Einzeli 70 Seller. Redaktion Prag, 1., L. ická Telephone: Tagesredattion: 26795, 31469. Nachtrebattion: 26797. Postichedamt: 57544. Inferate werden laut Tarif bluigft berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 9. Jahrgang. St Saldemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowatischen Republit. Samstag, 3. August 1929. Bezugs Bedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bel Bezug durch die Post: monatlich.... Kč 16.olerteljährlich.. 48.halbjährig B ganzjährig. 98.192.Rädstellung von MannStripten erfolgt nur bei EinSendung der Retourmarten. Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich rüh. Nr. 180. Youngplan- Rheinlandräumung Englisch- amerikanischer Seeabrüftungsvorschlag Die Partei der Ohnmacht. Abrüstung. Paris, 2. Auguft. Evening Standard" England und die Vereinigten Staaten von Wenn die kommunistische Partei in den berichtet, daß Premierminister Macdonald Amerika werden nach den Informationen des Aucen eines Teiles der Arbeiterschaft als abrüftung über folgende Vorschläge überein- abgeben, daß sie bereit sind, den Bau von noß und wenn anderseits bei der Bourgeoisie und General Dawes in der Frage der Marine zitierten Blattes eine gemeinsame Erklärung Stampfpartei noch einen Rest von Ansehen gegekommen sind: Unterseebooten einzustellen. Die Stellungnahme der SAI. Kurz vor dem Zusammentritt der Haager Konferenz will die Exekutive feststellen, daß die deutschen, englischen, belgischen, französischen und italienischen Sozialisten bereits 1922 in Frankfurt in Resolutionen, die von den Kongressen der gejamten Internationale in Hamburg( 1923) und Brüssel( 1928) bestätigt wurden, die Lösungen formuliert haben, nach denen sich nun unter dem 3. Berlängerung der für die einzelnen Rate Druck der Ereignisse und der öffentlichen Meinung gorien der Kriegsschiffe festgefeßten Lebensdauer. die Regierung orientieren müssen, in Bezug auf: 1. Die endgültige Regelung des Problems der Reparationen in Ber bindung mit dem der Schulden. 2. Den Rüdzug der ausländischen Truppen aus dem Rheinland. Bau von Kriegsschiffen. 1. Herabjegung des Programmes für den 2. Verminderung der Größe der fünftigen Kriegsschiffe. Dirette Verhandlungen zwischen Moslau und Mulden bereits seit 22. Juli im Gange. Diese Borschläge wurden Frankreich, Italien noch ein Fünfchen von Respekt vor ihr vorund Japan mitgeteilt, damit die Regierungen handen gewesen sein sollte, so hat der 1. August dieser Länder ihren Standpunkt mitteilen. Man beides gründlich zerstört. Nach dem kläglichen ist der Auficht, daß das Ergebnis der englisch Verlauf dieser großmäulig als Probemobiliamerikanischen Beratungen die baldige Einbern- fierung für die Weltrevolution angekündigten fung der Seemächtekonferenz sein werde. Kampfaftion", die„ allen Gewalten zum Trotz" durchgeführt werden sollte, scheidet diese Partei aus der Reihe der ernstzuneh menden Parteien und Bewegungen aus, man fann nur Mitleid mit ihrer Silflosigkeit haben oder über sie lachen. Es war überhaupt nichts! Moskau, 2. August.( Eigenbericht.) Aus einer weniger, als Thai zuerst angekündigt hatte. her über den 1. August geschrieben und hätte Hätten die Zeitungen nicht wochenlang vor3. Die Abrüstung zur See, zu Band soeben veröffentlichten Mitteilung des Mostauer Sie sehen lediglich vor, daß und in der Luft. Außenamtes geht hervor, daß bereits seit dem nicht Polizei und Gendarmerie demonstriert, Die Annahme des Youngplanes muß notwen- Wulden schweben. Diese Verhandlungen sind im 22. Juli Verhandlungen zwischen Woskan und die Sowjetregierung und die chinesische Regie- die Deffentlichkeit hätte es überhaupt niemals rung zieds Beilegung des gegenwärtigen Ron erfahren, daß der 1. August von der kommunidigerweise die Räumung des Rheinlandes ohne Augenblick ins Stoden geraten; trotzdem steht die fliktes ihre Vertreter ernernen, die zu einer wetteren Aufschub und ohne Bedingungen, die friedliche Beilegung des russisch- chinesischen NonKonferenz zusammentreten würden. Zweitenstischen Partei als Großkampftag" ausgeruDeutschland einer einseitigen und dauernden Konfliktes bebor. Man zweifelt hier nicht, daß die wird die Lage der Ostinesischen Eisenbahn fen worden war. Ein in Prag aufgeführtes trolle unterstellen würden, die mit den Rechten birette Aussprache zwischen beiden Mächten als provisorisch erklärt und unterliege neues Kinostück bringt mehr Leute auf die einer freien Nation unverträglich wäre und übrinach der Konferenz einer Regelung auf Grund Beine, als die kommunistische Partei an die gens weder in den Verträgen von Versailles noch in der nächsten Zeit beginnen wird. Der bisherige Verlauf der Verhondlungen die Peking- Mukdener Vereinbarungen. Drit fem Tage nach dreimonatlichen Vorbereitunvon Locarno vorgesehen ist, zur Folge haben. tens sollen die verhafteten Sowjetbürger frei- gen im ganzen Staate aufzubringen imDie Exekutive erinnert daran, daß die Sozia- eine Aussprache zwischen dem dortigen Außen ist folgender: Am 22. Juli fand in Mukden gelassen und nach Rußland ausgewiesen wer- itande war. Gewiß bedeutete die Unterdrüklisten der daran interessierten Länder bei den ver- minister Tsai und dem russischen Generalfonful den. Die in der Sowjetunion verhafteten fung fast der gesamten kommunistischen Presse gangenen Kongressen der Internationale einmütig Chinesen sollen ebenfalls freigelassen werden. ein gewisses Hindernis, aber eine lebendige, darüber waren, daß es, um die Liquidierung des von Charbin Melnikow statt. Dabei überDie Antwort Karachons fonstatiert, daß der in den Massen wurzelnde Bewegung hätte die Berständigung das Ausnahme- Regime, das im Vorschläge der Muldenregierung. Melnikow Brief Tschangſueliangs den Vorschlag Thais auf Kraft gefunden, sich über dieses Hindernis hinKrieges zu vollenden, notwendig ist, durch gütliche mittelte Thai dem russischen Vertreter einige Saargebiet besteht, zu beenden, ein Ausnahme- lehnte die Prüfung dieser Vorschläge ab, über- Ernennung eines jowietrussischen wegzusetzen, denn man wird nicht behaupten Reg.me, deffen Beseitigung in der kürzesten Frist erklärte sich der Kommiffär für Aeußeres, feines Gehilfen verfáveige. Falls die fönnen, daß es troß der Einstellung der Brejſe mittelte sie jedoch nach Moskau. Daraufhia Direttors der Oftchina- Bahn und erfordrlich ist. Die Internationale begrüßt die von der Ar- ar a chan, am 25. Juli bereit, auf Grund Regierungen von Mukden und Ranting diefe an allen Verständigungsmöglichkeiten mit der beiterregierung Großbritanniens ausgehende Ini- mit der Mukdener Regierung einzutreten, for- Abänderungen unterbreiten, werde die Sowjetdieser Vorschläge in direkte Verhandlungen ursprünglichen Vorschläge Tjais mit mit gewissen Arbeiterschaft gemangelt hat. Aber nichts, rein gar nichts ist getiative hinsichtlich der Abrüstung zur See und der tiative hinsichtlich der Abrüstung zur See und der obligatorischen Schiedsgerichtsbarkeit. Sie unter- dete aber, daß ihm die Vorschläge noch einmal regierung diese Vorschläge wohlwollend prüfen. schehen! Kein roter Tag und fein auch noch so obligatorischen Schiedsgerichtsbarkeit. Sie unter- direkt von Tschangiueliang, dem Haupt Andererseits würde eine folgenschwere Lage leiser Protest gegen die Summe von Schifajuüg: mit allen ihren Aräften die Entwicklung der Muldenregierung, gemacht würden. geschoffen werden, für die die Verantwortung nen, denen die kommunistische Partei in den Am 1. August trafen diese Vorschläge in ausschließlich die beiden chinesischen Regierungen letzten Wochen durch die Polizei ausacieẞzt und in der Luft) als auch hinsichtlich der Aus- Moskau ein, sie enthielten aber bedeutend tragen müßten. dieser Aktionen sowohl in bezug auf die allgemeine Serabseßung der Rüstungen( zur See, zu Land dehnung der Schiedsgerichtsbarkeit als Lösung internationaler Konflikte. * ** Die engliſche Arbeterregierung fan in Die Internationale zum rußisch- hinesischen ihrem Rampf gegen den Krieg und für den Frieden in Europa und in der Welt auf die gesamten organisierten Kräfte der Internationale zählen. Amerita schickt einen Beobachter. Washington, 2. August. Staatssekretär Stimson hat entschieden, daß Amerika einen inoffiziellen Beobachter zu der Regierungsfonferenz im Haag entfende. Konflikt. war! Widerstandsloser, ohnmächtiger hätte sich die kleinste der politischen Parteien nicht niederringen lassen, wie man dies am 1. August bei dieser noch vor kurzem über 61 Abgeord= nete und Senatoren verfügenden Partei er= lebt hat, die durch ein paar polizeiliche Ufase und eine Anzahl Verhaftungen aus dem GeDie Exekutive der S. A. J. fordert die Ar-| dieses Prinzip zu bestreiten, wenn es sich um ein fichtsfelde einfach weggewischt wurde. In beiter der Welt auf, ihre Aufmerksamkeit den Privileg der Sowjetunion handelt. den Annalen der sozialistischen ArbeiterbeweGefahren zuzuwenden, die aus dem Konflikt Aber die Internationale ist andererseits der Aung wird man vergebens nach einem ähnlizwischen der Sowjetunion und China hervor- Meinung, daß die Aufhebung der rußischen Kon- chen Beispiel fuchen. Selbst zur Zeit, da die gehen. Es ist ein unerträglicher Gedante, trolle über die oſtchineſiſche Bahn nicht gewalt- Sozialdemokratie noch klein und schwach war, Es ist ein unerträglicher Gedante, fam, auf einem dem Frieden gefährlichen Wege die Arbeiterschaft feinerlei politische Rechte daß 15 Jahre nach dem Ausbruch des Weltkricges, in einer Zeit, in der immer noch Millionen erfolgen kann, sondern nur durch einen friedlichen besaß, hätte die Polizeigewalt nicht gewagt, Kriegswitwen und Kriegswaisen die Opfer des Sibirien und Wladivostok garantiert und der der und die Bewegung wäre in ihren ErscheinungsVertrag, der den ungestörten Verkehr zwischen mit ihr in normalen Beiten so umzuspringen Krieges beklagen, in der noch Millionen Kriegs- Sowjetregierung die Bürgschaft bietet, daß diese formen nicht so restlos mit Putz und Stingel beschädigte ein Leben der Schmerzen und Ent- Bahn nicht zum Stüßpuntt der gegen die Sicher auszurotten cewesen, wie es der einst mäch Wien, 2. August.( Eigenbericht.) In Linz behrungen führen, in der die Völker die furchtheit der Sowjetunion gerichteten Tätigkeit rustigen kommunistischen Partei widerfuhr. Was a. d. Donau wurde Donnerstag Abend eine große baren wirtschaftlichen Folgen des Krieges immer fischer Weißgardisten mißbraucht werden kann. Munitionssendung an die oberösterreichische noch in der großen Arbeitslosigkeit spüren, in der doch der 1. August alles beweisen sollte! Vor Heimwehr aufgefangen. Beim Ausladen von zehn Mandschurei und neuerlich von beiden Seiten Von diesen Grundsäken ausgehend, fordert allem die Wiedergewinnung der Fühlung mit Risten in Linz, die an den Fürsten Starhem- Truppen an die Grenze vorgeschoben werden, die Exekutive die Einstellung der militärischen den Massen! Den kommunistischen„ Massen" berg, dem Führer der oberösterreichischen Hei- deren Zusammenstoß abermals die Welt in Flam- Vorbereitungen auf beiden Seiten, die Wieder- fiel es nicht ein, sich für ihre Partei einzuset matwehr adreffiert war. fiel eine Kiste zu Bo- men zu sehen droht. aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwi zen, oder auch nur, sich zu ihr zu bekennen, De Heimwehr hat italienische Munition. den und da stellte sich heraus, daß anstelle der als Es ist ein unerträglicher Gedanke, daß ein schen China und der Sowjetunion, die Neurege- Senn alle Rufe an sie hatten das Resultat, daß Inhalt dekarierten Glaswaren Infanteriemuni Pusammenstoß zwischen der russischen und der lung der Verwaltung der oftchinesischen Bahn sich nirgends ein größeres häufle: n von Artion in den Kisten enthalten war. Die Polizer chinesischen Revolution zu einer wirtschaftlichen durch einen Vertrag. Die Erekutive fordert, daß beitern fand, das den Rufen gefolgt wäre. E3 beschlagnahmte die ganze Sendung und stellte Satastrophe und damit zum Siege der Konter- beide Mächte, falls sie sich über einen solchen fest, daß in den Kisten 35.000 Schuß, Infanterie revolution führen könnte. Vertrag nicht zu einigen vermögen, die Entschei- war eine Niederlage, wie sie ärger und beschä= munition österreichischer, italienischer und Angesichts dieser Gefahren betrachtet es die dung eines Schiedsgerichtes anrufen und aner- mender nicht gedacht werden kann. reichsdeutscher Erzeugung enthalten war. Die Erekutive als Pflicht. der sozialistischen und Ar- kennen. Die größte Freude an dieser selbstverMunition ist in Wien aufgegeben worden. Daß beiterparteien aller Länder, ihren Einfluß auf Die Exekutive stellt weiter fest, daß die schuldeten Niederlage der Stommunisten wird der Heimwehrführer von der Sendung gewuß hat, geht daraus hervor, daß wenige Minuten die Regierungen und auf die öffentliche Meinung Machthaber der Mandschurei den Konflikt mit die Reaktion haben. Sie hat am 1. Auguſt die nach der Ankunft des Dampiers das Lastauto der Welt auszunüßen, um einen Krieg unmöglich der Sowjetunion benutzt haben, um die Gewerk- Ueberzeugung gewonnen und dazu haben ihr des Starbemberg in fausender Fahrt zum Lan- machen und im Falle einer akuten Kriegs- fchaften aufzulösen und die Arbeiter des Streit die kommunistischen Führer verholfen, daß der dungsplatz tam. Freilich war es da schon zu gefahr die Produktion und den Transport von rechtes zu berauben. Ohne zu verkennen, daß die Teil der Arbeiterschaft, welcher noch immer Sowietregierung selbst den Vorwand zu dieser in der geistigen Gefolgschaft der kommunistifrät. Der Zwischenfall bat wieder deutlich ge- Munition in beide Länder zu verhindern. Die Internationale, die vom Anfang der Verfolgung der Arbeiterschaft aegeben hat, indem ichen Partei steht, als Kampffaktor zeigt, daß die österreichische Heimwehr sich un unterbrochen mit Waffen und Munition ausrü chinesischen Revolution an das Recht des fie Arbeiterorganisationen auf chinesischem Boden außer Betracht kommt, daß abseits chine fischen Volles auf seine volle als Werkzeug russischer Politik mißbrauchte, pro- vom Heere des wirklich kämpfenden Proletastet, um den Bürgerkrieg vorzubereiten. nationale Souveränität, auf die Be- testiert die Internationale dennoch gegen dieje riats noch größere Massen stehen. die seitigung aller Privilegien ausländischer Mächte Verfolgung der Arbeiterorganisationen in der fa mpfunfähig geworden sind. Kundauf chinesischem Boden verteidigt hat, erkennt an, Mandschurei und erklärt, daß die chinesische Redaß es das Recht Chinas ist, die Beseitigung der aieruna die werktätige Sympathie der Arbeiter gebung gegen den imperialistischen Krieg: ruffischen Kontrolle über die oftchinesische Bahn, klaffe für ihren Kampf um die uneingeschränkte nach dem Verlauf des 1. Auguſt muß die soweit sie auf chinesischem Boden liegt, au for nationale Souveränität Chinas gefährdet, wenn Bourgeoisie den Eindruck gewinnen, daß sie bern. Die Sowietregierung, die so oft die Besei- fie diesen Kampf durch Berfolaung von Arbeiter im Falle eines solchen Krieges von Seiten tigung aller Brivilegien der fremden Mächte auf organisationen und Bernichtung elementarer der Anhänger der kommunistischen Vortei chinesischem Boden gefordert hat, hat kein Recht, Rechte der Arbeiterschaft schändet. nichts zu fürchten braucht, denn diese sind En lische Nachwahlen. London, 2. August.( AR.) Bei den Ergänzungswahlen in South Leeds wurde an Stelle des Labouristen Henry Slesser, der zum Lord des Appellationshofes ernannt wurde, der Labourist J. Milner gewählt Seite 2 Samstag, 3. August 1929. Anzahl von Orten durchzuführen, nicht nur in den Städten, sondern auch in den Dörfern, wo die Pläge vor den Denkmälern der Gefallenen benußt werden. nicht einmal für eine Rundgebung gegen die Geschreies müde und verlieren den Glauben[ stischen Führer hübsch unter sich, die aber es zum Kriege treibenden Imperialisten hervor- an die Ehrlichkeit der ihnen vorgesetzten Pa- auch vorziehen, geschüßtere Orte aufzusuchen. Die heiferschaft hat am 1. zulocken, geschweige, daß sie bei Gefahr des rolen, hinter denen sich doch stets etwas andeAusbruches eines solchen Krieges ernsthaften res verbirgt. Antikriegstag, schön, heute er- August einen Beweis ihrer getWiderstand leisten könnten. Berteidigung fennt doch schon jeder, der nicht ganz mit stigen Reifeliefert, als sie der der Sowjetrußlands: aus der Blamage des 1. Blindheit geschlagen ist, daß es sich auch dabei verantwortungslosen Abenteurerpolitik August werden die Imperialisten heraushö- nur um die widerwärtige Hege gegen die eige- Bolschewiken die Gefolgschaft verweigerte. Unren, daß, soweit wenigstens die kommunistinen sozialistischen Klaffengenossen, die nicht fere Ueberzeugung, daß die Partei der Ohnschen Arbeiter in Betracht kommen, Solbjetruß auf Stalins Fahne schwören wollen, handelt macht rettungslos ihrem Untergang entgegen= land auf wenig Silfe von dieser Seite zu rech- und um Krawall und fruchtlosen Lärm zum geht, erfährt dadurch eine neue Stärkung und nen hat. Und die Stapitalistenklasse wird wei- Zwecke der Reklame für die moralisch auf den wir schöpfen daraus die Hoffnung auf die balters aus dieser Erfahrung in der Üeberzeugung Hund gekommene Partei. Dafür ihr Leben dige Wiedervereinigung des klassenbewußten nur bestärkt werden, daß sie sich dieser Partei und ihre Freiheit einzuseßen fällt niemandem Proletariats auf der Kampffront der Sozial- Diese Kampagne wird die Partei und ihren Anhängern gegenüber alles er- mehr ein und die Arbeiter lassen die kommuni- demokratie! lauben fann. Die Polizei hat einen ungeheueren Machtapparat zur Ünterdrückung nicht nur aller eventuellen Unruhen am 1. August, sondern zur Niederdrückung jeder Sundgebung überhaupt aufgeboten. Die Ordnungshüterei feierte geradezu Orgien. Glaubt jemand, daß dies Eine tragikomische Epistel zum 1. August. Antikriegstag in der Wie die Ettisten sich den kommunistischen Antikriegstag Zschechoslowakei vorstellten! Partei." Wie aus den bisherigen Vorbereitungen her. vorgeht, lann man erwarten, daß die pc. die Aufgabe einer fonfequenten Durchführung ber Antikriegsaktion erfüllen wird. Trotz aller Mängel und Schwierig. tetten wird das tschechoslowakische Proletariat am Jahrestag des Aus. bruchs des Weltkrieges unter der Führung der RPC. demonstrieren burch Wiederherstellung verloren. gegangener Berbindungen mit ben Maffen der werktätigen Be völkerung im ganzen Lande stärken! Die Kommunisten mögen uns aus der Geschichte aller Barteien einen einzigen Fall nennen, wo von einem ähnlich großen, wochen lang bearbeiteten Aktionsprogramm, unter den Anstrengungen des gesamten Vertrauensmännerstabes, aber auch nicht bas bescheidenste Quentchen berwirklicht wurde, tie es sich eben beim kommunistischen Toten Tag ereignet bat. Statt der Demonstrationen menschenleere Straßen in allen Städten, it att der Arbeitsnieberlegung ein veri. tabler Parteistreit, statt der tonfc. unbestritten einen weiteren Erfolg quenten Durchführung eine impo. tente Abführung, statt Stärkung der ver. der neuen Führung". lorengegangenen Verbindungen mit den Massen Moskau wird sich mit einigen Gratis vollständige Erschöpfung, rabila. Flugfarten revanchieren! Wenn's gerecht Les Ausgelöschtsein, das absolute zugeht, aber beim ganzen Politburo; nichts. Wir glauben nicht, daß die Internationale „ Für die lehten zwei Wochen schidt die Presse- Korrespondenz Herrn Stastny für diesen Zentrale die einzelnen Mitglieder des Artikel auch nur soviel Rubel zahlen wird, als Polbüros in die wichtigsten Kreise am 1. August in der Tschechoslowakei kommuzur direkten Beitung der Kampagne." nistische Arbeiter demonstrierten! Einige von ihnen fielen der Polizei in die nahmen- verkrochen sich vor dem jammerHände; die anderen mit ganz wenigen Ausaus wirklicher Furcht vor der revolu- Dem Roten Tag" ist nach Jahresfrist| Aber der Stastny, der Glüdliche, wußte tionären Rampfentschlossenheit der kommuni- der Tote Tag" gefolgt. War jener eine es besser: stischen Bekennerscharen geschah? Sie ist doch heillose Blamage, so dieser der Beweis„ Die Vorbereitung dieser Kampagne zeigt eine nie dagewesene Tätigkeit der ganzen schon vordem mit den Kommunisten wie mit einer zwar etwas frühzeitigen, aber unheil" Watschenmännern" umgesprungen, hat sie baren Impotenz der kommunistischen mit sadistischer Lust geschurigelt, tyrannisiert Bartei. Das hat sie von ihrem ausschweifenden Mit dem Erfolg, daß sie am 1. Auguft in der und schifanisiert. Für die Polizei war der 1. Rebenswandel! Der 1. August- das war Reichshauptstadt nicht einmal zwanzig Leute auf in der Tschechoslowakei das absolute die Beine brachte! Herr Stastny nennt das August nur ein gefundener Anlaß, ihr Selbst- nichts, man kann darüber die Aften schließen. bewußtsein und das Rückgrat der Reaktion zu Doch vorher noch einen Griff in die stärken und sie beeilte sich, aus dem geplan- Sammlung vorbereitender Dokumente zu die ten Demonstrationstag für die proletarische sem 1. Auguft, damit man noch einmal inne Revolution einen Demonstrationstag der werde, was für Revolutions fanfaren fascistischen Polizeigewalt und der internatio- biefer Rapitulationsschamade voraus nalen Reaktion zu machen, wozu ihr die gegangen sind! In der zu Berlin erscheinenden InterDummheit und Leichtfertigkeit der kommuninationalen Presse Korrespondenz stischen Führung verhalf. erschien am 23. Juli, also vor einer Woche, aus der Feder eines Herrn P. Stastny aus Prag ein Artikel mit der Ueberschrift:„ Die Vorbereitungen zum 1. August in der Tschechoslowakei". Laßt uns daraus zitieren: Durch die Borbereitung und die Führung dieser Kampagne schreitet die Partei zum ersten mal zu einer wirklich ernsten Organisierung eines planmäßigen Rampfes gegen den imperialistischen Krieg und für die Verteidigung der Sowjetunion. Die frühere Arbeit... war mehr zufällig unb überschritt oft nicht den innerparteilichen Rahmen... Erst der 5. Parteitag der PC. hat die Kriegsfrage in den Vordergrund gerüdt und bedeutet in dieser Richtung eine radikale Wendung." Die Niederlage der kommunistischen Bartei trägt nicht lokalen Charakter, denn die Lei tung der fommunistischen Internationale hat bafür gesorgt, daß diese Niederlage der Bourgeoisie aller Länder zum Bewußtsein gebracht werde. So schädlich dies für die gesamte sozialistische Arbeiterklasse ist, denn durch läp bische revolutionäre Spielereien, wie es der neue Rote Tag war, wird der revolutionäre Emanzipationskampf des Proletariats nur diskretitiert, so mußte es einmal so fommen. Da fißen in den fommunistischen Zentralen hunderte besoldete geistige Kulis, fabrizieren Thesen, brauen Parolen und konstruieren Formeln. Die Führung duldet keinerlei innerparteiliche Demokratie, jeder Unterführer soll und muß nur ein Rädchen an der Maschinerie Ernstplanmäßig- radikal. sein, die Parteien der kommunistischen Inter- Aus dem Moskauer Jargon in die Sprache der nationale bürfen nicht von Menschen mit Hirn Vernunft übersetzt, heißt das, wie die Tat und Verantwortlichkeitsgefühl gelenkt werden, sachen bewiesen: unernst chaotisch sie dürfen sich lediglich als Instrument der blamabel. von einer Relique gelenkten bolschewistischen Doch hören wir weiter: Politik betrachten, haben nicht die besonderen Berhältnisse in jedem Lande zu berücksichtigen und darnach ihre Zaktif einzurichten, sondern müssen warten, bis in der Bentrale auf den Knopf gedrückt wird und dann haben sie sich wie ein seelenloser Mechanismus in Bewegung zu seßen. Einer der Hauptpunkte der weisen bolichewistischen Taktik lautet: die Massen ständig in fieberhafter Aufregung zu An die revolutionäre Massenarbeit sind sie, erhalten und ihr täglich neue Kampfparolen angeblich, herangegangen, aber die Massen vorzusetzen. Die Folgen sind seit langem wahr- find weggeblieben. Im Mai haben sie ein Vierteljahr später haben sie zunehmen; selbst die allergetreuesten unter den angefangen fommunistischen Arbeitern werden des ewigen nicht erreicht, was schwarz unterm Nagel ist! Mutter mit Gewalt von der Leiche ihres Lieblings fort. Vier junge Mädchen, deren schwarze ManRoman von Blasco Ibañez. tilla die Augen überdeckte, ergriffen jetzt die Tischbeine. Sobald sie in der Tür erschienen, setzte Die Senora" umhüllte eine riesige, gelbe die Musik ein. Ein Walzer erflang, und burtig Mantillt, während der„ Maestro" den nur für formierte sich zu den lustigen Weisen der Trauerganz große Tage reservierten Gehrod trug. Seine aug. Sände, die in schwarzen Handschuhen steckten die Farbe spielte infolge hohen Alters start ins Grünliche gestitulierten unaufhörlich, um ja die Aufmerksamkeit der Bauern auf dieses außer ordentliche Zeremoniell zu lenten. Die Huerta. 26 Niemand kennt Gottes Ziele, Senor Ba tiste. Ergebung lehrt uns das Leben," sagte er feierlich und drückte Batistes Hand. Dann fuhr er mit leiser Stimme fort: Sehen Sie diese vielen Menschen? Gestern wurden Sie von ihnen verflucht, heute überhäuft man Sie mit Sympathic. Glauben Sie mir, im Grunde haben fie ein gutes Herz.Brutal, das ja, aber das Unglüd rührt sie." ,, Die erste Aufgabe der Antikriegskampagne war die Belebung der Tätigkeit der ganzen Partei, die Reorganisierung der Betriebszellen und das Serangehen an die wirkliche revolutionäre Maffenarbeit... Ende Mai und in der ersten Hälfte des Juni stand die Parteiarbeit schon im Zeichen der ersten innerparteilichen Vorbereitungen zum 1. August." Zuerst tamen paarweise die Schüler, jeder mit einem großen Strauß Basilienkraut, Don Joaquin verstand, so etwas zu arrangieren! dann folgten die vier Mädchen mit Tisch und Sarg, hinter denen die Musik unter Vorantritt von Pimentó einschwenkte. Ihr nach in Heinen Gruppen die ganze Menge der Leidtragenden. Mein Sind!... Mein Liebling!..." schluchzte Teresa. Langsam wand sich die lange, schwarze Schlange durch die grüne Gbene. Und die fröhlichen Stapriolen des Pistons Mangen zur Barraca herüber wie ein teuflisches Lachen von Gebatter Tod, der mit dem Kleinen im Arm durch die blühende Huerta tangte. Nachdenklich schaute er eine Weile zu Boden. Wie sollten sie auch anders sein, wenn sic wie die Tiere aufwachsen? Was hier nottut, ist Unterricht, Belehrung die gegen die Unkultur der Huerta fämpfende Fadel des Wissens." Vorsichtig warf er einen Blick umber, um sich zu vergewissern, daß niemand seine Worte hören fonnte, und schloß sodann mit Nachdruck: Alles wäre anders, Senor Batiste, wenn man mehr Kinder in meinen Tempel wollte sagen, meine Schule senden wollte, Ein neues Leben begann, ohne Haß. Aber und wenn die Väter Sonnabends pünktlich zahl- um welchen Preis!... ten, statt sich in der Taverne zu betrinken." Nach diesen Ausführungen setzte sich Don Joaquin würdevoll ans Fenster, von wo er seine Rangen draußen beobachten konnte. Batiste, regungslos an der Tür lehnend, blickte gedankenvoll auf die üppige, fruchtbare Ebene. Sie bot denselben Anblick wie sonst, ihm aber erschien ste jept schöner, friedfertiger... wie ein mürrisches Antlig, dessen Falten sich zu einem Lächeln glätteten. -O ich Alle waren unter feinem Dach gewesen, und ihre Schritte hatten den auf Barrets Boden lastenden Fluch getilgt. IX. San Juan, die fröhliche Erntezeit war ge„ Es ist Zeit! Der Herr Kaplan wartet schon kommen. Die Luft vibrierte von Licht und mit dem Satristan und den Chorknaben am Wärme. Eine afrikanische Sonne sandte Ströme Kirchhofseingang," mahnte Pepeta. Von den an- von Gold auf die Erde, die unter diesen heißen deren Frauen unterstützt, führte sie die jammernde Liebkosungen barst, und die glühenden Pfeile drandenn: vollen Ende! Wo waren die Führer? Die Polizei hat vor dem ersten August in Stastny auch sein kommunistischer ihrer topflosen Angst zahlreiche fommunistische Magen wird sich umdrehen, wenn er heute lieft, Sekretäre und Vertrauensleute, unter ihnen auch was er vor acht Tagen schrieb erwähnt dann sechs Abgeordnete verhaften lassen. Bedenkt man, eine ganze Reihe von Attionen, die daß die RPC 61 Abgeordnete und Senatoren sich organisch mit der Kampagne zum 1. August zählt, von denen etwa 20 oppositionell sein verbinden... auf das politische Geleise mögen( obschon die Oppositionellen zum Teil in zu überführen und sie so zu konzentrieren, den letzten Tagen wieder mit ihren Unterschriften daß sie am 1. August ihren Höhepunkt auf verschiedenen Aufrufen erschienen) so bleiben erreichen. Anzahl und Ausmaß der Streils immer noch mehr als dreißig Parlamentarier wird mit jedem Tage größer." übrig und darüber hinaus zwei Duhend Mits Also das ist wirklich der Höhepunkt. Nicht glieder des Polbüros und einige Dugend Sefre ein Betrieb, nicht ein Arbeiter hat täre, die nach den Verheißungen der Impreforr wegen des 1. August gestreift; weder in die wichtigsten Gebiete entsandt worden waren, vorher, noch am Toten Tag selbst. Herr Stastny um dort die Aktionen persönlich zu leiten. Wo hat die Moskauer zum Narren gehalten. Die waren fie am 1. August? bürgerliche Presse tann da wahrhaftig noch Einige haben sich ihr Alibi verschafft, indem lernen, wie man Schlachtberichte aus den sie vor einem Fabrilstor zu reden anfingen und Fingern saugt! fich nach den ersten Worten verhaften ließen. Der Auf solche Weise kommt dieser kostbare Vittor Stern ließ es nicht soweit fommen, fonBerichterstatter der Impreforr" zu folgendem dern hörte immer, wenn ein Geheimer vorüberSchluß: ging, au reben auf. Die Revolution findet bei ,, Wir rechnen mit dem Verbot der Demon ihm nur in Abwesenheit der Polizei statt. Aber strationen am 1. August und treffen Vorkeh- o waren die, gering geschäßt, 50 bis 60 rungen, um die Demonstration dennoch durch tommunistischen Führer", die weder zuführen... Unser Ziel ist am 1. August vor dem 1. August noch während des gestrigen die Arbeitsniederlegung in den Betrieben( wenn Tages verhaftet wurden? Sie blieben unsichtbar, auch nur auf eine furze, beschränkte Beit), und erft die nächste Reinigung wird wohl Ent Straßendemonstrationen, Kampf um hüllungen darüber bringen, wo sie den 1. Auguſt das Recht auf die Straße, Kundgebungen verbracht haben. In der letten Diskussion hat vor den Betrieben und in allen das Rudé Právo" ja erzählt, wie man zum Städten der Republit. Wir sind bestrebt, 28. Oktober den Senator Stalát in seiner Wohdie Demonstrationen in einer möglichst großen nung suchte, er aber schon tags zuvor ausgegen sogar durch das grüne Laubdach, in dessen| den überall hingehen, und sogar Pimentó nidie Schutz die murmelnden Gräben der Huerta vor mit dem Kopf, so oft er Batiste begegnete. der Sitze flüchteten. Die este der Mifpelbäume bogen sich unter der Last der gelben Früchte; saftige Pfirsiche seigten ihre rojigen Baden. Gierig juchten die Seinder nach den dicksten Feigen, und überall mischte sich in den Geruch des Getreides der berauschende Duft von Jasmin- und Magnolienblütent. Auf den Tennen häufte sich das Stroh zu gelben Bergen, blähte sich der Weizen unter Wol fen von Staub, und zwischen den Stoppeln pidten emsige Spatzen die lesten Störer auf. Alles war freudig; die Arbeit wurde zur Luft. Mit Genugtuung sahen die Bauern, wie sich ihre Kornfpeicher füllten. Die Kinder dach ten an frischen Weizentuchen, und selbst die Ackerpferde gingen in flotterem Schritt, In der Hueria begann das Geld zu sirtulieren, und abends füllten sich die Tavernen mit sonnenverbrannten Männern in schweißgetränk ten Hemden, die über die Preise und die fällige Pacht diskutierten. Mit Staunen und Bewunderung schaute der auf seine Ernte. Der Boden schien in einem einzigen Male alles gegeben zu haben, was er während zehn Jahren der Ruhe an Fruchtbarkeit in feinem Schoß aufgespeichert hatte. Und das Beste war, wie sich der Bauer schmunzelnd sagte, daß er den Ertrag dieses Ueberfluffes mit nie mandem au teilen brauchte, da er svei Jahre padytfrei wirtschaften durfte. Der zunehmende Wohlstand spiegelte sich in der ganzen Barraca wieder. Niemand würde in dem hübschen, von einem Blumenflor umgebenen Häuschen, dessen piper, hoher Giebel fich schneeweiß von dem blauen Himmel abhob, die von Tragit untvitterte Hütte des alten Barret er tannt haben. Steifgeplättete Vorhänge hingen vor ben Türen der Schlafzimmer; auf den Borten glänzten schräggeftelte Schüsseln, mit phanta fchen Bageln und roten, Tomaten nicht unähnlichen Blumen bemalt, und im Rüchenschrank reihten sich bidbäuchige, glafierte Tonkrüge neben Becher aus Porzellan. Auch die alten, gebrech Mit der Ernte kehrte die Freude auch in lichen Möbel verschavanden allmählich, um durch Batistes Barraca ein und ließ das Bild bes armen neue erfest zu werden, die Teresa bei gelegent Bilin verblaffen. Die vollen Kornfäcke, die der lichen Gängen nach Valencia aussuchte. Und erst Vater mit Batistet auf den Speicher fchleppte, die Kinder! Rofeta batte vei hübsche Rattun nahmen das ganze Interesse der Familie in An- leibchen bekommen, und die drei Junges stolspruch. Es gab überreichliche Arbeit, aber die gierten Sonntags von Ropf bis zu ben Füßen Tage verliefen in gleichmäßigem Frieden, ohne in neuer Kleidung. daß irgendein häßlicher Borfall ihr Leben störte. Die freundlichen, ihnen beint Begräbnis des Heinen gezeigten Gefühle waren zwvar ettvas er faltet. Gs hatte den Anschein, als bereuten die Menschen ihr fpontanes Entgegenkommen, und langsam taudyte wieder die Erinnerung an die Statastrophe des alten Barret auf. Immerhin wurde an dem einmal geschlossenen Frieden nicht gerüttelt. Wenn auch etwas fühl und zurüchal tend, so tauschte doch jeder einen Gruß mit ihnen aus. Die Kinder konnten, ohne belästigt zu verWer in den heißen Tagesstunden durch die Huerta mußte, ben überlam ein Gefühl des Wohlfeins angesichts ber schmuden, frisch und kühl anmutenden Barraca. Im Hof führten die Hennen ihre unaufhörlich piepfenden Küchlein, huschten Raninchen flink vischen die Stapel von aufgeschichtetem Brennhol, und im nahen Graben fauchten schnatternd, unter Aussicht eines frechen Erpels, muntere Enten. Fortepung folgt.) Samstag, 3. August 1929. Vom Reichsarbeitertag. Die Tschechoslowakei nach dem Haag eingeladen Wichtige Beschlüffe über den Festbeitrag Die am 2. August in Karlsbad abgehaltene Sigung der Exekutive des Reichsarbeitertags= Romitees beschäftigte sich noch einmal mit der Frage des Fest beitrages und faßte folgende Beschlüsse: Alle jene Reichsarbeitertags- Teilnehmer, die Nächtigung in Massen- oder Privatquartteren in Anspruch nehmen, haben den Festbeitrag von Kč 15. zu erlegen und erhalten das weiße Feftabzeichen. Mit diesem Festbeitrag find aber nicht nur etne, sondern alle Nächtigungen vom 16. bis 18. August bezahlt. Das weiße Festabzeichen berechtigt auch zum Eintritt auf den Festplaß am Samstag, den 17. Auguſt. Alle Teilnehmer, die nur Sonntag zum Reichsarbettertag lommen, erhalten das Tages abzeichen( bra un) zum Preise von Kč 6.-. flogen war und den Kampftag auf seinem Rest gut verbrachte! Uebrigens scheint auch in anderen Sändern, wo man weniger Führer verhaftet hat als bei ans, in Deutschland, wo die führende Garnitur der Revolution bereit stand, in Desterreich, in Frankreich, die ganze Führung hinter verschlosse nen Türen geblieben zu sein. Man überließ es wie immer den Proleten, sich zu opfern und einer unklaren Parole zufolge irgendwohin auf die Straße zu ziehen, während die führenden Herrschaften im sicheren Port abwarteten, was geschehen würde. Daß nichts geschah, daß Biesmal auch die Arbeiter gescheit genug waren, daheimzubleiben, wird die Herrschaften gewaltig schmerzen, ist aber in jeder Hinsicht ein erfreu liches Zeichen. Es beweist den Bankrott des Kommunismus und durchkreuzt die Absich ten von Machthabern, die da oder dort gern Blut gesehen hätten. Benes Delegationsführer. Einsetzung einer Beratungskommission. Seite 8. Lagesneuigkeiten. Eisenbahnunglück bei Brag. Ein Heizer tot, 45 Passagiere berlegt. Prag, 1. August. Die Direktion der StaatsHeute fand sich im Außenministerium der vernehmen mit dem Finanzministerium und Prag, 2. Auguft. Amtlich wird gemeldet:| auf Anregung des Außenministeriums im Eindeutsche Gesandte in Prag Dr. Koch ein, um mit Zustimmung des amtierenden Stellvertre im Namen der Signatarmächte des Genfer ters des Ministerpräsidenten eine Beratungs- bahnen Brag- Süd teilt mit: Am 1. August um Kommuniqués vom 16. September 1928, die om mission gebildet, die aus dem Außen- 18.30 Uhr stieß bei der Einfahrt in die Station Regierung der Tschechoslowakischen Republik minister Dr. Beneš, dem Finanzminister Dr. Modřan der Personenzug Nr. 3628 mit einer Ver zur Teilnahme an der Konferenz im Saag einzu- Blajat, dem Gouverneur der Nationalbant fchubslokomotive zusammen. Bei dem Zusammens laden, die sich mit finanziellen Angelegenheiten, Dr. Pospisil, dem ehemaligen Minister Aug. Stoß wurde der Heizer Franz Janda schwer ver namentlich mit dem Young- Plan zu be- Novat, dem ehemaligen Minister Dr. Johann leßt und starb nach seiner Ueberführung in das faffen haben wird. Krčmař, dem Gesandten Dr. Osusty, dem Ge- Krankenhaus. Von den Reisenden wurden 45 Die Regierung wird auf der Konferenz fandten Dr. Wellner und dem Legationssekre Personen verlegt. Sämtliche wurden in Modřan durch eine vorläufig aus dem Außenminister tär Dr. Heidrich besteht. Diese Kommission, die ärztlich behandelt und konnten mit dem Zuge die Dr. Beneš, dem Gesandten Dr. Osusty, nach Bedarf um weitere Mitglieder verstärkt Weiterfahrt antreten. Der Verkehr auf der Strede dem Gouverneur der Nationalbank Dr. werden wird, wird ihre Tätigkeit in der kom- wurde nicht unterbrochen. Die Ursache des ZuPospisil, dem Ministerialrat Dr. Sladky menden Woche aufnehmen. sammenstoßes wird untersucht. und Legationssekretär Dr. Heidrich zusam mengefeßte Delegation vertreten sein. Beteiligung an der Haager Konferenz wurde Zur Vorbereitung der tschechoslowakischen w Solche fommunistische Unternehmungen ann man doch nicht jedes Jahr dulden, auch wenn sie nicht gelingen. Denn die Vorbereitungen zur Unterdrückung der Demonstrationen fosten viel Geld. Gegen die kommunistische Partei wird es nunmehr nötig sein, einen planmäßigen schärferen Drud auszuüben. Sie muß jeder Möglichkeit entfleidet werden, auf diese Weise die Oeffentlichkeit und den staatlichen Sicherheitsapparat zu beläfti gen. Der kommunistischen Provokationen sind schon genug und der Staat ist auch genügend stark, um ihnen ein jähes Ende zu bereiten." Aehnlich jammern die„ Narodni Lifty" über die Kosten und bedauern, daß bei solchen Fällen nicht nur die kommunistische Partei draufzable, sondern auch der Staat. Die angewendete Präventivmethode fei ungemein human, aber leider Der Verlauf des 1. August zeigt aber auch, sehr kostfvielig, und es werde daber no wendig fein wie recht wir hatten, als wir die Polizeimaß zu überlegen, wie ungleich hier das Risiko aufaenahmen nicht nur vom demokratischen, sondern teilt sei und was für Beträge der Staat hiefür vom rein praktischen Standpunkt aus kritisier aufwenden und dadurch anderen produktiveren ten. War es nötig, Kommunisten zu Zweden wegnehmen müsse. Man müsse eine Art verhaften? Hätte es auch nur eine ernst von materieller Haftung für abfichtliche liche Demonstration gegeben, wenn man die Schäden ins öffentliche Recht einführen, wie sie im Führer ungeschoren gelassen, ja wenn man auf Privatrecht üblich fet, dann werde die Republik das Verbot verzichtet hätte?! Stein noch so borg.ch nicht mehr so einem Birnbaum gleichen, der nierter Bolizist, ja nicht einmal das„ Nár. Osvo auf freiem Felde steht und nach dem jeder straflos bozeni" fann nach diesem Ausgang die lächer Steine werfen kann. lichen Maßnahmen vor dem ersten August rechtfertigen. Es zeigt sich, daß eine Partei, deren Führer hinter dem Ofen bleiben, nicht zu fürchten ist und daß man sich unsterblich lächerlich macht, wenn man ihr Bedeutung bei mißt oder gar zutraut, sie könnte ernstlich die bestehende Ordnung gefährden. Daß die kommunistischen Blätter raschestens freigegeben, die verhafteten Führer schleunigst enthaftet werden, ist nur eine selbstverständliche Forderung. Richtige und falsche Ruzanwendungen. Prag, 2. Auguft. Die tschechische Presse stellt einmütig fest, daß der Rote Tag mit einem vol Ilommenen Fiasto geendigt hat. So schreibt das„ Pravo Lidu": Mit ihrem Jammern wegen der Roften ist die bürgerliche Preſſe entschieden auf dem Holz weg. So viel muß doch auch einem bürgerlichen Gehirn bereits flar fein: Das asko des Roten Tages geht zu einem sehr hohen Brozentsatz eben nicht auf Rechnung der Polizeirüstungen, sondern ist darauf zurückzuführen, daß es auch die kom munistisch gesinnte Arbeiterschaft fatt hat, sich ohne weil ein paar Herren in Moskau oder im Prager Zweck auf die Straße kommandieren zu lassen, nur Politbüro es so wollen. Die Arbeiterschaft ist nicht aus Furcht vor der Polizei, sondern deshalb zu Hause geblieben, weil sie der Moskauer Parolen überdrüssig ist. Wenn also Schlüsse für die Zukunft gezogen werden, dann können sie nur dahin gehen, fünf tig die Kommunisten demonstrieren und die ,, Nichts, aber auch rein gar nichts, ist geschehen. Polizei und Gendarmerie hübsch zu Hause zu Die Behörden haben in Prag eine Wienge Gen- lassen. Erstens entspräche das besser gewissen darmerie zusammengezogen, aber es zeigte sich, wie demokratischen Prinzipien, die nun einmal seiner wir schon vorher sagten, daß diese Maßnahme zeit in der Begeisterung in einzelne Verfassungs vollkommen überflüssig war. Nirgends wurde auch bestimmungen mit hineingerutscht sind, zweitens nur der geringste Versuch zu irgend einer Demon- fiele das ganze Gejammer über die hohen Kosten stration gemacht. Tagsüber haben die Gendarmen solcher Präventivmaßregeln weg und drittens und die Polizisten in ihren Ubikationen Karten ge- tönnte sich die Deffentlichkeit wirklich überzeugen, spielt und einmütig auf die Rommunisten ge- daß mit den Kommunisten auch dann die Maffen schimpft, welche einem großen Teil der Mannschaft nicht mehr mitziehen, wenn sie nicht befürchten den Urlaub verbarben. Die kommunistischen Führer müſſen, dabei auf Polizei und Bajonette zu hätten sich gern wenigstens mit vereinzelten vier- stoßen. telstündigen Arbeitsniederlegungen begnügt, aber auch das machte ihnen niemand zu Gefallen. Die Kommunistenhah auch in Freiwaldau. Arbeiterschaft hat einfach alle ihre Aufforderungen in einer geradezu beleidigenden Weise ignoriert. Der gestrige Tag war eine Niederlage des Bolitbüros und eine tödliche Wunde, ja ein Nagel in den Sarg der KPC." Dr. Osusky wird die Regierung solange vertreten, bis auf die Geschäftsordnung der interessierende Fragen gesetzt werden. Saager Konferenz die Tschechoslowakei direkt www In der Armee nichts Neues. In der Kaserne des Infanterieregimentes Nr. 3 in Kremsier versuche sich Dienstag morgens der Soldat M. Varga zu erhängen. ,, Graf Zeppelin" über dem Ozean. Er wurde jedoch rechtzeitig bemerkt, abgeschnitten Berlin, 2. August. Nach einer Funkmeldung den. Als Ursache seiner Verzweiflungstat gab er und konnte wieder ins Leben zurüdgerufen mer befand sich„ Graf Zeppelin" um 17 Uhr Verweigerung feines Urlaubsgemitteleuropäischer Zeit südlich der Azorengruppe. suche 3 on. Das Amerikanische Marineamt nimmt an, daß das Luftschiff voraussichtlich am Sonntag in Lakehurst ein reffen wird. Für die Landung wer den 400 Mann bereit gehalten. Ein Wel trust in der Elektroindustrie. Silhan, der der Radiostation am Laurenziberg Mit woch hat sich der Fähnrich Frans in Prag zugeteilt war, durch einen Gewehr schuß getötet. Das Motiv find angeblich schlechte wirtschaftliche Verhältnisse. Die Nette schließt sich. Kommunisten -Donnerstag hat sich in Prag der Soldat Berlin, 2. August.( Eigenbericht.) Eines der Anton Pekaret von der Hilfsrotte des größten deutschen Unternehmungen, die Allge- Ministeriums für Nationalverteidigung meine Elektrizitätsgesellschaft( A. E. 3.), foll jetzt schossen. Das Motiv des Selbstmordes mit Hilfe von amerikanischem Kapital erweitert wird untersucht. werden. Zwischen der A. E. G. und der International General Elettric Co. in New York ist ein Plan der Zusammenarbeit vereinbart worden, der alle Teile der Welt umfaßt. Die bisherigen freundschaftlichen Bezie hungen zwischen diesen beiden Riesengesellschaften soll jetzt fester gestaltet werden. Zu diesem Zwede gibt die amerikanische Gesellschaft dreißig Millionen Mart an die A. E. G., die ihr Attien fapital auf 210 Millionen Mark erhöhen wird. In den Aufsichtsrat der A. E. G. follen fünf Amerikaner eintreten. Vor allem soll das Ervort gefchäft erweitert werden; man hofft, den größten Teil des Weltumsatzes in der Elektroindustrie an sich reißen zu fönnen. sich reißen zu können. Die voreiligen Ruffen. - Fascisten Hakenkreuzler. Die Bolsche wisten haben sich mit den Fascist en verbrüdert. Sie sind entzückt von Mussolini und Mussolinis Leute sind wiederum entzückt von der herzlichen Freundschaft, die ihnen die Bolschewisten entgegenbringen. Eine gleich herzliche Freundschaft besteht vischen den Nationalsozialisten und Fascisten. Die reichsdeutsche Nationalsozialis fische Zeitschrift„ Wir Jungen" berichtet in ihrer Nr. vom 31. Juli über eine Rundgebung des nationalsozialistischen Schülerbundes in Berlin. Stolz heißt es in dem Bericht:„ Unter den Anwesenden bemerkte man Vertreter der italie nischen Balilla- Jugendorganisati on". Diese Organisation ist die amtliche mentar zu der Unterbrechung der englisch sowjet fchen Fascisten. Der Beweis für das herz London, 2. Auguft.( AR.) In einem Rom Jugendorganisation der italien sowjetfchen russischen Verhandlungen schreibt„ Daily Herald", liche Einvernehmen deutscher Safenfreuzler und daß die russische Regierung wahrscheinlich gedacht italienischer Fascisten ist also ebenfalls geliefert. habe, daß es sofort zu einem Austausch der Bot- Bolsche wisten und Fascisten sym fchafter fommen werde, dem dann die Verhand rathifieren miteinander, obgleich viele Stommunis lungen über die einzelnen Punkte nachfolgen werten in fascistischen Sterfern schmachen. den. Diefer formale Schritt benötige aber die Safenfrenzler und Fascisten begen Genehmigung des britischen Parlamentes und gegeneinander die herzlichsten Gefühle mußte deshalb verschoben werden. Das Blatt Das Blatt Südtirol. mußte deshalb verschoben werden. stellt in Abrede, daß Senderson fid; gegen über Do w galewiti dahin geäußert hätte, als ob die Einigung über die strittigen Fragen die Bedingung zur Wiederaufnahme der diplo matiſchen Beziehungen wäre. Es fei bloß nötig, 1. daß in der Pause zwischen den Verhandlungen Borbereitungen zu Berhandlungen über die noch nicht gelösten Fragen getroffen werden. Dieses Mißverständnis werde gewiß beseitigt werden, febald in Moskau der vollſtändige Bericht Dowgalewffys eingetroffen sein wird. Bom Rundunt. Empfehlenswertes ans den Programmen. Sonntag. frog Anschlag gegen einen Schnellzug. Olmih, 2. August. In der Nacht zum August bemerkte der Verkehrsbeamte m Drahotusch, als er auf die Anfunft des Schnellzuges Nr. 117 um 2 Uhr 14 Minuten wartete, em unweit des Stationsgebäudes in den Feldern einen verdächtigen Schatten. Als er zu der Stelle fam, jah er einen unbekannten Wann die Flucht ergreifen. Gleichzeitig ertönte Schuß. Woher geschossen wurde und wer den Schuß abgab, fann der Beamte nicht angeben. Bei der Untersuchung des Geleises, auf welchem der Schnellzug fahren sollte, tonstatierte der Verkehrsbeamie, daß auf das Geleise it Länge von etwa 2 Metern Steine gelegt wurden, die wahrscheinlich aus der Schotter unterlage der Schienen stammten. Der VerAehnlich schreibt die Pilsner ,, Nová Doba": Prag: 7.00-8.30( Sendung nach Brünn, Mähr. Ditrau, fehrsbeamte brachte den Zug zum Stehen. Bei Breßburg) Uebertrag. des rüblonzertes aus Karlsbad, 12.00 bis Von allen Seiten wird uns auf unseren Wufit der tschechoslowakischen Schützenvereinigung, 16.30-17.30 Schnellzug Nr. 117 bereits vor der Stelle, wo 18.00( Sendung nach Brünn, Mähr Oftrau und Breßburg) der Untersuchung wurde festgestellt, daß der telephonischen Anruf gemeldet, daß die Kommuni( enbung nach Brünn und Mähr. Oftrau) Orchester, 18.00-18.35 sten überall eine Blamage uns nur ein mitlei ( Sendung nach Brünn) Deutide Breifenachrichten, die Steine lagen, über Schottersteine gefahren diges Lächeln geerntet haben. Selbst die den Kom18.05 Deutide Sendung, Hedda Grab, Mitglied des war, die jedoch von der Maschine zertrümmert Bablonzer Stadttheaters( Gefang). 20.00-22.15( Sendung nad muniſten bisher blind vertrauenden Arbeiter sind waldau gleicht einer Gendarmeriefaserne, die Si- Brünn, Mähr. Ditrau, Breßburg) Uebertragung aus Starlsbad, wurden. Da feine weiteren Hindernisse feſtgedeprimiert. Die kommunistischen Funktionäre schächerheit der Freiwaldauer Bürger, die niemals( Sendung nach Brag, Brünn und Mähr. Oftrau) Uebertragung Bregburg: 11.00-12.00 stellt wurden, setzte der Schnellzug die Fahrt men sich und sind vor der ganzen Arbeiteröffent- gefährdet erschien, wurde also auch für den 1. des Promenadentonzertes aus Trentschin Teplin, 1630-17.30 fort. Nach den Tätern wird gefahndet. lichkeit blamiert. Der Krach der tommu Auguſt glänzend gewährleistet. Wie uns weiter Symphonisches Konzert, Promenadentonzert. Daventry: 15.30 Stammermufit, 21.00 nistischen Attion wäre weit wir mitgeteilt wird, sollen noch zwei Personen, 101.1 Brüssel: 15.00 Stonzert aus dem Sturfaal in Oft- Wenn 3700 Sträflinge mentern. samer gewesen, wenn nicht die Vor- in Saft genommen worden sein. Man tut zonaten, 20,00 Stnut Samfun.( Bum 70. Geburtstag.), 20.45: tehrungen der Polizei und Gendar- also auch bei uns alles, um den Bankrott der Orchesterkonzert. Sönigs Wusterhanjen: 20.00 Carujo singt Leavenworth( Kansas), 2. August. Gestern merie gewesen wären." ( Schallplatten). Stuttgart: 19.00 Otto Heuschele: Gustav Lan brachen im hiesigen Zuchthaus schwere Unruhen KPC zu verschleiern. Man schreibt uns: Mittwoch wurde in den Sekretariatsräumen der KPC und der kommunistischen Gewerkschaft in Freiwaldau durch Organe der Gendarmerie eine Hausdurchsuchung vorgenommen, bei welcher der Sekretär und Landesvertreter der kommunistischen Partei Jo ief Schubertin Saftgenommen wurde. Das„ Bolfsheim", in welchem sich diese Räume befinden, wurde einer förmlichen Belagerung unterzogen. Die Gendarmeriestation in Frei Zuta- Prozeß. Das„ Národni Osvobzent", das vorher bereit war, aus höheren staatserhaltenden Gesichtspunkten, die dem Verstand gewöhnlicher Plebejer- Demokraten allerdings unzugänglich blie- Preßburg, 2. August. Im Tukaprozeß wurde ben, allen noch so übertriebenen polizeilichen Vor- heute der Kronzeuge Belansky einem ganz tehrungen seinen Segen zu geben, scheint nun doch tägigen Verhör un erworfen. Von der Existenz zu füblen, daß das ganze Aufgebot höchst it be reiner unterirdischen Organisation weiß er nicht flüssig war. Das Blatt begnügt sich deshalb zu sicher, doch sei öfters von der Arbeit unter der schildern, wie überall das Straßenbild in aanz Erde gesprochen worden. Snaczky sei ihr Mitglied Brag normal war und lediglich die verdoppelten gewesen. Tufa habe sehr vorsichtig gearbeitet und Polizeipatrouillen und die Bereitschaft in den Kas nur unter vier Augen verhandelt. Auf die Frage fernen, die die Soldaten den ganzen Tag nicht ver- des Vorsitzenden, ob es wahr sei, daß Belansky lassen durften, daran erinnerten, daß ein außer Tufa angezeigt habe, um ihn aus dem poli gewöhnlicher Tag fet. tischen Leben zu entfernen und selbst ein Mandat zu erhalten, springt der Zeuge erregt in die Höhe und protestiert. Später setzt die Verteidigung dem Zeugen bis weilen sehr hart zu. Einzelne tschechischbürgerliche Blätter ziehen wieder aus der ganzen Sache für die Zukunft ganz falsche Schlüsse. So erklären die klerikalen Lidové Listy":" außerordentliches Symphoniefonzert. London: 17.45-18.15 Bach: Rantate ende, 20.15 und 21.00 Stonzerte.- Beriin: 12.00 Stonzert, 15.00 bauer, 19.30 Stonzert, 21.30 Europäische Volkslieder Leipzig: 17.30 Lieder zeitgenöffifcher Dresdner Komponister, 19.00 Meine aus. Es meuterten über 3700 Gefangene, die Geburt, mein Leben und das mannigfache Schidjal meiner sich mit Messern und Stuhlbeinen beFamilie, erzählt von der Spiegelglasscheibe, 19.30: Mandolinen und Gitarren Orchester, 21.00 Das Erlebnis des marwaffnet hatten und damit auf die Aufseher losihalls von Bassompierre von Sugo v. Hoffmannstbal. Bres gingen. Es gelang den Gefangenen sogar, von lan: 20.30 Gine heitere Hörfolge. München: 16.00 und 18.15 Stonzerte, 19.30 Stnut Samfun, einem Fenster die Eisengitter wegzureißen, deren Hamburg: 14.45 Musit aus gert. Johann Strauß. Königsberg: den Baltanländern, 18.40 Sigeunerweisen, 20.00 Seiteres ston schwere Eisenstäbe sie ebenfalls als Waffe samjuns, 12.30-13.00 Gesang im Freien, 13.00-14.30 Ston Langenberg: 11.35-12.30 Sum 70. Geburtstag stnut benützten. Es dauerte mehrere Stunden, bevor zert, 18 25-18.45 Adolf Uzarfli: Humor der Weltliteratur, 19.05 die Aufseher, die schließlich nicht nur mit Rezigeunerbaron, Operette von obat tanganiser volvern, sondern sogar mit Maschinenge= 11.15, 13.05-14.30 und 16.15 18.00 Stonzerte. Frankfurt: Wehren vorgingen, des Aufruhrs Herr wurden. 18.30-19.00 Die deutschen Mundarten", 20.30 2,00 Stonzert. 11.00-11.30 Jugend und soziale Arbeit", 17.00-18.30 Konzert, Dabei wurden sieben Sträflinge getötet, drei Wien: 11.00 Eröffnung der Salzburger Festspiele, 11.20 schwer und eine große Anzahl leicht verletzt. konsert- Arien, 19.45 Rund um Afrila", Sörszenen von einer Es ist dies i dieser Woche bereits der vierte Schiffsreise von Carl" Sagemann. Zürich: 20.00 Populäres Fall einer Meuterei in amerikanischen GefängMuse. Bern: 20.30-22.00 Solisten und Orchesterkonzert. nissen. Den Anlaß hiezu gab die UnzufriedenRom: 20.30 Wilhelm Tell", Oper von Roffini. Stockholm: heit der Sträflinge über die Beschaffenheit der 10.15 Stonzert, 20.00 Festkonzert zum 70. Geburtstag Stnut Ham Stopenhagen: 21.30 Franz Suppé- Abend. Warschau: Nahrung. Wiener Symphonieordjefter, 15.00 Bildfunt, 15.30 Stonzert, 18.45 Liederkonzert, 21.00 Aus dem Füllhorn der leichtgeschürzten funs. 20.30 Populäres Abendkonzert, Bette 4 Zwei Briefe aus der großen" Zeit. Da sind zwei Briefe, Zeugnisse jenes Greig nisses, das jetzt vor fast fünfzehn Jahren seinen Anfang nahm und vier Jahre lang die Welt zu einer Höße machte. Diese beiden Briefe stam& Schandvolle Arbeiterdeportationen aus der Tschechoslowakei. Wie aus tschechoslowakischen Landarbeitern belgische Bergarbeiter gemacht werden. Die unglücklich Entwurzelten werden zu allem übrigen auch noch Opfer einer systematiſchen Ausbeutung in den Kantinen und anderen Orten. Samstag, 3. Auguft 1929. Der Streit der Platten- und Fliesenleger in Mähr.- Oftrau dauert fort. Zuzug ist daher ftreng fernzuhalten! Die Streitleitung. Ein katholischer Pfarrer unterschlägt eine Be Peuple", das Gentralorgan unserer men von einem englischen Flieger und einer belgischen Bruderpartei berichtet, daß letthin auf deutschen Mutter und sind beredter, als alle einem belgischen Bahnhof ein Eisenbahntvang Denkmäler aus Erz und Stein, die man den to port mit Tschechen einlangte, dazu bestimmt, in ten Helden aller Kämpfenden errichtet hat. den Zentralfohlengruben Belgiens zu arbeiten. Der Brief des englischen Flieger Diese Arbeiter hätten, so schreibt das Blatt, einen Es handelt sich um unerfahrene men halbe Million. Der katholische Stadt Tautet: sehr traurigen Eindruck hinterlassen. Ich en, vor allem um 2andarbeiter, die sich Pfarrer Wader! von ... München, de Es ist Ihr Sohn. Ich weiß, Sie kön Sie seien sichtlich hypnotisiert von der Aussicht nicht von heute auf morgen an das harte und fürzlich wegen schwerer finanzieller Verfehlungen nen es mir nicht vergessen, daß ich ihn getötet auf guten Verdienst ins Land gekommen, in der gefährliche Leben des Bergarbeiters gewöhnen feines Amtes enthoben und in eine Priester- Storhabe. Aber ich kann Ihnen versichern, daß er Soffnung, sich nach ihrer Heimkehr ein Stückchen können. Es ist nicht zu begreifen, ungefähr so rektionsanstalt eingeliefert wurde, ist nunmehr nicht gelitten hat. Der Tod kam rasch. Ihr Sohn trug Ihr Bild in seiner Tasche. Ich Grund ankaufen zu können. Da nun in belgischen meint das Brüsseler Blatt, warum die belgischen auf Grund eines von der Staatsanwaltf schide es Ihnen zurück, obwohl ich es gern be- Bergarbeiterkreisen Gerüchte umlaufen, daß diese Unternehmer überhaupt Taglöhner aus der erlassenen Haftbefehles festgenommen und in tschechischen Arbeiter nicht entsprechend Fremde kommen lassen. Wenn sie ihre Arbeiter das untersuchungsgefängnis ein. halten möchte. Ich nehme an, daß ich sein ihre Arbeit verschen, sich zu retten ver- anständig bezahlten, würden sie qualifi- geliefert worden. Dem Sünder im Priester. Feind bin, obwohl ich es gar nicht empfinde. Ich möchte mein Leben dafür hingeben, daß er ſuchen, wenn der" Plafond" nur ein wenig zierte Kräfte an Ort und Stelle genug finden. rock werden Unterschlagungen in Höhe von wieber lebendig wäre. Ich habe weder an Sie kracht, daß sie schmutzig" seien und da gegen Das Blatt schließt diesen Bericht über das Er- 80.000 Mart( eine halbe Million Kronen) zur noch an ihn gedacht, als ich auf seine Waschine diese Invasionen Proteste laut werden, haben gebnis seiner Enquete mit einer nochmaligen Bast gelegt. schoß. Er war ein Feind, der unterwegs war, unsere belgischen Freunde eine Enquete in Aufforderung an die belgischen Bergarbeiter muniere Goldaten auszuspäben. Ich konnte dieser Angelegenheit veranstaltet und festgestellt, die Tschechen als unglückliche und ausgebeutete Kameraden anzusehen, und ihnen ihre Klassenmeine Pflicht set." pflicht begreiflich zu machen. Frau Zoubkoffs vorläufiges Ende. Die und ehemalige Brinzessin Victoria von Preußen, Schwester des deutschen Ertaisers ihn nicht zurückfliegen und seine Mitteilungen daß in den verschiedenen belgischen Schächten jebige Frau Boubloff, hat das bisher von ihr be überbringen lassen, das hätte für die unsern rund 1200 tschechische Arbeiter wohnte Bonner Palais Schaumburg unter dem den Tod bedeutet. Ich weiß, daß Sie ihn Druck der Verhältnisse verlassen. Ihr Mann, der geliebt haben müssen. Weine Mutter starb, als aufgeteilt wurden, die durch eine So weit also unser belgisches Bruderblatt. fich zur Zeit in der Welt herumtreibt, hat ihr ich noch ganz lein war, aber ich weiß, was sie intensive Propaganda, die in den Konsulaten Die Dinge, die hier berichtet werden, gehen aber Vermögen verwirtschaftet, so daß der Konkurs empfunden hätte, wenn ich getötet worden wäre. der Tschechoslowakei betrieben wird, vor allem jedenfalls die Tschechoslowakei verhängt werden mußte. Das Bonner Schlo Der Krieg ist grausam gegen die Frauen. Wie sehr wünschte ich, daß er vorbei wäre. Es war rekrutiert werden. Es handelt sich dabei größten selber an, für die es geradezu als ein Stan- wird nunmehr anderweitig vermietet werden. Die mir, als ich Ihren Sohn anrührte, als fomme teils um landwirtschaftliche Arbei- dal bezeichnet werden muß, daß sie ihre n- uneneinrichtung des Palais soll durch einen er wieder zum Leben und als würden wir dann er, die bei der, wie das Brüsseler Blatt schreibt,[ chenmaterial" auf solche Weise ins Kölner Kunsthändler verlauft werden. Inzwis Freunde werden. Ich weiß, daß sein Leichnam in diesem Teil Europas" herrschen Ausland förmlich als Stlaben verfchen hat Frau Boubkoff in einer Pension in Ihnen teuer ist. Ich werde für ihn sorgen und den Arbeitslosigkeit, sehr leicht solchen dingen läßt. Ohne Zweifel handelt es sich bei Wehlem am Rhein ein 8immer gemietet. fein Grab anzeichnen. Nach dem Kriege werden Angeboten von Kohlenunternehmungen zugäng- diesen 1200 unglüdlichen Menschen um vorwie 30 Todesopfer in Waldenburg. Die Zahl Sie ihn vielleicht in die Heimat bringen lassen. lich sind und sich durch das Versprechen größerer gend slowakische Landarbeiter, von der Todesopfer der Waldenburger Gruben- Kata Mein eigenes sers ist schwer. Ich fühle, daß es Löhne und günstiger Arbeitszeit Illusionen hin armen Kreaturen, die zu Hause keine Arbeit strophe hat sich inzwischen auf 30 erhöht. Die geben. Ein solcher Bergarbeiteranwärter wird fanden und die wirklich glückselig sind, wenn Opfer des Unglücks wurden am Freitag nachmit Darauf antwortete ihm die deutsche kontraktlich auf die Dauer von mindestens einem ihnen durch irgendeine Agentur irgendwo in der tag in Nieder- Hermsdorf gemeinsamt beigesetzt. Jahre angetvorben. Man müsse wohl anerken Welt überhaupt ein Pläßchen in Aussicht geWie Hitlers Freunde regieren. Am 19. Juli nen, daß dieser Vertrag den Arbeitern ganz be- stellt wird. Die tschechoslowakische Ar- wurde in Bruned der Kaufmann Josef Neuhau Da ist nichts au vergeben. Ich sehe, beutende materielle und moralische Garantien beitslosenfürsorge schaut eben so aus, fer von den dortigen Karabinieri verhaftet. Bein wie Sie find, in all Ihrer bekümmerten Güte. gibt. So beispielsweise trägt die betreffende Koh daß man es ruhig und vielleicht auch noch mit darauffolgenden Berhör wurde ihm die Frei Es ist, als tämen Sie zu mir wie ein fleiner lengeſellſchaft die Kosten der Reise für die Ar- aller Genugtuung Knabe erschroden darüber, Schlimmes angerichtet laffung angeboten unter der Bedin zu haben, wo er es gut meinte. Ich bin froh, beiter, und teilt ste, wenn sie angekommen sind, daß Sie um meinen Sohn getrauert haben. Es nach Wunsch auf die verschiedenen Schächte auf, qung, daß er die Namen jener Perso ist mir lieber, daß Sie seinen irdischen Beib be- wo sie unter der Leitung eines qualifizierten lichen Bese- und Schreibunterricht rührt haben, als daß ein anderer es getan hätte. dann aber im einzelnen mit den Vohn- und Arbeiters arbeiten. Das Blatt beschäftigt sich an die Kinder in deutscher Sprache ertellen. Da der Versuch, auf diese Weise belastende Angaben Er war mein Jüngster. Ich glaube, Sie haben gesehen, wie prächtig er war. Ich fühle Ihnen Arbeitsbedingungen dieser importierten Arbei- nicht nur, daß auf diese Weise hunderte von von ihm zu erzwingen, mißlang, nahmen die KaIhres Herzens Qual darüber nach, denn alle ter, die, wie die Arbeitsbedingungen dort über- Menschen noch unglücklicher gemacht werden, rabinieri in Wohnung und Geschäft Neuhausers Männer sind unsere Söhne. Das macht den haupt, nicht sehr günstig sind. Dazu werden sie auch zu einem beunruhigenden Ele- eine Sausdurchsuchung vor, die nach den AngaKrieg so ungeheuerlich, daß der Bruder den kommt noch, daß der Großteil dieser Arbeiter ment für die Arbeiter des betreffenden Landes, ben der durchführenden Organe selbst, völlig er. denen sie die Arbeitspläte wegnehmen, ohne gebnislos verlief. Trotzdem wurde Neuhauser Bruder töten muß. Doch sind die Frauen biel- leiner Gewerkschaftsorganisation angehört. selbst vollwertige Arbeitskräfte zu sein, und am Abend des 19. Juli von den Karabinieri in leicht mehr für den Weltkrieg au tadeln als die Unter den 1200 Arbeitern sind nur 15 orgas deren Interessen sie schädigen, indem sie die Un- das Gefängnis in Bruned eingeliefert und wurde Männer. Wir betrachten nicht die Kinder der nisierte! organisierten und schutzlos Ausgelieferten, sich zu am 20. Juli nach Bozen befördert. Erde als unsere Kinder.- Die Kinderhände, die ohnbrüdern und Verschlechterern der Ar beitsbedingungen hergeben müssen. Mutter: fremden Konsulaten und Werbekanzleien überläßt, den geliebten Sohn der tschechoslowakischen Erde als Nuli ins Ausland zu verfrachten. Das Protokoll der zweiten Reichsfürsorgetagung, bie am 7. April 1929 in Teplit- Schönau stattfand, ist soeben erschienen und wird gewiß von allen Genoffinnen und Genossen, die in irgend einem Zweig der Fürsorge tätig sind, freudig begrüßt wer den. Es enthält außer den Ansprachen und Debatte reden die drei grundlegenden Referate, und zwar der Genoffin Regierungsrat Dr. Hedwig Wochen Die Arbeiterfür. heim. Berlin, über nach unserer Bruft griffen, waren so süß, daß Der Peuple" fordert die belgischen Gewir die Hunderte von anderen Rinderhänden nossen auf, ihre Rameraden aus der Fremde vergaßen, die sich uns entgegenstreďten, und aufzuklären, auch in dem Punkte, daß schließlich Es besteht wohl wenig Aussicht, daß die tsche jest tut mein Herz mir weh vor Reue. Wenn der belgische Frank weniger wert ist, als die choslowakische Regierung und ihre Behörden eine ber Krieg vorbei ist, dann lommen Sie zu mir. tschechische Rrone, so daß also das aus ihrem Aenderung dieser standalösen Berhältnisse im ich warte auf Sie." Lohn ersparte Geld für die tschechischen Arbeiter Hinblick auf die Arbeiter interessen herbeifühzu Hause an Wert verliert. Aus allen diesen ren werden, die hier berührt sind. Aber vielleicht Gründen herrscht auch bereits unzufrieden fommt einigen auf das demokratische Prestige heit unter diesen Unglüdlichen, von doch sonst so bedachten verantwortlichen Wän denen viele bereits besertierten. Aber nern der tschechoslowakischen Politik und Wirt- forge, ihre Bedeutung und ihre Biele", unter dem Vorwand von Paßschwierigkeiten, Auf- fchaft zum Bewußtsein, daß auf diese Weise der enthaltserlaubnis usw., werden die Kontrafte tschechoslowakische Name im Ausdurch die Gesellschaft zurückgehalten und nicht land diskreditiert wird, über den man doch sonst mit Argusaugen wacht! Nachdem länger als ein Jahrzehnt vergangen ist, rührt dieser gütige Brief einer Mutter an unser Herz. Möchten die Frauen in aller Welt verstehen, was diese Worte bedeuten, und möchten solche Gedanken ein Samenforn sein, das sich Soziale und sozialhygienische Aufzu starkem Baum entwidelt. Die Mütter müssen gaben der Arbeiter fürsorge." Referent die Gärtnerinnen dieses Baumes der allgemeinen Gen. Dr. Theodor Gruschka- Aufsig, und„ Arbeiter fürsorge und Arbeiterbewe Brüderlichkeit sein. Wenn diese Entwidlung die- ausgefolgt. gung." Referent Gen. Franz Stögler Bodenbach. sen Gang gehen sollte, war der Preis nicht zu Der Inhalt dieser drei Referate ist für jedes in der hoch, den wir in den Schreckensjahren 1914/1918 sprang vom Wagen, holte die Bluse, die er in ihnen den Unterricht in ihrer Muttersprache zu Fürsorge tätige Parteimitglied von so außerordent gezahlt haben. der rechten Hand hielt und lief dann dem in verweigern? licher Bedeutung, daß das Protokoll in keiner Lokale Der rasende Tob. Aus Munkacs wird Bewegung setzenden Zuge nach. Er wollte auf den Ein Mord nach eineinhalb Jahren auf- fehlen darf und in die Hände eines jeden Genossen berichtet: Auf einem vom Chauffeur Stristofor eten Waggon aufspringen und faßte mit der geklärt. Im November 1927 war in Tyrnau und einer jeden Genossin gehört, die sich mit Für gelenkten Motorrad mit Beiwagen saß Josef aber nach dem Aufsprunge nicht im Gleichgewicht tott, mit mehreren Messerstichen im Rücken tot dem Protokoll enthalten die Anträge und Beschlüsse linken Hand nach der Griffstange, konnte sich ein Soldat, der Zugsführer Alexander Tar- forgeangelegenheiten beschäftigt. Außerdem find in Molnar, Mitinhaber einer Bauunternehmung in Munkacs. Hinter dem Chauffeur saß ein erhalten, sondern stürzte unter die Räder, von aufgefunden worden. Damals blieben die Be- der Tagung, die ja als Grundlage der praktischen Beamter derselben Unternehmung. Auf dem denen er zermal mt wurde. mühungen der Gendarmerie, die Mord at aufzu Fürsorgetätigkeit gelten und die die Fürsorge, wie Wege stieß das Motorrad mit einem Bauern- Die Schulschande in der Slowakei. Anläßlären, ergebnislos. Nun stellte es sich heraus, wir sie verstehen und auffassen, nach bestimmten wagen zusammen. Die Deichsel des Wagens lich der Einschreibungen in die deutsche daß es sich in diesem Fall um einen Eifer- Grundsäßen und einheitlch regeln sollen. So aber stalpierte den Kopf des Chauf- Klasse der Volksschule in se rompach wurde fuchtsmord handelte und es konnte auch der wird das Büchlein nicht nur ein Nachschlagebuch für feurs, der auf der Stelle tot war. Der Kopf mehr als 20 Kindern die Aufnahme Mörder bereits dingfest gemacht werden. Der Fürsorgefunktionäre, sondern ein Führer und Ratdes hinter ihm sitzenden Beamten wurde förmlich verweigert. Bemerkenswert ist dabei, daß Bugsführer hatte ein Verhältnis mit einem geber in einem wichtigen Zweig der gesamten Arzertrümmert, so daß der Beamte sterbend den Eltern die Ausfolgung eines schrift- Mädchen, das gleichzeitig auch mit anderen Bur- beiterbewegung. Das Büchlein erscheint in gefälliger dem Spital eingeliefert wurde. Molnar selbst, lichen Bescheides verweigert und schen des Ortes Beziehungen unterhielt. Diese Form sowohl äußerlich als auch in der inneren Ausder vom Rad stürzte, erlitt schwere Rippen- ihnen so die Möglichkeit einer Be- Burschen hatten ihrem Nebenbuhler blutige stattung, ist sehr übersichtlich zusammengestellt und brüche. rufung genommen wurde! Die deutschen Rache geschworen und einer von ihnen hat dann wurde in der Druderei Gärtner in Bodenbach geRun auf die vatikanische Post. Am Don- Eltern der Gemeinde Wallendorf bemühen den Bugsführer nach einem gemeinsamen Besuch brudt. Der Preis beträgt für Parteimitglieder 6, nerstag, an dem zum erstenmal die vatikanische sich schon seit Jahren für ihre Stinder den im Lichtspieltheater in der Nacht erstochen. Der im Buchhandel 8 Kronen. Bestellungen nimmt die Post geöffnet wurde, war der Andrang des Unterricht in der Muttersprache auszuwirken. Täter hatte sich vor einigen Tagen in einem Ge- Buchhandlung Frans Rögler und Co. in Bodenbach, Publikums geradezu ungeheuer. Schon um 7.30 Das Gesuch wurde jedoch teiner Erlebi- spräch über das Mädchen unvorsichtig geäußert, ferner alle Bolfsbuchhandlungen und Schriftenabtei Uhr stellten sich die ersten Personen an, um die gung zugeführt. Während in Wallendorf den war daraufhin von der Gendarmerie festgenom- lungen der Partei entgegen. Fahrpreisermäßigung für Sopfenpflüder, Rom batikanischen Freimarken zu erhalten. Es wur- Stindern der Unterricht in ihrer Muttersprache men worden und hat nun auch ein Geständnis den zwei Millionen Marken ausgegeben. Am vorenthalten wird, während die deutschen Kinder abgelegt. Er wurde dem Gericht in Preßburg Landeszentralarbeitsamt in Prag wird amtlich ver Tautbart: Legitimationen für Hopfenpflücker für die Nachmittage besuchte der Papst die Post, wes in Krompach gezwungen werden sollen, ihren eingeliefert. halb sie schon etwas vor dem offiziellen Schalter- anderen Sprache fortzuseßen, bestehen kaum vier ziert. In der vor einigen Tagen in einem Walbe ausschließlich in den Bezirksanstalten Schulunterricht zu unterbrechen und in einer Das Opfer des Všenorer Mordes identifi- isch. Staatsbahnen werden zu 20 Heller per Stad zulässige 50prozentige Fahrpreisermäßigung auf den Kilometer von Krombach entfernt Schulzustände, bei Všenor aufgefundenen Frauenleiche wurde für unentgeltliche Arbeitsvermitt Edison erwählt seinen Nachfolger. Aus die jeder Beschreibung spotten. An dieser Schule Donnerstag abends die 82jährige Joharaa tung verkauft. Die Partieführer( Partieführerin New Yor! wird gemeldet: Thomas Edi- war im Schuljahr 1927-28 überhaupt Janota, die bis zum Mai in einer Prager nen) von Pflüderpartien wollen sich rechtzeitig son soll heute den Namen des jungen Mannes tein Lehrer angestellt, so daß außer dem Bar als Parkettänzerin beschäftigt war, ftcher- biese Begitimationen bort besorgen. In den An mitteilen, den er aus der großen Zahl von Be- Religionsunterricht tein anderer gestellt. Die Agnoszierung erfolgte durch ihre stalten erhalten sie auch eine gebrudte Belehrung werbern als seinen Nachfolger ausgesucht habe, unterricht erteilt wurde, während im Schul- lepte Quartierfrau. Als Mörder tommt ein ber- über die Begünstigungen für Hopfenpflüder bei der sein Wert fortsetzen soll. Gestern wurden jahr 1928-29 ein junger Mann unterrichtete, heirateter Chauffeur in Betracht, nach dem cifrig Bahnfahrten, nach welchen genau vorzugehen ist, 49 Bewerber, die ein besonderes Erfindertalent deffen Qualifikation in der Absolvierung von gefahndet wird. aufweisen, einer strengen Prüfung unterzogen. brei Bürgerschulklassen bestand. Nicht weiters die Bedingungen" des Arbeitsvertrages Eisenbahnertod. In Malenit auf der viel besser sind die Zustände in der staatlichen einem Erlaß angeordnet, daß in Inseraten und füllung als auch die vorgeschriebene Beglaubi Mussolinis neuester Erlaß. Mussolini hat in für die heurige Hopfenpflüde. Da sowohl die Aus. Strede Winterniß Stratonis ereignete sich ein Boltsschule. Der leitende Lehrer hat 106 anderer öffentlicher Reklame teine italienischen gung der Begitimationen für die Fahrpreis schwerer Unfall. Der mit einem Laftzug fahrende Kinder zu unterrichten, wozu ein Lehrsaal mit Soldaten mehr abgebildet werden dürfen. Anlaß ermäßigung die Bezirksanstalten besorgen, haben Eisenbahnarbeiter Franz Chochola, 48 Jahre zirka 50 Quadratmeter Bodenfläche vorhanden dazu gab die Anpreisung eines Insektenmit die Partieführer feine weiteren Gänge als in die alt, war beim Verladen tätig und 30g wegen der ist. Wäre es nicht viel wichtiger für die Schul- tels, auf der ein Bersagliere zu sehen ist, au ständige öffentliche Size die Bluse aus und legte sie auf die Rampe. inspektoren und alle Schulbehörden gewesen, der es erfolgreich anwendet. Diese Anspielung mittlungsstelle. Partien, welche keine im Als Chochola wieder in seinem Waggon war und diesen Zuständen ein erhöhtes Augenmerk zuzu auf Alltäglichkeiten des Soldatenlebens schädigt voraus vereinbarte Arbeitsstelle bei der Hopfen der Zugsführer das Abfahrtssignal gab, bemerkte wenden und auf Abhilfe zu drängen, statt deutsche nach Ansicht Mussolinis das Prestige der italieni- pflüde hätten, werden keine Legitimationen aus. Chochola, daß er die Bluse vergessen hatte. Er Eltern und Kinder schikanieren zu lassen und schen Armee. gestellt. schluß geschlossen werden mußte. " Samstag, B. August 1929. Sonderausflugsgüge. Die Staatsbahnbirektion Brag- Sild fertigt Sonntag, den 11. August von Brag einen Sonderausflugszug mit ganzer Verpflegung nach Polit a. M., Ostasch und Stern, zum Preise von K 70.- ab, worin die Sin- und Stüdfahrt, Mittagessen, Sause, Begleitung und Unfallversicherung inbegriffen sind.- Sonntag, den 18. Auguft wird ein Ausflugszug nach den Ader 8bacher und Wekelsdorfer Felsen zum Bretfe von K 82. abgefertigt. Die Abfahrt der beiden Züge erfolgt um 5.50 Uhr früh vom Wilsonbahnhofe, Ankunft um 23 Uhr. Vormerkungen für diese Züge nimmt die Staffe 13 am Prager Wilsonbahnhofe entgegen. Für den 15. Auguft wird eine Exkursion nach Tabor zur Besichtigung der State uth Ausstellung vorbereitet. Ein großartiger breitägiger Ausflug wird vom 12.- 15 September in die Arwa und Hohe Tatra veranstaltet." Abenteuerliche Jagd nach der Geliebten. Bon Griechenland bis in die Slowakei. Aus Preßburg wird berichtet: Ein nicht alltägliches Liebesabenteuer fand nunmehr in Rosenberg seinen Abschluß. Die Hauptperfon bes Dramas ist der aus Saloniti stammende Buchbrucker Levi Asse e, der vor fünf Jahren in seiner Seimatftabt die aus Prag stammende Bartänzerin Elsa Brandscheib kennen lernte. Zwischen den beiben entwickelte sich ein Liebesverhältnis, das schließlich zur Aufnahme des gemeinsamen Haus haltes führte. Balb aber entstanden ernste Mei mungsverschiebenheiten. Der heißölütige Grieche war eifersüchtig und hielt seine schöne Freundin mie eine Saremsflavin. Das Mäbchen lebte in ſtändiger Angst und ſehnte sich nach der Freiheit und ihrem früheren ungebundenen Leben. Eines schönen Tages war sie burchgebrannt. Levi Affec tobte zuerst, bann gab er seine Stelle auf, machte jeine ganze Habe zu Gelb und begab sich auf die Suche nac) seiner treulosen Geliebten. Balb hatte er auch ihre Spur entdeckt und verfolgte sie durch) ben halben Kontinent. Das Mädchen, das sich verfolgt wußte, mendete alle Mittel an, um ihren Berfolger irrezuführen, und wechselte so oft als möglich ihre Engagements. Bor etwa einem halben Jahre ist sie in die Slowakei gekommen. Durch alle großen und einen Stäbte wanderte sie von Bar zu Bar, den Berfolger immer knapp auf den Fersen. In Rosenberg erreichte Levi Assec die Tänzerin endlich und machte fich sofort an die Ausführung seines längst gehegten Planes, die Treulose umzubringen. In den letzten Tagen versuchte er, bewaffnet mit einem großen Messer, in den frühen Morgen ftunben in die Wohnung der Tänzerin einzutringen. Das Mädchen, das wußte, was ihm bevor stand, verbarriladierte sich und schrie verzweifelt um Hilfe. Diese tam gerade noch zurecht. Der rach füchtige Berchrer hatte bereits die Tür erbrochen, Seite 5. tobmide, abgehetzte, feldmarschmäßig bepadte Warum und mofür muk Deutschland zahlen? anger, bie mit gefenſtem Stopf ihres Weges trot. Die Sünden der Offiziers- Soldateska. Militäreifenbahndirektion teten, auf offener Straße anzubrüllen. Die Er bittering stieg, die Arresthäuser füllten sich. Die Soldaten hungerten, und die Offiziere schwelgten Das Fazit feit ihrer Urheber, unser Volksheer zu tom mit Veranden und Erkern", die Diey so anschau lich beschreibt, waren Monumente der Unfähigntandieren, oder gar zu erziehen". Sie fommandierten es nämlich in die Revolution." In Deutschland und bei uns schwelgt die Badeeinrichtungen sind ausgebro. weiter." deutschnattotale und vor allem die nationalsoziali chen und mitgenommen worden. Kunſtstische Preffe in heiliger Empörung" über den merle, feidene Damenkleider, Leibwäsche, alles Youngplan und die deutschen Zahlungsverpflichtun verschwand schon mit dem Fortgang des großen ternde Kapitel: Jene Stabsquartiere in Form Profeffor obohm fchließt das erschüt gen. Nur der Kriegsschuldparagraph des Berjail Hauptquartiers. Die nachfolgenden Formationen Heiner Billenfolonien, enva int Schweizer Stil", ler Vertrages sei schuld, daß Deutschland in den frieben es noch ärger. Beschwerden der rationen noch für den Feindbund" roboten müs Bürgermeister der beiden Städte ballten eine Retten des Youngplanes schmachten, daß zwei Gene- 3ivilbevölkerung ohne Erfolg. Die fen. Gedichte unreifer Jungen, Leitartikel aus Fauft in der Tasche." denselben Federn, Versammlungsreden und Bierbankphrasen werden dem„ Schandplan" gewidmet. Leider vergißt man zu sagen, wofür Deutschland zahlen muß. Der Vertrag von Versailles fest fest, prozentige Etappe, so zum Beispiel die MilitärAm schlimmsten hauste natürlich die hundertfür welche Schäden Deutschland aufzutomeiferbabndirektion I. So hatte sich während des war, ist wahrhaftig das einzig Gute an der Daß die Revolution das Resultai men hat und das Gutachten des Reichstagsaus Waffenstillstandes der französische General Fran- Erziehungsarbeit". Das deutsche Volk fchuffes, das soeben erfchienen ist und das Profef het d'Espérey darüber beschwert, daß aus seinem brauchte ja erft die Erfahrung eines vierjährigen for Dr. Martin Hobohm bearbeitet hat, zeigt, aus in Bille, rue Négrier 11, fämtliche Woh Strieges, che es feine Parafiten erkannte. Aber wer für die angerichteten Schäden verant nungs- und Kunstgegenstände geplündert worden für die Räuberstückeln dieser Herrschaften, für die wortlich ist. Nur einige Beispiele: find. Die Sache hat einen peinlichen Schriftwech- wahnsinnigen Aktionen Lirdendorffs Ersäufen fel zur Folge. Ein Bericht lautet: Sturz nach dem von Bergiverfen, Evahtierung der belgischen BiAuszug der Militäreisenbahndirektion I bat der vilbevölkerung zu Zwangsarbeit usw. Suuftfachverständige des BDG. Weft, Dr. Damm nun zwei Generationen des deutschen Volkes müffen fer, bas Saus rue Négrier aufgefucht und tatsächfchuften! lidh bis auf einige Bronzen leergefunden. Aufuffären bleibt noch das Weg kommen des diente uns eine Schule als Quartier. Stein Fenstände, Bilder, Juwelen. Orden uff." In dem Heinen belgischen Ort Sangaene Silbers. der Teppiche, Kunstgegen fter, windig und eiskalt. Zugleich aber erweitert man ein größeres Haus durch einen Backsteinbau Exzellenz tebt kein Geräusch Ein drittes Offizierstafino Bereits im November 1915 wird in einem deutschnationalen Feldpoftbrief auf die fehr ernste Gefahr der sozialen Geeresmißstände hinge wiefen: größeren Umfanges zu einem britten Offiziers Professor Hobohm betont als besonders errafino.- Parkettfußboden und Musikbih ne. schwerenden Umstand, daß diefe Sorte von Offi Mehrere Köche werden beschäftigt und sieren noch auf dem Rüdzug von 1918 urbem vei Conditoren, die mit der mit derfelben Schamlosigkeit aufgetreten ist. Für erſtellung von Stuchen und Schlagsahne unun einen General wird auf Verlangen des Adjutan terbrochen beschäftigt find." ten affes mit Teppichen und Läufern ausgelegt: Statt Munition fährt man französisches Eigentum denn Erzellenz liebt kein Geräusch". Gemälde müffen requiriert, die elektrische Lichtanlage durch Professor Sobohm gitiert weiterhin einen Kronleuchter und Wandarme erfebt, der Blid aus vom Reichsminister a. D. Gothein zuerst bekannt dem Senfter auf den ungepflegten Garten befei gemachten amtlichen Bericht eines höhe- tigt werden. Schleunigft werden Franzosen und ren Offiziers: Pioniere als Gärtner fommandiert. Der General Statt Munition und Lebensmittel fuhren Tommt und fett wenige Tage darauf" feinen beim Rückzug unsere Baftautomobile franzöfifches Ridang fort. Eigentum, um sich weiter hinten damit einzurich ten. Lebensmittel blieben liegen, so bei Le Cateau 150.000 Flaschen Wein und mehrere hundert Tonnen Sucker; dafür nahmen aber die hohen Stäbe das Innere der Wohnungen mit, bie fie bewohnt hatten, ein Bett, tein Tisch, kein Teppich, nichts blieb da." Der Demokrat Gothain tonstatiert mit Recht, daß dies auf die Truppen demoralisierend wirken mußte und jagt:„ Das schlimmere aber war, daß man nicht denungieren wollte und die Be schwerden blieben unerledigt." Charleville Einen besonders breiten Raum im Gutach els er ergriffen und der Polizei übergeben wurde, ten Dr. Hobohms nahmen die Schilderungen des die ihn wegen versuchten Mordes sofort verdamaligen Unteroffiziers der Kommandantur baftete. Aphorismen. von Georg Christoph Lichtenberg. Es kommt nicht darauf an, ob die Sonne in eines Monarchen Staaten nicht untergehe, wie ſich Spanien ehebem rühmte, sondern was sie während ihres Laufes in diesen Staaten zu sehen bekommt. Keine Erfindung ist wohl dem Menschen Teichter geworden als die eines Himmels. Man spricht viel von Aufklärung und wünscht mehr Licht. Was hilft aber alles Licht, wenn die Leute entweder keine Augen haben oder die, die sie haben, vorsätzlich verschließen. Mit Franzosenpad unter einem Dach ,, Der nächste General auf dem Rückzug" Bolkswirtschaft. wwww Gewerkschaften, Arbeitskonflikte und Sino Min Zang. Shanghai gibt jeden Monat eine Uebersicht der vorBüro für soziale Angelegenheiten" in gefallenen Arbeitskonflikte heraus. Aus diesen Darstellungen ist zu ersehen, daß die Zahl dieser stonlifte ziemlich groß, hingegen ihr Ausmaß gering ift. Oft finden per Monat bis zu 50 Stonflitte statt, wobei jedoch die Zahl der insgesamt betroffenen Arbeiter gewöhnlid) 6000 bis 10.000 nicht übersteigt. Was die Gründe betrifft, so handelt es sich dabei nur ausnahmsweise um Lohnkonflikte. Die weitaus größte Bahl der Fälle betrifft die Entlassung von Arbeitern. Die Tatsache, daß die meisten diefer Konflitte im gleichen Monat als gefchlichtet gemeldet werden, gibt Anlaß zur Frage, wie es denn mit der Bewegungsfreiheit und der Art der Schlichtung in China bestellt ist. Darüber erteilt das Büro für das den Charakter einer offiziöfen Institution hat, feinen Ausschluß. foziale Angelegenheiten, Appens nennt die Namen, febr bekannte Namen langt zunächst einen anderen Schreibtisch, weil fendet feinen Adjutanten voraus. Diefer ver Dirette Informationen aus China geben jedoch der„ teine Kantleiſten" babe. Weiter fordert er, Gelegenheit, uns über den Charakter der bei diesen daß das Quartier in eine große Biffa vor der Konflikten in Frage fommenden Gewerkschaften und Stadt gelegt wird. Dort wohnt eine alte Dante Schlichtungsinstangen ein Bild zu machen. Was die mit ihrer Tochter. Sie erklärt, fie würde mit Gewertschaften in Shanghai betrifft, d. h. dem wichdem Dienstbotenpersonal nach oben in die man tigsten industrieffen Zentrum Chinas, so werden die Manfarden ziehen". Appens meldet das dem Adjutan- Namen von 60 Verbänden gegeben, die alle vom ten. Der fährt ihn an: Glauben Sie, Erzellenz Suo Min Tang„ anerkannt" find. Daneben gibt fann mit diesem Franzofenpad unter einem Dache es nur 10 Organisationen, die von dieser politiscen wohnen? Bis heute abend 6 Uhr muß die fran Partei unabhängig find. Unser Gewährsmann öfifche Gefefffchaft aus dem Baufe fein." Der knüpft an diesen Tatbestand folgende Bemerkung: Befehl wird vofffiredt. " vollstreet. As bas Ende kommt Der Kuo Min Tang hat die Oberherrschaft und Charleville und heutigen Stadtschulrats in Dort ſicht unabhängige Störperschaften nicht gern. Erst in mund, Appen& ein. In Charleville waren be der vergangenen Woche noch hat er eine Bibliothek Tanntlich das Quartier der Obersten HeeresleiZu allerlebt ist es diefer Sorte von Offizie- gefchloffen, die eine Anzahl von Arbeitern für ihre tung, der ersten Armee, verschiedener anderer ren Soch etwas mulmig geworden. Man hörte de eigene Information gegründet hatten." Auf die Generale und vor allem das kaiserliche Hoflager, und dort in der Dunkelheit die Offiziere beschimp Frage, wie es benn mit der Freiheit der vom Kuo das in erster Linie für die„ Etappe Charleville" verantwortlich ist. Den Umzug des großen Gaupt- fen:„ Licht aus, Meffer raus!" Da erst griff die ein Tang anerkannten Gewerkschaften bestellt ſei, wurde die Antwort erteilt, daß die Organisationen Beeresverwaltung zu Gegenmaßnahmen: quartiers im Januar 1916 schildert Appens folihre Funktionäre selber wählen, manchmal" jedoch gendermaßen: „ Die Ordonanzen durften nicht mehr mit der Stuo Min Tang die Wahlen leite. Wenn die Reine Formation wollte sich von ihren Zim Morgenkaffee, Butter und Brötchen über die Dinge so liegen, kann man wohl annehmen, daß in mer-," Büro- und Kafinomöbeln trennen, Diplo- Straße balancieren. Die ausgemergelten Front ben Fällen, wo der Stuo Min Tang seine Sände nicht matenschreibtische, lederne Klubfeffel, Teppiche, foldaten wären sonst tätlich geworden. Offiziere, bireft im Spiel hat, bie Wahlen auch nicht ohne Fenstervorhänge aus schwerem Plüsch alles bie wie in Modebädern abends in einer Art wei feine Einflußnahme vor sich gehen. Aehnlich verschleppten Vastautos öffentlich am hellen Tage her Bhantafieuniform gingen, vermieden von jetzt, hält es sich wohl in bezug auf das Schlichtungszum Bahnhof. Was alles aus den Quartieren der an solche provozierende Kleidung." wesen. Was man indirekt hört, wird auch durch Offiziere und der höheren Beamten geffohlen Andere hatten die kommenden Dinge noch dirette Informationen bestätigt: von freien Gewert worden ist, spottet jeder Beschreibung. Selbst nicht fapiert: Bohe Offiziere schämten sich nicht, schaften kann heute in China nicht geredet werden! Nun kommen die Annoncen, in denen Gelb| Einen Tag barauf hatte ich schon die AntDie Liebe und das Paddelboot.berlichen wird. Aber, ba die Leute Sypotheken wort, die nichts zu wünschen übrig ließ: Von Maxel Troll Sicherheit verlangen, babe ich es lanaft auf gegeben, mich zu bewerben, denn auf meine Sonotheken, die im Monde liegen, gibt mir in Ich paddele für mein Leben gern. Beson- diesem Zeitalter der nüchternen Sachlichkeit kein ders mit einem lieben, netten Mädchen. Nun Menfch auch nur einen Pfennig. habe ich, da ich ein Pechvogel bin, weder ein Sonst interessiert mich aus dem Inseratenliebes, nettes Mädel" noch viel weniger ein teil nur noch die Rubrik Verschiebenes". Paddelboot. fteben auch oft nette Sachen. Da werben boptiv" Da steht flar und beutlich zu lesen: ich mir zu faufen gedente, wenn ich in der einen Freudenschrei ausstoße. Staatslotterie das große Los gelvinne. Ein Sportzweisiger muß es sein, damit ich mit meiner zufünftigen lieben Braut auch im Auto zu veit allein sein kann. Babbelbootbesiberin sucht gebilbeten Gefährten zu Babbelfahrten. Eventuell auch für die Ferien" „ Sie Duffel! Glauben Sie benn, ich suche einen Babbelbootgefährten, ber nichts bruf hat? Dem ich womöglich noch bie befchmierten Stullen mitbringen mug? Für so doof dürfen Sie mich nicht halten." ( Unterschrift unfeferlich!) Still refigniere ich: Es gibt keine Ideale mehr. Die Welt ist materieller denn je." selboot unb bie nette, liebe Frau nicht sofort wie Aber ich habe meinen Stampf um das Padbie bewußte Flinte ins torn geworfen. nächsten Sonntag stand in meiner Zeitung wieder eine ähnliche Annonce. Diesmal hieß es: „ Wer Freude am Pabbeln hat, kann mich begleiten. Bin berufstätige, junge Dame." Am Ich fag es offen: Wir standen die Tränen Weil ich durch diesen doppelten Mangel viel eltern für Zwillinge gefucht, bier fannst Du im Auge, ba ich biefe fchroffe Buriidweifung las. Jept schrieb ich nicht, daß ich durch die verBeit habe, so studiere ich in meiner Zeitung. Lese deine Zukunft aus der Sand lefen lassen. Und ich war traurig über biefe unfchöne materielle malebeite Erfindung ber Buchungsmaschine in fie am Sonntag von vorn bis hinten. Vor allem der blonde Serr" bittet um Angabe ber Abreffe Weft. Ich hatte wirklich nicht an bie Stullen meiner Bank vor einem Jahr abgebaut worden gern lese ich die Annoncen. der Dame, die neben ihm im ,, lofenfabalier" in mit Wurst und Stäfe oder mit Butter gebacht. bin. Ich war städtischer Beamter in gehobener Da ist eine ganze Seite mit Automobil- der Loge 22 gesessen. Eine Nacht hatte ich geträumt von sanften Stellung. Angeboten. Hier suche ich mir das Auto aus, das Ich lese weiter und erwische mich, wie ich Gondeln in unserem Babbelbopt. An den beiden Prompt hatte ich am anderen Tage eine Ufern des Stromes dehnten sich weite fattgrüne freudig zusagende Antwort. Wir verabredeten Wiesen. Senta so nannte ich im Traum uns am Mittwoch um 19 Uhr im Café beim meine nette, liebe Babbelaefährtinson den Theater. Erkennungszeichen: Weiße Nelfe in Meijegrammophon auf und ließ Carmen spielen, der rechten Hand. Ich kam pünktlich. Da saß Die Liebe vom Zigeunerftamm!", und wir fie ichon das, nette, liebe Mädchen" mit der weißen hen uns in unferem jungen Slid auf dem elfe in der Rechten. Bubitopf, graumeliert. Strom fo lange treiben, bis wir in der Dänt Ich schäßte an die Fünfzig. Meine Nelle ver merung auf einer stillen, menfchenfeeren Mobin- schwand in der Hosentasche. Und schneller wie Ich sehe mich also hin und schreibe einen fon- Grufoe- Tufel im Fluß lanbeten. Dann nay in Meisterläufer war ich um die nächste Stra begeisterten Brief ins Reine, nachdem ich fünften wir aus dem Boot unser Belt und schlugen Benede verschwunden. es auf. Der Wanderspiritusfother wurde ange sehn Entwürfe zerriffen hatte, weil sie mir nicht ſtedt und Tee gefocht. passend schienen. Endlich aber fand ich nach meinem Empfinden die richtigen Worte: Schöner, goldgefber, ruifischer Tec. Senta Hochverehrtes Fräulein Babblerin! Ich suche ichnitt fleine Bitronenfcheiben in den Tee und schon lange ein Baddelboot und eine liebe, nette Brote, die sie mit echter Butter beschmierte und Freundin, mit der ich nach Bergenstuit paddeln mit von ihr mitgebrachter Gervelativurst belegte. tann. Da ich seit einem Jahr arbeitslos bin, Donnerwetter, da bin ich ja bei den belegten habe ich viel Zeit und fönnte mich Ihnen und Ohrem Babbelboot ausreichend widmen. Ich bitte unt Shren postvendenden Bescheid und würde mich sehr freuen, wenn Sie auf meine Offerte eingehen würden!" Dann folgen die langen Spalten der angebotenen Grundstüde. Sier fann ich über eine Das wären, wie man zu sagen pflegt, Das wären, wie man zu sagen pflegt. 3we Stunde mich verluftieren, denn da fuche ich mir Fliegen mit einer Stappe", Babbelboot und bas fleine, hübsche, am Walbrand gelegene and nette, liebe Freundin! haus mit Ausblick auf breitem Strom, auf dem die Dampfer mit Wochenendpärchen fahren. Und bie Laſtlähne mit den Kohlenladungen. Und die... Da bin ich schon bei den Baddelbooten an gelangt, von denen ich mir leider auch keines faufen tann. Dann kommen die vielen Heiratsannoncen. Dort suche ich mir die Braut mit den mindest Sunderttausenden für den Fall, daß ich nicht das große Los gewinne. An diefer Steffe fann ich einen Sonntag nachmittag zukunftsfreudig verbringen. Broten angelangt, die mir meine flöten gegangene Senta mit der unlejerlichen Unterschrift( im Brief) an den Stopf geworfen hat. Ob sie metnen Traum mitgeträumt und mich rechtzeitig er fannt hat? Nie mehr habe ich auf eine Faltbootbesitzerin, die Gefährten fucht", reagiert. Weder füß noch sauer. Und hoffe nach wie vor auf den großen Gewinn in der Lotterie, der mir Landhaus, Auto und Paddelboot verschaffen wird. Und habe ich erst das alles, dann finden sich genügend„ tette, junge Mädchen", da„ Mädchen von heute"( siehe Heiratsannonce in meiner Zeitung!) nur Beamte in gehobener Stellung" oder„ vermögenden, älteren Herrn" als„ Gefährten für das Paddelboot" suchen. Und sei alles nur für die Dauer der Ferien! Seite 6. Witteilungen ans dem Bublifum. Das Beste ür ihre Augen liefert Optiker Deutsch, Prag, Palais Koruna. NIE VERSIEGBARE EINKAUFSQUELLE ALLER KAUFLEUTE I. MESSEPALAST PRAG VII., BĚLSKÉHO TŘ. EINTRITT FREI GANZ JAHRIG GEOFFNET. PMM 1332 Sport- Spiel Körperpflege * * Sport, Politit und geistiges Leben im Altertum. Bürgertum und Sklaverei. Rekordsucht. Sportbegeisterung.- Sport und Kultur. Unsere Sendung. . Samstag, 8. August 1929. nen Schilling), ist einer der besten Handball- ihm rasch und sicher und mit zeitgemäßer Stürze spieler Kaliforniens, dem seine Hingabe treffende Antwort gibt auf die vielerlei Fragen, an das Spiel fürzlich allerdings einen Armbruch wie sie Beruf und Studium, Zeitung und Buch eintrug. Rundfunk und alle sonstigen Anlässe täglich stellen, dem sei„ Kürschners Handlexikon" angelegentlid empfohlen. In Mannheim fand dieser Tage der Verbandstag der süddeutschen Fußballvereine statt. Wie groß das Interesse der Vereinsgewaltigen für derartige Tagungen in Deutschland ist, beweist, daß in Mannheim nicht einmal ein Siebentel der Vereine vertreten war. Dem Freund des grünen Rasens ekelt eben vor dem grünen Tisch. Die Geschichte ist die Lehrmeisterin des Menschen. Am meisten können wir Proleten aus ihr Ternen. Es iſt auch feine leichte Aufgabe, sich von dem Wulst bürgerlicher Anschauungen und Ideale loszumachen, den eigenen dornenvollen Weg zu er Großer Schwindel um Saftl. schauen und mit flaren Augen zuruckzublicken auf Wiener Blätter berichten: Wie sich nun nach den bereits von der unterdrückten Menschheit träglich herausstellt, wurde der Ex- Wiener Haft! beschrittenen Pfad. Heinz Krafft kennzeichnet den von dem Teplizer F. C. mit Einverständnis antifen Sport treffend als im Dienste der Wehr- des tschechischen Verbandes tatsächlich der haftmachung der Herrscherklasse" stehend. Hinzu Prager Sparta nur leihweise überlassen. kommt noch jenes andere, das dem Wesen des an Im Verbandssekretariat hinterliegt seit 18. Juni tiken Sports eigen ist: nämlich das Hervorheben ein neuer Vertrag, der Haftl ab 1. Dezem des einzelnen und des Kampfes des einzelnen gegen ber d. J. mit einem neuerlichen Handgeld von den einzelnen ähnlich dem heutigen bürgerlichen 25.000 Kč und 2.500 Kč Monatsgehalt den TepSport. Die folgenden Beispiele sollen das zeigen. Tigern rücverpflichtet. Der tschechische Wie bereits bekannt, war im alten Griechen Verband hat sich hier eines groben Sabungsland die Sklaverei eine natürliche Einrichtung. Die bruches schuldig gemacht, dessen Folgen derzeit Slaven waren machtlos, bis sich die Verhält noch nicht abzusehen sind. nisse ähnlich denen unseres Mittelalters so umgestalteten, daß sich vereinzelte Slaven durch Der bürgerliche Sport, der hierzulande schon Handel und Handwerk bereicherten. Sie wurden zu genug der Skandale geliefert hat, ist durch diese Bürgern und erkämpften sich mit Hilfe von Tyrannen gegenüber der Aristokratie( dem herrschen geworden. Wenn schon von Schwindel geschrieben rannen gegenüber der Aristokratie( dem herrschen-" are" nun auch im Ausland rühmlichst bekannt den Adel) politische Rechte. Leibesübungen durfte wird, da wird es wohl ärger sein, als der C.A.F. aber nur der freie Grieche treiben. Wir sehen, ein gerade in dieser mysteriösen Haftlangelegenheit zu„ Arbeitersport" war nicht zugelassen. Dazu hatte gerade in Irgendwo in einem, von der Zivilisation noch man nicht einmal ein Sozialistengesetz notwendig. gegeben hat. unentdeckten Land, müht sich ein untultivierter, ein Slavensport war einfach moralisch unmöglich. Die halbwilder Mensch im selbst gebauten Boot durch Welt wäre eingefallen. Es wäre etwa so, wie wenn BESUCHET IHN REGELMÄSSIG. wwwwwwwww 121 Mit dem Opfertier in der Stromschnelle. Von Erna Büsing. die schmale, von Leiner Storretion geebneten Fahr- beute Pferde fordern würden, unter sich Sport SANATORIUM treiben zu dürfen. rinne eines Flusses. Die Luft flimmert vor den Augen in silbernen Schlangenlinien. Die Hize Solon, der Begründer der ersten demokratisengt die Haut, jagt das Blut hämmernd durch die schen Verfassung, entstammte dem Bürgertum, das Adern. Die Lungen saugen keine frische Nahrung, sich Sklaven hielt. Aus seinem Gespräch mit einem denn sie füllen sich nur mit abgelagerter Luft. Der Wald, der den schmalen Flußlauf umjäumt, vibriert in der Sonnenglut. Doch mit Anstrengung und schnellen Ruderschlägen eilt der Mensch seinem Ziele zu, froh über seinen Tagesfang, den Riesenfisch in seinem Boot. Leises Donnergrollen durchrollt die Stille. Am noch hellen Himmel läuft der schwache Widerschein ferner Blitzzidzade. Der primitive Mensch fühlt feine Abhängigkeit von der Natur, die für ihn Gott ist. Brausend macht der Sturm sich auf, treibt schwarze Wolfen vor sich her und die Nacht sentt sich über die Erde. Aber es ist nicht das Dunkel, tas Ruhe und Entspannung bringt, es ist das Dunkel, das zum Schleier eines jeden Unheils wird. Der Mensch treibt sein Boot durch gefürchtete Stromschnellen. Die Angst macht ihn naß von Schweiß, er trieft von Wasser, noch bevor ein Tropfen Regen auf die Erde kommt. Angst ist bei ihm gleich Gottgedanke. Jezt steht Gott über ihm. Das Leben des kleinen Menschen ist nur schwere Mühe, aber er liebt es, dieses sein Leben. Er verspricht seinem Gott seinen ganzen Tagesfang, dieſen seltsam großen Fisch, wenn er ihm, dem Betenden, das Leben läßt. Nahe zucken die ersten Blize, der Regen wälzt sich auf die Erde, der Wald wird von jähen Schauern durchschüttelt. Blige jagen auf die Erde, laufen an den Bäumen runter und entzünden sie zu Allmachtsfackeln, die das Dunkel der Nacht zerreißen. Sie zeigen dem Menschen den Weg durch die Stromschnellen. Er hat sie überwunden und er sagt seinem Gott:„ Wenn ich in meine Hütte komme dann opfere ich Dir den ganzen, großen, schönen Kopf meines Fisches." Buschwerk brennt am Ufer entlang und weist den hastigen Ruderschlägen des Menschen den rich tigen Weg. Er spricht mit seinem Gott und beteuert ihm: Wirklich, ich opfere Dir den größten Teil des Fischkopfes, ich will ja nur das Gehirn, die Augen und die beiden Baden essen." Der Wind faßt das Boot und treibt es dem Ziele zu. Es jagt mit den Wellen des Flusses. Der Mensch, entlastet durch die Gunst des Windes, betrachtet seinen Fang genau und verspricht seinem Gott, den Schwanz des Fisches. Die Regenwolken zerreißen das Gewitter, fernhin zucken schwache Blizze, und wohlbehalten landet der Mensch bei seiner Hütte. KLEISCHE- AUSSIG für Nervöse und Erholungsbedürftige 5572 Mast-, Entfettungs- und alle Diätkuren. Physikalische Heilmethoden. Individuelle Behandlung. Telephon Aussig Nr. 303. Prospekt. Vereinsnachrichten. Maschinenschreiben nach der Behnfinger u. Mit. lesemethode in 16 Unterrichtsstunden von Fachlehrer Eduard Slawitschka, Leitmeris.( Selbstverlag. Drud bei Dr. Karl Pidert.) Ein billiger Beijelf für Schulen, Kurse und Einzelschüler war bisher nicht vorhanden. Fachlehrer Eduard Hlawitschka hat daher aus seiner Unterrichtspraxis heraus eine Mappe mit 18 Einzelblättern verfaßt, in welcher die Fingersagbezeichnung. die Tastaturen einer drei und vierreihigen Schreibmaschine, die wichtigsten Merksäge für das richtige Schreiben und alle notwendigen Uebungen, vom Leichten zum Schweren gehend, ent halten sind. öftere Wiederholung der Uebungen führt mit Sicher. Die gründliche Durcharbeitung und mit allen 10 Fingern. heit und in kürzester Zeit zum Ziel: zum Schreiben Der Film. Programm der Brager Lichtspielbühnen. Urania( deutsches) Kino:„ Der scharlachrote Buchstabe." Lilian Gish, Lars Hanson. Alma:„ Der Standal in Baden- Baden."„ Herz, American:" Der Zigeunerbaron." Dougl. Fairbanks. womit hast du gesündigt?" Ellen Richter. Belvedere:" Der gelbe Paß." Stonbitt: Schweit an der Front Gefangenschaft." in russischer Rory: Die Zirkusprinzessin."-Denny, der glüd. liche Vater." Adria:„ Geheimnisvolle Flotte." Avion: Blonde Engel." Freischützen." ,, Riff und Raff als Flora:„ Der Fall Mary Jansen." Svězda:„ Die Hochzeit in der Familie Kulich." Julis: S. Majestät und die Schusterstochter." ,, Der Labenpring." Koruna: Schlag acht Uhr." Im Reiche der gelben Drachen." Metro:„ Madame Dubarry." Pola Negri, Emil Jannings. Olympic: Der Fall Mary Jansen." Paisage: Des Bruders Opfer." Seelen." Ausländer erfahren wir die Ziele des griechischen Sports: Nicht allein wegen der Kampfspiele geschieht dieses, oder um dort Siegespreise davontragen zu können. Ein größeres Gut erwerben sie durch die Kämpfe dem ganzen Staate und sich selbst; denn es ist noch um einen anderen gemeinsamen Wettkampf aller guten Bürger zu tun und um einen Kranz nicht von Eppich oder Delzweigen, Ortsgruppe Prag. Sonntag, 3wei reine. den 4. August: Abfahrt 6 Uhr 40 Braha:„ Der rote Zyklon, der Schrecken von sondern um einen solchen, der die ganze Glüdselig feit des Sterblichen in sich begreift: Ich meine die Masarykbahnhof nach StaFreiheit des einzelnen und die gemeinsame des tion Stlánovice, Stvorec- Hradešín Radio:„ Die Schönheitskonkurrenz." Arizona." ganzen Vaterlandes, Wohlstand und Ruhm, der heiſchungsbad, ca. 20 Stm. Ab Sla- Světozor:„ Der Fall Mary Jansen." Böhmisch- Broder Höhen. ErfriStaut:„ Die Kameradschaftsche." mischen Feste Frohgenuß und der Angehörigen Bürger gemeint, der sich seine Unabhängigkeit erftigung am Dienstag, den 6. August, im Verein Sicherheit." Mit Freiheit des einzelnen ist der novice führt Genoſſe Strnad.- 2 Ausschußerfämpft hat. Die Freiheit des ganzen landes ist der Zustand, der geschaffen wurde: näm deutscher Arbeiter, um 7 Uhr. Nächst e n lich das Glück des Bürgertums, begründet leider Sonntag: Všenory- Stromschnellen, auf der Ausbeutung der Heloten, der Megarer und anderer Sklavenstämme. NATURFREU Literatur. Das Leriton für Alle Die gefperrt gedruckten Filme können emp fohlen werden Herausgeber: Dr. Ludwig Czech. Chefredakteur: Wilhelm Nießner. Berantwortlicher Redakteur: Dr Emil Strauß. Prag. Druck: Rota A. für Zeitung und Buchbruch, Preg Für den Druch verantwortlich: Otto Soith. Prag rektion mit Erlas Nr. 127 451/ VII/ 27 am 14. 920 1924 bemilion Anglo- Elementar Es hört sich zwar schön an, aber es nutzt auch nichts, wenn der Dichter Simonides, ein Zeitgenosse Solons, schreibt:„ Erstes Gut ist dem Erdensohn Gesundheit, zweites: schön von Gestalt einherzuwandeln." Die Sklavensöhne behielten trotzdem so nennt mit Recht der Union- Verlag in Stutte Bettungsmarkentrantatur wurde von der Bolle u. Telegraphene frumme Rüden und Schneiderbeine. Wie die Lei- gart die soeben unter dem Namen„ Kürschners stungen einzelner, der Rekord gefeiert wurden, andlegikon" erschienene zehnte, neubearbeitete erkennen wir an der Durchführung der Olympiaden, Auflage seines bereits in über 100.000 Stüd verdie sich ja die Bürgerlichen als Muster auserforen breiteten fleinen Konversationslexikons. Auf 900 haben. Nicht einmal der Krieg konnte der sport- Seiten mit 1800 Textspalten und 32 Bildertafeln lichen Raserei Einhalt gebieten. Während in dem gibt es in gedrängter Form die Summe unserer Paß der Thermopylen die Spartaner gegen die heutigen Kenntnisse. Das Erstaunliche an„ KürschVerser kämpfen, feiern die Hellenen ihr Olympia. ners Handlexikon" ist die straffe Konzentration des Sie kennen eben nichts als Sport.„ Wie das Wasser Textes und die dadurch erzielte überraschende Vollbas föstlichste unter den Elementen ist, wie das ständigkeit. Natur, Technik und GeisteswissenschafGold das höchste unter den Schäßen menschlichen ten, Gesundheit und Körperpflege, Geschichte, ErdBesizes, wie die leuchtende Sonne höchsten Glanz und Völkerkunde, alles, was man in einem großen und Wärme ausstrahlt, so mögen wir keinen edleren Berikon sucht, ist auch im„ Kürschner" in knapper Wettkampf besingen als von Olympia." Fassung zu finden. Die Veränderungen der Nach( Pindar.) Themistokles, ein bedeutender Staats- friegszeit, die letzten technischen Fortschritte sind in mann, erschien selbst kurz nach der Schlacht bei der Neuauflage berücksichtigt. Durch den sauberen Salamis bei der Olympiade, wohl um sich vom und flaren Druck, den soliden Leinenband, das Blutbade zu erholen. Thales und theilon, die handliche Format macht Kürschners, Handleɣikon" weißesten der Hellenen, wurden sogar das Opfer auch äußerlich einen sehr ansprechenden Eindrud. einer Olympiade: Thales starb von den Anstren- Sein Preis beträgt nur K 32, ist also im Vergungen der Hinreise und Kheilon aus Freude über hältnis zu der Reichhaltigkeit und Gediegenheit des den Sieg seines Sohnes. Es ist also nichts neues Buches außerordentlich billig und für jedermann mehr, wenn 25 Radiohörer infolge der Erregung erschwinglich. Wer ein Nachschlagebuch sucht, das über ein Box- Matsch" Herzschlag bekommen. ( Schluß folgt.) Sportauslese. Nach einer solchen Fahrt gehört es sich natürlich, einen guten Bissen zu essen. Denn der Magen Im Nürnberger Stider" widmete Dr. Otto verlangt auch sein Opfer, er ist desgleichen ein Stein, Direktor des Stadtamtes für LeibesHerrscher und zwar der Herrscher über den mensch übungen Nürnberg dem Bundessportfest eine dreilichen Körper. seitige, glanzvolle Kritik. Der Abschlußsatz lautet Als der Mensch sich so recht satt gegessen hatte, dort: Das Fest war eine gewaltige Sundgebung da besaß er wieder Kraft und war selber ein Gott. für die Einmütigkeit und GeschlossenUnd seinem Gott, nun, dem opferte er bie heit der Organisation der gesamten ArbeiterTurn- und Sportbewegung." Fischgräten. Kunst und Wiſſen. * Ein bekannter Prager Sportjournalist kündigt in einem deutschen Blatte den Plan der Sparta an, die einen Cup der im Mitropacup ausgeschie Das neue Programm der kleinen Bühne umfaßt lautet:„ Wir werden so in der nächsten Zeit eine denen Vereine austragen will. Sein Kommentar die beiden Schwanfschlager was geht da vor?" neue Konkurrenz besitzen, die vielleicht unter Umund Im Hotel zum blauen Bod". Wiederständen mehr Anziehungskraft besitzen holungen morgen und übermorgen. Für Jugendliche wird wie der eigentliche Mitropacup!" nicht geeignet! Anf. 8 Uhr. Martenvorverkauf Dent sches Haus, Graben 26( Telephon 24687) und beim Portier des Neuen deutschen Theaters( Tel. 21210). Die österreichischen Leichtathleten starten Anfang August in Bern gegen die Eidgenossen. Anschließend daran sollen die Desterreicher in München antreten. Nach den„ Prachtleistungen" und ,, ehrenvollem" Abschneiden gegen die TschechosloGenossen, lefet und verbreitet die watei wird man Großartiges erwarten dürfen(?). Arbeiterpresse. A Der berühmte Filmkomiker mit der Brille, Harold Lloyd( Jahreseinkommen 17 MillioVersicherungs- Aktiengesellschaft in Wien Direktion für die č. 8. R. in Prag. General- A entschaft Reichenbeig empfiehlt sich zum Abschluß von Feuer-, Un'all-, Haftpflicht, Einbruch, Auto-, Trans port-, Pierde- und Viehversicherungen zu kulanten Preisen. Bargarantiemittel in der Č.S. R. 56 Millionen. Büros: Prag, Narodní tř. 17. 5743 Relchenberg, Schützeng. Nr. 21. Brünn, Theater asse Nr. 6. BESORGEN SIE SICH das neue " Statistische Handbuch der Čechoslovakischen Republik“! Alle Ämter, Anstalten, Gelehrten, Erzieher werden gewiß das soeben erschienene ,, Statistische Handbuch der Čechoslovakischen Republik"( 3. Ausgabe). das eine unerschöpfliche Quelle statistischen Wissens ist, in ihre Bücherei einreihen. Die vom Statistischen Staatsamt herausgegebene Veröffentlichung enthält auf 460 Seiten im ganzen 673 sehr übersichtliche und eingehende Tabellen. Diese labellen sind in 20 Kapitel eingereiht und behandeln: Schulwesen und Volkskultur, Landwirtschaft, Bergbau- und Hüttenwesen, Industrie und Gewerbe, Außenhandel, Preise, Indizes, Lebenshaltung, Kurse, Geldwesen, Versicherungswesen, Verkehr, Rechtspflege, Verwaltung. Wahlen, Heerwesen und Sicherheitsdienst. Flächenumfang unserer Gebiete und Bevölkerungszahl, Beruf der Bevölkerung, Bevölkerungsbewegung, Gesundheitswesen und körperliche Erziehung. Sozialstatistik. Finanzen ,, verschiedene volkswirtschaftliche Verhältnisse und eine internationale Statistik. Das ,, Handbuch" kann mit Recht zu den Jubiläumswerken gereiht werden, die mit dem zehnjährigen Jubiläum des Entstehens der Čechoslovakischen Republik verknüpft sind, denn es gibt ein zahlenmäßiges Bild des wirtschaftlichen, kulturellen und öffentlichen Lebens der Republik, soweit es statistisch erfäßt werden kann, beinahe für das ganze Jahrzehnt unserer Selbständigkeit. Diese Veröffentlichung, die auch in deutscher Sprache erschienen ist, hat die Buchhandlung Bursík- Kohout In Prag II., Václavské nám., in Kommission. Sie kostet Kč 45.-; öffentlichen Ämtern, Schulen und anderen öffentlichen Anstalten jedoch gewährt das Statistische Staatsamt einen 30prozentigen Nachlaß. 35