Einzelpreis č 2. Redaktion und Verwaltung: Prag, I., Netázanta 18. 18. Telephone: ny lmb Tagesredattion: 26795, 31469. nachtredaktion: 26797. Boftschedamt: 57544. Inferate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 9. Jahrgang. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit. Sonntag 18. August 1929. Umfang 64 Seiten mit den Beilagen: Belletristische Beilage Beilage der Stadt Karlsbad Baubeilage Küche und Heim Das Büro von einst und jetzt Genossenschaftsbeilage Was schafft der Arbeiter? Das Sparkassenwesen in der Tschechoslowakei Sorget für Euere Zukunft Arbeiterabstinenten- Beilage Gewerkschafts- Beilage Mähr.- Ostrau Sports und Körperkultur Filmbeilage Nr. 193. Die Trommel ruft, die Banner weh'n! Humpoll 29 10 JAHRE deutsche sozdem. Arbeiterpartei in der tschechoslom. Republik. Seite 2. In freudiger Erwartung. Von Dr. Ludwig Czech. Sonntag, 18. August 1929. arbeitertag innerlich gestärkt, hoffnungsfreudig. Die großdeutsche Kulturmission selbst und siegesbewußt heimkehren und um so beherzter den Kampf gegen die kapitalistische Gesellschaft aufnehmen, die die Maffen des des Sudetendeutschtums. Von Dr. Emil Franzel. Sagen wir es ganz offen, wie es ist. Ge- Zum erstenmale seit dem Bestande der Proletariates in harter Fron hält, die Kinder In der Geschichte der proletarischen Feststehen wir es ein, auch wenn's zum grauen Partei werden die Arbeiter aus dem Gebirgs- und Greise elend verkommen läßt und die Ar- fultur wird der Karlsbader Reichsarbeitertag Schopfe nicht ganz paßt. Bekennen wir es und Flachlande, aus den Industrie- und Ge- beiterklasse von allen Kulturschäßen ausschließt, eine Etappe von mehr als lokaler Bedeutung sein. Daß er das größte, schönste, ruhig, die Jungen wie die Alten, daß wir in birgsdörfern, aus den Landgemeinden und den von denen ihnen am Reichsarbeitertag so unserer Feste ist, gar nicht zu vergleichent kindlicher Erregung, in zitternder Unruhe, aber verstecktesten Einöden zusammenströmen, um manche herrliche Kostprobe vermittelt werden dem, was im kleineren Rahmen bisher an Feſtauch in freudigster Erwartung dem großen sich aus ihrer Berührung mit hunderttausenden wird. Das aber wird bei den vielen Zehntau- tultur geschaffen wurde, wäre nur ſelbſtverſtandlich. Zum erstenmale hat die Partei unter AufLage unserer Partei entgegenschen und daß er Proletariern, die zu unserer Fahne stehen, jenes senden, die dabei waren, das große Sehnen gebot aller Kräfte der Arbeiterbewegung, un uns, je näher er kommt, immer mehr aufwählt. Gefühl der Unüberwindbarkeit zu holen, das auslösen, daß das Karlsbader Erlebnis für die Verein mit Turnern, Sängern, Gewerkschaft und in uns allen tiefe kaleidoskopartig wechselnde ihnen nur der Zusammenfluß aller proletari- Maffe unserer Arbeiter nicht ein bloßer Fest- Genossenschaft, unter Einsaß aller geistigen Kräfte der Bewegung ein Fest im ReichsmaßEindrücke und Stimmungen auslöst. Bald be schen Ströme des Landes zu einer gewaltigen tagstraum bleiben, sondern daß sich das Wort stabe organisiert. Nur so konnte es mehr werden schleicht uns tiefe Ergriffenheit, wenn wir un Maffe zu geben vermag. Denn nur in dem Goethes, das er den sterbenden Faust sprechen serer unvergeßlichen toten Freunde gedenken. Strome der Masse wächst das Gefühl der Un- läßt, verwirklichen möge: Bald packt uns gerechter Zorn, wenn wir rück besiegbarkeit, wachsen jene gewaltigen Enerschauend das Kampffeld betrachten und das gien, die das Lebenselement jeder Kulturbewefürchterliche Gescheher der letzten Jahre an uns gung, jedes Kampfes sind. vorüberziehen lassen. Bald ergreift uns ein wahres Glücksgefühl, wenn wir uns der unendlichen Treue bewußt werden, die uns Hunderttausende von Proletariern in unseren schweren Stunden, in unseren harten Kämpfen in jo reichem Maße zuteil werden ließen und wenn wir huldigen! So werden wir denn alle vom Reichs- l Solch ein Gewimmel möcht' ich sehen, Auf freiem Grund mit freiem Volle stehen. Zum Augenblide dürft' ich sagen: Verweile doch, du bist so schön! Der Weg zum Siege. Von Theodor Dan. als ein Aufmarsch, an den sich Männergesang, Blasmusit, Freiübungen und Würstelessen anschließen. Denn bei aller Achtung vor der organisatorischen Leistung, die sich in den großen Kreis- und Bezirksfesten der letzten Jahre offenbarte, muß leider doch festgestellt werden, daß sie sich in ihrem Programm nur um Nuancen von gleichartigen bürgerlichen Festen unterschieden. Der Quantität der Leistung entsprach noch nie ihre Qualität. Anders in Karlsbad. Wo war ein Fest, welcher Couleur immer, das vier Symphoniekonzerte, vier hochwertige Theateraufführungen neben die Aufmärsche und sportlichen Beranstaltungen gefeht hätte?! Es war hierzuZeit- lande noch nicht da und wird so bald nicht von Der Weltkrieg mit seinen Ergebnissen hat in stischen und Arbeiterparteien in unferem Zeit einer anderen Bewegung in annähernd ähnlicher den großen Aufstieg ins Auge fassen, den un- den lezten 15 Jahren die Bedingungen des pro- alter zur Ausübung der politischen Macht noch Weise durchgeführt werden. Auch das Ratls. sere Partei troß allen Hasses und aller Ver- letarischen Stampfes in allen Ländern Europas cher gelangen, als die Arbeiterklasse diese Macht bader Programm mag noch Mängel und Lüden so entscheidend bestimmt und wird sie voraus aus ihren eigenen Kräften zu erobern und in folgungen, trotz aller Hemmnisse und Schwie- fichtlich noch auf lange Jahre hinaus bestimmen, ihrem eigenen Klassenfinne voll auszunügen im- haben, mißt man es an dem Ideal, das den Verrigkeiten in den letzten Jahren erfahren hat. daß jedes sozialistische Jubiläum, jedes prole ftande ist. Diese aus dem Friedensbedürfnis gebo- anstaltern vorschwebte( hier sei vor allem der Mit solchen Gefühlen gehen wir nach tarische Fest für die Arbeiterklaffe vor allem zu rene Sympathien der breiten von der kapitali Borlesung gedacht, die dem Programm eine be. nicht zustandegekommenen Karl Krauseinem neuen Anlaß wird, die Lehren des Krieges ftischen Bourgeoisie ausgebeuteten nichtproletariKarlsbad, um dem sudetendeutschen Arbeiter- noch einmal in Erinnerung zu bringen und zu fchen Schichten können und sollen aber von der fondere Weihe gegeben hätte und für die keine volk, um der judetendeutschen Sozialdemokra immer tieferem Verständnis ihres Sinnes vor- Arbeiterklasse selbst zu einem mächtigen Hebel der alterer, aber fragwürdiger Festkultur ist, Ersat Festbeleuchtung, die doch nur ein Rudiment tie, um dem internationalen Sozialismus zu sudringen. Um wie viel mehr gilt das für so Beschleunigung und der Verankerung ihres eige schafft); aber mit allem bisher Geschaffenen, mit Dieser Umstand allein genügt schon, um die Spipenleistung proletarischer Festkultur, der auch allen Vorbildern verglichen, ist Karlsbad eine Nahezu siebzig Jahre ſozialistischer Wirk- beiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik, Arbeiterklaffe zu bewegen, ihren Stampf auf dem bie Bruderparteien im deur beſtfultur, der auch d. h. einer Partei, die nur durch die Gewaltmittel Boden der politischen Demokratie zu sprachigen Ausland deutschen wie im anderssamkeit auf judetendeutschem Boden liegen hin- des Krieges aus ihrem natürlichen Zusammen- führen und ihre Macht auf diesem Boden auszu Seite stellen können. Daß wir, die kleine Partei nichts Gleichwertiges zur ter ung. Sie waren in Wirklichkeit ein einziger hange mit der österreichischen Mutterpartei her- üben. Die Nachkriegsentwicklung hat aber auch mit den bescheidenen Mitteln, ein Feſt feiern großer, ein siebzigjähriger Strieg der Arbeiter ausgerissen und zu einer selbständigen Existenz noch auf ganz andere Weise dem Proletariate die tönnen, dessen Programm für die größten pro klasse gegen die herrschenden Gewalten, gegen den schwierigsten, im Kriege geborenen wirt- die politische Demokratie das unent letarischen Barteien, für die größten deutschen die Machthaber des Staates, gegen die inter- schaftlichen, politischen und nationalen Bedin- behrlichste Instrument des prole Städte vorbildlich fein muß, dürfen wir ohne tarischen Kampfes, des proletari Ueberhebung als Verdienst und als ein Zeugnis nationale Kapitalistenklasse und schließlich ge- gungen zu führen hatte und noch führt! Die erste und wichtigste Lehre des Kriegesichen Sieges und der proletarischen unserer Lebensberechtigung buchen. gen die Zerstörer der Einheit der Arbeiterbe- ist aber die, daß es vom Standpunkte der Ar- errschaft ist. Der Krieg hat kolossale BerDaß wir als Partei der sudetendeutschen wegung. Durch ein Meer von Leid und Tränen beiterklasse aus in einem modernen wüstungen nicht nur in der Wirtschaft und Po- Arbeiterklaffe das Recht und die Mission haben, führte dieser Krieg, durch tiefsten Notstand und riege teine Sieger geben tann: litit, sondern auch in der Psychologie der arbei- ein Stüd deutscher Kultur, und wahrhaftig nicht Arbeiter aller Länder wurden im letzten Welt- tenden Millionenmaffen angeftiftet und sie teil- das geringste, zu verteidigen, daß wir unsere unsägliche Entbehrungen der Arbeiterklasse, friege besiegt! Die Arbeiter aller europäischen weise zu den längst überwundenen, vormarri- eigene Geiftigkeit zu bewahren und im Befennt durch namenlose Opfer und verzehrende Pein, Länder, der Sieger wie der Besiegten, bekommen stischen Vorstellungen über die Bedingungen des nis zum großdeutschen Gedanken( der hier nichts durch grausamste Verfolgungen, durch eine dies täglich an ihrem eigenen Leibe zu spüren. Sie Kampfes und des Sieges der Arbeiterklaffe zu mit Grenzfragen zu tun hat) stets zu erneuern alle leiden unter den unheilvollen Folgen des rückgeworfen. Der Bolschewis mus, die haben, das erweist Karlsbad mit aller DeutlichStette schwerster Krisen, durch die Hölle unheil- Strieges mit der von ihm hervorgerufenen und Theorie und die Praxis einer Dittatur der feit. Nicht daß wir das internationale Ideal voller Spaltungen, durch den völker- und kul- bis heute noch nicht völlig überwundenen wirt- revolutionären Minderheit, die durch verleugnen, uns in landschaftlicher und ſtammesturmordenden Weltkrieg, durch das tragische schaftlichen Zerrüttung, mit willkürlich gezogenen Mittel des Terrors die Unreife der gesell mäßiger Borniertheit abschließen sollten! Das Grenzen und hohen Zollmauern, mit neuen, an schaftlichen Zustände, aber auch die politische und Programm von Starlsbad ist weit entfernt da Pariser Gewaltdiftat, durch nationalistischen Stelle der alten getretenen Herden der ökonomi- organisatorische Unreife der Arbeitermassen selbst von, mit fudetendeutscher Heimatkunst" und mit Furor und kommunistischen Vandalismus. Un- schen, politischen und nationalen Unterdrückung überwinden und von oben herab die soziali- hinterwäldlerischem„ Brauchtum“ aufzuwarten. zähligemale zu Boden geworfen, hat sich die und neuen Reibungs- und Gefahrenzonen. Sie stische Ordnung dekretieren will, der Bolsche- Es wird auch, indem es Smetana, Grieg. alle bezahlen mit ungeheuerer und dauernder wismus, dieser Reinfall in die bakunistisch- jako- Tschaikowsky, auf der Bühne Frantisek Partei immer wieder erhoben. Hunderte Male Arbeitslosigkeit und mit hohen Steuern den binischen Anfänge der modernen Arbeiterbewe- anger und die aus englischer Wurzel tot gesagt, ist sie immer wieder von den Toten Tribut für das Kriegsverbrechen der Herrschen gung, ist ein Kind des Krieges, dem sein durch stammende Dreigroschenoper bringt, auferstanden. Immer aufs neue durch Bra- den. Ihnen allen wurde durch den Krieg der ganz eigenartige Umstände bedingter Sieg in durchaus den Verpflichtungen zu internatio endgültige sozialistische Sieg über kapitalistische Rußland eine übermäßige Geltung auch in der naler Kultur gerecht. Aber daß wir chialgewalt erwürgt, ist sie immer stärker und Ausbeuter und Unterdrüder aus den Händen ge- Arbeiterbewegung der vorgeschritteneren Länder Schubert, Weber, Strauß immer wuchtiger geworden, immer„ reisiger riffen: auf dem vom Kriege hinterlassenen wirt- verschaffte. Seitdem hat aber die traurige Ent- schweigen in unserem Programm Beet wiedergekehrt". Mit einer ganzen Welt von schaftlichen Trümmerfeld war die sozialistische, wicklung in Rußland zur Genüge die soziali hoven, Goethe, Mozart, Wagner mit auf die Befriedigung der Massen berechnete Pro stische Fruchtlosigkeit des Bolsche- ihren erhabensten Dichtungen aufführen, muß Feinden hat sie den Kampf aufgenommen und duktion nicht aufzubauen! Die zerstörende wis mus aufgedeckt und überall in der Welt er- uns doch sehr deutlich auf unsere Kulturmission sich immer wacker geschlagen, immer glänzend Straft eines modernen Strieges ist so groß, daß wies er sich nur als ein Mittel der Spaltung, der in diesem Lande weisen. Haben wir es nicht behauptet und so die Probe vor der Geschichte die Arbeiterklasse von einem neuen Striege Berseßung und der Schwächung einer jeden pro- viel leichter, in Kulturfragen international zu nichts zu erwarten hätte als einen letarischen oder nationalrevolutionären Bewe- sein, da die größten Namen einer allmenschbestanden. Nun steht sie unerschütterlich fest. völligen Verfall der europäischen Wirtschaft und gung und somit als ein Bundesgenosse der tapi- lichen, übernationalen Kultur auch der deutschen Sie ist die einzige Hoffnung, die einzige 3u- Kultur und folglich auch eine völlige Vernich- ialistischen und imperialistischen Reaktion. Diese Kulturgeschichte angehören? Und müßte nicht dieser Staat und sein staatsbildendes Volk erversicht der sudetendeutschen Arbeiterklajje und tung ihrer sozialistischen Hoffnungen. So kommt man zu dem unweigerlichen fennen, daß es nicht staatsgefährlich, sondern im spottet aller ihrer Feinde. Wäre es nach ihnen Schlusse, daß es in unserem Zeitalter fein wirthöchsten Maße dem Ansehen und der Mission gegangen, hätte der Sozialismus in Boden- schaftliches, politisches oder nationales Ziel geben des Staates gerecht ist, wenn die nationale bach aufhören" müssen, aber er hat dort erst kann, um deſſenwillen ein mörderischer Krieg Minderheit" die Brüde schlägt zu vom Standpunkte der Arbeiterklasse gerechtfertigt ßen Nation und zu den größten Offenbarungen recht begonnen! Ginge es nach ihnen, dann wäre. Nur durch den Frieden und durch den menschlichen Geistes! hätte sich das von Grafen Taaffe am 23. Juli Kampf um den Frieden können die Ar- Der wilde Nationalismus, der die Fadel des Die Symbiose" von Deutschen und Tsche1870 an den Kaiser gerichtete lakonische Wort beiter ihr sozialistisches Befreiungsziel erreichen! Weltkrieges entzündet hat und in dessen Schoßze chen, ein" Jahrtausend lang als wechselnder Und so wird die Erziehung der Arbeitermassen zu die Keime neuer Kriege reifen, hat aber der Ar- Stampf um Macht und Größe der beiden Nativerfüllt, daß der Arbeiterbildungsverein in einem unbeugsamen Willen zum Frieden beiterklasse noch eine Lehre als das höchste Gebot nen im gleichen geographischen Raume, als Brünn in seiner Tätigkeit sistiert wurde und und zum Kampfe um den Frieden zu ihres Befreiungskampfes gebracht: die Lehre der Bürgerkrieg und als Bündnis betätigt, diese daß seither aus diesem bedeutenden Industrie- einer der wichtigsten Aufgaben der sozialistischen Internationalität. Der Internationa- Lebensgemeinschaft, die Auseinanderstrebendes Arbeit. Dieser Stampf um den Frieden ist aber un- lismus der sozialistischen Arbeiterbewegung hört bindet, wird nicht durch eine Verwischung der plaße nichts mehr von Bedeutung zu jagen sei". zertrennlich mit dem Stampfe der Arbei auf eine bloße theoretische Schlußfolgerung zu nationalen Eigenart, nicht durch den„ Bohemis Aber der Arbeiterbildungsverein, von dem terklasse um die Macht verbunden. Mö- fein: in der täglichen Praxis lernen die Arbeiter- mus" Spinas. getrönt werden. Wären die Sunichts mehr von Bedeutung zu sagen war, lebt gen die Machtpositionen im Produktionsprozesse massen in der Nachkriegszeit erkennen, daß kein detendeutschen eine Nation für sich oder doch ein noch immer, er wird beim Reichsarbeitertag wehr der Kriegsgefahren geben, diese Gefahren noch im politischen oder nationalen Kampfe für tur( wie etwa die Slowaken), so könnte ihr Aufder Arbeiterklasse auch wirksame Mittel zur Ab- Schritt vorwärts weder in dem wirtschaftlichen, Stamm mit besonderer Schriftsprache und Stulsein altes Banner entfalten und es stolz in den werden immer von neuem auftreten, solange die sie möglich ist. ohne den internationalen Zusam gehen in einer„ böhmischen" Kultur, in der Lüften flattern lassen, während die Habsburger Staatsmacht in den Händen der kapitalistischen menschluß ihrer Kräfte. Der Stampf für den Denkart des größeren Bolles ein mögliches und Bourgeoisie verbleibt, deren Politik durch die Internationalismus wird zum unent- vielleicht wünschenswertes Ziel sein. Die Sudeund ihre Taaffe's längst schon auf der Strecke Rücksicht auf Profit und Konkurrenz und nicht behrlichsten Bestandteil der sozialistischen Politik. tendeutschen sind aber nicht nur durch die geblieben sind. auf das Wohl der arbeitenden Menschheit be- Der Kampf um den Frieden, der Stampf um Sprache, sondern durch die Kultur dem großen stimmt wird. Die Eroberung der politischen die Macht, der Kampf um die politische Demo- deutschen Volke verbunden und diese ge Und so wird denn der Reichsarbeitertag Macht durch die Arbeiterklasse ist die notwendige fratie, der Kampf um den Internationalismus samtdeutsche, großzdeutsche Kultur kann nicht für die sudetendeutsche Arbeiterklasse eine Voraussetzung des politischen Umbaucs der Ge- das ist der Weg, der das moderne Proletariat zu einem Anhängsel einer fremdnationalen Rul Kundgebung herrlichsten, unauslöschlichen Le- sellschaft. In unserem Zeitalter wird diese Er- um sozialistischen Siege führt. Auf allen diesen tur gemacht werden. Gerade in der revolutic oberung auch zum notwendigsten Mittel zur Gebieten des sozialistischen Kampfes hat die deut- nären, aufsteigenden Klasse der Nation, gerade benswillens, eine Manifestation der Unbesteg- Sicherung des Friedens und deshalb läßt jeber sche Sozialdemokratie in der Tschechoslowa- im Proletariat muß sich mit jedem Stück Stul barkeit sein. Schritt des Sozialismus zur Macht auch die- tischen Republik trop der schwierigsten Verhält- tur, die wir erobern, die Verbundenheit mit Aber er soll mehr werden: eine Demon- jenigen nicht proletarischen Schichten der niffe, in denen sie zu kämpfen hat, Hervorragen- bem deutschen Volke jenseits der Grenzen zeigen. bürgerlichen Gesellschaft leichter aufatmen, die des, ja oft Mustergültiges geleistet. Ihre Feier Die Heimatdichtung und Landschaftskunst fön stration der Kraft, eine weithin sichtbare Sul- im Striege nichts zu gewinnen und alles zu ver- gestaltet sich somit zu einer Feier der gesamten nen in der Syntbiose mit der tschechischen Kultur turtat, deren nur eine im Kern gefestigte, im lieren haben und die sich deshalb nach dem Frie- Sozialistischen Internationale, die mit berechtig- vielleicht zu zu Elementen des Bohemismus" Kampf gestählte, sturmerprobte und zielklare den sehnen. Das Friedensbedürfnis dieser bäuer- tem Stolze auf die bisherigen Erfolge zurüd werden, auf unsere enge Landschaft, auf unseren lichen, kleinbürgerlichen, intellektuellen usw. blicken und mit voller Zuversicht ihr weiteres Stamm beschränkt, unter Karas sudetendeutPartei fähig ist. Schichten ist der letzte Grund, warum die soziali- Fortschreiten auf dem Wege zum proletarischen schem Banner, können wir, die Blicke nach Prag Siege erwarten tann Nachkriegserfahrung mahnt die Sozialisten dazu, entschlossener denn je die Arbeitermaffen zum Stampfe für die Demokratie und zu ihrer Verteidigung zu erziehen und zu organisieren und nötigenfalls zur Gewalt nur für den Fall zu greifen, um gewaltsame Angriffe gegen die Demokratie abzuwehren. Sonntag, 18. August 1929. Gruß und Botschaft. m Allen, die da kamen: Aus schwarzer Schächte nachtverhangnen Toren, Vor der Fabriken Hämmern, Rädern, Wellen, Von Kesseln und von stampfenden Motoren. Vom Holzschlag, von des Ackers harter Fron, Der erdverbund'nen Brüder Scharen; Und aus den Menschenmühlen, wo um Hungerlohn, Die Sklaven der Kontore sich verblufen. Von Webstuhl, Drehbank, Pflug, Schreibtisch, Gerüsten, Ihr alle, Schwestern, Brüder, aus den unzählbaren Armeen, die zur rofen Fahne schwören, Genossen Ihr, von fremden Küsten, Zu Gast bei uns, die wir zu Euch gehören! Einmal habt Ihr die Ketten abgestreift Und hinter Euch den Schmutz der Fron gelassen, Daß Hand in Hand die andere Kette greift Und wir, ein lebend Band, uns freudig fassen. In einem Zeichen, unter einer Fahne, Von einer Sehnsucht wie ein Mann beseelt, Habt in zehn Jahren niemals Ihr gefehlt, Wenns hart auf hart ging um das große Ziel. Daß nie vergebens Euch das Zeichen mahne, Daß keiner fällt, wie bisher keiner fiel, Gelobt es heute, schwört zur alten Fahne! Heut' seid Ihr Masse, Ueberzahl und Macht, Heut' seid Ihr Strom, der unaufhaltsam treibt, Heuf ist die Flamme riesengroß entfacht; Daß ihre rote Glut lebendig bleibt, Sei sie den Herzen ewig einverleibt! Botschaft und Grußz: den Alten, die Jahrzehnte Die Saat betreut, die heilige Glut bewacht! Was einst ihr kühnster Traum ersehnte, Heut' wissen sie, daß sie es gut erdacht, Heut' ahren sie, daß es einst Wahrheit werde, Heut' greifen sie, was einst sie nur erträumt! Den Jungen Grußz! Kein Tag sei mehr versäumt, Das Werk von heute zu vollenden; Denn Euer wird einmal die neue Erde, Ihr werdet noch das Weltenschicksal wenden. Botschaft und Gruß: Die roten Fahnen wehen, Fanfaren rufen Euch zu Fest und Schwur. Zehn Jahre kommen und vergehen, Ein Augenblick am Blaff der Weltenuhr. Doch mahnt der Tag; die Stunde ist nicht weit, Da es den Morgen läutet einer neuen Zeit! Belte 3. 03 gerichtet zu deutschsprechenden Tschechoslowaken im Staate selbst die Brücke nach Deutschland führen. Solange man dessen Verleugnung zur verstorbenen, Genossen Neumann gehalten werden, ohne Ahnung der großen deutschen Kul- sind, daß der Staat, der diese„ Minderheit" mit Bedingung einer besseren Behandlung der Deut- batte... tur uns bei der tschechischen, die doch aus ande- umfaßt, selbst Heimstätte der großen deutschen schen im Staate macht, ist man auf abschüssigem Warum ich diese Dinge hier erzähle? Nun, rer Wurzel, anderer Tradition und Geschichte Stultur sein kann, daß die Sudetendeutschen dem Wege. Denn um ihre Stultur pflegen, um ihre es zählt nun einmal zu den Eigenschaften alternschießt, anbetteln. Im Bekenntnis zu Lessing, tschechischen Volke Mittler zu erhabenen Schätzen Mission erfüllen zu fönnen, verlangen die Su- der Menschen, daß sie gerne von Jugenderleb Herder und Goethe, zu Beethoven menschlicher Stultur und andererseits die beru detendeutschen ja ihr volles Recht als Nation im nissen plaudern. Aber vielleicht ist diesen Erin und Wagner, zu Kant und Fichte und fenen Vermittler der tschechischen Stultur an das Staate. Das Verständnis für das Kulturpro- nerungen gerade anläßlich der Jubelfeier der last not least zu e gel und Mary, zu Feudeutsche Ausland sein könnten. Da dieser Natio- blem des Staates und seiner Völker wird frei Partei in Karlsbad nicht jede Aktualität abzu erbach und Engels, zu Bebel und Las- nalitätenstaat einmal besteht, wäre er doch die lich nur in den revolutionären Klassen heran- sprechen. Denn ob man will oder nicht: es drängt falle fönnen wir nicht aus judetendeutscher natürliche Brücke zwischen slawischer und deut reifen, sie sind berufen, im Geiste der Interna- fich der Vergleich zwischen dem Einst und Jetzt und tschechischer Kultur eine böhmische Legierung scher Kultur; hier schneiden einander die Stultionalität den Nationen Entwicklungsfreiheit auf. Vor vierzig Jahren nur die Trümmer einer gießen, weil ja all das nicht unser Stammesbe- turkreise und was einmal Prag war, die Re- zu schaffen; die tschechische Arbeiterklasse wird noch im Anfang stehenden Bewegung, Mühselig siz ist, sondern weil wir nur als Teil, als leben- torte deutsch- slawisch- jüdischer Mischkultur, der Staatsgründung von 1918 einen höheren und fortdauernder oder neu auftauchender Verdiger, der Zusammengehörigkeit bewußter Teil Pforte von Volk zu Volf, das könnte in anderem Sinn als den der Umkehrung der Herrschafts- folgungen gewärtig, beginnt der Aufbau des Zerber großen Nation mitbesitzen, was sie als Ge- Sinne der ganze Staat werden, Mittler zwischen verhältnisse, einen europäischen und menschlichen störten. Immer wieder fürmen sich seitens einer fäß des Menschengeistes birgt. slawischem und deutschem Wesen, erster Emp- Sinn geben, die deutsche Arbeiterklasse wird die Gerade wir Sozialisten müssen die Bedingt- fänger deutscher Kultur, erster Vorposten der großdeutsche Kulturmission der Sudetendeutschen Staatsgewalt, die den Geiſt Metternichs nicht aussterben lassen wollte, Hindernisse auf, die fortheit des National- und Kulturbewußtseins durch slawischen. gegenüber dem Bohemismus der aktivistischen die Vergangenheit, durch die Geschichte jeder Na- Dazu aber führt kein Bohemismus, keine Bourgeoisie durchsetzen und den nationalen schreitende Bewegung, getragen von der ſittlichen tion erkennen, zeigt sie sich doch an der Form Spina'sche Symbiose, dazu kann nur das groß- Ausgleich in höherer Sphäre verwirklichen Urgewalt des sozialistischen Gedankens, spottet unseres Stlassenbewußtseins, an der Auffassung deutsche Kulturbekenntnis der Sudetendeutschen müssen! Einst und Jetzt. Vor vierzig Jahren in Karlsbad. Von Eduard Rieger( Wien). ihrer. Der kleine Bach, den man verschütten und austrocknen wollte, wird zum Fluß, der Fluß wächst zum Strom. Die deutsche Arbeiterbewegung der Sudetenländer bildete am Baume der altösterreichischen Sozialdemokratie den mächtigsten Ast. Da kommt der verbrecherischste aller Striege mit dem Friedensdiftat von St. Germain, der für die Besiegten das Recht auf nationale Selbstbestimmung niedertrampelt. Mit ihm verliert die österreichische Partei eines ihrer stolzesten Glieder. Doch der abgesägte Ast modert nicht, er entwickelt sich selbständig weiter, wird selbst zum Baum, der neue Wurzeln, neue Aeste, neue Blätter und der politischen Theorien, an allen Ideologien, die unser Lehrgebäude tragen. Der deutsche Sozialismus auch dieses Staates kommt von Marx und Engels, Lassalle und Bebel, Liebknecht und Viktor Adler, Kautsky and Otto Bauer her, in unserer Theorie, in unseren Programmen verleugnet kein Buchstabe die Herkunft vom Margismus und in weiterer Folge eben von der deutschen Philosophie. Der tschechische Sozialismus hat im Marrismus nie mehr als eine Komponente seiner Geistigkeit gesehen; er kommt zur größeren Hälfte von Ma faryk und über diesen Umweg von Hus und Es sind nun fast vierzig Jahre, als ich das Was da von mir gefordert wurde, war nicht Blüten treibt und in der Gefolgschaft der SoziaChelčicky, Zižta und Komensky her. erstemal in einer Parteimission in Starlsbad leicht zu erfüllen. Denn die Gendarmerie, die listisch en Internationele mit Ehren besteht. Was in stönnen wir jemals unser ganzes Stämpfen und weilte. Im Herbst 1889 reifte in Reichenberg der sich daran gewöhnt hatte, uns als Freiwild zu den letzten vier Jahrzehnten aus der mit BrutaStreben in das Wort kleiden, das dem tschechi Entschluß, die wieder neu auflebende Arbeiter betrachten, beobachtete uns noch immer recht lität niedergetretenen deutschen Sozialdemokratic schen Genossen so viel bedeutet:„ Tabor ist unser bewegung durch die Gründung eines Blattes scharf und war sichtlich bemüht, dafür zu sorgen, in den Sudetenländern geworden ist: in der JuProgramm"? Was ist uns Tabor! Sowenig fräftig zu fördern, da sich die Erkenntnis durch daß ihr nichts entging. Noch mehr als der ge- belfeier der Partei in starlsbad wird es deutlich der tschechische Sozialist seinen Ursprung ver- gesetzt hatte, daß ein publizistisches Parteiorgan strenge Blick des schwarz- gelben Obrigkeitsstaates in Erscheinung treten. Freilich: nicht nur die Mehrzahl von jenen, Jeugnen kann, so wenig können wir den unseren zu einer unabweisbaren Notwendigkeit geworden war mir das Mißtrauen hinderlich, das mir verleugnen, weil wir damit alles preisgeben war. Der Druck der Taaffeeschen Reaktion, die im einem damals noch meistens unbekannten jungen die vor fast einem halben Jahrhundert gegen uns Sache des Glaubens, der alten Desterreich das allenthalben aufkeimende Menschen von Parteigenossen entgegengebracht sich als entmenschte Henter betätigten, find tot, Ueberzeugung, der Gesinnung ist. Klaffenbewußtsein der Arbeiter mit einem Auf- wurde. Die Aera des Polizeispitzeitums stand noch auch von jenen Barteigenossen, die allen Verfol Wir, Tschechen und Deutsche, beten vielleicht gebot von Staatsanwälten, Polizisten und Gen in zu frischer Erinnerung, als daß man einem gungen troßten, die, in der einen Hand die Kelle, zu dem gleichen Geist, aber wir beten in ver- barmen zu ersticken versuchte, hatte sich um diese Fremden, der radikale Reden führte, ohne wei- in der anderen Hand das Schwert, unabläſſig an schiedenen Sprachen und in verschiedenen Tem dem Aufbau und der Verteidigung der Partei peln. Wir Sudetendeutſch würden unser Beſtes der möglich geworden, hin und wieder eine Volks mir gestellte Aufgabe mit jener Begeisterung, wie wirkten, leben heute nur noch wenige. Ihrer seit um einige Grade gelockert und es war wie teres zu trauen vermochte. Aber ich nahm die preisgeben, wollten mis en lebendigen Zusam- versammlung einzuberufen oder einen Arbeiter- sie nur jungen Idealisten eigen ist, auf mich und heute nicht ehrend zu gedenken, wäre die grobmenhang mit der deutschen Stultur aufgeben, bildungsverein ins Leben zu rufen. bilde mir ein, sie zur Befriedigung meiner Auf- höre mit zu jenen, die am ersten Tage der JubelAuflichste Verlegung einer heiligen Pflicht. Ich geum der Sprache allein willen lohnt es sich wahr- Hand in Hand damit ging das Bestreben, traggeber gelöst zu haben. haftig nicht, für nationale Selbstverwaltung die von einer brutalen Polizeiherrschaft zerris feier in Karlsbad an ihren Grabhügeln im Geiste fämpfen. Das größere Ziel, unser Recht auf Das war nun jene Wanderung durch das ränze niederlegen. An ihre Stelle sind nunmehr unsere Stultur, dem Arbeiter im besonderen das ſenen Parteifäden, die zu einer mehr oder minbere getreten, die mit gleicher Treue und Leis Recht auf seine Idee, seine Form des Suzalis der festen Parteiorganisation geführt hatten, aufs westliche deutſche Böhmen, die mich auch ite schaft das begonnene Werf sortseßen. Und so mus, die ihn erfüllt, begeistert, führt, zu erstrei- nene zu knüpfen und mit den Aufräumungs- Karlsbad brachte, der altberühmten Sprudelstar mus, die ihn erfüllt, begeistert, führt, zu erstrei- arbeiten auf dem großen Trümmerfeld, das die in der es um diese Zeit von Sozialdemokraten wird es forigehen und immer weiter, so lange, Karlsbad ist ein Bekenntnis schlimmsten Zeiten der Polizeiwillkür und Sozia- nicht gerade wimmelte. Soweit die nun vier bis das sozialistische Banner siegreich über allent zum großdeutschen Kulturgedan liſtenverfolgungen hinterlassen hatten, au begin- Jahrzehnte zurückliegenden Erlebnisse noch in Nationen der Erde weht und die Menschheit das ten. Wie wir es ablegen, indem wir den größ- nen. Damals wurde ich— ein durch Maßrege- meiner Erinnerung haften, vermochte ich damals geworden sein wird, was man unter wahrhaftem ten, längst nicht mehr der einen Nation allein lung arbeitslos gewordener Tuchweber im Rein Karlsbad nicht einmal einen halben, geschweige Menschentum versteht. Als ich vor vierzig Jahren das erstemal nach gehörenden Geistern der Menschheit huldigen, chenberger Bezirk, der sich mit Auswanderungs- enn einen ganzen Sozialdemokraten zu entdecken. mag dem tschechischen Volke zeigen, daß es kein gedanken trug von den Genossen des Reichen- Bielleicht nur aus dem Grunde, weil mein Adres Starlsbad kam, da war ich noch ein junger Mann nationalistisches Bekenntnis ist. berger Bezirkes mit der Aufgabe betraut. das fenverzeichnis Lücken aufwies. Aber anderwärts und das Leben lag noch vor mir. Seit diesem 1 Kleine Staaten und Völker suchen nach Bindun- Gebiet von Reichenberg bis nach Westböhmen, in Westböhmen rider/ age bin ich ein alternder Mann geworden. gen, nach Anlehnung und Rückhalt. Die Tche- immer entlang des Erzgebirges, zu durchstreifen, in/ Neudet, in Graslih wurde ich mit brüder Aber in Sirn und Herz glüht noch dasselbe Fener, then suchen sie heute im Westen und versuchen die wichtigsten von jenen Städten und Dörfern, licher Herzlichkeit aufgenommen und in meiner das mich einstmals durch das deutsche Böhmen die unorganische Verschmelzung französischer wo es vordem schon eine Organisation gegeben Mission unterstützt. In Neudet fahndete, wie ich trieb. Darum weile ich im Geifte bei den tauoder angelsächsischer mit slawischer Stultur. Sie hatte, aufzusuchen, mit den noch von früher her nachträglich erfuhr, die Gendarmerie nach mir, senden Genossen und Genoffinnen, die sich in meiden die nähere, die seit Herder den Slawen bekannten Barteigen ssen Fühlung zu nehmen weil sie mich zur ungestümen Erheiterung der Starlsbad zu einer Jubelfeier zusammenfinden. Varteigenossen wegen meiner langen Haare Ja: jubelt nur und freut euch, denn uns gehört doch so vertraute deutsche Stultur Sie übersehen und für das in Gründung begriffene Blatt für den dort kurz vorher ausgewiesenen, in Aussig die Zukunft! dabei, daß die dreieinhalb Millionen Deutscher den Freigeist"- Abonnenten zu werben. Bette 4. Schwere Zeiten, große Aufgaben. Von Emil Strauß. zu wenig verdienen und daß in bestimmten GeSonntag, 18. August 1929. bieten die Maffenverbreitung eines sozialbemo Belgische und tschechoslowakratischen Tagblattes infolge der niedrigen Löhne der Arbeiter auf kaum zu überwindende Schwierigkeiten stößt. Die Macht des Agrarismus, die Stärke des Bürgerblodes, tische Sozialisten. Von Emil Vandervelde. Ich entspreche dem Gefühle aller belgischen Die letzten fünfzehn Jahre: welch schwere| wordenen, jeder wahren Kultur, jeder edleren Zeiten haben da die sudetendeutschen Arbeiter Regung baren Bourgeoisie breit, die auf Kosten mitgemacht. des Lebens und Strebens der Arbeiter ein Da der Einfluß der Kommunisten müs- Sozialisten, wenn ich an die Arbeiterpartei der Im Weltkriege haben gerade sie die schwer sein führt, das anekelt und in jedem menschlichen sen gebrochen werden, damit die Deutschen Sozialdemokratie in der Tschechosloften Blutopfer gebracht, in die schwersten Kämpfe Betrachter den heißen Wunsch nach Umgestaltung 2öhne der Arbeiter erhöht werden wakischen Republik" gelegentlich ihrer Jahrzehnt. können und die kulturelle Hoher feier unseres Gruß richte. sind gerade sudetendeutsche Regimenter eingesetzt der Gesellschaft hervorrufen muß. worden, kostbares Blut judetendeutscher Arbeiter Diese niedrige Lebenshaltung ist eines der entwicklung der sudetendeutschen Unsere Arbeiterpartei bringt der sozialisti ist für Habsburg geflossen. Und der Hunger hat ernstesten politischen und Organisationsprobleme Arbeiterklasse möglich werde. Diese schen Bewegung in der Tschechoslowakei ein um eben im Industriegebiet Deutschböhmens und der sudetendeutschen Arbeiterschaft. Sie ist die Aufgabe müssen wir klar erkennen und der Mas- so lebhafteres Interesse entgegen, als wir uns, Deutschmährens am meisten gewütet, im Erz- Schranke jeder gefunden Weiterentwicklung der senaufmarsch am Karlsbader Reichsarbeitertag mutatis mutandis, dem gleichen Progebirge, im Riesen- und Adlergebirge, im Böh- Massen der deutschen Bevölkerung des Landes wird uns neuen Mut geben, in uns neue Begei- blem gegenüber befinden: im Rahmen eines merwald war der Hungerödem zu Hause. und damit auch ein ernſtes nationales Proſterung weden, mit starker Kraft hier durchzu- Staates die größtmögliche Aktionseinheit von ArWas haben da unsere Frauen und Kinder gelit- blem. Bei unseren Bemühungen um Verbrei- stoßen und vorwärts zu kommen. Wir müss beitern zu erzielen, welche nicht dieselbe Sprache ten, wie viel Leid und Krankheit, Unglück und tung und Ausgestaltung unserer Presse stoßen sen und daher werden wir es Elend find da über unsere arbeitende Bevölke- wir immer wieder darauf, daß die Arbeiter viel schaffen! rung hereingebrochen. Die Männer nervenkrank und seelisch zermürbt, die Frauen verängstigt und gebrochen, die Kinder verhungert; so sind wir aus dem Kriege herausgekommen. Als der Krieg zu Ende war, galt es Arbeit zu suchen. Der Staat schreibt zwar dem Arbeiter bor, einzurüden und zu bluten, aber wer schreibt Zum Schuße der Demokratie. Von Z. Topalovits( Belgrad). sprechen, nicht der gleichen Kultur entstammen und welche nicht die gleiche geschichtliche Tradition haben. Gewiß, zwischen unseren Flamen und unferen Wallonen, die im kommenden Jahre ein Jahrhundert gemeinsamen Lebens Seite an Seite in einem unabhängigen Belgien verzeichnen werMan kann erst dann den wirklichen Wert| lassen. Das Unrecht ist klar, man kann aber für den, gibt es nicht so tiefe Unterschiede wie zwi der Demokratie für die fozialistische Arbeiterbe- den betroffenen Freund nichts machen. Auf ein- fchen den nationalen Gruppen der Tschechoslowadem Staat vor, dem Arbeiter eine entsprechende wegung richtig abschätzen, wenn man die Demo- zelne sehr bewußte Kameraden wirft es erstär- tischen Republik. Beschäftigung zu verschaffen? So mußte der fratie einmal gehabt und dann verloren hat. fend, die große Maffe aber unterwirft sich dem Mit Ausnahme von einigen tausend deutschArbeiter 1918 und 1919, nachdem er durch die Selbst wenn die Arbeiterorganisationen nicht Gefühl der Machtlosigkeit und demoralisiert sich. sprachigen Bewohnern der Kantone Eupen, WalEntbehrungen und den Schrecken des Weltkrieges aufgelöst find, so sieht man bald, daß ohne eine Die Organisationen lichten sich. Kommt noch médy und St. Vith kann bei uns von nationalen zermürbt, körperlich geschwächt, in seiner Energie freiheit diese Organisationen außerordentlich losigkeit und mit dem ängstlichen Streben, die Minderheiten nicht die Rede sein; das Land teilt vollständige Rede-, Presse- und Versammlungs eine wirtschaftliche Strise dazu mit ihrer Arbeitsgelähmt war, sich eine Stellung suchen, um ein schwer zu halten sind. Arbeitsstelle unbedingt zu bewahren, dann wird sich beinahe gleichmäßig zwischen den flämischen Stück Brot zu haben. Das„ dankbare" VaterEine Maffenbewegung, wie es die Arbeiter das Fehlen der Demokratie doppelt so schwer Bevölkerungsteilen, die ein Niederdeutsch sprechen, land ließ ihn laufen:„ So, jetzt kümmere Dich, bewegung sein muß, fann sich nicht halten und empfunden. und der wallonischen Bevölkerung französischer wie Du weiter fortkommst!" Endlich fand der entwideln, ohne ein starkes Machtbewußtsein der Wenn die Organisationen sich unter einem Arbeiter die Stelle, die Löhne stiegen bald in Masse immer wach and lebendig zu halten. Es normalen Zustande der Unfreiheit langsam ent- Bunge. Und wenn im Zeitalter des beschränkten folge der gestiegenen Macht der Gewerkschaften, muß exemplarisch gezeigt werden, daß wir als wickeln, da wird von vornherein eine Auslese Stimmrechtes, unter dem Zensussystem, die flä. vereinigte Masse stärker sind als die einzelnen gemacht. Geht aber die schon gehabte Demokratie mischen Arbeiter und Bauern mit gutem Recht langsam konnten sich der Arbeiter, seine Frau, Personen. Durch eine offene Schreib- und Rede auf einmal zu Grunde, dann geschieht die Aus- darüber klagen konnten, daß die über die ganze seine Kinder wieder sattessen, sich ein paar kleiweise über die politisch oder wirtschaftlich mächti- lese durch den Abfall der flottanten Masse von Ausdehnung des Landes französisierte Bourgeoisie der und ein bißchen Wäsche kaufen. gen Personen oder Institutionen, durch eine der Organisation, und damit geht eine ganze Aber es dauerte nicht lange und eine furcht- offene und scharfe Kritik ihrer Handlungsweise Reihe der früheren Errungenschaften zu Grunde, fie in einer Sprache regierte, die nicht die ihre Aber es dauerte nicht lange und eine furcht- und durch die Aufweisung der Mängel der von den Tarifverträgen über wirtschaftliche war, so sind heute, unter der Herrschaft des allgebare Strise ergriff die Wirtschaft. Kaum zur Ar- Staats- und Gesellschaftsordnung wird ständig Unternehmungen bis zur Presse und den Bil- meinen Wahlrechts, die Flamen, die die Mehrbeit zurüdgefehrt, kaum der Hölle des rieges nicht nur das Bewußtsein der Masse gehoben, dungs- und Kulturunternehmungen. heit sind( vier Millionen gegen drei Millionen und Hangers entronnen und schon wieder dem sondern eine andere Moral geschaffen, als VorZum Schluß darf man nicht vergessen den Wallonen), in der Lage, alle ihre GleichheitsanSunger preisgegeben, wieder in furchtbares In- bedingung der Kampfesluft und des Willens zur großen wirtschaftlichen Einfluß des modernen sprüche geltend zu machen. Organisation. Streicht Ihnen aber die Rensur Staates auf die unmittelbare Lebenslage einer glüd gestürzt. Hunderttausende Arbeitsloser ein jedes schärfere Wörtchen und verbietet Ihnen ganzen Menge der Arbeiter und der Angestell- Das hindert nicht, daß seit dem Weltkrieg in mußten mit ihren Leiden die Zerstörungen des die Zensur jedwede Kritik der Tätigkeit der Be- ten. Viele Millionen von diesen arbeiten in den den Bürgerparteien die Differenzen zwischen Weltkrieges bezahlen, die politische Zerrissenheit hörden oder der wirtschaftlich Mächtigen unter staatlichen und kommunalen Unternehmungen Flamen und Wallonen eher dazu neigen, sich zu Europas. Und gerade die sudetendeutsche Devil dem Dedmantel der Erhaltung der öffentlichen und Institutionen und es ist unter ferung bekam da ein gerüttelt Maß von Unheil Ordnung und des Friedens zwischen den sozialen ernſten wirtschaftlichen Druck gar nicht schwer, verschärfen als zu mildern. Bei den allgemeinen ferung bekam da ein gerüttelt Maß von Unheil Klassen, so verliert die Arbeiterpresse ihren Reiz die sogenannten„ staatserhaltenden" Arbeiteror- Wahlen, die kürzlich in Belgien ſtattgefunden zugeteilt. Von den Deutschen im Staate ist ein und ihren eigentlichen Charakter. Sie kann ganisationen, ja Gewerkschaften, zu bilden. haben, gab es während die zwei großen Pargrößerer Teil in Industrie und Handel tätig als vieles beitragen zur Belehrung der Masse, aber Die Arbeiter und die Arbeiterführer müs- teien( Sozialisten und Katholiken) Size verloren von den Tschechen, die die fruchtbaren Fluß- indem sie ihre Stampfesfrische verliert, verliert sen es sich fest in ihr Bewußsein prägen: die erebenen in der Mitte des Landes bewohnen. So sie zugleich ihre beste Anziehungskraft und geht rungene Demokratie ist ein wesentlicher Bestand. Wallonien, welche zur Wahlplattform ihren keine anderen Sieger als die Liberalen in wie im Kriege die deutschen Menschen mehr litten unbedingt herunter. teil ihrer Macht und ihrer Lebenslage. Geht sie als die Tschechen, so auch in der Zeit der schweren sammlung, wo die Redner zenfurierte Manu- Arbeiterbewegung zugrunde und durch lange und in den flämischen Gebieten die Fron Genau dasselbe ist es auch mit einer Ver- zugrunde, dann geht das ganze Gebäude der Kampf gegen den Flamingantismus“. machten industriellen Krise nach dem Kriege. Und was stripte vorlesen oder ganz bescheidene Reden hal- Jahre schwerer neuer Arbeit muß das Verlorene tisten, die flämischen Nationalisten", welche Wirtschaftskrise und Unternehmergewalt anstrebten. Nichts wirkt demoralisierender als eine wi- wieder erstrebt werden. Die Demokratie zu ver- die Autonomie der Flandern und ihre Trennung ten, vollendet hat es die Spaltung der Arbeiter derstandslose Auflöſung einer Versammlung teidigen, ist für jede Arbeiterbewegung so lebewegung. Das kommunistische Verbrechen hat durch die Behörden. Wird Widerstand geleistet, benswichtig, daß unter Umständen keine wich von den wallonischen Provinzen, kurz die Aufso wird auch die Organisation aufgelöst, und tigere Aufgabe und fein wichtigerer Zwed sich lösung des belgischen Staates in ihrem Prodie Widerstandskraft der Arbeiter, die Abwehr man erspart sich das größere Uebel, indem man vor diesen Zwed stellen darf. Die Leser dieses gramm haben, höchstens vielleicht unter Aufrechtder Gewerkschaften gegenüber den Lohnherab- sich dem fleineren freiwillig fügt. Blattes werden leicht verstehen, warum wir setzungen der Unternehmer gelähmt und so haben Dazu wird täglich die eigene Machtlosigkeit den Arbeitertag der deutschen Sozialdemokratie, erhaltung einer Personalunion unter dem Szepdie Spalter dazu beigetragen, daß die Lebens- zum Bewußtsein gebracht: da ist jemand einge- der im Zeichen des Kampfes für die Demokrater König Alberts. haltung der arbeitenden Klasse herabgesetzt sperrt, vergewaltigt, schwer beschädigt oder ent- tie steht, so warm begrüßen! Unsere Grüße an Karlsbad! Von Dr. Franz Soukup. Im Gegensatz zu diesen Bürgerparteien, in denen wachsende Unstimmigkeiten arbeiten, kann man fagen, daß die Sozialisten, sowohl die von Flandern als auch die von Wallonien, die einzigen blieben, welche ihre Unterschiede der Sprache und der Kultur als verhältnismäßig sekundär betrachten und über das alles die Gleichheit ihrer wurde. Wenn heute die deutschen Arbeiter der Tschechoslowakei schlechter leben als ihre Klassengenossen im benachbarten Deutschen Reich, so sind neben der reaktionären Staatsgewalt und den Unternehmern jene daran schuld, die die NevoIution wohl im Munde führen, aber in Wirklichkeit die Hilfstruppen der Bourgeoisie sind. Bürgertum und Kommunisten sind es, welche die wirtschaftliche und Kulturentwicklung der deutschen Arbeiter und Angestellten am meisten auf den innigsten und wärmsten Grüßen der gesam- Und die Zeit ist vielleicht nicht mehr weit Gerade in diesem Augenblick machen sic halten. ten tschechoslowakischen Bruderpartei begleitet entfernt, wo wir auch die dritte Epoche gemein- große Anstrengungen, um sich über Lösungen zu Wohl sind seither die Verhältnisse besser werden. sam und siegreich durchzukämpfen haben werden: verständigen, welche im Rahmen des belgischen geworden, die Zahl der Arbeitslosen ist zurüd- Wir fühlen uns als eine gemeinsame und die Epoche des gemeinsamen Angriffes und der Staates die kulturelle Autonomie seiner verschie gegangen, die Kommunisten verlieren immer programmatisch einheitliche Massenbewegung, als gemeinsamen Machtergreifung in diesem Staate. denen Gebiete sichern. Alles läßt voraussehen, mehr an Anhang unter den Arbeitern. Aber ein kompaktes gemeinsames Armeekorps der So- Wir alle wissen, was alles in diesem Staate daß ihnen dies gelingen wird, weil sie, seien sie die Folgen von mehr als einem Jahrfünft zialistischen Arbeiterinternationale im welthistori- von diesem unseren gemeinsamen Marsche ab- nun Wallonen oder Flandern, vor allem Soinnerer Kämpfe lassen sich nicht ohne weiters schen Kampfe zur Befreiung der geistigen und hängt, wir alle fühlen, wie die Interessen der zialisten sind. beseitigen, große, starte, mächtige Arbeiterorgani- manuellen Lohnarbeit und zur Schaffung einer Demokratic, der modernen Kultur und des ge= Ich habe in diesen letzten Jahren die sozia sationen nicht über Nacht schaffen. Noch immer neuen Welt, einer neuen Zivilisation, einer neuen samten Sozialismus gebieterisch erheischen, daß listische Bewegung in der Tschechoslowakei nahe leben die sudetendeutschen Arbeiter schlecht. Un- Menschheit, frei von Klassenunterschieden, frei wir diese unsere Gemeinsamkeit und diese Soli- genug verfolgt, um überzeugt zu sein, daß zur sere Bergarbeiter verdienen nur wenig über die von nationaler Unterdrückung, frei von Elend, darität unter allen Umständen bewahren, in gu- Lösung der übrigens größeren Schwierigkeiten die Sälfte dessen, was ihre englischen Kollegen an Hunger und Arbeitslosigkeit, frei von Striegen ten so wie in bösen Zeiten, im vollsten gegen- deutschen und tschechoslowakischen Sozialisten von Löhnen erhalten. Höchstens ein Zehntel unserer und Massenmorden, und voll von edler, brüder- seitigen Vertrauen, in freundlichster gegenseitiger denselben Gefühlen der Klassensolidarität und des Arbeiter verdient mehr als das ohnehin niedrige licher Herzensliebe und immer hinaufstrebend zur Toleranz und im höchsten gegenseitigen Ver- Kampfes für den Sozialismus beseelt sind. Steuerfreie Existenzminimum beträgt, foum fünf Wahrheit, Wissenschaft und Weltkultur! Und so wünsche ich denn auch aus vollem Prozent der Arbeiter verdienen so biel, als nach Ich sende diese Grüße von der Züricher Herzen den Arbeitern Eures zehnten Kongresses den Berechnungen der amtlichen Statistiker zu Konferenz der Exekutive der Sozialistischen In- einen starken Erfolg! Bestreitung eines notdürftigen Lebensunterhaltes zumarschieren. ternationale, die ihre Delegierten nach Karlsbad notwendig ist. Staat und Wirtschaft leben von Wir haben die erste Epoche der gemeinsamen entsendet. Es lebe die Sozialistische Internationale niedrigen Arbeiterlöhnen, unser Export ist dar- Abwehr gegen die kommunistische Verwirrung der gesamten Stulturweltes lebe auch die soauf gegründet, daß unsere Arbeiter schlecht ent- schon siegreich überwunden. zialdemokratische Internationale in der Tschecholohnt sind. Und neben dem farg entlohnten Ar- Wir stehen jetzt in der zweiten Epoche der slowakei! beiter, der sich nicht anständig ernähren und flei- gemeinsamen Abwehr, die jeßige grenzenlos arbeiden, der seine Kinder nicht ordentlich erziehen terfeindliche und ohne Unterschied der Nationen kann, macht sich der Lugus einer rasch reichge- geschlossene bürgerliche Klassenregierung und Ich kann wohl sagen, daß die Karlsbader] Klaffenreaktion niederzuringen. Wir werden auch Klasseninteressen und die Notwendigkeit einer ge Festtage der deutschen sozialdemokratischen Arbei- diese Epoche gemeinsam und siegreich durch- meinsamen Aktion für den Triumph des Soziaterpartei in der Tschechoslowakischen Republik von kämpfen. lismus stellen. Wir haben, deutsche Freunde, drei verschie dene Epochen der letzten Zeiten gemeinsam durch ständnis. dar!" gilt heute dem deutschen sozialdemokratischen Unser tschechisches fozialdemokratisches„ Na Freundschaft" in Karlsbad! Sonntag, 18. August 1929. Seite 5. Zehn Jahre Arbeit und Kampf Rede des Genoffen Dr. Czech auf dem Karlsbader Parteitag. Den Höhepunkt des gestrigen Parteitages( terbewegung nicht erst im Jahre 1919 In gewissen deutsch- bürgerlichen Streifen, die sich des Unrecht es, das man an dem fudeten und damit einen der Höhepunkte des Reichs- begonnen hat, daß sie weit über sechs einstens im Hochverratsgeschrei nicht genug aus deutschen Volke verübt hatte, förmlich auf, und arbeitertages bildete die Rede unseres ParteiJahrzehnte zurückreicht, leben fonnten, im großen Wandel der wirtschaft- ffizzierte dann aus dem tiefen Verantwortungsvorsitzenden, des Gen. Dr. Ludwig Ezech. lichen und politischen Verhältnisse dieses Landes gefühl heraus, das ihn immer auszeichnete und Genosse Czech zeichnete den Weg, den die jude- daß die erſten organisatorischen Anfänge der alten aber auf die andere Seite der Barrikade gerutscht zu dem ihn seine Stellung in der Partei ver tendeutsche Arbeiterbewegung seit ihren ersten vergeßlicher Freund Hillebrand in einer im Epoche der judetendeutschen Geschichte zu spot- teren Entwicklung und der sich daraus ergebe österreichischen Arbeiterbewegung, wie unser un find, beginnt man über die legte revolutionäre pflichtete, sowie in flarer Erkenntnis der weis Anfängen und insbesondere in den letzten zehnt a mpf" veröffentlichten Abhandlung nachzuten, und möchte sie – wie dies der agrarische den Notwendigkeiten die Aufgaben der deutschen Jahren gegangen ist und wie wir troy aller weisen in der Lage war, in den judetenländischen Abgeordnete Windirsch erst fürzlich tatals Arbeiterklasse in diesem Lande dahin, ichier unüberwindlichen Hindernisse unbeirrbar Bereich fielen und daß sie den Organisations Episode politischer Lächerlichkeit", als Groteske", daß fie auch auf dem neuen Boden die und unaufhaltsam vorwärtsschreiten. 3um anfängen in den benachbarten Ländern absolut am liebsten aus der Geschichte des sudetendeutache des Proletariates führen und durch Schluß rief Czech die Arbeiter zu weiterem nicht an Bedeutung nachstehen. schen Volfes gänzlich ausmerzen. Stampfe auf und riß den Parteitag zu einem Beifallssturm hin, der nicht nur der großen Sache des Sozialismus galt, sondern auch dem Manne, der seit Seligers Tode der Führer un serer Partei ist und den judetendeutschen Ar Seliger fannte feine deutsch- bürgerlichen Pappenheimer nur zu gut und zog alles, was später kam, nur zu gut und zog vorausahnend zwischen der deutschen Arbeiterbeitern ihr stärkstes Bollwert miterhalten hall.jozialistische Organisation die erste in Defter fchaft und der deutschen Bourgeoisie einen schar Gen. Czech führte aus: Hingabe und Opferbereitschaft zeigen werde, daß fie der ihr gestellten Aufgabe würdig sei. Dann werde auch sie so sicahaft sein, wie die Arbeiterklasse überall in der ganzen Welt. Kurz entschlossen gingen wir dann an die Arbeit. Vor sechs Dezennien. 65 Jahre sind es, seitdem der Strumpfwirter Johann Simon Martin unter dem Einfluß der Lassalleschen Agitation auf Ascher Boden eine reich ins Leben rief. In beweglichen Worten en Trennungsstrich. Schüvend stellte er sich vor Läge nichts anderes vor als die bloße Tat- lagte Laffalle über die enorme Teuerung, über ichen Befreiungskampfe gefallenen Proletarier. Sie war nicht einfach, nicht leicht. Gerade zu das Andenken der am 4. März im sudetendeutfache des zehnjährigen Bestandes der selbständigen die schlechte Valuta, über die hohen Zölle, die es mit seiner ganzen Autorität legte er gerade jener Zeit waren die Verhältnisse weder im weltjudetendeutschen Sozialdemokratie, es wäre auch herbeiführen, daß die Löhne um ein Drittel geim Augenblick der Neukonstituierung unserer Par politischen, noch auch im innerpolitischen Maß dies allein schon Anlaß genug, dieses bedeutsame ringer find als im benachbarten Sachsen und tei in der Eröffnungsrede des Teplitzer Partei- stabe geordnet, sondern befanden sich im steten Ereignis im Kreise unserer großen Partei- Bayern. Er ergeht sich in bitteren Vorwürfen „ an manchen Tagen 10 Hände wirtschaftliche Befreiung Fluß, aber auch in starker Gärung. Wirtschaftlich sich die ganze Entwicklung in überſtürztem Tempo lagen die Verhältnisse durchaus chaotisch, da und vor allem absolut nicht geradlinig vollzog. Die Liquidierung der Wirtschaftsprobleme, die ab und rief der profetarischen Oeffentlichkeit des Lösung der Währungsfragen, die Bannung der Landes zu, Wirtschaftskrise, furzum die Sicherung des Nährstandes der Bevölkerung, alles das bereitete u ,, daß die Geschichte späterer Tage nicht vermelden endliche Schwierigkeiten. Das Ringen um die Andürfte, daß in dem gigantischen Ringen zwischen paffung der Wirtschaft an die neuen Verhältnisse, Kapital und Arbeit, in dieser großen Entscheidung um ihre Formung nach den Wünschen und Vorder Geschichte das stets lampf- und opferbereite stellungen der Arbeiterklasse, vor allem aber um deutschböhmische Proletariat mut- und tatenlos die Sicherung des Einflusses des Proletariates auf die Produktion, Familie festlich zu begehen und die Genoffen des gegen die hochgestellten Bourgeois", tages ein neuerliches Auslandes dazu mit heranzurufen. Denn wenn welche schon damals so gern mit der„ Volkswohl Bekenntnis zum sudetendeutschen Kampf schon wie Johann Jacoby meinte- die fahrt" operierten, und meint, daß die Ascher um Selbstbestimmung und politische und Gründung des fleinsten Arbeitervereines für den Arbeiter Kulturhistorifer von größerer Bedeutung ist als die Schlacht bei Sadowa, wie erst die Gründung und manchmal 10 Tage lang leinen Magen und der Aufbau einer großen proletarischen Bebrauchen". wegung, einer starten Partei mit allen ihren hundertfältigen Gliederungen, mit allen ihren Lassalle war von der Ascher Bewegung ganz beVerzweigungen und Verästelungen, mit allen geistert. Er maß ihr eine ganz außerordentliche ihren weitreichenden wirtschaftlichen, sozialen und Bedeutung zu. Als die österreichischen Behörden fulturellen Einrichtungen, vor allem aber mit den Aschern die Gründung eines Arbeitervereines jener großen Sendung, wie sie gerade der So verboten, wandte sich Laffalle an den damaligen zialdemokratie auf diesem Boden zufällt. Wahr- Winister Dr. Plener und wollte nach Wien lich, nur wer von der ersten Stunde an mit Hand reisen, um die österreichischen Minister zur Raianlegte, nur wer weiß, mit welchen unsäglichen son zu bringen. Und als Lassalle starb, besaß der Schwierigkeiten man auf Schritt und Tritt zu Allgemeine Deutsche Arbeiterverein in Asch 112 fämpfen hatte, was für Unsumme von Arbeit, die Mitglieder, während selbst in Berlin nach dem fich zeitweilig zu ganzen Bergen auftürmte, täg- Bericht Beckers nur 38; in Dresden nur 13 lich und stündlich zu leisten war, wer es erlebte, Mitglieder zu verzeichnen waren. daß alles dies nur durch eine einzigartige Hingabe Sehr bald griff dann die Arbeiterbewegung tausender und aber tausender, von glühender Beauf das übrige Böhmen, vor allem auf Rei geisterung erfüllter, auf einen einzigen Atford ab- chenberg, über und sie faßte auch in Mähren, gestimmter Mittämpfer und nur unter Aufgebot und hier auf Brünner Boden, festen Fuß. der letzten Kräfte und letzten Nerven, und nur Reichenberg und Brünn waren dann abwechselnd unter beispiellofer Selbstverleugnung geschaffen mit Wien je nach dem politischen Wind, der werden konnte, nur wer es mit eigenen Augen gerade wehte- Siz und Zentrum der östersah, wie sich Hunderte unserer Besten bei dieser reichischen Bewegung. Arbeit verzehrten und wie die Ersten unter uns, unsere kostbarsten Menschen- damals schier unser einziger Besitz einfach hinfielen und a m Rampfplay blieben, nur der vermag zu begreifen, daß wir das Bedürfnis haben, am Ab- Sie nahmen an allen Kämpfen der österreichischen schluß des ersten Dezenniums durch einige Augen- Arbeiterschaft hervorragenden Anteil, sie gaben blide in unserem atembeklemmenden Schaffen der österreichischen Sozialdemokratie eine ganze innezuhalten, einen furzen Rückblick auf unsere Reihe führender Köpfe, sie arbeiteten neben der Arbeit zu werfen, unser Werk und uns selbst zu Wiener und alpenländischen Partei hingebungs überprüfen, aller jener, die am Kampffeld fielen, voll an dem Einigungswert Viktor Adlers zu gedenken, ein gutes Wort, einen freundschaft- mit, ja, sie schufen sogar durch eine ganze Reihe lichen Blid, einen warmen Händedruck auszu- von Parteitagen und Konferenzen, die Hainfeld tauschen und so erfrischt wieder an die Arbeit zu vorangegangen waren, die eigentlichen Vorausgehen, das begonnene Werk fortzusetzen und den fegungen für das Gelingen des Einigungswerkes, Weg zu seiner Vollendung unserer herrlichen aus dem dann die mächtige österreichische SozialJugend freizulegen, 1 Seither bilden die judetendeutschen Proletarier die Sturm und Elitetruppe der Gesamtbewegung. alles das stellte uns vor die schwierigsten Aufgaben. zur Seite gestanden sei". Dann aber rechnete er mit der deutschen Bourgeoisie und besonders mit jenen, die zwi schen der Stellung unserer Partei während der judetendeutschen Revolution und ihrer späteren Einstellung einen Gegensatz zu konstruieren such Damals glaubte die Arbeiterschaft noch ten, gründlich ab, indem er auseinandersetzte, immer an die Möglichkeit, daß der nationalen daß der Kampf um das Selbstbestimmungsrecht und politischen Befreiung der Völker sehr bald nicht etwa gefämpft wurde, weil der Partei plöß auch die wirtschaftliche folgen wird. Dielich ihr Volkstum zum Bewußtsein gekommen fei. sem Glauben verfielen vor allem die is che chi „ Nein", ruft Seliger aus,„ unser Volkstum war schen Arbeiter, die im tschechoslowakischen uns nie unbewußt. In niemandes Herzen hat die Staat, an dessen Aufbau sie in so hohem Maße Liebe zu un zu unserem Volke aber zum Volfe und mitbeteiligt waren, nicht nur Symbol der nationicht zu seinen Geldsäcken höher geschlagen, als nalen Befreiung des tschechischen Wolfes, sondern im Herzen des arbeitenden Volkes. Für uns ist auch eine auf wirtschaftlicher Gerechtigkeit und - sagt er das Selbstbestimmungs sozialem Fortschritt aufgebaute, wahrhaft soziale recht der Nation die Vorbedingung Republik erblickten. Die Entwicklung der Verhält für die Entfaltung der hemmung sniffe hat eine ganz andere, eine gegenteilige lojen Entwicklung unseres Klaffen Richtung genommen. Die Hoffnung des tschechi tampfes. Und wenn wir damit den Kampfschen Proletariates auf die soziale Befreiung der für das Recht der ganzen Nation geführt haben Arbeiterklasse durch die nationale Revolution des und führen, so bedeutet das nur, daß schließlich tschechischen Volkes hat sich, worüber für uns von das wahre Recht, das wahre Interesse, die wahre Freiheit der Nation mit dem Recht und der Frei heit des Proletariates zufammenfällt. Die Völler in ihrer Gesamtheit so schließt Seliger unter Berufung auf unsere Lehrmeister fönnen erst dann befreit werden, wenn die Arbeiterllasje frei geworden und im vollen Befige ihres Rechtes ist". demokratie erwuchs, der der Geist Viktor Adlers das Gepräge gab und die eine der kampferprob10 Jahre selbständiger judetendeut fcher fozialdemokratischer Partei bedeuten testen und stolzesten Truppen der Sozialistischen Arbeiter- Internationale wurde, Aus ihr ging daher für uns Alle mehr als einen bloßen dann die jetzige sudetendeutsche Sozialdemokratie in Zeitabschnitt sozialistischen Schaffens, ste find vielmehr das schicksalsschwer fte hervor, die in der Schule Viktor Adlers er aus, Stück der Geschichte der fudetenogen, in seinen Traditionen aufgewachsen und von seinem Geiste erfüllt war und sich dadurch deutschen Arbeiterbewegung. nach ihrer Verselbständigung- ohne alle Doch nicht das allein wollen wir in diesem Schwierigkeiten zu einem Augenblid jagen, sondern mehr, weit mehr. Denn gerade in dieser Stunde überquillt unser vollwertigen Gliede der und wir haben wirklich; Mühe, alle diese Emp emporzuarbeiten vermochte. findungen, alle diese einander förmlich überPrächtig drückt dies Otto Bauer der Festschrift zu unserem Reichsarbeitertag indem er fagt: aus aus nicht der geringste Zweifel bestand, sehr bald als eine schwere Illusion erwiesen. Für uns gab es daher nach dieser Richtung keine Enttäuschungen. Nicht anders vollzog sich die Entwicklung auch nach der politischen Seite. Solange man in dulci jubilo lebte, war alles schön und gut, Es regnete förmlich demokratische und freiheitliche Verheißungen; Sehr bald aber zeigte die tschecho. flowatische Demokratie" ihr zweites Gesicht. " „ Die judetendeutsche Sozialdemokratic verfocht mit der Sache der wider ihren Willen anneks Nachdem sich die Panik gelegt hatte, die die über tierten deutschen Gebiete die soziale Sache der Mitteleuropa heranstürmende revolutionäre Welle deutschen proletarischen Revolution gegen den in den Reihen der Bourgeoiste ausgelöst hatte, konterrevolutionären Imperialismus der Sieger nachdem die kapitalistische Bourgeoisie sich politisch und wirtschaftlich erholt, nachdem sie wieder mächte." sichert. zutoben, die das alte Wort des Engländers Lord Wor. Serz von hunderterlei Empfindungen, die an uns Sozialistischen Arbeiter- Internationale so stehen wir denn auch heute noch voll eine mächtige Poſition nach der andern an sich heranstürmen und uns ganz gefangen nehmen, und ganz mit Herz und wirn zur judeten gebracht, sich auch national auf Rosten der anderen Nationalitäten gesättigt hatte, deutschen Revolution. sprudelnden und freuzenden Eindrücke festzuhal- So dankt sie es vor allem dem unver Mag sie auch, da die bis an die Zähne be- vergaß fie ihre demokratische Erziehung ten und auf uns voll ausivirfen zu lassen. Zehn Belichen Viktor Adler, was sic Jahre judetendeutsche sozialdemokratische Partei geworden ist, fie trägt in allen ihren Vewaffneten imperalistischen Mächte gegen fie stan und Vergangenheit und begann sich in so fragen wir uns ist das alles, was wir benslagen fein Andenken als kostbaren den, eine Niederlage erlitten haben, ihr bleibt nationalistischen Gewaltmaßnahmen aus: uns in dieser Stunde zu sagen haben? Genossen! Talisman in ihrem Herzen und beugt fich trop alledem in der Geschichte der Stämpfe der Wir blicken um uns und sehen, wie es förmlich gerade in diefer Stunde vor diesem Ge- judetendeutschen Arbeiterklasse ein Ehrenblatt ge auf allen Seiten von bemoosten Parteihäuptern, nius, der auch noch für die kommenden von alten sturmerprobten Rämpen wimmelt, von Arbeiter Generationen der Schirmherr denen viele bereits ein Vierteljahrhundert, manche der fudetendeutschen Arbeiterklasse vicibt. ein halbes Jahrhundert im Dienste der Partei Aber noch einer zweiten wichtigen Epoche stehen. Wir blättern in unserer Presse nach, sie ſteht feit 20, 30, fogar 48 Jahren im Stampf- unseres Stampfes müssen wir gedenken. Es sind die feld. Wir durchschreiten unseren Fahnenwald: Hier die Fahne, die dem Proletariat schon im Jahre 1871 vorangetragen wurde, dort agnen mit 20. 30 und 40- jähriger Vergangenzehn Monate der Judetendeutschen Revolution, heit. So manifestiert sich denn auch schon äußer die wir nicht nur nicht aus der Geschichte der lich das sechs Dezennien umspannende Wirken judetendeutschen Arbeiterbewegung auszulöschen des sudetendeutschen Proletariats. Genossen. Das wünschen, sondern verpflichtet uns hente auch, in der alten Geschichte Aufbauarbeit auf neuem Boden. Und nun zum letzten Dezennium unserer von St. Germain, hatte über unser Schicksal Arbeit! Das Diftat der Siegermächte, der Friede entschieden. Aus den damaligen Wachtverhält nissen heraus gab es für uns ley zur Wahrheit machten, daß es keine größere Gefahr für ein Bolf gäbe, als Jakobiner, die sich in ationalsozialisten verwandeln. Der Teplißer Gründungsparteitag. nur eine einzige Möglichkeit: uns auf die Aus einer solchen Situation heraus – mitdurch den Friedensvertrag gegebenen Werten im Abflauen der revolutionären Welle trat hältnisse einzurichten, uns auf den Boden der Tepliper Parteitag des Jahres der durch ihn geschaffenen Tatsachen zu 1919 zusammen, erfolgte die Konstituiestellen. rung unserer Partei. Es war der österreichischen Arbeiterbewegung nachzublät- 8u der wir uns stolz bekennen und die-tern, das Ruhmesblatt der sudetendeutschen Ar- obwohl sie in die Zeit vor Konstituierung Noch von St. Germain aus, wo Seliger als Fric. ein schweres Abschiednehmen beiterklasse aufzuschlagen und einen Augenblick da- unserer selbständigen Partei fällt ge densdelegierter weilte, fandte er einen vom radezu einen wesentlichen Bestandteil des 3. Juni 1919 datierten, mit„ Deutsch von der alten Gesamtpartei, von unseren alten bei zu verweilen. auf dem neuen Boden und unter neuen böhmen" überschriebenen Artikel für die Ar- Freunden und Kampfgefährten. Es kostete manche Bedingungen geführten Kampfes des beiterzeitung". Er legte dort die imperialistischen Träne. Man gab uns als Beitrag zum Organisudetendeutschen Proletariates bilden. Ziele der Entente- Mächte bloß, er schrie wegen sationsaufwand 30.000 Stronen und die heißesten Mit Stolz können wir so feststellen, daß die Geschichte der sudetendeutschen Arbei: Seite 6. tommunistische Mühlarbeit und Rebellion denn den Kommunisten glücklich gelungen, auch die Arbeiterbewegung dieses Landes trumm und klein zu schlagen. Und als sie damit Wünsche mit auf den Weg. Diese 30.000 kronen) kamen gar nicht über die Grenze, denn sie hat ' en fich inzwischen in der wahnsinnigen Geldnflation, er die österreichische Währung ver- cin, deren man bei dem denkwürdigen Karlsbader fertig waren, begannen sie dann sich selbst gegenwir verfügten über einen ganz gewaltigen Reichtum: Sonntag, 18. August 1929. Für die Einheit der Arbeiterklasse. Dies ist auch die große Aufgabe, anderen Nationen. in sage und schreibe dreißig Parteitag dank der heldischen Leistung Seli- icitig aufzufressen. Täglich und stündlich flogen vor der wir in dieser Stunde stehen und Tschecho Kronen verwandelt. So beschafers, dauf dem nach Einigkeit und Gefchloffen- nene Verräter und Liquidatoren über die Hecke, jen war die Aussteuer, die wir mitbekamen! Aber beit lechenden Geiste der fudetendeutschen Ar- bis schließlich nichts mehr übrig blieb als die der wir uns mit der größten singabe wid wir brauchten feine, denn beiterklaffe noch Herr werden konnte. Ünvergeß- Stonturs- Maffaverwalter Grünwald, Stern men müssen. Allerdings wir können diese Aufgabe nicht allein lösen, sondern nur in lich find die Tage und Nächte, die wir vor neun& Co., die eben daran sind, auch noch dem letzten Gemeinschaft mit dem Proletariat der Jahren in diesem Saale verbrachten, unvergeß- Rest der Partei den Garaus zu machen. lich die Geistesschlachten, die hier geschlagen wur den, unvergeßlich der Mann, der hier die Klinge führte und den Sieg davontrug und der – damals schon ein Todgeweihternach getaner Arbeit, aus einem Gefühl von Glückseligkeit heraus, im Bewußtsein des großen Erfolges der Partei, fnapp vor seiner Abreise nach Teplitz. unmittelbar auf seinem Wege zum Sterbebette, einem Freunde schrieb: über das herrliche, fampferprobte sudetendeutsche Arbeitervolt, über eine Legion wunder barer, in der Arbeit gestählter, hingebungsvoller und opferbereiter Vertrauensmänner. Wir be jaßen vor allem Das reiche geistige Erbe Viktor Adlers. Wir besaßen ein Programm, das auf unsere komplizierten Verhältnisse förmlich wie zurecht geschnitten war. Wir besaßen die herrliche Tradition der in Adlers Geiste erzogenen Schade, daß Sie nicht dabei sein konnten, um zu sehen, daß auch wir mit grauen Haaren uns noch jugendlich zu schlagen vermögen. Einige Wochen darauf war die hell lodernde Bartei und schließlich noch die alten organisatori Flamme feines Herzens erloschen. Umsonst, schen Landeskadres, die den Grundstock der neuen ganz umsonst so schrien wir es in alle Partei bildeten. Welt hinaus hat er sich hingeopfert. Denn Und nun wurden Partci, Gewertschaft, schon furze Zeit darauf setzte die fommunistische Genossenschaft, Kulturorganisation auf Bernichtungsarbeit wieder ein und führte zur Kulturorganisation förmlich aus deut zerreißung unserer Reihen und damit zur KaBoden gest ampft; und rascher, als tastrophe der sudetendeutschen Ar wir es selbst vermeinten, war das Haus beiterbewegung. Die Bourgeoisie lachte sich ins Fäuftchen. „ Und wenn sie so gefiegt beim Raufen, Fangen sie dann auf dem Trümmerhaufen Die Kultur von neuem an." Erst der volle Zusammenschluß mit ihnen allen wird uns jene Schlagkraft geben, die uns alle befähigen würde, der großen Mission Wie sie uns anpöbeln. gerecht zu werden, die dieser Augenblick von uns crheischt und die uns überhaupt auf diesem Bo Genossen! Nichts ist charakteristischer für den den zufällt. Dieser unserer Ueberzeugung. haben Geist der kommunistischen Partei als die Tatsache, wir fofort bei der Konstituierung unserer Partei daß sie, die sich während des letzten Aufmarsches flaren Ausdruck gegeben und haben feither keine der agrarischen Parteien feige verkrochen, Gelegenheit verstreichen lassen, ohne dies zu die sich bei der Orel- Parade der Klerifalen in die wiederholen. Wir sprachen es flar, und deutlich legten Schlupfwinkel zurückgezogen hatten, jetzt am Teplitzer Parteitag aus. Wir wiederholten beim Reichsarbeitertag Courage befommen, unes mit vollem Nachdrucke am Karlsbader Parteisere Veranstaltung anpöbeln und tag, wo wir das Banner des Proletarier erhöhnen und uns ihren„ Roten Tag" vor- tongresses gerammt haben, in dessen Zeihalten, der hören und staunen Sie chen sich die Proletarier aller Nationen und aller Richtungen einigen und zum gemeinsamen „ Ein Symbol und Programm sei, das darauf Kampfe gegen den gemeinsamen Feind verbün beruht, den Massen den siegreichen Vormarsch zu den sollten. Aber was noch in Karlsbad nur ein erleichtern, ihn einzuleiten und, getragen von frommer Wunsch geblieben ist, das ist im Laufe dent Willen der breiten Massen, mit Erfolg der darauf folgenden Jahre in dem Maße, als zu beenden." die nationalen und nationalistischen Nebelschleier So war; auf weiß in der kommunistischen verflogen, und als die ökonomischen Verhältnisse So war; auf, weiß in der kommunistischen in voller Schärfe an die Oberfläche kamen, als die Selbstverständlich gab es noch reichlich Schwierig Internationale" nachzulesen, wobei naürlich die Niedrigkeit nicht fehlen durfte, daß wirken begannen, als Klaffe gegen Klasse stand, Klassengegensätze sich immer deutlicher auszufeiten und Hindernisse. So führte zu den tschechischen Genossen damals noch kein Weg. Sie wußte, daß sie nun gewonnenes Spiel habe. j der Karlsbader Reichsarbeitertag schon wegen Die verschiedene Staatsideologie, die völlig an Sie bekam Schonzeit und einen langjährigen Ge- des Charakters seiner Veranstaltung der in das Stadium der, wenn auch langsamen dere Einstellung zu den großen Staats- und vor neral- Pardon. Sie fonnte sich während sich die„ Duldung der Behörden" sicher sei und und schrittweisen, so doch sicheren Verwirklichung getreten. allem zu den außenpolitischen Problemen hatte Arbeiterflaffe zerfleischte, wieder langjam emporicht nur feinen Vormarsch, sondern geradezu sich zwischen uns gestellt und die Verständigung arbeiten und sammeln, ihre Positionen wirtschaft einen Rüd marsch" bedeutet. Das schreiben Es ist eingetreten, was das kommunisti verhindert. Das war der aller bitterste lich und politisch festigen und dann zur General- jene Erbärmlinge ,, die ihren vorjährigen Roten sche Manifest so schön zum Ausdruck Punft. offensive gegen die Arbeiterklasse und den Sozia- Tag" mit gekrümmten Rücken bei der Polizei an- brachte, daß die Proletarier in ihren Aber es gab auch noch viele andere. Das lismus übergehen. meldeten und ihn von der Parlamentstribüne Kämpfen das gemeinsame, von der Na Land mit all seinen vielfältigen inneren Widerherab als Sportveranstaltung bezeichneten. Das tionalität unabhängige Interesse des ge= sprüchen, die zum Großteil aus Oesterreich mit schreiben jene Helden, die am 1. August bis famten Proletariates hervorheben und herüberfamen, war voll schwieriger und stacje auf einige wenige von den 61 Parlamentariern aur Geltung bringen und dabei stets das liger Probleme. -weit und breit nirgends zu blicken waren, die Interesse der Gesamtbewegung vor Auge Arbeiter für sich einsperren ließen und schon beim haben müffen." bloßen Anblick eines Polizistenhelmes geflohen sind. Treffend charakterisiert Lessing diese Sorte von Helden: neu bestellt. Sier griff der konstituierende Parteitag mit starter and cin. Die Folgen für die Arbeiterbewegung Sprach Fir, das Haupt von tapfern Leuten, Ich flich', um öfter noch zu streiten, I ich so überseß ich ihn Ich flich', um öfter noch zu fliehn. So haben sie es glücklich dazu gebracht, daß Dieses Gemeinfame, das über dem nationalen Interesse steht, das ist das gleiche Lebensschicksal des Proletariates aller Nationen dieses Landes, das ist der gleiche Notstand, dessen Opfer die Arbeiter aller Zungen sind, das ist der gleiche Druck der internationalen Herrenklasse ,, der sich dem gesamten Proletariat dieses Landes gegenüber auswirkt, das ist das gemeinsame Joch. unter dem alle Proletarier dieses Landes seufzen, die deutschen ebenso wie die tschechischen, die ungarischen wie die polnischen, die slowakischen wie die farpathorussischen. stellten sich sehr bald ein. Sie waren in ihren wirtungen schier unübersehbar. Es begann das unjäglichste Martyrium der judetendeutschen Er stellte sich voll und ganz auf den Boden des Arbeiterklasse. Ihre organisatorischen Reihen wur Sainfelder und Wiener Parteiden jystematisch zerschlagen, das Vertrauen der programmes, des alien Brünner Na Waffen zueinander und zur Führung aufs tionalitätenprogrammes und erklärte schwerste erschüttert, die Wucht und Schlagkraft sie zum Grundgesey der Partei. Er formulierte der Arbeiterbewegung vollends gebrochen. Die unsere national- politischen und wirtschaftlichen Arbeiterklasse bis dahin ein entscheidender Forderungen, er gab der Parter Ziel und Auf Fattor im Lande hat als solcher zu bestehen gaben. er legte die organisatorischen Fundamente aufgehört, an die Stelle der Sammlung der sie von den proletarischen Massen verlassen, als der Partei und rief schließlich die tschechischen Sträfte zum gemeinsamen Ansturm gegen den gecine ohnmächtige, zahnlose Sette Genoffen gemeinsamem Kampfe für meinsamen Feind trat Selbstzerflei die gemeinsamen Ziele und vor allem zum Stampf fchung und Selbstvernichtung, trat der dastehen, die schon ein einfacher Polizei- Utas inic, alle sind an die fapitalistische Stette gegen die imperialiſtiſchen Machthaber dieses b.l'ante Selbstmord. Eine finnloſe Heße paniſche Angst zu versehen, in die Flucht zu ſchlagelegt, von der fie sich nur befreien Staates auf. So vollzog sich der Uebergang von ſekte ein und stürzte die Arbeiterschaft aus einem gen vermag, die jedes Widerstandes gegen das au können, wenn sie sich zusammen= der österreichischen zur selbständigen judeten Abenteuer ins andere. das Bach'sche Sem erinnernde Polizei-| schlichen und ihre Ketten brechen. deutschen Partei geradlinig und zwangs Wüste Parolen schwirrten durch; die Lust Regime unfähig ist und mit der die kapitali läufig und ganz im Geiſte einer auf dem und richteten eine heitlose Verwirrung itischen Machthaber dieses Staates buchstäblich Karl Renner hat dies einmal recht padend Boden des Klassenkampjes stehenden Bartei. So innerhalb der Arbeiterschaft an. Gente Fangball spielen. Wahrlich, so unrühmlich hat und plastisch dargestellt. Er erzählt, daß die haben wir uns in Teplit eingerichtet und Arbeiterräte: morgen Arbeiter und eine proletarische Partei noch niemals und nir- alten Aegypter sich gegen die Empörung ihrer blieb es bis zum heutigen Tage, so Baueruregierung: heute Ginheitsfront gends in der Welt abgewirtſchaftet und so schwer Sklaven dadurch schüßen zu fönnen glaubten, daß von oben morgen Girheitsfront out bat famm nod; eine andere der Zache der Ar- fic. Stiaven verſchiedener Sprache, junto, Ztämmi nten: heute labile Stabilität morgen beiterflasse und ihrem Befreiungsfampfe Abbruch an die Ketten legten. Bei uns sei eine solche List stabile Labilität: heute Weltrevolution getan, als die kommuniſtiſche! gar nicht notwendig, da sie alle die deutschen, morgen Atempause übermorgen Schluß, die tschechischen, ungarischen und polnischen ProMit Fug und Recht fragen wir daher, letarier was aus der Arbeiterklasie dieſes Landes Schicksalsgemeinschaft miteinander verbunden schon durch Geburt, schon durch Not und geworden wäre, wenn in dem Angeablid die Pharaonenfetten gemeinsam nachschleppen. dieses einzig dastehenden Zusammenbru Ihre Befreiung fann nur das Wert der gesamten ches der Kommunistischen Partei die Arbeiterklasse, der Arbeiter aller Nationen dieses Sozialdemokratic mit ihren festgefügten Landes sein!.. in allen Bhosen und Stappen des Kampfes, die am flarsten und deutlichsten durch die Arbeit und Beschlüsse unserer Parteitage umrissen sind! Mricge" " . Mostaus Zerstörungswert. heute ,, durch den Weltkrieg zum Bürger Sehr bald aber fam wieder eine Schicksals rieg", morgen durch eine Periode nener stunde für unsere Bewegung. Es kam das große zum Roten Tog. Ringen innerhalb der Arbeiterklasse. das von Für reiche Abwechslung ist im tommunistischen Moskau seinen Ausgangspunkt nahm, auf Kramladen immer gesorgt. Langeweile ist aus Mitteleuropa übergriff und auch unser Land in geschlossen. Das fommunistische Grammophon, Kern und Kampftruppen, mit ihrem un- Diese Erkenntnis konnte nicht ausbleiben seinen Vann zog. Es fam die große Tragödie der die fommunistische Schallplatte und der kommuni erschütterlichen Sampsaciste right da ge- und konnte vor allem unmöglich allzulange auf internationalen Arbeiterbewegung, in deren Mit itische Lautsprecher funktionieren tadellos. Und wesen wäre und wenn nicht die Möglich sich warten laffen. Sie war bei einem Teite der telpunkt die fürchterliche Auseinanderseyung zwi talin sorgte dafür, daß um bei der Gram- feit bestanden hätte, gerade in diesem jozialistischen Parteien schon bei der Geburt die schen Bolscheiisums und Sozialdemokratic stand. mophon Reklamesprache zu bleiben die Augenblicke alle räfte einzufes Staates vorhanden, sie leuchtete, auch bei dem In Teplitz hatte man nur dunkle Ahnungen da Stimme des Serrn", auf die die tschechoslowa eten, um die Wunden zu heilen, übrigen Teile hell auf, als die ökonomischen Tat von, was fid vorbereitete. Dann aber jeste auch fifchen Stommunisten- Sündchen immer ängstlich die das fommunistische Verbrechen der fachen dazu drängten und der psycholo bei uns die offene hinhorchen, recht vernehmbar bleibt. So ist es Arbeiterklasse des Landes geschlagen hatte. gische Moment gegeben war. Die Demonstranten. c 1 einem Hammer bearbeiteten; mit der Zange bogen fleidern, die nicht viel besser waren;, in Dauben, Igung, nicht einmal Enthusiasmus, sondern zum fie es zu dem Glied einer Stette, worauf sie den Hüten oder barhäuptig; mit Kindern auf dem Teil zeigten sic. ruhige Gleichgültigkeit, zum Teil Von John Galsworthy. Ring zusammenhämmerten, und ohne einen Arm, mit Kindern unter dem Herzen, strömten die lebhafte e Erwartung von Kindern, die zn In einem jener Winkel unfres Landes, we Augenblick auszusetzen, schoben sie den Eisenstab sie nach der Hauptstraße und stellten sich dort einem Feste gehen.. gewöhnlich die gauze Atmosphäre vom Ranch wieder in die Glut. Und bei der Arbeit schwaßten hinter der Musikkapelle auf. Ein seltsamer Die Mufit fing an zu spielen und der Zug der Fabriken verdunkelt ist, war heute die Fin- und lachten sie ab und zu vernahm man auch Schwarm geschwäßig wie Elstern und bunt setzte sich in Bewegung. Wian lachte, schwaste, sternis geschwunden. Ein frischer Wind hatte ein Seufzen. Alle Altersstufen und Typen wie Eichelhäher, schwarzweiß, braun, grün und ließ die Banner wehen und versuchte Schritt zu den schwarzen Himmel reingefegt oder vielmehr schienen vertreten zu sein, von einer, die so braun, blan gesprenkelt. So liesen sie schwaßend und halten, und allmählich nahmen alle Gefichter den das Dach der Hölle gesprengt und trieb lange fräftig und gesund ausfab wie eine provencalische lachend scheinbar ziellos durcheinander; Tausende gleichen Ausdruc an: die Zukunft existierte nicht, Züge von gelblichen Wolfen über das vom Dunst Bäuerin, bis zu dem müden, blassen, schwind- und aber Tausende von abgerackerten, durch nur die Gegenwart die glückliche Gegenwart, noch leicht verschleierte Blau des Firmaments. füchtigen Ding, von alten siebzigjährigen Frauen furchten Gesichtern, denen die schwere Heim zu den Mißllängen der Blechmufit einherzumarSogar die Sonne schien blaß und kraftlos mit dünnem, unordentlichem Grauhaar bis zu arbeit und der Hunger ihren Stempel aufgedrückt schieren, und auch eine ungewöhnliche Gegen schaute sie verwundert herab. Und unter den fünfzehnjährigen Mädchen. In den Hütten av hatten, aber kaum eines, das. Brutalität oder wart, dieses Gelächter, diese Bewegung der Sonnenstrahlen, die so selten den Rauch durch beitete gewöhnlich eine, höchstens zwei; in den Gemeinheit verriet. Offenbar war es nicht so Menge unter freiem Himmel! drangen, sah es aus, als wenn die kleine Stadt größeren Schmieden dagegen brannten vier, selbst einfach, brutal oder gemein zu fein bei einem Wir übrigen etwa ein Dußend Außenmit ihren Schlackenhaufen und den hohen Schorn- fünf fleine Feuer und vier oder fünf rußige Lohn, der kaum dazu ausreichte, Leib und Seele stehende, zu denen auch ich gehörte, ebenso die steinen zu neuem Leben erwachte. In den inein Blasebälge waren in Bewegung und fein Augen zusammenzuhalten. große Dame mit den grauen Haaren, die sich für andermundenden Höfen und Gäßchen, wo die blick verging, ohne daß ein rotglühender Hafen Neben dieser seltsamen, aufrührerischen Ver- das Volt" interessierte- marschierten zu Frauen arbeiteten, stieg von jeder fleinen Effe als neues Glied zu der wachsenden Rette gefügt sammlung, die, von einem Geist beseelt, im Be- sammen mit den wenigen hilfsbereiten Leuten, Rauch auf, der sich in der Höhe ungewöhnlich ward, keine Sekunde verstrich, ohne daß ein leich- griff war, einen Protestumzug gegen ihre elenden die den Zug in Ordnung hielten; ein wenig rasch verzog. Auch die Frauen fühlten sich in ter Rauch aus den Essen durch das dunkle Ge- Lebensbedingungen zu veranstalten, stand auf selbstbewußt, versuchten wir unter den Augen leichter, gehobener Stimmung, denn der Sonnen- tält zur Freiheit emporstieg, gleich wie die dem Pflaster eine junge Frau in ärmlichen Kleider Zuschauer eine gewisse, aber nicht allzu aufschein war bis in die Gäßchen gedrungen und Frauen am Feuer zwischen den schmußigen, weiß- dern und ohne Hut, deren Gesicht mit den fallende militärische Strammheit zu zeigen. Diese erhellte die dunkeln, rußgeschwärzten Balken der gefünchten Wänden langsam ihr Leben auf- dunklen Augen, den hervorstehenden Baden- Buschauer, fast alle Männer, billigten den UmDächer über ihnen und über den kleinen offenen zehrten. fnochen und dem struppigen Haar doch einer zug, wie es hieß, obwohl ihre Gesichter, bleidh Schmiedefeuern, ihren täglichen Arbeitsgenossen. Aber heute bei dem weißflimmernden gewissen Schönheit nicht entbehrte. Sie gehörte von der schweren Arbeit in Schmieden und WertSeit sieben Uhr schon waren sie fleißig, ihre Sonnenlicht lag noch etwas Besonderes in der nicht zu ihnen; aber wie durch eine Ironie des stätten, ganz gleichgültig aussahen. Stillschwei Füße jetzten die ledernen Lungen des Blasebalges Luft: das Fieber der Erwartung! Und um zwei Schicksals war sie die einzige, in deren Blick der gend stimmten sie diesem ungewöhnlichen Ereig in Tätigkeit, der die kleinen Kohlenhaufen zur Uhr schlug die Stunde der Erfüllung. Die Geist des Aufruhrs funfelte, ein stolzer, unsteter, nis zu, als wunderten sie sich, daß die Frauen Glut entfachte; ihre Hanse hielten einen dünnen Schmiedefeuer wurden gelöscht und aus Söfen fast leidenschaftlicher Blick war es ein Blick auf eigene Faust vorgingen; wunderlich, beinahe Eisenstab ins Feuer, bis sich das rotglühende Ende und Gäßchen eilten die Frauen hervor in ihren der Rebellion. Aus all den tausend anderen Ge- gefährlich schien es ihnen. Zwar gingen einige zu einem Hafen frümmen ließ, während sie es mit zerlumpten Arbeitsktitelu oder in den Sonntags- sichtern sprach keine Verbitterung, teine Erre- schwerfällig nebenher zwischen dem Zug und den " . " 4 Sonntag, 18. August 1929. Im Zeichen des Bürgerblods. Den Prozeß beschleunigten die Grigniffe Der letzten Jahre. Es tamen die Wahlen des Jahres 1925 mit ber schweren Wiederlage ter jozjalistischen. Barten. Es fant ter gepfe nx gelbaum, der aktiviſtiſchen deutschen Parigicu. ihr Sprung zum Futtertrog ihre Unterwerfung unter das schechische Bürgerregime und es Capi schließlich der gemischt- nationele otor, þeffer ge jagt internationale Bürgerbion unit, feinem ente 1ofen Sündenregister, mit der Verfeuerung der Rebenshaltung der arbeitenden Schichten, durch Agravzölle, indirekte Abgaben, leberwälzung Der Steueriasten, mit der Erwürgung der Ge meinde und autonomen Verwaltung, mit der Bürokratisierung des gesamtien Staatsapparates, mit dem Raub der Selbstverwaltung der Bevöl ferung, mit der Verschärfung des nationalistisch gentvalistischen Regimtes, mit der Steigerung der militarischen Lasten, mit dem Raub des SeiDatenwahlrechtes, mit dem Generalangriff auf alle sozialen und sozialpolitischen Errungenschaf ten der Revolution, mit dem Austurm auf die Sozialversicherung, mit dem unerhörten Hochmut der kapitalistischen Herrentlasse beider Nationen, mit der grenzenlosen Agressivität gegen den zialismus. Alles das hat dem Faß den Boden aus: geschlagen, die Erfenntnis von der Not wendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter aller Nationen zum Reifen ge= bracht, die Arbeiter aller Nationen zusammengeführt, die zwischen ihnen bisher bestandene Aluft rasch überbrückt und da mit den Boden zur gemeinsamen Arbeit und zum gemeinsamen Kampfe geschaffen. Smichov. So kam es zu Smichov. Es war einer der bedeutsamsten Wendepunkte in den barten Kämpfen der Arbeiterklasse dieses Landes. Dev Wann war gebrochen, der Weg zum Zusammenschluß freigelegt. Und als wir in, Smichov zusammentraten, als sich die Arbeiter aller Nationen nach. 20jähriger Trennung hier wiederfanden, da, haben hundert tausende Proletarierherzen höher zu schlagen be gonnen, da saben wir nach langer, langer Zeit wieder strahlende Gesichter, wieder hell teuch tende Augen, da war für den Augenblick die ganze arge Bergangenheit vollständig ausgelöscht und nur ein einziger Gedanke durchzuchte die Sirne, daß es immer so bleiben und dah teine Macht der Erde sich wieder zwischen uns ftellen möge. Niemand von uns Allen verkannte die Schwie rigkeiten, niemand gab sich der Täuschung hin, daß die bendernisse ideologischen einfach durch den bloßen Witten aus der Welt geschäfft worden könnten Aber alle waren sich / darüber einig, " daß ein Weg gefunden werden müsse, um die Schwierigkeiten zu überwinden, wenn man überhaupt auch auf diesem Boden die jo zialistischen Sträfte zur vollen Entfaltung bringen, dem Siegeszug des Sozialismus den Weg bahnen wolle. Dazu drängen die Verhältnisse immer stürmischer. Gerade jetzt, am Ausgang des ersten Dezenniums unseres Bestandes, steht das Proletariat des Landes einer mächtigen Kapitalistenklaffe gegenüber Josef Seliger, der unvergeßliche Führer. die durch und nur dadurch vermag das hochmütige| Zuspigung der Verhältnisse am Balkan, die agrarische und fapitalistische Bürgertum heute ewigen Unruhenherde in Bolen und Ungarn, über das uneinige Proletariat zu triumphieren. Ungelöstheit des Minoritätenproblems, vor und die Folgen davon hat die Arbeiterschaft allem aber Celte 7. ein uneinnehmbares Bollwerk geschaffen. Sie ist auch der russischen Dampfwalze, der kommunistischen Spaltungslawine nicht erlegen und hat durch fühnen Zugriff ihr. Heim gesäubert, einen Großteil der kommuni stischen Beute wieder zustande gebracht und steht, während sich der Kommunismus in Strifenzuf fungen windet, unerschüttert da, im fortwährenden Aufstieg begriffen und über den fontmunistischen Vandalismus triumphierend. Eine Partei, die allen diesen Anstürmen zu troben, sich durch all dies ungemach durchzuschlagen, immer und immer wieder aufs neue emporzu arbeiten, die alle diese fürchterlichen Fieberschauer zu überdauern vermochte und immer wieder wie der Phönix aus der Asche entstieg, fie hat ihre unauslöschliche, unerschöpfliche Le benskraft erwiesen, ihr allein gehört die Zukunft: Und so begehen wir denn den zehnten Geburtstag unserer sudetendeutschen Partei frohgemut und hoffnungsfreudig. Wir sehen wohin immer wir blicken wollen in der Partei und Gewerkschaft und Genoj senschaft, in unseren Bildungs- und Kulturor ganisationen, vor allem bei unserer prächtigen Jugend, furz auf der ganzen Linie einen herrlichen Aufstieg.. Die leßten Wahlen haben gezeigt, daß feder vierte deutsche Wähler dieses Landes in unferein! Lager steht. Die letzte Werbewoche hat rund 10.000 neue Rämpfer in unsere Reihen geführt und auch unserer prächtigen Presse eine wesentliche Stärkung gebracht. Unsere Bewegung wächst mit ihren höheren Zweden und mit allen ihren neuen Aufgaben. Immer finden sich neue Menschen, die sich begeistert in ihren Dienst stellen, wader zugreifen und Herrliches schaffen. Genoffen, wir fönnen zufrieden sein und wir werden sicher vor dem Urteil der judetendeutschen Arbeiterklasse bestehen. Wir werden dies um so mehr, als wir trotz der Kompliziertheit der Probleme, vor die wir. in unferem Stampfe und unserer Arbeit täglich und stündlich gestellt waren, bisher immer den rech ten Weg gegangen sind. Wir sind nicht nach rechts, nicht nach links abgeirrt und haben, felbft als wir vor den schwersten Schidsalsfragen standen, nicht geschwankt und find immer nur nicht nur politisch, sondern auch wirtschaft die ins Tolle gehende Ausrüstung der den Weg gegangen, den uns unser Programm, lich zu spüren. Sie finden nicht nur darin ihren tapitalistisen und imperialistischen Staa: unſer ſozialiſtiſches Gewiſſen vorzeichnete. Ausdruck, daß die Arbeiterklasse auf der ganzen ten, die schon an fich eine crafte Kriegs- Wir haben allen Loungen nach politischen Linie in die Defensive gedrängt ist, ihre fargen Errungenschaften nicht mehr zu behaupten vervor allem gefahr bedeutet. mag, daß sie in ihrer politischen Entwicklung Alles das erheischt nicht nur die vollste Auf um Jahrzehnte zurückgeworfen ist, sondern auch merksamkeit der Arbeiterklasse, sondern auch ihre volle Abwehrbereitschaft, die ohne in einem immer stärkeren Lohnbruck, in der Ber- Zusammenschluß des gesamten Proletariates schlechterung der Arbeitsbedingungen, in der ganz möglich erscheint. Der Rampf um die Befriedung der 17 Sentung ihrer gesamten Lebenshaltung. Diese traurigen Tatsachen sollte man meinen müßten genügen, um der Arbeiter der nur dann erfolgreich geführt werden fann, aft die Augen zu öffnen, sie vor dem wenn die Arbeiterklaffe jedes Landes die in ihm sonst unaufhaltsamen Weitergreifen des konzen wirkenden imperialistiden Kräfte niederwirft, trischen kapitalistischen Angriffes zu warnen und er fann nur von einer einigen und festgefügten zur Sammlung und entschlossenen Tat aufzu- Arbeiterklass zum glücklichen Abschinß gebracht rufen, ohne welche sie ihr Schicksal nicht zu wen- werden. den und sich in diesem der Mehrheit nach pro zu diesem Kampfe ift die sudetendeutsche letarischen Lande der Arbeiterschaft die ihr ge= bührende Stellung nicht zu sichern vermag. Arbeiterklaffe durchaus befähigt. Im sozialistischen Geifte erzogen, in hartem Internationale Gefahrenzentren. Stampfe und schwerster Arbeit gestäblt, bat te Aber auch noch etwas anderes steht auf dem allen Gefahren die immer und immer wieder Spiele. Die internationale Lage ist voller Spanan sie heranstürmten, z oben vermocht. Für fie gab es leine Widerstände, an die sie fids nicht nungen und Konflikte, berangewagt, feine Aufgeben, die sie nicht auf fid) genommen, feae Opfer, die sie nicht bereit willigst getragen hätte. die Welt nach 15 Jahren wieder voller Brandherde. der Partei, zu dem sie mit ihrem Herzblut steht. Scheinerfolgen, nach Scheinvorteilen ruhig widerstanden und immer nur die Sache der Arbeiterschaft und nur diese im Ange gehabt. Wir haben, als alles um uns herum gegen uns. stand, als Saß und Verleumdungen und Verfol gungen gegen uns anstürmten, ruhig ausgehalten und allem zu troben verstanden. Auch die an unserer Sache nicht irre werden. Wir haben jie leicht getragen und vielfach gar nicht empfunden, da. wir Hunderttausende unserer Arbeiter an unserer Seite hatten und uns durch sie seelisch und moralisch gestärkt fühlten. Unser Weg war vielfach steinig und heischte auch) schwere Opfer. Er stellte zeitweilig an uns die allergrößten Anforderungen, aber wir haben niemals das Gleichgewicht, niemals die Geduld verloren, aus dem sicheren Gefühl heraus, daß die Entwicklung für uns arbeite und daß daher auch unsere Stunde sehr bald fomment müsse. Die Geschichte der lebten Jahre bat uns auch tatsächlich recht gegeben. Die Entwicklung der Verhältnisse hat unsere Voraussagent bestätigt. Unser Weg hat sich als richtig erwiefen. Wohl stehen wir noch vor einer ganzen noch die schwierigsten Kämpfe. Aber Genossen, was wäre das Leben ohne Kampf? Wir haben ihn uns zur Lebensaufgabe gemacht. Er ist unser Sie ist durch die Hölle von vier Parteispaltun Lebenselement geworden. Er bedeutet für uns gen, durchs Fegefeuer von vier schweren Krisen die Quelle, gen, durchs Fegefeuer von vier schiveren Krisen die Quelle, aus der wir immer und immer gegangen, deren eine tragischer war als die wieder neue Lebensenergie schöpfen. Tarum andere, deren jete an ihre Wurzeln griff, deren sehen wir den kommenden Kämpfen beruhigt jede ihr die schwersten Erschütterungen, die entgegen und sind in jeder Stunde bereit, fie heißesten Stämpfe brachte. Sie hat sich aus der aufzunehmen und uns mit Singabe und BegeiSpaltung zwischen Gemäßigten und Radikalen sterung ins Stampfgewühl zu stürzen. Neun unser unvergeßlicher zialdemokratie emporgearbeitet. emporgearbeitet. Sie hat die Oswald Spaltung zwischen Zentraliſten und Separa- seiner Auseinanderseßung mit den Kommunisten tiſten mit allen Krisen, die sie im Gefolge hatte, die Arbeiterklasse in zündenden Worten zur glücklich überwunden und ist dabei numerisch Ginigkeit und Sammlung aufrief, sie vor der und geistig gewachsen, innerlich erſtartt, in ihren Torheit warnte, ihre Straft zu zersplittern, anGrundlagen fester geworden. Sie hat die durch statt sie in vollster Geschlossenheit und Einigkeit den Umsturz und das Gewaltdiktat herbeigeführte, für den Kampf gegen die internationale Realpsychologisch niederdrückendste aller Spaltungen, tion und die fonterrevolutionären Elemente des die Lostrennung von der Mutterpartei, die Zer- Landes bereitzustellen. Noch heute klingt sein ſtörung ihrer organisatorischen Fundamente über Stampfruf, dessen Leidenschaftlichkeit damals sich ergehen lassen müssen und sich, als alles angesichts der drohenden Spaltung die tiefste schon verloren schien, auch auf diesem karstigen Wirkung auslöfte, wie Musik in unseren Ohrer Boden eine neue Heimstätte, nach. wann famen auch bessere Leute vorbei, eine sich zu lange einem geheimen Genuß des Augen unter Führung Viktor Adlers zur geeinigteit So Jahre sind es in diesem der es, gelungen ist, die wirtschaftliche und poliSchon was sich im Haag bei der Auseinandertische Macht an sich zu reißen, alle ihre Positio- fepung über die Reparationen vor unseren In ihrem Rern festgefügt, durch den festen nen zu festigen und zum Generalsturm gegen die Augen abspielt, sollte genügen, um die Arbeiter Sitt fauterster Treuc zusammengehalten, Arbeiterklasse überzugehen. Sie wird, seitdem sie schaft zur Wachsamkeit zu veranlassen. Dazu vom Glauben an ihre große Mission cr fich international zusammengeschlossen hat, i m fommen aber auch noch alle anderen mit je füllt, so steht sie da, so verteidigt sie fett ülle ungelöster Probleme, wohl harren unser mer ogressiver. Sie weiß sich die Zerfahrenheitschen den Siegermächten, der Gegen im proletarischen Lager sehr gut zunuge zu jayz zwischen Frankreich und England, Italien machen und ist die eigentliche Nußnießerin der und Frankreich, die Vorgänge im Fernen Osten. durch die bolschewistische Tartaren- Politif ber- besonders in der Wandschurei, die Trei beigeführten Schwächung der Arbeiterklasse. Da bereien des fascistischen Gefahruzentrums, die leinen, trostlosen Hütten und schmußigen Fa- Augen voll Wildheit nach allen Seiten schweifen brifschuppen und einer oder zwei begleiteten ihre ließ, als ob sie fürchtete, sich die Freude am Frauen, um den Säugling zu tragen. Danu und bloßen Verwärtsschreiten zu verderben, wenn es Dame, ein Beamter, ein Eisenhändler; fie preß- blids hingab. Der Geist unseres Marsches schien ten die Lippen zusammen und gaben sich das An- aus diesen nimmermüden Augen des blaffen, fehen, als nahmen fie feinerlei Notiz von dieser glücklichen Mäddens zu strahlen und sich den verVerkehrsstörung und hielten die ganze Ange- zückten Frauen mitzuteilen. Sinter ihm mar legenheit nur für einen schlechten Scherz, den schierte ein fleines, altes Weiblein, von dem es man schon öfter inszeniert hatte. hieß, daß es schon seit vierzig Jahren Stetten Unter Gelächter und fortwährendem Sin- schmiedete, seine schwarzen Schlißaugen funfelten, und Herreden zog die bunte Schar weiter, stieß während es ein Band im Wind flattern ließ, und schob sich vorwärts in jener seltsamen Ver- und außer sich vor Freude war es über diese zückung, von der man sich willenlos treiben läßt, Welt, von der es einzig und allein die humor glidjelig, im Sonnenlicht hinter der mörderischen volle Seite sah. Must herziehen zu können, ohne sich recht darum Eine Stunde lang wand sich der Zug plan zu fümmern, wohin und wozu. Jedesmal, wenn los durch die melancholische Straße, bis er bei Sie Stapelle ihr Spiel unterbrach), sahen die Rei einem Schlackenhaufen anlangte, den man zur heu bald so schlecht und unordentlich aus wie die Rednerbühne erforen hatte. Langjam zog das zerschlissenen Fahnen und Gewänder der Frauen; bunt zusammengewürfelte Regiment in dieses öde aber nicht ein einzigesmal rig gänzliche Zucht Amphitheater ein, von der blassen Sonne be losigkeit ein, als wüßten. sie, daß sie die eigent- schienen. Und wie ich zusah, tam eine seltsamehiden wir unsere stolze und unbezwingbare Jugend voran und laffen wir lichen püter angeborener Menschenwürde, waren, Bision über mich. Es schien mir, als ob über gerade weil sie zu den Armseligsten der Christen- jeder armseligen Frauengestalt eine kleine, gelbe pelt gehörte.. Flamme schwebte, ein schwacher, flackender Schein, In der allerersten Reihe marschierte ein der nach aufwärts strebte, den aber der Wind hochaufgeschossenes junges Mädchen ohne Sut, zurücktrieb. Vielleicht war es eine Täuschung des sart und schlank vie eine Tanne, mit blondem, Sonnenlichtes? Oder war das Leben in ihren schußigem. Haar, dessen Rock und Bluse rück- Herzen, der unvergängliche Atem der Glückseligwärts etwas offen standen. Unausgesetzt wendete teit auf einen Augenblick dem Gefängnis ent es sein hübsches Gesicht um den hübschen, flohen und flammte auf, vom Winde hin und schlanken Hals von der einen Seite zur anderen; her getrieben? man konnte sehen, wie es seine schönen, blauen Genoffen! Auch die heutige Stunde erheischt einen solchen Kampfruf. Lassen wir ihn von unserem Reichsarbeitertag, laffen wir ihn von diesem Parteitag ausgehen! Mobilifieren wir die sirne der Arbeiter. Alarmieren wir ihre Geifter. Entsachen wir die Glut ihrer Herzen zu lodernder Begeisterung. uns von ihr mitreißen. Stürmen wir, den Blick aufs herrliche Ziel gerichtet, mit ihr gemeinsam vor, um die internationale Arbeitertiasse, die völkerbefreiende Sozialdemokratic zum Siege zu führen. Wie herrlich sagt es uns Marl Bröger in seinem Lied der Arbeit: 1000 Gohläfen müffen fiebernb glühen, Aber taufend Sirne Junten fprühen, Daß die etoige Flamme fich erhellt, Licht und Wärme fpenbenb aller Welt. Seite 8. Der breite Strom. Von Josef Hofbauer. Sonntag, 18. August 1929. daß es heute viel mehr solcher Vereine mit viel sie arbeiten auch emsig mit am Aufbau eines sogroßerer Mitgliederzahl gibt. nicht das allein zialistischen Erziehungssystems und nicht nur nach ist das Schöne, das Erfreuliche, das Große. Die der Zahl ihrer Mitglieder und nach der Zahl der Arbeiterturn bewegung hat sich auch von der Organisation betreuten Kinder darf man gewandelt. Fast völlig verschwunden sind die alten sie werten, sondern nicht übersehen werden darf In den wenigen Geschichtsbüchern, die von ihre fünftig: Entfaltung, und dieser Glaube, Formen des Turnens, freier, gelöster ist das Tur- die große Wirkung der Kinderfreunde über den Werden der judetendeutschen Arbeiterbewegung diese Gewißheit, gaben ihnen die Kraft, so nen geworden. Nicht mehr Gipfelleistungen einzel- Rahmen der Organisation hinaus- immer mehr berichten, fann man nachlesen, wie bescheiden, tapfer, so tren auszubarren, wie vor Jahrzehnter werden erstrebt, sondern Turnen und Sport Arbeitereltern werden zum Nachdenken über die wie fümmerlich die Anfänge waren. Alte Genoten jene, die die Quellen der Arbeiterbewegung dienen der Gesamtdurchbildung des Körpers mög- Kindererziehung geführt, immer mehr und mehr licht vieler Wenschen, der Erhaltung von Geſund proletarische Eltern werden durch die Aufklä sen, die uns von jenen gar fernen Tagen berichten erschlossen. lönnen, gibt es nicht mehr viele. Aber wenn man Einen Augenblick dankbaren Gedenkens auch heit und Schönheit des Körpers großer Massen, rungsabeit der Kinderfreunde zu Freunden und den einen oder anderen trifft und mit ihm ins diesen tapferen und treuen Genoſſinnen und Ge- und zum Turnen find fast alle Arten des Sports Kameraden ihrer Kinder... Aus der Kinderfreunde bewegung hervorge. Blaudern kommt und sich erzählen läßt, wie es noffen, die während des Krieges diese Quellen getreten, wobei als besonders erfreulich das Schwimmen und Rudern und der immer eifriger gangen ist die junge Bewegung unserer Jüngsten, „ Damals" war, so hört man schlichte Heldenge hüteten! gepflegte Wintersport hervorzuheben sind. die Rotfalten"-Bewegung. Eine Kinderbe schichten von herrlicher Tapferfeit einiger WeniAus einem einst bürgerlichen Sport, aus dem wegung! Nicht von den Erwachsenen gemacht, on ger, die in gläubigem Troy allen Verfolgungen Breiter denn je flutet der Strom der jude and Drangfalierungen Stand hielten und unter tendeutschen Arbeiterbewegung dahin. Die Arbei- Radfahren, ist längst ein rein proletarischer dern Wert der Jungen und Mädchen selber! Auch schwersten persönlichen Opfern immer wieder ver- terbewegung- das ist ja nicht bloß die Partei, geworden. Für den Arbeiter ist das Rad heute ein sie gehört heute schon zu den Bedürfnissen der jachten, die spärlichen Organisationen aufrecht zu die politische Organisation. Auch nicht bloß die oft unentbehrliches Verkehrsmittel. Für den Bes deutschen Arbeiterschaft. Wir brauchen die Roten erhalten oder sie, wenn die Faust der Polizei sie Zusammenfassung von Partei, Gewerkschaften und ſizenden bedeutet es in der Zeit des Autos und Falken"! Sie selber haben uns von ihrer Notiven zerschlagen hatte, in etwas geänderter Form wie Genossenschaften, die man gemeiniglich als die des Motorrades überhaupt nichts mehr. Die Ar- digkeit überzeugt. der aufzubauen. drei Säulen des proletarischen Aufbaues bezeich beiter aber, die dieses Verkehrsmittels sich bedie- Der neueſte Zweig unserer Bewegung ist die Diese Organisationen das waren da und net. Das ist heute schon viel mehr, eine bald un nen, lieben es auch und es ist ihnen auch zu Arbeiter fürsorge". Auch sie entsprang dort ein Fachverein und Bildungsvereine. Wur übersichtliche Vielfalt von Organisationen, eine einem wertvollen Instrument des leichteren, be- einem Bedürfnis wie sehr, das hat sie in der den sie aufgelöst, dann schuf man neue Fachverfolche Fülle verschiedenster Bewegungen und Beschwingteren, in weitere Fernen führenden Wanfurzen Zeit ihres Bestandes bewiesen. In bun cine und neue Bildungsvereine mit anderem Nastrebungen, die einander doch alle ergänzen, daß derns geworden. So ist es denn feibstverständlich, dert Einzelfällen und durch ihre großzeit Aktionen: men, und wenn das nicht möglich war, Rauch der deutsche Bürger, dem seine proletarischen daß auch Zahl und Mitgliederstärke der Radfah- Sammlungen für die Wiener Juli Opfer und für die Opfer von Naturkatastrophen. flubs und Geselligkeitsvereine. Und der Bildungs Volksgenossen noch immer etwas Fremdes und rerorganisationen beträchtlich gestiegen sind. oder Geselligkeitsverein mußte alles sein; poli- fast Unbefanntes find, staunen würde über diese Wintersport und Wandern, eifrig auch von Dann die Arbeiter Abstinenten. tische Organisation, Bildungsorganisation, Ber- Mannigfaltigkeit, erführe er nur einmal von ihr. den Turnern gepflegt. bringen diese mit den Rad Eine der schwächsten Organisationen, aber eine gnügungsverein. Disfutierflub, Wanderverein, Von der Entwicklung der Partei, von ihrer fahrern in nachbarliche Beziehungen, ebenso auch der wertvollsten und wichtigsten. Hier fommt es Leseklub, Erziehungs- und Kampforganisation. inneren Festigung sprachen andere. Aber der Auf zu den Naturfreunden". Auch die Natur gar nicht so sehr auf die Zahl an, als auf die WirNie ist es gelungen, diese Vereine ganz zu schwung der Frauenbewegung, die ja ein freunde treiben eifrig Wintersport. Noch im fung. Und das haben die proletarischen Aftiuen unterdrücken. So viele auch aufgelöst wurden, so Teil unserer politischen Bewegung ist, muß doch mer aber ist ihre Hauptaufgabe die Erweckung der ten doch vermocht: die Arbeiter aufzuklären über viele auch die mühsam zusammengesparten Biblio besonders erwähnt werden. Vor dem Striege war Liebe zur Natur und zum Wandern, die Organi die individuellen und über die gesellschaftlichen thefen und die mageren Vereinsfaffen fonfisziert es bekanntlich den Frauen verboten, politischen fierung des Wanderns, die Erleichterung des Schäden des Alkohols, und das Ergebnis dieser wurden, einige solcher Vereine blieben docs Organisationen anzugehören. Wir hatten aber Wanderns für die Arbeiter. Ihre Prophetenauf Arbeit ist, daß die organisierten Arbeiter beträcht erhalten, nie ist das Organisationsleben ganz er eine große Anzahl" freier" Organisationen der gabe haben die„ Naturfreunde" längst erfüllt. lich weniger Trinken als in früheren Zeiten. stickt worden. Diese wenigen örtlichen Fachvereine und Arbeiterbildungsvereine wurden zu Quellen des heute so breit dahinflutenden Stromes der sude tendeutschen Arbeiterbewegung. Die Treuen, die Tapferen, die in diesen Organisationen aushielten, sie aufrecht erhielten, diese Zähen und unerschüt terlichen sie wußten es, daß die Arbeiterbewe gung einmal zu einem so mächtigen Strome sich entwickeln werde! Sie glaubten es, fie fühlten sich dessen gewiß, daß aus diesen unscheinbaren Au fängen eine mächtige, ſtarfe Arbeiterbewegung sich bilden müsse. Nur dieser Glaube, nur diese Ueberzeugung ermöglichte ihnen das Erdulden so vielen Ungemachs, das Ertragen so vieler Ver folgungen, das einsame Ausharren inmitten einer feindlichen Umwelt. Lieb der kanadischen Holzfäller. Haut ein! Haut. cin! Scharf gezielt und auf den Riesengroßen, um den die Nordpassate tojen. Haut ein! Haut ein! Hart ausgeholt und in die Kerbe, daß unter festem Hieb er sterbe! Haut ein! Haut ein! Gut gezielt! Schlecht bezahlt! Wir find Knechte, andere die Herren, bald werden wir sie in die Stnie zerren! Gut gezielt! Schlecht bezahlt! Weit ausgeholt! Und Sieb und Sturz, im Leben lommen wir zu kurz. Gut gezielt! Schlecht bezahlt! Mut gefaßt! Kraft gespannt! Im Atford Schlag auf Schlag, cinmal tommt der Freiheitstag! Mut gefaßt! Kraft gespannt! Fraß und Trant sind farger Lohn für der Wälder rauhen Sohn. Mut gefaßt! Kraft gespannt! Gut gezielt! Fein getroffen! Krachend stürzt bald diese Welt, die nur unser Schweiß erhält! Gut gezielt! Fein getroffen! Ausgeholt und in die Kerbe! Schlag auf Schlag! Genosse werbe! Schlagfein Gut gezielt und fein getroffen! Nachdichtung von Kurt Offenburg. Natürlich ist das nicht das Wert der Arbei terabſtinenten allein. Politischer und gewert schaftlicher Stampf haben die Arbeitszeit verkürzt und die Arbeitsverhältnisse gebessert und den Arbeitern andere Jdeale gezeigt als das Wirtshaus und die Karten. Die Sport- Organisationen haben den Arbeitern andere als Wirtshausfreuden für die Freizeit geschaffen. Aber die Abstinenten haben reichlich das ihre dazu getan, um die Arbeiter zu solchen Freuden zu führen, um auch den Turnern, den Sportlern, den Wanderern zu sagen, zu beweisen, daß mit vernünftigem Sport das Trinfent unvereinbar ist, daß es töricht wäre, am Wirtshaunstisch wieder zu vergeuden, was auf dem Sportplatz und auf der Wanderung an Rörver frische und Gesundheit gewonnen wurde. Ter ful turelle Aufstieg der Arbeiter, der ohne Befreiung yomi Alkohol nicht denkbar ist. ist Ergebnis des Diesen Alten, den Pionieven, die als erste einbrachen in die bürgerliche Welt, die als erste Zusammenwirfens vieler fast aller profetaridie roten Fahnen aufpflanzten, am Jubeltage un schen Organisationen. jerer Partei ein Augenblick, dankbaren Gedenkens! Das Bild der Vielgestaltigkeit unseres Dr. Ein Augenblick dankbaren Gedenkens denen, Frauen, Organisationen, die keine Vereins- Nicht mehr brauchen sie im Proletariat als Apo- ganisationslebens wäre nicht vollständig, der die Hüter der Suellen waren, der von ihnen er formen hätten, bei der Behörde nicht angemeldet stel, als Pioniere zu wirken. Kein Arbeiter ladyt Strom unserer Arbeiterbeweaung nicht in seiner schloffenen Snellen, die zum Ursprunge des Six waren. Aber sie umfaßten nur die aktivsten, poli mehr über die„ Narren", die auf die Berge ſtei- ganzen Tiefe und Breite geschildert, blieben unermes der judetendeutighen Arbeiterbewegung tisch regston proletarischen Frauen. Es war die gute." in je- gen irgendwie wandert fast jeder Arbeiter, wähnt die vielen Organisationen. Die uner ner Zeit, da die Frauen noch nicht das Wahlrecht Und wenn er wandert, findet, er jetzt schon in schöne, finiferische Unterhalting pilegen: die wurden desin batten, unmöglich, große Wassen der Frauen zu allen Gebirgen, auf vielen Böben einfach schöne Arbeiterfanger, die n einem Multurfaktor Bis zum Kriege hatte sich die Arbeiterbewe- organisieren. Nur Bortrupps des weiblichen Pro- Schuhäuser, die unsere fleißigen„ Naturfreunde" von steigender Bedeutung werden. der Arbeigung in den Sudetenländern aus diesen unschein letariats hatten wir erfaßt. Heute aber heute geschaffen haben. Eine Kulturarbeit, die nicht boch ier Radio Bund, die Photosetiton baren, fümmerlichen Anfängen schon zu einer be- bilden die Frauen ein starkes Drittel unserer genug gewertet werden fann! Arbeiter haben von der Naturfreunde, die Schachgruppen der achtenswerten Vielfalt von Organisationen ent- Barteimitgliedschaft und in jenem Bezirke, bei dem ihren schmalen Löhnen gegeben, damit das Geld Turnvereine, die Uro" die Urlaubswickelt. Die Partei verfügte über ein weitgespann die Partei an ihrem Festtage zu Gaste iſt, im für den Grundkauf oder die Pachtung aufgebracht Reise Organisation, und damit find tes Netz von Ortsorganisationen, die zusammen- Rarlsbader Bezirke, sind sogar gleich viel Frauen werden könnte; fic haben viele tausend Arbeits- noch nicht alle Betätigungen der Arbeiter in ihrer gefaßt waren zu Bezirks-, Kreis- und Landes- wie Männer organisiert! Dem Wachstum der ſtunden verbracht bei der Hilfe am Aufbau ihrer Freizeit umfaßt, nicht die Fülle des Lebens der organisationen, die Gewerkschaften waren groß Bahl entspricht auch die Arbeit der Genoffinnen Säufer. Das ist mehr als flüchtige Naturschwär deterdeutschen Arbeiter. Arbeiter gibt es, die Despechos de und ſtarf geworden, die Konsumvereine in stetem in der Organisation. Eigene Frauenſchulen, zahl merei, das ift opfervolle Naturliebe, die ich ver Naturkundige mit umfassenden Wissen sind. Frauenversammlungen, Wachsen, es gab bereits viele Arbeiter- Turnver- lose Frauenvorträge, bindet mit proletarischer Klassensolidarität. Enihomologen. Mineraliensammler, Arbeiter, eine, Arbeitergesangvereine, Gruppen der Natur- eigene Werbefeldzüge der Frauen vielerorts ge- Es ist eine geradezu ergreifende Liebe, die die erstaunlich viel gelesen haben und was freunde, Radfahrervereine, und im letzten Jahr- hören die Frauen zum aktivsten Teil der Partei immer wieder die Arbeiter zu den Naturwissen wohl nicht minder wichtig ist auch aut zu zehnt vor dem Kriege gelang es auch, viele Ortsmitgliedschaft. schaften zicht. Die übergroße Mehrzahl der Ar schauen, zu beobachten wissen. Arbeiter, gibt es, gruppen des Verbandes jugendlicher Arbeiter zu Und die Gewerkschaften! Aus Kreis beiter bauen sich ihr Weltbild auf den Naturwif- die in der Literatur zu Hause sind. die Dichtungen jchaffen. jefretariaten wurden Verbandszentralen, aus senschaften auf. Ihre Philosophie ist Naturphilo verstehen und zu werten wiffen. Das Proletariat Der Strom der Arbeiterbewegung war brei Streissekretären, aus Gruppenobmännern wurden jophic. Naturwissenschaften, Technik und Gefellit längst nicht mehr eine grane uniforme, Maffe, ter geworden, aber es hatten sich auch viele Flüsse Borsigende großer Verbände, und die Gewerkschaftswissenschaften formen das Weltbild des moist bereits ungemein differenziert und wird es um abgezweigt, die dicht neben ihm demselben Ziele schaften, rasch aufgebaute große Gebilde, wurden dernen Proletariers. Ihnen dabei zu helfen, so mehr. je weiter die sozialistische Bewegung zu Stampforganisationen, die sich rasch den beson ihnen Umwege und Irrwege zu ersparen, sie zu fortschreitet, je mehr Arbeiter von ihr erfaßt und Der Krieg hat vieles, vieles zerstört. Viele deren Bedürfnissen und den Eigenarten des neuen den richtigen Büchern zu führen, ihnen naturivis gewandelt werden. politische Organisationen starben, als niemand da Rampfbodens anpaßten, die geschickt schwere senschaftliche und geistesgeschichtliche Vorträge zu Die Wirkungen der Bewegung. die Ergeb war, sie zu betreuen. Ebenso die Gruppen des Kämpfe zu führen wußten, dem wütenden Anbieten, das ist um so mehr Aufgabe der Frei nisse des Kampfes lassen sich nicht bloß meffen an Verbandes der jugendlichen Arbeiter. Es gab fein sturm der fommunistischen Zerstörer standzuhal denker geworden, als die Partei immer mehr der Zahl der politisch fortschrittlichen Gefeße und Arbeiterturnen mehr, feinen Arbeitergesang. Von ten vermochten, wirffam eingriffen in die Geſtal ſich der Erfüllung politischer Tagesaufgaben wid der Arbeiterschutzgesetze. noch an der Zahl der or den Gewerkschaften waren nur flägliche Rudi tung der Sozialpolitif, jich eine eigene gut gelei men muß und selbstverständlich auch der grundganisierten Arbeiter. Beeinflußt von der Bewe mente verblieben, die Genossenschaften mußten tete Gewerkschaftspresse schufen und aus dem Ar- fäßlich- sozialistischen Bildungsarbeit. Der proleta gung, beeinflußt von ihren Erfolgen, aber auch sich damit begnügen, das wenige, was ihnen die beiterleben nicht mehr wegzudenken sind. rische Freidenferbund ist in den letzten Jahren von ihren Idealen wird auch der indifferente Aramtlichen Stellen zuwiesen, an ihre Mitglieder zu Nicht minder schön sind unsere Genou einer sehr starken Organisation geworden. Stein beiter, ja auch der im Troß bürgerlicher Parteien verteilen. Und doch waren die Konsumvereine in senschaften aufgestiegen. Nach hunderttausen Wunder, wenn er sich, aufbaut auf einem Proleta intrabende. Andere Nüßung der Freizeit als jener Zeit noch die lebendigsten Organisationen. den zählen die organisierten Genossenschafter. Zuriat, das seit jeher zum Sinnieren und Grübeln, früher andere Auffassungen vom Sinn des LeGrößere Gewähr als der private Händler boten den alten Verkaufsstellen der Konsumvereine ge- zum Suchen und Fragen und Grübeln neigte... bens, andere Lebensgestaltung. andere sittliche Aus Alle diese Organisationen leisten auch Erzie- fchauungen sie sind dem. Beobachter, allenthal sic, daß die spärlichen Nahrungsmittel nicht an ſellten sich viele neue. Eine eigene Großein Besferzahlende auch ohne Lebensmittelfarten ab taufsgesellschaft besorgt nicht nur den hungsarbeit. Aber sie fönnen nicht in der Haupt- ben sichtbar und sie sind unser Werk, das Werk gegeben wurden. Die Gewißheit, hier nicht über Berkehr zwischen Konsumenten und Konsumver- fache Erziehungsorganisationen fein. Die proleta- unserer Bewegung. vorteilt zu werden, hier nicht betteln zu müssen, einen, sondern gab auch den Ansporn zu einer rische Jugend will vor allem weniger durch die Breiter, mächtiger denn je flutet der Strom! hier nicht um seinen Anteil betrogen zu werden. sehr ausgebreiteten Eigenproduktion, die Erwachsenen erzogen werden, als in eigenen Dr Bankende, schmählend Mißvergnügte stehen an sei führte während des Krieges den Genossenschaften immer wieder Fremde überrascht angesichts der ganisationen sich selber erziehen. Solche Organi- en Ufern, die deutschen Bürger und Kleinbür viele tausend neuer Mitglieder zu. im Vergleich zu ausländischen Genossenschaften, fationen sind die Gruppen unseres sozialistiger. Sie ärgern sich des Fortschrittes der Arbei Aber so wenig an Organisationen übrig blieb die ja über ein bedeutend größeres Menschenrechen Jugendverbandes. Die proleta terbewegung, des Aufstieges der Arbeiterklasse. dieses wenige mußte von alten Männern, von fervoir verfügen, doch zahlenmäßig kleinen genos- rische Jugendbewegung dieses Landes verdient in und sehen nicht, die Toren, daß er auch Aufstieg Frauen, von Stranfen und Strüppeln aufrecht er senschaftlichen Organisation des sudetendeutschen Wahrheit den Namen einer Kulturorganisation. des fudetendeutschen Volkes ist! Denn darin allein In ihren Reihen wird am schärfsten von allen taß die größte, die wichtigste Klaffe diefes. Volfes, halten, über die Zeit des Mordens und Sterbens Proletariats. binweggerettet werden mit Aufbietung letter Aber Partei, Gewerkschaften und Genossen- Arbeiterorganisationen der Alkohol bekämpft, in die Arbeiterklasse. durch die Arbeiterbewegung fo schwindender Sträfte. Manche Organisation ist erschaften sie sind ja alte, aus Vorfriegsjahr- ihren Reihen wird sehr ernsthaft gerungen um so- eng der deutschen Kultur verbunden wird liegt Falten. geblieben nur durch den Willen und die zehnten stammende Organisationen. Ihre rasche zialistische Lebensgestaltung. Diese Jugend ver- doch die Gewähr, daß kein andersnationaler Drud, Opferfrend: einer Genoffin, eines einzigen treuen Entwicklung in der raschlebigeren Nachkriegszeit steht aber auch bereits zu kämpfen: sie hat sich kein Tschechisierungsansturm dieses Volk besiegen Genossen. wird vielleicht selbstverständlich erscheinen, trop prächtig bewährt im Kampfe um Jugendschutz kann. daß es auch im tschechoslowakischen Natio Auch diese wenigen, die so viel von unseren größeren Hindernissen als in den meisten Nach- und Jugendurlaub, in der Bekämpfung der Aus- nalitäienstaat bestehen wird! Organisationen retteten, daß nach dem Kriege barländern. Aber neben ihnen, mit ihnen, von beutung und Mißhandlung junger Proletarier neuem begonnen werden ihnen gefördert und sie wieder unterstützend und und vor allem im Streite wider den Milita- wir freuen uns, daß andere Ströme in gleicher Breiter, mächtiger flutet der Strom! Und mußte, auch sie wurden gestärkt durch den uner- fördernd. blühten proletarische Stulturorganisatio- rismus. schütterlichen Glauben. daß die Arbeiterbewegung nen auf, die nur zum Teile schon auf Anfänge in Erst nach dem Striege wurden bei uns in diese Ströme gewaltiger werden Richtung gleichem Ziele zueilen, und daß auch wieder zu einer Massenbewegung werden müsse, der Vorfricas zeit zurückblicken können, in derfreunde organisationen geschaffen, auch sie waren dessen gewiß, daß diese armen Reste Fülle, daß selbst wir, die wir ihr Werden- heute gibt es ihrer schon mehr als hundert, daß sie alle stolzer Organisationsbauten zu Anfängen neuer lebt haben, immer wieder überwältigt sind, wenn und sie leisten nicht nur Großes in der Fürsorge münden im Meer der Internationale dak in Entwicklung werden müßten. auch sie wurden wir sie zu überschauen versuchen. für die Proletarierkinder, in ihrer Betreuung in unserer Bewegung sichtbar wird der Zusammen aufrecht und arbeitsfähig erhalten durch den Arbeiterturnvereine gab es schon vor dem Sorten, in vielen tausend Spielstunden, in der Fe- klang der Nationen zu der einen einzigen Glauben an die Kontinuität der Bewegung, an Striege, wenn sie auch nicht sehr stark waren. Aber rienfürsorge für viele hundert Arbeiterkinder, Menschheit! justrebten. miterP I 11 die Ströme der Arbeiterbewen Tag zu Tag 25 Sonntag, 18. August 1929. Seite 9. Unser Jubiläumsparteitag. Stunden höchster Begeisterung. – Mehr als 1200 Delegierte und Gäste. tampfes! Wenn wir in den verflossenen Jahren uns| Dr. Wegscheider in unserer Mitte begrüßen. Auf Wiedersehen an der Front des Klassengegen die unsinnige Spaltung der ArbeiterbeweIn Vertretung unserer Wiener und niederöster gung zur Wehr seßen mußten, so werden wir in reichischen Organisation weilt Genosse Johann, den nächsten Jahren unsere größte Aufgabe darin Pölzer in unserer Mitte nebst einer Reihe von crbliden, die Arbeiterklasse 3 einigen und. hervorragenden Funktionären der Wiener Organi und die Wirkungen der Spaltung zu beseitigen und so densation, die wir alle als alte Freunde auf das herz endgültigen Sieg des internationalen Sozialismus lichste begrüßen. borzubereiten. artsbad, 17. August. Der Reichsarbeitertag nähert sich seinem Höhepunkt, dem Festzug durch Karlsbad und Fischern mit der anschließenden internationalen Rundgebung und dem Festspiel, das am Nachmittag auf der Rennbahn in Meierhöfen sicher Tausende in seinen Bann ziehen wird. Unterdessen fommt der Zustrom aus allen Gebieten des Staates und aus dem Auslande an. Die Eisenbahnzüge sind überboll und die Eisenbahner haben alle Hände voll Wir sind glücklich, in unserer Mitte eine ganze zu tun, um den Verkehr flaglos abzuwickeln. Reihe von Vertretern unserer ausländischen BruderAuch die Bahnverwaltung muß ebonjo wie der parteien begrüßen zu können. Die überaus starke Wohnungsausschuß und der Hauptfeſtausschuß Beteiligung unserer Bruderparteien, die wir bei un mit der Tatsache rechnen, daß weit mehr Gäste seren früheren Tagungen missen mußten, läßt uns kommen als angemeldet waren. Aus einen erkennen, welche Bedeutung auch im Auslande unse Orten, die 40 Teilnehmer gemeldet hatten, stellen rer diesjährigen Veranstaltung beigemessen wird. sich 60 Besucher ein, in manchen Gegenden sind Die Vertreter unserer ausländischen Bruderpar aus 200 plößlich 350 Feſtgäste geworsen. Ein teien haben uns damit zum Ausdruck gebracht, daß Extrazug nach dem andern bringt Besucher und sie die Arbeit, die wir für den Sozialismus im Ver in den Straßen schwillt der Verkehr lawinenhaft laufe dieses Jahrzehntes in der Tschechoslowakischen an. Ueberall Menschen mit Festabzeichen, rote Republik geleistet haben, zu würdigen wissen. Wir Nelken und Kinder, Jugend mit Spiel und Gewollen hoffen, daß die Vertreter unserer Bruder jang, Reichsdeutsche und Tschechen. Es ist ein parteien mit den besten Eindrücken von uns heimbuntes Bild, das morgen noch vielgestaltiger sein lehren werden, daß sie vor allem die Ueberzeugung wird, wenn die Massen der westböhmischen Ar- gewinnen werden, daß wir auf dem steinigen Boden, beiter und Arbeiterinnen einrüden werden. auf dem wir zu arbeiten haben, unsere ausschließ liche Arbeit darin erblicken, dem Sozialismus zu dienen. Wir haben in dem abgelaufenen Jahrzehnt vielfach die Empfindung gehabt, als ob unsere aus ländischen Parteien an der scheinbar kleinen deut schen sozialdemokratischen Partei, die nicht bestim mend die Geschicke des Staates zu beeinflussen mag, achtlos vorübergehen. Es freut uns daher doppelt, heute so Das bedeutungsvollste Ereignis des Tages war der Jubiläumsparteitag im Schüßenhaus, an dem mehr als 1200 Delegierte und viele Gäſte der in und ausländischen Bruderparteien teilnahmen. Alte Bastredner zollten der Tätigkeit unserer Partei in den letzten zehn Jahren rüahaltlos Anerkennung und ans allen Reden flang der heiße Wille aller Sozialdemokraten, die Einheit der Arbeiterbewegung unter dem Banner der internationalen Sozialdemokratic wieder herzustellen. eine ansehnliche Delegation begrüßen zu können und wir wollen hoffen, daß wir von nun Tiefen Eindruck machte die inhaltlich und ab bei allen unseren Tagungen die Möglichkeit thetorisch meisterhaft aufgebaute Rede unseres haben werden, die Vertreter unserer Bruder Parteivorsitzenden Genossen Dr. Czech, der nach parteien in so ansehnlicher Zahl begrüßen zu lön Beendigung seiner Rede Gegenstand einer sponnen, wie es diesmal der Fall ist. tanen, hinreißenden Huldigung war, die allen Im Auftrage des Parteitages begrüße ich Sie Delegierten und Gästen unvergeßlich bleiben nun auf das herzlichste in unserer Mitte. Ich bewird. Das Gefühl, daß wir, wie Eldersch in jei grüße vor allem unseren alten Freund Johan ner Begrüßungsansprache jagte, Aus dem es, Stelling als Vertreter unserer Interna Gröbsten heraus" find, daß wir uns in stetitionale, für die zu arbeiten wir als eine unserer gem und glänzendem Aufstieg befin Sauptaufgaben ansehen, und wir begrüßen ihn auch höher als Vertreter der sozialdemokratischen Partei den, dieses Gefühl ist es, das alle Serze: höher als Vertreter der schlagen läßt, das in all reide auslöst und Deutschlands. In Vertretung der deutschen sozialistischen rer Mitte, den wir auf das herzlichste willkommen Partei in Polen weilt Genosse Rowoll in unsetung der Frauengruppe„ Arbeiterwohlfahrt" und heißen. Ebenso die Genossin Kowol in Vertreden Genossen Abgeordneten Ing. 3erbe aus Lodz. Die Verlesung der Botschaft an die Turner wurde vom Parteitag mit stürmischem Be ifall aufgenommen. Dann fuhr Genosse Kremser fort: Unsere Zoten. In diesem Saale, in dem vor neun Jahren sich unser Erinnern dem Manne zu, der damals an gerungen wurde um die Einheit der Partei, wendet unſerer Spize stand, den Genossen Josef Seli Es wird von unseren ausländischen Bruder ger, der sobald nach diesem Parteitage von uns parteien sicher verstanden werden, wenn wir auf gegangen ist. Seiner gedenken wir heute in tiefer diesem von Nationalismus durchtränkten Boden Dankbarkeit, in Ehrfurcht und unauslöſchlicher ganz besonders herzlich die Vertreter unserer Trauer, seiner und der Getreuen, die damals noch Bruderparteien des Inlandes begrüßen. In Veran seiner Seite standen: der Genossen Karl tretung der tschechoslowakischen sozialdemokratischen Cermak und Oswald Hillebrand. Auch sie Arbeiterpartei nehmen an unserem Parteitage teil find bald ihrem Freunde im Tode nachgefolgt. der Genosse Abgeordneter Robert Klein, die Auch Wilhelm Kiese wetter, der die Uranfänge rych, in Vertretung der farpathorussischen Partei nisator und Vorkämpfer der Angestellten Genoffe Senojjin Betty Karpišel und Genosse U11 inserer Partei miterlebte, der unermüdliche Orgader Genosse Abgeordnete Nečas und in Vertre Hirsch und unser alter Fröm ml weilen längst tung der polnischen sozialdemokratischen Partei in nicht mehr unter uns. Aber unser heutiger Parteider Tschechoslowakischen Republit der Genosse tag beweist, daß wir das Vermächtnis der feueren Chobot. Wir werden ja noch Gelegenheit haben, Toten treu bewahrt haben. Die deutsche sozial auszuführen, welche Bedeutung wir der Zusammen- demokratische Arbeiterbewegung ist zu einem so arbeit mit unseren sozialdemokratischen Bruderpar bedeutenden Kulturfaktor geworden, wie teien im Inlande beimessen und wie wir davon sie seit Jahrzehnten schon ein politischer Faktor war. durchdrungen sind, daß der Aufstieg des Sozialis wir haben die ahne, die wir aus den Händen mus in diesem Lande bedingt ist durch die enge, unserer teneren Toten übernommen haben, vor. innige Zusammenarbeit aller sozialdemokratischen wärts getragen. Parteien. Nochmals allen unseren lieben Gästen ein herzliches Willkommen! Bevor wir an die Erledigung unserer Arbeit gehen, haben wir eine freudige Pflicht zu erfüllen, nämlich den tausenden Arbeiterturnern, die Stafet ten nach Karlsbad brachten, unseren Dank zu sagen. ( Starter Beifall.) Genosse Kremser verliest sodann folgende vom Parteivorstand beantragte Botschaft des Parteitages an unsere Turner: An die Arbeiterturner und Radfahrer! Werte Genossen! Der Tod hat auch in den zwei Jahren, die vergangen sind, seit unserem zweiten Teplißer riffen. Wir gedenken des Genossen Josef Stenzel, Parteitag manchen Braven aus unseren Reihen ge des Pioniers der Reichenberger Arbeiter, des um Partei und Genossenschaften gleichermaßen ver. dienten Genossen Josef Kral aus Schönborn, des alten Genossen Karl Sepper aus Schaklar, der als Bürgermeister von Schatzlar und Obmann der Bezirksverwaltungskommission verdienstvolles leistete, des Genossen Eduard König aus Römerstadt, der schon vor dem Hainfelder Parteitag an der Ans flärung der nordmährischen Arbeiter hervorre genden Anteil hatte, des Genossen Rudolf Preis. uns stol; macht, der Partei des Proletariats an- Ich begrüße den Genossen Rivière als Ver ler aus Haida, in dem sich ein Stüd nordböh. zugehören, die morgen im Festing. und in einer treter unserer französischen Bruderpartei. Es ist Der Parteitag der deutschen sozialdemokra mischer Parteigeschichte verkörpert und der als Vor großen internationalen Rundgebung einen Bedies zum erstenmal, daß ein Vertreter der franzö weis ihrer unerschütterlichen Straff, ihres fiegbat fifchen Bruderpartei an unserer Tagung teilnimmt. tischen Arbeiterpartei dantt im Namen der gelisender der Bezirksverwaltungskommission bis in die ten Glaubens und ihres Willens, je Erringung Freude und wir hoffen, daß von diesem Zeitpunkte proletarischen Turnern und den sozialdemokratron, der viele Jahre lang der Partei und der GeWir konstatieren dieſe Sir fonstatieren diese Tatsache mit besonderer jamten sozialdemokratischen Arbeiterschaft den leuten Tage ſeines Lebeits tätig war, des" Genossen Josef Werner, Vizebürgermeisters von Lands der Schönheiten der Welt geben wird. Der heutige Abend gehört der Jugend, die ab sich die Beziehungen zwiſchen uns und unserer mit lohenden Fadeln durch die Straßen der französischen Bruderpartei noch inniger gestatten tischen Radfahrern herzlichst für die Freundes nossenschaft diente, des Karlsbader Genossen Morių grüße und das Bekenntnis zur Partei, das die Adler, eines Mitbegründers der westböhmischen Feststadt zicht. Der morgige Tag wird uns alle werden. bereinen, denen es gegönnt ist, die Tage von Ich begrüße weiters den den Genossen Ian Läufer des Arbeiter- Turn- und Sport- Verban Arbeiterbewegung und trefpichen Schriftstellers, des Karlsbad gestalten zu helfen. Die folgenden udege eſt, den Vertreter unserer Arbeiterpartei des und die Radfahrerstaffel des westböhmischen Tod in jüngeren Jahren seiner Partei und seinen Genossen Alois Mader aus Sternberg, den der Wochentage follen uns wieder an der Arbeit fin- in Holland, dem die Verhältnisse in der Tschecho Streises am 11. August überbracht haben. Freunden entriß, des Genossen Alexander Iaich, den, die wir für einen Tag unterbrochen haben, slowakei nicht unbekannt sind und der sich bei wieum Rückschau auf Vollbrochtes zu halten und um derholten Anlässen als Freund unserer Partei be der in der Bildungsarbeit unserer Partei hingeneue Begeisterung für fommende schwere Stämpfe währt hat. derbungsvoll gewirkt hat, des Genossen Franz StadtIer aus Komotan, des unermüdlichen Agitators zu schaffen. und Organisators der dortigen Arbeiterschaft, des Genossen Ferdinand Baier, des Mitbegründers des Aufsiger Konsumvereines, des Genossen Rudolf Heckel, Leiters der Bezirkskrankenkasse von Eger, gleichermaßen verdient um Gewerkschaftsbewegung und Sozialversicherung, des Genossen Rudolf Sonmer, hochverdient um die Genossenschaftsbewegung, dessen Name fortleben wird in der Geschichte der Ich begrüße den Vertreter unserer österreichi schen Bruderpartei, Genossen Matthias An in der Geschichte der Stadt denkwür Eldersch), den Präsidenten des Nationalrates in diger Stelle, im großen, Saale des Karlsbader Wien, der jahrzehntelang Schulter an Schulter mit Schützenhauses, wo vor neun Jahren tagelang uns an der Aufklärung der judetendeutschen Arbeium die Einheit der Partei, gerungen wurde und terschaft mitgearbeitet hat. Ich begrüße den GenosJosef Seliger seine lepte große Schlacht in fen Eldersch, als Vertreter jener Partei, mit der wir der Sache des judetendeutschen Proletariats durch Jahrzehnte hindurch für die Interessen der schlug, sind die Telegierten der Partei zur Jubi- Arbeiterklasse gekämpft haben. nehmen. Der Parteitag dankt für dieses Trenebe fenntnis und erblickt in den Botschaften proletarischen Turner und Radfahrer verheißungsvolle Bürgschaften dauernder engster Zusammenarbeit der Partei mit den proletarischen Sport- und Kulturorganisationen. Die politische Bewegung der Arbeiterklasse muß ihre Ergänzung finden in der vielseitigen launistagung bersammelt. Der Saal bietet ein In Vertretung der polnischen ſozialistischen het, Arbeit der Arbeiter- Sport- und Kulturorganisa- Teplizer Arbeiterbewegung, des Genossen Reinhold ungewöhnlich festliches und feierliches Bild, wie Partei weilt Genoffe Casimir Czapinfti in tionen. Sportpflege und Kulturarbeit des Prole- Seidel, der als junger Mann im Ifergebirge die man es faum noch bei einem unserer Parteitage unserer Mitte. Cafimir Czapinski haben wir schon tariats sind, so wie sie erſt möglich geworden rote Saat auswarf, des Genossen Mar off. crblidt hat. Seit acht Uhr früh beginnt sich das au wiederholten Malen zu begrüßen Gelegenheit sind, durch den politischen Kampf und seine Ermann, des tapferen Lehrers und Abgeordneten, folge, nicht denkbar ohne sielbewußte Fortfüh defien ogitatorische und schriftstellerische Tätigkeit Partett und die Galerien des großen Raumes gehabt. Wir wissen, daß Genoſſe Czapisi einer rung des politischen Stampfes durch die Partei. unvergessen bleiben wird, des hervorragenden Gemit Delegierten und Gästen zu füllen. jener Genossen ist, die immer freudig die Gelegenung Diese Erkenntnis ist es, die alle proletarijchen lehrten, Genossen Professor Wilhelm Wie chow fri, An 540 ordentliche Delegierte und mehr als heit ergriffen haben, an unserer Beratung teilzu Sport- und Kulturorganiastienen an die Partei den sein Wahrheitsfanatismus und seine Gerechtig 700 Gastdelegierte sind gegen neun Uhr früh Als Vertreter der ukrainischen sozialdemokra bindet und die Portei zu ihrer natürlichen Feitsliebe zur Sozialdemokratic geführt hat und im Saale anwesend... dessen Name eingetragen ist in den Annalen der tischen Arbeiterpartei ist der Genosse Dr. Panas Freundin und Förderin macht. Der Saal selbst ist mit roten Johnen und friedento, der Mitglied der Exekutive der soziali Der Parteitag verspricht auch weiterhin den Wissenschaft, des Genossen Auton Pragel in schem Grün geschmückt, an den Wänden hängen stischen Arbeiter- Internationale ist, zu uns entfendet proletarischen Sport- und Kultur Organija Aussig, des Vorſivenden des Transportarbeiterverbandie Bilder der verstorbenen Führer Seliger, worden. Wir begrüßen ihn auf das herzlichste in iionen die weitgehendste Unterstügung der des und des Genossen Stoutajan, corsißenden Germat, Sillebrand und tiefe wet- unjerer. Witte. Wir haben für die Verhältnisse un Partei und ist dessen gewiß, daß diese befreundes Eisenbahnerverbandes, zweier um die Auffiger ter, an der Brüstung steht eine Büste von Start serer ukrainischen sozialdemokratischen Arbeiterpartei beten Organisationen sich in allen wirtschaft Arbeiterbewegung hochverdienter Genossen, des GeMarr. Die Brüstung der Galerien trägt auf immer volles Verständnis aufgebracht und wir fönlichen und politischen Kämpfen entschlossen und nossen Anton Schöniger, der schon im Jahre roten Fahnen in deutscher, tschechischer; enalinen dem Abgesandten Dr. Panas Fedento die Verrückhaltslos au die Seite der Partei stellen 1869 eine Arbeiterorganisation in Asch gegründet scher, französischer, polnischer und ruffischer sicherung geben, daß wir auch fünftighin für die werden. hat, des Genossen Rudolf Novak, VizebürgerSprache die Aufschrift Proletarier after trainisaye sozialdemokratische Arbeiterpartei stets Auch die sozialdemokratische Bewegung ist meisters von Winterberg, eines Länder vereinigt Ent ch." In feierli- uns bereitfinden werden, mit allen uns zur Verfü- so wenig wie die mit dem Aufstiege der Ar- Glasgraveure des Landes, des Genossen – Ignat cher Stimmung erwarten die Delegierten die gung stehenden Mitteln einzutreten. beitertlasse sich so erfreulich entwickelnde Arbei- Nitsche in Elbogen, eines der eifrigsten und Eröffnung des Parteitages. Ich begrüße herzlichst die Vertreter der unga tersportbewegung nicht Selbstzweck. Sie will erfolgreichsten Agitatoren Weſtböhmens, des GeBünktlich zur feſtgefenten Stunde beim vischen Partei, die uns die Ehre erwiesen hat, mit die Befreiung des Proletariats aus den Feffeln noiſen ahn, Obmann des Chodauer Konsumneunten Glockenschlag öffnet sich die Bühne: Ein einer größeren Delegation bei unserem Reichs der Lohnsklaverei und aus vereines, des Genossen Johann Richter, hochver elva 100 Mann ſtarter Chor, Marlstader, arbeitertage zu erscheinen. Ich begrüße die Führer tureller Einengung, die bedingt ist durch das dient um die Ausgestaltung der Seilfürsorge für Fischerner und Alt- Roblouer Arbeiter dieser Delegation, die Genossen Beyer, Farkas, tapitalistische Wirtschaftssystem. Ihr Ziel ist die Bergarbeiter und des Genossen Autou stühnel, fänger, jert mit den eich der Schaffenden" 3 inch ler, gutacz, und Weltner. Die Besie aljp die flaſſenboje Geſellſchaft, in der erft wirt deſſen Name untrennbar iſt von der Geschichte der stimmungsvoll ein. Dann betritt Genosse hungen zu unserer ungarischen Bruderpartei haben lich uneingeschränkte fulturelle Entwicklung Biliner Arbeiterbewegung. Zu nicht geringerem wir immer aufrecht zu halten versucht. Wir haben aller Menschen möglich wird, auf deren Boden Danke sind wir verpflichtet den vielen Unbekannten, jede sich bietende Gelegenheit wahrgenommen, um allein wahre Störper- und Geistesfultur möglich deren Namen nicht in Versammlungen und Zei den ungarischen Genossen unsere Sympathie und sind. Diesem Ziele müssen auch die proletari- tungen genannt wurden, denen wir aber so aufParteigenossen und Barteizenoffinnen! 3ohn Freundschaft zum Ausdruck zu bringen. schen Sportler zuftreben. Auch diese Zielgemein richtig danken wie den anderen. Jahre schwerer Arbeit liegen hinter uns beit im Neben den offiziellen Bertreter der reichsschaft ist es, welche uns verbindet. Auch unsere Bruderparteien haben schwere und Stampf um den Sozialismus auf steinigem. Boden. deutschen Partei können wir bei unserer Tagung Aber der Glaube an die Siegbaftigteit, unserze dee eine ganze Reihe von Genossen aus dem Chemnizer Im Bewußtsein dieser Zielgemeinschaft und schmerzliche Verluste erlitten. Wir beklagen gemeinin schwerster Stunde Zuversicht und Organisationsgebiete, so vor allem den Genossen unserer Kampfverbundenheit dankt der Partei- jam mit den tschechischen Genossen den Tod des Kampfesmit gegeben. Wir wollen heute Rückblick Lange und die Genossin Schlag, die Abgesandtag den proletarischen Sportlern für ihre alten Genossen Dědic, eines der verdienstvollen halten über unsere Arbeit in den ersten zehn Jahren ten des Bezirkes Franken, die Genossen Ditt und Grüße-- er dankt den Ueberbringern der Bot- Pioniere der tschechischen Arbeiterbewegung und des des Beſtandes unserer Partei. Wir wollen aber all up; die Bertreter des Organisationsgebietes schaft als den Sendboten vieler tausend. organi- Genossen Taussig, des Organisators der tschechi auch: Ausblid halten, uns dessen bewußt sein, daß of, die Genossen Seidel, Blumtritt, Geißsierter Arbeitersportler und ruft allen, die fchen Angestellten. die Arbeit in der Zukunft nicht weniger schwierigter und Währ, die Vertreter Niederschlesiens, die heute mit der Partei das Fest ihres zehnjährigen Treue Kampfgenossen aus alter Zeit haben Kremser die Tribüne ur Begrüßungssprache. fein wird als die Arbeit der Vergangenheit. Genossen Eberle, Buchwiz und die Genossin Bestandes feiern, freudig zu: wir auch in Desterreich verloren. So den Landes Seite 10 yauptmann von Kärnten, Florian Gröger, der viele Jahre lang als Redakteur in Deutschböhmen tütig war, Josef Dame B, den Bürgermeister voit Linz, Anton R else I, den Erweder der steirischett Arbeiter, Karl Volkert, den Vorsitzenden der Gesamtorganisation der Naturfreunde und Ludwig Viktor Adlers. Strafgericht in Lupeni. Alle verantwortlichen Beamten abgesetzt. Sonntag, 18. August 1929. bewegung. Wir werden mit erhobenen Kopf un seren Kampf führen. Wenn wir damit weit genug fortgeschritten sein werden, dann werden pir Sic bitten, zu uns zu kommen, und dann wird Ihr herzliches Begrüßungswort Freundschaft!" mit wortet: Barátság!" Bukarest, 17. August.( OR.) Der Um die Untersuchung der Verantwortliche unserem ungarischen Gruß ebenso herzlich, beant dem alten Kampfgefährten Weinisterrat befaste fich gestern bis Witternacht feit von Einzelpersonen durchseßen zu können, mit dem Berichte der untersuchungskommission Febenko Auch, unsere Bruderpartel in Deutschland hat über die Borkommnisse in Lupeni. Es wurde beschloß der Ministerrat, alle Vertreter Männer verloren, deren Namen bei uns guten festgestellt, daß die Verantwortung für dieselben der Behörden, welche sich zur Zeit der für die ukrainische Sozialdemokratic Klang batten. So Jakob Brod, einen hervor fowohl bie Rohlengrubenbirettion Vorkommnisse in Lepení befanden, nämlich dem bringt die Grüße aus fenem Lande, welches die ragenden Arbeiter auf dem Gebiete der Sozialvern Lupin trifft, da sie einer Reihe berech Präfekten, ben Inspektor des Arbeitsministe ganze Härte des bolſchewiſtiſchen Terrorismus bei-, nahe zehn Jahre hindurch genießt. Ich erinnere sicherung, Martin Segis den Pionier der deut- ligter Forderungen der Arbeiterschaft teine Auf- riums, den Gerichtsvorstand usw. zu fus Sie an unseren ersten sozialdemokratischen Parteischen Gewerkschaftsbewegung, den alten Hermann merksamkeit widmete, als auch die Arbeiterschaft, pendieren. Gleichzeitig wurden die Kom- tag in Teplig und an die kluge Voraussicht, die Moltenbuhr, den wir noch auf unserem Auſſt welche, durch Berufsagitatoren aufgehegt, in ger Parteitag als Vertreter der Sozialdemokratie cinen illegalen Streit eintrat und sich einer aus- mandanten der beiden Regimenter, welche zur dort Genosse Friedrich Adler über die Entwid Deutschlands begrüßen konnten, Max Schippel gedehnten und leidenschaftlichen Sabotage schul- Aufrechterhaltung der Ordnung in Aktion getre- lung des Kapitalismus und die bolſchewiſtiſchen dem Politiker und Wissenschaftler, Dr. Adolf big machte. Ideen, entwickelte. Der Sozialismus und die So ten waren, zur Disposition gestellt. Braun, der vielemale zu uns gesprochen hat und zialdemokratie schreiten in den meisten europäischen wwwwwww Staaten botwärts, während im Osten noch immer unser Lehrer gewefen ift. Es wäre zu begrüßen, wenn sich die Arbeiterklasse eine blutige Diktatur herrscht, die als ihre auch hier ein größeres Maß von Bildung erkämpfen Nachfolgerin eine eigene bürgerliche Diktatur vortönnte und wenn vor allem auch dem bereitet, Im Namen der ukrainischen Sozialdemo deutschen Schulwesen größerer a um fratie sagt Genosse Fedenko: Ich wünsche 3brer und Bewegungsfreiheit eingeräumt Bartei neue Erfolge im Kampfe um die wirtschaft würde als es bisher ber Fall war. liche und politische Demokratie als Vorausset Lebhafte Zustimmung.) Die nationalen Differenzen ung des Sozialismus. Es lebe die deutsche Arbei haben schweren Schaden angerichtet. Seit sie beterpartei in der tschechoslowakischen Republik, cine glichen werden, geht es der Arbeiterbewegung wieder der stärksten Abteilungen der internationalen Beive besser, Fortdauer dieser Zusammenarbeit wünsche gung!( Starker Beifall.) Auch der Tod Großer der Arbeiterbewegung ande Sozialdemokratie ein lebhaftes Interesse hat und die rer Länder hat uns schmerzlich betroffen. Wit dem sie mit der Hoffnung verfolgt, daß Europa bald feine Weltproletariat trauern wir um Andreas Scheu, Befriedigung finden werde. Zum Schluffe kommt dei ja auch an der Wiege unserer Arbeiterbewegung Genosse Stelling auf die Verbindung zwischen ſtand, Emil Szabo, einem der Führer der unga Kommunismus und Sozialismus zu sprechen und rischen Arbeiter, Nina Bang, die unvergeßliche erwähnt unter Pfuirufen des Parteitages die kürz dänische Genossin und den ersten weiblichen Winite lidh stattgefundene Verbrüderungsepisode zwischen der Welt, Paul Axelrod, den tapferen Bahn- Kommunisten und Fascisten in Odessa. Unter brau brecher des Marrismus in Rußland, Josef Wan sendent Beifall jagt er: ters, den verdienstvollen Förderer der Sozial politik in Belgien und Viktor Berger, den großen Führer der amerikanischen Sozialisten. Auch an Sacco und Vanzetti, die schuldlosen Opfer einer barbarischen Rathejustiz wollen wir denken, die keine Sozialdemokraten waren und die Freiheit auf anderen Wegen, suchten als wir, Und so gedenken wir auch der 90 Toten des 15. 3 ili 1927 in Wien, der 45 Bauarbeiter, die im Vorjahre fapitalistische Profitgier mordete. Dieses Gedenken an alle unsere Toten, das nicht tatlose Klage bleiben darf, ruft uns zugleich unsere Pflicht ins Gedächtnis. Unsere Trauer mahnt uns zur Tat, zum Kampf! Konstituierung des Parteitages. Fascismus und Kommunismus, das sind die Feinde, die wir gemeinsam zu bekämpfen haben. Unsere Wünsche an Sie gehen dahin, im Namen der Internationale und im Namen der deutschen Sozial demokratie, daß Sie in enger Gemeinschaft mit allen Gliedern der Arbeiterbewegung weiter auf dent zehn Wege erfolgreich fortschreiten, den Sie vor Jahren beschritten haben. Ein herzliches Id auf!( Großer Beifall.) daß es besser gewesen wäre, wenn wir hätten beisammen bleiben können. dié Genoffe Lorenz bo des eigenen Landes verwirklicht werden und wir organisieren darum in Polen die Kleine schaftsbundes. So wie wir bisher den Kampf überbringt die Grüße des Deutschen Gewerb Internationale unseres Landes. Wir haben bei den gemeinsam geführt haben, werden wir ihn weiter letzten Wahlen eine gemeinsame Liste mit den deut führen, um die politischen und wirtschaftlichen Rechte schen Sozialdemokraten aufgestellt und es wurden der deutschen Arbeiterklasse in diesem Lande. Mehr sem Interesse. verfolgen, wir. Eueren Kampf, mit Boden des neuen Landes beschieden, gemeinfante zwei deutsche. Sozialdemokraten gewählt. Wit gro, noch als, im alten Oesterreich war, es uns auf dem besonderem Intereie Euere große Kulturarbeit. Ich Aufgaben zu erfüllen. Wir mußten neue Organi selbst weile hier als Vertreter unserer Kulturorganisationen schaffen und auf dem ersten Parteitag, wie fationen und hoffe, wertvolle Anregungen von hier auf dem ersten Gewerkschaftstongreß galten unsere mitzunehmen. ersten Worte dem Streben nach Vereinigung mit dem Proletariat aller Nationen. Wir haben beide auf dem Wege der Einigung ein großes Stüd Erfolg errungen und ich nicht nur Euch, sondern auch den tschechischen Genossen. eh hoffe, daß in der Tschechoslowaket bald volle Einmütigkeit herrscht und daß sich die für die Genossenschaften schildert das innige Ver Arbeiter aller Nationen im Zeichen des Sozialismus hältnis zwischen Partei und Genossenschaft. Wit heben an Entwiflung der Partei ein finden werden.( Beifall.) lebhaftes nieresse wie diese an den Fortschritten Genosse Krepinsky- Polen der Genossenschaftsbewegung. Genosse Lorenz ers bringt die Grüße seiner Partei. Schon zum zweiten innert an die wertvolle Arbeit, die die Genossenschaf Mate genieße ich die große Ehre, auf einem Ihrer ten insbesondere während des Krieges für die Er Parteitage Worte der Begrüßung zu sprechen und haltung der Partei geleistet haben, und stellt fest, ... Gen. Elbersch- Wien: unsere internationale Solidarität zu bekunden. Für bak bie Zusammenarbeit zwischen Sozialdemo Ich habe den Auftrag, Sie namens des Partei uns Polen ist„ international" fein leeres Wort. Iratie und den proletarischen Wirtschaftsorgani vorstandes der österreichischen Sozialdemokratie und In diesem Moment brauchen wir in unserem sationen und in diesen zehn Jahren nach dem im Namen der starken Wiener Delegation auf das Kampfe die große Unterstützung der Internationale, Kriege immer die gleiche und gleich innige geherzlichste zu begrüßen. Verzeihen Sie mir, wenn um gegen die antiparlamentarischen Bestrebungen blieben ist. Wahl des Präfidiums. ich in Ihren Freudenbecher einen Tropfen Wermut bei uns zu obsiegen. Man plant eine Verfassungsgieße: Wir alten Genoſſen werden even immer reform, die alle Macht im Staate dent Präsidenten Wir haben gemeinsame Gegenwarts. Genosse Taub schlägt dem Parteitag fol- wieder daran erinnert, daß wir nach jahrzehnte- in die Sände gibt, soeben hat man unsere Krankenaufgaben zu erfüllen und wir haben das. jelbe 8ufünftziel. Genosse Lorenz gibt gendes: Präsidium vor: Als Vorsigenden die Ge- langer genteinsamer Arbeit durch den Strieg gefaffen zerstört, man will die Partei zerschlagen. dann einen Ueberblick über die erfolgreiche Aufbau noffen Dr. C.zech, De Witte und Kremsex, trennt wurden, wenn wir uns daran erinnern, daß an diesem Augenblick haben wir im ganzen Laube als Schriftführer Rögler, Oberlandesgerichts- wir im Wiener Barlament, als sich die fubeten- große Aktionen eingeleitet, zu denen wir uns die arbeit der Genossenschaften und belegt mit Ziffern die wirklich ungeheure organisatorische und innere rat Schuster und Genoffin Kirpal. Der deutschen Genossen vor zehn Jahren von uns ver- Hilfe der Internationale erbeten haben. Die Ge= Entwidlung unserer deutschen Genossenschaftsbewe Parteitag billigt diesen Vorschlag und die Ge- abschiedeten, das Gefühl hatten, daß sie in die nossen Crispien und Loebe, Vandervelde, Eramp wählten nehmen mit Dankesworten des Genossen verbannung geben( Zustimmung). Diese haben in unseren Versammlungen gesprochen. gung. Die Genossenschaft wird ihre Pflicht gegen Kremser ihre Plätze ein. Der Parteitag gench Tatsache können wir nicht ganz vergessen. Wir Die Internationale muß aber in national geder Partei der Arbeiterschaft erfüllen!( Beifall:) migt auch die bekannte Tagesordnung. Genoffe wollen den jungen Genossen natürlich die Festesmischten Staaten auch zwischen den Parteien Genoffe Maconu Taub beantragt dann die Einsetzung einer Komfreude nicht verderben, sie haben ja nicht die alten mission als Mandats, Wahl- und Antrags Erinnerungen, aber wir Alten, wir müssen dabei kommission. In diese Kommission wurden als bleiben, daran zu glauben, Vertreter der Kreise gewählt für Bodenbach Grund, für Budweis- Mies Müller, für Brünn WelLau, Karlsbad De Witte, Lands fron Tre m 1, Reichenberg Wayant, Stern- tarmilcher. Beifall) 3, versichere Euch, berg Bischka, Teplip Lorenz Trautenau daß wir stets gehorcht haben darauf, wie es bei & refei, Troppau. Kutsch a. Ferner drei Ver- Euch zugeht, welche Erfolge 3hr habt, und daß wir treterinnen der Frauen und zwar die Genoffin volles Verständnis dafür haben, daß Euere Arbeit nen Schäfer, Kahay und Günzl und schließlich als Vertreter des Parteivorstandes der parteien. Wir wissen auch, daß man sich hier nicht schwieriger ist als die Arbeit aller anderen BruderSekretär Tau b. falschen Jllusionen hingeben kann, daß man hier, erfüllt von eisernem Pflichtbewußtsein, arbeiten und wieder arbeiten muß. Heute aber könnt das Wort als Vertreter der tschechischen SoIhr mit Stolz auf die zehn Jahre zurüdbliden undialdemokratie. Er beginnt seine Rede in könnt, wie man in Wien sagt, ruhig sagen: Wir tschechischer Sprache und hebt die außerordentliche sind aus dem Gröbsten heraus!( Frohe Bedeutung des tschechisch- deutschen Beisammenseins Zustimmung). Eine aufsteigende Kurve zeigt sich hervor. Er gab der Ueberzeugung Ausdrud, diese Demonstration zeigt der Oeffentlichkeit, daß auf allen Gebieten Eueres Organisationslebens und daß in diesem Staate durch gemeinsamen Kampf der tschechischen und deutschen Sozialdemokratie, es trotz allem vorwärts geht. Wir in Oesterreich die schon bisher in allen schwierigen Augenblit. bewundern, wie 3hr der großen Schwierigkeite: len sich zusammenfinden, der konstruktive demoSerr zu werden versucht. Genosse Eldersch schildert Iratische Sozialismus siegen wird. dann die gegenwärtigen politischen Verhältnisse in Desterreich. In seiner bekannten launigen Art ge- Dann in deutscher Sprache fortfahrend, schildert lingt es ihm, ein Bild von den ungeheuren Kämp der Redner die reaktionäre Entwicklung in der fen zwischen Heimwehren, Fascismus und soziali Tschechoslowakei in unter der ſtiſchem Broletariat zu entwideln, welch' tester, fo pertſchaft des internationaler Bürger ernst die Dinge auch liegen, sich seiner Straft und blocks, schildert dessen reaktionäres geseggeberi- Nationen in gleicher Weise vor sich geht, dann ist seiner endgültigen Sieghaftigkeit über allen Gefah- sches Wert und seine bewußte Arbeiter der ärgste Schutt aus dem Wege geren bewußt ist. Genosse Eldersch schließt: Arbeiten feindlichkeit. Der tschechoslowakische Arbeiter räumt. Die deutschen Gewerkschaften danken es der Sie weiter, begleitet von unseren heißen Segens- und Angestellte braucht Brot und Frieden( Bei- deutschen sozialdemokratischen Partei, daß sie es verwünschen, sehen Sie darauf, daß die sozialistische fall). Die herrschenden Klassen sind nicht willens standen hat, die unabhängigkeit zu wah Internationale in Ihnen weiter ein Beispiel hat, und nicht fähig, diese Menschlichkeitsforderungen ren, und daß mir die ganze Zeit überstehen konnten, auf das Verlaß ist. zu verwirklichen und zu sichern. Für uns, sagt der Redner, gibt es nur eine Devise, die hier so deutlich sprechende schöne Losung des Marg'schen Manifestes: die Losung: Proletarier, aller Länder, vereinigt euch", die wir zuerst zu Hause anzuwenden haben.: Dann erteilt Genosse Kremser als Vorfiyender den auswärtigen Delegierten der Reihe nach das Wort. Als erster spricht Stelling namens der sozialistischen Arbeiter internationale und der sozialdemokratischen Partei Deutschlands: Die sozialistische Arbeiterinternationale entfendet Ihnen die herzlichsten Grüße and innigen Dant für die Arbeit, die Sie im Laufe der letzten zehn Jahre, aber auch schon im Rahmen der österreichischen Sozialdemokratie geleistet haben. Die Internationale und mit ihr auch die Sozialdemokratie Deutschlands, die mich hierher entserbet wissen, daß Sie auf hartem, steinigem Boden zu kämpfen haben. Wenn die Stunde des Proletariats ruft, dann zeigen, daß diese große Stunde ein starkes Geschlecht gefunden hat. ( Langanhaltender stürmischer Beifall.) Dubegeeft- Holland Mit großem, Beifall begrüßt, ergreift Genosse Klein wir haben nun diese Einheitlichkeit zu sichern mit unseren Grundsäßen und unferem ganzen sozialistischen Gefühl. Es kam der Parteitag 1920. Die kommunistische Episode warf ihre Schatten voraus. Und so wie Seliger fämpfte um die kaum gewonnenen Grundlagen der Partei, so riefen auch wir namens der Gewerkschaften den werdenden Kommunisten den ersten Warnungsruf zu. Und seither sind Arbeiterbewegung gegangen und wir gemeinsam durch dunkle Episoden unserer gemeinsam sehen wir den Lichtstreifen am Horizont. Wenni es, bet den Tſchechen und bei den anderen * Sie haben allen Hindernissen zum Troß sich nicht nur behauptet, sondern Sie sind vorwärts gekommen und können mit Stolz am heutigen Tage zurüdblicken auf ihre Tätigkeit in der jungen Tschechoslowakischen Republik. Wir wissen, daß Sie zu Beohne daß der Kommunismus weitere Zerseßungsginn dieser zehn Jahre in der Tschechoslowakei den arbeit verrichten konnte. Nun wenden wir uns wieder dem Wege der Einigung mit dem Proletariat Stampf führten um das Selbstbestimmungsrecht, einen Kampf, den gerade wir in Deutschland mit der anderen Nationen zu. regstem Interesse verfolgt haben. Wir wissen, daß Proletariát an unserer Seite sehen das tschechische und wissen, daß wir in dem heutigen Regierungssystem ausgesprochene. Sie schwere Stämpfe zu führen hatten gegen ihre Klassenfeinde des Proletariats vor uns haben und Klaffengegner, aber auch gegen jene, die den Spalt Proletarier der Tschechoslowakei, vereinigt Euch! durch die gemeinsamen Taten bei den nächsten pilz in die Arbeiterschaft hineingetragen haben. Schwere Kämpfe mußten Sie bestehen infolge der führt aus: Ich komme seit Jahren so oft in die in der Tschechoslowakei als ein startes Glied der tion hinwegfégen werden. ( Stürmischer Beifall.) Zuerst eine Internationale Wählen die Regierung und das Parlament der RealDamit entbieten wir. nationalen Frage in der Tschechoslowakei. Aber ich Tschechoslowakei, daß ich mir bald ein Abonnement Weltinternationale. Es lebe der internationale unsere brüderlichen Grüße Freundschaft!" für die glaube, daß ich als Vertreter der Internationale für die Fahrt von Holland hierher nehmen könnte. Sozialismus!( Wiederum stürmischer Beifall.) Arbeit des nächsten Jahrzehnts.( Lebhafter Beifall.) heute mit Stolz erklären kann, daß Sie den schwie Seit 1902 war ich so oft in Prag, daß ich sehr rigsten Teil dieses Kampfes hinter sich gebracht viele iele Genossen in diesem Lande und auch die VerGenoffe Payer haben, daß der ernste Wille vorhanden ist, den ge- hältnisse, unter denen Ihr hier arbeitet, gut kenne. für die ungarische Sozialdemokratie allen Rednern Der Vorsitzende Genosse Seremser dankt meinsamen Selassenfeinden entgegenzusetzen die für die Ich bin glücklich, die Grüße meiner Partei bringen überbringt in deutscher Sprache die Grüße des Begrüßungsworte und teilt mit, daß die freundschaftlichen einige, geschlossene Arbeiterschaft der zu können, die Grüße einer kleinen Partei in einem ungarischen Proletariats. Mit Freude, sagt er, Tschechoslowakei ohne Unterschied der Baube, in dem die Arbeiterflaffe unter so großen find wir hieher gekommen, aber wie Begrüßungs- und Glückwunschschreiben Lande, Nation.( Großer Beifall.) In den Wirnissen der Schwierigkeiten fämpft. Die Differenzen zwischen letzten zehn Jahren alle unsere Sträfte anspannen eingelangt sind von der Sozialistischen Arbeiternachdem in den Nationalitätentämpfe blüht der Weizen unserer po- deutschen und tschechischen Arbeitern in diesem mußten, um die ungarische Arbeiterbewegung nach Internationale und von Friedrich Adler, von litischen und wirtschaftlichen Gegner, die nicht ohne Stane, das Vorhandensein von Fascismus und dem Gäubern des Bolſchewismus wieder aufgud paint Barth, von den jozialdemokra die Nebenabsicht diesen Staat mitgeschaffen haben, Kommunismus, das alles macht es begreiflich, daß bauen. nämlich, daß sich die Arbeiter hier an den Sprachen die deutschen Genossen freudig die Tatsache feiern, Notwendigkeit, an den schönen Erfolgen unserer deut- Schwedens, Finnlands, von Genossin Inmitten dieser Kämpfe fühlen wir die tischen Parteien der Schweiz, Dänemarts, unterschieden zerfleischen werden. Das ist und wird daß sie in zehn Jahren nicht nur sich gehalten schen Bruderpartei in der Tschechoslowakei mitzu- Furtmüller- Wien, vom Verband der tsche nicht geschehen. Wir deutschen Sozialdemokraten verfolgen Ihren Stampf mit regstem Interesse. Wir freuen haben, sondern auch gewachsen sind. Wir in Holland schaffen. Wir hoffen, daß Ungarn in kurzer Zeit chischen chemischen Arbeiter in Prag und dem uns über die Erfolge, die Sie erzielen, Ihre Leistungen se gut wie keinen Fascismus und Kommunismue, zu sein. Der Redner gibt dann einen Ueberblick Schreiben dem Wunsch Ausdruck gibt, das alte haben es in vielen Dingen leichter. Wir haben aufhören wird, eine Insel der Reaktion in Europa Arbeiterradfahrerbund, der in seinem finden Anerkennung und Unterstützung jenseits der die ja im Grunde dasselbe sind, und wir danken über den Stand der ungarischen Partei und Ge- Verhältnis zur Partei wieder her Grenzen, jener Grenzen, die hoffentlich recht bald verschwinden werden, um Platz zu machen einem das vor allem der ausgezeichneten Bildung unserer werkschaftsbewegung, aus dem ersichtlich ist, daß es zu stellen. großen Wirtschaftsgebiet, wie es dem sozialen Ideal borschwebt. Der Redner erinnert dann an die Verhandlungen im Ha a g, an denen die internationale Arbeiter. Der Kommunismus ist eine Folge mangelhafter Schulung der Arbeiter in Ungarn in Wirklichkeit im außerordentlichen Maß vorwärts geht, trop der ungeheueren Nunmehr ergreift zum zweiten Punkt der Schwierigkeiten und Drangsalierungen der Arbeiter- Tagesordnung Sonntag, 18. August 1929. Zehn Jahre Deutsche Sozialdemokratische Arbeiterpartei in der Tschechoslowakei Bericht der Kommission: Genosse Taub erstattet den Bericht der Wahl, Mandats- und AntragsprüfungskomSeite 11. Gruß des Parteitages an den tranten Genoffen Rüdl. mit stürmischem, lang anhaltendem Beifall be- demokratischen Partei Genossin Blatny schließt unter mission und teilt mit, daß nach dem bisherigen Der Parteitag hat an Genossen Rudolf grüßt, unjer Parteivorsitzender stürmischem Beifall mit dem glühenden Bekenntnis Stand der Präsenzliste 302 ordentliche Dele Rückl folgendes Telegramm gerichtet: Der ParGenoffe Dr. Czech der Arbeiterfrau zum Sozialismus. gierte, 56 Gäste aus dem Ausland und 695 Gastteitag bedauert es lebhaft, daß es Dir nicht verBelegierte, darunter 362 Frauen, teilnehmen. Der gönnt ist, an unserem Reichsarbeitertag teilzudas Wort zu einer meisterhaft aufgebauten, Siemit ist die Rednerliste des festlichen Parteitag beschließt sodann, keine Reunehmen und hofft zuversichtlich, daß es Dir bald immer wieder von ſt'ürmischem Beifall Jubiläumsparteitages erschöpft. Genoffe de wahlen in die zentralen Körperschaften durch wieder möglich wird, an gewohntem Plaz für und Zustimmungs fundgebungen un- Witte als Vorfikender teilt mit, daß die Union zuführen, sondern diese Wahl einem ordentlichen wieder möglich wird, an gewohntem Play für terbrochenen Rede, die wir wegen ihrer großen der Geschäftsreisenden von ihrer zu gleicher Parteitag zu überlassen. Der Parteitag ermäch die Interessen der Arbeiterschaft zu wirken. anderer Stelle vollinhaltlich Stunde tagenden Reichskonferenz dem Parteitag ligt den Parteivorstand und die übrigen Ver- Einen herzlichen Freundschaftsgruß. Der Abschluß des Referates des Genossen lichem Dant erwidert. herzliche Grüße sendet, die dieser mit ebenso herz tretungskörperschaften der Partei bis dorthin zur Dr. Czech gestaltete sich zu einer spontanen Fortführung ihrer Funktionen. Weiter legt der stürmischen und tief ergreifenden aus dem Genesungsheim in Sangerber; einge tentlichen Parteitag zu einem ihm zweckmäßig( Großer Beifall.) Namens des Präsidiums möchte Weiters verliest der Vorsitzende eine eben Parteitag dem Parteivorstand nahe, diesen orRundgebung für den Führer, laufene Depesche: Die dort weifenden franken erscheinenden Zeitpunkt einzuberufen. wiedereenlehlt hek nettles der weiß, daß wir unbesiegbar sind! ich nun auch allen Dank sagen, die zu dieser festzu einem Bekenntnis und Gelöbnis zugleich, das lichen Erfolg. Dieser schöne, parteitrene Gruß Genossen wünschen dem Parteitag einen herz Genosse Taub lichen Tagung beigetragen haben, den Vertretern alle Teilnehmer bis ins tiefste packte. Minuten wurde dem Parteitag verdolmetscht und durch gedenkt sodann aller Genossen und Genoffinnen, organisationen, den Starisbader Organisationer, den der Internationale und der ausländischen Bruderlanger Beifall herrschte, alles erhob sich von den den Mund des Vorsitzenden ebenso tiefgefühlt denen es nicht möglich ist, an der grandiosen Sängern und besonders unserem ParteiSigen und jubelte dem Vorjizenden zu. und mit dem Wunsche baldiger, vollkommener Karlsbader Feierlichkeit teilzunehmen, und verfekretär Genossen Taub( stürmischer BeiFreundschaftsrufe erschollen und immer gesundheitlicher Wiederherstellung dieser Genossen lieft unter großer Zustimmung des Parteitages fall), durch dessen beispiellose Aufopferung es mög pieder jette der Beifall zu neuer Stärke ein. erwidert. Vielen Hunderten standen Tränen der tiefsten folgende Botschaft an die Genossen: Erlebnis, Begeisterung in den Augen. Es war ein ErAn die deutsche ſozialdemokratische Arbeiternur nur einer Bewegung mit solchen Idealen teilhaftig wird. Sodann übergaben drei Abgesandte der Kinderfreunde und Roten Falken dem Genossen Dr. Czech einen Strauß roter Nelken und eine Gedenkschrift, was der Parteiag wiederum mit stürmischer Zustimmung begleitete. Dr. Czech dankte in bewegten Worten und tiefergriffen für die Kundgebung, die ein Beweis der Treue und Liebe zur Partei ist. Unter stürmischem Beifall der Versammlung fagt er fchließlich: Unserer Jugend, unserer Zukunft gilt unser Dant, ihr gilt in diesem ugenblick unser Gruß! Genoffen Riviere, schaft in der Tschechoslowatei! Geno finnen und Genossen! lich gewesen ist, das Jubiläum der Partei in derart grandioser Weise zu begehen. Der Parteitag soll aber auch nicht auseinandergehen, ohne von dieser Stelle Dant zu sagen den zehntausenden Arbeitern und Arbeiterinnen, die niemals der Partei die Treue gebrochen haben. Wir haben es immer und immer wieder verkündet, daß nur durch ein inniges Zusammenwirken der Proletarier aller diesen Staat bewoh nenden Nationen die Reaktion verhindert, die Demokratie verteidigt und endlich die Tschechoslowakei zu einer sozialistischen Republik umgestaltet werden kann. wollen wir es auch jetzt wieder den Massen der tschechischen sozialdemokratischen Arbeiter und Frauen zurufen, daß unser Wollen ehrlich Die Scharen festlich gestimmter Arbeiter und bei unserem Reichsarbeitertag, er ist der Aufstieg Arbeiterinnen, die heute durch Karlsbads Stras nicht nur der Zehntausende, die in Karlsbad weiBen marschieren, die vielen tausend, die zum lei, sondern der Aufstieg Hunderttausender. Die Reichsarbeitertag versammelt sind, sie sind doch wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Fornur ein fleiner Teil der großen Masse des fude- derungen, für welche die Massen in Karlsbad detendeutschen Proletariats, nur eine Abordnung monstrieren, sind die Forderungen des gesamten der Klassenbewußten Arbeiterschaft dieses Landes. judetendeutschen Proletariats. Wir haben uns feinen Illusionen hingegeben, wir Arbeitszwang und Armut haben viele zehn= Das freudige Bekenntnis zur Internationale haben an den guten, alten Traditionen aus Viktor Geitosse de Witte als Vorsitzender begrüßt sucht in diesen Tagen nach Karlsbad fliegt, ver- ferverbrüderung, das die Teilnehmer an der gros vorwärts bringen. Darum haben wir gerne in die tausend Arbeiter und Arbeiterinnen, deren Sehn- und ihren Idealen der Völkerbefreiung und Völ- Adlers Schule festgehalten. Nur die Einheitlichkeit der proletarischen Aktion kann die Arbeiterklasse den inzwischen erschienenen Vertreter der franzö- hindert, an ßen internationalen Rundgebung in Karlsbad abfischen sozialdemokratischen Partei, den Senator biefer großen einzigartigen Kund- legen es wird abgelegt im Namen und mit and eingeschlagen, als sie uns von unseren tiche gebung der Kraft, der fulturellen dem Willen der gesamten deutschen Arbeiterschaft chischen Genossen gereicht wurde, darum der zum Parteitag herzlich bewillkommt wird und Reife und des politischen Wollens dieses Landes! in seiner Begrüßungsansprache, nachdem er für des deuschen Proletariats in der Im Denten, im Fühlen, im Wollen sind wir den herzlichen Empfang gedankt hatte, sagt: die Teilnehmer am Reichsarbeitertag und die Daheimgebliebenen. Wir find eine einzige ift und fortbesteht, Schulter an Schulter mit Ich bin gerührt und überrascht, ich, der ich aus teilzunehmen, mitzufeiern das Fest des zehnjähri- große brüderliche Gemeinschaft. einem Lande mit so alter demokratischer Tradition gen Bestandes unserer Partei. allen gegen den gemeinsamen en Feind zu kämpfen. tomme, daß Euere Partei, die mit so unvergleichlich Diefen Gruß der Brüderlichkeit, großen Schwierigkeiten zu kämpfen hat, imstande ist, deutsche Proletariat dieses Landes heute in Karls- innigen Verbundenheit, fendet der ihres Erfolges ist, haben wir an dieser Stelle vor Aber so wie mit seinen Gedanken das ganze Dieses Bekenntnis der bauernden Erfüllt von der Erkenntnis, daß die Einheit der Arbeiterbewegung die unerläßliche Vorausseßung alle ihre Sträfte zu sammeln und eine so große, bad weilt, so gedenken auch die am Reichsarbei- Barteitag allen deutschen Arbeitern neun Jahren um die Erhaltung unserer Bewegung gewaltige Versammlung zu veranstalten. Diese Ver jammlung ist eine internationale Manifestation, eine tertag Berjammelten ihrer Brüder und Schwe- und Arbeiterinnen diefes Staates, gerungen, hat hier unser großer Führer Seliger Schlacht mehr im Kampfe um den Frieden, der stern, die daheim bleiben mußten, die nicht dem wiederum die erſte Sorge des Sozialismus it, weil Buge ihrer Herzen folgen konnten. Als Vertreter er fendet es auch den Arbeitern der feines sébens leste Sträffe Berbrandy. Jis b er vielleicht die Grundlage zu dem Aufstieg der Ar- des Willens dieser Massen, als Dolmetsch der Gebeiter gibt. Wir Franzosen sind eines der Völler, fühle der Arbeiter und Arbeiterinnen, die zum die im Striege gegen Euch gestanden sind. Die Re Reichsarbeitertag in Marlsbad vereint find, sendet gierungen der verschiedenen Länder, befehden einander der Jubiläumsparteitag der deutschen sozialdemoauch heute noch. Wir haben die Schuldfrage gestellt, fratischen Arbeiterpartei Tschechoslowakei anderen Rationen. start genug geblieben, um zu verhindern, was in Der Reichsarbeitertag, der viel tausend Ge- vielen anderen Staaten den kommuniſtiſchen Afnofsinnen und Genossen zu festlich- frohen Stun- tionen folgte. p fönnen wir, während die Kommu en vereint, ist aber nicht nur Feier des zehn- nisten seit Jahr und Tag mit den Diskussionen über ihre fortwährenden Niederlagen sährigen Bestandes unserer Partei, nicht nur Beaber wir wissen, daß nicht die Nationen die Schuld allen Brüdern und Schweitern, allen undung des Wollens der deutschen Arbeiter, fon. beschäftigt sind, das Buch unserer zehn Jahre offen an dem Striege tragen, sondern der Kapitalismus Genoffinnen allein. Sollen die Millionen im Kriege umsonst gefallen sein? Wir hoffen, daß nicht. Aber wir müssen wachsam mir, wenn in der Welt starte Friedenstendenzen Genoffinnen und Genoffen, allen Freunden, denen es versagt war, zu diesem Feste der Partei zu tommen. herzliche Grüße. auch wenn darf. und stolz auflegen vor jedermann. Wir lönnen vor unserem Volte und vor der ichon Internationale bestehen. In Massen stehen die Arbeiter in unseren Reihen. In hellen Scharen strömt uns die Jugend zu. Ihr hat die Botschaft unserer Arbeiterturner ge golten. Ich weiß, daß die großen proletarischen Sulturorganisationen uns innig verbunden aller, die zu unserer Fahne und zu unserem Pro- sen Zielen, den großen Kulturzielen der Arbeiter mit ihrer für bern auch Kampfgelöbnis. Wir wissen daß wir in dieses Kampfgelöbnis auch einbeziehen dürfen auch alle Genofsinnen und Genossen, die nicht am Reichsarbeitertag teilnehmen konnten. Daß die gesamte Partei, daß die Gesamtheit der sudeten Nic laun eine Veranstaltung der Partei, deutschen sozialdemokratischen Arbeiterschaft darin fein, denn überall spähen die Rationaliſten nach eine Kundgebung, ein Fest, eine Demonstration übereinstimmt, daß die Feier des Zehnjährbestanciner Gelegenheit, einen neuen Krieg zu ent fesseln. Unjer Vaterland ist die Menschheit. politischer Art die Gesamtheit der Parteigenossen des der Partei nur Auch wir lieben unser Vaterland, unser feines vereinen. Immer nur fönnen es Baterland, unsere Heimat. Aber dieser unser Patripes gelingt, zehntausend Gleichwollender, Gleich- Bormarsch, zu neuem Angriff fein sondern in allen Zweigen der Bewegung eine umes gelingt, zehntausend Gleichwollender, Gleich- urze Baufe des Sammelns zu neuem find. So wird nicht nur in unſeren Organisationen, tismus, der nie die Wenschheit aus dem Auge läßt, gesinnter zu einer großen Rundgebung zusammenfassende Bildungsarbeit betrieben. Wir ist wahre Baterlandsliebe, während die Nationalisten zuführen nur Abordnungen der Parteigejamtwollen ein Volt, das denft; wir branchen aufDer Reichsarbeitertag das ist nicht bloß einen falschen Patriotismus haben. Genosse Riviere heit fein, die sich an einem Tage unter der Fühgeklärte Menschen, denn nur ein denkendes Volk ist erinnert zum Schluß an die Worte des toten zung der Partei an einem Orte versammeln. Rückschau auf das fämpfend durchwanderte Jahr- fähig, ein freies Volk zu werden. Worgen werden das ist auch Ausblick auf flarer, fchär- wir die Wassen aufmarschieren sehen, die bekunden, Jaures, daß der Friede einmal sein werde, aber Aber immer fühlen sich diese Abordnungen als zehnt, Träger des Fühlens, des Wollens, des Strebens fer erkannte Ziele, ist Mahnung und Aufruf, die- daß sie nicht nur mit dem Stimmzettel, daß sie Es gibt wollen. Persönlichkeit sich gramm sich bekennen. Das gibt unserem Reichs- klasse, tämpfend zuzustreben. Diese Ziele zeigt euch die Epzialdemokratie immer und überall einsesen Stürmischer langanhaltender Beiarbeitertag Größe und Weihe, das läßt ihn wach deutschen Arbeitern und Arbeiterinnen der Tsche- werden. Zehntausende des gleichen starken Wollens fen ins Gigantische, daß er nicht nur das Fest chestewatei der Parteitag: die Brechung der sind mit ihrem Denken bei uns, obwohl es ihnen derer ist, die dem Rufe der Partei nach Karis- Klassenherrschaft der Bourgeoisie, ihre Armut unmöglich macht, mit aufzumarschieren. Genoffin Blatny bad folgen konnten, sondern das Fest aller, das die eberwindung der kapitalisti Die anderen aber wollen und werden wir uns noch Fest auch der schweren Herzens Daheimgeblichen Eigentums- und Gesellschafts- holen in unsere Reihen. entwirft ein Bild der Entwicklung unserer Frauenbewegung seit ihren Anfängen, während der Striegs beren, das Test der gesamten deutschen sozialdemo- ordnung, die Aufrichtung der tlak: So wollen wir denn von diesem Barteitag und von unserem Reichsarbeitertag wieder hinausgehen zeit und in den zehn Jahren unserer selbständigen ratischen Arbeiterschaft, das Fest Hundert- senlosen Besellschaft und damit die Bewegung. Die Lage der Frauen während des Schaffung wirklicher Menschheits in die Werke und Hütten, wollen pochen an alle Krieges hat die Grundlage zur Größe unserer Der Aufstieg der Arbeiterklasse zu kultureller utur. Und zum Kampf um diese Ziele ruft Türen und Herzen, die uns bisher verschlossen blieben. Frauenbewegung von heute geliefert, die in ihren Reife, wie er sich so überwältigend schön offenbart euch der Parteitag: Noch schwingt über uns der Kapitalismus seine Peitsche. Das Volk der Arbeit unter der Fahne der Sozialdemokratic wird sie zerbrechen. Wit dieser Zuversicht im Herzen wollen wir unseren Weg weitergehen. Mit Stolz tönnen wir die Zehn Jahresfeier der deutschen Sozialdemo und sie zu pflegen, ist unsere historische Aufgabe! jall) tousenter! organisatorischen und zahlenmäßigen Verhältnissen im Vergleich mit der Stärte der Männer neben Holland und Desterreich an erster Stelle, steht. Heute Unter der alten Fahne der Sozialdemokratie vorwärts zu neuen Siegen! Aus dem ersten Jahrzehnt bes Kampfes in das zweite! arbeiten tausende Funktionärinnen mit aller Glat ibres Herzens für die Partei, heute sind wir Frauen im Land und Bezirk und in das Parlament eingezogen und alle diese Frauen bringen ihrem neuen Aufgabenkreis ein brennendes, immer wachsendes Interesse entgegen. Wir sind als Frauenbewegung zu einer Massenbewegung geworden. Der Parieitag der deutschen( ozialdemokratischen Arbeiterpartei. * ** Das Schlußwort. Großöſterreichs und an die Zeit der ſudetendeutſchentratie in dieſem Staate begehen. Wit tiefer Revolution Wir haben Rückschau gehalten über Nach Erledigung einiger geschäftsmäßiger sechs Dezennien sudetendeurscher Arbeiterbewegung Angelegenheiten verzeichnet der Vorsigende, Ge- und wir konnten sagen: -innerer Genugtuung fönnen wir diesen Partei. tag schließen. Hinter uns Arbeit und Mühe zu neuer Arbeit ruft ein neuer Tag! Der Appell des Genossen de Witte wurde vom Parteitag mit lautem, langem Beifall aufgenommen. Alle Teilnehmer des Kongresses erwir hielten aber auch Ausblick und verhehlten heben sich und beschließen die denkwürdige Jubeluns nicht, daß wir schwere, unser aller Straft und tagung mit dem Liede der Arbeit und Begeisterung erheischende Aufgaben vor uns haben. einem och auf die Internationale. Rückblick und Ausblick zeigen Kampf und wieder Kampf. Aber Kampf ist unser Element! wiesen, den wir gegangen sind. noſſe Stremſer, die Erschöpfung der Tages- Es war gut, so wie die vor uns gekämpft Das aber gibt uns große Verantwortung. Wir brdnung und stattet bei der Gelegenheit im Namüssen durch unsere Aufklärungsarbeit die Wehrmen des Parteivorstandes den Gastgebern von haben, und es hat der Weg sich als richtig erheit der arbeitenden Frauen für uns Starlsbad, die durch so viele Wochen aufgewinnen und dazu erbitten wir uns die Silje opferungsvolle, schwerste Arbeit geleistet haben, aller, weil nur so der sich immer noch erweiternde den herzlichsten Dant ab.( Beifall.) Sodann Bilichtenfreis der sozialdemokratischen Frauen erteilt er zum Schlußwort dem bewegung erfüllt werden kann. In dieser Stunde empfinden wir als eine unserer wichtigsten Bilichten, jener Partei zu danken, die den das Wort: Aufstieg der proletarischen Frau er möglicht, ihr die politischen Rechte er obern hati. Unser Wunsch ist, daß der politischen nun auch die Genosse de Witte * Genossen und Genossinnen! Wir sind am Es war eine Tagung, herrlich in Hinsicht auf Es ist noch zu vermerken, daß alle Reden Schlusse des Parteitages angelangt, der uns eine ihren Zweck, ihrer Bedeutung und ihren Verlauf. des Parteitages durch Radio( Philipps) auf dem Rückschan war nicht nur über die zehn Jahre Wer an dem letzten Parteitag in diesem Saale vor Festplatz übertragen und dort von tausenden Geunseres Wollens und Wirkens, seit wir nach der nun neun Jahren teilgenommen hat und heute das nossen in größter Deutlichkeit vernommen wurTrennung des sudetendeutschen Gebietes von Dester- Bild der Vierzehnhundert vor sich hat, wer damals .wirtschaftliche Gleichberechtigung der Frau reich uns hier als Partei nen konstituieren mußten, bangen mußte um die ganze Arbeiterbewegung und den. Der Parteitag selbst und seine hervorfolg, eine Forderung, die wir nur im Stampfe der auch die Erinnerung wachruft an die& amp; nun heute diese Geschlossenbeit, diese von ragendsten Sprecher wurden übrigens auch gewerden durchsetzen können, an der Seite der sozial- zeit, des sudetendeutschen Arbeiters im Hauptlager einem Willen getragene Versammlung sieht, filmt Sette 12. Beim Einkaufe von Nähmaschinen wählet nur die erstklassige, bestbekannte „ Minerva" Nähmaschine die sich überall durch ihre Qualität und Ausstattung des besten Rufes erfreut. Bevorzugt die einheimische Industrie. Der Prozeß Zuta. 310 Ablehnende Antwort Englands. Das Angebot der andern Staaten ungenügend. Haag, 17. Auguft.( Savas.) Die britische| tet, Punkt für Punkt auf die Vorschläge der Delegation überreichte heute vormittags die vier Gläubigerstaaten ein, die das Inkrafttreten Antwort auf die ihr gestern von den Vertretern des unveränderten Youngplanes ermöglichen solFrankreichs, Italiens, Belgiens und Japans len, und seßt auseinander, daß sie den britischen übergebene Denkschrift. Wie in Konferenzkreisen Forderungen nur in ungenügender verlautet, stellt die britische Antwort eine in ver- Weise entgegenkommen. Snowden halte bembindlicher Form gehaltene Ablehnung dar. nach seine Forderungen in vollem Umfange aufDie Antwort gehe, wie der Korrespondent berich-| recht. Rechtlosigkeit der deutschen Sprache in der Sozialversicherung. Die deutsche Rechtssprechung in der sozialen Versicherungsgerichtsbarkeit der Privatangestellten soll ausgeschaltet werden. Sonntag, 18. August 1929. VERLANGET UEBERALL VOLKS ZÜNDER SOLO A.S.I. Einen lehrreichen Beitrag zu der vor einigen der in der Allg. Pensionsanstalt versicherten deut- führt das Ceské Slovo" an, daß der Kristalli Tagen unter dieser Werke gebrachten Notiz bildet schen Privatangestellten sprachlich verge- fationsprozeß der deutschen Sozialdemokratie die unerhörte Vorgangsweise, welche seit Infraft- waltigt werden. Dieses, vom Geiste der Un- noch längere Zeit in Anspruch nehmen werde. treten des neuen Pensions- Versicherungs- Gesetzes duldsamkeit diktierte Unterfangen des Versiche das Versicherungsgericht für Pen- rungsgerichtes in Prag stellt feinen verheizungs- ändern und es wird auf dem Karlsbader Kon Wir haben an unserer Politik nichts zu sionsversicherung in Prag gegenüber vollen Auftakt der Spruchtätigkeit diefer sozialen greß auch die bisherige Linie deutscher sozialdeden deutschen Versicherten in Prozeßstritten einzu Einrichtung dar, es zeugt vielmehr dafür, daß auch mokratischen Politik in der Tschechoslowakei nicht schlagen versucht. Durch das neue P.-V.-G. find lettere bereits von der nationalen Staatsidee an verlassen werden. Das wissen auch die tschechi die bisherigen, am jeden Landesstelle errichteten Schieds- an Beisitzer in den Verder Allgem. sanstalt efressen ist. Die Heilung dieser Krankheitserscheischen Nationalsozialisten. Wenn sie nun jetzt kommt, haben auch die Kommunisten eine StundDamit auch der Humor zu seinem Rechte gebung zum Reichsarbeitertag erlassen, wo un ter dem Titel„ Gegen die sozialfascistische Parade in Karlsbad" unsere Partei begeifert wird, was ja niemanden überrascht, denn jeder weiß, daß die Kommunisten ihren Kampf nicht gegen die Polizei richten, dazu fehlt ihnen der Wutund daß sie nur noch die Straft haben, in den wenigen Zeitungen, die ihnen die Polizei noch erscheinen läßt, auf die Sozialdemokraten zu schimpfen. Das köstlichste in dem Aufruf ist aber folgende Stelle: gerichte aufgehoben und an deren Stelle die nach sicherungsgerichten hohe Anforderungen stellen. tes stellen, so soll vermutlich dadurch nur ver dem Sozial- Versicherungsgesetze Slg. Nr. 221-24 Der vom Versicherungsgerichte Prag aufgedeckt werden, daß sich das Organ der tschechischen errichteten Versicherungsgerichte getreten. Solche rollte Sprachenstreit hat nicht allein für das Nationalsozialisten was auch sehr vernünftig Versicherungsgerichte bestehen in Prag für Vöh- Gebiet der Pensionsversicherung seine grundsät ist zu uns doch etwas anderes einstellt, als men, in Brünn für Mähren- Schlesien und in liche Bedeutung; darüber hinaus läßt er nämlich die führende Partei des Bürgertums. Preßburg für die Slowakei und Karpathoruß die in anbetracht des herrschenden Systems durch land. Nach dem alten P.-V.-G. war es unstrit aus gerechtfertigte Befürchtung auffommen, daß tig, daß bei den für den Wirkungskreis der deut- bei ungünstigem Ausgange eine lebertra schen Landesstellen errichteten Schiedsgerichten gung dieser Praxis auch auf die Gerichtsanstandslos deutsche Klagen überreicht und ver- barkeit der Kranken- und Unfallversicherung statt handelt werden konnten; ja, durch eine Entschei- finden wird, zumal die Ruständigkeit der Verbung des Oberlandesgerichtspräsidiums Prag vom ficherungsgerichte über furz und lang auf diese 6. Juni 1928, Präs. 20.464-17, war grundsäßlich beiden Versicherungszweige ausgedehnt werden zurecht erkannt worden, daß selbst die Schiedsge- dürfte. richte der tschechischen Landesstellen der Pensionsanstalt verpflichtet sind, deutsch verfaßte Klagen anzunehmen, in deutscher Sprache zu er ledigen und deutsch zu verhandeln, soferne deren Zuständigkeit in einem Gerichtsbezirke mit qualifizierter deutscher Minderheit lokalisiert erscheint. Das neu geschaffene Versicherungsgericht in Um dieser brennenden Gefahr vorzubeugen, hat Prag unternimmt nun den Versuch, in dieser der genannte Reichsverband der Bergbau- und Sprachenpraxis Wandel zu schaffen, indem es Hüttenangestellten die Beschwerde wegen Verlet furzwegs Hiedurch würde die deutsche Rechtsprechung in der sozialen Versicherungsgerichtsbarkeit der Privatangestellten zur Gänze ausgeschaltet, die deutsche Sprache in der Sozialpolitik fast vollständig geknebelt sein! Die Einberufung und Organisierung dieses Reichsarbeitertages dient nicht dem Kampfe für die lebenswichtigsten Forderungen der Arbeiten den, sondern der Verhinderung solcher Stämpfe, nicht dem Widerstande gegen den imperialistischen Strieg und der Verteidigung des ersten proletari schen Staates der Welt, sondern der Erleichterung der Kriegsvorbereitungen und der Hezze gegen die Sowjetunion, nicht den Interessen der Arbeiter und Bauern, sondern den Interessen der imperi alistischen Ausbeuter und Unterdrücker Dazu wollen wir unseren Kommunisten. zung des Sprachenrechtes an die zuständige Aufsichtsbehörde eingebracht. Wenn auch zu erwarten deutsch abgefaßte Klagen zurückstellt ist, daß den deutschfeindlichen Bestrebungen des und mit tschechischer Beschlußausfertigung Versicherungsgerichtes in Prag ein Riegel vorgedie Kläger auffordert, die Klagen im Sinne des schoben und der sprachenrechtliche status quo ante Sprachengesetzes, der Sprachenverordnung und der Sprachenverordnung und wie er nach den Vorschriften des alten P.- V.des§ 81 der Reg.- Vdg., Slg. Nr. 213-28, womit 3. bestanden hat bei den Gerichten der Allg. Am Freitag wurde zunächst die von einer der Sprachengebrauch im Verfahren vor den So- Pensionsanstalt wieder hergestellt wird, so er Frrenanstalt eingesandte Krankengeschichte des zialversicherungsgerichten geregelt wird, binnen 8 scheint es trop all dem mit Rücksicht auf die nur noch eines verraten, daß nämlich die GeneBelastungszeugen Hanzalik verlesen. Dar Tagen in der tschechoslowakischen Staatssprache schwankende Haltung der Rechtsprechung in spra- ralprobe zur Mobilisierung gegen Sowjetruß aus geht hervor, daß der Zeuge an Berfol- einzubringen. Dieses Schicksal erfuhren vor fur- chenrechtlichen Fragen unbedingt notwendig, daß land unser Festspiel darstellt, das Sonntag gungswahn leidet, und daß sich bei ihm zem zwei, in deutscher Sprache abgefaßte Klagen, diefer bedeutsamen Angelegenheit seitens aller um vier Uhr seinen Anfang nimmt. schwere nervöse Degeration ser- die der Reichsverband der Bergbau- und Hütten- deutschen Kreise die schärfste Aufmerksamkeit ge scheinungen bemerkbar machten. angestellten für seine Mitglieder gegen die Amts- widmet wird. Vor allem gilt diese Pflicht für die Imperialistische Kriegsvorbereitungen Der Zeuge Adalbert Herodes erzählt, stellen der Allg. Pensionsanstalt bei dem zustän- Angestelltenorganisationen, die über daß Dr. Ivanka der Exponent der nationalde digen Versicherungsgerichte in Prag überreicht die richtige Auslegung und Handhabung des neuen mokratischen Politif in der Slowakei den Auf- hat, und dies ungeachtet des entscheidenden Um- P.-V.-G. zu wachen und Schäden völkischer trag gegeben habe, einen verläßlichen Slowaken standes, daß beide Streitfälle aus Gerichtsbezir wie materieller Natur hintanzuhalten haunter die Leitung der Volkspartei einzuschmug- fen entsprungen sind, in denen mehr als zwanzig ben und ferner für die politischen Pargeln, damit dieser über alle Geheimnisse berich- Prozent der Staatsbürger deutscher Volks teien, welche mit allem Nachdrucke alle Abwehr ten könne. Weiter erzählt der Zeuge, daß der zugehörigkeit sind. Während also unter der maßnahmen einſeßen müssen, damit dieser tötliche Preßburger Polizeibeamte Dr. Pistačet ihm ge- Geltung des alten P.-V.-G. die Sprachenrechte Anschlag auf die Anwendung des Sprachengeseyes jagt habe, wenn er gegen Tufa aussagen könne, der deutschen Versicherten loyale Beachtung ge- bezw. Gebrauches der deutschen Sprache in der werde er gut bezahlt. Er habe Auftrag von funden haben, soll unter der Wirksamkeit des Sozialversicherung der Privatangestellten zunichte höheren Stellen, Beweise zu sammeln. Derselbe neuen P.-V.-G. der bisherige sprachenrechtliche gemacht wird, falls wider Erwarten die neue Bolizeibeamte habe auch dem Legionär und Gast- Bustand im Gerichtsverfahren beseitigt, die Praris des Versicherungsgerichtes Prag ihre wirt Johann Kohout versprochen, ihn zu ho- Anwendung der deutschen Sprache vollständig oberste Sanktion erfahren sollte. norieren, wenn er gegen Tuka aussagen unterbunden, sollen mehr als 40 Prozent Dr. Arthur Bezdek, Teplitz- Schönau. könne. Auch dem Zeugen wurde gesagt: wenn gegen die USSR. Der bekannte Verfasser des lesenswerten Buches„ Die blutige Rüstungsinternationale", Otto Lehmann- Rußbüldt, schreibt im Berliner Vorwärts" über den Waffenhandel der europäischen Staaten mit Rußland und stellt fest: ,, Die Sowjetunion gibt zunächst als Einfuhr ( Import) Feuerwaffen und deren Zubehörteile an: 1922: 8000 Bud . . Wert 1,900.000 wr. 1923: 7000 Bud... Wert 1,600.000 Wr. Eine Spezialübersicht der Staaten, aus denen diese Einfuhr gekommen ist, liegt nicht vor, ebenso verstummen nach 1923 die Angaben. Hingegen finden sich in den Ausfuhrzah sie die Briefe Tufas und Jehličkas ausliefern, Breffeftimmen zum Reichsarbeitertag. feit dieser Politik bezeugen, so werden die zukünften anderer Länder einige Angaben. werden sie reichlich honoriert. Der nächste Zeuge war Dr. Ivanka, der Tufa beim Staatsanwalt angezeigt habe. Auf die Frage des Vorfiyenden ob Dr. Tufa direkte unmittelbare Beweise habe, womit die Beschuldigungen gegen Tufa erhärtet wer den können, antwortete Jvanfa ausweichend. Die Ungerechtigkeit unseres Steuersystems. Das Prager Tagblatt" nimmt unter dem Titel„ Jubiläum der Konsequenz" in einem Leitartikel zu unserem Reichsarbeitertag Stellung. Es wird da unter anderem gesagt: Wie immer man über den praktischen Wer: ciner fonfequenter Haltung denken mag: diefer Partei darf die Anerkennung nicht vorenthalten werden, daß sie ein Jahrzehnt hindurch unbeirrt die Linie eingehalten hat, die ihr von einem wissenschaftlich erarbeiteten Programm vorgeschrieben wurde. Den sozialen Grundsätzen der großen sozialistischen Autoren und den nationa len Prinzipien des Selbstbestimmungsrechtes ist fie tren geblieben. tigen Siege des sozialdemokratischen Proletariats auch diejenigen überzeugen, die heute noch zweifeln und das Festhalten an Grundsätzen als einen politischen Fehler ansehen. Aus Deutschland sind nach Rußland ausgeführt an Sandfeuerwaffen: 1923 1924 1925 1926 1927 63.000 98.000 355.000 546.000 930.000 f. 1925 1926 1927 Gefüllte Patronen 38.000 123.000 236.000 W. Aus England sind nach Rußland ausge Interessant ist auch das, was Česté Slovo", das Zentralorgan der tschechischen Nationalsozialisten zu unserem Reichsarbeitertag zu sagen hat. Während sonst dieses Organ gegen die deutsche Sozialdemokratie Gift und Galle führt an Gewehren und Maschinengewehren: speit, bekennt es diesmal: 1924 1925 2,186.000 60.900 Wt. Torpedos und Minen 1923 für 420.000 W. An Hand der Steuerstatistik in den Jahren Praktisch soll der Kongreß die Frage prüfen, 1919 bis 1928 zeigt das Legionärsorgan ,, Národní inwieweit die Annäherung aller sozialistischen Osvobozent" die frasse Üngerechtigkeit unseres Parteien gegen den schon längst einigen Bürger- Eine Reihe kleiner Posten der Waffenausfuhr Steuersystems. Von den in diesen zehn Jahren block fortgeschritten ist. Vom staatlichen Stand nach Rußland, die doch einzeln in die Sunderttau eingehobenen Steuern und Abgaben entfallen punkt begrüßen wir es selbstverständlich, daß sich send Mark gehen, findet sich bei Oesterreich, auf die direkten Steuern 29.3 Prozent( davon Nach dieser Anerkennung stellt allerdings oie deutsche Sozialdemokratie, je weiter desto mehr, Bulgarien, Estland, Vereinigte Staa auf die Progressivsteuern nur 15.8 Prozent), das Blatt die Frage, ob eine solche, jeder taktiauf den Boden des Staats gestellt und daß sie ten von Amerika, den Niederlanden. Was bei während auf die Verbrauchs- und Handels- schen Geschmeidigkeit widerstrebende Politik" tatsächlich ernste Absicht hat, das Problem von der bei jedem Lande wiederkehrenden Rubrik„ Aussteuern, welche insbesondere die ärmere Bevölke- auch erfolgreich war. Wir wundern uns durcheinem anderen Standpunkt als wir das bei ihr fuhr nach anderen Ländern" verborgen ist, läßt sich rung belasten, 70.7 Prozent entfallen. Wehr aus nicht, wenn gerade in der Tschechoslowakei zu sehen gewohnt waren, lösen will. Der Kon- ohne Untersuchung der Spezialstatistiken nicht ent als zwei Drittel aller Steuerein- die Frage gestellt wird, ob eine grundsätzlich eingreß wird zeigen, wie weit das ernste Streben scheiden. Es ist auch unerheblich, da ja alle diese gänge entfallen demnach auf die gestellte, unbeirrbar ihren Zielen nachstrebende nach Verständigung beim deutschen arbeitenden Zahlen nur Mindestzahlen darstellen. Sie beweisen indirekten Steuern. Eine weitere Un- Politik, wie sie die deutsche Sozialdemokratie Volt mit dem tschechischen gedichen ist und es aber, und darauf kommt es an, daß alle diese wird so der Karlsbader Kongreß ein historischer Staaten offisiell Waffen nach Rußgerechtigkeit besteht darin, daß gerade die großen seit zehn und mehr Jahren verfolgt, auch richtig Steuerträger die Steuern schuldig bleiben. sei. Unseres Erachtens gibt darauf die Geschichte werden können, wenn die deutsche Sozialdemo- land handeln lassen, denn ohne ausdrückliche fratie eine neue politische Linie bezicht, welche Zulassung der Staatsgewalt ist ein solcher Handel Die Rückstände an staatlichen Steuern sowie an unserer Bewegung seit ihren ersten Anfängen die wesentlich sich unterscheiden wird von der, die sie nicht möglich." Abgaben an die Selbstverwaltungskörper be- beste Antwort. Jahrzehntelang staunen die antragen etwa 25 Milliarden Kronen. Der Anteil deren darüber, daß die Sozialdemokratie eine bisher eingehalten hat. der Selbstverwaltungskörper daran beträgt etwa grundsäßlich den Klasseninteressen des Proleta- Weiters sagt das Blatt, daß es nicht so be- listischen Striegsvorbereitungen gegen Rußland" Irgendwie wird das schon zu den imperia acht Milliarden. Während der Arbeiter riats entsprechende, den Zielen des Sozialismus geistert sein könne, wie das Právo Lidu", aber gehören, nur wie man die Sache so schieben und Angestellte auf Heller und nachgehende Politik mache. Diesen Grundsäßen auch nicht von dem Standpunkt urteilen könne, fönnte, daß sie in die beliebte Rubrik paßt, ist uns Pfennig jede Stener entrichten folgend, ist die Sozialdemokratie groß geworden wie der Benkov", der, wie wir gestern bereits Sozialfascisten nicht klar. Aber die um Münzenmuß, bleibt sie der große Steuer- und an ihnen wird sie auch festhalten. So wie unseren Lesern mitgeteilt haben, voller Gehässig berg und Reimann werden es schon fertig zahlerschuldig unsere Erfolge in der Vergangenheit die Richtigkeit gegen unsere Partei schreibt. Zum Schluß bringen! Sonntag, 18. August 1929. Max Blumtritt, Hof. Matthias Eldersch, Wien, Hugo Eberle, Hof( Bayern). Reichstagsabg. Stelling, Berlin, Josef Büchler, Budapest. ( tschechische Sozialdemokratie). Abg. Otto Buchwiß. Oudegeeft, Holland. Abg. Robert Klein ( tschechische Sozialdemokratie). ( Photo Langhans.) Geite 18. Johann Nowoll ( deutsche Sozialdemokratie Polens). Abg. Betty Karpištová Kazimir Crapinsti, Polen. Ein Feftabend der Zentralstelle für das Bildungswesen. Josef Pavel, Prag ( tschechische Sozialdemokratie). Mice Nowoll ( deutsche Sozialdemokratie Polens). Liebe Karlsbader Gäſte. Delegierte unserer Bruderparteien. Ferdinand Geisler, Hof( Bayern). eines Kunstabends vollkommen bestreiten kann. ten gerne mehr von jenen Liedern gehört, in Künstler ist der begeisterte Beifall herzlich mitzuUm so mehr, wenn man sich eben nicht nur auf denen Bermeiser wie im Gesang zur Ar- danken, den diese Teile des Abends fanden. In das gesprochene Wort beschränken muß, sondern beit" seine ganz erstaunliche rhythmische Gestaltleinen Sprechpartien machten sich die Genossen Der künstlerische Abend, mit dem gewissermaßen einen proletarischen Hauskompo- tungskraft, Steigerungsfähigkeit und revolutionär- Ranninger und Walter Taub, gleichfalls Der künstlerische Abend, mit dem nisten bei der Hand hat. Ueber Genossen Viktor melodiösen Schwung beweist. In seinem Festspiel vom Teplißer Stadttheater, verdient. Genosse Freitag im turhaussa al von Karlsbad der Bermeiser, den Kompositeur der vorgetra- befindet sich eine ganez Reihe ausgezeichnet ver- Taub, der als einer der Hauptbeteiligten des Reichsarbeitertag eingeleitet wurde, war würdige und denkwürdige Angelegenheit, deren genen Lieder und des an diesem Abend uraufge- tonter Gedichte, lyrischer sowohl als auch drama- Abends, Dichtungen von Brecht, Tucholsky und Inhalt nicht nur dem Gedächtnis seiner Teil- führten Festspiels„ Anmarsch", ist zu- tischer. Das Vollkommenſte ſcheint uns sein Deh- Li- Tai- Pe rezitierte, ist ein ausgesprochener Sprenehmer überantwortet werden darf, sondern, weil nächst das Urteil erhärtet zu wiederholen, daß da melscher„ Arbeitsmann" zu sein; hier er cher mit überaus modulationsfähiger und sieges sich hier um ernſteſte und wichtigste Erschei- ein Musikertalent vorhanden ist, das weiteste För regen Wort, Gedanke, Uebersetzung des Gefühls hafter Stimme, ein ernſter Künstler, der insbees sich hier um ernſteſte und wichtigste Erschei- derung verdient. Hier ist einer, der die Kampf- durch die Gesangsstimme und der Stimmung sondere mit einer Reproduktion Heinescher Prosa nungen und Probleme proletarischer Stunst- und seele unserer Dichter erfühlt und sowohl die ly- durch die, von Baumeiser selbst übrigens ausgefein zukunftversprechendes Talent erwies. NebenKulturpflege handelt, auch ausführlich besprochen werden mag. Vorweg sei festgestellt, daß die Ver- riſche Gabe wie die dramatische Kraft beſitzt, pro- zeichnet durchgeführte Klavierbegleitung, wirklich bei gesagt auch ein mutiger Genosse, der sich in anstaltung gedanklich und gefühlsmäßig der Er- letarische Bersdichtungen durch Instrumental- ein einiges und vorzügliches Gesamtkunstwert. der Kunst an Dinge wagt, die der Bürger feineswartung und dem Empfinden der Besucher im wartung und dem Empfinden der Besucher im musik und Gesangskomposition dem Nacherleben Die Idee und Dichtung dieses Festspiels selbst falls auf sich nähme. Genosse Taub erntete rauausverkauften Saal außerordentlich entsprach und näher zu bringen, stärker zu gestalten, umzuge aber diese stammt von Joan Boß ist schenden Beifall.-- Insgesamt scheint es uns, darum auch vollen, stellenweise stürmischen Bei- stalten, höherzugestalten. Um so beachtlicher, als mehr als eine Gelegenheitssache, denn als Kunst- als ob an diesem Abend in der„ Nie wieder fall fand. Ein gelungenes Unternehmen, das die licher daher aber auch die Pflicht, diesem Talent Inhalt; und selbst die gedankliche Bindung zwischen zuviel getan worden wäre. Nennung des im Hintergrund verbliebenen ver- alle bentbaren Unterlagen für ein weiteres, künst- schen den einzelnen Liedern ist mehr gewollt als dienstvollen Leiters der Bildungsstelle, Genossen lerisch noch wertvolleres Schaffen zu bieten. Ernst Paul, zur gern erfüllten Pficht macht. gemußt. Damit soll aber nicht gesagt sein, daß Eugen Auerbach. Der Abend brachte vor allem den schier un- Unsere Pflicht ist es aber auch, notwendig die Form, die hier gewählt ist, nicht sehr nuh- Man glaube nicht, daß das Kritische, das glaublichen Fortschritt proletarischer Stunstschöp- erscheinende kritische Einwände zu machen. Ein- bar gemacht und künstlerisch wertvoll verwendet oben gesagt wurde, nur im geringsten vorgebracht fung und Kunstausübung vielfach zum Bewußt- wände vor allem gegen die Vertonung gedankenwerden könne. Die eingestreuten Klaviervorträge bestritt wurde, um Verdienst und Erfolg der Veranstal sein: das nach Willen und in der Wirkung durch- Chrischer Stücke, die so an Wirkung kaum zu ge- In den Gesangspart teilten sich Fräulein tung zu schmälern, der, wir wiederholen es, mit aus hohe Niveau, den unstrittig von Anfang bis winnen vermögen, selbst wenn der gesangliche Anny Spiegel und Hans Reisenleitner Recht sich in Begeisterung ausdrückte. Wir wollen Ende wertvollen Inhalt und das vortreffliche Ge- Teil in den besten Händen liegt. Wir denken an vom Tepliker Stabliheater. Jene ist eine sehr aber nicht in den Fehler verfallen, alles, was der famtbild der Durchführung. Und vor allem: alles Gedichte wie„ Fabrik", die„ Ballade des Ver- temperamentvolle Sängerin, die sich echt genössisch unsern Wert ist, schon als letztes Indeal hinzuNennenswerte des Abends war proleta- geffens",„ Samstag" und andere. Ein Musiker, in den Stoff einfühlte und ihre beachtliche nehmen, sondern das zweifellos Gute soll und darf tische Schöpfung, der größere Teil auch der so glänzende lyrische und dramatische Ein- Stimmittel diesmal anscheinend nicht ganz in uns nur dazu dienen, das Bessere zu erstreben. proletarische Reproduktion, das heißt fälle hat wie Bermeiser, soll sich nicht auf Ton- Disposition- erfolgreich für diese noch junge Wir alle freuen uns der vielversprechenden AnKunstausübung aus eigener Straft, mit eigenen malerei und Stimmungsmusit beschränken, wenn proletarische Kunst ins Treffen führt. Herr Rei- fänge proletarischer Kunst und sind glücklich, daß Kräften. Das gilt fast durchwegs vom dichteri- fie fich in der Hoffnung auf die Wirkung doch ein fenleitner eignet sich für seine Aufgabe glänzend: wir selber, wie es dieser Abend bewies, aus ſchen, vollkommen aber vom musikalischen Teil, wenig zuviel auf die Tendenz der Worte und er verfügt über eine große, warme und eble Ba- eigenen Sträften sichtlich Schritt für Schritt vorwenn wir von den eingestreuten Klaviervorträ- Gedanken zu verlassen scheint. Ein ebenso wich- ritonstimme, über eine auch in den schwierigsten wärts kommen. An diesem Reichsarbeitertag sogen klassischer Herkunft absehen. Der Beweis ist tiges fünstlerisches Prinzip ist es, die Auswahl Augenblicken nicht versagende Technik und einen gar um einen sehr großen Schritt. Der nächste erbracht, daß man mit Engelte und versch, mit nicht so zu gestalten, daß durch eine halbe Stunde schönen, immer dem Gedanken und dem Gefühl soll noch kräftiger sein! Liebknecht, Mühsam und Henckel den Wortteil der Leibgebante der Leitgedante bleibt. Wir hät- angepakten Vortrag. Der Musikalität beider 2. Goldschmidt. Seite 14. Die QUALITÄTSWAGE Bezugsquelle für Konsumvereine: > GEC< Großeinkaufsgenossenschaft für Konsumvereine, Prag II., Fügnerovo nám. WAGE" G. m. b. H. OLMUTZ, Litovelská 9. Ausstellung: Prag VII., neuer Messepalast Telephon Nr 367-23. 71 Lagesneuigkeiten. Sozialistische Feierstunde. Sei frei! Die Proletarisierung des Volkes nimmt ständig zu. Immer größer wird die Zahl der wirt ichaftlich Abhängigen, der Arbeitnehmer, der schlecht Befoldeten, der erbärmlich Entlöhnten. und die wirtschaftlich- technische Entwicklung macht die Arbeit immer mechanischer, immer öder, im mer frendloser. In einem stundenlangen Stumpf finn treibt das moderne kapitalistische Leben Mil lionen hinein. Daumenschrauben legt die kapitalistische Arbeit um die flinken Finger der leben dig schaffensbedürtigen Hand. In das Werk der Maschine hinein spannt sie den Arm zum gleichen Auf und Ab und Hin und Her durch lange Stunden. Schlagwettererplosion. 16 Arbeiter dem Tode geweiht. Kattowiß, 17. Auguft. Auf der Kohlen- größtenteils schwere Brandwunden erlitten, geret grube„ ildebrand" in Neudorf erfolgte ge- tet werden. Bisher find drei Tote geborgen. In stern in einer Tiefe von 700 Metern eine Schlag- der Nähe des Unglücksortes befanden sich noch 13 wetterexplosion, infolge deren Kohlenstaub in Bergarbeiter, welche infolge des Brandes von der Brand geriet. Bei der sofort eingeleiteten Außenwelt abgeschnitten sind. Es besteht keine Rettungsaktion konnten sechs Arbeiter, welche Hoffnung, daß sie gerettet werden. Glatter Verlauf des Zeppelinfluges. New- York, 17. August. Hier vorliegenden Weldungen zufolge, befindet sich„ Graf Beppe lin" 450 Rilometer nordöstlich von Tomsk und hat somit die Hälfte der Strecke Friedrichs hafen- Tokio zurückgelegt. Man nimmt an, daß das Luftschiff das nördliche Ende des Baikalsees überfliegen wird. Moskau, 17. Auguſt.( Telegraphenagentur der Sowjetunion.) Das Luftschiff„ Graf Zeppelin" befand sich um 9 Uhr früh Moskauer Zeit( 8 Uhr mitteleuropäischer Zeit) auf 85 Grad östlicher Länge und 60 Grad nördlicher Breitee in etwa 1000 Meter Höhe. Sowjetflie ger, die dem Luftschiff aus Tobolsk entgegen geflogen waren, berichten, daß das Luftschiff mit verminderter Kraft zu fahren scheine. Sonntag, 18. August 1929. hat, wurde festgestellt, daß zur Herstellung eines Kilogramm Weißgebäds 740 Gramm Brauns fohle erforderlich sind. Würden also die Bäder die verteuerte Mitteltohle tatsächlich zum Heizen der Oefen verwenden, so würde die durch die Berteuerung der Kohle entstandene Mehrbela. ſtung 0.55 Heller pro Kilogramm Weißgebäd be. tragen. Und aus diesem Grunde geben jetzt die tragen. Und aus diesem Grunde geben jetzt die Bäcker für eine Krone 4 Semmeln statt 5. Die Bäder argumentieren also nicht nur sehr dumm, sondern auch frech. „ Rudé Právo" erscheint wieder. Gestern ist das Abendblatt des„ Rudé Právo", der Rudy Hamburg, 17. August. Die Hamburg- Večernit" erschienen, allerdings wird es nicht in Amerika- Linie teilt mit: Graf Zeppelin" be- der Kommunistischen Druckerei, die in den Händen fand sich um 7 Uhr morgens mitteleuropäischer der Opposition ist, sondern in der Druckerei„ Gra Zeit auf 95 Grad Often und 64 Grad Norden. phia" gedruckt. Auch das Morgenblatt wird heute dem Luftschiff ist es gelungen, wesentliche erscheinen. Kräfteersparnisse zu erzielen und Reserven Bankräuber gefaßt. Der Einbrecher, der vor zu schaffen, ohne dadurch die Durchführung einigen Tagen in Mustau( Lausitz) die Reichs. des Fahrtprogramms irgendwie zu verlang bankzentrale zu berauben suchte, ist am Freitag samen. Man kann annehmen, daß Graf Zep- festgenommen worden. Es handelt sich um einen pelin" das erste Ziel, Tokio, in der Nacht von 23jährigen Schlosser Böhler, der vor einigen Montag auf Dienstag erreichen wird. An Bord Wochen aus der Erziehungsanstalt in Buch bei ist alles wohl. Die Passagiere sind in bester Berlin entlassen worden war. Die Polizei er Stimmung und begeistert über den Verlauf der mittelte den Einbrecher in einem Hotel in wie. Fahrt. sau( Kreis Sagan). Bei dem Feuergefecht, das seiner Verhaftung vorausging, hat er zwei schwere www bist du Knecht, nur Knecht. Und immer Stnecht. 23.682 Heftar Aceranbaufläche entfallen, ergäbe Bauchschüsse davongetragen. Er wurde zunächst in Und wenn du fern der Arbeit bist, in deinem sich die Tatsache, daß in 25 politischen Bezirken das Polizeigefängnis von Weißwasser einge Seim, bei deinen Freunden, bist du Snecht. Und die Ernte der verschiedenen Früchte restlos ver-| liefert. Eine eingehende Vernehmung war seines hast du an dem freien Sonntag Freiheit", bist nichtet sein müßte. du Senecht. Und immer Knecht. Weil du dich nicht Der durch Niederschläge angerichtete Scha zum Täter und zum Kämpfer, zum Genossen den ist sicherlich sehr groß, ganz besonders durchgerungen, der seine Würde fühlt und seine schmerzlich für die davon Betroffenen, aber zum Kraft und feinen Glauben, seinen Sieg. Glüd nicht so groß, wie ihn verschiedene GschaftlJa, seinen Sieg! Troß alledem und huber zweds Erreichung eines höhe ren Preises aufgemacht haben. alledem. Bom Lebensmittelmarkt. Ueber einzelne Vorgänge am Lebensmittelmarkt, welche die Konsumenten sehr interessieren müssen, bringt der„ Glückauf" einen beachtenswerten Artikel, aus dem wir einiges wiedergeben: Die Weizenpreise steigen wieder. Die rüdläufige Bewegung der Weizenpreise, die in den letzten Wochen eintrat, ist nicht nur zum Stillstand gekommen, sondern es ist viel mehr eine neuerliche Steigerung der Preise eingetreten. Auf der Prager Produk tenbörse notierten 100 Silogramm Weizen in diesem Jahre: 28. Mai 175.50 K 30. Juli 187.50 K Die Preise steigen. Zustandes wegen bisher unmöglich. Immerhin fonnte man feststellen, daß der Bankräuber am Ausgang des Muskauer Parkes die Reichsbankstelle beobachtet hatte, um auf einen Augenblic der Verkehrsstille zu warten. Er hatte sein Gea ſicht mit Seftpflasterstreifen verklebt und sich außerdem eine schwarze Maske aufgesetzt. Unheimliches Höhlenabenteuer. H. N. Brailsford, einer der besten sozialistischen Nach den Erhebungen des Statistischen Journalisten der angelsächsischen Länder und Staatsamtes ist die Meßziffer der Nahrungs- unseren Lesern durch viele ausgezeichnete Bei und Genußmittel von 839 am 1.Juni auf 879 träge bekannt, hat vor kurzem im Kreise von ( 4.05 Prozent) am 1. Juli gestiegen. Da nun Freunden über seine jüngste Forschungsreise in nach dem 1. Juli die Getreidepreise angezogen ler begleitet, suchte er noch wenig bekannte Söh den Pyrenäen gesprochen. Nur von einem Künſt haben, ist anzunehmen, daß die nächste amtliche len auf, um nach prähistorischen Bildern und Erhebung eine neuerliche Steigerung Stulpturen zu forschen. Die ergiebigsten Funde der Großhandelspreise um einige Punkte melden wird. Die Auswirkung wird sich von Niaux zu machen, die im achtzehnten einige hofften die beiden Wagemutigen in der Höhle naturgemäß auch bei den Kleinhandelspreisen ein Jahrhundert durch einen reinen Zufall von stellen. Die in den letzten Monaten stattgefun- einem jungen Mädchen entdeckt worden war. dene Senfung der Getreidepreise brachte keine Tatsächlich fanden sie bei ihrem mehr als fünfVerminderung der Lebenshaltungskosten, stündigen Kriechen oft ging es nur auf Sän weil inzwischen andere Nahrungsmittel, darunter den und Füßen durch die unheimlich düsteren, Fleisch und Speck, teurer geworden sind. Dabei ist zu beachten, daß sich die Verbilligung des Getreides in den Mehlpreisen und im Gebäd nicht ausgewirkt hat. niedrigen Höhlenwindungen wertvolle Zeug 26. März nisse uralter Runst, Abbildungen des Bisons und 195.- K anderer längst ausgestorbener Tiere. Ganz deutVon Ende März bis Ende Juni ist auf der lich waren vier verschiedene Farben weiß, Prager Produktenbörse der Weizenpreis um 10 Verteuerung des Weißgebäcks. schwarz, gelb und rot zu unterscheiden, die die Prozent gesunken. Ende Juli ist derselbe aber vorgeschichtlichen Künstler bei ihren vieltausend schon wieder um 6.83 Prozent höher als Ende Wie schon so oft, haben auch diesmal die jahre alten Gemälden verwendet hatten. Im Juni. Diese Aufwärtsbewegung ist auch auf der Müller und Bäcker einen Sondergewinn erzielt. Feuer des Beobachtens und Vergleichens hatten für den Weltmarktpreis maßgebenden Börse Ein Kilogramm Weißgebäck( Semmeln) foſtet die beiden Männer einander aus den Augen verChikago zu verzeichnen. Dieses Anziehen der heute noch 6.25 Stronen bis 6.60 Stronen. Man loren. Genosse Brailsford mußte am Ende Weizenpreise wird mit den angeblich ungünsti- macht sich durchaus keiner Uebertreibung schul- seiner furchtbar anstrengenden Höhlenwanderung gen Aussichten der Welternte und dann mit den dig, wenn man den Gedanken ausspricht, daß die einen unterirdischen See durchschwimmen. In stattgefundenen Wetterschäden in Verbindung geworden sind. Es ist richtig, daß das Gewicht der anderen das schwarze tote Wasser durchSemmeln überhaupt nicht billiger ge- der einen Hand eine Kerze als Wegweiserin, mit bracht. In dieser Richtung spielt schon seit jeher einer Semmel um einige Gramm erhöht worden schneidend, gelangte er zu den Zeichnungen an bracht. In dieser Richtung spielt schon seit jeher die Spekulation eine große Rolle. Für eine be5 stimmte Sorte von Menschen sind Elementar- t; wie ſicht aber das Endergebnis aus? Uns der Wand. Da blies ein Luftzug die Kerze aus ereignisse, z. B. Dürre und Wetterschäden, eine lind Fälle bekannt, wo der Bäder um 1 Strone und Nacht war es um ihn. In der schaurigen unermeßliche Quelle der Bereicherung. Für diese Semmeln im Gewichte von 175 Gramm ver- Einsamkeit versud, te er sich zunächst an den Menschen ist daher jedes Naturunglid, das viele faufte. Die Zugabe der 5. Semmel wurde besei- Wänden weiterzustasten. Aber er fand den Aus Menschen in namenloses Elend stürzt, Hoffnung tigt. Nunmehr verkaufen dieselben gang nicht. Da entschloß er sich, als legten AusMenschen in namenloses Glend stürzt, Hoffnung Frei nennst du dich? Deinen herrschen auf Gewinn. Sie können daher nie ein Elemen- Bäder um 1 Krone 4 Semmeln im weg, im Dunkel wieder ins Wasser zu springen Gewichte von 160 Gramm. und in der Richtung fortzuschwimmen, die ihm den Gedanken will ich hören, und nicht, daß tarunglück groß genug bekommen. du einem Joche entronnen bist. instinktiv die rechte erschien. Sekunden vergingen, In bürgerlichen Zeitungen konnte man Was die Niederschläge alles verantworten müssen. lesen, daß die Draufgabe der fünften Semmel Minuten, eine Ewigkeit. Da sah der einsame Fr. Nietzsche. Auch hierzulande haben in den letzten deshalb beseitigt werden mußte, weil die sich, dort stand sein Führer Höhlenschwimmer einen schwachen Lichtschein vor Wochen schwere Niederschläge in einzelnen Ge- zum Backen erforderliche Stohle verteuert er war gerettet. bieten starke Verwüstungen angerichtet. Nach ver- worden ist. Dazu ist vor allem zu bemerken, fuhr der Zahntechniker Robert Donat aus Wien schiedenen Meldungen sollen durch diese Nieder- daß die zum Backen verwendete sohle gar mit seinem Auto, welches der Chauffeur ScheAutounglück bei Pilsen. Donnerstag abends fchläge gut 10 Prozent der zu gewärtigenden nicht teurer geworden ist. Aber angebet lenkte und in dem sich auch noch eine dritte Gesamternte vernichtet worden sein. Bergegen- nommen es wäre so, dann hätten sich die Bäcker Person befand, von Marienbad nach Pilsen. wärtigen wir uns einmal, was das bedeuten sicherlich keine dümmere Begründung erfinden Vor Erreichung des sogenannten„ Grundschnei würde: In der Tschechoslowakei haben wir eine können als diese. Man muß sich vergegenwärti- der" bei Tschernofchin, platzte bei rascher Fahrt Person befand, von Marienbad nach Bilsen. Aderbaufläche von rund 6 Millionen Hektar; 10 gen, wie das, was die Bäcker behaupteten, in der plötzlich eine Pneumatif, der Wagen wurde Prozent davon sind 600.000 Hektar. Da im Praxis aussieht. Auf Grund einer Erhebung, die Staatsdurchschnitt auf einen politischen Bezirk das Finanzministerium seinerzeit durchgeführt Chauffeur starb noch vor der Einlieferung ins Da im Praxis aussieht. Auf Grund einer Erhebung, die zur Seite geschleudert und überschlug sich. Der Strantenhaus. Donat liegt mit schwerem Schulnisches Stonzert. Stocholm: 19.45 Romanzen von Franz terbruche im Pilsner Krankenhause. Die dritte Schubert. Kopenhagen: 21.25-23.00 Französische Opernmufit. Oslo: 18.15 Orchesterkonzert, 20.30 Stonzert. Mostan: Person kam ohne Verlegung davon. 21.00 Ronzert. Dienstag. Einbruch in die Lorettokirche. Man erinnert Prag: 11.30 Schallplattenmusik, 16.30-17.30( Sendung nach sich noch, daß vor einigen Jahren ein gewisser Brütun) Monzert, 17.45 Deutſche Breffenachrichten, 17.50 Dent Lauermann in die Lorettokirche eingebrochen Brünn und Breßburg) Stonzert, 16.30-17.30( Sendung nache Sendung: R. Jalid, Reichenberg Borlesung aus eigenen und dort den Kirchendiener überfallen hat, um Und doch, du schaffendes Volk, ist das deine Brünn) Konzert, 17.45 Deutſche Preffenachrichten, 17.50 Deutſche Blasmulit, 20.00 Uuterbaltungsinndthen, und den Schatz der Lorettokirche zu rauben. Diejer Befreiung noch nicht ganz. Weg mit der alten, Sendung: Redakteur Friy Seemann, Prag: coś Janaček, 19.05 Blasmujit, 20.00 Unterhaltungsstundchen, 21.00 Klavierfonzert. bis 22.00 Nebertragung aus Berlin, Stonzert für den mittel- Mähr. Oftrau: 12.20-13.15 Konzert, 19.05 Schallplatten Tage ist nun ein neuerlicher Einbruch in die verruchten, seelenmordenden Ausbeutung! Ja! europäischen Rundfunt: Orchesterkonzert, 22.20-23.00 Schall mufit, 20.05 Konzert, 20.30 Kammermafit, 21.00 Blasmusif. platten. Mähr. Oftrau: 19.05-20.00 Volksmusik. Preßburg: 11.30 Schallplattenmufif, 12.20-13.15( Sendung nach) Kirche verübt worden. Ein Einbrecher drang ein und tausendmal ja! Doch dann? Schaut in ein Neuland hinein! Sucht nach 17.30 Stonzert, 18.00-19.00 Stammermujit Schallplatten, 13.15-13.45 Deutsche Preffenachrichten, 16.00 bis Brag und Brünn) Stonzert. 13.15-13.45 Deutsche Breffenachrich und da er nicht in die Schatzkammer gelangen Daventry: 18.45 ten, 16.00-17.30 Ronzert. Daventry: 18.45 Engliſche Lieder: konnte, begnügte er sich damit, aus der Sakristei einem neuen Lebensglück! Nach einem neuen Englische Lieder, 21.15 Kammermusik. London: 19.30 Orgel. 19.30 Orgellonzert, 21.55 Populäres Monzert. Varis: 20.35 fonzert, 20.00 Promenadenkonzert. Paris: 20.15 Konzert. Konzert. System der Wirtschaft, das euch die Frei- Brüffel: 21.00 Stonzert. Brüffel: 20.00 und 21.05 Konzerte. Berlin: 20.30 drei Kelche und drei Monstranzen im Werte Berlin: 16.55 Bildfunt, darnach Sugo" Die fremde Frau". Schauspiel von Alexandre Buiffon heit geben kann, nach der ihr unter dem Joche Wolff Lieder, 19.00 Heimarbeiter und Heimarbeiterinnen in der Königswusterhausen: 20.00 Orcheſterfonzert. Stuttgart: 21.00 von etwa 10.000 K davonzutragen. Die Polizei Seiteres Symphoniekonzert. Leipzig: 20.00 Bierhändige uita hat die Nachforschungen nach dem Einbrecher von heute so lechzt! Was nützt das Jammern und Berliner Bekleidungsindustrie, 19.30 Balalailaorchester. Junge Lyrit", gelesen von Gertrud Ensoldt.- Königs- Wuster viermusik von Franz Schubert. 20.45„ Das Jahr der Seele" und eingeleitet. das Fluchen? Seid Gestalter! hausen: 19.20-19.46 Die Straftübertragung. Stuttgart: 18.45 Syminen aus dem Wert Stefan Georges. Seid Brüder vom Werk! Seid Ge- Das Elsaß im deutschen Geistesleben, 19.15 Die Juta, 20.00" Das Geheimnis der guten Laune", 20.15 Orcheftervariationen Mord und Selbstmord in Mähr.- Ostran. Bilder aus Indien. Leipzig: 19.00 Technik und Stultur München: 18.00 Brasilien als Wirtschaftsland. nossen am Sozialismus! Weag das Joch Breslau: 20.15 von großen Leidenschaften, 21.15 Rene ieder. 20.00 Undine", Romantische Zaubereper von Lorvina." Hambura: Der Elektriker Tosel in Mähr. Ostrau hatte ein kapitalistischer Wirtschaft noch so grausam sein: München: 18.00 Sausmujit, 19.00 Werktag und Stultur, 20.00 genberg: 20.00 Sommerkonzert. Mönigsberg: 19.00 Stunde Liebesverhältnis mit der 22jährigen Marie wir stemmen und biegen und fassen und formen. Boltsgesang im Siahmen der Boltsbildung, 20.00 Stammermusif, Sobn", Lustspiel. Gitarren- und Mandolinenduo, 21.35 Klavierkonzert, 19.00 Der Der Arbeit, 10.40 Neues aus aller Weit, 20.00 Baier und Prachač. Freitag, furz nach 12 Uhr, kam nun Und setzen die Empörung in Schaffen um. 21.00 Der Stammgast" tragische Poff: von Georges Courteline, Arthur Sollitſcher, 20.15 Stlavierkonzert Wien: 19.30 Der Tosel in die Stanzlei des Baumeisters Jilet in Bom Rundfunt. Ja: heraus aus der Knechtschaft! Weg mit Empfehlenswertes aus den Programmen. dem Joch! Alles! Alles! Nur nicht dieses! Gleich, was da wird! Wer kann es nicht verstehen, daß von Millionen so gedacht und nesprochen wird? Montag. Prag: 11.30 Schallplattenmusit, 12.20-13.15( Sendung nach Preßburg: 20.00 -4 Breslan: 18.00 Lan Frankfurt: 18.30 3m 60. Geburtstag von Und den Haß in Tat. Und die Not in Kampf. Die Leute von Seldwyla" von Gottfried Seller. 21.30 Ein Abend bei Hagenbed. Langenberg: 18.30-18.56 Segelfort in Desterreich, 20.05„ Hoffmanns Erzählungen". Over Witkowitz, Huffitengasse 22, wo die Prachač Volkstümliches Konzert. Mönigs von Offenbach. Zürich: 21.00 Stammermusit, anschließend Die Und das Aufbäumen der freien Seele in solida- berg: 18.30 Liederstunde, 19.50 Neues aus aller Welt, 20.00 legten Masten", Schauspiel von Arthur Schnipler. rische Kraft der Verbundenheit. Frei kannst du dich nur nennen, wenn du den Gedanken neuer Freiheit in dir trägst. Und wenn du troßzig schaust zum neuen Ziele. Und mit den Schwestern und den Brüdern fämpfst für neue Ordnung und für neues Lebensglück. Wenn du lau und träge abseits stehst, dann Bajel: Frantjurt: 18.10-18.30 Aus dem 20.00-20.15 Stammeraufit, 20.15-21.00 stammerspiel, 21.00 bis in den Augenblick ein, da die Prachač allein Bern: beschäftigt war. Tosel trat in die Kanzlei gerade wünchhausen", 19.20 Deutschland und Amerike 20.15 Sym- 21.20 Solistenkonzert, 21.20-22.00 Seitere Abendmail. phoniekonzert. Wien: 18.00 In den Bergen Tirols, 19.00 21.00–22.00 Arien-, Zieder- und Klavierabend, 23.10-9.3 und der Baumeister weggegangen war. Was Entdeckungsreisen in Wald und Flur, 20.05 Englische und inta- chefterkonzert. Reapel: 21.02 Stonzert, Stodbolm: 0.10 taitomili näheres, denn bald darauf fand man die Prachač Rom: 21.00 23.10 Fauft". Oper von Gon- dort geschehen ist, darüber weiß man nichts lienische Arien und Lieder.- Zürich: 20.00 Aus den Werken nod. Meyerbeers, 20.30 Richard Wagner Konzert. Bern: 20.30 bis Ronzert. Kopenhagen: 21.00-21.30 Stonzert, 21.45 Sympho 21.00 Orcheſterfonzert, 21.00-22.00 Staruffet", ein Lustspiel von nisches Stonzert. Oslo: 19.30 Kammermuff, 2205 Nonzert. tot und den Tosel tödlich verletzt vor. Tosel hat Louis Verneuil, 22,15-22.45 Spätkonzert. Basel: 20.30 bis Belgrab: 21.10 Balalaika Konzert. Warfman: 20.30 So erst die Prachas und dann sich selbst erschossen. 21.00 Orchesterkonzert. Neapel: 21.02 Lecia die Lammer- listentonzert. Wilna: 20.30 Solistenkonzert. Turin: 20.55-22.55 Sympho- Konzert. e Ursache ist Eifersucht. moor", Oper von Donizetti. Arafau: 21.00 9. ines שור Sider izen die cla be die Die m, ift udy tit den Bra Cute bor h8tag tent gen ei er= C= Das ere in ge tes hin זוב nt. lid Sea ich N. en nd 13 on in ita h= nd de e en On r. 1 11, d t 3. e It t Sonntag, 18. August 1929. Mitteilungen aus dem Publikum. Bartcafé Schweizerhof, wohl eines der idyllisch und schönstgelegensten Gartencafés Karlsbads, inmitten feiner gut gepflegten Gärten und Blumenanlagen, mit herrlichem Ausblick ins Tepltal, in sonniger, ruhiger und ſtaubfreier Lage, erfreut sich dank seiner guten Bewirtung durch die jetzigen In neue Heimat wirklich nicht voraussehen konnte. Es, gilt nun neue Mittel zu finden, um all diese Schädlinge zu bekämpfen. Diese Arbeit wird nun mit Sorgfalt und großer Bersicht durchgeführt, denn die mannig faltigen Erfahrungen zwingen dazu. So wurden schon früher Frettchen und Wiesel eingeführt, um die zur Landplege gewordenen Kaninchen zu beden Pächter Wabra eines guten Besuches. ämpfen. Aber die Tiere wandten ihre Aufmerf zuerst in Karlsbad eingeführ- samfeit nicht den Kaninchen zu, sondern machten ten Liegestühle laden zu einer erquickenden Ruhe- sehr bald nur noch Jagd auf Vögel. Dadurch ſtunde ein, ebenso erfreut sich der Bridge- Cercle nahmen die holzzerstörenden Insekten in den werteiner äußerst regen Beteiligung. Sonntag, Diens- vollen Waldungen in erschreckendem Maße zu und tag und Donnerstag finden große Harmonie- Ron- richteten großen Schaden an. zerte der American- Braß- Band bei freiem Eintritt statt und es iſt ſonach an alles gedacht, um den Besuchern einen recht angenehmen Aufenthalt zu fichern. 375 Belastungsprobe unserer Baumethoden. Der eben vergangene strenge Winter war sowohl für die neuen als auch für die alten Bau- Methoden und Baustoffe eine gewaltige Belastungsprobe. Es zeigte sich, wo theoretische Voraussetzungen von der Praxis bestätigt und wo Fehler gemach: worden waren, die fich dann an den unschuldigen Bewohnern rächten. Die unzähligen Schäden an Wasserleitungsrohren und die infolge der grimmigen Kälte unheizbaren, feuchten Wohnungen, müssen uns heute, wo die Baufaison wieder auflebt, zu einem warnenden Memento werden. Wir werden uns gezwungen sehen, Mittel zu suchen, um derlei Unannehmlichkeiten in den Grenzen unserer finanziellen Möglichkeiten vorzuben. Wir müssen technisch und volkswirtschaftlich praktischer bauen, um dort zu ersparen, wo bisher überflüssig viel angelegt worden war, und das ersparte Geld dann für hochwertige Isolierungen gegen Frost, Size und Schall aufwenden. Der vorige Winter also lehrte uns, daß als vollendete Konstruk tion eine Eisenbeton- Rahmen- Tragkonstruktion anzusehen ist, deren Wände aus Colofrig Formsteinen 3sostone" bestehen. Die Firma Caloforig sandte an die Bewohner dieser Bauten welche im Inlande bereits die Zahl 600 erreichten eine Anfrage, wie sih die Bauweise im strengsten Winter bewährt hat. Das Ergebnis war überraschend: begeistert. Zushriften schildern, wie trocken und warm es in den Säufern aus Isostone war, wie verhältnismäßig wenig Kohle verheizt wurde. Der Baustoff Calofrig ( Bostone) bestand daher die Belastungsprobe des Nun will man zur Bekämpfung wiederum gewisse infettenarten verwenden, deren Eigenschaften, ehe man sie in Neu- Seeland freiläßt, natürlich sorgsam studiert werden müssen, da auch sie in einer neuen Heimat vielleicht ganz andere Gewohnheiten annehmen. Man muß eben wissen, daß sie der unbedingt notwendigen Schäd lingsbekämpfung wirklich dienlich sind. Ausgezeichnete Arbeit auf diesem Gebiete wird gegenwärtig von dem neuen Departement für wissenschaftliche Forschung, dem Cawthron- Institut in Wellington geleistet. Dieses Institut wurde mit Hilfe privater Unterstützung gegründet und befaßt sich unter Leitung von Professor Tillyard besonders mit entomologischen Studien, deren bisherige Er gebnisse sehr vielversprechend sind. So wurden zum Beispiel Aphelinus mali" zur Bekämpfung der wollenen Aphis mit Erfolg eingeführt. Vor vielen Jahren schon hatte ein Siedler auf Neu- Seeland aus Liebe zu feiner europäischen Heimat einen Brombeerstrauch angepflanzt. Heute wuchert die Brombeere überall und ist zur äußerst lästigen Landplage geworden. Alle Weittel zur Ausrottung blieben bislang wirkungslos. Da hat nun die Wissenschaft eine Insektenart„ Coroebus rubi" zu Hilfe geholt. Diese Tiere machen einen genauen Unterschied zwischen Brombeeren und Himbeeren, denn nur den ersteren gilt ihr Kampf. Die jungen Larven dieser Insekten arbeiten sich bis in die Wurzelstöcke der Brombeeren hinunter und dann wieder herauf, so daß die Pflanzen bald aussterben. „ Coroebus rubi"-Insekten werden jetzt im Institut beobachtet und erprobt, che man sie zur Arbeit der Brombeerbekämpfung freiläßt. Zur Bekämpfung weiterer Schädlinge wurden legten Winters und der vorhergehenden 10 Jahre u. a. die Insektenarten„ Apion ulicis"," Racodin in glänzender Weise. Bis zum Frühjahr 1929 wur- dure antiqua" sowie Dignochaepa setipennis" mit schaftlichen Forschungen des Cawthron- Institutes sind ohne Zweifel auch außerhalb Neu- Seelands von großem Interesse. Literatur. den bei uns von diesem Material 6,200.000 Rubit mehr oder weniger Erfolg eingeführt. Die wissen. meter verbaut, um behaupten zu können, daß Calofrig ein in unseren. klimatischen Verhältnissen bestbewährtes Material repräsentiert. Calofrig ist in folge seiner Eigenschaften berufen, den Weg für ein ideales Bauen zu bahnen und dieser Bestimmung tommt es ehrenhaft nach. Calofrig isoliert bezüglich Wärme 6mal besser als Ziegel, wirkt schalldämpfend, feuerhemmend, hält vorzüglich den Verpus, ist infeltenfrei, unterliegt nicht der Schwammbildung und Fäulnis furz, es bietet alle Vorteile anorganischer Baustoffe. Dabei ist es leicht, bearbeitbar wie Holz, Nägel halten darin besser als in Holz. Es weist keine großen Hohlräume auf bloß Millionen kleiner Luftzellen, welche das Trocknen und„ Atmen" des Mauerwerkes fördern, aber ein Durchblasen" des Windes nicht zulassen, wie es bei vielen auf den Markt kommenden, ganz schütteren Isolier- Materialien der Fall ist. Calofrig ist chemisch neutral. Für feine Erzeugung wird weder Chlormagnesium noch Magnesit verwendet. Die Formſteine Isostone werden aus Calofrig- Masse geliefert und ergeben eine 25 Zentimeter starke Mauer; sie wurden derart berechnet, daß ihre Isolierwirkung gegenüber Kälte und Wärme dieselbe ist, wie bei einer 60 Zentimeter starken Mauer aus Ziegeln. Der letzte zsinter zeigte, daß die theoretischen Berechnungen richtig waren. Dabei konkurrieren jedoch die Bauten aus Calofrig. Material preislich mit Ausführungen in 45 3enti meter Ziegelmauerstärke. Es ist wenig bekannt, wie alt die Tradition der Calofrig A. G. im Kampfe bie bessere Isolierung und beſſeren Baustoff iſt. Sie basiert auf den ältesten europäischen Unternehmungen dieser Art. Calofrig ist auch kein kleines Unternehmen. Es arbeitet mit einem Aktienkapital bon Kč 10,000.000, besitzt zwei Fabriken und eigene Kieselgruben. Kein Wunder, daß es zur Zeit günftigerer Baukonjunktur zu zahlreichen Versuchen anberer Unternehmungen Anlaß gibt, etwas ähnliches zu schaffen. Calofrig ist allerdings ein für unsere Berhältnisse erprobter Stoff und gelangt daher überall dort zur Anwendung, wo es sich um ein verbürgt gutes Baumaterial handelt. Calofrig fehlt in fast feinem Bau repräsentativer Bedeutung. VITELLO kann- was Butter kann Zum Beispiel: Nymphen= kranzerln. Man14 dkg abgerührte .Vitello" wird mit 14 dkg ungeschälten, geriebenen deln, 14 dkg Mehl, 8 dkg Zucker, Zimmt, 2 Eßlöffel Rum und den Saft einer ZitroVitello délicatesse ne zu einem Teig verarbeitet. Diesen walkt man 1 cm dick aus, sticht davon Ringe aus und bäckt sie. Nach dem Erkalten werden sie mit Rum bestrichen und in Kristallzucker getaucht. und ist dabei viel billiger. Cette 15. Sport Spiel* Körperpflege * Sport und Politik. „ Entweder Oder." Ein Gegenwartsroman Der Kapitalismus hat die Arbeitsteilung auf ist es umgekehrt, die Welt, die Geesellschaft hat uns von Heinz Pol. 281 S.( Geheftet R.-M. 4.50, in den Höhepunkt geführt. Der Mensch wurde an der verachtet. Leinen R.-M. 6.-) Carl Schünemann, Verlag, Maschine selbst zur Maschine. Mit der Berglie- Wie alle gesellschaftlichen Funktionen ineinanderBremen- Leipzig. Zum ersten Male werden in derung der Arbeit zergliederte sich auch der Mensch wirken, so sind auch Sport und Politik miteinander einem Roman die Gesellschaft und die politischen in seinem geistigen Sein. Ein geschlossenes, abge- verbunden. Also: Wenn der Sportler keine Politik Kreise der unmittelbaren Gegenwart gestaltet. Der rundetes Weltbild kann sich der Mensch des Kapita- treibt, sich nicht um die Politik fümmert, treibt die Verfasser, als politischer Stritiker bekannt, zerschlägt lismus nur schwer erwerben. Das ist zu einem Politit ihn deshalb doch, die Politik fümmert sich die Fassade dieser sich mit Geheimnissen umgebenden Teil auch die Ursache dafür, daß der Sportler viel um ihn auf jeden Fall! Auch der Politiker muß den Welt und enthüllt das wahre Gesicht des parlamen fach feinen Sinn für Politit hat. Der Politiker hat Sport als eine gesellschaftliche Tatsache anſehen. Der tarischen Betriebes in Deutschland. Viele werden eigentlich immer mehr Verständnis für den Sport Politiker geht von den gesellschaftlichen Tatsachen aus mit diesem Buch den ersten Blick hinter die Kulissen gehabt. Das heißt immer dann, wenn er ihn ge- und er hat auch mit dem Sport als Faktor zu rech der Politik werfen. Die Darstellung ist um so brauchte. Wenn sich der Arbeitersport erst langsam nen. Das Aufblühen des Sportes zieht manche Um padender, als in zahlreichen Personen die Züge in der sozialistischen Arbeiterschaft durchsetzen fonnte, stellungen nach sich. Da taucht zuerst in England, namhafter Politiker unserer Tage, Abgeordneter und weil auch von den politischen Parteien Front gegen dem Wutterland des neuen Sportes, bedingt in der Minister, erkennbar sind. Die Handlung, in deren ihn gemacht wurde, so liegt das eben daran, daß der industriellen Entwicklung, der Bubikopf auf und anMittelpunkt ein radikaler Politiker steht, spielt in sozialistische Politiker hier nicht bis in die tiefsten deres mehr. Das kann der Politiker nur zur Kennt der großen Berliner Gesellschaft, in den Arbeiter Tiefen der Gesellschaft und ihrer Veränderung ge- nis nehmen. Solche Entwicklungen fann er wohl quartieren des Ostens und im Reichstag. Der Held schaut hatte und er in dem Sport eine Gefahr, selten hemmen, sie aber ganz unterbinden ist unmöglich. ist durch Energie und Glück früh aus der Masse der aber eine gesellschaftlich bedingte, nicht zu unter- Wenn der wirtschaftlich- politische Boden vorhanden Namenlosen aufgestiegen und hat es bis zum drückende, sondern nur eine in rechte Bahnen zu iſt, auf dem Neues wachsen kann und muß, kann kein Reichstagsabgeordneten und tonangebenden Führer lenkende Erscheinung erblickte. 3m allgemeinen aber Politiker fich dagegen wehren. Wir stehen in einer seiner Partei gebracht. Durch einen politischen haben Politiker- da ihr Gesichtskreis immerhin Zeit, in der sich die Kirche krampshaft bemüht, den Salon findet er Einlaß in die Berliner Gesellschaft, nicht so eng ist wie der eines Sportlers gewöhnlich Körper nicht zur Geltung kommen zu lassen, der jetzt wird in Liebesaffären verwickelt und erkennt eines( wenn er nur Sportler iſt) – weit mehr Berständ. wieder mehr betont wird, weil es notwendig iſt. Tages seine langsame Entfremdung von der Partei. nis für den Sport, als der Sportler für die Politik Wenn Sport und Politik in der Tat für sich besteDaß er sich nicht für eine der beiden Welten en:- hat. Allerdings gibt es auch engstirnige Politiker, die hende Gebilde wären, müßte doch die katholische Polischeiden kann, wird sein tragisches Schicksal. Zu die Welt nur von ihrem Sondergebiet aus betrachten tit größere Erfolge haben. Im Gegenteil, sie macht spät erkennt er, daß es für ihn, für die Politik, für und bewerten, was ja, wie schon im vorstehenden Zugeständnisse, um nicht ganz unter die Räder zu das Leben überhaupt nur eine Parole gibt: En: lurz angedeutet, bedingt ist in der kapitalistischen Ar- kommen. Wenn der Kirchenvater Tertulliam im Mitweder- Oder. In diesem Lebenslauf spiegelt sich das beits- und Daseinsweise. Leicht kommen wir dann telalter verkündete: Turnen ist ein Teufelsgeschäft! allgemeine Schicksal einer Zeit wieder. Die Krisis" dahin, daß der Schrebergärtner meint, wenn nur und er ziemlichen Anklang fand, dagegen heute die des Parlamentarismus, darüber hinaus die ganze ieder einen Schrebergarten hat, find alle gesellschaft Kirchenväter nicht sehr viel Widerhall finden, so muß geistige und soziale Krisis unserer Zeit, erhält mit lichen Fragen gelöst, und der Sportler glaubt alles das doch auch für tiefere Zusammenhänge von Sport diesem Roman ein erschütterndes und zur Besin- in beste Ordnung zu bringen, wenn nur jeder eifrig und Politik sprechen. Daß Sport und Politik aufs nung aufrufendes Dokument. seinen Sport treibt. Dabei wird nicht nur der Kör engste miteinander verbunden sind, beweist auch die ,, Glauben Sie an Philo?" Von S. S. Van per gesund, sondern auch der Geist, wie es in dem Tatsache, daß sich bei zunehmender Klassen weiung Dine. Bearbeitet von Elsa Staudemeyer. Verlag bekannten falschen Sprichwort heißt. Zu solchen Er- auch der Sport in hie„ Arbeitersport" und da„ bürKnorr u. Hirth G. m. b. H., München.( Geh. gebnissen kommen Sportler, und ganz besonders bürgerlicher Sport" trennen mußte. Die Arbeiterklasse R.-M. 3.-, gebunden R.-W. 4.-). Immer wieder gerliche Sporttheoretiker sehr gern. Letztere lösen den hatte eben eine andere gesellschaftliche Stellung, trieb beobachtet man, daß jeder in unserer aufreibenden Sport- theoretisch einfach von der Gesellschaft andere Politik und brauchte auch ihre eigenen poliBeit ein Bedürfnis nach Werken hat, die bei vor- ab und behaupten, er hätte nur dann sittliche Werte tischen Mittel. Daß der Sport immer ein politisches züglicher Darstellung so spannend sind, daß er sich in sich, wenn er unpolitisch sei, also Selbstzwed. Die Mittel war, beweist doch die Geschichte. Sport und und seine Tagesarbeit vergessen kann. Ein neuer volkstümliche Formel für solche theoretische Konstruk Politik wurzeln in der Gesellschaft. Sport und MiliRoman Glauben Sie an Philo?" von S. S. Van tion ist dann: Sport hat mit Politik gar nichts zu tarismus sind in der Klassengesellschaft Geschwister. Die Forschungen über Schädlinge und deren Dine entspricht voll und ganz dieser Forderung. In tun. Und auch die Arbeiter in den bürgerlichen Noch im Jahre 1925, also nach einem grauenvollen Ausmerzung haben kürzlich interessante Resultate ciner hochangesehenen Familie, deren Oberhaupt Sportverbänden sprechen das ohne darüber nach Kriege, lesen wir in einer bürgerlichen Sportzeitung: in Neu- Seeland ergeben. Diese wissenschaftliche eine reiche Witwe mit zwei bei ihr lebenden Töchzudenken ganz gelassen aus. Dieser Tatbestand hat Wir müssen Sport treiben, um dem Vaterland derArbeit ist von größter Bedeutung, da verſchiedene tern, einer Adoptivtochter und zwei Söhnen ist, aber außer der ersten geschilderten Ursache noch eine einst einen kräftigen und gesunden Mann zu schenhier eingeführte Vertreter der Tier- und Pflanzen werden innerhalb ganz furzer Zeit mehrere Morde zweite: Die Kapitalistische Gesellschaft, die uns so fen, der allezeit bereit ist, sein Leben für die Heimat welt zu wahren Feinden der Produktion in verschieund Mordversuche verübt, so daß die Polizei schließ- vereinsamen ließ, treibt uns in irgendein Sonder einzusetzen, wenn es gilt, unser Volk von inneren denen Gebieten Neu- Seelands geworden sind. lich den Mörder nur im Hause selbst suchen kann. gebiet, wo wir versuchen, ganz aufzugeben, einen und äußeren Feinden zu befreien... Wir müssen Früher versuchten die Behörden eine wirksame Philo Vance, ein junger Mann von besonderen Lebensinhalt zu finden, und wir gehen leicht in den Sport als einen Ersatz für die allgemeine WehrBekämpfung durch strenge Stontrolle durchzuführen, Gaben des Geistes und des Herzens, macht sich daran, irgendwelchen Einzelgebieten auf, um uns dort pflicht betrachten, jene vorzügliche Volksschule, die uns aber das half wenig oder überhaupt nichts. Allerlei die ungewöhnlichen Motive dieser Taten zu erhel- schöpferisch betätigen zu können, ja, überhaupt Mensch durch die Unterzeichnung des Versailler Schandvereingeführte Insekten und Unkrautarten haben in len. Wie nun dieser feinsinnige, ästhetische und sein zu können, was wir in der Gesellschaft selbst trages geraubt wurde." Solche Beispiele ließen sich der neuen Heimat ungeahnte Skräfte zur Vermeh- gütige Mann Philo zu Werke geht, wie er die nicht mehr sind. Verdrängt von der wirklichen Welt, beliebig erweitern.. Jeder Sport ist politisch. tung entwickelt und zeigen gegenüber den Menschen unscheinbarsten Seelenregungen verschiedenster Men- bauen wir uns eine Welt neben der Welt und sind Wenn die bürgerlichen Verbände von sich beund anderen Feinden außergewöhnliche Zähigkeit schen verfolgt, wie seine Arbeit dann immer wieder geneigt, alles zu verpönen, was in dieser Gesell haupten, jie seien neutral, so ist eben diese Behaupund Widerstandskraft. Forellen und Rotwild haben durch ein neues furchtbares Ereignis unterbrochen schaft besteht. Dazu gehört denn auch die Politik. Wir tung schon Politik. Neutral in einer Gesellschaft zu sich nach ihrer Einführung ganz rapid entwickelt. wird, wie sich die Fäden immer mehr verwirren, das alauben allein das Rechte gefunden zu haben und sein, in der man lebt, iſt ſo unmöglich, wie schwim Das Rotwilo ist tatsächlich zu einer Landplage ge- alles läßt einen Leser den anderen wieder und wie- sind doch nur Opfer einer Gesellschaft, deren Lebens- men zu wollen, ohne naß zu werden. Wir leben in worden. Viele Insekten haben sich derartig ver- der unwillkürlich inmitten atemraubender Span- beringungen uns in die Einbildung trieb. Wir glau- der Gesellschaft und nehmen alle Stellung zu ihr. mehrt, wie man es bei ihrer Einführung in die nung fragen Glauben Sie an Philo". ben die wirkliche Welt verachten zu können, und doch Db bewußt oder unbewußt. Und das ist Politik. Wie w Kleine Chronit. Insetten als Bekämpfer von Schädlingen. 100 Seite 16. „ Remy"-Reisstärke Sonntag, 18. August 1929. in in Tafeln mit Glanz und in' la, oder 1 21, kg- Paketen erhältlich bei allen Konsumvereinen, Kaufleuten, Seifenhandlungen und in jeder Drogerie. Als- sehr selten nötiges rasch wirkendes die Reichstagung der Naturfreunde Deutsch. sollte es unter diesen Umständen möglich sein, daß, ſcher Klaſſenpolitik. Die Wahl steht also nicht: un, Politik mit Sport nichts zu tun haben soll, der doch politischen oder politiſierten Sport, sondern zu ent- Wittel gegen gewisse Erschöpfungszustände gehört lands statt. Aus den Berichten ging hervor, daß die nicht außerhalb der Gesellschaft gepflegt werden kann? scheiden hat man sich nur für bürgerlichen oder pro- Alkohol nur in die Hand des Arztes oder, in Witgliederzahl im letzten Jahre um 10 Prozent Wir wissen doch sehr gut, daß führende Politiker in letarischen Klassensport. Einen dritten Weg gibt es dessen Abwesenheit, des älteren, erfahrenen Sport- gestiegen ist und Deutschland gegenwärtig mehr führers. als tausend Naturfreundegruppen aufweist. Welche bestimmten Verhältnissen sich mit erstaunlichem InIn nicht dem Arbeitenden dürfte die Wahl nicht schwer Wer nicht nur einmalige Höchstleistung erstrebt, wertvolle Arbeit die Naturfreunde im Intereffe teresse für den Sport einsetzen. Das ist nie ohne Ursondern möglichst lange leistungsfähig bleiben will, des werktätigen Volkes leisten, erhellt die Tatsache, sache. Da hat die Politik eben den Sport gebraucht, fallen. d. H. also einen gesunden Mann, um das letzte MitKurt Stechert.( Freie Sportwoche", Leipzig.) sollte auch außerhalb der eigentlichen Uebungs. daß im letzten Jahre 50.000 Wanderungen durchge zeit Alkohol nach Möglichkeit meiden: Alkoholgenuß führt wurden, an denen sich mehr als eine Million tel der Außenpolitik anwenden zu können: den Krieg. Warum fommt die Jugend zum Sport? fet Schung, Lust und Kraft zu tüchtiger turne- Menfchen beteiligten. 510.000 Menschen haben in den 241 deutschen Naturfreundehäusern Unterkunft und Erholung gefunden. Was weiter sind die Olympiaden des bürgerlichen Sportes, als Fortseßung imperialiſtiſcher und nationaler Politik auf unblutigem Schlachtfelde, mit anscheinend sittlichen Mitteln, als das man den Sport gern hinstellen möchte. Wenn wir diese internationalen Wettkämpfe des bürgerlichen Sportes so betrachten, finden wir auch eine Erklärung für die Frig Wildung behandelt in seinem Buch„, Arbeitersport"( Bücherkreis) auch die Gründe, warum es die heutige Jugend zum Sport treibt. Er schreibt u. a.: Darüber, daß die jungen Menschen im schulent lassenen Alter noch sehr an spielerischen Formen der Betätigung hängen, sind sich alle Beobachter und Psychologen einig. Für die erwerbstätige Jugend kämpfen wir um Freizeit und damit auf das Recht auf Leben. „ Die Seelenlosigkeit des Produktionsprozesses Raufereien, die z. B. in Amsterdam und anderswo trifft besonders hart die jugendlichen Arbeiter, bei an der Tagesordnung waren. Wie heißt es denn denen der Spieltrieb noch stärker entwickelt iſt immer, wenn ein so hirnloser Sportler Lorbeeren als beim erwachsenen Menschen, wo er andere Betä aus dem Ausland mitbringt?„ Er hat für den deuttigungsformen sucht. Für den heutigen Produktionsschen Gedanken im Ausland geworben, hat der deut prozeß und alle mit ihm verbundenen Gefahren iſt schen Nation Ehre gemacht" usw. Und wenn wir die Jugend in schulentlassenen Alter noch nicht reif, uns nun als Arbeitersportler bewußt um die Bolitik weder geistig noch körperlich. Es müßte mit mehr kümmern, so ist das nicht, wie bürgerliche Sport Nachdruck als bisher dahin gestrebt werden, auf die theoretiker behaupten, politisierter Pseudosport", der, Volksschule vier höhere Semester aufzubauen, die wie es Fritz Giese im„ Geist im Sport" tut, auf besonders für das Berufsleben vorbereiten, dem Stinde eine Stufe mit Briefmarken- und Taubeniport zu aber auch eine Verlängerung des Rechtes auf Kindstellen ist, sondern das ist einfach der Ausdruck dessen, heit einräumen. daß die Arbeitersportler erkannt haben, daß sie sich auch um die Politik fümmern müssen, wenn die Lei besübungen nicht Sisyphusarbeit sein soll. Die spoct. treibenden Arbeiter lassen sich nicht mehr als Mittel für den Klassenfeindlichen Politiker mißörauchen, son dern werden jetzt Mittel für ihre eigene proitarische Politik. Darum pflegt der Arbeitersport auch den Gedanken des internationalen Klassenkampfes und nimmt in einzelnen Ländern auch schon den Charakter als Wehrsport an, da das Proletariat davon über= zeugt ist, daß es nur dann mit den Mitteln der Demokratie siegen werden kann, wenn, so drückte es Otto Bauer auf dem Linzer Parteitag der österreichischen Sozialdemokratie aus,... wenn wir das Proletariat selbst wehrhaft erhalten, wenn wir die Jugend zur Wehrhaftigkeit erziehen..." Wir müssen uns klar darüber sein, daß in dem Moment, wo sich die Demokratie entscheidend gegen die Bourgeoisie wendet, die herrschende Klasse diftaturfreund lich wird und das Proletariat dann zur Abwehr bereit sein muß. Hier greift der Sport entscheidend in die proletarische Politik ein, wird ein starfer Faktor bei der Neugestaltung der Gesellschaft. Um gefehrt beeinflußt die politische Lage auch den Sport. Durch politische Gewaltmaßnahmen, wie z. B. das Sozialistengesetz eine war, kann auch der Sport gehemmt werden. Wir wissen ja, daß sich gleich nach dem Fall des Sozialistengesetzes mit der Arbeiter Ilasse auch ungestüm der Sport entwickelte. Auch in welchem Maße der Sport ausgeübt werden kann, ist doch eine durchaus politische Angelegenheit. Wo bliebe der Sport ohne 8- Stunden- Tag? Und dieser ist keineswegs durch Neutralität, sondern durch tätig sten Klassenkampf erobert worden. Diese Zusammenhänge müssen wir beachten. rischer oder Sportarbeit herab. Der Film. Die größten Meister des Sports und die besten Turner leben frei oder so gut wie frei von Allfohol: sie wollen nicht ermüden, wollen einen festen, zähen Willen behalten. Dieser Enthaltsamkeit verdanken sie zum großen Teil ihre Erfolge. Willst Der große klassische Jannings- Film:„ Anna du es daher im Turnen oder Sport wirklich vor Boleyn". Mit Henni Porten. Regie: Tuwärtsbringen, so mache es wie sie: iß gegen Durst bitsch. Grandiose Aufmachung! Die üppige Beit frisches, reifes Obst, trink' frisches Waffer, reine Heinrich VIII. Wran- Urania Kino. Heute Obstsäfte, gute Milch! Desterreich im Arbeitertennis führend. Die Vertreter österreichischen Benjaminsports, des Tennis, haben in Nürnberg geradezu Aufsehen erregt. Die Deutschen, bei denen das Arbeitertennis schon länger betrieben wird als in Desterreich, waren nämlich vor Beginn der internationalen Festmeisterschaft der Ansicht, daß für die Schlußspiele nur sie und die Dänen in Betracht kommen. Daß auch die Oesterreicher nennenswerte Erfolge erzielen werden, daran glaubten nur die Defter reicher selbst. Aber schon nach den ersten Ausschei Für das Alter der Reifwerdung sind körperliche dungsspielen mußten die Deutschen erkennen, daß Spiele von ganz besonderem Wert, denn es ist die ihre Ansicht eine grundfalsche sei, daß ihre AusZeit des größten Wachstums, vor allem der wichsichten, in die Schlußrunde zu kommen, gleich Null tigeren inneren Organe. Der Körper verlangt nach sind. Die Oesterreicher und Dänen domiausgleichenden Bewegungen gegenüber den 3wed- nierten auf der ganzen Front. Den Dänen, die vor bewegungen im Beruf mit ihrer Eintönigkeit und Bestehen des dänischen Arbeitersportbundes in bürEinseitigkeit. Sport und Spiel sind in den Jahren gerlichen Vereinen tätig waren und eine sehr gute der Reifwerdung auch dadurch von sehr heilsamem Schule durchgemacht haben, ging ein glänzender Einfluß, weil sie Kräfte absorbieren, die sonst nach Ruf voraus, den sie auch rechtfertigten. Sie erunzeitiger geschlechtlicher Entladung drängen. wiesen sich in Nürnberg als wirklich große Könner. Diese in einer Reihe wunderschöner Kämpfe besiegt zu 3u haben, können sich die Oesterreicher rühmen. Der Ausgleich, der durch alle gesunden Leibesübungen für das Seelenleben der Jugend geschaffen wird, ist weit wichtiger, als allgemein angenommen wird. Leibesübungen sind Spielformen der Arbeit, die dem Jugendlichen angepaßt sind, die Freude und Lust am Schaffen, an der Bewegung erweden. Spiel und Sport werden in diesem Alter als Erlöser empfunden. Sie ersetzen all die verlorene Lebensfreude wieder, geben Lust zum Schaffen und erlösen Leib und Seele aus der Verkrampfung des Produktionsprozeſſes. In Spiel und Sport lebt die Jugend ein Leben, das ihrem Wesen entspricht, hier darf sie Jugend und Mensch sein." Gport und Altohol. int. Die Wiener Arbeiterfußballer halten auf Ordnung. Der Vorstand der Landesgruppe Wien des Arbeiterfußballverbandes hat in seiner gestrigen Sigung beschlossen, den Sportklub Landstraßer 8, halb 6 und 8 Uhr. T. 20429. Kunst und Willen. Kleine Bühne: Heute Premie„ Die Nacht der drei Frauen". Das Ensemble des Berliner Intimen Theaters bringt heute zum erstenmale Rudolf Lo thars, des bekannten Bühnenschriftstellers föstliches Lustspiel„ Die Nacht der drei Frauen" zur Aufführung. Das amüsante Werk, das überall Serienerfolge zu verzeichnen hat, verspricht dem Bu blikum dank seiner glänzenden Ueberraschungstech. nik und Situationskomit einen Abend ungeteilier Seiterkeit. Wiederholungen, die gleichzeitig die Ab schiedsabende der Berliner Künstler sind, finden nur Montag, Dienstag und Mittwoch statt. Für Jugendliche nicht geeignet. Anfang 8 Uhr. Karten. Vorverkauf: Deutsches Haus, Graben 26( Telephon 24687) und beim Portier des Neuen deutschen: hea ters.( Tel. 21210.) Herausgeber: Dr. Ludwig Czech. Chefredakteur: Wilhelm Nießner. Berantwortlicher Redakteur: Dr Emil Strauß. Brag. Druck: Nota A.- 0. für Zeitung. und Buchdruck, Breg Für den Druck verantwortlich: Otto Hoth. Brag Die Seitungsmarten'ranfatur murde von der Boft. u. Telegraphen tion mit Erlak Nr 127 451/ VII/ 27 am 14. Mo 192 bemillet. www Volkszünder Amateure aus dem Verband auszusche Verlanget überall ßen. Der Ausschluß des in der ersten Atlaſſe tätig gewesenen Vereines aus den Reihen der Arbeiterfußballer erfolgte wegen einer Reihe arger Diziplin widrigkeiten, die sich Mitglieder des Vereines zuschulden kommen ließen. So bot die Art und Weise, in der die Landstraßer Amateure in der letzten Zeit ihre Spiele durchführten, immer Anlaß zur Klage. Mehrere Veranstaltungen führten! gliedern des Klubs auf und außerhalb des Spielfeldes sogar zu Ausschreitungen. Da die Leitung des Vereines keine Anstalten traf, die Ruhestörer auszuschließen, und feine Gewähr dafür bieten fonnte, daß die Spiele ihrer Mannschaft in Zukunft in einer Arbeitersportlern würdigen Weise durchgeführt werden, sah sich die Landesgruppe Wien gezwungen, den Ausschluß über den Verein zu verhängen. ( Merkblatt des Deutschen Aerztebundes zur För- infolge des undisziplinierten Verhaltens von Mitderung der Leibesübungen.) Alkohol in geringen Mengen belebt das Nervensystem. Dieser Belebung folgt aber nach turzer Zeit eine Erschlaffung. Bei mittleren und größeren Mengen unterbleibt die belebende Wirkung; es tritt vielmehr sofort Erſchlaffung ein. v Sport und Politik sind nicht zu trennen. Sport ist so wenig Selbstzwed, wie es die Politik sein kann. Sport als Selbstzwed wäre leer, müßte in den Wolfen schweben. Der Sport bekommt erst Inhalt in Beziehung zum wirklichen Dasein. Sport hat immer den Zwed, den die Zeit in ihn hineinlegt. Eine beständige Sportidee, die dem Sport einen ewigen. Während des Trainings ist Enthaltsamkeit Inhalt gibt, besteht so wenig, wie eine solche 3dec von Alkohol unbedingt geboten. in der Politik vorhanden ist. Die Zeit macht den Alkohol darf nie auch in Kleinsten Mengen Inhalt aus. Das Bürgertum führt den Stlassenkampf nicht- vor einer turnerischen oder sportlichen um den Sport, indem es seine Neutralität fordert, Leistung genossen werden. Er wirkt immer und. h., ihn dadurch zum Diener seiner Gesellschaft günstig. Der leichten Anregung folgt fast stets noch macht. Das Ploletariat führt den Klassenkampf um vor Ablauf auch einer sehr kurzen Leistung die den Sport, indem es ihn in den Dienst des sozia gefährliche Erschlaffung. Gerade der halbe Meter, listischen Ringens stellt. Indem sich der Arbeitersport um den man auf kurzen Strecken schlechter wird, bewußt unterordnet, in einen höheren Wert, beginnt fann einen den Sieg kosten. er erst Wert zu verkörpern. Der Inhalt des bürgerlichen Sportes ist der Inhalt der bürgerlichen Gesellschaft. Seine gegenwätigen Krisen, sein Verfall ist nur der Ausdruck des Verfalles jener Klasse, der er dient und dessen Sport er ist. Als Mittel der bürgerlichen Geſellſchaft und deren Politik vergeht er mit dieser Gesellschaft. Der Arbeitersport hat zum Inhalt den jungen sozialistischen Geist des aufsteigenden Proletariats und ist ein Mittel proletariInternationaler Fußball. Das erste internationale Arbeiterfußballspiel in Dänemark, in dem sich eine deutsche und eine dänische Auswahlmannschaft gegenüberstanden, fand Sonntag vor achttausend Buschern in Kopenhagen statt. Deutschland siegte mit 2: 1 Toren. Eine finnische Auswahlelf trug zwei Spiele in Norddeutschland aus und siegte in Rostock gegen das Team von Mecklenburg 9: 0 und in Malchin 3: 2. In Gera ging vor fünftausend Auch nach einer sportlichen oder turnerischen Zusehern das letzte Deutschlandspiel des engAnstrengung ist Alkohol in der Regel für den lischen Arbeiterteams vor sich. Die Ausnoch nicht voll erwachsenen Körper unbedingt wahlmannschaft von Thüringen gewann 8: 1, wobei schädlich. Mehr noch als den frischen erschlafft zu bemerken ist, daß die Engländer viel besser er den angestrengten Störper. Durch seine lähmende waren, als das Resultat besagt. U. S. U. BrüsWirkung täuscht er oft geſunde Müdigkeit vor, ver- fel verlor in Trebur gegen das hefſiſche Team mit deckt aber damit Unruhe und Aufregung, die Zei- 7: 1 Toren. chen der Ueberanstrengung. Wer diese Zeichen nicht Großer Aufschwung der Naturfreundebewegung beachtet, hat an den Folgen oft lange zu leiden. in Deutschland. Am 4. August fand in Dresden Verlangen Sie in jeder Verkaufsstelle des Konsumverelines SELCHWAREN der Firma HEGNER& Cle.. PILSEN Selchwaren der Fa. HEGNER& Cle., PILSEN. SIND DIE ALLERBESTENI Der m fröhliche Kezzer Seitere Gatiren von Rigolo: 11Boltsbuchhandlung Teplig- Schönau Rönigstraße 13, otreft gegenüber dem Neuen Stadttheater. m G ummiStrumpfe kauft man bestens und billigst nur im Spezial. geschäfte Hans Thoma, Karlsbad, Kreuzstr. 4 neben Hotel Astoria Alle Größen, Sorter und Formen lagernd Schriftl. Anfr. werden sofort erledigt. TUNGSRAM LICHT UND RADIO macht Ihr Heim behaglich! 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Karlsbad ist eine Mahnung an Alle: Rettet das Volk vor dem sich'ren Berfalle, es wird vom Sozialismus bedroht und befindet sich- S. D. S.— in Not! Zwei Dinge nur können das Unheil wenden: Ein neues Banner und neue Spenden. Das Schwarz- Rot- Gold ward uns geraubt, das Schwarz- Weiß- Rot ist nicht erlaubt, vielleicht versuchen wir's zur Not einmal mit Kornblumblau und Rot? Hauptsächlich aber sind vonnöten in dieser ernsten Zeit Moneten. Die Kassen der Partei sind leer, da kämpft es sich, bei Gott, recht schwer. Aus diesem angeführten Grunde erkennet das Gebot der Stunde, ihr Arbeitgeber- Volksgenossen, und spendet rasch und pflichtentschlossen dem Wahlfonds ein paar tausend Kronen Es wird sich hundertfältig lohnen. Auf Karlsbad die Antwort sei: Die Taschen auf für die Partei! Der Landbündler: Das gottverdammte rote Pad macht einen Reichsarbeitertag. Dabei hat die grenzenlos faule Bagasch auch noch die Frechheit und Kurasch, daß es in einen Kurort fährt, wo es doch gar nicht hingehört. Was die Proleten heute treiben, ist einfach nicht mehr zu beschreiben. Der Arbeit bleiben sie meist fern, doch Feste feiern tun sie gern. Nur ja nicht einen Finger rühren, dafür recht fleißig demonstrieren. Kein Wunder da ja das Gesindel, beeinflußt vom Margismus- Schwindel, dem Magen nur Beachtung schenkt und lediglich ans Fressen denkt, ans Saufen und an das Vergnügen, so wie die Schweine und die Ziegen. Es fragen da mit Recht die Bauern: Wie lang soll dieser Unfug dauern, wie lang soll dieses Pack schmarozen und noch auf unsre Kosten proßen? Stizzen aus den Anfängen der westböhmischen Arbeiterbewegung. Sind mächtig erst die roten Horden, dann fangen sie auch an zu morden, zu plündern, rauben und zu sengen, um von der Scholle uns zu drängen. Der internationalen Sippe brein, muß man, noch ch' in uns're Strippe fie langt, das Handwerk gründlich legen, gleich, wenn sie anfängt, fid) zu regen. Grad' dieser Fall ist jetzt gegeben, wo wir ein Karlsbad erleben. Was ist zu tun? Das beste Mittel bleibt nach wie vor der Gummifnüttel. Man sperre die Banditen ein, man haue wie in Gablonz und tommandiere sie im Trab hernach zu Feldarbeiten ab. Dort werden wir sie schon behandeln, daß sie sich rasch und gründlich wandeln, bis daß dann feiner mehr vergißt, wer hier der Herr im Hause ist. Wir hoffen, daß die Staatsbehörden hier ihre Pflicht erfüllen werden, fowie die wad'ren Polizisten. Wenn nicht, dann, liebe Freunde, müßten wir den Kollegen Spina fassen und ihn intervenieren lassen. Der Chriftlichsoziale: Lieber Christengott im Himmel, fich herab auf das Getümmel, das in Karlsbad zu schauen. Du wirst Deinem Blid nicht trauen, wenn Du dieses Sündenbabel, frei und nadert bis zum Nabel, wirft gewahren. Männer, Weiber zeigen die entblößten Leiber, Kinder, jugendliche Laffen laufen, wie Du sie erschaffen, mitten in der Stadt herum, nur ein fleines Höschen um. Schamlos ist die Welt von heute, sündhaft find die meisten Leute, gottlos schlechte Elemente, daß es einem granfen könnte. Schuld daran sind diese Reger, diefe roten Boltsverheper, diese bösen Sozialisten und verd.... Antichristen. Wer geht heut von den Proleten noch in eine Kirche beten? All ihr Glauben ist zum Teufel und das ist wohl ohne Zweifel dem freidenkerischen Treiben der Margisten zuzuschreiben. Heut im schönen Tepltale halten sie ihr Bacchanale und wir hören sie seit gestern Dich und Mayr- Harting lästern. Das ist einfach unerträglich und wir leiden ganz unsäglich, da wir seh'n die Welt verderben und das Bolt moralisch sterben. Herrgott, hilf uns endlich' mal, bleib nicht länger neutral, und bestrafe diesen Frebel rigoros mit Pech und Schwefel, oder laß auf die verweg'nen Sozi sonst' was niederregnen, damit dieses Pad verkomme und allein die gläubig- fromme, christlich- soziale Herde übrig bleibe auf der Erde. Herr, erhöre diese Klage! Sei am Reichsarbeitertage diesem sündigen Gelichter der bekannte strenge Richter! Der Nationalsozialiſt: Die Roten feiern ein Jubelfeft, was jedenfalls tief bliden läßt, beweist es doch, daß der Marxismus den nationalen Sozialismus, - fast will es scheinen, unvermindert an Stoßkraft noch am Sieg behindert. Und da nun, wie ihr alle wißt, die S. A. P. verjudet ist, bedeutet das, wie jedem flar, für unser Volt eine Gefahr. Es ist das Ziel der Sozialisten, die Arier, Deutschen und die Christen Alljuda untertan zu machen. " Wie müßte die Kultur verflachen und unser Volt degenerieren, wenn es die Weisen Zions" führen. Demokratie und Republik, Vernegerung mit Jazzmusik, die Sprache ringgeschmückter Hände das wär' das grauenvolle Ende. Dem gilt es raschest vorzubeugen und unser Hakenkreuz zu zeigen. Die Welt sei völkisch durch und durch und teutscher noch als Hindenburch, so teutsch wie Hitlers braunes Hemd, und dolch- und stahlhelmüberschwemmit, furz, eine Welt von Blut und Eisen Auf alles andre laßt uns sch.....! Soll dieser Traum vom deutschen Staat verwirklicht werden, ch's zu spat, dann braucht es jene starte Hand, die sich bei Mussolini fand, dann braucht es eine Führerschaft von Hitlers Ueberredungskraft. Dies fehlt uns noch in der Tschechei. Die Rocabs unserer Partei, die haben denn es ist nicht leicht das Jdeal noch nicht erreicht, es fann selbst unser bester Mann, der Jung, nicht an den Adolf' ran. Weshalb es gilt, sich aufzuraffen, und diesen Mangel abzuschaffen. Der Judentag in Karlsbad drängt uns zum Handeln, zwingt zur Tat. Wir haben drum, Parteigenossen, zum Inserieren uns entschlossen und schlagen vor: Mit großen Lettern zu annoncieren in den Blättern: Diktator, nordisch, blond und arisch, braunhemdenhaft und hitlernarrisch, bismardenergisch und hakenkreuztreu, gesucht für Tschechoslowakei. Anbote dringend an den Tag".... Nun komme, was auch lommen mag! Der Kommunist: Die Sozialfaschisten halten Parade, bezeichnenderweise im Weltkurbade. Mit Unterstüßung der Bourgeoisie, der Bürokratie und der Gendarmerie und selbstverständlich der Polizei wird die scheinproletarische Klassen"-Partei des Dr. Czech, De Witt und Konsorten in Karlsbad und den benachbarten Orien in ,, Massenkundgebungen"" demonstrieren". aber nur, um die Arbeiter irre zu führen. Den Zwed ihres Aufmarsches kennen wir schon: Kriegsheße gegen die Sowjetunion, hingegen Bekenntnis zum Ausbeuterstaat, also Berrat am Proletariat. Doch wird diese Absicht geschickt verschleiert, indem man ein Jubiläum feiert mit Losungen und radikalen Parolen, ( die man zum Teile von uns hat gestohlen), damit der Arbeiter glaubt, es wär' die D. S. A. P. revolutionär. Mit einem Wort, man suggeriert den Massen, daß man Kämpfe“ führt. Wir haben wiederholt erklärt, wohin die S. A. P. heut' fährt, jedoch, und das ist sonderbar, die Leute glauben,' s ist nicht wahr. So sehr wir vor den Sozi warnen, die Massen lassen sich umgarnen, wir seh'n sie gar in hellen Haufen zur S. A. 2. hinüberlaufen. Und wir, troß unserem Geschid, wir bleiben isoliert zurück. So cifrig wir uns auch bemih'n, den Arbeiter zu uns zu zieh'n so ist ich sag' es mit Respeit er pfeift uns was der Endeffekt. Die Sozi aber, die erfassen, Beweis ist Karlsbaddie Massen. Das müssen wir energijch ändern, bei müssen en anderen Ländern. und Dah ganz wir den Kontakt verlieren, darüber muß man diskutieren, wir brauchen Reorganisierung, und wohl auch eine ne neue Führung, drei neue Linien und zuleßt die Agitprop ganz neu beseßi. So wird's am Ende doch noch glücken, die Sozi ,, an die Wand zu drüden". Ich stelle das zur Diskussion. Wer wünscht das Wort? Genosse Kohn! und unsere Antwort: Tobt, wie ihr wollt, ihr Gegner alle! Zerplagt vor Neib, zerspringt vor Galle! Uns fann es nichts genieren. Wir wissen Wir marschieren! mit der Partei versöhnt, hochbetagt in einem| die aufteimende Bewegung zu unterdrüden, hat briken Westböhmens stark besuchte Versammlung kleinen Ort Nordwestböhmens. Was er aus den Say geprägt:„ Bei Bodenbach hört die soziale gab unter begeisterten Zurufen ihre Zustimmung den Anfangszeiten der Arbeiterbewegung in Frage auf." und bevollmächtigte eine Anzahl Genossen mit Westböhmen zu erzählen weiß, dürfte besonders Nicht nur bei Bodenbach hörte für gewisse der Durchführung der Vorarbeiten. Das Stomijüngere Genossen interessieren. Und nun las- Leute die soziale Frage auf, sondern bei Eger erst tee hat getreu seinen Verpflichtungen, ja sogar sen wir ihn plaudern: recht. Während in Nordböhmen sich nach dem weit über den Rahmen dieser hinaus gearbeiVorbemerkung der Redaktion: Der Verſaſſer dieser„ Skizzen", Adolf Seimann, Bei den alten Aegyptern war es Sitte, bei Inslebentreten der Verfassung von 1867 die Artet. Schon damals war geplant, den Fachverein ist den alten Genossen nicht unbekannt. Er der Abhaltung eines großen, für die Massen be- beiterbewegung rasch entwickelte, vergingen fast weiter auszugestalten. Man ging sogar noch war in den achtziger Jahren einer der begab- stimmten Festes, wenn die Lust am höchsten ge- zwei Jahrzehnte, che mit Ausnahme von weiter, setzte sich mit den Glasarbeitern nicht nur testen Agitatoren, aber bald nach dem Sain- stiegen war und Gefahr drohte, daß das Maß schim weſtlichsten Teile Böhmens, die Ar- in der nächsten Umgebung, sondern auch mit felder Parteitag wurde er neben dem Buch überschritten werde und Ausschreitungen eintre- beiterbewegung festen Fuß faffen konnte. Es ist Steinschönau, Haida und Gablon; in Verbindung brucker Rudolf Hanser, den nun schon ten könnten, einen Sarg als Symbol der Ver- dies nicht schwer erklärlich. Die Einflüsse der und entsandte Kollegen zur Agitation in diese viele Jahre der Rasen dedt, einer der Führer gänglichkeit auf einen erhöhten Platz zu stellen, mächtig aufstrebenden Kurorte ließen ein prole- Gebiete. Selbst mit den Berufskollegen in Deutscheiner neuen oppositionellen,„ radikalen" Bewe von wo aus er allen sichtbar war. Die Menge tarisches Empfinden lange Zeit nicht aufkommen. land wurden Verbindungen hergestellt, Stollegen Und die Industrie war mit Ausnahme der hoch- nach Deutschland entsendet und alles mögliche ge= gung, welche der Partei gefährlich zu drohte, die mühsam zustande gekom werden sollte durch die Aufstellung dieses Symbols zu stehenden keramischen Industrie wenig entwickelt. tan, um die reichsdeutschen Porzellanarbeiter aus gemahnt werden. Selbstbesinnung heit gefährdete. Auf dem österreichischen Par teitag im Jahre 1892 fam es zu einer großen Ich habe das Bild nur deswegen gebraucht, Auseinanderseßung zwischen der Parteimehr- um gewisse Grellheiten, die Anwendung gewiffer heit und den„ Unabhängigen", bei der Viktor düsterer Töne, die mit der Feststimmung nicht Adler leidenschaftlich die Grundsätze der Partei harmonieren, denen ich aber bei meinen Schilde und ihre Einheit verteidigte. Die überwiegende rungen nicht ausweichen konnte, zu rechtfertigen. Mehrheit des Parteitages ſtand zu Adler, Ich hätte auch lieber, statt Grau in Grau zu stand zur Parteieinheit. Hanser und Heimann malen, lebhaftere Farben angewandt, mehr Licht wurden aus der Partei ausgeschlossen. Aber als Schatten in meine Stizze fallen lassen; wollte noch längere Zeit erhielten sich die„ Unabhän- ich aber der Wahrheit tren bleiben, so durfte ich gigen", besonders in Nordwestböhmen. Eine feine Schönfärberei treiben. Die Anfänge unseSeitlang gab es auch eine Unabhängige rer Bewegung sind überall mehr dem Drama als fozialistische Partei", aber sie verschwand wie dem Heiteren verwandt. Die lustige Person, der der und nur anarchistische Zirkel fristeten unter Humor, ist nur selten und dann meist unfreiwilden tschechischen Bergarbeitern noch ein wenig lig Mitwirkender bei großen politischen Aktionen. beachtetes Dasein bis nach dem Kriege, bis zu ihrer Verschmelzung mit den tschechischen Nationalsozialisten, was dem ehemaligen Anarchistenführer Dr. Vrbensky sogar eine Minister. Bürgerministeriums, der zu Beginn feiner nicht schaft brachte. Später folgte er dem Zuge set- allzu lang dauernden Miniſterherrlichkeit sich sehr nes alten Revoluzzerherzens und wurde ston- arbeiterfreundlich gebärdete, später aber, als er munist. Adolf Heimann, seit vielen sab, daß die Arbeiter sich nicht als Staffage der Jahren aus der Politik verschwunden, lebt, liberalen Partei gebrauchen ließen, alles tat, um Altrohlau. nahmsstellung inne; die in dieser Industrie be- werkschaftsverbandes loszulösen. Bis in die entschäftigten qualifizierten Arbeiter hatten gewisse legenſten Ortschaften des Erzgebirges wurden die Sonderrechte und eine alte, auf zünftlerischer gelesenen Arbeiterblätter verteilt und so auch bei Grundlage aufgebaute Organisation. Erst als der den Bergarbeitern der Anstoß zu neuen Organisich änderten, die Frauenarbeit immer mehr um Uebersee- Export zunahm, die Arbeitsmethoden fationsgründungen gegeben. sich griff, waren die Voraussetzungen für eine gedankliche Umstellung der Arbeiter dieser Branche gegeben. Die Unternehmer waren aber auch nicht müßig gewesen. An Maßregelungen und Hausdurchsuchungen fehlte es nicht, sogar ein Geheimbundprozeß wurde inszeniert, der aber in Prag mit dem Freispruch der Angeklagten endete. Elbogen. Tatsächlich waren es auch die qualifizierten Arbeiter der Porzellanfabriken von Altrohlau, welche den Auftakt zu der später so mächtig um Vor kurzem war ich wieder einmal in einer sich greifenden sozialistischen Bewegung in West- Stadt. Ich schleuderte durch die belebtesten Gasböhmen gaben. In der Mitte der achtziger Jahre, sen, nahm aber wenig Notiz von den Herrlichin einer Zeit, da in ganz Böhmen und selbst in feiten, mit welchen die Ladenbesißer ihre Stun Reichenberg, das doch stets an der Spitze der den anlocken, und wollte schon die Stadt verGistra, der fähigste Kopf des österreichischen Arbeiterbewegung stand, sich kaum ein Lüftchen lassen, als plößlich mich em Bild im Schaufenrührte, traten in Altrohlau ein paar entschlossene ster einer Kunsthandlung fesselte. Es war eine Arbeiter zusammen und faßten den Entschluß, von geübter Hand geschaffene Gesamtdarstellung einen Fachverein der Porzellanarbeiter zu von Elbogen. Lange stand ich vor dem Bilde, gründen. konnte mich faum von ihm losreißen. Ja. das Eine von Abordnungen aller Porzellanfa- war die alte, zum Stilleben einladende, an das Bette 18. Wir sind Fabritarbeiter Aus dem freien Amerita Von Ella Ford. Sonntag, 18. August 1929. sie, daß sie nicht den Wochenlohn erarbeiten Gewehrkolben und Gummiknüppeln. Ein alter Jeffen. Wasser mußten wir alle aus einem rostigen tönnten. Es wurde nach Stück gerechnet und oft Mann war da, er sagte immerzu, daß er nichts Eisenbecher trinken. fam alles durcheinander und dann mußten fic getan habe. Sie rentten ihm den Arm aus und Noch lange nach Mitternacht konnten wir immer schneller arbeiten. Kinder arbeiten in den warfen ihn in einen Wagen. Neben mir humpelte hören, wie sie Polizisten die Männer malträFabriken. Ich habe kleine Jungen nicht viel eine alte Frau, als ich den Laden verließ, und tierten. Sie stießen sie, die handgefesselt waren, Dies ist die Geschichte einer Stiderin über zehn gesehen, aber sie sagten, sie seien über einer der gemieteten Wachleute stieß ihr fort nur so herum. Ich sah sie, als man sie dann zu aus Gastonia. An dem„ Stil" ist nichts vierzehn. Sie arbeiten zwölf Stunden durch. Am während sein Bajonett in den Rücken. Man fah Gericht führte. Einen hatte man so geschlagen, geändert worden. Die einfache Geschichte Morgen ficht man ganze Familien zur Arbeit das Blut herunterrinnen. Und dann famen drei daß das Blut herunterfloß. einer aus den Bergen stammenden Ar- geben. Wenn eine Mutter in der Fabrit arbeitet Bolizisten und verrenkten ihr die Arme und Die Frauen wurden nicht vorgeführt. Aber beiterin; erste Erfahrungen in einer hoch und ein kleines Kind hat, darf sie fort und das schleppten sie ins Gefängnis und dort wurde sie Mittwoch nacht hörten wir vor dem Fenster entwickelten Industrie, erste Berührung mit Kind fäugen. Die Fabriksleitung hat eine Strippe schrecklich verprügelt. Als sie herausfam, war ihr einen Mann zum andern sagen, wie er die Hand verbrecherischen Eilmethoden und der sich für kleine Kinder. Aber natürlich verliert die Gesicht ein entfeßlicher Anblid. halten solle, um etwas in den Versammlungssaal daraus ergebende Kampf. In diesem Mutter Zeit damit und die wird ihr nicht bezahlt. Das alles machte die Streifenden nur stär- der Gewerkschaft zu werfen. Im selben Augen Augenblick( August 1929) stehen fünfzehn Im Jahre 1927 begannen sie uns besonders ker. Die meisten von uns Amerikanern find stolz blick wurde eine Tränengasbombe durch unser Männer und Frauen in Gastonia vor Ge- zu drücken. Es kam ein neuer Geschäftsführer, und lassen sich nicht wie Slaven, behandeln. Die Fenster geworfen. Das Gas war in unseren richt und sollen den Kampf gegen Ver- aber wir ekelten ihn fort. Er hatte Angst vor Waffen, die man gegen uns anwendete, die Ver- Augen und Ohren und im Hals und die Augen sklavung mit dem Tode auf dem elektrischen uns. Glaubte, wir würden ihm etwas antun, und nichtung des Arbeiterunterstützungsvereins brach taten mir höllisch weh. Schließlich legten wir Stuhl büßen. Wir halten diese Geschichte verließ die Stadt. Da feierten wir ein Fest und ten uns dazu, die Dinge klar zu sehen. Es gibt uns schlafen und deckten uns mit einem alten für ein wichtiges soziales Dokument. Es die Straßen waren voll von Leuten. mehr als hundert Baumwollfabriken im Lande Leintuch zu. zeugt von Lebensbedingungen, die in so Aber andere Geschäftsführer kamen. Damals Gaston. Alle Arbeiter aus diesen Fabriken Donnerstag brachte man uns in das Kreisbrutaler Form nur im England vor hun begann das Sparsystem. Zwei Jungens am schloffen sich unserer Gewerkschaft an. gefängnis und wir bekamen ein gutes Abend dert Jahren zu finden waren. Weberbaum taten die Arbeit von sieben. Die Niemand wollte uns einen Laden vermieten, essen: Kornbrot und Milch. Sie führten uns in Fabriksleiter brachten auch neue Maschinen und wo wir das Streif- und Unterstüßungslokal ein ein großes Zimmer, da standen Betten mit Leindas raubte vielen ihre Arbeit. Sie führten auto- richten konnten. Jedermann fürchtete, die Po- tüchern und ich wachte erst am folgenden Mor matische Spulen und Scherrahmen ein. Ein lizei würde das Haus in Brand ſteden. gen auf. Mann machte die Arbeit von dreien unter dem Dann begannen sie die Arbeiter aus ihren Schließlich wurde ich freigelassen. Man alten System. Wohnungen zu vertreiben. Wir wußten nicht, sprach mich von der Anklage frei, unerlaubte Immer schwerer wurde es, Arbeit zu finden. wohin. Hausrat lag eine Woche lang auf der Waffen, mit der Absicht zu töten, getragen zu und die Arbeiter sprachen von Streif. Straße. Viele machten sich auf der Straße ein haben. Die aber die Zelte bewacht hatten, be Lager und da fochten sie auch die Lebensmittel, hielt man alle im Gefängnis. die sie von der Unterstüßungskasse bekamen. Endlich friegten wir eine Scheune, wo wir alles aufstapeln fonnten. ( Die Herausgeber der„ New Masses".) I. Bergvolt. II. Streif. Zuerst dachten wir an die Frauen und an Ich gehöre zu den Streifenden im Textilarbeiterstreit von Gastonia. Es ist der erste Streit, den ich mitmache. Ich bin in den Bergen im westlichen Teil von Nordkarolina aufgewachsen. Meine Eltern starben, als ich noch klein war, und ich wurde von den Großeltern erzogen. Sie pach Zum ersten Male erfuhr ich etwas von dem teten Land und bauten Korn, Bohnen und solches Streit, als mich der Scherer fragte, ob ich mich Zeug an, hielten Hühner, Kühe und Schweine, einer Gewerkschaft anschließen wolle. Ich sagte, die Kinder. Der Unterſtüßungsverein schichte uns um Fleisch für den Winter zu haben. Ich heiratete früh. Mein Mann und ich, ich würde mich doch nicht von den Genossen Belte und da zogen die Familien mit Kindern ein. wir pachteten etwas Land in den Bergen, aber trennen.„ Schön," sagte er, dann unterzeichne es war ein schweres Leben. Man fann sich das diese Karte. Halte den Mund und sprich nicht Effen, aber feine Kleider erarbeiten. Deshalb gingen wir eines Winters in die Baumwollfabrik und schleppten Wagenladungen von Farmern mit ihren Familien zur Fabritarbeit fort. Sie sagten, Reise darüber." Das war der Anfang des Streiks. Am III. Flinten und und Bajonette. Die Streifer sammelten sich wieder, um als IV. Fred Beal, unser Führer. Viele gibt es hier, die möchten am liebsten alle Streiter auf den elettrischen Stuhl bringen. Sie wissen: das würde der Organisation im Sü den ein Ende machen. Der Süden wäre nicht mehr organisiert. Wir müßten uns alles gefallen laffen. hinunter. Viele von den Bergbewohnern haben Sonnabend ging ich in die Versammlung und Streikposten zur Fabrit zu ziehen. Die Polizei wir nicht von den Genossen im Norden LebensWir können nichts mehr für uns tun, wenn das getan. Manchmal schidten die Fabriken auch am Montag verließ ich die Arbeit. Ich bin nicht trieb sie auseinander. Bald erfuhren wir, daß mittel bekommen. Wir glauben, wenn wir nur Leute hinauf in die Bergstätte und Farmen. Sie wieder zurüd. der Polizeihauptmann mit einer Abteilung unser eine Mahlzeit am Tage friegen, dann können wir Nach vier Uhr arbeitete niemand mehr an Streiffofal angreifen werde. Nur einige Männer weiterlämpfen, bis wir siegen. machten die Runde, versprachen alles mögliche diesem Tage. Wir warteten, bis die Fabrikpfeife und Jungens bewachten es. Als die Polizei an- Nicht viele Neger arbeiteten in der Fabrik ertönte und gingen dann. Das Madel, das an meiner Statt arbeiten mann wurde getötet. Niemand weiß, wer ihn bei den Abfällen. Zuerst wußten die Genossen fam, begann sie zu schießen. Der Polizeihaupt- Lorey. In Bessemer City arbeiten 150 Neger zogen sie das Reisegeld von unserem ersten wollte, ging am Abend in die Fabrik. Ich bat getötet hat, die Polizisten schossen blind durch nicht, wie die Negerarbeiter zu behandeln. Jetzt arbeiten sie Seite an Seite mit ihnen. Alle beWir mußten laufen. Die Vagabunden zer- griffen, daß sie sich mit den Weißen zusammen störten uns nicht das Streiklofal, aber sie ber- organisieren müssen. Einigen wir uns nicht, hat nichteten alle Bücher der Gewerkschaft und unsere der Arbeitgeber den Profit davon. fleinen Vorräte. Dann machten sie die ganze Nacht Razzia in den Zelten. Die Fabrikbefizer hatten es besonders auf Wochenlohn ab. Sie nehmen mit Vorliebe große Familien, mir nicht. Ich hätte sie prügeln mögen. denn dann gibt es eine Menge Kinder für die Fabriken. Zuerst wollten die Farmer nicht. Aber als die Zeiten so hart wurden, begannen sie alle hinunterzuwandern. Rings um die Fabrit stand ein großer Haufen. Nur wenige gingen hinein. Am Mittwoch wurde uns nicht gestattet, Streitposten aufzustellen. Sie zogen ein Seil, sperrten uns aus, damit wir nicht an die Tore fönnen. Dann kam Militär und wir durften uns der Fabrik nicht mehr als zwei Häuserblods Sie führten die Männer ins Gefängnis und unseren Führer Fred Beal abgesehen. Sie drud sagten den Frauen: man wird sie auch arretieren, ten Zettel und ließen sie unter den Arbeitern wenn sie sich nicht aus dem Staube machen. verteilen. Darauf stand, Fred sei gottlos, er Einige Frauen nahmen ihre Kinder und wan- glaube nicht an Gott. Die meisten Arbeiter hier derten diese Nacht meilenweit. find Methodisten und Baptisten. Aber die ach teten nicht auf die Zettel. Sie haben sie zerrissen. Jedermann mag Fred Beal gut leiden. Wir fennen die Leute, die für uns arbeiten. Die Zelte wurden zerrissen und der Hausrat aus der Scheune überallhin zerstreut. Manche haben nie wieder was davon gefunden. Waren sie einmal in der Stadt, gewöhnten fie sich hier zu leben. Sie gingen gerne ins Kino, hörten gerne Radio, lebten gerne inmitten so vieler. Und sie begannen Kleider und sonst aller- weit nähern. lei auf Raten zu kaufen und so mußten sie dafür Einmal ging ich mit zwei Soldaten, die man weiterarbeiten. Immer weniger Fabritarbeiter mir mitgab, in das Bureau und wollte den Getehrten dann Sommers in die Farmen zurüd. ſchäftsführer in Sachen der Gewerkschaft sprechen. Ich arbeitete sieben Jahre in der Fabrit Er ließ mir sagen: wenn es etwas von der GeLoray. Zuerst im Spinnsaal, aber da war es werkschaft ist, dann will er mich nicht sehen. Am nächsten Morgen, in aller Frühe, ging Die Mehrheit der Einwohner ist auf seiten furchtbar heiß und lärmend. Es machte mich In der Nacht darauf schlug eine Bande von ich mit der Genoffin Karoline Drew, um Essen der Streifenden. Die Arbeiter stehen alle hinter frant und ich mußte nach zweieinhalb Tagen fort. hundert Leuten, gemietete Vagabunden und Poli- für die Leute zu kaufen, die hungrig waren. Im den Genossen, die jest abgeurteilt werden. Aber Aber sie holten mich wieder und gaben mir Ar- zisten, unser Streiklokal in Stücke. Dann gingen Spezereiwarengeschäft nahm man ihren Scheck sie sind unten durch und können nicht viel tun, beit im Spulraum, und das sagte mir mehr zu. fie in den Arbeiterunterstüßungsverein, zerbrachen nicht an, und da es erst ein halb nach acht war, wenn nicht die Genossen im Norden helfen. Ich spulte etwa zwei Jahre lang. Manchmal die Fenster, warfen die Lebensmittel auf die machten wir uns zur Bant in der Stadt auf. Der Streit würde ewig dauern, wenn nur spulte ich, manchmal hatte ich das Streichgarn zu Straße und machten das Gebäude dem Erdboden Auf dem Wege kehrten wir ein, Raffee zu trin- die Kinder nicht so viel leiden müßten. Viele entwirren. Ich verdiente beiläufig zwölf Dollar gleich. fen.. Während wir da warten, traten Polizisten haben Pellagra. Sie bekommen auf den Armen die Woche. Sooft wir auf Streikposten zogen, vertrieben ein. Sie wußten, daß Karoline im Amt war, und und am Körper Ausschläge, werden ganz mager, Einer einer Jungen arbeitete einige Tage sie uns. Die Soldaten wollten die Arbeiter nicht suchten sie. Sie verrenkten ihr den Arm, brachten schwinden dahin. In den Bergen hatten wir nie und ließ es dann. Er sah schlecht aus und so schlagen, aber die Polizisten und die gemieteten sie in den Wagen, um sie auf die Wachstube zu ganze Kleider, aber genug zu essen. Wir hatten sagte ich ihm, er solle sich anderswo Arbeit suchen. Verbrecher taten die schmutzige Arbeit. Sie jag bringen. Auch ich wurde verhaftet. eingelegte Bohnen und selbstgemachtes Sauter Mehrere Jahre arbeitete er in einem Spezerei- ten uns auseinander. fraut. laden, fam aber dann in die Fabrik zurüd, weil Um diese Zeit standen etwa 1700 in Streit. er keine andere Arbeit finden konnte. Dann ar- Eines Abends trieben sie die Streifposten in beitete ich am Weberbaum- vier Jahre hin- einen Laden hinein. Ich sprang auf den Tisch durch. Ich mußte mit den meisten Scherern und und konnte so sehen, was geschah. Sie trieben Stremplern in der Fabrik sprechen. Oft klagten die Arbeiter mit Bajonettstößen an, mit ihren Vier von uns wurden in eine winzige Zelle gesperrt. Drei behielt man zwei Nächte lang hier. Manchmal wünschen sich die Leute auf die Von Sonnabend bis Mittwoch gab man uns Farm zurück, aber dort sind keine bestimmten nicht einmal Wasser, um das Gesicht zu waschen. Bahltage. Bist du einmal in der Fabrik, ist es Am Morgen friegten wir zwei belegte Brötchen, schwer rauszukommen. zu Mittag nichts und zwei Brötchen zum Abend Man arbeitet von sechs Uhr morgens bis mong nichts und zwei Brötchen zum AbendMittelalter gemahnende Stadt mit ihren engen arbeiter zu Sammlungen für die Streifenden zu die Zelle brachte. Raum erwarten konnte ich es, I Wir, das heißt ich und die in Elbogen verblies Gäßchen, Winkeln und Erkern. Alte, längst be- bevegen, und wollte, da es schon spät geworden, daß er wieder ging. Das Paket enthielt alles, benen Genossen, befanden uns noch immer in graben geglaubte Erinnerungen tauchten auf, Er- eiligen Schrittes den Bahnhof aufsuchen. Da hielt was ich ersehnt hatte: Nachrichten von draußen, Daft. Wir waren schon entschlossen, uns an höhere innerungen an liebe Genossen, die schon längst, mich ein bekannter Eisenbahnschaffner an und Schreibsachen und die Mitteilung, daß auf die Justanzen zu wenden, als ich eines Tages ausallen Erdensorgen entrückt, auf dem idyllisch ge- sagte mir, daß Militär ins Streifgebiet gefom- sem Wege eine regelmäßige Verbindung mit mir nahmsweise sehr zeitig auf das Bezirksgericht gelegenen Friedhof des alten Städtchens ruhen. men sei und daß alle Bahnhöfe von Gendarmen aufrecht erhalten würde. Neben dem unverhoff- rufen wurde. Der Adjuntt Löbel sagte dem GeAm stärksten fesselte mich der Anblick des Schloffes, besetzt seien. Schon zwei Tage vorher hatte man ten Glück hatte ich nun auch eine große Sorge: fangenenwärter, er fönne sich entfernen und solle das so drohend auf das Städtchen hinabschaut mich verhaften wollen, aber es nicht gewagt, weil wo die Sachen verbergen, um sie vor den Blit- in ungefähr zwei Stunden zurückkehren. Ich war und das eine so bewegte, wechselvolle Geschichte ich mich inmitten einiger hundert Bergleute be- ten des Aufsehers zu sichern? Glücklicherweise ent- nicht wenig erstaunt, weil man mich früher noch hinter sich hat. Hier haben mehrmals böhmische fand. Nun aber wußte ich, daß der Festnahme deckte ich eine lockere Diele, die wahrscheinlich ein feine Minute unbewacht gelassen hatte. Adjunkt Herrscher vor ihren Vasallen Schuß gesucht. Auch nicht mehr zu entrinnen war. Schon am folgen- früherer Bewohner meiner Zelle zu gleichem Löbel nahm nach dem Fortgang des Aufsehers ein als Staatsgefängnis hat es gedient. In diesem den Tage wurden ich und Genosse Kossuth verwecke losgelöst hatte. Sie ließ sich leicht auf- nichtssagendes Protokoll auf, plauderte dann ein Schlosse wurde der mächtige Boleslav von Lobko- haftet und nach Elbogen eingeliefert. Im Schlosse, heben und wieder einfügen, so daß selbst ein ge- Weilchen mit mir, öffnete das Fenster seiner zu wiß als Hof- und Staatsverräter hingerichtet. das damals als Gefängnis diente, waren bereits schultes Auge nichts merkte. Unter dieser Diele ebner Erde gelegenen Kanzlei und zeigte auf die Viele von den Genossen, die dieser Tage in viele Bergarbeiter untergebracht, die aber bald versteckte ich meinen Schatz. Straße, die still und ruhig da lag, und meinte Karlsbad zusammenkommen, werden auch Elbo- darauf nach Eger abgeschoben wurden, während Die Mutter eines Genossen, eines Eisenbah- dann:„ Ein fades Nest, kein Mensch auf der gen aufsuchen. Ich will ihnen raten, das Elboge- ich und Kossuth und noch einige andere in Elbo- ners, deren verstorbener Gatte Gefangenenauf- Gasse! Sehen Sie sich, ich muß zum Herrn ner Schloß aufzusuchen, daß auch einmal einer gen verblieben. Einige Monate lang! seher war, hatte eine Kleine Wohnung in der Bezirksrichter, tomme aber bald wieder." ganzen Anzahl von Genossen als unfreiwilliger Anfangs behandelte men uns sehr schlecht. Burg inne, deren eines Fenster sich nach dem Hofe Eine halbe Stunde verging, eine Stunde, es Aufenthalt gedient hat. Man entzog uns Strohsäcke und Decken, so daß öffnete. Die brave Frau besorgte während der fam niemand, um den sonst so ängstlich Bewach Anfangs August des Jahres 1887 wurde ich ich gezwungen war, des Nachts stundenlang in ganzen Zeit meiner Internierung in Elbogen ge- ten zu holen. Schon dachte ich an Flucht. Da einmal plößizh in der Nac geweckt. Einige der Zelle auf und ab zu laufen, um mich ein wissenhaft meine Korrespondenz. Alle erlittene bliste ein Gedanke durch meinen Kopf. Die Sache Bergarbeiter waren gekommen und teilten mir wenig zu erwärmen. Später wurde man huma- Unbill war vergessen. hatte ich doch jest die Mög- ist abgekartet! Man gibt dir Gelegenheit zur mit, daß die Arbeiter der Schächte von Neusattel ner. Ich durfte sogar an die. Luft, aber nur dann, lichkeit, mich vom Gefängnis aus um den Streit Flucht, um sagen zu können, du seiest doch schuldund Umgebung in den Streit getreten seien. Wie wenn niemand anderer sich im Gefängnishofe zu kümmern bis zu dessen glücklicher Beendigung, bewußt! Meine Darstellung, daß man mich von es dazu gekommen? Zündstoff gab es genug: befand. Um mich war ich nicht besorgt. Aber das und mich auch sonst mit der Außenwelt in Ver- Amts wegen zur Flucht direkt verleitet hätte, würde Lange Arbeitszeit, niedrige Löhne, schlechte Be- Denken an die Streikenden, an die anderen In- bindung zu seßen. feinen Glauben finden. Aber ein Ausreißen unter handlung der Arbeiter. haftierten, die Ungewißheit, das Fehlen jeder Die Behörden,-die Herren Bezirkshaupt- solchen Umständen wäre ein Verstoß gegen die Für mich gab es nun viel zu tun. Es muß- Nachricht, stimmten mich traurig. Aber ich hatte leute und die Herren vom Bezirksgericht in Glbo- Parteidisziplin gewesen, die Standhalten gebot. ten Berichte an die Arbeiterblätter und Richtig- Glück. Als ich eines Tages im Hofe umherging, gen und die vom Kreisgericht in Eger zermar- Das war nur ein Augenblick der Schwäche ges stellungen an die bürgerlichen Zeitungen geschidt hörte ich ein leises Pst! Pst!" Das Gehör, wie terten sich die Köpfe, von wem die jetzt in den wesen, in dem ich an die Flucht gedacht hatte. ftellungen an die bürgerlichen Zeitungen geſchist hörte 13 ich eines Tages im Sofe umherging, gen und die vom Kreisgericht in ee werden und es mußte versucht werden, Geld auch die anderen Sinne eines Gefangenen Arbeiterblättern auftauchenden Artikel über den Jest war die Versuchung vorüber, Ich seßte mich zur Unterstüßung der Streikenden aufzubringen, sind viel schärfer als die Sinne derer, die in Frei- Streit herrühren mochten. Defter als vorher nieder und wartete. Als nach längerer Zeit der Die Redaktionen der Arbeiterblätter, die Sammel- heit sind. Vorsichtig um mich spähend, bemerkte mußte ich jest, natürlich in Begleitung, zum Beamte erschien, erkannte ich sofort an seinem stellen für Streitgelder waren, besonders aber die ich an einem in den Hof mündenden Fenster eine Bezirksgericht wandern. Dort gab es eindring- berbußten Gesicht, daß ich richtig geraten. Herr Wiener Gleichheit", schickten namhafte Beträge winkende Hand. Soviel wie möglich Deckung hal- liche Verhöre, man wollte meinen Beteuerungen, Doktor, ich sollte heute fliehen. Aber da haben und auch in Westböhmen wurden trop behördlichen tend, schlich ich näher. Ein Bindfaden, an dem daß ich mit den Einsendungen nichts, gar nichts Sie sich verrechnet, ich bin mir feines Unrechts Schilanierungen der Sammler ansehnliche Sum- ein leines Paket befestigt war, wurde niederge- zu tun habe, nicht glauben. Lange Protokolle wur- bewußt, wenn die Haft noch so lange dauert men aufgebracht. laffen. Rasch ergriff ich es und barg es an mei- den aufgenommen, herausgekommen ist nichts. ich harre aus." Der Adjunkt, der seine Verlegen. Eines Tages hatte ich die Umgebung von nem Leibe. Sehnsüchtig erwartete ich den Augen- und der Streit wurde dank der Ausdauer der heit nicht zu verbergen vermochte, stammelte ein Faltenau abgewandert, um die dortigen Berg- blic, da der Aufseher mich wieder holte und in Bergarbeiter glücklich beendet. paar nichtssagende Worte. Wenige Stunden spä " " Sonntag, 18. August 1929. Celte 19. fechs abend. Immer haben wir Raten zu zahlen. bis fechs Uhr abends, und die Fabrik hat abends| zwängen wir uns, dann gleiten wir, da es keinen| Dunkel. Sin und her müssen wir, je nachdem, Manchmal können wir auch ins Kino. ein Feuerwerk auf dem Ball im Park. In den letzten zwei Jahren habe ich, außer Sonntags, nur einen und einen halben Tag ver- Jetzt sind wir schon an dieses Leben gefäumt. Einmal möchte ich einen oder zwei Tage nicht wieder in die Berge zurüd. Wir sind jetzt wöhnt. Ich glaube, die meisten von uns werden zu Weihnachten frei haben. Niemals baben wir Ferien. Selbst am 4. Juni( dem amerikanischen Fabritarbeiter. Berfassungstag) arbeiten wir den ganzen Tag| ( Verdeutschung von Anna Nusbaum.) Grubenfahrt in Borinage. Reportage von Erich Grifar. anderen Weg gibt, in der Rutsche wohl zwanzig auf welcher Seite ein Wagen aus dem FörderMeter auf dem Bauche herab. Unten flettern wir forb herausgestoßen wird. Denn es ist wenig und find wieder auf der Strecke. Aber wie sieht die einem richtigen Bahnhof gleicht. Der Anschläger über den kleinen Wagen, in den die Kohle fällt, Platz am Füllort, der auf den Ruhrzechen oft Strecke aus! Durchhängende Firste wie vorher telephoniert nach oben: Personenbeförderung! und niederes Hangende. Immer wieder müssen Aber man muß ihn oben wohl nicht richtig verwir den Weg auf den Knieen fortseßen. Wir standen haben, denn kaum, daß wir die leere müssen über eine Sattelung hinweg. Ein kurzes Etage eines Förderkorbes bestiegen haben, geht Stück geht es nach oben, dann wieder abwärts. es schon in rasender Fahrt nach oben. Immer Unter dem Hangenden der kaum einen Meter härter wird der Anschlag des Förderkorbes an hohen Strecke liegt das Drahtseil, an dem die den Spurlatten. Hin und her werden wir gemit Kohle und Bergen gefüllten Grubenhunde schleudert. Und obwohl ein niederes Gatter den Drei Tage lang hatte Georges Plumat, ichacht gefahren sind. Da sehe ich plötzlich, wie abwärtsgleiten. Immer wenn ich versuche, mich Korb nach dem Schacht zu abschließt, die Möglich Der Sekretär der Bergarbeiter im Borinage, mein Führer vor mir verschwindet. Op de für einen Augenblick aufzurichten, stoße ich mir feit besteht, heraus und in den Sumpf zu fallen. jedesmal, wenn wir uns begegneten, mich mit Knie" ruft er mir noch zu und Friecht an zwei mit Gewalt den Kopf an. Mehr tot als lebendig ben Worten Dienstag sieben Uhr" daran erinnert, Arbeitern vorbei, die hier eine zu Bruch gegan- bin ich, als wir um Bremsberg kommen. Der find an der Hängebank und strecken unsere Dann grüßt uns das Licht des Tages. Wir daß er es für mich ermöglicht hatte, eine Grube gene Strecke wieder herstellen, in ein Loch, das Ingenieur hat mit den Arbeitern etwas zu be- Glieder. Und wenn mir das Los der Frauen und zu besichtigen. Nun war der große Augenblid, faum 60 Zentimeter hoch und nicht viel breiter prechen, darum warten wir hier. Ich stürze an Vierzehnjährigen hier oben, die in hastigem den zu verfäumen mem Kamerad so große Sorge ist. Ich hänge die Lampe an mein Halstuch und die Seffnung des dicken Rohres, aus dem die Tempo Wagen um Wagen fort und in den gehabt, gekommen. Im blauen Arbeitsgewand folge meinem Führer. Aber das ist nicht so leicht. Frischluft kommt, die von oben in den Schacht Förderkorb schieben, trostlos und verdammens der Borrains, die Lampe in der einen, eine kurze Mit zerschundenen Knieen und zerschrammten gepumpt wird, und bade mein Gesicht in der wert erschien, jest weiß ich, daß ihr Los nicht Hacke in der anderen Hand, stand ich mit einem Händen komme ich an der anderen Seite des fühlen Luft. Sie schmeckt wie alle Romprefforluft so trostlos ist wie das Los ihrer Brüder im Genossen und einem Ingenieur auf der Hänge engen Durchgangs, der wohl auf dreißig Meter nach Del, aber es ist doch Luft, die den Tag ge dunklen Schacht, deren Schicksal es ist, Tag für bank einer Zeche, deren primitives Schachtgerüst die Strecke sperrte, an. Aber obwohl die Strecke fehen, Luft, die nicht schon durch ein Dußend Tag acht lange Stunden das zu erdulden, was über mir sich dumpf erhob. Verhärmte Frauen hier wieder besser ist, immer wieder müssen wir Zungen hindurchgegangen ist, Luft, die nicht in mir in den kurzen Stunden dieses Besuches schon zogen kleine Hunde, mit Holz beladen oder leer, uns bücken, um den Kopf nicht an durchgedrückten jedem Kubikzentimeter tausend dobleteile mit unmenschliche Qual erschien. Und die es doch an mir vorbei zum Schacht. Klingelzeichen, dann Firsthölzern anzustoßen. Immer wieder ruft der sich führt. erdulden und sich noch Kraft bewahrten, um den jauste der Förderkorb am breiten Gurt herab, vorgehende Ingenieur mir sein mahnendes Gierig jauge ich die Luft in mich ein. Dann Herren, die in Brüssel und an den schönen Orten der sich von dem Rade der Fördermaschine in„ Attention" zu, aber wenn sein Ruf mich ersetze ich mich nieder und warte, daß wir weiter am Meer den Gewinn ihrer Arbeit in glänzendem gleichmäßiger Geschwindigkeit loshaspelte. Gin, reicht, bin ich meist schon mit meinem Kopf, der ziehen. Malade", fragt mich mein Kamerad. Leben verzehren, entgegenzutreten und ihnen in zweimal ging der Förderkorb noch auf und ab, durch einen Lederhelm geschützt ist, irgendwo" Non", sage ich und als wollte ich mir vor diesen unerbittlichem Kampf ein wachsendes Mehr freier dann bestiegen wir die untere Etage eines gegengerannt. Niedriger wird die Strecke, Menschen, die jeden Tag aufs neue hinunter Zeit und besserer Lebensbedingungen abzutrogen. Förderkorbes zur Fahrt in die Tiefe. Besondere schlechter und wärmer die Luft. Bald können wir müssen in die Hölle diefer Gruben, keine Blöße Personenförderkörbe gibt es nicht, nur ein wieder nur auf den Knieen vorwärts. geben, jage ich Allez!" Gehen wir weiter. Aber niederes Gitter, über das hinweg man mit den So kommen wir vor Ort. Sechs oder acht meine Hoffnung, daß wir nun bald zur HauptEin Mädchen lehnt am Fenster. Händen die Schachtwände berühren könnte, wenn Mann hocken in der gleichen geduckten Stellung, strede fommen, hat mich getäuscht. Noch ein paar das nicht zu gefährlich wäre, schützt die Insassen die ich immer die Bergleute vor ihren Häusern, mal müssen wir dreißig und mehr Meter kriechend Ein junges Mädchen lehnt am Fenster und vor dem Sturz in die Tiefe des Schachtes. Auf auf der Straßenbahn und wo immer- ich ihnen passieren, noch viele Male stoße ich mir den Kopf streckt sich behaglich in der Sonne. Nett, blond, einer Seite fehlt sogar dieses niedere lose Schuß über Tage begegnete, einnehmen sab, vor der an einem gebrochenem Firſtholz, dann erst kommen Tropdem unterbrechen zwei Damen auf der munter, aber eigentlich nichts Bemerkenswertes. gitter und ich muß mich an dem Gestänge des Rohle, die im Licht der kleinen Lampen feltfam wir zu einem Schacht. Es ist ein Blindſchacht, anderen Straßenseite, die feit geraumer Zeit Förderkorbes festhalten, um nicht herauszufallen, glisert. Bohrhämmer rattern, die Rutsche freischt der diesen Teil der Grube mit der etwa 50 Weter ihre Ansichten über den Lauf der Welt aus denn obwohl wir nur mit halber Geschwindigkeit und die nahe Schrämmaschine schnurrt. Zwischen tiefer liegenden Hauptstrecke verbindet. Unter abwärtsgleiten, spüren wir fortgesezt den An- den Pfeilern zwängen wir uns durch." Bon ständigen Signalen, die der Ingenieur durch anschen, diese dankenswerte Tätigkeit, um sich schlag des Korbes an den Stößen der Spurlatten. Jour",„ Bon Jour". Einer ruft, aufblickend, mir Anschlagen an die Führungsschenen gibt, gleiten mit dem ſtillvergnügten Gegenüber zu befaffen. Ich weiß nicht, wieviele Minuten wir den deutschen Bergmannsgruß„ Glückauf", zu. wir in einem Förderkorb, der nach beiden Seiten da sehen Sie hin, Frau Doktor", sagte abwärts fuhren, so lang erschien mir die Fahrt. Glückauf" sage auch ich und es ist mir heimat- offen ist, nach unten. Durch zwei Wettertüren die fleine Dicke,„ um halb zehn am Vomittag dann sind wir unten. 715 Meter unter der Erde. licher zumute. Es iſt ein Pole, der in Bottrop müssen wir, dann kommen wir an den Ort, wo weiß die Mille von der Frau Hofrat nichts Es iſt finster. Nur die kleinen Lampen der zwei und Radbod gearbeitet hat. Er ist wie viele Polen unsere Kleider bereit liegen. Wir ziehen sie wieder befferes zu tun als am Fenster zu lümmeln. oder drei Arbeiter, die die leeren Wagen aus nach dem Westen weitergezogen. Aber Arbeit an. Dann marschieren wir weiter. Stühler Wind Sicher ist die Frau nicht zu Hause". dem Förderkorb ziehen, leuchten spärlich in das nig gutt" ist seine Meinung von der Arbeit in bläßt uns ins Gesicht u gleitet an unserem ,, Natürlich," antwortet die noch kleinere und Dunkel am Füllort hinein. Es ist fühl. Ein den belgischen Gruben. Der Lohn ist geringer, schwitzenden Körper herunter. Das tut wohl und dickere, ich hab sie doch getroffen, wie sie zu starker Wind weht uns im Nacken und hält die die Arbeit schwerer und trotzdem kommen immer ist doch beklemmend in dieſem plößlichen Wechsel. ihrer Tennispartie gegangen ist. Und kaum ist Wettertür, durch die wir nach wenigen Schritten noch Tausende ehemaliger Ruhrkumpels ins ferde trotten neben uns her. Wir treten zur die Hausfrau zur Für hinaus, machen doch hindurch müssen, fest zugepreßt. 30 Rubikmeter Borinage, wo sie zwar schlechter leben und härter Seite und lassen sie mit ihren Sohlenzügen vor diese Leute was sie wollen. Früher hätt's fo frische Luft werden in der Sekunde in den Schacht arbeiten müssen als im Ruhrgebiet, wo sie aber überziehen. Es duftet nach Pferdemiſt. Wir be etwas nie gegeben. Wenn ich am Nachmittag gedrückt. Hier erscheint das viel. Doch schon hinter doch Arbeit haben. treten einen Pferdestall. Ein Pferd steht da, doch weggegangen bin vormittag gebe ich grund der nächsten Wettertür, die wir nach weiteren blickt es sich kaum nach uns um, die wir mit I ich nicht aus- da hab ich dem Mädel Flick100 Metern passieren, spüren wir nur noch einen unseren Lampen ein wenig Licht in das Dunkel schwachen Luftzug, der mühsam gegen die Schwüle seiner Verlassenheit bringen. Vielleicht kann es des Schachtes ankämpft. Wir bleiben stehen und uns nicht einmal sehen, denn wozu braucht es ziehen alles, was wir anhaben, aus. Nur eine Augen in dieser Nacht, die es erst wieder ver es einen Sinn bat, Tiere zu bedauern, solange„ Deß sich in a Mäcel nicht ichämt!", jagt die es Menschen gibt, die Unjägliches erdulden so darum, weil sie Menschen sind, diese Pferde sind ausbesorgerin und die fahrige Tischlersfrau zu bedauern; denn ihr Schicksal ist schwerer noch ruft hinüber:" Auf was passen denn, Fräul'n als das Schicksal der Borrains. Denn wenn diese Willy. Soll der Kohlenwagen kommen?" Das wenigstens die Hoffnung haben, sich durch steten Mädchen schüttelte den Kopf.„ Ich wart auf Stampf ein besseres Los zu schaffen, jedes dieser niemand", erflärt sie gelaffen.„ Wetter is schön Pferde ist verdammt, den Rest seines Lebens in biffel Fenster pußen", rät die tschechische diesem Loch, achthundert Meter unter der Erde Greißlerin. ab sie erst überwischt, sind schön zu verbringen und dann noch als Schlachttier genug".„ Na, und was iſt's denn mit dem denen zur Nahrung zu dienen, die so lange seine Stechen".„ Wir haben Schnitzel mit Salat und Leidensgenossen waren. Mehlspeis ist noch von gestern da. Bis halb eins ist Zeit".„ Also die Wäsch. Haben denn feine Blutfe zu waschen?"„ Gestern hab ich das letzte Stückel gebügelt, liegt schon im Rasten".„ Teppichklopfen fann nie schaden".„ Aber gar feine Spur, wir haben doch den Staubsauger". dünne eine noch Gewinn abwerfen für die Herren, gibts auch lassen wird, wenn es sterben muß Und wenn Leinenhose ebenso dünne Lelnen jade behalten wir an. Dann wandern wir weiter durch den dunklen Stollen. Ein Licht flimmert vor uns auf. Ein Pferd trabt mit hängendem Kopf an uns vorbei. Hinter sich her schleppt es ein Dußend mit Abraum beladene Wagen, auf beren erstem ein junger Arbeiter hodt. Der Ingenieur flopft dem Gaul zärtlich auf den Schenkel, ein kurzes Bon jour zu dem Jungen, dann wandern wir weiter. Der Weg wird schwieriger. Wasser gluckst in einem kleinen Graben neben den Schienen. Manchmal hängt das Gestein so tief herab, daß wir uns büden müssen, um uns den Kopf nicht anzustoßen. Dann hört der Stollen plötzlich auf. Ich sehe weder rechts noch links eine Abzweigung des Weges und glaube schon, daß wir in einen Blind Denn Arbeit, das sicht jeder, auch wenn er nicht Fachmann ist, gibts hier, wo man eben erst die Hacke durch Bohrhammer und Schrämm maschine zaghaft zu ersetzen begann, genug. Und da bei niederen Löhnen auch die mageren Flöze noch Arbeitsstellen genug, die bei uns in Deutsch land längst unrentabel geworden wären. Dann gehen wir weiter. Wir kommen an dem Mann vorbei, der die Rutsche, in der die Kohle von hier zu der tiefer gelegenen Strecke abwärts gleitet, bedient. Er hat wie alle seine Stameraden nichts an als einen fleinen Schurz, der nicht so viel bedeckt wie eine Badehose, trop dem schwitzt er, daß sein ganzer Körper wie Bronze glänzt. Es ist sehr heiß hier und die Luft ist voller Kohlenstaub. Ich denke an das, was fommen fönnte, wenn hier ein Unglück passiert, und es erscheint mir ausgeschlossen, daß einer Ein Dugendmal kommen wir an Zügen von diesen Menschen lebend aus dem Loche fäme, vorüber, die Kohle und Abraum zum Schacht das schon unter normalen Umständen so schwer oder leere Wagen zur Strecke bringen, dann sind zugänglich ist. Zwischen den Pfeilern hindurch wir am Schacht. Die Wagen knallen durch das ter erschien im Schloß ein Beamter, der unsere- s- schen Arbeitervereines, der bekannten Lassalleschen| Privatkontor, sondern in die allgemeinen Kanzlei sofortige Haftentlassung anordnete. Aich. Sie haben meine Ratschläge nicht beachtet und haben sich also das, was jetzt kommt, selber zuzuschreiben. Hier ist Ihr Zeugnis und hier haben Sie Ihren Lohn. Sie sind entlassen." Bitte, ich habe doch Anspruch auf vier sehntägige Kündigung!" Versuchen Sie es ja nicht, bei der Behörde Ihre Rechte geltend zu machen. Es würde Ihnen schlimm ergehen!" wäsche vorbereitet und die hat am Abend fertig fein müssen. Es ist ja doch meine Zeit... Stranfenfaffe, zahlt... Und wenn man jetzt so unerhört viel für die Eine zweite Gruppe bildet sich daneben. Kein Zweifel, das ist Herausforderung. Ein junges Mädchen, nein, ein„ Dienstmädel", die ihrer Zeit einen Wert beimißt und sie nicht verschleudern will! Als ob Zeit etwas kostete! Der Hausfrauen bemächtigt sich wilde Erregung. Entschlossen nimmt die Hausbesorgerin den Fehdehandschuh auf.„ Aber im Büchel lesen fagt die alte Dame,„ meine Wame hat immer Die Aufregung wächst.„ Meine Mama", Organisation gewesen, der einzigen Gruppe in räume. Das ganze Personal- das heißt, die sagt die alte Dame, meine Wame hat immer Mir wurde gleichzeitig der Ausweisungsbe- Desterreich. Asch war ein heißer Boden. Hatten unqualifizierten Arbeiter, Haustnechte, gesagt: ein Mädchen darf nie müßig sein, fonft fehl überreicht. Ich mußte bei Androhung schwe- doch hier heftige Lohnkämpfe mit blutigem Aus Packer usw. war aufgeboten. Zur Seite des war aufgeboten. Zur Seite des font fie auf schlechte Gedanken". Die Hausbeforgerin nift beipflichtend. Gerad so hat rer Strafen binnen dreimal 24 Stunden die poli- gang stattgefunden. Auch mir, der ich mir Mühe Chefs standen zwei Jagdgewehre. tischen Bezirke Falkenau und Karlsbad verlassen. gab, die beiden sich feindlich gegenüberstehenden meine Mutter, Gott laß sie selig schlafen, auch immer g'jagt. Wir hab'n immer was machen Ich benützte die kurze mir zugemessene Frist, um Richtungen zu einen und Abonnenten für die in noch einige Besprechungen mit den Genossen ab- Wien erscheinende„ Gleichheit" zu werben, wurde müssen. Wanchmal hat i uns die Arbeit direkt g'sucht. Aber wenn ma will, find't ma schon zuhalten, und folgte dann einer Einladung der das bald bewußt. Besonders eine Gruppe, wel Neudeker Genossen, die mir vorläufig, bis ich ein cher der später als einer der tüchtigsten Agitatowas". Mit plötzlicher Eingebung, schmeichelnd. Fräuln Milly, haben denn feine Strümpf Unterkommen finden würde, ein Asyl zugesagt ren bekannt gewordene Genosse Jobst angehörte, hatten. Aber meines Bleibens war auch in Neu- wollte ihre Taktik aufrecht erhalten. In dieser zum stopfen oder zum austriden". Die zerissedek nicht lange. Die Gendarmerie ließ mich nicht Gruppe waren die Debatten oftmals so heftig, nen sind zum wegwerfen", anwortet das Madchen mit innigem Vergnügen, ich werd. mid) zur Ruhe kommen. Um meinen Genoffen die daß sie in Tätlichkeiten ausarteten und ich oft sonst unvermeidlichen Persekutionen zu ersparen, mals in Gefahr war, Prügel zu bekommen. Und damit winkte mir der Chef ab. Ich doch nicht hinfeßen und Waschen auffädeln. Und ging ich nach Grasliß, wo ich unbehelligt blieb. Diese Zusammenfünfte fonnten troß aller wußte, daß er Recht hatte. Aber ich fonnte doch angeſtricte Strümpf' trag' ich nicht. Die Wol' ift Durch Vermittlung eines Kollegen erhielt ich aufgewandten Vorsicht nicht geheim bleiben. Mein eine Bemerkung nicht unterdrücken:„ Sie waren auch so schlecht da war mir schon um meine schließlich Arbeit bei der Firma Rosenthal in Chef ließ mich in sein Privatkontor rufen und lange gut und rücksichtsvoll gegen mich und dafür Zeit leid". machte mir ernstliche Vorstellungen. Meinet bedanke ich mich. Ich weiß auch, welche UrjaAsch. wegen könnten Sie in Ihrer freien Zeit" tun und chen meine Entlassung hat. Ich bedauere nur In Asch ging es im Anfang, solange ich in lassen, was Sie wollen. Aber erstens bin ich Aus eines: diese Inszenierung( und dabei deutete ich meiner politischen Passivität blieb oder vielmehr länder und dann bin ich nur Mieter; man hat nach den beiden Gewehren), sie war nicht not bleiben konnte, alles gut. Es gab da liebe Stolle- mir Ihretwegen schon Vorwürfe gemacht, die Bewendig."- Eine brennende Röte stieg in ſei nem Gesichte auf, so daß ich diesen Satz fast gen und ich bekam einen ausreichenden Lohn. hörde ist mir auch schon aufsässig!" Wenn ich bereute. Der Chef erklärte mir bei meinem Eintritt, er auch gewollt hätte. so fonnte ich doch jetzt nicht Ich ordnete meine Angelegenheiten. Von oder ins Stino laufen, das ist Ihnen nit leid sei wohl über mich unterrichtet, ich habe aber mehr zurück. Als ich der nächsten Besprechung meinem Lohn blieb wenig übrig. Ich wußte, die um die Zeit". Gewiß nicht", fommt es flint nichts zu befürchten. Er sei Mitglied der reichs- fern blieb, kamen die Genossen zu mir und Genossen hätten mich nicht sollen gehen lassen. zurück, das ist doch luftig"." deutschen freisinnigen Partei und denke über geschleppten mich mit. Ich begriff die Ungeduld Aber ich fonnte es nicht über mich bringen, von wisse Dinge anders, als die Mehrzahl der Unter- dieser Leute, die gern etwas schaffen wollten. Die den schlecht entlohnten Textilarbeitern etwas an mittag wär", fnurrt es dumpft, aber am VorMan gibt sie auf. Wenn's noch am Nachmillionenreichenunternehmer hatte die lange Zeit, zunehmen. Am Weihnachtsabend überschritt ich, mittag, wo man sich jede Minute ausrechnet. Die Ruhe tat mir nach den Aufregungen der in der man jede Regung der Arbeiter unterdrückt eine winzige Borschaft in der Tasche, die Grenze, Je muß jetzt auch schauen... lezten Monate gut. Die Idylle sollte aber nicht hatte, in der schlimmsten Form ausgenüßt. Die um jenseits der schwarzgelben Grenzpfähle Arlange währen. Meine Anwesenheit in Asch blieb Lohn- und Arbeitsverhältnisse schrien nach Ab- beit zu suchen. Wilde Blicke fliegen zum Fenster hinauf. lein Geheimnis. Genossen meldeten sich, die mit hilfe. Die Arbeiterschaft, ohne jeden Rückhalt, war Und ich schritt doch hoch erhobenen Hauptes In einem„ ordentlichen" Hauswesen haben alle mir sprechen wollten. Es gab zwar in Asch keine der Willkür der Unternehmer völlig preisgegeben. durch den weißverhandenen Forst, der Böhmen weiblichen Geſchöpfe weiblichen Geschöpfe in unaufhörlicher, in behördlich gestattete Organisation, aber es exi- Je tiefere Einblicke in die Verhältniffe ich ge- von Bayern scheidet. Ich wußte, daß die ganze Uumoral.„ Sie wird schon noch sehen", fluchen atemraubender Tätigkeit zu sein. Alles andere ist ftierten einige kleine Gruppen, die Zusammen- wann, um so mehr ſtieg mein Groll, um so schär- Treibjagd der von den Unternehmern diftierten fünfte abhielten. Diese Gruppen schieden sich in fer ging ich ins Zeug. Auf das, was kommen Behörden gegen einige Agitatoren doch wir die Erfahrenen, wenn sie einmal Mann und ſolche der Radikalen und in solche der Gemäßig- mußte, war ich vorbereitet, und das Schicksal tungslos bleiben mußte, daß sie die Entwicklung Kinder hat. Sie wird schon noch sehen..." ten. Bei einer dieser Zusammenkünfte lernte ich nahm seinen Lauf. der Arbeiterbewegung nicht aufzuhalten ver= Ein junges Mädchen lehnt am Fenster und einen alten Genossen kennen, der seinerzeit MitZwei Tage vor dem Weihnachtsabend ließ mochte. blinzelt in die Sonne. Polizei! Polizei! glied mich der Chef rufen, aber diesmal nicht ins Selara Mautner. nehmer. Seite 20. Sonntag, 18. Auguft 1929. Unsere Freunde im Ausland. Die Gudetenländer als Wurzelboden des Gozialismus. Unser Altmeister Karl Kautsky. der deutsch- französische Krieg. Die Seite, auf die Garibaldi trat, war die meine. Ich begeisterte mich zuerst für die französische Republik und dann für die Pariser Kommune. Dabei aber stieß ich auf ein Element, daß mir bis dahin ganz fremd geblieben war und das mich von da an plöglich mit aller Macht gefangen nahm: den Sozialismus. Mit ihm verbunden war die Idee der InterMeine nationale Ader war von vornherein In den drei jungen mitteleuropäischen Republiken, Deutschland, Desterreich, Tschechoslowakei, deren Südostgrenzen auch die Einflußgrenzen der Demokratie und des Sozialismus gegen die fascistischen und halbbarbarischen LänMit Stolz erinnern wir heute daran, daß der ziehen, hat die Arbeiterbewegung bierzu unserem Kampfboden einer der ruhmreichsten lande zunächst wohl die schwierigste Stellung Bannerträger des wissenschaftlichen Sozialismus inne. Auf dem Staatsboden der Tschechoslowakei entsprossen ist, Karl Kautsky. Der große verbünden sich die jungen Gefahren: Spaltung Süter und Wehrer des Mary- Engelschen Ideen Sozialreaktion und Fascismus mit dem alten schayes, der mehr als ein halbes Jahrhundert ungelösten Nationalitätenproblem gegen den der Arbeiterbewegung gedient hat und heute proletarischen Aufstieg und zugleich gegen jede hochbetagt, aber voll Jugendfrische in Wien lebt, fortschrittliche Entwicklung. Die Tatsachen, daß ist am 16. Oftober 1854 in Prag geboren. nationalität. die sozialdemokratischen Parteien dieses Landes Sein Vater war Tscheche, seine Mutter unter dem Ansturm des Bolschewismus viel schwerer gelitten haben, als die reichsdeutsche Bruderpartei und daß die Arbeiterschaft der industriereichen Moldaurepublik sowohl organijatorisch als auch politisch heute schwächer dasteht, als die der industriearmen Alpenländer, scheimen der Entwicklung des Sozialismus in der Tschechoslowakei keine günstige Prognose zu stellen. Wir dürfen aber keinen pessimistischen Trugschlüssen erliegen. Der streifzerklüftete Boden der Sudetenländer, aus dem so viele antisosialistische Hemmungen emporwachsen, hat schon in bergangener Zeit starte sozialistische Gegenträfte zu deren Ueberwindung herborgebracht. Es ist kein Zufall, daß in der Arbeiterbewegung Desterreichs und Deutschlands, ja selbst in Amerika drüben zahlreiche Männer an führender Stelle stehen und dort als Politifer, Wissenschaftler und Journalisten hervorregend tätig sind, deren Wiege in Böhmen, Mähren oder Schlesien stand. Die leitenden Redakteure der sozialdemokratischen Zentralorgane Deutschlands und Oesterreichs dürfen wir zu unseren Landsleuten zählen. Otto Bauer, der geistige Führer der Internationale, enge Jugendbeziehungen zum Nordostböhmischen Industriegebiet. Karl Renner, der erste Staatskanzler der Deutsch- österreichischen Repu blif, war ein südmährischer Kleinbauernsohn. Mathias Eldersch, der Vizeprädent des österreichischen Nationalrates, den wir in Karlsbab als Abgesandten unserer Mutterpartei begrüßen dürfen, ist ein ehemaliger Webergeselle aus Mähren. Einer der Wortführer der sozialdemokratischen Landtagsfraktion Bayerns, Ge= nosse Hans Dill, stammt aus einer Böhmerwäldler Häuslerfamilie, Ein früherer Glasarbeiter aus dem Jsergebirge, Genosse Preußler, wirkt in Salzburg als Landeshauptmannstellvertreter, in Klagenfurt versicht ein Schuhmachergeselle aus Grutlich, Genosse Weutler dieselbe hohe Verwaltungsfunktion, wie auch der verstorbene Landeshauptmann Kärntens Florian Gröger ein sudetendeutsches Arbeiterfind war. Unter den sozialdemokratischen Parlamentariern Deutschösterreichs, in der Wiener Partei und Gewerkschaftsjournalistik sind unsere ehemaligen Landeslente stattlich vertreten.. hat Den regsamen Geistern, den ſtrebsamen Arbeitern und Intellektuellen dieser Zweivölkerheimat blieb eben kein anderer Ausweg aus der geistigen Enge des Nationalismus, aus den WiBerwärtigkeiten des Taferlfrieges, als die Ideenbahn des Sozialismus. Vielleicht ist es mit eine einzige segensreiche Funktion des stumpsinnigen National smus, daß er durch sein schlechtes Beispiel die wertvollsten Menschen zum Interna tionalismus befehrt. Freilich wollen wir nicht verkennen, daß erst der Geist und der Rhythmus, furzum die große Schul: der Arbeiterbetregun gen pon Deutschland und Desterreich erst die Auswanderer aus den Sudetenländern deutscher und tschechischer Herkunft zu dem gemacht hat, was sie heute sind. Dieser Born sozialistischen Geistes und sozialistischer Kraft, als den sich unser Boden in der Vergangenheit erwies, fann auch in der ZuLunft nicht versiegen. Zwar wächst nun njer Nachwuchs in bedeutend engeren Verhältnissen auf, doch die alten und neuen Bindungen mit ben benachbarten Freundesscharen, die geistigen Wechselbeziehungen mit der tschechischen Arbei terschaft, werden sich hoffentlich stärker erweisen denn alles Trennende. Nach wie vor ist es unsere höchste Pflicht, die im Proletariat schlummernden Energien und Talente zu weden, sie an unseren Vorbildern zu schulen. Das Proletariat der Subetenländer will nicht in der ichten Reihe marschieren, wenn die sozialdemokratischen Sassenarineer nicht nur der mitteleuropäischen Republiken, sondern auch Ungarns, Italiens, Bolens und der Balkanstaaten wieder siegreich berwärts dringen. Die Bilderreihe unserer im Auslande wirfenden und dort zu hohen Ehren emporgefticgenen Landsgenossen, die wir aus diesem festlichen Anlasse bringen, ist nicht vollständig. Es fehlen vor allem zwei große Verstorbene. Ferdinand Hanusch und Leopold Winarsty. Es fehlen auch manche Lebende, mit denen die Verbindung nicht mehr so rasch hergestellt werden fonnte. Allen, die einmal zu uns gehörten, und die sich noch immer zu uns gehörig fühlen, bazu zählen wir noch viele schlichte Vertrauensmänner, ehemalige Sudetendeutsche, die in Desterreich, Deutschland und in anderen Ländern wirken, entbieten wir anläßlich des Reichsarbeitertages über die Grenzen hinweg unferen herzlichen Brudergruß. Deutsche. Die von nationalen Kampfleidenschaften erfüllte Umgebung hat auf den geistigen Werdegang des jungen Stautsty einen großen, ja vielleicht bestimmenden Einfluß ausgeübt. In einer autobiographischen Skizze, die uns die treue Lebenskameradin des Altmeisters, Genossin Quise Kautsky, mit dankenswerter Bereitwilligkeit zur Verfügung gestellt hat, erzählt er darüber folgendes: „ Mein Vater war stets tschechischnational gesinnt, der Vater meiner Wutter dagegen lebte fast zwei Jahrzehnte lang in Prag, ohne ein Wort Tschechisch zu lernen. Es war damals noch der Umgangssprache nach eine deutsche Stadt. Im gegenüber den Tschechen so entschieden an, daß ihn erregte Tschechen in arge Bedrängnis brachten, als das rebellische Prag durch Windischgräß beschossen wurde. Jahre 1848 nahm er sich der deutschen Sache Die Reaktion traf dann mit gleicher Härte Tschechen und Deutsche und der gemeinsame Haß gegen das Polizeiregiment überbrückte zeitweise die nationalen Gegensätze. In diese Zeit fällt die Eheschließung meiner Eltern, deren erstes Kind ich war. Ich wuchs auf im Haß gegen das absolute Regime, aber auch mit Verachtung gegen das Staatswesen selbst, an dessen Lebensfähigkeit nach den Schlägen von 1859 und 1866 und nach dem Aufkommen der von Tag zu Tag sich verschärfenden nationalen Gegensäge wenigstens in den Kreisen, die meine Umgebung bildeten, kaum noch jemand glaubte, Deutsche ebensowenig wie Tschechen. Dr. Otto Bauer 1881 in Wien aus einer judetenländischen Familie geboren. Er hat einen Teil der Erziehung in Böhmen genossen und besuchte u. a. das Gymnasium in Reichenberg von 1897 bis 1900. Er ist einer der ersten Theoretiker des Marxismus und hat eine Reihe bedeutsamer wissenschaftlicher Werte geschrie. ben. 1907 wurde er Sekretär der sozialdemokratischen Fraktion im österreichischen Reichsrat, nach Viktor Adlers Tode Staatssekretär des Aeußern; jetzt Nationalrat in Wien. Heinrich Bartel nicht auf eine einzelne Nation allein eingerichtet gewesen. So fostete es mich keine Mühe, zu internationalem Denken zu kommen; nicht zu einem Denken, das für die Nationalität fein Interesse und Verständnis hat, sondern einem, das jeder Nationalität mit gleichem Interesse und Verständnis entgegenzukommen sucht, jeder von ihnen ein gedeihendes Heim auf dieser Erde bereiten will in den Anfängen der deutschböhmischen Arbeiter. durch freies und freudiges Zusammenwirken bewegung im Teplizer Bezirk unermüdlich tätig. aller." Der unverbefferliche Margift. Genosse Kautsky schließt seine von aller Bescheidenheit getragene Lebensschilderung( sie ist als Sonderdruck in einem Leipziger Verlag erschienen und im Handel nicht erhältlich) mit einem herrlich schönen Bekenntnis zum marristischen Sozialismus: „ Ob meine Lebensarbeit dem gesellschaftlichen Fortschritt gedient hat, ob sie in der richtigen Richtung vor sich gegangen ist, darüber steht die Entscheidung mir nicht zu. Wohl aber darf ich sagen, daß ich seit einem halben Jahrhundert, seitdem ich eine bestimmte Richtung eingeschlagen, nie wieder an ihr irre geworden bin. Ich hatte manche Illusion zu begraben, manchen Irrtum zu erten. nen und richtig zu stellen, meine Auffassungen hatten bis in die jüngste Zeit manche Entwidlung durchzumachen. Aber jede neue Einsicht diente nur dazu, meine Ueberzeugung von der Richtigkeit der Richtung, die ich eingeschlagen, und der Methode, die ich angewandt, zu vertiefen. So werde ich sterben, wie ich gelebt, als unverbesserlicher Margist." Möge die junge Sozialistengeneration der Sudetenländer, ob sie deutscher oder tschechischer ( Jugendbildnis.) In den neunziger Jahren Redakteur der Freiheit" in Teplitz und des Volkswille", der damals noch in Karlsbad erschien. Schwiegersohn des SchillerSeff". Um die Jahrhundertwende nach Amerita ausgewandert, wo er heute als Redakteur des Vorlentierter Journalist, sondern auch ein begabter Dichter. wärts" in Milwaukee lebt. Er ist nicht nur ein taal Meine erste politische Idee war die natio nale Idee. Ich wurde vom tschechischen Nationalismus erfüllt, und zwar von dem radikalsten, hussitischer. Art. Aber, ich wa: von Anfang an nicht einseitig tschechischnational. Meine Muttersprache und die Familie meiner Mutter waren deutsch. mit neun Jahren nach Wien versetzt, wuchs ich dort in einer ganz deutschen Umgebung auf. So Hans Dill begann ich, feit 1866, auch national für die Zunge ist, dem großen Beispiel ihres großen 1887 in Brand bei Tachau als Sohn eines Klein. Deutschen in Desterreich zu empfinden, insofern Landsmannes folgen: das ganze Leben lang ruh- bauern geboren; Borzellanmaler, mit 16 Jahren Deutschen in einer Republik ersehnte; und in los kämpfen, forschen und arbeiten für die Sache 1912 Parteisekretär in Hof und Nürnberg, mit gewerkschaftlich, mit 18 bereits politisch organisiert. diesem Sinne empfand ich national auch für die des Proletariats. Zum Reichsarbeitertag ent- Oswald Sillebrand eng befreundet. Nach dem Ungarn und Italiener. Ich chrte Stossuth, vor bieten wir dem Altmeister Karl Kautsky und Striege bis 1927 politischer Redakteur der Mün allem aber Garibaldi. Von ihnen erhoffte ich seiner Weggenoffin Luise Stautsky unseren dank chener Bost", seither wieder Sekretär des Bezirkes Franken in Nürnberg. Seit 1919 bahrischer Landtagsabgeordneter, Sprecher der Fraktion zu allen wichtigen politischen Ereignissen. ich deren Wiedervereinigung mit den anderen die Zerstörung Desterreichs. In diesem, natürlich sehr kindisch geformten unbestimmten politischen Gefühlsleben, traf mich baren Freundschaftsgruß! Sonntag, 18. August 1929. Seite 21 Dr. Arnold Eisler 1879 in Holleschau geboren, schon als Student in der Partei tätig, bis 1909 Konzipient in Brünn, dann Rechtsanwalt in Graz, seit 1925 in Wien. Seit 1910 Funktionär der sozialdemokratischen Partei in Steiermark, 1917 Mitglied des Grazer Gemeinderates. Kurz vor dem Zusammenbruch Wirtschaftskommissär für Steiermart, in den Um sturztagen mit einem Industrievertreter an der Spize der Landesverwaltung, dann Mitglied des Landtages und der Landesregierung. Seit Feber 1919 Nationalrat und Mitglied des österreichischen Verfassungsgerichtshofes. Das heutige Karlsbader Festprogramm. 7-8 Uhr vormittags: Plassingen der Ar- 13.15-4.30 Uhr nachmittags: Vorführungen der beiterfänger auf den wichtigsten Plätzen Karlsbads. 8 Uhr vormittags: Ausstellung des Festzuges, anschließend Festzug durch Karlsbab zum Festplay. 11 Uhr vormittags auf dem Festplatz: Internationale Kundgebung, Ueberreichung der Parteifahne durch den Kreis Karlsbad an den Parteivorsitzenden. Ansprachen der Vertreter der Internationale. 1-1.30 Uhr nachmittags: Vorführungen des 6. Kreises des Arbeiter- Turn- und Sportverbandes auf dem Festplay. 1.30-2.15 Uhr nachmittags: Massenchöre der Arbeiterfänger. 2.15-2.30 Uhr nachmittags: Sprechchöre der Jugendlichen. 2.30-3.15 Uhr nachmittags: Aufmarsch der Arbeiterradfahrer, des T.-V. Die Na turfreunde" und der Kinderfreunde. Arbeiterturner. 4.30-6 Uhr nachmittags: Aufführung des Massenfestspieles Die Arbeit hoch" mit 8000 Mitwirkenden. 7.30 Uhr abends im Stadttheater:" Die Dreigroschen- Oper", von Weill" und Brech. 8 Uhr abends im Saale des Schüßenhauses: Sinfoniekonzert des Karlsbader Kurorchesters. Programm: Wagner: Vorspiel zur Oper Die Meistersinger". Mozart: Es- Dur- Sinfonie; Beethoven: Fünfte Sinfonie. Leitung: General musikdirektor Manzer. ** Montag, 19. August: 9 Uhr im Hotel Weber Parteikonferenz. Samstag und Sonntag Kinovorführungen. Im Zentralfino in Karlsbad läuft der Film Rampf in Rasan", im Elitekino in Fischern der Film Sturm über Asien". Florian Gröger 1871 in dem westschlesischen Dorf Oberwild. grub als Sohn eines Schuhmachers geboren. Schon als Zwölfjähriger auf eigenen Broterwerb angewiesen. Später als Weber an verschiedenen Orten Ungarns, Oberösterreichs und Mährens tätig, seit 1894 Parteimitglied. Führte von 1897 bis 1910 in verschiedenen Parteistellungen als Redakteur, Kreisvertrauensmann, Gewerkschaftssekretär, Krantentassenbeamter ein Wanderleben, das ihn nach der Bukowina, Kärnten, Mähren und Böhmen führte. 1908 beim„ Volksrecht" in Aussig, übersiedelt 1910 als Redakteur und Landesparteisekretär nach Klagenfurt. 1912 bei einer Nachwahl in den Reichsrat gewählt. Nach dem Kriege 1921 bis 1923 Landeshauptmann in Kärnten, bis zum Tode( 1928) Nationalrat. Dr. Wilhelm Ellenbogen, ein Leipnifer Rind, war lange Jahre Arzt in Wien und schon seit dem Ende der achtziger Jahre an der Seite Viktor Adlers in der Partei tätig. 1901 wurde er zum Abgeordneten gewählt, desgleichen 1907 und 1911. Gegenwärtig Nationalrat in Wien. Dr. Gustav Bollatschet 1878 in Trebitsch bei Iglau geboren, trat als Student in Wien 1891 der Partei bei, 1895 wegen angeblichen Aufstandes und Auflaufs verhaftet, nach cinmonatiger Untersuchungshaft mit 19 Mitangeflagten vom Iglauer Streisgericht freigesprochen Seit 1896 Redakteur der Arbeiter- Zeitung" und Wiener Berichterstatter zahlreicher Parteiblätter, darunter auch des Sozialdemokrat". Karl Leuth ner stammt aus Brünn. Seit der Begründung der ,, Arbeiter- Zeitung" als Tagblatt ihr Redakteur. 1911 zum Abgeordneten gewählt; er hat sich vor Militarismus besaßt. Gegenwärtig österreichischer allem mit Fragen der auswärtigen Politik und des Nationalrat. Josef Hannich Franz Lill 1870 als Sohn einer Magd in Münchhof( Böy-| Heinrich Holet 1885 in Aussig als Sohn eines Fabriksarbeiters geboren, Kinderjahre in Not und Elend. Als Glasarbeiter im eben gegründeten Verein jugendlicher Glasarbeiter" in Aussig tätig, später Landarbeiter, Hausdiener, Möbelpader. Erste literarische Versuche im Dresdner Parteiblatt. 1914 Lokalredakteur des Aussiger„ Volksrecht", 1916 wegen Nachdruck cines Artikels über Franz Josef aus dem„ Právo Lidu" verhaftet, das Blatt eingestellt. 1917 Reda! teur von Gewerkschaftsblättern in Wien, seit 1925 Feuilletonredakteur der Arbeiter- Zeitung". Sahlreiche Skizzen, Feuilletons und Reportagen in BuchRobert Preußler men) geboren, Porzellanmaler, schon als Lehrling 1866 zu Antoniwald bei Gablonz geboren, in der westböhmischen Arbeiterbewegung tätig. Mit Glasbläser. 1885 wegen Geheimbündelei zu vier 22 Jahren Redakteur des Wochenblattes„ Volls- Monaten Arrest verurteilt. Organisator der Glas- form erschienen. wille" in Fallenau, später bei der von Schuh- arbeiter des sergebirges, Redakteur des Fachblattes meier gegründeten Volkstribüne" und bei und des Rubezahl", zahlreiche Verfolgungen. Seit 1843 in Rosenthal bei Reichenberg geboren, von der Arbeiter- Zeitung". Gegenwärtig Redakteur 1904 in Oesterreich, Redakteur der„ Salzburger Beruf Tuchmacher. Schon in den Siebzigerjahren der Gewerkschaftszeitung„ Der Eisenbahner" in Wacht", Landesvertrauensmann. sehen wir ihn in der Reichenberger Arbeiter Wien. bewegung in der vordersten Reihe. 1878 wird er Redakteur des„ Arbeiterfreund". In den Achziger. jahren verfolgt, längere Zeit eingesperrt. 1801 Redakteur des Nordböhmischen Volksbote", 1897, 1901 und 1907 wurde er zum Abgeordneten gewählt. Er hat auch das Leben der Arbeiter in einigen Dichtungen geschildert. glied des Salzburger Landtages. 1914 erster sozialdemokratischer Gemeinderat in Salzburg. Nach dem Umsturz furze Zeit Landespräsident und National. rat. Seit 1919 Landeshauptmannstellvertreter von Salzburg und Mitglied des Bundesrates. Eduard Rieger Dr Rarl Renner 1870 in Unter- Tannowit in Mähren ge. boren, studierte in Wien die Rechte und wurde Beamter an der Bibliothek des Wiener Reichsrates. Er hat eine Reihe bedeutsamer Werke auf dem Professor Dr. Julius Tandler 1865 in Görkau bei Komotau geboren, Tuch August Neußler 1869 in glau geboren, seit seinem dritten macher. Vertrat die deutsche Arbeiterbewegung Gebiete der Nationalitätenfrage, der Berfassung und 1867 in Grulich geboren, Schuhmachergehilfe, seit Lebensjahr in Wien. 1895 Assistent, 1902 außerBöhmens auf dem Hainfelder Parteitag. Er war Berwaltung, der Rechtswissenschaft und der Natto- frühester Jugend in der Arbeiterbewegung Deutsch- ordentlicher, seit 1910 ordentlicher Prosessor der bann Redakteur des„ Freigeist" in Reichenberg, nalökonomie geschrieben. 1907 und 1911 wurde er böhmens eifrig als Agitator tätig. 1900 Beamter Anatomie in Wien. 1919 bis 1920 als Unterstaatsspäter des„ Bolksfreund" in Brünn und wurde 1897 als Abgeordneter in den österreichischen Reichsrat der Krankenkasse in Ferlach, wo er schwere Stämpfe zum Abgeordneten gewählt. Von 1907 bis 1918 gewählt und wurde der erste Staatskanzler der mit den Deutschnationalen auszufechten hatte, später sekretär Leiter des Gesundheitsministeriums, ſeit bertrat er den Wahlkreis Bodenbach im Reichsrat. Republik Deutsch- Desterreich. Gegenwärtig National- in Klagenfurt tätig. Nach dem Umsturz Landesaus- 1919 als amtsführender Stadtrat an der Spige der Gegenwärtig ist er Nationalrat in Wien schußbeisiger und schließlich bis heute Landeshaupt. Wohlfahrtspflege der Gemeinde Wien mannstellvertreter von Kärnten. rat in Wien. Seite 22. Verbundenheit. Von Heinrich Müller- Aussig. Sonntag, 18. August 1929. frei, erkennen wir, daß die Arbeiter- Turn, und Werden die Menschen Sportbewegung der stärkste Gegenpart der mäch tigen tapitalistischen Sportorganisationen ist. Wiederholen wir daher immer wieder: besser? Von Oba Olberg. Nach der jüdischen und christlichen Auffaſſung Rein Arbeiterkind in einen bürgerlichen Wenn wir nach den großen Tagungen und schen Vereinen, Gruppen und Personen, sondern Turn- oder Sportverein! Füllt nicht die FußVeranstaltungen unserer Sportverbände oder der den Willen und das Ziel. Und wie sich der ballplätze der Bürgerlichen und damit ihre Kaffa! Sportinternationale wieder in unsere fleinen Arbeiterturner und Sportler durch sein Bundes- Seit immer und überall um die sportliebende Verhältnisse heimkehren und unsere örtlichen Ver- abzeichen, seinen Gruß, feinen Wahlspruch, feine Jugend bemüht. Wenn die Vertrauensmänner iſt des Menschen Trachten böse von Jugend an." einsarbeiten weiterführen, geht uns im Drange Tätigkeit in seinen Verband einfügt, so fügen sich die Lage der Dinge so erkennen, werden wir se- Eine Entwicklung der Menschen im Sinne des Alltags oftmals das Gewaltige unserer Idee ein alle Arbeiten aller Organisationen in seinem hen, daß die Arbeitersportbewegung der stärkste des moralischen Besserwerbens wird nicht angeverloren. Wir sehen dann auch nicht, daß gerade Zusammenspiel zu imposanter Verbundenheit. Rüdhalt der Partei wird. Dies erreicht man nommen, wenn auch die Kirche sich zutraut, die oft als gering angesehene Arbeit im kleinen" Wir müssen sehen, wie alles sich zum aber nicht durch wohlwollendes Dulden oder durch Verbreitung ihrer Lehre einer immer grö erst die Möglichkeit gibt, den Arbeitersport in so Ganzen webt, eines in dem anderen bloße Sympathie, sondern durch freudige, laute Ber werdenden Zahl Einzelner die Niederhaltung gewaltigen Aktionen glühenden und lodernden wirkt und lebt", und nichts für überflüssig Bejahung der Kulturbewegung. der angeborenen Bosheit zu erleichtern. In der Ausdruck zu verleihen. In Dorf und Stadt halten. Keine Tätigkeit, kein Verein ist zu ge Als im Juli auf dem großen Arbeiter Aufklärungsperiode war dann, wie in einigen mühen sich tausende und tausende Vorturner und ring oder zu viel. Riesenmassen sind noch für Sportfest in Nürnberg nach dem gewaltigen Fest- Philosophenschulen des Altertums, das Gutjein lebungsleiter, um den Kindern etwas Körper- uns zu gewinnen, und es ist ein arges Ver- spiel der Jugend 10.000 Fackeln auf dem Haupt- Sache der Erkenntnis. Tugend galt als lehrbar, fultur zu vermitteln, Gesundheit und Lebensmut fennen, wenn man manches, was da draußen im markt zu einem mächtigen Scheiterhaufen ge- und so erschien die Zukunft der Menschheit in zu bringen. Hunderte Männer und Frauen be- Alltag geschicht, als wertlos, als Klimbim, als schlichtet waren, als die Glut in die Nacht hinaus- rosigem Lichte, denn der Erkenntnisstand hob sich mühen sich, die Mädchen und Frauen der Ar- eitle Spielerei betrachtet. beiter von alten Vorurteilen loszumachen, sie Die Arbeiter- Turn- und Sportbewegung ist oderte, da schallte von 10.000 begeiſterten zu zweifellos, so daß man sich wegen der moralischen iſt gendlichen aus tiefstem Herzen der Sprechchor Beschaffenheit der Menschen keine Sorge zu törperlich frei, hinaus ins Freie zu segenspenden der Tätigkeit zu führen, sie aus ihrer Enge her aus, gleichberechtigt, auf den Turn- und Sportplay in die Vereinsarbeit zu stellen. hinaus in die Nacht, in die stillen Häuser und finnigen Gäßchen Nürnbergs: Arbeitende Jugend, wir rufen dich! Arbeitende Menschen, wir rufen euch: Tretet ein in unsere Reihen! Rämpft mit für die Kraft des Proletariats! Rämpft mit für die Freiheit aller Menschen! Kämpft mit uns um den neuen Menschen! machen brauchte. Wenn der menschliche Verstand erst eine recht weise Gesellschaftsordnung ausgeflügelt hätte, würden alle Menschen zur Weisheit erzogen und somit gut und glüdlich sein. Und die Erziehung würde so nachhaltig sein, daß sogar die Kinder schon mit besserer Veran lagung zur Welt kämen. nicht aus sich heraus geworden. Die Verhältnisse waren reif. Die industrielle Entwicklung, das erwachte Klassenbewußtsein, der Kampf der Gewerkschaften und politischen Organisationen waAllsonntäglich ziehen hunderte Spielmann- ren der Boden hiezu. Sie mußte fommen. Daschaften zu befreundeten Vereinen. Sonnen- rum soll man sich nicht kleinlich an das Gestern stunden voll Bewegungsdrang sind ihnen ge- flammern, sondern das Neue und Schöne sehen, geben, und wenn sie auch manchmal des Abends ihm Raum geben und das freudige Band soziali Dieser frohen Botschaft" der Göttin Ver. etwas lauter, als behäbige Menschen lieben, von stischer Gemeinschaft um alles schlingen, was den ihrem Spiel heimwärts ziehen, so liegt auch in Willen bezeugt, mitzufämpfen. Der instinktive Tragen wir diesen Ruf weiter, rufen wir nunft ist es ergangen, wie andern Verheißungen dieser Sonntagsnachmittagsübung ein Arbeits- Drang nach Spiel und Bewegung, der triebhafte nicht nur um Jugend. Dieser Ruf möge der Erlösung. Sie hat sich nicht verwirklicht. Seit wert von Bedeutung. Sind diese Burschen und Willen, den Körper zu schüßen vor den Schäden auch in die Ohren und in die Herzen den Zeiten der französischen Revolution hat die Mädchen doch durch die Eingliederung in unseren rücksichtsloser Ausbeutung, zeigt der Jugend den der alten Genossen und Genossinnen menschliche Erkenntnis gewaltige Fortschritte geNicht nur die Summe des von der Spielbetrieb dem bürgerlichen Einfluß entzogen. Weg und macht den Arbeiter- Turn- und Sport- bringen und sie auffordern, den wichtigen macht. Nicht nur Und wenn auch vorerst auch nur gefühlsmäßig verband zugleich zur größten und wichtigsten Rampf um die Jugend mitzufämpfen. Der Menschheit Erkannten ist gewachsen; auch die bei der Sache, später werden sie sich auch, mit Jugendorganisation. Verrammelt nicht den Weg Reichsarbeitertag sei uns eine mächtige Fanfare 3ahl der an dem Wissen Teilhabenden ist bedeutend gestiegen. Aber von einem Besserwerden der dem Verstande und vom Klassenbewußtsein er mit überholtem Gerümpel, machen wir die Bahn hiezu! Menschen, das im Verhältnis stünde zu dieser füllt, zum Heer der kämpfenden Arbeiter finden. Vertiefung und Verbreiterung des Wissens, kann Es liegt in allem Turn- und Sportbetrieb, bei nicht die Rede sein. Die Greuel des Krieges, die allen Wanderungen und Zusammenkünften, ein der russischen Revolution, die Schandtaten reaf Stück Werbearbeit, welche später vereint in getionärer Regime, Lynchjustiz, entsetzliche Verwaltige Aktionen mündet. brechen, Unsummen unnötiger Grausamkeit und Roheit zeigen uns immer wieder unter dem Firnis der anerzogenen Form der Gesittung tiefe menschliche Schlechtigkeit. weise folgendem Inhalt geschaffen wurde: Eine wichtige Aufgabe. Von Karl Kern. Allerdings muß jedes Spiel, jede sportliche Nebung getragen sein von dem großen Gedanken Je weiter wir uns vom Krieg entfernen, Inationale vergessen sie ihre eigenen Verpitich und von der großen Idee der Arbeitersport- und desto mehr wird über ihn geschrieben. In diesen tungen, wiegen sie sich zum Teil in Sicherheit, der sozialistischen Arbeiterbewegung überhaupt. Tagen jagt ein Gedenkauffaß den anderen und zum anderen Teil in Gleichgültigkeit. Hin und Müssen wir uns nun damit abfinden, das, Und wenn die Tätigkeit der Arbeitersportorgani- der Kriegsromane gibt es eine große Zahl. Er wieder hören die Arbeiter in den Versammlun sationen hinüberspielt und hinüberspielen muß freulicherweise gibt es fast keine, die den Krieg gen und Konferenzen über den Krieg sprechen was sich uns so an Bosheit und Niedertracht Citrichsen und über in die Arbeitsgebiete anderer Organisationen, verherrlichen. Die Schriftsteller, die wirklich und beschließen wohl auch Resolutionen. enthüllt, als einen eisernen Bestand hinzuneh so darf deshalb niemand unwillig werden. etwas zu sagen haben, malen das Morden sehr Dabei bleibt es meistens und auch in unseren men, den wir vom Höhlenmenschen übernommen Es ist z. B. nur folgerichtig, wenn aus der eindringlich zu dem Zwed, vor ihm Grausen und Lokalorganisationen wird über die Fragen der haben, um ihn unsern spätesten Nachfahren zu Sportbewegung selbst heraus ohne große orga- Abscheu zu erwecken. Sie und da gelang es, aus Rüstungen und der Kriegsgefahren recht wenig hinterlassen? Wird der moralische Wert des nisatorische Vorbereitungen der Kampf gegen Anlaß der fünfzehnjährigen Wiederkehr des gesprochen. Man soll nicht meinen, daß hier Menschen durch die Stulturentwidlung nicht er den Alkohol geführt wird. Siege und Nieder- Kriegsausbruches einige Kundgebungen der Arden Methoden das Wort geredet werden soll, die höht? Diese Frage ist für jeden Menschen wichlagen mit Bier und Wein zu feiern, hat schon beiter zu veranstalten. Es geschicht also zur die Kommunisten bei ihrem Gerede über den tig, ganz besonders aber für den Sozialisten, der längst aufgehört. Das Rauchstinken in den Ver- Pflege des Friedensgedankens immerhin einiges, tommenden Strieg" anzuwenden belieben. Das sich immer wieder die Weißstände, die er bekämpft, sammlungen hat auch schon start nachgelassen, das soll mit Freude vermerkt werden. Die ununterbrochene Voraussagen eines Kriegsaus- als notwendige Folge der natürlichen Verda sind es unsere Turnerinnen, die dafür sorgen, Kriegsgegner haben als mächtigsten Bundes- bruches für die nächsten Tage iſt ſo lächerlich, anlagung vorhalten lassen muß, aus welcher daß unsere Beratungen in flarer Luft vor sich genossen die gesamte internationale Arbeiter- daß man darüber nichts zu sagen braucht. Veranlagung fie in jeder Gesellschaftsoronung gehen. Das muß eigentlich für die Arbeiterbewegung, deren Abgesandte auf den verschiede Aber wir sollen nicht übersehen, daß wir in immer wieder neu entspringen würden. Sie ist ſportler ſelbſtverſtändlich sein. Wenn dann weinen Kongressen mit Ernst und Eifer die pral unserem Land noch einen ungeheuer ſtarken für den Sozialisten besonders wichtig, weil vont ter auf den Erhebungsbogen bei Turnkursen und tischen Wege beraten, die zu einer Verhinderung militarismus haben, über den die Arbeiter viel ihrer Antwort der Wert dessen abhängt, wofür Borturnerstunden die Frage gestellt wird:„ Aus des Krieges führen können. Erst die Brüsse zu wenig unterrichtet sind, und daß eine Jugend Gesellschaft. Wenn wir durch diese nur fatter er kämpft: der wirtschaftlichen Neuordnung der der Kirche ausgetreten?", so ist auch das eine ler Tagung der Sozialistischen Arbeiterinter- Opfer dieses Militarismus ist, die den Strieg werden sollen, mehr Muße haben und länger Konsequenz guter Turn- und Sporttätigkeit, die nationale hat wiederum sehr ausführlich zur nicht bewußt miterlebte, die seine Schrecken nicht leben, aber doch wissen, daß der Wolf in uns den Körper in Sonne und Licht ſtellt, Lebens Frage der Abrüstung Stellung genommen und tennt und deshalb den Bemühungen, sie zu und in unserm Nächsten nur solange zurückgebejahung und Erdenliebe schafft und leicht auf ein brauchbares Programm ausgearbeitet, das einem guten Werkzeug der Militariſten zu er drängt und gebändigt bleibt, solange Sattheit, die fagenhafte himmlische Seligkeit verzichten trotz aller Mängel, die ihm anhaften, ein wesentziehen, recht wenig Widerstand entgegenseßt. Muße und Lebensdauer in ganz genau gleich läßt. Es ist auch eine ganz logische Entwicklung licher Schritt nach vorwärts ist. im Arbeitersport, wenn in den meisten Verlicher Schritt nach vorwärts ist. Vielleicht ist es der alten Generation, die durch bänden der Sozialistischen Arbeit- Sportinter- Muß uns aber nicht das geringe Echo, die Hölle des Krieges ging, vergönnt, fein neues große Teile geteilt sind und also das wölfische Gehaben gar keine Vorteile verspricht, dann nationale( S. A. S. 3.) Erziehertätigkeit im das das Reden und Schreiben über den Krieg Völkermorden mehr zu erleben. Aber ihre Ange- wäre diese Neuordnung ziemlich fümmerlich als bei den Massen erweckt, zu denken geben? Gehörigen sollen eben nicht vergessen, daß sie Preis so langen Ringens. Und jeder malt sich sozialistischen Sinne in organisatorische Form wiß, einige unserer kriegsgegnerischen Kund- Ahnen sind und die Verpflichtung haben, Rin Preis so langen Ringens. Und jeder malt sich ſo leistet wurde. Ebenfalls folgerichtig ist es, wenn gebungen sind sehr schön verlaufen: war aber dern und Kindeskindern den Weg zu zeigen, der doch die Folgen des erstrebten Sieges so schön auf dem im Oktober in Prag stattfindenden Kon- Leder Veranstalter im Innersten zufrieden? fie das Kriegserlebnis vermeiden läßt. aus, wie nur möglich. Dem kämpfenden Bürgertum der Revolution sollte die über das Dogma greß der S. A. S. J. für sämtliche Verbände Haben nicht die Organisationen mit einer geInternationalisten haben bei der Be- und das Standes privileg erhöhte Vernunft alle dasselbe einheitliche Programm mit auszugs Fürchteten nicht alle, die Aktion könnte bei der über die Grenzen zu schauen, sondern müssen im soll es die neue Wirtschaftsordnung tun. Nicht auszugswissen wissen Bangigkeit die Vorarbeiten geleiſtet? Kämpfung der Kriegsgefahren nicht vor allem Probleme lösen; dem kämpfenden Proletariat Die Arbeiter- Turn- und Sportbewegung ist augenblicklichen Stimmung der Arbeiter mit eigenen Land beginnen. Unsere Partei hat die Stulturentwicklung an sich hebt das moralische ein Teil der großen proletarischen Klassenkamp fommunistischen Antikriegsfundgebungen einem Mißerfolg enden? Sicherlich sind die das immer so gehalten und sie wird dieser Niveau des Menschen; erst die Aufhebung der folgenden? bewegung, deren geschichtliche Aufgabe es ist, die zum Ueberlieferung tren bleiben. Richtige Sozial- Stlaffen wird dies vermögen.„ Wir können", sagt arbeitende Klasse von der kapitaliſtiſchen Herder kommunistischen Werbung gescheitert. Aber Internationale, Striege zu verhindern, nichts ist schichtsauffassung( Bd. 2., S. 782), unsere Zu arbeitende Klasse von der kapitalistischen Herr- großen Teil an der inneren Ünwahrhaftigkeit demokraten wissen aber auch, daß die Straft der Stari Kautsky in seiner Materialistischen Geschaft zu befreien und im Sozialismus eine neue, gerechte Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung man hätte doch annehmen können, daß die am als die Summe der Kräfte, die in jedem versicht nicht auf den einfachen Fortschritt der meisten radikalisierten Arbeiter im Krieg ihren Lande, in jeder angeschlossenen Partei wirken. Stultur, sondern nur auf das Erstarken des ProVoraussetzung und Grundlage des proleta- größten Feind schen und daß sie, allen hin- Die Internationale: das sind wir letariats in seinem Stlassenkampf begründen." rischen Sportes ist daher die politische, gewerk- dernden Umständen zum Troßz, wenigstens zu alle, das ist jeder einzelne von uns. schaftliche und genossenschaftliche Arbeiterbewe- ciner Antikriegsdemonμration zu ge- Es ist eine Aufgabe der sozialdemokratischen mus entronnen, der mit seiner„ Bosheit von Ju So sind wir zwar dem religiösen Pessimisgung, der die Arbeiterturner und Sportler an- winnen ſind.( Daß diese Demonſtration von der Parteien, die Abrüstungsbeschlüsse der Inter- gend an" jede Generation genau an demselben zugehören und deren Bestrebungen sie zu unter- kommunistischen Parteileitung zu schäbigen nationale in die Wirklichkeit umzuseßen. Wir Punkte wieder anfangen läßt, wo die vorige anManövern mißbraucht werden sollte, iſt ja doch wissen, daß die Erfüllung dieser Aufgabe nicht gefangen hat, aber wir sind doch weit von dem Als Bestandteil der auf dem Boden des nicht in das Bewußtsein der kommunistischen von heute auf morgen möglich ist, aber wir Optimismus derer entfernt, die die Menschen Klassenkampfes stehenden sozialistischen Arbeiter Arbeitermassen übergegangen.) Wir sahen aber, müssen ihr unsere besten Sträfte, unsere größte durch Belehrung gut zu machen hofften. Die bewegung hat die Arbeiter- Turn- und Sport- daß die Kundgebung von den kommunistischen Ausdauer leihen. bewegung den körperlichen, geistigen und mora- Arbeitern nicht beachtet wurde und daß selbst der Menschen werden besser werden, wenn man es lischen Aufstieg und die Steigerung der Kampf- berechnende Hinweis auf die„ kriegsbedrohte" Vergessen wir nicht, daß die beste Gewähr ihnen leichter machen wird, gut zu sein; und die tätigkeit des arbeitenden Volkes zum Ziele und Sowjetunion versagte. Es ist recht billig, sich für die Aufrechterhaltung des Friedens das Aufhebung der Klassen macht es ihnen leichter. ist bestrebt, in den Grenzen ihres Wirkungs über den kommunistischen Mißerfolg zu freuen, Fehlen von Waffen ist. Daher wird die Parole Faßt man die Sache flach und wortwörtlich feldes an der Schaffung einer sozialistischen Stul aber es wäre gefährlich, die Lehren zu über der Brüsseler Tagung unserer Internationale, auf, so bedeutete dieser Satz nur, daß der ſitttur mitzuarbeiten. schen, die er uns erteilt. die vollständige Abrüstung herbeizuführen, die liche Gehalt der Menschen allezeit der gleiche Mit der körperlichen Ertüchtigung ist die Er- Sind die Massen nicht kriegsgegnerisch ge Arbeit um die Abrüstung der Geister er bleibt, und daß wir eine Gesellschaftsordnung ziehung zu sozialistischem Fühlen, sinnt? Diese Meinung ist sicherlich falsch. Sie gänzen.„ Kvieg dem Kriege“: das darf nich: anstreben, in der das Gute mehr ausgibt und Denken und Handeln zu verbinden. find nichts weniger zuzulassen bereit, als einen zur starren Bersammlungsformel werden, son- das Schlechte weniger. Das„ Dichten und TrachDarunter ist zu verstehen: Planmäßige Erneuen Krieg. Aber ihre Gesinnung ist den dern muß lebendigen Inhalt bekommen durch ten", der etlische Wert blieben die gleichen. Nun ziehung vom Klassengefühl zum Klassenbewußt Fragen des Militarismus und der Kriegs- das tägliche Wirken jedes Arbeiters. wird uns freilich der ethische Wert einer Tat nie sein, Erziehung zur Solidarität, zur Disziplin und gefahren gegenüber, wenn man so sagen darf, zu entschleiert. Wir sollten uns daran genügen zur Opferbereitschaft, die Schulung der Mit- friedlich, zu wenig aktiv. Daß ein neuer tun müssen, das ist: die Jugend zum Haffe gegen finden und den gemeinsamen Interessen gemäß das glieder zum Kampf gegen den Kapitalismus und Strieg ausbrechen könne, erscheint ihnen als den Krieg erziehen, sie über das Wesen des ft. Denn das Verhalten als solches wirft norm unwahrscheinlich. Wenn die Gefahr nicht mit Militarismus aufklären, die Abrüstung in den bildend, gleichgültig ob sich in ihm sittliche VorUnd wenn alle diese Ideen oftmals in klei- den Händen zu greifen ist, wollen sie sie nicht Köpfen der Jugend durchführen. Es ist eine trefflichkeit oder bloß stumpfsinnige Unterord nem Wirkungstreise ihre Wurzeln haben, es ist erkennen. Daß in dieser Stimmung die Möglich ungeheure Gefahr für die Arbeiterklasse, wenn nung unter die öffentliche Meinung ausdrückt. soch ein Ausdruck der Entwicklung überhaupt. feit liegt, es fönne bei einem künftigen Striegs die heranwachsende Generation nicht erkennt. Eine aus der Umgebung unbewußt angenom So mit vielem anderen. Aus kleinen Anfängen ausbruch wieder das gleiche Versagen der Arbei- was der Militarismus für sie bedeutet, wenn sie mene, gleichsam aufgesogene Rücksicht auf schwä heraus quillt Größeres, Gewaltiges. Deshalb terbowegung auftreten wie 1914, ist wohl jedem nicht weiß, daß die herrschende Klasse in ihm chere Mitgeschöpfe, ist ein sozialer Wert, sie mag soll man die sogenannten„ fleinen Arbeiten" viel aufmerksamen Beobachter klar. ihr Werkzeug erblickt. Sorgen wir dafür, und ethisch noch so weit hinter dem Tun zurückſtehen, besser beachten und schäßen. Nicht nur die Spiel- Viele Arbeiter haben ihr Augenmert auf die zwar bei jeder Gelegenheit und zu jeder Stunde, das, in bewußtem Widerspruch gegen die Umge mannschaften sehen, die gut oder schlecht spielen, Internationale gerichtet und meinen, sie daß die Jugend denken lernt. Nur so können wir bung und ihres Sohnes gewiß, sich der Schwä oder die Turnabteilungen mit den schönen Be- werde aus den Erfahrungen von 1914 schon die die Gefahren des Militarismus und des Krieges cheren annimmt. Eine Gesellschaft, die dem Men wegungen, freudigen Bildern, nicht nur die vichtigen Lehren ziehen und entsprechende Vor- abwenden, nur so es dahinoringen, daß die Entschen das Gutsein leichter macht, wäre also nicht schnellenden Körper der Leichtathleten, nicht den sorge zur Verhinderung neuer Striege treffen. scheidung über Krieg und Frieden in die Hände nur eine bessere Gesellschaft, sondern sie machte zeitweiligen Sonkurrenzstreit kleinlicher Art zwi- Im Gedanken an den großen Bruder" Inter- der Arbeiterklasse gelegt wird aufzurichten. stützen haben. Militarismus. Was wir aber jetzt schon tun können und lassen, deren dem sozialen Empauch bessere Menschen. Sie beschafft, um ein Sonntag, 18. August 1929. Mort Kaugtys zu gebrauchen, Zustände, in deSittliche wieder das Selbstverständliche wird und aufhört, ein Problem zu sein, das sich um so mehr verdunkelt, je mehr man es zu er hellen sucht." wird. Die Geburt des Kapitals. Von Dr. Otto Ehrlich. Woher hat er aber das Kapital? Aus der Anhäufung angeeigneter MehrSeite 28. Und ist die Art, wie heute große Gewinne gemacht werden und Riesenkapitalien entstehen, grundsäßlich anders? Wenn eine amerikanische Gesellschaft im Jahre 1904 Kupferminen um 39 Millionen Dollar auftauft, aus diesen eine Ein Industrieller hatte sich malen lassen, dastand. sucher. Hosentaschen Finden sie's ähnlich?" fragte er einen Be ,, Nicht besonders." ,, Wieso nicht?" Hier ist die Rede von dem, was einer gerechteren gesellschaftlichen Ordnung an Einfluß tig gibt es in den Vereinigten Staaten 30.000 daß fie ihre Arbeitskraft gerade noch instand um 75 Millionen Dollar verkauft und die DifAus Washington wird berichtet: Gegenwär- leicht, ihnen dafür nicht mehr zu bezahlen, als Aftiengesellschaft macht, die Attien bald darauf auf das ſittliche Berhalten des Menschen zuge- Personen, die ein Vermögen von mehr als eine halten können und der Mehrwert dem Käufer ferenz von 36 Millionen Dollar als mühelosen schrieben wird. Aber die heutigen Menschen in Million Dollar besitzen. Im Jahre 1914 gab es verbleibt.( Es darf nicht unerwähnt bleiben, daß Gewinn einstreicht! unserer ungerechten und mangelhaften Ordnung, nur 7000. find die wirklich nicht besser als sie es, sagen wir der Lohn in Wirklichkeit etwas höher ist, denn im Mittelalter, waren? Würden sie sich noch Ein Dollar Millionär ist ein Mann, der es muß doch auch die Familie des Arbeiters er- ichen Fabriken Deutschlands die Preise ihrer Oder wenn die vier bedeutendsten chemiheute ein Fest daraus machen, ihresgleichen auf mehr als 34 Millionen tschechische Kronen befizt halten und damit die Arbeitskraft der nächsten Produkte so hoch halten, daß fie in den neun der Folter oder auf dem Scheiterhaufen zu sehen? und bei einem Zinssay von 4.5 Prozent, ohne zu Generation, ohne die die kapitalistische Wirt- Jahren von 1902 bis 1911 Unter sittlichem Wert verstehe ich das Soli- arbeiten, jahraus jahrein täglich 4000 tschechische schaft ein vorzeitiges Ende fände, neu hergestellt Dreifache des Kapitals an Dividenden( GewinnUnter sittlichem Wert verstehe ich das Soli- Kronen verbrauchen kann und doch nicht ärmer werden.) das Doppelte bis daritätsgefühl, das triebhafte Einbeziehen des anteilen) ausschütten? Mitmenschen, ja, des Mitgeschöpfes in das eigene Erleben. Je intensiver dieses Einbeziehen ist als 30.000 müßig herumgehen. Müßiggang Es wäre aber falsch zu glauben, daß diese chen und darum auch bezahlen? Wer aber kann fremde Arbeitskräfte brau- Ein Witbold hat den Mechanismus der kaMitleid und Mitfreude, je energischer es sich iſt", wie Bernard Shaw über deren englische pital, das heißt von Produktionsmitteln( Wapitalistischen Wirtschaft in der bekannten Anetim Leben äußert, um so wertvoller schätze ich den Kollegen spottet.„ etwas so Unnatürliches, Lang- fchinen, Rohstoffen, Grund und Boden, usw.) das Porträt ſtellte ihn dar, wie er breit und Der Kapitalist, das ist der Besizer von Sta- bote eingefangen: Menschen. Und so widerwärtig es auch in unweiliges, daß die Welt der müßigen Reichen oder Geld( womit man sich Produktionsmittel progig mit den jerer Welt zugeht, bei aller Grausamkeit, Feig eine Welt endloser Betätigungen ermüdendster verschaffen kann). Denn hat er fremde Arbeitsbeit und Niedertracht, die man sieht, wage ich Art wird. Die Energischen überanstrengen sich fräfte gefauft, so erzeugen diese, wie bereits getroßdem zu behaupten, daß der moderne Mensch oft und müssen Liegefuren durchmachen, um sich schildert, Mehrwerte für ihn. im Durchschnitt besser ist, als er es, sagen wir wiederherzustellen. Ich würde Straßenlehren vor zweihundert Jahren das wichtige ist ja nicht die Zeit, sondern die Richtung- war. Was eichten Herzens vorziehen. Auf dem Lande z. B. das moderne Leben ausmacht, daß es, bei aller Monat im Jahre seine bestimmte Sportart hat. werte. ist der Sport sorgfältig ausgebaut, daß jeder Klaffentrennung, die Menschen durcheinander- Die erforderlichen Fische, Vögel und sonstigen quirit, in gleiche Lagen bringt, physisch nähert, Tiere werden zu dem Zwed so sorgsam gezüchtet Mehriverten voraussetzt und der Mehrwert den Aber wenn das Kapital die Aneignung von das macht den Menschen besser, weil es gewiffer- und gehütet, daß es immer etwas zu töten gibt. Bejiz von Kapital, dann bewegen wir uns doch maßen die Kontaktfläche von Mensch zu Mensch vermehrt. Die Städter sind besser als die Leute Athletische Heldentaten beim Sport werden so im Streise! am Lande, so sehr diese Behauptung auch der üb. Schlüffelbeine faum außergewöhnlich genug sind, se gesittet nationalökonomisch, sondern brutal, sehr zu Selbstverständlichkeiten, daß gebrochene Ja, ursprünglich ist das Kapital auch nicht lichen Anschauung widerspricht. In der Stadt ist um als Unfälle zu gelten. Fehlt es an Sport, so durch Gewalt und Betrug entstanden. die Hilfsbereitschaft spontaner, voraussetzungsum als Unfälle zu gelten. Fehlt es an Sport, so durch Gewalt und Betrug entstanden. Goethe loser; die Solidarität erstreckt sich auf einen wei- gibt es immer Spiele, Stilaufen, Rodeln, Bolo, läßt es ein Kind im Gespräch mit dem Lehrer teren Kreis als auf dem Lande. Es sei an das und so fort, mit einem viel größeren Aufwand Tennis, Schlittschuhlaufen auf Kunsteisbahnen verraten: Verhalten des Landvolks in t der Zeit der Lebensmittelnot erinnert. Intensiverer Kontakt und an förperlicher Anstrengung, als manche arme breitere Lebenserfahrung machen den Menschen Frau willig auf sich nähme. Eine junge Dame menschlicher, d. h. sie erleichtern ihm, sich einzu- aber legt nach einem so ausgefüllten Tage zwifühlen in den andern.„ Seid gut zu den Frem- schen dem Abendessen und dem Schlafengehen den, denn ihr seid selbst Fremdlinge gewesen in tanzend einen weiteren Weg zurüd als der PostAegyptenland" heißt es im alten Testament. bote im Gehen." Der moderne Mensch ist vieles selbst gewesen"; feine Lebensgemeinschaft reicht weiter als Herd und Scholle. Wie kommt es, daß einzelne Menschen über solch riesige Reichtümer verfügen, woher stammen sie, wer schafft sie? Lehrer: Bedent, o Kind, woher sind diese Gaben? Du kannst nichts von dir selber haben. Kind: Ei, alles hab' ich vom Papa. Lehrer: Und der, woher hat's der? Kind: Vom Großzpapa. Lehrer: Nicht doch! Woher hat's denn der Großpapa bekommen? Kind: Der hat's genommen. Wenn man sich in die Geschichte jener Zeiten versenkt, in denen das Kapital ursprünglich entstanden ist, dann findet man Beispiele über Beispiele für die Richtigkeit der obigen Behauptung. Als z. B. der portug esische Vizekönig Albuquerque im Jahre 1511 Malaffa in Ostindien plünderte, erbeutete er eine Million Dukaten.*) Die englischen Richter des 16. Jahrhunderts B. tamen zu Gold, indem sie feste Taren für die Freisprechung schuldiger Verbrecher erstellten. Nun, gewöhnlich pflegen Sie doch Ihre Hände in anderer Leute Taschen zu haben!" Mehrwert zu erzeugen, nennen wir Produktivi Die Eigenschaft der menschlichen Arbeit, tät der Arbeit. Daß die menschliche Arbeit bei wenig Ueberschüsse über das den Urvölkern noch wenig produktiv war, d. h. zur Bestreitung des Lebensunterhaltes Notwendige lieferte, wäh rend seither die Produktivität immer stärker angestiegen ist, die Ueberschüsse rasch anwachsen, das läßt sich durch die immer weitergehende Arbeitsteilung( Spezialisierung der Arbeit) erflären. Mußte früher jeder alles, was er zum Leben brauchte, selbst erzeugen, so besteht heute seine Lebensarbeit in der millionenmaligen Wiederholung eines Handgriffs. Arbeitsteilung kommt aber nur durch Vereinbarung zustande, wenn sie auch später sur unantastbaren Ueberlieferung wird: sie ist eine Erscheinung des gesellschaftlichen Zusam menlebens der Menschen. Die Erzeugung von Mehrwerten ist also einer Einrichtung der menschlichen Gesellschaft geschuldet. Wem anders als der menschlichen Gesellschaft, der Gesamtheit, dürfen also die Mehrwerte zufallen? Aber, wie ist diese Behauptung eines. Besser- Es ist gar kein Zweifel, daß die Grundlage werdens der Menschen vereinbar mit der Fülle alles Reichtums, nämlich Waren- Geld dient grauenhafter Verbrechen, mit deren Wachsen an nur als Tauschmittel, um sich Waren zu verZahl und Schrecken? Die eigentliche Delinquenz schaffen durch Arbeit erzeugt wird. Und so hängt nur sehr indirekt und lose mit dem allge- beruht auch der Wert aller Waren auf der Armeinen Sittlichkeitsniveau zusammen. Sie ist beit, die zu ihrer Herstellung erforderlich ist. Da Diese Erkenntnis ist noch nicht weit vernur insofern ein soziales Produkt, als gibt es nun eine ganz merkwürdige Ware, und breitet, besonders nicht unter den Proletariern, unsere Erbmasse ein solches ist. Es ist zwar die menschliche Arbeitskraft, die wie jede sehr wahrscheinlich, daß in früherer Zeit, als die andere Ware auf einem Markte angeboten und welche die Mehrwerte erzeugen. Wir leben in einem Zeitalter der sozialen Pubertät des ProLebensbedingungen rauher waren, mehr Delin- nachgefragt wird, in diesem speziellen Fall auf letariats, des Mannbarwerdens in der Gesellquenten zugrunde gingen, als heute. Wir können dem Arbeitsmarkt, und deren Wert ebenso wie Die holländisch- westindische Handels- Rom- neue ungefannte Kräfte, in ihrem geheimnis schaft. Neue Kräfte wachsen den Reifenden zu, das hier nicht ausführen. Es genüge, hervorzu- der aller anderen Waren auf der zu ihrer HerJeben, daß für uns das fittliche Niveau einer Bestellung erforderlichen Arbeit beruht. Der Fa panie rüstete ron 1623 bis 1636 mit einem Auf- vollen Dunkel den neuen Sträften in der Zeit sölkerung aus dem Berhalten der großen Zahl, brikant kauft die menschliche Arbeitskraft auf wand von 45 Millionen. Pfund S60 Schiffe aus der Geschlechtsreise vergleichbar. di des Durchschnitts erkennbar ist, der nach Moti- dem Markt um einen vereinbarten Preis, wel bir Taperten 540 Schiffe, deren Ladang nahe ading ven handelt und sich gegenseitig beeinflußt. Ein cher in diesem Falle den Namen„ Lohn" führt at 6 Millioner betrug; dann femen aber noch guter Teil der Delinquenz, soweit er nämlich und der etwa so hoch ist, daß der Träger dieser 3 Millionen, die sie den Portugiesen durch Raub Milieudelinquenz ist, gehört hieher. Niemals Arbeitskraft, der Arbeiter, nach der Tagesarbeit une Plünderung abgenommen hatten. In der meist von Juden betriebenen Geld aber die monumentalen Verbrecher, die in ihrer um den Lohn so viel Lebensmittel und BedarfsUmwelt nur Entseßen auslösen und Normalen artikel faufen fann, daß er mit ihmen seine Ar- leihe wurden im Mittelalter üblicherweise 20 nie zum Beispiel werden. Die gehören in ein beitskraft für den nächsten Tag frisch herzustellen bis 25 Prozent Zinsen per Jahr, anderes Rapitel. imstande ist. auch viel mehr, bezahlt. Freilich nahmen ihnen Fürsten und Städte ihre Wuchervermögen immer wieder ab. In ein anderes Kapitel gehört auch die monumentale Güte und Größe, die sich in allen Zeiten gelegentlich gezeigt hat in einem Leben völliger Singabe für andere. Das sind Naturspiele, die Mit- und Nachwelt fegnet, deren Beispiel uns erhebt, die aber nur Nachfolger werben können unter Gleichgearteten, so daß sie, wie die Delinquenten, wenn auch mehr als diese, das sittliche Niveau ihrer Zeit kaum beeinflussen. Sat nun der Fabrikant den Arbeiter in die Werkstatt geleitet und dieser mit der Arbeit be gonnen, so zeigt sich, daß der Arbeiter schon nach wenigen Stunden so viel an Werten geschaffen bat, als der Lohn beträgt. Der Unternehmer hat aber die Arbeitskraft um den vereinbarten Lohn für den ganzen Tag, zumindest für einen AchtStundentag gekauft. Der Arbeiter schafft also in einem Arbeitstag mehr an Werten, als zur Her ſtellung seiner Arbeitskraft notwendig sind, und diefes mehr an Werten, diesen Mehrwert, eignet sich der Unternehmer an. Lehren wir die Menschen dieſe Kräfte tenLehren wir die Menschen diese Sträfte fennen! Heben wir den Vorhang weg von dem mystischen Dunkel, in das die gesellschaftlichen Geheimnis der fapitalistischen Wirtschaft! Und Zusammenhänge gehüllt sind! Lüften wir das treiben wir wie sexuelle Aufklärung auch soziale Aufklärung! Wenn Menschen schweigen... ... reden die Steine. Gerade das Leblose führt zuweilen die beredteſte Sprache. Ueberall, in der Stadt, im Freien und selbst dort, wo der redende Mensch, zum ewigen Schweigen gebracht, auf dem Der Kommandant von Straßburg z. B. weigerte fich einmal, eine Deputation der jüdischen Bevölkerung der Stadt zu empfangen. Schafft mir die Halunken aus den Augen", fchrie er, die unseren Herrn und Heiland gemordet haben!" Ein Höfling machte ihn darauf Totenader liegt. aufmerksam, daß die Deputation eine größere Goldgabe für den Schatz des Königs überbringe. So, so," sagte der General,„ nun laßt sie vor, schließlich wußten sie ja nicht, was sie taten." Freilich läßt hier der tote Mensch die Steine in seinem Namen reden. Sie sind auch da beredt, alle, vom schönsten Marmorblod bis zum einfachsten Streuz. im Tode. Man wende also nicht ein: scheußlichere Verbrechen, als zu unserer Zeit, hat es nie gegeben, erhabenere Beispiele des Seelenadels und der Güte, als uns die Vergangenheit gelie- Warum dulden das die Arbeiter? Ein sehr einträgliches Geschäft war der fert hat, werden wir nie erbliden. Beides mag Zunächst sind viel zu wenige von ihnen Sklavenhandel, der Hunderte von Jahren hinrichtig sein. Aber das schließt nicht aus, daß die über diese Tatsache aufgeklärt. Ferner sind die durch blühte und gedich. Dafür ein Beispiel: Im große Masse der Menschen doch besser, mitleidi- Organisationen, welche die Arbeiter zur Ver- Jahre 1771 wurden aus Afrifa 47.000 Neger ger, hilfreicher wird durch die innigere Verflech- änderung dieses Zustandes geschaffen haben, noch ausgeführt, davon mehr als die Hälfte von den tung, durch die größere Gemeinsamkeit in Arbeit viel zu schwach. Wenn aber die Arbeiter noch zu berüchtigten Liverpooler Sklavenhändlern. Der und Erholung, in Leiden und Wissen. schwach sind, dann bleibt ihnen, die nichts ihr bei diesem Geschäft gemachte Gewinn bezifferte Eigen nennen, um damit das Leben zu bestrei- fich nach vorsichtiger Schäßung auf 1.5 Millio. ten, vorläufig nichts anderes übrig, als die nen Pfund. Straft ihrer Hände oder ihres Geistes demjenigen zu verkaufen, der sie brauchen und darum auch 1. Die folgenden Beispiele sind Sombarts„ Der einsamen Wanderer entgegen. bezahlen kann. Freilich macht es ihre Ueberzahl moderne Kapitalismus" entnommen. Was Vorbedingung und Weg zum Sozialismus ist als gesellschaftliche Gestaltung, hegt und fördert so die seelischen Vorbedingungen im Individuum: der werdende Sozialismus den sozialistischen Menschen. Karl Marr' Grab. Von Kurt Kersten. Sie sprechen von Familienliebe, Menschenverdienſt, Weltverachtung, von der heiligen Weltordnung, die die einen lieben, die anderen hassen, auch Da steht der hohe Marmorblock fein poliert, mit goldener Inschrift ausstaffiert, für den Toten zeugend. Hoch oben ein Christuskopf( ecce homo) in Erz geprägt. Tränen der Menschenliebe hängen über dem toten Gestein, als wollten sie es beneßen. Die Cypressen hören dem Zwiegespräche su, übergeben es dem Winde und dieser trägt es dem Homo: Ich wandelte auf Dornenpfaden. Der Marmor( für den Toten): Mein Leben3pfad war breit und bequem. Homo: Ich trug eine Dornenkrone. nen Schultern. Der Marmor: Ich hatte alle Achtung von goldenen Kronen. Homo: Ich trug ein hölzernes Kreuz auf meiDer Marmor: Auch meine Brust war mit einem goldenen Kreuze geschmüdt. Homo: Ich bereitete das Reich für den Der Marmor: Ich bereitete den Menschen für das Reich Haus wellig gelagert, mit Rasenplägen, auf Und als noch ein Winter gekommen und denen man ausruhen kann, mit kleinen Teichen, eben gegangen war, erschienen sie wieder und auf denen Schwäne weiß aufleuchten. Es war brachten, im März 1883, Karl Marx. Es ist ein langer Weg aus der City bis in ein stiller Vormittag, von der Höhe ahnt man Wenige Tage später öffneten sie die Gruft den hohen Norden, in die Vorstädte Londons, die Siebenmillionenstadt, die vom leichten Nebel für ein Kind, den blutjungen Harry Longuett, ein Weg durch jene verdrossenen, ewig gleichen überzogen ist; hat man den Part durchquert, noch nicht fünf Jahre alt. Sieben Jahre später Stadtviertel, in denen die Arbeiter wohnen öffnet sich eine Pforte, man steht auf einer folgte die Schaffnerin Helene Demuth. müssen. Niedrige Ziegelbauten mit flachen schmalen Straße, rechts wie links erscheinen Auf einer Tafel vier Namen, in einem Grab Dächern, rohe, unverpußte Fassaden, Barade die Eingangsportale zu Friedhöfen, da stand ein vier Menschen, darunter er. neben Baracke, düster und monoton. Schmale langer, schmaler, weißhaariger Mann, nicht Es ist immer noch ein schmuckloses, ein Menschen. Fronten. Ein Stockwerk. Zwei, drei Fenster hat mehr jung, ich nannte ihm die Grabnummer sames Grab; nirgend ist verzeichnet, daß er hier jede Fassade, und immer sieht ein Haus dem 24.748, aber er wollte den Namen wissen, und liegt, Fremdenführer verzeichnen manches Man- Homo: Ich nahm das Leid der Menschen anderen Haus zum Verwechseln ähnlich. Ein als ich ihn nannte, wußte er sofort Bescheid. nes Namen, der hier liegt, aber sein Name wird Meer elender Wohnstätten und ein bitterer An- Dann geht man links durch die Pforte, im- nicht genannt. blic. Wenn man fast eine Stunde durch diese mer den breiten, leichtgeschwungenen Hauptpfad Es gibt in dieser Stadt Kathedralen und berfluchten Häuserdünen der Gleichheit fährt, am Sang zwischen Gräbern entlang, biegt beim Abteien, gefüllt mit Monumenten und Statuen; tommt zuletzt etwas wie Verzweiflung auf. Es zweiten Seitenpfad rechts ab, nach wenigen in einem ungeheuren Marmorblock, fast so riesig wird unerträglich. Endlich kann man den Auto- Schritten ist man am Grabmal der Familie wie der Marmorschrein seines Feindes im Inbus verlassen. Aber der Weg, den Holitscher ange- Scerimgeoor, jezt feldeinwärts, immer an Streu- validendom, ruht im Mast eines eroberten geben hat, ist nicht der rechte. Ja, man muß links zen, Blöcken vorüber, plößlich steht man an der Schiffes der Leichnam Nelsons; ungeheuer ist gehen, muß sich immer links halten, gleich wenn Stätte. der Block, in dem Wellington schläft. Gräber und du man die Untergrundbahn Highgate verläßt, aber Vier Menschen schlafen unter der weißen Gräber und wieder Gräber, Monumente, Sarkodas große Strantenhaus muß rechts liegenbleiben, Platte im engen Schacht. An einem Wintertag phage, Statuen. es geht steil bergan, auf der Höhe breitet sich im Dezember 1881 begruben sie Jenny von eine Solonie kleiner Einfamilienhäuser aus. Westfalen, nach einem entbehrungsreichen, harhübsche, einladende Stleinbürgerheime find in ten Dasein, nach einem qualvollen, hoffnungsGärten eingebettet. Dann liegt da ein Park, am losen Stampf um das erlöschende Leben. auf mich. Der Marmor: Ich predigte den Menschen das Leid als Lebensziel. Homo: Alle Menschen waren meine Brüder. Der Marmor: Ich war ihr Vater, dem ste zu gehorchen erpflichtet waren. Homo: Wie tief verletzest du mich. zu meiner Berherrlichung dienen. Der Marmor: Auch nach meinem Tode mußt Der Wanderer: Einen schönen Grabstein hat Am Hang von Highgate einer unter vielen, bier euer Pfarrer bekommen. unter vielen Namenlosen, Verblichenen, Ver- Der Friedhofswächter: Ja, der Selige hat sich gangenen, ruht der Mann mit den Seinen, der um die Stirche sehr verdient gemacht. die Welt durch seine Lehre erschüttert hat. Osyp Bezpaltv. Seite 24. Karlsbad. Eine humoristische Betrachtung von Rhedo. Anmutig gruppieren" ch um Kolonnaden und dampfende Quellen in dem wie heißt es in den Geographiebüchern? malerischen Tale der Tepl, von Straßen und Kurgästen durchzogen, die Häuser, deren geschlossene Masse jenen pulsierenden Organismus bildet, welcher jährlich wie Ebbe und Flut eine Riesenmenge der Menschheit aufsaugt und wieder ausspeit, beherrscht vom kochenden Sprudel und überragt vom Hirschensprung, der zwar ein natur- und geschichtlicher Lapsus, aber trotzdem der Stolz Karlsbads ist. Karlsbad ist wie eine schöne Frau in den besten Jahren. Es hat eine Vergangenheit, auf die es lächelnd zurückblickt, eine Zukunft, in die es gerne sehen möchte, und eine Seele, derentwegen alles da ist, was da ist, derentwillen die Karlsbader leben und sterben, die Saison( sprich, wie du liest), und es beginnt in die Breite zu gehen. Daß Karlsbad Einwohner hat, ist nichts besonderes, aber daß sie anders sind als andere, ist immerhin erwähnenswert. Die ständige Berührung mit den Fremden hat wie eine Feile so lange an ihnen geschabt, bis alle Kanten und Unebenheiten abgeschliffen waren und ein merk würdiges Wesen entstand, das einfach nichts an deres sein kann, als Bürger von Karlsbad. Sie sind, ohne es zu merken, gewissermaßen übernational geworden und ihr Horizont hat sich erweitert, trop den germanischen Zündhölzchen des Bundes der Deutschen. Die Kurgäste haben es ihnen angetan. Sie bilden sozusagen eine große Familie, deren Glieder über die ganze Erde zerstreut sind und die sich alljährlich in einer Zeitspanne, die zwischen April und Oktober liegt und Saison genannt wird, in den Mauern der Königin der Bäder versammeln, für Dollar und Mark Händedrüde, Kurkonzert und Sprudelsalz tauschen und durch ein lebhaftes, inneres und äußeres Purgatorium ihre Gallensteine weg, ihre Leber flein, und bei 25jähriger Wiederho lung des Prozesses ein Album mitbekommen. Alle Welt badet in Karlsbad, daher heißt es Weltbad, jeder wird hier den Unrat los, der sich im Laufe des Jahres in seinem inneren Menschen angesammelt hat, Gallensteine, Seife und Zuder fließen in die geduldige Eger und neuge boren, verjüngt gegen Barzahlung, verläßt der dankbare Surgast das Bad. Die Bürger der Sprudelstadt teilen die Menschheit in zwei Gruppen. In Kurgäste und Karlsbader. Die ersteren leben durch die letzteren, die letzteren von den ersteren. Diese Syntbiose ist unbestritten und bekommt beiden Teilen gut; dem, der die Wässer trinkt, und dem anderen, der sie trinken läßt. * Hoffnungsfroh in die Zukunft! Aus dem Tagebuch eines Arbeitsloſen. Von Wilhelm Braun. Sonntag, 18. August 1929. Magen ist leer und die Füße versagen bald Aber nein. Ich will rein Mitleid. Und mein Weib will fein Mitleid. Vielleicht die Kinder. So laufe ich und inzwischen wird es Abend. Ich gehe an Raffeehäusern vorüber und höre Fezzen von Musik, Ueberhaupt die Brunnen Karlsbads! Sind Ich, Paul Nesselroth, Maurer von Beruf, 45 wüßten sie schon alles. Und mit bleichen Gesichtern. Stimmengewirr, fröhliches Lachen. Ein elegantes sie nicht das achte Weltwunder? Geheimnisvoll Jahre alt, habe mir in den Kopf gefeyt, einiges Ohne Lächeln. Weil sie keine Freude kennen. Weil Baar tritt gerade aus einem Lokal, lachend und brodelt und zischt es aus dem Schoße der Erde, in ein Tagebuch niederzuschreiben, damit ich sie immer Hunger haben. Weil sie nie etwas an plaudernd, sehr langsam den Weg zum bereitstevon dem die Ureinwohner der gottbegnadeten später nicht vergesse, wenn's beſſer oder noch deres vor sich sehen als Küche und Kammer und henden Auto einschlagend, indes der Chauffeur schon Stadt noch immer und im Zeitalter der unbe- schlechter gehen sollte. Seit Monaten keine das Fenſter zum dunklen Hof hinaus, mit den zwei mit der Müße in der Hand wartet. Da fang ich die grenzten Möglichkeiten erst recht behaupten, daß Arbeit. Seit Monaten gehe ich stempeln, aber das Müllkästen, und andere Fenster, die auch so schmal Feßen des Gesprächs dieser beiden auf: er gar kein Schoß, sondern ein Schwindel mit reicht nicht aus für meine Frau und die drei rhachi- sind und hinter denen auch kranke, ſchwache Weiber wolken wir hinfahren? fragt er. Sie schlug ein Braunkohlenheizung sei, Wasser, Kohlensäure tischen Kinder; und ich muß auch leben. Aber ich wohnen, die Wäsche waschen und ſich ſchweißtriefed Weinrestaurant vor, wo sie zu Abend speisen wolle. und Sprudelsal; ergießen sich aus den Därmen spare mir alles vom Munde ab, denn die Kinder die Stirn wischen, und rhachitische Kinder, die auf Aber nur Delikatessen, da sie vom Diner noch satt der Erde in die Därme der staunenden Mensch haben's nötiger und das Weib auch, das so schwach dem Boden hocken oder im finstern Hof spielen. Ja, sei. Dann möchte sie noch in ein Stabarett. ,, Und heit und entfalten dort, vereint mit Diät und und krank ist, und ich denke oft, wenn mal so ein dies alles treibt mit hinaus... dann ins Hotel", sagte er lachend. Sie lachte Sturtare, ihre wohltätig- heimtückischen Wir starker Wind kommt, der hebt sie auf und nimmt Und da gehe ich immer die Straßen entlang, mit fungen. sie mit. So schwach iſt ſie. Und muß doch ab und bis ich nicht mehr weiß, wo ich bin, und mich vor Da lief ich weg, denn dies alles treibt mich zu Wäsche waschen für fremde Leute, denn später, Müdigkeit kaum noch weiterschleppen fann, und hinweg. Es flang mir noch lange in den Ohren: im Winter, können die Kinder nicht barfuß laufen, ſehe mich um und weiß auf einmal nicht, wo ich Weinreftaurant, Kabarett, Hotel. Der Sprudel hat einen dämonischen Drang und man muß auch mal was Warmes essen, denn bin. Da sind Häuser mit herrlichen Balkonen und nach oben. Man muß ihn drosseln, um ihn zu das Stempelgeld reicht nur für Brot und Warga geschlossene Tore und fein gepflegte Gärten vor den Und es treibt mich hinweg, nach Hause, in die bezwingen, sonst sprengte er das Dach der Storine, und die Miete muß bezahlt werden für Küche Häusern. Und schöne Läden. Und man sieht Privat- Wäschetrog. Zu den rhachitischen Kindern. Und von Rammer und Küche. Zum kraftlosen Weib am lonnade. Kann es wundernehmen, daß ihm die und Kammer, und im Finstern fann man nicht autos vorübersausen, und die Menschen, die einem da treibt's mich wieder hinaus. Warum mache ich menschlichen Därme zu eng sind? Er strebt in sigen. begegnen, sehen gesund und wohlgenährt aus, gut nicht an einer Brüde halt? Damit das franke edlere Gegenden, bohrt sich ins Hirn und dreiangezogen und gepflegt. Da weiß ich nun: ich bin mal wehe, wenn er sein Ziel erreicht hat, denn in einer feinen Gegend und komme mir vor wie ein trieben wird. Dann bleiben die Kinder allein und bin Weib nicht allein bleibt und auch zur Brüde ge die Wirkung ist fürchterlich und in jenem ZenStück Unrat, das von der Vorstadt vom Winde in ihre wissenden Augen werden noch wissender, und trum, in dem neben der gesprochenen die gebunsauber gepflegte Straßen getrieben. Dann schleppe sie würden das Leben mit den Augen eines alten dene Sprache wohnt, beginnt ein eigenartiger ich mich weiter. Prozeß, es gärt und kocht, die Windungen verUnd da sehe ich Kinder, die so alt sind wie fnoten sich in freisendem Strampfe, aber ach, meine, in Weiß gekleidet, betreut und behütet von nirgends findet der Suchende das Analogon je Nicht das Glüd der Gewalt! Kindermädchen. Die Kinder spielen sorglos im ner ebenso reizenden wie zweckmäßigen grünen Ich und mein Weib, wir belügen uns oft Sande und fürchten nicht, daß das Kleid schmutzig Von Julius Zerfaß. Häuschen, die die stillen Karlsbader Wälder mit gegenseitig, daß wir schon satt sind, damit einer wird. Ihre Augen sind rein und unbeschattet. ihrer beglückenden Gegenwart zieren, nirgends dem andern den Rest überläßt oder ihn unter die Freude und Lebenslust leuchten aus diesen Augen. Pflicht. Die Pflicht zum Recht. Sozialismus ist das neue Recht und die neue finden sich die notwendigen Latrinen für die ge- dem Minder verteilt... Gutgenährte Kinder vom Essen und frischer bärenden Geister, in denen Sprudel und Mühl- Oft gehe ich aus dem Hause, da es mich hin- Luft. Sie haben ihr schönes Zimmer daheim, ihr Weil Sozialismus das Recht ist, kann er nicht die Der Feind des Rechtes aber ist rohe Gewalt. brunn toben. Slatschend schlagen die Verse an austreibt. Einerseits hoffe ich, Arbeit zu finden, weiches Bett, ihr gutes, nahrhaftes Eſſen. Und am Gewalt sein. Ein Vater verbot seinem Sohne, das errötende Urgestein, bleiben kleben, graben irgendeine Arbeit; es muß nicht Maurerarbeit sein. Abend beten sie wohl: Ich bin klein, mein Herz Sozialiſt zu sein. Und er wollte gewiß das Glück sich ein, scheidende Gallensteine erflettern auf 3ch möchte auch Autos waschen, Handwagen schieben, ist rein... unermüdlichen Versfüßen die unzulänglichsten Stoffer tragen oder irgendetwas. Natürlich feme Ein Kind biß ein gutbelegtes Brötchen an ist nicht das Recht. Wie sollte er mein Glüd sein? seines Kindes. Der Sohn aber sagte: Dein Zwang Felsen, von jedem besseren Stein winkt ein schwere Arbeit, denn mit leerem Wagen ist das und warf es dann in den Sand. Es waren zu viel freundlicher Gruß. Anmutig Tal, du immer nicht erträglich. Aber es gibt auch solche Arbeit Menschen da, sonst hätte ich es aufgehoben. grüner Hain, frei( aber sehr frei) nach Goethe nicht. Es ist alles besetzt", heißt es. Da kommen Ja, dies alles treibt mich hinaus. Erst zu Hause un bin ich eurer Schule entwachsen, eurer Schule Pflich abe das erste Erbe der Geburt-- die Pflicht zum Rechte. Ich muß darum Sozialist sein. oder Schiller, oder beiden, was auf alle Fälle so viele und viel Jüngere-. Dies ist das eine, und dann hier im Park. Auch hier treibt's mid 3wang: uns gewaltsam zu beglücken. Weil ich aber das sicherste ist. Ein Wahrzeichen für kommende was mich aus dem Hauſe treibt. Das andere: ich fort. Und dann wandere ich wieder die Straßen gegen das Glück der Gewaltsamkeit bin, bin ich So das nicht mit nuß von Sprudelwasser und Salz nicht zu for trante Frau in der Küche, wie sie mühsam wäscht, genährte Menschen begegnen mir auf dem Wege. cieren. Ich will arbeiten, aber es gibt keine Arbeit. viele warten darauf, die eher Anrecht darauf haben, denn sie warten schon zwei, drei Monate länger wie ich. Und hungern genau wie ich. Haben auch ein frankes Weib zu Hause und rhachitische tinder. Ab und zu bekomme ich ja auf zwei, drei Tage Arbeit, aber das ist ein Tropfen für den brennenden Durst. Menschen sehen. Geschlechter und eine ewige Warnung, den Ge- fann sehen zu Hause: die schwache entlang. Ziellos. Zwecklos. Und gutgekleidete, gut- zialist." Weiten, fetten Gesichtern. Ihre Wa Dann sind wir keine Sozialisten mehr und rufere den Schweiß jeden Augenblick wegwischend von der Sie lachen und blicken freudig in die Sonne. Ich Und damit verließ er seinen Bater. Stirn. Ich will ihr helfen, will ihr die Arbeit ab- verstehe nicht, daß es Menschen gibt, die nicht keit, der Vergangenheit, sondern im Sozialismus Wir alle wollen nicht das Glück der Gewaltsam Alles, was Rang und Namen hat, oder zu nehmen, da sagt sie barsch: Das ist Weiberarbeit. hungrig sind. Die sich nicht sorgen, woher sie etwas die Freiheit des Glücks suchen und bringen. Wehe, haben glaubt, trifft sich in Karlsbad. Sogar die Sich zu, daß du Männerarbeit bekommst. Das Effen bekommen. Bayern trinken dort Wasser, sogar die Sachsen bißchen, das schaff ich schon. Sich zu, daß du Mänauf Auto rollt vorüber. Drin siken oder Polizisten des Sozialismus aufwerfen wollten wenn wir uns zu t tyrannisierenden Schulmeistern merken, was guter Kaffee ist, selbst die Dichter nerarbeit bekommst... schreiben Gedichte und alle kehren geheilt nach Ja, das treibt mich hinaus. Und dann die drei gen hinterlassen einen übelriechenden Geruch, den Kinder müßten uns die Gefolgschaft versagen. Hause zurück. Aber glücklicherweise wachsen die Kinder in der Kammer, vier, fünf und sechs Jahre ich einatmen muß. Ich denke: wie, wenn ich mich verkleinerten Lebern wieder nach, der wegge- alt. Sie ſigen auf dem Boden und spielen mit hier hinwerfe auf das Pflaster, zu den Füßen dieser der da sagt: Du mußt! Der Sozialismus ist nicht der Prügelvater, schwemmte Zucker stellt sich wieder ein, die verlo-| Lumpen und Holz. Und ab und zu sagen sie: Hun- satten Menschen? Ich weiß nicht, ob sie mitleidig Wir werden. Der Sozialismus fagt: Wir renen Gallensteine tehren wieder zurück. Denn ger und schauen mich vorwurfsvoll an. Weit find d. Ob sie mit Widerwillen nichtachtend vorüberwo bliebe sonst die Saison! wollen! großen Augen, die so leer sind, nicht mehr Kinder- eilen würden oder mir Geld geben würden? Und augen. Vom Gram des Lebens beschattet. Als ich müßte ja gar keine Stomödie spielen. Denn der] So ist er der wahre Vater der Zukunft. wir I Was schafft der Arbeiter? BEILAGE ZUR FEST SCHRIFT DES REICHSARBEITERTAGES Wo schafft das Proletariat? Es sollte einfach feinen Zweifel unterliegen, scherartifel und Drehtstifte werden ebenfalls schäftigten abgewälzt, weshalb dieses System im In der Wollspinnerei, die sowohl Kammgarn als daß die Tschechoslowakei ein Induſtrieſtaat ist, fabritsmäßig erzeugt. Die Grastiber Winfitinsten In und Auslande scharf fritisiert wurde. Die auch Streichgarn umfaßt, werden 75 Unterneh denn aus den täglichen Beobachtungen drängt sich mentenerzeugung, die 3000 Arbeiter beschäftigt, Firma Bafa hat in den Busi Schuhen eine son mungen gezählt, die vor allem Großbetriebe dar jedem Menschen in diesent Staate die Erfenninis und die slavierherstellung, die fabrifsmäßig er turren; befomaten, doch dürfte diefe mur möglich stellen. Die wirkliche Zahl ist natürlich größer, auf, welche überwiegende Bedeutung im Wirt folgt, müssen vielfach mit Ausfuhrschwierigkeiten sein, solange die Mode den Erzeugnissen der Busi weil die meisten Spinnereien mit Webereien ver schaftsleben die Industrie bei uns hat. Dennoch fämpfen. Die Storbflechterei, die in 25 Fabrifen abriten hold ist. Insgesamt beschäftigen die bunden sind. Als Kammgarnspinnerei ist die. wird infolge der politischen Uebermacht der agra betrieben wird, ist größtenteils noch ausin Schuhfabriken envas über 20.000 Arbeiter, die Neudeler Wollfämmerei und Stammgarnspinrischen Parteien im Staatsleben diese Tatsache dustrie. Für die Ausfuhr werden immerhin noch sich auf 99 größere mid 160 fleinere Betriebe vernerei, die ihren Betrieb ständig vergrößert, am vielfach übersehen. Inerklärlich ist es geradezu, mehr als 100 Millionen Ke von der Solzbearbei seilen. Der Wert der jährlichen Schuhausfuhr bekanntesten, während die Rengedeiner Streich dos; selbst Vertreter der Industrie dem Schlagung der verschiedensten weige beigestellt. beträgt 350 Millionen K, weshalb die Schuh- und Kommgarnspinnerei and die Streichgaru worte von dem„ agrarischen Charakter" der is zweite bodenständige Jadustrie ist die fabrikation zu dem Außenhandelsaktivum sienpinnerei betreibt. Die weitere Verarbeitung der Tschechoslowakei erliegen. So schrich der General teramische Industrie zu nennen. Diesen ich start beiträgt. Wolfe beforgen mehr als 300 Webereien, die in fehretär des Teutſchen Hauptverbandes der In Begriff muß man im weitesten Sinne nehmen, Als weitere bodenständige Induſtrie kann die Brünn, Reichenberg, Jägerndorf und Sillein in dustrie, Dr. Riesinger, in Prag, suläßlich des so daß man dazu die Juduserte aller gebrannten a picerindustrie bezeichnet werden. Nach der Slowakei anzutreffen sind. Als lesten Zweig zehnjährigen Staatsjubiläums im Prager Tog Erden rechnen taun. Die Industrie hat ihren Siv der amtlichen Statistit werden 60 Papierfabriken der Textilindustrie kann man die Seidenindustrie blatt":" Die Bevölkerungsstatistit zeigt, daß im meist nahe den Fundorten. Infolge der großen mit 110 Papiermaschinen gezählt. Solzichliff wird betrachien, die aber Rohstoffe und Halbfabrikate gesamten Staatsgebiet die landwirtschaftliche Beaolinlager bei Zettlig, die in einer Wächtigteit in 23 Unternehmungen mit 82 Schleifereien, aus dem Ausland beziehen muß. Daraus ist auch völkerung relativ überwiegt." ven mehr als 20 Meter auftreten, jind die Zeit Zelfstoff in steigender Menge vor allem in den die besondere Regelung des Veredlungsverkehrs Wie ist nun wirklich das Verhältnis der liger Stavlinwerte, mit ihren 10 Betrieben ton arpathenländern erzeugt. Sulfitzellulosefabriken im Sandelsvertrag mit Sefterreich hervorgegan agrarischen Bevölkerung zur Gesamtbevölkerung angebend geworden. Ihr Einfluß erstreckt sich auch gibt es 11 und die Sartonagenindustrie sablt 51 gen. Zur Seidenindustrie zählen 71 Betriebe, die Bei der letzten Volkszählung wurden 13,611,319 auf den Beredlungsbetrieb, die Karlshader Betriebe. Außerdem wird die Erzeugung von vor allem in Mähren( Vereinigte Seidenwaren anwesende Perſonen gezählt, von denen 5,384,115, Elektro omoje A. G. und ist durch einen Startell Bappe, Kunstblumen und Geschäftsbüchern befabriken Gebrüder Schiel A. G. in Römerstadt) also 39.5 Prozent, zur Land- und Forstwirtschaft verband mit der westböhmischen Maolin und trieben. Der jährliche Rohstoffvedarf wird mit und nur in Einzelfällen auch in Böhmen und gehörten. Von emem überwiegenden agrarischen Chamottenwerken, sowie den reichsdeutschen 900.000 Festmeter Sol, 3.700 Tonnen Badern der Slowakei anzutreffen find. Element fann also in der Tschechoslowakei nicht Staolinwerfen gesichert. Die Feinferamit, die zum und 1920 Tonnen Vapierabfällen angegeben. Diec Die höchste Entwicklung aller Juduſtrien der gesprochen werden. Selbst wenn men nur die größten Teil aus dem Auslandsabfaß angewieſen papierinduſtrie iſt fortelliert und es beſtebi auch ichechoslowatet hat zweifellos bie Metall. Induſtrie un engeren Sinne nimmt, hat sie ist, wird durch die Ratonizer und Unter ein Verkaufsbür. Tie wichtigsten Betriebe find industrie erreicht. Sie beschäftigt 211.000 1,601.020 Berufsgehörige, also nur% Milli Themenaner feramischen Werke repräsentiert, die die Prager Neusiedler Vereinigte Papierfabriken Menschen in über 1300 Betrieben. Want fann onen weniger als die Land- und Forstwirtschaft, mehr als 1000 Arbeiter beid äftigen. Auch die M. G., die Rosenberger Zellulose und Papier drei Hauptgruppen in diesem Industriezweige einschließlich Gärtnerei und Fischerei. Dabei muß Borzellanerzeugung iſt in West- und Nordwest. G. in Preßburg, die Zellulofefabrik A. G. in unterscheiden: Die Eisengewinnung, die Metallberücksichtigt werden, daß die Interessen der Beböhmen konzentriert, wo mehr als 60 Porzellan St. Martin a. T., die Krumauer Maschinenpapier- verarbeitung und die Maschinenindustrie. rufsgruppe Berkehr, die 664.311 Berufszugehörige fabriken tätig sind. Die Zahl der in der gesamten Fabriken 3g. Spiro& Söhne, die Böhm. Kam meisten Stapitalaufwand benötigen die Eisenzähit, eigentlich denen der Industrie entsprechen. Porzellanindustrie der Tschechoslowatischen Reißer Papierfabriken A. G.. die Moldaumühle hütten, die dann auch im Befiß der Großuiter Diese Ziffern gebeit aber immer noch ein publik beschäftigten Arbeiter beläuft sich auf etwa Papier und Pappenfabrik A. G. Mienberg und nehmungen find. Die Produktionsmenge der drei viel zu günstiges Bild für die Landwirtschaft. Be 15.000, doch nimmt diese Zahl infolge der ständig die Zigarettenpapier erzeugende Papierindustrie größten Werfe( Prager Eiſen, Berg und Hütten, trachtet man nur die Beschäftigten, dann stehen fortschreitenden Rationalisierung ununterbrochen. G. Olleschau in Brünn. Die graphische Judu- Witfowitz) betrug im vergangenen Jahre 1.4 Wil 1,865.664 Arbeitern und Angestellten in der Juab. Bon größter Bedeutung ist in der Porzellan- itrie ist gleichfalls infolge der entwickelten Pa lionen Tonnen Rohstahl. Seit 1920 ist die Rohdustrie nur 974.131 landwirtschaftliche Arbeiter industrie die Herstellung von Gebrauchsgeschirr, pierindustrie aufgeblüht und verfügt der Verband ſtahlerzeugung fartelliert und fett Beitritt der und Angestellte gegenüber. Es werden also fast die vor allem in Weſtböhmen betrieben wird, wo der Buchdruckereien über 1000, der Verband der übrigen Eisenwerfe haben die drei Eisenviesen doppelt so viel Proletarier von der die Epiag", Erste böhmische Porzellanindustrie Steindruckereien über 500 Betriebe. nach hartem Quotenkampf ziemlich gleiche StarIndustrie ernährt, als von der A.-G. und die Altrohlauer Porzellanfabriken A.-G. Für den Außenhandel ist die Textil tellauteile erreicht. Die Beteiligung am internatio Landwirtschaft. Dies allein sollte schon ihren Sitz haben. Im Tuxer Gebiet wird dagegen genügen, um die agrarischen Anmaßungen in der meiſt Elektroporzellan hergestellt. Nach der Stati industrie von der größten Bedeutung. Außer naten Kartell iſt verschiedentlich geregelt worden. Wirtschafts- und Handelspolitik zurückzuweisen. ftit der Unfallversicherungsanstalten gibt es 3000 der Metallindustrie hat die Textilindustrie die Augenblicklich ist der Inlandsabfat nicht inter Die Industrie hat auch für die Handels- und Betriebe der teramischen Industrie mit etwa eiſten Berufsangehörigen. 439.000 Menschen national festgelegt. Tätig sind in der Tschechoslobezogen bei der letzten Volkszählung ihren Lebens wafci 20 Stahlwerke. Gewöhnlich mit ihnen verZahlungsbilanz die größte Bedeutung. Der 60.000 Beschäftigten. Es darf jedoch nicht verAußenhandel mit Lebensmitteln und lebenden geffen werden, daß die Ziegelindustrie ebenfalls unterhalt von der Textilinduſtrie. Bemerkenswert bunden sind die Walzwerke, die von den PanzerTieren ist in den Jahren 1926 bis 1928, also hoch entwidelt ist, in der die Slowakischen, Ziegelt: daß von der Berufstätigen in der. Textilplatten über die Grobbleche bis zu den Stahlbereits unter dem Regime der festen Lebenswerte A. G. in Göding in, Mähren tonangebend industrie 158.672 weiblichen und nur 120.943 federn alle Walzprodukte herstellen. Von den be mittelzölle, mit 3.4 Milliarden passiv gewefen. ind. Ihre Erzeugungstapazität wird mit 60 mil männlichen Geschlechts waren. Die Textilindustrie fanntesten Werken sind Witfowitz ,, das Trzyniever während die Außenhandelsbilanz in Rohstoffen lionen Ziegeln jährlich angegeben. Die gesamte it also die typische Industrie für Frauenarbeit. Cijenert, das Drahtwert Oderberg, das, der und Fertigwaren in der gleichen Zeit mit 10.1 Biegelindustrie des Staates soll in der Lage sein, it mehr als 2000 Fabriksbetrieben ist sie auch rager Eisen gehörige Libfchißer Eisenwerf, die Milliarden aktiv war. Es unterliegt fomit feinem eine halbe Milliarde jabrlich zu produzieren. die Industriegruppe, welche die meisten Fabriks todawerfe, das Brürer. Eisenwert, die Poldi Zweifel, daß die Industrie die Währung dieses Schon mit Rüdjicht auf die 22.000 Beschäftigten betriebe bejißt. Der wichtigste Zweig der Tertil hütte und die Eisenwerfe Rothau- Render zu neuStaates allein schütz und gleichzeitig die Brot der Ziegelindustrie wäre zu wünschen, daß die industrie ist die Baumwollspinnerei, die nen. Ein staatliches Werf gibt es in Podbrezovo. geberin des überwiegenden Teiles der Arbeiter Baubewegung endlich von der öffentlichen and über 3.5 Mill. Baumwollfeinspindeln verfügt, die Die Röhrenerzeugung betreibt vor allem die schaft darstellt, wenn auch das Brot des Arbeiters durchgreifend betrieben wird. Ins Ausland gehen in 86 Spinnereien stehen. Der durchschnittliche jähr Wannesmannröhrenwerfe A.-G., nach deren Ba manchmal sehr farg ist. jährlich 6100 Tonnen Ziegel. 22.000 Tonnenliche Verbrauch beträgt über 1 Million Zentner tentablauf auch Witkowiz nahtlose Röhren er Baumwolle. Es ist selbstverständlich, daß das zeugt. Stugellager erzeugt allein die Firma Fichtel Die verschiedenen Industriezweige tragen Raolin, 5 Millionen Tonnen Schamotte und geRohmaterial aus dem Auslande bezogen werden& Sachs in Tschirnis bei Somotan. zur Erzielung des Außenhandelsüberschusses gen 3 Millionen Tonnen. Porzellanwaren. Als eine ausgesprochene Standortindustrie muß. Die wichtigsten Betriebe sind die Textil Neben diesen Großbetrieben, die gewöhnlich natürlich nicht in der gleichen Weise bei, denn wir haben ausgesprochene Exportindustrien, wie muß auch die Ledererzeugung und Verwerke Mantner A.-G. in Bron. deren Betriebe als Schwereisenindustrie betrachtet werden, ist die die Zucker, Glas, Bau-, Holz, Textil, Papier arbeitung gelten, wenngleich gegen 2000 accen 10.000 Arbeiter an 435.000 Spindeln be cifenverarbeitende Industrie mehr kleininduftric. und verschiedene Zweige der Metallindustrie, Tonnen Rohhäute eingeführt werden müssen. Die Schäftigen, die Firma Liebieg mit 162.000 Spin Lediglich in der Emailindustrie ist die„ Sphinx" während andere Industriezweige vor allem den 10,000 in der Ledererzeugung beschäftigten Arden, die Rofenberger Tertilmerke Mautner in der durch Fujionierung mit anderen gleichartigen BeInlandsmarkt zu versorgen haben. Dazu gehören beiter verteilen sich auf 390 Betriebe, die vor Slowakei mit 166.000 Svindeln. die Firma Jotrieben zu einem Konzern geworden. In der besonders die Mühlenindustrie, die Kohlengewin allem Boden und Sohlenleder, abec quch ber bann Briebsch Erben A.-G. in Morchenſtern mit Drahtstiftinduſtrie ist die Bombofer A. G.„ Wo 127.000 Svindeln und von den Betrieben in ravia" mit 2000 Arbeitern die größte Fabrik. Bon nung, die Bauindustrie und die Fahrzeuger- leder und Treibriemen herstellen. Hauptsiß der Sohlenindustrie ist der Böhmerwald und West Nordicftböhmen die Malosvinnerei E. Pick in den übrigen Wietollbetrieben find noch als Spe Als eine der wichtigsten Induſtrien, die sich böhmen, wo sich auch der größte Betrieb, die Oberleutensdorf mit 152.000 Spindeln. Die zialfabriken die Oderfurther Metallwalzwerke und auf dem natürlichen Rohstoffvorkommen auf Schwarzkopf& Co., Leder., Schuh und Riemen Baumwollweberei, die in Nordwestböhmen das Kupferwerk in Bömmerle zu nennen. Reich banen, muß die, olzindustrie bezeichnet fabriken A. 1. in Schüttenhofen, mit mehr als 500 die meisten Betriebe hat, wird in 600 Webereien entwickelt ist die Maschinenindustrie infolge der werden. Da in der Tschechoslowakei die Wald Arbeitern befinden. Weitere größere Betriebe find it 140.000 Webstühlen betrieben. In diefem vielgestaltigen Industrie im Staate. Besonders fläche über 4.6 Millionen Seitar ausmacht, ist in Währen und der Slowakei anzutreffen. Die Beige der Tertilindustrie sind die Firmen 3g. die Skodawerfe und die Böhmisch mährische Maetwas mehr als ein Drittel des Staatsgebietes Sämischgerberei wird in Nordböhmen und Mäh finger in Neustadt und Jungbunzlan. Johann schinenfabrits A. G. find führend. Die Erste von Wäldern bedeckt. Es ist deshalb kein Wunder, ven betrieben, während im Aberthamer Gebiet Liebieg& Co., Vereinigte Textil- und Druck Brünner Maschinenfabrik machte vor Jahren daß die Bodenreform auch auf die Wälder ausge- feine Fortschritte zu verzeichnen sind. Als größten fabriken Kosmanos, Roth- Nostelever und Erlacher durch die Machinationen des ehemaligen Generaldebut wurde. Die Holzprodukti ergibt im Tab Betrieb dieser Art muß man die Handschuhleder Spinnerei und Weberei, Noe Stroß A. G., Jo direktors von sich reden. Auch die Herstellung Tesdurchschnitt 13 Millionen Festmeter, wodurch fabrik und Lederfärberei A. Jellinek in Prag Lic- bann Hernych und Sohn A.-G., Wildenschwert die elektrotechnischer Artifel entwickelt sich stetig. Von nicht nur der Inlandsverbrauch gesichert ist, jon ben anfchen, die 300 Arbeiter beschäftigt. Die größten. Neben der Fabriksarbeit gibt es noch der Fahrzeugindustrie sind die Tatra- Werke, die dern auch große Mengen für die Ausfuhr, die Handschuhindustrie, die im Gebiet von Staaden immer Heimarbeit. Das gleiche gilt von der Staudinger Waggonfabrik und die Ringhoffervor allem Langhol; und Schnittwaren umfaßt, und Joachimsthal noch vielfach eine Sansindustrie Stricwarenindustrie und Posamentenindustrie, die Werke zu nennen, die auch infolge des Zollschutes zur Verfügung stehen. Diesec Umstand ist die iſt, leidet unter den englischen Zollmaßnahmen. 500 Betriebe im Erzgebirge und in der Slowakei die Autofabrikation erfolgreich betreiben. Es ist Grundlage für die Sägeindustrie, die mehr als Dagegen wird in Mittelböhmen und Prag die tählt. Die Bleicherei, Färberei, Druderei und also die Maschinenindustrie bereits hoch entivif 3000 Betriebe zählt und etwa 18.000 Arbeitern Sandschuhnäherei fabritsmäßig betrieben. Die pretur verfügt über 400 Betriebe, von denen kelt, doch müssen noch immer Spezialmaschinen Beschäftigung gibt. Die meisten Betriebe sind größte Fabrit ist in Dobris( Bollaf und Schwarz), als Großbetriebe die Firmen Vereinigte Fär im zollfreien Verkehr eingeführt werden. Wasserfägewerke, doch sind auch bereits 150 clef die 1000 Arbeiter beschäftigen. Die gesamte Aus- bereien A.-G. in Reichenberg, und Dlabola& Co. Einen nicht unwesentlichen Faktor im wirttrische Sägewerke im Betrieb. Naturgemäß find fuhr von Lederhandschuhen vro Jahr hat einen in Tſchwalkowitz zu nennen sind. Ein weiterer schaftlichen Aufbau bildet die chemische ProRiveig der Textilindustrie ist die Flachsweberci.duktion, die anorganische Produkte in großen es meist kleine Betriebsstätten und lediglich im Wert von mehr als 100 Millionen K. zeugung. Holzhandel besteht ein Großzbetrieb, die Holzhau Die größte Verarbeitung von Leder erfolgt die in der Trantenauer Geaend konzentriert ist Mengen liefert. Die führerde Firma ist der dels- A. A. in Prag, die über 2000 Arbeiter be aber in der Schuhfabrikation. Seute haben und in 26 Betrieben mit 280.000 Spindeln ar Auffiger Verein für chemische und metallurgische chäftigt. In letzter Zeit ist französisches Stapital die fabriksmäßig erzeugten Schuhe die handgearbeitet. Die bekanntesten Firmen sind Johann Produktion, der außer den Maſſenartikeln euch zur Auswertung der farpatborussischen Wälder beiteten Schuhe fast vollständig verdrängt, woran Faltis Erben, Alois. Haase und Jauaz Etrich. Die in Verbindung mit ausländischen Firmen die herangezogen worden. Die Holzausfuhr bringt auch das Bestreben der Gewerbegenossenschaften als weiterverarbeitende Induſtrie in Betracht Farbenerzeugung betreibt. Die meisten Produkte nach einer Schußmarte für handgearbeitete Schuhe kommende Leinenweberei hat nur in Mähr.- werden in der Textilindustrie verwendet, so daß jährlich über 200 Millionen Ke ins Lond. Die Solzverarbeitung im Julande ermög- nichts ändern famm. Der erste Betrieb, der maschi Schönberg, Freudenthal und Kesmart größere für inländischen Absatz gesorgt ist. Die übrigen licht zahlreichen Gewerbezweigen die Existenz. Sonell Schuhe erzeugte, war die Firma F. 2. Po p- Betriebe, aufzuweisen. Die Juteindustrie verfügt 20 Unternehmungen diefer Branche haben gerinist die Erzeugung von Holz- Spielwaren im Erz- per in Chendim, die heute noch Qualitätsware dagegen faſt nur über größere Betriebe in Mönigere Bedeutung. Die der chemischen Induſtrie gebirge ein durch die Ausfuhr lohnender Er erzeugt, während heute unstreitig die Firma Bata ginhof. Lomniß und Ober- Hohenelbe. Die Hanzuzuzählende Kunstdüngerfabrikation ist zwar bewerbszweig, die Parkettfabritation ist im Auf in Zlin an erster Stelle steht, die nach ihrer An- delsbilanz der Leinenindustrie ist mit mehr als deutend, aber nicht in Großbetrieben konzentriert. iſt an f Hocheniwidelt ist die organisch- chemische Judublühen, gegen 20 Betriebe befassen sich mit der gabe täglich 75.000) Paar Schuhe herstellen kann, 100 Millionen K jährlich aktiv. Herstellung- von- Spazierſtöden und auch die Bau wobei fie 12.000 Menschen beschäftigt. In diesem Als den zweiten Hauptzweig der Textilindustrie, denn gegen 100 Betriebe befaffen fich mit tischlerei verfügt über ebenso viel Betriebe. Bött Betriebe wird das Unternehmerrififo auf die Be- ftrie muß man die Wollindustrie ansehen. Der Seifen- und Kerzenfabrikation und daneben " Sonntag, den 18. August 1929. Seite 2. Die Volkswirtschaft der Tschechoslowakei. gibt es gegen 50 Fabriken, die die Erzeugung kosmetischer Artikel betreiben. Führend ist die Georg Schicht A.-G. Aussig, die auch Stunftfett erzeugt. Als Margarineerzeuger sind noch die Firmen Die Wirtschaft der Tschechoslowakei weist industrie 75 Prozent, von der Papierindustrie 75 Sana" Prag und„ Centra"-Tetschen bekannt, während in Toiletteartikeln die Parfümt- Gesell sowohl die landivirtschaftlichen wie industriellen Prozent, von der Ledererzeugung 70 Prozent. schaft„ Elida" in Aufsig, den Markt erobert hat. Produktionszweige auf. Im Westen des Staates, Von 17.034 Fabrifen im ehemaligen Lesterreich in den historischen Ländern, überwiegt die Inentfielen auf die Sudetenländer 8880, seither ist Die Kunstseidenerzeugung entwickelt fich infolge der herrschenden Mode, doch dürften dustrie, im Osten, in der Slowakei und Kar die Zahl der Fabriken noch gestiegen, fie betrug faum mehr als 300 Arbeiter in diesem Zweige vathorußland, die Landwirtschaft. Von der im Jahre 1924 14.452. Die Grundlage der tschechoslowakischen Inbeschäftigt sein. Die böhmische Glangstoff- Fabrit Gesamtbevölkerung, find insgesamt tätig in der System Elberfeld in Lobosiy ist der größte Be- Land- und Forstwirtschaft 39.56 Prozent, in Industrie ist der Kohlenbergbau. Die Förderung der trieb. Schließlich ist die Herstellung fünstlicher duftrie und Gewerbe 33.80 Prozent, in Sandel, Steinfoble betrug im Jahre 1926 etwa 14.5 Wil Schleifmittel ein Zweig der chemischen Industrie, G: ldwirtschaft und Verkehrswesen 10.46 Prozent, lionen Tonnen, der Braunkohle mehr als 18.5 der ebenfalls 1000 Arbeitern Brot gibt. Als Groß- den freien Berufen, Militär und öffentlichem Millionen Tonnen. Außerdem wurden fast 1.5 betrieb sind die Vereinigten Carborundum und Dienst gehören 5.5 Prozent der Bevölkerung an, Millionen Tonnen Stofs erzeugt. Von anderen betrieb find die Vereinigten Carborundum und sonstigen Berufen und ohne Beruf 10.4 Prozent. Mineralien kommen in erster Linie Eisenerze in Elektritwerke in Alt- Benatef anzuführen. Eine für die Ausfuhr bedeutende Industrie Der Unterschied zwischen dem Westen und dem Betracht. Als Rohstoff der Bleistiftindustrie ist ist die Herstellung von Glas. Alle Zweige Often erhellt daraus, daß in den historischen Län- noch der Graphitbergbau zu erwähnen. ( Prekglas, Tafelglas, Soblglas- und Flaschen dern nur ungefähr 32 Prozent der Bevölkerung erzeugung) tragen zur Aktivität der Handelsbilanz in der Land- und Forstwirtschaft tätig sind, in der mit ungefähr einer Milliarde Kronen jährlich bei. Slowakei und Karpathorußland dagegen 62 ProDie Preßglasindustrie wird von 16 Betrieben sent. Die Landwirtschaft. repräsentiert, die zum größten Teil im Braunfohlengebiet liegen. Die Flaschenindustrie hat mit Was die Landwirtschaft anbetrifft, so wird Rücksicht auf das Feuerungsmaterial gleichfalls in der Tschechoslowakei durchaus nicht alles an das nordwestböhmische Braunfohlenrevier als Agrarprodukten erzeugt, was gebraucht wird. So Sit gewählt. Die Tafelglasindustrie mit einer ist in der Erzeugung von Brotgetreide die ifthe- 12 induſtrielle Spiritusfabriken, ferner 54 RaffiErzeugungsmenge von 20 Millionen Quadrat- choslowakische Landwirtschaft raffiv. Bei Weizen meter Tafelglas steht auf einer durch Rationali- überstieg die Einfuhr die Ausfuhr im Jahre 1926 fierung erreichten hohen Stufe. Die Zahl der gro- um mehr als zwei Millionen Meterzentner, bei zen Betriebe ist beträchtlich und in einer Ver- Reggen um fast cine Willien Meterzenter. kaufsorganisation vereinigt, um der Auslands. Außerdem wird auch eine beträchtliche Menge fonfurren; entgegentreten zu können. Stonzern- von Mehl eingeführt. Bedeutsam ist die landwirtschaftliche Judustric, und hier an erster Stelle die Zuckerfabrikation. Es bestehen mehr als 160 Buderjabriken, die in der Kampagne 1925/26 fast 90 Millionen Meterzentner Rübe verarbeitet und über 15.000 Bentner Rohjuder erzeugt haben. Von Wichtigfeit ist weiter die Spiritusindustric, es gibt etwa 850 landwirtschaftliche Spiritusbrennereien und 42 nerien. Mehr als eine halbe Weillion Hektoliter Spiritus werden in der Tschechoslowakei erzeugt. 1926 hat es mehr als 500 Brauereien gegeben, in Ebenso bedeutsam ist die Bierbrauerei. Im Jahre denen fast zehn Millionen Hektoliter Bier erzeugt wurde. Mit der Brauereiindustrie hängt auch die Malzerzeugung zusammen, es gibt 172 wälzereien, die etiva 30.000 Waagons Malz er zeugen. Tavon wurde ein großer Teil ausgeführt, und zwar im Werte von rund einer halben Milliarde Kronen. Schließlich erwähnen wir noch die bedeutsame Mühlenindustrie. bestrebungen sind bei der Mühlig- Union zu be- Die einzelnen Zweige der landwirtschaftlichen merken. Dagegen kämpft die Glasschleiferet hart Produktion erficht man aus der Verteilung um ihre Eristenz. Weltbekannt als verarbeitende des Gesamtflächenausmaßes. I'm Industrie ist die Erzeugung der Gablonzer Ar- Jahre 1927 betrug von der Gesamtfläche das titel, wobei ihre Bedeutung für die Ausfuhr nackerland 42.14 Prozent, Wiesen 9.84 Prozent, turgemäß am größten ist. Die Rahl der in der Gärten 1.06 Prozent, Weingärten 0.12 Prozent, Das Vorkommen von Kohle und Eisenerz Glasindustrie beschäftigten Arbeiter beträgt 40.000 Weideland 8.51 Prozent, Wälder 33.50 Prozent, hat zur Entwicklung einer bedeutsamen Eifenin Naturgemäß spielen in der Tschechoslowakei Teiche, Scen und Sümpfe 0.55 Prozent, verbaute dustrie geführt. In der Tschechoslowakei werden auch die landwirtschaftlichen Industrien eine und andere ertraglose Bodenfläche 4.63 Prozent. ctva 10 Millionen Zentner Stahl erzeugt, 27 große Rolle. Die Ruckerindustrie ist der breitesten Von dem gesamten Aderboden wurden im cha 10 Millionen Zentner Stahl erzeugt, 27 Deffentlichkeit im Vorjahre durch die Folgen der Jahre 1927 bebaut mit Getreidearten 54.29 Pro- Hälfte des produzierten Eisens und Stahles wird ochöfen sind im Lande vorhanden. Etwa die englischen Rollmaßnahmen bekannt geworden. Die zent, mit Sülsenfrüchten 2.96 Prezent, mit Hanz von der heimischen Waschinenindustrie verzur Abwehr ergriffenen Subventionsmaßnahmen dels und Industriepflanzen 1.15 Prozent, mit braucht, es werden insbesondere landwirtschaft. brachten nur Zollerhöhungen in den Nachbar- Badfrüchten 18.17 Prozent, mit Gemüse 0.49 liche Maschinen, aber auch Dampfteffel, Turbinen, ländern. Die Gesamterzeugung an Zuder in der Prozent und mit Futtermitteln 19.47 Prozent. Lokomotiven und Waggons erzeugt. Gerade die Tschechoslowakei kann man im Durchschnitt mit Wie man sicht, nehmen die Getreidearten mehr Schwerindustrie weist eine Reihe der größten in13 Millionen Zentner annehmen, wobei rund als die Hälfte des Ackerbodens ein. Was die eindustriellen Betriebe der Tschechoslowakei auf. ein Drittel im Inland verbraucht wird. Die zelnen Getreidearten betrifft, entfielen Zahl der Beschäftigten wird mit 85.000 angege auf Weizen 10.85 Prozent, auf Roggen 13.48 ben. Die ungünstigen Abfasverhältnisse werden Prozent, auf Gerste 12.04 Prozent, auf Hafer in der Zuderindustrie zweifellos zu einer Ron 14.46 Prozent, auf Mais 2.68 Prozent, auf Rar zentration führen. Ein weiterer Zweig der land- toffeln 11 Prozent, auf Zuckerrübe 4.97 Prozent. wirtschaftlichen Industrie, die Malzin Allerdings läßt die Intensität der Produktion, die Malzin Allerdings läßt die Intensität der Produktion, die dustrie, stößt gleichfalls auf Schwierigkeiten nech immer nicht die Vorkriegshöhe erreicht hat, bei der Ausfuhr. Immerhin ist die Brauin noch immer zu wünschen übrig, der Heftarertrag dustrie ein guter Abnehmer. Die 500 Brau- ist niedriger als in anderen Ländern, wie z. B. ereien im Staate haben durchschnittlich im Jahre in Deutschland, so daß also der Getreidebau wie 10 Millionen Sektoliter Ausstoß, wobei 14.000 die Bodenbebauung überhaupt noch einer starfen Arbeiter beschäftigt werden. Auch die Brauereien Entwicklung fähig sind. erstreben ein Startell, doch zeigen die Großbrauereien wenig Neigung zum Beitritt, da fie bereits hinreichend rentabel sind. Die Aktien brauerei Smichov verteilte bereits im Vorjahre 100 Prozent Dividende. Für einzelne Gebiete bestehen allerdings Stundenschußverträge. Die Brauindustrie ist stark belastet durch die an Gaft wirte gewährte Darlehen. Als rentabelfte landwirtschaftliche Industric muk die Spiritus industrie bezeichnet werden. Von agrarischer Seite werden deshalb mit politischen Mitteln die landwirtschaftlichen Brennereien gefördert. Nach den letzten amtlichen Ziffern waren 892 Bren nereien im Betrieb, die 580.000 Sektoliter Spiritus erzeugen. Auf die 850 landwirtschaftlichen Brennereien kommen aber nur 369.000 Seftoliter. Die Quoten werden infolge der Macht der Agrarier ständig zugunsten der landwirtschaftlichen Brennereien verschoben. Es ist also ersichtlich, daß die Industrie, dic über die Arbeitsstätten des Proletariats verfügt, sehr mannigfaltig ist. An ihrer Erhaltung sind die Arbeiter vielleicht mehr als die Unternehmer in teressiert, denn jede Betriebseinstellung bedeutet einen Verlust an Arbeitsplätzen. Es ist daher notwendig, daß die Arbeiterschaft ein Mitbestim mungsrecht in der Induſtrie durch Errichtung von Arbeiter und Angestelltenfam mern erhält. J. Salz Erben Erste Böhmische Malzfabrik STAAB nächst Pilsen 1866 1929 Gründungsjahr 1866.- Aelteste Malzfabrik Böhmens. Wissenschaftlich und technisch modernst eingerichteter Betricb: Spezialität: Malz für Pilsner Charakterbiere. Malzexpor Jeder gewünschten Type. Export 302 erprobter Braugersten. Geschützte Marken: Apollo, Porter. großer Bedeutung für die Wirtschaft ist, ist die Eine Exportindustric ersten Ranges, die von Textilindustrie, die alle Zweige diefer Industrie umfaßt. Die Bedeutung der Wollindustrie geht daraus hervor, daß im Lande 450.000 Spindeln und 43.000 Webstühle vorhanden sind. Noch größer ist die Baumwollindustrie, die über 3.5 Millionen Spindeln und 138.000 Webstühle aufweist. Mit großen Schwierigkeiten hat die Leinenindustrie zu kämpfen, die über ungefähr 280.000 Spindeln und 15.000 Webstühle verfügt, dagegen ist in mädtiger Entwicklung die SeidenindustrieDer zweite große Hauptzweig landwirtschaft begriffen, die heute schon 14.000 Webstühle sur licher Tätigkeit ist die Viehzucht. Die Entwid- Verfügung hat. Mit der Textilindustrie im ZuWeit lung und der gegenwärtige Stand der Vichzucht fammenhang ist die Erzeugung von Konfektion, geht am besten aus einem Vergleich zwischen der die ungefähr 15.000 Arbeitern Beschäftigung gibt. Anzahl des Viehs vor dem Kriege und in den allerlebten Jahren hervor. Man zählte: an Pfer den 1910 rund 692.000, im Jahre 1925 740.000, an Sornvich 4,495.000 und 4,691.000, an Borstenvich 2,515.000 und 2,239.000, an Schafen 1,322.000 und 861.000, au Ziegen 711.000 und 1,244.000. Der Vergleich lehrt also, daß die Zahl der Pferde, Rinder und Schweine mäßig gestiegen ist, die Zahl der Ziegen sich fast verdoppelt hat, während die Zahl der Schafe um etwa eine halbe Million zurückgegangen ist. Im Osten des Landes ist die Viehzucht noch rückständig, durch Einführung einer modernen Milwirtschaft und Käseindustrie wird es möglich sein, hier Bedentendes zu leisten. Bemerkenswert ist in den letzten Jahrzehnten die bedeutende Envicklung des landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens. Nach Angaben des statistischen Staatsamtes gab es am 31. De zember 1926 4318 landwirtschaftliche Erwerbs und Wirtschaftsgenossenschaften und 5319 Kreditgenossenschaften, und zwar sowohl nach dem Syſtem Schulze- Telitsch als auch nach dem System Raiffeisen. zur Grundlage einiger Industrien geworden, so Der Holzreichtum des Landes ist gleichfalls der Sägen, von denen etwa 1100 elettrisch und 1800 mit Wasserkraft betrieben werden. Aber auch die Holzfertigwarenindustrie ist vertreten durch die Erzeugung von Möbeln und Parketten und ichließlich beruht auf dem Solzvorkommen auch die bedeutsame Papierindustrie: es gibt in der Tschechoslowakei nicht weniger als 86 Papier- und ebensoviel Pappfabrifen. 80 Holzzellstofferzengungsstätten und 20 Cellulesefabriken. Glas- und Porzellanindustrie. Es werden alle Für Nordböhmen von Bedeutung ist die Sorten von Glas erzeugt, Sohlglas, Glasgalanteriewaren und Tafelglas. Die Bijouteriewaren erzeugung ist im Gablonzer Gebiet konzentriert. Das Vorkommen von Kohle und Raolin ermög licht eine blühende Porzellanindustrie, die ebenfalls wie di: Glasindustrie eine Industrie ersten Ranges darstellt. industrie sowie die Erzeugung von Schuhen einen In den letzten Jahren hat auch die Ledergroßen Aufschwung genommen und auch die Nicht unerwähnt darf man bei einer Be- in die fie nach dem Striege geraten war, erholt. Handschuhindustrie hat sich von der schweren Krise, trachtung der tschechoslowakischen Agrarwirtschaft An der Elbe finden wir weiters eine sehr entdie Waldwirtschaft des Landes lassen. Die Waldfläche betrug im Jahre 1927 über 4.5 Wil- wickelte chemische Induſtrie. Man sieht also, daß die Tschechoslowakei eine lionen Hektar, der jährliche Ertrag au Solz aus außerordentliche industrielle Mannigfaltigkeit aufdiesen Wäldern beträgt mehr als 15 Millionen Kubikmeter. Etiva eine halbe Million Kubikmeter Rohholz wird ausgeführt. Mit der Landwirtschaft ist auch eine für die Gesamtwirtschaft bedeutende landwirtschaftliche Industrie verbunden, der in den nachfolgenden Kapiteln Erwähnung getan wird. Die Industrie. weist. Banken. Mit der Entwicklung der fapitalistischen Wirtschaft geht in immer steigenderem Maße auch die Entwidlung des Banfwesens vor sich. Die Herrschaft über die Industrie gerät immer mehr in die Hände der Baufen. Im Jahre 1925 gab es in den historischen Ländern 32 Aftienbanken mit einem Die Tschechoslowakei hat bei ihrer Entstehung Sapital von rund zwei Milliarden K und Resereinen großen Teil der Industrie des alten Desterven von über einer Milliarde K. In der Slowareich übernommen. Von der gesamten österrei chisch ungarischen Produktion entfielen auf das Gebiet der Tschechoslowakei: von der Zudererzeu gung 92 Prozent, von der Spiritusproduktion 46 Prozent, von der Metallindustrie 60 Prozent, von der Vorzellanfabrikation nahezu 100 Prosent, von der Glasindustric 92 Prozent, von der Baumivoll Tei und in Rarpothorußland gibt es meistens fleinere Banten, 1927 waren cs 158 an der Zahl, die über eine halbe Milliarde Stronen an eigenen Mitteln zur Verfügung hatten. Für das Aufsaunen des Sparkapitals von Bedeutung sind die Sparkassen. deren es in den Sudetenländern nahezu 400 gibt. Königsberger Bler aus der Haas- Hasenfels'schen Brauerei Königsberg a. Eger Erzeugnisse: Schank, Lager- und Exportblere, Gegründet 1620. licht und dunkel, in Gebinden und Flaschen. 270 Gegründet 1620. 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Darum hat auch das tschechoslowakische sturze war natürlich in erster Linie von der Ent Sparkassengesetz aus dem Jahre 1920 im Wesen widklung des heimischen Wirtschaftslebens beeindie Grundsätze des alten österreichischen Spartaj flußt. Berufen, die kleinen Ersparnisse der, breitefenregulativs aus dem Jahre 1814 übernommen. iten Bevölkerungsfreise zu verwalten, schränkten Siebei bot sich die Gelegenheit, den Bedürfnissen fehlende oder geringe Verdienstmöglichkeiten diese und Anschauungen unserer Zeit Rechnung zu ihre wichtigste Aufgabe ein. Wenn sich dem Ar tragen. Gewissen Leitgedanken des alten Statu- beiter, dem kleinen Gewerbetreibenden, dem tes, die dort zur Gänze noch nicht verwirklicht Landwirt, feine Möglichkeit bietet, einen Groschen werden konnten, wurde nun ausschließliche Gel für die Tage des Alters, der Not oder eines son tung verliehen. Die Mündelsicherheit der Einla- tigen unerwarteten Bedarfes zurückzulegen, so gen bei den Sparkassen sollte in Zukunft nicht ist auch die Entwicklung der Sparfassen gehemmit. In der Höhe des Einlagenstandes drückt sich einem gemeinsamen Verbande angehören, der auch nur durch die Art der Geschäfte, die den Spartaj. In dem Zufluß der Einlagen zu den Sparkassen das Vertrauen der Bevölkerung aus und er zeigt mit der Durchführung der Revisionen betraut ist. fen gestattet sind, gewährleistet sein, sondern bei drückt sich das Maß des Wohlstandes aus und uns, wie weit es den Sparkassen gelungen ist, Auf diese ausgezeichnete Organisation geollen Sparkassen ohne Ausnahme auch in der wenn dort die Snellen spärlich fließen, so ver die Bevölkerung zur Sparsamkeit zu erziehen. stützt, vom Vertrauen der Bevölkerung getragen, Saftung eines Ganes, Bezirfes oder eine Ge- mögen noch so große, bei den Banken erliegende weieinhalb Milliarden Stronen verwalteten un- haben unsere Sparkassen eine weitere Entwid. meinde veranfert werden. Nur die Böhmische Ueberschüsse teine Gefundheit der Wirtschaft vor- fere Sparkassen vor dem Kriege, 1919 bereits lung zu erwarten, wenn ihnen Gesetzgebung und vor- sere Sparkassa in Prag und die Erste Mährische sutäuschen. fünfeinhalb Milliarden und heute sind siebzehn Sparkassa in Brünn ließ man in ihrer bisherigen Aber auch Gesetzgebung und Verwaltung Milliarden Stronen überschritten. Die Einlagen Verwaltung die verdiente Förderung nicht Form bestehen, die übrigen Vereinssparkassen, unseres Staates haben das Sparkassenwesen auf haben sich daher trotz der Ungunst der wirtschaft versagen. Unter den Volksgeldanstalten bilden im bei denen die Haftung eines Selbstverwaltungs-| manche harte Probe gestellt. Bei verschiedenen| lichen Verhältnisse seit dem Umsturze mehr als tschechoslowakischen Staate die Sparkassen die förpers fehlte, mußten sich nun bei Gefahr der Anlässen, insbesondere bei der Währungstren- verdoppelt. Sievon entfallen auf die tschechischen größte Gruppe. Mit ihnen hat die Republik vom Auflösung eine solche Haftung beschaffen. Tat- nung und der Kriegsanleihegesetzgebung überjab Sparkassen über zehn Milliarden, auf die deutalten Desterreich eine Einrichtung übernommen, sächlich sind auch bei uns alle Vereinssparkassen man, daß den Sparkassen die Ersparnisse vor- schen Sparkassen fast fünfeinhalb Milliarden und welche die denkbar beste Lösung des Problems in diesem Sinne bereits umgestaltet worden. nehmlich der kleinen Leute anvertraut sind und auf die beiden utraquistischen Sparkassen gegen darstellt, der Bevölkerung zur sicheren Anlage. Dem Zuge der Zeit folgend und in Ueber- daß sie deshalb einen unbedingten Schutz ver- eine Milliarde Kronen Einlagen. Etwa die Hälfte ihrer Ersparniſſe Gelegenheit zu bieten, den mitt einstimmung mit dem Aufbau anderer öffentli- dienen. Wieviel bewundernswerte Entbehrung dieser den Sparkassen anvertrauten Einlagen leren und kleinen Kreditbedarf zu befriedigen und cher Einrichtungen wurden nunmehr die politi- und Selbstüberwindung hängt doch oft an diesen wurde in Form von Hypothekar-, Wechsel- und hiebei unter vollſtändiger Ausschaltuna jedes Geschen Parteien an der Leitung und Verwaltung den Sparkassen anvertrauten Groschen! Hätte je- Lombarddarlehen, sowie von Darlehen an Gewinnstrebens zugunsten Einzelner ausschließlich der Sparkassen beteiligt. Die Vertretung des hafmals staatsmännische Einsicht wagen dürfen, mit meinden und öffentliche Körperschaften der WirtGrundsäße der Gemeinnüßigkeit gelten zu lassen. tenden Bezirkes oder der haftenden Gemeinde dem Vertrauen von tausenden und abertausenden schaft wieder zugeführt. Die andere Hälfte wurde Der neue Staat wäre auch nicht in der Lage gewählt nach den Grundsäßen des Verhältniswahl Sparern zu den Kaffen zu spielen? Als später zum größten Teile und hier bei den deutschen wesen, seine Währungspolitik durchzuführen, rechtes den Ausschuß der Sparkasse. Ein Drittel darangegangen wurde, zur Tilgung der Verluste Sparkassen in verhältnismäßig höherem Auswenn er sie nicht auf die Mitwirkung der Spar- der Mitglieder soll dem Vertretungskörper des beizutragen. di den heimischen Geldanstalten in maße, als bei den tschechischen- in mündelsiche faffen hätte aufbauen fönnen, wie sie ihm auch Bezirkes oder der Gemeinde nicht angehören. der Nachkriegszeit erwachsen sind, da waren es ren tschechoslowafischen Wertpapieren angelegt. später in seiner Kreditpolitik die beste Stüße Die Zusammensetzung des Ausschusses und der leider wieder die Volksgeldanstalten, unter ihnen Namhafte Beträge haben die Sparkassen auch der gewesen sind. Direktion der Sparkassen aus den Vertretern der vor allem die Sparkassen, deren an letzter Stelle Bauförderung zur Verfügung gestellt. Ihre Ueberschüsse werden ausschließlich zu gemeinnüt politischen Parteien bringt die Tatsache zum gedacht wurde. Ausdruck, daß die Sparkassen nicht dem Macht- So haben denn die Sparkassen mit Schwiesigen Zweden verwendet. bereiche einer einzelnen politischen Partei angerigteiten fämpfen müssen, die in ihrer ganzen Es gibt in der Tschechoslowakei 373 Sparhören. Geschichte ohne Beispiel sind. Wenn sie diese tassen, davon 169 deutsche. Sowohl die tschechi Stürme zu überstehen vermochten, so wurde daschen, als auch die deutschen Sparkassen haben durch, beffer, als es alle Aufklärung zu bewirken sich zu je einem Verband vereinigt, der sie vermag, in finnfälliger Weise bezeugt, wie fest zu vertreten und zu fördern berufen ist, und ha und unerschütterlich die Grundlagen unseres ben sich zur Vermittlung des gegenseitigen Geld. Sparkassenwesens sind, und wie tragfähig es sich verfehres und zur Besorgung ihrer Bankgeschäfte in seinem ganzen Aufbau erweist. Es ist mit je eine eigene Bank errichtet, die Ustředni banka Sicherheit anzunehmen, daß auch die wenigen ceffoslovenskych spořitelen und die Zentral Kaffen, die bisher mit der Befriedigung ihrer bank der deutschen Sparkassen in Einleger nicht wieder beginnen fonnten, bald in der Tschechoslowakischen Republit, geordnete Verhältnisse zurückkehren und ihrem beide mit dem Hauptsitze in Prag. Außerdem eigentlichen Berufe wieder zurückgegeben werden. müssen die Sparkassen fraft Gefet, pflichtgemäß Dr. Rolf Hübner. CENTRALBANK der deutschen Sparkassen in der Čechoslovakischen Republik Hauptanstalt: Prag II., Bredovská 14 FILIALEN: Aussig, Brünn, Eger, Jägerndorf, Reichenberg, Čech. Teschen, Trautenau, Troppau Spare und lege ein bei der Bodenbacher Sparkasse Errichtet im Jahre 1873 unter der Haftung der Stadtgemeinde Bodenbach. Einlagenstand derzeit über 62 Millionen Kč 197 Die Einlagen genießen Mündelsicherheit. Strengste Wahrung des Geschäftsgeheimnisses! FERNSPRECHER Nr. 218. 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SPARET bei eueren SPARKASSEN Reichenberger Sparkassa Reichenberg Bezirkssparkassa Reichenberg Eine vorteilhafte Veranlagung Ihrer Ersparnisse bietet die 213 Sparkasse Jägerndorfer Königsberg Sparkasse Jägerndorf, Schlesien. Einlagenstand Kč 72,000.000.214 Garantie der Stadtgemeinde Jägerndorf. an der Eger gegründet im Jahre 1899 unter der allgemeinen und unwiderruflichen Haftung der Stadtgemeinde Königsberg a. d. Eger. Annahme von Einlagen gegen Sparbücher und in laufender Rechnung. Ausgabe von Heimsparbüchsen. Vermietung von einbruch- und feuersicheren Schrankfächern. Darlehensgewährung.-- Strengste Wahrung des Amtsgeheimnisses, auch gegenüber den Steuerbehörden. Fernsprechanschluß Nr. 1. Prager Postscheckamtskonto Nr. 201.330. Die Amtsräume der Sparkasse befinden sich im elgenen Gebäude ,. Kirchplatz Nr. 221. 217 Sparkasse der Stadt Mähr.- Schönberg. Errichtet im Jahre 1866. Stadtgemeinde Haftung. Einlagenstand über 73 Millionen. Tagesverzinsung. 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Kč 150,000.000.Kč 9,945.000.-Eigenes Vermögen Gesamt- Verwaltungsvermögen Kč 180,000.000.Einlagen gegen Sparkassebücher( Geschenkbücher) und in lautender Rechnung, Hypothekar- und Kommunaldarlehen, Darlehen in laufender Rechnung, Vorschußabteilung auf Personalkredit, Vermietung von Schrankfächer im Panzergewölbe, Uebernahme von Werten in Verwahrung und Verwaltung, Durchführung aller bankgeschäftlichen Aufträge. Telephon 23. 322 Postscheck konto Prag 51.305. Girokonto bei der čsl. Nationalbank, Teplitz- Schönau. Neudeker Sparkasse Gegründet 1872 im eigenen Anstaltsgebäude, Marktplay 9. Selbumian im Jahre 1928... Kč 132,000.000 Einlagenftanb.. 36,000.000 Für die Sicherheit der Einlagen haftet die Stadtgemeinde Neudet. Zelephon 23. 280 Botticheatonto 38.445. Ausgabe von Heimsparkassen. Karlsbader Vereinsbank Gesellschaft m. b. H, Karlsbad Hauptanstalt: Karishad,. Amisgebäude ( neben der Hauptpost.) Expositur: Mühlbrunnstr. Dr. Pieliers Haus. Zweigstelle: Saaz, Schillerplatz 279. Entgegennahme von Einlagen zu günstiger Verzinsung. Kulanteste Durchführung aller bankgeschäftlichen Transaktionen. 293 Warnsdorfer Sparkasse Gegründet 1877 unter Garantie der Stadtgemeinde Warnsdorf. Zentrale: Warnsdorf, Hauptstraße. Filiale: 193 Niedergrund, Haus Nr. 48. Die Einlagen bei der Sparkasse sind mündelsicher.Scheckabteilung. Kulanteste Besorgung aller Sparkassengeschäfte. Strengste Wahrung des Amtsgeheimnisses. Verwaltungsvermögen ca 120 Millionen Kč. Vermietung von Schrankfächern in der Stahlkammer der Spar. kasse unter eigener Sperre der Parteien. ST. JOACHIMSTALER SPARKASSE HAUPTANSTALT IM STÄDTISCHEN RATHAUSE SAMMEL- UND ZAHLSTELLE IM KURVIERTE' EINLAGESTAND 22 MILLIONEN Kč Tagesverzinsung, Hypothekardarlehen. Darlehen an Bezirke und Gemeinden, Vorschüsse auf Wert. papiere, Wechsel, Darlehen in laufender Rechnung Geldwechsel. Akkreditive. Geldüberweisungen auf in- u. ausländische Plätze. Kuponeinlösung. Scheckverkehr. SCHECKKONTO 11.774 118 Depots. 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Nun der Weltkrieg: die Arbeiter mußten an kowizer Eisenwerke, Hauptknotenpunkt der Eisen- Die tschechische sozialdemokras die Fronten, um das Vaterland zu verteidigen." bahn, projektierter Donau- Oderkanal, dessen tische Partei ist die stärkste Partei Dringend brauchte man Geschütze, Geschoße, Verwirklichung schon seit Jahrzehnten beschlossen Ostraus und besetzte durch den Genossen Abgedie Stadt der schwarzen Diamanten. Schiffspanzer und anderes Kriegsmaterial, wel ist, aber immer wieder die Realisierung des Pla- ordneten Profes zum zweiten Mal den Bürgerches Witkowiß und die anderen Großbetriebe nes hinausgeschoben wurde, die Nähe Deutsch meisterposten. Die Deutschen sind dank dem Ostrau ist das Ziel der Arbeitssklaven ganz erzeugten. Mit Hilfe der bekannten militärischen lands und Polens sowie der Slowakei brachte Wahlsiege unserer Partei um einen Stadtrat Nordmährens und Schlesiens. Die Arbeiterbe- Leitung wurde die Arbeiterschaft chifaniert. Bru- unserer Stadt ein ungeahntes Wachstum. Im mehr in der Gemeindevertretung vertreten und wegung spielte in diesem Gebiete ſeit jeher eine tal wurden Arbeiter wegen der fleinsten Ver- Jahre 1922 zählte W.- jtrau 113.709 Einwohner erhielten außerdem noch den ersten Vizebürgergroße Rolle. Schon das alte Desterreich erzitterte fehlung des Nachts eingesperrt und bei Tage und seit dieser Zeit hat sich die Kopfzahl sicher sehr meisterposten. Die starte sozialistische Gemeindeunter dem Dröhnen der Schritte unserer Arbei- mußten fie arbeiten, die Verpflegung wurde im vermehrt. Interessanterweise hat Ostrau mehr vertretung hat schon vieles geschaffen und wird terbataillone und oft genug kam es zu bewaff- mer elender, die Quantität der Lebensmittel Wänner als Frauen und dürfte die dauernd an dem Ausbau der Stadt gearbeitet. neten Auseinandersetzungen des Proletariats mit immer geringer. Am 2. Juli 1917 fam es aus Stadt in dieser Hinsicht ein Kuriosum sein. Leider steht als unüberwindliches Hindernis dem der Militärmacht des alten Desterreichs. Löhne diesem Anlasse zu Krawalen und die öster- Die politische Einstellung der Bevölkerung sozialistischen Schaffen die Steuerreform und wurden erkämpft, die mustergültig für ganze reichische Gendarmerieschoß in die hun erfuhr im Laufe der Zeit ziemlich große Aende das Gemeindefinanzgesetz im Wege. Ungeheuer Juduſtriezweige wurden. Aus der Dumpfheit gern de Menge. 5 Tote und 10 Swerverletzte rungen. Vor der Spaltung haben die deutschen groß sind die Agenden der Gemeinde. des Elends der Bergarbeiter und des Industrie- blieben auf dem Schlachtfelde des Hungers. Sozialdemokraten eine große Rolle gespielt; ordentliche und der außerordentliche Vorauschlag proletariates wurden die Arbeiter zu Menschen, Hunderte Arbeiter gingen zum„ Rapport",( auch| wir erreichten im Jahre 1921 anläßlich der unseres Gemeinwesens bedarf im Jahre 1929 welche auf den Ruf ihrer Führer auf die Straße das gab es in den Betrieben) und baten, man ersten Wahlen in den Senat von 11.440 deutschen insgesamt 69,494.230 K, demgegenüber besteht gingen. möge sie an die Front senden. Da man die Stimmen 4443. Durch die Spaltung ging die eine Bedeckung von 44,687.914 K. Naturgemäß Arbeiter brauchte, so war die Antwort der inili- gesamte deutsche Arbeiterschaft in das Lager des streicht der Landesausschuß an dem Budget Den meisten alten Genossen werden noch tärischen Zeitung„ Arrest". Man sperrte 25 Ar- Stommunismus über. Traurig waren die Reste straus herum und erschöpft alle bürgerlichen die Vorgänge des Jahres 1894 in Erinnerung sein. Man schrieb den 9. Mai. Die elenden Ver- wurden die bedauernswerten Menschen einge- hielten. Heute allerdings sind alle von den ferung. Den Riesenunternehmen und Großbansein. Man schrieb den 9. Mai. Die elenden Ber- beiter in einem Raume für 8 Personen.. Nachts unserer Bewegung, welche unserer Fahne Treue Steuerquellen an der breiten Masse der Bevöl hältnisse unter der Arbeiterschaft drängten zur sperrt und mußten hungernd, eng zusammenge- Rommunisten übernommene Organisationen nur fen werden Riesensummen geschenkt. Explosion. Die Bergarbeiter proklamierten den Streif, 30.000 Bergarbeiter folgten der Barole. pfercht, wobei natürlich an Schlaf nicht zu den mehr Trümmerhaufen. Im Jahre 1923 war es nur eine fleine Anzahl von Genossen, welche Die österreichische Regierung, welcher damals wieder den Aufbau der Organisation in die Hand als Ministerpräsident Badeni vorstand, glaubte mit Gendarmerie den Streik niederzuringen. nahm. Raum ein Dußend Genossen gingen mit zäher Energie an den Aufbau der OrganisatioDie Bureaukratie Oesterreichs verlor die Nerven nen. Furchtbar war damals die Arbeit. Verhöht, und ließ statt Brot den Arbeitern ,, blaue Bohverspottet, mit allen Mitteln bekämpft, war die nen" verabreichen. Furchtbar war das Ergeb Agitationsarbeit eine Aufopferung sonderglei nis der Schießerei, welche eine tollgewordene chen. Unter solchen Umständen gingen wir nur Beamtenschaft anbefahl. 12 Menschen erlagen faum 30 Mann start im Jahre 1924 in den dem tödlichem Blei, 24 Arbeiter wurden schwer Gemeindewahlkampf. 813 Simmen brachten und 13 leicht verletzt. Doch nicht umsonst wurwir heim und mit knapper Not kam Genosse Dr. den die Opfer gebracht. Eine ungeheure ErreWilhelm Haas in die Gemeindevertretung. Nun gung erfaßte die österreichische Arbeiterschaft. begann der Aufstieg. Von Wahl zu Wahl ging Die Organisationen wurden immer größer. es vorwärts und wir erreichten bei den heurigen Masse Mensch wurde Organisation. Ein Wille Gemeindewahlen bereits 2367 Stimmen. beherrschte die Masse und immer herrlicher wur den die Erfolge. Unter anderen eroberten die Bergarbeiter den Achtstundentag. Wohl wurden in dem Witkowizer Eisenwerke die Organisationen mit allen Mitteln bekämpft. Ungeheuer waren die Opfer, welche die Pioniere unserer Arbeiterbewegung auf sich nehmen mußten. Wenige damals organisierte Arbeiter blieben von den Persekutionen der Unternehmer berschont. Auch unser Genosse Abg. Heger wurde das Opfer der Witkowizer Werksgewaltigen. Das vom jüdischen Großkapital eines Rothschild regierte Eisenwerk ließ es sich nicht nehmen, die Organisationen und die Kandidaturen der bür gerlichen und damaligen deutschen Arbeitneh mer", der heutigen Hakenkreuzler, zu unterstützen und zu fördern. Erinnern wir uns nur an die berüchtigten Gulyas- Wahlen in das Parlament im Jahre 1907 und 1911. Die Arbeiterzeitung" schrieb damals zu diesen Wahlen: Aus Witkowiß: ,, Am Sonntag, den 1. Juni 1911 nahmen schon die berühmten„ Gulyas- Wahlen" in Witkowiz ihren Anfang. Generaldirektor Schuster gab im Wäldchen ein Volksfest" mit Gratisbier, Gulyas, Zigarren, Branntwein, Bildchen des Dr. Licht und Reden des Dr. Licht und seines Protektors Schuster. Den mit Dr. Sicht ausgefüllten Stimm. zettel fichtbar in der Sand tragend, mußten die Arbeiter durch den Militärkordon, wie eine Herde Schafe geführt, zur Urne gehen. Vor- und Nachher gab es Bier, Branntwein, Zigarren und Gulyas in schwerer Menge; das Werkhotel und das Deutsche Haus waren Stätten wüster Sauf- und Freßgelage und unzählige Betrunkene gab es schon um 12 Uhr mittags in der Stadt." Weiters berichtet die„ Arbeiter- Zeitung vom 11. Juli 1911: Aus Witkowitz schickt uns ein Lefer in Ergänzung unserer Berichte über die Wittowiger Wahlen zwei Marken, die am Wahltage für die jenigen, die Licht gewählt hatten, ausgegeben wurden. Ein gelber Zettel aus Pappendeckel trägt die gedrudte Inschrift: ½ Liter Bier. Ein roter Zettel die gedruckte Inschrift: Ein Gulyas. Mit diesen Marken wurden die Arbeiter des Witkowitzer Eisenwerkes beschenkt, die Herr Herr Schuster zur Wahl Lichts zwang." Genoffe Johann Prokeš . Führer der tschechischen Sozialdemokratic M.- Dstraus, unter dessen Leitung seit 1918 diese Stadt einen ungeahnten Aufschwung nahm. Auch soll hier auf dieser Stelle ein Wort über die gemeinsame Arbeit mit den tschechischen Genossen geschrieben werden. Wir konstatieren mit Freude, daß alle maßgebenden Faktoren unserer Bruderpartei bestrebt Durch den Kommunismus sind die meisten sind, wirklich international und in guter Freundgewerkschaftlich und politisch indifferent gewor- schaft mit uns zu arbeiten. Die Maifeiern und den. Besonders traß zeigen dies die Verhältnisse eine Menge Versammlungen wurden bereits im Witkowiter Eisenwert. Von 20.000 gemeinsam durchgeführt. Der Wille zur Arbeitern sind bloß zirka 3000 organisiert. Allererständigung ist da. dings sehen auch die Hungerlöhne des Eisen- Wir leben in Ostrau auf einem steinigen werkes darnach aus. In dieser Beziehung hat Boden, der Bolschewismus hat die Arbeiter mit Kommunismus in Ostrau glänzend seinen Phrasen vergiftet, erst langsam, durch bewährt. Das Bürgertum hat sich auf Kosten mühevolle Arbeit aller unserer aufopferungsder Arbeiterschaft, dank der Kommunisten, fon- vollen Vertrauensmänner und Parteigenossen soldiert und viele Arbeiter leisten den kapitali- und Genoffinnen wird es wieder Licht in den stischen Parteien Gefolgschaft, wie dies unten Stöpfen der Bevölkerung. Aber allen Schwierigstehende Zahlen beweisen. feiten zum Troßz können wir ruhigen Gewissens Gem. behaupten, es geht vorwärts, immer mehr Wenschen scharen sich um unsere Fahnen. Unsere 813 deutsche sozialdemokratische Arbeiterbewegung 10.529 marschiert unaufhaltsam vorwärts und dauernd 5.683 gewinnen wir im steten Kampfe Terrain.„ Es muß gehen" ist unsere Losung und die errungenen Erfolge der letzten Jahre berechtigen uns zu den besten Erwartungen. Wahlen Deutsche Sozialdemokraten Deutsche Wahlgemeinschaft Kommunisten Tschechische Sozialdemokraten Tschechische Bürgerliche Senat Bezirk 1925 Senat 1920 4.443 6.997 12.654 Parl. 1925 1.155 1.430 Land Gem. 1928 1928 1929 1.781 2.008 2.367 10.497 9.550 9.594 10.336 10.859 6.425 5.246 4.767 4.650 4.766 12.911 11.148 15.644 13.557 16.166 20.669 -G Emil Sutsch fa, M. Ostrau. enoffen, lefet u. verbreitet die Arbeiterpresse. ten war, in den Kellern des Witkowizer Rathauses zubringen. Des Morgens wurden sie wie Schwerverbrecher von Landstürmern mit aufgepflanzten Bajonett in die Betriebe geleitet. Noch schlechter erging es den Kriegsgefangenen. Sie wurden in den Betrieben beschäffigt und mußten die Geschoße erzeugen helfen, die an den Fronten massenhaft ihre eigenen Brüder hinschlachteten. Hunger war ihre Losung und Seuchen, dezimierten die Anzahl der Gef mgenen. Ruffen, Serben, Italiener, Rumänen mußten im Dienste des Kapitals frohnen. Von 3000 gefangenen Italienern, welche in den Witkowizer Werken arbeiteten, mußten 269 in das Gras beißen und wurden in Witkowiger Erde begraben. Die Werksdirektion errichtete ein Denkmal für die gestorbenen Jtaliener und als Dank dafür, daß die Striegsgefangenen Munition herstellen mußten, welche die Brüder des eigenen Landes niederfnallten, erhielt besorgt die Beförderung von Perso- kilometer beträgt 1,565.070 und der BeiwagenHerr Generaldirektor. Sonnenschein einen hohen Orden von Mussolininen und Gütern von Přivoz über tilometer 1,006.920, Gesamtleistung 2,571.990 Die Ostrauer Arbeiterschaft wagte auch den Mähr.- Ostrau Witkowitz bis zur Wagenkilometer. Společnos' moravských místních drah v Mor.- Ostravě Mährische Lotaleisenbahn- Geſellſchaft in Mähr.- Oſtrau Staiser- Straße ersten Schritt zum Umsturze des Raiser Straße nach 3ábřeh und von Mähr.- Im Frachtenverfehr wurden 59.884 3ugs reiches. Schon am 14. Oftober 1918 fand einestra u über Marienberg Schön- filometer zurückgelegt. Vertrauensmännerzusammenkunft der tschechischen Sozialdemokraten in Ostrau statt und am brunn nach Königsberg. 15. Oktober proklamierten die Genossen Prokeš, Die Anzahl der beladenen eigenen und Zwischen diesen beiden Linien ist ein fremden Güterwagen betrug 13.884, welche Cinger und Sida vor einer vieltausendköpfigen Pendelverkehr von Marienberg 123.880 Wagenkilometer geleistet haben. Menschenmenge am Ringplay in Ostrau die tschechoslowakische sozialistische Republif. Erst nach Witkowitz eingeführt. am 28. Oftober 1918 wurde dann offiziell die Die Gesamtlänge beträgt 27.664- Kilo Tschechoslowakische Republik proklamiert. meter. Neuprojektiert ist die Einfüh ung des Autobusverkehres auf der Strecke Mähr. Ostrau Sokol= straße- Přivoz- Marienberg, welche Linie noch im laufenden Jahre dem Verfehr übergeben wird; weiters der Linienausban Přivoz- Petřkovic, wodurch eine Das Unternehmen ist eine Aktiengesell- bejsere Verkehrsverbindung mit dem Sultschiner Gebiet erreicht wird. Das Unternehmen beschäftigt durchschnittlich 420 Beamte und Angestellte, hat eine Für Ostrau waren diese Tage Wendepunkte Das Unternehmen wurde im Jahre 1894 von großer Tragweite. Die Städte M. Ostrau, Oderfurt und Witkowiz hatten große deutsche als Dampftrambahn gegründet und im Juni Mehrheiten und deutsche bürgerliche Gemeinde- 1901 elektrifiziert. Noch frasser wurden die Verhältnisse bei der vertretungen. Die Regierung schuf VerwaltungsLandtagswahl im Jahre 1213, bei welcher der kommissionen und die Gemeindevertretungen heutige deutsche nationalsozialistische Abgeordnete wurden aufgelöst. M. Ostrau, Witkowi, Oder- schaft und befindet sich die Majorität der Aktien Jung als wahlwerber der Deutschen Arbei- furt,( welches jetzt Přivozheizt), Zabřeh, Hulterpartei" auftrat und in den Landtag von Mäh- waken, Hrabutka, Neudorf und Marienberg wur- seit dem Jahre 1921 in den Händen der Stadtren gegen unseren Genossen Dr. Wilhelm Haas den am 20. Dezember 1923 unter dem Namen gemeinde Mähr.- Ostrau. auftrat. Das itfowiger Eisenwerk erließ Groß- strau zusammengeschlossen. NaturBefördert wurden im Jahre 1928 eigene Betriebskrankenkassa und Unterstütdeutsch- tschechische Stundgebungen, um den Abge- gemäß mußte der Einfluß des Deutschtums durch die Einbeziehung großer rein tschechischer Orte 13,830.990- Berjonen und 160.201 Tonnen zungsfonds. mußten tschechische, polnische und deutsche Arbei- in das neue Gebilde stark eingedämmt werden, Güter. ter,( da damals die Wahlen nicht geheim waren) fie bilden heute eine knappe 23 prozentige Minfür Jung auf Befeh! der Werksdirektion stim- derheit. Ostrau ist so recht der Typus einer aufftremen. Der deutsche Hakenkreuzterherrgott Jung wurde mit jüdischer großkapitalistischer Hilfe benden Stadt. Noch im Jahre 1858 hatte Oftrau und tschechischen sowie polnischen Stimmen in in dem heutigen Ausmaße 3.482 Einwohner. Amerikanisch rasch wuchs die Stadt. Kohle, Witden mährischen Landtag gewählt. ordneten Jung Wahlhilfe zu le den Abge Die Altersversicherung ist in der Weise Im Verkehr standen 33 Motor- und 24 geregelt, daß die definitiven Angestellten beim Beiwagen, nebst 3 elektrischen Gütermotor- Pensionsinstitute in Brünn und die provisorischen Angestellten und Taplöhner bei der allgewagen. Die Anzahl der gefahrenen Motorwagen- meinen Sozialversicherung versichert sind. 369 Seite 2. Sonntag, den 18. August 1929. Gewitter. den Nebenflüssen entsprechen würden. Besonders Nicht immer regnet es bei Gewit gefürchtet ist der Kugelblin, die merk tern. In den Steppen von Benezuela gibt Getvitter sind uns eine so gewohnte Erschei- würdigste und rätselhafteste Bligform. Er besteht es in jedem Jahr kurz vor dem Ende der Trodennung, daß wir uns ihrer Gefährlichkeit faum noch aus einer rundlichen, leuchtenden Masse von Faust- zeit stundenlang an der Himmelskuppel geräuschlose bewußt werden. Namentlich auf dem Lande richten bis Kopfgröße und bewegt sich viele Sekunden lang Flächenblike, und auf Madagaskar bezeichnen Gewitter mehr Schaden an, als man in der Stadt mit relativ mäßiger Geschwindigkeit schwebend da solche trodene Gewitter in den hohen Wollenanzunehmen geneigt ist. In Steiermark und hin, so daß man seine Bahn mit dem Auge leicht Kärnten werden jährlich durchschnittlich 17 Per- verfolgen kann. Bisweilen verschwinden Kugelblige sonen vom Bliz erschlagen. In Preußen kommen spurlos, bisweilen aber explodieren sie mit furcht auf je eine Million Einwohner mehr als vier barem Krachen und rufen ungeheure Zerstörungen Todesfälle durch Blitzschlag. Aber nicht allein auf hervor. Tie verschiedenen Baumarten sollen Blizzdem flachen Lande, sondern auch in den Großstädten schlägen verschieden stark ausgesetzt sein. besteht im Freien eine Blizgefahr, da sich der Blizz feineswegs nur hochragende Gegenstände zum Einschlagen aussucht, wenn er auch vorzugsweise in Straßenbahnmasten und Bäume fährt. Der Blis, die Feuererscheinung zwischen zwei Wolfen mit verschiedener elektrischer Ladung oder zwischen Wolle und Erde, ist nichts anderes als ein riesenhaft vergrößerter elektrischer Funke. Meist tritt er als Funkblis, Linienblik, 3id zadblik auf. Auch Flächen blige gibt es, die aus einem allgemeinen Aufleuchten der Wolken bestehen. Hier handelt es sich entweder um einen durch einen Wolkenvorhang gesehenen Funkblik oder um eine flächenförmige elektrische Glimmentladung. Im allgemeinen zeigt die Bahn eines Blizes eine Figur wie ein Flußlauf mit Abzweigungen, die Unentbehrlich für Vertrauensleute und Heller dor Arbeiterfürsorge Bisher erschienen: schichten das Ende der Regenzeit. Aehnliche sind die Merkblätter für Fürsorgefunktionäre", Erfahrungen hat ein Forscher im Urwaldinnern Brasiliens gemacht. Von diesen geräuschlosen Gewittern ist das Wetterleuchten zu unterscheiden, das den Widerschein von Bligen entfernter Gewitter darstellt, die sich oft ganz unterhalb des Horizonts abspielen. In ihrer Häufigkeit zeigen Gewitter eine deutliche Anhängigkeit von der Jahres- und Tageszeit. In der warmen Jahreszeit und in den heißesten Manchmal kommt es bei Gewittern zur BilTagesstunden sind sie am häufigsten. Aber auch dung von Böen, orfanartigen Windstößen, die die wond periode ist auf ihr Erscheinen nicht großen Schaden anzurichten vermögen, ferner auch ohne Einfluß. Am allerſtärksten jedoch wirkt die zu Sagelfällen. Sagel entsteht dadurch, daß Umdrehungszeit des Sonnenkörpers. warme Luft in jene Höhe gehoben wird, in denen Diese sechsundzwanzigtägige Periode, die sich auch es außerordentlich kalt ist. Je wärmer die Luft ist, in den Erscheinungen des Erdmagnetismus um so höher vermag sie zu steigen; desto stärker auswirkt, gilt ähnlich für Gewitter. Nicht minder also vermag sie sich auch abzukühlen. So erklärt machen sich die Sonnenfleden bemerkbar. Um- es sich, daß Hagel am häufigsten in der warmen gekehrt wie die Nordlichter, die ja mit den Jahreszeit fällt. Hin und wieder fallen abnorm Sonnenfleden zunehmen, verringert sich die Häufig große Hagelförner, die Menschen verlegen oder gar feit der Gewitter mit dem Einfluß der Sonnen- töten und Gebäude beschädigen. flecken, so daß diese beide elektrischen Erscheinungen sich gleichsam ablösen. Nr. 1. Richtlinien für Fürsorgefunktionäre. II. Teil. Nr. 2. Pärsorge und Gesellschaft. Von Heinrich Herget. Nr. 3. Arbelter- Fürsorge und Fürsorge- Einrichtungen. Von Theodor Schuster. Nr. 4. Arbelterbewegung und Arbelterfürsorge. Von Josef Holbauer. Nr. 5. Aufgaben der Arbeiterfürsorge.( Kampf gegen Tuberkulose, Geschlechtskrankheiten und Alkoholismus.) Von Dr. Arnold Holltscher. In Vorbereitung: Nr. 6. Sozialhyglene und Arbeiterfürsorge. Von Dr. Theodor Gruschka. Nr. 7. Gewerkschaft and Arbeiterfürsorge. Von Anton Schäfer. Die Merkblätter sind zu beziehen durch den Verband ..Arbelterfürsorge". Geschäftsstelle Brünn, Französische Straße 24. Molt Euch Rat bel uns! Die Arbeiterfürsorge Ist die organisierte Selbsth! des Proletariats! Dem Klassengenossen soll durch den Klassengenossen geholfen werden! Gründet Bezirksvereine! Werbet Mitglieder! Helft der Arbeiterfürsorge! Zentral- Konsum- und Spargenossenschaft für Mähren und Schlesien reg. Gen. m. b. H. 40 Verteilungsstellen im Ostrauer Gau. Sitz: Mähr.- Ostrau Eigene moderne Dampfbäckerei in Neu- Oderberg ca. 9000 Mitglieder mit einem Jahresumsatz von ca. Kč 17,000.000. Hausfrauen, Arbeiter und Angestellte! des arbeitenden Konsumenten. Daher werdet ungesäumt Mitglieder! 278 Die Konsumgenossenschaft ist die einzig richtige Stelle zur Bedarfsdeckung Beitrittserklärungen in jeder Verteilungsstelle erhältlich. Auskünfte erteilt auch schriftlich die Zentrale Mähr. Ostrau, Bahnhofstrasse Nr. 96. Kommanditgesellschaft Julius Rütgers Mähr.- Ostrau. FABRIKEN: Witkowitz, Mährisch- Ostrau,( Luttnar) Žilina. Liefert: Dachpappe und alle übrigen Steinkohlenteerprodukte, Spezial- Straßenteer Marke „ Rego", Asphaltmastix, Asphaltgoudron. Uebernimmt die Ausführung von neuzeitlichen Asphaltstraßen wie: Asphaltbeton, Sandasphalt, Walzasphalt, Gußasphalt, Stampfasphalt, Teermakadam, Oberflächenteerungen, Spramexierungen. Zentral- Konsum- und Spargenossenschaft BUDOUCNOST in Mähr.- Ostrau 1st der größte Konsumverein der Tschechoslowakel, 64.000 Mitglieder. 316 Verkaufsstellen. 150 eigene Realitäten im Werte von Kč 17,000.000.Reserven .. 5,000.000.- Kč Geschäftsantellc. 6,000.000.Sparcinlagen... 12,000.000.99 99 Werdet im eigenen Interesse Mitglieder der, Budoucnost. Geschäftsantell 100.- Kč kann auch in kleinen Monatsraten abgezahlt werden. 353 274 Sonntag, den 18. August 1929. Seite 3. SEIDE TUCH SCHON M. OSTRAU Straße des 28. Cktober 231 Mährisch- Ostrauer Elektrizitäts- Aktien- Gesellschaft, Mähr.- Ostrau. Im Jahre 1896 erwarb die Firma Ganz& Comp., Budapest, für die Dauer von 50 Jahren die ausschließliche Konzession für die Errichtung und den Betrieb eines Elektrizitätswerkes in Mähr.- Ostrau, welches im Dezember 1897 mit einer Leistungsfähigkeit von 600 PS in Betrieb gejezt wurde. Im Jahre 1899 wurde sodann ein Konzesfionsvertrag mit der Stadtgemeinde Přivoz abgeschlossen und die Stromabgabe in den darauf folgenden Jahren nach den Gemeinden Hruschau, Wirbitz, Pudlau, Oderberg, Neudorf und Schönbrunn erweitert. Ebenso wurde dem Elektrizitätswerke auch die Stromversorgung der damaligen Kaschau- Oderberger Bahn und der Staatsbahn im Rayone von Oderberg. bis Schönbrunn übertragen. Späterhin wurden mit mehreren der vorangeführten Gemeinden besondere Konzessionsverträge abgeschlossen. Im Jahre 1900 erfolgte die Konstituierung der„ Mähr.- Ostrauer Elet trizitäts- Aktien- Gesellschaft", welche die vorerwähnte Unternehmung übernahm. Im Jahre 1921 wurde das damalige Aktienkapital von Kč 2,500.000.- auf Kč 5,500.000.- erhöht und zum gleichen Zeitpunkte mit der Gemeinde Mähr. Ostrau ein Abkommen getroffen, wornach diese die Aktienmehrheit erwarb. Die Allgemeine Genossenschaftsbank Expositur Mähr.- Ostrau Telephon 33.52. Bergarbeiterheim führt alle bankgeschäftlichen Transaktionen durch Überweisungen von und nach Rußland Einlagen gegen günstigste Verzinsung! Baulose gegen Kredit In der Verwaltung Vertreter des deutschen Gec- Verbandes Gemeinde M.- Ostrau besigt derzeit cirka 65 Prozent der Aktien und ist im Verwaltungsrate der Gesellschaft mit aller Stimmen vertreten. Zum Zeitpunkte des Zusammengehens mit der Stadtgemeinde M. Ostrau begann die M. D. E. A.-G. mit einer starken Investitionstätigkeit, welche während der Dauer des Krieges und der ersten Nachkriegszeit teils wegen Mangel der erforderlichen Materialien, teils des hohen Preisniveaus wegen zurückgestellt werden mußte. Das Elektrizitätswerk besitzt derzeit 5 Dampfkessel á 340 Quadratmeter Heizfläche und 3Turbogeneratoren mit einer maximalen Stapazität von 11.800 kVA und hat überdies noch einen Reserveanschluß an eine hierortige Grubenzentrale im Aus.. maße von 700 kVA. Die Stromerzeugung des Jahres 1927 hat über 12,000,000 fwSt. betragen, welche an rund 14.000 Konsumenten abgegeben wurden. Neben dem Stromgeschäft befaßt sich das Elektrizitätswerk auch mit der Durchführung von lichttechnisch richtigen Installationen und elektrischen Anlagen für. den Privat und industriellen Bedarf. Genoffen! Traget bet jeber Gelegenheit Euer Barteiabzeichen! 230 Mährisch- Ostrauer Elektrizitäts- Aktien- Gesellschaft in Mährisch- Ostrau erzeugt und liefert elektrische Energie für Groß- und Kleinabnehmer Seite 4. Sonntag, ben 18. August 1929. Klokočov der Zufluchtsort der franken Bergarbeiterfinder. Schon das vierte Jahr schickt der Revier rat in Mähr.- Oftrau Bergarbeiterfinder ins Kinderheim nach Klokočov und die Folgen dieser Aktion in den letzten drei Jahren zeugen in gesundheitlicher Beziehung, daß der Revier rat seine Aufgabe gut begriffen hat. کلیک ARM BEL gesundheitlichen Verhältnissen und Notwendigfeiten des Reviers, wo hunderte kranker Rinder auf Erholung in frischer Luft warten. Der Revierrat beschloß also ein neues Kinder- Erholungsheim zu bauen und begann im April 1. J. bereits mit dem Bau, dessen Photographie wir unten bringen. dem Gebäude auf 600.000 K geschäßt wird. nistenkolonie in Sultschin, wo sich, wie bereits Auf der unteren Photographie sehen wir die Gleichzeitig hat der Revierrat 3 Hektar Bau- oben erwähnt, 14 Doppelhäuser befinden. Es Totalansicht dieses Hauses. grund in Radwaniß angekauft, und zwar für ist eine genaue Photographie der Kolonie, so, Zur besseren Veranschaulichung eines den Bau von Wohnhäusern für Provisionisten, wie sie jest aussieht und wird dieselbe in den Wohnhauses für Bergarbeiter- Pensionisten wofür er bisher die Hälfte des Preises bezahlt, nächsten Jahren vergrößert und ausgebaut bringen wir folgendes Bild. d. h. 150.000 K. Wenn wir also diese Summen, werden. Die bisherigen Räume des Kinder- Erhe In den letzten zwei Jahren wurde viel die für soziale Zwecke und das hiezu notwendige Der Bau von Familienwohnungen für lungsheimes des Revierrates in Klokočov eus unter der Bergarbeiterschaft über die Verwen- Inventar ausgegeben wurden, zusammenrechnen, Provisionisten ist zwar ideal, aber teuer, den- sprechen bei weitem nicht den räumlichen und dung des 10prozentigen Reingewinnes gesprochen und geschrieben. Es wurde unter den Bergarbeitern agitiert, daß dieser 10prozentige Reingewinn den Bergarbeitern direkt ausgezahlt wird. Diese gewijsenlose Agitation von seiten gewijjer Leute hatte aber dank der Aufgeklärtheit der Bergarbeiter keinen Erfolg und die Bergarbeiter haben begriffen, daß der Aufbau von seriösen und humanitären Institu tionen für diese 10 Prozent ein gutes Werk und mit dem Gesetz gänz= lich vereinbar ist. Die schlecht informierte Deffentlichkeit wurde öfters ganz bewußt angelogen, als ob der Revierrat diesen empfangenen Reingewinn in irgend einer Weise unnötig herauswerfen würde. Es wurden oft falsche Zahlen angegeben wieviel Geld als 10prozentiger Reingewinn eingelaufen ist. Ich werde nun in Kürze anführen, wieviel der Revierrat aus diesem Titel Geld erhielt und für welche Zwecke dasselbe ausgegeben wurde. Die hier angeführten Zahlen find amtliche Zahlen, wurden amtlich kontrolliert und erhalten wir einen Betrag von 15,823.416.12| noch beschloß der Vorstand des Revierrates zum fönnen jederzeit von jedermann besichtigt werden. Kronen. Dieser Betrag ist kein herausgewor- Bau von Wohnhäusern für Provisionisten in Der Revierrat in Mähr.- Ostrau erhielt fener, im Gegenteil, er kann jederzeit flüssig Radwaniß, wo auf 3 Hektar Baugrund 20 vom Jahre 1921, als das Geseß über den 10- gemacht werden. Wohnhäuser mit 240 selbständigen Wohnunprozentigen Reingewinn in Kraft getreten ist, Der restliche Betrag von 6,002.452.91 gen erbaut werden, die aus einer Stüche, einem bis Ende 1928 im ganzen 23,723.770.68 K. Stronen wurde teilweise zur Unterstüßung der Zimmer mit Nebenräumen bestehen werden, Von diesem Betrag erhielt der Beamten- Re- Bergarbeiter verwendet und zwar in der Zeit, außerdem werden Wirtschaftsgebäude für Haus vierrat den aliquoten Teil von 8 Prozent in als sie aus der Arbeit entlassen wurden, für tiere gebaut und Gärten errichtet. Wir bringen ber Söhe von 1,897.901.65 K, so daß der die Bergarbeiter Provisionisten vor der Ertei- hier ein Bild der fünftigen Kolonie, mit deren Arbeiterrevierrat zu seiner Disposition für lung ihrer jeßigen Provisionen und für eine Bau dieses Jahr begonnen wird. Arbeiterzwecke den Betrag von 21,825.869.03 Kronen erhielt. Dieser Betrag wurde im Laufe der Jahre für folgende Zwecke verwendet: Der Revierbruderlade in Mähr.- Ostrau leihte der Revierrat zum Ankauf und Ausbau des Badekurortes für Bergarbeiter Rajecké Teplice den Betrag von 5,000,000 Kronen auf 10 Jahre zinsenlos, zum Ankauf des BadeKurortes Bohdaneč, wohin sich die Bergarbeiter des OstrauStarwiner Reviers zur Heilung begeben, den Betrag von 800.000 Stronen, wovon 500.000 K zinsenlos sind und 300.000 Stronen mit 2 Progent Zinjen. ELL EA Das Bild der Kolonic altschin. Gänzliche Ansicht der projektierten Kolonic in Radwaniß. Das in der Radwanißer Kolonie projektierte Haus für Provisionisten und Waisen. Dieser Bau ist zweistödig und enthält der felbe im ganzen 16 Lokale, wo 400 Kinder gleichzeitig untergebracht werden. Außerdem find hier Spitalszimmer zur Behandlung von zufälligen Infektionskrankheiten, Zimmer zur Behandlung für leichterkrankte Kinder, Zimmer für das Personal, für Ordinationen, Wartezimmer für Aerzte und in der Mitte des Gebäudes ein großer mit Glas bedeckter Hof, wo die Kinder bei schlechtem Wetter spielen fönnen. Bei der Projektierung dieses Gebäudes wurden alle gesundheitlichen und pädago gischen Momente in Betracht gezogen und Wohnhaus der Bergarbeiter- Provisionisten in der Kolonic Radwaniß. Der Revierrat hat in Sultschin 11 Hektar Baugrund vom Großgrundbesitzer Alfons Rothschild angekauft und hat dortselbst 11 Doppelhäuser für Bergarbeiter- Provisionisten erbaut, wo jetzt wird das Gebäude auch dementsprechend ausges 136 Provisionisten samt ihren Familien| Reihe von Berçarbeitern, Provisionisten und In der Mitte dieser Kolonie wird in den stattet sein. Die Kosten werden mit 5,500.000 wohnen. Die Gesamtkosten dieser Parzelle deren Familien als Unterstützungen zum An- nächsten Jahren ein großes Haus erbaut, in Kronen berechnet. Gleichzeitig wird neben dieund des Baues der Kolonie betragen fauf von Arzneien und anderen notwendigen welchem 50 Waisen Unterkunft finden werden, sem Gebäude ein Administrationshaus gebaut, 3,540.463.78 Stronen. Zur Errichtung eines Sachen. die jetzt von der Gnade fremder Leute leben. dessen Kosten auf eine halbe Million Stronen großen Kinderheimes hat der Revierrat in Diese- anscheinend- trockenen Ziffern Der Revierrat will nun die Erziehung dieser berechnet werden, wo die ganze Verwaltung des Mähr.- Ostrau im Jahre 1926 das Restaut in sprechen offen, daß der Revierrat mit dem Waisen unserer verstorbenen Bergarbeiter über- Stinderheimes untergebracht wird, wie z. B. Klokočov bei Viktov in Schlesien angekauft. Reingewinn zweckmäßig gewirtschaftet hat. nehmen, daß dieselben zu sittlichen und brauch- Küche, Magazine, ein gemeinsamer Speisesaal, das dazu bestimmt ist, das Kinderheim mit Dies sind aber nur Zahlen und es iſt not- baren Menschen erzogen werden. In diesem die guten und gesunden Agrarprodukten zu verfor- wendig, die hiezu gehörenden Bilder zu ver- Hauſe werden auch 30 Proviſioniſten unterge zum Seinderheim notwendig ist. Dieses ganze ie Bibliothek und Lesehalle, und alles, was gen. Das Reſtaut besteht aus: 371 hektar 60 anschaulichen. Ich werde also die obengenannte bracht werden, die fremde Hilfe brauchen und Projekt muß bis zum 30. Juni 1930 fertig unbeholfen sind, daß diese armen Menschen den gestellt und realisiert sein und zwar so, daß An erster Stelle befindet sich die Provisio Rest ihrer Tage sorgenlos verbringen können. am 1. Juli 1930 in das neue Kinderheim die Ar und 09 Quadratmeter Wald, 147 Heftar Tätigkeit mit Bildern illustrieren. 18 Ar und 53 Quadratmeter Feld, 32 Hektar 12 Ar und 48 Quadratmeter Wiesen, 2 Hektar 99 Ar und 71 Quadratmeter Gemüsegarten, 2 Hektar 76 Ar und 79 Quadratmeter Parkanlagen, im ganzen beträgt das Ausmaß 556 Heftar 67 Ar und 60 Quadratmeter Wirtschaftsfeld. Außerdem befinden sich dort zwei Wirtschaftsgebäude, das nötige lebende und tote Inventar und Vorräte, was bom Revierrat, laut Bilanz vom Jahre 1928 einen Betrag von 5,702.952.34 ronen erforderte. Außerdem hat der Revierrat das ganze notwendige Inventar für das Kinderheim in Klokočov angekauft, das zusammen mit Ansicht des neuen Kinder- Erholungsheimes in Klokočov von der Südseite. ersten 400 Bergarbeiterkinder abgeführt werden fönnen. Wie wir aus dem obenangeführten er sehen, hat der Revierrat in Mähr.- Ostrau eine große Aufgabe auf sich genommen, und zwar: die Gesundheit der heranwachsenden jungen Bergarbeitergeneration zu überwachen und zu stärken, wie auch die Veteranen der Bergmannsarbeit in ihrem Alter vor Not und Elend zu bewahren. Wir hoffen, daß die gesamte objektive Oeffentlichkeit diese Tätigkeit richtig beurteilen wird. Den Kindern unserer Bergarbeiter, die nun auf Sommerferien im Kinderheim in Klofočov weilen, wünschen wir viel Glück und ein frohes Verleben der Ferien in den großen und luftigen Wäldern ihres Restgutes, auf daß sie, nach der Rückkehr nach Hause, aus Klokočov die besten Eindrücke und Erinnerungen mitbringen. Joh. Topinka. SPORT und KÖRPERKULTUR BEILAGE ZUR FESTSCHRIFT DES SOZIALDEMOKRAT" Turner/ Sportler marschieren mit. Am Reichsarbeitertag in Karlsbad werden Allgemein ist aber mit der wachsenden Sport-| worden, sondern wurde geboren aus den ökono- größte Teil der Lehrerschaft versucht uns auch, wie bei allen größeren Parteifesten, die ausbreitung und mit der erkannten fulturellen mischen und politischen Verhältnissen, sie mußte hemmen. Wir wissen aber, unsere Jdee wird alle Arbeiterturner mitwirken und damit dokumen Aufgabe der Arbeiter- Sportverbände eine bes- kommen. Sie hat auch gleich nach ihrem Ent- Hindernisse aus dem Weg räumen. tieren, daß sie sich mit ihrer Arbeit fest in das sere Einsicht gekommen. Wir finden, daß stehen um das Jahr 1893 herum, eigene Wege Leider haben wir seit Jahren auch gewaltig große Gefüge der gesamten Organisationsarbeit im internationalen Maßstabe be- gesucht und gegen eine Verflachung der körper innere Kämpfe politischer Art zu führen, die ins eingliedern. reits die Anerkennung der Bestre- fulturellen Bestrebungen gekämpft. Wenn auch besondere in der letzten Zeit zum Ausscheiden Man hört jezt vielfach die Klage, daß die bungen der Arbeiter Sportinter- jahrelang noch die Rudimente bürgerlicher Ver- tausender Mitglieder und vieler Vereme geführt Arbeiterbewegung zu vielgestaltig wird. Vereine nationale vorhanden ist. So bestehen einsgebräuche haften blieben, Schritt auf Schritt haben. Dies ist wohl einer der schwersten Schläge über Vereine, immer neue Verbände werden zwischen der sozialistischen Arbeiter- Internatio- wurde die richtige Linie gesucht und gefunden. I gewesen. Mit frischem Mut aber schreiten wir gegründet, eine Unmasse Funktionäre werden nale desgleichen mit der Gewerkschaftsinternatio- Mit dem einfachen militärischen Uebungsdrill zur Ausfüllung der entstandenen Lüden und zur benötigt und wie viele Vertrauensmänner nale in Amsterdam und der sozialistischen Ar mit Schlag und Taft und Ruck und Zud, den Schaffung einer wirklichen Einheit der Arbeiterdenken, der Parteiarbeit entzogen. Dies mag beiter- Sportinternationale( SAS) starte Bin sogenannten Uebungsrattenschwänzen, wurde Sportbewegung. Wenn am Reichsarbeitertag in wohl in einzelnen Fällen zutreffen, zutreffen dungen, was bei der Bedeutung der Arbeiter aufgeräumt. Bald fand die Arbeiter- Sportbewe- Starlsbad unsere Turnerjugend, die Turnermag auch, daß die verschiedenen Kulturorgani- Sportinternationale mit ihren 1% Millionen gung zielsicher das richtige Fundament. Nicht innen, Turner und Sportler fröhliche Festtage fationen das Zuführen ihrer Mitglieder in die Mitgliedern nur begrüßt werden muß. Rekordwesen, Einzelnleistungen, sondern Massen mitfeiern, wenn sie bei den Uebungen, bei dem politischen und gewerkschaftlichen Organisationen Wir finden, daß auch bei den offiziellen Ta- erfassung ist die grundlegende Idee. Und wenn Festspiel, bei Sport und lebendigem Kampf die noch nicht in vollem Maße durchführen können. gungen großer Parteien die Frage der Arbeiter- wir in erster Linie den Körper in den Mittel- Buschauer erfreuen, so möge sich jedem einpräDas wesentliche Moment jedoch ist, daß die Sportbewegung einen großen Raum einnimmt. Bildung von Körper, Körperwürde und Körper- praktische Arbeit liegt, die gesteigert werden kann punkt unserer Erziehung stellen, wenn wir die punkt unserer Erziehung stellen, wenn wir die gen, daß hinter all den schönen Bildern zähe, Funktionäre in den Arbeiter- Kulturvereinen aus Auf unferem Parteitag in Teplitz haben wir schönheit predigen, so beschränken wir uns doch durch das Mithelfen der gesamten Arbeiterschaft der Reihe jener Mitgliedschaft genommen wer- bei Behandlung der Erziehungsaufgaben des den, die beim Nichtbestehen der Sport-, Radfahr-, Proletariats, in erster Linie mit die Arbeiter nicht auf das rein förperliche, sondern Men- und Wachs ender Erkenntnis, daß die ArbeiterWandervereine u. s. m. irgendwo in den bür Sportorganisationen im Auge gehabt. ichen wollen wir formen, die för Turn- und Sportbewegung, die auf den gewal gerlichen Sportvereinigungen gelandet wären. perlich und geistig gewappnet mit tigen Festen in Leipzig, Frankfurt, Wien und Am Parteitag der Sozialdemokratie Deutsch- sozialistischer Erkenntnis gegen auf dem eigenen Bundesturnfest in Karlsbad Deshalb ist auch die Einstellung vieler Par lands in Magdeburg wird ein eigener Tages- alles unrecht tämpfen. den kulturellen Wert ihrer Arbeit gezeigt, eine teivertrauensmänner und Parteimitglieder, daß ordnungspunkt sich mit dem wichtigen Problem Eines müssen vor allem wir feststellen, daß der größten und unentbehrlichsten Kampfgruppen der Partei Mitarbeiter entzogen werden, falsch. der Arbeiter- Sportorganisationen und ihrem die verschiedenen Sportverbände heute den der sozialistischen Armee ist. Trotz des sehr großen Funktionärapparates wer- Verhältnis zur Partei, befassen. Hauptkampf um das Kind und um die Jugendden der Partei neue Menschen zugeführt. Die Wir sehen also, daß nicht nur die Minvir- gewinnung führen. Und durch die Schülerabtei Möge der Reichsarbeitertag das Einvernehoben angedeutete falsche Auffassung beschränkt tung, die Verschönerung bei Festen in Frage ungen der Arbeiterturner ist oftmals der Ent- men zwischen den verschiedenen Organisationen fich natürlich nicht auf unser Land, sondern ist kommen, daß unsere Arbeiter- Sportbewegung wicklung anderer Kinderorganisationen der Weg und den Arbeiter- Turnern und Sportlern noch in fast allen Ländern die gleiche. Wir finden, nicht ein Abklatsch des Bürgersports ist, sondern geebnet worden. Die Gegnerschaft der Bürger- mehr träftigen und vor allem neu stärBürgerten den gewaltigen Gedanken der daß heute noch z. B. in den Niederlanden, in ganz gewaltige, man möchte fagen zwangs- lichen ist deshalb eine scharfe. Nicht nur die ten den gewaltigen Gedanken der einigen nordischen Staaten, zum Teil auch in läufige, Bindungen mit den übrigen Arbeiter- bürgerlichen Sportverbände stehen uns mit ihren Schaffung einer einheitlichen, Frankreich, die Partei kein besonderes Interesse Organisationen bestehen. Die Arbeiter- Sport- großen Mitteln gegenüber, sondern fast alle Be- eigenen Kulturorganisation. an der Arbeiter- Sportbewegung nimmt. bewegung, sie ist ja nicht von einzelnen gemacht" hörden, die Kirchen und leider auch der Hein. Müller. E ER ODOPZ Kleidergenossenschaft der Handels- u. Industrie- Angestellten, reg. G. m. b. H. Prossnitz Zentralniederlage offeriert zum Einkaufe Herren-, Knaben- und Kinderanzüge zu vorzüglichen Preisen Prag II., Ječná 10- IV Tel. 423-51 367 Ab 1000 Kč Anzahlung und bis zu 24 Monatsraten sind Premier- Motorräder erhältlich. Fragen Sie den, der ein Premier- Motorrad fährt. 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Veraphon Sprechmaschinen Die ideale Sprechmaschine von wundervollster Tonwiedergabe Verlangen Sie unverbindlich Vorführung in allen einschlägigen Geschäften Veraphon Sprechmaschinen, Karlsbad Die revolutionäre Macht des Buches. MIT KOCH REZEPTEN ulasen ürze Sonntag, den 18. August 1929. Erzeugt: Betonungsklaviere, Gelgenklaviere, JazzbandKlaviere, 88tönige Kunstspielklaviere. Für Arbeiterheime sehr geeignet! Wir senden an Personen mit sicherem Einkommen unser erstklassiges Luxus- Tourenrad, Qualitätsmarke ..TOURING". mit Torpedo- Freilauf, Innenlötung( nicht geschweißt), sämtliche Muttern vernickelt, Gebirgspneus, Werkzeug. Fußpumpe usw komplett auf 3 Tage zur Ansicht mit bedingungslosem Rücksendungsrecht bei Nichtgefallen: Bezahlung in wöchentlichen Raten à Kč 25.-, oder Monatsraten à Kč 100.-. Verlangen Sie Einsendung des Fahrrades durch tieferstehenden Kupon. Vertreter gesucht. An den Fahrrad- Großbetrieb KARL BAUER, PRAG II., Krakovská 9. 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Diese Worte setzte der große Ar- zeichnete, das blieb ihr hervorstechendes Merkmal Jahrhunderts war auch eigentümlich, daß sie den beiterführer Franz Schuhmeier bei der Er- auch bis heute. Zahlreich sind die Büchereien, die Proletarier seine Leiden wie seine Freuden, sein öffnung einer Wiener Arbeiterbücherei an den von der Arbeiterbewegung geschaffen wurden. Ob förperliches Sein wie sein Seelenleben nicht Schluß seiner Rede. In diesem wahrhaft genialen wohl infolge der Schaffung der Gemeindebüche fannte. Erst seit 3ola und dem Wirken der NaSaße ist die ganze Bedeutung des Buches für die reien die Entwicklung unseres Arbeiterbücherei- turalisten, seit Gerhart Hauptmann und Arno Arbeiterklasse geradezu seherisch erfaßt. Schuh wesens stark gehemmt wurde, zählen wir heute noch Solz, seit Richard Dehmel und Karl Henckell ist nteier, das Wiener Proletarierfind, empfand mit 300 Büchereien mit 150.000 Bänden. Aber der auch der Arbeiter zum Objekt der Dichtung geeinem durch Erfahrung geschärften Instinkt die Stolz eines jeden Arbeiters ist das eigene Bü- worden. Aber noch immer war der Roman, dem gewaltige Rolle, die dem Buche im Befreiungs- cherbrett, auf dem neben den grundlegenden Tampfe des Proletariats zukommt. Denn die Be- Schriften des wissenschaftlichen Sozialismus die freiung der Arbeiterklasse ist nicht nur eine ökono Werke unserer großen Dichter Platz haben. Dieses mische und politische, sie ist im gleichen Maße auch Streben nach der eigenen Bücherei ist eine der er eine geistige Angelegenheit. Verkörpert sich doch freulichsten Tatsachen, die wir feststellen können. im Buche das ganze Wissen aller Generationen, Es wird gefördert durch unsere Volfsbuchhand der bisherigen Menschheit und ihre ganze Rullungen, besonders aber durch unsere Buchgemein tur. Stand doch die Literatur, deren Gefäß das schaften und Zeitschriften mit Buchbeigaben, die Buch ist, immer auch im Mittelpunkt des Kampfes heute in der Tschechoslowakei bereits eine Mitder Geister, deren getreues Spiegelbild sie ist. gliedschaft von mehr als 6000 Bänden zählen. Das gute und billige Buch: 15 Kč · Bände: Amundsen, Jagd nach dem Nordpol. * Andersen Nexö, Sühne. Barthel, Max, Mensch am Kreuz. Frank, Karl und Anna. de Goncourt, Dienstmädchen Germinie Horn, Dämonen und das blaue Band. * Stolze, Angela. Wolf, Kreatur. Zola. Der Bauch von Paris. Jeder Band gut gebunden. Die mit bezeichneten Bücher sind Bücherkreisbände.( Verkaufspreis sonst Kč 25.50.) 16 Kč Bände: Dostojewski, Aus einem Totenhause. Der Spieler. Ebner- Eschenbach, Božena. Gogol, Die toten Seelen. Gorki, Meistererzählungen. Keller, Martin Salander. Züricher Novellen. Leute von Seldwyla. Lagerlöf, Gösta Berling. Jeder Band in Leinen gut gebunden. Titel in Goldprägung. VOLKSBUCHHANDLUNG Buch-, Kunst- und Musikalienvertrieb, Papler- und Schreibwarenhandlung Franz Kögler& Co., Bodenbach a. E.( Haus ,, Hainfeld"). 24 Kč Bände: Ganghofer, Schloß Hubertus. Martinsklause. Hugo, Der Glöckner von Notre Dame. " Mann, Heinr., Schlaraffenland. Untertan. O'Flaherty, Nacht nach dem Verrat. Shaw, Amateursozialist. Cashel Byrons Beruf. Upton Sinclair, Wallstreet. Vollständige Ausgaben. Jedes Buch in elegantem Leineneinband Hamsun. Das letzte Kapitel. Gorki, Die Muter. Sinclair Lewis, Hauptstraße. Neuerscheinung: Dr. Emil Strauß, Bauernaufstände und Bauernelend in den Sudetenländern. Gebunden Kč 26.-. 329 Bezirk: Bahns.ation: K. ANDRÉ'sche Buchhandlung jetzt: PRAG L, 350 Palais ,, Praha“ Havířska ulice, zwischen Graben u. Ständetheater. man dem proletarischen Leser gern in die Hand gedrückt hätte, recht selten. Erst das Jahrzehnt nach dem Striege brachte hier einen Wandel. Neue proletarische Dichter erstanden, andere wurden be= fannt. Und heute besitzen wir gerade auf dem Gebiete des Romans eine Fülle von Werken, die für den Arbeiterleser geschrieben sind. Wir nennen hier nur von deutschen Autoren Barthel und läber, Preczang und O. M. Graf, von den Skandinaviern Andersen Nerö, von den Amerikanern Jack London, Upton Sinclair und Sinclair Lewis, den DeutschMexikaner Traven, von den Engländern Shaw, von den Franzosen neben dem großen Anatol France Barbusse und Rolland und von den Russen außer den Pionier der Arbeiterdichtung Marim Gorki die Vertreter der jungen Generation Gladkow, Ehrenburg und Fedin. Neben diesen Dichtern, die den Arbeiter, seine Kämpfe und Ziele in den Mittel punkt ihrer Dichtungen stellen, entwickeln sich auch neue Dichter aus dem Proletariat aller Welt, befundend, wie groß der Aufstieg jener Klasse ist, die einst das Aschenbrödel jeder Kultur gewesen ist. Umso notwendiger aber ist es, daß der ArDie Andréesche Buchhandlung vom Pulver beiter von heute diese seine Bücher liest, seine turm weg. Das lejebedürftige Prag und mit ihm Dichter kennt und liebt. Darum Bücher ins Arbeiterhaus! Jede Krone, die für Bücher auf die Seite gelegt und angewandt wird, ist gut verwertet. Sie bringt dem Arbeiter und seiner Familie dauernden Gewinn, sie bringt kostbares Wissensgut und edelste Unterhaltung. Gedenket der Worte: befreien!" Wandern und Singen. GELEGENHEITSKÄUFE! Das deutsche Volkslied ( 540 Texte) gebd. Kč 4.50 Kč 14.40 Breuer. Der Zupfgel Pleuzat geahansl gebd. schrein( 110 Lieder mit Noten) gebd. Kč 18.Volk, gesammelt von. L. Jacobowski( 156 Seiten) Neue Lieder für's Die geistige Befreiung der Arbeiterklasse ging Die revolutionäre Bedeutung des Buches in der Tat Hand in Hand mit dem Buche. Das, ruht aber nicht nur in den in ihm enthaltenen was die ersten Pioniere der Arbeiterbewegung, revolutionären Ideen. Sie stedt zum Teil auch was noch heute alle aufwärtsstrebenden Soziali in der Tatsache, daß Bücher von ihren Freunden sten als besonders schmerzlich und drückend emp zweierlei erfordern: 3eit und Geld. fanden, das war die Erkenntnis des geringen sozialistische Bücherfreund wird gar bald erkennen, Wissens, das eine den Arbeiter nicht als Menschen, daß seine spärliche Zeit und seine kümmerlichen sondern nur als Produktionsmittel wertende Ge- Mitteln ihm nur gestatten, einen kleinen Teil jener sellschaft ihm auf den Weg gegeben hat. Dieser Schätze zu heben, die in den Büchern geborgen Schmerz fonnte oft schärfer brennen als das Be- sind. Wenn er mehr will, so muß er Stämpfer wußtsein der ökonomischen Ausbeutung. Und so sein, so muß er dafür wirken, daß ihm mehr freie sehen wir, wie in der Frühzeit der Arbeiterbewe- Beit zuteil werde, daß er nicht nur soviel oder so gung deren erste Vertrauensmänner nach zehn wenig verdient, um sein nadtes Leben zu fristen, und zwölfstündiger entnervender Arbeit, nach sondern daß auch er als Arbeiter jene materiellen opferreicher Dienste für die geliebte Sache in spä- Mittel erhält, die ihm eine Existenz als Kulturter Nachtstunde noch über den Büchern faßen, die mensch gestatten. So wird schließlich auch das sie mit ihren fargen Mitteln erworben oder den Buch wie jeder Zweig der Kultur, die nur vom - zum Motor des wenigen Bibliotheken entliehen hatten. Die schner- Proletarier erfaßt wurde zenden Augen flogen immer aufs neue über die Klassenkampfes. Für den sudetendeutschen Arbeiter Seiten und vermittelten dem wissensdurstigen Hirn Kenntnisse, die ihm oft wie eine Offen hat das Buch noch eine besondere Bedeutung. Preisen.. Bei Mehrbezug erbarung waren, oder sie brachten ihm die ver- In einem Lande, dem große Städte als Kultur- halten nachlaß. heizungsvolle Runde, daß die hehre Sache ihres zentren fehlen, das keine Museen und GemäldeStampfes auch die der beſten Geiſter der Mensch- galerien befißt, in dem aute Konzerte eine Selten heit war, die ihrer Sehnsucht nach einer gerechten heit sind, ist das Buch beinahe die einzige Ver Ordnung der Gesellschaft in ihren Werken Aus- förperung der Kunst. Die Sehnsucht des Arbei druck verlichen. Das waren Augenblicke der ters nach Kultur kann nur durch Bücher ErfülAufrichtung für die verfemten, von allen Scher- lung finden. Darum iſt eine eifrige Propaganda gen gehezten Proletarier, in denen ihnen der Mut für das Buch in unserem Lande doppelt notwendig ward, eine ganze Welt in die Schranken zu und doppelt verdienstvoll. fordern. Turner- Wanderlieder Proletarier- Liederbuch K&.50 für die Jugend. Kč-.25 Liederbuch für Arbelter „ Bücher werden uns Ernst Paul. Bibliotheten für Organisationen, Vereis. Gemeinden, Gewerkschaften, Schulen usw. werden zwedent. iprechend zusammenge HAVÍŘSKÁ PŘÍKO Seit tausende Mitbürger werden verwundert sein, daß Andrée vom Pulverturm verschwunden ist. mehr als 100 Jahren ist die Buchhandlung unterm Pulverturm ein beliebter Treffpunkt fulturbedürftiger Menschen gewesen und es ist mertwürdig, daß der Denkmal- und Mieterschutz vor dieser Kulturstätte halt machen konnte. Ein Stüd Alt- Prag ist von seiner Geburtsstätte weg. Die K. Andréesche Buchhandlung übersiedelte in die Bergmannsgasse( Saviřská), Ede Graben( Pri kopy), in das Palais Praga und hat daselbst in modernster Weise jedem Geschmack entsprechend ihre Lokalitäten eröffnet. Es ist zu hoffen, daß alle Getreuen den Weg dorthin ebenfalls finden werden. stellt, sowie ergänzt. Die Schriften der von der Bolfsbuchhandlung Ernst Sattler, Karlsbad. Zentralitelle für das Bildungswesen der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartel. Der Weg zum Buch Anfänge der modernen Arbeiterbewegung Vorkämpferinnen der Menschhelt Grundfragen des Sozialismus Friedrich Engels' Leben und Lehren Die wirtschaftlichen Lehren von Karl Marx Kapitallsmus und Volksgesundheit Warum sind wir arm? Kč 1.Kč 1.50 • ΚΕ 1.50 ΚΕ 1.50 Kč 2.50 Kč 2.50 Kč 1.50 Ke 1.50 K 1.50 Die Dollsbuchhandlung Die Verlassung der Tschechoslowakischen Republik. Ke 2.50 K&-.60 Teile zu je 4 Stimmen. Tongers Album mit 150 gem. bücher zu sehr niedrigen Uthmann Arbeiterliederbuch, 3 Chören sowie andere LiederErnst Sattler, Karlsbad Organisationen Preis unterhält ein reichhal. tiges Lager jeder Art Volksbuchhandlung Literatur. Ulle nicht lagernden Teplitz- Schönau Königsstraße 13 oder wo immer angedirekt gegenüber dem Neuen fündigten Bücher und Sindttheater Zeitschriften werden raichest geliefert. Tschechoslowakische Geschichte Kč 3.Klassen und Parteien in der Tschechoslow Republik Kč 3.Klassen- und Verfassungskämple in Böhmen von Hus bis Masaryk Frau und Politik Landfrau und Politik Hyglene der Frau Sozialisierung des Haushaltes,( Familienleben und Kind und Sozialismus. Erziehungswesen Im Sozialismus) Stets vorrätig in der: Kč 1.. Kč 1.50 Kč 1.Ke 1.50 Kč 1.50 Kč 1.50 VOLKSBUCHHANDLUNG TEPLITZ- SCHONAU Königstraße 13 ( Direkt gegenüber dem Neunen Stadttheater.) FILMBEILAGE ZUR FESTSCHRIFT DES SOZIALDEMOKRAT. Film und Volf. Vor einiger Zeit fand im Böhmerwald eine| haften dieser neuen Filmkunst Unzulänglichkeiten Barteischule statt. Für einen der freien Abende an. Es besteht aber kein Zweifel, daß auch der war auch ein Kinobesuch vorgesehen. Da stellt Weg des Tonfilms zur Vollkommenheit ein sich nun heraus, daß zwei von den 40 Hörern rascher sein wird. der Schule noch niemals in einem Kino waren. Sie wohnen in einem einsamen Walddorf, viele Es unterliegt feinem Zweifel, daß 90 ProWegstunden von der nächsten Bahnstation ent- gent der Kinobesucher Arbeiter und Angestellte, fernt, ihr Holzhauerberuf verbannt sie das ganze Wenn also jemals die Ursache besteht, daß sich Proletarier der Hand und des Geistes sind. Jahr in die dunklen Wälder des Böhmerwaldes. Die Tatsache, daß es zwei Menschen gab, die die Arbeiter um eine Erscheinungsform fünst noch nie in einem Rino waren, wirkt fürs Erste lerischen Lebens besonders fümmern, so ist dies überraschend. Bei näherer Ueberlegung aber beim Film der Fall. Auch noch aus anderen wandelt sich die Art der Ueberraschung. Daß Gründen besitzt der Film eine so außerordent von 40 Leuten aus dem Böhmerwald nur zwei liche hohe Bedeutung für den Arbeiter. Der noch keinen Film gesehen hatten, alle anderen Arbeiter ist ein mehr visuell eingestelltes Wesen; aber mit ihm schon längst vertraut waren, ist seine stärksten Eindrüde empfängt er durch das im Grunde eine viel größere Ursache, erstaunt Auge. Er ist deshalb der natürlich gegebene zu sein, als der vorhin besprochene Umstand. Filmbesucher. Selbstverständlich macht auch die Es beweist dies, daß der Film seinen Siegeszug Arbeiter seinen Besuch in erster Linie zugäng verhältnismäßige Billigkeit des Kinos dem über die ganze Welt angetreten und daß es auch lich. Dann kommt noch als Lettes dazu, daß in den fernsten Weilern und Hütten beinahe feinen Menschen geben wird, der den Film nicht der Film nicht wie das Theater an größere Städte gebunden ist, sondern in allen kleineren Heimstätte finden kann. Industrieorten und Gebirgsdörfern schon eine fennt. Der Film hat eine ungeahnte Entwidlung genommen. Es sind kaum mehr als zwei Jahrzehnte her, daß er in Mitteleuropa bekannt Welche Forderungen hat nun die Arbeiterwurde. Wanderkinos, die in Zelten ihre Vor- laffe an Film und Kino zu stellen? Sie hat in führungen gaben, zeigten die ersten Filmstreifen erster Linie ein Interesse an einer guten, fünft - lebende Bilder", wie sie damals genannt lerisch hochwertigen Produktion. Sie fordert wurden. Unglaublich primitiv waren diese ersten ferner, daß Filme erzeugt werden, die ihrem Filme. Es gibt nichts Lustigeres, als einen Erlebniskreise entnommen werden, daß soziale folchen alten Film zu sehen: die Schauspieler Probleme nicht in einer kapitalistischen, sondern ahmten schlechtes Sprechtheater nach, sie ver- in einer proletarischen Ideologie behandelt suchten das Fehlen der Stimme durch über- werden. Sie muß sich aufs Schärffte dagegen betonte Bewegungen der Hände, Verrenkungen verwahren, daß der Film zu einem Propaganda der Beine und Rollen der Augen zu ersetzen. mittel der sozialen und geistigen Reaktion mißErst später, jedoch verhältnismäßig rasch, hat sich braucht wird. Sie fordert weiter, daß die Beder Film seine eigenen künstlerischen Gesetze er schränkungen des Filmes durch eine rückschrittarbeitet. Es ist ein weiter Weg von den ersten liche Zenfur ein Ende finden. In den Händen, primitiven Filmdarstellungen bis zu den genialen des kinobesuchenden Publikums aus ArbeiterLeistungen eines Chaplin und eines Jan- treisen ist es gelegen, diesen Forderungen Gelnings, wenn er auch in einer kurzen Zeit- tung zu verschaffen. Es bedarf nur eines: das spanne durchlaufen wurde. Und ebenso weit ist proletarische Kinopublikum muß kritisch sein. der Weg und nicht minder steil der Aufstieg von Wie teine andere Kunst ist der Film abhängig jenen ersten Filmen bis zu der Regiekunst eines von der Meinung der Masse. Ist einmal die Eisensteins und eines Pubowkin. Der Arbeiterschaft soweit, daß sie schlechte Filme ausFilm ist aber noch nicht am Ende seiner Ent- pfeift und meidet, dann wird die Filmproduktion widlung angelangt. Gerade in diesem Jahre zur Einkehr und Umkehr gezwungen sein. Die find wir Zeuge, wie der Tonfilm, der von Arbeiter zu kritischen Rinobesuchern zu erziehen, Amerika fommt, auch bei uns einkehrt. Noch das ist unsere Aufgabe. Der neue russische Film. Bis 1921 lag die Filmerzeugung in Rußland still. Erst seither melden sich begabte Stünstler zum Werk: Eisenstein, Pudowkin, Protozanow, Room, 3scheljabuzschtis und andere, und mit ihnen tam der neue russische Film. Der neue russische Film eroberte das über raschte Europa. Mit dem neuen russischen Film fam ein neuer Windstoß in die träge, von Filmen eigener und amerikanischer Provenienz übersättigte Atmosphäre. Es war ein mächtiger Windstoß, der die alten Anschauungen wegfegte. - Alles Neuartige wirkt revolutionär, so auch der neue russische Film, desto mehr, je mehr er tendenzvoll mit dem" Potemkin" anrüdte. Die start sozialistische Tendenz der neuen russischen Filme war als eine Niederträchtigkeit verschrien. Gottlob find aber die Spießbürger nicht das ganze Volt. Die Mehrheit des Volles wird durch die arbeitenden und sozialfühlenden Wienschen gebildet. E. P. Liebe, gegenüber den Amerikanern, welche diesen denkende Menschen, die er zum Nachdenken an regt. Es gibt viele Leute, aber wenige Men schen", sagt Gorkij. Der russische Film sucht diese Menschen aus der Masse heraus und zieht die Leute zu Menschen heran. Die Montage des russischen Films ist auch ein großes Plus. Sie erfordert ein sehr feines Gefühl für den Wechsel des raschen und langsamen Tempos. Der Regisseur zaubert aus dem Chaos der fertigen Filmstreifen den lebendigen Film. Hiermit wären noch lange nicht die gesamten Vorteile des neuen russischen Films erschöpit. Die Ruffen suchen immer neue Wege. Man erfieht es aus den neu vorgeführten Filmen. Im Sibirischen Zuchthaus" arbeitet die Regie mit allem, was zur Verfügung steht, ganz eins, eb es lebendig oder tot ist. In der Modiftin von Moskau" sprüht es vor wirksamen humorvollen Einfällen. Der Film Ihr Kind" arbeitet mit fast amerikanischer Sensation und bleibt dabei doch kulturell wertvol Lloydfilm Akt.- Ges. Brünn, Dvořakg. 10 Prag II., Vodičkova 6 Telefon 469 Verleiht nur Telefon 234-98 Filme von Qualität Filme europäischer Erzeugung Filme von Kassenerfolg Reichhaltiges Lager von Kinderprogrammen, Naturaufnahmen, Kulturfilmen, Aktualitäten etc. etc. 252 Solideste Bedienung! Der Mangel an Raum läßt es nicht zu, poleigentum aller ukrainischen Kinos und des Filmmarktes, geben die Möglichkeit weitgreifen- ausführlicher über die einzelnen Filme, genauer, der Investitionen und planmäßiger Filmpro- zu sprechen. Trotzdem weisen wir auf einige duktion der Ukraina, welche besonders in den hervorragende Filme hin, welche gewig von letzten zwei Jahren durch seine Entwicklung, den Rinobefißern, als auch vom Publikum Umfang und Qualität die allgemeine Aufmerk verdientes Interesse entgegengebracht werden samkeit heimischer, ausländischer Stulturfattoren wird. ,, Kaukasus in Flammen", Tragödie eines ( Schriftsteller Henri Barbusse, Panait Istrati den . a.), als auch der ganzen Filmwelt, erwedt freiheitskämpfenden Volkes. Die durch bat. Gleich den russischen haben auch die ukrai- Reg. Bet- Nazarov glüdlich gewählten Gesichter nischen Filme die größten Erfolge in Berlin, und Schauspielertypen, wie auch die märchendie in Paris, New- York und in London zu verzeich- hafte orientalische Ausstattung zeugen von hoher men. Bei uns war bisher der ukrainische Film Stufe dieses Bildes. In der Hauptrolle die eigentlich unbekannt. Erst in der gegenwärti- schöne Grusinerin Nata Vačnadce, deren wungen Saison werden durch den Merkur- derbare Augen Bände sprechen, als auch die Wir hatten die Gelegenheit, die neuesten film" eine Reihe ukrainischer Filme, welche übrigen Frauen, haben sich durch ihren jugIn der Tschechoslowakei wurde der neue russische Film erst richtig und wirksam russischen Filme, die die Gesellschaft Weteb- besondere Beachtung verdienen, und über die geſtiven Ausdruck und schöne Formen der Augen, durch die Gesellschaft Wetebfilm eingeführt, film für die Tschechoslowakei auserwählt hat, sich die ausländische Kritik belobend ausgespro- wie solche nicht einmal die gefeierten Kinostars welche das Monopol- und Vorzugsrecht der zu sehen, und wir können schon im vorhinein chen hat, eingeführt. Es ist das in erster Linie baben, ausgezeichnet. Aus den männlichen RolAuswahl der besten Russen- Filme für die TSR. fagen, daß diese Filme wieder etwas Neues und der Film„ Sodoma" nach dem weltbekannten len ist Michael Cinaureli mit seinem unzähmU. Sinclair- Roman Der Massenheld( Jimmi baren Temperament als Afatij Chorava der hat. Die ersten Filme, die unter der Flagge filme: Das Herz von Asien"( Afghanistan), besten ukrainischen Schauspielers A. Bučma, Film kann die historische Bedeutung nicht abWertvolles bringen. Da wären, drei Kultur- Higgins) mit dem einzigartigen Spiel des wahre Typus eines Nationalhelden. Dent Wetebfilm" in der Tschechoslowakei zur Vorführung gelangteit, verzeichneten einen enor Bwei äußerst interessante psychologische Filme Klöster„ Aus dem Feuer in die Flammen" aus Pamir" und" Der Mann mit der Kamera". ferner aus dem unbekannten Leben russischer gesprochen werden. men Erfolg; die Filme Freiheitshelden", Phantom von Moskau." Ein Sensations„ Bund der großen Tat" waren eine Ueberra-" Nach dem Gesey"( nach einer Novelle von Jad den bewegten Zeiten nach der Revolution in film russischer Produktion. Der Reg. Jevgenij schung, die weiteren, Der gelbe Paß" und" Der mit dem berühmten Meierhold und Katschalow. die Tragikomödie„ Merkwürdige Abenteuer des film mit der Methode, wie sie einem guten De Paß“„ Der London) und„ Der Orden des Weißen Adlers" Rußland. Das Benefic des Clown George", Ivanov- Barkov arbeitet in diesem Spionage Steliner" riffen die große Maffe mit. Dann Dann einige Spielfilme, welche ähnliche Filme Schmiedes Batula" nach der Novelle von Go- teftibſtüde eigen sein muß. Das Stück spielt lam der große Pudowkin- Film Sturm über Aſien" und der Sieg der russischen Filme war order proveniens bei weitem überragen. Die gol,„ Weihnachtsabend“. In einem bisher un- ſich im heutigen Rußland ab; es gewährt einen exclusiven russischen Wetebfilme wird ein jeder bekannten und bisher nicht gesehenem Milieu besiegelt! bekannten und bisher nicht gesehenem Milieu Einblick in das dortige Leben: prächtige AufWorin liegt der durchschlagende Erfolg der Kinobesucher freudig begrüßen. Wig. spielt sich„ Satans Hülle" ab, bearbeitet nach nahmen in einer Textilfabrit, Sport( z. B. Stineuen russischen Filme? Vor allem ist es eben der bekannten Satyre von Gogol„ Sorotschiner wettkämpfe). Das Leben der russischen Bohe die verwegene" soziale Tendenz der RussenJahrmarkt", ein ausstattungsreiches Drama miens oder die Methoden und Wege der SpioFilme. Der russische Regisseur versteht es auch aus der Zeit der Unterjochung der freien Konage, sind von wahrem Interesse. Schauspieler: Filme zu schaffen, die frei von abgeleierten neuer" Typ eines originellen Lustspieles„ Ein hev, Narokov, Gromov u. a." Phantom von saken„ Launen Statharinas der Großen", ein Rogozin, Fri. Saternik, Gerasimov, Frl. Ma" Liebesangelegenheiten" find,( z. B.„ Sturm über Asien"), montiert er aber Filme, in denen gelungener Dreibund" und ein zehnteiliges Mostau" ist ein Sensationsfilm im wahrsten die Liebe das Hauptmotiv ist, dann ist es eine Die Bedeutung, die der Film sowjetrus- Drama aus der unfreien Zeit des zaristischen Sinne des Wortes. Er zeigt, welchen Weg die ganz andere Anschauung und eine im Filme fischer Erzeugung in der Weltproduktion gewon- Rußland In Fesseln der Robot" und das aus- moderne Kinematographie gehen muß, um auch sonst nie gesehene Auffassung. Der russische nen hat, ist zum Großteil auch ein Verdienst stattungsreiche Drama„ Der Sieg der Frau" stumme Filme sprechend zu machen. Begriff desauvouterten. Es sei hier nur auf den des ukrainischen Filmes. Der ukrainische Film, Reihe von Filmen, deren definitive Titel noch ist eine hervorragende Neuheit der ukrainischen, aus der Bojarenzeit in" Rußland, neben einer Jeder Film der Merturproduktion Film„ Der gelbe Paß“ hingewiesen.- Die Ro- welcher durch die nationale Verselbständigung mantit des neuen russischen Films ist auch ein ein weites Wirkungsfeld gewann, tonzentriert bestimmt werden. russischen und grusinischen Filmerzeugung. starter Fattor, welcher den großen Erfolg för- sich in der zentralen Allukrainischen FilmorgaEiner wie der andere dieser Filme wurde mit Nach den prächtigen ausländischen Kri- besonderer Sorgfalt und mit Rücksicht auf den Der amerikanische Massenfilm rechnet nisation Buffa" in Kiew, der reichsten Film- tifen wird vorausgesetzt, daß auch bei uns diese Geschmack des Publikums gewählt und zweifeln mit dentfaulen Leuten, der ruffische aber sucht organisation in SSSR. Ausgedehnte. Ateliers Filme mit gleichem künstlerischem Erfolge wie wir feinesfalls, daß diese Filme in allen Kinos Regisseur erneuert den Begriff des Wortes in Jalta, Odessa und besonders in Siew, Mono- im Auslande aufgenommen werden. eine glänzende Aufnahme finden werden. dert. anderer Der utrainische Film. amar ein Eingeführt durch Merkur film, Prag VII., Belcrediho 26, Telephon 337-29. Seite 8. Die Parabel von der Geduld. Von Safed, dem Weisen. Ich unternahm es, mich in Weiß zu kleiden and versuchte es, ein reines Hemd anzuziehen. Wer sind die Naturfreunde? Frankreich, Luxemburg und Norwegen. Sonntag, den 18. August 1929. Zur Entstehung der Mondkrater. Schon in einem schwachen Fernrohr scheint die Der Touristenverein„ Die Naturfreunde" ist p Die Erbauung und Errichtung von Unter- Oberfläche des Mondes mit vielen Tausenden von Ferienheimen Gebilden bedeckt, die wegen ihrer äußeren Aehnlich. die einzige Wanderorganisation des schaffenden funftshäusern, Wander Nun, der Zustand, in dem die Wäsche von Proletariats, die im Jahre 1895 in Wien ihre nimmt innerhalb der Organisation einen brei- feit mit unseren irdischen vulkanischen Kratern trok dem Orte kommt, wo sie gewaschen und steif wo sie gewaschen und steif Wiege hatte und heute international verzweigt ten Raum ein. Seit der Erbauung des ersten sehr wesentlicher Unterschiede auch als Krater be und starr gemacht wird, ist ein solcher, daß jedes der Hemden mit etlichen Stecknadeln zusammen ist. Sie haben in Desterreich, Deutschland, der Naturfreundehauses auf dem Padasterjoch in zeichnet werden. Es gibt solche von Bergketten um. geheftet ist, so daß, wie geschicht ein Mann auch Schweiz, in Holland, Amerika( U. S. A.) und Tirol vor nunmehr 22 Jahren ist die Zahl der gebene sogenannte Wallebenen mit einem Durch. sein mag, dennoch die gute Hoffnung besteht, daß in der Tschechoslowakei starke Landesorganisa- Unterkunftshäuser stetig gewachsen und heute messer von fast 1200 Kilometer, so daß das frühere Königreich Bayern bequem in ihnen untergebracht eine Stecknadel zurückbleibt und ihn sticht. Und tionen. Ortsgruppen befinden sich in Ungarn, sind es werden könnte, neben andern, deren Durchmesser die Knoprocher sind solcherart zusammenge Rumänien, Polen, Jugoslawien, Bulgarien," mauert, daß sie nichts Sanfteres als Dynamit noch nicht 1 Kilometer erreicht. Die Vermutungen auseinanderbringen kann. Und als ich mich mit über die Entstehung dieser Gebilde sind sehr mandem Durchbruch eines dieser Knopflöcher abnigfaltig, einerseits sollen sie wie unsere irdischen arbeitete, indem ich zunächst einen Damm niederviel Kleineren Krater vulkanischen Ursprungs sein, legte und es im Sturm zu nehmen versuchte, siehe, da entschlüpfte der Kragenknopf meinen andererseits sollen sie dem Aufprall von Meteoren Fingern und rollte, ich wußte nicht wohin. ihre Entstehung verdanken. leuchtung der Frage ist, wie die Umschau" berich tet, einem amerikanischen Astronomen namens Epstein gelungen. Mit den verfeinerten Methoden der Temperaturmessung fonnte er die Abkühlung bestimmen, welche die Mondoberfläche während einer Mondfinsternis erfuhr, also während ihr das Sonnenlicht durch den Erdschatten entzogen Und ich suchte nach ihm in jeder Ede des Zimmers und verschob mehrere Möbelstücke und fand ihn nicht. Und als ich ihn nicht fand, improvisierte ich ein paar Bemerkungen, die mir zu der Gelegen heit zu passen schienen. Und Keturah sprach zu mir und sagte: ,, Mein Gemahl, du hast einige Tugenden und ein paar Gnaden aber die Geduld zählt nicht zu ihnen!" Und ich sagte:„ Geduld ist die Tugend der Efel!" Und Keturah jagte:„ Sie ist auch die Tu Die Gesamtmitgliederzahl ist bereits auf weit über 200.000 gestiegen. In der Tschechoslowakei zählen sie allein über 9000 Mitglieder in nahezu 100 Ortsgruppen. Neben der Touristik, dem eigentlichen Zwecke der Organisation, wird in den einzelnen Gruppen eifrige Bildungsarbeit betric ben. Innerhalb den Ortsgruppen sind folgende Arbeitsgemeinschaften vorhanden: Abteilungen für Wintersport, Naturkunde, Photographic, Klettern, Musik, Füh.-. rer und Reise Abteilungen, Jugend- und Kindergruppen. jajt 400 eigene Schußhäuser, die nicht nur den Mitgliedern alle ihre Pforten öffnen, sondern jedem offen stehen, der reinen Herzens zu uns kommt. Auf ihrem Grund und Boden ist den Arbeitern die Möglichkeit geboten, Licht, Luft, Sonne, Schönheit und Freude zu genießen. Nur einer großen und starken Bewegung, unterstützt von einem Großteil der arbeitenden Klaffe, war es gegönnt, diese vorbildliche Kultur arbeit zu leisten. Wo in der Welt man immer sei, Tön unser Ruf: Berg frei! war. Dann prüfte er die Abkühlung, welche die verschiedensten Gesteine unter ähnlichen Umständen erfahren, und fand, daß Granit, Basalt und an dere sich sehr viel langsamer abfühlen; nur der Bimsstein ergab einen dem Monde entsprechenden Wert, Welche Begünstigungen Welche Begünstigungen hast Du als Mitglied der Naturfreunde? hast Du als Mitglied der Naturfreunde? gend der Frauen, deren Gatten wüten und wettern, wenn sie einen Kragenknopf verlieren." Gegen einen geringen Jahresbeitrag von torisch mit 500 Kronen für den Todesfall- 5.000 Und ich sagte:„ Geduld ist eine sehr über- Kč 15.- bis 30.-( einschließlich des Orts Stronen für den Fall bleibender Invalidität und ert, so daß der Schluß gerechtfertigt scheint, daß schätzte Eigenschaft. Diese Welt kam nicht cher gruppenzuschlages) für Vollzahler, Ke 15.- für 5 Kronen Tagesentschädigung versichert. Ferner die Oberfläche des Mondes im wesentlichen aus weiter, als bis ein Mann mit der Tugend der Anschlußmitglieder( Familienzugehörige) und sind die Mitglieder der naturwissenschaftlichen, Bimsstein besteht. Da nun Bimsstein auf der Ungeduld erschien." Kč 15., bezw. Kč 19.- für Jugendliche, bie Musik, Photo-, Schuhplattler Sektionen bei Erde vulkanischen Ursprungs ist, so folgert Epstein, Und Keturah jagte:„ Ich sehe nicht, daß ten die Naturfreunde ihren Mitgliedern fol- Ausübung der mit dieser Liebhaberei verbun- daß auch auf dem Monde die Krater vulkanischen denen Tätigkeit in die gegenwärtige Versicherung Ursprungs seien. irgendetwas weiterkommt, weil du gegenwärtig gende Begünstigungen: mit einbezogen. Zusatzversicherung der Alpiungeduldig bist. Aber wenn du deine Ungeduld 1. Bahnermäßiguung: Bei sechs weniger tugendlich machen willst, dann kannst du erwachsenen Personen eine 33prozentige Ermäistengruppe bei einer jährlichen Prämie von Kronen: 500 Kronen für den Todesfall, 5.000 genau zur Mitte des Fußbodens sehen und dort ßigung für die zweite und dritte Wagenklasse Stronen für den Fall bleibender Invalidität und Seinen Kragenknopf erblicken, wo er in all der aller Personen und Schnellzüge, von 16 Kilo 5 Kronen Tagesentschädigung. Zeit klar vor deinen Augen lag." meter angefangen. Bei sechs Jugendlichen oder Kindern eine 50prozentige für jede Kilometeranzahl; diese Begünstigung können auch fünf Jugendliche oder Kinder und ein Erwachsener genießen. Als Einzelfahrer bei Ausübung der inter- Tourist if eine um 33 Prozent, bei Besuch der Tatra- Kurorte als Einzelfahrer eine um 50 Prozent ermäßigtee Rüdfahrt. Nun wollte ich aber mit Returah ungeduldig werden, weil sie mir das nicht schon früher gefagt hatte, aber solchem Spaß bin ich doch zu gut. Und so sagte ich:„ Keturah, jeder ungedul dige Mann sollte eine geduldige Frau haben!" Und sie sagte:„ Es ist schlimmer als daß: sie muß geduldig fein." Aber," sagte ich, es wäre nicht gut, wenn wir beide geduldig wären! Denn ich sehe keinen Grund, warum eine Familie die Geduld der ganzen Welt zu monopolisieren trachten sollte!" 2. Sonstige Fahrtermäßigun gen bei Ausflügen auf den Elbe dampfern und auf zahlreichen elektrischen Bahnen und Autobuslinien. Und sie sagte:„ Es würde dir heilsam sein, ein wenig zu deiner Einlage an Geduld hinzu 3. Allgemeine BegünstigunTegen." Und ich sagte:„ Keturah, du irrst! Die Mückenberg, Zinnwald, Motzdorf, Gersdorf, gen: Hüttenbegünstigungen in Nollendorf, Mauern von Jericho hätten bis heute gestanden, Rennersdorf, Jägerdörfel, Modern am Sand, wenn Josua nicht ein Mann von Ungeduld ge- Schelesen, Karlsdorf, Neuhammer, Reichenberg wesen wäre, dann wäre Warren Harding der und drei Häusern bei Kaschau. Im Bau beUr- Ur- Entel von Georg III. gewesen. Die Welt griffen: Macocha und Beskiden. Ferner im Gau fommt nicht eher vorwärts, als bis ein Mann Sachsen. Ermäßigungen bei unseren auslänungeduldig wird. Dann beginnen sich Dinge zu dischen Bruderorganisationen. ereignen!" Und sie sagte: Wie kommst du auf diese Idee?" Man muß ohne weiteres zugestehen, daß diese Beobachtungen und Versuche die Ansicht von der vulkanischen Entstehung der Mondkrater zu stügen geeignet sind; aber andererseis zeigen die Krater bei näherem Studium doch so wesentliche Unter schiede nicht nur gegen unsere irdischen Strater, jon 5. Zeitschriften: Berg frei!" er scheint monatlich und ist bei Bollzahlern im Jahresbeitrag inbegriffen, ebenso der„ Natur= freund", der sechsmal im Jahre als Doppel- dern auch untereinander, sowohl hinsichtlich ihrer Größe als in ihrem ganzen Aufbau, daß es kaum nummer erscheint. annehmbar erscheint, alle diese verschiedenartigen Gebilde auf dieselbe Weise erklären zu wollen. Es haben sicherlich die verschiedenartigsten Kräfte gewirkt, darunter auch vulkanische, um alle diese nur aus der Entfernung, aus der wir sie betrachten, so ähnlich erscheinenden Gebilde hervorzubringen. Bt. Weitere Aufklärungen über alle hier angeführten Begünstigungen erteilen unsere Ortsgruppen, Bezirks- und Gauleitungen u. zw. für den Gau nersdorf bei Rumburg; Nordböhmen: Josef Hansel, Oberhen Nordwestböhmen: Nikolaus Konhäuser, Turn- Teplitz, Landstr. 818. Karlsbad, Volkswille"; Westböhmen: Wenzel Horn, Redakteur, Mähren: Friedrich Tagwerker, Brünn, Dörnrösselgasse 41/ III; Nordmähren: Robert Mayer, Troppau, Masarykgasse 35/11; Westslowakei: August Mazár, Bratislava, Bezirkskrankenversicherungsanstalt. Ostslowakei: Moric Fenyi, Košice, Kovařská 71, Slowakei; 4. Unfallversicherung: Alle MitUnd ich sagte: ,, Sobald ich dich kennen lernte, glieder sind mit 8.000 Stronen bei Todesfall, war ich ungeduldig, bis ich dich gewonnen hatte!" 16.000.- Stronen bei bleibender Invalidität und bei vorübergehender Arbeitsunfähigkeit mit Tatra: Ludwig Bretz, Matejovce, Spišsk Und sie sagte:„ Wenn es so ist, dann will 8 Kronen Tagesentschädigung versichert. Die župa, Slowensko. ich dir deine Ungeduld vergeben. Du überredest Winter- Touristik betreibenden Mitglie Ferner der Reichsausschuß des Touristender sind noch durch die Zugehörigkeit zur Ab- vereines Die Naturfreunde", Siz Aussig teilung für Arbeiter- Winter- Touristik" obliga- la. d. Elbe, Marktplatz Nr. 11. mich ja fast dazu, daß Ungeduld eine Tugend sei!" ( Uebertragen von May Hayek.) Die Legende vom unzerbrechlichen Glas. Von Max Ed- Troll. „ Mein Uhrglas ist taputt gegangen", sagte zum Arzt zu laufen, da ihr Mann im Sterben ich und überreichte dem Männlein mein Erb- liege. ſtid. Herbst war es, wilde Stürme brausten um Der Alte nahm die Uhr, wog sie in seinen das Haus, fegten durch die offene Tür und bliefeinen Händen, wie wenn er sie liebkosen wollte. sen den gläsernen Kelch vom Herd auf den har ,, Ein schönes Erbstück", meinte er. Das ist ten Fußboden. nickte er mir zu: Bei der Arbeit fiel mir die Uhr zu Boden. Das Glas zersprang. Die Uhr ist ein altes Erb- noch Handarbeit, so etwas wird heute nicht mehr Und der Kelch zersprang nicht. Erstaunt ſtüd. Schon mein Urgroßvater trug die Uhr. Und gemacht. Ein feines„ Nürnbergiſch Ei“. Er öff- hob er den Kelch vom Boden auf, und siehe da, Bater trug sie. Darum liebe ich sie. Und da sie nete den rückseitigen Deckel der Uhr und freudig er hatte keinen Sprung, nur eine kleine Einbuch pünktlich geht, brauche ich keine neue zu kaufen. tung zeigte sich an der Stelle, wo der Kelch auf Sie hatten Glück, das Werk ist unbeschäden Boden aufgeschlagen war. Ich ging über die Brücke des Stromes, der meine. Vaterstadt in zwei Hälften teilt, zum jen- digt." Noch hatte er die Mischung des blaßblauen ſeitigen Ufer. Hier stehen noch die alten Giebel- Dann holte er ein kleines Holzkästchen her Glases in der weißglühenden Ralfschale. Er häuser im freundlichen Fachwerkbau. Jedes vor und suchte nach einem dünnen, zart gewölb- formte schnell eine kleine zarte Figur mit einem Stockwerk ist dem unteren um etwa einen halben Meter vorgerückt. Reiche Schnipereien zieren das Gebälk. Ich biege in eine kleine, winklige Gasse ein. Der blaue sommerliche Abendhimmel blidt nur in einem schmalen Streifen in die enge Gasse. Es dunkelte bereits. Menschenleer ist die Gasse. Nur aus einem kleinen Fenster, durch mit Bleigußstreifen umrandete Bußenscheiben, strahli mildes, gelbes Licht einer Petroleumlampe. Wenn es ein Nienspan gewesen wäre, der das Licht gab, hätte es mich nicht Wunder genom men. Ein kleines Schild am Hauseingang mitten auf der reichgeschnitzten Türe verriet, daß hier Karl Fellner, der Uhrmacher, wohnte. ten Glas. Um die Stille zu unterbrechen, und um etwas zu sagen, sprach ich lässig vor mich hin: " Daß man noch kein unzerbrechliches Glas erfunden hat!" Da schaute mich der Alte ernst an und mit tiefgründigen Augen, die in fernste Vergangenheit zu blicken schienen, sprach er zu mir herüber: ,,, es hat bereits einen gegeben, der das unzerbrechliche Glas erfunden hat!" Und dann begann er mir die Geschichte vom unzerbrechlichen Glas, das ein Glasbläser erfunden hatte, zu erzählen. ,, Es war um das Jahr 1500“, erzählte er. Im Erzgebirgischen wohnte damals ein kleiner Glasbläser, der in fürstlichen Diensten arbeitete. Ein aufgeweckter Junge, der sich in seiner Küche ein kleines Laboratorium eingerichtet hatte. Hier experimentierte er oft bis in die späte Nacht hinein. Stäbchen und ging dann einen Arzt holen. Da er wiederkam, nahm er das mittlerweile erfaltete Figürlein, warf es auf einen harten Stein. Und wie der Kelch, zersprang auch das gläserne Männlein nicht. Er hatte sich die Mischung wohl gemerkt. Und in jener Nacht mischte er das gleiche Glas mit dem gleichen Erfolg. Der Morgen dämmerte bereits, als er mit seinen Versuchen zu Ende war. Ich habe das unzerbrechliche Glas erfun den," jubelte er. :: Wenige Tage darauf hatte der Landesherr, der Besizer der Glashütte, seinen Geburtstag. Warum? Warum müssen wir schwißen und fronen Für wenig Speise und Trank, Während um uns faule Drohnen Schlemmen ihr Leben lang? Sie wollen nicht schmieden und spinnen Noch schürfen unter Tage. Ihr Streben ist: mühelos gewinnen, Ihr Dasein: unsere Plage. Doch dürfen wir nicht beschuldigen Der Reichen Genießerschar. Wir, lange die Allzugeduldigen ,, Entscheiden, ob's bleibt, wie es war. ( Aus der englischen Bergarbeiterzeitung The Miner, Ueberseßung von W. Völkel.) den. Dieser Kelch sei Beweis für meine Kunst." Der Fürst selbst warf den Kelch zu Boden. Der Stclch blieb ganz. Der Hofmarschall dachte daran, daß die Glashütte so reichlichen Gewinn abwarf, daß der ganze Hof von den Ueberschüssen zu leben hatte, und er meinte, in dem er ein listiges Lächeln aussetzte:„ Das ist Teufelswerk, Durchlauchtigſter Fürst, es wäre um unsere Hütte schlecht bestellt, wenn es unzerbrechliches Glas gäbe. Kein Glas, fein Teller, kein Welch würde mehr zerbrechen. Und eines Tages müßten wir unsere Glashütte schließen, da sie keine Aufträge mehr bekäme. Wovon sollten wir dann die Kosten des Hoses beStreiten?" Der Fürst schaute finster drein. Auch die Höflinge dachten an die Worte des Marschalls. Sie sahen ihre Eristen; bedroht. " Der Kelch ist Teufelswerk!" riefen plöb lich allesant. Und der Fürst nickte zustimmend. Er gab der Leibwache einen Wink. Der kleine Glasbläser wurde verhaftet. Und wenige Tage darauf wurde im Städt chen, hoch oben im Erzgebirge ein Richtblok er richtet, auf dem der Erfinder des unzerbrech lichen Glases sein junges Leben lassen mußte Das Geheimnis der Mischung nahm er mit ist die Ewigkeit. Die Petroleumlampe flackert. Das Del im Behälter war zur Neige 3 gangen Eine alte Kuckucksuhr an der niedrigen Wand schlug Mitternacht. Der junge Glasbläser hatte aus dem himmelblauen Glas einen herrlichen Kelch gefertigt. In seinem besten Anzug begab er sich zum Schloß. Da er dem Fürsten mit einem tiefen Knir den Kelch, sein Wunderwerk überreichen wollte, ließ der Erfinder mit Absicht den Kelch zu Gläsern fah mich der Alte an, öffnete die Boden fallen. Zum Erstaunen des Fürsten und Tür. seiner Höflinge blieb der Kelch ganz. Nur eine Ich ero mich, ging hinaus in eine silberne kleine Einbuchtung zeigte wiederum die Stelle, Mondnacht. wo der Wunderkelch auf die harten Steinfliesen Das Licht hinter den Buzenscheiben war er gefallen war. - Näher trat ich an die erleuchtete Scheibe. An einem kleinen Tischchen saß ein altes Männchen zusammengekauert wie ein Gnom. Ein spärlicher, dünner Backenbart umrahmte ein schmales, faltenreiches Trollgesicht. Hätte er ein Er wollte ein neues Glas mischen. Wämslein angehabt, wie es die Bürger der Die wunderfeinsten Farben mischte er in die Stadt um 1500 trugen, auch das hätte mich nicht Masse. in Erstaunen gesetzt. Vor einem zarten, blauen Glas, das er eines Nachts gewann, formte er einen schönen Kelch. Da pochte es leise an seine Tür. Herr!" sagte stolz der Glasbläser ,,, ich habe Die Nachbarin war es, die ihn bat, doch in diesen Nächten das unzerbrechliche Glas erfunIch trat durch die Haustür in einen schwa len, dunklen Gang, tastete nach der Tür zur Linken, flopfte, und ein dünnes Stimmchen hieß mich eintreten. loschen. Der Dom lag vor mir wie eine scharf ge schnittene Silhouette. Sorget für Euere Zukunft BEILAGE ZUR FEST SCHRIFT DES Das Versicherungswesen. Der Versicherungsgedanke, der zweifellos rücksichtigung finden. Die Rechte und Pflichten, schon sehr alt ist, ist immer in seinen ver- die aus einem Versicherungsvertrage sowohl für ichiedenen Wandlungen mit dem Wirtschafts- den Versicherungsnehmer als auch für den Verleben der Völker verknüpft gewesen. Er war sicherer die Versicherungsgesellschafterund ist auch immer ein Gradmesser des kulturellen wachsen, sind gejeßlich geregelt. Das VerFortschrittes eines Volkes. In früheren Zeiten sicherungsgewerbe steht unter staatlicher Aufsicht, hat dieser Gedanke zu Betätigungen geführt, die woraus hervorgeht, daß den wichtigen Interessen feineswegs die Merkmale der modernen Ver- der Versicherungsnehmer, die in den Komplex ficherung aufgewiejen haben, die aber trotzdem der Volkswirtschaft fallen, die erforderliche Aufals Vorläufer derselben anzusehen sind. Wenn merffamfeit gewidmet wird, unt eine Schädigung zum Beispiel im Mittelalter bei einem Brand- derfelben zu verhindern. Daß der Wert der Verunglück dem mittellosen Abbrändler ein öffentlicherung hente bereits allgemein erkannt wird, licher Bettelbrief ausgestellt wurde, miitetst beweist die Einführung der Versicherung auf dessen die Mildtätigkeit der Mitmenschen an dem Gebiete der sozialen Fürsorge, wo sie als gerufen wurde, dem Betroffenen Geldmittel für Stranfen, Unfall, Invaliden, Winven- und Den erlittenen Vermögensverlust zu spenden, so Waisenversicherung befannt ist. Wir sehen aber finden wir diesen Vorgang natürlich in anderen auch in privaten Unternehmungen eine beson Formen, aber im Wesen unverändert in der der Fürsorge aus sozialer Einsicht walten, die modernen Versicherung angewendet. Die Erkennt in der Unfallversicherung der Angestellten zum nis, daß der Einzelne vielfach nicht in der Lage Ausdruck kommt. Die Versicherung bietet aber ist, den durch den Eintritt eines unvorher nicht nur großen Wirtschaftsförpern, sondern gesehenen Schadensereignisses verursachten Ber auch jeder einzelnen Brivatperson die Möglich. mögensverlust selbst zu tragen, hat die Menschen feit, seinen Bejisstand, sei er auch nur in der veranlaßt, eine Einrichtung zu schaffen, die geeig Arbeitskraft oder Gesundheit gelegen, vor dem net ist, die nachteilige materielle Wirfung eines Einflusse eines nachteiligen Schadensereignisses Schadensereignisses für den Einzelnen zu bewirksam zu schützen. Denoch kommt es noch vor, feitigen. Es ist nun die Einrichtung in der Form daß besonders unter der ärmeren Bevölkerung der Versicherung entstanden, bei welcher der eine Sparjamfeit am unrechten Blaße geübt wird gleiche Vorgang wie bei dem vorerwähnten Bei- und sogar von der wichtigsten Bersicherung, der spiel beobachtet wurde, nämlich die Beiträge Feuerversicherung, nur deshalb nicht Gebrauch einer Gruppe mit gleichem Versicherungsinteresse gemacht wird, weil die Prämienzahlung eine für die Bedarfsdeckung im Einzel Schadensfalle mitunter fühlbare Belastung des Wirtschafts bereitzustellen. Mußten früher sehr oft die budgets bedeutet. Nun mag gewiß in vielen Bedarfsmittel erbettelt werden und war die Fällen es nicht immer leicht sein, den notwen Beitragsleistung nur ein Akt der Opferwilligkeit digen Betrag für die Zahlung einer Feuer der Menschen, so ist bei der Versicherung der versicherung aufzubringen, aber um wieviel Wille zur Beitragsleistung wohl auch kein schwerer ist es, wenn wirklich ein Brand das Hab zwangsmäßiger, aber die Beitragsleistung selbst und Gut vernichtet, Ersatz zu schaffen! Oft ist ist eine auf Grund eines Vertrages übernommene es überhaupt unmöglich, neue Sachen zu er Verpflichtung für eine bestimmte Dauer. Der werben oder nur dann, wenn derebit gewährt Wille zur Beitragsleistung hat also zur Folge, wird, was jedoch eine unsichere Sache ist, weil daß ein Versicherungsvertrag zustandekommt, auf den Erwerbstätigen Strankheit und VerdienstGrund dessen dem Versicherungsnehmer während losigkeit an der Erfüllung seiner Verpflichtungen der Vertragsdauer der Ersatz einer materiellen hindern können. Es ist daher nur das Resultat Einbuße aus einem bestimmten Schadensereig einer flügeren Einsicht, wenn der feste Entschluß niffe garantiert ist. Naturgemäß hat jedermann gefaßt wird, lieber die verhältnismäßig geringe ein Interesse, sich gegen die Nachteile eines Belastung, die die Prämienzahlung bedingt, auf möglicherweise eintretenden Schadens zu schützen. jich zu nehmen, als im Unglüdsfalle der Rot Die Zahl der Versicherungsnehmer vermehrt sich preisgegeben zu sein. Wo es die Verhältnisse ge daher ständig um so cher, je mehr die Allgemein- statten, wird natürlich zu trachten sein, sich auch heit zur Erkenntnis gelangt, daß die Versicherung gegen andere Schadensmöglichkeiten vorzusehen. eine Vorsorge von eminent wirtschaftlicher Be Wem das Wohl seiner Familie nicht gleichgültig deutung ist. Die Beitrags- oder Prämienleistung ist, der wird vorsorgen, daß, wenn der unerbittdes Einzelnen wird bestimmt nach der erfahrungs- liche Gevatter Tod seine Rechte geltend macht, gemäß festgestellten Häufigkeit des Schadens die zurückgelassene Frau und die Kinder vor der eintrittes und erfährt auch ihre Regelung auf ärgsten Not bewahrt bleiben. Sei es auch nur Grund der gewonnenen Erfahrungen. Die eine Hilfe für die erste Zeit nach dem Ableben Schadensereignisse, die eine wirtschaftliche Er- des Ernährers, so bedeutet sie dennoch schon viel, schütterung im Gefolge haben, sind mannigfaltig. weil sie immer als Erleichterung empfunden Das Feuer vernichtet reale Güter, Hab und Gut wird. der Menschen. Hagelschlag bringt den Landwirt un den Ertrag seiner mühevollen Arbeit. Eina Es ist erfreulich, festzustellen, daß, dem Zuge brecher vergreifen sich an fremdem Eigentum, der Zeit folgend, auch die proletarischen Schichten verursachen daher einen Schaden an dem Bejizz mehr denn je in richtiger Erkenntnis die Bedeutum nicht nur wohlhabender Menschen, sondern ung der Versicherung zu schätzen wissen und sie auch am Eigentum der Allgemeinheit. Unfälle, für ihre Bedürfnisse heranziehen. Besonders die Strankheit und Tod nehmen dem Erwerbstätigen Genossenschaften und die Gewerkschaften lassen die Möglichkeit, seinem Erwerbe nachzugehen, es sich angelegen sein, den Versicherungsgedanken bringen seine Familie in schwere Notlage und unter ihren Mitgliedern zu popularisieren. Auch rauben ihr den Ernährer. Alle diese Schadens macht sich in der Genossenschaftsbewegung der möglichkeiten bilden das Feld, auf welchem die meisten Staaten das Bestreben geltend, im Versicherung ihre wirtschaftliche Bedeutung er- Vereine mit den Gewerkschaften dem Verweist. Mit dem technischen Fortschritte sind viel sicherungsbedürfnisse ihrer Mitglieder selbst fach neue Bedürfnisse auf dem Gebiete der Verdienlich zu sein und eigene Institutionen zu ficherung entstanden, die durch die Anpassungs- schaffen, die die Unabhängigkeit des Proletariates fähigkeit der Versicherung zum größten Teile Be- auch nach dieser Richtung hin sichern. Ein gutes Beispiel. Von Dr. F. Kubiček. REICHSARBEITERTAGES Arbeiter. Angestellte und Kleinbauern wendet Euch bei Abschluß von Versicherungen aller Art nur an die genossenschaftliche Versicherungsstelle, die Versicherungsabteilung des Verbandes deutscher Wirtschaftsgenossenschaften 203 PRAG II., Fügnerovo nám. 4. Rat und Auskunft kostenlos. Konsumvereine nehmen Anträge entgegen. CONCORDIA Allgemeine Versicherungs- Aktien- Gesellschaft in Reichenberg. Feuer-, Lebens-, Einbruchdiebstahl-, Glas-, Auto-, Havarie-, Transport-, Haftpflicht- und Unfall- Versicherungen. Moderne Bedingungen. Günstige Prämien. 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Beruf: Adresse: Das Nichtgewünschte wolle gestrichen werden. 194 Das Erholungsheim in Tatra- Lomniß Verlängerung der Prämienzahlungsdauer oder besondere darin, daß sie eine Reihe von Erho um die Hinausschiebung des Zeitpunktes der lungs- und Genesungsheime für( 900 Meter über dem Meer gelegen), das erste Fälligkeit der versicherten Kapitalien zu tun die Versicherten in den erstrangigen Sturorten und größte von allen, hat einen ausgedehnten Sind ja doch Gesundheit und Leben vor der Tschechoslowakischen Republik errichtete und Parf( 36.000 Quadratmeter), Spielpläge und Schutz der Gesundheit und Herabsetzung der allem Güter des Einzelnen, seiner Familie und in Betrieb sezte und dadurch auch anderen Ber Fassungsraum für 140 Personen gleichzeitig, Sterblichkeit gehört zu den wichtigsten Kultur der Volksgemeinschaft, sicherungsgesellschaften ein gutes Beispiel gab. nebst einer 60 Betten umfassenden touristischen aufgaben des Staates. Dieser allein ist jedoch Man muß daber eher in dieser Fürsorge die Ihre Richtlinien und Einrichtungen werden Herberge. Das Genesungsheim in Karlsbad nicht imstande, allen an ihn zu stellenden An- Fortsetzung und Vertiefung des in einer über Verlangen erhältlichen illustrierten ist für 40 Personen, jenes in St. Joachimsforderungen gerecht zu werden Gedankens jener sozialen Für Broschüre Unser Erholungs und Genesungsthal für 30 Persenen gleichzeitig eingerichtet. In den vorgeschrittenen Staaten, insbeson sorge erblicken, welche in der Lebensversiche heim" ausführlich beschrieben. Hier soll nur in In Luhačovic werden jährlich einige Sundere in den Vereinigten Staaten Nordamerikas, rung überhaupt zum Ausdrucke gelangt. Kürze das Wesentlichste wiedergegeben werden. dert Personen im Palace Hotel untergebracht. haben auf dem Gebiete der Gesundheitsfürsorge Es ist durchaus nicht zu leugnen, daß damit Die Mährische Landes- Lebensversicherungs- Auch in Pistyan ist für eine größere Anzahl von gehener viel die Lebensversicherungsgesell- auch eine technische Verbesserung des Risikos anstalt besitzt derzeit 5 Erholungs und Ge Versicherten vorgesorgt. Die Anstalt hat in den schaften geleistet. der Lebensversicherungsanstalt eintritt. Wenn nesungsheime für ihre Versicherten: in letzten drei Jahren mehrere Ausstellungen Die soziale Sendung aller Le- dadurch im Laufe von Dezennien ein Erfolg Tatra- Lomniß, Karlsbad, St. Jo- unter der Devise„ Volksgesundheit und gesundbensversicherungsanpalten besteht in Form von verminderter Sterblichkeit erzielt achimsthal, Luhačovic und Piſt yan.heitliche Volfserziehung" veranstaltet, welche von nicht nur darin, das Volk zur Sparsamkeit an wird, so kommt dies den Versicherten doppelt zu Sie ist in der Lage, in ihren fünf eigenen und vielen Tausenden von Personen besucht wurden. zuleiten, das Verständnis für die Pflichten gute: direft in der Verlängerung des Lebens zwei fremden Häusern alljährlich Hunderte, ja Schließlich hat sie im Laufe von 4 Jahren einige gegenüber der Familie zu wecken, sondern auch und indirekt in der größeren Prosperität des sogar Tausende von ihren Mitgliedern unterzu Hunderttausend gesundheitliche Brodas Volk zu einer erhöhten Schätzung der fost Unternehmens, welches ihren Versicherten dann bringen und ihnen vollkommene und dabei barsten Güter- der Gesundheit und des größere Dividenden zuweisen oder ihre Prämien äußerst billige Verpflegung zu bieten. Ihre Lebenszuführen und ihm auch die Möglich vermindern fann. Häuser sind das ganze Jahr geöffnet und zugäng feit zu bieten, die Gesundheit zu feſti- Von diesen Gedanken geleitet, nahm der lich. Sie stellt in den meisten Heimen den Ver gen und das Leben zu verlängern. Schreiber dieser Zeilen die Gesundheitsfürsorge sicherten die Wohnung frei zur Verfügung und Die Lebensversicherungsgesellschaften sind für die Versicherten der Mährischen Landes verlangt für die Verpflegung und Bedienung nur dazu berufen und geeignet, an dieser Volkser Lebensversicherungsanstalt in das Programm den Ersaß ihrer Selbstfosten. Nur auf diese zichung tatkräftig mitzuwirken. Wenn sich nun dieser sozial angelegten, öffentlich durch das Weise ist es ihr möglich, sich für z. B. den Auf in den vorgeschrittenen Staaten auch Lebens- Land Mähren und Schlesien verwalteten enthalt in Tatra- Lomniß mit K 25. täglich, in versicherungsgesellschaften daran beteiligen, die Anstalt vor mehreren Jahren auf. Die Anstalt Karlsbad mit K 35.- täglich zufrieden zu stellen. fes Programm in die Tat umzusetzen, so muß war die erste auf dem curopäischen Monti- Und dabei sind die Wohnräume solid( allerdings man dies mit Frende begrüßen nente, welche sowohl die theoretische als auch ohne Lurus) ausgestattet, es sind geräumige Ge Es wäre jedoch unrichtig, wenn das die praktische Gesundheitsfürsorge organisch in fellſchaftsräume und anderes zur Verfügung. Es erwähnte Streben der Lebensversicherer jo auf ihr Tätigteitsgebiet einfüge, ohne fremdes Vor- wird gute, häusliche Stoft geboten, um gesellschaftgefaßt werden würde, daß es ihnen nur um die bild nachzuahmen. Ihre Eigenart besteht ins- liche Unterhaltung gesorgt. schüren( Wie fann man das menschliche Leben verlängern?" Richtige Ernährung- die Grundlage der Gesundheit und eines langen Lebens"," Auf in den Kampf gegen die Grippe" und anderes) herausgegeben und unentgeltich an Schulen, Vereine u.s.w: verteilt. Diese belehrenden Schriften werden jedem auf Verlangen( und zwar unentgeltlich und franko) zugesendet. Diese uneigenüßigen Bestrebungen Mährischen Landeslebensversicherungsanstalt verdienen, öffentlich bekanntgegeben und zur Nachahmung empfohlen zu werden. Denn sie sind wirklich ein gutes Beispiel! der Scite Sonntag, den 18. August 1929. Erſte Böhmische Wechſelſeitige Verſicherungsanitalt ( vom Jahre 1827) PRAG II., Spálená 24. „ ELBE" Lebensversicherungs- Schadenversicherungsanstalt A. G. Ablebensversicherungen Gemischte Versicherungen Aussteuer- Versicherungen alle mit gleichbleibender oder mit garantiert fallender Prämie Rentenversicherungen anstalt A. G. Feuerversicherungen Einbruchversicherungen Haftpflichtversicherungen Unfallversicherungen Autoversicherungen Transportversicherungen Maschinenbruchversicherungen Günstigste Kombinationen! Billigste Prämien! Kulanteste Bedingungen! Hauptsitz der Anstalten: PRAG II. 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Arbeiterabstinenten- Beilage ZUR FESTNUMMER DES SOZIAL DEMOKRAT" " Scite Warum muß die Arbeiterschaft den Alkohol bekämpfen? Wer vermöchte zu leugnen, daß das Leben alten, bürgerlichen Gesellschaft freigemacht haben, Selbstfucht zur höchsten Grenze, zerstört alle wohl denfen? Gemütlichkeit, Behaglichkeit, u unter den heute auf dem Erdball herrschenden die nicht, nur zufällige Begleiterscheinungen, fon- Semmungen, die durch Erziehung und Bildung friedenheit; vergessen will er all das Leid, den gesellschaftlichen und sozialen Verhältnissen für dern wesentliche Erfordernisse tapitalistischer sur Achtung vor den Rechien und der Freiheit Jammer, den Summer, den ihm sein elend Leben den weitaus überwiegenden Teil der Menschheit Zwangswirtschaft sind. Sie muß Gewinnrfucht, Ses Revbenmenschen aufgerichtet worden sind. Er Tag für Tag aufs neue bereitet. Vergessen, das, nichts anderes ist als eine Rette von Qual, Spielfleidenschaft, Brostitution. Rausche, Aber macht gemein, er vernichtet willen und Tattraft. ist's! Er darf und soll aber nicht vergessent, it Schmerz und Bein, die nur deshalb weiter glaube und Myſtizismus, Geschlechis scutchen und Aufstieg und Revolution haben keinen ärgeren jeder Stunde soll ihm gegenwärtig sein, welch geschleppt und sogar als erträglich betrachtet Alkoholismus erzeugen, sie wäre aber ohne diese Feind als ihu; denn er erschlafft, er ersticht den Verbrechen an ihm begangen wird, soll er sich wird, weil Hunderte von Millionen noch gar Storrelate gar nicht möglich und tragbar. Der aß gegen den Unterdrücker, er erzeugt jene ver- daran erinnern, daß er ein Kämpfer ist oder sein nicht zum Bewußtsein ihrer entfeßlichen Lage efterreichische Staat hat sehr gut gewißt, daß die dammenswerte Zufriedenheit des gut gefütterten sollte im Geere des Lichts, das gegen die Finster gekommen sind; denn man lehrt sie, daß es fo Heine Zahlenlotterie für Sunderttausend Balsam ellasen, der den Herren die Hand it, wenn is unserer wahnwißigen Gesellschaftsordnung war und immer so bleiben inuß, und sie glauben ist auf die schwärenden Wunden, geichlagen vom er ihm nur fleißig die Schnapsflasche füllt. cs, durch Ueberlieferung und Massensuggestion Stampfe ums Dasein im Klassenstaate! ficht. Weg mit dem Betrüger Alkohol, der dem eingeschläfert. Erst ganz langsam und allmählich Zahllos sind die Bücher. Schriften, Fing Unterdrückten auf ein paar Stunden das Wohlmacht sich ein Teil der Menschen frei von diesem Zweck, die Unterdrüdten zur Ruhe, zum gedul fehr gelehrten Worten, mit aufdaulichen Bewei durch seine Energie; feinen Kampfeswillen, feine Es gibt faum eine meichlice Sitte, die den blätter, Abbildungen, Vorträge, in denen mit behagen betäubter Nervenzellen vorganfelt, da Sklavensinn, erwacht zu freiem Schauen. zum digen Ertragen des ihnen von den Ausbeutern sen und Beobachtungen nachgewiesen wird, wel- Tatkraft lähmend. Wer kann glauben, daß ein felt ständigen Denken, zu der revolutionaren auf den Naden gepreßte Joch, zum Verzicht aufches Elend die Trunkfucht anrichtet, wie viel Favom Alkohol benebeltes Gehirn zu jener Ent Ueberzeugung, das menschliche Dasein, die gesell Widerstand und Auflebnung zu bringen, mit fomilien durch den Trunt zerstört, wie viele schlossenheit, zu jener Beharrlichkeit fähig feht. schaftlichen Zustände, müßten auf völlig andere glänzendem. Jahrtausende long bewehriem Er Frauen und Kinder durch ihn elend gemacht wird, die der stlassenfampf, proletarischer GeGrundlagen gestellt werden, damit das Leid. das folge zeitigt wie der Genuß betäubender Genuß werden, wie viel tausend Menschen durch den meinjinn verlangt? ja freilich schon aus Gründen der von der Natur gifte. So wie der Arzt dem Leiderden, den Afchol frant und fiech ins strankenhaus, in die Eine neue Gesellschaft mit neuer Kuline gesetzten Bedingungen nie ganz wird verschin stranken durch Darreichung von narkotischen Mirrenanstalt, ins Zuchthaus, ins Grab befördert wollen, müssen wir aufbauen. Der Menschheit. den können, wenigstens nicht durch den alle Gren- teln den Schmerz lindert, ihut Schlaf. Woht werden. Die Wissenschaft hat bewiesen, daß es Schicksal iſt in die Hände der Arbeiterschaft gezen überschreitenden Egoismüs, durch den entsetz befinden verschafft, ihn über die qualvollen feine Seuche und fein Gift gibt, dem so viele legt, das Bürgertum hat seine Aufgabe erfüllt, es lichen Mangel an Liebe zum Mitmenschen Tage und Nächte der Krankheit hinwegtäuscht, so Wienschen Jahr aus Jahr ein zum Opfer fallen. fann feine neuen Ideale und Ziele mehr auf jener Söhe gesteigert werde, die heute jedes fütaten und man es die Völler seit Jahrtausenden Mit unwiderlegbaren Beweisen wird gezeigt, wie bringen, es muß weichen. Gewaltig sind die lende Herz zur Verzweiflung treiben muß. an sich selbst. Jawohl, wenn unerträglich wird sehr selbst sogenannter mäßiger Alkoholgenuß die Forderungen, die an die Proletarier gestellt wer Der Kampf hat begonnen; er allein ist es, die Tyrannei, dann sind es stets nur die ganz geistige und leibliche Leistungsfähigkeit des Wien- den, es wird sie nur mit Aufgebot aller feiner der das Leben der heutigen Generation lebens wenigen gewesen, die in den Himmel binanfchen herabsetzt, wie viel Arbeitskraft durch ihn Sträfte erfüllen können, es wird verjagen, wenn wert macht; an ihm teilzunehmen ist der einzige gegriffen und sich von dort ihre ewigen Rechte verloren geht. Es wirft aufreizend, wenn man es sich durch das Alfobolkapital weiterhin unter Weg aus Troſt- und Hoffnungslosigkeit. Noch herabgeholt haben; die große Mehrheit griff zum hört, daß die Menschen in fast allen chriftlichen das schwere Joch der Trinksitte beugen läßt, das stehen wir im Beginne; noch verharrt die Hälfte Narfotifum, zum betäubenden Gifte. Das nahm Ländern Europas Milliarden um Milliarden in seine Tatkraft lähmt und vernichtet. der Menschheit in Dumpfheit und dumpfem Da nun freilich recht verschiedene Formen an; der den Rachen des Alkoholfapitals werfen, um da Darum weg mit der vom Kleinbürger überhinbrüten, und doch winkt die Morgenröte des eine genoß es als Arfanum der Religion, fich für nichts zu erstehen als ein gefährliches, schäd nommenen Fraße! Macht Euere Hirne frei von neuen Tages schon am fernen der unbergängliche Hühlt un orizonte. Es ist sich durch das Giapopeja vom Himmel einfallen; liches, nicht den geringsten: Nußen ſtiftendes Ge- den Genußgiften, lernet erkennen, daß das Leben der andere griff zur Opiumpille oder zur mußmittel. Und mit all diefen Beweismitteln ohne sie schöner und wertvoller, reiner und fills europäischen Arbeiterschaft, als erste die schweren Baschischpfeife; der fortgeschrittene Europäer laßt wird die Forderung nach Verdrängung des Trin- licher ist als unter ihrem Joche. Das ist feine Fesseln zerbrochen, die Bresche in die Mauern sich durch die modernen, mit der raffinierten tens aus den Sitten und Gewohnheiten be- Genußfeindlichkeit, fein Ruf nach armseliger. der Zivingburg gelegt zu haben. Technik der Gegenwart hergestellten Erzeugnisse gründet. asketischer Lebensweise, im Gegenteil! Ench sof Mit der Kelle in der einen, dem Schwerte der Brauereiaftiengesellschaften und Lilörfabriken Mit vollem Rechte, gewiß! Rein Zweifel, len erst alle Schönheiten der Welt zugänglich ge in der anderen Hand bauen wir das neue Gesell aus der elenden Umwelt in ein flüchtiges Mir- daß alle diese Tatsachen hinreichenden Grund macht werden; nicht Duckmäuser follet Ihr wer schaftsgebäude auf; oft genug werden mühselig wana versetzen. abgeben, dem Alkohol das Todesurteil zu spre den, Ihr sollet viel mehr, wenn es Euch Enere geschaffene Teile durch feindliche Angriffe wieder Kein Zweifel, dem Beladenen und Bedräng- chen; jeder denkende und fühlende Arzt oder Rich- Fron gestattet, tanzen und singen, wandern und weggeriffen; gar nicht selten sind die Pläue falsch ten ist es feit jeher ein Bedürfnis gewesen, sich ter muß das bestätigen. So schwerwiegend alle lettern, Euch der Natur und der Kunst an den wird untauglicher Bestandteil zum dem Leiden wenigstens auf turze Zeit, wenn auch dieje verderblichen Wirkungen des Alkohols auch Busen werfen. Das gibt Straft und Mat und Baue verwendet, so daß man wieder einreißen, nur vorübergehend, zu entziehen, in den glück fein mögen, nicht sie allein oder in erster Reihe Begeisterung, dabei werdet Ihr niemals qu vom neuen beginnen nauß. Und das traurigste, seligen Zustand des Rausches, des Richtwissens sind es, die uns, die Klassenfämpfer, die Feinde Guere Pflicht vergessen, der Arbeiterschaft bbit die Meister und Bauführer geraten unterein zu entfliehen, dieser Drang scheint den Menschen der fapitalistischen, der bürgerlichen Gesellschafts. Weg zu all diesen Herrlichkeiten durch Enere Bo ander in Widerstreit, hadern, hindern sich an der angeboren zu sein, wir werden ihn auch nie ausordnung, die Verkünder einer neuen, der gesamt- freiungsarbeit erst zu eröffnen. Weg mit dem Arbeit, verzögern das Zustandekommen des Wer, roffen können, wollen es auch gar nicht. Wohlten Menschheit erst ein freies und glüdliches Da Glaje, oder besser gesagt, füllt es nicht mit dem les, an dessen Vollendung doch Heil und Glück aber ist es Ziel und Aufgabe wahrer Stultur, von sein verbürgenden Zukunft, zu" unerbittlichen Gifttrant, sondern mit Wasser oder Milch oder der Millionen hängt. der wir heute freilich noch himmelweit entfernt Gegnern der Trinkfitte machen. Rein, felbft mit irgendeinem wohlschmeckenden Getränf, das Denn wir sind alle, alle schwache, Fehlern sind, die Flucht aus der zu Boden drückenden wenn es keine Trunfjucht gebe, wenn sich wirf Euch angeboten wird, Eneren Durst löscht, und Lastern zu sehr unterworfene Menschen. Wirklichkeit durch Mittel zu erreichen, die nicht lich alle in den Grenzen der so oft gepriesenen, Eneren Gaumen letzt, aber Euer Gehirn, Enere Lügen wir uns nichts vor, liebe Genossen und gleich den Genußgiften Körper und Geist, Gewar nie recht gefennzeichneten Mäßigkeit" hiel, Straft, Eueren Willen, Euere Gesundheit, Enerent Genoffinnen auch in uns toben die Leidenschaf- sellschaft und Nachkommenschaft bedrohen und ten, wenn es feine Rausche mit ihren böjen olaß nicht mindert und vernichtet. ten, auch wir müssen Tag für Tag den harten zerstören. Kunst und Natur sind die edlen, er- gen, feine Säufer mit unglüdlichen Familien nende Gleichschritt der gegen die Festung des Kampf mit der Bestie in uns selbst bestehen, in habenen Berauschungsmittel, die uns den Jam mehr gäbe, auch dann müßte die Arbeiterschaft Stapitalismus anrückenden Arbeiterbataillone dayf dem wir oft genug die Besiegten sind. Selbst- mer des Alltags vergessen lassen, sei es auch nur mit unverminderter Leidenschaftlichkeit den nicht erschüttert werden durch wankende Marozucht gehört zu unserem Werke. Nichts, gar auf Stunden; und aus diesem Rausche evivacht Stampf gegen das Rauschgift fortseßen, weil es deure, die den Marsch verzögern, die Kampfes nichts wird es müßen, wenn in Manifesten und man ohne Rabenjammer. der beste, erfolgreichste Bundesgenosse des Stapi linie erschüttern. Weg mit dem Alkoholrausche, Brogrammen der prächtigste Plan zum Baue des Die anderen aber, die heute an jeder Stratatismus, des Unternehmertuans ist und stets er weiche dem anderen, schönen Rauſche der Be fozialistischen Staates entworfen, wenn er durch ßenede zu schnödem, gemeinem Genusse verleiten, bleiben wird. Was sucht der Arbeiter beim geisterung für das bebe und heilige Ziel unserer Paragraphe und Geseße und Verfassungen errich fie greifen mit teuflischem Sasse nach dem Reinen Glafe, einerlei, ob es nun mit Wein, Bier oder Arbeit, für den Sozialismus, für die klassenlose tet sein wird, wenn er nicht von Menschen be- und Guten der Seele. Der Alfohol an aller- Schnaps gefüllt ist, was feineswegs einen so Gesellschaft der Zukunft. wohnt werden wird, die sich von den Lastern der erster Stelle ertötet jede edle Regung, steigert die wesentlichen Unterschied ausmacht, wie manche Dr. A. Holitscher( Stomotan). 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August 1929. nach wie vor als erwiesen, daß die behand und der Reichsarbeitering lung das einzige Mittel darstellt, die lästigen Er und der Reichsarbeitering it hated foziale und wirtschaftliche Er- neuer Straft fich zuſammengefunden hat. scheinungen der Blähhals- und Kropfsbildung, wie in der Mehrzahl noch in kleinen und mittleren dennoch bilden sie in der großen Armee einen Betrieben, was auch auf die Entwicklung der ge- guten Kern und fühlen sich eins mit der gesamten werffchaftlichen Organisation erschwerend einge- Arbeiterbewegung, die am Reichsarbeitertag zu wirft Jede rungenschaft erfordert in der Holzarbeiterbewe- Mögen die Tage in Karlsbad zur Erfüllung fie in letzter Zeit immer mehr zunahmen, einzu- der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei als in den reinen Industrien, wo die Arbeiter Berufsgenossen, die in der freigewerkschaftlichen Anläßlich des zehnjährigen Bestandsfestes gung heute noch ungleich mehr Kraftanstrengung unserer Erwartungen beitragen und auch jenen dämmen. Die Darreichung der notwendigen Jod- m der Tschechoslowalischen Republik, das gleich fchaft in größeren Massen die Stämpfe leichter Organisation der Solzarbeiter ihre PflichterfülDosen geschicht nun oft in Formen, die deshalb eitig mit dem Reichsarbeitertag verbunden ist, führen kann. Und ist einmal ein wochenlanger lung bisher verfäunit haben, zum Bewußtsein zur Vorsicht mahnen müßten, als die Gleich finden, um Anteil zu nehmen an der historischen in den Betrieben da, um die Errungenschaften sie ihren Platz im großen Kampfe einzunehmen werden auch Holzarbeiter in Karlsbab sich ein Kampf beendet, dann fängt die Arbeit von neuem bringen, an welcher Stelle der Arbeiterbewegung mäßigkeit des Jodgehaltes nicht gewährleistet Begebenheit der klaffenbewußten deutschen Ar- auch in den gewerblichen Unternehmungen zu haben. werden kann. Die Beachtung der Schwierigkeit, beiterbewegung dieses Staates. Schon lange vor sichern; mit dieser ständigen Steinarbeit beschäf die oft darin besteht, die Jodpräparate durchaus her wurden in den oft entfernt gelegenen Orten tigt, finden wir unsere Stämpfer aber auch in der beitern, die durch den falschen Radikalismus von Möge der Reichsarbeitertag auch jenen Argleichförmig zu jodieren, um hierdurch die so die Teilnahme am Reichsarbeitertag getroffen in ten verschiedensten Posten in eifrigster Arbeit. waren, zum Bewußtsein bringen, daß sie durc des sudetendeutschen Gebietes Vorbereitungen für politischen Bewegung als Vertrauensmänner auf der sozialdemokratischen Bewegung abgefallen genannten„ Jodschäden" ausschließen zu können, der Erwartung des großen Tages, an welchem Seit der Industrialisierung der Arbeit wurde der ihre Absonderung der Arbeiterklasse nicht gedient hat die bekannte pharmazeutische Fabrik Gehe- flaffenbewußte deutsche Arbeiter der gesamten Solzarbeiter, der bis dahin in seiner Organisa- haben und mögen sie sich zurückfinden zur alten Werke A. G. Aussig, bewogen, einen neuen Deffentlichkeit ihre Stärke aufzeigen werden, die tien für die Gesamtbewegung Pionierarbeit ge- Maffenpartei, mit welcher auch die freien GeWeg zu beschreiten. Es gelang ihr, eine vorzüg- sie sich trop aller politischen und wirtschaftlichen leistet hat die Solzarbeiter haben eine fast fiebwerkschaften innig verbunden sind. Widerwärtigkeiten der letzten Jahre zu erhalten liche Speiseschokolade mit Jod in organisch ge- vermocht haben. Und daß eine solche Mani- jährige gewerkschaftliche Bewegung hinter sich bundener Form derart herzustellen, daß in jeder festation in einem Weltfurorte erfolgt, wo beson Kampfreihen der großen Arbeiterbewegung. Und von anderen Berufen abgelöst aus den ersten dem Reichsarbeitertag unseren herzlichsten Gruß. Rippe dieser„ Gehes Jod- Schokolade" verläßlich ders die Bourgeoisie sich alljährlich zusammen- Rampfreihen der großen Arbeiterbewegung. Und Franz Magant. 50 Millionstel Gramm Jod enthalten sind. Bei findet, um ungesehen ein Wohlleben zu führen, Kindern und auch Erwachsenen wird vorgeschrie- indes jene Menschen, die ihnen die Mittel hiefür erarbeiten mußten, daheim ein Elendsdasein ben, täglich ein Rippchen dieser Schokolade führen, gibt der Veranstaltung ihren besonderen feinesfalls mehr zu nehmen, was dem durch- Charakter. Der Besigklasse soll daher an diesem schnittlichen Tagesbdarf der Schilddrüse an Jod, Tage zum Bewußtsein kommen, daß auch die unter Berücksichtigung geringer Verluste bei der Klasse der Besiylosen, die Arbeiter, ein Recht auf ein menschenivärdiges Dasein haben und starf Darmpassage, entspricht. Es ist zu begrüßen, daß genug ist, dieses Recht auch weiterhin zu verdurch diesen glücklichen Griff eine neue, verteidigen." befferte Darreichungsform der notwendigen täg- Der Reichsarbeitertag in Starlsbad wird lichen Jodgabe gebracht wurde. Diese Darrei- nicht nur ein Bestandsfest der deutschen sozialchungsform wirkt sich vor allem bei Kindern, demokratischen Arbeiterpartei allein sein, sondern welche die in ihrem Geschmade vollständig unver wird sich in Karlsbad zusammenfinden zu einer die gesamte flassenbewußte deutsche Arbeiterschaft änderte Schokolade gern nehmen, besonders gün- mächtigen Rundgebung gegen die Feinde der stig aus. Gches Jod- Schokolade soll nicht nur bei Arbeiterklasse. Die Tage in Karlsbad sollen aber bereits bestehender starker Halsbildung, sondern auch der Arbeiterschaft selbst zum Bewußtsein auch bei gesunder Bildung der Schilddrüse regel- eben die Quellen von Karlsbad für den kranten bringen, welcher Wachtfaftor sie geworden: st. mäßig angewendet werden, besonders in Kropf- Leib der Menschheit die Wiedergenesung, so soll gegenden, d. h. solchen, wo ein Jodmangel der der Reichsarbeitertag die Arbeitermassen erfüllen Nahrungsmittel, des Wassers oder der Luft mit neuer Straft für die Kämpfe, die ihr gegen eben den Ursachen starker Halsbildung besteht. ihre Widersacher noch bevorstehen. Unerläßlich ist es natürlich dann, die Jod- Scho- Zu diesen Kämpfern zählen auch die Holzlolade längere Zeit hindurch regel- arbeiter, die in der Gesamtbewegung der flassen mäßig zu nehmen. Schwangere und stillende bewußten Arbeiterschaft schon in den frühesten Mütter sollten sich, auch wenn sie tropfgesund Jahren bestrebt waren, ihre proletarische Pflicht zu erfüllen. Zu dieser Erkenntnis wurden die Bolzarbeiter getrieben durch die gewerbliche Eigenart ihres Berufes. Der Tischler sowie auch der Drechsler- und Bildhauergeselle ist schon in den frühesten Jahren der Arbeiterbewegung zu geführt worden. Schwere Handarbeit, lange Arbeitszeit und geringer Lohn machten den Holzarbeiter unfrei. Nur solange er im Vollbesitz sei ner Arbeitskraft war, fand er beim Handwerksfind, ebenfalls der Jod- Schokolade bedienen, da mit bei ihren Kindern von vornherein keine An lage zur Blähhals- und Kropfbildung entstehen fann. Gehes Jod- Schokolade ist in alien Apothefen erhältlich! 211 SANATORIUM meiſter Arbeit und Wohnung. Mit der Zunahme KLEISCHE- AUSSIG für Nervöse und Erholungsbedürftige 5572 Mast-, Entfettungs- und alle Diätkuren. Physikalische Heilmethoden. Individuelle Behandlung. Telephon Aussig Nr. 303. Prospekt. des Alters jedoch fand er nur schwer einen Arbeitsplatz und blieb so angewiesen auf die Wohltätigkeit seiner Berufsgenossen und Mitmenschen, 319 In diesem Sinne entbieten wir Solzarbeiter BezirkskrankenversicherungsAnstalt Komotau, CHEFARZT: M.U.Dr. HOLITSCHER Sprechstunden im Ambulatorium täglich von 9-12 Uh vormillags und von 2-1 Uhr nachmittags. Facharzt für Haui- und Geschlechtskrankheiten: M.U.Dr. JOSEF JOHNE Sprechstunden im Ambulatorium: Montag, Dienstag Donnerstag und Freitag von 8-10 Uhr vormittag, Mittwoch von 7-9 Uhr abends. Kohlstadtgasse Nr. 2( im eigenen Hause! Postsparkassenkonto Nr. 24.412. Telephon Nr. 158. Eigenes Ambulatorium. Höhensonnenbestrahlung, Diathermiebehandlung, elektr Massagen, Pantostat Eigenes Zahnambulatorium. Sprechstunden täglidt von 8-12 Uhr vormiltags und von 2-4 Uhr nachmittags. Eigene Bäderanlagen. Wannenbäder K 4. Brausebäder K 2, Stärke deine Nerven Echter Karlsbader Fichtennadel- Badezusatz. die er wandernd von einem Ort zum anderen in Fluorin- Erzeugung, Karlsbad, Anspruch nehmen mußte. Einen eigenen Hausstand zu gründen war in früheren Zeiten nur felten einem Holzarbeiter möglich. So schön als der Beruf an und für sich war-- die Museen Das Bed. Die moderne Wissenschaft bietet auch der großen Städte zeigen uns heute noch; währe solchen Leuten, die weder Zeit noch Geld haben, um Wunderwerke, die geschaffen wurden mit vereine Bäderreise zu unternehmen, die Möglichkeit, auf hältnismäßig einfachen Handwerkzeugen dem bequeme und billige Art dem Störper jene Heilung Arbeiter jedoch, der diese Kunstwerke geschaffen, und Kräftigung zuzuführen, die Heil- und Erfri wußte die besitzende Gesellschaft der damaligen schungsbäder in bekannter Weise gewähren. Schon Zeit wenig Dant; für den Schöpfer der Kulturbei den ältesten Kulturvölkern war das regelmäßige werfe langte es nicht, um auch ihm ein menschenBad eine Selbstverständlichkeit. Und zu welchen" ör- würdiges Leben zu sichern. perlichen Leistungen befähigte sie diese Körperpflege, In dieser bedrückten Lage stehend, führten welcher Sträfteüberschußz wohnte in diesen durch ent- schon zur Zeit der Handwerkszünfte die Holzsprechende Bäder erfrischten und gefräftigten Wen- arbeiter schwere wirtschaftliche Stämpfe, die in schen. Das schnell pulsierende Leben der Gegenwart ihrer Dauer und Heftigkeit nur selten von einer stellt noch viel größere Ansprüche an Körper und anderen Berufsgruppe überboten worden sind. Geist. Wer da Schrit: halten will mit dem Tempo der Streits von einem Jahr und darüber waren feine Zeit, der braucht widerstandsfähige Nerven und Seitenheit, die auch schwere persönliche Opfer er muß jede Möglichkeit ergreifen, dem erschöpften, fordert haben. Die Handwerksmeister hatten schon erfrischungsbedürftigen und rekonvaleszenten Rör damals ihre harten Schädel und leisteten in per nene Straft und Frische zuzuführen. Wer Stampf gegen ihre Arbeiter den erbittertſten kennt nicht die wohltuende und erfrischende Wirkung Widerstand. Es war daher für den Holzarbeiter eines guten Fichtennadelbades? Unerreicht in seiner der damaligen Zeit, wo er noch beim Meister ist gewiß der Sarisbader Fichtennadelbadezuja Stoft und Wohnung hatte, feine geringe Aufgabe, Fluorin". Fluorin übt insbesondere einen beruhigen einen Wirtschaftskampf zu führen und für seine den und fräftigenden Einfluß auf die Nerven aus. Der Organisation zu wirken. Der Holzarbeiter, durch ganze Körper fühlt sich nach dem Bade nen belebt die lastende Unfreiheit bedrückt, wurde sehr bald und gestärkt. Machen Sie einen Berjuch mit auch zum politischen Kampfe erzogen und sinden Fluorin und es wird Ihnen unentbehrlich werden. wir ihn schon in den Anfängen der sozialdemo fratischen Arbeiterbewegung in allen Orten als altiven Mitarbeiter und Funktionär. الة Benützet die Bäder der B. K.V. A. in Graslitz! Baden ist die beste Körperpflege! Baden fördert die Hautatmung, regt den Stoffwechsel und die Blutzirkulation an! 328 Vergesse nicht, daß gesunde Zähne ein köstlicher Schatz sind! Suche rechtzeitig das Zahnambulatorium der B. K. V. A. in Graslitz auf! GEC Seit den Anfängen der sozialistischen Arbeiterbewegung hat sich vieles zu Gunsten der ArLeiterflasse verändert. Viele Forderungen der damaligen Zeit finden wir heute erfüllt und auch der Holzarbeiter hat an dem Aufstieg der( famtbewegung seinen Anteil erworben. Dank seiner Tätigkeit in der gewerkschaftlichen Organisation ist der Holzarbeiter ein freierer Mensch geworten. Mit dem Fortschritt der Technik haben sich andere Berufe schr bald zu Industrien entwickelt. Im Holzgewerbe jedoch hat sich der technische Aufstieg nur langsam vollzogen und nur wenige Betriebe haben sich zu großen fabriksmäßigen Unternehmungen entwickelt; die Erzeugung erfolgt Enge apotheke. und 240 bade ... mit Fluorin! NATÜRLICHES KARLSBADER SPRUDELSALZ ist das allein echte Karlsbader SALZ Vor Nachahmungen und Fälschungen wird gewarnt. 296 Sanatorium Sanopz PRAG- SMICHOV ( pod Santoškou) Streng Chirurgische und interne Abteilung. diätische Küche für Diabetiker, Magen- und Darmkranke, Mastkuren. Röntgeninstitut. Abgesonderte Entbindungsabteilung. Das Sanatorium SANOPZ ist kein Erwerbsunternehmen! Prospekte gratis und tranko. DIE MARKE..GEC" bürgt für Güte und Preis„ GEC“ würdigkeit der Ware /// 349 GEC Gewerkschaftsbeilage BEILAGE ZUR FESTSCHRIFT DES SOZIALDEMOKRAT" Die Aufgaben der Gewert denseins, inniger Solidarität in ſich aufgenom- völkerung aus. In diesem Stadium der Entsschalten, daß dadurch alle schädlichen Wirkungen schaften in der Wirtschaft. men haben. Doch diese gewerkschaftlichen Tugenwicklung beginnt Arbeitstempos ausgeglichen werden. den gaben den Wenigen Ausdauer und Kraft zu der Kapitalismus gemeingefährlich Demokratisierung der Wirtschaft auch darum, unermüdlicher Werbung. Die Idee wurde hinVon Wilh. Weigel, Reichenberg. ausgetragen in die Masse der Enterbten, immerzu werden. Die Zuſammenballung einer Riesen weil heute die Unternehmer faum mehr ein Risiko für die Produktion zu tragen haben. Alle macht in immer weniger Händen ermöglicht es faufmännischen und betriebswirtschaftlichen AufDie Gewerkschaften haben sich innerhalb mehr neue Anhänger wurden geworben und nicht nur, jede Konkurrenz aus dem Felde zu weniger Jahrzehnte aus bescheidenen Anfängen unserer Bewegung zugeführt. Die allgemeine schlagen, sondern darüber hinaus die Waren gaben erfüllen schon längst Angestellte, das find zu Organisationen entwickelt, die im öffentlichen Lage erforderte sehr früh schon Lohnerhöhungen, produktion so zu regeln, daß damit höchste Ge- bezahlte Arbeitskräfte, die Unternehmer find zu Leben heute schon eine überragende Bedeutung Verbesserungen im Arbeitsverhältnis, größeren winne eingeheimſt werden können. Auf der einen Barafiten im Produktionsprozeß geworden. Der haben. Es ist noch gar nicht so lange her, daß Schuß und ein größeres Stück Recht. Das erfor Seite verdienen einige wenige Aktionäre jahraus Einwand, daß die Unternehmer erst die Warendie herrschende Stlasse den arbeitenden Menschen derliche Wirken auf dem Boden dieser praktischen jahrein Unsummen Geldes, während auf der erzeugung ermöglichen, ist heute hinfällig, der das Roalitionsrecht verweigerte und den wirt- Aufgaben wurde neues Werbemittel, die jegens anderen Seite die Unterbringung der Arbeits- Privatmensch, der anderen Arbeit gibt, existiert reiche Arbeit neue Anziehungskraft. Die schaftlich Schwachen zwang als Einzelindivinicht mehr. Die Produktion wird beherrscht Die lofen ein unlösbares Problem geworden ist. nicht mehr. dium dem wirtschaftlich Starken, dem Unterneh- Gewerkschaftsbewegung hat als Wassenbewegung Berschärft wird die allgemeine Lage weiters da vom Kapital, das die großen Banken repräſenmer, entgegenzutreten. Ein knappes Menschen zum Teil schon das Weltbild geändert. Wenige durch, daß der Stapitalismus den fernen stentieren und denen die einzelnen noch selbständigen alter ist seither verflossen, doch hat sich innerhalb| Sinweise sollen das deutlich machen: industrialisiert und begonnen hat, die bedürfnis Unternehmungen tributpflichtig sind. dieser Zeit eine gewaltige Aenderung vollzogen. ,, Der freie Arbeitsvertrag ist durch den Kollosen Jnder, Chinesen und andere zu IndustrieUnter der Forderung„ Demokratisierung der Das Charakteristische dieses furzen Abschnittes feftivvertrag abgelöst, der Unternehmer fann profetariern zu machen. Wirtschaft" verstehen die Gewerkschaften aber der Entwicklung ist, daß aus unterwürfigen Un nicht mehr selbstherrlich den Lohn bestimmen; Durch diese Entwicklung sind den Gewerf nicht eine Arbeitsgemeinschaft. Soweit bisher tertanen, die feinerlei Recht besaßen, klassen der Lohn ist garantiert, der Kollektivvertrag schaften neue Aufgaben gestellt. Im Gegenjak Arbeitsgemeinschaften gebildet wurden, war es bewußte Rämpfer geworden sind, die sich Raum daher durch die Gewerkschaften zu einem Wertur privatfapitalistischen Wirtschaftsordnung for so, daß wohl Vertreter der Arbeiter- und Anges zu schaffen verstanden für ihren weiteren fultu papier für Arbeiter und Angestellte geworden; dert die Gewerkschaftsbewegung der Welt stelltenschaft über wirtschaftliche Fragen mitreden rellen Aufstieg. Als die gewerkschaftliche Idee in die Arbeitszeit ist weitgehend verfürzt, die die Demokratisierung der Wirtschaft. fonnten, die Unternehmer jedoch waren der maßden Köpfen der Arbeiter Eingang fand, war die sanitären Vorkehrungen im Betriebe verbessert; Waßgebend für die Produktion soll in 3u gebende, die Entscheidung treffende Teil. Gerade Lage der Werftätigen hpffnungslos: Neberlange der Selbstherrlichkeit der Unternehmer find funft nicht mehr fein der Profit des Kapitalisten, die Teilnahme an den Arbeitsgemeinschaften hat Arbeitszeit in ganz unhygienischen Arbeitsräu- Grenzen gezogen durch das Mitbestimmungsrecht, sondern der Bedarf alter Men- auch den Gewerkschaften gezeigt, daß die Demomen ohne Schutz für Leben und Gesundheit, das den Belegschaften gesetzlich oder vertraglich chen. Und so wie die politische Demokratie den fratisierung der Wirtschaft etwas ganz anderes ohne jeder Sicherung für die Entlohnung der zusteht; Bürgern die Möglichkeit gibt, ihr nationales ist. Sollen die Mitglieder der Gewerkschaften int Arbeit, bar jeder Fürsorge im Erfrankungsfalle, die arbeitende Klasse hat sich ein geseßliches Leben den gegebenen Bedürfnissen entsprechend Wirtschaftsleben im wirklich demokratischen schußlos der Willfür des Unternehmers oder Recht auf bezahlten Ferienurlaub gesichert." einzurichten, soll die Demokratisierung der Wirt Sinne mitwirken, dann ist erste Voraussetzung. Teiner Stellvertreter ausgeliefert, preisgegeben Das alles nur deshalb, weil der Einzelne schaft die Menschen vom Joche der daß sie die Wirtschaft kennen. Von dieser ganz den fonjunkturellen Schwankungen in der Pro- seinen Willen einordnete in das Wollen der Ge- Ausbeutung befreien und ihr Leben richtigen Erkenntnis ausgehend, vermitteln jeit duktion, ohne jede, Sicherung für die Exiſten; im ſamtheit. Es ist viel, was bisher erreicht wurde, lebenswerter machen. Der technische Fortschritt Falle der Erwerbslosigkeit, mit der Aussicht bis jedoch nur ein bescheidener Anfang gegenüber und die bewußte Anwendung aller technischen, zur letzten Lebensstunde harter, kaum lohnender dem, was uns die Zukunft bringen muß. mechanischen und chemischen Errungenschaften im Fron nachgehen zu müssen. Der moderne Stapi- Juzwischen hat sich auch der Kapitalismus Dienste der Broduktion. Normalisierung, Typi talismus nüßte die Zeit und die arbeitenden gemodelt. Aus den kleinen Ruznießern der bigfeit der menschlichen Arbeit ins gigantische fierung und Rationalisierung haben die Ergie Menschen weidlich aus, verstärkte seine Funda Arbeit anderer von einſt ſind mächtige Gewalt gesteigert, ohne daß den Massen der werktätigen mente und ungehindert unterjochte er sich die menschen geworden. Da der Konkurrenzkampf Bevölkerung dies in einem ausreichenden Maße ganze Welt. nicht mehr ausschließlich nur auf dem Rücken der zugute gekommen wäre. Das Arbeitstempo hat Die Gewerkschaften wurden die Lehrer und Werftätigen ausgefochten werden kann, sich so gesteigert, daß die Menschen in bedeutend Erzieher der werftätigen Massen, sie wurden das freie Spiel der Kräfte fürzerer Zeit ihre förperlichen und geistigen aber auch deren Kampforganisationen. Damit der Unternehmer gegeneinander schließlich nur Energien verbrauchen und im Arbeitsprozeß nicht erfüllten sie Aufgaben von großer Bedeutung, den Mächtigsten dient, sind die Herren, im Zeit mehr mitfönnen. Durch die bis ins fleinste die weit über die Tagesfragen hinausgingen. alter der immer inniger werdenden Verflechtun- detaillierte Arbeitsteilung ist die Arbeit selbst Die Gewerkschaften haben seither die Arbeiter gen der Wirtschaftsbeziehungen der Völker, natio- monotonifiert und geisttötend geworden. Sollen und darüber hinaus bereits einen großen Teil nale und internationale Bindungen eingegangen. die schädlichen Auswirkungen im heutigen Proder Angestellten zur Solidarität erzogen und Dieſe Bindungen sind nichts anderes als eine duftione prozeß und wie er sich in den nächsten damit pädagogisch den Weg bereitet für den Ein- Sicherung möglichst großen Profits auf Stoften Jahren gestalten wird, beseitigt werden, dann zug einer neuen Geſellſchaftsordnung. Die Ge- der wirklichen Erzeuger und Konsumenten. Rückmuß sehr bald schon eine weitere Her werkschaften haben ihren Witgliedern Selbstversichtslos mißbraucht die besipende klasse ihre a biezung der gesetzlich zulässigen auch Rosen und Myrthen, Schönheit und Lust trauen gegeben und die unerschütterliche Ueber- Macht in jedem Staate zu einseitigem Zollschutz, Arbeitszeit erfolgen. Nicht genug an dem dann gilt dies heute erst recht. Unser Produkund Zuckererbsen nicht minder," zeugung bermittelt, daß die Werktätigen der zu Produktions- und Exportprämien. Die es muß das arbeitsfähige Alter für die Jugend dann gilt dies heute erst recht. Unser ProdukErde nicht nur ein unveräußerliches Recht zum Monopolisierung hat ungeahnte Fortschritte ge- lichen heraufgesetzt und das Anfallalter für die tionsapparat ist so gewachsen, daß schlechtweg bei Leben haben, sondern verpflichtet sind, ganz be- macht, und bereits hente können wenige Kapita- Altersversorgung in weitem Ausmaße herabge- halbwegs entsprechender Organisation aller wußt das wirtschaftliche und rechtliche Leben listen für lebenswichtige Waren den Verkaufs- sezt werden. In den Betrieben selbst müssen menschlicher Bedarf in reichstem Ausmaß gedeckt der Völker nach ihren Bedürfnissen einzurichten. preis für die ganze Welt bestimmen. Liegt es die sanitären Einrichtungen nach den modernen werden kann. Verhindert hat dies bisher nur Gestützt auf diese Ueberzeugung haben die Mit- im Interesse des Profits, werden Betriebe aufge Erfahrungen ausgebaut, Schuß- und Sicherheits- allein der Kapitalismus, der aus egoistischen glieder der freien Gewerkschaften bisher gear fauft nur zu dem Zwecke, damit sie stillgelegt vorkehrungen so gestaltet und erweitert werden, Motiven ein Kulturhindernis ist. Dieses Hinderbeitet im Dienste ihrer Klasse. Wenige waren es werden können. Kartelle und Trusts herrschen daß nach menschlichem Ermessen jeder Einzelne nis werden die Gewerkschaften beseitigen, denn einst, welche als erste die Idee gewerkschaftlichen unbeschränkt und in Gemeinschaft mit den stärf gegen Unfälle und Erkrankungen geschützt ist. Sie sind Zusammenstehens, kampfentschlossennen Verbun- sten Bankgruppen beuten sie die werftätige Be Arbeitspausen sind in die Arbeitszeit so einzu die Schulen für den Sozialismus. Verband der öffentlichen Angestellten Sitz Reichenberg, Mühlfeldstraße Nr. 25. Freigewerkschaftliche Organisation der Angestellten des öffentlichen Dienstes. Sekretariate: REICHENBERG, Mühlfeldstraße 25 KARLSBAD, Haus Scharnhorst", Felix- Dahn- Str. OLMUTZ, Palackystraße 17/ II. Fachgruppen und Sektionen für die einzelnen Berufsgruppen. Krankenunterstützung, Notfallunterstützung, Stellenlosenunterstützung nebst Staatsbeitrag. Rechtsschutz in allen Berufsangelegenheiten.- 112 Ortsgruppen. Fachblatt„ Der neue Weg". Es liegt im Interesse jedes einzelnen, alle noch außerhalb unserer Reihen stehenden öffentlichen Angestellten für den Verband zu werben! Niemand schützt euch, wenn nicht die Organisation! 29 langem die Gewerkschaften ihren Mitgliedern wirtschaftliche Kenntnisse und erziehen sie zum Bewußtsein strengster Verantwortlichkeit. Aller Bedarf wird in den Betrieben erzeugt. In die Arbeiter und Angestellte zu mitentscheidenden en wichtigsten Zellen der Wirtschaft müssen Funktionen herangezogen werden, dort müssen sie versuchen, ihren Einfluß zur Geltung zu bringen. Erste Erfahrungen sind in der genossenschaftlichen Betätigung gesammelt, unsere blü henden Konsumgenossenschaften mit ihren eigenen Produktionsstätten beweisen klar und deutlich, daß die werftätige Stlasse nicht nur große Betriebe errichten, sondern auch sie leiten kann, daß daraus für alle Teilnehmer nur Vorteile erfließen. Wenn Heinrich Heine vor fast 100 Jahren konstatieren konnte: „ Es gibt auf Erden Brot genug für alle Menschenkinder, Für die alternden deutschen Bühnenangehörigen! Das Gebot der Menschlichkeit, Alternde und Arbeitsunfähige menschenwürdig zu versorgen, ist zum Kulturmaßstab geworden. Ganz besonders ergreifend und traurig ist es, Menschen, deren treuerfüllter Beruf es war, durch ihre Kunst in unser Alltagsleben seelische Erhebung und fördernde Freude zu bringen, Not und Elend preisgegeben zu sehen, wenn ihre Kräfte in aufreibendem Dienst versagen. Der Beruf des Bühnenkünstlers ist der eines geistigen Schwerarbeiters, doch mit der Verschärfung, daß seine Ausübung an seine körperliche Erscheinung gebunden ist. Wirkt er nicht mehr mit voller Kraft, kündigt sich schon die Tragödie an, der beinahe alle Bühnenkünstler in stummer Verzweiflung zum Opfer fallen. Im schärfsten Gegensatz zum hellen Bühnenleben taucht er im trostlosen Dunkel einer dem nacktesten Elend preisgegebenen Existenz unter, die diesen Namen gar nicht mehr verdient. Drum gilt es zu helfen! Alle müssen es, die diesem Beruf selbst angehören und denen ein freundlicheres Schicksal zuteil wurde, aber auch alle von den vielen Tausenden und Tausenden, die sich an der Bühnenkunst erhoben, ergötzten und ihre lebensfördernde Wirkung erfuhren! Die Gewißheit, durch ehrliche, wenn auch aufreibende Arbeit einem gesicherten Lebensabend entgegenzugehen, wird diese Arbeit durch Lust und Liebe erleichtern und die von diesen drückenden Alterssorgen Befreiten ihrer getreulichen Kunstausübung länger erhalten. Die materielle Zukunft aller Bühnenangehörigen muß sichergestellt und ein schützendes Heim soll errichtet werden, in dem die Bedürftigsten nach getaner Arbeit wohlverdiente Ruhe finden. Drum helfe jeder nach seinen besten Kräften? Bund der Angestellten der deutschen Theater in der Tschechoslowakischen Republik. Alle Zuschriften. Anfragen und dergl. werden erbeten an die Adresse: Bund der Angestellten der deutschen Theater in der čsl. Republik. Brünn. Altbrunner Gasse 7/ III. 811 Die Land- und Forstarbeiter den erkschaftlichen Gedanken war eine unbe- Dies ergibt sich aus der Natur der Sache, eben das Land. Jene politiſchen Vertrauensmänner, und ihr Verband. Nun können auch die Land- und Forstarbei ter ein Jubiläum feiern, den zehnjährigen Bestand ihres Gewerkschaftsverbandes. Obwohl in den Kreisen der Vertrauensmänner gewisse Zwei fel über die Möglichkeit der Schaffung einer gewertschaftlichen Organisation für die Land- und Forstarbeiter und noch größere Zweifel über deren Lebensfähigkeit bestanden, wurde die Dr ganisation vor zehn Jahren doch gegründet und fie hat sich auch als lebensfähig erwiesen. Heute, nach zehn Jahren, kann dies wohl fonstatiert werden. Die Gewinnung dieser Arbeiterschichte für gebieten die Bewegung vieler anderer Berufe. 1 politischen Bewegung der Partei den Weg auf dingte Notwendigkeit. Erst durch die Gründung aus den wirtschaftlichen Bedingungen unter denen die in Agrargebieten arbeiten, werden dies wohl des Verbandes der Land- und Forstarbeiter wurde das Landvolk existiert. Von diesen wirtschaftlichen aus eigener Erfahrung bestätigen können. In die Brücke von der allgemeinen Arbeiterbewegung Zuständen sind wiederum die geistigen und auch manchem Dorf in Agrargebieten, in einer bes zu den Arbeitern in der Land- und Forstwirt die politischen Verhältnisse auf dem Lande beträchtlichen Anzahl von Gemeinden im Gebirge, fchaft, als auch zu den Häuslern und Kleinbauern dingt. Wenn der Landarbeiter unfreier ist wie der sind heute die Vertrauensmänner des Verbandes geschlagen. Es wäre ein bedauerlicher Nachteil Industriearbeiter, so ist dies in den wirtschaft- auch gleichzeitig die Vertrauensmänner der soziale für die gesamte Arbeiter und Angestelltenbewe- lichen Verhältnissen begründet, unter denen er demokratischen Partei, sind Gemeinde- und Begung, wenn es nicht gelungen wäre, auch die lebt. Gerade hier setzt aber die Gewerkschaft ein zirksvertreter, Vorsteher und Bürgermeister. BerSchaffenden in der Land- und Forstwirtschaft und bemüht sich, die wirtschaftliche Lage jener förpert sich darin nicht ein Stück Aufstieg, sind einzugliedern. Arbeiterschichte zu verbessern, die in ihr organi- dies nicht erfreuliche Fortschritte? Diese erfreu Selbstverständlich ist die gewerkschafiliche fiert ist. Man muß anerkennen, daß der Verband lichen Ergebnisse sind ohne dem Verband und Tätigkeit auf dem Lande und im Gebirge schwie der Land- und Forstarbeiter wesentliche Verbes seiner Tätigkeit nicht denkbar. riger und sie hat größere Hemmungen und in ferungen für die Arbeiter errang. Diese Tätig- Im Juni des Jahres 1919, als sich; über dernisse zu überwinden, wie in den Industrie- teit des Verbandes ebnet eigentlich auch erst der Jnitiative des Schreibers dieser Zeilen eine An Beite Sonntag, den 18. August 1929. zahl von Land- und Forstarbeitern zu einer Ron- Imer unseres Verbandsorgans„ Der Land- und dauernde Streifs geführt. Nicht Streifs, wie sie Strankheit, Alter und Invalidität. Wir haben aber ferent; verfammelten, wurde der Grundstein für Forstarbeiter" bereits in einer Auflage von 4000 die Kommunisten lieben, die nach einigen Tagen der Gesellschaft das Konzept gründlich verdorben, den Verband der Land- und Forstarbeiter gelegt. Exemplaren.„ Der Land- und Forstarbeiter" war susammenbrechen, sondern wirkliche Lohnfämpfe, die Gleichstellung der Land- und Forstarbeiter mi Die Verbandsgründung wurde in einer reinen die ganzen Jahre ein wichtiges Bindemittel zwi- die der Verband auch; wochenlang finanziell durch der übrigen Arbeiterschaft ist auf dem Marsche, und freudigen Stimmung von den ersten Dele schen Verband und Mitgliedern. So manche gei hielt. Denn wenn der Arbeiter fireitt, so muß ihm Aber nicht nur als Rampforganisation hat gierten der Land- und Forstarbeiter beschlossen. ftige Anregung, so manches aufffärende Wort, feine Organisation auch Streitunterstüßung ge- der Verband seine Pflicht erfüllt. Er hat auch Wit Feuercifer wurde die Arbeit begonnen und wurde mit ihm hinausgetragen in die Dörfer und ben, damit er durchhalten kann. Unser Verband ein gutes und zweckmäßiges Unterstützungssystem der Erfolg blieb nicht aus. Ortsgruppe um Orts Weiler, in die Herzen waderer Menschen, die mit hat dies getan. Sollen dies doch unsere Gegner, eingeführt, das den Mitgliedern sehr zustatten gruppe wurde gegründet und einige tausend uns gemeinsam ihr Bestes an die Sache der auf die kommunistischen, chriftlichen oder national fommt. Dies alles wurde erreicht, obwohl der Land und Forstarbeiter wurden auf den ersten strebenden Arbeiter seßen. Anhieb dem neuen Verbande als Mitglieder zu Die von der tschechischen Regierung eingesozialistischen Scheingewerkschaften nachmachen. Verband von seinen Mitgliedern verhältnismäßig aeführt. Eine stattliche Zahl von Ortsgruppen leitete Bodenreform hat die normale Entwicklung band der führende. In sozialer Sinsicht ist nocy Auch in allen anderen Fragen ist unser Vernur niedrige Beiträge einheben kann. Das beurige Jahr ist ein Jubiläumsjahr des Verbandes blidt heuer auf eine zehnjährige des Verbandes in der Landwirtschaft wohl ge- manches zu erfämpfen, Unser Verband ist das für die deutsche Arbeiterbewegung in der TscheTätigkeit zurüd. Diese gewerkschaftliche Arbeit stört und gehemmt. Doch trotz dieser besonderen Sprachrohr aller Land- und Forstarbeiter. Un doslowakei. Mit besonderer Genugtuung wird hatte auch ihre günstigen Vorteile für die Archwierigkeiten hat sich der Verband durchgesetzt. ablässig bemüht er sich, die Oeffentlichkeit für die es die Mitglieder des Verbandes der Land und beiter. Lohnverträge wurden abgeschlossen, Lohn- Die Erfolge seiner Tätigkeit für die von der Bo Lage der Lan- und Forstarbeiter zu interessie erstarbeiter erfüllen, daß auch sie im Verein erhöhungen durchgesetzt und noch so manches denreform in Mitleidenschaft gezogene Arbeiter ren. Die speziellen Bedürfnisse und Erfordernisse mit der übrigen Arbeiterschaft dieses stolze JuGute wurde erreicht. Wer hätte dies einige Jahre schaft ist unabschätzbar. finden in dem Verband einen nimmermüden und biläum feiern können. Raub und steinig war der vorher für möglich gehalten? Der Verband hatte es nicht immer Icicht. warmen Fürsprecher. Wenn es auf die bürger- Weg, den sie durchschritten haben. Sie haben es Er hat als einzige Gewerkschaft der Land- und lichen Parteien anfäme, wären die Land- und geschafft und werden es auch in Zukunft schaffen. Forstarbeiter in der Tschechoslowakei, eruste lang Forstarbeiter auch heute ohne jeden Schutz gegen Johann Uhl. Gleich nach der Gründung des Verbandes mit 5. September 1919 erschien die erste Num Der Schutz der Metallarbeiter 1st der Internationale Metallarbeiter- Verband Sitz Komotau. An Unterstützungen wurden von 1919 bis 1928 ausgezahlt: Arbeitslosenunterstützung. Reise- und Uebersiedlungsunterstützung Krankenunterstützung Hinterbliebenenunterstützung Notfallunterstützung Rechtsschutz. Solidaritätsunterstützung Bildungszwecke • Kč 10,412.688.100.766. 67.702.-130.357.-1,707.322.Zentralverband der Arbeiter und Arbeiterinnen in der Lebens- und Genußmittelindustrie und verwandter Berufe in der čsl. Republik Sitz: BODENBACH. 249.083. 778.742.3,494.392.--Freigewerkschaftliche Organisation für alle Arbeitnehmer beiderlei Geschlechtes einschließlich der Lehrlinge in der Mühlen- und Brauindustrie, Limonade- und Likörerzeugung, Weinkellereien. Weinbereitung und-behandlung. Für alle Arbeiter, Arbeiterinnen und Lehrlinge, die bei der Produktion, dem Versand und dem Vertriebe in Bäckereien, Brotfabriken, Konditoreien, in der Keks-, Waffel-, Zwieback-, Honig-. Lebund Pfefferkuchen-, Oblaten-, Pasteten-, Zuckerwaren-, Kakao-, Schokoladen-, Teigwaren-, Kaffeesurrogate- und Teeversand-, Marmelade- und Obstverwertungs-, Kunsthonig- und Süßspeisenindustrie beschäftigt sind. Ferner alle Beschäftigten in Fleischereien, auf Schlachthöfen, in den Gefrier- und Künihäusern, Wurst- und Fleischkonservenbetrieben sowie im Gast- und Schankgewerbe. Streik- und Gemaßregeltenunterstützung Zusammen • . 5,918.415. 22,859.269... Jeder Metallarbelter, Maschinist, Helzer und Elektriker schließe sich daher dem Internationalen Metallarbelter- Verbande an. Anmeldungen nehmen alle Vertrauensmänner entgegen. Die Anmeldung kann auch in nachstehenden Verwaltungsstellen erfolgen: 339 Aussig, Karlsgasse Nr. 1. Bodenbach, Poststraße Nr. 813. Brüx, Weitengasse Nr. 4. Böhm.- Leipa, Schloßgasse Nr. 51, Eger, Schiffgasse, Hotel Frais, Jägerndorf, Arbeiterheim. Karlsbad, Haus„ Landskron", Dr. de Carostraße. Komotau, Lessingstraße Nr. 23, Mähr.- Ostrau, Fiedlergasse Nr. 1, Pilsen, Tyllgasse Nr. 24, Reichenberg, Färbergasse Nr. 1. Rothau, Nr. 243, Teplitz, Hauptstraße. Haus..Union". Trautenau, Kreuzplatz Nr. 2. Warnsdorf, Döllingerstraße Nr. 405. Der Verband vertritt die wirtschaftlichen und sozialen Interessen seiner Mitglieder, und gewährt Arbeitslosen-. Kranken-, Wöchnerinnen-. Hinterbliebenen- Unterstützung. Streik- sowie Reiseunterstützung und unentgeltlichen Rechtsschutz. Seit dem 10jährigen Bestande wurden allein für Unterstützungen ca. 700.000 Kč zur Auszahlung gebracht. Hievon allein für Arbeitslosenunterstützung 384.000 Kč und Krankenunterstützung 185.000 Kč. Das Fachblatt, der Verbandsanzeiger", erscheint 14tägig und ist für die Mitglieder obligatorisch eingeführt. Im eigenen Interesse ist es Pflicht der Angehörigen obgenannter Branchen, Mitglied des Verbandes zu werden. Die Adresse des Verbandes lautet: Zentralverband der Lebens- und Genußmittelarbeiter und-Arbeiterinnen. Sitz: BODENBACH, Beethovenstraße 14. GEC VERLANGET in Euerem Konsumverein MARKE Verband der Holzarbeiter, Drechsler und verwandter Berufe in der Tschechoslowakischen Republik Sitz Reichenberg. Freigewerkschaftliche Organisation für Tischler, Holzbildhauer. Tapezierer, Maschinenarbeiter, Sägearbeiter. Drechsler für Holz. Perlmutter, Bein. Steinnuß und Galalith, Musikinstrumentenarbeiter. Klaviermacher, Spielwarenarbeiter. Bürsten- und Pinselmacher. Vergolder, Korbmacher, Parkettenleger, Kork warenarbeiter und Wagner. Der Verband vertritt die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen seiner Mitglieder und gewährt Unterstützungen bei Arbeitslosigkeit. Lohnkämpfen und Rechtsstritten. Reiseunterstützung, Umzugskostenbeitrag und außerordentliche Notfallunterstützung. Bisher wurden ausbezahlt an Unterstützungen insgesamt 3,299.837 Kč. Davon für Streiks 1,533.558 Kč, für Arbeitslose 1,442.984 Kč. Die Aufnahme von Mitgliedern erfolgt nach Entrichtung der Einschreibgebühr von 4 Kronen und einen Mitgliedsbeitrag nach folgenden Klassen: I. KI. Kč 5.50, II. KI. Kč 5, 111. Kl. Kč 4.50, IV. Kl. Kč 3.50, V. Kl. Kč 2.50. VI. Kl.( nur für Frauen und Jugendliche über 17 Jahre) Kč 1.50. Für Lehrlinge Kč 0.60, für jugendliche Hilfsarbeiter bis 17 Jahre Kč 1.-. Jedes Mitglied erhält das Fachblatt Der Holzarbeiter". in welchem es in allen Fragen des fachlichen und rechtlichen Gebietes sowie des sozialen und gewerkschaftlichen Lebens unterrichtet wird. Anmeldungen von Einzelmitgliedern sind zu richten an den Verband der Holzarbelter, Drechsler und verwandter Berute, Sitz Reichenberg, Spitalgasse 35. 336 Jeder klassenbewußte Berufsgenosse, Berufsgenossin werbe auf seinem Arbeitsplatz für seine gewerkschaftliche Organisation und werde Mitkämpfer in den Reihen der freige werkschaftlichen Holzarbeiterbewegung. WAREN // 800 GEC Verband der Land- und Forstarbeiter, Sitz Dux. Der Verband der Land- und Forstarbeiter hat in allen Teilen der Tschechoslowakei seine Ortsgruppen und Zahlstellen. Er hat sich die Wahrnehmung der Interessen der Land- und Forstarbeiter zur Aufgabe gesetzt. In unzähligen Lohnbewegungen hat er die Löhne erhöht und durch Abschluß vieler Verträge seinen Mitgliedern gesichert. Durch Beistellung von Rechtschutz schützt er seine Mitglieder gegen die Willkür der Arbeitgeber. Der Verband hat eine Reihe von Unterstützungseinrichtungen wie Entbindungskostenbeitrag, Sterbefallunterstützung, Notfallunterstützung, Umzugskostenbeitrag, Rechtschutz, Arbeitslosenunterstützung eingeführt, die für die Mitglieder sehr vorteilhaft sind. Der Verband ist jene Organisation der allein alle Forstarbeiter und Landarbeiter angehören sollen. Auskünfte erteilt die Zentrale Dux, Seligerstraße 98. Sonntag, den 18. August 1929. insbesondere der Vertrauensmänner. Die gegen männer mit dem geistigen Rüstzeug versehen wer wärtigen 10 Jahre Internationaler bältniffe ſtellen an Vertreter der den, welches fie im Kampfe um die Rechte der Metallarbeiterverband. Gewerkschaft wesentlich größere Anforderungen Arbeiterschaft und die Verbesserung ihrer Lage als es früher der Fall war. Um dem Rechnung benötigen. Scite 10 Jahre Holzarbeiterorganisation. Im September 1929 werden es 10 Jahre, zu tragen, hat der Verband als erste Gewerkschaft Besonderen Wert wurde vom Verbande auch Infolge der Loslösung der Gebiete der in der Republik im Jahre 1924 mit einer vier immer darauf gelegt, ein enges und inniges Verjezigen Tschechoslowatischen Republit von efter chutägigen Internatsschule begonnen, welche fältnis mit der deutschen sozialdemokratischen Ar als die deutschen Holzarbeiter in der Tschechoin reich mußte unter dem Zwangs der Verhältnisse ann jedes Jahr im gleichen Umfange abgehalten beiterpartei als der politischen Interessenvertre- wakei durch die neue Staatsverwaltung verhalten auch die Organisation der Weetallarbeiter auf wurde. In diesen Schulen, in welche ein Anzahl erin der Arbeiterschaft aufrecht zu erhalten. Viele waren, sich vom Mutterverbande des alten eigene Füße gestellt werden. Da die Gefahr der ausgewählter Vertrauensleute entfendet wurden, seiner Mitglieder und auch seiner Funktionäre Desterreichs loszulösen und einen eigenen Ver Auflösung der noch zum öfterreichischen Bervande baben in sowie ausländische Genossen über fol find in wichtigen Funktionen auch in der Partei band zu errichten. Mit dieser Frage hat sich be= gehörenden Gruppe bestand, so wurde in einer gende Themen Vorträge gehalten: Massen tätig und bilden dort wie in der Gewerkschaft reits im April 1919 eine Landeskonferenz der GeKonferen; derselben, welche im April 1919 in futung. Das Wesen der Gewerkschaften, Die eine Avantgarde. Es besteht die Zuversicht, daß werkschaften beschäftigt, die unter den obwalten Remotan stattfand, der Beschluß gefaßt, einen Praxis des Gewerkschaftskampfes, Gewertschaftsdiefes Verhältnis auch weiter aufrecht bleibt und den Verhältnissen zu dem Entschluffe gekommen eigenen selbständigen Verband unter dem Titel bewegung in der Tschechoslowakei, Volkswirtschaft, der Internationale Metallarbeiterverband auch in ist, eigene Organisationen im deutschen GewerfInternationaler Metallarbeiterverband" zu Der Metallarbeiter im Betriebe, Die Sozialpolitik ten kommenden Jahren ein solches Bollwert für schaftsbunde zu errichten. Eine Landeskonferen; schaffen. in der Republif, Die Betriebsausschüsse in der die Metallarbeiter sein wird, wie es in den ver- der deutschen Solzarbeiter des neuen StaatsPraxis. In diesen Schulen, die seit 1924 jährlich flossenen 10 Jahren der Fall war. abgehalten wurden, fonnten 175 VertrauensAm 20. und 21. September 1919 fand nun der erste ordentliche Verbandstag in Stomotan statt. Es wurden dann der innere Ausbau des Verbandes durchgeführt und durch eine rege Werbetätigkeit eine fast restlose Erfassung der Metallarbeiter in den deutschen Gebieten erzielt. Nachdem die Revolution die Geburtshelferin des neuen Verbandes war und durch die Zeitverhölt nisse die Metallarbeiter dem Verbande zugeführt wurden, ging man daran, die Verhältnisse in den Betrieben vom Grunde aus umzugestalten, was auch gelang. Die Unternehmer haben sich immer als die Herren im Hause gefühlt und auch dem entsprechend gehandelt, Sie haben selbst, ohne die Arbeiterschaft zu befragen und deren Wünsche zu berücksichtigen, die Arbeitsverhältnisse und Löhne einseitig festgesetzt. Sie wurden durch den Einfluß der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter gezwungen, Kolund Tarifverträge abzuschließen, durch welche die Arbeits- und Lohnverhältnisse geregelt wurden. Die Anerkennung der Vertrauensmänner, die früher immer grundsätzlich von den Unternehmern abgelehnt wurden, fonnte durchgesetzt werden. Urlaube wurden vereinbart und zum Teile auch die Aufnahme neuer Arbeiter an die Zustimmung der Vertrauensmänner und der Or ganisation gebunden. Der Absolutismus in den Betrieben fonnte gebrochen werden. Der Verband hat sich gleich in seiner ersten Tätigkeit als wirksame Waffe der Metallarbeiter erwiesen. Ende 1920 setzte die fommunistische Spaltung ein und darauf folgte eine langandauernde schwere Wirtschaftskrise. Wenn auch durch eine Inge Taftif der Spaltungsschaden abgeschwächt werden konnte, so konnte doch nicht vermieden werden, daß durch den politischen Streit, welcher in die Gewerkschaften getragen wurde, und durch die Wirtschaftsfrise die Kraft der Metallarbeiter geschwächst wurde und sie daher im Jahre 1922 einen bedeutenden Lohnabbau über sich ergeben laffen mußten. Immerhin fonnte der Lohnabbau durch den Widerstand der Organisation in engen Grenzen gehalten werden. In Westböhmen wur den zu diesem Zwecke 10.000 Metallarbeiter aus gesperrt. Die infolge der Krise eingetretene Reduzierung der Arbeiterschaft betrug in einer An zahl von Betrieben 40 bis 75 Prozent, wodurch. ein bedeutender Rüdgang in der Mitgliederzahl cintrat. Trotz der schweren Strise war es jedoch mög lich, durch den Einfluß des Verbandes die Lohn verträge aufrecht zu erhalten, obwohl die Unternehmer mehrmals versuchten, diese als unbequem und für nachteilig abzuschütteln, Nur im Streis gebiete Reichenberg, wo sich der Einfluß der Tom munistischen Spaltung am meisten auswirfte, Tonnie auf längere Zeit der Vertrag nicht mehr. durchgesetzt werden. Roch im Jahre 1925 wurde ein General angriff der Unternehmer unternom men, um die Verträge abzuschütteln und den BerBezirkstrantenversicherungsanstalt Tepliß- Schönau. Bestimmungen und Tarif für 3ahnbehandlung und technische Arbeiten im modernst eingerichteten Ambulatorium der Anstalt: 1. Johnbehandlung: Jahnileisch und Zahnbe handlung aller Art. Sabziehen, Jahnitein entfernung( ev. Mundoperation) erfolgt für Mit glieder und anspruchs beredstigte Angehörige im Ambulatorium unentgeltlich. 2. Zehnersatz ohne Entgelt erhalten Mitglieder der Anstalt, wenn ihr Gefundheitszustand durch das Fehlen der Zähne laut Bericht des Chefarzte derart gelitten hat, daß eine ernitliche Erfran fung einzig wegen der fehlenden Zähne eintrat oder einzutreten droht, wenn dieselben mindes stens ein halbes Jahr vor Geltendmachung des Aufpendjes Mitglieder unferer Anstalt waren. olls weniger als 5 Zähne jehlen, wird Zahn: erfat; nicht gewährt, insbesondere dann nicht, wenn es fich hieber um Zähne handelt, welche nicht dem Rauaft dienen. Eine Ausnahme von diefer Bestimmung fann nur dann gemacht werden, wenn die fehlenden Borderzähne das Mitglied in Ausübung seines Berufes hindern. 3. Johnerjaß an Mitglieder, wo die Krankheit nicht allein auf das Fehlen der Zähne zurückzu führen ist und an solche, die Zähne ane toe: metischen Gründen wollen, werden Ersatzstüde nur hergestellt, wenn diese bei ein bis drei jähriger Mitgliedschaft zivci Drittel, bei Whit: pliedschaft von 3 bis 10 Johren die Sälfte und bei einer solchen über 10 Jahre ein Drittel zu Den festgesetzten Regiekosten beifteuern. Krant heitsperioden gelten nicht als Unterbrechung der Witgliedschaft. Desgleichen wird die Kriegsdienit leiftung und militärische Präsenzdienstleistung bei Feitstellung der ununterbrochenen Mitglied idjaft mitgeredjnet, falls diefelbe unmittelbar an den Austritt aus der Beschäftigung andlight und der Eintritt in dieselbe nach Ableistung der Dienstzeit gleich wieder erfolgt ist. Abmeldungen von der Anstalt aus was immer für einem Grunde, die 6 Wedzen nichi überschreiten, werden gleichfalls nicht als Unters bredung der Mitgliedschaft angesehen. Für Plomben haben Mitglieder mit einer Witgliedschaft unter 6 Monaten( vem Tage der E.leidmachung des Anspruches gerechnet) die unten feitgefeßten Regiepreife zu zahlen. Wit glieder mit einer Witgliedschaft von mindestens 14 Jahr K 1.- für eine gewöhnliche Blombe und K 10 für eine Plombe mit Wurzels behandlung. 1. Angehörige haben auf Zahnerfat;, Blomben und sonstige technische Arbeiten leinen Anspruch. Wenn die Anfertigung fünftlider Zähne von defärztlicher Seite als notwendig bezeichnet wird, und außerdem die Kräfte im Ambulato xium nicht übermäßig mit Arbeiten für die Mit glieder beschäftigt find, werden solche Arbeiten auch für Angehörige gegen Borousbezahlung der unten genannten Regiepreise angefertigt. Regiepreise: Gine Zahnprothese mit 1 3ohn. Sine Bahnprothefe mit 2 Zähnen Eine Zahnprothese mit 3 Zähnen Zahnprothefen mit mehr als 3 Zähnen Kč 24.. Kč 32.Kč 40.pro Jahn......... Kč 12.Falls zu den Brotheren Goldflammern ver: langt werden. werden 30 Kč pro Klammer beredynet. Jahmptomben aus bestem Wiaterial. Kč 15.-per Plumbe Zahnplomben mit Wurzelbehandlung Kč 25.per Plombe Kč 65.-... Kč 15.1 Stiftzahn aus Silber Zahnreparaturen am Kautschjuteriai; ( Sprung) Zahnreparaturen am Rautichuteriat; mit 1 Zahn .Kč 25.mit mehreren Zähnen Ke in.- für jeden Zahn. Bei limarbeitung alter Brothesen werden bei alten wiederverwendeten Zähnen Ke 7. bei Verwendung neuer Zähne Ke 10.- pro Jahn berechnet. Als Zuschläge für die Anästhefieruna mit Ghioräthyl oder Injektion werden von Mitglie dern und Angehörigen bei einem Jahn Kč 5.bei mehreren Zähnen oder Zahnwurzeln je Kč 1. eingehoben. Goldarheiten: Goldbrüdenglieder, maffiv Goldtronen Goldplomben i nach Gröne und Edrierigkeit Kč 80.Goldstiftzähne Goldtlammern. zu Kč 170.3 Kč 120.bis Kč 120.31 Kč 140... Kč 30.Zu Goldarbeiten leistet die Anstalt auch an Mitglieder keinen Beitrag. Des Zehnambulatorium ist geöffnet von 9 Uhr früh bis 1 hr mittags und von 3 bis 6 1hr nechmittag; an Somstagen nur von 9 Uhr früh bis Da die unbedeckten Stoiten des Zahnambulaforum ama bent algeroreentlichen unterſtüt zungsfonds beftritten werden, für den feit 1. Juli 1926 nur noch die wenigen pensione verficherten Mitglieder Beiträge leisten, mußten die bisher geltenden Preise eine fleine Erhöhung erfahren. In Anbetracht der Tatsache, daß; nur beites Moteriol in Berwendung tommt, den 3 Aerzten und 1 Tedjuitern die moderniten Behelie zur Berfügung stehen und erfahrungsgemäß solideite Bedienung verbürgt erdeint, tann unferer Whit gliedschaft die Penüßung dieser Einrichtung nur bestens empfohlen werden. Für die gegen Alter und Invalidität versicherten Mitglieder leiftet die Zentralfezialversicherungsz anitalt laut Runofdureiben Nr. 123 vom 12. April 1928, Sabt 8615.- 28. Quichlüsse, wenn durch) Pro: thefen die Invalidität beseitigt eder hinausgeschoben wird und dem Mitgliede eine größere als die halbe Raufläche jehlt. Sie bezüglichen Anuchen werden über zahn und deförstliden Antrag von Der Krantenversicherungsanstalt bei der Zentralfozialversicherungsanstalt eingebracht 328 gebietes hat diesen Beschluß am 6, Juli 1919 be stätigt und den Sitz des Verbandes nach Reichen berg bestimmt. In rascher Folge haben sich dem neuen Verbande die Berufsgenossen in der Holzindustrie und der verschiedensten verwandten Gewerbe so wie die Knopfarbeiter, die Perlmutterdrechsler. Beinarbeiter, Korbflechter, Rorfwarenarbeiter, Horn und Kunsthornarbeiter, die Musikwaren und Spichwarenarbeiter angeschlossen, wodurch der Verband gleich bei seiner Errichtung zum modernen Industriegruppenverband der in der Holzindustrie und verwandten Berufen beschäf tigten Arbeiterschaft geworden ist. Diese Berufe erreichten jedoch nur selten einen ausgesprochenen Industriecharafter. Mit Ausnahme der Steinnußknopfdrechsler, einiger Sägewerke und Holzwarenfabriken. sowie einiger Klavierfabriken sind die Berufsgenossen vorwie gend in Kleinbetrieben und einer Anzahl Mittels betrieben beschäftigt. Und dennoch war es mög ( ich, schon nach einem Jobre 13.000 Berufsgenossen im Verbande zu vereinigen. Mit dem Aufstieg der Organisation war gleichzeitig auch die Wahrung der Interessen der Mitglieder vers bunden. Bald stellten die Unternehmer unferent Lohnbewegungen großen Widerstand entgegen; es fame in fast ollen, und besonders in den fabriks. mäßigen Berufen. zu heftigen Kämpfen, die sich auch in den nachfolgenden Jahren beim Lohnabbauversuch der Unternehmer wiederholt haben, Mit dem Aufleben der Wirtschaft nach der allgemeinen Strise setten auch in unseren angeschlojsenen Berufen die Lohnaktionen wieder ein, die an Heftigkeit hinter den Kämpfen der ersten Nach friegsjahre nicht zurückgeblieben sind, denn in dieser Zeit hat sich das Unternehmertum zum gemein samen Widerstand organisiert und die organisa torische Waffe gegen die Arbeiterschaft anzuiven den gelernt. Ünd dennoch ist es gelungen, das Arbeitsund Lohnvehältnis vertraglich für alle Branchen zu sichern. Der Angriff der Unternehmer wurde abgewehrt und nene Erfolge wurden jeit her errungen. Die nachfolgenden Zahlen sollen einen Einblick in die innere Kraft des Verbandes geben. Bis zum Juni 1929 wurden seit der Gründung des Verbandes 564 Lohnbewegungen mit 54.843 Beteiligten geführt. In 167 Fällen fam es zum Streit und in 17 Fällen haben die Unternehmer ausgesperri, so daß 15.580 Mitglieder den Kampf führen mußten. Diese Stämpfe wurden mit 1,533.558.58 Stronen vom Verbande unterstützt. Berechnet auf die Mitgliederzahl nch men die Holzarbeiter im deutschen Gewerkschafts bund die erste Stelle als Kämpfer ein. Mit dem Einsetzen der Wirtschaftskrise, die auch in der Solzbranche verheerend gewirft hat, ist die Weitgliedschaft in auegrordentlichem Maße arbeitslos geworden. Viele Berufsaugehörige mußten in andere Berufe umlernen und sind un serer Bewegung verloren gegangen. Zum Schube der arbeitslosen Mitglieder wurden bis Juni d. J. insgesamt 1,442.983.88 Stronen an Unterstützung ausgezahlt. An anderen Unterstützungen [ die Versicherten weiterhin im alten Ausmaße sowie für Bildungszwecke wurden verausgabt: rechneten mit der Schwächung der Arbeitertiasse an Strantenunterſtügung. geld ausgegeben: 1,375.966.15 Stronen, d. i. 91.987.60 Stronen für Rechtsschuß, 30.331.10 und auch mit der Unterstüßung der national Die Existenz der Bezirkskrankenkasse Graslis 4.43 Proz. der eingenommenen Versicherungs- Stronen für Notfallunterstüßung und 14.523.79 sozialistischen Auch- Gewerkschaften. Trok der datiert aus dem Jahre 1889. Jahrzehnte hin- beiträge; an sonstigen Leistungen an die VerSchützenhilfe, welche die nationale Vereinigung durch war ihr 3wed lediglich die Auszahlung sicherten( Wöchnerinnenunterstützung, StillpräBer- Stronen für Umzugs- und Reiseunterſtüßung. den Unternehmern leisteten, trotz ihren framps des drankengeldes, wodurch nur die ärgsten mien, Schwangerschaftsunterſtüßung und Be- Auch auf politischem Gebiete ist der Holz haften Bemühungen, Streifbrecher für die be Schäden, die dem Arbeiter aus der Zerstörung gräbnisgeld) 233.532.82; an die Angehörigen arbeiterverband in seinen frühesten Jahren starf ſtreiften sowie ausgesperrten Betriebe zu werben, jeiner Arbeitskraft erwachsen sind und gegen die 12.475.50; an Aerztekosten insgesamt 405.986.03 befämpft worden, als der Bruch mit der komms konnte auch dieser Angriff abgewehrt werden und er sich bei seinem unzureichenden Einkommen Stronen, für Meditamente 212.351.09 Sironen uistischen Richtung in den eigenen Reihen volles mußten neuerliche Verträge abgeschlossen wer nicht selbst privat versichern tonnie, abzuwenden. und für Spitals und Sturheimaufenthalte ogen war. den. Auch die Hoffnung, den Internationalen Mit dem Umsturze begann eine Periode lebhafter 314.307 Kronen. Besonderes Augenmerk richtete Weder der Kampf gegen unseren Verband, noch Metallarbeiterverband durch eine Aussperrung Entwicklung auf dem Gebiete der Kranfver die Bezirkskrankenversicherungsanstalt Graslis die hochtönenden Titel und Parolen der Kommu auf der ganzen Linie finanziell kampsunfähig zu sicherung, die Einbeziehung der Angehörigen, die auf die durchgreifende Heilfürsorge, was dadurch nisten haben an unserer Geschlossenheit etwas zu machen, hat sich als Trigſchluß erwiesen. weit Erweiterung der sogenannten Mutterſchaſts zum Ausdrug tommt, daß die zahl dad in ändern vermocht und ſtehen im Jahre unſeres Einsetzen der besseren Konjunktur am Schlusse des teistungen find Etappen in diesem Entwicklungs Lungenheimen und Bädern untergebrachten Ver- zehnjährigen Bestehens gefestigter denn je da. Die Jahres 1927 fonnten wieder weitere materielle gange. Mit dem sogenannten Sozialversicherungssicherten und Familienangehörigen von Jahr zu geschichtliche Entwicklung hat uns überzeugt, daß und rechtliche Erfolge für die Weetallarbeiter er gesetz vom Jahre 1924, das 1926 in Straft trat, Jahr steigt. unsere Wege, auf welchen wir bisher gegangen zielt werden. wurde zur bisher bestehenden stranken- und UnDurch das neue Sozialversicherungsgesetz Stämpfe haben uns die Achtung der Unternehmer waren, richtige gewesen sind. Die angeführten Der Verband versuchte in der Zeit der Strife fell auch noch die Alters und Invaliditätsand auf die wirtschaftlichen Verversicherung eingeführt. So erfreulich aber diese wurde auch der bei der Anstalt beſtehende außergebracht und zeigen auch die angeführten Ziffern. hältniſſe Einfluß zu nehmen. Er ver- langerſtrebte Ergänzung, um die die Arbeiter ordentliche Unterſtügungsfonds, auf dessen Rech daß der Solzarbeiterverband als Kampforganianlaßte Konferenzen und Enqueten mit den Me- lasse von allem Anfang an heiß gefämpft hat, nung Zahnklinik und Bad betrieben werden, ge- fation, troß allen Widerwärtigkeiten, die er in tallindustriellen und Regierungsvertretern, um wax, von jo unangenehmen Folgen war die Ari fährdet, da seither keine Beiträge mehr hiefür der Zeit seines Bestehens zu überwinden hatte, durch wirtschaftspolitische Maßnahmen eine Ab ihrer Durchführung auf die Schwestereinrichtung: von den Versicherten und Arbeitgebern geleistet fich durchgesetzt hat. die Krankenversicherung. Troy allen Warnungen werden. Nur durch die Errichtung der eigenen band vollständig auszuschalten, Die Unternehmer Grasliher Versicherungswesen. gewährt. Im Jahre 1928 wurde au Kranken- 186.452.10 Stronen au schwächung der Krisenwirkung zu erreichen. der erfahrenen Praktiker wurde der Beitragsfat Zahnklinik war es möglich, den Versicherten Die Holzarbeiter blicken daher an dem Tage, wurden vom Verband genau ausgearbeitete wirt im Gefeße mit 5 Prozent des durchschnittlichen weiterhin Zahnheilfürsorge, durch Gewährung wo die gesamte deutsche Arbeiterschaft in Karlsschaftspolitische Vorschläge vorgelegt, deren Beach Taglohnes festgesetzt und seit 16. April 1927 von Zahnbehandlung unter dem Selbstkosten bad zur mächtigen Manifestation sich zuſammens tung eine wesentliche Wilderung der Strise ver- durfte der Beitrag jogar nur mehr für 6 Tag: preis. angedeihen zu lassen, und es wäre nur zu gefunden hat, mit voller Befriedigung auf den urfacht hätte. Es gelang wohl einiges zu erreichen, wurgeschrieben werden. Schon im ersten Halb wünschen, daß sich die Kenntnis von dem ge- Beitabſchnitt, der ausgefüllt war von vielen opferaber das meiste scheiterte an dem mangelnden jahr des Beitchens des Sozialversicherungsgesetzes funtheitlichen Werte guter Zähne rascher unter vollen Kämpfen und Erziehungsarbeit, und freuen Verständnis der Regierung. In vielen Fällen zeigte es sich, wie recht die Warner hatten. Alle den Versicherten und ihren Angehörigen durch ich gleich allen anderen der Erfolge, welche die mußte von seiten des Verbandes interventert staffen wiesen große Defizite auf. Die Graslißer feben möchte, damit so das Weiterbestehen der Solzarbeiter im Rahmen der gesamten Arbeiter werden, damit durch Erlangung von Rohstoffen. Bezirkstrauteuversicherungsanstalt unter anderem Silinit ermöglicht wird. Dasselbe in noch ver bewegung zu erreichen vermocht haben. durch Ausfuhrbewilligungen für die Ware, durch über eine halbe Million Stronen, was sich in stärkterem Maße gilt von dem Bade der Anstalt, Der Reichsarbeitertag in Karlsbad wird Erlangen von Aufträgen, ja in manchen Fällen cinem Sinten des Reservefonds von 1,765.325.09 das sich in seiner Ausführung und Sauberkeit wohl allen seinen Teilnehmern im dauernden durch Versorgung von Kapital die Betriebe nicht Kronen auf 1,238.712.62 Stronen im Jahre 1926. mit jeder großstädtischen Anlage dieser Art messen Andenken bleiben. Möge dieses herrliche Fest der reduziert oder stillgelegt werden und dadurch bun auf 1.06-1.777.63 Stronen im Jahre 1927 und auf tann und das bei größerer Inanspruchnahme Arbeit auch zur Stärkung unserer Stampfreihen derte Metallarbeiter arbeitslos werden. 1,053.570 Stronen im Jahre 1928 jeigt. Troß noch viel mehr Segen für die Arbeiter, für die es dienen und alle noch fernstehenden Berufsgenoses Besonderes Gewicht legte der Verband auf dem wurde nur bei den Verwaltungsfosten eine in erster Reihe bestimmt ist, stiften könnte. sen dem Verbande zuführen zum Wohle der ge die Schulung der Mitgliedschaft und Drosselung vorgenommen und die Leistungen an iamten Arbeiterbewegung. Franz Marant. BEILAGE STADT KARLSBAD ZUR FESTSCHRIFT DES REICHSARBEITERTAGES Karlsbad – Marienbad Franzensbad. dem Oberen Bahnhof an, der eigentlich bereits[ goge, in romanischem Stil erbaut. An ihr vor- Ider Arbeiterschaft. Es gibt-wohl keinen Ort auf auf dem Boden der Vorstadt Fischern liegt. Ein bei gelangt mana in das Westend- Viertel, wo der Erde, wo Reichtum und Armut so nahe bei Fußweg führt über die Egerbrücke, zunächst durch sich die Griechisch Orthodoxen ein Gotteshaus einander jind, wie in Karlsbad. das Geschäftsviertel. Diesseits des Flusses ist das geschaffen haben. An der Tepl steht das Kurhaus, Der Besuch und Gebrauch der Quellen, die erste bemerkenswerte Gebäude, das Schüßenhaus. Die Mühlbrunnkolonnade, eine Säulenhalle mit Linderung und Heilung jo vieler Leiden bieten Es spielt in der Geschichte des Profetariats eine einigen heißen Snellen und das Stadthaus. Ein fönnen, ist heute noch nicht jedem Stranfen mög gewisse Rolle, denn hier war cc, wo es Jojef paar Schritte weiter gelangt man zum Sprudel, lich. Unsere Zuversicht aber ist, daß Karlsbad Seliger ein lestes Wial gelungen ist, die Einheit dem heißen Springquell, welcher Starlsbads bald nicht mehr ein Sammelplatz der Reichen der Arbeiterbewegung zu bewahren. Hier haben Wahrzeichen ist. Ihm gegenüber ist die fatholische sein wird, sondern eine Seilung gewährende große Männer und Frauen, berühmte Führer Kirche, ein stolzer Barockbau. Auf der Nenen Stätte für alle Siechen, ebenso wie Marienbad, zur Arbeiterschaft gesprochen, in legier Zeit Otto Wiese befindet sich das Gebäude der Sparkassa. das in einer Schnellzugsstunde in herrlicher Bauer und Angelika Balabanoff. das Stadttheater, und in ihrer Berlängerung die Bahnfahrt zu erreichen ist. Niemand versäume, evangelische Stirche und das Gasbad. In den einen Abstecher dorthin zu machen und einen Wäldern, welche Starlsbad umgeben, find zahl Blick auf die herrlich gelegene Stadt zu tun. reiche Ausflugsorte und Kaffeehäuser verstrent. Und wem noch einige Stunden Zeit übrig blei vornehme Gartenstadt, in nächſter Nähe von ben, der suche auch den dritten der großen weft böhmischen Kurorte auf, Franzensbad, die ruhig Eger. Alle drei Orte, verschieden in der Lage, verschieden in ihrer Umgebung, und verschieden in ihren Erfolgen, heute das Ziel einer immer noch dünnen Schicht Stranker, zum Sammickpunfte aller, auch der ärmsten Kranken zu machen, das muß das Ziel aller Menschen sein! Im Tale der Tepi, kurz vor ihrer Mündung in die Eger, liegt Starlsbad, von der Natur reich ausgestattet und freigebig beschenkt, durch seine Quellen, die wunderbare Heilkraft besitzen, der erste Sturort der Welt. Waldbedeckte Berge engen allseits das Tal ein. Wühsam und gewinden ist der Lauf des Flusses; ihm folgen die wichtigsten Straßen, in denen sich der Verkehr bewegt und das Leben abspielt. Die Gründung Scarlsbads wird auf Start IV. zurückgeführt, einem Kaiser des römisch deutschen Reiches und Stönig von Böhmen. Die Sage er zählt, daß der Monarch cines Tages hier gejagt Bei der Teplbrüde beginnt der eigentliche habe. Die Hunde verfolgten einen flüchtigen Kurort. Linker Hand liegt eine große BadeHirsch; plötzlich war das Bellen und Winseln anſtalt inmitten eines schönen Bartes. An einem eines Rüden zu hören. Herbeigeeilt, erfannten Gebäude, in dem zwei Mittelschulen unterge die Jäger, daß das Tier in eine heiße Quelle gebracht sind, vorbei, führt eine Straße nach Gieß ist der Treffpunkt des Sturpublikums. Man findet Zwischen Marlsbad und der Sprudelkolonnade sprungen sei. Bald sah man, daß das Wasser, hübl Sauerbrunn, einem reizenden fleinen Sturwelches hier zutage trat, heilende straft befive. ort. Rechts steht das Postgebäude, jenseits der hier Krante aus aller Herren Länder, aber auch Um die Quelle herum bildeten sich die ersten An Brüde, ihm gegenüber das Zollamt und das ſolche, die nur um des Vergnügens willens nach siedlungen. Mit der Zeit wurden neue Seilwäſs Mineralwasser Bersendungsgebäude. An die diarisbad gekominen ſind. Luxus und Reichtum ser erschlossen, und der Ort wuchs, mit ihm sein Hauptpost schließt sich die Gartenzeile, ferner der geben der Promenade das Gepräge. Ruhm, der den Namen Karlsbad auf der ganzen Stadtpart mit einem großen Garten, in dem Erde bekanntgemacht hat. täglich fouzertiert wird, und das Wilitärbade Der größte Teil der Fremden kommt auf i haus. In der Partstraße befindet sich eine Syna Während so Karlsbad ein Sammelplatz der Bourgeoisie aller Länder ist, finden wir hier euch die stärkste und schlagkräftigste Organisation Nur im„ Arco" Prager Speisehaus Karlsbad- Fischern, vom Bahnhof gehend auf der linken Seite vor der Egerbrücke 334 bekommen Sie schon ab 10 Uhr vormittags bestehend aus Suppe, Braten und reichlicher Beilage Pilsner Urquell Kč 2.20, Egerer Aktien Kč 1.50 Menu Kč 8. Weltkurort KARLSBAD Kurbetrieb ganzjährig. 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De beräume, welche bitation, lichaſted but Zechnit ausgestattet und auch von ausgestatteter Nähiaal mit 6 Gruppen Näh leien sowie Nebenräume, welche: Ubitationen neue Fabrit ist mit den modernsten Errungen-| Warenausgabe ist ein großer, lichter, modern Durch den steigenden Bedarf an Arbeiter- Der steigende Absay in der Gec- Wäsche, welche hygienischen Standpunkte einzig dastehend. erwiesen. der wäsche in der Nachkriegszeit sah sich die Großalsfonsumgenossenschaftliches Eigenprodukt maschinen zu je 12 Maschinen, mit elektrischem einkaufsgesellschaft gezwungen, sich mit der dank der vortrefflichen Qualität und niedrigen sich im Parterre das Warenlager befindet. Von zu 8 Maschinen. Im 2. Stode ist ebenfalls eine Die Betriebsräume wurden so verteilt, daß Antrieb sowie eine Gruppe Spezialmaschineit Errichtung einer Wäschefabrik zu befassen. Der Preise, bei allen Arbeitern lebhaften Anklang dort gelangt man in die elektrisch betriebene Zu Warenausgabe und ein großer, lichter, modern Anregung des Altrohlauer Konsumvereines eine in Bärringen ſtillgelegte Stickerei und Wäschefabrit anzukaufen, wurde im Jahre 1921 ent sprochen. Bärringen am Ramme des Erzgebirges, ist frachtlich günstig gelegen und bot die Jubetrieb jehung der dortigen Fabrik für die armen Erzgebirgler eine Arbeits- und Verdienstmöglichfeit. Aber auch vom gewerkschaftlichen Standpunkte aus war die Wahl dieses Ortes zu- begünstigen, da man dadurch wenigstens einen Teil der berüchtigten Heimarbeit aus der Welt schaf fen konnte, durch welche die dortigen Arbeiter, nicht nur in Bezug auf Arbeitskraft, sondern aud) in gesundheitlicher Hinsicht auf das schrecklichste ausgebeutet wurden, nachdem ein Großteil der Arbeiterschaft in ungesunden überfüllteit Wohnungen bei fast unbegrenzter Arbeitszeit, schlechtem Lichte und geringen maschinellent Mitteln dem privaten Ausbeutungssystem ausgeliefert war. Der Betrieb wurde im April 1921 aufgenommen und für die konsumgenossenschaftliche Eigenproduktion entsprechend ausgestattet. 12008 ausgestatteter Nähjaal mit 6 Gruppen Näh maschinen zu je 12 Maschinen mit elektrischent' Antrieb sowie eine Gruppe von 8 Spezialma schinen. Im Souterrain befinden sich eine elef trische Bügelei und die Adjustierung. Die ganze Anlage ist mit einer Zentral heizung versehen und ist in absehbarer Zeit die Errichtung einer Wäscherei geplant. In der alten Fabrit wurde noch das Expedit, Fertig warenlager und ein Ausstellungsraum geschaf fent. Derzeit sind etwa über 180 Arbeiter ganz jährig beschäftigt. Diejekben sind in schönen, lichten, zweckentsprechenden Räumen unterge bracht. Außerdem wurden für die Arbeiterschaft Erholungsräume, Küche, Waschräume, Tusch und Wannenbäder vorgesehen. Aus der alten Wäschefabrit wurde ein großer Erholungsraum und eine Küche errichtet. Ersterer kann auch für Betriebsversammlungen, Lichtbilder- und Radiovorträge etc. benützt werden. In der Küche wird in fürzester Zeit eine Ausspeisung für die Arbeiterschaft erfolgen und ist den weit entlegen gegeben, das Mittagessen hi: einzunehmen. wohnenden Arbeitern hiedurch die Möglichkeit Aus all dem ist ersichtlich, daß durch diese Die erworbene Wäschefabrik war ein eben- fand, erforderte in furzer Zeit eine bedeutende schneiderei. Die zugeschnittene Ware wird mit erdiges, langgestrecktes Gebäude, in Ziegelbau Erweiterung des Betriebes und eine Erhöhung tels eines elektrischen Aufzuges in die einzelnen ausgeführt und hat eine sehr günstige Lage. der Arbeiterzahl. Im Jahre 1927 wurden von Stockwerke befördert. In dem ersten Stode neue Fabrit eine moderne EigenproduktionsIn dem Gebäude selbst befindet sich ein der Bauabteilung des Gec- Verbandes die Pläne befinden sich die Warenausgabe und Warenüberſtätte geschaffen wurde und bildet diese eineit großer Nähmaschinensaal, Zuschneidejaal, zu einer neuen, 4 Etagen hohen Wäschefabrik nahme, wo die Ware von jeder Arbeiterin selbst Mertstein in der Genossenschaftsbewegung. Bügelei mit fenbetrieb, Lager, Stanz- entworfen und der Bau darnach errichtet. Die abgeholt und retourniert wird. Neben der Schutzmar ke Terranova Terranova- Fassaden in Edelputz ( D.R.P.) Gegründet 1893. u. Kunststein Terranova- Gesellschaft, Ing. 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Finden wir in unseren Woyzum nicht geringen Teil aber privat bei Genossen. nungen noch weiche Bretterböden zum Reiben, Eines vor allem: Sei es in der schönen Bäderstadt oder sonst irgendwo in unserem Staate, Haupt- oder Kleinstadt, Marksled oder Dorf zwei Merkmale sind fast allen Arbeiter Möbel- u. Polstermöbelfabrik Fehlen vieler technischer Errungenschaften, welche wohnungen gemeinsam: Zu enger Raum und das das Leben in der Wohnung leicht und schön machen. Thaddäus Reitzner, Neudek und Filialen: Karlsbad- Fischern Alleinerzeuger in der CSR. der führenden u. epochalen PatentSCHLARAFFIA" Polstermatratze Das Ideal Jedes Ruhebedürftigen Goldene Medaille Sollde Bedienung Günstige Zahlungsbedingungen. Silberne Medaillen Alte Gewohnheiten die jahrzehntelang beibehalten werden, weil sie sich früher einmal bewährten, sind ein Uebel, das uns um manchen Vorteil bringt. Fortschrittliche Hausfrauen verwenden heute nicht mehr Zichorie in ungeteilten Rollen oder Sistchen, sondern Egerländer- KaffeeWürze. Dieses gute Raffeemittel ist in Tagesportionen geteilt, enthält eine Beigabe von dem naturzuderreichen La Rö Feigen- Raffee und ist trop der Vorteile nicht teuerer als Zichorie in ungeteilten Rollen oder Kistchen. Wir geben an Stelle diverser teurer Reflame wie: Lobredner von Haus zu Haus, Auskochen von Staffeemitteln nach eigenen Verfahren usw. usw. zu jedem Paket Priessnitzer- Spezial- MalzKattee, La Rö Korn- Spezial und Volksmalzkaffee 250 einen für jede Hausfrau praktischen Gegenstand. Da gibt es reichlich Gelegenheit zum Em sollten wir sie nach Möglichkeit mit Vinoleum beblick in proletarische Haushaltungen. Eng gelegen, allenfalls in weniger betretenen Zimmern drängt mag es für ein paar Sommernächte blog mit gutem Fußbodenlack streichen. Freude und Spaß sein, proletarische Solidaritat Schmerzenskinder des Arbeiter- Haushaltes ist es jedenfallens. Dem nachdenklichen Genof- find fast inmer Beleuchtung und Beheizung. sen gibt es darüber hinaus viel Stoff zur An- Elektrische Beleuchtung, die einzig einwandfreie, regung, der proletarischen Hausfrau als Gast viel dringt zum Glück stets weiter vor, fann im Maße zu sehen und zu lernen. der Verallgemeinerung billiger werden und stellt sich jetzt in unserem Staate bei rationeller Verwendung( keine Stall und Kellerkerzen, stets auch bei turzom Verlassen des Zimmers abdrehen u. f. f.) nicht mehr teuerer als Petroleum; faunt. Für die Beheizung haben wir alle im die Vorzüge diefem gegenüber sind allgemein bea ungewöhnlich strengen Winter viel ausgegeben, um wie viel mehr, als uns zugute kam, d. h. als Wärme in unser Zimmer gekommen ist, wird selten bedacht. Wie sparsam ist dagegen ein gut gebauter Gasofen oder Herd mit Dunsthaube, bei welcher alle gekochten Gerichte, zwei bis sieben übereinander, bei einer einzigen fleingedrehten Gasflamme weiterkochen. Wer sich diese in der Anschaffung freilich noch teuere Sache nicht leisten kann, benutzt, namentlich im Sommer, fleißig die Stochtiste, hebt leicht verderbliche Speisen oder Reste von solchen in den praktischen und billigen Kühlschüsseln auf und verwendet viel rohes Gemüse und Obst, wodurch er Feuerung und Arbeit spart, den Speisezettel bereichert und die Nahrung ohne Mehrkosten reicher an den für die Gefundheit wichtigen Vitaminen erhält. eine überanstrengende, zeitraubende Arbeit sein, Das Wäschewaschen muß nicht wie ehedem wenn es in einer wenn es in einer guten Waschküche und mit schädlichen Chemikalien gemacht wird. Maschinelle modernen Maschinen und für die Wäsche unDen Mangel an Plaz sind die Genossen to fehr gewöhnt, daß sie ihn erst empfinden, wenn er haarsträuben wird. In England gilt jedes Zimmer als übervölfert, wenn mehr als zwei Personen drin wohnen, bei uns sind vier bis fünf Leute für den Raum ganz alltäglich. Folge da von das Zusammenschlafen von zwei oder gar mehr Personen in einem Bett, und dadurch eine weit größere Ausbreitung der Tuberkulose, als durch schlechte Arbeits- und Ernährungsverhaltnisse bedingt wären. Die Wohnung vergrößern fönnen heutzutage auch viele Familien mit mehr als proletarischem Einkommen nicht: aber ein Klappbett oder Kastenbeit anzuschaffen, das geht schon cher; wenn möglich alle Holzbetten durch eiferne, verschiebbare erseßen und einen fleinen, aber aufklappbaren Tisch dazu, da gibt es gleich viel mehr freien Raum im Zimmer und ein viel leichteres Reinhalten. Anstatt der großen Tuchenten und schweren Federpolstern soll es waschbare Deden geben, man bekommt solche schon von Kč 15.- an sehr hübsch, für den Winter freilich zwei bis vier für jedes Bett, aber im Sommer ut es eine einzige Bie leicht ist der Sommer tut es eine einzige Wie leicht ist das ungezieferfrei zu halten, wie sehr fommt es der Hausfrau zustatten, wenn die Tucheni bezüge, diefe teuersten und schwer waschbaren Wasches stüde wegfallen! In die Kopfpolster wer nicht frankheitshalber hochgelagert schlafen muß, nimmt mit einem vorlieb oder gewöhnt sich auch diefen ganz ab, in die doch gebrauchten Pölster gehört Roßhaar oder, wo dieses zu teuer ist, jeden Herbst frisches Spreu. Wer sie nicht fennt, glaubt faum, wie gut sich es darauf liegt. Sold) luftiges und doch behagliches Bett wird niemand mit schweren, dunklen Deden verhüllen wollen. Gut ist die Mode der lichten, leicht waschbaren Kreton und Tülldeden. Die erwerbstatige Frau und Haustochter wird freilich nicht Zeit zu lang wierigen Stickereien finden und soll auch nicht ihre knappen Freistunden damit verbringen. Lieber greift sie zu blumigen Mustern im Stoff, zu Zierborien und bedenkt stets die Notwendig feit leichter Instandhaltung. asch, Wind, Trocken- und Mangelanlagen, wie sie die Großhäuser des Roten Wien besiven, Kleinmaschinen und jene Pulver, welche in ihrer eignen sich natürlich nur für Zentralbetriebe, die chemischen Wirkung dem Gurgelwaffer Wasserſtofifuperoryd gleichen, fönnen auch für den Einzelhaushalt fehr Ersprießliches leisten. fleinen nebeneinander verfolgt, muß am augenWer den Haushaltbetrieb im großen und betriebes erfahren. An dieser Stelle ficht die fälligen Beispiel die Ueberlegenheit des GroßSausfrau fiar die Wahrheit dieses Grundsatzes aller rationellen Betriebsführung auf demjenigen Gebiete, welches ihr am vertrautesten ist. Wohin führt diese Erfenumis? Notwendigerweise zur zusammenlegung unseres Zwerghaushaltes zit leistungsfähigen, arbeitsparenden Großbetrieben. zu Die Zentralkaushaltungen, mit einem nicht ganz treffenden Namen meistens„ Einfüchenhäuser" genannt. find in manchen großen Städten bereits vereinzelt in Betrieb( Hamburg. Frankfurt a. M., Berlin, Wien) und bewährten sich glänzend. entfräften. teile des Großhaushaltes eingehend zu besprechen Es ist hier weder Zeit noch Ort, die Vorund die von vielen Anhängern ,, individuellen geltend gemachien Einwände zu Sochgeschmacks"-Männern und Frauen Wohnweisen und Lebensgewohnheiten von vielen Generationen her fönnen sich naturgemäß nur langfam ändern, was aber sofort beffer, viel in stets steigendem Maße die Staatsgewalt erbesser werden kann, wenn das arbeitende Volk obert, das ist: Es ist erstaunlich, wie viel Arbeit sich die proletarische Hausfrau ersparen fann, wenn jie bei Neuanschaffungen immer die Forderung nach Arbeitserleichterung und Ersparung von In standhaltungskosten im Auge behält. Sei es nun, daß man Nierosta Eßbested anschafft beim Löffel kann man allenfalls Aluminiumblech nehmen, das freilich nicht so schön aussieht, aber sehr billig ist und stets rostfrei bleibt. Von den tupfernen und messingenen Schaustücken der Es können gesunde Volkswohnungen für Großmütter find wir glücklicherweise abgefom- alle gebaut werden. Nicht mehr darf die Einmen, schließen wir auch die Gebrauchsgegen- zimmer- Rüche- Wohnung, viele Treppen hoch, ſtände: Kaffeemühle, Wörfer, Gewürzbüchsen, arm an Sonne, ohne alle technischen Einrichtun Nudelbrett usw. möglichst staubdicht in den gen, der Typus der Arbeiter- Wohnung bleiben. Stüchenschrant! Wenn dieser hübsch in die Wand Die Zusammenpferchung in ungefunden Räueingebaut und die Wasserleitung für falt und men, die höchstens ein Obdach sind, aber den warm mit einer tiefen Spülmulde ausgestattet wäre, wie es z. B. in Schweden ganz allgemein auch in billigen Mietwohnungen ist, so hätten wir wieder einen Schritt vorwärts im Sinne der Arbeitsersparnis getan. Im gleichen Sinne wir Namen„ Wohnung" nicht verdienen, wird aufhören, wenn unsere Partei stark genug ist, die Erbauung neuer Wohnungen aus öffentlichen Mitteln zu gemeinnüßigen Zwecken durchzusetzen. Hausfrauen! Anna Bloch. Berufet Euch beim Einkauf auf das Inserat in unserem Blatte! 35 SANA JAHRE Frau Anna Tüchtig macht alle Hausfrauen aufmerksam Schon vor 35 Jahren wurde mit der Erzeugung der Teemargarine SANA auf čechoslovakischem Gebiete begonnen. Dank ihrer vorzügli chen Qualität fand sie bei den Hausfrauen Anerkennung und rascheste Einführung. Erst lange nach dem Kriege folgten andere hiesige Marken. Heute wird SANA Teemargarine in einer grossen modernst und hygienisch eingerichteten Fabrik in grossen Mengen erzeugt. SANA macht das Gebäck locker, mürbe und leicht verdaulich, ist daher für jede Hausfrau unentbehrlich. Alles verwendet Zum Festschmaus Nur Gollner Єier- Teigwaren. Höchste Auszeichnungen! Franz. u. Kremser- Senf Speise- u. 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Da gab es schwere, unyandliche Zeit auf den Markt gebrachten elektrisch en geftanzter Blechtäfelchen( Schablonen) oder eine Folianten, die in wenig übersichtlicher zumeist Schreibmaschinen erhöhen die Leistungsfach auf der Schreibmaschine hergestellter Sten ur dem alten im Dienſte ergrauten Hauptbuch fähigkeit beträchtlich. Speziellen Buchhaltungs- cils, drucken diese Waschinen innerhalb eines balter verständlichen Form Aufschluß über den zwecken dienen eine Reihe Buchhaltungs- furzen Zeitraumes die Adressen direkt wirtschaftlichen Stand und Erfolg des Unternehmaschinen, die mit einer beliebigen Anzahl Ruverte, Zeitungsschleifen usw. Außerdem wer mens gaben. Die Rechnungen wurden besten von Zählwerken sowie einer separaten Ein- den diese Maschinen auch noch zur Herstellung falls fein fäuberlich mit Stopiertinte nieder richtung zur Ermittlung des Saldos ausgestattet von Personallisten und ähnlichen Zweden vergeschrieben, nachdem man zuvor die Einzelheiten sind. Daneben gibt es einfache und billige wendet. Buch„ forgfältiges" Ropfrechnen ermittelte. Buchungsgeräte, die jedoch nur teilweise Benn schon vereinzelt eine der zu dieser Zeit die Vorteile der großen Waschinen( Durchschreib- rasch und sicher die verschiedenen Modelle der Das Zukleben der fertigen Post besorgen allerdings noch seltenen Schreib. oder Rechen verfahren) ausweisen. Brief Verschließmaschinen. maschinen zur Verwendung gelangie, so bedeutete dies im Urteile vieler damaliger Zeit und Fach genossen ein sehr fragliches Experiment, welches in furzer Zeit zur Erkenntnis führen müßte, daß die von den Vätern übernommenen Methoden denn doch die besten seien. Re Eine besondere Ersparnis läßt sich durch In letzter Zeit gelangen immer mehr Frankier Waschinen zur Anwendung. zweckmäßige Verwendung der verschiedenen die das Aufkleben der Briefmarken ersparen und mechanisch oder elektrisch betriebenen chenmaschinen verzeichnen. Nahezu in allen den Warfenwert auf die fertigen Poststücke, Betrieben ergeben sich fortlaufend Rechenarbei- Zeitungefchleifen usw. abdrucken. Erst in den letzten Vorkriegsjahren änderte ten, deren Erledigung ohne Zuhilfenahme geeig Das System der Vertikalkartotheken wird sich dieses Bild. Vor allem fonnte sich die neter Hilfsmittel sehr zeitraubend ist. Die Ver- langsamt durch die sogenannten Sicht tarschuppenSchreibmaschine- vermöge ihrer besonderen breitung der Rechenmaschinen ist deshalb in teien verdrängt. Die sinnreiche, Vorzüge gegenüber den althergebrachten hand- ſtändiger Zunahme begriffen und wird durch die ähnliche Anordnung der Karten in den einzelnen schriftlichen Methoden in verhältnismäßig verhältnismäßig billigen Anschaffungskosten der Metalladen gibt die Möglichkeit, etwa 50 Auffurzer Zeit einbürgern. Auch Additions- und einfacheren Modelle sehr gefördert. Vielfach schriften gleichzeitig zu übersehen, wodurch das sonstige Rechenmaschinen fanden allenthalben werden für bestimmte Rechnungsarten besondere umständliche Heraussuchen vermieden wird. mehr und mehr Beachtung. Es waren dies Waschinen tonſtruiert. Zu den bekanntesten Aehnliche Vorteile bieten auch die 2- o feblatt. meistens amerikanische Erzeugnisse, die in ihrem Maschinen dieser Art zählen die schreiben- Bücher, deren Anschaffung wesentlich bilSerfunftslande schon viele Jahre hindurch mit den Additionsmaschinen. Wan unter, liger ist. Schließlich sei noch auf die gesteigerte Vekqutem Erfolge verwendet wurden. Amerifa scheidet zwei Hauptgruppen, und zwar Volltastatur Maschinen, bei denen für jeden wendung der automatischen Telephon lieferte hauptsächlich Schreibmaschinen sowie schreibende Additions- und Buchungsmaschinen, Stellenwert eine eigene Tastenkolonne vorhanden anlagen verwiesen, die in jeder beliebigen schreibende Additions- und Buchungsmaschinen, ist und dann die sogenannten 10- East en Rapazität hergestellt werden und selbsttätig die während Deutschland nebst einigen guten iſt 10- Tasten- Rapazität maschinen, bei denen sich der Stellenwert gewünschte Verbindung herstellen. Schreibmaschinenmarken vornehmlich RechenMit dieser Liste von Maschinen und Geräten semaschinen, für alle vier Rechnungsarten geeignet, automatisch bestimmt, die aber wieder das fe auf den Markt brachte. Auch in Schweden und parate Auschreiben von Rullen erfordern, was sind noch lange nicht alle Erzeugnisse dieser bei den Bolltastaturmaschinen automatisch erfolgt. Branche aufgezählt. Jeder Tag bringt Ueberin der Schweiz gab es zu diefer Zeit bereits eine Das Poſtſchedamt Prag, welches die Leistung raschungen. Vorwiegend die amerikanischen und nennenswerte Rechenmaschinen- Induſtrie. Seit einer jeden Büromaschine durch spezielle Abtei deutschen Fachinduſtrien überbieten sich 1924 besteht auch in der Č. S. R. n. zw. in Reilungen feſtſtellen läßt, verwendet nur Vollta Neuerungen. In unserem Lande werden Bürochenberg eine Rechenmaschinenfabrik, die ,, Mira" ftaturmaschinen als die leistungsfähigeren. Die maschinen überhaupt nicht hergestellt. Teut Rechenmaschinenfabrik 3. m. b. H. Diese Fabrit meisten Modelle sind außerdem mit einer Ein- Marft beherrschen daher fast ausnahmslos die crzeugt nach dem Odhnertyp Rechenmaschinen richtung für direkte Subtraktion versehen. Erzeugnisse der wiederholt genannien Hauptmit und ohne Indikator, mit und ohne Zehner Der Antrieb erfolgt gleichfalls mechanisch oder produktionständer. Dauchen kommt nur eingef übertragung im Quotienten je nach Preis. Die„ Wira" Rechenmaschine weist alle moderheid. Weiter gibt es Spezialmaſchinen für nen ſchwediſchen und ſchweizerischen Erzeugnissen nen Vorrichtungen, falje und zwar für elektrischen, halbautomatischen Sperrungen gegen einige Bedeutung zu. und ist vorragend. Der Absatz dieser Marke ist beden- und vollautomatischen Betrieb. tend und es hat sich die Mira" auch dein Weltmarkt erobert, denn der Export erfolgt in alle Länder der Welt, ein erfreuliches Moment für diese junge heimische Industrie. Der Krieg hat auch hier die weitere Entwidlung enrpfindlich gehemmt. Die Verwendung von Büromaschinen begegnete wohl, speziell in an Obwohl die Oualität der zurzeit angebotenen Waschinen durchwvegs gut ist, verursacht die AusAls wahre Wunderwerke der Technit find wahl geeigneter Modelle dem Unfundigen doch die amerikanischen Statistikutaschinen gewisse Schwierigkeiten; denn jede Waschine anzusprechen, deren Verwendung jedoch mit dies gilt insbesondere für Rechen und Buch Rücksicht auf die hohen Anschaffungskosten nur der gegebenen Arbeiten mehr oder weniger gut haltungsmaschinen wird sich zur Bewaltigung Groß- Banten und Industrien usw.). großen Betrieben möglich ist( Statiſtiche Aemter, eignent. Soll der erwartete Effekt in bezug auf Fragen durch feinerlei Rücksichtnahme auf irgend Arbeits und Zeitersparnis jedoch voll und ganz Zur Herstellung von Prospeften und Sirin erzielt werden, dann muß die jeweils zived den am Striege beteiligten Ländern, einem ge- laren eignen sich besonders die verschiedenen mäßigste Diaschinentype gewählt werden. steigerten Interesse, war doch durch die Errich- Arten von Vervielfältigungsmascht halb ist es wichtig. vor Anschaffung einer hung neuer Aemter die Verwaltungsagenda benen, welche mittels einer, auf der Schreib. Maschine fachmännischen Rat einzuholen, und deutend gestiegen und Mangel an Arbeitskraften maschine hergestellten Matrize binnen kurzer Zeit zwar dort, wo die Beurteilung solcher heifler fühlbar. Doch bald waren die zu Beginn des tausende gut leserliche Abzüge liefern. Krieges vorhandenen geringen Vorräte at Zum Kopieren der mit kopierfohigem Farb- eine besondere Marke beeinflußt wird. Die Maschinen erschöpft, ohne daß mit genügenden band hergestellten Briefstücke dient die auto Büromaschinen- Abteilung des GEE Verbandes Nachschüben gerechnet werden konnte. Die Er matische stopiermaschine. Sie hiefert befaßt sich schon seit Jahren mit der Vermittlung zeugung war für die Dauer des Krieges unter- bis zu 80 Stopien in der Minute. Außerdem gibt von modernen Büro- Blaschinen und Geraten brochen, weil die Fabriken zur Herstellung es Kopiermaschinen, die auf photographischem und wird im gegebenen Falle gerne jeden ge„ edlerer Stulturgüte:" herangezogen wurden. Wege Stopien der gewünschten Schriftstude her- wünschten Aufschluß erteilen. Amerikanische Maschinen waren wohl durch Bermittlung neutraler Staaten erhältlich, jedoch auch nur in geringer Zahl. Die amerikanischen Maschinenfabriken haben sich gleichfalls, wenigstens zum Teile der luftrativen Munitionserzen gung zugewandt. Nach dem Kriege steigerte sich die Nachfrage nach Büromaschinen und Geräten beträchtlich, da die geänderten wirtschaftlichen Verhältnisse gebieterisch eine Vereinfachung des Verwaltungsapparates, sowohl der staatlichen Aemter wie auch der privaten Unternehmungen forderten. In der ersten Nachkriegszeit beherrschten die amerikanischen Erzeugnisse nahezu vollständig den Markt. Erst viel später kam dann auch die deutsche Industrie mit ihren Fabrikaien heraus. Die weitere Entwicklung ging nun rapid vor sich. Die Hauptproduktionsländer Amerika und Deutschland arbeiteten fieberhaft an Verbesserun gen wie auch an der Konstruktion neuer Modelle. Ursprünglich war Amerika in der Herstellung von Schreib-, Additions- und Buchungsmaschinen führend, während sich Deutschland mehr der Erzeugung von vier spezies Rechenmaschinen zuwendete. In letzter Zeit bringt aber auch Deutschland verbesserte Modelle von Additionsund Buchungsmaschinen, die sich neben den amerikanischen Typen erfolgreich behaupten. Es gibt wohl heute fein Gebiet mehr, auf welchem Büromaschinen und Geräte nicht mit Erfolg verwendet werden könnten. Die verschiedenen Maschinenthren einzeln anzuführen ihre Verwendungsmöglichkeiten und Vorteile zu childern, würde wohl zu weit führen, stehen doch hunderte Modelle, mit den verschiedensten Zu'aßeinrichtungen ausgestattet, für jeden gewünschten Swed zur Verfügung. Da wären zunächst die mannigfacher Systeme der Schreibmaschinen zu er Kein Pienogramm mehr... DIKTAT NUR NOCH IN. LINDSTROMS Parlograph Kennen Sie noch nicht? Nachholen- Prospekt verlangen! CARL LINDSTROM AG. BERLIN SO 36 Rugbringende Kleintierzucht Rubentenzucht Rusbringende Saltung u. Bilege des Schajes Geflügelzucht Der Naninchenstall Buchführung für Kanin. chenzüchter. Gefundheitspflege ber Kleinbaustiere Züchtungslehre. K 6.80 . K 10.20 • K 6.80 . K 3.40 . K 3.40 • • K 3.40 . K 3.40 Ausführliches Berzeichnis über derartige Schriften Kostenlos. Bolfsbuchhandlung Rremier& Co. 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Vor mehr denn 50 Jahren, als die ersten Versuche gemacht wurden, die Handschrift durch mechanische Mittel zu erseyen, als die erſten Modelle der Schreibmaschine der Fabrikation zu geführt wurden, hat wohl kein Zeitgenosse geabut, welche Bedeutung dieser Erfindung beizumessen war. Heute kann man sich ein faufmän risches oder behördliches Büro ohne Schreibma schine nicht mehr denken, Willionen von Exem plaren folgen dem schnellen Pulsschlag der Zeit und sparen menschliche Energie. Sicher aber würde die Schreibmaschine ihren Siegeslauf nicht durcheilt haben, wenn nicht Hand in Hand mit ihr die Kurzschrift ein geführt worden wäre. Beide sind unzertrenntliche bier die Faftoren gewesen. Es wäre nuplos, hier die Wirkungen weiter zu beleuchten, welche die Zu sammenarbeit mit der Kurzschrift und der Schreibmaschine in Bezug auf Zeit und Arbeits crleichterungen gebracht haben, sie sind den. Lefern in weitesten Streisen bekannt. LC Smith GIRIAN & Co., PRAG II., Stěpánská 32. Tel. 35151-53. 147 Sonntag, den 18. August 1929. Amerikanische Kugellager- Schreibmaschine. Neues gedecktes Modell mit flachen Tasten, anerkennt und daher diese Arbeitsweise nicht doch, daß die Tätigkeit mit der Diftiermaschine Jahren ihre Korrespondenz ausschließlich auf die ihre Leistungen vergrößert, sie nicht den nicht Diftiermaschine eingestellt haben, wenn befannie wieder missen will. Stotterer, oder jolche, die auch dem Ste immer guten Stimmungen des Diftierenden Fachschriftsteller in langen und überzeugenden graphen die Aufnahme des Diftates zur ausjent, ihr Arbeitstempo gleichmäßig einteilt Abhandlungen unter Hinweis auf die vieliciti. Qual machen, wollen lieber auf die Diftierma- und auch ihre Augen und Körperhgitung schont. gen Vorteile und Zeitersparnis für die Verwen schine verzichten. dung von Diftiermaschinen eintreten, ist der Die Ansicht, daß das abschreibende. Personal In Amerika fennt man feine andere Art Beweis für den Wert des maschinellen Diktates, Jst nun der bisherige Weg zur Erledigung des Briefwechesels durch Maschine und Steno berechtigte Gründe have, die Tätigkeit mit der des Diftates, als das in die Diltiermaschine, bei gegeben und es werden dadurch, die Einwände, graphic schon die Vollendung? Dieser Modus Diktiermaschine abzulehnen, ist absolut irrig. Der Southern Vacafic Kompanic, einer Eisen- bie man heute noch so häufig hegt, durchaus hin. erfordert das zeitliche Zusammenwirken zweier eines der vielen angeblichen Argumente ist bahngeſellſchaft in den Südstaaten der Bereinig fällig. Die Tecnit steht nicht still. Die nächste Versonen, des Diktierenden und des Stenoſtichhältig. Viele hunderte von Waschinenſchreiten Staaten beispielsweise sind 700 Diftierma Forderung: Maschinen, welche das gesprochene berinnen wollen nicht mehr zur stenographischen schinen im Gebrauch. Wenn nun große und be- Wort direkt in Schriftzeichen umgestaltet! Zugraphen, welch letzterer das Diktat aufnehmen mug, um es nachher, also in getrennter Zeitein- Aufnahme des Diftates zurückkehren. wiſſen ſie fannte Firmen der Tschechoslowafci feit langen fünftsmusii, aber sicher feine Utopic! heit in die Maschine zu übertragen. Die logische Forderung ist die, hier die Abhängigfeit zweier Bersonen zu beseitigen und eine Tätigkeit, nämlich die stenographische Aufnahme auszuschaften. Diese Aufgabe hat die Diftiermaschine gelöst. Mit ihrer Erfindung ist die Brüde geschla gen, um die Abhängigkeit zu beseitigen, die bisher bestand, nämlich das Erfordernis, für die Aufnahme des Diftats gleichzeitig zwei Personen beschäftigen zu müssen. Der Diktierende überträgt nunmehr ohne Zuhilfenahme des Stenographen seine Gedanken in die Maschine, unabhängig, zu jeder beliebigen Zeit, in jedem gewünschten, in den meisten Fallen vom Stenographen nicht annähernd er reichten Tempo. Während er neue Diffate gibt, fann die Maschinenschreiberin das vorher Dif tierte schon schreiben. Zwei Arbeitseinheiten fallen somit in eine zusammen. Die Steno graphin vergendet nicht mehr Toftbare Stunden mit der Aufnahme von Stenogrammen, einer befanntlich recht häufig gestörten und unterbro chenen Tätigkeit. Technisch bietet der Apparat nicht die geringsten Schwierigkeiten. Wenige Handgriffe bringen ihn in Funktion, ermöglichen das Einstellen auf Diktat oder Wiedergabe. Die Umstellung des Diftierenden auf die mechanische Diftiertätigkeit bedarf nur weniger Tage, oft ux einiger Stunden, um ihn dazuzubringen, Da er die Borteile maschinellen Diftates boll Das Radio, ein Kind der Technik und der Kunst. Das Radio, vor wenigen Jahren noch Wunder, Luxuserscheinung und Sensationsangelegen heit, heute Alltagsding, das wir uns aus dem Getriebe unserer Zeit nur schwer mehr wegdenTen fönnten, ist das bisher bedeutendste Produkt zwischen Technik und Kunst. der Vermäs unter den. In ganz Zeit ist das Radio Errungenschaften moderner Technik nicht nur gine der weittragendsten in kultureller Beziehung geworden, sondern in dieser furzen Spanne Zeit eigentlich kaum einem Jahrzehnt hat das Radio als geistiger Nutgegenstand für die Wasse fast alle anderen rein technischen oder gar fünstlerisch- technischen Erfindungen der allerneuesten Zeit in dieser Hinsicht weit überflügelt. Selbst vor dem Kriege, noch fast utopisch erscheinend, hat das Radio, als es seine ersten Schritte ins große Stulturleben machte, faum ahnen lassen, daß es mit solchen Riesensprüngen Millionen und aber Millionen Menschen täglich in seinen Bann ziehen würde. Aber nicht nur das Quantum ist erstaunlich, mit dem sich das Radio durchsetzte, sondern auch das Quale, auch sein innerer Gehalt, der sich von Jahr zu Jahr erhöht, nicht nur abhängig von den fortschreitenden technischen Verbesserungen an allem Radiomaterial selber, sondern auch rein geistig ind fünstlerisch bewirkt durch die unablässigen Bemühungen aller Rundfunkfaktoren zur Ausgestaltung dessen, was durch die Sender dem Publifum geboten wird. Soweit da die Absicht mitbestimmend ist, anderen Sendern es an Leistung zuvorzutun, wollen wir uns solche Konkurrenz gerne gefallen lassen. Freilich, für den Arbeiter ist das Radio in allen seinen Zuständen und Beziehungen von heute noch weit von idealer Brauchbarkeit entfernt: noch immer stößt die Anschaffung eines zulänglichen Apparats und seine Erhaltung infolge der für den Profeten hohen Preise im Arbeiterhaushalt auf große Schwierigkeiten; noch immer stellen die Rundfunkstationen nur zum geringen Teil Programme, die dem Denken und Fühlen, dem Interessenkreis und der Weltanschauung des Arbeiters entsprechen. Mühsam tuß sich die Arbeiterschaft auch hier ihren Anteil erkämpfen. Aber sie wird sich ihn erfämpfen, weil sie in ihren weitesten Schichten fangst erkannt hat, welche Bedeutung dieser techfifche Faktor für die geistige Erziehung des Voltes hat. Daß es sich beim Radio um ein Technitum von unabsehbarer Entwicklungsfähigkeit, von nie ganz zu erschöpfender Tiefe und nie zu erspannender Weite handelt, kommt dem Intersise des Arbeiters, den gerade das Technische reizt, außerordentlich entgegen. Auf dem Umwege über das Technische, dessen Kenntnis oder Beherrschung in unserem Zeitalter von wesent 食 麵 818 ZUR RATIONALISIERUNG IHRES BETRIEBES UNENTBEHRLICH RechenMaschinen Hamann- Manus AdditionsDalton- Super Hamann- Vollautomat Dalton- Multiplex Hand- und elektr. Antrieb. Unverbindliche Vorführung. L.& G. HALPHEN PRAG, Pařížská 22- D. TELEPHON 22305 TELE FUN KEN Radio vollkommen! SE trias TELEFUNKEN 40 EUROPA- EMPFANG MIT STATIONSWAHLER OHNE HOCHANTENNE NICHT MEHR SUCHEN NUR NOCH EINSTELLEN VERLANGEN BRUNN, Ceská 9. TELEPHON 4148 SIE KOSTENLOS DIE HOCHINTERESSANTE BROSCHÜRE TELEFUNKEN DIE ALTESTE ERFAHRUNG. “ DIE MODERNSTE KONSTRUKTION An die Fa. Kreši& Co., Prag I., Hradebni 3. Telefunken 10 Senden Sie mir kostenlos hre Broschüre Name: Adresse: Zirka 40% billiger liefere ich eine amerikan. Büromaschine nur erster Marke: ,, Honor- Built" egal welchen Systems: Ernst Kovanic, ger. beeid. Sachverst. Reichenberg, Schückeritr.36 licher Wichtigkeit ist, fommen Hunderttausende erst zum untechnischen, rein geistigen, fünstlerischen Gehalt das Radio, den wir ja immerhin als seinen höchsten Wert auzusprechen haben. Und hinwiederum gerieten und geraten Zehn tausende, für die bisher alle Technik ein Buch mit sieben Siegeln war oder ist, auf dem Um weg über das, Geistige und Künstlerische, das sie im Radio ſuchen, nolens volens in den Bannkreis der großen technischen Geheimnisse, werden so wenigstens mit dem Wichtigsten bes fannt, was aus diesem immenſen Gebiete menschlichen Forschens, Entdeckens, Erfindens und Schaffens für jedermann zu wissen heute Lebensnotwendigkeit ist. Unter dem Vielen, das täglich über das Radio geschrieben und gesprochen wird, mögen auch diese Zeilen dazu beitragen, alle die vielen noch Uninteressierten denn auch diese zählen wohl immer noch nach Millionen ein wenig auf Tatsachen hinzulenken, vor denen die Augen zu verschließen eine Sünde gegen den Geist des Fortschritts und im besonderen gegen das Prinzip genannt werden muß, daß die Arbei terschaft an alles Große und Wertvolle, das die neue Zeit schafft, so rasch und gut wie möglich Anschluß zu suchen hat! g. Die Hochantenne auch für Fernempfang nicht mehr erforderlich! Vergessen Sie bitte nicht die Antenne zu erden! Diese allabendliche Mahnung des Rundfunksprechers wird bald ihre Bedeutung vertic ren. Man weiß ja, daß für den Ortsempfang eine Sochantenne mit all' ihren Unannehmlichkeiten schon lange nicht mehr erforderlich ist daß man mit einem der üblichen guten 3- Röhrenempfänger au irgendeinem kurzen Zimmerdraht vollkommen ausreichenden Lautsprecherempfang bewerkstelligen fan. Anders war es allerdings bis jetzt für den Fern empfang. Zwar war es auch möglich, ohne Hochantenne gelegentlich einige Fernſtationen aufzunehmen, aber entweder war die Einstellung so schwierig, daß es mehr eine eine Angelegenheit des sportlichen Ama ieurs war, oder der Empfang selbst war so un sicher und unſtabil, daß er für denjenigen, der wirk lich nur hören wollte, feine reine Freude war. Seßt bringt Telefunken mit seinem soeben neu erscheinenden Fernempfänger Telefunken 40" einen Apparat heraus, bei dem Fernempfang ohne Hochantenne garantiert wird. Dieser 4- Röhrenempfänger be jist eine ganz neuartige Schirmgitterröhre mit Außenmetallisierung, die eine wirklich restlose Ansnutzung der hohen Verstärkung ermöglicht. Dabet ist die Preislage dieses Empfängers mit vollkomme nem Lichtneß- Betrieb in Anbetracht seiner Leistung so niedrig, daß ein wesentlicher Fortschritt zu verzeich nen ist. Die Tonqualität ist vorbildlich und die Bedienung infolge der eigenartigen Konstruktion des Stationswählers so vereinfacht, daß jeder, Laie ohne Uebung Ferustationen einstellen tann. Es kann da mit das leidige Problem der Hochantenne als tat lächlich überwunden angesehen werden. 368 Genossenschaftsbeilage BEILAGE ZUR FESTSCHRIFT DES ,, SOZIALDEMOKRAT" Unter dem Regenbogenbanner. Rote Fahnen und Fahnen in den Farben des Regenbogens grüßen die Festteilnehmer, velche aus allen deutschen Gebieten dieses Staates nach Starlsbad gekommen sind. Tausende Fähnchen in den gleichen Farben drücken dem Karlsbader Festzug und der Stätte des Festes ihr Gepräge auf. Rote Fahnen, das Zeichen der zum Klaffenbewuztiein erwachten jozialdemokre tischen Arbeiter und das Regenbogenbanner, das Simmbol der weltumspannenden Genossenschafts bewegung: Sie gehören zueinander, sie sind beide Zeichen einer neuen Zeit, einer sich bahn brechenden neuen Wirtschaftsordnung. schaften wirken antikapitalistisch. Durch die Zujammenfassung der Kauffraft der breiten Massen der Bevölkerung entziehen sie der Profitwirt schaft dauernd einen großen Teil ihres Gewinnes. Der Gewiam, den früher die Händler einsteden fonnten, bleibt der Mitgliedschaft. Große Vermögen werden alljährlich in Form der Rückvergütung an die Mitglieder zurückgezahlt oder den Reserven der Genossenschaften zugeführt, wo sie benützt werden, um die genossenschaftlichen Einrichtungen weiter zu entwickeln. Weit der Erfassung des Verbrauches geht die Erzeugung der wichtigsten Bedarfsgüter und Lebensmittel Hand in Hand. Durch die Konsumvereine nehmen die Mitglieder die Erzeugung und den Vertrieb der Guter in ihre eigene Wirtschaft, welche in dem selben Maße auf Kosten der Profitwirtschaft wächst, indem die Berbraucher sich Es sind wenige Jahre her, jeit der den Genossenschaften anschließen. Ihre Entwid mternationale Genossenschaftsbund zu seinem lungsmöglichkeit ist für lange Zeit noch unbealler Welt sichtbaren äußeren Zeichen das Sic grenzt. Zugleich mit ihrem ständigen Wachstum benfarb des Regenbogens erwählt hat. Diese entstehen den Genossenschaften immer neue und furze Zeit hat genügt, um das Genossenschafts- größere Aufgaben. Die Fabriken der von ihnen banner auf der ganzen Stulturwelt bekanntzu in den einzelnen Ländern errichteten Großmachen. Bei tausenden ernſten und festlichen einkaufsgesellschaften versuchen, die Gelegenheiten sammeln sich unter ihm die in Verbraucherschaft von dem Preisdruck der Kar den Konsumvereinen zusammengeschlossenen Bertelle zu erlösen. Die Macht der internationalen braucherschichten. Am ersten Sonntag im Juli Kartelle iſt eine so ungeheuer großze, daß gegen eines jeden Jahres sind zehntausende von Berte die Genossenschaften noch lange nicht in allen laufsstellen und Betriebsstätten in allen Ländern mit seinem Zeichen geschmückt. Frohe Kinderscharen tragen das Banner bei den genossenschaft lichen Veranstaltungen voran, einer besseren zufunft entgegen, die vorbereitet und aufgebaut wird durch die unermüdliche Gegenwarts arbeit der denkenden Verbraucherschaft, der organisierten Konsumenten. Ländern und nicht gegen jedes Kartell erfolgreich anlämpfen können. Die schwedische Großeinfaufs. gesellschaft z. B. hat vor 9 Jahren durch Errichtung ihrer großen Margarinefabrik den schwe dischen Margarinetrust gesprengt. Sie hat vor 4 Jahren durch ihre zwei großen nen erbauten Mühlen das Millerfartell zerschlagen. Sie hat vor 2 Jahren ihre Gummifabrif in Betrieb geG Teigwarenfabrik Herbitz des GEC- Verbandes. Wenn heute in der gesamten sozialistischen Jeinzige große Genossenschaft". Die GenossenArbeiterbewegung die Rolle, welche die Genossen jetzt und dadurch die gesamte schwedische Bevölschaften in dem Befreiungskampf der Arbeiter kerung von dem ungerechten Preisdruck der verflasse zu erfüllen haben, viel höher gewertet wird, einigten Gummifabriken befreit. Die Genossenschaften sind überall als das noch vor einem Vierteljahrhundert der Fall war, so hat dazu vor allem der tatsäch Sparkassa ihrer Mitglieder geworden. Sie liche Erfolg und das praktische Wirken der organisieren die Finanzkraft der vielen Millionen Konjumgenossenschaften beigetragen. Wer den Arbeiterfamilien und benüßen diese Gelder, um Erfolg für sich hat, gewinnt die Waffen der Beste der eigenen Wirtschaft zuzuführen. völkerung! Nur dadurch ist es zu erklären, daß Sie verstopfen damit dem Zinskapital" eine die Konsumvereine in allen Ländern ein über- starke Quelle fortwährender Bereicherung. Durch raschend schnelles Wachstum aufzuweisen haben. Die Errichtung eigener Volksversiche Selbst die ungeheueren Erschütterungen der rungsinstitute leiten sie einen Strom von Striegs- und Nachkriegszeit haben nur in weni- vielen Millionen Einnahmen jährlich aus der gen Ausnahmsfällen vorübergehend ihre Ent fapitalistischen Profitwirtschaft in die genossenwidlung aufhelten können. Ihre Erstarfung ist schaftliche Gemeinwirtschaft über. in jenen Ländern besonders groß, wo es gelungen Gebieten ist ihre Tätigkeit prattischer, die Genossenschaftsbewegung einheitlich und wie die Geschichte ihrer Entwidlung zu erhalten. Von der 3% Millionen zählenden zeigt, erfolgreicher Kampf gegen die deutschen Bevölkerung der Cechoslovakischen Re- fapitalistische Wirtschaft. Wir Sozialdemo publit sind über 200.000 Mitglieder im Get- fraten sind überzeugt, daß die Entwick Berbande vereinigt; das ist mit den Fami- lung der gesellschaftlichen Verhältnisse zur lienangehörigen ungefähr ein Viertel der gesam Aufrichtung einer vom wolke selbst verwalteten ten deutschen Bevölkerung des Staates. In Wrtschaft, also zu einer sozialistischen Ordnung Desterreich und in Deutschland ist ungefähr ein des Wirtschaftslebens führen muß. Je stärker Drittel, in der Schweiz, in Finnland und in unsere Organisationen, je größer die Zahl Schweden die Hälfte, in England mehr als die Hälfte der Bewohnerschaft in den Konsumgenoj jenschaften organisiert. Der Internatio nale Genossenschaftsbund zählt in 39 Stulturländern fast 50 Millionen Mitglieder; er ist von allen internationalen Verbänden der weit aus stärkste unserer Anhänger wird, je mehr wir die politische Wacht in allen öffentlichen Verwaltungskörpern erobern, je ſtarfer wir durch die Genossenschaften die wirtschaftlichen Berhaltnisse beeinflussen, umſomehr na hern wir uns diesem großen Ziele. Zehntausende von Arbeitern werden in den Genossenschaften zur Verrichtung wirtschaftlicher Dienstleistungen Das Ziel, welches der Internationale Ge- geschult, vorbildliche Arbeit im Dienste der Genossenschaftsbund verfolgt, ist im besten Sinne samtheit und nicht mehr im Solde des sozialistisch und revolutionär. Er will die heutige, einzelnen Unternehmens wird von ihnen auf dem Besize des Einzelnen beruhende Profit geleistet. Auf der ganzen Kulturwelt weht wirtschaft durch eine auf der genossenschaftlichen das Regenbogenbanner als der sichtbare Gemeinwirtschaft aller gegründeten Gesell Beweis dafür, daß die organisierten Verbraucher schaftsordnung erseßen. Welcher sozialistische Ar überall in ernster, ununterbrochener Arbeit daran beiter erinnert sich bei der Betrachtung dieses sind, der genossenschaftlichen Gemeinwirtschaft Zieles nicht an das Wort unseres Führers um Siege zu verbeifen und damit das ganze tautsty,„ Daß wir uns die sozialistische Gjell Boif zum Träger seiner Wirtschaft zu machen. schaft faum anders vorstellen können als eine R. F. NUR DIE BESTEN QUALITÄTSWAREN gelangen in unseren GEC WARENHÄUSERN zum Verkaufe. Wir unterhalten reichsortierte Lager von: Bekleidungsgegenständen aller firt Schuhen, Wäsche, Stoffen, Wirkwaren, Haushaltungsgegenständen etc. und sind daher in der Lage alle Geschmacksrichtungen zu befriedigen Parteigenossen! 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Troßdem unser Gebiet zu einem der ärmsten innerhalb unserer Republik gehört, haben wir in den letzten zehn Jahren auf Grund der kolossalen und großzügigen Aufklärungs- und Agitations avbeit einen beispielgebenden Aufschwung zu ver zeichnen. Im Geschäftsjahre 1921/22 wurde von der derzeitigen Verwaltung die Genossenschaft in Mähr. Schönberg übernommen. Die Anzahl der damals bestehenden Verteilungsstellen dieser Genossenschaft betrug 37 mit einer Mitgliederanzahl von 9448 Mitgliedern, und einem Umsatz von Kronen 15,884.500.-. Dieser Umsatz ist gemessen an den Preisen der Produkte zu dieser Zeit ein sehr minimaler und hatte unter den Nachwirkun gen des Krieges zu leiden. Der Spareinlageftand betrug damals Kronen 877.530.-, was auf das Vertrauen der Mitgliedschaft gegen die Genossen schaftsbewegung zurückzuführen war. Die darauf folgenden Jahre hatten unter den Krisen in der Textilbranche, welche zum größten Teile unser Gebiet betroffen hat, zu leiden und waren infolge dessen keine wesentlichen Aenderungen zu ver zeichnen. Diese Situation hat sich jedoch im Ge fchäftsjahre 1924/25 sehr geändert, und zwar be trug hier der Umjab Kronen 20,662.820.- mit einer Verteilungsstellenanzahl von 64. Dieses Anwachsen der Verteilungsstellen ist auf die Fu fionierung mit den bestehenden Genossenschafts. verteilungsstellen des Olmüßer und im schleft schen Gebiet mit dem Sandhübler Rayon zurüc zuführen. Diese Gebiete bedurften gleichfalls einer Reorganisation, welche in den darauffolgenden Jahren durchgeführt wurde. Der Mitgliederstand betrug in diesem Geschäftsjahre 12.381 und das Spareinlage Sonto Kronen 5,311.580.-. Vou dieser Zeit ist der eigentliche Aufstieg unserer Ge nossenschaft zu verzeichnen und wurde durch die Fusionierung der Grundstein für die foloffale Entwicklung der Genossenschaftsbewegung inner halb unseres Gebietes gelegt. Bereits das Geschäftsjahr 1927/28 weist einen Umsatz von Kronen 22,646.735.- aus. Das Spareinlage Stonto betrug gleichfalls Kronen] Ostrauer Neratowitzer Kanditen- Fabrik des G. E. C. V. Konsumverein Konsum- u. Spargenossenschaft für den Schönhengsigau „ Einigkeit“ Böhm.- Kamnitz Gründungsjahr 1898 mit 400 Mitgliedern heute 4000 Mitglieder Broterzeugung in der eigenen Bäckerei aus dem Mehl der eigenen Mühle Jeder Konsument werde Mitglied des Konsumvereines Einigkelt“ Der Vorstand. Metallwarenfabrik Jng. Otto Müller M. Ostrau, Grenzstraße 62.- Telephon 82304. Erzeugt Blech- Emballagen aller Art. wie Konservendosen, Marm- ladenkübel, Kanditendosen. Wagenfettkilbel, Vaselindosen und Kanister. 236 in Zwittau. ་ 16 Verteilungsstellen. 3200 Mitglieder. Jahresumsatz: Kč 6,300.000.Es ist Pflicht jedes klassenbewußten Arbeiters Mitglied der Genossenschaft zu sein und :: seinen Bedarf auch dort zu decken.: Spezialerzeugung von Schneidemaschinen für die Bekleidungsindustrie 240 J.& M. Kompost Proßnitz- Mähren Sonntag, den 18. August 1929. 8,096.000.- und sehen wir aus diesen Ziffern bereits den Aufstieg innerhalb diefer furzen Zeit. Das Geschäftsjahr 1928/29 brachte wiederum eine folossale Umsatzsteigerung, und zwar betrug der Umsatz in diesem Geschäftsjahre Kr. 25,641.771, was annähernd eine Umsatzsteigerung von nahe ju 3 Millionen beträgt. Das Spareinlage- Konto crhöhte sich auf 11 Millionen und ist gleichfalls. ein Plus von zirka 3 Millionen zu verzeichnen. Dieser Aufstieg ist in aller erster Linie auf die ständige Aufklärungsarbeit, welche hier planmä ßig betrieben wird, zurückzuführen. Im letzten Geschäftsjahr wurden 51 Fami lienabende, 61 Versammlungen, 27 Konferenzen und Sturse, 15 wissenschaftliche Vorträge, 2 G nossenschaftsfeste, eine Exkursion in die GEC.. Betriebe mit 115 Teilnehmern abgehalten. Ins gesamt hatten diese Veranstaltungen eine Bein cherzahl von 25.378 Teilnehmern aufzuweisen und ist dies gemessen an Beanstaltungen anderer Bewegungen ein Refordbesuch. In diesen Zahlen find die kleinen Ortssigungen in den einzelnen Verteilungsstellen nicht inbegriffen, welche gleich falls periodisch mit einem Vertreter der Zentral: abgehalten werden. Die Genossenschaft besitzt gegenwärtig Verteilungsstellen mit 40 eigenen Häusern, darunier eine Betriebszentrale mit 7 großen Objeften, 2 Unterlager, 2 cigene Bäckereien, 1 Röst- und Schrotanlage, 1 Möbeltischlerei, welche gegenwärtig mit 20 Gehilfen arbeitet und mit den modernsten Maschinen ausgestattet it. jals auch eine eigene Schlosser- und Autoreparas turwerfstätte, welche gleichfalls die modernsten Maschinen besint. In allen Betriebswerkstätten arbeiten große Exaustoren, so daß unsere Arbeitsstätten von den Gewerbeinspektoren als die modernsten, hygienisch einwandfreiesten hingestellt und den Schulen zur Besichtigung anem pfohlen werden. Der Fahrpark der Genossenschaft jetzt sich aus 4 Automobilen und 2 Paar Pferden zusammen, mittels welchen die gesamten Auslie ferungen durchgeführt werden. Die in der Genossenschaft Beschäftigten seyen sich aus 156 Beamten, Angestellten und Arbeitern zusammen. Ein eigenes Industriegeleise ermöglicht eine direkte Zufuhr von Waggonsendungen bis zum Magazin und wird im Frühjahr des nächsten Jahres mit dem Bau eines großen 6 Stock hohen Magazins, welches gleichfalls mit den modernsten Einrichtungen ausgestattet sein wird, begonnen. Der eigene Grundbesitz der Genossenschaft in der Zentrale erstreckt sich entlang der Bahn in einem Ausmaße von ca. 250 Metern in der Länge und ca. 8- Metern in der Breite. Damit dürfte die Möglichkeit gegeben sein, den weiteren Auf bau der Genossenschaft auf dieser Fläche in der Eigenproduktion durchzuführen und damit einen weiteren Aufstieg der Genossenschaftsbewegung zu sichern. Feuerlösch- Apparate., Primus" Tüchtige Vertreter bei gutem Verdienst für die ganze Republik gesucht. Ausführliche Anträge mit Angabe bisheriger Tätigkeit und Referenzen an L. Friedländer, Prag XII., Čerchovská 6. 362 Telephon 52970. Konsum- und Spargenossenschaft für Nordmähren und Westschlesien reg. G. m. b. H. in M.- Schönberg. Die Konsum- und Spargenossenschaft Mähr.- Schönberg wurde im Jahre 1896 von 76 Genossenschaftern gegründet und zählt heute 10.000 Mitglieder. Die Genossenschaft unterhält 60 Verteilungsstellen und ist das größte Handelsunternehmen von Nordmähren und Westschlesien. Der Umsatz im Geschäftsjahr 192829 betrug zirka 26 Millionen Kronen. Das Betriebskapital beträgt 2 Millionen, eine eigene Sparabteilung, verwaltet über 11 Millionen Einlagen der Mitglieder. Die Genossenschaft besitzt 40 eigene Häuser, eine Betriebszentrale, 2 Unterlager, 2 Bäckereien, eine Kaffee- und Getreiderösterei, eine Schrotanlage, eine Möbeltischlerei mit Maschinenbetrieb, eine mechanische Schlosserwerkstätte, 4 Automobile u. S. W. In den Verteilungsstellen sind alle Lebens- und Bedarfsartikel zu haben. Jeder organisierte Arbelter soll Mitglied der Genossenschaft sein, wer es noch nicht ist, werde es! Die Verwaltung. 308 Sonntag, den 18. August 1929. Seite 5.) Genossenschafter tragen elegante und billige HÜTE ausschließlich aus eigener Genossenschafts- Produktion mit Marke V D P. คล 242 Hutfabrik: Brünn 15, Družstevní Nr. 5 Surbinen- Walzenmühle Julius Steinkopf Kaaden empfiehlt ihre als vorzüglich anerkannten Mahlprodukte: Prima Roggen- und Weizenmehle, Weizengrieß, Kleie, Maisschrott, Maismehl. Futtermehl und sonsige Futterstoffe. Lieferant der Konsumvereine Komotau, Saaz, Chodau u. a. 220 Sparsame Hausfrauen verwenden nur DIANA Schokolade Kakao der Hartwig& Vogel, A. G. Bodenbach. Erhältlich in den einschlägigen Geschäften. 20 HAUSSCHUHE H 144 jeder Art, In Kamelhaar, Filz und Leder. mit Lederund Gummiböden, Hetert die anerkannt beste und billigste Bezugsquelle Zum Bezuge wird empfohlen la. Pilsner ANTON KLÁPA, Spiritus- Preßhefe HAUSSCHUHFABRIK, PROSSNITZ. 201 höchster Triebkraft und Haltbarkeit aus der Spiritus- u.Preßhefefabrik JOSEF HANAK, Pilsen Kerzen Seifenpulver Franz Stephan Kerzen-, Seifen-, Kristalsoda- Fabrik Freiheit č. S. 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G. m. b. H. Elgene Verkaufsstellen: Praha I., Melantrichova 8/ I. Brünn, Masarykstraße 33/35. Břeclav, Wilsonova 7. Böhm.- Budweis, Lannova 12. Friedek, Bahnhofstraße. Hodonín. Beim Bahnhof. Königgrätz, Čelakovského 622. Kroměříž, Prušenovského 117. Mistek, Friedlandstraße'56. Mähr.- Ostrau, Teschener Straße 1. Náchod, Krámská 35, Olmütz, Havlíčekstraße 7. Ist Ihnen schon befannt?... Der Amazonas hat das größte Stromgebie: unter allen Flüssen der Erde, nämlich sieben Millionen Quadratkilometer. Er fördert in der Sekunde 70.000 Stubikmeter Wasser. Seine Mündung ist 250 Stilometer( Berlin- Chemnig) breit. Bis Manaos, das über 1000 Kilometer weit im Lande liegt, ist der Amazonenfluß von Seedampfern befahrbar. Der Rio Negro( Schwarzer Fluß), ein Rebenfluß des Amazonas, ist länger als der Rhein. Orlová, Städtisches Haus. Pardubice, Masarykova 235. Pilsen, Ecke der Pražská und Saská. Přerov, Žerotínovo nám. Mähr.- Schönberg, Marktplatz 21. Tábor, Tř. čsl. legi 1458. Slaný, Husova 557. Uher. Hradiště, nám. Svobody. Usti n. Orl., Ceskotřebovská 128. Witkowitz, Husplatz 4. Zlín, náměstí. 253 englischen Techniker Sidney Gilchrist. Thomas( 1850. bis 1885), der 1887 ein Verfahren zur Entphosphorung des Roheisens( Thomasverfahren) erfand. Schon im 16. Jahrhundert sind die ersten Modelle von Armbanduhren entstanden. Verbreiteter als die Armbanduhren waren die Ringuhren und die Geschichte der Uhrmacherkunst erzählt, daß Kaiser Start der Fünfte als großer Freund der Mechanik eine derartige Miniaturuhr auf einem Ring besessen haben soll. Sie berichtet ferner von einem Kleinod dieser Art, das im Jahre 1542 dem berühmten Mathematiker Guido Ubaldi von Urbino von einem. italienischen Uhrmacher als Geschenk gemacht worden sein soll. Im 17. und 18. Jahrhundert hören wic wenig von der Armbanduhr; erst gegen 1878 gelangte sie zu ihrer Bedeutung, und zwar kam sie Thomasschladenmehl, eigentlich Thomasphat- aus Wien. Sie wurde zuerst als Herren, und nicht mehl, ist die gemahlene Schlacke von der Verhüttung wie man etwa annehmen könnte, als Damenuhr phosphorhaltiger Eisenerze mit 17prozentiger Phos- eingeführt. Vom Arm des Mannes ist die Armband. phorsäure und 50 Prozent Kalt verwendet. Den uhr auf den Arm der Frau und dort natürlicherNamen Thomasmehl führt es zur Erinnerung an der weise als Schmud hinübergewandelt. Die Straße der Republit" in Lyon ist vollständig mit gegossenen Glassteinen gepflastert, die zwan sigmal zwei Zentimeter groß sind. Sie haben sich 263 ganz vorzüglich bewährt. „, GEC"-ZICHORIE ist von bester Qualität und ungemein ausgiebig Witkowitzer Bergbau- und Eilenhütten- Gewerkichaft Hochofenwerke, Eisen- und Stahlgießereien, Stahl- und Eisenwalzwerke, Röhrenwalzwerke, Gußstahllabrik, Hammer- und Preßwerke, Maschinenfabrik, Fabriken für Eisenbahnbedarisartikel, Brückenbauanstalt, Kesselschmiede, Schrauben- und Nietenfabrik, Kupferhütte und Schamottefabriken usw. erzeugt: Roheisen, Ferrolegierungen, Walzwaren aller Art, wie Halbzeug, Stab- und Fassoncisen Bandeisen,( warm- und haltgewalzt), Träger und U- Eisen, Schienen und Schwellen für Voll., Straßen- und Kleinbahnen, Grob-, Mittel- und Feinbleche, Stanz-, Dynamo- und Transfor matorenbleche, Eisenguẞware, Stahllormguß sowie Schmiedestücke aller Art aus Martin- und Spezialstählen für den Schiffs, Maschinen- und Lokomotivbau, geschweißte und gepreẞle Blechwaren aller Art, Gußrohre, schmiedeeiserne, nahtlose und geschweißte Rohre, Wellrohre, Schrauben und Nielen usw. Komplette Einrichtungen der Kesselhäuser für Elektrizitätswerke und Industrieanlagen.- Hochdruckkessel System Prof. Dr. Löffler- Witkowitz bis zu 150 Atü. und 500° C Überhitzung. Hochdruckkessel System Garbe und Eigensysteme bis zu 2.000 m² Hzil. und 60 Atü., mit Überhitzern, Ekonomiseren, Luiterhitzern usw., Kohlenstaubleuerungen System Fuller- Witkowitz, SteinmüllerFeuerbrücken, mechanische Wanderplanrostfeuerungen System Walter- Witkowitz usw. Stahlskelettbauten für Wohn- und Geschäftshäuser. Eisenbahn- und Straßenbrücken, Hallen, Hangare, AntennenMaste und Türme, Eisenhochbauten und Eisenkonstruktionen aller Art. Hochdruckkompressoren und pneumatische Werkzeuge, Tielbohreinrichtungen usw. Zentraldirektion und Zentralverkaufsbüro: Mähr.- Ostrau 10. Prager Büro: PRAG II., Bredovská ul. 9. Telephon 20841. GEC AAAAAAAA AAAAAAA AAAAA AAAAAAAAAAAAA AAAAA Scite 8. Sonntag, den 18. Auguft 1929. JARA Die TATRA- WERKE A.-G., PRAG- KOPRIVNICE erzeugen Automobile seit dem Jahre 1897. Im Jahre 1921 haben sie den ersten rahmenlosen Wagen mit Schwingachsen auf den Markt gebracht, den weltbekannten, überall bewährten „ KLEIN- TATRA". Heute baut Tatra alle Wagen, Personenautos wie Nutzfahrzeuge von 12-65 HP, zwei- und mehrachsig, nur mit Schwingachsen und Tragrohr. Die ideal einfachste Lösung der Konstruktion und 7jährige Praxis im Schwingachsenbau stellen die Tatra- Werke an die Spitze dieser modernsten Richtung des Autobaues. 2- Zylinder Type 12, 412 PS, 4- Zylinder Type 30, 624 PS, die luftgekühlten Gebrauchswagen größter Wirtschaftlichkeit und höchster Zuverlässigkeit. 6- Zylinder- Personenwagen Type 17, 940 PS, der wassergekühlte Sport- und Reisewagen höchster Klasse. 12- Tonnen- Lastwagen mit luftgekühltem 4- Zylinder 624 PS, 4 oder 6- rädrig, 4- Tonnen- Lastwagen Type 23, 29 65 PS, 6- Tonnen- Lastwagen Type 24, 2965 PS, 6- rädrig. Die Umwälzung im Nutzfahrzeugbau. Machen Sie mit einem unseren Vertreter eine Probefahrt auf schlechtester Straße und Sie werden wissen, warum TATRA ihre Wagen nur mit Schwingachsen baut! Zentralverkaufsbüro: Prag- Smichov, Kartouzská 3365 283 ZWIRNE UND GROKO GARN SHMAN PRIMA 2 CORD Garantiert 95eler Of ³N GROHMANNACO WORBENTHAL OTTON THREAD 75 ROHMANY ART THREAD 140 TR RADEMARK OHMANN GRUSCHW PRIMA 2 CORD ROHMAN GEGR GROHMANN& COWÜRBENTHAL( SCHLES) GR Wirtschaftlich handeln heißt Karo- Franď die feine Kaffeewürze in Würfelform und Perola- Kornkaffee verwenden. Diese beiden Kaffeemittel ergeben ein vorzügliches Getränk Biere 10 grädig hell oder der Bürgerlichen dunkel Brauerei Trautenau in Flaschen abgezogen in allen Vertellungsstellen des Konsumvereines Vorwärts Trautenau erhältlich. Gelbanetdoten. Begriffe. Mart Twain äußerte sich in seiner geist311 Stück im Werte von tausend Dollar- das ist Wertzuwachs. Ein Kaufmann versteht es, einen Artikel, der reichen und wisigen Weise einmal folgendermaßen ihn nur fünf Cents tostet, für einen Dollar zu ver über Stapital, Geld usw.: kaufen das ist Geschäft. Vanderbilt kviselte ein paar Worte auf ein Eine Dame, die einen fleidsamen Hut für 75 Stückchen Papier und verleiht ihm dadurch unter Cents kaufen könnte, zieht es vor, für einen Hut Umständen den. Wert von Millionen das ist 27 Dollar auszugeben das iſt Wahnsinn. Ein Arbeiter schuftet zehn Stunden am Tage Die Regierung nimmt anderthalb Unzen Gold, und erhält dafür einen Dollar- das ist chrliche stempelt einen blitzesprühenden Adler darauf und Arbeit. nennt es eine 20- Dollarmünze das ist Geld. Kapital. fünf Ich, der arme Mark Twain, stelle einen Wechsel Ein Mechaniter nimmt ein Stück Stahl, das auf 20,000 Dollar aus und hoffe dafür 20.000 Dollar wert ist, und arbeitet es um zu einem zu bekommen das ist Einbildung.