Einzelmei Rebattion u Prag, II., Tele Sageste an Koffer. fitl. Dělni 26795, 3140 Medtrebattion: 26797. Voffhedamt: 5T544. Juferate werden laut Tarif billigt berechnet. Bei öfteren Elafchaltungen Preisnachleh. 9. Jahrgang. 1 So Aldemokrat Zentralorgan Jer Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit. Dienstag, 30. April 1929. Bezugs Bebingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post: Monaflid.... Ke 16. vierteljährlich halbjährig ganzjährig 48.98.192.Radelung von Manu fripten erfolgt nur bei infendung der Retourniarken. Eridgeint mit Husitahme des Montag täglich( rig. Nr. 102. Flieg' du flammende, du rote Fahne! Wir feiern fiegreich den Maientag! 4. Каунтино Seite 2. Dienstag, 80.April 1929. Zag der Millionen. um jeden Rückschlag abzuwehren. Noch lauern rings Gefahren. Krieg und Reaktion, Not und Elend, giftiger Haß und wahnsinnige Profit-tigen Gesellschaft. sucht das ist noch immer das Bild der heuAber troß allem hat die Arbeiterklasse schon manche Position erstürmt, sich politische Rechte, ein Stück Schußes ihrer Arbeitskraft gesichert, sich ein hohes Maß von kultureller und politischer Bildung angeeignet. Und die Weltbewegung des Sozialismus geht weiter ihren Gang, weiteren Etappen und dem großen Endziele zu! Bierzigste Maifeier! Am hun- mung schlagen läßt, ruft er in den Herzen und dertsten Jahrestag des Bastilleſturmes waren Sirnen Wirkungen hervor, die nicht anders als im Jahre 1889 die Abgesandten der europäi- revolutionär genannt werden können. Er erschen Arbeiterparteien in Paris zusammenge hebt die Seleinmütigen und stärkt die Müden. fommen, um eine neue Internationale zu be- IIe Räder stehen still, wenn gründen. Es war der Delgierte 2avigne, Dein starker Arm es miII!" der den Antrag stellte, der erste Mai möge Daß der erste Mai zum Staatsfeiertag durch Arbeitsruhe gefeiert werden, um in allen geworden, bestätigt nur die Tatsache der stei Ländern zugleich für einige wichtige Arbeiter- genden Macht der Arbeiterklasse und kann die forderungen zu manifestieren. Bedeutung des stolzen Wortes nicht herabminRings in der Welt ist trotz Fascismus Im Staate der Habsburger, in dem die dern. Die Räder würden auch ſtille stehen, und der Bürgerblöcke alles in rastlosem AufArbeiterfasse dieses Staates damals lebte, wenn der erste Mai nicht gefeßlicher Feiertag stieg. Die Verdammten dieser Erde, so oft sie herrschte noch tiefste Finsternis. Adel, Kapital wäre und sie werden, komme was wolle, immer auch in Zeilschlachten besiegt werden mögen, und Kirche waren unter der Vatronanz der stille stehen, um die Feinde des Sozialismus erheben sich stets aufs neue, um mit verstärkter Krone im ungeschmälerten Besitz der Macht, zu mahnen, daß die untersten Schichten des Kraft gegen die Bollwerke des Kapitalismus nur für das Kleinbürgertum fielen vom reich Volkes zum Bewußtsein ihrer geschichtlichen anzustürmen. besetzten Tische der Staatsmacht einige Brocken Mission gekommen sind und nicht länger mehr ab. Die Gesetzgebung, die Verwaltung der nach Licht hungern wollen. Länder und der Gemeinden waren ausschließlich Domänen der Besitzklassen. Die Arbeiter Es ist unser Tag, den wir feiern, der besaßen keinerlei politische Rechte, sie frondeten Tag der Arbeiterschaft! Immer sichtbarer teilt in überlanger Arbeitszeit und waren jedem sich die Welt in zwei große Heerlager: für und Bezirkspaicha, jedem Polizeibüttel auf Gnade gegen den Savitalismus: und Ungnade ausgeliefert. *** Freudiger, zuversichtlicher als je wird die sozialistische Ar= beiterschaft die heurige vierzigste Maifeier begehen! Sie ist ihr mehr als je Symbol der revolutionären Aktion und trotz der nmitten dieser Orgie von Hochmut und gegenseitiger Verachtung wollen wir nicht wählen noch richten. Frei dienen wir der freien Wahrheit, die, in fich grenzenlos, auch keine äußeren Grenzen fennt, keine Vorurteile der Völler, keine Sonderrechte einer Klasse. Gewiß, wir haben Freude an der Menschheit und Liebe zu ihr. Für sie arbeiten wir, aber für sie als Ganzes. Wir kennen nicht einzelne Völker, sondern nur das Volt, das eine unmittel bare Volk, das leidet und fämpft, fällt und sich wieder erhebt und dabei doch immer vorwärts schreitet auf seinem schweren Wege in Blut und in Scheiß - dieses Volkes aller Menschen, die alle, alle unsere Brüder sind. Nur be wußt werden müssen sich die Menschen dieser Brüderschaft. Romain Rolland( Das Manifest der Freiheit des Geistes.) Wie in diesen gedrückten, rechtlosen Majsen der Arbeiterschaft der Gedanke der Maifeier zündend wirkte, davon kann sich die heu tige Generation faum eine Vorstellung machen. Der Bariser Internationale Sozialistenkongreß hatte den 1. Mai als Tag einer großen und gebung für den Arbeiterscyus ausgerufen, in Deſterreich und Deutſchland war es eine Dreiheit von Forderungen, die an diesem Tage erhoben wurden: Achtstundentag, WeLtfrieden und politische Rechte. Damit war der Charakter des 1. Mai als der des Kampfes für den Aufstieg der ArbeiterHajfe, gegen den kapitalistischen Imperialismus und für die Anteilnahme der Proletariermassen am Proletarier, die nicht erwacht sind und sich für Tag der Millionen! Wir fei Rulturgenuß gekennzeichnet. Der Verlauf der ersten Maifeier überiraf das Besißbürgertum als Grundlage feiner unern ihn im Zeichen des Kampfes alle Erwartungen. Eine ungeheuere Gefühls- natürlichen Herrschaft mißbrauchen laffen. Noch gegen den Völkermord, im Zeichen welle der Einheit bemächtigte sich der Herzen sind die Millionen kämpfenden und flaffenbeer sozialistischen Internatioder von: Kapitalismus Ausgebeuteten und von wußten Proletarier nicht immer start genug, nale! fortgesetzten Spaltungsversuche der in unaufgehörten auch Tschechen und Deutsche zur gleiDie Besitzklasse erkennt die ihr aus der haltsamer Bersetzung befindlichen kommunisti chen Delegation. Doch zerfiel sie bereits in gwei Erſtarkung der sozialistischen Bewegung erwachschen Partei wird die Sozialdemokratie was sie Gruppen. Für die deutsche Gruppe ebenso wie jene Gefahr, und wendet, um sie zu bannen, früher gewesen: das Kristallisationszentrum für die Gesamtheit der österreichischen Partei die verzweifeltsten Mittel an. Mit Hilfe des für die denkende und klassenbewußte Arbeiter sprach Victor Adler, für die tschechische aicismus fucht sie die Arbeiterbewegung im fchaft. Gruppe Sybes. Beide wiesen darauf hin, Blute des Proletariats zu ersticken und wo ihr Millionen werden an diesem Tage unter daß neben der Schwere der Verfolgungen die dies nicht gelingen will, verfälscht sie die De- unseren Bannern marschieren. Er soll uns in Unterschiede der Sprachen eine mokratie. Was sie unter„ Ordnung" versteht, verstärktem Maße Werbetag und croße Erschwerung der Organisation und der das ist die Sicherung der Interessen ihres des Bekenntnisses, doch vor allem Tag Propaganda im Proletariat Oesterreichs bräch Geldsacks, ist der Schutz der Ausbeutung. Sie des Kampfes fein! Des Kampfes für die ten. Und eine weitere große Schwierigkeit bot sucht die Arbeiterklasse in ihr früheres qual- nächsten Ziele, aber auch für das hohe soziali lange Zeit die Spaltung in Radikale und Gebolles Senechtesdaſein zurückzuzwingen. In der stische Ideal, die Sprengung der Feijeln, die mägiate, die hauptsächlich der Frage galt, was Pflege des Klassenbewußtseins ist das fapita- der Kapitalismus den arbeitenden Menschen die Arbeiter mit dem Wahlrecht anfangen follliftische Bürgertum der Arbeiterschaft voraus aufgezwungen hat und für die Verwirklichung ten. Eigentlich noch eine müßige Frage, denn, geeilt, noch gibt es zehntausende, ja Millionen des Sozialismus. sagte Adler:„ Die Arbeiter in Desterreich haben fein Stimmrecht und werden es auch so bald nicht haben." der Staatsgewalt Entrechteten. Nie vordem hatte sich ihrer ein größeres Massengefühl, ein stolzeres Selbstbewußtsein bemächtigt, nie war ihre Begeisterung größer, als an diesem geschichtlich bedeutsamen Maientag, der zum erstenmal die Seere des Proletariats in betonn derungswürdiger Disziplin aufmarschieren sah. Die Maifeier murbe und blieb für die fämpfende Arbeiterklasse eine unversiegliche Kraftquelle. Das fühlten und fühlen alle: der iozialistische Maicebante ist ein Lichtbringer, er hebt das Gemeinschaftsgefühl des Proletariats und bringt es zum Bewußtsein seiner Straft. Es war Rofa Quremburg, welche einmal der Bedeutung der Maifeier in folgendem Satz Ausdruck gab: Der geniale Hauptgedanke dea Maifest es, das ist das eigene nb unmittelbare Auftreten der proletarischen Massen, das ift die politische Waffenaltion der Millionen Arbeitenden, die fonft im parlamentarischen Alltag, getrennt durch staatliche Schranken meist nur durch den Stimmzettel dem eigenen Willen Ausdruck verleihen. können..." Tag der Millionen! Sei uns gegrüßt! An diesem Tage fühlt es ebenso der im Sumpfen Fabriksjaal fronende Lohnsklave, wie der im Innern der Erde robotende Bergmann und der in den Höllenschlund eines Schiffs= förpers gebannte Heizer, daß ein Schidsal te verbindet, ein Geift e erfüllt. Unter wehenden roten Fahnen, dem Symbol der Liebe und des Kampfes, ziehen sie, aus Fabriken und Werkstätten hinaus in die jungfräuliche Natur, im Bewußtsein, daß sie das Schicksal ihrer Menschwerdung, das Schicksal der Zukunft des Menschengeschlechtes in ihren Hän den trage it. mer größer. Mensch zu Mensch. Menschen, Menschen alle, streckt die Sän de über Meere, Wälder in diWelt zur Einigkeit! Daß sich Serz zu Hevzen fense: Neue Zeit! Starke Rührung soll aus Euren Aufenthalten Flutgleich wellen um den Erdeball, Mensch- zu- Menschen- Liebe glühe, froh verhalten, überall! Was gilt Westen, Süden, Nähe, Weitsein, wenn Euch eine weltentkreifte Seele millionenfältigt! Euer Mutter- Grde- Blut strömend Jch- und Zeitsein überwältigt! Menschen! Alle Ihr aus einem Grunde, alle, alle aus dem Ewig- Erde- Schoß, reißt Euch fort aus Geldkampi, Krieg, der Steinstadtrunde: werdet wieder findergroß! Menschen! Alle! Drängt zur Herzbereitschaft! Drängt zur Krönung Eue, und der Erde! Einiggroße Menschheitsfreunde, Welt- und Gottgemeinschaft. werde! Nun, sie haben es seitdem erobert, und noch viel mehr, die demokratische Republik. Und in dem verkleinerten Desterreich leidet sie auch unter feiner Spaltung und feinen natio nalen Gegenfäßen mehr. Die Proletarier der Tschecho= ilowakei find nicht so glücklich. Der tommunistische Spaltungsbazil. sidus verheert ihre Reihen, und die natio= nalen Gegenfäße erschmeren dort die sozialistische Propaganda und Organisation ebenso sehr, wie sie es ehedem im alten Defterreich taten. Doch auch in dieser Be= ziehung liegt das schlimmste hinter uns. Deutsche und tschechische Proletarier gewinnen immer mehr Berührungspunkte, die internationale Solidarität drängt die na tionale Intoleranz zurück, und die Kommuni ften arbeiten wütend daran, sich gegenseitig unmöglich zu machen. Allerdings überdauert die Wirkung der kommunistischen Bhrafologie auf viele Gemüter eine zeitlang den moralischen und organisatorischen Zusammenbruch der kommunistischen Partei. Das kann jedoch ihren Rückgang mur verlangsamen, nicht aus der Welt schaffen. Gerrit Engelfe. Ein Brief Karl Kautskys. Und gleichzeitig geht es in der ganzen Welt vorwärts! Gerade dieses Jahr ist ein besonders ergiebiges Wa hI= jahr, das bereits reiche Ernte gebracht hat. Eben hat Genosse Leo Blum in Narbonne glänzend gefiegt, in Oesterreich haben Ge meindewahlen eindringlich wirkende Fortschritte gebracht. In Dänemark gehn wir mit den besten Aussichten Neuwahlen entgegen. Vor allem aber verspricht die Wahl in Engand der Arbeiterpartei Erfolge zu bringen, Wir haben und an den verehrten Alts einigen und zu begeistern. In die meister der Sozialdemokratic, art sem Jahre veranlaßt uns die Maifeier, auch Rautary, um einen Beitrag für die Mat in die Vergangenheit zu blicken, nummer unseres Blattes gewendet. Genosse den Weg zu ermessen, den wir zurückgelegt haMantsin hat uns darauf folgenden Brief geben. Denn vor vierzig Jahren wurde sie ein- die weit über englisches Gebiet hinaus wirken, geführt, auf dem Sozialistenkongreß, der im die der Bewegung für Sozialismus und FrieJuli 1889 in Paris tagte und die zweite In- ben; der Bewegung, der die Maifeier gilt, ternationale begründete. einen mächtigen Anstoß verleihen müssen. schrieben, den wohl die gesamte sozialistische Arbeiterschaft unferes Staates mit inni Einstimmig wurde damals die internatiogem Dank quittieren wird: Liebe Genossen, Das Licht des Sozialismus ist zu einer mächtigen Flammenfäule geworden, die den gerne würde ich Euch einen größeren Beitrag nale Maifeier beschlossen. Bloß zwei Nationen Also mit frohen Erwartungen dürfen wir Kämpfenden voranleuchtet und die Zahl derer, zur Maifeier schicken. Aber ein tschechisches beteiligten sich nicht an der Abstimmung, doch den ersten Mai feiern! Grund zu Enttäuschundie aus dem Dunkel des Elends zu ihm fin- fozialistisches Organ in Prag hat mich schon beide nicht aus Gegnerschaft geçen den Gedan- gen haben nur jene, die vermeinten, nach der den, sich als Mitkämpfer eingliedern, wird im vor Euch um einen solchen ersucht und zwei- ken, der auch ihren Beifall fand. Die Belgier Revolution würden wir nur noch kampflose mal binnen wenigen Tagen einen größeren weigerten sich, abzustimmen, wegen eines VerZur Erweckung dieser Massen hat nicht Artikel über dasselbe Thema zu schreiben, übersehens der Kongreßleitung, die Russen aber Siege feiern. Nein, große Rämpfe fte= wenig die Maifeier beigetragen, die im steigt ineine augenblickliche Leistungsfähigkeit aus dem Grunde, weil in ihrem Lande eine hen uns noch bevor, schwere Kämpfe. höchsten Maße revolutionär gewirkt hat. Schon angesichts der Tatsache, daß die Arbeit an sozialistische Maifeier noch unmöglich sei. Die Maifeier ist und bleibt eine Seerschau des Das erftemal hat sie die Entwicklung und die einem neuen dicken Buch mich ganz involutionen gesehen, doch ist es zur Zeit wieder vierzig Jahren jährlich erneuten Heerschau verRußland hat seitdem zwei große Re- rämpfenden Proletariats. Aber in der seit Erziehung der Arbeitermassen zu bewußten Anspruch nimmt. Kämpfern unendlich beschleunigt, sie hat auch dahin gekommen, daß dort eine öffentspäter jedesmal die Spannkräfte der Bewegung Und doch interessiert mich ge- liche sozialdemokratische Kund- sammelt sie kampferprobte Truppen, die schon erhöht. Sie hat die Massen aufgerüttelt, hat rade in diesem Jahr die Maifeier gebung ganz unmöglich ist. Nur be- viele Siege errungen, reiche Eroberungen aufden von Stlavengeist erfüllten Gefnechteten in besonders hohem Grade. Nicht hördlich abgestempelte Demonstrationen sind zuweisen haben. Sie marschieren voran mit der und Erniedrigten Selbstvertrauen einceflößt. nur die Aufgaben der Gegenwart, der Kampf in Sowjetrußland gestattet, wie ehedem an unerschütterlichen Sicherheit des vollständigen Eben weil der erste Mai eine ftion der um Abrüstung und die Schaffung sozialer und firchlichen Festen die Prozessionen der StaatsMassen war und ist, eine Musterung politischer Zustände, die den Frieden sichern, kirche. Endsieges! der Millionen und Abermillio- machen es dringend notwendig, da= Auf dem Pariser Songreß. 1889 fraten nen gegen den Feind, eben weil er unfere für in machtvollen Maifeiern die die Oesterreicher noch als eine geschlos Herzen an diesem Tage in gleicher Stampfftim- Proletarier aller Länder zu verfene Gruppe auf neben den Ungarn Ich begrüße Euch aufs herzlichste Guer K. Kautsky. Dienstag, 30. April 1929. Die Geburtsstunde der Malleier. des internationalen Kongreſſes von Paris Vor vierzig Jahren. Die Entstehung des Weltfeiertages der Arbeit, den wir heuer zum vierzigitermale begehen, hängt aufs entofte zusammen mit der Entstehung der Zweiten Internationale. 1872 hatte der Streit vischen Sozialdemo fraten und Anarchisten, zwischen Marg und Ba fimin der Ersten Internationale ein Ende bereitet. Schon 1881 war auf einer Stonferens im Schweizer Städtchen Chur der Wunsch nach Bieberaufrichtung einer internationalen Organi fation fozialistischer Parteien laut geworden, 1886 wurde auf einer zweiten in Paris stattgefundenen Konferenz beschlossen, einen inter nationalen Songreß zur Zeit der Jahrhundert. feier der franzöfifchen Revolution ebenfalls in Baris abzuhalten. Ende 1888 flatterte der Auf ruf zur Beschichung des Kongresses in alle Lande. Er enthielt bereits den Plan zur Schaffung einer internationalen Organisation der Arbeiterklasse. Die Organisation, die aus dem Kongreß von 1889 hervorgehen und die heute noch zerstreuten fozialistischen Kräfte ordnen und zusammenfassen pird", jo hieß es, wird die Macht der oroanis fierten Arbeiter beträchtlich erböhen und ihnen die Gewißheit geben, daß der Triumph der Arbeiterbestrebungen und die Aufhebung der Gren zen, die uns zwar nicht innerlich, wohl aber ma teriell scheiden, immer näher rückt." Anfang Jumi 1889 erschien dann ein zweiter offiziel ler Aufruf, der von einer Reihe von sosialdemokratischen Parteien unterzeichnet war und in dem insbesondere darauf hingewiesen wurde, daß der Kongreß zugleich mit der Weltschau der favitalistischen Wirtschaft in Paris tagen solle. Die Rapitalistenklasse ladet die Reichen und Mächtigen zu der Weltausstellung ein, um die Werke der Arbeiter zu betrachten und zu beivun dern, bie, selber inmitten des mächtigsten Reich mis. den je eine meichliche Gefellschaft beseffent, um Elend verurteilt sind. Wir Sosialisten. deren Streben die Befreiung der Arbeit, die Abschaf fung des Lohnsystems und die Errichtung eines Gesellschaftszustandes ist, in dem alle Arbeiter ohne Unterschied des Geschlechtes und der Na tionalität ein Recht auf den durch die gesamte Arbeit geschaffenen Reichtum haben, wir fader die wirklichen Produzenten ein, mit uns am 14. Juli in Paris zusammenzutreffen." zur Ausführung zu bringen. In Anbetracht der Tatsache, daß eine solche Kundgebung bereits von dem amerikanischen Arbeiterbund( Federation of Labor) auf seinem im Dezember 1888 3 St. Louis abgehaltenen Kon greß für den 1. Mai 1890 beschlossen worden ist, wird dieser Zeitpunkt als Tag der internationalen Kundgebung angenommen. Die Arbeiter der verschiedenen Nationen ha ben die Sundgebung in der Art und Weise, wie sie ihnen durch die Verhältnisse ihres Landes vorge schrieben wird, ins Werk zu setzen." Seite S. Diefer Beschluß murde nicht war angenom in Dezember war die Rosche- Kafla- Partei men, sondern in die Tat umgesetzt: am 1. Mai mehr als doppelt so stark als die Nationalpartei, 1890 und in all den folderben Jahren wurden jetzt sind beide ungefähr gleich starf. Das bedeutet in fast allen Bändern der Welt Hundgebungen trop der acht Mandate der Rosche- Partei natürlich abgehalten. Trotz aller Verfolgungen durch Be- eine schwere Niederlage. Auch die Ha hörden und Stapitalisten fegte sich der Feiertag fenfrenzler baben ein Mandat perforen des Sozialismus durch und wenn der 1. Mai und ebenso die nationalen Tschechen. Die bürgerheutzutane auch von anderen Varicien gefeiert lichen Parteien der früheren Einheitsliste find wird und in der Tschechoslowafischen Republit nunmehr 22 Mann start, während sie früher nur sum staatlich anerkannten Feiertag geworden ist, 19 zählten. Dafür sind sie allerdings gespalten so ist dies ein Beweis mehr für die Siegbaftaleit und durch die Feindschaft zwischen Nationalpartei des sozialistischen Gedankens. und Rosche Kaffa- Gruppe wird innerhalb des bürgerlichen Lagers wahrscheinlich nun der Scha cher um den Bürgermeisterposten anheben. Maifeier- Siegesfeier! G. St. Relativ weit größer als unfer Erfolg in Reis chenberg ist der im nordmährischen Hant it 3dorf, wo wir drei neue Mandate erobern, un fere Stimmenzahl um 40 Prozent steigern fonte Ein Sonntag fozialdemokratischer Gin Sonntag fozialdemokratischer Wahler'olge:- Hannsdorf, Königsmart, ten. Der Aufstieg der Partei hat dort die Bre Reichenberg.- Ueberall Stimmen- und Mandatsgewinn unferer Bartel. Reichenberg, 28. April.( Eigenbericht.) Die heutigen Gemeindewahlen haben un jerer Partei sowohl gegenüber den letzten Gemeindewahlen, als auch gegenüber den Landeswahlen im Dezember einen großen Stimmengewinn gebracht. Die Kommuni iten verlieren zwei Mandate, eines an die Sozialdemokratic, eines an das Bürgertum. Die folgende Tabelle gibt eine lebersicht über die Entwicklung der einzelnen Parteien ( zu berücksichtigen ist, daß die Wählerzahl bei den Landeswahlen um 1579 geringer war, so daß; bei gleicher Verteilung des Wählerzuwachses jede Partei diesmal um rund 7.5 Prozent stärler sein müßte als im Dezember): Deutsche Sozialdemokraten Kommunisten Nationalsozialisten Deutschsoziale Dentschnationale Chriftlichsoziale Gewerbepartei Gemeindewahl Landeswahl Gemeindewahl Mandate jett 1923 1928 1929 und( früher) 1559 1808 2294 4( 8) 3442 2522 2720 5( 7) 2655 1661 2076 4( 5) 983 1076 2( 2) 2338 3904 2512 2366 9934 982 1305 Arb. 1. Wirtschaftsgem. 5986 4041 Tschech. Sozialdem, u. Sozialisten 1438 1234 Tschech. Nationale 2962 1077 1230 ( 6) 181 338 Es Tschech. Alerttale ( 19) Hannsdorf, 28. April.( Eigenbericht.) Die heutigen Gemeindewahlen haben unserer Partei einen großen Erfolg gebracht. Unsere Stimmenzahl stieg seit den letzten Gemeindewahlen von 550 auf 750, also um fa ft 40 Prozent. Die Zahl unserer Mandate wurde um drei von elf auf vierzehn vermehrt. Die Partei verfügt damit über die Hälfte der Mandate in der Gemeindevertretung. Bad Königswart, 28. April.( Eigenbericht.) Die Gemeindewahlen brachten eine Verdoppelung der sozialdemokratischen Stimmen und Mandatszahl. Gegenüber 100 Stimmen im Jahre 1925 fonnten wir 264 erobern. Dadurch vermehrt sich unsere Mandatszahl von zivci aus sechs. Die Kommunisten verloren von 79 Stimmen 38, von zwei Mandaten eines. Die bürgerliche Einheits partei ging von 20 auf 15 Mandate zuriid. Die schechischen Parteien die bei der letzten Wahl mit 31 Stimmen leer ausgegangen waren, brachten es diesmal auf 93 Stimmen und zwei Mandate. Selbst gegenüber den Dezemberwahlen beträgt der Zuwachs unserer Partei noch 62 Stimmen. Wahlerfolge in Zirol. hat eine neue Partei, der Ständebund, eine Getoerbepartei, die zum erstenmal kandidiert hat, 126 Stimmen und drei Mandate bekommen. Die Kommunisten haben 199 Stimme it gen 985 Stimmen. Mandate haben selbstverständ bekommen, die Nationalsozialisten beider Richtun lich weder die Kommunisten noch die Nationalfo zialisten erhalten. Für den Innsbruder Gemeinde rat wurde gestern die Hälfte der 40 Mandate nen bescht. Die Sozialdemokraten haben in Innsbrud 13.996 Stimmen erhalten, gegenüber den Natio nalratswahlen noch um 1600 Stimmen mehr. Sie gewinnen ein Mandat. In chung der bürgerlichen Vorherrschaft in der Gemeinde zur Folge. Wir hatten dort unmittelbar noch dem Umsturz 15 Mandate und haben diese Zahl mit 14 Mandaten nun beinahe wieder er reicht! Mit besonderer Genuginung aber fönnen wir das Wahlergebnis von Sönigswart begrü ßen, das den westböhmischen Kommunismus im Abstieg, die Sozialdemokratie in sprunghaftem Vormarsch zeigt. Verdoppelung der Stimmen und Mandatszahl, den Dezemberwahlen gegen über ein Gewinn von 30 Prozent, das ist mit Hannsdorf und Reichenberg ein deutliches Zeug nis dafür, daß sich unter unserer Fahne Einigung und Aufstieg der Arbeiterklasse vollziehen. Am Vorabend der 40. Maifeier melden aber auch die österreichischen Genossen, die voris gen Sonntag in Graz fiegreich fämpften, neue Erfolge: fie haben im Innsbruder Stadt rat und im Tiroler Landtag je ein Mane dat neu erobern können. Denfen wir an die dänis schen Wahlen mit ihrem großen Steg der Arbei tersache, so ist die Woche vor dem Ersten Mai für die Internationale und für uns cine einzige Woche des Sieges gewesen. Im Zeichent des Vormarsches zum Siege der Sozialdemokratic soll darum dieser erste Mai gefeiert werden! Maifeier- Verfälschungen. Der vor 39 Jahren mit wunderbarer Gewalt zündende Gedante der sozialdemokratischen 1. Maifeier hat im Laufe der Jahre allerhand Fälschungen und Entstellungen erlebt. Seit Jahr und Tag gibt es z. B. auch Maifeiern der Hafen frouzler und Schwarzen. Man frage nur nicht, wie diese aussehen! Hier das abschreckende Muster einer christlichsozialen Maifeier: Christliche Maistier am Mitavoch, den 1. Mai 1929 in TepligSchönau, 9 Uhr vormittags: in der Stad. firche Predigt und heilige Messe. 49 Uhr abends: Jm Restaurant„ Blauer Hedhi", Bapiergaffe: Fest- Abend mit gefanglichen Vorträgen. ( Freiwilliger Regiebeitrag! Allfälliger Reinertrag: Für christliche Arbeiterfürsorge.) Referent: Here Sekretär May Roller, Auffig. Ortsverband der christl. deutschen Vereine, Teplit Schönau, Nach diesem Vorbild" jeben auch die Mais Dieser zweite Aufruf traf die österreichische Sozialdemokratie schon in einer anderen Lage. Zur Zeit des ersten Aufrufes war die Partei noch gespalten, als der zweite erschien, hatte schon der Barteitag zu Hainfeld( 1888/89) die einige österreichische Sozialdemokratie geschaffen. Auf der Wien, 29. April.( Eigenbericht.) Gestern Ginladung zum Pariser Storareß ivar bereits die öſterreichische Partei als Mitveranstalterin ge- haben in Tirol die Landtagswahlen, zu nannt, für die aus dem jetzigen Gebiet der Tiche-gle.ch die Ergänzungswahlen für den holowakischen Republik unterschrieben waren: Wahlbeteiligung war sehr start. Die SozialdemoGemeinderat Innsbrud stattgefunden. Die . Schneeweiß, A. Sobotka A. Klofač, J. Sybes fraten haben bei den Landtagswahlen in Tirol ( Brünn), V. Sturre, F. Dosek T. Němeček( Brag), 37.514 Stimmen bekommen, das ist um 7414 T. Jedničet, F. Zahálfa( Prožnip). E. Rieger mehr als bei den lehten Wahlen. Sie haben zu ( Serayau) und J. Zimmermann( Jägerndorf). Vom 14. bis 21. Juf: 1889 fand der dent- ihren bisherigen acht Mandaten noch ein neun tes Mandat dazuerobert. Die Christlich= würdige Kongres statt. Me Vertreter efter jozialen sind natürlich in dem fleritalen Lande weichs waren erschienen: Dr. Victor Adler, Emil die stärkste Partei, sie haben aber doch zwei Kvalit, Julius Popp und Nudolf Bokorny mandate verloren. Sie haben jeht nur Innsbrud gewinnen auch die Chriftlichsozialen feiern für die christlichfozialen Schäflein auch an ( Wien), Wilhelm Körber( Prag), Josef Sybesch nech 22 Mandate. Katastrophal ist der Rüdein Mandat, während die Großdeutschen und die derswo aus, so in chiude nan und Zwit ( Brünn), Josef Franz( Jägerndorf, Hermann gang der Großdeutschen. Sie haben von Nationalsozialisten je ein Mandat verlieren. Deriau. Ohne Predigt und Messe sowie nachherige Dietl und Georg Sabrowsky( Nordböhmen). Er 17.863 Stimmen von der vorigen Wahl beinahe Gemeinderat besteht aus 18 Sozialdemokraten entsprechende geistige Unterhaltung öffnet wurde der Kongreß von Fransen Paul die Hälfte verloren und haben nur noch 9252( früher 17). 14 Chriftf'chjog alen( früher 13). 7 mun einmal nicht ab. Daß in den Stirchenpredig gebbs Lafargue, der insbesondere die deutschen Dele Stimmen erhalten. Sie sind dementsprechend von Grondeutschen( früher 8) und einem Nationalso ten revolutionäre, autikapitalistische Töne nicht gierten begrüßte, zu Vorsitzenden wurden Vail vier auf zwei Mandate zurückgegangen. Dagegen zialisten( bisher 2). angeschlagen werden, steht wohl unumstößlich feft. lant( Frankreich) und Wilhelm Liebknecht ( Deutschland) gewählt, die einander unter brau Dafür wird desto mehr von christlicher Demu und Unterwürfigfeit mit dem verlodenden Himmel auf serbem Jubel der Versammelten die Hände schüt Drei Gemeindewahlen drei Erfolge! Un- gen, verringerte sich die Gefolgschaft der Kommu das bessere Jenseits die Rede sein. Höchstens, daß telten. Sodann berichteten Vertreter der einzelter den verschiedenartigsten Voraussetzungen, in nisten von 3442 auf 2720. Wir haben seit 1923 noch der christliche Solidarismus", der zwischen nen Delegationen über die Lage des Sozialismus verschiedenen Gegenden bringt unsere Partei an 735 Stimmen gewonnen, die Kommunisten 722 den Straffen ausgleichend wirken soll. erwähnt in den verschiedenen Ländern, so Peter Lawroff einem Sonntag und daß es drei Tage vor der verloren. Sie sind uns in ihrer Hochburg ihrer wird. Ja, ja für die Sapitalisten aller Grade ist für Rußland, Jules Guesde für Frankreich. Josef Maifeier ist, macht die Erfolge besonders schön! ausschließlichen und mit allen Mitteln des Teres böchft willkommen, wenn den christlichfogialen Sybes und Dr. Victor Adler für Desterreich. drei ehrlich erfämpfte, schöne Siege heim. rors verteidigten Domäne nur noch um knappe Trabanten beigebracht wird, daß die Armen im Adler gab eine glänzende Gharatteristif der öfter Freilich, wir sind fast schon daran gewöhni, zu 400 Simmen und ein Mandat voraus, wobei fie Geifte felig werden. reichischen Zustände, die seither oft zitiert wor- gewinnen, der unverkennbare Aufstieg unserer aber die Stimmen der tschechischen Stommunisten den ist und eine gewisse Berühmtheit erlangt hat: Barici, der seit Jahren festzustellen ist. der aber für sich haben. Die deutsche und tschechische So= Die österreichische Regierung ist gleich unfähig, feit dem Vorjahr bei jämtlichen Gemeindewah- zialdemokratie in der Reichenberger Gebei einem Werte der Gerechtigkeit fenfeauent gu fen in einer stelleniveise sprunghaften Vorwärts- meindestube ist genau so start wie die fein wie bei einem Werfe der Unterdrückuna; jie bewegung zum Ausdrud kommt, läßt uns die Se PC! Ihre Parole: Kampf gegen die Sozialdemokratie! fchtvankt beständig hin und her wir haben Nachrichten aus den umkämpften Orten mit einer Die Kommunisten scheinen nach und nachh den Despotismus, gemildert durch Siegesgewißheit erwarten, die selbst das beste ganz Schlamperei." In den späteren Verband Zeichen gehobener Stimmung, verstärkter Stamp daran zu vergessen, daß sie für die soziali stische Gesellschaftsordnung eintreten, welche lungen wurden die Gemüter sehr erregt von der festraft ist. Aber bei jedem einzelnen dieser doch nur im Stampfe gegen die befizenFrage des Weltstreiks, die von anarchistischen Stämpfe, die ja losgelöst find von den großen po- der Arbeiterbewegung mit seinem Unkraut einmal den selassen durchgesetzt werden kann. GeGementen aufgeworfen wurde. Wichtiger aber litischen Auseinanderieyungen, in denen so viele überwuchert batte, so gedeiht auch in Reichenberg rade dem sozialistischen Endziel hat die Feier des waren die Beschlüsse bezüglich einer wirkamen lokale Ereignisse und Strömungen eine Rolle spie- üppig die Indifferenz der Arbeiter. Neun 1. Mai feit jeher gegolten. An diesem Tage soll Arbeiterschutesetzgebung, wobei an erster Stelle len, gilt es die Ursachen und Bedingun- Jahre bolſchewistischer Erziehung der Arbeiter ha- fich die Arbeiterschaft an die große geschichtliche der„ achtstündige Normalarbeitsian" gefordert gen unseres Erfolges zu untersuchen, das ben Bunderte von ihnen aus Klassentämpfern zu Sendung erinnern, die sie zu erfüllen hat und wurde, eine Kundgebung über den Militarismus erreichte Biel abzustecken, und jeder Sieg foll in Mitläufern der Bourgeoisie gemacht. Im Jahre aus dem Zusammenströmen der Massen ant und schließlich ein Antrag, in welchem eine in den nächsten Stämpfen anfeuernd 1919 gab es in Neichenberg 15 deutsche Sozial- 1. Mai sollen Arbeiter und Angestellte neue demokraten. Im Jahre 1923 konnten die Kom Sträfte empfangen. allen Ländern am gleichen Tage zu veranstaltende und beispielgebend sich auswirken. Manifestation angeregt wurde. In Reichenberg zeigten die Landeswah- munisten, die doch unsere intakte Organisation Es blieb erst den Kommunisten vorbehal len im Dezember einen sichtbaren Fortschritt der übernommen hatten, sieben Vertreter in die Ge- ten, diesen Feiertag der Arbeit zu einem Tag Schon 1888 hatte die amerikanische FederaPartei. Aber daß die letzten Ereignisse im stalinides Bruderkampfes zu machen. So hat tion of Labor( Arbeiterbund) auf einem Stongreß stischen Lager daß vor allem das Sasardsviel mit date erobern. Nun haben wir ein viertes gewon- das Zentralfomitee der St.P.C. eine Entin St. Louis beschlossen, am 1. Mai 1890 eine den nortböhmischen Textilarbeitern seine Wir- nen, die Kommunisten aber noch eins an das schlienung gefaßt, welche die Agitprop Abteilung Kundgebung für den Achstundentag zu veran- tung auf die Arbeiter ausübt. das beweist der Bürgertum verloren( wobei sie doch tschechische den Streissekretariaten der K.P.C. mittels Rund stalten. Dies griff auf dem Pariser Stongreß der große Sprung, den wir von 1808 Stimmen im Stimmen mitzählen), so daß die Reichenberger schreibens vom 22. April bekanntaibt. In die französische Delegierte Lavigne auf. Der An- Dezember auf 2294 im April machten. Dem all Bourgeoisie dank der Vorarbeit der Zerstörer der sent Zirfular wird mit„ bolichemistischer Offen trag, der die Geburtsurkunde der Maifcier dar- gemeinen Wählerzuvache würde eine Vermehrung Arbeiterbewegung einen Erfolg buchen kann. heit" unter anderem bestimmt: stellt, wurde sodann mit allen Stimmen gegen unserer Stimmen um rund 130 entsprechen. Wir Die Vorgänge im Bürgertum selbst Der 1. Mai muß Anlaß sein, um den Kampi diejenigen zweier Länder( Belgien und Rußland) haben aber weit mehr als dreimal fo viel, näm- find recht interessant. Die Rosche- Mafka- Partei gegen die Sozialdemokratic als eine Frage der angenommen. Er lautete: lich 486 Stimmen gewonnen! Unser zu meldet var einen Sieg, aber sie wird mit solchen Schaffung der proletarischen Einheitsfront von ,, Es ist für einen bestimmten Zeitpuntt cine wachs seit den Landeswahlen beträgt Siegen bald wieder dort sein, wo die deutschde unten unter Führung der kommunistischen Partei große internationale Kundgebung zu organisieren, nicht wie der allgemeine Wählerzuwachs siebent, mokratische Partei vor der Allianz mit Rofche zu führen. und zwar dergestalt, daß gleichzeitig in allen Läns sondern 25 Prozent. war. In vier Monaten hat die Rosch e- Rafta- Wohin es führt, wenn die Scommunisten bern und allen Städten an einem berimmten Wie traurig ist es dagegen im Zentrum, in Partei ein Drittel ihrer Stimmen jede ihrer Aktionen zu einer Aktion gegen die Tage die Arbeiter an die öffentlichen Gewalten der Hochburg, des deu schen Kommunis- perloren, bat die Nationalrartei von den vers Sozialdemokratie machen, zeigen die Mikerfolge ( Behörden) die Forderung richten. den Arbeitstag us mit der PC. bestellt! In derselben Zeit, lorenen Stimmen rund 1500 zurüderobern der St.P.C. im letzten Jahre, zuletzt die Ge anf acht Stunden festzuseßen und die übrigen Be in der unsere Stimmen von 1559 auf 2294 stie- tönnen. meindewahlen in Reichenberg. Aber nur eines der von den Kommunisten überall, wo der Kommunismus den Ackerboden verlorenen Mandate ist an uns gefallen. Wie meinde entferden, wir aus dem Nichts drei ManWie die Kommunisten den ersten Mai feiern. Geite 4. Zwischen den Kriegen. Dienstag, 30.april 1929. Vierziglte Maifeier. fchen Rüstungsmaterials. Um diese ivirklich zu erreichen, muß sich jedoch der Angriff auf die Rüstungsindustrie des Sinterlandes rich Von Senator Dr. František Soukup. Am heurigen 1. Mai ist es das vierigstemal, Die Mai demonstration der Soziali- nehmen, erscheint als das geeignetste Mittel, den ten, da jede Zerstörung des Fertigmaterials mur einen Teilerfolg darstellt. Gleichzeitig ermöglicht Tischen Arbeiter Internationale gilt heuer in er- Feind niederzuwerfen. Ueber Stöniggrätz operiert die Entwicklung der Luftwaffe den unmittelbaren feitdem die Arbeiterschaft auf Grund des Beter Linie der Forderung nach allgemei- Woltke 1866 direkt gegen Wien, über Meß und Angriff auf die Industriezentren. Den Savalle- schlusses des Pariser Internationalen Sozialisten ner Abristung. Nur der Massenkampf für Sedan 1870 gegen Paris. Aber schon 1870 zeigt rieraids früherer Striege wird in einem kommen- fongresses, der im Juli des Jahres 1889 abge die Abrüstung vermag den Einfluß des Rüstungs- sich auf dem Boden des Reservistenheers der all den der Einbruch der Flugzeuggehalten wurde, die erste Mai- Manifestation ver fapitals, der militariſtiſchen Stliquen, des natio- gemeinen Wehrpflicht die Möglichkeit länger schwader entsprechen. Sie werden versuchen, anſtaltete. Es gibt unter uns noch hauſende nalistischen Fascismus, zu brechen und das Heer- dauernder Kriege. Frankreich, damals noch reich durch Brisanz- und Brandbomben Industrie- jener, die mit uns als Jünglinge an jenem lager Europa in eine friedliche Gesellschaft zivian Menschen, vermag nach der Kapitulation fei- Anlagen zu vernichten, durch Gasbomben die be- 1. Mai 1890 sich an dieser ersten feierlichen und lifierter Staaten zu verwandeln. Nur die Abrüner beiden Hauptarmeen in Meß und bei Sedan dienenden Arbeiteravmeen zu töten. Bei diesen historischen Demonstration beteiligten. Die So stung Europas kann uns vor einem neuen Welt binnen wenigen Monaten eine Reihe neuer Kämpfen, die sich im Laufe der eigentlichen zialistische Internationale trat damals zum frieg bewahren. Wenn die Sozialistische Interna- Armeeen mobil zu machen. „ Schlachten" zu Massenangriffen riesiger Luftge- erstenmale als machtvoller Faktor auf die Bühne tionale feit Jahren ihr Hauptaugenmerk dem Zwischen 1871 und 1914 hatte man troß der schwader auf die großen Städte und Induſtriezen Europas. Viele von jenen, welche an der GeAbrüstungsproblem und dem Gedanken der Ab- Erfahrungen im russisch- japanischen und im Bal tren steigern werden, wird es ganz un möglichstaltung dieser neuen Epoche unserer Internatio wehr und Verhinderung fünftiger Kriege zuiven fanfrieg feine rechte Vorstellung von dem Verlauf sein, die Zivilbevölkerung einschlie B- nale teilnahmen, sind nicht mehr unter uns. det, so läßt sie sich nicht nur von der Erwägung eines neuen Krieges. Man rechnete natürlich mit lich der Frauen, Kinder, Greise, zu schonen. Viele jener, die für uns große, unvergeßliche leiten, daß der Strieg den Klasseninteressen der größeren Zahlen. Bei Königgräs hatten insge- Wirksame Verteidigungsmittel, also brauchbare Namen tragen, sind dahingegangen. Viktor Bourgeoisie dient, daß er unmenschlich und fittlich famt eine halbe Million Menschen gekämpft, im Gasmasken, bombensichere Unterſtände, unterir- Adler, August Bebel, Jean Jaurés, verwerflich ist, sie ist sich im vollsten Maße be- deutsch- französischen Krieg hatten beide Mächte, dische Lager, herzustellen, hat sich bisher als öko- eir Hardy. Pablo Iglesias, Georg wußt, daß ein Strieg der Großmächte die zivi ungefähr je 800.000 Mann, aber in Staffeln nach- nomisch und technisch unmöglich erwiesen. Plechanov, Rosa Luxemburg und eine lisation vernichten, die Menschheit um einander ins Feld gesandt. Zu Anfang des 20. Soweit läßt sich das Gesicht des nächsten unendliche Reihe anderer. Wir haben Josef Jahrhunderte in tiefste Barbarei zurückwerfen Jahrhunderts mußte man damit rechnen, daß Krieges beurteilen. Verwendung der Luftwaffe und die Errichtung einer sozialistischen Gefelicine Großmacht in zwei oder drei Wochen rund gegen das Hinterland, Anwendung der verschie Seliger, Josef Steiner, Anton Neschaft verhindern muß. Der Gedanke, den Otto eine Million Mann mobilisieren können und bensten Bomben zur Zerstörung von Produktions- mee verloren. Der Zeitraum, der uns von der Bauer in Marseille aussprach, beherrscht den dann noch über Reserven von zwei bis drei Mil- mitteln und Menschenleben( Die Genfer Konfe- ersten Maifeier trennt, ist ein ausreichender, um Stampf der Internationale um die Abrüftung. lionen Mann verfügen würde. Man glaubte aber, renz hat ja das Verbot des Bombenabwurfes ab- einen Ueberblick über die vergangene Zeit zu ge Nur die Erkenntnis von der furchtbaren Trag daß die ersten Schlachten infolge der vervielfachten gelehnt!) und die wahrscheinliche Aufopferung von winnen und er genügt, um auf die Frage, ob wir weite jedes kommenden Krieges vermag auch in Feuergeschwindigkeit und verstärkten Feuerwir- Sunderttausenden bei den ersten Angriffen schon den richtigen Weg gingen, eine Antwort zu fin jedem Einzelnen das Gefühl der Verantwortung fung entscheidend sein würden. Die Erfahrungen, laffen sich voraussehen und sagen. Was darüber den. Mit vollem Recht dürfen wir zu wecken, ihm die Abrüstungsaktion als einen die man im Laufe des Weltkrieges machte, er hinaus geschehen wird, vermag auch die aus- feststellen, daß die Entwicklung der notwendigen Teil unseres Klassenkampfes begreif gaben ettva folgende neue Lehren: die Wirkung schweifende Phantasie sich nicht auszumalen. Berhältnisse und der ganzen Gebes Infanterie Schnellfeuers wird durch die Ver- Sicher ist nur, daß nicht mehr die Fronten, son- schichte uns recht gegeben hat. teidigung in Erddeckungen ausgeglichen. Einem dern die Sinterländer den Kriegs- Amt 1. Mai 1890 eröffneten wir den Kampf Krieg und Bölkerrecht. eingegrabenen Gegner vermag man mit Hand- schauplap bilden, daß die Industrieanla um das allgemeine und gleiche Stimmrecht, um fenerivaffen feine nennenswerten Verluste zuzu- gen das Ziel des Angriffs fein werden und daß den Achtstundentag und die Sozialversicherung. für die Verbrüderung der Nationen, den Welt frieden und den internationalen Sozialismus. Freudig können wir konstatieren, daß seit damals vieles erkämpft, daß manches berwirklicht er scheint, von dem wir in jener Zeit nicht einmal zu träumen wagten und es beseelt uns die Neber. zeugung, daß all dies ohne die sozialistische me ternationale nicht erreicht worden wäre. Die Arbeiterschaft entbehrte damals in allen varlamentarischen und Verwaltungs förperschaften einer Vertretung, während gegenwärtig in einer ganzen Reihe von Staaten ihre Vertrauensmön ner an der Gestaltung des Schicksals dieser Staa ten mitwirken und an der geschichtlichen Entwick Diese Mitteilungen des Genossen Künstler lung tätigen Anteil nehmen. Genosse Serriefen eine ungeheuere Erregung unter mann Müller, der deutsche Reichsfangler, den Delegierten des sozialdemokratischen Partei- und nach den im Laufe des Monates Mai statt. tages hervor. Rünstler betonte, er habe es für findenden Wahlen in England wohl auch Genoffe feine Pflicht gehalten, diese verbrecherischen Pläne Macdonald als Ministerpräsident Englands aufzudeden, damit die Arbeiter in den Betrieben was bedeuten allein schon diefe zwei Taifachen wüßten, wozu ficam 1. Mai mißbraucht in der Geschichte des Ausstiegs der Arbeiterklasse werden sollen. Die Kommunisten bestritten und des gesamten internationalen Sozialismus! schon im voraus die Richtigkeit der Mitteilungen Künstlers, von denen sie wußten, daß sie gemacht werden würden. Sie wissen aber ganz genau, daß Sigung stattgefunden hat. diese Angaben stimmen und daß die entscheidende fich zu machen. 200 Arbeiterleichen Dabei wurde von der kommunistischen Bes zirksleitung mehrmals zum Ausdruck gebracht, daß man mit etwa 200 Toten am 1. Mai rechne. Man will zunächst lokale Demonstra tionen machen, aus denen sich schließlich zwei Züge formieren sollen, die nach den verkehrsreichsten Pläßen Berlins, dem Potsdamer Plaß und dem Meranderplaß, geleitet werden sollen. Die Absichten der Organisatoren geht darauf hinaus, hier Zusammenstöße mit der Polizei zu provozieren. Man glaubt, daß man die Demonstranten in die MAM Baugruben der Untergrundbahn hezen könne, um dadurch die Erregung noch mehr zu steigern und Opfer zu erzielen. Selbst den Teilnehmern an der kommunistischen Bezirksleitungssitung scheint doch das Gewissen geschlagen zu haben und man fragte die Rädelsführer, ob sie selbst vorangehen würden. Nationalsozialistische Mordbuben. Vierzigste Maifeier! Alle jente, welche am 1. Mai 1890 unter den Fahnen der Sozialdemo fratie standen und ihnen tren geblieben sind, dürfen heute mit Genugtung von sich fagen, daß sie nicht umsonst gearbeietet und ge= Iebt haben. Im Leben des Menschen ist der Zeitraum, der feither verflossen ist, ein großer, aber im Leben der Internationale und der Völ fer ist er eine furze Zeitspanne. Wir haben erst die Grundlagen für unfere weiteren Rämpfe ge schaffen. Auf dieser Grundlage entwideft fich Der Krieg als Lösung politischer Streitfragen durch gewaltsame Mittel widerstrebt von Natur aus jeder gesetzlichen und rechtlichen Einschrän fung. Soweit es dem Völkerrecht gelungen ist, Die bewaffnete Auseinaderseßung in gesetzmäßiger Bahnen zu lenken, sind es nicht so die interna tionalen Verträge und Verpflichtungen, die Ach follen als Reklame für die Berliner Kommnnisten dienen! tung vor Moral und Menschlichkeit, als die Furcht vor Vergeltungsmaßnahmen des Gegners, die Berlin, 29. April.( Eigenbericht.) Auf dem chva dazu geführt haben, daß man Kriegsgefangestrigen Bezirksparteitag der sozialdemokratischen gene nicht mehr schlachtet, die Zivilbevölfering Partei Berlins machte der Vorsitzende Genosse schont, und was der Einschränkungen mehr sind. Stünstler auffehenerregende Mitteilungen über Tatsächlich haben die vertragswidrigen Maßnah die Absichten der Kommunisten am 1. Miai. Dar men der Striegführenden während des Weltfrie- nach hat Donnerstag der vergangenen Woche die ges Repreffalien heraufbeschworen, die dann eben kommunistische Bezirksleitung getagt, um den endfalls die Verträge migachteten. Die Sungerblok gültigen Aufmarschplan für Berlin festzulegen. tade der Entente gegen die Zivilbevölkerung der Mittelmächte hat Deutschland zur Anwendung der U- Boot- Waffe im Handelskrieg veranlaßt und wenn Deutschland mit dieser Waffe Erfolg gehabt hätte, so hätte man fie faum bölferrechtlich verworfen. Der Serieg bezwedt die möglichst gründ liche und dauernde Schwächung des Gegners und er bedient sich dazu aller Mittel, die im Zusam menhang mit den politischen und kriegerischen Ereignissen zum Ziele führen können. Auf einer primitiven Kulturstufe verbrennt der Sieger die Dörfer und Saaten des Besiegten, führt seine Weiber in die laverei, mordet die Knaben und die gefangenen Strieger, furzum er rottet den feindlichen Stamm aus, wenn ihn nicht andere Erwägungen davon abhalten. Noch im Mittelalter bedeutet Striegführen im Wesentlichen Verwüstung der Städte, Dörfer und Fluren des Fein Sie töten einen Reichsbannermann und verlegen drei Menschen schwer. des oder in der Auseinanderseßung veier Herr scher den Kampf um den Kopf des Einen oder Frankfurt am Main, 28. April. Im Anschluß bannerĭeute, sowie ein angeblicher nun der eigentliche Kampf der Internationale Andern. Der dreißigjährige Krieg ist der letzte an einen Umzug des Reichsbanners fam es in St om munist schwer verletzt. Als die Po- um die neue wirtschaftliche und kulturelle Orga große europäische Serieg, in dem ganz allgemein der vergangenen Nacht an der Obermainbrüde lizei eintraf, batten sich die Gruppen bereits auf- nisation der Welt. die Methode der Brandschaßung, Plünderung, zu einem blutigen Zusammenstoß mit Nationalso- gelöst, doch konnten noch vier Nationalso- Am heutigen 1. Mai steben wir Verwüstung und Abschlachtung des Feindes und zialisten. Dabei wurde ein Reichsbanner- ialisten festgenommen werden, die im se ampfe gegen jedwede Reaktion, feiner Gebiete geübt wird. Er legt infolge der mitglied durch einen Mefferstich getötet. ihrerseits nicht unerhebliche Verlegungen an Kopf, sowohl gegen die heimische, wie auch langen Dauer und der räumlichen Ausbreitung Außerdem wurden zwei weitere Reichs Händen und Füßen davongetragen hatten. gegen jene jenseits der Staatsder Kämpfe die Wirtschaft ganz Deutschlands Jahm, so daß die vertragschließenden Mächte an grenzen. Wir arbeiten für die Verbrüderung feinem Ausgang zum erstenmal die ökonomische fügen. Schwere und schwerste Artillerie wird zur eine Möglichkeit, Menschen zu schonen oder wirt der Nationen, wir kämpfen für die allge Ungvedmäßigkeit dieser Methoden der Kriegfüh- Sauptwaffe im Angriff. Die Rämpfe im Westen sam zu schützen, nicht bestehen wird. rung erkennen. Von dem Westfälischen Frieden, in den Jahren 1917 und 1918 bewiesen aber auch, meine Abrüstung und für den Weltder den 30jährigen Krieg beendet, datieren die daß die artilleristische Ueberlegenheit nicht zu ent nichtung unmeßbarer Gütermassen, Zerstörung Vernichtung unzähliger Menschenleben, Ver- frieden. Anfänge eines europäischen Völker- oder Staaten scheidenden Erfolgen ausreichte. Die Entente- AnJim Juli werden 15 Jahre feit dem Ausrechtes. Aber noch in den Raubkriegen Ludwigs griffe an der Somme und in Flandern wurden der Arbeit von Jahrhunderten in wenigen Stun bruch des Weltfrieges verflossen sein, als deffen XIV., ist die Verwüstung feindlichen Landes( der zum Teil durch die wenigen leberlebenden des den, die vollständige Zerstörung der erstes Opfer Jean Jaurés gefallen ist, einer der Niederlande, der Rheinpfalz und des Elsaß) das Trommelfeuers, zum Teil durch rasch herange- ungen werden die Folgen eines Serieges fein. arößten Apostel des Friedens der Völker. Das 3ivilisation und ihrer Vorausset- größten Tribunen der Internationale und der vorzügliche Kriegsmittel der Franzosen. zogene Reserven der Deutschen zurückgeworfen. Auf diesem Trümmer- und Leichenfeld eine neue fünfzehnjährige Jubiläum der Proklamation des Der Gasangriff, dann das Sturniverfahren mit Ordnung zu erbauen, mit den Opfern und durch Krieges muß zu großen, machtvollen internatio fleinen Stoßtrupps und mit der Handgranaten- den Krieg brutalisierten Menschen aus einer ver- nalen Demonstrationen gegen den Militarismus, waffe, endlich der Tank und die Infanterieflieger, nichteten Produktion den Sozialismus zu errich- gegen die neuen Rüstungen und gegen die rings vernalen werden angewandt, um die feindliche Front zu ten, würde ein unmögliches Beginnen sein. durchbrechen. Voraussetzung dieser Striegsführung ten, würde ein unmögliches Beginnen sein. um drohenden Kriegsgefahren gestaltet werden! Angesichts der Gräber der im Weltkrieg gefal Tenen Millionen Menschen kann das arbeitende tung seiner Produktionsmittel auf die Knie zu feit der Maschinen- und chemischen Industrie. Den Sozialismus wirklich wol Bolt nicht in der Ungewißheit leben, ob nicht zwingen, als die militärischen Depots zu erobern Das blockierte Deutschland mußte ohne Rohstoffe, Len, heißt darum die Kriegsverhinde- eines Tages wieder jene schreckensvolle Nataund den Feind auf diese Weise friedensbereit zu ohne Nahrungsmittel, ohne genügende Menschen ung anstreben. Wir müssen uns bewußt strophe, wie es der Weltkrieg war, sich wiedermachen. Die Kriege des 18. Jahrhunderts wer- reserven den Strieg verlieren. Als er im Oktober fein, daß der Sozialismus zur Utopie wird, wenn bolt. den vornehmlich um Festungen, Heerstraßen, 1918 zu Ende ging, war das Angriffsverfahren ein Strieg die Grundlagen der menschlichen 31Brückentöpfe, jedenfalls um militärische mit Tanks, Gas und Fliegern eben zur vollen kann nur eine Etappe auf dem Weg der organis steigern darum ihre Kampfesentschlossenheit. Die vilisation zerstört. Der Kampf um die Abrüstung the Stüßpunkte geführt. Jetzt erst wird der Strieg wie- Ausbildung gelangt. An neuen Kampfmitteln der, was er zwar im Alterium, nicht aber im stand die Erprobung eines überaus gefährlichen fierten Striegsabwehr sein. Aber die Abrüftung ftifchen Lagers beginnt ihrem Ende entgegenzuZeit der kommunistischen Zersetzung des soziali Mittelalter gewesen war, eine Kunst oder ein Gases bevor schwächt die friegerischen Kräfte, Rüstungskapital, Sandivert, nach bestimmten Gefeßen und Regeln Militarismus und Fascismus, fie stärkt das Ver gehen. Die Einheitsfront des Prolegeführt. Die gewaltige soziale Emanzipation des Der Krieg der Zukunft. frauen der Nationen zu den Instituten friedlicher aviats ersteht aufs neue in allen Bürgertums in der französischen Revolution be Was haben wir nun vom nächst en serieg Auseinandersetzung zu Schiedsgerichten und in- Bändern. Es ist dies die Einheitsfront der wirkt einen vollständigen Umstur; in den Metho zu erwarten? So wenig die Menschen, die zwi ternationalen Verbänden. Die Abrüstung schafft sozialistischen Internationale, die Einheitsfront den der Kriegsführung. Die Staaten gehen nach fchen 1870 und 1914 lebten, wirklich wiffen tonn eine Atmosphäre der Beruhigung und Verstän- der Demokratie, des Friedens und des Sozialis und nach zur allgemeinen Wehrpflicht ten, wie der nächste Strieg aussehen würde, kön- digung statt des Geistes der Feindschaft und Ge- mus! und zum Reservistenbeer über, an die nen wir uns kein genaues Bild vom nächsten walt. In einem abgerüsteten Europa kann es Arbeiten wir mit allen Kräften Stelle der Depots und Magazine trift die Ne Striege machen. Immerhin wissen wir, daß er nicht schwer fallen, die leßten Hindernisse eines an dem Wiederaufbau dieser Einquirierung im feindlichen Land. In den beiden nicht nach den Kampfformen von 1918 beurteilt dauernden Friedens zu beseitigen. Der Erste Mai heit& front auch in der Tschechoslogroßen Striegen der zweiten Hälfte des 19. Jahr werden fann. Was damals als modernste Waffe wird Millionen Arbeiter für die Abrüstung de- wakischen Republik! hunderts, im preußisch österreichischen von 1866 galt, wird längst überholt sein. Die Mechani- monstrieren sehen. Er wird ein erster Appell an Methoden der Kriegsführung. AMARA T I'm 18. Jahrhundert basiert die Kriegsfüh rung der stehenden Heere vor allent auf dem System der Magazine und Depots. Das Ziel der Feldzüge ist es nun weniger, das feindliche Land ist die Mobilisierung des Sinterie verwüsten und den Gegner durch die Vernich landes zur Arbeitsarmee, die Leistungsfähig A und im deutsch franzöfifchen von 1870-71, übrisierung des Kampfes, die größere Bedeu- die Massen, eine erste Aktion der Massen sein. Die Einheit der Arbeiterlaffe. Die Einheit der In der Einheit des Sozialismus liegt auch gens auch im ruffisch- türkischen von 1877, ist die ung der Maschine und des Gases, führt aber da- Es ist die Schicksalsfrage des Sozialismus, ob Arbeiterschaft zur Erringung der politischen feindliche Hauptstadt das Ziel der Operationen. zu, daß nicht mehr die Umzüngelung und Ge- aus dieser erſten Aktion ein erfolgverheißender Macht im Staate! Die Erlämpfung der politiDas ausgebildete und nicht leicht zu erfeßende fangennahme großer Armeen das unmittelbare internationaler Kampf um Abrüstung und Frie- schen Macht durch Eroberung der RegierungsHeer des Feindes zu schlagen oder zur Kapitula Ziel der Operationen sein wird, sondern die Ver- den erwächst! gewalt und damit zur Schaffung der sozialistischen Republiki tion zu vingen und die feindliche Hauptstadt zu nichtung des technischen und chemiDr. Guvil Frangel. Dienstag, 30. April 1929. Jung und Alt im gleichen Schritt! Gemeinsam mit den ergrauten Kämpfern zu erfüllen. Sie wies den Weg zu einer eigenen marschiert die Jugend in den Mai. proletarischen Festkultur und dies Verdienst wird schon jetzt dadurch gewürdigt, daß sich die Formen dieser Festkultur immer mehr bei den Veranstaltungen fast aller Zweige der Arbeiter bewegung durchsetzen. ziehung ihrer eigenen Rinder denken. Es gibt in den verschiedenen Orten tüchtige Mitglieder und Vertrauensmänner der Arbeiterbewegung. deren Kinder nicht in der sozialisti fchen Jugendorganisation stehen, weil es Väter und Mütter verabsäumt haben, auf die Wichtig feit der sozialistischen Erziehung schon im Kreise der Familie Rücksicht zu nehmen. Und so kommt es, daß sogar viele Söhne und Töchter braver Helle Lieder klingen von jungen Lippen, rot flammen die Fahnen und Wimpel der Jungen über den Maizügen: es ist ein enges Verbunden sein zwischen Jungen und Alten, das von Jahr zu Jahr wächst und der einige Marsch durch den die Mühen des Alltags, der alle Generationen immer wieder jagten, man sehe doch nichts von organisation noch feine einzige Ortsgruppe, bedes Proletariats gleichermaßen umspannt, ihnen der Jugend, die durch die Jugendorganisation stehen auch wenig Turnvereine, geschieht für die gleiche Bürden und gleiche Pflichten auferlegt ging. Diese Genossen verkannten die Umstände, Erfassung und sozialistische Erziehung der Ju und der Maitag ist auch Weiser in die Zukunft. Die für die Tätigkeit der Jugendorganisation begend überhaupt nichts. Das muß sich einmal Kein anderes Fest gibt es, das zum Komm en- stimmen waren. Der Aufbau der Bewegung zum Schaden der gesamten Klasse auswirken. den gerichtet ist wie unser Mai; alle anderen nach ihrer beispiellosen Verwüstung durch die Die proletarische Familie ist be Feste wurzeln in der Vergangenheit. Und bolschewistischen Spalter verbrauchte alle Sträfte. rufen, das Werk der sozialistischen Erziehungsdie Jugend, die die Zukunft ihrer Klasse in glü- Wir mußten uns oft erst ganz neue Menschen organisationen zu unterstützen. Die sozialistische henden Herzen und tatbereiten Händen trägt, sie erlebt den Maitag doppelt start, sie legt an ihm das Bekenntnis ab, sich bereitzuhalten und bereitzumachen zur Erfüllung der Aufgaben, die die Geschichte ihr stellt. Maitag ist mehr als ein Symbol. Er krönt in den leyten Jahren sehr viel stleinmittige, Die ſtehen. Und in ganzen Gebieten hat die Jugend Ach, es gab unter den erwachsenen Genossen Genossen im Lager der Klassenfeinde Es ist beim internationalen Rampftag des Proletariats, den wir num zum vierzigsten Male feiern, wohl an der Zeit, sich der engen Kampfgemeinschaft der Generationen in unserer Arbeiterbewegung herzlich zu freuen. Daß diese Kampfgemeinschaft vorhanden ist, beweist doch, daß unsere Partei jung und schlagkräftig ist, daß sie es versteht, der jugendlichen Begeisterung veiche Nahrung und ein breites Wirkungsfeld zu geben. Aber es wäre eine Unglück, wenn wir über unserer Freude vergäßen, daß uns der Jugend gegenüber noch gewaltige Aufgaben gestellt sind, wenn fie später ihre Aufgaben wirklich erfüllen soll. Die Verpflichtungen, von denen hier die Rede sein soll, obliegen nicht der Partei gemeinschaft, sondern dem Ein. zelnen in ihr. -OW Unfere Jugendbewegung hat nunmehr eine fast dreißigjährige Geschichte. Sie wurde, aus den fleinsten Anfängen heraus, im Kampfe mit den Polizeigewalten, im Ringen mit der bürgerlichen Jugendbewegung, im Üeberwinden tausender Schwierigkeiten zu einem wertvollen Teil der proletarischen Kampfgemeinschaft. Und sie hat diefer Kampfgemeinschaft mage Impulse gegeben und gab ihr auch Menschen, die vorbildlich wirkten und aus der Geschichte unserer Partei ist die Jugendbetvegung kaum wegzuden fen. Wohin wir auch blicken: überall wirken Vertrauensmänner, die die Schule der Jugendorganisation durchmachten und sich in ihr das beste Können bildeten. Dann kam der Krieg und mit ihm auch der Zusammenbruch der proletarischen Jugendorganisation, die sich aber nach Kriegsende zuerst wie der aufraffte und zu einer mächtigen Gemeinschaft besonders im fudetendeutschen Gebiet Es ist heuer zehn Jahre, daß die neue Jugendorganisation auf dem Boden des tschecho flowakischen Staates geschaffen wurde, die wenige Monate nach ihrer Gründung mehr als 30.000 junge Streiter in ihren Reihen zählte. Die Or ganisation berechtigte zu den schönsten Hoffnun gen, sie war die stärkste innerhalb der internation nalen sozialistischen Jugendbewegung. Dann fam die Spaltung. mehr als vier Fünftel der jungen Menschen liefen zu den Kommunisten über, da feine Zeit gewesen war, sie wirklich sozialistisch zu schulen und was der sozialdemo fratischen Partei als Jugendorganisation übrig blieb, das waren traurige Neste. Ganze Gebiete waren verloren, die Boffchewifi triumphier ten, unsere Partei war fast ohne Jugend. K Die Macht GEC PRO der Genoſſenſchaftsbewegung liegt in der Eigenproduktion! Fördert darum den Abſatz der GCC- Produkte! Arbeiterfürsorge. Seite 5. Denkt an die Aermiten! Spendet und sammelt für die Arbeiter. fürsorge. Attiviſtiſche Berlegenheiten um Schlesien. Brünn, 29. April. In der mährisch schlesi schen Landesvertretung fam es heute anläßlich der Verhandlung des Antrages auf Errichtung der schlesischen Kommission zu einer großen Debatte über das schlesische Problem bei der die Aktivist en begreiflicherweise schlecht abschnitten. Sie entsendeten diesmal jogar einige Redner ins Feuer, die in beweglichen Tönen über den Verlust Schlesiens,( an dem sie felbst Hauptschuld tragen) flagten und sich in allerhand lächerlichen Berheizungen ergingen, daß sie ,, den schlesischen Adler wieder ein holen" und das schlesische Landhaus wieder aufrichten würden. Das rief bei der deutschen Opposi tion nicht nur lebhafte Seiterteit, sondern auch tauten Widersprut ch hervor, der sich jogar zu Sturmszenen steigerte, als nach dem Christlichsozialen Dr. Baier und dem Lan bündler Groß der Gewerbeparteiler Sam pel aus Troppau über die schwere Schädigung der Stadt Troppau durch die Verwaltungsreform jammerte. Genosse ich ta geißeite eingangs feiner Ausführungen das schmähliche Verhalten der deutschen Regierungsparteien, die sich auch bei den Verhandlungen dieser Frage die bekannte Taktil zurechtgelegt haben, sich a Is Prorednerein tragen zu lassen und dann im oppofitio. nellen Sinne zu reden. Er sagte, daß der deutschen Bevölkerung Schlesiens mit der schlesischen Kommission, die nur eine Augenauswischerei ist, wenig gedient sei, am weitigsten aber mit nachträglichen Refriminatio nen der Aktivisten, die rechtzeitig im Parlament Gelegenheit gehabt hätten, die Schädigung Schle siens durch die Verwaltungsreform zu verhin dern. Sodann legte Genosse Zischka den grund fäßlichen Standpunkt der Partei zur Frage der öffentlichen Verwaltung überhaupt dar und sagte, daß nach unserer Auffassung die Verwaltungsför perschaften so beschaffen sein müssen, daß die Be völkerung mit den Organen der Verwaltung in Kontakt zu treten unstande ist und daß aus diesen Gründen ein derartig großes Verwaltungsgebiet wie Mähren Schlesien abzulehnen ist. Dann hielt Genosse Zischka nochmals Abrechnung mit den deutschen Regierungsparteien und hielt ihnen neuerlich ihr doppeltes Spiel in der schlesischen Frage an der Hand von Reden des Abgeordneten Luschfa und anderer aktivistischer Führer vor. Besonders wies er darauf hin, daß der Führer der Christlichsozialen sich seinerzeit ganz eindeutig und entschieden gegen die Verschmelzung Schlesiens mit Mähren ausgesprochen habe. Die Errichtung der schlesischen Kommiffion wurde dann beschlossen und der Antrag auf Errichtung von weiteren fieben Landeskommiffionen in Er örterung gezogen. Zu diesem Punkt sprach Genosse chut st er, der erklärte, daß unsere Partei für diesen Antrag sei, allerdings suchen. Bevor die ihre Entwicklung in der Erziehung muß beginnen im proletarischen mit gewissen Vorbehalten. Wir wün Jugendbewegung abgeschlossen hatten und ihre Heim. Noch immer gilt das Wort:„ Was fchen vor allem eine Vermehrung der Aber die Vertrauensmänner der Jugend- Kräfte der Partei zur Verfügung stellen konnten, du ererbt von deinen Vätern hast, ommissionen, damit möglichst alle Gegen bewegung, die Sozialdemokraten geblieben waren mußten Jahre vergehen. Und in diesen erwirb es, um es zu befißen." Und Stände in die Landesvertretung gelangen, die es waren nicht viele, aber nicht die schlechte- Jahren mußten wir oft hören, die Jugend warum sollten die Väter ihren Kindern nicht Kommissionen gründlich vorbereitet werden kön sten sammelten diese Reste und bauten in bewegung sei doch zu nichts nüße. die Ideale vererben, für die sie fämpften nen und eine Vermehrung der Anzahl zäher Arbeit eine neue Gemeinschaft. den jetzigen Dieses Kleinmütige Reden ist nun ver- und litten? Wenn die Jugend von diesen Idealen der Mitglieder der einzelnen Kommiffionen, Sozialistischen Jugendverband. Eine kleine Sar stummt. An allen Ecken und Enden rührt sich nichts hört, wird sie sie später verraten und damit wirklich alle Parteien in ihnen eine Verstieß zu den Fahnen der sozialdemokratischen die Jugend in der Partei, überall rücken junge die Opfer der Väter waren umsonst gebracht. tretung finden. Des weiteren stellte der Redner Jugendbeweguna, aber eine Schar mutiger und Kräfte nach, die direkt aus der Jugendbewegung Wenn vielen Genossen die Jugendorganisation verschiedene Anträge auf stilistische Aenderungen fampfentschlossener und vor allem treuer Jun- fonninen. Nun, da die Aufbauarbeit der Jugend noch zu wenig wirksam wird, so mögen sie sich des Entwurfes und schloß mit dem Appell, die gen. Jene, die bei der Spaltung am meisten organisation festere Grundlagen hat, mun fann zunächst fragen, ob sie selbst ihre Pflicht voll Sommiffionen für Schul wesen, soziale fchrien, man müsse die sozialdemokratischen fie auch ihrer alten Mission wieder gerecht wer kommen getan haben! Das proletarische Erzie- Fürsorge, national zu fertionieren. Grundfäße zugunsten der bolichewistischen verden, der Partei zu helfen.-- Daß die Bewegung hungswerk, von dem sie wünschen, daß es wachse abgelehnt, zum größeren Teil den Landesausschüs Diese Anträge wurden zum kleineren Teil raten, find heute, obwar sie sich damals als unserer Jungen von den Behörden beobachtet und gedeihe, müssen sie bei ihren eigenen fen zugewiesen und dann die Errichtung einer erste Führer" betätigten, schon längst wieder bei und verfolgt wird, daß man Mittel und Wege Kindern beginnen. Die proletarische 16gliedrigen Finanzkommission, den Bürgerlichen. fucht, sie vollkommen ausgulöschen: was ist das Famile sei eine Seimzelle soziali Der Ausbau vollzog sich unter großen Sin tommiffion, Agrarfommiffion, Ge einer sozialen Kommission, Rechtsdernissen. In weiten Streifen der sozialdemokratischen Arbeiter war zunächst ein gevisses Miß trauen gegen die Jugend vorhanden, die mit solchem Elan die Einheit der Arbeiterbewegung zer schlagen hatte. Dieses Mißtrauen war vorerst zu überwinden. Aber es waren auch nicht die geringsten Mittel vorhanden. Die gesamte Zen geringsten Mittel vorhanden. Die gesamte Zen trale des alten Verbandes war in den Besis anderes als ein Berveis dafür, daß sie vom stischer Ideen und was die Familie Bürgertum gefürchtet ist? Und das hat Grund, nicht vermag, das sollen die Erzie werbe, Verkehr und Schulkommissich zu fürchten, denn die sozialistische Jugend hungsorganisationen des Proleta- fion mit je 12 Mitgliedern beschlossen. bewegung dieses Landes ist die einzige Juriats ergänzen. Weiters erledigte die Landesvertretung Pergendgemeinschaft, die ein flares politisches Pro- Und darum fragen wir an diesem Mai- sonalfragen, bewilligte die vorgeschlagene Syste gramm hat und eine ausgedehnte und zielbewußte politische Erziehungsarbeit entfaltet. tag, der das Verbundensein der sozialistischen misierung der Dienststellen in den Die Jugend des Bürgernims acht in Hunderten Jugend mit den Idealen der Alten" in so Frankenkassen in Brünn und Troppau und nahm Die Jugend des Bürgertums geht in Hunderten schöner Weise zeigt, jene Arbeitereltern, deren eine Pauschalierung der Diäten der Mitglieder Gruppen und Grüppchen ihren romantischen Kinder noch nicht in der Jugendbewegung oder der Landesvertretung vor. In der morgigen lez der Kommaisten übergegangen, fie hatten alle Träumen nach, soweit sie nicht die Bars bevölkert in einer anderen Organisation des Proletariats ten Sigung diefer Session dürften die Ausschuß Hilfsmittel und das gesamte Vermögen über- oder in das antisemitische Sepp- Hoppgefchrei der stehen: Was geschieht mit euren einmitglieder gewählt werden. nommen und auch die meisten Kreisfefretariate ganz Dummen einstimmt. Um die bodenständern? Und wir fragen besonders jene Gehatten sie erobert". So mußte denn der neue dige" Jugend der Agrarier breitet sich Storrup noffen und Genoffinnen, in deren Wohnort es Verband tatsächlich aus dem Nichts heraus ge- tionsgestant. Nichts ist, was das Bürgertum zur baut werden, aber jugendliche Begeisterung und Soffnung berechtigte, feine junge Generation überhaupt keine sozialistische Erziehungstatkräftige Silfe der selbst schwer fämpfenden würde seinen Untergang aufhalten. Also bemüht organisation gibt. die also dem Wirken der Partei schufen das große Wert. Es fand seine es sich, die Sozialdemokratie durch fascistische Gegner selbst Tür und Tor öffnen. vorläufige Krönung in dem Reichsjugende Gewaltmaßnahmen um ihre Jugendbewegung Wir fagen immer, daß der Maitag die Wiedereinführung des Zölibates der Lehrerin symbolische Erfüllung unserer Wünsche nen eingebracht, auf die der Minister am 9. März und Träume ist. Die tatsächliche Erfüllung 1929 folgende Antwort erteilte: Im Ministe unserer Träume wird uns jedoch nur werden, rium für Schulwesen und Volksfultur werden wenn die Jugend in die Reihen der kämpfen feine Gesepvorlagen über die Einführung des den Arbeiterschaft in größeren Scharen nachstößt Bölibates der Lehrerinnen vorbereitet. als bisher, wenn die proletarischen Eltern ihren Schulbehörden halten die Vorschriften über die Kindern den Weg in die sozialistische Kampf Gleichberechtigung der Lehrer und Lehrerinnen gemeinschaft zeigen. So möge denn des Fest genau ein, z. B. jene im§ 10 des Gesetzes der Zukunft auch eine Mahnung für alle fene S. d. G. u. V. Nr. 226/1922, im§ 1, Abs. 3, sein, die sich dieser Verpflichtung bisher zu wenig des Gesetzes Nr. 104/1926 und im Art. 2, bewußt waren. Abs. 4 der Regierungsverordnung Nr. 162/1928." tag, der im Vorjahr unsere gesamte Arbeiter zu bringen. öffentlichkeit beschäftigte und Zeuonis ablegte von Die sozialistische Jugendbewegung dieses dem Schtrung, der unsere Jugendbewegung mun Landes ist in den letzten Jahren sehr erstarkt mehr beseelt. Und man erinnere sich nur, mit Sie wuchs langfam, aber dies Wachstum ist welcher Straft sich die Jugend in jeden Wahl- gesund. Sie wuchs in den Orten draußen aber fampf stürzt, wie sie es oft war, der die Er vornehmlich aus eigener Kraft und sie hätte, folge, die wir besonders in der letzten Zeit soll sie den Parteigenoffen helfen, auch die Hilfe immer wieder errangen, nicht zum geringsten zu durch fie nötig. danken sind. Die Jugend ist sich ihrer Aufgabe Worin kann die bestehen? Die Jugend innerhalb der Arbeiterbewegung sehr wohl be- meint, daß sie vor allem darin bestehen müsse, wußt und sie bemüht sich, diese Ausgaben auch daß die Parteigenossen an die sozialistische ErKarl Kern. Keine Wiedereinführung des Zölibates der Lehrerinnen. Die Genossinnen Blatny, Stirpal, Starpiskova und Genossen haben an den Minister für Schulwesen und Volfskultur eine Interpellation wegen der angeblich beabsichtigten Beite 6. Maiaufruf der K. P. Č. Die fommunistische Partei richtet anläßlich des 1. Mai hiemit den Appell an die breiten Waffen, alle Kräfte fonkret zusammenzufassen und gemäß den Beschlüssen der Exekutive der Komintern das zurzeit passive Verhalten zum Zwecke des flaren Beweises - siehe die These des siebenten Kreises ständig wachsender Bolschewisierung und entsprechender Linfsorientierung in den kapitalistischen Ländern von Grund auf und ganz energisch zu ändern. Das ist gerade in dieser Zeit von ganz besonderer Wichtigkeit, weil sich die heutige Situation als hochfaschistische Reaktion im steigenden Maße stabilisiert und wider Erwarten konsolidiert. Unter dem Schuße der Reformisten und mit Unterstützung der Haisputschisten, hinausgeworfener Renegaten. und einiger Prager Literaten, wie auch mit Hilfe der Polizei und der sich bildenden Neurath- Partei stabilisiert sich der Kapitalismus im gleichen Tempo wie der Faschismus. Hand in Hand mit dieser Gestaltung der Dinge vollzieht sich zugleich die Spaltung der Aktivkräfte des Proletariates und die Schwächung uns'res Parteiapparates. Die Revolution muß in solchen Nöten in das entscheidende Stadium treten und unser Ansturm in Roten Tagen wider die Bourgeoisie versagen. Angesichts solcher Tatsachenbestände besteht die Gefahr, daß wir gar am Ende die vorgeschriebene Plattformt verlieren, das Abweichen kriegen und unrecht linieren. Daraus erklärt sich nun jedenfalls die Politik des Banffapitals. Die' mperialistische Bourgeoisie zum Beispiel der CSR.- Kolonie, beziehungsweise das koloniale Bestreben der Rübenverwertungszentrale beginnt bereits, wie klar zu beweisen, die Autisowjetfront einzufreisen oder vielmehr das Gegenteil und dies nur lediglich deshalb, weil. Und Jedermann weiß, daß heute der Spina die Stonterrevolution in China mit Hilfe der Osmička finanziert wozu der Sozialdemokrat" applaudiert. Auch ist die Verfolgung des Tschang- lai- schet in diesem Falle nur Mittel zum Zweck, den Amanullah vom Throne zu jagen, sowie auch den Freidenferbund zu zerschlagen. Noch offenkundiger wird der Verrat der Reformisten am Proletariat laut Feststellung unseres Weltkongresses bezüglich des Produktionsprozesses. Sie stehen heute bereits auf dem Boden der Ratio- Analysierungs- Methoden, die sie im Neudeker Zuchthaus jetzt zichien, wie russische Jugenieure berichten. Sie bekannten sich ferner, dem Stalin zum Truy bei der Ausweisung Troytis zum Mielerschutz und außerdem auch als Sozialfaschisten und restlos entlarve Militaristen. Dies zeigte vor allem besonders brittal Počaplas Bündnis mit Udržal. Sein Spalingsmanöver im Turneröunde geschah aus dem ganz unverhüllien Grunde, Die Streisleitung Reichenberg zu vernichten und den Kirchenstaat wieder aufzurichten. Es schenten die Sozi auch gar nicht zurück. durch ihre Scheinoppositionspolitif unsre Einheitsfront zu unterminieren und in Mostau die Brotlarien einzuführen. Durch ihre verderbliche Streikjabotage erfitt unser Baulchen eine Blamage und das Ansehen der Partei einen Schlag wie vordem höchstens am Roten Tag. Zu diesen Lafaien der Bourgeoisie gefelfen sich Bais nun und Stompagnie, die unier dem Sajus der Regierung uns zwingen, eine Million Ke aufzubringen für die entlaffenen Seiretäre des J. A. B., daß sich keiner befayivere. Wir fahen, wie sich die Liquidatoren steis heftiger gegen uns verschworen und immer offner verbündet haben, um unfere Stellung zu untergraben, mit dem Ziel, die Partei zu diskreditieren und von den Massen zu folieren. Das alles erfordert, bevor es zu spät, verschärfte und ständige Agilität. Es sind die Arbeiterforrespondenten, die Organisierten, die Judifferenten, die breiten Massen zu bolschewisieren, zu mobilisieren, zu fonzentrieren. Die Barteiaftivos find anzuhalten, eine größere Agitprop zu entfalten. Die lentere ist starf zu verbreitern, die Kistenradios sind. zu erweitern, die Blauen Blusen zusammenzuraffen und viel mehr Harmonikas anzuschaffen. Und alles zusammen auß aufmarschieren am 1. Mai und muß demonstrieren im Sinne aller gefaßten Beschlüsse der Streits-, Betriebs- und Aktionsausschüsse: Gegen Fajchismus und Imperialismus, gegen den Legalitätsfretinismus, gegen die Spalter und Liquidatoren, gegen sämtliche Usurpatoren, gegen die schnftigen Renegaten, gegen die Antifozialdemokraten, gegen die Herrschaft der Bourgeoisie, gegen die Deterding Del Kompagnie, gegen Kriegsgefahr, gegen Völkerbund, gegen den Rubel und Mitgliederschvund, gegen den Wirtschaftsfrieden der Klassen, gegen die Haushervn und Krankenkassen, gegen Ernennungen, gegen die Wahlen, gegen die Gelben und Klerikalen, gegen den Jilek, gegen den Bolen, gegen die Einfuhrscheine für Kohlen, gegen die Bonzen, gegen die Führer, gegen die Einheitsfronttachinierer, gegen den Drang zur Parteifutterkrippe, gegen den Neurath, gegen die Grippe, gegen den Schiedsspruch, gegen die Steuern, gegen die völkischen Sonmvendfeiern, gegen den Sieg der Troykisten in Graz, gegen die Hundekontumaz, gegen jede Erhöhung der Miete, gegen die Hoch- und Tiefdrudgebiete, gegen den Daives- Plan, gegen den Dalles, gegen den Sture, überhaupt: Gegen alles!!! Aber für die Nep, für den Kriegskommunismus, für den linfesten Radikalismus, für die Mobilisierung der Massent, für den verschärften Kampf der Klassen, für den Reimann, für den Schiff, für das Kollektivaktiv, für den Streit und für höheren Lohn, für eine breitere Diskussion, für den Voravärts", für die K. P., und für eine Million Kč, für den J. A. V., für die J. A. S., für den Selassenkampf mit der Harmonika, für die Erhöhung der Altersrente, für die Beseitigung der Parlamente, für die Reinheit in unseren Reihen, für den Ankauf von Papageien, für den Ausbau des Frontkämpferbundes, für die Vernichtung des Grubenhundes, für den General Tscheng- Tsching- Tschang, für Indien, für die Kuomintang, für die Linie, für's Volbüro, für die Befreiung von Merito, für die Sozialisierung bei Mannesmann, für die Revolution in Afghanistan, für Neuraths Entfernung aus der Partei, für die Verbanming in die Türkei, für die Hegemonic, für die Diftatur, für die endliche Plattformreparatur, für die Meinungsfreiheit unserer Blätter, für billige Gurken, für schöneres Wetter, für Säuberung des Augiasstalles der Hais und Konsorten: überhaupt: Für alles!!! Proleten, Mavschiert mit unsrer Bartei zur Demonstration am 1. Mai! Frisch vorwärts für die Revolution, wir haben die richtige Linie schon. Auf in den Kampf! Sinein in die Schlacht! Und alle Bluthunde niedergemacht: Die Reformisten, die Bourgeoisie, die Liquidatoren, die Bürokratie, Dienstag, 30.April 1929. 120.000 Streitende in Indien. Blutige Ereignisse. London, 29. April. Aus Bo mbah wird berichtet, daß es dort in der Nacht zum Sonntag zu neuen ernsten Zusammenstößen zwischen Mohammedanern und Hindus kam, bei denen drei Personen getötet und 16 verlegt wurden. Die Lage in der Textilindustrie hat sich verschlimmert. 61 Fabriken liegen still. Die Zahl der feiernden Arbeiter beträgt 120.000. An der Grenze erschossen. Jugoslawisch- österreichischer Zwischenfall. Graz, 28. April.( AN.) Heute früh ereignete sich an der jugoslawischen Grenze, eineinhalb Stunden von eutschach( Bezirk Leibniz) ent fernt, ein aufsehenerregender Grenzzwischenfall. wurden ein Professor und ein Hochschüler, beide jugoslawischer Nationalität, in dem Augenblick, als sie nach Desterreich flüchten wollten, erschossen. die Linken, die Rechten, Versöhnler und Spalter, Von einer jugoslawischen Gendarmerieesforte die reaktionären Steigbügelhalter. Sängt sie an die nächste Laterne!! Nagelt sie an die Sowjesterne!! Stellt sie, ohne Zeichen von Trauer, an die Wand, eventuell an die Mauer!! Rotfrontkameraden! Schwestern und Brüder! Haut das Verrätergesindel nieder!! Es lebe der Kampf und der 1. Mai, die Diktatur und die Linienpartei!!! Es lebe die Losung! Es lebe die Tat und der tapetschistische Zukunftsstaat!! Es lebe der Reimann, der Gottwald, der Sohn!!! Es lebe Stalin und die Rrrrrevolutiooon!!! Nachspiel: Salli, Hallo! Telephongespräch mit dem Politbüro: Hier Bohnitz bei Prag. Jst dort die Reimannpartei? Ja? Wir haben noch Pläge frei." H. 2. Kompliment! Eine Serie fürchterlicher Autokatastrophen. Eine Frau getötet. Sierüber erfuhr der österreichische Gendar merieposten in Leutschach folgendes: In einem Kaffeehaus in Agram wurde das Gespräch mehrerer Gäste belauscht, aus welchem hervor ging, daß sie Drudschriften um stürz lerischen Inhaltes verbreiten wollten. Behördliche Organe verhafteten zwei Personen: den Professor und den Hochschüler. Sie wurden unter Bedeckung an die österreichische Grenze bei Leutschach gebracht, damit dort ermittelt werde, wo diese Druckschriften, die von Oesterreich eingeschmuggelt werden sollten, versteckt seien. Wäh rend der Suche nach den Druckschriften unternahmen heute früh die beiden Verhafteten jugoslawischen Staatsangehörigen einen Flucht versuch nach Desterreich, wobei sie von den jugoslawischen Gendarmen in dem Augenblick erschossen wurden, als sie die österreichische Grenze erreichten, so daß die Füße der beiden Leichen auf österreichischem Boden, die Oberkörper auf jugoslawischem Boden zu liegen famen. " Absichtlich ermordet! Graz, 29. April.( Eigenbericht.) Der Grazer Arbeiterwille" berichtet aus Leutschach über die Tötung der beiden kommu Remscheid( Rheinprovinz), 28. April. Gestern nistischen Flüchtlinge durch jugoslawische Gennachmittags versagte bei einem Last auto bei darmen, daß tatsächlich bei der Hausdurchsuchung Düsseldorf auf der stark abschüssigen Blumen unter Kartoffeln 900 tommunistische Flugschrif halstraße die Bremse. Der Wagen wurde über ten gefunden wurden. Statt nach diesem Ergebdie Böschung geschleudert und überschlug sich nis die beiden Kommunisten nach Marburg zu mehrmals. Von den drei Insassen wurde eine bringen, führten sie die beiden Gendarmen durch rau getötet, der Chauffeur schwer eine Schlucht, in der ein Grenzbach fließt, auf und der dritte Mitfahrende leicht verletzt. Roch drei entseßliche Katastrophen. Zwei tote, sechs schwerverlette Arbeiter bei Prag. Prag, 29. April. Seuie gegen fünf Uhr früh ereignete sich auf der Landstraße bei Su chel= bas ein schwerer Automobilunfall, bei den zwei Menschenleben zu beklagen sind. Ein Lastauto, auf dem 21 Arbeiter aus Groß- 3dilau bei Prachatik nach Prag zur Arbeit fuhren, stieß bei Groß- Stuchelbad in voller Fahrt gegen einen Birnbaum, legte ihn sowie den näch ften Baum am Straßenrand um und fiel dann unwegjamem Gebiet immer weiter. Um halb selbst zur Seite. Ein Arbeiter, dessen Identität noch nicht festgestellt werden konnte, iv ar 6 Uhr hörte man plößlich Schüsse. Die Ausrede, auf der Stelleto t. Elf Arbeiter wurden auf hten, ist ganz erlogen, da es um halb daß die beiden in der Dunkelheit zu fliehen verdie Klinik Jirajet gebracht, wo der ich wer verwundete Josef Buhrle aus Zdik, St. Goar( Rheinprovinz), 28. April. Auf der 16 Uhr noch nicht finster ist und die beiden anzer31 Jahre alt, vormittag seinen VerlegunStrede Bingen- Koblenz fuhr heute früh an dem dem gefejjelt waren. Am nächsten Tag wurden gen erlegen ist. Sechs Arbeiter sind Bahnübergang bei Oberiviese eine 2otomodann die beiden Leichen im Bach gefunden, chwer verwundet. tive bei nicht geschlossener Schranke auf ein Das Auto. das die Nummer 0- XXVIII- 624 2 a st auto mit Anhänger, das polnische Die neue dänische Regierung. irögt, gehört einem Fran; Sabout, Besitzer einer Sonsulatsaften transportierte. Der Sodawassererzeugung in Groß- 3ditau, schwere 4000 Tonnen- Lastwagen wurde mit An- Kopenhagen, 29. April.( Tsch. P. B.) Der der neben dem Chauffeur Wenzel serovacet auf hänger von der Lokomotive etwa 200 Meter weit König hat der neuen Ministerliste seine Zustim dem Führersitz sak. Sabout wurde leicht verlegt, mitgeschleift und vollständig zerirümmert. Der nung erteilt. Die Liſte ſevi ſich aus neun Soder Chauffeur blieb wie durch ein Wunder als Wagen führer wurde auf der Stelle zialdemokraten und drei Mitgliedern der radika einziger gänzlich unverletzt. Er wurde auf der getötet, ein Mitfahrer schwer und die len Linten zusammen. Ministerpräsident tan Kuchelbader Gendarmeriestation verhört und gab anderen leicht verlegt. Während der ning übernimmt auch das Ministerium für an, er habe plötzlich die Herrschaft über den schive- Aufräumungsarbeiten, wobei es sich um die Ber Seeschiffahrt und Fischerei. ren Wagen verloren. Er habe bei der leichten gung der weithin versirenten Stonjulatsatten hanBiegung vor der Verzehrungssteuerlinie ge- belte, war die Landstraße St. Goar- Oberwiese bremst, die Bremse habe aber verjaat. So sei der mehrere Siunden hindurch gesperrt. Wagen mit voller Wucht in den Birnbaum gestoßen. Das Auto ist vollkommen zerirümmert. Das Strafverfahren gegen den Chauffeur Strováček wurde eingeleitet. Todesfahrt eines Abgeordneten und eines Pfarrers. London, 28. April. In der Nähe von Reading stürzte ein Autobus um und fing Feuer. Die In sassen waren wie in einer Falle gefangen. Vi er von ihnen verbrannten und wurden bis zur Untenntlichkeit entstellt. 15 Personen wurden schwer verleßt. Die Ministerien des Aeußern, der Justi; und des Innern sind mit den Radikalen Winnch, Zahle und Dahlgaard besetzt. Das neue Ministe rium hat im neuen Folkething eine sichere Wehr beit, nämlich 77 von 149 Wandaien. Der Kampf im Ruhrbergbau. Die Arbeiter lehnen den Schiedsspruch ab. Dortmund, 29. April.( Tich. B. B.) Nachdem die Arbeitnehmerverbände des RuhrbergSillein, 29. April. Gestern um 17 Uhr er Magdeburg, 28. April. Bei dem Stendaler baues heute dem Schlichter ihre Ablehnung des eignete sich auf der Straße zwischen den Gemein- Prüfungsrennen für Motorräder und den Niznia und Podbiel( an der Arva) ein Auto- Automobile hatte Baron von Wenzelvon Wenzel- spruches mitgeteilt haben, der Zechenverband in der vergangenen Woche gefällten Schieds. mobilunglück, bei dem der Pfarrer Blaz- Mosau, der die schnellste Zeit des Tages fuhr, aver seine Bereitschaft zur Annahme erklärt hat, ner getötet und der Abgeordnete der flos mit seinem Mercedes Stompressorivagen das Ziel sind für morgen im Reichsarbeitsministerium wakischen Volksvarici Pfarrer Grebac- Or- bereits passiert, als etiva 700 meter hinter dem Iov schiver verlegt wurde. Außerdem erlitten Ziel ein Radfahrer auftauchte. Bei dem Ver Verhandlungen anberaumt worden. noch zivei Personen leichte Verlegungen. Den fuch, auszuweichen, schlug der Wagen um, exploletzten Meldungen zufolge soll Abgeordneter Gr c- dierie und verbrannte vollständig. Baron von bač jeinen Verlegungen bereits er Wenzel- Mojau wurde schwer verletzt. Sein Legen sein. Das Unglück wurde dadurch herbei Mitfahrer und ein Zuschauer wurden geführt, daß das Auto ins Schleudern fam, an getötet. Verschiedene andere Zuschauer wur einen Baum stieß und vollkommen zerirümmert ben verlegt. Das Rennen wurde sofort abge brochen. wurde. Ein Vorsteher verbrennt bei der Bergung von Gemeindeaften! Rumburg, 29. April. Sonntag früh, gegen Uhr nachts ging in Neugrafenwalde bei Schluckenau das Anivesen des Landwirtes und Gemeindevorstehers Franz St linger in Flam Ein Lehrling probiert ein Gewehr werden, daß zur fritischen Zeit ein Maurer- men auf. Die raschy herbeigecilten Wehren der Umaus... Tehrling am Dachboden war. Ins Berhör ge- mangels zur Löschung des Brandes nicht viel gebung vermochten wegen starken Wassernommen gestand dieser, daß er mit einem beizutragen, und mußten sich lediglich darauf be und vernichtet zwei Menschenleben! Mannlichergewehr, das er einem Ocdenburg, 28. April.( MTJ) Die polizei Freunde gestohlen hatte, eine Probe hränken, ein Weitergreifen des Brandes auf die verhindern. Der Gelichen Erhebungen haben zur Ernierung der Ber- machen wollte und es dabei unverhofft losging.meindevorsteher drang immer wieder von Er habe das Unheil, das er angeſtifiet, gesehen, jon geführt, die gestern durch einen Ge neuem in das brennende Gebäude, um die werta wehrschuß den die Ortschaft im Auio doch habe er sich nicht melden wollen. vollen Gemeindeaften zu retten. J passierenden pensionierten Generalkonsul Die Frau Schreiners erlag heute der allgemeinen Aufregung bemerkte man schließ Schreiner getötet und seine Frau nach einer Operation ihren Verlegungen. lich nicht mehr sein Fehlen; erst Sonntag früh ichwer verlegt hat. Auf Grund des Befun- Dem 92 jährigen Vater des Vorstorbenen, wurde er aus den noch rauchenden des der Sachverständigen im Schießfach wurde einem Advokaten, wendet sich allgemeine Teil Trümmern als Leiche geborgen. Die angenommen, daß die Schuß vom Dachbodennahme zu, zumal vor einigen Jahren sein an- Ursache des Schadenfeuers, dem das Wohnhaus eines nahe gelegenen Gebäudes ab- derer Sohn, der Pächter in der Nähe von und die Wirtsachfisgebäude, sowie das gesamte gegeben worden sein mochte. Man nahm hier eine Dedenburg war, ebenfalls erschossen Mobilar und viel Federvieh zum Opfer fielen, ist Durchsuchung vor und fand tatsächlich ein wurde. bisher noch unbekannt. Mannlichergewehr. Es konnte festgestellt Dienstag, 30. April 1929. Bom Rundfunt. Empfehlenswertes aus den Programmen. Mittwoch: Vom 29. April. Brag: 11.00 Matinee, 17.30-18.00( Sendung nach Br inn) Deutsche Breffenadridten, Deutsche Sen Bung: Arbeiteriendung. Redakteur 3. of bauer, Brag: Die Bedeutung des 1. mai". Friedrich ölzlin vom Prager deutschent beater: Resitationen ium 1. W a i", 13.30 Cherfonsert, 20.00-22.95( Sendung nach Brünn und Bießbura) Symphonisches Konzert, Dirigent Vaclav Talid. Brünn: 12.00-13.00( Sendung nad) Brag) Konzert. Davent: 21.00 Regerlieder, 21.30 Klaviervorträge, London: 19.45 Konzert. 20.10 Reichsarbeitsminister Rudolf Wiffel:„ Der 1. Mai im Bandel der Zeiten", 20.40 Richard Wagner. Ouvertüren und Borfpiele. Stuttgart: 16.15 Konzert, 20.30 Beliebte Ouver türen. Leipzig: 16.30 Stammermusik, 19.30 Symphoniekonzert, 21.00 Romifde Gefänge aus der Weltliteratur. München: 19.30 Jum 100. Geburtstag von Theodor Billroth, 20.00 Meister finger- Vorspiel,-Capella Chöre, Arbeiterdichtungen. Ham bara: 17.00 Voltslieder im Maien, 19.25 Maigebanten, 20.00 Anton Dvořal, 21.15„ Der 24. Februar", Tragödie von Sacha rias Werner. Frankfurt: 18.30-19.30 eterftunde des Nulturfartells der modernen Arbeiterbewegung, 19.30-20.30 Dich tung der Lebenden, 20.30 Bolkstümliche Stammermusik, anfalic gend Konzert. Die Kraffin- Expedition", 18.00 Sieberstunde, 19.00 Dienfchen aus der Tiefe", 30.05 Ballade von der Stadt". Döcipiel von bis 21.00 Arbeiter und Arbeiterdichter, 21.20-22.00 Konzert. Bern: 19.30 Rom: 20.45 Othello", Oper von Verdi. Mailand: 20.30 Quintett. Ropenhagen: 2.00 Orcheſter und Solistenkonzert. Budapest: 9.15 und 12.05 Konzerte, 20.00 Konzert. Baris: 18.35 Schallplattenmufit, 20.05 Konzert. Berlin: Wien: 11.00 Ronzert, 15.40 Stonzert, 17.30 Fran; Theodor fofor. darnach: Abendfonzert. Zürich: 19.33 Bont Erlebnis des Arbeiter in der Dichtung. Tagesneuigkeiten. Milchverteuerung. Ursache: Die zu gewärtigende Erhöhung der Mietzinse durch die Bürgerblod- Koalition. Noch ist im Schoße der Osmička die Frage der weiteren Lockerung des Mieterschußgefeßes und die Valorisierung" der Mietzinse nicht endgültig ausgeknofelt, und schon hat diese Angelegenheit zur Folge, daß bereits jetzt die Prager Großmol fercien den Konsumenten eine Verteuerung der Milch anfündigen. Jm„ Prager Börsen Courier" erfährt man darüber folgendes: „ Wie wir hören, dürfte, wenn es tatsächlich zu einer weiteren Steigerung der Mietzinse kom men sollte, in absehbarer Zeit mit einer abermaligen Berleuerung der Milchpreise in GroßPrag u rechnen sein. Furchtbare Explosionskatastrophe in Pardubit Ein Objekt einer Pulverfabrik in die Luft geflogen. Fünf zote, dreißig Verletz e. Montag, furz vor elf Uhr war in Pardubit eine furchtbare Detonation zu hören, so daß die Fenster in einem großen Teil der Stadt flirrten. Von Semtin wälzte sich gegen die Stadt eine große gelbe Rauchwolfe, die eine Höhe von 60 Metern erreichte. Als der Wind die Rauchvolke auseinandertrieb, bemerkte man mehrere großze Stich flammen. In dem allgemeinen Chaos und beißendem Rauch konnte man zunächst nichts anderes feststellen, als daß im fünften Objekt der Semtiner Fabrik für Explosivstoffe Nitroglycerin explodiert sei und ein Feuer ausbrach, welches sofort den nahen Wald ergriff. In dem Objett arbeiteten zur Zeit der Explosion ungefähr fünf Personen, die alle tot sein dürften. Außerdem dürften noch, wie die Expreß" meldet, ungefähr 30 Arbeiter mehr oder weniger verletzt sein. Wie stark der Luftdruck war, Die Tatsache, daß weit von der Stelle der Katader durch die Explosion hervorgerufen wurde, zeigi strophe in Semtin Bauarbeiter vom Gerüst heruntergeworfen wurden. In dem nahegelegenen Bohdance wurden in der Kirche alle Fenster zerschlagen. Siezu wird amtlich genteldet: mißt. Es sind dies: Josef Jiros, NitrationsEs werden im ganzen fünf Angestellte ver meister, 51 Jahre alt, der in der Filtration be schäftigte 64jährige Karl Sosman; Friedrich os man, 57 Jahre alt, Josef Sedlat, 29 Jahre alt und Josef Kohouter, 34 Jahre alt. Etwa 15 weitere Angestellte wurden bei der Explosion durch Glassplitter und Holzstücke verlegt. Alle diese Verletzten wurden von den anwesenden Aerzten, etwa 10, die sich aus der nächsten Umge bung eingefunden hatten, unverzüglich behandelt und in häusliche Pflege entlassen. Durch die Explosion wurde das erwähnte Objekt zerstört. Außerdem wurden weitere Nach bargebäude meistens in der Weise beschädigt, daß durch die Explosionswelle die Fensterschei beschädigt wurden. ben zertrümmert und die Dächer teilweise Am Orte der Statastrophe stellte sich die Feuerwehr und die Sanitätsabteilung der Fabrik ein, die mit ungewöhnlicher Energie und Selbst verlengnung die Rettungsarbeiten aufnahmen und Maßnahmen zur Verhinderung eines weiteren Die Semtiner Fabrit steht unter der Auf möglichen Unglüdes und zur Löschung des nach sicht der Militärverwaltung und hat der Explosion entstandenen Waldbrandes ergrif ein Monopol auf alle Arten von Explosivstoffen. fen. Die Beamten- und Arbeiterschaft in allen Die Fabrit besteht seit 1923. Die Wilitärverwal- Objekten bewahrte mustergültige Ruhe und Betung hat also die Pflicht, eine genaue Unter- dacht. Sie meldeten sich sämtlich zu den Rettungsfu chung über die Ursache der Katastrophe ein- und Sicherungsarbeiten, wiewohl die Situation zuleiten, damit die Schuldigen festgestellt werden. sehr unsicher und gefährlich war. | 35.963, 37.527, 41.570, 44.167, 45.170, 47.488, lebten Augenblicke über die Dächer retten. Ber50.789, 54.127, 56.884, 57.589, 60.313, 60.388, 65.369, schiedene Gerettete hatten bereits das Bewußt 69.326, 69.356, 73.511, 76.348, 76.741, 84.151, jein verloren und mußten ins Krankenhaus ge90.088, 91.888, 94.798, 99.478, 100.838, 107.540, schafft werden. Die Feuerwehr bekämpfte den 107.566, 108.405, 108.651, 112.524, 113.609, 116.079, Brand schließlich mit 50 Schlauchleitungen. Der 120.008, 120.302, 124.398, 125.047, 129.980, 135.364, Fenerschein war bis nach Delft sichtbar. Erst in 138.079, 146.953, 147.705, 149.329, 152.012, 152.215, den Morgenstunden konnte das Feuer, das als 152.866, 155.769, 157.086, 160.571, 165.650, 172.939, 178.795, 179.757, 184.023, 186.785. Die Großmolkereien verweisen hicbei Der Verband Arbeiterfürsorge" bringt den Or Gejeh über die staatliche Altersunterstüßung. tarauf, daß durch die ab 1. Jänner d. I. erhöhten Pensionsversicherungsbaß bereits in den allernächsten Tagen die Durch ganisationen und Bezirksvereinen zur Kenntnis, abgaben einerseits und durch die ab 1. April führungsinstruktion zum Gesetz über die staatliche crhöhten Krankenkassenvorsche Altersunterſtüßung herausgegeben wird. Wir rungsbeiträge andererseits die Regie Regie werden dan sofort das der Instruktion beigeschlos chnehin schon start gestiegen jei. Würde es fene Gesuchsformular in Drud legen lassen und un auch noch zu der im Parlament proponierten den Organisationen zum Selbstkostenpreife abgeMietziuserhöhung fommen, so hätte dies bent. Es empfiehlt sich daher, mit der Gesuchs heine derartige Regieſteigerung zur Folge, daß die überreichung noch furze Zeit zuzuwarten und Großmollereien außerſiande wären, dieje allein allen Bedarf an Gesuchsformularen dann im zu tragen. Erwägt man beispielsweise die Folgen Wege des Verbandes„ Arbeiterfürsorge", Brünn, der vorgeschlagenen Mictzinserhöhung für eine Französische Straße 24, zu decken. Molkerei wie die Radlizer, so ergibt sich, daß bei einer erlaubten Steigerung von 4000 K jährlich pro Verkaufsstelle sich diese Steigerung für die So Berkaufsstellen, die die Gesellschaft in Greß Brag beigt, auf 340.000 K jährlich jummieren wide. Deshalb wären die Großmelkereien in einem solchen Falle unbedingt genötigt, zur Def bung einer derait erhöhten Regie den Konsumen Brag zu vertonern. Ohne auf die Notiz des„ Prager Börsen Courier näher einzugehen, stellen wir lediglich jeft. daß hieraus flar und deutlich hervorgebi, welche Auswirkungen eine allfällige Micizinser höhung zeitigt. Als elftes Todesopfer der Nürnberger Explosionskatastrophe verschied gestern die 21 Jahre alte Arbeiterin Wilhelmine Bernauer im städtischen Krankenhaus. Bei der Beerdigung eines der Opfer in Eibach wurde ein in den fünfziger Jahren stehender Mann vom Schlage getroffen. das größte gilt, das sich seit 50 Jahren ereig nete, als bezwungen angesehen werden. Sachschaden beläuft sich auf ungefähr 700.000. Gulden. Die Seite 7. QUALITÄTSWAGE Bezugsquelle für Konsumvereine: > GEC< Großeinkaufsgenossenschaft für Konsumvereine, Prag II., Fügnerovo nám. ,, WAGE" G. m. b. H. OLMUTZ, Litovelská 9. Fabrilsbrand bei Eger. Sonntag gegen 10 renfabrik Anton Hart in Neu- Kins Uhr vormittags brach im Gebäude der Ion wa berg bei Eger ein Großfeuer aus, das in allerfürzester Zeit die Hälfte der zweistöckigen abritsanlage bis zum Erdboden einächerte. Nur dem raschen Eingreifen der Orisfeuerwehren und der Brandwehren der Um gebung, insbesondere aber der Brandwehr aus Eger, gelang es, das Umgreifen des Brandes auf die benachbarten Objekte zu verhindern. Das Feuer vernichtete auch große Mengen von Rohwaren und konnte erst nach ſtundenlangen Bemühungen gelöscht werden. Der Betrieb wird in den vom Feuer verschont gebliebenen Teilen in einigen Tagen wieder aufgenommen werden können. Die Ursache des Brandes ist un befannt. Da der Großteil der Arbeiterschaft bei den Aufräumungsarbeiten wird verwendet werden fönnen, wird es infolgedeffen zu keinen Arterung berichtet, die unter der Bevölkerung eine Pa nif hervorrief. Ausstellung: Prag VII., neuer Messepalast Telephon Nr 367-28. 71 Der Prager holländische Gesandte im Schnell- beiterentlassungen kommen. ten heranzugehen und den Milchpreis für Großzug beraubt. Der holländische Gesandte in Prag, Bomben im Zimmer der Braut. In der jüd- Eisberge im Atlantif. In dem irischen Hafen Dr. Hendryf Muller van Weren dyke juhr bulgarischen Stodi Jambol war zwischen dent Queenstown lief der Cunard Dampfer„ Antonio" Samstag mit dem Prag- Pariser 25jährigen Unteroffizier der dortigen Kavallerie mit fait vier Tagen Verspätung ein. Die Reisenden Schnellzuge zum Urlaubsaufenthalt nach abteilung gefow und seiner Braut wegen erzählen, daß das Schiff 48 Stunden von Halifax Italien. In der Station 3dig verließ der Ge- Eifersüchteleien ein heftiger Streit em entfernt in eine hufeisenförmige Eisbergmasse geriet. fandte sein separiertes Stupee erster Klasse, um brannt. Das Mädchen drohte schließlich mit der Während dieser Zeit herrschte zudem noch starter Ne. im Speisewagen das Mittagessen einzunehmen. Auflösung der Verlobung. In einem Schwermuts bel. Nur mit größten Schwierigkeiten habe dos Dabei ließ er sein Abteil unversperrt. Als er anfalle verschaffte sich Angelow eine Sand- Schiff diele Sindernisse überwinden können. Vie vor Pilsen in das Koupee zurückkehrte und seinem granate, schlich sich abends in die Wohnung der Tage lang jeien Gisberge in den verschiedensten Grö Reisetoffer einen Gegenstand entnehmen wollte, Braut und schleuderte die Granate in das Zim- ßen zu beobachten gewesen. bemerkie er, daß der Koffer gewaltsam mer, wo sich die Familie aufhielt. Das Wurf Kleinbauern und Landwirtschaftliche Ausstelgeöffnet und aus demſelben ein Betrag von gefchos explodierte und verlegte die 14jährige 7000 Ke und 3000 Live entiendet worden war. Schwester und den 17jährigen Bruder der Brau Der Gesandte erstattete in Pilsen die Anzeige und tödlich. Die Brant felbst und ihre Eltern famen setzte die Reise fort. Von dem Dieb fehlt jed: heil davon. Der rabiate Bräutigam griff dann zur Spur. Pistole und tötete sich durch einen Schuß in die Schläfe. Gistgas über Zotio. London, 29. Aprit. Zeitungsberichten zufolge sind in einer Vorstadt Tolios infolge des Ausſtrömens von Giftgas aus einer Armee munitionsfabrik tausende von Säusern unbewohnbar geworden. Todesfälle werden bisher nicht gemeldet, doch soll das Giftgas massenhaft schwere Erkrankungen verursacht haben. Riefiger Waldbrand in den Vogesen. Paris, 29. April.. In den Waldungen des Sartmannweiler- Stopfes brach gestern mittags ein Brand aus, der schnell um sich griff. Spät abends wütete das Feuer mit unverminderter Kraft weiter. Bisher sind 300 bis 400 Seftar Waldbestand vernichtet. Mord an einer Gretjin. Am Samstag wurde in Gotha die 73jährige Rentnerin Eurth mit 80 schweren sich verlekungen in ihrer Wohnung tot aufgefunden. Da die alte Frau fei nerlei Anhang hatte, wurde die Tat, die vermut lich schon Donnerstag geschah, erst jetz; entredt. Aus demselben Grunde tonaten auch die Gründe der Tat noch nicht festgestellt werden. Für die Ermittlung des Täters hat die Staats Nach einer späteren Meldung arbeiten die jamval.jchaft 500 Mari Belohnung ausgesetzt. Garnison von Kolmar sowie Feuerwehren aus Ueberfallen und beraubt. In der Sonntagnacy der ganzen Umgebung an der Bewältigung des wurde in Berlin- Schöneberg ein wohlhabender Brandes. Ihre Arbeiten werden aber dadurch Kaufmann in seiner Wohnung von zwei mit erschwert, daß der Brand auf einem ehemaligen Pistolen bewaffneten Unbekannten überfallen und Schlachtfelde des Weltkrieges wütet und jeden gezwungen, den Räubern seine Wertsachen und Augenblick Schrapnellz und Grang Bargeld im Betrage von etwa 3000 Wharf auszu ten explodieren. Einige Dörfer sind ernst- liefern. Besonders auffällig ist, daß die Räuber lich bedrobt. über die Existenz cines fleinen, unter einem Bilde verborgenen Wandtresors unterrichtet waren, den sie in Gegenwart des Ueberfallenen erbrachen und ausplünderten. Sie entfernten sich dann unbehelligt, nachdem sie, um eine Verfolgung zu vereiteln, den Kausmann an Händen und Füßen gefesselt hatten Ziehung der 20. Alaffenlotterie. 18. Ziehungstag. 100.000 K: 59.360. 10.000 K: 171.128. 5000 K: 4218, 21.017, 27.877, 91.605, 99.483, 139.100, 158.389, 165.711, 170.787, 187.285. lung. Schon im Vorjahr haben zahlreiche deutsche Kleinbauern und Häuster die landwirtschaftliche Ausstellung in Prag besucht und hier wertvolle Kenntnisse über den Stand der landwirtschafilichen Technik und den neuesten Fortschritt auf dem Gebiete der Agravfultur fennen gelernt. Gerade Der Verband für deutsche Ingendherbergen für unsere Kleinlandwirte hat der Fortschritt in ( Stanzlei Auffig) helt seine diesjährige ordentliche der Bodenkultur eine außerordentliche Bedeutung, denn die materielle Lage der fleinbäuerlichen Hauptversammlung am Sonntag, den 2. Juni 1929 in Reichenberg ab. Für Samstag, den 1. Juni ft Schichten kann nur dadurch gehoben werden, in ein Begrüßungsabend vorgesehen. Alle Freunde dem sie zu einer intensiveren, rationelleren Ardes Jugendherbergswertes sind zur Teilnahme ein- beitsweise übergehen und mit Hilfe der neuesten wissenschaftlichen Errungenschaften auf dem Gegeladen. Anträge zur Tagesordnung sind mindestens drei Wochen vorher in der Verbandskanzlei schriftlich viete der Landwirtschaft anvenden, wobei ihnen einzubringen. naturgemäß der Staat und die übrigen öffent lichen Körperschaften an die Hand gehen müssen. Unsere Kleinlandwirte haben nicht die Mittel, um Studienreisen nach Deutschland, Dänemark und Holland zu unternehmen, Länder, in denen die Landwirtschaft auf einer viel höheren Stufe steht. als bei uns, aber er hat unter Umständen die Wie sage ichs meinen Hühnern? Eine Stad: an der sächsisch böhmischen Grenze, die ihren Marktplay von Hühnern freihalten will, hai einen alarmierenden Ufas erlassen. Jedermann wird das Recht zu geftanden,„ frei herumlaufende Hühner" einzufangen und sie nur gegen Ersatz der Futterfoſten und eine Vergütung von fünf Stronen wieder herzugeben. Die Hühnerhaltende Bewohnerschaft des Städtchens überlegt sich jetzt. wie sie Hühner instruieren soll, damit sie den gefährlichen Play meiden Die Gassenbuben aber, die auf Gelegenheit warten, sich nüßlich zu beschäftigen, sind erfreut. Sie dürfen im öffentlichen Interesse bei der Hühnerjagd mitwirken. Möglichkeit, zur landwirtschaftlichen Ausstellung nach Prag zu gehen, um hier die neueste landwirtschaftliche Technik zu studieren. Es ist also im Interesse der Hebung der sozialen Lage des Slein bauernstandes, wenn recht viele Kleinlandwirte, schaftlichen Ausstellung nach Prag fommen. soweit es ihnen die Mittel gestatten, zur landwiri Sommerfahrplan auf Braner Lokalftreden. Die Staatsbahndirektion Prag Süd verlautbari: Mittwoch, den 1. Wai d. J werden auf der Strede Prag Wilsonbahnhf.- Wran- Cerdan- Dobris sämtliche Züge bereits nach dem vom 1. Mai d. 3. in Gültigkeit tretenden Sonntags- Sommerfahrplan verkehren. Eine Ausnahme bilden bloß die Zugs garnituren Nr. 3613 Abfahrt Wran 17.52, Nr. 3639 Sinniger Unterschied. Am Gießener Saupt Brandlatastrophe in Rotterdam. In der vergangenen Nacht brach in einer Möbeltisch bahnhof findet man an der Tür einer Toilette für 2000 K: 7, 4575, 11.890, 13.741, 13.925, 32.754, Lerei in Rotterdam ein Brand aus. Als die Herren eine Emailletafel mit der Inschrift Be98.001, 48.063, 49.792, 50.790, 50.976, 54.981, Feuerwehr eintraf, stand bereits das ganze Genußung mit Zeitungspapier 10 Pfennig". Vor einer 56.110, 56.467, 72.056, 76.141, 77.352, 85.619, bände in Flammen, die an den aufgestapelten anderen Tür findet sich eine Tafel:„ Benußung mit 92.889, 115.861, 122.875, 129.482, 130.885, 130.668, Möbelvorräten reiche Nahrung fanden. Infolge weißem Papier 15 Pfennig." 134.016, 139.774, 144.634, 147.460, 153.364, 154.866, der ungeheuren Glut konnte die Feuerwehr nicht Erdbeben in Argentinien. Nach Berichten aus 156.027, 157.214, 160.879, 168.345, 172.225, 175.292. verhindern, daß der Brand auf den ganzen Häu- Buenos Aires war in der argentinischen Pro- Abfahrt Wran 19.45, Nr. 3617 Abfahrt Gule 18.15. 1000 K: 3573, 10.546, 11.639, 20.867, 24.406, serblod, der ungefähr 15 Gebäude umfaßt, über- ving Mendoza ein starkes Erdbeben zu verzeich Mr. 3713 Abfahrt Dobřiš 17.56 und Nr. 3728 Ab25.227, 27.780, 29.525, 30.952, 32.681, 35.149, griff. 3ahlreiche Personen konnten sich nur im nen. Auch aus Chile wird eine schwere Erderschüt- fahrt Weinberge 14 Uhr 02 Minuten. Bette 8. Genoffen! Traget bet jeber Gelegenheit Guet Barteiabzeichen! Kunst und Wissen. Dienstag, 30.April 1929. Körperpflege Sport* Spiel 20 Jahre deutscher Arbeiter- Samariter.Bund, willig bazuzahlten( C 1- und C 2- Versicherung), Boltswirtschaft und Sozialpolitit. wenn sie sich diese Angestellten noch in einer pensionsversicherungspflichtigen Stellung befinden Bur Durchführung des neuen Ange- oder nach dem 1. Jänner 1929 wieder in eine ftellten Penfionsversicherungsgefehes. folche eintreten. Fälle, bei denen es sich um Aus- Troy größten Hemmnissen verschiebenster Art bat tritte vor dem 1. Jänner 1929 handelt, sind von hat die Verwaltungskommission der Allgemeinen den Amtsstellen der Zentrale der Allgemeinen sich der Arbeiter- Samariterbund in den 20 Jahren Pensionsanstalt in der Sigung am 25. April Pensionsanstalt zur Entscheidung vorzulegen. seines Bestehens au einer recht segensreichen und d. J. wichtige Beschlüsse gefaßt, die nach Mitteilung des Allgemeinen Angestelltenverbandes, neuen Gesetzes ist ein einfach verwaistes Kind dungskongreß 1909 in Magdeburg waren sechs 5. Waisenrenten: Laut§ 32 des starken Organisation entwickelt. Auf dem GrünReichenberg, folgende Punkte betreffen: dann einem doppelt verwaisten Kinde gleichzu Rolonnen vertreten, die 700 Mitglieber umfaßten. 1. Rentennachzahlung ab 1. Jän- ftellent, wenn die Mutter feinen Anspruch auf ben Vertretern der Hauptpartien fidn Frau Schul ner 1928: Die Bensionsanstalt hatte schon am Witwenrente bat. Die Allgemeine Bensions- Bei Kriegsausbruch 1914 zählte der A. S. B. 108 Eisenlohr und die Herren Andersen, Hagen und 16. September 1926 beschlossen, den Rentnern, anstalt hat dazu beschlossen, daß auch Kinder einer Rolonnen mit 5500 Mitgliedern. Nach Kriegsenbe " Der Freischüß“ von R. M. v. Weber geht amster Steinbergs musikalischer Leitung Samstag, den 4. Mai im Neuen Theater in Syene. Von Schwarz im Besit ihrer Rollen geblieben. Die die nach dem neuen Geseze höhere Rentenan solchen Witwe, die wegen neuerlicher Verehe- waren nur noch 16 Kolonnen mit 979 Mitgliedern Agathe fingt zum erstenmale Traute Rohne, den sprüche haben sollten, die Mehrbeträge ab 1. JänMay Richard Dresdner. Anfang 7½ Uhr.( 167-3.) ner 1927 bis zum Inkrafttreten des neuen Ge- lichung den Anspruch auf die Witwenrente ver- da. Sie bildeten die Grundlage für ein neues er43.000 aktive Rammermufil- Konzert. Der Deutsche Verfebes nachzuzahlen. Da nun das neue Gesetz erst liert, als Doppelwaisen zu behandeln sind. 6. Fristenverlängerung: Die sechs folgreiches Aufblühen des Bundes. Die ein für Kammermusik in Prag hatte sein mit 1. Jänner 1929 in Kraft getreten ist, wurde am Sonntag bormittag im Neuen Deutschen Theater beschlossen, die Mehrbeträge nachträglich ab monatige Frist zur Geltendmachung des Rechtes Mitglieder in 1250 Rolonnen verkörpern jetzt den auf freiwillige Fortsetzung der Versicherung wird Arbeiter Samariter- Bund. Bassive Mitglieber wer. abachaltenes Iettes Konzert in dieser Saison 1. Jänner 1928 auszuzahlen. 2. Nachträgliche 3uerkennung für vor dem 1. Jänner 1929 aus der Versiche- ben nicht geführt. Im Chemnitz am Sitz der als historische Aufführung in Szene gesetzt. Es gab nicht nur ein historisches Bro. der Witwenrente: Laut§ 177, Abs. 5, rungspflicht ausgeschiedene Berficherte auf ein Bundesleitung befindet sich ein eigenes Bundeshaus gramm, das hochinteressante und felten gehörte des neuen Gesetzes gebührt jenen Witwen, die Jahr verlängert, soweit dieses Recht nicht schon Kompofitionen von Meistern des 17. und 18. Jahr nach dem alten Gesetze teinen Rentenanspruch vor dem 1. Jänner 1929 nach den Bestimmun- und in Serchen a. Sieg verfügt der A. S. B. über ein Erholungsheim. hunderts befcherte, sondern dessen Ausführung eben hatten, weil die Ehe mit dem verstorbenen Bergen des alten Gesetzes erloschen ist. 7. rantenpflege der Rentner: Bürgerlicher Svort. falls auf bistarischen Instrumenten jener sicherten erst nach dessen 50. Lebensjahr abgeZeit erfolgte. Neben Tonftüden bekannter Meister, schlossen worden war, nunmehr die Rente nach Das neue Gesetz(§ 48) ficht für die Rentner die DFC. gegen CAFC. 6: 1( 3: 0). Ein sicherer besondere Reiz dieser Aufführungen älterer Toninstrumenten ihrer Zeit dargeboten wurden, der wie Joh. Sebaftian Bach und Georg Friedrich dem neuen Geseb, falls der Eheschluß vor dem Strankenpflege nach dem in Vorbereitung befind Sieg der Blauweißen über den Führenden der kannter oder vergessener Meister, wie Attilio erfolgte und die Ehe mindestens 6 Monate vor. Da dieses Gesetz noch nicht besteht, beabsich fie noch günstige Resultat nur ihrer beispiellosen Ariosti, C. Stamit und Fr. Erlebach. Der 24 Monate) beſtand. Die Witwen müssen um lebergangszeit ein Uebereinkommen über die Roheiten, die bei dem Schiedsrichter nicht energifch zu- genug unterdrückt wurden. Technisch zeigten Me werke aber lag darin, daß sie auf den Original- Diefe Renten selbst ansuchen. Nur dann, wenn Krankenpflege der Rentner mit den derzeit Tschechen gar nichts. DC. fonnte aber trop des trefViola d'amore( fiebenfaitige alte Bratiche), der Viola bungen ausgezahlt wurde, erfolgt die Renten- fen. Darüber werden die entsprechenden Verlaut- Sieges auch nicht gefallen. Ihr Angriff forcierte das Innenspiel mehr als das der Flügel und die da Gamba( alte Amisgeige und dem Cembalo( Vor- uerkennung direkt von der zuständigen Amts- barungen zur gegebenen Zeit noch erfolgen. Verteidigung war zeitweilig reichlich unsicher. DFC. Nähere Auskünfte über alle Pensionsverführte das Treffen sehr überlegen; nach der Baue linfer des Mavieres). Die fünstlerischen Stelle, ohne daß es eines neuerlichen Ansuchens bedarf. ficherungsangelegenheiten erteilt der Allgemeine fiel er infolge des rohen Spiels der Tschechen ab, mittler dieses historischen Musterprogrammes 3. Beiratsaussteuer für weib Angestelltenverband, Reichenberg, Schloßgaffe 1, waren Stünstler von Weltruf: Paul Sinde. liche Bersicherte: a) Der Ausstattungsbei- sowie deſſen Geschäftsstellen in Karlsbad, Sauso daß diese öfters vor das Tor des DFC. kamen. mith, der bedeutendste deutsche Neutöner und Mei- trag fann auch jenen weiblichen Versicherten Stadt Berlin"; Bodenbach, Dresdnerstraße 886; Bohemians schlagen Vittoria 4: 2( 2: 0). Der sterbratschift, der die Viola d'amore spielte, ma w- ausgezahlt werden, die vor dem 1. Juli 1928 aus Trautenau, Neumarkt 18/1; Tepliy- Schönau, Meine Wrschowitzer Platz ist schon manchem Verein riss Frank, der ausgezeichnete Telliſt des Amar- der Versicherung ausgetreten sind, wenn sie Eichwalderstraße 39; Brünn, Spinnergasse 11; gum Verhängnis geworden, diesmal mußte ouch Hindemith Cuartettes, der die Biola da Gamba wenigstens 30 Beitragsmonate vor der Ehe- Mähr.- Ostrau, Straße des 28. Oftober 54; Vittoria daran glauben und ist nun aller Hoff. übernommen hatte, und Frl. Li Stadelmann, fchlichung zurückgelegt haben und seit dem Tage Mähr.- Schönberg, Weißmartergaffe 3/ I; Reichen nungen auf die Erringung des Meistertitels lebig eine Pianistin von ebenso fabelhaftem technischen der Eheschließung bis zur Geltendmachung des berg, Wienerstraße 6/ I. getvorben. Die Wrschowitzer zeigten das schönere Können wie vorbildlicher Stilsicherheit, die sich, be- Anspruches die zweijährige Frist nicht abgelaufen und taktisch richtigere Spiel und erst beim Stande gleitend und solistisch, als Meisterin auf dem Cem- ist. Weiblichen Versicherten, die zwischen dem 4: 0 raffte sich Viktoria auf und erzielte zwei Tore. balo produzierte. Letzterer Künstlerin wird man 1. Juli und 31. Dezember 1928 aus der Ver- Proteftfundgebung der Bankangestellten. Beide Durch die Niederlage Viktorias hat Slavia den dankbar sein, wenn sie uns einmal auch Gelegenheit sicherung ausgetreten sind und wenigstens 30 Bankbeamtenorganisationen berufen für heute, Meistertitel sicher in der Tasche. gibt, ihr eminentes pianistisches Können auf einem Beitragsmonate erworben haben, gebührt die Dienstag, auf halb 3 Uhr nachmittags, in den Deutschland schlägt Italien 2: 1( 1: 1). Der neuzeitlichen Taftinstrumente( tlavier) fennen zu Heiratssteuer, wenn sie im Laufe der Jahre 1927 Gartenfaal des Boltshauses( Lidovy Dum) eine fascistische Sport bat Sonntag in Tuvin eine fernen. Die Durchführung der Konzertnummern und 1928 geheiratet haben. Falls diese weiblichen Protestfundgebung der Prager Bankangestellten neuerliche Niederlage hinnehmen müssen. Die durch die genannten drei Musiker war über jedes Versicherten bereits nach dem alten Gesetze die gegen die von der Direktion der Länderbank ein- Edelamateure" Blaschkes haben diese Arbeit be Leb erhaben, technisch und stilistisch; mur im Zu 80 Prozent Prämienrüderstattung erhalten jeitig vorgenommene Regelung der Bezüge ein. sorgt; sie waren aus gleichem Holz! sammenspiel der Viola d'amore und des Cembalo haben, ist diese von der Heiratsaussteuer in Aberwies sich erstere als anglich allzut fräftig, so daß zug zu bringen. Das Gleiche gilt für jene weibdie delikate Cembalostimme meistens verlorgen ging. lichen Besicherten, die am 1. Jänner 1929 bereits -cf. wenigstens 6 Monate versichert waren und für Besuchet den 1 Sonstige Resultate. Budweis: DFC. gegen SK. Urfahr- Ling 5: 3( 1: 2), Slavia Prag gegen Städteteam 5: 0( 2: 0). Brüg: DSK. gegen DEN. Dur 3: 2( 2: 0).- arlsbad: NFK. geg. Sparta 5: 2( 2: 2). Komota u: Teplißer Amateure gegen TK. 6: 1( 1: 1). Saaz: DSV. gegen Sk. Most 3: 0( 1: 0). Teplitz: TFK. tag( 165-1), 7½ Uhr:„ Schwanda, der Swanba, der nach dem 1. Tänner 1929 in die Berſicherung Großpopovitzer Keller gegen Cedie Karlin 4: 2( 2: 1).- Twrn: Hvězda Spielplan des Nenen Deutschen Theaters. die zur Erreichung der Heiratsaussteuer eben Dienstag: Arbeitervorstellung zum 1. Mai, 7% Uhr: falls eine Beitragszeit von insgesamt 30 BeiRheingold". Mittwoch: Gefchloffen. Donners. tragsmonaten( statt 60 Beitragsmona'en für Dudeliadpfeifer". Freitag( 166-2), 7 Uhr: eintretende weibliche Angestellte) genügt. „ Die simpende Venus". Samstag( 167-8), b) Weiblichen Versicherten, die sich in der 7% Uhr: Der Freischüt". Sonntag, 2% Uhr: Beit vom 1. Jänner 1927 bis 31. Dezember 1928 Die Dreigrofchenoper"; 7% 1hr( 168-1): berehelicht haben und die nach dem 1. Jänner „ Geld auf der Straße". Montag( 169-1), 1929 noch in ihrer Beschäftigung sind, gebührt 7 Uhr: Die singende Venus". der Ausstattungsbeitrag, wenn sie den Anspruch Spielplan der Aleinen Bühne. Dienstag, Vant in der zweijährigen Frist nach der Eheschließung geltend machen. beamten: Soeben erschienen". Mittwoch: 4. Ueberalterte: Gemäß§ 187 des Geschlossen. Donnerstag: Dulu". Freitag: Bulu". Samstag:„ Arm wie eine Kirchen. neuen Gefeßes gebührt jenen Angestellten, für maus". Sonntag, 3 1hr:" 3"; 7% Uhr: die, weil sie beim erstmaligen Eintritt in eine ma u 3". Sonntag, 3 1hr:" X3"; 7½ Uhr: pensionsversicherungspflichtige Stellung schon Yvonne". Montag, Bankbeamten:„ ulu". das 55. Lebensjahr überschritten hatten, nur die Arbeitgeberbeiträge abgeführt worden waren, die SANATORIUM ente unter den im Gefeb enthaltenen näheren KLEISCHE- AUSSIG für Nervöse und Erholungsbedürftige 5572 Mast-, Entfeitungs- und alle Diätkuren. Physikalische Hellmethoden. Telephon Aussig Nr. 303. Individuelle Behandlung. Prospekt Der Film. Geschlecht in Feffeln." Bestimmungen. Wegen des Wegfalles der oberen Altersgrenze im neuen Gesetze en fällt nunmehr auch die frühere sogenannte C- und F- Versiche rung für diese überalterten Angestellten. Die BeStimmungen des§ 187 beziehen sich auch auf jene Angestellte, für die nur die Arbeitgeberprämien abgeführt wurden( F- Versicherung), ohne daß die Angestellten selbst den Dienstnehmeranteil freides Hotels Monopol Havličekgasse gegenüber dem Masarykbahnhof. Helenbier direkt vom Faß in Steingefäßen. Gute Hausküche, Mittagessen und Nachtmahl von 5 Kronen aufwärts. --P Täglich Spezialsuppen. Behaglich und rein eingerichtete Räume( Jägerstübl Langer Saal Gambrinuskeller). Täglich Konzert des Kapellmeisters Dobeš. Geöffnet ab 1. Mai 1929. 119 gegen Turner S. 5: 1( 1: 1). Aussig: DFK. gegen Schwalbe Brür 2: 2( 1: 1). Schreden. stein: Sportbrüder gegen VfB. Teplitz 4: 2( 2: 0). Bodenbach: Spvg. gegen BSK. Gablonz 5: 2( 2: 1). Bensen: Sportbrüder Prag gegen Sportbrüder 5: 5( 4: 3).- Gablonz: DSM. gegen Polaban Nimburg 3: 0( 1: 0). Reidy en berg: DFK. gegen RS. 5: 3( 3: 0). Brünn: 3. Bezirk Budapest gegen Mor. Slavia 3: 2( 2: 0). 3lin: TSV. Brünn gegen S. Bafa 1: 8. M. Ostrau: MOSC. gegen S. Slovan 4: 4 ( 0: 3), DEV. Witkowi grgen S. 2: 1( 1: 1). Proßriv: SK. geg. OSN. Preßburg 7: 4( 3: 2). 117 Bolton Wanderers -Preßburg: Ligeti gegen Zwirnfabrik 5: 4 ( 2: 2), Rapid gegen Matlabea 2: 2( 2: 1). Bu dapest: Hungaria gegen Ferencvaros 2: 2( 1: 0), Wien: Ujpest gegen Vienna Wien 4: 3( 1: 1). Rapid gegen Admira 3: 0, FAC. geg. WAE. 4: 1!, Wader gegen Austria 2: 1. Berlin: Norddeutschland gegen Berlin 1: 4( 0: 2). Frant furt: Rambla Juniors Montevideo gegen FSpV. 3: 1( 1: 1). München: 1860 gegen Freibur ger FC. 8: 1. Paris: Frankreich geg. Deutsch Tand 24: 0( 8: 0), Rugby- Länderkampf. die Frau den Mann besuchen dürfen, hätte man sie und der sensiblen, sinnlichen, feinnervigen Frau cine Stunde ohne den lauernden Wärter gelassen! wird zu einer symbolischen englischer Cup- Sieger. Furchtbare Anklage ist dieser Film: Anlage gegen Kampf der Geschlechter. Mary Duncan muß Wembley Stadion vor 93.000 Zuschauern zwischen Episode im ewigen Das Cup Finale, das am Samstag im Londoner einen Strafvollzug, der weit über das Maß der ver- man nach diesem Film zu den großen erotischen den Wanderers und Portsmouth zum Austrag fam, In einer Gesellschaft, die schwierige Probleme hängten Strafe hinaus Menschen peinigt. Menschen Schauspielerinnen des Films zählen. Sie erinnert wurde von den Wanderers mit 2: 0( 0: 0) gewon zugrunde richtet. Der in fluchwürdigem Nichtschen sehr oft an die große Pola Negri und müßte bes Geschlechtslebens am meisten zu lösen wähnt wollen die eigene Natur, das eigene Fleisch zum er sich nun von einem anderen Vorbild, dem der nen, obzwar der Gegner mehr vom Spiele hatte. indem sie es als unmoralisch" erklärt, in einer barmungslosesten Peiniger des Sträflings macht. Gloria Swanson, stärker emanzipieren. Jedenfalls Landhockey. Prag: DESG. gegen Hagibor Filmindustrie, der das Nachtlokal der Inbegriff des Der Regisseur Wilhelm Dieterle hat sich be- vermag sie mehr als irgendeine andere außer den 2: 1( 2: 0). erotischen Lebens ist, gehört schon eine Portion Mu: müht, all diese Qual eindrucksvoll darzustellen; er wenigen Stars in diesem Fache( zu denen neben und Charakter dazu, einen Film wie Geschlecht vermeidet alles, was den Film in den Verdacht brin. Pola Negri und Lya de Putti nach dem„ Mann, Defterreich 3: 2. Die Tschechoslowakei fiegt im Davisenp gegen in Fesseln" au brehen. Das Filmautorenpaar gen könnte, das Thema um der Senſation willen, um ber ladyt vor allem bie Baklanow zu zählen iſt) Sp Die in Wien ausgetragenen Juttle und Klaren bevies schon in" Brima pikanter Szenen willen aufgegriffen zu haben. Auch in einer Bewegung die verhaltene Glut der Sinne tschechoslowakischen Spiele brachten einen glücklichen Sieg der nerliebe", daß es aus einem wichtigen, lebens- als Schauspieler ist Dieterle diesmal gut; besser, aus- anzubeuten, in einem Blid, einem leisen Anschmie war das Doppel das von den Desterreichern nach Mannschaft. Ausschlaggebend nahen Thema einen packenden wirkungsvollen Film drucksvoller allerdings ist Gunnar Tolnae 3, der gen heißes Begehren zu verraten. Der offene, ge- hartem Kampf( 6: 4, 7: 5, 6: 2) verloren wurde. gestalten kann. Diesmal wird das Problem der Ge einen zu Unrecht verfolgten, unglaubhaft edlen Faunde Kraftmensch und Naturbursche Farrell ist Sonntag schlug Matejka( De.) Menzel( Tisch.) 10: 8, schlechtsnot in den Gefängnissen angeschnitten. Ohne brikanten spielt und Mary Johnson, aus deren der richtige Gegenspieler für diese Frau. Wenn die 6: 3, 6: 1, während Nožehh( Tsch.) mit Artens Rompromiß wird es abgehandelt. In der einfachen sparsam- verhaltenem Mienenspiel eine tiefe, große Amerikaner sich zu größerer Freiheit in Liebes-( De.) der schwächste Mann der österreichischen Lebensgefchichte zweier einfacher Menschen rollt es Frauentragödie flagt. In einer Flut von Amüsier- dingen befehren fönnten, wäre aus Filmen wie Mannschaften sich auf. Der Mann begeht im Affett einen Eifer filmen ragt dieser Kampffilm als ein einsamer diesem freilich noch weit mehr zu holen. einen Vierersatz 6: 4, 6: 0 fuchtsmord und wird eingesperrt. Erlebt im Kerker Fels auf. 8:10, 6: 4- austragen mußte. die Hölle der sexuellen Not, die Qualen des gepeinig Die geheime Sieben" ist ein Spionage- Autorennen Rönigfaal- Jilowitscht. Die Sonn ten Geschlechts Macht alle Martern der armen, von film, der kurz vor Kriegsende in Belgien spiel: tag auf dieser Rennstrecke ausgetragene autoiport der Welt abgeschlossenen Menschen durch die sich in und trotz George O'Brien mehr mit äußeren liche Konkurrenz ging diesmal unter starker inter gleichgeschlechtliche Liebe, in Onanie, zur Selbstent Der Strom) Effekten als mit wirklich dramatischen Mitteln nationaler Konkurrenz vomstatten. Im ganzen Neue Fox- Filme. „ Die Sirene"( The River F. R. mannung flüchten. Indes wird die Frau draußen zeigt zunächst einmal die bekannten Vorzüge der arbeitet. Das Mädel( Lois Moran) schwankt wurden 17 Reforde eingestellt und drei nen erzielt. einem andern in die Arme gejagt. Nach Verbüßung Fox- Produktion: gute Photographie, saubere Regie, zwischen Pflicht und Liebe, erfüllt jene und foll Die beste Beit über diese Strecke erzielte v. Stud der Strafe stehen einander zwei zerbrochene Menschen seriöse Fabel. Dieser Film spielt in einer maleri daher den Geliebten verlieren. Im letzten Moment, mit Austro- Daimler, und zwar in 2: 45.8, dami gegenüber, die den Tod suchen. Sie drehen den Gas- fchen Gebirgslandschaft und von den schönen Auf- vor der Mündung der Gewehre, da die Spannung gleichzeitig einen neuen Streckenrekord aufstellend hahn auf, aber das Leben geht weiter, das Gesetz nahmen feien besonders einige Flußbilder hervor- schon nicht mehr übersteigert werden kann, wird der Favorit Caracciolla mit Mercedes- Benz erstraft weiter mit derselben Grausamkeit, es erkennt gehoben. Darüber hinaus ist der Film aber dank das Schicksal im Laufe eingehalten und ein Happy reichte die Beit 2: 49.2. Bei den Motorrädern er das Bedürfnis des Sträflings nach Brot und nach dem Spiel Charles Farrells und Mary Dun- End rettet George O'Brien vor dem Tode, das zielte Stegmann( BMW.) mit 2: 575 die Bestzeit Schlaf an, und es kümmert sich nicht um den stärk cans ein Stunstverk geworden. Eine Allerwelts- Publikum vor den Tränen. Neben dem oben be und Rekord, während Bauhofer( BMW.) diesmal ften, unwiderstehlichsten Naturtrieb. Wie anders hätte liebesgeschichte wird zum packenden Drama und sprochenen Film wirkte dieser schtvach. sich das Schicksal der beiden Menschen gestaltet, hätte das Spiel zwischen dem primitiven Naturburschen fogar unter der alten Rekordseit fuhr. Das Rennen berfolgten gegen 60.000 Buschauer. fr. Dienstag, 30. April 1929. Mittellungen aus dem Publikum. Das Beste tür ihre Augen Gefert Optiker Deutsch, Prag, Palais Koruna. 1882 Sind Sie in Trauer, gnädige Frau? Dann haben Sie weniger denn je Kopf und Zeit darauf, für Ihre Trauer- Kleidung erst lange den Stoff aus zusuchen, hierauf beim Schneider zu proben u. dgl. In unserer altrenommierten Trauer- Abteilung faufen Sie, gnädige Frau, Ihre komplette TrauerGarderobe( Mantel oder Kostüm, Kleid, eventuell Belz) fertig ab Lager innerhalb einer Stunde! 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Mai 1929, um 10 Uhr für Stommunalwirtschaft und Kommunalpoliit, der Vergnügungssucht und Bequemlichkeit" zurückzufüh eine Reihe von Monographien deutscher ist. sei darauf hingewiesen, daß Maifeier 1929. vormittags in Prag II., Zitna( Ede Sokolstädte und Landschaften herausgegeben hat, unter die geringe Kinderzahl heutzutage außer in den sta) Aufstellung aller Genossen und Genos, finnen zur gemeinsamen Wai- Feier. Um % 11 Uhr Abmarsch des Demonstrationszuges über den Wenzelsplak zur Gemeinsamen Kundgebung auf der Schügeninfel ein und dasselbe Stüd auch gestärkt als Gesellschaftsfragen getragen werden kann. Es wäre überflüssig, die Vorteile eines solchen Kragens ausführlich zu Für unsere Partei spricht Gen. Hugo Gehorsam schildern, die ja an der Hand liegen. Ganz besonders muß jodoch der Umstand betont werden, daß er ,, Unitas" Stragen sehr billig ist, was gewiß nicht uit* Am Nachmittag des 1. Mai terſchäßt weren darf. 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Telegraphen direktion mit Erlaß Nr. 127 451/ VII/ 27 am 14. a 1997 bemiffio. weirdig. nimmt, indem er nun eine Reihe sudetendeutscher wirtschaftlichen Verhältnissen vor allem in dem Städte und ihre kommunalen Leistungen in aus Streben nach höherer Kultur der arbeitenden führlichen Darstellungen würdigt. Der erste Band Klasse ihre Ursache hat. Immerhin kann festgestellt behandelt die Stadt Reichenberg und ist in sechs werden, daß das Buch inhaltlich und drucktechnisch ele gegliedert: Das Werden der Stadt, die Ge- eine schöne Leiſtung ist. Vorträge. st. Die jüdische Jugend und der Sozialismus. meinde, Kultur, Wirtschaft, Fürsorge, Verkehr, so daß man einen umfassenden Ueberblick über die Metropole Nordböhmens erhält. Ganz ausgezeichnete Illustrationen beleben das Werk, dem weite Ver breitung zu wünschen ist. 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Heere der Arbeit schreiten Kämpfer für Menschenrecht Brause, Du Sturmfang des Morgens, Neber der Zukunft Geschlecht! empor. fie es heute machen, tvenn fie alte Schlöffer, die[ Amfein feierten Hochzeit. In solchen Mächten Unb befreit schreitet auch der Gedanke, wie bon Höhen bliden, in Zuchthäuser verwandeln: zwischen barten, peitschenden Stürmen und ein rüftiger, wundererfüllter Mainanderer gegen Vor allem den Ausgud sperren, mit Mauer weichem, leifem, fchtver und fremd duftendem Sonnenaufgang. Die Wahrheit ist keine starte steinen berrammeln und Eisenstäbe vorlegen, Frühlingswehen, da gingen wohl seltsam Tafel, fein alter ausgegrabener Ziegelstem mit damit der Mai nicht einbricht und der Häftling leuchtende Sterne auf, die winkten, als wollten fremden mystischen Schriftzeichen, die von berlachend ins Freie entführt wird. fie neue Wege weifen ins verschüttete, bergessene schütteten Kulturen reben. Die Maiwahrheit Fleißig bauten Sie am Sungertum der Maireich. Und Männer standen auf und rechneten treibt und blüht und reift ins Unendliche, in Menschheit. Hundert Klafter wuchs er unter die und prüften und dachten und bald war es ihnen evig junger Entfaltung sich neu formend, über Erde. Ein paar Wächter faßen draußen und flar: dort drüben, ganz in der Nähe, herrscht Fertum und Dunkel hinaus, an den Sternen spähten grimmig, die anderen waren drinnen der Mai. eingesperrt. Dort fieberten fie im Hungertvahn Da riefen fie laut, daß es wie ein Kampfruf sinn, verstümmelten einander mit eigenen hallte: Sommt, lasset uns eine Erpedition riften, Händen, riffen die Herzen aus den Leibern und um den Mai zu entdecken. Der Ruf hallte und fillten die tolle Gier mit der eflen Nahrung. Sie wuchs im Hallen und wirkte wachsend. schrien und weinten und tobten und zertrüm merten die gemarterten Schädel an den Mauern. land und nicht durch einen Stuchenberg frist man Freilich. Das Maireich ist fein Schlaraffen In den Zudungen ihrer Qual vollzog sich der sich hindurch ins Land der faul schlemmmenden Streislauf ihres Lebens. Sie wußten nichts vom Bäuche. Mai, ben fie niemals fahen. Die Erde trieb uma Sonst ihre Blüten. Das nannten sie: Segen der einen tiefen, langen Tunnel gilt es durch das Ein wildes Felsgemäuer versperrt es und Arbeit! Oder te zogen Striche über die Erde. Und Gestein zu schlagen. Aber was timmert uns die der Strich besaß unheimliche Gewalt. Sinks ühial, wissen wir doch, daß mit dem legten wurden die Menschen ganz anders als rechts. Hammerschlag der Mai in unsere Finsternis Sie sprachen anders und man sagte ihnen auch, fluten wird! Unsere Frömmigkeit aber tiebt nicht an vermoderten Zeichen und Bildern, fie quillt, jeden neuen Morgen wiedergeborent, in der jauchzenden, innigen Andacht der Maienschönheit, die nicht enden will: o bröckelt der Fels, die Wand wird licht, Bald schlägt der leste, zersprengende Schlag Wir graben in Nacht, wir hämmern in Bein Das Maienreich bäche Die Frühlingsbäche. Jugendlich mächtige Helden, wir Frühlings( Aus dem Sübflawischen übersetzt von J. Veselic.) daß sie ganz verschieden fühlen müßten. Von Zeit So arbeiten wir Tag für Tag, gebeugten Mächtig find wir- Frühlingsbäche. zu Zeit drängten sie wie besessen über den Rüdens und doch voll stolzer, starter Soffnung. herrscht, dunkler, finsterer Winter, wo der Frost Wir sind dort geboren, wo der Winter Teufelsstrich und mordeten sich. Die Erde blutete Der Hammer pocht unablässig. Rote Fadeln furchtbar anzieht, wo eifiger Wind wütend heuli. und die Felder waren mit Menschenfeßen befäst. leuchten unserer Arbeit. Das Krachen stürzenden Und der Mai entfloh, toeinend. Das nannten Gesteins ist der Stundenschlag unserer Erlösung. Simmel, die Mutter der rohe Schnee. Und Unser Vater ist die heitere Sonne am te: Siebe zum Baterland! Am ersten Maientag alljährlich aber ruhen mir Ober fe trieben grausame Gedankenjagd. die Hämmer, die Rüden reden sich empor, die Brotest gegen die eisige Gewalt. Aus den Bergen eilen wir durch noch dunt Wo der Mai in einem rustigen Hirn flügelweites, düsteren Augen werden hell und in den Seelen lere Schlüchte; eilend räumen wir alles, was uns tühnes Denten entfeimen ließ, da kamen die schyvillt es empor. Die Felswand aber, die der den Weg versperrt, Mist und Fäulnis: wir verSäscher und erstachen mit glühenden Nadeln das Arbeit noch widerstand, wird durchsichtig wie ein nichten die Schwachen und diejenigen, die vor fröhliche, freie Sinnen und Gestalten. Dann Fenster. Es öffnet sich weit und nur ein feiner, Alter zittern. legten sie die Sirne on feste, wound reibende geheimnisvoller Schleier scheint noch das Mais Retten, bis sie fiech und mürbe wurden und gar reich an verhüllen. Bolle Garben streut das Licht nicht mehr dachten. Das nannten fte: Das Be in diese unterirdische Welt und das Gestein fenntnis zu eviger, göttlicher Wahrheit. Wir kämpfen gegen die Grenzen und Schei fcheint sich in ein blühendes Gefilde zu wandeln. Dent; wie die Wilden stürzen wir uns in des Das schlimmste aber war doch, daß sie den Berrlich leicht wird es allen nniden Armen, in Feindes Gehäuse: wir tragen die Winterver Mai fo schmutzig verleumdeten. Das sei Sünde den Furchen der Gesichter glimmt eine fühne peftung aus dem Gesichte der Erde und Frevel, frech zu blühen, in Farben und Seiterfeit und alle Häupter find golden um Je größer der Widerstand, je mächtiger der Düften finnlich zu schwelgen. Wie schlimm diese leuchtet. Tanzfreude erfüllt die Männer und Feind, um so größeren Schlag versehen wir ihnt, niedrige Fleischeslust, daß sie begehren, wie die Frauen, die Burschen und Mädchen, die Kinder um fo größer die Straft in unserer Brust. Bienen um rote Blüten zu summen! Steinigt haschen fich und lachen und fingen das alte das Lachen, taiteit die Sonne und schleppt den Kinderlied vom Mai, der gekommen. Mai zum Galgen. Schönheit und Freude ist Satanstrug. Erst wenn der Leib modert, darf er im ewigen Moi brünftig schwärmen. Infonder Die Zeiten starben und die Menschenheit wenn ihr arm jeid und tief geboren, dann geschlechter verkamen und sie wurden des Maiiemt es euch, in härenem Getvande Frende, nicht gewahr. Ueber die Welt rankten sich Straft und Schönheit zu dörren. So erit werdet Pfirsichblüiten, im Winde raunte die Sehnsucht ihr würdig ewiger Glüdseligkeit, wenn ihr das und die Verheißung unendlicher Wunder und die Mailaster in ench abgetötet, das überdies nur in Vögel wurden nicht müde, im Wairegen unter der Arbeit stört und den giftigen Neid schürt der mild leuchtenden Sonne die Maibotschaft wider die, welche besigen und schmarozen. Das immer aufs neue zu verkünden. nannten sie: Frömmigkeit. Schreite, mein Bolf, Wein erwachhtes, Ruhmvoll zur heiligen Tat. Dein ist der sonnige Morgen Ind Dein der stolzeste Tag. Erna aberzetti. Mai. Bon Kurt Eisner. Die Menschen aber hatten besseres zu tun als zu hören, zu fühlen und sich zu freuen. Nur bisweilen, wann sich heiße Jugend zueinander fand, wurde der Mai liebreich in die Stammer geladen. Auch ein paar Boeten vernahmen den jeligen Selang und setzten ihn in irdische Weisen. Sonst aber trieb man allerlei weisere Hantierung. Wan liebte es, die Fenster zu vermauern, so wie Wo gehört du hin?! Die Zeiten starben und die Menschen geschlechter verkamen und das Reich des Ma war verloren. Von allen Landkarten war es gestrichen. Man erzählte von ihm wie von einem Gespensterland, das sündige und törtchte Einbildung geschaffen. Blöglich aber dringt ein gewaltiger Chor, viel hunderttausend timmig aus der Tiefe empor eine Weise, die hämmert, ein Lied, das marschiert, ein Rhythmus, der Felsen sprengt. Sie fingen, daß die Arbeit, die welt. erbauende, nicht mehr durch den gemeinen Zwed geschändet werden soll, nur die Notdurft zu sättigen und die Blöße zu decken. Ein Reich des Mai graben und hämmern wir. Unfer Weg gleicht dem ewigen Sturm; fterben soll der, der sich unserer Heftigkeit nicht unterwirft; faleln soll der, der unfere Macht nicht anerfennt Trete hervor, du Gegner! rufen wir den in den Schluchten verstedten Mächten der Finsterttis. Wir fingen dem Feindesgehäuse in den Engpälsen. Wunderschön rauscht der Gesang des Stämpfers- fein Siegesfang! Wir fräftigen die ohnmächtigen Bräute, mit Gesang gießen wir ihnen Mut in die Herzen: mit Wufit tragen wir Frende in die traurigen Seelen. Nicht mehr lassen wir uns einfertern auf einem engen Farbenfled, der von unseren Kein Gott herrscht über unsern Siegesgang. Peinigern uns als Baterland angewiesen ist. In uns selbst ist die göttliche Straft. während die andere Welt als Feind" geschmäht Kampf, der ewige Kampf ist unsere Leund gesperrt wird. Der Völkermai meitet sich bensaufgabe. Hinter uns schreiten Schaffens uns als Vaterland; die neue Heimai hat feine mächte; aus der Erde leimen die Silien der Grenzen, ihre Fahne ist Frende, ihr Wappen Schönheit, und durch die Luft bläst der Wind Trotzdem grünten in jedem Jahr wieder Straft und ihre Farbe ist Freiheit Matreich, der Freiheit. die Wiesen, die Kirschbäume schneiten und die Maivaterland! In der Stadt hat sie wieder den Ferdi angelernt in der Stadt drinnen und möcht halt und ungezwungen; Ferdi, der gerad um die Ecke getroffen, ein paar Male nur, bei Stonzerten im gern einheiraten ins Geschäft. Die Eltern sind biegi, fann' noch hören. Freien, wo man auch ohne Geld als Zaungast sehr dafür, immer mehr Geld möchten sie haben. So muß es wohl sein denn Ferdi dreht Eine Maigeschichte von Hedda Wagner. ein biß! zuhorchen kann; denn die Pauline hat und der Ferdl ist ganz einverstanden. Und drum sich mit einem Rud nochmals um und ruft:„ Ich Sie waren Nachbarskinder gevejen, die zwei Musit so gern, denkt noch oft daran, wie hübsch hat er in angeheiterter Laune, als man ihn im mein, die Paulin wird doch mit mir fahren!" Buben und das kleine Mädel, zuerst gute Freunde der Konrad als Bub hat singen und pfeifen Gasthaus genedt hat, was es denn mit ihm und im Spiel und Ernst, erst im Heranivachsen sich der fönnen. Der Ferdl denkt weniger an den Konrad der Pauline sei und ob sie beim Bürgerfränzchen Der erste Mai ist da und macht seinent Unterschiede bewußt werdend, die zwischen dem als sie um ihn hat er nur ganz flüchtig seine Tanzpartnerin sein werde, brutal lachend Namen als Fest- und Freudentag alle Ghve. reichen Staufmannssöhnchen und den beiden gefragt aber um sie ist er recht beflissen ge- hervorgestoßen:„ Baßt's mi aus mit dem Alles blüht, alles duftet, und die Vögel haben Arbeiterfindern bestanden; und dann war, je wesen. Sie merkt es, daß sie ihm gefallen hat... Schneidermadl!" wieder einmal einen Tag, an dem sie die weiter das Leben vorrückte, die Nachbarskinder- und kaum ist sie ein halbes Jahr daheim, so In solch einem fleinen Ort erfährt eins Menschen, so laut und so schön sie es nur fönnten. freundschaft eingeschlafen und sie waren gang taucht auch der Ferdl wieder auf, der junge vom andern alles, ob es will oder nicht, ob es zur Frende auffordern. langsam auseinandergelommen. Ihr Dasein ver- Herr", wie er von den väterlichen Angestellten gut ist oder nicht. Aber diesmal war's doch gut, Vor Paulines Tür hält morgens wirklich lief ja auch viel zu verschieden! Der Ferdi: geheißen wird. Und das Leben in dem kleinen daß Ferdls Worte zu Pauline getragen wurden; das Auto; Ferdi steigt aus, und im Vorhaus Handelsschule in der Hauptstadt, damit er einmal Drt mit seinen engen Gassent bringt die drei als er später wieder einmal seine Einladungen trifft er mit der festlich gekleideten Freundin zu später dem väterlichen Geschäft richtig vorstehen seindergefährten wieder und wieder zusammen. zum Stadtfahren wiederholt, sagt sie aurerst gar sammen. Also, das ist brav! Ich hab's ja könne, das freilich fast von selber lief und eine Ferdi und Konrad machen aber nicht viel nichts- dann schaut sie ihn mit einem hellen, gewußt" frohlodte er. Jest fomm mur schnell. Goldgrube war; vorerst aber amüsiert man jidh, mitjammen. Konrad hat nicht viel Zeit übrig, fpöttischen Blid an und meint: Aber geh Und als Angab aufs Fahrgeld" und er will denn wozu wäre man ein schneidiger Bursche. nach der Arbeit heißt es, sich weiterbilden, tätig wär das denn für so ein Schneidermadi net viel das Mädchen an sich ziehen Man ist er, man hat was.... sein in der Partei und der Ferdi nennt ihn Ehr?" und läßt den jungen Herrn stehn..... Aber Pauline läßt ihn nicht nahe fontmen. Der Konrad: Lehrjahre in der Fabrit, all mit spöttischem Achselzucken einen Roten"- Aber der Widerstand reizt ihn nur; und in Ganz ernst und fühl schüttelt sie den blonden mähliches Aufrücken zum tüchtigen Metall- Pauline verweist ihnt das mit ein paar auf der letzten Aprilwoche fommt er ganz großfpurig Kopf. Nein, Ferdi, ich fahr nicht mit div. Du arbeiter; dazwischen Reifen des jungen Geistes richtigen Worten. Und der Ferd! schaut sie groß einmal zu Paulines Vater und ladet die bast es mir nicht umsonst vorgehalten, ich sollt in der Schule der Organisation, ein Vertraut an und pfeift zwischen den Zähnen. Freundin zu einer Autopartie ein am ersten mir's nicht zu lang überlegen, wohin ich ge werden mit der ernsten und doch so schönen Der Fasching ist da. Ferdi möchte gern Mai, weil da die Bäume gar so schön blühen. höre... Wenn ich noch gezweifelt hab- jetzt Lebensauffassung des Sozialismus. Und daß es einmal Pauline zum Tanz führen oder ins Und der alte müde Mann möchte fo gern dem weiß ich's. Ich geh heut mit Konrad Mai feiern. an Ernst nicht fehle, ist eine Mutter da, die Kino. Er hat schon zu ihr davon gesprochen; und Sind eine Freude gönnen und schaut die Tochter Wir Arbeiterleut alle in einem Zug, so wie wir tränkelt, und Bruder und Schwester, denen man mit der Arglosigkeit der Jugend, die so gern ermunternd an, die näht aber weiter und sagt zusammengehören. Du bleib bei Deinen tüchtig unter die Arme greifen muß, wenn man froh sein möchte, freut sie sich darauf. Aber ganz furz zu Ferdl:„ Ich werd mir's über- paßt dann für alle Teile besser. Fahr doch deine ivarum sie zu dem Zived mit Ferdl in die Haupt- legen." Braut aus... Nir für ungut!"- Und sie der Aelteste ist. Und die Bauline, das zierliche, blonde stadt des Landes fahren soll, ficht fie nicht ein. Ueberleg dir's net g'lang, wohin du gehörst, fchlüpft an dem Zornigen, der ganz steif dasteht, Persönchen, die als Schulmädel schon so geschite Den Vater so lange allein lassen? Und das viele Pauline", sagt im Fortgehen unter der Haustür vorbei, vors Haus hinaus, an dem proßig auf Finger hatte, wenn es galt, der uralten Puppe Geld, das es loftet! Ist doch hier auch ein Stino. der Ferdi halb schmeichelnd, halb hochmasig. Da lackierten Auto vorbei und da kommt schon mit einem neuen Gewandi ein hübscheres Aus- und eine Tanzgelegenheit wird sich auch finden. tommt gerad der Konrad dahergegangen, recht- Stonrad. Sie reichen sich die Hand- blicken sich seben zu geben sie ist in die Stadt gekommen, Meinst nicht, Ferdl?" fragt sie den Freund; schaffen müde von harter Tagesarbeit und doch lächelnd in die Augen... Lehrmädchen bei einer Schneiderin gewesen, hat aber der schüttelt den Stopf. Unsinn!" sagt er frohgemut, denn er und die Genossen planen ,, Wo g'hörst hin amt ersten Mai?" fragt leise allerlei mit ihren flaven Augen von der Welt etwas unfreundlich. Wegen die paar Fevent heuer eine besonders schöne Maifeier und haben Konrad, und warme Freude ist in seinen Zügen. gesehen, hat auch nachdenken gelernt- und ist ich zahle ja. Und dein Alter der wird doch gerade darüber beraten. Und nun will er und Bauline ſicht ihn feit au. zu dir zu fest, faum daß sie Gehilfin geworden, wieder auch einmal ein' Tag ohne dich auskommen Pauline dazu einladen. Die Kinderfreundin zur allen denen, die Arbeitsmenschen sind Die Gesinnungsgenoffin zu machen, nicht bloß durch anderen sollen Auto foren von mir aus wir heim, um dem alten Vater, der von einer färg- tönnen." lichen Pension sein Leben fristet, zur Seite zu Aber weil Pauline nicht zusagt, gehen sie liebe Erinnerung mit ihr verbunden sein, sondern zwei gehen im Zug mitfammen, maaft?" stehen. Und geschneidert wird ja im Industrie- verstimmt auseinander. Ein paar Tage darauf durch gemeinsames Jdeal, gemeinfames Arbeiten Und sie schließen sich den anderen an, die städtchen auch und so wird die Pauline sich erfährt Pauline, daß bei Ferdis Eltern eine für gleiches Ziel wie schön denkt er sich das! sayon bereitstehen, treu in Freundschaft vereint, ichan fortbringen, hofft sie. reiche Bauerstochter zu Besuch ist; die hat Kochen und so bringt er seine Einladung vor, ganz offen fund in gleichem Empfinden schlagen ihre Herzen - und ist der erste Mai. stattete Eltern, ble ber Der Broletarier an sein Kind: tertiefte Beschäftigung fällt gefang: Gruppe ber Gribachſenen faßen, einen Befuch as Unler Fall wird Bei den rauchenden Staminen, ivo in heißer Arbeitsnot Effe neben Effe loht, bei den freischenden Maschinen, denen meine Hände dienen, ban', mein Liebling, ich dein Brot, Aus den Rädern, aus den Riemen, ms der Glut, die mich umspeit. schaffe ich dir Brot und Kleid, feiner fall mich darum rühmen, jebe Arbeit soll mir ziemen, wenn dafür mein Kind gedeiht! Schau', ich schlafe unbekümmert, wenn dein Mäulchen, frisch und Klein, plauderfroh mich fann erfreu'n, aber wenn es hungrig wimmert, ift mir Glüd und Ruh zertrümmert, dann will ich dein Streiter fein!" R. Schneter. Blöglich geht ein Kind im Zuge Zuge.. Bon Trude E. Schnis. Wer weiß, was Sonne ist? größer Tein als tommt. Aber ehe das Kind am Bitter ist, flat- und berichtete die Neuigkeit:„ Ellen ist auch da." der von Rom und Karthago." tert schon roter Widerschein über den grünen So." Die Mutter fonnte der Mitteilung durchLord Esher, der während fünfzig Jahren Rasen, und draußen zieht es vorbei, Männer aus teine Wichtigkeit beimessen, da sie natür und Frauen, ein fingendes, von flammend roten lich keine Ahnung hatte, welche Ellen auch da und bis in den Weltkrieg hinein in der engli Fahnen überkröntes Heer. Ganz zulegt Rinder, war. Dann spielt nur schön." Aber als sie er- fchen Bolitik eine große Rolle gespielt hat, er Mädchen mit roten, dünnen Papierkränzchen im fuhr, daß Ellen fein Brot mitgehabt hatte, wollte zählte im Manchester Guardian" das folgende Haar, Knaben, die fleine rote Fahnen schwingen. fie das arme Rind sehen, um ihm doch etwas Erlebnis aus früher Jugendzeit: Jch entfinne mich an die Zeit, da ich als Und plötzlich geht ein Rind mehr im Zuge, au effen zu geben. festlich weiß gefleidet. Warum war die Miß ge Ellen lernte gerade von einem Jungen, wie Jüngling mit den Söhnen und Nichten des ruirade im Hause? Warum suchte sie ihre Schuß man pfeifen kann, wenn man zwei Finger in schen Kanzlers Fürst Sortschat off zufam befohlene denn an allen möglichen Orten und den Mund stedt. Die Fünfjährige zeigte schmen am Ufer bes Genferfees aß. Wir hatter kam doch nicht auf den Gedanken, daß ein großes, fehr gelehrig. Da holte fic Grete:" Du kriegst über Mommsen und Gibbon diskutiert. Eizer von uns hatte bemerkt, daß auf jeden Fall fröhliches Heer von Arbeiterkindern ein scheues, einen Bonbon von meiner Mutter." Das war verwöhntes Herrschaftstind mit sich locken fann? auch sehr verlodend, und Ellen verschob die Ver- unsere europäische Sivilisation vor jedem neber Niemand hält den Zug auf, Niemand ver- vollkommnung ihrer Pfeiftechnik auf später und fall der Barbarei gesichert fei. Da meinte ber alte Gortschaloff, der stillschweigend unseren mutet das Kind hier. Die Kleine marschiert ging mit. Gespräch zugehört hatte: Glaubt doch das nicht! Der Uebertvinder unserer Zivilisation wird bas Proletariat sein, und unser Fall wird größer ein als ber von Rom und Babylon." mehren!" Sie weiß nicht, was man unter dem Wort versteht. Aber sie hat ihm schon einen Sinn ge " Achtung " - hier Berlin! -Ueber eine Straße bes Westens länft ein Affe. Ein Affe, wie ihn arme Beurte umb Rinder in Bor. tapfer mit, stintmt in den Gesang ein, dessen Nein, diese Ellen hatte Gretes Mutter nicht Worte sie nicht versteht und die sie daher durch erwartet. Sie begriff nur langfam, wie sie in willkürliche Silben ersetzt. Nur ein Wort, das oft den festlichen Proletarierzug hineingekommen wiederkehrt, fängt sie ein, und es wird ihr war. Dann beriet sie sich mit ihrem Mann. Er schließlich der Text zu allen Liedern. würde sich also gleich mit ellen aufmachen und Senoffen", singt sie, Genossen, Geno- hoff fie nach Hause bringen. Da gab es bittere Tra nen. Es ist hier so schön, und alle find so lieb."" Das Kind wollte durchaus nicht fort. Man fand einen Ausweg. Der Mann telegeben. Dieses Marschieren in der Sonne, rechts phonierte von einem nicht allzu fernen Gasthaus. orten, schmerzigen Höfen, mit Drehorgelmurfit zu und links die Sände von ernsthaften Kinder- Ellen fei mitgelaufen Mai feiern. Erst im Walde chen kriegen. Dann hängt er aber an der Seite, fäuften gepact, diese Fülle lachender Gefichter, hätte man sie entdeckt. Das Auto folle man nicht und der Mann, der ihn hält, läßt ihn Kunststüde das feftliche Rot des Fahnenmeers in der Luft, fchiden, hier sei man durchaus abseits von der machen. Er steht umenblich lächerlich aus, weil ihn alles das fingt sie in das Wort„ Genossen", bin- Straße, und der Weg fei nicht gut zu beschreiber Mann wie einen Menschen gekleidet hat. ein. Und damit hat die Kleine es doch eigentlich ben. Laufen könne das Kind auch nicht, es sei Der da im Westen über die Straße läuft, fichi schon richtig begriffen. müde. In einer halben Stunde fämen aber umeblich traurig aus weil er eigentlich ein Kremser, die ganze Gesellschaft abzuholen. Da Mensch ist, den aber ein Mann gleich dem Affen käme dann Ellen mit. im Armeleutehof gefleibet bat. Eim Boy, ein Page. Das Mingt gut. Aber noch viel besser gefällt es dem Auge. Flinke Körper, die fich für einen rithren, umb die in nichts mehr daran mahnen, daß fe zu dem eigenen faulen Fleisch Brüder find. Noth mehr: Das Wimberwerf der Schöpfung ist eine persönlichkeitslose, vienenbe Maschine. Eine farben. prächtige Reflame. Es ist herlich, als Kind unter Kindern zu fein, die alle fröhlich sind, von denen fich teins Ellen mußte also notgedrungen noch blei ben und durfte schließlich im feftlich geschmüdten Kremser heimfahren. An der Sammelstelle löste fich der Zug auf. Ellen war eingefchlafen. Der Gärtner nahm das Rind auf den Arm. Nur die armen Leute, die in engen, grauen, fchmutzigen Straßen wohnen, und die den Som mer am fichersten daran erkennen, daß fie in ungebeigten Stuben nicht mehr frieren. Der Reiche hat Wärme, wo und wann er e begehrt. Er fann sich die Jahreszeit wün ben, in der er leben will. Der Winter in den höchsten Alpengipfeln verschiebt jeben Beweint, weil es eine Sache haben will, die ein griff, ben man gemeinhin mit Sommer und anderes in den Sänden hält, es ist herrlich, einWinter verbindet. Die Sonne, die lächelnde fach dazusein, ohne immer durch die spipe lalte blanke Himmelsscheibe, glänzt über dem sommer Stimme der Miß daran erinnert zu werden. lichen Schnee wie über der winterlichen BlütenDie fleine Ordnerin, das fechzehnjährige peacht als selbstverständlicher Reisekomfort, von Fabrikmädel, spricht so gut und fanft, als lebe bem man ebensowenig besonders Notiz nimmt te immer in solchen heiterem Rinderkreise und wie von dem fließenden falten und warmen fäße nicht täglich acht Stunden im grellen eletWaffer in den Hotelzimmern. trischen Licht am Fabrittisch, um Eiseneden nach Aber der Arme, der selten die lebenspen- Größe und Qualität zu fortieren. Sie ist lun- die bende Wärme dieses Gestirns spürt, jubelt ihm genfrant und wird nicht sehr alt werden. Aber entgegen, macht ihm Stomplimente, jagt: Siebe icht haben die Sonne und die frohe Aufregung bergißt sie sicher nicht. Sann sein, daß sie fpater inniger noch an die Saltner" im Tiroler Burg ein leichtes Rot auf ihr Geficht gezaubert, und ie fieht gesund und schön aus. Die Kleine ohne ranz im Saar ist ihr schon aufgefallen, und ba foren habe, brachte sie ihm einen anderen. DaSie glaubte, daß das sind seinen Festschmud verfür liebte die Kleine sie, und sie hätte fie gewiß jogar umarmt, wenn man ihr nicht schon längst beigebracht hätte, daß folche Gefühls äußerungen für ein wohlerzogenes Kind durchaus unstatthaft sind. Sonne", wenn er fie begrüßt. Arme Beute, die an einem Sonntag, an einem feltenen Feiertag zu ihr gehen, un es mit glänzenden, gludvollen Besichtern, feiertäglich in Schritt und Haltung. Das feltene Wunder Sonne macht die armen, Betleeren Arbeitsmaschinen zu frohen, erlebnis reichen Menschen. die Genossen, Geno- nos- fen" fang fie im Traum und sah sehr glüdlich aus. Der Gärtner lächelte seiner Frau zu, fleine Grete an der Sand führte: Wer weiß, vielleicht wird sie! Unser Feft einmal auch im Alltag zu uns fommt." Maitas. begnadet heut mit Seherblid, um in das Land Sei uns gegrüßt, du junger Tag, der uns der Zukunft zu schauen. Gleich wie das Taggestirn aus Wolfen und Nebeln steigt, fieghaft in strahlender Pracht, tut eine sich auf in der Dämmerung Schatten Insel der Gludseligkeit. An des Friedens herrlichen Gestaden spendet Arbeit ihr befeligend Glüd, von Knechtschaft nicht entweiht. Und frei darf dort der Geist sich heben, von jeder Schranke unbeschwert. Im Zentrum steht ein Mann, behängt mit Pelzen. Ein Eskimo. In der Rechten hat er einen Stab mit einer Anbindignmg@ tafel. Also ein Serofb, Von der Pelampe flattern Fuchsschwänze. Er er an Schulbilber germanischer Beerführer, grafenamte, d. f. Weinbergshüter zur Traubenreife. Ein Kind erschreckt. Aber dessen schredbares Aus. fchen ist irgenbeinem Bergtafel Ribezahl abge laufcht, um ihn lachenbe Natur, an die er sich an. lehnt. Der Mann im Sentram maß sich seine in Bärenfelle gehüllten Beine für ein paar HungerAm 1. Mai zieht so eine große Schar fest grofchen in den Leib stehen. Von morgens bis glich gestimmter durch die Stadt, hinaus ins abends in Sonne und Regen. Damtt man lesen Freie. Schon im Villenvorort sagt man der kann, daß man dort und dort Pege gut einmottet Man ist draußen". Im Wald zwischen den Sonne Guten Tag". Die Schritte Klappten im fröhlichen Rhythmus auf dem autoblanten Stieferftämmen. Die Kinder paden aus, Brot, und Nerz und Persianer am besten lauft Tausenbe Asphalt, Söpfe reden sich in die Söhe, Augen, und hie und da auch einen Apfel, und fangen an sichen an ihm vorbet. Ein Dußenb blidt ihm ins vom Arbeitsstaub und von grellen Schein fünst zu essen. Antlig und sicht die Schweißperlen in dem blassen lichen Licht entzündet, bliden wieder flar und Nein, die Kleine hat nichts mit. Die OrdGeficht und ein Paar müde Augen, die ein wenig hell. nerin fragt, ob die Eltern im Zuge seien. Nein, beschämt in die warme Frühlingomme Blinzeln. In einem Garten, der mit sorgfältig ge- sicher nicht. Sie heißt Ellen und wohnt dort Land der Freiheit, so schaun wir dich. Und um ihn, aufragend in den blauen Hinumel, die pflegten Blumenbeeten und gelben Stieswegen hinten.-Das schafft ihr aber alles noch nichts Groß- Konfektion. felbaufrieden baliegt, ist ein fleines Mädchen be- zu essen. Ein Kind begrüßt fie und will mit ihr nus auf die Menschenliebe und sentt sich tief in Und ein Selingen tönt herüber ein Sym- gevaltige Schöpfung der Zwei Mädchen, zei darrdhaus hübsche, lebensschäftigt, aus vieredigen, papierbeklebten Würteilen. Doch da hat sie schon etwas von der Ord- unsere Brust, allen Saber daraus bannend. Uns frohe Mädchen in blauen Kerichosen und blauen feln ein Bild zusamemnzuseyen. Es hat das nerin bekommen. Margarinebrot mit Notwurst Spiel von seiner englischen Kinderpflegerin be- und einem halben Apfel. In dem Küchenzettel, 3 Brüdern, Schwestern wandeln. Engumschlun- Jadetts mit Epißenrüschen umb Jabots à la fri kommen, der fromnien Tochter eines Selten- den der Hausarzt für sie aufgestellt hat, stebt gen stehn wir Millionen, tauschen mild den Bru- berians Reg. neber die Schiltern aber schnüren predigers, die trotz ihrer weißen Tracht immer zwar nichts von Margarine und Rotwurst, und berfuß. Banner flattern dir entgegen- Sym- fich ordinäre Beberriemen, an denen schwere Holzbol des Herzblutes, das dir gehört. fo einherschreitet, als umbülle fie die Nebel- und der Apfel ist wohl auch nicht von vorschrifts Regenatmosphäre ihrer Seimat. Das Kind liebt mäßiger Qualität. Aber der lange Marsch hat fie nicht, und es liebt auch das Spiel nicht, das Sunger gebracht, und alles schmedt wundervoll. von ihr stammt und das in 6 verschiedenen Bil- Die fleine Bekannte ist die Tochter vom dern einen Schußengel bei seiner Tagesarbeit Gärtner, die eigentlich gar nicht da sein sollte. zeigt. Aber in diesen Bildern sind die Farb- Denn für die Villa wurde ein verheirateter, Land des Friedens, wir grüßen dich! platten beim Drnd ungenau übereinander finderloser Gärtner- Portier gesucht. Aber nach Und fällt auch mit des Tages Nüste der Vorgeschoben worden, und der Schußengel hat das zwei Jahren war der verheiratete Gärtner- Por hang wieder zu, dein Bild bleibt uns im Herzen durch jedesmal ein seltsam verbissenes, grim tier nicht mehr finderlos. Man gestand ihm stehen, uns zum Vorwärtsstürmen spornend. miges Geficht bekommen. Die Kleine findet, daß schließlich, da er ein tüchtiger Arbeiter war, die Und türmen riesengroß sich Sindernisse und er in feinem weißen Stleide eine erstaunliche eine Tochter zu, warnte ihn aber vor weiteren willst du schwer errungen sein, weil Edles nicht flachen sie Amerika und schon stellen sich zwei Aehnlichkeit mit ihrer Miß hat, und bei dem Uebertretungen, die unweigerlich seine Entlas- wohlfeil am Wege liegt, wir sind bereit zu jedem mene Mädel, mit blinkenden Augen, sehnsüchtig nad Tangweiligen Zusammenstellen der Klößchen er- fung zur Folge haben würde. Es blieb also bei Opfer und schwören heut: den zierlichen Rolologewändern hinschauend, als füllt fie regelmäßig eine vergnügte Schaden der einen, die Grete hieß und für die Herrschaft" Land der Sehnsucht, bald sollst du unser sein! Reflameberkäuferinnen ein frende über so vollkommene Häßlichkeit. nach Möglichkeit unsichtbar gehalten wurde. Vom Werden der Internationale und vom Leben und Sterben ihres Komponisten. Der Männer wetterharte Stampfgestalten feuchten. Der Frauen müde, graue Angesichter indhold verjüngt und herrlich schön in der Begeisterung Glut. Anna Dig. Listen hängen: Kaugummi Kaugummi!" ist der morotone Raf. Bor Stunden noch standen sie vor bem Spiegel im improvifierten Umkleideraum des Raugummilagers. Drehten unb amerikanischen wenbeten sich in dem zierlichen Ballastim, das die Firm spendiert hatte. Bis der Bauchladen kam. und die Straße mitt feixenben Menschen. Abends schleudern die beiden Mädchen die Meiderfeyzen vom Leib, schlüpfen aufarmend in Nach einer Woche ihre armseligen Fähnchen. Mar Bernardi. ,, Wacht auf, Verdammte dieser Degenter, das Gedicht, las es, las es noch ein Langjam, als ob er buchstabieren müsse, las Erlöser Tod. Ifalls schon halb vermodert, einer der in Frank Als in Lille Typhusepidemie ausbrach, war reich üblichen Berlenkränze. Das war alles. Sier mal und Erde..."! fummte eine Melodie. Zum Worte auch Degenter unter den diefer Strankheit ver- lag der Komponist der Internationale, des Liehatte sich bereits der Ton, zum Vers der Rhyth- dächtig Erklärten, die sich täglich zur militär- des, dessen Klang gerade jest in der Stunde des mus gesellt, der ergreifende und aufrüttelnde ärztlichen Untersuchung zu stellen hatten. Eines Friedens die Welt durchjauchzte wie noch me! Rhythmus der Internationale. Die Nacht Tages erschien Degenter nicht, und auch am fol- Heute liegt das Jrdische Degehters unter Werktags stand Adolf Degeyter am Am brachte die letzte Vollendung. Als Bergot andern genden Tage blieb der schon mit Berhaftung ve einer würdigeren Dede. Auf dem Liller Südboh. In der Arbeitsverbundenheit eines Viller Tags wiederkam, sang und spielte ihm Degeyter drohte aus. Der Stomponist der Internationale friedhof beschatten zwei Tannen einen Stein, der Eisenwerks wuchs die Sehnsucht nach Erlösung die fertige Internationale vor." Ein schöneres hatte seinem Leben durch Erhängen ein Ende be- in Worten mit den eingemeißelten ersten Noten aus der Alltagsfron, die ihn, den von Natur Zied ist mir noch nie gelungen!", mußte er dazu reitet. Das war am 15. Feber 1916. der Internationale davon Kenntnis gibt, daß musikalisch Hochbegabten, das Lied komponieren es mit einem Freundeskreis im Parteilokal, und gesetzt. Die ihm das Geleit zum Grabe geben geyter wird nimmer vergessen werden. gestehen. Schon am nächsten Sonntag fang er An einem Donnerstag wurde Degeyter bei- hier der Komponist der roten Hymne ruht. De ließ, welches heute das Lied des Proletariats ge- furze Zeit darauf brachte es a 2yre des Tra worden ist! vailleurs", einer der Arbeitergesangvereine Lil les, in einem Stonzert zum öffentlichen, stürmisch bejubelten Vortrage. Von da aus unternahm die Internationale ihren unaufhaltsamen Siegeszug in die Weit, während Degenter, ihr Komponist... Bom Unglück verfolgt. wollten, wurden von den deutschen Truppen auf Befehl von oben daran gehindert. Es wäre eine Demonstration daraus geworden. Eine Gedenkfeier. ...., am 15. Feber 1928, 3wölf Jahre, nachdem sein Herz zu schlagen aufgehört hat, wir Das wiedergefundene Grab. die sozialistische Stadt Lille und die gesamte ina Ungepflegt und ungeschmückt lag nun De- ternationale Arbeiterschaft ihres Toten gedenken. gehters Grab da, Kriegsgrab unter Kriegegrä- Bum Südfriedhof der roten Hauptstadt Nordbern. Als der Krieg zu Ende war, hielt ea der frankreichs wird sich ein Zug formen, von dem Wie die Internationale geboren wurde. mögen sich schon viele vergebens gefragt haben. Aus dem Réveil du Nord", der bekannten Viller Linkszeitung, die auch Degeyter täglich las, erfährt man nun, wie unser Lied entstand. Zuerst war das Gedicht Pottiers, Debout ! s damnés de la terre", des in einer soziali- Degeyter glaubte, endlich eine Gefährtinichige Bürgermeister von Lille, Roger Salenaro, man selbst in dem boch an starte Demonstratio stischen Zeitschrift erschien. Gleich vielen, die es fürs Leben gefunden zu haben. Er vecheiratete Bartei der Arbeiterschaft diente, für eine femer lens gewöhnten Lille noch lange erzählen wird. der damals noch als Sekretär der Sozialistischen nen des sozialistischen Kampf- und Kulturwillasen, war auch Delory, ein. früherer Bürger- sich. Ein kurzes Glück. Seine Frau wurde krant, meister der Stadt Lille, davon begeistert. Sein fiechte dahin, starb. Seine Mutter starh. Wo- ersten Pflichten, das Grab Degeyters aufzu Aus Belgies, aus der Schweiz, aus Deutschland, Freund Bergot wußte ihm auf die Frage hin sollte der Einsame? Er ging ins Wirtshaus. fuchen. aus Desterreich, aus dem unterdrüdten Italien nach einem Menschen, der imstande wäre, diese Er ersäufte seinen Summer. Die Liste der auf dem Südfriedhofe Bei- und all den anderen Ländern Europas wird die Worte zu vertonen, endlich Antwort: Wenn 1914 kam der Krieg und mit ihm tamen die gesetzten gab Auskunft: Arbeiterschaft bei der Gedenkfeier durch Delega irgendeiner es fertig bringt, ist es der Genosse Deutschen. Lille wurde besetzt. Degenter, der Degenter, Adolphe, 57 Jahre, tionen vertreten sein, und über dem Grabe DeDegeyter!" den Anforderungen seines Berufes nicht mehr Abteilung 18, 6. Meihe, 13. Störper. gehters wird sein Lied, das wie fein anderes in Noch am gleichen Abend erhielt Degeyter, genügen fonnte, war seit einiger Zeit bei der An der bezeichneten Stelle stand ein mer- gleicher Zeit ein Sang von Millionen geworden der mit seiner Mutter ein paar Zimmer in der Verwaltung der städtischen Wafferwerke auf dem sches Holzkreuz und auf einem daron festgenagel-, von neuem seine Zauberkraft ausüben: An Rue de Balenciennes bewohnte, Bejuch. Bergot Rathaus beschäftigt und hatte nun preußischen ten Stüd Stupferblech, von der Witterung schon die Herzen der arbeitenden Menschen da zu rühbrachte den Text der Internationale zu ihrem Offizieren zu gehorchen. Zähneknirschend ertrug fast unlesbar gemacht: Adolphe Degeyter. Auf rent, wo sie sich miteinander eins fühlen. Komponisten. dem Hügel, noch von der Beerdigung her, ebener fic. Dr. S. Sion. Frührot am 1. Mai. ,, Die Tragödie von Chicago.' Der erste Mai! tapitän ift anderer Meinung. Wozu ift die Polizei da, wenn sie nicht zeigen kann, daß sie nötig ift? ,, Verfanemlung fofort auseinandergehen!" Wir standen an stampfenden Maschinen, ben langen Tag. Unsere Sände brennen, und in Aus ber Geschichte des Kampfes um den 1. Mai. den Wimpern schlummert schwarzer Ruß. Knar Am Beginn der internationalen Maifeierbe-| ch to a b, sprachen in unzähligen Versammlun3wvei Rotten Policemen rüden im Geschwind rende Tore fallen hinter uns zu. Wir sind frei, wegung steht die Forderung des achtstündigen. Es gab keine andere Frage mehr als die schritt beran. Die Versammlung ist erlaubt, fie frei! Sonnenstrahlen tasten mild an unseren gen Arbeitstages. Der welterobernde Weg allen gemeinſame: Kleidern. Sie verachten nicht den Arbeitsstaub. des Ersten Mai" hat diese Forderung hineinge ist friedlich, Sapitän!" gibt Fielden zurüd. Ein Benn abends über die schweigenden schwarzen tragen in die Maffen des internationalen Prolefritischer, unheimlicher Augenblid. Berge filberrein das Mondlicht flutet, verstummt tariats. das Surren in unseren Ohren, und mit den 40.000 Arbeiter in Chicago, 360.000 in allen Da ertön ein scharfer, ohrenbetäubender weißen Nebeln finkt der Tag ins Tal hinunter. nationale Arbeitertongreß am Tage der Arbeit nieder. Nie hatten die amerikanischen Ra- Todesschreie erfüllen die Luft. Sofort sett von Ms vor nunmehr vierzig Jahren der Inter- Staaten der Union legten an diesem Tage die Senall. Fenster irren, Steine fliegen unther, Am 1. Mai flammt Frührot auf! Dann Jahrhundertfeier des Bastillensturms zu Paris pitalherren derartiges erlebt, nie erwartet. Ihre allen Seiten knatterndes Feuer ein. Einige Mischleichen wir nicht durchs fahle Dämmern zur zusammentrat, lag ihm ein Antrag vor, als Beit- Wut tannte keine Grenzen. Revolution gegen die muten lang, dann stehen auf dem Heumarkt nur brohend getürmten Fabrik. Wir schreiten im punkt der geplanten großen internationalen Ma- Macht des Dollars? Die Macht des Staates, die noch Policemen. Der Boden ist bedeckt mit Toten barten Takte des Arbeiterheeres mit unter roten nifestation den 1. Mai au wählen. Warum ihre war, stand hinter ihnen, und Verletzten. Sieben Polizisten und vier ArbeiBannern erwachender Menschheit. den 1. Mai? In dem Antrag wurde darauf ter find getötet, über hundert Arbeiter und Poli Mochten die Streifenden fehen, wie sie lebten isten schwer getroffen. Brennt deine schwielige Hand, Bruder hingewiesen, daß der amerikanische Arbel- oder starben. König Dollar regiert, und StreitMensch, noch nicht in der meinen? Entzündet ter und eine Aktion für den Achtstunden- brecher finden sich; denn noch war der Sunger der Stadt. Was war geschehen? tag am 1. Mai 1890 plane. Würde man diesen Lähmendes Entsepen jagt durch die Straßen beit wund? Brach dir die Fabrik die Flügel, tionale wählen, so wäre damit der amerikanischen Streifbrecher, geschützt von den gemieteten berüchwischen die Bolizei geschleudert. Ob ein Eine unbekannte Sand hatte eine Bombe und nahm sie dir die Kraft zu freiem Menschen- Achtſtundenbewegung eine moralische Unterstüt- tigten Binterton Detektiven, bie zung in gewaltigem Ausmaß gesichert. Früchte ihres Rampfes und ihrer Aufopferung vocateur"" die Bombe gefchleudert hatte, um eine Anarchist Rache" üben, ob gar ein agent pro Handhabe gegen die Arbeiter zu schaffen, ist nie tum? Thr aber, junge Kameraden der Arbeit, Diese geschichtliche Verbindung muben? werdet euch zusammen scharen. Eure hellen der Idee eines internationalen proletarischen Am 3. Mai haben die Holzarbeiter eine Ber- mals ermittelt worden... Für die Polizei, Presse, Stimmen geben unserm Kampfliede metallenen Rampf- und Feiertages, die sammlung. Hunderte von ihnen liegen schon seit öffentliche Meinung" war der Täter selbstver Klang. Wenn alle Arbeitsbrüder eure Begeiste-& rantreich stanemt, mit dem aus der amerung und euren Mut haben, muß der morsche titanischen Arbeiterbewegung ber- Februar auf der Straße. Mister Cornid, Herr ständlich ein Anarchist, war das„ Stomplott" teine Weltbau erzittern und zusammenstürzen. Milſtändlichen Datum des 1. mai, ruft eine Erin lionen Hände drängen zur Arbeit. Ein neues nerung wach. Eine Erinnerung an die„ Tragö Saus entsteht. Ueber dem starken Fundament der die bon Chicago". Arbeit erhebt sich der lichte Neberbau, jedem weit geöffnet, der wertschaffende Arbeit leistet... einer riesigen Nähmaschinenfabrik weigerie ihnen Frage. Alle Führer der Arbeiter, die im Borderbar, Frauen und Kinder barben, bungern, gehen wurden verhaftet, alle Arbeiterzeitungen verboten, jeden Penny Lohnerhöhung. Das Elend ist furcht- grund der ganzen Aktionen gestanden hatten, zugrunde. Cornids.... Nähmaschinenfabrik... alle Vereinigungen aufgelöst. arbeitet mit Streitbrechern. Dort verlassen fie die Die im Solde des Kapitals stehende Breffe Uneinheitlich und widerspruchsvoll ist das Fabriktore! Feierabend....! Diese Ehrlosen ar- hepte ohne Maß, malte dem aufgescheuchten Bür Wir wollen ja arbeiten! Jedes Stüd Bild der jungen amerikanischen Arbei- beiten, wir hungern! The Spieß, der in der Ver- ger die Schrecniffe der„ blutigen, sozialen Revo Brot sei ehrlich verdient! Nur Sklaven der Ar- terbewegung in den 70er und 80er Jahren fammlung der Streikenden foricht, zur Mäßigung lution" so lange aus, bis die Saat reif war. beit wollen wir niemals werden. Die Spann- des vorigen Jahrhunderts. Tausende politische mahnen fann, find Streifende und Streifbrecher Am 21. Juni 1886 begann der zweite Akt traft zur Arbeit kommt aus der Freude am Flüchtlinge aus dem alten Europa hatten die aneinander geraten. Steine fliegen, die ErbitteSchaffen. Diese Spannkraft dürfen wir nic ver- dee des modernen Sozialismus in die neue rung ist groß: ba vaffelt schnell herbeitelephonierte der Tragödie von Chicago": Der Prozeß ge lieren. Unter den Symbolen einer neuen fozia Welt" getragen. Der bunten Fülle einer unge- Polizei beran. Ein Patrouillenwagen, noch einer, gen die a cht angeklagten Arbeiterfüh len Ordnung, die nur erkämpft und nicht ge- flärten sozialistischen Gedankenwelt enttouche eine zwei. Fünfundsiebenzig zu Fuß. Mit Steinwürfen rer. Anstiftung zum Mord!" lautete die schenkt wird, fällt auf das dunkle Los des Pro- radikale, revolutionär- sozialistische Gruppe, deren werden fie empfangen mit Bleifugeln antwor- Auflage. Man wollte jene Männer, die es gewagt letariers ber helle Schein der Hoffnung. Oft Programm Jdeen Proudhons und Marten sie. Männer, Frauen, Kinder sinken zu- hatten, dem Untier Dollar- Profit ein paar Ar beitsstunden zu entreißen, verurteilen und ste angftigt uns das rasende Rad der Zeit, die ner- gens zu einem Anarchismus eigener Brä- fanmen. wurden verurteilt. Vergebens wiesen fünf der böse Ünraft des Tages. Am 1. Mai feiern wir gung vermengte. Johannes Moft& agitato Grenzenlos ist die Erbitterung. Spieß und Angeklagten nach, daß fie überhaupt nicht in der eine schöne Stunde. E in mal an unserm Welt- rische Straft schürte diese anarchistischen Finken, Barson schreiben unter dem erschütternden Versammlung waren. Nichts nütte es ihnen, daß felertag wollen auch wir teilhaben an der die in dem Arbeiterelend der großen, 1824 begin Eindruck des Geschehenen in fliegender Saft man keine Spur von Schuld" nachzuweisen ver Freude, die Sinn unseres Lebens ist, wollen Zeit nenden Krise des hemmungslos emporschießenden einen Aufruf an die Chicagoer Arbeiterschaft mochte. Eine Jury, deren Voreingenommenheit unb Andacht haben für die Großartigkeit der amerikanischen Kapitalismus bald in hellen das berühmte Rachesirtular". Fünftau gerichtsnotorisch) war, verurteilte nach 49tägigem Ratur, für unsere Rinder und die tiefen Gloden Flammen emporzüngelten. fend Exemplare in deutscher und englischer Prozeß fieben der acht Angeklagten zum m unseren Herzen. Sprache werden in den Straßen verteilt. Tode durch den Strang... Am 1. Mai flammt Frührot auf! Wir benken nicht der starren Retten, die uns an die Arbeit schmieden. Unsere Arme streben jubelnd auf zum Himmel, daß auch wir ein Teil der schaffenden, lebendigen Kräfte sind, die Leben in die Starre werfen. Troßiger Stolz erfüllt die Brust, daß durch unseren Willen die Räder der Fabriken für einen Tag still stehen. Wir sind ja mehr als stumme Hebel im großen Räder werle, die fich mechanisch einschalten lassen. Wir find Menschen, Menschen! In Chicago waren Not und Erbitterung zehntausender verelendeter Arbeitsloser besonders groß. Die anarchistischen Apostel der Gewalt fanden stets wachsende Anhängerschaft. Immer näher rüdte der 1. Mai des Jahres 1886. Am Abend des nächsten Tages ift der eu Der Oberste Gerichtshof stimmte zu. In den markt" in Chicago gedrängt voller Menschen. Sänden des Gouverneurs von Illinois lag die Arbeiter, die gegen den Mord an ihren Brüdern Macht, die Vollstrechung des Mordurteils zu vere protestieren wollen. Spieß spricht zuerst. Scharf, hindern. Zwei der Verurteilten, Schwab und leidenschaftlich, anklagend. Doch alles bleibt ruhig. Fielden werden auf Grund eines eingereichten Parson steigt auf den Wagen. Spricht aus Schreibens, begnadigt". Einer, 2ouis Bingg. Dieser Tag war vom Verband der Gewerk- führlich über den Achtſtunden tag, über begeht Selbstmord. August Spieß, schafts- und Arbeitervereine der Vereinigten Rapital und Arbeit. Nuhig, mit Sta- Adolf Fitcher, Georg Engelbrei Staaten als ampftag für den Acht- tiſtiken. Die Bersammlung iſt bald beendet, Deutsche- und Albert Parsons wurden stundentag bestimmt. Woche um Woche stieg iſt fo ordentlich, so zahm verlaufen, daß der Bür- am 11. November 1887 gehängt. Mit Mut die Erregung, Tag um Tag nahm die Bewegung germeister den Polizeikapitän benachrichtigt: und Stolz. bis zum letzten Augenblid ihrer Ueber Ueber uns flingt die Sense der Zeit. Doch an Ausdehmung und Entschiedenheit zu. Ein es all right! Geben Sie den Polizeire- zeugung tren, gingen fie in den Tod. In die nur die schwachen Salme zittern. Bolt der Ar- Verband zur Erringung des Achtstundentages" ferven den Befehl, heimzugehen." Morgenfrühe hinaus rief August Spieß: Die Zeit wird kommen, wo unser Schweigen beit, wage zu wachsen und die Hand zu ergreifen, wurde gegründet. Tausende von Arbeitern traten Es ist zehn Uhr abends. Es beginnt zu regim Grabe beredter sein wird als unser Wort!" die man Schicksal nennt! Wenn rings noch Neden Gewerkschaften bei. Satten die Anarchisten bel die Täler verhüllen, hebe du aus den Armen zunächst dieser Attion ablehnend gegenüber gestanden, so unterstüßten sie nunmehr die immer größeren Umfang annehmende Bewegung mit ganzer Hingabe. Ihre Führer, glänzende, beliebte Redner, wie Spieß. Fielden, Barfon 8, der Nacht die Sonne! Hans Heinrich Strätner. Aufwärts! nen. Parson hat keine Rede beendet. Die Ver- Es war der letzte Aft der„ Tragödie von Chicago", sammlung geht auseinander. Nur wenige Sun- die mit blutigen Lettern in die Geschichte des er dert noch stehen um einen Wagen, von dem aus sten Mai, in die Geschichte des Achtst un de na Fielden spricht. tags eingeschrieben ist. Alles in Ordnung! Mister Ward. PolizeiW. K. gespanntester Aufmerksamkeit am Munde des fluchend, die ihn mit so geringer Schulbildung Staffe lag ein Paket Kriegsanleihe: das war die Redners, der in großen Strichen die europäische aufwachsen ließ. Reiner jedoch geht ohne das Situation, die unsere Genossen vorfanden. Bür Politik und die Nämpfe der Arbeiterffaffe fiz beglidende Gefühl nach Hause, neues Rüstzeug gerliche Wirtschaft unkontrolliert durch Arbei Aleine Episoden aus der Arbeiter- ziert. Verständnis, inneres Miterleben spricht für den Kampf um die große Sache erworben tervertreter hatte die Gemeinde an den Rand aus den Mienen der Männer und Frauen. Sobe zu haben. Vierzig Pioniere des Sozialismus des Zusammenbruches gebracht. Mit frischer bewegung. politische Reife, erarbeitet in jahrzehntelanger fämpfen, neu gekräftigt und gestärkt, im Böhmer- Straft griffen unsere Genossen unter der Führung Selbst- und Kollektivschulung und Funktionär- wald. Es geht aufwärts! des Vorstehers in die Speichen. In wenigen tätigkeit, erprobt in heißen Rämpfen, lagert über Jahren war der Narren aus dem Dreck. Dann Eine norbböhmische Industriestadt. Himmelragende Schlote kennzeichnen sie weithin sichtbar als eine Stätte der Arbeit. Der ganzen Tagung. Als dann später einzelne In einem nordwestböhmischen Arbeiter- ging es ans Aufbauen. Ein neues GemeindeIndustrielles und kommerzielles Leben pulst Delegierte sprechen, ist man überrascht über die städtchen. Unser Vertrauensmann ist ein quali baus mit schöner Stanzlei und Wohnungen erdurch die schmalen Straßen. Senapp am Zentrum thugen Worte, über die geistige Rebendigkeit und fizierter Arbeiter, ein Werkmeister. Jede er- stand aus einem alten Schafstall. Ein alter der Stadt stelyt, streng und rein in der Linie, über den Willen zum Aufstieg, der aus ihnen übrigte Krone, die der Lebensunterhalt nicht Traum. die Schaffung einer Wasserleitung. das Volkshaus. Seinen weiten, schönen Saal flingt. Einst tagten die Vertrauensleute der verschlingt, wandert in die Buchhandlung. In nähert sich der Erfüllung. Ordnung ist überall. und die mächtigen Galerien füllen hunderte Arbeiter, gehetzt und verfolgt, in düsteren Wirts- feiner bescheidenen Mietswohnuna ſteht eine Der rote Vorsteher führt die Gemeinde, geſtützt Arbeiter und Arbeiterinnen. Zur Märzfeier find ſtuben oder Hinterzimmern. Seute vermögen halbe Wand füllend, ein dreiteiliger Bücher auf eine gute Fraktion und zwei ausgezeichnete sie versammelt. Der Chor die Warschawjanka die größten Säle faum die Hunderttöpfige Menge fchrant. Meit sicherem Instinkt sind hier von Parteiorganisationen, mit Gefchid und Plugheit ist verklungen. Ein Harfentrio fenbet nun der Delegierten zu faffen. Weit war der Weg, einem literarisch Ungefchuften in jahrelanger durch alle Fährnisse. Die Gegner fönnen ihm flagenbe und jubelnde Töne in den Naum. Acht aber er führte aufwärts! Sammlerarbeit wertvolle Geistesschäße zusammen- nicht ankommen, die Landbündler geben es fast Humbert Proletarier, tagsüber gekettet an Magetragen. Da steht die lange Reihe der inter- auf, zu opponieren, der Herr Fabrikant ärgeri schine und Schreibtisch. Waschküche und Laden Eine Parteischule im Böhmerwaldkreis. nationalen Bibliothek, da ragen die Werke der sich grün und gelb, aber ändern fann er die pult, lauschen in stiller Andacht und Ergriffen- Serostratische Spaltungsarbeit hatte eine junge, Klassiker des wissenschaftlichen wissenschaftlichen Sozialismus. Dinge nicht und vom ehemaligen Tertilarbeiter heit. Maistergültige Ruhe, die jedem Konzert- hoffnungsvolle, aber nur wenig verwurzelte Be Louchtende Namen: Marr und Engels, Kautsky muß er manche Belehrung einsteden. Selbst die jaal der Großstadt Ehre machte, zeugt von erfolg reicher Erziehung zur Kunst. Nach den Worten wegung zerschlagen, die vorhandenen Trümmer und Bauer. Da reibt sich Buch an Buch, wert Kommunisten kommen trop Gift und Geifer nich des Redners folgt der Weberfilm. Wie da die mühsam ist der Aufbau. Die wirtschaftliche Not lekture, alte Autoren mit den schmiden Bänden Zahl der sozialdemokratischen Stimmen. Es neht des Redners folgt der Weberfilm. Wie da die mit bolſchenvistischem Ungeist erfüllt. Unendlich volle Dichtungen wechseln mit matter Unterhalts- vom Fled. Aber von Wahl zu Wahl wächst die Antvefenden mitgehen! Spontane Ausrufe ent- der Holzenechte, Landarbeiter und Saisonarbeiter, der Buchgomeinschaften. Stapel von Zeitschriften aufwärts! fchlüpfen ihnen, in gar manchem Auge glänzt die ungünstige geographische Lage macht die liegen auf dem Schranke. Und der eifrige Büchereine Träne und als das Dreißigerlied kommi, anderswo schon selbstverständliche Bildungsarbeit freund, der in dem von der Kultur schier unbe- Es geht vorwärts und aufwärts. Das zeigt schier unmöglich. Der Entschluß. eine viertägige rührten Städtchen an den Abendſhunden stille uns die Betrachtung unserer Bewegung in ihrer Der Beobachter aber, der in der Ecke steht, Parteischule im Internat abzuhalten, erscheint viesprache mit den großen Geistern hält, freut Gesamtheit wie in wichtigen Teilen. Das zeigt zieht Vergleiche zwischen den Proletariern von als großes Wagnis. Ueberraschend der Erfolg! sich wie ein Schneekönig, daß es ihm gelungen uns aber auch die Betrachtung der einzelnen Areinft und jenen von heute. Ihrer ohnmächtigen Vierzig Genoffen waren gekommen. Holzhauer iſt, fünf neue Bezieher für die Büchergilde zu beiter und der Vertrauen männer, die die TräSurpörung blieb nur der Senüppel. Dem organi- und Landarbeiter aus den dunklen Wäldern, werben. Bücher kommen unter die Arbeiter, und ger der Bewerang find. Der sozialistische Ref fierten, zielbewußten Kampfe der vom Sozialis- Arbeiter aus den Papierfabriken. Einer ist das Bücher sind geistiges Brot. Vom Proletarier, rent, der an 40 Sonntagen im Jahr im ganzen mus erfüllten Masse, der sozialistischer Erzie- bei, dem hat seine Organisation 70 Seronen mit der, noch faft Analphabet, kaum feinen Hunger Bande herumfährt und an Sizungen und Nonhungsarbeit dankt es die Arbeiterschaft, daß sie gegeben, um seine Auslagen zu decken. 50 Stronen stillen konnte und den geringen Bohn im Wirts- ferenzen, an Versammlungen und Kursen teilzuheute Künstlern lauscht und Feiern begeht, wie brauchte er auf die Fahrt... Zwei sind darunter, haus vertvank, zum modernen, geiftesgeschulten nehmen Gelegenheit hat, macht viele folche Erlebfie nur noch die Sieger der Zukunft feiern kön- bie noch nie ein Stino gesehen haben... Aber Klaſſenkämpfer iſt ein weiter Weg. Daß er von niffe, wie sie in den vorstehenden Ausschnitten nen. Es ist ein weiter, dornenvoller Weg, der alle sind eifrig bei der Sache. Es ist rührend, vielen aus unseren Reihen schon befchritten gezeigt werden. Deutlicher 1. als aus Wählerzurückgelegt wurde. Aber er führte aufwärts! zu sehen, wie fie mit lobigen Fingern, denen wurde, sagt uns: es geht aufwärts. ziffern geht aus ihnen das Tempo der inneren das Führen des Bleistiftes mehr Schwierigkeiten Entwicklung unferer Arbeiterbewegung hervor. In einer halb ländlichen, halb industriellen Es ist unverkennbar: es geht aufwärts Ein anderer Saal. Nicht zu Fest und Feier macht, als das Schwingen der Art, in ihr Büch find die Anwesenden in diesem hellen, stim- lein schreiben. Voll orthographischer Fehler sind Gemeinde wirkt der Genosse Vorsteher. Im auf allen Gebieten, im Einzelnen mmungsvollen Raum verfammelt. fordern zu ihre Worte. Aber heiß ist das Bennühen, das Jahre 1919 vertauschte er den Webstuhl mit dem wie in der Masse. Und dieses Bewußtsein ernster Beratung. Westböhmische Kreiskonferenz. Borgetragene zu erfassen. Und mancher greift Schreibtisch in der Gemeindekanzlei. Trostlos ftimmt uns freudig und hoffnungsvoll und er360 Delegierte, 100 Gäfte. Giner fam nach sich nach dem Unterricht an seinen heißen Stopf, sah es da aus. Beispiellofe Schlamperei herrschte füllt uns mit der Gewißheit unseres endlichen fiebenständiger Eisenbahnfahrt. Alle hängen in vielleicht zum ersten Mal die Gesellschaft ver- jüberall, Schulden über Schulden, in der leeren Sieges. Ernst Paul. da ist schier fein Salten mehr. * „ Karl Mary, fein Leben Sein Wert." und Ingetüm. Wer jaget hinterbrein mit wildem Ungestüm? Ein schwarzer Kerl aus Trier. ein wahrhaft Er gehet, hüpiet nicht, er springte auf den Baden Und rafet voller ut, und gleich als wollte er packen Das weite Himmelszelt und zu der Erde ziehn, Streckt er die Arme sein weit in die Lüfte hin. Als wenn ihn bei dem Schoof zehntausend Teufel fagten. Marxismus" auch heute nicht länders doch bedeutungsvoll, nicht nur für den hängster Arbeiterinnen nicht gelang, ging er in feine überflüssig" oder gar alters fozialistischen Akademiker, sondern auch für die Werkstätte mehr, sondern lief schnurstrads sunt Bolle fchwa ch" un„ Langweilig", wie de sozialistischen Arbeiter, weil ihm viel neues Ma- antt, um sich mit dem Firmainhaber telephonis man meint: im Gegenteil, ein stetig ferial zugrunde liegt, das der Verfasser durch die zu verbinden und Weisungen einzuholen. Der Hof brausender Jugendkraft". sich erneuernder lebendiger Quell ihm zur Benügung überlassenen Arbeiten des zeigte ein wunderliches Bild für einen Fabriksho Mostaner Marr Engels Instituts und die For Es waren da lauter Menschen im Sonntagsstaat. Un Wenn es auch für uns unbestritten ist, daß schungen Rjazanovs in ausgezeichneter Weise verhalb neun Uhr vormittags wurde von dem Aus. für den Sozialisten die wertvollste Quelle, um werten fonnte. Darum sollte mindestens keine schusse der Ortsgruppe ein Kriegsvat in einer Werk daraus zu schöpfen, Fran; Mehrings Ge Arbeiterbibliothek verjäumen, das Werk Vorstätte einberufen, welcher sich mit der Situation be schichte der deutschen Sozialdemo länders ihrem Bücherstand einzuverleiben.. tratie ist und bleibt, so ist das Werk Vor-' Erinnerung an eine Maifeier. Bon Hans Reichel. W. N. Als Friedrich Engels in einem parodistischen Epos diese Verse schrieb, war er 22 Jahre alt, Karl Mary, dem sie galten, 24 Jahre. Es war einige Jahre, bevor die beiden jenen idealen Freundschaftsbund schlossen. der eine Gemein schaft fürs Leben wurde und der die Lebensgestal Im Jahre 1911 fand in einem kleinen Indu- Niemand soll sich ausziehen; int vollen Staate soll inng von Karl Mary entfechidend beeinflußte. Ob triestädtchen Schlesiens im April eine Versamm jeder bei den Maschinen stehen und so wenig wie wohl jinger und einer wohlhabenden Familie iung der Textilarbeiter statt, welche auf der Tages möglich arbeiten. Es wird schon von seiten des Unter entstammend, kam Engels, wohl von Jugendein ordnung Stellungnahme zur Maifeier" hatte. Su nehmers etwas unternommen werden und wir wer drüden und von seinen Einbliden in das furcht dieser Bersammlung war and der Zokaivertrauens- den dann unser weiteres Verhalten bestimmen. Dieser bare Elend der englischen Arbeiter getrieben, mann der sozialdemokratischen Partei geladen. In Beschluß, welchen mehr als zweihundert Arbeiter und früher zum Sozialismus als Karl Marr. Er welcher Form soll der erste Mai gefeiert werden, Arbeiterinnen faßten, kam auch nicht zur Kenntnis kannte Mary nur dem Rufe nach, den dieser als nachdem der Unternehmer auf das Schreiben der der Seffentlichkeit. Der Direktor ging noch am VorMitglied einer Gruppe von Intellektuellen genoß, Ortsgruppe, in welchem die Freigabe des 1. Ma tag mit hocherhobenem Kopf durch die Arbeitssäle, die einen extremen philosophischen Radikalismus gefordert wurde, in zynischer Weise mitteilte, daß um zu zeigen, daß die vermalebeiten Roten ihren vflegten, aber wie die Verse beweisen, erkannte er den 1. Mai frei gebe, wenn es die anderen Unter 1. Mai nicht feiern können. Engels schon damals in Marr den leidenschaft nehmer im Orte auch tun. Zum Schlusse bemerkte Ulm 6.45 Uhr früh war schon ein bewegtes veSichen Kämpfer, der er bis zu seinem Lebens- er, daß er nicht abgeneigt sei nachmittags um 5 Ubr, ben im Arbeiterheim. Ordner verteilten zote Relten. ende verblieb. Er war leidenschaftlich ebenso als also eine Stunde früher, frei zu geben; damals be Alles kam im Sonntagsstaat angerückt. Junge Mäd Gelehrter, wie als Politiker und Stämpfer und trug die Arbeitszeit sehn Stunden und endete um chen mit großen Hüten wie Wagenräder, welche danur dieser„ Besessenheit" fonnte ein so gewalti6 Uhr abends. mals in Mode waren, alte abgehärmte Arbeiterinnen ges Lebenswert gelingen, wie es Karl Marx als Ein Sturm der Entrüstung brach los. Da steht mit ihren Schopfhütchen, mit einen riesigen Blumen geistiges Vermächtnis der Arbeiterklasse hinter ein alter Genosse auf, welcher schon seit den acht- buquett darauf, viele Fräcke sah man bei jungen ließ, der in allen Ländern der Marxismus" siger Jahren der Partei angehörte und verlangte, Chemännern. Lachende Gesichter, fampfentschlossen Richtschnur ihres Sandeins geworden ist. Die daß der 1. Mai gefeiert werden müsse, mag kommen glänzten die Augen, so daß die Funktionäre ihre Sozialdemokratie hat im richtigen Verständnis was will. Ein anderer Genosse erklärte sich auch helle Freude hatten. Fünf Minuten vor 7 Uhr früh dieses geistige Vermächtnis von Starl Marr nicht für die 1. Maifeier und zwar durch Arbeitsrube, sezte sich der Zug, zwei und zwei geordnet, in Be als ein ſtarres Glaubensgebäude aufgefaßt, aber aber er stellte die Anfrage, ob auch alle Arbeiter wegung und marschierte in die Fabrik. Hunderte von eben weil sie seinen Gedanken und seinen Theo- und Arbeiterinnen damit einverstanden seien, wenn Arbeitern und Arbeiterinnen der anderen Betriebe rien nur" methodischen Charakter beimaß und wir wieder wegen der Waifeier ausgesperrt werden, sowie Bürgerliche säumten von beiden Seiten die auf Grund der neugewonnenen Erfahrungent fort wie es die Jahre vorher schon zweimal geschah. Zur Straßen, durch welche marschiert wurde, alle mit zuentwickeln bestrebt war, ist der„ Warrismus" Ehre unserer Arbeiterinnen muß es gejagt werden, fragenden Augen, was denn eigentlich geschehen sei. heute lebendiger denn je. es waren die Genossinnen, welche schon Aus den Reihen der zusehenden Arbeiter hörten Für die bürgerliche Welt ist der„ Marxis eine Reihe von Streits durchgekämpft hatten, weiche wir oft den Ausruf: Ja, die halten zusammen, die mus", oder doch das, was sie darunter versteht, einmütig forderten, daß der 1. Mai unter allen Um werden auch was erringen, aber bei uns, wie eine ein Gegenstand des Haffes, ihre Zeitungen sind ständen gefeiert werden müsse. Der Lokalvertrauens- Herde Schafe werden wir zusammengetrieben. bemüht, ihn als Popan; erscheinen zu lassen, ohne mann erflärte, in dem Orte seien einige Betriebe, Der Herr Direktor wußte von nichts, als sich sich die Mithe zu geben, ihre Leser über sein in denen die Arbeiterschaft nicht organisiert sei und das Tor öffnete. Er stand im Sofe, um zu sehen, Wesen wirklich zu unterrichten. Die geistig unter das benüßen auch diejenigen Unternehmer, bei wel- wer zu spät kommt und gerade am 1. Mai wollie dem Einflusse der bürgerlichen Presse stehenden chen die Arbeiterschaft organisiert sei. Es wird ledig er den Zuspätkommenden eine Strafe zudiktieren. Zeitungslefer haben vom Marxismus die aben- lich von der Arbeiterschaft abhängen, ob der 1. Mai Er riß die Augen auf, feine ganze Arbeiterschaft beteuerlichsten Vorstellungen, aber es gibt auch genug durch Arbeitsruhe gefeiert wird, wenn sie auch die trat pünktlich Schlag 7 Uhr den Fabrikshof, auch Akademiker und nach allgemeinen Begriffen ge- Konsequenzen einer Aussperrung auf sich nehme. diejenigen, welche hin und wieder zu spät famen, bildete Menschen, die von Mary und seinen Der Obmann der Ortsgruppe meinte endlich waren bei den Pünktlichen. Sofort berief er alle Schren nur farifaturenhafte Begriffe haben, wie sum Lokalbertrauensmann: Wie wäre es, wenn Beamten und Meister zu einer Besprechung in die sie sie eben aus der gelegentlichen Leftüre einer wir dem Unternehmer ein Schnippchen schlagen wür- Stanzlei, während die Arbeiter u. Arbeiterinnen in die antifozialistischen Broschüre empfangen haben. den?", worauf der Lokalvertrauensmann erklärte, Arbeitsfäle strömten. Jeder stellte sich zu seiner WaDer inzwischen verstorbene bekannte Philosoph daß ihm soeben ein Plan durch den Kopf gehe. Da schine, welche aber nicht in Gang gesetzt wurde. Wehe Karl Borländer hat nun ein knapp vor die Gemüter immer erhitzter und erregter wurden, dem, der gewagt hätte, eine Maschine laufen zu seinem Tode fertiggestelltes Buch geschrieben, stand der Lokalvertrauensmann auf und sagte: Ich lassen. Die Meister kamen nach der Besprechung in ( Sarl Marx, sein Leben und sein habe den Plan einer Maifeier, die dem Unternehmer die Säle, aber keine Maschine rührte sich. Sie hatten Wert. 334 Seiten Groſtoktav mit 15 Bildtafeln, nicht in den Kram passen wird, weil er dann mit aber auch gar nicht den Mut jemanden zur Arbeit Preis brosch. Mt. 10., geb. Mr. 12.), in dem einer Aussperrung nicht so leicht vorgehen fann. Also aufzufordern. Jeder stand bei der Maschine, geplauer den Versuch unternimmt, nicht vom Partei- der Plan ist der, daß erstens alles geheim gehalten dert wurde nicht. Jest machte sich der Herr Direktor standpunkte, sondern auf Grund der Tatsachen werden muß, zweitens, daß wir uns am 1. Mai selbst auf den Weg. Er suchte sich zu seinem Zwede von Starl Marr eine unbefangene Schilderung zu unsere besten Sonntagskleider anziehen; wer noch jene Abteilung aus, wo lauter junge Mädchen arbeigeben ,,, die zwar den großen Mann verehrt, aber einen Bratenrod von seiner Hochzeit her hat, soll teten. Er ging von Maschine zu Maschine und schaltete sich frei weiß von jeder parteilichen Voreinge ihn mur getrost anziehen, denn der 1. Mai ist unser sie ein. Als er fertig war, ging er kontrollieren, ob nommenheit, die auch seine Schwächen und Ein- größter Feiertag. Dann versammeln wir uns punkt auch gearbeitet werde und siehe da, die Arbeiterinnen seitigkeiten nicht verhehlt". Im Vorwort gibt der 6.45 Uhr im Arbeiterheim, wo jeder eine rote Nelke gingen bei den Maschinen hin und her, aber arbeiteten Berfasser der Hoffnung Ausdruck, daß es ihm ge- erhält; fünf Minuten vor 7 Uhr marschieren wir nicht. Er bekam einen Wutanfall, padte eine Malungen sei, ein anschauliches Bild der nicht leicht geschlossen in den Betrieb, damit wir rechtzeitig schine, schüttelte sie mit aller Kraft und schrie, warum zu erfassenden Persönlichkeit von Start Mary, sei, eintreffen und damit uns die vielen Hunderte von denn nicht gearbeitet werde. Niemand gab eine Antnes Lebensganges, seiner Weltanschauung und Arbeitern und Arbeiterinnen sehen, welche nicht wort. Beschämt lief er hinaus und unter der Tür auch seiner wissenschaftlichen und politischen wissen, warum der 1. Mai gefeiert wird. Im Be- rief er in den Saal:„ Ihr werdet noch an diesen Hauptleistung in ihren wesentlichen Zügen zu geben. triebe betreiben wir die sogenannte passive Nesistenz. 1. Mai denken". Weil ihm der Durchbruch bei den Die von gestern. Von Rhedo. Im Wiener Blätterwald gedeiht im Verborgenen eine seltsame Pflanze. Klein, unschein bar, unbekannt, irgendwo im Schatten wurzelnd, widersteht sie zäh den welterschütternden Ver änderungen der Epoche und ragt fadenscheinig wie ein Schachtelhahn als Erinnerung an alte, längst vergangene Tage in die Gegenivart. In gewissem Sinne kann dies zugegeben werden. Insbesondere in dem Sinne, daß das Buch geeignet erscheint, den vielgeschmähten und verkannten Menschen Marx, aber auch sein Lebenswerk dem bürgerlichen Lejepublikum näher jut bringen. Aus jeder Zeile spricht die hohe Ver chrung des Verfassers für den Charatier Mary, der zeitlebens hart mit den widrigsten Verhält nissen zu kämpfen hatte. Wie ganz anders klingt das, was Vorländer im Schlusse seines Buches iber Marg zusammenfassend fagt, gegenüber dem, was andere, bürgerliche Wissenschafter wie bei spielsweise Sombart, an Gehässigkeiten über ihn Das merhvürdige, blutarme Gewächs heißt aufgespeichert haben:„ Das Leben von Karl Wiener Salonblatt", nennt sich inter Warr aber ist, wie wir noch einmal zusammen- nationale Gesellschaftsrevne, erscheint vierzehnfassend am Schlusse wiederholen, niemals das des tägig und trägt am Stopf einen altöſterrei bloßen Gelehrten, sondern immer auch dasjenige chischen Doppeladler von echtem Schrot und Storn. des Stämpfers gewesen, eines Stämpfers, der Das Blättchen ist nicht eben groß und sein den Sozialismus der Tat schon in sich getragen halt nicht gerade aufsehenerregend und seine und, wenn auch noch nicht prattisch und im Spalten stroßen durchaus nicht von Geist. Aber einzelnen erwogen, so doch ihm draußen in der trotzdem, oder gerade deswegen taucht es da und Welt zum erstenmal freie Bahn geschaffen hat. dort auf, an Örten, wo man es am wenigsten Sein Leben steht, recht betrachtet, vernuten würde und repräsentiert sich mit einem als ein Heldenleben vor uns. Aber halb naiven, halb schüchternen Lächeln und lispelt wenn auch die Verson des Helden untergeht, ein verschämics: Da bin ich, trotz allem, was feine Leistung und sein Vorbild geschehen ist." bleibt uns unverloren. Und wenn unsere Darstellung seines Lebens in dem Leser dies Gefühl exaedi hat, so ist der Zweck dieses Buches erreicht". Titel über das Training der Poloponnis" von Grafen Montecucculi degli Erri, Annoncen, die in den vornehnten Rahmen passen und so fort. Es nicht gerade wel'erschütternd, wenn da zum Beispiel steht: fassen sollte. Es wurde beschlossen, für die gesamte Arbeiterschaft im Arbeiterheim ein Mittageffent aut Kosten der Ortsgruppe herstellen zu lassen. Sofort traten Laufzettel in Bewegung, worin mitgeteilt wurde, mittags werde wieder gemeinschaftlich in bas Arbeiterheim maridhiert, wo ein Gratisesen gegeben werde. Nach dem Essen wird wieder gemein fam in die Fabrit marschiert. Das Mittagessen wurde im großen Saale bei weiß gedeckten Tischen serviert, und so konnte wieder um 1 Uhr in den Betrieb marschiert werden. Nachmittag um halb 4 Uhr wur den die Vertrauensmänner in die Stanzlei gerufen und ihnen mitgeteilt, daß der Chef die Aussper ung über den Betrieb verhängt habe. Da schon die Hälfte der jungen Beute sich nachmittags aus dem Betrieb geschlichen hatte und bei den Klängen einer Zichharmonika fleißig tanste, marschierten die Uebriggebliebenen mit den Vertrauensmännern an der Spige in das Arbeiterheim, wo eine Sitzung und anschließend eine Versammlung stattfand, weil mitt Terweile der Gewerkschaftssekretär eintraf. Die Sigung beschloß, anläßlich der Aussperrung Forderungen an die Firma zu stellen. Den sveiten Tag lamen schon Abgesandte der Firma und ver langten die Wiederaufnahme der Arbeit. Die Ver trauensmänner erklärten, daß die Arbeiterschaft erit dann in den Betrieb zurückkehre, wenn über ihre Forderungen verhandelt werde. Die Firma hatte viele Bestellungen und mußte, wenn auch mit fauerer Mdiene, zusagen, damit aus der Aussperrung auf einen Tag nicht ein Streik von längerer Dauer werde. Die Verhandlungen brachten der Arbeiterschaft den ersten richtigen Rohnvertrag. Diese Erinnerung zeigt, daß der Kampf um die vollständige Arbeitsruhe ant 1. Mai vor nicht zu langer Zeit in vielen Orten und Betrieben zu schweren Kämpfen mit dem Unternehmer führten und daß man mrit List oftmals über Klippen hintvegzukommen suchte, um die Arbei. terschaft nicht in eine Niederlage zu führen, sondern womöglich noch einen Vorteil herauszuholen. Bruder, tomm.... Bruder, lommes lockt der Mai Bade dir die Seele frei Von den Alltags Schladen! Bruder, komm es lodt der Mai Vom Helotenjoch mach frei Deinen miiden Naden! Bruder, Tomm es lodt das Licht Sichst du auf den Gaffen nicht Matenſonnenkinder? Bruder, lomm I es lodt das Licht Schlägt das Herz dir heute nicht Lauter und geschwinder? Bruder, lommes lodt die LuftFühlst du nicht in deiner Bruft Freiheitssehnen drängen? Bender, Tomm es lodt die LuftDeinen Rittel, arg bernßt, Laß am Nagel hängen! " Bruder, Tomm Luft, Licht und Mai. Loden, rufen: Mach dich frei!" Kannst du widerstehen? Bruder, komm- sei einmal frei, Einmal nur im Jahr ist Mai Willst du abseits gehen? Karl Germer. stin v. u. 3. 9. anerkennend über die charitative Tätigkeit des Vereines äußeric, oder daß Herr Stresemann trotz seiner ahnenlosen Vergangenheit und des Herrn Baron von Hussaret eine Un ntenge positiver Arbeit für das gemeine unbetitelte deutsche Volk leistete, oder daß in einem Stohlenbergivert tausend staubige, schmutzige, verschwitze Arbeiter.. Seine Majestät Neguja Negest Tafavi Miafonnen, Staiser von Abessinien, empfing am 28. Februar Ludwig, Grafen v. Huyn. Der Graf, der, wie vir berichteten, seit Dezember vorigen Es gehen einem verschiedene Gedanken durch Jahres sich in Addis Abeba aufhält, überreichte den Stopf, wenn man die verblichenen Namen feiner Majestät einen prachtvoll geschliffenen Pokal aus böhmischem Glas. Seine Majestät zeigte großes Interesse für moderne europäische Arbeitsmethoden. Oder: Seine Durchlaucht, Ersprin; Sarl und ihre taiserliche Hoheit Erbprinzessin Warie 6. Leiningen, Großfürstin von Rußland, haben Schloß Amerbach Franken, verlassen und sich nach St. Briac zum Besuche der Eltern ihrer faiserlichen Hoheit begeben. Ober: Die Jahresversammlung der Vereinigung laiholischer Gbellente, Landesgruppe Steiermar, tagte am 2. 6. M. zu Graz im Spiegelfaale des Palais ihrer Exz. des Grafen der berichtigten Exzellenzen a. D. liest. Aber man soll den Wert eines Arbeiters nicht an dem einer Gräfin messen. Denn es ist unangenehm, wenn die Biene über den Wert der Drohne nachzuden len beginnt. Dazwischen gibt es auch höchst persönliches, das ohne Ziveifel die Herzen chrerbietiger Unter tanen höher schlagent ließe, wenn wir eben nicht doch schon bei 1929 angelangt wären. Zum Bei spiel: Graf Adam Hoyos, der jüngste Sohn des Grafen Edgar und der Gräfin Flona Hoyos, geb. Gräfin tinsky, unterzog sich einer Mandeloperation; dic glädlich verlief. Seine... Hoheit Herr Erzherzog Franz Salvator begab sich mit seinen beiben Töchtern Ihren f. 1. f. Hoheiten den Frauen Erzherzoginnen Gertrude und Marie nach Wallsee. Es ist das Blat; aller jener, die Jahrhunderte lang gewohnt waren, ihre damen fettgedrudt an Hierauf erstattete Rittm. Nüdiger Seutter erster Stelle zu lesen und das einfach deswegen, v. Lözen den Jahresbericht, der besonders den Zus weil sie da waren, weil ihnen ein lächelndes wachs an Mitgliedern betonte und berichtete über Oder die monumentale Inschrift unier den In der Polemit gegen die unterschiedlichen Mary Schicksal Namen und Titel in die Wiege legte. die charitative Tätigkeit der Vereinigung. Sodann Bildern zweier junger Leute, welche mur Bräu fritiker reicht Borländers Werk bis in die aller Das Blatt jener, die den Verlust ihrer eitwas hielt Baron von Hussaret einen interessanten Bor- tigam und Braut sind und die so lang ist, daß jüngste Zeit. Wie trefflich ist beispielsweise, was anrüchigen Bedeutung noch immer nicht ver- trag über die Strisis der Demokratie", worauf... man sie nichi zu Ende lesen amn. Es ginge ja er gegen den Maryleberwinder" Hendrik de schmerzen können. Aller jener, für welche die Zeit Es waren anvesend: Prinzessin Therese Maria auch fürzer, aber dann wäre es eben nicht mehr Man sagt: So wünschen wir denn, im Gegen- an einem bestimmien Tage eines bestimmten v. 11. 6. Biechtenstein, die Gräfinnen Marianne so schön. Und das Schwelgen in Namen und Ti satz zu de Man und anderen, feine Ueberivin- Jahres stehen blieb. Die sich an Stelle einer ver- Goeß Thurn u. 1. f. u. 1. 1. teint ift eint harmloses Vergnügen und titzelt so dung" des Maryismus, sondern eine bloße Weischlossenen Zukunft in die verstauble Vergangen Jmnterhin fönnte eintent, wenn nan boshaft angenehm, wie die Stohlensäure, die einent aus terbildung der in seinent Sozialismus be- heit versenken. wäre, einfallen, daß zu derselben Zeit, als jene einer Brauselimonade prickelnd in die Nase steigt. reits vorhandenen Antriebe zur Bildung eigen Das Blait ist die reaktionärste und harne gestitsient Größeir is Lorgions, Frad und vor- Mauche Leute reizt sie allerdings zum Niesen. artiger sozialistischer Persönlichkeiten; denn solche lojejte Reminizenz an das alle Europa und sein nehment Näfeln über den neuesten Selatsch meinet. Ich wünsche dem braven Salonblait alles Persönlichkeiten stehen in engster Verbindung Inhalt liest sich wie ein Nekrolog. wegen des albanischen Hofes sprechen und mit der ute. Dèöge es rubig fein gespensterhaftes Dasein mit seinen letzten Absichten. Sie können aber Er besteht aus mehreren Nubriten. Allge. Laterne des Diogenes nach den Ahnen Achmed führen im Schatten des freien, schaffenden Volkes, aus der arbeitenden Selasse erst dann in reicherem meinen Mitteilungen aus einer Gesellschaft, die Bogus forschten, sich in der gemeinen Welt der das mit keinen Erinnerungen an blutleere Ahnen Maße hervorgehen, sobald diese durch einen gro- einmal Crème war, Heiratsanzeigen, Artikeln Unbetitelten und Namenlosen so manches creig beschwert ist und möge es bei seinen Lesern noch kent wirtschaftlich sozialen Umschwung der Ge- über Sport und dergleichen aus der berufenen nete. Daß da und dort ein avmer Teufel ver- an manche mehr oder weniger angenehme Grin fellschaftsordnung auf ein ganz anderes kultur- Feder langbetitelter Rennstallbesizer, wie zum hungerte, oder in legier Not zum Strick und Neuerungen tippen, denn ich sehe ein, daß es feir niveau gehoben ist. So gedacht ist der Beispiel jener aftuelle Auffas mit dent nechischen volver griff, eben als Ers. Gräfin X. sich zur Für Berguiigen ist, Ariftofyat gevesen su sein. DAS FEST DER MASSE REICH SARBEITER TAG, 16. BIS 18. AUGUST 1929 Bon der Maifeier zum Reichsarbeitertag. BIS 18. AUGUST 19 29 IN KARLSBAD Und der Kindertag... Wir rufen unsere das Erlebnis der Masse geben wird wie kein Ein Fest ohnegleichen wird der ReichsarbeiKinder nicht bloß, um ihnen Freude zu schenken, anderes Fest vermag, weil er zeigen wird, wie tertag werden... Unser Fest! Fest unseres ihnen ein paar schöne Stunden zu geben. Wir stark die proletarische Kulturbewegung geworden Wollens, Feier unserer Ziele, Feier der Zukunft führen sie auch zusammen, um ihnen das Erleb- ist und wie viel an Stulturarbeit geleistet wird, des sudetendeutschen Proletariats. Weil er so nis der Gemeinschaft zu schaffen, um sie ahnen wird der Reichsarbeitertag etwa so Großes, Ein groß, so schön, so bedeutungsvoll werden wird, Man soll, einem alten Sprichwort zufolge, zu lassen, das erste Verstehen dafür zu weden, zigartiges und unvergleichliches werden. Alle muß nun alle Kraft aller Genossen und Genosdie Feste so feiern, wie sie fallen. Die Arbeiter daß fie zur Arbeiterflaffe gehören und zu den anderen Feste, mögen sie wie immer fallen, wird finnen, die Arbeit aller Organisationen in seinen feiern auch die kirchlichen Feiertage mit, aber Bielen der Arbeiterbewegung wir fagen am unser Reichsarbeitertag überstrahlen er wird Dienst gestellt werden, muß vom ersten Mai bis nur weil sie sich des Ruhetages freuen, der Dop- proletarischen Kindertag auch den Eltern, welche die Arbeiter mit Stolz auf ihre Partei, mit in die Tage des August alle Aufmerksamkeit, pelruhetage zu Weihnachten, Ostern und Pfing- Pflichten fie haben, wir lenten die Aufmerksam Stolz auf die Arbeiterbewegung erfüllen, er alles Mühen der Parteimitgliedschaft dem ften vor allem, gan, gleichgültig, welche Bedeu- feit der Bäter und Mütter auf die Zukunft ihrer wird jubelnde Freude in ihren Herzen entzün- Reichsarbeitertage gelten, und das muß eine tung der Staat oder die Kirche den Festtagen Rinder, die verbunden ist mit der Zukunft aller den, zu neuer Arbeit und neuem Stampfe alle unserer Parolen an diefem ersten Mai fein: geben. Und da fie mit dem deren ursprünglichen Arbeiterkinder, der Zukunft der Arbeiterklasse- stählen. 3wed nichts anzufangen wissen, geben sie der und da wir wissen, daß es in der bürgerlichen Form, die sie beibehalten, anderen Inhalt, den Gesellschaft, in der es Freiheit überhaupt nicht Feiertagen anderen Sinn. Fest der Winterson- geben fann, auch keine Freiheit und fein Glüd nenwende und Familienfest, Fest der Kinder vor der Kinder gibt, so ist auch unser Kindertag ein allem, ist Weihnachten geworden, Fest der Auf- Fest des Werdenden, des Kommenden, Vorfeier erstehung der Natur ist uns Ostern und Pfing- der sozialistischen Gesellschaft, die es erst allen ften das liebliche Frühlingsfest. Rindern ermöglichen wird, Kinder zu sein, ohne Auf zum Reichsarbeitertag in Karlsbad! Festtage in Karlsbad. Bon Wenzel Horn. Aber neben den Feiertagen, die mitgefeiert daß der Schatten der Not und der Unterdrüdung Carlsbad die Kursaison ihren Anfang. Es weilen Mächte haben sich daran gewöhnen müssen, daß Der Karlsbader Reichsarbeitertag wird der Festtag unserer Partei sein. Wir feiern das Fest des zehnjährigen Bestandes unserer Partei. Wir dürfen nach zehn Jahren des schwersten Kampfes und der härtesten Arbeit, nach einem Jahrzehnt der schlimmsten Mühen, wohl ein Fest feiern, an dem wir uns des Fortschrittes unserer Bewegung freuen, der Bielgestaltigkeit unserer Bewegung, und neue Kräfte sammeln zu neuem Vormarsch. Wenn, einem vielgebrauchten Sprichwort zufolge, Kriegsjahre doppelt zählen, dann darf eine Partei, die ein Jahrzehnt lang auf Ahwierigstem Rampfgelände fich nicht etwa bloß ehrenvoll behauptet hat, sondern beträchtlich Raum gewonnen hat, sich dieser Erfolge wohl freuen. Nach altem Brauch nimmt am 1. Mai in ersten Mai zat feinem Feiertage erftritt. Die alten var auch zur Winterszeit Fremde an den Quel die Arbeiterschaft, die den Reichen luxuriös auss len, fei es, weil ihr Gesundheitszustand es ver- gestattete Wohnungen baut, selbst aber in den langt, fei es, weil der Geldenverb fie hindert, im engen Borstadtquartieren haust, die ausgesucht Sommer krant zu sein, aber wenn der erste Mail kostbare Kleider herstellt, selbst aber auf SchönHibruantolonnabe. werden, wie sie eben fallen, neben den Festen, ihre ersten Lebensjahre schon verdüstert. bei denen uns ganz andere Gedanken und Ge- Wir feiern die Feste nicht nur, wie fie falfühle bewegen, als ihrer überlieferten Bedeutung len! Erster Mai, internationaler Frauentag, entsprechen würde, haben die Arbeiter fich längst proletarischer Kindertag das sind leine Feste eigene Feiertage, eigene Festtage geschaffen, pro- des Zufalls, das sind keine traditionellen Feier letarische Feste, die sie nach ihrem eigenen Wil- tage, das sind Festtage, die wir selber uns ge len feiern. Die Idee ging hier voran, der gei- wählt, wir selber uns geschaffen haben. Und ein ftige und feelische Gehalt war das entscheidende, Fest, das wir nach unserem Willen uns gestalten, die Form wurde ihm angepaßt, nach seinen For- dem wir Form und Gehalt geben, wird auch derungen und Bedürfnissen gestaltet. Der erste unser Karlsbader Reichsarbeitertag sein.... Mai war das erste und blieb das bedeutendste, gehaltvollfte aller Arbeiterfeste, und fein Glanz ist nicht verblaßt im Laufe der Jahre, sondern unmerflich fast, mit wunderbarer Selbstverständlichkeit, gab der Aufstieg der Arbeiterbewegung dem ersten Mai neue, gesteigerte Bedeutung, als das ursprüngliche Mai- Ideal, der Achtstundentag, sich der Verwirklichung näherte. Aus dem Demonstrationstage für den Achtstundentag wurde das große Fest der schöpferischen und befreienden Arbeit, wurde das Fest, in dem das Broletariat seine Zukunft feierte. In die Zufunft wandten sich die Blide der Arbeiter, dem Rommenden und Werdenden schauten sie entgegen an jenem ersten Maitage, an dem sie zum allerersten Male für den Achtstundentag, damals Ziel ferner Wünsche, zu großen Rundgebungen Wir wollen aber nicht nur unseres Voraufmarschierten. Dem Künftigen, dem Werden- marsches uns freuen. Wir wollen auch im den schauen fie entgegen an jedem ersten Mai zehnten Jahre des Beftandes unferer Partei als gewaltiges Heer am Neubau der Welt Schaf- möglichst große Massen der Parteimitgliedschaft fender fühlen sie sich am ersten Mai die Ord- die Partei und die Fülle der proletarischen Orga mung von morgen, den Sozialismus, sieht ihre nisationen und ihre Leistungen zeigen. Was sieht beschwingte Phantasie am ersten Mai. Wohl, er der einzelne von der Partei, von der Tätigkeit ist immer auch Rampftag, er ist immer auch Tag der proletarischen Kulturorganisationen? Das, der Rundgebung für besondere, zeitbedingte For was in seinem Wohnort geschieht, bestenfalls das, derungen, aber es gab noch feinen ersten Mai, was in seinem Wohnbezirle geleistet wird. Er der nicht die Herzen höher riß, die Massen fro- vermag nicht die Gesamtheit der Leistungen zu her ftimmte, der Bewegung neue Impulse gab überschauen, ihre Fülle und Bielfalt. In Karls- heranrüdt, verschwinden von den Gehsteigen die heit verzichten foll, die das zierliche Porzellan durch das visionäre Schauen der Zukunft. bad aber wird nicht nur die Partei aufmarschie- Gerüste und Schutthausen, und die Arbeiter, die und das funfelnde Glas erzeugt, daß diese Arbei Feste der Zukunft find, trok allen Gegen- ren, wird nicht nur sie, unter deren Schutz und in den Wintermonaten Säufer niedergeriffen und terschaft am ersten Mai die Straßen der Kurstadt wartsforderungen, die an diesen Tagen laut wer- mit deren Silfe alle anderen proletarischen Orga- moderne Neubauten aufgerichtet haben, nehmen beherrscht. Von Jahr zu Jahr wächst der Zug, den, auch die anderen proletarischen Feiertage, nifationen geworden und gewachsen sind, sich den ihr Handwerkzeug und verlassen die Stadt. Die in dem unzähige Standarten die Forderungen zu denen wir alljährlich die Genossen und Ge- Arbeitern als die Organisation der Masse zeigen, Straßen haben eine neue Asphaltdecke erhalten, der Arbeiterflaffe berkünden und hunderte leuch nofsinnen rufen: der Frauentag und der Kinder- fondern es werden die proletarischen Turner und die Marmorfassaden und kostbaren Portale sind tendrote Fahnen in der Frühlingssonne leuchten. tag. Wohl fämpfen wir für die Gleichstellung der Sportler, die Naturfreunde, die Sänger und ihrer Verschalungen entkleidet und mur da und Und von Jahr zu Jahr wächst die Hoffnung, Frauen innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft, Radfahrer, die Gewerkschaften und Genoffen- dort noch wird die letzte ordnende Hand angelegt wächst die Siegeszuversicht der Massen, die deit gegen alle die Frauen und besonders die proleta schaften, die Kinderfreunde und die Jugend- und goldgelber Sand auf die Wege gebreitet, die unerschütterlichen Glauben in sich tragen, daß rischen Frauen bedrückenden reaktionären Ge- lichen, es werden alle, alle der proletarischen sich in dem jungen Grün der Rasenflächen ver- einst der Tag kommen wird, an dem Karlsbad fete aber der Frauentag ist doch auch ein Bewegung dienenden, von ihr geschaffenen und lieren. Blitzblant und sauber steht die Stadt da. nicht mehr nur ein Tummelvlatz der Reichen sein Fest der Zukunft, Vorfeier der völligen Be- sie mit vorwärtsführenden Organisationen vor Ghedem gab die feierliche Brunnemveihe bei wird, in der vielmehr die heilenden Bäder jene freiung der arbeitenden Frauen durch den So- den Arbeitern sichtbar werden in ihrer Größe Glockenklang und Weihrauchduft dem ersten Mai laben werden, die ihrer am meisten bedürfen. zialismus, Fest der kommenden sozialistischen und mit der Fülle ihres Schaffens das Gepräge. Das ist anders geworden, seit das Jeder neue Tag beschert neue Gäste und Welt und der Neugestaltung des Lebens in ihr. Weil er den Arbeitern und Arbeiterinnen Proletariat fordern auf den Plan trat und den wenn im August des heuricen Jahres Eisenbahnaufgeschlossen sind, padt und anfeuert. Die letzten hin die große Masse der Zuschauer durch Auge und gegen den Herrschaftstaat unter den Klängen Jahre sahen viele solcher, oft recht gelungener und Ohr erreichen. des herrlichen Liedes. Aber die Arbeiterklasse ist Das Festspiel der Dreitausend. Bersuche. Zunächst bei den Festen der Kinder, Das für den Reichsarbeitertag gewählte noch zu schwach, die alten Mächte, gestützt auf Feste sind Lebensäußerungen der Masse. Die der Jugendlichen und der Turner, da die Ju Festspiel, dessen Entwurf vom Genoffen Viltor Wilitarismus, Bürokratismus, Klaffen justiz und Masse, das Volf, braucht Stunden, an denen es gend- selbst Programm und Gedanke- am Th. Slama, dem in unferen Streifen beftbetleritalismus, fiegen über fie. Erneute, den Alltag vergessen, an denen es sich loslöst von stärksten den Drang nach neuen Festen empfand kannten proletarischen Stünstler, stammt, ent- fchärfte flaverei beginnt. Die alte Staatsmacht den Bindungen des Berufs und der Familie und und allen Erneuerungsbestrebungen freudig Ge- spricht diesen Bedingungen schier refilos. Das lonfolidiert sich. Zweites Lied: Sozialistenhör schenkte. Allmählich wurden aber auch alle Spiel eigentlich ist es eine Massenrevue marsch. Die versprengten Arbeitergruppen aufgehen kann in einer großen Schar festesfroher Menschen. Ungeheure Sugestivkraft geht von den Arbeiterfeste davon mehr oder weniger beeinträgt den Titel„ Die Arbeit hoch". Es ist fammeln sich wieder um die roten Fahnen, der flußt. Festen aus, jedermann wird in ihren Bann geschlaDie wichtigste Etappe auf dem Wege zur gestellt und rechnet dabei besonders mit den be- Organisation hält Einzug und verleiht den Argen und auch der sauertöpfigfte Miesepeter tann sich ihrem Einfluß nicht entziehen. neuen Arbeiter- Festkultur, die wir bisher in un- trächtlichen Schwierigkeiten des Karlabader Fest- beitern Rückhalt und Kraft. Das Fundament Auch das Proletariat begeht seine Fefte. Ja, serem Lande verzeichnen konnten, wird der plates- der Rennbahn in Meierhöfender zum sozialistischen Aufbau wird gelegt. Drittes Feste begleiteten die ersten Regungen der Selb Karlsbader Reichsarbeitertag sein. zwar sehr gut für Pferderennen, jedoch sehr we- Vied: Brüder, zur Sonne, zur Frei ständigkeit der Arbeiter; sie standen an der Wiege Er ist nicht nur als mächtige politische, sondern nig für Massenaufführungen geeignet ist und der heit. Der Aufbau wird fortgesetzt. Die soziali der Arbeiterbewegung, auf ihnen wurden die auch als gewaltige fulturelle manifestation der kostspielige Adaptierungsarbeiten erforderlich stische Stulturbewegung setzt ein. Die rote Fahne ersten politischen Reden vor der Maffe gehalten fudetendeutschen Arbeiterschaft gedacht. Jeder macht. Er sieht eine Massenbeteiligung vor und der Brüderlichkeit bindet die Masse. Biertes und die ersten Versuche, ein bisschen Stultur ins mann wird nun mit Recht einen mächtigen Fort- rechnet mit 2500 bis 3000 Mitwirkenden. Lied: Kampfentschlossen, lichtdurch= Leben der Arbeiter zu bringen, gemacht. Freilich, schritt auf dem Gebiete der Festkultur erwarten Ausdrudsmittel sind: Massenorchester, Massen- drungen. Ein Sprechchor ruft die proleta In der Hauptsache waren die Feste der Arbeiter und es kann wohl auch heute schon mit großer gesangs- und Sprechchöre, Gruppen für rhytmi- rische Jugend auf den Plan. Ein begeisternder jahrzehntelang eine Nachahmung jener des Bür Sicherheit gefagt sein, daß diese berechtigten Er- schen Tanz, Lautsprecher, Trachter, Dekorationen Zustimmungsschrei aus hundert jugendlichen und architektonische Aufbauten. Stehlen antwortet. Die Jugend folgt dem Nuf ger- und Kleinbürgertums. Sie unterschieden sich wartungen nicht enttäuscht werden dürften. fast nur durch die andere Farbe der Fahne und Neben vielen Künstlerischen und kulturellen Der Inhalt: Das Festspiel knüpft in glück des Sozialismus. Fünftes Lted: Die Interdurch den Inhalt der auf ihnen gehaltenen Veranstaltungen, die an anderer Stelle bespro- licher Weise an Bekanntes an. Jeder Teilnehmer nationale. Unter der roten Fahne der InReden. chen werden, steht im Zentrum des Interesses am Reichsarbeitertag fennt unferen Stampfge- ternationale, unter den Klängen des Liedes und Langsam setzte ein Wandel ein. Das Pro- Aller das Festspiel, das den Reichsarbeiter fang Das Lied der Arbeit", jeder fennt feinen hinter der Standarte Proletarier aller Länder letariat ringt nach neuen Formen für seine Feste. tag frönen und abschließen soll. Es ist nicht Schlußvers Die Arbeit hoch!" Das Spiel will vereinigt euch", formiert sich das Proletariat Der große politische, wirtschaftliche und fultureffe leicht, ein geeignetes Festspiel für ein Massenfest nun, gestützt auf die proletarischen Kampflieder, zum lebten Kampf gegen den Kapitalismus. DieFortschritt, den es seit Beginn seines Weges be- zu finden. Gar manche Bedingungen sind da zu die zum größten Teil ebenfalls allen Zuschauern fer schützt sich mit allen Mitteln, mit Kanonen reits zurückgelegt hat, soll seinen Ausdrud fin erfüllen: Das Spiel, das von Zehntausenden bekannt sind, die Aufwärtsentwicklung der pro- und Gasgranaten, aber die mächtige rote Front den. Man sucht für die Feste eine leitende Idee, verstanden und miterlebt werden soll, darf keine letarischen Bewegung verfinnbildlichen. Das erste wirft ihn zu Boden, zertrümmert den kapitaliumt die sich alle Veranstaltungen gruppieren und komplizierte Handlung haben, es darf nicht mit Vied, das den ersten Teil eröffnet ist die Warstischen Staat und befreit die geknechteten w der sie sich unterordnen. Man sucht nach einem mimischen und sprachlichen Leistungen einzelner feillaise. Es gliedert sich in zwei Teile, die der. Der Kapitalismus und die Symbole des weithin sichtbaren Höhepunkt, der, Abschluß und Schauspieler rechnen, es muß einfach und grad den Stampf im alten Staat und die freie Arbeit fapitalistischen Staates sind zertrümmert. Nach Zukunftsweiser zugleich, jeden Teilnehmer in der linig im Aufbau sein und sich iener Ausdrucks im neuen Staat symbolisieren. Grftes Auflehnen einem furzen Zwischenspiel eröffnet bas sechste Stunde festlicher Erhebung, da Herz und Gemüt mittel bedienen, die auf größere Entfernunge der versklavten Arbeiter gegen ihre Unterdrücker Lied den zweiten Teil: Wir sind jung, die vernur auf starke optische und Slangwirkungen ein- Gedanke der politischen und gewerkschaftlichen Reichsarbeitertag und den Programm und am Sonntag abend Der Ronzerttan ft fonnte leider mit hge und Autos die Teilnehmer des Reichsarbei- Jber wird bald aus der Schar der Luftvandelnden des Staates zusammenfinden, um in machtvoller tertages nach der Sprudelstadt bringen werden, den vornehmen Engländer und den deutschen Rit Bendung ihres unerschütterlichen Willens den Rücksicht auf die Raumfrage und im Hinblid auf wird sie in vollem Glanze dastehen. Dann hat tengutsbesitzer, die slowakische Bäuerin und die Anspruch auf die Schätze und Schönheiten der eine auch fonft vielleicht gebotene Beschränkung die Kursaison ihren Höhepunkt erreicht und fest- Pariser Modedame herausfinden. Seine Nation, Welt anzumelden. Nicht nur einen oder givei in der Zahl solcher Beranstaltungen nicht so biet liches Leben wogt durch die Stadt. Jawohl. ge- die hier nicht vertreten wäre, feine Sprache, die Tage foll Karlsbad im Seichen des fieghaften Spielraum gegeben werden, als es der fymphomde nach Karlsbad sollen die Arbeiter geführt hier nicht gefprodjen würde. Sängs der fäulenge- Sozialismus stehen, es soll immer denen gehö- nischen als einer der großartigsten Kunstgattun werden, die das ganze Jahr aus den unfreund tragenen schönen Mühlbrunnkolonade, die neben ren, die heute noch im Schatten leben und zur gen geziemt. Immerhin stehen als Minimum anderen Quellen im Mühlbrunn selbst eines der Sonne streben. Der Reichsarbeitertag wird un- heute schon feft: aur Einbegleitung am Frei. wichtigsten Wäffer schützt, fluttet der Menschen feren Kampf um dieses Ziel aufs neue anfpornen. tag ta chmittag im Bofthof ein Ron. zert bes Kurorchesters, unter Zeitung des Mu strom, in dem mancher charakteristische Kopf auf fifdirektors Manger, mit einem populär fal taucht. Der Markt mit seinen Bantpaläften und fischen Geschäftshäusern und der Marktbrunnkolonnade im Schüßenhaus"( einem riefigen Theateriaal) folgt. Sinter der Säuserreihe steigt Dampf auf, mit" benselben Rünstlern ein großes philit einer mächtigen Hippelitberragten Salle aus harmonisches Ronzert mit Werken größ Eisen und Glas stoßen die heißen Wäfer bes ter Meister der Tonkunst. Für den Samstag Die Theatervorstellungen und die Konzerte. Sprudels zur Höhe, unt in Miriaben funkelnde Abend ist als Höhepunkt eine Aufführung der Perlen zerstäubt, zurüdgufallen in die Gläser, die So wie es heute kaum mehr eine bedeuten neunten Symphonie von Beethoven ge begehrend über die breite Schiffel gehalten werdere proletarische Veranstaltung gibt, die wir plant, der gewaltigsten Komposition aller Zeiten. den. Wie viele tönnten doch gefunden, wenn sie nicht durch die Kunst zu verfchönen und zu Diese Beranstaltung soll für uns überbies ba das Waffer, das sich in die Tepl ewießt, schlürfen weihen versuchen, so selbstverständlich ist es durch aur bedeutendsten werden, als die Chöre dürften! Wieder Musik, wieder lustwandelnde darum auch, daß bei einem so großen, einzig- dieser Symphonie von unseren Aussiger ArMenschen. artigen Ereignis, wie es der Starlsbader Reichsbeiterfängern unter der Leitung ihres Sprubel. Hchen Judustriedörfern nicht herauskommen, die in den einförmig granen Säuserzeilen unserer Städte hausen, denn nirgends treten die Klajjen gegenfäße so deutlich in Erscheinung, wie gerade hier, und unvergeßlich ist der Eindruck, den jeder von der Stadt mitnimmt, auch wenn er nur einige Stunden in ihr weilen fonnte. Dem Fremden bietet sich schon beim Verlaffen des Bahnhofes, besonders nach Ankunft der internationalen Züge, ein verwirrendes Bild. 11nzählige Diener und Träger schleppen riesige Gepäditüde zu den langen Reihen der Pferdegespannte und eleganten Automobile. Sat er sich durch das Gewühl der gestikulierenden, in allen Sprachen schreienden Menge durchgerungen, sieht er vor sich im Tale die Stadt liegen. Laub und Nadelwald säumt die Hänge, die Stadt mit einem grünen Gürtel umschließend. Ein kurzer Weg leitet durch das vielumlämpfte, roie Fischern und über eine längst unzureichende, verkehrshindernde Brüde nach Karlsbad. Die breite Hauptstraße führt durch das Ges schäftsviertel mit der Markthalle und dem Schübenhaus, in dem unser unvergeßlicher Josef Seliger noch als ein dem Tode Verfallener niit seiner ganzen Beredsamkeit zur Besinnung aufforderte, und in dem der Jubiläumsparteitag über die wieder gefestigte und trotz Spaltung gestärkte Parteibeivegung Rückschau halten wird. Abseits von unserem Wege, am Ende einer grünen Rasenfläche, liegt das erste Badehaus. Wir sind im Surviertel. Nach wenigen Schritten timmt uns der Stadtpark mit seinen alten schattigen Bäumen und sonnigen Flächen auf. Eine Rosenhede schließt den von einem zierlichen Eisendach geschüsten Weg vom Stadtparksaal zur er sten Quelle, dent Parkbrunnen ein. Schon am frithen Morgen, wie's ärztliche Vorschrift ver langt, stellen sich die Sturgäste bei den ihnen zu gewiesenen Snellen ein. Frohe Musik flingt in den jungen Tag, an dem die einen zum erstenantal staunend das Gewühl der Menge betrachten. die anderen, von altent Leid und vielem Geld befreit, Abschied nehmen. Und went es interessiert, Kunit. Die Me Wiese, die vornehmste und elegan- arbeitertag für uns bilden soll, der Kunst ein Dirigenten Kapellmeisters Franz ausgeführt teste Promenade, eine der schönsten Straßen der ganz besonderer Platz angewiesen wird. An werden sollen. Welt. Hinter haushohen blinkenden Spiegelschei Kunst im weiteren Wortsinn wird es da übri Wenn das Interesse für die symphonischen ben sind die tostbarsten Geschneide, die elegante- gens fast bei keiner der fleineren und größeren Veranstaltungen in Karlsbad weiterhin in dent sten Seleider, die wunderbarsten Stickereien, die Maße wie bisher wachsen sollte und wenn sich fchönsten Pelze aufgehäuft und märchenhafte die Möglichkeit ergeben wird, noch einen geeig Summen werden für Schnnd und Pub gezahlt. neten Raum für solchen 3ived sicherzustellen, Es gibt wohl mtr wenige Städte, in denen auf dann foll noch ein drittes oder viertes Ron so fleinem Raum solch wertvolle Waren anges sert veranstaltet werden, deffen Leitung dann boten werden. Dort, wo die Alte Wieje ihr Ende einem ber ganz großen deutschen Diri erreicht, breiten sich die mächtigen Anlagen des genten übertragen werben foll. Sotel Bupp aus, das Stelldichein der vorneh men Welt. Jm Tepltal, das Natur und Mentschenhand an einem wunderbaren Park gestaltet haben, liegen die einzigartigen Kaffeegärten. zu denen die Kurgäste nach beendeter Trintzeit ihre Schritte lenken, und die sie auch an den Nachmit tagen wieder aufsuchen. So berühmt wie der Sprudel und die Oblaten und manches andere ist der Karlsbader Kaffee, deffen Zubereitung als Geheimnis gehütet wird und der wohl kaum andersivo so mindet als hier, wenn frohe Weisen erflingen. Karlsbad ist aber nicht nur eine Summe schöner Säufer und heilträftiger Quellen, zu ihm gehört auch der Wald, ohne den Karlsbad kaum bentbar wäre. In wenigen Minuten ist man dem Treiben entflohen und auf sauberen Wegen, die auch dort bequem bleiben, wo sie einen steilen Dirichensprung. Beichs Rebetterton Sinvisban 1925 Wiedergabe des Teilnehmer- Abzeichens zum Reichsarbeitertag. leber all dies und über nähere Einzelhei ten, wie etwa über das genaue Programm der Ronzerte, werden die Interessenten des Reichsarbeitertages durch unsere Presse am Laufenden erhalten werden. Wir sind überzeugt, daß die nötigen Voranmeldungen für den Besuch aller diefer fünstlerischen Unternehmungen be reits in den Frühsommermonaten in immer wachsender Bahl einfegen werden. Wir können im Augenblid über die Eintrittspreise noch nichts Bindendes sagen; aber sie werden jedenfalls so sein, daß es allen möglich jein wird, eine oder mehrere dieser Theater abende oder Konzerte zu besuchen; es ist grund. fäßlich an Preise gedacht, die sich etwa zwis ichen fünf und fünfzehn Kronen be wegen follen. Durch Programmhefte und vielleicht auch durch schon früher veröffentlichte Erläuterungen in der Festschrift soll dafür geforgt werden, daß jeder Besucher sich einiger bereiten fann. Teilveranſtaltungen fehlen. Und es ist überaus erfreulich, daß wir diesen lentgenannten fünft. lerischen Teil durchaus aus eigener Straft des Proletariats zu bestreiten uns bemühen. Im Rahmen dieses Aufsatzes soll jedoch in maßen für diese fünstlerischen Erlebnisse vorder Hauptsache nur von jenen fünstlerischen Der seelischen Vorbereitung aller derer, Unternehmungen auf dem Reichsarbeitertag ein die da tommen werden, um in den Tagen unseWeniges gesprochen werden, die als rein rer großen Karlsbader Rundgebungen auch echte tünstlerische Beranstaltungen anzu und große Runft zu erleben, glauben wir ficher sprechen sind und deren Ausführung daher wohl zu sein. Tausende Arbeiter und Arbeiterinnen am besten Berufskünstlern überantwortet wurde. werden ja ba lommen, die jahraus jahrein in Aljo hier ein paar Mitteilungen und Beihren einen Städtchen, in ihren Industric mertungen über das, was schon heute als festgemeinden und Gebirgsdörfern kaum einen stehendes Programm angesehen werden kann. An erster Stelle ist da die Theatertun ft Strahl göttlicher Stünfte erhaschen können! Und zu nennen, weil wir vermuten, daß sie das all- in dem Bewußtsein, das alles nicht nur für sich all- werden kommen in der großen Feststimmung, gemeinste Interesse finden dürfte. allein, fondern auch in der Gesamtheit, im verAn den drei Festtagen werden im Star 18 einigten Sochgefühl ihrer mitversammelten Bri bader Stadttheater, das nach seinem die- der und Schwestern zu erleben! Sie werden durch jer Tage fertiggestellten Umbau einen herrlichen Die Kunst den Impuls erhalten zur vollen AufFestraum darstellen wird, vier Theater- nahme aller anderen Ereignisse des Reichsarh aufführungen als Festvorstellungen für tertages und sie werden wiederum durch diese die Teilnehmer des Reichsarbeitertages stattfin- andern Veranstaltungen in jene große Seelenden. Den Auftakt bildet am Freitag Abend am Freitag Abend Goethes Egmont". Wir glauben, daß wir erregung versetzt werden, ohne die Kunst gar faum eine würdigere Wahl treffen konnten als nicht voll wirken kann. das Freiheitsdrama des größten deutschen Dich Wir dürfen also alle hoffen, daß in Karlsters, mit der unsterblichen Musik Beethovens bad auch die Kunst unsere Hirne bewegen, unsere ( die vom Karlsbader Sturorchester ausgeführt Herzen füssen wird! werden wird). Samstag abends wird das Außer durch die Konzerte und Theatervor moderne soziale Schauspiel Beriphe- stellungen wird das Interesse der Teilnehmer am rie" von František Langer in Szene gehen, Reichsarbeitertag auch durch den est abend ein Stüd, deffen Inhalt und Tendenz durchaus der Zentralstelle für das Bildungsunserem Geiste entspricht und mit dem wir( der wesen in Anspruch genommen werden, der am Autor ist ein Tscheche) zugleich auch in der Kunst Freitag, den 16. August im Festsaal des Kurhau unfere internationale Gesinnung zum Ausdruck fes stattfindet. Eine vorbildliche fünstlerische Feier bringen. Am Sonntag abends wird die Drei soll dieser Abend sein. Die Mitwirkung hervor groschenoper" aufgeführt werden, die Umragender Stunstkräfte wurde dafür bereits gearbeitung einer alten englischen Komödic, ein sichert. Werk, das in Berlin, Prag und anderwärts ungeteilte Anerkennung und Begeisterung gefunzum Teil revolutionären Tendenz und wegen Welt ist offen. Nach beendeter Aufbauarbeit stürmen junge Turner, Rote Fallen und Stinder zum Eingangstor, aus dem geschmückte Lauftautos song queren, fann man sich stundenlang ergeben. ben hat und das wegen seiner sozialkritischen, Beteiligung des Auslandes. mit Kindern kommen. Die Parole ,, Freundschaft" Und wer es liebt, lanu sich der köstlichsten Ein- um Teil revolutionären Tendenz und wegen wird sichtbar. Ein Festreigen der Turner be famkeit erfreuen und von einer Bergeshuppe das feiner Modernität in der dramatischen und mufi- Der Reichsarbeitertag in Starlsbad hat bei schließt dieses freudige Bild. Siebentes Lied: Bild auf sich wirken lassen, das die Stadt mit kalischen Konstruktion wie fast kein zweites Pro- den Bruderparteien des Auslandes vielfach ſtarDas Lied der Arbeit. Unter lauten Fan- ihrem Gewinkel von Häusern im Tale und den butt unseres Zeittheaters just für eine solche pro- tes Interesse gefunden. In der wärmsten Weise farenrufen, Trommelwirbeln, Bautenschlägen abgeschloffenen Villenvierteln auf den Höhen letarische Veranstaltung, wie sie der Reichsarbei- wurde von der Sozialdemokratischen und Fabritssirenentönen nehmen Arbeiter beim bietet. Mächtige Buchenbestände, deren Zweige tertag ist, geeignet ist. Partei Deutschlands eine Unterstützung Tor Aufstellung. Ein großer roter Globus er sich zusammenschließen zu einem Dach, das mur Die Dreigroschenoper" ist keine Oper im des Reichsarbeitertages zugesagt. Der Berliner scheint, umschlossen von einem großen Zahnrad. schmale Spalten läßt für die Sonnenstrahlen, allgemeinen Sinn, aber eine Satire auf ver- Parteivorstand hat an alle Bezirksleitungen Die Arbeit sie bewegt, die Arbeit jie erhält die tiefdunkler Nadelwald und sonnige, blumige Wie- altete, dem Voltsempfinden fremd gewordene Weisungen ergehen lassen, in denen er sie auf Welt." Unter dem Triumpfgefang des mächtigen fenflächen bilden ein Heilmittel, das allein schon pernproduktion. Leider ist es nicht möglich, den fordert, regste Propaganda für unseren Reichs Liedes endet das Spiel in einer Glorifizierung Wunder tut. Teilnehmern unserer Augustveranstaltung auch arbeitertag zu entfalten. Es ist deshalb aus der Arbeit. Es sind immer noch erit Wenige ans der eines der großen Opern- und musikdramatischen Deutschland, vor allem aus dem angrenzenden Die Durchführung dieses Festspieles, dessen Klasse der Schaffenden und Ringenden, die ihre Werke ewiger Geltung vorzuseßen: die Karls- sächsischen und bayrischen Gebiet, eine Teilnahme begeisternden Inhalt wir hice. nur andeuten Hoffnung auf Sarlsbad feben dürfen, wenn bader Bühne verfügt über tein Opernensemble von mehreren Tausend Genossen zu erwarten. fonnten, bedeutet eine gewaltige organisatorische Krankheit sie befällt und Sorge in die Familie und die Bestellung einer eigenen Truppe von Mit den österreichischen Genossen Aufgabe, deren Lösung gerade in unserem Sied- einzieht. Die Krankenversicherungsanstalten ha- anderwärts eigens zu diesem Zwede ist, ganz steht die Hauptleitung bereits in Verbindung und lungsgebiete außerordentlich schwierig ist. Würde ben bereits eigene Heime, aber deren Zahl ist abgesehen von den enormen Stoften, die sie ver es ist damit zu rechnen, daß aus Wien und aus des Festspiel in einer Großstadt aufgeführt, so so winzig klein im Verhältnis zur Zahl der Seurursachen würde, schon deswegen ausgeschloffen, anderen Teilen des Landes zahlreiche Teilnehmer bestünde die Möglichkeit, alle Teilnehmer aus häuser und Hotelanlagen. und noch viel Kleiner, weil in dieser Spätsommerzeit alle Opernbühnen nach Karlsbad lommen werden. den Arbeitern und Arbeiterinnen dieser Stadt zu wenn man sich die Masse der Schaffenden gegen geschlossen, die Künstler auf Urlaub sind. Fest angemeldet ist auch bereits eine größere refrutieren. Mit der Straßenbahn könnten sie über der Zahl der Besitzenden vor Augen hält. Und dennoch wird in einer unserer Festvor- Delegation ungarischer Genossen aus zusammenkommen, um das Spiel zu proben und Daß es anders werde, daß die heilende Straft der stellungen auch ein Werk aufgeführt werden, das Budapest und eine Gruppe englischer einzuüben. Wir sind aber gezwungen, die 2500 Karlsbader Quellen den Körper aller durch- in musikalischer und textlicher Hinsicht als per Genossen. bis 3000 Teilnehmer aus dem großen Gebiet von ſtröme, daß die Bäder alle aufnehmen, die im anzusprechen ist, nämlich die meist unter dem Startes Interesse besteht für die Starlsbader Bodenbach bis Eger auszusuchen. Es wird ieder- Tosen der Maschinen, im Dunkel der Schächte, Namen einer Operette bekannte unsterbliche Beranstaltung in Belgien. Wenn es gelingt, mann verstehen, wieviel Arbeit die Durchführung in den Giftschwaden der Fabriken ihre Gesund Fledermaus" von Johann Strauß. Das die Verhandlungen mit den belgischen Genossen des Festspieles erfordern wird. heit einbüßen, das ist das Ziel unseres Wirkens, lubergänglichste, was wir der leichter geschürz zu einem günstigen Abschluß zu führen, ist eine Troßdem soll dieser, in unseren Streisen erst dem auch der Reichsarbeitertag sichtbaren Aus- tent musikalischen Muse verdanken, schien uns die zahlreiche Teilnahme zu erwarten. malige Versuch, durch ein Wassenfeitspiel einem brud verleiben soll. Karlsbad, das ist wohl der richtige Wahl zu sein, da es sich darum handelte, Aus Frankreich wird eine Abordnung Arbeiterfest einen feltenen Söhepunkt zu verlei geeignetste Platz für den Reichsarbeitertag. Auf innerhalb unseres Theaterprogramms auch Su- nach Starlsbad kommen. hen, unter allen Umständen verwirklicht werden. Dem Boden, auf dem sich die Bankgewaltigen mor, Freude, Lebenslust, reines Genießen zu Selbstverständlich werden sich auch die tscheEr wird gelingen, wenn er die freudige Mitar- und Trustherren ein Stelldichein geben, sollen ihrem Rechte kommen zu laffen. Die Fleder- chischen Genossen in großer Zahl in beit aller findet, auf die es anfommt. fich einmal auch die Arbeiter aus allen Teilen maus" ist für den Samstag- Nachmittag angesetzt. Sarlsbad einfinden." .