Nr. 4. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. Nummer mit illustrirter Sonntags Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PoftAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- Bettungs Preisliste für 1899 unter Br. 7820. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 16. Jahrg et einen ist die aber Die Insertions- Gebiinicht wie beträgt für die fechsgespaltene n in den zeile ober deren Raum 40 Pig Bereins- und Versammlungs- Anzeigenern fowie Arbeitsmarkt 20 Pfg. Inserate o für die nächste Nummer müssen bis t 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition tft an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Zernsprecher: Rmt I, Mr. 1508. Telegramm Adresse: „ Bozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Donnerstag, den 5. Januar 1899. Das deutsche Wirthschaftsjahr 1898. immer zunehmender Beschleunigung unsere Transportweise, Das abgelaufene Wirthschaftsjahr gleicht äußerlich in allent Wesentlichen seinem Vorgänger. bon Die große elettro technische Revolution, die mit unsere Licht- und Kraftversorgung umgestaltet, hat an diesen Kapitalsanlagen natürlich einen großen Antheil 1894/95 ab beansprucht sie jährlich für Aktien und Obligationen 77, 148, 245, 360 Millionen Mart, mit Hinzufügung sonstiger Anleihen wahrscheinlich weit mehr wie 500 Millionen. Deutschland steht an der Spitze der Verbreitung der angewendeten Elektrizität." " Die Industrie sah ihre Produktionsfähigkeit weiter in außergewöhnlichem Maße angespannt. Mit Ausnahme der Tertilgewerbe, die seit Jahren schon an Uebererzeugung leiden und die daher auch, in Deutschland wie in anderen Ländern, am lautesten nach Eröffnung neuer Märkte schreien, sind die Diese dauernde Hausse auf fast allen Gebieten nahm Preise überall günstige geblieben, zum Theil sind sie sogar zuletzt die Banken derart in Anspruch, daß sie mit einer weiter gestiegen. Selbst die Landwirthschaft hat ihre bisher kaum dagewesenen Heftigkeit ihre Goldschäze verProdukte verhältnißmäßig hoch verwerthen können; dazu vertheidigen mußten. Als am 9. April die Reichsbank zum ersten fügte sie über eine außerordentlich reiche Ernte. Male zu einer Diskonterhöhung schritt, von 3 auf Das behagliche Wohlgefühl, das alle kapitalistischen Kreise 4 pCt., sah man Anfangs darin nur eine Vorbeugung gegen durchdrang, war so unerschütterlich, daß alle Hiobsposten aus den Abfluß deutschen Goldes nach den Vereinigten Staaten, die sich nahen und fernen Wetterwinkeln kaum einen Eindruck hinter- soeben zur Eröffnung des Krieges mit Spanien anschickten. Doch ließen. Während sonst die Börse Mücken zu seihen liebt, hat der Krieg ging zu Ende, aber die Zinssteigerung blieb und setzte fie im letzten Jahre in aller Seelenruhe die größten Kameele sich weiter fort: am 10. Oftober auf 5, am 9. November verschluckt. Der koloniale und finanzielle Zusammenbruch auf 5%, und am 19. November auf 6 pCt., eine Höhe, die Spaniens, das Aufstreben der Union als Kolonial- und Welt- nur zweimal während des Bestandes der Reichsbant, nämlich handelsmacht, die englischen Schiffsdemonstrationen in den 1877 und 1882, erreicht worden ist. Die große Zentralbank chinesischen Gewässern gegen Rußland und seine Helfershelfer fah noch niemals so viele Wechsel und Lombardwerthe zur in Peking, die weitere Berstückelung des ewigen Reiches der Umwandlung in Geld sich herandrängen; am 30. November Mitte, die Siege des Sirdar und die erbitternde Demüthigung hatte sie 1 089 151 000 m. in solchen Anlagen" festgelegt. Frankreichs, das alles hat auf sie weder einen Die Goldreserve war am 7. Oftober auf 508 Millionen herabtiefer greifenden noch einen länger dauernden Einfluß aus- gegangen, der steuerfreie Notenumlauf war zeitweilig um zuüben vermocht. Man stukte wohl im ersten Augenblick, 276/2 Millionen überschritten. " Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. " zeit mit Erfolg dahin führen, wohin es gewünscht wird; er ist seiner Sache sicher. Auch Graf Ballestrem scheint offenbar auzunehmen, daß es ihm gelingen wird, die Leibgarde Seiner Heiligkeit", als welche er bor wenig Jahren auf einem deutschen. Katholikentage das deutsche Zentrum reklamirte, auf höheren Befehl stets je nach Bedarf prompt einschwenken zu lassen. Hoffen wir, daß er sich da gründlich verrechnet! " Denn für das Zentrum würde die letzte Möglichkeit, jemals zu einer wirklichen deutschen Volts partei zu werden, endgiltig schwinden, wenn es sich auch der neuen Militärvorlage gegenüber wieder auf Kompromisse und Bewilligungen einlassen wollte, statt mit einem runden und netten, deutlichen Daraus wird nichts!" allen derartigen Ueberrajchungen" und Ungeheuerlichkeiten endlich ein für allemal den Riegel vorzuschieben. Es geht unter keinen Umständen so weiter, wie bisher, wenn der deutsche Reichstag nicht schließlich ein Spott für Kinder werden soll. Die Entscheidung darüber wird beim Zentrum liegen, es wird aber mit dieser seiner Stellungnahme zur Militärvorlage auch zugleich über seine eigene Zukunft entscheiden, und zwar nicht nur über die Zukunft der nächsten fünf Jahre! Das Zentrum würde, wenn es auch diesmal wieder von Herrn Lieber zum Sprung über den Stock" sich bewegen ließe, damit definitiv in die Stelle einrücken, welche in den ersten Jahrzehnten des Norddeutschen Bundes und des Reiches der Nationalliberalismus inne hatte. Nur mit dem einen, gewaltigen Unterschiede, daß die Nationalliberaleu solche Stellung ausfüllten auf grund ihrer politischen Prinzipien und in voller Harmonie mit denselben, während das Zentrum die gleiche Position nur einnehmen und halten könnte unter dauernder trassester Berleugnnng seiner Grundsäße und seines politischen Programms." wandte sich dann jedoch wieder den gewinnbringenden Alltags- Auch diese kapitalistische Zuspigung des Geldmarktes Es wird dann weiter auf die bekannte Stellungnahme geschäften zu. Man sieht in allen großen Umwälzungen des hat indeß den Optimismus der Börse und der Groß des Zentrums gegen die 1893er Präsenzerhöhung hingewiesen internationalen Wirthschaftslebens vorläufig nur das Gute: industrie nicht zu erschüttern vermocht. Man nimmt die und scharf hervorgehoben, daß es in Konsequenz seiner dadie Aufschließung neuer Gebiete für riesenhafte Kapitalanlagen, größeren Schwierigkeiten der Leihgeldbeschaffung ruhig mit maligen Abstimmung statt eine weitere Heeresvermehrung die Belebung des Außenhandels, den wachsenden Bedarf an in Stauf, so lange der winkende und der tagtäglich erzielte 1. Herabsehung der heutigen Friedenspräsenz und 2. endfriedlichem und kriegerischem Schiffsmaterial daheim und in Profit den Zins noch immer so beträchtlich übersteigt. Die giftige gesetzliche Festlegung der zweijährigen allen Buchten der fremden Meere. Man glaubt noch an Beute an Mehrwerth ist so groß, daß man sie ruhig mit den Dienstzeit fordern müsse. Mit jedem Mann und teinen Umschlag, man weist triumphirend auf die stetig Banken und dem Leihkapital theilen kann. jedem Groschen aber, den es der neuen Vorlage bewilligt, steigenden Ziffern der Produktions- und Handelsstatistik hin. Hat die Arbeiterklasse an diesem berauschenden übt es den schnödesten Verrath an seinen Grundfäßen, an Die deutsche Ausfuhr der Jahresabschluß liegt Zuwachs an Reichthum entsprechend theilgenommen? Viel- feinen Wählern und an den vitalsten Interessen des deutschen noch nicht vor hatte sich von Januar bis Ende November leicht ist die industrielle Reserve- Armee, die, wenn die Industrie Boffes." um fast genau 21 Millionen Doppelzentner, um weit über ihre Periode der Stockung durchmacht, die Landstraßen und Wir fürchten, daß das Zentrum längst verlernt hat, acht Prozent, gegen das Vorjahr vermehrt. Die Einfuhr, die Obdachslosen- Asyle überfluthet, im Augenblick stark zurück- Argumenten der Vernunft und der Moral Gehör zu schenken. lediglich wegen des Mehrbedarfes unserer Bevölkerung und gegangen. Vielleicht ist die Masse der ständigen Arbeiter, Die Herren sind in der That nationalliberal geworden, unserer Industrie an Getreide und Rohstoffen, hob sich um für welche die Stockung vermehrte Feierschichten und größeren und der„ Demokrat" Lieber ist reif, als Stultusminister oder 24,8 Millionen Doppelzentner, während unsere Zahlungs- Lohndruck bedeutete, zum Theil wieder mit Volldampf thätig Staatssekretär der Marine in Gottes Staat herumzukriechen. bilanz weiter günstig blieb. Vergleicht man dem Werthe nach und verdient soviel mehr, wie es der gesteigerten Arbeitslast Wer aber nichts als Zufalls- Macht- Politik treibt, der wird die Ziffern der drei ersten Quartale, so ergiebt sich eine Aus entspricht. Sollen die Schöpfer alles Wohlstandes für immer früher oder später vom Untergang ereilt und er hat alsdann fuhr Deutschlands mit diesen Brosamen abgefunden sein? nicht einmal die Gunst einer Bestattung in Ehren. Diese Zweifellos ist der bürgerliche Mittelstand gerade in Erfolgspolitiker werden neben dem Fried. den Jahren des Aufschwunges rascher wie sonst aufgerieben hof der Geschichte auf geächtetem Boden einworden; er wird demnächst, wenn die nahende Krisis ihn vollends proletarisirt, die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkte gescharrt.1895 von 2407,6 Millionen Mark 1896 1897 1898 2611,0 " 2684,3 " " D " " 2742,9 " verschärfen. Der Rückschlag wird kommen und die errungenen paar Das letzte Mittel. 150 Die größte Belebung haben indeß zweifellos die inneren Wirthschaftsbeziehungen aufzuweisen, die für das ökonomische Gesammtbefinden Deutschlands überhaupt ausschlaggebend sind. Spargroschen der Proletarier rasch wieder aufzehren. Je Die Polizei hat endlich ein Spezifikum gegen den Kennzeichnend hierfür ist vor allem die weitere Zuhöher der Aufschwung, desto tiefer der Sturz, den alle Jagd Anarchismus ergrübelt: Die Anarchisten werden zu nahme der Eisenbahntransporte. Allein Preußen, mit Einschluß der einverleibten hessischen Schienenwege, hatte nach neuen Absatzfeldern in der Fremde nicht hindern und Grunde gemessen. Unser Magdeburger Partei- Organ erzählt: hier bis November eine Mehreinnahme von 50 Millionen nicht einmal mildern kann. Vier Jahre ist es dem Kapital endlich wieder einmal ge-" Die der Polizei bekannt gewordenen Anarchisten sind am Mark gegen das Vorjahr. Dabei war schon lange vorher das Wachsthum der Güterbewegung ein ganz erstaunliches. glückt, sich ohne schwere Erschütterungen zu rühren und zu letzten Tage des alten Jahres mit einer Aufforderung beglüdt Sie umfaßte auf den deutschen Bahnen entfalten. Wird es sich seines Glückes noch lange freuen worden, sich am 1. Januar im Polizeigebäude einzufinden. Mit der größten Höflichkeit. sind hier die Anarchisten nach ihren Personalien gefragt. Die gewordenen Antworten wurden sorgsam registrirt. Man bediente sich hierzu eines eigens zu diesem Zwecke angefertigten Formulars. im Julandsverkehr allein 1890... 151 Millionen Tonnen 128 Millionen Tonnen 1892 158 133 1893 155 139 1894 174 146 1895 181 152 # " 170 183 1896... 202 1897... 218 " 1890 163,0 " 1892 38,9 " 1893 39,6 " " " 1894 1895 47,2 " " " 97,5 1896 " 151,0 " 1897 " 131,5 " " 1898 " 244,5 " " 0 " " fönnen? Politische Neberlicht. Berlin, den 4. Januar. Der Hemmschuh. " Nach Feststellung der Personalien erhielten die Anarchisten Anweisungen, fich in einem Nebenzimmer einer törperlichen Messung zu unterwerfen. War die Aufnahme der Personalien ohne Angabe der Gründe schon eine ganz auffällige Maßnahme, da es sich um Bersonen handelt, gegen die fein Strafverfahren anhängig gemacht ist oder schwebt, so mußte die körperliche Messung erst recht auffallen. Meffung energisch protestirt; fie erkundigten sich mit vollem Recht Natürlich wurde seitens der Anarchisten gegen die körperliche Messung energisch protestirt; fie erkundigten sich mit vollem Recht nach den Gründen dieser absonderlichen Handlung. Es erfolgte Mittheilung, daß die Aufnahme der Personalien, die körperliche Meffung von dem Minister des Innern verfügt sei; es soll sogar die photographische Aufnahme bestimmter Personen angeordnet sein. Unser ganzes politisches Leben erstickt unter der quantitativen Uebermacht des Zentrums, das wie eine Zerfalls- Geschwulst den politischen Organismus belastet und Weiter spricht die andauernde Prosperität aus den fort zur Trägheit zwingt. Namentlich frankt der deutsche Parlagesetzten Neugründungen, vor allem jedoch aus den mentarismus am Zentrum, und wenn wirklich einmal ein zahlreichen Umwandlungen alter Privatetablissements bischen Bewegung zu stande kommt, so sind es, Dank den in Aktiengesellschaften, meistens natürlich mit starker Erweite- Ultramontanen, die Wogen einer Wellenbadschaukel. Dabei rung und vollständiger Umgestaltung der früheren Betriebe. ist das Zentrum von einer moralischen Anästhesie, von einer Das Attien fapital der im ersten Halbjahr gegründeten Empfindungslosigkeit befallen, die den Kampf mit ihm recht Gesellschaften belief sich unerquicklich gestaltet. Der Protest hatte Erfolg. Es wurde von der körperlichen 1889 auf 182,6 Millionen Mart Die Mecklenburgischen Blätter" hatten neulich Aeußerungen Messung Abstand genommen( ob bei allen, entzieht sich unserer Mallinckrodt's, des einstigen Gewissens" des Zentrums, zitirt, Kenntniß) und den Anarchisten anheimgegeben, über ihren Körper um das ultramontane Renegatenthum zu kennzeichnen. Das Angaben zu machen. Zum Theil war das Resultat negativer Art, Blatt konstatirt jekt, daß kein einziges ultra- und die Polizei war nur auf Schätzungen und Vermuthungen ane gewiefen. montanes Organ auf diesen Vorwurf reagirt hat, obwohl Außerdem wird uns mitgetheilt, daß Personen mit der polizeijener Artikel durch andere Zeitungen die weiteste Verbreitung lichen Aufforderung beglückt wurden, die in anarchistischen Kreisen gefunden hat. vollkommen unbekannt find; es wäre angezeigt, hierüber Näheres zu In anbetracht dieser Empfindungslosigkeit suchen die erfahren. Es wird angenommen, daß die neueste Polizei- Aktion; Mecklenburgischen Blätter" das Phlegma der Regierungs- gegen Anarchisten eine Folge der Anarchistenkonferenz ist." Schutztruppe aufs Neue mit einigem Spiritus aufzumuntern, Beute, die sich nichts haben zu Schulden kommen lassen, außer Diese neueste Ausdehnung der Machtbefugnisse der Polizei, indem sie schreiben: " Herr Heinrich Ridert erschien bei der Eröffnung des Reichs- etwa haltlose Ideen, zwangsweise auf ihre förperlichen tages im Weißen Saale", die Mannesbrust mit der Zentenar- Qualitäten zu untersuchen, verdient gewiß eine baldige Medaille" und dem rothen Adlerorden vierter Güte geschmückt. Am Erörterung im Reichstage. Es ist mit dem Recht der Tage darauf verwies Graf Ballestrem( spr. Balléstrem, den Ton auf persönlichen Freiheit aus, wenn die Polizei auf jeden beliebigen der zweiten Silbe des Wortes), als der Kaiser das Präsidium mit dem Menschen ein Verfahren anwenden darf, das Mitgliedern Wunsche eines guten" Fortganges der Reichstags- Geschäfte entließ. des Verbrecheralbums gegenüber zulässig sein_mag. „ scherzend" auf die Uniform der Leibkürassire( oder war es ein anderes Die„ Post" findet bereits diese Maßnahmen gegen die, " Leib"-Regiment), die er trage und bei denen er ja wohl Major oder gar Obersilieutenant de la Landwehr ist. Beide kleinen Moment Anarchisten nicht durchgreifend genug. Der Sozialismus bilder haben etwas Berwandtes, Bukunftfrohes in ihrer müsse vor Allem getroffen werden. Also können sich wohl Art. Herr Rickert wird sein bescheidenes Fähnlein schon alle- auch die Sozialdemokraten sammt und sonders darauf gefaßt Der Basch'sche Jahresbericht, dem wir diese Ziffern entnehmen, verzeichnet ferner, mit Einrechnung aller an den deutschen Markt gebrachten Staats-, Kommunal- und sonstigen notirten Anleihen, folgende Gesammt- Emissionsziffern, nach dem Ausgabepreis festgestellt: im ersten Semester 1889 973 Millionen Mark " 1890 695 " " " 1892 640 " " " " 1893 980 " " " 1894 622 " " " " 1895 659 " " 1896 1142 1897 750 17 " " 27 1898 1532 " machen, demnächst ihre körperlichen Schönheiten der Polizei u enthüllen. Und in der Anwendung der beliebten Vorchtstheorie, werden nacheinander die übrigen Parteien dem tem Bertillon"- fein Urheber ist ja der Clown des us- Dramas geopfert werden. Die Polizei thut nichts es mehr als: messen, messen, messen; und wenn man sortirft, daß sie einmal einen Raubmörder nicht entdeckt habe, 10 wird sie entschuldigend geltend machen, sie habe gerade die Sämmtlichen Landwirthsbündler vermessen müssen, deren Leiblichkeit einer erneuten Prüfung bedurft habe, nachdem sie gedroht, unter die Anarchisten zu gehen. So werden die Bogen mit den Körperbeschreibungen immer höher schwellen, und ein festes Bollwerk gegen den Umsturz bilden. Die erheblichen Stoften aber, die das Verfahren erfordert, werden dafür wird Miquel sorgen- dadurch aufgebracht, daß die von der Polizei angefertigten Photogramme den Malern als ff. Aktstudien zum Verkauf angeboten werden. Kurz, die Polizei sorgt für Alles. Die Polizei wacht Tag und Nacht über unser Seelen- und Körperheit und das Volt kann ruhig schlafen gehen. Wenn sie uns nur nicht am nicht am Ende noch das La chen verbietet! Zur Ausweisungspolitik. Das Berliner Tageblatt" schreibt: denten: D Die Ausweisungspolitit, wie sie jetzt in Preußen im Schwange ist, hat im Auslande vielfach große Erregung hervorgerufen. Nur so ist es zu erklären, daß zuweilen auch solche Nachrichten in IlmTauf gesetzt und geglaubt werden, die sich als unzutreffend erIn der letzten Monatsausgabe veröffentlichten wir das nachstehende Telegramm unseres Petersburger Korrespon" Soeben wird mir von unterrichteter Seite versichert, daß man ruffischerseits angesichts der dieser Tage verfügten Aus weisung von zirka dreißig russischen Arbeite rinnen aus einer Berliner Zigarettenfabrik bei der preußischen Regierung Vorstellung erheben und um Auftlärung bitten werde. Es ist zweifellos, daß auch hier die Ausweisungspolitik böses Blut macht." Sierzu erhalten wir die nachstehende Berichtigung des hiesigen Polizeipräsidenten: " Die in Nr. 2, XXVIII. Jahrgang des Berliner Tageblatts" vom 2. Januar 1899 enthaltene, angeblich von dem Betersburger Korrespondenten des Blattes depeschirte Mit theilung, daß dieser Tage die Ausweisung von zirka dreißig russischen Arbeiterinnen aus einer Berliner Zigarettenfabrik verfügt worden sei, ist unwahr. Repreffalien, wo es sogar fehlt an Veranlassung zu dergleichen, - angesichts der kläglichen Bitte um Gnade, wie sie von vereinzelten Mitgliedern des Handelsstandes ins Ausland versandt wird, angesichts der bei der ersten Berathung des Etats im Reichstage aus den Reihen der Opposition vorgetragenen Reden, - angesichts endlich der Befliffenheit auch etlicher Professoren, von denen der eine in maßloser Form unberechtigte Schmähungen in die Welt fendet, der andere in allerdings anständiger Form hochnothwendige Maßregeln der Regierung durch ganz unrichtige Vergleichungen falsch charakterisirt und herabwürdigt, vo find die Schürer des Krieges zu suchen, wo sind sie, die jede Abrüstung zur Unmöglichkeit machen? Wahrlich nicht da, wo das irregeleitete Urtheil vieler Freunde des Friedens fie sucht." -O die Abrüstungskonferenz in einen- Karls baber Kongres ver Darum muß sich, so schließt die Betrachtung des Junterorgans, wandeln: Interessen der Bauernschaft vertreten hat"; dabei sei er auch öffentlich für die Wahl feines Berufsgenossen, des Abgeordneten Steinhauer, eingetreten. Wir können dem Landrath nur Recht geben. Ein Agitator für den„ Nordoſt" iſt keine geeignete Person für das Amt des Gemeindevorstehers. Er würde zweifellos den Frieden in der Gemeinde nicht befördern und auch nicht das für sein Amt erforderliche Vertrauen bei den Gemeindemitgliedern genießen. So denten die agrarischen Schnapphähne über die Selbstverwal tung der Gemeinden. Nur Agrarier, deren Lebensaufgabe die Voltsauswucherung bildet, find würdig, der Gemeinde vorzustehen. Nicht- Agrarier, und wären es die biederen Nordost"-Leute der Rickert'schen Freisinnstruppe, sind nicht geeignet". Sie bes fördern den Frieden nicht, sagt das Organ desselben Junkerthums, beiträgt, Unzufriedenheit im Wolfe zu fäen und unsere vaterländischen welches gerade mehr denn irgend eine andere Gesellschaftsklasse dazu Zustände zu verschlechtern. a lender, wir mögen Gedenktage erwähnen, so patriotischer Niemals zufrieden sind unsere herzlichen Feinde mit unserem Natur, daß ein Kreisblatt sie bringen könnte. Möge denn die Abrüstungskonferenz zufammentreten, wir wünschen ihren Verhandlungen guten Fortgang und ihren etwaigen Maßregeln Gelingen und Frucht. Aber möge sie auch den i des Uebels richtig erkennen und das Betreten des richtigen 23 e qe 8 zur Abhilfe, ohne scha Br des richtigen 23 eges zur Abhilfe ohne Schen vor dem Ge- Daß der Kalender den Todestag Bater Plötzens erwähnt, ist den Landwirthsbündlern nicht recht, die keine Agrardemagogen sein schrei der eigentlichen Friedenshinderer anrathend selbst darauf möchten, wenigstens nicht im Stalender. Ganz besonders auffällig vorangehen." aber ist es, Das heißt ohne Kreuz-: Die Leute, die Regierungsbekannter daß man die bloße Erwähnung Haben sich die maßregeln tritiftren, Individuen, die in Deum v. Köller feinen brei- Reden des Kaifers- aufreizend findet. Herrn fach begnadeten Stellvertreter Gottes zu ehren vermögen, Professoren, Herren, bevor sie diese ungemein scharfe Kritik niederschrieben, die jämmerlich genug sind, mit dem Wuth der Wahrheit in teuflischer rathen? Im Grunde ist man, glauben wir, gar nicht sowohl mit der auch forgfältig mit einem befreundeten Staatsanwalt be= Lust zu bublen das sind die eigentlichen Friedensstörer, sie ver Auswahl der Gedenktage unzufrieden, als vielmehr mit der Institution eiteln Väterchens herrlichen Abrüstungstraunt. Darum muß die des Salenders selbst. Grimmert doch so ein Ding allzu fühlbar an Abrüftungskonferenz das lebel bei der Wurzel packen und die Karls- ben Wandel irdischer Herrlichkeit, und ist doch jeder Tag, den der bader Beschlüsse und die heilige Allianz wiederherstellen: Unter- Kalender verzeichnet, ein Schritt weiter zum Untergang sterbender drückung der Presse, Umwandlung der Universitäten in Kasernen, Klassen. Sie möchten die Zeit aufhalten, und schelten auf den unVerbannung rebellischer Professoren und sonstiger Umstürzler nach Sibirien, das zum internationalen Asyl für Friedensstörer jeder Art schuldigen Kalender, wie das frierende Kind auf das Thermoerhoben wird, und der Volksfriede ist hergestellt, wie in der Metternich- Beit. Es lebe der evige Friede unter russischer Polizei: Aufsicht! Die am Neujahrsmorgen durch eine fieberhafte Grippe verhinderte Ansprache des Kaisers an die kommandirenden Generäle wird nunmehr am 18. Januar erfolgen. meter. Amtliche Wahlbeeinflussungen scheinen auch bei den elsaßLothringischen Behörden sehr beliebt zu sein. Durch eine öffentliche Erflärung, welche der Bürgermeister der elsässischen Gemeinde Dahlenheim, Ignaz Hedmann, im flerifalen„ Elsässer" über die Gründe feiner fürzlich erfolgten Demission abgiebt, wird ein sehr bezeichnendes Schlaglicht auf den Apparat der offigiösen Wahlmaschinerie im Reichslande geworfen. Am 2. Dezember v. J. wurde Heckmann vom Kreisdirektor in Molsheim über seine AmtsInnern ausgearbeitete Gesetzentwurf betreffend die obligatorische bei den Gesetz betreffend Fleischbeschau. Der im Reichsamt des thäfigkeit zur Rede gestellt, wobei ihm vorgeworfen wurde, er habe Fleischbeschau war vor kurzem dem preußischen Staatsministerium Kandidaten Delior herbeiführen helfen. In Bezug auf diefen letzten Reichstags- Wahlen den Sieg des Klerikaken zur Begutachtung vorgelegt, ist von diesem genehmigt worden und Punkt sprach sich der Kreisdirektor nach der Darstellung Heckwird voraussichtlich in den nächsten Tagen dem Bundesrath mann's folgendermaßen aus: Wie haben Sie sich bei der Wahl zugehen. Die Fleischbeschau soll danach, so meldet ein Bericht benommen? Sie haben für Delsor gearbeitet; ich selbst bin vor b. Windheim." Es ist sehr erfreulich, daß zu den Differenzen mit Oesterreich, Für Preußen, wo die Fleischbeschau bereits besteht, wird voraussichtlich nicht zu Hause und habe keinen einzigen Wahlaufruf von Grunelius erstatter, für ganz Deutschland obligatorisch eingeführt werden. der Wahl durch die Gemeinde Dahlenheim gefahren, traf Sie aber Dänemart und Holland, die wir der Ausweisungspolitik verdanken, cine beträchtliche Vermehrung des Untersuchungspersonals sich als( dem gouvernementalen Kandidaten) angeschlagen gesehen." Hedmann nicht auch noch Schwierigkeiten mit Rußland wegen der Aus- nothwendig ergeben. Die deutsche Produktion wird, wie ver- habe darauf geantwortet, er sei weder für den einen noch für den weisung von 30 Arbeiterinnen aus einer Berliner Zigarettenfabrik lautet, einer zweimaligen Kontrolle, vor und nach der Schlachtung, anderen Kandidaten eingetreten. Weiter legte ihm der Kreisdirektor tommen, und wir wünschen, wir könnten allen Nachrichten von unterworfen werden. Ausländische s Ausweisungen, die so böses Blut machen, auf Grund behördlicher verarbeiteten Zustande wird einer Kontrolle entweder an der Grenze wahlen von 1897 zur Last. Ueber die Vorgänge bei diesen Wahlen 3 Fleisch in rohem oder die Niederlage der beiden Regierungskandidaten bei den KreistagsAngaben ein ebenso bündiges Dementi entgegensetzen. Worauf oder in einer Zollniederlage im Julande, wohin unter Zollverschluß äußert sich Heckmann wie folgt: die Gewährsmänner unseres Petersburger Korrespondenten sich die Waaren gelangen können, unterliegen. Dem Bundesrath bei ihren Mittheilungen flüßten, können wir natürlich nicht sind in Bezug auf die Ausführung des Gesetzes weitgehende Wohnung ab und erklärte mir, daß er vor den Wahlen eigens zu Kurz vor den Kreistagswahlen stieg der Assessor vor meiner wissen. Aber daß es sich nicht um eine wie es in der Vollmachten eingeräumt. Dan nimmt an, daß eine solche mir fomme. Ich sagte damals dem Herrn Affeffor, daß ich für Berichtigung heißt angeblich e", sondern thatsächlich an Vollmacht sich auch auf den Erlaß von Einfuhrverboten teinen der Kandidaten einstehen werde und fügte gleichzeitig hinzu, uns gelangte Depesche unseres Petersburger Korrespondenten erstrect. handelt, davon kann sich der Herr Polizeipräsident auf unserer daß, nach der in der Gemeinde herrschenden Stimmung zu Redaktion durch Einsichtnahme in das Original leicht überzeugen, haben würden. Der Herr Assessor glaubte nun, daß aus mir eine urtheilen, die beiden Regierungskandidaten wohl wenig Erfolg da wir Telegramme im Allgemeinen aufbewahren, im Gegen faz zu den sonstigen Manuskripten, die bekanntlich sofortiger Bergewiffe Eifersucht spreche und ich mich deshalb von jeder Wahlnichtung anheimfallen." Haftpflicht der Beamten. Wie einige Blätter berichten, ist agitation enthalten wolle, weil ich selbst gern als RegierungsEr suchte mich folgenderDie Nordd. Allg. 8tg." bringt die Berichtigung des Herrn das Gefeß über die Haftung des Staates und der Gemeinden für kandidat aufgestellt worden wäre. Staatsministerium nach den Vorschlägen Sie eifereinmal so haben, ein anderes Mal tönnen auch Sie Wir aber können dem„ Berl. Tagebl." verrathen, daß sein Petersburger Korrespondent nicht schlecht unterrichtet gewesen ist und daß an die Reihe kommen." Nach vielem Bitten versprach ich Der Entwurf des neuen Zolltarifs, welcher im Reichsamt dem Herrn Assessor, aber gänzlich wider Willen, die Wahl der beiden es sich sein demuthvolles Abbittegestammele hätte sparen tönnen. des Junern ausgearbeitet wurde, ist, wie die Nordd. Allg. Zeitung" Herr v. Windheim berichtigt! Wie und was soll der Herr mittheilt, den Regierungen aller deutschen Bundesstaaten, welche eine Regierungskandidaten zu unterstützen; trotzdem erhielt jeder derselben Polizeipräsident berichtigen fönnen, sintemalen er im Stadthagen- eigene Zollverwaltung haben, in vergangenen Herbst zugegangen, Prozeß gezeigt hat, was alles er von Geschehnissen in der ihm wie das seinerzeit mitgetheilt wurde. Der Entwurf ist ein sehr um hörden in nicht gerade verschämter Weise auf den Ausfall der Wahlen Man scheint demnach von Seiten der elsaß- Lothringischen Bes polizeilich unterstehenden Stadt nicht weiß? Freilich in diesem fangreiches Schriftstüd, welches übrigens neben dem neu entworfenen einzuwirken. Fall mag Herr v. Windheim formell richtig berichtigt haben. Tarifschema auch die bisherigen Zollsätze bei den einzelnen Denn wer wollte von Herrn v. Windheim verlangen, daß er noch Tarifstellen enthält. Es steht nicht zu erwarten, daß der Chronik der Majestätsbeleidigungs- Prozesse. Wegen Beüber Berlins Grenzrain hinaus von allen Vorgängen weiß? Und Entwurf vor dem Spätherbst dieses Jahres mit Berücksichtigung leidigung des Kaisers und der Mitglieder der kaiserlichen Familie wer wollte ihn für verpflichtet halten, nicht in der Weise zu be- der eventuell seitens der Regierungen gewünschten Aenderungen so hatte sich am Mittwoch der Gastwirth Wilhelm Barthel aus richtigen, in der er berichtigt, selbst wenn er wüßte, daß die weit fertig sein wird, daß er als Unterlage für die weitere Berathung Walchow vor der zweiten Strafkammer am Landgericht II Berlin Ausweisung der russischen Zigarettenarbeiterinnen, zwar nicht in dienen kann. Daher wird er auch dem wirthschaftlichen 3 verantworten. Angeklagter ist von einem Drehorgelspieler Berlin, wohl aber in Charlottenburg thatsächlich Ausschuß wohl erst gegen Ende dieses Jahres mit- denunzirt worden. Am 29. Juli v. J. sei der kleine Knabe des verfügt worden ist. getheilt werden. Man darf ferner annehmen, daß der Entwurf, dann gleichzeitig auch anderen Körperschaften, welche den Handel, die Industrie und die Landwirthschaft vertreten, wird bekannt ge geben werden.Wirthschaftliche Schädigungen infolge der Aus Unwesen beherrschten Regierungen, sollte der beliebige Erlaß von Dem Bundesrath, der Vertretung der start vom agrarischen Einfuhrverboten nicht anvertraut werden. b. Windheim an hervorragender Stelle und andere konservative des Justizministers genehmigt worden, und wird dasselbe dem Landtag ichtig sein, der Herr Kreisdirettor will es un Blätter spotten über den Steinfall des liberalen Organs. " Deutsches Reich. Wer verhindert die Abrüftung? zugeheit. nur eine Stimme." wirthes in die Gaststube gekommen und habe seinen Vater um 10 Pfennige für ein Schreibheft gebeten, er müsse einen den Abschnitt gezeigt, neben welchem der Kaiser mit den kaiserlichen Absatz aus seinen Lesebuch abschreiben und dabei habe er Prinzen abgebildet war. Der Vater habe darauf erwidert:„ Ach, was willst Du damit?" und dabei soll er eine Bezeichnung für die Die Kreuz 8eitung" hat es herausgebracht, wer die weisungspolitik. Auf Antrag der ihm zugehörigen Ver- Prinzen gebraucht haben, die, wenn wahr, eine Beleidigung darAbrüstung unmöglich macht. Niemand anders als Professor bände beschäftigte sich der Zentralausschuß der der Berliner ftellte. Der Angeklagte bestritt die Beleidigung. Er habe an Delbrüd. Die Beweisführung ist etwas komplizirt, aber durch kaufmännischen, gewerblichen und industriellen dem betreffenden Tage seinen Geburtstag gefeiert und sei etwas schlagend. Vereine in seiner legten Sigung u. a. mit den wirthschaftlichen angefäuselt gewesen, aber das wisse er ganz genau, daß er das Zunächst werden die Einleitungsfäße Moltte's aus feiner Folgen der Ausweisungen dänischer Staatsangehöriger aus infriminirte Wort nicht auf die kaiserlichen Prinzen, sondern Geschichte des deutsch- französischen Krieges angezogen. Moltke hat Nordschleswig. In der betreffenden Berathung wurde für auf seinen eigenen Jungen angewendet habe. Der Pastor ja in Auschmiegung an die Reptilienfonds- Legende vom Ursprung die eingetretenen Schädigungen heimischer Erwerbszweige um des Dorfes, der Amts vorsteher und alle anderen Honoratioren" jenes Krieges geschrieben: fangreiches und authentisches Material bei- des Ortes gaben dem Angeklagten das Zeugniß, ein sehr Ueberhaupt ist es nicht mehr der Ehrgeiz der Fürsten, es gebracht. Insbesondere wurde festgestellt, daß das Ausland patriotis gesinnter Mann zu sein, der an allen find die Stimmungen der Völker, das Unbehagen über innere mehrfach den Verfuch macht, die gegenwärtige Sachlage wirth patriotischen und nationalen Festtagen fein Haus beflagge und Zustände, das Treiben Treiben der Parteien, besonders ihrer schaftlich für sich auszunuzen. An der Hand einschlägiger, auf auch sonst in jeder Weise seine patriotische Gesimming bethätige. Bortführer, welche den Frieden gefährden. Leichter wird Grund der Veröffentlichungen des kaiserlich statistischen Amtes Der Angeklagte habe allerdings die Gewohnheit, sich etwas der folgenschwere Entschluß zum Kriege von einer Ver pro 1897 gemachter Zusammenstellungen wurde der Güteraustausch derb oder gar drastisch auszudrücken, doch fließe ihm das unbedacht sammlung gefaßt, in welcher niemand die volle Ver- zwischen Deutschland und Dänemark eingehend erörtert und kon heraus, ohne daß er irgend etwas Schlimmeres dabei dente. Gegens antwortung trägt, als bon einem Einzelnen, wie hoch er statirt, daß Dänemark nach Deutschland fast ausschließlich Erzeug- über der bestimmten Bekundung des Denunzianten nahm aber der auch gestellt sein möge, und öfter wird man ein friedliches Staats- nifie der Landwirthschaft und der Fischerei im Werthe von zirka Gerichtshof zwar nicht Majestätsbeleidigung, sondern nur Beleidigung oberhaupt finden, als eine Voltsvertretung von Weisen! Die 60 Millionen Mark 14 pCt. der deutschen Einfuhr, Deutschland von Mitgliedern der kaiserlichen Familie an, erkannte auch nicht auf großen Kämpfe der neueren Zeit sind gegen Wunsch und nach Dänemark hingegen vorwiegend Industrieprodukte im Werthe Gefängnißstrafe, sondern verurtheilte den Angeklagten nur au Willen der Regierenden entbrannt.... bon 107 Millionen Mark= 25 pet. der deutschen Gesammt einem Monat Festungshaft. Aus solchen Verhältnissen ist auch der Krieg von 1870/71 ausfuhr einführen. Angesichts dieser Sachlage, die den natürlichen hervorgegangen. Ein Napoleon auf dem Thron von Frankreich Ausdruck der wirthschaftlichen und geographischen Lage beider hatte seinen Anspruch durch politische und militärische Erfolge zu änder bildet, wurde die Erwartung ausgesprochen, daß ins schienen. Er führt den Titel: Deutsch- Asiatische Warte, Amtlicher rechtfertigen. Nur eine Beit lang befriedigten die Siege der besondere die wirthschaftlichen Beziehungen, insoweit dies augenblick Anzeiger des Kiautschou- Gebietes". Das Blatt beginnt natürlich franzöfifchen Waffen auf fernen Kriegsschauplägen; die Erlich nicht der Fall ist, wieder eine von Uebertreibungen unbeeinflußte mit der Schilderung einer Denkmalsenthüllung, des sogenannten folge des preußischen Heeres erregten Eifersucht, sie erschienen als und von Mißverständnissen freie Entwickelung nehmen werden. Diederich- Steines. Die nächsten Nummern werden voraussichtlich Anmaßung, als Herausforderung, und man verlangte Rache für Andererseits wurde hervorgehoben, daß die Angehörigen der heimi eine Kircheneinweihung behandeln. Sollte das Gerücht sich beSadowa. Die liberale Strömung des Zeitalters lehnte sich auf schen Industrie und des heimischen Handels. die alle Zeit bewiesen eine Kircheneinweihung behandeln. Sollte das Gerücht sich be gegen die Alleinherrschaft des Kaisers, er nußte Bewilligungen haben, daß sie bereit sind, ihre eigenen Intereffen zurückzustellen, tätigen, daß man in Kiautschou die Gründung eines oppositionellen zugestehen. Seine Machtstellung im Innern war geschwächt, und falls das Interesse der Gesamtheit dies erheischt, Anspruch darauf Stonkurrenzorgans plant, so werden wir demnächst auch den ersten eines Tages erfuhr die Nation aus dem Munde ihrer Vertreter, haben, daß sich solche politische Maßnahmen auch unter hin- deutschen Preßprozeß auf chinesischem Boden zu verzeichnen haben.daß sie den Krieg mit Deutschland wollen." Der Reichsanzeiger von Kiautschou" führt übrigens auch einen reichender Würdigung der wirthschaftlichen Ge= Es ist allerdings recht ungeschickt, gerade in den Tagen der fichtspunkte vollziehen. Mit Nüdficht darauf, daß Er- chinesischen Titel und als Motto den bekannten faiserlichen AusBismard- Memoiren diese Säge aufzufrischen, obwohl nunmehr be- flärungen der Regierung über die Ausweisungen aus Nordschleswig spruch:" Wo der deutsche Aar seine Fänge in ein Land geschlagen stätigt ist, was Politiker längst wußten und Moltle am für den Beginn der Landtagsverhandlungen angekündigt sind, wurde hat, das Land ist deutsch und wird deutsch bleiben. W. I. R." allerbesten wußte- daß der Krieg von 1870 durch Bismarck beschlossen, zunächst diese Erklärungen sowie die sich hieran an offentlich ist das Motto zur Schong chinesischer Gefühle nicht provozirt worden ist, einmal um aus den inneren Schwierig knüpfende Erörterung im Abgeordnetenhause abzuwarten. auch übersetzt, sondern nur im Urtegt wiedergegeben. teiten herauszukommen, sodann aber, um die europäische Demokratie Ausweisungspraktiken. Zur Unterstützung der AusweisungsChinesenwitze. Das amtliche Telegraphenbureau berbreitet zu zerspalten und der Gefahr einheitlichen Handelns vor- politik ist in a pentade der dänische gesellschaftliche Verein von folgende spaßhafte Notiz: zubengen. der Polizeibehörde für politisch erklärt und auf grund des§ 8 des Vereinsgefezes geschlossen worden. Vereinsgefezes geschlossen worden. Nichtsbestoweniger wird Moltke's Legendenpsychologie aufgeboten, um darzuthum, daß Professor Delbrüd schuld daran ist, wenn ber Friedens- Utas Väterchens feinen praktischen Erfolg hat. Nämlich so: „ Angesichts aber der Beflissenheit eines großen Theiles der Bresse, der zur Schwächung der Regierung eifrig Stoff sammelt und weiter verbreitet, der das Ausland fast aufruft zur Mißachtung derselben, angesichts der Erfindung der Reichsmüdig keit, die mumehr als Stoff zur Einimpfung fleißig verwendet wird, angesichts der Aufrufe an das Ausland zur Ergreifung von Agrarische Unverschämtheit. Die Deutsche Tageszeitung" berichtet aus Danzig: In der Landgemeinde Sedlin, Kreis Schlawe, wurde ein Bauerngutsbesizer zum Gemeindevorsteher gewählt, erhielt aber nicht die erforderliche landräthliche Bestätigung. Nach der„ Danz. Beitung" ist an demselben weiter nichts auszusehen, als daß er ein überzeugungstreuer liberaler Mann ist und stets die Vom Kiautschon- Reichsanzeiger ist die erste Nummer erDie Kölnische Zeitung" giebt die Nachricht der„ Chinesischen Allgemeinen Zeitung" aus Amoy wieder, nach welcher Mitglieder der zehn dortigen taufmännischen Gilden wegen fortwährender Erpressungen seitens der Mandarinen kurzer Hand beschlossen, den Versuch zu machen, deutsche Unterthanen zu werden. Sie wandten sich an den deutschen Konsul in Amoy und erbaten die Erlaubniß, Tafeln mit der Inschrift Deutsche Kaufleute" an ihren Häusern anzubringen und sich hierdurch unter den Schutz Reiches au ftellen. Der Konsul soll versprochen haben, die Angelegenheit seiner Regierung zu berichten. des Einige fleine, diesen Raufleuten gehörende Safen Dampf- I fchiffe zogen feitdem bereits die deutsche Flagge auf. Die Kölnische Beitung" bemerkt hierzu, felbst wenn die Erzählung nicht in allen Einzelheiten wahr sei, so bilde sie doch ein erfreu liches Zeugniß für das Ansehen, welches die Deutschen bei den Chinesen genießen. S Ausland. Kommunales aus London. legung, als entweder unsere Finanzpolitik oder unser Syſtem der Spanien. Afien. laufen Dabei ist natürlich die durch den Krieg herbei geführte Stockung in den Geschäften nicht gerechnet. Auf einen sehr wichtigen Punkt aber weist Jules Noche noch hin. Das ist die London, 2. Januar. Einrichtung der französischen Sparkassen, die nicht wie Ungleich flüger wie Berlin hat London gehandelt, indem es die in Deutschland eine gesonderte Organisation haben, sondern in den Ausnutzung seiner Straßen nicht mehr einigen Privattapitalisten, Staatstassen mit eingeschlossen sind. Im Jahre 1870 waren es aber Die Würdigung dieses Ereignisses durch die„ Kölnische" sondern der Gesammtheit der Steuerzahler zu gute tommen läßt. nur 600 Millionen, die das Publikum vom Staate zurückfordern fcheint uns nicht zutreffend. Es handelt sich offenbar um eine Mit dem 1. Januar nämlich ging das Pferdebahnmez Süd- Londons konnte und zurückgefordert hat. Heute sind es 41/2 Milliarden. Wo prächtige chinesische Satire auf deutsche Gepflogenheiten. Bekanntlich in die Hände des Londoner Grafschaftsraths über, der von dem ihm will der Staat diese hernehmen, fragt Jules Roche, wenn alle Welt giebt es teine glücklicheren Menschen unter der Sonne als die zustehenden Rechte, das System nach Ablauf der Konzession zu über- plöglich seine Ginlagen zurückfordert und nothwendig zurückfordern Deutschen im Auslande. Während mit den Bürgern im Reich nehmen, Gebrauch machte. muß. Es bleibt nun nichts übrig, schließt Jules Roche seine DarStaatsanwalt, Gendarm und Erefutor Lawn tennis spielen, ist der Es handelt sich hierbei um 6 Deutſche im Auslande der verhätschelte Liebling unserer Regierung. verwalteten Straßenbahnen mit einem beutsche Meilen der best Stabe von 1900 Beamten. nationalen Vertheidigung zu ändern. Ohne daß er Steuern zu bezahlen braucht, bewilligen wir für ihn Das eingezahlte Kapital der Gesellschaft hatte 18 Millionen betragen, Schiffe und Soldaten, auf daß seine Machtstellung wachse aber der Werth der Aktien betrug zur Zeit der Uebernahme an und sein Geldbeutel fich fülle. Wirft ihm irgend ein Südsee- nähernd 40 Millionen. Der vom Grafschaftsrath gezahlte Preis Bevorstehende Ministerkrise. Einer Madrider Meldung zu Infulaner einen unfreundlichen Blick zu, flugs schützen wir betrug 17 Millionen. Die Personenbeförderung steigt von Jahr zu folge wird Sagasta am nächsten Sonnabend der Königin- Regentin ihn und stehen für ihn ein mit Gut und Blut selbstverständlich Jahr, besonders da hier das Half- Penny- System eingeführt ist, d. h. die Bertranensfrage unterbreiten; die Krone werde sodann schnell mit dem Gut und Blut der Südsee- Infulaner. Findige Deutsche im daß, man für 4 Pfennige Streden bis zu einer viertel deutschen ihre Entscheidung treffen. Wahrscheinlich wird Sagasta, der im Auslande, die gern zu einem gelinden Vermögen fommen wollen, Meile fahren kann. In dem mit dem 31. Dezember 1897 endenden Laufe der Woche mit allen Ministern, Parlamentsvorsißenden und arrangiren wohl gelegentlich fleine Attentate gegen sich; dann sind Halbjahr wurden 551/2 Millionen Passagiere befördert und die Ein- Parteiführern Besprechungen pflegen will, neuerdings mit der fie sicher, daß ihnen durch Vermittelung der Reichsregierung nahmen betrugen für dieselbe Zeit 42 Millionen Mart. Der Kabinetsbildung betraut werden. eine hübsche Rente in Gestalt eines Sühnegeldes zufällt. Kurz, es Reingewinn des letzten Jahres belief sich auf ca. 13/4 Millionen hat seit den Zeiten des Paradieses und der arkadischen Gefilde Mark. Die Hälfte dieses Gewinnes wird von nun ab zur teinen glückseligeren Menschen gegeben als die Deutschen im Auslande. Verzinsung der Kaufsumme und für Amortisation verwendet Von den Philippinen und Jlo- Flo. Nach Washingtoner Was Wunder, daß da einige kluge Chinesen, die seit der„ Pachtungs"- werden. Die andere Hälfte wird zwar voläufig noch nicht voll- Drahtungen find die Generale Otis und Miller vom Präsidenten Affäre über jene reichsdeutsche Sitte unterrichtet sind, auf den feinen ständig in die Taschen der Steuerzahler zurücklehren da ein Theil Mac Kinley angewiesen worden, einen Kampf mit den Filipinos Gedanken verfallen fein mögen, unter diese gefegneten Deutschen im für weiteren Ausbau des Systems und für Verbesserung der Lage nach Möglichkeit zu vermeiden; Otis sei besonders beauftragt, Auslande aufgenommen zu werden. der Angestellten verwendet werden muß nichtsdestoweniger hat eine Kundmachung zu erlassen, welche den Tagalen verfichert, Wären wir sicher, daß im Reiche der Kaiferin Tante gleich aber London eine Erwerbung gemacht, die mit der Zeit zu einer die Vereinigten Staaten würden ihre Oberhoheit lediglich zu falls die schöne Politik der„ Chinesen im Ausland" getrieben wird, sehr guten Einnahmequelle für die Gesammtheit der Bürgerschaft dem Zwecke ausüben, ihnen eine gute Verwaltung zu geben und die Deutschen im Vaterlande würden sich keinen Augenblick werden wird. Sicherheit für ihre persönlichen Rechte zu gewähren. Dagegen besinnen, sich unter chinesischen Schuß stellen zu lassen. Die bevorwerden freilich die Tagalen einwenden, daß sie sich selbst für fähig zugten Raften unseres Volkes stehen ja ohnehin bereits gegenwärtig Das belgische Kartell gegen die Reaktion. halten, ihre eigenen Angelegenheiten gut zu verwalten und ihre in manchem Betracht unter chinesischer Oberhoheit. Ein Kartell gegen die Reaktion ist, wie wir bereits furz mit- Interessen zu wahren. Die Lage der Amerikaner ist um so heitler, als ihre Hoffnung, Aguinaldo werde bald einflußlos werden, sich theilten, in Belgien zu Stande gekommen. Dieses Land ſteht feit nicht erfüllt hat; im Gegentheil beweist die gestern besprochene 15 Jahren unter der Herrschaft der ultramontanen Partei, welche Meubildung des im Namen des Christenthums und der Kirche jede Reform in Staat Ansehen heute so fest steht, wie nur irgend je zuvor. philippinischen Kabinets, daß Aguinaldo's und Gesellschaft, namentlich jede Verbesserung der sozialen Lage des neuen Minister sind ihm ergeben, ja es stellt sich heraus, daß arbeitenden Boltes verhindert und die Verdummung der Massen durch die von den Amerikanern anfänglich zu ihren Gunsten ge= Pfaffenschulen systematisch betreibt. Die Macht des Liberalismus, der deutete Stabinetstrife ausschließlich zu dem Zweck abfichtlich früher in Belgien ausschlaggebend war, wurde durch die Sozial- herbeigeführt worden war, drei Minister, im Verdacht demokratie zerbrödelt oder neutralifirt, während es anderseits den standen, von den Amerikanern erkauft zu sein, über Bord zu werfen. Sozialdemokraten trotz aller Fortschritte und Erfolge nicht gelang, o der plötzlich der amerikanischen Ueberwachung entschlüpfte die Herrschaft des Klerus zu brechen. Unt diese zu brechen, bedarf es Aguinaldo fich zur Stunde befindet, ist unbekannt, doch dürfte er des allgemeinen Wahlrechts. Zu dessen Erkämpfung hat vielleicht bald aus dem Lager das Tagalenheeres von sich hören schon früher ein Bündniß zwischen Sozialisten und Liberalen lassen. oder richtiger Radikalen bestanden, allein es ergaben sich zwischen den Verbündeten doch Differenzen, die das, nur für einen be- bezüglichen Meldungen vor: In amtlichen Kreisen wird gegen die Ferner liegen aus Madrid die folgenden auf die Philippinen stimmten Zwed abgeschlossene Bündniß in die Brüche gehen ließen. Noch heftiger aber als die Konflikte der bürgerlichen Liberalen und unterstellung, daß die Spanier Flo- Flo geräumt hätten, um die Radikalen mit den Sozialisten waren die Kämpfe der Liberalen und Depesche aus Manila besagt, ein fleines spanisches Geschwader sei zu schädigen, Protest erhoben. Eine amtliche Radikalen unter sich, wie ja feindliche Brüder einander sprich bei Zamboango zusammengezogen, die spanischen Frauen seien noch wörtlich mehr haffen als geborene Feinde. nicht freigelassen worden. Ein ehemaliger Beamter auf den Aus der Lage der Dinge heraus hat sich nun allmälig bei allen Philippinen erklärte, die Lage der spanischen Ges nicht flerifalen Parteien der Gedanke herausgebildet, es müsse fangenen sei entfeßlich; gefangene Mönche würden mit eine Einigung gesucht werden, welche einzig die Niederwerfung der einem Ring durch die Naje durch die Straßen geführt; andere ultramontanen Partei zum Zweck hat. Es kam zu Verhandlungen, würden wie Lastthiere behandelt; ein Bischof sei auf offener Straße wobei es galt, einen gemeinsamen Boden der Aktion zu finden. Dies geschlagen worden. Taufende von Gefangenen seien in Folge der ist denn auch endlich gelungen. Die Liberalen begruben bie Streit- chlagen Mißhandlungen gestorben. art mit den Radikalen, und beide einigten sich, die Angst vor dem Rothen Gespenst abschüttelnd, mit den Sozialisten auf folgendes Minimum- Programm": Bergmannsgesundheit und Dividende. Die Deutsche Berg- und Hüttenarbeiter- Beitung" in Bochum schreibt: Jm vorigen und vorvorigen Jahre warnten wir, unter Anführung bestimmter Fälle, vor der Einwanderung, aus Tändischer Arbeiter in das Ruhrgebiet, da durch jene die Wurmtrantheit eingeschleppt wurde! Wir forderten die Bergbehörde auf, peinlichst ihres Amies als Wächterin der Bergmannsgefunheit zu walten.( Revision der Waschkauen und Aborte auf den Gruben). Die Wurmfrankheit ist in ihren Folgen ( Blutarmuth, Auszehrung, Bleichsucht, schließlicher Tod an Ents fräftung) eine furchtbare Geißel des Knappenvolfes. Um so furchtbarer, weil ihre Bekämpfung äußerst schwierig ist, der Wurm hat eine unverwüstliche Lebenskraft. 230 Was haben unsere Warnungen genügt? Im eben herausfonunenden Sanitätsbericht des Allgemeinen Knapp schafts Vereins erhalten wir darauf folgende Antwort: # " Amerikaner Afrika. Alle " Die Maßnahmen gegen die Weiterverbreitung und zur Tilgung der Krankheit( Wurmkrankheit) waren auch während des Berichtsjahres unaufhörlich Gegenstand der ärztlichen Thätigkeit. Auf einigen fleinen Bechen, auf welchen allerdings eben wegen der geringen Zahl der Belegschaft die Kontrolle der Arbeiter eine leichte ist, ist es bereits gelungen, diestrankheit, wie es scheint, vollständig auszurotten. Wir gaben uns bereits der Hoffnung hin, in Bälde auch auf den übrigen Bechen der Krankheit Herr zu werden. Leider hat aber der große Arbeitermangel manche Zechen veranlaßt, öster reichisch ungarische Bergarbeiter in großer Bahl Wie in Afrika kultivirt wird. Die englischen Kolonialhelden heranzuziehen, wodurch die Gefahren der Weiter: 1. Allgemeines, gleiches und direktes Wahlrecht- Beseitigung geben bekanntlich ihren deutschen Kollegen nichts nach, wo es gilt, an verbreitung der Krankheit unberechenbar ver- des sogenannten Pluralitätssystems, nach welchem wohlhabende einem afrikanischen Stamm für irgend eine Unthat blutige Rache zu mehrt find. Auf einer Beche, welche aus Anlaß diefes Buzugs Wähler über mehrere Stimmen verfügen; 2. Abschaffung des Stell- nehmen. revidirt wurde, fanden sich sieben mit der Wurmfrankheit vertretungs- und Loskaufe- Systems für die Armee und Einführung Eine Abtheilung der westafrikanischen englischen Schutztruppe behaftete, aus Desterreich Ungarn zugezogene Arbeiter. der allgemeinen Dienstpflicht; 3. Volksschulen mit Schulzwang und war von einem eingeborenen wilden Negerstamm ermordet worden. Seitdem hat man allerdings fast überall von der weiteren 4. Arbeiterschutz- Gejezgebung. Sofort nach dem Eintreffen dieser Nachricht wurde nun natürlich Heranziehung dieser fremden Arbeiter Abstand genommen Das ist ein sehr verständiges Programm, welches feiner der ein Strafzug organifirt. Diesen gehörten zwei Offiziere, drei (??? D. R. d. B.), hat sogar vielfach die bereits zugezogenen Kartellparteien ein Opfer der Prinzipien zumuthet, und doch einen weiße Sergeanten und etwa 100 Mann von der neugebildeten zurückgesandt, allein die betreffenden Gruben sind nun einmal trefflichen Boden für den Kampf gegen den Klerus bietet. westafrikanischen Grenztruppe an. Alle wurden auf einem kleinen infizirt, und es wird des größten Aufwandes von Was die einzelnen Punkte betrifft, so erklären sie sich selbst. Dampfer untergebracht, welcher noch denselben Abend nach dem in fanitären Maßnahmen bedürfen, um dieselben von den In Punkt 2 ist die Frage des Milizheeres offen gelaffen, weil sie der Nähe von Yewla auf einer Jufel gelegenen Schauplatz des eingeschleppten Krankheitsteimen zu befreien." in Belgien unter den bürgerlichen Parteien noch umstritten ist. Heberfalles abfegelte. Die Dörfer der verrätherischen Einund auch der 3. Punkt ist nicht ganz flar; man hat offenbar nicht geborenen wurden angegriffen und niedergebrannt. gewagt, die Konfessionslosigkeit der Schule zu betonen. Indessen Darauf wurden mehrere Dörfer der den Mördern freundlich gesowohl Liberale als Radikale wollen die Lostrennung der Schule sinnten Eingeborenen auf dem Festlande angegriffen. Dieje von der Kirche, und bei den Sozialisten versteht sich das von selbst. Dörfer wurden ebenfalls niedergebrannt und außer Das Minimum- Programm ist auch von der Christlich dem mindestens 100 Gingeborene niedergemacht. sozialen Partei des Abbé Daens angenommen worden, Ginige Führer der der Eingeborenen wurden gefangen ge= der den von der Priesterschaft ihm hingeworfenen Handschuh auf- nommen sieben bon ihnen an Bäumen genommen und unter Wahrung seines christlichen Standpuntts als aufgeknüpft. Der Häuptling der Stadt, welcher der Parteiführer seinen Vorgesezten den Gehorsam aufgekündigt Urheber des Ueberfalles gewesen sein soll, wurde von euts hat. Unter den Sozialisten find allerdings nicht wenige Gegner nant Seating persönlich durch einen Schwerthieb bes Startells, indeß, wie es scheint, ist das eine Minderheit, welche getödtet, nachdem Sergeant Gale gleich beim Ausbruch der int entscheidenden Wahlkampf des Jahres, welches soeben begonnen Feindseligkeiten verwundet worden war. hat, für die sozialistische Partei nicht ausschlaggebend sein wird. So geht das arbeitende Volk der Berge unter im schleichenden Siechthum! Warnungen unsererseits werden nicht gehört, wir werden sogar als Hezer denunzirt, Eingaben an die Bergbehörde blieben wirtungslos, wie wir damals an speziellen Fällen feststellten. Und nun kommt der Sanitätsbericht des größten deutschen Knappschaftsvereins und bestätigt nicht nur unsere Weldungen, nein, was er sagt, übertrifft die schlimmsten Erwartungen! Das alles paffirt im christlich- germanischen Staate, dessen Berg inspektion so vortrefflich ist, daß keine Reform nöthig ist. Das Bolt der Arbeit verkommt, weil unser Grubenkapital, ohne ausreichenden Widerstand zu finden, den Teufel nach der Volkswohlfahrt fragt, wenn nur die Dividenden steigen. in Oesterreich. = und etiva Man wird zugeben müssen, wenn die Eingeborenen nach solchen Beweisen einer höheren Kultur sich nicht zu milderen Sitten bee kehren, dann ist ihnen nicht zu helfen. Parlamentarisches. 1 Im Zeitalter der Humanität. Die Ergebniffe der Berufs- und Gewerbezählung bom 14. Juni 1895 im Deutschen Reich liegen, soweit sie als Tabellenwert dargestellt sind, nunmehr vollständig vor. Den legten Band in der Reihe dieser Veröffentlichungen bildet der eines slovenischen Gymnasiums die Gemüther wieder Im österreichischen Kronlande Istrien hat die Errichtung Band 118 der Statistit des Deutschen Reiches. Er enthält heftig auf einander platen lassen. Die Erbitterung der öfter- Reichstage Dispositionen. In parlamentarischen Kreisen 16 Tabellen die Gewerbestatistit, diese eingetheilt in reichischen Italiener machte sich am Dienstag im Triester wird angenommen, daß die Verhandlungen im Reichstag über die 320 Gewerbe- Arten, für das Reich imt ganzen. Die Landtage Luft, der Tabellen behandeln: eine Entschließung zur Interpellation v. Wangenheim wegen der Fleischnoth mindestens einhellig der Gewerbebetriebe und Wahrung der die Bahr nationalen Rechte der Italiener annahm; zwei Sigungstage beanspruchen werden. Alsdann kommt die der darin beschäftigten Personen, dann das Personal in die slavische Minderheit war der Signing fern geblieben. Die Ent- Militärvorlage zur ersten Berathung, an die sich die zweite Kleins, Mittel, Großbetrieben, sowie mit Unterscheidung schließung protestirt gegen die ungerechte Behandlung der österreichi- Lesung des Etats, soweit er nicht der Budgetkommission überwiesen nach Unternehmern, Angestellten, Arbeitern. Von den Arbeitern schen Italiener durch die Regierung, verlangt die Wahrung des ist, anschließt. Ein Schwerinstag wird noch nicht abgehalten, find in einer eigenen Labelle die Jugendlichen und Erwachsenen, italienischen Charatters des Landes Errichtung einer italie- da sich der Seniorenkonvent noch nicht über die Reihenfolge der Erdie Lehrlinge und die verheiratheten Frauen ersichtlich gemacht. Eine nischen Universität und Abwehr der wahnwißigen Umtriebe ledigung der eingebrachten Anträge schlüssig gemacht hat. weitere Tabelle spezialisirt die Arbeiter nach ihrer thatsächlichen Be- des slavischen Klerus. Dr. Piccoli, der die Entschließung schäftigung. Fernere Gegenstände der Tabellen find Nachweisungen beantragte, erging fich unter tofendem Beifall der Gallerie über die Betriebsdauer während des Jahres( nach in scharfen Angriffen gegen die Regierung, ihn übertrumpfte Monaten) in den einzelnen Gewerbe- Arten, über die Haus noch der radikale Abgeordnete Dr. Spadoni, der schließlich industrie, über die Benuzung von Motoren Italien anrief. Als der Regierungsvertreter ihm antworten wollte, Wir nennen uns zivilisirte Menschen und rühmen uns, humane von Arbeitsmaschinen. Die Motoren werden nach den brach auf der Gallerie minutenlanger Lärm los, so daß deren Einrichtungen zu schaffen mehr als je ein Zeitalter. Und doch wird Kräften( Wasser, Dampf 2c.) und der Kraftleistung( Pferdestärken) Räumung vorgenommen wurde. Erst dann konnte der Regierungs- der Wiz unserer geistreichen Ingenieure ohne Unterlaß vor die Aufunterschieden; von Arbeitsmaschinen sind 100 nach ihrem Workommen vertreter zu Worte kommen; er versuchte, die gegen die Regierung gabelgestellt, immer vollendetere, gefährlichere M or d instrumente, in den einzelnen Gewerbearten statistisch beschrieben. Während alle gerichteten Angriffe zu entkräften und zu beweisen, daß die Errichtung genannt Waffen, zu erfinden. Einen neuen Beleg für diese Bevorbezeichneten Tabellen die Betriebe in der Weise nachweisen, daß eines slavischen Gymnasiums in Istrien ein Gebot der Billigkeit und feine thätigung humanen Kulturgeiſtes geben die Mittheilungen über die folche, die sich auf zwei oder mehr Gewerbearten, z. B. auf Schädigungder italienischen Interessen sei; warum dieses Gymnasium nicht oblipigengefosse, welche die auch- humanen Engländer Spinnerei und auf Weberei, erstrecken, als verschiedene in einer slavischen Ortschaft, sondern als slavische Truzanstalt in dem in ihrem letzten Sudanfeldzug gebraucht haben. Betriebe je in der betreffenden Gewerbeart behandelt werden, italienischen Bisino errichtet werden soll, scheint er nicht dargethan Die englischen Truppen waren im Sudanfeldzug nach einem weil ja in erster Linie Bestand und Entwickelung der zu haben. Der Landtag wurde hierauf vertagt. Um den slavischen Berichte der" Times" über ein neues englisches Armeegeschoß nicht Industriezweige zu zeigen ist, werden in weiteren Tabellen( 15 Anschlag auf Pisino zu durchkreuzen, hat der istrianische Landes- mehr mit den bisherigen Bollmantelgeschossen versehen, wie sie seit und 16) die Betriebe so gezählt, wie sie sich äußerlich als Unter- ausschus beschlossen, dort ein italienisches Realgymnasium zu er- der Einführung der fleinfalibrigen Gewehre in allen europäischen nehmungen darstellen, also z. B. ein Betrieb, der Spinnerei und richten, an dem die deutsche Sprache als obligater, das Kroatische Armeen geführt werden. Denn die Engländer haben angeblich in Weberei vereinigt, nur als ein Betrieb, und zwar geschieht dies nach und Slovenische als unobligate Lehrgegenstände eingeführt werden ihren letzten stolonialkriegen die Ueberzeugung gewonnen, daß die der Größe und nach Unternehmungsformen. Bollmantelgeschosse nicht hinreichend schwere Verlegungen beibringen. Mit diesem Bande 113 der Statistik des Deutschen Reiches ist um den getroffenen Gegner stets außer Gefecht zu seßen. Aber es handelt bom Kaiserlichen Statistischen Amt das Tabellenwerk zur Gewerbesich auch nicht um die Bleispitzengeschosse, die berüchtigten DumStatistit von 1895 in derjenigen Ausführlichkeit vorgelegt, die von Interpellation in Sachen Dreyfus. Der sozialistische Ab- Dum- Gefchofie", welche die Engländer in ihrem jüngsten indischen Grenz vornherein geplant war; die bereits früher erschienenen Bände 114 geordnete Breton fündigt eine Anfrage an den Justizminister über kriege verwendet haben; bei diejen ragt die Spitze des Bleikerns frei aus und 115 geben die Gewerbe- Statistik der einzelnen Bundesstaaten, die geheimen diplomatischen Schriftstücke zur Dreyfus- Sache an. Er dem Nickelmantel hervor, damit das Geschoß sich leichter deformirt( in der 116 der Großstädte, 117 und 118 der Verwaltungsbezirke. Es will eine Erklärung des Ministers veranlassen, daß dem höchsten Form verändert). Diese Geschosse sind nicht endgiltig eingeführt, weil ihre steht von der Gewerbe- Statistit noch aus der Band 119, der Gericht der vollständige Beweisstoff ohne Aus- grausame Wirkung den Unwillen der anderen Nationen erregt hat. die wissenschaftliche Bearbeitung der Ergebnisse bringen wird. nahme vorgelegt worden sei, damit die Antisemiten nach Das neueste englische Armeegeschoß ist vielmehr der Art konstruirt, daß Ein fummarischer Ueberblid ist bereits in einem Anfangs 1898 der Entscheidung nicht fagen können, das höchste Gericht habe die es in der Spiße einen cylindrischen Hohlraum enthält, offenbar, damit erschienenen Ergänzungshefte zu den Vierteljahreheften zur wichtigsten Beweisstücke nicht zu sehen bekommen, daher sein es sich gleichfalls leichter deformiren und stärkere Zerstörung im Biele Statistit des Deutschen Reiches( Jahrgang 1898, Seft 1) gegeben Urtheil. bewirken soll. Das Hohlspikengeschoß hat die Eigenschaft. worden. Das Tabellenwerk zur Berufs Statistit, welche die Be- Ueber die Kosten des nächsten Krieges veröffentlicht der daß es beim Auftreffen auf den menschlichen Körper völkerung nach den Angaben über den persönlichen Beruf darstellt, frühere Handelsminister Jules Roche im Figaro" eine Studie. plagt, sich nach hinten zertheilt und steden bleibt, ist in den Bänden 102 bis 110 schon im Jahre 1897 erschienen; der Er legt dabei die Kosten des Krieges von 1870/71 zu Grunde und wodurch der„ shock" erheblich gesteigert und die Wirkung für die wissenschaftliche Bearbeitung dieser Statistil bestimmte tommt zu dem Resultat, daß der Unterhalt der mobilifirten franzöfi- gegenüber dem fanatischen Anstürmen halbwilder Krieger bedeutend Band 111 ist im Drud. Die auf Grund der 1895 er gählung aus- fchen Armee, pro Stopf 8 Fr. 80 Cts. gerechnet, ungefähr 25 Millionen erhöht wird. Ueber die Wirkung dieser Hohlspizengeschosse hat gearbeitete Statistit der Landwirthschaft liegt als Band 112 der Franks erfordern würde. Außerdem würden sich die erforderlichen Dr. P. W. Bruns, Professor der Chirurgie in Tübingen und Statistik des Deutschen Reiches schon seit längerer Zeit vor.- Anschaffungen sofort auf einen Betrag von zwei Milliarden be- Generalarzt à la suite des R. Württ. Sanitätstorps, deffen Unter sollen. Frankreich. " " Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. " 500 Kilometer III. I.( Schnellzug) fosten in: Breußen Süddeutschland Belgien Desterreich 23,35 Mart 22,50 15,40" 14,00 Rußland Dänemark 10,80" 6,20 Unser Fahrpreis ist also noch heute fast dreimal theurer als in Dänemart! 1000 Kilometer III. RI.( Schnellzug) fosten in: Preußen 46,70 Mark Süddeutschland 45,00 " Belgien 30,80 Desterreich 25,40 # Rußland 17,30 8,20 7,30 Ungarn Dänemark " Für die Fahrten von 1000 Kilometern und darüber ist das Mißverhältniß noch viel ärger. fuchungen über bas Dum Dum Geschoß vor Kurzem großes Auf- I das Wort Schweinehund nachgerufen. nachgerufen. Diese Mittheilungen fchen erregten, mit dem Original Gewehr und den Original- follten unwahr sein. Die Verhandlung vor dem Landgericht Patronen eine größere Reihe von Schießversuchen angestellt und in Altona fiel aber zu Ingunsten der erwähnten beiden dieselben in seinen Beiträgen zur klinischen Chirurgie" veröffentlicht. Polizeibeamten aus. Das Gericht erachtete auf Grund der ZeugenDie Versuche in friegschirurgischer Hinsicht ergaben, daß das vernehmung den Inhalt der Notiz des„ Hamburger Echo" als erHohlspitzengeschoß sich bei Nahschüssen außerordentlich leicht deformirt, wiesen und sprach den Redakteur Wabersti sowie den mitalso auch in Bielen, in denen das Vollmantelgeschoß feine Spur von angeklagten Schlosser und dessen Bruber kostenlos frei. Formberänderung erleidet. Die größte Deformirung erleidet das Hohlspißengeschoß aber bei Schüssen in feuchte und flüssige Stoffe, oltsblatt" in 8widau zu verzeichnen. Man fahndete in Eine Haussuchung hatte am 2. Januar das„ Sächsische in denen wiederum das Bollmantelgeschoß gar keine Veränderung der Druckerei nach dem Manuskript eines Flugblattes, betreffend erfährt. Die Geschoßdeformirung macht sich nach zweierlei einen Boykott in Werdau. Gefunden wurde nichts. Richtung geltend: die Tiefenwirkung wird vermindert, die Seitenwirkung vermehrt. Was den ersten Bunkt betrifft, so ist die geringere Durchschlagsleistung der Geschosse im Falle der Deformirung bekannt; sie nimmt mit dem Grade der Deformirung in ents sprechendem Verhältniß ab. Der andere Effekt der Geschoßdefor Achtung, Gewerkschaften! Seit 15. November v. J. befinden mirung, die vermehrte Seitenwirkung, bedeutet eine größere fich die Tarameter Droschtentutscher in einer Lohnbewegung und 3erstörung im Biele, entsprechend dem größeren Durch zwar fordern dieselben eine Lohnerhöhung von 50 Pf. pro Tag. Die messer des geftauchten Geschosses. Wie ie die Versuche von Kutscher suchen durch partielle Betriebseinstellungen nach und nach Bruns erweisen, sind die Weichtheilschüsse an den Extremitäten auf den einzelnen Höfen die Lohnerhöhung zu erringen. Mit Aus- Auf der letzten Generalfonferenz, die die Vertreter der deutschen auf nächste Entfernung( 25 bis 50 meter) entschieden nahme von einzelnen Fuhrgeschäften ist überall, wo die Kutscher in Eisenbahnverwaltungen in Berlin abhielten, ist, wie die Zeitschrift schwerer, als bei den Bollmantelgeschossen, wenn den Streit traten, der Ausstand zu Gunsten der Kutscher ver- 3onentarif" erfuhr, von den Vertretern aller Hauptbahnen überfie auch lange nicht die gewaltige Zerstörung der Bleifpigengeschosse laufen. Aber auch auf diesen wenigen Fuhrhöfen wären einstimmend kundgegeben worden, daß der Wunsch nach Einführung erreichen. Es tritt, wenigstens bei größter Geschwindigkeit des Ge- Erfolge zu verzeichnen gewesen, wenn die Fuhrherren nicht einheitlicher und ermäßigter Fahrpreise in absehbarer Zeit faum verschosses, schon in den Muskeln heftige Sprengwirkung ein. In den unter den stellenlosen Arbeitern Streifbrecher gewonnen hätten. Auf wirklicht werden könne, zumal der Widerstreit der Interessen sich als mit Flüssigkeit gefüllten Hohlorganen ist aber die Wirkung die é haben dann die Kutscher pro Tag 50 Pf. an den Fuhr ein großer und schwer zu beseitigender herausgestellt habe. eine so enorm starte, wie sie bisher kaum beobachtet ist. Her 311 zahlen. Die Sachen werden aber nie Eigenthum des Der eigentliche Hemmschuh der so nothwendigen PersonentarifSchußversuche auf ein lebendes Pferd begannen damit, Kuters. Sind die Sachen, welche einen Werth von 60-100 M. Reform ist aber der preußische Fistus, der von der Einführung eines daß man das Pferd durch einen Herzschuß tödtete, zu welchem haben, zien..ich bezahlt, so wird der Kutscher aus irgend einem billigen einheitlichen Fahrpreises eine Verminderung seines Profits Zwecke das Thier an Gurten aufgehängt worden war. Der Grunde entlassen und die Sachen bleiben dann in Händen des Fuhr- und die soziale Aufklärung der Volksmassen, insbesondere in den Schuß hatte die Wirkung, daß die ganze Herzwand total herrn. Nur in den allerseltensten Fällen gelingt es, diese östlichen Provinzen befürchtet, welche Landestheile eben wegen ihrer zerrissen wurde, so daß am Ausschuß eine flaffende Wunde von Handlungsweise zu durchkreuzen, δα die 50 Pf. als schlechten und theuren Verbindung mit dem intelligenteren Westen 23 Zentimeter Länge und 19 Zentimeter Breite entstand, während Abnutzungsgeld bezeichnet werden. Daß die Fuhrherren infolge der noch die verhältnißmäßig sichersten Gebiete des Junkerthums sind, die Oeffnung am Einschuß faum für den kleinen Finger durch großen Arbeitslosigkeit Arbeitswillige finden, ist erklärlich. Der auf das sich die Politit der preußischen Regierung zum Schaden aller gängig war. Die Wundränder waren vielfach zerfetzt und Unterzeichnete richtet nun an diejenigen Arbeiter anderer Berufe, anderen Volksklassen stützt. eingerissen und allenthalben mit feinsten Geschoßfragmenten welche gewillt sind, Kutscher zu werden, die Bitte, ihre fünftigen bedeckt. Auch bei einem Schuß auf Die Anstellung von drei Schulärzten an den Volksschulen 400 Meter Ent Berufskollegen in ihrer Lohnbewegung insofern zu unterstützen, beschlossen einstimmig die Stadtverordneten von Bonn am Rhein. fernung durch die wenig gefüllte Harnblase einer mensch als sie auf die geschilderten Machinationen der Fuhrherren nicht Nach der Dienstanweisung haben die Schulärzte die Aufgabe, die lichen Leiche tam gegenüber einem kleinen Einschuß ein rißförmiger eingehen und überall da, wo fie gewillt find, in Arbeit neueintretenden Schüler zu untersuchen und das Ergebniß auf einem Ausschuß von 35 Millimeter Länge in der Blasenwand zu Stande. zu treten, sich vorher erkundigen, ob die Kutscher auf dem be- sogenannten Gesundheitsbogen zu verzeichnen, der das Auch die Knochenschüsse durch Hohlspitzengeschosse sind auf die treffenden Fuhrhof auch nicht im Streik find. Wenn die Arbeiter Kind von Klasse zu lasse begleitet und bei etwaigem nächsten Entfernungen von 25-50 Meter ungleich schwerer, anderer Berufe in diesem Sinne unter ihren Kollegen aufklärend Wechsel der Schule an diese weitergegeben wird. Ferner hat jeder als die durch Vollmantelgeschoffe, und annähernd gleich schwer, wie wirken, hoffen wir, aus diesem Lohntampfe als Sieger hervor Schularzt all monatlich während die durch Bleispitzengeschosse. Das Geschoß ist immer in fleine Frage zugehen. H. Schulz, Vertrauensmann der Droschkentutscher Sprechstunde in Gegenwart des Leiters oder der Leiterin der der Schulstunden eine mente zertrümmert. Auf die Entfernung von 200-400 Meter er- Berlins, Neue Hochstr. 50. zeugen die Hohlspitzengeschosse gleichfalls entschieden schwerere Die Gewerkschaftsblätter werden um Abdruck gebeten. Schule abzuhalten, wobei sämmtliche Kinder äußerlich untersucht und die einer genaueren Untersuchung bedürftigen Kinder zurückgestellt Knochenschüsse, als die Vollmantelschüsse, wenn auch die Unterschiede Achtung, Textilarbeiter! In der mechanischen Striderei von werden. Bei dieser Gelegenheit hat der Schularzt auf die sich etwas mehr ausgleichen. Auf die Entfernung von 600 Metern. Guttfeld u. Co., Andreas str. 32( Andreashof) ist wegen eizung, Lüftung und Beleuchtung 2c. der Schulräume Tassen die Knochenschüsse faum eine spezifische Wirkung der Hohl- Lohnabzüge von 20-87 pet. ein Streit ausgebrochen. spigengeschosse taum mehr erkennen. zu achten und die von ihm entdeckten Mängel sofort zur die Lohnanzügen sich bemessen: Aus einzelnen hier angeführten Artikeln ist zu ersehen, wie hoch Sprache zu bringen. Die Schulärzte erhalten für ihre Thätigkeit eine Vergütung von je 600 m. jährlich. die Lohnanzügen sich bemessen: Es ist also alles vortrefflich hergerichtet. Wir haben Geschosse, die auf weiteste Entfernungen vier bis fünf Menschenkörper hinter einander durchbohren und wir haben Geschosse, die auf furze Entfernungen die Gliedmaßen so auseinandertreiben und zerschlagen, daß Verwundungen, die nicht sofort tödtlich wirken, kaum mehr vortonimen können. Wir haben es herrlich weit gebracht! Partei- Nachrichten. In der Redaktion der Breslauer ,, Volkswacht" sind einige Veränderungen eingetreten. Am Sylvester fehrte der Redakteur Neukirch nach Verbüßung einer einmonatigen Strafe aus dem Gefängniß zurück. Dafür wird in einigen Tagen der Redakteur Zahn die wider ihn erkannten Strafen von einem und zwei Monaten antreten. Genosse Zahn scheidet dann definitiv aus der Volkswacht" aus. Er hat seit 81/2 Jahren sich der Partei mit " allen Kräften gewidmet und dabei eine lange Reihe von Geld- und Freiheitsstrafen erdulden müssen. An seinen Platz trat in der Redaktion Genoise Paul Löbe. Kandidaten: Harriman als Gouverneur 5143 8784 8386 Für Sweaters 4377 wurde bisher Lohn gezahlt 12,- M., jetzt 9,50 M. 4462 Radfahrerstrümpfe " " " Chemisets " Knaben- Jädchen " " " 8,-" 6,50 " " " " " # 5,75 " " 4,50 " 2,25 " " " 1,65 " 6, 3,75 " " " Die Löhne aller übrigen Artikel sind im gleichen Verhältniß zu vorstehenden reduzirt. Da es den Arbeitern nicht möglich ist, für diese reduzirten Löhne weiter zu arbeiten, so legten sämmtliche Arbeiter( 11 Mann) die Arbeit nieder. Sämmtliche Arbeiter find Mitglieder des Verbandes deutscher Textilarbeiter. Vor Zuzug wird gewarnt. Der Zentralverband der Textilarbeiter. J. A.: C. Hübsch. Deutsches Reich. Die Lohnbewegung der Krefelder Weber. Ueber den Die„ Niederrheinische Volfstribüne", folgendes: gegenwärtigen Stand der Bewegung berichtet unser Parteiorgan, Arbeiter- Risiko. In der Paulus'schen Mashinenfabrik in Posen wurde einem 18jährigen Arbeiter durch einen zerspringenden Schleifstein der Schädel zerschmettert, so daß alsbald der Tod eintrat. 36stündige Wechselschichten kommen, wie uns geschrieben wird, auf der Königshütte in Oberschlesien wieder in Uebung und zivar bei den Kesseln des Hochofenbetriebes. Gerade an dieser Stelle ist die übermäßige Anspannung der Arbeiter aber äußerst bedenklich. Die Besorgung der Kessel erfordert aufmerkſame Leute. Wer kann aber 36 Stunden lang aufmerksam sein? Was das Kapital verdient. Die Bielefelder Ma schinenfabrik vorm. Dürkopp u. Ko. in Bielefeld hat in dem letzten Geschäftsjahre, das übrigens nur 9 Monate umfaßte. einen Rein gewinn von über 996 000. erzielt. Der Aufsichtsrath schlägt eine Dividende von 20 pet. vor. Die Speisung von armen Schulkindern in Kopenhagen. Die Die Sammteweber- Bewegung ist in ein Stadium eingetreten, das Gemeindevertretung der dänischen Hauptstadt hatte seinerzeit dem befürchten läßt, daß am 16. Januar alle Sammetwebstühle stillstehen. Verein zur Speisung von Freischulkindern" jährlich 4000 Stronen Aus Amerika. Ein bedeutsamer Fortschritt unserer Bewegung Die Weber fönnen unter keinen Umständen die neue Lohuliste anerkennen Subvention bewilligt, weil sie durch die Thätigkeit dieses Vereins ist im Staate kalifornien zu verzeichnen. Bei den Staats- und die Fabrikanten scheinen es auf eine Kraftprobe antommen lassen zu im Armenbudget Ersparnisse machte. Als 1893 die Opposition in wahlen im Jahre 1896 wurden dort 1611 sozialistische Stimmen wollen. In sämmtlichen Fabriken ist die neue Lohuliste angeheftet die Gemeindevertretung kam, setzte sie unter dem Widerstande der abgegeben. Bei den diesjährigen Wahlen erhielten unsere worden, mit dem Bemerken, daß dieselbe am 15. Januar in Kraft Rechten die Erhöhung auf 10 000 kronen durch, und als kürzlich die tritt. Die Führer der christlichen Textilarbeiter haben alle ihre Macht Opposition die Mehrheit im Gemeinderathe bekommen hatte, beaneingesetzt, um die Mitglieder zu bewegen, die neue Lohnliste anzu- tragte sie die Bewilligung von jährlich 20 000 kronen; weiter sollte nehmen. Am vergangenen Freitag war eine Versammlung nach diese Unterstüßung nicht mehr aus dem Armenfonds, sondern aus der Unitas" einberufen, zu welcher der Vikar Brauns aus Borbeck dem Fonds für philantropische Zwecke genommen werden. erschienen war. Dieser Mann hat einen sehr guten Zungenschlag, Rechte und der Magistrat widersetzten sich dem Antrage. Da drohte er war früher hier in Krefeld. Aber alle Beredsamkeit der Gemeinderath, dann das ganze Budget nicht bewilligen zu des Herrn konnte die christlichen Sammetteber nicht über- wollen, in welchem Falle dem Ministerium die Entscheidung des zeugen. Sie erklärten einstimmig, die neue Lohnliste nicht anzuerStreitfalles obgelegen hätte. Im letzten Augenblid fand der fennen und lieber in einem Streit ehrenvoll unterzugehen. Schließ- Magistrat und die Nechte einen Ausweg: man bewilligte 10 000 Sr. lich wurde folgende Resolution angenommen: aus dem Fonds für philantropische Zwecke und 10 000 Kronen aus dem" Armenfonds". Der Ausgleich ist angenommen. In Kopenhagen stehen also jest jährlich 20 000 Kronen für die Speisung von Schulkindern zur Verfügung. Andrew als dessen Stellvertreter Ließ als Staatssekretär Robertson als Kontrolleur Dewey als Schatzmeister Hamilton als General- Staatsanwalt. 7585 9856 7144 Smith als Verwaltungsdirektor der Staatsländereien 2c. Biddle als Schreiber des höheren Gerichts 8753 9357 6693 7107 Jane Roulston als Vorsteherin des Schulwesens Conti als Staatsbruder Um bei der amtlichen Stimmenauszählung offiziell als eine Bartei genannt zu werden, waren bei einer Gesammtbetheiligung von 287 064 Wählern mindestens 8611= 3 pCt. aller Stimmen nöthig. Vier unserer Kandidaten haben diesen Prozentsatz übertroffen. Die Sozialdemokratie Kaliforniens hat sich damit die offizielle Anerkennung als Partei erobert. Sie ist nun die dritte Partei im Staate. Polizeiliches, Gerichtliches u. 1. w. 1. Die sämmtlichen Sammetweber des christlichen TextilarbeiterVerbandes wünschen keinen Streit, 2. können aber auch die neue Lohnliste in der jetzigen Fassung nicht anerkennen und stellen daher 3. den Antrag, daß eine gemischte Kommission in der Sammet weber- Branche, ähnlich wie in der Stoffbranche, gebildet werde, zur erneuten Prüfung der Lohnliste. Ueber den Weberstreik in Eupen wird der Köln. 8tg." ge schrieben, daß die Pläge der Streifenden vielfach durch Weber aus Verviers ersetzt sind. Diese übernachten in der Fabrit, wo sie auch beköstigt werden. Lehte Nachrichten und Depelthen. Triest, 4. Januar.( B. H.) An der istrischen Küste wüthet ein heftiger Südweststurm, der sowohl auf dem Wasser wie auf dem Lande bereits großen Schaden angerichtet hat. Bei Rovigno zerParis, 4. Januar.( B. H.) Der Kassation shof hat nun ebenfalls ein Mandat unterzeichnet, wonach Esterhazy vor den Staffationshof geladen wird. Die Vorladung wurde seiner Ge liebten, Madame Pays, durch einen Gerichtsdiener zugestellt. Madame Bays weigerte sich Anfangs, die Vorladung anzunehmen, willigte aber später darein, das Schriftstück Esterhazy zu übermitteln. Das Verhör Esterhazy's ist auf den 12. Januar angesezt. Ohne Zweifel wird Esterhazy der Vorladung keine Folge leisten, weil ihm in derselben kein freies Geleit garantirt wird. manila vom 3. d. M.: Meldungen aus Flo- Flo zufolge billigte London, 4. Januar. Das„ Reuter'sche Bureau" meldet aus eine Versammlung von Insurgenten am Sonnabend den Schritt einer Delegation derselben, welche den General Miller gebeten hatte, sein Vorgehen zu verschieben, bis die Insurgenten fich mit Aguinaldo in Verbindung gesezt hätten. Den Amerikanern ist die Verficherungen gegeben worden, daß sie ohne Waffen an Land gehen tönnten; wenn sie aber mit Waffen an Land gingen, sei es unmöglich, die Eingeborenen in Ordnung zu halten. Alle Vorkehrungen sind getroffen, um einem Versuch der Amerikaner, den Plaz zu be egen, entgegenzutreten. Von den benachbarten Inseln treffen Verstärkungen ein. Dies war das Ganze, was die Herren Geistlichen erreichen fonnten. Man sieht, es ist nicht viel, dem der zweite Paffus hebt - Polizei und Arbeiterbewegung in Oberschlesien. Zu den ersten vollständig auf. Die christlichen Weber sind gesonnen, schellten mehrere Küstenfahrer, wobei es nur mit großer Mühe gediesem schier unerschöpflichen Kapitel wird uns geschrieben: In mit den andern Schulter an Schulter zu kämpfen und wollen sich lang, die Bejagungsmannschaften zu retten. Die Schmeicheleien, welche der Prag, 4. Januar.( B. H.) Einer Blättermeldung zufolge foll Beuthen, wo ein Parteigenosse in einem Privathause ein nicht mehr leithammeln lassen. Versammlungslokal gemiethet hat, weil fein Gastwirth sein Lokal Redaktion der Niederrheinischen Volkszeitung" wegen ihrer Haltung die Ernennung eines czechischen Landsmann- Ministers bevors aus Furcht vor der Polizei hergab, macht die Polizei auch diesem in der Weberbewegung von den christlichen Arbeitern gefagt stehen, dessen Kompetenz aber darauf beschränkt bleibt, das Visum in allen natürlich nicht. Es herrscht die czechische Nation betreffenden Angelegenheiten zu unterfertigen. Genossen und dem Vermiether große Schwierigkeiten und will die wurden, veröffentlicht dieselbe Budapest, 4. Januar.( B. H.) In der heutigen Abgeordnetens Benuzung des Lokals zu Vereins- und Versammlungszweden nicht wegen seiner offenen Parteinahme für die Fabrikanten eine gestatten. Der Vermiether schreibt dem Miether u. a.:... ich ungeheuer Erbitterung gegen das Zentrumsblatt, die demselben sicher haus Sigung wurde die Obstruttion in schärfster Weise von der glaube, daß es am besten sein wird, wenn Sie von dem weiteren eine große Anzahl Abonnenten tosten wird. Jezt, wo der Streit Opposition fortgesetzt. Behalten des Lokals Abstand nehmen, damit ich wenigstens unvermeidlich, müssen die Kämpfenden unterstützt werden. Der Sieg Ruhe von Seiten der Polizei habe und nicht stets muß auf die Seite der Arbeiter fallen. Den Fabrikanten muß beTag und Nacht bewacht zu werden brauche... wiesen werden, daß die Arbeiter ein gleichberechtigter Faktor im gebitte um Antwort bis Sonntag; denn ich habe fortwährend fellschaftlichen Leben sind. Strafe auf Strafe, erst heute wieder 6 M." Die Germania" veröffentlichte vor einigen Tagen einen Bericht, Vorläufig besteht der Miether auf seinem Miethsvertrage. Es der annehmen ließ, daß sich die Weber der christlichen Vereine von handelt sich darum, den Streit mit der Beuthener Polizeiverwaltung den übrigen trennen werden und zur Arbeit zurückkehren. Das ist in allen Instanzen durchzufechten, da ihm ihr Vorgehen nicht be- nach obiger Darstellung nicht zutreffend, vielmehr kann man auf gründet zu sein scheint. Es wäre im Interesse dieser Sache sogar einen guten Zusammenhalt der Streifenden schließen. bedauerlich, wenn der Vermiether durch Zahlung der ausbedungenen Konventionalstrafe für einseitigen Rücktritt vom Vertrage dem Miether die Fortsetzung des Streitverfahrens unmöglich machen ,, Polizei und Publikum." Durch einen mit dieser Ueberschrift versehenen Bericht über eine Versammlung sollte der Redakteur Die Bauarbeiter von Westböhmen haben für das Jahr 1899 Wabersky vom Hamburger Echo" zwei Wandsbeker einen Lohntarif aufgestellt, den sie in Form eines Memorandums Bolizei Beamten, den Kommissar Lipinski und den allen Bauunternehmern und Baumeistern überreicht haben, und für Sergeanten Ristig, beleidigt haben. In der Versamm dessen Durchführung die Bauarbeiter auf allen Baupläzen Westlung hatte ein Schlosser mitgetheilt Schlosser mitgetheilt, daß, als er und böhmens eintreten müssen. Sie verlangen: einige Freunde, in etwas angeheiterter Stimmung vom Wirths- Die Schichtdauer eines Arbeitstages ist von 7 Uhr Früh bis haus tommend, auf der Straße stehen geblieben seien und ein Ge- 5 Uhr Abends festzusehen, wovon eine halbe Stunde auf die Vorspräch begonnen hätten, er auf Geheiß des Polizeikommissars mittags- und eine halbe Stunde auf die Mittagspause entfallen; Zipinski durch einen Schuhmann zur Bache gebracht, dort nach hierfür wird für die verschiedenen Arbeitskategorien folgender 1stündigem Warten von Lipinski mit den Ausdrücken Lump, Minimallohn verlangt: für Maurer, Zimmerer, Steinmeßen und Bandit und Strolch" bezeichnet, ferner von Lipinski derart vor die Felsenarbeiter ein Tagelohn von 2 fl. 20 kr.; für Hilfsarbeiter 1 fl. Brust gestoßen worden sei, daß er auf einen Stuhl gefallen wäre, 60 fr. und für weibliche Arbeiter 1 fl. 10 fr. Ferner wird die Beund daß er dann mit einer Stette gefeffelt zum Bolizeigefängniß seitigung der Attordarbeit gefordert, sowie die Errichtung von Baugeführt worden sei, wo man ihn am nächsten Morgen entlassen buden und Aborten. habe. Ein anderer Redner, der Bruder des erwähnten Schlossers, erklärte in der Versammlung, nachdem sein Bruder auf der Heimfehr vom Wirthshause verhaftet worden, habe der Polizeikommissar Lipinski seinen Säbel gezogen und eine Attacke auf die flüchtenden Eisenbahn- Fahrpreise. Eine vergleichende Zusammenstellung Theilnehmer gemacht. Dabei habe er, Redner, einen Stoß in das der Eisenbahn- Fahrpreise im Personenverkehr ergiebt, daß in Genid und einen Säbelhieb erhalten, und der Kriminalbeamte Riftig Beziehung auf die Verbilligung des Fernverkehrs Deutschland habe ihn mit seinem Schirm geschlagen und ihm, als er floh, von anderen Ländern längst überflügelt ist. würde. Ausland. Soziales. London, 4. Januar.( B. H.) New Yorker Depeschen zus folge nehmen die Verhandlungen wegen Vereinigung der wichtigsten amerikanischen Kupferminen einen günstigen Fortgang. In die Kombination sollen alle Kupferminen einbezogen werden. eine Feuersbrunst 10 Häuser ein. Vier Personen kamen in den Drontheim, 4. Januar.( W. T. B.) Vergangene Nacht äscherte Flammen um. 300 Menschen sind obdachlos. Konstantinopel, 4. Januar.( B. H.) Ein großes Terrain in Balästina ist von der Pforte an ein deutsches KapitalistenKonsortium, wie verlautet, zur Gründung einer AckerbauKolonie unter dem Namen„ Wilhelm II." verpachtet worden. Alexandrien, 4. Januar.( B. H.) Mehrere beurlaubte egyptische Regimenter sind wegen des weiteren Vormarsches der Truppen Menelik's wieder einberufen worden. Berantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Tb. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. Hierzu 1 Beilage u. Unterhaltungsblatt. Nr. 4. 16. Jahrgang. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 5. Jannar 1899. Unfallversicherung. = Tokales. Handwerk und Großbetrieb zu finden. In diesem Fall hat sich der Oberpräsident die Sache sehr leicht gemacht, für ihn ist anscheinend gliedskarten zur 6. Abtheilung gelangen vom 5. Januar ab au handen. Achtung! Mitglieder der Freien Volksbühne! Die Mit- im Buchdruckgewerbe ein solcher Unterschied überhaupt nicht vorSie bereits aufgenommenen Mitglieder zur Ausgabe gegen Rückgabe der vom Zahlstelleninhaber erhaltenen Quittung. Die neuen Mit- Straßenbrunnen Berlins betrug am 31. März 1898 insgesammt Oeffentliche Straßenbrunnen. Die Zahl der öffentlichen glieder werden daher gebeten, ihre Karten aus den Zahlstellen ab- 1814 Stüd; ferner waren 16 Spring- bezw. Laufbrunnen vorhanden. zuholen. Es liegt im Interesie aller Mitglieder und Freunde der Die an den Wasserläufen zur Zeit der Choleragefahr für die Boltsbühne, in ihrem Kreise für die baldige Füllung der 6. Ab- Schiffer errichteten fiskalischen sogenannten Freibrunnen sind, soweit theilung zu wirken. Zur Aufführung gelangt auch für die 6. Ab- deren Erhaltung nothwendig erschien, in das Eigenthum der Stadttheilung Wallenstein's Tod. Die Vorstellung der II. Abtheilung ist gemeinde übernommen worden. Wegen ihrer mangelhaften Bauart am kommenden Sonntag. Die Mitglieder werden gebeten, zum be- und ihres schlechten Aussehens mußten diese in der Eile errichteten vorstehenden Quartalsabschluß etwaige Beitragsreste zu begleichen Brunnen sämmtlich umgebaut werden. ( siehe Statut). Nachzügler anderer Abtheilungen erhalten nur, soweit aus der Wasserleitung gespeist, eine Einrichtung, welche sich als Raum vorhanden, einen Stehplatz bei den Vorstellungen. durchaus zweckmäßig bewährt haben soll. Aus diesem Grunde, sowie mit Rücksicht darauf, daß bei einer großen Anzahl von Rohrbrunnen das Wasser mit der Zeit eine Beschaffenheit angenommen will die städtische Baudeputation nur noch solche Rohrbrunnen bauen hat, daß es für Genußzwecke nicht mehr verwendet werden kann, laffen, welche ausschließlich den Zwecken der Feuerwehr dienen und wegen der einfachen Konstruktion sich wesentlich billiger stellen; das Wasser für den Straßenverkehr aber foll überall da, wo ein Bedürfniß vorliegt, aus der Wasserleitung entnommen werden. Die vom Reichs- Versicherungsamt nach§ 77 des Unfallbersicherungs- Gesetzes vom 6. Juli 1884 und den entsprechenden Bestimmungen der weiteren Unfallversicherungs- Gesetze aufgestellte und dem Reichstage vorgelegte Nachweisung der gesammten Rechnungsergebnisse der Berufsgenossenschaften 2c. für das Rechnungsjahr 1897 bezieht sich auf die dreizehnte Rechnungsperiode seit den Bestehen der gesetzlichen Unfallversicherung. Die Nachweisung erstreckt sich auf 113 Berufsgenossen fchaften( 65 gewerbliche und 48 landwirthschaftliche), auf 404 A us führungsbehörden( 146 staatliche und 258 Provinzial- und Kommunal Ausführungsbehörden) und auf 13 auf Grund des Bauunfallversicherungs- Gesezes bei den Baugewerks Berufsgenossenschaften errichtete Versicherungsanstalten. Bei den gewerblichen Berufsgenossenschaften ist die mit dem 1. Januar 1897 von der Nahrungsmittelindustrie- Berufsgenossenschaft Arbeiter- Bildungsschule. Heute Abend 82 Uhr Generalabgezweigte Fleischerei- Berufsgenossenschaft neu hinzugetreten. bersammlung in Behse's Restaurant, Annenstr. 16, 1 Treppe. Die Bibliothet ist von 71/2 Uhr ab geöffnet. Die 113 Berufsgenossenschaften mit 919 Sektionen, 1102 Mit- 8. Januar, Vortrag des Genossen Rechtsanwalt eine in Sonntag, den gliedern der Genossenschaftsvorstände, 5254 Mitgliedern der Sektions- Cohn's Festsälen, Beuthstr. 19-20. Dienstag, den 10. Januar, vorstände, 25 453 Vertrauensmännern, 214 angestellten Beauftragten Bortrag des Genossen August Bebel in Keller's Festsälen, ( Revisionsingenieuren 2c.), 1016 Schiedsgerichten und 4168 Arbeiterbertretern, haben 5097 547 Betriebe mit 17 231 689 ver- toppenstr. 29. Zu zahlreichem Besuch ladet ein ficherten Personen umfaßt. Hierzu treten bei den 404 Ausführungsbehörden mit 406 Schiedsgerichten und 2109 Arbeitervertretern au fanmen 715 758 Versicherte, so daß im Jahre 1897 bei den Berufs genossenschaften und Ausführungsbehörden zusammen 17 947 447 Personen gegen die Folgen von Betriebsunfällen versichert gewesen sind. In der letzterwähnten Zahl dürften zeitig in gewerblichen und in landwirthschaftlichen Betrieben beaber an 1½ Millionen Personen doppelt erscheinen, die gleichschäftigt und versichert sind. " Der Vorstand. Die Brunnen werden Nachdem die anDie Sterblichkeitsziffer Berlins Oeffentliche Bedürfnißanstalten. Die Gesammtzahl der am ist seit zwei Jahren im Rüdgange begriffen. 31. März 1898 vorhandenen, von der städtischen Bauverwaltung erschließlich Todtgeborene) in den Jahren 1894, 1895, 1896 nach An- fanden sich 49 zweiständige, 1 sechsständige, 104 siebenständige, Es starben( ein- bauten öffentlichen Bedürfnißanstalten betrug 159; darunter begabe des neuesten Berliner Statist. Jahrb." 22,21, 23,74, 21,16 pro 1 achtständige, 3 zehnständige und 1 elfständige. Mille der männlichen, 17,64, 18,98, 17,08 pro Mille der weiblichen, gestellten Versuche gezeigt haben, daß die Einrichtung der Anstalten hatte den niedrigsten bis dahin in Berlin beobachteten Stand. Das mit Wasserspülung, soll mit der allmäligen Umwandlung der mit 19,82, 21,24, 19,02 der gesammten Bevölkerung. Das Jahr 1896 mit Delverschluß- Ableitung den Vorzug verdient vor der Einrichtung " Jahrbuch" weist jedoch wiederholt darauf hin, daß einerseits der Wasserspülung versehenen Anstalten sowie mit der Einrichtung weiterer An Entschädigungsbeträgen sind von den Berufs- Rückgang der Sterblichkeitsziffer sich großentheils aus dem Rüd- Anstalten mit Delverschluß vorgegangen werden. Demgemäß ist im genossenschaften gezahlt worden 57 482 727,76 m.( gegen 51 326 782,16 M. gange der Geburtenziffer erklärt, und andererseits die Verwaltungsjahre 1897/98 verfahren worden. Es wurden neugebaut im Vorjahre); seitens der Ausführungsbehörden 5 539 481,29 m. burch bloße Vergleichung mit der Bevölkerungszahl gewonnene 4 sieben und 2 zehnständige und umgewandelt 9 Anstalten. Am ( gegen 4 951 073,42 M. im Vorjahre); feitens der 13 Versicherungs- Sterblichkeitsziffer für große Städte nur einen sehr mangelhaften Schluffe des Verwaltungsjahres waren 22 mit Oelverschluß versehene anstalten der Baugewverts Berufsgenossenschaften 951 888,72 M. Maßstab bietet, da hier die Bevölkerung infolge massenhaften Anstalten vorhanden. Für die Aufstellung und Veränderung solcher ( gegen 876 541,95 m. im Vorjahre.)" Die Gesammtsumme der 3uzuges von Personen der kräftigsten Altersklassen Entschädigungsbeträge( Stenten 2c.) belief sich im Jahre 1897 auf eine unternormale Sterblichkeitsziffer haben muß. Thatsächlich stellt Anstalten wurden 1897/98 insgesammt 48 994 m. verausgabt. 63 973 547,77 m.( gegen 57 154 397,53 m. im Vorjahre.) sich die wirkliche, aus der Sterblichkeitstafel abgeleitete Sterblichkeits- Berliner Brotpreise. Im November 1898.( bezw. 1897, Die Anzahl der neuen Unfälle, für welche im Jahre 1897 siffer für Berlin bedeutend höher. Das Jahrbuch" theilt in dem 1896, 1895) war der Durchschnittspreis( berechnet vom VerEntschädigungen festgestellt wurden, belief sich auf 92 326 neuesten Jahrgange die Berechnung erst bis 1894 mit. Danach liner Statistischen Amte aus den in 34 Bäckereien gemachten Aukäufen) ( gegen 86 403 im Vorjahre.) Hiervon waren Unfälle mit tödtlichem starben 1894 nicht, wie oben angegeben, 22,21 pro Mille der männ- für 1 Kilogramm Roggenbrot rund 249/10( 233/10, 213/10, 208/10) Ausgange 7416( gegen 7101 im Vorjahre), Unfälle niit muthlichen, 17,64 pro Mille der weiblichen, 19,82 pro Mille der gesammten Pfennig, für 1 Kilogramm Weizenbrot rund 426/10( 396/10, 36, maßlich dauernder völliger Erwerbsunfähigkeit 1507( gegen 1547 Bevölkerung, sondern 27,07 der männlichen, 23,24 pro Mille der 344/10) Pfennig. Für 50 Pfennig bekam man durchschnittlich im Vorjahre). hinter- weiblichen, Die Zahl der von den getödteten Personen hinter weiblichen, 25,21 der gesammten Bevölkerung. gesammten Bevölkerung. Die wirkliche rund 2006( 2146, 2344, 2400) Gramm Roggenbrot, rund 1173( 1263, laffenen entschädigungsberechtigten Personen beträgt 14 644.( gegen Sterblichkeitsziffer war also höher als die scheinbare: bei der 1391, 1453) Gramm Weizenbrot. Der nach dem Maximum des 13 953 im Vorjahre). Darunter befinden sich 4802 Wittwen männlichen Bevölkerung um 21,9 pCt., bei der weiblichen um Mai und Juni 1898 in den folgenden Monaten eingetretene Preis( 4505), 9575 Kinder( 9194) und 267 Aszendenten( 254). Die 31,7 pCt., bei der gesammten un 27,2 pet. Die Differenz rückgang hat sich im Herbst wieder verlangsamt und ist im November Anzahl sämmtlicher zur Anmeldung gelangten Unfälle beträgt zwischen der scheinbaren und der wirklichen Sterblichkeitsziffer hat nahezu zum Stillstand gekommen. 382 307( gegen 351 789 im Vorjahre). auch im Allgemeinen eine steigende Tendenz, wie ja auch die Eine unter statutarische Strafe gestellte Verpflichtung Bevölkerung Berlins in ihrer Zusammensetzung immer mehr von der stunden. Die Auflieferung von gewöhnlichen Badeten fann gegenAuflieferung von Packeten außerhalb der Postschalter: Norm abweicht. Die wirkliche Sterblichkeitsziffer übertraf die scheinzur Anmeldung der Unfälle bei den Berufsgenossenschaften besteht bare z. B. in den Jahren 1876, 1881, 1886, 1891, 1894 bei der wärtig, wie allgemein bekannt sein dürfte, bei den hiesigen Stadtleider nicht durchweg. Im Allgemeinen wird deshalb die Zahl der gemeldeten Unfälle geringer sein, als die Gesammtzahl männlichen Bevölkerung um 4,9, 8,0, 13,3, 15,9, 21,9 pct., bei der Postanstalten nur bis 7 Uhr Abends erfolgen. Nach dieser Zeit aller Unfälle, welche eine Erwerbsunfähigkeit von mehr als um 5,1, 11,8, 16,2, 20,1, 27,2 pet. Der seit zwei Jahrzehnten außer dem tarifmäßigen Borto und dem feststehenden Tarbetrage von weiblichen um 4,8, 12,5, 18,9, 23,6, 31,7 pct., bei der gesammten werden ausnahmsweise nur dringende" Packetsendungen zur Postbeförderung angenommen. Für derartige Packete wird zur Zeit drei Tagen zur Folge hatten. beobachtete Rückgang der Sterblichkeitsziffer ist also viel weniger be deutend, als er auf den ersten Blick erscheint, aber er ist auch so einer Mark noch eine besondere Einlieferungsgebühr von 20 Pf. erhoben. noch erheblich Die Reichs- Postverwaltung beabsichtigt Von den einzelnen um vielfachen theilen hatten 1894, 1895, 1896 die niedrigsten Sterb- Wünschen, welche besonders aus Aerzte- und Apothekerkreisen, sowie 13,65, 14,47, 14,02 Schöneberger Vorstadt 14,08, 14,85, 13,68, außerhalb der Schalterstunden annehmen zu lassen und für diese aus der Mitte des Reichstages an sie herangetreten sind, zu entlichkeitsziffern: Friedrichstadt 11,38, 11,68, 11,55, Altstadt sprechen, von sämmtlichen Postanstalten auch gewöhnliche Packete Tempelhofer Vorstadt westlich 13,72, 15,95, 14,25, diesseitige Luisen Sendungen neben dem tarifmäßigen Porto lediglich eine besondere stabt 14,58, 15,65, 15,12; andererseits die höchsten: Stralauer Viertel Einlieferungsgebühr von 20 Pf. zu erheben. In der jüngst im öftlich 22,09, 22,75, 21,66, jenseitige Quisenstadt östlich 22,97, 24,43, Reichs- Postamit abgehaltenen Konferenz wurde die Erhebung einer 20,34, Rosenthaler Vorstadt nördlich 22,86, 25,46, 21,66, Königs- besonderen Gebühr für die ausnahmsweise Annahme von gewöhn viertel 25,76, 26,44, 24,98, Wedding 26,02, 28,04, 24,35.( Die in lichen Padeten für unbedingt erforderlich erachtet, um etwaige MißKrankenhäusern Gestorbenen sind möglichst den Standesämtern zugezählt, in denen ihre Wohnung lag.) Die Sterblichkeit ist im All- bräuche, beispielsweise die Auflieferung von großen Packetmengen nach Schalterschluß, fernzuhalten. gemeinen in den an Kindern reichen, vorwiegend von Ar= beitern bewohnten, neueren Stadttheilen am größten. Die Zahl der entschädigten Unfälle stellt sich für die Jahre 1889 bis 1897- für welche die Unfallversicherungs- Geseze, als Gesammtheit genommen, voll durchgeführt sind und daher vergleichbare Angaben vorliegen wie folgt: Es wurden Unfälle gezählt, für welche erstmalig Entschädigungen festgesetzt sind, bei den Versicherungsverbänden der gewerblichen des landwirthschaft: im Jahre Unfall- Bersicherungs- lichen Unfall- Bersicherungss 1889 Gesetze 24436 Gesetzes 1890 28 988 7 013 13 050 1891 31 291 19 918 1892 31 774 23 880 1893 34 483 28 246 1894 36 275 33 344 1895 37 393 88 134 1896 42 520 43 883 1897 45 971 46 355 Hiernach ist die Zahl der entschädigten Unfälle noch bedeutend im Steigen. Die Steigerung bleibt auch bestehen, wenn man die Zahl der entschädigten Unfälle in Beziehung setzt zu der Zahl der versicherten Personen. genug. Vom elendesten aller Wahlsysteme. Stadt: Nach der amtlichen Bekanntmachung des städtischen Wahlbureaus stellte sich das Resultat der am 27. Oftober 1898 vollzogenen Ur wahlen zum Abgeordnetenhause in den vier Berliner Wahlkreisen wie folgt: Nummer des Zahl der WahlStimmberechtigte Urwähler I. Ab- II. Ab= III. AbSumma Die Summe der anrechnungsfähigen Löhne, die sich, wie hervorgehoben wird, mit den wirklich verdienten Löhnen nicht deckt, betrug im Jahre 1897 bei den 65 gewerblichen Berufswahlkreises männer theilung theilung theilung genossenschaften 4 253 620 601,92 m.( gegen 3 922 996 386,52,. im Vorjahre) bei einer Bahl von 6 042 618 versicherten Personen ( gegen 5 734 680 im Vorjahre). Es tamen also auf einen Versicherten an anrechnungsfähigen Lohn im Durchschnitt 704 M. gegen 684 M. im Vorjahre, und es ist die Zahl der versicherten Personen um 307 938, der Betrag der anrechnungsfähigen Löhne um 330 624 215,40 m. gestiegen. 1186 1331 1375 1321 5 090 6876 2342 2708 17 059 IV. 1239 1200 7159 6142 6560 36 184 64 815 79 265 135 908 76 230 356 218 5773 5930 369 630 28 342 7842 313 510 Summa • 4 71 236 87 462 155 675 84 589 398 962 347 782 42 708|| 51 180 1893 waren vorhanden. 1898 mehr Die Wahlbetheiligung gestaltete sich folgendermaßen: Für die landwirthschaftlichen Berufsgenossenschaften haben sich, wie auch früher, Lohnbeträge, welche für die Beitragsberechnung zu Grunde gelegt werden, in die Nachweisung nicht auf nehmen lassen, angeblich wegen des abweichenden Berechnungsverfahrens". Die Zahl der in den Betrieben der land- und forstwirthschaftlichen Berufsgenossenschaften durchschnittlich versicherten Bersonen ist, wie im Vorjahre, unter Benutzung der Ergebnisse der Nummer Berufs- und Gewerbezählung vom Jahre 1895 und des den Vorständen zur Verfügung stehenden eigenen Materials ermittelt worden und beträgt hiernach 11 189 071. Diese Zahl umfaßt außer den ständig in der Land- und Forstwirthschaft thätigen Arbeitern und Betriebsbeamten die umfangreiche Klasse der landwirthschaftlich im Nebenberufe Beschäftigten und die mitversicherten Betriebsunternehmer und deren Ehefrauen. des I. . Zur Wahl erschienen Urwähler mit: pCt. mits II. mit III. Wahl: Ab hin Abthei hin Abthei- hin lung freises. theil. Tung pCt. pet. I. II. III. IV. Summa m it: 1893 hin 1898 mehr pet. pet. pet. 833 62,58 2 522 49,55 14 238 21,97 17 593 24,70 20,41 4,29 833 63,06 2 353 34,22 9 458 11,93 12 644 14,46 12,70 1,70 1695 62,59 6 197 36,33 20 860 15,35 28 752 18,47 13,76 4,71 670 55,83 2075 28,98 7 739 10,15 10 484 12,39|| 12,17 0,22 4031 61,41 13 147 36,33 52 295 14,68 69 473| 17,41 8482 58,72 10 952 38,64 35 935 11,46 50 369 14,48 we niger 1898 mehr: 549 2,78 2195 2,31 16 360 3,22 19 104 2,93 werden. mun, Die Ermittelungen zur Aufklärung des blutigen Vorganges in der Tegelerstraße 15 haben nach einer Richtung hin zu einem überraschenden Ergebniß geführt. Die Polizei des 58. Reviers nahm Dienstag Nachmittag zwei Männer fest, die sich in einer Kneipe in der Sparrstraße verdächtig gemacht hatten. Einer von ihnen hatte hier im Tone des Vorwurfes zu einem Frauenzimmer geäußert: Na, Du hast uns wohl schon verpfiffen!" Die Festgenommenen wurden der Kriminalpolizei zugeführt. Diese Ind noch Abends nach 8 Uhr den Gärtner Hoffmann, als er eben von seinem Dienst an der Bergakademie heimgekehrt war, nach dem Polizei- Dienstgebäude. Er vermochte jedoch gestern die Männer nicht zu erkennen und soll ihnen heute noch einmal gegenübergestellt in - Inzwischen war Hoffman eine eigenthümliche Lage gerathen. Das Ergebniß der vorgestern Nachmittag vorgenommenen Leichenöffnung war nämlich, daß der unglückliche Haseloff nicht an einer der Stich oder Schlagwunden, sondern an einer Schußverlegung gestorben ist. Hoffmann sagte zunächst aus, einer der Einbrecher habe auch geschossen. Später meinte er, das Geräusch, das er für den Knall eines Schusses gehalten habe, sei doch wohl anderer Art gewesen. Das Verhalten Hoffmann's deutete darauf hin, daß er unter dem Eindrucke stand, eine seiner Kugeln, die den Verbrechern galten, habe den Hausverwalter getroffen und vielleicht getödtet. Es war aufgefallen, daß Hoffmann fich gleich nach dem Tode Haseloff's wieder in seine Wohnung hinauf begeben hatte und zu seiner ersten Vernehmung erst von Polizeibeamten wieder herunter gerufen werden mußte, nachdem er sich bereits wieder ins Bett gelegt hatte. Ein Herr Sutter aus dem Hause Nr. 15 hat wahrgenommen, daß er, während er gleich nach dem Vorfalle mit dem Revolver in der Hand im Hausflur stand, am ganzen Leibe zitterte. Gestern Vormittag mun wurde es allen Haus. genoffen zur Gewißheit, daß eine Kugel Hoffmann's durch einen uns glücklichen Zufall das Unheil angerichtet habe, als ein Schußmann Ses 58. Reviers der Wittwe den Todtenschein brachte, auf dem als Todesurfache eine Schußverlegung angegeben war. Und dennoch trifft die schon zur Gewißheit gewordene Vermuthung nicht zu. Glücklicher Weise hat man die tödtliche Kugel im Wundfanal noch gefunden. Eine Vergleichung des Geschosses mit den Revolvern des erschossenen Haseloff und Hoffmann's und mit den zugehörigen Kugeln hat gezeigt, daß die tödtliche Kugel aus einer anderen Waffe abgefeuert worden ist. Sie hat ein viel fleineres Kaliber als die beiden Revolver und ist wahrscheinlich ein Teschingeschoß. Hiernach hat einer der Einbrecher den todbringenden Schuß abgefeuert. Die erste Bekundung Soffmann's entsprach den Thatsachen, seine spätere Angabe, er könne sich auch geirrt haben, Die Gesammtausgaben beliefen sich bei den gewerb= lichen Berufsgenossenschaften auf 52 444 031,26.( gegen 50 888 364,25 m. im Vorjahre) und bei den landwirthschaft Summa lichen Berufsgenossenschaften auf 18 182 155,85 m.( gegen 1893 16 072 386,81 m. im Vorjahre), was auf einen Versicherten bei den wählten gewerblichen Berufsgenossenschaften 8,68 m.( 8,87), bei den landwirthschaftlichen 1,62 m.( 1,44) ausmacht. Für Unfalluntersuchungen und Feststellung der Entschädigungen, für die Schiedsgerichte und für die Unfallverhütung wurden zusammen 4 005 634,79 m. gezahlt. In die Reservefonds find im Jahre 1897 Für das Berliner Buchdruckhandwerk ist, wie wir schon 1 700 354,07 m. eingelegt worden. berichtet haben, vom Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg die Die laufenden Verwaltungskosten betrugen bei Grrichtung einer 3wangsinnung genehmigt worden. ging wohl aus dem Gefühl seiner eigenen inneren Unsicherheit und den gewerblichen Berufsgenossenschaften 5 358 747,59 m.( gegen Die Innung fritt mit dem 1. Mai d. I. unter dem Namen„ Buch- Unruhe hervor, da man eine Schußwunde nicht gefunden hatte. 5 070 273,52 M. im Vorjahre), bei den landwirthschaftlichen Berufs- druckerinnung in Berlin" in Kraft. Unter Buchdruckhandwerk soll Der Hofhund ist den Wirkungen eines Stiches mit einem spizen genossenschaften 2 058 926,19 m.( gegen 1 944 670,55 M. im Vorjahre). nach Anordnung des Oberpräsidenten das gesammte Buch- Werkzeuge, anscheinend einer Feile, erlegen. Er hat auch Gift be verstanden werden und Davon tamen auf einen Versicherten bei den gewerblichen Berufs- Druckgewerbe sind somit sämmt tommen, das jedoch nicht tödtlich wirkte. in Berlin beitrittspflichtig. Daß genossenschaften 0,89 M.( 0,88), bei den landwirthschaftlichen 0,18 m. liche Buchdruckereibefizer Der Polizeibericht meldet hierzu noch Folgendes: Es steht ( 0,17). Die Höhe der laufenden Verwaltungsfosten ist bei den ein- der Beitrittszwang ohne Unterschied der Art des Gewerbe- nunmehr fest, daß der Tod des Wertmeisters Haseloff infolge einer ein- betriebes ausgesprochen wird, muß überraschen. Das Gefeß be- Schußberlegung eingetreten ist; in dem an der Nafenwurzel bes zelnen Berufsgenossenschaften sehr verschieden. stimmt, daß nur diejenigen Gewerbetreibenden zum Beitritt in die ginnenden Schußkanal ist ein fleinkalibriges Geschoß vorgefunden Die Gesammtausgaben der 404 Ausführungsbehörden Zwangsinnung verpflichtet sind, die ein Handwerk ausüben. Wie worden, das nach Größe und Gewicht nur aus einer Waffe mit haben sich auf 5 674 504,38 m., die der 13 Versicherungs- der Oberpräsident dazu kommt, die großen Berliner Druderei fleinem Kaliber und knallloser Konstruktion herrühren kann. Es ist anstalten der Baugewerts- Berufsgenossenschaften betriebe, in welchen mit Ausnutzung großer maschineller Hilfsmittel deshalb ausgeschlossen, daß das Geschoß von einem der bei der auf 1 425 273,79 M. belaufen. gearbeitet wird, deren Leiter meist Kaufleute und Buchhändler Abwehr der Einbrecher gebrauchten Revolver Herstammt. Die Bestände der bis zum Schlusse des Rechnungsjahres an- find, zu den Handwerksbetrieben zu zählen, dürfte in gesammelten Reservefonds der Berufsgenossenschaften betrugen Interessentenkreisen selbst mit Erstaunen aufgenommen werden. Eine Benzinexplosion, die vier Menschenleben zufammen 135 423 811,81 M., die der mehrerwähnten Versicherungs- Es zeigt sich nur wieder, was auch bei Berathung des fährdete, ereignete fich Mittwoch Abend 7 Uhr Lindens Gesezes vielfach betont wurde, wie schwer es ist, eine Grenze zwischen straße Nr. 90. Hier hat im Parterre- und Kellergeschoß anstalten 717 712,68 M. ge Bergiftet hat fich der 25jährige Doktor der Medizin Friedrich Pezold aus Doberan in einem Gasthause in der Mödernstraße. Selbstmord. Gestern wurde in einer Gastwirthschaft in der Mödernstraße ein Student, welcher dort am vorhergehenden Tage abgestiegen war, todt aufgefunden. Er hatte sich vergiftet. Ber rüttete Vermögensverhältnisse und Furcht vor einem Examen scheinen die Veranlassung zu dem Selbstmorde gewesen zu sein. den Abgabentarif für die städtischen Lösch und Ladestellen, der Vorlage betr. die Abänderung der Umfassteuer- Ordnung, die Vorlage betr. die Vergebung der Kehrleistungen für die Straßenreinigung, die Parkverwaltung und die Feuerwehr, die Vorlage betr. den Bau der Kunstgewerbe- und Handwerkerschule fowie den Bau einer Gemeinde- Doppelschule. Zum Schluß erfolgte die Festsetzung der Sigungstage für das erste Halbjahr 1899. Monate alt ist, veröffentlicht so eben das Statistische Amt der Die Ergebniffe einer Volkszählung, die noch nicht drei Stadt Charlottenburg. Es ist dies die Personenstands Aufnahme vom 27. Oftober 1898. Die Personenstands- Aufnahme Es bie Buchdruckerei und Lithographische Anstalt von Hendebett ein Mann oder eine Frau war. Es ist nicht ausgefchloffen, daß die ihre Geschäftsräume. In die angegebene Beit explodirte im Steller Verlegung von einem Falle herrührt, der Ueberfall jedoch auf einer QMS unbekannter Ursache eine ettva 10 Liter haltende Wahnvorstellung beruht. Benzinflasche. Die im Keller anwesenden vier Personen wurden durch den erzeugten Dind zur Seite geschleudert, doch wurde lüdlicherweise nur einer derselben von den Flammen erfaßt. Auch ihm gelang es, das Freie zu gewinnen und die Flammen zu er ftiden. Die übrigen Personen erlitten gleichfalls feine wesentlichen Beschädigungen. Die Feuerwehr der Hauptwache war schnell zur Stelle und löschte mit einem Rohre den entstandenen Brand. Eine werthvolle Maschine und verschiedene Utensilien sind arg beschädigt. In Sachen des vermisten Professors Otto Harnack werden Der Bau der neuen Brücke über den Landwehrkanal im Zuge steht nach den früheren Erfahrungen jest um etwa 3 pet. hinter der die Zeitungen von deffen Schwiegervater, Geheimen Ober- Justizrath der Grünauerstraße nach der Reuterstraße in Rigdorf, welcher sich Wirklichkeit zurüid. Das Ergebniß entspricht dann ungefähr der durch Reichau, um die Veröffentlichung folgender Zuschrift ersucht: Die fo unliebfam lange verzögert hat, soll nunmehr in diesem Monat Fortschreibung ermittelten und gleichzeitig jezt vom Statistischen Notiz des Lokal- Anzeigers", daß der Professor Dr. Otto Harnad zu in Angriff genommen werden. Durch diese Brüde wird eine wichtige Amt veröffentlichten Bevölkerungszahl von Ende Oftober mit feiner Familie zurückgekehrt sei, ist leider völlig unbegründet und Verkehrsverbindung des Südostens Berlins mit Rigdorf geschaffen 173585. Gs bedeutet dies eine Zunahme von mur 6,19 pt. dient ob absichtlich oder infolge eines Irrthums nur dazu, die und die Anlegung eines zweiten Rottbuser Dammes ermöglicht. gegen das Vorjahr. Von 1896 auf 1897 hatte die Zunahme Ermittelungen über den Verbleib des noch Bermißten zu vereiteln Das feltene eft der Eisernen Hochzeit" feiern am noch 9,13 pct., bon 1895 auf 1896 fogar noch 13,13 pt. betragen. Bder doch zu erschweren." Die Familie des Profeffors Otto Sonntag, den 8. b. W., die Buchbinder Fließ'schen Chelente in beres zeigt fich also, daß in der Entwidelung Charlottenburgs allmälig d. Harnad hat auch am Dienstag wieder alles aufgeboten, um den Aderstr. 156. An diesem Tage sind die alten Zeute, von denen der ein gewiffer Stifftand eintritt. Die größte Zunahme zeigt im letzten An diesem Tage find die alten Leute, von denen der Aufenthalt des Verschwundenen zu ermitteln. Auf ihre Veranlassung Gatte 88, bie Frau 86 Jahre alt ist, 65 Jahre verheirathet. Das Jahre die Gegend im Süden der Leibniz-, Wieland-, Schlüter- und ist der Thiergarten polizeilich zum zweiten Male abgefucht worden, greise Paar, dessen Kinder sämmtlich gestorben find, lebt von seiner Charlottenburgs betrug am 27. Ottober 1898 3012, ein Jahr vorher Bleibtreustraße, also beim Savignyplage. Die Zahl der Grundstüde und drei Fischer haben in Gegenwart eines Schwagers Harnack's Hände Arbeit und fristet fümmerlich sein Leben. Ein Komitee, dessen 2924. Haushaltungen zählt Charlottenburg 40 558 gegen 38 133 int den Landwehr- Kanal ohne ein positives Resultat untersucht. Prof. Borsigender der Rabbiner Herr Dr. S. Stein hier, Kronprinzen Jahre 1897. Die Militärbevölkerung der Residenzstadt ist von Harnack, der schon früher in Rom lebte und auch erst vor kurzem straße 29, ist, hat sich gebildet, um dem Jubelpaar an seinem 2489 im Jahre 1897 auf 2660 am 27. Oftober 1898 gestiegen. mit seiner jungen Frau von der Hochzeitsreise aus Italien zurück Ehrentage durch ein Geldgeschenk eine Freude bereiten zu können. tehrte, hat in den letzten Tagen seines Hierseins beständig geflagt, Aus Rigdorf. Ein lebhafter Krieg wurde bis vor kurzem in es fehle ihm die füdliche Soime, er könne den nordischen Himmel Fenerbericht. Dienstag Abend explodirte Quibow str. 50 unserem Orte in der Schul- Brausebäderfrage geführt. nicht ertragen und sehne sich nach dem Süden. Nach Meinung feines eine Gasätherlampe, ohne jedoch wesentlichen Schaden zu verursachen. Die Gegner dieser sanitären Einrichtung benutzten jede Gelegenheit, in Bruders, welcher als Professor der Medizin in Halle a. S. wirft und Gardinenbrände waren Oranienburgerstr. 84 und Prenz- Versammlungen und Vereinssizungen die Brausebäder als den hierher fam, dürfte der Verschwundene, welcher außerordentlich lauer Allee 289 abzulöschen, während Frankfurter Allee Anfang vom Ende unserer Gemeinde hinzustellen, weil der Antrag nüchtern lebte, teinerlei Passion hatte und auch niemals rauchte, durch Nr. 108 der Brand eines Bettes beseitigt werden mußte. auf Einrichtung dieser Bäder eben von den bösen Sozialdemo Den Weingenuß und den Aufenthalt im rauchigen Zimmer während Die Eröffnung und Einweihung des neuen Beethoven- traten tam. Jezt sind die Gegner der Brausebäder auf einmal furchtder Gesellschaft in der Voßstraße derartig geistig erregt worden sein, sa ales der Philharmonie erfolgte am 2. und 3. Januar. Am bar still und schweigsam geworden, denn o SchredDaß er der Sehnsucht nach Italien nicht mehr zu widerstehen ver- ersten Abend wurden unter Leitung des Kapellmeisters Rebicek nur das Provinzial Kollegium hat den Wunsch ausgesprochen, mochte. Ein Schaffner der Anhalter Bahn hat denn auch angezeigt, Stompofitionen von Beethoven zu Gehör gebracht, während am daß in der zu erbauenden Rigdorfer Realschule- Brauiedaß am Abend des 30. Dezember etwa zwei Minuten vor Abgang zweiten Abend auch Werke anderer Meister gespielt wurden. Es bäder vorgesehen werden sollen. Nun find gerade die eifrigsten des um 11 Uhr 43 Minuten nach München fahrenden Zuges auf wirkten an den Konzerten mit der Philharmonische Chor unter Verfechter der Realschule die heftigsten Gegner der Brausebäder für dem Anhalter Bahnhof ein sehr erregter Herr erschienen und schnell Leitung des Kapellmeisters Ochs und das berühmte Joachimquartett. die Voltsschule gewesen, da fann man sich denken, wie diesen Herren in einen Schlafwagen- Abtheil 1. Klasse gesprungen ist. Diese Hast Der neue Saal ist in italienischer Renaissance gebaut; besondere fezt zu Wuthe ist. Die Sozialdemokraten haben eben wieder einmal stimmt mit Harnack's Wesen überein, und man glaubt, daß er es Beachtung findet ein Deckengemälde, das die Huldigung Beethoven's ein billiges Amusement! Ob Rigdorf am 1. April d. J. war. Jebenfalls hat man die Polizei in der bayerischen Hauptstadt darstellt. die Stadtrechte erlangen wird, ist wieder aweifel fofort um Ermittelungen ersucht. haft geworden, da die nächste Tagung des Provinzial Die Lehrkurse der Urania( Taubenstraße), von welchen der erste bereits im Laufe dieser Woche beginnt, umfaffen: der vorerst seine Genehmigung zu ertheilen hat, Experimentalphysit Landtags, ( Dr. P. Spies), 10 Vorträge, Donnerstags, am 12. Januar beginnend. bisher noch nicht anberaumt worden ist. Die hiesige GemeindeExperimentalchemie( Dr. Naß), 10 Borträge, Dienstags, am 10. Jannar verwaltung läßt aber bereits die Wählerlisten für die Stadtbeginnend. Biologie( Prof. Dr. Müller), 10 Vorträge, Mittwochs, am verordnetenwahlen aufstellen, auch werden alle sonstigen Vor18. Januar beginnend. Erdgeschichte( Dr. P. Schwahn), 6 Vorträge, bereitungen zur Einführung der städtischen Verfassung bereits geVorträge, Freitags, am 6. Januar beginnend. Freitags, am 17. Gebritar beginnend. Völkerkunde( Dr. A. Heilborn), troffen, jodaß nach erfolgter Genehmigung sofort ite Verwandlung Zehn Einzelvorträge der Dorf in eine Stadtgemeinde erfolgen kann. Die Pferdebahnvon Geheimrath Prof. Foerster, Franz Goerte, Prof. Kirchhoff- Halle, Prof. linie Moabit- Rigdorf( Hermanmplas) soll demnächst durch die Koppe- Braunschweig und anderen, Sonnabends, am 7. Januar beginnend. Ausführliche Berichte sind an der Kasse( Taubenstraße) zu haben, oder werden Berliner-, Berg, Knesebeck- und Herthastraße bis zur Herrmannauf Wunsch zugesandt. straße fortgeführt und sobald der neue Gemeinde- Begräbnißplaz am Mariendorfer Weg angelegt sein wird, bis zu diesem ausgedehnt werden. Die Verhandlung gegen Gustav Landauer und Franz Rubbert wegen Beleidigung des Elberfelder Polizeikommissars Gottschalt in Sachen 3iethen findet am 11. Januar d. I. vor dem Berliner Landgericht statt. Der Strafantrag ist gestellt von Seiten Gottschalt's und von Seiten des Regierungspräsidenten von Bojen. Als einziger Zeuge ist von der Staatsanwaltschaft der Stommiffar Gottschalt geladen. Ganz unhaltbare Zustände treten bei dem augenblicklich herrfchenden Schmugwetter wieder in dem zwischen den„ Linden" und der Behrenstraße liegenden Engpaß der Charlottenstraße zu Tage. Der Fahrdamm ist hier nämlich noch immer mit dem Volksthümliche Kurse von Berliner Hochschullehrern. alten Holzpflaster bedeckt, das sich zur Zeit in einer geradezu jämmer- Die zweite Serie der volksthümlichen Kurse findet im Januar und lichen Verfassung befindet. Ueberall haben sich die Senkungen ge- Februar statt. Es werden 6 Vortragskurse von je 6 Abenden abbildet, aus denen infolge des hier sehr lebhaften Wagenverkehrs un- gehalten werden. Die Vorträge beginnen um 81/2 Uhr Abends und aufhörlich große Schmugmassen emporsprißen und die Façaden und sind für Männer und Frauen zugänglich. Eintrittskarten zum Preise Fenster der Häuser, sowie die Fußgänger über und über beschmutzen. von 1 M. für den Kurjus, sowie ausführliche Programme sind bei Bis zu den Fenstern der ersten Etage werden oft Schuttheile Herrn Georg Belling, Bigarrenhandlung, Leipzigerstr. 185; H. Mund, emporgeschleudert, so daß der untere Theil der Façaden einen über- Bigarrenhandlung, NW., Friedrichstr. 92a, Ede der Dorotheenstraße: aus häßlichen Anblick darbietet. In dem Engpaß der Friedrich- A. Schüß, Rendant, O. Holzmarktstraße 60( 10-1, 4-6 Uhr) Straße ist diese Stalamität dadurch ganz bedeutend gemildert worden, Chr. Tischendörfer, C. Sophienstr. 19, of II( 9-1 und 3-6 Uhr): Daß im vorigen Jahre der Fahrdamm hier theils asphaltirt, theils Trautwein'sche Buchhandlung, Leipzigerstraße 8; gentralftelle für mit einem sehr festen Holzpflaster neuesten Systems versehen Arbeiter- Wohlfahrts- Einrichtungen, W. Röthenerstr. 23( 8-8 Uhr) worden ist. zu haben. Die Schauspielerin Alice Reymond aus Berlin, die sich am 14. Dezember in Wittenberg eine Kugel durch die Brust schoß, ist in der Neujahrsnacht im dortigen städtischen Krantenhause gestorben. Das Polizeipräsidium theilt mit: Nach einer hierher geTangten Mittheilung des Großherzoglich Hessischen Polizei- Amtes zu Darmstadt befindet sich dortselbst ein Bahnbeamter in Untersuchungshaft, der nach seinem eigenen Geständniß eine große Zahl von Dieb stählen an solschem Baffagiergut ausgeführt hat, dessen Bewachung im Badwagen auf den Streden Frankfurt a. M. und Heidelberg " 1 Wie heutzutage gebaut wird, das kann man gegenwärtig mit Stannen und mit Grauen auf den Köllnischen Wiesen in Rigdorf, in der sogenannten Pannierstraße beobachten. Dieses Bauterrain", welches zum weitaus größten Theile Eigenthum der Rigdorfer Terrain- Gesellschaft ist, steht nämlich völlig unter Wasser. Wasser durch Versenten von mit Steinen angefüllten Stäften verUm„ Bangrund" zu gewinnen, werden Pfahlbauten errichtet und das drängt. Auf dem also gewonnenen, dem Wasser abgerungenen Baugrunde werden dann Wohnhäuser errichtet, die in hygienischer Hinficht nichts weniger wie alles zu wünschen übrig lassen, wie ein bereits im Rohbau fertiggestelltes Haus erkennen läßt, welches rundum mit Grundwasser umgeben ist. Dazu kommt, daß das verdrängte Wasser in gleicher Höhe mit dem Straßenniveau steht, sich mit dem dort abgelagerten Unrath verbindet und nun einen Moraſtſumpf bildet, welcher insbesondere im Sommer einen Pestherd abgeben dürfte. Die Direktion des Paffage Panoptikums hat in diesem Monat ein so buntes Programm zusammengestellt, wie es in Kunstinstitutionen dieser Art wohl selten dagewesen sein dürfte. In den Variété Vorführungen wird als hervorragendste Erscheinung die französische Diseuse" Adrienne Gaston bezeichnet. Die Dame nennt fich einzige Rivalin der Yvette Guilbert". Mit dem Stopiren be neue eine Betition zugehen lassen wegen Erlaß eines Reichs Der Magistrat von Spandan hat dem Reichstage auf's rühmter Künstler ist es eine eigene Sache, und wer in solchen gefeges, betreffend die Heranziehung des Reichs Dingen Werth auf die Nachahmung fleiner Aeußerlichkeiten legt, fistus zu den Gemeindel aften. Bereits im Jahre 1894 der läuft Gefahr, daß er das Wesen seines Vorbildes un war dem Steichstage eine solche Petition zugegangen, welche am glücklich verzerrt. Von Adrienne Gaston läßt sich sagen, daß 2. Mai 1895 im Plenum zur Berhandlung gelangte. Es wurde daschon ihre äußere Erscheinung kaum den Gedanken an die Bariserin mals beschlossen, diese Betition dem Reichskanzler zur Berücksichtigung dort eine seit ein zu überweisen. Am 21. November 1896 Darmstadt ihm übertragen war. Da bei einer Durchsuchung eine zuläßt the threr Jahre, die im weiteren Gegensatz zu ihrem Bore des Reichs- Schazamts den Magistrat zu Spandau dahin,„ baß eine heh!" Vorlage an die gesetzgebenden Körperschaften wegen Heranziehung des Reichsfistus zu den Gemeindesteuern für die nächste Zeit noch nicht in Aussicht gestellt werden könne." denn wohl anzunehmen, daß Frau Gaston fich bald völlig auf eigene Es handelt sich um folgende 10 unter föniglicher Berwaltung Füße stellen wird. Weiter fällt im Programm die Soubrette Ariola stehender militärischer Institute, welche zu den Gemeindeſteuern bisAleitha durch temperamentvollen Vortrag und was bei der Dede auf dieſem her nicht herangezogen werden konnten: das Feuerwerkslaboratorium, Gebiete immerhin von Belang ist, durch ihre geschulte Stimme auf die Gewehrfabrit, die Munitionsfabrik, die Pulverfabrik, die ingleichen verdiente ein Tanztrio" Die Papillons" und die Hand- Artilleriewerkstatt, die Geschüßgießerei, die Geschoßwerkstatt, die equilibristen Salva und Manza Anerkennung. Gasanstalt, die neue Bulverfabrit und die Armee- Konfervenfabrit; lettere beiden in dem Gutsbezirk Haselhorst belegen. Ju diesen Betrieben, soweit sie im Stadtbezirk Spandau be legen sind, werden gegenwärtig 10 200 Arbeiter und Arbeiterinnen beschäftigt. " große Gegenstände vorgefunden ist, von bisher nur wenige rekognoszirt sind, werden alle diejenigen Per- bilde mit sympathischer Altstimme begabt ist. Die Dame trägt die fonen, welche gelegentlich einer Fahrt auf oben erwähnten Strecken Chansons der Guilbert vor; das ist aber auch so ziemlich alles. Sachen aus ihrem Gepäck vermißt haben, aufgefordert, in den Die Art des Vortrages bleibt hier durchaus selbständig, und so ist Vormittagsstunden von 9 bis 1 Uhr Einsicht in die auf Zimmer 36 des Polizeipräsidiums ausliegenden Verzeichnisse zu nehmen. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich gestern Vormittag gegen 1/12 hr unmittelbar vor dem Hauptportal des Moabiter Striminalgerichts. Ein alter würdiger Herr hatte soeben das Gerichtsgebäude verlassen und steuerte quer über die Straße der Löwengruppe zu, da bog zu gleicher Zeit ein schwerer Getreidewagen der In einem neu eingerichteten Bölferiaal" befindet sich eine Getreidehandlung Johann Steiling in der Liebenwalderstr. 45 afrikanische Truppe. Die mit Weib und Kind wohl an 40 Bersonen von der Straße Alt- Moabit in die Rathenowerstraße hin- aufweisende Schaar bezeichnet sich als„ Krieger des Mahdi" und ein und ehe der Kutscher fein„ Heh, führt ihre Kampfspiele und Tänze mit afritanischer Wildheit auf. und der alte Herr fehen konnte, fonnte, woher der Ruf tam, Theater. Im Deutschen Theater ist die erste Aufführung von In der Begründung der Petition wird folgendes hervorgehoben: da hatte die Spike der Deichselstange ihn bereits umgestoßen, Sudermann's Drei Reiherfebern" auf den 21. Januar verschoben worden; An Kommunalsteuerzuschlag wurden 1897 erhoben 180 pet. Das und ehe der Kutscher den schweren Wagen zum Stehen bringen am gleichen Tage geht das Wert auch an den Hoftheatern in Dresden und gesammte Kommunalsteuersoll 1897 betrug 847 402 M.; davon entkomute, war das Unglück geschehen: die Vorderräder des Wagens Stuttgart in Szene. Das Deutsche Theater gebenkt an weiteren Novitäten fielen auf die Arbeiter der fönigl. Fabriken zufammen 98 758,08 m. gingen dem Herrn über beide Schienenbeine und zermalmten sie. von Georg Hirschfelb; zwei Verkstücke von Hugo v. Hofmannsthal, sowie in dieser Spielzeit noch herauszubringen:„ Pauline", eine Berliner Komödie 28,43 pCt. Die bei den königl. Betrieben angestellten Beamten Der Verletzte wurde in bewußtlosem Zustande durch einen Schuß das Schauspiel„ Hans" von Max Dreyer und die einattige Komödie Mutter zahlen nur von der Hälfte ihres Gehaltes Gemeindeſteuer und die mann nach der Charitee gebracht, wo es zunächst unmöglich war, herz" von Stefan Bacano. Zwei weitere Novitäten, die beiden Lustspiele: daselbst kommandirten Offiziere eine noch geringere Gemeindesteuer. feine Persönlichkeit festzustellen. Nur anderweitig konnte ermittelt Gin glückliches Paar" von Hermann Faber und Der Vielgeprüfte" von Von allen in Spandau wohnenden Offizieren sind im Etatsjahr 1897 werden, daß der Verunglückte im Hause Bredowstr. 3 wohnen soll. Wilhelm Meyer Förster mußten auf die nächste Spielzeit verschoben werden; mur 6886 M. Gemeindesteuer aufgekommen. Im Schiller Theater wird heute die Wilten'sche Gesangspoffe so heißt es Ja, nicht blos der Stadt, auch dem Staate wird die Steuerkraft dadurch entzogen, daß den Vier Korrigenden aus der Anstalt Johannesstift an der Ehrliche Arbeit" wiederholt. Bei dieser Gelegenheit wird die Rolle der in der Petition Beußelstraße, Jungen im Alter von 15 und 16 Jahren, waren in Margarethe zum ersten Mal von Grete Weher dargestellt werden. Sonntag in den einzelnen Instituten vorhandenen Kantinenwirthen die Verder Nacht zum Dienstag entwichen, um zu Fuß nach Hamburg zu Nachmittag findet die 6. Borstellung in Schiller- 3ypflichtung auferlegt wird, für jede Tonne Bier, für 100 Flaschen statt. An dem Heinrich Marschner- bend", das am gehen, von wo sie nach Amerika zu gelangen versuchen wollten. Sonntag, den 8. Januar Abends im Bürgerfaale des Rathhauses veran Bier, für 100 Liter Nordhäuser, für 100 Liter Storn, welche Um sich in der nächtlichen Dunkelheit zurechtzufinden, hatten sie eine ftaltet, werben Frau Else Moest- Schoch und die Herren Kammerfänger auf der Kantine ausgeschänkt werden, einen bestimmten Betrag an Laterne mitgenommen. Weiter besaßen sie aber nichts außer ihrer Eduard Feßler und Frizz Gruselli mitwirken. die Direktion zu entrichten. So weit dem Magistrat bekannt gedürftigen Bekleidung. Am Dienstag wurden sie auf dem Wege nach worden, hat im Etatsjahr 1897 der Kantinenwirth der Geschützgießerei Nauen von einem Gendarm angehalten, der die Burschen festnahm, 6344 M., der Gewehrfabrik 4845 M., der Munitionsfabrit 3244 M. die inzwischen von einem Anstaltswärter auch bereits abgeholt an die Direktion abgeben müssen. Es giebt keine Möglichkeit, worden sind. auch diese Beträge zur Steuer heranzuziehen." Aus den Nachbarorten. Eine empfindliche Störung im Telephon- und TelegraphenNeujahrstage ein, weil von den die Charlottenburger Chaussee entverkehr zwischen Berlin und Spandau und darüber hinaus tratan lang führenden Leitungen in der Gegend von Ruhleben in der Nacht vorher 11 Drähte böswillig zerschnitten worden waren. Ueber die In der Charlottenburger Stadtverordneten Versammlung Ein etwas sonderbarer Ueberfall wird aus dem Often der erfolgte gestern( Mittwoch) Abend die Einführung der neugewählten Stadt gemeldet. In der Friedrichsfelberstr. 42, in der Nähe des Mitglieder Ostbahnhofes, wohnt seit zwei Monaten das Schloffer Vittor'sche Bürgermeisters verpflichtete sie Stadtfyndikus Schulze durch Handvmann und Quitmann in Bertretung des Ehepaar im Erdgeschoß des Vorderhauses. Der Mann ist erst schlag auf ihr neues Amt. Stadtverordneten Borsteher Dr. Jaffé 22, die Frau dagegen, eine geborene Gnesen, früher Dienstmädchen, begrüßte die Neueingetretenen namens der Versammlung. Hierauf schon 30 Jahre alt. Gestern Morgen um 5/2 Uhr verließ Bittor folgte die Neuwahl des Vorstandes. Bei der Wahl des Vorstehers Thäterschaft ist bisher nichts ermittelt worden. die Wohnung, um seine Arbeitsstelle um seine Arbeitsstelle in der Friedrichstaße erhielt der bisherige Vorsteher Dr. Jaffé 36 Stimmen, der bisD an der Straße auf und schrie um Hilfe. Nachbarn und Polizei- 8 Stimmen; unbeschrieben waren 11 Bettel, Dr. Jaffé ist Auf offener Straße beraubt wurde gestern ein Frl. v. Kirns aufzusuchen. Um 7 Uhr riß seine Frau ein Fenster herige Stellvertreter des Vorstehers, Direttor Ströhler aus der Berlinerstr. 40 zu Charlottenburg. Sie hatte zu Weihbeamte eilten herbei und fanden die Frau in der nicht verschlossenen somit zum Vorsteher der Stadtverordneten Versammlung für der Stadtverordneten- Versammlung für nachten von ihrer Mutter eine fleine Stahluhr geschenkt erhalten Wohnung in einer großen Aufregung. Sie gab an, es habe mehrfach das neue Jahr wiedergewählt. Bei der Wahl des Stellvertreters und wollte diese gestern Vormittag, um 11 Uhr, auf der Strage getlingelt, während sie sich in der Küche befunden habe. Sie habe werden 56 Stimmen abgegeben. Der bisherige Stellvertreter Eisen- stehend, am Bahnhof Thiergarten einmal mit der Bahnuhr ver geglaubt, es sei die Zeitungsfrau, und geöffnet. In demselben Augen- bahndirektor Ströhler erhielt 43 Stimmen, Stadtverorodneter gleichen. Da trat ein junger Bursche von 18-19 Jahren auf sie zu und riß ihr blizschnell die Uhr weg. Nur die Schnur mit dem blick aber habe sie vom dunklen Hausflure her einen Schlag über Wöllmer 1 Stimme. 12 Zettel waren unbeschrieben. Direktor den Hinterkopf erhalten und sei zusammengebrochen. Wieder zu sich Ströhler ist somit wiedergewählt. Zu Beisigern wurden die Stadt- Ringe. behielt sie in der Hand. Die Beraubte rief um Silfe, und gekommen, sei sie ans Fenster geeilt und habe auf die Straße verordneten änken mit 35 und Hubaisch mit 34 Stimmen da der Näuber einen Schußmann in der Nähe sah, so warf er die Beute wieder von sich, eilte zum Bahnhofe hinauf und fuhr, bevor hinaus um Hilfe gerufen. Die Untersuchung ergab, daß die Frau gewählt. Sämmtliche Gewählte nahmen die Wahl an eine leichte Verlegung an der linfen Seite des Hinterkopfes hat folgte hierauf die Wahl der Mitglieder des Ausschusses zur man ihn faffen konnte, mit einem Stadtbahnzuge nach Berlin. Ob diese aber wirklich von einem Schlage herrührt, erscheint noch| Vorbereitung der Wahlen verschiedener Gemeindebeamten sowie Der Spreetunnel bei Stralau wird, wie numehr feststeht, sehr fraglich. Frau Bittor glaubte erst, daß sie mit einem Messer des Rechnungs- Revisions- Ausschuffes, ferner die Erneuerung der Ende dieses Monats befahren werden; die Eröffnung der ganzen verlegt worden sei. Dann sprach sie von einem Schlage mit einem Wahl der Mitglieder einer Reihe von Ausschüssen der Versammlung. Straßenbahnlinie Schlesischer Bahnhof- Treptow ist für 1. Mai 1899 stumpfen Werkzeug und endlich von einem Fausthieb. Wer der Darunter befinden sich die Ausschüsse zur Vorberathung der Ge- angesetzt, die Weiterführung nach Niederschöne weide ist jedoch überSchläger gewesen sein soll, will sie nicht wissen, nicht einmal ob es schäftsordnung, der Wahl eines Stadtschulraths, der Vorlage betr. haupt noch nicht endgiltig beschlossen. Es er Briefkasten der Redaktion. Infolge des vorgekommenen Falles von schwarzen Bocken| strafbar im Sinne des angeführten Gefeßes sei auch der ländliche Die„ Gleichheit" erscheint aller 14 Tage einmal. Preis der Nummer auf dem Auswanderer Bahnhof in Ruhleben bei Spandau ist Arbeiter, der ohne ausdrückliche Weigerung den Dienst thatsäch10 Bf., durch die Post bezogen( eingetragen in der Reichspoſt- Zeitungsliste dieser für den öffentlichen Verkehr vollständig gesperrt, auch find lich versage. für 1899 unter Nr. 3033) beträgt der Abonnementspreis vierfeljährlich ohne fämmtliche auf diesem Bahnhofe beschäftigte Personen durch den Bestellgeld 55 Pf.; unter Kreuzband 85 Pf. Streisphyfitus in Spandau, welchem die sanitäre Beaufsichtigung berehelichte Geschäftsreisende Elisabeth Ehrte in Schöneberg be Einen schweren Verstoß gegen Tren und Glauben hat die unterliegt, mit Bockenlymphe geimpft worden. gangen, die fich gestern wegen Urkundenfälschung und Unterschlagung Eine neue große Verkehrsstraße, welche Friedenau und vor der II. Straffammer am Landgericht II zu verantworten hatte. Schöneberg direkt mit Süden de verbindet, soll in kürzester Die Angeklagte entnahm bei dem Möbelhändler Brandt in Berlin Die juriftliche Sprechstunde wird Dienstags, Donnerstags und Frist angelegt werden. Der Schöneberger Magistrat hat bereits der ein Meublement für 6000 M. auf Leihvertrag, wofür sie Wechsel Freitags abends von 7 bis 8 1hr abgehalten. dortigen Stadtverordneten- Versammlung die Pläne zugehen lassen hergab. Gleich, im Monat September, verpfändete sie das Mobiliar G. 2. 1000. Sier unbekannt. 2. G. 25. 1. Macht ganz geringe Kosten. 2. Ist dasselbe. A. 3. 25. 1. Ja. 2. Trotzdem ist und sie ersucht, dem Bau- und Straßenfluchtplan der als sehr für 1200 m. bei einem anderen Händler. Dieser wollte vor Abschluß das Kind noch zur Schule zu schicken. 9999. Beide Kaffen. dringlich bezeichneten Vorlage möglichst bald augustimmen. Die des Geschäfts Beweise dafür sehen, daß Fran Ehrle rechtmäßige Befizerin Heine. Meyer. Nein. 2. E. Von Berjährung fann hier nicht die projektirte Straße wird eine der wichtigsten Berkehrsadern in der der Möbel set, diese brachte ihm auch die Quittungen über den ge- Rede sein. Wenn der Drittschuldner in Güte nicht zahit, müffen Sie zuvor füdwestlichen Umgebung Berlins werden. Die neue Straße geht zahlten Kaufpreis. Als der erste Wechsel am Verfalltage nicht ein gegen ihn flagent. 3. Beschwerde beim Bandgericht. Durch Antrag auf Be bom sogenannten Friedenauer Ortstheil von Schöneberg aus und gelöst wurde, fam die Unterschlagung an den Tag, gleichzeitig stellte sich willigung des Armenrechts wird die Verjährung nicht unterbrochen, auch liegt öftlich der Wannseebahn; sie beginnt an der neuen Friedenauer aber auch heraus, daß Frau Chrte die vorgelegten Quittungen ge- nicht durch Klage Einreichung, sondern erst durch Klage- Zustellung. Brücke im Zuge der Saar- und Beckerstraße und verläuft fast in fälscht hatte. Sie gab zu ihrer Entschuldigung an, daß sie sich zu gleicher Richtung wie die Steglitzer Grenze bis zur Rubensstraße. der Verpfändung der Möbel für berechtigt gehalten habe, weil sie Ueber diese hinaus ist eine Verlängerung bis zur neuanzulegenden Wechsel dafür gegeben. Der Gerichtshof faßte die Sache im Interesse Unterführung am Ende des Priesterweges geplant. Durch die er von Handel und Wandel sehr ernst auf und erkannte auf acht wähnte Straßenanlage wird eine nahezu geradlinige Verbindung Monate Gefängniß. zwischen dem Mittelpunkt von Friedenau und der Billenkolonie are Gefängniß. Südende geschaffen. Witterungsübersicht vom 4. Januar 1899, Morgens 8 Uhr. Stationen Barometer stand mm Windrichtung Windstärke Wetter 4Schnee Temp. n. G. 5° C. 4° R. Stationen Barometer ftand mm Windrichtung Windstärke Wetter Temp. n. 6. || -1 Haparanda 772 NO 4wollig-14 Abend bei Schiller, Rosenthalerstr. 57: General- Versammlung. Tages: Swinemde. 762 N Zentralverband der Konditoren. Mitgliedschaft Berlin.) Heute 765 9 orming: Neuwahl des Vorstandes. Anträge des Zentralvorstandes zum Hamburg Verbandstag. Berlin 763 NW Zentralverein der Bureau- Angestellten Deutschlands.( Mitglied: Wiesbaden 765 N 2 bedeckt 3 Aberdeen schaft Berlin.) Donnerstag, den 5. Januar, abends 81/2 Uhr, bei Schiller, München 765 NW 6Schnee- 0 Paris Rosenthalerstr. 57: Vortrag des Herrn Hoffmann über: Moderne Ehen". Wien. 759 NNW 5 bedeckt Wegen der durch die Riefelfelder bei Gator und Karolinen Böhe veranlaßten Schädigungen drohen der Stadt Charlotten burg neue Prozesse. Die Versumpfungen von bisher fruchtbaren Ländereien, die durch Abflüsse von den höher gelegenen Riefel feldern entstehen, greifen immer weiter um sich, so daß auch die Aecker des Gutes Amalienhof und der Gemeinde Staaten bereits in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Besitzer und Bächter haben Gäste willkommen. fich mit Ansprüchen auf Entschädigung an den Magistrat von Char- lat Tottenburg gewandt. Eine Einigung ist nicht erzielt worden, so daß es auch in diesen neuen Fällen zu gerichtlichen Klagen kommen wird. Eisenbahn Reinickendorf- Liebenwalde. In den letzten Tagen des alten Jahres sind, wie das„ Niederb. Kreisbl." meldet, die Verbandlungen über den Bau der Eisenbahn von Reinickendorf- Rosentbal nach Groß- Schönebeck und Liebenwalde zim Abschluß gekommen. Der Wettbewerb mehrerer Unternehmer hat zur Folge gehabt, daß Das Baukapital um 110 000 m. und der Zinsfuß der bevorzugten Aftien von 4 auf 3/2 pet. ermäßigt worden sind. Die Finanzirung wird durch die Berliner Bank erfolgen, und der Unternehmer bei günstiger Witterung sogleich mit den Vorarbeiten beginnen." Gerichts- Beitung. Vermischtes. JOB Aus Lübeck wird der„ Bossischen Zeitung" vom 3. Januar berichtet: Nachdem schon in der Neujahrsnacht das Wasser der Trave einen äußerst hohen Stand erreicht hatte, der eine Hochwassergefahr befürchten ließ, trat glücklicheriveise nach und nach ein allgemeines Fallen ein. Heute tobt der Sturm, wie drahtlich schon gemeldet wurde, aufs neue aus Nordost und treibt das Wasser von See aus in die Trave, die bereits aus ihren Ufern getreten ist. Um 3/41 Uhr ertönten die ersten drei Kanonenschüsse, die Anwohner der Trave auf die drohende Hochwassergefahr aufmerksam machend. Schon nach einer Stunde mußten abermals Kanonenschüsse abgegeben werden, da die Gefahr sich aberntals steigerte. Im südlichen Stadttheil war das Wasser bereits in die Häuser eingedrungen, so daß dort mit dem Räumen der Parterreräume begonnen werden mußte. Ebenso wird mit allen verfügbaren Hilfskräften an der Räumung der am Quai belegenen Waarenschuppen der Handelskammer gearbeitet. Trotzdemi hier der Sturm keine nennenswerthe Stärke erreicht hat, so wird doch angesichts der aus Travemünde alle Stunde hierher gelangenden telephonischen Nachrichten diesmal die Gefahr eines besonders hohen Wasserstandes, der für Lübecks Anwohner der Trave ungeheuren Schaden im Gefolge hat, befürchtet. deutende Erderschütterung stattgefunden, in deren Folge in der oberen Nikolaistraße ein Wasserrohrbruch erfolgt ist. Das Wasser drang, der, Saale- Zeitung" zufolge, in den Keller des Hauses Nr. 33, dem Tischlermeister Fischer gehörig, und droht das Treppenhaus einzustürzen. Auf polizeiliche Anordnung hat das Haus geräumt werden müssen. viele Schiffsunfälle gemeldet, und auch auf dem Lande richtete der Das Steigen der Adria in Süd- Italien hält an. Es werden Sturm großen Schaden an. Depeschen aus Livorno, Neapel, Palermo und Porto Maurizio melden heftige Stürme, in deren Folge mehrere Schiffe untergingen. Die Mannschaften wurden, soweit bekannt ist, gerettet. Duellprügelet. Eine Forderung auf Pistolen erhielt eines Tages der in Niedersalzbrunn wohnende praktische Arzt Dr. Oliviero unter eigenartigen Umständen. Als sein Kollege Dr. Pohl abwesend war, erkrankte dessen Dienstmädchen und mußte fich deshalb von Dr. Oliviero behandeln lassen. Nach seiner Rüdlehr übersandte Dr. Pohl dem Dr. Oliviero einen Fünfmarkschein als Honorar für die Behandlung feines Dienstmädchens. In Eisleben hat in der Nacht zu gestern wieder eine beSchließlich schrieb Dr. D. dem Dr. P., er erblicke in der Uebersendung der 5 M. eine Verlegung des ärztlichen Anstandes. Dr. P. beauftragte nun den Major a. D. Ernst Furbach in Oberfalzbrunn, dem Dr. O. eine Forderung auf Pistolen zu überbringen, falls er den Brief nicht widerrufe. Dr. O. erflärte sich zum Wider ruf bereit, falls Dr. P. erkläre, daß er ihm durch die Uebersendung der 5 M. nicht habe beleidigen wollen. Dies lehnte Dr. P. ab und Herr Furbach wiederholte die Forderung auf Pistolen. Dr. D. lehnte es aber ab, sich mit dem Kollegen zu schießen. Dr. Pohl ist wegen Herausforderung zum Zweikampf rechtsfräftig verurtheilt worden. Auch Major Furbach wurde zur Verantwortung gezogen, und die Straffammer beim Amtsgericht Waldenburg verurtheilte ihn am 25. Oftober v. J. wegen Kartelltragens zu drei Tagen Festungs baft. Seine Revision kam gestern vor dem Reichsgerichte zu Verhandlung. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt beim Reichsgerichte Dr. Scheerer, fuchte darzulegen, daß dem Angeklagten zu Unrecht der Schutz des§ 209 Kartelträger, welche ernstlich bemüht gewesen sind, den Zweikampf hindern, find straflos) nicht zu theil geworden sei. Herr Fur bach sei allerdings nicht in die Lage gekommen, den Zweifampf zu verhindern resp. Versuche in dieser Nichtumg zu unternehmen, da Dr. O. sofort die Herausforderung abgelehnt habe. Der Reichsanwalt verwies demgegenüber auf die Rechtsprechung des Reichsgerichts, wonach der§ 209 auf Fälle wie der vorliegende keine Anwendung finden könne. Das Reichsgericht erkannte im Einklange hiermit auf Verwerfung der Revision. ชน ver( Cornwall) hat der italienische Dampfer Vorwärts", der von CarSchiffsunglück. Nach einer Lloyds Depesche aus Padstow biff nach Genua unterwegs ist, auf der Höhe von Trevose Head Aufer geworfen. Der Maschinenraum des Schiffes ist voll Wasser Der Kapitän, der Steuermann und neun Mann der Besatzung sind ertrunken. Die übrige Bemannung ist mittels Rettungsbootes in Newquai angekommen. " Dem 1hlb. bed.- 1 Petersburg 4 bedeckt-1 Cort 760 WSM 3Regen 12 756 S26 766 G 1 bedeckt 2 Regen 2 4 Wetter Prognose für Donnerstag, den 5. Januar 1899. Theils heiter, theils wolkig bei mäßigen füdlichen Winden, etivas tälterer Nacht und steigender Tagestemperatur; feine erheblichen Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Achtung! Freie Volksbühne. Zur 6. Abtheilung gelangen die Mitgliedskarten vom 6. Januar an für die bereits aufgenommenen Mitglieder zur Ausgabe. Neue Mitglieder werden bei schleuniger Meldung noch in allen Zahlstellen aufgenommen. Eintrittsgeld 65 Pf. Beitrag 65 Pf. Die Vorstellung der 6. Abtheilung ist am 5. Februar, Nachmittag 2% Uhr: Wallenstein's Tod. Die Mitglieder werden gebeten, für die 6. Abtheilung Mitglieder zu werben. II. Abthellung: Sonntag, 8. Januar: Wallenstein's Tod. III. Abtheilung: Sonntag, 15. Januar: Wallenstein's Tod. Die Mitglieder der„ Freien Volksbühne" haben zur Sonder Ausstellung Ribera in der Potsdamerstrasse 20 Zutritt am 15, 22., 29. Januar gegen ein ermässigtes Entree von 20 Pfennigen. 228/1 Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Arbeiter- Bildungsschule. Sonntag, den 8. Jannar, Abends 7 Uhr, Vortrag des Reichstags- Abgeordneten August Bebel. Eintritt 10 Pf. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Droschkenkutscher! Zwei öffentl. Versammlungen der Droschkenkulscher Berlins am Donnerstag, den 5. Januar er., Abends 9 Uhr, in Stechert's Festsälen, Andreasstr. 21; am Freitag, den 6. Januar cr., Abends 9 Uhr, im Saale der ,, Nordd. Branerei", Chanffeestr. 57. Tages Ordnung: in Cohn's Festsälen, Beuthstr. 19/20( grosser Saal): Vortrag des Reichstags- Abg. Wolfgang Heine über: Die Schätzung der Persönlichkeit im alten und Die Fälschung von Bildern hat in Petersburg einen Umfang neuen Recht. angenommen, welcher jogar die Existenz der bedeutenderen Maler Nach dem Vortrag: Gemüthl. Beisammensein und Tanz. bedroht. In den verschiedensten Kunsthandlungen mit beständigen Eintritt 10 Pi. Garderobe 10 Pf. Ausstellungen" findet man mit der vollen Unterschrift des Künstlers verschene Gemälde von Wereschtschagin, Klewer, Schischkin, Dienstag, den 10. Januar, Abends 8 Uhr, Kondratenfo, Sinowjew und andere, welche für 25-30 Rubel ver- in Keller's grossem Festsaale, Koppenstrasse 29: fauft werden. Natürlich sind dies alles Fälschungen niedrigster Auf abschlüssiger Bahn befindet sich der Premier Art oder grobe Kopien der wirklichen Meisterwerke, die nur ein lieutenant a. D. Arthur Mittelsberg, der gestern aus der gang ungebildetes Auge für echt halten kann; aber das Publikum 4/1 Untersuchungshaft vor die dritte Straffammer des Landgerichts I ficht beim Kaufe meist nur auf den Namen, und so schmücken fich geführt wurde, um sich wegen versuchter Erpressung und Be- die Salons der russischen Kaufleute, Industriellen u. s. w. mit den leidigung zu verantworten. Der Angeflagte ernährt sich, nach- Sudeleien irgend eines Schmierers, welcher einen berühmten dem er in seiner militärischen Carrière Schiffbruch ge- Namen auf die Leinewand flert. Der bekannte Maler Kondratenko litten, durch Vermittelungsgeschäfte und scheint sich finanziell erzählt, daß er kürzlich in einer vornehmen Kunsthandlung auf dem dabei nicht schlecht zu stehen. Er hatte bor etwa fiinf Newsti eine entsegliche Kopie feines Gemäldes Jahren eine damals 17 jährige Chantant- Sängerin zu fich ge- Bachtschisarai", mit seiner vollen Unterschrift signirt, erblickt habe. Eine Nacht in nommen, die er, wie er behauptete, sich zu seiner dereinstigen Er ging in das Geschäft und fragte, von wem das Bild erworben Frau„ erziehen" wollte, obwohl er mit seiner ersten Frau trübe Er- jei." Bon Herrn Kondratenko," lautete die Antwort;„ er hat es fahrungen gemacht hatte. Dieses junge Mädchen ist indirekt die selbst hierher gebracht und es uns billig verkauft, da er Geld Ursache zu dem bedenklichen Schritt geworden, der den Anbrauchte." Das ist ja aber nicht möglich," rief der Künstler, 1. geflagten jegt auf die Anlagebant brachte. Die Verhand- ich bin ja Kondratenko." fung wurde unter Ausschluß der Oeffentlichkeit geführt, aus man;„ damals hat uns ein Anderer das Bild gebracht." " Das kann nicht gut sein," meinte der Urtheilebegründung ergab Gutsbefizer hatte die junge Sängerin bei wiederholtem Auf- russischen Künstler erleichtern allerdings durch eine unverzeihliche sich aber Folgendes: Ein Künstler blieb nichts übrig, als das Geschäft zu verlassen. Die 2. enthalt in Berlin kennen gelernt und war zu ihr in nähere Be Nachlässigkeit den Fälschern das Handwerk außerordentlich. Sie ziehungen getreten, die jedoch, wie beide versichern, sich in den führen nicht einmal Listen über ihre Bilder, nehmen auch keine Grenzen äußeren freundschaftlichen Verkehrs gehalten haben. Angeklagte machte diesen Verkehr aber zum Ausgangspunkt von Geld- Künstler werden auch die ausländischen ausgebeutet. Man bekommt Die Kollegen, welche bei dem Fuhrherrn Erpel in der Wrangelstraße fahren, Der Photographien von denselben. Ebenso schamlos wie die russischen Wir ersuchen die Kollegen, recht zahlreich und pünktlich zu erscheinen. forderungen, die er dem verheiratheten Gutsbesitzer brieflich unter einen Meissonier für 300 Rubel, einen Rousseau für 50 Rubel 2c. find besonders eingeladen. breitete. Er bezeichnete in den Briefen die Handlungsweise Buweilen geben sich auch wirkliche Talente zu Fälschungen her. 52/1 für eine ehrlose und machte ihm in beleidigender Weise Vorwürfe So ist fürzlich ein Maler am Säuferwahnsinn gestorben, welcher darüber, daß er ihm seine Seelenruhe geraubt, seinen häuslichen einst zu hohen Hoffnungen berechtigt hatte. Der schließlich Frieden gestört habe u. s. w. Er habe die feste Absicht gehabt, ganz heruntergekommene Künster hat sich die Manier des Landschafts das Mädchen zu heirathen, dies sei ihm nun aber durch malers Diasa bis zur vollkommenen llusion angeeignet und malte die Schuld des Gutsbesigers unmöglich gemacht worden und so den Kunsthändlern, welche ihn bei einer Flasche Schnaps bei sich ( Verwaltungsstelle Berlin.) verlange er denn von diesem die Summe von 13 000 m. als einschlossen, hunderte von in ihrer Art trefflichen Diafa's, die in Ersatz für die Aufwendungen, die er im Laufe der Jahre für das ganz Rußland zu dem verhältnißmäßig theueren Preise von 100 bis Sonntag, den 8. Januar 1899, Vormittags 10 1hr, Mädchen gemacht habe. Da diese Geldforderung in drohender Form 150 Rubel Absah fanden, während der geschicte Fälscher höchstens in der Brauerei Friedrichshain, Am Friedrichshain 22-29: gestellt wurde, so erstattete der Adressat die Strafanzeige. Staats- 20 Rubel erhalten hatte. Es soll einige Maler von hervorragendem anwalt Sta chow I hielt alle Thatbestandsmerkmale der versuchten Namen geben, welche in ihrem Atelier Dutzende bon armen, aber Erpressung für vorliegend. Der Angeklagte habe garnicht daran ge talentvollen Leuten beschäftigen, deren Bilder mit ihrer Signatur dacht, das Mädchen zu heirathen, er habe diese Behauptung nur aufgestellt, versehen, und dann unter der berühmten Flagge in die Welt um daraufhin den rechtswidrigen Vermögensvortheil zu erstreben. schicken. N Er beantragte mit Rücksicht auf die ehrlose Handlungsweise des Angeklagten 12 Jahre Gefängniß. Rechtsanwalt Wronter vertrat den Standpunkt, daß dem Angeklagten das Bewußtsein der Rechtswidrigkeit gefehlt habe und eventuell die Strafe viel zu hoch Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, Dies' Verlag) tft foeben das Der Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten zu 9 Monaten 15. Seft des 17. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Gefängniß und zweijährigem Ehrverlust.ssa sulestbre Eine historische Erinnerung. Stanislaus Krusinsti's Anschauungen vom sozialen Organismus. Von C. v. Kelles- Krauz. Die Entwidelung der Vom Ausnahmegesetz gegen das Gefinde". Der land- Kali- Industrie, das Kali- Syndikat und die Kali- Arbeiter. Von Karl wirthschaftliche Arbeiter Pommer wurde wegen Verweigerung Safenholz. Die wohlerworbenen Rechte unserer Grnbenbesizer. Von sei. " Eingelaufene Druckschriften. des Dienstes in zwei Fällen zu Geldstrafen verurtheilt. Er hatte Steuersystem in Bayern. Otto Hué. Notizen: Von der wirthschaftlichen Entwicklung und dem 1. Das rigorose Vorgehen der Ringfuhrherren und welche Stellung haben wir einzunehmen? 2. Diskussion. Das Agitationskomitee. Deutsch. Metallarbeiter- Verband 1291 Außerordentliche General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Stellungnahme zu der Ostern 1899 in Salle a. S. stattfindenden Generalversammlung. 2. Beschlußfaffung über an die Generalversammlung zu richtende Anträge. 3. Aufstellung von Kandidaten zur Delegirtenwahl. Ohne Mitgliedsbuch fein Zutritt! Die Vertrauensleute sind verpflichtet, allen Mitgliedern die Mitglieds Bücher auszuhändigen. Laut Beschluß soll die Versammlung pünktlich eröffnet werden; wir erwarten daher, daß jeder sich befleißigt, zur festgelegten Beit zu erscheinen. Zur Verhandlung gelangen wichtige Angelegenheiten. Es ist Pflicht aller Mitglieder, zu erscheinen. das eine Mal seinen Dienst wegen Trunkenheit nicht verrichten Johannes Gaulte. Feuilleton: Eine soziale Dichterin. Von tönnen und war in dem anderen Falle nicht zur Arbeit erschienen, Von der Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen Au 15. und 29. Januar findet je 1 Urania- Borstellung statt. Zur Aufs Nachdem auch das Landgericht zu seinen Ungunsten erkannt hatte,( Stuttgart, Diez Verlag) ist uns soeben die Nr. 1 des 9. Jahrgangs Mitternachtssonne." Billets à 70 Pf. find in Bureau, Annenſtr. 39, zu führung gelangt:" Im Lande der Fjorde, eine Fahrt nach der Legte B. beim Kammergericht Revision ein. Sein Vertreter zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Ginlabung haben; sämmtliche Kassirer nehmen Bestellungen entgegen. Ebenfalls sind machte zur Begründung des Rechtsmittels geltend, daß eine zum Abonnement. Nur Etappe, nicht Endziel. Aus der Bewegung. Bestrafung auf Grund des Gesetzes über die Dienstvergehen der Die Frauenfrage im Alterthum. Von Lily Braun. I. Feuilleton: Die noch Billets à 75 Pf. für die Sternwarte in Treptow erhältlich, welche an beliebigen Tagen benutzt werden können. ländlichen Arbeiter und des Gefindes mur bei einer diretten Stimme der Freiheit. Von J. H. Mackay.( Gedicht.) Morgenwanderung. und ausdrücklichen Dienstverweigerung erfolgen könne. Eine Weibliche Fabrikinspektoren. Von Cäsar Flaischlen. Notizentheil von Lily Braun und Klara Zetkin: Die Bibliothek befindet sich Annenstr. 39, part., und ist geöffnet Arbeitsbedingungen der Arbeiterinnen. von 9-1 Uhr Vormittags und von 4-7 Uhr Nachmittags; Dienstags und derartige Verweigerung liege nicht vor. Der Straffenat des Soziale Fürsorge für Kinder und Mütter. Familienrecht. Frauen Donnerstags von 9-1 1hr Vormittags und 4-9 Uhr Nachmittags. Kammergerichts verwarf jedoch die Revision mit der Begründung, bewegung. 110/1 Die Ortsverwaltung. Für den Inhalt der Juferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Thraker. Donnerstag, 5. Januar. A. Frankl's Urania Théâtre Variété Taubenstrasse 48/49. Im Theater: Die Urzeit des Menschen. Im Hörsaal: Weltenraum". Opernhaus. Der fliegende Holländer. Dr. Schwahn: ,, Bilder aus dem Anfang 72 Uhr. Schauspielhaus. Auf der Sonnen feite. Anfang 712 Uhr. Suhrmann Henschel. Deutsches. Anfang 71/2 Uhr. Lessing. Mathias Gollinger. Anfang 72 Uhr. Berliner. Baza. Anfang 7½ u5r. Residenz. Mamselle Tourbillon. Vorher: Der Küchenjunge. Anfang 72 Uhr. Neues. Hofgunst. Anfang 72 Uhr. Metropol. Die fleinen Michu's. Hierauf: Die Engelsjäger. Anfang 72 Uhr. Schiller. Ehrliche Arbeit. Anfang 8 Uhr. Westen. Wir fiegen. Die Regiments: tochter. Anfang 72 hr. Geutral. Die Geisha. Auf. 71 Uhr. Luisen. Ums liebe Geld. Anfang 8 Uhr. Thalia. Mein Leopold. Anfang 71 Uhr. Belle Alliance. Preciosa. Anfang 8 11hr. Ostend. Der Brandstifter. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Onkel Toms Hütte oder: Sklavenleben in Amerika. Anfang 8 1hr. Alexanderplat. Verlorene Mädchen. Anfang 8 Uhr. Parodie. Emma von Falkenstein. Die eingemauerte Nonne. Anfang 7 Uhr. Urania. Taubenstraße 48-49. Naturkundliche Ausstellung. Täg lich geöffnet von 10 Uhr vor mittags ab. Eintritt 50 Pf. Abends 8 Uhr:„ Die Urzeit des Menschen". Invalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr: Stern warte, Operntelephon. Apollo. Spezialitäten Borstellung. Anfang 7 1hr. Reichshallen. 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Januar, starb nach langem Leiden unser Kollege Hugo Schmidt Anfang 72 Uhr, Sonntags 5 Uhr im 50. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Cöpenick. Den Parteigenossen sowie den Mitgliedern des Gesang= vereins, Morgenroth" zur Nachricht, daß unser Mit glied, der Arbeiter Gustav Schirge, am Dienstag, den 3. Januar, verstorben ist. Die Beerdigung findet am Freitag, den 6. d. M., Nachmitt. 22 Uhr, vom Trauer: hause, Dorotheenstr. 3, aus statt. Der Vorstand 86/1 65/1 Die Beerdigung findet am Donners von der Leichenhalle des Georgen: Reichshallen.tag, den 5. d. M., Nachmittags 3 Uhr, Stettiner Sänger Stirchhofes in Wilhelmsberg aus statt. ( Mensel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röht, Schneider und Schrader.) Zum Schluß: Pepita vor Gericht. Ensemble von Meysel. Aufang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Vorverkauf 40 Pf. Num. Balkon 75 Pf. Balkon- Loge 1 M. Orch.- Loge 1,50. Fremden- Loge 2 M. Tageskaffe von 11-1 Uhr. Mähr's Theater Oranienstr. 21. Täglich: Sportsmädel. Wer zahlt den Punſch? 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Die Beerdigung findet am Sonn abend, den 7. d. M., Nachmittags 3 Uhr von der Leichenhalle des Zions: firchhofes in Weißensee, Gustav Adolf: straße 64/72, aus, statt. J. A.: R. Dittberner. Soeben beginnt neuer Jahrgang: IN- FREIEN STUNDEN ILLUSTRIRTE ROMAN Beerdigungsverein Berliner Zimmerleute. BIBLIOTHEK 3 JAHRG Sonnabend, den 14. Januar 1899, in Stechert's Festsälen. Andreas- Strasse 21: Gr. Wiener Masken- Ball. HEFT: 10 PFENNIC DIE TOCHTER DES SUDENS Zu beziehen durch Die Mitglieder und Freunde werden eingeladen, recht zahlreich zu erscheinen. Billets à 50 Pf. sind bei den unterzeichneten Komiteemitgliedern vorher zu haben: Biebetrau, Neue Königstr. 18; Kraft, Graunstr. 19, Querg. 4 Tr.; Schwanz, Wriezenerstr. 24, v. 3 Tr.; Brunzel, Wilsnacker: straße 61, Stfl. 3 Tr.; Schneider, Plan- Ufer 31, Hof 2 Tr.; Klebb, alle Colporteure und Spediteure. 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