändler Wagen befindlichen beiden Mädchen herausgeriffen und auf das bracht werden. Sollten die Gerichte an ihrem Standpunkte müssen die Hälfte des Neinverdienstes an den„ Kapitalisten" ab ärgste gemißhandelt. Als daraufhin Schußleute erschienen, ergriff festhalten und der Magistrat wiederum zur Zahlung der Wittwen- geben. Krippe machen", nennen sie es. Die Destillen in der Nähe die ganze Gesellschaft die Flucht und war spurlos verschwunden. Der pension verurtheilt werden, dann will derselbe die Relikten von Theatern dienen den Herren als Verkehrslokale. An die hier Droschtenführer, dessen Wagen arg beschädigt war, hatte in dem versorgung der Hilfsarbeiter in die Wege leiten und bei der Stadt- aufgehängten Plakate mit der Aufschrift:" Billethandel verboten", Tumult nicht unerhebliche Verlegungen erlitten. verordneten Versammlung die Ausdehnung des§ 2 des Wittweit- tehrt sich niemand. tassenstatuts vom 5. Mai 1890 auf die Hilfsarbeiter beantragen. Und den Menschen ein Wohlgefallen Eine furchtbare Wäre es nicht würdiger, wenn der Magistrat hinfort sein vermeint, welcher die wendische Spree mit dem nen erschlossenen Fabritterrain Bresse zum Feste der Liebe" geleistet hat, bildet folgende Meldung: Eine neue Fabrikstadt. Der Bau des neuen Stichkanals, Illustration zu dem öden Phrasengedresche, das sich die bürgerliche liches Recht mehr nach oben als nach unten hin zu wahren suchte? im Norden von Königswusterhausen verbinden soll, hat eine pro- Aus Noth hat sich der Tischler Wilhelm Burghardt aus der Der Magistrat hat jetzt den vor genau einem Jahre gefaßten visorische Verlegung eines Theiles der von Königswusterhausen nach Veteranenstraße 26 erschossen. Burghardt suchte sich durch MöbelBeschlüssen der Stadtverordneten- Versammlung, betr. den Erla ß Beuthen führenden Chaussee zur Folge gehabt. Das weite bis an poliren und kleine Fuhren den Lebensunterhalt zu erwerben. Früher eines Ortsstatuts für die Krankenversicherung der in die Berge des Teltower Plateaus heranreichende Terrain, das den ging es auch leidlich, den ganzen Sommer hindurch aber sehr schlecht. Kommunalbetrieben und im Kommunaldienst beschäftigten Personen fleinen bisher kaum bekannten Ort Wilda u umschließt, wird schon Noth und Sorgen um die Zukunft drückten den Mann nieder. Am und betr. die Regelung der bei Unfällen städtischer Angestellten zu in wenig Jahren eines der größten Fabrikzentren der Berliner Um- ersten Feiertag vormittags 11 Uhr jagte er sich, während seine Frau gewährenden Unterſtühungen zugestimmt. Dadurch wird der gebung bilden; schon jetzt sind dort eine großze chemische Fabrik, eine und die beiden Kinder im Alter von 8 und 3 Jahren sich in der " Feuerbericht. Der Feuerwehr war während der Feiertage berhältnißmäßige Ruhe beschieden. Die durch Christbäume verursachten Brände, die in früheren Jahren die Feuerwehr in beständiger Bewegung hielten, fehlten dieses Jahr gänzlich. Gardinenbrände traten auch nur vereinzelt auf, und zwar waren solche seit Sonnabend Abend nur drei zu verzeichnen, nämlich Fehr bellinerstr. 24, Sebastianstr. 32 und Weidenweg 93. Sonnabend Abend mußten Fußbodenbrände abgelöscht werden Oranienburgerstr. 52 und der str. 70. In zwei Fällen wurde Feueralarm durch übergekochtes Fett in der Küche verursacht und zwar 8 immer str.- 12 und Ohm str. 9. Wohnungsbrände, die aber große Ausdehnung nicht erlangten waren zu verzeichnen Manteuffel str. 122 und Danzigerstr. 8. " " Küche der fleinen Hoffellerwohnung befanden, in der Stube eine! Ortes vorkommt, bestehen die Lehrer darauf, daß die Schreibhefte Ausland. Revolverfugel in die Schläfe. In ein Krankenhaus gebracht, starb bestimmten Vorschriften entsprechen müssen und daß dieselben in er nach kurzer Zeit. Der Verband der Bauarbeiter Oesterreichs plant die Auss bestimmten Geschäften gekauft werden, welche angeblich allein die arbeitung einer Unfallstatistik im Baugewerbe. Zu diesem Behufe Hypothekenschulden. Nach einer Berechnung des„ Grund- borschriftsmäßigen" Bücher führen. Es handelt sich dabei um Vor- werden an die Fachorganisationen statistische Formulare versendet; eigenthum" find auf den Grundstücken in Berlin 41/2 Milliarden schriften, welche weder mit der Pädagogik noch mit der Schul- diese sind mit den Daten der Unfälle, die sich im Jahre 1899 im Mart Schulden hypothekarisch eingetragen. Davon gehören den disziplin irgend etwas zu thun haben. Bis in dieses Jahr hinein Baugewerbe ereignen, fachgemäß auszufüllen und nach Ablauf des Hypothekenbanken rund 23/4 Milliarden, den Versicherungsgesellschaften hatte die Firma Karl Jürgens in Spandau das Schulbücher Jahres an den Verbandsvorstand einzusenden. 900 Millionen und den Sparkassen 100 Millionen Mart, während Monopol für Spandau. Diese Firma gerieth jedoch in Konkurs und 750 Millionen Mark dem Privatkapital entstammen. als nun die Waarenbestände der falliten Firma unter den Hammer Die 3750 An den Prager Ober- Gewerbe- Inspektor richtet der Prager Millionen der verschieden Anstalten bestehen mit geringen Aus- tamen, da wurden dieselben von der Konkurrenz am Plage erstanden. Kovodělnik" folgende öffentliche Anfrage:" Keinen andern Weg nahmen aus sogenannten ersten Hypotheken, die 750 Millionen des Unter anderem wurde auch ein großer Posten Matulatur verkauft, mehr wissend, der zum Ziele führen würde, machen wir Sie hiermit Privatkapital, ebenfalls mit geringen Ausnahmen, nur aus zweiten der im Keller lagerte. Bei der Durchsicht der Matulatur fand sich öffentlich auf die Gesezesverlegungen in der Karolinenthaler Ma und dritten Hypotheken. mun folgender, überaus bezeichnende Brief:„ Spandau, den 25. Okt. schinenfabrik vormals Breitfeld und Danek aufmerksam. In ein 1892. Sehr geehrter Herr Jürgens! Nach der am 8. Juli 1888 erfolgten zelnen Abtheilungen dieser Fabrik wird wöchentlich dreimal Tag und In der Nacht zum 2. Feiertage gerieth in der Müllerstraße Abänderung des zwischen Ihnen und dem Vorstande der Pestalozzi- Nacht mit derselben Arbeiterschaft hindurchgearbeitet. In der ver ein Mann mit vier jüngeren Leuten in Streit und Schlägerei, an- Stiftung geschlossenen Vertrags über die Schreibhefte zahlen Sie bis gangenen Woche hatte ein Arbeiter 63 Ueberstunden, er hatte also geblich weil er sie beim Abspringen von der Pferdebahn angestoßen Ende 1895 als Provision an die Stiftung ein Bauschquantum von 122 Stunden in der Woche gearbeitet. Die Arbeiter murren gegen hat. Er wurde von den jungen Leuten mit Faustschlägen nicht un- 380 M. jährlich. Da die Hefte bisher in 11 verschiedenen Nummern diese barbarische Ueberanstrengung, sind aber machtlos, und Sie beträchtlich im Gesicht verletzt, wehrte sich mit seinem Stocke, bis erschienen, so betrug die Provision für jedes Heft im Durchschnitt schreiten nicht ein dagegen. Unter den Arbeitern ist das Gerücht dieser zerbrach, und schoß dann aus einem scharfgeladenen Revolver rund 35 M. Im Laufe des Jahres 1891 wurde als Heft Nr. 12 verbreitet, daß Sie von der Firma bestochen sind. Es liegt an einen Schuß ab, der jedoch keinen Schaden anrichtete. das Tageheft" neu eingeführt. In anbetracht, daß dieses Heft in Ihnen, diesen Gerüchten, denen wir übrigens feinen Glauben bei Auf dem Schlesischen Bahnhof gerieth Montag Abend der der Folge sehr viel gebraucht wird, daß ferner 1888 gar nicht vor- messen, entgegenzutreten, indem Sie gegen die Firma einschreiten." Strecken- Vorarbeiter Gustav Fiedler unter die Räder einer Rangir- auszusehen war, daß die Schülerzahl der hiesigen Schulen so sehr Die Stockholmer Feinbäckerei- Arbeiter wollten nicht länger Lokomotive und erlitt so schwere Verlegungen, daß er bereits wachsen und der Heftverbrauch sich demgemäß ungemein steigern zu den bisherigen Lohn- und Arbeitsverhältnissen arbeiten. Sie während der Ueberführung in das Krankenhaus Bethanien den Geist 23. b. M. beschlossen, Sie zu bitten, für das„ Lageheft" eine jähr- regulirung. Als Vergleichsvorschlag haben sie mun gefordert: Ars würde, hat der unterzeichnete Vorstand in seiner Sigung vom fiehen daher mit den Meistern in Unterhandlung über eine Neuaufgab. liche Provision von 50 M.( fünfzig Mart) zu zahlen, und zwar vom beitszeit von höchstens 10 Stunden pro Tag; jeder Arbeiter hat Theater. Im Ostend Theater gab es am ersten Feier- 1. Jamar 1892 ab. Das Bauschquantum würde also dann 430 M. nachts mindestens neun zusammenhängende Freistunden; Uebertage einen dramatisirten Schauerroman. Das aufgeführte Aus- jährlich betragen. Wir dürfen sicher annehmen, daß sich bei einer stunden am Tage werden mit 50 und 40 Dere je nach der Arbeit stattungsstück, Der Brandstifter" ist pietätvoll in den Bahnen derzeitigen Aufrechnung eine noch beträchtlich höhere Provision er vergütet, in der Nacht mit 75 und 65 Dere. Alle sogenannte Nachts der alten Kolportageschriftstellerei gehalten, die diesmal von der geben würde. Aus diesem Grunde bitten wir Sie, wacharbeit wird als Ueberstunden gerechnet und mit je 1 Kr. bes Haupthandelsstadt Hamburg bis in irgend ein märchenhaftes See- unserem Beschlusse beizutreten. Der Vorstand der Pestalozzi zahlt. Der Mindestlohn beträgt 27 und 18 Kr. pro Woche. räubermeer führten. Die Guten müssen eflig harte Proben be Stiftung: Gröppler, Vorsitzender, Stärke, Kassirer, stehen, genießen aber im letzten Att das Vergnügen, daß Söhl, Schriftführer, Michael, Beisiger, Strätte, Beisizer. Streit der Pariser Handelsangestellten in der Kolonialder eine ihrer bösen Widersacher in einem Kessel zu Aus diesem Schreiben geht flipp und flar hervor, daß der Vorstand waarenbranche. Der Streit wurde erklärt nach langwierigen erTode geröstet wird, während der andere sich mit verfälschtem der Pestalozzi- Stiftung in Spandau schon lange vor 1888 und bis folglosen Unterhandlungen mit den Ladenbesizern. Die Angestellten Mampe vergiftet. Das Publikum des Oftens bewahrte bei der Auf- in die neueste Zeit hinein die dortige mit Kindern gesegnete Be- hatten folgende Forderungen aufgestellt: zwölfftündiger Arbeitstag führung eine musterhafte Ruhe und unterschied sich dadurch vortheil- völkerung in eine indirekte Besteuerung von 380 bezt. 430 M. pro einschließlich zwei Stunden für die Mahlzeiten; Ladenschluß am haft von den Lärmhelden, die am gleichen Tage den unglücklichen Jahr genommen und dabei den häßlichen Schein auf sich geladen Mittag des Sonntags und an Feiertagen, ausgenommen Neujahr, Lumpe im Parodie- Theater auf ihre Weise begrüßten. Es hat, daß durch jede Vermehrung der im Interesse der„ Pädagogik" Ostern und Weihnachten, wo der Ladenschluß erst um 6 Uhr verlangt ist bedauerlich, daß die Profitfucht sich abermals die arme Schmieren- erforderlichen Schreibhefte eine Vermehrung der Einnahmen der wurde; zwei volle und bezahlte Ruhetage im Monat; ein voller gesellschaft herangeholt hat, damit der zahlungsfähige Berliner Bestalozzi- Stiftung auf Kosten der Bevölkerung herbeigeführt wird, Feiertag im Jahre; Anerkennung der Gewerkschaft als des ausJanhagel seinen Possen mit ihr treibe. denn bei einer derartigen Abgabe hatte der Lieferant nur die Wahl, schließlichen Vermittelungsorgans für den Arbeitsnachweis; vollzu grunde zu gehen, oder den Preis der Waare zu steigern, oder ständige Abschaffung der Bußen. Nur 13 Ladenbefizer willigten in den Werth der Waare herabzusetzen. Als nun die Firma Karl die Forderungen ein, ohne es auf den Streit ankommen zu lassen. Es ist in Paris die erste massenhafte Bewegung einer ProJürgens zu grunde gegangen war, feste fich der Vorstand der Pestalozzi- Stiftung mit einer Berliner Schreibheft- Firma in Ver- letarierfchicht, die in so vielen Beziehungen viel schlechter daran ist, bindung und um das Geschäft recht lukrativ zu machen, erfand man für als die Fabrikarbeiter. Die Pariser Spezerei- Angestellten haben erst die Erzeugnisse des neuen Lieferanten den Namen„ Primushefte" und vor zwei Monaten die Nothwendigkeit der gewerkschaftlichen Organis nöthigte die Kinder, nur„ Primushefte" zu gebrauchen. Diese Primus fation erkannt. Sie sind also ganz auf die Unterstügung des Prohefte" unterscheiden sich von den sonst im Handel befindlichen nur durch letariats angewiesen. Die Aussichten find gut infolge des Zudas Etiquett und den Namen, die Liniatur ist genau diefelbe. Es sammenfallens des Streits mit der Festzeit, der beschäftigisten periode haben daher 13 Buchhändler und Schreibwaaren- Händler in Spandau im Spezereigeschäft. leber den bisherigen Verlauf der Streitbewegung entin einer an den Oberbürgermeister gerichteten Stollettiveingabe ener gischen Protest gegen diese Monopolifirung des Handels mit Schreib- nehmen wir der" Petite République" noch das folgende: Am Sonnheften eingelegt, aber geholfen hat das anscheinend auch nichts, denn abend Morgen, dem ersten Tag des Ausstandes, stellten sich in der die Spandaner Bevölkerung wird noch immur mittelst der" Prinus-" Bourse du Travail" 5000 Ausständige dem Streiffomitee zur Verhefte" besteuert, besteuert durch die Lehrerschaft. fügung. Das bedeutet gegenüber der Zahl der in betracht kommenden Angestellten allerdings doch nur eine verhältnißmäßig geringe Zahl. Aus Spandau wird berichtet: Die Lokal Schulaufsicht in Ein groß Theil Indifferenter hat sich der Bewegung nicht anEin Mord ist in der Nacht zum Dienstag in Charlotten Spandau, die bisher von Geistlichen ausgeübt wurde, beabsichtigt geschlossen. Andrerseits jedoch ist die Zahl der Feiernden um die Geschäftsinhaber in Verlegenheit zu burg verübt worden. Gestern früh fand im Vorgarten des Hauses die Stadt einem Stadt- Schulinspektor, der Fachmann ist, groß genug, Wilmersdorferstraße 72 eine weibliche Leiche. Auf zu übertragen. Die Verhandlungen hierzu sind eingeleitet. Die legen. Es fand sich denn auch ein Theil, darunter die Inhaber Anzeige bei der Polizei leiteten Kriminalkommissar Krause und Schleusen in Berlin und Plößensee bleiben an den hohen Feiertagen großer Geschäfte, die sich bis zum legten Augenblicke ablehnend verandere Beamte die Untersuchung ein, die ergab, daß die Frauens- vom 1. Januar 1899 ab für den Fracht Schifffahrts- halten hatten, ein, um zu erklären, daß sie die Forderungen der person, eine aus Charlottenburg gebürtige Prostituirte, berkehr geschlossen. Nur für Sportsböte werden die Mühlendamm Gehilfen anerkennen. Trotzdem wurde aber auch bei diesen die Das Streiffomitee rieth durch Würgen am Halse und durch Schläge auf den Schleuse und die Schleuse zu Blößensee am ersten Oster- und am ersten Arbeit nicht wieder aufgenommen. um 22 Uhr Pfingstfeiertag von morgens 7-9 1hr offen gehalten. An allen ihnen an, ihren Kopf ermordet worden ist. dahin Kollegen wirken, zu daß In der Nacht hatte Bis Montag man aus der Wohnung des 23 Jahre alten übrigen Sonn- und Feiertagen wird der Schleusenbetrieb an sämmt die Gesammtheit der Unternehmer bewillige. Barbiers Friedrich Busse, der in dem Hause lichen Schleusen auf die Vormittagstunden von 6-9 Uhr beschränkt. hatten schon 78 Unternehmer, darunter solche, die 30-40 Gehilfen Wilmersdorferstr. 72 erst seit drei Wochen sein Geschäft hat, Silfe- Nur an der Mühlendammschleuse findet nachmittags von 3 Uhr bis beschäftigen, die Forderungen anerkannt. Bis zu diesem Tage hatte rufe gehört. Die Verdachtsumstände gegen Busse waren so start, Sonnenuntergang Schleusenverkehr für größere Fahrzeuge mit Eils die Bewegung an Ausdehnung zugenommen. Große Begeisterung daß die Kriminalpolizei ihn gestern 7 Uhr früh aus dem Bette gütern statt. Zulässig ist bei starkem Schiffsandrang der Schleusen- rief eine in der Versammlung der Streifenden verlesene Depesche heraus festnahm. Man nimmt an, daß er die Prostituirte in seiner betrieb von 3 Uhr nachmittags bis Sonnenuntergang auch bei den der Dresdner Handlungsgehilfen hervor, die ihren Wohnung ermordet und ihre Leiche in den Vorgarten geschleppt hat. Schleusen zu Plößensee, der Stadtschleuse und der unteren Schleuse Pariser Kollegen ihre Sympathie aussprechen. und Stelle den Thatbestand auf. Die Busse'sche Wohnung liegt dem Verdacht, den Mord an dem Handelsmann Stühle begangen doner Berufungskammer über die von den Gewerkschaften geübte Eine Gerichtskommission nahm im Laufe des Vormittags an Ort des Landwehrkanals.- Die von der hiesigen Polizei unter dringen- Eine wichtige Entscheidung fällte dieser Tage die Lon im Erdgeschoß. Das Borderzimmer benutte Busse als Barbier- zu haben, verhafteten Personen Kruſemark und Lilienthal find auf Braris des Poſtenſtchens. Die Feinlederarbeiter hatten im Jahre und Frisirstube und die nach dem Hofe gelegene Küche als Schlaf- Anordnung des Untersuchungsrichters wieder auf freien Fuß gesezt 1895 bei einem Konflikt mit ihren Unternehmern Posten vor den raum; das zweite Zimmer, das hinter dem ersten liegt, hat er als Fabriken aufgestellt, die die Arbeiter abhalten sollten, die von den Komptoir an die Firma Engel u. Worscheit vermiethet. An Busse's Ein Raubanfall auf offener Straße hat in Groß- Streifenden verlassenen Pläge zu besetzen. Wie seinerzeit schon beWohnung, die ihren Eingang vom Hausflur hat, stoßen eichterfelde die Weihnachtsruhe gestört. Das 22 Jahre alte richtet, hatten die Fabrikanten einen richterlichen Bes die Räume der Thiele'schen Restauration und die Wohnung der Dienstmädchen Marie Heß, das bei dem Verlagsbuchhändler Dr. Thoft fehl erwirkt, der diese bisher unbeanstandet gebliebene Wittwe Thiele und ihrer Kinder. Das Schlafzimmer des Fräulein in der Dratestr. 14, im Villenviertel, in Stellung ist, ging am Praxis der Gewerkschaften verbot und die erste GeThiele ist von der Küche Busse's nur durch eine Rabigwand getrennt. Heiligabend aus, um Einkäufe zu machen. Plötzlich tauchte ein richtsinstanz hatte dann die Verfügung bestätigt, dem Um 22 Uhr hörte Fräulein Thiele durch diese dünne Wand zunächst Mann vor ihr auf, der sie ansprach. Die H. gab die erbetene Aus- auch die Berufungskammer in London mit dem gleichen Entscheid Schreien und Stöhnen und dann leiſes Röcheln, da aber bald alles tunft und hatte sich taum umgewandt, als sie mit einem derben gefolgt ist. ruhig war, fümmerte sie sich nicht weiter um den Vorfall. Erst als Stock einen Schlag über den Hinterkopf erhielt und besimmungslos Das Erkenntniß steht in ziemlichem Widerspruch mit einem zwei Stunden später der junge Thiele vom Tanze nach Hause kam, zusammenbrach. Als die Ueberfallene bald darauf sich von ihrer Be- Entscheid, den der höchste britische Gerichtshof Englands, die Rechtswurde der Mord entdeckt. Der junge Mann hatte feinen Haus- täubung erholte, fühlte sie ein Tuch im Munde. Trozdem konnte die kammer des Hauses der Lords, vor einigen Jahren in einem ähnschlüssel, er mußte, um Einlaß zu bekommen, seine Mutter Ueberfallene einige furze Hilferufe ausstoßen. Diese genügten, um lichen Fall niedergelegt hat. Dieser Entscheid war den Gewerk weden. Zu diesem Zwed ging in den Vorgarten, die Bewohner der benachbarten Villen zu alarmiren. Jezt ließ der schaften viel günstiger. Kein Wunder, daß in deren Neihen es als um an das Fenster zu klopfen. Er ſah mun in dem Räuber von seinem Opfer ab und rannte mit den erbeuteten unbedingt geboten erachtet wird, die Sache auch diesmal vor die Garten die Leiche einer Frauensperson auf dem Rücken liegen. 30 Pfennigen, welche das Mädchen in der Hand getragen hatte, höchste Instanz zu bringen. Bei der Kostspieligkeit des englischen Wenige Schritte, vielleicht anderthalb Meter von der Leiche entfernt, davon. Es gelang nicht, ihn einzuholen. Die Untersuchung des Gerichtsverfahrens wird dabei ein ganzes Vermögen draufgehen. lag der Hut der Frauensperson. Thiele ging auf das zuständige Mädchens ergab, daß die Schläge glücklicherweise keine gefährlichen Schon jetzt hat der Fall gegen 16 000 m. gekostet, und die Berufung Revier in der Wilmersdorferstraße und benachrichtigte die Polizei. Verlegungen hervorgerufen haben. an die Lordskammer wird nicht viel weniger kosten. Aber die GeEin Wachtmeister und mehrere Schußmänner nahmen einige Feststellungen und Nachforschungen im Hause vor, bis bald darauf die Eine neue Bahnsteighalle ift Groß. Lichterfelde zu Weih, werkschaften sind gesonnen, gemeinsam die Mittel zur Bestreitung der Kriminalpolizei unter Kommissar Krause erschien. Nachdem Fräulein nachten beschert worden. Zum Anhalter Bahnhofe dort führte bisher Kosten aufzubringen. Thiele und ihre Mutter ihre Wahrnehmungen mitgetheilt hatten, ein ziemlich langer Weg an der Bahn entlang. Eine neue Halle für verlangten die Beamten bei Busse Einlaß. Dieser lag noch im Bett den Vorortverkehr, die bequemer zugänglich ist, wurde am Weihund schlief oder stellte sich wenigstens schlafend. Das Bett war starf nachtsfeste dem Verkehr übergeben. Die Anlage erinnert in ihrer in Unordnung. Blutspuren fanden sich in geringer Zahl an der Kravatte Art an die Berliner Stadtbahnhöfe. Aus den Nachbarorten. worden. = und den Kleidern Busse's, auf dem Korridor, der die beiden Zimmer Eine nette Weihnachtsfreude haben die meisten Schöneberger der Wohnung von einander trennt, und auf dem Hausflur. Hausbesiker, besonders die Preußische Hypothekenbant, ihren Miethern Auch eine Sicherheitsnadel, wie Frauen sie gebrauchen, fand bereitet, indem sie gründlich die Miethen gesteigert haben. In einem man in der Wohnung. Troß dieser schweren Verdachtszeugen leugnete Busse alles. Er bestritt auch, bei seiner Heimkehr spät Hause find 36 Miether gesteigert worden. Auch in anderen westlichen Vororten sind unverschämte Miethssteigerungen erfolgt. abends ein Mädchen mitgebracht zu haben, wollte überhaupt bon dem ganzen Vorgange nichts wissen. Das schüßte ihn jedoch nicht vor der Festnahme. Kriminalkommissar Krause überließ ihn eine Weile sich selbst und nahm ihn dann nochmals ins Verhör. Er trieb ihn durch Kreuz- und Querfragen so in die Enge, daß es kein Entrinnen mehr gab. Busse bequemte sich endlich zu dem Geständniß, daß er das Mädchen getödtet habe. Die Absicht bestreitet er nach wie vor; er habe mit seinem Besuch Streit bekommen und ihn so erschlagen. Die Persönlich keit der Todten ist noch nicht bekannt. Sie ist etwa 30 Jahre alt und sehr gut gekleidet. Die Uebergabe des Grabdenkmals für den verstorbenen Oberbürgermeister Fritsche an die Familie des Todten ist vorgestern durch den Bürgermeister Matting vollzogen worden. Gewerkschaftliches. Deutsches Reich. Das Arbeiterfekretariat in Nürnberg hat die Bahl seiner Beamten wieder um einen vermehrt. Neu eingetreten ist unser ehemaliger Kollege Dr. Braun, der am 1. Januar das Amt über nimmt. Ihm wird im wesentlichen die Bearbeitung des sozial statistischen Materials zufallen. In Dr. Braun hat das Sekretariat für die Erfüllung dieser Aufgabe eine anerkannt hervorragende Kraft gewonnen. bei nun Der Bergarbeiter- Kongres in Charleroi( Belgien) nahm eine Resolution an, in der die Bergarbeiter aufgefordert werden, im Hinblick auf den allgemeinen Ausstand Vorbereitungen zu treffen, um genügende Hilfsmittel herbeizuschaffen. Man nimmt an, daß die geforderte Bohnerhöhung von den Grubenverwaltungen abgelehnt werden wird. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde wird Dienstags, Donnerstags und Freitags abends von 7 bis 8½ 1hr abgehalten. M. M. 90. Ja. P. P. Nein, A. J. 31. Ja, wenn keine ehelichen Kinder vorhanden sind. E. Schmidt. Sie haben keinen Ans fpruch. Hartmann. Es ist zunächst der Beschwerdeweg und schließlich bie Klage beim Oberverwaltungsgericht einzureichen. Einen Anwalt brauchen die nicht. H. M., Bremerhafen. Nein. A. M. 1001. Kommt ganz auf die Art der Forderung an und ob die Kinder sich selbst zu er: nähren nicht im stande sind. Bernau 100. Es müssen die 235 Marten Wolgasterstr. 3-4. Der Brief ist nicht leserlich und nicht geklebt sein. A. 3. Nein, verständlich. Kommen Sie deshalb in die Sprechstunde. R. 70. 1. Ja. 2. Die Frage ist nicht verständlich. G. N. Spaudan. Nur noch 2 Jahre nach dem Austritt. Amtsgericht. Ganz geringe. Witterungsübersicht vom 27. Dezember 1898, morgens 8 1hr. Stationen Barometer S 765 S Windrichtung Windstärke Wetter Temp. n. C. 5° C. 4° R Stationen Barometer stand mm Winds richtung Windstärke Wetter 3 Haparanda 737 M 2 bedeckt 7h1b.bed. 5 Petersburg 741 WSW 4 bedeckt 4 heiter 0 Cort 744 SSW 8wolfig 2 bedeckt-6 Aberdeen 736 S 7 bedeckt Temp. 1. G. 1200=" Do S4272 Arbeiterhans in Pforzheim. Die vereinigten Gewerkschaften Einbrüche sind in den letzten Tagen mehrfach wieder in in Pforzheim befizen in dem Gasthaus zum goldenen Löwen, östliche Charlottenburg verübt worden. Aus einer Wohnstube in dem Hauſe Starl Friedrichstr. 67, ein eigenes Verkehrslokal und Herberge. Nach Krummeſtr. 43 entwendeten die Spizbuben, nachdem fie alle Behält der jüngst erfolgten Fertigstellung des Saalneubaues und Renovirung nisse nach Geld und Werthsachen vergeblich durchwühlt hatten, einen des Anwesens dürfte dies nunmehr allen Ansprüchen genügen, die Regulator mit Muschelaufsatz und Traillen. In der Wilmersdorferstraße 41 erbeuteten sie eine mit rothem Atlas bekleidete Gelent- an ein Arbeiterheim gestellt werden können. Im Parterre ist das Swinembe. 762 SS 5 wolkig puppe, ein unfertiges Schaukelpferd und drei verschiedenartig be- Restaurant, das Fremdenzimmer und ein Nebenzimmer, im Hinter- Samburg 760 23 fleidete Puppen. Vor dem Hause Berlinerstr. 33 wurde einem Haus- hause eine Kegelbahn gelegen, während sich der Festsaal, die Vereins- Berlin lokale und ein Bibliothek- und Lesezimmer im ersten Stockwerk Wiesbaden 769 S diener, während er eine Bestellung machte, vom Handwagen weg befinden. Von da aus gelangt man zur Galerie, die zu Ver- München 772 S ein Karton mit 23 Damenblousen gestohlen. sammlungszweden abgeschlossen werden kann, und zu den Schlafsälen, die gleich allen übrigen Räumen mit Dampfheizung versorgt Etwas wärmer, zeitweise heiter, vielfach woltig mit leichten Regenfällen find. Durch Pforzheim reisende Gewerkschaftsmitglieder finden im und frischen füdwestlichen Winden. Löwen" die beste Aufnahme. Wien 9 2 wolfen!-8 Paris 766 SS 351b.bed. 2 774 Still Nebel-8 Wetter Prognose für Mittwoch, den 28. Dezember 1898. Die Schreibheft- Stener in Spandau. Uns wird berichtet Jin eigenthümlicher Kampf wird zwischen den Einwohnern und den Bolksschullehrern der Stadt Spandau geführt. Wie das auch andern Berliner Wetterbureau. Verantwortlicher Redakteur: Hugo Poetsch in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin. Br. 303. 15. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwo, 28. Dezember 1898, Generalversammlung des Zentralverbandes der Handels-, 21,2 f. pro Stunde. Die Differenz des Stundenlohnes ergiebt sich dacht, die angeblich den Verwaltungsstellen Mitglieder abspenstig Transport- und Verkehrsarbeiter Deutschlands. finoet Annahme: Die lohn überhaupt beträgt 17,12 M. pro Woche oder 2,85 pro Tag, der Stellungnahme des Fabritarbeiter- und Brauerverbandes ges aus der Dauer der Arbeitszeit. Der niedrigste Stundenlohn ist machen. Dieses Vorgehen findet allerseits scharfe Verurtheilung. 14,1 Pf. in Liegnig, der höchste 26,7 Pf. in Cannstatt. Berlin, Dem Kassirer wird sodann ein Mankogeld von 150 m. be Hamburg und Leipzig weisen einen Stundenlohn von 23,7, 24,9 und willigt. 22,1 Pf. auf. Dreher beantragt nunmehr, als nächsten Bunft auf die Tagesordnung die Einigungsfrage zu setzen. Dies Eine Folge dieser traurigen Lohn- und Arbeitsverhältnisse waren wird angenommen die vorgekommenen zahlreichen Lohnbewegungen. Es fanden neun öste, Petermann Altenburg, und sprechen dazu Schleuder- Leipzig, Oertel Berlin und Streits statt, an denen 561 Berufsangehörige betheiligt waren, von Dreher- Berlin. Folgende Resolution diesen waren sieben Angriffs und zwei Abwehrstreifs, die Dauer Generalversammlung erklärt sich mit der Einberufung eines derselben betrug vier Wochen und einen Tag. Davon wurden sechs Einigungstongresses zu Ostern 1899 einverstanden, unter der Begewonnen und drei verloren. In verschiedenen Fällen gelang es, bingung jedoch, daß der Kongreß entweder in Berlin oder in Leipzig durch bloßes Eingreifen der Organisation Lohnaufbesserungen zu stattfindet. Die Generalversammlung erwartet von den lokalerzielen. An Streit und Gemaßregelten- Unterstüßung wurden organisirten Kollegen, daß sie sich dieser Bedingung fügen, weil ja 921,53 m. gezahlt. Die im Verbande neu eingeführte Arbeitslosen- die Wahl eines anderen Ortes beiden Parteien namhafte Unkosten Unterstügung hat sich gut bewährt, dafür wurden 828,65 m. ver- auferlegen würde, die im Interesse der Organisation gespart werden ausgabt. Allerdings werden die diesbezüglichen Anforderungen an den fönnen. Die Generalversammlung spricht die Hoffnung aus, daß der Verband in den nächsten Jahren steigen. Die Kosten des den Mitgliedern Kongreß zu einer Einigung führt und verlangt in diesem Falle von den gewährten Rechtsschutzes betrugen 409,60 M.; infolge der Anwendung Kollegen beider Richtungen, daß die auf beiden Seiten gemachten Fehler der§§ 315 und 316 auf die elektrischen Straßenbahnen werden die vergessen werden, weil nur dadurch eine wirkliche Einigung und ein Rechtsschutzkosten sich ständig steigern. Der Verband kann jedoch den ersprießliches Hand in Hand- Arbeiten erzielt werden kann. Anforderungen der Mitglieder infolge der guten finanziellen Lage stets gerecht werden. Das schnelle Aufblühen des Zentralverbandes habe bewiesen, daß man bei seiner Gründung das Richtige getroffen, auch habe sich die eingeschlagene Tattit, betr. die Erhöhung der Beiträge, trefflich bewährt. Kassel, 25. Dezember 1898. Der Zentralvorsitzende Schumann eröffnet die Versammlung um 3 Uhr nachmittags. Nach der Wahl des leitenden Bureaus erfolgt die Feststellung der Präsenzliste, welche die Anwesenheit von 36 Delegirten aus 33 Orten ergiebt. Nach Feststellung der Ge schäftsordnung für die Versammlung wird in die eigentlichen Verhandlungen eingetreten. Schumann giebt den Vorstandsbericht. Danach hat sich der Verband in den 134 Jahren seines Bestehens gut entwickelt. Die Mitgliederzahl betrug am 1. April 97 1881 Mann, während am 1. Oft. 98 5687 zahlende Mitglieder vorhanden waren, deren Bahl sich bis jetzt auf rund 6000 vermehrt hat. Diese Mitglieder vertheilen sich auf 33 Orte. Der Opfermuth der Kollegen sei ein großartiger gewesen und nur ihm und der fleißigen Agitation sei das Blühen der Organisation zu verdanken. Der Vorstand hat sich behufs Unterstügung der Organisation des öfteren an die Gewerkschaftskartelle gewandt, jedoch haben nur eine kleine Zahl derselben sich der Berufsbewegung angenommen. Die meisten Kartelle haben trog wiederholtem Schreiben keine Antwort gegeben und 41 derselben verhielten sich direkt ablehnend. Beim Vorstand gingen während der Berichtsperiode 1555 Schriftstücke ein und 1952 von demselben aus. In den Verband sind eingetreten 2054 Hausdiener und Packer, 4269 Rutscher, 1228 Kohlen- Speditionsarbeiter, 328 Möbeltranspor teure, 83 Verkehrsangestellte und 162 Bierfahrer. Die Zahl der aufgenommenen Mitglieder überhaupt betrug 8409. Durch Fragen auf den Aufnahme- Formularen hat der Vorstand eine kleine Statistit über Arbeitszeit und Lohn zu geben versucht. Die Arbeitszeit betrug danach für 20 Mitglieder 8 Stunden, für 81: 9, 40: 9/2, 495: 10, Orth Hamburg tadelt in der hierauf folgenden Diskussion die 38: 10/2, 334: 11, 54: 1112, 1030: 12, 72: 121/2, 866: 13, 62: 131/2, Art der Einigung mit den Lokalisten; letztere hätten ganz gut schon 1049: 14, 30: 142, 915: 15, 60: 152, 803: 16, 59: 162, 230: 17, zu Weihnachten am Kongreß theilnehmen können, es wäre dadurch 3: 17/2, 58: 18 Stunden. 703 Kollegen haben ihre Arbeitszeit als viel Geld gespart worden. Röste, Mitglied der Generalfommission, unbestimmt angegeben; es handelt sich dabei hauptsächlich um giebt ausführliche Aufklärung über die Einberufung der EinigungsKutscher, die wohl in der Lage sind, den Beginn ihrer täglichen konferenz und appellirt ant die Delegirten, die Einigung Arbeitszeit anzugeben, aber selten wissen, wann ihr Tagewerk möglichst zu fördern. Eckardt Mannheim, = 3immer beendigt ist. Der höchste Lohn ist 36, der niedrigste 10 M. pro Breslau, Hösch I e- Stuttgart, Oertel- Berlin und. M in cho w Woche. Den höchsten Durchschnitts- Wochenlohn weist Altona mit Dessau sprechen int allgemeinen ihre Zufriedenheit mit 20,50, den niedrigsten Liegnig mit 11,80 m., ihm folgend Spremberg der Thätigkeit des Vorstandes aus, verhalten sich jedoch skeptisch den mit 12,94 m. bei 14 stündiger Arbeitszeit auf. Der Durchschnitts- Einigungsbestrebungen gegenüber. In der Diskussion wurde auch Für den Juhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. 264 Theater. Mittwoch, 28. Dezember. Opernhaus. Cavalleria rusticana. Bajazzi. Anfang 72 Uhr. Schauspielhaus. Wilhelm Tell. Anfang 72 Uhr. Deutsches. Cyrano von Bergerac. Anfang 71/2 Uhr. Central Theater Direktion: José Ferenczy. Die Geisha oder: Eine japanische Theehans: Geschichte. Operette in 3 Aften v. Sidney Jones. Morgen und folgende Tage: Die Geisha. Sonntag Nachm. zu halben Preisen: Nauon, die Wirthin vom goldenen Lamm. Operette in 3 Atten von R. Genée. Abends 7/2 Uhr: Die Geisha. Lessing. Jut weißen Rößl. Anfang( La Poupée). Operette in 3 Atten und 71/2 Uhr. Residenz. Mamselle Tourbillon. Vorher: Der Küchenjunge. Anfang 71 Uhr. Neues. Hofgunst. Anfang 7/2 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Kindervorstellung. ( Schneewittchen und die 7 Zwerge.) Westen. André Chénier. Anfang 712 Uhr. Schiller. Abu Seid. Hannele's Himmelfahrt. Anfang 8 Uhr. Thalia. Der Eva Apfel. Anfang 71/2 Uhr Metropol. Die feinen Michu's ( Les pétites Michu). Die Engelsjäger. Anfang 7 1/2 Uhr. Central. Die Geisha. Anf. 71/2 Uhr. Luisen. Um's liebe Geld. Anfang 8 16t. Belle Alliance. Sein Patent. Aufang 8 Uhr. Alexanderplatz. Verlorene Mäd chen. Anfang 8 Uhr. Parodie. Emma von Falkenstein. Die eingemauerte Nonne. Anfang 72 Uhr. Ostend. Der Brandstifter. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Onkel Toms Hütte oder: Sklavenleben in Amerika. Anfang 8 Uhr. Urania. Taubenstraße 48-49. Naturkundliche Ausstellung. Täglich geöffnet von 10 Uhr vor: mittags ab. Eintritt 50 Pf. Abends 8 Uhr:" Die Urzeit des Menschen". Invalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr: Stern warte, Operntelephon. Apollo. Spezialitäten- Vorstellung. Anfang 72 Uhr. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 7 Uhr. $ V Feen Palast. Spezialitäten Vorstellung. % Passage Panoptifum. Speziali täten Vorstellung. Schiller Theater ( Walluer Theater). Mittwoch 8 Uhr: Hanneles Himmelfahrt. Hierauf: Abu Seid. Donnerstag Nach m. 3 Uhr: Der Traum ein Leben. Abends 8 Uhr: Ehrliche Arbeit. Freitag 8 Uhr: Hanneles Himmelfahrt. Hierauf: Abu Seld. Jn Vorbereitung: Die Puppe einem Vorspiel von Ordonneau und Sturgeß. Musik von Ed. Andresen. Thalia- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Gastspiel Helmerding. Den Kassenbericht giebt a ßler. Aus demselben ist zu ersehen, daß der Verband eine Gesammteinnahme von 47 992,98 m. hat, dem eine Ausgabe von 39 974,80 M. gegenüber steht. Der Gesammt tassenbestand betrug am 1. Oktober cr. inkl. des Reservefonds der einzelnen Ortsverwaltungen 1108 m. Urania Taubenstrasse 48/19. Reiseskizan aus dem Orient. Nachmittags: Luisen- Theater 34. Reichenbergerstraße 34. Novität! Abends 8 Uhr: Rovität! Um's liebe Geld. A. Frankl's Die Urzeit des Menschen. Théâtre Variété Invalidenstr. 57/62: Tägl. Sternwarte. Passage- Panopticum. Der Eva- Apfel. Boffe in 3 Aufzügen von B. Jacobson. In freier Umarbeitung des Stückes " La Culotte" von Sylvane u. Artus. 181 Anfang 72 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Olympia- Theater o Karlstr. Karlstr. ( Circus Renz) Heute Nachmittag 312 Uhr: Dornröschen. Besonders hervorzuheben: Die Bärenjagd. Der Kampf mit dem Drachen. Die Bonbon- Kanone. Halbe Preise. 1 Kind frei. Abends 8 Uhr: Zum 99. Male: Mene Tekel. Morgen Donnerstag, nachm. 312 Uhr: Großze WohlthätigkeitsVorstellung zum Besten des Vereins für Kinder Volksküchen. Dornröschen. Abends 8 Uhr: Gr. Fest- Vorstellung. Bum 100. Male: Mene Tekel. Circus Renz- Riesen- Tunnel. Direktion: J. M. Hütt. Täglich: Grosses Konzert der Hauskapelle unter Leitung des Musikdirektors Herrn Otto Görner und Extra Spezialitäten- Vorstellung unter Regie des beliebten Humoristen Gustav Kluck. Das vorzügl. nene Weihnachts: Programm. Ernst und Scherz. Anf. Wochent. 61/2 Uhr, Sonnt. 5 Uhr. Entree Wochent. 10 Bf., Sonnt. 30 f Geöffnet von 9 Uhr früh bis 10 Uhr abends. Von 6 bis 10 Uhr: Théâtre variété. Um 8 Uhr: Das Flammen11 weib. Um 9 Uhr: Der VerwandlungsSchauspieler Ugo Paladini. Heute 25 Pf. Entrée. Castan's Panopticum. Die SIOUXINDIANER sind da! Metropol- Theater. Behrenstr. 57/58. Dir. Rich. Schultz. Täglich: Die kleinen Michu's Novitäten! Hierauf: Novitäten! Die Engelsjäger. Moabiter Gesellschaftshaus, Alt- Moabit 80-81. Jeden Sonntag u. Mittwoch: Konzert, Ensemble- Szenen, Spezialitäten Vorstellung mit darauf folgendem TANZ. Entree 30 Bf. Alcazar Theater SO Dresdenerstr.52/ 53.City- Passage. Direktion: Richard Winkler. Großer Erfolg! Höllenqualen. Schwank von Bernhard. Oftend- Garl Weiß- Theater. W. Noack's Theater Neu! Miss Mieke Neu! Gr. Frankfurterstr. 132. 8um 4. Male: Brunnenstr. 16. Neu! Wirkliches Waffer! Novität! Heute Mittwoch, den 28. Dezember Neu! Der Brandstifter Das Alpenröschen. Sensationelles Ausstattungsstüc mit Gefang in 5 Aften( 12 Bildern) von G. Otonkowsky. Musik von L. Fall. Anfang 8 Uhr. Vorzugsbillets haben Giltigkeit. Im Tunnel von 7 Uhr an Frei Morgen und folgende Konzert. Märchen- Posse mit Gefang und Tanz in drei Aften von E. Linderer. Mufit von Conradi. Nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. Am Sylvester: E Lage: Der Brandstifter. Gonntag Grosser Familien- Ball. Nachmittag: Onkel Jonas. mit ihren dressirten Tauben. Ferner: Balance- Produktionen auf einer Krystall- Pyramide. Zum Schluß: Seemannsglück. Liederspiel von O. Victor- Röder. Wochent. 7% Uhr. Anfang: Sonntags 6 hr. Entree: Wochentags 30 Pf. Sonntags 40 f. Vorzugsbillets haben Giltigfeit. Köllnischer Fischmarkt 6. Grosse Spezialitäten- Vorstellung. Neues Dezember- Programm. Auftreten der russ. Fürstin von Dragomann. Uhr. Den Bericht über die Presse erstattet Dreher. Seit Bestehen des Fachblattes sei die Redaktion stets bestrebt gewesen, den Anforderungen der Mitglieder gerecht zu werden. Die Auflage des Blattes habe am 1. Februar 1897 2000 Exemplare, am 15. Dezember 1898 7400 Gremplare betragen. Den Bericht der Preßkommission giebt Simpel Hamburg. Er erklärt, daß die Kommission keine Veranlassung hatte, in die Art der Redaktionsgeschäfte einzugreifen, weil keine Beschwerden vorlagen. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde wird Dienstags, Donnerstags und Freitags abends von 7 bis 8 1hr abgehalten. Hagenstein. Sie haben vollständig recht, das XX. Jahrhundert beginnt mit dem 1. Januar 1901. A. P. 32. 1. Die Berechnung der Lohnabzüge nach Prozenten führt nicht selten Iten zu irrigen Annahmen. Oft wird die Kürzung des Lohnes um die Hälfte in Arbeiterfreisen als ein Abzug von 100 pCt. angegeben, 100 pet. möglich, d. h. Sie bekommen dann garnichts. 3. Bei 50 Pf. beträgt während es in Wirklichkeit 50 pet. find. 2. Natürlich ist ein Abzug vont eine Lohnzulage von 100 pet. 50 Pf., d. h. Sie erhalten 1 M. Neue freie Volksbühne. Bland dad Sonntag, den 1. Januar 1899( Neujahr), nachm. 3 Uhr: Extra- Vorstellung im Lessing- Theater: Die Befreiten.= Einafter Zyklus von 0. E. Hartleben. Karten à 1 Mark find in den befannten Zahlstellen sowie beim Unterzeichneten nur bis Sonnabend Abend zu haben. Sonntag, den 15. Januar, nachmittags 1/23 Uhr: VereinsVorstellung im Ostend- Carl Weiss- Theater. 3ur Aufführung tommt das neueſte Wert von Björnstjerne Björnson: Paul Lange u. Tora Parsberg. Drama in 3 Aften. 151/4 Einige Neuaufnahmen werden noch durch die Zahlstellen und durch Unterzeichneten vorgenommen. J. A.: Ad. Löhr, Kassirer, Ackerstr. 40. ufang 7%, 1hr, Sonntage 5 ur. Achtung, Brauerei- Arbeiter! Apollo- Theater. Direktion E. Waldmann. Nur noch wenige Tage das ausgezeichnete DezemberProgramm. Kasseneröffnung 6 Uhr, Anfang der Vorstellung 7 Uhr. Sonnabend, den 31. Dezember 1898: Grosse humoristische Sylvesterfeier. Clara die Marode. Anfang 8 Uhr. Donnerstag, den 29. Dezember, abends 8 1hr, im Lokale des Herrn Hoffmann( Englischer Garten), Alexanderstr. 27c: Oeffentliche Versammlung sämmtlicher in den Brauereien beschäftigten Arbeiter. Tages Ordnung: [ 3140b 1. Die bevorstehende Kuratorium- Wahl und Aufstellung der Kandidaten zum Kuratorium des Nachweises der Ringbrauereien. 2 Verschiedenes. Es ist dringende Pflicht eines jeden Arbeiters der Ringbrauereien, zu erscheinen. Der Einberufer. Berolina- Festsäle Sonbanſer Allee 28 9 Ecke Wörtherstraße. Jnh: Gustav Brochnow. Große und kleine Säle für Vereine und Versammlungen. Vereins- Zimmer. 2 Kegelbahnen noch zu vergeben. Sonntag, 1. Januar 1899: Mähr's Theater Cäcilie Carola Albany Débriège. Concerthaus Leipzigerstr. No. 48. Täglich: Hoffmann's Oranienstr. 24. Täglich: Gr. Vorstellung. Das Weihnachtspräsent. Sportsmädel. Anfang an den Wochentagen 8 Uhr. Sonntags 6 hr. Bons haben Wochentags Giltigkeit. Avis! Sonnabend, 31. Dezember: Quartett Humoristen Gr. Sylvester- Vorstellung Freitag einmalige Wieder und Ball. holung des am 1. Feiertag jo Charakterbildes to beifällig aufgenommenen Volks- Theater im Welt- Restaurant Dresdener Straße 97. Dir.: A. Kolig. Art. Leiter: A. Runge Heinrich Heine. Sonnabend, den 31. Dezbr.: Sylvesterfeier mit Ball, unter Mitwirkung des Tyll Eulenspiegel. Ballorchester II. Garderegiment. Anfang 9 Uhr. Entree 3 M. Gesellschaftstoilette. Reichshallen. Stettiner Sänger ( Menfel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl, Schneider und Schrader.) Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Vorverkauf 40 Pf. Num. Balkon 75 Pf. Balkon- Loge 1 M. Orch.- Loge 1,50. Fremden- Loge 2 M. Tagestasse von 11-1 Uhr. Sonnabend, 31. Dezember: Grosse Sylvester- Ulk- Soirée und Tanzkränzchen. Täglich: 7 Große Gala Spezialitäten und Theater Vorstellung. Novität! Durch die Blume. Große Ausstattungs- Operette. Inter Polizei- Aufsicht. Gesangsp. Rudi Saberto, phänomen. Jongleur. Rudinis, Bauberparodisten. Anfang 6 Uhr. Ende 11 Uhr. Feen- PalastTheater Burgstr. 22. Burgstr. 22. Wiederholung ber riesengroßen Weihnacht: Festvorstellung. Freitag, den 30. Dezember: Bum legten Male: Das Blumenmädchen vom Hacke'schen Markt. Sonnabend( Sylvesterabend): Eine fidele Sylvesternacht. Borstellung und Tanz. Abschieds Auftreten des ganzen Spezialitäten- Personals: Das alte u. das neue Jahr. Lebendes Bild. Große Ueberraschungen. Anf. 7 Uhr. Tanz 11 Uhr. Ende jiebts ja jarnich. 429L* IRCUS BUSCH Mittwoch, den 28. Dezember, abends 7 Uhr: Soirée équestre.= PERSIEN. Besonders hervorzuheben: Ritt des Fs hohe Burgmauer. Außerdem: Prinzen Mirza Schaffy über die hundert Auftreten des Herrn Franz Gebhardt, Ritter 2c., bisherig. Chef der t. f. span. Hof Reitschule in Wien. Auftreten bon Harry& Marius, fom. Redturner. Akrobaten- Truppe Manzoni. Die neuen Freiheitsdreffuren des Direktor Busch. In der Tanzstunde, große Quadrille. Auftreten aller neu engagirten Reitfünstlerinnen und Künstler als auch Clowns und Auguste. Morgen 71/2 Uhr: Persien. Köpenick. Klein's Saal. Mittwoch, den 28. Dezember cr.. Einmalige Soirée des so beliebter Hippel's Stettiner Quartett- und Humor Ensembles. Neues urtomisches Programm. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Bf. Nur diese eine Soirée. Achtung! ( 550* Vereine. Die Sonntage der Winter Saison find an Vereine zu ver: geben. Fritz Nagel, Feldschlößchen", Müllerstr. 142 2 Liter Rum. 2 Liter AnanasRep. 1 Liter Weingeist, 1 Liter Wasser, 1 Origft. Echte JamaicaRum- Basis für 75 Pf. Die Mischung ergiebt einen feinen, fräftigen Rum von dem wundervollen Aroma u. 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Malzbier( Kranken empfohlen) à Ltr. 15 Pf., 61,25,2 0,75. Helles Lagerbier, Der Vorstand, Nachruf! Am 23. Dezember verstarb unser Mitglieb, ber Buzer Ferd. Dahms, Rügenerstr. 13. Ehre seinem Andenten. Der Vorstand. 248/4 Am 25. Dezember starb mein lieber Mann Karl Kunde im Alter von 46 Jahren. Beerdigung Donnerstag, 3 Uhr, von Münchener, Pilsener der Reichenhalle bes Auguſta- Hoſpitals in Flaschen u. Gebinden. nach dem Bions- Kirchof in NiederSchönhausen. 31436 Emilie Kunde, geb. Grieben. Todes- Anzeige. Allen Freunden, Verwandten und Für Mk. 1,50 frei Haus: Bekannten die traurige Nachricht, daß 15 kl. 0- Weissen, 20 " Weissen, 15 Fl. Malzbier, " Weizenbier, unser einziger geliebter Sohn Ewald im 18. Jahre nach schwerem Leiden am 25. d. m. verstorben ist. Die Beerdigung findet heute Mitts [ 818L* woch, den 28. Dezember, nachmittags 22 Uhr, vom Krankenhaus am Urban aus nach dem Emmaus- Kirchhof statt. Die betrübten Eltern 31346 Fritz Gonell nebst Frau. 20 15 1/2 Ltr. helles Lagerbier, 18 " 4/10 20 3/8 " " " 15 " 4/10 " 15 1/2 " " do. do. do. do. Pilsener, Münchener, Export, Potsdamer. Zähne 1,50 M. die beften foft. nur| Kanarienhähne v.Rühl, Mariannenst.19 50 Pf.u. zahle den 100 Mark Belohnung, wer nachweist, daß die Zähne, für die unbere 3 Wt. ober noch mehr Mart 10 Jahre Garantie. Vollkommen schmerzloses ZahnZahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 22. Sprechst. 9-7. Neujahrs- Karten! ziehen 1 M. Plomben 1,50 M. Theilzahl. wöchentl. 1 M. fordern, beffer find. Reparaturen Billigste und direkte Bezugsquelle für Händler und Wiederverkäufer. Scherzkarten in 50 verschiedenen recht orig. Mustern, à 100 St. 35 Pf. Humoristische Postkarten, à 100 St. 40, 65 u. 90 Pf. Jahreszahlkarten mit u. ohne Glimmer, Profit Neujahr 1899! à 100 St. 2,50, 3, 3,50, 4 Mt. Neu! Jahreszahl- Postkarte, Profit Neujahr 1899! 100 St. 4 M. Neu! 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