Nr. 5. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 fg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. Nummer mit tauftrirter Sonntags. Bellage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft Abonnement: 8,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Boft- Bettungss Breislifte für 1899 unter Br. 7820. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn a Mart, für bas übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 16. Jahrg. Die Insertions Gebühe beträgt für die fechsgespaltene koloneis geile oder beren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen, fowie Arbeitsmarkt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis & Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Amt I, Mr. 1508. Telegramm Adresse: Bozialdemokrat Berlin". Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Gewerkschaftsbewegung 1898. Freitag, den 6. Januar 1899. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Englands Grenzen gehabt, und mit welchem Interesse die fation zu thun, die an Festigkeit noch viel zu wünschen deutsche Arbeiterschaft ihm folgte, dafür legt der Umstand übrig ließ; ihre Berufsangehörigen waren durch die überaus Zeugniß ab, daß von daß von den deutschen Arbeitern allein traurigen Verhältnisse in diesem Gewerbe gegen jedes politische Unter den vielen Anfeindungen, welche die Arbeiter 241 045,53 M. zur Unterstüßung der Streikenden aufgebracht und gewerkschaftliche Leben abgeſtumpft. Die Kräfte zur bewegung fortgesezt zu erdulden hat, trat im verflossenen wurden. Der Kampf ist verloren gegangen, aber der Friede Durchführung des Kampfes hätten hier versagt, wenn nicht Jahre besonders lebhaft der Kampf gegen die Gewurde von zwei starken Parteien geschlossen, von denen sich die so gut disziplinirte Hamburger Arbeiterschaft sich der wertschaften in die Erscheinung. Die Erstarfung dieser teine aller Straft beraubt fühlte. Der Angriff war zurüd Streifenden angenommen und sie mit Unterstützung durch den Organisationen und damit ihr größerer Einfluß auf gewiesen, ohne daß die Angreifer um Gnade betteln mußten. Boykott zum Siege geführt hätte. Heute arbeiten in der die Gestaltung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse ließ Und so blieb beim Abschluß des Vertrages alles ungefähr auf Hälfte der Bäckereien in Hamburg und den umliegenden Orten die Abneigung gegen diese Bewegung um so stärker dem alten Fleck. die Gesellen zu den Bedingungen, um die gestritten wurde, in den Kreisen erscheinen, die das Recht der un- Zwei Kämpfe beanspruchen eine besondere Bedeutung, und dazu gehört besonders der Fortfall des Kost- und Logiseingeschränkten Ausbeutung von jeher für für ein ein ewiges weil hier in größerem Umfange Arbeiter aus christlichen wesens und Erhöhung des Lohnes. Weitere Fortschritte sind Menschenrecht hielten: ein Recht, das dem Einen die Macht Gewerkvereinen in Betracht kamen. Es sind das der Streit durch die Stärkung der Organisation zu erwarten. mittel giebt, sich auf Kosten der Andern zu bereichern. Esam Piesberge und der Krefelder Weberstreif. Viele kleinere Streiks der verschiedenen Gewerkschaften giebt ja auch immer Leute, die beweisen, wie unbedingt Der Streit am Biesberge betraf die Bergleute eines Kohlen haben Arbeitszeitverkürzungen, Lohnerhöhungen und sonstige nothwendig solche Ordnung" für das Wohlergehen der Ge bergwerkes in der Nähe von Osnabrück. Sie wehrten sich Besserungen herbeigeführt. Nach der Seite haben besonders sammtheit sei. Die Klaffengegenfäße möchte man hinweg gegen die Beseitigung von sieben katholischen Feiertagen; die Bauarbeiter gewonnen, da im Baugewerbe die Konjunktur disputiren und in salbungsvollem Ton predigt man die Harmonie fortan sollte an diesen Feiertagen gearbeitet werden. sehr günstig war. diesen Feiertagen gearbeitet werden. sehr günstig war. Die Buchdrucker setzten, ohne daß es der Interessen aller Gesellschaftsschichten, während bei jedem Der christlichen Organisation fam der Streit ernsten Konflikt, in den die Arbeiterklasse um eine winzige ungelegen, aber sie konnte hier schwer die Arbeiter Tarifes durch. sehr zu größeren Ausständen kant, die weitere Anerkennung des Lohnforderung geräth, die Gegensätze schroff hervortreten. Hie zum Aufgeben ihres Verlangens drängen. Es fehlte zwar Kapitalisten! Hie Arbeiterklasse! Das ist die Scheidung, die nicht an Stimmen, die dies empfahlen, doch wurden der Organisationen zu heben, haben die GewerkIn dem regen Streben, die Leistungsfähigkeit sich sofort vollzieht. Ein vermehrtes Wohlbefinden der diese zum Schweigen gebracht und schließlich räumte der schaften auf ihren Generalversammlungen im letzten Jahre herrschenden Klasse hat nicht selten einen größeren Druck gegen evangelische Pfarrer Weber das Feld, während der ehemalige mit einigen Ausnahmen die Erhöhung ihrer Beiträge bedie andere Klasse zur Folge. Bergmann Brust, der Führer der Bergarbeiter- Organisation, schlossen. So erhöhten die Dachdecker, Steinsetzer, Müller, Wenn wir uns den gewaltigen Aufschwung der Industrie, zum Widerstand aufreizte". Die Zentrumspresse mußte Glaser und Schneider ihre Wochenbeiträge von 15 auf 20 Pf., die ungeheuren Gewinne der Kapitalisten vergegenwärtigen, wohl oder übel, da sie die Heuchelei nicht so weit die Holzarbeiter die Beiträge ihrer weiblichen Mitglieder von wenn wir bedenken, wie fein die Agrarier es verstanden treiben konnte, die katholischen Feiertage der höheren 5 auf 10 Pf., die Fabrik- und Hilfsarbeiter von 10 auf haben, die Regierung ihren Zwecken dienstbar zu machen, um Ehre des Profits zu opfern, den Kampf unterstüßen. 15 Pf., die Maler im Sommer von 20 auf 25 Pf., im für sich hohe Frucht- und Fleischpreise zu erlangen, dann er- Die Aermsten mußten sich freilich von den Organen Winter von 10 auf 15 Pf., und die Brauer ihren Monatstennt man scharf, wie dürftig die Lage der Arbeiterklasse ge- der nationalliberalen Kapitalisten arg genug züchtigen lassen, beitrag von 80 Pf. auf 1 M. blieben ist, die von den Segnungen dieser Wirthschaftsepoche und ihre Vertreter im Landtag mußten erduldeten eine herbe Auch das Unterstützungswesen erlangte einen weiteren herzlich wenig verspürt hat. Standpredigt über Aufreizung der Arbeiter. Ausbau. Arbeitslosen- Unterstüßung führten ein: die Schuh Gewiß ist die Arbeiterschaft nicht ganz leer ausgegangen. Die Arbeiter verloren den Kampf. Die Bergwerksdirektion macher( fafultativ), Handlungsgehilfen und der Verein So hat sich vor allem die Arbeitsgelegenheit verließ das Werk ersaufen, da es ihnen doch nur 2 pet. Geivinn graphischer Arbeiter. Einige Gewerkschaften lehnten vorläufig mehrt. Mancher ist von der Landstraße in die dumpfe Fabrit einbrachte. Für solche jämmerliche Gewinne lohnt sich die die Einführung dieses Unterstügungszweiges ab, da sie ihren gekommen; ein Anderer hat die Zahl der Arbeiter vermehrt, Ausbeutung der Arbeiter nicht, besonders wenn das andere Mitgliedern keine so hohen Beiträge auferlegen wollten, oder die tief unten im Erdinnern den schwarzen Diamant zu Tage Unternehmen reichlichen Gewinn einträgt. Ueber diesen Aus- vertagten die Entscheidung. schaffen, und ein Dritter feucht vor dem glühenden Hochofen und gang des Streifs hat denn auch die liberale Presse, Zu den bisher bestehenden Arbeitersetretariaten betrachtet es als einen Gewinn, daß ihm das Schicksal so hold vor allem die„ Voss. Ztg.", die Freisinnige" und das" Tage- sind neu hinzugekommen München, Hannover, Frankfurt a. M. war, hier ein Unterkommen zu finden. blatt" bewegte Klagelieder angestimmt; natürlich bedauert und Benthen. In Aussicht steht für das neue Jahr DarmAlso gewiß ein Gewinn für die Arbeiterklasse, aber leider man nicht die Arbeiter, sondern die armen Aktionäre, die durch stadt und Altenburg. nur der, daß die Möglichkeit, auf der Landstraße zu ver- das unverständige" Verlangen der Arbeiter zu dem Mittel Für die oberschlesische Arbeiterbevölkerung ist ein in hungern, und der Zwang, die wenig gastliche Stätte des Ar- greifen mußten, das Werk außer Betrieb zu sehen. Ein Glück, polnischer Sprache von der Generalfommission herausgegebenes beitshauses aufzusuchen, geringer geworden ist. daß die Unglücklichen wenigstens aus den anderen Betrieben Organ erschienen, dem sich für die italienischen Bauarbeiter Aber die gestiegenen Löhne! so erinnern uns die des Aktienunternehmens eine sichere Verzinsung ihres im Berg- ein Gewerkschaftsblatt in italienischer Sprache anschloß. Interessenten des Kapitalismus triumphirend. Das ist richtig: wert stecken gebliebenen Kapitals erwarten können. Nachdem das Rundschreiben des Grafen an vielen Orten erzielten die Arbeiter höhere Löhne. Doch sehr Die Stellung der Regierung zu diesem Streik ist lehrreich. Pojadowsky, in welchem die später im Werden beoft mußten sie die geringen Vortheile im schweren wochen- Herr v. Brefeld, der preußische Handelsminister, lehnte jede griffene Beschränkung des Koalitionsrechtes bereits angedeutet und monatelangen Kampf gegen den Willen der Unternehmer Intervention zu Gunsten der Streifenden ab und gestattete war, im Vorwärts" zur Kenntniß kami, hatte die Generalunter den verlogensten Anfeindungen der bürgerlichen Presse nicht einmal den ausständigen Arbeitern, ihre Klage vorzu- fommission der Gewerkschaften in einem umfangreichen Flugdurchsetzen. Und wenn diese winzige Lohnzulage erreicht tragen. Wie ganz anders nimmt sich das Verhalten der blatt, das in ganz Deutschland zur Verbreitung gelangte, einen wurde, mußte sie nicht zum guten Theil für höhere englischen Regierung in den Kämpfen der Arbeiter aus. Der energischen Protest gegen jede Beschränkung des Koalitionsrechts Preise der Lebensmittel und Miethen verwandt werden? Streit der englischen Maschinenbauer und der waliser Kohlen- erhoben. Neue Anregung erhielt diese Frage durch die In feinem Fall kann auch nur annähernd ein Ausgleich ge- bergleute wurde mit Unterstützung des englischen Handelsministers Oeynhausener Rede des Kaisers. Hier folgte eine funden werden in dem, was die Arbeiterklasse sich erkämpfte, Ritchie beigelegt, der allerdings bei seinem Vorhaben gerade Protestfundgebung der Arbeiter, die als eine großartige und den Gewinnen, die die Kapitalisten einheimsten. Aber auf Seiten der Unternehmer einem harten Widerstand zu be- Demonstration gegen die Beschränkung der Koalitionsfreiheit auch das Wenige, Schwererrungene war den Feinden der gegnen hatte. Ein Vertreter des Handelsministeriums unter angesehen werden kann. Arbeiter zu viel, deshalb das Geschrei, die Machtmittel des brach sogar im Juli feinen Urlaub in der Schweiz, um in So hat uns das alte Jahr manchen schweren Kampf mit Staates in der ganzen Rücksichtslosigkeit zur Unterdrückung er das Streifgebiet der waliser Bergleute zu reisen und hier mit unseren Gegnern gebracht und auch das neue Jahr droht uns mit höhter Ansprüche der Arbeiterklasse walten zu lassen. Man hat für den Vertretern der Streifenden zu konferiren. Wie anders Konflikten. Unsere Gegner find an der Arbeit, forgen wir, diesem Begehren das schöne Wort gefunden: Schutz den Arbeits- in Deutschland! Wäre hier ein gleiches Verhalten gegen daß wir gerüstet dastehen. Vorwärts! heißt unsere Losung. willigen! Wie schön flingt nicht diese Devise. Sie hat sogar streifende Arbeiter möglich? Vorwärts! im Kampf für die Befreiung der Arbeiterklasse. einen ethischen" Anstrich. Aber haben nicht immer die Günstiger lagen die Verhältnisse für die Zentrumspresse An die Gewerkschaften aber ertönt der Appell: Schüßt Eure Nichtsthuer, diejenigen, die nie die Last der Arbeit kennen im Strefelder Streit der Weber. Da kamen keine religiösen Rechte und stärkt Eure Organisationen! Hinein, Ihr Arbeiter, lernten, das Lob der Arbeit gesungen? Und wie edel ist es Fragen in Betracht und flugs war man auch dabei, tüchtig in die Gewerkschaften! von ihnen, daß sie sich der Fleißigen denn die Arbeits- abzuwiegeln und über sozialdemokratischen Einfluß zu schimpfen. willigen", das sind auch die Fleißigen annehmen. Der Streit der Stoffweber ist mit Einführung einer gleichNun, die Organisationen der Arbeiter sind gewiß keine mäßigen Lohnliste zu Gunsten der Arbeiter beendet und die Stüßen der Faulen, sie achten die Arbeit, sie wollen aber auch, fatholischen Arbeiter haben trog der von ihrer Presse und daß jedem Arbeiter sein Recht und der gebührende Lohn zu einzelnen Personen ausgegangenen Bemühungen, sie wieder Theil werde. Nicht Sklaven wollen sie erziehen, die jeder in die Fabriken zurückzuführen, treu zu den übrigen Streifenden Laune des Gebieters folgen, nicht feige Knechte, die in ehr- bis zur Beendigung des Kampfes ausgehalten. Der lichem Ringen um bessere Lebensverhältnisse den Kampfplatz sich anschließende Sammetweber Streit hat noch weniger berlassen, den Kämpfenden in den Rücken fallen und demüthig Gnade vor den Augen der Zentrumsmannen gefunden, die Huld der Großen und Mächtigen anbetteln, sondern ihm wird mit allen Mitteln entgegengetreten, um die rabiaten Männer, die Gleichberechtigung verlangen, Arbeiter, die treu fatholischen Arbeiter zur Raison zu bringen. Es ist zwar in zu ihrer Sache stehen und das Gefühl der Menschenwürde der eigenen Organisation der christlichen Arbeiter konstatirt bewahren. worden, daß die von den Fabrikanten unterbreiteten Lohnliften Im alten Jahre spielte das Sehnen der Unternehmer, Abzüge enthalten, aber das schadet nichts. Die Herren vom Kurze Zeit nach dem letzten Empfang bes Kaisers am das Koalitionsrecht der Arbeiter zu vernichten, eine große Bentrum wollen von dem bösen Verdacht befreit sein, daß Brandenburger Thor versammelten sich eine Anzahl der Rolle, das neue Jahr wird uns die Fortsetzung des Spiels in ihren Organisationen Streits geführt und, was noch höfischen Würdenträger zu einem Diner, zu dem auch bringen. Ob die Gewerkschaften im neuen Jahre schon an schlimmer ist, geschürt" werden. Deshalb möchten sie die Herr Kirschner geladen war. Nach Ableistung der Eß- und der Schwelle des Zuchthauses stehen, wer kann es mit Be- Arbeiter in die Fabriken zurückkommandiren. Aber nun gehorchen Rede- Arbeit vereinigten sich die Herren zu einem gemüthlichen stimmtheit sagen? Der Feinde giebt es viele, vielleicht werden sie nicht mehr und das ist schlimm für das Zentrum und für Plauderſtündchen Kaffeepause im Voltsmund genannt sie triumphiren. Aber kein Triumph über die Arbeiter die Fabrikanten. Mehr Glück hatten die Herren Kapläne und dabei wurde Herr Kirschner zeitweilig der Mittelpunkt belegung wird es sein der Kampf endigt nicht an den bisher mit der Berliner Gründung des Arbeiterschutz", hier der Unterhaltung. Zwei lebendige Minister versicherten Mauern des Zuchthauses. Und so wie die Gewerkschaften im haben sich bisher solche aufsässigen Elemente nicht gezeigt." ihm ihre Theilnahme an seiner Wahl zum Oberalten Jahr trotz des Geschreis ihrer Gegner rüstig vorwärts Die Hirsch Dunder'schen Gewerkvereine Bürgermeister. Und als Dritter tam Herr Lucanus schritten, werden sie im neuen Jahre von den Thaten ihrer nahmen wie immer an den gewerkschaftlichen Kämpfen keinen dazu und erkundigte sich bei Herrn Kirschner, ob Feinde den Ansporn zu erneuter Thätigkeit empfangen. nennenswerthen Antheil. Sie feierten ihr 30jähriges Bestehen, es den nicht möglich sei, den Magistratsbeschluß wegen des Aus dem reichen Wirkungskreis der Gewerkschaften wollen hielten in Magdeburg ihre Generalversammlung ab und be- Gitters am Friedhof der Märzgefallenen" rückgängig zu wir nur einige bedeutende Ereignisse kurz erwähnen. Von schlossen, auch in Zukunft die Klausel bestehen zu lassen, daß machen. Als Herr Kirschner, diese Frage verneinend, meinte: den Lohnkämpfen sind einige besonders hervorragend. fein Sozialdemokrat ihr Heiligthum betreten darf. ,, es handle sich doch nur um die Restaurirung des Kirchhofes Zu Beginn des Jahres 1898 nahmen wir noch die letzten Zuckungen des großen englischen Maschinenbauer Streits wahr. Der Kampf hat seine Bedeutung weit über Politische Uebersicht. Berlin, den 5. Januar. Ein Opfer der Märzgefallenen. Warum Herr Kirschner noch nicht als Ober- Bürgermeister bestätigt ist, erfahren wir durch folgendes Geschichtchen, durch welches übrigens zugleich die offiziöse Mittheilung, wonach der Magistratsbeschluß in Sachen der Märzgefallenen nicht der Grund des siebenmonatlichen Ueberlegens sei, gründlich widerlegt wird. Zu den größeren gewerkschaftlichen Kämpfen dürfen wir durch ein einfaches Gitter, was doch an feiner Stelle Anstoß dann noch den Aus stand der Hamburger Bäder- erregen könnte," murmelte Herr Lucanus: Aber die gesellen rechnen. Hier hatten wir es mit einer Orga ni- Inschrift- die Inschrift!" Nun bleibt abzuwarten, wie die Entscheidung des Kaisers| Wir wünschen Gründe zu hören, um deretwillen es nöthig erscheint, ausfällt. Ausländern den Aufenthalt nicht zu gewähren, statt daß uns Uebrigens theilen wir zur Beruhigung ängstlicher Ge- die billige Redensart aufgetischt wird, es liegen keine Gründe müther mit, daß nicht auf alle offiziellen Auszeichnungen vor, den Aufenthalt zu gestatten. volle Haltung" auf. Maßvoll", d. h. bei denen um Bued: Scharf macherpolitit nach Stumm'schem Muster treiben. Auffällig ist, daß nationalliberale Blätter bisher zu der Buted, schen Leviten Lesung kein Wort gefunden haben. Ob sie reuig in sich gehen? Oder ob ste keinen Schaden für ein Mann für immer zu verzichten hat, der es wagt, der Der Ruf unseres Landes im Auslande wird durch ihre Partei darin sehen werden, wenn sie sich nicht durch zentralMärzkämpfer pietätvoll zu gedenken. Der Stadtverordnete derartige Maßregeln wahrlich nicht gefördert. Es wäre verbändlerische Nathschläge in die Bahnen der freitonservativen Dr. Richard Ruge hat nicht nur für das Kirchhofs wünschenswerth, daß sich die vorgesetzten Behörden mit dieser Partei treiben lassen, welche bei der letzten Reichstagswahl von Gitter, sondern sogar für die Errichtung des Denksteins für Angelegenheit befassen. Wie reimt es sich denn zusammen, ihren früheren 440 000 Anhänger Stimmen nicht weniger als Die Märzgefallenen gestimmt und ist doch zum Geheimen daß der preußische König den Zaren seiner unwandelbaren 100 000 verlor? Ob sie vielleicht gar meinen, daß Herr Bued, der Sanitätsrath ernannt worden. Freundschaft versichert und in derselben Stunde russische Unter- beim Kampf um die lex Rede im Abgeordnetenhause seiner Barter Möglicherweise liegt aber hier eine Fahrlässigkeit vor, thanen, arme Arbeiterinnen, gleich Uebelthätern aus Preußens in den Rücken fiel, nicht als Hüter der nationalliberalen Grundprinzipien gelten könne? und wir fürchten fast, daß unser Hinweis auf dieses unzeit- Grenzen verjagt werden. gemäße Versehen zu einer Regierungskrisis führen könnte. Herr Lucanus wird nun morgen wieder nachsinnen, ob man diese Auszeichnung eines Revolutions- Demonstranten" nicht rüdgängig" zu machen vermöchte.... " Bundestägliches vom Bundesrath. Wahlrechts- Zerstörung. Wir hatten vor Kurzem Mittheilung von dem Beschluß der Chemnizer Stadtverwaltung gemacht, das bisherige gleiche Bürger- Wahlrecht zu beseitigen und ein auf der Gliederung nach Berufsständen beruhendes neues Gemeinde Wahlrecht zu schaffen. Den Anlaß hierzu gab die Befürchtung, daß die Sozialdemokratie bei Fortdauer des jetzigen Wahlrechts die Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung erhalten könnte. Der weltbewegende Streit um die Thronfolge in Lippe ft mymehr vom Bundesrath entschieden worden. Entfchieden? nein, der Bundesrath hat die Streitfrage, welche kaiserliche Entrüstungstelegramme und bundesfürstliche Proteste und tiefste Trauer der monarchistischen Gemüther erzeugten, Mit einer Schnelligkeit, die sonst den sächsischen Verwalnicht entschieden, sondern auf einen günstigeren Zeitpunkt tungsbehörden fremd zu sein pflegt, ist diese Angelegenheit verschoben. Der Beschluß lautet: durch alle Instanzen gegangen. Das Ministerium des Herrn 1. daß, nachdem die fürstlich schaumburg- lippische Regierung b. Metsch hat das neue Wahlrecht für Cheminiz bestätigt. der fürstlich lippischen Regierung das Recht bestritten hat, die Etwas Anderes konnte auch von dem Ministerium nicht erThronfolge in Lippe mit den geseggebenden Faktoren des Fürsten- wartet werden, unter dessen Führung das sächsische Landtags. thums selbständig zu regeln, nachdem die fürstlich lippische Re- wahlrecht sowie das Gemeindewahlrecht in anderen sächsischen gierung abgelehnt hat, diesem Einspruche der fürstlich schaumburg Städten, besonders auch in Leipzig, vernichtet wurde. fippischen Regierung Folge zu geben, und nachdem hierauf die fürstlich schaumburg- lippische Regierung die Entscheidung des Bundesrathes angerufen hat, die Zuständigkeit des Bundes: raths zur Erledigung der Streitigkeiten nach Artikel 76 Absatz 1 der Reichsverfassung begründet ist; 2. daß zur Zeit kein hinreichender Anlaß zu einer fachlichen Erledigung gegeben ist, da ein mit den Ansprüchen Schaumburg- Lippe's unvereinbarer Fall der Thronfolge oder Regentschaft in Lippe nicht vorliegt; 3. daß durch diesen Beschluß einer späteren Entscheidung über die Wirksamkeit der Atte der lippischen Landes- Gesetzgebung gegenüber den von Schaumburg- Lippe erhobenen Thronfolge- und Regentschaftsansprüchen nicht vorgegriffen wird; 4. baß auf eine Würdigung aller weiteren an den Bundesrath gelangten Anträge, Erklärungen und Schriftsäge über diese Sache nicht einzugehen ist." Es verlohnt sich, nochmals sich zu bergegenwärtigen, wie das neue Wahlrecht der Stadt Chemniz ausschauen wird: An meine lieben Berliner! Der Kaiser hat an die Sta verordneten Berlins folgendes Dankschreiben gerichtet: " Potsdam, 4. Januar 1899. Die Stadtverordneten meiner Haupt- und Residenzstadt Berlin haben mir zum Begium des neuen Jahres freundliche Glückwünsche und unverbrüchliche Ergebenheit in der Adresse vont Ich bin hier durch 81. Dezember angenehmer berührt worden, als ich diesmal zu meinem schmerzlichen Bedauern behindert war, am Neujahrstage in meiner Hauptstadt zu weilen und mich der Hulen Grüße und Kundgebungen wie sie mir von der Berliner Bürgerschaft an diesem Tage stets in besonders herzlicher Weise entgegengebracht worden sind. Ich danke den Stadtverordneten bestens und wünsche der Berliner Bürgerschaft auch im neuen Jahre Gottes reichsten Segen." Wilhelm R." Der Kaiser ist also sehr zufrieden mit seinen Berlinern. Ea ist nur auffällig, warum die Bestätigung des Bürgermeisters Kirschner nicht erfolgt, der doch gewiß an huldigenden Grüßen uno Rundgebungen" ein hervorragender Berliner genannt werden darf.Internationale Höflichkeit. Im Auftrage des Präsidenten der Französischen Republik begab sich am Mittwoch der französische Botschafter in Berlin, Marquis de Noailles, nach Potsdam, um sich nach dem Befinden des Kaisers zu erkundigen. In Potsdam eingetroffen, wurde der französische Botschafter von der Kaiserin int Stadtschloß empfangen. Außerdem wird berichtet, daß sich der Gesundheitszustand des Kaisers seit dessen Erkrankung am Neujahrstage dauernd bessert. Vereinsgesetz. Entgegen anderweiten Meldungen erfährt die Deutsche Tageszeitung" bon gut unterrichteter Seite", daß die preußische Staatsregierung in der kommenden Landtags- Session eine Vorlage, betreffend die Abänderung des Vereinsgesetzes auf der Grundlage beslegten bezüglichen Gesezentwurfs, nicht wieder einbringen wird, obwohl sie nach wie vor an der Nothwendigkeit einer Ausgestaltung des Vereinsgesezes im Sinne ihrer frühern Vorlage festhält. Die Wählerschaft wird in fünf Abtheilungen gegliedert: 1. in eine„ Allgemeine Abtheilung", die durch diejenigen gebildet wird, welche eine der folgenden vier Abtheilungen nicht angehören, 2. in den ,, Arbeiterstand", der aus denjenigen gebildet wird, die der Altersund Invaliditäts- Versicherungspflicht unterliegen, 3. in den, Beamten und Gelehrtenstand"( Aerzte, Beamte, öffentliche und private, aktive und in Ruhestand versezte, Geistliche, Lehrer, Nechtsanwälte), 4. in den Gewerbestand", den diejenigen Bürger bilden, welche ein Geschäft besitzen oder ein Gewerbe betreiben, ohne als Inhaber derselben im Handelsregister eingetragen zu sein, sowie die Obermeister der Immungen, und 5. in den Handelsstand" im Sinne des Handelsgesetzbuches. Ferner wählen in der fünften Abtheilung alle diejenigen, welche nicht zu einer der Abtheilungen 2 bis Es handelt sich bekanntlich darum, ob durch den sächsischen 5 gehören, soweit sie ein Einkommen von über 2500 Mart beSteiern. Schiedsspruch, der den Graf- Regenten Ernst der Thronfolge berechtigt erklärte, zugleich auch dessen Söhne diese BeEs ist klar, was diese famose berufsständische Gliede. Jedenfalls thäte die Regierung sehr flug daran, wenn das Verrechtigung erwarben oder nicht. Lippe behauptet dies, rung", die unsere Junker und Kapitalisten gar zu gern auch sprechen des Reichskanzlers betreffend Aufhebung des VerbindungsSchaumburg- Lippe bestreitet es, und Preußen unterstützt des Sie bedeutet eine vollständige Unterdrückung der unbemittelten ja der Regierung nichts daran liegen, daß das Vertrauen zu Refür das Reichsparlament einführen möchten, bedeutet. verbots für politische Vereine einfach erfüut würde. Schließlich fann Letteren Einwände. Die Entscheidung" des Bundesraths wird in Preußen und am schwersten arbeitenden Volksklassen, eine schamlose gierungserklärungen gänzlich verloren geht. als ein Nasenstüber empfunden werden und als kein sanfter. Selbstbevorzugung der befizenden Klassen. Die Armen und Kein Fortschritt! Die von einer parlamentarischen Korre Die füddeutschen Regierungen haben gezeigt, daß nicht jeder Schwachen, die des doppelten Rechtes bedürften, um ihre spondenz gebrachte Nachricht, daß ein Gesezentwurf, betreffend die preußische Wunsch ihnen Befehl ist. Freilich lag das wirthschaftlichen Lebensinteressen auch in der Gemeinde gegen Haftung des Staates für Versehen der Beamten 2c., Recht Lippe's und das Unrecht des Schaumburgers gar zu über der Allgewalt des Geldsacks zur Geltung zu bringen, im Justizministerium ausgearbeitet worden sei und dem Landtage sie werden entrechtet und zu Boden geworfen. Klar am Tage. zugehen werde, bestätigt sich, wie der Hamb. Korr." schreibt, gutem Man lebt in sächsischen Staatsmänner" Kreisen des Bernehmen nach nicht. Es wär zu schön gewesen! Aber zu mehr als zu einer Ablehnung der unberechtigten thörichten Wahnes, mit derlei ungerechten und unsozialen Die Politischen Nachrichten" melden, melden, daß Erwägungen preußischen Wünsche konnte sich der Bundesrath nicht erheben. Mitteln die Sozialdemokratie schädigen zu können. Auch die in der Richtung der fälschlich angekündigten Borlage in ber Preußen, den leitenden Bundesstaat, dessen Souverän zugleich Reichsoberhaupt durch eine runde Abweisung des Schaumburg- legte Reichstagswahl, welche ein gewaltiges Anschwellen der That innerhalb der preußischen Regierung stattgefunden haben, schen Einspruches zu brüstiren, das wäre zu viel des bundes- Sozialdemokratischen Stimmen, die Eroberung neuer sozial- daß fie aber zu einem negativen Ergebnis geführt hätten. Erwägungen über Reformen zum Besseren bleiben in Preußen räthlichen Muths gewesen. Und so hat sich denn der Bundes- demokratischer Mandate, die Eroberung auch der einft als stets negativ. Das fleine Großherzogthum Heffen wird diese Haftrath entschlossen, keinen Entschluß zu fassen, sondern die end- Reaktionshochburg gefeierten Haupt- und Residenzstadt des pflicht, wie neulich mitgetheilt, einführen. Aber Preußen erklärt sich außer Stande, für die Versehen der Beamten zu haften. Nun, wir giltige Entscheidung auf eine Zeit zu verschieben, wo- vielleicht Landes brachte, hat diese weisen Politiker nicht belehrt. Aber die Geschichte lehrt jeden, den Machtbesitz nicht erlauben uns einen Vermittelungsvorschlag. Man nehme die Minister eine günstigere politische Situation den Entscheidungsmuth blind gemacht, daß Herrschaftserhaltung durch ungerechtigkeit aus der Kategorie der Beamten heraus, für deren Versehen allerstärken und die Anerkennung der Rechte der Biesterfelder Graf- Regenten- Familie selbst positiv aussprechen lassen und äußerliche Reaktionsmittel in um so gewaltigerem Zudings die Tragfähigkeit des Staates nicht ausreichen mag. Aber ohne die Minister dürfte der Staat doch der Haftpflicht für seine fammenbruch endet. Beamten gewachsen sein. dürfte. Die Geister des seligen Bundestags werden fichern, wie weit ihre historische Fähigkeit, zu beschließen, daß nichts zu beschließen sei, vom neudeutschen Bundesrath übertroffen ist. " • Das Bombenattentat ist todtes lebe das Dolch attentat! denkt das internationale Lockspizzelthum und, um den Skandal der entlarvten Polizeiverschwörung von Kairo vergessen zu machen, hat es plötzlich entdeckt, daß Luccheni Die Berichtigung des Berliner Polizeipräsidenten. in Genf ein neues Geständniß abgelegt und Mitschuldige Herr v. Windheim hatte berichtigt, daß die Nachricht von angegeben habe. Mit Ausnahme der fragwürdigen Gesellen, der Ausweisung russischer Arbeiterinnen, die in einer Berliner die aus Attentaten ein Geschäft machen und von ihnen leben, Zigarettenfabrik beschäftigt seien, nicht wahr sei. Wir haben kann kein im Besitz seiner fünf Sinne befindlicher Mensch bereits gestern diese Berichtigung gewürdigt und mitgetheilt, ein Interesse gehabt haben, die der Politit ganz fernstehende daß es sich um Ausweisungen aus Charlottenburg und pesönlich hochsympathsche Kaiserin von Oesterreich zu erhandelt. Auch das Berliner Tageblatt", das von Herrn morden. Die Geständnisse Luccheni's sind also unzweifelhaft v. Windheim's Dementiversuch zuerst erschrocken zusammengefnickt auf demselben Miste gewachsen, wie die Verschwörung von war, hat mittlerweile Kenntniß von dem wirklichen Sachverhalt Kairo. erhalten; es giebt folgenden Wortlaut eines solchen Ausweisungsdekrets wieder: " Die fönigl. Polizeidirektion. Charlottenburg, ben... 1 1898. Auf den Antrag vom 18. d. M. eröffne ich Ihnen, daß nach den stattgehabten Ermittelungen kein Grund vorliegt, Ihnen den Aufenthalt in Charlottenburg fernerhin zu gestatten. Sie sind vielmehr als Ausländerin, welcher ein gesetzlicher Grund auf Gestattung des Aufenthaltes in den Gebieten des preußischen Staates nicht zusteht, hiermit von Ortspolizei wegen aus Preußen ausgewiesen worden. Sie werden daher hierdurch aufgefordert, Charlottenburg und das Gebiet des preußischen Staates mit Frist von 14 Tagen zu berlassen. eliten Sie nach Ablauf der erhaltenen Frist noch im Ausweisungsgebiete betroffen werden, so wird gegen Sie auf Grund des§ 132 Nr. 2 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883 eine Geldstrafe von 50 M. oder im Unvermögensfalle eine Haftstrafe von 5 Tagen festgesezt und vollstreckt werden. Auch haben Sie auf Grund des§ 182 Nr. 3 des vorgenannten Gesezes Zwangstransport zu gewärtigen. Sollten Sie ohne Erlaubniß in das Gebiet des preußischen Staates zurückkehren, so haben Sie auf Grund des§ 361 Nr. 2 des Strafgesetzbuches für das Deutsche Reich eine Haftstrafe bis zu 6 Wochen zu gewärtigen. An die Zigarettenarbeiterin Der Polizeidirektor. Geh. Regierungsrath v. Saldern. Es handelt sich nicht um eine, sondern um mehrere Duzend Arbeiterinnen, die auf solche Weise aus der preußischen Staatsherrlichkeit abgeschoben werden sollen. Im Handumdrehen wird eine solche Polizeithat vollbracht:„ es liegt kein Grund vor, Ihnen den Aufenthalt in Charlottenburg fernerhin zu gestatten." Deutsches Reich. Und Bued sprach! Majestätsbeleidigungen. Selbst der Münchener, Ilge. meinen Beitung", die von einem ehemaligen Staats. anwalt redigirt wird, beginnt schüchtern gegen die Majestätsbeleidigungs- Prozesse zu protestiren: Daß mittels Anzeigen wegen Majestätsbeleidigung eine; geradezu schamlose Erpressung befrieben wird, konnte im; Laufe der letzten Monate nicht allzu selten beobachtet werden. Man muß es als vollkommen gerechtfertigt bezeichnen, wenn, dieser für einen bedauerlichen Tiefstand der Sittlichkeit Zeugniß ablegenden Erscheinung in der Tagespressie eine rege Er örterung gewidmet wird. Natürlich wird sich das. Bor tommen folcher niedrig gearteten Handlungsweise niemals volltommen verhüten lassen. Die Möglichkeit, den Umfang dieser Erpressungen erheblich einzuschränken, ist indessen gegeben, und zwar dadurch, daß die den Staatsanwaltschaften bezüglich der Erhebung der Anklage eingeräumten Befugnisse erweitert werden... Wir meinen, daß die meisten mit Anzeige wegen dieser Verfehlungen getriebenen Erpressungen nicht vorkommen würden, wenn der Staatsanwalt in der Lage wäre, nach freiem Ermessen darüber zu befinden, ob die Anklage zu erheben ist oder nicht. Etwas muß jedenfalls gefchehen, um der nichtswürdigen Ausnutzung der öffentlichen Straf gewalt für private Zwecke ein Ende zu machen, sonst gelangen wir fchließlich noch zu Zuständen, die an die Zeiten des fittlichen Niederganges mahnend erinnern. Die Häufung der Majestätsbeleidigungs- Prozesse ist kein Ruhmesblatt in der politischen Ent wickelung des neuen Reichs." Die Etatsrede des Abgeordneten Bassermann hatte eine leichte sozialpolitische Färbung. Aber wohl niemand, der unseren tapitalistisch verknöcherten Nationalliberalismus tennt, wird daraus Verdacht schöpfen auf einen neuen Sturs der Partei in der Arbeiterfrage. Zum mindesten wird man erst Thaten zu sehen verlangen. Trozdem giebt es Leute, welche die wiederentdeckte nationalliberale Arbeiterfreundlichkeit ernst nehmen, sehr ernst. Und das find merkwürdigerweise die intimsten Freunde der Nationalliberalen. Der Vorschlag des Blattes ist gänzlich verfehlt. Der Redakteur Herr Bued, der Generalsekretär des Zentralverbandes der der, Allgem. 8tg." scheint schon einigermaßen seinem früheren Berufe Induſtriellen, ſchüttet in einem höchsteigenen Artikel in der„ Deutſchen entfrembet au ſein ſonſt würde er noch wissen, daß die Staate Industrie- Zeitung" die Schaale jeines Zornes über die Baſſer- anwälte gemeinhin in jeder Einleitung einer Majestätsbeleidigungstlage mann'sche Etatsrede aus: eine Ruhmesthat erblicken. Den Werth eines modernen Staatss " In der nationalliberalen Fraktion des Reichstages hat sich anwalts mißt man, wie den Hirsch nach der Zahl seiner Enden, nach unverkennbar hinsichtlich der sozialpolitischen Fragen eine starke der Zahl der von ihm erfolgreich durchgeführten MajestätsEchwenkung vollzogen. Diejenigen Elemente der Partei, die durch ihre genaue Stenntniß der Arbeiterverhältnisse und der Grund beleidigungs- Prozesse. Ein freies Ermessen" würde also bei dem bedingungen für das wirthschaftliche Gedeihen die Fraktion bisher zu einer maßvollen Haltung veranlaßt hatten, scheinen an die Wand gedrückt zu sein und andere Männer die Führung übernommen zu haben. Es ist wohl anzunehmen, daß diese Schwenkung der Partei von dem Wunsche diktirt worden ist, sich hinfort mehr auf die Massen zu stützen und diesen daher, im Wettbewerb mit den anderen Parteien, möglichst viel zu bieten. Die nationalliberale Partei hat gewiffe Grundprinzipien, die fie nicht verleugnen fann, wenn sie sich nicht selbst gänzlich aufgeben will. Es erscheint zweifelhaft, ob es ihr, bei Aufrechterhaltung dieser, gelingen wird, die der radikaleren Gesammthaltung stets mehr au geneigten Massen durch ihre radikale Haltung in der Sozialpolitikan fich zu ziehen. Nicht zu bezweifeln dürfte es aber sein, daß die nationalliberale Fraktion durch diese Haltung weitere Streise ihrer bis. herigen Anhänger abstoßen wird, diejenigen Kreise, die in der ungestört fortschreitenden Arbeit, in der möglichst ausgedehnten und zunehmenden Gütererzeugung eine der wesentlichsten Grundlagen des wirthschaftlichen Gedeihens, des Wohlergehens der Arbeitnehmer, wie der Arbeitgeber, und damit unseres gesammten Staatswesens erkannt haben. Doch die Partei hat über ihr Schicksal selbst zu verfügen." Gewiß, der Ausländer hat kein Recht, sich in deutschen Ländern aufzuhalten; die Behörde hat das Recht, ihn zu entfernen. Es muß jedoch schärfster Protest erhoben werden, daß Polizeibehörden von diesem Recht in der Weise Gebrauch machen, wie der Charlottenburger Regierungsrath und Polizeidirektor v. Saldern. Wenn sich ein Staat das Recht wahrt, Ausländer auszuweisen, so ist er damit Nach Herrn Bued verträgt es sich nicht mit den Grunddoch der Verpflichtung nicht überhoben, von diesem Recht nur prinzipien" der nationalliberalen Partei, sozialpolitische Versprechungen einen fachlich begründeten Gebrauch zu machen. zu machen. Wer dies thut, giebt die der Partei geziemende maß" staatsanwaltlichen Pflichtgefühl genau so wie obligatorischer Zwang wirken. Denken doch selbst die Richter heute durchweg staats. anwaltlich und machen von dem" freien Ermessen", das Hauptverfahren zu eröffnen, stets den Gebrauch, daß sie den Antrag des Staatsanwalts afzeptiren. Mit der gewünschten Erweiterung der staatsanwaltlichen Be fugnisse ist also gar nichts gethan. Demmziationen, Erpressungen und Majestätsbeleidigungs Prozesse bilden einen untrennbaren Dreibund. Will man die Schmugfeuche der Denunziationen und flage durch bas einzig mögliche Mittel: die Aufhebung des Erpressungen eindämmen, so beseitige man die Majestätsbeleidigungsmajestätsbeleidigungs- Paragraphen. Köller, wie er leibt und lebt. Die Kreuz- Beitung" schreibt heute unter dem Scheindatum Berlin: 2 eine Aus Nordschleswig haben soeben wieder 30-40 dänische Unterthanen ausgewiesen werden müssen; wie der Verlauf der Angelegenheit beweist, aber nur deshalb, weil die dortigen Macher", unter denen der Landtags- Abgeordnete Hanssen vorans steht, durch den Lärm der freisinnigen und sozialdemokratischen Presse in Deutschland ermuthigt, sich erdreistet hat, neue Protest- Kundgebung zu inszeniren, was natürlich unter den obwaltenden Umständen nur die Ausweisung der Betheiligten, soweit sie Dänen waren, nach sich ziehen konnte. Darüber darf sich aber niemand beklagen; denn Herr " " b. Röller hat flipp und flar gesagt: Wenn ihr Ruhe Haltet, halte| deutsamsten Erinnerungen an den Heiland des Elends möglichst zu blieb unberüdsichtigt. 23ie der Gaulois" meldet, foll der ich auch duhe; wenn aber nicht, dann fliegt ihr hinaus. Die entfernen. Mirbach erzählt: Justizminister im Namen der Regierung dem Präsidenten der Leute wußten also sehr wohl, was kommen würde, und sind des- Bis zum Jaffathore standen schon zu früher Morgenstunde Striminalfammer Loelv erklärt haben, es sei nothwendig, zu einer halb für die Folgen allein verantwortlich zu machen. die fröhlichen, jubelnden Voltsmassen. Man sah darunter trop baldigen Lösung der Revisionsfrage zu gelangen. Gleichwohl find wir nicht sicher, daß es damit fein Bewenden der angelegten Festfleider viel Elend und Armuth, vor allem sehr baben wird; denn die Oppositionspresse fährt fort, weiter zu viel Blinde und Augenkranke, troßdem die türkische Polizei bad Bournemouth wieder verlassen und sich in ein neues Verstec Zola Fat, wie man der Boss. Ztg." meldet, das englische Seehehen, und die Wühler in Nordschleswig, die von dieser mit bewundernswerther Geschicklichkeit aber Thätigkeit leben, suchen sich deshalb an jeden StrohHalm zu flammern, und geben ihre Agitation gewiß nicht früher auf, als bis sie nicht den mindesten Anhaltspunkt mehr dafür finden. Jeder einzelne Däne, der über die Grenze spaziert, hat sich dafür also bei der freisinnigen und sozialdemokratischen Preise zu bebanten. Ohne deren fortwährendes Eingreifen im Dienst des Auslandes würde sich in Nordschleswig und Dänemark schon längst keine Hand mehr rühren. So die Kreuz- Zeitung". Wir nannten das Datum Berlin ein Schein datum. Eigentlich müßte es Schleswig heißen, denn die Notiz kann doch nur von Köller selbst kommen. Nicht, daß es unter den preußischen Junkern, Land- und Regierungsräthen nicht Köller zu Dußenden gäbe, aber dieser urfrische Naturburschenton, den des Gedankens Bläße nicht angetränkelt hat, kann nur unserem Köller gehören, dessen Herz auf der Zunge sigt und der alle konventionellen Höflichkeits- Lügen verschmäht. Er ist ein guter, Stammhalter" und hat das Bewußtsein, einer zu sein; er will keinem Menschen etwas zu Leid thun; aber die Menschen müssen nach seiner Pfeife tanzen; thun sie es nicht, so muß er sie bestrafen- so fliegen sie hinaus"! Wohl nie hat ein preußischer Junker die vorsintfluthlichen Anschauungen seiner Kaste so offen und feigenblattlos enthüllt, vie hier unser Köller. Das gemeine Bolt ist dazu da, von den Junkern regiert zu werden. Die Junker sind die besten aller Menschen, aber deshalb auch mehr werth als das gemeine Volt. Dieses benutzen sie bald als Pferd zum Reiten, bald als Schaaf zum Scheeren. Wenn das Volk sich das gefallen läßt, so sind sie ihm guädig, wird's aber bockbeinig, dann saust ihm die Peitsche um die Ohren. Das ist Konsequenz, Junter- Konsequenz. Wir danken Herrn Köller, daß er das geschrieben und der KreuzBeitung", daß fie es gedrudt hat. Le stile c'est l'homme, und diese Stilblüthe ist von dauerndem Werth für die Naturgeschichte des preußischen Junkerthums und leider auch für die deutsche Kulturgeschichte. Hammerstein= 0. Dem B. T." wird ein Brief mitgetheilt, den ein konservativer Reichstags- Abgeordneter und Rittergutsbesiger des Ostens an eine in der Provinz Ostpreußen angesessene Persönlichkeit gerichtet hat. Ein Theil dieses Briefes enthält ein recht drastisches Urtheil über den Landwirthschaftsminister Freiherrn v. Hammerstein und zeigt, wie die konservativen Herren des Ostens glauben, mit dem Landwirthschaftsministerium umspringen zu dürfen. Die betreffende Stelle lautet: " Wegen Miquel's Million fann ich noch nichts sagen, hoffent lich nächster Tage. Vor drei Tagen war er noch nicht im Besitz der eingeforderten Reffortberichte. Morgen bin ich wieder bei ihm. Hammerstein ist= 0; der Mann ist einfach zu... Er versteht die Sache nicht, ist ja auch nur Ausstattungsst i d. Seine Räthe sind besser; ich hoffe, mit diesen besser arbeiten zu können. Auf alle Fälle liegt die Entscheidung nicht bei ihm, sondern bei Miquel. Völlig aussichtslos ist ein Antrag an die Landwirthschaftskammer. Was soll denn aus Einsichtslosigkeit, Engherzigkeit und Neid herauskommen? Nein, die Sache würde nur ernsthaft durch einen solchen Schritt tompromittirt werden. Die Schlacht muß unbedingt so oder soin Berlin geschlagen werden." Wenn die Konservativen unter sich find, führen sie eine saubere Sprache über die Regierungsleiter, die das übrige dumme Volt als Ausbünde der Staatsweisheit ansehen soll. W # Von der Reichspoft. Gegenüber den Ansprüchen auf Ge haltsnachzahlung, welche die Telegraphenbeamten erheben, die aus dem Militäranwärterstande hervorgegangen find, foll die Reichs Boftverwaltung thatsächlich den Einwand der Verjährung geltend machen wollen. Die„ Märk. Volksztg." erfährt: Es sollen, wie uns von gut unterrichteter Seite mitgetheilt wird, die Ansprüche aller Beamten, welche in der Zeit von 1882 bis 1893 in den Dienst getreten sind, auf Grund des Gesetzes vom 31. März 1838, betreffend die Einführung fürzerer Verjährungsfristen in Preußen, als verjährt betrachtet und nur diejenigen berücksichtigt werden, welche nicht über vier Jahre zurückliegen. Die betheiligten Beamten werden, wie das Blatt weiter erfährt, den Rechtsweg gegen die Postverwaltung beschreiten. Auch dürfte die Angelegenheit im Reichstage zur Sprache kommen. In Sachen des Groß- Schifffahrtskanals Berlin- Stettin fand am Montag eine Zusammenkunft von Vertretern der Gemeindevorstände und der Großindustrie aus Orten zwischen Eberswalde und Hohensaathen in Oberberg statt. Die Versammlung sprach sich einstimmig für die Westlinie aus. Eine Kommission wurde mit Abfaffung einer Petition beauftragt. Lorenzen's Abschub. Aus Kiel wird uns vom 4. d. M. geschrieben: großer Strenge alles ferngehalten hatte, was begeben. Diese Vorsichtsmaßregel war keineswegs überflüssig, da auf unsere Majestäten einen unangenehmen oder eine Dame, die mit Bola am Freitag veriger Woche eine Betraurigen Eindruck hätte hervorrufen können. Sprechung hatte, einen Besuch von einem Beamten der Londoner So saben wir zum Beispiel niemals die sonst so große Bahl ver- Geheimpolizei erhielt, der Bola's Aufenthaltsort zu erfahren verwünschte, tommener und zerlumpter Bettler und die gerade bei Jerusalem wünschte, da unter dem Auslieferungsgesetz ein Verhaftsbefehl gegen sonst überall an den Straßen sigenden und Almosen erbittenden mit der Verhaftung Bola's faum Ernst sein, sein Aufenthaltsort in ihn in Scotland Yard bereit sei. Es kann der Londoner Polizei und der Besuch des Polizeibeamten bei der Dame wird allgemein Chersey( Middleser) in der Nähe von London war tein Geheimniß. nur als eine Warnung an Zola aufgefaßt, sich nicht der Verhaftung auszusetzen. Schwerkranken und namentlich Ausfäßigen.... Wie sehr hat die türkische Polizei christliche Empfindungen mißverstanden oder mißverstehen wollen! Eine neue Interjeftion patriotischen Gefühlsüberschwangs, die sich für die etwas abgestandenen abendländischen Hochs und Hurrahs als Ersatz eignet, lernte Mirbach in Jerusalem kennen: Als die Majestäten den Einwohnern freundlich zuwinkten, erscholl von den Dächern her von den Frauen ein ununterbrochen lang anhaltender hoher metallischer Jubelton ,, lülülü". Es soll der alte Ursprung des Hallelujah sein, den wir vereinzelt wohl, aber noch niemals von einer solchen Menge von Frauen ge hört hatten. Aus den Männerkehlen begeisterter Kriegervereinter muß dieses Tüllülü noch melodischer, eindrucksvoller und gutgesinnter schallen. Wir empfehlen dringend den Import dieses Klangreichen Naturlauts nationalen Entzückens. Der Vorsitzende unseres Kriegervereins, unser verehrter Herr Friedrich Müller- tü.. tü.. lü! Gelt, das flingt? Doch tehren wir zu dem Ernst Palästina's zurüd: Ueberwältigend war am Abend der Blick vom Delberg. Es war als ob wir endlich die alte Zionsstadt in der alten würde sehen sollten, wie wir sie uns gedacht hatten. Alle diese Orte, von Gethsemane bis Golgatha, hat auch der Herr gesehen. Er ist wie wir dort vorübergegangen. Sein prophetisches Auge wußte, was sie für ihn, für uns bedeuteten. Er sah uns auch heute und fügte unser Kaiser Ueber die Wirkung der kaiserlichen Einweihungsrede berichtet der Oberhofmeister: paar. Paris, 4. Januar. Anläßlich des Jahreswechsels hat Präsident Faure 647 durch friegsgerichtliches Erkenntniß Verurtheilten theils Erlaß, theils Ermäßigung der Strafe gewährt. Rußland. Neue Massenverhaftungen haben in den letzten Tagen aus politischen Gründen in St. Petersburg stattgefunden. Türkei. Regierung, ob einheimische oder fremde, die dort herrscht, oder zu Kreta ist seit Tausenden von Jahren eine Verlegenheit für jede herrschen vermeint. Vor 8 Tagen wurde Prinz Giorgios von Griechenland auf der Insel mit Jubel als Befreier empfangen, und heute ist er schon in hellem Konflikt mit der bisherigen National regierung, der es nicht einfüllt, ihre Machtbefugnisse aus der Hand zu geben. Und Prinz Giorgios ist der letzte, der sich darüber wundern kann, denn sein Vater und dessen Beschützer haben ja Jahre lang viele Millionen( fremden Gelds) darauf verwandt, diese National regierung zu schaffen und ihr den Glauben beizubringen, daß fie eine Macht und die einzige berechtigte Vertretung von Kreta sei. Wenn Prinz Georgios nicht fünf gerade sein läßt, so könnte er es verbinden, worauf verschiedene Anzeichen hindeuten. noch erleben, daß die Muhamedaner und Christen sich gegen ihn Afien. Ueberall wurde mit Begeisterung und Achtung davon ge sprochen. Die vornehmen türkischen Herren drückten uns ihren Dant und ihre Bewunderung aus und sagten: Daß fie einen folchen Gottesdienst noch niemals gesehen hätten, welcher so würdig, einfach und erhebend wie der unsrige sei. Die glühende Phantasie und die Demuth der Muhamedaner be- Die Lage auf den Philippinen und in Jlo Jlo ist noch wunderte in den Majestäten immer mehr gott- immer ungeklärt. In einem Bericht aus Washington heißt es: gefegnete Wefen. Die tiefe Verehrung wirkte wie ein werth erachtet, einen Zusammenstoß auf alle Fälle zu vermeiden, " In hiesigen amtlichen Kreifen wird es als höchst wünschensPeking, 4. Januar. Ein gestern erlassenes Editt bestimmt, daß alle Vizekönige und Gouverneure von Provinzen von Amtswegen Mitglieder des Tsung- li- Yamen sind. schützender Wall. Doch hatte die Demuth der Muhamedaner auch ihre Ausnahmen: jedenfalls bis der Friedensvertrag genehmigt worden ist. General Nach der Uebergabe der Dormition de la Saint Vierge wurde Miller wird deshalb nur dann zu Gewaltmaßregeln schreiten, wenn das Grab David's besucht, welches seit Besizergreifung durch sie durchaus nicht zu vermeiden sind. In Washington ist man überdie Türken noch nie von einem Christen betreten worden ist. Wir zeugt, daß General Otis die Stadt Jlo- Jlo sehr wohl lange Zeit wurden alle zugelaffen. Der alte muhamedanische Grabeswächter, hätte halten können. Alle Angriffe der Insurgenten wurden zurückein höherer Beamter mit ernſtem Gesicht und fanatisch gewiesen. Gespannt ist man in den Vereinigten Staaten auf die rollenden Augen sagte zu Seiner Majestät in Verhandlungen des Filipino- Parlaments, welches am 5. d. M. wahrstrengem, festen Zone: Der Sultan, sein Herr, habe scheinlich in Malolos zusammentreten wird." ihm sagen lassen, daß er alle Wünsche des Kaisers wie Befehle des Sultans auszuführen habe. Endlich noch zwei Züge von orientalischer Freigebigkeit und orientalischem Glend. Unsere Freunde von der Mitleidssonne", wie der Berliner fagt, erhielten täglich bei dem furchtbaren Staub drei Kaffeetassen Wafchwaffer. Ein mit Wasser gefülltes Biegenfell loftete 1-2 m. Mit Hunderten solcher Felle ließen die Türken die Straßen, auf denen die Majestäten tamen, besprengen. Und dazu der Gegensatz: Ferner wird aus Manila berichtet: Von einer Insurgenten versammlung ist den Amerikanern die Versicherung gegeben worden, daß sie ohne Waffen an Land gehen könnten; wenn sie aber mit Waffen an Land gingen, sei es unmöglich, die Eingeborenen in Ordnung zu halten. Alle Vorkehrungen seien getroffen, um einem Bersuch der Amerikaner, den Platz zu befeßen, entgegenzutreten. Von den benachbarten Inseln treffen Berstärkungen ein. Nach einem New- Yorker Drahtbericht der Londoner Morning Post" dränge man seitens militärischer Kreise in Washington auf den Kampf mit den Aufständischen:" Präsident Mac Kinley ist von der Aussicht eines Kampfes mit den Eingeborenen auf den Tieftraurig und abschredend war der Besuch der Klage Philippinen einigermaßen beunruhigt, während seine militärischen mauer und zwar in solchem Maße, daß man die Maje- Rathgeber einen entscheidenden Kampf, den sie für unvermeidlich stäten nicht hinführen konnte. Der Weg führte uns halten, eher begrüßen. Man glaubt, daß so lange die Aufständischen durch die vielen Gassen des Bazars, der mit seinen schmutzigen, nicht die Stärke der Fremden zu fühlen bekommen haben, kein dumpfigen Kaufbuden einmal einen Blick in das Alltagsleben bot. Im freundschaftliches Zusammengehen möglich sein werde." Noch sicherer Innern der Häuser nur Unrath und Lumpen, überall ein schred- freilich würde ein freundschaftliches Zusammengehen der Tagalen licher Geruch, ein Bild schaudererregender Armuth und Ver- mit den Amerikanern ermöglicht werden, wenn die Amerikaner nicht kommenheit! An der Klagemauer sieht man einzelne Juden an- die Herren spielen, sondern sich mit der Rolle der Befreier bescheiden dächtig, andere mechanisch beten, wieder andere sich umsehend und wollten, was einem Volke, das auf seine demokratischen Ueberversuchend, durch ihr Gebahren Geld von den Fremden zu erhalten. lieferungen und Einrichtungen mit Recht stolz ist, auch besser Viele, namentlich halberwachsene Kinder laufen schreiend und anstünde. bettelnd umher, mit unangenehmster Zudringlichkeit die Fremden belästigend. Welches trostlose wild furchtbar vernichteter Größe, auf der Gottes Fluch noch zu lasten scheint. Welch traurige Frage: wann wird der Heiland sich dieses armen, elenden Volkes erbarmen? mauern", die es im Deutschen Reich genugsam giebt! Vielleicht besucht Herr Mirbach gelegentlich auch die„ Klage Ausland. Desterreich- Ungarn. jedoch wieder ein Kabinet der liberalen Partei sein. Die Dissidenten würden wieder in den Schoß der liberalen Partei zurückkehren, und es würde dann der Eintritt der Grafen Julius Andrassy und Desider Szilagyis in die neue Regierung in Aussicht genommen. 1157 Afrika. Ueber die Resultate der französischen Kolonialpolitik und die Stimmung der Eingeborenen auf Madagaskar erhalten die Times" einen vom 24. November aus Mauritius datirten Brief, dem folgende Angaben entnommen seien: " Man hat durchaus noch nicht das Letzte von Madagaskar ges hört. Die Franzosen haben eine Armee von Beamten ausgefandt. In der That sind sie zahlreicher als die bürgerliche Bevölkerung und machen sich bei keinem beliebt. Das Gesetz gestattet nur einen Monat Zwangsarbeit. Die Beamten aber lassen die Eingeborenen sechs Eine große Staatsaktion hat heute auf der kaiserlichen Werft Monate arbeiten. Die armen Menschen sind in Folge dessen in den! stattgefunden. Der Oberwerftdirektor Ahlefeld nebst Adjutant, Geh. Busch geflohen, und Privatleute können keine Arbeiter erlangen. Die: Oberbaurath Meier, Baumeister Eickenroth, ein Obermeister und Die Lösung der parlamentarischen Schwierigkeiten in Steuern sind drückend und in einigen Fällen wirklich thöricht. So awei Meister haben in einer Extrasigung verhandelt über die Ent- Ungarn wird aus Budapest der„ Neuen Freien Preffe" gemeldet: wird z. B. für jedes Stück Vieh und für jedes mit Reis bebaute laffung eines Arbeiters. Keines gewöhnlichen Arbeiters- In informirten politischen Kreisen hält man die Lösung der Krise für Stüd Land eine jährliche Abgabe gefordert. Das Ergebniß ist, daß mit dem macht man bekanntlich nicht so viel Federlesens sondern nahe bevorstehend. Man denkt sich die Lösung in der Weise, daß das Vieh geschlachtet wird. Fleisch ist schon theurer und rarer ge um den berühmten Musterarbeiter und Plagiator Lorenzen Baron Banffy zurücktreten und ein anderer mit der Bildung worden, während Reis, der früher ausgeführt wurde, jezt eingeführt handelte es sich. Mit einem Ingenieur der Kaiseryacht„ Hohen- des Ministeriums betraut würde. Das neue Ministerium würde wird. Die Eingeborenen fällen die Gummibäume und im ganzen zollern" war 2. in Wortwechsel gerathen. Ersterer meldete die Sache Lande gährt es. Ein Funktionär bei Nossi- Bé versuchte es, die zwölffofort feinem Kommandanten, dieser dem Oberwerftdirektor und so jährige Tochter eines Häuptlings zu zwingen, ihm als Beischläferin zu kam die Sigung zu Stande. Mit Beamten ist Lorenzen in letzter Zeit dienen. Sie entfloh aber und versetzte das Land in Erbitterung. Neun mehrfach zusammengerathen, seinetwegen ist erst vor ca. 3 Wochen oder zehn Beamte sind schon ermordet worden. Die Nordwestein Werkführer seines Postens enthoben worden. Der heutige Vorfall war Die politische Lage Ungarns ist eine derartig zerfahrene, daß Küste befindet sich mehr oder weniger in offenem Aufstande. Alle der Stein, über den selbst ein Lorenzen fallen sollte." Zwar ist er eine endliche Lösung der Schwierigkeiten durch den Rüdtritt Banffy's europäischen Bewohner Madagaskars ftimmen darin überein, daß freiwillig" gegangen so wie man gegangen wird, wenn fein dringend nothwendig und vielleicht jetzt auch nicht mehr unwahr die gesammten französischen Beamten niedergemetzelt werden würden, anderer Ausweg bleibt. Eitel Freude herrschte heut Abend bei den scheinlich ist. wenn die Eingeborenen wüßten, daß sich Frankreich in Schwierig Werftarbeitern über dieses Ereigniß. Wer hätte gedacht, daß dieser Inzwischen wird im ungarischen Abgeordnetenhause die feiten befände. Der Handelsverkehr liegt darnieder. Die zwei be wadere Sozialistentödter einmal der Werst hätte den Rücken wenden Obstruktion gegen die Fortsetzung der Geschäfte unter dem ver- deutendsten amerikanischen Firmen sind fortgezogen oder im Forts miiffen, dieser Lorenzen, der so viel vor den anderen Arbeitern voraus fassungslosen Zustand fortgefeßt. In der Sigung vom Donnerstag zuge begriffen und verkaufen ihre Lager. Die Franzosen haben hatte und wie fein zweiter den Frieden zwischen den Arbeitern wurde beschlossen, die Bestätigung des Protokolls der letzten Sigung einen Vorzugszoll eingeführt, der französischen Fabrikanten einen unter einander" gestört hat. durch Obstruktion zu verhindern. Es wurden zu diesem Zwed zwölf Vortheil von 92 pet. gewährt. Die Franzosen zahlen Oberschlesisches. In Beuthen ist eine Bersammlung eines Abänderungsanträge gestellt und für jeden die namentliche 4 pet. und nichtfranzösische Waaren die Hälfte ihres Aloysius- Vereins( eines polnisch- kirchlichen Vereins) aufgelöst worden, Beispiel, es solle im Protokolle statt: Nachdem die namentliche abstimmung gefordert. Ivanka( Nationalpartei) beantragt zum Berthes. weil der Borsigende eine Büste des Dichters Midiewica Abstimmung abgeschlossen worden war" heißen:" Nachdem die stadt Khartum eine dauernde Besazung zu halten gedenken, in Der Sudan wird von den Engländern, die nun in der Hauptnicht vom Tische entfernte. Auf der Tagesordnung der Versamm namentliche Abstimmung beendet war." Fay( Unabhängigkeitspartei) vier Provinzen eingetheilt. Mit dem Negus von Abessynien, lung stand ein Vortrag über Mickiewicz. Im Jahre 1897 passirte beantragt, es solle im Protokolle nicht heißen„ das Haus beschließt" Menelit, der eine Provinz des ehemaligen Mahdireichs erobert hat, dasselbe Malheur dem Beuthener polnischen Gewerbeverein; das sondern das Abgeordnetenhaus beschließt." Blaskovics fordert, daß verhandeln die Engländer behufs Offenhaltung der Straßen nach Verwaltungs- Streitverfahren über die damalige Versammlungs- im Protokolle gejagt werde:" Der Präsident erklärt die Sitzung Abessynien und durch Abessynien ans Meer. Es ist dies ein Seitenauflösung ist heute noch nicht beendet, was den Werth dieses Ver- für geschlossen" statt:„ Der Präsident schließt die Sigung". Man stück der„ Offenen Thüre" von China. Dort wollen bekanntlich die fahrens trefflich illuftrirt. fieht, es handelt sich lediglich um Anträge, die dazu dienen sollen, Russen die Thür verschließen, und auch in Ostafrika drohen ähnliche Chronik der Majestätsbeleidigungs- Prozeffe. Von der den Fortschritt der Arbeiten zu hindern. Die Majorität rief der Manöver von Seiten der Russen, die ihren Plan, sich am Nothen Straflammer des Landgerichts in Glaz wurde der vielfach vor- Opposition zu:" Sie würdigen das Parlament zur Komödie herab!" Meer festzusetzen, nicht aufgegeben haben. bestrafte Schuhmacher Robert Hannig aus Schreckendorf zu neun Die Opposition antwortete mit an den Ministerpräsidenten gerichteten Monaten Gefängniß wegen Majestätsbeleidigung verurtheilt.- Burufen wie: Baden Sie sich fort! Hinaus mit Ihnen! Jegt hat Ihre Majorität genügend Stoff zum Abstimmen!" Zwölf Abstimmungen werden mindestens die Sigungen vom Donnerstag und Freitag ausfüllen. Schweiz. 98 Das gereinigte Palästina. " Amerika. dem Senat vorgelegt und von demselben an den Ausschuß für die Der spanisch- amerikanische Friedensvertrag ist am Mittwoch auswärtigen Angelegenheiten verwiesen worden. Der Oberhofmeister Mirbach, der Kirchengeld- Sammler, hat einen zweiten Vortrag über die Palästinareise gehalten. Diesmal Bern, 5. Januar. Der Bundesrath beschloß die Subventionirung Missouri, tagt gegenwärtig die 12. Jahres- Konvention des nationalen New- York, 20. Dezember.( Eig. Ber.) In Kansas City, erzählte er zwar nichts Interessantes vom Bombenschrecken; aber der zum Schuze Airolo's vorzunehmenden Arbeiten seitens der Eid- gewerkschaftlichen Zentralverbandes Federation of Labor". etliche Einzelheiten verdienen doch eine kurze Erwähnung. Auf Für den Einzug in Jerusalem waren besondere Borkehrungen genossenschaft. Berselben fehlt, wie schon seit zwei Jahren, das alte sozialistische getroffen worden. Obwohl es die religiöse Stimmung sicherlich ver Frankreich. Element, welches seit dieser Zeit die Sisyphusarbeit aufgegeben hat, stärkt hätte, wenn das einstige Gefolge Chrifti, die Bettler und Zur Dreyfus- Sache. Die Kriminalfammer des Kassations- den Verband in die Bahnen der neuzeitlichen, d. i. sozialistischen Strüppel, den Blicken sich dargeboten hätte, so hatte die türkische hofes ließ Esterhazy den Auftrag zustellen, am 12. d. M. als Zeuge Arbeiterbewegung zu lenten, und statt dessen für die Aus Polizei in ihrer Christenfeindschaft Sorge getragen, diese be- zu erscheinen. Das Gesuch Esterhazy's um sicheres Geleit breitung des von vornherein auf der Basis derselben gegründeten örtert werden Partei- Nachrichten. Anklagen wegen Vergehen gegen§ 153 der Getperbe Ordnung. Von der Straffammer in Erfurt wurden zwei Maurer zu je einer Woche Gefängniß verurtheilt, weil sie einem Mitarbeiter angedroht hatten, sie wollten nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten, wenn er nicht zum Streiffonds seinen Beitrag zahle. Socialist Trade und Labor Alliance" thätig ist. Nur ein paar Mehrere Sigungen des Staatsministeriums find, um das Delegaten jenes Kalibers find anwesend, daneben aber eine Anzahl gesetzgeberische Material für den preußischen Landtag Anhänger der Debs'schen Nichtung, welche jene Sisyphusarbeit baldigst spruchreif zu gestalten, für die nächste Beit in Aussicht ge ob ehrlich gemeint oder nicht, soll bei späteren Gelegenheiten er- nommen. In einer derselben werden die Eröffnungsfeierlichkeiten - aufgenommen haben. Und zwar mit demselben und der Text der Thronrede festgestellt werden. Der Kaiser dürfte, Resultat, das auch ihre Vorgänger erzielten.*) Ein bezüglicher so schreiben die Berl. Neuesten Nachr.", bis dahin soweit wieder In Magdeburg wurde der Zimmerer D. von der Anklage der Antrag des Delegirten Tobins( Präsident des Schuhmacher- Verbandes, hergestellt sein, daß er den Gröffnungsatt selbst wird vollziehen versuchten Nöthigung freigesprochen. D. hatte zu einem Arbeiter, nebenbei bemerft enragirter Gegner der Alliance) ward mit fönnen. Die nächste Staatsministerial Sigung wird bereits am der sich mißliebig über den Streit äußerte, bemerkt:„ Run, dann 4420 gegen 1307 Stimmen abgelehnt; was, so viel mir in Er- 7. d. M. stattfinden. gehe hin und arbeite!" Als dieser darauf erwiderte, nein, er bleibe innerung ist, dasselbe Verhältniß darstellt, wie in früheren Jahren. beim Streit, foll D. geäußert haben:„ Na, derjenige muß sich Auf wie viele Delegaten sich diese Stiminen je eine für auch gewärtig sein, daß es höllisch etwas gegen die Köpfe giebt!" 100 Mitglieder vertheilen, ist nicht angegeben. Der Antrag Der Bedrohte war als Beuge geladen und sagte aus, daß er sich lautete:„ Beschlossen, daß diese Konvention der Ansicht ist, daß das Arbeitsproblem nur gelöst werden kann, wenn In Grünberg hat der Gastwirths- Verein in seinem nicht bedroht fühlte, da er nie die Absicht gehabt habe, bor Beendigung des Streits die Arbeit aufzunehmen. In der Aeußerung selbst sei alles Eigenthum von Grund und Boden und alle Mittel der Bro Statut einen Paragraphen, wonach die Mitglieder verpflichtet sind, wohl auch nur die Androhung enthalten, daß er den Unwillen der duktion, der Distribution und des Austausches allgemeines Eigen Freisprechung beantragt. ihre Lokale nicht zu sozialdemokratischen Versammthum ist, und daß die Gewerkschaftsbewegung in Verbindung mit ungen herzugeben. Nach vielen erfolglofen Bemühungen Kollegen, erregen würde. Der Staatsanwalt hatte hierauf selbst politischer Aktion innerhalb der Klaffenlinien die besten Methoden Lokal zu einer gewerkschaftlichen Versammlung zu erhalten. Flugs Strafbefehl, auf 14 Tage Gefängniß lautend. Angeblich sollte er war es unseren Parteifreunden vor einigen Wochen gelungen, ein In Nürnberg erhielt der Schuhmacher Halbritter einen find, um dieses Ziel zu erreichen. Deshalb sei es ferner be fete sich der Vorstand des Gastwirths Vereins in Bewegung und mehrere Schuhmacher unter ehrverlegenden Aeußerungen zur Theil schlossen, daß wir allen Gewerkschaftlern anrathen, nur für überredete den Inhaber des Lokals, dieses nicht wieder herzugeben. folche politischen Parteien zu ſtinmen, welche für die hier Go mußte eine zweite Versammlung unterbleiben, ebenso einnahme an dem Streik zu beſtimmen versucht haben. Der Thats festgestellten Prinzipien eintreten." Was, neben der Hölzernen Regensteiner, wie Halbritter mit einigen Arbeitskollegen sprach. Der Hassung, an diesem Antrag im Gegensatz zu den in früherer Bergnügen, das in diesem Lokal abgehalten werden sollte. bestand ist folgender: Am 7. Mai v. J. bemerkte der Fabrikant Itunt Die sozialistisch gesinnten Arbeiter Grünbergs haben Beit von sozialistischen Delegaten gestellten Anträgen auffällt, ist der die Schuriegelei des Gastwirths- Vereins satt. Sie werden fünf flar, weshalb er einem Gendarmen den Befehl gab:" den Sie werden fünf weck dieser Unterhaltung war für den Herrn Regensteiner sofort im Schlußfaz enthaltene Hinweis auf„ Parteien", die eventuell zu Lokale, die vorzugsweise auf Arbeitertundschaft angewiesen sind, albritter aufzuschreiben, weil er seine Leute zum Streit aufhezze." unterstützen seien, während jene nur die eine, von den tlassenbewußten Arbeitern selbst gebildete Partei als diejenige be- nicht mehr besuchen. Aus den Reihen der Gegner wird vermuthlich Der Gendarm fam als getreuer Diener für Zucht und Ordnung zeichneten, durch welche die bargelegten Ziele zu erreichen jetzt wieder das übliche Geschrei über den angeblichen Terrorismus dem Regensteiner'schen Auftrag nach und nahm den Verbrecher beim Halbritter bestritt bei der Zuredestellung wie in der feien. Noch fei angeführt, daß Thorne, einer der beiden der Sozialdemokratie" erſchallen. Mögen die Pharifäer schimpfen Widel. Delegaten der Gewerkschaften Englands, in seiner Ansprache an die sobiel sie wollen! Wenn die Arbeiterschaft Grünbergs, die bei der schöffengerichtlichen Verhandlung, daß er über Streitfachen ge= legten Reichstagswahl 1812 sozialistische Stimmen aufbrachte, mursprochen. Die Unterhaltung habe sich vielmehr um Privatangelegen Konvention dieselbe ermahnte, die Nurgewerkschaftlerei an den Nagel einigermaßen zusammenhält, so werden die boykottlustigen Gastheiten gehandelt. Zum Beweis gab Halbritter dem Gendarmen den zu hängen und auch die selbständige politische Aktion als Waffe zu gebrauchen. Thorne weiß eben nicht, daß die Leute, welche auf den wirthe bald zur Vernunft gebracht sein. Nath, die betreffenden Arbeitswilligen doch selbst zu fragen. Konventionen der Federation die große Masse bilden, ein per that Eine Parteiverfammlung in Hagen f. W. mißbilligte die Dies Er erstattete der Gendarm jedoch nicht. sönliches Interesse daran haben, teine selbständige politische Haltung des dortigen Mitgliedes der Breßkommission der vielmehr die Anzeige mit der folgenden bezeichnenden BeAttion zu betreiben( mit Ausnahmefällen, in denen ihnen dadurch Rheinisch- Westfälischen Arbeiter 8eitung", das merkung: Der Angeklagte gestand auf 8uredestellung wie bei der Henry George- Bewegung" in New- York auch auf für die Kündigung des Redakteurs BI od und des Expedienten die strafbare handlung zu." In der schöffengerichtlichen Block diese Weise Pöstchen an der öffentlichen Krippe winken). Auch weiß Lehmann gestimmt hatte. Die Versammlung beschloß, ein Verhandlung bestätigten aber sämmtliche Zeugen, daß der Angeklagte er nicht, daß dieselben in ihren betreffenden Gewerkschaften einen anderes Mitglied in die Preßkommission zu wählen. Da von fünf damals dem Gendarmen überhaupt nichts gestanden habe und nichts Ring" hinter sich haben, d. H. einen Kern von Mitgliedern, die Mitgliedern der Preßkommission nur drei für die Kündigung und gestehen konnte, weil sich die Unterhaltung thatsächlich um Brivatebenfalls durch Unterstützung der herrschenden Parteien auf perfön- zwei dagegen gestimmt hatten, ist durch den Beschluß der Hagener angelegenheiten und nicht um den Streit handelte. Auf Grund liche Vortheile rechnen und dem Bestreben des etwa in der Organi- Parteigenossen die Minorität in eine Majorität verwandelt. dieser Zeugenaussagen wurde Halbritter freigesprochen, sein Antrag, fation vorhandenen fortschrittlichen Elements nach selbständiger die Kosten seiner Vertheidigung der Staatskasse zu überweisen, jedoch politischer Aktion den zähesten Widerstand entgegen sezen, dabei sich abgelehnt. Und was geschieht mit dem Gendarmi, der eine fo nicht scheuend, von unehrlichen und gar gewaltthätigen Mitteln Gegewissenhafte Anzeige erstattet hat? brauch zu machen. " " 3 Polizeiliches, Gerichtliches u. f. w. wählt hatten. Dem Bauer Semtories nahm er den Zettel, der sehr flein zusammengefaltet war, ab und faltete denselben soweit aus einander, daß er nur noch einmal zusammengelegt war. Er hob auch noch eine Ecke des Zettels an und legte ihn dann mit der Bemerkung: Wieder ein Sündenzettel!" in die Urne. " " Ausland. Lohnbewegung der Bäckerei- Arbeiter in Stockholm. Der Verband verlangt feine eigentliche Erhöhung, sondern nur, daß die Löhne, die die besseren Bäckereien zahlen, in allen gezahlt werden, da die Arbeiter am meisten unter der Schmuzkonkurrenz leiden. Auch hinsichtlich der Arbeitszeit und Nachtruhe werden keine neuen Forderungen gestellt, sondern nur die allgemeine Durchführung von bereits Bestehendem verlangt. Der Verband hofft die Frage durch Unterhandlung mit den Meistern lösen zu können. Der Beleidigung des Landraths Cranz in Memel und des Gutsbesitzers Kosmack in Althof war der verantwortliche Differenzen in der Textilbranche. Aus Bramsche( Provinz Eine köstliche Episode war es, als der Präsident der Federation, Redakteur der Königsberger Wolfstribüne", Genoffe Hannover) wird berichtet: Seit einiger Zeit wird von den TextilGompers, in Erwiderung auf eine Anzapfung bezüglich der„ Bettelei Rt a futt, vor dem Landgericht in Königsberg i. Pr. angeklagt. arbeitern und Arbeiterinnen darüber geklagt, daß in verschiedenen in Washington" fich äußerte:„ Sie sagen, wir gingen an die Hinter- Die Beleidigungen sollten begangen sein durch die Veröffentlichung Fabriken theils keine, theils veraltete, nicht mehr den Verhältnissen thür des Weißen Hauses. Lassen Sie mich Ihnen fagen, daß der von Artikeln, worin der Gutsbesiger Kosmad, der in Althof bei Rechnung tragende Lohntabellen angebracht seien; so sind dieſerPräsident( Mac Kinley gelegentlich G.'s Audienz" bei demselben) der neulich sagte, er kenne keinen streitfüchtigeren Mann, als Herrn hatte, legten Reichstagswahl als. Wahlvorsteher fungirt halb die Arbeitervorstände in mehreren in Betracht kommenden ungesetzliche Handlungen vorgeworfen waren, die Fabriken vorstellig geworden dahingehend, daß Lohntabellen Gompers!!" Eine andere Glanzleistung G.'s war die Behauptung, daß die Wahl tommissar, dem Landrath Franz, gebilligt worden sein welchen Lohn er zu erhalten hat. Während mun in zwei Fabriken dann, bei der amtlichen Auszählung der Stimmen, von dem fgl. ausgehangen werden, woraus jeder Arbeiter leicht ersehen kann, ( sozialistische) Bewegung in Deutschland keine Arbeiterbewegung sei sollten. Es war u. a. behauptet, Kosmac habe bei der Feststellung die Vorstände Entgegenkommen fanden, wurden sie bei der Firma Wie auch in früheren Zeiten war die von den Arrangeuren der des Wehlĭresultates erklärt, daß er alle Zettel geöffnet hätte, um sich Gebrüder Sanders schroff abgewiesen. Ja, es wurde dem Vorstande Konvention einberufene„ Wassen"-Versammlung schr schlecht besucht zu vergewissern, daß ihm nicht zwei zusammengefaltete Bettel über sogar angekündigt, daß das bisherige Verhältniß noch erheblich ge( inkl. der 5 Redner waren 30 Personen anwesend), und auch der von reicht würden. Vom Landrath war behauptet, er habe dieses Deffnen ändert, das heißt: verschlechtert werden solle. Da alle Versuche, die Gompers( in der Kirche) gehaltene Vortrag hat nur ein Publikum von der Stimmzettel als erlaubt hingestellt. Angelegenheit in Frieden zu erledigen, an der Hartnäckigkeit der 45 Köpfen gefunden; dagegen war die von den Sozialisten veranstaltete Den Vorwurf gegen den Landrath hatte unser Genosse Ratutt Firma scheiterten, scheint ein Konflitt unvermeidlich. Bersammlung, in welcher Thorne und die beiden sozialistischen( ohne als unrichtig bereits in der ersten damals vertagten Verhandlung Zum Weberstreik in Eupen. Der Direktor der Fabrik von Gänsefüßchen) Delegaten Cowen und Hayes aus Cleveland sprachen, vor dem Landgericht zurückgezogen, dagegen hielt er den Vorwurf Lejeune u. Vincent, deren Weber bekanntlich wegen der Einführung gepackt voll". gegen den Gutsbesiger Kosmack aufrecht. In der jetzigen Verhand des Zweistuhlsystems in einen Ausstand eingetreten sind, hat sich Bei den in Haverhilft( Mass.) stattgehabten Lokalwahlen haben die lung vor dem Landgericht bestritt Kosmad, daß er Stimmzettel bereit erklärt, von der Beschäftigung der Weber an zwei Stühlen Debfianer)( feit der Trennung von den Nur- Kolonisations- Feren den geöffnet habe; er hätte nur Stimmzettel, die nicht vorschriftsmäßig zu gleicher Zeit absehen zu wollen, wenn die Weber sich einen LohnNamen„ Social Democratic Party of America" führend), die wie zusammengefaltet waren, den Wählern mit der Weisung zurück- abzug von 25 pet. gefallen lassen oder in Tagelohn weben wollen. schon mitgetheilt, bei den Staatswahlen 2 Legislatur- Abgeordnete gewählt gegeben, sie ordnungsmäßig zusammenzufalten. Nachzusehen, welcher Die Ausständigen haben es natürlich abgelehnt, auf diese Behatten, ihren Bürgermeister und mehrere Stadtrath- Kandidaten durch Name auf den Zetteln stand, das hätte er gar nicht nöthig gehabt, dingungen einzugehen, der Streit dauert daher fort. Die Löhne gebracht. Das wird in den Blättern jener Richtung( außer dem weil er schon an der Art, wie die Zettel zusammen betragen schon jetzt in vielen Fällen nicht über 15 M. pro Woche. offiziellen Partei- Organ Sozialdemokr. Herald", englisch), das ausgefaltet waren, gemerft hätte, welcher Sinnes dem früheren täglichen Vorwärts" entstandene Wochenblatt Wahr- richtung die Wähler waren! Weiter bestritt Kosmack heit" in Milwaukee, das Organ der 1888 er Sezessionisten unserer die Richtigkeit der Aussage eines Arbeiters, der als Partei„ Boltsanwalt" und der vor einem Monat hier gegründeten Benge folgendes erklärt hatte: Wir tamen 5 Mann von einem Gute Groß N. Y. Arbeiterzeitung"**) als ein Triumph für die neue Partei nach Althof zur Wahl. Als wir eintraten, war Kosmack im Wahlhingestellt. Besieht man sich die Sache indessen etwas genauer, lokal nicht anwesend. Er trat erst ein, als bereits drei Mann geso bekommt sie ein anderes Gesicht. Noch bis vor einem Jahr eriftirte in H. teine Mitgliedschaft der Debs'schen Partei. Sie ward erst gegründet von einem gewissen Carey, der auf dem Wahlzettel unserer Partei zum Stadtrath erwählt worden war, bald danach aber dieselbe verleugnete und mit seinem persönlichen Anhang zur Aus der Schweiz. In der Schuhfabrik Gaisberg S. D. P. o. A. überging. Dieser selbe Carey stimmte im Stadtrath für BeVier andere Zeugen befundeten dasselbe, die Beisiger im Wahl- in Kreuzlingen bei Stonstanz streiken die 8 wider wegen willigung von 15000 Dollars zum Bau einer„ Armory"( Miliz- Waffen- vorstand äußerten sich dagegen in einer Kosmad entlastenden Weise. ohnreduktion. Die Streitkommission ersucht um Fernhaltung halle) und wie wenig seine demokratischen und republikanischen Der Staatsanwalt fam in seinem Plaidoyer zu dem Schluß, des Zuzuges. Die Buchdrucker- Prinzipale in Basel Kollegen in ihm den" Sozialdemokraten" fürchten, geht daraus her- daß die Angaben der„ Vollstribüne“„ augenscheinlich erlogen" jeien haben die reduzirte Gehilfenforderung von 33 Fr. wöchentlichem vor, daß sie ihn zum Vorsitzenden wählten. Von den übrigen Per- und beantragte gegen den Redakteur Rafutt 3 Monate Gefängniß. Lohnminimum und 2 Cts. Erhöhung des Tausendpreises nebst sonen, welche als„ sozialdemokratische" Kandidaten fungirten, ist ab- Das Irtheil lautete auf to stenlose Freisprechung sowohl dem Neunstundentag bewilligt. Damit ist die Bewegung solut nichts bekannt, was sie zu dieser Bezeichnung berechtigen von der Beleidigung des Gutsbesigers Kosmad wie von der Be- der Gehilfen mit beendet. Tönnte. Da kommt wohl das in Betracht, was ich oben in Bezug leidigung des Landraths Cranz. Der Gerichtshof hat zwar als erauf die Henry George- Bewegung in New- York bemerkte. wiefen erachtet, daß ein Oeffnen der Stimmzettel zu dem Zwede, schlossen, die seit mit den Unternehmern betreffend Arbeitszeit und ArbeitsBei der Lokalwahl in Holyoke( Mass.) hat unsere Partei einen die darauf stehenden Namen zu lesen, nicht vorStadtverordneten gewählt. Der betreffende Wahlkreis war im gekommen ist. Wenn Kosmad befundete, er habe keine Zettel John im nächsten Frühjahr zu kündigen. Die Arbeiterunion vorigen Jahre, um dieser Gefahr vorzubeugen, nach allen Regeln geöffnet, um die Namen zu lesen, dann müsse ihm das geglaubt in Solothurn hat mit 1. Januar einen Arbeitsnachweis der Wahlgeometrie" aufgetheilt worden; das hat aber nichts werden. Der Gerichtshof war aber der Ansicht, daß der Angeklagte eröffnet, deffen Benutzung für die organifirten Arbeiter unentgeltlich in Wahrnehmung berechtigter Interessen gehandelt habe und daß ist, während die unorganisirten und die Unternehmer mäßige Ges Der schweizerische Stidereiihm der Schutz des§ 193 nicht versagt werden dürfte. Es könne bühren zu entrichten haben. auch von einer frivolen Handlung bei der Aufnahme der Artikel zeichner- Verband hatte in seinem letzten Geschäftsjahre nur nicht die Rede sein, ferner laffe weder die Form noch der Juhalt 12 Fr. Arbeitslosenumterſtügung zu entrichten, so daß der Kaffenbest and von 11 027 auf 12 645 Fr. stieg. Der Bundesrath hat in feiner Sizung am Donnerstag die der Artikel auf eine beleidigende Absicht schließen. Vorlagen, betreffend den Entwurf eines Gefeßes für ElsaßLothringen über die Errichtung einer Pensionszuschuß-, Wittwen-- Korrigirte Polizeiweisheit. In Breslau waren die und Waisenkaffe für die Förster 2c., den Entwurf eines Gefeßes Reichstags- Wahlplakate, die die Aufschriften enthielten: wegen einiger Aenderungen von Bestimmungen über das Post- Wählt Tuzauer!"," 8entrumspartei".„ Frei wesen, den Entwurf eines Gesetzes für Elsaß- Lothringen über die finnige Bollspartei, Rechtsanwalt Seilberg" 2c. Disziplin der Richter, den Entwurf von Vorschriften über die Zulassung und die vor den Wahllokalen von den Stimmzettel zur Führung von Hochfeefischerei- Fahrzeugen in fleiner und in der Wertheilern der verschiedenen Parteien getragen wurden, als Jelandfahrt, den Entwurf eines Gefeßes wegen Abänderung Druckschriften angesehen worden, die den Namen und Wohnort des des Bankgeseges vom 14. März 1875, den Entwurf von Be Druders hätten aufweisen müssen. Schöffen und Landstimmungen über die Beseitigung von Ansteckungsstoffen bei der gericht schlossen sich dieser seltsamen Auffassung an und ver Beförderung von lebendem Geflügel auf Eisenbahnen, den Entwurf urtheilten die betreffenden Angeklagten. Dieses Erkenntniß ist jest eines Gesetzes für Elsaß- Lothringen über die Aufhebung der vom Ober- Landesgericht aufgehoben worden. Das Kautionspflicht der Landesbeamten, und die Verleihung von Ober- Landesgericht sprach die Angeklagten mit der Begründung Storporationsrechten an die mit dem Size in Hamburg errichtete frei, daß die in Frage fommenden Plakate Druckschriften im Sinne Gesellschaft Süd- Kamerun" den zuständigen Ausschüssen über- des Preßgesezes nicht seien. wiesen. Freigesprochen wurde von der Berufungsinstanz der verVom Abg. Gröber( 3.) und Gen. ist dem Reichstage nach- antwortliche Redakteur des Voltsblatts für Anhalt", stehender Initiativantrag zugegangen: Der Reichstag wolle be- Genosse Günther in Dessau, der vom Schöffengericht wegen schließen: Die Geschäftsordnungs- Kommission mit der Prüfung der angeblicher Beleidigung des Gerichtsdieners EI3e zu einer Geldstrafe Frage zu beauftragen, ob und in welcher Weise die Unterschriften verurtheilt worden war. der beim Reichstage eingelaufenen Petitionen gegen Bekanntgenutzt. # Parlamentarisches. " " gabe an Personen, welche dem Reichstage nicht angehören, sicher--Wegen Beleidigung des Magiftrats in Pößneck und gestellt werden sollen. Ferner ist von dem Abg. Dr. Lieber des Kommerzienraths Berger daselbst waren der Stadt und Gen. dem Reichstage folgender Antrag zugegangen: Der Reichstag wolle, beschließen: die Besoldung des Staatsfetretärs des Innern auf 24 000 m.( statt 30 000 m.) feftzustellen und die Summe des Titels 1 von 50 000 m. auf 44 000 Mart herabzusetzen. ") Mit Ausnahme des Panifjahres 1893, als die„ tonservativen" Delegaten d. h. die im gewöhnlichen Leben" als Handlanger der kapitalistischen Parteien fungirenden Gewerkschaftsführer- es den Argumenten der sozialistischen Delegaten gegenüber nicht gewagt hatten, deren Anträgen wiederum Widerstand zu bieten; was aber auf die Entwickelung der Federation in fortschrittlicher Richtung nicht den geringsten Einfluß hatte, da thatsächlich Alles beim Alten" blieb und auf der nächsten Konvention jener Schritt wieder rückgängig gemacht ward. berordnete Paul Seige in Pößned und der Redakteur des " Saalfelder Volksblatts", Heinrich Becker, vom Landgericht in Rudolstadt zu 7 und 2 Monaten Gefängniß verurtheilt worden. Das Reichsgericht hob dieses Erkenntniß auf. In der neuerlichen Verhandlung segte das Landgericht in Rudolstadt die Strafe gegen Seige auf 6 Monate herab, während es in Beziehung auf Becker wiederum auf 2 Monate Gefängniß erkannte. Gewerkschaftliches. Deutsches Reich. einem immerhin befriedigenden Erfolge Die Zimmerleute in Bern haben bebier Jahren bestehende Vereinbarung Tehte Nachrichten und Depeschen. Frankfurt a. M., 5. Januar.( W. T. B.) In der Maschinen halle der elektrischen Lichtanlage des Kaisergartens am Opernplatz erfolgte heute Abend infolge eines Schadens an der Gasleitung eine Ein Maschinist und ein Arbeiter heftige Gaserplosion. wurden anscheinend schwer verletzt in bewußtlosem Zustande in ein Krankenhaus gebracht; ein zweiter Arbeiter ist leicht verletzt. Paris, 5. Januar.( B. H.) Der Deputirte Grousset richtete an den Generalprokurator Manau einen Brief, in welchem er Manau ersucht, vom Generalstab die Herausgabe des apokryphen Briefes Kaiser Wilhelm's zu fordern, der in den ausgelieferten geheimen Aften fehle. Dieser falsche Kaiserbrief bestehe in der That und müsse der Inhalt desselben dem Zaren, der Königin von England, dem Kaiser von Oesterreich, sowie den Königen von Italien und Belgien bekannt sein. Paris, 5. Januar.( W. T. B.) Das Zuchtpolizeigericht ver urtheilte einen Anarchisten Namens Lucas, welcher einen Polizisten bei der Versammlung von Revisionisten in den Saal Pré aur Cleres durch Revolverschüsse verwundet hatte, zu 6 Monaten Gefängniß. London, 5. Januar.( W. T. B.) Das„ Neuter'sche Bureau" meldet aus Wei- hai- wei, die britische Regierung habe beschlossen, den ganzen westlichen Theil der vor dem Hafen liegenden Insel Liu- tung- tao anzutaufen. Madrid, 5. Januar.( W. T. B.) Silvela und General Bolavieja haben im Einverständniß mit einander sich bereit erklärt, die Nenbildung des Kabinets zu übernehmen, falls die stönigin- Regentin sie dazu auffordern sollte. Dieses Einverständniß macht es wahrscheinlich, daß die Konservativen an die Regierung tommen. Sofia, 5. Januar.( B. H.) Neuerdings zirkuliren Gerüchte über einen nahe bevorstehenden Regierungswechsel. Aufsehen er regt die Thatsache, daß der Fürst die Sobranje- Beschlüsse betreffend die Eisenbahnen- und Konverfionsanleihen noch nicht santtionirt hat. Die Bremer Petroleumraffinerie vorm. Ar off hat ihren New York, 5. Januar.( B. H.) General Otis, der Arbeitern eine recht empfindliche Lohnreduktion zu theil werden Kommandant der amerikanischen Streitkräfte auf den Philippinen, lassen. Der bisher schon dürftig bemessene Stundenlohn von 25 Pf. wird in den nächsten Tagen so viele Verstärkungen crhalten, daß die ist durch Affordarbeit noch weiter herabgesetzt. Es haben infolge Gesammtzahl der ihm zur Verfügung stehenden Truppen 32 000 dessen mehrere Arbeiter die Beschäftigung bei der Firma aufgegeben. sein wird. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Berlag von Max Vading in Berlin. **) Ueber Debs und die„ Debfianer" schließen wir uns dem Urtheil unseres Korrespondenten nicht unbedingt an. Nt. d.„ V." Berantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Nr. 5. 16. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Bild: Etwas vom Nordostsee- Kanal. = Freitag, 6. Januar 1899. Prämienunwesen ausgeartet sei. dagegen die Liberalen und Freijinnigen und der Demokrat gehabte Wiederwahl von sieben Stadträthen bestätigt hat. Die Hemmersbach. Die Gegnerschaft segte sich fast ausschließlich aus Berleiung wird von verschiedenen Seiten mit dem Nufe: Wo bleibt Fabrikanten und andern größeren Unternehmern zusammen, die die Kirschner? Wo bleibt der Oberbürgermeister? begleitet.- Auch Aus Kiel wird uns geschrieben:" Alljährlich werden von den Kosten der Lehrmittel für ihre Sprößlinge natürlich leicht aus ihrer die Wiederwahl des Kämmerers Ma a ß ist bestätigt worden. einzelnen Handelskammern zum Jahresschlusse über den Stand der Tasche bestreiten fönnen, für deren Füllung dauernd zu sorgen die Hiernach wird in die Tagesordnung eingetreten. Industrie und des Erwerbslebens vorläufige Berichte erstattet. In Arbeiter durch die kapitalistische Gesellschaftsordnung ja ge= Ueber die fünftige Verwendung der jährlichen Zinsen aus dem am 31. Dezember 1898 gegebenen Jahresberichte der Kieler zwungen sind. dem Fonds für gewerbliche Ausstellungen zur Handelskammer werden über den Verkehr im Nordostsee Kanal im Prämiirung der besonders tüchtiger Schüler Arbeiter Risiko. In den Bergwerken des Ruhstädtischen Fachschulen, worüber der Gewerbebeputation die Be verflossenen Jahre Angaben gemacht, die zu recht interessanten Ver gleichen anregen, zwischen der seiner Zeit in der Regierungsvorlage rebiers sind in den letzten Tagen wieder eine ganze Reihe Stimmung überlassen bleiben soll, hat sich der niedergesetzte Ausschuß über den Bau des Nordostsee- Kanals gegebenen Wahrscheinlichkeits- tödtlicher Berunglüdungen vorgekommen. Auf den Zechen berechnung, über die muthmaßliche Verfehrsentwickelung und der Berned" bei Wiemelhausen und Freie Vogel und unverhofft" bei mit der Maßgabe geeinigt, daß hinfort der Fonds allgemein zur Unterſtüßung solcher Schüler dienen soll, da das Prämienwesen thatsächlichen Verkehrsgestaltung. Die Angaben geben folgendes hörde fanden zwei Bergleute durch Sturz in den Schacht ihren bei den früheren Lehrlingsausstellungen schließlich fast zu einem Tod; auf der Zeche" Anna" bei Altenessen wurde ein Bergmann, Einnahme der einen verschütteten Kameraden retten wollte, von einem plötzlich für Passage sich lösenden Stein erschlagen; auf Zeche„ Eintracht Tiefbau" bei Königssteele tam ebenfalls ein Arbeiter ums Leben und auf Zeche 903 142 M. 1 198 722. „ Hannibal" bei Marmelshagen wurde ein Schlepper, der zwischen 1 500 000 m. einen Wagenzug gerathen war, derart verlegt, daß er bald ( Die Angaben beziehen sich auf die Kalenderjahre.) Die Zahlen für 1898 beruhen nur auf vorläufigen Mittheilungen", find also Kein Tag fast vergeht in Preußen ohne irgend ein schweres wohl nicht bis in die kleinste Einzelheit genau, gestatten jedoch reichenden Schutzes vor Betriebsunfällen zu theil werden, der ihnen Bergunglück wann endlich werden die Bergleute des ausimmerhin einen Ueberblick, da genaue Angaben bis Ende November vorliegen und nur der Verkehr im Dezember auf Schäßung beruht. bom Ministertisch aus versprochen worden ist? Es ergiebt sich aus der Uebersicht ein unverkennbares Anwachsen In den Schlittschuhfabriken Remscheids herricht großer des Verkehrs. Sowohl die Schiffsanzahl wie Durchschnittsgröße Arbeitsmangel. Einer beträchtlichen Anzahl Arbeiter ist gekündigt und die Einnahmen der Kanalverwaltung sind in den drei Jahren worden. gestiegen. Dieses entspricht jedoch nicht im Entferntesten den in der 1896 1897 1898 Es passirten Schiffe 20 068 .21 904 25 000 Größe in Reg.- Tons 1 751 065 2 345 849 3 000 000 darauf starb. Der Ausschußantrag gelangt ohne Diskussion zur Annahme. Bibliothek und der Görig'schen Bibliothek in das städtische Gebäude Die Vorlage wegen Verlegung eines Theiles der städtischen Simmerstraße 91 beantragt Stadtv. Schwalbe wegen der grundsäglichen Bedeutung der Sache durch einen Ausschuß vorberathen zu laffen. nöthig. Die Vorlage stigt sich auf unsern Beschluß vom 29. März Regierungsvorlage gehegten Erwartungen. Geschäzt wurde der zu- worunter 109 Ausländer sind, erhalten 1243 den täglichen Minimal- ſtellt, daß späterhin die beiden jetzt getrennten Bibliotheken Von den 1324 städtischen Arbeitern der Stadt Zürich, • Unternehmer- Verbände. Stadtv. Bruns: Ich habe nichts gegen das vorgeschlagene Provisorium, halte aber auch einige allgemeinere Bemerkungen für v. J.; in demselben hieß es aber damals, daß mit der Errichtung einer 8entralbibliothek möglichst rasch vorgegangen werden möchte. In der Vorlage ist davon mit feinem Wort die Rede; vielmehr heißt es darin, daß es sich feineswegs um grundlegende Aenderungen handeln würde, und es wird sogar in Aussicht gewieder zusammengelegt werden sollen. Das heißt doch nicht, unsern Beschluß ausführen. Nachdem wir am 29. März unseren Beschluß gefaßt haben, fommt der Magistrat jezt nach dreiviertel Jahren mit seinem Antrage, der provisorisch Abhilfe schaffen foll, bevor dem in der Resolution ausgesprochenen Gedanken näher getreten werden kann". Das ist doch denn eine Art, Beschlüsse der Schwesterbehörde auszuführen", die an Rücksichtslosigkeit faum etws zu wünschen übrig läßt. Auch Vorschläge behnfs Vervollständigung der Bibliothek vermissen wir, obwohl angesichts der Klagen der Bibliothefverwaltung längst vom Magistrat größere Mittel hätten im Etat beantragt werden müssen, damit ein derartiges Bedürfniß weiter Volkskreise endlich befriedigt werde.( Beifall.) Die Vorlage geht an einen Ausschuß. fünftige Verkehr des Kanals auf 18 000 Schiffe mit 5 500 000 Reg.Tons Raumgehalt und die Einnahme auf 4 125 000 m. Schon 1896 lohn v Fr, und darüber. waren die veranschlagten Schiffe überholt, jedoch der Raumgehalt derselben betrug 1-96 32 pet., 1897 42,5 pet. und 1898 immer nur erst 54,5 pCt. der geschäzten Raumgröße. Jn noch größerem Maße sind die Einnahmen hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Sie betrugen 1896 erst 22 pet., 1897 29,5 pt. und 1898 etwa 36 pet. Die Papierindustriellen planen angeblich eine Betriebsrebuftion. Die Hauptursache dieses ungünstigen Ergebnisses liegt in dem Der Verein der österreich- ungarischen Papierfabrikanten versendet noch viel zu hohem Gebührentarife begründet. Am 1. September 1896 nämlich folgende Wittheilung:„ Die österreichische Papierindustrie ist schon einmal der Tarif herabgesezt, mit dem Ergebniß einer befindet sich seit einiger Zeit in einer sehr pretären Lage, die Hauptfofortigen Verkehrssteigerung; jedoch ist nach Ansicht der betheiligten sächlich durch die Ueberproduktion und den erschwerten Export herbeiStreise die Herabsetzung eine feineswegs genügende gewesen. Der geführt worden ist. Es fanden bereits einige Versammlungen der Mitte 1898 erschienene Jahresbericht der Kieler Handelskammer für Papierfabrikanten statt, in welchen eine Verminderung der Produktion 1897 sprach sich dahin aus, daß die Kanalabgaben noch viel zu hohe ernstlich ins Auge gefaßt wurde."- Trotzdem werden die elenden seien und daß die Handelskammer nicht zweifle, daß die weitere österreichischen Breßzustände, welche die Entwickelung der Papier- Mit der Errichtung einer neuen der 13. Realschule Herabsetzung derselben sowohl den Verkehr steigern, als die Ein- und graphischen Industrie hemmen, aufrechterhalten. Der Zeitungs- im Hansaplazviertel auf dem städtischen Grundstücke am nahmen vergrößern wird. Im jezigen Bericht wird wieder eine und Kalenderstempel, die Hinderung der Verbreitung der Preß- Schleswiger Ufer hat sich der Ausschuß einverstanden erklärt, Herabfezung auf 80 Pf. Einheitspreis pro Registertonne für zwedkerzeugnisse durch den famosen§ 23 des Preßgesezes, diese kostbaren Doch soll gleichzeitig der Magistrat ersucht werden im Hinblick auf dienlich erachtet. Kleinode der österreichischen Gesetzgebung dürfen nicht verloren das nachgeivicsene Bedürfniß nach einem Vollgymnasium, gehen. die Errichtung eines solchen resp. die Verlegung einer höheren LehrEin Weltkartell für Borag. Die Boray Company in London anstalt vom Zentrum nach den Stadttheilen Tempelhofer und die Inhaber der Pacific Borax Works in Nordamerika, Besitzer Vorstadt und Moabit Hansaplag schleunigst in Angriff zu der meisten Borargruben der Welt, fanden sich vor einigen Tagen in nehmen. Daß die Anzahl der den Kanal paffirenden Schiffe eine so große Baris zu einer Konferenz ein, um auch die Gruben der Société Referent Stadtv. Esmann bemerkt, es habe im Ausschusse geworden ist, liegt in dem Umstande, daß der Segelschiffs- Berkehr Lyonnaise an sich zu bringen. Die Verhandlungen führten zum Einstimmigkeit darüber geherrscht, daß in Bezug auf Gymnasien in sich in bedeutendem Maße dem Kanal zugewandt hat, welcher Verkehr Ziele. Die Société Lyonnaise ist nunmehr in den Besitz der vor- verschiedenen Stadttheilen ein wahrer Nothstand bestehe. infolge der geringen Schiffsgröße dem Kanal wenig Einnahmen genannten Gesellschaften übergegangen. Die drei Unternehmungen Stadttheil vor dem Halleschen Thor habe überhaupt kein Gymnasium; bring( Schon einmal haben wir hierauf hingewiesen, in Nr. 189 des werden Borag Consolidated Company Limited firmiren und den Siz aus Moabit seien fast 600 Kinder genöthigt, Gymnasien der inneren " Vorwärts" vom 14. August 1898.) Der erwartete große Dampfer in London haben. Das gegenwärtige Aftienfapital beträgt 400 000 Bfb. Stadt zu besuchen. Im Innern der Stadt feien zuviel Gymnasien, verkehr hat thatsächlich auf sich warten lassen, und ein bedeutender Sterl. Die neue Gesellschaft erhöhte die Borarpreise vom 1. Januar so daß sich die Verlegung der einen oder der anderen Anstalt nach Berkehr namentlich größerer Dampfer vollzieht sich noch immer um 1899 ab um 1,50 fl. fiir frystallisirte Waare und um 1,75 fl. für der Peripherie wohl empfehlen würde. Stagen herum. Dieser für die Schifffahrt früher so gefährliche Weg präpartrte Waare. Die österreichischen und deutschen Fabriken, die hat durch die Schaffung immer besserer Leuchtfeuer ein gutes Theil gleichfalls in der Pariser Konferenz am 18. Dezember vertreten feiner Gefährlichkeit verloren. Auch infolge der Schaffung des waren und das Rohprodukt von den Gruben der verschiedenen aus Kopenhagener Freihafens wird, besonders durch die fremdländische ländischen Firmen beziehen, haben sich dieser Preiserhöhung anFlagge, dieser Weg viel benutzt; wie denn der Werkehr der fremden geschlossen. Flagge im Kanal ein recht minimaler ist kaum 10 pCt. Der Kanaltarif habe nicht nur die Interessen der schon jetzt passirenden Schiffe zu berücksichtigen, sondern auch die Heranziehung größerer, den Verkehr zwischen Nordsee und Ostsee vermittelnder Schiffe zu bewirken. Kommunales. Stadtverordneten Versammlung. Nachmittags 5 Uhr. Der Hamburger Handel dürfte bislang noch den größten Vortheil aus dem Kanal gezogen haben. Während früher viel über Lübeck und Kiel ins Land hineinging, ziehen jetzt die Rheder es zumeist vor, die Schiffe direkt bis Hamburg oder den anderen Elbhäfen gehen zu lassen, ist doch der Wassertransport immer noch ber billigste. 1. Sigung vom Donnerstag, den 5. Januar 1899, Schon im 1897er Jahresbericht äußerte sich die Lübecker Handelsfammer: Jm gesammten Ostseeverkehr Lübeds macht sich der Wettbewerb Hamburgs durch den Kaiser Wilhelms- Kanal fühlbar, ganz Neutonstituirung der Versammlung zu erfolgen. besonders zeigt sich dies auf den verschiedenen Dampfschiffslinien nach Rußland, da die früheren Massenartikel dahin, wie Baumwolle, Coprah und andere, nur in geringerem Maße über Lübeck zur Verfchiffung gelangen." Für Kiel hofft man durch die Errichtung befferer Schifffahrts Einrichtungen zur Zeit liegen dem Stadt berordneten- Kollegium zwei Hafenbau- Pläne vor, die je auf über 2 000 000 m. Kosten erfordern würden den durch den Kanal abgelenkten Verkehr wieder an sich zu ziehen." 1 Boziales. Die Anstellung von Schulärzten ist von den Stadtverordneten ber thüringischen Stadt Mühlhausen mit der Begründung abgelehnt worden, es sei sa che der Eltern, über die Gesundheit ihrer Kinder zu wa chen. Nachdem sogar die preußische Regierung sich genöthigt gesehen hat, den Gemeinden, unter Hinweis auf Wiesbaden, die Anstellung von Schulärzten zu empfehlen, ist der Beschluß der Mühlhauser Stadtverordneten zu kühn, als daß man ihn lebiglich der Wiederwahl. Stadtv. Der Die Bersammlung beschließt nach den Ausschußanträgen. Die weitere Verfolgung der Entwürfe zur Ueberleitung der elektrischen Hochbahn in eine Unterpflaster bahn hat der Magistrat als aussichtslos aufgegeben und eröffnet dies der Versammlung unter ausführlicher Darlegung der diesem Projekt entgegenstehenden unübersteiglichen Schwierigkeiten in juristischer, technischer und finanzieller Beziehung. Ohne Diskussion nimmt die Versammlung von der Zuschrift des Magistrats Kenntniß. Schluß 28 Uhr. In der heutigen ersten Sitzung des Jahres hat zunächst die fammlung für das Jahr 1898 haben 37 öffentliche und 30 nicht Nach der Geschäftsübersicht der Stadtverordneten: Ver Der bisherige Vorsteher Dr. Langerhans eröffnet die Sigung öffentliche Plenarsizungen der Versammlung stattgefunden. Ausschußmit einem Neujahrsgruß an die Versammlung und mit der ein- fizungen fanden 131 statt. Davon entfallen: I. auf die ständigen dringlichen Mahnung an die Mitglieder, auch im neuen Jahre fest meindebeamten 11, b) für Rechnungssachen 6, c) für Petitionen 6, Ausschüsse, und zwar: a) für die Wahlen von unbesoldeten Geund treu gegen die Angriffe auf die kommunale Selbstverwaltung d) für die Vorlagen wegen Anstellung bezw. Pensionirung von Bezusammenzuhalten. Sodann bringt er zum Beginn der Arbeiten im neuen Jahre verordnetenwahlen 4. 11. Auf die von der Versammlung zur VorSodann bringt er zum Beginn der Arbeiten im neuen Jahre amten, Lehrern 6, e) zur Vorprüfung der Giltigkeit der Stadtein dreifaches Hoch auf den Kaiser und König aus und tritt darauf berathung einzelner Angelegenheiten eingesetzten 61 Ausschüsse 98. vom Plage des Vorstehers ab. Stadtv. Spinola beantragt die Wiederwahl des bis- Außer den Ausschüssen ad hoc find 6 gemischte Deputationen einherigen Borstehers durch Afflamation. Widerspruch dagegen und zwvar: die II. und IV. Abtheilung 25 Mal, die I. Abgefegt worden. III. Die Abtheilungen traten zusammen, wird von keiner Seite erhoben, obwohl Stadtv. Langerhans selbst theilung 26 Mal, die III. Abtheilung 28 Mal, die V. AbBettelwahl gewünscht hat. Die Wiederwahl desselben erfolgt theilung 26 Mal. IV. Es find eingegangen: A. Vorlagen des Langerhans nimmt die Wahl mit Dank und Stolz" an. einstimmig unter Beifallsrufen der Versammlung. Magistrats, und zwvar: a) zur Beschlußfassung 355, b) zur StenntnißAuch der Vorsteher- Stellvertreter Michelet wird durch Zurufnahme 71, c) Rechnungsfachen( inkl. 93 Notatenbeantwortungen 2c.) einstimmig wiedergewählt und erklärt die Annahme der 261, d) Wahlfachen 3826( gegen 3808 im Vorjahre und 3257 im Jahre 1896), e) Anstellungssachen betreffend: verschiedene Gemeindebeamte 568, Lehrer 315, Lehrerinnen 185, zusammen 1063, f) Bendie beiden Fraktionen der Linken befinden, sofort schroff hervor: Bei der Wahl der Veisiger tritt der Gegensas, in welchen sich fionirungsfachen 135, g) Unterstützungsfachen 115, h) Proteste gegen Stadtv. Kreitling erhebt namens der neuen Linten Wider die Giltigkeit von Stadtverordneten- Wahlen, i) Einwendungen gegen spruch gegen die Wiederwahl der bisherigen Beifiker Seibert, die Richtigkeit der Gemeinde- Wählerlisten, k) Naturalisationsgesuche 3. Geride und Friederici. Er weist darauf hin, daß seine Fraktion 98, zufanimen 5927. B. Selbständige Anträge von Mitgliedern der vulgären Dummheit des Bürgerthums aufs Konto sezen tönnte. Versammlung 26. C. Anfragen von Mitgliedern der Versamme Der Grund liegt offenbar tiefer. Wie die Erfurter" Tribüne" Vorsitzenden erheben könnte und auf die ihr früher ja schon zuals die zweitgrößte Anspruch auf die Stelle des stellvertretenden lung 2. D. Petitionen, 196 Berathungsgegenstände, zusammen mittheilt, gehört Mühlhausen zu den Orten, wo die Ausnngung gestandene Stelle eines Beifizers( Hellriegel) nicht zu verzichten find 83. Bersonalveränderungen sind im Laufe des Jahres 1898 6151. Außerdem: Eingaben, welche durch Auslegung erledigt der Kinder zu gewerblichen Zwecken die er schredendste Ausdehnung angenommen hat, sodaß sich schon für den Bosten eines der Beisiger- Stellvertreter den Stadtv. Blischte. getreten find: beim Magistrat 1. Stadtrath Dr. Münsterberg am seit ſei. Er schlägt statt Friederici den Stadtv. Frick vor und bei den städtischen Behörden wie folgt vorgekommen: der Regierungspräsident zum Einschreiten ver anlaßt sah. Ferner herrschen in Mühlhausen abscheuliche. Geride mit 94 von 96 Stimmen, Stadtv. Seibert mit 17. März, 2. Stadtrath Kaufmann am 18. Oftober; bei der StadtAus der Bettelwahl gehen als gewählt hervor: Stadtv. Wohnungszustände. Durch die Anstellung von Schulärzten würden die Wirkungen erhalten Stadtvv. Frid 88, Plischte 3, Törmer 2, Wilfe 1 Stimme. fchmidt( II) am 10. Februar, 9. Cremer am 10. März, 10. Strauſe 86 Stimmen, Stadtv. Friederici mit 58 Stimmen. Außerdem 5. Marggraff, 6. Naaz. 7. Schröter am 6. Januar, 8. Friedrich Goldder gewerblichen Kinderausbeutung und der Mängel des WohnungsNach diesem Ergebniß der Wahl zicht Stadtv. Streitling wesens auf die Jugend natürlich so offenkundig werden, daß seinen Vorschlag bezüglich des Stadtv. Plischte zuriid. Stadtv. am 12. Wai, 11. Jden, 12. Sluth, 13. Störte, 14. Schulze am man den Uebelständen energisch von Amts wegen entgegentreten mom msen schlägt vor, neben Herrn Törmer die Herren Frid milde am 1. April, 2. Oberbürgermeister Belle am 1. Oftober( Amts 15. Dezember. Ausgeschieden sind: beim Magistrat 1. Stadtrath o aber bliebe dann die jetzige Profitrate des und Plischke als Stellvertreter zu wählen und insoweit dem An- niederlegung); bei der Stadtverordneten- Versammlung 1. Wohlgemuth spruch der neuen Frattion entgegenzukommen. Herrn Friederici( in der Nacht vom 17. zum 18. Januar verstorben), 2. Reiß am habe man seiner Zeit zum Beisiger gewählt, weil er der erste Stell- 23. März( durch Tod), 3. Dr. Leo am 30. Juni( Tod), 4. Frenzel Unentgeltlichkeit der Lehrmittel. Im Gemeindekollegium der vertreter gewesen sei. bayerischen Stadt Fürth beantragte unser Parteigenosse 3orn, Bei der Bettelwahl werden 94 Bettel abgegeben. Es erhalten am 27. Dezember( Tod), 6. Hellriegel am 26. Oftober( Amtsniederlegung). in den Etat der Volksschule 25 000 m. zum Zweck der un- Stadtvv. Törmer 66, Frid 59, Plischte 59; 6 Stimmen ger entgeltlichen Verabfolgung der Lehrmittel einzustellen. Dagegen splittern, 26 Stimmzettel sind unbeschrieben. Innungs- Krankenkassen. An sämmtliche Berliner Immungen opponirte der Führer der verbündeten Liberalen, Hofrath Dr. Mayer, Von den Gewählten erklären die Stadtvv. Frick und hat der Vorsitzende der Gewerbedeputation des Magistrats. mit der Begründung, die Freigabe der Lehrmittel gehöre nicht zu Blischke, die Wahl nicht annehmen zu können. Die dadurch Geh. Regierungsrath Friedel, die nachfolgende Aufforderung richten den Pflichtaufgaben der Gemeinde. Unser Barteigenosse Segiz trat nothwendig gewordene anderweite Wahl wird in der nächsten Sizung lassen: Nach§ 90 des Gesetzes betreffend die Abänderung der Gedieser Auffassung entgegen, der Antrag Born's wurde aber, stattfinden. werbe- Ordnung vom 24. Juli 1897, welches mit dent 1. April 1898 in Kraft getreten ist, finden auf die Innungs- Krankenkassen außer den Vorschriften des§ 78 des Kranken- Versicherungsgesetzes auch die müßte. industriellen Unternehmerthums und der Hauswirthe? Eins jedoch mit der geringen Stimmenzahl von 18 gegen 15, Auch im Jahre 1899 sollen die ordentlichen Sigungen der Verabgelehnt. Darauf nahm das Kollegium mit 17 gegen sammlung am Donnerstag von 5 Uhr ab abgehalten werden. 16 Stimmen einen Antrag des Demokraten Baritsch an, wonach Die Neuwahl der ständigen Ausschüsse( für ie Wahl§§ 34 bis 38, 45 Abs. 5 und 47 Abs. 3 bis 6 des letzteren entsprechende die Freigabe der Lehrmittel st u fenweise eingeführt werden soll, der unbefoldeten Gemeindebeamten, zur Begutachtung der Anwendung. Artikel 6 des neuen Gesetzes bestimmt unter giffer S und zwar so, daß im laufenden Etatsjahre die Lehrmittel in der Vorlagen wegen Anstellung bezw. Pensionirung befoldeter der Uebergangsbestimmungen, daß die Innungs- Krankenkassen ihre 1. und 2. Klasse tostenlos abgegeben und zu diesem Zweck 6000 W. Gemeindebeamten und Lehrer, für Petitionen, Rechnungs- Statuten gemäß den Vorschriften dieses§ 90 zu ändern haben. in den Etat eingesetzt werden, im nächsten Jahre follen die Mittel fa chen und Wahlprüfungen) unterbleibt, da auf Antrag Unter Beseitigung der bis jetzt giltig gewefenen abweichenden Bezur unentgeltlichen Abgabe in zwei weiteren Klassen vorgesehen Cassel beschlossen wird, diese Ausschüsse in der bisherigen Zustimmungen werden in die Statuten der Innungs- Krankenkassen werden und so fort, bis die Neuerung in allen Klassen der Volle sammenfegung bestehen zu laffen. Dasselbe geschieht hinsichtlich mithin nunmehr die Bestimmungen des Kranken- Versicherungsgesetzes schule durchgeführt ist. derjenigen Ausschüsse und gemischten Deputationen, welche, schon bezüglich der inneren Organisation und Verwaltung der Krankens 1898 ernannt, ihren Auftrag noch nicht erledigt haben. faffen aufzunehmen sein. Eine Abweichung ist nach§ 90 a. a. O. Der Beschluß bedarf noch der Zustimmung des Magistrats. Für ben Antrag des Herrn Baritsch stimmten die Sozialdemokraten geschlossen und die Demokraten mit Ausnahme des Herrn Hemmersbach; Bom Bürgermeister Stirschner tommt ein Schreiben zur Ver- nur soweit gestattet, als a) die Kaffenverwaltung ausschließlich lesung, inhalts dessen der Oberpräsident die im November statt- den Gesellen( Gehilfen) und Arbeitern übertragen werden kann " und b) unter der Voraussetzung, daß die Junumgsmitglieder| Dezember 2259. Die Monats- Bahlen zeigen in jedem Jahre genant Die Schieferct zwischen den beiden Italienern, über die die Hälfte( nicht. ein Drittel) der Kassenbeiträge aus dieselbe Bewegung: fie fallen zum Sommer und steigen zum Winter. wir aus der Linienstr. 201 berichteten, scheint den Verwundeten nicht eigenen Mitteln bestreiten, beschlossen werden kann, daß der Zweifellos spielt dabei die alljährliche, unter dem Einfluß des allzu gefährlich zu werden. Am schwersten war Celeste Raffi vers Vorsitzende sowie die Hälfte der Mitglieder des Vor- Wechsels der Jahreszeiten zu Stande kommende Zuletzt, der sich durch zwei Schüsse in den Hals tödten wollte, nach standes und der Generalversammlung von der Junung zu bestellen bezw. Abnahme der Arbeitsgelegenheit eine wichtige dem er feinen Kompagnon Carlo Chuassallo angeschossen hatte. find. Von vorgenannten beiden, besonderen Möglichkeiten abgesehen, Rolle. Beide sind schon wieder so weit, daß sie gestern vernommen werden; find in das Statut der Immungs- Krankenkasse also aus dem Krankenfonnten. Versicherungsgefeße aufzunehmen über a) Wahl und Zusammen- Mädchen aus der Fremde kehrt jedesmal in einem hiesigen LokalPostalisches. Uns wird geschrieben: So regelmäßig. wie das setzung des Vorstandes(§ 34), b) ehrenamtlicher Charakter des Vorstands- att her gobeshymnus wieder auf die Promptheit in der Bewältigung menten- Brüde und der verlängerten Rabbachstraße liegende Theil Eine eigenartige Beleuchtung hat der zwischen der Monu amtes, Regelung etwaiger Entschädigung, Ablehnung der Wahl zum der Neujahrsbriefmassen beim Berliner Postamt, und der vor Kurzem regulirten Monumenten- Straße aufzuweisen. Hier Vorstandsmitgliede(§ 34a), c) Vertretung der Kasse durch den Vorwie bas unter boller metie und Amtstitel- Nennung der sind nämlich Laternen aufgestellt, in denen Gas- Nether brennt, eine (§ 35), d) Befugnisse der Generalversammlung(§ 36), e) Wahl und schneidigen" Leiter und Vorbereiter der Organisirung des Sortir- Art der Straßenbeleuchtung, welche sonst in und bei Berlin nicht, Zusammensetzung der Generalversammlung(§ 37), f) Vertretung der geschäfts! Diesmal ist dem Lokalblatte aber ein kleines Malheur wieder zu finden ist, da der Gasäther für gewöhnlich nur bei der Arbeitgeber( Innungsmitglieder) im Vorstande und in der General- passirt! Die dem Ansehen nach schon vorher bestellte Notiz, die die nächtlichen Ausführung von Straßenregulirungen und in diesem versammlung der Kaffe(§ 38), g) Berechtigung der Aufsichtsbehörde, prompte Bewältigung des Neujahrsverkehrs meldete, erschien näm Falle stets als offene Flamme zu Beleuchtungszwecken verwendet: die Befugnisse und Obliegenheiten der Kassenorgane selbst oder durch lich zu einer Zeit, wo früher allerdings die Neujahrsarbeit meist wird. Jedenfalls ist der Schein, welchen das Licht des Gasäthers von ihr zu bestellende Vertreter wahrzunehmen, so lange der Vor- fertig war, nur leider diesmal nicht! Denn diesmal hatte sich verbreitet, viel intensiver und weiter reichend, als dies bei den stand oder die Generalversammlung nicht zu Stande kommit oder das Briefpoftamt vollständig festgefahren! Während es Petroleumlaternen der Fall ist. die Organe der Kassen die Erfüllung ihrer gesetzlichen früher wenigstens meist gelang, der Briefmassen spätestens in der oder Die Feuerwehr als Thürschließer. Zu der am 4. Januar statutmäßigen Obliegenheiten verweigern Ab- Nacht vom 1. zum 2. Januar Herr zu werden, war man diesmal (§ 45, Abjazz 5), h) Schließung erst am 4.( vierten) Januar gegen Mittag im Stande, den Post- münderstraße, folgendes mit: von uns wiedergegebenen Notiz theilt uns Herr E. Ober, Swineoder Auflösung der Innungsmünderstraße, folgendes mit:„ Es ist nicht wahr, daß ich, wie Frankenkasse(§ 47 Abs. 3-6)." Zum Schluß werden die Vorstände anstalten die letzten Neujahrsbriefe zur Bestellung zu übersenden! angewiesen, das Kassenstatut unter Beobachtung der geseglichen und Woher das kommt?- Ja, das genau zu schildern, würde polizeilich mitgetheilt wird, meinen Hausschlüssel in der fraglichen ftatutarischen Vorschriften einer Abänderung zu unterziehen und diesen dem„ Borw." sicher einige Beleidigungs"-Klagen auf den Sals Nacht vergessen hatte; der Fall lag vielmehr so, daß die Hausthür Nur nicht aufging, weil vorher jemand versucht hatte, das Schloß mit Entwurf der Gewerbedeputation in zwei Exemplaren( unter Bei- laden und auch hier räumlich zu sehr ins Breite gehen! soviel sei bemerkt: fügung der nothwendigen Unterlagen) bis zum 1. April d. J. zur den gewöhnlichen Briefverkehr absolut unzureichenden Räumen draht so fest in das Schlüsselloch hineingedreht worden, daß nach Bei diesem Erperiment war der Eisender Hauptsache, den schon für einem Dietrich zu öffnen. dem niemand im Stande war, das Schloß wieder in Funktion zu für das Sortirgeschäft beim Briefpostamt waren eine ganze Menge setzen. Mehrere Stunden war ich vergeblich bemüht gewesen, die in den Akten sich ganz schön ausnehmende, praktisch aber wie Figura zeigt – gelinde gejagt, unzweckmäßige Einrichtungen daran Hausthür zu öffnen, ein Schlosser war nicht aufzutreiben und schuld, daß es zu diesem in der Geschichte des Briefpoftamts un Rettung nur noch die Feuerwehr." der Nachtwächter konnte nicht helfen. So blieb mir denn als einzige erhörten Kleister"( technisch ausgedrückt!) kommen konnte!- So tam es, daß ein anderes hiesiges Blatt unter Hinweis auf die auffallend große Verzögerung der eigenen Briefschaften jenem Lokalblatte widersprechen mußte! Einholung der Genehmigung einzureichen, wobei zugleich darauf verwiesen wird, daß nach fruchtlosem Verlauf dieser Frist( soweit nicht die Beſtimmungen des§ 1006 Anwendung finden) die InnungsKrankenkasse gemäß Artikel 6 Ziffer 3 geschlossen wird. Tokales. zu verhalten. Das Lokal von Jmbs, Ostbahnpark, steht der Arbeiterschaft unter den bekannten Bedingungen zur Verfügung. Die Lokalkommission. Die Gewerbe- Inspektionen Neben und Frauen zugänglich. Programm: 1. Montag: Professor Dr. Warburg ant Die Einweihung des neuen Beethoven- Saales ist, wie wir schon berichtet haben, in günstigster Weise verlaufen. leber die In der Versammlung des Wahlvereins für den 4. Reichstagsmusikalische Aufführung, die Beethoven's würdig war, wollen wir wahlkreis Often, die am kommenden Dienstag in der Königsuns hier nicht des Näheren auslassen, da( unser Musikreferent noch Fahr- und Fachschule in Berlin. Aus den Berathungen der Gelegenheit haben wird, sich über die künstlerischen Darbietungen bant, Große Frankfurterstr. 117, stattfindet, wird Genosse Paul Kommission für die Errichtung einer Fahr- und Fachschule in Berlin, eingehend auszusprechen. Singer referiren. Nachtragen müssen wir aber unserem Die Parteigenossen werden ersucht, für zahl die am 3. d. M. im Rathhause stattfand, ist zu berichten, daß die gestrigen Bericht, daß die Akustik des Beethoven- Saals eine vor= reiche Betheiligung Sorge zu tragen. Zur Agitation für diese Ver- vorgetragenen Grundzüge der Organisation die Zustimmung der zügliche ist, und zwar in allen Theilen des Saales- was um fammlung fönnen am Sonnabend in den Zahlstellen Versammlungs- Kommission fanden. Der Kostenanschlag wurde auf 16 350 M. fest- so erfreulicher, da es bis jetzt noch nicht gelungen ist, die Akustik Handzettel in Empfang genommen werden. Wir bitten, diese Bettel gesezt, in der Annahme, daß die in Frage konimenden Berufs- für die Baukunst auf rein wissenschaftliche Grundlage zu stellen. vor allem in den Werkstuben zu vertheilen. Ferner können die Mit- vereinigungen zur Erhaltung der Fahr- und Fachschule entsprechende glieder, so lange der Vorrath reicht, in den Zahlstellen noch Protokolle jährliche Zuschüsse leisten werden. An Gebühren für den Unterricht 2c. Volksthümliche Kurse von Berliner Hochschullehrern. Im unentgeltlich in Empfang nehmen. Der Vorstand. sollen für den Schüler und Monat 20 M. festgesetzt werden; weniger Januar und Februar wird die zweite Serie von sechs Vortragskursen stattZur Lokalliste. Am Sonnabend soll für Arbeiter der Firma Bemittelte sollen für monatlich 6 M. an dem Kursus theilnehmen finden, jeder Kursus wird wieder sechs Abende von je 1½½stündiger Dauer Sientens u. Halske in Heinrich's Festsälen, Blücherstr. 61, eine dürfen. Als ein zur Anlage der Fahr- und Fachschule geeignetes umfaffen. Die Vorträge beginnen um 8% Uhr Abends und sind für Männer Jubiläumsfeier abgehalten werden. Dies Lokal steht der Arbeiter- Terrain wurde ein solches an der Prinzen- Allee auf dem Gesund über ausgewählte Kapitel der Wärmelehre", im Physikalischen Inſtitut, schaft nicht zur Verfügung, es wird ersucht, fich dementsprechend brunnen bezeichnet, auf welchem die erforderlichen Baulichkeiten nach Reichstags- Ufer 7/8, beginnt am 16. Januar. 2. Montags: Dr. Fischer besonderem Anschlage herzustellen seien. Die Kommission erklärte über Stupfer, Zint und andere technisch wichtige Metalle" in einstimmig die Errichtung einer Fahr- und Fachschule als dringendes der Landwirthschaftlichen Hochschule, Invalidenstraße 42, beginnt Bedürfniß. 16. Januar. 3. Dienstags: Professor Dr. Karl Müller über ,, unsere pflanzlichen Nahrungsmittel mit besonderer Berücksichtigung In den letzten Tagen des alten Jahres haben 44 Militär- des täglichen Brotes" in der Landwirthschaftlichen Hochschule, Invalidenanwärter in städtischen Diensten Zahlungsbefehle au den straße 42, beginnt am 17. Januar. 4. Mittwochs: Prof. Dr. C. Frey„ über Magistrat ergehen lassen. Es handelt sich hiesigen Blättern zufolge Raphael und Michelangelo" im Hörsaal 26 der königlichen Universität, befür die Stadt Berlin veröffentlichen in der„ Norddeutschen Allgemeinen um Gehaltsnachforderungen, die zur Unterbrechung der vierjährigen ginnt am 18. Januar. 5. Donnerstag: Prof. Dr. Freiherr v. Soden„ über Zeitung" und dem Amtsblatt der kgl. Regierung zu Potsdam das Verjährungsfrist zur richterlichen Kenntniß gebracht werden mußten. Palästina und seine Geschichte" in der Aula des Friedrich- Werderschen Gymnasiums, Dorotheenſtr. 13/14, beginnt am 19. Januar, und 6. SonnFolgende über die Begrenzung ihrer Bezirke und ihre Sprechstunden: Nach den Bestimmungen des Gesetzes vom 21. Juli 1892 über die abends: Professor Dr. W. Wedding, Einführung in die Elektrotechnik mit I. Inspektion Mariannenplatz Nr. 21( umfassend die Polizei- tann die Anstellung der Letzteren auf Probe erfolgen oder von Charlottenburg, beginnt am 7. Januar. Besetzung von Kommunalbeamten- Stellungen mit Militäranwärtern Experimenten int Hörsaal 141 der Technischen Hochschule in Eintrittskarten zum Preise reviere 22-26, 28, 30, 41-46, 47-49, 52-54, 65, 66, 70, 79, 86, einer Probedienstleistung, die gewöhnlich sechs Monate, höchstens von 1 M. für den Kursus, sowie ausführliche Programme find au 87, 93-96 und 102.) II. Jnspektion Georgenkirchplatz 21 aber ein Jahr betragen darf. abhängig gemacht werden. haben Georg Belling, Zigerrenhandlung, Leipzigerstr. 135, ( Reviere 1, 2, 9-21, 27, 29, 38, 40, 46, 50, 51, 55, Der Magistrat hat den letzteren Weg gewählt. Bigarrenhandlung, NW., Cate Friedrichstr. 92a, Nun foll H. Mund, 59-62, 68, 80, 81, 88-90, 92, 97-99 und 101.) III. In der Anwärter während der Probedienstleistung drei Viertel Dorotheeustraße, A. Schüß, Rendant, O., Holzmarttstr. 60, II( 10 bis 1 und spettion Paulstraße Nr. 24.( Reviere 3-8, 31-37, 39, feines Gehalt, während der Anstellung auf Probe und natürlich 6 Uhr), Trautwein'sche Buchhandlung, W., Leipzigerstr. 8, Sentralstelle für 4-6 Uhr), Chr. Tischendörfer, C., Sophienstr. 19, of 1I( 9-1 und 3 bis 56-58, 63, 64, 67, 69, 71-78, 82-85, 91, 100 und die Stadt auch nach seiner festen Anstellung das volle Stelleneinkommen er die Arbeiter- Wohlfahrts- Einrichtungen, W., Röthnerstr. 23, II( 8-3 Uhr). Charlottenburg. Sprechstunden: Dienstag und Freitag 12, bis halten. Der Magistrat hat aber den Begriff Probedienstleistung" Die Eintrittskarten zum Kursus des Herin Professor Dr. Wedding über bis zu dem Zeitpunkte des Einrüdens in eine etatsmäßige Stelle Elettrotechnik find vergriffen. Die Mitglieder der katholischen Arbeiter: 1½ Uhr, Donnerstag 7-8 Uhr Abends. Am 1. und 3. Sonntag im ausgedehnt, was wieder von dem erfolgreichen Bestehen einer Prüfung vereine fönnen ihre Billets durch den Herrn Generalsekretär Dr., Bing b Monat im Sommerhalbjahr 8-10 Vormittags, im Winter bei der abhängig gemacht wird. Das dauert jest ungefähr zwei Jahre. ziehen, welcher sich im Vorſtande der Zentralſtelle für Arbeiter- WohlfahrtsIII. Inspektion 12-2, bei der I. und II. 8-10 Uhr Vormittags. Während dieser ganzen Zeit erhielten also die Militäranwärter nur Die Arbeiter thun gut, sich diese Mittheilung auszuschneiden und drei Viertel des Stelleneinkommens, weshalb sie daher Nachzahlung für vorkommenden Bedarf aufzuheben. des fehlenden Viertels für die über das erste Halbjahr hinausliegende Zeit beanspruchen. Nach dem Erfolge der Postassistenten in gleicher Rechtsangelegenheit vor dem Reichsgericht, der offenbar die Veranlassung zu vorliegendem Rechtsstreite gewesen ist, erscheint der Prozeß für die Militäranwärter nicht aussichtslos. war " Einrichtungen, die die Kurse veranstaltet, befindet. Ant " der Theater. Jm Schiller Theater wird Sonntag Abend Wolsogen's Komödie„ Das Lumpengesindel" wiederholt. Die erste Aufführung des Schwantes„ Die Leibrente" von G. v. Moser ist nunmehr bestimmt für Heinrich Marschner: Dienstag, den 10. Januar, angesezt.. Abend" der am Sonntag, den 8. Januar, im Bürgeriaale des Nath hauses stattfindet, kommen zum Vortrag: die große Arie aus Hans Heiling, An jenem Tag", Szene und Arie des Guilbert aus„ Templer und Jüdin", das Duett aus" Templer und Jüdin", die Arie der Mutter aus Hans Heiling, das Duett der„ Anna mit Kourad"," das Lied des Narren" Für die die Romanze des Ivanhoe und zahlreiche Lieder Marschner's. 2. Serie der volksthümlichen Kunst ausstellungen im Bürgerfaal bes Rathhauses haben noch folgende Künstler Bilder und plastische Werke an gemeldet: Otto Feld, Viktor Freudemann, Johannes Göz, Klara Gumperk, Hans Herrmann, Herrmann Hirzel, L. v. Hoffmann, Curt Langhammer, Georg 2. Meyn. Im Hörsaal der Urania( Taubenstraße) beginnt heute Herr Dr. Heilborn mit dem Vortrag:" Rassen und Bölker", einen aus fünf Vorträgen bestehenden Zyklus über„ Völkerkunde"; die Wahl der Vorträge ist so getroffen, daß jeder für sich ein abgeschlossenes Ganze bildet. Fenerbericht. Donnerstag Abend wurde die Feuerwehr nach zulöschen war. Kurz vorher brannte Arkona Iaz 8 Wäsche in der Wohnung. Mittwoch hatte Brunnen str. 112 Spiritus in einen Geschäftsteller Feuer gefangen, das verschiedene Holzgestelle zerstörte und mit einem Rohre abgelöscht werden mußte. Stephantraße 30 ging altes Gerümpel in Flammen auf. M Die Lohnverhältnisse in den Betrieben der TöpfereiBerufsgenossenschaft Behandelt der lezte Jahrgang des Berliner Statistischen Jahrbuchs" auf Grund des lohnstatistischen Materials, das die Genossenschaft dem Berliner Statistischen Amt für 1896 aus den Elendsstatistik. Im vorigen Monat nächtigten im MännerLohnlisten mitgetheilt hat. Ueber 4 m. pro Tag verdienten bei il 20 289 Personen, im Frauen- Asyl 2973 Personen. Arbeitsden Formern, Modelleuren u. f. w. 68,4 pct. der Beschäftigten nachweis erbittet der Verein für Männer Wiesenstr. 55/59, für ( davon 23,1 pct. über 6 M.), bei den Porzellanmalern 68,9 pt. Frauen Füsilierstr. 5. ( davon 33,9 pCt. über 6 M.), bei den Drehern und Schleifern Der erste Müllschmelzofen in Berlin, den bekanntlich die 71,4 pct.( davon 18,5 pet. über 6 M.). Bei den Töpfern ver- Gesellschaft Müllschmelze" in der Gitschinerstraße errichten läßt, soll dienten die meisten, nämlich 62,4 pct., nur 3-5 M.( 27,2 pet. mit dem 1. t. M. in Betrieb gejezt werden. Der Ofen, welcher darüber, 10,4 pct. darunter). 3-5 m. verdienten ferner bei den über 2000 Grad Hize widersteht, soll täglich 1000 Bentner Müll beOfensegern 68,2 pet.( 22,1 pct. darüber, 14,7 pct. darunter), bei seitigen. den Ofenarbeitern und Brennern 80,7 pt.( 6,5 pCt. darüber, 12,8 pet. darunter), bei den Betriebsarbeitern verschiedener Art 77,4 pct. Von dem verschwundenen Professor Otto Harnack fehltallerandrinenstr. 116a gerufen, wo ein kleiner Zimmerbrand ab ( 15 pCt. darüber, 7,6 pt. darunter). Unter den gewöhnlichen Ar- auch heute jede Kunde. beitern war am stärksten, mit 78,8 pet., die Lohnklasse 2-4 M. Ein ,, Sylvesterscherz" und seine Folgen. Der Gastwirth vertreten( darüber verdienten 10,6 pct., darunter gleichfalls 10,6 pCt.). F. betreibt in der Blumenstraße eine wirthschaft. Am Neujahrstage Von den Arbeiterinnen standen die Glasirerinnen mit allein 77 pet. machte ein im Lokale anwesender Gast den Wirth auf ein Inserat in der Lohnklasse 11/ 2-2 M.( darüber verdienten 16 pct., darunter aufmerksam, das sich in einer hier weit verbreiteten Zeitung befand 7 pCt.). Bei den gewöhnlichen Arbeiterinnen verdienten 62,4 pct. und wonach sich die 16 jährige Tochter des Gastwirths und ein 1-2.( 17,1 pt. darüber, 20,5 pCt. darunter). Die junger Mann, der früher in dem F.'schen Lokale verkehrte, Beschäftigungsdauer in einem und demselben Betriebe als Verlobte ankündigten. Da sich dieser junge Mann keines Aus den Nachbarorten. am höchsten bei den Formern u. s. w., von denen guten Leumunds erfreute, waren die Eltern über den leichtallein 69,4 pct. über 300 Tage und 20 pt. 200 bis sinnigen, hinter ihrem Rücken begangenen Schritt der Tochter Johannisthal Nieder Schöneweide. Den Mitgliedern des 300 Tage beschäftigt waren. Ueber 300 beztv. 200 bis 300 Tage fehr empört, um so mehr, als sie dieselbe immer strenge Arbeiter- Bildungsvereins wird bekannt gegeben, daß am Sonnabend beschäftigt waren ferner von den Porzellanmalern 56,3 bezw. 30,1 pct., gehalten hatten. Nach Schluß des Geschäfts stellten die die Generalversammlung bei Senftleben stattfindet. Mitglieder, von den Drehern u. f. w. 50,3 bezw. 25,5 pct., von den Ofen- Eltern ihr Kind zur Rede; die angeblich Verlobte wollte aber welche Bücher aus der Bibliothek entnommen haben, werden ersucht, arbeitern u. f. w. 59,0 bezw. 23,1 pct., von den Betriebsarbeitern von der ganzen Angelegenheit keine Ahnung haben. Davon war der selbige mitzubringen. verschiedener Art 51,6 bezw. 28,0 pet. Dagegen waren z. B. von Bater jedoch so ohne Weiteres nicht zu überzeugen und er ließ der den Ofensetzern nur 6,7 pct., von den Töpfern nur 1,6 pCt. über Tochter eine nachdrückliche Ermahnung zu Theil werden. Am folgen beschäftigte sich unter anderem mit der Beleuchtungsfrage. Rigdorf. Die gestrige Gemeindevertreter Sigung 300 Tage beschäftigt. Von den Ofensegern waren allein 54 pCt., den Morgen entfernte sich das Mädchen, infolge der ihm Tags zuvor In Folge des großen Bevölkerungszuwachses ist der Gasverbrauch von den Töpfern 43,7 pct. nicht über 50 Tage in demselben Be- gewordenen Behandlung, aus der elterlichen Wohnung und hielt sich in der Gemeinde derart gestiegen, daß die Produktionsfähigkeit der triebe beschäftigt. bis zum späten Abend bei Verwandten auf. Durch das ungewöhn liche Fernbleiben der Tochter glaubten die Eltern ihren Argwohn vorhandenen Gasanstalt dem Bedürfniß sehr bald nicht mehr geBerliner Fleischpreise. Im November 1898( beztv. 1897, bestätigt, nügen wird. lleber die Nothwendigkeit der Abhilfe ist man sich indem fie annahmen, daß fich diefelbe mit hat aber die 1896, 1895) war im Markthallen- Kleinhandel der Durchschnitts- ihrem" Bräutigam" so lange umhertreibe. Als das Mädchen lange einig; wie diese zu schaffen sei, preis( pro Pfund in Pfennig, berechnet aus den höchsten und daher zurückkehrte, machte der Vater von seinem Züchtigungs- der Gasanstalt hat jest unter Hinweis auf die Gutachten Gemeindevertretung bisher nicht festgestellt. Das Kuratorium niedrigsten Preisen der 13 Detailhallen) für Rindfleisch: Filet 99 rechte in so weitgehendem Maße Gebrauch, daß sein Kind noch in der Gasanstalt hat jest unter Hinweis auf die Gutachten Sachverständiger und auf seine praktischen Erfahrungen der ( 101, 99, 97), Seule, Oberschale oder Schwanzstück 71( 71, 70, 70), derselben Stunde aus dem Hause floh. Als am anderen Tage der Bruſt 64( 63, 62, 63), Bauch 56( 56, 54, 55); für Kalbfleisch: Keule Familienzwist und seine Ursache unter den Gästen des Lofales be- Gemeindevertretung als seine Ansicht unterbreitet, daß eine oder Rüden 77( 78, 74, 74), Bruft 68( 66, 64, 66), Schulterblatt fannt wurde, stellte es sich heraus, daß einige junge Leute das nur weniger Jahre genügenden fleineren Anstalt vorzuziehen sei und asanstalt großen Stils der Anlage einer den Bedürfnissen oder Bauch 61( 61, 56, 58); für Hammelfleisch: Keule oder Inserat hatten einrüden lassen, um das stets sehr zurückhaltend auf nur weniger Jahre genügenden kleineren Anstalt vorzuziehen sei und Rüden 71( 69, 67, 68), Brust oder Bauch 61( 59, 57, 58); tretende junge Mädchen zu hänseln. Der Gastwirth machte nun daß schleunigste Entschließung dringend geboten wäre. Gestern ber= für Schweinefleisch: Rücken oder Rippefpeer 81( 82, 74, 76), zwar seinen Merger in einer für die Urheber des„ Scherzes" recht handelte man nun über den Grunderwerb zum Bau einer neuen Schinken 69( 69, 62, 64), Schulterblatt oder Bauch 66( 64, 56, 58); unangenehmen Weise Luft, leider ließ sich aber dadurch sein Kind Gasanstalt. Nach einer ausführlichen Sachdarlegung durch den Gemeindevorsteher Bodin erklärte fich die Versammlung für Speck 76( 75, 69, 72); für geräucherten Schinten 106( 103, 97, nicht zurückrufen. Da auch die Verwandten von dem Verbleib des damit einverstanden, daß daß der etwa 15 Morgen große, 100), ausgeschnitten 145( 143, 139, 141); für Schweineschmalz 56 Mädchens nichts wissen, so ist es garnicht ausgeschlossen, daß sich ( 60, 56, 63). Die Preise zeigen fast überall von 1896 an, vereinzelt das in seiner Ehre getränkte Mädchen irgend ein Leid angethan hat. der Gemeinde gehörige Blazz V auf den Köllnischen Wiesen Außer sogar schon zum Bau einer größeren Gasanstalt benutzt werde. bon 1895, eine meist konstante Aufwärts. bewegung, die beim Schweinefleisch, Speck und Schinken am Die Direktion von Mähr's Variété in der Oranienstr. 24 dem genehmigte die Versammlung zwei Verträge über den Erwerb erheblichsten ist( von 1896 an). Nur Schmalz ist billiger geworden. theilt uns mit, daß trotz des Brandes, von dem das Theater in der einiger Barzellen von zusammen sechs Morgen, die für die zukünftige Nacht zum Montag heimgesucht wurde, allabendlich gespielt wird. Anstalt mit verwendet werden sollen. Die Baukosten werden Wegen Bettelei wurden, wie das Berliner Statistische Jahrauf 2 800 000 M. geschäzt. Aufgabe des Kuratoriums der Gasbuch" angiebt, im Jahre 1896( bezw. 1895) von der Sicherheits- Gestern früh sind im Straßenverkehr zahlreiche Unfälle anstalt ist es nunmehr, mit einem Projekt hervorzutreten. Zur Vors polizei 20 023( 17 764) Männer, 1363( 1066) Frauen, 662( 488) durch plötzlich entstandenes Glatteis vorgekommen. Auf den bereitung einer größeren Anleihe wurde eine Kommission Stinder, überhaupt 22 048( 19 318) Perfonen aufgegriffen, von denen Unfall- und Rettungsstationen wurden viele Personen eingeliefert, gebildet. Herr Boddin theilte mit, daß die höhere 10 019( 8729) Personen zur Haft eingeliefert, 9045( 8051) der Be- die durch Fallen fich verlegt hatten. Noch zahlreicher stürzten Pferde, na benschule am 1. April eröffnet werden könne. Als Leiter hörde angezeigt, aber auf freiem Fuße belassen, 2984( 2538) ber- von denen manche weggeschafft werden mußten. Einige Thiere ist schon der Oberlehrer Dr. Dähnicke vom Luisenstädtischen Gym warnt und entlassen wurden. Die im Jahre 1896 Aufgegriffenen mußten sofort getödtet werden. Die Pferdebahnen und Omnibusse nafium gewählt worden. Bisher haben sich 150 Schüler gemeldet. vertheilten sich folgendermaßen auf die 12 Monate: Januar 2589, fomiten wegen der Glätte nur Schritt fahren. Besonders schwierig Aus dem Geschäftsbericht des Vorstehers ist zu entnehmen, daß 1898 Februar 2545, März 1973, April 1536, Mai 1364, Juni 1357, Juli war das Fahren für die Brauerwagen und die Wagen der Feuer- im Orte 620 Unfallanzeigen erfolgten. Jn 148 Fällen wurde das 1388, August 1755, September 1560, Oktober 1679, November 2043, I wehr, die gezwungen waren, Vorspann zu nehmen. Verfahren behufs Bewilligung einer Rente eingeleitet. Am Schluffe " der bes Jahres erhielten eine Unfallrente 580, eine Altersrente 100 und schlagen nicht ernst zu nehmen fet und sprach eine Invalidenrente 130 Personen. Gerichts- Beifung. Am Schlusse bewilligte die diesem Punkte frei. den Angeklagten in Bezüglich Versammlung drei Hauptlehrern, die sich benachtheiligt fühlten, für Streifvergehen! Vor der Straffammer des Landgerichts Störperverletzung erkannte der Gerichtshof, daß das Gefinde das Jahr 1898/99 dieselben Bezüge, die 12 andere Hauptlehrer hatten. Potsdamt wurde am 4. Januar ein Prozeß verhandelt, der deutlich zwar nach§ 77 der Gesinde- Ordnung wegen Scheltworten Es handelte sich um Differenzen von 70 bis 100 n. zeigt, wie von einer zu großen Milde gegen streifende Arbeiter oder geringen Thätlichkeiten feine gerichtliche Genugthuung fordern Die Hausbesitzer in Schöneberg find wegen der Berichte bei uns wirklich nicht die Rede sein kann. Während im Sommer fann, wenn es durch ungebührliches Betragen die Herrschaft zum über die Vliethssteigerungen, die wir dieser Tage brachten, schlecht vorigen Jahres in Potsdam ein Maurerstreik herrschte, ging der Zorn gereizt hat, hier liege aber nur eine Nachlässigkeit eines Dienstauf den„ Vorwärts" zu sprechen. In Zuschriften, die den zokal- Angeklagte, Maurergeselle pilling, mit einem unbekannt ge- boten vor und das sei kein Grund, um in Zorn zu gerathen. Der blättern zugehen, wird die von uns berichtete Thatsache theils be- bliebenen Kollegen auf einen Bau, in dem der Maurer Knaupe, Fall liege aber milde und deshalb sei nur auf dreißig ftritten, theils damit motivirt, daß in Folge des Bauschwindels, der mit dem der Angeklagte früher bei dem Maurermeister Lilie zusammen Mart Geldstrafe erkannt worden. Dabei wechselte er mit Knaupe einige Wie viele Monate Gefängniß hätte es für einest fernten Vororten üblichen zurückgeblieben seien, trotzdem in Schöne- Worte, die sich auf den Streik bezogen und sagte zu ihm:„ Du Arbeiter gesetzt, wenn dieser einen Unternehmer oder berg Grund und Boden viel höher als dort im Preise stehe. Diesen sollst mitstreiken und arbeitest?" Das Schöffengericht zu Potsdam Streitbrecher mit derselben Rohheit behandelt Ausflüchten gegenüber weiß jeder Kundige, daß die Steigerungen hatte in diesen Worten zwar weder eine Drohung noch eine Nöthigung hätte? fast in ganz Schöneberg erfolgt sind und daß der Schaden des Bau- gesehen, hatte den Angeklagten aber wegen Hausfriedensbruchs früher grassirt hat, die Miethspreise bisher weit hinter den in ent- gearbeitet hatte, thätig war. Vor dem Schöffengerichte Fürth hatte sich der Schriftsetzer preise in die Höhe gegangen sind, zeigen folgende, auf gut Glück die Arbeit niederznlegen, unfittlich und unerlaubt sei, und deshalb zu verantworten. Er soll während der vorjährigen Differenzen in, schwindels längst wieder eingeholt ist. Wie bedenklich die Mieths Arbeitswilligen durch Mittel, welcher Art sie auch seien, zu zwingen, J. Hofmami wegen Bergehen wider§ 153 der Gewerbe- Ordnung straße belegene Wohnung von zwei Stuben mit Zubehör, die 1897 auch das Betreten des Grundstücks widerrechtlich gewesen sei. stody 255 M. Miethe tostete, ist jetzt für 330 m. vermiethet; eine legte Berufung ein und verlangte eine höhere Bestrafung. In der freigesprochen, dagegen wegen Beleidigung zu 20 M. Geldstrafe vers: gleiche Wohnung der war im vorigen Jahre noch für 315 M. zu haben! Bürgermeister Matting von Charlottenburg ist nicht unbedentlich erirantt. Er leidet an Gallenstein und wird von großen Schmerzen Heimgesucht. Der Amtsanwalt war damit aber noch nicht zufrieden. Er haben. Der Befchuldigte wurde von der Anklage des Streifvergehens urtheilt. Verhandlung vor dem Landgericht bekundete der Zeuge Knaupe, ein fast tauber Mann, folgendes: Er habe den Angeklagten und Zu Ungunsten des Magistrate sind vom Kammergericht seinen Begleiter kommen gesehen und weil er befürchtet hätte. wiederum zwei Prozesse von Wittiven ehemaliger Hilfsarbeiter entdaß sie mit ihm über den Streit reden würden, sich auf schieden worden und zwar der der Wittwe Darr und der Wittwe dem Boden versteckt. Hier sei ihm num der Ang etlagte nach- Rosinski. Die Entscheidung in letzterer Sache ist für die ReliktenVon einem Zuge der Wannseebahn wurde am Mittwoch gekommen und habe ihm zugerufen: Du sollst mitstreifen und versorgung( Hinterbliebenenversorgung) der Hilfsarbeiter von großer arbeitest?" gegen 8½ Uhr auf dem Bahnhof Groß- Görschenstraße ein junges Drohung geknüpft, wenn er nicht mitstreife, so würde er auf denjenigen bezeichnet, dessen Ausgang für ihn bezüglich der RelittenDer Begleiter des Angeklagten habe daran die Wichtigkeit, denn der Magistrat hat gerade den Prozeß Rosinsti als Mädchen überfahren und lebensgefährlich verlegt. Als der Zug auf die schwarze Tafel kommen und aus dem Verbande ausgeschloffen versorgung maßgebend sein soll. Nach der dem Klammergericht vorder Station einlief, wollte das Mädchen ihr Abtheil verlassen, tam werden. aber zu Falle und wurde von den Rädern des noch langsam sich ja!" gefagt. Der Staatsanwalt beantragte daraufhin 6 Wochen Berlin ist die Auslegung des Ortsstatuts vom 5. Mai 1890, nach Dazu habe dann der Angeklagte im Weggehen ja gelegenen Reichsgerichts- Entscheidung in Sachen Sondheim gegen bewegenden Zuges erfaßt. Es gelang sofort, den Zug zum Stehen Gefängniß, indem er hervorhob, wenn der Angeklagte auch erst welchem allen Angestellten des Magistrats der Anspruch auf Relittenzu bringen, und nur diesem Umstande ist es zu danken, daß die 18 Jahre alt sei, so müsse doch gerade solchen jungen Lenten versorgung zusteht, für der Revision entzogen erklärt worden.. Berunglüdte nicht völlig zermalmt wurde. Immerhin sind die Ver- zu Gemüthe geführt werden, daß es auf alle Fälle frevelhaft( 1) Hoffentlich wird der Magistrat der Stadtverordneten- Versammlung legungen, die sie davon getragen hat, sehr schwer. Vor Schmerzen ei, jemand zur Theilnahme an einem Streit drängen zu wollen. nun baldigst eine Vorlage über die Reliktenversorgung vorlegen. laut schreiend, wurde die Unglückliche in den Ladeschuppen des Bahn- Der Angeklagte hatte auch Berufung eingelegt. Sein Vertheidiger, hofs gebracht, wo ihr ein Arzt die erste Hilfe angedeihen ließ. Ob der Rechtsanwalt Wolfgang Heine aus Berlin, zog die Der Maurer August Timm, Colmarerstr. 3, theilt uns mit, das Mädchen, dessen Persönlichkeit noch nicht hat festgestellt werden Sicherheit der Zeugenausjage mit Rüdsicht auf die Schwer daß er mit dem vorgestern im Gerichtstheil erwähnten Maurer können, mit dem Leben davonkommen wird, erscheint fraglich. hörigkeit des Knaupe in Zweifel. Er meinte aber, daß auch gleichen Namens nicht identisch ist. Ueber die Dauer der Schulpflicht haben die Regierungen zu in den Worten„ ja, ja" keine Drohung liegen könne, und daß Auf der Gallerie des Zirkus Busch hatte der Heizer Mag Botsdamt und Frankfurt a. D. eine Verfügung erlassen: Durch die dem Angeklagten sicherlich der Gedanke fernt gelegen habe, Lender eine Frau, die ihm das Drängen untersagte, mit der SchnapsBlätter ging die Nachricht, daß nach einem Erkenntnisse des königl. es enthielte der Besuch auf dem fremden Bau ein widerrechtliches flasche geschlagen, so daß das Glas zerbrach. Für diese Rohheit Kammergerichts die Schulpflicht mit dem Tage der Vollendung des Eindringen". Uebrigens läge der Fall ungewöhnlich milde, denn erfamute gestern die 7. Straffammer am Landgericht I auf drei 14. Lebensjahres von selbst, also ohne förmliche Entlassung, aufhöre, wenn der Begleiter auch gedroht habe, so habe er nur mit einer ge- Wochen Gefängniß. sofern nicht in jedem einzelnen Falle die Schulpflicht durch eine seglich ganz zulässigen Handlung gedroht, denn es sei selbstverständbesondere Anordnung des Orts- Schulinspektors verlängert worden lich, daß eine Storporation, die zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen sei. Ein dahingehendes Urtheil ist vom königl. Kammergericht am gegründet sei, solche Mitglieder ausschließen müsse, die den allgemeinen 20. Juni 1898 allerdings gefällt worden. Es handelt sich aber in Interessen zuwiderhandeln und den Kollegen eine Schmutzkonkurrenz diesem Falle mur um das Geltungsgebiet der, Schulordnung für die bereiten. Das sei in allen Ständen und bei allen gesellschaft- Der Berliner Arbeiter- Vertreter- Verein hielt am Dienstag Elementarschulen der Provinz Preußen vom 11. Dezember 1845. lichen und wirthschaftlichen Vereinigungen nicht anders. Der feine erste Sigung im neuen Jahre ab. Nachdem man das AnDas in der Provinz Brandenburg bestehende Recht wird durch diese Staatsanwalt protestirte mit großem Eifer gegen den Aus- denken des fürzlich verstorbenen Mitgliedes Schelling in der Entscheidung nicht berührt. Und die Regierung zu Frankfurt a. D. druck Schmuskonkurrenz, denn der Zeuge habe nur von üblichen Weise geehrt, sprach der Vorsitzende Simanowski fügt noch hinzu: Was unsern Bezirk betrifft, so ist durch die Recht- seinem ihm zustehenden Recht Gebrauch gemacht, seine Arbeits- den Wunsch aus, daß auch im neuen Jahre die Betheiligung der sprechung des tönigl. Kammergerichts die Giltigkeit der hier maß- fraft für jeden beliebigen Preis zu verkaufen. Dies veran- Mitglieder an den Versammlungen des Vereins eine lebhafte sein gebenden Verordnungen und ihrer Bestimmungen über die Schul- laßte den Vertheidiger zu der Bemerkung, wenn der Inhaber möge, auch sollten die Interessenten die amtlichen Nachrichten über entlassung jeder Zeit anerkannt worden. Insbesondere ist die eines Waarenhauses seine Artifel für Preise ausbiete, für Entscheidungen des Reichs- Versicherungsamtes, welche der Verein für Einwendung, daß die Schule nicht berechtigt sei, eine Person, die die der rcelle Handwerker sie nicht einmal herstellen könne, feine Mitglieder hält, fleißig studiren. das 14. Lebensjahr vollendet habe, in der Schule zurückzubehalten, und wenn er, wie das in Berlin geschehen sei, für eine Mark elf Hierauf folgte die Besprechung einiger wichtiger Urtheile des noch durch Urtheil vom 18. November 1897 für unzutreffend erachtet Zehnpfennigmarken abgebe, so sei das in der Sprache des Herrn Reichs- Versicherungsamts. Auf eine nicht selten vorkommende Staatsanwalts nur eine Ausübung des unveräußerlichen Rechts Beschwerde betreffs Herausgabe der zur Erlangung der Rente seine Artikel so zu verkaufen, wie er wolle, und es sei keine Schmutz- erforderlichen Legitimationspapiere feitens des Vorstandes der alt den Versicherten hat das Reichsfonkurrenz. Die öffentliche Meinung sei bei Geschäftsleuten anderer Versicherungs- Anstalt entschieden: Papiere, welche sich auss Ansicht darüber. Die Konsequenzen auf den vorliegenden Fall zu Versicherungsamt schließlich auf Begründung des Rentenanspruchs beziehen, ziehen, überließ der Vertheidiger dem Gerichte. Das Gericht zog mum diese Konsequenz nicht, wenigstens sprach braucht der Vorstand nicht herauszugeben, da diese Ures sich im Urtheile nicht darüber aus. Es erklärte aber, daß sowohl kunden die Unterlage für die Entscheidung des Vorstandes bilden ein Hausfriedensbruch wie auch eine Bedrohung vor- und deshalb bei den Aften bleiben müssen. Beglaubigte Abschriften läge, denn mit den Worten" Ja, Ja" habe sich der Angeklagte die der Papiere müssen aber falls der Versicherte sie zur Begründung Drohung seines Begleiters mit Ausschluß aus dem Verbande zu späterer Ansprüche benöthigt tostenfrei ertheilt werden. Ureigen gemacht. Da in solchem Falle eine Störung der öffent funden, die nicht ausschließlich zwecks Erlangung der Rente auslichen Ordnung vorliege, sei auch eine Erhöhung der Strafe gestellt sind( Geburtsschein, Militärpapiere 2c.) dürfen dagegen von auf einen Monat Gefängniß geboten. der Versicherungsanstalt nicht zurückbehalten werden. worden. Jugendliche Thorheit. Der neunjährige Schüler M. in Treptow hatte die Glasscheibe eines Automaten mit einem Stein zertrümmert und sich dann den leckeren Inhalt angeeignet. Der Bengel ward hierbei ertappt; er erhielt eine fühlbare Lektion und wurde dann den Eltern zugeführt. Vollständig ausgeraubt wurde in der Neujahrsnacht ein Landhaus auf der Havelinsel Valentins werd er bei Spandau. In das jezt im Winter unbewohnte Landhaus, das dem Rentier Zimmermann in Berlin gehört, find die Diebe, die auf dem Wasserwege angekommen waren, eingebrochen und haben fast die ganze Einrichtung an Betten, Wäsche und andern Gegenständen mit genommen. Die Beute, deren Werth ca. 3000 M. beträgt, ist auf Rähnen fortgeschafft worden; die Spur der Spitzbuben führt nach Tegelort. Das Tröstliche an einent solchen Urtheile ist immer, daß es einen jungen Mann, wie der Angeklagte ist, nur um so fester an die Interessen feiner Kollegen und an die gemeinsame Sache seiner Klasse binden wird. Versammlungen. Mit lebhaftem Interesse besprach die Bersammlung zwei Urtheile des Reichs- Versicherungsamts, in denen auf Grund von ärztlichen Obergutachten ein Schlaganfall einmal als Betriebsunfall angesehen wird, ein anderes Mal der Zusammenhang zwischen Schlaganfall und Betriebsunfall verneint wird. Soziale Rechtspflege. Wie es mit der Freiheit der Person in Prenken bestellt Der erste Fall betraf einen Arbeiter, der in einer mechanischen ift. Böje Festtage hat der Reisende Albert Winkler verleben müssen, weberei zwei Stühle zu bedienen hatte. Die Beschäftigung erforderte Inabwendbarer Zufall. Die Kammer VI des Gewerbe- welcher gestern der 139. Abtheilung des Schöffengerichts aus der es, daß der Arbeiter in gebüdter Stellung schwere Lasten gerichts hatte den Restaurateur G. in seiner Abwesenheit zu einer Untersuchungshaft vorgeführt wurde. Wie sich durch die Ver- heben mußte. Zwar hatte er viele Jahre lang diese Arbeit ohne Lohnentschädigung verurtheilt, und zwar auf Grund des§ 41 des handlung herausstellte, hat er fünf Wochen unschuldig in haft ge- erkennbare Schädigung seiner Gesundheit verrichtet, hat dann aber Gewerbegerichts- Gesetzes, wonach im zweiten Termin beim Nicht- feffen. Im Jahre 1896 unterhielt Winkler mit einem Mädchen ein während der Arbeit einen Schlaganfall erlitten, der völlige Erwerbserscheinen einer Partei die Behauptungen des Gegners als zu Berhältniß, das mit Heirath endigen sollte. Sie gaben dies auch dem unfähigkeit zur Folge hatte. Wie gewöhnlich in solchen Fällen wurde gestanden angesehen werden können. Der Verurtheilte, der Möbelhändler, bei dem sie für etwa 500 M. Sachen auf Abzahlung gegen den Rentenanspruch des Betreffenden geltend gemacht, daß brigens nur etwas au fpät tam, legte gemäß§ 42 entnahmen, zu erkennen, und der Lieferant will dadurch bewogen Schlaganfälle nicht durch eine einmalige Anstrengung oder dergleichen des genannten Gesetzes Einspruch ein und machte geltend, sein, das Geschäft abzuschließen. Winkler zahlte bis zum Herbst herbeigeführt werden, daß sie vielmehr das Vorhandensein gewisser er sei durch ein plötzliches derbes Nasenbluten verhindert ge- vorigen Jahres auch nach und nach so viel ab, daß nur noch ein frankhafter Erscheinungen voraussetzen und daher nicht als Betriebsunfall wesen, pünktlich zu erscheinen. Diese Angabe wurde durch Rest von 160 m. verblieb. Da er fortwährend auf Reisen angeschen werden können. Der Obergutachter nimmt zwar an, daß ein ärztliches Attest bestätigt. Zunächst brachte der Beklagte eine war und sich nur tagelang in Berlin aufhielt, so war die gedachten Voraussetzungen auch in diesem Falle bestanden haben sogenannte Ausgleichsquittung des Klägers bei. Das Gewerbegericht es noch immer nicht zu der beabsichtigten Heirath gekommen mögen, er ist aber überzeugt, daß der Arbeiter, wenn er sich am hob nunmehr feine frühere Entscheidung auf und wies den Kläger Als er Ende November v. J. wieder in Berlin eintraf, fand er die Tage des Unfalls nicht durch Heben und Bücken angestrengt hätte, mit seiner Forderung ab. Es führte aus, daß unter den ob- Wohnung seiner Braut leer, dieselbe war heimlich nach Köln ver- von dem Schlaganfall verschont geblieben wäre. Daraufhin ist dem waltenden Umständen in dem Nasenbluten ein zogen und hatte sämmtliche Sachen mitgenommen. Der Möbel: Betreffenden natürlich die Stente zugesprochen worden. unabwendbarer Zufall zu sehen sei, der den Einlieferant, der sich ant Winkler hielt, hatte gegen diesen spruch als begründet erscheinen lasse. Für die Anzeige In dem anderen Falle handelt es sich um eine in der Landwegen Betruges erstattet, in der Aunahme, wirthschaft beschäftigte Frau. materielle Entscheidung sei maßgebend, daß der Kläger schriftlich auf daß Dieselbe fiel einmal bei AusWinkler im Einverständnisse mit seiner Braut bon ges übung ihrer Arbeit alle Ansprüche verzichtet habe. mit einem Wagen und schlug handelt hatte. Da Winkler als Reisender num keine feste dem Hinterkopf auf das Straßenpflaster. Nach einigen Tagen war Gegen den Lohnentschädigungs- Anspruch des Sattlers v. C. Wohnung hatte, fo wurde er wegen Fluchtverdachts in Haft sie wieder arbeitsfähig, dagegen stellte sich etwa dreiviertel Jahre wandte der Beklagte Zielinski vor dem Gewerbegericht ein, daß der genommen. Nachdem vorstehender Sachverhalt im Termine später Schwindel, Stopfschmerz 2c. ein, die Frau erlitt einen SchlagKläger durch schlechte Arbeit einen Schaden von 42,95 m. verursacht festgestellt worden war, sprach der Staatsanwalt fein Be- anfall und fah als dessen Ursache den Fall vont Wagen an. Das habe. Diese Suminte wollte der Beklagte gegen die geforderten dauern darüber aus, daß gegen dent Angeschuldigten Schiedsgericht stimmte ihr darin bei und sprach ihr 50 pct. 42 M. aufrechnen. Er spezialisirte seine Rechnung wie folgt: Arbeits- Anklage erhoben worden sei. Es sei kein Beweis für die Schuld Rente zu. Das war der Frau zu wenig, sie legte deshalb John für einen Gesellen, der die erforderliche Nacharbeit besorgt hat, des Angeklagten erbracht und beantrage er deshalb dessen Frei- Rekurs ein. Ein vom Reichs- Versicherungsamt gefordertes Ober19 M.; für die hierbei an einem Tage geleistete Hilfe des Wert- sprechung. Der Vertheidiger R.-A. Schlesinger wies darauf hin, Gutachten bezeichnete den Schlaganfall als nicht durch den Uns meisters Sellin 13 Mart und 10,95 M. Materialschaden. Die daß ja jeder Geschäftsreisende vogelfrei fei, der fall; fondern durch eine selbständige Erkrankung bedingt. Der Kanumer II des Gerwerbegerichts verurtheilte den Beklagten zu eine feste Wohnung nicht habe und wegen irgend eines Anspruch der Frau wurde daher abgewiesen, da aber die Berufsder Lohnentschädigung wegen unberechtigter Entlassung des Klägers, Bergehens angezeigt werde. Es sei bedauerlich, daß dem Angeklagten genossenschaft nicht auch Returs eingelegt hatte, so mußte der Vermit der Maßgabe, daß Beklagter sich darauf als Schadenersatz nur weiter keine Genugthuung werden könne, als einfache Freisprechung. unglückten trotz des Obergutachtens die vom Schiedsgericht zu26,95 M. anrechnen dürfe. Für die Hilfe des Werkmeisters bei den Der Gerichtshof ordnete die sofortige Haftentlassung des frei gestandene Rente von 50 pct. bleiben. Nacharbeiten wurden dem Zielinski nur 2 M. statt der beanspruchten gesprochenen Angeklagten an. 13 M. zugebilligt. Der Gerichtshof war der Meinung, daß es auch ohne die thenere Arbeitskraft des Wertmeisters gegangen wäre und daß eine thatsächlich dem Werkmeister zukommende Nebenarbeit mit 2 M. angemessen honorirt sei. An Materialschaden erkannte das Gericht statt 10,95 M. nur 5,95 M. an, weil das fragliche Leder noch zu verwenden gewesen sei. In der Diskussion über diese beiden Fälle wurde betont, daß Wegen Körperverlegung in Ueberschreitung des dienst man bei Schlaganfällen und Nervenleiden niemals voraussehen herrlichen Züchtigungsrechtes hatte sich gestern der Kaufmann Adolf könne, ob dieselben dieselben als Betriebsunfälle gelten oder nicht. Nauwert vor der ersten Straffammer am Landgericht II zu ver- Die Richter seien hier lediglich auf die ärztlichen Gutachten antworten. Derselbe war am Abend des 12. August ohne Korridor angewiesen, und die fielen so verschieden aus, daß man sagen könne: schlüssel ausgegangen und hatte deshalb seinem Dienstmädchen Ein Prozeß um Anerkennung eines Schlaganfalles als BetriebsPauline Müller aufgegeben, acht zu geben, wenn er nach Hause unfall sei wie ein Lotteriespiel. Mehrere Redner rügten den lang. Eine lebensgefährliche Schlafftelle. Lohnansprüche, die zwei fomme und ihm dann zu öffnen. Das Mädchen hielt sich aber mit samen Gang des Prozeßverfahrens in Arbeiter- Versicherungsfachen. Dienstmädchen beim Gewerbegericht gegen den Restaurateur dem 8 jährigen Sohne der Herrschaft auf dem Balkon auf und so In den Falle des vorgenannten verunglückten Webers habe das Walter geltend machten, beantwortete der Beklagte mit einer Wider- mußte Herr Nauvert längere Zeit flingeln, ehe ihm geöffnet Reichs- Versicherungsamt erst volle vier Monate nach Erstattung des flage auf Schadenersay, indem er anführte, die Mädchen hätten ohne wurde. Darüber im hohen Grade ärgerlich, gab er, als er in den Obergutachtens sein Urtheil gefällt. Seit dem Unfall Grund ihren Dienst plötzlich verlassen. Die Klägerinnen behaupteten Korridor trat, zuerst seinem Sohne eine schallende Ohrfeige, weil seien sogar anderthalb Jahre vergangen, ehe der Weber zu dagegen, fie feien entlassen worden, weil sie nicht in einem im dieser nicht rechtzeitig zu Bett gegangen, und dann gab er dem seiner Rente gekommen sei. In den meisten Fällen danere es fünften Stod neben Trockenböden belegenen Raume hätten schlafen Dienstmädchen einen Schlag an den Kopf, so daß sie an die Kante übrigens ebenso lange, bis die endgiltige Entscheidung gefällt sei. wollen. Sie hätten einen anderen Schlafraum beansprucht, weil eines Spindes schlug. Dann gab er ihr noch ein paar Kazenköpfe Da könne es ja vorkommen, daß ein zum Empfang von Rente Bes. in dem ihnen zugewiesenen Raum vom Dache aus eingebrochen unter der Drohung, Morgen werde er sie ganz todtschlagen. Das rechtigter stirbt, che sein Anspruch anerkannt wird. Gegen diese worden sei. Der Einbrecher hat den Korb der einen Klägerin zer- Mädchen hat dabei eine Ohrverlegung beziehungsweise einen Langfamkeit müsse im Jnteresse der Versicherten entschieden protestirt schnitten. Die Weigerung der Mädchen, oben zu schlafen, war be- Riß im Tronumelfell davongetragen. Sie ist wegen diefer werden. Von einer Seite wurde vorgeschlagen, eine Beschwerde an das sonders durch die Mittheilung des Kellnerburschen, daß er schon Berlegung längere Zeit in ärztlicher Behandlung gewesen Ministerium zu richten, und auch die sozialdemokratischen Reichstagswieder Schritte auf dem Dache gehört habe, herbeigeführt worden. und behauptet, seit der Zeit schwerhörig zu sein. Der An Abgeordneten zu veranlassen, daß sie die Angelegenheit im Reichstage -Das Gericht erkannte die Lohnforderungen an, soweit sie sich geklagte und seine Frau behaupten, das Mädchen sei schon vorher bei paffender Gelegenheit vorbringen. Andere Redner hoben hervor, rechnerisch darthum ließen, und wies den Beklagten mit seinen schwerhörig gewesen, was dieses eidlich in Abrede stellte. Der be- daß die Langsamkeit nicht vom Reichs- Versicherungsamt allein, Gegenansprüchen ab. Gewerberichter Krause führte begründend aus: handelnde Arzt erklärte gutachtlich, daß er neben einer alten eine sondern auch von den unteren Instanzen verschuldet sei, und daß sie Es erübrige fich, festzustellen, ob die Klägerinnen selbst die Arbeit neue noch blutige Verlegung des Trommelfelles gefunden habe, doch in dem ganzen Gang des derzeitigen Verfahrens ihren Grund habe. medergelegt hätten, denn sie wären dazu berechtigt gewesen, fönne er nicht sagen, ob die eingetretene Schwerhörigkeit eine Folge Die Räthe des Reichs- Versicherungsamtesso bemerkte Dähne weil der nächtliche Aufenthalt in dem Bodenraum mittelbar ihr der alten oder der neuen Verlegung sei. Der Gerichtshof gelangte feien thatsächlich mit Arbeiten überlastet und die Einrichtung neuer Leben gefährdete. zunächst zu der Ueberzeugung, daß die Bedrohung mit dem Todt- Senate sei dringend nothwendig. Einstweilen werde die öffentliche Dermischtes. An bas 086 Besprechung Hoffentlich genügen, um eine möglichste Beschleunigung borbere der Prozesse herbeizuführen. Ende eines solchen Magenschlauches wird der photographische Apparat angeschlossen. Dieser Apparat ist Dähne und Simanowski, die beide der Kommission Schiffezusammenstoßt. Aus Falmouth wird vom Donners- 66 millimeter lang und hat einen Durchmesser von 11 Minifür Beschidung der Pariser Weltausstellung seitens des Reichs- tag berichtet: Der norwegische Dampfer Fram" rettete den Kapitän metern. Durch den Magenschlauch geht eine feine Drahtleitung, Versicherungsamtes angehören, berichteten über den Stand dieser und 18 Mann der Besatzung des englischen Dampfers Rosshire", mittels deren die elektrische Lampe in Funktion gesetzt wird. Um Angelegenheit. Es handelt sich bekanntlich um eine Darstellung des der von Cardiff nach St. Nazaire unterwegs war, sowie den Kapitän die Aufnahme des Magen- Innern zu bewerkstelligen, muß dieses Arbeiter- Versicherungswesens in Deutschland auf der Pariser Aus- und 11 Mann vom französischen Dampfer" Duguesclin", der auf eine gespannte Oberfläche haben. Deshalb wird der Magen, nachstellung. wobei die Krankenkassen, die Unfall- Berufsgenossenschaften und der Fahrt von Rouen nach Swansea begriffen war. Beide Schiffe dem er entleert und gereinigt ist, mit Luft gefüllt. Es lassen sich die Invaliditäts- und Alters- Versicherungsanstalten mitwirken sollen. Da waren gestern, 17 Meilen von Trevose head entfernt, zusammen- nun in 10 bis 15 Minuten bis zu 50 Aufnahmen schnell hinterdie Zeitung der Ausstellung den Ausstellern einen weit fleineren Raum, gestoßen. Der Duguesclin" fant fast sofort, die Rosshire" wurde einander machen. Durch Drehung des Apparates um seine Are als den verlangten, zugewiesen hat, so haben die Unfall- Berufsgenossen- intend von der Mannschaft verlassen. Die Fram" überführte die können alle Theile der Magen- Oberfläche zur Darstellung gebracht schaften erklärt, daß sie unter diesen Umständen von einer Betheiligung Geretteten auf den Lootsenfutter, welcher dieselben in Falmouth an werden. Die gewonnenen Photographien haben die Größe etwa absehen würden. Die Frage, ob die Ausstellung beschickt werden Land setzte. Elf Leute von dem Duguesclin" sowie ein Heizer der eines Kirschternes, fie lassen sich natürlich beliebig vergrößern, fo wird, ist daher noch nicht entschieden. Von den weiteren Schritten, Rosshire" find ertrunken. daß die dargestellten Eigenschaften der Magenschleimheit deutlich die in dieser Hinsicht gethan werden, wollen die Kommissions- Mitglieder dem Verein seiner Beit Mittheilung machen. Jedenfalls sei abzusehen, fie ftellt wichtige Fortschritte in Aussicht, die der leidenden zu erkennen find. Was die Photographie des Magen- Innern für es wünschenswerth, daß das Reichs- Versicherungsamt, auch wenn die die medizinische Diagnostik Alles leisten wird, ist zur Zeit noch nicht Berufsgenossenschaften sich nicht betheiligen, die Ausstellung beschickte, abzusehen, sie stellt wichtige Fortschritte in Aussicht, die der leidenden Menschheit zu Gute kommen werden. damit gezeigt werde, was in Deutschland auf dem Gebiet des Arbeiter- Versicherungswesens bisher geleistet worden ist. 1 Berliner Kranken Unterstütungs- und Begräbniß- Verein für Frauen und Mädchen, gegr. 1892. Jeden Freitag, Abends 7 Uhr, Zahlabend bei Mehrwald, Alte Jakobstr. 54/55. Neue Mitglieder werden dafelbst aufgenommen. " 〃 " Aus New- York wird vom Donnerstag berichtet: Bei Schießbersuchen auf dem Schießplage von Sandy Hook ist ein achtzölliges Gußstahlgeschüß, für dessen versuchsweise Herstellung der Kongreß seinerzeit 40 000 Dollars bewilligte, unter normalem Feuerdruck von 36 500 engl. Pfund beim 15. Schuß gesprungen. von einem heftigen Sturm heimgesucht, der großen Schaden anDas thrrhenische und das adriatische Meer wurden gestern richtete und mehrere Menschenleben vernichtete. Unglücksbotschaften liegen aus Livorno, Neapel und Ancona vor. 1 " Die Romanliteratur vom ärztlichen Standpunkt aus be Der Verband der in Holzbearbeitungsfabriken und auf Circular" spricht unseren Romanschriftstellern ernstlich ins Gewiſſen trachtet. Man schreibt aus London: Die„ Medical Breß and Holzplätzen beschäftigten Arbeiter( Filiale 1) hielt am 2. b. M. in ihren Werken von Todesfällen aller Art, aber zu einer Geburt wegen ihrer groben Verstöße gegen die„ Lebensstatistit". Es wimmelt eine Mitgliederversammlung ab. Der Kassirer gab den Kassenbericht bom 4. Quartal 1898. Danach betrugen die Einnahmen infusive eines lassen sie sich selten herab; sie schließen zwar Heirathen mit erfreu Bestandes vom 3. Quartal 969,85 M., die Ausgaben 707,15 M. Der Ueber einen Priesterstreit berichtet die römische Tribuna": licher Häufigkeit ab, aber sie scheinen alle steril zu sein. Ein Mann, Vorstand hatte einen Antrag auf Auflösung des Verbandes vor- In Rossano Calabro haben sie seit einiger Zeit eine folossale Arbeits- der ihnen in dieser Beziehung auf die Finger gesehen hat, hat gelegt, um so denjenigen Filialen, welche sich an den Holzarbeiter einstellung, die die ganze Bürgerschaft aufs Tiefste erschüttert hat. Herausgefunden, daß in Romanen das Verhältniß von Geburten zu verband anschließen wollen, Gelegenheit zu geben, sich zu entscheiden. Es handelt sich um einen Streit der Priester. Mehr Lohn wollen Todesfällen 1:96 ist, und das medizinische Blatt bemerkt mit Recht, Es wird beschlossen, diesen Antrag der Generalversammlung zu über- fie natürlich haben; eine Verringerung der Arbeitsstunden verlangen daß bei diesem Prozentsatz die Welt in etlich elf Jahren entvölkert weisen. Unter Gewerkschaftlichem wurde das Vorgehen der Firma fie gar nicht, aus dem einfachen Grunde, weil sie überhaupt nicht wäre. Dickens soll beinahe der einzige Schriftsteller sein, bei dent Nadge u. Ko., Görlizer Ufer 24, eingehend kritisirt. Dort wurden arbeiten. Die Polizei, die sonst in jedem Streifenden einen Hebamme und Todtengräber das richtige Gleichgewicht halten. Als eine Anzahl Arbeiter entlassen und die Anderen gezwungen, länger Barrikadenmann ſieht, fümmert sich merkwürdigerweise um die besonders abschreckende Beispiele werden erwähnt ein Roman Marion zu arbeiten. Desgleichen wird auch bei der Firma Frante, Mühlen- Streifenden in der Soutane nicht im Geringsten, und inzwischen Crawfords, der von 91 Todesfällen und 7 Hochzeiten erzählt, von straße, noch 10-11 Stunden und länger gearbeitet. Aus der letzteren kann das Volk die nothwendigen Tröftungen der Religion nicht denen aber nur zwei zu einem Resultat führten, und Anthony Hopes Fabrit gehört leider kein Arbeiter der Organisation an. Es wird finden. Wie wäre es, fragt die" Tribuna", wenn die Regierung sich Prisoner of Benda" mit einem Durchschnitt von 5 Todesfällen pro noch bekannt gegeben, daß der Maskenball bei Schnegelsberg am entschlösse, die streitenden Priester durch Solbaten zu Rapitel und nicht einer Geburt im ganzen Buch!" In der That, 11. Februar stattfindet. erfetzen? Wenn die Bäcker streiken, macht man es doch auch so! unverantwortlicher Mangel. Die Asche von Columbus schwimmt einer Madrider Meldung Oesterreichische Zenfurstückchen. Aus Wien meldet man zufolge gegenwärtig auf dem Meere. Der„ Conde de Venadito" dem„ Berl. Tagebl.": Die Operette" Adam und Eva" von Wittmann, führt sie aus Havana zurück nach Spanien, wo sie eine Stätte Bauer und Weinberger, die heute Abend im Carl- Theater zum ersten finden soll. Es wird dies die fünfte sein. Zuerst im Kloster des Male aufgeführt wird, gab wieder Gelegenheit zu einigen öfters heiligen Franziscus zu Valladolid, wo er 1506 gestorben, begraben, reichischen Zensurstückchen. Die erste Abtheilung im Paradies" muß wurde sein Leichnam einige Jahre später zu den Karthäusern von heißen im indischen Paris". Statt Adam und Eva treten" Mann" Las Cuevas gebracht und verblieb dort längere Zeit. Dann erinnerte und Männin" auf. Vom Baum, dessen Aepfel zu essen verboten sich Spanien endlich, daß es dem großen Mann wohl schuldig sei, ist, darf nicht die Rede sein, sondern von der Quelle, aus der zu ſeinen letzten Wunsch zu erfüllen, und dieser war, daß er in dem trinken verboten ist; schließlich reicht aber die Männin dem Mann Reiche begraben sein wolle, das er für Spanien gewonnen. So wurde doch einen Apfel. So geht's mit Grazie durchs ganze Stück. der Körper von Columbus, zugleich mit dem seines Bruders Bartolomeo und seines Sohnes Diego, nach San Domingo gebracht. Doch auch dort sollte er nicht verbleiben, denn als Spanien einen Theil dieses Besizes an Frankreich überließ, ließ es die Asche des großen Entdeckers nach Kuba überführen, wo sie im Dom von Havana beigesetzt wurde. Nun ist ihm auch diese Insel verloren gegangen und so kehren denn die Reste des Mannes, dem sie einst Spanien verdankte, wieder nach hier zurück. Ob es in der That die Asche von Christoph Columbus ist, die nun in Cadig die fünfte Ruhestätte finden soll, darüber sind die Meinungen sehr getheilt. Es heißt, daß die Bewohner von San Domingo damals die Spanier getäuscht und nicht die Asche von während andere wieder behaupten, sie hätten einen Theil der UeberColumbus, sondern die seines Sohnes Diego ausgeliefert hätten, reste des großen Mannes Hergegeben, den anderen aber für sich behalten. Auch die Geschichte der Columbus- Asche kann als Illustration Stationen für den Niedergang dienen, auf dem das einst weltgebietende spanische Reich sich dank der pfäffischen Mißwirthschaft befindet. Körper und Naturheilverein. Versammlung heute Abend 82 Uhr Weberstraße 17: Projektionsvortrag über„ Lungen-, Magen- und HerzTeiden". Gäste willkommen. V Berliner Arbeitervertreter Verein tagt jeden Dienstag nach dem ersten im Monat bei Buste, Grenadierstr. 33, Abends 812 Uhr. Unent: geltlicher Rath wird ertheilt: Im Norden Berlins: Für Unfall, Invaliditäts- und Altersversicherung Abends von 7-9 Uhr: A. Daehne, Demminerftr. 36, v. 3 Tr. R. Gutheit, Wiesenstr. 29a, von 8-9 Uhr Abends. F. Pieschel, Gartenstr. 55, v. 2 Tr. E. Simanowsti, Gartenstr. 78, Portal 2, 2 Tr. M. Stuhlmann, Oberbergerstr. 37, 4 Tr., von 6-9 Uhr Abends. A. Voigt, Wiesenstraße 41/42. E. Warnst, Kolbergerstr. 7, von 6-7 Uhr Abends. P. Reimann, Bellermannstr. 83. J. Krause, Gartenstraße 13, 2. Ging. part. Nur für Invaliditäts- und Altersversicherung: F. Blume, Strelizerstraße 58. F. Trapp, Schulstraße 59, von 7 bis 8 Uhr Abends. W. Mohs, Swinemünderstr. 64, vorn linker Aufgang. Im Often: Nur für Invaliditäts- und Altersversicherung: E. Bader, Gr. Frankfurterstr. 34, v. 4 Tr. Für Unfall, Invaliditäts: und Altersversicherung: A. Sch its, Holzmarktstr. 60 I. Im Süd- Osten: Für Unfall, Invaliditäts- und Altersversicherung: Schalthoff, Michaeltirchstr. 18. Nur für Invaliditäts- und Alters: versicherung: W. Kühne, Pfuelstr. 1. Im Süden: Für Unfall, Invaliditäts: und Altersversicherung: F. Stügelmater, Grimmstr. 39. Im Süd: Westen: Nur für Unfallversicherung: G. Hänel, Solmsstr. 44. Im Nord Westen: Für Unfall, Invaliditäts- und Altersversicherung: M. Stephan, Turhafenerstr. 2. Nur für Invaliditäts: und Altersversicherung: R. Rehbein, Rostockerstr. 43. C. Guse, Rostockerstr. 43. straße 8, II lints. Im Nord- Often: Nur für Unfallversicherung: E. öffler, Wadzechstr. 15, vorn part.( Abends 8 Uhr). G. Günther, Greifswalder Im Zentrum: Für Unfall, Invaliditäts- und Altersversicherung Bet sämmtlichen vorgenannten Personen, bet denen hier keine Sprechzeit angegeben, ist dieselbe Wochentags von 7-9 Uhr. A. Sattler, L. Hamburgerstr. 2. Danksagung. Für die große Theilnahme und über aus zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben, unvergeßlichen Mannes, des 32636 Rendanten Albert Scheling sage ich hiermit allen Verwandten, Freundeu und Bekannten, besonders den geehrten Vorständen des Arbeiter: vertreter Vereins und der Orts: Krankenkasse d. Maschinenbau- Arbeiter fowie den Beamten und Kollegen, be sonders dem Herrn Prediger Werfenthin Wir nehmen die Beleidigung gegen den Arbeiter Johann Röthel zuriid. 32596 Franzke'sche Eheleute. Die Festsäle und der Garten werden vom 1. April 1899 wieder an Gewerkschaften, Gefang, Theater" " Briefkasten der Redaktion. Freitags abends von 7%, bis 8 1hr abgehalten. Die juristische Sprechstunde wird Dienstags, Donnerstags und H. Schöneberg. 1. Wenden Sie sich während der Tagung des Reichss tages an: Reichstags: Abgeordneten H. Meister, deutscher Reichstag. 2. Uns unbekannt, senden Sie den Brief nach Fürth. N. Genaue Auskunft dürfte ertheilen die Redaktion der„ Boltsstimme", Mannheim, R. 3, 14. Witterungsübersicht vom 5. Januar 1899, Morgens 8 1hr. Barometer= stand mm Wind richtung Windstärke Wetter Temp. n. C. 5° C. 4° R. Stationen Barometers Windrichtung Windstärke 770 NA Wetter 1Schnee 2beiter 3516.bed. Zemp. n. G. 16° 6.= 4° N Б 6821 6 Regen-1 Haparanda 765 NN 4wolfig-11 765 WNW 3wollent 5 Betersburg 756 766 SSW 2Regen 0 Cort 1 bedeckt 4 Aberdeen 759 SM 4 Regen 3 Paris 770 SSM 2 bedeckt 770 9 1 bedeckt 3. Wetter- Prognose für Freitag, den 6. Januar 1899. Veränderlich, vielfach woltig mit geringen Niederschlägen, frischen nordwestlichen Winden und fintender Temperatur. Berliner Wetterbureau. Photographien von menschlichen Magen. In der Münchener Swinemde. 764 mediz. Wochenschrift" berichten Dr. Lange und Dr. Melzing, daß Hamburg ihnen das Photographiren des Magen- Innern gelungen ist. Die Berlin beiden Herren sind selbständig und unabhängig von einander fast Wiesbaden 769 N gleichzeitig auf die Idee gekommen, ein Bild des Magen- Jumern wien München 770 23 durch Photographie zu gewinnen, und sie haben sich dann zur Erreichung des Zieles vereint, die ihnen nach mehrjähriger Arbeit ge= glückt ist. Die Magen- Photographie kann man bei jedem Menschen ausführen, bei dem sich der Magenschlauch einführen läßt. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Heute, Freitag, Abends 81% Uhr, bei Cohn, Beuthstraße 20-21: Sitzung der Ortsverwaltung. und Vergnügungs- Vereine unter Moabit. foulanten Bedingungen zu Festlich: feiten vergeben. Rechtzeitige Meldungen erwartet Julius Wernau, Sonntag, den 8. Jannar, Vormittags 10 Uhr, im Lokale des Herrn Möwes, Stromstr. 28: Bezirks- Versammlung für die trostreichen Worte am Sarge 6322] Gastwirth, Schwebterstr. 23/24. des deutschen Holzarbeiter- Verbandes, Zahlstelle Berlin. bes Entschlafenen, meinen tiefgefühltesten Dank. Elisabeth Scheling geb. Köckert. Danksagung. Für die so rege Theilnahme bei der Beerdigung meines lieben Sohnes und Bruders Gustav Kobbert, sowie für die reichen Kranzspenden sagen seinen Herren Kollegen herzlichen Dant Die trauernden Hinterbliebenen. Wwe. Kobbert und Töchter. Achtung! [ 6172* Vereine. Die Sonntage der Winter: Saison sind an Vereine zu ver: geben. Fritz Nagel, Feldschlößchen", Müllerstr. 142. Verein der Bauauschläger Berlins nud Umgegend. Sonntag, den 8. Januar, Vormittags 11 Uhr, im Lokal des Herrn Buske, Grenadierstrasse 33: General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Vorstandsbericht. 3. Neuwahl des gefanumten Vorstandes. 4. Wahl von Kassen- Revisoren. 5. Verschiedenes und Fragekasten. 33/1 Beiträge werden nur in der Zeit von 10-11 Uhr entgegengenommen. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines jeden Mit: gliedes, zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimirt. Das diesjährige Stiftungsfest findet am 7. Januar in Spiegelberg's Feftfälen, Sebastianstraße 39, statt. Der Vorstand. Tischler- Verein. Sonnabend, den 7. Januar, Abends 8½ Uhr, Melchiorstraße 15: General- Versammlung Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 4. Vierteljahr 1898. 2. Jahresbericht für das Jahr 1898. 3. Bericht über die Bibliothet. 4. Wahl eines Bibliothekars. 5. Be willigung etwa nöthiger Gehälter. 6. Inferatenfrage. 7. Vereinsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimirt. Der Vorstand. Mitglieder- Versammlung 198/1 der Holz- und Bretterträger Berlins und Umgegend Sonntag, den 8. Januar, Vormittags 10% Uhr, Schönleinstr. 6 bei Ewald. 84/1 Tages Ordnung: 76/5 Rixdorf- Britz. Allgemeine Buchdrucker- Versammlung Sonntag, den 8. Januar, Nachm. 1 Uhr, in der Vereinsbrauerei, Hermannstrasse. Tages Ordnung: [ 3253b 1. Vortrag. Händel Nixdorf:„ Gewerkschaftskartelle". 2. Diskussion. 3. Bericht des Delegirten zum Gewerkschaftskartell. 4. Neuwahl desselben und des Stellvertreters. 5. Verschiedenes. Der Einberufer. Achtung! Putzer! Achtung! 1. Bortrag. 2. Distuffion. 3. Berbandsangelegenheiten. 4. Verschiebenes. Zentral- Verband deutscher Maurer Achtung, Einseher! Am Sonntag, den 8. Januar, Vormittags 10 Uhr, im Lokal des Herrn Zubeil, Lindenstraße 106: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Neuwahl der Kommission. 2. Verschiedenes. 3. Diskussion. Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines jeden Kollegen, nicht nur selbst zu erscheinen, sondern auch für den Besuch der Versammlung zu agitiren. Die Bücher find mitzubringen und auf Verlangen vorzuzeigen. Kollegen, welche sich organisiren wollen, erfahren alles Nähere in der Versammlung, sowie jeden Sonntag im obigen Lokal in der Morgensprache. Die Kommission. Ordentliche Generalversammlung der Bauhandwerker- Krankenkasse für Berlin und Umgegend ( Eingeschriebene Hilfskaffe Nr. 118) am Sonntag, den 5. Februar, Vormittags Punkt 10 Uhr, im Lokale des Herrn Hoffmann, Alexanderftr. 27 c. Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes und Ausschusses. 2. Abrechnung des Kaffirers vom 4. Quartal 1898 sowie Revisionsbericht. 3. Wahl des ersten Haupt: faffirers, des zweiten Vorsitzenden, von drei Beisitzern und vier Erfaßmännern. 4. Wahl des Ausschusses sowie vier Ersatzmänner. 5. Innere Kaffen- Angelegenheiten. 38/1 Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Mitgliedsbuch legitimirt. Der Vorstand. J. A.: Heinrich Metzke, Eberswalderstr. 19. Verband der Bau-, Erd- und gewerblichen Hilfsarbeiter Deutschlands( Bahlstelle Berlin D). Sonntag, den 8. Januar, Vormittags 10% Uhr, in Feuerstein's Festfälen, Alte Jakobstraße 75( oberer Saal): Mitglieder- Versammlung Tages Ordnung: ( Zahlstelle Berlin I). Sonntag, den 8. Januar 1899, Vorm. punkt 11 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Neujahrsgruß, gesungen vom Gesangverein der Puzer. 2. Jahresbericht der örtlichen Verwaltung und Neuwahl derselben. 3. Wahl der Delegirten zum Verbandstag. 4. Verbandsangelegenheiten. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Die örtliche Verwaltung. 134/1 Achtung! Elektrotechnischer Unterricht. Elektron", Spezial- Lehranstalt für Elektrotechnik. Zweigniederlaffung der Westfälischen Elektrizitätswerke Alleiniger Inhaber G. Jackson- Betriebsingenieur M. Frank. Ausbildung von Elektrotechnikern bezw. Elektromonteuren, In stallateuren, Maschinisten und Zeichnern, B rbereitung für den elek. trifchen Voll, Klein: und Straßenbetrieb. Da jahrelange Verbindung mit ersten Firmen, Stellennachweis nach Absolvirung zugesichert. Aelteste, leichtfaßlichste Lehrmethode am Plate( System Frank). Honorar monatlich 5 Mark. Dauer des Kursus 5 Monate. Jede weitere Ausgabe als Honorar ausgeschlossen. Geräumige, mit elektrischem Bogenlicht ausgestattete Hör und Zeichensäle; erprobte tüchtige Lehrkräfte. Es werden fämmtliche für Praktiker zweckdienlichen Fächer der Starkstromtechnik praktisch gelehrt. Für vollständige, gewissenhafte Ausbildung wird garantirt. Der nächste Kursus beginnt am 15. Januar 1899. Der Unterricht findet wöchentlich Abends zweimal von 8 bis 10 Uhr statt. Anmeldungen baldigst Abends von 4-9 Uhr, Sonntags von 9-12 Uhr im Bureau des Elektron", Lehranstalt für Elektrotechnik, Alte Jakobftrake 24( Jakobshof). Es wird gebeten, meine Lehranstalt nicht mit ähnlichen in Berlin existirenden Anstalten zu verwechseln. 32575 Achtung, Rabitzputzer! Der Arbeitsnachweis und die Morgensprache befinden fich vom 1. Abrechnung bom 4. Quartal 1898. 2. Bericht des Vorstandes. 3. Neuwahl der gesammten Ortsverwaltung und der Revisoren. 4. Ber: 1. Januar 1899 bei Zubeil, Lindenstraße 106; ebenso werden dafelbft bandsangelegenheiten. 32/1 unsere Mitglieder- Versammlungen abgehalten. Der Wichtigkeit der Tagesordnung halber ist es Pflicht eines jeden Mitgliedes, dort zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. 3..: Karl Nieke, Stalikerstr. 52. Tages Ordnung: 1. Abrechnung vom 4. Duartal 1898. 2. Auf nahme neuer Mitglieder. 3. Gewerkschaftliches. 4. Ausgabe der Mastenball: Billets. Der Vorstand. Verantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Nr. 5. 16. Jahrgang. " 2. Beilage des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Angeregt durch Müchler's Versuch, errichtete ein Herr Levy mit feiner Frau schon 1800 auch eine Sonntagsfreischule für arme Bürgertöchter und Dienstmädchen. Sie wurde ebenfalls unter M.'s Aufsicht gestellt und später ebenso wie die Schulen für Lehrlinge eingerichtet. Freitag, 6. Januar 1899. Nachträgliches vom Berliner Stodarbeiter- Streit. licht Herr Weigert, Unternehmer- Beisitzer des Berliner GewerbeIn der Sozialen Pragis" vom 18. Dezember 1898 veröffent gerichts einen Artikel über einen Streit der Stockarbeiter bei der Firma A. 2. u. Ko., in welchem Herr Weigert den Vorwurf gegen Berliner Arbeiterführer erhebt, daß sie bei Streits die Ursachen nicht immer objektiv prüfen. erhalten wir hierzu folgende Buschrift: Von der Gewerkschaft der Stockarbeiter Das Fortbildungsschulwesen Berlins wurden daher Lehrlinge mit zu geringer Vorbildung ausgeschlossen Von einem Abschluß der Entwickelung fann freilich noch keine kann nächstens ein doppeltes Jubiläum feiern. 1899 werden es naturgemäß durch die städtischen Anstalten, denen sofort alles zu Jahre alt ist, steckt er eigentlich immer noch erst in den Anfängen und wieder den alten Sonntagsschulen zugewiesen. Diese waren Rede sein. Obwohl der Berliner Fortbildungsunterricht jetzt hundert 100 Jahre, daß hier die ersten Sonntagsfreischulen für strömte, geschädigt worden. in den Elementarschulfenntnissen zurüdgebliebene Handwerkslehrlinge 2 eingezogen werden müssen, weil Noch 1849 hatten von 9 Schulen und wird noch manche Wandlung durchzumachen haben. Noch manche es an Schülern fehlte, für das Fortbildungsschulwesen wichtige Frage harrt der Lösung, die eröffnet wurden, und 50 Jahre, daß die ersten städtischen während die städtischen Anstalten unter dem Ballast der Schwachen nur deshalb inimer wieder hinausgeschoben wird, weil die ArbeitFortbildungsanstalten ins Leben traten. Die Entwickelung, litten. Die letzteren Anstalten wurden jegt etwas entlastet. Eine geber, Klein wie Großgewerbetreibende, eine Schädigung ihrer perdie das Berliner Fortbildungsschulwesen in diesen zweimal fünfzig weitere Entlastung brachte ihnen von 1858 ab die städtische fönlichen Interessen davon befürchten. Jahren durchgemacht hat, ist in mancher Beziehung bemerkenswerth. Verfügung, daß ein Lehrling, der beim Eintritt in die Lehre die Eine ausführliche Darstellung bietet: H. Grumbach, Entwidelung Elementarkenntnisse hatte, zum Besuch der Fortbildungsanstalten des berlinischen Fortbildungsschulwesens, Berlin, 1898. Die folgende berechtigt war und von der Innung( die die Kenntnisse des einBetrachtung stützt sich größtentheils auf die G.'sche Arbeit.) tretenden Lehrlings zu prüfen hatte) dazu aufgefordert werden mußte; Die Elementarschulen denn vorwiegend an die Kinder anderenfalls war er verpflichtet, die Sonntagsschule so lange zu be= dieser Schulen wird gedacht, wenn von der Nothwendigkeit einer suchen, bis er ein Zeugniß über seine Befähigung für die FortFortbildung der schulentlassenen Jugend die Rede ist waren am bildungsanstalt erhielt.( Ohne ein solches durfte er auch nicht zur Ende des vorigen Jahrhunderts in Berlin so schlecht und wurden Gesellenprüfung zugelassen werden.) Der Besuch wurde kontrollirt, obendrein so mangelhaft besucht, daß unter den Handwerks- gegen nachlässige Lehrlinge und widerspenstige Meister wurden Lehrlingen die größte Unwissenheit herrschte. Als das Bedürfniß Strafen festgesetzt und auch eingetrieben. Die Verfügung, die erst nach Einrichtungen zur Fortbildung der Lehrlinge immer dringender durch die Gewerbe- Ordnung von 1869 aufgehoben wurde, bewirkte eine wurde, kami Abhilfe zunächst nicht von der Gemeinde, sondern von solche Zunahme der Schüler in den Sonntagsschulen( noch in demselben privater Seite. 1798 erschien von Professor Müchler eine öffentliche Jahre von 224 auf 856), daß der Verein die Stadt und die Immungen Gewerbegerichts festgestellt sei, der Stockarbeiter Mentel habe Herr Weigert behauptet, daß vor dem Einigungsamt des Berliner Aufforderung zu Beiträgen für Herstellung eines nachhelfenden von neuem um die ihm bis 1849 gewährte Unterstützung bitten mußte. am 24. Oktober v. J. seine Entlassung gefordert, weil er durch Sonntagsunterrichts für handwerkslehrlinge", In den Fortbildungsanstalten behielten trotzdem die Lehrlinge fortgesette Hänseleien seitens zweier Mitarbeiter and schon 1799 fonnten zwei Sonntagsschulen eröffnet werden. das Uebergewicht; denn die älteren Theilnehmer, die gezwungen sei, die Arbeit aufzugeben. Nun wurde Sie bildeten für Berlin den Anfang auf dem Gebiete des Fortbildungs- Gehilfen und Meister, blieben nach und nach fort, über diesen Fall aber durch Vernehmung des Mentel vor dem unterrichts, eines Unterrichtszweiges, der nachmals eine hervor- weil die Anstalten bei aller, übrigens leicht ablenkenden Vielseitigkeit Ginigungsamt festgestellt- an der Befragung des M. hatte ragende Bedeutung für das gewerbliche Leben gewinnen sollte. des Stoffes ihnen nicht das boten, was sie für ihren Beruf nöthig sich Herr W. hervorragend betheiligt daß dieser Der Unterricht war natürlich für die Schüler unentgeltlich. hatten. Zwar hatte man die Kurse in Astronomie, Anthropologie, Grund wohl von M. den beiden Chefs angegeben wurde, M. aber Es gelang aber dem inzwischen zusammengetretenen„ Verein zur Er- Grundlehren des Christenthums u. f. w. bald wieder beseitigt, aber diese Behauptung vor dem Einigungsamt nicht aufrecht erhalten Lichtung und Leitung sonntäglicher Fachschulen in Berlin zum Besten auch so konnten sich die auf die Anstalten gesetzten Hoffnungen nicht konnte. Drei Wochen später verlangte aus demselben Grunde der armer in den Elementarkenntnissen versäumter Handwerkslehrlinge", erfüllen. Die Gewerbetreibenden brauchten vor allem ge- Stockarbeiter Fischer seine Entlassung. Die Fabrikanten entließen Die Gewerke bald von dem Werth dieser Schulen zu überzeugen werbliche Bildungsstätten, die auf die praktischen Bedürf- nun den angeblichen Störenfried Fräßdorf; Fischer blieb und M. und sie zur Zahlung eines jährlichen Beitrages( bis 1849) aus nisse ihres Berufes Rücksicht nahmen. Die Forderung einer gründ- wurde veranlaßt, wieder einzutreten. Die anderen Arbeiter der Firma den von ihren Lehrlingen eingehenden Einschreibegebühren zu be- lichen Umgestaltung wurde namentlich in den 60er Jahren lauter verlangten hierauf die Wiedereinstellung des Fr., da der angegebene wegen. Diese Beisteuer ermöglichte, daß später noch mehr Schulen und allgemeiner. Die Sache beschäftigte 1863 die Gemeindebehörden, Grund der Entlassung nicht zutreffend war. Die Arbeiter glaubten eröffnet werden konnten. Unterrichtet wurde am Sonntag, abends wurde dann aber, da die Vorarbeiten sich hinzogen, durch die einen sehr berechtigten Grund zu der Annahme zu haben, daß Fräßdorf 1/24 1/27, in Lesen, Schreiben, Rechnen. politischen Ereignisse für lange wieder zurückgedrängt. gemaßregelt war, da Fräßdorf sich mehrfach gegen Lohnreduktionen von Fachunterricht erweitert, Inzwischen wurden aber die Sonntagsschulen durch Einführung gewandt hatte und sehr eifrig darauf hielt, daß eine geordnete dann für die Reorganisation des Berliner Fortbildungsschulwesens stand entsprach dem nicht und waren es besonders die beiden eine wichtige Neuerung, die Arbeitszeit im Betriebe aufrecht erhalten wurde. Der frühere Zuvorbildlich werden sollte. Der Verein bewog 1862 die Tischler- schon genannten Arbeiter, welche mit der Aenderung nicht eininnung, eine Tischlerschule mit obligatorischem Besuch zu er- verstanden waren. Daß der Firma selbst diese Thätigkeit des In den Lehrlingsschulen blieb freilich der Besuch noch lange öffnen, wozu er seine Beihilfe gab. Unterrichtet wurde am Sonn- Fr. nicht angenehm war, braucht nicht betont zu werden. schwach und auch unregelmäßig. Noch 1819 hatten die damals fünf tag, Vormittags 8-12 Uhr.( Die Behörden verlangten dafür M. erhielt auch nach dem Abzug im Januar monatelang 15-25 pCt. Schulen zusammen erst 188 Schüler. Der Besuch wurde kontrollirt Einrichtung eines Schulgottesdienstes.) durch Bescheinigung seitens der Schule und eventuelle Entschuldigung alten Sonntagsschulen den Unterricht auf den Vormittag und daß M. seine Kollegen bei den Chefs auschwärzte und für seine Auf1865 legten auch die Arbeitslohn mehr für seine Arbeit und befestigte sich so die Ansicht, feitens der Meister; er war bei 71 regelmäßig, bei 61 mittelmäßig, eine von ihnen wurde Innungsschule der Weber, passerdienste belohnt wurde. Herr Weigert schreibt mun, diese bei 56 schlecht. 1821 wurde eine sechste Schule, für die ganz in Seidenwirker und Raschmacher. Die Schulen blühten Behauptungen wären nicht bewiesen worden, sondern bewiesen sei, wissenden( selbst des Lesens völlig Unkundige waren darunter), rasch auf, wurden aber durch die Gewerbe- Ordnung von 1869 von eröffnet. Zu einer siebenten wurde die Stadt um einen neuem geschädigt, da nun die Verpflichtung zum Besuch nicht aufrecht„ daß die Arbeiter... ihre Arbeit vollständig nach Belieben Zuschuß gebeten, der 1822 mit 78 Thalern 10 Silbergroschen zuerhalten war und auch die Innungsbeiträge fast ganz fortfielen. leisteten und manche von ihnen, was sie am Tage versäumten, ( den Unterhaltungskosten einer Schule) bewilligt, 1824 auf 200 Thaler durch Ueberstunden nachzuholen suchten." Erst der gewerbliche Aufschwung nach 1871 brachte auch dent erhöht und so bis 1849 gezahlt wurde. Berliner Fortbildungsschulwesen eine tiefer greifende Um 1822 wurde auch der Unterricht auf Nachmittags 2-5 Uhr gestaltung, mit der die 2: Periode abschloß und eine 3. begann. verlegt, um den Besuch zu heben. Die Meister hatten dagegen 1873 legte der Magistrat den Stadtverordneten ein neues Regulativ protestirt. Die Lehrlinge seien bis 2 beschäftigt, fönnten also nicht für die Fortbildungsanstalten vor. Vor allem sollte fünftig unterschon um 2 in der Schule sein; auch würden sie dadurch am Kirchen- schieden werden zwischen Vorbereitungsschulen für die Durch ständiges Kreisen der Branntiveinflasche während der besuch( damals gab's in Berlin Nachmittags- Gottesdienst) gehindert. allgemeine Bildung solcher, die hinter dem Ziel der Arbeitszeit wurden diejenigen Arbeiter, die wenig vertrugen, beFerner seien Lehrer und Schüler so kurz nach dem Sonntagsmahl Wolfsschule zurückgeblieben trunken, und alsdann zur Zielscheibe der Hänseleien der Anderen waren, und Fortbildungszur Arbeit unfähig, und schließlich würden die Lehrlinge durch den anstalten gemacht." für einen hauptsächlich technischen, den bisherigen Abendunterricht vom Befuch zweifelhafter Vergnügungen Anforderungen des praktischen Berufes möglichst angepaßten diesem Gebiet sich bemühte, während die übrigen Arbeiter vielfach Gerade der Schüßling des Herrn Weigert war es, der auf abgehalten. Die trotzdem erfolgte Verlegung rechtfertigte Unterricht derjenigen, die das Volksschul- Ziel hatten. Die zur dem entgegentraten. Einige Zeilen weiter berichtet Herr W.: die guten Erwartungen, die man daran geknüpft hatte. Berathung des Regulativs eingesezte Deputation erörterte auch die Der Budrang lerneifriger Lehrlinge wuchs, Die( vor dem Einigungsamt) geforderte Entlassung des Fischer die Schüler- Frage, ob nicht wenigstens der Besuch der Vorbereitungsschule oblizahl stieg bald auf bald auf zirka 350 und wurde in Ermangelung jeder thatsächlichen und rechtlichen Bes blieb dann lange gatorisch sein solle. Der Vorschlag wurde unter anderem deshalb ziemlich gleichmäßig auf dieser Höhe. Die Zahl der Schulen, die abgelehnt, weil viele Eltern, auf den Verdienst der Kinder an gründung kategorisch abgelehnt." für Mädchen eingerechnet, stieg später zeitweilig bis 11, ging aber gewiesen, schon auf die Entlassung aus der Volksschule warteten. Vertreter der Streifenden die Entlassung des F. forderte, sprangen Als der Wie spielte sich aber dieser Vorgang thatsächlich ab? bis 1849 wieder auf 9 zurück. ( Die Deputation empfahl übrigens zur Ausbildung auch der ethi- die beiden Arbeitgeber- Beisitzer entrüstet auf und riefen den die Bei allem Erfolge dienten diese Schulen doch nur der Er- schen Seite im Menschen noch eine 3. Schulgattung; in einer Zeit, Einigung nachsuchenden Unternehmern zu:„ Das können und dürfen gänzung geringer Schulfenntnisse. Für einen eigentlich ge verb wo sich gefährliche sozialistische Doktrinen in die Massen eindrängten, Sie nicht annehmen, dann sind Sie nicht mehr Herr in Ihren lichen Unterricht, der sich ebenfalls mehr und mehr als noth- sei es doppelt nöthig, den Arbeitern einen ihr Urtheil und ihre Sitt- Räumen! Und auf die Vertreter der Arbeiter weifend, bemerkten sie: wendig erwies, wurde erst spät etwas gethan. Die erste Ein- lichkeit bildenden Unterricht über die Volksschule hinaus zu sichern.) richtung auf diesent Gebiete war die städtische GewerbeSchenken Sie doch Herrn H. Ihre Fabrik!" Daraufhin Nach Annahme des Regulativs wurde der Sonntagsschul- Verein lehnten die Herren A. L. u. Ko. den Vergleichsvorschlag ab. Objektive fchule, die 1824 eröffnet wurde, um den höheren Gewerbe- veranlagt, seine Schulen aufzulösen und dafür die Vor- Beisitzer hätten jedenfalls mit ihrer Entrüstung so lange zurücktreibenden eine ihrem Beruf angemessenere wissenschaftliche Vorbereitungsschulen zu errichten, zu leiten und gegen einen gehalten, bis die Parteien selbst ihrer Meinung Ausdruck gegeben bildung zu geben, als es Gymnasien konnten, und sie durch besondere städtischen Zuschuß zu erhalten. 1873 wurden 6 Schulen, einscht. hätten. Im übrigen, daß die Arbeiter mit ihrer Forderung nicht Pflege der Naturwissenschaften zu rationellerem Betriebe ihres Gewerbes Fachtlaffen für Tischler und Maler, eröffnet. Unterrichtet wurde jo ganz im Unrecht waren, erhellt daraus, daß die Entlassung zu befähigen. Daneben wurde, gleichfalls 1824, an der Gewerbeschule eine Sommer und Winter am Sonntag Vormittag 9-11 und am Mon- des M. bewilligt wurde und erst nach langen Verhandlungen ers Art gewerblichen Fortbildungsunterrichts für Ber- tag und Donnerstag Abend 1/ 28-9 in Schreiben, Lesen, Rechnen, hielt M. eine Gnadenfrist bis zum 1. Februar 1899. fonen, die schon in einem Beruf standen, eingerichtet- Vorlesungen über Zeichnen, Geschichte, Geographie( anfangs in allen, seit 1883 mur in experimentelle Physik und Chemic, die jeden Winter( bis 1849) ge- elementaren Fächern unentgeltlich). 1874 wurde der Bund der Bau-, In der Schlußausführung schreibt dann Herr W.: halten wurden. Seit 1832 wurden ferner an der Gewerbeschule jeden Maurer- und Zimmermeister bei Errichtung von 3 BauhandwerkerWinter( bis 1852) am Sonntag Vorlesungen für Lehrlinge und Ge- Schulen unterstützt. 1877 gingen die Schulen als elementare hilfen über wissenschaftliche Gegenstände gehalten, deren Kenntniß Fortbildungsschulen" an die Stadt über. Der Verein bedem Handwerker nüglich sein fonnte. hielt nur die Tischler- und Bauhandwerker- Schulen, die aber nachher ebenfalls an die Stadt kamen. = " Das Gegentheil wurde bewiesen. Diese Zustände bestanden vor dem Eintritt Fr., wurden aber zur Zeit seiner Beschäftigung abgestellt, um nach seiner Entlassung wieder herbeigeführt zu werden. Weiter schreibt Herr W.: " " Wenn auch dieser Ausstand seine unmittelbaren Ursachen in der mangelhaften Aufsicht der Werkstätten seitens der Arbeitgeber hat, so ist doch nicht zu leugnen, daß die Arbeiterführer sowohl bei den Streik, als vor dem Einigungsamt ein starkes Berkennen ihrer eigenen, aus dem Arbeitsvertrag erwachsenden Pflichten und eine Nichtachtung der Rechte anderer, ihnen mißliebiger Arbeiter bewiesen haben. statt ein Scherzwort fällt, die Entlassung feines Mitarbeiters herbeiRun Herr W., wenn jeder Arbeiter, gegen den in einer Werkführen könnte, dann wären Arbeiter nie mehr sicher, wenn Menschen, wie der hier gekennzeichnete M., die Arbeitsmöglichkeit ihrer Mitarbeiter in der Hand hätten, und das wäre ein Zustand, ben jeder anständige Mensch bekämpfen muß. Die Streifenden hatten im Gegentheil in jeder Weise ihre, durch den Arbeitsvertrag ihnen er wachsenden Pflichten erfüllt, und in keiner Weise die Rechte ihrer Mitarbeiter angetastet. Dieselben waren aber nicht gewillt, ruhig zuzusehen, wie ein Einzelner durch seine Nänke ihm mißliebige Ar beiter verdrängt. Herr W. behauptet nun weiter: " Durch solches Verhalten werden denen Waffen zugeführt, die mit der Behauptung, die gegenwärtigen Strafbestimmungen genügten nicht zum Schutz der Arbeitswilligen, eine Verschärfung der Gesetze und damit die Mittel zur Verkümmerung der Koalitionsfreiheit verlangen." Das Verlangen nach wirklichen Fortbildungs- Anstalten, die auch jezt noch fehlten, wurde gegen die Mitte des Jahrhunderts immer Die alten Fortbildungsanstalten wurden 1873 aufstärker. Das Ministerium Eichhorn wies von 1844 an in verschiedenen gelöst und durch 5 neue mit Abtheilungen für Kaufleute, für Verfügungen auf ihre gweckmäßigkeit hin, und nachdem sich die städti- mechanische und für chemische Gewerbe ersetzt, in denen schen Behörden von 1845 an mit der Sache beschäftigt hatten, wurden( anfangs nur im Winter, später auch wieder im Sommer) am im Januar 1849 die ersten 3 städtischen Fortbildungs- Sonntag Vormittag und an 2 Wochentags- Abenden gegen Schulgeld Anstalten eröffnet. Damit schloß für den Fortbildungsunterricht in Deutsch, Rechnen, Zeichnen, Mathematik, Französisch, Englisch, Berlins die erste Periode, in der es fast nur einem Verein überlassen Buchführung, Mechanit, Phyfit, Chemie unterrichtet wurde. worden war, nach Kräften dem dringendsten Bedürfniß abzuhelfen. Für Mädchen wurde 1876 durch 3 Vereine eine FortbildungsDie Anstalten sollten Lehrlingen, Gehilfen und selbst schule( und später, gleichfalls aus Privatmitteln, noch mehrere) errichtet. Meistern aus Handwerk, Industrie und Handel, Hier wurde am Sonntag 9-12 und an zwei Wochenabenden früheren Schülern nicht nur der Elementar, sondern auch der 1/ 28-9 zunächst unentgeltlich, dann gegen Schulgeld in Handarbeit höheren Schulen, Gelegenheit geben, ihre Schulfenntnisse zu Zeichnen, Deutsch, Rechnen, Buchführung unterrichtet. Die Stadt gab ergänzen, zu befestigen, zu erweitern. Die halbjährigen Kurse bauten erst Buschüsse, nachher übernahm sie die Schulen, die immer mehr als befich stufenmäßig so auf, daß man in drei Jahren damit fertig sein rechtigtes Glied in der Reihe der Bildungsanstalten anerkannt wurden. konnte. Die Wahl der Kurse war jedoch im allgemeinen Auch die geschilderten Umgestaltungen trafen noch nicht das frei; nur ganz Unwissende mußten erst die Elementarfurfe Richtige. Die Frequenz der Fortbildungs- Anstalten sant bald besuchen. Unterrichtet wurde am Sonntag, vormittags 8 bis wieder; man verlangte immer wieder Fachschulen. 1 Uhr, im Lesen, Schreiben, Rechnen, Zeichnen, Deutsch( Aufsatz, Innungen, Vereine u. s. w. errichteten solche Schulen für verschiedene Literatur), Französisch, Englisch, Mathematik, Physit, Chemie, Natur Gewerbe, aber statt Bersplitterung war Konzentration des Unter- Ja, Herr W., unter Arbeitswilligen in Ihrem Sinne find doch geschichte, Moral, Staats-, und Rechtstunde, Buchführung, richts und auch der Mittel nöthig. Diese Bewegung führte 1880 end nur die während des Streits Arbeitenden zu verstehen. Und nun Korrespondenz. Bald kam dazu noch Astronomie, Technologie, Ge- lich zur Errichtung der Handwerkerschule, einer wirklichen fordern wir von ihnen, daß Sie nachweisen, wo und wie während schichte der Erfindungen, Volkswirthschaftslehre, Handelsgesetzgebung, Fachschule für allgemein technische Vorbildung, die die bis- des Streits bei A. 2. u. Ko. Arbeiter durch Beschimpfung, Bedrohung Anthropologie, Grundlehren des Christenthums. Der Unterricht her an den Fortbildungs- Anstalten eingerichteten Kurse für oder durch Verruf(§ 153 der Gewerbe- Ordnung) an der Fortsetzung ihrer begann, ebenso wie heute wieder, jeden Sonntag mit einer Andacht, mechanische Gewerbe in sich vereinigte, und 1882 zur Arbeit behindert wurden. Charakteristisch sind in dieser Beziehung die sich, anders als heute, lebhafter Theilnahme erfreut haben soll, generellen Ordnung des Fortbildungswesens, die Schlußworte des Vorsitzenden des Einigungsamtes, des Herrn obwohl jeder Zwang zur Betheiligung ausgeschlossen war.( Mit mit der die gegenwärtige vierte Periode begann. Der eigent Assessor v. Schulz. Zu den Unternehmern gewendet sagte er: Rücksicht darauf lehnte später der Magistrat den Wunsch ab, liche Gewerbestand schied damit größtentheils Ein groß Theil Schuld tragen Sie, und möge es Ihnen eine den Unterricht wegen des Gottesdienstes zu verlegen.) Das aus den Fortbildungsanstalten, und diese wurden vor- Lehre sein, aus so geringfügiger Ursache es wieder zum Streik Schulgeld betrug 5 Sgr. monatlich; Handwerkslehrlinge waren zugsweise auf die kaufmännischen Fächer( Sprachen, Buchführung) tommen zu lassen." Herr W. giebt nun im Weiteren den Gewerkdavon befreit, da sie fast immer außer stande waren, zu hingewiesen. schaftsführern den Rath, bei Prüfung der Forderungen der Streitenzahlen. Den größten Theil der Unterhaltungskosten trug die Stadt; Der daraus hervorgegangene heutige Stand des Ber- den objektiv zu verfahren. Wir wollen Herrn W. gegenüber nicht die Innungen, die Aeltesten der Kaufmannschaft und eine Stiftung liner Fortbildungsunterrichts ist hinreichend bekannt. in denselben Fehler verfallen, bestreiten ihm aber das Recht zu seinem gaben fleine Zuschüsse. Das Fachschulwesen wurde ausgebaut. Die Webeschule wurde 1882. Schlußfag, in dem es heißt: Die Frequenz war im 1. Semester ca. 400, im 2. ca. 800, im die 1878 vom Handwerkerverein gegründete Baugewerkschule 1883 3. ca. 1200 und blieb dann bis zur Auflösung der Anstalten( 1873) übernommen. 1892 wurde der Gewerbesaal und die zweite Handziemlich konftant zwischen ca. 11-1300. Nur im Rothstandsjahr 1856 werkerschule eröffnet. " und im Kriegsjahr 1870 fant fie unter 1000. Die Regelmäßigkeit Die vielfachen Umgestaltungen haben allmälig zu einer bunten des Besuches war anfangs befriedigend. Der Bericht pro 1852/53 Mannigfaltigkeit der Einrichtungen für allemeine und fagt, sie habe fortwährend zugenommen; Verfäumnisse fämen vor, technische Fortbildung geführt, die den Eindruck des Improvisirten hingen aber mit dem Beruf der Schüler zusammen. Auch 1856 wird macht. Aber eine bestimmte Richtung und ein leitender noch von Zunahme der Regelmäßigkeit gesprochen. Wenn sich die Gedanke ist doch in der Entwidelung zu bemerken. Mehr und Frequenz vermindert hat", sagt der Bericht, so möchte der Grund mehr brach sich die Erkenntniß Bahn, daß die meisten vom Forthiervon in den drückenden Zeitverhältnissen zu finden sein." bildungsunterricht vor allem Förderung ihrer BerufsAls Uebelstand empfand man von Anfang an die große Vertüchtigkeit erwarten. Die Zunahme der Technik, der Fort schiedenheit der Vorbildung, des Alters und der schritt der Arbeitstheilung und die Abnahme der Belehrung in der fozialen Stellung der Theilnehmer. Schon 1850 Werkstatt fordern als Ergänzung technischen Unterricht. " So lange die Leitung der Berliner Gewerkschaften nicht zu der Ueberzeugung sich bekehrt, daß man Ausstände nicht mit bloßen Behauptungen und Schlagworten, sondern nur mit Thatsachen und stichhaltigen Beweisen erfolgreich durchkämpft, werden aus solchen Vorgängen, wie der oben geschilderte, die Gegner der Arbeiterbewegung Nutzen ziehen." Herr W. bleibt den Beweis, daß Schlagworte und bloße Behauptungen die Stärke der Berliner Gewerkschaftsführer seien, vollkommen schuldig. Der Schreiber dieses ist der Meinung, daß eine Berichterstattung, der es so an objektiver Darstellung mangelt, Herrn Weigert nicht als Freund der Gewerkschaften empfehlen kann, sein Rath war an unrechter Stelle angebracht, noch weniger bedurften wir denselben. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, 6. Januar. Urania Taubenstrasse 48/49. Im Theater: Thalia- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Oranien- Hallen Soeben beginnt neuer Am Moritzplatz. Oranienstr. 51. Am Moritzplatz. Jahrgang: Inhaber: Hermann Scholze 6132* Gastspiel Emil Thomas empfiehlt feine Säle ben Bereinen zu Bersammlungen und Festlichkeiten. Mein Leopold. Im unteren Saal täglich: Frei- Konzert. 0 Reiseskizzen aus dem Orient. Original Boltsstück mit Gesang in Opernhaus. Zar und Zimmermann. 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