Mr. 1. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags Nummer mit illustrirter Sonntags Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Poft- Bettungss Preisliste für 1899 unter Mr. 7820. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 16. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonels geile oder beren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Versammlungs- Anzeiger, sowie Arbeitsmartt 20 Pfg. Inferate für bi näojfte Nummer müssen bis & Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition tft an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Amt I, Mr. 1508. Telegramm Abreffe: Bozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Zu Neujahr! Für das Jahr 1898 fällt die Bilanz entschieden gut aus, biel Schlimmes, jedoch nicht mehr als erwartet war, und nicht so viel, als wessen wir gewärtig waren. Wir geben unseren Feinden im Schachspiel, das wir mit ihnen spielen, stets sehr viel vor und wir können es, denn wir spielen ein gewinnendes Spiel, sie ein verlierendes. Wir ein Spiel, dessen Chancen jede Minute verbessert, fie eins, dessen Chancen jede Minute verschlechtert. Zwei Strömungen stürmen jegt gegeneinander und aus ihrem Kampf und Widerstreit entsteht der wirre, wilde Maelstrom des politischen Lebens der Gegenwart. desto Sonntag, den 1. Januar 1899. " Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. " - Konsequenz ist und nur auf dem Misthaufen der bürgerlichen gefällig ist und das arbeitende Volt, das heißt die Klasse, auf Gesellschaft gedeihen kann. Diese Wahlverwandtschaft beren Schultern Staat und Gesellschaft ruhen, aus der Staatsdes Anarchismus und Kapitalismus bewirkt auch gemeinschaft herausdrängt, indem sie es vor die Wahl: Die Jahreswende hat allezeit zu einer Rückschau auf das naturgemäß das Bündniß beider gegen den gemeinsamen Feind: Staatsfeindschaft oder Selbstmord, zum mindesten Selbstscheidende Jahr angeregt, und zu einer Vorschau in das Sozialismus, und hat die sonst unerklärliche Erscheinung zur entmannung stellt. tommende. Nicht blos der Kaufmann, ein jeder denkende Mensch Folge, daß die Herrschenden der kapitalistischen Klassenstaaten Als Fürst Bismard 1878 feinen Feldzug gegen die Taschen zieht am Jahresschluß die Bilanz des verflossenen Jahres. den Anarchismus, trok alles Geschimpfes auf Geschimpfes auf ihn, des deutschen Volks begann und, um dabei nicht gestört zu Bilanz heißt Waage, Abwägen- Abwägen das Soll und systematisch groß ziehen, ihn, wie weiland Butt werden, die Sozialdemokratie durch das infame SozialistenHaben, des Günstigen und Ungünstigen, und dann Berechnung famer, gegenüber dem Sozialismus Tobend herausstreichen, gesetz fnebelte, bot er neben der Peitsche des Sozialistendes Ergebnisses, ob das Günstige oder Ungünstige überwiegt, und ihr möglichstes thun, um Elend und Unwissen geseges auch noch das Zuckerbrot der Sozialreform. oder ob beides sich die Waage hält. heit, diese zwei Urquellen des Anarchismus, zu Sozialreform, die keine Sozialreform sein, aber so aus hegen und zu speisen. Am ärgsten in dieser Beziehung sehen sollte. Ein Stein statt des Brotes. Das Zuckerbrot hat es die italienische Regierung getrieben und sie hat, nicht hat sehr wenig getangt, allein es war den gnädigen Spendern belehrt durch das Mene Tekel, das ihr in flammenden Worten noch zu gut- die Sozialreformi"" fror ein" und das verentgegenstarrt, unter dem Vorwand einer internationalen Be- gangene Jahr, das den Arbeitern von Oben" herab so unkämpfung des Anarchismus den blödsinnigen Versuch gemacht, ermeßlich viele Verfolgungen, Strafen und Maßregelungen eine neue Heilige Allianz der Reaktion zur Bekämpfung gebracht, und obendrein das Damoklesschwert eines neuen ber des Sozialismus, der Demokratie und der freien Kunst und besserten", das heißt brutaleren und unmenschlicheren AusnahmeWissenschaft zusammenzuschmieden. Der Versuch ist kläglich gefeges über den Kopf gehängt hat, es hat für sie auch nicht mißlungen, obgleich die Väter des Anarchismus den an der die magerste Liebesgabe" gehabt. Die Liebesgaben" sind Kaiserin von Oesterreich durch ein Opfer der bürgerlichen nicht für Arbeiter, sie sind für die hochgeborenen Herren Gesellschaft verübten Mord zur Verwirrung des öffentlichen Agrarier, deren Taschen schon plazen vom Ertrag der künstlich Es ist die Strömung der alten Welt und die Strömung der Rechtsgefühls schamlos ausnutten und mit der ihnen gesteigerten Brot- und Fleischpreise. Der Kapitalismus handelt neuen Welt. Diese aber ist die stärkere, die vordrängende, eigenen Gewissenlosigkeit anarchistische Komplotte fabrik nach dem alten Sazz: Wer viel hat, dem wird viel gegeben, welche die andere Strömung immer mehr zurück und bei mäßig anfertigten. Das öffentliche Rechtsgefühl ließ wer wenig hat, dem wird das Wenige genommen, und wer Seite wirft. Auf dieser Strömung schwimmt die Sozial- sich jedoch nicht irre führen, England, Frankreich nichts hat, der mag sich begraben lassen! demokratie, und, obgleich alle Gewalten der alten Welt gegen und die Schweiz wiesen von vornherein den Gedanken Dannschrauben für die Arbeiter, Liebesgaben für die uns sich zusammengethan und verschworen haben, so können einer Beschränkung des Asylrechts zurück- worauf es in Junker- das war die soziale Politik des Reichs im wir getrost sagen: wir schwimmen mit dem Strom. erster Linie abgesehen war- und die internationale Anarchisten Jahre 1898. Und das bleibt sie bis auf weiteres. Die Jahreswende ist diesmal an der Schwelle der Konferenz in Rom hat mit einem jammer- und schmachvollen Die sonstige Politik war dieser entsprechend. Der KlassenJahrhundertwende, das kommende Jahr ist das Fiasko geendet. staat braucht Soldaten gegen den äußeren und inneren" legte des neunzehnten Jahrhunderts. Und fin de siècle- In Deutschland hat der kapitalistische Uebernuith, dank Feind. Und sintemalen das Deutsche Reich nicht genug hat das Jahrhundertende, das sterbende Jahrhundert riecht der sozialdemokratischen Organisation, kein Blutbad herauf an den Millionen Soldaten zu Land, so muß es auch noch auf nach Patschuli, Moſchus und Verwesung. Das 19. Jahr zubeschwören vermocht, wie der im Laufe des vorigen Jahres dem Wasser seiner Soldatenlust fröhnen. Dem Militarismus hundert ist das Jahrhundert des siegreichen Bürger- nach achtjährigem lebendigen Tod verstorbene Urheber des wurde der Marinismus hinzugefellt und das verfloffene thums, wie das 18. Jahrhundert das des tämpfenden Sozialistengesetes es seinem eigenen Geständniß nach als Jahr wurde eingeweiht mit einem neuen Flottenplan. Bürgerthums war. Der Kampf läutert und der Sturm höchstes Ziel staatsmännischer Weisheit erstrebt hat aber unter Vorschub des Zentrums, das jetzt im Reichstag das treibt die faulen Dünfte fort, reinigt die Luft und das Wasser. er plant ein Gesez, welches den Arbeitern die Pudel Geschäft der Nationalliberalen übernommen hat: der Das lämpfende Bürgerthum hatte Ideale. Das siegreiche Ausübung des Koalitionsrechts verbietet, und jeden, der zur Junkerregierung Gesetze zu apportiren, wurde die FlottenBürgerthum hat sie verloren, verrathen. Aus der bürgerlichen Ausübung anreizt", mit 8uchthaus bedroht! Das ist vorlage durchgedrückt, das Budgetrecht des Reichstags auf Gesellschaft, die durch die französische Revolution zum Siege ein so himmelschreiendes Attentat auf das Menschenrecht und 6 Jahre lahm gelegt und eine zweite Schraube ohne tam, hat sich die kapitalistische Gesellschaft entwickelt, die Menschenwürde der deutschen Arbeiter, daß ein Schrei Ende in den Leib des deutschen Volkes hineingetrieben. die an die Stelle des mittelalterlichen Adels- Feudalismus den des Zorns und der Empörung durch die Arbeiterwelt ge- Die Vertreter der Sozialdemokratie konnten diese Neubelastung modernen Geldsacks Feudalismus gefekt hat, und einen gangen, und daß, wider den Willen und die Absicht der ver- des Volkes nicht hindern- ebensowenig werden sie hindern Despotismus übt, weit drückender und herabwürdigender als blüfften Attentäter, eine elementargewaltige Bewegung ent können, daß die neue Militärvorlage, die vor Schluß des der Despotismus des Mittelalters. standen ist, die der Sozialdemokratie mehr Kräfte und Jahres dem Reichstag zuging, von der Regierung und dem Aber die fortschreitende Kultur entfesselt immer neue Sympathien verschafft, als zehn Jahre der Agitation uns Zentrum durchgedrückt wird. Doch diese maßlosen AusKräfte, und je mehr Kräfte, um rascher der hätten verschaffen können. So arbeiten die Feinde für uns, schreitungen des herrschenden Systems können nicht verfehlen, Fortschritt. Je mehr Hände am Webstuhl der Zeit indem sie uns um jeden Preis vernichten wollen. Jeder die Geduld des geduldigsten der Völker endlich zu erschöpfen weben, desto schneller wird das Gewebe fertig.. Der Schlag gegen uns wird ein Propagandamittel für uns und und es zu eifrigem Nachdenken aufzurütteln. mittelalterliche Feudalismus hat fast ein Jahrtausend ge- jede Waffe, mit der wir getroffen werden sollen, wendet sich An Mahnungen und Anreizungen, man kann sogar sagen braucht, um aus- und abzuwirthschaften- dem modernen zum Stoß ins Herz" unserer Feinde. Das ist ein Gesez an Aufreizungen fehlte es wahrhaftig nicht. Feudalismus hat ein Jahrhundert genügt. der geschichtlichen Entwicklung, dessen Walten wir schon am Frechheit des Junkerthums, das cas niederer Profitgier dem In den meisten Kulturstaaten hat das Jahr 1898 wahre altrömischen Kaiserreich, diesem Fäulnißprodukt Volt die Lebensmittel bertheuert und durch Störung der Orgien kapitalistischer Brutalität und Grausamkeit gebracht. einer absterbenden Kultur- und Gesellschaftsordnung, beobachten Handelsbeziehungen uns mit befreundeten Völkern in Streit Am tollsten in Italien dem Lande, das durch eine ver- fonnten. Durch ihr blindwüthiges Drauflosschlagen auf die verwickelt, ist zu einer Herausforderung an das rückte Politik nationalen Größenwahns und kapitalistischer Pioniere einer höheren Kultur- und Gesellschaftsordnung deutsche Volk geworden. Die neuerdings verfügten Raublust in das tiefste Elend gestürzt worden ist. Das ver beschleunigten die Nero, Caliluga, Tiberius Massen Ausweisungen der Fremden schädigen den hungernde Volk konnte das Elend nicht länger ertragen. den Sieg ihrer Feinde und das einzige, was sie für sich selbst Ruf Deutschlands, das kaum mehr beanspruchen kann, zu den Eine Revolution des Hungers brach aus. In vielen Städte erreichten, während das blutige Kartenhaus ihrer Prätorianer zivilisirten Völkern gezählt zu werden. und Dörfern kam es im vorigen Mai zu Blutvergießen. Das macht in alle Winde zerstob, war die Unsterblichkeit herostra- Nach allen Richtungen haben in den letzten zwölf Modurch Hunger geschwächte Voit vermochte jedoch den gedrillten tischen Verbrechens an der Menschheit und deren ewigen naten die Gegenfäße sich zugespitzt, und selbst die Justiz, die Soldaten nur schwachen Widerstand entgegenzusetzen. Ernsthafter Geboten. angeblich über dem Parteigetriebe thront, ist mehr und mehr Kampf fand blos in Mailand statt, wo seit Jahrhunderten Der von unseren Junkern auf der Hofjagd abgehalfterte" in den Klassen- und Parteienkampf hineingezerrt worden. ein reger Geist der Unabhängigkeit herrscht, wie in feiner anderen Reichsfanzler Caprivi, der erste Staatsmann in Preußisch- Das wichtigste Ereigniß auf dem Gebiet der inneren Stadt Italiens. Auf der einen Seite das unbewaffnete Volt, auf Deutschland, der sich Mühe gab, die Verhältnisse zu studiren Politik waren die Reichstagswahlen. Sie sollten der anderen die zum abgerichteten, auf die hungernden und die Regierung außerhalb des Parteigetriebes zu stellen, zur Mu Erdrückung der Sozialdemokratie dienen. Das Massen planmäßig gehezten Truppen es war feine sagte einmal: alle Maßregeln werden von uns nach der allgemeine Wahlrecht verträgt sich nicht mit dem Schlacht, es war ein Schlachten. Ein beispielloses Wirkung, welche sie auf die Sozialdemokratie Polizei- Despotismus der herrschenden Klassen. Bleibt es in Gemezel, aber ein Gemezel, das der Regierung haben, geprüft." Darin lag die Anerkennung, daß die kraft, so ist der gesetzmäßige Sieg der Sozialdemokratie unals ein Geschent der Vorsehung erschien. Der Anblick der Sozialdemokratie heute die Achse ist, um welche die Politik sich vermeidlich; es muß also fallen. Da ein Staatsstreich, der Greuel lenkte die Aufmerksamkeit ab von der verbrecherischen dreht. Und eine staatsmännische Regierung kann heut die Revolution von oben ist, die Revolution von unten entThorheit der Regierenden. Der Millionendieb, Fälscher und zutage auch keine andere Politik haben. Allein eine Regierung, fesseln tönnte, so erhoffte man das Heil von einer reaktionären Mordbrenner Crispi wusch sich den Panamaschmuß ab im die sich in den Dienst der Parteien pressen läßt und der Reichstags- Majorität. Diese galt es durch eine Koalition Blute des Volkes, er entrann dem Zuchthaus und wurde der nimmersatten Begehrlichkeit des fraut- und schlotjunkerlichen aller bürgerlichen Parteien gegen die Sozialdemokratie zu Helfershelfer seines Nebenbuhlers und Nachfolgers Rudini Kapitalismus keinen Widerstand leisten kann, muß logischer gewinnen. Der Versuch ist mißlungen. Die Sozialdemokratte und dessen Nachfolgers Pellour. Der Mezelei folgten die Weise in dem Sozialismus den Hauptfeind des Staats und hat sich all' ihrer Feinde erwehrt und einen Stimmenzuwachs Kriegsgerichte, unerhörte Bestrafungen der Edlen, die ihr Mög- der Regierung, und in der Bekämpfung des Sozialismus die von Hunderttausenden verzeichnet. Ziemlich zu gleicher Zeit lichstes gethan, das Blutvergießen zu hindern: Hat gegen vornehmste Regierungsaufgabe erblicken. Wer aber die Achse, fanden die Kammerwahlen in Frankreich statt und auch die Sozialdemokratie! Umsonst wiesen die Sozial- um welche alle Politik sich thatsächlich dreht, zerstören will, fie ergaben einen Triumph der Sozialdemokratie. demokraten nach, daß sie die Arbeiter zu organisiren und zu handelt ungefähr ebenso flug, wie der Tölpel, der den Ast Wirthschaftlich war das Jahr 1898 für die Kapitabelehren gesucht, aber vom Appell an die Gewalt abgemahnt absägen will, auf welchem er sigt, oder ein Lokomotivführer, listen ein gutes"." Gegründet" wurde wie in den üppigsten hatten gerade das war es, was den Zorn der der die Achsen des Zuges zerbrechen wollte, um rascher Gründerjahren nach dem Kriege mit Frankreich. Doch die herrschenden Klassen heraufbeschwor. Die Arbeiter organi bremsen zu können. Affumulation des Kapitals vollzieht sich jetzt so rasch, daß siren! Die Arbeiter belehren! Das ist die tödtlichste In jeder Art, mit allen erdenklichen Mitteln, auf geradem die Produktion dem Konsum weit voraneilt. Schon sind Todsünde in den Augen des Kapitalismus. und frummem Weg, direkt und indirekt, mit Liſt und mannigfache Vorboten der Krise zu erkennen; und der In Deutschland haben wir das mit klassischer Deut. Gewalt durch Polizeichikanen, Gefeßesauslegungen hat man tolossalen Kapitalansammlung entsprechend wird auch die Ktrise lichkeit gesehen. Dank der Erziehung der Arbeiterklasse durch der Sozialdemokratie Spinnweben in den Weg geworfen, folossal sein tolossal in ihrer Ausdehnung, kolossal in ihren die Sozialdemokratie ist Deutschland das einzige Land, die selbstverständlich wie Spinnweben zerrissen worden Verheerungen. welches von der Seuche des Anarchismus verschont sind. Der Unglückseclaß des Herrn von Posadowsky, Das wichtigste weltgeschichtliche Ereigniß des vergeblieben ist. Zahllose Lockspißel thaten ihr Möglichstes, um den die Lorbeeren seines Posen- und Zitaten Kumpans gangenen Jahres ist das Eintreten der Vereinigten den staatsrettenden Giftpilz des Anarchismus auch in Deutsch Buttkamer von Buttkamerun nicht schlafen lassen, Staaten in den Kreis der aktiven Großmächte, die sich die Land zu züchten. Wo aber der Sozialismus so fest gewurzelt gab zu Anfang des verflossenen Jahres unseren Ge- Bestimmung über die Geschicke der Völfer angemaßt hatten, und in Herz und Hirn des denkenden Proletariats ein- nossen im Reichstage Gelegenheit, die Kurzsichtigkeit, Verkehrt- und dieses ihr Amt, welches wesentlich eine Art internationalen gedrungen ist, da findet sich kein Nährboden für die Giftpilz- heit und Gefahr der kapitalistischen Regierungspolitik zu be- Polizeiamtes war, als ein Monopol betrachteten. Obgleich sporen des Anarchismus, der, ein Erzeugniß der kapitalistischen leuchten und zu geißeln- eine Politit, die einer Handvoll Schlot- seit längerer Zeit gut einem Menschenalter, von der Zeit Raub- und Schmugwirthschaft, im Grunde nur ihre legte und Krautjunker, wie Stumm, Kanig, Kardorff und Konsorten des amerikanischen Bürgerkrieges um die Sklaverei an, die 11 0 Die dos dar dor SPD" " Bereinigten Staaten an intensiver Macht sämmtliche Groß-| Drill- und Paradedienstes treten wir gern ein. Wir meinen aber] Ermeffen" darauf eingehen oder nicht. Der Postbeamte barf aber mächte Europa's, mit alleinig er Ausnahme von England, weit nicht, daß dazu eine Erhöhung des Truppenetats nöthig sei, wie nicht in die Oeffentlichkeit treten und diese für die Mißstände seines überragt, so haben sie doch bis zu Anfang der 90er Jahre das Militär- Wochenblatt" fordert. Bielmehr wird die Beseitigung Berufs intereffiren. Der Bost be amte darf das nicht, was fest an der alten Neutralitäts- Politik festgehalten und ihre Dienstzeit über zwei Jahre ermöglichen, ohne daß nicht allfogleich stafernen für diese Staatsbürger zweiter unnöthiger Nebendienste eine weitere Verkürzung der jeder andere Staatsbürger darf. Warum baut man äußere Politit auf die sogenannte Monroe- Doktrin beschränkt, dadurch die kriegsmäßige Ausbildung der Soldaten leiden würde.Ordnung? das heißt auf den Grundsatz, daß keine nich tamerikanischej amerikanischem Gebiet Besik ergreifen der Spanier über das bon . Deutsches Reich. Macht bon Nochmals die Maßregelung des Herrn Dr. Runge. Herr dürfe. Die Herrschaft der Spanier Professor Bücher sucht sein Verhalten in dieser mehrfach erwähnten Den Conquistadores( Eroberern): den Cortez, Pizzaro Angelegenheit in Leipziger Blättern zu rechtfertigen. Thatsächlich Einen zünftigen Fußtritt verfezt die„ Norddeutsche Allgemeine aber muß er das zugeben, was von Anfang an behauptet worden ist. u. f. w. mit Blut zusammengeleimte amerikanische Kolonial- Beitung" dem- entrum. Sie stellt ihm in ihrem Neujahrs- Das„ B. 2." konstatirt, daß auf grund der eigenen Darlegungen des reich hatte sich unmittelbar vorher bom Mutterland los- Artikel das Benguiß aus, daß es eine gute Bedienten- und Re- Herrn Professors munmehr in der That feststeht: gelöst, dem mur die Inseln Kuba und Portoriko berblieben. gierungspartei ist die stärkste unter den Parteien des Reichstages, 1. Daß der Direttor des taiserlichen statistischen, Das portugiesische Brasilien hatte zwar nicht das Beispiel die aber immer mehr ihren früheren Charakter der spanischen Kolonien befolgt und die Republik proflamirt, einer Oppositionspartei aufgiebt und in immer aber doch sich von der Monarchie Portugal unabhängig höherem Maße an der positiven Mitarbeit gemacht, so daß außer England im Norden kein europäischer zum Wohle des Vaterlandes sich betheiligt." Monarch amerikanischen Boden unter sich hat. Jetzt find den haftigkeit belobt Au, das thut weh! Oeffentlich ob der Bedienten werden zu " wie wird Herr Lieber Spaniern auch die paar Inseln im amerikanischen Gewässer seinen Laufer verwünschen. Was die Betheiligung" entrissen, und die letzten Reste des spanischen Weltreichs zer- an einer Mitarbeit ist, wird ihm freilich ein böhmisches Dorf trümmert worden. Statt des vermoderten Spanien ist eine bleiben. Es ist norddeutsches" Deutsch. Ein Theil der erwarteten junge Weltmacht erstanden: Amerika, das durch die Besitz oder befohlenen Mitarbeit, an der die um Lieber" sich„ beergreifung der Philippinen fich in Ostasien eine ausschlag theiligen" follen, wird freilich von Herrn Laufer deutlich bezeichnet: gebende Stellung gesichert hat. das Zuchthausgeset. Die amerikanische Republik wird, obgleich schutzNun ist der Zentrums- Budel schon genügend dressirt? Zöllnerisch, durch die Wucht der Interessen und Flottenpropaganda in der Justiz. Wie der„ Volts- Zeitung" gemeinsamen Anschauungen an die Seite Englands mitgetheilt wird, hat der Kammergerichts- Präsident gedrängt, das sich zum entscheidenden Kampfe mit Drentmann an sämmtliche Landgerichts- Präsidenten einen in seiner Rußland rüstet. Eigenschaft als Kammergerichts- Bräfident" unterzeichneten, also amtlichen Erlaß gerichtet, durch den aufgefordert wird, dem gerichts Präsidenten haben die Vorlegung an sämmtliche deutschen Flottenverein beizutreten"; die LandGerichtsbeamten verfügt. = Amtes, dessen Arbeit Dr. Vosberg- Retow der bekannten Kritit unterzogen, ein Schreiben an den Kollegen des Herrn Bücher, Herrn Professor Stieda, gerichtet hat, in welchem er auf das Eintreten der Kunze'schen Arbeit für die Vosberg'sche Kritik in dem Zu fammenhange hinwies, daß Kunge seine Arbeit als Assistent am Staatswissenschaftlichen Seminar gezeichnet habe wozu Dr. Kunze seiner Stellung nach zweifellos berechtigt war; 2. daß Professor Bücher auf diese Anregung hin in eine disziplinarische Behandlung des Falles" eingetreten ist; 3. daß er Dr. Kunge schon vor Beendigung des Disziplinar berfahrens erklärt hat, er könne sich unter diesen Umständen von feiner weiteren Wirksamkeit im Seminar, soweit seine Assistententhätigkeit in Frage fommt, nicht viel Ersprießliches mehr vers sprechen und müsse ihm deshalb bringend rathen", sich sofort nach einer anderen Thätigkeit umzusehen; 4. daß er Herrn Dr. Kunge während dieses Disziplinar verfahrens sogar die Theilnahme an den Sigungen des Seminars berboten, ihn also von einem Theile seiner Thätigleit suspendirt hat. fchäbenswerthesten und vorurtheilsfreiesten bürgerlichen National Es ist also leider schon so weit gekommen, daß einer der Die Spigen unferer Justiz sollten sich nicht dazu hergeben, öfonomen fich zu derartigen, gelinde gefagt, unschönen Handlangerin dieser Art Gewissenszwang gegen die untergeordneten Beamten diensten der Behörden mißbrauchen läßt. zu üben. Deutschland, im Schwanken des Zickzackkurses, pendelt hin und her zwischen Rußland und England. Es fehlt unseren herrschenden Parteien jeder tiefere Einblick, jeder Ueberblick. Unfähig die Verhältnisse zu begreifen, unfähig Neues zu schaffen, angekettet an die Ruinen eines verfallenden Systems, treiben sie, wie nach Innen so nach Außen, Politik aus der Hand in den Mund. Auch die Reaktion, so großmäulig und schneidig- renommistisch" sie ist, trägt den Stempel der greisenhaften Impotenz- feine großen Gesichtspunkte, alles fleinlich und ruppig. Und diesen Stempel kleinlich ruppiger Greifen haftigkeit trägt unser ganzes politisches Leben, soweit die bürgerlichen Parteien im Spiel sind. Schöpfungskraft, große Gesichtspunkte, große Ziele hat in dieser Aera byzanti- lohnt nischer Dekadenz nur das Proletariat, die Sozialdemokratie. Nur die Sozialdemokratie schaut deshalb befriedigt zurück auf das verflossene, nur sie schaut siegesgewiß und kampffroh in das neue Jahr in das nahende neue Jahrhundert, das uns, trop Anarchistenkonferenz, internationaler Polizeiberschwörung und fürstlichem Abrüstungs Karnewal den Triumph des Sozialismus, das Ende des Klassenkampfes und den ewigen Frieden bescheeren wird. Kein Sieg ohne Kampf- teine Freude ohne Kampf. Drum treten wir freudvoll in das neue Jahr und schauen freudevoll in das neue Jahrhundert- nicht den Sieg hoffend, nein: des Sieges gewiß. Politische Neberlicht. Berlin, den 31. Dezember. Das Jubiläum thres zehnjährigen Bestehens feiert am Jahresschluß die Sozialdemokratie Oesterreichs in ihrer jezigen Gestalt. Nachdem die Masse der österreichischen Arbeiter fich dem Banne anarchistischer Lehren entzogen hatte, traten am 30. Dezember 1888 in a infeld 110 öfterreichische Parteigenoffen zusammen und legten den Grund zu der bestehenden Organisation der Arbeiterpartei Desterreichs. Wir beglückwünschen die Bruderpartei zu dem Muth und der Thatkraft, welche sie in ununterbrochenem Kampfe bewiesen hat und wir werden als trene Kameraden allezeit zu ihr stehen, als wär's ein Stück von uns." Die zweijährige Dienstzeit. Bekanntlich gilt die zweijährige Dienstzeit in der neuen Militärborlage wiederum nur als Provisorium. Man hat deshalb die Meimung ausgesprochen, die Regierung beabsichtige die gesetzliche Festlegung der zweijährigen Dienstzeit sich als Gegenstand des Handelns mit dem Reichsparlament vorzubehalten. Aber das Zentrum hat bereits angedeutet, daß es diese Festlegung iet verlange, wofür es der Militärvorlage zustimmen soll. Dies ist den Offiziösen und militä rischen Gegnern der zweijährigen der zweijährigen Dienstzeit peinlich und fie versuchen mit allerlei che in gründen gegen die Festlegung der aktiven Dienstpflicht auf zwei Jahre Stimmung zu machen. Das Militär- Wochenblatt" stellt eine ganze Meihe von For berungen auf, deren Erfüllung nöthig sei, wenn die genügende Ausbildung der Soldaten in zwei Jahren erreicht werden soll. Die Mindestforderungen, auf welchen alle militärischen Kreise ohne Ausnahme bestehen müssen, seien folgende: bon fallen jetzt schon bei den Neferves und Landwehr Bei der zweijährigen Dienstand worden. Die angebliche Begnadigung dreier Danziger Schu Und wenn nun Gerichtsbeamte den jetzt zur Mode gewordenen, Leute gab vor einiger Zeit zu Erörterungen in der Presse Ver das Baterland gefährdenden Marinefultus nicht mitmachen wollen, anlaffung. Jezt wird gemeldet: Die Schuyleute Seele, Hilpert und was was foll ihnen geschehen? Will man sie gesellschaftlich boykottiren? Lehmann aus Danzig, welche wegen roher Mihhandlung und Freiheitsberaubung zweier Juristen zu längeren Gefängnißstrafen verSollen fie in ihrer Karrière benachtheiligt werden? Wo mit derartigen Mitteln gefämpft wird, da kann eine tiefe urtheilt worden waren, hatten dem kaiserlichen Hauptquartier Ueberzeugung von der Güte der verfochtenen Sache nicht wohnen.in Potsdam ein Gnadengefuch um Prüfung ihrer Angelegen wird. Die folgende Meldung geht durch die Preſſe; Wie das Zentrum von der Regierung für seine Dienste be- heit überreicht. Das Gesuch ist jetzt abschlägig beschieben Jeloidt I Schon seit längerer Zeit werden vorwiegend Katholiken über die, wie man seiner Zeit annahm, bevorstehende Begnadigung Vielleicht hat die in der Preffe laut gewordene Verwunderung in die Ministerien gebracht. Einzelne Ministerien, so namentlich der drei Schußmanns Ripel dazu beigetragen, daß die betreffende das der öffentlichen Arbeiten, find fast ganz katholisch. Hier war lange Zeit der Personaldezernent ein Katholik, und auch Dr. Mice Instanz von der Empfehlung des würdigen Kleeblattes Abstand ist ein solcher. Letterer ist bekanntlich aus dem Staatsdienst ge- Es wäre sehr gut, wenn die Oeffentlichkeit auch von anderen schieden. In den letzten zehn Jahren wurden denn auch nur katholische Assessoren als Arbeiter in das Ministerium berufen, die Gnadengeſuchen vor ihrer Erledigung Kenntniß erhielt. damit die Anivartschaft auf spätere Ernennung zu vortragenden Räthen erlangten. Wenn diese Mittheilungen richtig sind, dann würde das Sehnen der Zentrumsherzen ja gründlich gestillt sein. Schließlich ist man aber nicht umsonst Regierungspartei und will für die Bewilligung der Militär- und Marineforderungen auch einen Gegenwerth einheimisen. Eine Hand wäscht die andere. Die Ausweisung russischer Unterthanen aus Preußen follte nach einer Mittheilung der offiziösen russischen Telegraphen- Agentur mit der Abschiebung deutscher Staatsbürger aus Rußland bes antwortet werden. In deutschen offiziösen Blättern war diese Mittheilung unter dem Ausdruck großer Gutrüstung für falsch erklärt worden. Die" Voss. 3tg." macht zu diesen deutschen Abwiegelungsversuchen die folgenden zutreffenden Bemerkungen: " In Rußland darf dem Drude mur übergeben werden, was bon der amtlichen Zensur nicht beanstandet worden ist. Der schärfften ueberwachung unterliegen diesem System gemäß die Meldungen, die ins Ausland gehen sollen. Die Petersburger Preßbehörden können also nur einer amtlichen Weisung gefolgt sein, als sie der Verbreitung der Nachricht nicht hindernd in den Weg traten... Die Petersburger Meldung verfolgt vielleicht nur den Zived, Deutsch land zu bedeuten, daß Rußland nicht zu dulden brauche, was Danes mark in dem Gefühle seiner Schwäche über sich ergehen lassen muß." Eine Handelskammer über die Ausweisungen. Die Hanauer Handelskammer macht zu den Stöller'schen Heldenthaten in ihrem soeben erschienenen Bericht folgende Bemerkungen: Eine Verwaltungsmaßnahme, die auch im Interesse der In dustrie unseres Bezirkes von benachtheiligendem Einflusse wurde, war die Ausweisung dänischer Unterthanen aus Nordschleswig. Der Absatz von Bijouterie- Artikeln nach Dänemart hat infolge deffen gelitten. Diese Maßnahnte, über deren weittragende handelspolitische Konsequenzen die Verwaltung sich nicht informirt hatte, müssen auch wir in Hinsicht auf die Interessen unserer wichtigsten Exportindustrie mit Bedauern erwähnen." nahm. Das Impfgefeh soll revidirt werden. Die vom Reichsamt des Innern zur Prüfung dieser Frage berufene Sachverständigen Kommission hat, wie die Südd. Neichskorr." darüber berichtet, folgende Vorschläge gemacht: " Es soll insbesondere eine Erhöhung des Schußes gegen schäd liche Nebenwirkungen der Impfung herbeigeführt werden. Als dringend erwünscht hat es die Kommission bezeichnet, daß zu den Impfungen im Inland ausschließlich Lymphe aus itaatlichen Anstalten verwendet wird. Andererseits wurde anerkannt, daß es wenn eine Härte wäre, die privaten Impfinstitute aufgehoben würden. Es wurde allfeits als empfehlenswerth erachtet, diese Institute ztvar bestehen zu laffen, aber bezüglich ihrer Einrichtungen und ihres Betriebes en gleichen Bedingungen zu unterwerfen, welche in Bufunft von den staatlichen Anstalten zu erfüllen find. Als unumgäng lich nothwendig wurde allerseits bezeichnet, daß diese Bestimmung thunlichst bald und wirksam durch Anordnung regelmäßiger, von Medizinalbeamten Medizinalbeamten vorzunehmender Res, rung gebracht werde. visionen der in betracht kommenden Anstalten zur AusfühDurch einen weiteren Zusatz soll der Echutz der Impflinge gegen Wund- Infektionskrankheiten erhöht werden. Da nämlich beobachtet worden ist, daß bisweilen Erreger von rosenartigen Entzündungen, Wundvereiterungen und Hautfrankheiten in die Schnittstellen des Impflings aus seiner Umgebung übertragen werden, sollen die Angehörigen der Impflinge durch einen besonderen Hinweis auf diese Gefahr aufmerksam gemacht werden. Die Kommissionsmitglieder, welche nachträglich um ihre Auffaffung befragt worden find, haben in ihrer großen Mehrheit diesen Anregungen zugestimmt. Der Bundesrath wird nunmehr über die Beschlüsse der Sachverständigen- Kommission zu befinden haben. Der Kaiser als Journalist. Die„ Berliner 8tg." schreibt: ie uns mitgetheilt wird, hat ein amerikanischer Verleger dem saiser einen Check auf 5000 Dollars mit der Bitte gesandt, ihm. dafür einen Artikel zu senden, in welchem er seine Ansicht über den letzten spanish amerikanischen Krieg darlegen möge. Der Check ist natürlich alsbald durch die deutsche Botschaft in Washington dem Verleger zurückgestellt worden, da der Kaiser vorläufig weder Zeit noch Lust habe, unter die Journaliſten zu Man tann ja annehmen, daß Herr v. Köller sich der Tragweite feiner Maßnahmen nicht bewußt gewesen ist. Wenn sich aber die nach der Milit. Polit. Korr." in politischen Kreisen verbreitete Anficht bestätigt, daß Herr v. Köller in nächster Zeit von allerhöchster Stelle einer Auszeichnung theilhaftig werden dürfte, die teinen gehen." Zweifel übrig ließe, daß die von ihm in Schleswig- Holstein befolgte Ein Honorar von 5000 Dollars fönnte, so sollte man meinen, 1. Die Mannschaften müssen während ihrer zweijährigen Politit auf Billigung an maßgebender Stelle zu rechnen habe, so selbst einen Kaiser zur Journalisterei verloden. Trotzdem konnte Dienstzeit auch wirklich vollständig zur Verfügung der Truppe scheint es in den Regierungsfreisen, welche eine solche Ehrung fich der pfiffige amerikanische Verleger wohl selbst sagen, daß er eine ftehen. Also alle Abkommandirungen, die teinen Werth Stöller's vorgeschlagen haben, ebenfalls an der nöthigen Information Absage erhalten werde, denn er mußte wissen, daß der deutsche für die Ausbildung zum Kriege haben, müssen fortfallen. Die über die wirthschaftlichen Folgen der Ausweisungen zu mangeln. Staiser abgesehen von seinen Regierungsgeschäften und umfassenden infolge mit Studien und Arbeiten auf nicht Repräsentationsaufgaben Ausgebildeten Ablommandirung mangelhaft Die neue Postvorlage, die dem Bundesrath zugegangen ist, wenigen Gebieten, in der Dichtung, in der Malerei, in der erweist sich als eine Erweiterung und Ergänzung der dem Reichstage Mujit 2c. 2c. beschäftigt ist und daß er überdies zur Zeit eine Beübungen unangenehm auf. in voriger Tagung unterbreitet gewesenen, aber im Plenumi un zeit wird dies demnächst noch mehr hervortreten, und die Zahl dieser mangelhaft Ausgebildeten wird so wachsen, erledigt gebliebenen Vorlage betreffend Aenderungen des Posttag- schreibung seiner Palästinafahrt plant. Gesezes. Es werden also, wie damals, die Erhöhung des Höchst Chronik der Majestätsbeleidigungs: Prozesse. Wegen daß die Schlagfertigkeit namentlich der Reserve und Land- gewichts der einfachen Briefe von 15 auf 20 Gramm, fowie die Majestätsbeleidigung und Beamtenbeleidigung wurde der Schmied wehr empfindlich leidet. Deshalb ist bei der zweijährigen Deshalb ist bei der zweijährigen Ausdehnung des Post regals auf die Beförderung gefchloffener August Henze aus Magdeburg von der Straftammer in Bernburg Dienstzeit das Aufhören der Abkommandirungen eine größere Briefe interhalb eines Ortes befürwortet. Der Weltpostverein zu sechs Monaten Gefängniß verurtheilt. Der StaatsNothwendigkeit wie bei der dreijährigen Dienstzeit. 2. Die hatte schon früher auf Antrag der deutschen Regierung anwalt hatte wegen Majestätsbeleidigung 9 Monate, wegen Beamten Truppen müssen auf einen höheren Etat gebracht werden, das Höchstgewicht für einfache Briefe, die 20 Pfennige beleidigung 6 Wochen, insgesammt 101/2 Monat beantragt, H., welcher wie er theils schon eingeführt ist, theils angebahnt wird. Dem fosten, von 15 Gramm auf 20 Gramm erhöht. Bezüglich in Nienburg in Arbeit stand, gerieth in einem Lofal mit dem entsprechend muß auch ein höherer Etat von Vorgesetzten vorhanden des zweiten Punktes hatte die Frage der Entschädigung Klempnermeister Herrn Karl Küberling in Streit, im Verlauf dessen fein und alles geschehen, um den Zudrang zur Ünteroffizierscharge der Privat- Postanstalten Schwierigkeiten bereitet. Diese Schwierig eine Aeußerung gefallen sein muß, die ihm zu obengenannter Strafe zn förden. 8. Für jede Garnison müssen genügende le bungs feiten sind, wie offiziös berichtet wird, burch das Entgegenkommen verhalf. pläge zum Schießen und Gefecht zur Verfügung des Reichs- Postamts gehoben worden, und die Entschädigungsfrage Wie erhebend, fügt unser Magdeburger Parteiorgan diefer stehen. Die ftets vermehrten und besser ausgestalteten größeren lebungsplätze haben nach dieser Richtung hin schon vorzügliches hat eine alle Theile befriedigende Lösung erhalten". Neu hinzn- Meldung hinzu, muß wohl das Gefühl sein, wenn man als getreten in der Vorlage ist die Reform des Beitungstarifs. Patriot" einen Familienvater für eine im trunkenen Zus geleistet, aber vollständig genügen sie noch immer nicht." Dieselbe baut fich so auf, daß der bisherige elleinige Grundsaß, die stande gethane unüberlegte Aeußerung mehrere Monate den Aber selbst diese Meinung, daß nach der Erfüllung derartiger der Post für die Beförderung von Zeitungen zustehenden Gebühren Seinen entreißen und hinter Schloß und Riegel bringen taun. 28ir Forderungen die zweijährige Dienstzeit dauernd festgelegt werden nach Prozentsäzen der Abonnementsbeträge zu berechnen, fallen ge- müssen beschämt gestehen, daß wir für solche Heldenthat kein Ver-. fönnte, erscheint den konservativen Blättern noch als optimistisch". lassen worden ist. Neben dieser Bemessung sollen auch das Geständniß haben. Die„ Berl. N. Nachr." bedauern lebhaft, daß man die dreijährigewicht und die Häufigkeit des Erscheinens der Zeitungen in Vier Monate Gefängniß erhielt Genoffe Meister Dienstzeit aufgegeben hat. Kurz, es wird eine regelrechte Heze betracht gezogen werden. Um einen Uebershlag nach allen Rich- udenwalde von der Straffammer Potsdam zudiktirt wegen gegen das Verlangen, die zweijährige Dienstzeit endgiltig festzusetzen, tungen bezüglich der finanziellen Wirkung der geplanten Reform zu einer Aeußerung, die derselbe in einer Protestversammlung gegen inszenirt. Als ftrafmildernd wurde ihm Und diese Heter- es sind dieselben Leute, welche bei jeder geben, find verschiedene Eventual- Kostenanschläge beigegeben worden. die Suchthausvorlage gemacht hatte. Gelegenheit bereit sind, andere der Beschimpfung vaterländischer Eins Von der Reichspost. Zwei Saalfelder Postbeamten war angerechnet, daß infolge der Rede des Kaisers in Oeynhausen eine richtungen zu zeihen. Sie selbst aber verunglimpfen ihr Volt und fürzlich ihre Stellung gekündigt worden, weil sie dem Organ des gewisse Aufregung in die Arbeiterschaft gekommen sei. Waterland in diesem Falle aufs schmählichste. Denn bekanntlich Bostaffiftenten- Vereins, der Deutschen Bostzeitung", den Saal. Von den Jahresberichten der Handelskammern erscheint haben wir Soldaten, die schon nach einjähriger Dienstzeit nichtfelder Dienststundenplan mitgetheilt hatten. Beide hatten auch diesmal wieder zuerst derjenige der Handelskammer zu a m mur als gut ausgebildet gelten, sondern zu Unteroffizieren und sich nun auf dem Gnadenweg an den Kaiser gewandt, ihr Gesuch ist burg. Derfelbe äußert sich über die allgemeine GeschäftsOffizieren der Reserve avanziren. Nun wohl, was diese Söhnlein der ihnen jedoch nicht bewilligt worden und es bleibt also bei der Ent- lage folgendermaßen: besitzenden Klasse in einem Jahre können, dürften doch auch andere lassung. junge deutsche Männer in zwei Jahren fertig bringen. Wer ihnen Diese Fähigkeit abstreitet, der stellt der Masse des deutschen Volkes sowie dem deutschen Schul- und Erziehungswesen ein überaus trauriges 8eugniß aus. Für die Beseitigung der Abkommandirungen, des Burschen- Un wesens, dazu des überflüssigen Ehrenwachtdienstes und des ganzen Das Bekanntwerden des Stundenplanes in der Oeffentlichkeit muß doch für die Postverwaltung sehr unangenehm gewesen sein, wenn das Publiziren desselben nur mit der Entlassung ausreichend gefühnt werden konnte. Der Bostbeamte das ist die Lofung unser Bostbehörde- darf nur seinen Borgesezten" Klagen vortragen, die dann nach ihrem " Das deutsche Wirthschaftsjahr 1898 weist im wesentlichen die felben Merkmale auf wie das Vorjahr. Die Thätigkeit in Industrie und Handel war im allgemeinen eine recht lebhafte und befriedigende; die Landwirthschaft fieht auf ein günstiges Jahr zurüd, auch die neue Ernte war eine außer ordentlich reichliche und konnte zu verhältnißmäftig guten Preisen verwerthet werden. Der Verkehr auf den Eisenbahnen, die Zahlund Stärke der Arbeits- und Betriebsmaschinen der Industrie find in ständiger, be- gewendet worden; es sind zwet kaiserliche Verordnungen auf grund Die arbeitenden Frauen Deutschlands feufzen unter dem Drude deutender Steigerung begriffen. Der starte Geldbedarf für die Ausdehnung des§ 14 erschienen, die die Verlängerung des Zoll- und Handels- der Noth und Rechtlosigkeit. Ihre Zahl wächst von Jahr zu Jahr; der gewerblichen Thätigkeit und für die, zum theil unter staatlicher bündnisses, sowie des Verhältnisses zur österreichisch- ungarischen Bant feit dem Jahre 1882 ist sie um eine volle Million gewachsen, so daß Mitwirkung, mächtig aufstrebenden Genoffenschaften, die, mit eigenen bis zum 31. Dezember 1899 betreffen. Der Ausgleich ist also jest 612 Millionen Frauen in Deutschland erwerbsthätig sind. größeren Stapitalien nicht ausgerüstet, für die Deckung des von ihnen geregelt", selbstverständlich nur für Oesterreich; Ungarn fennt leider immer mehr Gattinnen und Mütter werden in den Kampf mms gewährten Personalkredits auf den allgemeinen Geldmarkt zurück- nicht einen so regierungsfähigen Verfassungsparagraphen. greifen müssen, hatte eine Versteifung des Geldstandes in Deutsch- Was wird also Baron Banffy thun? Er hat schließlich mit Dasein hereingerissen und gezwungen, ihre armen Kinder der Er land zur Folge. Die Reichs bant fab sich im Herbst genöthigt, einem anderen Barlament, das sich seiner Macht vollkommen betwußt ziehung der Straße zu überlassen; während die Gesammtzahl der ihren Distoni in rascher Folge bis auf 6 pet. zu erhöhen, was, ist, zu rechnen als sein glüdlicherer österreichischer Kollege. Womit weiblichen Arbeiter in den letzten fünfzehn Jahren um 1,15 pet. ge wenn auch keinen Grund zu ernsten Besorgnissen gebend, doch nicht er zu rechnen hat, davon geben zwei foeben eingetroffene stiegen ist, stieg die Zahl der Ehefrauen unter ihnen um 3 pet. berfehlen konnte, eine hemmende Wirkung auf die wirthschaftliche Telegramme aus Budapest ein hübsches Bild. Das eine schildert So wird einerseits alles Familienglid gewaltsam unterdrückt, Thätigkeit auszuüben. Die innere Gesundheit des gegen die letzte Sigung, welche das ungarische Abgeordnetenhaus in diesem und andererseits das Interesse der Frau am öffentlichen wärtigen Aufschwunges zeigt sich darin, daß derselbe vor Jahre abhielt. Es tam abermals zu tollen skandalösen Auftritten. Leben wach gerufen. Nicht durch tönende Reden von Gleichheit und wiegend durch den Bedarf des Inlandes hervorgerufen ist, dessen Franz Kossuth ertärte, seine Partei hätte nicht verhindert Produktionskraft durch die Erweiterung bestehender und Begründung daß das Budgetprovisorium Gesez werde, falls die Regierung Gerechtigkeit braucht die Arbeiterin daran erinnert zu werden, daß neuer Unternehmungen erheblich gestärkt wird. Allerdings liegt auf gefeßlichem Boden geblieben wäre. So treffe für den ber ihr lag neben dem Mann ist; die eiserne Nothwendigkeit des dieser an sich günstige Umstand die ernste Mahnung nahe, den fassungslosen Zustand, der demnächst eintreten werde, die Regierung täglichen Lebens weist ihr ihn an und prägt ihr den Gedanken der Verhältnissen des ausländischen Handels die sorgfältigste Berlid- allein die Verantwortung. Sie sei auch dafür verantworlich, daß Gleichberechtigung der Geschlechter mit unauslöschlichen Zügen ein. fichtigung zu schenken, da, wenn die Ausfuhr mit den vermehrten der König zum Eidbruch gezwungen werde. Im Namen der Daß er zur That führe und die Millionen Arbeiterinnen einProduktionsmitteln nicht gleichen Schritt halten sollte, ein Rückschlag Unabhängigkeitspartei protestirte Horanszky gegen den gefeß- müthig für ihre politischen Rechte kämpfen lasse, das ist einer unserer in der wirthschaftlichen Lage Deutschlands und die daraus folgende Berlosen Zustand, der infolge der heutigen Schreckensherrschaft in Neujahrswünsche! minderung des inländischen Abfazes fich doppelt schwer fühlbar machen Ungarn herrsche. Eine ähnliche Erklärung gab auch Molnar von Auf thönernen Füßen würde er stehen, wenn nicht der Weg zu müßte. Die Ausfuhr aus Deutschland( ohne Edelmetalle) erreichte der Volkspartei ab. Nun sollte Banffy sprechen. Es entsteht ein seiner Erfüllung gezeigt werden könnte. Denn troß aller in den neun ersten Monaten dieses Jahres den Betrag von Heidenlärm, man schreit:„ Der wagt zu sprechen! Hinaus mit dem seiner Erfüllung gezeigt werden könnte. 2742 Millionen Mart, gegen 2684 Millionen Mart in der gleichen Berräther! Hinaus, hinaus mit ihm!" Banffy winkt einen Stenographen Unterdrückung und Verfolgung, trop aller Rechtlosigkeit und Zeit des Vorjahres, ein nicht ungünstiges Ergebniß, zumal da in zu sich und beginnt im Lärm zu sprechen. Der Abg. Biro reißt den ungerechtigkeit, unter der die Frauen leiden, können sie nicht ver derselben Periode die Ausfuhr Frankreichs mit 2554 Millionen Stenographen das Blatt aus der Hand, andere wollen das Papier Biro hindert werden, ihrem Ziele Schritt vor Schritt entgegen zu gehen. Franks un 93 Millionen Franks, und die Ausfuhr Englands mit wieder entreißen, sodaß es fast zu einer Balgerei fommt. Graf Julius Sie müssen es aber gemeinsam, fie müssen es in enggeschlossenen 172 Millionen Pfund Sterling um 3 Millionen Pfund Sterling hinter Andrassy trennt die Streitenden. Unter wüstem Gejohle wird die Reihen thun. Zunächst wird ihnen in der gewerkschaftlichen Organi dem Vorjahre zurückgeblieben ist. Immerhin mehren sich aber die Sigung geschlossen. Schließlich wurde das Haus auf den 3. Januar fation die Möglichkeit dazu geboten, aber nur wenig über 15 000 Anzeichen dafür, daß die Errungenschaften Deutschlands auf den über- vertagt. Gleich darauf faßte die Unabhängigkeitspartei einen Be- Arbeiterinnen haben bisher von ihr Gebrauch gemacht. Troß der fecischen Märkten seine Konkurrenten zu gesteigerter Thätigkeit angespornt schluß, in welchem es heißt, die Partei beabsichtige, getreu ihrem elenden Lohnverhältnisse, baben, und Deutschlands Industrie und Handel haben alle Urfonstitutionellen Standpuntte, nicht ihren Willen gegenüber bem elenden Lohnverhältnisse, es sei hier nur daran erinnert, daß fache, sich vor Ueberhebung zu wahren, die nur ihren Willen der Majorität zur Geltung zu bringen, wenn dieser Wille Fabritarbeiterinnen mit Berücksichtigung der arbeitslosen Zeit 400 Konkurrenten die Wege ebnen kann. Wir sind daher dem Herrn innerhab des Rahmens der Gesetze bleibe und die Gesetze bis höchstens 500 M., Näherinnen selbst unter 250 m. jähr Reichskanzler sehr dankbar dafür, daß er anläßlich verlegender An- in Ehren halte. Falls aber. die Regierung lich verdienen,- trotz des mangelhaften gesetzlichen Schuhes griffe in deutschen Zeitungen sowohl gegen das konkurrirende Aus- na ch dem 1. Januar auf ungeseglicher Basis und der langen Arbeitszeit, lauter Uebelständen, gegen die land, namentlich England, als auch gegen Abfazländer darauf auf die Geschäfte führen jollte, werde die der gewerkschaftliche Kampf fich richtet, sind die Frauen des arbeiten merksam gemacht hat, wie solche Angriffe geeignet sind, das Ausland Partei jede Thätigkeit der Regierung mit den Volkes noch so blind für ihr Elend, daß sie sich in ihrer Masse zivedlos zu reizen, deutschfeindliche Strömungen zu stärken und den allen durch die Geseze und die Hausordnung ge den Organisationen fernhalten. Absatz deutscher Erzeugnisse zu hindern. Es ist zu hoffen, daß dieser statteten mitteln zu vereiteln suchen. Die Partei Hinweis allseitig wird beherzigt werden." beschloß weiter, einen Antrag einzubringen, welcher bezweckt, die Re- eint mit den männlichen Genossen, die wie ste an die Sllavenkette Es ist daher ein anderer unserer Neujahrswünsche, daß sie vergierung in Anklagezustand zu versezen. Die Nationalpartei beschloß eint mit den männlichen Genossen, die wie sie an die Silavenkette gleichfalls, für den Fall, daß die Regierung nach dem 1. Januar sich der Lohnarbeit geschmiedet sind, um bessere Arbeitsbedingungen auf ungefeßlichen Boden stellen sollte, alle Regierungsatte mit allen fämpfen mögen! Um sie dahin zu führen, gilt es, ihre müden Herzen zu ers gesetzlichen Mitteln unmöglich zu machen. geistiger Aufklärung dringen zu lassen. wärmen, in ihrem von Sorgen niedergedrückten Geist das helle Licht Aber die Bildungsanstalten der Bourgeoisie sind der Masse der Der Geldsack, nicht der Die gelegentlich der Weltausstellung zu Paris 1900 stattfindenden internationalen Kongreffe werden in folgende zwölf Abtheilungen zerfallen: 1. Erziehung und Unterricht 2. Schöne Künste, dekorative Künste, Literatur, dramatische Kunst, Geschichte, Archäologie. 3. Mathematische Wissenschaften( Mathematit, Berordnungen zu erlassen, und in der Wiener liberalen Prefie, Banffy hat auch thatsächlich noch nicht gewagt, entsprechende Mechanit, Aftronomie, Geodäfie). 4. Physikalische und chemische Wissen die bisher für alle ungarischen Regierungen sich prostituirte schaften und deren Anwendung( Phyfit, Chemie, Meteorologie, physt- tauchen jetzt Gerüchte auf, daß der ungarische Ministerpräsident fich Armen und Enterbten unzugänglich. talische und chemische Industrien). 5. Beschreibende Naturwissen mit der Opposition versöhnen wolle. Gegen eine Ermöglichung der schaften( Geologie, Mineralogie, Botanit, Zoologie, Anatomie, parlamentarischen Verhandlungen will Banffy zurücktreten, natürlich wissenshunger ist der Zauberstab, der sie eröffnet. Darum müssen Physiologie, Anthropologie). 6. Medizinische und pharmazeutische nicht jetzt, sondern in einen ihn genehmen Moment. Dieser die Frauen des arbeitenden Volkes sich selber helfen und eine Stätte Wissenschaften. 7: Angewandte Mechanit, 3ivil- und Marine Vorschlag ist so echt österreichisch, daß man Grund hat, ihn der Hof- schaffen, wo sie geistige Anregungen empfangen, geistige Interessen Ingenieur Wissenschaft, Transportmittel. 8. Landwirthschaftliche partei wirklich zuzutrauen. Banffy iſt unmöglich, er muß fallen, austauschen, wo sie sich aber auch von den Mühen des Tages aus Wissenschaften( Landwirthschaftskunde, Ackerbau, Weinbau, landwirth aber nur nicht jetzt, wo sein Rücktritt die schnellste Lösung bringen ruhen und erquicken können. fchaftliche Industrien, Gartenbau, Waldbau, Jagd, Fischerei.) würde. Vorher muß Ungarn noch ein bischen in Grund und Boden 9. Volkswirthschaftslehre, Gesetzgebung, Statistit. Gründet Arbeiterinnenvereine! Das ist unser dritter Neujahrs10. Sozial- hinein regiert werden, dann kann der Mohr gehen. Vorläufig wunsch. wissenschaften( Sozialökonomie, Hygiene, Armenpflege). 11. Koloni thut er noch seine Schuldigkeit: er hat sein offiziöses Leiborgan fation und graphische Wissenschaften( Geographie, physikalische sogar zu einem Angriff gegen Deutschland hergegeben, ganz gegen dürfnisse des Augenblicks befriedigen, heißt für uns zugleich Stufen Alle unsere Wünsche jedoch streben weiter hinaus. Die Bes Geographie, Erforschungen). 12. Industrie und Handel im All- alle bisherige ungarische Politik. Man kann nur wünschen, daß in Ungarn so schnell als möglich eine klare Entscheidung fällt, bevor bauen, auf denen wir aufwärts steigen zu dem Gipfel, der die flerifale Hofpartei Oesterreich und Ungarn vollständig in der unsere Zukunft tragen soll. Wir verwerfen jede Arbeit, die Gewalt hat. nicht dem Ziele dient, und halten jede Kraft für vergeudet, die nicht Ein recht zweifelhaftes Geschent ist den an die Landespolizei auch dafür eingefeßt wird. Das Jahr 1899 ist die Sylvesternacht aur Befferung" leberwiesenen vom Minister des Innern zugedacht. des Jahrhunderts. Wie wir Rückschau halten auf das, was war, In besonders gearteten Fällen soll die Beschlußfassung über die Festfegung einer burch richterliches Erkenntniß für zulässig erachteten Ein Vercin zur Beruhigung der Gemüther ist in Frankreich so halten wir Vorschau auf das, was sein wird. Wir prüfen unsere Sorrettionsnachhaft borläufig ausgesetzt werden können. gegründet worden. Aus Paris meldet man vom Sonnabend, 31. De- Streitkräfte, um danach zu beurtheilen, was wir im kommenden Es darf das jedoch nur unter folgenden Bedingungen geschehen: zember: Mehrere monarchistische Persönlichkeiten, darunter der Jahrhundert leisten werden. Und dabei sehen wir, daß 1. Der Verurtheilte darf das fünfundzwanzigste Lebensjahr Akademiker Herzog von Broglie, Brunetière, Coppée, d'Haufsonville, viele, viele noch unschlüssig abseits stehen. Frauen des ar noch nicht überschritten haben; 2. auf Ueberweisung Lemaitre, Heredia und Lavedan gründeten eine neue La Petite beitenden mit sehen wir, bleichen Kindern an die Landes- Polizeibehörde darf bisher noch nicht erkannt Française" betitelte Liga, welche anstrebt, eine Beruhigung den Händen, Mädchen mit früh verhärmter Jugend, die noch nicht worden sein; 3. der Nachweis über die Erlangung eines der Gemüther herbeizuführen und die durch die Dreyfus den Muth gefunden haben, für ihr und ihrer Kinder Recht auf Glück ordentlichen unterkommens und dauernde Beschäf- Angelegenheit verursachten Zwistigkeiten beizulegen. gemeinen. Korrektionshaft. ait = Frankreich. " Wolfes tigung muß erbracht werden; 4. der Verurtheilte ist zu ver- In dem hierauf bezüglichen Aufruf erflären die Veranstalter: mit uns zu kämpfen. pflichten a) fich den ihm polizeilicherseits aufzuerlegenden Befie feien über die immer noch fortdauernde Agitation sehr erregt Daß sie alle, alle kommen mögen, daß in jede Hütte, in jede fchränkungen in bezug auf den Aufenthalt an bestimmten und überzeugt, daß diefelbe noch fortdauern könne, ohne die Dachlanımer, in jeden Keller unser Kriegsruf schalle, der zugleich einzelnen Orten, insbesondere Gast- und Schankwirth Lebensinteressen Frankreichs in Frage zu stellen und ganz be- ein Ruf des Friedens und der Freude ist das ist unser letzter fchaften, zu unterwerfen, b) ohne Erlaubniß der sonders diejenigen Interessen, welche sich in den Händen der nationalen und größter Neujahrswunsch! Lily Braun. Orts Polizeibehörde seinen Wohnort nicht zu Armee befinden. Sie sind auch überzeugt, wenn sie dies sagen, verlaffen, c) fich im Falle eines genehmigten Wohnortwechsels damit die Meimmg, ganz Frankreichs zum Ausdruck zu bringen. Sie innerhalb 24 Stunden nach der Ankunft bei der Orts- Bolizei- haben beschlossen, in den Grenzen ihrer profeſſionellen Pflichten zu Fabrikinspektorat und Frauenbewegung. behörde des neuen Wohnortes persönlich zu melden. Die Verfügung handeln, 11m die Tradition des französischen Vaterlandes über die vorläufige Ausfegung des Beschlusses ist dem Wer mit den Fortschritten der Ideen und mit den Sitten Zu diesem Thema wird uns in Bezugnahme auf eine Notiz in urtheilten durch die Orts- Polizeibehörde des Entlaffungsortes zu zu vereinigen und sich untereinander zu gruppiren mit Nr. 303 des Vorwärts" aus der proletarischen Frauenbewegung Vaterlande nüßlich zu fein geschrieben: Schon seit Jahresfrist hat sich in der Arbeiterinnenhinzuweisen, daß, wenn er den unter 4 aufgeführten Verpflichtungen und dies mit Wort und That zu erreichen zu suchen. Sie bewegung eine freiwillige Schutztruppe der Arbeiterinnen gebildet, nicht nachkommen oder in seinem Verhalten zu Ausstellungen hoffen, durch ihr Beispiel die Solidarität, welche alle Generationen die sich die Aufgabe gestellt hat, an bestimmten Abenden Anlaß geben, insbesondere sich dem Müßiggange, dem Trunke eines großen Kriegsvolles unter sich bereinigen muß, herbeizuführen. in der Woche Rath in Arbeitsangelegenheiten Bu ers oder bei weiblichen Personen der gewerbsmäßigen Unzucht Es ist nicht anzunehmen, daß durch diese Redensarten der Kampf theilen und eventuell Beschwerden dem Fabrik Inspektor hingeben sollte, sofort seine Unterbringung in einem Arbeitshauseums Necht, der jetzt in Frankreich geführt wird, an seiner Kraft ver- zu übermitteln. Zur eigenen Belehrung hatten die betreffenden innerhalb der gefeßlich zulässigen Frist von zwei Jahren erlieren wird. Frauen einen Kursus über Arbeiterschuß- Gesezgebung bei einem namhaften Juristen gehört. Die korrettions- und Arbeitshäuser werben zum großen Theil nicht von den schweren Verbrechern, sondern meist von jenen unverbefferlichen Bagabunden", ben„ Arbeitsscheuen" bevölkert, Sie zu wiederholtenMalen wegen BetteIns und Landstreichens borbestraft sind. Diese Besserungsanstalten" sind so gefürchtet, daß Daily News" in Tschunting hat seinem Blatte telegraphirt, daß liegen muus threm ausgesprochen bourgeoisen Charakter es ferm " " folgen würde. Von der Verfügung hat die Landes- Polizei- Zur Dreyfus Sache meldet ferner noch die„ Volonté", der behörde die Orts- Polizeibehörde des gewählten Wohnortes zu Kaffationshof habe verschiedene Personen aus der Umgebung Es dürfte selbstverständlich erscheinen, daß die Arbeiterinnen aller benachrichtigen. Esterhazy's vernommen, u. a. dessen Geliebte, Madame Pays, Betriebe in erster Linie darauf aufmerksam gemacht werden, deren Aussagen schwere Beweise für die Schuld Esterhazy's fich an eine der im Vorwärts" sowohl wie in den Gewerkschafts ergeben hätten. blättern bekannt gegebenen Adressen zu wenden, anstatt sich bei Afien. tuse teg den Leiterinnen der bürgerlichen Frauenbewegung Rath zu holen, Shanghai, 81. Dezember. Der Korresondent der North China denen bei ihrem ausgesprochen bourgeoisen Charakter es ferm das der Proletarierin wahrzunehmen. Wir von heruntergekommenen Judividuen, denen wiederum das Arbeits- zwischen den Aufständischen und den kaiserlichen Truppen am 27. 58. lassen deshalb nochmals den erst vor kurzem erschienenen Aufruf haus in Aussicht stand, schwerere Vergehen begangen wurden, bei Sahchiaotsang(?) eine große Schlacht stattgefunden habe, in folgen und bitten besonders die Gewerkschaftspresse, diesen Aufruf um sich ins 8uchthaus zu retten. Es ist also wohl anzu welcher die letzteren Sieger geblieben seien. abzudrucken. nehmen, daß die meisten ernstlich bestrebt sein werden, Aus Shanghai wird ferner den Times" gemeldet: Amtlich dem Arbeitshause zu entgehen. Nun stellt aber das Ministerium wird berichtet, daß die chinesische Regierung, froß der von dem Bedingungen, die gerade von jenen Dellasfirten am allerfchiversten britischen Gesandten erhobenen Einsprache, die Forderungen bezüglich erfüllt werden können. Bei der heutigen Lage des Arbeitsmarktes einer ausschließlichen Erweiterung der französischen ist kein Arbeiter, auch der tüchtigste nicht, sicher, dauernde Be- Niederlassung in Shanghai bewilligt hat. Dies ist die Folge schäftigung zu haben, am allerwenigsten ein Mensch, der in der einer in Beling ausgeübten Breffion. Die Fremdengemeinde von Regel nicht blos physisch, sondern durch sein Mißgeschick moralisch Shanghai soll dieser Erweiterung der französischen Niederlaffung heruntergekommen ist, und der zum Ueberfluß auch noch durch ent entschieden abgeneigt sein. ehrende Strafen gebrandmarkt ist, woran natürlich der ehrbare Unternehmer Anstoß nimmt. Kurz, alles trifft zusammen, um den armen Teufeln das Fortkommen schwer zu machen. Und troydem diese harten Bedingungen, von den übrigen Beschränkungen der persönlichen Freiheit ganz zu schweigen. " Zu einer gründlichen Reform fann man sich im rückständigen Polizeistaat nicht entschließen. Ausland. W *** Neujahrswünſche für Deutschlands Arbeiterinnen. Die Menschen pflegen einander zum neuen Jahre Glück zu wünschen, und sie erwarten dieses Glück in allen feinen Formen als ein Geschenk Gottes oder des Schicksals, das ihnen ohne eigene Anstrengung in den Schooß fallen soll, ungefähr wie die Weihnachtsgaben der Kinder, die die Eltern ihnen auf den Wunschzettel hin schenten. dan hatingre Die Krise in Oesterreich Ungarn. Endlich, endlich steht Ungarn dort, wo Oesterreich seit zwei Jahren Nun würde es uns zwar nicht schwer fallen, einen langen, sich befindet, vor der vollständigen Aufhebung der Vers faffung: die Kamarilla freut sich über dieses Neujahrsgeschent. langen Wunschzettel im Namen der Frauen des arbeitenden Baron Banffy hat den Termin überstanden, bis zu dem er den Volkes auszufüllen, aber wir glauben weder an den WeihnachtsAusgleich und das Budget verfassungsmäßig bewilligt hätte bemann, noch an jenes märchenhafte Schicksal, das sich für sie meist fommen müssen. Ueber den Ausgleich hat ihm ein kaiserliches Hand- sehr prosaisch im Ausbeuter, im Polizisten und schließlich auch im schreiben hinweg geholfen, in dem das Quotenverhältniß für die Staatsanwalt verkörpert, oder die Gestalt weiland Minister v. Köller's Dauer des Jahres 1899 unverändert aufrecht erhalten bleibt. So annimmt, dessen Geist wieder durch die Lande spukt. Wir, die wir weit, so gut. Auch verfassungsmäßig hätte die Krone eingreifen teine Utopisten und keine Priester sind, die ihre Gemeinden auf den müssen, da fich die beiderseitigen Quotendeputationen nicht einigen Sankt Nimmerleinstag vertrösten, auch keine Märchenerzähler, die konnten. Aber der Ausgleich besteht noch aus mehreren Gesezes die Kinder durch buntes Gaufelspiel über die Wirklichkeit hinweg zu borlagen, die in jedem der beiden Barlamente selbständig verhandelt und angenommen werden müssen, damit sie gefegliche täuschen versuchen, wir schreiben keine Wunschzettel mehr, deren ErGeltung haben. Nun, in Oesterreich haben wir ja den§ 14, wenn füllung vom Schicksal" abhängt, und wünschen kein Glück mehr, das Barlament nicht nachgeben will, und der ist jetzt prompt an- das wir uns nicht durch eigene Kraft zu erobern vermögen. 11 An die Arbeiterinnen Berlins! Die Unterzeichneten treten zur Wahrung des Schutzes der Arbeiterinnen mit folgender Bekanntmachung an Euch heran: Die Bestimmungen der Gewerbe- Ordnung, die zum Schutze der Arbeites rinnen und fitgendlichen Arbeiter erlassen sind, werden vielfach seitens der Unternehmer nicht beachtet und die Rechte der Arbeite rinnen gefürzt. Durch Gesetz ist folgendes bestimmt: Dauer der Arbeitszeit für Arbeiterinnen über 16 Jahre höchstens 11 Stunden täglich mit einstündiger Mittagspause; an Vorabenden bon Sonn- und Festtagen 10 Stunden; die Arbeitsstätte muß spätestens 51/2 1hr verlassen sein. Jugendliche Arbeiter von 14-16 Jahren dürfen mur täglich 10 Stunden mit einstündiger Mittagspause sowie je stündiger Frühstücks- und Vesperpause beschäftigt werden. Kündigung und Entlassung. Gründe für sofortiges Berlassen der Arbeit sind z. B.: Unfittliche Angriffe der Arbeitgeber oder, deren Vertreter, sowie Thätlichkeiten, grobe Beleidigungen, uns regelmäßige Lohnzahlung, bei Affordarbeit nicht ausreichende Bes Arbeiterinnen eine 14 tägige; jedoch kann durch gegenseitige Vereinschäftigung u.. w. Die Kündigungsfrist ist für Arbeitgeber wie barung dieselbe ausgeschloffen werden. Wenn Kündigungsfristen bestehen, müssen dieselben für beide Theile gleich sein. Ausstellung von geugnissen. Die Arbeiterin hat das Recht, ein Zeugniß über Art und Dauer ihrer Beschäftigung zu verlangen; besondere Merkmale, die Schädigung der Arbeiterin zur Folge haben fönnen, sind ungesetzlich und zurückzuweisen. von Strafgeldern müssen in der Fabrikordnung, die aushängen muß, Strafgelder. Bestimmungen über Lohnabzüge in Form bekannt gegeben sein. Jede Verhängung von Strafgeldern muß der Arbeiterin ohne Verzug mitgetheilt werden. von Strafgeldern müssen in der Fabrikordnung, die aushängen muß, Hygienische und Schuhmaßregeln. Ungesunde Arbeitsräume. Ankleideräume, Waschvorrich Itungen und getrennte Aborte. Arbeitsräume, Betriebs vorrichtungen, Maschinen und Geräthschaften find vom Arbeitgeber genöthigten Kampfe zu unterstügen. Unsere Sträfte find burch die so einzurichten und zu unterhalten, daß die Arbeiterinnen gegen vorhergegangenen Kämpfe erschöpft. Unser Sieg wird aber ein vollGefahren für Leben und Gesundheit geschützt sind. Es ist für ständiger Sieg der arbeitenden Klasse in Krefeld überhaupt sein. genügend Licht, reine gute Luft, Beseitigung von Staub und AbDrum ans Werk! Es gilt einen echten Klassenfampf I fällen au forgen; ebenso sind Schugvorrichtungen an Maschinen anzu Krefeld den 30. Dezember 1898. tringen. In Anlagen, deren Betrieb es mit sich bringt, daß bie Arbeiterinnen sich umkleiden und nach der Arbeit reinigen, müssen ausreichende, für beide Geschlechter getrennte Ankleide und Wasch räume vorhanden sein. Die Bedürfnißanstalten müssen in genügen. der Zahl vorhanden und so eingerichtet sein, daß Sitte und Anstand nicht verlegt werden. Arbeiterinnen, achtet darauf, daß vorstehende, zu Eurem Schuße erlassene gefegliche Bestimmungen von Euren Arbeitgebern durch geführt und innegehalten werden. Eure Abhängigkeit Furcht vor Entlassung, sowie Schamgefühl halten Euch oft davon zurüd. längst ertannte Mißstände den zuständigen Behörden, den Fabrifinspektoren, zu unterbreiten. Um es den Arbeiterinnen zu ermöglichen, ohne Nachtheile für ihre Eristena die Mißstände in den Arbeitsstätten zu beseitigen, find nachstehende Personen bereit, wahrheitsgetreue Be schwerden entgegenzunehmen und für schleunige Abhilfe Sorge au tragen. Die Namen der Beschwerdeführer werden streng geheim gehalten! Frl. Baader. Strausbergerstr. 28, b. IV. Frau Rauschte. Rostoder Straße 47, Stfl. II. Frl. Haase, Alexanderstr. 15, o. IV Frau Jung. Gräfestr. 6, 2. of I. Frau Luz, Buttkamerstr. 7, Keller. Frau Mesch, Lhchenerstr. 3, linker Aufg. IV. Frau Ties, Blumen Straße 63, I. c. Frau Schneider, Höchstestr. 29, L. Frau Sprung. Mariannen- Ufer 7, Hof III. Sprechstunde Mittwoch, abends 7 bis 9 Uhr. Rudolf Millarg, Gewerkschaftsbureau, Annenstr. 16, I Alle Wochentage von 9-1 und 6-8 Uhr. der Partei- Nachrichten. " . wesen fet, ber fich ben erzielten Berbienft nach Abzug ber Schleusen. tosten mit den Helfern getheilt habe. Ein Kontrattbruch fonnte nicht anerkannt werden, weil Krankheit, als Unfähigteit zur Fort segung der Arbeit, die Arbeiter vom Vertrag und von der Innehaltung der gefeglichen Kündigungsfrist entbindet. Unzuständigkeit des Gewerbegerichts. Die verschiedenen Kammern des Gewerbegerichts haben in letzter Beit vielfach übers einstimmend entschieden, daß das Gewerbegericht unzuständig sei für Streitigkeiten, die aus der nicht rechtzeitigen Aushändigung der Legitimationspapiere( Krankenkassenbuch und Invalidenkarte) ent Oft nahm Gewerkschafts Kartell, Rrefelb. Deutscher Textilarbeiter Verband. Filiale Krefeld. Niederrheinischer Weberberbanb, Krefeld. alle Schriftstüde richte man an das ständige Bureau: 2udwg Vallen, Krefeld, Blumenstr. 70. Geldiendungen an stehen. erm. Baer. Krefeld, Kaiserstr. 18. Auch lehnt das Gericht ab, über Ansprüche wegen Nichtaushändigung der Beugnisse aus früheren Arbeits. Sämmtliche arbeiterfreundliche Blätter werden um abbrud verhältnissen als dem, bas gerade in betracht tommt, gebeten I zu entscheiden. Früher war die Braris des Gerichts gegens Ein Brivattelegramm meldet uns: Der allgemeine über den erwähuten Rechtsstreitigkeiten schwankend. Ausstand der Weber ist unabwendbar. Die christlichen Arbeiter sind es an, daß es sich dabei um Leistungen und Entschädigungserbittert über die Saltung der Zentrumspreffe, welche wie bie liberale ansprüche aus dem Arbeitsverhältniß Handele, und erklärte sich gemäß § 3 Nr. 2 des Gewerbegerichts- Gefeßes für zuständig. Diese auch die tapitalistischen Interessen vertritt. Die Arbeiter stehen ein im Vorwärts" wiederholt vertretene Auffassung hat das Gericht müthig und geschlossen da. icheinbar jezt gänzlich fallen gelassen, und zwar beruft es sich auf der ordentlichen Gerichte gehen dahin, daß der genannte§ 8 die Urtheile der Landgerichte und des Reichsgerichts. Die Entscheidungen Buständigkeitsfrage erschöpfend regele und daß sich die fraglichen Ansprüche unter eine feiner Bestimmungen bringen ließen. Ins besondere seien diese Forderungen nicht solche aus dem Arbeits. verhältniß, das, rein äußerlich genommen, ben Streit veranlagt habe. " Die behaupten, auch der Sam met weber. Streiffei eine Wirkung . Post entblödet fich auch jezt noch nicht, von neuem zu fozialdemokratischer Verhegung Auch die Zentrums presse spreche sich entschieden gegen die Forderungen der Sammet weber und die Ausstandsbewegung aus Zum theil mag das legtere richtig sein auf alle Organe des Zentrums trifft es nicht zu- ist aber fein Beweis für das Unberechtigte der Forderungen. Der Ausstand scheint nach dem oben zum Abdruck gebrachten Aufruf im Gegentheil bolla af berechtigt. Wenn felbft die im fatholischen Verbande organisirten Arbeiter ihre, ihnen von den Kaplänen eingetränkte Boreingenommenheit gegen die fozial demokratisch" organisirten Berufsgenoffen aufgeben und mit ihnen Schulter an Schulter fämpfen, jo genügt das, um die Expektorationen der Post" als ganz gemeine Heze gegen die Arbeiterschaft zu tenn zeichnen. von " Gerichts- Beifung. • Ein sauberer Fabrikdirektor. Kann ein Fabrifdirektor gegen die Bertragsbestimmungen seiner Anstellung wegen unfittlichen Verfehrs mit den Arbeiterinnen der Fabrik sofort ohne Entschädigung entlassen werden? Diese Frage beichäftigte am 30. Dezember 1898 Das ,, Samburger Echo" schreibt: Troßdem sowohl in unferem den 11. Zivilsenat des Kammergerichts Der Sachverhalt ist folBlatte als auch im Vorwärts" und anderen Partei Organen flipp und klar die Thatsache konstatirt worden ist, daß die hier projeftirte dung des Wolfffchen Depeichen Bureaus von Bum theil im Widerspruch mit obigem steht die folgende Mel. gender; Am 1. Mai 1897 wurde der bisherige Generalvertreter Sonn der Filzfabrit Adlershot Attiengesellschaft zu Konsum, Bau und Spar Genoffenfchaft mit abend Abend: Heute erfolgt die Veröffentlichung der Adlershof bei Berlin, Schillbed, zum Direktor dieser Gesells fozialdemokratischen Partei garnichts zu den bereinigten Firmen der Sammetbranche aufgestellten schaft mit einem Jahreseinkommen von 6000 M. auf die Dauer von vier thun hat, fährt die gegnerische Bresse in wohlerwogener Absicht Lohnliste, welche am 15. Januar in fraft treten soll. Der Jahren angestellt, so daß ihm also die Stellung erst im Juli 1901 zu fort, diese Gründung als eine jozialdemokratische" zu bezeichnen niederrheinische Verband der christlichen Textilarbeiter nahm in einer Neujahr 1902 unter normalen Verhältnissen hätte gekündigt werden Die ultramontane Germania" schreibt:„ Die Sozialdemokraten in gestern Abend stattgehabten Versammlung eine Rosolution an, in fönnen. Bereits am 13 Januar 1893 erhielt Direktor Sch. ein Hamburg" hätten in mehreren Versammlungen über diese Gründung welcher fämmtliche Verbandsweber sich gegen den Ausstand, aber Schreiben von dem Vorsitzenden des Aufsichtsraths, Herrn H., in berathen und diese beschlossen". Demgegenüber stellen wir an dieser auch gegen die neue Lohnliste aussprechen und zur Prüfung der welchem ihm dieser mittheilte, daß er( Sch.) auf grund eines Stelle nochmals fest, daß die betreffenden Berathungen in drei Ver- felben die Einfegung einer gemischten Kommission, wie sie bei der Aufsichtsrathsbeschlusses seine Stellung sofort aufzugeben habe. Es fammlungen der Hamburger, Altonaer und Wandsbeker Gewer! Stoffbranche besteht, fordern. hatte sich nämlich das Gerücht verbreitet, welches später durch fchaftsvorstände und Kartellbelegirten stattgefunden haben Zeugenaussagen erhärtet wurde, daß der Direktor zu wiederholten und daß da die Gründung mit 172 gegen 66 Stimmen beschlossen Malen zwei Fabrikmädchen unter Mißbrauch seiner Stellung zur worden ist. Es tann also nicht davon die Rede sein, daß„ die Duldung unsittlicher Handlungen gezwungen habe, die zum theil mit Sozialdemokraten Hamburgs" den Beschluß gefaßt haben. Die hiesige, Entrüstung zurückgewiesen, zum theil geduldet worden waren. Außer fowie die Altonaer und Wandsbeker Partei haben sich noch garnicht dem soll der Direktor Sch. den Vorsitzenden des Aufsichtsraths öffent it der Angelegenheit beschäftigt. lich einen Lumpen genannt haben, den er erschießen werde; was gelegt, durch Mißgriffe aller Art das Unternehmen schwer geschädigt seine dienstliche Thätigkeit anbetrifft, so wurde Herrn Sch. zur Last zu haben. Als nun Sch. besagten Brief erhielt, verließ er die Stellung sofort. tam aber am Ende des Monats Januar, also zwei Wochen später, wieder und verlangte Auszahlung des Monatsgehalts von 500 M. Dieses wurde ihm verweigert, worauf Sch. einige Gesellschaft hervortrat: Er verlangte 2500 Monate die später mit folgendem Klage- Anspruch gegen Gehalt, ferner Erfaz des ihm durch die Entlassung bereits M. rückständiges entstandenen und inzwischen noch entstehenden Schadens und Aner fennung feitens der Gesellschaft, daß seine Entlassung zu unrecht gehauptete aber, daß dieses bei seiner Entlassung noch nicht ruchbar schehen sei. Sein unfittliches Verhalten gab er vor Gericht zu, be gewesen, also nicht der Entlassungsgrund gewesen sei, vielmehr be tehe dieser darin, daß er sich mit dem Vorfigenden des Aufsichts. Soziales. Die neue Bundesraths.Verordnung über die Beschäftigung von Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern in Warum Eleanor Marx in den Tod ging das war, fo Biegelei en tritt mit dem heutigen Tage in Kraft. Sie gilt bis veit der leitende Beweggrund in Frage kommt, von Anfang an jedem Freunde der Todten klar. Dr. Aveling hatte ihr Ver- Januar 1904. So vieles die Verordnung auch zu wünschen übrig trauen schmählich getäuscht. Was an Einzelheiten seitdem veröffentlicht läßt. Aufgabe der Arbeiter des Zieglergewerbes bleibt es dennoch, worden ist, hat auf das Gesammtbild des tragischen Ereignisses wenig bei ihrer Durchführung energisch behilflich zu sein. oder kein neues Licht geworfen. Das gilt auch von den Mittheilungen Stats Hardie's in der letzten Nummer des englischen Labour Leader. Der Führer der Unabhängigen Arbeiterpartei" erzählt da, in dem geheimnißvollen Briefe, den Eleanor am Morgen ihres Tobestages erhielt, habe gestanden, Aveling fei am 30. Juni 1897 mit einer Miß Eva Frye standesamtlich getraut worden. Ob das im Briefe stand, wissen wir nicht, denn Eleanor Mary hat nur Aveling Mittheilung von dem Briefe gemacht, und Abeling hat ihn erriffen, ohne sich über den Inhalt aus zulassen. Den Schreiber oder die Schreiberin des Briefes aber fennen wir nicht, obgleich allerhand Vermuthungen umlaufen. Es steht jedoch fest, daß nach Aveling's Tode sich eine Frau als seine Wittwe gemeldet und auf seine Erbschaft Anspruch erhoben hat. In der Wohnung dieser Frau ist er auch gestorben. Es wird, sofern wir gut unterrichtet sind, bald ein Bericht erscheinen, in welchem, unter Weglaffung des nicht vor die Oeffentlichkeit Gehörigen und unter Ausscheidung des unvermeidlichen Klatsches, die einfachen Thatsachen dargelegt werden. wird berichtet, daß in der bei Itwaffer gelegenen Segen Vom preußischen Bergbau. Aus dem Waldenburger Revier Gottes. Grube vier Bergleute durch Herabstürzen des Förderforbes einen jähen Tod gefunden haben. forbes einen jähen Tod gefunden haben. Weiter wird uns aus Oberschlesien geschrieben: Schon wieder ein Seilbru Gotthardschacht!! Am 29. Dezember in den Frühstunden eruch, und wiederum auf den durch Seilbruch berüchtigten eignete et fich. Es ist ein großes Glüd, daß kein Menschenleben dabei zu Grunde gegangen ist. Ein großes Grubenunglüd ist ferner auf dem Kaiser Wilhelmschacht noch zur richtigen Zeit von rathes einem Maschinenwärter verhütet worden. Auch hier handelte es sich ihm um die Fördermaschine, an der etwas schadhaft geworden war. zu verschaffen; im hätte der wärter nicht rechtzeitig die Dampfbremse eingreifen lassen, so wären unfehlbar 20 Mann in den Schacht gestürzt. " Demokratie auch fein?" : weil überworfen habe. er fich geweigert hatte, von durch Diskontirung Atzepten weitere Geldmittel übrigen fei bereits bei feinem Dienstantritt die Lage der Gesellschaft die denkbar schlechteste ge wesen: Geldmangel, unbefriedigte Gläubiger, Indisziplin hätten ihm Das Kammer Auch die Raiffeisen Vereine versuchen sich jetzt im Kampfe feine Stellung zu einer fast unmöglichen gemacht. gegen die Sozialdemokratie. In dem Dorfe Popellen im oft gericht fam indessen in Uebereinstimmung mit der Vorinstanz zu dem preußischen Kreise Labiau besteht eine Filiale der Raiffeisenvereins. Erkenntniß, daß sich Direktor Sch. durch sein unfittliches Verhalten Polizeiliches, Gerichtliches u. f. w. Darlehnskaffe, der insbesondere fleine Befiger als Mitglieder an in feiner Stellung unmöglich gemacht habe, sodaß die plögliche Ent -Er läßt nicht locker, der Herr Erste Staatsanwalt echt gehören. Bei der letzten Wahl hat sich gezeigt, daß die Sozial. lassung ohne jede Entschädigung schon aus diesem Grunde boll be fn Insterburg. Mehrere Wahlflugblätter unserer Stönigs. unter den Kleinbauern zahlreiche Anhänger berechtigt gewesen sei. hat. Natürlich find auch unter den Mitgliedern der berger Parteigenossen hatte er beschlagnahmen lassen und die Staats. Rohe Prügel Pädagogik. Der Volksschullehrer rana anwälte in Bartenstein und Lyd waren ihm nachgefolgt. Die Raiffeisen- Vereine viele, die ihrem politischen Bekenntniß alte in Leschnig hatte dem Verbote zutvider drei Schülerinnen an nach zur Sozialdemokratie gehören. Deshalb wurde Göttin Themis war Herrn Hecht und seinen Kollegen aber offenbar der Mitgliederfißung der Popelker Filiale über die Frage verhandelt: 26. September wegen Amtsvergehens zu 20 M. Geldstrafe verin den Kopf geschlagen und ist dafür vom Landgericht Oppeln am nicht hold gesinnt. Das Gericht in Bartenstein, in welchem nicht hold gesinnt. Das Gericht in Bartenstein, in welchem Dürfen Sozialdemokraten auch Mitglieder des Raiffeisen- Vereins urtheilt worden. Orte die Staatsanwaltschaft den verantwortlichen Verleger der Seine Revision wurde vom Reichsgericht Flugblätter, Genossen Ra futt aus Königsberg, angeflagt hatte, berworfen. Er hatte behauptet, es feien gar keine Gesundheits stellte das Verfahren ein Unter Zustimmung der Mehrheit der anwesenden Raiffeisen- fchädigungen festgestellt und die Verfügung, daß nicht an den Kopf und bor dem Landgericht in 2nd erzielte Rafutt Freisprechung. Herr Hecht Bereinler beantwortete der Pfarrer D. die Frage dahin, daß geichlagen werden dürfe, gelte nicht mehr. hatte seinerseits nicht den Verleger Ratutt, sondern eine Anzahl der Sozialdemokraten nicht Mitglieder des Vereins sein dürften, der die Aufgabe hat. für die Interessen der noth- Leipzig, 30. Dezember. Das Reichsgericht bestätigte heute Verbreiter der Flugblätter angeflagt. aber das Landgericht in Insterburg fand an diesen ebenfalls feine Schuld und sprach sie leidenden Landwirthschaft und der kleinen Besiger zu wirken. ein Erkenntniß des Tilfiter Landgerichts, wonach der Redakteur Die Sozialdemokraten wollten den Mittelstand vernichten. Die Reinte boni Tilsiter Echo"( einem Blatte, das sich als fämmtlich frei. Nun, nachdem seit der Verbreitung der Flug fozialdemokratisch gefinnten Mitglieder möchten sich an die sozial- fozialdemokratisch bezeichnet, aber mit unserer Bartei gar nichts zu blätter viele Monate vergangen sind, hat Herr Hecht gegen St a fuit bemokratischen„ Hezer" wenden, wenn sie in eine wirthschaftliche thun hat) wegen Beleidigung der Beamten des„ Phönix" in Hamburg, Anklage erhoben und zwar, wie unser Königsberger Partei- Organ Rothlage gerathen Es wird ihnen anheim gestellt. innerhalb vier eines Poſtdirektors, einer Frau und mehrerer Justizbeamten, in mittheilt, wegen gang derselben Säße, die schon von Wochen freiwillig auszutreten: thun sie das nicht, dann werden sie Gemeinschaft mit dem Buchdruckereibefizer Jankus, dem Heraus geber Alex Wassil und dem Schriftfeßer Schud zu Es handelte sich um Man hat bisher allgemein angenommen, die Raiffeisen Ge- Gefängnißstrafen verurtheilt worden sind. ste doch noch übertroffen werden wird von der Konsequena berpolitische Zwede verfolgen. On bewunderungswürdig; man wird aber wohl annehmen dürfen, daß nossenschaften feien rein wirthschaftliche Vereinigungen, die feinerlei Artikel, deren Berfasser ein später dem Irrenhaus überwiesener Arzt gewesen ist, der auch das Geld zur Gründung des Blattes Richter. gegeben hatte. Die Verurtheilung des Schriftfepers Schuck wurde Von der Beschäftigung des Tabakentrippens ist der im An Milzbrandvergiftung starb in Sprottau, laut ärzt- bamit begründet, daß er die korrettur gelesen, also die Dalberstädter Gefängniß weilende Rebafteur Meyerlicher Bescheinigung, eine Frau, die in einer Lederfabrit be- Thätigkeit ausgeübt" habe, die bei kleinen Beitungen der Redakteur vorläufig wegen seines wenig befriedigenden Gesundheitszustandes schäftigt war. ausübt". entbunden worden. Auch darf er jegt, wenn auch in beschränktem Nach diesem Entscheid werden die Buchdruderei- Korrektoren gut Konzentration des Kapitals. Wie die Blätter berichten, ist vor einigen Tagen von einem Konsortium unter Führung der thun, erst einige Semester Jurisprudenz zu studiren, Berliner Bant und der Firma Leopold Friedmann in bevor sie sich auf den Striegspfad gegen den Druckfehlerteufel be. Berlin die Umwandlung der Werkzeug- Maschinenfabrit von Gustab geben, dessen Bekämpfung ja ihre hauptsächliche Aufgabe ist. Krebs in Halle a. S. in eine Aktiengesellschaft unter der Firma Deutsch- amerikanische Werlzeug maihinenfabrit diei verschiedenen Gerichtshöfen für straffrei ertlärt worden sind. Die Ausdauer des Herrn Hecht ist jedenfalls Maße, Bücher lesen. Aber die Lektüre einer Zeitung und die Selbst beschäftigung sind ihm, wie die Halberstädter Arbeiter- Beitung" weiter mittheilt, nach wie vor nicht bewilligt! Die Lohnbewegung der Krefelder Weber. Aufruf an alle Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Freunde! Brüder! Ein gewaltiger, fiegreicher Kampf liegt hinter uns i die Aussperrung der Krefelder Stoffweber und jetzt haben die Sammetweber einen noch hartnädigeren Kampf durchzufechten. Bereits 600 befinden sich im Streit und in einigen Tagen werden es 2000-2500 sein. Der Fabrikantenverband sucht unter der scheinheiligen Be theuerung, einem langgehegten Wunsche der Sammetweber nachzu kommen, diesen eine neue Normal Lohnliste aufzuzwingen, welche thatsächlich eine Lohnreduzirung von 5-15 pet. enthält. Auf allen Fabritversammlungen hat man die Lohnlifte nach allen Seiten hin geprüft und immer und überall wurde ein Lohnausfall von 2-8 m. pro Woche herausgerechnet. Die Sammtweber ausfall von 2-3 M. pro Woche herausgerechnet. Die Sammtweber waren deshalb mit der Einführung nicht zufrieden und werden nun unbarmherzig auf's Pflaster geworfen. Kollegen Arbeiter! Seit Anfang dieses Jahres beginnt sich hier in der schwarzen Ede unter der Arbeiterschaft das Klassen bewußtsein und Organisationsbedürfniß zu heben. Auch hier hat man endlich eingesehen, daß alle christlichen Tiraden den Arbeiter vor dem Untergang nicht retten tönnen und deshalb der Arbeiter zum Arbeiter gehört. hinausgeworfen. B borm. Gustav Krebs U.. bewirkt worden. Das Attienkapital Lehte Nachrichten und Depeschen. des neuen Unternehmens beträgt eine Million Mart. Soziale Rechtspflege. Wien, 81. Dezember.( B. S.) Drudschriften, welchen der Poftdebit entzogen ist, dürfen laut einer Verordnung der Ministerien des Innern, des Handels und der Eisenbahn nicht mehr durch Eisenbahnen und Dampfschiffsverbindungen befördert werden. Trieft, 81. Dezember.( B. H.) Infolge der Vorkommnisse bei der ersten Landtags- Sigung haben die slovenischen Abgeordneten dem Ministerpräsidenten telegraphisch ihren Austritt aus dem Landtag angezeigt. Die Frage nach dem Arbeitgeber spielte in dem Prozeß eine Rolle, den der Arbeiter B. wegen rüdständigen Lohnes gegen die Staubichuz Gesellschaft beim Gewerbegericht angeftrengt hatte. Der Vertreter der Gesellschaft wandte vor allem gegen die Klage ein, daß Kläger ein Arbeiter des Schiffers Lüdide gewefen Paris, 31. Dezember.( B. 5.) Aus Montreal kommt die sei, der das Verladen und den Transport von Müll selbständig Meldung, das dortige Blatt Toronto World" veröffentlicht einen unternommen habe. Lüdice habe für die Schiffsfuhre einschließlich sensationellen Artikel über die anglo- amerikanischen Beziehungen, des Verbandes eine bestimmte Summe erhalten und davon seine Helfer Das Blatt erklärt, England sei entschlossen, um sich die Freundschaft bezahlt, auch sei der Kläger von ihm engagirt worden. Demgegenüber sei der Vereinigten Staaten zu sichern, Kanada aufzugeben und an unerheblich, daß das benutte Schiff der beklagten Gesellschaft ge- die Vereinigten Staaten abzutreten. Das Blatt fagt, die Kolonie höre. Der Schiffer Lübide wurde als Zeuge vernommen. Er he- fönne fich auf eine baldige Annektion durch die Bereinigten Staaten fannte fich auch thatsächlich als der Arbeitgeber des Klägers, obwohl gefaßt machen. er der Gerichtshof feststellte. daß die Staubschuß- Gesellschaft den Kläger Paris, 81. Dezember.( B. S.) Cri de Paris" zufolge hat auf ihren Namen angemeldet hatte. Schließlich wurde noch geltend sapitän Lebrun Renault bei seinem Verhör vor dem Kaffations. Er sagte, gemacht, daß der geforderte Restlohn für 41/2 Tag wegen Kontratt- hof sich geweigert, eine direkte Antwort zu geben. fei ihm unmöglich, sich genau zu erinnern, was bruches verfallen fei. Der Kläger konnte indessen nachweisen, daß es er frankheitshalber den Arzt in Anspruch genommen hatte; er be Dreyfus feinerzeit zu ihm gesagt habe. Einer der Kaffations. hauptete, feine Krankheit sei durch die Miasmen des Mülls hof Räthe stellte Lebrun- Renault sodann die Frage, ob verursacht worden.- Die Stammer VII unter dem Vorfiz des Ge- unmittelbar nach dem Sprechen niit Dreyfus den Eindruck Im Bewußtsein. daß die Krefelder Arbeiter resp. Weberschaft werberichters Meier verurtheilte die Staubschutz gehabt habe, daß die Worte Dreyfus ein Geständniß seiner Schuld es nicht nur zurüderstatten, sondern auch an späteren Klaffentämpfen Gesellschaft nach dem klage- Antrage. Der Gerichtshof gewesen seien. Lebrun- Renault antwortete fategorisch: Nein, regen Antheil nehmen wird, richten wir an alle organifirten Arbeiter nahm an, daß der Schiffer nicht der Arbeitgeber des Klägers, man hat mir erst nachher gesagt, daß diese Worte and Arbeiterinnen die dringende Bitte, uns in dem schweren auf- sondern nur eine Art Vorarbeiter der beklagten Gesellschaft ge Dreyfus einem Geständniß gleich kämen." Berantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblatt J Nr. 1. 16. Jahrgang. 1898. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 1. Jaunar 1899. manis die Festsetzung auf den Philippinen, die Einmischung in die rungen zurückwerfen. Vorläufig mnßte man sich hier mit kleinen chinesischen Händel, die Pläne, die Flotte und das Heer zu ver- Mitteln begnügen. Man bestrafte disziplinarisch, ja man entließ mehren, beweisen, daß die Regierung der Welt durch die europäischen aus dem Staatsdienste Beamte, die mit Sozialdemokraten verkehrt Ein ereignißreiches Jahr geht zur Rüste. Für mancherlei Ge- Großmächte im Jahre 1898 aufgehört hat, daß die nordamerikanische hatten, man sehuf die lex Arons, man erklärte Sozialdemokraten, fahetu je, welche die Zukunft bringen wird, werden in ihm die Union fünftig ihr Wort in die Wagschale legen wird, wie die mächtigste in erster Linie einen Mann wie Paul Singer, für unwürdig, SchulWurzein gesucht werden müssen. Besonders haben sich bedeutsame Großmacht Europa's. and Junsod dead behörden anzugehören. Herrn Schönstedt's Grundsatz vom zweierlei Verschiebungen in den internationalen Staatenverhältnissen zuUeber Ostasien lagen geraume Zeit schwere Wetterwolfen, Recht wurde in diesem Jahre durch zahlreiche Fälle illuftritt. An getragen und der Klassenkampf zwischen Proletariat und Kapitalisten man sah dort schon das Feuer des Krieges auffladern. England Gefängnißstrafen, Geldbußen, merkwürdigen Rechtsauslegungen hat flasie hat mannigfache wichtige Entscheidungen gezeitigt. Wir und Rußland waren hart aneinander gerathen im Kampfe um die es wahrlich nicht gefehlt. werfen einen Rückblick auf die innere Politik in Deutschland auf Beute. Vertagt ist wohl der Krieg um China, aber der Friede ist Wir konnten aber auch vollwerthige Quittung abs die internationale Situation, das Abrüstungsmanifest und den Mili- nicht für lange gesichert. China selbst hat schwere innere geben! Am 16. China felbst hat schwere innere geben ↳ Am tarismus und die Kämpfe der Sozialdemokratie im verflossenen Jahr. Verwickelungen durchgemacht; eine Palast revolution nahm wahlen boten uni sprach das Volk! Die Reichstags zur dem Kaiser, der sich Peter von Rußland als Vorbild wuchtiger war ihre Wirkung, als der Kreuzzug gegen die Sozialeines Reformtaisers genommen hatte, die Macht und die demokratie gepredigt wurde wie Amo 1887. Als aber das WahlKaiserin- Wittwe, als Vertreterin der chinesischen Tradition und Re- refultat bekannt wurde, verging den Machthabern alle Freude zum aftion, riß alle Gewalt an sich. Aber auch dieser Staatsstreich wird Festjubel. 2 125 000 sozialdemokratische Stimmen fanden sich in das Eindringen europäischer Einflüsse nach China nicht hemmen. den Wahlurnen, 56 sozialdemokratische Abgeordnete waren gewählt. Wenn England in China nicht voll erreichen konnte, was es er- und hätten wir keine ganz falsche Wahlkreis- Eintheilung, so hätten strebte, so bat es in Afrika vollen Erfolg gehabt. Die Macht des am 16. Juni 108 Vertretern des Poletariats Reichstagsfize gerüstet Mahdi hat es gebrochen, die Niederlage Gordon's ist gerächt, das werden müssen! Ideal einer Verbindung des Kaplan des mit Egypten, zuerst eines militärischen, dann eines mit Telegraphendrähten, endlich eines mit Schienensträngen, nähert sich seiner Erfüllung. Aber auch Rußland sucht sich in Afrika eine Position zu schaffen. Der Negus von Abessynien wird immer tiefer in die Nezze der Petersburger Staatsmänner verstrict. So sieht England auch hier feinen mächtigsten Nebenbuhler neben sich und immer rascher rückt der Tag heran, an dem Bär und Wallfisch aneinander ihre Macht erproben werden. far Innere Politik in Deutschland. In Deutschland bestimmen neben dem Militarismus und dem Ragegen die Sozialdemokratie die agrarische Bewegung und die politische Machtstellung des Zentrums die Entwickelung des öffentlichen Lebens. Was mit den Machtmitteln der Verwaltung zur Förderung der agrarischen Interessen geschehen kann, wurde mit Eifer, oft mit Uebereifer ausgeführt. Während Frankreich, Italien und andere Auch die Bruderparteien des Auslandes konnten Erfolge Länder zur Herabdrückung der Hungersnothpreise für Getreide ihre verzeichnen. Die Wahlen in Frankreich und in Belgien Zölle suspendirten oder wenigstens stark ermäßigten, hat die deutsche brachten uns sehr ansehnlichen Stimmenzuwachs, die in Frankreich Reichsregierung fich einer derartigen Maßregel mit allen Kräften auch eine numerische Stärkung der Fraktion, wenn auch der Verlust In widerfekt. Obgleich faum ein europäisches Land in höherem Maße von Guesde und Jaurès schmerzlich empfunden wird. unter Bichseuchen leidet, wie gerade das Deutsche Reich, hat es Italien gelang es trotz der brutalsten Polizeiwirthschaft Sämmtliche Grenzen auf grund sehr strittiger Auslegung der Veterinäreinen weiteren Siz in Turin zu erobern und bei Provinzial Gemeindewahlen der Regierung empfindliche Verluste Tonventionen gesperrt und dadurch eine die Konsumfähigkeit der Beund völkerung start beschränkende Vertheuerung der Fleischpreise zu gunsten beizubringen; am schwersten traf sie die Wiederwahl Turati's in der Agrarier fünstlich erzeugt. Der Zentralgenossenschaftskasse, durch Mailand! In der Schweiz hatten wir bei der Erneuerung der die direkte Geldunterstützungen den Agrariern zu gute fommen, Das Abrüftungsmanifest und der Militarismus. fantonalen Behörden Erfolge zu verzeichnen; in Norwegen mußten wiederum ihre Fonds erheblich vermehrt werden. Eine Er Wir fahen soeben, wie gespannt die internationalen Verhältnisse brachte, umfere Unterstützung die radikale Bauerndemokratie ans höhung der Lebensmittelzölle ist den Ostelbiern in Aussicht gestellt sind. Da läßt plöglich mit riesigem Knalleffekt der 3 ar sein Nuder; die Wahlen in Dänemark verstärkten die angesehene worden und auch einer Beschränkung der Freizügigkeit scheint, die" Friedensmanifest" erscheinen. Die Berrücken fämmtlicher Staats- Stellung, die dort die Sozialdemokratie schon befigt; im öfterRegierung nicht abgeneigt zu sein, um die ländliche Arbeiterfrage der männer und Diplomaten geriethen ins wackeln. In wuchtiger Weise reichischen Parlamente war in entscheidenden Situationen die Agrarier, das heißt die Frage, wie sichert man den Großgrundbefizern die Sozialdemokratie ließ sich durch diesen meisterhaften Trid schließungen der Opposition; selbst in den Vereinigten waren alle Gründe gegen den Militarismus zusammengestellt. Blos Stellungnahme unserer fleinen Fraktion entscheidend für die Entbillige und willige Arbeiter, der Lösung entgegenzuführen. Einen ähn- der russischen Diplomatie nicht irre führen. Für sie war es sofort flar, Staaten von Amerika hatten wir unseren ersten Wahllimen 8wed verfolgen die Ansiedelungsgüter und die neuen 100 Millionen zur Bekämpfung des Vordringens der Polen. Daneben wird durch diese daß das Manifest den Zweck hat, den durch die russische Politit in sieg zu verzeichnen Maßnahmen die Nachfrage nach Landgütern gesteigert und damit sien heraufbeschworenen Strieg mit England auf einen späteren einen Margisten, Der Preis derselben gehoben. Der Eisenbahn- Minister Thielen wird Zeitpunkt zu vertagen, bis die Eisenbahnbauten in Sibirien und im Deputirtenkammer. an emer modernen Personentarif Politik durch Rücksichten auf die Rautajusgebiete vollendet sein werden und daß das Manifest die Agrarier gehemmt und in einem denkwürdigen Erlaffe empfahl er militärischen Rüstungen Rußlands sowie der anderen Militärdie Beschäftigung ausländischer Arbeiter, um die heimischen Arbeits- mächte in keiner Weise hemmen oder verlangsamen werde. Träfte der Ausbeutung durch die ländlichen Unternehmer nicht zu entDie Zeit seit der Veröffentlichung des Manifestes läßt sichen. Fast wäre auch der Zollkrieg mit Rußland von neuem entfast eher den gegentheiligen Schluß zu: noch fieberhafter facht worden, weil die inländischen Gänsezüchter den deutschen Markt Flotten betreiben zu wollen. wie bisher scheint man die Rüstungen der Heere und der für sich monopolifiren wollten. Allen voran marschirt da das Bon wichtigeren gesekgeberischen Leistungen im Deutsche e Reich. Vom Reichstage wurden gleich bei seinem ZuInteresse des Voltes ist fast nichts zu berichten, höchstens sammentritte zu den Riesensummen, die schon bisher für das Heer wäre etwa das ungenügende Gesetz über die Entschädigung un- 130 Millonen Mart einmalige Ausgaben gefordert. bewilligt wurden, noch 28 28 Millionen Mark dauernde und schuldig Verurtheilter zu erwähnen. Die Arbeiten zum Bürgerlichen dies foll Doch blos Gesetzbuche sind im Reiche im wesentlichen zum Abschluß gekommen; Aufwendungen für Heer und Flotte sollen an den leitenden Stellen ein leiner Anfang sein, erheblich größere Aeternat bescheert erhalten und die Militär- Strafprozeßordnung, 0 und eine westindische Kolonie fandte den Neger Legitimus in die französische Auch aus Australien, ja selbst aus Japan wird der Beginn und das Fortschreiten einer Arbeiterbewegung gemeldet. Auch an innerer Stärke hat die Sozialdemokratie zugenommen. Der Verlauf des Stuttgarter Parteitages bewies, daß die theoretischen und taktischen Differenzen innerhalb der Partei ihr festes Gefüge nicht berühren. In der Schweiz, in Frankreich und in Eng land hat die Sozialdemokratie sehr beachtenswerthe Fortschritte in der Richtung zur völligen Einigung gemacht. So lanit, die Sozialdemokratie aller Länder befriedigt auf ihre Leistungen im verflossenen Jahre zurückblicken und neuen Aufgaben gestärkt entgegengehen. sulin zum Heeres Septennat haben wir nun auch ein Marine für unumgänglich nöthig gehalten werden. Der„ Friedenszar" selbst Rommunales.d die nun auch noch die gemäßigtsten Erwartungen nicht erfüllt, läßt ganz ungeheuere Anstrengungen machen, um die russische Flotte Der Allgemeine Preußische Städtetag ist, wie bereits beendlich unter Dach gebracht worden. Bei den so dringlich noth- 3u einer Seemacht ersten Ranges zu geftalten. Dabei wird an der richtet, auf Montag, den 23., und Dienstag, den 24. Januar 1899, wendigen Uferschutzbauten zur Verhütung von Ueberschwemmungen weiteren Kräftigung der Armee, obgleich sie schon längst die weit vormittags 10 Uhr nach Berlin mit nachstehender Tagesordnung einwill die Regierung die bei Kulturaufgaben übliche, hier ganz falsch aus größte der Welt ist, gearbeitet. Es herrscht ein unheimlicher berufen: 1. Geschäftliche Mittheilungen. 2. Neuwahl des Vorstandes. angewandte Sparsamkeit praktiziren. Die großen Kanalbauten sind Betteifer, sich den ersten Rang bei den Flottenbauten zu erwerben, 3. Gesetzentwurf, betreffend die Rechtsverhältnisse der Kommunalzwar in fichere Aussicht gestellt, wir haben aber allen Anlaß zu beschäftigen die Schiffsbauwersten bis an die äußerste Grenze erstatter: Oberbürgermeister Schmieding- Dortmund und Oberbürger vor allem England, Frankreich und die Vereinigten Staaten beamten. Berichterstatter: Stadtrath Menzel- Breslau, Mitberichtglauben, daß ihre Verwirklichung noch im weiten Felde ist. Auf dem Gebiete der Sozialpolitit war alles still; längst Auf dem Gebiete der Sozialpolitit war alles still; längst ihrer Leistungsfähigkeit, aber auch Italien, Defterreich- Ungarn, meister Zweigert- Essen. 4. Fleischversorgung der Städte, Berichtversprochene Gesetze, wie z. B. das zum Schuße der Konfettions Holland, ja selbst Bulgarien sind eifrig dabei, ihre Seestreitkräfte erstatter: Stadtrath Dr. Weigert- Berlin; Mitberichterstatter: Oberarbeiter, gediehen nicht weiter; die Reichskommission für Arbeiter auszubauen. In den Vereinigten Staaten plant man eine Reorgani bürgermeister Delbrück- Danzig, Oberbürgermeister Fuß- Kiel. statistit hatte keine der schon in früheren Jahren begonnenen Ar- ation der Landstreitkräfte, ein stehendes Heer von 100 000 Mann 5. Schutz des Kleingewerbes gegen die Waarenhäuser. Bericht beiten erledigen können, da man sie so felten wie möglich einem Worte: Ueberall die größten und fostspieligsten Kriegs Regierungsrath a. D. Fund Magdeburg. Die Sizungen werden soll aufgestellt und die Miliz gründlich reorganisirt werden. Mit erstatter: Beigeordneter Piecq- Köln; Mitberichterstatter: Stadtrath einberief. Gewerkschaftliche Kämpfe von größerem Umfange waren nicht zu registriren; charatteristisch war die vorbereitungen und nirgends ehrliches Bestreben, den Frieden voraussichtlich im Sigungssaal der Stadtverordneten- Bersammlung Art, wie das Unternehmerthum gegen die nichtsozialdemo- zu sichern durch Verminderung der Rüstungen. Unter diesen stattfinden. Am Sonntag vorher tritt der Vorstand des Städtetages Umständen verlohnt es sich nicht, über die Aussichten der in einigen im Rathhause zusammen. Monaten stattfindenden Friedenskonferenz auch nur ein Wort zu berlieren. 0 tratischen Bergarbeiter am Biesberge verfuhr: es ließ lieber die Gruben erfaufen, gab lieber das investirte Kapital preis, als die ganz bescheidenen, in demüthiger Weise aufgestellten Forderungen nur einer Erwägung zu würdigen. Wieder gab es eine Reihe produktiven Ausgaben für friegerische Zwede ist der moralische Bedenklicher noch als der volkswirthschaftliche Schaden der unokales. schwerer Bergwerfs- Katastrophen, aber die Forderung durch leberwuchern des Militarismus in unserem geistigen und Genossen werden auf die heute, abends 62 Uhr, bei Zubeil, LindenAchtung, zweiter Wahlkreis. Die Parteigenoffinnen und der Anstellung von Bergarbeitern als Grubenkontrolleure stößt doch gesellschaftlichen Leben. Wir erinnern nur an den Schieß- Erlaß auf den entschiedensten Widerspruch des sich aus der Ausbeutung der Bes Frhrn. v. d. Necke, an die Erklärung des Kriegsministers v. Goßler traße 106, stattfindende Versammlung aufmerksam gemacht, in der Bergarbeiter rasch bereichernden Unternehmerthums. wird. Hätten wir nicht den Lichtblick der Reichstags- Wahlen, wäre die Staatsbürger, an die Begnadigung des Helden Brüsewis, an im Reichstage über das Scharfschießen des Militärs gegen unser Ueberblick über die Ereignisse im Deutschen Reiche während die Hegung und Pflegung des Kriegervereinswesens. ded Momentbilder aus dem Jahre 1899. des Jahres 1898 ein Bild grau in grau! Die parlamentarische Situation ist durch den Ge- Der Gegensatz zwischen Volk und Militär wird stärker. In FrankVon unserer Spezial- Bleigießerin. winn einiger Size feitens der Oppositionsparteien wohl einigermaßen Schärfe ausgebildet ist, das Staatswesen in schwere Verlegenheiten Inhabern reich hat dieses System, obgleich es dort noch lange nicht in solcher Januar. Baumeister Felisch erscheint gemeinsam mit den gebeffert, aber diefe Vortheile werden mehr als aufgewogen durch gebracht, ja Statastrophen entgegengeführt. Niemand kann sagen, ob 10 000 Mart und darüber abwerfen, in Audienz beim Freiherrn folcher berufsgenossenschaftlichen Ehrenämter, die das entschiedene Rechtsschwenken der 8entrumspartei. So nachtheilig diese Situation für den Augenblick ist, so be- die französische Republik die sogenannte Affäre Dreyfus, hinter der v. Posadowsky. Das Zuchthausgesetz müsse um so schleuniger denkliche Folgen sie für längere Zeit haben kann, so bringt sie doch sich der große Konflikt zwischen Militarismus und Demokratie ver- eingebracht werden, als die Baukonjunktur ungünstiger werde auch den Vortheil, daß die Arbeiterklasse immer mehr zum klaren barg, überstehen wird. Bewußtsein tommen muß, daß die Besserung der Zustände in Deutsch. Die Sozialdemokratie. land zuletzt einzig und allein ihre Aufgabe bleiben wird. Die internationale Situation. Für die Sozialdemokratie, vor allem für die deutsche, war das Jahr eine Zeit schwerer Kämpfe, großer Opfer, aber auch ein Jahr, das unserer Arbeit sichtbaren Erfolg gebracht hat. Die politische Konstellation am Ende des Jahres weicht wesentWir haben den tragischen Tod von Eleanore Marg zu belich ab von der Stellungnahme der Mächte vor 1898. Sowohl der flagen, wir mußten sehen, wie die trefflichsten Workämpfer der Dreibund wie der Zweibund sind erschüttert. Die schweren italienischen Sozialdemokratie, vor allem der wackere Turati, inneren Kämpfe in Oesterreich, der Verfall des politischen Ein- wider alles Recht in menschenmordende Kerker vergraben wurden. fluffes der deutsch- österreichischen Bourgeoisie im Vereine mit der Die fchweizerische Regierung hat dem torrupten Regime Machtstärkung der slavischen Parteien, die Schwächung des dreibund in Italien Helfersdienste schmählichster Art geleistet. freundlichen liberalen Elementes in Ungarn und die im Berlaufe Das wahnwißige Verbrechen, dessen Opfer die österreichische des Jahres offenkundig gewordene innere Schwäche Italiens so- Raiserin Elisabeth wurde, hat die Reaktion überall gestärkt, wie dessen verstärktes Hinneigen zu Frankreich und endlich die man beräth einen Feldzug gegen den Anarchismus, man möchte barbarische Fremdenpolitik des dritten Dreibundstaates aber der Sozialdemokratie den Garaus machen. haben die Schwäche dieses Bündnisses jedermann flar gemacht. Wenn die Reaktion einen Vorstoß macht, da bleibt PolizeiDabei ist kaum mehr daran zu zweifeln, daß Oesterreich nach dem Deutschland nicht im Hintertreffen. Die kleinliche Politik der Nadelstiche berühmten Bismard'schen Muster einen Sondervertrag mit forderte wohl an jedem der verflossenen 365 Tage ihre Opfer. Aber dieses Rußland geschlossen hat. Die Intimität der russischen Staatsmänner Verfahren gegen die aufstrebende Arbeiterklasse genügt dem Posamit den österreichisch- ungarischen war schon seit langem nicht so groß. bowsty und seinen nicht minder genialen Kollegen nicht mehr, sie wie im verflossenen Jahre. möchten einen großen Schlag gegen die Sozialdemokratie thun. Während Rußland und Desterreich Hand in Hand gehen, haben alles sollte ganz im Stillen und Geheimen vorbereitet werden. fich in auffallender Weise die Beziehungen Rußlands zu Frant- Aber der böse Borwärts" veröffentlichte das berühmte ganz reich abgekühlt. Während das Pariser Kabinet die abenteuerlichsten geheime Rundschreiben an die Bundesregierungen bezüglich des Anschläge der Petersburger Regierung in China gottesfürchtig und dreift i brauches des Koalitionsrechtes seitens der unterstügt, ließ Rußland Frankreich völlig im Stich, als es von England Arbeiter". aufs schwerste gedehmüthigt wurde, Faschoda ausliefern und Marchand Im Reichstage fuchte dann ber Herr Staatssekretär sich um ein abberufen mußte. Auch das Friedensmanifest des Baren hat die offenes Gingeständniß seiner Abfichten herumzudrücken. Am 6. Sepfranzösischen Chauvinisten, diese Stüße des Zweibundes, in ihrem tember überraschte dann der Kaiser bei einem Festbankett seine Enthusiasmus start abgekühlt. Wie sehr das Bündniß mit Rußland Gäste mit der Botschaft: in der öffentlichen Meinung Frankreichs verloren hat, kann durch nichts beweisträftiger dargelegt werden, als durch die Thatsache, daß man heute wagt, in französischen Zeitungen die Frage der Annäherung an Deutschland öffentlich zu diskutiren. $ Das offizielle Deutschland hat sich in diesem Jahre Eng Iand genähert, dafür aber Dänemark und die Slaven Desterreich s entfremdet. Das Gesetz naht sich seiner Vollendung und wird den Volts vertretern in diesem Jahre zugehen, worin jeder, er möge sein, wer er will und heißen, wie er will der einen deutschen Arbeiter, der willig ist, seine Arbeit zu vollführen, daran zu hindern versucht, oder gar zu einem Streit anreizt, mit Zuchthaus bestraft werden soll." Das wichtigste Ereigniß in der auswärtigen Politik bildet der Untergang der ipanischen Kolonialmacht und das Ein Das Jahr ist nun zwar bergangen und die Geheimräthe sollen Ienten der Vereinigten Staaten in weltpolitische fich noch immer den Kopf zerbrechen, wie man der zivilisirten Welt Bahnen. Die große transatlantische Republik mit ihrer Miliz ein derartiges Gesetz mundgerecht machen kann, aber das Gesetz armee hat Kuba, Portorico und die Philippinen erobert, ist wird doch noch tommen, in der Thronrede ist es feierlich anzu Land und zu Wasser von Sieg zu Sieg gefchritten und gekündigt! hat jede Intervention Europa's fühl und feft abgelehnt. Aber auch auf politischem Gebiete möchte man die ArbeiterDie Annegion Hawai's und des westindischen Besizes Spaniens, bewegung durch neue Ausnahmegeseze oder Wahlrechtsverkümmeund selbst der Bauschwindel nicht mehr recht florire. Herr v. Posadowsky zerstreut zwar die geschäftlichen Befürchtungen der Herren, verspricht aber, das Zuchthausgesetz schleunigst dem Reichstage vorzulegen. Die Germania" leitartikelt, daß der energische Schutz der Arbeitswilligen ein Segen für das katholische Volt sein werde. Februar. Das Zuchthausgeset wird dem Reichstage vorgelegt. Wer seinen Rebenmenschen an freiwilliger Arbeit hindert, soll bis zu 10 Jahren, wer zum Streit anreizt bis zu 15 Jahren, wer dies gewohnheitsmäßig thut, lebenslänglich Zuchthaus erhalten. März. Der Reichstag nimmt das Zuchthausgesetz mit der Abschwächung an, daß auch das gewohnheitsmäßige Anreizen zum Streit höchstens mit 20 Jahren Zuchthaus bestraft werden soll. Das Jesuitengesetz wird aufgehoben. April. Der tausendste Maurer wird zu Buchthaus verurtheilt. Jubelfest der Baugewerks Jung. Im Reichs- Anzeiger" wird der Bau von 100 Zuchthäusern und 50 Kirchen in Submission ausgeschrieben. Mat. Der zehntausendste Maurer wird zu Buchthaus verurtheilt. Abholzung des Tegeler Forstes, da es an Baumaterial für Lattenarrest- Belfen mangelt. Stiftung eines Arbeitswilligen- Ordens. Junt. Der legte sozialdemokratische Reichstags- Abgeordnete wandert auf 15 Jahre ins Buchthaus. Die Entschädigung für die ehrenamtlichen Vorsitzenden der Berufsgenossenschaften wird auf 50 000 Mark erhöht mit dem Motiv, daß die segensreiche Wirkung des Zuchthausgefezes den Berufsgenossenschaften einen außerordentlich günstigen Jahresabschluß gestatte. Dem Invaliden Meyer wird die Unfallrente von 10 pet. auf 5 pet. gekürzt. Juli. Der fünfzigtausendste Maurer wandert ins Zuchthaus. Flotte Baukonjunktur. Die Arbeitsfräfte werden sehr knapp. feierlich am Schlesischen Bahnhof empfangen. Feierliche Einweihung August. Die erste Waggonladung, chinesischer Maurer wird der neuen Buchthausstadt auf dem ehemaligen Terrain des Tegeler Forstes. Abends Jllumination. September. Das Scheunenviertel wird zur Chinesenstadt umgewandelt. Die" Post" lobt die Genügsamkeit der Kulis, von denen erst ein Dußend zu Zuchthaus verurtheilt worden sei. Der Vorwärts" geht ein, da jeine letzten tausend Abonnenten ins Zuchthaus wandern. Gewitterbildung im Westen. Oktober. Der" Lotalanzeiger" giebt an, daß er die gesammte Berliner Preffe monopolifirt hat, 500 000 Abonnenten befizt und demnächst eine Sonderausgabe für Kulis herstellen wird. Allgemeine Sonnenfinsterniß. Freiherr v. Mirbach tritt ins Ministerium ein, da Graf Posadowsky an Arbeitsüberbürdung gestorben ist. Dem Landtage geht eine Vorlage zu, betreffend den Bau von 10 000 leralif" 15000 S��äufem. Ein schweres Wetter zieht im Westen 2öiub und Sturmmonat. Herr Lieber fragt in Rom telegraphrsch an, ob er rnS Ministerium eintreten darf. Als Antwort fingt der Papst.Dies irae, dies illa". Lieber verzichtet nun- mchr darauf. Minister des Geistes zu werden. Sehr starke? Sturm � lVeße" � guter Behandlung. Frhr.v.d.Recke h»!« Zuchthaus- Gesetz für abgelaufen, da es nichts mehr zu Jurtheilen giebt und der Aufenthalt in Deutschland an sich schon Windsbraut t.»> durch dl- Land-. D-- .. Der Bräutigam ist ein sehr kräftiger Junge, der gkinz reinen Tisch macht. Was welter wird, noch harren wir.... Wiinsche. m rrr�l6 �c- Geschäfte nach den Weihnachtsfeiertagen wieder ihre Rollinden hochziehen, find die Weihnachtsartikel aus den Schaufenstern verschwunden. Die großen Seiden- und Stoffhandlungen preisen die neuesten Ball- und Frühjahrs-Neuheiten an und die Papierhandlunaen uberschwemmen ihre Auslage mit Neujahrswünschen. Ja. selbst die Seifciihandlungen, Zigarrengeschäste und Droguerien suchen die Sitte, 5öii. aIIe,3 Verwandten und Bekannten einen gedruckten �tullwunsch darzubringen, auszunutzen, ganz zu schweigen' von den unzähligen fliegenden Händlern, die sonst mit allem Möglichen gehalten habei/°�°hne Ausnahme Nenjahrskartcii feil Man kann nun freilich nicht behaupten, daß mit der Ver ollgememerung der Sitte ihr Gehalt gewonnen hat. Ein Glück Wunsch, den man mit fünfzig oder gar hundert anderen zugleich .M-fangt. ist keine Bevorzugung. Unter denen, die denselben Glück- wünsch bekommen haben, wird mancher sein, dem der Absender das gerade Gegenthcil wünschte. Aber der.gesellschaftliche Anstand" chlll es. daß man sich recht weit von der christlichen Wahrhaftigkeit, In"! nf? r"ßa"< ober"Nein" des Mannes entfemt, nach dcnt sich die Gesellschaft und der Staat so gern benennt.'' � 1 � f.. So mutzte es denn dahin kommen, daß das Volk die Gelegen� heit benutzt, diesem oder jenem mit einer besonderen oder nur �rmeintlichen Untugend Behasteten in seiner derben Art die Wahrheit zu sagen. Das große Brimborium, das auf dem Lande an solchen Tagen herrscht, kann hier niemand reizen. Das Bleigießen und ähnliche Scherze thun es alleine nicht mehr. Man braucht irastigere Unterhaltung. Und da bei uns kein Karneval gedeiht, �lustoben der Lustigkeit dient, so muß der Neiljahrs- Glückwunsch herhalten. Das ist wie eine natürliche Reaktion s«Üblichen Freude gegen die verhimmelnde Nührhaftigkeit der Wcihnachtstage. Da wird dem Pantoffelheld gewünscht, er möge endlich einen Hausschlüssel erlangen. Eine alte Kokette soll auf dem Rad alle ihre„Reize" zur Schau stellen, damit sie auch noch einen abbekommt. Einem Glatzköpfigen, der seine Schande bisher mit einer wohlftisirten Perrücke verdeckte, wird angezeigt, daß man sein geheimes Laster kennt und daß man ihm noch mehr solche Zichorien" Haare wünsche. Einer Klatschbase empfiehlt man einen Maulkorb— und so weiter. Alles in drastischen Knüttelversen, oft sehr saftiger Eulenspiegelart. Nur Hhper- Aesthetiker können in diesem Ulk eine Verrohung sehen. Solche Scherze sind oft mehr Werth, als die allgemeinen Gluckwunschkarten, die in trockener Formalität die Geistlosigkcit vieler Kreise darstellen, die sich alles Vordrucken lassen und nicht einmal so viel Witz übrig haben, um einen herzhaften Scherz auszu Wahlen. Auch der mag sich zu diesen rechnen, der über einen solchen Scherz sich ärgert, dem er zum Ziele diente. Dann ist der Pfeil meist nach der richtigen Stelle abgeschossen worden. Gerade diese humorvolle Urwüchsigkeit der gewöhnlichen Neujahrskarten ist schließlich das einzige, was der Sitte einen be- sonderen Werth verleiht. Da kann sich in unseren Zeiten der wirth- schaftlichen Abhängigkeit so mancher äußern, dem sonst der Mund verbunden ist. Und. neben diesen spaßigen Karten sind ja auch die bekannten Luxusglückwünsche stark vertreten, die zum Auseinanderziehen ein- gerichtet find. Allerlei Blumengebilde, ja ganze Blumenschalen find in diesem Genre zu finden. So ist denn die Glück- Wunschsitte eine im wirthschaftlichen Leben sehr wichtige Sache geworden. Viele Tausende werden in Neujahrskarten umgesetzt. Ungezählte haben ihren Lebensunterhalt, oder doch wenigstens einen bestimmten Verdienst daran, die Arbeiter, die Fabrikanten, die Reisenden, die Kleinhändler, die Aushelfcr bei der Post und viele andere. Wenn es nun auch sehr edel sein mag, wenn einzelne Kapitalisten auf die Versendung von Glückwünschen verzichten und dafür eine bestimmte Summe verschenken— die Sache hat doch ihren Haken. Würde schließlich die Sitte abkommen, so wäre das Geschäft und auch die Schenkerei zum Teufel. So wollen wir ruhig weiter Glück wünschen, wenn wir auch wissen, daß kein Wunsch das geringste am Lauf der Welt ändert, sondern nur unsere That allein. Denn wir, die Arbeitenden und Schaffenden, hätten wohl am meisten zu wünschen, berechtigt zu wünschen. Aber der Wunsch allein thut es nicht. Wir wissen, daß wir im neuen Jahr ebenso tapfer und aufopfernd arbeiten und kämpfen müssen, wie im alten.... Das Jahr ist kein willkürlicher Zeitbegriff, wie Ostern und Pfingsten, die jedes Jahr wechseln, sondern ein fester, durch die Natur den Menschen, seit sie denkende Wesen sind, vorgezeichneter Zeitabschnitt. Von dem Augenblick an, wo unsere aus der Thierheit heraustretenden Vorfahren sich der Veränderung der Tages- und Jahreszeiten bewußt wurden, dämmerte ihnen auch die Be- deütung der Gestirne auf, des Mondes und der Sonne. Und da jede geregelte Thätigkeit an eine bestimmte Zeit geknüpft, und die Messung der Zeit nur durch die Gestirne möglich ist, so begannen die Menschen schon früh die Bewegung der Gestirne zu beobachten und zu berechnen. Viele Jahre vor unserer biblischen Zeitrechnung, lange bevor die Erde nach der jüdisch-christ- lichen Mythe erschaffen war, hatten die frühest entwickelten Völker bereits die Zeiteintheilung nach der Bewegung des Mondes und der Sonne— erst das Mondjahr und dann das Sonnenjahr. Und obgleich es den Alten noch un- bekannt war, daß die Sonne nicht, wie es den An- schein hat. um die Erde kreist, sondern umgekehrt die Erde um die Sonne, so drängte sich doch früh die Erkenntniß auf, daß Licht, Wärme und Leben von der Sonne ausströmt, und daß uach einer bestimmten Anzahl von Tagen die stets sich verändernde Stellung der Sonne zur Erde � oder der Erde zur Sonne— genau wieder dieselbe ist, wie vor dieser Anzahl von Tagen, und daß dann der Kreislauf oder„Ring" des Jahres(annus) von neuem beginnt. So ist das Jahr ein natürlicher Zeitabschnitt, eine Satzung des Weltalls, ivelcheS in der regelmäßigen in eherner Ordnung sich vollziehenden Bewegung der Weltkörper(Gestirne) das Urbild der Ordnung und Harmonie ist, so daß die helläugigen, sinnvollen Hellenen für daS Weltall und für harmonische Ordnung nur e i n Wort haben: Kosmos. Als Beginn des Jahres ergab sich aber ebenso natürlich wie das Jahr selbst'der Zeitpunkt, wo' die nach unserer Wahrnehmung von der Erde sich abwendende Sonne der Erde sich wieder zu nähern scheint. Und das ist die Wintersonnenwende— also etwa der 20. oder 21. Dezember, die Zeit, wo nach dem Kalender der Winter anfängt. Das nordische I u l f e st und das griechisch-römische Fest der„Geburt des Jahres", von der christlichen Mythe in den Geburtstag des Christus umgewandelt, ist das eigentliche Neujahrs- fest, das von uns eine Woche zu spät gefeiert wird. Bildet sonach der Tag von einer Wintersonnenwende zur anderen eine natürliche Zeit- Einheit, so ist es auch eine natürliche Sitte, daß jedesmal nach Ablauf einer solchen Zeit-Einheit, die Frühling. Sommer, Herbst und Winter umfaßt, die Vorkommnisse und Ereignisse inner- halb derselben noch einmal in der Erinnerung vereinigt und in ihrer Gesammtheit geprüft und beurtheilt werden. Bei der Beerdigung unseres Parteigenossen Reinhard Roth machte sich der Diensteifer der Polizei wieder in der be> kannten Weise bemerkbar. Bereits vor dem Trauerhause waren eine Anzahl Schutzleute postirt, doch konnte der Leichenzug sich ohne Zwischenfall in Bewegung setzen. In der Schönhauser Allee aber meinte ein Schutzmann, der die Nummer 4344 trug, ein übriges thun zu müssen. Er trat auf unseren Partei genossen Ernst Krause zu und verlangte von diesem, daß er die rothe Schleife eines Kranzes, den er in der Hand trug, unsichtbar machen solle. Unser Parteigenosse hielt dem Schutzmann entgegen daß sein Verlangen gesetzlich unbegründet sei; der Beamte jedoch bestand darauf, daß der Kranz fortgelegt werde— auf den Sarg. Schließlich mußte die Schleife auch noch bedeckt werden. Das Ziethen-Komitee, welches durch den Tod des Oberst lieutenants a. D. von Egidh einen schweren Verlust erlitten hat, wird unmittelbar nach den Feiertagen wieder in Thätigkeit treten. Eine neue Volksversammlung wird geplant, für welche der Abgeordnete L e n z m a n n das Referat zugesagt hat. Ander Gedächtnitzfeier für Egidy, die Mitte Januar stattfinden soll, wird das Ziethen-Komitee theilnehmen. Im Postverkehr treten, wie bereits berichtet, zu Neujahr eine Reihe von Veränderungen in kraft, deren a l l e r w i ch t i g st e wir kurz wiederholen. Postanweisungen bis zu SM. tosten 10 Pf. Der Mcistbettag derselben wie der Nachnahmen wird auf 800 M. erhöht. Von 400—600 Vi. kosten Anweisungen 60 Pf., darüber 60 Pf. Das Meistgewicht der Waarenproben wird von 2S0 auf 330 Gramm erhöht. Bis 2S0 Gramm einschließlich kosten sie 10, darüber 20 Pf. Als einzelne Drucksachen können jetzt auch hektographische Abzüge verschickt werden. Auf Visitenkarten können bis zu fünf Worten handschriftlich bei Glückwünschen, Danksagungen, Beileidsbezeugungen und anderen Höflichkeitsformeln beigefügt werden, auch wenn sie als Drucksache befördert werden. Bei allen gewöhnlichen und eingeschriebenen Briefen, Postkarten, Drucksachen' und Waarenproben sind auf der Außenseite außer dem Namen des Absenders und dessen Adresse auch weitere Angaben zulässig, die nicht die Eigenschaft einer brieflichen Mittheilung haben, ebenso Abbildungen, soweit sie in keiner Weise die Deutlichkeit der Adresse, die Anbringung der Stempel- abdrücke in die postdienstlichen Vermerke beeinträchtigen. Der neue Ausgang vom Stadtbahnhof Januowitzbrücke ist seit gestern eröffnet worden, die geplante Trennung des Zuganges vom Abgange hat jedoch noch nicht vollzogen werden können, weil der Wandelgang unter den Stadtbahnbogen nach der Jannowitzbrücke noch nicht fertiggestellt ist. Erst vom IS. Januar ab wird der West- liche Zugang an der Brückenseite mir als Eingang, der östliche in der Holzmarktstraße nur als Ausgang benutzt werden. Schon jetzt wird geklagt, daß die Anlage ein für oas Publikum unvortheilhafter Nothbehelf sei. Eine merkwürdige Konzessionsgeschichte. Eine bedenkliche Wendung hat die Untersuchung gegen jene Person genommen, die, wie wir seinerzeit meldeten, den eigenartigen Konzessionsschwindel ausführte. Der Gastwirth Jämcke, Schmidstraße 35, war um Verlängerung der Konzession für sein Geschäft eingekommen und der Barbier und Privatdetektiv F. erklärte dem I., ihm bei Erlangung der Konzessions- Verlängerung behilflich sein zu können. Er führte dem Gastwirth eine Anzahl angeblicher Kriminalbeamten zu mit der Behauptung, daß diese in der Lage wären, die Eingabe des I. durchzudrücken und veranlaßte den Gastwirth zur Grat'isverabreichung von Speisen und Getränken an ihn und seine Begleiter sowie zur Hergäbe einer Kiste Zigarren und 20 M. baar. Der Detektiv und die Gäste besuchten dann noch die Gastwirthschast von Jänkel, Markusstr. 60, dessen Inhaber um Er- theilung der Spezialitätenkonzession eingekommcn war. Dieser war jedoch vor den angeblichen Beamten gewarnt worden. Die fortgesetzten Recherchen der Kriminalpolizei haben nun ein überraschendes Ergebniß gehabt. Die Begleiter des Privatdetektivs und Barbiers F. sind nach' den bisherigen Feststellungen th a ts äch- lich Kriminalbeamte gewesen. Vor einigen Tagen wurde der Gastwirth Jänicke aus der Schmidstraße nachA dem Polizeipräsidium beordert, wo man ihm mehrere Kriminalbeamte vorstellte. Der Gastwirth vermochte zwar die ihm vorgeführten Personen nicht zu rekognoSziren, dagegen erklärten zwei dieser Kriminalbeamten: „Das ist ja Jänicke". Sie gestanden ein, mit dem genannten F. in der J.'schen Gastwirthschast gewesen zu sein. Beide Beamte erklärten übereinstimmend, daß sie den Privatdetektiv erst kurz vorher kennen gelernt und mit diesem ahnungslos das Lokal betreten hätten. Von der ihnen von F. angedichteten Rolle, die sie bei dieser Affäre spielen sollten, hätten sie keine Ahnung gehabt. Zigarren und Geld hätte F. bekommen. Diese Aussage steht allerdings in Widerspruch mit den Angaben des Gastwirths, der auf Anregung des Privatdetekttvs Geld und Zigarren den Beamten direkt verabfolgt haben will. Der dritte Beamte, von dem man vermuthet, daß er ebenso wie die beiden anderen auf dem Polizeipräsidium selbst angestellt ist, konnte bisher noch nicht ernnttelt werden. Die durch den Kriminalkommissar Ließ betriebene Untersuchung dürfte hoffentlich bald Licht in die Angelegenheit bringen. Eine Vielbegehrte. Wie ein Berichterstatter meldet, soll Ella Goltz, die frühere Geliebte des Oberfaktors Grünenthal, nicht von einem ungarischen Arzt, sondern von der Direktion des hiesigen Olympia-Theaters gekapert worden sei. Sie will sich der Bühnen- laufbahn widmen und wird wohl als Sensationsnummer Plazirt werden. Mißachtung des Menschenlebens im Baugewerbe. Die Lohnkommission der Maurer berichtet uns: Wie fahrlässig zuweilen mit dem Leben der Bauarbeiter umgegangen wird, zeigt folgender Fall. Auf dem bis zur Höhe von zwei Etagen gebrachten Neubau des Unternehmers Baumeister W i n k l e r, Ritterstr. 36, ist die Rüstung so mangelhaft, daß sogar auf den Stellen, welche von den Stcinträgern als Gänge benutzt werden, die Balken respektive Träger'theils schlecht, theils gar nicht ab- gedeckt sind. Auf einer derartigen Rüstung gehen die Steinträger init ihren Lasten: zum Ueberfluß kann man sich noch an den in den Brettern befindlichen Nägeln verletzen. An einem solchen aufstehenden Nagel blieb ein Arbeiter mit seinen Panttenen hängen, stolperte und trat infolge dessen einen Schritt weiter als sonst, wobei er etwa vier Meter tief auf die im Parterre liegenden eisernen Träger stürzte und sich so schwer verletzte, daß er in das Krankenhaus Bethanien gebracht werden mutzte. Auch dieser Unfall zeigt so recht die dringende Nothwendigkeit einer gründlichen Verbesserung der Arbeiterschutz-Gesetzgebung für Bauarbeiter. DaS offiziöse Wolff'sche Delegraphen-Burea« Kitt mit dem 1. Januar 1809 in daS fünfzigste Jahr feines Bestehens. Aus diesem Anlasse hat der Aufsichtsrath der Continental-Telegraphen- Compagnie Aktiengesellschaft, zu deren Eigenthum Wolff's tele- graphisches Bureau gehört, beschlossen, bei der nächsten General- Versammlung zu beantragen, aus den Fonds der Gesellschaft den Betrag von 100 000 Mark der Verfügung des Aufsichtsrathes mit der Bestimmung zu überweisen, aus dieser Summe die Unterstützung von arbeitsunfähigen Beamten der Gesellschaft oder von Hinter- bliebenen solcher Beamten zu bewirken. Die Untersuchung der Durchsteckereien, die auf der Stadt- bahn vorgekommen sein sollen und die zur Verhaftung einer Anzahl von Bahnsteigschaffncrn geftihrt haben, wird zwar mit Eifer fort- gesetzt, hat aber, wie ein Gerichtsberichterstatter meldet, bisher mehr negative wie positive Resultate gezeitigt. Die Sache ist nicht halb schlimm, als tvie sich aus den zahlreichen Verhaftungen chließen ließ. In der Hauptsache dürften durch die Untersuchung wieder einmal einige Vigilantenkniffe aufgedeckt werden, von der Sorte, die Verbrecher macht, wenn sie keine findet. Soviel steht fest, daß es sich hier in Berlin um ähnlich künstliche Ver- lockungen handelt, wie sie seinerzeit bei den großen Hamburger Eisenbahnschaffner-Prozeffm aufgedeckt wurden. Tie Sängerin eines Spezkalitiiten-DheaterS wurde in be» Nacht zum Freitag, als sie auf dem Heimwege die Mauer des alten Militär-Kirchhofes' in der Linrenstraße passirte, von einem SKolch angerempelt und als sie dem Manne auszuweichen versuchte, von diesem mit einem Messer bedroht. Glücklicherweise gelang es dem Mädchen, sich in Sicherheit zu bringen. Eine Gasexplosion, die mehrere Menschenleben gefährdete und einen Schaden von 90—100 000 M. verursachte, ereignete sich Frei- tag gegen Abend Petersburger st ratze 81. In dem un- mittelbar am Balkenplatz belegenen Eckhause befindet sich da?' Waarenhaus von Robert Westphal. Als bei eintretender Dämmerung außer dem Geschäftsinhaber und seinein Personal sich auch eine An- zahl Kaufkunden, sowie zwei Musterreisende in dem mit allerhand Waaren angefüllten Laden befanden, zündete der Kommis G. die Gasflammen an. Kaum hatte er die dritte angezündet, als sich von beii ersten plötzlich einFeuerstrahl nach unten'ergoß, der im Augenblick den Inhalt des� einen Schaufensters ergriff. Ehe die anwesenden Personen sich von ihrem Schrecken erholt hatten, war der Ausgang nach der Straße durch die Flammen versperrt. Dem Geschäfts- inhaber gelang eS jedoch, eine Panik zu verhüten und fämmtliche Personen durch einen Nothausgang ins Freie zu führen. Mittler- weile war der ganze, vier große Schaufenster haltende Laden zu einem Flammenmeer getvorden, und fämmtliche im Keller wie auf den Treppen und im Laden angezündeten Gasflammen erloschen, wodurch immer noch mehr Gas ausströmte. Schon hatte das Feuer den unter dem Laden befindlichen Lagerkeller ergriffen, als der Bruder des Inhabers unter Lebensgefahr in den Keller stürzte und den Hauptgashahn abstellte. Westphal selbst eilte nach dem im ersten Stock befindlichen Komtoir, um eine dort liegende Geldsumme in Sicherheit zu bringen. Auf dem Rückwege schlugen ihm bereits die Flammen auf der Treppe entgegen, doch gelangte er unbeschädigt ins Freie. Die Feuerwehr griff das Feuer mit zwei Rohren an und brachte eS bald zum Stehen. Keller, Laden und erste Etage sind vollständig ausgebrannt. Der durch Versicherung gedeckte Schaben wird von dem Inhaber auf 100 000 M. angegeben. Während des Feuers war das Gerücht ver- breitet, ein Mädchen sei verbrannt, doch hat sich diese Annahme nicht bestätigt. Der Soldat Johannes Schwarz vom 43. Jnfanterie-Regiment zu Pillau, der über seinen Urlaub in Berlin blieb und sich dann aus Furcht vor Strafe im Friedrichshain zu erschießen versuchte, wird voraussichtlich mit dem Leben davonkommen. Schwärzest aus dem Krankenhaus am Friedrichshain nach dem Garnisonlazareth II zu Tempelhof übergeführt worden. Auf Veranlassung der Hamburger Polizei ist der in der Boyenstratze wohnhafte Maschinenmeister N. und dessen Ehegattin durch die hiesige Kriminalpolizei in Hast genommen worden. Sie sind der Kuppelei und des Diebstahls beschuldigt. Das Ehepaar N.. welches erst seit November in Berlin wohnt, betrieb früher in Hain- bürg ein Restaurant mit Damcnbedienung, das jedoch nicht bestehen konnte. An den für die Gläubiger eingegangenen Geldern soll sich N. vergriffen haben. Um nun allen Unannehmlichkeiten auszu- weichem zog das Ehepaar nach Berlin, wo der Mann in einem hiesigen Fa'briks-Etablissement als Maschinenmeister Beschäftigung fand. Das verhaftete Ehepaar wurde nach dem Polizeipräsidium gebracht, von wo aus dessen Auslieferung an die Hamburger Behörde erfolgen wird. Steckbrieflich verfolgt wird der Kaufmann Arthur Ernst Friedrich Stolzenberger von hier. Der 24 Jahre alte junge Mann wird der schweren Urkundenfälschung und der Beihilfe zum Betrüge beschuldigt und ist flüchttg. Zum sechsten Mal eingebrochen wurde in der vorgestrigen Nacht in dem Restaurant Friebös, Mllnzstr. 17. Mit Zigarren und einigen in dem Lokal lagernden Fleischwaaren als gesammte Beute mußten sich die Diebe wieder entfernen.— Bei einem vor längerer Zeit verübten Einbruch in dem F.'schen Lokal hatten die Diebe aus dem Pult 30 M. Baargeld gestohlen. Damals befanden sich in dem Behälter außerdem noch 2000 M. in Banknoten, die in einem Buche versteckt lagen und von den Dieben nicht gefunden wurden. Eine vielfach vorbestrafte Schwindlerin ist abermals ding-j fest gemacht worden. Ihre„Spezialität" bestand darin, daß sie Dienstmädcheu, deren Verhältnisse und Beziehungen sie„aus- baldowerte", aussuchte, ihnen unter Thränen erzählte, daß sie einen werthvollen Spiegel zerschlagen habe, den sie nun ersetzen müsse und ihnen dann Geld und Werthsachen abschwindelte. Die Be- trügerin, welche einen simplen, aber vertrauenerweckenden Eindruck zu machen versteht, ist in zwei Fällen geständig, dürfte aber noch in vielen bisher nicht zur Anzeige gelangten Fällen als Thäterin in bestacht kommen. Geschädigte Personen mögen sich in den Vor- Mittagsstunden an den Wochentagen im Zimmer 43 bei der Kriminal- Polizei melden. Unfälle im Straßenverkehr. Vor dem Hause WeinbergSweg 1 stießen zwei Pferdebahnwagen dadurch zusammen, daß der eine beim Uebersahren einer schadhaften Weiche auf das ZwischengeleiS gerieth und mit seinem Vorderperron gegen den ihm entgegenkommenden Wagen stieß. Infolge des hefttgen Stoßes wurde der auf dem Hinterperron stehende Kauftnann Emil Könitzer so heftig vorwärts geschleudert, daß er mit der linken Hand eine Scheibe zerstieß und sich die Handwurzel zerschnitt.— An der Ecke der Gruner- und Neuen Friedrichstraße wurde der Maurer Emil Holschesski von einem Möbel- wagen überfahren und am Kopfe sowie am rechten Unterschenkel schwer verletzt. �_ Aus den Nachbarorten. Gchöneberg. Die Generalversammlung des Arbeiter-BildungS- vereins findet statt am Montag, den 2. Januar, abends 3 Uhr bei Obst, Grunewaldstr. 110(siehe Annonce.) Der Vorstand. Pankow-Niederschönhauscn. Die Parteigenossen werden ans den am 3. Januar abends>/z9 Uhr stattfindenden Leseabend des Sozialdemokratischen Arbeitervereins aufmerksam gemacht. Auf die Tagesordnung ist ein Vortrag des Genossen Erfurth gesetzt. Der geringe Monatsbeitrag ermöglicht es jedem klassenbewußten Arbeiter, der politischen Organisation am Orte, dem Sozialdemokratischen Arbeiterverein für Pankow und Umgegend beizusteten. Versäume kein Genosse, Mitglied der polittschen Organisation zu werden. Die Versammlungen finden jeden Dienstag nach dem 1. und 15. eines jeden Monats im Lokal des Herrn Störr, Mühlenstr. 24, statt. Den Charlottenburgern ist Heil widerfahren. Bürgermeister SchustchruS aus Nordhausen ist dort eingetroffen, um eine Wohnung zu miethen. Die Dienstwohnung seines Vorgängers, Oberbürger- meisters Fritsche, ist bekanntlich eingegangen und zu Diensträunien verwendet worden. Das neue Oberhaupt der Stadt Charlottenburg wird erst im neuen Rathhause eine Dienstwohnung erhalten. Die Beerdigung der ermordeten Kellnerin Sidonie Herrmann, die nach den ursprünglichen Bestimmungen gestern Nachmittag um 4 Uhr stattfinden sollte, ist bereits Vormittags um 8V2 Uhr uuf dein alten Luisenfriedhof auf Westend in aller Stille vor sich gegangen. Um ihr das letzte Geleite zu geben, erschienen mit den Eltern und einem Bruder der Ermordeten nur ihre Wirthin Frau Brückner, der Gastwirth Rochlitz, bei dem sie zuletzt in Stellung war, und einige ihrer Berufsgenossinnen, im ganzen fünfzehn Personen, die alle schlichte Kränze aus den einfachen gelben Sarg legten. Ein Geist- sicher wirtte bei der Beerdigung nicht mit. Der Kirchhofsinspektor verrichtete mit den Leidtragenden an der Grifft ein stilles Gebet. Zum Morde in Charlotteuburg. Die Leiche der Sidonie Hermann beraubt zu haben, soll sich, nach dem.j,Kl. I.", ein Eisen» bahnarbeiter verdächtig gemacht haben. Als am dritten Feiertage der Mord in den beiden dem Thatorte zunächst gelegenen Restaurationen von Thiele und von Matisda lebhaft besprochen wurde, äußerte ein Eisenbahnarbeiter, der, Ivie er selbst erzählte, am zweiten Feiertage von der Direktton entlassen war, kein anderer als Busse könne die Person ermordet haben. Diese Aeußerung klang bamals sehr sonderbar, weil zur Zeit auf Buffe noch kein Verdacht| starke Arbeiterschaft von Adlershof nicht zu schwächen. Er der Anschwellung verloren sich bald, und man glaubte die Gefahr ruhte. Der Arbeiter motivirte seine Verdächtigung damit, er habe empfiehlt, die Achter Kommission weiterbestehen zu laffen, gehoben, als unerwartet innere Erscheinungen der Blutvergiftung Busse bei der Leiche gesehen, und fügte hinzu, er( der Arbeiter) habe um zu geeigneterer Zeit hervortreten zu können. Darauf eintraten und die wichtigsten Lebensorgane ergriffen, so daß schließlich in dem Portemonnaie der Ermordeten einen größeren Geldbetrag sprach Bartels über die Thätigkeit der Kommission und über der Tod eintrat. gesehen. In beiden Restaurationen hat der Mann diese Erzählung die Hinderniffe, die der Kommission in den Weg gelegt wurden. Der holländische Dampfer Baren Drescht" ist, wie aus noch vor Vernehmung und Festnahme des Busse mit gleichen Auch er hält den 1. April für zu früh, ersucht aber die Genossen, Antwerpen gemeldet wird, gesunken. Die Mannschaft wurde ges Worten wiedergegeben und es scheint daraus hervorzugehen, daß wenn Herr v. Oppen sein System fortsetzt, sich eb. zum 1. Oftober rettet. der Erzähler selbst die Leiche beraubt hat. bereit zu halten. Schneider empfiehlt den Genossen, die jetzigen Kontratte nur auf 1/2 Jahr abzuschließen. Redner unterzog das VerDem Dichter Robert Hamerling gedenkt man in Graz auf Aus Rixdorf. Von der eigenen Mutter wurde das jugendliche halten der hiesigen Geschäftsleute einer Kritik und stellte den Antrag. Kosten der Stadt ein Grabdenkmal zu setzen. Ein Gemeinderath Dienstmädchen Bischof in Rigdorf zum Diebstahl verleitet. Es stand nur bei den Geschäftsleuten den Lebensbedarf zu deden, welche die hat beantragt, hierfür 1000 Gulden auszuiverfen. in Diensten bei dem Handelsmann Fiebig in der Richardstraße. Auf Intereffen der Arbeiterschaft vertreten, im anderen Falle möge man Anstiften ihrer Mutter entwendete die B, ihrem Dienstherrn aus die Einfäufe in Berlin besorgen. Dem stimmte die Versammlung Theil berichteten, geht dem Bester Lloyd" aus Monte Carlo Zu der Spielergeschichte, über die wir gestern im lokalen einem Beutel, in welchem sich etwas über 1000 m. befanden, zu. Faber sprach in längerer Ausführung über das Verhalten des 680 M., die sie ihrer Mutter übergab. Als der Diebstahl entdeckt Amtsvorstehers und kritisirte eine Reihe von Maßnahmen in treff- fechs Spieler mein Augenwerk gerichtet. Es sind dies General Gurko, folgende Meldung zu: Seit ich hier weile, habe ich auf fünf bis wurde, fiel der Verdacht sofort auf das Mädchen. Es stellte die licher und gelungener Weise. Hierauf nahm Hildebrand das Prinz Saltikow, Prinzessin Baratinski, Mr. Stewart Hills und einer, Thäterschaft aber in Abrede, auch die Durchsuchung ihrer Habjelig: Wort und ersuchte die überwachenden Beamten, dafür zu sorgen, daß den ich den Seeräuber nenne, da sein Name nicht zu erfahren ist. feiten war ohne Erfolg. Die Polizei beobachtete aber trotzdem die gegen ihn Anklage erhoben werde, indem er Herrn v. Oppen der Seinent polizeiwidrigen Aussehen nach zu schließen, muß er zus in der Steinmetzstraße wohnende Mutter der B. und stellte Gesegesverlegung beschuldige. Er werde vor Gericht die ungesetzliche mindest Sklavenhändler gewesen sein. Diese paar Hauptpersonen fest, daß diese in Gemeinschaft mit ihrem Schlaf- Handlungsweise des Herrn beweisen. burschen, dem Tischler Schulz, große Ausgaben machte. haben innerhalb weniger Tage nach meinen Aufzeichnungen jeder Als nun die Verhaftung von Mutter, Tochter und Schlafburschen Lokal um 10 Uhr schließen mußte, so stand einer der überwachenden Zeit ist aber ein neuer Stern aufgegangen, ein junger Ungar Mittlerweile war es 10 Uhr geworden und da der Wirth sein Einzelne 500 000 bis 700 000 Franks verloren. Vor einiger erfolgte, war das gestohlene Geld bereits bis auf etwa 60 M. aus Beamten auf, und löste die Versammlung im Namen des Gesetzes Namens Jost oder Josty. Dieser Glüidsmensch hat in den letzten gegeben. Seit Monaten fahndete man nach den Mitgliedern einer auf. Der Vorsitzende frug den Beamten, auf grund welchen Para- drei Tagen die Kleinigkeit von nur 430 000 Franks gewonnen. Bande, welche in wiederholten Einbrüchen die in den Vergnügungs- graphen er die Versammlung auflöse? Darauf antwortete der Beamte: Gestern hatte die Bank teine Billete mehr, solch ein Aderlaß war lokalen der Hafenhaide aufgestellten Automaten geplündert" Es wäre 10 Uhr, somit Schluß." Als auf eine abermalige Frage aus der ihr von dem jungen Ungar zugefügt worden und sie mußte ihm hatten. Heute Nacht wurde man der Verbrecher habhaft. Der Versammlung feine Antwort erfolgte, nahm die Versammlung ihren das letzte Maximum von 12000 Fr. in Gold ausbezahlen. Ueber Nachtwächter ertappte einen Mann in dem Augenblice, als er einen Fortgang. Nach einiger Zeit ergaben sich auch die Beamten dem Schicksal diese unerhörte Zumuthung, so viel schweres Gold nach Hause tragen Automaten, der im Vorgarten des Reinhardt'schen Theater- und setzten sich wieder hin. Schneider ersuchte sodann den Etablissements aufgestellt ist, seines Inhalts berauben wollte. Auf Wirth, kein Bier mehr auszuschänken, damit er mit dem Gefeß nicht u müssen, war der junge Herr gewaltig erzürnt und er brummte: der Wache wurde die Persönlichkeit des Diebes schnell festgestellt. in Konflikt geräth. Als hierauf nach kurzer Zeit jemand frisches Der Ungar, ein blutjunger Mann, ist der waghalsigste Spieler, der Nächstens werden sie mir silberne Fünf- Frants- Stücke geben!. Im Laufe des Verhörs nannte dieser auch die Komplizen, welche Waffer auf den Tisch stellte, ertönte ein lauter Jubel von allen mir noch untergekommen, von einer Kaltblütigkeit, die ihresihm bei dem geplanten Einbruche Aufpasserdienste geleistet hatten. Seiten. Diese konnten schon heute Morgen verhaftet werden. gleichen fucht. Es entspann sich nun eine längere Debatte über Anschluß an Die Petroleumquelle in Reinickendorf. Wie wir bereits be- den Konsum" resp. Neugründung eines solchen. Dafür plaidirten Afrikanischer Eisenbahnbaut. Die Eisenbahn nach Uganda richteten, wurde auf dem Grundstücke Gesellschaftsstraße 31 in Hildebrand, Wiske und Gebauer. Wade puhI trat ist jetzt bis zu dem 240 englische Meilen von Mombasa entfernt geReinickendorf in einem Brunnen petroleumhaltiges Wasser gefunden. der Gründung einer Genossenschaft entgegen, da er eine solche legenen Lager bei Suiba vollendet. Viel Schaden richteten auf dem Hierzu wird mitgetheilt, daß der Eigenthümerin des Grundstückes, Gründung nicht für vortheilhaft hält. Er erinnert besonders an die Ichten Theil der Strecke ein furchtbarer Orfan und Heftige Regender Frau Wittwe Binte, schon von verschiedenen Unternehmern Kauf- in Sachsen bestehenden Vereine, mit welchen Schwierigkeiten dieselben güsse an. Einen großen Verlust hat der Bau der Bahn durch den Er starb an den anträge gestellt wurden. Sie hat aber alle diese Anerbietungen ab- durch das Verhalten der Behörden zu fämpfen haben. Da die Tod des Ingenieurs W. H. Harrison erlitten. gelehnt, da bei neueren Untersuchungen des Brunnens nicht nur 50 Gründung aber einen ziemlich großen Anklang fand, wurde der Ver- Folgen seiner durch einen Löwen erhaltenen Verwundungen. Harrison und 75, sondern sogar 85 pet. Petroleumgehalt festgestellt wurden. trauensmann ersucht, in nächster Zeit eine Versammlung einzu- begab sich, begleitet von M. Boothby und einen eingeborenen Dieser Umstand hat, wie ein hiesiges Blatt meldet, eine Anzahl von berufen, die sich nur mit diesem Thema beschäftigen soll. Da die Diener, auf die Jagd. Unweit Kifiyn trafen sie einen Löwen und Das Interessenten veranlaßt, an die Besizerin des Grundstückes Tagesordnung munmehr erschöpft war, wurde die Versammlung um eine Löwin. Harrison schoß und verwundete den Löwen. mit dem Antrage heranzutreten, Bohrungen in einer Tiefe 1/212 Uhr geschlossen. wüthende Thier sprang auf ihn los, faßte ihn beim linken Strecke von 40 bis 50 Metern vorzunehmen, fort. Als er den damit endgiltig festschleppte ihn eine Vergnügungsverein Alemania. Heute Abend 6 Uhr im Englischen Arm und gestellt werden könne, ob eventuell eine Ausbeutung in größerem Hof, Neue Roßstraße 3( oberer Saal): Gesellschaftsabend. Gäste sind will Diener sah, ließ er sein Opfer los und stürzte sich auf diesen. Umfang angebracht wäre. Fachleute, welche jetzt den Brunnen unter- fommen. Darauf feuerte Harrison einen zweiten Schuß auf die Bestie ab. sucht haben, geben ihr Urtheil dahin ab, daß eine Durchfickerung Aber auch dieser tödtete sie nicht. Aufs neue stürzte sie sich auf des Bodens mit ausgefloffenem Petroleum vollständig ausgeschlossen Harrison, pacte ihn nochmals an dem schon schwer verlegten linken ist, weil in einem solchen Fall der Prozentsatz niemals die schon Arm und zerfleischte ihn in furchtbarer Weise. Nachdem Hilfe anoben angegebene Höhe haben würde und sich ferner der Zufluß des gelangt war, wurde der Löwe erschossen. Harrison wurde ins Lager Erdöls nicht beständig steigern fönnte, wie es hier thatsächlich ge= getragen, wo ihm der Arm abgenommen werden mußte, um sein schehen ist. Sie verweisen darauf, daß in einem Zeitraum von drei Leben zu retten. Die Operation ging glücklich von statten. Die Wochen diefer Prozentsatz von 10 auf 85 pCt. stieg und der Brumen Kräfte aber fanken, und er starb an der Nervenerschütterung und ja auch schon verschiedene Male leergepumpt wurde. In Reinickendem Blutverlust. dorf sieht man natürlich den in nächster Zeit vorzunehmenden Bohrungen mit großem Interesse entgegen. Aus Spandau wird berichtet: Eine Ermäßigung der Baubeschränkungen im Festungsrayon ist der Stadt Spandau gewährt worden. Die Kommandantur und der Magistrat bringen zur Kenntniß: Infolge einer Verfügung der kaiserlichen ReichsRayon- Kommission ist eine Ermäßigung der Rayonbeschränkungen der Festung Spandau dahin eingetreten, daß der 2. Rayon von der Oberhavel bis zur Schönwalder Chauffee nur noch den Beschränkungen des 3. Rayons unterliegen soll. Diese Aenderung tritt mit dem 1. Januar 1898 in fraft." Versammlungen. Die Lackirer des Verbandes der Maler und Lackirer haben ihr Verkehrslokal nach dem Restaurant Mörschel, Jüdenstr. 35, verlegt. Am Neujahrstage. Ein neues Jahr ist angebrochen, An dem man noch nichts tadeln kann, Bon seinen zweinndfünfzig Wochen Fing eben erst die erste an. Noch isto welch ein großer Segen, Vom ganzen Volt so heiß erfleht! Noch ist kein Mensch verurtheilt wegen Beleidigung der Majestät. 192 Es scheint sich manches zu gestalten Im neuen Jahre besser doch: Erst wenig Reden sind gehalten, Gedichtet ist sehr wenig noch! Das neue Jahr hat angefangen, Wie recht es ist und sich gehört, Noch blieb mehr kann man nicht verlangen Europa's Friede ungestört. Drum wollen wir zum Schlusse schreiben Ins Zeugnißbuch des neuen Jahrs: So kann's noch eine Weile bleiben, Denn ziemlich gut im Ganzen war's. Kladderadatsch. dem Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde wird Dienstags, Donnerstags und Freitags abends von 72 bis 8 1hr abgehalten... B. S. 42. Cogenannte Zuschußfassen, die bei Neuaufnahmen auf die Beibringung eines Gesundheitsattestes verzichten, dürften Sie schwerlich finden. Wir können nach dieser Richtung feine Empfehlungen machen. Die Zentral Stranten und Sterbefasse der Tischler und anderer gewerblicher Arbeiter ( Sig Hamburg) nimmt Personen auf, gleichviel welcher Branche dieselben angehören. In Berlin SO. befinden sich u. a. folgende Zahlstellen: Naunyn straße 83 bei Söhn; Manteuffelstr. 74 bei Brödenfeld; Eisenbahnstr. 7 bei Cibulte. 21. 99. Sie sind vollständig im Recht. Die betreffende Notiz war irrthümlich. Alle Details hierzu finden Sie lang und breit in jedem Stonversationslerifon. Fruchtstr. GO. Die höchsten Thürme Europa's find: der Eifelthurm mit 300 Metern, der Wattinthurm in London mit 345 Metern. Witterungsübersicht vom 31. Dezember 1898, morgens 8 1hr. Stationen Barometer stand mm Windrichtung Windstärke Wetter Adlershof. Eine imposante, start überfüllte Volksversammlung tagte am 28. d. M. im Lokal von Schmauser, Bismarckstr. 16. Der Vertrauensmann Wadepuh I referirte über den Beschluß der Achter- Kommission, die in Erwägung zu ziehen hatte, ob eventuell ein Auszug der Arbeiterschaft aus Adlershof möglich wäre. Er theilt mit, daß die Kommission zu dem Beschluß gekommen sei, von dem Auszuge am 1. April tünftigen Jahres abzusehen, dagegen den 1. Ottober nächsten Jahres im Auge zu behalten. Zu dem Entschluß fam die Kommission aus folgenden Gründen: E3 hat sich eine stattliche Anzahl von Personen zum Auszug bereit erklärt, aber die eine Hälfte könnte zum 1. April, während die andere erst zum 1. Oftober ziehen kann. Es wäre deshalb nichts Ein merkwürdiger Fall von Blutvergiftung aus Straßburg wird Einheitliches zu erzielen gewesen. Im Frühjahr könnten Sommer- berichtet. Der Oberstlieutenant Viktor Rochlik, ein eifriger Jäger, hatte gäste herausgelockt werden, welche die Lücke ausfüllten, was zum vor einigen Wochen mit Jagdgenossen im Durlacher Wald ein geOftober nicht möglich wäre. Auch führte Redner an, es hätte sich fallenes Reh gefunden. Die Jäger untersuchten das Thier und bei dieser der politische Horizont zur Zeit so verdunkelt, daß wir schon in Untersuchung wurde Rochlitz von einer Fliege gestochen, die undieser Hinsicht auf der Hut sein müßten, um die gut geschulte mittelbar von dem gefallenen Thier aufflog. Die äußeren Zeichen Vermischtes vom Tage. Oberschlesien. Es ist leicht zu errathen, wem er gehört Reichstagspräsident", so heißt ein neuer Kohlenschacht in Grafen Ballestrem, dem Besizer der Herrschaft" Nude mit ihren Swinembe. 748 SS7 Schnee ungeheuer reichen Kohlenlagern. Bei der Einweihung des Reichstagspräsident" war der Neichstagspräsident anwesend. Als Verlobte empfehlen sich: Elsbeth Klaette Otto Meissner Berlin, Weihnachten 1898. Verband d. Stock- u. Schirm- Arbeiter. Todes- Anzeige. Allen Kollegen die traurige Nach richt, daß der frühere Kassirer des Verbandes, der Kollege Gustav Kobbert am 30. d: Wis., morgens 17 Uhr, an den Folgen uns. Berufstrankheit fanft entschlafen ist. Dem Verstorbenen, welcher stets bereit war, wenn es galt, für Ber: besserung der Lebensbedingungen der arbeitenden Klasse einzutreten, werden wir ein ehrenbes u. treues Andenten bewahren. Klagen, Eingaben Hamburg Berlin Temp. n. T. 5° 4º 9. Stationen Barometerstand mm Wind richtung Windstärke 1 Haparanda 759 S 754 WNW 5 Schnee 2 Petersburg 753 BN2B 5 bedeckt 3 Cort 2wolfent 1 Aberdeen 4Schnee 0 Paris bedeckt Wiesbaden 761 S2 sien München 761 NW 759 Still Wetter Temp. n. 6. 5° C.= 4°. 251b. bed.- 14 747 WSW wolkig 7 752 30 7wolfig 763 SSW 1Dunst-2 Wetter Prognose für Sonntag, den 1. Januar 1899. Zeitweise aufflarend, vorwiegend trübe mit Niederschlägen, frischen süds westlichen Winden und steigender Temperatur. Berliner Wetterbureau. Allen Berwandten und Bekannten, U Putzger, Stegliserite. 65. Meine mit vert Coraner Riegner, Invalidenſir. 115, S. r. Keller. die meinem lieben, guten Mann Theodor Riegner, Zimmermann, Harzer Kanarienvögel die letzte Ehre erwiesen, insbesondere in gr. Auswahl, Kommandantenstr. 52 feinem langjährigen guten Meister im Restaurant, fprech. Papageien u. j. . Baumgarten, Zimmermeister, so- bill. Alexander- Papageien 4 M.[ 32136 wie seinen Kameraden für die Kranz u. Geldspenden sage meinen innigsten Dank. 32176 Wittwe Agnes Riegner, Invalidenstr. 118. Achtung! Vereine. Am 4. und 11. März ist ein Saal frei im [ 5602* Englischen Garten, Alexanderstr. 27c. Vereinszimmer zu vergeben bei 5542*] Sepp Wiedemann, Friedenstr. 67. Frühstücks-, MittagsBeerdigung: Montag, 2. Januar, nachm. 1/23 Uhr, von der Leichenhalle der Charitee nach dem Charitee- Friedhof in der Müllerstraße. Gr. Um recht rege Betheiligung ersucht Der Vorstand. 186/5 Verein der Maschinisten, Heizer und Berufsgenossen Berlins u. Umgegend. Todes- Anzeige. Am 30. d. m. verstarb unser Tang: jähriges Mitglied Wilhelm Bugge im Alter von 61 Jahren. Die Beerdi: gung findet am Montag, den 2. Januar, nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Friedenskirchhofs, Nieder- Schönhausen statt. Um zahlreiche Betheiligung bittet 139/1] Der Vorstand. Danksagung. Für die rege Betheiligung und die Stranzspenden bei der und Abendtisch. * Liebehenschel, Mariannenstr. 48. Meiner werthen Kundschaft die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahr. Ernst Schorstein, Manteuffelstr. 105. Gutgehendes Obst, Gemüse und Räucherwaaren- Geschäft preiswerth zu bert. Auskunft ertheilt Restaurateur [ 31546 Bogel, Belle- Alliancestr. 85. 32216] Große Saal- Defen Anthracit: Dauerbrand sowie Defen fämmtl. Systeme bill. Karl Kauffmann, Müllenhoffstr. 5 am Urban. Kostenlose Auskunft über zu ver: taufende Geschäfte jeder Art. Neanderstr. 16, Helm. Gardin., Bortièren, Beerbigung meines lieben Mannes, Betten, Stores, Waſche, Waffelbeden, Gnädige Frau! 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Pfandleihe Neanderstraße 6.* Eberhardt, Stralauer Plaz 6/7. 5960* An tägl. erscheinendem Parteiblatt wird per 1. April Achtung! Am 4. Januar er. beginnt ein neuer sechsmonatlicher Abendkursus f. Elektromonteure, Maschinisten, Installateure und Zeichner. Honorar monatlich 6 Mark. Stellungsnachweis nach Beendigung des Kursus bei den größten Firmen Deutschlands. Anmeldungen jederzeit im Bureau ,, Elektra"( G. mt. b. H.) Lehranstalt und Lehrwerkstätten Brinzenftr. 55 I. der Man verlange Prospekte!( gratis). Papierzuschneider, 30 Wtart Lohn, dauernde Stellung, verlangt 42/ 11* M. Wolff, Kartonfabrik. Lehrling zur Buchbinderei 31786 H. Schuckar, Alte Jakobstr. 18-19. Leiftungsfäh. Zigarrenfabrik in der Lausih fucht für Berlin einen tüchtigen Vertreter. zulegen in der Exped. d. Bl. erster Redakteur gesucht. Anerbieten unter J. S mit Gehaltsforderung an die Exped. b. Bl. Offerten unter K. 8 nieder erbeten. [ 5832 Etni- Arbeiter. 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Jannar, abends 8½½ Uhr: Versammlung im Lokale des Herrn Buske, Grenadierstr. 33. Tages Ordnung: 1. Bericht aus den amtlichen Nachrichten des Reichs- Versicherungsamts ( Rekurs- und Revisionsentscheidungen). 2. Verschiedenes. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht 53/14 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein für den dritten Berliner Reichstags- Wahlkreis. 強 Sonnabend, den 14. Januar: Stiftungs- Fest im ,, Konzerthaus Sanssouci", Kottbuserstrasse 4a. Vokal und Instrumental- Konzert unter Mitwirkung des Gesangvereins ,, Liedesfreiheit"( Dirigent Herr R. Tietz) und der Gesangshumoristen Gebrüder Oestreich. Festrede, gehalten vom Reichstags- Abgeordneten Wolfgang Heine. Theater- Vorstellung. Ball. Anfang 8 Uhr. 241/12 ( Nachzahlung für den Ball 30 Pf.) Billets à 25 Pf. auf allen Zahlstellen zu haben. Der Vorstand. Zentralverein der Bildhauer Deutschlands Bildungsverein ,, Mehr Licht!" ( Verwaltungsstelle Berlin). Am Dienstag, den 3. Januar 1899, abends 82 Uhr, im Lokal des Herrn Spielberg, Köpnickerstraße 62: KF Dersammlung. Tages Ordnung: Vortrag des Herrn Dr. A. Heilborn über:„ Aus dem Leben der Naturvölker" unter Vorführung von Photographien und Originalgegenständen. Kollegen haben freien Zutritt. Die Mitglieder werden ersucht, restirende Beiträge bis spätestens den 3. Januar zu entrichten, da für das letzte Quartal 1898 abgeschlossen werden muß. 21/4 Die Stellenbermittelung findet vom 1. Januar 1899 in der Woche täglich von 9 bis 10 Uhr vormittags statt. Der Vorstand. Agtung! Maurer. Atung! Zentral- Verband deutscher Maurer( Filiale Berlin II.) Mittwoch, den 4. Januar, abends 8 Uhr: Zwei Mitglieder- Versammlungen. Für Süden fm Lokal Litzenstock, Blücherstraße 31 und Gneisenauftr. 67. Für Wedding Pasewalferstraße 3 bei Bergemann. Tagesordnung in beiden Versammlungen: 1. Der Zentralverband der deutschen Maurer und seine Wirkungen. Referenten Kollegen H. Silberschmidt und W. Fritzsch. 2. Dis fussion. 3. Gewerkschaftliches. 264/17 Die Kollegen der obigen Stadttheile werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Die Lokalverwaltung. Verband der Graveure u. Biseleure Deutschlands ( Filiale Berlin). Dienstag, den 3. Jannar, im Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45: Entwürfe. Filial- Versammlung. Bibliothekabend verbunden mit Ausstellung der FachzeitungskopfSonntag, den 1. Januar, nachm 5 Uhr, im Vereinslokal: Familien- Kränzchen. Eintritt 20 Pf. Tanz frei. Verband der in Holzbearbeitungs- Fabriken 87/11 und auf Holzplätzen beschäftigten Arbeiter Deutschlands. ( Filiale Berlin I.) Heute, Sonntag, abends 7 Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstrasse 27c: Großer Möbelverkauf Vortrag des Genossen Paul Jahn über: in meinem vier Etagen hohen Fabrit " Das Alte stürzt und neues Leben blüht aus den Ruinen". Diskussion. 121/11 Nachdem: Gefelliges Beisammensein und Tanz. Hierzu ladet höflichst ein Der Vorstand. TeppichEngros- Haus Hermann Bursch Königstr.50 Kein Laden - I. Etagegegenüber dem Rathhause. Grösstes Sortiment in 127/ 4* Teppichen, Gardinen, Portièren, Tischdecken, Steppdecken. 度 Montag, Mittwoch, Donnerstag, Sonnabend: Direkter Verkauf an das Privatpublikum zu aussergewöhnlich billigen Engros- Preisen. Charlottenburg. Meinen werthen Kunden und Kollegen sende hiermit die besten Glück: H. Fanselow. Am Montag, den 2. Januar 1899, abends 8 1hr, in Wilke's wünsche zum neuen Jahre! Lokal, Andreasstraße Nr. 26: Mitglieder Versammlung D Tages Ordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1898. 2. Anträge des Vorstandes zur bevorstehenden Generalversammlung. 3. Gewerkschaftliches. In dieser Versammlung werden die Billets zu dem am 11. Februar 1899 stattfindenden Maskenball ausgegeben. 101/1 Der Vorstand. Achtung, Rabikputer! Der Arbeitsnachweis und die Morgensprache befinden sich vom 1. Januar 1899 bei Zubeil, Lindenstraße 106; ebenso werden daselbst unsere Mitglieder- Versammlungen abgehalten. J..: Karl Nieke, Stkalitzerstr. 52. Arbeiter- Bildungsverein für Schöneberg und Umgegend. Montag, den 2. Januar 1899, abends 8 Uhr, bei E. Obst, Grunewaldstr. 110: General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Kaffen- u. Revisionsbericht. 2. Anträge betreffend Erweiterung ber Bibliothek. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Broschüre. Bekanntmachung der über 6 Monate Restirenden. Mitgliedsbuch legitimirt. Zahlreichen Besuch erwartet Rixdorf. Ausgabe der Der Vorstand. Frauen- und Mädchen- Bildungsverein. Mittwoch, den 4. Januar, abends 8½ Uhr: Mitglieder- Versammlung im Lokale des Herrn Christoph, Steinmehstraße 55. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Wagner über Kurpfuscheret. 2. Disfussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Gäste will tommen. Zahlreichen Besuch erwartet [ 3/12] Der Vorstand. Gin gesundes neues Jahr wünschen wir allen unsern Mitgliedern und Gönnern. Im alten Jahr haben wir viele Kranfe behandelt, welche fast alle ihre volle Gesundheit, theils Besserung erhielten. Im neuen Jahr hoffen wir in unserm neu Orts- Krankenkasse ber MaschinenbauArbeiter 396 und verwandten Gewerbe zu Berlin. Die Wahl von 169 Vertretern der Versicherungspflichtigen und 17 Ver tretern der freiwilligen Mitglieder für die General- Versammlungen pro 1899 gemäß§ 44 vierten Nachtrages zum Statut finden statt am Montag, den 9. Januar 1899, abends von 7 bis 9 Uhr. Es wählen: Abtheilung I( S. u. SO.) 43 Bertreter in C. Behrend's Festfälen hierselbst, Manteuffelstr. 95; Abtheilung II( W., SW. u. C.) 17 Bertreter im Zubeirschen Lokale hierselbst, Lindenstr. 106; Abtheilung III( N. u. NW.) 78 Ber treter im Kolberger Salon Hierselbst, Kolbergerstr. 23; Abtheilung IV( O. u. NO.) 31 Ver: treter im Wilfe'schen Lokale hier, Andreasstr. 26; Abtheilung V( freiwillige Mitglieder) 17 Vertreter bei Buste hierselbst, Grenadierstr. 33. Vor- und Zunamen, die genaue Wohnung und die Buchnummer der zu Wählenben. 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Gelegentlich der Freisprechung eines wegen WiderVerbrechen, Uebergriffe und Mißgriffe der Gendarmenbeleidigung loftenlos freigesprochen, nachdem die standes gegen die Staatsgewalt angeklagten Boppelsdorfers, namens Gerichtsverhandlung in Insterburg ergeben, daß sein Bericht über Vianden, wird vor dem Bonner Gericht festgestellt, daß der Polizeibon Polizei Organen, Nachtwächtern und Gendarmen mißhandlungen, die die Gendarmen Lerner und Weber beamte Kohlenbach und ein Wächter denselben ohne jedes Recht in Deutschland im Jahre 1898 und ihre gerichtliche gegenüber einem Inhaftirten begangen, in allem Wesentlichen den auf einem Balle verhaftet und gefesselt abgeführt Behandlung. Thatsachen entsprach.( 21. Jan.) hatten, wobei der Polizeibeamte unterwegs dem 12. Polizeisergeant Sämann und Nachtwächter aß( oder äftling ins Gesicht geschlagen haben soll. NachUebergriffe von Polizei- Organen, Nachtwächtern und Gendarmen e ß?) aus Boppot, welche im Mai als Polizeibeamte gegen einige dem ihm ein Aermel aus dem Nod gerissen, gaben ihn die bringen leider nur zum geringsten Theile in die Oeffentlichkeit. Leute ohne jeden Anlaß widerrechtlich eingeschritten Beamten dann auf der Straße frei. V. hatte deswegen Selbst wenn sie zu einer gerichtlichen oder disziplinarischen Fest- waren, und sie mißhandelt, sowie einen Mann mit eine Anzeige gegen die Beamten wegen Mißhandstellung führen, werden sie nur in einzelnen Fällen, die besonderes Säbeln schwer verlegt hatten, werden von der Danziger lung angestrengt; statt ihr Folge zu geben, war Aufsehen erregen, bekannt. Vielfach aber kommt es gar nicht zu Straffammer zu je einem Jahre Gefängniß verurtheilt. Haß war gegen V. Anklage wegen Widerstandsleistung er solchen Feststellungen, deswegen, weil diejenigen, gegen welche der bereits wegen Körperverlegung vorbestraft. Die hoben worden.( Berl. Abendpost" 29. Jan.) lebergriff oder Mißgriff verübt, sich scheuen, darüber Beschwerde zu beiden Beamten hatten noch, wie der Staatsanwalt es ausdrückt, führen ist es doch nur zu bekannt, daß ähnliche Beschwerden in die Frechheit" gehabt, die von ihnen Mißhandelten schwerer Straf mann Janus wegen Ausschreitungen im Amte. Der 18. Die Straffammer Essen verurtheilte den früheren SchußPreußisch- Deutschland häufig genug nicht zu einem Vorgehen thaten zu bezichtigen. Interessant war die Aussage eines pensionirten selbe hatte in angetrunkenem 8ustande einen ruhig zur gegen die Mißhandler, sondern gegen die Miß- Gendarmen, daß wenn ein Beamter Nachts, wenn er Dienst hat, Arbeit gehenden Bergmann in voller Uniform überfallen, ihn handelten geführt haben. feine Arretirung macht, so wird er auf dem Amte nicht arretirt, in die Nachtwächterbude einer nahen Fabrit geschleppt, und, Die nachfolgende 8usammenstellung fann alfo fürtüchtig befunden".( 28. Jan., 3. April.) als der völlig schuldlos Verhaftete die Flucht ergriff, naturgemäß nur eine sehr unvollständige sein. 13. Das Aachener Disziplinargericht erkennt gegen den wegen mehrmals mit seinem Revolver nach ihm geTroßdem wird sie das Interesse unserer Leser erregen. Auch in schwerer Mißhandlung zu Gefängnißstrafe verurtheilten fchossen. Ebenso hatte er auf einen anderen ihm ihrer Lüdenhaftigkeit zeigt sie, wie es mit der Sicherheit des Schuhmann Winter auf Versetzung in gleicher Amts begegnenden Bergmann gefeuert. Strafe: 1 Monat deutschen Bürgers gegenüber vielen sogenannten Sicherheits" eigenschaft() mit Gewährung der Umzugs- Gefängniß!( 30. Jan.) Organen bestellt ist innerhalb des Landes, welches für die gelder(); gegen den Schuhmann Boelgel, der gleichfalls zu 19. Der Schumann Reinhold( in Aachen?), der am Abend Interessen jedes außerhalb des Landes befindlichen Deutschen 4 Monaten Gefängniß verurtheilt war, wurde das Verfahren vor Weihnachten 1897 mehrere anständige Frauen und ein Kriegsschiff zur Verfügung haben muß. Und sie gewährt einen eingestellt. Derselbe scheint seiner Disziplinirung durch frei Mädchen belästigt und mit unsittlichen Anträgen lehrreichen Einblick in den jezigen Kulturzustand Deutschlands, williges" Ausscheiden zuvorgekommen zu sein.( 27. und 30. Jan.) welches nach der Angabe seiner herrschenden Kreise an der Spitze der berfolgt hatte, verschwindet mit seinen Angehörigen, nach14. Vor der Kölner Straffammer hat sich der Kriminal- dem Polizeidirektion und Staatsanwalt die Sache aufgenommen. Zivilisation marschirt. schutzmann Kiefer wegen widerrechtlicher Freiheits( 30. Jan.) Auffallend ist, in welchem Maße sich die leber entziehung, borsäglicher Körperverlegung und griffe von Sicherheits" Organen im legten öffentlicher Beleidigung zu verantworten, nachdem im Amte sowie Verleitung zum Meineide zu 1 Jahr 20. Ein Kölner Schußmann wird wegen mishandlung Jahrzehnt gesteigert haben. Man wird nicht fehlgehen, der gegen ihn gestellte trafantrag sowohl von 1 Monat Buchthaus und 3 Jahren Ehrverlust verurtheilt und sofort wenn man diese Steigerung in einen gewissen Zusammenhang der Staatsanwaltschaft, wie von der Staatsanwaltschaft, wie von der Ober- verhaftet.( Berl. Abendpost" 5. Febr.) bringt mit der unter dem neuen Kurs besonders beliebt gewordenen staatsanwaltschaft zurückgewiesen und erst auf Schneidigkeit" 21. Die Rostoder Straffammer verhandelt gegen den wegen eine Schneidigkeit, welche ihren Höhepunkt wohl Beschwerde an das Oberlandesgericht Anklage Körperverlegung und Mihhandlung im Amte anerreicht hat in dem vom Vorwärts" am 2. Oftober( f. auch erhoben war. Derselbe hatte ein anständiges Mädchen, geklagten Schußmann Ti mm. Derselbe hatte bei einem infolge ciner 12. Oktober) veröffentlichten geheimen Erlasse des Herrn Ministers Frl. Faßbinder, die Tochter eines Ober- Maschinenmeisters der Köln. Arretirung entstandenen Gedränge erst mit dem Säbel blindlings in der Freiherr von der Rede, nach welchem in Zukunft Polizeibeamte ebenso wie Beitung", ohne jeden Grund verhaftet, weil er sie für eine Dirne Luft herumgeschlagen, und alsdann aber hinterrücs den vor ihm Gendarmen bei Aufläufen 2c., wenn ihnen Anwendung der Waffe hielt. Als sie vor dem Hause ihrer Eltern verlangte, daß ruhig seines Weges gehenden, durch das Gedränge aber nothwendig erscheint, nicht erst, wie früher, in die Luft schießen oder er sie durch ihre Eltern rekognosziren lasse, hatte er sie durch im Gehen aufgehaltenen, im übrigen an dem Auflauf gar mit flacher Klinge schlagen sollen, sondern nach der üblichen drei Mißhandlungen gezwungen, mit zur Wache zu gehen, ob nicht betheiligten Einwohner Seemann mit dem Säbel maligen Aufforderung, sich zu entfernen, von der Waffe sofort wohl sie auch auf der Straße von mehreren Per- über den Kopf geschlagen, so daß dieser blutwirksamen Gebrauch zu machen haben," d. h. in die Menschen- sonen retognoszirt wurde. menge schießen und scharf schlagen sollen. Bei dem Versuche dieser über strömt niedersank. Auch zwei andere Personen er Rekognoszirung wurde der Handlungsgehilfe 3epp nebst mehreren hielten von T. Schläge mit dem blanken Säbel über Rücken und Wenn wir jetzt und vielleicht auch hinfort eine solche zu anderen Personen, zu denen auch die alte Frau Faßbinder gehörte, Brust. Auch auf der Rathhausdiele wurde See fammenstellung geben, so wird dieselbe, manchen, den es an- von hinzugekommenen uniformirten Schußleuten mann, als er sich auf der Nathhauswache zur Verbindung seiner geht, darüber aufklären, warum die Bevölkerung so wenig geneigt mit Gewalt zurückgestoßen. Frl. Faßbinder mußte wegen Wunde durch den Polizei- Arzt meldete, nach feiner bes ist, vorkommendenfalls die Sicherheitsorgane in ihrer Thätigkeit der ihr zu theil gewordenen Behandlung 14 Tage lang ärztlich schworenen Angabe abermals von Timm in em au unterstützen, und hoffentlich wird sie dazu beitragen, daß die behandelt werden. In der Verhandlung sagten Polizeikommissar pörender Weise gemißhandelt, so daß er be Stellen, welche dazu berufen sind, mit mehr Dambach, Polizei- Inspektor Weinand, Polizei- Kommissar Schneider wußtlos umfant. Der Staatsanwalt hatte eine GefängnißErfolg als bisher, jenen Uebergriffen Einhalt übereinstimmend aus, daß ein Sittenpolizei- Beamter gar nicht das strafe von 6 Monaten beantragt, und die Mißhandlung auf der thun. Daß dem Herrn Minister Freiherrn von der Rede gleichzeitig Recht habe, auf bloße Verdachtsgründe hin eine Verhaftung vorzu- Rathhausdiele, die er für erwiesen hielt, als die „ denkbar die Ueberlegung kommt, daß es wichtiger ist, die vorhandenen nehmen. Trotzdem bescheinigen sie dem Angeflagten, daß er ein brutalste" bezeichnet. Das Gericht sprach den SchuhSicherheitsorgane von Grund aus zu verbessern, als fie, feinem sehr zuverlässiger, ruhiger und nüchterner", ein sehr pflichttreuer, mann frei.( 6. Febr.) Erlasse gemäß 1.„ Vorwärts" 11. Sept.- noch zu ver ruhiger, besonnener und durchaus nüchterner"," ein sehr tüchtiger, 22. Die Kölner Straffammer verurtheilt den Schuhmann mehren, wagen wir nicht zu hoffen, nachdem der Herr Minister umsichtiger, ruhiger und gewissenhafter" Beamter fei. Polizei- Schubert in der den Fall Köppen" behandelnden Sigung des Abgeordneten- Inspektor Weinand befundet freilich außerdem, daß Kiefer im hatte die Straße verunreinigt und einen Bureau- Assistenten, der ihn wegen schwerer Mißhandlung. Derselbe Hauses seine Meinung dahin ausgesprochen, daß unsere Polizei Jahre 1891 die Frau eines Militärarztes als Dirne höflich darauf aufmerksam machte, daß das nicht anständig wäre, zu den besten der Welt gehört(), und daß die persön angeredet habe, wofür er mit Arrest bestraft worden. Ebenso mit Faust und Säbel schwer mißhandelt. Der Mißiche Freiheit in feinem anderen Staate besser wird durch die Bernehmung eines Frl. Hartmann festgestellt, handelte war acht Tage dienstunfähig. gewahrt sei, als bei uns.(!) Ein Begleiter des Mißdaß diese nebst einer Freundin von Kiefer im Verein mit einem Handelten, der für denselben eintrat, wurde ebenfalls mit der Faust Immerhin mögen sich die leitenden Kreise nicht wundern, daß anderen Sittenschußmann" Sichling, von denen letzterer des- mißhandelt. Der Staatsanwalt bezeichnete das Verhalten des diszi fich die Bevölkerung ihre eigenen Gedanken macht, von wegen von seiner vorgesetzten Behörde eine Rüge( 1) erhalten, plinarisch häufig vorbestraften Schuhmanns als empörend denen die Sozialdemokratie jedenfalls feinen Schaden haben wird. ohne jeden Grund verhaftet und eine ganze Nacht und brutal, und beantragte 12 Jahre Gefängniß. Das Gericht Die Datenangaben in folgendem beziehen sich, wo nichts anderes ins Polizeigefängniß gesperrt wurde. erkannte auf 1 Jahr Gefängniß.( 9. Februar.) angegeben, auf die betreffenden Nummern des„ Vorwärts", in welchenzeigefängniß über diese Fälle berichtet worden. " " 3. Ein Hausdiener Otto M. wird auf der Straße, trop Legitimation durch seine Radfahrkarte, verhaftet, weil sein leinener Anzug einem Schußmann verdächtig erscheint. Auf der Wache muß er sich dreimal entkleiden. Dann wird er ohne ein Wort der Entschuldigung entlassen.( 7. Jan.) " # Der Staatsanwalt Olbricht beantragt tro 23. Jn der Verhandlung gegen den Redakteur des„ Volksblatts dieser Beweisaufnahme, und obwohl er selbst erklärt, daß es ihn für Halle", Dr. Völfel, wegen Beleidigung des Polizeisergeanten 1. Das„ Berl. Tageblatt" berichtet über ein von einem Bolizei- ein Räthsel sei, wie der Angeklagte Frl. Faßbinder und Frl. Hart- Caitorsky gelingt der Wahrheitsbeweis, daß Cz. einem Mädchen wachtmeister z. D. gegen ein fleines Mädchen in der Frankfurter- mann für Dirnen halten fonnte", und daß derartige Dinge in einem die Ehe versprochen und sie dann sigen gelassen. Straße versuchtes Sittlichkeitsverbrechen.( 4. Jan.) geordneten Staatswesen nicht vorkommen dürften," Troßdem wird V. wegen beleidigender Form der Notiz zu 30 M. 2. Jm Disziplinarverfahren gegen den aus dem Prozeß Ledert- bie Freisprechung des Kiefer, da ihm das Bewußtsein der Straf- und den üblichen Nebenstrafen verurtheilt. Als Beleidigung wurde v. Ligow bekannten Kriminalkommissar v. Tausch wird auf Ver- barkeit nicht nachgewiesen sei. Der Vertheidiger führt u. a. aus, u. a. die Spigmarke:„ Ein Wächter deutscher Gottesfurcht und fegung in ein Amt gleichen Ranges ohne Gehalts- daß die Polizeibeamten und Gendarmen die festesten Stügen des frommen Sitte" erachtet.( 11. Februar.) verlust(!), aber unter Wegfall der Umzugskosten und Auferlegung Staates feien, und weist auf einen„ Allerhöchsten Erlaß" aus dem der Gerichtstoften erkannt. Die Anklagebehörde hatte Dienstentlassung Oftober 1891 hin, in dem es heißt: 24. Jn Kiel wird gegen einen Schußmann verhandelt, der einen beantragt.( 6., 7., 16. Jan.) unbescholtenen Radfahrer widerrechtlich sistirt und unter " Bchufs energischer Bekämpfung dieses Unwesens wird in Nichtbeachtung jeder persönlichen Legitimirung erster Linie in Frage kommen, in wie weit schon auf grund der veranlaßt hatte, daß derselbe in die Arrestzelle abgeführt und später bestehenden Gefeße mit Nachdruck gegen die Buhälter eingeschritten durch 2 Wächter gefesselt ins Polizeigefängniß ge werden kann. Diese Aufgabe fällt der Polizei und der Staats- bracht wurde, woselbst er bis zum nächsten Tage verbleiben rechtspflege zu. Es wird der Polizei ein kräftiges, unter Um- mußte. Der Staatsanwalt beantragt 3 Monat Gefängniß, der ständen rücksichtsloses Vorgehen gegen die Ausschreitungen jener Gerichtshof spricht den Angeklagten frei, weil verworfenen Menschenklasse zur Pflicht zu machen, zugleich ihm das Bewußtsein der Rechtswidrigkeit gefehlt aber werden die Exekutivbeamten darüber zu habe.( Berl. Tageblatt" 12. Febr. 1898.) vergewissern sein, daß sie bei thatkräftigem 25. In der Verhandlung gegen den Telegraphenarbeiter Fischer Vorgehen nicht nur meine Anerkennung, sondern nimmt der Gerichtshof als erwiesen an, daß derselbe auf der auch meinen Schuh finden würden." Polizeiwache- absichtlich oder unabsichtlich mit einem Riemen Schläge ins Gesicht erhalten habe. F. war gelegentlich einer Schlägerei zu unrecht von einem Bäckerlehrling einer körperlichen Wißhandlung bezichtigt worden, darauf verhaftet, trop Legitimation durch seinen Militärpaß auf der Wache behalten, und als er sich dabei nicht beruhigen wollte, in ciner Belle an Händen und Füßen gefesselt worden. F. wurde wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt zu 50 Mart Geldstrafe event. 10 Tagen Gefängniß berurtheilt; daß wegen der Schläge mit dem 4 4. Die Ehefrau des Buchdruckereibefizers Schumacher, welche vor ihrer Hausthür den Schuhmann Weinert um die Feststellung eines Menschen gebeten und darauf ohne Grund von dem Schuhmann verhaftet wurde, wird von der Anklage der Beamtenbeleidi gung freigesprochen. Das Urtheil stellt fest, daß die Sistirung der Angeklagten durchaus ungerechtfertigt und das Benehmen Der Bertheidiger ist der Ansicht, daß Kiefer ,, im Geifte dieses des Schußmanns im höchsten Grade intorrett gewesen. Erlaffes des kaiserlichen Herrn" gehandelt habe. Der Der Gerichtshof war nicht in der Lage, der Aussage des Schutz- Gerichtshof spricht den Angeklagten in der That gemäß dem manns, die sehr widerspruchsvoll war und einen recht ungünstigen Antrage des Staatsanwalts vollständig frei. Die Kosten der Eindruck machte, irgend welchen erheblichen Werth beizumessen.. Nebenklage werden der Nebenklägerin( dem mißhandelten ( 9. Jan.) Die Beschwerde des Ehemannes der Frau Sch. gegen Fräulein Faßbinder!) auferlegt.( 25., 27., 28., 30. Januar die bei der Affäre betheiligten Schuhleute erzielt teinen und 5. und 6. Februar.). Das Urtheil wird auf Berufung Erfolg.( 24. Nov.) des Fräulein Faßbinder vom Reichsgericht aufgehoben, ob 5. In dem Prozeß gegen den Mühlenwerkführer Wienert liefert wohl der Reichsanwalt Verwerfung der Revision beantragt die Gerichtsverhandlung in Hirschberg den Beweis, daß Gendarm, und die Sache zur Verhandlung an das Landgericht Bonn verwiesen Riemen ins Gesicht ein gerichtliches Verfahren Amtsvorsteher und Landrath sich durch den Ein( 7. Mai). In der neuen Verhandlung beantragt der eingeleitet worden, ist uns bisher nicht bekannt fluß auf die Arbeitgeberin, den ihnen ihre amtliche Stellung giebt, Staatsanwalt wiederum Freisprechung. Das geworden.( 15. Febr.) bemüht haben, diesen fleißigen, anständigen Arbeiter Gericht erkennt wegen fahrlässiger Störperverlegung aus feiner Arbeitsstätte zu bringen, weil er 26. Cin uniformirter Schußmann verhaftet in Berlin am Vor nicht wegen Freiheitsberaubung auf hundert mittage an der Ecke der Leipziger und Friedrich thätiger Sozialdemokrat war.( 11. Jan.) Mart Geldstrafe( 1) und Tragung der Kosten.( 14., 15., 16. straße die mit ihrem Kinde und dessen Gouvernante aus der 6. Ein junger Däne, der in einem Laden ein wie fich nachher und 17. Juli.) Droschte steigende Frau des Rittergutsbesizers und Lieutenants der herausstellt echtes, nur mit einem äußerlich nicht Gegen dieses Urtheil legt sowohl Kiefer, wie Frl. Faßbinder Reserve Lind- Senslau, aus dem einzigen Grunde, weil fichtbaren Sprunge behaftetes Goldstück bezahlt, und als Revision ein( 24., 31. Juli), die das Reichsgericht auf Antrag des er sie auf die falsche Demunziation eines Dienstmanns hin fä I sch der Verkäufer dasselbe zurückgewiesen, es selbst der Polizei zur Be- Reichsanwalts verwirft( 26. Nov.). lich für eine gejuchte Frau Heimath aus Budapest gutachtung vorgelegt, wird eine volle Nacht auf der Polizeiwache 15. Polizeidiener 2asto wsti wird von der Schwetzer Straf- hält. Die Frau ertranft infolge der Aufregung.( 16. und 18. Febr.) festgehalten.( 11. Jan.) fammer zu 2 Monaten Gefängniß( Milderungsgrund: Gegen den betreffenden Schußmann soll, laut einer polizeiöffiziösen 7. Der Fall des Frl. Elise Köppen- welche auf die falsche Trunkenheit) verurtheilt, weil einen Schiffsgehilfen Notiz im Berliner Lokalanzeiger", weder gerichtlich, noch Denunziation eines erbärmlichen Buben hin, daß fie ihn auf der widerrechtlich arretirt, gestoßen und geschlagen. disziplinarisch vorgegangen werden.( 10. März.) Straße angesprochen, verhaftet und einerzwangsweisen( Berliner Abendpost" 29. Jan.). 27. Der bisherige Harburger Polizeisergeant 2ncenz wird ärztlichen Untersuchung unterzogen beschäftigt mehrere 16. Das Gleiwißer Gericht beschäftigt sich dreimal binnen in Stade wegen Körperverlegung mittels gefähr Boltsversammlungen;( 8., 11., 13., 21. Jan.) Der Polizeipräsident taum drei Wochen mit Strafsachen, in welchen der frühere lichen Werkzeuges zu 6 Monaten Gefängniß verurtheilt. spricht wegen des Verhaltens des betreffenden Polizei- Wachts Amtssergeant Adolf Klose die Hauptrolle spielte. Buerst Derselbe hatte, obwohl dienstfrei und in Zivil, in angetrunkenem meisters, der disziplinarisch bestraft sei, sein Bedauern aus.( 15. Jan.) wurde ein Leiermann von der Anklage der Beleidigung des K. frei- Bustande unter Herausfehrung seiner amtlichen Stellung einen harmIm Abgeordnetenhause, wo der Fall ebenfalls zur Sprache kommt gesprochen, trobem R. eidlich bekundet hatte, er los des Weges gehenden Arbeiter mehrmals mit seinem Stode bes und wo der Minister des Innern, Frh. v. d. Recke die in der Ein- habe ihn beleidigt. arbeitet, um ihn zu schnellerem Gehen zu veranlassen, und eine Leitung erwähnten Aeußerungen betreffs der Vorzüglichkeit unserer Stunde später noch zwei andere Personen durch Stöße vor die Bolizei macht, fucht der Regierungskommissar Geheimrath Lindig die Brust und Schläge auf den Kopf mißhandelt, so daß sie ärztliche Vorführung des Frl. Köppen vor die Sittenpolizei in einer Weise zu Hilfe nachsuchten mußten.( 16. Februar.) rechtfertigen, die selbst von dem nationalliberalen Dr. Sattler gemißbilligt wird.( 18. Febr.) -In der zweiten Sache wurde K. wegen Mißhandlung im Amte zu 20 M.( 1) Geldstrafe verurtheilt. In der dritten Sache wurde ein Werkarbeiter Kampos wegen Beleidigung des Klose zu 15 M. berurtheilt. nachdem in erster 28. Der Amtsdiener und Nachtwächter Wood aus NiederInstanz auf zehn Tage Gefängniß erkannt worden Schöneweide wird wegen fahrlässigen Meineides zu sechs 8. Schußmann Uhligsch aus Mügeln wird vom Landgericht weil er feiner Empörung über die Mißhandlungen, die Klose Monaten Gefängniß berurtheilt.( 18. Februar.) Dresden wegen Mißhandlung eines Arrestanten zu einem arretirten Arbeiter Pietrofsti hatte zu theil werden lassen, 29. Das Landgericht I Berlin erkennt gegen den früheren 7 Monaten Gefängniß verurtheilt.( 16. Jan.) Ausdruck gegeben und auf die Frage des Klose nach seinem Namen Schuhmann Harf, der in angetrunkenem Zustande an einer 9. Schutzmann Strause wird von dem Breslauer Landgericht ich heiße wie mein Vater" geantwortet hatte. Darauf hatte ihn Straßenlaterne eine Uebertretung begangen, darauf den in der Nähe wegen grober Mißhandlungen des Droschkentutschers Sander Klose zu Boden gestoßen, mit sich geschleift, und wie eine Zeugin stehenden Schuhmachermeister Conrad am Hals gewürgt und später zu 6 Monaten verurtheilt. Nach Aussage des Sander sollten sich bekundete, zweimal mit dem Säbel auf den Rücken geschlagen. Der mit einem Fußtritt gegen den Unterleib regalirt hatte, sowie mit auch andere Schußleute an den Mißhandlungen betheiligt haben. Bertheidiger war der Ansicht, daß die Bürger doch nicht dem Säbel auf die fich ansammelnde Menschenmenge losgegangen ( 18. Jan.) dazu da seien, um sich wie Hunde von den war, nach Berufung des Staatsanwalts auf 1 Monat Gefängniß 10. Die inzwischen vom Amte suspendirten Schutzmänner Polizisten behandeln zu lassen". Daß gegen und 5 M. Geldstrafe. Das Schöffengericht hatte nur Weber und Manthey werden wegen in Zivil begangener lose wegen dieser lepteren beiden Fälle An- auf eine Gesammtstrafe von 45 M. erkannt! Der gemeinschaftlicher Störperberlegung vom Landgericht I zu je tlage erhoben, ist uns nicht bekannt geworden. Angeklagte war nach dem Vorfall von seiner Behörde sofort entlassen 150 M. Geldstrafe event. 30 Tagen Gefängniß verurtheilt.( 21. Jan.)|( Berliner Abendpost" 29. Jan.) I worden.( 18. Febr.) " " 80. Das 1. Polizeirevier in Berlin erläßt, wie die„ Berliner auf die Betheiligten losgegangen, beranlaßt hat. Die eiblichen Aus- wegen im Rausch begangener arger Ruheftörungen, Belästigung von Seitung erfährt, an 80 Gastwirthe seines Bezirks ein Verbot, fagen des Schußmannes stehen in Widerspruch mit anderen Zeugen Radfahrern, Beleidigung des Gendarmerie- Wachtmeisters ac. arretirt den Schuleuten geistige Getränte au verabreichen. aussagen. Das auf Anzeige gegen den Schuhmann wegen aus werden.( Berl. Abendpost" 21. April.) Die dem Blatt wenige Tage darauf zugehende Mittheilung, daß friedensbruchs, Körperverlegung u. f. w. eingeleitete 51. Polizeifergeant Mo II aus Trier wird unter dem schweren das Verbot wieder aufgehoben, erweist sich als falsch. Sie war dem Strafverfahren war eingestellt worden, weil die Staatsanwalt- Verdachte, an einem im Polizeigewahrsam inhaftirten, unter fittenBlatte nach seiner Angabe durch einen Bolizei- acht- fchaft angenommen, daß fubjektiv das Bewußtsein der polizeilicher Kontrolle stehenden Mädchen gegen dessen Willen meister augetragen worden, der sich fälschlich Rechtswidrigkeit gefehlt!( 22. März.) unjittliche Handlungen vorgenommen zu haben, für einen Gastwirth ausgab und dabei versuchte, 39. Das Landgericht II verurtheilt den Malermeister Schulz verhaftet.( 23. April.) den Namen des Urhebers der ersten Nachricht zu wegen Mißhandlung und Beleidigung des Nachtwächters Haber 52. Die berittenen Gendarmen Fuchs und Knuth aus der erfahren.( 22., 23. Febr.) mann sowie Widerstandes gegen die Staatsgewalt zu nur 40 M. Gegend von Danzig werden beschuldigt, auf der Suche nach einem 31. Beamte eines Berliner Polizeireviers lehnen die Betheili- Geldstrafe. Der Staatsanwalt hatte vier Wochen 15jährigen Dienstmädchen, das aus dem Dienſtverhältniß fortgung an dem Transport eines berunglückten Droschkentutschers zum Haft und sechs Monate Gefängniß beantragt. In der gelaufen, weil man es nach der Angabe ihres Schwagers zu uns Krankenhaus ab. Eine diese Thatsache in Abrede Begründung führt das Gericht aus, der Nachtwächter fei zu einem süchtigen Handlungen verleiten und zum Uebertritt stellende Berichtigung des Polizeipräsidenten so scharfen Vorgehen er hatte den Schulz mit dem Säbel arg zur evangelischen Kirche veranlaffen wollte, diesem Schwager, dem muß einige Tage darauf von diesem selbst zugerichtet- nicht berechtigt gewesen und hätte keine Ver- Fischer Muza IV. Neze und Aalsäde mit ihren Säbeln zerstochen zurüd genommen werden. Die thatsächlich unrichtigen An- anlaffung gehabt, den Säbel zu ziehen.( 23. März.) zu haben. Auf die Schadenersagllage des Fischers, erhebt die gaben dieser Berichtigung sind auf eine grobe flichtver- 40. Der Schußmann Bußmann wird von der Straflammer Stegierung den Kompetenztonflitt(!), der aber vom legung" zweier Polizeibeamten zurückzuführen, die deswegen in Elberfeld zu 6 Monaten Gefängniß verurtheilt. Derselbe hatte Ober- Verwaltungsgericht zurückgewiesen wird, nachdem der Gedisziplinarisch bestraft werden sollen.( 27. Febr. und 1. März.) einen Nachts auf einer Treppe schlafenden Anstreicher ohne weiteres meindevorsteher das Herumstochern mit den Klingen in dem Fisch 32. In einer Verhandlung gegen zwei Kutscher wegen thatlichen einige Stufen heruntergeriffen, auf das Straßenpflaster geworfen, zeug seitens der Gendarmen, was diese bestritten, eiblich Angriffs auf einen Schuhmann, der sie wegen groben Unfugs zur mit seinem Stode durchgeprügelt, und ihn dann noch als Ruheftörer bestätigt hatte.( 26. April.) Ruhe wies, wird von der Düsseldorfer Straflammer festgestellt, daß mit zur Wache genommen.( 23. März.) 53. Polizeifergeant Haß in Stargard wird wegen schwerer der Schußmann den einen Angeklagten zuerst ins Gesicht ge- 41. Gelegentlich einer Anflage gegen einen Berliner wegen Beleidigung zu 3 Monaten Gefängniß verurtheilt. Die Strafe fchlagen hat. Das Gericht spricht sie deswegen frei. Der wissentlich falscher Anschuldigung stellt sich vor Gericht wird im Gnadenvege in Festungshaft von gleicher Dauer umStaatsanwalt batte 2%, bezw. 3 Jahre Gefängniß folgendes heraus: Der Betreffende hatte sich über einen Schußmann gewandelt.( Berl. Tagebl.", 27. April.) beantragt!( 5. März.) bei dem Polizeipräsidium beschwert, weil dieser ihn un sittlich 54. Polizeidiener Brückner von Ziegenrück nimmt im Auf33. Ein an Genidstarre ertrantter junger Mensch, berührt und ihm unjittliche Zumuthungen gemacht trage des tönigl. Gendarmerie- Oberwachtmeisters I emm am Richard Krausnic, wird 13 Stunden auf einer Berliner Polizeiwache habe. Diese Beschwerde war, ohne daß der betreffende Schuhmann 27. April Wahlfingblätter in Beschlag, obwohl bereits am 22. April gehalten, weil ihn die betreffenden Polizeibeamten für von seiner vorgesetzten Behörde über die Begründetheit die Reichstagswahlen ausgeschrieben waren. Auf erhobene Beschwerde finnlos betrunten halten. Der Bater findet ihn dann in derselben auch nur gefragt worden, an die Staatsanwalt- fieht die Polizeibehörde darin teine flight dem Wachlokale auf dem Fußboden liegend, Rod und schaft gesendet worden, welche ihrerseits ebenfalls ohne jede verlegung, da der allerhöchste Erlaß vom 22. d. M. betreffend Ueberzieher ausgezogen, nicht zugededt.( 13., 16., Prüfung der Beschwerde auf die Sache eingegangen. Auf Antrag Festsetzung des Wahltermins hierorts noch nicht publizirt 17., 19., 22., 23. März, 23. April, 9. Juli.) des Vertheidigers beschloß das Gericht unter diesen Umständen Aus- und bekannt war."(!)( 80. April und 10. Mai.) 42. Von der Stolper Straflammer wird Amtsdiener Timm wegen Körperverlegung im Amt in 2 Fällen zu 6 Monaten Gefängniß verurtheilt.( Berl. Abendpost", 27. März.) 43. Schußmann Miedza wird von der 134. Abtheilung des Schöffengerichts wegen Betruges zu 3 Monaten Gefängniß der urtheilt.( 30. März.) " 34. Vor dem Landgericht I hat sich der Schutzmann Volt- sezung der Sache bis nach Prüfung der Beschwerde.( 25. März.) 55. Gendarm Wilke verhaftet zwei Genossen bei der Flugmann wegen widerrechtlicher sistirung und Nöthiblatt- Bertheilung nach ausgeschriebener Reichstagswahl in Dänischengung zu verantworten. Derselbe soll nach Aussage der 21jährigen hagen. Der Landrath in Eckernförde findet auf eingelegte Beschwerde Schneiderin Martha Schulz dieselbe, als sie nachts von einem Besuche das Verfahren des Gendarmen korrekt, da derselbe von der kaisernach Hause fam, unter dem Vorwande, daß er sie fistiren müsse, lichen Verordnung vom 22. april erst am 2. Mai erfahren nach dem Thiergarten verschleppt und ihr dort unjittliche An habe(!!!). Auch daran, daß derselbe den Militärpaß nicht als träge gemacht unter der Androhung, daß er sie genügende Legitimation angesehen, findet er nichts auszusehen. eventuelI unter fittenpolizeiliche Sontrolle 44. Der schon einmal in diesem Jahre( vergl. Nr. 12) wegen Beiden Genossen wird ihre Arbeitsstelle auf der bringen würde. Der Staatsanwalt beantragt 1 Jahr 3 Monate. unrechtmäßigen Gebrauchs der Waffe zu 1 Jahr Gefängniß ver- tai ferlichen Torpedowertstelle in Friedrichsort In der mehrfach vertagten Verhandlung versucht der Angeklagte, urtheilte Nachtwächter Heß aus Zoppot wird zu 3 Monaten gekündigt, wobei sich herausstellt, daß der obwohl ihn die Beugin auf das bestimmteste refognoszirt, einen Alibi Gefängniß wegen Mihhandlung im Amte verurtheilt, Direktor im Besige eines den Genossen abgez beweis, den aber der Gerichtshof nicht für vollständig ge- weil er ohne Veranlassung 3 Straßenpassanten beschimpft und einen nommenen Flugblattes ist.( 14. Mai, 2. Juni.)- Auch lungen hält. Trotzdem wird er freigesprochen, weil trop starter derselben mit dem Säbel trattirt hatte. Dabei stellt sich heraus, die vorgesetzte Militärbehörde findet Belastung die Möglichkeit vorliege, daß ein anderer daß derselbe schon viermal vorbestraft ist, und zwar drei Gendarmen nichts auszusetzen.( 26. Jumi.) Auf Beschwerde beim Schumann die That begangen.( 1., 4. Jan., 11., 17. März, mal wegen Körperverlegung mit 1 Woche refp. 1 Monat Gefängniß, Regierungspräsidenten weist dieser den Landrath an, den Gendarmen 14., 30. Juni, 2., 5., 10. Juli.) Bom 29. Sept. liegt, die Mit- refp. 10( oder 15?) M. Geldstrafe und wegen Widerstandes gegen zu rettifiziren", womit für ihn die Angelegenheit ertheilung vor, daß B. sich wieder in einem anderen Polizeirevier im die Staatsgewalt mit 3 Monaten Gefängniß. Ein Zeuge, gleich- ledigt fei.( 21. Oktober.) Dienst befindet. falls Wachtmann in Zoppot, wird nicht vereidigt, weil er 56. llebergriffe und Mißgriffe von höheren und niederen Polizei35. Von dem Schöffengericht in Helgoland wird der wegen Wider iv egen Meineids eine einjährige 8uchthausstrafe beamten, Gendarmen 2c. gegen fozialdemokratische Flugblattstandes gegen die Staatsgewalt und Beleidigung an hinter sich hat.( 3. April und Berl. Abendpost", 5. April.) bertheiler und Agitatoren nach Ausschreibung der geflagte Reichstags- Abgeordnete Stadthagen tostenlos frei 45. Kriminalschußmann Wegener in Aachen wird wegen teichstagswahl werden weiter gemeldet aus Schweidnig gesprochen, nachdem schon in einem früheren Urtheil festgestellt mißhandlung im Amte zu 100 M. Geldstrafe(!) verurtheilt.( 3 Flugblattbertheiler verhaftet, 2 davon 11/2 Stunden in Haft be worden, daß das Berhalten des damaligen Gendarmen Stoffers Derselbe hatte den irrthümlich verhafteten Hüttenarbeiter Roß halten, Flugblatt nicht sofort zurückgegeben), Boischwiz( Verbei der in betracht kommenden Affäre durch Stadthagen mit dem mit einem schweren Stod auf den Kopf geschlagen und ihn gefeffelt, theilung verboten, Vertheiler aus dem Ort gelviesen), Grunau Ausdruck flegelhaft" richtig charakterisirt" worden, weil er sich weigerte, an dem kalten Tage mit dem dimmen Feuer-( Vertheiler fistirt, Flugblätter tonfiszirt, Kostenblut( ebenso), und daß Stadthagen mit Recht annehmen konnte und mußte, daß fittelchen, worin er am Buddelofen arbeitete, zur Polizei zu gehen. stattowi( Stonfiskation von Flugblättern), 2 a b and( Verhaftung der Gendarm eine Anrempelung und Beleidigung Die Erlaubniß, sich umzufleiden, schlug W. ihm trop der Bitte eines giveier Genossen und wegnahme von Flugblättern durch den Amt8feiner Person beabsichtigte." Die Beschwerden Stadt Abtheilungsvorstehers des Hüttenwerts ab. Der Staatsanwalt hatte vorsteher in eigener Person, Flugblätter nicht sofort hagen's gegen den jetzt als Hilfsarbeiter im Abgeordnetenhause nur 30 M. Geldstrafe beantragt, obwohl W., was er zunächst zurückgegeben)( 13. Mai); aus Rieferstäbt!( Konfistation von stationirten- Gendarm waren vom 2 andrath, Regierungs- ableugnete, wegen Mißhandlung im Amte schon mit 50 M. Fluglättern)( 2. Juni), Peistretsch am( Sonfistation von Flugpräsidenten und Oberpräsidenten zurüdgewiesen vorbestraft war.( 6. und 18. April.) blättern, Befchimpfung der Vertheiler als grüner Junge"," arbeitsworden, denen das Verhalten des Gendarmen, teineswegs 46. Der fönigl. Kriminalkommissar Ma a ß aus Berlin wird von scheu)( 3. Juni); aus Riesenburg, Karthaus, Puzig, ein inforrettes" erschien!!( 19. März.)- Die Freisprechung der Strafkammer des Landgerichts Potsdam wegen Vornahme un- Stangenwalde, Tiezendorf, Preußisch- Stargardt Stadthagen's wird auch in zweiter Instanz bestätigt und die Kosten züchtiger Handlungen- unjittliche Attentate gegen eine Dame im( 7. Juni); aus Ströhlendorff( Amtsvorsteher erläßt Straf des Verfahrens sowie die Stadthagen erwachsenen nothwendigen Eisenbahnfupee zu 400 Mart Geldstrafe verurtheilt. zu 400 Mark Geldstrafe verurtheilt. Von einer befehl wegen Flugblattvertheilung)( 9. Juni); Auslagen der Staatstaffe auferlegt.( 9. Juni.) Gefängnißstrafe wird Abstand genommen mit Südsicht auf schwalbach, Langenfelden, Beilau( 11. Juni), Seller. 36. Jn Tilfit versuchten in zwei Fällen Polizeisergeanten, die feine Stellung() und sein Vorleben, obwohl der bach, Ottweiler( 12. Juni), Waltersdorf( 14. Juni), Arbeitgeber von sozialdemokratischen Arbeitern zu veranlaffen, die- Angetlagte wegen eines ähnlichen Bergehens Ottersthal, Neu Ruppin, Ragow, Schomberg felben wegen ihrer Parteizugehörigteit aus der schon disziplinarisch vorbestraft ist.( 8. April.) In( 21. Juni). Arbeit zu entlassen. Der eine Beamte drohte dabei dem der Revisionsinstanz vor dem Reichsgericht wird der Angeklagte 57. Der Klavierspieler Noad wird am 22. April, nachts. betreffenden Arbeitgeber, er tomme sonst auf die fchwarze toftenlos freigesprochen, weil das Gericht ein Eisenbahnfupee turz nach 4 Uhr durch einen Schumann im Auftrage des beListel Daß die betreffenden Polizeisergeanten nicht als öffentlichen Ort betrachtet!( 12. Juni.) treffenden Polizeireviers aus dem Bette geholt und zur die harten Strafen, welche bekanntlich den= 47. Polizeisergeant Ruchaj wird von der Jnowraglater Straf- Polizeiwache sistirt, weil die Militär- Ersatz- Kommission der jenigen treffen follen, der andere an frei- tammer zu 2 Jahren Zuchthaus verurtheilt, weil er drei Senaben Anficht ist, daß N. seiner Gestellungspflicht nicht nachgekommen, williger Arbeit zu hindern versucht, erhalten aufs schändlichste gemißhandelt, bis diese einen Dieb- trobem Gestellung am 19. April ordnungsmäßig haben, ist nicht bekannt geworden.( 19. März.) stahl gestanden, den sie überhaupt nicht begangen. erfolgte. Der Polizeipräsident erklärt auf R. s 37. Nachtwächter Tatura wird von der Oppelner Straf-( Berl. Abendpost", 13. April.) Auch gegen andere Personen war Beschwerde, das Verfahren der Polizei für torrett! tammer wegen törperverlegung im Amte zu 6 Monaten er aus gleichem Grunde ebenso roh vorgegangen. Das Reichsgericht N. verliert infolge der öffentlichen Besprechung der Angelegenheit feine Stelle. Gefängniß verurtheilt. Derselbe hatte in der Nacht zum 15. Jan. d. 3. verwarf die Revision des Angeklagten.( 1. Juli.) ( 28. April, 15. und 29. Mai.) Auch der Mi. ohne Veranlassung den Korbmacher Fischer mit dem Säbel 48. Aus Köln wird die Flucht eines des Verbrechens im nistet des Innern sieht auf N.'s Beschwerde keinen über den Kopf gefchlagen und ihn dann verhaftet.( Bert. Abend- Amte- Vergehen gegen ein Mädchen, das sich nachts in seinen Grund zu Ausstellungen: nur sei die für die Sistirung post" 20. März.) Schuh stellte schuldigen Schußmanns gemeldet.( 17. April.) gewählte frühe Stunde gesetzlich zulässig, doch nicht an 38. In Hannover wird der wegen thätlichen Angriffs auf den 49. Der mehrmals bestrafte Schuhmann Albert Weiß gemessen gewesen.( 25. Juni.) Schuhmann Calbe und Widerstands gegen die Staatsgewalt an- wird vom Hannover'schen Schöffengericht wegen Hausfriedens geklagte Arbeiter Wagner auf Antrag des Staatsanwalts bruchs zu 15 M.( 1) Geldstrafe verurtheilt. Gelegentlich des Hausfostenlos freigesprochen, nachdem festgestellt, daß der friedensbruches hatte 28. einen der Anwesenden durch die SpiegelSchußmann die unbescholtene Tochter des Angeklagten ohne jeden scheibe der betreffenden Gastwirthschaft geworfen, so daß dieser sich Grund beleidigt und in durchaus unberechtigter Weise den be- large Verlegungen zuzog.( Frankfurter Zeitung" 18. April.) treffenden Skandal, bei welchem er fchließlich mit gezogenem Säbel 50. In Rothenburg an der Oder muß der Ortsnachtwächter verfauft nur gute Fabrikate aus Langen58. Aus Berghausen, Wahlkreis Kaffel, wird berichtet, daß der Ortsdiener antisemitische Flugblätter verbreitet, die auf dem Amte mit der Adresse ihrer Empfänger versehen sind. ( 17. Mai.) ( Fortsetzung folgt.) nahe dem FUhren Gold, Silber- und Alfenidewaaren zu ben befannten binigen Breifen H. Gottschalk, Admiralstr. 37, Rottbuser Thor. 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Jeden Sonnabend Nachm. 3 Uhr: Schüler- Vorstellung zu besonders ermäßigten Preisen. Central- Theater Direktion: José Ferenczy. Nachmittag 3 Uhr zu halben Preisen: Nanon, die Wirthin vom goldenen Lamm. Operette in 3 Aften von R. Genée. Abends 72 Uhr: Dir Geisha oder: Eine japanische Theehaus: Geschichte. Operette in 3 Atten v. Sidney Jones. Morgen und folgende Tage: Die Geisha. Sonnabend, den 7. Januar, zum ersten Male: Die Puppe( La Poupée). Operette in 3 Aften und einem Vorspiel von Ordonneau u. Sturgeß. Musit von Ed. Audran. Thalia- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Erstes Gastspiel Emil Thomas Zum 1. Male: Mein Leopold. Original Volksstück mit Gesang in 3 Akten( 6 Bildern) v. Adolph L'Arronge. Musik v. R. Bial. Anfang 72 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Feen- PalastTheater Burgstr. 22. Burgstr. 22. Das riesengroße Neujahrs- Programm. Durchweg neu engagirte Spezialitäten. Neu! Um 82 Uhr: Neu! Endlich zu Zweien. Posse mit Gesang von Johannes Eißner. Ottokar Lehmann Dir. 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Auszug aus den Bestimmungen der Weihnachts- Sparkasse. 1) Jeder Kunde erhält von der Sparkassen- Buchhalterei, welche sich im Parterre meines Waarenhauses befindet, ein auf seinen Namen lautendes Sparkassenbuch. 2) Zwei Procent werden von jeder Einkaufssumme gutgebracht. 3) Die Eintragung der Procente in das Sparkassenbuch erfolgt bei jedem Einkauf. 4) Auszug der ersparten Beträge erhält jeder Sparer am Ende des Monats nach seiner Wohnung zugesandt. 5) Bei der Deutschen Bank ist ein Conto für meine Weihnachts- Sparkasse eingerichtet. 6) Die ersparten Beträge eines jeden Monats werden bei der Deutschen Bank zu Gunsten der Weihnachts- Sparkasse hinterlegt. 7) Die monatliche Quittung der Deutschen Bank wird beim Notar deponirt. 8) Die Auszahlung der ersparten Beträge erfolgt zwischen dem 1. und 10. December eines jeden Jahres in meinem Waarenhause. 9) Zur Ferienzeit kann die Auszahlung auch auf Wunsch zwischen 1. bis 10. Juli erfolgen. 10) Der Armen- Direction der Stadt Berlin werden zum Zwecke der Weihnachtsbescheerung alle Sparbeträge überwiesen, welche bis zum 10. Dezember Abends 8 Uhr nicht abgeholt werden. Tagesangebot für Montag, den 2. Dienstag, den 3., Mittwoch, den 4. Januar. Wirtschaftsartikel. Emaille. Petroleumkannen, bronz. ca. 2 3 Ltr. Inh. Wannen oval, neublau und marmorirt 35 45 Pf. Vorrathsbüchsen, neublau und Zwiebelm. 1 Pfd. Inhalt 35 Pf. do. 6 eckig, Blumenmust. 25 Pf. 18 15 4 Pf. Messerputzbretter 20. roh Kleiderbügel polirt Dtz. 70 Pf. Dtz. 42 Pf. Durchm. ca. 35 40 45 50 55 cm. 98 1,20 1,40 1,70 2,05 Pf. Schmortöpfe mit Ring neublau Grösse ca. 16 18 20 22 24 55 65 78 93 105 Pf. Schmortöpfe ohne Ring, neublau 40 50 60 75 95 Pf. Handtuchhalter, pol.c. 45 cm.lg. m.Hak. 50 Pf. Casserollen mit Ring, neublau Küchenconsole, eich. lack. ca. 78 cm.lg. 42 Pf. Küchenconsole mit Handtuchhalter ca. 56 cm. lang 42 Pf. • Paradehandtuchhalter mit Muschelaufsatz 2,20 Pf. 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Verkauf an Wiederverkäufer findet nicht statt! Berantwortlicher Mebatteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil nerantwortlich: Th. Glode in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Burlin Nr. 1. 16. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 1. Jannar 1899. Kriminalstudie am Polizeikörper. Die Beamten des zuständigen Polizeireviers feien ihm( Müller) feindlich der Polizeistunde angezeigt worden und habe sich gewundert, baß Eine gesinnt, weil er einmal einen Schuhmann wegen Meinein benachbarter Schankwirth un behelligt die PolizeiWegen Beleidigung eines Kriminalschutzmannes war der Schant- ei des angezeigt habe, der jedoch vom Schwurgericht freigesprochen stunde überschreiten konnte. Ein 28 ächter, mit dem der Zeuge wirty Müller, Linienftr. 71, angeklagt. Die Anklage behauptet, worden sei. Deshalb suche man sein durchaus anständiges über diese auffallende Erscheinung sprach, habe dieselbe dadurch eram 8. Juli sei der Kriminalschuhmann Lungeler in das Müller- Lokal als ein Verbrecher lokal hinzustellen, und mache ihm flärt, daß Kriminalschutzmann Tungeler in dem betreffenden Lokal fche Lokal gekommen, welches der Polizei als ein Verkehrsort von allerlei Schwierigkeiten in seinem Geschäft. Aus diesen Gründen regelmäßig zeche. Als Belastungszeugen traten auch ein Prostituirten und Verbrechern bekannt sei; Tungeler habe einen Ver- erkläre sich auch das gegenwärtige Verhalten Tungeler's gegen ihn. Schankwirth Sottte und dessen Frau auf. Interessant ist brecher gesucht, und einen Gast des Müller'schen Lokals, den er für Müller ist seinerzeit aus Anlaß dieses Vorfalles vom Schöffen- eine Bemerkung, die der Vertheidiger, Rechtsanwalt Leopold den Gesuchten hielt, aufgefordert, sich über seine Person auszuweisen. gericht wegen Beleidigung des Kriminalschutzmannes zu 60 M. Geld- Meyer betreffs dieses Bengen machte. Er sagte, daß Dann sei Müller auf Tungeler losgestürzt, habe ihn an die Brust strafe verurtheilt worden. er einmal einer Verhandlung vor dem Bezirksausschuß bei gepackt und mit heftigen Worten zum Verlassen des Lokals aufgefordert. Die Berufungskammer, die sich am Sonnabend mit der An- gewohnt habe, wo Sottte gegen eine Verfügung des Polizeigelegenheit beschäftigte, veranstaltete eine umfangreiche Beweisauf- präsidiums flagte. Ihm sollte die Konzession entzogen werden, weil Der Angeklagte Müller stellt dagegen den Vorfall ganz nahme. Die Darstellung, welche Miller von dem Sach in seinem Lotal Verbrecher verkehrten. Gegen diese Verfügung anders dar. Er behauptet, Tungeler sei in das Lokal gestürmt ge- verhalt gab, wurde durch fünf 8eugen bestätigt. der Abtheilung II des Polizeipräsidiums habe Sottle geltend ge ge kommen und habe, ohne sich als Polizeibeamter auszuweisen, den Kriminalschutzmann Tungeler, auf dessen Anzeige hin das Straf- macht, daß er der Abtheilung IV( riminal- Abthei Gast aufgefordert, fich zu legitimiren. Andere Gäste hätten hier verfahren eingeleitet worden ist, bestätigte dagegen die Behauptungen Iung) niglich sei, indem er ihr Vigilanten zuführe. über ihren Unwillen ausgedrückt mit den Worten:„ Na, da der Anklage unter seinem Eide. Um die Glaubwürdigkeit dieses Diese Einwendung scheint ausschlaggebend gewesen zu sein, könnte ja jeder kommen." Num sei er( Müller) an den Beugen anzufechten und dessen Verhältniß zu den Schankwirthen seines bent Sottle habe die Konzeſſion behalten. Beamten herangetreten und habe, damit unliebſame Auf- Reviers zu kennzeichnen, hatte die Bertheidigung mehrere Zeugen laden Der Gerichtshof fällte folgendes Urthett: Er schenke zwar den tritte im Botal vermieden würden, denselben aufgefordert, lassen. Einer derselben, Schankwirth Torte sagte ans: Tungeler habe Aussagen des Kriminalbeamten, dessen Beugniß noch durch einen fich den Gästen gegenüber als Kriminalbeamter auszuweisen. längere Zeit in seinem Lokal fast täglich verkehrt und habe Ge- Schußmann unterstützt sei, Glauben, doch tönne er wiederum nicht Dabei habe er den Beamten mit der Hand leicht berührt, und dieser tränke ohne Bezahlung von ihm angenommen. Nachdem ihm annehmen, daß die anderen Zeugen, die den Vorgang in entgegenhabe darauf gesagt:" Sie haben mich angefaßt! Das( Torte) eine Verlängerung der Polizeistunde gewährt worden war, gesetzter Weise darstellten, eine falsche Aussage gemacht hätten. wollte ich blos! Jezt haben wir Sie, das werde möge wohl Tungeler hierfür eine Belohnung er- Da der Gerichtshof nicht in der Lage sei, die Widersprüche in den ich Ihnen besorgen." Müller behauptet ferner, daß die Szene, wartet haben, er habe ihm aber nichts gegeben und nehme Beugenaussagen aufzuklären, so komme er zu einem non liquet und Die Zungeler in seinem Lotal aufführte, nur eine Komödie ge- an, daß aus diesem Grunde ungeler feinunziationen wegen jenem Tage fein Tod- daher zu einer Freisprechung des Angeklagten. wesen sei. Der Gast, welchen der Beamte zur Legitimation auf- feind sei, denn er habe seitdem Vielleicht betrachtet der Polizeipräsident, der vorgestern den gefordert hat, sei ein Polizeivigilant Namens Günther gewesen, Schanttontraventionen gegen ihn eingereicht. Ein anderer Zeuge Berein der Gast- und Schankwirthe in der von uns bekannt geder aber trotz aller Bemühungen jezt nicht aufgefunden werden konnte. sagte aus, sei oft von Tungeler wegen Ueberschreitung gebenen Weise dementirte, sich den Fall Tungeler einmal recht genau. Die besten Glückwünsche zum neuen Jahre. 17 00.1 38.1 er Berlin, Neujahr 1899. 9am Bei meinem Scheiden von der Firma Brunnenbad, Brunnenstr. 16. W. Hagelberg rufe ich allen Kollegen u. Mitarbeitern ein herzliches Bebewohl und ein fröhliches Neujahr zu. Emil Maass, 32076 N. Scharnhorststr. 16, I. Prosit Neujahr! rufe allen meinen verehrten Gästen und Vereinen an dieser Stelle zu. Hochachtungsvoll .0001 Test& mob polCarl Hoffmann, An unsere Kunden! Beim Jahreswechsel nehmen wir gern Veranlassung, für das uns bisher erwiesene Wohlwollen bestens zu danken und um die fernere Erhaltung desselben ergebenst zu bitten. Hochachtungsvoll Baer Sohn 00 Chausseestr. 24a. Brückenstr. 11. ra sh 198 astot Gr. Frankfurterstr. 16. 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