Ur. 305. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Prets pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit illuftrirter Sonntagss Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Poste Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Poft Bettungs. 26t Preisliste für 1899 unter Mr. 7820. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn a Mart, für bas übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Erscheint täglich aufer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 15. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Roloneis getle oder deren Raum 40 Bfg., für Bereins- und Versammlungs- Anzeigen, fowie Arbeitsmarkt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis & Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Xernfprecher: Amt I, Mr. 1508. Zelegramm- Adresse: Bozialdemokrat Berlin". Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Bezugs- Einladung. Am 1. Januar 1899 beginnt ein neues Abonnement auf den „ Vorwärts" mit Unterhaltungsblatt und der illustrirten Sonntags Beilage „ Die Neue Welt". Im Unterhaltungsblatt beginnen wir am 1. Januar 1899 mit bem Abdruck des Original- Romans: Herrn Birkendraths Pensionäre. Von O. Eugen Thossan. Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure sowie unsere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennigen frei ins Hans. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonnements zum Preise von 3 Mart 30 Pfennigen für die Monate Januar, Februar und März entgegen.( Eingetragen ist der Vorwärts" in der Post- Beitungsliste für 1899 unter Nummer 7820.) Genofsinnen und Genossen! Die Verbreitung des Vorwärts" ist Eure Pflicht gegen Euch selbst, ist Eure Pflicht gegen die Partei. Der Vorwärts" wird nach besten Kräften seine Schuldigkeit thun. Thut Jhr die Eure! Die Redaktion des Vorwärts". " Die Krisis in der Textilindustrie. Freitag, den 30. Dezember 1898. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Vereinigten Staaten die Zahl der in Betrieb gesetzten Mark fant, weist er 1898 schon in den ersten neun MoSpindeln um etwa eine Million verminderte, steigerte naten einen weiteren Rückgang von 13 Millionen Mart man in Deutschland die Baumwollen Industrie ganz un- auf. Diese Stockung des Absatzes veranlaßte die Wollberhältnißmäßig. Nach der„ Köln. 8tg." war die Zahl der spinnerei- Vereinigungen, gemeinsame Betriebsreduktionen von Baumwollen Spinnereibetriebe: 10 pбt. und dann von 20 pCt. eintreten zu lassen; doch trat auch infolge dieser Maßregel teine Besserung der Lage ein und das Geschäft in allen Woll- Branchen und den damit zusammenhängenden Wirkwaaren, Konfektion 2c. nimmt nur schleppenden Verlauf. im Rheinland in Westfalen . die Zahl der Spindeln in Rheinland in Westfalen 42 88 1888 1892 1897 40 15 46 22 52 83 435 000 555 000 282 000 493 000 797000 839 000 • 168 000 58 000 der Baumwollen- Verbrauch: im Rheinland 200 000 116 000 267 000 203 000 in Westfalen. Das macht in 10 Jahren eine Steigerung der Produktion im Rheinland um 60 pct., in Westfalen um 350 pct. und in beiden Provinzen zusammen um 108 pet. In einigen anderen Theilen Deutschlands, namentlich in Sachsen, war die Produktionssteigerung eine ähnlich starke. In ganz Deutschland hatte sich die Produktion von Baumwollenwaaren in zwölf Jahren um 57 pet. gesteigert. Sie betrug nach der WeserBeitung" 1887 1 007 000 Ballen und 1898 1 561 000. Dabei santen die Preise der Fabrikate erheblich. Der Jahres- Durchschnittspreis war im Jahre 1890 1891 1892 1893 1894 1895 1896 1897 für Gladbacher Wa tergarn Nr. 20 ( pr. Kilogr.)... 1,68 1,49 1,88 1,51 1,35 1,82 1,49 1,21 Nejfel 16/16( pr. Mtr. 1890 1898 in den Neu- England- Staaten 11 030 458 13 238 376 " " " 0 號 Mittelstaaten Weststaaten. Südstaaten 1 736 310 170 266 1 613 280 14 550 314 1 753 471 235 044 4 057 244 19 284 135 Auch in der Seiden- Industrie, die freilich nicht die Bedeutung der Baumwolle- und Woll- Industrie hat, ist der Absatz ein schleppender und namentlich die Ausfuhr nach den Vereinigten Staaten nimmt von Jahr zu Jahr ab. Da dort selbst seit einigen Jahren eine starke Seiden- Industrie sich heranbildet, so daß sie nicht nur bald den gesammten Bedarf der Vereinigten Staaten an Seidenwaaren deckt, sondern sich auch schon start mit Export von Seidenwaaren befaßt. Der Werth der Seidenwaaren- Manufaktur der Vereinigten icons ADS Staaten betrug: 6 607 773 Dollars 12 210 662 1860 1870 1880 41 033 045 " 1890 87 298 454 " 1898( schäßungsiveise) 150 000 000 " 56 659 Dollars 161 673 297 074 Der Werth der Ausfuhr an amerikanischen Seidenwaaren betrug: 1888 1893 1898 Neben der amerikanischen Konkurrenz " macht sich 78 cm breit)... 0,236 0,198 0,183 0,231 0,197 0,195 0,204 0,179 Aber der Konsum blieb weit hinter der Produktion zurück. Auch die Ausfuhr von Baumwollengarn und Waaren neuerdings auch die japanische immer mehr fühlals die Japaner nicht nur eine hat in den letzten Jahren eher ab- als zugenommen. Sie bar, umso mehr, und Anpassungsfähigkeit hatte 1895 einen Werth von 232,9 Millionen Mart und 1897 bemerkenswerthe Geschicklichkeit einen solchen von 229,5 Millionen Mark und sie sant in den zeigen, sondern auch überaus niedrige Arbeitslöhne haben. erften 9 Monaten 1898 gegen die gleiche Zeit im Vorjahre Für Männer 76 bis 84 Pf., für Frauen und Mädchen 34 bis 42 Pf. pro Tag. Bereits 4000 mechanische Webstühle vollum weitere 5,48 Millionen Mark. In den Vereinigten Staaten hatte sich in dieser Zeit fommenster Art und ca. 50 000 Handstühle dienen, wie das Während im allgemeinen für die Jahre 1897 und 1898 die Baumwollen- Industrie ebenfalls mächtig entwidelt, amerikanische Seidenjournal" schreibt, dort schon der Seidenein Stehenbleiben und stellenweise auch eine kleine Erhöhung namentlich in den Südstaaten, wo man in den letzten weberei, auf denen die prachtvollsten Arbeiten in Satin, Wenn auch die der bisherigen Löhne zu verzeichnen war, konnte das von Jahren eine Reihe neuer Fabriken mit vollkommensten Damast und Brokat hergestellt werden. Krefelder und Lyoner Webereien noch für einige Zeit in der der Textilindustrie nicht berichtet werden. So theilt Gewerbe- Maschinen eröffnet hatte. Die Zahl der Spindeln betrug: Herstellung gewisser Muster unerreicht bleiben werden, so verrath Dr. Sprenger in seinem Bericht für 1897( Seite 116) mit, daß in der Textilindustrie ein Rückgang der ursacht die aufblühende amerikanische und japanische SeidenIndustrie ihnen doch empfindlichen Abbruch, der sich auch auf Löhne zu verzeichnen war. Wie gewöhnlich wollten das Einkommen der Arbeiter überträgt, was diesen die Bedie Fabrikanten den schwachen Absatz durch Preisfestigung ihrer Organisation doppelt zur Pflicht macht. herabsegungen heben und den dadurch entstandenen Noch mehr als Seide tritt Iachs- und HanfAusfall durch Reduzirung der Arbeitslöhne wieder einDabei ermäßigten die Südstaaten die Preise für die Industrie gegenüber der Baumwollen- und Wollen- Industrie bringen. Aber der Absatz wurde trok Preisermäßigungen nicht Drudfattun wurde zu 2 Cents per zurück. Die Leinwand ist schon in früheren Jahren, flotter, die Krisis wurde intensiver und im Jahre 1898 Fabrikate immer mehr. folgten weitere Stürzungen der Arbeitslöhne bis zu 10 pct., Yard und selbst darunter abgegeben. Die Fabriken in den namentlich in England, Belgien und Oesterreich, sehr von der was um so empfindlicher war, als die Zahl der in der Textil- Südstaaten hatten allerdings weniger Fabrikationstoften, Baumwolle verdrängt worden und die Leinenweberei hat in den industrie beschäftigten Personen eine besonders große ist. namentlich billigere Arbeitskräfte und bessere neuere Maschinen. letzten Jahren ihre Betriebe nicht weiter einzuschränken Während im Bergbau, in Hütten und Salinen etwa Die aufgestapelten Vorräthe betrugen zwei bis zweieinhalb brauchen, litt auch nicht an Preisfall; doch sind die Arbeits536 000 Personen in Deutschland beschäftigt werden, in der Millionen Stück. In Fall River, dem Zentrum der Baum- löhne in dieser Brauche bekanntlich schon äußerst niedrig. Bei der Jute, einem ziemlich neuen Textilstoff, ist der Industrie der Maschinen, Instrumente 2c, 583 000 und in der wollen- Industrie in den Neu- England- Staaten, erzielt DruckMetall- Industrie 640 000, wurden in der Textil- Industrie trop fattun gegenwärtig nur noch 2 Cents per Yard und selbst Verbrauch entschieden in der Zunahme begriffen, unter anderem womit kaum die Herstellungskosten gedeckt für Buckersäcke, Salzsäcke 2c. So fonnte in den ersten neun ihrer hochentwickelten Maschinentechnik über 993 000 Personen weniger, ein Monaten dieses Jahres der Import roher Jute um 12 Mill. beschäftigt, worunter 340 600 erwachsene Frauen und 62600 Stinder sind. Trotzdem hatten die Bemühungen, durch einheitliches Vorgehen eine einheitliche Produktions Ein- Mark gesteigert werden, ohne daß Ueberproduktion eintrat. Aber und junge Leute sind. Die Ueberproduktion von Baumwollenwaaren ist schränkung und Preisbesserung herbeizuführen, fein Resultat. auch die Jute Industrie hat keinen Anlaß mehr, hoffnungsfreudig zunächst eine Folge des gesteigerten Ertrages der Baumwollen. Der Druck starter Ueberproduktion lastet nach wie vor auf in die Zukunft zu sehen, da auch für sie die Zeit der UeberErnte in den Vereinigten Staaten Ameritas. Derselbe ist in einer Industrie, die in Fall River allein mit einer Produktions- produktion immer näher kommt. Man schäzt den gegenden letzten 25 Jahren um mehr als das Vierfache gestiegen. rate von durchschnittlich 230 000 Stück pro Woche weiter wärtigen Bestand an Spindeln auf 107 000 und an WebInfolge diefer Ueberproduktion an roher Baumwolle ist aber arbeitet. Gleiche Mißerfolge hatten die Bemühungen, durch stühlen auf 5800. Aber man ist jetzt mit der Aufstellung von auch der Preis beinahe auf den vierten Theil gesunken, wie gemeinschaftliche Produktionseinschränkung oder zeitweilige weiteren 28 000 Spindeln und 1200 Webstühlen beschäftigt, Einstellung des Betriebes Preisbesserungen zu erzielen, auch was einer Produktionszunahme von mehr als 25 Millionen nachstehende Zusammenstellung zeigt: sonst überall, wo wegen der Ueberproduktion dieselbe am Kilogramm im Jahr entspricht. Dazu kommt, daß sich auch und pro Yard Platz gewesen wäre, so in Sachsen, Westfalen, Rheinland, in Indien die Jute- Industrie weiter entwickelt und trop Elsaß, Desterreich, Belgien und Japan, obgleich hier überall Schutzzoll mit ihren Geweben in Deutschland Abnehmer der Absatz noch schleppender war, als in den Vereinigten findet. Wie im allgemeinen wird auch in der Textil- Industrie Staaten, wo ein glücklich beendeter Krieg und eine ausIm Jahre Millionen Pfund wurden geerntet in 1872 1880 1890 1897 1898 1804 2771 8367 4897 5667 dabei war der preis pro Pfd. Durchschnitts22,19 Cts.( à 41/5 11,51 10,07 " 7,75 6,23 " Druckkatun f.) 7,88€ ts. 4,51" 3,34 2,47 2,17 " In den letzten Wochen ist der Preis für Baumwolle sogar auf 5 Cents per Pfund gesunken. Der Antheil der Vereinigten Staaten an der Weltproduktion der Baumwolle ist in dieser Beit von 70 pCt. auf 85 pet. gestiegen. W gezeichnete Weizenernte die Stauffraft wesentlich gehoben der Ausgang der gegenwärtigen Krisis darin bestehen, daß hatten. Aber auch in Amerika wird sich schließlich die Ueber eine Reihe Kleinbetriebe aufgegeben werden müssen. Das produktion fühlbar machen. Namentlich ungünstig gestellte wäre ja weiter nicht zu bedauern. Denn bekanntlich find fleinere Fabriken werden sich zur Beschränkung und schließlichen Einstellung ihres Betriebes gezwungen sehen. Dann wird in den Großbetrieben der Baumwollen- Industrie eine Trust bildung stattfinden, wie sie sich ja in Amerita allmälig in fast allen Betriebsarten geltend macht, und in den europäischen Obwohl in der Union selbst eine immer zunehmende Verarbeitung von Baumwolle stattfand fie stieg seit 1890 von 2 346 152 Ballen( à 500 Pfund) bis 1898 auf 3 443581 Ballen Ländern wird dies früher oder später ebenfalls geschehen. wurde doch der größte Theil der geernteten Baumwolle nach Europa exportirt. So im Jahre 1897/98 7532 615 Ballen. Deshalb gingen die Preise in Europa ebenfalls wesentlich herab, wie nachstehende Zusammeſtellung der Preise am Ende der legten neun Jahre für middling upland Baumwolle in Liverpool und Bremen zeigt, in Liverpool per engl. Pfund bon 453 Gramm, in Bremen per Kilogramm. 1892 1893 51/2 43/16 51/4 45/16 Pence 80,0 88,0 72,4 Pfg. Die die Kleinbetriebe und die Hausindustrie die gesundheitsschädlichsten, in denen die Forderungen des Arbeiterschutzes am schwersten zur Einführung kommen und in denen auch die Lohnverhältnisse die traurigsten sind. Ein anderer zu berücksichtigender Punkt ist aber der, daß die dann das Terrain allein beherrschende Großindustrie sich zweifellos früher oder später Auch die Industrie der übrigen Gespinnststoffe leidet, anfangs zu loderen Kartells, dann zu fefteren einheitlichen zwar nicht in dem Maße wie die Baumwollenindustrie, an Syndikaten vereinigen und ihre Produktion dem Konsum entschlechtem Absatz. Die Wollenproduktion hat jain Deutsch sprechend ausdehnen oder einschränken und so die Entstehung land, früher dem Hauptproduktionslande für dieselbe, abgenommen. von Ueberproduktion und Preisfällen vermeiden wird. dann wohl weniger von Krisen zu Dafür hat sich die Schafzucht rasch in Australien, in Kapland, Arbeiter haben Es ist nicht Argentinien und Südrußland ausgebreitet. Die Einfuhr roher leiden, aber sie stehen dann einer ganz anderen Macht in den Kleinbetrieben. Schafwolle in Deutschland fant von 1896 bis 1897 dem gegenüber, wie Werthe nach um mehr als 10 Millionen Mart. Doch bewirkte die einzelne Fabrik, der sie dann mit ihren Forderungen der Preisfall für Wolle im Jahre 1898, daß die Einfuhr der in betreff Arbeitslohn, Arbeitszeit 2c. gegenüberstehen, sondern selben in den ersten neun Monaten gegen die entsprechende alle im Kartell 2c. vereinigten Betriebe des Landes. Das ist Zeit im Vorjahre wieder um mehr als 20 Millionen Mark eine Macht der eines Stumm oder Krupp vergleichbar, wenn stieg. Auch wurden infolge dessen in Deutschland, Desterreich nicht noch größer als diese. Deshalb ist es eine Lebensfrage für die Textilarbeiter, 72,9 Pfg. 81,9 und anderwärts viele Wollwaaren- Fabriken nicht unwesentlich Während man aber in England in Rücksicht auf die neu vergrößert und die Spindelzahl vermehrt, doch Konsum sich noch vor dem Zustandekommen dieser mächtigen Arbeitgebereingerichteten mit beispiellos billigen Arbeitskräften arbeitenden und Ausfuhr gingen 1898 weiter zurück. Während der Export fartelle trok Zuchthausvorlage in so starten Organi. indischen Baumwollen- Spinnereien und Webereien und von Wollwaaren im Jahre 1896 gegen das Vorjahr fationen zu vereinigen, daß auch die Unternehmerkartelle auf die Zunahme der Baumwollen- Industrie in den um 7½ Millionen Mart und 1897 um weitere 10 Millionen sie respektiren müssen. 1891 1890 in Liverpool 55/8 Bence in Bremen 114,2 ẞfg. in Liverpool 31/32 Pence 419/32 in Bremen 1895 88,2 1896 1897 4 1898 31/32 Pence 75,1 59 Bfg. 1894 Politische Uebersicht. Berlin, den 29. Dezember. Die Lesert- Lützow- Nebenregierung ist wieder an der Arbeit, und kündet eine neue Reichskanzler- Strife an. Es wird mitgetheilt, daß Hohenhole um der Köllerei und Bossiade willen mit Miquel und dem Kaiser selbst in fcharfen Gegensatz gerathen sei und wohl bald das Feld werde zu räumen haben. Scharfer Gegensatz! Wer lacht da nicht! Herr von Hohenlohe in schatjem Gegensah! Gerade das Nicht scharfe, das Abbrechen aller Spigen, das sich Anfügen an alle Stanten und Ecken ist ja das Wesen des Fürsten von Hohenlohe; und zwar das Wesen, dem er feine Stellung verdankt. Strenge waren weit hinten die Absperrungstetten ge- lich dem Vereine fofort beitraten, und daß die Zeichnungsliste in zogen. Nur wenige Schiffe, so die für den Empfang zurückgebliebene wenigen Minuten das überaus günstige Resultat von airfa " Bohemia", durften sich in angemessener Entfernung aufhalten. In 218 fb. St.( ettva 4400 M.) Jahresbeiträgen ergab. Es steht zu Konstantinopel waren alle Straßen neu gepflastert, alle Häuser erwarten, daß auch von den nicht erschienenen Mitgliedern der neu angestrichen, von oben bis unten gefchmidt und alles fern- Kolonie noch weitere beträchtliche Beträge gezeichnet werden. gehalten, was das Auge des Kaisers und der Kaiserin irgendwie hätte Möchten von allen Orten im Auslande, wo Deutsche zusammenwie man beleidigen können. Es war ein Absperrungssystem, leben und wo deutsche Interessen des Schutzes und Schirmes es sich praktischer und schöner nicht bent en tann. Wir erfuhren, daß seit Wochen die ganze durch eine diesen Interessen gewachsene und der Bedeutung des Reiches entsprechende Flotte bedürfen, ähnlich glänzende Erfolge Stadt durchsucht worden und daß jeder, der sich nicht aus- zu berichten sein!" weisen fonnte, in das Innere Kleinasiens gefchidt worden Derartige Berichte von deutschen Flottenvereins- Gründungen war. Auch wurden Hunderte von Menschen während die oft genug von der Heimath her künstlich inspirirt werden bald unserer Anwesenheit in den Stuben der Gefängnisse gut verpflegt. in diesent, bald in jenem Lande, gehören jezt zu den beliebtesten es fich ja, daß die Bevölkerung eine ungeheure Freude über die irgendwo einige Dugend Beamte und Kaufleute zusammenkommen Bei so umfassenden und so humanen Vorbereitungen begreift Mitteln der Propaganda des Marine Chauvinismus. Wenn da Anwesenheit des deutschen Kaisers empfinden mußte! und ihr flottenfrohes Herz überfließen lassen, so ist das natürlich ohne jede Bedeutung, denn jener Leute Patriotismus ist nur gar zu Märkelchen gesammelt. Aber davon kann man auch noch nicht Banzerplatte zahlen, und wer weiß, ob der patriotische Eifer zu weiteren Sammlungen vorhält. Bisher haben die Flottenschwärmer Ide deutsches Reich. I ttflus Predigtbuch für Marine- Offiziere. -OOO billig. Freilich in Kairo hat man allsogleich einige taule eine große Mit 78 Jahren berändert ein Mensch nicht sein Wesen. Und wenn der Reichskanzler Luft trüge nach einem guten Abgang", dann hätte er längst abgehen müssen. Und im Weg ist er ja niemanden. Er gleicht einem jener gutmüthigen Ehemännern, die einer erzentrischen Frau alles erlauben, und von ihr zwar nicht geliebt, aber doch als ein bequemes lebel der Armee ein Predigtbuch für die Kriegsschiffe der deutschen Flotte, aber zahlen mußte allemal der arme deutsche elber Es wird mitgetheilt: Der Kaiser hat durch den Feldprobst viel geredet von der Nothwendigkeit und Herrlichkeit einer großen betrachtet werden. Die Herren Agrarier können es nicht besser Marine herrichten lassen. Nach diesem Buche soll auf den Kriegs- Michel! bekommen als unter Hohenlohe. Miquel als Reichskanzler schiffen, die teinen Geistlichen an Bord haben, von dem damit würde voraussichtlich weniger für sie thun, als Miquel mit betrauten Offizier die Andacht nach der Gottesdienst- Ordnung preußische Kriegsminister hat gegen den Leipziger Beteranenverband, Der preußische Kriegsminister und die Veteranen. Det dem Reichsfanzler Hohenlohe als Vorgesezten. abgehalten werden. Gleichzeitig ist der Wunsch ausgedrückt worden, daß auch auf den Schiffen der Handelsmarine bei der Ab- an die ihm unterstellten Behörden soeben folgende scharfe Verfügung haltung des Gottesdienstes für die Mannschaft und Passagiere von Offizier dieses Buch in Gebrauch genommen wird. Hiermit wird dem Kommandanten bezw. dem die Sonntagsandacht leitenden demnächst auf den überseeischen Handels- Dampfschiffen Hamburgs der Anfang gemacht werden. Daß es aber auch unvernünftige Junker giebt, und daß diese gegen Herrn v. Hohenlohe wühlen und heken, ist gewiß. Und so fehlt es der Ledert- Lützow- Sippe allerdings nicht an Hintermännern". Das gehört nun einmal zum Zickzackkurs und der Majestätsbeleidigungs- Aera. Die Ausweisungen Den Mangel eines solchen Predigtbuches für Marine- Offiziere, das bequem und ohne daß der Predigende biel von religiösen Dingen zu fennen braucht, auf der Seefahrt benutzt werden kann, hat der se aiser, wie uns zu obiger Mittheilung erzählt wird, wohi selbst empfunden. aus Schleswig- Holstein dauern immer noch fort und erregen die öffentliche Meinung in Deutschland in steigendem Maße. Neuerdings wird berichtet, daß mehrere dänische Maschinen- Der Kaiser pflegt nämlich, wenn er mit der Hohenzollern" meister des Protestblattes Heimdal" aus dem Lande ge- ausfährt, Sonntags auf Schiffsdeck Andachtsdienst anzuordnen und trieben worden sind. Zwei Dienstknechte des Hofbesigers dabei selbst als Prediger aufzutreten. Und er nimmt es sehr ernſt mit diesem Amt. Andersen in Frörup erhielten die Aufforderung, am Weihnachtstage fommandeure die Aufgabe des Sonntagspredigers leicht als etwas Denn während andere kriegsluftige Schiffsvor dem Amtsvorsteher zu erscheinen. Da beide dänische Unter- brückend empfinden und den Kirchendienst so furz als möglich erthanen sind und wohl nichts Gutes ahnten, gingen sie sofort über ledigen, pflegt der Kaiser allsonntäglich mehrere Stunden damit zudie Grenze nach Dänemark. Von einem besonders bedauer- zubringen. Bisher wurde ihm dazu aus Berlin ein Predigttert lichen Fall von Ausweisung erzählt eine Kopenhagener zugeschickt, den er dann zur Verlesung brachte. Jetzt foll's bequemer Korrespondenz. Danach wäre eine Wittwe, deren einziges eingerichtet werden. Verbrechen darin bestand, daß sie nur dänisch sprach, mit threm tranten Rinde ausgewiesen worden. Das Kind sei auf der Reise gestorben.. Der Vorfall sei dem deutschen Kaiser mitgetheilt worden. Bei einem derartigen rücksichts- und zwecklofen Vorgehen ist es nicht verwunderlich, daß sich in der dänischen Geschäftswelt eine steigende Boykottbewegung gegen den deutschen Handel ausbreitet. Der Konfettionär", das Fachblatt der Berliner Konfektions- Industrie, berichtet z. B. hierüber: „ Die dänischen Ausweisungen beginnen jetzt fast verheerend für diejenigen deutschen Firmen zit wirken, welche bisher Geschäfte mit Dänemark gemacht haben. Die dänische Kundschaft weigert sich beharrlich, von deutschen Häusern zu kaufen. Aber damit nicht genug, auch schwedische und norwegische Häuser haben in jüngster Beit erklärt, daß sie zu ihrem Bedauern die langjährigen, liebgewordenen Verbindungen mit Deutschland abbrechen und ihre Waaren in Ländern faufen, deren Stegierungen gegen ein kleines schwaches Land nicht derartig vorgehen, wie der Kulturstaat Preußen gegen Dänemart. Ueberall, wo man nachfragt in Deutschland, aus Berlin, aus Sachsen, vom Rhein, aus Süddeutschland kommen Klagen über den großen Schaden, den das Geschäft durch die dänischen Ausweisungen erleidet." Daß die Stimmung der deutschen Geschäftstelt durch diese Wirkungen der Köller'schen Politik immer erbitterter wird, ist erklärlich. Von allen Seiten praffeln die Angriffe wird, ist erklärlich. Von allen Seiten prasseln die Angriffe auf die Regierung, die ja die Verantwortung für Stöller's Thaten übernommen hat, herein. Sie wird demnächst ja im Landtage Gelegenheit haben, über die Sache Aufklärung zu geben, und sie bemüht sich bereits jekt, in der offiziösen Presse durch großsprecherische Redensarten die öffentliche Meinung auf ihre Seite zu ziehen. Da lesen wir in der Nordd. Allg. 8tg.": Wenn aber auch die Handelsmarine mit vervielfältigter Frömmigkeit bedacht werden soll, so werden die Hamburger Seeleute vermuthlich mit dem Verlangen quittiren, daß endlich einmal das über die Einführung des geistigen Manna auf den Handelsschiffen zur Leibes Nahrung und Nothdurft Erforderliche in genügender Menge und genießbarer Qualität herbeigeschafft werde. Auch auf die Nothwendigkeit einer annähernd ausreichenden Entlohnung werden sie bei dieser Gelegenheit nicht verfehlen hinzuweisen. Uebrigens ein dankbarer Vorwurf für einen Karikaturenzeichner. Die Hamburger Großrheder als die profitgierigsten aller deutschen Unternehmer andächtig mit dem Vertheilen von Predigtbüchern für ihre Lohnsklaven beschäftigt! Vom bayerischen Zentrum. erlassen: Im Jahre 1894 hat sich in Leipzig ein Verband„ deutscher Kriegsveteranen" gebildet, gegen dessen Bestrebungen behördlicherfeits bereits öfter hat Stellung genommen werden müssen. Ein im Sonderabdrud beigefügter Artikel der preußischen Jahrbücher ( Seft II bom& ebruar b. 3.), legt bar, in welcher Weife ber mer band das von ihm erstrebte, wenn auch vorläufig von seinem Programm abgefeßte Ziel, die Erlangung eines sogenannten abgefekte bie eine Ehrensoldes für alle Kriegstheilnehmer ohne Kriegstheilnehmeraten Unterschied verfolgt, wie er bei seiner Agitation sich nicht scheut, Behörden und Beamte anzugreifen und unzufriedenheit in weite Kreise der Betheiligten hineinzutragen. Der aufTon des reizende Vereinsblattes Der Veteran" ift in diesem und in dem leztverflossenen Jahre allerdings gemäßigter gewesen als früher, indeffen ist die Neigung zu agitatorischem Vorgehen innerhalb des Verbandes nicht erloschen. Das Kriegsministerium ersucht daher, die Angehörigen des dortfeiligen Bereichs über den Verband und seine Bestrebungen aufzuklären und geeignete Anordnungen zu treffen, daß diesen Bestrebungen nach Möglichkeit entgegengetreten wird und die zum aktiven Heere gehörigen Personen dem Verbande und seinen Veranstaltungen thunlichst ferngehalten werden. Für die Zivilverwaltung sind seitens der zuständigen Herren Ressortminister entsprechende Anordnungen zu erwarten." Dem Verbande gehören in zahlreichen preußischen Städten Zweigvereine an, gegen welche sich diese Verfügung richtet. der Kaiser hat erst dieser Tage das Protektorat eines KriegervereinsVerbandes übernommen. Aber die Mitglieder des Leipziger Veteranenverbandes haben sich wahrscheinlich schon die in dem kaiserlichen Erlaß erwähnte„ patriotische Gesinnung" rauben oder doch trüben lassen. Ja, fie haben fogar unzufriedenheit erregt. Und darum geschieht es ihnen recht, wenn sie nun gerüffelt werden. Die Maßregelung des Dr. Kuntze am staatswissenschaftlichen Am Mittwoch fand in München die Delegirtenversammlung der Seminar in Leipzig wegen Kritik der amtlichen Handelsstatistik bayerischen Zentrumspartei statt. Sie war von nahezu 800 Personen wird vom Direktor des Seminars, Professor Bücher, in einer besucht, darunter befanden sich alle Wortführer des Zentrums, wie Berichtigung an das„ Berl. Tagebl." durchaus bestritten. Das Daller, Orterer, Pichler und Schädler. Es wurde eine stramme genannte Blatt hält jedoch die Behauptung aufrecht und bestreitet Partei- Organisation durch Kreisausschüsse und Vertrauens die Richtigkeit der Berichtigung auf grund genauer Informationen. männer beschlossen. Das Programm der Zentrumspartei bes Reichstages, insbesondere die Bewahrung insbesondere die Bewahrung der Reservatrechte, einem sehr scharf gehaltenen Artikel das Verfahren der and ,, Agrarische Gesetzesverlegung" nennt die Köln. 8tg." in wurde einstimmig angenommen. Die Debatte wurde erst heftig wirthschaftstammer der Provinz Brandenburg, bei der Frage des Parteiorgans; schließlich wurde die die kein Bedenken getragen hat, seit einigen Monaten eine vollständige neu gegründete Bayerische Zeitung zum offiziellen& in- und Verkaufsstelle für landwirthschaftliche Bedürfnisse Organ gewählt. Die Versammlung beschloß, im Reichstag einen in dem weitesten Sinne ins Leben zu rufen; sie vermittelt den Protest einzulegen gegen die angebliche Verlegung des Einkauf aller Futter- und Düngemittel, landwirthschaftlicher Geräthe, Reservatrechts durch Errichtung des Militärfenats, Maschinen, Kohlen, Schmierstoffe, den Verkauf von Weizen, Roggen, ferner gegen jede Erhöhung der Militärlasten zu stimmen. Das Hafer und Gerste; fie sucht dabei einen möglichst weiten Kreis von neu gewählte Partei- Organ erhielt den Auftrag, aufs schärfste Abnehmern durch Gewährung umfangreicher Rabattsätze auf die gegen weitere Fortschritte Preußents in Bayern zu opponiren. Angenehm werden den norddeutschen Zentrumsführern diese Beschlüsse der bayerischen Parteifreunde nicht sein. Die Militär vorlage der Regierungen erscheint jedoch durch die Opposition der Bayern nicht ernstlich gefährdet. Das Zentrum wird eben, wie bei der Marinevorlage, getrennt stimmen. Wie lange aber die Partei derartige Zwiespältigkeiten in den wichtigsten Fragen der Reichspolitit wird ertragen können, das ist eine andere Frage. Bismard unter Zensur! Fabritpreise zu gewinnen, und sie züchtet dadurch zu neuer fünftlicher Blüthe jenes verwerfliche System der Rabattwirthschaft, das die Unfolidität im Handelsgewerbe am meisten zu fördern geeignet ift.... Es ist eine selbstverständliche Grundregel für jeden gerecht geleiteten Staat, daß keinerlei amtliche Organisation, die aus staatlichen Es wird der Staatsregierung nichts erwünschter sein, als daß Steuern erhalten wird, Handelsgeschäfte treiben darf, welche in den Gegnern der Maßregeln zum Schutz des Deutschthums in der die berechtigte Thätigkeit des Privatgewerbes eingreifen. Wird Nordmart gegen dänischen lebermuth und dänischen Terrorismus diese Grundregel nicht innegehalten, so wird dadurch selbstverständlich ausgiebige Gelegenheit gegeben wird, die deutsche Politik der Rejeder ehrliche Wettbewerb zerstört; denn es ist keine Kunst, Handelsgierung anzugreifen. Die Staatsregierung wird gerne die Gelegengeschäfte zu betreiben, wenn man weiß, daß alle geschäftlichen heit ergreifen, alle nöthigen Aufklärungen zu geben, und ist sicher, Es ist fein Scherz: Fürst Bismard ein staatsgefährlicher Schrift. Berlufte von vornherein aus öffentlichen Mitteln gebedt werden. daß die preußische Voltsvertretung, wie die deutsche Bevölkerung in steller und seine Memoiren ebenso verpönt wie die Schriften seiner Den Landwirthschaftskammern in Preußen hat demgemäß der GesezNordschleswig dies schon längst gethan hat, fich voll überzeugen wird, fozialdemokratischen Antipoden. Freilich nicht bei uns in Deutsch geber nicht die Aufgabe gestellt, landwirthschaftliche Handelsgeschäfte daß es die höchste Zeit war, gegen die wohlorganisirte, auf fünf land, wo das Bismardbuch von allerlei Geschäftshubern als größtes au treiben; ihre Einnahmen bestehen nicht aus freiwilligen Beitige Losreizung gerichtete dänische Agitation in preußischen Ge- Geschichtswerk des Jahrhunderts ausgeschrien wird. Wohl aber im trägen, sondern aus Steuern und Zuschüssen des Staates, der Probietstheilen fest einzuschreiten und das wankende Selbstgefühl der freundnachbarlichen Rußland, mit welchem Staate die Drähte vinz, der Kreise und Gemeinden. Deutschen, sowie das Vertrauen auf die Unterstützung der Regie- nicht zu zerschneiden und Rückversicherungs- Verträge abzus Die Köln. Zeitung" ruft schließlich die Regierung auf, dem rung wieder zu heben. Es wird in allen Fällen nüglich sein, schließen Bismard stets als erste politische Aufgabe Deutsch- Verfahren der bureaukratischen Landwirthschaftskammer ein Ende zu wenn aus einer Diskussion im Landtage die um ihre Nationalität lands anjah. Und doch ift das Tegte Wert des machen. Denn es ist selbstverständlich, sagt das Blatt, daß, je tämpfenden Deutschen die Gewißheit erlangen, daß die Staats- großen Kanglers" unter Benfur gestellt. regierung sich nicht irre machen und die dänischen Agitatoren nicht darüber aus Petersburg geschrieben: Der Boss. 8tg." wird länger die Regierung diesem Treiben zusieht, ste um so mehr einen Gegensaz zwischen Handel und Gewerbe einer darüber in Zweifel zu lassen gewillt ist, daß sie in Preußen und seits und Landwirthschaft anderseits großziehen nicht in Dänemark sind! hilft, den nicht aufkommen zu lassen sie das dringendste Interesse haben sollte." Bon irgend einer besonders hervortretenden dänischen Agitation ist in letzter Zeit nicht das geringste bekannt geworden. Und so vermuthen wir denn, daß es der Regierung sehr schwer fallen wird, durch ihre Erklärungen im Landtage die öffentliche Meinung zu überzeugen, daß ihre massenhaften Austreibungen ganz unschuldiger dänischer Dienstboten eine deutsche Politit genannt zu werden verdient. Bis jetzt hält man diese unbegreiflichen Köllereien für eine ganz zwecklofe Gewalt- Politit. Ueber die Palästina- Neise des Kaffers hielt der Ober- Hofmeister der Kaiserin, Freiherr v. Mirbach, in Botsdam einen Vortrag, der mancherlei recht Interessantes enthielt. So erzählte der Redner beispielsweise: Seit mehreren Wochen lagern in allen größeren Städten des Reiches viele tausend Exemplare der Bismard'schen„ Gedanken und Erinnerungen", und vergeblich ist seither die Genehmigung zu ihrem Berkaufe erwartet worden. Wenn es auch einzelnen gefchickten Buchhändlern gelungen ist, einige Exemplare den Späherblicken der Zensurbeamten zu entziehen, so liegt doch die große Mehrzahl unter Siegel und Gewahrsam der Zensurbehörden. Nicht einmal die höchste zuständige Behörde, die OberBreßverwaltung, wagt es, die Herausgabe der Bücher zu verant worten, da Dinge darin stehen, die sonst überall von der Zenfur gestrichen zu werden pflegen, wie die Erwähnung der Ermordung Kaiser Paul's in der Oeffentlichkeit darf noch immer nur von dem plötzlichen Ableben" des Kaisers gesprochen werden, die ungenirten Urtheile über den verstorbenen Reichskanzler Fürsten Gortschakow u. a. Der Chef der Ober- Preßverwaltung hat daher. die Entscheidung über die Freigebung der Bismard'schen Memoiren dem Minister des Aeußern überlassen, und Graf Murawiew wird nun zu befinden haben, ob das hinterlassene Werk des Fürsten Bismard in Rußland gelesen werden darf oder nicht." Wundersame Fronie der Geschichte. Gegen den Kontraktbruch landwirthschaftlicher Arbeiter. Die Brandenburgische Landwirthschaftstammer hat Formulare druden lassen für Strafanzeigen gegen landwirthschaftliche Arbeiter und Dienstboten, die sich des Kontraktbruchs schuldig gemacht haben. Diese Formulare sollen unentgeltlich an alle Landwirthe der Provinz abgegeben werden. Es soll damit eine allgemeine und gleichmäßige Verfolgung des Kontraktbruchs, der namentlich unter den landwirthschaftlichen Arbeitern in bedenklichem Maße" zunehme, in die Wege geleitet und so zugleich Material be schafft werden zum Beweise der Nothwendigkeit des Erlasses schärferer Strafbestimmungen für Kontrattbruch". Wir zweifeln nicht, daß die Brandenburger Junker genügend Material", nach ihrer Weise dargestellt, beibringen werden. Einen Werth können diese Erhebungen aber nur haben, wenn sie ergänzt Man fah in Palästina nichts von dem gewöhnlichen würden durch Bekundungen seitens der Arbeiter; wenn diese ihr Bustande der Dinge, nichts vom alltäglichen Leben des Material auspadten und erzählten über die elenden Löcher, Boltes, sondern alles war so außergewöhnlich, wie es Jahr der die Breßfreiheit haßte und die Presse seiner politischen Gegner von der endlosen Schufterei und den groben Mighandlungen, Das Buch des Mannes, in denen sie hausen, von dem Futter, das ihnen vorgesetzt wird, hunderte nicht gesehen haben und erwarten komiten. Aber dennoch tnebelte jo hart er nur fonnte, nun selbst unter Siegel und hinter denen sie von den rohen Patronen oft ausgesetzt sind. Wird alles fonnte man an dem Zustande des einst so reich gefegneten Landes sehen, Riegel der Zensur gebamit. dies zufammengetragen und vervollständigt durch Lohnstatistiken und daß es unter dem Fluch Gottes steht. In Venedig an Riegel der Zensur gebamit. Bord empfing der Kaiser die ersten Depeschen von der Festnahme Es giebt in den Reihen unserer Konservativen zahlreiche Freunde Gerichtsverhandlungen, in denen die Brutalitäten der Blaueiner Anarchistenbande in Port Said, die sich nach russischer Zustände, insbesondere der russischen Zensur, die sie gar blütigen zur Sprache kommen und an solchen mangelt es nicht Balästina hatte einschiffen wollen. Die Nachricht machte tiefen 3 gern auch in deutsche Lande importiren möchten. Ob ihnen nun Eindrud. Es wurde wenig darüber gesprochen; aber jeder fühlte, nicht doch etwas gruselig wird vor ihrem Knuten-, Jdeal"? daß das hohe Baar nicht allein von Menschen geschützt werden könne, fondern daß der Schuß Gottes die Hauptsache ist. Diesem Gedanken Deutscher Flottenverein in Kairo.„ Die„ Norbd. Allg. 8tg." Aus Heffen, 28. Dezember.( Eig. Ber.) Zwei umfangreiche gab der Ober- Hofprediger D. Dryander einen ergreifenden Ausdruck; verkündet mit lautem Trara die Gründung eines Flottenvereins in Gefezentwürfe hat die hessische Regierung den Landständen er predigte über den 91. Pfalm: Wer unter dem Schirm des Höchsten Kairo, nachdem bereits in Alexandrien ein solcher gegründet war. Der als Weihnachtsangebinde überreicht. Der eine betrifft die Ablösung fizet, ob Tausend fallen zu deiner Seite und Zehntausend zu deiner flottenbegeisterte Korrespondent des offiziösen Organs schreibt: aller noch vorhandenen Reallaften und Dienstbarkeiten. Es sind Rechten, so soll es doch dich nicht treffen, ich will ihn Wie groß das Interesse der hiesigen Kolonie für die Ver- dies die Zehntberechtigungen verschiedener Art; ferner Weideberech sättigen mit langem Leben und will ihm zeigen mein heil." Stärkung unserer Seekraft ist, und auf wie fruchtbaren Boden der tigungen; Brivate, Gemeinde- und Amtsfrohnden; die auf Grunds Einsam und allein fuhr die hohenzollern" in stolzer langfamer Aufruf des Hauptverbandes deutscher Flottenvereine im Aus- stüden haftenden Reallasten, die kirchlichen oder Schulziveden Fahrt in die Nähe des Marmorpalastes des Sultans. Wie ganz lande" hier im Lande der Pharaonen fiel, geht aus der dienen, oder in der Pflicht zur Anschaffung und Unters anders war diese Einfahrt, als die vor neun hocherfreulichen Thatsache hervor, daß die hiesige Ber- haltung von Faselvich bestehen; und schließlich alle Abgaben, die Jahren! Damals schautelten tausende von Fahrzeugen um uns fammlung von nicht weniger als 60 patriotisch gefinnten auf grund eines Erbpachtverhältnisses, einer Erbleihe oder Landsiedel herum heute war alles still und leer. Mit eiserner Männern aller Stände und Berufsarten besucht wurde, die sämmtleihe geschuldet werden. dann würden wir uns der Enquete mit Freuden anschließen, denn dann würden auch die Ursachen des häufigen Kontraktbruches der Landarbeiter festgestellt werden. Partei- Machrichten. Die Ablösungssumme besteht, sofern der Berechtigte sein Dossiers. Ob Henrh nun diese Geschichte erfunden hat oder nicht, heiten bestimmt ist. Alsdann muß fich bas Saus auf unbestimmte Recht zu besteuern hat, in dem achtzehnfachen, wenn dies nicht der auf jeden Fall, schließt Reinach, paßt diese Aussage seltsam in den Beit vertagen, da ihm gesetzgeberisches Material vorläufig noch nicht Fall ist, in dem fünfundzwanzigfachen Betrag des einjährigen Brutto- Rahmen der Enthüllungen Rochefort's über den Kaiserbrief. zugehen wird. Ertrages des abzulösenden Rechtes. Diese Summe soll dem Reinach greift dann auf die Mittheilungen der„ Libre Parole" Pflichtigen aus der Staatstaffe gegen lebernahme einer 1894 über Dreyfus zurüd, die, wie jezt feststeht, damals aus dem Tilgungsrente vorgeschossen werden. Binsfuß und Tilgungs- Generalstabe heraus über die Anklage gegen Dreyfus unterrichtet quote sind gleich denen für Darlehen aus den Landes- Kredittassen wurde. Da heißt es schon in einem Artifel vom 14. November 1894, zu bemessen. Der Bwved bes Gefeges ist, das Kunterbunt der daß Dreyfus mehr Deutscher als Franzose sei und in der franzö- aus der Feder unseres Parteigenossen Karl Kautsty im DietzEin größeres Werk über die Agrarfrage wird demnächst früheren ablösungsgefege zu beseitigen und der Ablösung felbft fischen Armee nur geblieben sei, um fie um so beffer verrathen zu fchen Verlage erscheinen. Zwar sind die vor einigen Jahren innereinen starken Impuls zu geben, um für die Anlage des neuen tönnen. Ganz dasselbe soll bekanntlich der Kaiserbrief Dreyfus auf Grundbuches ein glatteres Feld zu haben. Als wirthschaftsgeben, mit dem Versprechen, ihn alsdann später bei Ausbruch eines halb der Partei lebhaft geführten Diskussionen über agrarische ein wenig andere Fragen ein politisches Motiv führt die Begründung die vermehrte Noth- Krieges in den deutschen Generalstab zu übernehmen. In mehreren Probleme augenblicklich hinter wendigkeit intensivster Bodenbewirthschaftung an, die die volle Artikeln von Anfang Dezember 1894 berichtet die„ Libre Barole" zurückgetreten. Dennoch wird das Werk Kautsky's von allen ParteiBodenbefreiung verlange und die Staatshilfe rechtfertige. alsdann ebenfalls von geheimen Beweisen gegen Dreyfus von so freisen mit dem größten Intereffe entgegengenommen worden. Was Der zweite Gesezentwurf betrifft die Ausführung des außerordentlicher, schwerwiegender Bedeutung, daß es darüber zu auch immer Kautsky uns über die Fragen der Landwirthschaft fagen Bürgerlichen Gefezbuches. Er enthält 277 Artikel, und ist diplomatischen Auseinandersetzungen zwischen der deutschen Botschaft wird, es wird jedenfalls reichliches Licht werfen auf zahlreiche bisher von einer 332 Seiten umfassenden Begründung begleitet. Da noch und der französischen Regierung und zu Vereinbarungen über deren unter unseren Genossen strittige Fragen. eine Anzahl weiterer Spezialgeseze in Aussicht steht, so dürfte die Geheimhaltung gekommen sei. Bum Schluß heißt es dann, ganz ente hessische Gesetzgebungsmaschinerie arg ins Gedränge tommen, wenn sprechend der späteren Darstellung des Intransigeant", auch hier, daß Bezüglich der Beschwerden des Genossen Parvus gegen fie noch vor Ablauf der Landtagsperiode mit der Vorarbeit für die die Hauptbeweisstüde an den deutschen Botschafter Grafen Münster die Redaktion des„ Vorwärts", betreffend die Verfiümmelung, einer Einführung des Bürgerlichen Gesezbuches fertig werden will. Die zurückgegeben, aber vorher fingerweise vom General Mercier Erwiderung auf eine feitens der Redaktion gegen ihn gerichtete Neuwahlen finden bereits kommenden Sommer statt. Bis dahin soll photographirt seien. Kritik und deren persönliche Form, erklärt die Breßkommission: alles unter Dach und Fach sein. So die Darlegungen Reinach's, aus denen er die Schlußfolgerung Sie bedauert, daß die Redaktion des Vorwärts", nachdem fie Ein ,, Anarchisten" Prozek tm Elfah. Der Weber Bernardo zieht, daß die gefälschten Schriftftüde des deutschen Kaisers und der auf die Barbus'schen Auslaffungen eingegangen war, dem Wunsche des Giuftat aus Salto bei Turin, zulegt in Großlaufenburg( Schweiz) Dies bedt sich auch mit der Annahme I aurès', der zu diesem berfürzt und unverändert aufzunehmen, nicht entweder willfahrte oder den beutschen Botschaft über Dreyfus bereits Ende 1894 bestanden haben. Genossen Barvus, seinen Artikel Moral und Artillerievorlage" un wohnhaft, war angeklagt, am 7. Ottober zu Hüningen im Elsaß Schluſſe aus inneren Gründen gelangt, indem er nachweist, daß nur Artikel zurückſandte, sondern denselben auszugsweise wiedergegeben öffentlich in einer Wirthschaft aufrührerische Rufe" ausgestoßen und in einem Gespräch über die Ermordung der Kaiserin von Oesterreich damals, also für den Prozeß Dreyfus selbst, diese Fälschungen für hat. Sie ist aber nicht mehr in der Lage, die Aufnahme diefes sich dahin ausgesprochen zu haben: er sei zwar auch Anarchist, aber den oder die Fälscher von Nuzen und verwerthbar waren und daß Artikels zu veranlassen, da ihrer Meinung nach die Angelegenheit an einer Frau werde er sich nicht vergreifen; dagegen fäme es ihm auch nur für jene Beit der angebliche Inhalt des Kaiserbriefes Sinn des Versprechens in der Budgetfommission bezüglich der Artillerienicht darauf an, eine höhergestellte Mannsperson, z. B. den deutschen hat, wonach Dreyfus aufgefordert worden sei, im franzöfifchen Heere vorlage durch die Erklärungen auf dem Parteitage zu Hamburg Kaijer, zu ermorden. Der Kaiser werde auf der Rückreise bom u bleiben, weil er dort besser den deutschen Interessen dienen könne. richtig gestellt ist( siehe Protokoll S. 153, siehe Säch. Arb.- 8tg." feine Worte in Thaten umsehen. Giustat war, wie sich in der Ber Bertheidiger Dreyfus' nicht eher locker lassen werden, als bis auch den Borwurf der offenkundigen unwahrheit erhoben hat, hält Orient auch nach Straßburg kommen, dort werde er ihn treffen und Jedenfalls geht aus allen diesen Ausführungen hervor, daß die Nr. 285 vom 9. Dezember 1898). Sie bedauert, daß die Redaktion des Vorwärts" gegen Barbus handlung ergab, betrunken, als er diese Aeußerungen that; auch ber in erledigt, abftätigte, über diese Angelegenheit volle Klarheit geschaffen ist. Als derjenige, sprach er französisch, während der gegen ihn auftretende Haupt- der dazu in erster Linie berufen erscheint, muß auch hier ber aber diese Angelegenheit für erledigt, da die Redaktion des Vorwärts" erklärt hat, daß nicht belaftungszeuge diese Sprache nicht vollständig beherrscht. Da Raffationshof gelten. hiernach ein Mißverständniß in der Auffassung seiner Worte nicht den Genossen Barbus der bewußten unwahrheit zu zeihen. ausgefchloffen war, gelangte das Gericht zur Freisprechung des Angeklagten.Oberstlieutenant a. D. von Egidh Amnestie in Italien. " Sie erklärt aber, daß wenn die Beschwerde des Genossen Barbus fich gegen die Ablehnung des ganzen Artikels gerichtet hätte, auch in diesem Falle die Preßkommission nicht in der Lage gewesen wäre, für die Aufnahme des Artikels, aus den vorher angeführten Gründen, einzutreten. Rom, 29. Dezember. Die„ Agenzia Stefani" meldet: Der König hat heute den Gnadenerlaß unterzeichnet, welcher sich auf alle Personen erstreckt, die wegen der Ruhestörungen im Mai d. J. von ist am Donnerstag an einer Herzkrankheit plöglich gestorben. Eine fofern die über fie verhängte Strafe nicht mehr als we wurde in 8 wolle der kongreß des Sozialisten. Militär: oder Zivilgerichten verurtheilt worden sind, zwei sympathische und interessante Erscheinung unseres öffentlichen Lebens Jahre Gefängniß beträgt. Aus Holland wird uns geschrieben: Am ersten Weihnachtstage ist in ihm vom Schauplatz verschwunden. Den militärischen Titel geben Bersonen, welche zu einer höheren Freiheitsstrafe verurtheilt sind, bundes" abgehalten. Er gab wieder Zeugniß von der immer Ferner wird bei denjenigen wir, weil er zu der Persönlichkeit des Todten gehört. Herr von Egidy, lettere um zwei Jahre herabgefekt. Für Frauen und weiter schreitenden Desorganisation in den Reihen der halb oder geboren im Jahre 1848, entstammte einer angesehenen Adelsfamilie; mehr als 70 Jahre alte Greise sowie für Minderjährige unter ganz antiparlamentarisch gesinnten Sozialisten. Auf dem er wurde Soldat und war 1890 Oberstlieutenant des Husaren 18 Jahren tritt entweder Straferlaß oder Herabminderung um drei Rotterdamer Kongreß des vorigen Jahres war mit knapper Mehrheit Regiments in Großenhain, ein persönlicher Freund des Königs Jahre ein. Einige Kategorien rüdfälliger und anderer Personen find eine Resolution angenommen worden, die den Barlamentarismus von Sachsen, und verheirathet mit einer Prinzessin von Schwarzburg von dem Gnadenerlaß ausgeschlossen. Man schäßt, daß ungefähr nicht ganz verwarf. Dies veranlaßte Domela Nieuwenhuis Rudolstadt. Er konnte also" zufrieden" sein. Der rege, für alles 700 von den Militärgerichten Verurtheilte und 2000 von Bivil- aus dem Bunde austreten; 40 8weigvereine folgten ihm und Gute empfängliche Geist des Hufarenoffiziers entdeckte aber bald, gerichten Verurtheilte von dem Gnadenerlaß betroffen werden. wurden zu freien sozialistischen Vereinen", 30 andere starben ganz daß ein flaffender Widerspruch war zwischen der christlichen Grade die von den rachsüchtigen Militärgerichten zu un ab und nur ungefähr 20 halten noch zur alten Organisation. Bon Lehre, an die er mit dem ganzen Ernſt ſeiner Natur glaubte, menschlich hohen Strafen Berurtheilten haben also von diefen waren 8 in Zwolle vertreten und auch diese 8 konnten über und zwischen dem Leben und Handeln der christlichen dem Gnadenerlaß" feinen Vortheil. Wie stark die Mehrheit des den Parlamentarismus nicht einig werden. Anarchisten einerseits Welt. Er begriff, daß das Christenthum heutzutage nur leerer italienischen Bolles mit diesen Verurtheilten sympathifirt, geht aus und Sozialdemokraten andererseits werden also das häuflein Formentram ist, und erkannte es als eine Forderung der Ehrlichkeit, der Meldung hervor, daß der Verein der italienischen wohl noch weiter durch Austritte dezimiren. Auch die Nieuwendiesem Formenkram entgegenzutreten und alles Christenthum, das Bresse in ostentativer Weise den wegen der Mailänder Unruhen huis'schen Vereine find allmälig im Absterben begriffen. Die meisten nicht das Leben durchdringt, als Heuchelei au brandmarken. Das zu sechs Jahren Gefängniß verurtheilten Republikaner geben seit ihrer Trennung vom Sozialistenbunde kein einziges Es fan, was fommen mußte in dieser Welt des christlichen hiesi, den Chefredakteur der unterdrückten Italia del Popolo", Lebenszeichen mehr. So stirbt der holländische Anarchismus einen Militarismus, Mammonismus, Despotismus. Der christliche Staat ruhmlosen Tod. zum Vizepräsidenten wählte. Tonnte das Christenthum, das auch gelebt sein will, nicht dulden, darüber gehen uns die folgenden Mittheilungen zu: Wie es übrigens in den italienischen Gefängnissen aussieht, Polizeiliches, Gerichtliches u. 1. w. Oberstlieutenant von Egidh mußte seinen Abschied nehmen. Nun - Der ,, Märkische Landbote", Wolfskalender für 1899, ift, ward er Agitator, Apostel seiner Ideen. Das christliche Dogma, an in den vollgepfropften Kertern auf das barbarischste behandelt. Nicht rungsbezirts Frankfurt a. D. vom Handel im Umber Die Opfer des italienischen Standrechts werden wie Brovinzialblätter mittheilen, für den Umfang des tegie. dem er bis dahin noch gehaftet hatte, löfte sich allmälig in ihm auf, die einfachsten Vergünstigungen werden ihnen gewährt. Keine ziehen und vom Kolportagehandel ausgeschlossen worden, weil sein sein Jdeal wurde das reine Menschenthum, und die Ethik ward ihm der Lektüre, Hebel zur fittlichen Umwälzung der Welt, und durch die sittliche genügende Gefängnißtoft und feine Selbstbeföftigung, die unzureichende und un- Inhalt geeignet" sein soll, in sittlicher und religiöser Beziehung auch zur sozialen und politischen. Er glaubte nicht an den und Licht. Noch schlimmer als die Bellen sind aber die gemein- fei, ein Schlag ins Wasser, weil der Kalender unentgeltlich vertheilt schmutzige Bellen ohne Luft ergerniß" zu geben. Diese Maßnahme ist, wie vorerst bemerkt Klaffengegenias, nicht an den Klassen- und Interessenkampf. Er famen Räume, in denen den einfachsten Forderungen der Reinlichkeit wird; fie hat aber auch sonst keinerlei Grundlage, denn die Maffe glaubte, alle äußerlichen Gegenfäße und Widersprüche durch den und des Anstandes ins Gesicht geschlagen ist. Frau Kulisch off. der Bevölkerung nimmt an dem Inhalt des Kalenders nichts weniger guten Willen" überbrüden und ausgleichen zu können. Die Praxis die an Knochentuberkulose leidet, verzehrt sich langsam, allein ob- als ergerniß, sondern tann, wie man zu sagen pflegt, gar nicht hat ihm bittere Enttäuschungen gebracht. Der Sozialdemokratie, gleich sie von Tag zu Tag hinfälliger wird, hat man ihr bessere Soft genug davon kriegen. deren Ziele er mit er mit den feinigen eins hielt, schloß er sich und eine luftige Belle verweigert! In Italien herrscht also immer nicht an, weil er feine persönliche Unabhängigkeit wahren noch die trodene Guillotine. Schmach über die Gewalt wollte. Von seinen Standesgenossen wurde ihm das jedoch nicht haber! gedankt sie betrachteten ihn als einen Ueberläufer. that er in seiner Schrift: Ernste Gedanken! v. Egidy hat sich auch auf das politische Gebiet gewagt. In Berlin, Elberfeld und an anderen Orten hat er seit 1893 für den Reichstag fandidirt. Natürlich erfolglos. Die nüchterne Zeit will teine Schwärmer fie will Männer mit bestimmtem, festem, tontretem Programm, und Männer, die sich den kämpfenden Heeren einreihen hü ben und drüben. Defterreich- Ungarn. Frankreich. Die kaiserliche Botschaft vermiffen barin die volle Anan die Landtage hat bei den Czech en stark verdrossen. erkennung ihrer staatsrechtlichen Ansprüche.„ Narodni Listy" nennen die Botschaft den ersten Schuß zum neuen Kampf und drohen, nach dem Herr von Egidy ist bis zum Tod seinem Grundsay treu ge- Beispiel der deutschen Obstruktion handeln zu wollen. blieben: das Gute zu wollen und das Gute zu thun Leben und Moral in Einklang zu bringen. Er hat als Privat- ist der in Berlin erscheinenden Zeitung„ Die Gegenwart" das PostOesterreichische Zensur. Wie die Wiener Zeitung" meldet, mann Vielen geholfen und für jede gute Sache war er begeistert debit für Oesterreich entzogen worden. und werkthätig. Wie er sich des unschuldig verurtheilten 8iethen angenommen hat, feine glänzende Rede jüngst im Konzerthaus in Berlin ist in frischem Andenken. Er starb ein Opfer des Berufs. Paris, 29. Dezember. Die Abordnung der Kriegsschule von Von eiserner Gesundheit, schreckte er vor feiner Anstrengung zurüid. Saint Cyr, welche sich heute zur Hundertjahrfeier der Kaiser PaulIn der letzten Zeit machte er eine größere Agitationstour; auf der Militärschule nach Petersburg begiebt, wird in mehreren Städten, Reise holte er sich den Keim der Krankheit, die ihn hinwegraffte. darunter auch in Berlin, einen zweitägigen Aufenthalt nehmen. Unwohl tehrte er bor drei Tagen zurück das Leiden verschlimmerte Der Petite République" zufolge gestand der vor mehreren fich und wurde zur Herzbeutel- Entzündung, die auch sein kräftiger Jahren wegen Spionage verurtheilte Polizeikommissar Schwarz, daß Körper nicht überwinden konnte. Er war ein Mann! Ein er mit Esterhazy Beziehungen unterhalten habe. ganzer Mann und ein guter Mann! Zola soll sich, wie die Londoner Ball- Mall Gazette erfährt, feit seiner Flucht von Paris in Chersey, einem Dorfe in ber gehalten haben. Ausland. Der gefälschte Kaiserbrief. In den Erörterungen über den Dreyfus- Handel bilden augen blicklich die vielgenannten Schreiben des deutschen Kaisers und der deutschen Botschaft über Dreyfus den Punkt, um den ein hißiges Gefecht entbrannt ist. Seinach giebt im" Siècle" einen Ueberblick über den bisherigen Verlauf dieser Briefgeschichte. " gebirge" mittheilt, ist dem sozialdemokratischen abl Zweierlei Recht? Wie der„ Proletarier aus dem Gulenverein Bunzlau Lüben auf grund des§ 8 des Vereinsgesezes polizeilich nicht mehr gestattet, Bergnügen mit Damen abzuhalten. Auch die Familien- Weihnachtsfeier wurde dem Wie tommt es mun, so Verein aus demselben Grunde verboten. fragt in einem Sprechfaalartikel eines Bunzlauer Blattes der Bora stand des genannten Vereins, daß der Neue Wahlverein" unter den Augen derselben Polizeibehörde Sonntag, den 4. Des zember 1898 seine Feier mit Damen abhalten durfte? Sogar die' dem Fest theilgenommen. Was dem einen Wahlverein verboten ist, Böglinge der königlichen Waisenhaus- und Schulanstalt hätten an könne doch dem anderen nicht gestattet sein. " 1 - Die erste Offizial Auflage ist dem Redakteur des Braunschweiger Voltsfreundes", Genossen ehmann, noch furz vor Jahresschluß zugestellt worden. Er soll durch zwei selbständige Handlungen, und zwar durch eine Versammlungsrede und dann durch den Bericht, den er über diese Versammlung in dem genannten Blatt veröffentlichte, den braunschweigischen Staatsminister v. Otto beleidigt haben, indem er ihn in Berbindung mit dem an die Firma Lenz u. Ko. vergebenen Bau der Bahnlinie Schöppenstedt- Braunschweig brachte. Grafschaft Surrey, eine Stunde Bahnreise von London entfernt, auf Generalversammlung des Zentralverbandes der Handels-, Spanien. Madrid, 29. Dezember. Wie die Blätter schreiben, dürfte der Entschluß Mac Kinley's, den Friedensvertrag erst im Januar zu ratifiziren, zur Folge haben, daß die Lösung der Ministerkrifis bis nach der Ratifitation hinausgeschoben wird, da noch das gegen wärtige Kabinet den Friedensvertrag den Cortes vorlegen wolle. Afien. Transport- und Verkehrsarbeiter Deutschlands. Kassel, 27. Dezember 1898. int Zur Berathung stehen die Statutenänderungen. Es sprechen hierzu a mmler Hannover und Schmidt Leipzig für Einführung der Reise- Unterstützung; mit Rücksicht auf das Bestehen der Arbeitslosen- Unterstützung werden die Anträge auf Einführung einer Der Major Pauffin de St. Morel, Adjutant des Generalstabsbesonderen Reise Unterstützung abgelehnt. Mitglieder, welche chefs de Boisdeffre, hatte im November 1897 Henri Rochefort einen wegen Reftirens der Beiträge gestrichen worden, können Besuch abgestattet und daraufhin rückte Rochefort mit den EntVon den Philippinen. Aus Washington wird tele- Butunft nur wieder beitreten, wenn sie außer bem Beitrittshüllungen über die Schreiben Dreyfus an den deutschen Kaiser und graphisch gemeldet: Nach einer amtlichen Depesche aus Manila gelb noch sechs Wochen- Beiträge bezahlen. Die Herabsetzung über die Antwort, die der Kaiser durch Vermittelung der hat der spanische General Rios mit feinen Truppen lo lo der Beiträge Beiträge wird abgelehnt und beschlossen, die biesdeutschen Botschaft ihm sagen ließ, heraus. Dieses Schreiben, am 24. 63. geräumt. Die Aufständischen haben die Stadt bezüglichen Ausnahmen einzelner Berwaltungsstellen nur noch bis in dem Dreyfus mit vollem Namen genannt war, sei ent- am 26. besetzt. Die Spanter haben alle Stationen auf den süd- Ostern 1899 gelten zu lassen. Ein Antrag Berlin, statt des biswendet, photographirt und wieder an seine Stelle gelegt worden. lichen Philippinen geräumt mit Ausnahme von Zamboanga an der herigen Agitationsbeitrags von 10 Pf. pro Vierteljahr einen solchen Die Regierung ließ durch die„ Agence Havas" diese wie die andern äußersten Südwestecke der Insel Mindanao. von 20 Pf. zu erheben und dafür die Ertrasteuer zur Generals. Angaben sofort für falsch erklären. Rochefort antwortete darauf mit Washington an, der amerikanische General Otis, der nach Jlo- Flo versammlung fallen zu lassen, wird angenommen. einem höhnischen Artikel und erklärte dann am 17. Dezember weiter: unterwegs ist, werde die Aufständischen auffordern, ihm die Stadt Die Anträge auf Erhöhung resp. Fallenlassen der ArbeitsDas Dossier des Prozesses Dreyfus besteht aus zwei Theilen 84 übergeben und hierdurch werde die Frage des Verhält- lofen- Unterstützung werden sämmtlich abgelehnt. A und B. Das Dossier A ist das jedermann bekannte, das auch misses zwischen den Aufständischen und den Ver- der Krankenunterstügung bleibt auch in Zukunft den OrtsDreyfus' Vertheidiger Demange besaß. Das Dossier B ist das einigten Staaten mit einem Male aufgerbilt verwaltungen überlassen. Ferner wird beschlossen, den Rechtsschutzi werden. Man nimmt in Parlamentarisches. Die Regelung geheime Dossier, das wieder aus Theil 1 und Theil 2 besteht. fünftighin schon nach halbjähriger Mitgliedschaft zu gewähren. Von Theil 1 enthält die Photographien der entwendeten und zurüdden gewährten Unterstügungen sollen fernerhin die restirenden Beigegebenen Briefe, Theil 2 die geheimen Briefe der Agenten des träge in Abzug gebracht werden. Ein Antrag Hamburg, den VerGegenspionagedienstes. Dieser Artikel behauptete ferner, daß das Chriftian Dieden, der Alterspräsident des Reichlassen, wird abgelehnt. Statutenänderungen sollen fünftig nur mit Reichs.waltungsstellen über 500 Mitglieder 75 pet. ber Beiträge zu be Kabinet Dupuy und Cafimir Perier gegenüber dem deutschen Botschafter die Verpflichtung eingegangen seien, das Vorhandensein der tags, ist am Mittwoch Vormittag in feiner Heimath Herzig absoluter Mehrheit beschlossen werden. Ebenso wird ein Antrag Briefe des deutschen Kaisers und der Botschaft über Dreyfus ab- a. 6. Mosel verstorben. Er hatte am 17. Dezember bas 88. Lebens- Berlin, daß Mitglieder der Zentralverwaltung nicht zugleich in einer zulengnen. Das war der letzte Artikel Rochefort's über diese Sache. Mitglied des Abgeordnetenhauses, seit 1874 Mitglied des Reichstags welche höhere als im Statut festgelegte Beiträge zahlen, sind, um Im Prozeß Bola fam Henry auf das geheime Dossier zu für den Wahlfreis Wittlich Berncastel( Reg.- Bez. Trier). Die sprechen, das mit dem vom Intransigeant" genannten geheimen vorstand zu liefern. Doffier B 1 identisch erscheint." Henry berichtete aber weiter, daß Sentrumsfraktion, so sagt die Germania", verliert in Papa Rosten zu sparen, Marten und Aufnahmescheine vom HauptDieden" eines ihrer treuesten und pflichteifrigsten Mitglieder. Oberst Sandherr, der damalige Chef des Nachrichtenbureaus, ihm Lüdecke giebt noch die Anregung, man möge bersuchen, die am 16. Dezember 1894 erklärt habe, er habe noch ein viel wichtigeres Das Herrenhaus wird nach der Eröffnung des Landtages Leitung der Berufs- Krankenkassen in die Hand der Arbeiter selbst zu Dossier als jenes, daß er ihm dann einen Brief daraus gezeigt habe, zunächst nur zwei Sigungen, am 16. und 17. Januar, abhalten. bekommen. Das abgeänderte Statut tritt mit 1. Januar 1899 in bon dem niemals zu sprechen er ihm durch Schwur geloben mußte. In der ersten findet die Wahl der Präsidenten und Schriftführer traft. Damit ist die Tagesordnung der Generalversammlung er Dieser Brief, erklärte Henry, war noch wichtiger als der jenes andern statt, während die zweite zur Erledigung geschäftlicher Angelegen. Iledigt. " .Mit einer Aufforderung an die Delegirten, stet» mit aller Kraft für die Weitcrentwickelung de» Verbandes einzutreten, schließt <» ch u in an» die Generalversanimlung des Zentralverbandes mit einem dreimaligen Hoch auf die Organisation. *« Berichtigung. In dem gestrigen Bericht muß eS heißen: Der Gesammtkalsenbestand des Verbandes betrug am 1. Oktober d. I. inklusive deS Reservefonds der einzelnen Ortsverwaltungen 11 013 M. und nicht 1108 M._ GemevKMaftlichvs. Deutsches Reich. Polttik und Religion in den gewerkschaftlichen Organi- sationen der Arbeiter. Mit diesem Thema beschäftigt sich Bruno P ö r s ch in der„Neuen Zeit-. Er giebt der Meinung Ausdruck. daß die Wahrung und Besserstellung der Lebenslage der Arbeiter in den beruflichen Organisationen nur dann erreicht werden kann, wenn die Masse der Berufsgenossen dafür gewonnen wird. Pörsch fügt dann weiter hinzu: „Besitzen nun aber die gewerkschaftlichen Organisationen eine bestimmte parteipolitische Tendenz, so können sie dieses Ziel bei den gegenwärtigen politischen Berhältnisien unmöglich erreichen, weil sie dann von vornherein einen Theil der Masse, den sie zur Er- reichung dieses Zieles brauchen, aus ihren Reihen ausschließen, jenen, der sich nicht zu der betreffenden Parteirichtung bekennt. Sie schädigen sich also hierdurch und können ihre Aufgabe entweder gar nicht oder doch nur ungenügend erfüllen.... Deshalb müssen die gewerkschaftlichen Vereinigungen, sind sie gewillt, ihre Aufgabe zu erfüllen, nach der Gewinnung der Masse streben, und dieses Ziel werden sie nur dann erreichen, wenn sie parteipolitische Bestrebungen aus ihrem Wirkungskreis möglichst ausschließen." Wir können dem Verfasser nicht beistimmen. Was die sozialdemo- kratischenGewerkschaftenanbetrifft, so sind sie von allen Gewerkschafts- organisationen diejenigen, die der politischen Anschauung ihrer Mit- glieder am tolerantesten gegenübertreten. Die politische Anschauung des Arbeiters ist für sie kein Grund, ihm die Aufnahme in die Organisation zu verweigern. Dagegen finden wir eine derartige Sondirung bei den Hirsch-Dunckerffchen Gewerkvereinen und auch den christlichen Organisationen; insofern sind unsere Gewerkschaften unpolitisch, und zwar unpolitischer als irgend eine andere Gcwerk- schaftsorganisation. Und doch find unsere Gewerkschaften auch wieder bis zu einem gewissen Grade parteipolitisch. In den Gewerkschaften kommt ein Stück Klassenkampf zum Ausdruck, der sofort die Gegensätze der politischen Parteien hell hervortreten läßt. Nehmen wir nur die Forderung sozialpolitischer Reformen. Hier stehen wir auch im Gegensatz zu dem Verfasser, der meint. Sozial Politik habe nicht nothwendig Parteipolitik zu sein. Die Sozial Politik der einzelnen Parteien ist sehr verschieden. Ob eine Gcwerk- schaff die gesetzliche Festlegung der Arbeitszeit von 63 Stunden pro Woche für gut hält oder den achtstündigen Arbeitstag erstrebt, oder jede Festlegung der Arbeitszeit verwirft, ist von großem Partei politischen Unterschied. Und solche Verschiedenheiten parteipolitischer Art wiederholen sich bei allen sozialpolitischen Fragen. Je nach der Eni- scheidung über solche Fragen wird man die Gewerkschaft dieser oder jener Partei zuzählen können. Was würde es aber nützen, wenn wir allen Leuten erzählen, unsere Organisationen sind nicht parteipolitisch, wenn von unseren Gegnern fortgesetzt jede entschiedene Parteinahme für die Interessen der Arbeiter bei Lohnkämpfen sofort als sozial- demokratische Aufhetzung, Agitation und wie die Dinge mit Vorliebe benannt werden, bezeichnet wird. Es genügt, daß bei einem Lohn- kämpf der Vorsitzende der Organisation ein bekannter Sozial- demokrat ist, und das Urtheil der Gegner ist fertig, der Streik ist eine Mache der Sozialdemokratie. Gewiß ist diese Be- hauptung vollständig unrichtig, weil die Partei als solche keinen Einfluß auf die Gewerkschaft ausübt; die Gewerk- schaften treffen ihre Entscheidungen selbständig. Das wissen unsere Gegner, aber ihren Zwecken entspricht es. wenn jeder fehlgegangene Streik als eine Frucht sozialdemokratischer Bestrebungen hingestellt wird. Wo eine starke sozialdemokratische Partei vorhanden ist, werden sich auch in den Gewerkschaften ihre Anhänger bemerkbar machen. Das ergiebt sich ganz von selbst, aber einen Nachtheil für die Gewerkschaften vermögen wir daraus nicht herzuleiten. Der parteipolitische Charakter der Gewerkschaften findet darin seinen Ausdruck, daß die Gewerkschaften die Vertretung ihrer politi- schen Interessen— ihre Bewegungsfreiheit, Koalitionsrecht und Sozialpolitik— von der sozialdemokratischen Partei erwarten. ' Keine Partei steht den Forderungen der Gewerffchaften so nahe als die Sozialdemokratie, ja weit richtiger, die Partei geht mit ihnen in ihren Forderungen auf. Demgegenüber hat natürlich auch die Sozialdemokratie ein Interesse an der Gewerkschaftsbewegung, weil die Gewerkschaften die Lebenslage der Arbeiter heben und eine regsame politische Thätigkeit sich in einer Arbeiterschicht schwer ent- faltet, deren Lebenslage tief herabgedrückt ist. Das ist die Wechsel- beziehung zwischen Partei und Gewerkschaft. In seinem Urtheil über die Erörterung religiöser Fragen stimmen tvir dem Verfasser bei; es wird ihm aber auch bekannt sein, daß die Gewerkschaften den religiösen Streitfragen nur selten Raum gewähren. Die Lohnbewegung der Krcfelder Weber nimmt aufs neue die Aufmerksamkeit weiter Kreise in Anspruch. Mit Vorliebe be- dienen sich die bürgerlichen Blätter der Täuschung, ihren Lesern mit- zutheilen, daß eigentlich die Sammetwcber gar keine Ursache hätten, weiter zu streiken, da ihre Wünsche erfüllt wären. Denn es sei nun- mehr eine einheitliche Lohnliste vereinbart und die Vorarbeiten �würden bezahlt. Es liegt aber sehr nahe, daß sich die Arbeiter die einheitlichen Lohnlisten nicht so gewünscht haben, wie sie die Fabrikanten festsetzten. Die Lohnliste bringt für viele Fabriken Lohnabzüge und daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen die Arbeiter ein solches„freundliches" Entgegenkommen der Unter- nehmer ablehnten, ist leicht erklärlich. Diele Lohnabzüge werden von den bürgerlichen Blättern vielfach verschwiegen, um die Streikenden ins Unrecht zu setzen. Die„Germania" empfiehlt, trotzdem die nachtheilige Abmachung anzunehmen und ist sehr entrüstet, daß die Arbeiter den Streik weiter führen. Sie wird aber hier von ihren eigenen Gesinnungsfreunden im Stich gelassen, denn sie berichtet in demselben Artikel über eine Versammlung des christlichen Textil- arbeiter-Verbandes, in der ein Standpunkt zum Ausdruck kam, der ganz mit der Stellung der übrigen Arbeitern übereinstimmt. Die Versammlung ist so wichtig, daß wir den Bericht hier folgen lassen: „Der christliche Textilarbeiter-Verband hat Montag Nachmittag eine stark besuchte Versammlung abgehalten, in der Herr Rektor Thoß verschiedene Mißstände besprach. Er ging nochmals kurz den Streik und seine Phasen durch und erklärte dann, daß er sich über die neue Lohnliste nach vieler Rücksprache mit betheiligten Sammt- weöern folgendes Urtheil habe bilden müssen: aj vor allem stehe fest daß in der neuen Lohnliste neue Grundlöhne pro Meter fest- gestellt sind, die fast immer 13, 10. 8. 7 Pf. unter den alten Lohn- 'sätzen stehen; das habe aber selbst der gemüthlichste Weber doch nicht erwartet, daß man die Grundlöhne noch kürzen würde, b) Das Andrehen-c. ist wohl extra ziemlich annehmbar berechnet, aber diese Vergütung für Andrehen erreicht durchschnittlich nicht den vorhergehenden Ausfall wegen des gekürzten Grundlohnes. Redner ging im Detail auf die Sache näher ein und kam zum Schlüsse, daß die neuen Löhne vielfach unter den alten ständen. Da wäre es doch, meinte er, besser getvesen, gemäß dem früheren Antrag unseres Verbandes die Lohnsätze unberührt zu lassen und nur das Andrehen zu vergüten. Redner fragt neben- bei an, ob es wahr sei, daß der Firmeninhaber bei Groß- Scheibler zu seinen Arbeitern geäußert habe, die Delegirten des christlichen Verbandes habe er hinausgeworfen. Aus der Ver- sammlung heraus wird diese Aeußerung als von H. Schciblcr bestimmt gethan bestätigt; darauf protestirte Redner ,m Namen des 4S00 Arbeiter zählenden christlichen Verbandes und im Namen der gcsammten Arbeiterschaft gegen solch' wegwerfende Aeußerungen dieses Arbeitgebers.— Nach dieser nothwendigen Abschweifung kehrte Redner zur augenblicklichen Lage bei Ebeling zurück. Die Firma habe bestimmte Zulagen als klagbaren Lohn festgesetzt, sodatz that sächlich bei voller Vergütung für Andrehen eine Aufbesserung heraus� gerechnet werden könne. Er bat zum Schlüsse die Anwesenden, sich zu der Sache zu äußern. Es entspann sich nun eine überaus lebhaste Diskussion, aus der hervorging, daß wegen der verschiedenartigen Vergütungen für das Andrehen trotz der Zulagen der neue Lohn unter dem alten zurückbleiben kann. Schließlich wurden folgende drei Resolutionen einstimmig angenommen: 1. In Erwägung, daß die neue Lohnliste von Firma Ebeling trotz der Zulagen keine sichere Aufbesserung der Arbeiter be- deutet, erklären die Krefelder Ortsgruppen des Niederrheinischen Verbandes christlicher Textilarbeiter, daß sie ihren betheiligten Mitgliedern die Aufnahme der Arbeit bei Ebeling nicht empfehlen können. 2. Jedoch sind die Arbeiter bereit, die Arbeit zu den alten Lohnsätzen wieder aufzunehmen, wenn nach dem 1ö. Januar 1839 das Andrehen wie bei Gebr. Peltzer vergütet wird. 3. Der Niederrh. Verband christlicher Textilarbeiter wird wiederum bei allen Sammtfirmen dahin vorstellig, bei der Lohnregulirung die alten Lohnsätze beizubehalten und die VorrichtungSarbetten extra zu vergüten." Telegraphisch wird noch gemeldet: In der mechanischen Sammet- Weberei von Heinrich Eugen Jacobs reichten heute 180 Ar- bester die Kündigung zum 11. Januar ein; es ist dadurch die fünfte Sammetfabrik bei dem Ausstand in Mitleidenschast gezogen. Eine Konferenz der Metallarbeiter der Provinz Sachsen und des Herzogthums Anhalt, die von 16 Orten durch 27 Delegirte besucht war, fand am dritten Feiertag in Aschers- leben statt. Nach dem Rechenschaftsbericht des Vertrauensmannes V o ß aus Magdeburg sind bedeutende Fortschritte für den deutschen Metallarbeiter- Verband zu verzeichnen. Die Stellungnahme zur Arbeitslosen-Unterstützung rief eine rege Debatte hervor und wurde nach längerem Für und Wider mit 14 gegen 13 Stimmen die Eiw führung der Arbeitslosen-Unterstützung befürwortet. Weberstreik in Eupen. Sämmtliche Weber der Zweigfabrik der Firma Lejeune-Vincent aus Dijon erklärten den Ausstand, weil einer von ihnen zwei Webstühle bedienen sollte. Die Ausständischen wollen die Arbeit nicht wieder aufnehmen, bis ihnen von den Arbeit- gebern die Nichteinfiihrimg des Zweisttihlshstems zugesichert werde. Den Ausständigen stehen Unterstützungen von ihren Verbänden in Aussicht. Gegen das Zweistuhlsystem wehren sich die Weber mit aller Entschiedenheit. Die Ausständigen sind zum theil im christlichen Textilarbeiter-Verband organisirt, welcher Unterstützung in Aussicht gestellt hat. Eine Konferenz ber Metallarbeiter der Provinz Hannover, die am 26. d. M. in P e i n e tagte, lehnte mit 7 gegen 6 Stimmen die Einführung der Arbeitslosen-Unterstützung im Verband der Metallarbeiter ab.. Ausland. Der Ausstand der Angestellten der Kolonialwaaren- brauche zu Paris scheint einen normalen ruhigen, für die An- gestellten günstigen Verlauf zu nehmen. Der„Petite Ropublique" zufolge hat ein großer Theil der Unternehmer die Forderungen der Gehilfen bewilligt, so daß immer neue Massen znm Vorgehen er- muthigt werden, die aber meist nach kurzem Unterhandeln mit den Prinzipalen sich mit diesen verständigen. Das Syndikat arbeitet gleichzeitig mit großem Eifer, alle Bctheiligten znm Beitritt zu be� wegen, damit das Errungene erhalten bleibe. Soziales. Einen Preis von»00« M. hat die sächsische Re- g i e r u n g für die Lösung der Aufgabe ausgeschrieben: Die Ge- stalttmg des landwirthschaftlichen Betriebes mit Rücksicht auf den herrschenden Arbeitermangel. Die Arbeiten sind bis spätestens den 30. Juni 1300 einzuliefern. Eine Genossenschaft zur Erbauung von unkündbaren Arbcitcrwohnungcn soll im Monat Januar nächsten Jahres in München ins Leben gerufen worden. Unter den Befürwortern befinden sich Freiherr v. Hertling und andere ulttamontane Führer. Konzentration des Kapitals. Die Aktiengesellschaften Ma- schinenfabrik Augsburg und ivi a s ch i n e n b a u- A k t i e n- gesellschaft Nürnberg sind zu einer Akttengesellschaft ver- einigt worden, die ihren Sitz m Augsburg hat und die Firma führt: Vereinigte Maschinenfabrik Augsburg und Maschinenbau- Gesellschaft Nürnberg, A.-G. Die' Maschinenfabrik Augsburg, deren Spezialität die Herstellung von Buchdruck- Maschinen ist, hatte am 30. Juni 1897 bei einen: Aktienkapital von etwas über 4 Millionen Mark, wozu noch 2 Millionen Mark Anleihe kamen, einen Gewinn von rund 1 310 000 M. zu verzeichnen und hat seit 188ö,86 eine Dividende von ll2/3-— 231/3 bezahlt. Gcviclxks-Teilung. Tie Vorsteher eines Gesangvereins, Mai und Genossen, sollten die angebliche Veranstaltung einer öffentlichen Tanzlustbarkeit. für die sie die behördliche Genehmigung nicht nachgesucht hatten, mit Geldstrafen büßen. Gegen das Unheil des Schöffengerichts legten sie Berufung ein, indem sie bestritten, daß das in bestacht kommende Vergnügen ein öffentliches gewesen sei. Außer den Mitgliedern und eingeführten Gästen hätten nur noch die Mitglieder eines anderen Vereins auf grund einer Vereinbarung Zutritt gehabt. Es sei verabredet gewesen, daß jedes Vergnügen der beiden Vereine den Mitgliedern des andern zugänglich sein sollte. Das Laistgericht verwarf aber die Berufung mit der Begründung, daß die Theilnehmer des Vergnügens, die dem andern Verein an- gehörten, nicht als eingeführte Gäste zu betrachten seien.— Das Kammergericht hob jedoch gestern diese Entscheidung wieder auf und wies die Sache in die Vorinstanz zurück. Der Präsident führte aus, es sei nachzuprüfen, ob ein ernstge- meinteS Abkommen, wie es die Angeklagten behaupteten, zwifchen beiden Vereinen bestanden habe, oder ob es sich nur um ein Scheinmanöver handele. Ein wirklich reelles Abkommen der fraglichen Art wäre denkbar und die Theilnahme der Mitglieder eines Vereins an dem Vergnügen des andern würde dies ohne weiteres noch nicht zu einer öffentlichen Tanz- lu st barkeit machen. Etwas anderes sei es indessen bei einer nur zum Scheine getroffenen Verabredung. Liege eine solche vor, dann feien die Angeklagten strafbar, in dem andern Falle müßten sie jedoch fteigesprochen werden. Einen»»«heimlichen und unbegreiflichen Einfluß auf eine schon bejahrte Frau hat der Buchhalter Oswald B a e r, der gestern wegen versuchter Nöthigung und Freiheitsberaubung vor der II. Strafkammer stand, auszuüben vermocht. Auf dem Wege der Heirathsannoncen ist der Angeklagte mit verschiedenen Frauen in Verbindung getreten und hat eine solche auch mit einer Frau Wittwe Waßmund, jetzt verehelichte Frau Siebert, ge- funden. Wie sich auS der Beweisaufnahme ergab, hat er die Frau in ganz unglaublicher Weise unterjocht und drangsalirt. Obgleich er verheirathet ist, gelang es ihm in kurzer Zeit, die Frau, deren schriftliche Arbeiten er angeblich besorgte, zu einer Art willen- losen Sklavin zu machen. Die Hausbewohner des Hauses Lübecker- ftraße 23 und die Dicnsttnädchen sowie die Friseurin der Frau W., denen gegenüber sich der Angeklagte als„Reserve-Offizier" bezw. „Rechtsanwalt" Odin v. Bredow auszugeben liebte, erzählten gestern haarsträubende Geschichten von der Tyrannei des Angeklagten, die dieser sämmtlich für erstunken und erlogen erklärte. Der erste Mann der Frau Waßmund war ein Bauunternehmer, der am Wittenberg- Platz gebaut hatte und in geschäftlichen Beziehungen zu einem Bau- Unternehmer Schmidt stand, der seinerseits wiederum ein Haus in der Auasburgersst. 16 besaß. Gegen diesen Schmidt glaubte Frau SS.' Ansprüche in Höhe von 20 000 M. zu haben. Schmidt behauptet: zwar, drese Summe in Raten baar an den verstorbenen Waßmund abgeführt zu haben, er hatte aber merkwürdigerweise keine Beläge darüber. Im Namen der Frau W. richtete nun der Angeklagte wiederholt sehr energische Briefe an Herrn Schmidt und dieser ver- stand sich— wiederum merkwürdigerweise— dazu, das Haus Augs- burgerstr. 16 der Frau W. zu überlassen. DerAngeklagte hat dann versucht. das Haus auf sich schreiben zu lassen, und als ihm dies nicht ge- lang, hat er nach Ansicht der Anklagebehörde Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, um eine Hypothek in Höhe von 20 000 M. für sich herauszuschlagen. Wie sehr er die Frau W. in seiner Gewalt hatte, geht unter anderem auch daraus hervor, daß er e» durchsetzte, daß der von Frau W. abgeschloffene Miethsvertrag flir ihre Wohnung im Hause Lübecker- sstaße 23 auf seinen Namen umgeschrieben wurde, so daß er nun völlig den Herrn daselbst spielen konnte. In der Wohnung kam e» häufig zu tollen Szenen, bei deren Schilderung sich— wie sich der Staatsanwalt ausdrückte— das Blut de» Hörer» empören muß. Nach den Bekundungen mehrerer weiblicher Zeugen und der Frau W. hat er die letztere wiederholt in der brutalsten Weise ge« Ichlagen, sodaß sie einmal mehrere Tage lang nicht auszugehen ver- mochte, er hat sie auS ihrer eigenen Wohnung hinausgeworfen, sodaß sie auf der Treppe kämpften mußte, ein anderes Mal hat er sie angeb« lich eingeschlossen, so daß sie von der Außenwelt abgeschnitten war ic.' Schließlich hat ein Vorfall zur Anklage geführt: Der An- geklagte soll eines Abends unter Drohungen und Schimpfworten einen Revolver auf Frau W. gerichtet und versucht haben, sie auf diese Weise zur Hergabe der Hypothek von 20 000 M. zu zwingen. Der Angeklagte bestritt mit der größten Zungenfertigkeit alle diese Beschuldig, ingen und behauptete, daß er der Frau W. unzählige Male gesagt habe, daß er nichts mehr mit ihr zu thun haben wolle, daß diese aber ihn immer mit Gewalt zurückgehalten habe. Die sehr böse Schilderung, welche der Staatsanwalt von seinem Charakter gegeben, passe nicht auf Die letztere hat übrigen» noch ein Angeklagten zurückbehalten und d i e hinter Schloß und Riegel Der Angeklagte hat ihre Verhaftung wegen Meineides herbeigeftihrt und sie wird sich im Januar vor dem Schwurgericht zu verantworten haben.— Auf grund der Beweisaufnahme hielt der Gerichtshof die Freiheitsberaubung nicht für erwiesen, erachtete aber den Angeklagten der versuchten Nöthigung für überführt und vcrurtheilte ihn'mit Rücksicht auf den verderblichen Einfluß, den er auf die Frau ausgeübt hat, zu sechs Monaten Gefängniß. Unterschlagung und Urkundenfälschung wurden dem Tapezirer Ulrich zur Last gelegt, welcher gestern der si � ihn, sondern auf Frau W. böses Andenken an den Weinachtsfeiertage zubringen ni ü s s e n. Karl kammcr des Landgerichts 17 vorgeführt wurde dessen Geschäft so zurückgegangen war, daß es ernähren vermochte, war mit der Leiwng einer „Lokal-Anzcigcr" bestaut worden. Er bezog ein siebenten Sstaf- Der Angeklagte, ihn nicht mehr zu Filialexpedition des Gehalt von 250 M. monatlich. In diesen, Frühjahr brannte er mit 2650 M. Abonnements- geldern nach Amerika durch. Schon nach wenigen Monaten kehrte er freiwillig zurück und stellte sich der Polizei. Es hatte sich inzwischen herausgestellt, daß der Angeklagte die Abrechnungslistcn mit den Boten gefälscht hatte. um die Entdeckung der von ihm begangenen Unterschlagungen hinauszuschieben. Im Termin entschuldigte er sich damit, daß er aus seinem früheren Geschäft noch Schulden hatte, die von den Gläubigen» in der ungestümsten Weise«ingetrieben wurden, als sie erftihren, daß er sich in fester Stellung befand. Der Staatsanwalt beantragte«ine Gefangnißsirafe von zwei Jahren, der Gerichtshof hiett ein Jahr Gefängniß für eine au»- reichende Strafe. Bergsturz in Airolo. Ueber die Katastrophe wird weiter gemeldet: Da» Dorf bietet einen erschreckenden Anblick. Ein Gebiet von zwei Quadratkilometern ist von Schuttmassen überdeckt. Acht Wohnhäuser und vierzehn Ställe sind zerstört und bilden wüste Trümmerhaufen. Eine Anzahl anderer Hänser ist schwer beschädigt. Die Festungstruppen de» Gott- hard und die ganze Bevölkerung arbeiten umniterbrochen an der Weg- räumung derSchuttmassen. Aus denTrümmeniwurden 3Leichen hervor» gezogen, der 70jährige Kirchendiener Antonio Filippini, Frau Josefina Franzini und ein kleiner Knabe Namens Giulio Form. Die Frau des Kirchendieners wurde noch lebend aus den Trümmern befreit. In dem Schutthaufen, den das Hotel Airolo bildet, wüthet eine FeilerSbrunst, welche auch die Nachbarhäuser zu ergreifen droht. Der. Gcsammtschaden wird auf eine Million berechnet. Man glaubt zwar, daß die Gefahr eines neuen noch größeren Bergsturzes aus« geschloffen sei, immerhin sind aber alle Vorsichtsmaßregeln getroffen. Mehr als die Hälfte des Dorfes ist von den Bewohnern geräumt gewesen; wäre dies nicht geschehen, so würde die Katasstophe zahl- reiche Opfer gefordert haben. lieber die vermuthlichen Ursachen des Bergrutsche» wird der „Züricher Post" aus Airolo geschrieben: „Schon im Spätsommer dieses Jahres hatte die Presse über die ernste Gefahr berichtet, die dem Dorf Airolo und seiner Um- gebung von den verwitterten Felswänden der nördlichen Thal- beglcilung drohe. Oesters während des Sommers hatten starke Steinschläge auS jener Region und Schlammbäche, die die Hauptstraße in Airolo meterhoch überführten, auf ein drohende» Ercigniß vorbereitet Am 12. Dezember hat dann der Saffo roffo seine Vorposten zu Thal gesandt. Morgens 9 Uhr lösten sich ober- halb der Befesttgungsanlage von Stue, in einer Höhe von 1900 Metern starke Felsmassen los und stürzten in gewalligen Sprüngen ab. Der gelichtete Wald vennochte sie nicht aufzuhalten: mächttge Tannen neigten sich wie reife Halme unter der Sichel und wurden zersplittert vom FelSstrom mitgerissen. Der Boden war nicht gefroren, und wenige Tage zuvor waren an gleicher Stelle große Lawinen niedergegangen. Diesem Umstand ist es zu danken, daß der Felssturz, dessen Masse wohl 2000 Kubikmeter beträgt, darunter Blöcke von 80—100 Meterzentnern, 500 Meter nördlich vom Dorf zum Stehen kam. Während der wannen Tage, deren wir un» erfteuen, füllten sich nun die Spalten des verwitterten Gestein» mit Schneewasier, das in der Nacht geftor und die schlecht gelagerten Felsblöcke lockerte. Hier liegt wohl die Ursache de» jetzt erfolgten Abstürze», nicht, wie Bewohner von Airolo glaubten, sin Schießen mit den Geschützen aus den Befestigungsanlagen." Eingelaufene Druckschriften. Von der„Neuen Zeit-(Stuttgatt, Dietz' Verlag) ist soeben da» 14. Hest de» 17. Jahrganges erschienen. AuS dem Inhalt heben wir hervor: Der Fall Delbrück.— Partei und Gewerkschaft. Von S Sautsty.— Zur Zusammenbruchötheorie. Bon Heinrich Cunow.(Schluß.)— Ei» deutsches rauenbuch. Von Klara Zetkin.— Der roth« Mann und der weiße. Von uliu» Schwatten.— Literarische Rundschau.— Feuilleton: Aesthetisch« -steifzüge. Bon Franz Mehring.(Fortsetzung.) Drhke Ltttlstvithken und Vspefchen. Die Landtage in Graz und Ber-ntwortlicher Redakteur: August Jacvbcy in Berlin. Für den Jnseratentheil verantwortlich:»h.«locke in Berlm. Druck und Verlag von Mar Babing in Berlin. Hierzu 1 Wien, 29. Dezember.(W. T. v.) Troppau sind heute geschloffen worden. London, 29. Dezenrber. Dem„Reuterschen Bureau" wird a»S Manila vom heutigen Tage gemeldet: Eine amerikanische Expedition unter dem Befehl des Generals Miller ist gestern in Jlo-Jlo eingetroffen. Nachdem die Spanier am Sonnabend infolge eines Ilebereinkommen» mit den Aufftändischen den Platz geräumt haben, sind die letzteren am Montag in die Stadt eingezogen, habe» sofort eine städtische Verwaltungsbehörde eingesetzt und Wachen auf- gestellt, um das Eigenthum der Ausländer zu schütze». Es herrscht vollständige Ruhe. Fünf Eingeborene sind in der Nacht wegen Plünderung erschossen worden. Ein neues Ministerium der Filipinos ist gebildet worden mtt Mabini als Ministerpräsidenten und Minister des Auswärtigen.___ Beilage n.«ntrrhiiltungSblatt. Nr. 305. 15. Jahrgang. Antrag: Kommunales. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Berliner Volksblatt. reitag, 30. Dezember 1898. Stadtverordneten Versammlung. 37. Sigung vom Donnerstag, den 29. Dezember, nachmittags 5 Uhr. Auf der Tagesordnung steht zunächst der Ausschußbericht über den vom Stadtv. Dr. Friedemann anfangs Ottober gestellten Den Magistrat zu ersuchen, eine zweite höhere Mädchenschule im Westen zu errichten, da in einem großen Theile der Privat- Töchterschulen des Westens die Aufnahme der Schülerinnen von konfessionellen Rücksichten abhängig gemacht wird. Der Ausschuß ist nach langen und eingehenden Berathungen dazu gekommen, den Antrag Friedemann angebrachtermaßen abzulehnen, schlägt dagegen vor, wie folgt zu beschließen: Die Versammlung erachtet es mit der geltenden Rechtsordnung für unvereinbar, daß Vorsteher und Vorsteherinnen fonzessionirter Privatschulen zur Aufnahme angemeldete Kinder aus Rücksicht auf ihre Religion abweisen, und erkennt an, daß durch ein derartiges Verfahren der Vorsteherinnen der größten Zahl der höheren Töchterschulen im Westen Berlins ein thatsächlicher Rothstand vorliegt. Zum Zwecke der Subvention soll der bisherige Etatstitel für diese Zwecke von 40 300 M. im Etat für 1899/1900 auf 65 000 m. erhöht werden. Ohne Debatte tritt die Versammlung nach dem Neferat des Stadtv. Spinola diesen Vorschlägen bei. ein. Der erstere ist der Ausdruck der Entrüstung über die Zurüdweisung der Kinder aus tonfeffionellen Rücksichten. Wir hätten den Kulturstand der gesammten Bürgerschaft Berlins zu verlegen geglaubt, wenn wir nicht die erste Gelegenheit ergriffen, dieses von der Regierung gebilligte Verfahren als direkt kulturfeindlich an zunageln, auszusprechen, daß ein solches Verfahren weit entfernt ist, Der Hilfsarbeiter Streit nähert sich seinem Ende. Antrag Sachs wendet sich auch nicht hiergegen, sondern gegen Bureau- Hilfsarbeiter ohne weitere Prozeßführung als Gemeindeden christlichen Geboten und der Moral zu entsprechen. Der Die Vorlage des Magistrats, wonach 440 namentlich aufgeführte die praktischen Vorschläge des Ausschusses. Aber mit Unrecht. Bon beamte anerkannt werden sollen, ist von dem betreffenden einem Rothstand für die Unterbringung fann nicht gesprochen werden. Ausschuß angenommen worden. Auch die noch schwebenden Ich kann persönlich nur erklären, ich würde nicht einen Augenblick Prozesse mit den Hilfsarbeitern Korbach, Hennice, Trost, Tuckhardt ein Stind in einer Schule lassen, wo solche Dinge vorgehen.( Viel- und Kasully sollten durch Zurücknahme sollten durch Zurücknahme der vom Magistrat feitige Zustimmung); aber selbst dann, wenn die jüdischen Eltern eingelegten Rechtsmittel erledigt werden; nachträglich hat jedoch der diese Konsequenz gezogen hätten, wäre ein Rothstand nicht nach Magistrat die Fortführung der Prozesse gegen die zwei legtgenannten gewiesen. Mit denjenigen, welche welche angeblich von demselben beschlossen, da sich in der Zwischenzeit Umstände ereignet haben, die betroffen sind, aber mit ihrem Namen nicht heraus- auf einen günstigen Ausfall der Entscheidung für den Magistrat fommen wollen, habe ich kein Mitleid( Sehr gut!), fie fcheiden schließen lassen". Der Ausschuß empfiehlt, dementsprechend zu aus diesem Grunde für mich gänzlich aus. Die Mitbürger des beschließen. Westens haben nicht das geringste Recht, anders als die Mitbürger Bürgermeister Kirschner giebt die Erflärung ab, daß mit der übrigen Stadt behandelt zu werden. Ich bin ein prinzipieller dieser Vorlage die Angelegenheit noch nicht erledigt sei, daß vielGegner der Privatschulen, aber dieser Standpunkt ist nicht der des mehr eine Magistrats fommission bereits damit befaßt sei, zu prüfen, Magistrats und der Mehrheit der Versammlung. Diese haben sich darüber welchen Angestellten noch weiter die Beamtenqualität beizulegen verständigt, für das höhere Mädchenschulwesen andere Normen als sein werde. für die Knaben gelten zu lassen; nur für ein Drittel der Mädchen sollen städtische höhere Töchterschulen errichtet werden. Dieser Grundsatz ist noch nicht beseitigt, es muß nach ihm verfahren werden, und danach bleibt es dabei, daß eine neue b) der Konzessionirung neuer Privatschulen nur dann zuzu- Schule nicht nöthig ist; es liegt auch gar keine Veranlassung vor, stimmen, wenn in der Konzession selbst den Konzessionsinhabern für den Westen eine Ausnahme zu machen. Herr Sachs hält eine die Verpflichtung auferlegt wird. bei der Aufnahme ohne Rücksicht Subventionirung bestehender Privatschulen für unwürdig. Wessen auf die Konfession der angemeldeten Kinder zu verfahren, unwürdig? Derer, die sie bekommen? Wir subventioniren doch c) entweder manche Dinge und Personen, und von von der Zurückweisung unwürdiger" Zuwendungen hört man nichts. Oder unwürdig der Stadt? Doch gewiß nicht. Wir werden doch gerade auf diesem nicht befeitigen, jo doch auf ein Minimum reduziren. Und wenn Wege die schmachvollen Zustände, die sich da entwickelt haben, wenn so Die Versammlung ersucht demgemäß den Magistrat: a) rücksichtlich der bereits bestehenden Privatschulen den vor stehenden Grundfaz bei den Aufsichtsbehörden mit allen Mitteln zur Geltung zu bringen, mit den bestehenden Privatschulen im Westen, soweit diese dem oben aufgestellten Grundsaße entsprechend bei der Aufnahme der Kinder verfahren, in Verhandlung zu treten wegen Erweiterung dieser Schule, oder durch die Subventionirung humaner Vorsteherinnen die andern zur thr baldmöglichst eine Vorlage zugehen zu lassen wegen Scham gerufen werden, wenn sie die Bethätigung einer niedrigen Ge schleuniger Errichtung einer zweiten städtischen höheren fimmung fünftighin unterlassen, so habe ich nichts dagegen.( Burufe.) Töchterschule im Westen und zwar einer Schule, in welcher Dieses univürdig" ist blos, um Stimmung zu machen, hier hineinnach Art der Höheren Bürgerschulen( Realschulen) die geworfen worden. Sie haben schon ganz andere Beschlüsse gefaßt, Aufnahme finden. Auf Anfrage des Stadtv. Singer ergänzt der Bürgermeister seine Erklärung dahin, daß sich die Kommission auch mit der Frage der Nelittenversorgung für die Gemeindebeamten befassen wird. Es wird darauf den Ausschußanträgen gemäß beschlossen. Die Vorlage wegen des Umbaues der RoßstraßenBrücke geht auf Antrag Dinse an einen Ausschuß. Zum Zweck der vorläufigen Regelung der Müllabfuhr und Herbeiführung einer baldigen endgiltigen Entscheidung über die Frage der Müllbeseitigung fordert der Magistrat einen kredit von 100 000 m. Die Bewilligung wird ohne Diskussion ausgesprochen. Gegen 9 Uhr gelangt ein Bertagungsantrag zur Annahme. Lokales. Arbeiter Bildungsschule. Das Schullokal ist vom„ LuisenSchülerinnen erst nach anderweiter Absolvirung der Unterstufe das Denkmal für Herrn Blad!( Heiterkeit und Oho!) Eine höhere Lehr- hof", Budowerstr. 9, nach dem Lokal des Hrn. Behse, Auneuftr. 16, und Lachen.) " " Nach dem Fest. " Als Referent fungirt Stadtv. Mommsen. anstalt brauchen wir also erst zu bauen, wenn nach den erwähnten 1 Treppe, verlegt werden. Freitag, den 30. Dezember, ist die Stadtv. Hugo Sachs ist mit dem Ausschußantrag nicht zufrieden; Grundsätzen ein Rothstand eingetreten ist. Befremden muß es mich Bibliothet von 8-9 Uhr abends geöffnet. Die General er beantragt, den Magistrat um eine Vorlage behufs schleuniger Er- fodann, daß die Herren, die nach ihrem Programm eine Versammlung findet am Donnerstag, den 5. Januar 1899, in richtung einer zweiten städtischen höheren Töchterschule im Westen zu einheitliche Volksschule für die Gesammtbevölkerung wollen, demselben Lokale statt. Wiederbeginn der Kurse am Montag, den ersuchen und im übrigen den Ausschußvorschlägen abgeschen von sich hier gegen den Wegfall der Unterstufe wenden. Hält 16. Januar, in Nationalötonomie( Vortragender: Schriftzuzustimmen. Mit Vorstellungen beim Provinzialschulkollegium sei, man etwa in den Kreisen der Antragsteller es für einen Rothstand, ſteller Richard Calwer); Donnerstag, den 19. Januar, in wie die Ausschußverhandlungen ergeben haben, nichts zu erreichen. wenn die jüdischen Eltern ihre Töchter zunächst in die Kommunale de le bung( Vortragender: Rechtsanwalt Dr. Roth); Die Gemeinde sei verpflichtet, für die Ausbildung der weiblichen schule schicken sollen? Sie können der Gemeindeschule keinen Freitag, den 20. Januar, in Geschichte( Vortragender: Schrift Juden gerade so zu sorgen wie für die der männlichen Juden. größeren Dienst leisten, als durch den Fortfall der Unterstufen an ſteller Dr. Steiner). Das achte Stiftungsfest findet am Versage der Ausweg der Privatschulen, so müsse die Stadt eigene den höheren Lehranstalten; wenn Sie die wohlhabenden Bewohner Sonnabend, den 21. Januar 1899, im„ Böhmischen Brauhaus". Anstalten errichten. Der Nothstand sei als ein schreiender anerkannt. veranlaffen, ihre Kinder in die Gemeindeschulen zu schicken, Landsberger Allee. unter Mitwirkung hervorragender Künstler statt. Mit den Schulvorsteherinnen bei solcher Sachlage noch zu pattiren, erhöhen Sie das Niveau der Volksschule außerordentlich. Genosse Wilh. Liebknecht wird die Festrede halten. Billets fei der Stadtgemeinde nicht würdig. Ebenso unrecht aber sei es Alle Mängel der letzteren werden in dem Maße schwinden, find schon jetzt in den Zahlstellen der Schule, sowie der Freien auch, die neue städtische Schule ohne Unterstufe einzurichten. als die Kinder der Besitzenden diese Schulen besuchen und die Ver- Volksbühne“ zu haben. Die Mitglieder wollen für den Besuch vorStadtv. Bretel: Der vorliegende Gegenstand erfordert treter dieser Klassen an ihrem Fleisch und Blut die Mängel der genannter Veranstaltungen recht rege agitiren. Der Vorstand. gebieterisch, daß ich, obwohl ein vereinzelter Vertreter einer ab- Voltsschule zu verspüren bekommen. Im Süden Deutschlands haben weichenden Anschauung, schon wieder hier das Wort ergreife; ich empfehle, wir ja bereits nur eine Boltsschule, auf der sich die höheren Anlediglich die Ablehnung des Antrags Friedemann zum Beschluß zu stalten aufbauen. Und sollten die Leute im Westen wirklich so erheben.( Gelächter.) Der Ausschußantrag spricht von einer Ver- exklusiv sein, dann wäre gleichwohl noch kein Nothstand da, denn Das Weihnachtsfest ist genau so verlaufen wie alle seine Vorlegung der bestehenden Rechtsordnung", führt aber kein Gesez an, ein gütiges Geschick hat für diese Herrschaften so gut gesorgt, gänger: mit viel Ermahnungen, Predigten und Verheißungen. Und das etwa verlegt worden wäre weil eben keines verletzt ist! Von daß sie ihre Kinder auch durch Privatunterricht vorbereiten lassen was ist von all diesen klingenden und rührsamen Worten in Ereinem Nothstand zu sprechen ist ebenso ungerechtfertigt, denn es sind tönnen. Wir können einer immerhin leinen Anzahl von Mitbürgern füllung gegangen, was war der Erfolg aller außerordentlicher in den Schulen des Westens noch 884 Plage frei. Auf das einzige zu Liebe dort nicht eine höhere Lehranstalt bauen. Stimmen Sie Aeußerungen der christlichen Nächstenliebe an den Feiertagen? Mittel des Magistrats, dem aufgestellten Grundsatz" Geltung zu darum für den Ausschußantrag und protestiren Sie gegen ein aus Jezt, nach wenigen Tagen ist schon die ganze Herrlichkeit in verschaffen, nämlich auf das Mittel der Mittel der Betition, wird Haß und Mißachtung entsprossenes inhumanes Verfahren!( Beifall.) Trümmern. Der beputzte Baum steht noch in der Stube. Bei der Magistrat wohl umsomehr verzichten, als er damit der evangeli- Stadtv. Gerstenberg betont, daß doch zum mindesten ein einigermaßen wohlfituirten Leuten riecht's noch nach Pfefferkuchen und schen Bevölkerung ins Gesicht schlagen würde.( Unruhe.) Die relativer Nothstand anerkannt werden müsse. Der Nachweis, brennenden Lichtern. Aber die sogenannten Weihnachtsgefühle haben jüdische Gemeinde tönnte ja eine eigene jüdische höhere Töchter- daß noch Stellen in den Privatschulen frei seien, habe keinen Werth, nicht mal mehr einen Sauch zurückgelassen; ja, meist waren sie schon schule errichten. Wo bleibt die Freiheit der evangelischen Be- für den Westen sei eben an öffentlichen Schulen für Mädchen in den Feiertagen vollkommen zerstoben. Und wodurch? Durch rein völkerung, wenn sie gezwungen werden soll, ihre Kinder mit Mangel. Es müssen städtische Schilen vorhanden sein, in die der materielle Verhältnisse. jüdischen zusammen erziehen zu lassen? Es könnte hübsch Steuerzahler seine Kinder hineinschicken kann, auch abgesehen vom Dem einen wurde gerade am Fest die große Liebesgabe des werden, wenn nach dem Willen dieser Mehrheit hier mit fonfessionellen Standpunkt. Das Denkmal des Herrn Blad habe Hauswirths, die Kündigung, überbracht die eventuell zurückallen Mitteln" der aufgestellte Grundsatz aufgestellte Grundsatz verwirklicht würde. dieser sich doch selbst gefeßt, nicht die Stadt.( Heiterfeit.) Mit genommen wird, wenn der, dem der Wirth voll Mitgefühl ein Aber, Gott sei Dant, wir haben noch Aufsichtsbehörden Hugo Sachs ist auch dieser Redner für Ablehnung der beiden An- Heim unter seinem Dache eingeräumt hat, dieses Mitgefühl zu ( Heiterkeit), die solche einseitige Bevorzugung von besonderen Inter- träge sub c. würdigen versteht, indem er der Miethe noch einige flingende essen zu verhindern wissen werden.( Buruf: Polizei!) Vielleicht sind Stadtv. Friedemann stimmt dem Ausschußantrage zu, zu Beweise hinzufügt. im Ganzen 10 jüdische Schülerinnen von einer Privatschule zurück- dessen Gunsten er schon im Ausschusse seinen Antrag nicht mehr aufrecht Dem andern wird das Weihnachtsgescheut nachträglich bescheert. gewiesen worden; sie brauchen nur wenige Häuser weiter zu gehen, erhalten hat. Sowohl mit Rücksicht auf den Sädel der Stadt, als Sein Arbeitgeber sieht sich genöthigt, ihn zu entlassen. Daß er ihn um unterzukommen, aber um diese fleine Schwierigkeit zu be- auch auf wohlerworbene Rechte dürfe nicht weiter als nöthig ge- gerade vor Weihnachten beschäftigte, war eine außerordentliche seitigen, soll nun durchaus die Stadt eingreifen und etwa gangen werden. Die beiden Privatschulen, die im Westen ohne Gunſt. Es wäre, nach der Meinung des Arbeitgebers, gar nicht 2 Millionen hergeben! Das geht zu weit. Die jüdische Gemeinde Unterschied der Konfession Schülerinnen aufnehmen, würden sonst nöthig gewesen, ihn einzustellen. Die regelmäßig beschäftigten soll ihre eigenen Schulen einrichten, dann haben die besten Bürger gerade in erster Linie geschädigt werden. Jüdische Schulen ins Bertäufer, Packer u. s. w. hätten die wenige Arbeit mit Leichtig Berlins die schönste Gelegenheit, ganz unter sich zu sein!( Unruhe Leben zu rufen, lehne die jüdische Bevölkerung ab, um nicht den feit allein machen können. Der Arbeitgeber kann sich auch durchaus Religionshaß schon in die heranwachsende Generation zu pflanzen. nicht erinnern, daß er je von einer festen Stellung oder gar von Stadtv. Singer: Ich hoffe, die Zeit ist nicht mehr fern, wo Nachdem sich noch Stadtv. Hugo Sachs gegen die Herein- einer Lebensstellung gesprochen hätte. Da hat sich der Angestellte Ausführungen wie die des Vorredners als Kuriosität gelten werden ziehung der Blad'schen Denkmalsjache verwahrt und der Vorsteher bestimmt mir verhört. Ueberhaupt, er müßte ja doch eigentlich noch und in die Stumpelkammer gewandert sind.( Heiterkeit.) Wenn je Dr. Langerhans die vom Stadtv. Singer in diesem Punkte dankbar sein, daß er sich zu Weihnachten einige Mark verdienen eine Rede der Forderung Recht gab, daß der Religionsunterricht verlautbarte Kritik für unzulässig erklärt hat, schließt die Debatte. durfte! Aber das ist es eben, die Arbeiter kennen heute keine aus der Schule heraus muß, dann war es diese. Sie Mit 41 gegen 62 Stimmen wird der Antrag Sa ch& Dankbarkeit mehr. war, weniger den Worten so viel Schamgefühl hatte wohl der abgelehnt. Die Resolution und die Punkte a) und b) gelangen Nie wird vielleicht mehr über Undankbarkeit geklagt, wie gerade Redner noch dem Sinne nach getragen bon mit großer Mehrheit zur Annahme. Ueber die Art der Abstim- nach dem Weihnachtsfest. Die Handwerksmeister, die Fabrikanten, dem Bestreben, die Schule zum Tummelplaz tonfeffioneller mung über Buntt c) entsteht eine längere Geschäftsordnungsdebatte. die Ladenbefizer, und vor allem jene Unglücklichen, die sich DienstLeidenschaften zu machen, das in schwerer Arbeit vom Volfe er- Das schließliche Ergebniß ist die Annahme der Ausschußanträge. boten halten müssen, alle, alle sind sie Leidensgenossen. Alle könnten rungene Maß von Toleranz und Gleichberechtigung zu untergraben, Die Kompetenz der städtischen Deputation für Seunstzwede sie sich in brüderlichem Schmerz umarmen- die Welt wird fie war geeignet, den Eindruck hervorzurufen, als befänden wir ist aus Anlaß zweier neuerlich gestellter Anträge ebenfalls Gegen- fchlechter von Tag zu Tag, wer weiß, was da noch kommen mag! uns nicht an der Schwelle des zwanzigsten Jahrhunderts, sondern stand einer Ausschußberathung gewesen. Der Antrag Goldschmidt II Nichts ist wohl widerwärtiger, als dies Gejammere über Un im tiefsten Mittelalter, wo es mit der Rechtsordnung verwegen Verstärkung der Deputation um 2 Bürgerdeputirte ist vom dankbarkeit. Erstens, was waren alle die Weihnachtsgeschenke an die einbar war, die Juden in Ghettos abzusondern, sie zu Ausschusse mit 4 gegen 3 Stimmen abgelehnt, dagegen der Antrag Dienstboten und Angestellten? Nichts anderes, als eine Entschädigung mißhandeln und auszubeuten, und letzteres war damals die Ladewig, das Gutachten der Deputation vor der Annahme von für die vor den Feiertagen geleistete Mehrarbeit, ja, in den meisten Hauptsache.( Burufe: Heute auch noch!) Der Vorredner hat allerdings Kunstwerken als Zuwendungen an die Stadt einzuholen, Fällen sogar mur eine sehr tärgliche Entschädigung. Zweitens aber, nicht ungeschickt verschiedene Dinge mit einander vermengt. Von mit 5 gegen 2 Stimmen angenommen worden. Außerdem und das ist wohl die Hauptsache, was wäre das für ein Geschent, einem Rothstand kann nicht die Rede sein, in diesem Diftum treffe hat sich der Ausschuß mit dem Magistratsbeschluß vom 14. Januar für das ich Dankbarkeit, oder vielmehr in Wirklichkeit, irgend eine ich mit ihm zusammen, aber dennoch freue ich mich, daß der Ausschuß 1898 einverstanden erklärt, wonach es bei den bisherigen Befugnissen Gegenleistung verlange? Das war doch schließlich nur ein Tausch. einen Rothstand tonstatirt, und zwar nicht in bezug auf mangelnde der Deputation hinsichtlich der lediglich Kunst zwecken dienenden und in solchem Falle sollte man doch wenigstens die großen Worte Pläge, sondern in sittlicher, in moralischer Beziehung!( Sehr gut!) Gegenstände verbleiben soll, während im übrigen das Recht der Mit- und Rührszenen unterlassen. Das entweiht nur das Fest. Es verliert Als eine schwere Verlegung der Gleichberechtigung muß ich es an- wirtung der sonst zuständigen Verwaltungsstellen bezw. der Ver- an Bedeutung. Und nach wenigen Tagen erkennen wir, daß die sehen, wenn Leute, denen die Erziehung der Jugend anvertraut sammlung ausdrücklich anerkannt wird. Predigten und Verheißungen nichts weiter als Mache, als gewalts ist, fich auf einen von Herrn Prezel als gerechtfertigt erklärten Stand- Nach längerer Debatte bestätigt die Versammlung lediglich die fame Sentimentalität waren, die gegen die Forderungen des Lebens, punkt stellen. Der Nothstand besteht darin, daß irgend eine Privat- vom Ausschusse gefaßten Beschlüsse. gegen die Verschrobenheit unserer Herrlichen Weltordnung ganz und Schulvorsteherin sich herausnehmen kann, Kinder zurückzuweisen, Der zur Prüfung der Verhältnisse der Sanitätswachen gar ohnmächtig sind. weil sie die Kinder jüdischer Eltern sind, ein Nothstand, wie er und des Berliner Rettungswesens überhaupt niedergesetzte ärger nicht gedacht werden kann; und aufs schärfste zu verurtheilen Ausschuß ist zu folgenden Vorschlägen gelangt: ist es, wenn die Regierung durch Duldung des Einreißens solcher I. 1. Die Stadt übernimmt durch ihre Organe die Aufsicht über Berhältnisse solchen Rothstand mit verursacht, wo sie die doppelte das. gesammte Rettungswesen in Berlin. Verpflichtung hätte, vorzusorgen, daß solche Angriffe garnicht erhoben 2. Die Deputation für das bereinigte Berliner werden können! Nach unserer Meinung darf und kann die Schule feinen Rettungswesen, der diese Aufsicht übertragen wird, besteht aus anderen Zwed haben, als dem Schüler das Maß von Bildung beizubringen, 2 Magistratsmitgliedern, 3 Stadtverordneten, 1 Vertreter des Polizeiwelches ihn nachher zur Erringung einer geachteten Stellung präsidiums, je 2 Deputirten der Sanitätswachen, der Unfallin seinem bürgerlichen Beruf befähigt.( Bustimmung.) Diese stationen und der Rettungsgesellschaft, unter Vorsitz Bildung wird um so besser gepflegt werden, je weniger eines der Magistratsmitglieder. die Anschauumgen des Herrn Prezel zur Geltung kommen, 3. Die bestehenden Anstalten setzen ihre Thätigkeit fort. Weitere je eher wir in der Lage find, die reaktionäre Art, wie Wachen können nur unter Zustimmung der städtischen Deputation jegt in der Schule die Interessen der reaktionären Gesell- errichtet werden. fchaft gefördert werden sollen, zu beseitigen. Ich hoffe meiner- 4. Die städtische Unterstüßung der verschiedenen Anstalten gefeits auch, daß dasjenige Ministerium, welches heute der Grund- fchieht nach Prüfung durch die Deputation unter Berücksichtigung pfeiler dieser Anschauungen ist, eher beseitigt wird als die Auf- des nachgewiesenen Bedürfnisses. fassung einer vorwärts strebenden Bürgerschaft, die stolz darauf ist, 5. Die Deputation hat auch darüber zu entscheiden, ob beihre Schulen für alle Bürger der Stadt herzurichten.( Beifall.) stehende Wachen aufgelöst event. nach anderen Stadtgegenden verlegt Jch trete für den Ausschußantrag und gegen den Antrag Sachs werden sollen. aber Die Polizei sieht nicht auf die politische Gesinnung der Gastwirthe. Bom Polizeipräsidium geht den Berliner Zeitungen folgende Mittheilung zu: In einer vom Verband der Schant- und Gastwirthe in Berlin und den Vororten" nach Stechert's Sälen, Andreasstraße 21, einberufenen öffentlichen Versammlung wurde, Zeitungsberichten zufolge, die Behauptung aufgestellt, daß die Handhabung der Polizeistunde von der hiesigen Polizei nach Willkür mit Rüdsicht auf die politische Gesinnung der Schankwirthe erfolge. Diese Behauptung ist unrichtig, gegen derartige willkürliche polizeis liche Maßnahmen würden die Betroffenen sicher die ihnen ausreichend bekannten geseglichen Rechtsmittel einzulegen wissen. In der Form trifft diese Berichtigung ja unzweifelhaft zu. Die Geistes- und Gewissensfreiheit ist beim Berliner Polizeipräsidium mindestens ebenso gut aufgehoben wie beim Minister Bosse, der im Presseklub eine Lobrede auf diese Freiheit hält und von Amts wegen den Professor Delbrück maßregelt. Ja, die Praxis der letzten Jahre lägt sogar vermuthen, daß der Polizeipräsident ungleich dem Minister für Geistesfreiheit Licht und Schatten einigermaßen gleich Die Einführung des Werth- Briefverkehre mit Grok- plag, indem fie vor dem Fenster threr elterlichen Wohnung in der näßig zu bertheilen bestrebt ist und auch im gewiffen Gegensatz zu britannien und Irland tritt am 1. Januar nach dem Washingtoner Michaelfirchstraße fortgesezt zum Vergnügen Leschinschüsse abfeuerten. manchen Amitsvorstehern der nächsten Umgegend Berlins feinem Werth briefabkommen des Weltpostvereins in traft. Bugelassen find Die Kugeln flogen den schräg gegenüberstehenden Droschtenführern Birthe die Polizeistunde herabsetzt oder ihm sonst offenfundig Werthbriefe( nicht aber Werthtästchen) bis zum Höchstbetrage von um die Ohren, ohne daß die Gefährdeten die Herkunft der Geschosse Schwierigkeiten macht, wenn der Mann sich getraut, eine sozialdemo- 2400 m. oder 3000 Franken oder 120 Pfund Sterling. Die neben entdecken fonnten. Blöglich traf ein Geschoß den die Straße mit tratische Versammlung in seinen Näumen zu dulden. dem Porto und der Einschreibgebühr zur Erhebung tommende Ver- feinem leeren Gefährt paffirenden Droschtenkutscher Karl Fabert Etwas anderes ist es mit der Frage, ob untere Polizei- ficherungsgebühr beträgt 20 Pf. für je 240 m. oberhalb des rechten Bedenknochens und blieb dort steden. Der Organe fich nicht berufen glauben, auf die Bethätigung der politi fchen Gefimmung bei den Gastwirthen einzuwirken. Wir haben erst Frühere Bühnenkünstler suchen immer mehr Berlin als Verlegte mußte sich nach der Unfallstation III begeben, wo ihm das Projektil, ein grobfalibriges Schrottorn, aus der Wunde entfernt und türzlich gemeldet, daß im Westen der Stadt ein Polizeibeamter einen Wohnstätte auf und namentlich die Vororte beherbergen eine ganze ein Verband angelegt wurde. Die beiden Schüßen, die 15- bezw. Gastwirth anging, den Vorwärts" aus seinem Lokal Reihe von Leuten, die früher sich auf den Brettern bewegt haben. 17jährigen Söhne eines Fabrikanten, wurden zur Polizeiwache des zu entfernen. Auch fällt uns der Beleidigungsprozeß Wenzel Gar viele, die sonst der Kunst gedient haben, haben sich anderen 26. Reviers fiflirt, wo ihre Personalien festgestellt wurden. ein, der am 31. Januar 1896 vor der neunten Straffammer am Berufen zugewendet, so topulirt jetzt der frühere Opernbariton Dr. fuchte. Landgericht I verhandelt wurde. Der Angeklagte hatte erzählt, und trägt gewissenhaft Geburts- und Todesfälle in die Register ein. Frankfurterstraße 119 in der Druckerei von Wegener beschäftigte Furchtbar verlegt wurde gestern Mittag die in der Großen daß der Polizeihauptmann Ancion dem hiesigen Restaurateur Ulig mit Entziehung der Konzession gedroht habe, wenn er Der Operntenorist Walter Piette, einst der gefeierte Liebling der Anlegerin Bertha Krüger. Dieselbe wollte furz vor der Mittagsin seinem Lotal sozialdemokratische Versammlungen abhalten Leipziger Bühne, praktizirt in der Lüßowstraße als Spezialarzt für pause ihr Haar in Ordnung bringen und erbat fich zu dem Zwed ließe. Hierzu bekundete der Polizeihauptmann Ancion als Zenge, Hals- und Nasenleiden. und Nasenleiden. Der einstige Spieltenor Der einstige Spieltenor Rudolf von einer an einer nebenstehenden Maschine thätigen Kollegin einen daß er den Gastwirth Uliz in einem Gespräch darauf aufmertiam Studenbrod betreibt in der Dresdenerstraße eine Blatt Stamm. Da die Maschine der letzteren aber noch im Betriebe war, gemacht habe, daß durch die Arbeiter- Versammlungen der Charakter gold- und Bronzewaaren- Handlung; auch der jetzt hier in fonnte sich die Kollegin nicht von ihrem Blazz entfernen; die K. befeines Lokals verändert werde und daß er, der Wirth, die Folgen Der Neuen Königstraße wohnende lyrische Tenor Robert gab sich daher zu ihr, um den Kamm in Empfang zu nehmen. Dazu tragen habe. Uliz, der gleichfalls in der Verhandlung als Siebert hat sich dem Kaufmannsberufe zugewendet. Bis zum bei tam sie aber dem Getriebe der Maschine recht unvorsichtig zu Zeuge vernommen wurde, bestätigte das im wesentlichen und sagte Daß zwei frühere Mitglieder der Hofbühne zur Zeit den Gast- und im Nu aufgewickelt. Noch ehe man wußte, was geschah und die Sommerzienrath hat es der frühere Bariton Leichner gebracht. nahe. Ihr bereits aufgelöstes Haar wurde von einer Welle erfaßt noch im besonderen, er sei sich durch die Frage des Hauptmannes bewußt geworden, daß er nicht wirthsberuf ausüben, Abmeyer als Weinhändler, Blende als Maschine aussehen konnte, war der Bedauernswerthen bereits der auf dem richtigen Wege fei. Später hätte er denn Glodenwirth, dürfte auch weiteren Kreisen bekannt sein, doch werden größte Theil der Kopfhaut herabgerissen worden. Man schaffte die auch seinen Saal zu Arbeiter- Versammlungen verweigert. wohl nur wenige wissen, daß sich hinter dem orientalischen Zauberer Berunglückte, die vor Schmerz bewußtlos geworden war, auf die Wir erinnern uns ferner, in der Zeit des Bierboykotts unwider- en- Ali- Bey der in Lichterfelde wohnende frühere Charakter- Unfallstation Grüner Weg, wo sie die erste Hilfe erhielt. sprochen berichtet zu haben, daß ein Polizeilieutenant einen Wirth Spieler Mag Anzinger verbirgt. Der frühere seriöse Baß der Der Kellner Robert Schmidt, Langestr. 79, v. II, theilt uns in der Hafenhaide zu gunsten der Ningbrauereien zu beeinflussen Dresdener Hofbühne, Anton Däfeler, ist jest Beamter im mit, daß er mit dem in Nr. 302 erwähnten stellner gleichen Namens, faiserlichen statistischen Amt. Eine ganze Anzahl früherer Bühnenfünstler haben im Versicherungswesen Unterkunft gesucht, wir nennen der in der Linienstraße bei Verausgabung falschen Geldes abgefaßt uur den auch als Theaterdirektor bekannt gewordenen Baßbuffo wurde, nicht identisch ist. Begler, den Heldendarsteller Julius v. Karger, den zuletzt Ein Bauunfall hat sich gestern Morgen auf einem Grundstüc im Lessing Theater wirkenden Schauspieler Karl Galster und in der Französischenstraße zugetragen. Der Arbeiter August Stolze den früheren Intendanten Freiherrn Karl v. Stengel aus der Schüßenstr. 58 stürzte infolge eines Fehltritts von dem bis Womit wird im Zeichen des Verkehrs das Jahr 1899 ein- um ersten Stock gediehenen Neubau herab, schlug mit der linken geleitet? Die Antwort auf diese Frage giebt folgende Bekannt- Störperseite auf unten liegende Steine auf und zog sich schwere machung des Polizeipräsidiums:„ Aus Anlaß der am 1. Januar 1899 innere Verlegungen und eine anscheinend leichtere Kopfwunde zu. Der fechfte Berliner Reichstags- Wahlkreis beherbergt be- im föniglichen Schloffe stattfindenden Gratulations tour sowie Besinnungslos blieb er auf dem Blage liegen. Seine Arbeitsgenossen fanntlich eine größere Zahl wahlberechtigter Deutscher als irgend des Salutschießens im Lustgarten und der großen Parole Ausgabe im brachten den Verunglückten nach der Charitee. ein anderer Wahlkreis, nämlich 142 226, dagegen zählen die elf ab- Beughaus werden von 10 Uhr vormittags ab bis nach Beendigung Der Gastwirth Herr Karl Holms, Mühlenstraße 38, theilt uns solut am schwächsten bevölkerten Wahltreise des Reichs( Neustettin, der Feierlichkeiten etwa gegen 1 Ühr der Luftgarten, die zu dem gestern aus seinem Lokal gemeldeten Vorfall mit, daß das Löwenberg, Krotoschin, Coburg, Lauenburg, Fraustadt, Deutschtrone, Schloßfreiheit, die Kaiser Wilhelm- und die Schloßbrücke, sowie der für ihn so verhängnißvoll verlaufene Abenteuer mit dem Bechpreller Rappoltsweiler, Gebweiler, Walded und Schaumburg- Lippe) zu- Platz am Zeughause für Fuhrwerke, Reiter und Fußgänger nach bereits am heiligen Abend um 5/8 1hr pafsirt ist. Nach seiner fanimen blos 141 265 Stimmen, demnach find die elf Abgeordneten, Bedarf gesperrt." Entfernung aus dem Lokal hatte der rabiate Mensch nicht allein die Glasscheibe der Thür und die Thürklinke zertrümmert, sondern die rechte Hand des Wirths ergriffen und das erste Glied des Ringfingers völlig abgebiffen, auch das zweite Glied hält der Arzt für verloren. Bekanntlich ist der Ülebelthäter leider mit seinen Kumpanen entkommen. Der Polizeipräsident wird zugeben, daß solche Einzelfälle gerade nicht geeignet sind, das Ausleben der Gesinnungsfreiheit bei den Gastwirthen zu fördern. Er thäte ein gutes Wert und würde das Vertrauen in die Richtigkeit seiner den Zeitungen zugesandten Mit theilungen entschieden befestigen, wenn er energisch dafür sorgen wollte, daß die ihm unterstellten Organe sich aller Beeinflussungen der von uns gefchilderten Art enthielten. die diese Kreise im Reichstage repräsentiren, Vertreter von weniger Im Kunstgewerbe- Museum find nordische Webereien Wählern, als Liebknecht, deffen eine Stimme im Reichstage bei ausgestellt, welche in Lund( Schweden) gearbeitet sind. Dort besteht Abstimmungen nicht mehr wiegt, als die irgend eines der Vertreter feit 1870 ein tulturgeschichtlicher Verein, jetzt unter Leitung des der Liliput- Wahlkreise. Die acht Vertreter von Berlin und der Direktor Karlin, welcher sich bemüht, die alinationalen Techniken neu beiden die Reichshauptstadt umschließenden Wahlkreise repräsentiren zu beleben. Die Arbeiten sind Handwebereien, zum Theil in Gobelinzufammen 595 081 Wahlberechtigte, dagegen stehen hinter den technik in einfachen kräftigen Farben, derber Textur und dem 38 Vertretern der kleinsten deutschen Wahlkreise blos 588 147 Bahl- entsprechend fräftigen breitgehaltenen Mustern. Die spezifisch berechtigte. Ueber diese Mißverhältnisse wundert man sich nicht, nordischen Stücke halten sich zumeist an geometrische Formen einwenn man weiß, daß die Sozialdemokraten nach der Zahl der für fachster Art, anderes ist mehr dem modernen Geschmack und Beihre Kandidaten abgegebenen Stimmen statt durch 56 durch 108 Ab- dürfniß angepaßt, darunter figürliche Kompofitionen des schwedischen geordnete im Reichstage vertreten sein müßten. Malers Jacob Kulle. Das Museum hat auch hier, wie bei der legten Ausstellung der in Berlin bestehenden nordischen Weberei, ältere Arbeiten aus seinem Befiz als Vergleichsmaterial hinzugefügt. Die Stücke befinden sich sämmtlich in der oberen Rotunde und werden einige Wochen ausgestellt bleiben. Noch eine Zwangsinnung. Amtlich wird bekannt gegeben: Der Oberpräsident zu Potsdam hat unterm 20. d. M. angeordnet, daß zum 1. Mai 1899 eine Zwangsinnung für das Drechsler Handwerk in dem Bezirke der Stadt Berlin mit dem Sige in Berlin errichtet werde. Von dem genannten Zeitpunkte ab gehören alle Gewerbetreibende, welche das Drechslerhandwerk betreiben, dieser Inmung an. Zugleich ist von dann ab die Echließung der zur Zeit hier bestehenden Drechsler- Innung angeordnet. Urania. Am Freitag, den 30. Dezember, abends 8 Uhr, wird im großen Theatersaale der Urania Herr Dr. Spieß bei ermäßigten Eintrittspreisen Neuere Versuche mit Röntgenstrahlen" zum ersten Male demonstriren. Aus den Nachbarorten. Rigdorf. Heute, Freitag, soll ein Flugblatt verbreitet werden, die Genossinnen und Genossen werden ersucht, sich abends 7 Uhr auf den bekannten Stellen einzufinden. Der Vertrauensmann. Die Zahl der Aerzte in Berlin und den Vororten. Am Schlusse des Jahres 1898 praktiziren hier 2233 Aerzte, 37 mehr als im Vorjahre, und es kommt 1 Arzt auf je 751 Einwohner. Im Jahre 1825 besaß Berlin erst 191 Aerzte( 1 Arzt auf 1153 Einwohner), 1849 waren es 515( 1 auf 828), im Jahre 1867 betrug die In der Charlottenburger Mordsache werden die ErBahl 785( 1 auf 913), im Jahre 1876 zählte die Stadt 838( 1 auf mittelungen nach verschiedenen Richtungen fortgesezt. Es iſt be1154) und 1887 hatte sie 1104( 1 auf 1191). Die Bevölkerung hat hauptet worden, daß Busse und Sidonie Hermann sich schon längere fich von 1875 bis 1885 und seitdem um je 37 pet. vermehrt, die Beit gekannt und mit einander verkehrt hätten. Aus einer gewissen Zahl der Aerzte ist von 1876 bis 1887 um 48 pct., feitdem um Eifersucht foll dann Busse zu dem Morde getrieben worden sein. 102 pet. gestiegen. Nach Lage der Verhältnisse muß man auch den Dieser Behauptung widerspricht freilich alles, was man bisher er Vororten, deren Einwohner zum theil in Berlin ärztliche Hilfe mittelt hat. Immerhin aber wird sie auf ihre Richtigkeit noch weiter geprüft. Namentlich werden Kellnerinnen, die Sidonie fuchen, deren Aerzte zum theil in Berlin praktiziren, Berfidsichtigung schenken. In Charlottenburg wurden 301, in Schöneberg 75, in Herrmann fannten und mit ihr zusammen in Stellung waren, über Die Landwirthschaftskammer für die Provinz Branden: ihren Verkehr mit Männern, besonders mit Busse, vernommen. Wilmersdorf 13, in Rigdorf 25, in Spandau 34, in Köpenick nur 5 Aerzte burg hat ihren Zentral Arbeitsnachweis, der vom 1. Januar ab in Andererseits erstreckten sich die Nachforschungen auf das Vorleben gezählt; außerdem waren in den kleineren Ortschaften 212 Aerzte, Thätigkeit tritt, in Berlin O am Schlesischen Bahnhof errichtet und Buffe's, das vielleicht Anhaltspunkte für diesen oder jenen Beweg darunter 20 in Lichterfelde, 12 in Stegliz, 11 in Weißensee. In auch bereits den Tarif für die Vermittelung von landwirthschaft grund giebt. Die Ermittelungen nach dieser Richtung finden in Berlin und feinen Vororten wohnt etwa ein Behntel der deutschen lichem Personal festgesetzt. Danach erfolgt die Vermittelung für einem großen Umfange in Berlin statt. Da sie noch nicht ab Aerzte und fast ebenso viele wie im ganzen Königreich Bayern. In Arbeitnehmer kostenfrei, nur landwirthschaftliche Beamte und geschlossen sind, so kann auch von einem bestimmten Ergebniß noch Potsdam leben 63 Aerzte, darunter 25 Militärärzte, einschließlich Beamtinnen zahlen 3 M. Die Arbeitgeber haben Reisegeld, nicht berichtet werden. derjenigen a. D., das ist 1 Arzt auf 928 Bewohner. Das ganze Agentengebühr sowie Einschreibegebühr von 1 m. pro bestellte Deutsche Reich befigt 25 757 Aerzte, 884 mehr als im Vorjahre; in Person im voraus zu entrichten. Diese Gebühr wird als Beitrag In Charlottenburg führt die Frage der Schulgeld- Erhöhung Preußen wohnen 15 454(+ 497). Die statistischen Mittheilungen zu den allgemeinen Kosten des Arbeitsnachweises betrachtet und nicht für die städtischen höheren Schulen immer noch zu lebhaften ergeben, daß die Zahl der deutschen Aerzte noch immer in der Bu zurückvergütet. Die Vermittelungsgebühr beträgt für Wander Meinungsfämpfen. Werden die Arbeiter, die ja leider nur selten in nahme begriffen ist; auch an den deutschen Universitäten macht sich arbeiter und ledige Tagelöhner 1 M., für Wirthschafterinnen, die Lage kommen, ihren Kindern eine höhere Bildung zuzuwenden, seit dem letzten Jahre wieder eine Steigerung bemerkbar. Gärtner, Handwerker, Diener, Kutscher 3 M., für Snbfütterer, auch kaum direkt von der erörterten Frage berührt, so ist es für sie Schweizer, Köchinnen, Dienstmädchen fürs Haus 5 M., für Sekretäre, doch interessant zu sehen, wie eine besitzende Minderheit sich trampfEine Statistik des Sylvefterunfngs veröffentlicht das Polizei- Buchhalter, Hofverwalter, Aufseher, Stügen, Oberschweizer, Tage haft befleißigt, auch die Schulbildung zum Monopol der zahlungspräsidium im Anschluß an die übliche Warnung vor der Berübung löhnerfamilien 6 M., für Knechte unter 18 Jahren 7 M., für solche fähigsten Gesellschaftstlaffen zu degradiren. Bezeichnend ist da eine groben Unfugs. Die amtliche Mittheilung lautet:„ Um dem Unfug über 18 Jahre und für Vichmägde 8 M. Viel Verlangen dürfte in in der Franff. 3tg." veröffentlichte Feststellung, nach welcher von in der Sylvesternacht zu steuern, werden seit Jahren die dabei vor- Berlin gerade nicht vorhanden sein, sich kostenlos als Gesindestlave den Stadtverordneten der ersten Wählerklasse 19 für und nur 2 gegen gekommenen llebertretungen nicht durch polizeiliche Straffeftfeßung placiren zu laffen. die Schulgeld- Erhöhung stimmten, während in der zweiten Wählererledigt, sondern der königlichen Amtsanwaltschaft zur gerichtlichen Verfolgung übermittelt. In der legten Sylvesternacht wurden in Mit Schweinfurter Grün hat sich das 22jährige Dienst lasse das Berhältniß 11 zu 7 war und in der dritten Klasse gar Berlin 250 Personen festgenommen, theils wegen Verübung groben mädchen Schmagiesta, das im Hause Schumannstr. 16 in Stellung nur drei für Erhöhung und 17 gegen diese Maßregel votirten. Unfugs, theils wegen Bettelns, Trunkenheit, Schlägerei, Körper- ist, zu vergiften gesucht. Liebesgram foll den Grund zur That ab In Charlottenburg schließt nach der Wählerliste die erste Klaffe mit berlegung, Beleidigung und Sachbeschädigung( darunter zwei wegen gegeben haben. Das Mädchen wurde in ein Krankenhaus gebracht, einem Steuerbetrage von( Staats- und Gemeindeſteuern zuſammengenommen) 2854,20 m. ab, d. h. wer nicht etwa Grundbefizer oder Anzünden des Papiers an den Straßenfäulen). Von den wegen Einen tödtlichen Ausgang hat ein Unfall genommen, der vor sonst Realftenerzahler ist, fann hier erst bei einem Einkommen von groben Unfugs oder Verübung ruheſtörenden Lärmes in der einigen Tagen dem 53 Jahre alten Arbeiter Friedrich Bertner aus etwa 40 000 m2. in die erste Klasse kommen. Selbst für die zweite Sylvesternacht dem Gericht überwiesenen 146 Personen wurden der Stralauer Allee 9a zustieß. Bertner war auf dem Stätteplatz Klaffe find noch 663,32 M. an Steuern( unter denselben Voraus129 bestraft, nämlich 38 mit Freiheitsstrafen von 1 Tage bis und Lager von Schleich beschäftigt. Beim Aufwinden von Ballen fegungen einem Einkommen von etwa 11 000 M. entsprechend) er zu 2 Wochen, 91 mit Geldstrafen bon 3-50 Mart. stand er im zweiten Stock des Lagerhauses, um mit einem Hafen forderlich. Die erste Klasse zählt 247, die zweite 1281, die dritte Zwei jugendliche Personen erhielten gerichtliche Verweise. die Ballen nach dem Boden zu ziehen und abzunehmen. Hierbei 25 353 Wähler, d. h. die erste umfaßt 0,9 pet. der Wählerschaft, die In der Hauptmasse waren die Erzedenten Arbeiter und Handwerker, verfor er das Gleichgewicht, stürzte auf den Hof hinab und zog sich zweite 4,6 pct., während der ganze Rest von 94,5 pct. in 16 waren Kaufleute, 4 Studenten, 8 Schüler, Lauf- und Arbeits mehrere Rippenbrüche und schwere immere Verlegungen zu. Diesen der britten Klasse zusammengepfercht ist. In einer Stadt von burschen und Lehrlinge." ist er im Krankenhaus Bethanien erlegen. 170 000 Einwohnern entscheiden also über die Frage, ob den So die Mittheilung des Polizeipräsidiums. Eine Angabe darüber, minderbemittelten Boltsklassen die Ausbildung ihrer Kinder verob die gebildeten Standalmacher empfindlicher bestraft worden sind Gewarnt wird vor einem südamerikanischen Erbschafts: theuert werden soll, die Vertreter der 1478 Beſtfituirten, welche als die ungebildeten, fehlt in der Statistik. Zwar sollte man denken, schwindel, der den noch immer nicht ganz erloschenen spanischen für sich allein die beiden oberen Klassen beherrschen, ja im Wesent als zu randaliren, V an daß Arbeiter auch in der Sylvesternacht besseres zu thun wüßten, besiger der Umgegend haben Briefe aus Buenos- Ayres erhalten, in lichen sogar die 247 Höchstbesteuerten, wenn es ihren Vertretern ge dan denen ihnen ein gewisser Albert Wallmann, der sich bereidigter lingt, auch nur einigen wenigen Anhang zu finden. Gerade wer Die Frage der Verlegung des Vorort- Verkehrs der Notariatsverwalter" nenut, von dem Ableben eines den Empfängern daran glaubt, so schreibt das zitirte Blatt, daß in den befizenden Anhalter Bahn bereitet der Eisenbahn- Direktion besondere Schwierig völlig unbekannten Verwandten Mittheilung macht, der in Amerita lassen ein gewisses soziales Pflichtgefühl vorhanden ist und belebt teiten. Es war geplant, den gesammten Vororts- Verkehr vom An- unter angenommenem Namen gelebt haben soll. Gleichzeitig erbietet werden kann, muß doch angesichts eines solchen Beispiels eingestehen, halter Bahnhof nach dem Potsdamer Bahnhof zu verlegen, und sich Wallmann gegen Einsendung einer bestimmten Summe, die baß ein derartiges Wahlsystem, welches die Besitzenden geradezu zur zwar sollten die Züge in die unter allen Umständen zu erweiternde zwischen 20 und 100 m. schwankt, die Regulirung des Nachlasses zu Einseitigkeit herausfordert, am allerehesten geeignet ist, ein solches von dem Haupt- übernehmen und dem Erben zum Antritt seiner Erbschaft zu verhelfen. Stommunal- Liberalen selten anders, als wenn der Eigennuz fich gar Pflichtgefühl zu ertödten.- Leider kommt diese Einsicht auch den Halle des Stadtring Verkehrs, die links bahnhof gelegen ist, geleitet werden. Gegen dieses Projekt Daß man es bei der ganzen Erbschaftsgeschichte mit einem raffinirten hat sich jedoch das hiesige Polizei- Präsidium ausgesprochen, Schwindel zu thun hat und der amerikanische Herr Notariatsverwalter 8u fraffe Blößen giebt. In ihres Wesens Wesenheit hüten fie fich da der ohnehin schon durch Wagen- und Fußgänger- Verlehr auf die Leichtgläubigkeit der Adreffaten spekulirt, geht daraus hervor, veislich, zu einer Milderung, geschweige denn zu einer Aufhebung start belastete Potsdamer Platz durch den neuen Bahnhof eine er daß er nahezu das gleiche Schreiben mit mur unwesentlichen Ab- ber Klassenherrschaft die Hand zu bieten. Von verschiedenen änderungen an verschiedene Adressen gesandt und, wie Nachforschungen hebliche Verkehrszunahme erfahren würde. Die Müllabfuhrfrage ist in ben Berlin an Intereffenten, ganz besonders aus Groß- Lichterfelde, wurde ans ergeben haben, dasselbe Spiel vor einiger Zeit in Rußland getrieben grenzenden Vororten feit einigen Tagen in ein neues, geregt, den Vorortsverkehr nach einem böllig neu zu erbauenden hat. Man vermuthet, daß der„ Notar Wallmann" mit einem vor bedentliches Stadium getreten. Durch die vom RegierungsBahnhof neben dem Anhalter Bahnhof mit Ausgängen nach der der ihm drohenden Verhaftung geflüchteten Defraudanten und ge- präsidenten erlassene Müllverordnung ist namentlich auch den AbfuhrSchöneberger respektive Bahnhofstraße zu leiten. Die Eisenbahn- werbsmäßigen Spieler Weltmann identisch ist. unternehmern die Beschaffung geeigneter, all' den neuen Vorschriften Verwaltung ist jedoch umsoweniger geneigt, auf diesen Vorschlag einzugehen, als hierdurch die Anlage zweier besonderer Vororts fich gestern früh gegen 7 Uhr der 23 Jahre alte Zigarrenmacher macht worden, daß den Unternehmern nichts weiter übrig geblieben Selbstmordverfuch eines Soldaten. Im Friedrichshain bat genau entsprechender Abladepläge derart erschwert, ja in einzelnen Vororten, wie z. B. auch Schöneberg, unmöglich gegeleise sowie der Ankauf theuerer Grundstücke in der Schöneberger- Johannes Schwarz drei Kugeln in den Kopf geschossen. Schwarz ist, als vorläufig ihre Rettung in Berlin zu suchen, d. h. den von straße und ebenso die Verlegung des dort befindlichen Feuerwehr dient feit 1. Oftober d. J. beim 43. Infanterie- Regiment in Billau ihnen fortzuschaffenden Müll nach dem Berliner städtischen Abladedepots nothwendig würde, ein Plan, dessen Durchführung mit in Ostpreußen und hat sich für die Feiertage zu seiner hier in der plag am Prenzlauer Thor zu fahren und hier gegen die üblichen Gebühren großen Kosten verknüpft wäre. Da jedoch eine Entlastung des Anhalter Bahnkörpers als auch des Bahnhofes von Jahr zu Jahr Fruchtstraße wohnhaften, kranken Mutter beurlauben lassen. Anstatt plag am Brenzlauer Thorzu fahren und hier gegen die üblichen Gebühren un am dritten Feiertag, als sein Urlaub abgelaufen war, nach loszuwerden. Nun ist aber in den letzten paar Monaten Berlin selbst nothwendiger wird, so find bereits die Arbeiten für die Herstellung seiner Garnison zurückzukehren, ist er mit seiner Braut in Berlin mit seiner Müllbeseitigung dadurch in eine immer schlimmere Lage einer Geleisverbindung von der Anhalter zur Potsdamer Bahn in Angriff genommen worden. Der Vorortverkehr wird zwischen den geblieben, bis er gestern früh aus Angst vor Strafe fich das Leben gerathen, daß es den Müll von seinem Abladeplatz nicht schnell genug Stationen Mariendorf und Tempelhof abgeleitet und nach der zu nehmen suchte. Der Schwerverlette, welcher noch Uniform trug, u Schiff wieder weiterschaffen laffen kann, und der Müll sich daber in beängstigender Weise immer mehr anhäuft. Infolge dessen hat sich die Stadt Berlin nun gezwungen gesehen, den obenerwähnten Botsdamer Bahnftrede hinübergeführt werden. Die Gesammt wurde nach dem Krankenhause Friedrichshain gebracht. arbeiten sollen bis zum April des Jahres 1901 beendet sein, woranf Rohe Burschen. Ein hiesiges Blatt meldet: Die offene Abfuhrunternehmern aus den Vororten mitzutheilen, daß von jest Straße benutten Mittwoch Abend zwei Gymnasiasten als Schieß- lab auf dem städtischen Abladeplag kein fremder Müll mehr der Anhalter Bahnhof für den Vorort- Verkehr gefchloffen wird. angenommen werden könne. Hierdurch ist es nun ben Unter- lungen der Gemeinde mit der Provinz werden nun auch hoffentlich nehmern zum theil unmöglich geworden, ihrerseits noch Mün die so nothwendige Regulirung und der Ausbau des über das abfahren zu können, sodaß einige die Abfuhr haben ganz Tempe Thofer Feld und durch ganz Tempelhof führenden Straßeneinstellen müssen, infolge bessen seitdem in zahlreichen zuges nicht mehr lange auf sich warten lassen, zumal auch schon die Häusern der gesammte Müll auf dem Hofe liegen Große Berliner Straßenbahn- Gesellschaft, welche auf den Tempelbleiben muß. Dies ist z. B. besonders in Schöneberg der hofer Linien den elektrischen Betrieb einführen will, sich bereit erklärt Fall, wo der mit dem dortigen Haus- und Grundbefizerverein im hat, für die zu diesem Zweck erforderliche Neupflasterung der Chaussee Bertragsverhältniß stehende Hauptunternehmer jest thatsächlich nicht einen erheblichen Zuschuß zu leisten. einen er mehr im stande ist, den Müll abzufahren. Zwar ist hier die Lösung der Müllbeseitigungsfrage von der Stadt selbst in die Hand genommen. Doch sind die Verhandlungen, welche der Magistrat mit einigen großen Abfuhr- Unternehmern und namentlich auch mit der Wirthschafts- Genossenschaft Schöneberger Grundbefizer" wegen Uebernahme der Müllbeseitigung führt, noch immer nicht zum Abschluß gelangt, so daß hier in Schöneberg die Müllfrage that fächlich zu einer Kalamität geworden ist, die jetzt aufs dringendste einer schleunigen Abhilfe bedarf. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde wird Dienstags, Donnerstags und Freitags abends von 7 bis 8 Uhr abgehalten. Schwedenstraße. Die tgl. Entbindungsanstalt ist Artillerieſtr. 14-16; ledige Frauen werden auch im Wöchnerinnenheim im Krankenhause am Urban entbunden. Papiere 2c. find erforderlich; die Entbindung und Verpflegung erfolgt in Fällen der Bedürftigkeit kostenlos. Monopol. 1. Ja. 2. Nein. Stationen Barometerstand mm Wind Bunjpja Windstärke Wetter Temp. n. G. 5° C. 49. Stationen Barometerstand mm Windrichtung Windstärke Wetter Temp. n. 6. Ueber das Treiben der Wohnungswucherer in Schöne berg wird noch berichtet:„ Eine allgemeine Steigerung der Wohnungsmiethen hat vorgestern und gestern in Schöneberg statt gefunden. In manchen Straßen giebt es kaum ein Haus, in Witterungsübersicht vom 29. Dezember 1898, morgens 8 Uhr. welchem nicht sämmtliche Miether einen solchen Neujahrsglückwunsch" ihrer Herren Hauswirthe erhalten haben. So hat z. B. Sie Breußische Hypothekenbank, die allein in Schöneberg einige dreißig Häuser befigt, die Miether derselben fast sammt und sonders gesteigert. Doch haben auch die meisten Befizer von nur einem Die Tempelhofer Provinzialch auffee wird jetzt endlich in einzigen Hause all ihren Wiethern den bewußten Bathenbrief" den Besitz der Gemeinde Tempelhof übergehen, da das übersandt, weshalb kein Zweifel darüber bestehen kann, daß es sich Swinembe. 751 SM definitive Anerbieten des Landesdirektors der Provinz Brandenburg, bei dieser Schöneberger Miethssteigerung um ein verabredetes Hamburg wonach die Unterhaltung der Provinzialchauffee innerhalb der Ge- gemeinsames Vorgehen der Hausbefizer handelt. Die Folge dieser Berlin martung Tempelhof am 1. April 1899 der dortigen Gemeinde über- Generalſteigerung wird natürlich sein, daß zahlreiche Miether die tragen werden soll, von den Gemeindevertretern einstimmig an- Kündigung annehmen und aus Schöneberg fortziehen. Und da in München genommen worden ist. Die Abfindungssumme, welche die Provinz Schöneberg die Bauthätigkeit wieder einen bedeutenden Umfang ander Gemeinde Tempelhof für diese Uebernahme zahlen will, beläuft sich auf nimmt, namentlich aber im nächsten Jahre bestimmt eine ganze 275 000 M., wofür die Straße an die Gemeinde mit allen Rechten Reihe neuer Straßen erstehen lassen wird, so dürften die Hauswirthe abgetreten wird. Infolge dieses günstigen Ausfalls der Verhand- wohl zu furz tommen. Hoffentlich trifft diese Prophezeiung zu. Für den Inhalt der Juferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Thraker. Freitag, 30. Dezember. Opernhaus. 712 Uhr. Mignon. Anfang Nachm. 4 Uhr: Hänsel und Gretel. Die Puppenfee. Schauspielhaus. Coriolan. Anfang 72 Uhr. Deutsches. Fuhrmann Henschel. Anfang 72 Uhr. Berliner. Der bunte Schleier. Anfang 7 Uhr. " Leffing. Im weißen Rößl. Anfang 72 Uhr. Residenz. Mamselle Tourbillon. Vorher: Der Küchenjunge. An fang 7 Uhr. Meues. Hofgunst. Anfang 712 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Kindervorstellung. ( Schneewittchen und die 7 Zwerge.) Weften. André Chénier. Anfang 72 Uhr. Schiller. Hanneles Himmelfahrt. Abu Seib. Anfang 8 Uhr. Thalia. Der Eva Apfel. Anfang 712 Uhr Metropol. Die feinen Michu's ( Les petites Michu). Die Engelsjäger. Anfang 72 Uhr. Central. Die Geisha. Anf. 72 Uhr. Luifen. Um's liebe Geld. Anfang 8 Uhr. Belle Alliance. Preciosa. Anfang 8 Uhr. Alexanderplat. Verlorene Mäd chen. Anfang 8 Uhr. Parodie. Emma von Falkenstein. Die eingemauerte Nonne. Anfang 7 Uhr. Oflend. Der Brandstifter. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Onkel Toms Hütte oder: Sklaven leben in Amerika. Anfang 8 Uhr. Urania. Zaubenstraße 48-49. Naturkundliche Ausstellung. Täglich geöffnet von 10 Uhr vors mittags ab. Eintritt 50 f. " Urania Arbeiter- Bildungsschule. Taubenstrasse 48/49. Im Theater: Dr. Spies: Neues über Röntgen- Strahlen Invalidenstr. 57/62: Tägl. Sternwarte. Passage- Panopticum. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 10 Uhr abends. Von 6 bis 10 Uhr: Théâtre variété. Um 8 Uhr: Das Flammenweib. Um 9 Uhr: Der Verwandlungs0 Schauspieler Ugo Paladini. Heute 25 Pf. Entree. Castan's Panopticum. Die SIOUXINDIANER sind da! Thalia- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Abends 8 Uhr: Die Urzeit des Gastspiel Helmerding. Menschen". Invalidenfiraße 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr: Stern warte, Operutelephon. Apollo. Spezialitäten- Vorstellung. Anfang 7 Uhr. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 7 Uhr. Been Palast. Spezialitäten Vorftellung. 3 Baffage Panoptikum. Speziali täten- Vorstellung. Schiller Theater ( Wallner Theater). Freitag 8 Der Eva- Apfel. poffe in 3 Aufzügen von B. Jacobson. Anfang 72 Uhr. Voranzeige. Sonntag, den 1. Januar 1899: Erstes Gastspiel Emil Thomas Bum 1. Male: Mein Leopold Weigelt. Garl G. end- art Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. Zum 6. Male: Wirkliches Wasser! Wirkliches Wasser! Donnerstag, den 5. Januar 1899, Abends 82 Uhr, in Vehse's Restaurant, Annenstr. 16, 1 Tr.( Neues Schullokal): General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes und der Revisoren. 2. Schulangelegenheiten und Anträge. 3. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimirt. Beiträge werden entgegengenommen. Billets zum Stiftungsfest am 21. Januar 1899 im Böhmischen Brauhaus" werden ausgegeben. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. 5/16 Heute, Freitag, abends 8 1hr, bei Cohn, Beuthstraße 20-21: 7523 754 S Wiesbaden 759 SW Wien Haparanda 734 Stil 739 3 Petersburg 3 Cort 4 Aberdeen 745 3 5 bedeckt 3 6 bedeckt 4 Regen 2 bedeckt 763 764 Still 3hetter -Nebel 0 Paris 5° 6.4° R. S Nebel-8 5wollig 2 heiter -2 758 SSW 2 bedeckt Wetter- Prognose für Freitag, den 30. Dezember 1898. schlägen und frischen westlichen Winden. Etwas fühler, zeitweise heiter, vielfach wollig mit geringen Nieders Berliner Wetterbureau. Metropol- Theater. Behrenstr. 57/58. Dir. Rich. Schultz. Heute zum 6. Male: Die kleinen Michu's. Hierauf: Die Engelsjäger. Morgen Sonnabend, 31. Dezember: Eine tolle Sylvesternacht. Anfang 8 Uhr. Fledermaus, 1. Aft, Operette von Johann Strauß. Marmortableaux à la Begas. Die falschen Barrisons. Gavotte à la Cleo de Merode Paula Worm. Coupletsänger Ed. Steinberger. Stippvisite von Charleys Tante Guido Thielscher. Sitzung der Ortsverwaltung. Chansons à la Yvette Guilbert Die Lokalkommission bittet die Berliner Genossen und Vereine, beim Besuche von Potsdam folgende Lokale zu beachten. Da auch jetzt die Möglichkeit vorhanden ist, daß größere Vereine und Gesellschaften Auf: nahme finden können, wolle man das hierzu geeignete Gartenlofal Vogt's Blumengarten, Spandauerstraße 33( Inhaber: J. Hahn) be nugen. Außerdem W. Glaser, Brandenburger Kommunikation Nr. 16, und W. Fähnrich in Neu- Bornim, Mittelstraße. 269/1 Carl Brinkert, Feldstraße 3. Olympia- Theater Apollo- Theater. Karlstr.( Circus Renz) Karlstr. Abends 8 Uhr: Zum 101. Male: Mene Tekel. Jeden Mittwoch, Sonnabend u. Sonntag Nachmittag 3½ Uhr: Dornröschen. Besonders hervorzuheben: Die Bärenjagd. Der Kampf mit dem Drachen. Die Bonbon- Kanone. Halbe Preise. 1 Kind frei. Circus Renz- Riesen- Tunnel. Direktion: J. M. Hütt. Täglich: Grosses Konzert ber Hauskapelle unter Leitung des Musikdirektors Herrn Otto Görner und Extra Spezialitäten- Vorstellung unter Regie des beliebten Humoristen Gustav Kluck. Das vorzügl. nene Weihnachts. Programm. Ernst und Scherz. Anf. Wochent. 6 Uhr, Sonnt. 5 Uhr. Entree Wochent. 10 Bf., Sonnt. 30 f Mähr's Theater Oranienstr. 24.. zaglich: Gr. Worstellung. Das Weihnachtspräsent. Sportsmädel. Hanneles Himmelfahrt. Der Brandstifter anfang an ben Wochentagen 8 Uhr. Hierauf: Abu Seid. Sonnabend 8 Uhr: Mauerblümchen. Sonntag Nach m. 3 Uhr: Don Carlos. Abends 8 Uhr: Der Widerspenstigen Zähmung. Sensationelles Ausstattungsstück mit Gesang in 5 Aften( 12 Bildern) von G. Otonkowsky. Musik von L. Fall. Anfang 8 Uhr. Borzugsbillets haben Giltigkeit. Morgen und folgende Tage: Der Brandstifter. Sonntag Nachmittag: Onkel Jonas. Sonntags 6 Uhr. Bons haben Wochentags Giltigkeit. Avis! Sonnabend, 31. Dezember: Gr. Sylvester- Vorstellung und Ball. A. Frankl's Luisen- Theater Central Theater Théâtre Variété 34. Reichenbergerstraße 34. Novität! Abends 8 Uhr: Novität! Direktion: José Ferenczy. Die Geisha Köllnischer Fischmarkt 6. Grosse Um's liebe Geld. ober: Eine japanische Theehaus. Spezialitäten- Borstellung. Boltsstück mit Gesang in vier Atten von Johannes Eißner. Musit von&. Krause. Regie: A. Reiff. Sonnabend, 31. Dezbr., nachm. 3 Uhr: 11. Schüler- Vorstellung zu besonders ermäßigten Preisen: Bum 15. und letzten Male: Fröhliche Weihnacht. Abends 9 Uhr: Extra- Sylvester- Borstellung. Sonntag Nachmittag 3 Uhr: Othello, der Mohr von Venedig Abends 8 Uhr: 1m's liebe Geld. Geschichte. Operette in 3 Atten v. Sidney Jones. Morgen und folgende Tage: Die Geisha. Sonntag Nachm. zu halben Preisen: Nanon, die Wirthin vom goldenen Lamm. Operette in 3 Atten von R. Genée. Abends 71% Uhr: In Borbereitung: Die Buppe Die Geisha. einem Borſpiel von Ordonneau und ( La Poupée). Operette in 3 Aften und Sturgeß. Musik von Ed. Andresen. Volks- Theater W. Noack's Theater im Welt- Restaurant Brunnenstr. 16. Heute Freitag, den 30. Dezember: Dresdener. Strake 97. Dir.: A. Kolig. Art. Leiter: A. Runge Täglich: Alpen- Röschen. Groke Gala Svezialitäten und Märchen- Bosse mit Gesang und Tanz in drei Aften von E. Linderer. Musik von Conradi. Am Sylvester: Theater Vorstellung. Novität! Durch die Blume. Große Ausstattungs- Operette. Unter Polizei- Aufsicht. Gesangsp. Rudi Saberto, phänomen. Jongleur. Rudinis, Bauberparodisten. Ende 11 Uhr. Grosser Familien- Ball. Anfang 6 Neues Dezember- Programm. Auftreten der russ. Fürstin von Dragomanu. Anfang 7 Uhr, Sonntags 5 Uhr Direktion E. Waldmann. Nur noch wenige Tage das ausgezeichnete DezemberProgramm. Kasseneröffnung 62 Uhr, Anfang der Vorstellung 72 Uhr. Sonnabend, den 31. Dezember 1898: Grosse humoristische Sylvesterfeier. Clara die Marode. Anfang 8 Uhr. Sonntag, 1. Januar 1899: Cäcilie Carola Albany Débriège. Reichshallen. Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl, Schneider und Schrader.) Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Vorverkauf 40 Pf. Num. Balkon 75 Pf. Balkon- Loge1 M. Orch.- Loge 1,50. Fremden- Loge 2 M. Tageskaffe von 11-1 Uhr. Sonnabend, 31. Dezember: Grosse Sylvester- Ulk- Soirée und Tanzkränzchen. Moabiter Gesellschaftshaus, Alt- Moabit 80-81. Jeben Sonntag u. Mittwoch: Konzert, Ensemble- Szenen, Spezialitäten- Vorstellung mit darauf folgendem TANZ. Entree 30 Pf. Prosit Neujahrskarten Neujahr ff. Golbschnittkarten, schöne und billige Aufstellfarten, fein und derbhumoristische Wistarten Lichtkarten empfiehlt Grog- Gläser Boftkarten Bowlen Herrmann Schlesinger, Päcklerstr. 39. Betty Stojan. Les clodoches. Guido Thielscher, Bruno Bollmann, Anton Grünfeld. Intermezzo à la Paquarelle Gisela Fischer. Um 10 Uhr: Berliner Hofsänger. Um 10% Uhr: Die Klabrias- Partie. Ballets Ueberraschungen. Um 11 Uhr: Die Engelsjäger. Vier Musikkapellen. Um 1 Uhr: Vitaphotoscop. Erquisites Sylvester Menu 4 Mart. 4 Gänge und Dessert. Stauchen in allen Räumen gestattet. Sonntag, den 1. Januar 1899: Die kleinen Michu's. Die Engelsjäger. Feen- PalastTheater Burgstr. 22. Burgstr. 22. Wiederholung der riesengroßen Weihnacht Festvorstellung. Freitag, den 30. Dezember: Bum legten Male: Das Blumenmädchen vom Hacke'schen Markt. Sonnabend( Sylvesterabend): Eine fidele Sylvesternacht. Vorstellung und Tanz. Abschieds Auftreten des ganzen Spezialitäten- Personals: Das alte u. das neue Jahr. Lebendes Bild. Große Ueberraschungen. Anf. 7 Uhr. Tanz 11 Uhr. Ende jiebts ja jarnich. Alcazar Theater Dresdenerstr.52/ 53.City- Passage. Direktion: Nichard Winkler. Großer Erfolg! Höllenqualen. Schwank von Bernhard. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine Frau Anna Elter amt 27. Dezember, früh 21 Uhr, an einem Herzleiden sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 1. Januar, nachm. 3 Uhr, von der Halle d. Markus- Kirchhofs in Wilhelms berg aus statt. 31746 Der trauernde Gatte u. Tochter. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unser Sohn Willy am 23. b. M. plötzlich verstorben ist. 31706 Die Beerdigung findet am 30. b. M., nachm. 3 Uhr, vom Kirchhof in Schmargendorf aus statt. Die trauernden Hinterbliebenen. Franz Geißler, Mariannenplatz 13, 25 Pfd. schöne Eß- und Kochäpfel liefere frei in die 31736 Wohnung für 2,50 M. Willy Bruns, Halberstadt. Concerthaus Leipzigerstr. No. 48, Täglich: Hoffmann's Quartett Humoristen Freitag einmalige Wiederholung des am 1. Feiertag so beifällig aufgenommenen Charakterbildes Heinrich Heine. Sonnabend, den 31. Dezbr.: Sylvesterfeier mit Ball, unter Mitwirkung des Tyll Eulenspiegel. Ballorchester II. Garderegiment. Anfang 9 Uhr. Entree 3 M. Gesellschaftstoilette, Mühlenstr. Nr. 8 nahe Schloftfch. Bahnhof und Station Warschauerstr., sind vom 1. April 1899 ab freundl. Vorder- und Hofwohnungen von 1 und 2 Stuben nebst Küche, Korridor, Kloset u. Zus behör billig zu vermiethen. Näheres 510L* baselbst beim Verwalter. Parteigenoffe find. frdl. möbl. Schlafs stelle m. sep. Ging. bei P. Schneider, 31836 Blumenstr. 48, III. Schlafft.f.H., Pr. 6 M.verm.Lahmann, Waldemarstr. 28, Quergeb. IV. Möbl. Schlafft. f. 1-2 Hr. od. Dam., Flureing. 3. 1. Jan. 3. verm. Lauftzer: 31775 straße 4, b. IV. I. E. freundl. Schlafft. f. Herr. z. verm.) Andreasstr. 53, III. I. 31796 Schöne möbl. Schlafft. f. H.. n. v. Manteuffelstr. 51, v. Tr. r. Frdl. Schlafft. Wwe. Meyer, Lauſtzers straße 40, Hof I. Möbl.Schlafft.b.Lade, Schäferstr.12,5.I Freundl. Schlafst. zu vermieth. bet 31665 Dranz, Reichenbergerstr. 137. Möbl. Schlafst. Ritterstr. 8 4. Flur eingang. 31596 Neu! Miss Mieke Neu! Arbeitsmarkt. mit ihren dressirten Tauben. Ferner: Balance- Produktionen auf einer Krystall- Pyramide. 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